Nr. 5+ 43. Jaheg. 1969 1.hod alà et non shida Morgenausgabe 10 Pfennig Ausgabe A nr. 3 Bezugspreid: Bentlich 70 Bfennig, monafid 8, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreusband für Deutschland, Danais, Gaar unb Memelgebiet, Desterreich, Litauen. Zuremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat, Der Borwärts mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin 武器 adas Anzeigenpreise: Vorwärts Berliner Dolksblatt Die einfpaltige Nonpareille seile 80 Bfennig. Reklamezeile 5,- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 25 Bfennis ( auläffia awei fettgebrudte Worte). febes weitere Mort 12 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Pfennig, febes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen file awei Morie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Vfennia. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GB 68, Linden. ftrake 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Dienstag, den 5. Januar 1926 nor did Meineidsverfahren gegen Dr. Luppe. Bayerische Justizmethoden gegen den Nürnberger Oberbürgermeister. Nürnberg, 4. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Auf Grund| Darstellungen stehen sich auch in der Mantelfache gegenüber. der im Streicherprozeß erfolgten Urteilsbegründung hat die Staatsanwaltschaft gegen Oberbürgermeister Dr. Cuppe ein Meineidsverfahren eingeleitet. Das Gericht hat damals in den Aussagen des Nürnberger Oberbürgermeisters eine objettive Unwahrheit gesehen, von der zu prüfen fei, ob fahrlässiger oder bewußter Meineid vorliege. Bon einer Amisenthebung, wie fie von einem Nürnberger Abendblatt gemeldet wurde, ift dem Oberbürgermeister, wie er uns auf Rückfrage erklärt, nichts bekannt. Dr. Luppe hat jedoch auf Grund des eingeleiteten meineidsverfahrens am Sonntag einen Urlaub angetreten. Das bayerische Innenminifterium erklärte am Montagabend, daß ihm von einer Amtsenthebung des Oberbürgermeisters Dr. Cuppe und von einem entsprechenden Antrag des zuständigen Regierungspräsidenten nichts bekannt sei. Der berüchtigte völkische Agitator Streicher in Nürn berg hat den Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Luppe jahrelang auf das niedrigste verleumdet. Er wurde im Jahre 1923 zu einem Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt, setzte aber trotzdem seine Berleumdungen fort. Im Beleidigungsprozeß Dr. Luppes gegen Streicher war Dr. Luppe endlosen und außerordentlich umfangreichen Bernehmungen unterworfen. Streicher warf mun neben anderen Berleumdungen Luppe vor, er habe dabei einen Meineid geschworen. Der Prozeß, den Luppe mun anstrengte, führte zur Verurteilung Streichers zu wei Monaten Gefängnis. In der Begründung des Gerichtsurteils gegen Streicher heißt es: jus „ Erschwerend fällt ins Gewicht, daß der Angeklagte trop der Lehre und Warnung bei seiner Berurteilung durch das erste Gericht die Beleidigungen zwei Jahre lang weiter fortgefegt hat. Er hat gegen den Nebentläger Borwürfe fchwerster Art erhoben. Er hat ein Sammelregister von Verbrechen und strafbaren handlungen vorgeworfen, die jede einzelne Dr. Luppe unmöglich machen würden. Aber nicht nur das. Der Angeklagte hat dem Nebenfläger auch eine bewußte Häufung von allerschwersten Beleidigungen ange tan. Es herrschte bei ihm der Wille, ben anderen in den Kotzu ziehen. Jeder andere hätte sich belehren lassen. Er hätte manchen Borwurf, der sich als nicht wahr erwiesen hat, fallen laffen und hätte, wie das unter anständigen Menschen Sitte ist. erflärt, daß er den und den Vorwurf nicht aufrecht erhalten fönne. Das Gegenteil war hier der Fall. Streicher hat auf das hartnäckigste die Vorwürfe weiter erhoben. Das Erst urteil war ihm teine Belehrung. Er hat die Hartnäckigkeit auf die Spize getrieben bis zum letzten Worte des Angeklagten in dieser Verhandlung. Das Gericht hat die Aufgabe, solche Ausschreitungen unmöglich zu machen." Ueber den Bowurf der falschen eidlichen Aussage gegen Luppe heißt es in der Begründung des Urteils: Die eine, wonach der Oberbürgermeister angegeben hat, daß er von der falschen Namenseintragung nichts gewußt hat, weil er lediglich gewünscht habe, daß ihm aus der Sache teine Unannehmlichkeiten erwachsen dürfen. Diese Aussage hat Zapf gedeckt. Dieser Dar. ftellung steht Luppes Aussage in der ersten Hauptver. handlung gegenüber, daß er gewünscht habe, daß sein Name nicht in die Bücher kommt. Das Gericht hält die frühere Aus sage für die richtige, weil sie den Ereignissen näher lag. Es liegt nahe, daß bei einem so wichtigen Ereignis die Erinne rung flar sein müßte. Doch ist auch das Gegenteil möglich. Man tönne allerdings auch hier fragen, ob bei der Aussage die nötige Sorgfalt verwendet worden ist. Auch hier hatte dieses Gericht nicht zu entscheiden, ob eine strafbare Handlung vorliegt. Alle diese Buntte reichen aber nicht aus, um Dr. Luppe Mangel an Wahrheitsliebe nachzuweisen." Es handelt sich dabei um Unstimmigkeiten zwischen zwei Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bottichedfonte: Berlin 37 596 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Balftr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Y Praktische Hilfe. Das Arbeitslosenproblem und die Gewerkschaften. ald Aus Gewerkschaftstreifen wird uns geschrieben: Die gegenwärtige Wirtschaftskrise erinnert lebhaft an die unter unfäglichen Opfern überstandene katastrophale Inflationsperiode des Jahres 1923. Geht es so weiter, dann ist die 3 a hl der Arbeitslosen der damaligen Zeit bald erreicht. Am 31. Dezember 1923 wurden in Berlin 293 000 Arbeitslose ge= zählt damit erreichte die Arbeitslosigkeit ihren Höhepunkt dazu kamen noch 35 000 unterstützte Kurzarbeiter. Nach der statistischen Aufstellung des Berliner Landesarbeitsamts betrug die Zahl der Arbeitslosen in Berlin am 26. Dezember 1925 160 100. nicht gewährt wird, läßt sich nicht feststellen, wieviel KurzDa zurzeit Kurzarbeiterunterstügung arbeiter noch hinzukommen. wendigkeit, daß den von der Wirtschaftskrise unmittelbar BeAus diesen Tatsachen ergibt sich die unabweisbare Nottroffenen, also den Arbeitslosen, in ihrer Not geholfen werden muß. Das ist in erster Linie eine Aufgabe von Reich, Staat und Kommune. Ist Hilfe für die Arbeitslosen möglich? Auch unter den Aussagen, die mehr als zwei Jahre auseinanderliegen. Das gegenwärtigen Berhältnissen ist es natürlich möglich, die Not Gericht selbst weist darauf hin, daß es bewußt falsche der Arbeitslosen, wenn nicht zu beseitigen, so doch zu linDr. Luppe eine Voruntersuchung wegen Meineids einbeiterschaft im Parlament im allgemeinen, im besonderen aber Trotzdem ist gegen bern. Das geschieht durch die berufenen Bertreter der Argeleitet worden nicht wegen fahrlässigen Falscheids! Man erinnert sich an das so schmählich zusammen gebrochene Meineidsverfahren gegen den Thüringer Staats. bantpräsidenten Genossen Loeb! Der Fall liegt hier wohl noch trasfer: ein jahrelang in der niedrigsten Weise verleum deter, im öffentlichen Leben stehender Mann fucht Schuh bor Gericht. Er wird über tausend Quisquilien unter Eid vernommen wobei er ristiert, daß ihm dabei Unstimmig feiten in der Erinnerung unterlaufen. Sein Gegner wird zu ihm selbst aber droht zwei Monaten Gefängnis verurteilt härtere Strafe wegen Meineid! Soll das Methode werden? Fast scheint es fo. Solche Methode würde so niedrigen Berleumdern wie dem Nürn berger Streicher das Handwerk erleichtern, würde auf eine Unterstützung der Ziele folcher Verleumder durch die Justiz hinauslaufen. Der Berleumder zwei Mo nate ins Gefängnis das Opfer aber ins 3uchthaus! Ist das noch Recht? Im Loeb- Prozeß erklärte der Verteidiger Dr. Levi vor Gericht, er ziehe als Polititer die Lehre aus den Mes thoden, wie sie die Staatsanwaltschaft in Weimar gegen Loeb angewandt habe und wie sie jetzt auch die Nürnberger Staatsanwaltschaft gegen Luppe anwendet, daß er fünftig jede Eidesleistung verweigern und lieber die Strafe für die Eidesverweigerung zahlen werde, damit nicht politische Gegner einen Meineidsfall gegen ihn konstruieren tönnten. Es ist eine feine Methode! Man verleumdet, man häuft tausend und eine Lüge bei der Klarlegung wird das als Beuge vernommene Opfer fich schon einmal in eine Ungenauig feit verheddern, und dann bringt man ihn ins Zuchthaus. Eine schlimmere Diskreditierung der Justiz als die durch solche Methode hervorgerufene ist nicht möglich. Sie entwertet den Eid aber sie liefert auch jeden im öffentlichen Leben Stehenden schutzlos der Gemeinheit gewiffenloser Verleumder 3mei objettive unwahrheiten sind in der Messer. angelegenheit nachzuweisen. Eine bewußt falsche Aussage nimmt das Gericht nicht an. Mit der nötigen Sorgfalt sind die Aussagen aber nicht gemacht. Ob hierin eine strafbare Handlung liegt, hat dieses Gericht nicht zu entscheiden. 8 weil aus! Das französische Koalitionsproblem. Die größeren Bezirksverbände gegen die Beteiligung. Paris, 4. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die bereits mitge teilten Ergebnisse der Provinzialfongreffe, die am Sonntag die sozialistischen Verbände einer großen Anzahl von Departe ments abgehalten haben, lassen ta um mehr einen 3 weifel über den Ausgang des am 10. Januar zusammentretenden außer ordentlichen Parteitages. Seine Aufgabe ist, die Haltung der Partei zu der für die innerpolitische Entwicklung in Frankreich entscheidende Frage einer evtl. Beteiligung der Sozialisten an der Regierung zu präzisieren. Renaudel und seine Freunde hatten einen entsprechenden Antrag in der Meinung gestellt, daß die innerpolitischen Ereignisse der legten Wochen, insbesondere der rasch fort. schreitende 3ersegungsprozeß, der den Bestand der Mehrheit des 11. Mai bedroht, und die daraus nicht nur für die Demokratie, sondern darüber hinaus für das geltende politische Regime in Frankreich überhaupt resultierenden Gefahren innerhalb der sozialistischen Partei eine weitgehende Revision der Auffassungen über die Opportunität der Uebernahme der politischen Mitverantwortung ausgelöst hätte. Tatsächlich ist die politische Situation in Frankreich heute so, daß ein neues Kartell ministerium ohne die Beteiligung der Sozialisten so gut wie unmöglich geworden ist. Die Ergebnisse der Sonntagsab. stimmungen haben nunmehr gezeigt, haß Renaudel und seine Freunde sich in der Erwartung eines Stimmungsumschmungs zu gunsten der Beteiligung einer starten Täuschung hingegeben haben. Wohl haben die Anhänger der u. a. von Renaudel, Baul Boncour, Auriol und Moutet vertretenen These, daß nur der Eintritt der Sozialisten in ein radikalſoziales Kabinett die mehr als zer fahrene politische Situation retten und die finanzielle Krise, unter der das Land seit Jahren leidet, einer den Interessen der Arbeiter fchaft gerecht werdenden Lösung entgegenzuführen vermag, nahezu in allen Förderationen an Stimmen gewonnen. So im Seine Departement, wo im Auguft d. I. 1925 eine Resolution zu gunsten der Beteiligung nur 465 gegen 3583 Stimmen auf sich zu vereinigen vermocht hat, während diesmal fa ft zwei Fünftel der Mandate( 97 gegen 141) zugunsten der Beteiligung lauten. Aber dieser Stimmenzuwachs scheint, soweit es sich bis jetzt beurteilen läßt, feineswegs zu einer Aenderung der von den früheren Bartei tagen in der Frage der Beteiligung gefaßten Beschlüsse auszureichen. Gerade die größten und an Mitgliederzahl stärksten Departements, darunter der Norden, die Seine, die Departements Gard, Haute. Bienne und Bouches- du- Rhone haben sich mit starken Mehrheiten gegen die Renaudelsche Resolution ausgesprochen. Ihre Stimmen dürften auf dem Parteitag am 10. Januar den Ausschlag geben. noch immer Kommunistenverfolgungen in Bayern. Am Sonntag wurde in München eine tommunistische Funktionär. versammlung, die von 60 Leuten besucht, von der Polizei ausgehoben. 11 Bersonen wurden verhaftet, darunter auch ein fonumunistischer Reichstagsabgeordneter, nach einigen Stunden aber wieder freigelaffen bis auf einen, der dem Gericht übergeben wurde. Nach Mitteilungen der Bolizei erfolgte die Aushebung der Bersamm lung, weil der Inhalt der Tagesordnung gegen die Bestimmungen des Reichsstrafgesezes und des Republifjchuggejeges verstoßen habe durch die Gemertfchaften. Die Gewerkschaften be= gnügen sich nicht damit, ihren arbeitslosen Mitgliedern aus eigenen Mitteln eine laufende Unterstützung zu zahlen, sie gehen weiter, indem sie durch ihre zentralen und örtlichen Spißenförperschaften Reich und Staat drängen, ihre Pflicht gegenüber den Arbeitslosen zu tun. Was ist nun praktisch in dieser Hinsicht getan und erreicht worden? Die Berliner Arbeitergewerkschaften, die ihre örtliche Zusammenfassung im Orts ausschuß Berlin des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftstungsausschuß des Landesarbeitsamts Gelegenheit, praktisch bundes finden, haben durch dessen Vertreter im Verwalim Interesse der Arbeitslosen zu wirken. Aber daneben tritt der Ortsausschuß noch als Körperschaft gegenüber den Staatsund tommunalen Behörden auf, um diese zu veranlassen, außerhalb des engen Rahmens der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge" den Arbeitslosen in ihrer Not beizu Springen. Dies geschah besonders durch eine Eingabe Ende fahrtsministerium und den Berliner Magistrat. November des vergangenen Jahres an das Preußische Wohl= In diefer wird gefordert, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß die Unterstüßungsfäße erhöht und unterstützt werden, die Bedürftigteitstlausel auch die ausgesteuerten Arbeitslofn weiter beseitigt und die Unterstüßungsdauer vera längert wird, vor allen Dingen für eine großzügige Arficht bis jetzt geschehen ist, ist durch die Tagespresse bekannt. beitsbeschaffung einzutreten ist. Was in dieser HinDie eingetretene Erhöhung der Unterstützungsfäße ist so minimal, daß der Kampf um die weitere Erhöhung fortgesetzt werden muß. Von einer Arbeitsbeschaffung ist noch nichts zu merken, obwohl auch der Borstand des Deutschen Städtetages sich in dieser Hinsicht an die Reichsregierung gewandt hat. die Vertreter der freien Gewerkschaften, deren Befugnisse durch Bezüglich der unterstützenden Erwerbslosenfürsorge haben die Verordnung über Erwerbslosenfürsorge" begrenzt sind, in letzter Zeit im Verwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts für eine Reihe von Berufen eine Berlängerung der Unterstügungsdauer beantragt und durch gefeßt. So wurde& B. die Unterstüßungsdauer für fol gende Berufe von 13 auf 26 Wochen verlängert: Metallindustrie( Bohrwerksdreher und Metallarbeiterinnen). Ronfettionsindustrie( Stepper, Bügler, Taschen- und Futtermacher, Handnäherinnen und Stepperinnen). Buzindustrie( 3uarbeiterinnen und Garniererinnen). Na hrungs- und Genußmittelgewerbe( Tabatarbeite rinnen, die infolge des neuen Tabaksteuergesetzes entlassen wurden, werden 52 Wochen unterstüßt). Baugewerbe. Hier handelt es sich um solche Berufe, deren Unterstützungsdauer seinerzeit vom Oberpräsidenten herabgesetzt wurde. " Nach den Ausführungsvorschriften zur Verordnung über Erwerbslosenfürsorge" fönnen die obersten Landesbehörden, für Berlin der Oberpräsident, nach Anhörung des Verwaltungsausschusses des Landesarbeitsamts die Unterstüßungsdauer für Berufe, die einen besonders ungünstigen Arbeitsmarkt aufweisen, von 26 auf 39 Wochen ausdehnen. Voraussetzung ist, daß die Zahl der unterstüßten Erwerbslosenzeit wenigstens zwei Wochen 1 Proz. der Einwohner erreicht. Auf Grund Dieser Bestimmung wurde im Verwaltungsausschuß durch das Eintreten der Vertreter der Gewerkschaften für sämtliche Be rufe der Gelbmetallindustrie, Handelsge erbe, Holzindustrie( Bildhauer, Drechsler, Kammmacher, Korbmacher, Knopfmacher) die Unterstüßungs. bauer auf 39 Wochen beschlossen. In vielen Fällen geschah dies gegen den Widerstand der Arbeitgebervertreter. Auch die Einbeziehung Jugendlicher von 16 bis 18 Jahren in die Erwerbslosenfürsorge wurde beschlossen. Im Berwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts haben die Gewerkschaftsvertreter auch wiederholt für eine Verbesserung bezüglich der Anwendung der Berech nungssäge für die Bedürftigteitsprüfung gewift. Bon dem Nettoeinkommen der mit dem Erwerbslosen im gemeinsamen Haushalt lebenden und sonstigen unterhaltspflichtigen Familienangehörigen bleiben nach den Beschlüssen des Verwaltungsausschusses folgende Beträge frei: M. bei Bersonen über.. 21 Jahre( jetzt) 4,- M.( früher) 3,- m. unter. 21 1,80 4,50 einem Ehepaar.. 2.40 5, " " für den Tag. Diese Säße erhöhen sich für jedes Kind oder sonstige unterstüßungsberechtigte Angehörige um 1,05 m. ( 1,25 M.) pro Tag. Da sich die Entgegennahme von Anträgen auf Gewährung von Unterstüßung sowie die Auszahlung derselben in den öffentlichen Bezirksarbeitsnachweisen abwickelt, so find auch dort den betreffenden Verwaltungsausschüssen Wünsche und Beschwerden zu unterbreiten, die sich dabei ergeben. Auch in diesen Berwaltungsausschüssen sigen Bertreter der Gewerkschaften. Es ist deshalb nicht nötig, wie es jetzt wieder von gewiffer Seite gefordert wird, beson dere Erwerbslosenausschüsse zu bilden. Die nehmen die Interessen aller Mitglieder wahr, auch der arbeits. lofen. Dazu bedarf es also feiner besonderen Interessen vertretung, da es ja Arbeitslose von Beruf nicht gibt. Die Unorganisierten profitieren natürlich bei der Intereffenwahrnehmung durch die Gewertschaften genau so, wie sie unverdienterweise von den Erfolgen einheimsen, die die Gewerkschaftsmitglieder durch ihre Organifationen bei Tarifabschlüssen erzielen. Gewerkschaften Weil den Arbeitslosen am meisten gedient ist durch die Beschaffung von Arbeit, haben sich die Gewert schaftsvertreter im Verwaltungsausschuß besonders angelegen fein laffen, nach dieser Richtung hin zu wirfen. Obwohl die tarifliche Entlohnung, die durch die Bestimmungen des Reichsarbeitsministers über öffentliche Notstandsarbeiten" grundsäglich geregelt ist, nicht für alle bei Motstandsarbeiten Beschäftigten erreicht wurde, glaubten diese, entsprechend einem Beschluß des Vorstandes des Drisaus. schusses, einem dem Verwaltungsausschuß vorgelegten umfangreichen Notstandsprogramm troßdem ihre Zustimmung zu geben. Das mußte geschehen in Rücksicht auf die unge heure Arbeitslosigkeit. Die vom Berwaltungsausschuß be willigte Förderung von Notstandsmaßnahmen gibt Taufenden von Erwerbslosen Beschäftigungsmöglichkeit, und zwar - was besonders günstig ist zum größten Teil innerhalb des Berliner Stadtgebietes. Es fommen vorwiegend folgende Arbeiten in Betracht: Zuschüttung des Luisenstädtischen ftellung von Regen- und Schmutzwasserleitungen in verschie Kanals, Regulierung des Buschgrabens in Behlendorf, Her denen Berwaltungsbezirken, Herstellung von Spiel-, Sport, Bartanlagen und Grünflächen, eine ganze Reihe von Maß nahmen, deren Träger die Bezirksämter und hauptsächlich Tiefbauarbeiten aller Art sind, sowie einige außerhalb Berlins liegende Meliorationsarbeiten. Insgesamt dürften wohl über eine Million Tagewerke betragende Notstands maßnahmen bewilligt sein. - Wie steht es nun mit der Entlohnung der Rotstands arbeiter? Nach den schon erwähnten Bestimmungen des Reichsarbeitsministers über öffentliche" Notstandsarbeiten" tann der Verwaltungsausschuß mit Genehmigung der obersten Landesbehörde( Oberpräsident) anordnen, nach welchem Tarifvertrag die Vergütung zu bemessen ist. Die Notstands arbeiter erhalten danach teine„ Entlohnung", sondern eine Bergütung". Zu der festgesetzten Bergütung" ist noch die Gewährung einer Leistungsprämie zulässig. Im Berwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts wurde lange von den Gewerkschaftsvertretern um eine tarifliche Entlohnung geDie Berliner Opernfrage. Bon Kurt Ginger. Früher als es uns gut scheint, ist die Nachricht an die Deffent lichkeit gedrungen, daß Staatliche und Städtische Oper sich ver schmelzen wollen. Der Wunsch ging vom Ministerium aus, das seit langem in Heinz Tietjen den Mann sah, das Ruder des Staatsopernschiffes zu bewegen. Nun ging Schillings, der im Wege stand, und hinter den sich ja alle fünstlerischen Instanzen trampfhaft aufgestellt hatten, und die Bahn für Tietjen ist frei. Schon melden fich Stimmen, die gleichen, die feinerzeit Bruno Balter in den Sattel fetten, um den Ehrgeiz des Mannes bis zur Siede hize des Berliner Operndirettors zu entfachen. Oder sollte der Er higungsweg ein umgefehrter sein? Su solchen Ideen ist es noch zu früh. Tietjen hat den Boden Berlins eben erst berührt. Man darf ihm Bieles, felbft Unerhörtes zutrauen. Aber wird man einen Sterblichen finden, der den Mut und die Kraft, die Nerven und die Ueberlegenheit hat, der Stadt Berlin feinen eigenen Geschmad zu diftieren? Ist es mit der Autofratie Rleibers nicht genug? Soll ten Walter und Tietjen das Pendant dazu liefern? Die Frage Kroll muß nun aber endgültig entschieden werden. Mit der bisherigen fünstlerischen Stieffinderei soll es zu Ende sein. Den besten Mann her als Intendanten, den beften als Mufiter für dieses Haus der Arbeiter. Wenn öffentlich darüber gesprochen wird, daß man jetzt das von der Boltsbühne lebende Haus taschieren solle, um wirtschaftlich besser vorwärts zu fommen, so ist dagegen energisch zu protestieren. Kroll hat dem Staat nicht geschadet. Größte Sorge des Ministeriums muß es sein, das Niveau der Aufführungen gerade hier zu heben. Die Namen der Verantwortlichen bürgen in diesem Fall für die Durchhaltetraft aller an Boltstunst Interessierten. Ein Generalmusikdirektor also muß jedem der drei Häuser vorstehen; weder Kleiber noch Walter dürfen es erstreben, unter Brominenten Brominenz zu sein. Bu Kleiber, dessen Machtwille dem Intendanten und den dirigierenden Kollegen gegenüber umrissen, also beschränkt werden muß, und zu Walter, der der Staatsoper verpflichtet ist, treten andere Bersönlichkeiten, nicht aber Be langlosigkeiten. Man denke an Blech, an Klemperer, man dente auch an Männer wie Waghalter und Stiedry. fämpft und der volle Tariflohn der Tiefbauarbeiter gefordert. Die Arbeitgebervertreter wehrten sich dagegen, unter Hinweis auf die bedeutend niedriger liegenden Löhne verschiedener Industriezweige, besonders der Metallindustrie. Es tam ein Rompromiß zustande, wonach der Tiefbauarbeiterlohn minus 10 Broz. in den ersten vier Wochen, von da ab minus 5 Broz. bei Motstandsarbeiten bezahlt werden soll. Bon Arbeitgeber feite wurde gegen den Beschluß Einspruch beim Oberpräsidenten erhoben mit dem Erfolg, daß dieser die Sache an den Verwaltungsausschuß aur nochmaligen Behandlung zurüdverwies. Dann tam der Beschluß gegen die Stimmen der Gewerkschaftsvertreter- zustande, den Tiefarbeiterlohn minus 10 Proz., das macht aufgerundet 67 Pf. die Stunde, für Notstandsarbeiter festzusehen. Der Beschluß wurde im Verwaltungsausschuß übereinstimmend folgendermaßen interpretiert: Facharbeiter, die bei Motstandsarbeiten in ihrem Fach arbeiten, erhalten den Tariflohn, der in dem betreffenden Beruf oder Gewerbe tariflich vereinbart ist. Tiefbauarbeiter erhalten bei Notstandsarbeiten, wenn sie nach weislich als Tiefbauarbeiter vorher tätig waren, den vollen wenn es nach dem Willen der Arbeitgebervertreter im BerTiefbauarbeiterlohn, ber tariflich festgelegt ist. waltungsausschuß ginge, dann würden teine Notstandsmaßnahmen gefördert werden, bei denen Facharbeiter in ihrem Beruf beschäftigt werden tönnen. Die Arbeiterschaft Berlins möge aus den vorstehenden Darlegungen ersehen, in welch unendlich zäher Arbeit der Orts ausschuß Berlin des Allgemeinen Deut chen Gewerkschaftsbundes und dessen Bertreter im Landesarbeitsamt bemüht waren und weiter bemüht sind, das os der Arbeitslofen in jeder Hinsicht u verbessern. Reine Mühe und fein Schritt wird gescheut, der dazu beiträgt, den Arbeitslosen zu helfen. Und wenn noch feine sichtbaren Zeichen einer durchgreifenden Arbeitsbeschaffung zu sehen sind, dann liegt es an den zuständi gen Reichs- und Staatsbehörden, die den Ernst der Stunde noch nicht erkannt haben und immer noch gern, die notwendigen Mittel für die Ausführung von Arbeiten bereitzustellen. An Mitteln kann es aber nicht fehlen, das zeigt uns das Bestreben, den abgedankten Rönigen und Fürsten Millionen und aber miI110nen unberechtigtermeise in die Tasche zu steden. Die Arbeiterschaft sieht, wohin der Weg geht. Sie hat daraus die notwendige Nuganwendung zu ziehen durch Stär. ung der Sozialdemokratischen Partei und der freien Gewerkschaften. Erleichterung der Notstandsarbeiten. Ergebnis der Länderkonferenz. Richter und Eidesabnahme. Eine Erklärung des prenkischen Juftizminifters. Ein Richter des Amtsgerichts Berlin- Tempelhof hatte vor einiger Zeit einem Zeugen, der den Eid in bürgerlicher Form zu leiften wünschte, trobem die religiöse Eibesformel vorgelesen und, vom Zeugen nochmals auf seinen gegenteiligen Wunsch aufmerksam gemacht, erflärt, der Zeuge brauche die religiösen Borte ja nicht mitzusprechen. Das Breußische Justiz. minifterium hat jezt auf eine sozialdemokratische Beschwerde über diesen standalösen Borgang eine Antwort erteilt, der der preußische Pressedienst folgendes entnimmt: Bei der Abnahme von Eiden pflegt einer der beim Amts. gericht Berlin- Tempelhof tätigen Richter in der Tat ben Eid in der geschilderten Form abzunehmen. Ein anderer Richter des. selben Gerichts nimmt grundsäglich den Eid in der bürgerlichen Form und nur auf ausdrückliches Verlangen in der religiösen Form ab. Beide Arten der Eidesabnahme werden den Bes stimmungen der Artikel 177, 136 Abs. 4 RV.,§§ 62, 63 SIPD., die die Leistung des Eides in religiöser und in bürgerlicher Form für zulässig ertlären, die Wahl aber dem Schwurpflichtigen überlassen, fomie des§ 64 StẞO., wonach der Eid mittels Nachsprechens oder Ablesens der Eidesformel zu leisten ist, nicht gerecht. Da die überwiegende Zahl der Schwurpflichtigen nicht über die nötige Gefeßestunde verfügt, mird es als Amtspflicht des Richters anzusehen sein, daß er den Schwurpflichtigen nach Belehrung fragt, in welcher Form dieser den Eid leisten molle, und alsdann den Eid in der von diesem gewählten Form vorspricht. Das Erforderliche wird hiernach veranlaßt werden. Die Antwort des Justizministeriums tann nicht zufrieden stellen. In dem Fall, mit dem sich die sozialdemokratische Beschwerde befaßte, handelt es sich um den Versuch einer Bergewaltigung des Zeugen durch den Richter, der trotz der wiederholten Willenserklärung des Zeugen bewußt rechtswidrig die religiöse Formel durchsetzte. Dieser Fall ist mit dem des anderen Richters, den das Amtsgericht Berlin- Tempelhof nedischerweise ins Feld zu führen gewußt hat, in feiner Weise zu vergleichen. Es ist außerordentlich bedauerlich und auf die Dauer ein unhaltbarer Zustand, daß sich im Justizministerium feine starte Hand findet, die mit den reaktionären Tendenzen in der Justiz aufräumt. Wilhelm II. als Filmdarsteller. Wilhelm II. hat sich, wie schon gemeldet, von der französischen Firma Pathé in Doorn filmen lassen. Der neue deutsche Heldenfilm rollt jetzt in England über die Leinwand und hat in Sheffield bereits einen ganz netten Kinosfandal erregt. Das Berliner Tageblatt" bemerkt dazu, der frühere Raiser sei jezt Privatmann, und es handle fich um eine Frage des Tatts und des Ge Ihmads, über die fich bekanntlich schwer streiten laffe.