Abendausgabe Nr. 243. Jahrgang Ausgabe B Nr. 1 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Cindenftraße 3 Ferafprecher: Dönhoff 292-29% Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 120 10 Pfennig Sonnabend 2. Januar 1926 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag unb Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Hindenburgs Neujahrswünsche. Empfänge beim Reichspräsidenten. Am gestrigen Neujahrstage empfing der Reichspräsident) die Chefs der Berliner auswärtigen diplomatischen Vertretung und die Reichsminister. Bei dieser Gelegenheit wurden die üblichen Ansprachen gehalten, die zum teil politischen Charakter trugen. Der Doyen des diplomatischen Korps Nuntius Baccelli mies darauf hin, daß im Jahre 1925 die Berträge von Locarno abgeschlossen seien, von denen die Welter wartet, daß sie den fruchtbaren Keim zu Glüd und Frieden in fich tragen". Der Reichspräsident fagte in seiner Antwort u. a.: Mit Ihnen wünsche und ersehne ich, daß die Hoffmungen der Völker, insbesondere die Erwartungen des immer noch schwer bedrückten deutschen Volkes, nicht enttäuscht werden; mit Ihnen, Herr Nuntius, hoffe ich zu Gott, daß aus diesem im ehrlichen Willen zur Berständigung gelegten Reime bald der volle und wahre Frieden her= norsprießen möge. Tief durchdrungen von der in den Herzen der Menschen lebenden Wahrheit, daß nur Gerechtig feit, Sittlichkeit und Freiheit die Grundsteine find, auf denen sich das Zusammenleben der Völker aufbauen und entwickeln fann, wird das deutsche Bolt mit aller Kraft unverzagt meiterarbeiten an der friedlichen Wiederaufrichtung und Festigung seines eigenen nationalen Lebens wie auch an der Förderung und Sicherung des Friedens, der allein der Wirtschaft und der Kultur der Welt Fortschritt und Aufstieg bringen fann. Möge das neue Jahr, über dessen Schwelle wir heute treten, unsere gemeinsamen Wünsche nach einer fortschreitenden Annäherung und Verständigung der Bölker lebendige Wirklichteit werden lassen!" Für die erschienenen Reichsminister( Reichskanzler Dr. Luther war abwesend) sprach Reichswehrminister Dr. Geßler. Et erklärte: " Boller Ernst bliden wir an dieser Jahresmende auf die schweren Aufgaben, die im nächsten Jahre zu lösen sind. 3war will es scheinen, als ob die bedeutsame Fortentwicklung unserer Beziehungen zu den anderen Mächten Deutschland den Weg friedlicher Arbeit und friedlichen Wiederauf. ſtiegs ebnen helfen wird. Auch hat die innerpolitische Befriedung unseres Vaterlandes nicht zuletzt bant der auf Berständigung und Ausgleich der Gegenfäße hinzielenden und die Achtung von Ver. faffung, Recht und Gejes gewährleistenden Führung der Geschäfte durch Sie, herr Reichspräsident, weitere Fortschritte gemacht. Aber es gilt jetzt, die gefährliche Krise, die unser gesamtes wirtschaftliches Leben erfaßt hat, zu be. heben. Vor uns steht die gewaltige Zahl von 1057 031 Erwerbs lofen am 15. Dezember, ungerechnet die mitbetroffenen Familien, mit aller Not und Verzweiflung, die sich in einer solchen Zahl ausspricht. Nicht, daß wir dieser Lage entmutigt gegenüberſtänden; der Rückblid auf die Bergangenheit lehrt uns, daß die deutsche Spannkraft schon Gefahren überwunden hat, die ebenso drohend erschienen. Wir müssen uns nur flar vor Augen halten, mit welchen Tragikomisches Gottesgnadentum. Ein Hohenzollernprinz wegen Liebeshändel abgesetzt. Diesmal spielt die Geschichte in Rumänien, wo die sehen zollern noch immer von Gottes Gnaden Dynastie spielen dürfen. Dort ist jetzt der sogenannte Kronprinz, der ausnahms. weise Carol heißt, zum Thronperzicht genötigt worden, und zwar, wie in den Meldungen besonders betont wird, zum un widerruflichen Thronverzicht. Mitteln vor allem der wirtschaftlichen Bedrängnis abzuhelfen ist: Arbeit und Sparjamteit werden es uns ermöglichen, die Grundlagen wieder zu festigen, die der verlorene Krieg erschüttert hat. Erst jetzt steht jeder einzelne Deutsche vor der Erkenntnis, wie arm unfer Baterland geworden ist. Welche Regierung auch berufen sein wird, im kommenden Jahre den Kampf gegen die wirtschaftliche Not zu führen, sie wird gezwungen sein, Arbeit und Sparsamkeit selbst zu üben und sie vom deutschen Volke zu fordern." In Hindenburgs Erwiderung heißt es: Ich wünsche und hoffe, daß unsere Bolfsgenossen im Be wußtsein der Schidsalsgemeinschaft, die alle Deutschen unlöslich umfaßt, und im vorwärtsstrebenden zähen Willen, der uns immer wieder in die Höhe gebracht hat, dieser Notwendigkeit fich beugen und diesen Geboten leben werden. Das wird aber nur möglich sein, wenn jeder Berufsstand und jeder Teil unseres Boltes mehr als bisher den Bedürfnissen und Notwendigkeiten der anderen Stände und Teile Rechnung trägt und nicht nur den eigenen Interessen, sondern dem Gedanken des über den einzelnen stehenden Staatsgangen, der alle Glieder gleich mäßig umfassenden Boltsgemeinschaft dient. Dazu gehört auch. daß alle, die berufen sind, wirtschaftliche Belange oder politische Richtungen in Körperschaften oder Boltsvertretungen zur Geltung zu bringen, dies nicht in Abschließung und Befehdung, sondern in gemeinsamer Zusammenarbeit und im Ausgleich widerstrebender Wünsche und Meinungen zu erreichen fuchen. Nur in diesem Streben, im gegenseitigen Verständnis die Berständigung zu fuchen, werden wir die schweren Wolfen, die gerade jezt über unserem Vaterlande hängen, bannen und Staat und Nation, die über allem persönlichen Vorteil stehen müssen, erhalten und stärken. Daß dieser Geist der Gemein schaft im neuen Jahre das deutsche Bolt führen und ihm nach so vielen schweren Jahren des Leides lichtere und gesegnetere Zeiten wahren Friedens im Innern und nach außen bescheren möge, ist mein sehnlichster Wunsch und mein innigstes Hoffen!" übrigen üblichen Gratulationsempfänge an. Bemerkenswert ist, An den Empfang der auswärtigen Diplomaten schlossen sich die wie start der Reichspräsident auch bei dieser Gelegenheit wieder den Berständigungs- und Friebenswillen Deutschlands betont, und wie sehr er auch für die innere Bolitit eine friedliche Note anschlägt. Bielleicht hat auch er sich schon die Frage vorgelegt, an welchen Stand die Aufforderung zum Verständnis für die Wünsche des Gegners in erster Linie zu richten ist. Es wird auch ihm wohl taum entgangen ein, daß die Arbeiterschaft in den ver gangenen Jahren ein lle bermaß von Entgegentommen an den Tag gelegt hat und daß der Dant dafür nicht gerade sehr ermutigend gewesen ist. Auch unter der Reichspräsidentschaft Hindenburgs hat die vergiftende Berleumbungsfam. pagne, mit der die Gegner der Arbeiterschaft alles, was republikanisch denkt, verfolgen, nicht nachgelassen. Der Reichspräsident wird nicht umhin können, noch sehr viel deutlicher au werden. Charafter ein befferes Zeugnis aus als die Heuchelei, die sonst mit den Brinzenehen getrieben zu werden pflegt. Er verzichtete schon damals auf seine Thronrechte. Aber die Hohenzollern, die soviel auf die Heiligkeit der Ehe geben, zwangen Carol, die Ehe mit der Generalstochter aufzugeben. Ebenso zwangen sie ihn, eine neue Ehe mit der Techter Helene des ehemaligen griechischen Königs ein zugehen. Pflichtmäßig setzte er auch einen weiteren hohen ollernprinzen in die Welt, der jetzt dreijährig! zum Thronfolger ausgerufen worden ist. Wie diese Ehe" mit der griechischen Prinzessin aussah, verrät ebenfalls der monarchi Lofalanzeiger": Aber auch diese Che war nicht glücklich. Carol träumte weiter von seiner Bojarin und Helene von ihrem Jugendgeliebten, einem griechischen Bankier... Das zu betonen ist deshalb wichtig, weil in Deutschland schon vorsorgend die Theorie vertreten wird, daß jeder Thronverstische zicht eines Kronprinzen bis zum Thronfolgefall widerruflich sei. Vor allem wird das in dem bekannten reaktionären„ Politischen Handwörterbuch" Don Herre im Hinblick auf den Ber zicht des Herrn auf Dels hervorgehoben. Praktisch hat diese Theorie zwar feine Bedeutung, aber sie beleuchtet doch die verschrobenen Gedankengänge, die in den Hirnen der Monarchisten noch immer spuken. Beim Hohenzellern Carol von Rumänien liegen die Dinge für ein Legitimistenherz besonders verzwidt. Der junge Manner zählt jegt 32 Jahre hat schon im September 1918 gegen die heilige Ordnung verstoßen. Das Blatt der Berliner Spießbürger, der„ Lokalanzeiger", spricht ihm sein Urteil in diesem lapidaten Satz: Staff durch Waffentaten die Herzen feiner zufünfiigen Untertanen zu erobern, verursachte er einen Hofflandal größlen Ausmaßes, indem er mit Hilfe falscher Bässe und in militärischer Unbotmäßigkeit im September 1918 bei Nacht und Nebel flüchtete und sich in Odessa mit einem Fräulein 3izzy Lambrino aus einer verarmten rumänischen Bojarenfamilie heimlich