Nr. 27 43. Jaberg. Ausgabe A nr. 14 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig. monetie 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuaband für Deutschland, Danzia. Saar und Memelaebiet, Westerreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit mit.Gied luna und Kleingarten fowie bez Beilage Unterhaltung und Wiffen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Bfennia. Reflamezeile 6.- Reichsmart... Kleine Anzeigen bas fettaedrudte Wort 25 Brennis ( aulässia amei fettgedruckte Borte). jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Bfennig, tebes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben aählen für zwei Borte Arbeitsmarkt Reile 60 Bfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68. Linden. Arake 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8½ Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 17. Januar 1926 Einigung über Regierungsbildung. Montag endgültige Feststellung.- Dr. Koch Reichsinnenminister. Durch WIB. wird mitgeteilt: Die Erörterungen zwischen dem mit der Bildung einer neutralen Regierung der Mitte beauftragten Reichstanzler Dr. Luther und den Vertretern der Zentrumspartei, der Deutschen Volkspartei, der Deutschen Demokratischen Partei und der Bayerischen Volkspartei find Sonnabend nachmittag zu Ende geführt worden. Der Reichskanzler wird am Sonntag vormittag dem Herrn Reichspräsidenten Bericht erstatten und die Besprechungen mit den einzelnen Persönlichkeiten fortfehen. Es darf damit gerechnet werden, daß im Laufe des Montags fämtliche Grundlagen für die endgültige Entscheidung vorliegen. Die wahrscheinliche Ministerliste. In der achten Abendstunde wurde im Reichstage folgende Ministerliste für das kommende Reichskabinett als wahrscheinlich genannt: Reichskanzler: Dr. Luther. Aeußeres: Dr. Stresemann. Inneres: Koch( Dem.). Wirtschaft: Bürgers- Köln( 3.), Direktor des Schaaffhausenfchen Bankvereins. Finanz: Reinhold( Dem.) ehem. fächsischer Finanzminister. Arbeit: Brauns( 3.). Landwirtschaft: Hepp( Dop.). Präsident des Reichslandbundes. Berkehr: rohne( Dop.). Justiz und befehte Geblete: Marg( 3.). Boft: Sting1( Bayer. Bp.). Reichswehr: Geßler. Die Bayerische Volkspartei hat vorläufig dieser Ministerliffe noch nicht zugestimmt. Ihre endgültige Entscheidung wird fle in einer Fraktionsfigung am Montag nachmittag treffen. Das neue Kabinett unterscheidet sich in seiner Zusammen. fegung wesentlich von dem ersten Kabinett Luther. Daß an Stelle von Herrn Schiele der Demokrat Koch das Reichsinnenministerium übernommen hat, an Stelle Don Herrn Frenken Herr Mary das Reichsjustizministerium, an Stelle von Herrn Schlieben Herr Reinhold, das Reichsfinanzministerium, bedeutet eine Abwendung von dem strammen Rechtskurs des ersten Kabinetts Luther. Man darf annehmen, daß es nicht die Absicht dieser neuen Minister ist, das Dasein des Kabinetts von Gnaden der Deutschnationalen zu fristen. so zu fi mulieren, daß eine denkbar größte Stimmenzahl auf ihn vereinigt werden tann, wenn man nicht von vornherein einen Fehlschlag der Volksabstimmung herbeiführen will, ist ebenfalls schon betont worden. Nun veröffentlicht ein unter Führung der Kommu nistischen Partei stehender Ausschuß mit einigen den KommuDer Fall Freiligrath. Ein Gegenstück zum Fall Hohenzollern. In diesen Tagen, in denen die Enfrüstung über die maßlofen Forderungen der Fürstenhäuser von einem Ende Deutschlands bis zum anderen aufschäumt, erhielt die Redaktion des„ Borwärts" die Nachricht, daß der einzige noch lebende Sohn des großen Freiheits dichters Ferdinand Freiligrath in einem Dorf im Hunsrüd als 79jähriger Candarbeiter in traurig fümmerlichen Verhältnissen dem Ende seiner Tage entgegenfieht. Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedtonto: Berlin 37 536 Bankfonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten und Beamten, Wallftz. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Koalitionspolitik. Eine Frage der Zweckmäßigkeit nicht des Prinzips. Die Mittelparteien haben sich endlich über die, Regierungsbildung geeinigt. Die Borgänge bei dieser Regierungsbildung, der Streit zwischen Demokraten und Boltspartei um die Besetzung des Reichsinnenministeriums, die Machtansprüche der Bolkspartei, die in feinem Berhältnis zu ihrer parlamentarischen Stärke stehen, sind Rechtfertigungen für den Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, daß für die Bildung der Großen Koalition feine Grundlage besteht. Sie sind Anzeichen dafür, daß die Deutsche Bolkspartei von dem bisher geführten Rechtskurs nicht abgehen will. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat die gegebenen politischen Tatbestände geprüft. Sie hat die 3wedmäßigkeit einer Regierung der Großen Koalition unter den gegebenen Umständen mangelnder Wille der Bolkspartei, vom Rechtskurs abzugehen, verneint. Bedeutetet dieser Beschluß eine grundsäßliche Umkehr in der Politik der deutschen Sozialdemokratie? Ist es damit ein für allemal mit der Koalitionspolitik zu Ende? Ist er eine Rückkehr zur Politit der grundsäglichen Opposition, derAblehnung einer gemeinsamen Regierungsbildung mit bürgerlichen Barteien überhaupt? Er ist nichts weniger als das: Es würde heißen, die Parteigenossen arger Täuschung preiszugeben, wenn man den Eindruck erwecken wollte, als ob es ich bei der Entscheidung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion um eine grundsägliche, ja gar um eine ,, weltgeschichtWir haben sofort ein Mitglied unserer Redaktion zu dem greifen Sohn des Dichters entfandt und veröffentlichen einen ausführlichen Sohn des Dichters entfandt und veröffentlichen einen ausführlichen Bericht über seine Erkundungen in der Beilage dieses Blattes. Hat die Republik für Könige Millionen? Läßt sie den Sohnliche Entscheidung gehandelt hätte, und nicht um die Entihres großen Dichters verhungern? nisten nahestehenden Berbänden und Bereinen- u. a. Arbeiter- Ido- Bund"," Rote Frontkämpferbund", Arbeiterverein tischer Kampfbund" usw. einen Gesetzentwurf, der nach für Biochemie und Lebensreform"," Nelsonbund"," Physiofra feinen Angaben bereits eingereicht wird. Der Antrag fußt auf der entschädigungslosen Enteignung der ehemaligen Fürften und will das enteignete Vermögen für soziale Zwecke bestimmt wissen. So wie der Antrag vorliegt, werden starte juristische Zweifel an seiner Zweckmäßigkeit erhoben werden dürfen. Politisch gesehen aber ist die Einreichung eines solchen Antrages und die Propaganda für ihn nichts anderes als eine Parteisache der Kommunisten. Es ist selbstverständlich, daß die Sozialdemokratie fich ihre Haltung nicht von den Splittergruppen vorschreiben lassen tann, die im Gefolge der RBD. einhermarschieren, noch weniger von der Kommu nistischen Partei selber. Sie wird daher ihre Schritte selbst überlegen und für ihre Maßnahmen die notwendige Unterftügung suchen müssen. Daß die ganz und halb fommu nistischen Verbände auf jeden Fall voran sein wollen, zeugt Aktionen. Der Sozialdemokratie aber fommt es darauf an, das Richtige zu tun und darauf zu halten, daß die Boltsabstimmung über das bloß Agitatorische hinaus auch Erfolg hat. Das Rabinett ist trokdem durch die Deutsche Volkspartei start belastet. Daß an S'elle des Grafen Kanik einer der Präsidenten des Landbundes, Herr Hepp, das Ernährungszwar von der Firigkeit, aber nicht von der Richtigkeit ihrer ministerium übernimmt, vermehrt die Belastung. Die Nei gung zum Rechtskurs hat die Deutsche Boltsnartei noch bei den Verhandlungen über die Bildung dieser Regierung hin länglich bewiesen. Wer in dieser Regierung die Führung hat, wird sich sehr bald herausstellen. In der auswärtigen Politif muß ihre erste Aufgabe sein, den Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund schleunigst herbeizuführen. In den Fragen der Finanz- und Wirtschafts politif steht fie por nicht leichten Aufgaben. Die Sozial Demokratie hat ihre Forderungen auf diesen Gebieten in ihrem Brogrammentwurf für die Verhandlungen über die Groke Koalition umrissen. Ihre Forderungen woren feinesmeas übermäßig. Wenn die neue Regierung glaubt, fie beiseite fchiehen zu können, so wird sie sehr bald in einen Konflikt mit der Sozialdemokratie geraten. Dasselbe gilt für die Erlediguna der Fürstenabfindung. Die neue Regierung wird im Parlament feinen leichten Stand haben. Sie ist eine Minderheitsregierung, fie muß sich ihre Mehrheit im Barlament suchen. Sie muß zu diesem Zwed Klarheit über ihren Kurs schaffen. Ob die Aenderung der Zusammenſegung der Regierung gegenüber der ersten Regierung Luther eine dauernde, entschiedene Abfehr nom Rechtskurs bedeutet, muß fich herausitellen. Sollte die Regierung, in der die Herren Koch, Marr und Reinhold die deutschnationalen Minifter erfekt haben, fich trotzdem nach rechts orientieren wollen, so würde sie fehr bald eine neue entscheidende Situation herbeiführen, in der die Sozialdemokratie vor neuen Entschlüssen stehen würde. Volksentscheid über das Fürstengeld. Ein Entwurf der KPD. Bie mir im legten Abendblatt mitteilten, hat der Vorftand der Sozialdemokratischen Partei befhlossen, den Volks entscheid über die Fürsten abfindung vorzu bereiten. Die Notwendigkeit, den Wortlaut des Gefeßentwurfs, der dem Bolfsentscheid zugrunde gelegt werden soll, Monte Abbruzzio. Die Parlamentsfaschisten prügeln sogar ihre Trauergäfte. Jur Trauerfundgebung des italienischen Parlaments für die verstorbene Mutter des Königs war auch ein großer Teil der verstorbene Mutter des Königs war auch ein großer Teil der Opposition erschienen. Was sich nachher begab, meldet WEB. fo: scheidung einer Zweckmäßigkeitsfrage. Wäre in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eine grundsägliche Entscheidung über die Beteiligung an einer Koalitionsregierung herbeigeführt worden, so hätte eine Mehrheit, noch größer als die Mehrheit gegen die Bildung einer Großen Roalition unter gegebenen UmSozialdemokratie in Rutunft grundfäßlich nur Opposition ständen, sich gegen den Gedanken entschieden, daß die. betreiben solle. Und wäre die Frage gestellt worden, ob die fozialdemokratische Reichstagsfrattion grundsäßlich die Bildung der Großen Koalition ablehnen solle, so märe diese Frage ebenfalls verneint worden. Für die Sozialdemokratische Partei ist die Frage, ob sie im gegebenen Augenblid in eine Regierungstoalition eintreten foll, nicht eine Frage des Grundsatzes, sondern eine Frage der gegebenen Umstände und der Zweckmäßigkeit. *: nicht beteiligt, wohl aber an den Länderregierungen in Die Sozialdemokratische Partei ist an der Reichsregierung Breußen und Baden, in Hessen und in Sachfen, in Samburg, Lübed, Lippe und Anhalt. Die Bildung dieser Roalitionsregierungen in den Ländern ist vollzogen worden, die Sozialdemokratie nimmt an der Re gierung dieser Länder teil, ohne daß sich ein grundsäglicher betreiben dürfe oder nicht. Ihre Regierungsbeteiligung in Streit darüber erhoben hätte, ob sie Koalitionspolitik den Ländern vallzieht sich reibungslos. In Sachsen mo eine heftige Parteidiskussion über die Frage dieser Beteiligung an der Regierung geführt wird geht die Disfuffion nicht über die prinzipielle Frage, ob Koalitionspolitik oder nicht, sondern um die Zweckmäßigkeit, um den Inhalt der Tätigkeit der Regierung, an dem die Sozialdemokratie beteiligt ist. das Handeln überlassen, sich selbst aber nur die Kritik referGrundsägliche Oppositionspolitik bedeutet, den anderen Rom, 16. Januar. In den Wandelgängen der Kammer er- vieren. Die Kritik einer Partei, die durch ihre grundsätzliche eignete sich nach dem Schluß der heutigen Sihung ein 3 wifchen- Ablehnung einer Regierungsbeteiligung- solange sie nicht fall zwischen faschistischen Abgeordneten und zur Aventin- Gruppe allein, ohne auf die Beteiligung oder stillschweigende Untergehörenden Abgeordneten der Popolari- Tarlei. Es tam ju ftüßung anderer Parteien angewiefen zu sein, die Regierungs3ufammenstoßen, in deren Verlauf einige Abgeordnete Fauft- macht übernehmen fann die anderen Parteien dagegen verAfichert, daß sie die Regierungsmacht verlieren könnten, hört chläge erhielten. schließlich auf, den Willen anderer Parteien zu beeinflussen. Sie wird nicht mehr ernstgenommen. In der Praxis läuft folche Haltung auf eine überaus langfristige Garantie für die Regierungen anderer Parteien hinaus. Die völlige Abstinenz gegenüber der Koalitionspolitif macht es unmöglich, eine politische Kursänderung zu erzwingen. Man tann mit fo grundsäglicher Oppositionspolitik wohl eine Regierung, deren Kurs man befämpft, stürzen man ist aber nicht in der Lage, eine Regierung mit verändertem Kurs zustande zu bringen. Im Grunde genommen läuft grundsätzliche Oppositionspolitik auf die Anschauung hinaus, als ob es für die Arbeiterflaffe gleichgültig sei, welcher politische Kurs innegehalten wird, folange nicht die Sorialdemokratie die gesamte Regierungsmacht übernehmen fönne eine Anschauung, die einem überwundenen Entwicklungsstadium angehört, in dem der politische Kurs nicht durch Bolf und Barlament, sondern durch den Monarchen und die Clinuen der scheintonstitutionellen Monarchie bestimmt wurde. Aber ist es für die Arbeiterschaft gleichgültia, ob Herr Schiele im Reichsinnenministerium figt, oder ein Sozialdemokrat? Ist es gleichgültig, ob als Leiter. Ein späteres Telegramm meldet: Als bei Schluß der Sihung der Kammerpräsident die Kammer auf Mittwoch vettagen wollte, erhob Mussolini Widerspruch und beantragte, die nächste Sihung morgen abzuhalten, um die moralische Frage zu regeln, womit nach allgemeiner Auffassung die Rückkehr der Avenfinopposition in die Kammer gemeint war. Demgegenüber