„ Da aber", fährt es fort, dieser Privatmann gleichzeitig etwa hundert fammenbrechenden Wirtschaft verlangt, so wird man bei der Be Goldmillionen von einem verarmten Bolke und seiner zumessung einer eventuellen Abfindung fragen müssen, ob er sich nicht Art verschaffen tann." messung einer eventuellen Abfindung fragen müssen, ob er sich nicht einen Nebenverdienst als Filmdarsteller auf solche In Anschluß an Borbesprechungen mit dem Preußischen Wohl fahrtsministerium wurden, wie WIB. meldet, gestern im Reichs Erleichterungen beraten, die für die Durchführung öffent arbeitsministerium mit den Bertretern der Landesregierungen die licher Rotstandsarbeiten in den Bezirten gewährt werden sollen, die unter besonders großer Erwerbslofigtelt leiden. Allgemeine lebereinstimmung bestand darüber, daß die zur Bekämpfung der Meldung eines Berliner Montag- Morgenblattes, wonach zwischen Eine Richtigstellung. Das Auswärtige Amt dementiert die Arbeitslosigkeit bestimmten öffentlichen Mittel bei der großen Not der Erwerbslosen in möglicht entgegeneines offenen Konflifts unmittelbar bevorftebe. dem Amt und dem deutschen Botschafter in Moskau der Ausbruch Der Botschafter tommender Weise für Notstandsarbeiten zur Verfügung ge- ftebe mit dem Auswärtigen Amt und beffen Staatssekretär in stellt werden sollen. Es wurde daher beschlossen, in den notleiden enger Fühlung". den Bezirken das Ausmaß der Darlehen, die Reich und Länder für Rotstandsarbeiten geben, gegenüber der bisherigen llebung beträcht fich, im Höchftfalle bis zu 80 Proz. der Gesamtkosten, zu erhöhen. Ferner soll nötigenfalls der 3insfag für diese Darlehen bis auf 5 Broz, im befeßten Gebiet in Ausnahmefällen auf 4 Broz. herab gesetzt werden. Auch die Tilgung der Darlehen foll dadurch er leichtert werden, daß der Beginn der Rückzahlung um ein bis zwei Jahre hinausgeschoben wird. Endlich soll es den Gemeinden, die durch die Fürsorge für ausgesteuerte Erwerbslose besonders start belaftet find, erleichtert werden, auch Ausgesteuerte zu Notstands arbeiten heranzuziehen. dem Bildungsniveau der Hörer fönnte die spezifische Note eines Repertoires angepaßt werden. So viel Fragen, so wenig Antworten. Zu früh wurde der Blan enthüllt; solche Dinge, von höchster Barte aus gesehen edel und groß, müssen ihre Reifezeit selbst in Borbesprechungen haben. In feiner Disziplin ift die Herrschaft der einzelnen so gefährlich wie in der Kunst. Hier war das Sichmeffen der tonfurrierenden Kräfte immer noch das Zukunftsträchtige. Man dente an den Ansporn durch die Bellsoper! Ein Reglement tönnte den Geschmad verein heitlichen, das Spiel widerstrebender Kräfte aufhalten, Berlin in feiner Opernfultur paragraphieren. Es gilt in Ruhe abzumarten und aufzumerten, was Staat und Stadt in gutem Glauben, wirt. schaftliche Nöte zu überwinden, planen. Ist Gedeih des Künstleri. schen mit einem Abbau des Beamtentums und einem Plus an Eintommen zu verbinden, dann soll die angeregte Berschmelzung be grüßt sein, und wir hoffen, daß feiner unter den Brätendenten dann anderes erstrebt als das Wohl des Ganzen unter Zurücksetzung persönlicher Eltelfeit und flammenden Ehrgeizes. Nur so ift Su tunftsmöglichkeit für die Berliner Oper gegeben. Eine große Tat steht zur Diskussion; die Berantwortung für ihr Gelingen oder Nichtgelingen ist riesenhaft. Logit. Der Herr Pfarrer, der Herr Amtsrichter und der Herr Major a. D. ergingen sich nach dem Frühschoppen im Stadtpart. Dort faben sie einen schlechtgefleideten und schlechternährten Menschen auf einer Bant sigen und in einem Buche lesen. Da haben Sie solch ein arbeitsscheues Subjett, der nichts Befferes zu tun weiß, als dem lieben Herrgott mit Lesen schlechter Bücher die Zeit zu stehlen," sagte der Herr Pfarrer. Ein Boltsverheger ist er, ber ungereimtes Zeug zusammenfteft und dann die Leute aufwiegelt," jeßte der Herr Amtsrichter hinzu. Das ist auch einer von den Berrätern, die unsere Front erdolcht haben!" schloß der Herr Major a. D. Sie winkten den Borfizenden des Bereins zur Bekämpfung der Schundliteratur heran, der ihnen entgegentam. „ Da haben Sie die Früchte der Arbeitslosenunterstützung. Dort figt ein Arbeitsscheuer, ein Heger, ein Baterlandsverräter und fauft fich Schundbücher für unser Geld!" er fieft?" ift!" Woher wissen Sie denn, daß es ein Schundbuch ist, in bem „ Nun, weil er ein Arbeitsscheuer, ein Heßer und ein Berräter Richard Rainer. Jedes Haus würde also seinen mufitalischen Kopf haben müssen. Das heißt, die Allgewaltigkeit eines einzelnen, Intendanten oder Beamten, würde musikantisch dreifach gefiebt, geläutert, gerichtet. Aber das große Beamtenwesen verschwände in der Zentralisierung des Betriebs. Das wäre fachlich wie wirtschaftlich gut. Ausborgen von Goliften das war immer. Ward es zur Gewohnheit, so spart man zwar, aber die Sehnsucht nach einem wahren Opernensemble interessanten Bochenzeitung„ Die literarische Belt( Ernst Rowohlt Der König der Zeitungsreporter. In der neuesten Nummer ber würde nie befriedigt. Im Schauspiel hat diese Methode verjagt. Berlag, Berlin) widmet der durch sein Buch Der rasende Reporter" Den Chor, zu deffen Erziehung ein Mann wie Siegfried Ochs gebefanntgewordene Schriftsteller Egon Erwin Kisch dem Journalisten rufen werden dürfte, Ballett und Chargen lann man ruhig her. Henry Stephan Oppert be Blowig eine eingehende Bürbi leiben, auch Bläser des Orchesters. Der Atuftit des einzelnen Hauses, gung, beffen 100. Geburtstag auf den 28. Dezember fiel. Oppert bemokratischen Stadtratsfraktion, hat der bayerischen Regierung seine Gen. Rechtsanwalt Nußbaum, der Führer der Münchener sozialErnennungsurfunde zum bayerischen Justizrat zurückgeschidi. Gen. Nußbaum hat seine Ablehnung mit einem deutlichen Hinweis auf den Artikel 109 der Reichsverfassung begründet unb dadurch der bayerischen Staatsregierung eine Leftion erteilt, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. die ägyptische Regierung die bisher verbotene jährliche Bilgerfahrt Pilgerfahrten nach Metta. Nach einer Meldung aus Kairo hat nach Metta neuerdings wieder gestattet. Diese Erlaubnis ist auf die Biederherstellung des Friedens im Hedschas zurückzuführen. hat sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts als Bericht erstatter der Limes" den Titel eines Königs der Reporter" ver bient, weil er, wie Risch hervorhebt, es verstanden hat, in einem Getriebe, in dem es darauf anfam, eine Nachricht vor allen anderen zu erlangen, der Erfte auf den europäischen Schauplähen und gleich darauf auf dem Bostamt zu fein." Eine in der genannten Zeitschrift nigs der Reporter" veranschaulichen. Das Fundament seiner Bedeu mitgeteilte Anekdote möge die journalistische Tüchtigkeit dieses Kö tung war fein phänomenales Gedächtnis. Er hörte eine Rede an und schrieb sie zu Hause aus dem Gedächtnis wörtlich nieder. Als eines Tages der befannte Redakteur der Times", John Delane in Paris war, hörte er in Versailles zusammen mit de Blowitz eine Rede von Thiers. Auf dem Heimwege bedauerte er, feine Maßregeln getroffen zu haben, um diese Rede seinem Blatte übermitteln zu tönnen. Als aber Delane am nächsten Morgen in London anfam, fand er zu seinem Erstaunen in seiner Zeitung die ganze nämlich an jenem Abend einfach hingesetzt, hatte die Augen geRede abgedrudt, zwei Spalten lang, und wörtlich. Blowig hatte sich schloffen und die Versailler Szene nochmals in sich aufleben haffent. Hierauf eilte er aufs nächste Postamt und telegraphierte sie nach London. Die Deutsche Dichter- Gedächtnis- Stiftung in Hamburg- Groß borstel hat als Weihnachtsgabe 1925 insgesamt 29 127 Bücher im Werte von 43 690,50 m. verteilt und als Rostenbeitrag nur 7253,90 Mart berechnet. Der Wert der Spende, der aus der Substanz ge nemmen wurde, beträgt mithin 36 436,60 m. Die Stiftung geht jetzt in das 25. Jahr ihrer fegenserichen Tätigkeit und verwendet jeden Pfennig Beitrag unter sparfamster Berwaltung für ihre Buch. wohlfahrt. Nur laufende Unterſtüßung aus allen Lagern ermöglicht Fortsetzung und Ausbau der fulturellen Arbeit dieses gemeinnüßigen Unternehmens. Aufklärende Drucksachen erhält jedermann fostenlos Dom Berbeamt der Deutschen Dichter- Gedächtnis- Stiftung in Hamburg- Großborstel. im Februar die Erstaufführung von Mufforgstys Boris Godounow, im Der Arbeitsplan der Staatsoper für die 2. Säffte diefer Spielzelf bringt März eine Neueinstudierung von Bagners's Rienzi", im Abril eine Neuinszenierung des Bareifal und die Erstaufführung der deutschen LuftSpieloper Der Dieb des Glids von Bernhard Schufter. Es folgt dann Richard Wagners, der sich eine Neueinstudierung des Don Giovanni" im eine sich über drei Wochen erstredende syklische Aufführung fämtlicher Werfe Rahmen eines die fünf Hauptwerke des Meisters umfassenden Mozart. Syllus anschließt. . hergestellt ist, muß die Erstaufführung von Lysistrata noch einmal Spielplanänderung. Da Elfe Edersberg noch immer nicht wieder. berschoben werden. Dienstag abend 7, Uhr gebt in den sammer. fpielen des Deutschen Theaters Klabunds Kreibetrets in Szene. Bühnenchronit. Maria Joogan fingt in der Städtischen Dper bie Berbinetta in den beiden Wiederholungen der„ Ariadne auf Naros", bie am 6. und 11. Januar stattfinden. Der gefährdete Mainzer Dom. Das Fundament des Mainzer Doms ein Zuschus von einer Million Mart zu diesen Arbeiten geleistet werden. fegungsarbeiten als notwendig erweisen. Einstweilen soll aus Reichsmitteln in burch die Feuchtigfelt so ernit gefährdet, daß sich durchgreifende AnstandDie Deutsche Brahmsgesellschaft hat sich entschloffen, Ende Mai 1926 das Sechste Deutsche Brahmsjeft in Heidelberg abzuhalten. mangler hat wieberum bie mufilalische Führung übernommen; als Fest Wilhelm Furt Drefter wurden die Berliner Philharmoniler gewonnen Sozialdemokratie uni Hermann Müller vor Z Vor den Partei» und Gewerkschaftsfunktionären der SPD. hiell gestern abend Genosse Hermann Müller ein Referat über �Regierungskrise und Arbeiter jchaft'. Er führte aus: Es ist nicht das erstemal, dost wir in Deutschland eine wochen- lange Regierungskrise haben. Das ist an sich nichts Neues: alle parlamentarisch regierten Staaten wechseln ihre Regierungen. Aber bei der gegenwärtigen Krise ist das eine neu, daß rechtsgerichtete Politiker die Regierungskrise als ein« Staatskrise be» zeichnen. Neu ist ferner, daß gegenwärtig auch in Frankreich eine Dauerkrise besteht, von der radikal rechtsgerichtete Kreise hoffen, daß schließlich ihre Staatsauffosiung sich durchsetzen werde. Aber Frankreich wird je eher mit seiner Regierungskrise fertig werden, je früher die dort herrschende Inflation über- wunden sein wird. Die französischen Sozialisten werden auf ihrem demnächst stattfindenden Parteitag die Frage der Beteiligung an der Regierung zu entscheiden haben. Grundsätzlich sehen wir Sozialisten in der Frage der Teilnahme an einer Regierung keine Prinzipienfrage, sondern lediglich eine Frage der Taktik. Die Konstellation im Reichstag und bei der Regierung ergibt sich aus dem Ausfall der Wahlen zum Reichstag im Dezemer 1924. Die Deutsche Volkspartei blldet« das Zünglein an der Wage und sie nutzte ihre Stellung dazu aus. um eine Regierungsbildung zu fördern, bei der die Deutschnationalen nicht die allein Herrschenden sind, bei der aber rechtsgerichtete Leute den Ausschlag gaben. Die Dolkspartei trieb ausgesprochene Znlerefsenpolltik. Unter Hindenburgs Reichspräsidentschoft mußten nunmehr die Deutschnationalen als Regierungspartei eine Reche von Entscheidungen vornehmen, die ihren Agitationsgrundsätzen direkt entgegenstanden Die Steuerpolitik, die Aufwertungsfrage und vor allem die Außenpolitik, die sich um den-Namen Locarno gruppiert, haben bewiesen, daß die Deutschnationalen in der Re- gierung keine eigene Politik treiben konnten. So endete dann auch das Regierungsdebut der Deutschnationalen mit dein Rücktritt der deutschnationalen Mini st er. Die Stellungnahme unserer Partei in der Locarno-Frage ist von den Parteigenossen oft kritisiert worden. Aus» schlaggebend für und war die veränderte Stellung unserer Bruder» Parteien, besonders der Engländer zur Außenpolitik, besonders zu Locarno. Es befland schließlich kein Zweifel darüber, daß wir Sozial- demokraten die Locarno-verträge annehmen mußten, nachdem die ausländischen Parteien zustimmten. Das erste Ergebnis der Ab» lehnung Locarnos durch die Deutschnationalen war eine st a r t e Verärgerung der bürgerlichen Mittel Parteien über das Verhalten der Deutschnationalen. Am ärgerlichsten soll übrigen» hindenbnrg gewesen sein. Cs ist das durchaus verständlich, wenn man berücksichtigt, daß die Deutschnationalen noch Lügentirpitz nach Hannover sandten, um ihn zu ihrem Kandidaten zu machen. Das Zentrum war die erst« Partei, die die Rechtsregierung durch eine Regierung der Großen Koalition ersetzt sehen wollte. Allerding» betonte man, daß für das Zentrum«ine Uebernahme des Reichskanzler- Postens nicht in Frage käme. An uns sind osszielle Anforderungen nicht gestellt worden. Unsere Sprecher haben alsbald bei Hinidenburg erklärt, daß unsere Stellung zu der Großen Koalition durch unsere Erfahrungen mit der Volkspartei gegeben sei. Der Demokrat Koch hat sich der ihm gestellten Aufgabe einer Regierungsbildung mit großem Eifer an- genommen. Bielleicht ist er zu weit gegangen, als er die Wirt- schaftspartei und die Bayerisch« Lolkspartei zur Teilnahme einlud. Die erster« ist kaum als ernsthafte politisch« Partei anzusehen und der zur Bayerischen Volksportei oehörend« Ministerpräsident Held wettert« gerade während der Berliner Regierungsverhandlungen eifrigst gegen die Große Koalition. Inzwischen erklärte das Zentrum, daß eine andere als die Große Koalition für diese Partei nicht in Irage käme, und es zeigte sich sogar, daß diesmal das Zentrum einig war. Es wollte an der Be- Hebung der Wirtschaftskrise möglichst viel« Parteien beteiligen, bei der Zusammensetzung dieser Partei ein verständlicher Gedanke. Di« Demokraten fürchteten ein Regierungs- interregnum unter Zuhilfenahme de» Artikels 48 der Reichsver- sasiung durch die rechtsgerichteten Regierungsmitglieder. von der Volkspartei war eine klare Stellung nicht zu erlangen. Wer die Entwicklung der Politik aufmerksam verfolgt hat. wird darüber nicht im unklaren sein, daß die Zeit wiederkommt. > Regierungsbildung. en Parteifunktionären. in der es zu einer Regierung der Großen Koalition kommt. Vorbedingung dafür ist allerdings, daß man sich über das Fundament einig ist, auf dem die Politik der neuen Re- gierung geführt werden soll, und schließlich muß auch ein gegen- seitiges Vertrauensverhältnis bestehen. Die Sozial- demokratie hat große Fragengebiete von vornherein aus den Re- gierungsforderungen Herausgelasien, weil man glaubte, auch später darüber einig zu werden. Nichtsdestoweniger mußten aber eine Reihe Forderungen erhoben werden und wir haben sie aufgestellt. Die Regierungsbildung ist nicht nur daran gescheitert. In der Frag« der Aürstenabsindung konnte schon keine Einigung er- zielt werden. Das Zentrum ist stark mit seiner Vergangenheit in der Frage belastet. Für die Katholiken ist das keine politische Frage: sie wollen das Rechtsmoment nicht ausschalten lasien.(Zu- rufe: Enteignung!) Müller riet der Versammlung, sich über dies« Angelegenheit ein Spezialreferat halten zu lassen, da hier mit dem Gefühl und mit Resolutionen allein nichts zu machen sei. Die Regierungsbildung scheiterte aber auch an den sozial- polltischen Forderungen. Die Fortführung und Ausgestaltung der Arbeiterschutz.gesetzgebung und die Ratisizierung des Washingtoner Abkommen» über den Achtstundentag waren Streitpunkte, deren Erledigung wir nicht zustimmen konnten. Uns genügten zur Ratifikation Frankreich und Belgien, während Koch auch England dabei haben wollte. Bei all den Verhandlungen ist schließlich eine uns befriedigende Regelung nicht gefunden worden. eine uns befriedigende Reaelung nicht gefunden worden. Strittig blieb ferner die Frage der paritätischen vesehung der Industrie-, Laadwirtichosts- und Handelskammern. Die Ausge- staltung der Erwerbslosensürsorge war für uns angesichts des steigenden Wirtschoftselends die Hauptsache. Die bürgerlichen Ver- Handlungsparteien machten ihre Einwendungen, die sich auf die Er» Haltung der Währung und aus die Tragbarkeit der Fürsorge für die Wirtschaft bezogen. Es kam schließlich eine Formulierung zu» stände, die für uns unannehmbar war. Uebrig blieben die Steverfragen. Hier war es besonders die von uns geforderte Offen- lcgung der Steuerlisten, die stärksten Widerspruch fand. Die Bürgerlichen fürchteten eine Kreditschwächung für die Industrie von einer solchen Maßnahm«. Die Uneinigkeit auf allen diesen Ge- bieten veranlaßt« dann die sozialdemokratische Reichstagssraktion, das„Entgegenkommen" der anderen als nicht genügend zu bezeichnen und die wertere Mitwirkung bei der Regierungsbildung abzu- lehnen. Es taucht nun die Frag« auf: Was nun? Etegerwald hat darauf geantwortet: Regierung aus stabiler Grundlage oder Er- mächtigungsgescß oder— Auslösung. Zentrum und D o l k s- Partei haben nicht viel Lust, eine Auslösung herbeizuführen, sie könnten viel verlieren. Ein Ermächtigungsgesetz unter diesen Umständen ist nur mit Zustimmung der Sozialdemokraten möglich. Wie wir dabei stehen, ist klar. Zu einer Regierung aus stabiler Grundlage gehören entweder Deutschnationale oder Sozial- demokraten. Vielleicht sucht man eine Regierung der Mitte zu bilden. Zn den enlscheidenden Fragen der Außenpolitik, Eintritt in den Völkerbund und ähnliches: ist eine Unterstützung von unserer Seite durchaus möglich. Auf jeden Fall haben wir allen Grund, bei solchen Experimenten, wie es die Große Koalition darstellt, recht vorsichtig zu sein. Mir müssen uns hüten, in einer Großen Koalition in Schwierig- keite« zu kommen, wie wir sie bereits einmal erlebt haben. Ohne Erfüllung von Winde st sorderungen und ohne das nötige Vertrauen ist eine Regierungsbildung auf der Grundlage der Großen Koalition nicht möglich.(Lebhafter Beifall.) * Nach lebhafter Debatte, über die wir noch berichten werden, wurde eine Resolution de» Gen. Rosenfeld gegen eine starke Minorität angenommen. Die angenommene Resolution lautet: Die Konferenz der Berliner Funktionär« billigt, daß die Reichstagssraktion die Bildung einer Regierung der großen Koalition abgelehnt hat. Die Konserenz erwartet, daß die Fraktion, wenn jetzt erneut- der versuch der Bildung einer solchen Regierung gemacht werden sollte, abermal» die Beteiligung an dieser Koalition ablehnt. Rur eine solche hallung enlsprichl den Interessen der Partei und denen der werktätigen Bevölkerung. Prinz WinöischgrStz verhastet. Die Budapester Putschisten als Banknotenfälscher. Budapest. 4. Januar.(Eigener vrahlbericht.) Am Rlonlag wurde Prinz Ludwig von windischgrätz, der frühere Ernährungsminisler. im Zusammenhang mit der Affäre der Bank- nolenfälschungeu in Budapest verhastet, ver Verhaftung ging eine Auseinandersetzung zwischen dem Rcichsoerweser horlhy und dem Ministerpräsidenten Belhlen voraus, wobei sich horlhy der Verhaftung des windischgrätz widersetzte. Die srauzösischen Krimiaolbeamten die seit einigen Tagen in Budapest sind, haben ober so zwingende Beweise für die Teilnahme des windischgrätz an der Affäre der Bauknotensälschungen vorgelegt, daß horthy die Verhaftung des windischgrätz schließlich doch zuließ. Die ganze Angelegenheit gewinnt eine große politische Bedeutung dadurch, daß nun der offene Komps zwischen der Partei des Erzherzogs Albrechl und dem Minist erprüsidenlen Bethlen begonnen hat. windischgrätz ist seit längerer Zeit mit den tegitimisten zerfallen und in da» Lager der„Rasiezüchter". und zwar der Gruppe, welche den putsch de» Erzherzogs Albrecht vorbereitete. übergegangen. Innerhalb der Regierung steht der Unter- lichtsminister Klebelsberg. der unlängst in Berlin war. und der Minister des Innern Graf Rakowski auf der Seite der put- schisten. Das gleiche trifft auf den p o l i z e i ch e f. der dieser Tage ans Urlaub geschickt wurde, sowie den ganzen Hofstaat des Reichsverwesers horthy and horthy selbst za. Unter anderem wird behauptet, daß Erzherzog Albrecht mit horthy bereits ganz feste Vereinbarungen getroffen hat. um diesen für seine« Verzicht aus die Reichsverweserschost zu entschädigen. E» soll ihm das Fürstensicgel versprochen sowie die Verleihung eines Großgrundbesitzes angeboten worden sein. Ungarisch-offizlöse varftellung. Budapest, 4. Januar. Da» Ungarische Telegraphen-Eorre- spondeaz-Burean meldet: Zu der Untersuchung wegen der gefälschten und in den Verkehr gebrachten französischen Tausend-Frank-Rolen ist ein« entscheidende Wendung eingetreten. Im Lause de» gestrigen Tage» sind der Polizei schwer belastende Beweise in die Hände gelangt, daß Prinz Ludwig windischgrätz und seine bisher unbekannten Genosiea zwar nicht aus persönlicher Gewinnsucht, sondern an» Beweggründen, die sie für patriotisch hielten, die Fälschungen begangen haben. Aus Grund der Beweise hat die Polizei im Laufe des Heuligen Tage, den Prinzen Ludwig windischgrätz in Gewahr- so» genommen. Diese neue Richtung der Untersuchung hat e» ermögNchl. daß dl« Angelegenheit nunmehr innerhalb kurzer Zeil vollkommen oasgedeckt werden und da, pubNkum über sie innerhalb einiger Tage eine aussührNche Orientierung erhalten kann. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit ha« der Minister des Innern den Landespolizeichef Emmerich Radosy von seinem Amte enthoben and gegen ihn die Disziplinaruntersuchung wegen in seiner Amtstätigkeit begangener llnterlastungen ange- ordnet. Die Untersuchung hat bisher noch keluen entscheidenden Beweis geliefert, in welcher Druckerei die gefälschten Schein« hergestellt worden sind, ver Minister de» Innern hat daher in dieser Hinsicht weitere strenge Verfügungen getrossen. speziell die Vernehmung einiger solcher Beamten angeordnet, die in der staatlichen Druckerei beschäftigt sind. • Daß e» in Ungarn stwkt, wußten wir schon längst, daß es aber dort s o stinkt, hätten auch wir nicht für möglich ge- halten. Die versuche der Regierung v e t h l« n, dem ver- brecherischen Treiben der„Erwachenden Magyaren" Einhalt zu gebieten, scheiterten daran, daß die schützende Hand de» Reichsverwesers Horthy sich auch dann zu ihren Gunsten fühl- bar machte, wo es sich um ostenkundige Derbrechen oder um putschistische Unternehmungen handelte. Im Hintergrunde des latenten Kampfes, der sich zwischen einem Teil der Regierung Bethlen und den„Erwachenden Magyaren" abspielt, gibt es auch allerhand man- archistische Intrigen, wobei vier oder fünf Grup- pen mit je einem Thronprätendenten um die Macht ringen. Inwieweit Horthy für die Thronabsichten des Erzherzogs A l b r e ch t gewonnen war, läßt sich zurzeit noch schwer be- urteilen. Fest steht jedenfalls, daß dieser Habsburger, der während des Krieges eine K. und K.