fr. 1943. Jahes. Ausgabe A r. 10 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatii 8,- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rrenaband für Deutschland, Danzia Soar and Remelgebiet, Desterreich, Litauen, Buremburg 4.50 Reichsmart. für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit ber Sonntags bellage Bolt und Rett mit„ Sieb. lung und Kleingarten lowie ber Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Ronings einmal. Telegramm- Abrelſe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts 五花 Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. Geile 80 Bfennia. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettaedrudte Wort 25 Brennis ( auläffia awei fettgebrudte Borte). lebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erite Wort 15 Bfennig. tebes weitere Bort 10 Bfennig. Worte über 15 Buchtaben aählen für amei Borte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Bfennia. Unzeigen für die nädte Rummer maen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, LinbenBrake 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Mittwoch, den 13. Januar 1926 Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedtonte: Berlin 37 536 Banffonts: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Distonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Lindenstr. 3. Es bleibt beim Nein! Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die fozialdemokratische Reichstagsfraftion faßte gestern abend nach längerer Aussprache folgenden Beschluß: Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in den Berhandfungen über die Bildung einer Großen Koalition Forderungen aufgestellt, deren Durchführung durch die Zunahme der Not nur noch dringen der geworden ist. Sie hat durch ihren Befchluß vom 16. Dezember feststellen müffen, daß infolge mangelnden Entgegenkommens der Deutschen Boltspartei in fojial- und wirtschaftspolitischen Fragen den Bemühungen des Abg. och fein Erfolg befchieden war. Sie hat daher in den Formulierungen, die ihr als Ergebnis der geführten Verhandlungen vorgelegt wurden, cine geeignete Grundlage für die Bildung einer Regierung der Großen Roalition nicht erbliden fönnen. Die fozialdemokratische Fraffion muß feststellen, daß Gründe für eine Uenderung ihrer Haltung nicht vorliegen. Es besteht tein Anzeichen dafür, daß die Deutsche Boltspartei ihren bisherigen Rechtsturs aufzugeben gewillt ist. Die Bolkspartei hat daher auch in den bisherigen Verhandlungen über die Bildung einer Großen Koalition einen ernsten Willen zur Zusammenarbeil nicht erfennen laffen. Es war insbesondere die Deutsche Bollspartel, die der sozialdemokratischen Forderung über den Achtstundentag die Zuflimmung versagte, die sich im sozialpolitischen Ausschuß gegen die sozialdemokratischen Anträge zur Erwerbslofenfürforge erklärte and die in der Frage der jetzt zum öffentlichen Standal gewordenen Fürftenabfindung die fozialdemokratischen Forderungen zurüdwies. Deshalb erklärt die sozialdemokratische Fraffion, daß für die Bildung einer Regierung der Großen Koalition teine Grundlage besteht. Bürgerliche Blätter hatten vorausgefagt, die fozialdemofratische Reichstagsfraktion werde ihren Beschluß vom 16. De zember aufheben oder es werde sich zum mindesten doch in ihr eine starte Kräfteverschiebung zugunsten der Großen Koalition bemerkbar machen. Weder das eine noch das andere ist eingetroffen: die Fraktion hat ihren Beschluß vom 16. Dezember aufrechterhalten, und sie hat das mit derselben übergroßen Mehrheit getan, mit der sie ihn seiner eit getayı hatte. Die Stimmen von Barteigenoffen, die neuerlich in der Bresse für die Große Koalition laut wurden, waren schon zuvor in der Frattion gehört worden, und man hat auch diesmal das Gewicht ihrer Gründe sorgfältig abgewogen. Da aber tatsächlich seit dem 16. Dezember feine Aenderang der Lage zum Guten, viel eher eine zum Schlechten ein getreten ist, fonnte der neue Beschluß logischerweise nur den olten bestätigen. Der Beschluß spricht aus, daß für die Sozialdemokratie zurzeit angesichts der gesamten politischen Verhältnisse und besonders des Verhaltens der Boltspartei eine Große Koalition nicht in Betracht kommt. Er bedeutet durchaus feiner Bruch mit der Politit, die die Partei bisher getrieben hat. Aendern sich die Berhältnisse, ändert sich das Berhalten ber Parteien, so ändert sich auch die Haltung der Sozialdemokratischen Partei. Es wird diesmal auch darin wer den sich die Propheten täuschen nicht das letztemal sein, daß die Sozialdemokratie von bürgerlichen Parteien dringend zum Eintritt in die Regierung aufgefordert wird. Und stets wird die Fraktion in solchen Fällen nüchtern und fachlich zu prüfen haben, ob sie den Interessen des arbeitenden Boltes beffer durch Zusage oder durch Ablehnung dienen tann. Da es sich dabei um die Abwägung unsicherer Zukunftsfattoren handelt, wird Einstimmigkeit felten zu erzielen fein: stets aber wird nach Entscheidung solcher tattischer Fragen die ganze Partei für das einstehen müssen, was die mehr heit beschlossen hat. Streit um Dinge, die entschieden find, ist zwecklos. Das sei vor allem auch jenen bürgerlichen Politikern gesagt, die über den Beschluß unserer Fraktion enttäuscht sind. Auch sie werden sich eingeftehen müffen, daß das Verhalten der Bolks partei, daß überhaupt alle Erfahrungen, die wir seit 1923 gemacht hatten, nicht geeignet waren, in uns den Glauben zu stärken, wir fönnten mit der Volkspartei gemeinsam frucht bare Arbeit leiften. Die Not breiter Boltsmaffen ift gewaltig, beherzte Maßnahmen sind notwendig, um ihr einigermaßen zu steuern und in jenen Massen selbst das Bertrauen zu wecken, daß wirklich die Abficht besteht, ihnen zu helfen. Wir glauben nicht, daß dieses Vertrauen erworben werden fann von einer Regierung, in der eine so ausge sprochene Partei des Unternehmertums und der befizenden Klaffen wie die Volfsportei das Bünglein an der Wage bildet es sei denn, diese Regierung hätte durch Taten be wiesen, daß man sie falsch eingeschäßt hatte. Solche Taten erwartete die fozialdemokratische Reichstagsfraktion nicht, ba-, ble fie stürzt. Rann dann diese Mehrhelt teine Regierung rum lehnte fie den Eintritt in die Große Koalition ab. Daß die Anhänger der Großen Roalition bisher die Dinge so darstellten, als ob der Himmel einstürzen müßte, wenn diese Koalition nicht zustande täme, begreift man aus ihren propagandistischen Abfichten. Jetzt hindert auch sie nichts mehr, die Dinge ruhiger und nüchterner anzusehen. Die tommende Regierung wird feine feste Mehrheit haben. Das bedeutet noch lange teine Negation des parla mentarischen Prinzips. Auch im Mutterland des Barlamentarismus, in England, hat es vor nicht zu langer Zeit eine Regierung gegeben, die feine feste Mehrheit hatte: das war die Regierung der Arbeiterpartei. Eine Minderheitsregierung bleibt im Amte, solange sich feine Mehrheit findet, bilben, so bleibt der Ausweg des Appells an das Bolf. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion wird die tommende Regierung nach ihren Taten beurteilen. Ein 3wang für fie, unter allen Umständen Anschluß nach rechts zu nehmen, besteht nicht. Sie tann umgefehrt, wenn sie banach angetan ist, sich Unterſtüßung von links moralisch erzwingen durch die Politit, die sie treibt. Die Sozialdemokratie hat ihr gegenüber die Hände frei, aber ihr Handeln ist durch ihre Grundsäße beſtimmt. Eine Re gierung, die kraftvoll die Republik schüßt, für die sozialen Forderungen notleidender Massen Verständnis zeigt und den unverschämten Bereicherungsabsichten der abgehalfterten Fürsten energisch entgegentritt, fann sich in den ArbeiterUnter der Lupe. Die Rechtstitel der Fürsten". Die Deutschnationalen, die die Sparer und Rentner| fennung des ftaatlichen Eigentums an der Herrschaft; indessen nicht enteignet haben, und, um sie zu trösten, unter Führung des Fürstenanwalts Everling den ehemaligen deutschen Fürsten auf Rosten des verarmten deutschen Bolles Unfummen zu schanzen wollen, werden nicht müde, sich auf das Recht zu berufen und den Volksvertretern, die sich schützend vor die durch die Habgier der Fürsten bedrohten Vollsmassen stellen, den Borwurf des Raubes an fürstlichem Eigentum" zu machen. Es ist inter effant, einige der Rechistitel unter bie Lupe zu nehmen. durch die den Fürstenhäusern Ansprüche erwachsen sein sollen, die sie mit der ihnen in Geldsachen von jeher eigen gewesenen Zähigkeit verfechten. Friedrich Wilhelm III. von Preußen hatte die Herrschaft Flatow- Krojante in Westpreußen erworben. Nach dem Breußischen Allgemeinen Landrecht fielen unbewegliche Sachen, die der Landesherr erworben und über die er meder unter Lebenden noch von Todes wegen verfügt hatte, nach seinem Ableben dem Staate zu. Der König hatte legwillig anordnen wollen, daß aus der Herrschaft Flatow- Krojante ein Fideitommiß für seine nachgeborenen Söhne zu errichten sei, er hatte indessen diesen seinen Willen in einem rechtsgültigen Testamente nicht zum Ausdrud gebracht. Am 14. Januar 1842 erließ sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm IV. eine Rabinettsorber, durch die er die Herrschaft zum Familienfideikommiß für seine Brüder machte. Da jebe Rabinettsorder eines abfoluten Monarchen ein Gefeß war, ist dem Staat in dieser Weise auf gefehlichem Wege" ein Eigentumsobjekt entzogen worden, das einen Wert von etwa 26 Millionen Mark hat. bei dem ordentlichen Gerichte, sondern bei dem Geheimen Justizrat bes Rammergerichts. Der Geheime Justizrat war nur zur Entscheidung von persönlichen Ansprüchen gegen Mit glieder des Königlichen Hauses eingefeßt, während es sich hier um ein dingliches Recht handelte. Das angerufene Gericht war also unzuständig. Dieses unzuständige Gericht erkannte trohdem das Eigentum des Hauses Hohenzollern an der Herrschaft an, obwohl das Königshaus selbst im Prozeß lediglich geltend gemacht hatte, daß die Herrschaft ein mit der Krone verbundenes, zur dauernden Ausstattung der töniglichen Familie bestimmtes Fibeikommis, nicht aber, daß sie ihr Eigentum sei. Solche Fideifommißgüter waren aber nach dem Allgemeinen Landrecht den Domänen gleichgestellt, also Staatseigentum. Das Königshaus hatte mithin nur den Nieß. brauch an der Herrschaft in Anspruch genomen, das gefällige Gericht sprach ihm das Eigentumsrecht zu. Das Urteil wurde zwar rom preußischen Obertribunal bestätigt, aber selbst der Minister des töniglichen Haufes bezeichnete es als falsch. Wilhelm II. trägt gleichwohl kein Bedenten, dieses Urteil zur Grundlage seines Eigentumsrechts an der Herrschaft zu machen, deren Wert nahezu 19 Millionen Mark beträgt. Die Rechtstitel der Ansprüche der übrigen deutschen Fürstenhäuser sind zum Teil von der gleichen sittlichen Reinheit, wie die eben besprochenen der Hohenzollern. Im Jahre 1866 schloß sich z. B. der Herzog Ernst von Sachsen- Koburg- Gotha, der sich wenige Jahre vorher durch seinen Privatsekretär Tempelten der preußischen Fortschrittspartei für den Fall einer Revolu. tien als Leiter der provisorischen Regierung empfohlen hatte, an Preußen an, und ließ die Gothaischen Soldaten an der Seite der preußischen Truppen bei Langensalza fämpften. Als Belohnung schenkte ihm Wilhelm I. von Preußen die Schmalfaldener Forsten, die einen wertvollen Bestandteil des soeben von Preußen eroberten Kurhessens bildeten. Der Gothaer Herzog hielt es für den Anstand unvereinbar, diese Forsten zum Man hat es hier mit einem Seitenstück zu dem kostbaren Porzellangeschirr zu tun, daß der Kurfürst von Hessen aus den Geldern erworben hat, die er für den Berkauf seiner Seldaten an Der englische Brinz, der als England erhalten hatte. Rechtsnachfolger des Herzogs Ernst den Gothaischen Thron bestiegen hat, ist bekanntlich ein eifriges Mitglied der Deutschnationa len Bartei. Er nimmt die wertvollen Forsten als persönliches Eigentum in Anspruch. Die Geltendmachung dieses Rechtes an Liegenschaften, die als Prämie für Blutopfer der gothaischen Soldaten gewährt sind, zeigt, daß er sich in die Ideenwelt der Deutschnationalen völlig eingelebt hat. Die Herrschaft Busterhausen gehörte felt 1786 a den Domänen des preußischen Staates und unterstand der staatlichen Domänenverwaltung Als im Jahre 1818 Friedrich Wilhelm III. für den Brinzen August von Preußen auf den zur Herrschaft Wusterhausen gehörenden Grundbesitz eine Rente ein tragen laffen wollte, vertrat der Justizminifter von Kirchfideikommissarischen Eigentum seines Hauses zu machen. eisen die Auffassung, daß die Rentenbewilligung un zulässig sei, da die Herrschaft wie alle Domänen ohne Zweifel im alleinigen Eigentum des Staates ſtehe. Auf die Vorstellungen des Prinzen August entschied indessen der Staatstangler Fürft Hardenberg, daß im Grundbuch als Eigentümer der Herrschaft Wusterhausen Seine Majestät der König von Preußen einzutragen fei. Go geschah es. Auf diese Weise erwarb" das Haus Hohenzollern ffaatliches Eigentum, das gegenwärtig einen Wert von über 47 Millionen Mart befitt. Die Herrschaft Schwedt, Bierraben und Bilben. bruch war vom Landrecht für Staatsdomäne erklärt morden. Im Jahre 1847 eröffnete König Friedrich Wilhelm IV., ber sich den auffässigen preußischen Ständen gegenüber in eine möglichst günftige materielle Lage bringen wollte, dem Juftizminister, er glaube, daß diese Herrschaft widerrechtlich von seinem Hausgut ab getrennt fei. Im Verlaufe der darauf eingeleiteten Berhandlungen vertraten der Finanzminister von Rabe und fein Amtsnachfolger von Bobelschwingh den Standpunkt, daß das Eigentum des Staates an der Herrschaft nicht zu bezweifeln fel. Der König entzog nunmehr dem Finanzminister die Bollmacht zur Verwaltung der Herrschaft, die bis dahin der Staat geführt hatte. Der preußische Fistus erhob Klage aus AnerSe sehen viele der Rechte aus, um die die deutschen Fürstenbäufer nach deutschnationaler Auffassung durch die Sozialdemokratie beraubt" werden sollen. Würdig schließt sich allen diesen Fällen das Berhalten des ehemaligen Streliger Großherzegshauses an, das allerdings weniger Entrüftung als befreiende Seiterteit her. vorzurufen imftande ist, nämlich die Geltendmachung von Aufwertungsansprüchen für namhafte Forderungen der Mätreffen früherer Großherzöge, die den abgelegten Herzogslieb. chen aus Echuldverschreibungen ihrer dankbaren Galane erwachsen find. Es fehlt nur noch, daß die Aufwertung auch für die Forde rungen eines jener Jünglinge gefordert wird, die dem letzten Großherzog von Mecklenburg- Streliß in warmer Freundschaft" er geben waren.... maffen Bertrauen fchaffen, auch wenn fein Sozialdemokrat in ihr fizt. Müßte es nicht der Ehrgeiz jener bürgerlichen Politiker sein, die für die Große Koalition eintraten, zu zeigen, daß eine solche Regierung möglich ist? Beigten fie das, dann freilich würden sie den Beweis dafür geliefert haben, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion unrecht hatte, die Große Koalition abzulehnen. Wir erwarten eine Minderheitsregierung, die dieses Kunststüd zustande brächte, freilich nicht.- am wenigften erwarten wir sie dann, wenn sich die Nachricht bestätigt, daß Herr Luther zu ihrem Führer ausersehen ist. Niemand wird verlangen tönnen, daß wir einer neuen Regierung Luther mit überschwänglichem Vertrauen gegenübertreten. Gewiß hätte es mancher Demotrat und mancher Zentrums mann als Reichstanzler nach lints hin leichter. Aber aus welchen Personen immer die neue Regierung gebildet vird, auf alle Fälle werden sich unsere Entscheidungen ihr gegenüber nicht nach ihren Namen sondern nach ihren Taten richten. Eine vernünftigere, den Interessen der arbeitenden Massen besser dienende Politit ist unseres Wissens bisher noch nicht vorgeschlagen worden. Am wenigsten von Am wenigsten von den Kommunisten. Der Schrei nach der Arbeiter und Bauernregierung" ist nicht weniger tonfus als der Schrei der Rechten nach der Diktatur des starten Mannes. Würde aber eine Arbeiter und Bauernregierung" nicht auch eine Roalitionsregierung fein, fogar eine fommunistisch deutschnationale? lleberhaupt, feit in der Noste Stadt Hannover bie Roalition des des Roten Front fämpferbunds" mit der Schuhpolizei gegen die Romnumisten der Fraktion Katz geschlossen worden ist, sollten die Kommunisten aufhören, die Koalitionspolitik der Sozial demotraten zu schmähen. Da ward an einem Schulfall be wiesen, welch sonderbare Bettgenossen mitunter die Not mitunter die Not schafft! " Um aber wieder von ernsten Dingen zu reden, wieder helen wir zum Schluß: die Sozialdemokratische Bartei lehnt nicht jede Koalitionspolitit ab, wohl aber hat sie sich zur zeit, wie wir glauben, mit guten Gründen, gegen die Große Koalition entschieden. Sie fämpft weiter für ihre Forde rungen und fann, frei von Bindungen, einen st ärteren Drud hinter fie fetzen, als wenn sie in einer Roalitions regierung mit der Boltspartei zu einem ungleichen Gespann zusammengeschirrt wäre. Ihr Fernbleiben von der Regie rung schließt ein sachliches Zusammenarbeiten mit denen, die bereit sind, die Republik zu schüßen und soziale Gerechtigkeit malten zu lassen, nicht aus. Gegen eine Regierung, die Anschluß nach rechts fucht und die sich von antifozialen Tendenzen leiten läßt, wird die Sozialdemokratie den scharfsten Rampf aufnehmen; langer Bestand wird ihr gewiß nicht beschieden sein. Kurz und gut: wir sind frei und warten ab, was fommt. Behrens und der Fememörder Schulz. Die Arbeitgeberverbände Geldgeber des Fememörders. Das Polizeipräsidium Berlin teilt mit: In Presseveröffentlichungen des Deutschen", der Frankfurter Zeitung und des Borwärts" war Anfang Dezember 1925 behauptet worden, die Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände habe an den Zentralverband der Landarbeiter ein Darleben von 5000 Mart zur Unterftigung des Fememörders und Führers der Schwarzen Reichswehr", Oberleutnant a. D. Schulz, gegeben. Am 13. Dezember 1925 erfolgte im Gerichtsgefängnis in Landsberg ein vergeblicher Ausbruchsversuch zweier Strafgefangener, die erklärten, von dem wegen Fememordes dort inhaftierten Oberleutnant a. D. Raphael zu seiner und zur Befreiung der anderen bort verhafteten Personen, zu denen aud) Oberleutnant a. D. Schulz gehörte, gegen das Bersprechen von 3000 m. angeftiftet worden zu sein. Auf Grund dieser Tatsachen tauchte in der Presse wieder die Behauptung auf, daß die Geldmittel für diesen Ausbruchsversuch ton der Arbeitgebervereinigung stammten. Die ein 1 leitete polizeiliche Untersuchung hat folgendes ergeben: Sezessionsbau auf dem Savignyplay. In den Räumen der Sezession( Kurfürstendamm 232) find die Entwürfe für einen Neubau ausgestellt, mit denen dieser Künstler. gruppe endlich ein würdiges Heim geschaffen werden soll. Sechs Architekten haben sich beteiligt, meist mit mehreren Entwürfen, und die Jury( in der unter anderen Poelzig und Bartning neben drei Sezessionsmitgliedern foßen) hat einstimmig den von Leo Nachtlicht zur Ausführung empfohlen. Diese Angelegenheit hat zwei Seiten und soll die Allgemeinheit um beider willen interessieren. Die eine zeigt sich in der heillosen Raumnot der Sezeffion, die in ihrem jebigen Unterschlupf ein geradezu unwürdiges( und von uns immer wieder als unzureichend hervor. gehobenes) Ausstellungslokal besitzt. Seitdem der herrliche und wahrhaft vornehme Bau neben Rumpelmeŋer, den Borkriegsber linern durch ruhmreiche Ausstellungen unvergeßlich, in das Theater am Kurfürstendamm verwandelt wurde, irrt die Sezession gleichsam obdachlos umher und es gibt überhaupt teine öffentlichen Schauräume von repräsentativem Charakter für die fortschrittliche Kunst, wenn man von den Gelegenheiten der Akademie und des Kron. prinzenpalais" abfieht. Die aber verfolgen ihre besonderen und Spezialisierten Biele. Von dieser Seite also ist es aufs allerdringlichste zu wünschen, und den Stadträten Berlins ans Herz zu legen, daß eine würdige Kunsthalle an geeigneter Stätte entitehe. Und um diesen Plaz handelt es sich an zweiter oder sogar besser an erster Stelle. Die Sezession hat ihr Augenmert auf den Savignyplay in Charlottenburg gerichtet, und der Stadtrat hat sich schon bereitfinden laffen, ihr den Plaz unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Bleibt die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, um die sie auch von uns aus dringlichst gebeten wird: fie täte damit Berlin einen doppelten Befallen. die Deutschnationale Partei, die so gerne über andere Parteien den Splitterichter spielt und Entrüstung heuchelt, wenn man auf ihre Zusammenhänge mit rechtsradikalen Mordgesellen hinweist, gegen ihre Abgeordneten Meier und Behrens unternehmen? Die Steigerung der Arbeitslosigkeit. Seit 15. Dezember um über 40 Proz. Berlin, 12. Januar.