Nr. 23 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 12 Bezugspreis: Bentlid 70 Bfennig, menalis B. Reidsmar voraus abbaz Unter Areusband für Deutschland, Danzig Saar und Memelaebiet, Defterreich, Litauen, Euremburg 4.50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit ber Sonntage Beilage Boll und Reit mit„ Sieb Luna und Rleingarten fomie ber Beilage Unterhaltung und Billen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich ameimal Sonntags und Montage einmal Telegramm- Abreffe: Sozialbematrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfaltige Ronpareille betle 80 Blennia. Reflamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen bas feltgedrudte Bort 25 fenate ( aulaffia awei fetigedrudte Borte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche bas erfte Wort 15 Bfennig, fedes weitere Bort 10 Bfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für amei Borte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linben Atrake 3. abaegeben werden. Geöffnet non 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Freitag, den 15. Januar 1926 Parlamentsbeginn in Paris. Niederlage Doumers im Finanzausschuß. Paris, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Finanzkom. mission ber Rammer hat die vom Finanzminister Doumer be antragte Berdoppelung der Umfaßfteuer in der Form eines Zahlungs stempels, die das Rern stüd der Regierungsvorlage bildete, mit 21 gegen 5 Stimmen bei 13 Enthaltungen(!) ab. gelehnt Eröffnungsrede Herriots.- Niederlage Toumers im Finanzausschuß. Paris, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Donnerstag| Schwierigkeiten überwinden werde, die lebiglich eine Folge des fizung der Kammer, die in erster Linie der Festlegung der Tages. Rrieges feien. ordnung für die nächste Woche galt, eröffnete der neugewählte Brafident Herriot mit der gewohnten Begrüßungsansprache. Er gedachte zunächst des 50jährigen Bestehens, auf das das französische Barlament in feiner jegigen Form zurüdbliden tann, um sodann die Berdienste zu würdigen, die sich das Parlament um den Ausbau der politischen Freiheit und um die friedliche Entwicklung des Landes erworben hat. Wenn ein Regime, fuhr er mit deutlicher Anspielung auf die faschistischen Umiriebe fort, so glänzende Resultate aufweisen tönne, dann gehöre wahrlich Bermessenheit dazu, feinen Fortbestand ernstlich in Frage zu stellen. Der neuen Seffion merbe es vorbehalten sein, die Berträge von Locarno, die einem großen Teile Europas ein auf Grund freier Bereinbarung zustande getommenes Statut der Sicherheit geben, zu ratifizieren. Die fran zösische Republit erbringe damit den Beweis, daß fie den republiLanischen Traditionen ihrer Gründer treu geblieben sei; denn die Berwirklichung des obligatorischen Schiedsgerichts. gebantens erfülle eine der großen Hoffnungen der Neuschöpfer der französischen Republit. Herriot schloß mit einem Hinweis auf Die finanziellen Schwierigkeiten und mit dem Ausbrud der Zuversicht, daß das Land dank der Opferwilligteit der Ration die Zur Kabinettsbildung. Noch teine Einigung in Personalfragen. Um 5 Uhr nachmittags nahm Reichskanzler Dr. Luther die Besprechungen mit den Abgeordneten Dr. Scholz( DBp.). Roch( Dem.) und Fehrenbach( 3), der zeitweise durch den Abg. Marg vertreten wurde, mieder auf. Nachdem im wesentlichen eine grundsägliche Einigung zwischen den Parteien, zu denen auch noch die Bayerische Boltspartei hinzufommt, erzielt morden ist, wurden in der Nach mittagsbesprechung, wie wir erfahren, schon Personal fragen erörtert. Dabei tam der Wunsch der Parteien zum Ausdrud, daß die einzelnen Fraktionen möglichst durch führende Persönlichkeiten in dem neuen Kabinett vertreten ein möchten. Bisher ist eine Einigung in den Ber jonalfragen nicht erzielt worden. Die Verhand Lungen werden am Freitagum 12 Uhr mittags wieder aufgenommen werden. Man nimmt in Kreisen der Mitte an, baß sie bis zum Freitag abend oder spätestens bis zum Sonn abend zu einem Erfolg führen werden. Gekler will nicht mehr. Wie das Nachrichtenbureau des Vereins deutscher Zeihmgs perleger aus demokratischen Kreisen hört, entspricht die Meldung, daß wegen der Person des Reichswehrminifters Dr. Geßler bei den Verhandlungen Meinungsverschiedenheiten entstanden feien, feineswegs den Tatsachen. Dr. Geßler hat schon vor Weihnachten der demokratischen Reichstagsfraktion mitgeteilt, daß er den drin genden Wunsch habe, von der schweren Bürde seines Amtes befreit zu merden. In gleicher Weise hat er sich jetzt auch dem Reichskanzler Dr. Luther gegenüber geäußert. Ein Streit um seine Persönlichkeit hat in feinem Stadium der jetzigen Berhandlungen ftattgefunden. Wahrscheinlich wird noch ein letter Berfuch gemacht werden, Reichswehrminister Geßler zum Berbleiben im Kabinett zu bewegen. Um des Mammons willen...! Löbe vor dem Reichsbanner. In einer vom Gau Berlin- Brandenburg des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold veranstalteten Bersammlung in den überfüllten Germania- Sälen sprach am Donnerstag abend Reichstagspräsident Lobe. Die Rechte verläßt die Ausschußfizung. Paris, 14 Januar.( Eigener Drahtbericht.) In der FinanzLommission der Rammer ist es im Laufe der weiteren Beratungen heute zu einem Zwischenfall gekommen. Nachdem die Kommission einen Antrag Bokanowski, daß die erforderlichen Mehreinnahmen aus neuen Berbrauchs- und Berlehrsabgaben gewonnen werden, abgelehnt und den sozialistischen Gegenantrag angenommen hatte, der das Ergebnis der direkten Steuern durch Berbesserung der Beranlagung und Erhebung vergrößern will, verließ die Minderheit den Saal mit der Begründung, daß die als Obstruttion zu bezeichnende haltung der Linksparteien ein weiteres Zusammenarbeiten mit ihnen unmöglich mache. rita Zum Schluß betonte er, daß die Deutschen von Amerita ler nen tönnten, nämlich die Achtung vor der Landesflagge, die jeder Amerikaner verehre und als die Flagge der Republik achte. Die Rundgebung fand mit dem Reichsbannermarsch ihr Ende. Keine Vertuschung! Französisches Verlangen an Ungarn. Budapest, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der franzöfifche Gesandte Clinchant, der von Paris nach Budapest zurüdgefehrt ist, erklärte am Donnerstag mittag im Auftrage feiner Regierung dem Ministerpräsidenten Graf Bethlen, daß die franzöfifche Regierung die Untersuchung über die Fälschung französischer Tausendfranknoten feineswegs als erledigt betrachte. Sie erwarte vielmehr von der ungarischen Regierung, daß die Unterfuchung auch nach der Richtung hin ausgedehnt wird, von welchen Perfönlichkeiten die Pläne zu den Fälschungen ausgegangen find. Dabei teilte der Gesandte dem Ministerpräsidenten eine Reihe von Namen mit, die der franzöfifchen Regierung als in Frage fommend befannt geworden sind, auf die sich aber die offizielle ungarische Untersuchung bis jetzt nicht erflredt hat. Bei diesen Personen foll es fich um Leute aus der engsten Umgebung Horthys handeln. Genannt werden sein Adjutant magasha39. der Chef der kabinettskanzlei Bartha und die rechtsradikalen Abgeordneten Gömbös und Ulain. Der französische Gesandte hat dem minifferpräsidenten das Beweismaterial der französischen Regierung für die Mitschuld dieser Politiker aus der engsten Umgebung des Staatspräsidenten eingehändigt. Gerüchtweise verlaufet, daß der Adjutant Horthys bereits zu gegeben habe, über die Herstellung des Falschgeldes unterrichtet gewefen zu sein. Auf Berlangen des Polizeipräsidenten habe er einen Koffer mit falschen franzöfifchen Banknoten aufbewahrt. Regierungswechsel in Wien. Neuwahl durch die Volksvertretung. Wien, 14. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Infolge des Aus scheidens dreier Minister hat die gesamte Bundesregierung ihr Amt niedergelegt und begründet dies damit, daß ihre Aufgabe die Ausführung der neuen Genfer Sanierungsvereinbarungen erfüllt fei. Entsprechend der Verfassung wird der Nationalrat bie neue Regierung wählen; der Bundespräsident hat hierbei feine Funktion. Die Wahl erfolgt morgen, Freitag. Gemäß der Zusammensetzung der vorhandenen flaren Mehrheit im Nationalrat wird auch die neue Regierung aus Christlichsozialen, Großdeutschen und vielleicht auch einem Landbündler bestehen. Die sozialdemokratische Fraktion hat durch Genossen Deutsch eine Interpellation eingebracht, bre sich auf eine auffehenerregende Enthüllung der Arbeiter- Beitung" gründet. Unser Zentralorgan veröffentlicht heute früh einen Auszug aus Dokumenten, nach benen von der ungarischen Regierung illegale Militärorgani. fationen errichtet worden sind, die auf den irredentist if en Cib verpflichtet werden. Die Interpellation fragt, was der Bundes tangler gegen die ungarischen Rüstungen an der Grenze des Burgenlandes tun will, und ob er die Aufmerksamkeit des Bölterbundes auf das den Frieden bedrohende Verhalten Ungarns hingelenkt hat. Stürmisch begrüßt, bemerkte Löbe einleitend, daß es bei der Sufpigung der politischen Berhältnisse beffer gewesen wäre, wenn als Thema des Vortragsabends die Fürsten abfindung gemählt worden wäre. Aus diesem Zivilprozeß der Fürsten, der um des Mammons willen geführt werde, merde ein Kampf um die Republit erwachsen. Löbe wies sodann auf die Bor. gänge im Rechtsausschuß des Reichstages hin und auf die Demas fierung derjenigen, die am Tage die Toga des Boltsvertreters trügen und am Abeno ben Poſten eines gutbefeldeten Fürſtenanwaltes beHeibeten. Wenn der Kampf um die Fürftenabfindung zu Ende geführt sei, dann werde es den Deutsch nationalen noch ( chlimmer zumute fein, als bald nach der Hindenburg. ahl, denn schon jetzt möchte mancher dieser Kreise wegen der Bahl Hindenburgs und feiner Folgen Boltstrauer abhalten. Ueber das Thema Fürstenabfindung werde aber an einem besonders bafür geeigneten Tage, nämlich am 27. Januar, eine große Kundgebung veranstaltet werden, Anschließend plauderte er sodann über bie Einbrüde eines beutschen Arbeiters in Ame- militärisch vorgeht. Eine Budapester offiziöse Meldung versucht, diese Geheimrüstungen abzuftreiten. Aber alle Welt bis auf die Amtssteuen der Entente! weiß, was seit Jahr und Tag in Ungarn illegal. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bofticheatonto: Berlin 37 536 Bankfonto: Bant bez Arbeiter, Angestellten aab Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 2 Götzendämmerung. Das Tagebuch Ludwigs des Geisteskrante. Bon Alwin Saenger. In der Schule fängt es an; auch im republikanischen Staate lernt man: In hochherziger Weise bot der deutschfühlende, ideal gesinnte König Ludwig II. von Bayern König Wilhelm von Preußen den Titel Deutscher Kaiser an. In edler patriotischer Gesinnung half so der jugendliche König die deutsche Frage lösen." Warum auch nicht? Bis mard hat ja auch das Haupt des gépriesenen Wittelsbachers bengalisch beleuchtet mit seinem Trinffpruch anno 1870 zur Bersailles: Im Hauptquartier herrschte große Freude über die deutsche Haltung Ludwigs von Bayern." Später wurde er dann mehr ein finguläres Himmelslicht des weiß- blauen Gottesgnadentums. In den Rächten, in denen der goldene Schlitten mit den sechs weißen, spanisch über das Eis des Chiemsees fuhr, grüßten aus föniglich gegeschirrten Pferden über Winterwege, am Walchensee vorbei, botener Entfernung barhäuptig die treuen Söhne der Berge den herrlichen König. Die Berehrung wuchs mit der Entwidlung töniglicher Macht und königlichen Bruntes. Der Knebelbart, den Ludwig der Deutsche den vergötterten französischen Bourbonen nachwachsen ließ, wurde bei den Allertreuesten gepflegtes Symbol dynastischer Gesinnung. Bor tragsfünftler, die dem P. T. Publikum Gedichte über Ludwig portrugen, legten sich den Ludwigsbart zu, um volle Erfolge fich zu sichern. Heute noch begegnet man hie und da ergrauten Ueberresten folch bourbonisch- bayerischen Zeichens der töniglichen Zeit Ludwigs II. Andere Beweise echter Untertanentreue weist die Chronit zahlreich auf. Auf der Fahrt von Neuschwanstein nach Schloß Berg in den letzten Lebenstagen fredenzte am Südende des Starnberger Sees in Seeshaupt eine wirtin dem Fürften ein Glas Baffer. Noch heute ist die gläserne Hülle des föniglichen Wasser trantes unter einem Glassturz wohlbewahrtes Objekt satraler Berehrung der Ludwig- Gläubigen. Mit stummer Hoffnung auf tönigliche Wiederkehr wird der Wasserfleden in der föniglichen, blauen Bettdecke zu Schloß Berg betrachtet, die den aus dem See gezogenen toten Rörper des Monarchen deckte. Kräftigere Naturen unterbrechen hier und da die friedliche stille dankbare Betrachtung durch die Bemerkung: Den hab'n die Saupreußen umgebracht." Der Abbruch des Wintergartens auf der Residenz wäre beinahe daran ge[ cheitert, daß an dieser heiligen Stätte der geliebte Rönig öfter eine Tasse Kaffee getrunken hat. Die Fortdauer der Ludowicifchen Tradition wurde im letzten Sommer in sinniger Weise stabilisiert; im Abenddämmern pflegten bayerische Lords und Ladies, befracter und defolletierter Gesellschaftscreme zum HerrenchiemseeSchloß Louis XVI. von Bayern zu pilgern, um in der Spiegelgalerie im Lichte von 2000 Kerzen der Erinnerung an bessere Zeiten sich hinzugeben. Viel Roften, aber die ungeschmächte Liebe zu dem föniglichen Herrn bezahlte es. Und die grenzenlose Berehrung, die diesem prominentesten Gottesgnadenmanne eben wegen seiner fürstlichen Prominenz ge= 30llt wurde, ist aus der Tatsache ersichtlich, daß heute noch nach töniglicher Sonne Sehnsüchtige an ein Fortleben der Majestät auf dieser Menschenerde glauben. Wahrhaftig: jeder Zoll ein König! Jeder Zoll bewundert von dankbaren Untertanen. Und nun ist alles taputt. Beinlich für die Royalisten aller Zonen, blöd peinlich für den föniglichen Großvetter Rupprecht den Eiligen von Wittelsbach ist dieser Fürstenfladderadatsch, den die eben veröffentlichten Tagebücher des zweiten Ludwig nebst Anhang den frommen Untertanen fervieren). Da steht es nun unheimlich nüchtern im Seffionsbefund des ,, ehrerbietigft gehorsamst" unterzeichneten Obermedizinalrates Dr. v. Kerschensteiner vom 20. Juni 1886: Bruftumfang 103 Bentimeter, Bauchumfang 120 Zentimeter, Rörpergröße 191 3entimeter, Gehirn 36 Gramm unter dem Durch Armes Gottesgnadentum! Wie es wohl Schnittsgewicht." bei den anderen ausgesehen haben möchte, bei denen eine anatomische Bewertung töniglicher Größe unterblieb? Bei Ludwig lautet der vernichtende Schlußfaz: Jm weiteren stimmt der Hirnbefund genau zu dem zeitlichen, über eine Reihe von beiläufig 20 Jahren fich ausbehnenden Berlauf der pinchischen Erkrankung. Das Ergebnis der anatomischen Unterfuchung des Schädels und des Schädelinhaltes Seiner Majestät König Ludwig II. von Bayern dient zur Aufklärung der bei Geiner Majestät während des Lebens beobachteten Krankheitserscheinungen. Im Mai 1864 wurde der Bäter Thron bestiegen, 1886 brachte das unglüdliche Ende; also verrüdt während der ganzen von Würdenträgern und Bol! gepriesenen Regierungszeit; gepriesen, denn auch diesem Geistestranten sezte man in der föniglichen Hauptund Residenzstadt ein tönigliches Dentmal! Alles kaputt, der Grundsatz der Ererbung von Landes*) Tagebuchaufzeichnungen von Ludwig II., König von Bayern. Erftes Tagebuch 1869-1885. 3weites Tagebuch 1886. Schean Liechtenstein- Berlag Rupert Quaderer. Parteiausschuß! Der Parteivorstand hat den Parteiausschuß zur Beratung über die schwebenden politischen Fragen zum Dienstag, den 19. Januar, nach kommenden Berlin berufen. mäterigen, die tönigliche Symbolit, die Berehrung des Höchst eligen, die Legende non der teutschen Treue. Ülebrig bleibt in Geistestranfer. Jede Seite des Tagebuches zeigt den erfinnigen, der zwischen französischen Säßen und deutschen Sieroglyphen die drei Lilien des erzfeindlichen französischen Rollegen hineinfrißelt und seine Eintragungen mit Louis nterzeichnet. Einige besonders fraftvolle Berherrlichungen ter Fürsten und Regentenwürde sind offensichtlich in dem äteren Kurialstil Wilhelms des Gefilmten übergegangen. Die Geschichte non dem idealgesinnten, deutschen Königsingling erleidet eine nicht gerade alltägliche Metamorphose. Die Siegesnachrichten im Feldzug 1870/71 wurden von Seiner Rajestät mit Trauer begrüßt, das„, arme Frankreich" lebhaft tedauert, Versailles durch den Einzug der Deutschen für entchrt erklärt.( Bergleiche hierzu die Schulbücher der Republik.) Der fönigliche Wunsch, daß das ganze angestammte bayerische Polizeipräsidiums dadurch zu entkräften, daß fie erklärt, der herausgestellt hat, daß für sie nicht der Schatten eines BeSoft nur einen Kopf haben möge, um es auf einen Strich hin richten zu können, wird öfter geäußert, der Gedanke, das an restammte Königreich mit einer Infel im griechischen Archipel vertauschen, ernftlich erwogen. Die hochherzige Liebe zu Deutschland äußert fich u. a. darin, daß des preußischen Kron ringen Friedrichs Büfte im Schloß zu Hohenschwangau von Geiner Majestät im Vorbeigehen angefnuckt wurde. Der Favorit Ludwigs, Marstallfourier Heffelschwerdt, erhielt ben Sefehl, in Stalten eine Bande zu werben, mit derselben den deutschen Kronprinzen gelegentlich feines Aufenthaltes in Mentone gefangen zu nehmen und ihn in einer Höhle bei Baffer und Brot in Retten verwahrt zu halten; Ludwig er ließ einen eigenen Befehl, das Leben des deutschen Kronprinzen ja zu schonen. damit fein Leiden nicht zu schnell ende. Hunger und Durst folle er leiden und fein Inneres von Sehn sucht nach den Seinen zerrissen werden. Ein Gelftestranter, natürlich, aber ein erkannter Narr von föniglicher Jugend an! Unb murzelechter Ronalismus war s. daß alle die Kreaturen und Königsschwärmer fich faft ein Menschenalter hindurch von diesem Berrückten bis zur Erde neigten und ihn heute noch bewundern. Oder doch nicht erkannt? Den föderalistischen Bartikulariften war er ja allerdings immer der erklärte Abgott. Die Batriofen des Meltreiches Banern liebten den sogenannten Schwärmer auf dem Röningthron so heik wenen seiner Reichsfeindschaft. Ludwig smidte in feuchter Realität, bildlich taten es alle. Die bajuvarischen Schmähreden wider die Einheit des Reiches, gegen den hente aus Feindschaft zur Repubfit cepriesenen Föderalismus Otto n. Bismards im Jahre 1870 find belannt, die frühere Entwicklung viel 2n unbekannt. Die zu Bier offenen Briefe an Bismard", die 1866 in München ers fchienen, wünschten den preußischen Ministerpräsidenten an den höchsten Folgen: fie caben die Meinung der Eingebore nen wieber. An hen Reiten des preußischen Berfaffimas fonfiftes veralich der Fräntische Kurier" zu Nürn bera einen erleuchteten ndianer mit dem umnachteten europäilchen Monarchen in Preußen, und er fam zu dem banerischen Schlußergebnis: Dort, auf den Sandwichinseln eine aufgeklärte Regierung, hier in Breußen der falsche Bruber, ein beschränkter Kopf, der seine Arone für eine Mußgabe der Gottheit hält." Die Münchener Neuesten Nachrichten" propagierten den Untergang des preußischen Staates durch die Marnung, die preußischen Talerscheine animehmen. Die Betting gab die Losung aus: Lieber banerisch sterben, als österreichisch- preußisch verderben." Daß Bismard eine Gottesgeel und feit der Kindheit verrückt, daß der König von Breuken ein verbrecherischer Geistestranter sei, war in jener Beriode die Durchschnittsmeinung des gebildeten bayerischen Europäers. Eigentlich hielt sich also Ludwig auf der allge meinen Linie banerischer politischer Erkenntnis, wenn er in feinen Schlöffern sich gegen Preußen austobte. Bleibt eine letzte Frage: Was ist nun das Spezifische an diefem Ludwig der Tagebuchblätter? Eigentlich nichts, außer dem einen: Jeder 3oll ein Rönig, ein wirtlicher König. Amsterdamer Ghetto. Bon Gustav Adolf Litted. Nach einem Rundgang durch stille Straßen, in denen nur an Kreuzungspunkten und großen Berfehrsbrüden der moderne Lärm aufrauscht, an verschwiegenen Grachten, zwischen ruhigen Patrizier häusern, an Bartanlagen, Ranälen und malerischen Hausbooten vorbeifchlendernd träumend, hatte ich das Gefühl, ein Märchen in mich aufgenommen zu haben: Weltstadt und 3bylle! Still fließt, ja fteht das schwarzgrüne Waffer. Schattende Linden und Ulmen brechen das Sonnenlicht in unzähligen Tönen und werfen tanzende Reflege auf das Pflaster und die schmußig dunkle Flut. Bie Ebel patina bie mit Moos bewachsenen Mauern oberhalb des Wasser fpiegels. Längs der Amftel, am Theater Caree vorbei, fomme ich plöglich ins alte Judenviertel, Amsterdams berühmtes Ghetto! Man glaubt fich in eine andere Welt versetzt. Fremd und feltfam das alles. Ein Märchen hatte ich bei den stillen Grachten erlebt; ein greller Schrei, ein bunt durcheinander gewürfeltes Schauspiel; Lärm, Zerrissenheit eine Boefie des Schmuges, diese moderne Ghettowelt. Ber Raftans und lange Bärte erwartet, wird freilich enttäuscht sein. - Eine dunkle Kartoffelgeschichte. Erklärungen der Abgeordneten Behrens und Meher. Die Ermittlungen des Berliner Polizeipräsidiums über die Hergabe eines Darlehens der Arbeitgeberverbände für den Fememörder Oberleutnant Schulz haben im Lager der Christlichen Gewerkschaften begreifliche Erregung ausgelöft. Eine Mitteilung der Hauptgeschäftsstelle des Gesamtverbandes Berliner Polizeipräsident sei Sozialdemokrat. Dieses Rezept ift nun so außerordentlich originell, daß man darüber ftaunen muß. Die Christlichen Gewerkschaften tönnen, wenn sie auf politische Sauberfeit halten, nichts Befferes tun, als von den Praftifen der Abgeordneten Franz Behrens und Meyer energisch abzurücken. Anerkannt werden muß, daß der Deutsche, das Gewerkschaftsblatt der Christen, rechtzeitig und vorbeugend gegen die dunklen Machenschaften im Arbeitgeberlager und im Lager des Zentralverbandes der Bandarbeiter Stellung genommen hat. Wenn aber der Gedaß selbst die Wirtschaftsunternehmungen der chriftlichen samtverband der Chriftlichen Gewerkschaften heute versichert, daß selbst die Wirtschaftsunternehmungen der chriftlichen nationalen Arbeiterbewegung von den Arbeitgebern unabhängig feien, fo fteht das in auffallendem Widerspruch zu einer Erklärung der Abgeordneten Behrens und Meyer, bie noch heute in einer neuen Mitteilung an die Breffe versichern, ohne 5000 m. von den Arbeitgebern wäre die Ber Landeserzeugnissen forgungsstelle zur Beschaffung von B. m. b. 5., ein Unternehmen der chriftlichen Landarbeiter in größte Schwierigkeiten geraten. Die neuerliche Erklärung der Abgeordneten Behrens und Meyer ist überhaupt ein Kuriosum. Ueber Schulz will man selbst dann noch einwandfreie und günstige Ausfünfte" erhalten haben, als dessen Mitwirkung am Rüftriner Butsch bekannt war. Wer mag biefe merkwürdige Auskunft über den Fememörder erteilt haben? Jedenfalls behaupten Behrens und Mener gemeinsam, die 5000 M. feien ausschließlich für die Kartoffelversorgung verwandt worden. Später aber habe der Abg. Mener das Geld das für den vorerwähnten 3wed bereits verwandt worden war schließlich doch für den Fememörder Schulz gefordert und erhalten, und zwar für Rechtsanwaltstoften, für Gelbstbeföfti gung und noch zu erledigende Berpflichtungen an Schulz weitergegeben. Die 5000 m. haben alfo offenbar fich in den Händen des chriftlichen Landarbeiterverbandes verdoppelt. Uebrigens ist es intereffant, daß Mener die 5000 m. fordern fonnte und erhielt, nachdem Schulz bereits wegen seiner Beteiligung an Fememorden in Untersuchungshaft war. Der Fall Krieak. Ein Neft des Genfer Standals. Bom Fall Genf ist alles in allem ein Fall Kriegt übrig geblieben, der nur deshalb intereffiert, weil er einen Ausschnitt aus dem System Hugenberg darstellt. Herr Kriegt veröffentlicht nun in der Nachtausgabe" folgende Er flärung: Der Sozialdemokratische Breffedienst" beschäftigt sich laut Bor. wärts" heute wieder einmal mit mir und fragt im Anschluß an eine mir bis heute unbekannte und von mir nicht veranlaßte Notis in einer Korrespondenz, was ich gegen den Abgeordneten Stampfer, der mich im Auswärtigen Ausschuß schwer beleidigt hat, zu tun gedächte. Ich habe Herrn Stampfer auf Grund einer genauen Darftellung meines Standpunktes in der Frage der Genfer Bewerbungen aufgefordert, feine Beleidigungen zurüdzunehmen. Sollte er sich Manchmal in den Fenstern felbftzufriedene Gefichter, mit der fremden, vorüberschreitenden Welt Kontalt, Berührung fuchend gedrängt in einen einzigen Augenblid. Doch in allen die Lebens. fraft des drängenden Ahasver. Ein Mut, felbst die Demütigungen tiefften und starrenden Schmutzes auf sich zu nehmen, rechtfertigt folche zähe Lebensenergie. Alteifenteile, Schutt, Gemüserefte, schmutzigste Bapierfegen und Lumpen wetteifern in ungewollten Zusammenstellungen von bunten Stilleben, oft hügelhoch aufgestapelt. Dazwischen schließt man Geschäfte ab, handelt, schreit, lacht und schiebt sich allmählich hinauf. Hier lab ich vornehme Jübinnen thre Einfäufe machen. Anhänglichkeit, Sehnsucht nach der alten noch atavistisch vertrauten Welt? Bielleicht... Rein neidvoller Blid streift die Empor gewachsenen, Höheren; teine Stränkung heimlichen Haffes in der Gefte des foviel ärmeren Berkäufers; ein stilles Weben, stumme lebereinfunft, auch balb soweit zu sein, anderen Drängenden der Blag frei zu machen. Ewige Bewegung und dennoch ein Stillstand. Die Menschen ziehen hier fort, sterben, ihr Milieu bleibt sich durch die Jahrhunderte gleich. So mag es schon zu Baruch Spinozas Zeit gewesen sein. Quirlend wird hier ber Prozeß menschlicher Entwicklung auf felbft abgefchloffener Insel, mitten im Herzen der Weltstadt, embryonal fast, noch einmal fichtbar und zufammengedrängt vorgelegt. Das Defizit der Städtischen Oper. Der Magiftrat Berlin teilt zu leistenben Zuschüsse sind Gerüchte im Umlauf, die mit den Tatfachen völlig in Widerspruch stehen. Berschiedentlich ist in legter Beit sogar von„ Millionen- Zuschüssen die Rede gewesen. Demgegen über weißen wir darauf hin, daß nach der von uns geprüften Bilanz der Städtischen Oper A.