-Armee in Wolhynien kommandierte und dabei eine solche Unfähigkeit an den Tag legte, daß sich der große Generalstab genötigt sah. ihn aller- untertänigst abzusetzen, der Vertrauensmann der ungarischen Hakenkreuzler ist, mit deren Hilfe er die Monarchie in Ungarn wieder aufrichten wollte. Aber zu einem solchen Unternehmen benötigt man Geld. Um sich dieses Geld zu beschaffen, verfiel man auf den Aus- weg, fremde Banknoten zu drucken und im Aus- land gegen gutes Geld zu wechseln. Nichts lag da näher, als sierad« d i e Sorte Banknote zu drucken, die gegenwärtig in immer größerer Zahl auf den internationalen Geldmarkt kommt, nämlich die französische. Also wurde in Budapest auf Teufel komm heraus Bank von Frankreich gespielt. Aber da es höchst unpatriotisch wäre, solche französischen Noten ungarischen Staatsbürgern oder gar Behörden anzuschmieren, mußten sie ins Ausland ge- bracht werden. Um allen Grenzunannehmlichkeiten vorzu- beugen, versah man die tüchtigen Geschäftsreisenden mit diplomatischen Pässen und versiegelte amt- lich deren Koffer als Kuriergepäck. Als Kuriere bestimmte man la-Herrschoften mit hohem mili- tärischen Rang, feudalen Namen und dem entsprechenden ziel- bewußten Auftreten. Und so geschah«s, daß vor einigen Wochen in A m st e r- dam ein Herr bei dem Versuch, einen falschen IVVO-Frank- Schein einzulösen, verhastet wurde aber bei dieser Gelegen- heit furchtbar beleidigt war und die holländischen Polizei- beemten unter Vorzeigung semes Diplomatenpasses so anbrüllte, wie einen ungarischen Rekruten oder einen Budapester Synagogendiener. Denn es war kein geringerer als der G e» nera lob erst Aristid von Ianko witsch. Sein Paß war jedenfalls echter als der iMv-Frank-Schein, und das bestätigte sofort der von ihm herbeigerufene ungarische Ge- sandte. Die holländischen Kriminalbeamten ließen sich jedoch seit- samerweise dadurch nicht verblüffen. Sie oerfielen auf den sonderbaren Gedanken, der feudalen Exzellenz die Stiefel auszuziehen. Und siehe da: die Sohlen des Herrn Generalobersten bestanden zum Teil aus falschen T a u se n d s r a n k s ch e i n e n. Da half kein Leugnen und kein Paß und kein Gesandter mehr. Auch zwei Reisebegleiter des Jankowitfch wurden fest- genommen und mußten gestehen. Di« Budapester Polizei wurde verständigt, scheint aber zunächst herzlich wenig darauf reagiert zu haben. Aber es war auch die französisch« Polizei verständigt worden, und diese zeigte ein erheblich größeres Interesse für den Fall. Sie entsandte Pariser Kriminalbeamte nach der ungarischen Hauptstadt, die zu- nächst auf jene passive Resistenz stießen, wie sie bereits die Berliner Kriminalbeamten in Budapest kennen gelernt haben, als sie die Erzberger-Mörder Schulz und Tillessen zu identifi- zieren versuchten. Doch wurde die französische Regierung energisch und erfreute sich dabei der Unterstützung des Mi- Nisterpräsidenten Bethlen. der keine Neigung zeigte, jene rechtsradikalen Gauner zu schonen, die seine gefährlichsten Gegner find. Und so kam eins zum andern: es sind bisher 45 Verhaftungen vorgenommen worden, darunter als die sen- sationellste die des Prinzen Windischgrätz. des Trägers einer der berühmtesten und feudalsten Namen der ehemaligen Donaumonarchie. In jedem Kulturlande würde das Regime/ unter dem so etwas möglich war, im selben Augenblick erledigt sein. Viel- leicht wird sogar in dem halb balkanisierten Ungarn dieser noch nie dagewesene Skandal dem Faß den Boden ausschlagen und den Anfang vom Ende der Horthy-Herrlichteit bedeuten. Die „Wiener Arbeiter-Zeiwng", die schon seit vielen Tagen die Dinge ausführlich behandelt, erklärt, daß die h ö ch st e n politischen Persönlichkeiten durch die Angelegen- it kompromittiert sind, darunter jener Graf l e b e l s b e r g, der erst kürzlich als Unterrichtsmimster in Berlin weilte und als Ministerpräsident jener Faschisten- regierung in Aussicht genommen war. die mit(falschen) fran- zösischem Gelds errichtet werden sollte. Der famose Buda- pester Polizeichef, der sich als Beschützer der Erzberger-Mörder und Kapp-Putschisten so glänzend bewährt hat, Emmerich vonNadossy.der jetzt zu den 45 Verhafteten gehört, war als Innenminister in Aussicht genommen. Die bewaffnete Macht sollte einem General Graf Csaty zur Verfügung stehen, einem Schwager der Exzellenz mit den hohlen Stiefel- sohlen. Solche Blüten können nur im stinkenden Sumpf d e r D i t t a t u r gedeihen, wie sie seit mehr als sechs Iahren in Horthy-Ungarn herrscht. Die maffenhafte Banknoten- fälschung ist nur eine logische Begleiterscheinung des Faschismus. Es paßt ganz zu dem hier entworfenen Bilde, daß die„Erwachenden Mag'yaren" erst kürzlich eine Huldigungsdeputation zu Mussolini nach Rom entsandt haben und daß der edle Reichsverweser Horthy feinem Gefin- nungskollegen Mussolini das Großkreuzdes St. Stephan-Ordens in der vergangenen Woche hat überreichen lasten. Auf diesen Orden und auf diese Huldigung kann Mussolini als der Messias der neuen Heilslehre stolz sein— allein seine Jünger fangen bereits an, ihn zu über- treffen. Eine Verhaftung in Hamburg. Hamburg, 4. Januar.(WTB.) Die Hamburger Krimi- n a l p o l i z« i oerhaftete aus dem hier eingetrofsenen Dampser Lea einen Mann, der sich Eduard von Olchvary nennt. Er gab an, er sei im Jahre 189g in Serbien geboren und sei von Beruf Kaufmann. Die Verhaftung erfolgte auf Ersuchen der französischen Polizei, die eigens einen Beamten nach Hamburg entsandt hatte, um die Hamburger Polizei zu unterrichten. Bei dem Verhafteten wurden über hundert gefälschte Tausend- Frank-Roten gefunden. Man nimmt an. daß der Festgenommene mit den ungarischen Fronkfälschern in Verbindung st»ht. Der rumänische Thronverzicht. Annahme der Gesetzentwürfe. Bukarest, 4. Iamiar.(WTB.) Beide Häuser des Parlaments hielten heute eine Sitzung ab, um sich mit dem Thronverzicht des Kronprinzen Carol zu befassen. Der Gesetzentwurf über den Thronverzicht und die Proklamierung des Prinzen Michael zum Thronfolger wurde von den beiden Häusern des Parla- ments angenommen, die Mitglieder der Opposition e n t- hielten sich der Abstimmung. Mitglieder des Regentschaftsrates werden sein: Prinz Nikolaus, der Patriarch Chnstea Miron und der Präsident des Kassationshofes Bupdugan. Die Sitzungen verliefen ohne bcson» der« Zwischenfälle. Während der Sitzungsdauer wurden sowohl in der Hauptstadt, als auch in der Provinz erhöhte militärisch« Vorsichtsmaßnahmen getroffen, da für den gewesenen Thronsolger Kundgebungen erfolgten. Kein öeutsch-amerikanischer Stahltrust. Tie Firma Tillon Read weist von nichts. Rem Uork. 4. Januar.(Funkspruch.) Die Bankfirma Dillon Read u. Eo. erklärte die Nachrichten über ein« Beteiligung an dem beabsichtigten Zusammenschluß deutscher Stahlgesellschaften für unzu- treffend. Ein leitender Beamter der Firma erklärte dem hiesigen Dertr.eter des WTB., daß der deutsche Montantrust eine inner« deutsche Angelegenheit sei, womit Dillon Read u. Eo. nichts zu tun Hab».__ i Jahren schon einmal gemacht worden. Zurzeit ist davon nicht untersucht wird. Es geht nicht an, daß aus privatfapitalistischen Amerikanische Gewerkschaftler. mehr allzuviel die Rebe; aber das Feuer ist nicht erloschen, oder reinen Brofitintereſſen Willionen menſen jebe Bon Kurt Heinig. Hier soll an der Hand der Tatsachen einmal versucht werden, das Wesen der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung dem Verständnis etwas näher zu bringen. Die Voraussetzung dazu ist, daß nicht unsere deutsche Bewegung als Maßstab für Amerita benutzt wird. Auch die amerikanische Arbeiterbewegung ist in ihrer heutigen Formtein 3ufall, und feine künstliche Konstruktion irgendwelcher dämonisch- überlegener Oberschieber. Sie ist aus den amerikanischen Verhältnissen erwachsen. Nur wenn diese begriffen werden, ist die ameritanische Gewerkschaftsbewegung zu verstehen. Amerita ist ein junger Staat. Sein gesellschaftliches Recht Schutz der Persönlichkeit und des Eigentums--, ebenso Moral, Sitte und Ethit sind nicht von ihm geformt, sondern von den seit einem Jahrhundert lang einströmenden Bolksmassen mitgebracht und selbst bewahrt worden. Die Freundschaft, die Gemeinschaft, die Zusammengehörigkeit, gleiche Leiden und Freuden, gemeinsame Auf gaben und gleiches Arbeiten schufen Schuhgemeinschaften, Gegenseitigkeitsbünde, die gemeinsame Weltanschauung, mitunter gemeinsame Erinnerungen oder in gleicher Richtung liegende Absichten, formten das Ritual des gegenseitigen Schußes, die Gewährleistung von Sicherheit, Hilfe und Unterstügung, lange bevor es Gerichte und Kirchen gab. So ist Amerita schon seit einem Jahrhundert von Vereinigungen, Gesellschaften, Bünden und Logen durchzogen. Diese Entmidlung hat sich erhalten. Auch heute sind die Bereinigten Staaten von Amerika von Logen und Orden völlig durchsetzt. Sie sind häufig nicht viel mehr als gesellschaftliche Vereinigungen, aber wir finden auch mächtige Freimaurerbünde und bedeutende foziale Organisationen. Es sei hier nur an den Orden der Moose( Elentiere) erinnert, der mit seinen 1,2 Millionen Mitgliedern eine Art freiwillige Sozialversicherungsgesellschaft darstellt, an deffen Spize überdies als Präsident der derzeitige Arbeitsminister Davis steht. Die Gewerkschaften find auf dem gleichen Boden ge wachsen, deswegen haben sie diesen Bünden verwandte For men. Wir finden logenähnlich geleitete Organisationen. Die Ortsvereine heißen häufig Lodges( Logen), das AufLodges( Logen), das Aufnahmeritual legt Wert auf eine gewisse Feierlichkeit. Der Bruder Arbeiter ist nicht nur nehmendes Mitglied der Gemertschaft, er ist auch dienendes Glied seiner Gemeinschaft. Der 3med der Gewerkschaft ist, dem Mitglied materiellen Vorteil zu bringen, ihm seine soziale Position zu sichern, ihn vor den Unbilden und Gefahren der kapitalistischen Wirtschaft zu schützen. Das ötonomische Motiv der amerikanischen Gemertschaftsbewegung unterscheidet sich von der Triebfraft der deutschen und auch der europäischen Arbeiterbewegung über haupt nicht. Nur seine Gestaltung erfolgt auf anderen Wegen, unter anderen Gesichtspunkten, mit anderen Mitteln. Die amerikanische Gewerkschaftsbewegung sucht für ihre Mitglieder den Arbeitsmartt, die Arbeitsge legenheit zu beherrschen. Hier liegt zweifelsohne ein Wesensunterschied zwischen den amerikanischen und unseren Gewerkschaften. Wir wollen den ganzen Arbeiterstand erweden, das Proletariat foll zur fozialen Macht zusammengefaßt werden und die Produktion soll zur Gemeinwirtschaft gestaltet werden Die Ideologie der amerikanischen Gewerkschaften greift nicht so weit. Der Betrieb, den eine amerikanische Gewerkschaft erobert hat, wird zum fogenannten gefchloffenen Betrieb. Hier kommt fein Unorganisierter hinein, hier gelten ausschließlich die Abmachungen zwischen der Gewerkschaft und dem Unternehmer. Der Gewerkschaftslohn wird nur im geschlossenen Betrieb gezahlt, der Unorganisierte hat nicht den Vorteil wie bei uns als Wegelagerer und Strauchdieb der Arbeiterbewegung sich an den Früchten, die von den Organisierten oft unter größten Opfern erreicht werden, fostenlos mit gütlich zu tun. Will er sich organisieren, so mag er feinen Betrieb zu einem geschlossenen Betrieb umschaffen, so soll er durch Kampf zum gleichen Lohnniveau tommen. Dabei wird ihn die Gewerkschaft gern fördern. Will er aber auf dem einfachen Weg der Erwerbung der Mitgliedschaft in den Genuß besserer fozialer Bedingungen, der Gemertschaftsvorteile fommen, so muß er durch ein ent sprechendes Eintrittsgeld einen Teil der Kosten nachtragen, die von den schon länger Organisierten aufgewandt werden mußten, ehe sie dahin tamen, wo das neue Mitglied mit einem Sprung hinkommt. Aus der uns eigenartig anmutenden Ideologie der Befchäftigungssicherung heraus, die jede Gewerkschaft für ihre Mitglieder anstrebt, erklärt es sich, daß manche örtliche Gemertschaftsorganisation ihr Hauptgewicht weniger auf die Mitgliederwerbung und mehr auf die Sicherung des erreichten Standards für ihre Mitglieder legt. Hier liegt es an der Gewerkschaftsleitung, Fehler zu korrigieren. Es läßt sich nicht alles in den engen Rahmen eines Artitels spannen, was uns bei den amerikanischen Gewerfschaften sonst noch eigenartig anmutet. So der Gemertchaftsstempel- Stempel der Ware, die in gewerf schaftstreuen Betrieben hergestellt worden ist, die Undie Un intereffiertheit gegenüber Ungelernten und Angestellten, und so manches andere. Das wichtigste bleibt ja auch, ob sie im fozialen Kampf ihren Mann stehen. Und das ist unbe streitbar: die Gewerkschaftler sind von allem, was reaktionär ist, bitter gehaßt. Uns gefällt nicht, daß die amerikanischen Gewerkschaften zu sehr beruflich zersplittert sind, daß fie mancherlei zünftlerische Erinnerungen aufweisen, daß neben ihnen immer noch eine beachtenswerte Schicht unorganisierter Arbeiter lebt, und so manches andere. Aber hier machen fich, aus dem Zwang der Berhältnisse heraus, recht deutlich Wandlungen merkbar. Eine Gewerkschaftsbewegung, die schon heute in ihrer Zentrale nahezu drei Millionen Arbeiter vereinigt hat, die daneben noch nahezu eine weitere Million Gewerf: schaftler die nicht an die Zentrale angeschlossenen Eisen bahnerorganisationen in ihrer Kampfesfront hat, wird, ob fie will oder nicht, immer mehr zur Massenbewegung, zur Einheitsmacht der Arbeitnehmer. Aus dieser Entwicklung heraus wird wohl auch der Tag tommen, da sich die amerikanischen Gewerkschaftler nicht mehr damit zufrieden geben, bei den Republikanern und den Demofraten die Kandidaten zu unterſtüßen, die arbeiterfreundlich find, die Gewerkschaftsforderungen zu vertreten gewillt find. Der Berfuch zur Bildung einer eigenen Partei, der dritten Partei, der Arbeiterpartei, ist in den jüngst vergangenen es glimmt unter der Oberfläche. sed coll Die Lawine der Wirtschaftskrise. Riesige Arbeitslosigkeit im Westen. Die Stadt Mülheim a. d. Ruhr geht mit 5629 männlichen und 340 weiblichen Erwerbslosen ins neue Jahr hinein. Dieser Reford von nahezu 6000 gemeldeten Erwerbslofen ist außer in den Monaten Oktober 1923( 3usammenbruch des Ruhrwiderstandes) bis Februar 1924 nie erreicht worden. Bei Jahresbeginn 1925 waren es 2571. Da Mülheim 36 600 in den Krankenkaffen versicherte perfonen zählt, ift fomit jeder sechste Bersicherte und jeder 3wanzigste Einwohner erwerbslos. Bedeutend höher steht natürlich die Zahl der unterstüßungsbedürftigen Personen, die etwa 14 000 beträgt, so daß jeder achte bis neunte Einwohner auf solche Zuwendungen angewiesen ist. Ein Zeichen für die bisher noch befriedigende Lage im Mülheimer Bergbau, die in starkem Gegensatz zu den Verhältnissen in anderen Bergbauftädten steht, ist es, daß unter den 6000 Erwerbslofen nur 40 Hauer und Schlepper find. Dortmund, 4. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeitsmarktlage im Dortmunder Bezirk hat sich in der letzten Woche weiter verschlechtert. Die Werke und Zechen, die bisher größere Schichteinschränkungen noch vermieden haben, schreiten zu erheblichen Belegschaftsverminderungen. Das Eisen- und Stahlwerk erheblichen Belegschaftsverminderungen. Das Eisen- und Stahlwert Hoesch hat mehrere Balzwerke stillgelegt. Auch die diesen Werken angeschlossenen Bechen bereiten Entlassungen in größerem Umfange vor. In der Stadt Dortmund beträgt die Zahl der Arbeitsuchenden 18 000 gegenüber 16 500 vor zwei Wochen. Die Zahl der unterftüßten Bollerwerbslosen ist auf 12 000 gestiegen. In fatastrophaler Weise wirkt sich die Arbeitsfrise im Ladbeder Bezirt aus. Jeder sechste Gladbeder steht in öffentlicher Fürsorge. D Länderkonferenz im Reichsarbeitsministerium. Amtlich wird gemeldet: Lebensmöglichkeit geraubt wird." towband 256 Aus der Lohndruckbewegung. Der Arbeitgeberverband des Röhrenhandels hat dem Deutschen Verkehrsbund das bestehende Lohnabfommen gefündigt und eine Herabsehung der Löhne um etwa 10 Pro 3. verlangt. Ob diese Unternehmergruppe durch das Vorgehen des ehemaligen Mitgliedes des Arbeitgeberverbandes La bichin ermuntert worden ist, ist nicht anzunehmen. Die Unternehmer müßten eigentlich wissen, daß ihre Absicht wenig erfolgversprechend ist, da die Arbeiter des Röhrenhandels fast restlos organifiert sind und jeder Lohnfürzung den schärften Kampf anfagen würden. Es ist bis jetzt noch feiner Unternehmergruppe in Berlin gelungen, durch Tarifverträge Lohnkürzungen durchzusetzen. Warum sich gerade die Unternehmer des Röhrenhandels von ihrer Aktion mehr Erfolg versprechen als die übrigen Unternehmer, erscheint nach dem Gesagten mehr als zweifelhaft. Die Arbeiter sehen jedenfalls den Berhandlungen mit den Unternehmern am 7. Januar ruhig entgegen, da fie feine Ursache haben, einem eventuell von den Unternehmern heraufbeschworenen Kampf auszuweichen. Es liegt bei den Unternehmern, ob dieser Kampf vermieden wird, indem sie von ihrem wenig aussichtsreichen Vorhaben Abstand nehmen. Die Rache einer gekränkten Leberwurft. Bom Zentralverband der Fleischer, Ortsverwaltung Berlin, wird uns berichtet: Da der Fleischermeister Wilhelm 3iegler, Berlin D., Frantfurter Allee 78, fich weder an die tarifliche Arbeitszeit noch an die sonstigen Arbeiterschutzbestimmungen gewöhnen mollte, griff vor einiger Zeit das Gewerbeaufsichtsamt ein. Herrn Ziegler wurde behördlicherseits aufgegeben, seine in hygienischer Hinsicht nicht einwandsfreien Arbeitsräume umzubauen, fowie die Arbeitszeit der Gesellen, die bis dahin 70 bis 80 Stunden pro Woche betrug, auf das tarifliche Maß zu beschränken. Herr Ziegler, der, wie es den Anschein hatte, recht schnell Millionär werden wollte, beutete gleichzeitig drei LehrLingebiszuje 100 Stunden pro Woche aus. Da aber auch Lehrlinge nicht vogelfrei sind, wurde bei den zuständigen Stellen Beschwerden erhoben. Beim darauf tagenden Familienrat, zu dem der gewerbsmäßige Stellenbermittler Franz Otto geladen war, wurde festgestellt, daß an allem Unglück der 3entralverband schuld sei und deshalb die im Betriebe Beschäftigten durch Gelbe ersetzt werden müssen. Wie gesagt, so getan. Unter Ausnutzung der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse wurde der Vertrauensmann turzerhand entlassen. Rache ist füß, denkt Herr Ziegler. Der Betrieb ist selbstverständlich für organisierte Kollegen ge= sperrt. Im Anschluß an Vorbesprechungen mit dem preußischen Wohlfahrtsministerium wurden am Montag im Reichsarbeitsministerium mit den Vertretern der Landesregierungen die Erleichterungen beraten, die für die Durchführung öffentlicher Rot. raten, die für die Durchführung öffentlicher Rot. standsarbeiten in den Bezirfen gewährt werden sollen, welche unter besonders großer Erwerbslosigkeit leiden. Allgemeine leber einstimmung bestand darüber, daß die zur Bekämpfung der Arbeitslofigkeit bestimmten öffentlichen Mittel bei der großen Not der Erwerbslosen in möglichst entgegenkommender Weise für Notstandsarbeiten zur Verfügung gestellt werden sollen. Es wurde daher Berhandlungen über die Sozialversicherung im Saargebiet beschlossen, in den notleidenden Bezirken das Ausmaß der Darlehen, die Reich und Länder für Notstandsarbeiten geben, gegenüber der bisherigen Uebung beträchtlich, im Höchstfall bis zu 80 Proz. der Gesamtkosten, zu erhöhen. Ferner foll nötigenfalls der Zinsfag für diese Darlehen bis auf 5 Broz., im besetzten Gebiet in Ausnahmefällen auf 4 Broz, herabgefeßt werden. Auch die Tilgung der Darlehen soll dadurch erleichtert werden, daß der Beginn der Rückzahlungen um ein bis zwei Jahre hinaus. geschoben wird. Endlich soll es den Gemeinden, die durch die Fürsorge für ausgesteuerte Erwerbslose besonders stark belastet sind, erleichtert werden, auch Ausgesteuerte zu Notftandsarbeiten heranzuziehen. Das Ergebnis der Besprechungen wird den Regie rungen der Länder durch einen Runderlaß des Reichsarbeitsministers fofort mitgeteilt werden. Geht die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Tempo der letzten Wochen weiter, dann werden wir in zwei bis drei Wochen auch in Berlin soweit fein, wie heute Mülheim ift. In der vorigen Woche waren in den Berliner Arbeitsnachweisen rund 160 000 Personen eingetragen, d. h. jeder 25. Einwohner. Rechnet man die Familienangehörigen dazu, dann fann man die infolge Arbeitslosigkeit unter. ftüßungsbedürftigen Personen bereits heute auf den sechsten Teil der Berliner Bevölkerung beziffern. Dazu tommen die Kurzarbeiter und die Erwerbslosen, die auf feinem Arbeitsnachweis eingetragen find. Was aber geschieht, um die Katastrophe aufzuhalten und einzudämmen? Reichsbant, Reichswirtschaftsministerium und Reichs finanzminifterium tun nichts oder tun so, als ginge fie die Katastrophe eigentlich gar nichts an. Die Gewerkschaften haben wiederholt und eindringlich gewarnt. Sie werden deutlicher werden müffen! Die Massenentlassungen bei Goerz. sendamise Aufträge genug vorhanden. In der Betriebsversammlung der Firma„ Optische Anstalt C. P. Goerz" am 29. Dezember nahmen die Angestellten und Arbeiter zu den Massenentlassungen Stellung, die gegen wärtig im Betriebe zur Durchführung fommen. Es werden von einer Belegschaft von 1600 2 rbeitern, 450 bis zum 5. Januar zur Entlassung gebracht. Von 502 Angestellten sollen 180 bis zum 1. Februar entlassen werden. Die Genehmigung zu diesen Entlaffungen liegt bereits vor, nachdem vom Vertreter des DMB., dem Kollegen Henschel, bei der Verhandlung mit dem Gewerberat Wauer, der Direktion und dem Arbeiterrat vergeblich versucht wurde, die Entlassungen durch Kurzarbeit zu verhindern. Da die Firma scheinbar selbst nicht recht weiß, über welche Mittel fie verfügt und mit wieviel Arbeitskräften sie den Betrieb geftellt. Um die letzteren Entlassungen zu verhindern, wurde in der aufrecht erhalten will, sind erneut etwa 100 Entlassungen in Aussicht Betriebsversammlung folgender Antrag einstimmig angenommen: Um die Kolleginnen und Kollegen vor der Entlassung zu schützen und das Heer der Arbeitslosen in Berlin nicht ungeheuer zu vergrößern, verpflichtet sich die Belegschaft von C. P. Goerz nur noch 40 Stunden in der Woche zu arbeiten, aber nur dann, wenn die Entlassungen unterbleiben." in der es insbesondere heißt: Des weiteren wurde eine Resolution einstimmig angenommen, den Bersammelten um so mehr unverständlich, als sie vor furzem „ Die Maßnahmen der Betriebsleitung der Goerz- Betriebe wird noch durch den Betriebsrat der Arbeiterschaft mitteilen ließ, daß Aufträge genug vorhanden sind und vorläufig an eine Einschränkung nicht gedacht werde. Es erscheint undenkbar, daß die Leitung der Betriebe nicht auf fe turze Zeit voraussehen tann Bersammlung fieht vielmehr in den Entlassungen eine Fort und plötzlich die Beschäftigungsmöglichkeiten abgebrochen sind. Die segung der allgemeinen Unternehmeroffensive zur restlosen Berelendung der Arbeiterschaft. Sie ist bereit, sich mit allen geeigneten Mitteln energisch dagegen zur Wehr zu setzen. Der nachdrückliche Abwehrkampf fann nur geschlossen von der gesamten Arbeiterschaft innerhalb und außerhalb der Betriebe geführt werden. Darum ist die restlose Organisierung aller Arbeitnehmer in den freien Arbeiter- und Angestelltenverbänden dringend notwendig. fortige schärffte Maßnahmen gegen die Unternehmer bei Die Versammlung fordert vom Reichsarbeitsministerium( o Kürzung der Löhne, Betriebseinschränkungen und Stillegungen. Sie forbert, daß jeder Fall von Regierungsfeite aus, sowie durch besondere von den Arbeitnehmern gewählte Ausschüsse gründlic Saarbrüden, 4. Januar.( Mtb.) Wie wir hören, beginnen heute in Frankfurt a. M. die von den Gewerkschaften im Saargebiet angeregten Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Regierungsfommission des Saargebiets über die Sozialversiche. rung im Saargebiet. Die mit dem angeblich fortschrittlichen Geift des Völferbundes im schroffsten Widerspruch stehende Rückständigkeit der sozialpolitischen Gesetzgebung im Saargebiet hat im Laufe der Jahre zu einer völligen Berelendung der jaarländischen Rentenempfänger geführt. Obwohl die Regierungskommission durch§ 24 des Saarstatuts zur Erhaltung der erworbenen Rechte oder Anwartschaften der Einwohner des Saarbeckens in Versicherungs- und Rentenangelegenheiten ausdrücklich verpflichtet ist, hat sie es nicht zuletzt durch die vernunftwidrige Lösung der Sozialversicherung von den Versicherungsträgern im Reich zuwege gebracht, daß die Leistungen an die Saarrentner auf der ganzen Linie geschmälert wurden. Für die Lage charakteristisch ist, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die Freilassung der Drittelungsrente in der Unfallversicherung, die im Saargebiet 3600 Frant beträgt, während sie schon vor dem Krieg erst bei 1800 m. begann, was im Saargebiet einem Betrage von mindestens 10 000 Frant entsprechen würde. Am liebsten wäre es den Geschädigten, wenn die moderne deutsche Sozialgefeßgebung auch im Saargebiet eingeführt würde. Die Aussichten dafür sind aber wegen des Widerstandes der Regierungsfommission, die sehr harthörig ist, wenn sie an ihre Verpflich tungen erinnert wird, für die Wohlfahrt der Bevölkerung zu sorgen, noch ungünstig. Immerhin hofft man, daß die heutigen Berhandlungen in Frankfurt a. M. zu einer Berbesserung der Lage führen. SPD.- Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre! Die Funktionärausweise für 1925 find ab 5. Januar ungültig. Die Ausweise für 1926 find fofort im Betriebssekretariat, Lindenstr. 3, Zimmer 10, in Empfang zu nehmen. In größeren Betrieben empfiehlt es sich, die alten Ausweise durch den Obmann der Fraktion zu sammeln und zum Umtausch zu bringen. Dabei find die Mitgliedsbücher zu fontrollieren. Einzelfunktionäre in Kleinbetrieben müffen in das Sefretariat fommen. 3. A.: Adolf Holz. Aus der Partei. Beileid an Turafi. Der Vorstand der SPD. hat an den Genossen Turati folgendes -aus Gründen der Zensur kurz gehaltenes Beileidstelegramm gesandt: sprechen wir Ihnen unsere herzlichste Teilnahme aus. Anläßlich des Todes der tapferen Genoffin Rulischoff Sie wird den Sozialisten stets ein leuchtendes Vorbild sein." Estländischer Parteitag. Aus Reval wird uns geschrieben: Weihnachten und Neujahr stattfand, brachte im Anschluß an ein Der Barteitag der est ländischen Sozialisten, der zwischen Referat des Vorsitzenden des Barlaments Ren über die politische Lage eine lebhafte Aussprache über die Frage der Beteiligung der Sozialisten an der Regierung. Bei der Abstimmung entschied fich die Mehrheit im Sinne des Referenten prinzipiell für einen Eintritt in die Regierung. Der neugebildeten Regierung Neuwahlen zum Barlament eine sozialistische Mehrheit ergeben gegenüber wird die Partei in der Opposition verbleiben. Allgemein fam auf dem Parteitag die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß die Neuwahlen zum Parlament eine sozialistische Mehrheit ergeben werden. Berantwortlich für Bolitit: Eraft Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewertschaftsbewegung: Friedr. Catorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Fris Rarstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin. S 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". ingetragene Babe King chutzmarke Naturhell- Methode Kneipp! Die weltberühmten Pfarrer Kneipp- Pillen das zuverlässige, blutreinigen de Abführmittel Rheum u. Sapo je 2, Cal. 3, Junip. 1, Aloe Zu haben in allen Apotheken Mk Nr. 5 ♦»Z.