Nr. 21 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 11 Bezugspreis: 38dentlich 70 Bfennig. monatite 8- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreusband für Deutschland, Danzia. Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Rusland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit mit Gieb. lung und Kleingarten fowie bee Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adrese: Sozialdemokrat Berlin* 866 Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille seile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettaebrudte Wort 25 Bfennig 1 ( auläffa zwei fettgebrudte Worte). lebes weitere Bort 12 Bfennig. Stellenaefuche bas erfte Wort 15 Bfennig. tedes weitere Bort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchh Raben zählen für awet Worte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Die demokratische Reichstagsfraktion nahm am Mittwoch abend den Bericht des Parteivorsigenden Roch über feine Unter redung mit dem Reichspräsidenten entgegen. Die Fraftion stellte fich nach eingehender Debatte einmütig auf den Standpunkt, daß die Demofraten sich nach dem Versagen der Sozialdemokraten an dem Kabinett der Mitte beteiligen müssen. Es wurde betont, daß die Demokraten sich nicht so leicht der Verantwortung entziehen dürften wie die Sozialdemokraten und seinerzeit die Deutschnationalen. Um Schlimmeres zu verhüten, müßten die Demokraten in das neue Kabinett der Mitte hineingehen. Es wurde in der Fraktionsfigung weiter gefordert, daß die Regierung Luther eine klare Stellung zur Fürstenabfindung einnehmen müsse. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß bei der programmatischen Erklärung der neuen Regierung die bekannten Rochschen Richtlinien weitgehend berücksichtigt werden möchten. Auch die Reichstagsfraktion des 3entrums hat sich gestern abend in mehr als dreiftündiger Fraktionssigung mit der politischen Lage beschäftigt. Zu einer Beschlußfaffung gelangte die Fraktion jedoch noch nicht, sie macht vielmehr ihre Entscheidung von dem Ausfall der Berhandlungen über die fachlichen Voraussetzungen für den Eintritt von Zentrumsmitgliedern in das Rabinett abhängig; mit diesen Verhandlungen ist der Fraktionsvorsigende Fehren bach beauftragt worden, der sich morgen zu diesem Zweck zu Herrn Dr. Luther begeben wird Danach gedenkt die Fraktion endgültig Ihre Entschließung faffen zu fönnen. Am Mittwoch sind bei den Besprechungen Dr. Luthers mit den Parteiführern Personalfragen noch nicht berührt worden. Erft soll die grundsätzliche Bereitwilligkeit der Fraktionen herbeigeführt werden. Die Erörterung der Personalfragen ist dem Donnerstag vorbehalten. Bon der Wirtschaftlichen Bereinigung wurden die Abgeordneten Dr. Bredt und Drewiß von Die Unterstützung der Fememörder. Untersuchungsausschuß im Landtag. Wie wir hören, bereitet die sozialdemokratische Fraktion im Preußischen Landtag einen Antrag vor, der unter Bezug nahme auf die Mitteilungen des Polizeipräsidiums über die Unterstübung des Fememörders Schulz burch die Bereinigung der deutschen Arbeitgeber perbände die Einfeßung eines parlamentarischen Unter suchungsausschusses verlangt. Auch im Reichstag wird ein Untersuchungsausschuß über das Gesamtgebiet der Fememorde erwartet. Die Mitteilungen des Polizeipräsidiums über die Beziehungen der Arbeitgebervereinigung zu dem Fememörder Schulz und zu dem Christlichen Landarbeiterverband fallen Jogar einem so unternehmerfreundlichen Blatt, wie der ehemals Stinnesschen D. A. 3.", auf die Nerven. Dort ist nämlich jezt zu lesen: Der Bericht des Polizeipräsidiums über ein Darlehen, das aus diefer Bereinigung( der Arbeitgeber- Berbände) über eine Landarbeiterorganisation zur Unterstützung einer rechtsradifalen, gefehwidrigen Aftion gefloffen ist, gibt uns erneut Beranlassung, diese Art einer industriellen Propagandapolitik, die hart an die Grenzen von Korruption grenzt, aufs schärfste zurückzu. weisen. Die Arbeitgebervereinigung hat die Aufgabe, die sozial politischen Interessen des Unternehmertums zu vertreten, damit verträgt sich auf teinen Fall eine enge Berquidung mit bestimmten parteipolitischen Zweden, wie sie von den Kreisen um ben als Fememörder verdächtigten Schulz erstrebt werden. Die Arbeitgeber vereinigung fann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie in ehr licher Arbeitsgemeinschaft zu ihrem sozialen Gegenspieler, der Arbeitnehmerschaft und deren organisatorischen Vertretern steht. Das wird aber weder durch eine etwas dunkle„ Propaganda" noch durch die finanzielle Berpflichtung einzelner Arbeiterorganisationen - wie sie nach Aussage eines Geschäftsführers beabsichtigt warerreicht. Wir wissen wohl, daß die Tätigkeit der Propagandaabteilung der Arbeitgebervereinigung von der überwiegenden Mehrheit des Unternehmertums, ja selbst von den meisten Mitgliedern der Vereinigung teineswegs gebilligt wird; auch daß der Bropagandachef die kritisierten Darlehnsverhandlungen auf eigene Gauft geführt hat, wenn auch der Leitung eine gewisse Schuld daran nicht abzusprechen ist, daß es überhaupt zu dieser Entwicklung fommen fonnte. An den Vorgängen ist aber die gesamte Industrie nicht zuletzt der Reichsverband der Induftrie erheblich interessiert, da die notwendige scharfe Trennung zwischen den schuldigen Bersönlichkeiten und der übrigen Arbeitgeber schaft von der Deffentlichkeit und der Arbeiterschaft nicht immer borgenommen wird. Es genügt daher nicht, daß jetzt der Hauptbeteiligte in aller Stille verschwindet. sir erwarten, daß eine deutliche Erklärung die gewünschte Aufklärung schafft. Die für Mittwoch abend vorgesehene Fraktionssigung der Deutschen Boltspartei wurde auf Donners. tag nachmittag vertagt. Das„ Berliner Tageblatt" meldet in seinem Bericht über den Empfang der Abgg. Koch und Fehrenbach beim Reichspräsidenten u. a. folgendes: Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Ballstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Italienische Politik. Schuldenregelung. Das faschistische Parteimonopol. Lugano, den 11. Januar. Die italienische Politik ist augenblicklich in einer Phase relativer Ruhe, in der sich unter großer Gleichgültigkeit der öffentliche Meinung die vorbereitende Diskussion für die Regulierung der englischen Schuld vollzieht und die Ausbreitung des faschistischen Parteimonopols ihren Gang geht, als Befizergreifung der Preffe und des Patrimoniums nichtfaschistischer Bereinigungen und als Abwehr der dem Regime durch den Matteotti- Prozeß drohenden Gefahr. Was die englische Schuld betrifft, so handelt es sich in runder Summe um etwa 550 Millionen Pfund Sterling, die zum größeren Teil während des Krieges an Italien gegeben wurden, nicht, wie die Gelder der Vereinigten Staaten, vorwiegend während der Nachkriegszeit. Neben der eigentlichen Schuldenfrage ist die der Zurückgabe des italienischen GoldSehr bedauert der Reichspräsident die Tatsache, daß depots für Italien von großer Bedeutung. Zur Sicher auf Drängen der Mehrheit der gestrigen sozialdemokratischen stellung seiner Schuld hat Italien bekanntlich in den Jahren Fraktionsfigung der ursprünglich vorgeschlagene Wortlaut des Be 1915 bis 1917 im ganzen 562 Millionen Lire in Gold an die schlusses, der die Ablehnung einer Beteiligung an der Regierung auf Bant von England geschickt; dieses Depot wird noch heute ben jeßigen Augenblid beschränkt wissen wollte, abgeändert vom italieinschen Schatz aufgeführt als ein Teil der Metallworden ist, indem das Wort wiegt" gestrichen wurde. dedung der italienischen Zirkulation. England macht geltend, Diese Meldung beruht von A bis 3. auf vollkommen daß dieses Gold ebenso wie das unter gleichen Umständen freier Erfindung. Bei den Beratungen über den zu deponierte französische nach den Bereinigten Staaten gesandt fassenden Beschluß war von seiner Geltungsdauer mit feinem worden ist, daß das Schazamt Großbritanniens nicht daran Wort die Rede, zumal es selbstverständlich ist, daß er sich nur denken könne, es zurückzugeben; man werde es auf die Schuld auf die augenblidlich gegebenen Umstände als Anzahlung anrechnen. Italien stellt sich dagegen auf den beziehen kann. Der Wortlaut des Beschlusses wurde in der Standpunkt, daß das Depot ihm in Gold zurüdzugeben sei, Fraktion gar nicht erörtert, es waren feine Abänderungs da es ohne diese Metalldeckung seine Baluta nicht fanieren anträge gestellt; der Tegt, in dem niemals das Wort„ jekt" fönnte; das Gold sei mur als Depot, nie als Anzahlung nach gestanden hatte, wurde unverändert angenommen. Auch England ausgeführt worden. Im Anschluß hieran wird, menn hat der Reichspräsident den genannten Parteiführern fein Beauch in sehr gemäßigter und rücksichtsvoller Weise, die Frage dauern über jene nicht existierende Tatsache nicht ausgesprochen. des Anteils Italiens an der Kriegsbeute wieder angeschnitten. Welches Intereffe das„ Berliner Tageblatt" daran haben Obwohl Italien unter feindlicher Invasion gelitten hat, die fann, die Dinge fälschlich so darzustellen, als ob die fozialdemo- England erspart blieb, sind ihm nur 10 Broz. der Wieder fratische Reichstagsfraktion der Koalitionspolitik ein für alle gutmachungsgelder zugesprochen worden, gegen 22 Proz., die mal abgeschworen hätte, ist nicht zu erkennen. England erhält. Außerdem ist Italien bei der Aufteilung der Kolonien leer ausgegangen. Von großbritannischer Seite da gegen macht man, namentlich durch die„ Times", geltend, daß das italienische Budget mit einem lleberschuß abschließt, während das großbritannische ein Defizit aufweist, daß Italien ohne psychologische und politische Rückschläge im Innern" bedeutende Summen bezahlen könne, wie die jubelnde Aufnahme des Abkommens mit Nordamerika gezeigt hätte und schließlich, daß die geringen Bölle Großbritanniens eine italienische Ausfuhr möglich machen, die bereits die Einfuhr übertrifft. Daraus geht also hervor, daß die Unternehmervereinigung nach Aufdedung des Standals den„ Hauptbeteiligten" in aller Stille verschwinden lassen und dann so tum möchte, als ob nichts gewesen sei. Aber die um Borsig mögen nicht glauben, daß der Korruptionsfumpf so leicht trockenzulegen wäre. Im übrigen: Was tun die Christlichen Gewerkschaften, um den Mafel von ihrem Bundesgenossen Behrens, seinem Landarbeiterverband und damit von sich selbst abzuwaschen, der durch die finanzielle Verpflichtung" gegenüber der Unternehmervereinigung entstanden ist? Es wird auch Zeit! Die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände teilt unter Bezugnahme auf die Erklärung des Polizeipräsidiums Berlin über die Gewährung eines Darlehens durch die Vereinigung mit dem 3wede der Unterstützung des verhafteten Oberleutnants a. D. Schulz mit, daß bereits vor Beröffentlichung der Mitteilung des Bolizei präsidiums ein Untersuchungsausschuß hierüber von ihr eingesetzt worden ist. Die Vereinigung werde selbstverständlich die aus dem Ergebnis der Untersuchung sich ergebenden Konsequenzen ohne Ansehen der Person ziehen. Fememörder Voß verhaftet. Wie man sieht, tommt der Dollarbluff schon jetzt Italien teuer zu stehen. Man hat den Beamten und Arbeitern den Dollar vom Gehalt und Lohn abgezogen, ohne psychologische und politische Rückschläge"; die„ Times" meinen, man fönne jetzt nach demselben System eine Pfundfammlung für die englische Schuld inszenieren. Was den Budgetüberschußz betrifft, so ist dabei vielleicht rechnerische Aufmachung im Spiele, die ihre Ausschlachtung in der inneren Politit jetzt durch außenpolitische Belastung mehr als wett macht. Uebrigens find die drei Hauptausfuhrartikel der italienischen Industrie, Seide, Kunstseide und Automobile, in Großbritannien durch fehr hohe Zölle getroffen. Das Uebergewicht der italienischen Einfuhr über die italienische Ausfuhr ist natürlich eine Folge des Untergewichts der italienischen Lira gegenüber dem englischen Pfund. Hamburg, 18. Januar.( TU.) Die Beamten des Fahnbunge. Die Ausbreitung des faschistischen Partei fommandos fonnten in der legten Nacht den als Täter bzw. Wittäter bei den Fememorden gesuchten am 19. Oftober 1892 geborenen monopols fann jetzt nicht mehr, wie früher, ausschließlich ehemaligen Oberfeldwebel Hermann Voß ermitteln und dem Knüppel überlassen werden. Man empfindet jetzt die festnehmen. Boß führte tatiäblich, wie auch angenommen, auf Notwendigkeit, anstatt der massenhaften faschistischen Tagesden Namen Gebrle und Knopp fowie auf andere Namen lautende blätter, die nur als Krippe für faschistische Journalisten dienten, Ferner wurde von der Kriminalpolizei ein Beitungen zu haben, die wirklich gelesen werden. Das bloße Papiere bei sich. mann berbaftet, beffen Berfonalien jedoch noch nicht feft- Auftaufen antifaschistischer Blätter hat nicht den gewünschten stehen, der aber gleichfalls in dem dringenden Verdacht steht, der Fe me'mor de Mittäter zu sein. Hilferuf nach Genf. Böhmische Badeorte und tschechische Regierung. Prag, 18. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die deutschen Bürgermeister der Badeorte Star Is bab, Marienbad. Frangens bab, Jobannisbad und Joachimsthal richteten an ben Völkerbund eine Beschwerde gegen die tichechoslowakische Regierung wegen ihres unrechtmäßigen Vorgehens in den deutichen Badeorten der Tichechoslowakei. In der Beschwerde wird besondere auf die Vorfälle des vorigen Sommers in Mar enbad hingewiesen und an ben Böllerbund das Eriuchen gerichtet, bei der tichechoflowafischen Regierung entsprechende Schritte zu unternehmen. Entwurf eines Reichsbeamtengefeges. Der im Reichs. ministerium des Junern aufgestellte Entwurf eines allgemeinen Reichsbeamtengefeßes ist mit den Vertretern der Länderregierungen durch beraten worden. " Erfolg gehabt; der" Corriere della Sera" und die„ Stampa" haben eine riesenhafte Berminderung ihrer Auflage zu verzeichnen, seit sie faschistisch sind. Auch die systematische Beschlagnahmung aller Oppositionsblätter hat die Leser der faschis stischen Presse nur um wenige vermehrt. Da die faschistischen Blätter sehr viel kosten und auf die Dauer ihre Geldgeber, die Banten und Großindustriellen, ermüden, fängt jetzt die faschistische Breffe an, ihre Blätter zusammenzuschlagen. In Rom sind im vorigen Monat eingegangen: der„ Sereno", die Epoca" und die Idea Nazionale", die mit der aufgekauften" Tribuna" verschmolzen wurde; jezt fauft man mun auch das rechtsliberale" Giornale d'Italia" auf( d. h. die Redaktion wird nicht mitverkauft) und läßt dessen Mittagsausgabe, den Piccolo", eingehen. Es blieben demnach in Rom als Morgenblätter der faschistische Messaggero", früher „ demokratisch". allezeit Organ der Schwerindustrie und das Giornale die Roma", das niemand lieft, als Mittagsblatt, der Tevere", der mit dem Tiber, nach dem er heißt, die Fähigkeit teilt, alle loafen au zunehmen, und als Abendblätter, die " Tribuna", das Giornale d'Italia", ein ernst gemeintes Wig " sfatt: das„ Impero", der flerital- faschistische, Corriere d'Italia" und das Organ des Batikans, ber„ Osservatore Romano". Bon den beiden bürgerlichen Oppo tionsblättern„ Risorgimento" and" Mondo" werden seit dem 4. November alle Nummern beschlagnahmt, auch wenn sie nur offizielle Kommuniqués enthalten mit der stereotypen Begründung, daß das Blatt geeignet ist, in seinem Ensemble die Gemüter aufgureizen, mit Gefährdung der öffenilichen Ordnung". Außerdem gelangt noch gelegentlich eine Nummer der Voce Republicana" an die Deffentlichkeit. Das Geschäft geht dabei fo gut, daß ein Zeitungsverkäufer nach dem andern seinen Stand aufgibt. Die Epoca" fchließt mit einem Defizit von 10 Millionen Lire; sie wurde von dem Industrieritter Mag Bondi ausgehalten, der dieser Tage mit einem Fehlbetrag von 120 Millionen Lire Bankrott machte. Eja, Eja, Allalah! In dasselbe Kapitel gehört die Besizergreifung fremden Privateigentums zugunsten faschistischer Organisationen. Im Widerspruch zu den ausdrücklichen Be stimmungen des Handelsgesetzbuches hat z. B. das römische Gericht das Volkshaus dieser Stadt in Liquidation gefeßt. Ueber ein Kleines fommen so die Faschisten zu einem billigen Lotal; dabei haben die Maurer Roms den Bau in ihrer freien Zeit ausgeführt, während das Rohmaterial von der Spende eines Genueser Genossen angeschafft wurde. Den Palazzo Giustiniani schenkt Mussolini der neuen Stalienischen Akadenie"; die bisherigen Besizer, eine Attiengesellschaft, interejsieren sich da ür, wie sich der Herr Italiens diese lleberführung ihres Eigentums in fremde Hände denkt. Daß im Palast der Freimaurerorden seinen Sit hat, der sich auf den Boden der neuen Vereinsgefeggebung gestellt hat, tann nach den bestehen den Gesetzen das Eigentumsrecht nicht aufheben. Man geht wohl nicht fehl, wenn man als faschistische Besitergreifung auch die Gesetzesmaßnahmen ansieht, die der fafchistischen Kinderorganisation, der" Balilla" ( Balilla hieß der Junge, der durch einen Steinwurf den genuesischen Aufstand von 1747 gegen die Desterreicher aus löfte), einen offiziellen Charakter geben und ihr öffentliche Gelder sichern, ebenso wie die Bestimmung in dem soeben vom Ministerrat beschlossenen neuen Militärgesezes, nach der das Recht auf Abkürzung der Dienstzeit auf jene beschränkt bleibt, die vormilitärische Instruktion in der faschistischen Miliz gehabt haben. Immer ist es derselbe Prozeß: mit Staatsmitteln oder Staatsvergünstigungen wird das bezahlt, was die Parteiorganisationen des Faschismus fördert. Jeder Bürger als solcher wird zu Leistungen für die Faschistische Partei von Staatswegen herangezogen. Natürlich muß sich der Faschismus den Rücken deden. Diesem Zweck dient vor allem die Bereitelung der Prozesses Matteotti, den man durch eine Komödie erjezen wird. Die Verlegung nach Chieti soll den auswärtigen Rorrespondenten die Courage nehmen, den Berhandlungen beizuwohnen. Voraussichtlich wird die lokale Bolizei den Ausländern liebevoll erklären, daß sie ihre persönliche Sicher heit nicht gewährleisten könne. Außerdem ist der Berhandlungsbereich nach dem italienischen Strafverfahren streng durch das Erkenntnis ter Borunterfuchung begrenzt, und diese schaltet alles aus, was Vorbedacht, Freiheitsberaubung, Mandanten usw. betrifft, weil dieses unter die Amnestie fällt. Was bleibt, ist nur eine Raufepisode. Freilich hebt die Amnestie die zivilrechtliche Berantwortung derer nicht auf, die die Frei heitsberaubung veranlaßten, und so den Tod herbeiführten. In der Tat hatten die Vertreter des Privatklägers die Ein behaltung der Summen( mehrere Millionen Lire) gefordert, die Marinelli und Filipelli auf Grund ihrer strafrechtlichen Berantwortlichkeit beschlagnahmt werden waren, zur Sicher stellung der zivilrechtlichen Entschädigungspflicht, aber die Einbehaltung wurde erst verfügt, als die Herren ihre Millionen seit 24 Stunden abgehoben hatten. Der Prozeß wird sich abwickeln wie eine ganz belanglose Berhandlung, weshalb die Familie Matteotti ganz im Ernst die Frage erwägt, als Brivatfläger zurückzutreten, um sich nicht zur Teilnahme an einer unwürdigen Bosse herzugeben. Frischer Lorbeer. Konzertumschau von Kurt Singer. Im letzten Konzert Furtwänglers, der bald auf dem Umweg über Wien nach Amerika übersiedelt, hörte man mit großer Freude die zweite Leonoren- Ouvertüre Beethovens. Sie hat sehr viel innere Verwandtschaft mit der allbekannten dritten, mindestens thematisch. Die Florestan- Arie dominiert auch hier und wird sehr tief empfunden in den dramatischen Gang eingeflochten; auch die Trompetensignale, die in der Oper die Ankunft des Ministers an tünden, fehlen nicht, und selbst eine Etretta der Leidenschaft, des Eiegs der Liebe über die Brutalität und Ungerechtigkeit frönt mie ir der dritten das Wert. Doch all das ist noch nicht so einheitlich und tonzentriert, so in die Tiefe des Erlebnisses gedrängt, wie in der letzten Fassung. Eine größere Unbekümmertheit herrscht vor und ine Sehnsucht, das Melodische und Schwebende zum selbständigeren asdruck zu bringen. Furtwängler dirigierte das Wert auch mit einer besonderen Hingabe an das Melos, ja er versenkte sich so sehr in das herrliche Stück, das ein Abglanz von Weichherzigkeit, taum zu preisen, noch in ihm blieb, als er das G- Moll- Klavierkonzert von Bach spielte. Furtwängler ist ein sehr vornehmer Pianist. Bei der Interpretation diefes Konzerts hätte er ruhig mehr aus der Reserve herausgehen können, besonders, was die Dynamit der linken Hand anbelangt. Das Streichorchester begleitete fast ohne Dirigentenzeichen mit höchster Delikatesse und Unhörbarkeit, war dagegen in den Tuttifäßen viel zu maffio und zu stark durch die Besetzung. Der Erfolg war groß, größer als man sonst dem Dirigenten Furtwängler in Berlin begegnet. Furtwänglers Größe und Einzigkeit zeigt sich immer dann, wenn ein anderer Kapellmeister auf dem gleichen Podium vor den gleichen Menschen steht. Robert Heger von der Wiener Staatsoper ist ein im Mechanischen höchst gewandter und geübter Mann, dem zur Deutung und Berinnerlichung vorgetragener Werte nur ein Zuschuß von Empfindung, Herz und Persönlichteitswirtung fehlt. Wir hoffen, daß er die sinfonische Legende Assisi" von wegler nur zur Erstaufführung brachte, weil die Produktion in größeren Orchester merten augenblicklich stodt, nicht aber als Ausdruck seines perfön lichen Geschmacks. Lubta Kolessa mar die Solistin. Sie ist fo jung wie begabt, so graziös wie temperamentvoll. Die Lieblichkeit ihrer Ausdrucksbewegungen paßt ganz zu dem Auftreten eines in fich harmonischen Geschöpfes, das auch einmal dort spielerisch werden fann, wo ein reifer Mensch stärkeres zu erleben wünscht. Es bedeutet bei einer solchen jungen Persönlichkeit nichts, menn sie einmal über wesentliches hinwegfpielt, nur um romantischen Spielereien intensiv nachgehen zu fönnen. So wie sie es macht, ist es gut, und es störte auch den Eindrruck gar nicht, daß fie anfing, den Dirigenten zu dirigieren. Wächst Lubka Koleffa weiter so, wie sie es seit ihrem Wunderkindertum bisher bewies, so sind wir um eine pianistische Spielperjönlichkeit reicher. Bon diefem persönlichen Durchbringen und Durchringen ist Gualtiero Bolterra noch weit entfernt. Dieser junge Mann mit dem musikalisch tlangvollen Namen wird lernen müssen, aus der Eitelkeitsregion in die der fünstlerischen Gestaltung vorzustoßen. Das etwas fokette Präludieren möge noch hingehen, nicht aber ein | Der Rache- Krieg?. Drohung mit der Reitpeitsche. Dem Sozialdemokratischen Pressedienst" wird aus dem Reichstag geschrieben: Als Herr Kriegt seine Berleumdungen in die Welt fette, wußte er den Eindruck zu erweden, als verfüge er über die notwendigen Unterlagen. Bis jetzt ist er mit diesen Unterlagen nicht herausgerückt, und es ist mehr als lächerlich, menn er nunmehr einen Untersuchungsausschuß fordert, der nachträglich das erforderliche Material beschaffen soll. Wir hätten grundsäglich gegen eine solche Untersuchung