-G. per 31. Dezember 1925, abgesehen von dem durch die spätere Eröffnung des Hauses( infolge des Bau arbeiterstreits) entstandenen Einnahmeausfall und unter Berüdfichtigung der im Stadthaushalt vorgesehen gewesenen Zuschüsse, nur ein Defizit von rund 49 600 m. zu verzeichnen ist, ein Betrag, der angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Depression und der da durch bedingten ungünstigen Besuchsverhältnisse aller Theater nur als durchaus mäßig bezeichnet werden fann und jedenfalls hinter den Befürchtungen, die selbst in städtischen Kreisen in dieser Beziehung gehegt wurden, noch weit zurückbleibt." Belche Eriftenzbedingungen! Alles spielt sich hier auf offener Straße ab. Ühwahrscheinlich faft für eine große nordeuropäische Beltstadt. Zwischen Gemüfetarren, Altwaren- und Lumpenballen, zwischen Abfällen, Eisenteilen und Blunder figen Hausfrauen, mit: Bezüglich der feitens der Stadt Berlin für die Städtische Oper Mütter, fchälen Kartoffeln, Möhren, zerschneiden Rohltöpfe. Hart fchon faft auf der Straße wird im schmalen Flur gefocht. Rauch quillt unterm Kamin auf die Gasse der windschiefen Häufer. Gruppen plaudernder Frauen stehen da und fagen fich ihre winzigen Alltagserlebnisse; ihre ganze Welt und Hoffnung möglichst bald aus dem engen Gäßchen in die breite, hier fast pompos anmutende Jodenbreestraat hinüberzuziehen. Wie ein Batrizierfig steht das renovierte Rembrandhaus aus des Meisters Glüd- und Glanzzeit da. Nach etlichen Jahren flebelt man wieder um in die modernen Billenviertel Amsterdams. Das ist das Ziel der hier Eingepferchten. Wie das quirlt! Elfenwesen aus alten arabischen Märchen -die jungen Jüdinnen mit wallendem abgeschnittenen Haarschopf, mit langen, hängenden Schwarzen Flechten, wie Gazellen schreitend. Dann alternbe, abgehärmte Frauen, lebendige Klagen gegen die Auszehrung ihrer Ehe; ihr Leben ohne jeglichen formenden Rult. Dr. Rudolf Gönner, der erste Borsitzende des ReichswirtschaftsGrauenhaft fichtbar die verschnörkelten Runzeln unter müden Lidern. Häßlich, degeneriert, vertan und abgelebt. verbandes bildender Künstler Deutschlands und Mitglied des ReichsHier fah ich Frauen vor 3 Gurfen fizen, eine andere vor der wirtschaftsrates, ist in München gestorben. Der Künstler, der winzigen und einzigen Schachtel mit Glasbonbons. Ihre ganze aus Neustadt im Schwarzwald stammte, hat ein Alter von 53 Jahren Habe außer den Lumpen und einem ärmlichen und verräucherten erreicht. Nach juristischen Studien, nach dem juristischen Doktor. Wohnloch. Auf mehr tonnte man nicht einmal schließen. Männer examen hatte sich Gönner der Kunst zugewandt und auf der Münchetreiben hier Handel mit ruinierten Uhren, zerbrochenen Fahrrad- ner Akademie studiert. Er wurde Marinemaler, und auf alljähr teilen, Ketten und verrosteten Schlüffeln: Haufen von vertragenen fichen Ueberfeereisen entstanden, z. B. in den asiatischen Häfen, Schuhen, zerlesenen Büchern, zerbeulten Ofenrohren, alten Kleibern iene Bilder, die man von ihm im Münchener Glaspalaft zu sehen llegen herum und warten auf Käufer. Man glaubt einfach nicht, pflegte, Darstellungen der See, der Häfen, aus allen Ländern. Eine wenn man es nicht mit angesehen hat. Balzac hätte hier geschwelat feiner Landschaften erwarb das Museum in Weimar. Für die Schuhmacher in offener Straßenwerkstatt. Der Jude ist hier Wohlfahrtsbestrebungen unter den bildenden Künstlern setzte er sich auch Handwerker, Arbeiter, Laftträger, fast alle werttätigen Berufe ftets tatkräftig ein, und als die Verbände überall im Reiche fich zufammenfchloffen, wurde Dr. Gönner der Mitbegründer des jungen ausübend weigern, fo werde ich ihn zu einer gerichtlichen Rlar. ftellung zu veranlassen wiffen. Weiter soll ich am 9. Dezember in einer Provinzzeitung für und im„ DeutschenSpiegel" gegen die Große Koalition geschrieben haben. Die aus dem Brovingblatt zitierten Säge sind nicht von mir geschrieben, fie find vielmehr eine von der Redaktion dieses Blattes gemachte Anmerkung, was technisch nicht zum Ausdrud gebracht ift. Das Blatt wird in einer Erklärung diese Darstellung bestätigen. arbeiter, die von ihnen gezeichnet sind, durch redaktionelle ZuWenn der Lübecker Generalanzeiger" Artikel seiner Mitfäge in ihr Gegenteil verkehrt, so übt er Gepflogenheiten, die sich ein anständiger Journalist nicht gefallen läßt. Die„ genaue Darstellung" seines Standpunkts gibt Herr Kriegt in seinem " Deutschen- Spiegel" Es ist der Standpuntt eines Mannes, der seine Berleumdungen aufrechterhält, auch wenn sich bringen will, ist unflar, feinesfalls wird er um die Rolle, die weises besteht. Wie Herr Kriegt seinen Fall vor Gericht er spielen wird, zu beneiden sein. Gott, König, Vaterland – zu verkaufen. Bei der Krenzzeitung". Eine Zuschrift, die das Berliner Tageblatt" von gut informierter Seite über die Nöte der Kreuzzeitung" erhält, bejagt: Mit Gott für Rönig und Baterland" war die volle Beiten waren ihr beschieden, als macht und Borrangstellung Kreuzzeitung eine treue Dienerin preußischen Juntertums. Glanz Kreuzzeitung" eine treue Dienerin preußischen Juntertums. Glanzdes Junkertums auf der Höhe waren. Engste Bande umschlangen fie und ihre Lefer. Heute ist es bamit nichts mehr. Shre Anhänger haben fie massenweise abbestellt. Man beschränkt sich auf das Deutsche Adelsblatt", bas von der deutschen Adelsgenossenschaft ihren Mitgliedern to stenlos geliefert wird, da es außer den Familiennachrichten auch zahlreiche antisemitische Hezartikel bringt und jüdische Firmen selbstlos genug sind, durch viele teure Inferate nicht nur diese fostenlose Lieferung des Blattes lediglich aus Inferateneinnahmen zu ermöglichen, sondern dazu noch einen schönen Ueberschuß zur Unterstügung antisemitischer Bestrebungen zu gewährleisten. Die mir genau befannte Zahl der der Kreuzzeitung" noch treu gebliebenen Bezieher steht auf Wunsch zur Verfügung. Sie ist rechi ein. Immer wieder mußten bemittelte Gönner helfend unter die Arme greifen. Doch alle Opferwilligkeit fonnte das langsame Sterben nicht aufhalten. Ein letzter Hilferuf veranlaßte die Freunde des Blattes im Sommer 1925 noch einmal zu einer Sammlung. Jeder gab nach besten Kräften. Der Winters. hall- Rongern aus Raffel zeichnete durch Kommerzienrat Rechberg 600 000 m., alle zusammen insgesamt eine Million. Eine ergiebige Berjüngungstur follte bavan der Sterbenden zutell werden. Das Motto„ Mit Goff für König und Vaterland", die anfifemififche und anfitathofifche Richtung, auch der Titel Neue Preußische Zeitung" follte fallen. Die fo réorganisierte und reduzierte Kreuzzeitung" follte auf breiter, tonservativ- evolutionärer( 1) Basis", die deutsche Times" werden." Aus dem Geschäft wurde nichts, da die Bendung der Deutschnationalen gegen Locarno es zerschlug. Immerhin ist es wiffenswert für Intereffenten, daß Gott, König und Bater land bei der Kreuzzeitung" zum Verkauf stehen. Statt Kali- Landbund! In der geftrigen Generalversammlung der Kreuz. zeitung 2.-G. wurden die Differenzen mit der Firma Otto Stoll berg durch einen Bergleich aus dem Wege geräumt. Es wurde ferner beschloffen, daß die Kreuzzeitung 2.-G. mit der Deutschen Tageszeitung" eine Interessengemeinschaft eingeht. Das Attienpaket der Rali Interessenten ist an die ,, Deutsche Tageszeitung" übergegangen. Die Selbständigkeit der beiden Blätter bleibt bestehen. Amneffie in Bulgarien. Der bulgarife Minifterrat hat den Amnestieentwurf Bankoff in erweiterter Gestalt angenommen. Reichsverbandes und ist seitdem deffen erster Borsitzender gewesen. Als Bertreter der Künstlerschaft trat er auch in den Reichswirts fchaftsrat bei deffen Begründung ein. Die Gefährdung des Kölner Doms. In einer großen Anfrage Dr. Borschs( 3entrum) an das Preußische Staatsministerium wird auf den ernstlich bedrohten baulichen Zustand des Kölner Doms verwiesen. Das Staatsminifterium wird um Auskunft über den gegenwärtigen baulichen Stand ersucht somie über die Beträge, die vom Staat für die Erhaltung des Doms in den letzten Jahren verausgabt worden find. In Anerkennung der Bedeutung des Bauwertes wird gefordert, alle staatlichen Mittel zur Entfaltung einer großzügigen Propaganda zur Belebung des Baugebantens zur Berfügung zu ftellen. Die finanziellen Kräfte, die ben Dom früher erhielten, feien durch die Inflation entweder zerstört oder in ihrer Leistungsfähigkeit fo herabgefeßt, daß ihre Mittel heute nicht ent fernt mehr ausreichten, den Dom vor rafchem Berfall zu schützen. Die gefundheiflichen Berhältnisse in Deutschland. Dem Reichs tag ift eine Denfschrift über die gesundheitlichen Berhältnisse des deutschen Boltes in den Jahren 1923 und 1924 zugegangen. Darin wird festgestellt, daß nach den Zeiten der Hungerblodade im Jahre 1921 eine leichte Besserung in der Boltsgesundheit eintrat, aber die Inflationsjahre 1922 und 1923 einen erheblichen Rückschlag brachten, so daß die furchtbarsten Folgen für den gesamten Boltstörper in bedrohliche Nähe gerückt zu fein schienen. Mit der Stabilisierung der Währung trat eine günstige Birtung auf den Gesundheits zustand des Boltes ein. Wirtliche Fortschritte zeigten sich erft 1924. An Sterbefällen wurden im Jahre 1922 in den deutschen Groß. ftädten 219 680 gezählt, im Jahre 1923: 210 724 und im Jahre 1924: 194 340. Die für 1924 ermittelte Sterbegiffer weist die niedrigste Sterblichkeit auf, die bisher verzeichnet wurde. In den deutschen Großstädten ftarben im Jahre 1922 etma 36 600 Säuglinge, im Jahre 1923: 32 500 und im Jahre 1925: 25 700. Troß dieser günftigen Biffern stellt die Denkschrift feft, daß die Ernährung für einen großen Teil des Boltes unzureichend und wegen der einseitigen Zufammenlegung vielfach unzweckmäßig ist. Von großen Epidemien ist Deutschland in den Jahren 1923 und 1924 verschont geblieben. Pläne der Ruffischen Akademie der Wissenschaffen. Im Auftrage der Russischen Akademie der Wissenschaften unternimmt beren Sekretär, Brofeffor Oldenburg, eine Auslandsreife, die ihn nach Deutschland, England, Frankreich und Italien führen wird. Die Ruffische Akademie hat ein Projelt ausgearbeitet, nach welchem in mehreren ausländischen Staaten russische wissenschaftliche Institute zur Anknüpfung von Verbindungen mit den entsprechenden aus. ländischen Instituten gegründet werden sollen. Ebenso sollen ausländische Staaten aufgefordert werden, ähnliche Institute in Sowjetrußland zu eröffnen. Rapeilmeiffer Frih Zweig ist für die Stabtile Dper, an der et feit Bestehen der Spielzeit tätig war, als erster Stapellmeister verpflichtet worden. Cine neue Ueberfehung Verlatues. Im Anschluß an den Aufsatz über aul Verlaine werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß foeben eine neue deutsche Ausgabe erschienen ist: Armer elian". Gedichte von Baul Berlaine, Nachdichtungen von Alfred Wolfenstein, Berlag sou Bani Caffirer in Berlin Gründung des Montantrusts. Die vorbereitende Gesellschaft nimmt ihre Tätigkeit wieder auf. Hochwasserdebatte im Landtag. Gestern wurde in Düsseldorf mit einem Aktienkapital von Abstimmungen über Wohnungsbauprogramm, Grundvermögensstener, Beamtenheimſtätten. 50 000 Mart die Bereinigte Stahlwerte 2-6. gegründet. Hinter der kleinen kapitalfumme und dem anspruchslosen Titel verbirgt sich ein Industrieprojekt von riesenhaften Ausmaßen, auf das wir bereits wiederholt hinweisen konnten. Die Vereinigte Stahlwerke A.-G. find nämlich die Spikengesellschaft des geplanten rheinisch- westfälischen Montantruffes. Gründer der Gesellschaft sind: 1. Die Rhein- Elbe- Union( früher Sfinnes) mit ihren Werken Gelsenkirchen, Deutsch- Curemburg und Bochumer Berein; 2. die Thyssen- Gruppe; 3. der Phönig- Konzern mit dem Stahlwerk van der Zypen und 4. die Rheinischen Stahlwerte. Aufsichtsrat und Borstand des neuen Unternehmens find durchweg Industrielle, die den Gründerfonzernen bisher angehörten. Die Dachgesellschaft hat nun die Aufgabe, alle für den Zusammenschluß der genannten Konzerne zu einer einheitlichen Produktionsorganisation erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Bon dieser steht bisher nur der Schlüssel feft, nach dem die bisherigen Werksgruppen Eisen- und Stahlerzeugung des neuen Konzerns beteiligt sein sollen. Die Quoten verteilen fich folgendermaßen: Rhein- Elbe- Union 39% Proz., Thyssen und Phönig je 26 Prozent, Rheinftahl 8% Pro3. Es verlautet, daß die bisher noch schwierige Steuerfrage, beren Lösung zu dem Aufgabentreis ber neu gegründeten Gesell. schaft gehört, in einer für das Reich und die Beteiligten befriegenden Beife geregelt werden foll. Die 2 Broz. betragende Fusions. steuer soll geftundet und ratenweife abgetragen werden. Kommt der Trust zustande, woran jeht nicht mehr gezweifelt werden tann, so hat die Rheinisch- Westfälische Montanindustrie den ersten entscheidenden Schritt zur Rationalisierung der Produktion getan. Lange genug hat diefer auf fich warten laffen. Gelingt es durch Zusammenfaffung und Vereinheitlichung der Probuftion eine Sentung der Produktionskosten und der Preise herbeizuführen, so wird die ganze verarbeitende Industrie davon Borteile haben. Der Zusammenschluß der gewaltigen und ihrer Macht durchaus bewußten Rapitalgruppen aber stellt die Arbeiterschaft vor die Aufgabe, durch Festigung der eigenen politischen und gewerkschaftlichen Organisation einer hemmungslosen Entfaltung jener gewaltigen tapita. liftischen Macht vorzubeugen, die sich im neuen Truft repräsentiert. Wer war in Perlach radikal? Das Militär- sagt die Polizei. München, 14. Januar.( Elgener Drahtbericht.) Im Berlacher Mordprozeß wurde am Donnerstag die Zeugenvernehmung fort gefeßt. Zwei attive Polizeibeamte erflärten, fie hätten in der Ber haftung und Erschießung der Arbeiter nichts Unrechtes gesehen, wenn diefe bewaffnet gewesen wären. Die Arbeiter hätten aber tatsäch lich feine Baffen gehabt. Der Einzug der Regierungstruppen am 1. Mai sei in aller Ruhe erfolgt. Ein anderer Polizeibeamter hat teine Anhaltspuntte dafür, daß die erschossenen Ber fonen Rotgardisten waren. Nach seiner Renntnis feien es lauter brave Männer gewesen. Das gleiche beſtätigt der Polizist von Perlach, der versichert, die Erschoffenen seien nicht radi. tale Leute gewesen, dagegen seien die einziehenden Truppen fehr radikal vorgegangen und hätten verhaftet, was ihnen beliebte. Der Landtag nahm gestern nach ausführlicher Debatte, die über die bekannte Haltung der einzelnen Parteien hinaus nichts Wesentliches zutage förderte, unter Ablehnung aller Abänderungs. anträge die Ausschußvorschläge zum Wohnungsbaupro gramm an Bei der Beratung der Verordnung zur Grundvermögens steuer nannte der Vertreter der Deutschnationalen die Not verordnung der Regierung unnötig. Er wird vom Finanzminister und den Vertretern der Sozialdemokraten und Demokraten widerlegt. Die Borlage selbst, die das bisherige Grundsteuergesetz bis zum 30. September 1926 verlängert, wurde gegen die Stimmen der Rechtsparteien genehmigt. Das Haus wendet sich der Beratung des Ausschußberichtes über den tommunistischen Antrag zu, der die Verlegung der Immunität des Abg. Eppstein durch die Polizei in Bremen zum Inhalt hat. Abg. Obuch( Komm.) sieht eine Berlegung der Immunität darin, daß der Abg. Eppstein am 8. Oftober, morgens 6 Uhr, in Bremen von Polizeibeamten aus dem Bett geholt und zwangsweise zu einer Berichtsverhandlung geführt worden sei. Die Kommunisten hätten deshalb Bestrafung der verantwortlichen Beamten beantragt. Auch der Ausschuß habe anerkannt, daß, eine Immunitäts. Derlegung vorliege, und der Regierungsvertreter habe zugegeben, daß auch der Aufenthalt im Bett, nämlich wenn der Ab. geordnete sich dabei mit der Vorbereitung parlamentarischer Arbeiten beschäftigt, burch die Berfassung gegen Einwirkungen geschüßt sei. Der Gegenstand wird auf Antrag des Berichterstatters Dr. Rosenfeld( S03.) zur nochmaligen Prüfung an den Geschäftsordnungsausschuß zurüdverwiesen. S Ohne Aussprache stimmt das Haus dann dem Antrage des Beamtenausschulfes zu, wonach das Staatsministerium ersucht wird, nach Anhörung insbesondere des Heimstättenamtes der deutschen Beamtenschaft beschleunigt einen Gefeßentwurf vorzulegen für ein Beamtenheimstätten gefeh für alle Beamten, Lehrer, Wartegeld- und Ruhegehaltsempfänger. Es folgt die dritte Beratung des Gesezentwurfes über die Unterbringung der ehemaligen Seminar lehrer und Leiter. Hierbei werden in der Abstimmung die Beschlüsse zweiter Lesung aufrecht erhalten. Die früheren Lehrer bildner erhalten nach spätestens 16 Dienstjahren erhöhte ruhegehalts fähige Ausgleichszulagen, die so zu bemessen sind, als sei ihnen eine Aufrüdungsstelle verliehen. Die in der Beratung umstrittene Entschließung der Sozialdemokraten, die bei Be fegung der freien Stellen an den höheren Schulen in erster Linie Lehrerbildner heranziehen wollte, wird diesmal gegen die Stimmen der Linken bis zu den Demofraten abgelehnt. Eine Novelle über die ärztlichen Ehrengerichte, das Umlagerecht und die Kassen der Aerztekammern wird dem Rechtsausschuß über miefen. Dann wendet sich das Haus der Beratung der zu ben Hochwasserfatastrophen vorgelegten Anträge zu. Nach Ausführungen des Abg. Schwecht( Dnat.) verlangt Abgeordneter Jordans- Marienbaum( 3.) neben ausreichenden Mitteln Erleichterungen auf steuerlichem Gebiete für die Gefchädigten. Die Aufräumungsarbeiten fönnten evtl. an die produttive Erwerbslosenfürsorge übernommen und der geschädigten Industrie ein langfristiger Kredit zu billigem Binsfuß zwecks Wiederaufnahme der Tätigkeit gewährt werden. um fünftigen Katastrophen vorzubeugen, müßten auch die Seitentanäle mehr ausgebaut werden. Abg. Eichhoff( D. Bp.) fordert Niederschlagung der Darlehen aus früheren Hochwassertatastrophen. Außerdem müsse eine Aus fegung der Zwangsversteigerungen erfolgen. Um 46 Uhr vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 12 Uhr. Außerdem u. a.: Erwerbslosenfrage und dritte Beratung der Novelle über die Reichsratsmitglieder. Das Reichsknappschaftsgesetz. Ueberweisung an den sozialpolitischen Ausschuß. Der Reichstag setzte gestern die erste Beratung des Entwurfs eines Gesetzes über Abänderung des Reichstnapp Ichaftsgefeßes fort. Abg. Mumm( Dnat.) verlangt Wiedereinführung der Familienversicherung. Abg. Dr. Moldenhauer( D. Bp.): Man müffe versuchen, einen Weg zu finden, auf dem es möglich sei, ohne Kürzung der Alters renten die Knappschaftsfaffen nach Einführung der Familienpflege leistungsfähig zu erhalten. Abg. Schwan( Romm.) erflärt: Die Borlage der Regierung let geeignet, die Lage der Bergarbeiter noch weiter zu verschlechtern. Abg. Schneider- Berlin( Dem.) bezeichnet die in der Vorlage vorgesehene Herabsehung der Altersrenten als zu weitgehend. Die Beschlüsse des Reichswirtschaftsrates feien eine brauchbare Grundlage für den Reichstag. Eine Aenderung in der Regelung der Altersgrenzen werde sich nicht vermeiden laffen, denn das jekige Berhältnis fei auf die Dauer unhaltbar. Der Redner fragt, in welcher Weise die Angestellten dafür entschädigt werden sollen, dak fie zwei Jahre lang Doppelbetträge an die Knappschaftstaffe und an die Reichsversicherungsanftalt für Angestellte gezahlt haben. Bei der Besehung der Selbstverwaltungstörperschaften müßte den Angestellten eine besondere Bertretung zugebilligt werden. Abg. Stöhr( Bölk.) erklärt, daß sich seine Freunde gegen die Bestimmungen in der Borlage menden würden, die die Rechte der Versicherten fürzen wollen. Reichsarbeitsminister Brauns wendet sich gegen den Vorwurf. daß das Reichsarbeitsministerium verantwortlich sei für das Nichtzustandekommen der Familienfürsorge. Nach dem bisherigen Recht hatte die Bezittstnappschaft über die Einführung dieser Mehrleistung zu entscheiden. Das Ministerium hatte darauf teinen Einfluß. Da die Anregungen des Ministeriums nicht beachtet worden seien, sei in der neuen Vorlage die Familienpflege als Pflichtleistung vorgesehen. Die Aussprache ist hiermit gefchloffen. Die Borlage wird dem fozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Abg. Kleinmeyer( S03.) erstattet den Bericht des Hauptausschuffes. Der Hauptausschuß beantragt, daß die Gefamtschäden in einer Borlage zufammengestellt und dem Landtage unterbreitet werden, damit danach die Entschädigung erfolgen fönne. Reich, Auf Antrag des Abg. Simon- Schwaben( Soz.) wird ohne Aus Gemeinden und Gemeindeverbände werden um Notstandsmaßiprache ein von den Sozialdemokraten beantragter Gefek nahmen ersucht. Ferner sollen weitere Mittel für die vorläufige entwurf zur Aenderung des Gefeßes über den FinanzausBehebung der Schäden bereitgestellt werden. gleich dem Steuerausschuß überwiesen. Beuge Sicherheitsfommissar Böhler, der seit 1911 in Berber jetzt entstandenen Schäden hinaus den Ursachen der immer wieder lach Stationiert war, erklärt, daß alle Erschoffenen der Mehrheitsfozialdemokratie angehört hätten und fämtlich brave manner gewesen feien. Er sei von dem protestantischen Pfarrer Hell zweimal telephonisch aufgefordert worden, zu ihm zu fommen, und er habe dort auch einen Offizier angetroffen, vermutlich den jeßigen Angeklagten Bölzing. Der Offizier habe ihm einen Bettel vorgelegt und gefragt, ob die dort aufgeführten Personen Kommunisten oder Spartafiften feien. Diese Frage habe er verneint, und bei Jeinem Fortgehen habe Pfarrer Hell dann gesagt: Die machen nicht viel Federlejens, die stellen jeden an die Wand." Auf eine Frage des Rechtsanwalts Bamberg, ob er sich wirklich dafür einfegen fönne, daß die Erschoffenen lauter brave Männer gemejen feien, bejaht der Zeuge dies nachdrücklich. Bolizeidiener Sto dl befundete, es fel ein gänzlich unbeteiligter Bürger namens Jafob Martin von dem jezigen Angeflagten Bölzing angeschrien worden, er solle machen, daß er auf das Auto fomme. Diefer Bürger habe sich das entschieden verbeten und sei dann in Ruhe gelaffen worden. Der Zeuge erflärt, daß sich Martin ohne diesen Widerstand heute ebenfalls unter den Zoten befände. Der Offizier habe auch geäußert: Ihr Schuffe, bis morgen früh 8 Uhr steht Ihr alle an der Wand!" Der Zeuge versichert auf Befragen mit Bestimmtheit, daß er in dem Angeklagten Pölzing den Mann wiedererkenne, der so vor. gegangen sei. Den eldwebel erfenne er dagegen nicht wieder. Das Gericht beschloß, Jakob Martin als Zeugen zu laden. Der Bürgermeister von Berlach befundete, daß in Berlach alles ruhig gewefen jei. Die Erschossenen feien Mehrheitssozia Listen gewesen. Bei dem Einzug der Truppen habe er auftragsgemäß zur Waffenablieferung aufgefordert und bem fei olge geleistet worden. Am 4. Mai seien dann zwei militärische Last autos bei Pfarrer Hell vorgefahren. Nach längerem Aufenthalt im Pfarrhaus feien die Truppen mit einem Bettel, auf dem die Namen der später Erschoffenen standen, zu ihm gefommen mit der Aufforderung, diefe Leute heranzuschaffen. Er habe das aber ab gelehnt. Ein weiterer Zeuge bestätigt, daß die Frau des Pfarrers Hell das Freikorps Lühow in München um Hilfe angerufen habe. Bantbeamter Dr. Josef Wolfram gibt an, daß die Frau des Pfarrers Hell das Freikorps Lükow um Hilfe anae rufen habe. Der Versicherung des Bürgermeisters, daß in Perlach alles ruhig gewesen sei, stellte dieser Beuge gegenüber, daß man sich feines Lebens nicht sicher gefühlt habe, und daß er deshalb immer einen Revolver bei sich getragen habe. Beuge Vizebürger meister Held fannte alle Erschossenen. Ihm sei es, so führt er aus, nicht verständlich gewesen, warum diese Arbeiter verhaftet wurden. Denn die Arbeiter hätten alle ihre Waffen abgeliefert gehabt, und es feien auch keine Waffen mehr gefunden worden. Nach feiner Ansicht haben in Perlach mehrere Personen daran gearbeitet, daß die Arbeiter an die Regierungstruppen ansgeliefert und die Mehrheitsfozialdemokraten und USB.