�ahrgtwg 7. Beilage des Vorwärts dienstag, 5. Januar 1926 P?fiitsderTier§cluife I ll�>(»> vji Ay � /v j In einer Zeit, wo HunderUausend« ein Hundeleben führen müssen, sind 70 Mark Hundesteuer eine grohe Summ«.— trotz Ratenzahlung, trotz Stundung bleiben sie es— unerschwinglich, nicht mehr abzusparen von dem Wenigen, von vielen, die sich ihren vierbeinigen Freund und bescheidenen Beschützer durch schwere Jahre in der Hossnung auf Besserung mit durchgefüttert haben. Jetzt geht es nicht mehr..Jetzt mutzt du weg/ das bedeutet für die Aufgegebenen, zu einem anderen guten Herrchen oder Frauchen— oder— die Blausäurespritze. Datz die Menschen setzt aber andere Sorgen haben und wenig Steigung zeigen, durch Aufnahme eine» Hundes ihr Hauehaltsbudget weiter anzuspannen, mutzten in den letzten Tagen zwischen Weihnachten und Reujahr insgesamt einige tausend dies« Vierbeiner erfahren. vas Schicksalshaus In der Schicklerstraße. Dos freundlich« kleine Hau» de« Tierschutzoereins da in der Schicklersiratz e. fast an den Eisenbahnbogen angelehnt, sonst von den wenigsten Possanten beachtet, wird seit Tagen van einer dichten lU�ilschenmasse umlagert. Herrchen und Frauchen stehen hier dicht gedrängt, um Bella oder Flock oder Pussi, die Aufgegebenen der Giftspritze zu überantworten, wie sie auch hier stehen, von dem schwirrenden Stimmgewirr eingehüllt, am Abfertigung warten: man sieht e» ihnen an. datz ihnen der Weg hierher nicht leicht gefallen ist. Ein kleiner Bengel hält seinen.Strolch", einen ruppigen Aterbeiner am Halsband. Immer wieder fahren die kleinen Hönde durch das struppige Fell:.Armer Strolch." Wenn er mit der Menge bis vor den Eingang gedrängt Ist. windet er stch wieder heraus, stellt sich wieder hinten an und streichelt und streichelt immer wieder. Aus den Gesprächen der Wartenden, die mit heftigem Eifer geführt werden, klingt die Härte unserer Zeit, dabei greisen die ......."ell der lustig stch tummelnden Delinquenten, Hände oft tosend in da« die sich in der großen Versammlung ihrer Leidensgenossen stchlllch wohlfühlen. Es wäre oerwunderlich, wenn nicht' auch diese G«' legenheit von Geschäftstüchtigen als Gewinnmöglichkeit benützt würde. Mit suchender Gebärde schieben stch einige durch die Menge, Händler, Züchter und laiche, die überall dabei sind, wo Geschäft und Gewinn in Aussicht stehen. Hunde von Wert sind natürlich selten, aber doch finden sie Exemplare, die Verkaufswert, Handels- wert besitzen. Wenn sie so ein Objekt entdeckt haben, dann hebt ein vorsichtiges Fragen an, ganz naiv, bieder..Ooch, den schönen Hund wollen Sie vergisten lassen? Ooch!" Dabei streichelt der Frager liebevoll den Begehrten und hat dabei schon sachkundig den Maulkorb abgestreift, streichelt, fühlt, und beguckt stch.sein" Hund- wollen Sie wohl nicht weggeben?"— Und stehe da, das wollen die Besitzer schon, nur besinnen sie stch, daß aus dem Wunsche des Anderen sich ein kleines Geschäftchen entwickeln läßt, denn man weiß schließlich Bescheid, und hat schnell begriffen, wen man vor Vom Tode errettet !Ich hat Die verlangten Dreis« für solche VlaustKmkanMbolen lad recht verschieden, oft in Anbetracht de» Borhabens, da» noch zwei Reichsmark an Gebühren oerschlingt, recht hoch.— Na. man einigt sich und manches Geschäft wird an Ort und Stell« oder im nächsten Lokal perfekt. So kommt es. datz noch mancher Vierfüßler am Leben bleibt. Da stnd noch andere, die von der Gelegenheit abgelockt, Gewinn suchen. Sie flankieren unablässig mtt einem Wolf oder Flock um den Menschenhaufen herum, haben absolut nicht die Absicht, stch de» Hundes durch Gift zu entledigen, nein, sie gehören zu den Gelegenheitsmachero— siehe oben— und suchen eine Säuser, wenn nicht heute, dann morgen, so lange, wie man an dieser Stelle auf Absatz rechnen kann. 3m flufaahmeraum. Da drinnen im Aufnahmeraum geht es sehr rasch, für die, die sich von ihrem Hund trennen müssen: es sind auch noch andere da. die für ihren vierbeinigen Schützling tierärztliche Hilfe heischen. Da sitzt ein« Frau mit einem Pintscher, der so schrecklich hustet: da sitzt ein Junge mit einer gelben Stage, die er wohlocrpackt im Ann halt. Ein großer Hund hat sie gebissen. Man hört es aus der Decke heraus, datz er sehr groß gewesen sein mutz. Mit großen und kleinen Haustieren sitzen sie hier, Frauen meistens, aber auch Männer, Kinder, und warten, bis sie und ihre Schützlinge heran- kommen. Wenn die Tür zum Behandlungszimmer für Sekunden sich öffnet, sieht man blanke Tische, blitzende Instrumente und geschäftige Gestalten mit weißen und gestreiften Kitteln. So viel Aushebens ist nicht mehr um die Todeskandidaten. Wohl sind die Tötungsgebühren schnell erlegt und die Formalitäten der Ueber- antwortung schnell erledigt— aber wie lange dauert es diesmal, bis Halsband und Maulkorb gelöst stnd. Immer wieder verheddern die zitterirden Hände die Riemen und Riemchen. Wenn er erst frei von Korb und Halsband ist, geht es fix, noch einmal gleiten die Hände über da« Fell— und schwapp iit er schon hinter einer schnappenden Tür— staunt erschreckt und sängt ein mordsmäßiges Gejaule an, bellt und heull bis drei Hände fester zupacken— in der vierten blitzt ein winziges Instrument— die Spritze: dann ein Ruck— er will noch hoch, beißen, sich wehren, da ist es schon vorbei — wenn Herrchen gerade vorne die Türe hinter sich schließt, um Maulkorb und Leine nach Hause zu tragen. Wenn man am Stadt- bahnbogen vorbeikommt, wo sich die Zwinger der hundesang- abteilung befinden, wird man unwillkürlich aufgehalten von dem Hundelärm, der durch die Mauern dringt. Hier warten einige Dutzend Findlinge, Hunde und Katzen, daß sie von ihren Besitzern abgeholt werden, oder bis auch sie die.Spritze" erlöst. Wie richten sie stch erwartmd hinter dem Drahtgitter auf, wenn man den trüben Raum, aus dem einem eine Welle beißenden Geruchs ent- gegenschlägt— und das Bellen wird zu Höllenlärm. * Bleibt man stehen cm einem Käfig, der einen oder mehrere Tiere, natürlich nach Gattungen getrennt, beherbergt, dann presien stch edle, dicke oder struppige Köpfe an das Gitter und eine rote Zunge sucht die Hand zu erhaschen. Diel gibt es hier nicht zu sehen, Gitter, Stroh und Hund«, muntere und müde, alle Rassen und solche ohne Merkmale einer bestimmten Rasse— eben Hunde. Lange noch gellt das Gekläff, wenn man schon in der erheblich frischeren Straßen- luft steht., »• Teilweise hunöesperre in Groß-Serlin. Ab ö. Januar. Durch die Untersuchung des Gchirns eines getöteten Schäfer- Hunde», der dem Gosthofbesitzer Heinrich Lange—„Restauraitt zur Walzmühle" in' Bernau-Süd— angehörte, ist, wie der Polizei- Präsident mitteilt, Tollwut festgestellt worden. Der Hund hatte im Wutstadium mehrere Menschen gebissen. Er ist vermutlich insisziert worden durch einen herrenlosen unbekannten Hund, der Anfangs Dezember den Langeschen Schäferhund gebissen hat. Von diesem fremden Hund stnd dem Vernehmen nach ebenfalls mehrere Men- schen durch Bisse oerletzt worden. Der Polizeipräsident hat daraufhin— entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen über den Umfang des zu bildenden Sperr- bezirk»— für folgende Ortsteile Berlins die sogenannte Hunde- sperre angeordnet: im Bezirk des Polizeiantts Weißensee für die Ortstelle Falkenberg. Wartenberg und Malchow ein- schließlich ihrer Gemarkungen, im Bezirk des Polizei- amts Pankow für die Ortsteile Blankenburg, Karow, Buch und Buchbolz einschließlich ihrer Gemarkungen. Der Sperrbezirk hat hiernach den Mindestumfang, den da» Gesetz überhaupt nur zuläßt.— Alle Hunde müssen in den vorgenannten Stadtteilen festgelegt(angekettet oder eingesperrt) sein. Die an- gekettet gehaltenen Tiere stnd außerdem so einzusperren, daß sie von herrenlos umherschweifenden Hunden nicht gebissen werden können. Der Festlegung ist dos Führen der mit einem sicheren Maulkorb versehenen Hund« gleich zu achten.— Hunde, die aus Sperrbezirken in sperrfreiees Gebiet gebracht werden, sind gleichfalls mit s i ch e- 57, Die Passion. Roman von Clara Diebig. Jetzt lächelte sie daß sie Frau P nicht..Mlbert.___. abweisend hatte er ihr geantwortet auf ihren Brief, den sie ihm vor acht Tagen geschrieben hatte! Eva hatte nicht mehr an sich halten können. Nachts, als sie halb ausgezogen an ihrem Fenster stand, hinabblickte in den lockenden verschwiegenen Garten, waren ihr Gedanken ekommen, die sie nicht mehr meistern konnte, nicht länger Irschen. Sie dachte an Schwester Johanna in der Eharitö und an den jungen Doktor, dem die auf dem Schos hatte: sie dachte an manches, was sich ihrem Blick schon ent' schleiert hatte, als sie, noch ein Kind, an den versteckten Bänken des Tiergartens vorbeiirrte. Schauer auf Schauer über» rieselte sie. Als der Portier das Haus aufschloß, war sie als erste hinausgeschlüpst und hatte ihren Brief in den Post- kästen getragen. Hätte sie ihn noch einmal durchgelesen, so hätte sie ihn vielleicht nicht abgeschickt. Und nun hatte sie auf Antwort gewartet, gewartet so ungeduldig, daß es sie krank machte. Kein Wunder, daß ihre Hände zitterten und Frau Bayer sie schlecht aussehend fand: heute morgen, vor einer Stunde— endlich!— war die Antwort von Albert auf ihren Brief gekommen. Der junge Mann hatte sich s erst reiflich uberlegt: er war noch immer sehr betroffen, und es war ihm sehr unangenehm: Himmel, was hatte er da angenchtet. ohne es zu wollen! An so etwas hatte er nie gedacht, oie war doch seine Kusine, und sie hatte ihm leid getan, deshalb war er so freundlich gewesen, doch nicht etwa aus Liebe.. La wurde er sich doch etwas anderes aussuchen. Aber das sagte er natürlich nickt. Cr schrieb nur ein bißchen zurückhaltend und etwas lehrhaft: «r fühlte sich ganz als reiferer Mann einem schwärmerischen Bockfisch gegenüber. Aber er schrieb:„Mein liebes Evchen und darunter:„In alter Freundschaft Dein Better Albert. Er schlug ihr vor. sich zu treffen, dann wollte er ihr einmal seine Ansichten klarer darlegen und sein Lebensprogramm; in dem stand vorderhand kein Wönchen Liebe. Erst selber eine Buchhandlung haben, auf etwas Positivem stehen, dann kam für ihn.Liebe" und dergleichen an die Reihe. Dieser Briel hatte Eva schwer verstört. Sie sah darin die gutwütige Rücksichtnahme und— Mitleid Und beides wollte sie nicht. Sehr blaß, die Lippen aufeinander gepreßt. mit einem so wilden Klopfen des Herzens, daß es ihr schmerz- hast gegen die Brust stieß, ging sie dem Bahnhof zu. ihm ent- gegen. Und nun war alles zu Ende. Nein, leider doch nicht alles zu Ende. Im Wald, aus dem einsamen Weg. den sie gingen zwischen Wacholderbüschen, hatte sie sich ihm an den Hals gestürzt unter unendlichen Tränen. Berlegen hatte er dagestanden: was machte er mm mit ihr, nahm sie denn gar keine Vernunft an? Er redete auf sie ein. er dozierte, er philosophierte: pah, was war denn überhaupt Liebe? Nur der Trieb des Geschlechts. Sie sollte mal sehen, wenn der Raptus erst vorüber war» dann sah man alles in ganz anderem Licht. Und dann würde sie über sich selber lachen. Zuletzt hatte er sie so weit, daß sie ruhiger wurde. Stumm, die Augen niedergeschlagen, hörte sie alles an. Beim Abschied schütteUen sie sich wie immer die Hände. Eva blieb heute lange aus. länger als sonst, wenn sie spazieren ging. Frau Bayer wartete ungeduldig: sie muhte heute gleich fort zu einer Sitzung nach Berlin, und sie hätte Eva noch zu gern vorher gesprochen. Sie wollte die Sonne nicht untergehen lassen hinter einer Wolke der. Unklarheit zwischen sich und Eva. Was war das mit Eva? Wer war der Mann, den sie vom Bahnhof heimlich abholte? Vielleicht ihr Onkel? Sie ging mit ihm so vertraut dem Walde zu. so vertieft, daß sie Auguste gar nicht bemerkt hatte, die mtt ihrem Korb dicht an ihr vorbeiging. Dieses gewissenhafte Mädchen war ganz außer sich nach Haufe gekommen, batte es ihr sofort berichtet: bewahre, der Onkel! Ein hübscher junger Mensch war es. und die Eva war wie behext, sah nicht rechts und nicht llnks. Sollte Eva auf Abwege geraten? Sie war noch so jung. und ein Kind ohne Dater und Mutter, man mußte sie warnen. Frau Bayer nahm sich vor. ihr liebevoll ins Gewissen zu reden, aber leider fehlte heute die Zeit dazu: sie mußte nun fort nach Berlin, und mit dem Zug um Mitternacht tonnte sie erst zurückkommen. Es mußt« also leider warten bis morgen. Als Eva nach Hause kam, war es schon dunkel. Als sie sich von dem jungen Mann getrennt hatte, war sie noch lange allein umhergewandert. Sie fürchtete sich vor Frau Bayers Blicken. Man sah ihr auch das Weinen noch an. Und sie war so übel gestimmt und so mißlaunig. daß es ihr unmäg- lich erschien, jetzt jemandem Rede und Antwort zn stehen. Wie eiu kalter Wassersturz war es niedergegangen über ihre Er- hitzung, die nüchterne Art des Vetters hatte sie urplötzlich ab- gekühlt. Liebte sie ihn denn noch? Gewiß, ja— oder eigentlich. wenn sie ehrlich sein wollte: nein. Sie hatte sich alles anders gedacht, so ganz anders vorgestellt— und ihn besonders. Er war doch ein echter Wilkowski, er paßte in seine Familie. Sie war ihm nicht böse, o nein, sie ärgerte sich auch nicht über ihn, sie ärgerte sich nur über sich selber. Warum hatte sie ihm den Brief geschrieben? O. hätte sie das nie getan I Jetzt mußte sie sich dessen schämen, o. so sehr schämen! Wie«ine Diebin, leise, verstohlen, schlich sie sich ms Haus. Aber sie war doch nicht so leise, daß Auguste sie nicht bemerkt hätte. Die kam aus ihrer Küche und stellte Eva im Flur: „Na, wo waren Sie denn so lange?" „Spazieren." Eva sagte es kurz und trotzig: das fehlte noch, daß gerade die ihr in den Weg kam, die sie ohnehin nicht leiden konnte. Diese Person, die hinter Frau Bayers Rücken alles beklatschte und sich dann doch lieb Kind bei der machte, ihr alles zutrug. Und wie höhnisch die sie ansah.„Lassen Sie mich zufrieden." schrie sie gereizt.„Was wollen Sie denn von mir?" „Na, warten Sie man, Sie kriegen's morgen!" Das Mädchen lachte. Das schlechte Gewissen sah der Kleinen ja aus den Augen: es machte ihr Spaß, Eva ein wenig zu ängstigen.„Sie sind gesehen worden mit'nem jungen Mann — na, sowas! Sie fangen ja früh an. Aber Frau Bayer, die wird Ihnen Bescheid sagen!" „Klatschmaul." sagte Eva und rannte an der Lachenden vorbei die Treppe hinauf, Fort, nur fort in ihr Zimmer! Da schloß sie sich ein. Es war allen im 5)ause verboten, sich einzuschließen. Sie tat es doch. Frau Bayer war ja nicht da. und nach allen anderen fragte sie nicht. Als Auguste nach einer Stunde auf die Klinke drückte und dann klopfte:„Eva, Ihr Abendbrot, wollen Sie denn gar nichts essen?" gab sie keine Antwort. Das Mädchen rüttelte an der Tür:„Machen Sie doch auf!" Eva gab keinen Laut von sich: sie hörte Auguste sich zögernd entfernen. Nach einer Weile kam die nochmals wieder, rüttelte abermals:„Eva, machen Sie doch keine Dummheiten, machen' Sie auf!" Auguste rüttelte, pochte, rief, Eva hörte es ihrer Stimme an. daß sie ängstlich war. Mochte die nur Angst kriegen! Gehörige Angst. Das geschah ihr recht. Die dachte gewiß, sie täte sich was an! (Fortsetzung folgt.) rem Maultorb zu verfehen und an ble etne zu nehmen. Die entgegen den Bestimmungen im Sperrbezirt frei umberlaufenden Hunde werden weggefangen und gegebenenfalls getötet. Auch sei an dieser Stelle aieder darauf hingewiesen, daß die Hunde in dem sperrfreien Gebiet der Stadt mit einem beißsicheren Maulkorb und, wenn sie frei umherlaufen, mit einem Halsband versehen sein müssen, das die genaue Adresse des Eigentümers oder eine gültige Steuermarte trägt. Hunde aus dem sperrfreien Gebiet find beim Verbringen in gesperrte Stadtteile gleichfalls an die Leine zu nehmen. Die Sperre tritt am 5. Januar in Kraft. Einträglicher Wohnungswucher. Wenn früher in Berlin zeitweise ein Mangel an Wohnungen fich fühlbar machte, pflegten geschäftstüchtige Hauseigentümer das als willkommenen Anlaß zu einer weiteren Mehrung ihres Profites zu benutzen. Indem sie sich auf das Gesetz von Angebot und Nachfrage" befannen, beantworteten sie die Zunahmen der Nachfrage nach Wohnungen mit einer neuen und träftigen Steigerung der Mieten. Bei dem Wettbewerb der Wohnungssuchenden, die in Sorge und Angst von Straße zu Straße liefen und schließlich selbst für schlechteste Wohnungen jeden Preis zu zahlen genötigt waren, fonnten die Hauswirte sich die tollsten Mietsteigerungen leisten. Heute ist solcher maßlofen Auswucherung der Mieter ein Riegel vorgeschoben, zum Verdruß derjenigen Hauswirte, die sich jene " goldenen Zeiten" zurückwünschen. Aber mer als Hauseigentümer sein Geschäft versteht, findet auch heute noch Wege, fich Profite zu verschaffen, mit denen er fich fehen lassen tann. Einen tüchtigen Bazen bringen die Abstandsgelder ein, die nicht selten bei Vermietung von Wohnungen neben der gesetzlichen Miete noch gezahlt werden müssen. Das Haupt Wohnungsamt der Stadt Berlin sieht sich veranlaßt, öffentlich auf diesen ucher hinzuweisen, die Hauseigentümer vor solchen Sonderforderungen zu warnen und den Wohnungfuchenden gegebenenfalls fofortige Anzeige zu empfehlen Als Proben führt das Wohnungsamt ein paar Brozesse an, die für die schuldigen Hauseigentümer( leider fehlt die Angabe der Ramen) mit Berurteilungen geendet haben. In einer Straffache gegen einen Eigentümer, der bei der Bermietung einer Großwohnung neben der gefeßlichen Miete eine Sondervergütung von 1500 m. forderte, hat das Gericht wegen lebertretung der Berordnung gegen Breistreiberei auf 3000 M. Geldstrafe und Einziehung der zu unrecht erhobenen Sondervergütung ertannt. In einem anderen Fall derartigen Buchers ift ein Eigentümer zu einer Woche Gefängnisstrafe und 3000 m. Geldstrafe verurteilt worden. Das Wohnungsamt fordert im Anschluß hieran die Wohnungsuchenden auf, wenn Zahlung eines Abstandgeldes verlangt wird, dem Bohnungsamt sogleich Mitteilung davon zu machen. Wir empfehlen das den Wohnungsuchenden auch gegen Hauseigentümer, die sich bei einem Wohnungstausch ihre Einwilligung mit einer durch nichts gerechtfertigten Sondervergütung bezahlen lassen. Solchen Bucherern fann ihr schmutziges Handwert nur gelegt merden, wenn die Wohnungfuchenden selber in diesem Rampf mit helfen und durch Anzeige den Behörden die Möglichkeit ftraf. rechtlicher Berfolgung geben. Mitteilungen über Sonderforderungen der Wohnungswucherer find zunächst an das Wohnungsamt zit richten. Anonyme Anzeigen. 3wel Frauen zu Gefängnis verurteilt. Durch ein Bombardement falscher anonymer Anschuldigungen haben sich zwei Frauen, Mutter und Lochter, die Witwe ba H. und die Witwe Lina F. eine böse Suppe eingebrodt. Schon das Schöffengericht Schöneberg hatte in den beiden Angeklagten bie anonymen Briefschreiberinnen erfannt und fe zu empfindlichen Gefängnis ftrafen und sogar zu Ehrverluft verurteilt. Trotz des vernichtenden Ergebnisses der ersten Inftang blieben ble belden Frauen, die gegen das Urteil Berufung eingelegt hatten, auch in der Berufungsverhandlung vor der Straftammer des Landgerichts II bei ihrer Behauptung, bie namenlofen Briefe und Anzeigen nicht geschrieben zu haben. Die Angriffe richteten fich vorwiegend gegen Hausbewohner bes Hauses Cherusterstraße 17 in Schöneberg, in bem auch die beiden Angeklagten wohnten. Durch den Umstand, daß in der Wohnung eines Kaufmanns über ihnen nachts gelegentlich Stühle und Möbel gerückt wurden, erschien eines Tages die jüngere Angeflagte, Frau F, bei der Polizei und machte Andeutungen, daß anscheinend eine Geheimdruderei bort oben betrieben werde. Bald darauf lief eine Anzeige ein, daß in der Wohnung des Kaufmanns Falfgeld gedruckt werde, und es wurde zugleich diefe Wohnung als ein Ruppelquartier bezeichnet. Die nächſte Anzeige sprach wieder von einer bolichewiftischen Geheimdruderei. Schließlich nahm die Polizei eine Untersuchung der Wohnung vor, nachdem zwet Beamte fich überzeugt hatten, daß aus der Wohnung allerdings von Zeit zu Zeit merkwürdige Geräusche zu hören waren. Man fand aber nichts Verdächtiges. Die entscheidend verdächtigen Geräusche fanden eine harmlose Erklärung in dem unruhigen Schlaf eines Mitbewohners, der in einem Feldbett auf dem gebohnerten Fußboden schlief, wobei fich die Bettstelle häufig hin und her bewegte. Die Polizei betam aber fortgesetzt weitere Anzeigen. die sich auch gegen andere Hausbewohner richteten. An allen diesen Behauptungen war nicht ein wahres Wort. Die Ermittlungen ergaben, daß man es hier mit bösartigen Berleumdungen zu tun hatte. Da die mündliche Anzeige, die Frau F. erstattet hatte, faft wörtlich mit einer der späteren anonymen übereinstimmte, fo lenfte sich der Verdacht auf die beiden Angeklagten, die mit den Hausbewohnern zum größten Teil auf gespanntem Fuße ftanden. Als Grund für ihr rachfüchtiges Borgehen wurde Mißgunst angenommen. Immerhin fonnte den Angeflagten nicht nachgewiesen werden, daß fie ihre Beschuldigungen wider befferes wiffen erhoben hätten, so daß die Berufung eine Herabsetzung der Strafe auf etwa die Hälfte unter Wegfall des Ehrverluftes erzielte. Frau H. wurde zu vier Monaten, Fran F. zu vier Monaten zwei Wochen Gefängnis perurteift. Die Bewilligung einer Strafauslegung lehnte das Gericht aber in Anbetracht der ehrlosen Hand lungsweise, die jogar fo weit gegangen war, daß die Angeklagten sich durch das schwebende Strafverfahren nicht von ihrem Berleumdungs feldzug hatten abschreden laffen, ab.. Durch Kaffee und Kuchen! Wegen attiver und pafftver Bestechung verhaftet wurden ein Raufmann Lehmann aus der Auguftastraße 46 und die Bostaffiftenten Rath und Ulrich, zwet ältere Beamte, die schon lange im Boftdienst standen. Lehmann betrieb in der Auguftastraße eine Sadfabrit, die besonders an Mühlen und Kletefabriten lieferte. Eine lohnende Ergänzung dieses Betriebes bildeten Arbeiten für die Postverwaltung. Lehmann erhielt von ihr zunächst Postbeutel in großer Menge zur Ausbesserung. Seit Anfang 1922 lieferte er auch neue Beutel. Mit diesen ständigen redlichen Einnahmen, die seinem Gesambetrieb fehr zustatten tamen, noch nicht zufrieden, machte er sich an die beiden Assistenten heran und verleitete sie zu groben Pflichtverletzungen. Mit einem Glas Bier und paar Zigarren legte er die ersten Köder aus. Dann kamen Kuchen- und Wurstpakete und endlich bares Beftechungsgeld. Die Assistenten, die er so in seine Hände befam, fälschten nun regelmäßig Ausweise und verschafften auf diese Weise Lehmann große Einnahmen. Wenn er z. B. 15 000 Postbeutel zum Ausbessern befam, so bescheinigten sie ihm, daß er 10 000 erhalten habe. Ueber die 5000 fonnte nun Lehmann frei verfügen. Sollte er andererseits 3. B. 10 000 neue Beutel liefern, so lieferte er in Wirklichkeit mur 8000, befam aber die 10 000 voll angerechnet und bezahlt. Alle diese Schiebungen deckten die beiden Beamten durch ihre Fälschungen. Dem Anstister und Verführer ging es so gut, daß er fich u. a. einen großen Mercedeswagen zulegen fonnte. Die Oberpoftdirektion und die Kriminalpostdienststelle schöpften aber aus gewissen Anzeichen Berdacht gegen den Betrieb und die beiden Be amten. Eine Nachprüfung der Bücher und after Lieferungen und Aufträge bestätigten ihn, und es ergab sich, daß die Durchstechereien schon seit Jahren getrieben wurden und der Post einen Ge. famtschaden von rund 100000 Mart brachten. Der Kaufmann und die beiden ungetreuen Beamten wurden festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Vereinigung sozialdemokr. Studenten. Heute, Dienstag, den 5. Januar, abends 8 Uhr, findet im Sozialwissenschaftlichen Klub, Wilhelmstraße 48, ein Ausspracheabend über„ Die internationalen Aufgaben der sozialistischen Studentenschaft" statt. Referent: Genosse Jan Oudegeest- Amsterdam. Alle in Berlin anwesenden Mitglieder werden gebeten zu erscheinen. Für unsere Frühjahrsjugendweihen werden Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung von 50 Bf. Einschreibegebühr in den nachstehenden Anmeldestellen angenommen: Für Berlin( im Großen Schauspielhaus, am 2. April[ Karfreitag]): Jugendfekretariat Groß- Berlin, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen ( 3immer 11), geöffnet von 9 bis 4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr. Für 6. Jofeph, NW 21, Wilhelmshavener Straße 48( Spedition). A. Hönisch, N 65, Müller- Ece Utrechter Straße( Spedition). H. Mäde, N 65, Barfusstraße 13. B. Kroll, N 65, Utrechter Straße 21( Restaurant). Hoffmann, N 58, Lychener Straße 8( Restaurant). H. Obft, 39, Aderstraße 174( Spedition). B. Dobrohlaw, N. 37, Swinemünder Straße 11( Restaurant). K. Andersson, N 31, Stralsunder Straße 19. Fischer. N. 20, Bastianstraße 7. M. Güde, NO. 18, Landsberger Allee 45 I. B. Dölz, NO 55, Immanueltirchstraße 24( Spedition). Arndt, O 17, Martusstraße 36( Spedition). M. Bartmann, O 34, Königsberger Straße 37( Laden). L. Bittschuß, D 34, Petersburger Straße 5( Restaurant). Karl Melle, D 34, Petersburger Play 4( Spedition). P. Lier, SD 26, Naunynstraße 9( Restaurant). J. Pette, 60 36, Glogauer Straße 30, n. IV. Böhm, SD 36, Laufizer Blaz 14/15( Spedition). Treptow- Baumschulenweg: W. Galles, Baumschulenweg, Schraderftraße 16, 3 Ir. B. Haß, SD 36, Harzer Straße 117, n. 3. Tr. Reßler, Treptow, Graeßstraße 50( Spedition). Für Schöneberg- Friedenau: Frau Klawitter, Schöneberg, Apostel- pautus- Str. 7 A. Petrie, Schöneberg, Ebersstraße 70. Rathmann, Schöneberg, Belziger Straße 27( Spedition). G. Schaudt, Friedenau, Bachestraße 9. Für Lantwih. Lichterfelde und Steglih: Emil Ziege, Lichterfelde- Ost, Lorenzstraße 15. Karl Schönwetter, Lichterfelde- West, Händelplatz 5. Friz Hamburg, Stegliß, Schloßstraße 103. Bith. Stubig, Steglit, Ringstraße 7, Gartenhaus 3 Tr. Helmut Krüger, Stegliz, Siemensstr. 76. Günther Felgentren, Lankwiz, Charlottenstraße 34 Frau Ungerer, Wilmersdorf, Hanauer Straße 43, Siedlung. Für Charlottenburg( im Schiller- Theater), Grofmanstraße): A Hinrichsen, Bayreuther Straße 25 a. F. Schmidt, Rosinenstraße 4( Laden). Ostar Horstig, Sidingenstraße 58. 