Abendausgabe Nr. 16 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 8 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Montag 11. Januar 1926 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Regierungsfragen. In Deutschland und Frankreich. Der Reichsparteivorstand des 3entrums und die Fraktionsvorstände im Reiche und in Preußen beschäftigten fich am Sonntag mit der politischen Lage. Die Verhandlungen Lauerten, abgesehen von einer furzen Unterbrechung, von vormittags 11 Uhr bis in die neunte Abendstunde. Der Verlauf wird in einem parteiamtlichen Kommuniqué wiedergegeben, in dem es heißt: In den Berichten aus allen Landesteilen, insbesondere des Bestens, fand die ungeheure, von Tag zu Tag sich steigernde wirtschaftliche Not weitester Boltsschichten einen erschütternden Ausdrud. Daraus zog die Versammlung die Folgerung, daß zur Ueberwindung diefer Notlage nur eine Regierung auf breitefrer Grundlage berufen sein kann. Das ist die Große Roa Iition! Der Berantwortung zur Teilnahme an einer solchen Regierung fönne sich feine Partei entziehen, der es ernst ist mit der Fortführung einer zielficheren, friedlichen Außenpolitik und der Aufrechterhaltung unserer Verfassung, der Gesundung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Linderung der sozialen Notstände. Unverantwortlich wäre es und für eine Berfaffungspartei unerträg lich, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Krise noch eine Staatskrise heraufzubeschwören. Sie würde zur völligen Berelendung unferes Boltes, insbesondere der Arbeitermassen, führen. Die Ber fammlung erwartet daher von der Zentrumsfraktion des Reichstags, daß sie alle Entschlossenheit und alle politischen Mittel aufbietet, um eine solche Entwicklung zu verhindern. Die erste Sigung des Barteitages, den Generalsekretär Faure eröffnete, fand unter dem Vorsiz des Genossen Dsmin, Sekretär debatte wurde beschlossen, die Aussprache bis spätestens Montag des Seinebezirks, statt. Nach einer einleitenden Geschäftsordnungsabend 6 Uhr zu Ende zu führen. Der erste Redner war der Sefre tar des Departements Tarn, des alten Wahlkreises Jean Jaurès, Fieu. Er weist darauf hin, daß die Wähler Jaurès' auch diesmal wieder einstimmig zugunsten der Regierungsbeteiligung sich ausgesprochen hätten in der Ueberzeugung, daß fie das einzig wirksame Mittel zur Bekämpfung der Reaktion sei. Ihre Ablehnung würde als Ausgang der Regierungsfrise ein Kabinett der Mitte und damit die Uebergabe der Macht an die Rechte zur unausbleib lichen Folge haben. Die Arbeiterschaft von Tarn, die schwer unter den Verfolgungen der Reaktion gelitten habe, wolle unter feinen Umständen die Rückkehr zu den Verhältnissen einer glücklich überwundenen Periode der unumschränkten Herrschaft des Kapitals. Der französische Sozialismus, der eine Partei der revolutionären Reform fei, dürfe unter feinen Umständen die Republik um der Doktrin willen preisgeben. Der nächste Redner ist Compère Morel. Er polemisiert einleitend gegen die bisherige Politik der Partei. Das Kartell sei lediglich ein für die Wahl gefchloffenes Bündnis gewesen. Heute handle es sich darum, das Kartell durch eine noch ftärtere Bindung zwischen den Sozialisten und den Parteien der bürgerlichen Demokratie zu ersetzen. Von diesen trenne aber die sozialistische Partei eine Weltanschauung. Wenn die sozialistische Bartei auf den Kampf gegen das Kapital, der ihre Hauptaufgabe im Barlament sein müsse, verzichte, dann verleugne fie sich selbst und ihre grundlegendsten Prinzipien. Ein Zwischenruf Mauranges, ob Compère Morel diese Auffassung auch damals gehabt habe, als er selbst Oberkommissar für die Landwirtschaft im Kabinett Clemenceau war, ruft eine lebhafte persönliche Aus einandersetzung hervor. Compère Morel fährt fort: Wenn es auch nicht schwer fei, sich auf ein gemeinsames Programm mit den Radikalen zu einigen, so sei es doch unmöglich, ein solches Programm mit ihnen durchzuführen. Die Folge wäre, daß in einem gemischten Kabinett die Sozialisten rettungslos in der Minderheit wären und über feinerlei Mittel verfügten, um ihre Forderungen durchzusehen. Wenn die radikale Partei aufs neue die Regierung übernehmen wolle, so könne fie der einmütigen Unterſtüßung der Sozialisten sicher sein, solange fie eine wirklich demokratische Bolitik mache. Auf der anderen Seite habe die sozialistische Partei feinen zu übernehmen, sei es in einem rein sozialistischen Kabinett, oder in einem Ministerium mit sozialistischer Mehrheit. Compère Morel folgten als Redner zunächst eine größere Anzahl von Delegierten aus dem Lande, die der Regierungsbeteiligung das Wort redeten, darunter der ehemalige Generalsekretär der Eisenbahner, Bidegarray, der den Parteitag beschwor, nichts zu unterlassen, was zur Verwirklichung der wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiterschaft beitragen fönne. Im gleichen Sinne sprach Gaston der Arbeiterschaft beitragen fönne. Im gleichen Sinne sprach Gaston Levy im Namen der Genossenschaft. Deat Maret entwickelte Levy im Namen der Genossenschaft. Deat Maret entwidelte unter außerordentlich starkem Beifall Die Feme. Die Landplage organisierter Mörder. In den nächsten Tagen soll vor einem Berliner Geriat wieder einmal einer der zahlreichen Feme morde zur Berhandlung kommen, die die deutsche Deffentlichkeit feit Jahren beunruhigt haben. Inzwischen muß sich die politische Beugen für eine Reihe von weiteren Morden zu gewinnen, die Polizei die öffentlichen Plakatsäulen dienstbar machen, um der Täter habhaft zu werden. vor Jahren erfolgt find, ohne daß es bisher gelungen war, " Das Charakteristische an diesen planmäßigen Hinrich tungen" ist die Tatsache, daß die Mörder selbst, ihre Anstifter und Beschützer sämtlich aus jenen völkischen Kreisen stammen, die die Erneuerung Deutschlands auf wehrhafter völkischer Grundlage" als ihr angebliches Ziel preisen. Noch schlimmer aber ist, daß die Banditen, die schließlich das Hinrichten gewerbs- und gewohnheitsmäßig vollstreckten, sich vor jeder Behörde und jedem Gericht darauf berufen konnten, sie ständen in einem militärischen Verhältnis, wären ihren Borgesezten zu Gehorsam verpflichtet und hätten nur Befehle auszuführen. Dieses Verhältnis der sogeiannten schwarzen Reichswehr" zu militärischen Organisationen und zur Reichswehr selbst ist ein Kapitel, das in den bisherigen Berhandlungen stets mur gestreift und absichtlich im Dunkel gehalten wurde. Man er innert sich des Putsches in Küstrin, wo diese Landfnechtsbanden unter Führung ds Majors Buchruder einen Handstreich versuchten, um sich der Gewalt über die Festung Rüstrin zu bemächtigen, von dort aus die Verbindung mit den in Döberig untergebrachten Banditen aufzunehmen und so gemeinschaftlich Berlin zu überrumpeln. Zu den Küstrinern gehörte auch der sogenannte Oberleutnant Schulz, der jetzt endlich in Untersuchungshaft ge nommen worden ist, nachdem frühere Angehörige der schwar zen Reichswehr" auf ihn aufmerksam gemacht hatten. Man erinnert sich auch, daß der Küstriner Putsch von dem Reichsmehrministerium während des Ausnahmezustandes als ein Streich nationalfommunistischer Haufen" ausgegeben wurde, während dem Ministerium nicht unbekannt war, daß er in Wirklichkeit von den Arbeitskommandos" veranstaltet wurde, die von den Reichswehrbehörden großgezogen waren und als Schwarze Reichswehr" allgemein bezeichnet wurden. Auf diese enge Berbindung, deren An Wie der„ Sozialdemokratische Bressedienst" hierzu erfährt, Wie der Sozialdemokratische Pressedienst" hierzu erfährt, wurden die Zentrumsführer Marg und Fehrenbach beauftragt, der sozialdemokratischen Frattion am Montag vormittag von der Auffassung ihrer Parteiinstanzen offiziell Kenntnis zu geben und das parteiamtliche Kommuniqué entfprechend zu erläutern. Eine endgültige Entscheidung über die Haltung der Zentrumsfraktion für den Fall, daß die Große Roalition vorläufig scheitern sollte, wurde nicht getroffen. In der Debatte foll aber von der Mehrheit der Redner die Auffaffung zum Ausdrud gebracht worden sein, daß im Falle einer Ablehnung der Großen Koalition durch die Sozialdemokratie