( WTB.) Die Zahl der untersagten Euwerbslosen ist in der Zeit vom 15. Dezember 1925 bis zum 1 Januar 1926 von 1060 397 auf 1485 931 gefliegen. Die Jahl der unterstühlen männlichen Erwerbslofen beträgt 1325 052, die Zahl der weiblichen 160$ 79. Die Steigerung gegenüber der 3ahl vom 15. Dezember 1925 beträgt etwas über 40 Proz Erwerbslosen ist in dieser Ziffer nicht einbegriffen. Die Zahl der nichtunterstühlen und der bereits ausgesteuerten Der wilde kat. Der Leiter der Propagandaabteilung der Bereinigung Deutscher| brutaler und viehischer Form betrieben. Was wirb Arbeitgeberverbände von Zengen ist im Mai 1925 von dem deutschnationalen Landtagsabgeordneten Meier, Gewerkschaftsleiter im Zentralverband der Landarbeiter, um die Hergabe eines Darlehns zur Unterstüßung des der Anstiftung zu den Fememorden verdächtigen Oberleutnants a. D. Schulz ersucht worden. Zwischen dem Zentralverband der Landarbeiter und Schulz hatte nach Auflösung der Schwarzen Reichswehr" anläßlich des Rüftriner Butsches ein Arbeitsverhältnis beftanden. Schulj und der ihm besonders nahestehende Feldwebel Klap proth, ber als Mörder in einer Reihe von Fememorden in Frage tommt und verhaftet worden ist, wurden damals in der Wirtschaftsab. teilung des Sentralverbandes und als Organisatoren der Landvoltbewegung beschäftigt. Herr von Zengen hat die Her. gabe des Darlehns abgelehnt. Anfang Juni 1925 haben dann neue Verhandlungen über die Gewährung eines Darlehns an den Zentralverband der Landarbeiter stattgefunden. An diesen Verhandlungen waren die Herren von Zengen. Dr. Meihin ger von der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, der Land tagsabgeordnete Meler, der Reichstagsabgeordnete Behrens und Gerichtsaffeffor a. D. Malettte vom Zentralverband der Landarbeiter beteiligt. Landarbeiter beteiligt. Der Zentralverband erhielt gegen Quittung des Herrn Behrens ein Darlehn von 5000 m., das am 31. Auguff 1925 zurüdgezahlt werden sollte. Dieses Darlehn ist dann in den Büchern der Bereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände auf 1 m. ausgebucht und erst nach den Bresseangriffen Anfang Dezember 1925 trop der inzwischen erfolgten Ausbuchung vom Sentral verband zurückgezahlt worden. Das Darlehen ist weller, wie feftgestellt werden fonnte, zur Unterstützung des Oberleutnants Schulz verwandt worden. Welcher Art diese Unterstügung war, steht bisher noch nicht fest. Die Beteiligten behaupten, es sei nur zur Gewährung persönlicher Vergünstigungen im Gefängnis für Schulz, der feit April 1925 in Haft ist, und zur Gestellung eines Berteidigers ver. mandt worden. Ob die bei der Hergabe des Geldes an den Bentral verband beteiligten Herren der Arbeitgebervereinigung gewußt haben, daß das Geld zur Unterstügung des Schulz ver. wendet werden sollte, ist nach Lage der Umstände nur bezüglich des Herrn von Zengen wahrscheinlich, da herr von Sengen von dem bereits früher erfolgten Darlehns- Erfuchen Meiers, der ausdrücklich den Zweck der Unterstützung des Schulz angegeben hatte den Gewerkschaftsführern feiner Vereinigung feine Mitteilung gemacht hatte. Herr von Zengen selbst bestreitet, den Zwed des Dar. lehns getannt zu haben. Nach seiner wie nach Angaben der Geschäftsführer soll das Darlehen ausschließlich den 3med gehabt haben, Herrn Behrens und den Zentralverband der Bandarbeiter der Arbeitgebervereinigung zu verpflichten. Der Leiter der Bereinigung, Geheimrat Ernst von Borsig, hat nach seiner Versicherung von der Hergabe des Geldes erft durch rie Breffeangriffe Renntnis erhalten. Er hat erflärt, daß die Bereinigung wie auch er felbft niemals eine Unterstübung des Oberleutnants a. D. Schulz gewünscht noch jemals gebilligt haben würde. Die Borgänge find nach Abschluß der polizeilichen Bernehmungen an die zuständige Staatsanwaltschaft meitergegeben worden. Abg. Behrens hat seinerzeit in einer Zuschrift an die Frankfurter Beitung und noch gestern in einer weiteren Zu Schrift an das Berliner Tageblatt" die Verwendung der 5000 m. für den Femenmörder abzuleugnen versucht. Die Erklärung des Polizeipräsidiums läßt es als sicher er. scheinen, daß sich der deutschnationale Reichstagsabgeordnete einer objektiven und wahrscheinlich auch fubjettiven unwahrhaftigteit schuldig gemacht hat. Zweifelhaft bleibt das Berhalten der Arbeitgeber verbände. Der Polizeibericht stellt es als wahrschein lich hin, daß Herr von 3engen über den 3wed des Dar lehens unterrichtet war und die Tatsachen selbst sprechen dafür. Man darf wohl annehmen, daß sich der Borstand des Berbandes, vor allem Herr Dr. Tänzler nunmehr eindeutig zu der Angelegenheit äußern werden. Schon jetzt muß festgestellt werden, daß Mitglieder der Deutschnationalen Landtags und Reichs tagsfrattion enge Beziehungen zu Berbrechern unterhalten haben, die das Mordhandwet in felten Aber das würde leider zu fostspielig für beide Teile werben, und so hat man ihm nicht den Preis zuerfannt Auch Heinrich Tessenom nicht, einem unferer beften und fachlichsten Baumeister, obwohl seine Faffade mit ihrer wunder. Dollen Freitreppe und schlichten Mauerschönheit zweifellos an erfter Stelle steht.( Der Grundriß ist zu fompliziert, und die Ausführung mürbe zu teuer werden.) Bon allen Entwürfen Die von Steinmez, Rosenthal und Häring leiden an zu pomphafter Schachtelung und viel Un fachlichkeit bleibt tatsächlich der von Nachtlicht bestehen als der ausführungsreiffte, den 3weden des Ausstellungsgebäudes und der Blaßgestaltung in gleicher Weise gerecht werdende. Auch hier eine flare, einfach und finngemäß gegliederte Fassadenwand und eine Be handlung des Borgeländes, die architektonisch trefflich auf den Bau vorbereitet und dem Plaz seine Achse und seinen Sinn gibt( gegen die Stadtbahn hin, wie es sich versteht). Und sein Grundriß fommt allen Anforderungen entgegen, die die Sezeffion, ihre Ausstellungs. & wede und ihre materiellen Mitel stellen. Es wäre erfreulich, wenn inmitten all des Kulturjammers, den wir über uns ergehen lassen müssen, hier ein nicht eben großes, aber höchst bedeutsames Zentrum der Kunst im Westen Berlins erstehen würde. Dr. Paul F. Schmidt. Die„ Condesa". Bon Hermann Schüßinger. " 3wel Matreffen des letzten Großherzogs von Medienburg- Schwerin haben anläßlich der Abfindungsdebatte im Reichstag ihre Ansprüche an die deutsche Republit angemeldet von ihrem Standpunft aus mit Recht: nämlich die Condesa de Magenau, die auf Grund eines Abschiedsbriefes" des überfütterten und lebens. überdrüssigen letzten Großherzogs eine panage von jährlich 20 000 Mart verlangt, und die Gräfin Bubna Litie, der zmeds Rückgabe fompromittierender Briefe fünf Goldmillionen vom deutschen Bolt bezahlt werden sollen. Dabei sind dieje Grä. finnen" vermutlich turz vor ihrer Erhebung in den Adelsstand brav und bieder zwischen der Friedrichstraße und dem 300 spazieren gegangen, und ihre Wiege stand wahrscheinlich in Buxtehude, Miesbach oder Oberammergau, obwohl die Condeja" ihren flingenden Titel auf die wohlwollende Fürsprache des Großherzogs hin von der Negerrepublit Liberia erhalten hatte! Denn der Savignyplatz, wer fennt ihn nicht, verträgt ganz außerordentlich gut eine Berbesserung seines Aussehens. Er ist eigentlich gar fein Blah, sondern ein großmächtiges Vakuum, auf bas sich nicht weniger als sieben breite Straßen äußerst ungern und zögernd ergießen, um daselbst ins Nichts zu vergehen. Bollgestopit ist dieser Hohn auf einen Platz mit übel angewandten Stummeln von Grünanlagen. Gelingt es, ihm einen architektonischen Sinn, eine bauliche Rückwand und damit einen Mittelpunkt zu schaffen, sozusagen ein Rückgrat nachträglich in seine mollustenhafte Nichtig. teit einzubauen, so hätten wir auf einmal einen stadtbaulichen Diese Kondefa ist trog ihrer Ansprüche an die Republit auf Mittelpunkt für das Charlottenburg der Kantstraße gewonnen. Grund einer recht fragwürdigen Arbeitsleistung en den letzten Und dieses architektonische Rückgrat tann Berlin durch Ueber- Landesvater" von Mecklenburg- Strelitz für uns Goldes wert! Sie laffung des Blazes zwischen Kantstraße und Stadtbahn an die Se beweist uns wieder einmal schlagend, aus was für gutmütigen geffion fich fostenlos zulegen. Hier ist wirklich einmal Gelegenheit Trotteln die deutsche Nation besteht! Wir sollen also unseren anzu einer noblen Geste, an die Adresse der gegenwärtigen Runft gestammten Landesvätern nicht nur die Moneten für das standes. gerichtet. Die Sezession will die Baumittel von sich aus aufbringen. gemäße" Austommen der Fürstenfamilien von der Allerhöten Von den ausgestellten Blänen wurde diesem Gesichtspunkt der Urgroßmutter bis zur jüngsten Scheuerfrau liefern, fondern auch von Otto Firle am meisten gerecht; er stellt nicht nur eine gut noch die Schweigegelder für höchstdero erotische Berversitäten gegliederte Wand gegen das ästhetische Aergernis der Stadtbahn berappen auf deutsch: die Scheuerlappen bezahlen, mit denen der bögen, sondern er gliedert auch den ganzen Platz davor in zuletzte Hofmarschall die unappetitlichen Ueberrefte Seiner Königlichen sammenfaffender Strenge mit rechteckig hoch eingefaßtem Baum- Hoheit zu beseitigen gedenkt! und Wafferbeden- Vorhof als architektonische Einheit, die dem Sa- Immerhin vermag uns diefe medlenburgisch- nordafrikanische pignyplay Sinn und Richtung und damit Schönheit gäbe, Rondesa aus Kößschenbroda wenigstens wieder mal an die legten Die Rommunistische Fraktion teilte im Dienstag dem Reichstagsbureau mit, daß der Abg. Kas ihr nicht mehr angehöre. Raz selbst hat sich als zu keiner Fraktion zugehörig in die Lifte eingezeichnet. Offenbar trägt er fein Verlangen banach, auf sein Manbat zu verzichten, wie es die Zentrale der Kommunistischen Bartei von ihm gefordert hat. Bartei von ihm gefordert hat. Bom Hannoverschen Kriegsschauplatz berichtet ble Rote Fahne", daß ein Spigel, der sich in der Gefolgschaft von Swan Kaz befunden hat, bei dem am Sonntag erfolgten Zusammenstoß die Polizei alarmierte. Die Meldung ist schon deshalb äußerst unwahrscheinlich, weil sich der Alarm der Polizei gegen die KatzTruppe richtete, die das Gebäude der„ Niedersächsischen Arbeite: zeitung" besetzt hatte. Wie wir nun aus sicherer Quelle erfahren, war der„ Spigel", der die Polizei alarmierte, tein anderer als der Geschäfts. führer der niedersächsischen Arbeiterzeitung". der Kommunist Miller. Hält nun die„ Rote Fahne" den Geschäftsführer ihres Bruderblattes in Hannover für einen Polizeifpigel, oder schämt sie sich etwa, ihren Lesern mittellen zu müffen, daß die KPD. Polizeihilfe in Anspruch genommen hat? Wer weiß um Meyer- Cohn? Bir erhalten die nachstehenden Zellen: In der Deutschen Zeitung von gestern morgen finden fich unter der obigen Ueberschrift Mitteilungen über den„ Banfier des Baron von Holstein". Es heißt da: ... Für heute gestatten wir uns Herrn Theodor Wolff und die vom Hause uuftein zu fragen, ob sie ihr erstaunliches Wissen um die Firma Meyer Cohn etwa dem Schriftsteller Dr. Paul Nathan, dem Reffen und Erben des Ehepaares Meyer- Cohn verbanken. Kann uns vielleicht zugleich mit der sicherlich offen herzig gewährten Antwort gejagt werden, ob Dr. Paul Nathan über das Gesagte hinaus nicht nur als Sozialdemokrat und Intimus des Genoffen Breitscheid, sondern auch als Agent ber Ditjuden besonders bei jener Bresse aftreditiert ist?!" Soweit die obige Notiz mich betrifft, sei eine Antwort gegeben: Weber bin ich der Erbe noch der Neffé des Ehepaares mener. Cohn; noch überhaupt verwandt mit dieser Familie. Daß mir der Genoffe Breitscheid den Ehrenfilel jeines Intimus zubilligen würde, muß ich leider bezweifeln, und daß ich Agent der Oftjuben bin, muß ich bestreiten. Hingegen nehme ich mich nach Möglichkeit verfolgter Ost Juden an, wie ich mich verpflichtet fühle, auf Grund meiner Beltanschauung allen ungerecht Berfolgten zu Hilfe zu tommen, Joweit bas in meinen Kräften steht. Es entspricht solche Haltung den Brinzipien der Humanität, gleichgültig ob es sich um Chriften oder Suden oder um wen sonst handelt. Und solche Forderung ist nicht nur im alten Testament, sondern bekanntermaßen ganz ausdrüdlich auch im neuen Testament enthalten, das freilich von antisemitischen Kreisen durch den weniger modernen Botantult ersetzt werden soll. Dr. Paul Nathan Wochen ihres hochseligen Herrn zu erinnern. Der Herbst 1918 mar über uns gekommen, und das Gefüge des deutschen Heeres zitterte unter dem Eifenhagel des Generals Foch in Flandern und in den Vogesen! Alle Welt sah auf den Kaiser, der sein Spiel per loren hatte und, vom Bannstrahl der öffentlichen Meinung der Welt getroffen, mit uns und vor uns allen am Abgrund stand. Die Flotte des Admirals Leveßow stand vor Schillingsreede zu ihrem legten Stoß an die flandrische Küste bereit. Blöglich flog bas Gerücht in die Banzertürme und Kasematten: Der Kaiser hat fich auf S. M. S. Baden" eingeschifft. Er will die Flotte opfern 24 Stunden vor dem Ende. Er will mit uns in den Tod. Da explodierte im Panzerfreuzer Thüringen die Revolution, und bie Heizer riffen unter den Kesseln das Feuer heraus. Der Kaiser aber dachte gar nicht daran, sich zu opfern und einen heroischen Tod zu suchen; er dinierte im Speisemagen zu Spa, legte fich nach Holland in Bewegung, und an seiner Stelle erfoß fich der jüngste Bundesfürst, der illegitime Gemahl der Rondefa. ber Großherzog von Mecklenburg! Während die Heizer unb Matrosen nach der vierjährigen Hölle hinter ihren Kanonen und Banzerplatten um ihr Leben zitterten, marf ein deutscher Fürst sein Leben weg, weil ihm vor Sedt und Trüffeln, vor Weibern und Liebesknaben fpei- übel wurde, und seine Leiche lag an der Schloßz brüde von Strelik in voller Uniform im Waffer wie ein von der Vorsehung bestimmter Madensad des alten Regimes. Und jetzt follen wir den Sparern und Kriegsbeschädigten die legten Grofden nehmen, um die Dirnen der deutschen Fürsten ab zufinden für ihr mühseliges Tagewerk? Werft ihnen die alten Tausender als Abfindung hin- und die elfernen Kreuze dazu! Die Elektrizitätsversorgung Englands. Der politische Rorre fpondent der Daily Mail schreibt: Der Regierungsplan für eine beträchtliche Steigerung und Berbilligung der Berjorgung Englands mit Elektrizität iff jett fertiggestellt. Die Vorbereitung des Blans hat Jahre gedauert. Seine Einzelheiten werden wahrscheinlich im Laufe des Januar betanntgegeben werden. Es handelt sich um einen Blan zur Gruppierung der elettrischen Unternehmungen nach Bezirken, der eine erhebliche Herabletzung der Zahl der Kraftstationen und die Errichtung von Großftationen und leberlanbleitungen bezweckt. Unter den Vorteilen, die von der Durchführung erwartet werden, werden dem Berichterstatter zufolge genannt eine leichte Berminderung der Produktionskosten, Berminderung des Rauches in Fabrikstädten, ebenso Verminderung der Flucht vom Lande nach den Städten, Wiederbelebung der Landwirtschaft usw. Der Plan werde voraussichtlich im Parlament schon zu Anfang der neuen Seffion zur Genehmigung, unterbreitet werden. Führungen im Reuen Museum( Bor- und Frühzeit Aegyptens) Museumsführungen. Sonntag, ben 17., 10 Uhr vorm., finden amtliche Dr. Bol und im statier riedrich- Museum( Nom) Brof. Schottmiller statt. Bulaklarten zu je 50 Bf. find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen in beschränkter, Unzahl erhältlich. Ludwig Pohle, Brofeffor der Nationalötonomie und Direktor bes Bereinigten Staatswissenschaftlichen Seminars an der Universität Leipzig, it im Alter von 56 Jahren in Oberhof plöglich gestorben Nach dem Pariser Kongreßbeschluß. Tas Anwachsen der Koalitionsströmung. Die ersten Folgen. Hugenbergs Extrablatt. Eine Herausforderung der arbeitenden Bevölkerung Berlins. Gestern hat es in Berlin nicht wenig erstaunte Gefichter Liebedienerei vor den Fürsten ist angestammtes Borrecht gegeben. Wie der Schnee vom Winterhimmel fielen Tausende des" Lokal- Anzeigers". Ihre Ansprüche sind keine„ Ausund aber Tausende von Extrablättern in die Brieftästen zehrung Deutschlands". Wenn aber verantwortungsbewußte von Proletarierwohnungen, in die flüchtig bereit gehaltenen Parteien und Politiker dem Dames- Plan trot schwerer Be Hände hastender Bassanten. Das wäre an sich ja noch nichts denken zustimmten, wenn sogar der Besizer des Lokal. Besonderes. Aber die Blätter trugen den Kopf Berliner Anzeigers" als Reichstagsabgeordneter sich vor einer flaren Lokal Anzeiger" und sie verhießen in großen Lettern Entscheidung zu drücken fuchte und sich der Stimme enthielt, dem erwartungsvollen Leser Auskunft über die heute wirklich so ist das eine andere Sache: Wir haben uns per aktuellen Fragen: Warum Teuerung? Ronturfe? tauft, und zwar zu billig verkauft ruft heute das Arbeitslosigteit? schwerindustrielle Blatt aus. 7 Paris, 12. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Beschluß des außerordentlichen sozialistischen Kongreffes, fich nicht an einer von Radikalsozialisten gebildeten Regierung zu beteiligen, bietet eine Ueberraschung. Der gebundene Charakter des Mandats der Delegierten schließt jede Ueberraschung aus! Er macht afferdings, wie es einer der Redner zum Schluß der großen Debatte betonte, aus dem Kongreß lediglich einen Registrierapparat. Noch auf feinem der früheren Kongreffe hat sich den Bertretern der. Föderationen fo start das Gefühl aufgedrängt, daß Kongreffe eigentlich überflüffig waren, wenn es bei dem jetzigen Abstimmungssystem bleibt, bas auch noch andere Folgen hat, wie z. B. die, daß der Einfluß der aroßen Föde Ja warum eigentlich?- Sozialistisch geschulte Arbeiter rationen dadurch übermächtig wird. Hätten sich auf dem wissen, daß die unerhörte Krise der Gegenwart ein Rückschlag Rongreß 3. B. nur die 420 Mandate der Nordföderation ge auf die Politik der industriellen Rafites in Krieg und Inflation teilt, anstatt faft einstimmig gegen die Beteiligung abgegeben ist. Kundige fahen ihn lange voraus, damals, als Arbeiter zu werden, fo wäre das Ergebnis des Rongreffes schon ein frauen mit dem Groschenverdienst einer langen Arbeitswoche anderes gewesen. Es ist jedenfalls teine Frage, daß fowohl vor den Butterläden Schlange standen in banger Furcht, fie ber gebundene Charafter der Mandate, als auch der Abfönnten, wenn der neue Devisenfurszettel heraustam, über stimmungsmodus felbst in der nächsten Zeit im Anschluß an haupt nichts mehr für die Papierlappen taufen, die man Geld den außerordentlichen Kongreß innerhalb der französischen nannte. Mit dem Versinten des Mittelstandes im Sumpf der Barfei zur Diskussion gestellt werden. Dreierlei wesentliche Rüge tennzeichnen den Kongres Inflation, mit dem ungeheuerlichen Mund raub, den man mb feinen Ausgang. 1. Der fehr starte Fortschritt, durch die Notenpreffe jahrelang am arbeitenden Bolt getrieben, den der Gebante der Beteiligung an der Regierung auf der erfauften die Hüter der fapitalistischen Wirtschaftsordnung die Bofis eines feft umriffenen Aktionsprogramms zusammen gemaltigen Sachwerte, errichteten sie Fabriten, die heute leer Bofis eines felt umriffenen Aktionsprogramms zusammen und verödet dastehen. Sie produzierten im geldleeren Raum. mit der Radikalen Partei seit einem halben Jahre gemacht Sie verzichteten manchmal selbst auf den Verkauf ihrer Waren hat. 2. Der außerordentlich tamerabfchaftdenn Sachwerte, so meinten fie, fonnten nicht von den liche Ton, in dem unter schärffter fachlicher Betonung der Motten zerfressen werden, die die deutsche Währung gernagten Auffassungen die ganze Debatte geführt wurde, und 3. endlich und den Arbeitenden wie den Sparern um Lohn und Erdas, was der Berichterstatter der Resolution zugunsten der sparnis brachten. Welche schöne und herrliche Zeit! Beteiligung, der Abgeordnete Pressemane, der selbst noch im vergangenen Sommer zu den energischften Bekämp fern der Beteiligung gehörte, in seinem Schlußwort feststellte: Die Tatsache, daß das Brinzip einer eventuellen 3u. fammenarbeit mit nichtsozialistischen, lintsbürgerlichen Elementen in einer Regierung zum ersten Male in der Gefchichte des franzöfifchen Sozialismus einstimmig von einem Rongreß gutgeheißen wurde. Diese Einstimmigkeit mag zu einem übrigens fehr geringen Teil künstlich sein, da die fleine Gruppe um 3promiti, die überhaupt von teinerlei Beteiligung etwas wiffen will. diesmal aus taftischen Gründen für die Refolution Baul Faure- Lebas stimmte. Aber es bleibt doch die entscheidende Tatsache bestehen, daß diese fleine Gruppe, um nicht ganz isoliert zu sein, sich gezwungen gefehen hat, um nicht ganz ifoliert zu sein, fich gezwungen gefehen hat, einer Resolution zuzustimmen, die eine Beteiligung an der Regierung nur noch von der Bahl der Mandate abhanga macht. Breffemane fnüpfte baran einige Hoffnungen, von denen die Zukunft lehren wird, inwieweit sie berechtigt und erfüllbar find. Man ist in allen Barteien darüber flar, daß die Frage der Beteiligung im Laufe diefer Legislaturperiode wieder auftauchen tann. Das bedeutet eine erste Ent täuschung für den Nationalen Blod, der den Augen Stick wieder einmal gekommen glaubte, um an die Regiering zurüfaufehren. weifellos ist diese Rückkehr gegenwärtig nicht ganz ausgefchloffen. Das bedeutet den schweren Ernst Der Inneren Lage Aber die fosialistische Rammergruppe wird auch nach dem Kongreßbefchluß alles daran feßen, um - es zu verhindern. So wenig wahrscheinlich es ist, daß fie dem Rabinett Briand, nachdem es fich einmal auf bie Doumeriche Bahn beneben hat, ihr Vertrauen gewähren tann, so entschloffen ift fie, einer zum Rampf gegen die Inflation, gegen die Falchfitifchen Strömungen und für die volle Aus. mifung der Locarno- Politit bereite Linksregierung ihre volfte Unterſtügung zu geben. Der am Dienstag früh von der raditalfozialen Fraktion einstimmig gefaßte Beschluß. bie Doummerfchen Brojefte abzulehnen, fann in dieser Hinsicht pieles ermöglichen. In der Finanztommiffion somohl als im Blenum ift die fozialistische raftion entschloffen, die Doumer. Iden Brojette scharf zu befämpfen und es ist wahrscheinlich, daß sich das schon in der Mittmochikung der Finanzkommiffion Mar zeigen wird. Aber ber Entfcheibungstampf da rum wird wohl nicht wie gegenüber Loucheur in der Kom rum wird wohl nicht wie gegenüber Doucheur in der Rom miffion, sondern im Plenum zum Austrag gebracht werben. Dann wird fich zeigen, ob es dem Rongreßbeschluß zum Trog noch eine Linksmehrheit gibt. So wie die Dinge beute fiegen, erscheint das wahrscheinlich, da weber die Rabital fozialen noch diejenigen Sozialisten, die für die Beteiligung eintraten, daran benten, Ratastrophenpolitit zu treiben und den Ereigniffen etwa einfach ihren Lauf zu laffen, auch wenn das die Bildung eines verschleierten Nationalen Blods bedeuten sollte. Zwischen den Radikallozialen und den Sozialisten haben am Dienstag wichtige Besprechungen stattgefunden, und es ist sehr wohl möglich, daß die Breffe des Nationalen Blods bas zum foundsovielten Male endgültig begrabene 2ints. fartell wieder unter furchtbaren pfeudopatriotischem Gejammer auch diesmal als wieder auferstanden wird begrüßen müssen. Das Finanzprogramm des Linkskartells. Scharfe Kritit am Regierungsentwurf. Paris, 12. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Das von den drei Gruppen des linken Kartells ausgearbeitete Finansprogramm ift jetzt in der Form eines Initiativgefeßes in der Kommer ein gebracht und von deren Bureau der Finanztommiffion überwiesen worden. Seine Begründung gibt einleitend einen Ueberblick über ben Stand der franzöfifchen Staatsschuld, die einschließlich der Berpflichtungen an das Ausland auf 463,8 milliarden Franten beziffert wird. Er führt fodann aus, daß die Amorti fierung dieser Schuld unmöglich aus ordentlichen Budgetmitteln in Angriff genommen werden könne, um sich mit großer Schärfe gegen die der Regierungsvorlage zugrunde liegende Tendenz der Verquidung des Schuldenproblems mit dem der Balancierung des Budgets zu wenden. Als absolut unzulässig wird die Absicht bes Finanzministers bezeichnet, die im Dezember von der Kaminer bewilligte Erhöhung der Einkommensteuer, deren Ertrag von 3. Milliarden als einmalige und außerordentliche Abgabe zur Ab. deckung der damals befchloffenen Erhöhung des Notenumlaufs gedacht gewefen fei, zur Dedung des Defizits im Staatshaushalt heran. zuziehen. Das Kartellprojekt vertritt demgegenüber die Forderung, daß diefe 3 Milliarden restlos ihrem ursprünglichen 3wed zugeführt werden und ein entsprechender Betrag der im Dezember ausgegebenen neuen Noten aus dem Bertehr zurüdgezogen werde. Auch der in der Regierungsvorlage unternommene Bersuch, die Laften zur Tilgung der Staatsschuld einseitig auf die Schultern Jetzt ist der Kazenjammer da. Jeder Knabe, der nach 1919 das Alphabet erlernte, weiß, woher die heutige Arife tommt. Mit Recht tonnte man gespannt fein, welche Deutung das Blatt der geistig Minderbemittelten dieser Ent midlung geben würde. Sie Die Sozialdemokratie und mit ihr die bürgerlichen Parbeien der Mitte und der Linken, die für den Dames- Blan ein traten, stehen noch heute zu ihrer Berantwortung. stimmten dem Londoner Bertrag zu, weil sie in ben gewaltigen Opern, die er dem Bolte auferlegte, den Raufpreis für die politische Befreiung Deutschlands und für die Wiederkehr friedlicher Zustände in Europa fahen. Ohne Dames- Blan teine Räumung des Ruhrgebiets und fein Locarno, ohne Locarno teine Räumung Kölns. Die Politit der Versöhnung, die die Sozialdemokratie seit dem von den Monarchisten verschuldeten Zusammenbruch Deutschlands im Weltkrieg getrieben hat, trägt jetzt ihre Früchte in der Außenpolitit. Die Deutschnationalen aber vergießen Krofodilstränen über angebliche Wirkungen des Dawes Baktes, dem 50 Bros. ihrer Partei zugestimmt haben, den sie auch durch ihre Haltung zu den Locarno- Bertragen bestätigt haben! haben sie das gegen eine bessere Ueberzeugung getan? Fast fcheint es heute fo. Sicher aber ist es, daß sie mit ihrer Unterftigung der heute von ihnen verlästerten Erfüllungspolitik politische Vorteile, Ministersessel und Kornzölle erfauft haben. Sie find national" in Worten, sie sind Erfüllungspolitiker, wenn sie dafür bezahlt werden. Das ist deutschnationale Politit. Schuld an der Krise. Will Herr Hugenberg, der Besizer des Scherl- Verlags, auch glauben machen, daß an dem Banfrott feiner Landbank die Dames- Laften Schuld trugen? Er follte das ruhig tun. Denn es steht längst fest, daß fehl. Unternehmens bewirkten, für das er in seiner geschäftstüchtigen geratene Spetulationen den Zusammenbruch dieses Art staatliche Hilfe durch seine Breffe fordern ließ, als er hereingefallen war. Bie Hugenberg mit feiner Landbant, so ging es dem überwiegenden Teil der deutschen 3ndustrie. Es half ihr nichts, daß sie jahrelang den Ar Sparers mit Hilfe der Notenpreffe in die eigene Tasche lentte beiter um seinen Lohn betrog und die letzten Pfennige des Und weil die Untreue ihren eigenen Herrn schlägt, merden der Schreibfüchse Hugenbergs die Wirtschaftsgeschichte. Die Einfacher, als sonst in Menschentöpfen, malt sich im Reich die Rattionäre auch kein Glück damit haben, wenn sie jetzt. aus Angst vor ihren Taten von den Spuren ihrer eigenen Leute, die im Erfinden verleumderischer Nachreden gegen die Berantwortung ablenfen wollen. Es ist eine Sozialdemokratie wochenlang den Nachweis politischer Chauge, wenn behauptet wird, der Dawes- Plan habe die rafterstärke erbringen zu fönnen glaubten, wissen sich auch jetzt Rat. Der ganze Inhalt der Patentlösung lautet: Am 1. September 1924, dem Tag des Infrafttretens des Dames- Blanes, entstand die deutsche Wirtschaft. Borber gab es und weit dem so ist, muß die Krise natürlich eine Folge des nichts, neben dem Dawes- Plan gab es seitdem auch nichts. Dames- Blanes fein! Wer's nicht glaubt, bezahlt einen Taler. Es fällt tatsächlich schmer, sich mit einem solchen Elaborat ernsthaft zu befassen. Und doch ist es notwendig. Mit ihrer gehässigen Kritit am Dames- Blan die übrigens der bes haben die kommunisten bei einem Teil der Arbeiterschaft ofal- Anzeigers" in manchen Punkten fast wörtlich gleicht die Stimmung geschaffen, die der Bropaganda des schwer heute hat fie fich überjpetuliert heute wirft fie industriellen Lokal- Anzeigers" günstig ist. Anstatt zu zeigen, die Arbeiter auf die Straße, weil sie infolge zu wie diese Krise mit ihren schweren Auswirkungen für die Ar- hoher Preise und zu niedriger Löhne teine Beschäftigung zu beiterschaft nur eine Folge der durch Krieg und Inflation gefchaffen vermag, weil ihr das Betriebskapital fehlt, das sie stärkten Wirtschaftspolitit machtvoller tapitalistischer Gruppen wieder mit Hilfe der Notenpreffe zerstörte oder in Anlagen ft, haben sie den deutschnationalen Freunden bes Schmer, verwandelte. Das find die wahren Ursachen ber ist, tapitals die besten Dienste geleistet; indem sie gegen den Dames- Krise. Sie war unvermeiblich, weil die Arbeiterklasse politisch Blan tämpften, stellten sie sich schüßend vor die Schuld der nicht einig und daher nicht start genug war, dem Inflations Stinnes, Hugenberg, Helfferich und wie sie alle heißen vor taumel rechtzeitig ein Ende zu bereiten, weil außenpolitischer die Schuld fapitalistischer Interessenten am Wirtschaftselend Drud die innere Handlungsfreiheit des deutschen Boltes der Gegenwart, außerordentlich einschränkte. Heute ist die Inflation vorbei. Ihre vergiftenden Früchte aber sind es, die Unternehmer und Nun find Arbeiter mit der Krise jetzt zu spüren bekommen. die Sprachrohre der Schwerindustrie bei der Hand, um den Maffen vorzupofaunen, bie republitanischen Barteien hätten mit dem Dames- Patt die Wirtschaftskrise heraufbeschworen! Der Dames- Plan ift im legten Jahr fo gut mie gar nicht wirksam gewesen. Bon der ersten Reparationsmilliarde, die gezahlt wurde, famen vier Fünftel aus dem Ertrag der großen Auslandsanleihe der Rest von 200 millionen, noch nicht 5 Broz der öffentlichen Koften überhaupt, ist von Deutsch Erst mit September 1925 land aufgebracht worden. find die Zahlungen erhöht. Seit diesem Monat ist noch nicht fopiel gezahlt worden, wie die deutschnationale Politit den Hohenzollern auf einem einzigen Brett anbietet! Bürde man alle Ansprüche der abgebantten Fürsten samt ihren Mätreffen zusammenrechnen, Ansprüche, deren Erfüllung von deutschnationalen Politikern jogar im Reichstag vertreten werden, so ergäbe das eine Summe, die hinter den Gesamtleistungen Deutschlands im laufenden zweiten Dames- Jahr nicht wesentlich zurückbleibt. Nie wurde blöderer Dummenfang getrieben. Wer ihm zum Opfer fällt, verdient es eigentlich nicht besser. Daß aber derartige Zumutungen in einem Blatt gestellt werden, das leider noch immer Eingang in Arbeiterhaushaltun gen findet, sollte manchem die Augen öffnen. Der planmäßigen Irreführung durch die Presse des Großfapitals ent. geht man nur, wenn man die Arbeiterpreffe liest und fördert und sich den politischen und gewerkschaftlichen Organifationen der Arbeiterschaft anschließt der breiten Maffe der Berbraucher abzuwälzen, statt die dafür Völlige Kabinettsumbildung in Wien. erforderlichen Mittel aus einer Erfassung des Bermögens füffig zu machen, wird in schärffter Weise befämpft. Zum Ausgleich Bier Minister scheiden aus. des Budgets schlägt der einstweilen nur in feinem ersten Teil Wien, 12. Januar.( EP.) Wider alles Erwarten wird die 1 m. vorliegende Initiativgefeßentwurf vor: 2 Milliarden aus der Ver- bildung des österreichischen Kabinetts, die durch den Rücktritt befferung der Beranlagung und Erhebung der biretten Steuern, bes Außenministers Mataja und des Ackerbauminifters Buch i n 800 Millionen aus der Erhöhung des Börsenumfaßstempels, ger notwendig geworden ist, doch größeren Umfang an 1 Milliarde aus der Einführung einer Exportabgabe, die zu gleicher nehmen, als ursprünglich vorausgesehen wurde. Die chriftlich. Seit dazu dienen soll, den aus der Berrüttung der franzöfifchen lozialen Landeshauptleute hielten heute während des Währung refultierenden Unterschieb zwischen dem französischen und ganzen Tages eine Konferenz ab, in der die Richtlinien der Regie dem ausländischen Preisniveau wenigstens zu einem Teil der Staatsrung für die Sanierung der Wirtschaft und die Frage der Umbil. taffe juzuführen, 500 Millionen aus den Rückständen der Kriegs- dung des Kabinetts zur Diskussion standen. Die steterischen gewinnabgabe und 500 Millionen aus der evtl. Erhöhung der Ver. Abgeordneten unter Führung des Finanzministers Dr. Ahrer und faufspreise für die Tabakerzeugnisse. Weitere 800 Millionen sollen des Abgeordneten Dr. Gürtler vertraten den Standpunkt, daß die aus Ersparnissen im Ausgabenbudget gewonnen werden. Die Regierung das durch die steterischen Vertreter ausgearbeitete WirtGesamtheit der aus diefem Reformprogramm zu erwartenden Mehr. fchaftsprogramm fich zu eigen machen möge. Die steterische Gruppe einnahmen wird auf 5,6 Milliarden beziffert, so daß über das auf fonnte jedoch mit ihrem Sonderstandpuntt gegen die Mehrheit der 4,5. Milliarden geschätzte Defizit hinaus ein leberschuß von etwa christlich- sozialen Partei nicht durchbringen. Wie spät abends be einer Milliarde verbleiben wird. fonnt wird, wird sich infolgedeffen die Umbildung des Rabinetts Ramet nicht nur auf die Portefeuilles des Aeußeren und des Aderbaues beschränken, fondern es stehen auch andere wichtige Finanzminister Dr. Ahrer wird aus der Regierung ausscheiden Aenderungen in der Busammensetzung der Regierung bevor. und sein Amt dem Bürgermeister von Baden, Kollmann, über. laffen, der ein Bertrauensmann der niederösterreichisch Chriftlich Sozialen und seit 1920 Borsigender des Budgetausschusses ist. Da. gegen tritt an Stelle des Landwirtschaftsministers Buchinger ein Stelerer, und zwar der Bauernbündler Bürchegger in die Re gierung ein. Die Stelle des Außenministers Dr. Mataja bleibt un belegt, und die Geschäfte des Außenministeriums wird Bundes tanzler Dr. Ramet, unterstützt von dem ersten Sektionschef im Außenministerum ,, Dr. Peter, übernehmen. Die Finanztommiffion der Kammer wird sich am Dienstag oder Mittwo darüber zu entscheiden haben, welches der beiden Projekte vorlage die Briorität beantragt hat und andererseits die Mehrheit e 8 u er ſt beraten wird. Da der Finanzminister für die Regierungs. der Kommission wenig Neigung zeigt, Herrn Doumer ebenso brüst abfahren zu faffen wie feinen Borgänger Loucheur, ist anzunehmen, daß zunächst mit der Diskussion des von der Regierung eingebrachten Gefeßentwurfes begonnen wird. Als ziemlich sicher fann afferbings angenommen werden, daß er eine Mehrheit nicht findet und demangenommen werden, daß er eine Mehrheit nicht findet und dem gemäß die Kommiffion in ihrem Bericht an die Stammer dieser die Ablehnung empfehlen, wird. Inzwischen hat die raditallozialistische Rammerfrattion in Anwesenheit von Herriot und Maloy, dem Vorsitzenden des Finanzausschuffes, ein Romi promiß zwischen dem Brogramm der Regierung und dem der Kartellpartelen abgelehnt. Sir Ronald Cindsay britischer Botschafter in Berlins als Nachfolger des britifchen Botschafters in Berlin, ford b'Abernon, ist ber bisherige englische Botschafter in ber Türkei, Sir Ronalb gindsay, in Aussicht genommen. Die Regierung wird in der Nationalratsfizung am Donners tog, den 14. Januar ihre formelle Demission geben und auf Be Schluß der Mehrheitsparteien unverzüglich mit der Fortführung der Geschäfte und der Umbildung des Kabinetts betraut werden. Db die Verhandlungen über die Retonstruktion des Rabinetts am Donnerstag beendet ist, erscheint zweifelhaft. Gewerkschaftsbewegung Betätigung für die erwerbslose Jugend! In unserer Montagausgabe vom 11. Januar haben wir auf das Beispiel Düsseldorfs hingewiesen, die erwerbslosen Jugendlichen in ihrer freien Zeit mit, nüßlichen Arbeiten und Spert und Spiel zu be schäftigen. Wir freuen uns, heute mitteilen zu fönnen, daß auch in Berlin bereits ähnliche Bemühungen erfolgen. Die eben erschienene Janauar- Nummer der Kunstgemeinde Treptow( das Mitteilungs. blatt des Boltsbildungsamis Treptow) beschäftigt fich an leitender Stelle mit der Kulturpflicht gegenüber der erwerbslosen Jugend". Neben der Verpflichtung der Gesellschaft, für aus reichende materielle Unterstügung und Arbeitsmöglichkeiten zu forgen, wird die Gesellschaft hier zur Erfüllung ihrer Kulturpflicht gegen die Erwerbslosen, vornehmlich gegen die erwerbsloje Jugend, auf gerufen. In den grauen Tag der erwerbslosen Jugendlichen ein menig Sonne, wirkliche Freude, Anregung zu geistigem Weiter. schaffen, Bedung des edlen Selbst hineinzutragen, ist für die Jugendamter das Gebot der Stunde." Das Bezirksjugendamt Treptow hat, wie aus dem Blatt weiter hervorgeht, für die fommende Woche Lichtbilderporträge für die männliche und weibliche erworbslose Jugend in Jugend heimen dergesehen. In Aussicht genommen sind weiter Rezitationsveranstaltungen heiteren und satyrischen Inhalts, Vorträge, ge fellige Zusammenfünfte in den Jugendheimen, Führungen durch Museen usw., K: turfilm- Darbietungen und für die weibliche Jugend ein Nahkurjus. Die Firma Singer hat bereits einige Nähmaschinen für diesen Zwed unentgeltlich zur Verfügung gestellt und von den industriellen Unternehmungen wird erwartet, daß sie das weitere Material für diesen Zwed stiften werden. Auch für die erwachse nen Erwerbslosen ist die erste Beranstaltung des Boltsbildungs amts mit Genofen Bruno Schönlant als Vortragender und Rezitator angefündigt. Es handelt sich bei diesen Beranstaltungen um die ersten Berfuche einer Kulturarbeit an den Erwerbslosen. Bon dem Intereffe ber Erwerbslosen selbst wird der weitere Ausbau derartiger zusammenkünfte, der sowohl vom Boltsbildungs wie vom Jugendamt Treptew beabsichtigt ist, abhängen. Die Beteiligung an diesen Ber. anstaltungen beruht zum Unterschied von dem Düsseldorfer Beispiel vuf freiwilligkeit der Erwerbslosen. Man will zunächst die Erwerbslosen für diese Kulturarbeit zusammenfassen, die ein inneres Bedürfnis hierfür empfinden, und man hofft, daß die Ber anstaltungen, infolge ihrer freudefpendenden Wirtung, immer weitere Kreise der Erwerbslosen anziehen werden. Jedenfalls find die Bemühungen des Jugendamts und Balts. bildungsamt Treptow nur zu begrüßen, und es ift zu wünschen, daß sie große Scharen Erwerbsloser erfassen. So anerkennenswert die Bemühungen des Treptower und viel leicht einiger anderer Jugendämter Groß- Berlins auch find, so lassen fie doch deutlich erkennen, wie vieles auch auf diesem Gebiete der Berliner Magistrat bisher versäumt hat. Berlin müßte auf diesem Gebiete vorbildlich für alle deutschen Städte sein. Un ben erforderlichen Einrichtungen und Kräften fehlt es wahrlich nicht, um aus der Rot der Arbeitslosigkeit die Tugend geistiger und törperlicher Bildungsmöglichkeit zu machen. Bas alles tönnte hier geschehen und was ist bisher getan worden? Gewerkschaften und Jugendämter follten zunächst zusammenwirken, um die vorhandenen Anfäße großzügig zu entwickeln. Es muß jedoch rascher gehen, als mit den Notstandsarbeiten. Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrlinge. Infolge der großen Arbeitslosigkeit wird es vielen erwerbs lofen Familienvätern fast unmöglich, ihre in der Lehre befindlichen Kinder bei den meist sehr niedrigen Koftgeldfäßen weiter im Lehrverhältnis zu belaffen. Es erscheint daher angebracht, darauf hin zumeifen, daß vor einiger Zeit der Magistrat und die Stadtverord netenversammlung Berlins auf Anregung des Landesberufsamtes der Deputation für Handel und Gewerbe 80 000 m. aur Unterftügung hilfsbedürftiger Lehrlinge zur Berfügung ge stellt hat. Diefe Deputation hat hierfür folgende Richtlinien auf geftellt: 1. 3 med der Unterstügung. Die Unterstügung foll dazu dienen, die Heranbildung eines ausreichenden, hochwertigen be ruflichen Nachwuchses in Handwert, Handel und Industrie zu fördern. 2. Kreis der Unterstügungsberechtigten 8u unterstüßen find: a) solche in der Ausbildung befindlichen Berfonen, die infolge wirtschaftlicher not vor der Gefahr stehen, ihre Lehre aufzugeben; b) solche Perfonen, die geneigt und geeignet find, einen Beruf zu erlernen, aber infelge wirtschaftlicher Not die Lehrzeit nicht aus eigenen Kräften durchhalten tönnen. 3. Borausfegung für den Empfang der Unter Grobes Theater, Lichtspiele usw. Spielhaus Volksbühne Lessing- Th. 8 Uhr: Vom lieben Augustin Morgen 8 Uhr Vom Tieben Augustin Staats- Theater Opernhaus 7% U. Zauberflöte Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Martha Schauspielhaus 8U: Im weißen Röß'I fagl. 8 Uhr: Für Dich Maiermax CHARLE TAGLICH S Musik v H Hirsch Kleines Th. 8 Uhr: Die Ratsche der beiligen Liebe Bonbouroche Regie: Goldberg Schiller- Theater.a. Hollendorfpl. 8 Uhr: Jugend 8 Uhr: Trianon- Theater Tel. Zentr. 2391 Täglich 8 Uhr: Das Gespensterschiff von Rud Lothar u. Oscar Ritter Ein lustiges Abenteuer an Bord Städtische Oper te zielle Residenz- Th. Charlottenburg 7 Uhr: Fran Operette in 3 Akten 8 Uhr: Preise 1 M. bis 10 M. Die Durchgängerie Aida yen Abonn- Turnus IV Deutsches Theater 7 Uhr Bas Käthchen V. Heilbronn von Kleist Regie: Eugen Klopfer Preise 1 M bis 10 M Preise un 30% herabgesetzt! Königgrätz.Str. 8 Uhr: Einen Jux will er sim machen Komödienhaus Uhr: Erika v. Tellmann Kurt Vespermann Preise v. 1-10 M. Thalia- Th. Letzte Vorstellg! Ubr Annemarie Pre se v 1-9 M. Voranzelge! Der dreizekate Stihl Freitas, 151, 7 Die Tribune 8 Uhr: Dis Reven Herren Kammerspiele Sonnabend 7% U. 8 Uhr Lysistrata von Donnay Regle: E. Engel Preise 4 M. bis 12 M Central Theater Zum 1. Mále Michael Hundertpfund 8 Uhr Internat. Der Fremde Varieté Gilbert- Nov Lene, Lotte, Liese Josefinens Tochter Molly Wessely Josefine Dora Oscar Sabo Georg Baselt Theater in der Kommandantenst Letzte Vorstel). 8.Uhr Die blond. Mädels Preise von 1-8M Ab Donnerstg. 14. läel 8 Uhr Annemarie Bang Die tnterftigung barf mir gewährt werden, nachdem nachgewiesen ist, a) die wirtschaftliche Bedürftigteit, b) die beruf liche Eignung, c) das Vorhandensein eines ordnungsmäßigen Lehr verhältnisses. 4. Die Art und höhe der Unterfügung fann be ftehen: in der Beschaffung notwendigen Lehr- und Unterrichtsmate rials( 8. B. Bertzeug). Arbeitskleidung, Fahr- und Schulgeld als auch einer monatlichen Wirtschaftsbeihilfe. In der Regel werden etwa im ersten Lehrjahr 420 m., im zweiten Lehrjahr 300 m. und im dritten Lehrjahr 180 m. zu gewähren fein. stügung ist an die zuständigen Bezirtsberufsämter( Be 5. Antrag auf Unterstügung. Der Antrag auf Unterrufsberatungsstellen) zu leiten, welche die vorstehend aufgeführten Boraussetzungen nachprüfen und sich darüber gutachtlich zu äußern haben. leber bie Art und Höhe der etwa zu gewährenden Unterstügung entscheidet der Borsigende der Deputation für Handel und Gewerbe in Gemeinschaft mit einer Kommission, die aus fünf Mitgliedern der vorgenannten Deputation und einem Bertreter des Landesberufsamts besteht. Die Auszahlung der Unterftügung erfolgt an den Erziehungsberechtigten des Empfängers oder ben senstwie dazu bestellten Be vollmächtigten nach der Weisung der Deputation Fiasts der Arbeitgeber im Zeitungsgewerbe. Arbeitgeberverband für das Berliner Zeitungsgewerbe Bon der zuständigen Organisation wird uns geschrieben: Der hatte seinerzeit beim Landgericht eine Feststellungstlage gegen die Angestelltenorganisationen anhängig ge macht zur Feststellung, daß ein für verbindlich erklärter Tarifvertrag gestelltenorganisationen nicht ble Legitimation zum Fordern und rechtsungültig sein solle, und ferner zur Feststellung, daß die AnDurchführen von Tarifverhandlungen für die laufmännischen Angeftellten im Zeitungsgewerbe hätten. Während die Arbeitgeber die Rlage bezüglich des ersten Bunttes anscheinend wegen der Aussichtslosigkeit im Laufe des Termins zuru dzogen, bestanden sie in bezug auf den zweiten Bunft auf Urteilsfällung. war, bie lage der Arbeitgeber abgewiefen Nun hat das Landgericht, wie nicht anders zu erwarten Außerordentlich intereffant und typisch waren die Ausführungen des gegnerischen Rechtsanwalts in dem Verhandlungstermin vor dem Landgericht. Da wurde von dem Vertreter des Arbeitgeberverbandes wohl zugestanden, daß diefe Rechtsfrage bezüglich der Legitima tion der Gemert haften bereits durch mehrere Ürteile bis in letter Instanz geflärt sei, aber nichtsdestoweniger müffe das Ge richt nochmals feinen Standpunft nachprüfen, denn die früheren Entscheidungen bzw. die diesbezüglichen Rechtsbestimmungen feien zu einer Bett ergangen, wo die sozialpolitischen Machtverhältniffe ganz andersgelagert waren als heute. Immerhin ein bemerkenswerter Beitrag in bezug auf die fegt gerade zur Diskussion stehende Frage des Rechtsanwaltszwanges bei den tommenden Arbeitsgerichten höherer Instanzen, wo gerade würden die Diskussionen lediglich auf das Rechtsgebiet geführt die Rechtsanwälte immer behaupten, durch ihr Dazwischentreten werden. Internationale Transportarbeiter- Förderation. portarbeiter- Internationale haben fich neuerdings der Maschiniften Amfterdam, 12. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Transbund der Tichechoslowakei mit 5000 Mitgliedern, der Chauffeur Eisenbahnperfonalverband mit 80 000 Mitgliedern, ein Eisenbahne bund der Zichechoicblowatei mit 2500 Mitgliedern, der Deutfch. beamtenverband in Juguilawien mit 2000 Mitgliedern und deDeutsche Seeleutebund mit einer noch unbekannten größerer Mitgliederzahl angeschloffen. Der Bund spanischer Chauffeurn und u. a. in schwedischer und spanischer Sprache erscheinen lassen. plant ebenfalls seinen Anschluß. Anfang Januar hat die Transporte arbeiter- Internationale ihr Monatsblatt auf 16 Seiten bergrößer Kommunistischer Garniturenwechsel. Auch in Amerika. ( JGB.) Der General und ehemalige Präsidentschaftskandidat der amerikanischen Kommunisten, William Foster, ist laut Nach richten des Internationalen Arbeiterpressedienstes abgesägt worden. An der Spitze der Erefutive der Arbeiterpartei, deren Minderheit die mehrheitliche Gruppe Fosters verdrängt und jedenfalls ein besseres Rezept für die Herbeiführung der Revolution in Amerika gefunden hat, steht nun ein gewisser P. Green, der vor einigen Monaten mit einer Zauberformel Sinowjews in Amerika eintraf und die Arbeiterpartei im Sturm eroberte. den Ozean. Der Umschwung vollzog sich nach bewährtem Muster, Die tommunistische Garniturwechsel- Epidemie reicht also über indem Green den Auftrag erhielt, den Konflikt in der Erefutive zu liquidieren". In diesem Sinne wurde eine Parteifommission er. nannt, in der die Majorität( Foster) und die Minorität( RuthenLinie der Komintern näher sei und damit war Foster gerichet. burg) vertreten waren. Green verfügte, daß die Minorität der Dieser wird nun wahrscheinlich mit feiner Majorität felbst einen Laden aufmachen und feine speziell auf die Bearbeitung der Gemertschaften gerichteten Anstrengungen fortsezen, es sei denn, daß durch die Niederlage Sinomjews m Rußland seine Linie" nach einigen Krümmungen wieder als die richtige anerkannt wird. Die nächste Plenarversammlung der Berliner Gewerkschaftsmontag, den 18. Januar, abends 6½ Uhr, nach dem Dresdener delegierten ist vom Vorstand des Ortsausschusses des ADGB. zu Rafino, Dresdener Str. 96, einberufen worden. Die Versammlung befaßt sich mit dem Thema: Das Arbeitslosenproblem und die Gewerkschaften, worüber der Genosse Siegle referieren wird. Die Einladung und die Delegiertenfarte dienen als Ausweis. Bugleich set auf die Bersammlung am Freitag, den 22. Ja nu ar, abends 6% Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses hingewiesen, die von den Ortsausschüssen des ADGB. und des AFABundes veranstaltet ist, um den Leiter des Internationalen Arbeits. amts, Albert Thomas, über das Amt und seine Aufgaben zu hören. Hierzu wird besonders um bestimmtes und pünktliches Erscheinen ersucht. Daß in Berlin der als reaktionär bekannte Arbeitgeberverband des Beitungsgewerbes sich erst durch ein Landgerichtsurteil über die Rechtslage belehren läßt, nimmt uns nicht wunder. Aber interessant ist es, zu fehen, daß alle die bemokratischen Beitungen, wie z. B. LEFFLERE OF Berliner Tageblatt", Boffische Zeitung, Morgenpost"," Bolts. zeitung, Germania es mit ihrer angeblich demokratischen Gefinnung bzw. mit ihrem Eintreten für Demokratie vereinbaren fönnen, wenn ihre Zeitungsverlage die flarsten Bestimmungen des Tarifrechts bzw. der Reichsverfaffung mißachten. Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten gegen den Un Eine Protestfundgebung der Berliner Banfangestellten hat der ternehmerverband und die ihm verbündeten Ministerien zu mor. gen, Donnerstag abend, 6% Uhr in den Sophiensälen einberufen. Der Lohndrnd in der Schwarzwälder Uhrenindustrie Freiburg LB. 12. Januar.( TB.) Die Streitbewe gung der Schwarzwälder Uhrenindustrie hat seit Beginn diefer Woche wefentlig an Umfang zugenommen. Seit heute werden die größeren Betriebe in Triberg bestreift. Der Ausschuß des Arbeitgeberverbandes hat heute eine Sigung abgehalten, in ber die Gesamtaussperrung beschlossen wurde für den Fall, daß bis Donnerstag vormittag die Arbeit in den bestreitten Betrieben nicht wieder aufgenommen ist. An das Reichsarbeitsministerium wurbe folgendes Telegramm gerichtet: Nachdem trotz Anberaumung einer Besprechung im Reichsarbeitsministerium die Streitbewegung in unserem Berbande bereits seit Beginn dieser Woche erheblich an Umfang zugenommen hat, fühlen wir uns außerstande, an der anberaumten Besprechung am Donnerstag teilzunehmen. Die Unternehmer wollen also feßt die 2ohnfürzung um 6 Prozent durch Ausjperrung erzwingen. Selbst wenn ihnen dies gelingen sollte, müßten sie den„ Sieg teuer ertaufen. PICCADILLY ( Untergrundbahnhof ( Bismarckstraße) Täglich 645 and Ubr Priscilla Dean Die Sirene von Sevilla 7 Akte von Stierkämpfera und schönen Frauen( P. D. C.- Film) Heute letzter Tag Die rassige Künstlerin hat als Bettlerin von Stambal die Herzen des deutschen Publikums tal Sturm gewonnen. Im Beiprogramm: Schnucki Heute letzter Tag auf der Schatzinsel mit dem Wunderschimpanssa Schnucki EN Kurzes Gastspiel Deutsches Künstl.- Theater 8 Uhr: Die Teresina Th. a. Kurfürstendamn Geschlossen Th.L. Schiffbanerdamm 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg Lustspielhaus 8 Uhr: Der blaue Vogel Wallner- Theater 8 Uhr: Berliner Theater Revue- Operette Anorrbremse. Fraktionsverfammlung morgen, Donnerstag, nach mittaa 4 Uhr, im Lofal von Rosti, Gürtelfie. 25. Wir erwarten voll. zähliges Erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, STD.- Meischer! Morgen, Donnerstag, abend 8 Uhr bei Nöring, Neue Friedrichstr. 1, wichtige Betfammlung aller Barteigenoffen. Bollzähliges Erscheinen unbedingt notwendig. Der Fraktionsvorstand. tuna Granbaner Betriebe! Morgen, Donnerstag, abend 7% Uhr In Spandau, Bismardftr. 59. Berfammlung aller SPD.- Betriebs- und -Gewerkschaftsfunktionäre der Spanbauer Betriebe. Sehr wichtige Tagesordnung. Seber muk erfcheinen. Der Fraktionsvorstand. Bund ber technischen Angestellten und Beamten. Ortsverwaltung Berlin. Gemeinfame Mitgliederversammlung der Fachgruppen Baugewerbe, Architekten und Steinmekted niter am Donnerstag, 14. Januar, 7½ Uhr, im Lokal, Rur alten Geheimratstneipe", Berlin GW, Jerufalemer Str. 8, am Dönhoffvlak. Berantwortlich für Politik: Graft Renter: Wirtfchaft: Artur Gaternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eklora: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lokales und Sonniges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Mufifaufträge Circus Messalinette Busch Tueat.d. Westens Tägl. 8 Uhr: Das Spiel n. die Liebe Operette ven Gilbert Friedenspreise M. 0,50 bis 10, Th. in d. Klosterstr. 3 Uhr: Schwebende Jungfrau Täglich 7 Uhr Breitbart redivivus OriginalRequisiten u. Kostüme in d weltbekannt. Attraktionen Bas Ebr. große Progr Admiralspalast Täglich 8 Uhr HALLER REVUE Achtung! Welle 505 Jeden Sonntag 3 Uhr die ganze Vorstellung au Unwiderral 15, naisen Preisen Freitag, den letzte Aufführung Rose- Theater Der Graf von Holportage Uhr Wenn der Fileder blaht Monte Christo ETROPOL L Metropol- Theater Tägl. 8 Uhr Walhalla- Casino- Theater M VARIET die gr. Revueposse Theater Weinbergsweg 81% Täglich 8 Täglich 8 Uhr: Die tolle Posse Der Das auserlesene JanuarDas Mädchen Meisterboxer Programm ohne Ehre Sensationsstück Der Gipfel des Hamers! Eintr. 1, 2 u. 3 M. u. das neue Progr. mit Musik Parkett nur 30 Pf. Die Komödie Herrnfeld Kurfürstendamm 206/7 8 Uhr m Intira.Th. 8U. Ein neper Berrafeld Gesellschaft Familie Schmock on Galsworthy Regie: M. Reinhardt Milieu- Komödfe der eigenartigen Takka- Takka Preise 4 M. bis 12 M. aus Berlin WI 3 Akt javanisch. Tänzerin Dazu ein Varieté- Spielplan größten Umfanges Sonntag nach. 3, Uhr halbe Preise Abends Anfang 8 Uhr Rauchen gestattet Neues Th. am Zon THEATER Alabend! 8 Uhr APOLLO nedi chat! 218 Auf der Bühne Franz Diener Elite Singer Trainingberkampfe Kethuser Str. 6 Telmpi 180 17. igi Uhr: soch Sonntag aacam Uhr zu halben Pienen, Vollst dig seires Programmlis Lederspiel: Seemannsleben Baricake: Ha de- Prost Neujahr!" Der GroßHim Der Stern vom Broadway mit Mae Murray 5,7,9 Ur Guldo Thielscher in D. wahre Jakob KlinePreise Parketi... 1-2 M Park- Past. 3-4 Mk. Forchester- Feat. 5 Mk. Sessel 特徵: Vorverkauf unterbroches No no Nanette übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufiterverbandes, Berlin O 27. Andreasstr. 21( Rönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch Komische 81 Oper Dir.: James Klein 81 Größte Revue der Welt Von " ADIS Z A, bis Parkett 6.- M. Preise 2. bis 12.- M. ( Logen 15.- M.) Vorverkauf ununterbr geöffnet Philharmonie 8 Uhr: KrauseIm dritten Akt Sinfonie Konz. Pianos Auftreten von Josma SelimRalph Benatzki Neue Welf A. Scholz: Hasenhelde 108-114: Mittwoch, 13. Januar, sowie täglich: Bockbierfest in den bayer. Alpen 8 Kapellen Neue Dekorationen 30 bayer. Madl Ausstoß des berühmten Bergschloß Jubil.- Bock Einlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr Voranzeige! Donnerstag, 14. Januar: Gr. Schweineschlachten d.Philharmon Orch Dirig: Prof. Präwer 9. Sin onle( 3 Sätze) Beethoven, Unvoll. Sinf. Schubert, Sol.. Veit u. Kraus( Viol.) zui Miete Ansbacher Str. 1, Fake Karlärstenstraße Reichshalien- Thea er Allabendlich 8 Uhr und Sonnta nachmittag 3 Ubr Stettiner Sänger Max ( Meysel, Britton, Steidl, Girardi, Schröter, Wolde, Nebe, Robin, Fuchs, Brauer, Hamanc 3. Rudi Schrader). Nachmitt. halbe Preise, volles Abend- Pro ramm 16 Nummern, Gastspiel Carl Вгаип. Falkner- Orchester. Tanz. Stimmune. Dönhoff- Brett'! Erfolg haben Inserate Vorwärts Nr. 19 ♦ 4Z.7ahrgaag 7. Seilage ües Vorwärts Mttwoch, 1Z. Jannax 1926 Der Teufel Alkohol spielt mit vielen sein böse, Spiel, vederoll mischt er sich ein. Hausfriedensbruch. Mord, Todschlog. Beleidi. gungen, Diebstahl ufm. find nicht selten auf sein Konto zu setzen. Eine hübsche Statistik gibt Bayern. Da erfährt man von einer>n» geheure» Zunahme von Verbrechen, die im angetrunkenen Zustande begangen worden sind. Den 370 Verurteilungen im Jahre 1S21 stehen 1133 Verurteilungen vom Jahre 1S22 gegenüber. Darunter stand«, mehr als ein Drittel der Rechtsverletzer im Alter von 13 bis 25 Iahren. An der Spitz« marschieren natürlich die ausgesprochenen Alkoholoergehen: die Körperverletzungen mü 474 Fällen gegenüber 204 Fällen im Jahre 1921, darauf folgen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Beleidigung. Sachbeschädigung. Bedrohung, einfacher Diebstahl, Hausfriedensbruch, Sittlichkeitsvorbrechen. In Wirklichkeit werden aber die Zahlen der Alkoholverbrechen noch viel größer fein. Wer mag all die kleinen Fälle regtstiere», die Tag für Tag vor dem Einzelrichter abgeurteilt werden und bei denen der Alkohol feine Finger im Spiele hat. Hier einige zufällige. au, einer einzigen Gerichtsverhandlung vor dem Einzelrichter herausgegriffenen Fäll« das Straßenmäüchea. Was sollte sie ohne Alkohol beginnen? Mit seiner Hilfe würgt sie die Schmach ihres Lebens herunter. Aber manchmal vergrößert er noch ihr Elend. Die ZSsährtge F. steht schon 11 Jahre unter Kontrolle. Hat sich drei Monate nicht gestellt. Unter- hält ein Verhältnis mst einem alten Herrn, beobstchtigi, ehrliche Ar- beit zu beginnen und hofft so. von der Kontrolle loszukommen. Schreibt auch einen Brief solchen Inhalts an den Beamten, dem sie eh sonst zu melden hat: Sie fürchtet dem Sittendeamten unter die ugen zu kommen. Da» aber geschieht doch, gerade als sie der Kokain- und Alkoholrausch gefangen hält. Sie soll sistiert werden. Sie wehrt sich, schlägt um sich und kratzt. Sie wird in die Droschke gefterft, zertrümmert eine Scheibe, wird überwältigt und steht jetzt vor Gericht: Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Die üblen Beleidigungen, die sie dem Beamten an den Kopf !ieworfe» hat, lassen sich kaum wiederholen. Man lieh sie auch ruhig allen und bat keine Anklage erhoben. Sie erhält die gesetzlich zu- lässige Strafe von zwei Wochen Gefänanis für den Widerstand und für da» Sicl�nicht- Stellen 3 Wochen Haft. der falsche krlmlaalbeamte. Friedrichstraße, Nachtbetrieb. Eittenmädchen. Zuhälter. Bürger. Fremde. Nachtschwärmer. Betrunkene... alles im schönsten Durch- einander. Der 2Sjährige L, der vor Gericht einen vorzüglichen Eindruck macht, sehr wohlerzogen, bescheiden und intelligent, war an dem Abend.voll� und in einer höchst übermütigen Laune: er entschädigte sich wohl unter dem Alkohokrausch für fein zurück- hallende» Walen im nüchternen Austande. E» macht ihm Vergnügen, die Leute anzurempeln. Ein Kriminalbeamter beobachtet ihn. All- mählich wird ihm die Sache zu bunt. Er will chn sistieren. Was. sistieren?»Ich bin auch Kriminalbeamter. Stillgestanden!' Natür- (ich ist er es nicht und kommt ins Revier. Hier buchstabiert er seine« Ramen. Der Beamte schreibt die von ihm ausgesprochenen Buch- staben hin. die nun als sein Name da» Protokoll schmücken. Als er bei Abnahme de» Fingerabdruck» seinen richtigen Namen nennt, er» scheint der auf dem Protokoll hingeschriebene Name als intellektuelle Urkundenfälschung. Ei» drolliger Fall. Natürlich wird er wegen Urkundenfälschun a f retgesprochen. erhäll 30 Mark Geldstrafe wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt. der Versöhner und Sas Ueberfallkommaaös. Kneipende Arbeiter. Streit unter Kollegen. Tätlichkeiten. Einer fährt dazwischen und will den Streit schlichten. Ein Schu Pomona erscheint. Er kann die Entwicklung der Dinge nicht übersehen. Er glaubt, daß der Vermittler der Schuldig« sei und will ihn fest- nehmen. Der ist in seinen besten Gefühlen de» Friedensstifter» tief gekränkt und widersetzt sich Der Schupomann saht ihn energisch an. Ratürllch leistet er der Staatsgewall Widerstands stößt den Schupomann gegen die Brust..Sie hoben hier nicht, zu tunk* Nun wirb auch der Schupomann rabiat. Großer Tumult. Der Schupo- mann fühlt sich bedroht, zieht die Waffe, erklärt, er würde schieße». Da» Ueberfallkommando wird alarmiert. Zerknirscht steht der .Friedensstifter* nun vor dem Richter. Befürchtet, seine Arbeit zu verlieren und bsttet um Geldstrafe. 30 Mark, eine harte Sühne, muß er zahlen. Uaterjchlagunge«. Zwei fast ähnstch lautende Fälle. Ein wegen Betrug, bereit» vorbestro'ter 24iähriger Kutscher, ein unbestrafter 44jähriger Familienvater. Der erste hol 2 7 7 M a r k. der zweite 2 7 1 Mark unterschlagen. Leide hallen dos Geld für ihr« Chef» einzu- kassieren. Der erste: er hatte mst seinem.Fräulein Braut* und seine» Freunden und mit dem ftemden Selbe in der Tasche etliche Kneipen mst seiner Person beehrt. Ll» sein eigene, Geld ausge. gongen war. riß er da, fremde an. Je weiter desto mehr. Und als er einen beträchlichen Test davon ausgegeben Halle, sagte er sich:.Ich werde s o angezeigt und werde so auch an- gezeigt.* So vertat er in drei Tagen da» ganze Geld..Cut- schuldigungen? Bor Gericht gibt«« keine Entschuldigungen. Sie ver- urteilen mich doch.* Urteil: Drei Monate Gefängnis.— Der zweite: ihm war es genau so gegangen. Luch er ging mit dem fremden Geld In die Kneipe und bezahlte mit Ihm seine Zeche. Dann besuchte er ein obskure» Hotel und hier soll ihm der Rest de, Geldes gestohlen worden sein. Er fürchtete vor dem Chef zu erscheinen. trieb sich obdachlos einige Tage umher und stellte sich dann selbst. Eine Geldstrafe kam ja nicht in Betracht, dt er mittellos mar Zwek Dachen muß er in» Gefängnis! Sie alle hall« Teufel Alkohol am Krage«. Gkge» die vebauuug de» Savignyplatze«. In einer zahlreich desuchten Versammlung de» großen Ehar» (ottenburger«erzteoerein» am 7. d. M. kam da» höchste Befremden darüber zum Ausdruck, daß in einer Zeit intensiver Propaganda für Hygiene und Voltswohlfahrt, für Schaffung von Spielplätzen und Brünflächen, davon gedacht werden könne, einen Teil de» So v i g ny pla tze» für V e d a u u n g» z w e ck e her- zugeben. Schon da» bescheidenste Projett für die zu erbauend« Ausstellungshalle(mit Dortrags- und Restaurotionsräumen) sieht eine Länge von etwa 40 Metern, eine Tiefe von 20 Metern und et?tt Höhe von 12 Metern vor. Dabei genüge der Platz schon in seiner setzigen Größe bei weitem nicht dem Bedürfnis der vieisoch in tust- und lichtarmen Hinterhäusern wohnenden An- und Umwohner. Im Sommer sei aus den Dänken sellen ein Platz zu haben, und die Wege seien überfüllt mit Kinderwagen und Kindern jeglichen Alter»; nicht um einen Quadratmeter sei der Platz zu groß. Uebrigen» Die Passion. Romau voa Clara viebig. Was. nicht alles bezahlt?! Noch zwanzig Maschen Dier schuldig, sechsmal ein halbes Pfund Wurst, und sechsmal ein Viertel Pfund Butter? Das tonute nicht sein. Sie hatte dem Mädchen immer das Geld dafür mitgegeben. Aber der Kaufmann beharrte auf seiner Forderung. Da rannte sie noch einmal zurück, obgleich sie schon sowieso ein wenig spät war. und der Freund bereits ungeduldig auf sie warten würde. Sie stürmte in den Salon, wo Rudi und Eva es sich bereits bequem gemacht hatten. „Was ist das für'ne Geschichte beim Kaufmam»?� herrschte sie Eva an.„Ich habe Ihnen doch immer genug im Portemonnaie gelösten, warum haben Sie nicht alles prompt bezahll? Wo haben Sie denn das Geld hingebracht?" Eoa war noch bläster als gewöhnlich geworden, sie brachte kein Wort hervor, das Entsetzen verschlug ihr die Sprache: nun kam es heraus, nun kam es heraus! Sie wußte tischt, was sie mehr fürchten sollte, Frau Lämmlein oder den Rudi. Wenn sie nun alles gestand, und der verzweifeste Rudi sich aus dem Fenster stürzte? Sie senkte den Kopf und schwieg. „Veruntreut haben Sie es. Sie scheinheilige Person." kreischte die Lämmlein. Sie war in höchster Erregung: nun schlug es schon vier, wann kam sie nun nach Berlin?!„Sie! Erstmal belogen, und dann haben Sie mich noch immerzu bestohlenl" Eva versuchte, etwas hervorzuwürgen. angstvoll und flehend zugleich suchten ihr« Blicke Rudi. Aber der lachte.„Rege dich nur nicht auf. Tantchenl Die Sache wird sich schon aufklären. Gestohle» hat die Eoa sicher nicht, sie hat das Geld eben verloren." „Verloren, verloren?! Man kann wohl einmal ein« Mark verlieren, aber doch nicht immerzu Geld verlieren. Geh weyl" Sie schob unsanft den Jungen von sich, der sie um- schlingen wollte.„Und so was macht sich m meinem Salon .,5ch habe das Geld nicht gestohlen." brachte Eva endlich heraus— oh. oh. da war wieder die Tief«, sie mußte springen, sich stürzen, nein, sich nur fallen lassen. Sie spürte da» Fallen schon. Schwindelnd schloß sie die Augen. Ihre H-nd suchte Halt an dar nächsten Stuhllehne..Ich habe das Geld nicht gestohlen, der Rudi"— sie stockte, ihre angst- voll verwirrte« Blicke flöge» zum Fenster— JRubi, der— ich nicht!" .Was, Sie verleumde» noch«eine» Resten?" Die Lämmlein schrie entrüstet.„Nicht genug, daß Sie stehlen, Sie lenken auch noch den verdacht auf«inen unschuldigen Knaben. Packen Sie sofort Ihre Sache», ich will Sie nicht länger hier haben!" Evas Blicke suchte» de» Knaben: sagt« heg a den» jetzt nicht? Aber Rudi sah zum Fenster hinm», scheinbar fit? anderes interessiert. Und schwieg.-------- Run wußte Eoa gar nicht wohin. Mit ihrem Kösterchen und ihrem Karton stand sie auf der Straße. Frau Lämmlein hatte darauf bestanden, daß sie sofort ging, denn erst wenn diese Person fort war, konnte sie auch noch fortgehen. Sie hatte dem Mädchen nicht die Zeit gelassen, noch einmal»ach den Kindern zu sehen. Eoa sagte sich: e» war vielleicht gut so. es hätte ihr sonst weh am Herzen getan. Sie mußte die Kinder nun einer Welt überlassen, die hart und grausam mit ihnen verfuhr. Auch ihr erging es ja nicht anders. Wohin nun? Alle Ideen, die sie hatte, verwarf sie gleich wieder. Sie konnte doch nicht zu den Wilkowstis gehen— ihre Sachen hatten die ihr freilich geschickt, aber ohne eine Zeile, und das Pelzkrägelchen und der kleine Muff mit den schwarzen Schwänzchen waren auch nicht dabei. Auch zu Frau Lesse! konnte sie nicht gehen und zur Iugendsürsorge auch nicht. Ueberall würde ihr die Lämmlein einen üble» Namen machen. Und sie konnte die Frau nicht einmal ganz widerlegen, nicht alles ableugnen; in Wirklichkeit hatte sie ja doch Geld ver- untreut. Und warum sie es getan, das würde keiner ver» stehen. Keiner, och keiner würde verstehen, daß e» sie so ge» graust hatte vor dem Abgrund, daß der Schrecken de? Tiefe ihr noch immer nachging, daß sie schwindlig wurde, wenn sie nur daran dachte, daß ihr alle Kraft erlosch, aller Wider» stand? daß sie machtlos wurde. Auch jetzt war ihr schwindlig. Hier war kein Fenster, aus dem sie sich stürzen mußte, und doch war der Abgrund da. Er gähnte sie an: wo willst du sonst hin? Taumlig wankte sie zu einer Bant in Anlagen, da setzte sie sich. Sie lehnte sich an, sie fühlte im Rücken die Lehne, sie saß auf einer Holzbank, die sicher und fest stand, aber es war ihr trotzdem, als bebe es unter ihr. Der Boden wankte, die grünen Büsche der Anlagen wankten, die Menschen, die vor- übergingen, wankten, alles wankte, Erde und Himmel. Sie griff um sich, eine« Halt suchend: wo sollte sie hin? Da kam es ihr aus einmal, und wie eine Lösung aller Bedrängnis er» schien es ihr: sie hatte ja noch die Freundin ihrer Mutter. Jene gute Freundin, die ihr die Füße warmgerieben, die so mit ihr geweint hatte, die sie vielmals geküßt hatte und die e! so herzlich eingeladen hatte. Zu der wollte sie jetzt gehe». der wo wohnte die? Wo hatte sie doch gleich die Adrcflstt ausgeschrieben? RervS» fing sie an zu suchen. Auf der Bank in den Anlagen packte sie ihre ganzen Sachen aus. ihr KSfferchen. ihre Pappschachtel. Schon ver» zwetsel», sie. sie war zu aufgeregt, sie konnte gar nicht» finden. Da.