nichts einzuwenden, und erlauben uns nur die Anfrage, weshalb denn Herr Kriegt das, was er wußte, nicht seinen deutschnationalen Freunden mitgeteilt hat. Die wären dann doch in der Lage gewesen, im Ausschuß festzustellen, welche sozialdemokratische Instanz Barteilisten" aufgestellt hat oder welcher sozialdemokratische Politiker sich an das Böllerbunds fetretariat gewandt hat, um für sich oder andere einen der Sekretärposten, um die jetzt der Kampf geht, zu erhalten. Da das nicht geschehen ist, bleibt es dabei, daß der schreibeifrige Mitarbeiter des„ Berliner Lotal- Anzeigers" und einer Reihe von nationalistischen Provinzzeitungen Verleumdungen verbreitet hat. Aber Herr Kriegt ist ein empfindlicher Mann. Er, der die gröbften unwahrheiten gegen die Sozialdemo fratische Partei gefchleudert, sieht in der Charakteriſtik, die ihm der Genoffe Stampfer im Auswärtigen Ausschuß hat zuteil werden lassen, eine Beleidigung, und er versichert in der von ihm bedienten Presse, daß diese Beleidigung ,, das notwendige Nachspiel" haben werde, wenn Stampfer fich nicht entschuldige. Welcher Art das Nachspiel fein soll, fagt der Getränkte nicht. Aber ein sicherer Herr Rames, der dem gefränften Kollegen im Deutschen Schnell dienst für Politik und Wirtschaft"( Tele graphen Union) zu Hilfe eilt, gibt näheren Aufschluß. In einem Reitpeitsche" überschriebenen Artikel droht er folgendermaßen: Es wäre weifer gar nicht verwunderlich, wenn in den nächsten Tagen irgendwo in den Wandelgängen des Reichstags eine Reitpeitsche fräftig durch ein Geficht flatschte. Es wäre fogar fehran. gebracht, so sehr man sonst den Knüppel in jeder Form ver. abscheuen mag, und zumal für politische Auseinanderfeßungen uns mir die geiftige Waffe die geeignete dünft. Aber was im Aus wärtigen Ausschuß des Reichstags bei der Behandlung der üblen Stellen jägerei in Genf vor sich gegangen ist, das überschreitet jede Grenze, zumal die journalistische Leuchte der Sozialdemokratie, Herr Chefredakteur Stampfer vom Vorwärts", diesen jüdischen Gassenton, dessen er sich bediente, wohl mur deshalb anzuwenden wagte, weil er selbstverständlich nicht zu der Gesellschaftsschicht gehört, die auf tavallermäßige Weise Satisfaffion zu geben pflegt, weil ihn außerdem feine 3mmunität gegen ein strafrechtliches Verfahren wegen Beleidigung schüßt und weil er nicht einmal zu befürchten hat, daß eine journalistische Standesorganisation ihn vor ein Ehrengericht zitiert, da die sozialisti schen Angehörigen der Presse dem Deutschen Reichsverband nicht. angehören. zu den in Italien angewandten Methoden. Mindestens theoretisch! Bevor sie sie anwenden, werden sie sich doch mohl Rechenschaft darüber geben, daß die Nachahmung der in Mussolinien üblichen Bragis in Deutschland nicht ganz ohne Gefahren für sie sein würde. ,, Dezidierter Nichtehrenmann". Zur Beantwortung der Frage, ob Genosse Stampfer recht hatte, als er im Auswärtigen Ausschuß Herrn Kriegt als einen dezidierten Nichtehrenmann' bezeichnete, trifft der Soz. Presse dienst noch einige bemerkenswerte Feststellungen. Herr Kriegt ist ein vielbeschäftigter Journalist, er arbeitet nicht nur für ugen. berg, sondern er schreibt auch Berliner Artikel für mehrere Provinzblätter, und außerdem gibt er den Deutschenspiegel" heraus. leberzeugunger zu haben, je nachdem wie sie von den AufDabei bringt er es fertig, zu gleicher Beit verschiebene traggebern gewünscht werden. Zum Beweis gibt der Breffedienst" traggebern gewünscht werden. Zum Beweis gibt der Breffedienft" zwei Zitate: eines aus dem Lübecker„ General- Anzeiger" vom 9. Dezember v. 3. und eines aus dem Deutschenspiegel" derselben Woche. Wir stellen die beiden Zitate der Anschaulichkeit wegen neben einander: -Generat. arlegt im Lübeder„ General- Krlegt im„ Deutschenspleget" Anzeiger" vom 9. Dezember v. J. derfelben Woche: Keine Regierungs. Auf jeden Fall fann, wenn mehrheit soll von vorn nicht die Deutsche Volkspartei und herein als gut oder das Zentrum einfach glatte Erben. Auch die Große Roa- eine Bolitit der vollständigen schlecht bezeichnet werfüllungspolitik schlimmster Art, lition hat in den schwersten Unterwerfung unter das Diktat Monaten des Jahres 1923 eine von Paris und London machen große Mission zu erfüllen wollen, die Fortsehung der Politik gehabt. Sie fönnte, wenn sie von Locarno nicht in einem Kazustande fäme, wohl ein star? es bineff betrieben werden, das von Boilmert in der wirtschaft der Sozialdemokratie, fei es nra werden. Aber es sieht leider nicht Kabinett der Mille, abhängig iff. lichen Sturmflut dieses Winters als Große Koalition, fel es als jo aus, als ob der Wille zum Bau dieses Bollwerts befonders start wäre. Auf der einen Seite ist die Große Koalition ein Glüd, auf das aber leider" nicht zu hoffen ist, auf der anderen Seite wäre fie ein Unglück, das um jeden Preis verhindert werden muß! Das sind zwei einander entgegengesezte lleberzeugungen", vertreten DoR ein und demselben Mann in ein und derselben Woche! Das Ge meinsame an ihnen ist nur, daß sie beide honoriert werben! Die Verleumdung geht weiter! Deutschnationale Blätter im Reich nennen jetzt in Verbindung mit der Genfer Affäre in mehr oder minder geheimnisvollem 3us fammenhang den Namen Breitscheid. Um auch diesem Klatsch ein Ende zu bereiten, fet festgestellt, daß der 22jährige Student Gerhart Breitscheid zu Studienzweden nach Genf gehen und dort beim Genoffen Albert Thomas, bein Direktor des Internationalen Arbeitsamts, einem alten Freund feines Baters, vorübergehend und aushilfsweise als Privatsekretär Berwendung finden foll Das geht eigentlich feinen Menschen etwas an. Aber da die Berleumder über den Zusammenbruch ihrer Berleumdungen ver. zweifelt sind und vor feinem Streich zurückschreden, ist zu vermuten, daß sie versuchen werden, auch aus diefer epochemachenden Ange tegenheit eine Affäre zu machen. Das Erwerbslosengesetz. So geht es noch eine Weile lieblich weiter. Nun wäre Herr Kriegt zu fragen, ob er, als er von dem, notwendigen Nachspiel" sprach, an diese Reitpeitschen- Satisfaction gedacht hat. Außerdem aber sollte sich der Reichsverband der deutschen Presse, dem entgegen der Behauptung des Herrn Rames übrigens auch Sozialisten angehören, darüber äußern, ob er den Ton, den Herr Kames anschlägt, Bis zu 6000 m. versicherungspflichtig." für mit der Würde der Presse vereinbar hält. Dieser Der vom fozialpolitischen Reichstageausid ug eingelegte UnterJournalist wünscht offenbar das glorreiche Beispiel der Musso ausiauß zur Erörterung der Eimer belofen fürforge bat lini- Garde in Deutschland nachzuahmen. Er nimmt sozusagen am Mittwoch feine Beratungen abgeschlossen. Er empfiehlt, die den Faschismus vorweg, und das ist fein Wunder, wenn man legierungsvorlage über die Einbeziehung der Ange bedenkt, daß er im Dienst eines Organs steht, ftellten bis zu 6000 m. Jahres einfommen ohne jede Jahreseinfommen das zum Hugenberg Ronzern gehört. das zum Hugenberg Konzern gehört. Herr weitere Ausschußberatung unverzüglich in allen drei Lesungen im Hugenberg selbst lehnt zwar nach seinen neuesten Erklärun- Plenum des Reichstags zu berabicbieden, damit die Unterstügungen gen die Difiatur ab, aber feine Schreibfrechte bekennen sich noch im Januar zur Auszahlung fommen lönnen. Boltern, wo starter Ausdrud verlangt wird, ein[ pißiges Heraus. hauen von Noten, wo andere Schattierungen des Klangbildes möglich und notwendig sind. Eine gute Technik und eine fräftige Hand find ihm zu eigen; es heißt, sie weiter ausbilden. Wladimir Horomiß ist als Pianist ebenfalls hochbegabt. Seine verträumte Inrische Weiche und inbrünstige Art, den Klang zu formen, offenbart sich zwar sehr mitteilsam in Bagatellen von Medtner. Diese Stücke find aber nur in homöopathischen Dosen genießbar, selbst wenn sie dem Unterhaltungsbedürfnis einer großen Menge sehr entgegen tommen. Der Cellist Francesco Don Mandelssohn hat einen Ramen zu verteidigen. Er tut das mit einem selbstbewußten männlichen Spiel, das in der Tonfülle und Fingertechnik die Becker- Schule zu verraten scheint. Auch bereichert er das übliche Programm durch eine felten gespielte Sonate von Sammartini, und die sieben Baria. tionen opus 66 von Beethoven, die allerdings eine nicht sehr ausgereifte Arbeit des Meisters darstellen. Am Klavier sitzt ein Knabe, Conrad Hansen, der den Teufel im Leib hat und so weise in der Zurückhaltung des Begleitens bleibt, daß man glauben tönnte, er sei ein Mann. Daß es möglich ist, aus Gesangsabenden fünstlerische Ereignisse zu machen, das zeigte der Duettabend von Lotte Leonard und Wilhelm Guttmann. Musikalisch unterstützt von B. Ernst Wolff fangen fie Duette von Händel mit einer musterhaften Einstellung der beiden Stimmen und dramatischen Charaktere queinander, und die lieblichste, mufitalischfte aller Dratoriensopranistinnen hielt fogar die allzu lange Lucretia- Rantate durch, ohne allerdings für den letzten Racheschwur noch die äußerste Kraft zu erfparen. Was die Leonard aber hier zur Klavierbegleitung an Gefühl und Stimmung, an Berteilen der Ausdrucnuancen und an Atemtechnik zeigte, müßte feine ideale Erhöhung finden, wenn ihr ein Kammerorchester zur Seite steht. Wilhelm Guttmann rückte sechs altdeutsche Lieder ganz in die Darstellungswelt eines geiftigen Arbeiters. Dhne jede Gesuchtheit brachte er zur plastischen Darstellung, was Musif und Tegt eines Volksliedes so traut und Innig, so froh und sentimental auf uns wirken lassen kann. Er ist ein Beweis dafür, daß man feine Bombenstimme zu haben braucht, um ein Meistersinger zu fein. Ottilie Megger Lattermann zeigte in ihrem Lieber- und Arienabend, welche große Persönlichkeit sie ist und welch herrliche Stimme fie befaß. Noch heute fann fie, auch wenn der Schmelz ihrer Stimme ein wenig schwindet, es mit den Podiumstars der Singekunst aufnehmen. Die Stille eines Schubertschen Lindenbaumes und die baladeste Wucht eines Erlkönig- in beiden Polen Schubertscher Sprechart erwies fie fich als eine Gestalterin von größtem Format. Es dürfte auch heute wenig Frauen geben, die es in dieser gleichmäßig fünstlerischen Bewältigung widerstrebender Kunstelemente mit ihr aufnehmen. Der jungen Gerda Heuer sei zum Beginn ihrer Laufbahn ein Glüdauf zugerufen. Eine schöne, weiche, biegsame Stimme wird von einem fünstlerischen Willen gelentt, und die technische Ausarbeitung des Liedes versinkt vor dem Glanz einer Darstellung ins Unterbewußte. Sie erlebt Lieder von Mussorgfti als ein Mensch von Herz und Blut; daß sie sich dabei in den ur- russischen Gesängen im Tempo vergreift, foll ihr nicht gar zu schwarz angestrichen werden. Eberhard Preußner war ihr am Klavier ein tüchtiger Helfer. Die Katzenschlacht. Ein Bänkelsang. Boller Wehmut greift der Sänger in die Klampfe Euch zu singen von dem Bruderkampfe, Wie sich fast des Kommunistenblatts In Hannover hat bemächtigt Rayz. Mit Ruth Fischer einst in der Erefutive Ward er abgefägt durch Effi- Briefe. Aber während Ruth in Mostau schmollt, Iwan Kaß das Kampfpanier entrollt. Ja, ich fag's mit zitterndem Entsagen: Als verruchten Reger sieht man Katzen Aufsteh'n, ein Rebell wie fann er bloß? Und bald tönt der Ruf: Der Katz ist los! 3war hat Moskau von jeher empfohlen, Den, der and'rer Meinung, zu versohlen, Dies betrifft jedoch den äußern Feind, Selber hat sich Mostau nicht gemeint. Doch Ray handelt im Parteifonflikte, Wie es sich nur gegen Sozialisten schickte, Er befiehlt ja Mensch, da biste platt Sturm aufs elg'ne Rommuniftenblatt! Furchtbar schlagen nun die Mostowiter Aufeinander los. Das Biut fließt liter. Weise in dem wilden Bruderstreit. Schon dringt Raß ein in die Räumlichkeit. Den Berteidigern wird jeho bänglich, Rascheſter Entschluß ist unumgänglich. Mun es sei denn! Schnell ans Telephon: " Schupo! Ueberfall!" Gottlob, da ist sie schon Welcher Troft wird Kommunistenherzen, Als die Schupos sich auf Kazen sterzen Und es finden sich zu treuem Bund Roter Rämpferbund und Noste- Hund. Rah wird als unheilbar pathologisch" Ausgeschlossen. Doch daraus folgt logisch, Daß die KPD. jetzt mit ihm rauft, Weil sie diesen Katz im Sad getauft. mich von Lindenhed.. Claulicher Schrapsfou'nm. An ben erfien elf Monaten bes Sabres 1025 wurden in Litauen 4,7 Millionen Liter Schnaps verlauft. Das Monopolamat berzeichnete eine Einnahme von 56 Millionen Lit gegenüber 82 Millionen im selben Zeitraum des Jahres 1924. Heffen in Not. 6 Millionen Defizit und fein Ausgleich. Darmstadt, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im hessischen Landtag gab am Mittwoch Finanzminister Henrich ein ausführ. fiches Exposé über die Finanzlage des Boltsstaates Heffen. Der Boranschlag 1925 schloß mit einem Fehlbetrag von 85 mil. lionen ab, der sich auf einen Nettofehlbetrag von 4,8 Millionen verminderte. Die Berhältnisse haben sich feitdem jedoch wesentlich verschlechtert. Die Auswirkungen des Reichsfinanzausgleichs bringen H: ffen in eine verhängnisvolle finanzielle Lage. Der Boran Schlag für 1926 schließt mit 128 Millionen ab. Davon sind 13 Millionen ungebedt, obwohl die Landessteuern restlos ver. wendet sind. Dem Lande bleiben selbst nur die Erträge der Miet. zinssteuer; aus ihr, die für Wohnungsbauzwede verwendet werden müßte, sind für Hessen etwa 4 Millionen zu erwarten. Aus früheren Jahren stehen noch 3 Millionen Ueberschüsse aus, so daß im günftigsten Falle mit einem Nettofehlbetrag von 6,1 mil. tionen gerechnet werden muß. Der Boranschlag 1927 wird sich nach Meinung des Finanzministers noch ungünstiger gestalten. Volk und Wirtschaft stehen infolgedessen in Hessen vor der Frage, ob fie die notwendigen finanziellen Opfer übernehmen oder auf eine eigene Staatlichkeit verzichten wollen. Der Fall Bewersdorff. Der Landgerichtspräsident berichtigt. Zu unserer Notiz mit der Ueberschrift Fall Bewersbo.fi in Nr. 11 des Vorwärts" schreibt uns der Präsident des Landgerichts Magdeburg: Dieser Artifel enthält unrichtige Angaben. Es hat feine Bersetzung des Landgerichtsdirektors Bewersdorff ftattgefunden. Die vorgefeßten Instanzen waren mit der Aenderung feines Ge schäftstreifes nicht befaßt, haben mithin feine indirette Rüge" ausgesprochen. Der Uebertritt von der strafrechtlichen in die zivilrechtliche Beschäftigung ist auch nicht notwendig" geworden. Bielmehr ist, wie alljährlich, durch den Präsidenten und die Direftoren nach der Bestimmung des Gerichtsverfaffungsgefeßes § 62 über die Berteilung des Borsiges in den einzelnen Kammern Beschluß gefaßt worden. Dabei ist außer zahlreichen sonstiger Aenderungen auch dem Direktor Bewersdorff seinem Bunsche entsprechend für das Geschäftsjahr 1926 der Vorsiz in einer 3iviltammer übertragen worden, auf den er Anspruch hatte, weil er als Landgerichtsdirektor bisher nicht in Zivilsachen, sondern nur in Strafsachen beschäftigt gewesen ist. Bei der Geschäftsverteilung wird darauf Bedacht genommen, daß die Tätig feit der Richter in Zivil- und Straffachen von Zeit zu Beit wedfelt." Diese Berichtigung ändert natürlich nichts an dem Urteil, das die Deffentlichkeit sich längst über den Fall Bewersdorff" gebildet bat. Wenn die vorgefeßten Instanzen" sich nicht mit dem Fall" beschäftigt haben, so zeigt das nur, daß wir in unserer Notiz die Aktivität dieser Instanzen für die Republik noch immer zu hoch eingeschätzt haben. Die Züge von der Flucht". Eine Ausrede, die gang und gäbe" war. Enthüllung im Münchener Mordprozeß München, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch vormittag begann vor dem Schwurgericht München der Mordprozek gegen die beiden ehemaligen Angehörigen des Freikorps Lügow, ben damaligen Leutnant 813 ing und feinen Feldwebel Brüfert, the am 5 und 6. Mai 1919 zwölf Perlacher Arbeiter selbst ohne Stendrecht erschießen ließen. Die beiben Angeklagten waren mit ihren Eisernen Kreuzen"(!) erschienen. Polzing aab an: In Perlach set er zunächst zur Festnahme des Rädelsführers" Heinrich Ludwig geschritten, der ihm vom evangelischen Pfarrer Sell angegeben worden war. Bon einer sofortigen Erichießung habe er abgesehen, obwohl er dazu berechtigt gewesen wäre, weil Ludwig eine Pistole hatte. An Hand der Mitgliederlisten der Roten Armee habe er weitere Verhaftungen durchführen lassen. Mit den Gefangenen sei er nach München gefahren und habe sie dort dem Feldwebel Brüfert übergeben mit den Worten: Ich habe nichts mehr zu fagen. Machen Sie, was Sie wollen!" ( 3wischenruf des Prüfert: Das stimmt nicht!) In feiner weiteren Aussage verwickelt sich der Angeklagte in eine Reihe von Bibersprüchen, auf die ihn der Vorsitzende fortgefekt aufraertfam macht. Tölzing hat rach der Mitteilung des Untersuchungsrichters be seinen vier, zwischen 1920 und 1925 erfolgten Bernehmungen je de smal anders ausgefagt. Der hauptsächlichste Widerspruch besteht in der verschiedenartigen Schilderung der Verhaftung Ludwigs. Der Angeklagte erflärt heute, daß er Ludwig im Bett liegend angetroffen und Ludwig bei seinem Cin treten einen geladenen Revolper auf ihn gerichtet habe. Früher erflärte der Angeflagte, daß der Armeerevolver Budwias in deffen Stube aufgefunden wurde. Die Lügenhaftta teit ber Angeflagten geht am besten daraus hervor, daß fich laut Boruntersuchung die beiden Angeklagten verabredet hatten, gemeinsam ihre Reugenausfagen in dem Sinn abzugeben daß die Gefangenen auf der Flucht" erschossen worden feien, weil sie gemeutert hätten.(!) Recht anwalt Alsberg richtete an polsins folgende Frage:„ Jff diefe Ausrede, es habe eine Meuterei stattgefunden, die zur Erschleßung auf der Flucht wenötigt habe, damals gang und gabe gewesen?" Angeft. Pölinn: Das war die Regel, um Ef hiehungen hinterher zu rechtfertigen." R.-A. Alsberg:„ hat man die Erfahrung gemacht, daß die Sache fofort ad acta gelegt wurde, wenn man mit dem Märchen von der Meuterei" tam? Angell. Bölzing: Jawohl." Der Angeflagte Brüfert fante, Bölzing habe ihm ausdrüd. lich befohlen, Ludwig an Ort und Stelle zu erschießen. Er habe absichtlich diesen Befehl nicht ausgeführt. Mit den 12 Berhafteten fei er früh gegen 4 Uhr im Hofbräuhausteller angekommen und habe dort von Polzing den ftriften Befehl erhalten, bie Erefution vorzunehmen. Pölzing habe die Soldaten in vier Gliebern antreten laffen, er felbft gab darauf bas Rommando zur Erschießung. Nach der Eretution habe Tölzing dem Major Schulz Meldung von der Bollftredung gemacht. Schulz habe früher schon bei dem Quartierwechsel der Truppe auf die Frage, was mit den Berhafteten gefchehen soll, gefagt: „ Cegen Sie die Schweine um!" Im Juli 1919 nahm Prüfert feinen Abschied von der Reichs. mehr, trieb sich dann lange Zeit mittellos und unangemeldet in Berlin herum und ließ sich dabei einige ich were Diebstähle zufchulden kommen. Eine Gegenüberstellung der beiden Angeklagten führte nicht zur Klärung der sich völlig widersprechenben Auslagen. Als Zeugen wurden einige Ortseinwohner von Berlach, in ber Hauptsche Hinterbliebene von Erschoffenen, vernommen, die in ihrer Mehrzahl erklären, daß ihre Angehörigen Mitglieder der Mehrheitssozialdemokratie waren und niemals der Münchener Rätegruppe angehört haben. Das Sozialrecht der Bergarbeiter. Der Kampf um das Knappschaftsgesetz im Reichstag. Der Reichstag erledigte gestern zunächst eine Reihe von Betitionen nach den Beschlüffen des Ausschusses. Nach einigen Bemerkungen des Abg. Graefe- Medlb.( Bolt.) merden der Gesetz entwurf über ein porläufiges Wirtschaftsablommen zwischen dem Deutschen Reide und Spanten sowie ein Zufagper trag zum deutsch niederländischen Handels- und Schiff fahrtsvertrag dem Handelspolitischen und dem Auswärtigen Aus. fahrtsvertrag dem Handelspolitischen und dem Auswärtigen Aus. Schuß überwiesen Es folgt die Fortsetzung der ersten Beratung des Gefeßentwurfs über die Abänderung des Reichsfnappschafts. gefeßes. Abg. Jansched( Soz.) wendet sich scharf gegen die Berlage, die die Rechte, die das Reichs nappschaftsgesetz den Bergarbeitern gebracht habe, ganz erheblich verfürze. Das Reichstnappschaftsgesetz soll die Bergarbeiter vor der Not schützen, dabei ist festgestellt, daß die Durchführung feiner Leistungen von den Unternehmern sabotiert werden. Ganz besonders ist es der Fall bei der Familienbeihilfe, und hierbei fann man dem Reichsarbeitsministerium den Vorwurf nicht ersparen, daß es das Treiben der Unternehmer noch unter ftügt. Eine ganze Reihe von Gemeinden berichten über die außer ordentlich ungünstige gesundheitliche Lage der Bergarbeiter und beren Familien. Es wird in den Berichten Unterernährung und Erschwerung der ärztlichen Hilfe festgestellt. Durch die Knappfschaftsgefeßgebung follte verhütet werden, daß die Bergarbeiter der Willfür mancher Aerzte ausgesetzt sind. Für die Beeinflussung der Berg arbeiter 3 gunsten der Unternehmer und für die Herausgabe ge wiffer Bezeltungen ist Geld genug da, nur wenn eine Erhöhung der fozic Leistungen gefordert wird, fehlt es daran. Es ist in manchen neinden festgestellt worden, daß 90 Proz. der unterfuchten Bergarbeiterfinder unter dem normalen Maß geblieben sind. Gegen die Bernichtung ber ungeborenen Kinder gibt es harte Strafbestimmungen, warum nicht für die Bernichtung der lebenden Menschen? Wäre es nicht beffer, daß man die Menschen nicht erst zur Welt bringt, anstatt daß man fie fpäter zugrundegehen läßt? Den geringen Berbefferungen des Reid sknoppschaftsgefeßes stehen in der Berlage weitgehende Verschlechterungen besonders auf dem Gebiet der Bensions. versicherung gegenüber, besonders bei den Altpensionären. In der Begründung des Gefeßentwurfs wird gesagt, daß im ersten Jahre über 28000 Bergleute de Alterspension erlangt hätten. In Birklichkeit aber handelt es sich hierbei nicht um Alterspensionäre, 3 mei Drittel von ihnen find eigentlich Invaliden. pensionäre. Bei einer eingehenden Untersuchung würde man bas einwandfrei feststellen tönnen. Der Bergarbeiter muß auch noch als Invalide arbeiten, weil er sich nicht so viel ge [ part hat, um ohne Nebenarbeit auskommen zu fönnen. Es geht ihm eben anders, als den pensionierten höheren Beamten, die froß ihrer Pension aber auch noch hohen Rebenerwerb finden. Die So zialdemokratie hält an der Alterspension feft, weil der Begriff einer Berufsunfähig eit zu auslegungsfähig ist. Die Arbeiter haben ein Recht zu verlangen, dak fie, wenn fie die notwendige Zeit in ihrem Berufe tätig gewesen sind, auch in den Gnuß der Renten tommen. Man fann die Bergarbeiter nicht mit einem Bruchteil deffen abspeisen, was sie zu verlangen haben. Wir verlangen, daß die Ar beitervertreter einen größeren Einfluß erhalten, damit ihre Wünsche auf Wehrleistungen der Versicherung durchgefeht merden können, auch wenn die Unternehmervertreter dagegen sind. Daß die verschiedenen Bensionsleistungen zufammengenommen den Arbeitsverdienst übersteigen tönnen, ist bei den augenblicklichen fchlechten Lohnverhältnissen nicht gerade sehr schlimm. Wir sind in diefem Bunfte mit einem gewiffen Abbau einverstanden, aber nicht nach den Vorschlägen dieser Vorlage. Wir verlangen weiter, daß die Leistungen für das ganze Reich einheitlich festgesetzt werden. Es geht nicht an, daß Beiträge und Leistungen von jedem Die Stärke der Befahungstruppen. Eine Enttäuschung. Condon, 13. Januar.