eine direkte Beteiligung des Ben trums an der fommenden Regierung nicht in Frage fäme. Angeblich nur von einer Minderheit wurde die Bildung einer 3weifel an ihrer Bereitschaft gelaffen, allein die Verantwortung deutung noch vor furzem als Landesverrat verfolgt wurde, ist Regierung, unter Zentrumsführung mit Anschluß nach links, ähnlich wie es vorübergehend im vergangenen Jahre in Preußen der Fall war, gefordert. Am Montag vormittag, 11 Uhr, fand auf Anregung der Abg. Fehrenbach und Marg eine Besprechung über die Frage der Regierungsbildung statt, in welcher der Abg. Fehrenbach den bereits veröffentlichten Beschluß der Reichsfonferenz des Zentrums erläuterte. An der Besprechung nahmen die Abgg. Hermann Müller, Wels und Hilferding von der Sozialdemokratie, Roch, Haas nd Ertelenz für die Demokratische Partei teil. Die Ber ireter der Sozialdemokratie erklärten, daß die sozial demokratische Frattion auf Dienstag nach mittag einberufen sei und daß ihr die Stellungnahme vorbehalten bleiben müsse. # die Formel der Berständigung. Es müsse möglich sein, in einem einstimmig gefaßten Beschluß beide Richtungen zu einigen. Die Hauptsache sei, zunächst ein finanzielles bürgerlichen Linksparteien vorzulegen. Erst wenn mit diesen eine und politisches Aftionsprogramm aufzustellen und es den Berständigung erzielt fei, werde die Regierungsbeteiligung selbst spruchreif. Die Gegner der Regierungsbeteiligung famen mit Lebas zu Wort, der seine Argumente gegen den Eintritt in eine bürgerliche Regierung vor allem auf die Erfahrungen des letzten Jahres stüßte und den Radikalensozialen zum Vorwurf machte, Jer Reichspräsident empfängt heute um 5 Uhr nach daß sie den unerläßlichen mittag die Abgg. Roch und Fehrenbach. Kampf gegen den Senat nicht gewagt hätten. Bon der Beteiligung der Sozialisten an der Regierung befürchtet er gefährliche Illufionen in der Arbeiterschaft und dann ihre Enttäuschung. Der von einem Delegierten des Departements Tarn gestellte Antrag, vor der Entscheidung sich mit dem Bewertschaftsbund in Verbindung zu setzen, wurde von Leon Blum heftig bekämpft, nach einem Eingreifen Renaudels jedoch der Resolutionsfommiffion überwiesen. Den Standpunkt der extremen Linfen vertrat 3yromsti, worauf Paul Boncour betonte, daß die Meinungsverschiedenheiten nicht doktrinärer Natur feien, sondern nur die Frage betreffen, welche Ministerposten bie Sozialisten in einer Regierung beanspruchen müßten. Er schloß seine Ausführungen mit der Der französische Parteitag. Die Frage der Regierungsteilnahme. Paris, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der außerordentfiche Parteitag trat am Sonntag in Belleville- Baris im Saal Jean Jaurès zusammen. Die politische Bedeutung, die der Entscheidung des Rongresses für die innerpolitische Entwicklung zu femmt, findet ihren Niederschlag in der die Teilnehmerziffer früherer Parteitage weit übertreffenden Zahl der Delegierten aus allen Teilen des Landes, dem außerordentlich starken Andrang der Parteimit glieder zu den Tribünen und vor allem auch in dem ungewöhnlich starten Interesse der Bresse des In- und Auslandes. Die Entschei dungen der Delegiertenversammlungen der einzelnen Bezirke geben bereits ein verhältnismäßig flares Bild der Mehrheitsverhältnisse. Troz des starken Gewinns, den die in erster Linie von Bencour In der gleichen Richtung sprach sich Vincent Auriol aus: Selbstund Renaudel vertretene Auffaffung der Beteiligung an einer verständlich müsse die Sozialistische Partei danach streben, die Regiebürgerlichen Regierung zu verzeichnen hat, verfügen deren Geg- rung allein zu übernehmen; das fäme aber ernstlich nicht in Frage, bürgerlichen Regierung zu verzeichnen hat, verfügen deren Geg solange die Fraktion im Parlament lediglich eine Minderheit darstelle. ner doch über eine Mehrheit von rund 300 Stimmen. Wie groß die Fortschritte sind, die die These der Teilnahme an der Regierung in den letzten Monaten gemacht hat, zeigt ein Bergleich mit dem Abstimmungsergebnis des letzten Parteitags im August v. J. Damals ist die Richtung Renaudel mit 559 gegen 2210 Stimmen unterlegen, während sie diesmal auf mindestens 1200 bis 1300 von insgesamt etwa 2800 Mandaten zu rechnen hat. Benn auch über den Ausgang der Debatte bestimmte Anhaltspunkte noch fehlen, so läßt es die völlige Berschiebung der Mehr. heitsverhältnisse feineswegs ausgefchloffen erscheinen, daß der Barteitag mit der Annahme einer Kompromißformel enden wird, in der eine genaue Liste der Bedingungen aufgestellt werden dürfte, unter denen die sosialistische Partei mit den Bartelen der bürgerlichen Linken die gemeinsame Uebernahme der Regierung ins Auge faffen fönnte. Bon der Anahme oder Ablehnung dieser Bedingungen burch die bürgerlichen Linksgruppen wird dann wahr fcheinlich die endgültige Entscheidung abhängen. Mahnung, das Land in einer der gefährlichsten Stunden nicht im Stiche zu lassen. Koalitionsfrage in Zürich. Zürich, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In den nächsten Tagen tritt aus der Regierung des Kantons Zürich der reaktionäre Bauernvertreter Tobler aus. Damit wird für die Sozialdemofratie die Frage einer Beteiligung an dem Kantonskabinett wieder atut. Die grundsäßliche Entscheidung über eine sozialdemofratische Teilnahme an einer hauptsächlich bürgerlichen Koalition wurde schon vor fast 20 Jahren gefällt, als die zuständige Organi fation den Lehrer Ernst in sin Koalitionsfabinett entfandte. Die Beteiligung im gegenwärtigen Augenblick ift trotzdem sehr umstritten, so daß zur endgültigen Entscheidung für den 12. Januar ein Kantonsparteitag nach Zürich einberufen worden ist. In einer Parteiversammlung der Stadt Zürich wurde der Beteiligung nach eingehender Diskussion zugestimmt. auch zurückzuführen, daß in der Verhandlung gegen den Führer der„ nationalfommunistischen Haufen", Major Buch ruder, vor dem außerordentlichen Gericht in Kottbus von dem eigentlichen der Dinge nur sehr nebenbei gesprochen wurde. Zum ersten Male erfuhr man Näheres über die weitverzweigte Mordorganisation in der Berhandlung vor dem Schwurgericht in Schwerin, das über eine Reihe von Angehörigen der inzwischen in Preußen aufgelösten " Schwarzen Reichswehr" wegen Mordes und meineids zu Gericht zu fizzen hatte. Das Schwurgericht hatte jedoch die Deffentlichteit für alle Teile der Berhandlung, selbst für die Urteilsbegründung ausgeschlossen wegen angeblicher Gefährdung der Staatssicherheit. Nachdem Sprache gebracht worden ist, fällt die Geheimniskrämerei in aber das Urteil wie seine Begründung im Reichstag zur sich selbst zusammen. In diesem Urteil wurde über die Schwarze Reichswehr" und ihre Nachfolgerinnen, die ländlichen Arbeitsgemeinschaften, etwas folgendes festgestellt: " Nachdem im September 1923 der Küstriner Butsch zusammengebrochen war, wurde die sogenannte Schwarze Reichswehr in der Mart Brandenburg aufgelöst. Diese Auflösung erstreckte sich nicht auf die alten Mannschaften, da die maßgebenden Perfönlichkeiten in der Organisation es nicht verantworten zu können glaubten, ihre alten Mannschaften auf die Straße zu setzen, sondern verpflichtet zu sein glaubten, auf irgend eine Weise für ihr ferneres Fortkommen zu sorgen. Aus diesem Grunde wurden aus den älteren Mannschaften Arbeitstommandos gebildet und diese auf dem plaften Lande untergebracht. Go fam ein Teil der ehemaligen Mannschaften der Schwarzen Reichswehr nach Mecklen burg, unter anderm ein Trupp nach Oberhof bei Klütz. Die Schwarze Reichswehr war nach militärischem Muster organisiert gewesen. Die Mannschaften waren in mehr oder minder feierlicher Weise zur Treue verpflichtet worden. In der Regel war eine Art von Fahneneid geleistet worden, in dem die Mannschaften dem jeweiligen Führer der beweglichen Streitkräfte" und durch ihn auch dem jeweiligen Kompagnieführer" Gehorsam gelobten. In der Organisation hatte strenge Manneszucht geherrscht. Allgemein hieß es unter ihren Angehörigen, daß der Berrat an der Sache der Organisation mit dem Tode bestraft werde. Häufig wurde dieses auch den neu eintretenden Mannschaften von dem fie aufnehmenden Offizier