6. Kazenstein, Niebuhrstraße 61. Borwarts Spedition, Raiserdamm 102, Gartenhaus 1 Tr. Für Pantow and 19. Kreis( in der Aula des Lyzeums Bantom, Börschstraße 42/44): Konsumverkaufsstellen Bantom, Bollantstraße 102, Berliner Straße 47 und Breite Straße 16. Ronfumverkaufsstellen Niederschönhausen, Straße 79 und Kaiserweg 60. Raiser- WilhelmBor der Fertigstellung des Umspannwertes Kottbuffer Ufer. Ausbau der Berliner Elektrizitätsversorgung. Bor der Fertigstellung des Umspannwertes Koffbuffer Ufer. Infolge der Ueberlastung der Städtischen Berliner Elektrizitätsmerte wird die Reichshauptstadt feit einigen Wochen während der Hauptgeschäftszett zwischen 5 und 6 Uhr von Lichtstörungen helmgesucht, burch die nur allzu oft ganze Stadtteile betroffen werden. burg. deffen technische Einrichtungen den erhöhten Anforderungen Das im Bau befindliche Großtraftwert Rummels. burg, deffen technische Einrichtungen den erhöhten Anforderungen bes Spigentonfums angepaßt werden sollen, wird nach den Angaben der Direktion eine Aenderung der jeßigen Zustände bringen. Da die Fertigstellung des Großkraftwertes Rummelsburg aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird im Oktober dieses Jahres hofft man die erste Maschine in Betrieb nehmen zu können- hat die Direktion der Städtischen Elettri tätswerte den Ausbau verschiedener Anforderungen gerecht zu werden. Umspannwerte in Angriff genommen, um den gesteigerten So ist es nunmehr gelungen, Anforderungen gerecht zu werden. den Bau des Umspannwertes Rottbuffer Ufer zu Ende zu führen. Ein Teil dieses Werkes, daß sich an der Ede des Rottbuffer Ufers und der Grünauer Straße befindet, arbeitet bereits seit turzer Zeit mit zwei Transformatoren. Am 15. Januar dieses Jahres hofft man aber, auch das Wert im ganzen Umfang in Betrieb nehmen zu können. Es handelt sich hier um eine Unterstation des Kraftwerkes Rummelsburg, die wieder andere Unterstationen, wie die Umformerwerte Zoffener und Mariannenstraße mit Strom be llefert. Während noch der Strom beim Einlauf in das Umspann mert Rottbuffer Ufer eine Stärke von 30 000 Bolt hat, verläßt er das Bert transformiert in einer Stärte von 6000 Bolt, die wiederum Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 5. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: von den Umformerwerten auf zweimal 110 bgm. zweimal 220 Bolt reduziert werden. Ein provisorischer Betrieb ist auch in dem Umspannwert Humboldt an der Ede der Kopenhagener und Sonnenburger Straße eingerichtet, in dem der einlaufende 30 000- Bolt- Strom gleich falls auf 6000 Volt umgeformt wird. In diesem Werk ist bisher ein einziger Transformator in Betrieb, durch den ethe Maschine in dem Umformerwert in der Boltastraße gespeist wird. Von den 5 Um. [ pannwerten in Groß- Berlin, die sich in der Rathausstraße, am Rottbuffer Ufer, am Humboldthain, in der Mauerstraße und in der Wallstraße in Charlottenburg befinden, ist bisher lediglich das erstere in der Rathausstraße vollständig in Betrieb. Das dortige Wert liefert durch Umspannung des Stromes in vier Trans formatoren etwa 42 500 Kilowatt Ampère. Seltsames von der OPD. Eine Antwort und zwei Fragen. Zu unserer Meldung des Vorwärts in Nr. 596 vom 18. De 3ember„ Seltsames von der OPD." wird uns aus dem Reichspost ministerium folgendes mitgeteilt: Im Jahre 1924 hat die Berliner Baufirma, die jetzt im Zu sammenhange mit der in Aussicht genommenen Siedlung in Steglig erwähnt wird, im Auftrage der Oberpostdirektion mur die Siedlung in Reinickendorf von 150 Wohnungen gebaut. Im Jahre 1925 find die Siedlungsmittel auf neun verschiedene Unternehmungen mit ins gesamt 439 Wohnungen verteilt worden, wovon auf die eingangs erwähnte Firma lediglich Mittel für 17 Wohnungen entfallen; es handelt sich dabei um die Fertigstellung der Reinidendorfer Sied lung. Bon einer Monopolstellung einer Firma fann also teine Rede sein. Das Bauvorhaben in Steglig sollte bereits 1925 ausgeführt werden, der Plan mußte aber megen des Dom Kleingarten- Schiedsgericht anerkannten Einspruchs der Kleingartensiedler zunächst aufgegeben werden. Er soll 1926 durchgeführt werden, sofern der Bost ausreichende Mittel zur Verfügung stehen. Die Dberpostdirettion hat der Baufirma ausbrüdlich er öffnet, daß Garantie und Risiko für die Durchführung des Bauunternehmens von der Post nicht übernommen werde, sondern ausschließlich Sache des Unternehmers sei. Sie hat lediglich auf Anfrage der Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin erflärt, daß ihr nach wie vor an der Durchführung des Baues gelegen und daß sie mie in allen sonstigen Fällen gewillt set, für die Bereit stellung der Mittel insoweit zu forgen, als sie nicht durch Gelder des Bauherrn und der Hauszinssteuerhypotheft aufgebracht würden. Bon einer Beigerung der Stadt, der Firma ohne eine Gesamtgarantie der Poft die Hauszinssteuerhypothet zu gewähren, ift der Bost nichts befannt, ebensowenig bis jetzt von Zahlungsschwierigkeiten der Firma. Die Behauptung, daß recht intime Beziehungen zu der Firma bestehen sollen, ist nicht begründet." Zu dieser Zuschrift ist folgendes zu bemerken: Auf der einen Seite wird gesagt, daß das Bauvorhaben in Steglitz 1926 durd geführt werden solle, sofern der Post ausreichende Mittel zur Berfügung stehen; die DBD. habe der Baufirma eröffnet, daß die Garantie für die Durchführung( sprich Schlußfinanzierung) aus schließlich Sache der Baufirma fei. Im Widerspruch dazu wird auf der anderen Seite zugegeben, daß die DPD. der Wohnungsfür. forgegesellschaft gegenüber für die Baufirma die Berpflichtung für die Mittelbeschaffung über die Hauszinssteuerhypothet und die Bosthypothet hinaus( prich: Schlußfinanzierung") übernommen habe. Also stimmt doch unsere Meldung. Wir haben uns an fompetenter städtischer Stelle bestätigen lassen, daß die Wohnungsfür. forgegesellschaft im Hinblick auf die finanziellen Schwierigkeiten der Baufirma ausdrücklich die Garantie der Post für die Schluß flananzierung( also über die Hauszinssteuerhypothef und die Postarbeitgeberhypothet hinaus) als Bedingung für die Hers gabe der Hauszinssteuerhypothet an die Baufirma verlangt hat und daß die OPD. entgegen den Bestimmungen und Gepflogenhetten und obwohl die Mittel noch nicht einmal im Etat bewilligt find die Gesamtgarantie bereits in vollem Umfange übernommen hat. Bielleicht beantwortet das Ministerium die folgenden beiden Fragen: Hat die fragliche Baufirma für das Bauvorhaben in Steglig lediglich Boftarbeitgeberhypotheten in üblicher Weise erhalten, wobei es Sache der Baufirma bleibt, die Mittel über die Hauszinsfteuerhypothet und die Bostarbeitgeberhypothef hinaus von fich aus aufzubringen? Oder Sind darüber hinaus von der DPD. zugunsten der Baufirma Berpflichtungen für die Schlußfinanzierung übernommen und Sah lungen vorweg geleistet worden?" Was die Frage der Monopofftellung der Baufirma betrifft, fo scheint das Reichspoftminifterium nicht vollständig informiert worden zu fein. Sobald Klarstellung erfolgt ist, werben wir tu unserem Blatt weiter berichten. Robert Grunwald, der Senior der Berliner Bariamentsjournalisten, wurde gestern im Krematorium zu Wilmersdorf bestattet. An der Trauerfeier beteiligten sich mit den Hinterbliebenen des Berstorbenen viele feiner Berufskollegen. In der Gedächtnisrede zeichnete Pfarrer Bleier das Charakterbild dieses Mannes der Feder, dessen Leben Mühe und Arbeit gewesen ist. Ihm hatte die Arbeit seelische Werte und sie war ihm Menschendienst, dem er in opferfreudiger Treue fich hingab. Bertreter des Wolfffchen Telegraphenbureaus, des Bereins deutscher Zeitungsver leger und des Vereins der Parlamentsjournalisten sowie des Bereins Berliner Presse würdigten die Lebensarbeit des Verstorbenen, der feinen Berufskollegen Borbild und Muster gewesen ist. Typographia! Dienstag, ben 5. Januar: Nebungsstunde unter Leitung des Herrn Beinbaum. Bünktliches urb vollzähliges Erscheinen unbedingt notwendig. Ausgabe der Jahresprogramme. Donnerstag, den 7. Januar, vormittags: Nebungsstunde im Jugendheim. Sport. Um den Einheitsverband im Radsport. 4.30-8 Ubr naohm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 8.30 Uhr abends: Stunde mit Büchern: Die Ausländer". 1. Iwan SchmelIn Nr. 608 brachten wir die Entschließung, die die Borsitzenden des Verbandes deutscher Radrennbahnen und die Ber jow: Die Sonne der Toten. 2. Joh. V. Jensen: Zug der Cimbern. 3. Luigi Pirandello:„ Die Wandlungen des Mattia Pascal" und" Novellen". 4. Ernst Didring: treter des Bundes deutscher Radfahrer in einer gemein Die Weltspinne". famen Sigung gefaßt hatten. Die Entschließung fordert bekanntlich die 5. Birger Söberg:„ Das gesprengte Quartett". 7 Uhr abends: affung des Einheitsverbandes der deutschen Radfahrer. Theodor Kappstein:" Zum 80. Geburtstag Rudolf Euckens. 7.30 Uhr Ferner wird darin gesagt, daß die Generalversammlungen des VdR. und abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprach- des Bereins deutscher Amateurbahnen, die im Jannar stattfinden, sich mit unterricht Englisch( R. Herdman Pender). 8 Uhr abends: Einführung zu dem Sendespiel„ Die Jüdin" am 6. Januar. 8.30 bis der Auslösung beschäftigen sollen. Die gesamten deutigen Radrenn 10 Uhr abends: Bunter Abend. 1. a) Strauß: Auftrittslied des foll die Leitung des gesamten deutschen Radsports in einer Hand vers bahnen werden in einem Bundesverein zusammengeschlossen. Hiermit Daniel aus Teresina", b) Spiel u. Conrad: Eine wie du, c) Turk, einigt werden. Snyder u. Ahlert: May be, d) Schulz: Sag mir doch, Mädel, wo du wohnst( Harald Paulsen. Tenor). 2. a) Massenet: Thais, b) Rubinstein: Melodie, c) Derksen: Rokoko( Julius Berger, Cello; Hildegard Roscher, Harfe). 3. a) Dirk Witte: Mensch wag' zu leben! b) Raymond: Und die Musik spielt dazu( Ada Sorel, Sopran). 4. a) Lavotta: Serenade( Anfang des 19. JahrLeitung: Dr. v. Szilagyi). 5. a) Steiner: Impression; b) Mortier: hunderts), b) Cinka Panna: Lied( um 1735)( Ungarische Kapelle, Das Märchen vom Glück, c) Gruber: Mei Muaterl war a Wienerin ( Ada Sorel). 6. a) Dickens: Melodie, b) Dvorák: Humoreske ( Julius, Berger und Hildegard Roscher). 7. a) Gaskell: Was hat man denn meiner Marianne getan, b) Frimel: O Rosemarie, ich lieb' dich aus Rosemarie, c) Mac u Johnson: Charleston ( Harald Paulsen). 8. a) Liedergruppe aus dem ungarischen Werk Janosvitez", b) Ungarische Volksliedergruppe( Ungarische Kapelle). Am Flügel: Ben Geysel Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater und Filmdienst. 10.30 Uhr, abends: Winke für Funkbastler( Ober- Ing. Otto Naira). Selbverständlich hat der Deutsche Rennfahrerberbanb fich mit dieser Angelegenheit beschäftigt und in einer fürzlich stattgefundenen Gigung die dadurch geschaffene Lage fachlich durchbesprochen. Im Brinzip find die Rennfahrer gern bereit, bei der Schaffung des Einheitsverbands mitzuwirken, bedauern aber, daß so wichtige Beschlüsse, wie die oben ge nannten, einfach über ihren Kopf binweg gefaßt worden zugeben. Soweit der DRV., deffen paltung auch wir durchaus billigen. find. Der Rennfahrerverband ist nicht gewillt, seine Selbständigkeit aufEs geht einfach nicht an, daß der DRV. bei Verhandlungen wichtigster Natur übergangen wird. Soll wirklicher Friede im deutschen Radsport seinen Einzug halten, dann darf beim Abschließen des Baltes die Diga nisation der Berufsfahrer nicht fehlen. Es bleibt abzuwarten, wie die Lage fich tlären wird. Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienfiftelle für Berlin.( Rachbr. verk, Etwas fühler, wegfeinde, meist stärkere Bewölfung. Nur noch eingeln) Regenschauer. Für Deutschland. Ueberall etwas Abkühlung, unbeständig teils mit vereinzelten Regenschauern. Die Hochwasserkatastrophe. Erste Hilfe für die nofleidende Bevölkerung. Amtlich wird mitgeteilt, daß der preußische Minister des Innern und der Finanzminister im weiteren Berfolg der eingeleiteten ftaatlichen Notstandsaftion dem Regierungspräsidenten in Wiesbaden 150 000 Mart, dem Oberpräsidenten in Koblenz weitere 300 000 Mart und dem Oberpräsidenten Hörfing in Magdeburg 50 000 Mart überwiefen haben. Sämtliche zur Verfügung gestellten Mittel find lediglich zur Cinderung der ersten of der Bevölkerung in den durch das Hochwasser geschädigten Gebieten bestimmt. Der Oberpräsident der Rheinprovinz hat aus den ihm zur Berfügung gestellten Staatsmitteln den Betrag von 100 000 Mark der Regierung in Köln überwiesen. Das Geld ist bereits am Sonnabend den vom Hochwasser betroffenen Stadt- und Landkreisen zur Dedung der dringendsten Bedürfnisse und zur Beschaffung von Brennstoffen und Nahrungsmitteln ausgezahlt worden. Neuweid, 4. Januar.( TU.) Unter den Ortschaften, die am meisten unter der Hochwasserflut gelitten haben, steht mit an erster Stelle Neuwied, wo zur Zeit des höchsten Wasserstandes die ganze Stadt überflutet war. Die meisten Fabriten mußten ihre Betriebe schließen. Jeder vierte Einwohner Neuwieds ist augenblicklich Empfänger öffentlicher Unterſtügung. Die Gesamtzahl der im Kreise Neuwied durch das Hochwasser erwerbslos gewordenen beträgt weit über 3000. Quedlinburg, 4. Januar.( TU.) Nach dem Bericht des Magi strats beziffert sich der durch das Hochwasser allein in der Stadt Quedlinburg angerichtete Schaden auf rund drei Millionen Mart. Davon entfallen auf die Saatzuchtbetriebe zwei Millionen. Die Stadt ist an die Reichs- und an die preußische Staatsregierung mit dem Ersuchen herangetreten, eine einmalige Summe von 500 000 Mart zur Linderung der ersten Not bereitzu stellen. In Thale beziffert sich der Gesamtschaden auf rund 600 000 Mart. Die braunschweigische Staatsregierung hat eine Hilfsaktion für die stark geschädigten braunschweigischen Harzgemeinden ein geleitet. Arbeiter Sport Vorwärts im neuen Jahr! Das Jahr 1925 hat der gesamten deutschen Sportbewegung einen zahlenmäßigen Rüdgang gebracht. stieges liegt schon länger als ein Jahr zurück, doch haben sich die Der Anfang des Abmeisten Berbände bisher gescheut, die Tatsache einzugestehen. Man hatte immer noch die Hoffnung, eine Besserung der wirtschaftlichen Berhältnisse werde zuletzt einen Ausgleich schaffen. Diese Hoffnung hat leider getrogen, die Wirtschaftsverhältnisse haben sich im Gegen teil fortwährend verschlechtert, und damit ist den Sportvereinen das Leben immer schwerer geworden. Eine gewisse Flaute war in der Sportbewegung, was den Zuftrom der Massen betrifft, schon lange zu bemerken, die Wirtschaftskrise hat sie nur verschärft. Dagegen hat sich die Inten fität des sportlichen Betriebes auf der ganzen Linie bedeutend gesteigert. Darin stellt das verflossene Jahr unzweifel haft einen Reford dar. Es ist tein Geheimnis mehr, daß ein zunehmender Teil der sportlichen Führerschaft aller Richtungen in dieser rapiden Entwicklung eine Gefahr fieht und auf ein allmähliches Zurüdebben dieser Flut hinarbeitet. Es tann nicht ferer Jugend so übermäßig start in Anspruch nimmt, daß Staat länger verschwiegen werden, daß der Sport einen großen Teil unwird wünschen, daß der gesündeste Teil der Jugend sich so ausund Gesellschaft dabei nicht mehr gewinnen tönnen. Niemand schließlich dem Sport hingibt, daß die geistigen Bedürfnisse Herford, 4. Januar.( TU.) Für Herford und die nächste Um Lagern die Erkenntnis wächst, daß dem Uebermaß des Wettkampfes allmählich zu verfümmern drohen. So sehen wir denn, wie in allen gebung wird der Schaden, den das Hochwasser der Weser angerichtet Einhalt getan werden muß, damit der Jugend auch noch die Zeit hat, auf rund zwei Millionen geschätzt. Der Regierungs für die Erfüllung ihrer sonstigen Bedürfnisse bleibt. Die Ar. präsident hat die Erhöhung des Damms als Notstandsarbeit in Aus beiter sportbewegung darf sich rühmen, von jeher den lleber. ficht gestellt. Verwüstete Felder, ausgewühlte Winterfaaten, veriport betämpft zu haben, die von ihr betonte Linie ſandete und verschlammte Flächen, start beschädigte Uferböschungen scheint nun auch im anderen Lager als die richtige anerkannt zu tennzeichnen die furchtbare Wirtung der Flut. Goslar, 4. Jamuar.( TU.) Die Metall. unb Farben. werte in Oder haben durch das Hochwasser schweren Scha den erlitten. Eine große Zahl von elektrischen Motoren ist erfoffen; große Rofsvorräte sind von den Fluten weggespült worden Bier Hochöfen mußten gelöscht werden. Beim Klaus taler Bergwert sind zwei Schächte start mitgenommen worden. In Braunlage find in mehreren Hotels bedeutende Lebensmittelvorräte meggespült oder vernichtet worden. Merseburg, 4. Jamuar.( TU.) Die Hochflut der Saale nimmt erft jetzt im Gebiete ihres Unterlaufes tatastrophalen Um fang an Im meistgefährdeten Stadtteil Merseburgs, dem Neumarti, wurden Notbrüden aufgestellt, um den Verkehr nur einigermaßen aufrechtzuerhalten. Zahlreiche Familien müssen ihre Wohnungen räumen. Merseburgs Umgebung ist eine einzige große Wasserfläche. Biele Dörfer find fast vollständig von den Zugangsstraßen abgeschnitten. Aus dem tiefgelegenen Aluegebiet flüchtet das Hochwild durch die Fluten der Saale, um im Stadtpart Unterschlupf zu finden. Oberhalb der Sternbergschen Badeanstalt in Merseburg ist der Damm gebrochen. Da vom Oberlauf ein Stillstand des Waffers gemeldet wird, hofft man, daß das Hochwasser jetzt den höchsten Stand erreicht hat. Dresden, 4. Januar( BTB.) Die Elbe fällt weiter. Auch Dom Oberlauf der Elbe und ihren Nebenflüssen wird ein weiteres Fallen des Waffers gemeldet. Ein schweres Unglüd verhütet. Wefel, 4. Januar.( TU) Eine furchtbare Ratastrophe drohte in den letzten Tagen dem Kreise Rees. In der Nähe von Mehr, nördlich von Wesel, war der Deich unter dem Drud der Wasser. massen undicht geworden und es bestand die große Gefahr, daß die Flut fich einen Weg in die niederrheinische Ebene bahnen werde. Etwa 70 blühende Gemeinden wären dem entfesselten Ele ment zum Opfer gefallen. Am Abend des ersten Januar ließ der Deichgraf im ganzen Kreise die Glocken läuten, um auf das drohende Unheil hinzuweisen. Unter unfäglichen Anstrengungen und un unterbrochener Arbeit bei Tag und Nacht gelang es, durch Ein rammen von Pfählen und Aufschütten von Erde, die gefährdete Stelle soweit zu befestigen, daß die Gefahr heute als behoben gelten fann. Das Hochwasser der Themse. Condon, 4. Jamuar.( BTB.) Die Ueberschwemmungen im Themfetal geben zu großer Beunruhigung Anlaß, da das Baffer weiter steigt und große Bermustungen anrichtet. Der Berfehr spielt sich auf Rähnen ab und die Bevölkerung ist genötigt, ihre Möbel in die oberen Stodmerte zu retten. Die Farmer in der Umgebung von Maidenhead find aufgefordert worden, ihre Bichherden in größerer Entfernung vom Fluß in Sicherheit zu bringen. In der Nähe von Orford dehnt sich eine feeartige Wafferfläche von anderthalb Meilen Breite aus. Prozeß Grans am 12. Januar. Die Schwurgerichtsverhandlung gegen den im Haarmann Prozeß zum Tode verurteilten Grans ist auf den 12. Januar in Hannover festgesetzt worden. Landgerichtsdirektor Dr. Bödelmann wird die Verhandlung leiten. Die Anflage wird vom Staatsanwaltschaftsrat Dr. Wagenschieffer vertreten. Die Verhandlung wird drei bis vier Tage in Anspru nehmen. Als Ursachen der Geiftestraufheiten gibt ber legte Jahresbericht der großen Schweizer Jrrenanftalt Rönigsfelben folgende an: Rummer und Sorge bei 11 Broz. der månnnlichen, 8 Broz. der weiblichen Infaffen, Arbeitslosigkeit bei 8,5 Broz. der Männer, 0,8 Proz. der Frauen; dagegen Alkoholmisbrauch bei 42,4 Broz. der Männer, 1,7 der Frauen. Auch in der züricherischen Frrenanstalt Burghölzli waren im letzten Jahre 34,5 Proz. der männlichen Kranten Trinler. Jugendveranstaltungen. Gymnaftiffurfus. Nordost II: Beginn heute, Dienstan, abends 7% br, im Juneabbeim Sixbentz.& Abteilungsmitgliederversammlungen heute 7% Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gothenburger Str. 2 Webbing- Rorb: Gentle Müllerstr. 48. Nordost I: Jugendheim Neue Rönigftr. 21, Jugendheim Danziger Str. 62. Brenzlauer Vorstadt: Schule Danaiger Straße 23. Senefelber- Biertel: Schule Eberswalder Str. 10.- Lichter. felbe: Jugendheim Albrechtstr. 14a. Mariendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7. Neukölln III: Jugendheim NogatNeukölln 1: Jugendheim Beraftr. 29. Strake 53. Reukölln V: Jugendheim Schierkeftr. 44. Reinidendorf- pt: Geebab, Residenaftr. 46. Budbola: Lokal von Rossad, Hauptstr. 71. Niederschönhausen: Schule Blantenburger Str. 69-70. Bankow: Jugendheim Breite Str. 32. Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. feſt". Gübweften: Jugendheim Belle- Alliance- Blak 1, Seimabend. Wilmers horf: Jugendheim Sildegardstr. 4, Bortrag: Das Kommunistische ManiStealin 1: Jugendheim Albrechtftr. 47, Aussprache: Unsere SilvesterWannice: Jugendheim Charlottenstraße, Funktionärsikung. Reu folla 11; Jugendheim Rogatftr. 53, Borstandssikuna. Reinidendorf- Weft: Sugendheim Seidelstraße, Frik- Reuter- Abend. fahrt“. * Rorbring: Achtuma, Mitalieder! Ab morgen, Mittwoch, tagen wir im neuen Jugendheim, Scherenbergftr. 7, Sof 1, 2 St.( vorläufig von 7-9 Uhr). Geschäftliche Mitteilungen. Mehr als einmal Sm Rachen bes Elefanten. Diefer in der Welt eingia baftehende Doeffure ett wird auraeit allabendlich im Rirtus Busch von dem bordhmten holländifchen Elefantenbompteur Adrian Singels ausgeführt. cing er bei biefem lebensgefährlichen Dreffuraft baarſcharf am Grabesenbe norbei. Domoteur Singels last fich auch von dem Milfiel des monumentalen Urtieres paden and Jonun ber einstige ichwerfte Striegsbamerad aus den Argonnen, barf lunar feinen uk, eine der Gärlen, die das 75 Rentner Bebenbgewicht tool, auf des Dompteurs Roof Legen merden. Erstes Teil geistiger Arbeit zu bringen. Grundlegend für die Arbeit muß nicht das sportliche Interesse, sondern die gesundheitliche Notmendigkeit sein. Gerade der Jugendliche tritt heute gar zu melche schweren Aufgaben seiner auf staatsrechtlichem, wirtschaftunbefangen und unwissend ins Leben hinein, ohne oft zu ahnen, lichem, ethischem und allgemein- tulturellem Gebiet harren. müssen, eingehende Erkenntnisse in den Fragen des KärperaufGebot der sportlichen Arbeit der Jugendlichen wird deshalb sein baues und der törperlichen Lebensfunttionen zu ver mitteln. Im Zusammenhang hiermit wird dann der Jugendliche auch viel eher die Gefahren der seguellen Jugendnot erkennen und überwinden. Damit im Zusammenhang steht die Ueberleitung zur Behandlung allgemeiner Kulturmerte, die jedem Menschen Anleitung lichen Lebens und des Lebens in der Gemeinschaft seiner und Anregung für die Ausgestaltung feines persön Bolksgenossen bietet. Für das jugendliche Element in der Sportbewegung zeigen fich gute Anfäße, die nur eines fräftigen Impulses heiterer und dennoch wertebildender Form die Seelenloftgkeit zu bedürfen, um zusammen mit dem Bedürfnis nach Geselligkeit in überwinden. Adler 12 vom Dresdener Sportverein 1: 6 geschlagen. Am 1. Januar fand auf dem Adlersportplatz bei sehr stürmischem Wetter und vor zirka 500 Zuschauern das Zusammentreffen zwischen und spielt gegen den Wind. Trogdem liegen die Spieler jojørt vor dem Bundesmeister und Adler 12 statt. Dresden hat Anstoß Ede, die aber durch den Bind abgetrieben wird. Weiter belagern dem Adlertor. Schon in der dritten Minute erzielen sie die erste fie das Adlertor. In der siebenten Minute verpaßt die Mitte Dresdens eine glänzende Gelegenheit zum ersten Erfolg. Jezt hat sich auch Adler gefunden; sie statten dem Tor der Gäste einige gefährliche Besuche ab, die aber alle gut abgewiesen werden. In der achtzehnten Minute gelingt es dem Mittelstürmer von Adler im Anschluß an einen Durchbruch zum ersten Tor des Tages einzusenden. Mit dem Anstoß fizt Dresden aber auch schon wieder vorn. Alle noch so gut eingeleiteten Angriffe werden vom Torwart abgewehrt. In der er sich dem anstürmenden Halbrechten direkt vor die Füße warf. Erst nach nach vierzig Minuten gelingt es Halblinks den Ausgleich herbeizuführen. Noch einmal tommt Adler vor der Pause an das Heiligtum Dresdens, doch fann der Sturm selbst das leere Tor nicht finden. Nach der Pause übernimmt Dresden das Kommando und Adler kommt nur noch selten vor. Aber auch dann können sie nie gefährlich werden. Dresden spielt" mit Adler. In gleichen Abständen erzielen fie meitere fünf Tore, die für den Tor mart unhaltbar waren. Schuld trägi an der hohen Niederlage die Verteidigung und die Läuferreihe. War Dresden vor dem Tor, lagen Verteidigung und Läufer dem Torwart vor den Beinen, jo daß er nichts sehen fonnte. Nur der rechte Läufer war seinen Gegnern gewachsen. Dies merfte auch Dresden und verlegte das Spiel auf die andere Seite. Bei Dresden flappte es auch nicht besonders. Allerdings hatten sie vier Mann Ersatz eingestellt und die gesamte Mannschaft umgebaut. Trotzdem waren sie vollkommen überlegen. Der Beg zur Gesundung ist längst durch die sportlichen 2ehranstalten vorgezeichnet worden. Darin ist vor allem die Arbeiterturn- und Sportschule vorbildlich gewesen. Die Leibesübungen sind dem Gesamtgebiet der Erziehung organisch einzugliedernachtunddreißigsten Minute konnte er gerade noch dadurch retten, daiz und zu einer täglichen Gewohnheit der Menschen zu machen. Der Wettkampf soll nur Höhepunkt, nicht Tageserscheinung sein. Das Ziel ist die Ueberwindung des Bereinsbetriebes und damit die Ueberführung in die Form der öffentlichen Einrichtung. Von diesem Standpuntt gesehen, sollte man es auch nicht bedauern, wenn schon heute viele Korporationen, deren Haupttätigkeit auf anderen Gebieten liegt, in irgendeiner Form Sport betreiben. Das ist ja eben ein erfreuliches Zeichen dafür, wie weit der Gedanke der Leibes. übungen bereits ins Bolt gedrungen ist. Nur dürfen diese Korporationen nicht den Sportbetrieb vereinsmäßig aufziehen. Die politische Lage stellt sich für den Arbeitersport im ganzen günstiger bar, als vor einem Jahre Sehr betrübend, auch com staatspolitischen Standpunkt, ist das Borgehen des