- Ceute in Perlach ausgerottet wurden. Nicht die Regierungstruppen feien die eigentlich Schulbigen an ber Berhaftung, sondern ein in Berlach zufammenarbeitendes Romplott Der fatholische Pfarrer von Berlach schilbert die Besorgniffe feines protestantischen Kollegen während der roten Gefahr. Den erschossenen Hafnermeister Ludwig bezeichnet er als einen gefährlichen Linksradikalen und Hetzer. Pfarrer Hell schildert im Gegensatz zu den anderen Beugen die Lage in Perlach von der Repolution bis zum Mai 1919 als sehr bedrohlich, besonders für die Geistlichen, weil sie nach dem Tode Cisners bie Gloden nicht hatten läuten lassen, Ludwig habe als Vorsitzender des Arbetterrats ben ganzen Ort beherrscht. Gr erflärt, daß seine Frau Abg. Lewerent- Krefeld( S03.) verlangt, baß über bie Abgeltung tehrenden Hochwassertatastrophen nachgespürt und durch tech nische oder sonstige Maßnahmen diefen Rata ftrophen vorgebeugt werde. am 3. Mai nach München um Schuß telephoniert habe, morauf am nächsten Tage die Truppen unter Führung des Leutnants Bölging nach Berlach gekommen seien. Pfarrer Hell gibt zu, dieſem einige Namen der später Erschossenen genannt zu haben. Bölzing habe jedoch schon einen Bettel mit Namen gehabt. Nach der ErSchießung der Arbeiter durch die Truppen habe gegen ihn, den Pfarrer, in Berlach große Erbitterung als Berräter der Ar beiter geherrscht. Steuerausschüsse und Steuerkontrolle. Erweiterung der Befugnisse der Ausschußmitglieder. Bei der letzten Steuerreform ist der sozialdemokratische Antrag auf Offenlegung der Steuerlisten abermals abgelehnt worden. Auch die Bestrebungen, eine beschränkte Steuerkontrolle durch Mitwirkung von besonderen Gemeindeausschüssen zu ermöglichen, wurden vom Steuerausschuß des Reichstages abgelehnt. Erst in der zweiten BeUm 5 Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag, 2 Uhr, mit der Tagesordnung: 1. Die Anträge der Parteien zur Hochwassertata. strophe. 2. Die Einbeziehung von Angestellten in die Erwerbslosen fürforge. 3. Steueranträge. 4. 3mei Anträge der Rechtsparteien zum Berwahrungsgesetz. Denn wenn die Einsichtnahme der Aften in das pflichtmäßige Ermeffen der Berpaltung" gestellt wird, so ist damit auch widerstreben. den Finanzämtern die Möglichkeit gegeben, eine vom Steuerausschus beanstandete Veranlagung mit dem Hinweis aufrecht zu erhalten, daß nach Inhalt der Atten" die Beranlagung gerechtfertigt sei. Im Hinblick auf das Steuergeheimnis schließlich charakterisiert sich die ganze Neuerung als eine start beschränkte Offenlegung der Stenerliften unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Immerhin bieten die neuen Vorschriften für sozialdemokratische Steuerausschußmitglieder, die auf dem Posten sind, die Möglichkeit einer faffräftigen Erweiterung ihres Einfluffes. Sie müssen, gestützt auf diesen Erlaß, verlangen, daß die Steuerausschüsse von ihren neuen Rechten auch wirklich Gebrauch machen und zur Kontrolle der Beranlagung vor und nach ihrem Abschluß schreiten. ratung im Blenum wurde ein Antrag angenommen, der den Steuer- 08 Eine Verfassungsänderung.bast ausschüssen gemise Rontrollrechte einräumt. Die neue Bestimmung Abgeordnetenimmunität nach Auflösung des Parlaments. hat folgenden Wortlaut: „ Des weiteren obliegt diesen Ausschüssen zwecks Rontrolle der Beranlagung die Einsichtnahme in die die Beranlagungsergebnisse enthaltenden Steuerlisten." Zur Ausführung dieser Bestimmung hat nunmehr der Reichs finanzminister in einem Erlaß vom 6. Januar an die Präsidenten der Landesfinanzämter wichtige Richtlinien aufgestellt. Als 3 wed der neuen Vorschrift bezeichnet der Erlaß die Erzielung einer möglichst gleichmäßigen Beranlagung innerhalb des Bezirks eines Finanzamts. Zur Erreichung dieses Zweckes unter. scheidet der Erlaß grundsäglich zwei Fälle. 1. Sobald die allgemeine Beranlagung innerhalb eines Steuerbeztrts abgefchloffen ist, foller vor dem Erlaß der Steuer. befcheide die Steuerliften, die die Veranlagungsergebnisse enthalten. den Steuerausschüssen vorgelegt werden. Den Mitgliedern soll dadurch die Möglichkeit gegeben werden, das Ergebnis der gesamten Beranlagung noch einmal zu überprüfen und die Ausgleichung von Unregelmäßigkeiten in der Besteuerung zu verlangen. Der Ausschuß fann auch einzelne Mitglieder mit der Nachprüfung der Veran lagungsergebniffe beauftragen. Zu dem gleichen 3wed sind den Steuerausschüssen auch die Steuerlisten anderer Steuerbezirke zur Einsicht vorzulegen. Die Vorlegung dieser Listen fann auch in einer besonderen gemeinsamen Sigung der verschiedenen Steuerausschüsse erfolgen. 2. Neben diefer Kontrolle der abgeschloffenen Beranlagung räumt der Erlaß den Steuerausschüssen das Recht ein, auch schon während der noch laufenden Veranlagung die Steuerlisten anderer Bezirke zur Vergleichung heranzuziehen. Die Mitglieder sollen sich hierdurch davon unterrichten fönnen. wie die Steuerpflich tigen gleicher und entsprechender Berufsgruppen in anderen Bezirken veranlagt worden sind, um daraus Anhalts punkte für die eigene Veranlagung zu gewinnen. Der Reichsrat nahm gestern einen Gefeßentwurf an, der in die Reichsverfassung einen Artikel 40 neu einführt. Der neue Artikel sichert dem Reichstags- und den Landtagspräsidenten, ihren Stellvertretern, sowie den ständigen und ersten stellvertretenden Mitgliedern der zwischen zwei Seffionen oder nach Auflösung tagenden Zwischenausschüsse das volle Recht der 3mmunität Das sonst den Barlamenten zustehende Recht zur Genehmigung von Strafverfolgungen bzw. der Stellung eines Enthaftungsantrages usw. wird für diese Zeit einem der Zwischenorgane übertragen. Banern und Medlenburg- Strelig stimmten aus verfaffungsrechtlichen Gründen gegen die Borlage. A Die Aufklärung der Fememorde. Gutes Ergebnis der Nachforschungen. Der Polizeipräsident teilt mit: eingeleiteten umfangreichen Ermittlungen und Fahndungsmaßnahmen Die von der Berliner politischen Polizei in den letzten Tagen haben bisher befriedigende Ergebnisse gezeitigt. So ist es gelungen, weider Täterschaft bzw. Mittäterschaft dringend verdächtige Personen fe ft zunehmen. Es handelt sich um den ehema: gen Leutnant Henning v. Poser und den ehemaligen Oberfeldmebel Hermann Boß. Beide sind bereits eingehenden Verhören durch die Polizei unterzogen worden, die dazu geführt haben, daß Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. In zwei in der Auslobung ge v. Poser dem Bernehmungsrichter vorgeführt werden fonnte, der nannten Fällen ist in der Aufflärung ein großer Schritt vorwärts getan, und es steht eine reftlofe. Klärung demnächst zu erwarten. Auch hat sich bereits eine ganze Anzahl derjenigen Bersonen gemeldet, die als 3eugen zu ben verschiebenen Mordfechen gesucht werden. Einzelheiten über den Gang der Berhandfungen und deren Ergebnisse fönnen jedoch, um den Gang der Unterfuchung nicht zu stören, zurzeit noch nicht mitgeteilt werden. Diefe erweiterten Befugnisse werden jedoch durch zwei Tatsachen start eingeschränkt: 1. das Rech: zur Einsichtnahme in die Steuerliften umfaßt nicht auch das Recht zur Einsichtnahme in Aften, Bücher, Urfunden usw., und 2. die Mitglieder des Steuerausschusses sind auch bezüglich dieser Einsichtnahme dem Steuergeheimnis unterworfen. Besonders die erste Bebem Stettiner Gefängnis geflüchtet und im November 1925 in Graz ftimmung enthält eine starke Einschränkung, denn eine wirkjame Nach tontrolle läßt sich ohne Heranziehung der Akten kaum durchführen. Der Mörder des belgischen Leutnants Graff, der frühere Schupobeamte Saws, der vom Stettiner Schwurgericht zusammen mit dem Schupobeamten Engeler zum Tode verurteilt, dann aus festgenommen worden war, ist jetzt von Deutschösterreich in das. Stettiner Untersuchungsgefängnis wieder eingeliefert worden. Gewerkschaftsbewegung Wozu die Reichsbahn kein Geld hat. Um den Pfennig Lohnerhöhung zu zahlen. Ueber die bisherige Lohnpolitit der Reichsbahngesellschaft ist nach allem, was darüber befannt, fein Wort mehr zu ver fieren. Die Hauptverwaltung scheint jedoch nicht nur an ihrer grundverfehlten Lohnwirtschaft festzuhalten, sondern es obendrein gerabe zu darauf angelegt zu haben, die Arbeiter gegen sich auf. zubringen. Nachdem der Pfennig- Schiebsspruch gefällt mar, ließ die Berwaltung am 30. Dezember eine Ertlä. rung verbreiten, wonach fie sich eingehend mit diesem Schiedsspruch beschäftigt und dessen finanzielle Auswirkung auf mindeftens 20 Millionen Mark geschätzt habe. Der finanzielle Status der Reichsbahn sei jedoch ohnehin schon so außerordentlich gespannt, daß, falls es zur Ausführung des Schiedsspruches tommen sollte, bie maßgebenden Berwaltungsinstanzen mittel und Bege finden müßten, um diefe Mehrbelastung auf irgendeine Beise au zugleichen. Diefe 105 Efter reldten natürlich nicht aus und wurden burch ver schiedene Neuauflagen ergänzt, indem die anwesenden Bahn- und Dterbahnräte für Nachbestellung sorgten. Am 6. Januar fand ein Vergnügen im Lehrervereinshaus statt, mo es natürlich ziemlich hoch und luftig herging. Alle vier Wochen hält der Bahnschutz seinen Schießübungsabend ab, bei dem es natürlich nicht ohne Freibier geht. Es tommt bei diesem Bahnschutz auch gar nicht darauf an, ob die im Bahnschutz eingereihten Arbeiter auf der Arbeit sind oder nicht. Aus unseren Unterlagen ftellen wir feft, daß diese Leute bis zu 14 Tagen nicht auf der Dienststelle anwesend find, aber ihren Lohn und ihre Reisespesen erhalten. Daß dieser Bahnschutz eine rein militärische Organifation ist, geht daraus hervor, daß kam me runteroffiiere für den Drill diefer Leute sorgen. Also die Reichsbahnverwaltung hat für ihre Zwede und Intereffen, soweit es sich um Organisationen handelt, die nur gegen die Arbeitnehmer und Beamtenschaft aufgezogen werden, viel Geld übrig. Handelt es sich aber darum, daß auch einmal ein unterer Beamter aus dem fogenannten Korruptionsfonds Leistungszulage erhalten soll, dann wird dieser glattmeg mit der Begründung abge. wiesen, die Berwaltung soll lieber das Gehalt der unteren Beamten schaft erhöhen, damit es zum Leben ausreicht. Hoffentlich wird die Verwaltung sich nunmehr davon überzeugen, daß ihre Berichtigungen teine Berichtigungen waren und daß fie endlich mit dieser Organisation Schluß macht, wenn sie nicht jeden moralischen Kredit in der Deffentlichkeit, unter dem reisenden Bublifum mie in der Arbeiter und Beamtenschaft verlieren mill Aufgehobenes Streifverbot. Die Eisenbahner haben inzwischen diesen Schiedsspruch geschluckt, mit sehr gemischten, nur nicht freudigen Gefühlen. Die Berwaltung der Reichsbahngesellschaft aber scheint in den verfloffenen 14 Tagen so sehr mit der vorbereitenden Streit abwehr und dem Bahnschuß beschäftigt gemesen zu sein, daß sie teine Zeit hatte, sich bis zum 12. Januar zu überlegen, ob fie dem Schiedsspruche zustimmen will oder nicht. Sie muß mit der Ablehnung des Schiedsspruches durch die Eisenbahner Die einstweilige Verfügung gegen Gewerkschaften. gerechnet haben, sonst wäre es nicht möglich, daß fie jeßt nach AbIn Nr. 2 des Barmärts" berichteten wir über eine einstweilige lauf der Erklärungsfrist wie der Reichsdienst der deutschen Berfügung des Amtsgerichtsrats Carl, Amtsgericht Lichtenberg, Breffe berichtet- um eine Verlängerung der Frift zur Annahme des Abt. IV, die auf Beranlassung der Firma Ludwig Labischin er Schiedsspruchs nachgefucht hat. Zur Begründung läßt sie erflären: folgte. Durch diese einstweilige Berfügung wurde dem Deutschen Die finanzielle Lage der Reichsbahn ist in den letzten Mo- Berfehrsbund aufgegeben, erstens die Erklärung zurüdzuziehen, naten so angespannt, daß eine Erhöhung der Ausgaben baß bei Labisin ein Abwehrstreit bestehe, zweitens die nicht mehr möglich ist. Bei der Hauptverwaltung der Streifposten zurüdzuziehen und drittens ihm verboten, wahrheitsDeutschen Reichsbahngesellschaft merden zurzeit Erhebungen ange midrig zu behaupten, daß die beiden Betriebe der Firma in Lichten ftellt, inwieweit für die Ueberbelastung Dedung gefchaffen berg und Hohenschönhausen, wie es der Wahrheit entspricht, bestreift bam. mit Streit bedroht seien. Der Fall lag um so traffer, als es Ist diese Bieberholung der ersten Erflärung ernst zu nehmen, fich um einen Tarifbruch bei Labischin handelte. Diese famose bann ist mit zwei Möglichkeiten zu rechnen. Entweder die Firma forderte von ihren Arbeitern nichts weniger, als auf ihren bann ist mit zwei Möglichkeiten zu rechnen. Entweder die Tariflohn von 93 Pfennig zu verzichten und statt deffen Reichsbahngesellschaft setzt ihrer Berfonalpolitif die Krone auf, indem sich mit einem Stundenlohn von 64 Pfennig abSie den Pfennig- Schiedsspruch ablehnt, ober fie ipeisen zu laffen. Die Belegschaft lehnte das unverschämte Anfinnen tommt mit Fahrpreis und Tariferhöhung. Da die ab und bekam deshalb acht Tage vor Weihnachten die Reichsbahn sich trotz angemessener Löhne und Gehälter rentieren Kündigung. Die Firma Labischin wollte nach Ablauf der Kün muß, billige Tarife nicht auf Kosten eines schlechtbezahlten Bersonals digung die Arbeiter großmütig wieder einstellen zu dem um gestügt sein dürfen, wäre an sich natürlich nichts dagegen einzu 29 fennig geringeren Stundenlohn Doch auch die wenden, baß eine Erhöhung, soweit sie unvermeiblich ist, vor ziemlich deutliche Drohung der Brotfosmachung fonnte die Arbeiter nicht dazu bewegen, der gefchäftstüchtigen Firma auf den profitlichen genommen wird. Dazu hat jedoch die Reichsbahngesellschaft unter Beim zu gehen. Die Organisation ber Arbeiter, der Bertebrs. Berufung auf diesen Schiedsspruch solange teinen Anspruch bund, ist durch das Borgehen der Firma in den Abwehr folange fie nicht das System der Leistungszulagen aufgetampf gegen die Berschlechterung des Tariflohnes gedrängt. Daran hoben hat samt ihrem Bahnschuh fönnen einstweilige Verfügungen nichts ändern. merden fann." Benn schon eine Lohnzulage von einem Pfennig und zwei Bfennigen für die Eisenbahnarbeiter das Budget der Reichsbahn fehr aus dem Gleichgewicht bringt, dann müßte die Berwaltung erst recht auf solch überflüssigen Lurus verzichten, der lediglich ihren Arbeitgeber standpunti in scharfmacherischem Sinne der Arbeiterschaft gegenüber unterstreichen soll Es muß sich bald zeigen, ob die Reichsbahn die bisherige Rich bung meiter verfolgt. Wie sich der Bahnschutz amüsiert. Aus Eisenbahnertreisen wird uns geschrieben: Wiederholt ift über den Bahnschuß der Reichseifenbahn geschrieben und an Hand Bon Einzelheiten der Nachweis geführt worden, daß dieser Bahn fchuß eine völlig überlebte Organisation ist und der Reichseisenbahnperwaltung große Summen Geld kostet. Uns geht nunmehr wieder eine Mitteilung zu, die auch das bepätigt, was wir wiederholt schon zum Ausdrud gebracht haben. Unlängst fand im Kaiser Pavillon in Halensee eine Fidelitas für den Bahnschuh statt, an der 40 Mann beteiligt waren. Eie murden mit 105 Liter Bier und 40 Baar Bürstchen bemirtet. Bei der gestrigen Berhandlung über die Klage des Berkehrs bundes auf Aufhebung der einftweiligen Verfügung ist es gelungen, für den Betrieb in Lightenberg biefe einftmeilige erfügung zu beseitigen Dagegen soll das Streitpostenftehen in Hohensonhausen nach wie vor ver. boten fein, ba bie Arbeiter in diefem Betriebe ordnungsmäßig entlassen worden seien. Der Berkehrsbund mirb natürlich nichts unversucht lassen, auch dieses Berbot zu Fall zu bringen. Die Bewertschaften merben alle derartigen Fälle einftmeiliger Berfügungen ein ähnlicher Fall ist in Bremen bei der Aussperrung der Stuhlrohrfabrifen zu verzeichnen, mo der Sonditus der Bereinigung der Arbeitgeberverbände im Untermefer. gebiet auf den Blan trat aufmertfam verfolgen müffen, um das Material bei der Schaffung des einheitlichen Arbeitsrechts zu ver merten. Zur Tariflage im Bankgewerbe! Konflikt in der Hananer Diamantenschleiferei. Unter Hinweis auf den schlechten Geschäftsgang in der Hanauer Diamantenschleifindustrie hatten die Unternehmer das Feriena blommen gefündigt. Allerdings mit der Einschränkung, daß, sobald die Wirtschaftslage sich wieder bessere, die Ferien wieder in Kraft treten sollen. Die Arbeiter haben infolge der Kündigung des Abkommens beschlossen, in den Streit zu treten, falls dieser Beschluß durchgeführt werden soll. Da die Ferien tarifmäßig in die Sommerzeit fallen, so handelt es sich hier auf beiden Seiten um Borbeugungsmaßregeln. Die deutschen Arbeitslosen in Danzig. Berlin, 14. Januar. Wie der Reichsdienst der Deutscen Breffe hört, haben heute in Danzig Verhandlungen über die deutschen Arbeitslosen Danzige zwischen dem Senat, dem deutschen Generalkonsulat und Vertretern deutscher Behörden begonnen. Infolge der wirtschaftlichen Krise ist unter den reichsdeutichen Arbeitern in Danzig eine steigende Arbeitslosigkeit eingetreten. die den Eenat beranlagt hat, gewisse Verwaltungsmaßnahmen ins Auge au faffen, weil in Danzig die alten Temobulmachungsborichriften noch in Kraft find. Man bofft, zu einem beiberfeitigen befriedigenden Ablommen zu gelangen, da, wie verlautet, die deutsche Regierung auch ibre Bereitwilligkeit zum Ausdrud gebracht hat, den deutschen Arbeitern in Danzig Arbeitslosenunterstügung zu gewähren. Forderungen der tschechischen Gewerkschaften. Nach den Neuwahlen in der Tschechoslowakei hat der Zentralrat der gewerkschaftlichen Landeszentrale der neuen Regierung seine Forderungen unterbreitet, die in der Hauptsache wie folgt lauten: 1. Sofortige Ergänzung der unzulänglichen gesetzlichen Bestim mungen über das Lohnverhältnis der Privatangestellten. insbesondere auch gefeßliche Garantierung eines Minimallohnes. 2 Neugestaltung des Gefeges über die Betriebsausschüsse, durch die insbesondere eine proportionelle Bertretung der Betriebs ausschüsse in der Betriebsverwaltung und Führung sichergestellt werden soll. 3. Gefeßliche Regelung der Tarifverträge und ihre Anerkennung de jure. 4. Regelung der Dienstbezüge der öffent lichen Angestellten im Sinne der modernen Forderungen der Staatsverwaltung. 5. Lösung der Bollfragen und der Frage der Handelsverträge, insbesondere Festsetzung der fünftigen Zousätze in der Beise, daß diese zu einer Herabjegung der Breise aller unentbehrlichen Bedarfsartitel und dadurch zur Be tämpfung der Arbeitslosigkeit beitragen tönnen. 6. Sofortige Be schlußfaffung betr. die gefeßliche Borlage über die Hebung der Bautätigkeit. 7. Regelung der Frage der Einfommen teuer, Beseitigung der Kohlenabgabe, Herabsetzung der übrigen Produktionssteuern. 8. Durchführung der Reform der Gewerbe. gerichte und des Gesetzes über die Gewerbeinfpettion. insbesondere ihre Erweiterung durch Einbeziehung von Arbeiterver tretungen. 9. Berfolgung des Buchers und Bertretung der Ges werkschaften bei der Erhebung der Breise aller unentbehrlichen Bedarfsartikel. 10. De jure- Anertenung Rußlands im Interesse der Besserung Unterstügung der Broduttivgenoffenschaften. der wirtschaftlichen Beziehungen Internationales Buchdruckersekretariat. Die Zentralvorstände der angeschloffenen Verbände wählten mit 16 gegen eine Stimme, bet zwei Stimmentbaltungen, zum internationalen Gelretär ben Kollegen Grund bader in Bern. Bern ist Siz des Sekretariats, das Bureau ist Giperplay 8. Achtung, SPD.- Fabritarbeiter! Am Sonntag 17. Samar, Doc mittags 10 Uhr, im Gewerffchaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 5, Ber fammlung aller CBD- Fabritarbeiter. Bortrag über Ursachen der Birtschaftstrife Referent: Genoffe E. Barth. Barteiausweis legitimiert. Snmpathifterende lönnen durch Varteigenoffen eingeführt werben. Zahlreichen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Die Sparkaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten AL- G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 1hr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet Berantwortlich file Bolitik: Ernst Renter: Birtdaft: Arine Saternus: und Sonstiges: Frik Karstäbt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Barwärts- Budbruderei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW 68. Linbenftrake 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen. Bie der Allgemeine Berband der Teutiden Bankangefelten Gemarifchaftsbewegung: Fricht. Ektorn: Feuilleton: Dr. John Schitowski: Cotales mitteilt, finden bie Nachverbandlungen über die Verbindlichkeits. erklärung des Schiedsspruches vom 23. Dezember 1925 am Mitt wod, den 20. Januar 1926, im Reichsarbeitsministerium statt. A.WERTHEIM Billige Labanbmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Mandarinen 28 PL Plund 28 PL Schnittnud. Pl. Mandarinen Kiste, 25 Stück 125 pfelsinen Dod. 78, 58, 38 PL EB- u. Kochäpfel Plund 10 PL Schönerv Booskoop Ptd. 25 PL Amerikaner.... Plund 35 PL ( Almeria) Weintrauben Ptund 38Pt. Datteln Karton, ca. 350 Gr. 68 PL Ananas.... Pfund 85 PL Bananen Weißkohl Pfund 5pt. Möhren gewaschen 2 Plund 15 Pt. Sellerie... Pfund 10 Pt. 18 P. Blumenkchi Kopt von 10 PL. an Schwarzwurzeln Pfund 30 Pt. Pfund 30 P Schnittnudeln m. Elzusat 38PL Makkaroni..... Pfund 42 PL Tafelreis..... Pfund 20 PL Weizenmehl.... Plund 22 PT. Auszugmehl.... Pfund 25 PL Weizengrieß.... Pfand 27 PL Haferflocken... Pfund 24 PL 3 Pland 1M Streußelkuch. Stück + 35Pl. Bienenstich.... Stück 45 PL Brezeln ..Stick 50 PL. Mohnstangen... Stück 50 PL Pfefferkuchenbruch Pid 80PL Konserven Schnitt- a. Brechbohn. junge Dose 1/1 70 PL Dose h 1/1 Bruchspargel mittel.... 250 Gemüse- Erbsen..... 55 PL Stangenspargel Dose exira stark 2 M 380 Junge Erbsen...... 65 PL. Apfelmus Junge Erbsen m. Karotten 65 Pf. Junge Erbsen m. Karollen 85 PL mittelfein Kohlrabi I mit Grün... 65 PL Sellerie.... 