verheiratete. Ach! Welcher Hohenzollernsproß hat denn eigentlich durch Baffentaten" sich die„ Herzen seiner zukünftigen Untertanen" er obert? Unseres Wissens ist selbst aus der zahlreichen Familie Wilhelms II. niemand den Heldentod gestorben, und von den sieben Eöhnen hat nur einer einen Streifschuß davongetragen, weshalb bekanntlich während des Strieges in den Lokalanzeigern ganz Deutschlands ein Geschrei gemacht wurde, als wären die Hekatomben von Menschenopfern, die das deutsche Bolt brachte, nichts gegen bie Verwundung, die der eine Sohn Wilhelms davontrug. Der Carol in Rumänien wird sich gedacht haben, daß das Beispiel feines Onkels Wilhelm für ihn maßgebend sei. Deshalb ist er damals zwar nicht nach Holland, wohl aber nach Odejja ausgerüdt. ( Daß er in der preußischen Garde militärisch ausgebildet mar, ist wohl nur eine zufällige Begleiterscheimmg.) In Odessa hat er fich mit einer nebenbürtigen Dome Derheiratet. Das ftellt feinem Teufel noch einmal! Wenn man so etwas etwa in einem rum änischen Blatte lesen würde, weiß man nicht, was dem Redakteur dort passierte. Und gar nicht auszudenken ist, was ohne Himmels einsturz in Deutschland vor sich gegangen wäre, wenn man etwa in einem deutschen Blatte vor Wilhelms Flucht derartige Dinge über irgendeinen deutschen Thronanwärter und seine ebenbürtige Frau behauptet hätte! Aber Rumänien ist weit. Und der dorlige Hohenzoller ist fatholisch. Also fann sogar der Lokalanzeiger" einmal offenherzig fein. Besonders da auch noch behauptet wird, Carol habe neuerdings eine Liebschaft mit einer-3 übin, die er zu heiraten beabsichtige, nach. dem er endgültig von der frommen Helene geschieden sei. Der hohenzollernsche Carol hat mit seinen Liebesgeschichten, die, rein menschlich gesehen, ihn durchaus nicht unsympathisch machen, der ganzen Gottesgnadengesellschaft einen bösen Streich gespielt. Er hat den Unsinn der Erbmonarchie wieder einmal vor aller Augen largestellt, se sehr auch die Monarchisten darüber weinen mögen. Carol zeigt in seiner Vorliebe für Frauen einen Wesenszug, der auch anderen Hohenzollern eigen war und ist. Wenn sie ihn als Privatleute betätigen, so wird niemand etwas dagegen einwenden wollen. Benn sie aber als Halbgötter auf Thronen sitzen und dann in allen Schulen und in allen Lokalanzeigern des Landes als Muster von Sittlichkeit und Gattentreue hingestellt werden, dann ist das ein Berbrechen an der Volksmoral. Carol hat den Schwindel aufgebedt. Und das ist immerhin ein Verdienst um die Menschheit! Amerika gegen Wirtschaftskonferenzen. Wie die„ New York Evening Post berichtet, hat der amerikanische Handelsminister Hoover erklärt, daß er gegen jede Teilnahme an Wirtschaftskon ferenzen irgendwelcher Art fei. Solche Konferenzen würden nur zahlloje Romplikationen mit sich bringen. Wer trägt die Last? Arbeitslosenunterstützung wird durch Arbeiter aufgebracht Die Dentschrift des Reichsarbeitsministers über die Sozialversicherung und die Zusammenstellung der Ergebnisse in der Erwerbslosenfürsorge 1924/25 meist nach, daß die Ausgaben in der Erwerbslosenfürsorge für die 3eit vom 1. Juni 1924 bis 30. Juni 1925 fast ausschließ lich durch Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber gedeckt wurden. Die Dentschrift schätzt die Ausgaben für die Erwerbslosenfürsorge für das Kalenderjahr 1925 auf rund 230 Millionen Mart. Auch dieser Betrag wird sicher fast ausschließlich durch Beiträge aufgebracht. Daraus ergibt sich, daß von den 170 Millionen für unterstügende Erwerbslosenfürsorge, die im Reichshaushaltsplan 1924/25 bereits bewilligt waren, fast nichts diesem eigentlichen Zweck zugeführt worden ist. Eine vorausschauende Beitragspolitik würde es ermöglicht haben, in größerem Umfange für eine Zeit wachsender Arbeitslosigkeit vorzuforgen. Das jetzt allerdings eine einheitliche Beitragspolitik für das gesamte Reich voraus. Die Berordnung über die Erwerbslosenfürsorge stellt jedoch im Prinzip die Bemessung der Beiträge darauf ab, wie hoch der Gesamtaufwand für die Erwerbslosenfürsorge im Bezirt des einzelnen Arbeitsnachweises ist. Das hat zu einem vollständigen Durcheinander in der Beitragsbemesfung für die Erwerbslosenfürsorge geführt. Eine Besserung dieses unerträglichen Zustandes trat erst ein, als einzelne Länder dazu übergingen, für ihr Land eine Gefahren gemeinschaft zu errichten. Man sollte meinen, daß die zuständigen Behörden aus, diesen schlimmen Erfahrungen etwas gelernt hätten. Denn das System, die Verantwortung für eine vorausschauende Beitragspolitit auf die einzelnen Arbeitsnachweisbezirke, von denen es annähernd 1000 in Deutschland gibt, abzuwälzen, hat in dieser Zeit ungeheurer Arbeitslosigkeit einen vollständigen zusammenbruch erlitten. Endlich find sich alle Stellen darüber Berordnung über Erwerbslosenfürsorge gibt, Gebrauch machen flar geworden, daß der Reichsarbeitsminister von seinem Recht, eine Reichsgefahrengemeinschaft einzuführen, das ihm die muß. Die Gewerkschaften haben das seit Jahr und Tag ver gebens gefordert. Dem Reichsrat liegt der Entwurf einer Ausführungs verordnung zur Verordnung über Erwerbslosenfürsorge vor, der die Bildung einer Reichsgefahrengemeinschaft vorsicht. Der Verwaltungsrat des Reichsamts für Arbeitsvermittlung foll in 3ufunft die Höhe des Beitrages im Bruchteil des Grundlohnes einheitlich nach dem im ganzen Reichsgebiet entstehenden Aufwand der Erwerbslosenfürsorge fest legen. Wäre man diesen Beg rechtszeitig gegangen, dann hätte beffer Vorsorge getroffen werden können. In der zurückliegenden Periode günstiger Arbeitsmarktverhältnisse hätte hebliche Reserve für diese Zeit der Not ansammeln lassen. fich bei verhältnismäßig geringer Beitragsbemessung eine er Es wäre nicht notwendig gewesen, die Beiträge mit einem Schlage auf 3 Proz. heraufzusetzen. Diese ge gegenwärtigen Zeit die noch beschäftigten Arbeiter und An waltige Beitragserhöhung trifft natürlich in der geftellten besonders hart. immer noch in unzulänglicher Weife die gemachten Erfah Die geplante Reichsgefahrengemeinschaft berücksichtigt aber eine verschiedenartige Bemessung des Beitrages in den einzelrungen. Bei günstigerer Arbeitsmartilage foll auch in Zukunft nen Landesteilen zugelassen werden. Sobald unter bestinumten Voraussetzungen in den einzelnen Landesämtern für Arbeitsvermittlung oder in den einzelnen Arbeitsnachweis bezirfen mit einem niedrigeren Beitrag auszufommen ist, zugelassen werden. Das würde also eine Wiederholung soll die Festsetzung eines solchen niedrigeeren Beitrages aller Fehler der Vergangenheit fein und praktisch dazu führen, daß unter günstigeren Arbeitsmarktverhältnissen wiederum kein einheitlicher Reichsbeitrag bestehen würde und Gegen diese Mängel der geplanten Verordnung muß mit aller somit auch feine vorausschauende Beitragspolitik möglich wäre. Entschiedenheit Verwahrung eingelegt werden. Die gleichen Mängel weist auch der Gesezentwurf über die Arbeitslosenversicherung auf. Der Ausschuß der im Entwurf vorgesehenen Landesarbeitslosentassen seizt für seinen Kassenbezirk nach dessen Bedarf die Beiträge fest. Da sich die Landesarbeitslosentasse mit dem Bezirk eines Landesamts für Arbeitsvermittlung decken soll, so besteht die Möglichkeit, daß die geplanten 22 Landesarbeitslosenfassen 22 verschiedene Beiträge festsetzen. Doch damit find noch nicht einmal die Möglichkeiten der verschiedenartigen Veitragsbemessung erschöpft. Der Ausschuß der Landesarbeitslofentaffe kann anordnen oder zulassen, daß der Verwaltungs ausschuß des öffentlichen Arbeitsnachweises die Erhebung eines geringen Beitrags beschließt. So wird gerade ein wüstes durcheinander in der Beitragsfestsetzung organisiert. Und da be: der staatlichen Verwaltungsbureaukratie der Grundsay herrscht, eine einfache Sache so fompliziert wie irgend möglich zu machen, so sieht selbstverständlich der Gefeßzentwurf auch die Erhebung von Reichsausgleichszuschlägen vor, alfo Reichsgefahrengemeinschaftserfak! unterscheidet fich insofern vorteilhaft von der gegenwärtigen Der Gesezentrourf über die Arbeitslosenversicherung Bereidnung über Erwerbslofenfürjorge, daß er als Beitragshöchstbelastung 2 Pro3. des Grundlohnes vorsieht. Es ist je doch daran gedacht, den Aufwand an Arbeitslosenunterſtügung ausschließlich durch Beiträge aufbringen zu lassen. In den Follen, wo nach Erschöpfung ber Reserven mit dem Reichs höchstsah von 2 Broz. mit dem Beitragsauffommen nicht auszukommen ist, soll der Reichsarbeitsminister mit Zustimmung des Reichsministers der Finanzen Darlehen nach Maßgabe der verfügbaren Mittel gewähren. Das ist natürlich eine unhaltbare Bestimmung. Das Reich hat die Pflicht, in erheblichem Umfange die Lasten für die Unterstützung