er flärte der andere Faschiffenthan Farinacci, die faschistische Partei fönne die Moralfrage allein regeln. Mussolini beharrte jedoch auf seinem Vorschlag, der angenommen wurde. Unmittelbar nach der Sitzung fürgten sich einige Faschiffen auf einige Mitglieder der Popolaripartei und schlugen auf fie ein. Die Abgeordneten Merlin, Jacini und Cappa follen mißhandelt, der Abgeordnete Carbonari verwundet worden sein. Der von den Faschisten gesuchte Abgeordnete de Gasperi war nicht anwesend. Der dänisch- schwedische Schiedsvertrag geffern unterzeichnet. Es murde offiziell mitgeteilt, daß im Namen Schwedens von dessen Außenminister Prof. Undén und im Namen Dänemarks von deffen Gesandten in Stocholm, Eric Scavenius, der dänisch- schwedische Schiedsgerichtsvertrag unterzeichnet worden ist. der Reichsarbeitsministeriums ein Vertrauensmann der Unternehmerverbände die Schlichter instruiert, oder ein Sozialdemokrat? Ist es für die Arbeiterschaft gleichgültig, ob eine Politik der Isolierung Deutschlands getrieben wird, die zur völligen Zerrüttung der Wirtschaft führt, oder eine Politik, die Erholungsmöglichkeiten in sich birgt? Um Fragen, die die Interessen der Arbeiterschaft auf das tieffte berühren, wird gefämpft nicht nur zwischen der Sozialdemokratie und bürgerlichen Parteien, sondern auch innerhalb der bürgerlichen Parteien. Soll die Sozialdemokratie den Ber. fuch, bei diesen Kämpfen ihre Absichten durchzusetzen, grund fäglich von der Hand weisen? Es ist die große Aufgabe aller Politit, aus Gelegenheiten Ereignisse zu machen. Grundfäßliche Oppositionspolitit be deutet, von vornherein darauf verzichten. Wozu grundsätzliche Oppositionspolitif? Um abzuwarten, bis die Sozialdemokratische Partei allein die Regierung über. nehmen tann? Der Tatbestand nach dem Ergebnis der letzten Reichstagswahlen ist der folgende: Auf der einen Seite der Sozialdemokratie, die etwa 8 Millionen Stimmen musterte, stehen etwa 21%, Millionen Kommunisten; auf der anderen Seite etwa 20 Millionen bürgerliche Wähler, von denen ein fehr großer Teil zur Arbeiterschaft gehört. Von diesen 20 Mil lionen Wählern muß ein sehr großer Teil für die Sozialdemokratie gewonnen werden, ehe sie allein die Regierungsmacht übernehmen kann. Werden die Arbeiter, die heute bürgerlichen Parteien folgen, durch eine Politik der grund fäßlichen Opposition gewonnen, die in der Bragis dem Scharfmachertum freie Hand gibt, die Machtposition der Regierung zur Bedrückung der Arbeiterschaft auszunuzen? Werden diese Arbeiter nicht der Sozialdemokratie die Schuld geben, wenn fie eine Politik der absoluten Abstinenz betreibt? Der Glaube, daß man durch die gefühlsmäßige Erinnerung an die Oppositionspolitik der Sozialdemokratie in der Zeit des Kaiserreichs diese Arbeiter gewinnen fönne, ist wirklich töricht! Man wird sie nur gewinnen durch zweckmäßig geführten parlamentarischen Kampf- und zweckmäßiger parlamentarischer Kampf ist unmöglich, wenn man von vorn herein auf jede Regierungsbeteiligung grundsätzlich verzichtet. Die Hoffnung, daß sich das Schwergewicht der Klassen. recht bald zugunsten der Arbeiterschaft verschieben werde, wenn man nur beschließe, grundfäßlich jede Koalitionspolitit abzulehnen, ist ein Stüd Fatalismus, ein Berzicht auf eigenes politisches Handeln. Sie vertröstet die Arbeiterschaft, anstatt ihr zu helfen. Die Arbeiterschaft und ihre Partei, die Sozialdemokratie, die dereinst die ganze Regierungsmacht übernehmen will, muß regieren lernen. Grundsägliche Oppositionspolitik, die von pornherein jede Teilnahme an einer Regierung mit anderen Parteien ablehnt, beraubt eine Partei von vornherein jeder Möglichkeit, Regierungserfahrungen und Verwaltungserfahrungen zu gewinnen. Sie schafft auf der anderen Seite priviLegierte regierende Klassen und Parteien. Sie stabilisiert ein System, in dem die Arbeiterschaft sich freiwillig von der Regierung und von der Verwaltung ausschließt. Sie legt damit in die Hand der gewohnheitsmäßig durch sozialdemokratische Abstinenzpolitik regierenden Parteien eine Machtfülle und gibt ihnen eine geistige Uebermacht, die sich auch politischpropagandistisch auswirken muß. * Die Politik der grundsäglichen Opposition in der Zeit vor dem Kriege war bedingt durch das System der scheintonstitutio nellen Monarchie. Sie war ein dauernder Proteft gegen die Staatsform, die die Sozialdemokratie van jeder Mitwirkung ausschloß. Die Anschauung, daß die Sozialdemokratie alle Möglichkeiten des politischen Wirkens, die ihr die demokratische Berfassung gibt, ausnutzen muß- im Parlament und in der Regierung, ist heute Gemeingut der Partei. Es wäre das Gegenteil von politischer Erziehung und Aufklärungsarbeit, wollte man heute die Entscheidung, ob in Neue amerikanische Baukunst. Akademie hat ihre schönen Räume am Bariser lah 4 einer Ausstellung zeitgenössischer amerikanischer Achitettur geöffnet, die in vieler Beziehung aufschlußreich und besuchenswert ist. Es sind Photographien, oft von riesigem Ausmaß, nach der Wirklichkeit und nach Entwürfen; sodann Graphiten des New Yorker Radierers Pemell und Zeichnungen von Bach nach Stadt- und Straßenbildern. Zusammengestellt ist diese vortreffliche Schau auf die Anregungen des Geheimrats Edmund Schöler Don einigen amerikanischen Architekten. Ein umfangreicher Katalog bringt mehrere gut einführende Auffäße über Art und Entwicklung der heutigen Baukunft in den U. S. 2. mit Lebensbeschreibungen, Daten und Literaturangaben: turz, ein wertvolles fleines Kompendium des nicht ganz leichten und bei uns wenig bekannten Gegen. Standes. Fragt man sich, warum eine solche Ausstellung für uns wertvoll und sehenswert ist, so muß man sagen: vor allem deshalb, weil die Entwicklung des Landes, seiner Wirtschaft, der Städte drüben der unsrigen mit Riesenschritten vorangeeilt ist und dort architektonische Probleme an der Tagesordnung sind, zu denen wir über furz oder lang noch tommen werden. Das gilt vor allem für das Hochhaus, den Wolkenkrazer mit jeglicher Art von Bestimmung und für die ftadtbauliche Planung, die drüben weit großzügiger in Angriff ge= nommen wird, allerdings auch weit dringlicher noch erscheint, als bei uns. Hätte man noch etwas an der Ausstellung zu wünschen, fo wäre das ein Ausbau der Abteilung Städtebau und Berkehrswesen, die etwas fursorisch behandelt ist und nicht sehr in die Tiefe führt. An dem Problem des Boltenfragers mag man die Entwicklung von der Stilnachahmung der neunziger Jahre zur Sachlichkeit von heute ermessen. Die legten Bauten und Entwürfe der Art zeichnen sich durch eine imposante Kühnheit der Massenverteilung und Betonung des Turmartigen aus. Hervorgehoben feien besonders die geistreichen Improvisationen von Hugh Ferris für New York und das ausgezeichnete Universitäts- Turmgebäude für Pittsburg von Tay und Klauder( 54 Stockwerte!). Hier ist eine wirkliche Neugestaltung für etwas architektonisch noch lingelöstes gefunden worben, ohne Anlehnung an verflossene Stilmuster, wie es frühere Jahr zehnte getan haben. Daß solche Hochbauten im Umriß etwas von bem stürmischen Elan spätgotischer Kathedralturme wie etwa dem von Mecheln haben, liegt nicht an der Einzelform, sondern an der Aehnlichkeit der idealistischen Gesinnung, die sie hochtrieb. Was die zweite Kategorie von wichtigen Bauten betrifft, die Landhäuser, so ist hier allerdings nicht so viel von dem neuen Geiste Ameritas zu spüren. Meist find es tüchtige Abwandlungen des traditionellen englischen Landsizes, und es fehlt viel an der Sachlichkeit der neuen Lösungen, die Holland und Deutschland vor. meisen fönnen. Ausnahmen von strengerer Einfachheit sind etwa bei Embury und Bessell zu notieren. Sehr vermißt man die Bauten des genialen Frank Lloyd Wright, der absichtlich übergangen zu fein scheint, weil er uns in einer besonderen Aus stellung vorgeführt werden soll: erst mit dieser überragenden Persön lichkeit werden wir den richtigen Eindruck von amerikanischem Baugeist empfangen. gegebener Situation die Sozialdemokratie zweckmäßiger in der| diese Fragen geflärt hätten, ehe anstatt der nationalen Revolution Regierung oder außerhalb der Regierung wirft, vor der die Revolution im eigenen Lager und anstatt des Mannes mit der Deffentlichkeit und vor den Parteigenossen als grundsätzliche Beitsche der Mann mit den Gefeßesparagraphen fam. Entscheidung maskieren! Für die Sozialdemokratische Partei ist es eine Selbstver ständlichkeit, daß sie auch fernerhin Koalitionspolitik betreiben muß, so wie sie bisher Koalitionspolitik getrieben hat, daß sie ihre Entscheidung darüber, ob sie in eine zur Diskussion ftehende Koalition eintritt oder nicht, von einer Prüfung der Umstände und der Zweckmäßigkeit abhängig macht. Die Große Koalition war heute nicht möglich aber es lag der sozial demokratischen Reichstagsfraktion völlig fern, mit ihrem Beschluß gegen die Große Koalition die Koalitionspolitik an sich abzuschwören! Mahraun und die Franzosen. Jungdeutsche Krise. Im Jungdeutschen", dem Berbandsorgan des Jung deutschen Ordens", wird mitgeteilt, daß das Eingreifen der Staatsanwaltschaft gegen die Ordensleitung auf Angaben aus den Reihen des Ordens her erfolgte. In Niederhessen und andernorts ist eine Austrittsbewegung in vollem Gange. Die Baterlän dischen Berbände Kaffels haben die Beziehungen zum Orden abgebrochen. Die Staatsanwaltschaft Raffel hält auf Grund ihrer Untersuchung den Berdacht des Hochverrats gegen die Bundesleitnug für so dringend, daß sie die Aften dem Oberreichsanwalt zur Weiterführung des Verfahrens eingesandt hat. Das sind die Tatsachen nach der Schilderung des Jungdeutschen". Zu ihrer Entlastung führten die Bundesleiter ma hraun und Bornemann an: Es find in Wirklichkeit einflußreiche französische Staatsmänner an den Jungdeutschen Orden herangetreten, um eine für beide Völker nügliche Wandlung des Berhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich zu erörtern. In dem Augenblick, in welchem diese Erörterungen einen zweifellos ernsten Charakter annahmen, und über das Maß einer per fönlichen Unterhaltung hinausgingen, haben die Unterzeichneten es für ihre Pflicht gehalten, in persönlicher Rüdsprache den Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg zu unterrichten. Dieses ist bereits vor längerer Zeit erfolgt. Die kleinen Gernegroße, die sonst keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um in allen Registern gegen die Friedens. politik zu zetern und nach der nationalen Revolution zu schreien, verfriechen sich also plötzlich hinter franzöfifchen Staatsmännern, die ausgerechnet ihnen für Deutschland und Frankreich nüzliche Vorschläge gemacht haben sollen, und hinter dem Rockschoß des Reichspräsidenten Hindenburg, der, den von ihnen verdammten Baft von Locarno unterzeichnet hat! Um die Sache romantischer zu machen, serviert man an anderer Stelle die geheimnisvolle Andeutung: Der Reichspräsident hat ausdrüdlich ausgesprochen, daß Sonderwünsche der Parteien rücksichtslos zurüdzuweisen sind, und daß er den festen Willen hat, im Notfalle einem, ent schlossenen Kanzler die ihm durch die Verfassung zur Hand gestellte Peitsche zu überreichen. Furchtbar entrüstet stellen sich der Hochmeister" und der Ranzler", wie sich die Mahraun und Bornemann bescheiden nennen, tarüber, daß die zuständigen Stellen nicht ohne weiteres bereit sind, sie in das Ergebnis der Untersuchung einzuweihen. Wenn diesen Gestalten aus dem jungdeutschen Bilderbuch so viel daran liegt, Klarheit zu schaffen, werden sie vielleicht die Freundlichkeit befizen, folgende Fragen zu beantworten: Wer waren die Franzosen, mit denen fie die freundschaftlichen Berhandlungen gepflogen haben? Welche„ nügliden" Vereinbarungen waren Berhandlungsgegen. ftand oder Verhandlungsergebnis? Was haben sie dem Reichspräsidenten berichtet und wann fand die Unterredung statt? Wann hat der Reichspräsident den ihm in den Mund gelegten ,, ausdrücklichen Ausspruch getan? Eigentlich hätte man erwarten dürfen, daß große Männer, als welche der Kanzler" und der Hochmeister" doch gelten wollen, An Einzelheiten haben wir nicht viel aus dieser Schau zu lernen. Es geht bei den Amerikanern zu wie bei den Engländern: fie find fonfervatio in Aeußerlichkeiten und hängen zäh an gotischen Stil formen. Ein Bahnbrecher wie Sullivan, dem ein ganzer Ehrenfaal gewidmet ist( † 1924), ist über den Jugendstil von 1900 taum hinausgekommen. Und erschreckend wirken Detailaufnahmen des be rühmten Woolworth Building in New York, dessen Ornamentit es mit der peinlichsten Spätgotif wildgewordener Akademieprofessoren aufnehmen fann. Auch hier bedarf es dringend der Richtigstellung durch das einzigartige Wert von Bright, auf das wir unsere Hoffnung setzen. Dr. Paul F. Schmidt 3 Schillings lehnt ab. In einem längeren Schreiben an den Kultusminister hat Max von Schillings das ihm angebotene Amt des Leiters einer Meister tlasse für Mufit an der Akademie der Künfte abgelehnt und die Durchführung der ihm auf Grund feines im gegenseitigen Einvernehmen erfolgten Ausscheidens zustehenden Fortzahlung der vertraglichen Bezüge erbeten. Das Schreiben des Intendanten vom 15. Januar hat folgenden Wortlaut: „ Sehr geehrter Herr Minister! Am 2. Januar schlossen wir einen Vergleich. Wir wollten durch Abschluß dieses Bergleiches nicht nur unserem beiderseitigen Interesse dienen, sondern für uns war die Rücksicht auf das Staatsinstitut in erster Linie bestimmend. Es wurde mir damals mitgeteilt, daß aussichtsvolle Verhandlungen über eine Neuorganisierung und Verschmelzung der drei Berliner Operntheater im Gange feien und daß eine Beilegung des die Deffentlichkeit in Erregung haltenden, schwebenden Prozesses die Berwirklichung dieses Planes noch am nächsten Tage möglich mache. Ich hatte feine Zeit, lange zu überlegen, ich hatte nicht einmal 3eit, mich mit meinen Sachwaltern eingehend zu besprechen. Ich sah mich vor eine noch in derfelben Stunde abzugebende Entschließung gestellt und stimmte deshalb dem Vergleiche zu. Sie brachten den Wunsch zum Ausdruck, daß durch den Vergleich ein Modus vivendi zwischen Ihnen und Ihren Räten einerseits und mir zu finden sei und machten mir hierfür zwei prattische Vorschläge. Ich konnte mich nicht sofort entscheiden und behielt mir ein Wahlrecht vor. Ich mußte mir flar werden, ob nach dem ganzen Verlauf der Dinge die fachlichen und persönlichen Gegenfäße zwischen Ihren Mitarbeitern und mir überbrückbar erschienen und daher eine neue Bindura an die staatliche Kunstverwaltung, solange sie in den bisherigen Händen liegt, für mich möglich sei. Die persönlichen Gegenfäße halte ich trok allem bei beiber feitigem guten Willen immer noch für ausgleichbar; die fachlichen aber haben an Schärfe nichts eingebüßt, wie es das Scheitern Ihrer Berhandlungen mit der Stadt Berlin über die Neuordnung der Berliner Operntheater farlegt. Die Berufung des städtischen Opern intendanten zum gemeinsamen Generalintendanten, für die sich die Stadt Berlin ausgesprochen hatte, und die von Ihnen im Prinzip angenommen war, erwies fich als untunlich, offenbar weil Ihre Herren Dezernenten dieselben Grundsäge, gegen die ich bisher gefämpft habe und die auch die Vertreter der Stadt Berlin für untragbar halten, weiter zur Anwendung bringen wollten. Dadurch zeigt sich, daß Ihre Herren Dezernenten den Umbau Wer hat den Massenmord befohlen? Schulz bestreitet seine Schuld. München, 16. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im Berlacher Mordprozeß wurde am Sonnabend die Rolle besprochen, die der Major Schulz vom Freitorps Lügow bei der Erschießung gespielt bat. Gegen Schulz chwebt noch ein Berfahren wegen Ber dachtes der Mittäterschaft, dessen Weiterverfolgung von dem Ausgang des jeßigen Mordprozesses abhängt. Nach den Angaben der beiden Angeklagten soll Schulz die Erschießung mit den Worten befohlen haben: Legen Sie die Schweine um!" Ein Rimmergenoffe des Schulz, der Oberleutnant a. D. Seidler, befundete heute, daß Schulz an jenem Tage erst gegen 9 Uhr morgens aufgestanden sei, während die Aeußerung nach den Aussagen der Angeflagten schon um 7 Uhr gefallen sein soll. Der Zeuge Seidler vers, breitet sich auch über Befehle, die für die Standgerichtsverfahren gegolten haben. Anfangs hatte bei den Spartafiftenunruhen in Berlin ein wüstes Durcheinander bestanden, da seien die Leute ein fach erschoffen worden. Nachdem der Erlaß Nostes aber herausgekommen war, habe man zwar dort, wo Waffen gefunden wurden, erschoffen, ohne lange zu fragen, die übrigen Fälle seien vor die Standgerichte gekommen. Die gleichen Befehle hätten für die Kämpfe um München gegolten, und zwar bis zum 4. Mai, wo Schulz mitgeteilt habe, die Truppenteile hätten nur das Standrecht für so. fortige Erschießung, aber feine Standgerichtsbarkeit mehr. Schulz wurde hierauf unvereidigt vernommen. Er erzählt von dem Vormarsch gegen München, vom Kampf in der Nähe von Perlach und von Verlusten, die seine Truppe gehabt habe. Am 4. Mai sei ihm mitgeteilt worden, daß die Truppen nicht mehr die Standgerichtsbarkeit hätten und die Gefangenen zur Aburteilung beim Stabsquartier abliefern müßten. Diesen Befehl habe er an eine Reihe von Offizieren weitergegeben. Von der Entsendung Pölzings nach Perlach im Laufe des 4. Mai habe er gar nichts gewußt, auch nicht davon, daß Pölzing am Nachmittag des ( Auf gleichen Tages mit zwei Gefangenen zurüdgefommen sei. diese Aussage hin nimmt der Angeflagte Bölzing seine frühere Behauptung, Schulz babe den Befehl zur Expedition nach Berlach gegeben, zurü d.) Den Auftrag, abends wieder nach Berlach hinauszufahren, habe Pölzing von Mojor Lützow bekommen. Dak Pölzing am nächsten Tag ohne Gefangene zurüdgefommen fei, davon habe weder er( Schulz) noch sonst jemand vom Stab etwas erfahren. Erst während der Erschießungen habe er von diesen Vor. gängen Mitteilung erhalten, worüber er ganz erschroden gewesen sei. Er habe sofort nach Pölzing suchen lassen, der aber sei nicht zu finden gewesen. Später, beim Abrücken der Truppen, habe Pölzing angegeben, daß die Gefangenen ihn bedroht hätten. Er habe aber seine Verwunderung ausgesprochen, daß ein fo schneidiger Offizier sich in dieser Situation mir durch Erschießungen habe retten können. Bölzings weitere Behauptung, Schulz habe später den Bericht über diesen Fall so abzufassen befohlen, als ob alles in Ordnung gewesen wäre, bezeichnet Zeuge Schulz als eine feige Ber leumdung. Nach dieser Aussage nimmt Brüfert seine Behauptung, er habe Schulz sagen hören, Legen Sie die Schweine um!" zurüd, bleibt aber dabei, den Befehl zur Erschießung von Bölzina erhalten zu haben Auch Pölzing hält die Befundung über die Rolle des Majors Schulz bei der Abfaffung des Berichts nicht mehr aufrecht, besteht aber darauf, daß Schulz gefagt habe, es sei eine sehr unangenehme Geschichte. Der Leutnent, der den Bericht dienstlich abgefakt hat, der jezige Rechtsanwalt Denningel, befundet, daß der Bericht nach Angabe Polzinas angefertigt worden sei. Major Schulz habe? die ganze Sache eine peinliche Angelegenheit für das Rorps genannt. Die Beweisaufnahme wird am Montag fortgesetzt. Der belgische Kriegsminiffer Keffens ist aurüdgetreten, Fat aber noch in loyaler Weise Anordnungen getroffen, um die Anwendung der zehnmonatigen Dienstzeit auf den Jahrgang 1925 zu fichern. Coolidge für den„ Shenandoah"-Erfahbau. Präsident Coolidge tritt aufs schärffte dafür ein, daß für die verunglückte ,, Shenandoah" ein Erfagluftschiff gebaut wird. der staatlichen Kunstverwaltung", wie Sie ihn aus Anlaß bes Falles Schillings" in Ihrer Landtagsrede und in Ihrer Broschüre als notwendig bezeichneten, noch nicht in die Tat umsehen wollen. Wenn ich nun das Amt des Leiters einer Meisterklasse für Musik an der Akademie für Künfte annähme, die Sie mir angeboten haben, würde es sich nicht vermeiden laffen, daß ich weiterhin mit diesen Herren in dienstliche Beziehungen fomme. Ich unterschäße weder die große Bedeutung der mir angetra genen hohen Chrenstellung noch die wirtschaftlichen Vorteile einer Sicherung auf Lebenszeit. Troßdem muß ich zurzeit aus den dar. gelegten Gründen die Annahme des hohen Ehrenamtes zu meinem großen Bedauern mit verbindlichstem Dante ablehnen. • Ich bitte Sie, Auftrag geben zu wollen, daß nunmehr zwischen Ihren amtlichen Stellen und meinen Sachwaltern, Herren Dr. Etscheit und Dr. Haensel, die Regelung der mir rechtmäßig zustehenden Fortzahlung meiner vertraglichen Bezüge durchgeführt wird. In ausgezeichneter Hochachtung Schillings." Eugen Ortners Tragödie„ Michael Hundertpfund" in der Tribüne war einer der stärksten Erfolge junger deutscher Dramatiter der letzten Zeit. Stürmisch und voller Dankbarkeit rief man den Autor und den Hauptdarsteller Heinrich George. Ueber die bemerkenswerte Aufführung, die irgendwie an Schönherr und den Naturalismus erinnerte, soll am Montag ausführlicher berichtet werden. Dar. dorf veröffentlichen Herbert Eulenberg und Hanns Heinz Einen Aufruf zur Errichtung eines Heine- Dentmals in DüffelEwers. Es heißt in dem Aufruf: Noch haben wir nicht einen Heller des benötigten Geldes, noch haben wir nichts als die Gewißheit, daß die Zeit der Mißverständnisse und Widerstände vorbei ist, und die Aussicht, daß der Platz, der des Dichters Steinbild in der Stadt feiner Kindheit gebührt, uns gegeben wird. Aber wir wiffen, daß überall in der Welt Menschen leben, die Heinrich Heine lieben, missen, daß sie nur auf dies Beichen warten, um durch große und fleine Spenden ihrer Liebe und Dankbarkeit Ausdruck zu geben. So sind mir sicher, in fürzester Frist die Mittel zusammenzubringen, die nötig sind. Wir, zwei Dichtersleute aus der Stadt Heinrich Seines, fühlen in aller Bescheidenheit die Verpflichtung, zusammen mit einigen Düsseldorfer Freunden den ersten Anstoß zu geben. Wer mit uns übereinstimmt, wer uns mit Rat und Tat helfen will, möge Mitteilung richten an den vorbereitenden Ausschuß für ein Düsseldorfer Heine Denkmal, zu Händen von Dr Herbert Eulenberg, Raiserswerth bei Düsseldorf." Einstein über das Bölferbundsamt für geistige Zusammenarbeit Albert Einstein, Mitglied des Völkerbundsausschusses für geistige Zusammenarbeit, ergreift in der Zeitschrift L'Europe Nouvelle neben Bertretern sämtlicher dem Völkerbundsausschuß für geistige Zusammenarbeit angehörenden Ländern das Wort, um gewisse Bedenken, betreffend das Völkerbundsamt für geistige 3u sammenarbeit, das in Paris feierlich eröffnet ward, zum Ausdruc zu bringen. Er erkennt an, daß Frankreich das ständige Institut geschaffen hat, hält es jedoch für seine Pflicht, eine Kritit seinen Wünschen für das Gedeihen des neuen Instituts anzufügen. Sie Die Losgelassenen. Ehrhardt und Roßbach nehmen ihre Hehertätigkeit wieder auf. München, 16. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Nach Aufhebung des Haftbefehls auf Grund der Amnestie ist der frühere Oberleutnant Roßbach nunmehr von Salzburg nach München zurückgekehrt. Er betrachtet sich als Führer der völkischen Wehrjugendbewegung und beginnt sofort eine Agitations- und Propagandareise, die ihn über Nürnberg nach Berlin führt. Auch der Butschift Ehrhardt wagt sich nach der Amnestierung aus feinem Münchener Versteck, soweit man überhaupt von einem solchen reden kann, hervor. Er hat ein umfangreiches politisches Programm ausgearbeitet, durch dessen Beröffentlichung er neue Anhänger zu gewinnen hofft. Ein unter deutschnationaler Kontrolle stehendes Korrespondenzbureau lehnte aber die Verbreitung dieses Programms ab. Heeresreform in Polen. Verkürzung der Dienstzeit auf ein Jahr. Warschau, 16. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Im Heeresausschuß des Abgeordnetenhauses erklärte Wehrminister General 3eligowski, daß die Regierung dem Antrag der Sozialisten zustimme, wonach die Heeresdienstzeit von 18 Monaten auf ein Jahr herabgesetzt werden soll. Es wird beabsichtigt, ein Ausbildungssystem zu schaffen, das nur einen Teil der Soldaten faserniert und die Ausbildung mehr ins freie Feld verlegt. Schon jetzt werden aus Ersparnisgründen viele Soldaten in die Heimat beurlaubt, wobei Löhnung und Verpflegung gespart werden. Der Ministerrat hat sich zweimal mit dem Antrag des sozialistischen Ministers Moraczewsti beschäftigt, den Marschall Pilsudski wieder in den aktiven Heeresdienst zu berufen. Ein positiver Beschluß darüber ist nicht zustande gekommen. Moraczewski ist mit Bilsudski sehr befreundet und hat diesen Antrag nicht im Einvernehmen mit der sozialistischen Parteileitung gestellt. Bilsudski selbst erklärt nun, daß er die Rückkehr in den Dienst nicht anstrebe. Die linte Bauernpartei„ Befreiung"( Wyzwolenje) hat sich Die linte Bauernpartei„ Befreiung"( Wyzwolenje) hat sich gespalten. Von ihren rund 40 Mitgliedern haben 17, darunter der sehr bekannte Abg. Domffi, eine neue Graftion gebildet, der fich noch andere fleine Gruppen anschließen dürften. Man vermutet, daß diese neue Partei, im Gegensatz zur Wyzwolenje, der Re: gierungstoalition beitreten wird. Mehreinnahmen an Stelle der Berdoppelung der Umsatzsteuer in den Kartellvorschlägen beraten. Mit geringfügigen Abänderungen hat man die Artifel 3, 6 und 7 dieses Projektes angenommen, den Artikel 4 dagegen abgelehnt. Die Budapester Untersuchung. Ein Parlamentsausschuß beantragt. fraktion der Sozialdemokratischen Partei Ungarns bielt om Eametag Budapest, 16. Januar.( Eigener Drabibericht.) Die Parlamentsvormittag eine Sigung ab und beicbloß, an der für Dienstag durch den Präsidenten des Parlaments einberufenen 8wischen parteilichen Konferenz nicht teilzunehmen, da fie mit dem größten Mißtrauen gegen die Regierung erfüllt sei. Eie befalog ferner, in der Dienstagfißung der Nationalversammlung die Einsegung eines parlamentarischen Untersuchungsausiufies bon 26 Mitgliedern zu beantragen, um die politischen Hintergründe der Frintfälschungen zu untersuchen. Die Darlehnsaffäre der chriftlichen Landarbeiter. Der Gesamt verband der christlichen Gewerkschaften hat sich veranlaßt gesehen, zweds Untersuchung gegen die beteiligten Abgeordneten Behrens und Meyer diese beiden Persönlichkeiten ihrer Aemter im Zentralverband der Landarbeiter vorübergehend zu ent. heben. Man darf auf das Ergebnis der Untersuchung gespannt fein, Vorläufig nehmen die christlichen Gewerkschaften außerordent lich für ihre fompromittierten Mitglieder Partei und damit auch feiner Untersuchung aus parteipolitischen Gründen veröffentlicht. für die Unterstügung des Fememörders Oberleutnant Schulz indem sie dem Polizeipräsidenten unterstellen, er habe die Ergebnisse 3m Lager der Arbeitgeberverbände dürfte über diese vorellige Stellungnahme der christlichen Gewerkschaften einhellige Freude herrschen Jmmun gegen Alimentenklage. Der Delegierte beim Bölferbund ist von einer Genferin auf auf Bahlung von Alimenten perklagt worden. Der Diplomat beruft sich gegen die Alimentationstlage auf seine diplomatische Immunität. Im Kampfe für die Arbeitslosen. Notwendige Aenderungen der Erwerbslosenfürsorge. Kein Einsichtiger tann sich unserer Forderung verschließen, daß| waltungstoften nicht im gleichen Umfange wachsen. Bei der Beidie dringend notwendige Hilfe für die Arbeitslosen nicht bis zur Berabschiedung des Gefeßentwurfs über die Arbeitslosen versicherung vertagt werden darf. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat deshalb beim Busammentritt des Reichstages ihre Anfündigung wahrgemacht und durchgesetzt, daß der soziale Ausschuß des Reichstages sofort in die Beratungen über die zurückgestellten Fragen für die Neuregelung der Erwerbslosenfürsorge eingetreten ist. Eine der vordringlichsten Fragen war die Einbeziehung der nichttrantenversicherungspflichtigen Angestellten in die Erwerbs wenn dieses Ziel nunmehr erreicht ist. Welche Schwierigkeiten hier Lofenfürsorge. Unseren angeſtrengten Bemühungen ist es zu danken, zu überwinden waren, geht aus der Tatsache hervor, daß das Reichsarbeitsministerium, gestützt durch die frühere ablehnende hal tung der bürgerlichen Angestelltenverbände, die bereits Anfang 1924 vom AfA Bund aufgestellten Forderungen immer wieder abgelehnt hat. Nunmehr ist es durch die parlamenta Dramatische Kommunistenverhaftung. rische Aktion der Sozialdemokratie gelungen, diesen auch in prin zipieller Beziehung wichtigen Fortschritt durchzufeßen. Bekanntlich Warschau, 16. Januar.( DE.) Die Polizei hat den lange ge- fieht der Gefeßentwurf über die Arbeitslosenversicherung auch nur die fuchten Kommunisten Kulifowsti in Bialystok entdeckt und ver Einbeziehung der frankenversicherungspflichtigen Angestellten als haftet. Ein polnischer Offizier, der während des polnisch russischen Pflichtversicherte vor, so daß ein großer Teil der Angestellten aus. Krieges gefangen genommen und mit dem Tode bedroht worden war(?), dann aber hatte flüchten können, erkannte in Bialystok aufnahmerechtlich behandelt werden soll. Nachdem es jetzt gelungen ist, der Straße Kulitomsti als einen der polnischen Kommunisten, die alle Angestellten bis zu einem Jahreseinfommen vom 6000 mart fich damals der Roten Armee angeschlossen und in Bialystok eine nach in die Erwerbslosenfürsorge einzubeziehen, wird es unmöglich fein, dem Abzug der Ruffen wieder zusammengebrochene Sowjetre pudiesen Kreis von der fünftigen Arbeitslosenversicherung einzuengen. blit gegründet hatten, und veranlaßte seine Verhaftung. Kulitowsti hatte sich offenbar in Bialystot ganz sicher gefühlt und eine derartige Begegnung nicht vermutet. Die polnische Polizei hat ihn in Retten abtransportiert. # Halbe Einigung in Paris. Briand gibt Doumers Programm preis. Paris, 16. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Berständigung zwischen der Regierung und der Linkstartelmehrheit und der des Finanzausschusses scheint nicht durch ein Nachgeben der Linken, fondern vielmehr durch das Einlenten der Regierung zuftande gekommen zu sein. Der Wortlaut des Ausschußbeschlusses läßt erkennen, daß die Ausschußmehrheit in der entscheidenden Frage des Zahlungsstempels, des Kernstüds von Doumers Projekt, bei ihrer Ablehnung geblieben ist. Briand soll erklärt haben, daß die Regierung fich meder auf den Zahlungsstempel, noch auf irgend einen ihrer Steuervorschläge versteife, wenn der Finanzausschuß diese durch andere ausreichende und vor allem fofort eingehende Mehreinnahmen sichernde Steuermaßnahmen ersetze. Dement. sprechend hat denn auch der Ausschuß die Schaffung der notwendigen 39 behaltung eines Beitragssages von 3 Prozent des Grundlohnes wir halten diese Beitragsbelastung für zu hoch würden aller Wahrscheinlichkeit nach immer noch% des Gesamtauf. wandes für die Arbeitslosen durch die Beiträge gebedt werden, wenn alle frantenversicherungs- und angestelltenversiche rungspflichtigen Arbeiter und Angestellten zur Beitragsleistung herangezogen würden. Die Denkschrift des Reichsarbeitsministers über die Sozialverficherung rechnet für 1924 mit etwa 19 Millionen trantenversiche. rungspflichtigen Personen. Vergleicht man damit die Zahl der daß entweder durch die Befreiungsvorschriften des ReichsarbeitsBeitragsleiftenden für die Erwerbslosenfürsorge, dann ergibt sich, ministeriums Millionen von der Beitragsleistung befreit sind oder ein erheblicher Teil einfach teine Beiträge bezahlt. Es ist auch anzu. nehmen, daß es in erheblichem Umfange an der richtigen Beitragsleistung mangelt. Die geplanten Aenderungen in der Beitrags. befreiung genügen feineswegs; es wird deshalb notwendig sein, daß fich der Reichstag die sozialdemokratischen Anträge zu eigen macht und alle Befreiungen aufhebt. Die sozialdemokratische Fraktion fordert in ihren Anträgen auch die Aufhebung der Beschränkung in der Bezugsdauer der Erwerbslosenunterstützung. Auch das erscheint uns als eine felbstverständliche Forderung, denn die unverschuldete Arbeitslosigkeit wird unmöglich zu einer selbstverschuldeten Arbeitslofigkeit, wenn der Arbeitslose nach Ablauf der Bezugsdauer troß größter Bemühungen immer noch feine Arbeit gefunden hat. Ebenso unhaltbar sind die Bestimmungen über öffentliche Notstandsarbeiten, wonach die Beschäftigung der Erwerbslofen bei Notstandsarbeiten die Unterstützungsdauer angerechnet wird. Wir haben wiederholt eine Form der Erwerbslosenfürsorge ist und die Beschäftigung auf den Weg gezeigt, wie man in stärferem Unifange die Beschäftigung Beges macht es jedoch dringend erforderlich, die eben genannten von Erwerbslosen ermöglichen kann. Die Beschreitung dieses Mängel zu beseitigen und ein freies Arbeitsverhältnis bei ber Beschäftigung bei Motstandsarbeiten herzustellen. Es geht nicht an, ben bei Noistandsarbeiten Beschäftigten für seine Arbeitsleistung damit zu bestrafen, daß diese Zeit auf die Unterstützungsdauer angerechnet und bei wieder eintretender Arbeitslosigkeit der Erwerbs. lofe in der Bezugsdauer benachteiligt wird. Die nunmehr vorgenommene gesetzliche Wenderung der Ber- losigkeit, ordnung über die Erwerbslosenfürsorge beendet aber auch den un haltbaren Zustand, daß diese Angestellten auf die Armenpflege angewiesen waren. Durch die Vorschrift, daß seit 1924 nur eine drei monatige versicherungspflichtige Beschäftigung nachzuweisen ist, wird es möglich sein, auch die bereits langfristigen erwerbslosen Angeftellten in die Erwerbslosenfürsorge überführen zu können. Mit allem Nachdrud forderten wir im sozialen Ausschuß auch eine beschleunigte Regelung der Kurzarbeiterfürsorge. Die Not der Kurzarbeiter wird wohl am treffendsten burch die Tat fache illustriert, daß viele Kurzarbeiter nicht einmal soviel verdienen, wie der Bollerwerbslose an Unterſtügung erhält, obwohl die gegen wärtigen Unterſtügungsfäße ganz unzulänglich find. Es gelang unferen Bemühungen, im sozialen Ausschuß des Reichstages einen Beschluß durchzusehen, der die Reichsregierung beauftragt, dem Reichstage eine Vorlage über die Unterstützung der Kurzarbeiter zu gehen zu laffen. Es ift bezeichnend für die Koalitionsfreundlichkeit der Deutschen Volkspartet, daß ihre Vertreter sich der Stimme enthielten. Der schwerste Kampf wird entbrennen bei der notwendigen Neuregelung der Unterstützungsfähe lautet: Ich habe alle Tage Gelegenheit zu bemerken, daß das große Hindernis, auf das das Werk des Böllerbundsausschusses für geistige Zusammenarbeit stößt, das mangelnde Bertrauen in seine politische für die Erwerbslosen. Wir haben im„ Borwärts" vom 18. Dezember Objektivität ist. Es muß alles getan werden, um dieses Bertrauen die Unterstützungsfäße, wie sie seit dem 14. Dezember gelten, verzu stärken, und man muß alles vermeiden, was geeignet ist, es zu öffentlicht. Danach erhält in Berlin der unverheiratete Arbeitslose vermindern. Jedoch fann die Tatsache, daß die französische Regieüber 21 Jahre 9,75 M. pro Woche, der verheiratete Arbeitslose für rund in Paris mit Mitteln des franzöfifchen Staates und mit einem fich und seine Frau 13,05 m. pro Wache, der verheiratete Arbeits Franzosen als Leiter ein Institut schafft und unterhält, das das ständige Organ des Bölkerbundsausschusses für geistige Zusammen. lose mit zwei Kindern 17,70 m. pro Woche. Diese Unterstüßung arbeit sein soll, zu der Befürchtung Anlaß geben, daß der franzöfäße sind weit davon entfernt, den notwendigen Unterhalt des fische Einfluß innerhalb des Böllerbundsausschusses vorherrschen wird. Dieser Eindrud wird noch durch die weitere Tatsache ver stärkt, daß bis jetzt der Borsigende des Bölkerbundsausschusses felbft ein Franzose ist Obwohl die Persönlichkeit, um die es fich handelt, überall die höchste Achtung aller und die größte Sympathie genießt, besteht nichtsdestoweniger dieser Einbrud. Einstein füat bem binzu: Ich habe gesprochen und mein Gewissen somit befreit. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß es dem neuen Amt gelingen wird, in ständiger 3ufammenarbeit mit dem Bölferbundsausschuß für geistige Sufammenarbeit uns dem Ziele näher zu bringen, das wir gemeinfam verfolgen, um das Bertrauen und die Wertschäßung der geiftigen Arbeiter aller Länder zu erwerben. Mag Terpis und die Tanzoruppe der Staatsoper beftreiten die 3. Tanz matinee der Boltsbühne E.B., bie am Sonntag, den 24. Januar, im Theater am Bülowplatz ftettfindet. Karten 1 M. Ueber Heinrich Zille ſpricht auf Einladung der Boltsbühne Dr. Ad. Seilborn am Sonnabend, den 23. Januar, abends 7%, Ubr, im Hör faal des Kunstgemei bemuseums, Bring- brecht- Straße 7a. Der Vortrag wird durch Lichtbilder unterstügt. Einlagfarten 70 Bf. am Saaleingang. Ein Konzert des Deuffchen Arbeiter- Sängerbundes( Gau Berlin, Bezir? 1) findet am 24., nadim. 3, Uhr, in der Bh lharmonie ftatt. Das Programm ist unter dem Motto„ Naiur, Liebe, Leib, Scherz und Spott" zusammengestellt. Bezirkschormeister Paar dirigiert den Massenhor. Theater im Admiralspalaf. Anlaßlich der 175. Aufführung von Achtung! Belle 505" hat sich die Direktion entschloffen, eine bolts fümliche Boche mit Eintittspreisen von 1 m. bis 8 M. zu veranstalten. Die Woche beginnt am 18. und endet am 24. d. M. Diese Aufführungen der Haller- Revue" finden in der Premierenbelegung statt. Die Künstlerhilfe der Arbeitsgemeinschaft deu'scher Schriftsteller, Komponi en un limen veranstaltet am 19., 5 Uhr, im Maurichen Gaal bes Regina- Palates( am 800) einen literarisch musikalischen Thee mit Darbietungen eriter fünstlerischer Straite. Der geiamte Reinerlös ist zum Besten der zahlreichen notieidenden Künstler bestimmt. Richard Strauß wird der Erstaufführung feiner Elettra am 19. in der Städtischen Oper beiwohnen. Jatob Schaffner lieft auf dem vierten Dichterabend des Verbanbes Deutler Erzähler am 24. Januar, abends 8 Uhr, im Blenariaal bes Herrenhauses, ben Roman Sohannes" und ballon, ein Berliner Bild. Karten bei Bote& Bod und A. Bertheim Der Luft. De Thealerzeitung. Die Volfsbühne enthält in ibrer foeben erfchienenen 2. Ausgabe: Bernhard Shaw, Erziehung zur Stunft; das zweite Bolts. bübnentheater; Unterredung mit einer modernen Schauspielerin; Emil Bernhard, Attualität und Drama; Theodor Leiling, Brief; das Wunderkind Toni van Eyf; ferner in- und ausländische Theaterberichte; Boltsbühnenewegung; Gloffen. Bostabonnement vierteljährlich 1 M., Einzelnummer 20 Bf. | Was die sozialdemokratische Frattion an Aenderungen in ber Berordnung über die Erwerbslosenfürsorge verlangt, ist nicht nur bringlich, es ist auch durchführbar. Die von Reich und Ländern aufzuwendenden Mittel sind vorhanden. Es genügt nicht, immer nur platonische Erklärungen abzugeben, daß die Arbeitstraft das wichtigste Gut der Nation ist, es muß danach gehandelt werden! 189 000 Arbeitslose in Berlin. Jeder 21. Berliner ohne Erwerb! Die Zahl der Arbeitslojen in Groß- Berlin hat sich in der vergangenen ode um 18 000 auf 185 000 erhönt. Damit ist jeder 21. Berliner Einwohner erwerbslos, und jeder 32. Bewohner bezieht ErwerbsArbeitslosen sicherzustellen, wie das der Artikel 163 der Reichs- lofer unterstützung. Auch in der abgelaufenen Woche wurden verfaffung verheißt. Eine Erhöhung der Unterstüßungsfäße um noch zahlreiche Betriebe gefchloffen oder führten 50 Broz, für die sich die sozialdemokratische Reichstagsfrattion miturzarbeit ein. In der Metallindustrie wurden nicht aller Entschiedenheit einsetzen wird, dürfte der Pflicht des Staates, Kurzarbeit ein. In der Metallindustrie wurden nicht für den notwendigen Unterhalt der Arbeitslosen zu sorgen. eher ent weniger als 4000 Personen arbeitslos. fprechen. Daß eine solche Erhöhung durchaus im Bereich des Mög lichen liegt, zeigt ein Bergleich mit den englischen Unterftühungsfähen. In dem vorerwähnten Beispiel würde nach einer Erhöhung um 50 Broz. der unverheiratete Arbeitstofe über 21 Jahre 14,65 m. pro Woche erhalten, der verheiratete Arbeitslose 19,60 m. pro Woche, ber verheiratete Arbeitslose mit zwei Kindern 26,55 M. pro Woche. Die englischen Unterstützungssäge betragen in den drei Beispielen 18 Schilling, 23 Schilling und 27 Schilling: sie sind also auch dann immer noch höher als in Deutschland, wenn die deutschen Unterstützungsfäße um 50 Proz. gesteigert werden. Bei den bevorstehenden Auseinandersetzungen über die Erhöhung der Unterstüßungsfäße wird die Reichsregierung ficher wieder den Einwand erheben, daß eine solche Erhöhung finanziell untragbar sei. Die Regierungsvertreter operieren immer mit Zahlen, die sich noch nie als richtig erwiesen haben. Versucht man, an Hand der letzten Beröffentlichungen im Reichsarbeitsblatt Nr. 1/2 vom 9. Januar dieses Jahres über die unterstützten Erwerbslosen im Deutschen Reiche nach dem Stande vom 15. Dezember 1925 einen Ueberschlag zu machen, dann ergibt sich folgendes: Am 15. November v. 3. wurden 473 454 Hauptunterstügungsempfänger gezählt, am 1. Dezember waren es 673 315 und am 15. Dezember 1057 031. Das, vorläufige Ergebnis der Ausgaben im November wird angegeben mit 24 521 785 m. In dieser Summe sind enthalten die Hauptunterstützungen einschließlich der Familien. zuschläge, Krankenversicherungsbeiträge, Reisetoften, Umschulungs, Anferne, Arbeitsausrüstungstosten und die notwendigen Berwal tungskosten für die öffentlichen Arbeitsnachweise. Beranschlagt man die gegenwärtige Zahl der Hauptunterstüßungsempfänger auf 1% Millionen und berücksichtigt, daß die Verwaltungsfoften ber Arbeitsnachweise nicht im gleichen Umfange steigen, dann dürfte sich der Beschlüsse zur Erwerbslosenfürsorge. Einheitliche Regelung im Reichsgebiet.