110 110 Mirabellen Erdbeeren. .. 60 Pt. 115 .190 Preiselbeeren Pid10 Plund- Elmer 390 Elmer 210 Rindfleisch oder Gulasch Pfefferlinge........ 110 Prinzeßbohnen extra 195 fein[ 60 1 Pfund- Dose 56 P. Konfituren 2- Pid. Oran- 110 1.Pid. Oran- 110 Apr 140 Erdbeer, Him- so Eimer gen kosen beer, Kirschen Molkerelbutter Pland- Paket 78. 86 P. Pland 175 Feine Tafelbutter Margarine und Talg. Pfund 58Pf. Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch Suppenfleisch .. Pfand 70 PL Roastbeef Shmorfleisch mit Knochen, Pland 85 PL Kalbskamm u. Brust u. Brust... Pfund 70 PL Kalbsrücken u. Keule fan, P 85 PL Hammelvorderfleisch ganz ge u. Rücken Prund 80 PL Schweinebauch u. Rücken Pid 110 Schweineschinken u. Blatt Pland 115 Gehacktes Fleisch ...... Pland 70 PL Rinderkamm la Gefrierfleisch Pland 58 PL. Junge Gänse 75, 85 PL. gefroren, Pfund Hasen gestreift und ausgeworfen..... Pland 85 PL Puten . Pland 98 PL Pland 105 125 Hirsch- Rücken Gänse- Pökelfleischke... Pund 110 Pfund Sprotten Pfund pr. 52 Pl. Schellfische geräuch., Pid 42 PL. Frische Blele 25 Pl. Makrelen...... Plund 10 Pt. geräuchert Schellfische Pland 20 a 35 Pt Flundern Ahlbecker, Pfund 42 Pt. ohne Kopf, ganze Kabeljau Fische und 26 Pt. Seelachs in Sick., ger., Pid. 55 Pf. Rotbarse ohne Kopf, Plund 32 PL Fettbücklinge grote, Pid 60 PL Kaffee gebrannter 280 Schokolade Vollmilch, Milchmaß, Krokant 95 P. .. Konsum" Prund 240 Haushalt Prund S Tateln ca. 100 Gramm Harzerkäse Kiste 1 Pld Inhell 62 pl. Romatour Allgäuer, Stück 36 PL. Limburger, Briekäse Pid 48 PL Gouda dänischer.. Plund 75 PL Schweizerkäse ohn. Rinde, Kart. 6 Porfion 85 PL Bierkäse volllett... Plund 15 Tilsiter..... Pfund 78 PL Tilsiter volltett, Plund IM 115 Crêmekäse( tal)... Plund 125 Landleberwurst 120 u. Rotwurst, Plund Grobe Mettwurst.Pfund 140 Gefüllter Schinken Pland 140 Sülz- u. Jagdwurst Plund 160 Fetter u. magerer Speck ( deutsche Ware) Plund 165 Feine Leberwurst Pfund 175 Plund Plund in 1 PfundMettwurst Braunschwelger 175 Zervelat- u. Salami holst 190 Schinkenspeck Stck, Pid. 2M Wein Preise für Flasche einschließlich Stener ohne Glas Besondere Gelegenhelt Rheinwein 95PL 1923 Oppenheimer Garten Heblicher 1922 Zeller Schwarze Katz stiger Mosel.. 125 1918 Margaux, Medot gepflegter Bordeaux... 130 1924 Gumbsheimer Neuberg angenehmer Tischwein 90 PL 1923 Mesenicher Brünnchen Mosel, kernig 90 PL 1921 Piesporter tetnerMosel 2 M 1921 Liebfraumilch II sub. StärkungsMalaga... gold 160 dunkel 170 Ruster Gold wein, Tokajeifl. 150 Vermouth di Torino( Cora) 230 Nordhäuser& Vol. Prozent 260 Goldkorn Kornbranntwein 350 Berliner Getreidekümmel reiner Liter 320 Liter 6 M Jamaika- Rum.Extra" rote Kapsel, lieblich mild 210 1922 Kirchheimer Rotwein mild| M Tarragona Rot sun, vorzügl. 123 Qualität Feine Fruchtweine John, StachelbeerJohannisbeer, 45 Vol. Prozent 420 Kirsch- u. Heidelbeer wein, Cyder 1M Frische Blumen nur Leipziger Straße ( Keine Zusendung) Blühende Primeln.... Top 30 P. Blühende Alpenveilchen Topf 45. Blühende Hyazinthen ... Topf 68Pf. Nr. 25 ♦»Z.Iahrgaag 1* Heilage ües vorwärts 5r»ttag, 75. Kasuar 7�2» Herliner Notftanösarbeiten. Der Magistrat wird zu grötzter Eile gemahnt. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung ge» nehmigt« gestern die Entwürfe der Aanalisationsbauten, die als N o t» standsarbeiten zur Linderung der Arbeitslosig. teit ausgeführt werden sollen. Dem Magistrat, der erst jetzt mit dieser Vortag« gekommen ist, wurde vorgehalten, daß raschere A r b« l t seine Pflicht gewesen wäre. Unsere Genossen C z e- m i n s t i und Krause sagten ihm das mit der nötigen Deutlichkeit und warnten ihn. das Elend der Erwerbslosen sich noch steigern zu lasten. Die von Oberbürgermeister B ö tz versuchte Abwehr macht« nicht viel Eindruck. Daß die Schuld nicht das Landesarbeitsamt trifft, erklärte Stadtrat Genost« Brühl. Aus der gestrigen Debatte gewann man den Eindruck, daß Stadt- baurat Hahn, der Leiter des Tiesbauwesens. für die Verzögerung verantwortlich zu machen ist. Man darf hoffen, daß wenigsten» setzt alles geschehen wild, die genehmigten Notstands- arbeiten schleunigst in Angriff zu nehmen. Biel bedeutet ja dieser Anfang nicht—„einen Tropfen auf den heißen Stein� nannte ihn unser Redner. Angenommen wurde auch ein von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachter Zusatzantrag, der Not- standsarbeiten auch sür weiblich« Erwerbslos« fordert«. Da» ist eine Aufgabe, um deren Lösung der Magistrat sich zu be- mühen haben wird.> » In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde«ine Dringlichteitsvorlage de» Magistrats beraten, die Notstands» arbeiten zur Linderung der Rot der Erwerbs» losen vorsteht. Genoste Ezeminski führte namens unserer Fraktion aus: Der Magistrat scheint den Stadtverordnetenbeschluh über die Notmaßnahmea zur Linderung der Erwerbslosig» keit nicht für eilig zu halten. Am l7. Dezember sind Mittel für diesen Zweck bewilligt worden, ober bis zur Stunde ist nicht» ge» schehen. Alle Parteien in diesem Hause sind sich darüber einig, daß es bester ist. für die Erwerbslosen Arbeit zu bescha'fen. ol» ihnen Unterstützung zu zahlen. So wollen» die Arbeitslosen selbst: sie Ardeil. Lohn nud Bröl haben, damit fie ihr« Famillen erkalten können und nicht der öffentlichen Wohlfahrtspflege zur Last zu fallen brauchen. Schon Anfang November haben die einzelnen Bezirke ihre Notstandearbeiten gemeldet. Aber seit der Zeit ist nichts ge- schehen. nicht» hat der Magistrat getan, um die Arbeit in Angrijs nehmen zu lasten. Wären nicht die Bertreter der Berliner Ge- wertschaftskommission bei den Behörden vorstellig ge- worden und hätten dort auf josottiae Erledigung gedrängt, so wären vielleicht selbst die vorliegenden Arbeiten noch nicht den Stadt- verordneten vorgelegt worden,»t, zum Montag lag noch kein Antrag aus geldlich« Unterstützung der ins Auge gejaßten Notstands- maßnahmen b'i den zuständigen Stellen vor, und so konnten auch keine MUtel bewilligt werden. Für eine solche unglaubliche Behandlung der Erwerbsloseusrogea fehlt mtr der parlamenlarijche Aus- druck. 3a keiner Stadl Den Ischland» Ist so wenig sür die Erwerb». losen getan worden wie ln Berlin. Dir verlangen mehr Emst und Energie beim Maglstrot. Die vorliegenden Arbeite« sind weniger al» der bekannte Tropfen auf den heißen Stein. Don den vorhandenen Erwerbslosen können nach der Dringlichkeitsoorlag« kaum ein Prozent beschäftigt werden, vor längerer Zeit ist ein« ge- mischte Deputation eingesetzt worden, die auf Wunsch de» Magistrat» mit ihm über den Bau der«ES.-Bahn beroten sollte. Dies« Deputation ist bi, heute noch nicht zusammengetreten, obwohl sie mel Arbeit hätte beschaffen können. In der Frage der Zuschüttung de» Luisenstädtischen Kanal» ist bi» heute noch kein Gmehmiqungsantrag gestellt worden. E, nützt also nicht», daß w-ui« Sitzungen abgehalten und daß große Beschlüste gefaßt werden. sondern der Magistrat soll dte Initiative ergreifen, um den Erwerbs- lose« Hilst zu bringen Dem Magistrat konnte da» Ansteigen der Erwerbslosigkeit nickt unbekannt bleiben, denn er ist von den maß- gebltche« Behörden rechtzeitig darauf hingewiesen worden,«ber n i cht» wurde getan, im Gegenteil, man baute die Notstand»- arbeiten sogar fest dem Sommer ab. Die Zeit de» Erwägen» ist vorbei, » ist dringend« Zell, daß die Erwerbslosen in Arbeil kommeui Wir richten an den Magistrot die energische Aufforderung, bei seinen Stellen mehr Dampf zu machen, damit schneller und bester gearbeitet wird zum Wohle der Erwerbslosen.(Lebhafter Beifall.) vom Magistrat sprach zunächst Oberbürgermeister BSß: Er betonte, daß durch die Beschlüsse der Stadtverordneten vom 17. De- zember Notstandsarbeiten in einem Umfange bewilligt wurden wie in keiner anderen Stadt. Die großen vorliegenden Arbeiten sind ober derart, daß sie nicht von heute auf morgen tu Angriff ge- nommen oder geleistet werden können. So schnell es möglich war. sind die vorarbeiten beschleunigt worden, doch gehen die Auf- sichtsbehörden mit peinlichster Gewistenhaftigkeit vor, so daß dadurch oft Verzögerungen entsteben. Der Magistrat tut sein Möglichstes zur Linderung der Erwerbslosennot. Stadlbaurat haha erläuterte darauf die technischen Schwierigkeiten, die die Notstands» arbeiten bereiten. Nach längeren Ausführungen des Kommunisten Roth, der sich gleichfalls gegen den Magistrat wandte, erklärte Ge- noste Krause, daß die Ausführungen der Magistratsmitglieder kein« Gewähr dafür bieten könnten, daß den Erwerbslosen bald ge- Holsen wird. Daran liegt es eben, daß der Magistrat bei seinen untergeordneten Stellen nicht genügend eingeheizt hat. damit die Arbeit in Gang kommt. Es ist höchste Zeit, daß etwa» für die Erwerbslose« geschieht, sonst brauchen wir un» nicht zu wundern, wenn die Erwerbslosen in Erregung geraten. Genosse Kraus« berichtet weiterhin über dl« Verhandlung«» der tvewerkschaflskomwkfsionwustgstet»« bei den Behörden. denen er betwohnt«. Bis zum Freitag vergangener Doch« lagen bei keiner Stelle prüfungsreife Anträge des Magistrat» vor, und selbst der Oberpräsident konnte keine andere Auskunft geben. Der Oberbürgermeister erklärt« der Kommission, daß vom Magistrat olle» geschehen sei. Später fanden sich bei den Behörden Anträge vor, die nicht einmal ordnungsgemäß unterschrieben waren. Als die Kommission vervielfältigt« Anträge vorwies, um wenigstens etwa» zeigen zu können, behielt man schließlich diese Schriftstücke da mit dem Beinerken, sich die Unterschristen selbst be- sorgen zu wollen. Der Dringlichkeitsantrag des Magistrats befriedigt keineswegs, es muß mehr Arbeit beschafft werden, wobei auch der gute Wille des Magistrats erkennbar fein muß. Durch die Aufforderung des Wohlfahrteministeriums im Sommer dieses Jahre», Anträge auf Winternotstandsarbeiten schon damals elnzurelchen, war der Magsstrat aufmerksam gemacht und gewarnt worden. Cr hat aber die Zeit nutzlos verstreichen lassen, ohne sich mit der zu erwartenden Erwerbslosigkeit zu beschäftigen. Dielleicht haben die Magistratsstellen den Hintergedanken gehabt, die Arbeiten hinzuziehen, um bei den Erwerbslosen den Eindruck zu erwecken, al» könne die Mehrheit der Versammlung, aus Sozialdemokraten und Kommunisten bestehend, auch nichts zur Behebung der Arbeitslosig. keit tun. Die Hauptschuld liegt offenbar am Stadtbaurat. Bei den Ausführungen des Herrn Oberbürgermeister» hatte et soft den Anschein. ol» wolle er einen Tell der Schuld auf da» Lande»- arbeit samt abwälzen. Das darf nicht geschehen. a»eil dieses Amt ohne jede Schuld ist. Wir werden nicht verkehle«, die Erwerbslosen auf diese Verzögerung aufmerksam zu machen, damit sie die wahren Schuldige« erkennen. Den Magistrat ersuchen«Ir. mit größter Beschleunigimg für die Erwerbslosen zu sorgen.(Bei» fall.— Stadtrat Genosse Brühl gibt eine chronologische Dar- stellung der Verhandlungen mit den Behörden. Bereit» im Sep- tember habe der Magistrat Anträge auf Bereitstellung von Mitteln für Notstandsarbelten gestellt. Der Redner verbreitet sich dann de« näheren über dte Art der finanziellen Regelung der Notstands- arbeiten, wobei er feststellt, daß trotz aller staatlichen Zuschüsse immer noch Ansprüche an den Stadtsäckel gestellt werden, die kaum zu tragen sind. Bei der mangelnde« llnierstühung durch de« Staat ist wenig Hoffnung vorhanden, daß die Stadt größer« Menge« Er- werdsloser beschäftigen kann. Der Magistrat hat alle» getan, wo» m seine« Kräften stand: auf keinen Fall sst irgendeine Schuld beim Landesarbeitsamt zu suchen.— Stadiv. Kunze ließ wieder«ine seiner berüchtigten Reden vom Stapel, während Schmidt(Z.) und Merke» (Dem.) sich mtt der Dringlichteitsvorlage des Magistrat» etnver- standen erklären.— In der A b st i m m u n g wird zunächst ein Zusatzantrag unserer Fraktion angenommen, der auch für weibliche Erwerbslose Rotstandsarbelleu verlangt. Ein Zusatz. antrog der Kommunisten, der ebenfalls angenommen wird, verlangt die sofortig« Inangriffnahme von Notstandsarbeiten und fordert Bericht vom Magistrat an die Versammlung. Die Magistratsvorlag« wird schließlich einstimmig angenommen. Als Beisitzerin in den Derwaltungsausschuß de» Land«»» arbeitsamt» wurde durch Zuruf die Genossin Hoppe gewählt. Mit den Stimmen der Linken wurde beschlossen, den Magistrat um Borleaung einer Steuerordnung zu ersuchen, die ein« pro- gressive Steigerung der Grundvermögen» st euer enthält. Di« Vortagen wegen de» Umbaue» de» ver- b i n d u n g» w e ge» zwischen Untergrundbahn und Rordsüdbahu am Bahnhof Friedrich st adt ging an einen Ausschuß. In langen Ausführungen erhebt Stadtv. Prof. Vonicke(völk.) gegen «men f rüderen Fürsorgearzt heftige Borwürfe. Ein« Kronken- schwester, die die Angelegenheit gemeldet hatte, sei daraufhin ent» lassen worden. Stodtmedizinalrat Prof. Dr. o. Drigalski sagt« eine Untersuchung der Angelegenheit zu. Genosse Keimanu betonte, daß der Arzt bereit» au» städttschen Diensten ausgeschieden sei und daß >m übrigen die Vorwürfe Danicke» zumeist auf Klatsch beruhten. Die Schwester habe sich ihrer Beziehungen bis zu Ludendorff herauf gerühmt und oft über da» gudenpack geschimpft. Sie habe sich in Herrn Danicke den schlecktesten Verteidiger ausgesucht. Für einen Antrag Danicke» auf Einsetzung eine» Untersuchungsausschusses fand sich nicht eine Stimme._ Das Urteil im Gattemnorö prozeß. V Jahre Zachthaa» für den Ehemann. 1- Nach dem Gesetz mußte den Kesselschmied Otto Biese die schwerste Strafe treffe«, wenn er de» Gattenmordes für schuldig befunde« wurde. Der Staatsanwatt hatte fie auch beantragt. Er hiev de» Indizienbeweis gegen den Angeklagten für vollständig gefchlosse» und deantragt« dt« Todesstrafe. Das Gericht folgte ihm rttcht ganz. Es sprach Tiefe wohl des Totschlag» an setner Frau schuldig, verneinte aber die Ueberlegung, kam weiter zu de» Entschluß, der Angeklagte hätte seiner Ehefrau Bethilf« zur ver» suchte» Abtreibung geleistet und verurteilte chn zu einer Zucht» hausstrafe von ö Iohren, von denen ö Monate durch die Untersuchungshaft für oerbüßt galten. Der Lokaltermin, der alle Beteiligten am Tatort oereint sah, war ein Beweis guter Kombtnattonen der kriminalistischen Technik. Die verlassene Gegend am Teltowkanal, die Spuren an der Böschung, die Entfernung vom Lokal, w welches Giefe nach der Tat gegongen sein sollte, zu der Stelle der Tat, alle diese Momente sprechen viel- leicht gegen den Angeklagten. Auch die späteren Aussagen de» Arztes, der die unglückliche Frau im Urbankrankenhau» zuerst be- handette, waren für Giele recht belastend. Auf der anderen Seite stand da», was man von der jungen Frau zu sagen wußte: Die Furcht vor dem Kinde, die Vorwürfe der Ellern, die keinen Platz mehr in der Wohnung tür sie haben wollten! Die wiederholten Aeußerungen. sie wolle sich das Leben nehmen! Das Einverständni» mit ihrem Mann, eine Verhinderung der GebuN ihre» Kinde» vorzunehmen! Konnten nicht diese psychologischen Einwirkungen auf da» Gemüt einer schwangeren Frau von nachteiligster Wirkung sein? Und kamen nicht die schwersten AnNagen aus dem Munde dieser Frau? Giefe behauptete klar und fest, sie hätten beide an dem iraglichen Tage d i e Absicht zum Selbstmord gehabt. Er wollt« es im letzten Moment oerhindern, fand vielleicht nicht mehr die Kraft dazu für sich selbst und— floh dann, al» er sah, wie e» um seine Frau stand. Di« Beweisaufnahme hatte ihm das ebenso- wenig widerlegt, wie sie einen klaren Beweis für eine so schwere Schuld erbrachte. Das Geheimnisvolle, das ohne jede Frage über diese Begebenheit schwebt, ist sicher mit aller Kraft zu klüreu versucht worden. Aber auch nur das! »«nfvm-VevoNevichaft VerNn und llmgegeu». Sonntag. 17. Jana«. 5 llbr. tu der«ockbraueret, sttdlcwur. 2/3; BeleMge veranttaUnn» Kino und Konzert,«tllet»(k 60 Ps.) tu den«dgabestellen Arndtstr. 2» und storckstr. 70. Die Passion. Roman von Clara Btdrig, ..Mein Jtlnb. den hättste kennen sollen, al» er noch forsch warl Ich sag« dir,«in Mensch wie'n Daum. Blendend! Und was sie all«'ne Angst vor ihm hatten! Wenn er im Lokal nur einen schief anguckte, duckte der gleich. Ach, mein arme« Häseken"— sie stieß einen tiefen Seufzer aus—„ich glaub«, mit dem i,'» au» und vorbei. Nächsten Sonntag will ich ihn aber auch bestimmt wieder mal besuchen. Denn kommste mit. Cochen. ja? Gott sei Dank, denn bin ich ja nicht so alleine auf den weiten Weg man macht sich sonst zu viel Gedanken."— Am nächsten Sonntag war Lene den ganzen Dormittag schon recht nervös: sie trennte immerfort an einem Kleid. änderte, plättete und bog die Krempe ihres Sonntagshutes. vorm Spiegel probierend, bald mehr nach oben, bald mehr nach unten, riß aber zuletzt die ganze Garnitur ab und steckte ein paar Tuffs großer roter Rosen auf. Ihre Toilette dauerte heute endlos lange. Denn zwischendurch setzte sie sich immer wieder auf einen Stuhl, ließ die Hände in den Schoß sinken und seufzte. Zuletzt war sie aber doch alifgezäumt: so. ele- aant angezogen, sah sie., noch immer nach etwas aus. nur nicht ganz so viel Rot hatte sie auflegen sollen und sich auch nicht so sehr einschnüren, der starke Busen sprengte seine Hülle fast Einen hellen Sonnenschirm in der Hand, in etwa, zu'engen Goldkäferschuhchen trippelnd, ging sie mit Eva fort.. Auch Eva hatte sich fein machen muffen: im jugendlich duftigen Kleid, in Schühchen. die ,hr die Freundin geborgt. da» Haar, das letzt wieder langer geworden war und upp.g, unterm neuen fiut schön geordnet, sah ne ganz hübsch aus. ..Wir können uns sehen lassen." sagte die Bumke be- friedigt. Auch Eva war befriedigt, eme leise Rote war ihr in» Gesicht gestiegen, al» sie sich im Spiegel sab— es war doch schön, einmal in ganz neuen Kleidern zu fetn. Lieber wäre sie ,o heute auf den Kirchhof zum Grab ihrer Mutter gegangen, aber sie konnte der Freundin, die aus ihre Be- gleiwng drängte, doch den Wunsch nicht abschlagen. Auf der langen Fahrt in der elektrischen Bahn hinaus zu? Anstatt traf mancher verwunderte Blick das ungleiche Paar: wie kamen denn die zwei zusammen?-ernte die Alte die Imige an? Mit einem frohen Staunen begrüßte Eva Felder und Sonne: wie lange hatte sie so etwa» nicht mehr aesehen. nicht mehr soviel srisch« Luft geatmet! Damals aus dem Land und bei Frau Bayer, sogar bei Frau Lämmlein hatte sie Luft genug. Aber sie hatte die nicht so genossen. Heute fühlte sie sich ganz frei, ganz leicht. Sie lächelte die gute Freundin an. die würdig, aber in einer gewissen Unruhe, die sie nicht ver- bergen konnte, an ihrer Seite saß.„Nun sind wir bald da," sagte sie und preßte Evas Hand. Was war da« für eine Anstatt?„Bis zu? Anstalt." hatte die Bumke zum Schaffner gesagt, al» der mit den Billetts kam.„Zur Anstalt, zur Anstalt." das hörte Eva immerfort: es schien kaum einer mit dieser Bahn zu fahren, der nickt dah!n wollte. Es mußte eine große Anstalt sein, ein so großes Krankenhaus wie die Charit�. Ein Krankenhaus war Eva nichts Neues, sie war nicht neugierig und wurde es auch nicht, mochten die Leute, die dicht den Wagen füllten, ge- drängt im Gang standen, noch so tomisch reden. Sie schnappte einiges auf. „Den Wärter haben sie neulich beinahe totgeschlagen"— „Den Doktor auch angefallen." Das. was so halbgehört und nicht verstanden an ihr vorbeiklang. gab ihr heute nichts weiter zu denken. Sie war ganz damit beschäftigt, ins Freie hinauszublicken. Da waren natürlich keine weiten, wohlbestellten Bauernäcker, wie da- mals auf dem Land, auch keine hübschen Villen, auch kein schöner Grunewald, aber hier hatten kleine Leute sich kleine Lauben gebaut, hatten ein paar Sonnenblumen und niedrige Stachelbeerbüsche zwischen Schutthalden und Unkrautfeldern. und das gefiel Eva doch. Denn es mußte schön sein, da am Sonntag nachmittag ruhig in seiner Laube zu sitzen, ein wenig zu häkeln und zuzuhören, was der Mann aus der Zettung vorlas. Zwischen den Stachelbeerbüschen spielten die Kinder, braungebrannte gesunde Kinder, zwei Knaben, zwei kleine Mädchen in blauen Kleidchen. Die Sonne leuchtete auf das heitere Blau, sie waren wie große Wunderblumen. Helle Stimmen erklangen. Kinderjubel, Bogelgezwitscher: man war zufrieden und glücklich. Da und dort wurde hier auch schon ein Haus gebaut. das stand aber aus der Oede heraus wie ein einzelner Zahn aus zahnlosem Kiefer. Nein, was man so sagte. es hier eigentlich nicht: man merkte nur an dem grauen Dunst, der hinter einem blieb, daß man jetzt draußen war im Freten. Kein Wald, keine Wiese, trotzdem empfand Eva diese Fahrt wie eine Landpartie: sie sah an sich herunter, an ihrem helle» Kleid und fühlt« sich festtäglich. Es war eine weite Fahrt, nun dauerte sie schon drei Viertelstunden: endlich tauchten Baumgruppen auf, es hieß: „Anstalt. Alles aussteigen!" „Komm," sagte Lene und nahm Eva bei der Hand. Sie gingen mit einem ganzen Troß von Menschen: Männer und Frauen. Alle trotteten sie schweigend und eitten, denn die lange Fahrt hatte viel Zeit verschlungen. Das Eingangstor, an dem ein Pförtner faß, hatten sie jetzt hinter sich. Es war ein schöner Part, durch den man ging, eigentlich ein Wald: weite Rasenflächen gaben frische stärkende Luft, große Bäume breiteten ihre mächtigen Kronen. O, hier war es aber gut sein! Eva sog beglückt die Gras» und Blumendüste«in. die der Wind mit sich trug: hier war es doch noch ganz anders frei, als in den umbuschten Höfen der Eharitch eine köstliche Luft! Und jetzt kam auch die An- statt zum Vorschein, ein Schloß mitten im Park. Ein mäch- tiges.Hauptgebäude mit Seitenflügeln, dahinter noch vcr- schiedene andere Gebäude. Eva blinzelte, das Licht blendete sie. hier war ja so viel Sonne. Sie hätte sich' gern noch ein wenig mehr umgesehen. „Nu komm schnell." sagte aber Lene. Die meisten Menschen, die mit ihnen im Trott heranmarschiert waren. halten sich schon verlaufen, es waren nicht sehr viele mehr, die mit. ihnen gleiches Ziel hatten. „Wollsaal Drei," sagte die Bumke zu dem Mann, der den Eingang hütete. Nun durch einen langen Gang, in dem ein schwerer Geruch lagerte, ein Geruch, den Eva kannte: ein Ge- misch von allerlei Desinfektionsmitteln, von Medikamenten, von Chloroform und Aether. Aber hier war der Geruch stärker, nur Karbol, die Wände des Ganges schienen ganz durchtränkt davon. Und hier sehr stark: Wollsaal Drei. Wärter in langen trübfarbigen Kitteln, noch junge kräftige Menschen, aber mit ernsten Mienen standen herum. Wo waren die freundlichen Schwestern mit den weißen Kopf- bedeckungen? Eva prallte zurück: was war das hier?! In Betten, die keine Betten waren, sondern tiefe Kästen, lagen Menschen, die keine Menschen mehr waren. Und sie lagen auf keinem Polster— nirgends eine Matratze, nirgends ein Strohsack— unter ihnen, der braunen Lohe ähnelnd, ein Gemengsel geraspelter Holzwolle. Nur der Kopf hatte ein Kissen. Betäubender Geruch stieg auf aus den Kästen, er machte übel. Und heiß, furchtbar heiß war es im niedrigen Saal: die in den Kästen lagen halb entblößt. Fliegen surrten. (Fortsetzung folgt.) Das angepumpte Gericht. Bon dem Hauptangeklagten im Holzmann- Bartels. Brozeß, dem russischen Kaufmann Michael Holzmann, hat man bisher noch teine Spur gefunden, und es ist deshalb mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß der Berschwundene überhaupt Deutschland verlaffen hat. Auch bei seinen Berteidigern hat fich Holz mann im Laufe des gestrigen Tages nicht gemeldet. Die Frage, ob es möglich sein wird, ohne ihn den großen Prozeß zu Ende zu bringen, ist augenblicklich noch jehr ungeflärt, und bas Gericht wird wahrscheinlich versuchen, wenigstens das Verfahren gegen Regierungsrat Bartels und den Kriminalbetriebs affiftenten Rothe durchzuführen. Aber es