ausdrücklich gefagt.... Waren die MannSchaften nur noch als landwirtschaftliche Arbeiter tätig, so hat sich doch nicht widerlegen laffen, daß sie jedenfalls die einfachen Mannschaften fich auch nach der Auflösung der Organisation noch als Soldaten gefühlt haben..." Die straffe Manneszucht", von der das Gericht zu sprechen für notwendig hält, ist von einer ganz besonderen Art. Daß diese Horden von Arbeitsgemeinschaftlern Sauf und Raufgelage aller Art veranstalten, ist jedermann in medlenburg und darüber hinaus bekannt. Nur das Gericht wollte augenscheinlich nichts davon wissen. Wohl aber bemühte es sich mehrfach, die angeblichen Berdienste" der Mordund meineidsbuben um die„ vaterländische Sache" hervorzuheben, indem es auf ihre Tätigkeit in Oberschle sien und im Ruhrgebiet hinwies. Nichtsdestoweniger| ben bereits Berhafteten die nachstehend aufgeführten, zurzeit flüchtigen| Große Koalition aus. Die Redner brachten fast einstimmig muß das Gericht feststellen, daß der Angeklagte Wittorin Personen dringend verdächtig: 1. Der ehemalige Oberfeldwebel Hermann Vos, am 19. Oktober 1892 in Zwischenahn( Oldenburg) geboren. Der Flüchtige nennt sich vermutlich Kurt Gehrke und wird als Ausweis ein Traubuch benutzen, nach dem er am 3. Dezember 1891 zu Potsdam geboren und mit Elisabeth geb. Knopp am 6. Dezember 1890 zu Elberfeld verheiratet ist. allen drei Punkten demnach wissentlich unter seinem Eibedie unwahrheit gesagt hat. Er hat dies lediglich aus dem Grunde getan, weil ihm Schöler in furzem militärischen Befehlston dies aufgetragen hatte". Dieser Schöler, der Kommandierende der Arbeitstommandos, wurde nach Ausdeckung des in Schwerin zur Aburteilung gelangten Mordes zunächst zwar auch verhaftet, aber wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Er machte bei der organisierten Lügenhaftigkeit seiner Truppe einen so vertrauenerweckenden Eindruck, daß der Leiter der Landes- Feldwebel und Schugpolizeibeamte Richard Büsching friminalpolizei, Regierungsrat Wiggers, ihn mit heran30 g, damit er ihn bei der Suche nach den Mördern unterstüze, als die man absichtlich zwei Personen erst erfand, die überhaupt nicht eriſtierten und infolgedessen nicht gefunden werden konnten! Schließlich aber mußte Schöler, der Helfer" der Kriminalpolizei, wegen An stiftung zum Mord und zum Meineid selbst zum Tode verurteilt werden. Das Bersagen der polizeilichen Ermittlungen gegen über dem organisierten Lug und Trug der „ Daterländischen" Mordbuben ist ein Kapitel für sich. Wenn jetzt die Berliner Polizei endlich nach fast drei Jahren! durch Anschlag die Hilfe der Deffentlichkeit in Anspruch nimmt, um weitere Morde aufhellen zu fönnen, so wünschen wir ihr dabei im Interesse der Reinlichkeit allen Erfolg. Aber man muß sich darüber klar sein, daß diese Dater ländischen" Burschen die Lüge und den meineid ebenso mie den morb für eine fittliche Tat halten, wenn nur die Interessen ihrer reaktionären Auftraggeber dabei gewahrt werden. Aus diesen Gründen wird auf die Geschichte der Fememorde und ihrer Organisatoren noch mehrfach zurück zukommen sein. uf der Suche nach Mördern. Der Berliner Polizeipräsident gibt bekannt: Am Montag fleben an den Platatsäulen Berlins und einer Reihe von Städten im Reiche rotgeränderte Plakate der Berliner Politischen Bolizei, auf denen 6000 Mart Belohnung für die Aufflärung von Fememorden ausgesetzt werden. Es handelt sich um die Fälle Legner, Wilms und Sand. In der Zeit vom 29. bis 31. März 1923, also einige Tage vor dem Osterfest, wurde in den Abendstunden auf dem Truppen übungsplaß in Döberig unweit des Lagers Elsgrund, nördlich der Berlin- Hamburger Chauffee, der am 23. Januar 1893 zu Frankfurt a. d. D. geborene ehemalige Wachtmeister der Artillerie Billi Legner durch Angehörige der damals bei der Reichswehr bestehenden Arbeitskommandos, genannt Schwarze Reichswehr", ermordet und in der Nähe eines bis an die genannte Chauffee reichen den Bäldchens vergraben. Am 24. Juli 1923 wurde unmeit der Chauffee Rathenow Hohen Rauen bei dem Gute Albertsheim zwischen Kilometerftein 4,4 und 4,5 eine mit Eisen beschwerte männliche Leiche eines etwa 30 Jahre alten Mannes aus der Havel gelandet. Die Beiche wies Berlegungen des Schädels, die durch zwet Schüffe herbeigeführt worden waren, auf. Nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen handelt es sich um den am 23. Dezember 1895 zu Neumünster geborenen ehemaligen Feldmebel Walter Bilms, der ebenfalls von Angehörigen dieser Arbeitsfommandos erichossen und sodann in der Havel versenkt worden ist. Um 6. September 1923 wurde in dem auf dem Truppenübungs plaz zu Döberitz gelegenen sogenannten Reffelbruch( Kläranlage), füdlich der Berlin- Hamburger Chauffee eine männliche Leiche aufge. funden, die später als der am 15. August 1903 zu Rastenburg geborene Leutnant der Reserve Georg Sand festgestellt wurde. Der Schädel der Leiche wies 3 mei Schüsse auf, von benen jeber tödlich gewirkt haben muß. Da die Leiche etwa pier bis sechs Wochen im Baffer gelegen hat, dürfte der Mord etwa Mitte Auguft 1923 erfolgt sein. Als Täter fommen auch in diesem Falle Angehörige der vorerwähnten Kommandos, denen Sand vor seinem Tode zugehört hatte, in Frage. 2. Der angebliche Oberleutnant zur See a. D. Freiherr v. Reim ( richtig Nicolai- Reim), am 21. Rovember 1899 zu Riga geboren. 3. Der ehemalige Feldwebel Hermann August Fahlbusch, am 2. April 1901 zu Lehe, Regierungsbezirk Stade, geboren. 4. Der am 29. August 1892 zu Stettin geborene ehemalige 5. Der ehemalige, am 25. November 1898 in Burgdorf geborene Feldwebel Friedrich Warnecke. 6. Der ehemalige Oberleutnant Helmuth v. Bargen( alias v. Bannwig), am 14. Oftober 1898 zu Bodzanowig, Kreis Rosenberg in Oberschlesien, geboren. 7. Der am 14. Dezember 1883 zu Neustadt( Oberschlesien) geborene Richard Apiz. 8. Der ehemalige Feldwebel Peter Umhofer, am 3. Juli 1893 zu Gronich, Kreis St. Wendel, geboren. 9. Der am 20. September 1896 zu Marggrabowa( Bofen) ge borene Leutnant Henning v. Pofer. Zur Aufklärung der Fememorde und in ihrem eigensten Intereffe ist es unbedingt erforderlich, daß sich die folgenden Personen unverzüglich melden: 1. Der am 12. Dezember 1898 zu Berlin geborene Kaufmann Artur Enstat 2. Der am 8. September 1892 zu Zachau geborene Leutnant a. D. Johannes Knüppel. 3. Der am 1. Oftober 1893 zu Weilheim( Bayern) geborene Leutnant der Reserve Rottmeŋer. 4. Der am 5. März 1892 zu Berttau( Kreis Reidenburg) ge borene Leutnant a. D. Gustav Auguſt in. 5. Der von Mai bis August 1923 als Küchenunteroffizier in der Zitadelle in Spandau tätig gewefene Unteroffizier Beder. 6. Der ehemalige Bursche des Oberleutnants Budzinski, namens Strud. 7. Der Bureauschreiber des Oberleutnants a. D. Bud. zinsti, der in der Zitadelle zu Spandau Dienst tat und aus Liegnig stammt und dessen Bater Oberpostsekretär sein soll. 8. Der Leutnant Günther, der September/ Oktober 1923 unangemeldet in Charlottenburg, Berliner Str. 82, bei Wallnig, fich aufgehalten hat. 9. Wachtmeister Theiß. 10. Wachtmeister Langenwalter. 