( TB.) Ein Korrespondent des Daily Telegraph" meldet, er erfahre, daß der Unterausschuß der Botschafter konferenz bezüglich der Stärke der Befahungstruppen Im Rheinland fich auf die folgenden Zahlen fo gut wie geeinigt habe: Frankreich 60000 Mann, Großbritannien 8000, Belgien 7000 Mann. Die militärischen Ratgeber der franzöfifchen Regierung hätten anscheinend ihre Auffaffung durchgefeßt, daß Frankreich durch vier Divifionen zu je 15 000 Mann vertreten fein folle. Die Entscheidung bedürfe noch der Bestätigung durch die Botfchafterkonferenz. Dazu bemerkt der Korrespondent des„ Daily Telegraph", wenn die Botschafterkonferenz dem obigen Beschluß zuffimme, werde in Deutschland beträchtliche Enttäuschung herrschen. Die Deutschen behaupteten, daß ihnen in Locarno und in London eine weitergehende Zurückziehung der Besatzungstruppen versprochen morden fel. Briand habe, wie verlaufet, diefe deutsche Hoffnung als begründet angesehen, er sei aber anscheinend nicht imftande gewesen, ihre Berücksichtigung in Paris durchzusehen. Der Kommentar des englischen Blattes ist nur zu be rechtigt. In der Tat ist es mit dem Friedensgeist von Locarno nicht zu vereinbaren, das befeßte Gebiet mit Truppen zu belasten, deren Ziffer das Doppelte der ehemaligen deutschen Garnison beträgt. Deutschnationale Woffen'ager. Und der Staatsanwalt? In Trettendorf bei Rottbus sind auf den Gütern deutschnationaler Landbundmitglieder Waffen lager aus der Zeit des Kapp Putsches durch die Landgendarmerie entdeckt und eingezogen worden. Das Tempo, in dem die dortige Landgendarmerie arbeitet, war bezeichnend für das Interesse, das die bei kommunistischen Waffenfunden so eifrigen Be hörden diesem Fall entgegenbringen. Auf Anzeige bei dem Oberlandjäger Ruppel wurde dem Landwirt Alfons Winzer am Montag, dem 4. Januar, ein überraschender Besuch abgestattet, bei dem dieser laut Protokoll zugab, 25 3nfanteriegewehre mit Munition und handgranaten im Befiß zu haben. Erst vier Tage später wurden Nachforschungen angestellt und dabei vier Gewehre ausgegraben! Die Märkische Bollsstimme" ftelit weiter fest, daß die Waffen von einem Herrn von Sendel. Strabow„ vermittelt" worden und aus der Kottbuffer aserne abgeholt worden seien. Auch in anderen Dörfern, 8. B. in Stradow, follen Waffenlager verborgen fein. Da es sich um deutschnationale Landbundmitglieder und nicht um Kommunisten handelt, ist es überflüssig, zu fragen, was die Gerichts. behörden in diesem Falle zu unternehmen gedenten. d Bezirksverein für sich festgesetzt werden; das ist vielmehr Aufgabe des Reichsknappschaftsvereins, der das Recht erhalten muß, allgemein diese Festlegungen vorzunehmen Wir werden versuchen, das Reichs. trappschaftsgefeß so umzugestalten, daß es den Intereffen der Bergarbeiter entspricht. Die Unternehmer sollten bei Gruben. unfällen nicht nur schöne Borte madjen, sondern durch die Tat beweisen, daß sie willens find, den Bergarbeitern auch zu helfen. So schlimm sieht es im Bergbau doch noch nicht aus, daß die Unternehmer nicht dazu in der Lage wären. Der Reichstag muß jetzt dafür sorgen, daß die den Bergarbeitern fchon lange genug vorgehaltene Familienhilfe gewährt wird. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) der Familienhilfe, deren Abbau felbft aus finanziellen Abg. Imbusch( 3.) verlangt gleichfalls die Wiedereinführung Gründen nicht notwendig gewesen sei. Den Versicherten sei auch notwendig, daß eine Vereinheitlichung in bezug auf die muß ein größerer Einfluß auf die Verwaltung gewährt werden. Es Höhe der Beiträge und Leistungen in den verschiedenen Revieren durchgeführt wird. Wenn gespart werden muß, dann darf nicht an den Menschen gespart werden, deshalb dürfen die sozialen Leistungen nicht herabgedrückt werden. Man hat die Lastender Knappschaften tünstlich erhöht, um das Gesetz sabotieren zu fönnen. In Zeiten schwerster wirtschaftlicher Not hat man für den Wohnungsbau hat man fein Geld übrig. Benn man sich die Krankenhäuser gebaut, um sie als Rentenquetschen zu benutzen, aber Bahl der Beamten der Knappschaft und ihre Berteilung auf die Besoldungsgruppen anfieht, dann jindet man gleich, wo gefpart werden könnte. Man tann nicht behaupten, daß die Renten der Bergarbeiter zu hoch sind, wenn man sie beispielsweise im Ruhrbezirk mit denen der Gemeindearbeiter des Bezirks vergleicht. Man muß auch die Bezüge bei anderen Behörden zum Vergleich heranzichen und dabei besonders die Dauer des Pensionsgenuffes berücksichtigen. Das Geſchrei über die Altersrenten im Bergbau ift gänzlich unbegründet. Das durchschnittliche Lebensalter der Bergieute beim Eintritt der wirklichen Invalidität ist niedriger als bei allen anderen Arbeiterkategorien. Es ist also nicht wahr, daß den Bergarbeitern in zu frühem Lebensalter Altersrenten gewährt werden. Die statistischen Zahlen beweisen vielmehr das Gegenteil. Für den Fergbau muß eine Bersicherung geschaffen werden, die den sozialen Bedürfnissen der Bergarbeiter entspricht.( Beifall im Sentrum.) Nach 4 Uhr vertagt das Haus die weitere Beratung auf Donnerstag 2 Uhr. Der Arbeitsplan. Der Weltestenrat des Reichstags, der am Mittwoch den Geschäftsplan für die nächste Beit festlegte, einigte sich dahin, daß am Donnerstag die Novelle zum Knappschaftsgefes und am Freitag bie Anträge zur Behebung der Hochwasserschaden beraten werden follen. Sonnabend, Montag und Dienstag werden [ igungsfrei bleiben, um der neuen Regierung die Borbereitung der Regierungserflärung, die, wenn irgend möglich, art Mittwoch abgegeben werden soll, zu ermöglichen. Dann wird die erste Lesung des Etats beginnen. Die Mitglieder des Aeltestenausschusses machten außerdem dest Borschlag, zwei neue interfraftionelle Ausschüsse einzufeßen, den einen für Ost fragen, den anderen für alle Fragen, die mit der Pflege der Leibesübungen zusammen. hängen. Schließlich wurde im Heltestenrat angeregt, entlich die dritte Lefung des Reichshaushalts für 1924 und 1925 zum Abschluß au bringen, nachdem bereits der Haushaltsplan für 1926 vorliegt. Es wurde vorgeslagen, die beiden Haushaltspläne in Bausch und Bogen in ein oder zwei Sigungen zu erledigen. Bölkische und Kommunisten widersprachen diefer Anregung, die Vertreter der So. zialdentofratie behielten sich ihre Entscheidung vor. Ende der fommenden Woche sollen auch die Anträge auf Einsegung eines untersuchungsausschusses zur Nach prüfung der eme morde zur Verhandlung fommen. Horthy- Justiz. Majestätsbeleidigung gegen Horthy. Genoffe Peher feines Mandats verluftig erklärt. Budapest, 13. Januar.( WTB.) Der Budapester Gerichtshof verurteilte heute den sozialdemokratischen Abgeord neten Kal Beyer wegen Beleidigung des Reichsverwelers zu fechs Monaten Gefängnis, zehn Millionen Kronen Geldftraje, drei Jahren Amtsverluft und Suspendie. rung seiner politischen Rechte. Dem Verurteilten wurde zur Caft gelegt, er habe bei einem politischen Abendessen die Aeußerung getan, der Reichsverweser hätte Verbrechern, die der Rechtspartei angehörten, darunter auch Bombenattentätern, durch Gewährung von Amnestie Straflosigkeit zugesichert. Peyer legte Berufung ein. Faschistendruck auf die Schweiz. Basel wehrt sich Bern gibt nach. Bern, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der italienische Beneralfons 1 in Basel hat mehrfach an die Kantonsregierung Zumutungen gestellt, die eine Einmischung in das Verwal Die Baseler Re lungs und Gerichtswesen bedeuten. gierung hat diese Beschwerden abgewiesen und dem Bundesrat einen Bericht übersandt. Der Generaltensul ist zur mündlichen Be richterstattung nach Rom berufen worden. Es verlautet, daß er balb von seinem Boften ab berufen wird, zumal er auch mit einem großen Teil der italienischen Kolonie in Basel ständig auf Kriegsfuß lebt. Nationalrat Genosse Schneider wird die Re gierung über diese Angelegenheit interpellieren. Der italienische Flüchtling und ehemalige sozialistische Abg. Tonello hat seine Mitarbeit an der Libera Stampa" wegen der Berwarnung durch den Schweizer Bundesrat eingestellt, um sich nicht der Ausweisung auszusetzen und um der Zeitung keine ich nicht der Ausweisung auszusetzen und um der Zeitung keine Schwierigkeiten zu bereiten. Nationalrat 3eli hat im Leffiner Großrat eine scharf begründete Interpellation über das Borgehen des Bundesrats gegen Tonello eingebracht. Die sozialistische Partei des Kantons Zürich und der Parteivorstand des Kantons Genf haben gegen die Maßnahmen des Bundesrats scharfe Resolutionen beschlossen. " Generalleutnant Reim geftorben. General Reim, der Gründer des Deutschen Wehrvereins" und Mitbegründer des Flottenvereins", ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Reim war ein hervorragendes Mitglied des Alldeutschen Verbandes und bei allen Dummheiten dieser besonderen deutschen Patrioten" in erster Linie beteiligt. Vor dem Kriege führte er die Opposition gegen die Regierung, wenn sie dem Verlangen der Rüstungsindustrie nach Erweite rung der militärischen Aufträge nicht schnell genug nachfam. Wäh rend des Krieges gehörte er zu den lautesten Wortführern der Verbände, die zum Sturz Bethmanns beitrugen. Nach dem Kriege ftand oder schrieb er selbstverständlich in der Front der EwigGestrigen Einheitsfront oder Spaltungsmanöver? Tomski gegen Losowski. Auf dem Rongreß der Kommunistischen Partei Rußlands| ständlich. Er steht nun einmal an der Spitze der Profintern und ficht fam es auch zu einer Auseinandersetzung über die internatio- die Dinge unter dem Gesichtspunkt und den Interessen der nale Einheitsfront der Gewerkschaften. Losowski hielt die Profintern" übliche Manöverrede, worauf ihm Tomski, der Borsitzende des Generalrats der russischen Gewerkschaften, antwortete. Diese Antwort, die man vergeblich in der kommunistischen Breffe Deutschlands suchen wird, ist so aufschlußreich, daß wir fie nach dem Bericht der„ Prawda" vom 3. Januar der Deffentlichkeit zugänglich machen. Tomski sagte: 3 Eine gewisse weideutigteit flang aus der Rede des Ge. noffen Losowsti. Der allgemeine Ton dieser Rede war ungefähr der: Hier entwickeln sich„ neue interessante Elemente", dort tommen ,, tomplizierte Rombinationen" auf neuen Linien zum Vorschein; es entwickelt sich eine linke Strömung auf der einen Seite und ebenso auf der anderen Seite, überall wächst die Linksrichtung. Das ist der Bemerkenswert an der Rede von Tomsti ist, daß er nicht nur das Spaltungsmanöver von Lofowiti aufbedt, fondern daß er im Gegensatz zu Losowsti für die Einheitsfront, für die Einigung mit der Gewerkschaftsinternationale eintritt. Das war befanntlich nicht immer so. Auf den früheren Kongreffen hatte Tomsti denselben Stand. punkt vertreten, den Losowski heute noch einnimmt. Auch er hat erklärt, daß er nicht daran denkt, sich mit den„ Refor. Zur Personalpolitik der Reichsbahngesellschaft. Köln, 13. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Aus einer von den chriftlichen Gewerkschaften herausgegebenen Dentschrift, in der lebhafte Rritit an der Personalpolitik der Reichsbahngesellschaft geübt wird, erfährt man, daß im gesamten beseten Gebiet bis zum 1. Dezember 1925 im ganzen 25 008 Beamte abgebaut wurden. Arbeiter wurden im gleichen Bezirk 53 659 abgebaut. Die Denfschrift weist auf die wachsende Erbitterung in den Kreisen der Eisenbahner hin, wie sie infolge tiefer diktatorischen Maßnahmen entstanden ist, und faßt eine Anzahl von Forderungen an die Reichsbehörden zufammen. unter denen neben Einstellung des Massenabbaues eine zu beruhigen. Vor allem sei eine Mitwirfung und ein Personalpolitit verlangt wird, die geeignet ist, das Personal ueberwachungsrecht des Reichstages bei der Personal politik der Deutschen Reichsbahngesellschaft und eine Revision der Arbeitszeit für Beamte und Arbeiter notwendig. Die freigewertschaftliche Organisation der Eisenbahner hat, wie wir erfahren, gleichfalls von ihrem Hauptvorstand cine Dentschrift über die Not der Eisenbahner des besetzten arbeiten laffen und an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Sinn der Rebe des Genoffen Losowski. Wir vereinigen nicht nur in Achtung SPD. Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre! Gebietes und die Abbaubestrebungen des Reichsbahngesellschaft ausder Profiniern eine große Menge Arbeiter, auch bei den Amfterbamern haben wir Millionen. Am Ende ist aber Amsterdam doch eine lächerliche Organisation. 3wet gefährliche Linien gibt es bei dieser Frage. Die eine Linie ist die: der Bersuch, unter der Flagge der Einheitsfront, indem man von Einheitsfront redet, die Politik auf der Linie der Spaltung zu führen und dabei anzunehmen, das niemand bas merten wird. Ungefähr so, als wenn wir uns hier als schlaue Männer versammelt hätten ich, Losowski und andere. Und auf der anderen Seite figen die Schafstöpfe, die Jouhaug und Oudegeeft, die nichts Don der ganzen Sache tapieren. Und bei den englischen Gewerf. schaften find die Führer fleine Kinder ungefähr im Alter des Ge noffen Rjajanow, die auch nicht verstehen, wohin die Reise geht. Gleizeitig redet aber Losowski: Einheitsfront, Einheits front und felbst will er in Wirklichkeit spalten. Eine folche Politik wird nicht gelingen, eine solche Bolitit ift falsch und zweideutig. die Arbeiter fühlen und verstehen das. Und wenn fie diese Sache wie ein Agitationsmanöver durch führen wollen, gut, dann wollen wir uns darüber verständigen: Ent meber treiben wir Agitation und eine solche Taftit, wie sie eine Beitlang eingeschlagen wurde, oder bitte, reden wir wirklich ernst von der Einheitsfront in der Gewertschafts. bewegung. Mir fällt dabei eine Erzählung von Aleren Tolftoi ein, wo ein Pope feinem Kollegen erzählt, welche Wunder es in Mostau gibt: Benn der Abend kommt, dann flettert in Moskau hinter der Krim. brücke ein fommunistischer Telegraphift auf eine große Eisenstange und deckt die ganze Weltbourgeoisie, überhaupt die ganze Erde zu." So eine Taftit hatten wir eine Zeitlang. Damals war es an der Tagesordnung, daß ich und Losowsti nach Art dieses Telegraphisten auf die Eisenstange fletterten und die Reformisten zubedten, wobei wir nur das eine Ziel hatten, daß fie fich beeilen möchten, mit uns eine gegenseitige Schimpferei anzufangen, und daß ihre Arbeiter auf diese Weise von uns horen möchten, sich dafür interessierten und daß wir sie so in Unter haltung mit uns brächten. Eine Beitlang war diese inte richtig; aber ist diefe Taftit jest noch richtig? Nein, wir müffen uns flar und deutlich sagen: Für uns ist die richtigste Politit augenblicklich die Einberufung eines internationalen Rongresses. Freilich, auch da dürfen wir uns nicht zu fehr festlegen. Man soll sich über haupt in großen Fragen die Hände nicht binden lassen. Stellen Sie fich vor, was es bedeutet hätte, wenn der letzte Kongreß uns die Jände gebunden und erklärt hätte: mit den englischen Gewerkschaften dürfen wir feine Beziehungen haben. Wir hätten nichts tun tönnen. Und warum soll eine solche Möglichkeit ausgeschloffen sein? Wer fönnte mir das beweisen? Wer dialettisch denkt und vor linten Phrasen feine Angst hat, sondern die linke Sache versteht, ber wird nachweisen, wenn wir genau überlegen, alles durchdenten, die internationale Situation abschäßen, zusammenstellen wieviel Anhänger wir und wieviel Anhänger unsere Feinde haben, daß wir auf Grund mathematischer Be rechnung, auf Grund der Tatsache, wieviel Mitgliedsbeiträge von der einen oder der anderen Seite gezahlt werden, schileßlich am Ende auch nach Amsterdam gehen müssen. Rann der Kongreß etwa das ablehnen, fann er etwa fagen: unter feinen Umständen, niemals!? Ein Bolschewit wird so nicht urteilen. Ich werde zum Teufel, zum Papst nach Rom gehen und werde hingehen, wohin es nötig ist, wenn das die Interessen der Arbeitertlaffen erfordern.( Das ist ja noch schlimmer als Arbeitsgemeinschaft. Die Red.) So urteilen wir über diese Sache. Nach meiner Meinung ist die erste Aufgabe in der Profintern und in der Romintern: zur Erfüllung und Sicherung der Einheit der internationalen Arbeiterbewegung müssen wir unsere zuverlässigen Anhänger innerhalb der Gewerkschaftsbewegung aller Länder haben. Sie dürfen nicht isoliert sein wie in Frankreich. Die franzöfifchen refor. mistischen Verbände kommen zur Einheit. Sie organisieren befondere Konferenzen, fie wenden sich an das englisch- ruffische Romitee, aber aus irgendeinem Grunde fanden fie feine gemeinfame Sprache mit den franzöfifchen Kommunisten und der fran zöfifchen Komintern.( 3uruf Losowskis: Das ist nicht wahr!) Als Mitglied des englisch- russischen Komitees und als Borfizender der ruffifchen Gektion dieses Komitees befam ich einen Brief, und hier gibt es eine ganze Reihe von Mitgliedern, die ihn gelesen haben. ( Buruf: Diesen Brief haben die Kommunisten geschrieben.) Wenn ich mich irren sollte, dann bin ich bereit, mich zu jeder gewünschten Beit zu entschuldigen. Aber ich und alle Mitglieder des Bräsidiums, die im Ausland waren, haben denselben Eindruck, daß bei der Er eberung der reformistischen Gewerkschaften die Sache genau jo vor sich geht wie in der Oper: fie stehen auf der Bühne und fingen stundenlang: Einheit der Gewerkschaften, Einheit der Gewerffchaften. Und dabei bleibt alles beim alten. Selbstverständlich ist die Lage schwierig und kompliziert. Aber unmöglich kann man solche Lösungen vorschlagen wie Losowsti. Benn er fie vorschlägt, so ist das bis zu einem gewissen Grade ver Um Montag, den 18. Januar, abends 71, Uhr in den Musikerfälen, Kaifer- Wilhelm- Straße 31 Funktionärkonferenz affer SPD. Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre. Borfrag: Aus Ameritas Arbeiterbewegung" Referent: Genosse Kurt Heinig- Verschiedenes. Barteiausweis legitimiert! Parteiausweis legitimiert! miften" der Amsterdamer Internationale zu einigen, und daß misten" der Amsterdamer Internationale zu einigen, und daß er gegen die Einheitsfrontparole entschieden Stellung nehmen würde, wenn sie ernst wäre. Inzwischen hat Tomfti umgelernt. Er hat festgestellt, daß die Amsterdamer Internationale die flaffenbewußte Arbeiterschaft in ihren Reihen zählt, während die Spaltungsorganisationen der Kommunisten, die hie und da bestehen, organisationen der Kommunisten, die hie und da bestehen, nur fleine Geften find, die für den Gewerkschaftskampf feinerlei Bedeutung haben. Er hat weiter festgestellt, daß das Einheitsfrontmanöver der russischen Bolschewisten nicht gezogen hat. Er hat festgestellt, daß die russische Gewert schaftsbewegung, indem sie sich unter die Fuchtel der„ Ko mintern" und Brofintern" begeben hat, sich in Wirklichkeit von der internationalen Gewerkschaftsbewegung isolierte. Diese Isolierung empfinden die russischen Gewerkschaften um fo drüdender, als sie nur über ein geringes Maß von gewert fchaftlicher und wirtschaftlicher Erfahrung verfügen und unter schwierigen Verhältnissen zu fämpfen haben. " Die Schwierigkeiten, mit denen die russischen Gewert. fchaften zu fämpfen haben, fönnen wir in Westeuropa taum schaften zu fämpfen haben, tönnen wir in Westeuropa taum abschätzen. Die industrielle Entwicklung Rußlands steckt noch in den Anfängen. Es gibt dort feinerlei politische oder gewerkschaftliche Freiheit. Es gibt nur eine Diftatur eines Staatskapitalismus. Es tommt hinzu, daß die russische Arbeiterschaft in ihrer großen Maffe sich aus Analphabeten zusammensetzt, denen jede politische und gewerkschaftliche Tradition noch fehlt. Dazu kommen die ungeheuren AusTradition noch fehlt. Dazu kommen die ungeheuren Ausdehnungen des Riesenreiches und die Schwierigkeiten des Berkehrs. Es gibt daher feine Gewerkschaftsorganisation der Welt, die so sehr der internationalen Solidarität und des internationalen Zusammenarbeitens bedarf, wie die russische. internationalen Zusammenarbeitens bedarf, wie die russische. Bisher haben die bollchemistischen Machthaber durch allerlei Manöver und Märchenerzählungen die russischen Gewerkschaften hinzuhalten vermocht. allerlei Manöver und Märchenerzählungen die russischen GeDie Wirkung dieser Manöver scheint nun zu Ende zu gehen. Wir haben feine Möglichkeit, und im übrigen auch nicht die Absicht, die innere Entwicklung Rußlands zu beeinflussen. Wir möchten hier nur zum Schluß ausdrücklich erklären, daß die Gewerkschaften der ganzen Welt, die im Internationalen Gewerkschaftsbund der ganzen Welt, die im Internationalen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossen find, den Tag freudig begrüßen werden, an dem auch die ruffischen Gewerkschaften dem JGB. anges hören werden. Bis dahin tann diefer aber nichts anderes fum, als wie bisher die Tore weit offen zu halten für die russischen Gewerkschaften. Zur Tariffituation im Bankgewerbe. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bankangestellten mitteilt, ist vorläufig ber 18. Januar 1926 für Verhandlungen ber die Verbindlichkeit des Schiedsspruches bom 23. Dezember 1925 in Aussicht genommen. Die Autoreparaturfchloffer bleiben feft. Eine Vollversammlung der Autoreparaturschlosser beschäftigte fich am Dienstag nach einem Vortrag des Genoffen Riedel über die allgemeine wirtschaftliche Lage mit den Lohn- und Arbeitsver. hältnissen in den Autoreparaturbetrieben. Durch die Aussprache der einzelnen Betriebsvertreter tonnte festgestellt werden, daß in allen Betrieben die durch den Schiedsspruch vom 13. Oktober vorigen Jahres festgesetzten Löhne gehalten und teilweise verbessert werden konnten. Dieser Schiedsspruch war von den Arbeitern angenommen, von den Unternehmern aber abgelehnt worden. Da die Berbindlichkeitserklärung für den Schiedsspruch abgelehnt worden war, hatten die Autoreparaturschlosser beschlossen, tariflos zu arbeiten. In der Diskussion wurde weiter die Aussperrung in der Rarofferiebranche behandelt. Die Versammelten beschlossen einmütig, eventuell von ihnen verlangte Streitarbeit entschieden zu Dermeigern. Die Knappschaftswahlen im Saarbergbau. Die Arbeiter als Vorkämpfer der Reichstreve. Saarbrüden, 13. Januar.