«ndsiiH endlich fand sie e» doch! In das klein« Notiz- düchelchen. in dem auch noch von der Mutter Hand allerlei eingetragen stand, hatte sie es sich ja geschrieben: „Lenchen Bumke, Kleine Palisade nstraße Nr. 225." 21. JBb, wer Dar denn eigentlich dein Vater?" fragt« Lenchen Bumfc. Sie saß mit Eva am Frühstückstisch. Der stand in der dunklen Küche, war ungedeckt, zeigte nur«in paar henkellose Tassen, in einer dritten hentellosen Tasse etwa» Butter und die übriggebliebenen Brosamen von den Schrippen, die die beiden«den oerzehrt hatten. Und es war zwölf Uhr mittag». E» sah hier alles vertommon und abgegriffen aus. Dafür aber war da» Fräulein Helen« frisch ausgeglandert, golden gefärbt da» Haar, gepudert der Teint. Wangen und Lippen rot geschminkt und die Brauen zu schönen Bögen ge- zogen. Sie saß da im Unterrock und in einer zartblauen Regligöjacke. streckte die Beine, deren Füße schon in den hoch. kackigen Chevreauschühchen steckten, weit von sich und tippelte mit dem Stuhl.„Weißte denn gar nischt von ihm?" „Gar nichts," sagte Eva traurig. „Ja. Olli war oerschwiegen," ineinte Lenchen.„Selbst mir hat sie dazumal nichts erzählt. Merkwürdig— unsereins is sonst nich so verschwiegen. Wenn ich bloß den Kerl zu fassen kriegen könnte"— sie schlug mit der Faust auf den Tisch, daß all« Brosamen hüpften—,.chenn sollteste mal schon, der sollt« dir wohl anerkennen! Denn kriegtest«, was dir zugehört!" „Ach laß doch," sagte Eva träumerisch. JDas will ich ja gar nicht. Ich möchte bloß mal sehen, wie er aussieht. Bloß mal seine Hand fassen. Ich habe oft solche Sehnsucht danach." „Quatsch!" Lenchen fegte mit der Hand die Brosamen vom Tisch.„Das is ja allens überspannter Quaffch. Ich zieh mir jetzt flink'ne Pelle über, geh mal runter. Wenn ich wieder- komme, bist du ja schon mit's Kochen fertig. Adjö, mein süße» Kind!" Sie küßte das Mädchen stürmijch. (Fortsetzung jolgi) würde nicht nur ber bebaute Teil, fondern die ganze füdliche Hälfte des Plages durch Anfahrt, Zu- und Abgang der Besucher der Ausstellung als Ruhe und Erholungsplatz verloren gehen. Im Intereffe der Volksgesundheitspflege müsse der Charlottenburger Aerzteverein auf das energischste Einspruch erheben gegen jegliche Inan fpruchnahme des Blazes zu Bauzmeden. Ein dahingehender Antrag wurde einstimmig angenommen und soll der Stadtverordneten- und Bezirksversammlung zugehen. Eiskeller auf Rädern. Mittel zu verfchaffen. Die bisher in den Verkehr gebrachten ge- fall in fene Kinderfrankheit des Erziehungsbetrats it bos in ber fälschten Aktien reichten nicht mehr aus, und es mußten neue Attien fabriziert werden. Roesner und Römer entfannen sich, daß ihnen Friz Wehrfriz wiederholt Andeutungen gemacht habe, daß er sich Friz Wehrfrig wiederholt Andeutungen gemacht habe, daß er sich auf den Drud von Wertpapieren verstehe. Wehrfriz wieder vermittelte die Berbindung mit dem Angeklagten Haas, der als gelernter Buchdrucker den Druck der Attien in Thüringen bewerk stelligte. Wie bereits berichtet, wurde dieser Betrug bei der Stadtschaft der Provinz Brandenburg entdeckt, wo Jatobi gegen Hinter legung dieser Effetten einen Kredit von rund 500 000 m. beantragt hatte. In diesem Bunfte der Antlage waren die meiſten Angeflagten geständig. Die Verhandlung wurde darauf auf Mittwoch vertagt. Einheitsverband soz. Handel- und Gewerbetreibender und sonstiger Berufe. Unsere Monatsversammlung findet am Freitag, den 15. Januar, Jabends 8 Uhr, bei Schilling( Holzarbeiterverband), Rungefir 30, flatt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Genoffen ist Pflicht. Be. onders find alle parteigenöifischen Gewerbetreibenden eingeladen. Jubiläumsbetrachtung gebrauchte Wort von der Kampfftellung der Jugend gegen Bildung und Besiz", wobei die Zusammenstellung von Befiz und Bildung in unserer Zeit der durch Krieg und In flation gefchaffenen Meureichen noch lächerlicher als damals mirti. An der Spize des Freiwilligen Erziehungsbeirats" steht als feint Ehrenpräsident noch heute der Wirk Geheime Admiralitätsrat Dr. Felisch, der Vater des schöt Jchen Gedankens"( wie die Jubiläumsbetrachtung ihn nenni), der einflußreiche Gründer des Bereins. Ist er dafür verantwortlich zu machen, daß der„ Erziehungsberat" unbelehrbar geblieben ist, feine dröhnenden Bhrafen von damals nicht vergessen und seine irrigen Ansichten über Arbeiterklasse und Arbeiterjugend nicht geändert hat? Reinhaltung der Höfe. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß außer den Bürgersteigen auch die Höfe ausreichend gereinigt und geftreut werden müssen, sofern sie den Zugang zu Rebenräumen, Seiten oder Hintergebäuden bilden und damit einen öffentlichen Verkehr auf ihnen ermöglichen. Die Polizeirebiere find deshalb angewiefen worden, ihr Augenmert auch auf Mißstände dieser Art zu richten. Mit dem Einsetzen der neuen grimmigen Kälte ertönt von neuem auch der Ruf der frierenden Fahrgäste nach geheizten Straßenbahnwagen. So wenig aber die Berliner, denen man Ungeduld wirklich nicht nachfagen kann, in diesem Jahr bisher mit ihren Klagen über die ungestreuten und ungereinigten Bürger Steige bei Schnee und Glatteis etwas erreicht haben, so wenig fcheinen sie mit ihren Klagen über die„ Eisfeller auf Rädern" etwas auszurichten. Auf unsere fürzlich erneut an die Berliner Straßen bahnverwaltung gerichtete Anfrage wurde uns folgendes mitgeteilt: Eine größere Zahl der neuen Wagen ist wie wir schon vor einiger Belt mitteilen fonnten jest mit elettrischen Seizförpern verfehen, denen durch Umschaltungsvorrichtungen aus den Heizwiderständen Wärme zugeführt wird. An den übrigen Wagen wird raftlos gearbeitet, so daß in nächster Zeit eine große Anzahl Der Mord an der Schankwirtin. Reichstagspräsident Cöbe spricht am Donnerstag, 14. Januar, Wagen geheizt fahren wird. Die früher angewandte Glühftoff, die abends 8 Uhr, in den Germaniaiälen, Chausseestraße, in einer Vera fog. Rotstastenfeuerung fommt heute wegen des schlechten Geruchs, Schidsal eines Mädchens vom Lande. sammlung, die das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold einberufen hat. der Feuergefährlichkeit, zeitweiliger intensiver Hize und etwaiger Gestern hat, wie bereits mitgeteilt, unter dem Borsiz des LandSachschäden nicht mehr in Frage, Benn früher zu dieser Heizungsgerichtsdirettors Tolt die Gerichtsverhandlung gegen den 33jähri Ein größerer Wohnungsbrand beschäftigte die Berliner Feuers art gegriffen werden mußte, lag bas lediglich noch an dem technischen gen Raufmann Kurt Danielomiti und die 27jährige Schnei- wehr in Steglis, Schützenstr. 1, Ede der Albrechtstraße und Rückstand und dem Mangel an geeigneten Heizmethoden. Weiterhin derin Maria Böhm ihren Anfang genommen. Die Anflage ver- zwar in den Räumen einer russischen Berlenmanufaftur. Die follen in den Straßenbahnwagen, die noch feinen Borbau haben, tritt Staatsanwalt atte. Die Angeklagten halten ihre Behaup- Flammen hatten so reiche Nahrung gefunden, daß die Feuerwehr mit mehreren Schlauchleitungen längere Beit Ibichen mußte. Der abzuhalten. Von den neuen Triebwagen befinden sich 500 in Bestarken Dualmentwicklung wegen hatten die Hausbewohner ihre trieb und es war geplant, weitere 500 Wagen zu beschaffen. Der Wohnungen verlassen. Das Feuer hat seinen Ausgang von der Plan mußte jedoch wegen der ungünstigen Wirtschaftslage bis zum eigung genommen. Mehrere Bimmer sind vollständig ausgebrannt. nächsten Frühjahr verschoben werden. Ein Unhold wird von der Neulöllner Kriminal. polizei geiucht. Er Lodt auf Sausfluren und Treppen Echülerinnen mit Süßigkeiten an sich und vergeht sich dann an ihnen. Bisher find schon fünf alle angezeigt. Die Eltern werden gut tun, ihre Kinder zu warnen. Der Unbold ist etwa 30 Jahre alt und 1,60-1.65 m groß, hat dunkelblondes Saar, einen gestutten Schnurrbart und trug bisher einen blauen Anzug und hellgrauen Filahut. Zu der Heizungstalamität wird uns von einem Straßenbahner geschrieben: Die Erklärung der Direktion, daß die neuen Wagen Heizkörper haben, stimmt schon, nur tann man die Heizkörper während der Fahrt nicht anstellen, weil dadurch soviel Strom verbraucht wird, daß die Fahrgeschwindigkeit des Wagens fehr beeinträchtigt wird. Demnach sind die Heizkörper da, funktio. nieren auch, aber nur, wenn der Wagen am Endhaltepunkt Ruhe hat. Den Straßenbahnern dürfte man das bißchen Wärme neidlos gönnen, das Publikum aber muß noch immer in Eistellern auf Rädern" fahren, auch wenn die Wagen neu find. Endlich ein Anfang! Eine Vorlage zur Ausführung von Nofftandsarbeiten. In der Frage der am 17. Dezember v. J. von den Stadtver ordneten beschlossenen Motstandsarbeiten zur Linderung der Erwerbslosigkeit hat jetzt der Magistrat der Stadtverordnetenver fammlung eine Dringlichkeitsporlage zugehen laffen, über bie morgen Donnerstag verhandelt und beschlossen werden soll. Die Borlage sieht Kanalisationsarbeiten für die Stadtentwässe rung im Umfange von rund 365 000 projettierten Tage. merten im Gesamtbetrage von 6 Millionen Mart vor. Die ausgeschriebenen Arbeiten betreffen die Errichtung von Notaus. läffen für die Kanalisation aus Anlaß der geplanten 3u schüttung des Luisenstädtischen Kanals. Es sind also Borarbeiten zu dieser großen Arbeit, für die die Genehmigung der Aufsichtsbehörden allerdings noch einzuholen ist. Ferner sollen Regen und Schmugwasserleitungen in allen Berwaltungsbezirfen Berlins hergestellt werden. Die Beschaffung der Mittel ist in der Weise gedacht, daß außer den zur Verfügung stehenden ordentlichen und außerordentlichen Etatsmitteln ein Darlehen von Reich und Staat und ein 3ufchuß auf die Befchäftigung Erwerbsloser verlangt wird. Nach Genehmigung dieser Entwürfe wäre der Magistrat, wie er in der Vorlage ankündigt, in der Lage, im Laufe von vier Wochen etwa 2000 Ermerbs= fofe zu beschäftigen. Also, wenn alles gut geht, fönnen in vier Wochen von den bis jetzt 120 000 männlichen Arbeitsuchenden 2000 mit Rotftandsarbeiten beginnen. Und dazu bedurfte es erst nochnach den Beschlüssen der Stadtverordnetenverfammlung des Drudes der öffentlichen Meinung! Rann wirklich nicht mehr geschehen und nicht rasch er vorgearbeitet werden? Bir hätten auf diesem Gebiete wirklich mehr Eifer und Energie erwartet. Der Aktenfälscherprozeß. Bernehmung des Direktors Dauber. Den Bemühungen des Angeklagten Werner Jafobi, den Mitangeflagten, Sparkassendirektor Dauber zu belasten, hielt Rechts anwalt Bahn entgegen, daß er, Jafobi, in genau derselben Weise auch die Sparkasse zu Drossen a. d. D. hineinzulegen versucht habe, indem er dem dortigen Spartassendirektor unter der Borgabe, am Ort ein Filminstitut zu gründen, gegen Effektendepots zur Kredither gabe veraniassen wollte. Der Bantbeamte habe aber, Jafobi genau gekannt und sei auf das Anerbieten nicht eingegangen. Das Gericht beschloß, den Spartassendirektor zu laden. Der Angeklagte Direttor Dauber äußerte fich dann eingehend zur Anklage. Er war lange Borsteher der Effettenabteilung der Brandenburgischen Girozentrale, in der auch Werner Jafobi tätig war. Jakobi habe über die Fürstenwalder Spartaffe Effekten geschäfte gemacht, da es den Beamten der Girozentrale verboten war, bei ihrer Bank zu spekulieren. Unvermittelt habe Jakobi eines Tages einen Baron v. Blumenthal mitgebracht, der Kredite gegen ein Effeftendepot haben wollte, indem er sich als Bermögensver walter einiger reicher Tanten ausgab. Durch die Vermittlung des Angeklagten set die Chamottefabrit Steffen in Retschendorf mit den dazu gehörigen Geschäftsanteilen der Bittoria" erworben worden. Für diese Geschäftsvermittlung habe er eine Provision von 3700 m. erhalten. Weitere Provisionen bestreitet er entschieden, erhalten zu haben. Die Prüfung der Effekten hatten die Effekten faffierer vorzunehmen. Auf den Einwand von Staatsanwaltsschaftsrat Ryser, daß er doch unbedingt bätte sehen müssen, daß die Effetten gefälscht waren, erwiderte der Angeflagte: hätte ich die Effekten gefehen, dann würde ich die Fälschung auch entdeckt haben. Der Angeklagte Berner Jakobi hielt seine Anfchuldigungen, daß Dauber 13 300. Provision erhalten habe, aufrecht. Der Beifizer, Amts. gerichtsrat Friedberg, hielt dem Angeklagten wiederholt vor, daß die starte Krebitgemährung an die Mitangetlagten body außerordentlich auffällig erscheinen müsse. Der Angetlagte blieb aber bei seiner Behauptung, daß er gutgläubig gewesen sei. Erst in der zweiten Hälfte des September will er mißtrauisch gegen Jatabi geworden sei, denn dieser habe nicht Wort gehalten, die Lüfolit Berte in Gang zu bringen. So habe er ihm auch erzählt, es feien schon zwei Millionen Lenin Röpfe aus Lüfolit bestellt worden, was sich als Schwindel ermiesen habe. Festgestellt murbe noch, daß der Schaben der Fürstenwalder Spartaffe amischen 400.000 bis 500000 m. schwankt, und daß muur, wenn die Regreßansprüche zuungunsten von Fürstenwalde entschieben werden sollten, jogar 947000 m. betragen werde. Nach der Pause wurde in die Erörterung der Fälschungen von 2½ millionen Elberfelder Glanz Attien eingetreten. Die Fürstenwalder Spartasse war durch die starke Kredithergabe felbft in Schwierigkeiten geraten und mußte ihrerseits einen Krebit pon 100 000 m. aufnehmen. Dauber drängte deshalb auf Abdeckung der Kredite und um den drohenden Zusammenbruch zu verhindern, fuchten Roesner, Werner Jafobi und Römer, fich neue Der Prozeß Grans. Bor dem Schwurgericht in Hannover begann ber tederaufGrans, der im Haarmann- Prozeß Ende 1924 wegen Anstiftung zum Morde zum Tode und wegen Beihilfe zu zwölf Jahren Zucht9. September 1917 gemacht haben, aufrecht. Danielowski will in die Schantwirtschaft mur gekommen sein, um auf Einladung der Böhm die Schlösser der Schränke zu öffnen. Die Böhm dagegen behauptet nach wie vor, daß Danielomfti ihr erzählt habe, wie er die Schant wirtin niedergeschlagen habe, als diese seine Absicht, das Schlaf pulver in den Wein zu schütten, bemerkt hatte. Sehr verdächtig scheint allerdings, daß der Angeklagte hinterher niemals mit der Böhm und deren Schwester über die Tote gesprochen hat, obgleich er, wie er felbft fagt, tief erschrocken war, als er in der Schantwirtschaft auf die Leiche stieß. Nicht weniger verdächtig er scheinen die Briefe, die er in späterer Zeit an die Böhm ge schrieben haben soll. Da hieß es 3. B.: Berhaltet Ihr Euch nicht ruhig, so drehe ich den Spieß um. Ein andermal schrieb er wieder: hr sollt reinen Mund halten." Die Aussagen der Kriminalbeamten erbringen nichts Neues. Daß der Fingerabdruck den Angeklagten gehört, unterliegt feinem Zweifel. In 281 Punkten weist der aufgenahmeprozeß gegen den 24jährigen handler Hans fundene Fingerabdrud dieselben Merkmale auf, wie der Fingerabdrud des Angeflagten. Eigentümlich erscheint es auch, daß bei der Bernehmung der beiden, die feine Ahnung hatten, daß sie beide verhaftet find, ihre Aussagen insofern übereinstimmten, als beide davon. sprachen, daß die Jakobi betäubt werden sollte. In den Aussagen beider figuriert auch die Klage der Böhm, daß die Ermordete bei ihr Geld gestohlen habe. Bon größtem Interesse war die Schilderung des Milieus, in dem der Mord vor sich gegangen ift. Die 18jährige Böhm hat die Stellung bei der Jafobi auf ein Injerat hin angenommen, das in der Lüneburger Zeitung" erschienen war. Die Schankwirtin verlangte von ihr aber ganz andere Dienste als die einer Hausangestellten: ste sollte die Animiermamfell ſpielen Wenn fie fich nicht verfuppeln laffen wollte, so erhielt fie Schläge. Buhälter, Hehler, Brostituierte, mit einem Worte, die üblichen Raschemmenbrüder, die um den Stettiner Bahnhof herum ihr licht. scheues Bejen treiben, gingen in der Schanfwirtschaft ein und aus. Bei Schluß des ersten Berhandlungstages ist im großen und ganzen die Sache noch wenig geflärt. „ Gegen Bildung und Befih." Ein unbelehrbar gebliebener Erziehungsbeirat. Der Freiwillige Erziehungsbeirat für foul. entlassene Waisen", der im Januar 1896 in Berlin gegründet wurde und aus dem später der Deutsche Erziehungsbeirat für ver. waiste Jugend" hervorging, hat aus Anlaß der 30. Wiederfehr des Gründungstages den Zeitungen einen auf dieses Jubiläum hinweisenden Aufsatz überfandt und um Veröffentlichung gebeten. Wir finden darin einen Rückblick auf die Bemühungen beider Bereinigungen um die Ausgestaltung des Jugendrechtes und der Jugendwohlfahrt, um Unterbringung der Schulentlaffenen in Ar. beits, Lehr, Dienst und Hauswirtschaftsstellen und auch um die Gesundheitsfürsorge für förperlich schlecht entwickelte Jugendliche. Ueber die private Wohlfahrtspflege wird dann rühmend gesagt: So anerkennenswert und groß auch die Hilfe des Staates und der Ge meinden für die dürftige verwaiste deutsche Jugend ist, so bedarf es daneben doch der den Amtsstellen unmöglichen Persönlichkeitsarbeit; fie fann nur durch freie Liebestätigteit geleistet werden, die dafür sorgt, daß die Gefeße nicht auf dem Papier bleiben, sondern für das heranwachsende Geschlecht auch ausgeführt werden." befräftigt wird dieses überschwängliche Selbstlob mit dem folgenden Sas: Durch opferwillige Nächstenliebe von Pflegern und Spendern läßt sich eine Rampfstellung der Jugend gegen Bildung und Befitz vermeiden und eine Heranbildung zu verantwortungsvollen und merftätigen neuen Staatsbürgern ermöglichen." Und Was in dieser Jubiläumsbetrachtung das warnende Wort von ber Rampfstellung der Jugend gegen Bildung und Besiz bedeuten soll, ist vielleicht nicht sofort flar. Uns erinnert das an die Anfänge des Freiwilligen Erzehungsbeirats", an die in den ersten Jahren seiner Tätigkeit sich immer wiederholenden Aeuße rungen über die Notwendigkeit, durch die Arbeit an der Jugend den Bestand der Gesellschaft au sichern. Gemiß, die Sicherung des Be standes der Gesellschaft hängt mit davon ab, daß die Jugendlichen in die ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Berufe hineingebracht werden, damit zum Wohl der Einzelpersönlichkeit und des Boltsganzen überall der rechte Mann an der rechten Stelle fteht, jeber Freude an seinem Beruf haben fann und sein Bestes herzu geben vermag. Aber beim Erziehungsbeirat" mar es unverfenn. bar, daß die bis zum Ueberdruß oft wiederholte Betonung des Schutzes der Gesellschaft eine politische Tendenz hatte und auf die Sozialdemokratie abzielte, deren Bordringen die Gesellschaft", d. h. die Besitzenden, mit Sorge erfüllte. Ein Rüd " Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 13. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4 Uhr nachm.: Sendespiele. Abteilung Jugendbühne. Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 4. Veranstaltung, Käthehen von Heilbronn". Schauspiel in fünf Akten von Heinrich von Kleist. 6.50 Uhr abends: W, Schäfer: Der deutsche Schäferhund als Polizeihund". 7.15 Uhr abends: Dr. med. Paul Hirsch- Mamroth: Die Darmträgheit und ihre moderne Behandlung. 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Literatur. Dr. Max Freyhan; Shakespeares Tragödie". 8.30-10 Uhr abends: Buntos Allerlei. 1. Roma, italienischer Mi itärmarsch( Mandolinenklub Con passione. Dirigent: Heinrich Ernotte). 2. Fall: a) Das Sohönbrunner Lied, b) Das Waschermädellied( aus der Operette gleichnamigen" Operette( Edith Karin, Sopran). 8. a) Murat: Die Kaiserin"), c) Auftrittslied der Madame Pompadour aus der Spleen, b) Aulin: Humoreske( Konzertmeister Franz v. Szpanowski, Violine). 4. Dicker: Aschenbrödels Brautzug, Charakterstück( Mandolinenklub Con passione). 5. a) Lad. Loewenthal: Rheinlandglocken klingen und singen, b) Springefeld: Sei mein, c) Mayerl u. Paiel: Liebeslotterie( Willi Weiß, Tenor, am Flügel: Miezi Peery). 6) Schmidt: a) Tyroler Lied, b) Walzer, c) Jodler fahrt, Galopp( Mandolinenklub Con passione). Am Flügel: Th. ( Albert Schmidt, Okarina). 7. Eilenberg: Petersburger SchlittenMackeben. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. haus verurteilt wurde. Zu dem neuen Prozeß find 31 Beugen gelaben, und zwar sämtlich erst für Donnerstag, so daß der Prozeß etwa vier Tage dauern wird. Als Sachverständige nehmen an den Berhandlungen teil der Blychiater Geheimrat Prof. Dr. SchulzeGöttingen und Medizinalrat Dr. Shadmit- hannover. Den Borsiz der Verhandlung führt wieder Landgerichtsdirektor Dr. Bödelmann. Die Beteiligung des Publikums an dem Prozeß ist ähnlich start mie im Haarmann- Prozeß. Bereits um 2 Uhr nachts hatte sich bas erste Bublitum vor der Kartenausgabeftelle eingefunden. Kurz nach 10 Uhr wurde Grans aus der Haft in den Berhandlungsfaal geführt. Der Borsitzende teilte zunächst einen Antrag des Berteidigers mit, Oberstaatsanwalt Wilde als Zeuge darüber zu pernehmen, daß Haarmann am Morgen feiner Hinrichtung nochmals versichert habe, Grans sei unschuldig. Der Oberstaatsanwalt bestätigte dies in einer turzen Erklärung. Grans wurde dann furz über seine Bersonalien vernommen. Im Berlauf der Bernehmung ertlärte Grants, nor feiner Bes fanntschaft mit Haarmann habe er nie in Beziehungen z homosexuellen Kreisen geftanden. Er mußte aber zugeben, daß einmal ein derartiges Verfahren gegen ihn geschwebt habe. An einem Bormittag sei er Haarmann gefolgt, der thn angesprochen habe. Grans habe ihm erklärt, er brauche Arbeit, worauf haar mann ihm fünf Mart gegeben und ihn mit dem Bertauf von Zigaretten beguftragt habe. Später habe Haarmann ihm dann feruellen Berfehr angeboten. Bon den Tötungen Haarmanns habe er nichts gewußt. Er bestritt, den jungen Frante regungslos im Bett liegend gesehen zu haben. Auch habe er, wie Haarmann in der Hauptverhandlung erklärte, die Leiche nicht mit in den Schrank ge legt. Der von ihm gebrauchte Ausbruck Mörder sei gefallen, als Haarmann ihm bei einem Handgemenge auf die Straße mit einem Meffer gefolgt sei. Grans selbst erinnerte sich nicht daran, den Ausdrud Mörder" gebraucht zu haben. ges In der Nachmittagsverhandlung erklärte Grans über den Fall Hannappel, daß haarmann den Hannappel mit in feine Wohnung genommen habe. Einige Tage später habe Haarmann ihm erklärt, daß Hannappel abgereift sei. Bei der Berlesung einer Reihe von Briefen eines Unbekannten namens Hans an Grans wird die Deffentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen. Ueber den Absender der Briefe verweigert Grans die Aussage. Damit ist die Bernehmung des Angeklagten vorläufig ab. geschlossen. Es gelangten fämtliche Aussagen Haarmanns noch einmal zur Berlesung. Die Beiterverhandlung wurde dann auf heute Mittwoch vertagt. Die deutsche Hilfsaktion im Finnischen Meerbusen. Berproviantierung vom Flugzeug aus. Das Linienschiff Sessen" ist am 12. Januar morgens auf dem Wege zu den im Finnischen Meerbusen eingefrorenen Dampfern vor Reval angelommen und hat sich mit dem deutschen Ge fandten in Berbindung gefeht. Um 9 Uhr vormittags ist das Schiff zu einem Borstoß in das Eisgebiet in See gegangen. Die Eisnach richten sind in den letzten Tagen noch ungünstiger geworden. Nach einer Meldung aus Reval sind einige der im Eise eingeschlossen gewesenen Dampfer nunmehr in freies Wasser gelangt und haben den Revaler Hafen erreicht. Im Finnischen Meerbusen follen jetzt noch 25 Dampfer im Eise festsitzen, von denen die folgenden deutsche Schiffe find: Klara Blumenfeld", Klara Kunstmann", Phila"," lnbine" Lilfit", Nedar"," Trave", Marienburg", Rheingold", Hornsee" Horned Reumert", " Faust" Hochland"," Altengamme, Wilhelm Ruß, Gotenhof", Eigrid"," Sturm". Ein von der Gesandtschaft Helsingfors abge fandtes Junkers- Flugzeug ist mit gutem Erfolg tätig gewesen und Die Schiffsverwaltung in Helsingfors beurteilt bei den Eisverhält fonnte den Dampfer Altengamme" um etwa 1 Uhr verproviantieren. niffen bie Aussichten für die Aftion der Hessen" sehr peffi. mistisch und rät zu äußerster Borsicht. 