- Notlösung bis zur Einführung der Erwerbslosenversicherung. Der Reichsrat genehmigte am Sonnabend zwei neue Berordnungen zur Erwerbslosenfürsorge. Die erste Berordnung unterbindet die Befreiung der land. und forstwirtschaftlichen Ar. beiter von der Beitragszahlung. Als Befreiungsgrund gilt aber nur, wenn es sich nicht um einen schriftlichen Arbeitsvertrag, sondern um einen Tarifvertrag mit halbjähriger Dauer handelt. Diese Berordnung wurde durch Mehrheitsbeschluß anger mmen, dagegen waren unter anderem Bayern und Medienburg.relig. gleichstlaffe vor, durch die Beitragszahlung und Unterstügung Die zweite Berordnung fieht die Bildung einer Reichsaus. im Reich normiert wird. Der Reichsanteil der Erwerbslosenfürforge wird vom 1. Februar ab bis auf weiteres auf ein Prozent bes Grundlohns festgesetzt. Auf Anregung Preußens hatten die Ausschüsse bie Regierungsvorlage dahin ergänzt, daß die preußische Gefahren. gemeinschaft und Ausgleichstaffen neben der Ausgleichstaffe für das Reich aufrechterhalten werden. Die Reichsregierung wünscht, daß dieser Zufaz feine Folgen für die Arbeitslosenversicherung auf gefeßlichem Wege hat. Die Verordnung wurde in der Fassung der Ausschußbeschlüsse angenommen. Bayern behielt sich das Protokoll offen. Bon ben anderen Staaten erklärte sich u. a. Württemberg gegen die Ber ordnung und gegen die Festsetzung des Reichsanteils auf 1 Prozent. Das Gefeß über Einbeziehung der hoher bezahlten n. gestellten( bis zu 6000 m. Jahreseintommen) in die Erwerbs. losenfürsorge fann nunmehr publiziert werben, nachdem es gestern nach der Annahme durch den Reichstag, um ber gefeßlichen Form zu genügen, nochmals dem Reichsrat vorgelegt worden war und dieser von dem Reichstagsbeschluß Kenntnis nahm, ohne Einspruch monatliche Aufwand auf rund 80 millionen Mart belaufen. Eine Erhöhung um 50 Prozent würde demnach unter 120 Millionen pro Monat bleiben, weil, wie schon erwähnt, die Ber- I zu erheben Gewerkschaftsbewegung Der Reichsbahn- Schiedsspruch verbindlich erklärt! Berlin, 16. Januar.( WTB.) In dem Cohn- und Tarifftreit zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschaft und dem Einheits. verband der Eisenbahner Deutschlands, der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und dem Allgemeinen Eisenbahnerverband ift der am 29. Dezember 1925 gefällte Schiedsspruch durch Berfügung des Reichsarbeitsministers vom 16. Januar 1926 auf Antrag der Eisenbahnerverbände für verbindlich erklärt worden. * Damit ist dem üblen Spiel ein Ende gemacht, das die Reichs bahnverwaltung während der ganzen Bewegung mit den Eisen. bahnarbeitern getrieben hat und das sie noch nach dem Ablauf der Erklärungsfrist zu dem Schiedsspruch fortseßen wollte. Müssen wir auch nach dem ganzen schäbigen Berhalten der Verwaltung befefe Arbeitsfleibung ster, infolge fchlechten Weges brei. Bon ben Berletzten arbeiteten pro Tag acht Stunden 18; seit längerer Zeit neun Stunden 25. Folgende Altersstufen waren bei den Berletzten vertreten: 18 bis 20 Jahre 6; 20 bis 35 Jahre 15; 35 bis 65 Jahre 22. Von den Verletzten waren Altordarbeiter 33, Lohnarbeiter 10. Aus dieser Statistik geht hervor, daß eine ganze Reihe von Unfällen unterblieben wäre, wenn die Schutzvorrichtungen vorhanden resp. in Ordnung gewesen wären. Das Gleiche trifft auf die Arbeitskleidung und auf die Wegverhältnisse zu. Weiterhin ist zu bemerken, daß die Zahl der Berunglückten bei denen größer war, die Ueberstunden arbeiteten, und daß die Zahl der Affordarbeiter die der Lohnarbeiter ebenfalls gewaltig übersteigt. Außerdem kann man feststellen, daß noch immer nicht alle Mittel angewendet werden, um Unfälle nach Möglichkeit zu vermeiden. Zum Teil liegt es auch an der Arbeiterschaft selbst, daß sie den Unfallgefahren nicht die genügende Beachtung Neuer Reichstarifvertrag im Berficherungsgewerbe. Der Zentralverband der Angestellten teilt uns mit, daß am 16. Januar 1926 der auf Grund der Schiedssprüche vom 19. Dezember 1925 zwischen dem Arbeitgeberverband deutscher Verficherungsunternehmungen und dem Zentralverband der Angestellten usw. zustande gekommene Reichstarifvertrag von jämtlichen Vertragsparteien unterzeichnet worden ist. Dieser Reichstarifvertrag regelt die ideellen Arbeitsbedingungen der Versicherungsangestellten bis zum 31. März 1927, die Ge halter bis zum 30. Juni 1926. Der Reichstarifvertrag ist bei der Hauptgeschäftsstede des Zentralverbandes der Angestellten, Berlin SO. 26. Dranienstr. 40/41, bei der Ortsgruppe Groß- Berlin des 2da., Belle- Alliance- Str. 7/10, zu beziehen. zweifeln, daß sie aus dieser Bewegung und diesem für fic so Achtung SPD. Betriebs- und Gewertschaftsfunktionäre! Disfuffion auf die unhaltbaren Zustände hervorgeblamabien Ausgang hinsichtlich ihrer weiteren Personalpolitik vernünftige Schlußfolgerungen zieht, so dürfen wir aber um fo mehr hoffen, daß die Eisenbahner die fich für ihren organisatorischen Zusammenschluß ergebenden Schlüsse ziehen. Mit der Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches ist für die Eisenbahner der Tarifvertrag wieder in Kraft getreten, so daß sie einen Rechtsanspruch auf ihre Lohnsäze haben, der bisher nicht gegeben war. Die zwar recht winzige Lohnerhöhung tommt nun auch für die Arbeiter der Reichspoft und alle übrigen Reichsarbeiter zur Geltung. Schreibt ,, Wenn es auch nur ein Brot pro Woche ist Der Deutsche Eisenbahner" was die Eisenbahner erhalten haben, so haben sie das nur ihrer Gewerkschaft zu danken. Nur wenn die Eisenbahner einig und geschlossen sind... werden sie ihr Recht zum Menschsein verwirklichen können." Unfälle in der Metallindustrie. Ergebnisse einer Erhebung in Berlin., Am Montag, den 18. Januar, abends 71 Uhr in den Musikerfälen, Kaiser- Wilhelm- Straße 31 Funktionärkonferenz aller SPD. Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre. Borfrag: Uus Amerikas Arbeiterbewegung" Referent: Genosse Kurt Heinig Verschiedenes. Parteiausweis legitimiert! Barteiausweis Legitimiert! entgegenbringt. Arbeiterinnen z. B. dürften an Maschinen nicht ohne ha arschußfapper arbeiten. Fast täglich paffieren noch Unfälle dadurch, daß Arbeiterinnen mit ihrem Haar in die Transmission hineingeraten. Genau das Gleiche trifft auf zu lofe Arbeitskleidung zu. Ein weiterer Faktor der erhöhten Unfälle, der besonders in der Metallindustrie ins Gewicht fällt, ist der, daß die Akkordpreise zu niedrig bemessen sind. Die meisten Akkordpreise sind im Jahre 1923 oder Anfang 1924 falfuliert worden. Mit diesen Affordpreisen erreichte ein Facharbeiter im Durchschnitt 75 Pfennig pro Stunde. Die Arbeitsintensität in den Betrieben ist seit dem Jahre 1923 so gestiegen, daß der Facharbeiter heute bei denselben Affordarbeiten und-preisen 1 Mt., in einigen Fällen sogar bis zu 1,25 Mt. pro Stunde verdient. Diese Schufterei zeigt mit aller Deutlichkeit, warum die Unfallziffer auch im Siemens- Konzern in einem solch erheblichen Maße gestiegen ist. Wie aus der Beröffentlichung in der Morgenausgabe des Vormärts" vom Dienstag, den 12. Januar, hervorgeht, haben die Unfälle im Siemens- Konzern ganz erheblich zugenommen. Man darf gespannt sein, mie es in den übrigen Betrieben der Berliner Metallindustrie aussieht und welche Zahlen die Gewerberäte in ihren Jahresberichten über andere Industrien veröffentlichen. Es lohnt sich, die Unfälle einmal näher zu betrachten und ihre Ursachen zu untersuchen. Wenn man die Zahlen des SiemensKonzerns zugrunde legt, so tommt man zu der Ueberzeugung, daß Als Schlußfolgerung ist dazu folgendes zu sagen: Für den hier nicht die Steigerung der Belegschaftsziffern an der Zunahme Arbeitgeber sowie für die Betriebsvertretung, darüber hinaus für der Unfälle mitsprechen fann, sondern daß andere Ursachen vorliegen die Gewerbeaufsichtsbehörden und Berufsgenossenschaften erwächst die müssen. Die Unfälle im Siemens- Konzern sind seit dem Jahre 1923 Pflicht, mit aller Schärfe dafür zu sorgen, daß überall die um etwa 250 Pro3. gestiegen. Auf Grund der durchschnitt- Schußvorrichtungen in Ordnung gehalten und auch lichen Jahresbelegschaftsstärke betrug die Ziffer im Jahre 1923: benugt werden, daß weiterhin durch Aufklärung in Wort und 1,44 Proz., im Jahre 1924: 2,25 Broz., und im Jahre 1925: 3,38 Pro3. Schrift auf die Gefahren, die ein mechanischer Betrieb mit sich bringt, Betrachten wir nun einmal die Unfälle eines mittleren Beaufmerksam gemacht wird. An den Gewerkschaften wird es aufmerksam gemacht wird. An den Gewerkschaften wird es triebes der Berliner Metallindustrie, in welchem die Belegschafts- liegen, daß in Zukunft eine andere Akkordpolitik getrieben wird, zahl im Jahresdurchschnitt 2148 betrug. Hier war die Unfallziffer daß der Achtstundentag unter allen Umständen einfür das Jahr 1925: 43. Nach dem Bericht der Unfallfommission ent- gehalten wird und daß überall da, wo die hygienischen Berstanden von diesen 43 Unfällen durch Konstruktionshältnisse schlecht sind, fie verbessert werden. Der Arbeiterschaft aber fehler fünf, durch eigenes Berschulden acht, durch material. rufen wir heute schon zu: Geht cchtsam mit eurem kostbarsten Gut, fehler fünf, durch mangelhafte oder fehlende Schuß eurer Arbeitskraft, un. Sie fann euch bei Berluft durch nichts mehr vorritungen neun, durch unglücklichen Zufall neun, durch zu ersegi merdent fecit and vegans 154 C N Untertalllen 10r Damen, wollgemisoht.... Beinklelder für Damen, offen, Innen gerauht. Strümpfe für Damen, Reinw. Kasohmir, schwarz Strickwolle sohwarz od, meliert 100 Gramm..... 1.95 2.60 2.65 0.90 srael BERLIN C KÖNIGSTR. SPANDAUER SIR. Wie die Kraftdroschkenführer entlohnt werden. wurde in zwei vom Deutschen Berkehrsbund einberufenen BerDie wirtschaftliche Lage der Kraftdroschtenführer in Groß- Berlin sammlungen am 13. und 14. Januar sehr eingehend behandelt. Nach einem Referat des Kollegen Heyl wurde in überaus fachlicher rufen durch den einzig dastehenden Zahlungsmodus der Arbeitgeber, hingewiesen. Es werden den Fahrern ledig= lich Prozente von der Einnahme gewährt, irgend ein fester Grundlohn wird nicht gezahlt. Die unausbleibliche Folge ist das sogenannte Greifenfahren, das dazu geführt hat, daß neuerdings wieder eine Anzahl Straßen von der Polizei für leere Droschten gesperrt wurden. Gegen die Sperrungen sowohl als auch gegen die Ursache dieser polizeilichen Maßnahme, die Bezahlung der Kraftdroschfenführer nur in Prozenten, wendeten fich fämtliche Redner in schärfster Weise. Die Seftionsleitung wurde beauftragt, mit den Organisationen der Kraftdroschtenbesizer in Verbindung zu treten, um eine grund. Wohl hat größte wirtschaftliche Not so manchem Kraftdroschtenlegende Aenderung der Bezahlung der Fahrer zu erwirten. führer tlar gemacht, daß nur inniger gewerkschaftlicher Zusammen schluß eine Besserung der Lage gewährleistet, leider aber haben noch lange nicht alle Berufsgenossen die notwendigen Konsequenzen durc Eintritt in ihre Organisation, den Deutschen Verkehrsbund gezogen; fie befinden sich scheinbar im Winterschlaf, hoffen wir, daß sie nicht erst dann erwachen, wenn es zu spät ist. Ferienreise Berliner Metallarbeiter. Der Deutsche Metallarbeiter- Verband unternimmt in der Zeit vom 30. Mai bis zum 4. Juni 1926 eine sechstägige Ferienreise nach Bornholm, Kopenhagen und der schwedischen Küste. schließlich aller Nebenabgaben, 130 Mart. Infolge der wirtschaftDer Preis dieser Fahrt beträgt ab Berlin bis zurüd Berlin, einlichen Krise hat ein Teil der Teilnehmer seine Anmeldung zurückgezogen, so daß noch eine Anzahl von Blähen.frei ist, die von den Mitgliedern anderer Gewerkschaften belegt werden fönnen. Wir machen hiervon Mitteilung und bitten, falls in den anderen Gewerkschaften Kollegen oder deren Familienangehörige vorhanden fein sollten, die an dieser Fahrt teilzunehmen wünschen, sich an den Kollegen Paul Tirpit, Deutscher Metallarbeiter- Berband, Linienstraße 83/85, zu wenden, ven dem gegen Einsendung des Rückporios Prospekte zugesandt werden. 3weds einer persönlichen Rüdsprache ist der Kollege Tirpitz im Bureau, Linienſtr. 83/85, Aufgang A, 3immer 20, während der Geschäftszeit von 9 bis 4 Uhr zu finden. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Verantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe Chloru: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Unaciaen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei und Berinasanftalt Bant Ginger u. Co. Berlin G 68, Lindenstrake 3. Sieran 2 Beilagen, Unterhaltung und Biffen" und Aus ber Film- Belti " T UND TEABSCHIN IN DIESER WOCHE Reste und Abschnitte: Kammg. Streif.) Schotten..... Wollmusselin.Mt. Noppenstoffe Jacquardstoffe Kammg.- Karos Wollfrisé..... Mr. Kashafoulé, 1.65 2.75 Reste und Abschnitte: Halbleinen kräftige Qualität für Bettlaken 2.20 Mtr., 140cm, für 4.95 Reste und Abschnittes Gabardine....) Eolienne Mantelstoffe..Mtr. Fantasiestoffe! Ripse... Kostümstoffe.. 