( Mtb.) Das Endergebnis der am Sonntag im Saarbergbau stattgefundenen Knappschaftswahlen liegt noch nicht vor. Bisher wurden 95 Aeltefte für den freigewerkschaftlichen Verband der Bergarbeiter und 58 für den Gewerfverein chriftlicher Bergarbeiter gewählt. Bemerkenswerterweise hat der von der französischen Propaganda ins Leben gerufene saarbündlerische Verband der Saarbergleute nach der vollständigen Niederlage, die er bei den legtjährigen Knappschaftsälteftenwahlen erlitt, darauf verzichtet, eine eigene Lifte aufzustellen. Das völlige Fiasko der franzöfifchen Propaganda im Saargebiet, die in den französischen Saargruben ihr Hauptbetätigungsfeld hatte, wird dadurch treffend ( Was die Schwerindustriellen, die zu General charakterisiert. Degoutte liefen, nicht hindern wird, die Arbeiter des mangelnden nationalen Empfindens" und der Staatsfeindlichkeit" anzuflagen.) Absage an den Rußlanddelegationsrummel. Das Drgan des Schweizer Gewertschaftsbundes wendet sich gegen die Entsendung einer Studiendelegation nach Rutland und betont, daß der Schweizerische Gewertschaftsbund dringlichere Aufgaben habe. Er folle fich in erster Linie mit den Fragen der schweizerischen Wirtschafts- und Sozialpolitik befaffen. Kurzarbeit in der englischen Baumwollindustrie. London, 13. Januar.( WTB.) Blättermeldungen aus Manchester besagen, der zuständige Ausschuß der Baumwollindustrie in Lancafbire babe befchloffen. die Arbeitsgeit um einen weiteren Arbeitstag pro Woche einzuschränken. Wahrschein lich wird die Arbeitswoche in der Baumwollindustrie auf 27 Stunden, d. i. wenig mehr als die normale Arbeitszeit, beschränkt werden. Man schägt, daß etwa 150 000 Arbeiter davon betroffen werden. Verschärfung im amerikanischen Bergbankon ift. New York, 13. Januar.( EP.) Nach dreiwöchentlichen vergeb lichen Verhandlungen ist gestern die Konferenz zwischen den Ber tretern der Arbeiter und der Grubenbefizer auf unbestimmte Zei vertagt worden, da beide Seiten auf ihrem Standpunkt beharren. Es besteht demnach teine Aussicht, daß die gegenwärtige Lage fich in absehbarer Zeit ändern werde. Auf die Nachricht vom Abbruch der Verhandlungen hin beschloß das Streitfomitee der Bergarbeiter gewertschaft, alle Notstandsarbeiter aus den Anthra zitgruben zurüdzuziehen und die Bergwerfe sich felbft zu überlassen. Dieser Beschluß wurde dem Borsigenden der Bergcrbeitergewertschaft Lewis zur Kenntnisnahme vorgelegt. Man nimmt an. daß er dieses Kampfmittel billigen wird. Der Schiedsfpruch für das Schwer- und Leichtfuhrgewerbe ift. nunmehr von beiden Barteien angenommen worden. Damit ist auch der Bersuch gescheitert, eine Berschlechterung der Löhhe herbeiauführen. Achtung, SPD.- Rohrleger unb Selfer! Morgen, Freitag, abend 7 Uhr, Neukölln. Manbadhufer 5, wichtige Bersammlung aller Parteigenoffen. Erscheinen aller Genossen ist unbedingt Pflicht. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, HEG. Aderstraße! Morgen, Freitag, nachmittag 4 Uhr bei Leuschner, Ackerftr. 110, wichtige Frattionsverfammlung aller SPD.. Genoffen. Niemand darf fehlen! Der Fraktionsvorstand. Achtung, AEG. Transformatorenfabrit. Morgen, Freitag, nach mittaa 4 Uhr bei Imbera. Oberfchöneweide. Bilhelminenhofstr. 34, wichtige Besprechung aller SBD.- Genossen. Es ist Pflicht aller Genoffen, au erfcheinen. Der Fraktionsvorstand. Tapezierer! Freitag, den 15. Sanuar, 7 Uhr, in Veters Westfälen, Webertraße 17, Jahresbranchenversammluna. Erfcheinen ist Bflicht. Die Branchentommiffion. Gewerkschaftsunterkommiffion Bez. 19 Bankow. Bom 15. bis 18. Januar läuft im Pankower Lichtspieltheater, Berliner Str. 25, ber atofe profetarische Film ..Freies Bolf". Es in Bicht eines jeden Werftätigen, fich diesen Film an aufehen. Die gewerkschaftlich organiserten Rollegen werden von uns be fonders darauf hingewiefen, Achtung, Arbeitslosen- Mitalieber bes Berkehrsbundes! Am Montag nahm. 1 Uhr findet im Gemertidaftshaus, Engelufer 24/25, eine Arbeitslofen verfammlung ftatt. Jeder arbeitslofe Rollege und jede arbeitslofe Rollegin hat au diefer Berfammlung beftimmt zu erscheinen. Mitaliedsausweis und Arbeitslofenbarten find mitaubringen und gelten als Legitimation. Ohne Ausweis lein Rutritt. Die Bezirksverwaltung. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A- G., Berlin, Wallfir. 65, ift täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: rine Saternas: Gewerkschaftsbewegung: Frieb. Chiorn: Feuilleton: Dr. John Shilowski: Lokales und Sonstiges rik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berjaa G. m. b. S., Brelin. Drud: Borwärts- Budbruderei Hierzu Beilagen und Unterhaltung und Bisex". Riedel versprach, auf die Abstellung einiger zur Sprache ge tommener Mißstände durch falsche Auslegung der Bestimmungen und Berlagsanstalt Taul Ginger, u. Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. des Rahmentarifes durch die Unternehmer hinzuwirken. Waren Sie schon im Schuhhofusverkauf? Sie haben nur noch 2 Tage Zeit dond Nr. 21 43.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 14. Januar 1926 Kromm Wissen ist MA 2007 1000 JAHREN ARBEITER SPD BILDUNGSSCHULE Am 12. Januar 1891 fand im Often Berlins, einem typischen Arbeiterviertel, jene denkwürdige Bersammlung statt, in der die Arbeiterbildungsschule gegründet wurde. Der große Saal in Lipps Brauerei am Friedrichshain war bis in den letzten Winkel hinem ticht gedrängt von Angehörigen der Arbeiterklasse besetzt. Es war eine jener überfüllten Riesenversammlungen, in denen die Berliner Arbeiter zusammenströmten, wenn der alte Wilhelm Liebknecht zu ihnen sprach. Liebknecht selbst schrieb darüber: Ich habe nie eine ähnliche Bersammlung gesehen. Die weihevolle Stimmung und die tiefe Aufmerffamfeit, welche aus den Gesichtern aller Beteiligten leuchtete, das war es, was den alten Kämpen Wilhelm Liebknecht so ergriffen hatte. Die Tausende, welche an diesem Abend voller Spannung an den Lippen des Alten hingen und von seiner Kraft und Wärme Begeisterung empfingen, waren geiftig Enterbte, waren Menschen, die zum allergrößten Teil eine man, thafte BolksschulBildung empfangen hatten, oder solche, denen in miserablen DorfSchulen nur ein ganz unzureichender Unterricht in Lesen und Schreiben zuteil geworden war. Sicher waren damals unter der Menge noch eine ganze Reihe solcher, die gar nicht oder nur not. dürftig ihren Namen schreiben fonnten. Der An'ang. Diese Ingebildeten" stimmten der Gründung einer Arbeiter bildungsschule begeistert zu. Mehrere Taufend meldeten sich in wenigen Tagen zur Teilnahme und ließen sich in die ausgelegten Listen eintragen. Nach harter, 10 Stunden und länger dauernder Tagesarbeit wollten sie an dieser aus eigener Kraft geschaffenen Bildungsstätte zunächst ihre mangelhaften Kenntniffe in den Elementarfächern verbessern, bann aber auch sich mit den Wissensgebieten beschäftigen, deren Kenntnis dem Arbeiter das unentbehrliche Rüftzeug gibt für den Emanzipationstampf seiner Klasse. Um diese Wünsche zu erfüllen, bestand der Lehrplan in der Hauptsache aus Deutsch, Rechnen, Naturgeschichte, Geschichte, Nationalötonomie und Redeübung. Auf dieser Grundlage hat die Schule die ersten sechs Jahre gearbeitet. Es waren Jahre, in denen fie aus Mangel an Mitteln oftmals hart um ihre Eristenz ringen mußte. Das sehr 651 Die Passion. Roman von Clara Biebig. | Eva war seit drei Wochen bei Fräulein Bumfe zu Gaft. Sie hatte es bis jetzt nie bereut, daß sie hierher geflüchtet war. Die Bumle wohnte noch immer in der Palisadenstraße, das war nun einmal ihr Diftrift, und darum wechselte sie ihre Wohnung nicht, wenn auch vielleicht etwas Besseres zu finden gewesen wäre. Die Stube lag zwar im Vorderhaus und im ersten Stod, doch sie war troßdem düfter; die Bumfe pflegte in müßigen Stunden im Fenster zu liegen, die vollen Arme und den vollen Busen aufgestützt, so die Straße auf und abzufpazieren," wie fie fagte. Es war eine häßliche, proletarische Straße, ein häßliches, verwohntes Haus, eine häßliche, gar nicht mehr elegante Stube, eine noch häßlichere stoddunkle Küche, aber Eva empfand das nicht so. Sie empfing hier Liebe. Großer Gott!" hatte Lenchen aufgeschrien, als die Heimatloje, müde und totenblaß vor Erschöpfung und Aufregung, bei ihr antlopfte. Das Kind, wahrhaftig das Kind, der Olli ihre fleine Eva!" Kleine Eva," wie lange hatte Eva das nicht gehört. Es erinnerte sie an das liebkosende Wort ihrer Mutter; sie schmiegte sich an. Eva hatte lange, lange herumgesucht, war vielmais irre gegangen im Gemirr des ihr unbekannten Stadtviertels. Die Gutherzige jammerte: Armes Kind!" Aber als sie erst hörte, wie schlecht es Eva ergangen war, schrie sie ganz laut. Sie weinte so, daß ihr die Schminte ab floß in bunten Bächlein. ,, Natürlich bleibste bei mir." Sie hatte Eva auf ihren Schoß gezogen. Ich bin ja auch allein. Seit mein Häjefen draußen in der Anstalt is, hab' ich dafür gedankt, mich wieder festzulegen. Es geht auch so. Aber fürs Herz, fürs Herz hat man doch gar nicht. Ich freue mich riesig, daß ich dich nu habe!" Eva schlief mit der Freundin ihrer Mutter in einem Bett. Freilich das rosa Bett, das Feenbett, das wie ein Märchen noch lange bei ihr nachgefpuft hatte, war es nicht mehr. Ein Bett war es, wie alle anderen Betten auch; nichts Don atlaffener Steppdede mehr, nur eine einfache rotwollene lag darüber. Aber es war sauber. Wenn das Fräulein Helene nun auch nur noch Lenchen Bumfe war, auf das Bett hielt sie, es wurde öfters frisch überzogen. Eva mußte Waffer niedrig bemessene Unterrichtsgeld von 50 Pf. für jeden Lehrfurfus und der von jedem Mitglied zu zahlende Monatsbeitrag von 25 Di. reichten nicht aus, um die Schule aus eigenen Mitteln erhalten zu tonnten daran nicht viel ändern. Dazu tam, daß der ersten Befönnen. Auch die freiwilligen Spenden wohlhabender Genossen geisterung bei vielen nicht die Tat folgte. Sie hatten das Maß von Energie und Willen unterschäßt, das erforderlich ist, um nach harter Tagesfron systematisch geistig zu arbeiten. Außerdem nahm der wirt schaftliche und politische Tagestampf einen wesentlichen Teil ihrer Beit in Anspruch. Denn gerade die fühlen den Mangel an Wissen am tiefften, welche in der Borhut der Bewegung stehen. Zu alledem tamen noch die Schwankungen des Arbeitsmarktes, welche das Leben des Proletariers am stärksten beeinflussen. So erklärt es ich, daß die Schülerzahl ganz bedeutend hinter den erfolgten Einzeichnungen zurüdblieb. Neuen Zielen entgegen. | Im Jahre 1897 rüdte die Gefahr des Zusammenbruchs ber Schule bedenklich nahe. Es mußte eine gründliche Reform vorgenommen werden. Eine Anzahl begeisterter Anhänger und Freunde, woran es der Schule nie gefehlt hat, schufen eine feste Grundlage für den Neuaufbau. An Stelle mehrerer auf die ein zelnen Stadtbezirke verteilter Räume begnügte sich die Schule fortan mit einem Lotal. Der Stoffplan wurde von allem Elementarunterricht gefäubert und enthielt nur noch Borlesungen über Geschichte, Gejegestunde, Naturgeschichte, Bollswirtschaft und Redeübung. Nun entwidelte fich ein reges geistiges Leben. Eine innerlich gleich gerichtete Gemeinschaft von Jungen und Alten beiderlei Geschlechts stand zujaminen, um in ernster Arbeit mit den Fragen der Zeit zu ringen. 3u der disziplinierten und systematisch streng geordneten Arbeit in den Kurjen tamen noch vollstümliche Einzelvorträge, fünftlerische Feiern, Dichter- und Komponistenabende fowle gemeinsame Sonnlagsausflüge. Den Schülern stand eine gut ausgewählte Bibliothek mit rund 3000 Bänden, die heute die Zahl von über 10 000 erreicht hat, zur Verfügung. Auf diesem so fultivierten Nähr. boden wuchs die Schule innerlich gesund und gefestigt in schrittweisem Aufstieg von Jahr zu Jahr. Die Mitgliederzahl stieg von 459 im Geschäftsjahr 1898/99 auf 1041 im Geschäftsjahr 1913/14. Der Krieg schlug auch der Schule tiefe Bunden. Als die Partei in zwei Teile aufsetzen im Teeteffel, und dann wuschen sie miteinander das Laken, die Bezüge in einem fleinen Zuber und spülten und bläuten im Waschbecken. Und trotzdem goß Eva die letzte trübfte Neige nicht aus. Etwas behielt sie doch zurück und verschwieg es. Es war ja auch schon genug. Sie fonnte oft nicht weiter erzählen vor Beinen. Nun sie im sicheren Bort angelangt war, fam ihr das unendliche Meer trauriger Tage, durch das sie geschifft, doppelt traurig und unendlich vor. auseinanderbrach, wurde die Schule von den Unabhängigen über nommen und von den zu diesem Flügel gehörenden Genossen im alten Sinne weiter gehegt und gepflegt. Der Flügel der alten Sozialdemo Bildungsfahule". In Brogramm und Methode unterschieden sich beide fratischen Bartei schuf eine neue Unterrichtsstätte, die Sozialistische Schulen faum voneinander. Der politische Riß, der durch die Partelen ging, Meinungsverschiedenheiten überwiegend taktischer Art, also mehr äußerliche Dinge, spalteten unheilvoll genug auch die Einrichtungen zur theoretischen Ausbildung und Erziehung der Ge nofsinnen und Genossen. Eine innere Notwendigkeit für ein Ausein anderstreben lag nicht vor, denn die Grundlage ernsten Forschens, hüben und drüben, war der von Karl Marg begründete wissenschaftliche Sozialismus. Nun ist auch dieser Zwiespalt überwunden. Seif dem Januar 1923 find beide Schulen wieder vereinigt zu einem feftgefügten Gebäude, in dem Arbeiter und Arbeiterinnen jeden Alters fleißig ringen um Klarheit und Erkenntnis des gesehmäßigen Berlaufs der Entwicklung in unserer scheinbar so widerspruchsvollen, Don ungelösten Fragen erfüllten Zeit. Wissen ist Macht! In den 35 Jahren ernster Arbeit ist dem Proletariat aus ber Schule so mancher Führer entstanden. Viele der heute an leitender Stelle Stehenden verdanten ihre Reife für den Dienst am Prole tariat der Arbeiterbildungsschule. Sie gab ihnen den Antrieb zur Selbstbildung und stetigen Weiterentwidlung ihrer Fähigkeiten. In der Schule lernten sie den fyftematischen Beg tennen, der zu einer wissenschaftlich begründeten Weltanschauung führt. Die Schule be mahrte sie davor, abzuirren vom geraden Beg auf das Ziel und den Lodungen feichter Bildungsschmäher und Neutralitätsapostel zu folgen. Wissen ist Macht!" lautet auch heute der stolze Kampfruf des alten Liebknecht. Heute deckt den alten Soldaten der Revolution der fühle Rasen. Sein Grabstein zeigt uns ein erhebendes Bild: die Göttin der Wissenschaft reicht dem schweißtriefenden Arbeiter den Blütenfranz des Geistes. Die Arbeit und die Wissenschaft, dieses Symbol foll uns immer voranleuchten. Die Bermählung der Arbeit mit der Wissenschaft wird unserer Klasse ein„ tief fittliches Gepräge" aufdrücken und alle ihre Glieder mit dem Bewußtsein erfüllen, daß wir zur herrschenden Klasse bestimmt sind. Wissen ist Macht! Wissen ist innere Befreiung! Aus dem Wissen strömt uns all den aus Altem zurechtgeschneiderten, doch nie passenden Rutten, in die man sie bis jetzt gesteckt hatte. Es waren eigentümliche Blicke, die Eva trafen, wenn sie mit der ,, dicen Lene", wie die Bumte bei den Nachbarn hieß, Arm in Arm ging. Aber sie bemerkte diese Blicke nicht. Sie fühlte sich so gut aufgehoben, so glücklich, noch glücklicher als felbst in den besten Tagen bei Frau Bayer. Hier war sie nicht die, die zu danken hatte, nicht die aus Wohltätigkeit Aufgenommene, hier wurde ihr gedankt. In jener ersten Nacht schlief Eva fo füß, wie fie, seitdem ihre Mutter tot war, nie mehr geschlafen hatte. Sie hatten erst noch lange miteinander geschwagt. Tva war, trotz aller Müdigkeit, viel zu erregt, um gleich' chlafen zu tönnen, unt die andere viel zu neugierig; fie wollte gern alles wissen. Sie tat unendliche Fragen. Und Eva, die nie, seit Jahren nicht Lene war selig, daß sie nun was Liebes da hatte. Selbst mehr, einer Seele- auch Better Albert nicht sich hatte als ihr Bräutigam, August Stepphuhn er hieß allgemein ganz anvertrauen fönnen, ichtete hier aus. Dahin ging es, wie man einen Eimer schmußigen Waffers ausleert; fieber ladierte Auguft", weil er immer Ladschuhe trug- noch schüttete aus ohne Vorsicht mod) te es fprigen! hier bei ihr gewesen war, war es nicht so schön gewesen, brauchte sie fich nicht in acht zu nehmen, nicht vorsichtig wenigstens lange nicht so friedlich. Der hatte gleich zugehauen, zurückzuhalten, nicht manches heimlich beiseite zu gießen. Die wenn sie nicht genug Geld mit nach Hause brachte. Sie fonnte hier neben ihr lag, sie mit ihren Armen umschlang, war die jetzt ohne Angst fortgehen, Eva schlief derweilen allein, und gute Freundin ihrer Mutter gewefen, war auch ihre wenn sie dann wiederfam, freute die sich jedesmal so wie ein Hündchen, das seine Herrin bewillkommt. Lene hatte sich Freundin. Verstand alles. immer gern einen fleinen Hund halten wollen, ein Affenpinscherchen mit einer himmelblauen Schleife schief über den lugen Augen, es war ihr nur zu teuer gefommen; nun hatte fie aber weit Besseres. Eva hielt ihr dazu noch den Haushalt gut in Ordnung, holte ein, tochte, tehrte aus und scheuerte fogar einmal alles gründlich; fie felber brauchte in dieser Be ziehung jetzt gar nichts mehr zu tun. Und das war Lenchen Bumte lieb, denn sie war fett und träge geworden; von dem schönen Lenchen, dessen höchstes Ideal es gewesen war, Tag für Tag unabläffig auf teppichbelegtem Gang vor großen Spiegeln hin und her zu wandeln Brust raus, Bauch rein, ein fofettes Lächeln um den Mund, die Hände zierlich abgespreizt so alle fünf Minuten nimmermüden Räuferinnen eine andere Toilette vorzuführen, wußte die Bumke jetzt nichts mehr. Sie machte den Tag zur Nacht, schlief sich gründ lich aus, aß gern gut, lag im Fenster oder flatschte mit ein paar Nachbarinnen auf dem Flur. Sie fonnte recht lustig fein oder war es Galgenhumor? Aber wenn sie einen Rümmel getrunken hatte, und sie trant öfter einen. dann wurde sie rührselig. Dann sprach sie von ihren stolzen Tagen, von dem rosa Bett mit Spiken und Atlas, von den feinen Herren, deren sie an jedem Finger einen hatte haben können, und beschloß ihre schönen Erinnerungen mit einem betrachten. den, trübselig herausgefeufzten: ,, Nu is det allens nich mehr!" Sie sprach dann auch sehr offenherzig von dem ladierten August, und daß fie eigentlich froh war, den los geworden zu fein. Aber trotz allem hing fie doch noch immer an ihm. ( Fortlegung folgt.) Lenchen Bumte war ganz hingenommen von der Er zählung. Nee, so was, nee, fo mas," fagte fie immerfort. Wenn Eva gar zu sehr meinte, schimpfte sie auf die verfluchte Bande und füßte dem Mädchen die Tränen von den Wangen. Beides tat Eva unsagbar wohl. Sie fühlte fast eine Wonne, im eigenen Leid zu waten, fie fah fich selber als Märtyrerin Als die andere längst anfing zu gähnen, nur noch verschlafen hie und da durch unverständliches Gemurmel ein Zeichen des Buhörens gab, erzählte sie immer noch. Endlich aber hatte der Schlaf dann auch sie überkommen. Ihr bleiches Köpfchen mit dem verwirrten Haar senkte sich, fie atmete tief und gleich mäßig. Am Busen der gutmütigen Dirne, die selber nie ein lebendiges Kind gehabt, in der aber diesem verirrten Kind gegenüber alles, was an Mütterlichkeit im Beibe ist, fich regte, schlief Eva den ersten ruhigen Schlaf.Lenchen Bumfe und Eva Wilkowski tamen sehr gut mitMeine Nichte," stellte die Bumte das junge einander aus. Mädchen vor. Sie faufte Eva einen hübschen Strohhut, der fie gut fleidete, und auch ein buntgeblümtes duftiges Sommerkleidchen. Eva fah ganz anders darin aus, als in der Glaube an den Sieg unferer Jbee! Biffen ift Opfer und Hin| gehandelt zu haben. Er tenne bie Angeklagte überhaupt nicht. In gabe für die Gemeinschaft an den Sozialismus. der Schanfwirtschaft, die er äußerst seiten besucht habe, mill er nur die Schwester der Angeflagten gesehen haben. Auch die Angeflagte Böhm erklärt nun ganz unerwartet, auch fie tenne den Schröder nicht, er jei gar nicht der Brillantenfrig. Der Zeuge wird vereidigt. Wie fich das Gericht in all diesen Ungereimtheiten aus fennen soll, ist zunächst nicht ersichtlich. Als feststehend find nur die Fingerabdrücke auf der Weinflasche zu betrachten. Unterrichtsfurie der Arbeiterbildungsschule Januar/ März. Stabtschulrat Baulsen: Unfer Erziehungs- und Bildungsprogramm". Arbeitsgemeinschaft( 9 Stunden). Jeden Dienstag von 7-9 Uhr abends in der Bibliothek der Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 3, 2. Sof. 2 Treppen, Rimmer 3. Beginn: 19. Januar 1926. Alexander Stein: Einführung in die Soziologie. 8 Vorträge mit an fchließenber Aussprache. Jeden Freitag von 7-9 Uhr abends im Rentral Sugendheim, Lindenfit. 3. 2. Hof, 3 Treppen. Begin: 29. Januar 1926. Rebakteur Gwars. 3. cels Wooing. Internationale Bolitik." Arbeitsaemeinschaft( 9 Stunden). Jeden Freitag von 7-9 Uhr abends in der 245. Gemeindeschule. Bantitt. 20/22, vart., Rimmer 8. Beginn: 22. Januar 1926. Erwin Marquardt. 7. Areis Charlottenburg. Die Hauptfragen der deutschen Weltpolitik. Arbeitsgemeinschaft( 9 Stunden). Jeden Montag von 7-9 Uhr abends im Jugendheim Charlottenburg, Rofinenstr. 3. Beginn: 25. Januar 1926. Redakteur Schwarz. 8. Kreis. Spandau. Internationale Bolitit." Ar. beitsgemeinschaft( 9 Stunden). Jeden Donnerstag von 7-9 Uhr abends in bez Knabenmittelschule Spandau, Joachim splak, Nähe arti, Nilolaikirche ( Spondou Sauptbahnhof). Beginn: 28. Januar 1926. Albert Setlik. 9. Rrets Wilmersdorf. Grundlagen der Arbeiterbildung." Arbeitsgemeinfchait( 9 Stunden). Jeden Freitag von 8-914 Uhr in der Ober realfdule in Wilmersdorf. am Seepart, Ede Sindenburg- und Auguftaallee. Beginn: 12, Februar 1926. Albert Herfig. 10. Rreis Rehlendorf. Grundlagen der Arbeiterbildung." Arbeitsgemeinschaft( 9 Stunden). Jeben Montag von 8-9% Uhr abends im Lotal Midlen, Rehlendorf, Botsdamer Str. 25. Beginn: 25. Januar 1926. Simex Ragenfteis. 12. Rrcis Stealis. Geschichte der sozialen Rämpfe." Arbeitsgemeinfchaft( 9 Stunden). Jeden Freitag von 8-9% Uhr abends in bez 2. Gemeindefchule, Ringstraße. Beginn: 5. Februar 1926. Erwin Marquardt. 13. Rreis Mariendorf. Einführung in die Biet fchaftsgesaraphie." Arbeitsgemeinschaft( 9 Stunden). Jeden Dienstag von 7-9 Uhr abends in ber Gemeindeschule Kurfürstenstraße, Mariendorf. Beginn: 26. Januar 1926. Gensffe Kreukiger. 16. Areis Röpenid. Im Rampf um die Schule." Arbeitsgemeinschaft( 9 Stunden). Jeden Freitag von 7-9 Uhr abends in bez Dorotheenschule, Röpenid. Beginn: 29. Januar 1926. Sörerfarten für die Arbeiterbildungsschule find an folgen den Stellen zu haben: bei allen Mitgliedern der Kreis und Abteilungsbildungsausschüffe; Sigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; Tabat vertrieb Infelstr. 6; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Alte Jakobstr. 5; Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2; im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II, 3immer 8; in den Borwärts" Speditionen und am ersten Unterrichtsabend am Eingang zum Schullofal. Die Kältewelle. Schneefall in Sicht? Ganz überraschend ist einer ziemlich langwierigen Regenperinde ein starter Kälteeinbruch gefolgt. Die Nacht vom Dienstag zum Mittwoch war die fälteste in diesem Winter. Am frühen Mittwoch morgen wurden 11,7 Grad Költe ermittelt. Mit diesem Relord des Thermometers dürfte der Höhepunkt der Kältewelle überschritten sein. Zunächst ist jedoch mit einem Anhalten der intensiven Kälte zu rechnen, doch wird die vorübergehende Bewöltung, die geftern eintrat, am heutigen Tage noch eine Berstärkung erfahren. Wir befinden uns im Auswirkungsradius eines Druckfallgebiets, das feinen Ausgang von einer Mittelmeerdepreffion genommen hat, fich bald nach Norden auswirkte und oftwärts über uns hinweggeht. Die ersten Borläufer haben mir am Mittwoch in der vorübergehenden Bewölkungszunahme erlebt. Gleichzeitig steigt die Aussicht auf Schneefalle, auf die heute mit einer gewiffen wahr fcheinlichfeit zu rechnen ist. In Schlesien und Sachsen find seit Dienstag zahlreiche, wenn auch leichte Schnee. fälle niedergegangen. Stärferer Schneefall ist nicht unmöglich. Genaues über Zeit, Raum und Stärte tann jedoch nicht gesagt werden. Wie sich in Hochwassergebieten die Bevölkerung nach Kräften auf das zu erwartende Waffer vorbereitet, so sollte nach den bisherigen Erfahrungen dieses Winters dasselbe auch in Berlin in bezug auf den zu erwartenden Schnee geschehen. Da die Unfälle infolge Glätte auf den Bürgersteigen sich in diesem Winter bereits auf über 100 belaufen, so sollten die Hausmirte, die zur Rei nigung Derpflichtet find, meit mehr als das bisher in diesem Winter geschehen ist, durch die Polizei auch zur Erfüllung ihrer Bflicht angehalten werden; fie fönnten sich jetzt schon mit abstumpfendem Material, wie Sand und Asche, versehen. Das gilt ganz be fonders aud für die äußeren Bororte. Die Gerechtigkeit gebietet aber, darauf hinzuweisen, daß sich auch die Verwaltungen staatlicher und fommunaler Gebäude auf Schnee und Glätte einzurichten haben, benn man hat mit Erstaunen sehen fönnen, daß vor manchem dieser Gebäude feineswegs gereinigt und geftreut war. Groffener in einem Sanatorium. Das Großfeuer fam am Mittwochnachmittag in der 5. Stunde am Bahnhof Lichterfelde Ost, Jungfernstieg 14, in bem Sanatorium für Nervenfrante von Dr. Goldstein aus noch unbekannter Ursache zum Ausbruch und verursachte der Feuerwehr, die gleich mit mehreren Löschzugen aus Lichter felbe, Steglik, Tempelhof und Schöneberg unter Leitung des Branddirektors Flöter zur Stelle war, viel Arbeit. Feuer war im Dachgeschoß ausgefommen und wurde erst bemerkt, als der Dachstuhl des Sanatoriums an mehreren Stellen hell brannte. Bon mehreren Seiten alarmiert, war die Wehr bald zur Stelle. Mit fünf Schlauchleitungen wurde über die vollständig verqualmten Treppen vorgegangen und ftundenlang unausgefekt gelöscht. Die Insassen bes Sanatoriums fonnten beruhigt werden. Einige fanden in einem Nebenhause Unterkunft. Schließlich gelang es, die Flammen, die reiche Nahrung gefunden hatten, auf den ausgedehnten Dachstuhl und das Obergeschoß zu beschränken. Der Wasserschaden ist recht erheblich. Der Mord an der Schankwirtin. Unterschlagungen bei einer Heeresstelle. Der Täter verhaftet, der Verführer flüchtig. Wegen fortgesetter Unterschlagungen, die sich nach den bis herigen Feststellungen auf 131 000 Mart belaufen, ist gestern der 48 Jahre alte Oberfetretär Wilhelm Röthing aus Steglig verhaftet worden. | Losnummer nicht mit einer Ruff enbigt, benachteiligt fühlen. Denn hätte es vor der Ziehung auch mir eine Andeutung dafür gegeben, baß eine Beschränkung bzw. eine Auswahl der an der Verlosung teilnehmenden Lose stattfinden würde, die Lotterie wäre glatt un möglich gewesen. Auch daß man alle Zwei- und Dreimarigewinne der fämtlichen 420 000 Lose summarisch auf die mit einer Null endigenden Losnummern legte, wäre nicht nötig gewesen. Auffällig ist es weiterhin, daß in der Liste 34 als in Verlust gegangene oder gesperrte Lose aufgeführt werden, deren Nummern wieder sämt lich mit einer Null endigen. Auf diese Weise ist es gekommen, daß jämtliche mit einer 1 bis 9 endigenden Lose offenbar schon Dor der Berlofung von jeder Gewinnchance ausgeschlossen wurden. Darüber, ob eine derartige Befchränkung der Gewinn chancen überhaupt statthaft ist, werden fich hoffentlich die zuständigen Stellen äußern. Eine Wiederholung dieser Lotterie würde sich unter folchen Umständen als unmöglich erweisen. Einer Wiederholung einer derartigen Praris bei irgendeiner anderen Lotterie müßte entschieden widersprochen werden, denn sie läuft dem Grund zwed jeder Lotterie, jedem 2os die höchsten Gewinn chancen zu bieten, zuwider. In Berlin erfolgt die Aushändigung der Gewinne durch die Werffreude, Berlin W. 35, Lüzowstr. 105. Unter der Anklage des Gattenmordes. Die Ehefrau vergiftet, dann in den Kanal gestoßen. Während die Aften über den vor 8 Jahren in der Novalisstraße begangenen Raubmord vor dem Schwurgericht des Landgerichts I noch nicht abgeschloffen sind, begann im Schwurgerichtssaal des Landgerichts II die Verhandlung eines Gattenmordes. Weil er scine eigene Frau vergiftet und dann in den Teltowfanal ge. stoßen haben soll, war der Kesselschmied Otto Giese aus Neukölln angeflagt. Den Borsiz dieser Verhandlung führte Land Röthing, ein verheirateter Mann, war früher Sahlmeister und bekleidete seit längerer Zeit bei der Heeres- Rechnungs- und Wirt schaftsabteilung einen Vertrauensposten als Leiter der Sonderabteilung Kraftfahrabteilung III. Er hatten früher im Badenschen einen jetzt 36 Jahre alten Raufmann Julius Bedent tennengelernt, der zulegt in der Günzelstr. 49 zu Wilmersdorf wohnte. Beden? erneuerte vor 1½ Jahren die Be fanntschaft Röthings und spiegelte diesem vor, daß er große Ge schäfte verschiedener Art mache. So behauptete er, Geschäftsführer oder Aufsichtsratsmitglied verschiedener Firmen, unter anderem der Flugfilmgesellschaft der Märkischen Bohnindustriegesellschaft, der Berliner Uhrenindustrie zu sein. Auch Mitglied des natio. nalen Sportklubs wollte er sein. Diefer Mann, der auf großem Fuße lebte, wußte Röthing von dem Blühen seiner Unter nehmungen zu überzeugen und verstand es so, ihm zu Zeiten der Geldknappheit aus angeblich vorübergehenden Berlegenheiten zu helfen. Röthing stellte ihm zunächst einmal 2000 Mart zur Bergerichtsdireftor Beltasohn. fügung. Dann wurden es 3000 und 4000 Mart und nach und nach noch mehr. Bedent schob angeblich diese Beträge immer von einem Geschäft auf ein anderes. Rüdzahlung war nicht zu erlangen. Röthing verdeckte die Veruntreuungen so geschickt, daß die regelmäßigen Kontrollen sie nicht herausfinden fonnten. Eine plögliche Kontrolle und genaue Revision führten gestern zur Aufbedung. Röthing legte auch ein Geständnis ab. Auch Bedent sollte gestern festgenommen werden. Er war aber aus seiner Wohnung verschwunden und ist noch nicht ermittelt. Röthing hatte ihn in der legten Zeit wiederholt scharf gedrängt, endlich alles zurüd zuzahlen, damit er das Manto deden tönne. Das scheint ihn veranlaßt zu haben, das Weite zu suchen. Er hatte eine Fünfzimmer wohnung mit den Möbeln abgemietet, die jedermann für seine eigene hielt. In Berlin hat er, mie bereits festgestellt werden konnte, wie auch schon früher in Karlsruhe Warenschmin bel betrieben und viele Geschäftsleute betrogen. Besonders faufte er auch orientalische Teppiche auf Abzahlung, um fie sofort weiter zu veräußern. Raubüberfall auf einen Zigarrenhändler. Am Mittwoch nachmittag wurde der 35 Jahre alte Kaufmann laat Liebermann in feinem Bigarrengeschäft in ber 14 Uhr betrat ein junger Mann den Laden Liebermanns, um Gegen Zigaretten zu laufen. In einem ihm günstig scheinenden Augen blid holte er plöglich einen Hammer hervor und flug auf den Geschäftsmann ein. Diefer fonnte jedoch noch um Hilfe rufen, so daß der Räuber die Flucht ergriff. Der alarmierten Bolizei bezeichnete der Ueberfallene ale Täter einen jungen Mann, der zu feinen Kunden zähle. Diefer wurde kurz darauf in feiner ohnung verhaftet, bestreitet aber energifch. mit der Tat irgend wie im Zusammenhang zu steben. Der Ueberfallene wurde nach der nächsten Rettungsstelle gebracht und von dort auf eigenen Bunsch nach seiner Wohnung entlassen. Barnimstr. 39a bas Dpfer eines Rauüberfalles. Eine Lotterie, bei der die Nullen gewinnen. Bon der Weihnachtslotterie Bohnung und Hausrat, deren Lose vor dem Fest auch in Parteifreijen ver trieben und dort lebhaft getauft wurden, sind jetzt endlich die 3iehungslisten erschienen. Man fann aber darin eine sehr mertwürdige und befremdende Feststellung machen, nämlich daß sämtliche Gewinne auf Lose entfallen sind, beren Nummern mit einer Null endigen. Der Haupt gewinn über 30 000 mart entfällt& B. auf Los Nr. 226980, Der zweite Hauptgewinn über 10000 Mart auf Los Mr. 181300, der britte über 8000 Mart auf Los Nr. 212710, ber vierte über 6000 Mart auf Los Rr. 121800, der fünfte über 5000 Mart auf Los Nr 11950, der sech ft e über 4500 Mart auf Los Nr. 339000, der fiebente über 2600 Mart auf Los Nr. 385100. Bon den Lofen zwischen 296 000 und 297 000 3. 23. haben folgende gewonnen: 296 170( 5), 296 210( 20), 280( 150), 350 ( 15), 410( 15), 420( 20), 730( 5) und 296 800( 10). Ueberall nur Lose, die mit einer Null endigen. Es fájeint hier ganz zweifellos eine unverständliche Beschränkung der Gewinnchancen bei der Ziehung vorgenommen worden zu sein, die vermutlich den 3wed gehabt hat, das Riehungsgeschäft zu vereinfachen. Darüber aber ist in der Gewinnliste, wie man hätte erwarten dürfen, feinerlei Er flärung enthalten. Mit Recht werden sich alle Losinhaber, deren Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 14. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Der Angeflagte Giese gab in faft unheimlicher Ruhe und Sach lichkeit eine Schilderung von dem tragischen Tod seiner jungen 24jährigen Frau Danach soll sich die Frau jahon längere Zeit mit Selbstmordgebanten getragen haben, wozu sie seiner Ansicht nach durch ihre Schwangerschaft veranlaßt worden war. Auf ihre Bitten habe er ihr dann ein Mittel besorgt, das sie von der Schwangerschaft befreien sollte. Als die junge Frau am Tage der Tat einen Schlud aus der verhängnisvollen Flasche gelan bingt mit ihrem Manne zusammen aus dem Beben scheiden, und habe und darauf furchtbare Leibschmerzen verspürt hätte, wollte sie unbe Angeklagte fie davon abzuhalten verfucht hätte, habe sie sich von ihm ihn gebeten, mit ihr in die Fluten des Kanals zu springen. Als der losgeriffen und allein den Tod im Wasser gesucht. Als beachtens daß er und seine junge Frau teine Möglich feit gehabt haben, mertes Moment ging aber auch aus der Aussage des Giese hervor, Umstand viele Swiftigteiten zwischen ihnen beiden ergeben haben. eine eigene Wohnung zu finden und daß sich aus diesem Drei bis vier Tage vor ihrem Tode erzählte die junge Frau, die in anderen Umständen war, daß ihre Mutter, bei der sie immer wieder wohnen mußte, erklärt habe, fie habe teine Kleinfinderbewahranstalt. Schon der erste 3euge, der Schwager der Ber durch die Aussagen seiner Frau, der Schwägerin des Angeklagten, ftorbenen, gab ein wesentlich anderes Bild, deffen Züge sich dann ganz zu un gunsten des so schwer Belasteten verschob. In der Nacht zum 3. April des vorigen Jahres feien die Eheleute durch ein plögliches startes Klopfen aus dem Schlaf gewedt worden. Noch bevor die Flurtür geöffnet werden konnte, hatte man die flagende Stimme der Frau Giese vernommen, die ihrer Schwester zurief: Erna, der Dtto hat mich vergiftet!" Nachdem man die vollkommen durchnäßten Kleider entfernt und die Unglüd liche schnell ins Bett gebracht hatte, habe sich wiederholtes Eibredjen eingestellt, und der Schwager fei auf dem schnellsten Wege zu einem Arzt gelaufen. In der Zwischenzeit hätte die junge Frau bei flarem Bewußtsein ihren Mann mit den weiteren Worten angeflagt: Er hat mich auch noch in das Baffer gestoßen! Die Flasche mit dem Gift sollte Giefe feiner Frau mit den Worten ce reicht haben: Trinieman, davon geht es weg!" Die Un glückliche wurde dann in das Urbanfrankenhaus gebracht und ist hier unter den furchtbarsten Schmerzen gestorben! Jubeteuert: Der Otto ist es gewesen! Weiter belasteten die vor hatte sie auf dem Sterbebette ihrer Schwester noch wiederholt Aussagen der Cheleute den Giese noch insofern, als diese die Ber. ftorbene als eine Frau schilderten, die feinerlei Gründe zum Selbst. mord gehabt hätte und die im übrigen ein Mensch gewesen sei, der alles ziemlich leicht genommen habe. urfache Magen zerreißung Die beiden medizinischen Sachverständigen gaben als Tobes durch Verägung mit chweren Giften an. Auch der nachfolgende Zeuge, ein KrtAngaben des Angeklagten in fast jedem Falle. Im Gerichtsjaal fland minalaffistent, der die ersten Ermittelungen leitete, widerlegte die eine große Tafel, auf der sich eine genaue Zeichnung des Teltow tanals an der Rudomer Straße in Neukölln, dem Ort der Tat und dem umgrenzenden Gelände, befand. Das Gericht, die Verteidigung spanntem Interesse; sie schienen ein weiteres Glied in der fast lüdenund der Angeklagte folgten den Ausführungen des Zeugen mit ge losen Rette eines Indizienbeweises für einen so schweren und unver ständlichen Mord eines Mannes an feiner eigenen Frau. Bon einer genauen Besichtigung des Tatortes glaubte man aber trotzdem nicht absehen zu dürfen, so daß für den nächsten Tag die Anberaumung eines Lofaltermins notwendig wurde. Die Berhandlung wird demnach noch einige Zage andauern! Für die unterdrückten Bölfer? Der Prozeß gegen Danielewsfi und Marie Böhm fonnte gestern kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: fid) am Dienstag abend im Kriegervereinshaus in der Chauffeestraße nicht zu Ende geführt werden. Ein Zeuge Lenz, der bestätigen foll, daß Danielemffi eine Brosche zum Berfauf angeboten hat, fonnte aus Danzig nicht herbeigeschafft werden. Es gab überhaupt nicht viel Entlastendes für den Angeklagten. So fagte zwar eine Zeugin aus, daß fie zur fraglichen Zeit einen Menschen in Zivil in die Schantwirtschaft habe gehen sehen. Sofort hinterher murden die Jalousien heruntergelassen. Dagegen bezeugte die 15jährige N., die zur Zeit des Mordes erst fieben Jahre alt mar, daß fie einen Mann im feldgrauen Mantel in die Schenfe habe gehen sehen. Die Hoffnung der Berteidiger auf den Brillantenfrig scheint auch gescheitert zu sein. Der Handschuhmacher Schröder, den die Böhm später als Brillantenfrih" bezeichnete, hatte fich fofort nach ber Tat bei der Polizei gemeldet in der Hoffnung, fich 3000 Mt. Belohnung verdienen zu fönnen. Er hatte auch schon damals ausgejagt, die Böhm sei auf die Wirtin schlecht zu sprechen gewefen. Als einige Tage darauf die Böhm vernonimen wurde, nannte sie den Brillantenfrig als denjenigen, der mit der Schant. wirtin oft Geschäfte gemacht haben soll und vor dem fie eine gewiffe Furcht gehabt hätte. Bei der Gegenüberstellung erfannte sie in Schröder den Brillantenfriz. In der gestrigen Gerichtsverhandlung bestritt der Brillantenfrig energisch, überhaupt je mit Brillanten 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner FunkHans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Prof. Dr. H. Reck: Die technischen Rohstoffquellen Die Metalle. 7.05 Uhr abends: Geh. Finanzrat Dr. Ewald Moll: Die er7.30 Uhr abends: Hanszieherische Bedeutung des Films". lehre. Dr. Friedrich Leitner: Bilanzen und Bilanzkritik".& Ubr Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Betriebswirtschaftsabends: Einführung zu der Oper„ Der Barbier von Bagdad“ am 15. Januar. 8.30 Uhr abends: Der Roman als Funkspiel. 10. Fortsetzung. Die Katastrophe, Originalroman für die Funkstunde von H. J. Gramatzki( als Funkspiel bearbeitet). 9-10 Uhr abends: Orchesterkonzert. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Unter Mitwirkung von Edith Diosy, Sopran, und Eugen Transky Tenor von der Berliner Staatsoper. 1. Thomas: Ouvertüre zu der Oper Mignon. 2. Massenet: Für mich, Arie ans der Oper, Werther ( Eugen Transky. Tenor). 3. Maillart: Er liebt mich," Arie der Rose aus der Oper Das Glöckchen des Eremiten"( Edith Diosy, Sopran). 4. Maillart: Ouvertüre zu der Oper Das Glöckchen des Eremiten". 5. Planquette: a) Die Nase in die Hön', b) Fahr' hin. Matrose, Arien aus der Oper, Die Glocken von Corneville"( Eugen Transky). Maillart. Ich bin hübsch aus der Oper, Das Glock: chen des Eremiten"( Edith Diosy und Eugen Transky) 7. Adam: Ouvertüre zu Wenn ich König, wär( Berliner Funkorchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. -α Eine höchst seltsame und befremdende Komödie spielte ab. Ein Kuratorium für die Rechte der unter brüdten Bolter, ganz augenscheinlich eine neu etablierte Propagandafiliale der Rechten, veranstaltete eine Rundgebung, in der ausgerechnet neben irgendwelchen Eroten malerischster Bea nennung der völkische Graf Reventlom und der deutschnatio nale Fürstenanwalt Everling die Rechte der unterdrückten Völker neriraten!! Die Boffe endete unter großen Tumulten, da einem großen Teil des Publikums ein Reventlom und ein Everling als Freiheitspropheten doch unerträglich waren. Ein Ueberfallkommando ftellte die Ruhe wieder her. Es ist mohl die luftigste politische Bointe der letzten Tage, daß Herr Everling, der junge Anwalt einiger enithronter Fürstensproffen, die Rechte unterdrückter Völker zu ver fechten sich für verpflichtet hält. Der Hauptverband chinesischer Studenten in Deutfdland, Siz Berlin, erläßt hierzu eine Erklärung, in der es heißt: Um in der mit dem Befreiungskampf des chinesischen Boltes sympathisierenden deutschen Deffentlichkeit nicht den Eindrud aufkommen zu laffen, als ob die offizielle Bertretung der chinesischen Studentenschaft in Deutschland mit den die Versammlung beherr ichenden Elementen übereinstimme, stellen die Unterzeichneten feft, daß der angeblich chinesische Redner nicht im Auf. trage des Hauptverbandes der chinesischen Studenten in Deutsc MAGGI SUPPEN Erbs 2 Teller Wenn es kalt ist, schafft ein Teller wärmender Suppe behagliches Wohlgefühl. Wirklich gute Suppen bereitet man ohne langes Zurichten und ohne große Kosten aus MAGGIS kochfertigen Suppen. Ein Würfel für 2 Teller 13 Pfg.- Große Auswahl: Eier- Sternchen, Erbs, Reis, Grünkern, Königin und viele andere Sorten. Man beachte die einfache Kochanweisung. fanb gefprodjen hat, fondern nur eine unmaßgebliche Brivatmeinung vortragen fonnte. Ferner stellen mir fest, daß die Versammlungsleitung unter nichtigen Vorwänden es zwei mal ablehnte, einen autorisierten Bertreter der chinesischen Organi fationen zu Worte tommen zu lassen. Die letzten Feuerwehrpferde. Die Feuerwache in der Kirchhofstraße in Neukölln hat als lehte der Groß- Berliner Berufsfeuerwehren jetzt ihren Pferde part aufgelöst. Die Löschwagen und Geräte werden größten teils versteigert. Die neue Zeit und mit ihr die moderne Technik hat diesem Großstadtidyll" in Neukölln jetzt ein Ende gemacht. Große, schmere Motormagen, mit allen Mitteln der neuesten Techniß ausgerüstet, stehen jezt an dem Orte, wo noch vor furzer Zeit die Pferdegespanne standen. Die prachtvollen, wohlgepflegten Pferde waren wie in Berlin, so auch in Neukölln der Stolz der Einwohner; sie wurden an die städtische Straßenreinigung verfauft, wo sie wahrscheinlich auch nicht allzu lange verweilen werden, denn auch dort werden sie in absehbarer Zeit der Motorkraft weichen müffen. Gerade diese Neuköllner Feuerwache hat eine recht inter effante Geschichte. Schon im Jahre 1912 follte die Wache, die noch heute in ihrer Bauart zu den modernsten Feuerwachen ge hört, Kraftfahrzeuge erhalten. Die Feuermache in der Erfstraße erhielt aus bestimmtem Grunde vorerst den Vorzug und die dortigen Feuerlöschmittel wurden zunächst einmal vervollkommnet. Die Bache Kirchhofstraße blieb ihren Pferdegespannen treu Dann fam der Krieg und die Löschfahrzeuge murden aus den großen, hellen Räumen verdrängt, um Mehlvorräten Platz zu machen Die Zeit nach dem Kriege hatte aber gezeigt, daß die Feuerwache in der Kirchhofstraße doch nicht überflüssig war. Die nachfolgende Inflation tat das Ihre zur Berhinderung einer Modernisierung, und so blieb es beim alten bis vor wenigen Tagen. -USOP Nun ist anstatt des beweglichen Elements feuriger, tasfiger Pferde auch hier die fühle, glatte Sachlichkeit der Maschine getreten. Roch schneller als Pferde ist der Motor, und die Feuerwehr muß danach trachten, mit der höchfterreichbaren Schnelligkeit zum Feuer zu kommen. Diese zunehmende Sicherheit tröstet über den Verlust der schönen Pferde hinweg. Ein Ueberfall auf eine Greifin wurde gestern in der Freifinger Straße zu ilmersdorf verübt. Eine Frau von 75 Jahren ging abnungslos die Treppe zu ihrer Wohnung hinauf. Ein junger Mann überholte fie, febrte aber auf dem Abfazz über Grubenexplosion in Oklahoma. 100 Bergleute verschüttet und wahrscheinlich rettungslos verloren. In einer Grube der Deguan Me Cenell Bergwerksgesellschaft in Wilburten( Oklahoma) ereignete fich eine schwere Explofion, durch welche etwa hundert Bergleute verfchüttet wurden. Die Explosion war so start, daß das Grubenholz aus dem 200 meter fiefen Schacht herausgeschleudert wurde. Es besteht gegeringe Aussicht auf Rettung der Verschülleten. Die Hilfeleistung für die Dampfer im Eis. Anmeldung aur Jugendweihe für Rönigswufterhaufen und Umgegenb bei Arthur Schola, Bildau. Blantstr. 9. Mar Fischer. Gesaia. Chauffeestraße. Billi Liek. Niederlehme, Dorfstraße. Adolf Hohm, Königswußterhausen. Ber liner Str. 5. Ernst Kluge, Röniasmusterhausen, Karlstr. 3. Geburtstage, Jubiläen usw. mit feiner Frau feinen Lebensabend im Friedrich- Wilhelm- Solvital in der Geinen Rebaigften Geburtstag beaebt heute der Genoffe Ernst Baflow. ber Fröbelftrake verbringt. Genoffe Baflow, der bereits unter dem Schandaefek fich aur Partei bekannte, ist leider feit einiger Reit erblindet. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieber! Am Mittwoch, 20. Januar, 7% Uhr, findet in der Aula der Schule Rodiftr. 13 eine allgemeine Mitaliederversammlung ftatt. Referat: Die Erwerbslosigkeit der Jugend". Rutritt nur gegen Mitalieds Heute, Donnerstag, den 14. Januar, abends 7% Uhr: Cabu Rorben: Schule Butbuffer Str. 3. Bortrag: Bub und Mädel". hauser Borstadt I: Sule Sbfenftr. 17. Bortraa: Rarl Liebknecht und Rofa Zuremburg". Echönhauser Borftabt II: Schule Eberswalder Str. 10. Rofa Luxemburg- und Karl- Liebknecht- Abend.-- Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag: Die wiffenfchaftliche Leiftung Rosa Luxemburas". Friebenau: Boraussichtlicher Vortrag Die Reit des Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Absolutismus". Criner: Jugendheim an der Rundfiedlung. Bortrag: ..Sozialistische Erziehuna". Achtung, Schoneberg! Jugend und Sunasozialisten! Die Brobe zur voliti fiatt. Es werden noch Genossen, welche mitwitten wollen, gesucht. Ueber die Bergung der im Finnischen Meerbusen eingebuch. Alle Gruppenveranstaltungen fallen an diesem Abend aus. frorenen deutschen Dampfer durch russische Eisbrecher teil die Leningrader Hafenverwaltung mit, daß ihrer feits alle erforderlichen Maßnahmen getroffen wurden, um sämtlichen Dampfern durch Versorgung mit Proviant Hilfe zu leisten. Bis zum 14. Januar werden alle Dampfer aus dem Eis felde in den Leningrader Hafen geleitet werden. Der Bremer Dampfer Thor" und einige andere find bereits glücklich in Leningrad eingetroffen. Infolge des ungewöhnlich strengen Frostes müssen die Eisbrecher sich über 300 kilometer durch Padeis ihren Beg bahnen, wodurch die Bergungsarbeiten sehr fchen Renue findet am Freitag, 15. Januar. 