der Arbeitslosen zu tragen; es darf nicht die Gesamtlast auf die Schultern der Werftätigen abwälzen und so im Grunde genommen diese für die Arbeitslosigkeit verantwortlich machen. Deshalb muß für die fünftige Arbeitslosenversicherung gefordert werden, daß bei so tatastrophaler Gestaltung des Arbeitsmarktes Reich und Länder in erheblichem Umfange zur Lastentragung herangezogen werden. Die gegenwärtige Regelung der Lastendeckung in der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge ist ebenfalls änderungsbedürftig. Die Beihilfen des Reichs und der Länder treten erst dann ein, wenn der notwendige Aufwand der ErwerbsIcfenfürsorge mit einem Beitrag von 3 Proz. des Grundlohnes nicht gedeckt werden kann. Diese Bestimmung ist bisher nicht als so drückend empfunden worden, weil eine solche Beitragserhebung prattisch bisher nicht in Frage gekommen ist. Jetzt ist man jedoch im ganzen Reich bereits dazu übergegangen, diesen Höchstbeitrag festzusehen, damit die Beihilfen des Reichs und der Länder in Kraft treten fönnen. Die Arbeiter und Angestellten empfinden diese. Belastung mit Recht als zu hoch. Kennzeichnend für diese Stimmung ist der fürzlich vom Verwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts Preußen gefaßte einstimmige Beschluß. Es wird darin erklärt, daß eine Belastung von 3 Proz. für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine zu hohe Belastung darstellt. Der Berwaltungsausschuß vertritt einstimmig die Auffaffung, daß die Last von der Allgemeinheit in größerem Umfange mit getragen werden muß und deshalb der höchst zu lässige Beitrag als Voraussetzung für die Gewährung von Reichs- und Staatsmitteln auf höchstens 2 Broz herabzusehen ist. Man fomme uns nicht mit dem Einwand, daß angesichts des ungeheuren Heeres der zu unterstützenden Arbeitslosen die Staatsfinanzen das nicht zulaffen. Wir haben einleitend gezeigt, wie bisher fast die gesamte Arbeitslojen unterstügung aus Beiträgen gebedt worden ist. Die Herabfegung des Höchstsatzes auf 2 Proz. brauchte nicht einmal ein finanzieller Ausfall sein, Es wäre nur notwendig, alle Beitragspflichtigen zur tatsächlichen Beitragsleistung heranzuziehen und die gewährten Befreiungen von der Beitragsentrichtung aufzuheben. Wohin die Beitragsbefreiungen geführt haben, wird am treffendsten durch die Tatsache illustriert, daß es Landtrantentassen gibt, die infolge der Befreiungen für feinen einzigen Bersicherten Beiträge abführen! Es müßte ferner für die rich tige Beitragsentrichtung gesorgt werden. Vieles spricht dafür, daß hier eben so start gemogelt wird wie bei der Invalidenversicherung, denn anders sind die Zahlen in der Dentschrift des Reichsarbeitsministers nicht zu erklären. Wenn man die Finanzlage des Reiches nach den Dentschriften des Reichsfinanzministeriums beurteilen würde, dann wäre für die Arbeitslosen fein Geld da. Wir haben diesen Rechenfünftlern aber mehr als einmal nachgewiesen, daß sie immer falsch gerechnet haben, wenn es sich um Mittel für foziale Hilfeleistungen handelte. Das Magazin der Wirtschaft" errechnet in seiner Nr. 46 vom 24. Dezember für das Etatsiahr 1926/27 einen Ueberschuß von drei Viertel Milliarden. Aber auch wenn das nicht der Fall wäre, sind wir der Meinung, daß soviel Geld da sein muß, um den Arbeitslosen eine ausreichende Unterstügung zu gewähren und die Lasten in viel stärkerem Umfange auf die Allgemeinheit, d. h. auf das Reich und die Länder zu über nehmen. England gebrauchte rund 1 Milliarde im letzten Jahr an Arbeitslosenunterstützung. Daran ist der Staat mit einem Drittel beteiligt. Reich und Länder müssen sich auch bei uns daran gewöhnen, nicht mit Worten, sondern mit Taten den Arbeitslosen zu helfen! Letter underster Jahrestag auf der Bühne Letter Jahrestag im Staatlichen Schauspielhaus. Im vorigen Jahre gab es Charleys Tante", diesmal Im weißen Rößl" von Blumenthal und Kabelburg. Der Tag wird, das ist Tradition geworden, der anspruchslosen Dramatit geweiht. Silvesterstimmung. Einmal im Jahre wollen fie losgelaffen sein von literaris hen Beschwernissen, die hinter und die vor der Bühne. Einmal? Ach du lieber Himmel,„ Charleys Tante" ist ein ganzes Jahr auf dem Spielplan geblieben. Haben Sie, verehrte Direktion, die Absicht, auch das Weiße Rößl" in das ständige Repertoir einzuschmuggeln? In diesem gemütvell gezimmerten Lustspiel werden keine Probleme aufgeworfen. Das ist so nett und wohltuend behaglich, menn man sich immer schon vorher denken kann, wie es ausgehen wird, baß die Rößl- Wirtin den feschen Rechtsanwalt nicht bekommt, weil boch ihr Oberkellner Poldi fie so hinreißend und herzlich liebt und baß der Lampenfabrikant Giesecke hinters Licht geführt wird und ihm das smarte Blänchen nicht gelingt, seine Ottilie an den Sohn des Brozeßgegners zu verschachern. Und zum Schluß friegen sie sich alle, nicht so, wie es der Geschäftsgeist will, die Ottilie den Dr. Siedler, der Artur das Klärchen und der Poldi die Josepha. Auf daß die Gerechtigkeit fiege und die Menschen besser werden. Ja, wir haben uns amüsiert am Silvesterabend. Ueber den Giesecke des Jakob Tiedte haben wir gelacht, daß der Bauch wadelte, über diesen verärgerten, dummpfiffigen, vollgefressenen Berliner, über seine selbstbewußte Ahnungslosigkeit, über dies ewig verfniffene Geficht, über das lebermaß an prosaischer Nüchternheit. Und gefreut haben wir uns an dem lieben östreichelnden Zahlfellner Poldi des Anton Pointner mit dem elegischen Herzen und am lispelnden Klärchen der Lucie Mannheim, diesem allerliebsten dummen Gänschen, und an dem gemütlichen Tausendsassa Artur des Beit Harlan. Der überirdisch gütige Hinzelmann des Artur Krausnic, aus deffen Mund die zarte Boefie floß, war ein richtiger Genuß. Aber geftaunt haben wir über die übrige Belegung der Hauptprollen. Der Ferdinand art sollte einen weltmännischen Rechtsanwalt geben und spielte einen Bauerntölpel, den man in elegante Kleider gesteckt hat. Agnes Straub war eine ständig explosionsbereite Xantippe statt einer fnusprigen RößlWirtin und Margarete Schön war eine Puppe mit mastenhaft leiernder Stimme. Aber Stimmung hat die Vorstellung doch gemacht, bant dem Tiedte und dem Schlußflamaut mit Trompeten und Baufen und Profit Neujahr- troz der Fehlbesetzung durch den Regiffeur Jürgen Fehling. Erster Jahrestag im Trianon Theater. Uraufführung der Groteste„ Das Gespensterschiff" von Rudolf Lothar und Dstar Ritter. Die Tatsache, die erste Berliner Uraufführung herausgebracht zu haben, ist meiner Treu der einzige Ruhm des neuen Direttors Gustav Heppner, In seinem früheren Intimen Der Genfer Skandal. Widerruf der„ Täglichen Rundschau". Im Gegensatz zu anderen Rechtsblättern, die sich noch immer an die Lüge von einer sozialdemokratischen Liste" in Genf flammern, gibt jezt endlich die„ Tägliche Rundschau" zu, daß sie einer Jrreführung zum Opfer gefallen ist. Sie erflärt: Jetzt wird der Finanzielle Ertrag gering fein. Benightens in Deutschland. In republikanischen Kreisen besteht an diesem Gegen stand nur noch ein mäßiges Intereffe. Ob aber unsere Mon archisten besonderes Verlangen danach tragen, ihren Heldenkaiser in einem erbfeindlichen Film über die Leinwand laufen zu sehen, muß abgewartet werden. Sic transit gloria mundi! So geht die Herrlichkeit der Welt zu Ende! Der Wir haben, als die Nachricht des Tag" uns am Heiligabend vorlag, versucht, soweit es die Zeit und die besonderen Berhältnisse Frankreichs Neujahrshoffnungen und Sorgen des Abends zuließen, uns über Richtigkeit oder unrichtigkeit dieser Meldung an verschiedenen Stellen zu erfundigen und nach diesen Erfundigungen unsere Darstellung gegeben, die sich als richtig erwiesen hat, mit der Einschränkung, daß die Sozialdemoftaten, deren Teilnahme an den Bestrebungen vom„ Tag" und nicht von uns behauptet worden iff, fich tatsächlich der Sache ferngehalten haben. Am 25. Dezember hatte die Tägliche Rundschau" die Meldung des Tag, von der sie jetzt abrüdt, wiedergegeben und zu ihr bemerkt: Wie wir erfahren, ist die Mel dung in der Tat richtig." Da die" Tägliche Rund schau" als das Blait Stresemanns und des Auswärtigen Amtes galt, sah alle Welt in ihrer Notiz eine amtliche Bestätigung der gegen die Sozialdemokratie erhobenen Angriffe. Jetzt gibt die Tägliche Rundschau" zu, daß die Sozial demokratie mit der ganzen Geschichte nichts zu tun hat. Zugleich versichert sie, daß sie feineswegs das Blatt Stresemanns und seines Amtes sei. Es besteht Grund zu der Annahme, daß Herr Stresemann und das Amt an dieser Erflärung me hr Interesse haben als sie selbst. Aufzuklären bleibt, von wem die Tägliche Rundschau" erfahren hat, daß richtig sein soll, was sich als falsch erwiesen hat, mer es also war, der