11. Der Feldwebeldiensttuer Stößling, der 1923 bei der Kompagnie Benn im Lager Elsgrund bei Döberitz Dienſt tat. Alle Personen, die irgendwelche, wenn auch zunächst nur geringfügig erscheinende Befundungen zur Sache oder über die angegebenen Personen oder über andere Fememorde und mit ihnen zusammenhängende Personen machen können, werden gebeten, sich an das Sonderdezernat der Abteilung la des Polizeipräsidiums Berlin ( Kriminalfommiffar Stumm, Zimmer 259, Hausanruf 518 und 300) oder an die zunächstgelegenen Polizeidienststellen zu wenden. Die Angaben werden auf Wunsch streng vertraulich behandelt. Die Regierungsfrage. Beschlüsse für und gegen die Große Koalition. nach einem Referat Scheidemanns mit 139 gegen eine Stimme Auf einer Parteifonferenz für den Bezirk Raffel wurde folgende Entschließung angenommen: Da unter den gegenwärtigen Berhältniffen die Berfaffungsparteien nur unter Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei als Große Koalition eine Reichsregierung bilden fönnen, muß im Interesse der Republik und der Zusammenarbeit der republifanischen Barteien auf die Große Roalition eingegangen werden. Die Bertrauensfeute sind der Meinung, daß neben den bisherigen Er flärungen eine 3usicherung der Deutschen Bolfspartei bezüglich der Fürstenabfindung und der Sozialpolitik die Bor auslegung zur Schaffung der Großen Koalition ist. In Essen sprach sich eine start befuchte Mitgliederver fammlung der Sozialdemokratischen Partei nach einem Refe rat des Genoffen Reichstagsabgeordneten Limberg, ohne einen diefer Berbrechen sind nach den polizeilichen Feststellungen außer formulierten Beschluß zu fassen, mit großer Mehrheit für die Als Täter bzw. Mitfäfer und Mitwiffer Theater in Paris. Bon Hans Wesemann. Bir figen vor dem fleinen Café am Boulevard des Italiens. Unter dem Abendhimmel erglänzt das bunte Spiel der Lichtreklame. Autohupen durchdringt manchmal grell das schwere Brausen des Straßenlärms. Ein Lachen irgendwo. Neben uns sprechen zwei Rototten schnell und unabläffig. Und immer trommelt der Regen auf die Jalousien; es macht müde, ihm zuzuhören. Wir haben den fleinen Mann nicht gesehen, der plöglich vor uns steht und sein Publikum apostrophiert. Denn er ist Komödiant und mill uns etwas vorspielen. Er geftituliert, schneidet Grimaffen und ichmeichelt triecherisch den Kellnern, daß sie ihn nicht fortjagen. Und er agiert, improvifiert aus dem Stegreif. Irgendeine Hahnreikomödie. Er spielt mit verschiebenen Stimmen. Erst ein fletner schüchterner Distant, das ist der betrogene und lächerliche Ehemann. Dann eine furze barfche Stimme, das ist der erfolgreiche, rüdsichtslose Liebhaber. Man fleht ihn vor sich, wenn man diese Stimme hört. Es ift en stämmiger schwarzer Bursche, der spuckt und flucht, unb in den Ohrläppchen trägt er fleine goldene Ringe. Die Ultramembranen. Die Herstellung von hauchdünnen, faum sichtbaren Metallfolien, die Dr. Karl Müller von der Physikalisch- Technischen Reichs anstalt in Berlin gelungen ist, hat in der Wissenschaft großes Auf fehen erregt. Es iſt dadurch möglich, aus Edel wie Halbedel metallen Metallhäutchen von unendlicher Feinheit herzustellen, die nur ein hunderttausendstel Millimeter Dide haben. Dadurch ist die Berfeinerung der für Wissenschaft und Technik fo wichtigen Metallfolien um ein 10 bis 100faches gesteigert worden. Ueber die praktische Bedeutung, die diese Erfindung befigt, werden in einem Auffah der Umschau" nähere Mitteilungen gemacht. zum Ausdrud, die Reichstagsfraktion möge noch einmal den Versuch unternehmen, mit den bürgerlichen Koalitionsparteien über die Regierungsbildung zu verhandeln, selbstverständlich auf der Grundlage der sozialdemokratischen Forderungen. In einer außerordentlich stark besuchten Mitgliederverfammlung der Ortsvereine der Unterweferorte wurde ein Antrag, Reichstagsfraktion und Parteivorstand zu ersuchen, der Großen Koalition beizutreten, gegen zwei Stimmen angenommen. Dagegen erlangte in einer Parteiversammlung in Stutt gart ein Antrag die Mehrheit, der in seinem Wortlaut fich eng an den Beschluß der Berliner Funktionäre hält. Kommunisten- Krach. Hinauswurf von Kah. In der Kommunistischen Partei toben unter der Decke Richtungskämpfe der von Moskau Gemaßregelten gegen die Männer des neuen Kurs". Jm fommunistischen Parteibezirk Niedersachsen sind sie so stark geworden, daß die kommunistische Bezirksleitung einen Hilferuf an die Zentrale richtet. Dort betätigt sich Herr Ka B. Iwan der Schreckliche, der bekanntlich das Kaltgestelltwerden am wenigsten vertragen tann. Die kommunistische Bezirksleitung beschuldigt ihn der Fraktionsbildung, der offenen Drehung gegen die Leitung und die kommunistische Parteizeitung. Besonders entrüftet ist sie darüber, daß Katz in einem Referat über den Parteitag der russischen Kommunistischen Partei sich mit der Leningrader. Opposition solidarisiert hat. as folgenden Beschluß gefaßt: Die fommunistische Bezirksleitung Niedersachsens hat gegen ,, Die Bezirksleitung beschließt-nach Brüfung der antitommunistischen und parteifeindlichen Handlungen des Genoffen Ra- beim Zentralfomitee seinen fofortigen Ausschluß aus der Partei zu beantragen. Ra entpuppt fich nicht nur als ein offener Feind der Partei, der im Begriffe ist, um seiner egoistischen und frank. haften Intereffen wegen eine Spaltung zu organisieren, sondern er ist ein Hindernis für die Herstellung eines Bertrauensverhältnisses breiter Schichten des Proletariats zur Partei. Die Genoffen, die die von den Kongreffen der Partei und der Komintern beschlossene Linie, die auf die Schaffung der roten Klaffenfront des Proletariats hinausläuft, mit allen Mitteln fabotieren und zu dem Zwed offene Frattionen und ein gewaltsames Borgehen gegen Parteiinstitutionen organisieren, gehören nicht mehr in die Partei. Gegen die Genossen Gohr, Schüddetopf, Rarg. mahne, Fred und die Genoffinnen Malle und Rat wird auf Grund des Bruches der Parteidisziplin und ihrer direkten Unterſtügung der parteischädigenden Handlungen von Raß das fofortige Berfahren auf Ausschluß aus der Partei eingeleitet. Iwan Katz, der Schädling", wird also hinausgeworfen werden. 3ur Kommunistischen Partei gehört Parteifrach, Fraktionskampf und Hinauswurf wie das Amen zur Predigt. pmi (!)(!) Die Kunft der Interpunktion im Hause Hugenberg. Im„ Tag" vom Sonntag lieft man: Der Fall" Everling im Rechtsausschuß.... Rosenfeld hielt es unter Lachen der Deutschnationalen für unbedingt erforderlich, die Reinheit und das Ansehen des Parlaments(!) dadurch zu wahren, daß der Abgeordnete Everling so schnell als möglich aus dem Ausschuß verschwinden müffe. Dagegen liest man im Lotal- Anzeiger" über die Beratungen des Auswärtigen Ausschusses: Nach den Ausführungen des Reichsaußenministers Dr. Strefe mann in der geftrigen Sigung des Auswärtigen Ausschusses be hauptete Abg. Stampfer( S03.), daran, daß die Sozialdemokratie fich um Stellen im Bölkerbundsekretariat bemüht habe, sei„ fein wahres Wort".(!) Bedauerlich sei... 9 Im ersten Fall wird mit Hilfe zweier Gänsefüßchen und eines Ausrufungszeichens der Everling Standal einfach weggewischt. Im zweiten Fall wird mit genau denselben Mitteln eine bündig widerlegte Berleumdung der Sozialdemokratie aufrecht. erhalten. Schmutzig bis in die Interpunttion! setzung des lebenden Menschen mit dem Tode, ein Preis auf das Leben, der Ausdruc des erwachenden Natur- und Lebensgefühls im Renaissancemenschen. Das Wert bedeutet den stärksten fünstlerischen Ausdrud der Kultur, die um die Wende des vierzehnten Jahrhunderts in Prag, am Hofe Karls IV. entstand und von der heute noch die Fresten auf dem Karlsstein bei Brag Beugnis ablegen, ein Sprachfunstwert von gemeisterter Form, ein Drama von verinner lichter Spannung und Steigerung. Tod und Mensch stehen sich gegenüber, Berneiner und Beltbejaher; ber mit allen Fafern im Leben und in der Natur Verwurzelte flagt den Tod, den Steptifer und Ironifer, vor Gott an. Aber die Frage, warum das Sterben in der Natur, fann nicht gelöst werden, und selbst Gott gibt eine problematische Antwort. Alles muß sterben, und trotzdem ringt sich das unzerstörbare Lebensgefühl in diesem böhmischen Ackermann zu einem Preis auf alles Lebende und zu einer erschütternden Klage auf das Verstorbene hindurch. Und wenn dieser Bauer, der wie ein Philosoph spricht, auch sein Liebstes, sein Beib, verloren hat, so betenni er fich doch voll zum Leben, schreit sein ,, dennoch" in die Welt. Hier spricht der Wille des Renaissancemenschen, sein Glaube an unzerstörbare Werte, die unbeugfame Kraft des NeuErwachten. Und dieses Wert padt noch heute, trotzdem manches überlebt erscheint, troß einer manchmal beinahe fcholaftisch wirkenden Dialogführung, denn hier spricht ein Großer, ein Meister der Form und des Gedankens. Hier geschieht nichts Aeußerliches, das drama. tische Geschehen ist absolut derinnerlicht. Die Stimme Gottes sprach Artur Kraußned wissend und überlegen, tönend und ohne irdische Schwere, Ferdinand Hart als Tob war in Maste, Sprache und Gefte von monumentaler Größe, nur der Adermann Erwin Fabers überschrie sich, war zu frampfig nervös, fämpfte vor allem mit ftimmlichen