18 Uhr, bei Grok. Gedanstr. 17, erschwert werden. Bei weiterem Andauern der Kälte muß damit gerechnet werdne, daß der Finnische Meerbufen bis zur Höhe von Reval zufriert. In einem Funtspruch des Linienschiffes essen" wird folgendes mitgeteilt: Finnische Armeeflieger aus Wiborg haben in besonders anerkennenswerter Weise die Dampfer mit Proviant versehen. Die dem Linienschiff von der finnischen, estnischen und russischen Regierung zuteil ge wordene Hilfe und ihre Bemühungen um die eingeschloffenen Dampfer werden ebenfalls besonders dankend anerkannt. russische Regierung ist in tatkräftiger Weise bemüht, Hilfe zu leisten, b. 16., 7.30 Uhr, Viital. Betf. bei Sahule, Riefbolaftr. 21. Umtausch sämtlicher soweit sie es mit ihren gesamten Eisbrecherkräften vermag. Die Trappe in Siliche de find durch eine Explosion unter Tage Grubenunglüd bei Dorfmund. Auf der Reche Bereinigte zwei Bergleute getötet und fünf verlegt worden. thr um und lam wieder herunter. Blöglich entriß er der Frau die Parteinachrichten schwarze Autoladlebertasche, die 40 m. enthielt, mit solcher Gewalt, baß sie selbst die Treppe hinunterfiel und sich einen Arm brach. Bevor sie noch um Hilfe rufen fonnte, verschwand der Räuber und entfam. Eisbahn im Schillerpart. Am heutigen Donnerstag wird im Schillerpart auf der großen Spielwiese eine Eisbahn eröffnet, um einem Bedürfnis der Bevölkerung des Stadtteils Wedding entgegen au tommen. Als Eintrittspreis wird erhoben: bis 5 Uhr für Kinder 5 Bf., für Ertramfene 10 Pf., nach 5 Uhr für Kinder 10 Bf. für Erwachsene 20 Pf., an Konzerttagen für Erwachsene 30 f. Bezittsbildungsausschuß Groß- Berlin Sonnabend, den 16. Januar, abends 8 Uhr, Gründungsfeier ber Arbeiterbildungs. ihule im großen Eaal des Gewerkschaftshauses. Engelufer 24/25. Kammermufit, Festrede, Regitationen. Eintritt 1 Mart. Sonntag, ben 17. Januar, nadmittags 8 Uhr, im großen Eaal der Bhilharmonie, 8. Beranstaltung. Internationale Boltstanze und Bolkslieder. Bunte Tänze". Preis der Einzelfarie 1,20 Mart. Sonntag. ben 31. Januar, vormittags 11 Uhr, 3. Proletarische Feierstunde im Großen Schauspiel haus. Stimmen der Toller( Regitationen, Zieber, Gruppentanae, Orgel, Violoncello). Breis der Gingellarte 1 M. Starten für alle Veranstaltungen find in den bekannten Berkaufsstellen zu haben. Das Volfsbildungsamt Prenzlauer Berg( Kulturgemeinde) beranitaltet am Donnerstag, den 14. Januar, abends 8 Ubr, in ber Aula der König, tädtischen Dberrealschule, Pasteur ftr. 44/46, einen Bortragsabend: Aus Dbein von Leoncavallo, Buccini, Roffint, Berdi. Es wirfen mit: Dr. Felig Günther einleitender Borirag und Klavier, Dvernfünger Euaen Transin, Arthi Fleischer( Staatsoper), Elle Jülich de Bogt( Stadtopez). Emtritt 20 Bf., für Mitglieder der Kulturgemeinde frei. Bildungsausschus Neuföln. Donnerstag abends 7 1hr Sigung im Bartcibureau Redarjiraße. Eine öffentliche Rundgebung gegen bie Samach der Firftenabfindung findet om Donnerstag, den 14. Januar. abends 8 1hr, in Friedrichs. bagen im Gesellschaftshaus statt. Redner ift: Reichstagsabgeordneter Genoffe Georg Schmidt. Der Prozeß Grand. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Beztrfsjekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten Bezirksvorstand. Sonnabend, den 16. Januar, abends 6 Uhr, Sigung des erweiterten Bezirksvorstandes im Konferenzzimmer der Vorwärts. Redaktion, Cindenfft. 3. Wichtige Tagesordnung. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde Grak- Berlin. Sonnabend, 16. Januar, 8 Uhr pünktlich, Bortrag des Genossen Dr. Kanig- Bien über: Die österreichische Kinderfreundebewegung" im Birgerfaal des Berliner Rathauses, Königstraße. Rinderfreunde, Elternbeiräte, Lehrer, Sunafozialisten und Arbeiterjugend find eingeladen. 1. Kreis Mitte. Achtung, Elternbeiräte! Freitag, 15. Januar, 7% Uhr, bei Letscher, Neue Friedrichstr. 108, Sigung. 4. Rreis Prenzlauer Bera Giguna ber Seitungskommissionsmitglieder aller Abteilungen am Freitag, 15. Senuar, 7 Uhr, bei Burg, Prenzlauer Alles 189. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Freitag, 15. Sanuar, 7% Uhr, bei Rlug, Danziger Str. 71. Gigung der Funktionärinnen für Arbeiterwohlfahrt und Rinderfchuk. 15. Kreis Treptow. Freitag. 15. Januar, pormittags 10% Uhr, bei Jmbera, Oberfchöneweide, Wilhelminenhofftr. 34, Bersammlung aller arbeitslofen Genossen des Kreises. Borttag: Die politische Lage und die Wirtschaftskrise" Referents Landtagsabgeordneter Eduard Sachert. Heute, Donnerstag, den 14. Januar: Jungfozialisten. Grappe Friedrichshain: 7 Uhr in Jugendheim Tilfter Strake 4. Sunenpolitische Aussprache. Gruppe Brenalaner Berg: Die Gruppe beteiligt sich an dem Opernabend des Boltsbildungsamtes Brenz Tauer Berg in der Königstädtischen Oberrealschule, Pasteurstr. 44/46, 7 Uhr. Gruppe Trepiom: 7½ Uhr im Jugendheim Elfenstr. 3 Bortrag: Gruppe Marrismus oder Chauvinismus?" Referent: Franz Lepinsti. Neukölln 1: 7% Uhr im Jugendheim Nogatite. 10/11 Referat fiber bie Ermäßigung des Diskontfages der Reichsbant. Referent: Dr. Topf. Alle diesbezüglichen Artikel vorher lesen bzw. mitbringen. Morgen, Freitag, den 15. Januar: 74. t. Rehlendorf. 8 Uhr im Restaurant Sindenpark öffentliche Ber fammlung. Vortrag: Die wirtschaftliche Lage der Staats- und Gemeindebetriebe" Referent: Stadtverordneter Bolenste. 124a Abt. Mchisdorf- Süb. 8 Uhr Lotal Dick. Uhlandstr. 18, Generalversamm Iung. Bortrag des Genossen Wilhelm Landa: Die Ursachen der Birt fchaftstrife". 2. Neumehl des Abteilungsvorstandes. Erscheinen Bflicht. Jungfozialisten. Gruppe Lankwik: Pünktlich 8 Uhr bei der Genoffin Maraun, Aaifer- Wilheim- Str. 24/26, Beginn der Arbeitsgemeinschaft Das Heidel berger Programm"( Leitung: Eina Maraun). Schreibmaterial nicht vergessen! Frauenveranstaltungen. Hannover, 13. Januar.( TU.) Am heutigen zweiten BerhandLungstage des Grans- Prozesses gab zunächst der Vorsigende Be schlüsse des Gerichts über Beweisanträge befannt. Als wahr unterstellt wurde die Tatsache, daß Grans eine Aufforderung seines Verteidigers, ein Gnadengefuch einzureichen, abgelehnt hat. Es folgten dann zahlreiche Berlesungen. In dem legten Briefe Haarmanns heißt es, Grans habe ihn furchtbar belogen und bestohlen, trotzdem molle er aber nicht sein Gewissen belasten und Falsches aussagen. Grans sei leichtsinnig, aber nicht( chlecht. Er habe von den Mord en teine Ahnung gehabt. Er, Haarmann, sei durch die Polizei genötigt gewesen, die unwahrheit zu jagen und Grans zu belasten. Grans leugrete jedoch die meisten in Haar manns Brief ggen ihn erhobenen Vorwürfe, uno stellte damit sich felbft zum Schaden Haarmanns Glaubwürdigkeit ein schlechtes Zeugnis aus. im Betriebe". Referent: Genoffe Edaat vomi ADB. Die Berhandlungen wurden schließlich auf Donnerstag vertagt. An diesem Tage soll die Beweisaufnahme beginnen. Es find etwa 30 3eugen geladen. MARKE 30. Abt. Freibag. 15. Januar, 7% Uhr, im Restaurant Sum Burgfrieben", Wichertstr. 69, Frauenabend. Bortrag: Die Frau im Cherecht". Referentin: Elfe Scheibenhuber. SPD.- Fraktion der Berliner Stadtbank und Sparkaffe. Eikuna am Freitag, 15. Januar, nachmittags 4% Uhr, im Restaurant von Brandenburg, Spandauer Gir. 8/6. Tagesordnung: Die Beamtenvertretung und die Rechte Loesner. Betershagen. Sonnabend, 16. Januar. 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Alten Deffauer". Bortrag bes Genoffen Richard Bugge über Steuerfragen. Distuffion. Berschiebenes. Gäste willkommen. KEIN Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianstr. 37/38 Soft. Mitte. 5. Rameradschaft Fc., b. 15., 8 Uhr, Bartelstr. 7. Kreuz berg. Fr., d. 15., 8 Uhr. Sigung aller Funktionäre mit erweiter tem Borstand bei Reim. Urbanftr. 29. Panlow. Fr., b. 15., 7.30 Uhr. bei Neumann, Mendelstraße, Radfahrer- Rugversammlung. Treptom. So.. Mitaliebstarten. Wilban. Go., b. 16., 7 Uhr, Unterhaltungsabend. Dranienburg. Do., d. 14., 8 Uhr, Jahresverfammlung im Schüßenhaus. Fr., b. 15.. 7.30 Uhr, Sektion 7, Rostin, Memeler bei Boramanu. Bericht und Neuwahl bes Borstandes. Friedrichshein. Straße 74/75. Baumschulenweg. Fr., d. 15., 7,30 Uhr, Jahresversammlung Friebrichsfelbe. Fr., d. 15., Mital.- Beri. Uhr Capriviallee 42. Gruppenführer eine Stunde frither. Die Anbetung in der Kunft allez Reiten lautet das Thema eines Bidb bildervortrages, den Genosse Schriftsteller Erich Pöppel am Donnerstag, 14. Januar, 7½ Uhr, in Neukölln, Nanfenftr. 12( Gemeindefaal), im Bunde religiöser Gogialiilen halten wird. Der Eintritt ist frei. Filehner Landsmannschaft zu Berlin. Donnerstag, 14. Januar, 8 Uhr, Joels Bereinshaus, Oranienftr 36. Gäste willkommen. Bund Entschiedener Echulreformer. Oeffentlice Kundgebung Freitag. 15. Januar, 7% Uhr, in der Aula des Französischen Gymnafiums, Reichstags ufer 6( nabe Brandenburger Tor): Die Gefährdung der geistigen Freiheit unter der Maste des Jugendschutes".( Gegen die Gefeßentwürfe sur Be wahrung der Jugend vor Schund- und Schmukschriften und zum Schuße der Jugend bei öffentlichen Luftbarkeiten.) Redner: Wolfaana Seine Außerdem. werden kurze Anfpraden halten: Dr. Julius Bab, Dr. Adolf Behne. Dr. Ger hard Danziger, Saren Graf Regler Baul Oestreich, M. d. R. Toni Prüff. M. d. R. Heinrich Ströbel, M. b. S. Brofessor Dr. R. Rorfch. Oeffentliche Monatsversammlung Dienstaa, 19. Januar. 7% Uhr, im Werner- Siemens Realgymnafium, Sohenstaufenstr. 47/48( Untergrundbahnhof Bittoria Luise Blag). Die neue Boltsfdule." Berichte aus der Bersud sichule in Dresden Sellerau. 1. Mar Nikiche: Unsere Schule, Goll und Werden"( mit Licht bildern). 2 Billn Steiger: Die fahrende Schule"( Alaffenreifen als Lehensfchule, mit Lichtbildern). Freie Aussprache. Unkostenbeitrag am Saaleingang erbeten! Jedermann willfommen! beiter Samariter- Soloune Berlin e. B. Abt. Brenzlauer Berg: Donners tag, 14. Januar, 8 Uhr. Mitgliederversammlung. Schule Kaftanienallee 81/82. Abt. Hermsdorf: Donnerstag, 14. Sanuar, 8 Uhr, Schule Roonstrake, Turnhalle, Mitgliederversammlung. bt. Schöneberg: Freitag, 15. Januar, 168 Uhr, Mitgliederversammlung im Lotal Refenthal, Ebetsitr. 66. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter. bliebenen. Bezirk Often V: Freitag, 15. Januar, 8 Uhr, in Schmidts Ge fellfchaftshaus, Fruchtftr. 86a, Generalversammlung. Der Verein heimattreuer Offprengen, Lichterfelbe, der bie Besirle Lichter felbe, Lantwik. Sehlendorf und Dahlem umfaßt. Mitalied des Bundes heimat. treuer Ostpreuken e. B., hält Donnerstag, 14. Januar. in den Lichterfelder Feitsälen, Bichterfelde, Reh'endorfer Str. 5, feine Generalversammlung ab. Neuanmeldungen an den Borkenden Franz Schifort, Lichterfelbe, Margaretente. 9( Fernfor.: Liderfelbe 3452). Der Bezein Sozialistischer Aerate veranstaltet am Sonnabend, 16. Januar, 84 Uhr, im Sozialwiffenfdeftlid en Klub Wilhelmftr. 48. eine öffentliche Mitalieberverfammluna. Chefarat Genoffe Dr. Solifer Romotau fericht über bas Themta: ahol und Boltsgefundheit". Aur Distuffion find vorgemeldet Gäste u. a.: Generalsekretär Dr. Bornstein und Genosse Dr. 5. Druder. millkommen! Freie Inemeinde Berlin- Sorten. Lehrer Paul Berth- in furicht om 15. Jonuar, 7 Uhr, in der Schulaula Baldenfe ftr. 20/22( weltliche Schule) über Arbeitsithule". Reactarie Bereinigung Berlin. Mittwoch. 20, Januar, 7% Uhr. finbet im Berliner Rathaus. Gaal 63. Cingana Jüdenstraße. ein hochinteresanter Bortrag des Serrn Rürschner über Lebensfunft im Tageslauf" ftatt. Gäfts millkommen. Sport. Heute abend 10 2hr beginnt das 15. Berliner Sechstage- Rennen im Sportpalaft. Die Namen der 14 startenden Mannschaften haben wir bereits mitgeteilt. Die Wertungsgrupper werden täglich nadmittag 2 und 4, Uhr( mit je 5 Eputs à 10 Runden), aben's 10 Uhr und rechts 2 Uhr( mit je 10 punts à 10 Runden) in Abständen von 20 Runden aus gefabren. Es erhalten der 1. 5, der 2. 3, der 3. 2 und der 4. 1 Tunit. In der ganzen legten Etunde des Rennens erfolgt Bunttewertung alle 10 Runden. Sierbei erhalter der 1. 25, der 2. 10 und der 3 5 Punite. Bevor der Startschuß zu der langen Reise ertönt, werden um 8 Uhr Bot. rennen vor sich geben. Die Amateure bestreiten ein 100- Runden. Rennen, waurend die Berufsfahrer ein 200- Runden. Bunftefahren zum Austrag bringen werden. Im 9,30 ubi erfolgt die Vorstellung der Sechtage Mannschaften. In der et it en Nacht findet die erste Wertung bereits um 11 Ubr statt, so daß schon die ersten Stunden des Rennens einen bewegten Verlauf nehmen werden. 1 Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfisielle für Berl n( Nachdr. verb.) Fortdauernd lalt, zeitweise fiär fer betöltt, ohne erhebliche Niederschläge. Für Deu fchland. Zu der südöstlichen Häljte Deutschlands juichweise leichte Schneeiälle, Temperaturen unverändert. INVENTUR VERKAU SALA ANDER MARKE SALA MARK SALAMI DER SALAMANDERSCHUHE BEI BESTER QUALITAT IMMER PREISWERT SALAMANDER Inventur-.. Noch 2 2. Donnerstag Sportflanell mit gute Qualität, இ Tage und Freitag In vielen Streifen, Meter 0.68 Robnessel graftige Qualität.. Meter 0.55 in cm breit, Ausverkauf Konfektion Kasak aus kunstseidenem Trikot, neue Fassons, schöne Farben.. Kleiderröcke aus baltb.Stoffen gute Verarbeitung, moderne Schnitte für Damen, Wirkwaren Schlupfhosen für Damen, 2.90 Kunstselde, farbig, sehr gutes Fabrikat 1.95 3.90 Herren- Hosen wollgemischt, mit überschlag, baltb. Qualität, 3 Größen 1.65 Herren- Hemden wollgem Schottenkleid, fremster, 6.90 arble, Doppelbrust, gute Konfekt. 1.75 fesche Fasson, mit langem Arm.... 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Die Wahl ift geheim und wirb burch ben Borstand geleitet. räuterfranzbranntwein K Ueberall erhältlich OPP& JOSEPH Berlin W Der Massen- Einkauf Die Bahlberechtigten werben biermit gestattet mir folgendes billiges Angebot aufgefordert, bem Barftand ber unter- 100 000 Liter gtgeichneten Raffe Wahlvorschläge, trennt für Arbeitgeber und Arbeit nehmer, einzureichen. Es tönnen nur falche Wahlnoridläge berüidfichtigt met ben, bie bis zum 31. Januar 1926 ein- eidelbeer- u. Apfelwein cereidt find. Die Stimmabgabe ift an Fruchtwein, Portweintyp bie Wahlvorschläge gebunden. Die Johannisbe.rwein Bahinorfchläge der Arbeitgeber müffen Stachelbeer- u. Kirschwein Don mindestens ie 10 mahlberechtigten Zucker vergoren, ca. 14% Fruchtweine mit Steuer Arbeitgebern mit aufammen mindestens 30 Stimmen, diejenigen ber Berfichet ten von mindestens 30 wahlberechtigten Raffenmitaliedern unterzeichnet Tein. Mit den Wahlvorschlägen fülz Berficherte • Ltr. M. 6.87 75000 Liter " 0.96 1.02 1.18 Südweine unverschnitten tit von jedem Bewerber eine Erklärung Tarragona süß 17%.. barilber vorzulegen, bak er aur n- Malaga 16% mit Steuer nahme der Bahl bereit ift. Die aus Samos( Krankenwein) Den eingereichten Bahlvorschlägen fuch Douro Portwein süß 20%. ergebenden Anstände müffen bis zum 15. Februar 1926 befeitigt fein. Die Wahlvorschläge fönnen nach ihrer Rulaffung im Raffenlokal, hier, Rörner ftcake 55, während der Dienststunden yon 9-1 Uhr vormittags eingefehen merben, ebenfo vom Tage diefer BeZanntmachung an bie Arbeitgeber und MitaliederverAcid niffe. Ltr. M. 1.50 35 000 Flaschen 1.74 2.07 2.70 Rot- u. Weißweine Serie 1 mit Steuer ohne Glas M. 0.90 Serie 2 mit Steuer ohne Glas M. 1 32 Serie 3 mit Steuer ohne Glas M. 1.80 Serie 4 mit Steuer ohne Glas M. 2.36 Etmaige Einforüche gegen bie Richtigkeit der fich aus dem Arbeitgeber- und Mitalieberperaeichnis ergebenben Wahl und Stimmberechtigung find bis Aum 31. Sa la Aquavit, 35% muar 1926 beim Raffenvorstanb unter la Weinbrand- Verschn, 38% Beiflung von Beweismitteln au erla feinster Weinbrand. 38% beben. la Jam.- Rum- Versch. ca.450 Erstklassige Spirituosen • • Ltr. M 2.95 3.20 4.20 Auf Antrag ber Bahlberechtia en la Jam.- Rum- Ver.( Teerum) ca 55% werden vom 15. februar 1926 ab Bahl Spezial- Likör, ca. 38% Ltr. ausweise im Raffenlotal währenb ber Die bek. Süßkind- Liköre ca 380 Dienstunden ausgestellt. Die Wahl- Süßkind Privatbrand, 38% berechtigten werben bringend erfucht. Charente Weinbrand, ca. 42% fich die Wahlausweile au beffaffen, ba bie Wahlausfdiüffe die Wahl- und Stimmberechtigung prüfen. Die Ar S Pl.. 9 Kostproben gratis 4.45 5.20 340 4.45 99 4.2 4.75 beitgeber müffen fich in biefer Reit be- Ausschank direkt vom Faß freinigen laffen, wieviel Stimmen fie Likör- Fabrik u. Weingroßhandlung führen, meil dies bei der Wahl nicht feftgeftellt werden Bann. Die Stimmettel müffen von weißer Farbe fein, Im übrigen gelten file bie Baby bie entsprechenden Bestimmungen ber Sakuna und der Wahlordnung. Berlin- Cleef, ben 11. Sanuar 10 Der Vorftand. Roede, Borfikender. Roglin, Schriftführer. 55/5 KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße tellenangebote finden im Vorwärts beste Beachtung Allerfeinste, garantiert Naturbutter Verkauf nicht an Wiederverkäufer reine Pless Butter Am Dienstag, den 12 Januar, früh 2 Uhr, perichied nach furzem, schwe rem Beiben unfere liebe Mutter, Schwieger- u. Großmutter, die Witwe Pauline Gien im 74 Lebensjahre. Dies zeigen tieft etrübt au Georg Gien. Bert. Glen. Walter Glen. Berlin, 13. Januar, Butbuſer Str 13. Einäfcherung: Freitag, 15. Januar, 6 Uhr, Krematorium Gerichtstraße Danksagung Für die überaus zahlreichen Bemeile aufrichtiger Teilnahme bei ber Beerdigung meiner lieben Frau fage ich hiermit allen meinen Freunden und Rollegen, insbesondere den Rolleginnen un Rollegen der Brandhe Retchs- und Staatsbetriebe, fomie allen Betannten meinen herzlichen Dank Auch dante ich dem Landtags abgeordneten Genoffen Otto Meler für seine troftreichen Worte. Berlin, ben 13. Januar 1926. Hermann Stuttfeld 1561b Rathenower Str. 44 Eduard Susskind Deutscher Hellarbeiter- Verband Achtung! Berwaltungsmitglieder! Freitag, 15. Januar, abends 7 Uhr: Hauptgeschäft: Brunnenstr. 42-43 Sigung BotFreitag. ben 15. Januar, miffags 10 Uhr, im Zimmer 28 des Berlin N: Chausseestraße 76 ber mittleren Ortsverwaltung. Ber in N: Mallerstraße 144 Berlin 0: Koppenstraße 87 Berlin SO: Grünauer Straße 15 Dr. med. Latte Moabit: Wilsnacker Straße 25 Von der Reise zurück Angena zt Kottbusser Damm Steglitz: Schloßstraße 121 Neukölln: Berliner Straße 18 Berbandshauses, Liniente. 83 85: Versammlung aller arbeitslofen Elektromonteure und Helfer Groß- Berlins. Mitgliebsbuch ist mitzubringen. Die Ortsverwaltung. Ueberall erhältlich. Sterbekasse ehem. Pflug'sdier Arbelter ( Hetzelsche Kasse) Generalversammlung Verkäufe Ent 450Rebfelb, Babftrake 34. Saben. eichene Schlafzimmer 895, Speisezimmer, bildschöne Muster, Vis trinenbüfett, Tifch, fechs Stühle 395, 450,-, Serrenzimmer 295Rehfeld, Badstraße 34, Saben. An Fleibeschränke, breiteilig, 79,-, Balch toiletten mit Spiegel 60-. Rachttische 19,50. Apothefen 19,50. Sebfelb, Babftraße 34, Laden. Ena Tische Bettstellen, vollständig tomplett, 58 Mart. Nohrstühle 5.75, Ausziehtische 29,-, Diplomaten- Schreibtische 68,-. Rehfeld, Babftrake 34, Laben. Aparte Kilchen 75,-, 98.-, 125- ulm. 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Wirt schaften nennt man jede auf die Befriedigung von Bedürfnissen gerichtete Tätigkeit. Die Borbedingung erfolgreichen Wirtschaftens in der kapitalistischen Wirtschaft ist also das Berhandensein von Käuferschichten, die diejenigen Waren abnehmen, zu deren Herstellung Fabritanlagen errichtet sind. Indem man die Preise zu hoch trieb, an die Betriebe zu hohe Gewinnansprüche für das Brivattapital ftellte, die Anlagen zwar baute, aber sich um die Er. schließung des Marktes durch billige Preise nicht fümmerte, legte man den Grund zu der verheerenden Wirtschaftskrise, die durch die Inflation verzögert werden konnte, nach Beendigung der Inflation aber mit aller Schärfe sich durchsezte. Gegenüber dieser Bernachlässigung der einfachsten Wirtschaftsprinzipien tonnten all die verschiedenen Bersuche, der Krise auszuweichen, nichts helfen, weber die verblendete Schuzzollpolitit noch auch die staatlichen Stübungen induftrieller Unternehmungen. Vollkommen aussichtslos waren und sind die Versuche, durch einen Druck auf die Löhne die Krise zu bekämpfen. Niedrige Löhne müssen den Absatz zum Versiegen bringen; da aber die deutsche Produktion größere Absatzmöglichkeiten braucht, da im Verhältnis zu dem augenblicklichen Be darf vielauviel Fabriten vorhanden sind, fommt es darauf an, durch Senkung der Produktionskosten niedrigere Preise und da. mit erhöhte Rauffähigkeit der breiten Massen zu erzielen. Niemals ist das auf dem Wege über niedrige Löhne möglich. Das Schnedentempo der Rationalisierung. Distontherablegung die deutschen Privatbanten nach wie vor sich eine Binsdifferenz von 8,4 b3 m. 6,4 Proz. aut. schreiben, um ihre Unfosten und ihre Dividenden zu erwirt. fchaften. Eine Binsdifferenz, die 3. 2. höher liegt als der Reichsbantdistontlag felbft und im günstigsten all noch mehr als influßlofigkeit der heutigen Reichsbankpolitik auf die Strebitioften tann durch nichts ausdrucksvoller nachgewiesen werden, als durc einzustellen und durch eine rechtzeitige Umstellung auf diese Tatsache. Sie enthüllt aber auch mit vollster Klarheit den billige Produtti on ihr entgegenzuwirken. uile Die Bielzuvielen. Innerhalb der Industrie, wo man jest mit Arbeiterentlaffungen so schnell bei der Hand ist, hat man auch auf einem Gebiete nicht ben notwendigen Sinn für Sparsamteit gezeigt, auf dem Gebiete der Einschränkung eines fostspieligen Berwaltungsappa. rates. Es sind sehr viele Fälle bekannt, in denen noch heute un verhältnismäßig viel Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder nicht nur einen erheblichen Teil des Reingewinnes, sondern durch ihre Gehälter und Tantiemen sogar einen Teil des Roh gewinnes für fich in Anspruch nehmen. Ein bürgerliches Blatt, die Leipziger Neueste Nachrichten" brachten dazu vor einigen Tagen folgende interessante Mitteilung: Bum Beweis für die Behauptung, daß der Direktions- und Verwaltungsapparat zahlreicher Attienunternehmungen heute noch aufgebläht ist, haben wir eine fleine Untersuchung angestellt. Wir haben für zehn bekannte sächsische Industriegesellschaften die Zahl der heutigen Direktions- und Aufsichtsratsmitglieder mit den Vortriegsziffern( 1913) verglichen. Dabei wurden nur solide Unternehmungen ausgewählt, die während der Inflation weder eine größere tapitalmäßige noch geschäftliche Expansion getrieben haben, o daß das Ergebnis möglichst günftig ausfallen möge. Es stellte fich bei dieser Gegenüberstellung heraus, daß diese zehn Ge. ellschaften heute 30 Direktoren und 74 Auffichtsratsmitglieder beschäftigen, während sie 1913 insgesamt 20 Direktoren und 50 Aufsichtsratsmitglieder besaßen. wirtschaftszerstörenden Charakter des 3ins monopols der Privatbanken, das diesen erlaubt, die ihnen zufließenden Gelder in erster Linie ihrer Dividende nugbar zu machen, unbekümmert um die volkswirtschaftlichen Zwecke, denen diese Gelder zu dienen hatten. Steigerung der Welt- Eisen- und-Stahlproduktion im Jahre 1925. Nach Angaben ausländischer Blätter ist, wie dem Fachblatt Industrie Kurier" berichtet wird, die Weiteisenproduktion im Jahre 1925 nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr um 8 190 000 Tonnen gestiegen. Sie be trug 75 184 000 Tonnen( 1924: 66 994 000 Tommen und 1913: 77 102 000 Tonnen). Davon entfallen 47 Broz.