99 wurden zwei Postbeamte vor dem Gebäude der Reichsban? in Raubüberfall auf zwei Postbeamte Am Dienstag vormittag erbhausen in dem Augenblid, als sie das Gebäude betreten mollten, von drei Berbrechern überfallen, die den beiden Be amten einen schweren Reisekorb mit Banfnoten im Werte burch Schläge über den Kopf wehrlos gemacht. Die Räuber ent pon 250000 Marf entriffen. Die beiden Beamten wurden fernten fich mit ihrer Beute durch die Straßen Nordhaufens. jofort aufgenommene Verfolgung der Verbrecher war von Erfolg begleitet. Bel 31felb wurden die Räuber gestellt, einer wurde auf der Flucht erschossen, ein anderer schwer verletzt. Der britte enitam. Die Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Bert'n.( Nachdr. berb.). Troden, nur zeitweise etwas starter bewälft, nachts strenger Frost und siemlich fcharfe östliche Binde Für Den fchland. Im Südosten noch bielfach leichte Schneefälle. Der Frost dauert fort. Nr. 1943. Jahrgang SUNT 2. Beilage des Vorwärts Um das Reichsknappschaftsgesetz. Die erste Reichstagsfignug im neuen Jahr. Der Reichstag hielt gestern seine erste Sitzung im neuen Jahr ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Rebel( Komm.) eine weitere Herauffezung der Erwerbs lofenunterstügung um 50 Broz. Auf Vorschlag des Bräfidenten Löbe wird der Antrag an den Sozialpolitischen Ausschuß zur sofortigen Beratung überwiesen. Das Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und Haiti über das Schuldenausgleichverfahren wird in allen drei Beratungen ohne Aussprache angenommen. Es folgt die erste Beratung eines Gefeßentwurfs zur Aenderung des Gesezes über die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften. Danach wird die Zahl der Mitglieder, bei deren Ueberschreitung die Generalversammlung in Form einer Vertreterversammlung abzuhalten ist, von 10 000 auf 3000 und die Mitgliederzahl, bei deren Ueberschreitung bas Statut eine Bertreterversammlung einführen Abg. Hörnle( Komm.) wendet sich gegen die Vorlage, weil sie angeblich das Selbstbestimmungsrecht der Mitglieder beschränke. Abg. Borrmann( WBer.) verlangt, daß die Konsumvereine als privat tcpitalistische Erwerbsunternehmen behandelt werden. fann, von 3000 auf 1500 herabgesezt. Abg. Beine( Soz.): Für uns tommen bei unserer Zustimmung zu dieser Vorlage lediglich praktische Erwägungen in Betracht. Es ist insbesondere für die Bezirtstonjumpereine ein unhaltbarer Zustand, daß die entfernteren Bezirke in den Generalversammlungen nicht vertreten sein fönnen. Durch die Borlage wird eine Verbesserung dieses Zustandes geschaffen. Auch für die Genoffen schaften, die feinen Saal bekommen fönnen, der ihre Mitgliederzahl faffen tann, ist die Aenderung von Vorteil. Von einer Beschränkung der Mitbestimmung der Mitglieder fann feine Rede sein, es wird jetzt im Gegenteil die Möglichkeit verringert, daß nur ein fleinerer Teil der Mitglieder fich an den Versammlungen beteiligen tann. Für uns fommen nicht politische Gesichtspunkte, wie bei dem Abg. Hörnle, in Frage, fondern nur die prattischen Intereffen der Genossenschaften.( Beifall bei den S03.) Abg. Schlad( 3.) stimmt der Borlage gleichfalls zu. Sie wird hierauf in erster und zweiter Beratung angenommen. Der Gefeßentwurf über die Bestellung von Pfandrechten am im Bau befindlichen Schiffen wird ohne Aussprache dem Rechtsausschuß überwiesen. Es folgt die erste Beratung des Gesezentwurfs über die Abänderung des Reichsknappschaftsgesehes. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Der Entwurf beabsichtige einzelne, hinsichtlich des Ausmaßes entbehrliche Leistungen aus der tnappschaftlichen Bensionsversiche rung herabzumindern. Durch das Reichsfnappschaftsgesetz sind die Invaliden. penfionen gegen die Vorfriegszeit erheblich erhöht worden. Nach Landtagsbeginn. Lehrerfragen. Der Landtag trat gestern wieder zusammen. Es steht zur zweiten Beratung der Gefeßentwurf über die Unter bringung der Lehrer und Leiter von staatlichen Lehrer und Lehrerinnenbildungsanstalten. Die Borlage regelt die Anstellungen bzw. Pensionierungsverhältnisse derjenigen Beamten, die von der Auflösung der Seminare durch die Verordnung vom 26. Februar 1919 betroffen worden sind. Der Ausschuß hat in die Borlage Bestimmungen darüber aufgenommen, daß eine Schmälerung der Gehalts und Benfionsbezüge auch dann nicht eintritt, wenn die durch die Auflösung der Seminare Betroffenen schon vor Infrafttreten des Gesetzes in andere Schulftellen eingetreten sind. Ferner wurden im Ausschuß eine Reihe von Entschließungen angenommen, von denen am meisten umftriffen eine fozialdemokratische Entschließung ift, die den Wunsch äußert, daß in freiwerdende Stellen an staatlichen und nichtstaatlichen höheren Schulen in erster Linie ehemalige Lehrerbildner tommen. In der allgemeinen Debatte wendet sich Abg. Frau Dr. Wegfchneider( Soz.) gegen deutschnationale Aenderungsanträge, durch die in der Burlage die Intereffen der Studienassessoren gekürzt würden. Ein Regierungsvertreter betont, daß bei der Stellenbelegung eine mittlere Linie zwischen Studienassessoren und ehe maligen Behrerbildnern eingehalten werden folle. Abg. Delze( Dnat.) tritt für den deutschnationalen Antrag ein. Abg. Wildermann( 3.) verweist auf den starten Eingriff in die Rechte der Gemeinden, ben die Vorlage darstellt. Er wendet sich im übrigen gegen die erwähnte fozialbemokratische Entschließung, für die allerdings im Ausschuß die Deutschnationalen mitgestimmt hätten. Abg. Beuermann( D. Bp.) schließt sich diesen Gebanfengängen an. Abg. Difo( Dem.) verlangt, daß ein Mittelweg zum Ausgleich ber widerstreitenden Interessen der Lehrerbildner einerseits und der Städte und Studienaffefforen andererseits gefunden werde. Bon Regierungsseite wird erwidert, das Ministerium werde bemüht fein, die abgebauten Seminarlehrer an der richtigen Stelle wieder zu verwenden. Abg. Schment- Oberhausen( B. Bg.) mendet sich gegen die fozialdemokratische Entschließung. Abg. König( Soz.) verteidigt diese Entschließung, die ja im Ausschuß angenommen worden sei. Nachbem Abg. Stod( Bölt.) noch gefordert hat, daß die Seminarlehrer zu ihren Rechten tämen, wird die Vorlage in zweiter Lesung nach den Ausschußbefchlüffen angenommen. Die Abänderungsanträge werden abgelehnt. Mehrere Entschließungen der Vorschrift im§ 31 dieses Gesetzes müssen Invalidenpensionen und Teuerungszulage bei fünfundzwanzigjähriger Dienstzeit minde ftens 40 Proz. des durchschnittlichen Hauerlohnes bei Arbeitern und des Durchschnittsgehalts eines revierführenden Eteigers bei Angestellten betragen. Für die Angestellten hat sich die Vorschrift des Gesetzes als undurchführbar erwiesen, weshalb der Vorstand des Reichstnappschaftsvereins im Einvernehmen mit den Beteiligten eine anderweite Regelung getroffen hat. Am 31. Dezember 1923 waren 66 180 Knappschaftsinvaliden vorhanden. Ihre Zahl ist im ersten Jahre des Reichsknappschaftsgefeßzes auf 114 414 gestiegen. Der große Zuftrom von Bensionsempfängern ist zwar für die Folge nicht zu befürchten; in den letzten Jahren vor dem Infraftireten des Reichsfnappschaftsgesetzes haben viele Bergleute mit dem Antrag auf Invalidifierung zurüd gehalten, um sich die zu erwartenden höheren Leistungen des Reichsinappschaftsgesetzes zu sichern. Die Höhe der Leistungen und die mehr belastung dem Bergbau durch das Gesetz auferlegt ist. große Zahl der Pensionsempfänger lassen aber erkennen, welche, Wenn auch die Erlangung der Alterspension durch den Nachweis einer Dienstzeit von 25 Jahren mit mindestens 15 Jahren bergmännischer Arbeiten erschwert ist, so haben doch im ersten Jahre über 28 000 Bergleute, davon 23 000 im Ruhrgebiet, die Alterspension erlangt. Die Mehrzahl der Alterspensionäre le ist en Arbeiten im Bergbau weiter. Ein erheblicher Teil von ihnen bezog an Lohn und Alterspension mehr, als der hoch gelohnte Arbeiter an Einkommen hatte. Der Entwurf will das Lebensalter für den Bezug der Alterspension auf das 55. Lebensjahr hinauffezen und das Ausmaß der Bension herabmindern, wodurch voraussichtlich die Belaffung an Alterspension um 15 Millionen Mark herabgemindert wird. Als zweite Maßnahme zur Erzielung von Ersparnissen ist eine anderweitige Berechnung der Invaliden pensionen in Vorschlag gebracht. Der Entwurf sieht ferner vor, daß die Gesamtbezüge aus der knappschaftlichen Bensions versicherung und aus anderen reichsgefeßlichen Versicherungszweigen über eine durch den bisherigen Arbeitsverdienst gegebene Grenze nicht hinausgehen dürfen. Daneben sieht der Entwurf eine grundlegende Aenderung der Versicherung der in tnappschaftlich ver. Der Ent ficherten Betrieben beschäftigten Angestellten vor. wurf bringt endlich noch verschiedene Aenderungen in organisatorischer Hinsicht. Als Zeitpunti des Infrafttretens der Novelle ist der 1. Januar 1926 in Aussicht genommen. Die Alterspensionäre follen noch auf die Dauer von 3 Monaten nach dem Inkrafttreten im Genusse der bisherigen Leistungen bleiben. Gegen 25 Uhr pertagt sich das Hous, da mehrere große Frat. tionen Sigungen abhalten wollen, auf Mittwoch nachmittag 2 Uhr mit der Tagesordnung: Petitionen, Wirtschaftsabkommen mit Spanien und der Niederlande, Fortsetzung der 1. Beratung über die Aenderung des Reichsknappschaftsgefeßes. des Ausschusses werden angenommen, die u. a. verlangen, Heranziehung auch der Aufbauschulen, Waisenanstalten, Landeserziehungsanstalten, Schulen für Schußpolizei und Reichswehrschulen für die Unterbringung der ehemaligen Lehrerbildner. Auch die fozialdemokrrafische Entschließung fand in zweiter Lefung Annahme. Die dritte Beratung der Borlage wurde von der Tagesordnung abgefeßt. Dann beschäftigt sich das Haus mit der Großen Anfrage bes Abg. v. Campe( D. Bp.), die Auskunft verlangt über die Maßnahmen der Staatsregierung für die einstweilige Entschädigung der Gemeinden des Ruhrgebietes und Einzelpersonen, ihrer Schäden bei der Ruhrbefeßung, ehe die Entschädigung des Reiches endgültig erfolgt. Abg. Fries( Soz.) macht auf die Notlage der Gemeinden in Rheinland Westfalen aufmerksam. Die Beihilfe des Reiches sei unzureichend. Es müßten den Gemeinden Staatsfredite billig zur Verfügung gestellt werden, so daß besonders der Bau. marft angeregt werden könne, was auch angesichts der Wasserfatastropher dringend zu wünschen sei. Abg. Dr. Deerberg( Dnat.) spricht die Schuld für die Wirtschaftsfatastrophe der Ausbeutung des Ruhrgebietes durch die Santtions. politik Poincarés zu. Schärfste Kritit verdiente die Regelung der Entschädigungsansprüche der Ge. cha digten durch das Reich. Abg. Falf( Dem.) verlangt gerechte Berteilung der Entschädigungen. Nachdem Abg. Eichhoff( D. Bp.) sein Bedauern darüber aus. gesprochen hat, daß nicht mehr für die Geschädigten geschehen set, beschließt das Haus, die Große Anfrage als durch frühere Zusagen erledigt zu erklären. Nach 26 Uhr vertagt sich der Landtag auf Mittwoch, 12 Uhr: Grundvermögenssteuer, Einheitliche Stimmabgabe im Reichsrat, Wohnungsnot und Kleine Vorlagen. Dor Der Arbeitsplan. Der Aeltestenrat des Landtages beriet am Dienstag Bis Sonn. der Bollfigung über die Geschäftslage. abend dieser Woche soll das Plenum tagen. Dann soll eine Pause eintreten bis zum 26. Januar. Am 27. Januar wird der Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff den Haushalt einbringen. Das Haus wird dann bis zum 12. Februar burchtagen. Ueber die ferneren Dispofirionen wurde noch fein Beschluß gefaßt. Ende dieser Woche sollen auch die Anträge über die Hochwasser. fchäden und über die Erwerbslosigkeit, nachdem der Ausschuß sich mit ihnen beschäftigt hat, vom Plenum beraten werden. Außerdem stehen u. a. die Anträge über die Aufstellung etnies Wohnungsbauprogramms und über die Behebung der Wohnungsnot zur Plenarberatung. Am Freitag und Sonnabend sollen Schwerinstage abgehalten werden. Mittwoch, 13. Januar 1926 Aus der Partei. Die Nelsonbündler versuchen anscheinend durch müfte Angriffe gegen die Partei das zu erseyen, was ihnen an wirklichem Einfluß auf die Parteigenossen fehlt. Anhänger des Nelsonbundes find fast ausschließlich junge Barteigenossen. Doch die meisten von ihnen haben dem Nelsonbund den Abschied gegeben und find Mitglieder der Partei geblieben Nachdem unsere Parteifunktionäre unferen jungen Freunden das Parteischädigende der Neisonschen Agitation dargelegt hatten, fam mancher von ihnen zu der Erkenntnis, day feine Mitwirkung im Nelsonbund ein Unrecht gegen die Partei sein würde. In Göttingen, wo Nelson au der Universität doziert, ist durch Eingreifen des Bezirksvorstandes aus Hannover an Stelle des alten mit Nelsonbündlern durchsetzten Borstandes im Parteiverein wieder ein ordnungsgemäßer Borstand gewählt worden und damit ist der tleinliche Streit, der durch die Nelsonbündler in die dortigen In Bartelvereinsversammlungen hineingetragen wurde, beseitigt. Raffel hielt Nelson fürzlich eine Versammlung ab. Troß der ge bäffigften Provokationen des Redners wurden diejenigen Teile feiner langen Rede, die sich scheinbar fachlich mit den Bielen des Nelsonbundes befaßten, mit Ruhe angehört. Was er etwa sachlich gegen die Partei zu sagen hatte, war allerdings sehr dürftig, so& B. daß führe. Daß das nicht eine unserer Hauptaufgaben ist und auch nicht die Sozialdemokratie nicht einen scharfen Kampf gegen die Kirche fein kann, weiß jeder Genosse, der das ABC sozialistischer Forde rungen und Kampfziele tennt. Sonst mar Nelsons Rede in Be schimpfung der Partei und einzelner Personen eine Leistung, die von der kommunistischen Konkurrenz, die durch einen kommunistischen Redner auch zu Worte tam, nicht überboten werden konnte. Die Barteigeschichte wird auch über diesen jonderbaren Heiligen, der wie mancher vor ihm die Partei reformieren wollte, zur Tagesord nung übergehen. Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrif stud Berlin B. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Beatrislefretartat, 2. Sof. 2 Tres. rechts. an richten Der letzte Termin zum Abrechnen ist nunmehr schon wieder um zwei Wochen überschritten. Trotzdem fehlen noch immer die Abrechnungen von 12 Abteilungen. Nur vom 1., 5., 7., 8., 9., 11., 12., 13., 14. und 15. Kreis sind bisher alle Abrechnungen eingegangen. Die Kreis- und Abteilungsleiter werden deshalb hierdurch dringend gebeten, für die sofortige Erledigung der Abrechnungen zu sorgen. J. A: Aler Bagels. 11. Areis Schöneberg- Friebenan. Sente, Mittwoch, 18. Sanuar, nachmittags 4 Uhr, Beríammlung der erwerbslosen Parteigenossen und genoffinnen bei Bill, Schöneberg, Martin- Luther- Str. 69. Mitgliedsbuch und Er merbslofenfarten find vorzuzeigen. 14. Reis Renkölln Freitag, 15. Januar, 7% Uhr. Sikung sämtlicher Funktionärinnen im Parteibureau, Redarftr. 3. Erfdeinen aller Ge nofinnen ist Pflicht. [ F]]][[[ F Arbeitsgemeinschaft der Stinderfreunde, Groß- Berlin. Sonnabend, 16. Januar, 8 Uhr pünktlich, Vortrag des Genoffen Dr. Ranik, Wien: ,, Die österreichische Kinderfreunde bewegung", im Bürgerfaal des liner Rathauses, Königstraße. Kinderfreunde, Elternbeiräte, Behrer, Junasozialisten und Arbeiteriugend find eingeladen. Heute, Mittwoch, den 13. Januar: 35. 6. 7 Uhr Rahlabende in folgenden Lobaten: Töpper, Stigner Str. 85: Scule Samariteritr. 20; Bombe. Boiatitr. 25: Borkowski, Echreinerstr. 32. 45. Abt. Rahlabende 7½ Uhr: Gruppe Liebig: Vortrag Wirtschaftstrife* Referent: Genoffe Jenk. Gruppe Matfcheng: Bortrag: Kirche, Religion, Sozialismus". Referent Genosse Albrecht jun. Charlottenburg. 53. Abt. Rahlabend 7% Uhr. 1., 2., 3. Beairt: Schweitert, Erasmusstr. 2. 4. 5. 6. Bezirk: Lur, Suttenstr. 26.56. Abt. Gruppenverfammlung 7% Uhr. 1. und 3. Gruppe: Lierfch, Rantfte. 62. 2. Gruppe: Runtowskn. Solhendorffitr. 20. 73. Abt. Edhmargendorf. 8 Uhr im Schrersimmer der Gemeindefdule Fried. richtsfelder Straße Mitgliederversammlung. 79. Abt. Gdöneberg. Die Rablabend finden wie folgt ftatt: 1. Bezirk im Lokale von Arndt, Baugener Str. 10. 2. und 3. Bezirk bei Grunow, Gehlerstr. 18. 4. bis 6. Beairf bei Groß Gedanstr. 17. Bortrag: Bolitischer Rückblid". Referent: Bernhard Kriger. 7. Bezirk bei Bodszus, Gachfendamm Ede Reichardtstraße. 8. Begirt Siedlung Lindenhof im Lofale von Achtenhagen. Bortrag: Bolitischer Rildblic". Referent: Genoffe Stadtrat Rühne. Rahlreicher Befuch in den Rablabenden ist Pflicht. 80. Abt. Schöneberg. 7% Uhr im Helmholk- Gymnafium, Rubensstraße, Abteilungsverfammlung. Bortnan: Brofit- oder Bedarfswirtschaft. Referent: Genoffe Bud hola. 84. Abt. Bankwik. 7½ Uhr bei Lehmann. Railer- Wilhelm- Str. 29/31. Bortrag: Wohnungsbau und Siedlungsfragen". Referent: Stadtrat Sermes. 89. Abt. Neukölln. Rahlabend 7% Uhr. 6. 11., 12. Bezirt bei Gräfer, Bannier Ede Bflügerstraße. 7. bis 10. Bezirk und 18. und 19. Bezirk bei Schulz. Sobred tftr. 64. Am Freitag, 15. Januar, 7½ Uhr, Sikung ber Obleute der Elternbeiräte im Parteibureau Nedaritt. 2. 1 101. Abt. Treptow. 7 Uhr Einzelzahlabende: 1. und 2. Bezirk bel Stephan. Gränftr. 1. 3. bis 5. Beairt: Dettinger, Riefholaftr. 34/35. Bortrag: ,, Vartei- und Gemeindepolitit". Referenten: Genoffe Grunow und Genoffe Rigner. 104. Abt. Rieberichöneweibe. 7% Uhr bei Schmidt, Berliner Str. 97/98. Mitaliedervrsammlung. Bortrag über Amerika. Referent: Rurt Seinig. Gäste willkommen. 110. Abt. Grünau. 7% Uhr Rahlabenb bei Werner, Röpenider Str. 108. Vortrag des Genoffen Wilhelm Landa. Rowawes: Heute 8 Uhr beim Genossen Gebauer, Wallstraße, wichtige Funt tionärversammlung. Jungfozialisten. Weißenfee: 48 Uhr im Jugendheim Roelfeftraße. Dis tuffionsabend über Religionsfragen". Morgen, Donnerstag, den 14. Januar: 91. Abt. Neukölln. 8 Uhr bei Liddede. Rarlsgartenftr. 12, wichtige Bor standsikuna. Jungfozialisten. Gruppe Rentfölln II: 7 Uhr im Jugendheim Schierte Ede feftraße. Bericht über Tina. Achtung! Wir tagen non jekt ab immer Donnerstag in der Schierkeftraße, Jugendheim. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 138. Abt. Hermsdorf. Am Ende des vorigen Jahres verfbarb unfer treuer, eiftiger und langjähriger Genoffe Markus Schallamach. Wir werden ihm ein ehrendes Andenten bewahren. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 13. Januar, abends 71 Uhr: Webbing: Schule Ruheplak Ede Antonftraße. Vortrag GAZ. und Reichsbanner". Helmbolkplak: Schule Eberswalder Str. 10. Mitgliedev versammlung. Baltenplay: Jugendheim Rigaer Str. 102/103. Bortrag: Entstehung der Erde". Often Fr.- B.: Jugendheim Rinaer Str. 102. Bor trag: SAJ. und Gegner". Warschauer Viertel: Jugendheim Tilfiter Str. 4. Beginn der Arbeitsgemeinschaft. Luisenstadt: Schule Stallschreiberste. 54. Bortrag: Broletarische Jugendbewegung". Güboft R.- B.: Jugendheim ReichenRaucher= sofgen? Rauchen Sie die outen MassaryZigaretten!- Sie werden Jhre Freude daran haben. Kleine Massary 38. + Roai 48 Urteilen Sie selbst! 14. Berteng Dub sub. Wenu u hartsien Arake. Bererow ELI unt Gewerridaften. fallen bra Suarubbi Gm Fallenberg 117. Bortrag: Gefchichte ber 63. Hortfekung Fried richshagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105. Aussprache: Unsere eit fchrift". Riebersdoneweibe: Schule Berliner Str. 1. Arbeiterbichterabend. Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Dofleitt, 22. Bortrag: Aus Bebels Beben". Tempelhof: Luzeum Germaniaftr. 4/6( Eingang Kinderhort). Bortrag: ..Die Entwicklung der Malerei". Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 37/38, Sol St. Gauvorstand. Achtung, Rameraden! Am Do., b. 14., 8 Uhr, Ipricht Ramerad Reichstagsp: äfident Böbe in ben Germania Sälen, Chauffeeftr. 110. Ritte. Do., b. 14, 7.30 Uhr, Antreten mit Rabnen Stett. Bororthhf.( Löbe- Versammluna). Tiergarten. Do., b. 14, 7 Ubr, am Kriminalgericht, Westen 6,30 Uhr Magdeburger Blak Antreten mit Fahnen aur Teilnahme an der Löbe- Berfammlung. Webbing. Die Romevaben haben an der Löbe- Bersammlung am 14., 8 Uhr. in den Germaniafilen polladblia tellzunehmen und pünktlich zu erscheinen.