scheint mehr als fchwierig, gegen die beiden Angeklagten zu verhandeln, da Holzmann, gerade was die Bestechung seiner Mitangetlagten anbetrifft, pon ausschlaggebender Bedeutung ist. Holzmann hinterläßt durch seine Flucht eine ganze Anzahl Leidtragende, darunter auch bie Gerichtsfaffe. Als der Ruffe seinerzeit auf freien Fuß gefeßt wurde, mußte er 15000 M. Raution hinterlegen, die er auch wirklich aufbrachte und einzahlte. Als er dann zur Befferung feiner an gegriffenen Gesundheit in ein Sanatorium bei Dresden ging, überlegte er sich jedoch, ob er nicht einen Teil dieser Kaution für sich retten fönne und er fam auf den gewiß nicht alltäglichen Gedanken, für diesen Zmed das Gericht anzupumpen. Was vor ihm wohl faum einem anderen Sterblichen gelungen, hat Holzmann auch wirklich zuwege gebracht. Die zuständigen Instanzen ließen sich durch die bemegten Briefe Holzmanns rühren, in benen er feine gängliche Mittellosigkeit darzustellen wußte und bewilligten ihm, daß Die Aufenthaltstoften im Sanatorium durch die Hinterlegungsstelle bezahlt würden. So geschah es und ein nicht unwesentlicher Betrag in Höhe von mehreren tausend Mart wanderte von Moabit nach Loschwitz, da er in der Eile der Abreise vergessen hat zu bezahlen. Der große Aktienfälschungsprozeß. folgebeffen ist es auch üblich, als verloren gemeldete Sole nur in foweit auf der Liste als verloren und gesperrt zu vermerken, als diese mit einem Gewinn gezogen find. Die Ziehung hat unter notarieller Leitung und behördlicher Aufsicht im Dienstgebäude der Preußischen General- Lotteriedirettion stattgefunden. Diese Tatsache allein bietet die Gemähr, daß die Ziehung fo abgehalten ist, wie fie allein bietet die Gewähr, daß die Ziehung so abgehalten ist, wie sie abgehalten werden mußte, um die den Losinhabern gemachte 3u ficherung, daß auf jedes zehnte Los ein Gewinn entfallen sollte, er. füllen zu fönnen. Unsere Bermutung, daß es sich um eine Bereinfachung des Biehungsgeschäfts handelt, trifft also, wie hieraus hervorgeht, auch zu. Durch die Tatsache, daß zu nächst einmal aus einem Rad lediglich eine Nummer der Nummer 0-9 bezogen wurde hier also eine Null, um zu wissen, welche Endziffer alle Gewinnummern haben würden, entfällt natürlich die von uns zum Ausdrud gebrachte Besorgnis, daß schon vor der Berlosung jämtliche mit einer 1-9 endigenden Lose von einer Geschuß ab. Die lange Reise hat begonnen. Die erste Wertung findet minnchance ausgeschlossen waren. Es ergibt sich also, daß auch mit diefem vereinfachten Ziehungsmodus die Auslosung vollkommen einwandfrei stattgefunden hat. | Stundenfahrt von 14 in unb ans! inbilden Men schaften mit guttlingenden Namen ausgefahren. Schon lange nor Beginn der Vorwettbewerbe ein 100- Rundenrennen für Amaström teure und ein 200- Runden- Punttefahren der Berufsfahrer ten all die, die wirklich mit dem Sport verwachsen sind, und die, die aus Sensationslust tommen, der Sportstätte zu. Während die Berufsfahrer ihr Punktefahren bestreiten, wird in den Rojen und an den Rädern der Sechstagefahrer legte Hand angelegt. Walter Rütt, der Herrscher über tie sechs Tage, hat im Sportpalaft bie sportliche Leitung inne. Die 200 Runden der Brufsfahrer werden erledigt. Sieger wurde nach scharfen Kämpfen Stolz Bei den Amateuren fiegte Grollmann Dann schidt Ladewald, der Sprecher, seine Mannen auf die Vorstellungsrunde. Jedes Baar wird mit Beifall überschüttet. Nech einige Schließungsrunden und bann gibt die Modekönigin Berlins, Souja Iwanowitsch, den Start um 11 Uhr ftati. Den Bericht darüber bringen wir im heutigen Der Antisemitismus und die deutsche Presse. In der Stadthalle fand gestern abend in überfülltem Saal eine Parteinachrichten Kundgebung über das Thema„ Der Antisemitismus und die deutsche Bresse statt, die vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ver anstaltet war. Als erster Redner sprach Genoffe Stampfer: Mit Millionen Kameraden meiner Partei stehe ich zusammen im Kampfe gegen alle Unterdrückung und somit auch in gemeinsamer Abwehrfront gegen den Antisemitismus. Nur im Schüßengraben sah ich zu diesem Kampf teine Veranlaffung, denn da war vom Antisemitismus nichts zu spüren. Lag das vielleicht daran, daß die Herren Antisemiten nicht dort waren? Sicher aber hat der Voltsteil, der heute hier vertreten ist, zahllose Patrioten hervorgebracht, die im besten Glauben für ihr Vaterland in den vordersten Reihen der From standen und von denen ein großer Teil gefallen ist. Die Anti femiten entscheiden trog ihrer vaterländischen Einstellung nicht nach der Leiftung für das Land, sondern nach der Abstammung. Hat die Politik diefer Leute mit nationaler Bernunft noch irgend etwas zu tun? Die Wirtschaftskrise, die wir augenblicklich durch leiden, bildet für die Keime dieser Erscheinung einen günstigen Nährboden. Auch diese Belle des Antisemitismus wird nerebben wie die anderen vor ihr. Aber es ist flar zu erkennen, daß sie nur als Teilerscheinung der monarchistischen und tapita. Listischen Reattion anzusehen ist und als solche befämpft werden muß. An diesem Kampfe müssen wir uns beteiligen, um des deutschen Baterlandes millen, von dem wir nur deshalb meniger sprechen als die Schwarzweißroten, weil die Liebe zu ihm für uns cine Selbstverständlichkeit ist( Stürmischer Beifall.) Die Bernehmung der Angeklagten über ihre Beteiligung an der Fälschung der Elberfelder Glanzattien wurde gestern zu Ende geführt, und es fonnten am Schluß der Sigung die ersten Zeugen ver nommen werden. Bei Beginn der Sigung fam es zu einer scharfen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten Berner Jafobi und der Berteidigung Daubers wegen Jafobis Beschuldigung, daß Spar. taffendirettor Dauber für seine Kreditbewilligungen Provisionen er. halten hätte. Der Berteidiger beantragte die Heranziehung der Bücher der Vittoria zum Beweise dafür, daß Werner Jakobi falsche Buchungen gemacht hätte, um die riesigen Geldaus. caben der Angeklagten zu verschleiern. Günther Jafobi wollte von Den Fälschungen selbst nichts gewußt haben und auch in diesem Falle mur von seinem Bruder Werner als Werkzeug benutzt worden fein. Er war aber von seinem Bruder nach Erfurt geschickt worden und die dort gebrudten falschen Attien zu holen. Er hatte pon seinem Bruder den Auftrag, wenn er die Aktien in den Händen habe, das Stichwort Retschendorf" zu telegraphieren, im anderen Falle bas Stichwort Bittorid". Wehrfrig fagte ihm, daß er am nächsten Tage die Aftien bekommen werde und er telegraphierte darauf ,, morgen Retschendorf". Alles war in Berlin zur Empfangnahme der Druce der Aktien vorbereitet, um sie börsenfertig zu machen. Die Abliefe rung verzögerte sich aber noch mehrere Tage und Werner Jakobi machte feinem Bruder hinterher heftige Vorwürfe, daß er ein falsches Stichwort telegraphiert habe. Die Attien wurden in die gemeinsame Wohnung von Wehrfriz und der Störd nach der Nassauischen Straße nebracht und dort geschnitten und gestempelt. Man hatte auch sogar gefälschte Stempel des Finanzamtes für die Talons in Bereitschaft. Die Angeklagte Margot Störd bestreitet, von den Fälschungen etwas gemußt zu haben. Sie habe nie eine Attie gesehen oder besessen und daher nicht gewußt, was dort gemacht werde. Eine zeitlang hätte sich in ihrer Wohnung auch der Angeklagte Rösner qufge halten, der als holländischer Baron Bloomenthal bort mohnte. Er brachte drei Chrysanthemen und eine Flasche Kirschwasser mit Auftrioten. Er iprachen noch Chefredakteur Otto Ruschte von ber Jeinem Koffer stand auch von Bloomenthal". Zuerst sprach er gang gebrochen deutsch, nachher aber gab er das auf und fonnte mit einem hole fließend deutsch sprechen. Die Attienpatete feien ihr als Chemi talien bezeichnet worden und sie habe nicht gemußt, was das Wort Bebeute. Daher habe sie mit ihrer Hausangestellten zusammen im Ronperfationsleriton nachgefehen. Wetterumschlag in Sicht? Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an bes Begiristefretariat, 2. Sof, 2 Tren. rechts. a richten. Voranzeige. Dienstag, den 26. Januar, abends 7 Uhr, findet im Deutschen Hof. Cudauer Straße 15, eine allgemeine Funktionärversammlung flatt mit der Tagesordnung:„ Fürftenabfindung und Bollsentscheid. Referent ist Genoffe Difimann. Da zu dieser Versammlung nur Funktionäre mit dem Ausweis für 1926 Zutritt haben, werden die in Frage tommenden Genoffen ersucht, sich von ihrem zuständigen Abteilungsführer den Ausweis zu beschaffen. Andere Parteiveranstaltungen sind an diesem Abend möglichst zu vermeiden. 6. Kreis Kreuzberg. Reitungstommiffionen Sikuma beute, Freitag 15. Sa nuar, 7½ Uhr, in der Juristischen Sprechstunde. Linden ft.&. Die n wesenheit aller Bertreter der Abteilungen ist bringend erforderlich. 14. Rreis Neukölln- Brik. Heute, Freitag, 7 Ubr. Sikung der Obleute beg Elternbeiräte im Parteibureau Redaritraße. 86, Abt. Marienborf. Achtung! Am Sonntag, 17. Samar, sormittags 9 br. Fluablattverbreitung von ben belannten Lofalen aus. Die Besirisfibres nehmen die Flugblätter bei Siendorf in Empfang. Heute, Freitag, den 15. Januar: 74. Abt. Rehlendorf. 8 Uhr öffentliche Berfammlung im Refaurant Lindenpart. Bortrag: Die wirtschaftliche Lage der Staats- und Be meindebetriebe". Referent: Stadtverordneter Bolenste. Freienwalder Strake. Vortrag: Das Wirtschaftsprogramm bes Reichs verbandes der deutschen Industrie und bie Gosialdemokratie. Referent Dr. Rölter. Morgen, Sonnabend, den 16. Januar: 112. st. Rahnsdorf. 8 Uhr in Andres Waldfchänke Mitalieberverfammlung. Als nächster Redner sprach Helmut v. Gerlach über die beflagenswerte Macht der Kreisblätter und jener großen ugen. bergpreffe, die deshalb besonders gefährlich erscheint, weil sie 127. Abt. Sohenfchönhausen. 7 Uhr Mitalieberversammlung in der Schule nicht so grob und eindeutig wie die voltische Presse schimpft, sondern ihr Gift unmerfbar, dafür aber um so wirksamer einer naiven Leferschaft einträufelt. Nur wenn man sich rührt, fann man die Gefahren bannen, und Aktivität fönnen wir hierbei gerade von unseren Gegnern lernen. Gewiß ist der Antisemitismus eine vor. übergehende Erscheinung, wie Stampfer sehr richtig sagte, aber wir müssen helfen, diese Erscheinung auch rasch an uns vorbei mar schieren zu laffen. Dr. Alfons Steiger von der„ Ger. mania fordert zur Abwehr des Antisemitismus, der auch heute noch von oben herunter gefördert werden würde, die große ge meinsame Front aller wahrhaften Deutschen, aber wirklichen Baschieren zu lassen. Dr. Alfons Steiger vom Zentrum fordert zur Abwehr des Antisemitismus, der auch heute noch Sunefozialisten. Gruppe Mitte: Sente, Freitaa, 8 Uhr, in ber Schule Gins von oben herunter gefördert werden würde, die große gemeinsame Front aller wahrhaften deutschen, aber wirtlichen Ba Boltszeitung und Dr. Goetz von der Boffischen Zeitung". Alle Redner fanden stürmischen und begeisterten Beifall Die Bodbierfeffe in der neuen Welt erfreuen fich allabendlich ftarlen Befuchs. Die 10 000 Berionen fallenden Edle find durch Dekorationen, Ballons, Galerien, Blodbäufer und Sennbütten in eine Alpenlandschaft berwandelt. Tas Münchener Haus auf der Zug bite, oben Schwangau, Neuschwanstein, Fedtesgaden, Salzburg, Tegernice ufm., alle diese schönen Gegenden find in faft greifbare Rühe gerüdt. Die Berbindungen bieter hergestellt und überall fann ber müde anderer sich mit Bodbier stärken, Drte find durch Stege, Gebirgspfade aber nur für Schwindelfreie bringt. Flotte Bedienung burd 80 bayerische Mabels in Albentracht ver bas die Bergschloßbrauerei zu ihrem 50 jährigen Jubiläum zum Ausfitog bindert, daß die Belucher nicht Eurit zu leiden brauchen und 8 Kapellen, ebenfalls in Nationaltradht, forgen für die fröhlichste Stimmung, so daß man sich auf ein bayerisches Volfeseft verlegt fübit. Prämiierungen, braten von ganzen Schweinen und Cchsen und sonstige Veranstaltungen, den Tanz nicht zu vergessen, Rutsch bahnen, Karuffells, Schießbuden uim. in den hinteren Räumen forgen für gerstreuung jeder Art und wer daran noch nicht genug bat, bem bietet sich Gelegenheit, im Luruszuge einen Ab nehmen und seinen Biffensdrang zu bereichern. Bährend noch am Dienstag überall startes Frostwetter herrichte und Temperaturen bis zu minus 11 Grad gemessen wurden, trat gestern eine menn auch nicht erhebliche Erwärmung ein. Das Ther mometer, bas in den Morgenstunden noch 10 Brab zeigte, fiel in den Mittagsstunden noch bei etwas bewölktem Himmel bis auf minus 6 Grad. Das über Südwestdeutschland langsam nach Norden ziehende Tiefdrudgebiet hatte westlich der Oder geringe Schneefälle zur Folge. eitere leichte Schneefälle stehen in usiicht und mahrscheinlich wird eine weitere Ermarmung bald eintreten. Auch der in der Nacht zum Mittwoch orfanartig wehende Südoststecher burch die Echtmeizer Alpen nan dem Berner Oberland zu unter sturm, der an einigen Stellen ziemlichen Schaden anrichtete, Ziegel von den Dächern riß und Bäume tnidte, ist gestern bedeutend abge flaut. Wenn die Betterprognose, in allen Einzelheiten zutrifft, ift mit einem Witterungsumschwung zu rechnen, da alle Anzeichen auf Milderung der gegenwärtig herrschenden Kälte hindeuten. Eine Lotterie, bei der nur die Nullen gewinnen. Zu dem von uns unter dieser Marte gebrachten Hinweis, daß in der Lotterie„ Bohnung und Hausrat" jämtliche Gewinnlose mit einer Null endigen, erhalten mir von der Ausstellungs. lotterie Wohnung und Hausrat eine Mitteilung, die diese Tatsache, die zunächst vielfach nicht verstanden werden fonnte, wie folgt aufflärt: Wenn bei der vorliegenden Lotterie fämtliche Lose gewonnen haben, die mit einer 0 endigen, so erklärt fich dies ganz einfach aus der Tatsache, daß unter Nr. 3 der auf der Rüdseite Der Bofe abgedruckten Berlofungsbestimmungen den Inhabern der Boje die Zusicherung gegeben ist, daß auf je 10 2ofe mit fort laufenden Nummern ein Gewinn entfällt. Infolgedessen mußte die Ziehung lo stattfinden, daß diese Zusicherung erfüllt murde. Dies fonnte aber auf eine andere Weise, als gefchehen, nicht erreicht merben. Deshalb murde zunächst au einem Rabe, welches die Nummern 0-9 enthielt, eine Nummer gezogen, mit der Maßgabe, daß auf alle Lose, welche diese Ziffer als End nummer tragen, ein Gewinn fällt. Hierdurch war zunächst die Bedingung der Ber. lofungsbestimmungen erfüllt, wonach auf jedes zehnte Los in fortLaufender Reihe ein Gewinn entfallen muß. Belcher Gewinn auf die betreffenden Lose fiel, ist dann ebenfalls durch das Los ent schieden, indem einmal aus einem besonderen Rade, welches die Behnernummern( 1-42 000) enthielt, die Zehnernummer, und aus einem meiteren Rade, welches die Gewinne von 30 000 m. bis 5 M. einschließlich enthielt, die Gewinne einzeln gezogen find. Nach dem dieses geschehen war, ist dann wiederum burch Los und eigens zu diesem Zweck aufgestellte Räder entschieden, ob und inwieweit auf die geraden oder ungeraden Nummern die fleinen Gewinne im Berte von 2 und 3 m. fallen würden. Als auffällig fann es ferner nicht gelten, daß in der Liste 34 in Berluft gegangene und gesperrte Lose aufgeführt werden, deren Nummern wieder sämtlich mit einer 0 endigen. Es find natürlich noch mehr als diese aufgeführten Lofe perforen gegangen, aber es hatte teinen Sinn, andere als mit Ge minn gezogene Loje als verloren auf der Lifte zu bezeichnen. In Kamille für's Haar Geit erdenklichen Zeifen schätzt man die anregende Wirkung ber Rani e auf die Kopfhaut. Von der unpraktischen und geitraubenden Verwendung reiner Ramillen ist man aber Längft abgefommen, seitdem in dem bekannten Ropfwach pulver Schaumpon mit. dem schwarzen Ropf mit Ramillenzujag ein Mittel von angenehmem, aromatischen Duit geboten ist, das die fräftigende Wirkung der Kamille mit turchgreifender Reinigungstraft verbindet und bem Daar glanzendes, volles Aussehen verleiht. Das echte Fabrifat nägt ftets bie meltbekannte Schuhmarie Schwarzer Ropf". Alleiniges Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin Dahlem. Der Prozeß Grans. Bei Beginn der Verhandlungen teilte der Vorsitzende mit, daß wegen der Behauptung Haarmanns über angebliche Mißhandlungen durch die Polizei noch weitere Zeugen geladen werden sollen. Darauf wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Beim Zeugen aufruf stellte sich heraus, daß der wichtigste Belastungszeuge gegen Grans, der Friseur Seibel, trog aller Nachforschungen nicht aufzufinden ist. Als Zeuge wurde der Gastwirt wiede mann, bei dem Grans und Haarmann breiviertel Jahr gewohnt haben, vernommen. Er gibt an, daß beide fich gut geführt hätten und bei den Gästen sehr beliebt gewefen feien. Bernommen wurde ferner auch der Bater hes ermordeten Hannappel aus Düffel dorf, der erflärte, er fei überzeugt, daß Grans der Haupt. schuldige sei. Er bat das Gericht, Grans der Gerechtigkeit nicht entgehen zu lassen. Trotz des Widerspruchs ber Berteidigung wurde bie belastende Aussage des unauffindbaren Zeugen Seidel verlesen. Darauf trat die Mittagspause ein. Sport. Beginn des 15. Berliner Sechstagerennens. 14 Mannschaften am Start. Bieber hat Berlin fein Sedstagerennen. In der traditionellen Stätte im Sportpalast in der Botsdamer Straße wird die 145. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 15. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30-6 Uhr nachm: Die Dichter des 15. Januar. 1. Beethoven: C- Moll- Streichtrio, Satz 1( Ferdy Kauffman, Violine; Willi Fiala, Violas; Julius Berger, Cello). 2. Molière( Gerhard ( Georg Paeschke). 5. Beethoven: C- Moll- Streichtrio, Satz 2 und 3 Fricke). 8. Grillparzer( Charlotte Hagenbruch. 4. Wildenbruch ( Ferdy Kauffman, Willi Fiala, Julius Berger). 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau, 7-7.45 Uhr abends: Hans- BredowSchule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Gartenbau. Garter baudirektor Meermann: Winterarbeiten im Obstgarten*. 7.25 Uhr abends: Abteilung Astronomie. Dr. Adolf Marcuse: Eine Wanderung durch das Weltall. Unsere Sonne und ihre Kräftowirkungen im Planetensystem". 8.10 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest Spielzeit 1925/26. 4. Veranstaltung. Die komische Oper. Der Barbier von Bagdad. Oper in zwei Teilen von Peter Cornelias. Dirigent: Kapellmeister Georg Széll von der Berliner Staatsoper. Der Kalif: Cornelis Bronsgeest; Baba Mustapha, ein Kadi: Waldemar Henke; Margina seine Tochter: Emmy Bettendorf; Bostana, eine Verwandte des Kadi: Ottilie Metzger- Latermann; Nurredin: Karl Jöken; Abu Hassan Ali Ebu Bekar. Barbier: Otto Helgers. Diener, Nurredins, Freunde des Kadi. Bewohner von Bagdad, Klagefrauen. Gefolge des Kalifen. Bewaffnete. Ort der HandlungBagdad. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater und Filmdienst. Achtung, Jungfoaialisten! Gesamtveranstaltung am Montaa, 18. 3a. nuar, 7 Uhr, im Breukischen Landtag. Brina- Albrecht- Str. 5. 6e noffe Franz Künstler. M. b. R., foricht über: Das Beibelberger Barteiprogramm". Alle Gruppen müſſen fidh an biefer Beranstaltung unbedingt beteiligen. ftraße 23a Vortrag des Genoffen Löwenftein über: Sosialistide Cr. Gruppe aichung" Parteigenoffen und Intereffenten gern gefchen. Stönchero: Seute, Freitaa. Arbeitsgemeinschaftsabend...Die philofophi fchen Strömungen an der Bende des Reitalters." Der Seimfrage wegen Treffpunkt 7 Uhr Raifer- Wilhelm- Blak. Geburtstage, Jubiläen usw. 138. bt. Sermsbort. Berichttanna! Unfer Cenoffe Marhus Schal. Tamad ift midt, mie irrtümlich angegeben. verfarben. Er beaina am 1. Ja. muar fein 25jähriges Tarteifibifum. Er war während biefer Reit ein pflich aetreuer und eiftiger Genioffe. Bir aratulieren ihm nachträglich heralid Jugendveranstaltungen. Helteren- Konferenz Sonnabend, 16. Sammar. 7% Uhr. im Jugendhei inbenftr. 3. Referent: Cenolie C. R. Müller- Magdeburg. Thema: Die pädagogifden Aufgaben der Jugendbeiräte". SAS. und Did thunft( Bortragsreihe 1). Sonntaa, 17. Ranuar, abenbs 7 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Referent: Cenoffe Ströbel, M. b. 9. Einzelkar en zum Preise von 20 Bf. find em Saaleingana au haben. Abrechnungen, Berichtebogen, Delegiertenmeldungen erlebigen! flast". Heute, Freitag, den 15. Januar, abends 7% Uhr: 1 Meabit 1: Gdule Giemensftr. 20. Bortrag: Moderne Arbeitsmethoden". Moabit I: Gemeindefdule am Elephansplat. Bortrag: Reformtleidung". Webbine: Scule Ruherlas Ede Antonftraße. Bortrag: Jugend und GroßWebbing No: d: Lebigenheim Schönstedtstr. 1. Bortrag: Jugend und Großfadteef: h: en". Rordoft I: Jugendheim Neve Soniaftr. 21. Karl- Lieb Inecht und Fofa- Luxemburg- Gedenkfeier. Rofenthaler Vo: stadt: Jugendheim Belten Bondsberger Str. 21. Botiraq: Wie verbringe ich meine Freizeit?" play: Jugendhe'm Rigcer Str. 102. Bortraa:„ Entstehung der Erde". Difen Etc.. Sreenbheim Goklerftr. 61. Borttaa: Entstehung einer Taces eitung". Paischauer Viertel: Srgentheim Tiffiter Str. 4. Bortrag: Unfere Südost K.- B.: Sucent beim Mariannenufer la. Sugendfchusforderungen". Portrag: Die Eiszeit". Charlottenburg: Jurentheim Rosinenstr. 4. Arse forade: Lehr- und Arte tsrhältnis". Falenice: Scule dim- ric rich Straße 85. Bortrag: Die Gefaite der Arbeiterbewconna"( Fortfchung). tölln Is Jugendheim, Berar. 29. Bortrag: Der Lehrlina vor Berinn ber Meik: Jugendheim Rathaus. Chauffcefir. 48. Bortrag: Körperkultur". Neu Arbeiterbewegung" I. Asperid: Sugentheim Grünauer Gir. 5. Portrog: Die Religionen der heidnischen Völle Pankow: Sugen beim Breite Str. 32. togafit. 33. Bortrag:„ Unter dem Gosialistengcles" II. Bortvag: Sumanismus und Broftitution". Reufin II: Jugendbeim Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Terlin S. 14. Eebaftianftr. 87/38. Soft. Tiergarten. Ramerabfchaft Belten: Go.. b. 16., 8 Uhr, Rente rat fchaftsverfammlung bei Bollenmüller. Botsdamer Str. 118c. Ge mütliches Beifammensein mit Damen. Gäste willkommen. Mitaliedskarten werben umgetauscht. Bflichtveranstaltung. 1.30 Uhr. Antreten ber Jungmannidaf en aum Marich. Südwellen Stadtbhf. Kreuzberg. Sonntag, b. 17. Friedrichstraße. Gilden und Südosten Cörl. Bhf. Berliner Gesellschaft für Bffentliche Gefundheitspflege. B. Debentliche Generalversammlung Dienstag, 19. Januar, 7% Uhr, im Snaienischen Juftitut der Univerfität. Dorotheenftr. 28a. Sm Biffenfchaftlichen Teil Bergrat Rother a. G. Das Rettungswesen im Berabau Breukens". Gäfte will tommen. Deutscher Esperanto- Bund, Ortsgruppe Be: lin. frei'an, 15. Januar. 8 Uhr, Konditorei Dobrin. Sadescher Marit Uebungsabend. Gäfte willkommen. Der Werkmeister.Lezirksverein Charlottenburg labet au bem am Sonne abend, 6. februar, 18 Uhr, in den, Schenzollernsälen". Berliner Str. 105, ftattfindenden 40. Stiftungsfeft freundlichst ein. Deutscher Fabio- Club e. B. Dienstag, 19. Januar, 8 Uhr. fpricht im Physikalischen Sörfaal ber Technischen Sed fdmrle Charlottenburg( Eingang Berliner Straße) Profeffor Dr. Rorn über: Das Broblem des elektrischen Fernsehens". Naturheilverein Rentöln e. V. Gonntaa. 17. Januar. 