3.75 4.45 Reste und Absohnitte Bastseide naturfarbig Messaline farbig, achottisch Mtr. Japon 90 cm Futterdamast Taft hellfarbig Mtr. 1.95 2.75 Damentuche Bedr.Marocain. Mouliné.. Mt. Reste und Abschnitte: Halbseide... Reste und Abschnitte: Handtuchstoffet.Küchen- Handtuchstoffe für handtücher, weiß Gerstenkorn Stubenhandtücher, halblein. mit roter Kante Drellgewebe 3,25 Mtr., 48 cm, für 2.159.25 Fitr, 8cm, für 2.80 6.50 Mtr., 48 cm, für 4.25 6.50 Mtr., 48 cm, für 5.50 Reinleinen Hausmacher für Bettlaken, 2.25 Mtr., 150cm, für 8.25 Züchen- Bettgarnituren 82 cm.. 31 Mtr 132 cm 8.95 Reste und Abschnitte: Gardinen- Mull gestickte Tupfen Mtr. Spannstoff 129 Tüllgardinen ca. 120 cm breit.. Madrasstoffe mehrfarb., 125 cm Madrasstoffe écru, 125 cm breit tr. Alpaka bedr. 120) 1.25 2.90 Halbl. Drell od. Gerstenk. Reinlein. Drellgewebe 48 cm 2.65 48 cm. 3.25 Mtr. 6.50 Mtr. cm.. 5.25 Reste und Abschnitte: cm Möbelsatin 80 Möbelgranit 80 cm 1.45 48 cm, für 4.25 488.35 Reste und Abschnitte: Herrenstoffe: Homespan Baumwollstoff Mtr. Cheviot Mtr. C bedruckt, 130 cm Dekorat.- Velvet 130 cm Gobelinstoff 130 cm Kunstseide gem. f.Dekorat., 120 cm) Mtr. 4.75 Melton.... Sportstoffe. Blau Kammgarn Anzugloden Strichloden Stück 3.50 echt bayerisch... Abschnitte für Kissenplatten Marke Vorwerk Moketteplüsch, Wollgobelin, Epinglé.... 5.80 8.90 Mtr. Reste und Abschnitte: Crêpe de Chine Duchesse schwarz und farbig, 85 cm Bastseide kariert, 80 cm Crêpe de Chine) bunt bedruckt Ottomane 90 cm Köpervelvet 70 cm breit...... Mtr. Mtr. 3.90 4.80 Reste und Abschnitte: Reste und Absohnitte Zephir. Perkal... Tennisflanell.. Mr. Bedr.Velours.. Voll- Voile bedruckt.. Frotté... Eiderflanelle Mtr. Schürzenstoffe SCHULPIA 0.65 1.35 Reste und Abschnitte: Madapolam Mt. 0.45 Gestreift Satin 80 cm. Mtr. 1.20 Linon Hemdentuch Mtr.0.70 Gestreift Satin Linon Hemdentuch Mtr. Makobatist Mt. 0.85 Linon 130 cm Lakenstoff Renforcé 138-140 cm... Mtr. 1.40 Reste und Abschnitte: Anzugstoffe: Kammgarn deutsche und englische Qualitäten, einfarbig und gemustert Ulsterstoffe. Paletotstoffe Kamelhaarstoffe Mtr. Sämtliche Herrenstoffe 140-145 cm breit Mtr. 11.und Damast 2.10 130 cm...... Mtr. Jackettfutter geblümt 140 cm, Mtr.2.90 Satin farbig.... Mtr. 1.20 Reste und Abschnitte: Tüllspitzen Besätze, Tressen) Mir. 0.18 Metallspitzen 0.35 ca. 5 cm breit... Mtr. Pelzbesätze Kanin, je 1cm breit, Mtr. 045 -Wäsche- Stickereien 12.nur in Stücken= 3.05 Mtr. Mtr. 0.15 0.20 0.40 fle. 27 4»Z.?ahrg«»s 1. Seilage öes VsnNärts . Sonatag,?7.�am>ar 7424 Bm Freiligratk) auf dorn Aunsrück. Der Schneesturm stimmt vom Rhein und sogt nach der Mosel zu über den fjunsrück. Die Kälte steht ehern mit A) Graden über den erstarrten Wäldern. Die Ackerschollen sind an der Ostseite vom rasenden Schiue weißglitzernd. Der Külzbach, das sorellengesegnete Wässerlein murmelt unter der Eisdecke, manchmal klirrt sie und bricht, und ein alter Mann steht daneben und lugt durch die kleinen Schollen, wie'« den Fischen gehen mag, die ihm im Frühjahr wieder Nahrung und Arbeit geben sollen. Ein alter Mann mit greisem, knappem Haar, so alt, daß er ein Recht darauf hätte, im Lehnstuhl zu sitzen und sein wenig rückschauende» Denken zu pflegen, zu träu- men und manchmal auch an den Tod zu denken. Aber dieser alte Mann ist nicht für da» Greisentum geschaffen, nicht von der Art: »Auf die Pastille gebückt, zur Seite de» wärmenden Ofen».' Er trägt Sehnsucht nach dem Leben in Freiheit, nach den Wäldern, die den Horizont kränzen, nach dem Himmel, der oller Länder Stuben- decke ist, noch mit 7S Jahren in sich. Er hat noch viel« Forderungen an das Leben zu stellen. Aber das Leben ist hart und will chn bei- feit, stellen. Die Menschen in Deutschland, die. da sie zum.Volk der Dichter und Sänger" gehören, doch ein wenig Interesse an seinem Schicksal nehmen müßten, haben ihn vergesien, ihn, den einzigen überlebenden Sohn de» großen deutschen Frei- heitssänger»—- den 7Sjährigen WolsgangFreiligrath, der al»Landarbetter arm und kaum beachtet, zuKülzaufdem H u n» r ü ck l e b t. Sie haben mit Ihren.angestammten Fürstenhäusern" zu tu», die ihnen das Letzte abknöpfen wollen, die letzten paar tausend Millionen. Darum wurde dem Alten 15 Reichsmark monatliche Kleinrente entzogen und nun lebt er von der Unter- stützung einer Landarbeitersamilie, die ihn seit Iahren bei sich auf- genommen hat. Vas Haus mlt de« grünen �äüen. 0. da» ist ein bekanntes Haus in allen Dörfern auf dem Hnns- rück, die rund um die kleine Kreisstadt S i m m« r n liegen. Besonder» jetzt im Winter, wo die harte Kälte mit der frühen Dunkel- heit einsetzt und die arbeitsgewohnten Hände keine Tätigkeit auf dem Felde finden. Da geht man in dos Haus und jragt nach der jungen Frau Schmidt oder nach dem alten.F r« i l i ch". Und wenn der alt«.Frellich" den Kühen das Futter gegeben und die Frau Schmidt den Schweinen den guten Fraß gekocht und alles soweit in Ordnung ist. dann geht's zu den Büchern, zu den Büchern, die des alten Freilich» Dater, der Ferdinand Freiligrath, geschrieben hat. Da lagt nun die Frau Schmidt, wo die schönsten Gedichte darin stehen, die. wo er den Fürsten die Wahrheit sagt und da« Äolk aufrust, die Ergebenheit abzuschütteln, wo er die weiße Frau den Fürsten warnend erscheinen läßt. E« ist der Schrei, den am sein Recht Da» Bolk erhebt, annoch in Treuen! Du schläfst sehr fest, o, mein Geschlecht. Zu überhören solch ein Schreien. Oder da» Lied vom Tod" oder der Schwur L>ie Toten an die Lebenden" O, steht gerüftetl Seid bereit! O, schaffet, daß die Erde, Darin wir liegen strack und starr, ganz eine freie werde. Da» Buch ober, das den Leuten am besten gefällt und wo e« heiß, verwegen, aufputschend oder träumerisch und empfindsam zugeht, da» nehmen sie mit nach Hause. Es sind mehrere Bände da in dem kleinen Haus mit den grünen Läden, aber sie sind so zerlesen, so mit dem Sraub des Landes von harten Händen er- füllt, daß die Blätter schon Neigung zeigen, au» dem Einband zu fallen. Aber bevor sie ganz zerfallen sind, wird man sie auf dein Grabe de» alten Sängers der Freiheit m einer Kapsel beisetzen und vielleicht schreibt einer darauf: Die Hinterloflenschaft seines Sohne» Wolsgang. den die Republik hungern läßt, der aber bei der Frau Schmidt und Ihrem Manne, dem Landarbeiter. Nahrung und Woh. nung fand.— Nahrung und Wohnung gibt die Frau Schmidt und ihre Familie dem Alten gern. Sie sind es ja immer so gewohnt gewesen, den Alten um sich zu sehen. Woljgang Freiligrath gehört einfach zur Familie: er lebt seit 32 Jahren in dem kleinen Hau» auf dem Hunsrück. weltoerlasien und von niemand gekannt. Er hat die Frau Schmidt und ihre Schwester als kleine Kinder mit erziehen helfen und erzieht jetzt ihre Kinder. Er hilft bei der harten Der 7 9 jährige Sohn des Prelbeltsäagen. lrbeit auf dem Lande, soweit das mit seinen 73 Jahren noch in üinen Kräften liegt. Er sät dos Korn und hilft es bündeln, wenn s reif ist. Er sät auch von den Frecheitsgedairkcn. die vom Dater «r in seiner Seele leben, in die Käps- der Kinder. Er macht kein lufheben« davon, er ist kein Demagoge und ist wohlaelitten. Da, ich« ist so«ng gemachen um ihn, da nach man eben bescheiden werden. Aber einst war das anders, da lebte in ihm der Aden- tcurergeist des Vaters, das Drängen in die Fern� die heiße Sehn- sucht in aller Welten Länder zu dränge� und was der Alte er- träumte und in beseligten Phantasien nicdarschrieb— das durfte ».erleben.— Da sitzt Wolfgang Frelligrath, 73 Jahre alt, zu Külz auf dem Hunsrück und erzählt von seinen Eeinnerungea. War das Patenkind eines Enkel» von Goethe, den der Vater aus der weimarischen Heimat der Mutter kannte und auf besten Patenschaft er großen Wert legt«. Dachte vielleicht, er werde die väterlichen Talente erben und sah im goethischen Vornamen Die Heimstätte Wolfgang Frelllgratbs In Külz. ein gutes Omen. Wolfgang Freilgrath entwickelte sich aber anders wurde ein Mann der tätigen Hand, stand mit beiden Füßen auf dem Boden dieser Erde. Ganz frühe Kindheftserinnerungen an den Bater beziehen sich auf die Zeit, als dieser in der Verbannung in London lebte, nachdem er sich ganz der neuen Freiheitsbewegung in die Arme geworfen hatte. Dom Gedanken bis zur Tat Schlug ich dreist die Brücke. Hüben steh' ich, und kein Führt mich je zurücke! Pfad In London wurde auch Wolsgang 1847— ein Jahr vor dem großen Sturm— geboren. Wolfgang schildert den Voter als einen Men, ruhigen und immer freundlichen Menschen. Di« Kinder, es waren noch vier, sahen chn wenig. Er führte das Leben eines vielbeschäftigten eng- tischen Kaufmannes, kam abends gegen 6 Uhr nach Hause und schloß sich sofort in seiner Bibliothek ein, die keinem der Kinder zugänglich war. Zum Abendesten kam er dann nach unten, und die ganze Familie saß dann um das lodernde Feuer in dem großen Kamin, während Vater Freftigroth hannlose Scherze zum besten gab. Die ältesten der Kinder, Wolsgang und Käthe, dursten mit den Eltern noch einige Zeit aufbleiben, während die jüngeren ins Bett geschickt wurden. Nach dem Besuch einiger Dorbereftungsschulen „An Wolfgang im Felde". Nach Friedensschluß ging Wolf- gang dann nach Stuttgart zu den Eltern, um seine angegrissene Gesundheit wieder herzustellen. Er hatte damals schon den Ein- druck, daß es mit dem Vater bergabwärts ging. Er lebte sehr zurück- gezogen und spann sich in eine eigene Welt der Verbitterung ein, die ihn bis zu feinem Tode eng umschloß. Stach dem To d e seines Bruders Otto, den der Vater besonders lieb gehabt hatte, ver- schärfte sich dieser Zustand. Die Mutter setzte alles daran, ihn aus dieser Weltentrücktheit wieder unter Menschen zu bringen. Es ge- lang ihr nicht. Er verließ tagelang nicht mehr das Haus und blieb unsichtbar für die ganze Familie. Im Febniar 1872 führte dann Wolfgang den lange zurückgestellten Entschluß aus und ging nach Amerika. Er nahm Stellung in B u f f a l o, in einem Leder- und Häutegefchäst, an und verwertet« dort seine kenntnist« in der Gerberei. Das machte sich. Er fühlte sich in seinem Element und konnte die ganzen nordwestlichen Staaten bereisen. Später ließ er sich dann in Minnesota mit einem eigenen Geschäft nieder, das auch reichen Gewinn abwarf. Aber die Frau, die er inzwischen geheiratet hatte, erkrankte, und zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit wurde die Fahrt nach Deutschland angetreten.' 1875 wohnte Wolfgang wieder in Cannstatt bei den Eltern. Er fand jetzt den Bater ganz still geworden und kaum wiederzuerkennen. Ein alter Achtundvierziger, Ludwig Walesrode, war viel bei ihm. Es bedrückte ihn, daß das Deutsch« Reich so ganz ander» ge- worden war, al» er es ersehnte, daß eine neue Periode der Knecht- schaft sich vorzubereiten begann. Im März 1876 erkrankte dann der alte Freiligrath, und bald darauf trat auch der Tod ein. Kurz vorher hatte er eine kleine Zeitung in englischer Sprache redigiert und sich über das Honorar gefreut, das er nach langer Zeit wieder für eine geistige Arbeit erhielt. Er starb morgens um 6 Uhr, im Lehnstuhl sitzend, im Kreise seiner Angehörigen. Ungeheure Menschen- mengen nahmen an dem Begräbnis teil. Nun begann das Wanderleben Wolsgang». Er ging zunächst wieder mft seinem Bruder P e r c y nach Kalifornien, wo sie M,e Mine erwarben, die aber kein Gold abwarf. Nachdem sie hier vergeblich eine ganze Zeit gearbeitet und ihr Geld ausgegeben hatten, wurde San Franziska aufgesucht, und kurz entschlossen, da es am Notwendigsten zu mangeln begann, verdingte sich Wolfgang bei einem L a ch s f i s ch e r auf der Humboldt-Bai. Aber auch das war nur ein Unterkommen auf kurze Zeit. Er wurde dann beim Bau der Nordpaciiicbahn angestellt und kam hoch hinauf bis an die Quellen des Columbiastromes In Mexiko wurde eine Silber- min« erworben, die in der Nachbarschaft einer großen, bereits aus- gebeuteten lag. Es hieß, die Sitberader führe in die Mine, und man versprach sich Millionenverdienste. Aber die Silberader führte wo anders hin, die Mine blieb ertroglos. Nach vielen Enttäuschungen kehrte Wolfgang dann 1893 nach Düsseldorf zurück, wo er bei Mutter und Bruder wohnte. Nach dem Tode feiner immer krön- kelnden Frau in London suchte er nach einem neuen Tätigkeitsfeld. Bei diesem Suchen kam er auf die Höhe des Hunsrück in das kleine Dorf Külz, wo ihn der Förster als Jagdpfleger und Heger mft beschäftigte. Spätere �ahre unü Ent/agvng. Es kam, wie es kommen mußte. Das heiße Leben, das Wandern durch die Wett, das Sorgen um den Unterhalt nach dem Tode der Frau, hatten den Alten vorzeitig müde gemacht. Er wurde wohl auch etwas menschenscheu und suchte in der Natur und in dem kleinen Kreise seiner einfachen Freunde Genüge zu finden. Die Natur spann ihn ein. das Jagd- und Forstleben ließ Kräfte nicht mehr zur Entwicklung gelangen, die in ihm schlummern mochten, aber nur durch Bewegtheit gelöst werden konnten. Er wurde ein Insichgekehrter und ein bischen Sonderling. Der Drang in die izerne, die er durchstreift, aber nicht zu Ende genossen, wurde wohl noch einige Male lebendig in ihm. Er hätte ihm vor einigen Jahren wohl noch einmal nachgegeben, wäre noch einmal in den Strom gekommen, in ein neues Schicksal verwickelt worden, aber die Mutter, die er abgöttisch liebte, ließ es nicht zu. Sie faßten Pläne, ihr Leben zusammen weiterzuführen, aber bevor es dazu kam, erlöste sie der Tod. Und dann war er zu alt, noch einmal den Kampf mit dem Leben aufnehmen zu können. Er wurde bescheidener und bedürfnisloser— das Pfeifchen im Munde, das bißchen Esten in dem Magen, das warme Bett in der Dachkammer— genügten schließlich auch, mußten genügen. Er war so vergessen, daß vor einigen Iahren in einer angesehenen Monatsschrift, die sich mit dem Andenken Ferdinand Freiligroths beschäftigte, sein Leben als lange beschlossen angegeben wurde. Später trat dann eine Wandlung ein. Einer seiner Freunde machte den Versuch, die Oeffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, daß ein Sohn greiligroths noch lebe und daß es nicht zum besten mit ihm stehe. Man bewilligte ihm eine Kleinrente von 15 Mark monatlich. Aber diese wurde auch bald nicht mehr gezahlt, und als Stimmen laut wurden und ein bürgermeisterliches Ohr der guten Stadt Simmern auf dem Huns- rück schließlich doch erreichten, wurde einer aus der Familie, die sich des greisen Dichtersohnes angenommen hatte, vor den Gestrengen befohlen. Der Herr Bürgermeister fragte erstaunt und unwillig, ob denn der Herr Frelligrath nicht mehr satt znessen habe. Nachdem ihm versichert wurde, daß er dieses noch habe— ließ man die Sache wieder aus sich beruhen— wo sie heute noch liegt Faksimile einer Widmung des Dichters an den Sohn. wurde Wolfgang dann an die Universitätsschule in der Gowerstreet geschickt, wo er bis zu seinem 17. Jahr« blieb. Dann trat er saiort ins Leben hinein, wurde Volontär in einem Spedi- tionsgeschäst, das«in Freund de« Vaters innehatte. Er bewährte sich und wurde Iuniorclerk in der Metropolitonbank. Im Jahre 1866 wurde Wolsgang nach Köln geschickt, um dort praktisch die Ger- berei zu erlernen. 