-Brenalauer Berg. 14. Antreten 7 Uhre Danziger Straße Ede Brenzlauer Allee aur Teilnahme an der Löbe- Bersammlung. Fiebrichshain. Do., b. 14., 6.15 Uhr Sandsberger Blak Antreten mit Muft und Fahnen. Reinidendorf. Sämtliche Rameraden beteiligen fich Brda, bra Bersaints, bankPidieber art Untesaraporn. Da,& 14, he sun ou lest en Schule Bolteiftrade antreten.- Readin- Orta. Do., b. 14, 6,30 Uhr, Warveten mit Spielleuten Reuterplak ur Berbevetaufhaltung Fadelaug Bflicht Devanstaltung. Brenzlauer Berg. Sumannpiah: 15., 8 Uhr, Sigung bei Bobit. Lochener Ede Stargarder Strake. Norddap: Ubr Bollversammlung im bekannten Bobal. Bichtenberg nebft Untergruppen: Fr., b. 15., 7 Ubr, Quaführerfikung bei Krüger. 8 Uhr Ruankung in den bekannten Lobalen. Rua 1 von jekt ab bei Otto Bobahn, Sunaftr. 29. Treptow, Do., b. 14., Bflichtveranstaltung. 5,45 Ubr Antreten Wiener Bride. Bankow. Do., Kreuzberg. b. 14., 6.30 Uhr, Marktplak. Abmarsch aur Löbe- Berfammlung. Die für Do., b. 14., von Abt. 13 angefekte Bersammlung wird wegen der be- Rundgebung auf Mi., b. 20., verlegt. Wilmersdorf. Die Turn- und Sportübungen finden wieder jeden Do., bie Mannschaftsübungen jeben Fr. Don 8-10 Uhr in der Turnhalle ber Obervalschule am Seepart ftatt. Für alle in Frage tommenden Ramevaden und die Führer ist Teilnahme Blicht. Nächster Rameradschaftsabend voraussichtlich Do., b. 21. theofopbifche Gefellidaft, Rwelg Berfin. Bittmed. 13. Santier, 7% br. Bilbelmft. 120 6tudienabens: St es notwendig. beten? Distuffion. Cintritt feet. Berliner Sandwerkerverein. Wittmod. 18. Sommar, 8 be. Gerbien. 18 Bortras Betta Bamberger: Die Sausfrau und bas Runfinewerbe". Mit Bichtbildern. Berbanb Bollegefunbbett, Ortsverein Berlin. Donnerstag, 14, Sanuar, 8 Uhr, Schule Sffianoftr. 0/11( Räbe Jannowikbride) Generalversammlung. Brevia by benson& Buiet B Donarn 14. Januar. e, in Soleushulez bol, Rotenbal 6. Shaltenerversammlung. Lagerung: 1. Relenat ber Defaltismus, nofe. Referentin: Fan Clare Mener- Lusex. 2. Begirtsangelegenbetten.& der Delegierten zur Gau- Generalversammluna. 4. Berschiedenes. Arbeiter- Radio- Klub Deutschlands e. B. Betersburger Str. 80, Geöffect abends 6-9 Uhr. Dienstags: Radioffinit und Borträge. Freitags: Batte Schule. Abt. Schöneberg: Donnerstag, 14. Sanuar, 8 Uhr. bei Botrat Abt. Wilmersdor Gebanftr. 58, Bortrag: Der Einröhrenempfänger". taat von jekt ab Freitags bei Cifielski, Bareker Str. 2, Ede Augufta freake Am Dienstag, 19. Sann Freitag, 15. Januar, Experimentiervortrag. findet die Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Berlin 8 Uhr in Schintels Abt. Rottbuffer Lars Fesälen, Bridenstr. 2. Ede Röpenider Strake, fatt. Bropagandaabend Donnerstag, 14. Januar, 8 Uhr, balbertfte. 21. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag 15. Januar, 8 Uhr, Reichensaal ber 6. Treptower Gemeindefchule, Bildenbrud freake 58, 8 Trp. Sexualität und Craiebung( 8. Pfingst). Eintritt frei! Mensch und Sand S. m. b. 8. Brofeffor Sarachand Ron( Indien) aub Schriftsteller Beinrich Rimmermann geben am 15. Sanuar, 8 Übe, in bee Rönigin Augufta- Schule, Elsbolaftr. 84, einen Bortragsabend über Das Ties Schauspieler Nicolas More realtiert indilche in Indien und in der Belt". Lierbichtungen und Fabeln, und das Gander- Tris rabant ben bend mit mufitalischen Darbietungen. Biochemischer Berein Berlin Gbeften. Gefchäftshelle Souther Blas Donnerstag, 14. Januar, ab 8 Uhr, in Dörings feftfälen, Saunsafte Lichtbilber- Aufklärungs- Bortvan Referent: Apotheker Beifer. Beginn 2.Januar Kein Verkant an Wiederverkäufer INVENTURE Preise herabgesetzt Original- Wiener Schuhe 275 1375 Enorm billig! 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Wir aber rufen warnend: Neinl Gib acht auf deine Rechtet Und die zum Bettler dich gemacht Zu hungerkrieg und Elendsschlacht. Die gieren noch Gewinne— Und hast du schon auf Diebe acht. Z e h t Hab« lausend Sinne! E» starrt ein Winter weh und wcig. Dem brennen herz und Kehle hettz. Dem sieberl Blick in weiten: Ich weih, wa» Völkerfluch, ich weih. hätf ich» gemuht beizeiten... Franz Rothenfelder. Einer zu viel. 1 Von Erich(Bodgdrra. cechbch.) Sollte mm die Tochter, die alle» andere als dumm mar und da» Wesen de» ersten Geliebten ganz richtig erahnt«, sich dem Chauf. feur aufzwingen au,— nun sagen mir einmal: au» ethischen Gründen, au, Mitleid? Sie werden zugeben, da» ist möglicherweise ein Problem. Für die Tochter war e» kein». Sie liebt« den Monteur mit wachsender Kraft und sie Nebt« ihn nicht nur theoretisch. Wochen hindurch währten die nächtlichen Besuch«. Unlöjchbar war der heiß- brand zweier grober schöner Leiber. Morgen, um fünf geschah regelmäßig dann dl« Teuflischleit. daß die Tochter den bewährten Lärm des einsetzenden Motorgeknatter» zur unmerkbar stillen heim- flucht nutzte. Immer noch war e» der Chauffeur, der dienstpflichtig, im übrigen nichtsahnend den Motor ankurbelte. So half er dem anderen, der skrupellos, wie Männer, wenn'» um ein« Frau geht. meistens sind, heimlich herzhast lachte. Gerade um diese Morgenstunden war der Cheuffeur besonders rührselig und trauervoll. Er wußte, daß er ausgespiell hatte, wußte auch, wer sein Nachfolger war. Greller haß grub sich ihm allmählich ein, kerbt« etwa» sogar sein Gesicht für den Blick der anderen. Cr spürt«, dab ihn? nicht nur«In große» Lieben, sondern auch ein großes Leben zerbrochen war, sein Leben, seine Jugend. Er verstand die Tochter nicht, liebt« und haßt« sie zugleich. Und dachte er an den Manteur oder sah er ihn, sah er ihn gar der Tochter nah, so wandelt« sich alle Gefühl»- und Verstandssubstanz zur wühlenden, zerquälenden Giftigkeit in ihm. Der Chauffeur spürt« Stund« für Stunde, daß er seinem Unter. gange entgegenvegetierte. C» ist wohl seltener geworden heute. daß Frauen Männer mürben können, aber aufgehört haben diese Torheiten noch nicht. Den Untergang durch Selbstmord gewaltsam. freiwillig herbeizuführen, fehlle dem Chauffeur der Mut. Und dann drängte in ihm dos Notwendigleitsgefühl, sich irgendwie zu rächen. Wenn er schlief, wa» selten geschah, raubte ihm im Traum« ein Wild« ling sein Weib; der Wilde hatte hie Züge des Manteurs, da» Weib trug die der Tochter. In Hitze erwachend, fühlte er sich zerschlagen, als ob er tatsächlich einen Kampf hätte bestehen müssen. Die furcht- bare Nächtequal ließ auch am Tage keinerlei Freude auskämmen.— Einmal in der Sommerspäte, es war ein Sonnabendnachmittag tm August, ließ.der Alte' den Chauffeur in sein Bureau rufen. Der Cheuffeur eilt« und traf dart außer dem Chef schon den Man. teur und di« Tochter anwesend: beide Arm in Arm. Arm In Arm die Tochter mit dem Monteur vor den sonst gemiedenen Lateraugen? Es funkt« ein kurze» Bllckgefecht mit dem Ergebnis, daß sich die Tochter schnellsten« in»ine bergende Stellung zurückzog, daß der Manteur auch ohne sie Sieger blieb, indes der Dritte wie schwer- verwundet seine Lider senkte..Ich rief Sie,' begann, zugewandt dem Chausfeur, rasch der Chef,.um Ihnen von einer wichtigen Aenderung in meinem Betriebe Kenntnis zu geben: der Monteur hat um die Hand meiner Tochter angehalten und ich habe sie ihni nicht verweigert, wenn auch erst nach einiger Ueberlegung, wie ich als kluger und vorsichtiger Kaufmann gern zugeben will.' Hier lächelt« der Alte, um anzudeuten, daß er einen guten Witz gemacht habe..Mein künftiger Schweigerfohn wird Teilhaber an meinem Unternehmen werden. Ich hasse aber, daß Sie nun trotz der vcr- änderten Situation gut miteinander auskommen werden— wie bisher.' Eine Verlegenheitspause dehnt Sekunden minutenlang..Mein lieber Chausfeur, ich war Immer zufrieden mit Ihnen, im großen und ganzen und Im allgemeinen wenigstens, und ich habe deshalb die Absicht, Sie zu unserer schlichten, der Schwere der Zeit angepah- ten Berlobungsseier einzuladen. Morgen ist Sonntag, Sie brauchen keinen Dienst zu machen, sandern fahren un» im Auto ein ordentliche» Stück spazieren: vielleicht so hundert bis hundertzwanzig Kilometer im ganzen, im übrigen trn Sie morgen, als ob Sie sozusagen mit zur Familie gehörten, nicht wahr?' Der Alle wischte sich Nässe von seiner Stirn. Das ungewahnte Redenhalten, das war nicht dl« erste heute» strengte ihn an. Der Cheuffeur antwortet« ge- quäll nur ganz kurz und sachlich, er wäre sehr froh über da» Fo- mtllenereignl». er glaube schon, daß c» eine sehr glückliche Che wer- den würde zwischen dem Monteur und der Tochter— jedem gab er hier gratr lierend di« Hand, vermied es ober, den Augen der beiden zu begegnen— und morgen früh wolle>«r natürlich sehr gern d«n- Wagen fahren,»r hätte auch schon eine Idee, wohin, schließlich dankt» er auch noch für die Einladung zur Verlobung». fei er. Schnell zog sich der Chauffeur auf sein Zimmer zurück: dem Paar begannen wannegoldcn« Liebesstunden, während der Alte bis nach Mitternacht am Schreibtisch darüber saß und sann, ob er noch zu einer großen MUgift moralisch verpslichtel sei, wenn er doch schon den Schwiegersohn vls Teilhaber aufnähme. Gewiß will der auch Kapital zugeben, aber immerhin— In Liebestaumcl und Zahlenwirrsal oerfangen, merkte keiner von der Familie, wie einer kurz vor Zwölf scheu über den Has schlich; de« Autoschuppen aufschloß und sich am Wogen, besonders am rechten Hinterrad, längere Zell sich zu schaffen machte. Erst um halb Ein? war es wieder still. Am nächsten Morgen saß die Familie fahrfertlg und im Sann- tagsstaat am Kaffcetisch: froh plauderte miteinander das Liebespaar, etwas abgespannt, aber nicht unlustig las der alle Herr seine Morgenzcltung. Zur oerabredeten Minute kam auch der Cheuf. feur, grüßte, nahm aber nicht Platz auf dem ihm In unangenehm leutseliger Mache angebotenen Stuhl, sonder« erklärte nur stehend und mit sellsam unsicherer Stimme, es töte ihm sehr leid, aber«r könne sich weder am Führersitz noch ganz passiv an der Ausfahrt beteiligen, da er sich sehr unwohl und fiebrig fühle, es sei sicher besser, er bliebe zu Hquse und im Bett. Der Chauffeur wankte ein wenig, während er dies vorbrachte, leichenblaß sah er au», man prinzliche Sorgen. betriebe, und nun will man nicht mal die Apanagen der Mätressen unsere» Herrn Großpapa bezahlen.' glaubte Ihm seine Angaben, versorgte ihn auch noch mit ein paar illustrierten Zcllungen und den zur Hellkur erforderlichen Uten. sllien. Der Chcs fuhr den Wagen jetzt selbst und er tat e» nicht einmal ungern. Der Motor lnattcrte lustig lauter denn>e durch di« noch menschenleere Morgenstadt, und in schnellem Tempo entraste der Wagen dem Weichbild des Berliner Häuscrgehäufs. Der Chauffeur, der in der Frühe mit Hilfe von Puder und Schminke nicht schlecht geschauspiclert hatte— zum erstenmal in seinem Leben war ihm dos gelungen—, schlief nach ein paar Stunden, stand gegen Mittag aus, kleidetc sich lgugsain und unlustig an, kochte sich etwas zu essen, wozu er immerhin einiges Talent besaß, ging dann ein wenig spazieren, untcrhiell sich mit Bekannten, die er zufällig traf, trank hier euren Schnaps und dort einen, tor- kelle, ein wenig benommen, bei Sonncimntergang heim: die Familie war nach nicht zurück, der Chauffeur wußte es. Zwei Stunden verdöste der Chausfeur ans dem Diwan im misch- mäbligen, unbehaglichen Wahnzimmer des Alten. Gespenstisch greifen Dunkelheit und Stille. Die Bürger essen Abendbrot um diese sonntagsmüde Stunde. Der Chauffeur wagt sie nicht zu durch- stören. Wagt nicht einmal, ein« Zigarette anzuzünden. Halten ihn unsichtbare Fäuste fest? Wie die altmodische Wanduhr die zehnte Abendstunde piepsdünn anschlägt, gelingen ihn, schließlich cin paar mechanische Handgriste. Stülpt sich ein paar Radiohörer über den Kopf, dreht ein wenig am Kondensator herum, spielt am Magneten und hört gerode den Schluß eines harmlosen fidelen Coupleigesang». „Meine Damen und Herren, wir geben ihnen setzt die neuesten Tagesnachrichlen bekannt,' läßt sich die bekannte Stimme des An- Ingers vernehmen. Da wird einige» Neue von der inneren und äußeren Politik, diese» und jenes minder Politische au» aller Welt berichtet. Schließlich kommt der Ansoger zum Kleinkram, zum „Vermischten", ganz zum Schluß erst zu jener Meldung, dte der Chauffeur schon den ganzen Tag erwartet:„Heute morgen gegen neun Uhr ereignete sich ans der Landstraße, die von Karlshorst nach Sadowa führt, ein schwere» Aiitomobilunglück. Auf bisher noch unerklärte Weise löste sich an dem in rasendem Tempo sahrenden Wagen eines Berliner Kraftdroschkenuniernchmers, den dieser selbst steuerte, da» rechte Hinlerrad. Der Wage» kam in» Schleudern, prellte gegen einen Baum und schlug um. Die drei Insassen des Wagens wurden sürcbtcrlich zugerichtet: Der Besitzer und ein mit- jährender noch unbekannter Herr nerstarben binnen weniger Minuten, eine Dome wurde schwerverletzt ins Krankenhau« ein- geliesert: mit ihrem Ableben muß stündlich gerechnet werden.' Dann wellte der Sender Tanzmusik ins Cht. Der Chauffeur nahm den Hörer ab wankte auf sein Zimmer, zog den Mantel an, setzte den Hut aus, stellte sich nach einer Viertelstunde schon der Polizei. Di« Gerichtsverhandlung steht noch bevor. Die Nloöe in öer Medizin. Bon L. M. D i» ck- M a n. Den Leserinnen zur Enttäuschung: Nicht um die Stellungnahme der Medizin zur Mode handelt es sich hier— der Arzt kann mit der heutigen Mode zvsrieden sein, er stellt beruhigt fest, daß sie gesund ist: engt doch die Kleidung den Körper nicht mehr«in: eher da» Gegenteil ist der Fall. Hier aber soll gezeigt werden, wie tief die Macht der Königin Mode wurzelt. Sie dringt sogar ein in die geheiligten Gefilde tqr ernstesten aller Wissenschaften, der Heilkunde. Allerdings sind es nicht unmittelbar Modegesetz«. die befolgt werden-, es handelt sich vielmehr um das Wiederaufkommen bestimmter ein- zelner Behandlungsarten, die früher schon einmal gebräuchlich ge- wese« sind, dann als„unwiilensä>astlich' abgelehnt wurden und nun wieder auftauchen und von der Wissenschaft rehabilitiert werden. Ein Hauptprunkstück miUelallerlicher Medizin war der Ader« laß, berühmt, berüchtigt bis zu den fünfziger Iahren de» vorigen Jahrhunderts. Die Schildtrotianzette war da» Wahrzeichen und der Stolz de» Arzte»; auf vielen Abbildungen der Zeit ist sie sichlbor. Biel« Krankheiten führte man aus verdarbenee Bull zurück, und nicht ohne Grund: aber durch Abzapfen von Blut dem abhelfen zu wollen. das war falsche Logik. Und da man zudem, infalg« der Häufigkeit, mit der diese Mampulatian angewandt wurde, allmählich alle Be- denken verlor und oft und viel zur Ader ließ, besonders da, wa man nicht wußte, was andere» zu tun wäre, so mußte schließlich der ange« listete Schaden größer werden als der geleistete Nutzen. Wie aber o häufig im Leben, vermißt man in diesem Fall« selbst bei der Vissenschaft die erforderlich« Konsequenz: 5ll» di« Schädlichkeit des falsch angewandten Aderlasses klar wurde, schafft« man chn einfach ganz aus der Welt. Van 18S0 an war er in der Medizin streng ver« päm: es galt für Kurpfuscherei, sich damit zu befassen. Man per» gaß, daß es Fälle gibt, wie Blutüberfülle, Trägheit des Kreislaufes, Gerinnung de» Blutplasma u. a., die eine genau berechnete Blut. entnahm« fordern. Erst tn neuerer Zeit hat die Medizin sich darauf besonnen, und der Aderlaß ist wieder in Mode gekommen. Wie tief «ingewurzelt aber das Dorurtell gegen ihn war. erkennt man daran. daß«in neuer Name für die Manipulation gesucht wurde. Der moderne Arzt spricht nicht mehr vom Aderlaß, sandern von der „Venen öfsnung". In der mittelalterlichen Heilkunst spielten die Sekrete, die G i s t e von Kröten und Schlangen eme geheimnisvoll« Roll«. Es war besonders da» Unbekannte, das zu phantostischen Vermutungen und zugleich zu ausgedehnter Anwendung trieb. Mystisch« Spetu» lationen nahmen in der damaligen Medizin überhaupt den weitaus größten Raum ein, ein Wust von Unsinn und Aberglauben ver- dunkelte einzeln« Lichtblicke klarer Ertrnntnis. Und abennals fiel di« Wissensehalt von einem Crtrem ins ander«: Als man sich über die Bedeutungslosigkeit der„symbolis-ben Heilbilder' klar geworden war, räumte man mit der„spekulativen Einstellueng' gründlichst auf. An ihre Stelle trat die nüchtern« Ersahrungswisienschaft und di« wlssenschastlich« Einstellung. Nur Stasfe, deren Bestandteile die Chemi« analysieren konnte, wurden in dl« Arzneibücher aus- genommen. Und da verschwanden mit„Fuchslungensast" und .Echneckensirup' auch di« vegetobilen und animalischen Giste. Al» aber in der neueren Zeit di« Chemie ihren gewaltigen Ausschwung nahm, da wagte man sich auch an die Erforschung der komplizierten Eiweißverbindungen. Und da man in den Tisten vieler Pjlanzeu heilkräftige Stoffe vorfand— erinnert sei nur an Belladonna. Sco- Solamtn. Kokain—, versuchte man auch, in das Geheimnisvolle der Zusammensetzung tierischer Sekret« einzudringen. So ist es dann vor einigen Iahren gelungen, das Gift der Klapperschlange zu lso- lieren und haltbar zu machen. Dieses.„K total in" genannt, ist mit gutem Erfolg bei Epilepsietranken erprobt worden: man hat festgestellt, daß Krotalineinspritzungen die Anfälle verhindern bzw. abkurzen und weniger gesahrlich machen können. Einmal aus diesem Wege, erinnert» zfcin sich der alten Rezepte und suchte zu erliindc», was Wahres daran sei. Und wieder ist ein Körnchen Gutes unter einem Haufen Schutt gefunden worden: In der Bukarester Uni- versitäts-Augenklinik hat ein Arzt das Gift der Kröte(Buffo) iso- liert und„B u s s o n i n' genannt. Dieses Sekret ruft, wenn es in di« Augen gerät, gefährlich« und schmerzhafte Entzündungen hervor infolge Trübung der glasklaren Augenhäut«. Nun lehrt das sog. .biologische Grundgesetz"(nach seinen Entdeckern auch.Areudt- Schulzeiches Gesetz" genannt), daß die Wirkung eines Medikaments in kleinen Gaben umgekehrt ist wie in großen: So hat man im Buiionin einen heilkrästigcn Stosi gefunden, der tn mimmal-lletnen Dosen(homöopathisch) getrübte Augenhäute aushellt. In früheren Zeiten spielten in Krankenzimmern die Räuche- r u n g e n zur Berbesserung der Zimmerl'.isi eine große Rolle. Cm« englischen Krankenpflegerin, Mrs. Nightingal«, gebührt dos Ver- dienst, zuerst die Fenster ausgerissen zu haben, um der frischen Lust van draußen Einlaß zu gewähren Und als man nun erkannte, um wieviel besser diese Art der Luslaussrischung war al» dir mittels Räucherkerze», da wurden diese einfach gänzlich abgeschafst. Die Zimmerausräuchcrung fiel der Vergessenheit anHeim. Bis—- d>e moderne Dakterlologle die Ansteckungsgefahr der Keime in der Luft non Zinnnern, die Infektianstrank« beherbergen, einwandfrei nach- wies. Nun kamen die Räucherungen auch wieder.zu Ehren. Aber wiederum nannte man sie anders, denn schlechter Ruf belastet,«o sprechen wir denn heute von Desinsektionen, wenn wir Zimmer ausräuchern lassen, und wir verbessern damit nicht mehr die Luft, sondern vernichten di« Keime. Die Medizin ist allmählich dazu abergegangen, tiefemgcwurzAt« Vorurteile auszurotten. Die alte Farderung des genialen.lrztes Hufeland:„Prüfet alles und behaltet das Gute', kommt endlich zu Ehpcn. Letzthin noch vertrat der Altmeister der deutschen Chirurgie. Professor Bier, diese Forderung auf da. Nachdrücklichste, und wo die Wisienschaft ihr nachkommt, da wird sie manches G'ite bester und gereifter wieder anwenden, was im ungehemmien Laufe unserer schnellebigen Zeit in Bergessenheit geraten war. So kommt es, daß wir auch in der Medizin Moden kennen, allerdings im vornehnmen Sinne des Worte«: als Verfeinerung und Fortschritt. Wegen kiknvlerspielen hlngttichlei. In London fanfc vor einiger Zeit ein Prozeß gegen mehrere junge Leute statt, die bei offenem Fenster Klavier gespielt und deshalb-in polizeiliches Strafmandat erbalten hotten, gegen das sie richterliche Entscheidung beantragten. Im Lause der Verhandlung ließ sich der Richter Eoe die vwlbeachiete Bemerkung entschlüpfen, daß„man solche Menschen, die die Ruhe der Nachbarn in gröblicher Weise stören, am besten aus der Stelle ertränken würde'. Die Bemerkung war natürlich spaßhaft gemeznt: aber in der französischen Revolution hat sich tatsöiblich der>rall ereignet, daß zwei junge Mädchen aus Arras hingerichtet wurden, weil sie bei unpassender Gelegenheit Klavier gespielt hatten. Die beiden jungen Damen hatten an dem Morgen, als die Nachricht von der Einnehme von Baienciennes durch die Oesterreicher und Eng- länder in Ärras einirof, Klavier gespielt, und zwar die Revolution-- weise des ,.