die Sozialdemokratie in diese Sache, mit der sie eingestandenermaßen nichts zu tun hat, mit hineingezogen hat. Zur Angelegenheit Marr gibt der Genfer Korrespondent der„ Boff. 3tg." eine sehr interessante Erklärung, in der es heißt: deutscher Herren persönlich erschienen, um ihre Bewerbungen Es sind im Herbst und schon früher hier eine ganze Anzahl mehr oder weniger freimütig anzubringen. Andere haben dies durch den Bewerbern viele Leute befanden, die den republikanisch- demoMittelspersonen besser oder schlechter besorgt. Gerade weil sich unter trafischen Parteien nichts weniger als fympathisch sein tonnten, wurde der frühere Reichskanzler Dr. Marr von einer hiesigen, den anschauungen des Zentrums naheftehenden Seite aufgefordert, doch feinerseits einmal die kandidaten zu bezeichnen, die feiner Meinung nach für höhere Posten im Sekretariat in Frage tämen. Das hat Dr. Marg, wie er selbst erklärt, getan, und eine Abschrift sogar dem Auswärtigen Amie eingereicht. Danach wäre die Genfer Korrespondenz des Herrn Marg eine Gegenattion gegen die Stellenjägerei rechts ge richteter Personen gewesen! Sonnabend Auswärtiger Ausschuß. Der Vorsitzende Abg. Hergt hat im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt den Auswärtigen Ausschuß des Reichstags für Sonnabend dieser Woche einberufen. Der Kino- Kaiser. Pathé Frères filmen Wilhelm II. Die bekannte französische Filmgesellschaft Bathé führte am legten Mittwoch der Londoner Presse ihr neuestes Erzeugnis vor. Wilhelm II. hat sich in Doorn von ihr filmen lassen Wieviel Jahre Gefängnis megen Majestätsbeleidigung hätte wohl derjenige erhalten, der vor zehn Jahren dieses Nachspiel zum Weltkrieg prophezeit hätte? Wilhelm II. hat leider seinen eigentlichen Beruf etwas zu spät entdeckt. Hätte er sich schon vor dem Krieg als Filmschauspieler engagieren laffen, was wäre uns alles erspart gebliebenund wieviel Geld hätte Pathé verdient! Theater hat er mit viel Geschid fleine franzöfifche Cechonnerien herausgebracht. Das Geschäft ging aber nicht mehr, seit die französischen Dramatiter anfangen, gemütvoll und moralisch zu werden. Damals hat man sich an der leichten Hand und an dem funkelnden Esprit gefreut. Im Gespensterschiff" fann man sich an nichts mehr ergößen als an der Ahnungslefigkeit der Dramatiker und des Regiffeurs. Anderthalb Atte brauchen die Autoren, um die Zuschauer auf die Qintessenz der Sache zu stoßen. Es handelt sich, du lieber Gott, um die Jungfernschaft dreier Mädchen, die erst fürchter liche Angst haben, sie zu verlieren und sich dann darum reißen, fie hinzugeben. Das ist alles so did aufgetragen und so eindeutig, daß einem der Etel über die Geschmacklosigkeit ankommt. Dazu eine Beſegung, wie sie im fleinsten Provinztheater den harmlosesten Anfprüchen nicht genügen würde. Martin Rettner jübelt einen Pastor und bringt Ertemporés, die nicht passen und durch ihre Albernheit verblüffen, Gustav Heppner näselt einen blasierten Lebemann in einer Rolle, die nichts Lebemännisches an sich hat. Lia Eibenschütz kopiert die Bergner mit dünnem Stimmchen und himmelndem Augenaufschlag( ist aber noch die einzige diskutable Darstellerin). Zum Schluß friegen sich auch hier die Paare. Die Herren Lethar und Ritter haben sich Mühe gegeben, eine Schweinerei mit lyrischem Einschlag zu fabrizieren. Zwei Tage und zwei Schmarren. Wenn schon, dann lobe ich mir das überlebte, rührende Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg. Ernst Degner. Die Frau in der Türkei. Die berühmteste türkische Dichterin Halide Edib Hamm, die an der Emanzipation der türkischen Frau einen bedeutenden Anteil genommen hat, sprach in London über die türkische Frau von heute" und erklärte, daß sie die Wahrheit über die neue türkische Frau verbreiten wolle, da so viele falsche Anschauungen in Umlauf seien. Man stelle sich die Türfin noch immer als eine Gestalt aus dem Märchen von Tausend und einer Nacht vor, als eine Nichtstuerin, die auf weichen Kissen im Harem liegt und Süßigkeiten tnabbert. Tatsächlich sei die moderne Türkin, ob verschleiert oder unverschleiert, ob in oder außer dem Harem, ganz dasselbe Befen wie ihre westliche Schwester. Die beiden Dinge, über die die irrigsten Meinungen herrschen, seien die Bielweiberei und die Abgeschlossenheit. Die moderne Emanzipationsbewegung reiche in der Türkei sehr viel weiter zurüd als man glaube; sie habe schon 1839 begonnen, und die Frauen hätten in politischen Dingen eine größere Rolle gespielt, als der Europäer ahne. Die revolutionäre Partei von 1908 habe sich dann der Befreiung der Frau aus allen Kräften ange nommen. Frauenflubs wurden gegründet, Frauenschulen eröffnet. Heutzutage gibt es in Ronstantinopel faum noch eine Frau, die nicht lesen und schreiben könne; ebenso ist es in Smyrna, während die Frauen in Brusa und Angora noch zurück sind. In den Kriegen feit 1912 war der Zivildienst" der Frau in der Türkei so ausgebreitet wie sonst wohl nirgends. Ein Bandel in der Familiengefeggebung erfolgte 1916; bie Bielweiberei wurde zwar nicht völlig abgeschafft, aber es wurde ben Paris, 2. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Ueberblicke, die von der französischen Presse dem abgelaufenen Jahre gewidmet wer den, legen im allgemeinen in der Beurteilung der außenpolitischen Situation ausgesprochenen Optimismus an den Tag. ,, Matin" feiert den Abschluß der Berträge von Locarno als das große diplomatische Ereignis des Jahres 1925, das die seit Jahren vergeblich angestrebte Lösung des Sicherheitsproblems gebracht habe Die Folge sei nicht nur eine Entspannung in den Beziehungen der Völker untereinander, sondern vor allem auch die Schaffung einer neuen Atmosphäre gewesen, die der Liquidation der anderen noch schwebenden Streitfragen unb Intereffengegensätze günstig sei. Die Borbedingung dafür sei allerdings, daß man sich nicht an den Buchstaben der abgeschlossenen Verträge halte, sondern in ihnen wirklich nur den Beginn einer neuen era und den Ausgangspunkt einer gemeinsamen Bereinigung der wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten fehe, unter denen alle Länder Europas mehr oder weniger zu leiden hätten. Die Regierungen müßten nunmehr auch im Interesse der Solidarität und der gemeinsamen Wiederaufbauarbeit den Mut aufbringen, gemiffe Sonderintereffen zu opfern; denn die Erfahrungen der letzten Jahre hätten den Beweis erbracht, daß fein Cand ohne die Hilfe der anderen gefunden könne und fein Cand auf die Dauer aus dem Chaos, unter dem die meisten europäischen Nationen noch immer liften, profitieren könne. So bedeut sam die in den nächsten Wochen zusammentretende Konferenz zur Borbereitung der Abrüstung sei, so werde sie alle politischen Interessen doch weit übertreffen durch die Notwendigkeit einer Wirtschaftsfonferenz zur Wiederherstellung des öfonomiden, wenn man die Ursache des Krieges aus der Welt schen Gleichgewichts. Der wahre Frieden könne nur gesichert werschaffe. Benn Europa weiterhin unter der Arbeitslosigkeit leide sazkrise fortdauere, dann seien Abrüstung und Sicherheit leere Worte. Die erfreulichen Ergebnisse der beiden letzten Jahre berechtigten zu weitgehenden Hoffnungen für das neue Jahr. oder von Steuern erdrüdt werde, wenn die Produktions- und AbDie nationalistische Breffe läßt natürlich diesen Optimismus nicht gelten. Sie schildert die außenpolitischen Ereignisse des Jahres 1925 in den düstersten Farben und nennt es ein Jahr des Berzichts und der Resignation, das Frankreich endgültig um die Früchte des Sieges gebracht habe. Ausgesprochen peffimistisch ist die Beurteilung der innerpolitischen Situation. Die finanzielle 3errüttung hat noch immer feine Lösung gefunden, und schon die nächsten Tage drohen es darüber zum Ausbruch einer neuen politischen Krise fommen zu lassen. Die reaktionäre Presse versucht, die Politik der Linken für die außerordentlich trübe Situation verantwortlich zu machen, und gibt der Hoffnung Ausdrud, daß das neue Jahr den endgültigen 3erfall des Rartells und die Wiederauferstehung des Nationalen Blodes bringen werde. Die Kommentare der Lints presse sind in dieser Hinsicht ungewöhnlich peffi. mistisch gestimmt. Das Jahr 1925 endet schlecht, schreibt der „ Quotidien unter Hinweis auf die Fortdauer der Feindseligkeiten in Marotto und Syrien, auf die monstrofe Finanzvorlage des Herrn Doumer, die die Kammer niemals annehmen werde und die deshalb lediglich einen neuen unnötigen Zeitverlust bedeute, auf die machfende Teuerung und die bevorstehende Ausbreitung des Geiftes des Faschismus, der bis in das Elysé hinein Fuß zu fassen ver. mocht habe und der Frankreich mit schmeren Gefahren bebrohe." Das Blatt schließt mit einem Appell an die Parteien