Schwierigkeiten. Cingeleitet wurde der Abend durch Glucks Iphigenie- Ouvertüre, die das Akademische Orchester exakt und besonders in den Streichern tonschön spielte und durch einen Vortrag Prof. Dr. Burdas, in dem er eine eingehende Analyse des böhmisch- deutschen Stulturtreises am Hofe Karl IV. gab. Für die Elektrotechnif, besonders aber für die Rundfunktechnif, für die Herstellung von Mitrophonen, Telephonen und Lautsprechern bedeutet diese Ultramembran" einen gewaltigen Fortschritt. Dabei ist wichtig, daß die Folien nicht nur als lose Blättchen gewonnen, fondern auch als glattgespannte Membranen von überraschend großer Festigkeit mit spiegelnden, durchsichtigen oder magnetischen Teilen versehen werden können. Die auffallendste Eigenschaft der hauch dünnen Häutchen ist ihre glasflare Durchfichtigkeit und vollkommene Gleichmäßigkeit. Man kann durch derartige Gold- und Nickelmem brane hindurch nicht nur ohne weiteres lefen, sondern auch gang schnelle photographische Momentaufnahmen machen. Der Rundfunk und Grammophontechnik bieten diese Metallhäutchen, deren Gewicht Meiner als bie mitfchringende Luft und die beshalb jebem feinsten Anstoß trägheits- und nachhallfrei folgen, bas ideale Mittel, um die wichtigen obertonreichen Bifchlaute und Orchestertlangmischungen ganz unverändert wiederzugeben. Dafür ist auch die Festigkeit und Und nun spricht die Frau. Eine grelle höhntsche Stimme, die Durchbiegungsfähigkeit der Nickel- und Eisenfolien von größter Be Borte treffen wie Fauftschläge ins Gesicht und übertönen die Pro- deutung. Straff gespannte Nickelfolien von 6 Sentimeter Durch teste und die ohnmächtige Wut des Betrogenen oni tu es cocu messer und 4 Millionftel Zentimeter Stärke, die nur ein Tausendstel ( ja, du bist gehörnt), immer wieder fällt dieser Saz. Und der kleine Gramm, aljo 200mal weniger als die leichtesten bisherigen Mitrophonmembranen, wiegen, laffen sich mit großer Geschwindigkeit durch tomische Schauspieler schreit ihn heraus wie ein Signal. Er springt ie Luft bewegen, ohne zu zerreißen, und durch Anblasen mehr als nor uns hin und her. Schlägt in die Luft nach diesem Weibe, bas ein millimeter wie ein Gummihäutchen durchbiegen. Die Wissenschaft sein Leben vergiftet, bas er tödlich haßt und von der er nicht laffen wird aus der Ultramembran besonders dadurch Vorteil ziehen, daß fann. Die Stimme überschlägt sich. Er freischt. Den ganzen es nunmehr möglich ist, die extrem hohen, unserem Ohr nicht mehr Jammer feines fleinen erbärmlichen und elenden Lebens breitet er hörbaren Schwingungen der Geräusche in der Natur hörbar zu aus vor gleichgültigen und verächtlichen Augen. Er spielt seine machen, wie dies schon bei den Insektengeräuschen von amerikaeigene Schande als Broterwerb für ein paar Sous. Es ist ein nischen Forschern versucht worden ist. Damit wird sich der„ draht dadurch tatsächlich eine Steigerung erfährt. lächerliches und beschämendes Bekenntnis, das wir anzuhören ge- loje Sinn der Tiere, von dem jest so viel gefabelt wird, einwand amungen sind. Und wir empfinden es wie eine Erlösung, als ein frei studieren lassen. Für die Medizin ist die Hörbarmachung feinſter Polizist sich naht und ihn fortjagt. Ganz flein und geduct, mit Tor allem aber wird das Problem des Fernsehens mit diesen Geräusche, so z. B. bei der Herzdiagnose, auch von hohem Wert. einem letzten bettlerischen Lächeln zu uns, das Bitte um Mitleid Ultramembranen erneut in Angriff genommen werden fönnen. Die und vergebliche Selbsterniedrigung ist, verschwindet er auf der Fernübermittlung von bewegten optischen Bildern, erfordert ja durch dunklen Straße. die punktweise Bildübermittlung und Bilbzusammenſegung eine ganz ungeheuer schnelle Helligkeitseinstellung für bie einzelnen Bildpunkte. Das Bublikum hat taum hingehört. Es gibt so viele Bettler in Paris. Nur das fleine grellrot geschminkte Mädchen vor uns schiebt wie nabfichtlich den Franken ins Geldtäschchen zurück, den es für den Komödianten zurechtgelegt hatte. Und wirft uns gleich darauf sein fleines Berufslächeln zu, als mir gehen. Draußen fällt noch immer der Regen. „ Der Adermann aus Böhmen. Die Gesellschaft der Berliner Freunde der Deutschen Akademie" veranstaltete am Sonntag im Deutschtums im Sudetengebiet gewidmet mar, eine Aufführung des Rahmen eines musikalisch- literarischen Abends, der der Pflege des dramatischen Dialogs Der Adermann aus Böhmen" des Johannes von Saß aus dem Jahre 1400. Der Dialog ift eine Auseinander F.S. Herablegung der Preise an den Barnowsfn- Bühnen. Die BarnowskyBühnen haben an ihren brei Theatern bis auf weiteres die Breife um ein Drittel berabgefekt, fo bag fie unter das Niveau der Friedenspreise gedridt find. Diese Maßnahme ist nur aufrecht zu erhalten, wenn der Theaterbejuch Gertrud Enfoldt gaftiert für has Ditdeutsche Landestheater des Bera 11., 12. und 18. Januar als Frau Albing" in Ibsens Gespenster" in bandes der deutschen Boltsbühnenvereine E. B. an Brenzlau, Finsterwalde und Ludenwalde. In der Staatlichen Kunftbibliothek Prinz- Albrecht- Str. 7a findet eine Ausstellung neuer japanischer Kunstbublitationen statt. Es handelt sich um Biedergabe der berühmtesten Bildrollen der alten nationalen Schule sowie der besten Stulpturen des japanischen Mittelalters. Sie ist bei freiem Eintritt merttäglich von 9-9 Uhr geöffnet. Der Rofentavalier als Film. In der Dresdener Staatsoper fand Sonntag die Uraufführung des Filmwerkes Der Rosenkavalier von Hugo von Hofmannsthal unter Mitwirtung der Staatsoperniapelle, die von Richard Strauß dirigiert wurde, ftatt. Die Ausführung, die 2%, Stunden währte, bebeutete in ihrer harmonischen Zusammenwirtung von Film technik und Mufit einen bemerkenswerten Erfolg. " Fälscherfreunde in Berlin. Der„ Lokal- Anzeiger" für die„ Raffenschüler". Der Berliner Lokal- Anzeiger" bleibt seiner Tattik treu, die Protektoren der ungarischen Banknotenfälscher in Schutz zu nehmen. In seiner Montagsausgabe bringt er ein spaltenlanges Interview feines Budapester Sonderberichterstatter mit dem rassenschütlerischen Abgeordneten 3 silinszky, der den ganzen Standal in seiner Weise glossiert. Wenn der Berichterstatter schreibt, 3silinszky wäre ein besonders ernst genommener und auch von seinen Gegnern ge a chteter nationaler Bolitiker", so hat er entweder feine Ahnung von den Verhältnissen, über die er berichten soll, oder aber er spricht bewußt die unwahrheit. In Wirklichkeit ist nämlich jener Zsilinszky ein von allen anständigen Elementen Ungarns verachtetes Subjeft, ein notorischer Meuchelmörder, der vor längerer Zeit den radikalen Bauernführer Andreas Achim eigenhändig erschossen hat und dafür prompt freigesprochen wurde, da er ja aus ebenso nationalen Motiven" gehandelt hatte, wie jetzt die Banknotenfälscher. Zsilinszky ist der frühere Chefredakteur und jetzige Hauptmitarbeiter des Hetzblattes Szofat", welches in diesen Tagen ungehindert die Banknotenfälscher verherrlichen durfte, mährend gleichzeitig das demokratische„ Bilag" verboten wurde, weil es Pressestimmen des Auslandes über den Skandal wiedergegeben hat. 3filinszky hat dieser Tage persönlich den Ministerpräsidenten Bethlen aufgesucht und von ihm unter Drohungen die Einstellung des Verfahrens gegen die Fälscher, gleichzeitig aber ein Vorgehen gegen die Linte gefordert. Im Lotal- Anzeiger" gibt sich Herr 3filinszky etwas gemäßigter, predigt aber doch zum Schluß auch den Vernichtungstampf gegen die demokrati schen Elemente, die es gewagt haben, der Welt über den ungarischen Sumpf Klarheit zu verschaffen. Der würdige Informator des Hugenberg- Organs gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die ungarische Regierung die Kraft haben werde, " gegen diese Vaterlandsverräter und giftig rachfüchtigen Ber leumder streng und nachhaltig zu Werte zu gehen". Bir zweifeln nicht daran, daß die Regierung Horthy- Bethlen nach diesem Rezept zu verfahren sich bemühen wird. Der Fälscher standal scheint bereits jetzt den gleichen Verlauf zu nehmen, den alle bisherigen Horthy- Standale genommen haben: Die rechtsradikalen Berbrecher werden geschont, der Standal wird