4½ Uhr, im großen Gaale des Karlsgarten, Rarisaar enitrake, nahe Sermannplan. Familien fammenfein. Cenoffe Breibisch spricht über das Thema fort mit ber Brille!" abend, verbunden mit Bortrag, Gefana und anschließendem gemütlichen Bei Der Architekten und Ingenieur- Berein au Berlin veranstaltet Montag, 18. Januar, 8 Uhr, im Grünen Gaal bes. Meisterhaufes, Köthener Str. 88, einen Bortrag des Regierunasbaumeisters a. D. Runce über: Europäische Wirtschaftsnot und deutsche Wohnungspoliti!". Cäfte willbommen. Deutscher Arbeiter- Abftinenten- Wund, Dicaruppe Moabit, taat vom 16. Sa muar ab jeden Sonnabend von 7-10 Uhr im Jugendheim Bielef. Ede Bremer Straße, Rimmer 7. Tortfelbft Enten Borträge über Alfohol fändia ftaft. Desale den Literaturvertauf. Gäfte find milltommen. Wefferberlht der öffentlichen Wetlerd enfielle für Berfn. Nachdr. verb.). Abnahme des Foites, meiit bemölft, mit leichten Schnce auen. Jür Deul ch'and. Im Beiten weit verbreitete, im Deen nur beieinzelte Schnee. falle lägiger bis gelinder Froit Übler Mundgeruch wirft ab toßend Saßlich gefärbie Bahne entstellen das schönste Antlig. Beide Schönheitsfehler werden sofort in voll tonimen unjahäblicher Weise beseitigt durch die Zahnpajte Chlorodont ZZZZ Warum so umständlich? Der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, die Städtischen Werte in Städtische Gesellschaften umzumandeln, mar neben anderen Gründen aus der Erkenntnis geboren, an Stelle der mit der modernen Entwidlung nicht mitgegangenen bureautratischen Berwaltung die laufmännische Organisation zu feßen. Es muß durchaus anerkannt werden, daß sich seitdem vieles zum Berteil in der Berwaltung und der Organisation der Werke geändert hat. Und doch scheint es uns, daß die notwendige faufmännische Orientie rung noch nicht in alle 3meige und Berästelungen des großen Be triebes der Städtischen Gaswerke hineingedrungen ist. Der Amts. schimmel ist auch hier noch nicht ganz tot und gibt manchmal noch recht träftige Lebenszeichen von sich. Wir wollen den Beweis antreten. Ende Oktober v. J. wurden eine Rochmaschine und ein Gastod apparat von einem höheren Verwaltungsbeamten in der neuen Friedrichstraße gekauft, die Kochmaschine für den Privatbedarf, der Apparat für das Bureau. Anzahlung wurde geleistet, der Rest sollte bei Lieferung beglichen werden. Aus anderen Gründen, die hier nicht zu erörtern sind, mußte ein Austausch der beiden Maschinen vorgenommen werden. Someit war alles zur beiderseitigen Zu friedenheit vor sich gegangen. Und nun jezte sich der Amtsschimmel in den berüchtigten Zudeltrab. Durch den Austausch für Privat und Verwaltung mar eine andere Adressierung der Rechnung notwendig geworden. Räufer, der im Berwaltungsbezirt Ropenid wohnt, wurde mit diesem Berlangen zunächst nach Friedrichs. hagen, Geestraße, verwiesen. Dort fonnte man jedoch zum großen Bedauern eine Henderung nicht vornehmen und verwies den Betenten", möchte man bald fagen, nach Rapenid Aber auch Köpenid tonnte beim besten Willen und mit dem größten Bedauern nicht. Nur Neue Friedrichstr. 109 ist zuständig. In der Neuen Friedrichstr. 109 mußte man jedoch auch wieder be bauern. Eine derartige Anschriftsänderung sei ausgeschloffen. Resigniert zahlte der Käufer den Rest und wagte zum Schluß noch die bescheidene Bitte, daß wenigstens die Quittung über die bezahlten 265,50 Mt. den Bermer? trage: Bon Herrn oder Frau Eoundso für die Verwaltung Sowieso gezahlt. Auch dieser doch mirklich bescheidene Wunsch wurde abgelehnt. Das Resultat also ist: Der Käufer hat eine Quittung über 265,50 Mt. in Händen, die auf seinen Namen lautet. Die Maschine befindet sich nicht in seinem Privathaushalt, sondern in seiner Verwaltung. Benn diese Verwaltung gerau so umständlich ist, wie der Bertrieb der Städtischen Gasmerte, tann er sich gratulieren, menn er sein Geld wiederbefommt. Es besteht leider in manchen Teilen der Bevölkerung eine durch nichts gerechtfertigte version gegen den Einkauf in städtischen Ber faufsstellen. In dem hier geschilderten Falle buntt es uns jedoch, daß man mit dem Käufer mittlich Schindluder gespielt hat. Man informierte alfo baldgefl. die in Frage kommenden Damen und Herren, daß man solche im laufmännischen Leben doch wohl öfters vorkommenden Wünsche erfüllen foll. Und dann mache man noch darauf aufmertiam: Der Weg nach der Neuen Friedrichstraße geht nicht über Friedrichshagen und Röpenid Das ist chon mehr wie Baumfrevel Und doch ist dieser Fall noch harmlos gegen ben andern, den wir jegt ichilbern wollen Ebenfalls Ende Oftober wurde in der derselben Berkaufsstelle ein leiner Gasofen zum Preise von 80 mt für die Heizung der Kleinen Dunkeltammer eines Röntgeninstituts gekauft. In Anbetracht der falten Jahreszeit wurde der begreifliche Wunsch ausgesprochen, den Ofen bald zu liefern und zu montieren. Nach ungefähr acht Tagen erschien nun am Aufstellungsort ein Bauführer mit einem Arbeiter und besichtigte den Raum zwecks Anfertigung einer Zeichnung. Nach weiteren acht Lagen erschien noch mals ein Herr, um sich den Raum erneut anzusehen. STADT BEILAGE DES Dorhanden ist, die sicherlich die Uebermittlung und Rüdsendung des Formulars zu einem wesentlich billigeren Breise übernommen hätte, als wie es hier der Fall durch den Bauführer mar. Zehn bis zwölf Tage geschah dann wirklich gar nichts. Dann stellte sich ein Schornsteinfeger. meister mit Gefelle ein, um den Schornstein abzu flopfen und festzustellen, Db das Gasabzugsrohr in den Schornstein geleitet werden kann oder nicht. Inzwischen hatte jedoch der Käufer, des ewigen ar tens und Besichtigens müde, durch einen man staune ganz gewöhnlichen Klempneret arbeiter das Gasabzugsrohr durch das Fenster legen laffen; eine Arbeit, die durchaus die Billi gung des Schornsteinfegermeisters und feines Gefellen fand. Etwa fünf Tage später erschienen wieder zwei Herren des Diens wegen. Der eine war der Bauführer. Der andere wurde nach seinem vornehmen Aussehen und Auftreten zum mindesten als Oberregierungsrat deklariert. Leider war nicht festzustellen, was diese beiden Herren jetzt wieder besichtigen oder sonst noch wollten, da der Käufer in berechtigtem Unmut beiden ohne jede meitere Auseinandersetzung die Tür wies. Das gesamte Personal des Aufstellungsortes war gespannt, ob nicht noch weitere Besuche eines Dfens megen, der 80 mt. foftet, erfolgen würden. Und richtig: Am 12 Dezember erschien erneut ein Arbeiter mit dem Auftrag, den 80- Mart- Ofen abzureißen, ba dieser nicht„ ordnungsmäßig aufgestellt jei. Der Mann wurde wieder nach Hause geschickt Am Montag, den 14 Dezember trafen in aller Frühe zwei Herren ein, die mit dem Säufer gweds Erledigung der Differenzen Rüdsprache nehmen wollten: Ihr Kommen verlief refultatios, da der Käufer im Hause nicht anmefend mar. Am felben Bormittog i prag dann ein Arbeiter vor, der den Ofen abschneiden sollte. Nach Hinaustomplimentierung des Abschneiders trat eine etwa amei stündige Baufe ein. Dann suchten den Tatort" zwei Herren ( barunter der Baumeister) auf, die im Auto gekommen waren und um nochmalige Rücksprache ersuchten. Auto und Chauffeur warteten selbstverständlich bis zur Beendigung der Aussprache, um beiden Herren den Rüdweg leichter zu machen. Preisfrage: Was zahlt die Städtische Gasgefell. schaft bei dem Bertauf des 80- Mart- Objettes drauf? U. A. w. g. Bir aber stellen feft: Wer solche Erfahrungen macht, lauft dort nicht mehr! Deshalb: Herrschaften, fchafft sofort und grund. lich Remedur. Denn das ist nicht mehr umständlich, sonder großzügige ärähwinkelei! Friz Thurm. Aus den Bezirken. 1. Bezirk Mitte. Die erste Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte in diesem Jahre am 11. Januar hatte sich neben der Erledigung verschiedener Tagesordnungspunkte mit der Neuwahl des Borstandes und der unbefoldeten Stadträte zu beschäftigen. Der Vorstand wurde in derselben Zusammenlegung wie am 16. Dezember 1925 beseßt. Der frühere Vorsteher Dr. Kunz( D. Bp.) hat es fich zur Aufgabe gemacht, den Wahlgang zu erschweren, indem er gegen die Bornahme der Wahl per Attlaination protestierte und dadurch die praktische Arbeit der Bezirksverordnetenversammlung zur Un möglichkeit mochte. Die Wahl der unbefoldeten Bezirksamtsmitglieder hatte die Wiederwahl unserer Genossen Friedländer und Schmahl ergeben. Weiter wurden gewählt Schmidt( Dnal.), Menzel( Dem.), Neuendorf( D. Bp.) und Brieß( KPD.) Infolge der vorgerückten Stunde wurde die Beratung des Etats pertagt. Zur Erledigung famen nur noch die Wahlen zu den einzelnen Deputationen und Kommissionen. In die Bezirksschuldeputation wurde an Stelle des bisherigen Vertreters Merten( Dem.) Genosse Adolf Hoffmann sen. gewählt. Der Antrag der KPD., der die Freilassung des Bezirksverordneten Kohl aus der Einige Tage später erschien wieder der Bauführer mit intersuchungshaft verlangt, und in der letzten Sitzung infolge Be einem Formular, das auszufüllen war und das u. a. auch die Unterschlußunfähigkeit nicht zur Abstimmung gelangte, wurde gegen die schrift des Hauswirts erforderte, der nebenbei nicht im Hause der Auf- Stimmen der bürgerlichen Parteien angenommen. Often, sondern im Westen wohnte. Hätte der ftellung des Dfens 3. Bezirk Wedding. Räufer nicht einen anderen Ausweg gefunden, so würde der Bauführer dann noch den Weg nach Wilmersdorf oder Schöneberg angetreten haben. In Parenthese: Die Neue Friedrichstraße scheint nicht zu wissen, daß auch in Berlin eine Reichspoft In der legten Sigung der Bezirksverordnetenversammlung ftand die Beratung des Haushaltsplanes auf der Tagesordnungs Die Stellungnahme der SPD- Fraktion wurde von den Genoffen Fendel bargelegt. Er mies auf die große Notlage der fchluß! 6.90 90 5.90 RK VORWARTS 用 arbeitenden Bevölkerung hin. Die SPD. ist sich ihrer Verantwortung bewußt und feßt ihre ganze Kraft darein, die N lage der Erwerbslosen und Kurzarbeiter zu li... dern und ihnen praktisch zu helfen. Sie beantragte u. a., warme Räume für alle Notleidenden zur Verfügung zu stellen. Die ungeheure Bernichtung der Arbeitskraft, die namentlich in diesem inter festzustellen ist, müßte alle Fraktionen nötigen, unseren Anträgen zuzustimmen. Die SPD.- Frattion fordere zur Milderung der großen Arbeitslosigkeit, daß auch solche Arbeiten als Notstandsarbeiten angesehen werden, die burd) Facharbeiter mit größerem Materialbedarf ausgeführt werden können. Die sozialdemokratische Fraftion denfe bei diesem Antrag an die Forts führung bahn Gesundbrunnen- Neukölln. Die sozialdemokratische Frattion der Arbeiten beim Bau der Untergrund. brachte ferner folgenden Antrag ein: Die Umwandlung der Rehberge in einen Sportplaß ist herbeizuführen. Zu diesem 3med muß der Magiftraf die feit Jahren geführten Ber handlungen endlich zum Abschluß bringen, um auch hier aus reichende Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Bei dem Kapitel Gefund heitswesen stellte die Fraktion den Antrag, das Stadtbah Schwimmhalle zu erweitern. Unfer Frattionsredner wies dar Wedding durch die Errichtung einer dritten auf hin, daß in einer Denkschrift des Bezirksamts Reinickendorf der Sag stehe: Der Bezirk Wedding verzichtet auf eine Erweiterung des Stadtbades. Das ist niemals der Fall gewesen, sondern der Bezirk Wedding wird mit Nachdrud die Erweiterung dieses Stadtbades be treiben. Eine humoristische Note tam in die Beratungen beim Tits Rinbertranfenhaus. Dieses Institut führt noch immer den offiziellen Namen Raijer und Kaiserin- Friedrich- Kinderkrantenbaus. Der Fraktionsvorsitzende der KPD. hatte den Antrag ge stellt, dem Kinderfrankenhaus den Namen„ Republikanisches Kinder tranfenhaus zu geben. Das erregte große Heiterfeit auch bei seinen eigenen Fraktionsgenossen, und man rief ihm zu, feit wann er denn Republikaner lei. Die SPD. beantragte die Umbenennung und denkt dabei an den Namen Kinderfrankenhaus der Stadt Berlin. Bei der Schlußabstimmung zeigte sich die innige 3ufammenarbeit zwischen Kommunisten und Deutschnationalen mit 32 gegen 24 Stimmen wurde der Sozialdemokraten, dagegen die Kommunisten und die DeutschHaushaltplan abgelehnt. Dafür stimmten die Demokraten und nationalen. . 4. Bezirk- Prenzlauer Berg Die erste Bezirksverordnetenversammlung in diesem Jahre fand am 6. Januar statt. Der am 14. Dezember 1925 gemählte Buntune mit dem Genoffen Kemnitz als Vorsteher murde wiedergemählt; auch die anderen an diesem Tage gefaßten Beschlüsse wurden bestätigt. Ueber die Wahl des Genoffen Dr. Ostrowiti zum Bürgermeister wurde bereits berichtet. Auch zu der Wahl eines stellvertreten den Bürgermeisters wurde erneut Stellung genommen. Die Rommunisten haben ihren früheren Standpunft aufgegeben und jezt gemeinsam mit unseren Genoffen für die Besetzung der Stelle Stadtrat. Sur Borprüfung und Benennung der Berson wurde die gestimmt. In Frage tommt hierfür nur ein zurzeit amtierender Soche an einen Ausschuß zurüdverwiefen. Einer Borlage Betr. Die Ausführung Don Arbeiten zur Linderung der Er merbstofigfeit murder zugestimmt. Einer tommunistiseen Forderung auf Neubauten von Baraden zur Aufnahme der Er werbslosen wurde vom Stadtrat Genossen Rosemann entgegen gehalten, daß Dom Amt alles geschehen sei, mas möglich und durch aufchen war. Benn trozdem noch Erwerbslofe übermäßig lange marten müßten, so liege dies zum größten Teil mit daran, daß viele Erwerbslofe glauben, fich den Notwendigkeiten nicht fügen zu brauchen; z. B. tämen in der Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags trozdem sie zu dieser Zeit beordert seien immer nur sehr wenige Erwerbslofe; dadurch sei in den anderen Stunden Ueberfüllung und langes Barten unausbleiblich. Wenn sich dies nicht ändere, sei feine Befferung möglich. Mit der Berteilung der Wohlfahrtskommiffionen Ende auf die Bezirks und Stadtverordneten fand die Berfammlung ihr 13. Bezirk- Tempelhof. Am 13. Januar fand in diesem Jahre die erste Bezirksversammlung in Tempelhof statt. Zunächst wurde der Vorstand gewählt. Der Bertreter der zweitstärfsten Fraktion, der Deutschnationale Dr. Jäger erhielt 17, und Genosse Burgemeister 16 Stimmen. In den Vorstand wurden nur Bertreter der bürgerlichen Barteien gewählt. Die SPD- Fraktion beteiligte sich aus dem Grunde nicht an den weiteren Wahlen, weil ihr Anspruch, als stärkste Fraktion den ersten Borsigenden stellen zu müffen, nicht anerkannt wurde. leher die Bedarfsanmeldung, die bereits in zwei Lesungen im Haushalts. cusschuß durchberaten wurde, murde eingehend verhandelt. Genoffe Burgemeist er sprach zur Generaldebatte. Sehr scharf ließ er fich über die Absichten des Zentral- Magistrats, den Tempelhofer Be zirf aufzulösen, und gegen jede weitere Einschränkung der Rechte der Bezirke aus. Der Bezirf habe bis heute noch nicht das seit Jahren geforderte Berwaltungsgebäude. Auch die Ver fehrsverhältnisse feien sehr trübe; der Bau der Untergrund Sonnabend, den 16. Januar, geht unser Inventur- Ausverkauf zu Ende. Jeder Einkauf lohnt sich! Schüffabric Tack Comead & Cie A- G Burg b.Magdb Besonders vorteilhaft: Ein großer Posten DamenSpangenschuhe, bildschöne Formen, elegant und dauerhaft 590 gearbeitet 6.90 Lackspangen, die für alle Gelegenheiten passenden Modeschuhe 12.90, 10.90, komb. mit Chevreau Ein großer Posten Herren990 Rindbox- Schnürstiefel, 790 1090 gute, solide Verarbeitung 9.80, 8.90 Herren- Halbschuhe, moderne Form 8.90, mit farbigem Wildleder- Einsatz Orig.- Goodyear- WeltHerren Schnürstiefel, außerorde tlich pieiswert, echt Rindbox 12.50, la Roßchevreau Pelzschuhe, Pelzüberstiefel SW. Priedrichstr. 240/41 W. Potsdamer Str. 50 W. Schil st. 16 NW. Beusseisir 29 NW, Turmstr. 41 1190 O. Andreasstr. 50 O, Frankiurter Allee 22 SO. Oraniensir 2 a SO. Wrange str 49 C. Spitte markt 15 NW. Wilsnacker tr. 22 C. Rosenthaler Str. 14 Brunnenstr. 37 N. Danziger Str. 1 N. Friedric str. 130 N, Müllerstr. 3 Neukölln. Bergstr. 30/31 Potsdam, Brandenburier Str. 54 Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 122/23 bahn fomme nicht vom Fled. Sehr zu begrüßen fet es, daß nach| dem Bericht des Stadtarztes die Gesundheits- und Ernährungsver hältnisse der Schultinder gegen das Vorjahr bessere geworden seien. Bum Schluß mußte Genoffe Burgemeister nochmals auf die Abbaufrage eingehen. Bekanntlich wurden zwei Bezirksamtsmitglieder, die unserer Partei angehören, abgebaut. Unser Redner führte aus, daß das Bezirksamt jetzt einen Magistratsrat( Juristen) eingestellt habe. Die Einstellung jei nötig, weil die Arbeit von den Bezirks amtsmitgliedern nicht bewältigt wurde. Man hat also abgebaut, um politische Gegner zu beseitigen, und muß nun Neueinstellungen vornehmen. Es sei noch nicht einmal ein finanzieller Erfolg erzielt. Schließlich begründete Genosse Burgemeister einen Antrag, nach dem das Bezirksamt jedem Bezirksverordneten ein tommunalpolitisches Organ auf Kosten des Bezirksamts nach freier Auswahl zustellen möge. In der weiteren Debatte wurden von unferen Genossen Müller, Kirchner und Spigtas meitere Einzelwünsche vorgetragen. Alle Anträge, die von unserer Seite gestellt waren, wurden angenommen. Zunächst soll jeder Frat. tion ein fommunalpolitisches Organ geliefert werden. Unfere Fraktion hatte noch zur Fürftenabfindung" einen Antrag einge bracht. Dieser wurde von unserem Genossen Burgemeister furz und fachlich begründet. Die gesamte Rechte einschließlich Demofraten wandte sich gegen den Antrag und verließ die Sigung. Der Vor fizende blieb mit uns und den Mitgliedern der KPD. allein zurüd. Er bezweifelte selbst die Beschlußfähigkeit und wollte dann noch das Protokoll verlesen und annehmen lassen. Unsere Genossen und die Kommunisten verließen nun ebenfalls den Saal, so daß das Protokoll nicht verlesen und angenommen werden konnte. Die ganze lange Sigung war umsonst. Die Linke hatte teine Veranlaffung, dem Vorsitzenden aus der Berlegenheit zu helfen, in die ihn seine Unkenntnis der Geschäftsordnung und der Auszug seiner Freunde gebracht hatten. Der Kampf um das Bodenreformgeseh. Die berechtigten Forderungen der Siedler. Die Anträge der Demokratischen Reichstagsfraktion und der Sozialdemokratischen preußischen Landtagsfraktion, von der Reichs regierung die baldige Borlegung eines Bodenreform. gefeges beim Reichstage zu fordern, ziehen weitere Kreise. Im thüringischen, sächsischen und anderen Landtagen bereiten sich ähnliche Anträge vor. Auch Mieter- und Siedlerorganisationen beginnen, die Forderungen der Landesparlamente tatkräftig zu unterstüßen; so hat die große Sieblungsgenossenschaft Biefenhorst e. G. m. b. 5.( 400 Morgen Land, 600 Siedler auf dem früheren Flugplakgelände bei Biesdorf). nach einem Vortrage des Geschäftsführers des Bundes Deutscher Bodenreformer, Bürgermeister a. D. Bittor Noad, über Heimstätten- und Erbbaurecht und Bodenreformgesetz einstimmig folgenden Antrag angenommen: Die start besuchte Berliner Bersammlung der Siedlungsgenossenschaft Biefenhorst e. G. m. b. 5.( Blod 26) vom 9. Januar 1926 billigt durchaus und unterstüßt den am 1. Oftober v. J. vom Preußischen Landtag angenommenen Antrag Grzesinsti und Genossen, durch welchen das Preußische Staatsministerium er fucht wird, auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß ein Bodenreformgefegentwurf nach dem Vorschlag des Ständigen Beirats für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsminifterium von 1920 zum erleichterten Erwerb und besseren Gebrauch des deutschen Bau- und Wirtschaftslandes dem Reichstag baldigft zur Verabschiedung vorgelegt werde. Damit erst werde die Borbedingung erfüllt für die Einlösung des im Artifel 155 der Reichsverfassung dem deutschen Bolt gegebenen Bersprechens: jedem Deutschen eine gefunde Wohnung und allen deutschen Familien, besonders den tinderreichen, eine, ihren Be dürfnissen entsprechende Wohn- und Wirtschaftsheimstätte. Ein Bersprechen, das Reichspräsident hindenburg seinem Offenen Brief an den ersten Borfißenden des Bundes Deutscher Bodenreformer ausdrücklich wiederholt hat." Der Zentralverband Deutscher Haus und. Grundbesigervereine e. B. macht mobil gegen den Boden reformgefeßentwurf. Alle an der Beseitigung des unser Bolt sittlich und gesundheitlich verderbenden Wohnungselends interessierten Kreise sind berufen, den Borstoß des organisierten Bodentapitals abzuwehren. Ihre Organisationen sollten schleunigst mit gleichen An trägen wie dem vorstehenden an die Landtage und an den Reichstag herantreten. Kraftfahrzeugsteuer und Wegeunterhaltung. Die Reichsregierung hat einen Entmurf zur Abänderung des Kraftfahrzeugsteuer- und des Finanzausgleichgefeßes an den vor. läufigen Reichswirtschaftsrat zur Begutachtung eingereicht. Es erscheint angebracht, wenn man die Entwicklung des Deutschen Automobilverfehrs und die im Zusammenhang damit eintretende Ber schlechterung der Straßenoberflächen in Deutschland betrachtet, einmal grundsäßlich die Frage zu stellen, ob es nicht notwendig ist, eine Neuregelung der Geldquellen zur Berbesserung der Wege zu treffen, da die aus dem Jahre 1906 geltende Kraftfahrzeugsteuer und ihr Aufbau ungenügend ist. Damals hat man alle Automobilbefizer, die in der glücklichen Lage waren, ein Automobil zu taufen, als Menschen eingeschäßt, die einen unerhörten Lurus tretben. Man hat mit Recht dieses Lugusinstrument damals mit einer Sondersteuer belegt, die als Bauschalsteuer wirfend, die einzelnen Gruppen der Wagen ihrer Pferdestärke entsprechend, einklassiert. Diese Steuerart ist bis zum Jahre 1917 weiterhin verblieben, troßdem in den Borkriegsjahren die Entwicklung des Automobilverkehrs einen Weg eingeschlagen hat, der im Jahre 1906 von den Gesetzgebern noch nicht vorausgesehen wurde, nämlich den der Umstellung des Lurusinftrumentes au einem notwendigen wirtschaftlichen Faktor. Diese Borfriegsentwid lung hat in den Nachkriegsjahren weitere Fortschritte gemacht. Darüber geben nachstehende Zahlen den besten Beweis. 1914 1922 1925 Bersonenwagen 55276 82 000 175 000 Lastkraftwagen 9 100 43 500 80 000 Eine Zunahme also, befonders der wirtschaftlich notwendigen Lasttraftwagen, wie sie vor dem Kriege niemals prophezeit wurde. Wenn man nun die Tätigkeit dieser 80 000 Laftkraftwagen und der der großen Zahl von Personenkraftwagen unter sich gegenseitig be. trachtet, so wird man feststellen können, daß besonders unter den Laftkraftwagen in den größeren Betrieben ein Teil als Reservewagen bereitgestellt wird, die genau dieselbe Pauschal steuer bezahlen müssen, wie die übrigen in Betrieb befindlichen; bes weiteren, daß ein Betrieb seinen Bagen in achtstündiger nor maler Arbeit hält, während der andere Unternehmer durch eine unbeschränkte Arbeitszeit der Kraftfahrer seinen Wagen über 50 Broz. PERI RASIER CREME in melye ausmißen tann; brittens, daß die Belastungsmöglichkeiten,| Drtsarnase Berlin: Generalversammlung am Mittwoch, 28. Sannan aula Steinftr. 34, 18 Uhr. Butritt nur gegen Borzeigung der mit der Sabres verursacht durch die Berschiedenartigkeit der Produktionen in den marle 1925 versehenen Mitgliedstarte. Abt. Webbing: Sonntag, 17. Se Betrieben, grundverschieden sind. Durch all diese Berschiedenartig. muar, fahrt in die Apolloberge. Treffpunkt 28 Uhr Bhf. Webbing. 68fe willkommen. teiten ist selbstverständlich eine ganz ungleiche Abnugungsmöglich Abt. Friebenan: Freitag, 15. Januar, im Jugendheim Offen feit der Bege gegeben, die aber burch die einheitliche Bauschalsteuerbacher Str. 5. Bolfstang und Liederabend.( Muftrinſtrumente mitbringen.) Gäste willkommen. Abt. Charlottenburg: Freitag 8 Uhr im Jugendbeim abgegolten merden muß. Hinzu kommt, daß auf Grund landes- Saefelerstr. 