der Linken, die nur durch Wiederherstellung der Einheitsfront, durch den Mut zur Berantwortung und gemeinsamen Uebernahme der Regierung die Situation retten tönnten. | Frauen die Möglichkeit gegeben, einen Heiratstontratt zu schließen, in dem sie fich alle Rechte ausbedingen fonnten. In demselben Jahr öffneten die Universitäten den Frauen ihre Pforten mit Ausnahme der juristischen und medizinischen Fakultät. Zunächst wurden sie in besonderen Räumen unterrichtet, aber jegt besuchen sie die Vorlesungen gemeinsam mit den Männern. Auch die besonderen Abteile für Frauen in den Beförderungsmitteln und den öffentlichen Gebäuden find aufgehoben, und Schauspielerinnen erscheinen auf der Bühne längst ohne jeden Widerspruch des Publikums. Die türkischen Frauen fleiden sich heute ganz so wie ich," erklärte die Vortragende, die eine elegante europäische Toilette trug. Ich sehe keinen Unterschied zwischen den Frauen des Oftens und des Westens, ausgenommen den, daß die westlichen Frauen in der Erringung aller Rechte einen Vorsprung haben. Bielweiberei ist heute sehr felten, und wo sie noch besteht, ist sie für den Mann mehr eine Laft als eine Freude." Das Interregnum an der Staatsoper. Das Minifterium für Bissenschaft, Kunst und Volksbildung hat die interimistische Leitung der Staatsoper vom 1. Januar ab bis zur endgültigen Regelung der Intendantenfrage dem Generalmusifdirektor Erich Kleiber, dem leitenden Oberregiffeur Prof. Hörth und dem Direktor der Generalverwaltung Geheimrat inter unter genauer Festlegung der gegenseitigen Rompetenzen übertragen. Erftaufführungen der Woche. Mitts, Bolts5bne: Bom lieben Augustin". Donnerstag, Stabtisge Dper: Die Brautwahl". Urania- Borfrage. Theater. Mont.( 5, 7), Dienst.( 5, 7), Mitto.( 5, 9), Donn.( 5, 7), Freit.( 5, 7), Connabd.( 5, 7), Sonnt.( 5, 7) ,: Das Mi. ratel der Wolfe; Mont.( 9). Donn.( 9), kreit.( 9), Sonnabd.( 9), Sonnt.( 9): Die Großstadt der gutunft"; Mittw( 7): Funt. praktikum Hörsaal. Mont.( 6, 8), Mittw.( 6), Donn.( 8), Freit.( 6), Sonnt.( 6, 8): urmelt im Urwald Dienst.( 6): Meine stuba reise nach dem weltfriege"; Dienst.( 8): Die neuesten Entbedungen und Funde im ägyptifden Königs. grab bes Tut an Amon; Freit.( 8): Reifen burd rantrei( 1. Zeil). $ Eine Gedenffeier für Moris Heimannn findet am Sonntag, ben 8., 12 Uhr, im Theater Die Tribüne tatt. Die Gebentrede bält Dr. Arthur Eloeffer. Lina Lossen, Eugen Klopfer und Frik Kortner lesen aus Heimanns Berken. Die Boltsbühne bereitet im Theater am Bülowplas unter der Regie Bittor Schwannetes die Erstaufführung der Dießenschmiedschen Bollskomödie Bom lieben Augustin" bor. Die Titelrolle spielt Alegander Granach. In den Vereinigten Bühnen( Residenz Theater, balie. Theater, Theater in ber Rommandanten ftr.) werden vom 1. Januar an sämtliche Breife bedeutend ermäßigt, so daß die Blaze fich auf 1 M. bis 8 M. stellen. Die Belegungen in ben Theatern bleiben die gleichen. Bilna ein Stongres der in Bolen lebenden Mohammebaner stattfinden. Die Ein mohammedanischer Kongres in Wilna. Jn nächster Beit wird in Bahl der Belenner des Islam auf polnischem Gebiet ist feineswegs gering es handelt sich faft ausnahmlos um Radlommen von Zataren, bie bereits vor langer Zeit fich in verschiedenen Tellen Bolens niedergelassen hatten. Eine unruhige Silvesternacht. 457 polizeiliche Feststellungen. Steinwürfe auf Eisenbahnzüge. Bier Täter ermittelt. Der grobe Unfug, Eisenbahnzüge zu beschießen oder mit Steinen Kriminalpolizei ist es nach tagelangen Beobachtungen gelungen, vier zu bewerfen, nimmt fein Ende. Der Streifbeamtenschaft I der Unfugftifter, die an der Schwedter Brücke zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Schönhauser Allee ihr Unwesen trieben, zu ermitteln. Die Beobachtungen ergaben, daß hier Kinder aus der Häusergruppe Kopenhagener Straße 36-40 in Betracht tommen mußten. Durch Ermittelungen wurde dann auch festgestellt, daß sich vier Schüler aus dem Hause Kopenhagener aufgehalten hatten, besonders auf einem eingezäunten Plaz an der Etraße 40 viel an der Stelle, von der aus der Unfug verübt wurde, Ehmedter Brüde. Die vier wurden zur Rede gestellt und scharf ins Gebet genommen und gaben endlich auch zu, wiederholt auf vorüberfahrende Güter und Personenzüge mit Steinen geworfen und in einigen Fällen Scheiben zertrümmert zu haben. Die Kriminalpolizei machte nicht an den beiben legten Abenden sind wieder zwei Fälle vorgekommen. nur ihren Eltern, sondern auch der Schulleitung davon Mitteilung. Dem Bugbegleiter Karl Bredheim wurde in dem Bremser häuschen des vorletzten Wagens eines Zuges furz hinter der Station Wedding durch einen Steinwurf, der nur von einem erwachsenen Menschen ausgegangen sein kann, das Rafenbein zertrüm mert. Von der Marstraße in Schöneberg her wurde ein Bots damer Vorortzug beschossen, wahrscheinlich mit einem Tesching. Die Geschosse drangen in die Bandung eines Wagens ein, ohne sie ganz zu durchschlagen. Der Berliner ist wetterfest. Das hat er auch in der Silvesternacht bewiesen. Schon gegen 9 Uhr abends ging der wilde Trubel los, allerdings etwas zu gewaltsam emporgepeitscht, um als Fröhlich feit zu wirfen. Es war wohl die stürmischste Silvesternacht, die Berlin feit Jahrzehnten erlebt hat. Trotz des sehr schlechten Wetters tobte in den Straßen und in den überfüllten Lokalen ein Leben, als cb die Hölle losgelassen sei. Mit Papierschlangen, Raketen, Ronfetti, Knallbonbons und immer erneutem 3uprosten war es allerdings leider nicht getan, es wurde auch mit Revolvern und Meffern ge arbeitet. Bielleicht war dieses disharmonische Silvester ein Symbol unserer verzweifelten wirtschaftlichen Lage. Ein Fest der Galgen scherze, nicht des Humors. Die schweren Schlägereien, die in allen Teilen Berlins, in der Nacht vom 31. zum 1., stattfanden, gaben eine Charakteristik der aufgewühlten Seele des Volkes. Einige Zahlen mögen das eindringlich beweisen. In der Silvesternacht wurden von der Polizei insgesamt 457 Siftierungen vorge nommen, 355 Personen erhielten auf den Rettungsstellen Groß- Berlins bei ihren mehr oder weniger schweren Berlegungen die erste Hilfe. Siebzigmal mußte die Feuerwehr alarmiert werden, um bei groben Unfug, Wohnungsbränden, aber auch Sturmschäden, helfend einzugreifen. 36 Männer und eine Frau wurden zum Präsidium gebracht, die Giftierung genügte nicht. Die schweren Zusammenstöße angeheiterter Personen, die oft vor den Schantlofalen mit Messern und Fäusten erbitterte Händel anfingen, Die Stichflamme aus dem Hochofen. Der bei der Firma Hütten: haben drei Todesopfer gefordert. Außerordentlich bezeichnend für wert A. Mener, Tempelhof, Germaniaftr. 141, beschäftigte die Perspektive, unter der dies Silvester der Not gefeiert wurde, 65 Jahre alte Arbeiter Valentin Schmidt aus der Emjer ist die große Zahl der Selbstmorde. Die Selbstmordchronik verStraße 28 in Neukölln wurde heute vormittag das Opfer eines zeichnet mehrere Lebensmüde an der Schwelle des neuen Jahres. Ichweren Unfalles. Aus dem Hochofen, an dem Sch. beNach den letzten Feststellungen registrierte die Silvesternacht 6 Tote schäftigt ist, schlugen aus bisher noch unbekannter Ursache mehrere mehrere Schwerverlegte und 11 Selbstmordvergewaltige Stichflammen heraus, die den Verunglückten erfaßten. schweren Brandwunden wurde Sch. in bedenklichem Zustande in das Budower Krantenhaus überführt. Eine polizeiliche Unterfuchung des Vorfalles ist eingeleitet worden. fuche. Kein erfreulicher Anfang. werden. Berbrechen und Selbstmorde. Das Hochwasser fällt. Die neueffen Mitteilungen über die Hochwasserkatastrophe be. ftätigen allgemein die Erwartung, daß die Waffermengen faft aller aus den Ufern getretenen Flüffe langsam zu fallen beginnen. Der Rhein dürfte 3. B. mit dem am Freitag abend festgestellten Degel von 9,80 Metern in Köln nicht nur feit 1784 den Höchststand, fondern auch für dieses Jahr die höchste Steigerung endgültig erreicht haben. haben. Katastrophal scheinen die Auswirkungen feiner Fluten geradezu in Neuwied zu sein. Bon dort wird gemeldet, daß der Fluß auf einer Breite von 1,6 kilometern in das Stadtgebiet eingedrungen ist und die Wasserhöhe in der Mitte der Stadt am Freitag morgen mit 2,38 metern gemessen wurde. Selbst in der Stadt foll die Strömung teilweise noch am Freitag abend fo start gewesen sein, daß verschiedene Straßen nur mit motorbooten befahren werden konnten. Insgesamt sind nach einer Meldung der Stadtverwaltung 1000 Wohnungen ge. räumt worden, von denen für die Zukunft wahrscheinlich ein großer Teil nicht mehr bezugsfähig fein dürfte. Das Wirtschaftsleben in Neuwied ist völlig ftillgelegt. Immerhin wird auch von dort berichtet, daß der Rhein in den vorgerückten Abendstunden