vertuscht, alle diejenigen, die seine Aufklärung und Sühne fordern, werden verfolgt. Und der„ Lokal- Anzeiger" leistet Helfersdienste bei diesem Werk! Verhaftung von Falschmünzern. Ju Berlin und Bielefeld. ST Eine vierköpfige Falschmünzerbande, die sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von englischen Fünf Pfund Noten befaßte, fonnte jetzt nach langwierigen Beobachtungen von den Beamten der Reichsbanffalfchgeldabteilung ermittelt und festgenommen werden. Die Fälschungen reichen bis in das Jahr 1924 zurüd, und feiner der Beteiligten hatte damit gerechnet, daß er für dieses Verbrechen noch einmal zur Rechenschaft gezogen werden könnte. Vor etma 14 Tagen fam ein Kaufmann zur Deutschen Bank und wollte 5 englische Fünf- Pfund- Noten in deutsches Geld umwechseln. Er war sehr erstaunt, als man ihm fagte, daß alle Noten falsch feien. Bei der Reichsbanffalfchgeldabteilung erzählte er, daß er das Geld im Oftober 1924 von einem Raufmann Sagert aus Schöneberg als Pfandsicherheit erhalten habe. Da er das Geld bis ieht nicht gebraucht habe, so habe er es unberührt liegen laffen und erst auf der Bank erfahren, daß er betrogen worden sei. Der Kaufmann Sagert, der herbeigeholt wurde, gab an, daß er die Noten von einem in Hollond ansässigen deutschen Kaufmann Dahling, mit dem er gelegentlich Geschäfte machte, im Sommer 1924 bekommen habe. Die weiteren Untersuchungen ergaben nun, daß Sagert und Dahling in Gemeinschaft mit einem Ingenieur Gerstenberger und einem Lithographen Kuhn die falschen Noten hergestellt und vertrieben hatten. Die vier Fälscher und Bertreiber wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Bielefeld, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In Jugoslavien wurden Ende Dezember 1925 zwei jugoslawische Staatsangehörige beim Berbreiten falscher Dinar Noten festgenommen. Die Ermittlungen nach dem Hersteller der Falschnoten ergaben eine Spur nach Bielefeld. Auf Ersuchen der jugoslavischen Regierung, die einen Ministerialdirektor nach Deutschland entsandte, wurden durch den Leiter der Falschgeldzentrale in Berlin und der Bielefelder Kriminalpolizei die Nachforschungen aufgenommen, die in den frühen Morgenstunden des 9. Januar zur Auffindung der Werkstatt in der Steindruckerei von Nordhold, Siefer 388 führten. die moderne Kunst hinwies und betonte, daß Cassirer der modernen Kunst eine Heimstätte geschaffen habe. Er bezeichnete den Ber storbenen als den ewigen Revolutionär, der stets neue Ziele verfolgt habe und in dessen Innenleben sich ein steter Kampf zwischen schloß die stimmungsvolle Feier. Die Beisegung der sterblichen Haß und Liebe abgespielt habe. Mozarts E- Dur Streichquartett belleberreste Baul Cassirers erfolgte in Anwesenheit des engeren Freundeskreises auf dem Friedhof West end an der Heerstraße. Eine ungemütliche Fahrt machte ein Droschfenchauffeur Otto S. aus der Danziger Straße. Ein Fahrgast zertrümmerte ihm in Tegel eine Fensterscheibe. Weil er sich nicht ausweisen wollte, jo brachte er ihn mit feinem Wagen nach der Revierwache so in der Berliner Straße, um ihn feststellen zu lassen. Während der Chauffeur mit dem Manne auf der Wache zu tun hatte, tam ein anderer und verschwand mit seinem Wagen. Ein Beamter der Schuhpolizei nahm die Verfolgung auf und fand das Auto in der Werder Straße wieder. Der unbekannte Führer hatte es dort stehen lassen und war verschwunden. Man vermutet, daß es ein Dieb war, der nicht weiterfam, weil er nicht genügend fahrkundig war. Ein gefährlicher Dachstuhlbrand fam heute vormittag um 11 Uhr in Moabit in dem Hause 3 winglistr. 34 zum Ausbruch. Auf den Alarm eilten sofort zwei Löschzuge an die Brandstelle und aus drei C- Rohren wurde etwa zwei Stunden lang Waffer gegeben. Der Dachstuhl brannte vollständig nieder. Die Aufräumungsarbeiten 30gen fich bis gegen 2 Uhr nachmittags hin. Als Entstehungsurfache wird fahrlässige Brandstiftung vermutet. Die Milchfachausstellung Berlin 1926 findet in der Zeit vom 19. bis 28. Februar in den Ausstellungsräumen des Luna parts statt und umfaßt das gesamte Gebiet der Milchgewinnung,-Berarbeitung und Verwertung, sowie die für diese Zwecke erforderlichen Maschinen und Geräte. Außer den Interessentenverbänden find u. a. mit Sonderausstellungen vertreten das Raiferin- Auguste- Bif. toria- Haus und die tierärztliche Hochschule. Die Geschäftsstelle der Ausstellung befindet sich in Berlin- Halensee, Bernimer Str. 16. Ortsgruppe Neutoun( Montag) 74, Uhr im Großen Gemeindefaal, HertelProf. Dr. Streder spricht heute abend im Bund religiöser Sozialisten, ftraße 9, über Eindrüde seiner amerikanischen Studienreise. Brof. Dr. Streder war seinerzeit drei Jahre als Demokrat hessischer Kultusminister. Als er 1921 in offizieller Eigenschaft die Böllerbundstagung mitmachte, tamen ihm 3 Im Dreiftunbenrennen mar der Meine beliebte Neinas der erste, der einen Vorstoß wagte. Jm nächsten Augenblid lag so rechte Sechstageſtimmung über dem Hause. Die belgische Mannschaft Maes Roels führte jedoch das Feld wieder zu loren hierbei eine Runde. Der Belgier Roels sollte bei einer Jagd sammen. Die Belgier de Corte Bermeerberghen vervon seinem Partner Maes in der Zielfurve abgelöst werden, wobei beide Fahrer stürzten und auch noch den Münzner mitrissen. Roels und Münzner schieden aus und die ihrer Partner beraubten Maes und Häusler bildeten eine neue Mannschaft mit einer Ber| lustrunde. Die erste Wertung brachte folgendes Ergebnis: 1. Spurt: Rauch, Schwab, Feja, Koch. 2. Spurt: Jenssen, Feja, Krüger, Corry. 3. Spurt: Kaletta, Meyer, Stabe, Spears. 4. Spurt: Corry, Mori, Stolz, Krüger. Stundenergebnis: 41,670 Kilometer. Bei der zweiten Wertung gab es wieder nette Kampjesmomente. Waren schon vorher nur noch fechs Paare in der Spigengruppe zu finden, so schmolz jetzt die Zahl auf zwei Mannschaften, nämlich auf Stoch- Miethe und Spears- Corry zufammen. Ergebnis der zweiten Wertung: 1. Spurt: Miethe, Feja, Kuschkom, Spears. 2. Spurt: Koch, Feja, Corry, Stabe. 3. Spurt: Miethe, Kaletta, Schwab, Maes. 4. Spurt: Häusler, Schwab, Vermeer, Roch. Stundenergebnis 40,630 Kilometer. Die entscheidende Schlußwertung, die doppelte Punktzahl brachte, wurde nur noch von sieben Mannschaften bestritten, die anderen mußten brachte das nachwegen Aussichtslosigkeit die Bahn verlassen stehende Ergebnis: 1. Spurt: Rizetto, Torry, Krüger, Jeja. 2. Spurt: Feja, Miethe, Spears, Mori. 3. Spurt: Stolz, Krüger, Rizetto, Corry. 4. Spurt: Koch, Feja, Corry, Rizetto. Im Gesamttlaffement wurde die Mannschaft Koch Miethe mit 33 Bunften Sieger por Corry- Spears( 26 p.). Eine Runde zurüd: 3. Feja- Kaleta( 35 P.). 4. Mori- Rizetto ( 21 3.), 5. Bauer- Schrage( 2 B.). 3wei Runden zurüd: 6. Meyer- Krüger( 16 p.), 7. Stolz- Behrendt( 14 p.). In 3 Stunden wurden 123,520 kilometer zurückgelegt. Geschäftliche Mitteilungen. Die Preußische Central Bobenfrebit. Attiengesellschaft bietet 8 raz. Gold Pfandbriefe und 8 Proz. Golb Communal- Schuldver Darlehne gebedt sind und bereits an der Börse amtlich notiert werden. Legthin war der Rurs 84% Proz. für die Pfandbriefe und 80 Broz. für die Schuldverschreibungen. Die Lieferung der Stücke, die mit Januar- Juli- Zinsscheinen versehen find, erfolgt die internationalen Aufgaben der Sozialdemokratie so stark zum Bewußtreibungen an, die durch erste Feingold- Sypotheken bzw. durch Feingoldsein, daß er zu ihr übertrat und infolgedessen seinen Platz im Ministerium einem Demofraten freimachen mußte. Er wird sich in seinem Referat über die geistige und materielle Kultur Amerikas, den Arbeitsmarkt, feine sostale fofort. Eine Kündigung ist bis 1930 ausgeschlossen. Näheres im Inserat dieser Zeitung. legung des näheren verbreiten. Der Eintritt ist frei. und wirtschaftliche Bedeutung sowie über die Folgeerscheinungen der Trockena3 aid and Der neue Grans- Prozeß. Gewerkschaftsbewegung Morgen Beginn in Hannover. Haarmann wurde im April hingerichtet. Bor seinem Tode hat er noch seinem Freunde" Grans verziehen. Ob aber sein Brief, den er aus dem Auto warf, die Rücknahme unwahrer Bezichtigungen oder den Widerruf einer falschen bedeutete, wird nun