<> ira", dl« ihre gute republikanische Gesinnung im Grunbe unwiderleglich hätte beweisen müssen. Der Polizist, der unglückseligerweis« während Ihrer musikalischen Betätigung an dem offenen Fenster vorbeiaing war indesien anderer Meinung und brachte die beiden jungen Mädchen zur Wach«. Es wurde ein« hochnatpeinliche Unteriuchung«ingeleitet, nach deren Abschluß die beiden unglücklichen Pianistinnen vor das Revolutionsiribunal ge- stellt und nach kurzer Verhandlung zum Tod, verurteilt wurden. „weil sie am Tag« der Niederlage der republikanischen Truppen eine lustige Weis« g-ipiett und damit ihrer Freude über den Sieg der Feind« der Republik Ausdruck gegeben hatten'. Die beiden jungen Mädchen wurden auch wirtlich am folgenden Tage hingerichtet. Eine wirtlich«..Luxuseifeubahn". Di» Züge der Mexiko Gul Dahn rollen über Schienen, die auf Schwellen van Mahagani ruhen. Aus einer anderen Linie sind di« Schwellen sogar au» Ebenholz hergestellt, die Drücken aus weißem Marmor und die Bauwerke aus Silbererzen. Die Verwendung dieser kostbaren Materlatten geschah au»„Ersparnisgründen', da es billiger kommt, als der Ankauf aus- ländischen Materials. Garn an» Iii enschen haar. Nach dem„Petit Parisien' soll in Amiens ein« groß« Spinnerei zur Erzeugung«Ine» neuen Spinn- Materials aus Menschenhaar gegründet worden sein. Das Haar soll aus China und Japan bezogen werden, es wird dann m der Fabrik wie Wolle behandelt. Das aus Menschenhaar geschassen« Gewebe soll sich durch besondere Haltbarkeit auszeichnen. Zur Diskontermäßigung. Wird fie eine ZinSverbilligung bringe«? Da» Zieichsbankdirektorium hat. wie gemeldet, mit Wirkung 12. Januar beschlossen, den DiskontsaH von S auf S Proz.. den Lembardsatz von 11 auf 10 Proj. zu ermählgen und die Le« leihungsgrenze für Gold- und Reichcmarkpfandbriefe von 50 auf Proz. zu erhöhen. Ueber die entscheidende Sitzung des Aentralausfchusses der Reichsbank liegt folgender Bericht vor: In der Sitzung des Zentralausschusscs der Reichebank begründete der Lorsitzende, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, den Be- schluß de» Reichsbankdirektoriums, den Diskont von 9 Proz. auf ö Proz. herabzusetzen, wie folgt: Die Situation der Reichsdank ist feit einer Reihe von Wochen unverändert leicht. Di« Devisenguthaben haben eine ansehnlich« vermeh- rung erfahren. Die Zunahme de» Wechselbestande« der Reich»- dank in den letzten Wochen ist nicht auf die Zunahme inländischer Wechsel, sondern auf eine Mehranluge in Auslandswechseln zuruS- zuführen. Die Ansprüche im inländischen Wechseloerkehr zeigen eine fallende Tendenz. Die Rücksührung de» Zahlungsmittel» Umlaufs gegenüber dem Ultimo ist in der ersten Januarwoche er- heblich stärker gewesen al» in der gleichen Zeit der vorangegangenen Monate. Die Anfang Dezember vorgenommene Kredit l o ck e r u n g hat zu keinerlei vermehrter Kreditinanspruch» nahm» geführt. Nach der Lage der Wirtschast und de» Geld» markte» ist auch für die nächste Zeit mit einer wesentlich stär. keren Inanspruchnahme wechselmähigen Kredits bei der Reichsbank kaum zu rechnen. Langfristige Kredite dagegen werden immer noch in größerem Umfange durch Auslandsanleihen befriedigt, so daß eine Eärkere ch i n l e n k u n g de» in Deutschland vorhandenen Geldes auf en langfristigen Anlagemorkt sehr erwünscht erscheint. Erfreulicherweise ist e» gelungen, bei einer Reihe von Ausland»- a n l e i h e n nach und nach eine geringereRealverzinsnng durchzudrücken. Auch diese Tendenz muß unterstützt werden. Aus allen diesen Gründen hat sich da» Reichsbankdirektorium ent- schloffen, mit Wirkung vom heutigen Tage den Diskontsatz von 9 auf 8 Proz. und den Lombardsatz von 11 auf 10 Proz. zu ermäßigen. Zur Stärkung des langfristigen Anlagemarktes ist serner neben anderen Erleichterungen im Lombardverkehr beschlosien worden, die Leleihungsgrenze für Gold- und Reichsmarkpfandbriefe von 50 Proz. auf tztzzj Proz. zu erhöhen. Die Herabsetzung des Diskont» ist Tatsach«. Wir haben die Diskontermähigung bekämpft, weil wir sie nicht für ein geeignete» Mittel zur endgültigen Lösung der Stabilisierungskris« halten. Wenn Preissenkung und Verringerung der Produktionskosten in der deutschen Wirtschaft die Loraussetzungen zur Gesundung sind, so kann von der Z i n» s e i t e nur die Senkung der tatsächliche« Zln«kosten helfen. Die Zinstosten bestimmen fich nicht noch der absoluten Höhe des Zinssatz«», der für Kredtte verlangt wird. sondern nach der Zins spanne, die zwischen den von den Tanken vergüteten und den von ihnen geforderten Zinsen siegt. An dieser Zins spanne vermag eine Diskontherabsetzung nicht» zu ändern, weil bestenfall, beide Zinesäge um 1 Proz. ermäßigt werden. Ist das richtig, so kamt die Diskont ermäßigung nur gerechtfertigt werden, wenn die Kredit nachfrage in Deutschland. soweit sie wirtschaftlichen Notwendigkeiten entspringt, zurückgegangen ist. Die flüssige Lage der N«ich»bank und der Privat danke« entspringt nicht einer tatsächsichen Seldflüsstgkest in der Wirtschaft. Die Flüssigkeit der Banken und des Geldmarkt» ist viel- mehr die Kehrseite der seit Wochen stark verschärften Wirtschaft»tris« und der Drosselung in der Produktion, die die Einnahmen»u, den Warenverkäufen wegen der Einschränkung und Stillegung sehr zahl- reicher Betriebe nicht zu Löhnen und Gehältern«erden läßt. Auf der anderen Seite entspringt sie der vertrauen»trise der Banken gegenüber der Wirtschast und der Banken untereinander. Nicht weil der Kreditbedarf zurückgeht, ist die Flüssigkeit da. sondern well der Kredstbedarf und die Angst vor seiner Befriedigung zu groß sind, kommen zuviel Gelder auf den Markt. Darin siegt auch der Grund zur fallenden Tendenz der Inanspruchnahme der Reichsbank im inländischen Wechseloerkehr. Genosse Hilferding hat im vokkswirtschaststchen Ausschuß de» Reichstag» gefordert, daß die Reichsbank ein« Diskontpolitik mach«, die die Herrschaft der Reichsbant auf dem Kapital- markt gewährleiste. Er forderte eine Diskontpolitik, die die auf dem Geld- und Kapitalmarkt vorhandenen Mittel mit der vor- handenen Nachfrage nach Krediten auf die Dauer zu einem gesunden Ausgleich bringt. Die Reichsbank führt au», daß die Anfang De- zemder vorgenommene Kreditlockerung zu keinerlei vermehrter Kredit inanfpruchnahme geführt hat. Die R i ch t i n a n- spruchnahm« trotz der Kreditlockerung ist kein Ausdruck des fehlende» Bedarf», sonder» der Kredit sperre, die die Sorg« um die eigene Liquidität und die Lertrauenskrise zwischen den Sussteller» vo» Priootdiskonten über große und lebensfähige Teile der Wirtschaft gelegt hat. Dieser L ertrauen»tris«, nicht der Wirtschaft» krise trägt die Herabsetzung de» Diskont» Rechnung. Infolgedessen ist die Diskontermäßigung auch nicht al» Zeichen»er- stärtter. sondern»erringerter Herrschast der Reich»- dank über den Geld- und Kapitalmarkt zu betrachten. Di« Diskontermähigung ist Wirklichkeit. E» ist bedauerlich, daß dl« Reichsbank sich nicht stark genug gefühlt hat, der Diskontpolitik jene Funktion zuzuweisen, die sie in einer gesunden Volkswirtschaft ausüben muß. Der Geld- und Kapitalmarkt steht heut« immer »och im Zeichen der Kreditkontingentierung. Diese Kreditkontingentierung ist die eigentlich« Grundlage de» Zin»m»nopol», da» die Kartelle der Privatbanken ausüben. Zahlreiche der besten und lebensfähigste» Betriebe können entweder überhaupt keine Kredite erhalten oder werden durch die hohe Zinsspann« an der Wiederherstellung der Rentabilität gehindert. An diesen Dingen kann die Diskontermähigung bei Beibehaltung der Kreditkontingen- tierung nicht das geringste ändern. Das Kreditsystem In Deutschland bleibt auch nach der Diskontherabsetzung unnatürlich und ungerecht. Man kann nur die Hoffnung aussprechen, daß die Herabsetzung de« Diskont» flch nicht auch noch al» unzweckmäßig und gefährsich erweist. Bielleicht, daß wenigstens die Erhöhung der Belelhongsgrenz« für Pfandbriefe ein Lorten ist. Da aber auch sie die Summen nicht Neiner machen, die die Banken zur Erhaltung ihrer Liquidität flüssig halten müssen, steht es dahin, ob nicht auch dieser vortell nur ein vorübergehender ist. Die Reichsbank in der erste» Jaauarmoche. Wie der Auswei» dar Reichsbank vom 7. d. M.«igt. ist in der eiste» Januarwoche«in« Entlastung de» Bankstatu» eingetreten. Die Wechselanloge ging um 177,1 Millionen aus 1787,7 Millionen Reichsmark zurück. Don der Abnahm« entfielen 30,5 Millionen auf vermehrte Rediskontierungen an öffentlich« Stellen. Die Summe der wciterbeqebenen Wechsel stellt« sich sontit am 7. Januar auf 503,6 Millionen Reichsmark. Di« Lombardanlage ermäßigte sich um 7.1 Millionen auf 3,3 Millionen Reichsmark. An Reichsbanknoten und Rentenbankfcheinen zusammen go- langten 255,4 Millionen in die Kassen der Bank zurück, und zwar nahm der Umlauf an Reichsbantnoten um 228,3 Millionen auf 2732,1 Millionen Reichsmark, der Umlauf an Rentenbank- scheinen um 127,1 Millionen auf 1348.« Millionen Reich,mart ab; 15 Millionen Reichsmark an Rentenbankfcheinen wurden getilgt, so daß sich die Bestände der Reichsbant an solchen Scheinen um 112,1 Millionen auf 245,1 Millionen Reichsmark erbShten. Di« fremden Gelder zeigten ein« Vermehrung um 17«.7 Millionen auf 873,7 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Sold und deckungssählgen Denis«» stiege»»m 0,2 Millionen auf 1610,8 Millionen Reichsmark, von diesem Betrag entfalle» 1208,1 Millionen Reichsmart auf Gold und tOi,i Millionen Reichsmark auf deckungsfähige Devisen. Die Deckung der Roten durch Gold allein hat sich oon äM Proz. in der Lorwoche auf 44L Proz, die Deckung durch Gold»»d deckungsfähige Devisen von 54.4 ans 50 Proz gebessert. haaSwerk gegen preisabdcmgefest. Daß der Relchsverband de, ventsche» Hand- «erks seine für gestern. Dienstag, angesetzt« Tagung nicht varüber- gehen lassen würde, ohne gegen die geplanten gesetzlichen Eingriffe in da» Preisdiktat der Innungen zn protestlere», war vorauszusehen. Weniger erbaulich war die Form, in der da» geschah. Der stellvertretende Reichswirtschastsminifter Dr. Krahne wurde durch zahlreiche Zwischenruf« derart am Reden gehindert, daß er es »orzog, eilig abzubrechen und dl« Versammlung sich selbst zn über- lassen. Diese nahm dann noch zwei Referaten eine Entschließung an. die u. a. besagt: „Der Reichsverband habe durch Beschluß vom 25. Rovember 1925 bewiesen, daß er hinsichtlich de» Preisabbau«» bis an die Grenze des Möglichen gehen wolle. Soll ein Berufsstand aber hinlichtlich der Preisbildung auf fein« Mitglieder einwirken, so darf seinen Organen nicht die Möglichkeit genommen werden, richtig« Kalkulation zu lehren und diel« an Beispielen zu erläutern. Auswüchse im Lerdingungswefen sind lediglich«ine Folge des gesamten Systems. Die von der Reichsregierung vorgeschlagenen Maßnahmen gegen die Ringbildung werdtn al» vollständia einseitig und praktisch undurchführbar abgelehnt. An der bestehenden Teuerung ist die Reichsregierung infolge Ihrer wirtichaftspolitifchen Maßnahmen mit verantwortlich. Sie darf die Berontwortung nicht auf die Wirtschaft oder einen einzelnen Berussstand abwälzen. Der Reichsverband erhebt deshalb schärfsten Protest gegen die im Gesetzentwurf zur Förderung des Preisabbaues enthaltenen Sonderbestimmungen gegen das Handwerk und fordert als Boraussetzung für eine wirtliche Ge- sundung sparsamst« F i n a nz w t rtscha f t de» Reiche», der Länder und Kommnuen, Steuermilderungen und Unterlassung feg- sicher Eteuerüberschuhpolittk,»in« gesund« Kreditpositik, Berück- sichtigung der Notlage der Wirtschaft bei allen sozialpolitischen Maßnahmen, Herabsetzung der Lerwaltunz-gebühren, Gerichte kosten. Eisenbahn, und Posttarife." Offen bleibt nach dieser lichtvolle» Resolution nur die Frage, woher die Kommunen und die Städte bei„sparsamster Finanzpolitik� die großen Sondergewinne denn bestresten fallen, die da» Handwert bei öffentlichen Ausschreibungen offenbar für notwendig hall, nachdem e, sich so lebhaft für die Preisringe einsetzte. Eparen und den Lerdingungsgewinnler» zahlen— ein feines Rezept! Rur ist es nicht sehr logisch. Aber was will man auch von einer Tagung von Interessenten erwarten, die durch ihre Syndizi aufgestachell sind! Glauben die»er kl St ige» Hand- werter, bei ihren Kunden, den Verbrauchern, bessere, verstänbni, zu finden, wenn fle fich schützend vor da» Preisdiktat kleiner. egoistischer Erwerbsgruppen stellen? Luftfahrt oaS verkehrswlrtphost. In einem Bortraa, den Reichsverkehrsminister Dr. Grohn« vor weftsälifchen Interessenten in Essen hielt, streifte er auch die großen Probleme, die sich au» der Eingliederung der Luftfahrt und de» Kraftwogenvertehr» in die modern« Verkehr»- Wirtschaft ergeben. Der Minister wie» auf die Erschwerungen unserer Lustfahrt vom Ausland« hin. 317 fungen deutschen Flugschülern stünden 10 000 nach dem Krieg« ausgebildete französische Piloten gegenüber. E» sei unbillig, unter diesen Umständen von militärischer Bedrohung seitens Deutschland zu reden. Der Luftverkehr aber könne heute nur noch durch Euboentione» aufrechterhalten werden. Die zuerst nach dem Kriege betriebenen 40 Gesellschaften haben sich schließlich auf zwei große Konzerne zurückgebildet. Doch auch dieser Dualismus sei unwirtschaftlich gewesen. E» ist gelungen, die Bereitschaft zur Fusion zu erzielen. In Zukunft werd« die Subvention nur der Einheilsgefellscbasl zugute kommen. In dieser werde sich da» Reich, um Bureaukratisierung zu vermeiden, mit einer Minderheit begnügen. Das Reich werde vorwiegend die großen Transkontinent-Linien fördern, daneben auch die technische Entwicklung. Eine Entwicklung der deutschen Luftfahrt sei ober nur möglich, wenn die über den Bersalller Vertrag hinaus Deutschland aufgezwungenen Begriffsbestimmungen beseitigt würden. Nu? wenn Deutschland hierin Entgegenkommen findet. könne«» dem Ausland« unter Bedingung der Gegenseitigkeit Kon- Zessionen In beAig auf das Ueberfliegen deutschen Gebiets machen. Im Kraft fahrzeugverkehr müsse Deutschland den Rückstand gegenüber anderen Nationen aufholen. Normung und Verringerung der Typenzahl müsse Bau und Betrieb verbilligen. Die Reichsbahn-Gesellschaft müsse mit dem Kraftverkehr zusammen« arbeiten, dürfe ihn jedoch nicht monopolisieren. Schon die heutige Entwicklung bat den Straßenbau vor schwerwiegendste teckmisch« und finanzielle Fragen gestellt. Ein Entwurf über die Neugestaltung der al. Zwecksteuer gedachten Krastsahrzeugsteuer liegt zurzett den gesetzgebenden Körperschaften vor. Namentlich seien die großen Durchgangsstraßen auszubauen. Dem so gesörderken Großverkehr müsse durch Vereinheitlichung der polizetllchen Regelung Rechnung getragen werden. Auffische t andmaschlneu einkaufe. Di« landwirtschaftliche Abteilung der Handelsvertretung der UdSSR, hat. wie der EDO. er- fährt, im letzte« Quartal Oktober— Dezember 1925 Ware» im Wert« von 24 509 800 Reichs- mark eingetauft, während im gleiche» Quartal de» Borjahre» Einkäufe in Höhe von 5 797 440 Reichs- mark gemacht wurden. Die Importoperationen d«r genannten Abteilung haben fich also vervierfacht. Di« Einkäufe de» letzten Quartal» 1925 übersteigen sogar weit die Einkäufe de» ganzen Iabre« 1924. die sich auf zirka 11 Millionen Reichsmart besiesen. Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, daß neben der Landwirt- schuflsubieAuiifl der Handelsoeftretung fich«ch anders Organfiaki». nen mit der Einfuhr von landwirtschaftlichen Maichinen nach Rußland befassen. Di« Einkäufe der Handelsoertrelung beruhen aus Anforderungen der Bauernschaft, die allerdings weit über da» Maß dessen hinausgehen, was tatsächlich zur Einfuhr genehmigt und durch die Handelsvertretung eingekauft wurde. Da» außerordent- liche Anwachsen der Rochfrage nach landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten durch die Bauernschaft zeigt, daß ihr, obwohl sie erst fast die Hülste ihres Getreideüberfchusies aus den Markt gebracht hat, doch gegenwärtig viel größere Beträge für Maschineneinkäus« zur Bersügung stehen als im Vorjahre. Insolvenzen in der erste» Januarwoche. Nach einer Zählung des.Berliner Tageblattes" sind in der ersten Januarwoche 4 26 Konkurse erössnet und 274 Geschäftsaus>tckten verhängt worden. Im ganzen Dezember waren es 1660 Konkurse und 1388 Geschäfts- aufsichten. Betroffen wurden im Januar Ä Aktiengesellschaften: davon gingen 14 in Konkurs. Der Rest sind Einzelunternebmungen und Privatpersonen. Don den 23 Aktiengesellschaften sind bemerkens- werterweise 17 in den Jahren 1921 bis 1923 gegründet. Bon den Konkursen entfielen: auf Textilien und Bekleidung 66. Kohle. Metalle, Maschinen. Chemikalien 51(davon 7 Aktiengesellschaften). Holz, Papier, Baumaterial und Baugewerbe 22. Häute. Leder, Schuhe 25, Lebens-, Futter-, Genuhmittel 48. Handwerk 39. Privatpersonen 95. verschiedene 80(darunter 8 Mühlenbetriebe. 14 landwirtschaftliche Betriebe. 1 Versicherungsgesellschaft und 2 kleine Bantattiengesell- schoften). vi« Zahlen lassen erkennen, daß das Weihnachtsgeschäft die Kurv« der Insolvenzen zum mindesten nicht herabgcdrückt hat. Dar dem Kartellgerichl wird demnächst ein sehr interessanter Prozeß ausgetragen werden. Der verband der Deutschen Ver- edelungsanstalten für baumwollene Gewebe E. B. in Leip- zig hat silb den Weihnochtslcherz erlaubt, seine Preise ob 1. Januar bzw. 1. Februar 1926 ganz erheblich heraufzusetzen. In ein- zelnen Fällen liegt eine Steigerung oon 20 Prozent vor. Eine Be- »echtigung für diese Preissteigerung fehlt völlig. Bor allem wird die Preiserhöhung den Baumwollwarengroßhandel stark belasten. Da dieser bei seinen Vorverkäufen die Erhöhung nicht mehr einkalkulieren kann, beabsichtigt der zustän�'ge Großhandels- verband, das Kartellgericht anzurufen. Ein Mißbrauch der wlrt- schaftlichen Machtstellung im Sinne der Kartellverordnung wird ferner m den überaus rigorosen Konditionen des Deredelungsver- bandes erblickt, nach denen jede Deredelungsonstalt zur Deckung ihrer Forderungen auch Waren eines Auftraggeber», die fich_ bei anderen verbandsfirmen in der Ausrüstung befinden, zurück- halten kann. Der Veredelungsverband ist ja jeit Iahren seiner Geschäftsbedingungen wegen sehr berüchtigt. Hossentlich findet sich eine Justiz, die das Geschwür einmal aussticht. Die ersten Schwierigkeiten in der Sunstseideniudustrie. Di« Ber. Glanz st osf-Fabrike n» A.- G., Elberield hat ihren Sydowsauer Betrieb eingeschränkt und entläßt 300 Arbeiter. Verwunderlich ist die Nachricht, weil die Kunstseidenindustrie bisher ein« der wenigen war. die in Deutschland Hochkonjunktur hatten mitten in der allgemeinen Krise. Die Nachricht ist aber u«nrger verwunderlich, wenn man an die Folgen dieser Hochkonjunktur denkt. die durch die riesenhafte Steigerung der Produktion und die«norme Gründungstätigkeit gekennzeichnet Ist. Deutschland, Italien. England. Amerika, Japan wetteiferten in Neugrundungen: die Kapitalien flössen massenhaft der Kunstseide zu, bei der Gewinn« bis zu 30 und mehr Prozent im Preis einkalkuliert werden konnten. Die Glonzstoff selbst hat mit einer englilchen Firma den Bau einer neuen Riesenfabrik beschlossen. Das Rennen hat heute das erste Warnungssignal gezeitigt. Darauf dürft« die Einschränkung bei den Gianzstosfwerken schließen lassen. Di« Glanzstolswerb.- möchten natürlich andere Gründe wahrhaben, fo die englischen Schutzzölle und den deutsch-italienilchen Handelsvertrag, der einen niedrigeren Dertragssatz festgefstzt hat, als die Zolltarifnovelle als Ausgangssatz vorsah. Wäre es nun wirklich so, daß zollpolltiscke Auswirtungen vorlägen, so wäre da» nur wieder ein Beweis dafür, wie selbstverständlich es auch den deutschen Kunstseidemagnaten ist. da» Inland durch möglichst hohe Schutzzoll« auszubeuten und durlb Dumpingkonkurrenz das Ausland übers Ohr zu hauen. Wie es den anderen Industrien geht, die auch exportieren wollen, und den anderen Ländern, die auch absetzen wollen, spielt keine Rolle. Geht e» dann schief, wird gejammert. Die Kunstseiden- induftrie hat am wenigsten Grund zu klagen. Daß der D e m o b i l- machungstommissor ohne weiteres die Entlassung von 800 Mann genehmigt, ist unerhört. Wird noch so mächtig oerdiem, wie in Kunstseid«, so soll man mit den Preisen herunteraehen. Aber vielleicht sind setzt den Unternehmern gerade hohe Preise erwünscht. verlautete doch kürzlich, daß man an«in« international« Kar- tellierung denkt. Dann bekäme die Nachricht allerding» noA eine viel größer« Bedeutung, die hoffentlich auch der Demobilmachungs- kommissar begreisen wird. Zu» verkans der Soholyk.A.-G. Wie die Konfunkwrtorre- fpondenz von zuständiger Stell« erfährt, tst der verkauf der Koho- lyt-Lktien an die Invereft Paper Co. nunmehr von den zuständigen Verwaltungsorganen bestätigt worden und damit zum Abschluß ge- langt. Der Preis für da» gesamt« Aktienkapital von 17,6 Millionen beträgt 16 Millionen Reichsmark und wird in bar bezahlt. Die deukfch-oberfchleflsche SleinkohlenfLrdernng betrug im Dezember(23 Arbeitstage) 1 295 647 Tonnen gegenüber 1�427 985 Tonnen im Monat November, auf den 24 Arbeitstage fielen. Die Haldenbestände an Kohle bezisserten sich am 31. Dezember aus 9980 Tonnen gegenüber 11 560 Tonnen End« November und die Koks- bestände aus 132 596 Tonnen gegenüber 145 571 Tonne» End- November. Da, Verbot der weizenausfuhr sin polnischen Mlniflerrol. In einer Mitteilung über die gestrig« Adendsigung des O-konomilchen Komitee» des polnischen Ministerrat» heißt es, das Oekonomisch« Komitee des Ministerrats habe ein« Derordnuno über das verbot der Weizenausfuhr angenommen und einer besonderen Kommission überwiesen, die einig« Aenderungen rechtlicher Natur an Ihr vornehmen werde Hierzu erfährt die sozialdemokratische .RoboMit": In der gestrigen Sitzung de» Oetonomischen Komitees de» Ministerrats ist man im Hinblick auf unübersteigbare Hindernisse übereingekommen, das Weizenaussuhrverbot im gegenwärtigen Augenblick nicht in Krast treten zu lassen Hingegen churde beschlossen, an Stelle eine» Ausfuhrverbots«inen Ausfuhrzoll m der Hohe oon 15 Zloty für 100 Kilogramm neu einzuführen. Deulfche Schuhmaschine« für Rußland. Der Oeningrader Leder- trust hat in Deutschland 95 Schuhmaschinen für die Fabrik„Prole- tarskaia Prawda" bestellt. Die Aufstellung dieser Moschinen soll die Produktion von bäuerlichem Schuhwerk in Rußland von 2500 auf 4500 Paar täglich erhöhen. Einspruch de, Dauziger Senat» gegen die polnische Iollreg-lung. Tat polnische Finanzministerium hat durch eine am 24. Dezember 1025 befallen Zollämtern eingegangene Verfügung ein neues For- mular für Einfuhrzolldetlarationen«Ingeführt und seine Dcrwen- dung vom 2. Januar 1926 an vorgeschrieben. Durch da» damit ver- Kunden« Verfahren wird der Dienst der Zollämter und zugleich die Leklarationsarbeü der Zollpflichtigen insbesondere der Spediteure und Schiftsmakler ganz erheblich erschwert, so daß nicht nur«in« Lermehruna der Beamten notwendia wird, sondern auch den Spe- diteuren und Schiffsmakler und ein« last unertragbar« Last erwächst Der Senat ist wegen dieser Belastung an die polnische Regierung herangetreten und hofft, daß sie sich, von der Undurchsührbarkest dieser Forderung überzeugen lassen wird. KsffGG Hag ssvrsntiert alla Kafffee Na-«-Probiersliibe Berlin» KurffQrftendamm 26a Kaffffeeffreuden ohne Schaden