am Freitag um einige Zentimeter gefallen ist. Aus der großen Reihe der Delifte und Unfälle in der Silvesternacht seien die folgenden herausgehoben: Aus noch unbekannten Gründen gerieten gegen 10 Uhr vor dem Hause Reichenberger Etraße 110 mehrere junge Leute in Streit, in dessen Berlauf auch die Meffer gezogen wurden. Hierbei erhielt der 26 Jahre alte Arbeiter Franz Paschte aus der Liegnizer Straße 25 einen Stich in den Rücken, der ihn so schwer verlegte, daß er auf dem Transport in das Krankenhaus verstarb. Sein Bruder Arthur, ein junger Mensch von 21 Jahren, wurde durch mehrere Bauchstiche verlegt, fonnte aber in der Wohnung verbleiben. Wer von den Streitenden zuerst zum Messer gegriffen hat, steht noch nicht fest. Ein Arbeiter Karl Kaczmaret, der auch daran beteiligt war, wird als Täter bezeichnet. Er selbst fonnte noch nicht verhört Mit einem Brustschuß auf dem Bürgersteig liegend aufgefunden, wurde gegen 1 Uhr der Fahrradhändler und Klempner Robert Blauel aus der Bülowstraße 59. Man brachte den Mann sofort in das Elisabeth- Krantenhaus, wo er noch vernehmungsun fähig barniederliegt. Kurze Zeit darauf riefen Hausbewohner die Bolizei nach der Wohnung Blaues, aus der sie ein Stöhnen gehört hatten. Die Beamten fanden die Ehefrau des B. mit einem Schuß in der linken Brustseite blutüberströmt im Bett liegen. Bie Frau B. angibt, geriet fie in der Silvesternacht mit ihrem Manne in Streit. Sie ergriff einen Revolver und feuerte auf ihn einen Schuß ab, der ihn in die Brust traf. Der Schwerverletzte schleppte fich auf die Straße, wo er besinnungslos zusammenbrach. Nachdem der Mann die Wohnung verlassen hatte, schoß die Frau auf sich felbft. Sie wurde in das Staatsfrankenhaus eingeliefert. Nach allzureichlichem Genuß von Alkohol fehrte am frühen Morgen des Neujahrtages der 38 Jahre alte Schuhmacher Eduard Grau in leine Wohnung in der Herderstraße zurüd. Hier nahm er ein Rasiermesser und schnitt sich die Kehle durch. Als man ihn auffand, war er bereits tot In etwas an geheitertem 3ust an de mollte der 70 Jahre alte Schuhmacher August Strahlte aus der Borsigstraße 4 mit seinem Untermieter, dem 45 Jahre alten Kaufmann Vittor Goriup, furz vor Jahreswende feine Wohnung aufsuchen. Beide hatten sich irrtümlicherweise nach dem Hause Borsigstraße 3 begeben, wo fie in der Dunkelheit die Treppe hinabstürzten. Als man die Verunglückten auffand, war Strahlte an den Folgen eines Schädelbruches gestorben, während fein Begleiter nach der Rettungswache gebracht werden mußte. Im ganzen wurden in der Nacht zum 1. Januar, wie oben mitgeteilt, 457 polizeiliche Feststellungen vorgenommen wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern, unbefugten Waffen- Mosel gehen zurück. In Trier sinkt die Mosel bereits 6 Zentimeter tragens, Bechprellerei, Nichtbefolgung von Anordnungen und Wider standes gegen Bolizeibeamte, Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Schlägereien, Rörperverlegung, groben Unfugs und Trunkenheit. In das Polizeigefängnis wurden 37 Personen einge. liefert. Bootsunglück auf dem Müggelsee. Zwei Ruderer ein Opfer der„ Eierfahrt". Auf dem Müggelsee tenterte gestern vormittag infolge des hohen Wellenganges ein Boot der Berliner Ruder gesellschaft von 1884. Die beiden Insassen, der 20 Jahre alte Student Boßmann aus Berlin- Wilmersdorf, Augustastraße 19, und der 27 Jahre alte Kaufmann Kurt Pallok at aus der Schlüter straße 74 find vermutlich ertrunten. Der Bootswart Willi Marquardt, der den Unfall beobachtete, fonnte mangels eines Bootes teine Hilfe bringen. Er alarmierte den Wasserschutz, der auch herbeifam, dessen Bemühungen aber bisher ohne Erfolg ge blieben sind. Köln, 2. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Das Hochwasser des Rheines, das seit der Eisgangkatastrophe von 1784 das gewaltigste Hochwasser ist, hat in der Nacht vom 1. zum 2. Januar feinen Höchst and mit 9,69 meter am Kölner Begel erreicht. Die Fluten blieben auf diesem Begelstand bis 3 Uhr morgens, um dann langsam zu fallen. Am Sonnabend vormittag wird ein Stündlicher Rüdgang um 1 3entimeter festgestellt. Um 10 Uhr morgens zeigte der Begelstand noch immer 9,63 Meter. Die Hochwasserverheerungen in Köln haben am Neujahrstag auch die Lichtversorgung gefährdet. Der rechtsrheinische Vorort Deuz, die Kölner Hängebrüde und ein großer Teil des linksrheinischen Köln sind ohne Licht. In allen tiefgelegenen Stadtteilen find Bumpen aufgestellt, um der eindringenden Wassermassen Herr zu werden. In Deutz und unterhalb von Köln ist mit Dammarbeiten begonnen worden, da die Gefahr eines Dammbruches sehr groß ist. Die Kölner Stadtver maltung hat vorläufig eine Summe von 75 000 Mart für die im Stadtbezirk mohnenden Hochwassergeschädigten zur Verfügung ge stellt. Roblenz meldet ein stündliches Sinten des Rheines um 2 bis 3 Zentimeter, auch Main, Neckar, Lahn und stündlich. In einer der überschwemmten Straßen des linksrheinischen Köln explodierte am Sonnabend morgen furz vor 8 Uhr aus unaufgeflärter Ursache ein Benzintant eines verbotenen Benzinlagers. Bier Personen wurden schwer, vier leicht verlegt. Aus dem mitteldeutschen Hochgebiet wird ebenfalls eine allgemeine Verminderung der Wasserfluten gemeltet. Langsam gehen die Ueberschwemmungen in der Ebene nördlich des Harzes zurüd, nachdem große Verwüstungen angerichtet worden sind. Auf der Strecke Wegeleben- Aschersleben ist z. B. am Freitag infolge des Hochwassers die Selche- Brüde unter einem Güterzug zusammengebrochen. Bersonen wurden dabei glücklicherweise nicht verlegt. Auch sonst fann in dem vom Hochwasser betroffenen mitteldeutschen Gebiet der Eisenbahnverkehr noch nicht sich in das Hochwassergebiet begeben, um auf Grund persönlicher überall durchgeführt werden. Oberpräsident Genoffe Hörsing hat Eindrücke zunächst die erforderlichen Hilfsmaßnahmen zu treffen und an Hand seiner Feststellungen der preußischen Regierung Bericht zu erstatten. Auch aus dem Hochwassergebiet in Thüringen wird allgemein eine Senfung der Wassermengen von den überfluteten Flüssen gemeldet, so daß im großen und ganzen anzunehmen ist, daß in ganz Deutschland der Höchststand der Statastrophe mit dem ersten Neujahrstag erreicht war und sämtliche Flüsse jeẞt langsam in ihren normalen Lauf zurüdtehren. Schwere Explosionskatastrophe in Macao. Bierzig Todesopfer. Die alte Ruderunfitte„ Die Eierfahrt", das heißt, das erste Ruberboot, das in einem Lotale im neuen Jahre anlegt, um dort vom Birte namentlich mit frischen Eiern bewirtet zu werden, hat ihr erstes Opfer in diesem Jahre gefordert. Während man früher diese Eierfahrten erst nach der Eisschmelze antrat, laufen fich die bürgerlichen Rudervereine heute gegenseitig den Rang ab, um als erste ihren Namen über die Tür des Wirtes prangen zu sehen. Dieser Ehrgeiz hat den beiden Sportsleuten das Leben ge- Nach einer Meldung aus Beting hat sich in den Feuerwert toftet. Der Sturm, der gestern tobte, ließ es ihnen als sicherstätten von Macao, der portugiesischen Hafentolonie scheinen, daß sie die ersten sein würden, wenn ihnen die Fahrt an der chinesischen Küste, eine Explosion ereignet, deren Ursache bisgelang. Wer den Müggelsee kennt, wird in diesem Falle den Bagemut" wenig zu schäßen wissen und nur den Leichtsinn verher noch nicht festgestellt werden konnte. Mehrere Häuser sind in die urteilen fönnen, der zwei Familien zu Beginn des neuen Jahres Luft geflogen. Aus den Trümmern sind bisher 40 Tote und in tieffte Trauer verfekt hat. 50 Berlegte geborgen worden, weitere 200 Bersonen werden noch permißt, man glaubt jedoch nicht, fie noch lebend bergen zu können. Die Berunglückten sind zum größten Teil chinefische Arbeiterinnen. Geflügelausstellung. Der Neuköllner Geflügelzüchterverein veran stattet augenblicklich in der Turnhalle Herzbergplaz seine 22. Allgemeine Geflügel- Ausstellung. Ungefähr 700 Büchter aus Berlin und Umgebung haben ihre wertvollsten Tiere ausgestellt. Diese Ber anstaltung ist von großem voltswirtschaftlichem Interesse. Vor allem tommt es darauf an, die Produktion zu heben. Auf dem Hof eines Geflügelzüchters darf heute kein Huhn mehr sein, das nicht min destens 160 Eier im Jahre legt, dagegen find Erträge von 200 Eiern feine Seltenheit. Gegenüber diesen Resultaten wirken die gewöhnlichen Ergebnisse, d. h. durchschnittlich 60 Eier im Jahr, fläglich. Da die ländliche Bevölkerung den Wert der Geflügelzucht noch immer nicht genügend erkannt hat, bleibt ihre Hebung allein den Zuchtnereinen in den Städten überlassen. Die 22. Allgemeine GeflügelAusstellung zeigt Tiere, die sich am besten zu einer Steigerung der Gierprobuftion eignen, ein Besuch der Ausstellung, die unter demn Schuße der Landwirtschaftskammer für die Proving Brandenburg und für Berlin steht und die nur noch bis Sonntag, den 3. Januar, abends 7 Uhr, dauert, ist zu empfehlen. 