Reichs. wehrministeriums, das die Arbeitersportbewegung mit dem Bannstrahl belegt hat. Der Reichswehrminister scheint einen bedent lichen Mangel an demokratischer Tugend zu haben: er tann feine Kritik vertragen. Jeber objeftive Mensch wird noch einen Unter. schied zu machen wiffen zwischen den republiffeindlichen Rechtsverbänden und den republittreuen Arbeitersportverbänden, selbst wenn fie fich gelegentlich an politischen Aktionen beteiligen. Leider gibt es in Deutschland feine Instanz, die dieses Klaffenurteil des Herrn Geßler und seiner Offiziere einer Nachprüfung unter ziehen könnte. Turnspieler des 4. Bezirks. Die Arbeiter Fußballzeitung" ftellt uns ab Januar vier Geiten zur Bere fügung. Alle Bekanntmachungen erfolgen in Bukunft, nur noch in diesent Blatt. Um nun die dadurch entstandenen Untoften zu beden, müssen wir eine entsprechende Abonnentenzahl gewährleiffen. Der Kreisspielausfanus beichio R bak jede Handballmannschaft mindestens drei Bflichteremplare des ArbeiterFußball" zu entnehmen hat. Bestellung sowie Einsendungen an W. Sut mann, Engelufer 24-25, Rimmer 89. Abonnementspreis beträgt durch Kreuzband bezogen pro Monat 1 M. Alle Einsendungen haben bis Freitag abend au erfolgen. Für Spielrefultate bis Montag frith 10 Uhr. Handballschiedsrichterprüfung. Am Sonntag, den 10. Jamuar, vünktlich 1½ Uhr, findet auf Seber Brüfling muß beftimmt erscheinen und fein Turnzeug mitbringen. dem Fichte- Svortolak in Treptow- Baumschulenweg bie praktische Prüfung statt. Art verspäteten Burgfriedens. Der„ Etfibrief hat hier eine sehr Mit den Freunden in und um Mostau herrscht jetzt eine ernste Wirkung gehabt, ein Beweis dafür, daß der Streit früher nur fünstlich entfacht worden ist. Die KPD. unterläßt es freilich auch heute noch nicht, ihre Anhänger in Arbeitersport mit ihren verrüdten Anordnungen zu traftieren. Tatsächlich sind die Pausschreibung für die Sandball.Frühjahrsferie. Jeder Verein oder Gruppe. rolenschuster noch immer rüftig an der Arbeit, und man fann Neuerdings ist der Locarno- Bertrag( 1) der Gegenstand ihrer auf jeder Tagung der Arbeitersportler ihre Produkte bewundern. Attaden, wozu sich nun noch die Fürstenabfindung gesellt hat. Nur das bekannte Frühstüd bei Seedt ist noch nicht zum Gegenstand von Resolutionen gemacht worden. Wir wissen, daß es den ehrlichen Rommunisten im Arbeitersport fatal ist, immer wieder mit diesen parteipolitischen Dingen belästig zu werden, müssen es aber ihrer Initiative überlassen, sich gegen den Unfug zu wehren. In diesem Zusammenhange ist interessant, daß der bekannte Lieste aus der KPD. ausgeschieden ist, weil die Bartei ihm angeblich das Auftreten auf dem letzten Kreistage in Rathenow untersagt haben soll. So Im kommenden Sommer ging auch dieser Stern im Nebel unter. wird das große Sport und Kulturfest in Wien der Hauptanziehungspunkt der Luzerner Sportinternationale sein. Hoffentlich beffert sich das Wirtschaftsleben recht bald, damit es einer großen Anzahl unserer Sportgenossen möglich ist, die rühmlichst befannte sozialdemokratische Donauftadt zu befuchen. die fich an der Sandballserie beteiligen wollen, melden ihre Mannschaften fofort an den Unterzeichneten. Die Meldung muk folgendes enthalten: ob 1., 2., 3. Männer, Jugend- oder Frauenmannschaft. Ramen, Geburtstag und Tag des Eintritts jeden Spielers. Wo befindet sich der Vlas und wie au erreichen. Wann ist der Blak für uns fpielfrei und an welchen Tagen wollen die Mannschaften fpielfrei baben. Kleidung der Mannschaften. Melbung von zwei Schiedsrichtern und genaue Anschrift des Bereins oter Gruppenwartes. Für jeden gemeldeten Spieler der Männer find 30 Vf., für leben Jugendlichen und jede Spielerin 20 Vf. Ropffieuer fofort mit einaufenden. Mannschaften, welche bereits in der Serbstferie gefpielt, heben, brauchen mur anzugeben, ob die bereits gemeldeten Spieler, weiterfpielen, ob welche binzukommen oder geftrichen werden follen. Für jeben Spieler ist aber die Ropfiteuer zu zahlen. Am Sonntag, den 17. Januar, ift Eerien fpielbeginn. Fußballrefultate vom 3. Januar. Trok des in der Nacht berniedergegangenen Regens fonnten faft alle Spiele ausgetragen werden. Norden: Arbeiter- Turnverein Vantom gegen Abler 12 0: 4. Teutonia gegen Arbeiter- Sportverein 24 2: 1. Wader 20 gegen Nordista 3: 7. Alemannia gegen Boruffia 3: 3. Fichte- Nord gegen BittoriaEberswalde 9: 0. Spandau 25 gegen Minerva 1: 1. Bittenau gegen Siemens fladt 7: 0. Tegel 24 gegen Spandau 03 2: 3. Amateure gegen Einigkeit 9: 0. Eisenspalterei gegen Bernau 4: 7. Staaten gegen Birkenwerder 0: 1. Diten: Concordia gegen Schmeiffterne 1: 1 Borwärts 20 gegen Berliner Spot Derein 22 1: 4. Strausberg gegen Neuenhagen 1: 4. Tasmania gegen Sadowa 8: 0. Frisch- Frei gegen Treptower Ballspiel- Club 1: 2. Fichte- Sildost goren Adlershof 1: 6. Oberfpree gegen Alt- Glienice 4: 0. Verein für Bewegungsfpiele gegen Luftig- Fidel 3: 2. Mertur gegen Reuthen 2: 1. Lichtenberg II gegen Weißenfee 2: 1. rtha 22 gegen Berliner Sportverein 16 5: 2. BriAstania gegen Sparta 2: 1. Frichshagen gegen Brandenburg 02 1: 2 Südwest: Neukölln gegen Berolina 5: 2. Rehlendorfer Ballspiel- Club gecen Schöneberg 3: 2 Stern gegen Wilmersdorf 2: 1. Britannia gegen Neuköllner Ballivie Club 3: 2 Budenwalde 1 gogen Frisch- Auf 3: 5. Schmorgendorf gegen Mariendorfer Eport- Club 1: 8. Trebbin gegen Ludenwalde III 0: 1. Im neuen Jahre lautet die einzig richtige Parole für den Arbeitersport: Mehr ernste Erziehungsarbeit weniger Sportfanalis mus! Arbeitersport soll mitarbeiten an der Charakterbildung des Staatsbürgers der neuen Zeit. Dieser neue Staatsbürger wird ein freier, aber fein zügelloser, sondern ein geistig und förperlich diszi tannia aeaen Lichtenberg 0: 8. Lichtenberg I gegen Romet 14: 1. plinierter Mensch und Sozialist sein. Nur so wird die höhere Form der Demokratie möglich, die soziale Demokratie, ohne die es fein Heil der Bälter geben tann Die Jugend im Sport. Jugend will sich austollen! Wie oft hörte man das schon, und manche Dummheit wurde damit entschuldigt. Gewiß. Jugend soll sich austoben. Aber es braucht nicht immer im Alt. patergeifte zu sein. Das ertennt die große Maffe der Jugend felbft, und fie mendet fich daher gern dem Sport zu, bei dem fie größte förperliche Ent. Spannung erreichen kann. Gerade feit der Kriegszeit besteht ein großer Brozentsatz der Mitgliedschaften in den Sportverbänden, auch in den Arbeiterorganisationen, aus Jugendlichen. Allerdings fann die Tätigkeit der Jugendlichen im Sport nicht mit dem gleichen Maße gemessen werden, wie die Leistungen der älteren Gruppen. Bei der Jugend bedürfen die Triebfräfte der Entwicklungsjahre stärkste Beachtung. Der Sport wird oft und nicht mit Unrecht als gute Hemmung für eine maßlose Auswirkung des Segualtriebes be zeichnet. Jedoch darf nicht vergessen werden, welche Verantwortung gegenüber dem Jugendlichen als dem fünftigen Träger des gesell schaftlichen Lebens besteht. Es ist an dieser Stelle schon mehr wie einmal darauf hingewiesen morden, daß der Sport in Gefahr ist, sich immer mehr zu einer Mechanisierung des Sportbetriebes zu entwickeln. Hier liegt die Gefahr. Sport ist heute einzig Ausbildung des Körperlichen, ist Aufstellung von Reforden, aus denen sich dann das Ziel ergibt, neue Reforde, neue Höchstleistungen zu erringen. Man fomme nicht damit, in den Arbeitersport organisationen sei diese Tendenz ausgeschaltet. Zur Erzielung von Höchstleistungen, mit denen der Verein in der Deffentlichkeit Ehre einlegen" fann, werden besonders die Jugendlichen herangezogen, da ihr junger elastischer Körper gewandter und schneller ist. Mit der Berfolgung dieser Absichten aber wird der jugendliche Geist von vornherein in das mechanisierende Leben eingefügt, wie es das Maschinenmäßige des Alltags schon Tag für Tag mit fich bringt. Selbstver ständlich soll nicht verfannt werden, daß die Höchstleistungen wertvoll für den Sport find. Sie dürfen jedoch nicht Selbstzmed merden. Man darf nicht vergessen, in gesunder Berbindung damit ein gut Arbeiterartisten zu Besuch im Krankenhaus. Am dritten Weih. nachtsfeiertag besuchten Mitglieder der Freien Artisten= Bereinigung 1924" einen Sportsgenossen im Krankenhaus Budom. Sie ließen es fich nicht nehmen, den Kranten eine Ab wechslung zu bringen, indem sie einige artistische Nummern auf. führten. Die Patienten gaben ihrer Freude über die ausgezeichneten Darbietungen dadurch Ausdruck, daß sie den arbeitenden Truppen reichlich Beifall spendeten. Es wurde, der Wunsch geäußert, der. ertige Vorführungen des öfteren stattfinden zu lassen, um den Kranten eine solche Abwechslung zu bieten. Athletik- Sport- Club. Dienstag, den 5. Januar, nach dem Baden, Borstands. fikuna. Freitag, den 8. Januar, 8 Uhr, Quartalsversammlung bei Lehnigt, Mithtenstraße, Ede Brommnbrüde; um 7 Uhr Sikung des Sportausfchuifes. Die Gymnastikabende der Männerabteilung beginnen wieder am Montag, den 11. Januar, in der Turnhalle am Treptower Rathaus, Neue Krugallee. SV. Sparta, Berlin. 6. Januar, 7 Uhr, Schule Bözowstr. 40, Waldlauftraining. 8. Januar, 6-8 Uhr, Sallentraining, Elisabethstr. 57. Gäſte willRartellgeneralversammlung am Freitag. tommen. Arbeiter- Sportkartell Reukölln. den 8. Januar, im Rarlsgarten. Rinderturnwarte des 1. Bezirks. Am 10. Januar findet in Wildau, Rasino: am 17. Januar in Ertner, Schüßenallee, Gemeindeschule; am 24. Januar in Straitsbera. Seegermühlenstraße, Gemeindeschule, eine Lehrstunde in den drei Gruppen statt. Auch jüngere Borturner haben daran teilzunehmen. Anschließend Besprechung. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Alle Lehrstunden beginnen um 9 Uhr vormittags. Touristenverein Die Naturfreunde"( Rentrale Wien). Abt. Treptow: Freitag, den 8. Januar, 7% Uhr, ordentliche Jahres- Generalversammlung im Jugendheim Treptow, Elfenſtr. 3. Ortsgruppe Berlin: Mittwoch, ben 6. Januar, 18 Uhr, in der Schule Weinmeisterftr. 16-17, FunktionärversammIuna. Rutritt nur gegen Borzeigung des Funktionärausweifès. Monats programme mitbringen. Der Borstand. Abt. Lichtenberg: Am Donners. tag, den 7. Januar, 7½ Uhr, Generalversammlung im Jugendheim Bartaue 10. Nur Mitglieder haben Rutritt. Freie Sportvereinigung Schöneberg. Freitag, den 8. Januar, beginnt ber Turnbetrieb wieder. Frauen: Uhland- Schule, Rolonnenstraße, von 8-10 Uhr. Männer: Mittelschule, Räterftroke. Nach dem Turnen Jahresversammluna ben Männerabteilung bei Rofchenz, Apostel- Baulus- Str. 27. ATB. Vantow. Die zum Dienstag angefekte Borftandsflkung fällt aus. Dafür an aleicher Stelle Funktionärkung. 1. Abteilung: Mittwoch, ben Freie Turn- und Sportvereinigung 94. 6. Januar, bei Siemie, Wallstraße, Generalversammlung. Wichtige Tagesl'ortune Parteinachrichten Einsendungen für dieje Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets en bas Bezirkssekretariat 2. Sof. 2 Trep. rechts, au richten 7. Rreis Charlottenburg. Dienstag, den 5, Samaz, abends 7 Uhr, er Freie Schul weiterte Boranbsligung im Rimmer 1 bes Rathauses.gemeinde: Donnerstag, den 7. Januar. abends 7% Uhr, Schillerfte, 26, Erdgeschoß rechts( Obertertia), Barfoogsabend. Bortrag des Genossen Schulrettor Dehife über Welches Antereffe hat die Arbeiterfchoft an weltlichen Schulen?" Austausch der Bibliothetsbücher. 13. Areis Tempelhof, Mittwoch, den 6. Januar, pünktlich 7 Uhr, Kreis porstandsligung bei Niendorf. Mariendorf, Chauffee, Ede Strelik ftrage. Wichtige Tagesonanung. 17. Areis Lichtenberg. Dienstag, ben 5. Januar, abends 7 Uhr. Kreismit aliederversammlung in der Aula der Mittelschule. Lichtenberg, Martt ftraße 10-11, Borttag: Die fulturellen Aufgaben der Arbeiterbewegung. Referent Emil Barth. 18. Kreis Weißenfee. Mittwoch, den 6. Januar, abends 8 Uhr, Sibung des Berstandes und der Fraktion im Bauamt. Barfitt. 106, Gikunasaimmer. 22. und 23. Abt. Die für den 10. Januar vorgesehene Besichtigung der Arbeiterwohlfahrtsausstellung findet umständehalber erst am Sonntag, ben 17. Januar, statt. Anmeldungen für die 22. Abt, bis spätestens Mitte woch, den 13. Januar. beim Genoffen Schmidt: fite die 23. Abt. beim Genollen Slonisti, Heute, Dienstag, den 5. Januar: 8. Abt. 8 Uhr bei Ridext, Steinmektr. 36a, wichtige Borshanbefikun 91, Abt, Reukölln. 8 Uhr bei Mischte, Münchener Str. 28. Borsbandsfibuna 108. Abt. Johannisthal. 7 Uhr bei Gobin, Roonftr. 2. Sigung fämtlicher Funktionäre, 111. bt. Bohnsborf. 7 Uhr erweiterte Boostandsfibung bei Biltens, AmorStraße 5. 120. bt. Friedrichsfelde. Die Mitalieber beteiligen fich reftios an ber Streis mitaliederversammlung in der Schulaula Lichtenberg. Marktftr. 10-11. Morgen, Mittwoch, den 6. Januar: 9. Abt. 7 Uhr bei Sbner, Wilsnader Str. 84, Borfbandsfikuma. 31. Abt. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Funktionärfibung mit den Betriebsvertrauensleuten. 33. Abt. 8 Uhr bei Lojad, Beymeste,&, Funktionärkung. Standslikuna im aleichen Lotal. Um 7 Ur Boo 76. Abt. Dablem. 8 Uhr bei Schilling. Rönigin- Buife- Str. 42. Mitalieberverfammlung und Rablabend. 82. Abt. Stealth. 8 Uhr bei Thiel. Funktionärfikuma 84. Abt. Bankwik. 8 Uhr bei Behmann. Raiser- Wilhelm- Str. 29--81, Hank tiondefizung. noch 74. bt. Zehlendorf Die Funktionärfikuna finbet biesmal Dienstag, den 5 fatt, bie Mitgliederversammlung lebodh Mittwoch. 18., und von bonn ob leben awelten Mittwoch im Monat, ble unftione kungen jeben ersten Mittwoch im Monat. Jungsozialisten. Gruppe Süden: Heute, Dienstag, den 5. Jamuan, 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag: Aur Broblematit der Arbeiterbildung". Gruppe Lichtenberg: Heute, Dienstag, den 5, Januar, Beteiligung an der Kreismitaliederversammlung in der Aula Marktstr. 10-11. Bortrag: Die tulturellen Aufgaben der Arbeiterbewegung". Referent Emil Barth Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Das neue Rafperletheater der Rinder freunde- Mitte fpielt unter Leitung des Genoffen Rechenbach Sonntag, ben 17. Sanuar, nachmittags 3 Uhr, für große und Kleine Kinderfreunde im Ber Tiner Rathaus, Bürgerfaal, Saupteingang Röniastraße. Alle Kindergruppen und Barteiaenoffen sind beralichft eingeladen. Unkostenbeitrag für Rinder und Erwachsene 10 Bf. Rarten bei Genoffin Jrma Epstein, D. 27, Wallner theaterstraße 6, und in der Rentvale der Kinderfreunde, Lindenstr. 3, Bezirks verband, Rimmer 1.-82. Abt. Steglig. Seute, Dienstag, den 5. Januar, Don 4-6 Uhr nachmittags Treffen im Jugendheim Albrechtstr. 47. Frauenveranstaltungen: 6. Kreis Kreuzberg. Mittwoch, den 6. Jamuar, 7% Uhr, bet Wolff, Gräfe Straße, Funktionärinnenfikuna. Wichtige Tagesordnung. Alle Funktionärinnen müffen erscheinen. 9. Abt. Donnerstag, den 7. Januar, bei Silbner, Wilsnader Str. 34, Frauenabend. Alle Genoffinnen müffen erscheinen. 81. Abt. Friedenau. Dienstag, den 5. Januar, 8 Uhr, im Restaurant Klabe, Sandjernfte. 60-61, Lichtbildervortrag: Frauenkrankheiten, ihre fosialbogienische Bedeutung und ihre Bekämpfung". Referent Dr. Roeder, Jubiläen, Geburtstage usw.: 41. Abt. Unfer Genosse Rarl Rolbow, Solmsstr. 19, feit 1890 Barteimitglied, langjähriger Funktionär und Leser unserer Breffe, beging am Montag, ben 4, Sanuar, das Fest der filbernen Sochzeit. Bir gratulieren ihm beralichft. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 38. Abt. Am 2. Januar verstarb plöklich infolge eines Schlaganfalls unfer Janajähriger Betriebsvertrauensmann im Städtischen Krankenhause Friedrichshain, Genoffe Karl Glatt. Södyfte Str. 2. Beerdigung am Mitt woch, den 6. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Zentralfriedhof in Friedrichs felbe. Banner mitbringen! Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefäftstelle: Berlin 6. 14. Sebaftianftr. 87/88, Sof Tr. Brenalaner Berg, Wörther Blak: Di., b. 5., 8 be, bei Büttner, Schwebter Str. 28, fleiner Saal, Bersammlung aftiver und paffiver italieber: Gruppenleiter 7 Uhr. Bildau: Mi., d. 6., Mital- Berf. Mitte, 1, Ramerabschaft: Di., b. 5. 8 Uhr, Aderstr. L Tempelhof: Mi | 6. 6., abends T% br, ital- Berf.. Birkenwäbchen, Tempelhof, Manteuffel Stooke. Bortrag des Ram, Lehn, Reblendorf: Mi., b. 6., abends 8 Uhr, bei Schnorre, Jahreshauptversammlung mit wichtiger Tagesordnung. Alle attiven und paffiven Rameraben haben zu erscheinen. Lichtenberg und Untergruppen: Do., d. 7., abends 7% Uhr, Turnen bei Ram. E. Krüger, Türrschmidtstr. 33. Das Turnen findet wieder regelmäßig jeden Donnerstag von 8-10 Uhr statt, Beißensee: Do., d. 7., abends 8 Uhr, Grüner Baum, Mital. Vollverf. Bortrag: Unfere Aufgaben im neuen Jahr". Kam. Schula. Mital. Ausweis mitbringen. Brenzlauer Berg, Robert Blum: Do., d. 7, 8 Uhr, bei Kluge, Danziger Str. 71, Bollverf. Ausgabe neuer Mitgliedstarten. Tempelhof Lichtenrabe: Do., b. 7., abends 7% Uhr, Mitgl. Verf. bei Garnow in Lichten rabe, am Bahnhof. Bortrag des Ram. Sahn. Bankow mit Untergruppen: Mi., b. 6., abends 7 Uhr, Türkisches Relt, Breite Str. 14, erweiterte Bor standstigung mit Run- und Gruppenführern. Lichtenberg mit Untergruppen: Fr., b. 8., abends 7 Uhr, Rugführerfügung bei Arilger, Türrschmidtstr. 33; 8 Uhr Rugfikung in den bekannten Sotalen, Alle Kameraben des 7. Ruges nehmen bis auf weiteres nur an den Ruafikungen des 3. Ruges, Ram. B. Berner, Wilhelmstr. 3, teil. Berein der Schleswig- Holsteiner( gegr. 1888). Dienstag, den 5. Sammar, 8 Uhr, Sauptversammlung im Hotel Deutscher Sof, Ludauer Str. 15. Lands. leute und Gäste willkommen. Dienstag 8 Uhr Ewalds Bereinshaus. Rither- Klub Harmonie- Erika. Staliger Str. 126. Deutschösterreichische Liebertafel au Berlin übt jeden Dienstag 8 Uhr im Bereinsheim Dresdener Str. 52, City- Sotel. Gäfte beralich willkommen. Binchologische Gesellschaft au Berlin. Donnerstag, den 7. Januar, 8 Uhr, im Inftitut für praktische Binchologie, Rurfürstendamm 45, spricht Herr Dr. Paul Cohn aus Guben: Rum Berständnis des Genies". Gäste vorber bei Dr. Moll, Kurfürstendamm 45, anmelden. Ehefrauen der Mitglieder baben freien Rutritt. Freie Bereinigung von Sternfreunden, Berlin. Jahres- Sauptversammlung Sonnabend, den 9. Januan, 8 Uhr, im Restaurant Salenfeer Hütte, an der Salenfeer Eisenbahnbrücke: u. a. Bortrag des Borsigenden Freund: Reitfinn, Reitbegriff, Reitbestimmung". Gemischter Sängerchor Faltenberg. Am 9. Januar in den Gefamträumen des Gesellschaftshauses Grünau, Ronzert, anschließend Gesellschaftsball. Berein der Freibenker für Feuerbestattung E. B. Bez. Wilmersdorf hat folgende Rahlstellen: Frau Beik, Berliner Str. 104, p. 1 Trp.; Frik Baum, Salensee, Baulsborner Str. 22; Schilfa, Wilmersdorf, Auguftafte. 37. RahlHelle Stranafy ift aufgehoben. Dafelbft find beine Rahlungen mehr au leiften. Bea. Bankow: Reue Sahlbelle: Baul Miller, Bankow, Clausthaler Str. 1, Baben, Berband der Lungen- und Tuberkulose- Erkrankten Deutschlands( Si Berlin), Ortsgruppe Berlin, Geschäftsstelle: 9. 20, Schönstedt. 1, vorn 1 Tr. Bezirk Webbing: Mitgliederversammlung Mittwoch, den 6. Januar, abends 7 Uhr, bei Sachfe, Bindower Str. 26( Lobal). Tagesordnung: Stellungnahme zur Generalversammlung und Reuwahl des Bezirksvorstandes, Arbeiter- Mandolinen- Club Stern( Mibal. b. DAMB.). Der Uebungsabend findet von jekt an nicht mehr Freitags, sondern jeden Donnerstag abend von 8% bis 10% Uhr im Lobal Schulze, Embener Str. 32( Ede Siemenstraße), fbatt. Neue Mitglieder werden noch aufgenommen. Beginn 2.Januar Wiederverkbufer INVENTURE VERKAUF IN FAST ALLEN ABTEILUNGEN Mengenabgabe vorbehalten Große Poften Baumwollstoffe Bedr. Crepon 15t bedruckt, grosse Musterauswahl.... früher bis 0 Vollvoile 88PL Jetat bedruckt, doppeltbreit............. rüber bis 20 jetzt 125 Crêpe marocain, 135 350 doppeltbreit, moderne Muster....... fraber bis Kunstseide jetzt 165 mit Baumwolle, für Blusen und Kleider Moter Große Doften Preise teilherabbis zur angesetzt DamenMäntel Kostüme Kleider Kleiderstoffe enorm billig! Wollcrêpe doppeltbreit, moderne Muster. Reinw. Twill ca. 180 cm breit, solide Farben. Eleg. Schotten reine Wolle, aparte Farbstell, ca. 130 cm bret Eolienne traher bia450 jetat Meter früher 90 bis jetzt ..... Meter früber 650 bis jetzt Meter Wolle mit Seide, ca. 100 em breit, elegante, schwere Qualität, grosses Farbensortiment.... Meter früher 80 jetzt Große Posten 185 Voilebluse mit andersfarbiger Garnierung u. Büsche, nett verarbeitet, früher bis 1,90, jetst Kunstseide, 90 50 285 Kasaks Crêpe marocain mode, paute Muster, langer Aermel und Kragen, früher bis 13,75, jetzt 390 460 Handschuhe. Grosse Posten Damen- Leder- Serie Seidenstoffe Bastseide naturiarbig, ca. 80 cm breit, Meter früher bis 3 jetzt Velvet bedruckt........... Meter früher bis 11 jetzt bedruckt, doppeltbreit.... Meter früher bis jetzt 245 4.25 Crêpe marocain, 490 Velours Brokat, 12.90 façonné Meter trüber bis jetzt Besonders billig * Ein grosser Posten Glacé Lammleder bedeutend im Preise ermässigt.. 95 Glacé Ziegenleder Serie II 290 Nappa Stepper Große Poften Strumpfwaren Baumwolle, verstärkte Spitze und Ferse Pa, gute Qualitat, Pa. Seidenflor mit Doppelsohle and Hochferse Pa. Mako schwere Qualitat, mit Doppelsohle, Hochferse and Nabs Herren- Socken elegant, 45PL 75PL 95P reine Wolle, einfarbig and gestickt, Jacquardmaster.. Große Posten Trikotagen DamenSerie I Serie II 145 Serie II Bwl, fein ge-| Kansteeide, Reine Wolle, webt, farbig gut. Fabrikat tein gewebt Schlüpfer 95 Ueberzieh650 Serie III 90 30 Serie I Serie II Serie III Frottier- Handtücher 75, 95PL Tischdecken 2 durchgewebt, in schönen Mustern, ca. 110x110om, trüher bis 3,45, Garnitur Bettwäsche Damast, I Deck bett, 2 Kissen, angestaubt.. Einzelne 25 ca.125x125 cm, frah. bis 4,25, jetzt 145 275 ....... Garnitur Garater 1250 garnierte Ueberschlaglaken angestaubt Wert bis Serie I Serie II Wert bis Wert Serie IJI 190975 2701450 1350 jetzt 775 1990 jetzt Ausserdem grosse Posten Jäckchen reine Wolle......... für Herren, gebleicht, gute, mod. Einsätze 195 295 Serie I Serie II 245 390 Serie I Serie II Einsatzhemden 245 275 Garnituren für Herren, Jacke und Beinkleid, Baumwl., Lautmaschen, Hose mit Riegelband, in vielen Farben... Große Doften 450 Herren- Artikel Oberhemden 690 4.90 Perkal, gefütterte Brust, mit 2 Kragen Selbstbinder moderne Muster. 15 95,60 Herren- Hüte Taschentücher Wolle, moderne Formen und Farben... tür Herren, PL. 3.90 18.PL weiss Linon, mit Bipskante............ Stück jetzt Pt. Besonders billig Porzellan Glas- Steingut Wirtschaftsartikel Leipziger Strasse: III. Stock Alexanderplatz: I. Stock Frankfurter Allee: III. Stock HERMANN TIETZ Nr. 5+ 43. Jahrganged image 2. Beilage des Vorwärts Gegen die Erhöhung des Strompreises! Strompreispolitik und Volkswirtschaft.no saving In dem Haushalte der Stadt Berlin ist durch Mindereinnahmen aus Steuern und durch Mehrausgaben für die Arbeitslosen ein Defizit entstanden, zu dessen Deckung der Magistrat u. a. von den städtischen Elektrizitätsmerten start er. höhte finanzielle Abgaben verlangt. Die Elektrizitätswerte tönnten diese Mehrzahlungen leisten, wenn sie nicht selber im Jahre 1926 große Aufwendungen für ihre eigenen Zwecke zu machen hätten.( Bau des Großtrastwertes Rummelsburg, Erweiterung der Berteilungsanlagen wie Kabeineze, Unterstationen usw.) Erhöhte Beträge an die Kämmerei abzuführen und gleichzeitig große Aufwendungen für die eigenen Anlagen zu bestreiten, bedeutet aber eine Belastung, der selbst ein Unternehmen von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Städtischen Elektrizitätswerte nicht gewachsen ist. Ein Ausweg aus diesen Schwierigkeiten ergäbe sich durch die Beschaffung einer Elettrizitätswertsanleihe. Der Erlös aus einer derartigen Kreditoperation fönnte dazu verwandt Strom nach dem bekannten billigen Grundgebührentarif geliefert wird, kann überhaupt von einer Erhöhung der Tarife erfaßt werden. Eine Strompreissteigerung aber, die sich nur auf die fleinen Abnehmer erstreckt, wäre eine unsoziale Maßnahme. sich in den letzten anderthalb Jahren an die Elektrizitätswerke anBehntausende von Arbeitern, Beamten und Angestellten usw. haben geschlossen im Bertrauen auf die Billigkeit des elektrischen Stromes. Unter den Kleinen Abnehmern befindet sich eine große Anzahl von Kleingewerbetreibenden, wie Handwerker, Kaufleute, Reſtaurateure usw., für die die Elektrizität kein Verbrauchsgegenstand, sondern ein Produktionsmittel ist. Wenn man diesen Leuten, die Beleuchtung ihrer Geschäftsräume oder die Antriebskraft ihrer Motore verteuerte, jo würde man ihre Geschäftsuntosten erhöhen und sie damit in ihrer Konturrenzfähigkeit schädigen. Die angeblichen Vorteile der Kommunalfinanzen. eine unsoziale Maßnahme ist, wird aber ihre finanzielle Er Abgesehen davon, daß eine Steigerung der Kleinabnehmerpreise Tarife erhöht werden, bedeutet eine Einschränkung des Stromabsages und damit eine entsprechende Verkleinerung der Einnahmen. Eine Einschränkung des Absages hat aber nicht dies noch mit einer Steigerung der Selbstkosten pro nur einen relativen Einnahmeausfall zur Folge, sondern sie ist über Kilowattstunde verbunden. Das letztere wichtige Moment beruht auf den Eigentümlichkeiten der Elektrizitätserzeugung. Elektrizitätswerte find ausgesprochene Groß betriebe. Bei jedem maschinellen Großbetrieb erhöhen sich die Selbstkosten pro Stüd, wenn die Produktionsmenge zurückgeht. Elektrizitätswerte aber find in dieser Beziehung besonders empfindlich, viel empfindlicher als etwa Straßenbahnen oder Gaswerke oder Wasserwerke und der gleichen, weil Elektrizitätswerte feire speicherfähigen Be friebsmittel befizen. Rückgang des Stromabsatzes und in Verbindung damit Erhöhung der Erzeugungsfoften pro Kilowattstunde würden einen Teil der Mehreinnahmen wieder zunichte machen, die aus einer Tariffteigerung erhofft werden. Eine Strompreispolitit, die nicht eine Ausdehnung, fondern eine Einschränkung des Stromabsages bewirkt, ist eben direkt gegen die inneren Entwidlungstendenzen der Elektrizitätswirtgerichtet. ம் Dienstag, 5. Januar 1926 schädigende Steuer, durch die die bisherige wirtschafts fördernde Elettrizitätspolitik der Stadt Berlin beeinträchtigt würde. Diese steuerliche Mehrbelastung wäre zu vermeiden, menn, wie bereits oben ausgeführt, die Elektrizitätswerte in die Möglichkeit versetzt werden, eine Anleihe aufzunehmen. Ich bin deshalb der Meinung, daß zunächst versucht werden muß, einen der= artigen langfristigen Kredit zu erhalten, und daß unverzüglich ein entsprechender Antrag an die Aufsichtsbehörden, im besonderen die Beratungsstelle für fommunale Kredite gerichtet werden muß, ehe man einer eventuellen Strompreiserhöhung mit allen ihren schädlichen Folgen überhaupt nähertreten fann. Dr..