16b( Westend) Bortvaa, im Rahmen einer Liebknechterinnerung gefeßlicher Bestimmungen in den einzelnen Brovinzen in Deutsch( Genoffe Beibler). Sonnabend Fahrt zur Luchhütte, Kremmen. Abfahrt 5 Ubr land sogenannte Borausleistungen auf Grund der Kroft und Schnee auch Schlittschuhe und Robelschlitten. egebauabgabeverordnung bezahlt werden müssen, die fich ebenfalls ungleich für die Besizer von Wagen auswirken. Es ist zuzugeben, daß die Begeunterhaltung im Berhält Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin 35 Jahre Arbeiterbildungsschule( 1891-1926) Gründungsfeier am Sonnabend, den 16. Januar 1926, abends 8 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25 Kammermufit: Brofeffor Restenberg( Klavier), Ronzertmeister Lambinon( Violine), Ronzertmeister Richter( Flöte). Feftrede: Gen. Staatsfefr. Heinrich Schulz. Rezitationen: Gertrud Enioldt Eintritt 1,- mt. Eintritt 1,- mt. nis zur Vortriegszeit weit höhere Rosten verursacht. Es muß weiterhin zugegeben werden, daß die Wegepflege und die Neuanlage von Begen mehr als seither im Intereffe der deutschen Wirtschaft gefördert werden muß, und daß der Staat selbst hierfür nur geringe Geldmittel zur Verfügung hat, daß also zu der Hauptlaft die Wegebenuger ihr Scherflein beizutragen haben. Dies kann aber unter feinen Umständen dadurch erreicht werden, daß man durch Reichsgesetz einfach die seit dem Jahre 1906 bestehende Reichs fraftfahrzeugfteuer inflationsmäßig um einen bestimmten Prozent fat erhöht, und daß jedes Land und schließlich fogar jede Stadt von sich aus noch eine Sondersteuer erhebt, von denen der Besizer des Wagens bei Ralfulierung feiner Transportfoften nicht weiß, wie hoch dieselbe nach einem Jahre angelegt wird. Eine Besserung fann nur erfolgen, wenn 1. die Lasten der Wegepflege und des weiteren Ausbaues der Landstraßen auf das Reich übernommen werden; 2. eine allgemeine Reichsfahrzeugsteuer erhoben wird, auf Grund des Berbrauchs der Kraftwagen,& B. Betriebs. stofffteuer, Reifensteuer, des weiteren eine allgemeine Fahrzeug. Steuer bzw. Bugtiersteuer; 3. die verfassungs- und landesrechtlichen Kompetenz schwierigteiten verschwinden. Durch die landesrechtlichen Bestimmungen sind wir im Berlauf ber legten fünf Jahre soweit gekommen, daß wir mit dem Ausbau unserer Landstraßen vor dem Ruin ftehen. Jeder Monat, in dem mit den bisherigen anarchistischen Zuständen weitergewurstelt wird, bringt die Landstraßen den Berfall näher. Wenn hiergegen ein Erfolg erzielt werden soll, so fann dies nur möglich werden, wenn der Reichswirtschaftsrat gründliche Arbeit leistet. A. Reiz, Mitglied des RWR. Sozialistische Mißwirtschaft? Stettiner Borortbbf. Deden und 1-2 Brestohlen mitbringen, bei anbaltenden Jiu- Jitsu- Vereinigung Webbing 24". Arbeiter bes Norbens, welde Intereffe am Sport haben, melden fich Dienstags und Freitags in ber Turn halle Chriftiania Ede Briezener Straße von 8-10 Uhr fomie im Bereins total Gängerheim", Weddingſtr. 9. Arbeiter- Wintersport- Interessengemeinschaft. Um ben Groß- Berliner beitersportlern die Runft des Eislaufs näherzubringen, labet bie Cislaufabteilung der AW3. alle am Eislauf Intereffierten au ihren Uebungsabenden ein. Diefelben finden jeden Mittwoch und Sonnabenb auf der Eisbahn in der Schönhauser Allee( Exerzierplak) fbatt. Treffpunkt um 7 Uhr am Ein gang. Für Mitglieder von Abeitersportorganisationen wird oftenlos Unter richt erteilt( Mitaliedskarte mitbringen!). Bei Taumetter wird jeden Sonn abend im Sportpalast geübt. Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität. Touren für Sonntag, 17. Januar: Bea. 1. 1. Abt.: Jugendtour nach Roffen. Start 8 Uhr Billowite. 55. 2. Wt.: 12 Uhr Rationalgalerie. Treffpunkt Große Schale Luftgarten. 1 Uhr Wannsee, Reichsadler. Start Dieffenbadytr. 36. 3. L.: Märkisches 8. Abt.: Sangftreden. Museum. Treffpunkt 10 Uhr an der Baisenbride. fahrt Eberswalde. Start 8 Uhr Arminiusplan. 1 Uhr Buch, Start bei Thielemann. Bea. 2. Ortsgr. Reukölln: 1 Uhr am Start Scale Ede Ranner Straße. Mannschaftslampf im AABD. Freitag, 15. Januar, findet in der Turnballe Swingliftr. 87 ber fällige Serienkampf im Ringen um bie Kreismeister fchaft des AABD. zwischen Norb- eft 87" und bem Kraftsportverein Span bau" ftatt. Anfang der Rämpfe 7 Uhr. Arbeiter Radfahrer- Berein Groß- Berlin. Sonntag, 17. Januar, 1½ Uhr, nach Biesdorf- Süd, Lokal Waldfrieden. Gäfte willkommen. Start Waldemar ftraße Ede Mariannenplak. Arbeiter- Turn- und Sportbunb, 4. Bestet. Sonntag, 17. Sanuar, Lehrftunde für Turnerinnen in Ludenwalde. Die Berliner Bereine fahren morgens 8.10 Uhr ab Anhalter Bahnhof, 8.30 Uhr ab Lichterfelbe- Dft. Rarbgruppe bes 4. Bezirks: Nächte Lehrstunde am 24. Januar( nicht 17.) in Glafom. Genoffen, unterſtükt den Stäbtekampf Fichte- Neukölln- Wittenberge in bet Turnhalle Brinzen strake. Beainn 2 Uhr nachmittags. NO ALL Hallenwettkampf Freie Turnerschaft Groß- Berlin( Webbing) gegen Sport. verein Moabit. Sonntag 17. Januar, treffen fich genannte Vereine in ber Turnhalle der Rirchner Oberrealschule, Turmstraße, einem Sallen Stafettenlaufen, Soch wettkampf im Tauziehen, Gewichtheben, Turnen, und Weitsprung. Ferner eine 4 × 1- Runden-, eine 10 × 1- Runden- und eine 3X10- Runden- Staffel. Rhythmisch- aymnaſtiſches Turnen der Frauenabteilun en. Die Jugend, Schiller- und Schülerinnenabteilungen beftreiten mehrere turnfportliche Wettbämpfe. Wir bitten, uns durch zahlreichen Besuch au unter ftüken. Anschließend gemütliches Beifammenfein im Artushof", Berleberger Straße. Morafit. 57. Sikuna ieben Sonnabend, für Jugend 7 Uhr, für Männer 844 Uhr. Bankower Sportfiub Union 1911. Bereinslokal bei Fiebte Bankow, Neuaufnahmen werden in jeder Sigung entgegengenommen. Anschriften ex Ewald Busch, Reinidendorfer Str. 100. Sonnabend, 23. Janmar, Maskenball in Berlin- Buchhola, Bahnhofstr. 15. Freie Schwimmer Neukölln&. B. Sonnabenb, 16. Januar, 8 he, gre schäftsführende Ausschußfikuna bei frant. Ganghofer ftrake. Die Brudervereine bitten wir, von jekt ab alle Rufchriften sportlichen Inhalts an ben technischen Leiter Felix Schmidt, Neukölln, Beraftr. 57, alle übrigen an den Borfigenben 6. Bölder, Reutölln, Treptower Str. 22, richten au wollen. Freie Turnerschaft Neukölln- Brik. Am Lommenden Sonntag( 17.) inbet elfeftcake statt. Gintritt frei. Turnzeit nachmittags 6 Uhr. Die Reu ein öffentliches Turnen fämtlicher Jungmädchenabteilungen in ber Turnhalle Töllner Arbeiterturnerinnen laben bazu alle intereffierten Frauen und Arbeiterinnen Neuköllns ein. 1. Männerabteilung: Freitag, 23. Januar. Bierteljahresversammlung nach dem Turnen bei Bönid. Nord- Ost Kampfabend. Sonntag, 17. Januar, 6 Uhr, verenfattet bie Sportliche Bereinigung Nord- Oft" in ihrem Kampfring Thriftburger Gre. 7 wiederum einen interessanten Rampfabend im Boren und Ringen. Im Bozen gelangt ein Klubkampf gegen den tampfstarken GC. Eberswalbe zum Aus frag, während im Ringen bie Enbrämpfe um bie Alubmeiſterſchaft abgewidelt werben. Borkämpfe im Ringen 10 Uhr vormittags. Mannschaftsringlampf Libertas 96 gegen Berolina( Hennigsber. Wretton 15. Januar, 8 Uhr, findet in der Turnhalle Charlottenburg, Goreefte. 29, ber fällige Serienbompf zwischen obigen Bereinen statt. Arbeiter- Athleten- Bund Deutschlands, 4. Kreis Brandenburg. Auf ben Kreistag wurde der Kreisvorstand wie folgt gewählt: M. Gellheim 1. Borf., E. Reiler 2. Borf., R. Frohne Raffieret, E. Rodler Schriftführer, G. Butter Redakteur, S. Fischer technischer Leiter, E. Reiler Bresse und Kartell. Die Spartenverfammlungen finden flatt: Borer: am 20. Januar, 7% Uhr, bei Niederftrak. Emdener Ede Waldenferstraße. Artisten: am 21. Januar, 7 Uhr, bei Sommer, Borhagener Str. 130. Jiu- Jitsu: am 23. Januar, 7½ Uhr. bet Schula. Elifabethstr. 30. Neuwahl der Spartenobleute u. a. m. Arbeiter Sportlartell Menkölln. Montaa, 18. Januar, 8 Uhr, Delegierten fikuna bei Aripan( beal- Klaufe), Marefcftr. 14. Arbeiter- Sportkartell Charlottenburg. Mittwoch, 20. Januar, 8 Uhr, Ras tellfikuna in der Barade Am Lükom. Die noch außen fhebenben Fragebogen find mitzubringen. Arbeiter Turn- und Sportbund. Die Schmimmiserte Bes 1. Rreifes ver ( Galaula) eine Jugendtundgebuna. anfaltet am Sonnabend, 16. Sanuar, pünktlich 7 Uhr, in ber Beinmeiftertrake Auker einem Referat: Bir Sungproletarier in der Arbeiterfportbewegung" wird der Junge Chor" fowie eine Reihe von Scaitationen den Abend awedmäßig ausfüllen. Gäfte willkommen. Abeiter- Turn- und Sportverein Bantom. Freitag, 15. Januar. nach bem Turnen Berfammlung der Männerabteilung im Lokal von Griffel Raifer Bereinslokal von Borftel, Mühlenstraße, 8 Uhr. Montag, 18. Januar, Leicht athletitversammlung 7 Uhr im Bereinslolal von Borstel, Mühlen. Ede Marimilianfraße. Aufnahme neuer Mitalieder. Daß in der sozialistisch verwalteten Stadt Wien arge Mikwirtschaft herrscht, ist für unsere bürgerlichen Bolitiker eine Selbst. verständlichkeit, die sie bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegen heit zu beweisen suchen. So brachte die Deutsche Allgemeine Beitung türzlich als ein Reichen dafür, wie wenig geistige Arbeit von Sozia liften geschäßt wird, aus bem Wiener Etat für 1926 eine Mitteilung, monach bie Reinmachefrauen bas breißigtaufendzweihundertfache ihrer Friedensbezüge erhalten, die Lehrer bagegen, unter ihnen auch die Akademiter, nur das Zehntausendfache. Auch noch andere Gruppen werden aufgezählt, die den geistigen Arbeitern gegenüber start be vorzugt seien, z. B. die Hilfsarbeiter und die Straßenarbeiter, die mehr als das Zwanzigtausendfache ihrer Friedensbezüge bekommen. Fürwahr, ganz schredlich! Wir ersehen daraus freilich feine Miß Friedrich Ede Baumbachstraße. Freitag, 15. Januar, Fukballer- Sikung im achtung geiftiger Arbeit, sondern nur, wie erbärmlich in der herr lichen Raiserzeit die unterften Gruppen bezahlt worden sind. Auch bei uns haben ja die bürgerlichen Bolitifer, vor allem die, die der DA3. naheftehen, genug gejammert. Wie sehr bei ben Gehaltsregelungen die hoch qualifizierte Arbeit vernachlässigt werde, denn die unteren Gehaltsgruppen feien schon wieder bei ihren Friedens fäßen angelangt, während die höchsten Gruppen sich immer noch mit 80 Prozent begnügen müssen. Wenn die sozialistische Verwaltung Wiens mit den Hungerlöhnen ihrer untersten Angestellten aufräumt, so wird sie bei allen, die auch nur eine Spur sozialen Empfindens haben, nicht Label, sondern Lob ernten. 50 Jahre Treptow. Am 22. Januar 1876 wurde bas Rämmereigut Treptow des Magiftrats Berlin gur felbftänbigen Gemeinde erhoben. 37 bebaute Grundstüde und 560 Einwohner wurden bamals in Treptow gezählt. Treptow, bas, wie viele andere Vorortgemeinden, ein startes Aufblühen in den letzten Jahren vor dem Striege erlebte, zählt heute 32 817 Einwohner. Durch die Eingemeindung tam der Ortsteil zu Berlin. Die Abteilung Treptow ift eine der festgefügteften Abteilungen im Bezirtsverbande Berlin. Es war ihr möglich, bei den letzten Wahlen unsere Stimmenzahl um fast 100 Broz. zu erhöhen. Arbeitersport. Fußball Mostau- Berlin. Am Sonntag, den 17. Januar, 2, Ubr, findet auf dem Sport plaz in der Kynaststraße am Babnbof Stralau- Rummeleburg ein Fußballpropaganda piel von weittragender Bedeutung statt. Die russische Mannschaft, die zurzeit in Baris spielt, wird auf ihrer Rüdreise in Berlin brei Tage Aufenthalt nebmen und diese Zeit dazu ausnutzen, um gegen eine tombinierte Mannschaft der Märklischen Spielvereinigung Berlin" einen Wettkampf auszutragen Es haben sich zu diefem Spiel alle Spieler bereitzuhalten und zur angefeßten Zeit im Umkleideraum zu erfcheinen. Vorher findet noch ein Spiel zweier alter Herrenmannschaften statt. 1 Touristenverein Die Naturfreunbe"( Rentrale Bien). t. Gefund brunnen: Freitag, 15. Januar, 8 Uhr. Lichtbildervortrag von Georg Krämer: ,, Durch märkisches Land aum Oftfeestrand. Gefangsfaal im Schiller- Engeum, Böttcher Ede Bandstraße. Gäfte willkommen. Photogemeinschaft: Sonntag, 17. Januar, Motiowanderung nach Kremmen- Luchhütte. Abfahrt 8% Uhr Dormittags. Montag, 18. Januar, im Jugendheim des Oftens, Rimmer 5 Groke Frankfurter Str. 16, 8 Uhr. Bortraa: Wie entsteht ein Objektiv?" Mitalieber anberer Arbeitetorganisationen als Gäfte herzlich willkommen. Ruberverein Vorwärts" E. B. Generalversammlung am Sonntag. 17. Januar. nadmittaas pünktlich 2 Uhr, im Bootshaufe Banbballspiele gesucht. Turnverein Eiche"-Tegel fucht laufenb Spiele Fle bie L. und 2. Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften auf einenem ober Geaners Plak. Eigener Blak fteht aur Berfüoung am 1. und 3. Gonntog int Monat. Rufdriften an Rurt Krüger. Berlin- Tegel, Brunowftr. 43. Schwimmverein Freiheit 1907. B. Gonntag, 24. Januar. 3 Uhr, im Stadtbad Brenalauer Bera. Oberberger Str. 56, Lobales Schwimmfeft. Sonn abend, 30. Januar, 7 Uhr, orbentliche Generalversammlung bei Belbel. S+ Br haufer Allee 156. Anträge bierzu fahriftlich bis 22. Januar an Gen. Soller. Freitag, 22. Januar, 8 Uhr, Mitalieberverfammlung Geschäftliche Mitteilungen. Bertout fämtlicher Reftbestände ber Inventur nur noch bis morges. Ces Tespih- Bursch, Berfin 62, Svanbauer Str. 82, gibt bekannt. bol ber abend, bauert. Stelle Dir Deinen Hustensirup selbst her. Probiere dieses Rezept; es spart Dir Geld. Huften, Erkältung und Influenza find jetzt sehr häufige Gäſte: barum dürfte manchem Leser das nachstehende Rezept willkommen fein. Man befchaffe fich in der Apothefe 60 g dreifach fonzentrier tes Ansy und tue dies in einen Sirup, den man sich durch Auflösung von einem halben Pfund reinem gestoßenen Buder in einem Biertel liter heißem Wasser herstellt. 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Der Bericht des Generalagenten für Reparationszahlungen über Das erste, am 30. Auguft v. 3. abgelaufene Reparationsjahr liegt munmehr in amtlicher deutscher Ueberfeßung vor. Er umfaßt mit Anlagen nicht weniger als 129 Drudseiten und ist nicht nur wegen der bisherigen Erfahrungen in der Reparationspolitif, sondern weit darüber hinaus deshalb von Wichtigkeit, weil er eine umfassende fritische Darstellung von Deutschlands Wirtschaft und Finanzen gibt. Die Wirkungen durch die Reparations leistungen faßt Barfer Gilbert in seinen Schlußbemerfungen folgen dermaßen zufammen: Bom Gesichtspunkt des Wiederaufbaues Deutschlands gesehen, steht es bereits fest, daß der Plan den entscheidenden Wende punkt in der Wiederherstellung nach der Unordnung und Berrüttung bildete, die die Inflation gebracht hatte. Ferner steht es fest, daß der Weg zur Gefundung noch nicht ganz hinter uns liegt, und daß noch so manche Schwierig feiten zu überwinden sind." Die Fortschritte, die seit der Einführung des Dames- Blanes erzielt find, schildert der Reparationsagent folgendermaßen: Der Plan hat im erften Jahre seine beiden hauptsächlichsten Borziele erreicht, nämlich einen ausgeglichenen Haushalt und eine beständige Währung Ohne diese war es unmöglich, eine Bieberbelebung des Handels und der Industrie Deutschlands zu erwarten. Der Haushalt ist sogar mehr als ausgeglichen worden, und im Augenblid menigstens steht dafür die Regierung, und zwar in einzigartigem Umfange, vor dem entgegengelegtem Brobleme meijer Bewirtschaftung staatlicher Gelder. Die Wertbestän digkeit der Währung ist im Innern wie nach außen hin voll aufrechterhalten worden und Käufer und Verkäufer haben fich ihren Geschäften wieder mit der Zuversichtlichkeit widmen fönnen, die Wertbeständigkeit erzeugt. Neben der Erreichung der genannten beiden Ziele haben Warenherstellung und Warenver. trieb nach den vorliegenden Zahlen den Stand der nächst. vorhergehenden Jahre bedeutend überholt und begonnen, den Jahren ver dem Kriege zu ähneln. Bu gleicher Beit sahen sich Handel und Industrie Deutschlands vor dem doppelten Broblem, ihr Betriebstapital zu ergänzen und ihre Betriebsführung nach Richt linien einzustellen, wie die veränderten Verhältnisse fie erheischen In einigen Industrien hat dies zu Berhältnissen geführt, die fast einem Not stand nahefommen, welche jedoch als unvermeidliche Begleiterscheinung der Rückkehr zu beständigen Berhältnissen und als ein weiterer Meilenstein auf dem Wege der Umstellung zu betrachten find. Mit Genugtuung wird festgestellt, daß der Blan von Anfang an auf der Grundlage beiderseitigen guten Willens unb gegen feitigen Bertrauens verwirklicht worden ist". In großer Ausführlichkeit schildert nun der Reparationsagent die Tätigkeit seines Bureaus und feiner Kommiffare und Treuhänder. Die Wirkungen des Planes haben den Erwartungen ent Iprochen. Gleichzeitig wurde das Ruhrgebiet und die sogenannten Sanktionsstädte geräumt. Auch hinsichtlich der sonstigen Beziehun gen zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Feinden hat der Plan unzweifelhaft dazu beigetragen, Bertrauen, Suver. fight und gegenseitigen guten Willen wieber herzu stellen. Er bezeichnet es aber mit Recht als noch zu früh, Schlüsse auf die endgültigen Ergebnisse des Planes zu ziehen. Die Einzelheiten über die geleisteten Zahlen und ihre Berwendung find be reits bekannt. Der Bericht verzeichnet weiter die Gründung eines Echiedsgerichts zur Schlichtung von Streitfragen, geht ferner auf die rechtliche Regelung der Sachleistungen ein, die bei den Gelb übertragungen des legten Jahres eine entscheidende Rolle gespielt übertragungen des legten Jahres eine entscheidende Rolle gespielt haben. Lob für die deutschnationale Finanzpolifit. Unter den mannigfachen Einzelheiten des Berichtes ift hervor. zuheben, daß der Reparationskommissar feine helle Freude an der deutschnationalen Finanzpolitik äußert. Der Bericht des Rommissars für die verpfändeten Einnahmen wird nämlich von ihm folgendermaßen zusammengefaßt: Der Bericht verzeichnet weiter, daß es bisher nicht möglich war, die Schuldverschreibungen der Reichsbahngesellschaft auf dem freien Kapitalmarkt unterzubringen. Nach einer eingehenden Kritif des deutschen Reichshaushaltes, in der auch die Darlehens politik und Geldanlagen der Regierung als bedentlich bezeichnet werden, und einer Schilderung der deutschen Währungs- und Kreditverhältnisse tommt der Bericht dann zu der Schilderung des deut schen Außenhandels. Er stellt fest, daß auch nach Berüdfichtigung der Fehlerquellen unserer Handelsstatistik ein beträcht licher Einfuhrüberschuß bleibt und weist dabei darauf hin, daß dieser teilweise durch die Hereinnahme ausländischer An. leiben bedingt ist. Im Hinblick auf die fährt er fort: infernationale handelspolitische Lage Selbst, wo nunmehr allmählich zwischen Deutschland und anderen großen Ländern Handelsverträge abgeschlossen worden sind, steht der Ausfuhrhandel noch immer vor hohen Tarif und anderen 3ollschranken. Dies tommt nicht für Deutschland allein in Betracht, sondern gilt in größerem oder geringerem Maße für alle Exportländer. Aber für Deutschlands Ausfuhrhandel dürfte dieser Umstand schwerer ins Gewicht fallen, als für den anderer Länder, meil viele Rationen, die früher große Abnehmer waren, nunmehr zum Schutze neugegründeter heimischer Industrien Tarif. und andere Bolligranten errichtet und überbies begonnen baben, seit dem Kriege mit anderen Nationen stärker Handel zu treiben, als mit Deutschland." Diese an alle Länder gerichtete Mahnung zum inter nationalen Freihandel wird nach einer weiteren fritischen Untersuchung der Bedeutung der Handelsbilanz noch lebhaft unterstrichen. Die im ersten Blanjahre gemachten Erfahrungen haben die Bedeutung ausländischer Anleihen und Kredite für die Handelsbilanz flar erwiesen. Diese sind zur Ergänzung des Betriebsfapitals erforderlich und es ist möglich, daß fortgesette aus ländische Darlehen die Entwicklung eines Weberschusses der Ausfuhr über die Einfuhr noch hinausschieben und Deutschland instandsetzen tönnten, weiterhin eine ungünstige Handelsbilanz zu ertragen. Es besteht jeboch fein 3meifel darüber, daß am Ende, wie die Sachverständigen in ihrem Bericht sagten, Deutschland imftande sein müsse, einen Ueberschuß von Waren und Leistungen an den Rest der Welt zu liefern, wenn es große Zahlungen an das Ausland leisten sollte." Es folgt dann ein starter Appell an die Kreditpolitik der Reichs bant und der Behörden. In der Beurteilung der industriellen 2age lautet der Bericht des Reparationsagenten insofern günftig als er sich auf den Standpunkt stellt, daß die Umgestaltung der In dustrie und ihre Einstellung auf die veränderten Ronkurrenz und Marktverhältniffe in vollem Gange fel. Jm einzelnen wird dann dargelegt, daß im letzten Jahre Barenerzeugung und verteilung mefentlich zugenommen haben, wenn auch die kritischen Verhältnisse gegen Jahresende am Arbeitsmarkt und in den Ronfurszahlen starf zum Ausdrud tommen. Deprimierend ist das Urteil des Reparationsagenten über die Preisabbauaffion der Regierung. Hier heißt es abschließend: Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Bedeutung des Borgehens der Regierung hauptsächlich darin bestehen wird, daß es die Aufmertfamfeit auf die unnatürlich hohe Spanne zwischen lein und Großhandelspreifen lentt und zu nach Abgesehen von der Wirkung, die eine allgemeine Bewegung der drücklichem öffentlichen Widerstand gegen Bucherpreise ermutigt Weltpreise ausüben fönnte, scheint die Wirkung, die eine Anzahl der Regierungsmaßnahmen am Ende erzielen dürften, mehr in der Richtung auf höhere als auf niedrigere Preise zu liegen. Ihr Vorschlag z. B., den Binsfuß künstlich dadurch herabzudrücken, daß man öffentliche Gelder unter dem Zinsfuß der Reichsbant aus. leiht, würde faum vermeiden können, daß eine gewisse Kreditaus dehnung einsetzt, daß sich daraus Stimmung für höhere Barenpreise und möglicherweise neuer Antrieb für die Entwicklung ergeben, die man bereits im Hinblid auf die neuen 3ofltarife erwarten muß." Der Bericht des Rommissars für die verpfändeten Einnahmen besagt, daß die wirtjame Uebermadung der verpfändeten Ein nahmen, nämlich der Zölle, der inneren Verbrauchsabgaben auf Tabat, Bier und Zucker und der Reingewinne des Branntwein monopols, am 1. Oktober 1924 begann und fortgesetzt worden ist, wie es im Kontrollprotokoll pergesehen ist. Der Bericht läßt ferner erfennen, daß mährend der ersten elf Monate des ersten Zahlungs. jahres, die der Einsegung der Kontrolle folgten, die monatlichen Einnahmen durchschnittlich etwa 144 millionen Reichs mart betrugen, was auf das Jahr berechnet, rund 1728 millionen ausmachen würde. Dieser Ertrag ift günstig gegenüber den 1250 Millionen Goldmart, die der Plan als Beitrag aus dem Reichshaus half im Normaljahr vorsieht. Beachtenswert ist auch der Umstand, daß die Eingänge aus den verpfändeten Einnahmen den Haus. haltsvoranschlag der Deutschen Regierung erheblich über- efel in der Leitung vorgenommen. Schritten haben und daß dies, wenn die Steigerung so weitergeht, zu einer Erhöhung der Jahreszahlung für das dritte und vierie Jahr führen fann." Soweit der Bericht. Auf manche Einzelheiten wird noch in anderem Zusammenhang zurückzukommen sein. Aber schon die dargelegten Ausführungen zeigen, daß der Reparationsagent im Bewußtsein seiner Berantwortung nicht nur gegenüber den Gläubigerstaaten, fondern auch gegenüber der deutschen Boltswirtschaft die Zusammenhänge der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik aufmertfam verfolgt. Dieses ist eine absolut fachgemäße Darstellung der Bofitit des deutschnationalen Finanzministers. Shlieben. v. Wenn Herr Hugenberg nun behauptet, daß die Dames- Laften Deutschland auszehrten, se wird man ihm entgegenhalten fönnen, daß nach dem eigenen Zeugnis des Reparationsfommissars durch die Finanzpolitit feiner deutschnationalen Freunde derjenige Zuftand in den Reichsfinanzen herbeigeführt worden ist, der gleichzeitig die großen Maffen des arbeitenden und verbrauchenden Boltes auf das schwerste bel a st et und dem Reparationskommissar die Möglich teit gibt, die Lasten über ben vorgesehenen Blan hinaus zu erhöhen. Was ist mit der Raiffeisenbank? Eine Sanierung notwendig. In der Deutschen Raiffeisenbank ist plöglich ein erheblicher Der bisherige Generaldirektor, der deutschnationale Reichstagsabge ordnete Dietrich wird abberufen und durch den bisherigen Berbandsdirektor der Raiffeisengenossenschaften von Brandenburg, Schleswig- Holstein und Grenzmart, Freiherrn von Braun, ersetzt. Auch sonst erfolgten erhebliche Veränderungen im Berwaltungsrat und der Leitung, bie nicht ohne politischen Beigeschmad find. Die politischen Auswirkungen find aber nur Nebenwir tungen viel ernsterer Dinge. Schon früher mußte man gelegentlich industrieller Zusammenbrüche von bedenklichen Beteili gungen der Deutschen Raiffeisenbank in dieser Richtung hören( Her mann- Konzern Thüringer Uhren, Teichgräber A.