3weiundvierzig Tote bei dem merikanischen Grubenunglüd. Ein Grubenunglüd im Staate Coahuila in merito hat bisher 42 Todesopfer gefordert. Die schwarzen Boden in England. In dem englischen Rohlen bezirt Durham find, wie uns ein eigener Drahtbericht meldet, unter den Arbeitern die schwarzen Boden ausgebrochen. 700 Berfonen find bisher erfrantt, sämtliche Krankenhäuser sind überfüllt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 5. Kreis Friedrichshain. Die Abteilungstaffierer übergeben morgen, Connbag, den 3. Januar, bem Kreistaffjerer, Genoffen Baul Ben, Benmestr. 25, 5 Broz. ber Einnahmen vom Juli bis September 1925. Da die Abrednung fertiggestellt werden muß, bitte evt. Bertreter bestimmt au fchiden. Gewerkschaftsbewegung Streiken ist verboten. Eine einstweilige Verfügung des Amtsgerichts Lichtenberg. Bei Ludwig Labischin, Röhrenzieherei in Lichtenberg, Herzbergstraße 50, und Hohenschönhausen. bestand bisher ein Lohnvertrag, der die Löhne auf Grund der im Röhrenhandel giltigen Löhne regelte. Der Tariflohn betrug demnach 93 Pfennig die Stunde. Im Dezember stellte der Inheber an die Arbeiter das b. h. mit einem Lohn von 64 Pfennig die Stunde zu bescheiden. Als die Ansinnen, sich mit einer 2ohnherabfehung von 29 Pfennig, Arbeiter sich ablehnend verhielten, wurden sie acht Tage vor Beihnachten gefündigt. Bei Ablauf der Kündigung wurde den Arbeitern eröffnet, daß sie wieder eingestellt werden könnten, wenn sie sich mit einem Lohn harrten in dem ihnen vom Unternehmer aufgezwungenen Kampf. von 64 Pf. zufrieden geben. Das lehnten die Arbeiter ab und beUm die Arbeiter zu zwingen, die Arbeit zu den von ihm vorgeschriebenen Bedingungen wieder aufzunehmen, wandte sich der erfindungsreiche Unternehmer an das Amtsgericht von Lichtenberg. Hier fand er verständnisvolles Eingehen auf seine Bünsche. Das Amtsgericht Lichtenberg, Abt. IV, gez. Carl, Amtsgerichtsrat, erließ gegen den beklagten Deutschen Verkehrsbund, Ortsverwaltung Berlin, eine einstweilige Verfügung, wonach der Deutsche Berkehrsbund gehalten wird, die Erklärung zurüdzuziehen, daß bei der Firma Ludwig Labischin ein Abwehrstreit bestehe. Zweitens wird der Verkehrsbund gehalten, die Streitposten zurückzuziehen. Drittens wird ihm verboten, wahrheitswidrig" zu erklären, daß die beiden Betriebe mit Streit bedroht seien, und zwar unter Androhung einer Strafe von 500 Reichsmart für jeden Fall. Man ist von unserer Justiz ja allerlei gewöhnt. Aber daß sich ein Richter findet, der einer Organisation den Abwehrkampf gegen eine Lchnherabjegung und eine vom Unternehmer vorgenommene Aussperrung verbietet, ist immerhin eine Neuerung. Es ist überflüssig, hinzuzufügen, daß weder der Deutsche Berkehrsbund noch das Personal der Firma Ludwig Labischin fich irgendwie von dieser richterlichen Entscheidung beeinflussen lassen werden. Der Kampf gegen die versuchte Lohn= türzung geht weiter. Entscheidungen fällen, nicht auf ihrem Blaze sind. Bielleicht prüft Im übrigen find wir der Ansicht, daß Richter, die derartige man im preußischen Justizminifterium nach, ob der Amtsgerichtsrat Carl vom Amtsgericht Lichtenberg sich nicht besser für eine andere Tätigkeit eignet. Es ist einfach unerträglich, wenn jetzt Richter, wie das immer häufiger geschieht, durch einstweilige Verfügungen den Verfuch machen, den Unternehmern zu Hilfe zu kommen und die Arbeiterschaft in ihrem Rampf gegen die Berelendung wehrlos zu machen. Die Politik der Unternehmerfyndizi. Auch die Unternehmerorganisationen mußten, wie die Arbeiter organisationen, dazu übergehen, die Organisationsangelegenheiten durch besoldete Angestellte erledigen zu lassen. Während die Arbeiterorganisationen jedoch nur solche Bersonen mit der Verwaltung der Organisationsangelegen abgesehen von den Hilfskräften heiten betrauen, die aus der Arbeiterschaft hervorgegangen sind und außer der persönlichen Eignung auch die genauen Kenntnisse des Berufs besigen, beirauen die Unternehmer mit ihrer Bertretung Leute, die weber Unternehmer find oder waren, noch irgendwelche Kenntnisse der Berufsverhältnisse haben. So ein Unternehmerinnditus hat gewöhnlich irgendein Doftorexamen gemacht, weil es mit der Offizierskarriere nichts mehr ist. Ein Verständnis für das Berhältnis zwischen Unternehmer und Arbeiter fehlt 90 von 100 unter ihnen. Sie sind auf den toten Buchstaben eingeschworen und sehen die wirtschaftlichen Fragen Dom Prozeßstandpunkt des Rechtsanwalts. Es handelt sich für sie nicht um die Beilegung irgendwelcher Differenzen, sondern um die hineinlegung eines Prozeßgegners. Nicht die Frage, wie die Unternehmer ihre Produktion steigern fönnen, interessiert sie, sondern wie fie die Lohnforderungen der Arbeiter möglichst drüden fönnen. Eine besonders charakteristische Erscheinung dieser Art scheint der Dr. Feldgen zu sein, Syndikus der Berliner Drisgruppe des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Buchhändler. Die himmelschreienden Hungergehälter der Buchhandlungsgehilfen, die eine Schande für die Buchhändler sind, sprechen an sich eine genügend laute Sprache. Die herzlose, auf den Buchstaben bestehende Abweisung des Gesuches um Aufbesserung dieser Gehälter vor Ablauf des Tarifs ist noch in Erinnerung. Nun schickt uns ein empörter Buchhändler ein Rundschreiben, das besagter Feldgen im Namen des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Buchhändler, Ortsgruppe Berlin, am 28. Dezember verschickt hat und das für die Organisation, in deren Namen es verschickt wurde, im tiefften Grade beschämend ist. Es handelt sich um die Entlaffung eines Angestellten, der von dem Prokuristen als Laufejunge tituliert wurde und vor dem Kaufmannsgericht flagte. Wir haben über den Fall im Morgenblatt zu einer zweiten Klage wegen Ausstellung eines Beugnisses. Dabei Dom 9. Dezember berichtet. Der Kläger wurde abgewiesen. Es tam mußte die beklagte Firma dem entlaffenen Angestellten wahrheitsgemäß bezugen, daß gegen seine Führung nichts einzuwenden sei und seine Leistungen zufriedenstellerd waren. heit damit erledigt sein. Nicht so für besagten Unternehmersyndikus. Für jeden normal veranlagten Menschen mußte die Angelegen Es fönnte ja passieren, daß der mit Lausejunge titulierte Entlassene Arbeit befäme. " Berfluchter Sozialdemokrat, äh! Mitglied im 3dA. äh! Kerl muß verreden, äh!" Also diftiert der Unternehmersyndikus ein Rundschreiben von breieinhalb Folioseiten, bas an alle Mitglieder verschickt wurde. Der Name des Angestellten wird wiederholt unterft rich en angeführt. Es wird weiter auf die Veröffentlichung im Borwärts" hingewiefen, von der behauptet wird, daß sie Dom ZdA. veranlaßt worden sei( was übrigens nicht zutrifft). Zum Schluß des langen Elaborats, dessen 3wed ist, alle Mitglieder gegen die etwaige Einstellung des Entlassenen scharf zu machen, heißt es wörtlich, ein und zweimal unterstrichen: Es ist verständlich, wenn heutzutage vorsichtige Arbeitgeber nur noch Angestellte einstellen, über deren Führung und Leistung fie sich vorher durch persönliche Nachfrage erfundigt haben 66 Bir unterlassen es, den Fall juristisch zu untersuchen, obwohl nach unserer Meinung hier der typische Fall der Berrufserklärung vorliegt. Der Einzelfall an fich interessiert nur wenig. Es ist die charakteristische Art, mit der hier Unternehmerpolitit getrieben wird, die hier interessiert. Wir wissen, daß unsere Unternehmer in der Berteidigung ihrer Interessen nicht gerade zimperlich sind. Aber welcher Unternehmer, wenn er selbst Organifationsleiter wäre, hätte über die fristlose Entlassung hinaus fich noch bemüht, dem materiell schwer Geschädigten jede weitere Erwerbsmöglichkeit in seinem Berufe abzuschneiden? Es handelt fich nur um einen Menschen. Immerhin um einen Menschen. Für den Unternehmersyndifus Dr. Feldgen handelt es fich um einen Prozeß Deshalb wird der Angestellte mit dem Uriasbrief eines einwandfreien Beugnisses in die Wüste der Arbeitslosigkeit geschickt, ohne zu wissen, daß er vom Syndikus des Arbeitgeberverbandes gebrandmarkt ist. So wird in Deutschland U- tera nehmerpolitit gemacht! Krankenversicherung in Japan geplant. Aus Japan wird uns geschrieben: Im japanischen Haushalts. plan für 1926/27 ist die Summe von 1 480 000 Den zur Ausführung des Krankenkassengesetzes vorgesehen. Dieses Gesez wurde schon vor vier Jahren vom Parlament angenommen, die Ausführung aber aus innerpolitischen Gründen immer wieder verschoben. Da die vorbereitenden Arbeiten zur Durchführung des Gesetzes, mit denen im März angefangen werden soll, ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen, werden die Rassen im günstigsten Falle im Jahre 1927 ihre Tätigkeit eufnehmen. Geplant ist, im ganzen Lande etwa 50 3weigstellen der zentralen Krantentasse zu errichten. Die Zahl der durch Gesetz zwangsweise gegen Krankheit versicherten Arbeiter betragt Schäßungsweise 2,3 Millionen. Die Versicherten zahlen bis 3 Proz. thres Lohnes für die Kranfenfasse. Die jährliche Einnahme wird auf 20 Millionen Den geschäßt. Die gleiche Summe haben die Arbeitgeber zu entrichten, so daß von Arbeitnehmern und Arbeit gebern eine jährliche Bersicherungssumme von 40 Millionen Den zusammenfommt 10 Proz. dieses Betrages, also rund 4 Millionen Den, gibt dann außerdem die Regierung. Ist die Krankenversicherung von gutem Erfolge begleitet, so beabsichtigt die japanische Regierung weitere Versicherungen, wie die Invaliden, Alters, Unfall- und Arbeitslosenversicherung einzuführen, und zwar nach deutschem Muster. Schiedsspruch für die Ruhr- Kokereien. Effen, 2. Januar.