- Ing. W. Majerezit. Auslandsverhandlungen der deutschen Montanwerke Düsseldorf die führenden Industriellen unier Vorsiz des Wie die„ Konjunktur- Korrespondenz" erfährt, traten gestern in Düsseldorf die führenden Industriellen unter Vorsiz des Generaldirektors Dr. Bögler zu einer Verhandlung zwecks Bildung des deutschen Ruhreis entrusts zusammen. Als wefentlich ist zu bemerken, daß in der Frage der Beteiligungen die Einigung perfett ist.( Gelsenkirchen bekommt 38 Proz., nicht 39% Broz, wie anderweitig gemeldet wird.) An Genußscheinen mußte man der Firma Thyssen wegen deren Universalwalzwerken einen höheren Anteil zusprechen; hier schweben noch fleinere Differenzen. denen jedoch keine Bedeutung beizumessen ist. Außer in der mehr. Die Steuerfrage soll erst nach Zustandekommen des Zufammenschlusses angeschnitten werden. Auch ist der Sitz der neuen Gesellschaft ebenso unbestimmt wie die Personenfrage. Was die Finanzierung anbelangt, so wird mitgeteilt, daß zirka 300 Millionen Mark im Auslande gedeckt werden sollen. Es sei nicht beabsichtigt, den ganzen notwendigen Betrag in Amerika unterzubringen, da auch aus England, Schweden und Holland günstige Angebote vorliegen. Als direktes Betriebs. fapital sollen etwa 150 Millionen Mart in Frage tommen, die man jedoch in Deutschland eindecken will, und zwar mit Hilfe von Wechseln oder auf dem Wege des. Rembourskredits. Gerüchte über Bildung eines deutsch- amerikanischen Stahltrusts seien ein gewiffes Attien patet an ein amerikanisches Banten. in das Reich der Fabel zu verweisen. Tatsächlich sei beabsichtigt, nischen Schwerindustrie anzubieten. fonsortium abzugeben, oder auch ein solches der ameritanischen Schwerinduſtrie anzubieten. 克 werden, das normale Bauprogramm für 1926( Erweiterung der giebigfeit auch überschätzt. Jedes Prozent, um das die Finanzierungs- und Steuerfrage bestehen teine Schwierigkeiten Berteilungsanlagen) zu finanzieren. Dadurch würden die leber schüsse der Elektrizitätswerke, die andernfalls in den Erweiterungsbauten investiert werden müßten, teilweise frei werden und tönnten der Kämmeret für die allgemeinen Zwecke des städtischen Haushalts zufließen. Die Möglichkeit, einen Kredit in der notwendigen Höhe auf dem ausländischen Kapitalmarkte zu erlangen, wäre an fich vorhanden. Auch wäre die Aufnahme einer derartigen Anleihe wirtschaftlich gerechtfertigt, weil es sich um einen rein produktiven Zwed handelt. Es bestehen aber Zweifel, ob die Beratungstelle für tommunale Kredite, die den Anleihen der Städte einen hartnäckigen Widerstand entgegensetzt, dieser neuen Berliner Anleihe ihre Zustimmung erteilen würde. Wenn die Anleihe nicht die erforderliche Genehmigung fände, und wenn Gelder auf anderem Wege nicht zu erlangen wären, so müßte man zu einer Erhöhung der Stromtarife schreiten. Es wäre das frei lich eine Maßnahme, die mit großen Nachteilen für die Bevölkerung wie für die Elettrizitätswerte selbst verknüpft wäre. Ulm diese Nachteile ganz klar zu machen, untersuche ich im folgenden die Frage einer event. Erhöhung der Strompreise nach drei Richtungen hin: Erstens, wer würde von der Erhöhung der Strompreise beschaft troffen werden? 3weitens, inwieweit würde eine Erhöhung der Stromtarife tatsächlich eine Bermehrung der finanziellen Ueberschüsse bewirten? Drittens, welche Folgen hätte eine Erhöhung der Strompreise für das allge meine Wirtschaftsleben unserer Stadt? Wer zahlt die erhöhten Strompreise? Die erste Frage, wer die erhöhten Strompreise zu bezahlen hätte, ist rasch beantwortet. Eine Strrompreiserhöhung würde nur Die Kleinabnehmer treffen. Die Großabnehmer, deren Berbrauch rund zwei Drittel der gesamten jährlich überhaupt ver tauften Energiemenge ausmacht, fönnten in eine Tariferhöhung nicht einbezogen werden, weil sie zu einem großen Teil die Energie auf grund langjähriger Berträge erhalten, die eine Steigerung des Preises erst nach Ablauf der Vertragszeit zu laffen. Nur die große Masse der fleinen Abnehmer, denen der InventurArbeiterschaft und Goldbilanzen. Strompreis, Elektroindustrie und Installationsgewerbe. Die große Generalinpentur der deutschen Wirtschaft, die durch die Goldbilanzen herbeigeführt wurde, ist nun einigermaßen Elektrizitätsmerte hat in Berlin eine gewaltige AnschlußbeweDer billige Grundgebührentarif der städtischen vollzogen. Für die Arbeiterschaft sind ihre Ergebnisse von ebenso gung ausgelöst. Neuanschlüsse aber bedeuten Anschaffung von startem Interesse wie die Fülle der noch ungelösten Probleme, ie elektrischen Leitungen, von Schaltern, Steckdosen, Lampen, elektrischen die deutsche Wirtschaft von der Inflation noch übrigbehalten hat. Kochgeräten, Haartrocknern, Staubsaugern, Bentilatoren und wie In zahlreichen Einzelfällen und auch in kritischen Uebersichten hat alle diese einfachen oder Lurusgegenstände heißen. Von der Fabri- der Vorwärts" die wichtigsten Ergebnisse der Goldbilanzierung fation, der Montage und dem Berkauf dieser Gegenstände leben breiteren Kreisen der Arbeitnehmer zugänglich zu machen gesucht. in Berlin Tausende von Familien. Jeder Pfennig Strom- Bir fönnen es daher nur begrüßen, wenn nun auch die wirtschaftpreiserhöhung würde einer Anzahl diefer Familien die Existenzliche Fachliteratur der Arbeiterschaft eine Bereicherung in der Rich grundlage nehmen und damit die Zahl der Arbeitslosen tung erfährt, daß die Goldbilanzprobleme zusammenfassend behan permehren. Eine Strompreiserhöhung, deren Begründung in einer Mehr belt werden. forderung der Kämmerei liegt, ftellt eine Steuer bar, und zwar Als erstes Heft einer in der Verlagsgesellschaft des ADGB. ereine in birette Steuer. Es wäre eine wirtschaftsfcheinenden neuen Schriftenreihe Gewerkschaften und Wirtschaft" Preise bis Ausverkauf 43 Bamon- L.- Chevreau- Spangensane 500 dauerhaft und elegant. 7.00, 6.90 and dite in Lacket Band gedoppelt 7.90 Branne Damen- Spantenschuhe mit verschiedenen Louis XV. Garnierungen, Abeats .9.75 wad Bamen- Spangenschuhe in Lack 790 97 75 .12.50 und mit farbigem Boutache verziert, hochelegant, echter Louis XV- Absatz 50 Bamen Halbschuhe T. Goodyear- Welt. 50 % herabgesetzt vorren Lederarten, . 6.90, 5.90 und 49⁰ dito in brann Boxkall und Chevreau 690 T. Ja Rahmenarbeit... 8.00, 8.90. 7.90 und A23 223 02 Herrenstiefel auf Rand gedoppelt 690 echt Rindbox, sehr dauerhaft...... 7.90 und dito echt Chevreau und Boxkall braun und schwarz, Ia Rahmenarbeit, auch mit Wildledereinsatz. 16.50, 14.50, 12.50 und Herren- Halbschuhe legante Form echt Rindbox, auf Raad gedoppel. 6** Braune Herren- Halbschuhe 10⁰⁰ sum Teil auf Rand genäht..... 10.80 und 890 HOW 80r sblar 29 Damen- Stiefel in verschieden. Ausführungen 10.90, 9.75 Weiße Leinenstiefel für Damen und Backfische, sehr gute Ausführung.. noqfAed not Diese Bottina SCHUHGES M B H Verkaufsstellen in Berlin: Oranienstraße 29 Turmstraße 78 Charlottenburg: Berliner Str. 133 Kleiststraße 22 Brunnenstr. 13 Neukölln: Berliner Straße 43 6⁹0 125 aus bestem Material hergestellten Schuhe bieten für jeden Geldbeutel eine Gelegenheit zu noch nie dagerveden billigen Preisen einzukaufen hat mun Genoffe Kurt Heinig ein Büchlein, das sich„ Diel uns. Was fich in Deutschland noch zeigen wird, daß nämlich die Goldbilanz" betitelt, herausgebracht. In knapper übersichtlicher Steuereinnahmen des Staates in demselben Maße zurüdgehen, und doch populärer Form stellt Heinig zunächst die Grundlage als die Krise in Industrie und Handel und die Arbeitslosigkeit zu der Kapitalsintereffen der Aktiengesellschaften dar. Dann geht er nehmen, ist in Danzig bereits eingetreten. Ein sehr erheblicher Teil auf die Ergebnisse der Goldbilanzierung ein, die wichtige Einblide der Steuern mußten geſtundet werden, die 3olleinnahmen sind be in die wirtschaftlichen Umschichtungen seit der Kriegszeit bieten. Die trächlich zurückgegangen. Dem wachsenden Staatsdefizit Aftientapitalien vieler Industrien sind in den Goldmarferöffnungs stehen steigende Kosten zur Unterstützung der Erwerbslosen gegenbilanzen zu optimistisch eingesetzt. Der Berfaffer stellt fest, daß im über; große Beträge ber gestundeten Steuern werden nicht einzu Berfolg der Veränderungen in den Zusammenfeßung des Kapitals| ziehen sein. eine Vertrauenstrife eingetreten ist, die den Unternehmungen die Befchaffung bes Rapitals schwierig macht. Heinig geht dann auf die Einzelheiten der Bragis der Goldbilanz ein und unterzieht schließlich die in der Inflation hochgezüchteten Mittel der Macht bildung im Attienwesen, die Borzugs- und Borrats aftien einer scharfen Kritit. Das Ganze ist mehr als eine lehrhafte Abhandlung; es ist eine fnappgefaßte Einführung in die schwierigen Brobleme der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, in die wir durch die fehlerhafte Politik der deutschen Unternehmungen im Krieg und in der Inflation hineingeraten find. Aktienkurse und Wirtschaftskrise. Die Tragödie der Aktienkurse im Jahre 1925, die besser als alles andere die absolute Unfähigkeit der deutschen Unternehmer zur Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen widerspiegelt, ist heute voll zu übersehen. Wir stellen das Prozentverhältnis der Kurse zum Nominalwerte der Aftien, wie es die Commerz- und Brivat. bant fortlaufend für das Jahr 1925 allmonatlich veröffentlicht hat, in folgender Labelle für den Ausgangsmonat Januar und den Schlußmonat Dezember einander gegenüber. Bon durchschnittlich 900 in Berlin gehandelten Werten notierten: • bis 50 50-75 75-100 100-150 über 150 Prozent( des Nominals) Ende Januar 1,0 10,0 41,0 41,0 7,0 Proj. Ende Dezember. 46,4 27,7 16,1 8,7 1,1 Danach hat fich also im Jahre 1925 die Zahl der Aftien gefellschaften, beren Betriebe eine niebrigere Bewertung als 75 Brozfanden, von 11 auf 74.1 Proj. erhöht. Die Zahl der Unternehnungen, die mit 100 und mehr Broz. bewertet werden, ist von 48 auf 9,8 Proz. gefunten. Wenn man den Attienunter nehmungen, die heute zwischen 75 und 100 Broz. stehen( 16 Broz.) die Möglichkeit des Aufsteigens bis zum Baristande aus eigener Kraft aufpricht, so steht für den gewaltigen Rest von 74,1 Broz. heute fest, daß sie sanierungsbedürftig und zu einer zweiten Rapitalzusammenlegung reif find. Für die Politit der deutschen Unternehmer im Jahre 1925, der restlos die staatliche Wirtschafts, Steuer und Bollpolitit zur Berfügung gestellt wurde, ist das ein vernichtendes Urteil. Nachdem die Notwendigkeit der zweiten Kapitalzufammenlegung allmählich Gemeingut der öffentlichen Meinung geworden ist, ist es an der Zeit, daß die Regierung die juristischen Grundlagen zu ihrer Durchführung einer ernstlichen Prüfung unterzieht. Staatsgarantie für Auslandsanleihen in Danzig. liches Schicksal wird aber von Deutschland und Polen bestimmt. Das Der Staat Danzig ist zwar politisch selbständig, fein wirtschaft ist die Folge seiner Lage und seiner Kleinheit. Die Wirtschaftskrise Mitteleuropas ist daher sehr start auch in Danzig wirksam. Be merkenswert ist aber, daß sie in Danzig offenbar schon stärter fortgeschritten ist als in Deutschland und Polen. Die Ar beitslosigkeit ist mit über 15 000 Erwerbslosen relativ stärker als bei Theater, Lichtspiele usw. Deutsches 8 Abgesehen von Sparmaßnahmen im Staatsapparat versucht nun der Danziger Boltstag nach den Vorschlägen des Finanzfenators Dr. Boltmann der Krife durch Beschaffung langfristiger Anleihen zu begegnen. Das Interessante dabei ist, daß der Staat Danzig diese Anleihen nicht selbst aufnimmt und den Anleiheerlös nicht selbst an die Privatwirtschaft weitergibt, sondern daß der Staat feine Garantie für die Sicherheit der Anleihen zur Verfügung stellt. Die Denkschrift des Finanzsenators begründet die Notwendig feit dieser Staatsgarantie( obwohl sie mit den Grundfäßen staatlicher Finanzpolitit im Widerspruch stehe) damit, daß Danzig feine großen Kreditvermittlungsinstitute habe und daß deren Mangel nur durch die Staatsgarantie ersetzt werden fönne. In Frage tommen 50 Millionen Gulden( etwa 43 Millionen Mart) nur lang friſtige Kredite( 10 Millionen für Gemeinden, 20 Millionen Landwirtschaft, 20 Millionen Industrie, Handel und Gewerbe). Ueber das Ausmaß der Staatskontrolle über die Kreditnehmer liegen flare Einzelheiten noch nicht vor. Beabsichtigt scheint zu sein eine Staatsaufsicht über ben ersten Kreditnehmer, eine materielle Rückendeckung für die Staatsgarantie, eine Festlegung der Zinsspanne zwischen erstem und legtem Kreditnehmer und eine genaue Festlegung der Tilgungspläne. Das Borgehen des Danziger Staates, so geringfügig auch die Summen sind, um die es sich handelt, ist symptomatisch für das was auch in Deutschland zur Notwendigkeit werben fann. Deutschland hat zwar große unterschriftsfähige Kreditbanken, diese kommen aber Für die Versorgung selbst der leistungsfähigsten Weiterverarbeitungsnur zur Anleihevermittlung für große und größte Berke in Frage. und Spezialwerte mit langfristigen Anleihen fehlt bisher jede Organisation. Die Industriefchaften einzelner Staaten find bisher nur ein Versuch. Das Durchhalten privatfapitalistischer Unternehmungen durch städtische Kredite, wie es vielfach zur Bermeidung der Stillegung geschehen ist, ist voller Gefahren. Auf der anderen Seite ist mit der weiteren Berschärfung der Wirt Schaftskrise auch in Deutschland ein Absinten der Staatseinnahmen und eine Gefährdung der Erwerbslosenfürsorge wahrscheinlich. Da mit fann die staatliche Organisation der Beschaffung langfristiger Auslandskredite für große Teile der Industrie zur Notwendigkeit werden. Das Vorgehen Danzigs verdient daher in Deutschland Beachtung, wenn auch hier andere Wege gegangen werden müffen als in dem Kleinftaat Danzig. Das Bauprogramm 1926. Ein Blick auf die Möglichkeiten des Bauprogramms 1926 und beffen Durchführung belehrt, daß mon feinesfalls größere Ermar. tungen als für 1925 hegen darf. Die immer weiter verschärfte Kommune, Reich, Industrie, Siedlungsgesellschaft oder Einzelunter Gelbtrists wird vielmehr jedem Bauluſtigen, wer es auch set, nehmer, äußerste Beschränkung auferlegen. Db wirklich die Auslandsanleihen der Kommunen in umfang reichem Maß zu Neubauten verwandt werden, ist noch nicht zu übersehen; es muß auch die noch sehr ungewiffe Entwicklung der bevorstehenden Wintermonate abgewartet werden, die in manchen 8 Tägl. 8 Uhr Uhr: Berliner Theater Der Fremde Revue- Operette Th. a. Hollendorfpl. Central Theater WalhallaKunstl.- Theater Messalinette Die offizielle Casino- Theaters Taglich 8% Metropol- Theater Frau 8 Uhr: Diaghilew's russisches Ballett Tägl. 8 Uhr Volksbühne Lessing- Th. Th.a. Kurfürstendamm die gr. Revueposse 8 Uhr: Schluck und Jau Morgen 7 Uhr: Zum ersten Male Vom lieben Augustin Staats- Theater Opernhaus 7: Cavalier. rusticana Bajazzo Opernhaus Tägl. 8 Uhr: Maiermax Musik v. H. Hirsch Kleines Th. 8 Uhr: Die Kutsche der heiligen Liebe Kom. v. Merimee Boubouroche am Königsplatz Kom v Courteline 7 Uhr: Spielzeug. Regie: Goldberg Barbier v. Sevilla Schauspielhaus 8U Im weißen Röß'I Schiller Theater 8 Uhr: Minna von Barnhelm Charlottenburg Großes Sebauspielhaus Für Städtische Oper Dich CHARELL- REVUE TÄGLICH 84 8 Uhr: Orpheus in d. Unterwelt Abonn- Turnus III Deutsches Theater 7 Uhr Das Käthdchen Residenz- Th 8 Uhr: Die V. Hellbronn Durchgängerin von Kleist Regie: Eugen Klöpfer Preise 1 M. bis 0M Kammerspiele 7 Uhr: Der Erika v. Tellmann Kurt Vespermann Preise der Plätze von 1-10 Mark Thalia- Th. 8 Uhr: Kreidekreis Annemarie von Klabund Regie: M. Reinhardt Die Komödie der Plätze von 1-9 Mark Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Kurfürstendamm 206/7 Die blond. Mädels 8 Unr Zum 100. Male Gesellschaft Preise der Plätze von 1-8 Mark von Galsworthy Th. in d. Klosterstr. Regie: M. Reinhardts Uhr: Schwebende Preise 4 M Dis 12 M Jungfrau SCALA Theat. d. Westens 8 Uhr: Internat. Varieté Das große Operettenbaus Tägl. 8 Uhr: Das Spiel u. die Liebe Operette von Gilbert Sitze schon ab 1 Mark 8 Uhr: Regen Th.a. Schiffbauerdamm 8 Uhr: No no Nanette Auftreten von Josma SelimOperette in 3 Akten Trianon- Theater Tel. Zentr. 2391 Täglich 8 Uhr: Die tolle Posse Der Meisterboxer Täglich 8 Uhr: Das Der Gipfel des Humors! Gespensterschiff u. das neue Progr. Der fröhliche Weinberg Ralph Benatzki von Rud Lothar u Lustspielhaus 8 Uhr: Der blaue Yogel Wallner- Theater Täglich 8 Uhr: Kolportage Rose- Theater 714 Uhr Wenn der Flieder blüht Barnowsky- Bühnen Königgrätz.Str. 8 Uhr: Einen Jux will er sich maden Die Tribtine 8 Uhr: Die tote Tante Komödienhaus 8 Uhr: Die neuen Herren. APOLLO Ein Oscar Ritter lustiges Abenteuer an Bord 8 U. Theater 1. d. THEATER Lützowst.112 Theater Weinbergsweg Das Mädchen ohne Ehre Sensationsstück mit Musik Parkett nur 50 Pf. Philharmonie 8 Uhr: Herrnfeld Mozart- Abd. im Intim.Th. 8 Ud. Philharmon.Orch Ein neuer Herrnfeld Dirigent: Familie Schmock Prof. Jul. Prüwer Friedrichstr 218. Verlorene Mädchen Milieu- Komödie Der große Erfolg Cilly Feindt persönlich mit ihrem Schalpferd Nestor" und im Film: Die Zirkus prinzessin u. d. Varietéprogr. Täglich 3 Vorstell Berliner Volksstück mit Gesang u. Tanz Parkett von 50 Pf.an. Mittw. nachm 4 U.: Der lustige Fridolin. Parkett von 25 Pt. an 3. 7. 9 Uhr. Neues Th, am Zoo Kleine Preise von 1-3 Mark Circus BUsch Täglich 7 Uhr: Neues Programm! Januar . 2. Schl. 12. einschl nar bis Der Graf von Monte Christo Allabendl. 8 Uhr: Guido Thielscher in D. wahre Jakob Parkett... 1-2 Mk. Park.- Faut. 3-4 Mk. Orchester- Faat. 5 MR. Sessel..... 6 Mk. Vorverkauf ananterbrochen KleinePreise Neue Welt aus Berlin Wi 3 Akt, Admiralspalast Täplich 8 Uhr. HALLER REVUE Achtung welle 505 Jeden Sonntag 3 Uhr die ganze Vorstellung zu halben Preisen! A. Scholz Hasenheide 108-114 Dienstag, den 5. Januar, sowie täglich: Bockbierfest in den bayer. Alpen 8 Kapellen Neue Dekorationen 30 bayer. Madl Ausstoß des berühmten Bergschloß- Jubiläums- Bock Prämiierung des schönsten Glockenrocks 3 bare Geldpreise 50 30- 20 Mark Anmeldungen von 8-10 Uhr abends an der Kasse Einlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr Voranzeige: Donnerstag, den 7. Januar: Groß. Schweineschlachten unt. gefl. Mitwirk. v Egon Petri Klav- Konz. Es- Dur, Sinf. 39 Gemeindefädel ein großes Loch reißen werden. Als wesentlichste Rapitalquelle kommt daneben die Hauszinssteuer in Betracht, deren mäßige Verwendung bereits aus diesem Jahr zur Genüge bekannt ist, als daß man noch in dieser Hinsicht besondere Hoffnungen nähren dürfte. Der eigentliche Wohnungsbau fann nur von den Siedlungsund Baugesellschaften intensiviert werden; auch hier berechtigt der niedrige Stand des Einkommensdurchschnitts in Deutschland nur zu ganz fleinen Erwartungen. Der Mietshäuserbau in den Städten, beispielsweise Berlin, hat für manche Gesellschaften infolge viel zu hoher Suschußforderungen bei weitem nicht den veranschlagten Erfolg gebracht. Ohne genügende Hilfe von außen her iſt der Wohnungsbau in feiner Weise zu beleben; der Lohnſtandard er laubt es dem Durchschnittswohnungssuchenden nicht, eine Wohnung aus eigenen Mitteln vor Gebrauch zu finanzieren. fchaftsbericht schreibt die Commerz- und Privatbank u. a.: Das Jahr Ohne Preissenkung feine Gefundung. In ihrem neuesten Birt fchaftsbericht schreibt die Commerz- und Privatbank u. a.: Das Jahr 1925 wird durch die Deflationskrisis gekennzeichnet, ohne daß aber die Umstellung der Wirtschaft in entsprechender Weise zum Abschlußz gekommen wäre. Die volle Auswirkung der Deflations. frisis im Preisstand hat sich im abgelaufenen Jahre noch nicht geltend gemacht. Erst dann ist die Grundlage für den Wieder aufstieg gewonnen, wenn ein Abbau des Preisniveaus der Kauftraff im Innern zugutefommt und gleichzeitig neue Ausfuhr möglich feiten zu schaffen geeignet ist. Diese Vorauslegung des Wiederaufftiegs und damit die Beendigung der Deflationsfrisis herbeizuführen, wird die wichtigste Aufgabe einer rationellen deutschen Wirtschaftspolitik im kommenden Jahre sein. Abgesehen von der durch den Krieg, Friedensvertrag und die Inflation bedingten Entblößung der deutschen Wirtschaft von liquiden Mitteln, hat sich die mangelnde konsumtraft des deutschen Volkes aufs fchärffte bemerkbar gemacht. Es fann feinem 3weifel unterliegen, daß eine Korrektur des Preisniveaus gerade in diesem Punkte bis zu einem gewiffen Grade ausgleichend zu wirken Dermag, wenn auch eine balbige völlige Rückkehr zu den früheren Absatzmöglichkeiten nicht zu erwarten ist. Festschrift der Reichsbank zum 50jährigen Bestehen. Die angefündigte Festschrift der Reichsbank ist erschienen. Mit der ersten, bant 1876 bis 1900" gibt fie ein umfassendes Lebensbild 1901 erschienenen Dentschrift zum 25jährigen Jubiläum„ Die Reichs der Reichsbant seit ihrer Gründung. Auf 300 Großquartseiten, von denen über 100 durch ein mächtiges Tabellenwerk gefüllt werden, rollt die wechselreiche Geschichte der Reichsbant in den Borkriegsfahren, der Kriegs- und Inflationszeit und der Stabilisierungsperiode ab. Begreiflicherweise haben die Kapitel„ Die Reichsbank im Weltfrieg"," Die Reichsbank vom Kriegsende bis zur Stabilisierung der eine besonders ausführliche Darstellung erfahren. Sie füllen faft Mart",„ Die Stabilisierung der Mart“ und„ Die Währungsreform" zwei Drittel des historischen Tertes. Als Quelle für die Finanzgeschichte des Krieges und das Kredit- und volkswirtschaftliche Drama der Inflation wird die Festschrift in der Finanzliteratur einen hohen Rang in Anspruch nehmen. Sfidftofftredite. Ein unter der Führung der Reichs- KreditGesellschaft stehendes internationales Banfentonsortium hat sich dem Stid ftofffonditat gegenüber verpflichtet, von der Sänd. Ierfundschaft beim Syndikat eingehende Wechsel zu dis fontieren und so lange zu prolongieren, daß die Fälligkeiten erst Cuxemburg. Die luxemburgische Regierung hat das belgisch- deutsche nach Abschluß der Ernteperiode des Jahres 1926 eintreten. Berlängerung des belgisch- deutschen Handelsprovisoriums für auf Grund einer Spezialverordnung vom September abgelaufen Handelsprovisorium für Luxemburg, das am 31. Dezember 1925 mar, um sechs Monate perlängert, weil die Berhandlungen Luremburgs mit Belgien und Deutschland über einige Abänderungen insbesondere bezüglich der Weineinfuhr noch nicht abgeschlossen find. Zirkus der 10000 Neue Autohalle am Kaiserdamm Riesen- Programm in 30 Telfen, darunter Freiheitsdressuren Tiger zu Pferde 3 Raubtiergruppen, 3 Luftsensationen Direkt Carl Reinsch. Exotische Gauklertruppen Eclair, die Todesfahrt auf dem Motorrad Täglich 8 Uhr Preise 0,70 bis 5 M. Mittwoch. Sonnabend, Sonntag: NadumittagsVorstellung zu halben Preisen. Beginn 4 Uhr. Zirkuskarten berechtigen zum freien Eintritt Vorverkauf: Alle Wert. in die bunte Stadt helmkassen u. Neue Autohalle am Kaiser. damm( Telephon Westend 5758). RENNER DIE WIRTSCHAFT ALS GESAMT PROZESS UND DIE SOZIALISIE RUNG Ein Buch, das die Funktionäre der Arbeiterbewegung in die Wirtschaftswissenschaft und die Marx'schen Ideengänge einführt. Preis 8.-Mk. in Ganzleinen gebunden Zu beziehen durch: J. H. W. Dietz Nachf. G. m. b. H. Berlin SW 68, Lindenstr. 2, Abteilung Sortiment Komische 81 Oper Dir.: James Klein 81 Größte Revue der Welt Von A bis Z Parkett 6.-M. Preise 2.- bis 12.- M. ( Logen 15,- M.) Vorverkauf ununterbr. geöffnet 12 WINT BORTEN Ein neues Programm 12 mit ausgewählten Internationalen Größen 12 der Varieté Kunst Sonntag nachm. 3% Uhr halbe Preise. Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr Sonntag nachmittag 3 Uhr Stettiner Sänger Nachmitt. halbe Preise volles Abend- Programm Donhoff- Brett'l Das große JanuarProgramm mit Karl Braun und sonstigen E Kanonen! Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel. Mpi. 160 77. Tägi. S Uhr. aucb Sonntag aachm, 8 Uhr( zu halben Preisen.. Vollständig neues Programmi Liederspiel: Seemannsieben" 223 Burleske..Na da- Prost Nenialr ob flein oder groß, Ueber Nacht wird jung und ait, von der fo läftigen Läuseplage und unangenehmen befreit nach Gebrauch meines schnell und sicher wirkenden Radikal- Mittels ,, Ja- So" Läusetod Gegen Kopf, Rörper und Beugläufe. Flasche 60 Bfennige Nur allein echt bet Berlin N 31, Swinemün Arthur Mothes, der Str. 41. Bamb 3121 Dienstag 5. Januar 1926 Unterhaltung unö A�issen Sellage öes vorwärts Rudolf Eucken. Don Professor Reinhard Strecker, Berlin. Am 5. Januar feiert der Jenenser Philosoph Rudolf Hucken fernen 80. Geburtstag. Er ist nicht bloß gleich so manchen anderen Philosophen der Inhaber einer Unioersitätsprosessur, sondern darüber hinaus ein wirklich bekannter Denker in Deutschland. Aehnlich wie Fichte, von dessen Ideen er vieles übernommen hat, nicht nur Dozent, sondern Prophet. So erklärt es sich, dag um ihn herum sich ein Eucken-Bund gebildet hat, der helfen will, seine Gedanken in die Praxis des Lebens zu über- führen. Kurz vor dem Kriege erschien ein Buch aus seiner Feder: „Zur Sammlung der Geister. Es war ein Aufruf zum Idealismus: ein Kampsruf gegen unechtes Christentum, gegen die politischen Ge- walt- und Rassentheorien, gegen den Naturalismus, der den Menschen als weiter nichts betrachtet, wie eine höhere Stufe des Tieres, der auch alle» politische und kulturell« Schassen unter die Schablone vom„Kamps ums Dasein' unterbringen will. Aus dem Geiste des deutschen Idealismus, wie er um 1800 herum lebendig war, sollte die Erneuerung kommen. In seinem Wert über die .Lebensanschauungen der großen Denker' will Eucken sozusagen die Wegweiser a» der Straße der Weltgeschichte bezeichnen, nach denen auch wir uns wieder richien müssen, wenn wir nicht in die Irre gehen wollen. Die neue idealistische und religiöse Bewegung, wie sie namentlich in der Jugend— man denke an das Fest aus dem Hohen Meisner 1913— zu beobachten war, war Euckens Hossnung. Aber dann unterbrach der surchtbare Kriege diese friedlich« Entwicklung. „Was bleibt unser Hall?' Diese Frage stellt sich Eucken, wie wir alle sie uns nach dem Zusammenbruch gestellt haben. Cr ließ ein Schriftchen unter diesem Titel erscheinen. Darin wird die Rettung lus denselt auf denselben Wegen gesucht, die Eucken vor dem Kriege schon be» schritten hatte. Gerade das zeigt, welche Hauptlinien konsequent durch sein Philosophieren hindurch gehen. Was hat er uns Sozialisten damit zu sagen? Die offene Kritik, die Eucken an den politischen Gewalttheorien und an den Scheinheiligkeiten der Kirche übt, wird auch uns aus der Seele gesprochen sein. Leider aber sind die Euckenschcn Gedanken im großen und ganzen als schöne Moralpredigten verhallt. Aber schuld daran ist z. T. auch Euckens Philosophie selbst. Sie hat große Schwächen. Sie ist wirklich an vielen Stellen zu sehr Moralpredigt, der einerseits die letzte Schärfe wissenschaftlich kriti- schen Lerantwortungsbewußtseins und andererseits der nüchterne Blick für große politische und soziale Tatsachenkomplere fehlt. Was Eucken populär nwchte, ist wohl in der Hauptsache seine Metaphysik. Er gab Leuten, die von der Kirchenlehre nicht mehr befriedigt sind. einen Ersatz dasür durch seine scharte Unterscheidung zwischen der Welt der Natur und der Welt des Geistes. Die letztere objettioicrt er ähnlich wie Hegel und spricht von ihr als der„höheren unsichtbaren öelt', aus welcher der Mensch übernatürliche Kräfte empfangen kann. Er will diese Welt nicht einfach mit der Kulturwelt gleich- gesetzt haben. Berächtlich spricht er von„Kulturfabrit'. Er furchtet die„Deräußerlichung' des Menschen. In dieser sieht er den Krebs- schaden unserer Zeit. Und die Sorg« um die Berinnerlichung läßt ihn den Wert politischer und kultureller Betätigung stark unter- schätzen. Er sieht nicht, wie gerade durch diese der Mensch auch innerlich reifer und tiefer wird. Fichte hat darüber schon Wesent- licheres gesagt als Eucken. So schillert die„höhere Well', von der Eucken spricht, manchmal in recht unklaren Farben, und seine Argumente hallen einer eindringlichen erkenntnis-theoretischen Prüfung nicht stand. Er bietet uns in seiner Metaphysik mehr einen neuen religiösen Glauben, ein modernisiertes Christentum. Fichte war konsequent genug, Sozialist zu sein. Das sehll bei Eucken. Er gesteht zwar Marx uird der Sozialdemokratie mit Wohl- wollen einig« Bedeutung zu. Er spricht einmal davon, wie durch diese Partei„das Sclbs der Massen beträchtlich worden sei. Und Selbstgefühl ist doch gewiß etwas Innerliches. Da hätte für Eucken aller Anlaß vorgelegen, dem Problem noch etwas weiter nachzugehen. Aber an dieser Stelle biegt er ab: Er be- hauptet, daß Marx zu sehr nach Hegels Vorgang„Gedanken- komplexe zu selbständigen schicksalsartigen Gewalten' umgedichtet und den menschlichen Willen ausgeschaltet habe. Dadurch seien„alle den Geist aus der lustigen Höhe der Abstraktionen herunterholte und in dem ganzen komplizierten Apparat der Staats- und Gesellschasts Ordnung vor praktische Aufgaben stellte. Gewiß ist es die Aufgabe der fortschr-itenden Wissenschaft, auch Karl Marx weiter zu denken. Aber so einfach wie Eucken wird man mit Marx nicht fertig. Seine wesentliche Ergänzung findet Marx in Lassalle, der ja auch von Ficht« herkommt. Eben deshalb hätte aber Eucken auch Lasialle und seinen Einfluß auf die Partei tiefer würdigen müssen. Wenn er nur von Lassalles Neigung spricht, die„Menge zu idealisieren' und dann von dem„Aberglauben an die Allmacht politischer Ein- richtungen, namentlich der Verfassungssormen', so bleibt das gan, an der Oberfläche. Von einem„Verblassen und Verschwinden der Innenwelt des Geistes' kann man bei der sozialdemokratischen Well- und Lebensausfassuna wirtlich nicht so reden, als ob das beides not- wendig zusammengehörte. So oft spricht Eucken von der Verselb- tändiaung der Persönlichkeit. Wie aber soll das arme Lasttier standigung oer Persönlichkeit. Wie ober soll das arme Lasttier Mensch, das von morgens bis abends in der Fron steckt, zu einer wirklich reichen und selbständigen innerlichen Persönlichkeit werden? Dafür müssen ja gerade erst die wirtschaftlichen und politischen Vor- oussetzungen ge�chassen werden. Nur unter diesem Gesichtspunkt« wird man der Sozialdemokratie gerecht. Und das spricht auch Fichte schon deutlich genug aus: Erst müssen Staat und Gesellschaft dem unter seiner Last in den Staub gesunkenen Menschensohn eine würdige Lebensmöglichkeit und Umgebung schaffen, ehe man über- Haupt das Recht hat, mit irgendeiner moralischen Anforderung an ihn heranzutreten. Weil Eucken das übersieht, hat er vielfach In den Wind hineingesprochen. Und weil er die Gebildeten der Nation aus diese ihre sozialen Pflichten nicht rücksichtslos und deutlich genug hingewiesen hat, wie es etwa Fichte als Bußprediger der Nation tat, deshalb hat er auch bei denen, die feine Bücher lesen und kaufen können, mehr ästhetisches Wohlgefallen als Sinnesänderung bewirkt. Senta. Von MarieHarder. Unter dem schon recht verschlissenen Mantel der Witwe immer- hin warm geborgen, gelangte Senta als überflüssiges Kind von neun Geschwistern in ihre neue, recht kümmerliche Heimstatt. Es war die Küche mit einem Bett, in dem die Witwe schon mit ihren beiden Kindern Platz finden mußte. Für vier reichte es bestimmt nicht. Aber Senta war erst sechs Wochen alt und so Nein, daß die Kinder sie nicht anzusassen wagten und stattdessen nur immer in -Ah' und.Ob' staunten, im übrigen Obernaus der Freud« gar mcht herauskamen..Bei mir soll sie schlafen. saate das älteste der Mädchen..Nein, bei mir', stellte das Jüngste sich vor d,e Mutter. .Bei mir ist mehr Play.' Sie schlief doch am Fußende. .Senta schläft allein,' entschied die Mutter und legte ihr schlechtes Kopftuch in den Einholkorb, um so ein Bettchen herzu- nchten.„Ihr drückt sie tot, wo es schon so eng sur uns ist. Und Glinde gehören auch nicht ins Bett/.. Dagegen war nun nicht viel zu sagen. Senta war ein braun- schwarzes weibliches Zwergpinscherhündchen und an die Witwe ver- Der Regisseur: MajeMijcher, Majestät. Noch majestätischer schenkt worden, während man ihre Geschwister zu Geld gemacht hatte. Sie ließ die kleinen Augen blank und ängstlich im Raum umhersuchen. Und die kläglichen Laute, die sie hören lieh, waren sicher nicht» anderes als das Weinen eines Zktndes nach der Muller. Aber sie war in gute Hönde gekommen und fühlte dos auch bald. Die erste Nacht winselte sie noch ein bißchen in ihrem Körbchen. b»> schnupperte am anderen Morgen auch recht vorsichtig das magere Brot, da sie besseres gewohnt war, vergaß dann aber dank ihrer Jugend Mutter und Geschwister bald und fühlle sich in der ärmlichen Behausung um io wohler. Sie wurde den Kindern Spielkamerad und treu« Begleiterin, zeigte sich begabt für mancherlei Kunststücke und wurde ein ausnahmsweise schönes Tier. Das sah eines Tages auch die einsame Frau eine« Gutsbesitzers au» der Umgegend. Sie ließ ihren Wagen halten und fragt« die Kinder nach der Adresse und wann die Mutter zu Hause sei. Bald darauf sprach sie schon vor und bot eine annehmbare Summe für das Tier. Die WUwe dachte an ihre Not und überlegte, hatte aber das kleine Tier gerade so lieb gewonnen wie ihre Kinder, die baten, Senta nicht zu verkaufen. Di« Kaufsumme wurde in doppelter Höhe geboten und erschien der armen Witwe wie ein Märchen. Der Winter hotte«ingesetzt. Und wie an manchen Togen die Mahlzeiten schmal waren, so fehlte es auch an warmer Kleidung für die Kinder. An allen Ecken fehlte es. Die Tränen kamen ihr. .Ich möchte da» Tier so gern haben,' versuchte die Gutsfrau ihr Glück weiter,.daß ich mich wohl verpflichten will, ihr« Kinder im Sommer einmal auf unser Gut kommen zu lassen, damit sie sich erholen können. Aber geben Sie mir da» Bichchen. An Geld können Sie auch noch etwa» mehr bekommen.' Die Witwe war schon entschlossen, Senta zu oerkaufen, fragte aber noch:.Sie wird es doch gut bei Ihnen haben?' Die Gutsfrau lachte. „Hätte ich ein Kind, es würde nicht besser gepflegt iverden.' .Ja. wenn ich da« denn man weiß,' zögerte die Witwe noch ein wenig. .Wenn Sie wollen, können Sie mir Senta am Sonntag bringen und sich dann an Ort und Stelle überzeugen.' So war die Abmachung. machte sich die Witwe auf den Weg. Die Und am Sonntag Kinder weinten wohl, hatten sich aber beruhigen lassen, als sie hörten, daß der verkauf des Tieres warme Winterkletdung und sonst noch mancherlei Gute» bringen würde. Sie drückten Senta noch einmal abschiednehmend und ließen sie dann ziehen. Die Gutsfrau hatte dem Hündchen einen festlichen Empfang bereitet. Die Witwe kam au, dem Staunen nickt heraus. Ein kleines Himmelbett mit seidenen Kissen wartete schon, doch kam Senta vorerst In die Badewanne, um nachdem wohlriechend an ihrer alten Herrin emporzuspringcn. wo» diese nahezu in Verlegenheit brachte. .Nu geh man, Senta.' wehrte sie ob.„Hier ist jetzt dein Zu- haus«.' Und die neue Herrin lockte mit Sahne und Butterkuchen und anderen Süßigkeiten. Genießerisch nahm Senta da» zu sich, während sie sich in den seidenen Kissen nicht recht wohl zu suhlen schien, denn fie blickte wie verwundert um sich. „Ja. das ist nicht mehr der rlle Korb, Senta.' sagte die Witwe, woraus das Tier nur laut zu bellen wußte. Dann zog die Witwe ab. Sie fühlte das Geld in der Tasche, das manche Not lindern und auch noch einen Notgroschen lassen sollte. Aber die Gramsalten schienen ihr trotzdem tiefer zu liegen als sonst, da sie an ihr und ihrer Kinder kümmerliches Nachtlager und an die Seidenkissen dachte, die Senta bald in Fetzen gespielt hoben würde und die ihren Kindern, deren Glieder der schmalen Bettdecke mehr und mehr entwuchsen, fehlten. Als sie dann aber wieder das Geld fühlte und daran dachte, daß einige Not gelindert werden konnte, wurde sie um einiges zufriedener und tröstete die Kinder, die nun doch Heimweh nach dem Tier hatten, damit, daß Senta es nun viel besser habe und daß man auch einem Hunde seine verbesserte Lage gönnen solle. So kauften Mutter und Kinder ein. Für jeden gab es Freude. Und als die Witwe nach einigen Tagen den Rest des Geldes über- zählte, um es als Notaroschen beiseite zu legen, kratzte es wohlbe- könnt an der Tür..Senta!' riefen die Kinder und rissen die Tür auf..Senta! Eentol' Ein Freudenrusen durcheinander war es. Und dos Tier jauchzt« in allen Tönen, die ein glückliche» Hundeherz von sich zu geben vermag. Zuletzt sprang es bellend in seinen Korb, nach dem es sich von seinem Himmelbett aus so sehr gesehnt hatte, daß es den weiten Weg durch die Kälte nicht scheute. .Ader Senta!' sagte die Witwe..Hier wohnst du doch nicht mehr. Sie holen dich doch wieder weg. Der Weg ist mir zu weit. aber eine Postkarte muß ich doch schreiben, daß du wieder hier bist.' Senta aber wedelte mit dem Schwanz und bellte so freudevoll, daß die Kinder plötzlich bereit waren, auf ihre neuen Suchen zu verzichten, wenn sie Centn nur behalten durften. Doch die Mutter schrieb der Käuferin des Hündchens, daß es ihr wieder zuge- laufen sei. Die Antwort kam bald und war kurz:„Behalten Sie da« Tier lieber. Ich hatte es mir trener gedacht.' „Treuer?' sagte die Witwe..Und du bist doch so treu, nicht, Senta?' Dabei streichelte sie liebkosend da» Tier, da» aus allem Wohlleben sich in seine ärmliche Behausung zurückgesehnt hatte. Ein kühner Storch. Auch die Störche sind von revolutionären Anwandlungen anscheinend nicht ganz frei. Au» Büdingen i« Hessen wird gemeldet, daß ein offenkundig ganz gesunder Storch dies- mal die Reis« nach dem Süden nicht angetreten hat. Er ist in seinem Nest geblieben und, wie im Sommer, taglich auf Nahrungssuche aus- geflogen. Während der Zeit der strengen Kälte wurde er eine Zeit- lang nicht gesehen, danach aber erschien er wieder und bezog sein Nest. Das Nest dient ihm jedoch nur al» Tageswohnung. Während der Nacht scheint er irgendwo im nahen Walde unterzuschlüpfen, wo er gegen die kalten Winde geschützt ist. INVENTUR- AUSVERKAUF Mengenabgabe vorbehalten Stebumlegekragen moderne Form, Mako 4 fach Ganz mit Seitenteil 0.75 Verkauf nicht an Wiederverkäufer außergewöhnlich billige Preise Große Dosten Garnitur: Verhemd a Sala 0.95 Damenschirme 890 und passendem Kragen NachthemdUmlegekragen Tasche, 4.50 schöne farbige Besitze: Oberhemden Zephie, einfarbig od moderne Streifen, mit 2 Kragen und Umschlagmanschetten. Schlupfhosen Damen, für farbig, sehr gute Qualität. mit Doppelkefl Prinzeßröcke 6.50 115 aus guten Wäschestoffen, mit reicher Stickerel 2.45 garnierung und Volant. Kaffeedecken leinenartiges Gewebe, 1.38 ca. 110X110 cm, große Musterauswahl... Rolltücher ca. 80X160 cm, abgepatz 1.25 gute Halbleinen- Qualität Trikot- Handschuhe für Damen, farbig, gute Qualität, innen gerauht Kleider- Frotte ca. 120 cm breit, solide Streifenmuster Meter Büstenhalter 0.65 reine Seide, Top- Form, mit kleinen Fehlern, elegante Griffe mit Horn Obergarn schwarz und weiß, Rolle. 1000 Meter ca. 50 AAAAAAAA Zephiro poder SportOberhemden, wirklich gute Qualität, ca. 80 cm breit, Meter Nähseide in vielen Farben, Spule 50 Meter • 8. 63. Untergarn 25. schwarz, weiß, Kreuz1000 Meter spule O 15.000 Obertassen sortierte Formen.. 7 ca. 40.000 Speiseteller ca. fief oder flach mit Unterfassen, 8.000 Kaffeetassen Porzellan..... 59 83 15, 6.000 Abendbrotteller Porzellan 189 ca. ca. 3.000 Emaille- Eimer ca. 28 cm 125 ca. ans gutem Wäsche- 0.48 steff, vorn zum Knöpfen, alle Größen Strumpfhaltergürtel mit Haltern Hüftgürtel aus gutem Drell 0.60 ... 1.35 1.65 aus festen Stoffen, mit Haltern.... Hüfthalter oben Gummi, mit Haltern. 5.000 Waschbecken mit Selfnapf, Emaile, ca. 32 cm Große Posten 85 859 Damen- Handschuhe 90 Damen- Handschuhe 90 Ziegenleder, prima Qualität, 2 Druckknöpfe, farbig Lakenstoffe 148 schwere Hausmacherart, Serio 1 ca. 140 cm breit... Meter 290 Serie 2 Meter Ziegen Juchtenstepper, prima Qualität, 2 Druckknöpfe, farbig 95 Taschentücher für Damen, weiß Batist, mit Hohisama und gestickter Eeke, kleine Schönheitsfehler. ... zum Aussuches 3.9º 15 و Meter Krepp- Voile weiß, ca. 115 cm brek 0.98 Marocain Asche Mast, doppeltbr. Mer. Kunstselde mit Baumwolle, Kleider- Schotten Dessins. ca. 100 cm br. aparte neue Meter • Helvetia- Seide parte schöne Kasakmuster, doppeltbreit. Schlafdecken getigert, molliges weiches Gewebe. Meter Damenstrümpfe gute bauns sohle und Hochferse, farbig 1.95 2.45 2.95 148 wollene Qualität, regulär gearbeitet, mit Doppel- 0.58 Damenstrümpfe prima Belden fer, weißgrundig, farbig gemustert für Sport- 0.95 zwecke besonders geeignet. Damenstrümpfe Seldenfor mit Kunstseide, meliert, regulir gearbeitet, mit breitem Doppelrand. Herren- Socken gehr guter 1.75 Seidenfor, regulär gearbeitet mit Doppelsohle 0.78 und Hochferse, viele Farben Selbstbinder in vielen modernen Ausführungen Unterkleider aus • 65 kunstseid. Trikot, in vielen Farben.. 2.45 Kleiderröcke aus haltbaren Stoffen, 2.50 gut verarbeitet... Waschkleider für Damen, neue Fassons, reizende Muster, gute Verarbeitung Mädchen Mäntel aus molligen 3.90 Winterstoffen, 4.90 fesche Fassons, moderne Farben, Größe 60-90.. ca. 10.000 Mr. Linoleum- Läufer .10.000 Sportkragen 28, 28. JANDORFE alle Welten mit Kante ca. 65 90 100 cm br. Meter 1.85 2.60 2.95 Belle- Alliance- Str. Gr.Frankfurter Str. Brunnenstr. Kottbusser Damm Wilmersdorfer Str. MARKE GOLDSTÜC WEINBRENNEREIEN Strick A. Hane REINER WEINBAAN om Col Goldrück Deutscher Weinbrand Stück- Litöre In der Nacht vom 1. zum 2. Januar d. J. verschied nach längerer Krankheit an einem Herzschlage im fast vollendeten 55. Lebensjahre unser Vorstandsmitglied Herr Karl Glatt Der Dahingeschiedene gehörte der Kasse seit ihrem Bestehen fast ununterbrochen als Vorstandsmitglied an. Stets hat er sich durch seinen unermüdlichen Pflichteifer sowie sein bescheidenes, stilles Wesen ausgezeichnet. Ungeachtet seines Leidens hat er sich noch bis in die letzten Tage der Kasse zur Verfügung gestellt. Wir werden ihm stets ein ehrenvolles Angedenken bewahren. Berlin, den 4. Januar 1925. [ 56/1 Der Vorstand der BetriebsKrankenkasse der Stadt Berlin. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde statt. csonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN Im Vorwärts" und trotzdem Am Sonnabend, den 2. Januar, mittags 12 Uhr, verschied nach Unserem verehrten Genoffen Paul Belau nb feiner lieben affin guz silbernen Hochzett unfere besten Wünsche und viel Glück in den kommenden Jahren. 79. Abt. Schöneberg. 99999988eendee Der Massen- Einkauf gestattet mir folgendes billiges Angebot 100 000 Liter Fruchtweine Zucker vergoren, L.JUERGENS ALEXANDER PLATZ din fabrie Kontobinger für ca. 14% mit Steuer Metallbetten . fleidelbeer- u. Apfelwein Ltr. M. 6.87 Fruchtwein, Portweintyp Johannisbeerwein Stachelbeer- u. Kirschwein 75 000 Liter 4.96 Stahlmatratz., Kinderbetten gilesfig an Priv 1.02 Kat. 650 fr. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. 1.08 Südweine unverschnitten mit Steuer Malaga 16% Samos( Krankenweln) Douro Portwein süb 20%. Verkäufe Nähmaschinen aller Enfteme auf be Mieten Sie von uns Gasherde Gas kocher Insects Monaten Brat- u. Backöfen Thr Eigentum Auf Wunsch Sonder Prospekt Raddatsc Berlin W66.Leierigerstr. 122-123 • Blaschiefes 40, Chaiselongues 25,-. Aleiderfpinben, Bäschespinden 35, Englifche Kleiberspinden, Bettstellen, Waschtoiletten, Nachttische, Spiegel, Tarragona saß 17%. Ltr. M. 1.50 queme Teilzahlung. Ovanienstraße 167. Ausziehtische Schreibtische, Büfetts, 1.74 Raxmann- Rabmalchinen für Bausge außerhalb. Sellin, Gartenstraße 26. Rüldeneinrichtung. Möbelverfand auch 2.07 Soauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re 2.70 paratur- Beriftatt für alle Sufteme möbel. Möbelfpeicher. Steue und gebrauchte Emil Salbarth,.. b. 8. Friedrich Litkowstraße 95. Geöffnet bis 7. Teilzahlung ohne Auffchlag. frake 55a. Merkur 6268. Reikzeuge( Richter- Bräsifion). Sider Speisezimmer, Schlafzimmer, Küchen, Leichte Teilzahlung. Serrenzimmer, heits- Goldfullfeberhalter. Bureaubebarfsandleibeschränke, Tiche, Flurgarderoben, Lindner, Reutöln. Railer Friedrich- Straße 86/87. Gofas, Umbauten, Bettstellen, Kleinmöbel Große Auswahl. Kleine Raten Teppich- Reschle verkauft( pottbillige aahlung. Möbel- Grok, Große Frant Teppiche, Brilden, Bettvorlagen, Diwan- furter Straße 141, Rastanienallee 103. beden ufw. Teilzahlung geftattet. Newton, Raifer- Friedrich- Straße 5. 35 000 Flaschen schwerem Leiden mein innigst Rot- u. Weißweinc geliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater and Großvater, der Eigentümer and Saal!! billig besitzer Deutscher Metallarbeiter- Berband Mittwoch, den 6. Januar: Bezirts- Bertrauensmännerfonferenzen in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Gallas, Beißenfee, Lehber- 117, Bezirk: Regenberg, Gartenstraße 75, straße 122, nachm. 4 Uhr. 2. Rofix, Gubener Str. 19, nach- 18. " " mittags 5 Uhr. 3. Geipfe, Lichtenberg, Rron- 18, " " prinzenftr. 47, nachm. 5 Uhr.) Bähr, Stralauer Allee 47, 20. W nahm. 5 Uhr. Reichenberger Hof, Reichen- 21. bergerstraße 147, nachm. 5 Uhr. Rabolf, Neuföllu, Hermann, Edeknesebecstraße. nach. 511.22. " 6. Reichenberger Sef, Keichenberger Straße 147, nachm. 5uhr. 23, Gewerkschaftshaus, Engel ufer 24/25, nachm. 5 Uhr. " nachm. 4 Uhr. Berbanbshaus, gimmer 28 ginienftr. 83/85, abends 6 Uhr. Berbandshaus, Jugendfaal, Linienftr. 88/85, abends 6 Uhr. Stelscher, Fühltcher Straße 2, rachm. 5 Uhr. Simberg Oberfönetvelde, Wilhelminenhofftrage 34, nochmittage 4 Uhr. Gals Köpenid, Bahnhoftraße 84, nachm. 4% Uhr. Schlunte, Spanbau, Breite Straße 84, nachm. 4 Uhr. C6.- Bez., Schulanla Wiesenstraße 66, wachmittags 4 Uhr. Clemens Bezirt, Bur Bartburg", Siemensstadt, xachm. 4 Uhr. Tagesordnung in ben Bezirken Zum Alexandriner", Meran bis 23: 1. Berwaltungsbericht. 2. Ren brinenftrage 57a, nach. 5 Uhr wahl bez Begirislettung Rosenthal, Gineberg, Ebers Schulz, Stallschreiberstr. 29, nachm. 5- Uhr Richard Hauch Im 63. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Ida Hauch, geb. Häcker, nebst Angehörigen. Berlin, Memeler Str. 67, 3. Jan. Beerdigung Donnerstag, 7. Jan., nachmittags 3%, Uhr, v. d. Halle d. Zentralfriedhofes Friedrichsfelde. Am 31. Dezember verschieb nach furzem, schwerem Leiben meine inniggeliebte Frau, unfere Tochter, Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwe fter, Schwägerin und Tante Margarete Rahmig geb. Bertram im Alter von 48 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenten Rof- u. Serie 1 mit Stener ohne Glas M. 0.98 Serie 2 mit Stener ohne Glas M. 1.32 Serie 3 mit Steuer ohne Glas M. 1.80 Serie 4 mit Steuer ohne Glas M. 2.36 Erstklassige Spirituosen la Aquavit, 35% haus Teppiche, Dimandeden, Tifabeden Musikinstrumente Ltr. M. 2.95 Bettvorleget, Läuferftoffe, prachtvone Baemonium 100,-. Ronzertharmonium 3.20 Auswahl, extra billige Gelegenheiten. mit eingebautem Spielapparat, aud 4.20 Fifcher, Botsdamerstraße 109. ohne Notenbenntnis spielbar, 485, Rabis- Selbstbauer, fämtliches Material billiaft, eventuell Ratenzahluna. SteinSteinmenerpiano, Salonflügel, verlauft Elektrizitätshaus " " " 99 4.45 99 8.20 ALL Engrospreifen. la Weinbrand- Verschn., 38% la feinster Weinbrand, 380 la Jam.- Rum- Versch. ca.45%% la Jam.- Rum- Ver.( Teerum) ca.55% Spesial- Likör, ca. 25%. Ltr. Die bek. Süßkind- Liköre ca. 38% SUBkind Privatbrand, 38% FI. Charente Weinbrand, ca. 42. 340 Rentrum, Berlin 52. 19, Fricorides mener, Oranienstraße 166, IL 4.45 gradot 5/6. Merkur 6821. 17 4.25 50 4.75 " Leigungsstücke, wasthe us Ronzertsians 650,-. Steinmenervians ( Flügelton) 1250,-. Ab Salonflügel SteinFabrit. Rahlungserleichterung. Kostproben gratis geitzalana. Gardinen, Stores, Bettmeyer, Vianofabril, Oranienftr. 166, III. Bienes, Qualitätsware aus eigener beden, Steppbeden, Diwanbeden, Lep- abril, Flügel, Sarmoniums, Ausschank direkt vom Fab pide und Möbel ieber Art, geringe An- auswahl in feber Breislage. Rahlungs. aroke Likör- Fabrik u. Weingroßhandlung ahlung, bequeme Abzahlung. Möbel- erleichterung. Mag Abam, Inhaber baus Buifenstadt, Röpenider Str. T7/ 78. Otto Boltersdorf, Münaftrake 16, nahe Ede Brüdenstraße. Alexanderplat Eduard Süsskind Brune Rabmig. Hauptgeschäft: Brunnenstr. 42-43 Renton, ben 2. Januar 1926. Trauerfeier am Mittwoch, 6. Sanuar, abbs. 6.50, im Krematorium Gerichtstr. Danksagung Berlin N: Chausseestraße 76 Berlin: Müllerstraße 144 Berlin 0: Koppenstraße 87 Für die herzliche Teilnahme während Berlin 50: Grünauer Straße 15 ber Krankheit sowie bei ber Bestattung meiner lieben Frau, unferer guten Mutter Moabit: Wilsnacker Straße 25 fagen wir ellen Beteiligten unferentie Steglitz: Schießstraße 121 ben beiben Rougembeşirlen i ble gefühlten Dant Berchmann, Steglls. Rhein- Tagessrbung wie bli Geinria Balermann und Söhne. Henkölln: Berliner Straße 13 ftraße 40, wachm. 5 hr Berechtigt zur Teilnahme ax ber Berlin, im Januar 1926. Grimms Bierhalen, Charl, Ronferenz find nur die Vertrauensleute, " 8 8a N Redling, Baffertorstraße 71, nachm. 5 Uhr 9. " 10. M 11. 12. 13. " 14. " ** 15. M 16. BP ftraße 66, xachm. 5 Uhr Kaiser Friebrich Straße 63, welde ich durch ihr Mitgliebsbuch aus A. Beheim- Schwarzbachs meifen tönnen und im Befige ber neuen Bil, Stoffeder Straße 28, gegitimationstarien für bas Kaufmännische Privatschule Jahr 1926 find. nachm. 5 Uhr. nachm. 5 Uhr. Berbandshaus, Sigungsfaal, ( Inh. F. Eggert) Die neuen Begitimationstatten Linienftr.83/ 85. abends 6hr werden burch die zuständigen Bezirksleiter Neukölln, Anmeldung, Ganghoferstr.1 Klinge, Utrechter Str. 24, nadh am Eingang ber einzelnen Konferenzen and Berliner Str. 32( Privatwohnung) mittags 4 Uhr. lausgegeben. Beginn neuer Jahres- und JahresDie Ortsverwaltung. Lehrgänge.- Fernspr.: Neukölln 1063. Getragene Serren garderobe, tabellos Bianse preiswert. Klaviermacher erhalten, Gelegenheitstäufe in Belaint Brunnenitrake 85. waren, eroße Auswahl, billige Breife. Reine Lombardware. Leibhaus Spiegel, Chauffeeftraße 7. Kaufgesuche Teilzahlung. Bequeme An- und Abzahlung. Herren- und DamengardeRahrgebike, Silberfachen, Rinn, Blet, robe. Max Friebeberg, Billowstraße 24. Quedilber, Goldschmelze Chriftionat, Röpeniderstraße 39( Adalbertstraße). Waberaber fauft Linienftrake 19 am Sochbahnhof. Möbel traße 162, verlauft Direttan Tripate Bixbbork Sibelitileret, Brunnen Möbel. Verschiedenes Oreklager in Sveifeaimmern, Serrenzimmern, Shlafzimmern, Richer ingemöbeln. Qualitätsarbeit. aller trake 87/38. Gerberei. Reukölln. Brinz- Handiern billiaft. Befuch unbebinet lehnenb. Gale frei, 50 bis 2000 Verfonen Batentmatzaken, Auflegematraken, e fefend, in den neuerbauten Bradytfälen tallbetten, Chaiselongues. Balter, Star: em Märchenbrunnen, Am Friebriche bain 29. Telephon Königftabt 671 Guter Schlaf babeste aarberſtrake achtzehn. Heilmittel Metallbetten für Groß u Klein, mit oder ohne Zubehör, Stahlmatrages, an Bri- Möbelhaus Luifenstadt, openider Tüchtiger Zahnarzt atqueine Bebing. Stat 30 a fret Eisenmöbelfabrik Sahl( Thär.) Teilaahlung. Möbel feber Art. Ge ringe Anzahlung, bequeme baahluna. trake 77/78, Ede Bridenstraße. Gebiegene Möbel, mert ben Gah! bant Gleifer, Alexanderplat. Alepauber Arake auf Dauerftellung gefuht nach dem Saargebiet. Melbungen Bopfad 273 Seccbeiden&