- G.- Berlin). Benn auch den größten deutschen Privatbanken ähnliche Dinge paffierten ( Stinnes, Sichel, Stumm usw.), so daß man sich vor einseitigen Un DIE ALTBERÜHMTE ZIGARETTE RITTER SSARY ITTER Y ASSAR | Freitag, 15. Januar 1926 Die gerechtigkeiten hüten muß, so find Berlufte aus Industriegeschäften bei der Zentralbant der Raiffeisengenossenschaften um so bedenklicher, als taum ein wirtlich zwingender Grund für Industrie geschäfte bei der Deutschen Raiffeisenbank A.-G. vorgelegen haben dürfte. Hinter der Raiffeisenbank standen 1924 5989 ländliche Kredit und 2594 landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaften. Bilanz der Deutschen Raiffeisenbank A.-G. für 1924 mies eine Bilanzfumme von weit über 200 millionen auf, um. schließt also Geschäfte im allergrößten Ausmaß. Selbst in der Inflationszeit dürften also die Geschäfte ausreichend gewesen sein, um nicht Industriegeschäfte machen zu müssen. Es tommt hinzu, daß die Raiffeisenbank schon in der Vorkriegszeit wertvolle Erfahrungen gemacht hat, die zur größten Borficht mahnen mußten. Jedenfalls ist, wie gemeldet wird, mit großer Wahrscheinlichkeit eine Sanierung notwendig, die aus der bisherigen Ge schäftspolitik und erlittenen oder drohenden Verlusten verursacht ist. Noch fieht man nicht tlar. Bei der Berliner Teichgräber 2. G. steden, soviel bekannt, über 1,3 Millionen. Der Berlust aus dem Hermann Ronzern steht zahlenmäßig nicht fest. Mit einem privaten Großspekulanten namens Riebe schweben nach der Ronjunktur- Korrespondenz" ebenfalls verluftbringende Ber bindungen. Der Kreis dieser Geschäfte dürfte aber noch weiter zu ziehen sein. Sieht man die Bilanz für 1924 daraufhin an, so tönnen diese Geschäfte allerdings feinen gefährlichen Umfang haben. Guthaben auf laufende Rechnung find nur mit 23,2 millionen ausgewiesen worden. Diese Summe wird sicher nicht erreicht. Bedentlicher ist allerdings die sehr hohe Berschuldung bei perfchiedenen Banten mit 132,5 Millionen Mart. Es verlautet, daß die Breußenfasse( Preußische Zentralgenoffen schaftskaffe) der einzige Bantgläubiger sei, was allerdings unmahrscheinlich flingt. Jedenfalls waren die Außenstände der Geld- und Barenabteilung mit über 152 Millionen außerorbent lich hoch. Wenn diese bei den Genossenschaften auch relativ sicher find, so fönnen die Preußentasse und auch andere Bantgläubiger nicht beliebig lange mit ihren furzfristigen Forderungen warten. So dürfte der Druck auf die Raiffeisenbank auch mit von dieser Seite tommen. In der Hauptversammlung vom Juni 1925 führte der Vorsitzende aus, daß auch in nicht landwirtschaftlichen Kreisen die Kredite eingefroren feien. Dieses auch dürfte heute noch entscheidender sein, und man wird die Lage der Raiffeisenbank dahin tennzeichnen dürfen, daß sie heute durch eine falsche Politik auf ihren Geschäften festfißt und durch die eingetretenen oder drohenden Berlufte auch in ihrem Kreditgeschädigt ist. Die Die Richtung für die Sanierung ist durch den Haupt gläubiger, die Breußentaffe, gewiesen. Es ist zu hoffen, daß durch Ersparnisse in der Verwaltung, durch Abbau unzmedmäßiger Ge schäftsabteilungen und durch Bestellung neuer Leiter Berluste für die Einzellandwirte abgewendet werden. Mitglieder der angeschlossenen Rredit genossenschaften haften näm lich unbeschräntt, die Mitglieder der Betriebsgenossenschaften zum Teil Muß das Attienkapital( 25 Millionen) h etab. gefeßt werden( man spricht von einer Zusammenlegung auf die Hälfte), so müssen die Verluste von den Verbänden und Ber einen getragen werden. Die Reserven der Raiffeisenbank find sehr niedrig: fie betragen nur 848 000 m. So wenig mir die Raiff eifenorganisationen mit den verkrachten Organisationen des Land bundes gleifetzen, so zeigt es fich doch, daß ein deutsch nationaler Generaldirektor nicht ausreicht, wo es um Gefchäfte. geht, und daß geschäftliches Sachverständnis wichtiger ist. Die Sanierung in dieser Richtung wird man auch erwarten dürfen. Der Großhandelsinder. inderziffer des statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande Die auf ben Stichtag des 13. Januar berechnete Großhandels vom 6. Januar( 121,6) um 0,8 Bros. auf 120,6 zurüdgegangen. Ge junten find die Preise für Gerfte, Hafer, Butter, Fleisch, Milch, Leinengarn, Schwingflachs, Blei und Maschinenöl. Höher lagen die Breise für Schmalz, Rindshäute, Kalbfelle und einige Textilroh ftoffe. Bon den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 116,7 auf 115,2 oder um 13 Broz, die Industriestoffe von 131,6 auf 130,7 oder um 0,2 Broz. nachgelassen. Eine intereffante Abwehr eines Monopols. Die start auf strebende amerikanische Autoindustrie leidet sehr darunter, daß die Gummiproduktion und Preise ausschließlich von England fontrolliert und monopolartig beherrscht werden. Wenn die Autoreifen teuer find, so muß natürlich der Abfaz an Kraftwagen da runter leiden, ein Umstand, der natürlich den auf Absatz be dachten amerikanischen Autofabriken gegen ihre geschäftlichen Abfichten geht. Seit Monaten ist daher in den Bereinigten Staaten eine lebhafte Disfuffion im Gange, wie man das englische Gummimonopol befämpfen oder unwirksam machen fann. Jetzt schreiten die Automobilhändler Ameritas von Worten zu Taten über. Nach einer New Dorter Meldung befchloß die Nationale Automobilhandelsgesellschaft 10 Millionen Dollar bereitzu ftellen, um der Deffentlichkeit und den Automobilfabritanien Gummi zu erschwinglichen Preisen sicherzustellen. Es ist beabsichtigt, eine Organisation zur Produktion, zum Antauf und zum Handeln mit Gummi zu gründen. Die meisten Ber Gummi auf der Basis ihrer Fabrikation im Jahre 1925 beliefert treter der großen Firmen, die von der neuen Organisation mit werden sollen, erklärten sich bereit, diese Mengen abzunehmen. Es Gummi auf der Basis ihrer Fabritation im Jahre 1925 beliefert werden sollen, erklärten sich bereit, diese Mengen abzunehmen. Es wurde ein Ausschuß zur endgültigen Gründung der Gesellschaft gebildet. Diskontermäßigung auch in Prag. Der Bankausschuß des Finanzministeriums der Tschechoslowakei hat eine Herabsehung des Distont und Lombardfazes um Proz. beschlossen. Ab 13. Januar gilt in der Tschechoslowakei damit ein Distontfag von 6 Proz und ein Lombardzinsfuß von 7 bzw. 7% Broz. Das ist die dritte Herablegung innerhalb eines Jahres. Geit dem 25. März v. 3. be ftand ein Distontfag von 7 Broz Er wurde am 1. Dezember a. 3. auf 6% Broz. ermäßigt. staty 5 Delft EDEL WIE DER NAME Große Reklame für Malz- und Kornkaffee bls einschließlich Freitag, den 22. Januar Allerfeinster Pfund 48 jetzt 42 Pf. Hochfeiner. Pfund 38 jetzt 32 Pf. Eigene Mälzerei u. Rösterei Gersten- und Roggenkaffee Pfund 30 jetzt 24 Pf. Kornkaffee- Mischung.... Paket 25 jetzt 20 Pf. fertig zum Gebrauch Reichelt die Firma der guten Qualitäten Großes Sebauspielhaus Theater, Lichtspiele usw. pleas Volksbühne 8 Uhr: Vom lieben Augustin Morgen 8 Uhr Vom lieben Augustin Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr: Aida Opernhaus am Königsplatz 7% Uhr Tiefland ecnononce Lessing- Th. 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Arbeitgeber; Herr Mag Braybelst Schriftf, Arbeitnehmer: Serr Hermann Schubert, Stells. Schriftf. Arbeitgeber; Herr Abalbert Baepte. Beiniger. Ar eit geber; Herr Albert Söppner, Beißiger, Arbeitnehmer: Herr Wilhelm Rabow, Beiliger, Arbeitnehmer: Herr Sermann Schmidt, Beifiker, Arbeitnehmer: Serr August Staßfurth. Beiliger, Arbeitnehmer. Berlin, ben 15 Januar 1906. Der Borstand. 155/ Sermann Riegler, Mar Branbelsil Borsigender. Schrittührer. RUNDFUNK APPARATE UND RÖHREN VERBÜRGEN HÖCHSTLEISTUNG Achten Sie auf den Telefunken- Stern ATELIER TRIAS Ireltag 15. Januar 192b Unterhaltung unö ÄVissen Seilage ües vorwärts Unbeirrt... Von Gabriela preifsovS. (Autorilierte Uebirsetzung aus dem Tschechischen von Zl. Berchtold.) Ohne Zweifel— das Zimmer macht« einen tadellosen Tbidruck. Frau Bilmas Gestalt mit festgeschnürter Mädchentaill« hatte si� schon mehrer emal gebückt, um von den alten, zermürbten, doch reingewaschenen Parketten hier und da«inen kaum sichtboren Faden aufzuheben. Nun fuhr sie noch mit einem Hirschleder über Möbel. Lampe. Spiegel und Sllbum. Noch einmal überblickte sie am Eingang die ganz« Zusammen- steltung und hatte den sicheren Eindruck, daß ihr Zimmer ganz nett aussehe. Ein Mensch guter Herkunst, irgendein älterer Herr, dem nicht viel an einer höhere» Miete liegt, könnte daran Gefallen finden. Sie behielt diese Sicherheit tn ihrem Hoffen auch dann, wenn sie wie vom Standpunkte eine» Besuchers urtellte. Die Menschen sind auf der Welt bescheidener geworden.... Was konnte heute ein stiller Astermieter, selbst wenn er der an- spruchvollst« Mensch wäre, noch mehr verlangen als Reinlichkeit. Bequemlichkeit und ein« schön« Aussicht? Man könnte einwenden und man wird es gewiß tun. daß die Wohnung kein Badezimmer und keine elektrische Beleuchtung habe. Daraufhin wird sie in ihrer sanften Art erwidern:.Ach ja, die Hausherren der früheren Zeiten kümmerten sich nicht um solche Sachen, sie freuten sich nur über die schöne Aussicht— ja, Neuerungen hätten Ihnen die Idylle gestört. ... Bitte, sehen Sie nur, es ist wirklich ein prachtvoller Blick in das Grüne des Laurenziberg«» und aus das malerisch« Bild der Häuser und Türme! Nicht umsonst sagt man. daß Prag die dritt- schönste Stadt der Welt sei, wenn man sie so aus der Höhe ungestört betrachten kann.../ Sie wird auch darauf hinweisen, wie die Blumen, von der Morgensonn« beschienen, hier am Fenster gedeihen und wird noch hinzufügen:.Sch hatte in Wien eine große, bequem« Wohnung, vier Zimmer, eine verglast« Deronda und allen modernen Zubehör. Ich aber überließ sie verwandten, weil ich mich nicht von der de- fcheidenen Wohnung meiner Mutter, von der zauberhast-schönen Aussicht, der Ruhe und den Erinnerungen zu trennen vermochte.' Ja. darauf wird sie entschieden aufmerksam machen, sonst wäre ihre Lage ausfallend. Man braucht nicht zu lügen. Man verschiebt nur etwa» den wirklichen Stand der Ding«, um sich nicht so deplaciert vorzukommen. Sollte der Mieter den Wunsch Süßer», daß man ihm da» Früh. stück ans Bett bringe und ihm Stiefel und Anzug reinige, so wird sie ruhig antworten:.Das alle» wird zur vollsten Zufriedenheit meine Bedienerin besorgen.' Sie hatte schon mit der Hausmeisterin besprochen, daß st« am Morgen eine halbe Stunde zu ihr kommen werde. Sie selbst durfte sich doch um GcUeswUlen nicht» oergeben, nicht von ihrer Linie abweiche». Alle» übrig«, LufrZumen. die Wäsche, da» Wichsen und Waschen der Fußböden, würde sie selber besorgen, sobald nur der Herr da« Hau» oerlößt. Darum wollt« sie so keine Dame in die Wohnung nehmen, die alle» untersuchen könnt«. Ein« Frau im Hause durch. schaut alle» viel«her. Ihr« jetzige Wohnung am Hrodschin, dl« sie von ihrer vor kurzem verstorbenen Mutter, der Witwe ein«, fürstlichen Rentmeisters, ge- erbt hatte, ließ sich nicht so einteilen, daß sie ganz von ihrem Mieter abgeschlosten wäre. Wie sehr st« fich es auch wünschte, st« hatte darüber vergeben» die ganzen letzten Nächte nachgedacht. E» war eine Zweizimmerwohnung mit einem schmalen Borzimmer und einer kleinen Halbdunkeln Küche, wo man oft selbst am Tage die Petra- leumlampe anzünden mußte. Frau vilma, Mutter war au» ihrer größeren Wohnung erst als Witwe hierher übergesiedelt, mit der unzweifelhaften Absicht, von der bescheidenen Pension noch etwas zu erübrigen. Sparsamkeit war ihre stärkst«, fast leidenschaftliche Eigenschaft. Sie bewies sie im Leben durch die selbstbewußte. tapfer« Tat, daß sie der einzigen Tochter eine verhältnismäßig hohe Mitgift zusammensparte, die als Offizierskaution genügte. Die letzten Tage ihres Lebens sparte sie wieder für de» Enkel Alfred, der der Mutter und Großmutter wie ein Prinz vorkam. Einzig darum, weil die Wohnung billig war, hott» die alt« Frau dies« Einschränkung auf sich genommen. In den Fenstern waren schäppernde, farblose Rahmen und auf den geweißten Zimmerdecken zeichnet« der zudring. lich« Regen, der durch da» vergeblich geflickte Dach drang, gelbliche Inseln. Und mehr als diese» Dach ließ der geizige Hausherr nie flicken. Frau Dilma,«ine österreichisch« vberstenwftwe. hatte stch surcht. bor schwer in dies« Präger Wohnung geflüchtet. Ihre Wiener Woh« nung mußt« st« ihrem Sohne Alfred überlasten, den der Krieg zum Invaliden gemacht hatte. Damals wußten der arm« Junge und seine Mutter keinen Rat. Doch ein« pfisfig« Wiener Retuscheurin aus einem photographischen Atetter hatte einen guten Einfall und schlug vor. ol» Eheleute sich«in« photographische werkstätt««Inzu» richten. Einstens war st«»ine Gelegenheitsliebe Alfred» gewesen, doch sie verlieb den hübschen Oberleutnant nicht, al» er»u» dem Krieg« wie ein von Sturm und Blitz getroffener Baum zurückkehrte. Frau vilma erschien dieser Plan al, ein neurr Stoß tn ihr schweraeprüfie» Herz. Ar schön erzogener, seiner und eleganter Sohn und irgendein Mädchen au» einem phetographischen Ateüer, zu alledem noch wahrscheinlich mit zweifelhafter Vergangenheit! Doch da« wirtliche Leben schrill über sie hinweg, unbekümmert, daß c» sie rertrat Fremde Menschen mischten sich hinein und«in jeder wollte überzeugen:.Wo- wollen Sie? Die, Mädchen wird für Alfred«ine Wohltat sein. Frau, ergeben Sie sich dem Schicksal ohne �Dle» bekräftigt- am meisten Blsred» n�oö» gerei�e Stimm« so lang«, bis— Frau Dilma zustnnmte. Sie sah auch ein, daß. wenn kein vermögen vorhanden war. sie chrem Kind« wenigstens die Wohnung mit der ganzen schönen Einrichtung opfern mußt«. Einige» konnte zur Anschaffung photograph'sch» Gerat, vertäust werden Aus diese Weise wurde«» Alfred möglich, sich mll Hilf« seiner fleißigen Frau«ine Existenz zu gründen, doch st« selbst mft ihren Lebensanschauungen und da» Mädchen mit problemati cher Vergangenheit konnten sich nicht versöhnen. Sie nahm Zuflucht zur alten Mutter und zu den Erinnerungen der Stadt Prag, in der sie einst in einer helleren Wohnung de» Reustädter viertel, ihre Mädchenträume geträumt hall«. Hier auf die schmale Tür in dem Halbdunkeln Gange befestigte sie die stolze Visitenkarte:»Dilma Lang von Lindenheim. Da» Zimmer, da, sie setzt vermieten wollt«, um ihre und* deutend« österreichisch« Pension zu vergrößern, nannte sie vor der Wie man's macht, i>rt. palalevä: »Mich hat maa zur Strecke gebracht, weil ich mit Genehmigung ües Parlament» neue Tanfenüfranknoten drucken lassen wollte." wioüischgrätz: .Mich hat man zur Strecke gebracht, well lch ohne Genehmigung ües Parlaments neue Tousenüfranknoten ü rucken ließ.' Hausmeisterin den kleinen Salon. An beiden schmalen Fenstern hingen handgestrickte, weiße Vorhänge. Hier stand auch der mit Iutt« überzogen« Diwan mll gesticktem Kisten und ein Bett mtt Mulldeck«, an der gerade so wie in Frau Dilma» Mädchenzeit drei blaßblaue Seidenbänder befestigt waren. Sin vergoldeter, hölzerner Kronleuchter hing von der Zimmerdeck«, auf dem nie die Kerzen brannten, denn zur Beleuchtung genügte eine Petroleumlampe mit tulpenförmigem Schirm, die aus einer runden, gehäkelten Wolldecke stand, dl« mll grünem Moo» und wunderlichen Drahtblumen oerziert war. In der Eck« auf dem Lehnstuhl de» verstorbenen Dater» leuch. tete wie auf dem Tische eine Häkelarbeit. Neben der Lampe log«in Album vell interessanter Aufnahmen au» Frau Dilma» Kindhell bi» zum Alter der gereisten Schönheit. Zwei Schränke au» rein poNertem Kirschholz, ein Waschtisch und eine Etagere mit wertlosen Kleinigkeiten standen«inträchtig nebeneinander läng» der Wand. Die Hausfrau seufzte. Früher schmückten reizend« Gegenstände die Etagere, nach denen sie stch nun sehnte. E» stand dort die alter- tümlich« Uhr mll sechs Alabaftersäulchen, auf denen zwei klein« Schmiede die viertel schlugen, e, standen dort Täßchen, ein» schöner als da» andere, und die Figürchen, die nur die Mutter abstauben durfte. Auch ein Perlmutterköstchen war dort, mit einem Spiegel- chen in vergoldeter Einfastung am Deckel, da» ein Silbernähzeug barg: als Geschenk der Fürstin an ihre liebe Frau Rentmeifter wurde e, in der Familie hochgehalten. Auf die» alle« mußt« Frau Dilma nach ihrer Mutter Tod verzichten. Sie oertauft««, mit den Resten des Silbers, um der Mutter ein ehrbares Begräbnis bezahlen zu können.__(Fortsetzung folgt.) Ein Saum, öer in Sie Tiefe wächst— und anürre Vaturmerkwürüigteiten. von M. A. von Lütgenderff. ihren Lebewesen vor Augen führt. Wenn man z. B. einen Baum p'lanzt. so erwartet man. daß dieser Baum, wenn er gedeiht, in die Höh« wichst. Nun gibt«» aber einen Baum, für den da» Naturgesetz nicht zu gellen scheint, da er nicht nach oben, sondern nach unten wächst. Es handelt sich um einen Daum, der im Osten Nordamerika», und zwar ausschließ- lich in wästerigen Sümpfen, vorkommt. Seine Blüten wie auch die nach ihnen sich bildenden Blätter liegen flach aus der Wastersläch« ausgebreitet, der Stamm de» Baume» befindet stch aber unter Wasser, und da« Merkwürdige an ihm ist. daß er niemal» noch oben wächst, sondern, so alt der Baum auch wird, immer unsichtbar bleibt. Dieses leltsam« Wachstum hat lange Zeit die Gelehrten be- schäftigt, bis es vor kurzem einem Forscher gelang, da» Geheimnis zu klären. Nach seinem Bericht kommt die eigentümliche Erjchei- nung de» in die Tiefe wachsenden Baume, dadurch zustand«, daß sich die Wurzeln, die sich jedes Jahr neu bilden, gleichzeitig ver- kürzen, so daß der Stamm durch sie nicht hinausgedrängt werden kann, sondern nach unten gezogen wird. An einem anderen Baum kann man«in« Erscheinung beobachten, die«bensall» recht«igen. tümlich Ist. Der Baum, der eine ungeheure Höhe erreichen kann. kommt aus einigen Südseelnseln vor und heißt.Patolabaum' nach einer dort einheimischen Schlange, denn ebenso wie die Schlange häutet sich von Zeit zu Zeit auch der Baum. Die Häutung erfolgt aber beim Patolabaum au» einem ganz anderen Grunde. Der Baum, der mitten im Urwald steht, ist mit Schmarotzerpflanzen. ti» ihr« Nahrung au» seinen Säften ziehen, bedeckt und überwachsen. Hat nun die Eaftentziehung«inen gewisien Höhepunkt erreicht, so beginnt stch eine» Tage» die Borke des Baume» in langen Streifen abzulösen, um dann abzufallen. Mit der Borke aber wird der Baum auch gleichzeitig von den Echmarotzerpslanzen befreit, und nunmehr kam, er stch Wied««hole» und neue Kräfte sammeln. Kletterfisch unbedingt ertrinken, wenn er seiner Schwimm- « frisch« Luft zusühren kann. Der Kletterfisch ist denn nicht an«in ununterbrochenes Leben im Wosier gebunden. bis stch üb« kurz cd« lang auch auf d« neuen Borke mied« die leidigen Schmarotz« festsetzen, so daß nur allzu bald wieder eine Reinigung nötig ist. Welche Ti«e zu den WIed«käu«n gehören, weiß jedes Schul- kind: wenig ab« ist bekannt, daß es Wiederkäuer auch unt« den Fischen gibt. In den Meeren der heißen Zone leben die sehr färben- prächtigen sog..Papageifische' oder.Seepapageien', so genannt, weil ihre rundgebogenen Kiefer ein wenig an«inen Dogelschnabel erinnern. Hat ein Papageifis........ Nahrung HBlH lungen d« bleibt, bis'... Ist« so weit, so befördert« die in den Backentoschen aufbewahrtc Nahrung einfach in die Mundhöhle zurück und beginnt erst jetzt mit dem«igenlllchen seinen Zerkauen, worauf der Nahrungsbrei in den Maaen gelangt. D« Anblick eines wiederkäuenden Papagei- fische» soll sehr eigenartig sein, da die Fisch«, ebenso wie die wieder- käuenden Säugetiere, die typischen W>ed«käu«bewegungen mll dem Maul ausführen. Hierher gehört auch die Totsache, daß gewiss« Fische, wenn sie gewaltsam verhindert werden, an die Ob«- ftäche des Wassers zu kommen, ertrinken müssen. E» sind die zu den Labyrinchfischen gehörenden Kletterfisch«, die in Teichen und Tum- peln der ostindischen Inseln und in Indien selbst beheimatet sind. Will nämlich der Kletterfisch atmen, so kann er die» nicht unter Walser tun. sondern muß an die Ob«flSche steigen: nur auf diese Weis« kann« die neben d« Schwimmblase in seinem KSrp« liegenden sog. Labyrinthtaschen mit frischer Luft füllen, die dann diele Atemluft wieder in die Schwimmblase befördern. Da die Atmung bei diesen Fischen also nicht nur durch die Kiemen erfolgt, da die Luft vielmehr unmittelbar in dl« Labyrinthtaschen gelangen muß, würde der blase keine auch gar nicht an«in ununt«brochenes Leben im Wasser g Wenn zur Trockenzeit d« Tümpel austrocknet, so begibt sich das Ti« alsbald auf die Dand«ung und läuft mit Hilfe seiner stach- ligen Flosien. die es al» Lausstützen benutzt, so weit, bis es wieder Woss« antrifft. Selbst wenn«in« solche Wanderung wochenlang dauert, schädigt sie den Fisch nicht im geringsten. Da» krasi« Gegen- teil diese« lustbedürfttgen Wasi«dewohn«, sind die Ouallenarlen. die bis zu SS Pro», ihre» Körpergewicht, au, Wä Qualle geht in dem Augenblick jugruud«. in Dosier yerau» und an die Luft gelangt. Besonder» eigenartig« Ers Meinungen lasien sich manchmal im Instinktleben d« Tiere«ahrnehmen, eigenartig deshalb, weil sie. ganz im Gegensatz zu dem normalen tierischen Instinkt, den Titten sogar oft schweren Schaden bringen, wie man denn üb«haupt den Eindruck hat. al» cb in jenen Fällen der tittische Instinkt ganz und gar versagt, da die Handlungen der betreffenden Ti«« den einfach- sten Naturgesetzen nicht selten direkt zuwiderlaufen. Bei den Insek» ten kann man z. B. ein solch«»«sagen d« Instinkts öfter beob- achten, so. wenn Stubenfliegen, wie« nicht selten vorkommt. ihr« Ei« in Schnupftabak legen, in dem die auskriechenden Maden natürlich umkommen müssen. Ein falscher Instinkt schädigt bisweilen auch die Muttertier» d« tropischen Holzbohrer». Die Eier d« in Schwärmen wondernden Käfer werden nämlich ohne Ueberlegung auch in die Rinde von Bäumen abgelegt, deren guttop«choähnlich« Saft an d« Luft vsrhärtet, so daß die Ti«« an der Stelle, wo sie die EI« ablegen. Neben bleiben und elend umkommen müsicn. In» folge«in« gründlichen Dersogens de» mütterlichen Instinkts schädi- gen aus Sumatra oft ganz« Scharen von AasfNeaen ihre Brut, indem sie die sleischöhnlich aussehendt und ebenso riechend« Rafflesia, jene riesenkasie Schmarotzerpflanze, deren Blüten bl» zu einem Met« im vurchmesier groß w«den. für rohe» Fleisch haften und deshalb Ihre Eier an ihr ablegen. Da dl« au« den Eiern schlüpfenden Maden in der Blüte sedoch tsine Nahrung finden, müssen sie eben- fall» zugrunde gehen. Auch bei höheren Tieren ist d« Instinkt mitunt««in recht u». sicher« Wegwels«. In Brasilien beobachtet« ein Forsch«, daß hungrige Maultl««, um Nahrung zu suchen, in einen Urwald Uesen und dort gierig Gistkräut« iraßrn, die ihnen den Tod brachten. An einem fairen Dersehen gehen in Südafrika auch häufig Spring- bäckt, Schafe und Ziegen zugrunde, die ein sehr giftig« Zwiebel« gewäch» M» fressen pflegen und daran oft gn isier b«| dem sie Eine aus dem PETZ Billige Lebensmittel 12 Mengenabgabe vorbehalten MA N Leichtverderbliche Artikel sind vom Versand ausgeschlossen Frisches Fleisch Ochsenkamm ...... Pfand 65PL Ochsenfebirippe u.-brust PM 75PL Prima Schmorfleisch ohne Kn., Pfund 1,16 Prima Rouladen.............. Pfund 1,20 Hammelvorderfleisch......... Pfund 78Pt. Hammelrücken.................... Ptand 86Pt. Kalbskamm Kalbskeulen ....... Pfand 80Pt. .Pfand 90Pf. Schweineschinken............. Pfand 1,20 Schweinebauch und- blatt Pand 1,20 Eisbein mit Spitzbeln, gepökelt..Pfund 75Pt. Starke Liesen Pfand 95Pt. ******. Frische Schweineköpfe at Baks, PM. 56PY. Gefrierfleisch Ochsengemüsefleisch... Pfand 56Pi Cchsenschmorfleisch Knochen, Ptd. 80t Gehackles a. 80PL ..Pfand 75P Wurstwaren Hausm.- Sülze Piand 50Pf. 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