( WIB.) Da auch vorgestern die Berhandlungen über die Bezahlung der Kofereiarbeiter ab 1. November 1925 zu feiner Einigung führten, wurde ein Schiedsspruch gefällt, durch den die Kofereiarbeiter, deren Arbeitszeit auf acht Stunden gesetzlich verkürzt wurde, einen Wochenverdienst erhalten, der ihrem bisherigen Wochenverdienst auf der Basis von 6% Schichtlöhnen etwa entspricht. Berbindlicher Schiedsspruch für die Rheinschiffahrt. Duisburg, 2. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der am 28. Dezember 1925 gefällte Schiedsspruch für die Rheinschiffahrt ist vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden. Die Theater, Lichtspiele usw. Neues Th. am Zoo Allabendl, 8 Uhr: Guido Deutsches Theater Die Komödie Thielscher 7 Uhr: Kurfürstendamm 206/7 Das Käthchen 8 Uhr V. Hellbronn Gesellschaft von Kleist Regie: Eugen Klöpfer yon Galsworthy Regie: M. Reinhardt Kammerspiele Sonnabend, Sonntg. 7 Uhr: Der Kreidekreis von Klabund 2 Nachtvorstellungen Else Eckersberg, Curt Bois, Wilhelm Bendow. Anfang 11 Uhr in Der wahre Jakob KleinePreise Parkett... 1-2 Mk. Park.- Faut. 3-4 Mk. ( Orchester- Faut. 5 Mk. 6 Mk. Sessel APOLLO THEATER Friedrichstr 218. 8 U. Theater 1. d. Untergrundbhf. Rockstraße Regie: M. Reinhardt Litzowst.112 Der neue Städtische Oper Verlorene Mädchen Lichtspiel- Palast Charlottenburg 7 Uhr: Berliner Volksstück mit Gesang u. Tanz Parkett von 50 Pf.an. Sonntag 4 Uhr: lastige Fridolia. von Der groß.Erfolg Cilly Feindt Die Fledermaus Parken 25 Pl. an mit ihrem SchulReichshallen- Theater und im Film: Abends 8 Uhr Stettiner Sänger Nachmitt. halbe Preise volles Abend- Fest- Progr. Großes NeujahrsDonhoff- Brett'l Fest Programm: u.a. der berühmte KomponistenDarsteller Karl Braun! Unser grosser pferd Nestor" Die Zirkusprinzessin und das Varletéprogramm Täglich& Vorstell. 437 u. 9 Uhr Kleine Preise v. 1-3 M. Vorverkant v. 11-1 Uhr Barnowsky- Bühnen Königgrätz.Str. 8 Uhr: Einen Jux will er sich machen Sonntag 3, Uhr Kl. Preise Gehälter und Löhne in der Rheinschiffahrt werden bis zum 15. Januar in der alten Höhe beibehalten. Am 5. Januar finden in Berlin neue Schlichtungsverhandlungen statt. Einigung im Saarbergbau? Theater der Woche. Bom 3. Januar bis 11. Januar 1926. Bolfsbühne: 3. Don Quichotte. 4. Ber weint um Judenad? 3. Stud und Jau. 6. bis 11. Bom lieben Augustin. Opernhaus: 3. Rofentavalier. 4. 6. Palestrina. Aroll und 10. Othello. 5. Cavalleria Rusticana. Bajazzi. 7. Bozzed. 8. Der ferne Klang. 9. Figaros Hochzeit. 11. Tosca. Oper: 3. Mignon. 4. Galome. 5. Spielzeug. Barbier von Sevilla. 6. Mas dame Butterfly. 7. Troubadour. 8. Cosi fan tutti. 9. Lustige Weiber von Evangelimann. Zigeunerbaron. Schauspielhaus: Paris, 2. Januar.( WTB.) Havas berichtet, daß ein Abkommen zwischen den Staatsgruben des Saargebietes und ihrem Arbeiterpersonal auf Grund von Vorschlägen des Miniſters für öffentliche infor. 10. Der Canalima. 14. Reber Gnnt. 7 Romeo unb Arbeiten, de Monzie, getroffen wurde. Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 1. Januar. 1. Rennen. 1. Merkur I( G. Kaupper), 2. Notula, 3. Morgentau. Toto: 20:10. Plat: 14, 37, 42: 10. Ferner liefen: Armenier, Duantität, Draga Watts, Kreuzritter, Mocuna, Hettie, Terraria, Zigeunerbaron, Dunajec. 2. Rennen. 1. Ocean Girl( J. Mills), 2. Barmaid, 3. Terazzo. Toto: 37: 10. Blag: 17, 28, 15: 10. Ferner liefen: Indianer, Else B. I, Hersteller, Winnie, Baula Bingen, Wasserlauf, Blaumeise, Good Boy. 3. Rennen. 17. Jlona W.( F. Adler), 1t. Altgold( E. Elias), 3. Linslo. Toto: 25:10( 3lona), 36: 10( Altgold). Play: 15, 15, 14: 10. ferner liefen: Benus, Ming, Divisionär, Jimiene, Manzanares, Ballast, Unheil, Heiderose B. 4. Rennen. 1. Karneval( J. Mills), 2. Native Forbes, 3. Rammer fänger Toto: 43:10. Blab: 14, 15, 14:10. Ferner liefen: Wassander, Copal, Klud, Margot I, Gaffenmädel 5. Rennen. 1. Arworthy J.( Ringius), 2. Baron Alatawah, 3. Roranna. Toto: 99: 10. Play: 20, 12, 16:10. Ferner liefen: Elfchen, Damion Watts, Trotteur, Progreß. 6. Rennen. 1. Craffus( A. Schulz), 2. Cuba, 3. The Kitty. Toto: 44: 10. Blab: 12, 11, 11: 10. Ferner liefen: Baron Arwarthy, Torrero, Importation, Alpenfer. Punktum, Prinzeß Bertha. 7. Rennen. 1. Bainsla( F. Schmidt), 2. Baron Watts fr., 3. Nathan IV. Toto: 56:10. Plat: 18, 32, 36: 10. Ferner liefen: Duallensohn I, Heidefee, Anfang II, Prinz Kudud, Fiscus, Fürst, Sybill, Francisco, Heideprinz I, Ballonkönigin, Tafna, Della. 8. Rennen 1. Morgentau( Elias), 2. Götterbote, 3. Brilon Bring. Zoto: 64: 10. Blak: 19, 16, 50: 10. Ferner liefen: D'Captain Leerberg, Quitte B, Burgritter, Doorn, Sonntagsprinz, Ludwig, Letter Mohilaner, Salome, Rurgaft Berliner Konzerthaus Julia. 8. Die große Ratharina. Der Bär. 11. Fauft I. Schiller Theater: 3. und 10. Charlens Tante. 4. Der Glüdspils. 5. Minna von Barnheim. 6. und 8. Jugend. 7., 9. und 11. Kapitän Brasbounds Befehrung. Deutsches Theater: 4., 5., 6., 8. und 10. Das Räthchen von Heilbronn. 7., 9. und 11 Der Kreidekreis. Kammerspiele: Lysistrata. Die Komödie: Gesellschaft. Leffing- Theater: Maiermar. Theater in der Königgräger Straße: Einen Jur will er fich machen. Städt. Oper Charlottenburg: 3. Lohengrin. 4. Soff manns Erzählungen. 5. Orpheus in der Unterwelt. 6. und 11. Ariadne auf Nagos. 7. und 10. Die Brautwahl. 8. Tosca. 9. Die Walküre. Großes Renaissance- Theater: Rameraben. Schauspielhaus: Für Dich. Theater des Westens: Das Spiel um die Liebe. Die Tribüne: Die tote Tante. Deutsches Rünstler- Theater: Bis 6. Diaghilews( Ruff. Ballett). Ab 7. Die Teresina. Romödienhaus: 3., 5., 7. und 11. Die neuen Herren. 4., 6., 8. und 10. Der dreizehnte Stuhl. Berliner Theater: Messalinette. Reues Theater am 800: Der wahre Jakob. Residenz- Theater: Die Durchgängerin, Rentral Theater: Der Fremde. Theater in der Rommandantenstraße: Die blonden Mädels. Komische Oper: Bon A bis 8. Metropol Lustspielhaus: Der blaue Bogel. Theater: No No Nanette. Theater am Schiffbauerdamm: Der fröhliche Wein berg. Thalia- Theater: Annemarie. Theater am Rollendorfplak: Die offizielle Frau. Theater am Kurfürstendamm: Regen. Kleines Theater: Die Kutsche der heiligen Liebe. Wallner- Theater: Rolportage. Rafino Theater: Der Meisterboxer. Theater im Admiralspalast: Achtung, Belle 5051 Scala und Wintergarten: Internationales Varieté. Rachmittagsvorstellungen. Boltsbühne: 3. Samlet. 10. Don Quichotte. Opernhaus: 3. und 10. Das Konzert. Schiller Theater: 3. Des Glüdspila. Leffing- Theater: 10. Kleine Glavin. Theater in der Königgräger Straße: 3. und 10. Wie es Euch gefällt. Theater des Westens: 3. und 10. Wie Beterchen die Wunderblume fand. Deutsches Künstler- Theater: 3. und 10. Rurid au Methusalem. Romödienhaus: 3. und 10. Kopf oder Schrift. Residenz- Theater: 3. und 10. Jugendfreunde. 6. und 9. Schneewittchen. Rentral- Theater: 1., 3. und 10. Bunburn. Theater in der Kommandantenftraße: 3. und 10. Die blonden Mädels. 6. und 9. Rotkäppchen. ThaliaTheater: 3. und 10. Annemarie. 6. und 9. Sänsel und Gretel. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SB 68, Lindenstraße 3. Bekanntmachung! Unferen Raffenmitgliedern zur Kenntnis, Verkäufe daß unsere Zahnklinit eröffnet ist und Raumann- Rähmaschinen für Sausge Berzeichniffe der neben der Klinit zu brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re Wochentäglich( Clon) Mauerstraße 82 Wochentäglich gelaffenen Zahnärzte und Dentisten in der paratur- Berfitatt für alle Sniteme Raffe und in den Betrieben zur Einsicht Emil Salbarth 6. m. b. S., Friedrich ausliegen. [ 14/19 trake 55a. Merkur 6268. Allgemeine Ortskrantentaffe Reikzeuge( Richter- Präzifion), Gicher für Zehlendorf und Umgegend. heits- Goldfüllfeberhalter. 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