= 36 Millionen Tonnen auf die Bereinigten Staaten von Nordamerika( 1924: 31 077 000 Tonnen und 1913: 30 653 000 Tonnen). Die Welt. stahl probuftion betrug, ebenfalls nach ungefähren Berech nungen, 88 764 000 Tonnen( 1924: 77 319 000 Tonnen und 1913: 75 019 000 Tonnen). Sie hat demnach die Erzeugung des Jahres 1924 um 11 445 000 Tonnen und die des Jahres 1913 um 13 745 000 Tonnen übertroffen. An erster Stelle steht ebenfalls Amerita mit einer anteiligen Produktionsziffer von 45 200 000 Tonnen= 51 Proz. der Welterzeugung( 1924: 37 932 000 Tonnen und 1913: 31 301 000 Tonnen). Reichsgarantie auch für Kaliwechsel? Wie das Kalisyn. bitat mitteilt, schweben Verhandlungen mit den zuständigen Reichsministerien, um auch für die von der Landwirtschaft für die Früh jahrstalibezüge ausgestellten Kaliwechsel eine Ausfall. garantie des Reiches zu erlangen. Bekanntlich hat das Reich für tidstoffwechsel bereits eine Ausfallgarantie von 20 Millionen Mart übernommen, die vom Stickstofffyndikat mit 10 Millionen ergänzt wurde. In Frage famen im ganzen rund 60 Millionen Mart Stickstoffwechsel. Das Ralisyndikat versucht nunmehr zur Steigerung des Absatzes und zur Berringerung des Risitos der Kali industrie dasselbe zu erreichen. Legt man den Inlandsabfaz für 1925 zugrunde, fo handelt es sich um Beträge von über 100 Millionen Mart. Soll das Reich in ähnlichem Berhältnis wie bei den Stid stoffwechseln stillhalten, so tommt eine Ausfallgarantie von mindestens 30 Millionen in Frage. Man muß sich fragen, weshalb die Kaliindustrie diese Ausfallgarantie verlangt, nachdem eben erst die Ralianleihe von 100 Millionen hereingebracht worden ist, deren Berwendung ausschließlich die Kreditierung des landwirt schaftlichen Kalibezugs vorgesehen hat. Die Leitung dieser Unternehmungen ist also heute noch um 50 Prozent größer als vor dem Kriege. Wobei berüd. sichtigt werden muß, daß der geschäftliche Aktionsradius heute meist fleiner ist. Bei einem sächsischen Bantinstitut, das heute nur mit einem Drittel seines Borkriegstapitals arbeitet, ergibt sich jogar mehr als eine Berdoppelung des Aufsichtsrates und eine um zwei Personen( 50 Prozent mehr) vergrößerte Direttion." Diese Aufstellung ließe sich beliebig erweitern. Nicht allgemein bekannt ist es, daß der Kampf um die lukrativen Direktoren- und Aufsichtsratsstellen oft auch die Umstellung der Werte Dergert hat. Wenn so gewirtschaftet wird, so darf man fich nicht darüber wundern, daß die Gesundung der Wirtschaft so langsame Fortschritte macht. Absurd aber ist es, wenn die Industrie dauernd an Reich, Länder und Gemeinden appelliert und diese zur Sparsofort bezahlt. Nach langer Zeit ist das der erste Großverkauf aus famteit ermahnt, solange sie in der eigenen Berwal. tung nicht imftande ist, gesunde Verhältnisse herzustellen und statt dessen ihren ganzen macht willen nur gegen die Ar beiterschaft richtet und diese wahllos auf die Straße setzt. Die Krise in der Eisen- und Stahlwarenindustrie. Die Lage der deutschen Eisen- und Stahlwarenindustrie hat sich nach dem Monatsbericht des Eisen- und Stahlwaren. Industriebundes auch im Monat Dezember 1925 wieder verschärft. Bon der Liquidafion des Sfinnes- Konzerns. Der fürzlich ge meldete Verkauf der 17,6 Millionen Aktien der Stinnes- Koholyt2.-G. an die Inverest Paper Co. in London hat, wie wir mitteilten, einen Erlös von 16 millionen Mart gebracht und wird der Masse des Stinnes- Konzerns. Man wird den verhältnismäßig günftigen Berkaufspreis der Attien, der bei 91 Broz, liegt, als einen Erfolg der vier Stüßungsbanten ansehen müssen, die feit der Auflösung des Garantietonfortiums ja allein um die höchstmöglichste Ausbeute aus der Konzernmasse fämpfen. Der legte Großverfauf betraf die Riebed- Montanattien, die bekanntlich für rund 16 Mil lionen vom Anilintonzern übernommen wurden. Außerdem wurden die Baroper Balzwerfsaftien an Wolf, Netter u. Jacobi und die Norddeutsche Buchdruckerei und Berlagsanstalt( mit der Deutschen Allgemeinen Beitung") an ein Ronsortium unter Führung des Papierindustriellen Salinger verfauft. Nach dem Erwerb des Deutsch- Luxemburg- Attienpalets durch ein englisch- amerikanisches Konsortium ist der Verkauf der Koholyt- Aktien die zweite große Uebereignung aus dem Stinnes- Besiz in Auslandshände. Betroffent werden zwei Bellstoffabrifen in Ostpreußen, eine Papierfabrit in Westfalen und eine chemische Fabrit jowie die beiden Berwaltungen in Königsberg und Röin. Die Fabriken sind nach wie vor im Be Die Rohlenhandels-.- G., in der der Stinnessche Kohlenhandel, die See- und Binnentohlenflotte und die Mühlheimer Bergwerfsvereinsbeteiligung zusammengefaßt werden sollen, ift trog mehrfacher Ankündigung immer noch nicht gegründet. Bu verwertex bleiben noch der Rest der Seeflotte, ein Teil der Becheninteressen und bie Hotelintereffen des Hauses Stinnes. In ihren Grundzügen sind die Forderungen, die nach einer Berbefferung und Berbilligung der Produktion gehen, von zahlreichen Industriellen bereits als richtig erkannt worden. Hat man aber die notwendige Entschlußfähigteit zu raschem Handeln auf. gebracht? In zahllosen Fällen ist das nicht geschehen. Bon Um organisationen großen und größten Stiles ist bisher nur der che mische Großtrust bekannt geworden, der in der Interessengemeinschaft der Anilinfabriken zustande fam. Schon das nächste größere Fufionsprojekt wird mit einer Lässigkeit betrieben, die den außen stehenden Beobachter zur Meinung verleiten fönnte, die deutsche Wirtschaft schwimme einfach im Ueberfluß. Tagaus, tagein verkündet die schwerindustrielle Bresse die Notlage der deut. fchen Schwereisenindustrie. 3hr verdankt die weitver. zweigte deutsche Berarbeitungsindustrie die hohen Eisenpreise, die im legten Sommer durch die Aufrechterhaltung und teilweise Erhöhung der Eisenzölle noch stabilisiert wurden. Seit vielen Monaten gehen bereits die Verhandlungen über einen Zusammen schluß der größten deutschen Eisenwerte zu einem Trust, dessen Notwendigkeit unter anderem damit begründet wird, daß bei dieser Umorganisation der deutschen Boltswirtschaft nicht weniger als Die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftstrife auf die 60 Millionen mart jährlich, oder 5 millionen Mart monat Industrie des Märkischen Landes haben im Monat Dezember weiter lich allein in der Lagerhaltung der Eisenindustrie an Rohstoff- und größeren Umfang angenommen und die Lage noch mehr verHalbfabritaten erspart werden wird. Wievielmal 5 millionen schlechtert. Rückgang des Auftrasbestandes und startes Mart find fchen deswegen vergeudet worden, weil sich die führenden Machlaffen in den Auftragseingängen, Kapitalmangel und die Un- trieb. Eisenwerte nicht über die Frage der Produktionsbeteili. möglichkeit, Kredite aufzunehmen, haben bie meisten Werte veran laßt, zu vollständigen oder teilweisen Betriebseinstellungen oder umgung ber einzelnen Firmen einigen tomten! Bon Monat zu fangreichen Arbeitsstreckungen überzugehen. Die ständig zunehmende Monat zu Monat wurde das Projekt hinausgezögert und Bahl der Erwerbslosen im gesamten Bereich der märkischen Klein man darf gespannt sein, munn es endlich zur Tatsache wird, nach eiseninduftrie, die Bermehrung der Anträge auf Geschäftsaufsicht und bem jetzt die größten Schwierigkeiten durch eine Berständigung in Konkurseröffnung beleuchten schlagend die Berschärfung der Berhältnisse. Hinzu tommt noch, daß die in der Abnehmerschaft der der Quotenfrage aus dem Wege geräumt find. Aber selbst wenn bas bald geschieht, so ist dennoch den angeblich so erfolgreichen Fühleineisenindustrie eintretenden Zahlungsschwierigkeiten bei der rern der deutschen Schwerindustrie der Borwurf zu machen, daß sie herrschenden Kapital- und Kreditnot die unangenehmsten Folgen zeitigen. die Jahre der Kriegs- und Inflationszeit vollkommen unbenußt verstreichen ließen und daß fie auch später sich erst nach langen Verhandlungen zu einem Plan bekennen fonnten, den sie noch vor wenigen Jahren mit Hohngelächter aufnahmen, als Männer wie Walter Rathenau zu einer derartigen Zusammenfassung der Produktion rieten. In die vielen hundert Millionen geht der unwirtschaftliche Verlust, der durch die Nachläffigkeit der Unternehmer herbeigeführt wurde. Nicht viel anders wie in der Eisenindustrie ergeht es dem Rohlenbergbau. Hier liegen auf den Halden Kohlenbestände, deren Wert hundert Millionen Mart meit überschreitet, vollkommen ungenutzt. Bom Lagern wird die Rehle natürlich nicht beffer. Dann aber bereitet die Aufrechterhaltung der. artiger Borräte gewaltige Soften, besonders an den heute so teueren Binjen. Auf der anderen Seite steht die deutsche verarbeitende Industrie, die bei einem niedrigen Rohlenpreis fiarte Abfagmöglich. feiten gewinnen würde, weil sie dann billiger produzieren fönnte. Aber die Kohle liegt auf den Halden und findet den Weg zum Käufer nicht, und das Bolle ganze trägt neben der gewaltigen Abfaz- und Arbeitslosigkeit die Roften folcher finnlesen Bergeudung.Aber nicht nur die Großindustrie, auch die mittleren und fleineren Betriebe haben viel versäumt. Die riesigen Zahlen der Konturfe, die man heute so gern als Beweis für die Unmöglichkeit der Dawes Bahlungen anführt, find keineswegs allein eine Folge der augen blicklichen Wirtschaftsschwierigkeiten; in zahlreichen Fällen find sie vielmehr nichts als die Folge mangelnder Boraussicht und mangelnden Willens, fich auf die kommende Abfagnot OU.S 00 Nach den bei Unternehmern üblichen lebhaften Rlagen über die Steuern und sozialen Lasten heißt es im Bericht weiter: Die sich ftändig verringernde Kauftraft der inländischen Abnehmer, bie sich über das ganze Reich erstreckende Wirtschaftskrisis und ihre Begleiterscheinungen, wie Erwerbslosigkeit, Zahlungsschwierigkeiten, laffen immer mehr erkennen, daß es fich nicht um eine vorübergehende Erscheinung handelt. Es ist daher nicht abzusehen, wann eine Beffe rung der Verhältnisse eintreten wird. Das Echo der Privatbanken zur Diskontermäßigung. Wer die leise Hoffnung hatte, daß die Herablegung des Reichsbankdisfonte die Privatbanken zur Berringerung der 3insspanne veranlassen würde, auf die es zur Sentung der 3instosten in der Bolkswirtschaft allein ankommt, fann diese Hoffnung begraben. Die Berliner Stempelvereinigung, das Kartell der maßgebenden deutschen Grobanten, hat zwar die Sinjen für gewährte Kredite um 1 Bros herabgefeßt, so daß ihre Kredite nicht mehr 13,4 Proz. 11 Broz 11 Broz Zinsen und 2.4 Broz. Provision toften, sondern 12,4 Bro Gleichzeitig haben sie aber nicht, wie es auch der Reichsbankpräsident gehofft hatte, ihre Einlage zinfen auf der alten, ohnehin niedrigen Höhe von 5 bzw. 7 Broz. belaffen, sondern auch die turzfälligen Einlagezinsen um 1 Proz herabgefeßt. Was mit den ipäter als nach 15 Lagen fälligen Einlagen geschehen soll, unterliegt noch einer Abstimmung der auswärtigen Bantoereinigungen. Bon diefer Abstimmung, die übrigens tennzeichnend ist für die Wiltür herrschaft der Banten in der Rinsbestimmung, wird man nach dem Borgang der Berliner Banten taum etwas zu erwarten haben. So wird man bald vor der endgültigen Tatsache stehen, daß trok der Unabhängig vom schnellen Wechsel der Zeit: immu ar.0 Geschäftsaufsicht für die Landbank A.-G. beantragt. Die zum Hugenberg- Konzern gehörende Landbank in Berlin hat Geschäftsweiter erfährt, schweben zurzeit noch Berhandlungen mit der preußiaufficht beantragt. Wie die Konjunktur- Korrespondenz hierzu fchen Regierung wegen lebernahme des Hugenbergschen Batetes von Aftien der Landbank. Der Rüdgang des Weltschiffbaus. Mährend des legten Quartals des Jahres 1925 ist nach den Angaben von Lloyds Register ein neuer Rüd gang der Schiffsneubauten in Großbritannien und Irland eingetreten. Die im Bau befindliche Tonnenzahl hat mit 885 013 den niedrigsten Stand seit dem Dezember 1909 erreicht. Die Gesamttonnenzahl des in anderen Ländern im Bau be findlichen Schiffsraums beträgt 1 184 532, davon entfallen auf Italien 309 578 Tonnen, auf Deutschland 234 145, auf Frankreich 167 256, auf Holland 108 894. auf die Bereinigten Staaten 105 211. Jum erstenmal steht unter den nichtenglischen Böltern Italien mit ber Tonnenzahl an der Spize. Die Tonnen des im Bau befindlichen Schiffsraums mit Berbrennungsfraftmaschinen beträgt für die ganze Welt 1 007 381 Tonnen gegenüber 1041 119 Tonnen mit Dampfmaschinen. Die Zahl der in Dänemark, Deutschland, Holland, Italien und Schweden auf Riel gelegten Motorschiffe überschreitet beträchtlich die für Schiffe mit Dampfbetrieb. Die Gesamtziffer für diese fünf Länder ist: 186 454 Tonnen Dampfschiffe und 579 436 Tonnen Motorschiffe. Abbau der Meffen. Mit Rücksicht auf den deutschpolnischen Die Stadtverwaltung Wesel hat Wirtschaftskrieg sieht die Stadt Danzig in diesem Frühjahr von der Abhaltung einer Messe. beschlossen, von einer weiteren Abbaltung von Messen Abstand zu nehmen, da die jegige Beit dafür nicht günftig fei. Tatsächlich ist die Bedeutung ber efeler effe nicht über einen engen Bezirk hinausgegangen und Firmen von bemerkenswerter Qualität konnten als Aussteller in größerem Umfange nicht herangezogen werden. Die guten Massary- Zigaretten: Kleine Massary 38+ Roal 48 Urteilen Sie selbst! Preußen im Reichsrat. Ter Landtag beschließt einheitliche Stimmabgabe. Im Landtag erfolgte gestern die namentliche Ab ftimmung zu dem Gesetze über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrats durch die Provinzialverwaltung. Es wird ab gestimmt über die vom Ausschuß vorgeschlagene Fassung, die besagt: 1. Die Vorschläge über die Stimmabgabe im Reichsrat werden entspringen einer übergroßen Aengstlichkeit. Wir wissen, daß sonst| auch in den Monaten der stärsten Bautätigkeit ein eigentlicher Mange! an Facharbeitern faum bestand. Hauptsache ist, daß die Mittel für den Wohnungsbau rechtzeitig bereitgestellt werden, damit die Bauarbeiten auf das ganze Jahr gleichmäßig verteilt werden fönnen und die Bereitstellung der Baustoffe rechtzeitig erfolgt. Dann tritt auch keine Steigerung der Baustoffpreise ein. Hinzutreten muß dann noch eine scharfe Rontrolle der Bau. zwischen den bestellten und den gewählten Reichsratsmitgliedern Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin Dorberaten. Kommt hierbei eine Einigung nicht zustande, so hat jedes der gewählten Mitglieder das Recht, eine nochmalige Beratung des Gegenstandes mit dem Staatsministerium zu verlangen. Die Entfheidung erfolgt durch mehrheitsbeschluß. 2. In den Ausschüssen des Reichsrats führt ein vom Staatsministerium bestimmtes Mitglied die Stimme Preußens. 3. In den Bollfihungen des Reichsrats werden die Stimmen Preußens gemäß Entscheidung der Vorberatung einheitlich durch ein vom Staatsministerium bestimmtes Mitglied abgegeben. Jedem gewählten Mitglied steht hierbei das Recht zu, seine von dem Be fchluß der Vorberatung abweichende Stellungnahme im Reichsrat bekanntzugeben. Die Abstimmung ergibt die Annahme dieser Fassung mit 211 gegen 176 Stimmen. Gegen den Antrag stimmten die Deutschnationalen, das Zentrum, die Hannoveraner und die Deutschvölkischen. Sonntag, 17. Januar, nachmittags 33%, Uhr. im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Straße: 3. Beranstaltung Internationaler Bollstänze und Bolkslieder Bunte Tänze Mitwirkende: Das Balett der Staatsoper.( Original- Jnftrumenfe) Künstlerische Leitung: Für die Tänze Ballettmeister Mag Terpis, für die Mufit Profeffor Schünemann. Preis 1,20 Mart. Abg. Dr. Grundmann( D. Vp.) bezeichnet das vom Ausschuß entworfene Wohnungsbauprogramm als eine Lösung auf der mittleren Seine Frattion trete für diese Beschlüsse geschlossen Linie ein und hätte nur den Wunsch, die 40 Prozent der Inanspruch nahme der Mittel der öffentlichen Geldinstitute auf 30 Pro3. herabzusehen, um die Liquidität nicht zu schädigen. Um 5% Uhr wird die Weiterberatung auf Donnerstag 12 Uhr vertagt. Geschäftliche Mitteilungen. Die tägliche Suppe it fein Zurus, fondern für unser Wohlbefinden von größter Wichtigkeit, Besonders als Einleifung der Hauptmahlzeit follte fie nicht fehlen, da fie die Berbauungstätigkeit des Manens anregt und die gründliche Ausnükung der festen Spelfen vorbereitet. Mühe und Kosten der Serstellung find nur gering, wenn man Maggis Suppenwürfel verwendet. 1 Würfel au 13 Bf. ergibt 2 Teller wirklich feinet, wohlfahmedender Suppe. Saluk bei Bace Sohn A.-G. In dieser Woche enbet bez biesjährige beispiellos billige Inventurausverkauf der Baer Schn A.-G., nut Chaussee Straße 29/30, eigene Alciderwerte. Für den Schluk find ganz besonders preis. werte Boften bereitgestellt worden. Besondere Aufmerksamkeit wird jekt der erweiterten Maßabteilung augewendet. Modernfie Stoffe werden unter Leitung anerkannter Fadleute in fünftlerisch vollendeter Form su mäßigen Breifen nach Maß verarbeitet. Der meterweife Stoffverlauf wird, ter niedri gen Breife wegen, besonderer Beachtung empfohlen. Briefkasten der Redaktion. G. 2. 33. Stellen Sie einen Antrag auf Rüderstattung der sublet ge zahlten Stettern. Der Steuerfreie Lohnbetrag beträgt für Januar bis Dai 60 M. monatlich, für Juni bis Dezember 80 M. monatlich. 5. R. 1. Stellen Sie den Antrag auf Gewährung der Invalidenrente. Sie erhalten fie, wenn stoffpreise und eine genaue leberwachung der Kar. telle. Im Jahre 1925 haben wir ein langiames Sinten der Baustoffpreise beobachten können; hoffentlich hält diese Tendenz an. Die Tatsache, daß die Mittel für den Wohnungsbau zum großen Teil aus der Hauszinssteuer genommen werden, schafft die Möglich Sie invalide find. fonft müssen Sie bis aum 65. Lebensjahre warten. 2. Shre feit, auf die Berwendung normierter Baustoffe im Interesse der Berbilligung bes Bauens besonders einzuwirken. Die Staatsregierung hat die Pflicht, bei der Hergabe der Mittel in dieser Richtung zu wirken und deshalb vor allem die gemeinnügigen Bohnungsbaugenossenschaften zu berücksichtigen wir Sie aum Erben einieken... Kreuzberg. Die Mietsinsfeuer deträat Vor der Abstimmung gab es eine längere Debatte über deutsch nationale Anträge, die einem nur gefchäftsführenden preuhischen Kabinett die Herausgabe von Erlassen untersagen und die Tätigkeit eines Geschäftsministeriums im allgemeinen umgrenzen wollen. Der Staatsgerichtshof hat eine diesbezügliche deutsch- appellieren dringend an die Regierung, das Wohnungsbauprogramm nationale Beschwerde abgewiesen, die Ausschüsse haben sich ebenfalls in diesem Sinne entschieden. Das Plenum schließt sich dem an. während der Vertreter der Deutschnationalen erflärt, feine Bartei werde in ruhigeren Zeiten auf die Frage zurückommen. Die Deutsch hannoveraner beantragen einen Landtags beschluß auf Aufhebung einer Atte des Innenministeriums, durch die die Partei überwacht wird. Abg. Leinert berichtet in diesem Zusammenhang über die feparatistischen Bestrebungen der Deutschhannoveraner. Ihm sei 1919 in Versailles von welfisher Seife nahegelegt worden, für ein freies Hannover einzutreten. nicht als Nebenfächlichkeit beiseite zu stellen. Wir erwarten von der Regierung und vom Landtag in der Wohnungsbaufrage rasche und gründliche Arbeit.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Nach Ausführungen des Abg. Sonnenschein( Dnat.) erflärt Abg. Bergmann( 3.), die öffentlichen Geldinstitute, wie die Sparfaffen usw., müßten 40 bis 50 Bros. ihrer Ein. lagen für Neubauzwede zur Verfügung stellen. Die Kartelle in der Baustoffindustrie bedürften schärffter Kontrolle. Diese Zumutung des Hochverrats und Landesverrats in einem Augenblic, in dem das Schicksal Deutschlands zur Ent scheidung stand, habe er entschieden abgelehnt. In einer französ fifchen Beitung habe gestanden, daß eine Delegation der 23 elfen beim General Mangin in Mainz für die welfischen Wünsche eingetreten sei. Die monarchistischen Wühlereien der Welfen tönne man bis in die lehte Zeit hinein verfolgen. Der Antrag wird gegen die Antragsteller abgelehnt. Es folgt die Beratung über mehrere Anträge, betreffend ng d Förderung des Wohnungsbaues. Abg. tüdemann( S03.) begrüßt es, daß der Ausschuß ein Woh ungsbauprogramm aufgestellt hat und bedauert, daß dieses Programm nicht von der Regierung selbst ausgearbeitet wurde. Wir hoffen, daß diefes Programm unverändert angenommen wird. Sein Ziel ist die Erbauung von rund 100000 Wohnungen. Gemeinden und Landkreise müssen verpflichtet werden, Baugelände zu billigen Preisen zur Verfügung zu stellen. Der Stoat muß das. felbe tun. Die Besorgniffe, die Durchführung des Programms tönne zu einer leberlastung des Baumarktes, zu einem Mangel an Facharbeitern und zu einer Steigerung der Baustoffpreise führen, Vergiss nie FEINKOST MARGARINE St. 7. rau erhält bie Witwentente ebenfalls erst, wenn fie invalide ift. Wenn die Eintragung in das Schuldbuch ser bem 1. Juli 1923 erfolgt ist, fo brauchen Sie ftd um nichts au fümmern, da die Umwandlung in eine Buchforderung ber neuen AnleiheablBsungsfuld von Amismenen erfoInt. Beanfpruden Sie aber bie Bewilligung einer Borzugsrente, fe müffen Sie einen bahingehenden Antrag bei der Beat; fsfürforgeftede ftellen. Shren Enfel men 15.12 M.- M. R., Berfin R. Wenden Sie fich an die städtische Baupoliaci und an Ihr Polizeirevict, Die Polizeibehörden fönnen aber nur einfreiten, wenn es fich um polizeiwidrige Auslände handelt. 3ft bas nicht ber Fab, fo muk Rlage beim otbentlichen Gericht erhoben werben, Die Geräusche müssen aber bas Maß des Erträglichen überfelgen. Sonft ift die Rlage ausditslos. B. R. 8. 1. Ründiguna ift nicht erforderlich. 2. und 3, Wenn der Enfleiher einen vertragswidrigen Gebrauch den der Gede madt, fönnen Sie bie Gade fofort aurüdverlangen. Im übrigen in ein Enleiher fadenserfakpflichte B. A.. 3. 1. und 2. Ja. 8. Nicht bekannt. 23. A. 100. In beiden Fällen ist ble Rindiauna nicht läfia, jebenfalls nicht vor Ablauf ber Kündigungsfrist. Außerdem darf fein Stundenlohn vereinbart werben fein. Vorausfehung ist aber, bak leine abweichenden Bereinbarungen vorliegen. Blauband FRISCH GEKIRNT Fordern Sie die Blauband- Woche" zu jedem Pfund. Adolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Miniflerzeit. Brets 1 Mac. 