das Gericht zu entscheiden haben. Jedenfalls traute er damals weder der Bolizei noch dem Gericht. Er zog es deshalb vor, fein neues Ge ftändnis der Straße anzuvertrauen: der ehrliche Finder brachte das Schriftstück dann dem Verteidiger. Es hieß darin: Er wolle ver hindern, daß ein Unschuldiger, Hans Grans, durch das Beil des Henters zum Tode gebracht würde". Die Grans belastenden Ausfagen seien ihm von der Polizei durch Drohungen und Schläge er. preßt. Er habe sich darüber auch bei seinen Verwandten beflagt. Der schriftliche Widerruf, bestätigt vor dem Untersuchungsrichter, machte ein Wiederaufnahmeverfahren unausbleib lich. Ihm wurde auch wegen Anstiftung zum Morde im Falle Wittig stattgegeben. Das Buchthausurteil wegen Beihilfe im Falle Hannapel blieb bestehen. Jetzt nun beginnt die neue Gerichtsver handlung gegen Grans, zu der 40 Beugen geladen sind. lleber den Fall Wittig selbst werden die Zeugen nicht viel aussagen fönnen. Grans bestreitet ja nicht, daß er darauf gedrängt habe, Haarmann möge dem Jungen das Geld zur Reise nach Hamburg geben: er leugnet auch nicht, den Anzug des Wittig am Morgen nach dem Mord bei seinem Freunde gekauft zu haben. Er widerspricht nur mit aller Entschiedenheit der Behauptung der Anklage, daß er den jungen Menschen dem Haarmann als Schlachtopfer zugeführt habe. Bon Haarmanns Morden will er überhaupt nichts gemußt haben. Die Beugen werden nun die wahren Beziehungen zwischen Haar. mann und Grans aufdeden müffen. Der neue Gerichtshof ist an die frühere Berhandlung in feiner Weise gebunden, auch nicht an das Urteil im Falle Hannapel. Dieses ging aber davon aus, daß Grans von den Mordtaten seines Freundes Renntnis gehabt haben mußte. Sonst hätte er ja nicht der Beihilfe schuldig gesprochen wer den fönnen. Der Fall Hannapel ging aber dem Fall Bittig vor Bußte jomit Grans überhaupt von den Morden seines Freundes, so hätte er sich sagen müssen, daß auch dem Wittig diese Gefahr drohe. Der Vorsitzende, der das Urteil im Falle Hannapel begründet hat, leitet auch diesesmal den Prozeß. aus. Eisenbahnräuber in Mexiko. Gewerkschaftsprotest gegen die Stillegungen. Die Regierung mißachtet ihre Borschläge. Bochum. 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Eine Konferenz der Funktionäre des Deutschen Bergarbeiterverbandes befaßte fich am Sonntag mit dem Austritt der Bertreter der Gewertschaften aus dem Stillegungsausschuß, der betanntlich auf Grund einer Verfügung des Reichswirtschaftsministeri. ums vom 14. Oftober 1924 gebildet worden war und die Aufgabe hatte, begutachtend über die Stillegungsaffion im Ruhrbergbau zu urtellen. Das Vorstandsmitglied Mattmöller berichtete über die Tätigkeit des Stillegungsausschuffes und erklärte, daß zwar der Aus fchuß zu den verschiedenen Zechenftillegungen Stellung genommen und auch konkrete Vorschläge der Regierung unterbreitet habe, aber die Reichsregierung auf die von dem Stilegungsausschuß gemachten Vorschläge nicht eingegangen sei. Da inzwischen die Vermutung Gewißheit geworden wäre, daß auch in Zufunft irgendwelche Urteile des Ausschusses die fortschreitenden Stillegungen nicht beeinfluffen würden, hätten die Vertreter der Gewerkschaften die Eristenz des Ausschusses als überflüssig erkannt und infolgedessen ihren Austritt vollzogen. Es fomme hinzu, daß über die wesentlichen Ursachen, die zur Stillegung des Bergbaues führten, die Meinungen geteilt waren.- Die Diskussion über das Referat martmöller wurde vertagt. Erwerbslose Großstadtjugend. Wer fümmert sich um fie? Biele Unter diesem Titel berichtet der Berwaltungsausschuß des öffentlichen Arbeitsnachweises Düsseldorf über einen Erziehungsverfuch an erwerbslolen Jugendlichen Die Arbeitslosigkeit nimmt heute bedrohliche Formen an. Tausende von Jugendlichen sind aus den Werkstätten hinaus buchstäblich auf die Straße geworfen. Das Problem: mie diese Jugend vor fittlicher Verwahrlosung und vor Entwöhnung von Arbeit zu wahren sei, ist so brennend, daß die Veröffentlichung bes Düffeldorfer Arbeitsnachweises sehr zu begrüßen ist. Sie zeiat mirklich Wege, wie wenigstens einem Teile der Jugendlichen zu bildungsschule mit produttiver Arbeitslosen unterstügung, die unter erziehlichen Gesichtspuntten vor fich Es wurden amtliche zur Herstellung benutzte Scheine, somie etwa jara überfielen 20 bewaffnete und vermummte Räuber helfen wäre. Es handelt sich um eine Verbindung von Fortzwei Zentner zum Druden vorgerichtetes Papier beschlagnahmt. Die Druderplatten waren von dem Lithographen Lud wig Altmann in Littinghausen bei Herford angefertigt. Die Verhaftung erfolgte noch im Laufe des Sonntags. Von den Falschmünzern waren bisher 8500 Stück der in Frage kommenden Noten hergestellt worden, die von den Auftraggebern nach Serbien geschmuggelt wurden. Dort erfolgte die Beschlagnahme. In Auftrag gegeben waren weitere 30 000 oten, deren Fertigstellung aber aufgeschoben wurde, weil die Auftraggeber die verlangten Zahlungen nicht leisteten. Um das Drudereipersonal zu täuschen, wurden die Noten auf Papier gedruckt, das mit dem Briefkopf„ Fratelli Locratinie et Comp.. Castello Grande Commercio de Bini Alemantari" versehen war. Weitere an der Straftat beteiligte ferbische Staatsangehörige sind im Laufe des Sonntags in Duis burg festgenommen worden. 84- Trauerfeier für Paul Cassirer. ein Streichquartett standsarbeiten und die Verordnung über Erwerbslosenfürsorge boten die rechtliche Grundlage dazu. Jugendliche Erwerbslose bis zu 18 Jahren erhalten nur dann Unterſtügung, wenn sie Arbeiten ausführen oder an Veranstaltungen teilnehmen, die ihrer beruflichen oder allgemeinen Fortbilduno dienen. Zahlreiche Passagiere ermordet, den Zug verbrannt. Merito, 11. Januar.( WTB.) Nach Meldungen aus Guadala einen Personenzug zwischen der Hafenstadt Guadalajara und Merito. Sie ermordeten bie Mehrzahl der Reisen geht. Die Bestimmungen des Arbeitsministers über öffentliche Notden und zahlreiche Soldaten der Begleitmannschaft. Zwischen den Haltestellen Negrete und Purecuaro überfielen die Räuber, die den Zug in Guadalajara bestiegen hatten, plöglich die Soldaten und die Reifenden mit Messern. Bon der militärischen Begleitmann schaft wurden alle bis auf fieben getötet. Die mit dem Leben damit den Opfern der Räuber in Brand gestedt. Die Räuber vongefemmenen Soldaten sind schwer verwundet. Der Zug wurde ſtanden unter dem Befehl eines früheren Obersten. Sie ent tamen auf der Lokomotive mit 300 000 Bejos. Die telegraphial chen Verbindungen wurden durchschnitten. her sind aus den Trümmern des Eisenbahnzuges 20 mit Brand wunden bededte Leichen geborgen worden. Kein Bagen des in Brand geftecten Buges ist von den Flammen verschont ge blieben. Die Lokomotive, die die Banditen zur Flucht benutzten, murde einige Stationen von dem Schauplatz des Berbrechens entfernt entgleift aufgefunden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bis 16. Abt. Dienstag abend 8 Uhr Funktionärsgung bei Böhling, Brunnenstraße 79. Die neuen Funktionärfarten werden ausgegeben. 