1868 begab sich der alte Freiligrath auf eine Reise nach Deutschland, wobei er in Köln auf der Durchreise nach Stuttgart begeistert begrüßt wurde. Seine Ankunft war lange vorher gemeldet, und ungeheure Menschenmengen hatten sich an der Dampferanlegestelle oersammelt. Wolsgang war stolz, daß er den Mittelpunkt bilden durste und al» erster den gefeierten Bater be- grüßte. In Köln blieb er dann bis 1873, um schließlich, da ihn der Drang in die Ferne immer stärker erfaßte, seine Abreise nach Amerika vorzubereiten. Aber kaum war er wieder in London ein- getroffen, als der deutsch- französische Krieg ausbrach. Er meldete sich freiwillig, fuhr nach Bonn zurück und wurde dort einem«ani- rätskorps angegliedert, mft dem er auch einen Teil de» Krieges wtttwuhte. In diese Zell fällt da» Gedicht de» Vater» Frelligrath» Don den Geschwistern Wolfgang Freiligraths ist heute nach dem Tode der Schwester Käthe, die als angesehene Schrift- stellerin in England lebte und dort besonders durch ihre Ueber- setzung Grimmscher Märchen ins Englische bekannt geworden ist. die Schwester Luise, ebenfalls hochbetagt, am Leben. Sie wohnt in England und hat den Nachlaß an Briefen ihres Vaters vor einiger Zeit herausgegeben. » Wer soll sorgen für den greisen Sohn de» großen Freiheit»- dichter»? Di« Frage ist ja eigentlich schon gelöst. Der Amtsschimmel kann und darf e» nicht. Der darf es erst, wenn der Mann hungert: da aber festgestellt ist, daß er„noch satt zu esten" hat. so muh eben auf den Augenblick gewartet werden, wo das Hungern beginnt. Das Hungern wird aber erst dann beginnen, wenn her Landarbeiter Schmidt, der jetzt für den fast 83jährigen Dichterssohn sorgt, selber nichts zu esien hat. Vielleicht, wenn Mißernten den Kartoffelkeller leeren uad das Mehlsaß. Dam» wird der Augenblick gekcumuea sein, der das ,, amtliche Eingreifen" dienlich erscheinen läßt. Bis dahin wird man sich eines anderen Weges bedienen müssen, um die Mittel für den Unterhalt Wolfgang Fteiligraths zu beschaffen. Denn ist es nicht Sache der Nation, eine Pflicht der Deutschen Republit, Sache ihres Künders und Propheten, aus der Dürftig teit feines Lebensabends herauszuheben? Dürfen darüber noch Zweifel bestehen, wie das Andenken des Mannes zu ehren set. Der die bitteren Worte schrieb in seinem Requiescat": Bettlerfinder haben nichts Als des Baters reinen Namen! Frig Karstädt Der Prozeß Bartels. Aussage des Angeklagten über das Fremdenamt. Im Verlauf der weiteren Gerichtsverhandlung gegen Regierungsrat Bartels und Kriminalassistent Rothe wird ausführ lich die Braris des Fremdenamts besprochen. Ueber den Aufenthalt Holzmanns ist noch nichts bekannt. Der Angeklagte Bartels erflärt, daß seine Entscheidungen sehr oft durch das Ministerium des Innern durchtreuzt wurden. Da er jedoch das ganze Flüchtlingselend con seinem Aufenthalt während ber Terro zeit in Sowjetrußland her fannte, habe er in bezug auf Ausweisungen einen ganz anderen Standpunft als manche seiner Mitarbeiter eingenommen. Aber gerade deshalb suchten ihn immer wieder russische Flüchtlinge aus den verschiedensten Bevölfe rungsschichten und der verschiedensten Richtung auf, um bei ihm Hilfe zu finden. Der Verteidiger des Angeklagten Bartels, Rechtsanwalt Dr. Löwenstein, stellt den Antrag, den ehemaligen Vorfizenden der Petersburger Anwaltskammer und den jetzigen Bor. fizenden der russischen Kolonie in Berlin, Gerschun, zu laden, der ihm in einem Privatgespräch seine Berwunderung darüber geäußert habe, daß man dem Angeklagten Bartels, der den russi ichen Emigranten gegenüber stets uneigennützig hilfsbereit war, mun eigennützige Motive unterschiebt. Den Beschluß darüber behält sich das Gericht vor. Der Angeklagte Bartels erzählt dann, daß er vom ersten Tage seines Amtsantritts von gewisser Seite bespigelt worden jei. Ausgiebige Erörterungen fnüpfen sich an die Frage, ab der Angeflagte Bartels von dem schlechten Leu mund Holzmanns gewußt habe. Er gibt zu, daß, wie Dr. Krause, so auch der Inhaber der schweizerischen Firma Linke ihm Nachteiliges über Holzmann mitgeteilt hätten. Jedesmal habe er aber dann mit dem Referenten des Wirtschaftsministeriums und Außenmin teriums, Dr. Horstmann, darüber Rücksprache genommen, und diejer habe ihm jedesmal versichert, daß Holzmann ein ordentlicher Mensch sei. 7 | fich zu entschuldigen, daß er ihrem Sohn 8 Mt., bie er von ihm vor einiger Zeit geliehen hat, wegen Arbeitslosigkeit noch nicht habe zurückzahlen können. Frau Bahr gab dem Schardin aus Mitleid in der Küche zu essen. Dabei jah er auf dem Küchenrahmen die Frau, warf sie auf ein Ruhebett, das in der Küche steht, würgte das Portemonnaie der Frau liegen. Blößlich sprang er auf, pacte sie, um sie am Schreien zu verhindern und brachte ihr einen tiefen Schnitt in die regte Halsseite bei. Die Frau feste fich aber zur Behr und rief um Hilfe. Da ergriff der Bursche die Flucht. Dem Ueberfalltommando gelang es, den Flüchtigen einzuholen und fest. zunehmen. Jungsozialisten! Gesamtveranstaltung am Montag, den 18. Januar.. abends 71, Uhr, im Preußischen Landtag, Prinz- AlbrechtStraße 5. Vortrag des Genoffen Franz& ünler, m. d. R., über: Das Heidelberger Programm". Alle Gruppen müssen sich beteiligen. Achtung! Um 61/4 Uhr ebenfalls im Landtag: Gruppenfonferenz. Jede Gruppe entiendet zwei Bertreter. Die Spielleidenschaft eines Regierungsrats. Der Angeklagte einer Jrrenanstalt überwiesen. Auch das feinst durchdachte Spielsystem läuft mir auf dasselbe Ende hinaus: Verrechnet in jedem Fallel Und dann Anklage des Staatsanwalts. Diesmal aber ist der Angeklagte einer, von dem die anderen mehr erwarten mußten! Jemand, dem das Schicksal Er. ziehung und Schule mit auf den Weg gab! Zu Titel und Würden langte die Kraft, zur Berantwortung nicht das Srrenhaus foil entscheiden. Blaß und gedrückt, den Kopf ständig nach unten ge neigt, ftand der Regierungsrat Dr. Kr. in der Antlagebant des Großen Schöffengerichts Berlin Schöneberg. Man versuchte wegen Betruges in mehreren Fällen gegen ihn zu verhandeln. -0 Maffenstürze infolge Glätte. Bereits am Sonnabendvormittag waren sieben Personen in folge der Glätte zu Fall gelommen und hatten sich zum Teil schwere Berlegungen zugezogen. Diese Zahl wurde am Sonnabendglükten zogen sich Unterarmbrüde, Kopfperlegungen, nachmittag um weitere 17 Fälle vermehrt. Die BerunHand- und Beinversi auch ungen zu. hin und schlug mit der Hand in eine Fensterscheibe. Hierbei zog er Ein Mann stürzte sich schwere Berletzungen zu. Unter den Berunglückten befinden sich auch zwei Kinder, die aber mit leichteren Berlegungen davontamen. Sämtliche Verlegten wurden nach der ersten Hilfe auf den Rettungsstellen auf eigenen Wunsch in ihre Wohnungen entlassen.Nach der Polizeiverordnung vom 4. März 1925 betreffend Straßenreinigung ist von den Straßenanliegern in Groß- Berlin dafür zu forgen, daß von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr die Bürgersteige frei von Schnee und Eis zu halten sind, und daß weiterhin von morgens 7 Uhr bis abends 9 Uhr abstumpfende Stoffe, wie Afche, Sand oder Kotsschlade bei Entstehung Don Glätte zu streuen sind. Die Beamten sind erneut darauf hingewiesen worden, auf genaue Durchführung der Verordnung zu achten und gegen Gäumige mit aller Schärfe vorzugehen. Vor allen Dingen sollte fein Gestürzter, selbst, wenn er glaubt feinen Schaden davongetragen zu haben, versäumen, sich 3eugen feines Unfalls zu sichern, damit er, falls ein Ber schulden des Wirtes vorliegt, gegen ihn gerichtlich vorgehen fann. Unser Zeitungsfahrer Leon Marschlewski, der, wie erinnerlich, am 30. Dezember v. 3. von einem Autobus erfaßt wurde und dabei nerunglückte, ist seinen schweren Verlegungen im Krankenfiert in ihm einen stets treuen und pflichteifrigen Mitarbeiter, haus Weißensee erlegen. Die Expedition des Vorwärts" verder bei Wind und Wetter seinen gewiß nicht angenehmen Beruf denten allzeit in Ehren halten. immer zur größten Zufriedenheit ausübte. Wir werden sein AnReichstagspräfident Cöbe eröffnet die Alpenländische Winter ichan". die beute Sonntag 6 Uhr abends im Künstlerhause, Bellevueftr. 3, beginnt. Kaninchen- und Pelzmodenschau in Berlin N Am 16. und 17. Januar findet in der Fichte- Klause, Schönhauser Allee 134b, schau des Aeltesten Spezialflubs belgischer und weißer Riesen. eine große Kaninchenausstellung, verbunden mit einer Belzmoden. faninchenzüchter für die Provinz Brandenburg statt. Außer Ka ninchen wird auch eine reichhaltige Belzmodenschau gezeigt werden. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berfin. Heute pünktlich 3, Uhr nach mittags in der Bhi barmonie 3. Beranstaltung Internationale Boltstänge Breis der Einzelfarte 1,20 M. Karten find noch am Gingang des Saales zu haben. Sonntag, den 31. Januar, vormittags 11 Uhr: 3. Proletarische Feierstunde im Großen Schauspielhaus. Stimmen 8 Harsen). Musikalische Leitung Profeffor Mar Saal. Preis der Einzelkarte der Boller"( Rezitationen, Lieber, Gruppentänze, Drgel, Bioloncello, 1 R. Karten find in allen befannten Berkaufsitellen zu haben. Razahlung von 25 Mart in der Bäderet, Lichtenberg, Schillerftr 27, verEin erwerbs- und obdachloser Vrbeiler, mit großer Familie, hat seine loren. Er bittet den ehrlichen Finder, den Fund in der Väderei abzugeben. Bleier spricht Montag, den 18. Januar, 1,8 Ubr, in Charlottenburg, 13. Ge Bereinigung der Freunde von Religion und Tölferfrieden. Genosse Pfarrer meindeschule, Bestalozzistraße 40, über das Thema: Christentum und Kom schule L, Ringstraße 54/55( Hofeingang) der nächste Bortrag statt. Der munismus. Freitag, den 22. Januar, 4,8 Uhr, findet in Steglig, Gemeinde. Blychiater Dr. med. Leibbrand spricht über das Tbema: Die soziale Mission Beter Rofeggers. Musikalische Umrahming. Genossinnen und Genossen, er scheint zahlreich. Als Sohn eines höheren Beamten schlug Kr. diefelbe Laufbahn ein. Studierte in England und verwaltete später das anbrats, amt auf Helgoland. Gleiche Stellen folgten in Merse. Jahren zur Disposition gestellt wurde. burg und Berlin, bis kr. auf seinen Wunsch vor mehreren Die Spielleidenschaft hatte Nach der Mittagspause wurde der Angeklagte Kriminalassistent zusetzen. Als Hab und Gut, auch das Erbe der Eltern ber ihn mit ihrer ganzen Tücke erfaßt, er wußte ihr nichts entgegen. Rothe vernommen. Der Borsitzende hält ihm vor, daß er laut spielt war, die eigene Familie sich in größter Not befand, da Anflage auch in Gleiwitz von aftjüdischen Devisenschiebern wurde in der Berzweiflung jenes so bekannte ganz sichere Geld angenommen haben soll. Der Angeflagte bestreitet n stem" erfunden, das den Angeflagten immer näher an den das. Ueber seine Bekanntschaft mit Holzmann äußert er sich dahin, Abgrund brachte. Um sich bei den ständigen Verlusten neues Geld daß er mit ihm durch die Vermittlung von Simon Towbini, der in der Firma Holzmann den Bosten eines Direttors bekleidete, bekannt maligen Regierungsrat nicht allzu sehr erschwert wurden. Kr. wollte 311 verschaffen, tamen die Betrügereien an die Reihe, die dem ehe geworden sei. Er hoffte, dort eine Anstellung zu erhalten. Sein nicht mit Eifer und Hingebung dem Spiel gehuldigt haben, Hauptbelastungszeuge Boris Towbini sei ein Mensch, dem man das Schlimmste zutrauen fönne. Er habe ihn zu Verschiedenem ver3wangsporstellungen hätten ihn immer wieder mit unleiten wollen. Einmal, als er durch seine eigene Krankheit und diese Angaben die einzigen blieben, die der Angeklagte stumpf und widerstehlichem Drud an den grünen Tisch gezerrt. Als schließlich durch die Krankheit seiner Frau in große Not geraten war, habe apathisch in der Verhandlung zu machen mußte, beschloß der Borer Holzmann um ein Darlehen von 200 m. gebeten, das er in Raten fizende, zunächst einmal den medizinischen Sachverständigen zu zurückzahlen wollte. Einige Zeit darauf hat Holzmann ihm durch Towbini 300 m. gefchickt, von denen er in monatlichen Raten von traurige Bild eines zerfallenen Menschen, das der un hören. Medizinalrat Dr. Störmer entwarf das gleiche, je 20 m. 60 m. zurückgezahlt haben mill. Der Angeflagte gibt zu, glüdliche Spieler auch jetzt bot.. Es tonne ein organisches Gemahling, Friedrichshagen, Friedrichstr. 