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" Braucht der Sohn des Himmels diesen Ball?" sagte Imam Din ehrerbietig. Der Sohn des Himmels legte nicht viel Wert darauf; aber was wollte ein Khitmatgar mit einem Poloball? „ Mit Verlaub, Euer Gnaden, ich habe einen feinen Sohn. Er hat diesen Ball gesehen und möchte damit spielen. Ich brauche ihn nicht für mich selber." Niemand würde auch mur einen Augenblid lang den Berdacht haben, der würdige alte Imam Din wollte mit Polobällen spielen. Er trug bas abgenußte Ding in die Beranda hinaus; sogleich erfolgte ein stürmisches Freudengeschrei, das Getrampel fleiner Füße und das Tap Tap Tap des über den Boden hüpfenden Balles. Augenscheinlich hatte der kleine Sohn draußen gewartet, um seinen Schatz entgegenzunehmen. Aber wie war es gefommen, daß er den Boloball gesehen hatte? Als ich am nächsten Tag eine halbe Stunde früher als gewöhnlich vom Bureau nach Hause tam, entdeckte ich eine fleine Gestalt im Cẞzimmer ein winziges Figürchen in einem lächerlich ausgewachsenen Hemd, das etwa bis auf die Mitte des runden Bäuch leins herabhing. Es wanderte durchs Zimmer, den Daumen im Munde und fang leise vor sich hin, während es Bestandaufnahme von meinen Bildern machte. Unzweifelhaft war dies der fleing Sohn". Natürlich hatte er nichts in meinem Zimmer zu suchen; aber er war von seinen Entdeckungen so hingenommen, daß er mich, der ich unter der Tür stand, gar nicht bemerkte. Ich trat ein und erschreckte ihn dadurch so, daß er beinahe trant wurde. Nach Luft schnappend setzte er sich auf den Boden. Seine Augen öffneten sich weit, und sein Mund tat dasselbe. Ich wußte, was jetzt folgen würde und floh; und ein langes, fürchterliches Geheul folgte mir, das das Bedientenzimmer weit schneller erreichte, als es meine Befehle je getan hatten. In zehn Sekunden war Imam Din im Eßzimmer. Berzweifeltes Schluchzen begann, und ich tehrte zurück und fand Imam Din, wie er den kleinen Sünder, der den größten Teil seines Hemdes als Taschentuch benüßte, verwarnte. „ Diefer Junge," fagte Iman Din ftrenge, ist ein Bubmashein großer Budmash. Und er fommt ganz gewiß für fein schlechtes Betragen ins Gefängnis." Erneutes Gebrüll von dem Sünder, und eine vollendete Entschuldigung an meine Adresse von Imam Din. „ Sagen Sie dem Kind," sagte ich, daß der Sahib nicht böse ist, und bringen Sie es fort." Imam Din übermittelte dem Missetäter meine Berzeihung, er hatte jetzt sein ganzes Hemd wie einen Strid um den Hals gemidelt, und das Gebrüll ging in ein Schluchzen über. Die beiden gingen auf die Tür zu.„ Er heißt," fagte Jinam Din, als ob der Name auch mit zu dem Vergehen gehörte, er heißt Muhammed Din, und er ist ein Budmash. Augenblicklicher Gefahr entronnen, drehte Muhammed Din fich auf seines Vaters Arm um und fagte ernst: Ja, tch heiße Muhammed Din, Tahib, aber ich bin fein Budmash, ich bin ein Mann!" Bon diesem Tage an dattert meine Bekanntschaft mit Muham med Din. Er ist nie wieder in mein Eßzimmer gefommen, aber auf dem neutralen Boden außerhalb des Hauses grüßen wir einander feierlich, wenn auch unsere Unterhaltung sich beschränkte auf ein„ Talaam, Tahib" von seiner Seite und ein„ Salaam, Muhammed Din" von meiner. Täglich erhoben sich bei meiner Rückkehr nom Bureau das fleine weiße Hemd und die dice fleine Gestalt aus dem Schatten des überrankten Gitters, wo sie sich versteckt hatte, und täglich hielt ich hier mein Pferd an, damit mein Gruß nicht oberflächlich und unziemlich schien. NEUBAU der grossen KOALITION D. A.Z. Abgelehnt! Jhr Zentrumsleute und ihr Demokraten, Meint ihr's auch ehrlich, es sei zweifelsfrei! Wer aber kann uns bürgen für die Taten Der Schwarzweißroten Deutschen Volkspartei? mich. Am nächsten Tage erzähite Imam Din mir, daß das Kind in leichtes Fieber hätte und Chinin haben müffe. Er bekam die ein leuchtes Fieber hätte und Chinin haben müsse. Er bekam die ein und einen englischen Surat. als er Diese Würmer haben teine Krefte. sagte der Doftor, 3mam Dins Asob.ung verließ. Cine Woche darauf traf ich nam Din auf der Straße ich hätte viel darum gegeben. wenn ich es hätte vermeiden on en nach den Begräbnisplatz der us rammer in der Begleitung feines Freundes. Auf den Armen trug er, in ein weißes Tuch gehüllt, alles, was von dem fleinen 1... med Din übrig rar. Mit Erlaubnis des Baul- Bit- Berlages, 2eipzig, dem 4. Band ber ausgewählten Werle von Rudyard Kipling entnommen. Polenreife. Bon Richard Bernstein. Seitdem ist aber das polnische Volt in den Besit feiner lang entbehrten Staatlichkeit gekommen und in 3bondzyn( ehemals Bentschen) tritt fie in Gestalt ganz höflicher Baß- und Gepäd revisoren dem„ Einreisenden" entgegen. In der Wojewodschaft Posen soll noch viel Deutschenhaß vor. handen sein. Aber in Rongreßpolen merft man nichts von diesem Gegenwert der föniglich preußischen Halatistenpolitit, deren Gegenwerf der polnische West martenverein betreibt. Muhammed Din hatte nie Spielgefährten. Mit geheimnisvollen, nur ihm bekannten Dingen beschäftigt, lief er auf dem Grundstück zwischen den Rizinussträuchern umher. Eines Tages stieß ich weit ab vom Haus auf eins seiner Kunstwerke. Er hatte den Poloball Im heutigen Deutschland tennt man das neue Polen noch sehr halb im Sand eingegraben und hatte sechs verwelfte Ringelblumen wenig. Auch die Kriegsteilnehmer kennen es nicht, die zeitweise oder im Kreis herum gesteckt. Um diesen Kreis herum war ein unregeldauernd der östlichen Fakultät" angehört und ihr Leben erhalten mäßiges Biered mit Stüdchen roten Ziegelsteinen und Borzellan- haben, mit ihrer Erinnerung an Banjewagen, Kaftanjuden, Schlamm. Scherben abwechselnd ausgelegt; das Ganze war begrenzt von einem werfer, Schmußstädte und an Hungerjahre, die vielleicht durch Gefleinen Sandwall. Der Wasserträger legte vom Brunnenrand her flügel, Eier, Tee und Bapjeroffi etwas gemildert waren. ein gutes Wort für den fleinen Architekten ein, er sagte, es wäre doch nur ein findliches Spiel und störte nicht sehr in meinem Garten. Gott weiß, daß ich weder damals noch später die Absicht hatte, bas Machwert des Kindes anzurühren; aber am selben Abend führte ein Spaziergang durch den Garten mich unversehens darauf zu, daß ich, ehe ich mußte, mas los war, Ringelblumen, Sandwall und Stücke von zerbrochenen Seifennäpfen so durcheinander trampelte, daß es sich nicht wieder heil machen ließ. Am nächsten Morgen traf ich Muhammed Din, wie er leise vor sich hin weinte, über den Trümmern, die mein Wert waren. Jemand hatte ihm grausamer. weise erzählt, daß der Sahib sehr böse auf ihn wäre, weil er ihm feinen Garten ruinierte, und daß er seinen Blunder schimpfend fapuit gemacht hätte. Muhammed arbeitete eine Stunde daran, jebe Spur der Sandbank und der Scherben zu verwischen, und mit tranenüberströmtem, flehendem Geficht fagte er, als ich vom Bureau nach Hause lam, sein Talaam, Tahib". Eine eilige Erfundigung hatte zur Folge, daß Imam Din Muhammed Din mitteilte, daß er mit meiner befonderen Erlaubnis fich beschäftigen könnte, wie es ihm Spaß machte. Darauf hin nahm das Kind sich ein Herz und machte sich daran, den Grundriß seines Gebäudes aufzuzeichnen, das die Ringelblumen- Poloballschöpfung in den Schatten stellen folite. hatte, Einige Monate lang wandelte ber rundliche Kleine Eigenbrödler feine bescheidene Bahn zwijchen Rizinusfträuchern im Staub; immer formte er prächtige Paläste aus welken Blumen, die der Diener fort. geworfen hatte, Dom Prafier glatt geschliffenen Rieselsteinen, Glas ftückchen und Federn, die er sicherlich meinem Federvieh ausgeriffen immer allein und immer vor sich hin singend. Eines Tages ließ ich neber bem letzten feiner kleinen Bauten eine hübsche Ecemuschel fallen in der Erwartung, daß Muhammed Din mit ihrer Hilfe etwas außergewöhnlich Brächtiges bauen würde. Und ich wurde nicht enttäu; ayt. Er fann länger als eine halbe Etunde nach, und sein Eummen erhob sich zum Jubellied. Dann fing er an, im Staub zu zeichnen Diesmal würde es gewiß ein wunderbarer Palaft, denn der Grundriß war zwei Ellen lang und eine Elle breit. Aber der Palast wnde nie fertig. Am nächsten Tage war fein tabammed Din an der Einfahrt und fein Talaam, Tahib begrüßte mich bei meiner Rückkehr. Ich hatte mich an ten Gruß gewähnt und fein Fehlen beunruhigte Durch die endlosen Felder dieses Teiles der Ebene, vom Atlantif bis zum Ural, geht es Barschau zu. Es hilft nichts: so. viel uns in den Jahren seit November 1918 befannt wurde, was uns oft empört hat das alte Soziherz schlägt doch höher beim Klang dieses heroischen Städtenamens: Warszawa. Was hast du gelitten und gefämpft, du und deine Schwester Praga, du alie, pariferische Revolutionsstadt! Freilich dein provisorischer Dworfchez Gluwny", dein Hauptbahnhof, fommt uns noch recht schäbig vor, da er die Züge im Freien, ohne Halle, felbft ohne Bahnsteigdach empfängt und ins Weite schickt! Aber wie in England fann man feine Habe gleich übers Bitter dem Droschkentutscher reichen, der selbst auf feinem Mantelrüden das Wort„ Taga" trägt. Die Autos sind meistens über Danzig eingeführte Fords, offen, jezt mit Binterverdeck und gelatinehaften Fensterscheiben. In Berlin hatte man mich eindringlichst auf Banzen und Läufe vorbereitet. Nichts davon ist mit mir in Verbindung getreten. Sollte es wahr fein, daß fie nur Winterschlaf halten? Und die polnische Wirtschaft"? Na ja, die Zeit ist nicht so foftbar wie bei uns, das Leben noch nicht zur Heßerei erniedrigt. Aber sonst funktioniert alles ganz gut, und die Oper sperrt fogar die Sufpätkommenden für den ganzen Aft aus. Was will man mehr? Warschau zeigt in den überaus engen, von Bogen überspannten, zum Teil auch vielstufigen Gaffen seiner Altstadt durchaus europäisch mittelalterlichen Charakter, zu dem die gotischen Kirchen notwendig gehören. Die vielen Prachtpaläste italienischer Bauart sind noch aus ber guten" Beit des Wahlfönigtums und der Adelsrepublit. Modernere Amtsgebäude und langgestreckte Rafernen entstammen der Russenperiode, von der man ohne Not überhaupt nicht spricht. Um diese Fremdherrschaft ganz vergessen zu machen, fprengt man jeßt nach und nach ihr wuchtigstes Denfmal: gegenüber den Arfaden, bie zwischen zwei Palästen den Eingang zum" Sächsischen Garten" bilden und vor denen das Reiterdenkmal Bonjatomstis steht, das Rußland verschleppt, Sowjetrußland zurückgeliefert hat, erhob fich mächtig, orientalisch- prächtig, beherrschend, die russisch orthodore Riefentirche, der Sabor mit seinen blinkenden Zwiebeltürmen. Heute HIER HABEN DIE DEUTSCHNATIONALEN ¡ HREN SCHUTT abgeladen. Skandal Cenfer Feme norde Wirtschaf Krise ZOLLE Teuerung Beilage des Vorwärts Mit Everling, mit Westarp und Genossen Sind dauernd sie zu bösem Werk vereint. Mit diesen Herren wird fein Bund geschlossen, Denn sie stehn rechts, und rechts,- da steht der Feind! flört die rote Ruine das Gesamtbild. Und unter den Arfaden liegt der unbekannte Soldat, dem man nur entblößten Hauptes, Militär falutierend, naht. Wirken in den Hauptstraßen höchstens die vielen Belzmügen. träger etwas fremdartig für uns, so trifft man weiter schon zahlreiche Landestypen in Gewänden etwa von der Art der Weichselflößer, der Fliffaten. An alte Traditionen sollen die Uniformmüten erinnern, da fie etwas fonfederatfamäßig gestaltet sind. Die vielen Soldaten und Offziere, die man trifft, find alle lehmbraun angezogen. Und nun die libben Jidden" Rebb Erich Ludendorffs! Bon der Million Warschauer Einwohner find 400 000 folche Seelenfreunde des deutschesten, pensionsgewinnenden Kriegsver fierers. Und gewiß der größere Teil fromme, daher kaftantragende. Die bekannten Ohrlöckchen der" Paijes" sind hier noch aus der verbietenden Russenzeit her außer Gebrauch und auf das galizische Teilgebiet beschränkt. Auch sieht man selbst in den zahllosen jüdischen Geschäften der Markthallengegend und der berühmten Judenstraße Na lewfi" faum noch, wie in der Provinz. Frauen mit der Scheitelperücke statt des eigenen Haares, das ihnen bei der Heirat abgeschnitten wurde. Auf der Fahrt nach Lodz waren in dem überfüllten Zug sehr viele Dftjuden. Mit den Abteilgenossen unterhielt ich mich angeregt auf deutsch. Wissen die Patentdeutschen denn, daß diese dret Millionen Juden in Polen ebenso viele Hüter und Verbreiter der deutschen Sprache im fla wischen Often sind? Einer dieser Mitreisenden sehnte die Bereinigten Staaten von Europa herbei, in denen alle Bölker freien Handel miteinander treiben fönnten. Die schwere Wirtschaftskrise Bolens und der deutsch- polnische Handelskrieg hatten ihm diese Erfenntnis beigebracht. Echt jüdisch!" wird der Antisemit diese Sehn„ old english" fucht nach ungehinderter Handelsfreiheit finden wird sie dem Weiterblickenden erscheinen. Die große Weberstadt 2od 3 baut jetzt endlich eine Kanalisation. Mit der Zeit werden also die offenen Rinnfale verschwinden, die felbst die Piotrkowska( Petrifauer Straße) zieren. Lodz selbst macht einen ganz amusischen Eindruck. Ob Manchester so ist, weiß ich nicht Chemnih jedenfalls ist weit weniger eintönig und hat doch ebenes Pflaster. Früher konnte für Lodz nichts geschehen, denn alle Steuergelder wanderten nach Petersburg, soweit sie nicht unterwegs hängen blieben. Heimwärts hatte ich auf einer fleinen Grenzstation ein längeres Gespräch mit einem polnischen Erefutivbeamten. Berlin tannte er Potsdam desto besser, wo er bei den„ Gardes nicht besonders, aber du Corps" gedient hatte. Streng taifertreu", jezte er lachend hinzu und meinte schon ernster, Wilhelm merde bald wieder Kaiser sein. Als sein Glaube an diese Zukunft Deutschlands erschüttert mor, prophezeite er baldige Kommunistenherrschaft und begründete diese Voraussage mit den großen Geldern Moskaus. Er selbst, der unter dem starken Abbau der Beamtengehälter feidet, erklärte ganz offen, wenn er anderswo 1000 3loty monatlich bekäme, wäre er doch ein Narr, nicht seinen Dienst dagegen zu tauschen. Nachher freilich gab er selbst zu, daß Rußland feine rettenden Aufträge an die Lodzer Terilindustrie zurüdgezogen habe, weil es nicht zahlen tönne. Aber fein früheres Bekenntnis veranlaßte mich doch, mit dem leisen Gesang" Noch ist Polen nicht verloren" wieder in Deutschland einzufahren. Der Taschenofen der Japaner. In Japan herrscht die Sitte, daß im Winter jedermann seinen Taschenofen bei sich trägt. Da der Ofen nur etwa so groß ist wie eine Bigarrentasche, fann er leicht mitgeführt werden; auch die Schulkinder tragen oft ihre kleinen Taschenöfchen bei sich, um sich auf dem Schulweg daran zu wärmen. An fich ist der Die Verbrennung erfolgt ohne Rauch- oder Gasstoff enthält. Taschenofen nur ein flaches Gefäß, das einen Glüh entwicklung, was in der Zusammenfegung des Glühftoffes begründet ist, der in der Hauptfache aus verkohlten und verpulverten Hanfftengeln besteht und mit etwas Salpeter und einem pflanzlichen Del zu einer festen Masse gepreßt wird. Die Künstler der Funk- Stunde 20 VERANSTALTEN AM DONNERSTAG, DEN 21. JANUAR 1926, IN DEN GESAMTRÄUMEN DES HAUPTRESTAURANTS ZOOLOGISCHER GARTEN" ( HESSLER& SCHÜLER) EINEN GROSSEN Cald GESINDE KOSTÜM BALL Alle Rundfunkhörer und Freunde des Rundfunks werden hierzu eingeladen und gebeten, im Sinne der Gesindeordnung sel. Angedenkens als ,, Gesinde" kostümiert zu erscheinen. Man kommt als Dienstmädchen oder Zofe, Kellner oder Dienstmann, Magd oder Milchmädchen, Kutscher oder Soldat, Schofför oder Fahrstuhlführer, Hotelpage oder Reitknecht usw. Auch ,, Herrschaften" im Gesellschaftsanzug sind selbst verständlich zugelassen. GROSSE ÜBERRASCHUNGEN( WERTVOLLE TOMBOLA usw.) ERWARTEN SIE! 8 TANZKAPELLEN Zwei Kapellen Otto Kermbach Efim Schachmeister Kapelle Delbrück Adolf- Becker- Orchester water persönl.Leitung des Obermusikmeisters a.D. Adolf Becker Funk- Tanz- Kapelle unter Leitung des Konzertmeisters Frans von Sepanowski Schrammelkapelle Gebrüder Dietrich Kapelle der 3. Preuß. Nachricht.- Abtlg. Potsdam Der gesamte Reinerlös ist sum Besten der Errichtung eines Blindenheims, sam Besten armer Kinder Berlins und des Roten Kreuzes bestimmt unt. Leit. des Obermusikmeisters Walter Harmens 1145 MARMORSAAL ,, Alpensymphonie" Szene aus der großen Charell- Revuet Für Dich Kostüme und Dekorationen von Walter Tries * Wilhelm Bendow und Paul Morgan als Hochtouristen Hans Unterkircher, Irene Ambrus, Siegfried Berisch Wolfgang von Schwind Die Original Tiroler Schuhplattler u. Watschentänzer Jägerburschen und Schießscheiben Das Wunderpferd Die Girls and Boys des Großen Schauspielhauses * Alfred Braun als Sprecher im ,, Oberkleker" Jember 1230-130 KAISERSAAL Schlager aus der Nelson- Revue: ,, Die Nacht der Nächte" mit Mady Christians, Käthe Erlholz, Max Adalbert, Harald Paulsen. Am Flügel: Rudolph Nelson Ansage: Willy Schaeffers 1230-130 GARTENSAAL KABARETT Ansage: Alfred Braun/ Maria Ney/ Willi Schaeffers Loblied auf Berlin" mit Alfred Braun/ Maria Paudler/ Camilla Spira Lotte Steinhoff/ Erika v. Thellmann/ Hans Brausewetter/ MaxHansen/ Harald Paulsen/ Wolfgang Zilzer Solo- Vorträge: Lith Flohr/ Paul Graets/ Trude Hesterberg/ Willy Prager/ Dr. Hans Schindler/ Paul Schneider- Dunckes Josma Selim Am Flügel: Dr. Ralph Benatsky 1 Otto Stransky Volksbühne Lessing- Th. 8 Uhr: Vom lieben Augustin Morgen 8 Uhr: Vew lieben Augustin Staats- Theater Opernhaus 8 Uhr: Wozzek Opernhaus am Königsplatz 7: Die Bohème Tagl. 8 Uhr: Maiermax Musik v. H. Hirsch Kleines Th. 8 Uhr: Die Kutsche der heiligen Liebe Boubouroche Schauspielhaus Regie: Goldberg 8 Uhr: Peer Gynt Schiller Theater & Der Eintrittspreis beträgt für alle Sale 15 Mark, Logenplätze im Marmorsaal 20 and 25 Mark. Karten sind erhältlich in der Funk- Stunde, Potsdamer Straße 4, sowie in allen Rundfunkgeschäften, soweit sie Mitglieder des Reichsverbandes Deutscher Funkhändler sind( durch Plakate gekennzeichnet). Tischreservierungen gegen Vorlegung der Eintrittskarten und Mk. 2.- Gebühr pro Plats nur im Büro des Hauptrestaurants Zoologischer Garten( 10-5). Großes Schauspielhaus Für Dich CHARELLREVUE TÄGLICH 84 Trianon- Theater Tel. Zentr. 2391 Täglich 8 Uhr: Das Die Komödie Gespensterschiff U: Kaphan Brass Die Komödie bounds Bekekrung Kurfürstendamm 208/7 8 Unr Städtische Oper Gesellschaft Charlottenburg von Galsworthy 7 Uhr: Der Freischütz von Rud Lothar u. Oscar Ritter Ein lustiges Abenteuer an Bord Regie: M. Reinhardt Residenz- Th. Preise 4 M bis 12 M. Die 3. Abonnements8 Uhr: Einlösung tagi. bis Die Durchgängerin Monatsende nur Erika v. Tellmann Abonn- Turnus IV Abonnements- Kasse Kurt Vespermann Deutsches Theater Preise v. 1-10 M Deutsches Theater-2 4-9 Uhr 71 Uhr Bas Käthchen Theat.d. Westens Das Spiel V. Hellbronn Yon Kleist Regie: Eugen Klopfer Preise 1 M bis 10 M. Kammerspiele 8 Uhr: Lysistrata von Donnay Regie: E. Engel Preise 4 M. bis 12 M. Rose- Theater 8 Uhr. Wenn der Flieder binht Tägi. 8 Uhr: a. die Liebe Operette von Gilbert Friedenspreise M. 0,50 bis 10, Th. in d. Klosterstr. 8 Uhr: Schwebende Jungfrau SCALA 8 Uhr. Internat Varieté Thalia- Th. Heute 7 Uhr Geschless. Versteliang Freitag 7, Uhr: Gibert Premiere Lene, Lotte, Liese Komische 81/ A Oper Dir.: James Klein 81 GrößteRevue der Welt Von ADISZ bis Parkett 6.-M. Preise 2. bis 12.- M. ( Logen 15.- M.) Vorverkauf ununterbr geöffnet Th. a. Hollendorfpi. Barnowsky- Bahnen 8 Uhr: Die offizielle Frau Central Theater Casino- Theater Preise um 30% Uhr: Der Fremde Taglich 8 Uhr. herabgesetzt! Königgrätz.Str. Bertiner Theater Revue Operette 8 Uhr: Operette in 3 Akten Preise IM. bis 10 Men Jur will Deatsches Künstl.- Theater Geschlossen Th.a. Kurfürstendama 7 Uhr Premiere Die Nacht der Nächte or sidh machen: Messalinette Komödienhaus 8 Uhr: Der dreizehnte Stubl Die Tribone 8 Uhr: Die neuen Herren Sonnabend 72 U. Zum 1. Male Die tolle Posse Der Meisterboxer Der Gipfel des Humors! u. das neue Progr. Metropol- Theater WalhallaTägl. 8 Uhr: die gr. Revueposse Theater Weinbergsweg No no Nanette Täglich 8% Im dritten Akt Auftreten von Josma SelimTh.a. Schiffbeserdamm Michael Handertpfand Ralph Benatzki 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg Lustspielhaus 8 Uhr: Der blaue Fogel Wallner- Theater 8 Uhr: APOLLO THEATER 218. Friedrichstr Auf der Bühne: Elite- Sanger Reportage Franz Diener Ketibuser Str. 6- Tel. Mpl. 160 77. Tägi 8 Uhr. auch Bonntag nachm 3 hr( zu halben Preisen, Vollständig neues Program! Liederspiel: Seemannsleben" a. Barieske:..Na da- Prost Nemiahr!" Circus Busch Josefinens Techter Morgen Tag1.7, U. Das Mädchen ohne Ehre Sensationsstück mit Musik Parkett nur 50 Pf. WINT PORTEN Kurzes Gastspiel Trainingsbexkämpfe der eigenartigen Takka- Takka Der Großfilm. Herrnfeld Der Stern vom im intim.Th. 8 U. Broadway Ein neuer Herrnfeld Familie Schmock Milieu- Komödie aus Berlin Wi 3 Akt. TA1.7. unwider- Neues Th. am Zos Molly Wessely Freitag 15. ruflich!! Allabendi. 8 Uhr. Joseline Dora Oscar Sabo Pre Georg Baselt se 1-9 M. Theater in der Kommandantens 8 Uhr: Zum 200. Male Annemarie Letzte Aufführung Der Graf von Monte Christo Breitbart redivivus Ori in- Renuisit u. Kostümeiden Hweltbek. Attraktionen E und das übrige Preise von 1-8 M. Rgroße Programm Guldo mit Mae Murray 5,7,9 Uhr Admiralspalast Tärlich 8 Uhr HALLER REVUE Thielscher Achtung! in D. wakre Jakob Parkett... 1-2 Mk. Park.- Paet. 3-4 Mk. Orchester- Fout. 5 Mk. KicivePreis Sessel ...& D. Vorverkauf unterbrocken Wellc 505 Jeden Sonntag 3 Uhr die ganze Vorstellung au baiben Preisen javanisch. Tänzerin Daza ein Varieté- Spielplan größten Umfanges Sonntag nach n. 3, Uhr halbe Prelse Abends Anfang 8 Uhr Rauchen gestattet NO Reichshallen Theater Allabendlich 8 Uhr und Sonntag nachmittag& Uhr Stettiner Sänger ( Meysel, Britton, Steld! usw.) Nachmitt. halbe Prelse, volles AbendProgramm Bonhoff- Brett' Komponistendarstell. Karl Braun! Freitag, den 15. Januar: Beneflz: Jage Lund. Neue Welt A. Scholz:: Hasenheide 108-114 Donnerstag, 14. Januar, sowie täglich: in den bayer. Alpen Bockbierfest haeren 8 Kapellen Neue Dekorationen 30 bayer. Madl Ausstoß des berühmten Bergschloß- Jubil.- Bock und Gr.Schweineschlachten Einlaẞ 6 Uhr Anfang 7 Uhr Voranzeige! Sonnabend, 16. Januar: Großer Alpen- Ball Alpendorf Invalidenstr. 63, am Lehrter Bahnh. Täglich Gr. bayerisches Bockbierfest Original bayer. Kapellen Münchener Madl- Bedienung Donnerstag, den 14. Januar: Prämiierung d. längsten Frauenhaares Beginn& Uhr Wertvolle Preise: Täglich TANZ Täglich dat Inferieren Berliner ik- Trio bringt ERFOLG Neukölln. Lahnstr. 74 75 L Zwei Uraufführungen in jeder Vorstellung ab 14. d. M. Piccadilly Die vom anderen Ufer Ein Spiel in 6 Akten Regie: Arthur Bergen In den Hauptrollen: Bruno Kastner, Maria Paudler, Colette Brettel, Olaf Storm, Julie Serda, Frigga Braut, Hertha v. Walther, Niko Turoff Menzels Stahlwerk" im Film...( N. F.K.) Am Untergrundbahnhof Bismarckstraße Tägl. 645 9 U., Sonntags 430 645 9 U. nollera Die Dame und der Junggeselle Musikalische Leitung: Detektiv- Komödie in 7 Akten Max Pallenberg's Berliner Bühnenerfolg als„ Wauwau" Im Film Theodore Roberts, Conrad Nagel, May Mc Avoy in den Hauptrollen. Kapellmeister Hans Heinrich Dransmann doin Paramountfilm der National