20. Abt. Dienstag, abends 71, Uhr, bei Bose Funktionärssung. Eichwalde. Mittwoch, den 18. b. Mts., abends 8 Uhr, Bahlvereinsversammlung bei Lindner. Jugendveranstaltungen. Hier wurde angefnüpft. Die erwerbslose Jugend wurde aufgefordert, sich an Motstandsarbeiten zu beteiligen, die in rgeländes in eine Gartenfiedlung bestanden. der Hauptsache in der Umwandlung des alten Düsseldorfer MüllSie follten, in Gruppen eingeteilt, unter Leitung eines Führers, den ganzen Tag draußen verbringen, 7% Stunden arbeiten und in den Bausen Sport und Spiele treiben, Borträge hören, erziehlichen Einflüffen im gemeinschaftlichen Gruppenleben ausge hier auch ihr warmes Mittagessen erhalten und auf diese Werfe setzt sein. Die Jugendlichen sträubten( ich anfangs bagegen, fie wollten nichts davon hören, bei der ungenügenden Bergütung die geforderte Arbeit zu leisten. Allmählich fanden fie fich aber doch ein: Hunger und Not waren mächtiger; schließlich ging es auch bei der Arbeit ganz gemütlich zu, man hatte Be fchäftigung und befand sich doch in Gesellschaft Gleichaltriger. So wurden es immer mehr. Allerdings wechselte die Zahl stets. Die Eltern waren zufrieden, daß wenigstens ein Teil der Laft von ihnen genommen war. Als Gruppenführer figurierten arbeitslose Lehrer, Architekten, Ingenieure, Meister, ältere Arbeiter. Auch fie wurden auf Grund der Bestimmungen über Berbebezirk Oberspree. Die heutige Werbebezirksbelegiertenverfammlung findet Motstandsarbeiten beschäftigt. Auch hier war die„ Bergütung" Unter fehr großer Beteiligung von Vertretern der Berliner Runstwelt fand am geftrigen Sonntag vormittag die Trauerfeier für den Kunsthändler und-Berleger Paul Cassirer in den Räumen des von ihm geleiteten Kunstsalons in der Biftoriaftr. statt. Unter der zahlreichen Trauergemeinde sah man neben den Freunden und Verwandten Baul Cassirers viele Angehörige der Berliner Sezession, so Professor Calit, den Bildhauer Profeffor Rolbe, die Maler Jaedel und Degner und andere. Ferner war der Reichskunstwart Dr. Redslob mit seiner Gemahlin und ein Vertreter des Kultusministeriums erschienen. Als Vertreter der Stadt Berlin war Oberbürgermeister BB anwesend. Kurz vor Beginn der Feier erschien Frau Tilla Durieur in Begleitung pünktlich 8 Uhr im Jugendheim Köpenid, Gritnauer Straße 5, statt. der nächsten Anverwandten. Nachdem Beethovens Op. 18 vorgetragen hatte, ergriff der greife Ehrenvorsitzende der Berliner Sezession Profeffor Mar Liebermann das Wort zu seiner Gedächnisrede. Er erinnerte daran, daß Paul Cassirer scherzweise zu ihm gesagt habe, daß er mohl noch die Leichenrede werde halten müssen. Dies sei jezt wirklich eingetroffen. Das Leben Baul Cassirers gleiche einem Trauerspiel und sein Leben sei der Kampf des ringenden Menschen mit dem Schicksal. Mir ist es, als hörte ich von Ferne die Stimme Baul Caffirers, so schloß Professor Mar Liebermann seine Rede, die er, non innerer Erregung übermannt, faum zu Ende führen konnte, und diese Stimme spricht die Goetheichen Worte: Macht nicht viel Federlesen, jetzt auf meinen Leichenstein, dieses ist ein Mensch gewoefen und das heißt: ein Kämpfer sein." Sodann sprach Graf Harry D. Regler, ber besonders auf die Berdienste Baul Cassirers für Sport. Koch- Miethe Sieger der 3 Stunden. Mit dem gestrigen Tage wurde im Sportpalast die Berliner Radrennsaison, die mur wenige Tage anhält, eröffnet. Bor Abwidlung des eigentlichen Programmes, das ein international befeßtes Dreistundenrennen vorjah, wurden mehrere Teilnehmer des am Donnerstag beginnenden Sechstagerennens, darunter Mac Namara Horan, Saldom Tonani und Hahn Lie vorgestellt, die unter den Klängen ihrer Nationalhymnen die Borstellungsrunde absolvierten. Den stärksten Beifall ernteten wohl die Franzosen, Gebrüder Vandenhove, die auf ihrer Runde van der Marjeillaise begleitet wurden. ungenügend und verminderte so die Arbeitsfreudigkeit. Auch nicht alle Gruppenführer, die ja erzieherische Arbeit an mit unter sehr schwierigen Jugendlichen zu leisten hatten, waren ihrer Aufgabe gewachsen. Im großen und ganzen fonnte man aber die guten Wirfungen der durch die gemeinschaftliche Arbeit bedingten Ordnung feststellen. Die für die Arbeit erforderliche Kleidung wurde durch die gemeinnüßige Arbeitsstelle für Erwerbsbeschränkte zum Selbstto stenpreis gegen Ratenzahlung geliefert, für Reparaturen an Rleidungsstüden der Jugendlichen forgten besondere Berfstätten, in denen, wie auch in der Rüche und im Friseur laden, erwerbslose Jugendliche beschäftint werden. Auch die Mädchen wurden nicht vergessen. Unter den gleichen gefeßlichen Borausfegungen, wie für die männlichen Jugendlicher, wurden für fie Werkstätten ins Leben gerufen, in denen sie unter Leitung zugeschnittene Bäiche nähten. Dann wieder Die murben andere in prattischen hauswirtschaftlichen Fächern unter| Ichaftlichen Krise zu forgen. Der Düsseldorfer Verfuch zeigt bterin| Berbandes zu dem Schtebsfpruch für das Bantgewerbe Stellung richtet. Wieder andere nahmen gemeinsam mit den männlichen einen Weg, der begangen werden kann. Jugendlichen an den Kursen teil, die für die kaufmännischen Angestellten und für das technische und Bureaupersonal eingerichtet wurden. Das Düsseldorfer Experiment erscheint unter gewissen Vorbehalten, betreffend die Bezahlung, nachahmenswert. Das Bedeutsamste dabei ist, daß auf das erzieherische Moment die Betonung gelegt wird. So gut es mögli mar, find Arbeitszeiteinteilung und diesem Hausordnung Gesichtspunkte gerecht geworden. Es wird zu prüfen sein, ob die Bemerlichaften Berlins gemeinsam mit dem Magistrat nicht, anfnüpfend an das Düsseldorfer Beispiel, auch ihrerseits den Versuch machen sollten, wenigstens zu einem gewissen Teil das Broblem der produktiven Erwerbslosenunterstützung in Verbindung mit dem Schuße der Jugend vor fittlicher Verwahrlosung, zu lösen. Die Zeit eilt. Das Heer der erwerbslosen Jugendlichen wächst von Tag zu Tag. Mit der Erwerbslosenunterstützung allein, selbst wenn sie noch so ausreichend wäre und wie wenig ausreichend sie ist, weiß ja ein jeder ist den Jugendlichen nicht geholfen. Es galt auch für ihr sittliches und geistiges Wachstum in dieser schweren wirt Theater Lichtspiele afw. Deutsches Theater 71 Uhr Neues Th. am Zoo Allabendl 8 Uhr: Guido Thielscher n Das Käthchen D. wahre Jakob V. Hellbronn von Kleist Regie: Eugen Klöpfer Preise 1 M bis 10 M. Kammerspiele 8 Uhr KleinePreise Parkett... 1-2 Mk. Park.- Faut. 3-4 Mk. Orchester- Faut. 5 Mk. Sessel 6 Mk. Vorverkauf anunterbrochen Großes Schauspielhaus Für Lysistrata ich von Donnay Regie: E. Engel Preise 4 M bis 10 M CHARELL- REVUE 1077 R WINT ORTEN Kurzes Gastspiel der eigenartigen javanisch. Tänzerin Beschleunigte Notstandsarbeiten. Nicht in Berlin in Rheinland- Westfalen. Bochum, 11. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In den nächsten Tagen soll in Düsseldorf eine Konferenz der RegierungsPräsidenten von Düsseldorf, Arnsberg und Münster stattfinden, die sich mit der Frage der Beschleunigung der Ausführung von Notstandsarbeiten zur Milderung der Arbeitslosigkeit im rheinisch- west fälischen Industriegebiet befassen wird. An der Besprechung wird ein Vertreter des Siedlungsverbandes für den Ruhrkohlenbezirk somie je ein Rommissar des Reichswirtschafts- und des preußischen Wohlfahrtsministeriums teilnehmen. Um den Schiedsspruch im Bankgewerbe. Wie uns vom Allgemeinen Verband der Bankangestellten mitgeteilt wird, haben sämtliche Ortsgruppen des SCHUTZ MARKE Quittungs- Rabalt u Reklamnemarken fertigt seif 45 Jahren d's Spezialität Takka- Takka Conrad Müller Dazu ein Varieté- Spielplan größten Umfanges Sonntag nach. 3 Uhr halbe Prelse Abends Anfang 8 Uhr Schneuditz Leiping Rauchen gestattet Traueripenden Elite- Sänger Kottbuser Str. 6- Tel Mpl. 160 77. Tägi 8 Uhr. auch Sonntag nachm 3 Uhr( zu halben Preisen. Vollständig neues Programm! Liederspiel: Seemannsieben" a. Burleske:.. Na da- Prost Neaiahr!" TÄGLICH 84 Berliner Tik- Trio Die Komödie Städtische Oper Kurfürstendamm 206/7 8 Unr Gesellschaft von Galsworthy Regie: M. Reinhardt Preise 4 M bis 12 M Charlottenburg jeder Art lterert preiswer Paul Golletz. vormals Robert Mayer. Mariannenstr. 3. Amt Morikpl. 103 03 Neukölln, Lahnstr.74/ 751 Mal- u. ZelchenBedarf L- Juergens Metallbetten Montag, 11. Januar, Stahlmatratz., Kinderbetten günstig an Priv 8 Uhr: Kat. 650 fr. 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Dagegen fann mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß der Reichsverband der Bankleitungen den Schiedsspruch ablehnen wird. deshalb gleichzeitig mit der Erklärung der Annahme des SchiedsDie Angestelltenorganisationen des Bankgewerbes werden spruches seine Verbindlichkeitserklärung beantragen. Die Wurst- und Konservenfabrik Wilhelm Ziegler, Berlinfucht uns mitzuteilen, daß sie nicht identisch ist mit der Firma Bilhelm Ziegler, Frankfurter Allee und Friedrichsfelde, über die vom Zentralverband der Fleischer die Sperre verhängt, inzwischen aber wieder aufgehoben worden ist. Weißensee und Berlin- Lichtenberg am Bahnhof Rummelsburg, erBerantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlaasanstalt Baul Singer u. 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