57, of, zu richten. Anmeldungen zur Jugendweihe für Friedrichshagen find an Fran auf das Ersuchen Holzmanns hin im Kaiserhotel den Barbuzza auf- hirnleiden vorliegen, das die einmal begonnene Spielleiden. gesucht und ihn veranlagt zu haben, 13 000 m von den 20.000 m Die er bei Holzmann unterschlagen haben soll, zurüdzugeben. Derwister befänden, die in Irrenanstalten untergebracht. schaft weiter entwidelt habe, zumal sich in der Familie zwei Ges Angeklagte ist der Anficht, daß er als Beamter zur Erforschung einer feien. Auch das ganze nach dem Muster Monte Carlos erdachte jeglichen strafbaren Handlung, einerlei, durch men begangen, auch unsinnige Spielinftem möge unter der Zwangsidee, mit menn er feinen Auftrag dazu erhalten habe, berechtigt fel Damit aller Gewalt ein reicher Mann zu werden, entstanden sein. Die ist die Bernehmung Rothes geschlossen. Die Fortsetzung der Ber handlung findet Montag um 10 Uhr statt. Beobachtung in einer Jrrenanstalt würde voraussichtlich für die Beurteilung des Geisteszustandes von großer Wichtigkeit sein. Also beschloß denn auch das Gericht nach furzer Beratung, den Ange flagten auf 3 Wochen einer öffentlichen Anstalt zu überweisen. Die Verhandlung wurde vertagt. Bersuchter Raubmord in der Friedrichstadt. In der Friedrichstadt erregte gestern mittag ein Raubmorb versuch großes Auffehen. In dem Hause Friedrichstraße 215 wohnt im dritten Stod eine Frau Hedwig Bahr, die einen Sohn befigt. Mit diesem war seit längerer Zeit ein 20 Jahre alter Arbeitsburiche Kurt Scharbin bekannt. Am Sonnabend mittag tam Schardin in die Wohnung der Frau, angeblich, um 681 Die Passion. Roman von Clara Biebig. Das gab der Bumte zu denten. Sie selber fand nicht mehr den rechten Anflang, das Fett ließ sie älter erscheinen, als sie eigentlich mar. Bas wäre den meiter dabei, wenn Eva sie abends einmal begleitete? Sie traute sich aber doch nicht recht, die Eva war schlau, die wußte Bescheid, der fonnte fie nicht einfach vorreden, daß es sich nur um einen Schlender gang handelte, oder um ein Gläschen Liför in der Bar. Ein glücklicher Zufall fam der Zögernden zu Hilfe. Eva hatte gefallen. Als fie im Dämmern des Herbstabends vom Bierholen fam, war ihr einer nachgeftiegen, ein älterer Herr schon; der ließ es sich aber nicht verdrießen, daß das junge Ding auf sein Anreden nicht Antwort gab und sich auch tein einziges Mal umfah. Er stieg dem Mädchen weiter nach, bis hinauf an die Wohnungstür. " Horch, da flopfte er schon! Mach nicht auf," flüsterte Eva und hielt die Freundin, die öffnen gehen wollte, feft. Bergebens versuchte die Bumte, ihre Hände frei zu betommen, mit Gewalt umflammerte Eva fie. Es half Lene Bumte nichts, daß sie auf das Mädchen einredete, einen Scherz machte und zuletzt ganz ärgerlich wurde; sie mußte ihn flopfen laffen. Als drinnen sich nichts meldete, entfernte der Besucher sich endlich. Eva wußte: daß Lenchen gelacht hatte, obgleich sie ihr im Grunde doch böse war, mit Recht böse, den feiner war jo gut zu ihr, der Armen, der Heimatlosen, gewesen wie sie; fie fonnte wohl dafür etwas verlangen. Aber nein, das, mas die jetzt wollte, das tat sie doch nicht. Ohne Kuß nie waren sie sonst so geschieden, mit einem fühlen.Ich geh jetzt" verließ die Bumte heute abend die Stube. Eva hätte ihr nachstürzen mögen, fie umfaffen ach, sie hatte Lendhen ja so lieb aber sie durfte nicht meich werden, ihr nicht nachlaufen. Nein, nein, nein. So blieb sie regungslos inmitten der Stube stehen, schlaff fielen ihr die Arme herunter. Sie stand noch so, als längst der Freundin Trippelschritte auf der Treppe verflungen waren. Starr fah fie ins Leere. Sie sah nicht mehr die gewohnte Stube, nicht das Bett, in dem sie friedlich geschlafen hatte, nicht das Kleid von Lene, das dort an der Wand hing, nicht deren großen Hut auf den Toilettespiegel gestülpt fie fah da im Dunkeln etwas, das fie loďte. Und es erschredte sie doch zugleich so, daß fie die Augen vor Schwindel zupreßte und blindlings einen Salt suchte, um fich anzuflammern da war er wieder, der Abgrund! O, nur nicht hinabstürzen, Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche thre Sigung am Donnerstag um 45 Uhr. Unter den 49 Ber handlungsgegenständen der Tagesordnung sind 28 Anträge, größten teils Reste aus früheren Sizungen. 9 nein, sich nicht fallen lassen! Sie schwitzte vor Angft, fie zitterte und meinte. Was sollte sie nun tum, was mußte sie nun hum? Fort gehen? Im finsteren Nachdenten verharrie fie lange. Sie mußte es ja so genau, was Lenchen wollte. Sie hatte das schon lange zu bemerken geglaubt. Warum pugte sie denn immer so an ihr herum? Eva hatte in ihren Gedanken feinen Bormurf für Lene Bumte: ach, die war nun einmal das, was fie war, und was das Leben aus ihr gemacht hatte! Die größte Schuld traf sie nicht. Aber fich selber würde sie es nicht verzeihen, wenn sie nachgäbe sie hatte ja eine Mutter gehabt. Und an ihre Mutter bachte jetzt Eva mit einer Liebe, mit einer Achtung, mit einem Gehorsam, die fie fest machten. Sie fand den Mut, ihre Sachen zusammenzupaden. Wenn sie es zu Lenchen fagte, so würde die sie nie gehen laffen; fie mußte heimlich fort. Lene blieb lange aus, das befte war, die fand sie überhaupt nicht mehr. Fort ohne Lebewohl. Nur erst noch warten, bis es Tag wurde. -ww Eine starke Entschlossenheit war über Eva gekommen, sie weinte auch nicht mehr, fie biß die Zähne zusammen: ja, jetzt mußte die Wanderung, die große Wanderung wieder aufs neue beginnen. ihren Karton; das bunte duftige Kleid, in dem sie sich einmal Als der Morgen graute, nahm Eva ihr Köfferchen und fo hübsch gefunden hatte, den Strohhut, Lenes Geschente, ließ fie zurüd. Leise öffnete sie die Korridortür und schloß ab; den Schlüffel legte sie unter die Strohmatte, da würde Lenchen ihn finden, das war der verabredete Bersted. Und nun schlich sie leise die Treppe hinunter. 22. In der Nordstraße, aber da, wo die hübsch ist, wo grüne Anlagen vor der Türe sind und fleine Vorgärtchen, war ein neues Mädchen zugezogen. Frau Peterseim hatte sich bis ießt ohne Dienstmädchen beholfen, nur mit einer Aufwartung, aber sie wurde demnächst Siebzig. Und Herr Peterseim, der seine Frau noch immer so zärtlich liebte wie damals, als sie noch jung verheiratet waren, hatte gefagt:„ Liebchen" er gesagt: ,, Liebchen". nannte sie noch immer fo, fie hatte für ihn feinen anderen Namen Liebchen, es geht nicht länger fo. Die vier Treppen! Du mußt die viel zu oft gehen. Wir nehmen ein Mädchen. Auf der Frau Einwand, daß das für ihre Ber hältnisse vielleicht zu teuer fommen würde, erklärte er:„ Wir nehmen eine, die nicht viel Ansprüche macht. Es gibt noch foldhe. Ich werde schon eine finden." " Und er hatte eine gefunden. Sie hatte zwar noch nicht gedient, ihr Dienstbuch wies noch kein einziges Zeugnis auf, aber sie machte einen intelligenten Eindruck und versprach, 770 i has mengDer Prozeß Grand. Am fünften Berhandlungstage des Grans Brazeffes am Sonnfizung erflärte ein Gefängniswachtmeister, daß Haarmann vor seiner abend murde die Bemeisaufnahme fortgelegt. In der Nachmittags Hinrichtung bei einem Transport über den Gerichtshof zufällig an Grans vorbeikommen mußte. Bei dieser Gelegenheit habe Haarmann dem Grans zugerufen: ,, Hans halte die Ohren steif. Ich habe günstig für dich ausgejagt, du wirst nicht geföpft. Am Schluß der Sonnabendsigung wurde der frühere Berteidiger des Grans, Rechtsanwalt Lozze, vernommen. Er erklärte, er habe das für wahr gehalten, was Haarmann nach der Berhandlung in seinem Geständnis niedergelegt habe. Er fügte hinzu, er fönne felbst nicht oder er habe ein ausgezeichnetes Schauspielertalent. Die Berhandmehr die Sache durchschauen: Entweder sei Grans völlig unschuldig, lung wird dann auf Montag vertagt. | jede Unterweisung der Herrschaft willig aufzunehmen und sich bie größte Mühe geben zu wollen. Der frühere Apotheter Peterseim und seine Frau führten eine äußerst glückliche Ehe. Wenn der alte Herr in schönen Mittagsstunden, sein Frauchen am Arm, die Vordstraße entlangspazierte und nach dem Bittoriapart einbog, lächelten Borübergehende zuweilen hinter den Beiden her. Ein reizendes Pärchen! Ein Pärchen aus der guten alten Zeit. Sie im Rapofthut, langem Samtmantel, mit einem Riefenmuff; er mit einem hohen steifen Hut, wie er jegt nicht in der Mode war, einem türkischen Cachenez und unzertrennlich von einem Stod mit gebogenem Elfenbeingriff. Man sah sie nie ohne einander spazieren. Der alte Herr hatte ein rosiges Gesicht unter schneeweißem Haar, und die alte Dame so ein liebes, noch immer leis- verschöntes Lächeln auch unter schneeweißem Haar, daß man wohl jah: die waren glüdlich. Die Peterseims hatten einen, wohlgeordneten Haushalt: drei Zimmer, Küche und Zubehör. Es roch sehr gut in den Stuben, ein leiser Duft nach Lavendel durchzog alles. Herr Peterseim setzte noch immer Barfüm an, wie in feiner Arothefe, er versprite davon nach den Mahlzeiten. Und alles stand hübsch am Blag; es waren feine Kinder da, die etwas brauchte sich nicht zu Tode zu schaffen. In der Küche standen in Unordnung brachten oder schmukig machten, ein Mädchen unzählige, buntgeringelte, porzellanene Milchtöpfchen auf den Wandbrettern, die mit Häkelspitzen, von blauen Bändchen durchzogen, geziert waren; selbst die Borzellantöpfchen hatten blaue Schleifchen am Hentel. Diese Rüche war die hellste im ganzen Haus, fie war dem Himmel am nächsten. In dieser hellen, fleinen bebänderten Küche sang Eva. Dame hörte es fo gern, wenn das Dienstmädchen bei seiner Es war ihr früher nie eingefallen, zu fingen, aber die alte Arbeit fang. Sie fagte immer:" Singen Sie. Kind, fingen Sie! Noch ist die blühende goldene Reit" fie fang selber leise mit noch sind die Tage der Rosen. Und Eva mit einer musikalischen reinen Stimme, fang in ihrer Küche wie ein Kanarienvogel im Käfig. Aber es war ein goldener Käfig. Sie füblie fich fehr wohl bei den Peterseims, die als gut zu sein. Wie ein Traum lag vieles hinter Eva. Noch) waren gut zu ihr; denen war es gar nicht gegeben, anders ging fie einen schmalen Pfad Tiefen, aber die machten sie nicht mehr schwindlia, zogen -rechts, links schwarze sie nicht so gewalifam mehr hinunter. Sie fühlte fich viel sicherer. Es gab fogar Stunden. in denen fie mit einer gewissen Dankbarkeit an Tante Ella dachte; wie hätte sie die Peterjeims sonst so befriedigen fönnen? Und nie hätte sie gedacht, daß sie einmal würde singen können. ( Fortießung folgt.) Dom Tode auferstanden? Jas einzige überlebende Kind Nikolaus II. Der Berliner Vertreter des Kopenhagener Socialdemocraten meldet seinem Blatt: Bor etwa zwei Wochen tauchte in Berlin das Gerücht auf, daß eine Tochter des ermordeten 3arenpaares, Großfürstin Anast a fia, aus dem Blutbad ven Jetaterinenburg gerettet worden sei und nun in einer Nerventlinit des Berliner Westens Aufnahme gefunden habe. und zwar unter dem Namen einer Frau Don Tichaitowsti. Man glaubte, es handle sich um eine Mystifikation. Durch einen Zufall gelang es, von einer Bersönlich feit, die vermöge ihrer internationalen Stellung und besonders megen ihrer Verbindung mit der Umgebung der Zarinwitwe in Kopenhagen entschieden glaubwürdig ist, Angaben zu erheben, die es jekt als ich er erweisen, daß die Patientin Frau von Tschaikowski in der Tat die gerettete Großfürstin Anastasia ist. Nachdem die Zarenfamilie an jenem frühen Morgen im Keller des Hauses, in dem sie gefangen gehalten wurden, erschossen war, erhielten ein paar polnische und rumänische Kriegsgefangene Befehl, am Abend unter Aufsicht der Balschewisten die Leichen in einen bei Jekaterinenburg gelegenen Wald zu schaffen, wo sie verbrannt wur. den. Unter denen, die diese unheimliche Arbeit zu leisten hatten, befand sich auch ein t. u. t. Oberst rumänischer Nationali. tät, von Tschaikowiti. Als er Anastasias Körper hochhob, den er für tot halten mußte, und entbedte, daß sie noch lebte, beschloß er, sie zu retten. Es gelang ihm auch, mit der verwundeten Großfürstin auf abenteuerliche Weise zu entfliehen und mit ihr Rumänien zu erreichen. Allerdings wollte oder fonnte der Gewährsmann nicht aufflären, wie Frau von Tschaikowiti nach Berlin ge. langt fei. Die in der Nähe von Kopenhagen wohnende Kaiserin Witwe Dagmar, die Mutter des letzten Baren, hat eine Dame nach Berlin entfandt. Diese Dame ist aus Berlin mit der Ueberzeugung nach Kopenhagen zurückgekehrt, daß es sich bei Frau von Tschaikowski nicht um eine mystifitation handelt, sondern die Identität außer Zweifel sei, so daß die Raiserin. Witwe nunmehr sämtliche Ausgaben für den Klinit. aufenthalt der Frau von Tschaitomsti trägt und daß die Pa tientin, sobald es ihr Zustand erlaubt, nach Ropenhagen übergeführt werden wird. Zu dem Eisenbahnüberfall in Merito, über den wir fürzlich berichteten, teilt uns die Merikanische Gesandtschaft folgendes Tele gramm ihrer Regierung mit: Der Ueberfall bei Guadalajara ent behrt jedes politischen Charakters. Er wurde nur in verbrecherischer Absicht unternommen. Die Passagiere find alle wohlbe. halten. Regierungstruppen nahmen sieben Räuber gefangen. Sie wurden sofort erschossen. Der Rest der Bande wurde verfolgt. Mit der Gefangennahme des Anführers Nudes wird gerechnet. Sport. 15. Berliner Sechstagerennen. Rieger- Giorgeffi in Führung. Bor einem außerordentlich gut besuchten Haufe gingen die beiden Nachmittagswertungen vor sich. Bei Glockenschlag( 3 Uhr) hatte das Feld insgesamt 1 093 440 kilometer zurüdgelegt. Eine Jagd gebt los. Mac Namara stößt vor, hält furze Zeit den errungenen Borfprung, bis Berfyn das Feld wieder zusammen führt. Doch nicht lange währt die Ruhe. Der Belgier Stodeland, defsen Borstöße immer mehr Begeisterung ermeden, tritt fräftia on, aber auch er muß mieder nachgeben. R. Bandenhove ist defte Ausreißer, den Rieger jedoch ebenfalls wieder einholt. Ueberhaupt ift Riegers Fahrmeile eine glänzende. Das Baar Giorgetti- Rieger dürfte beim Sechstagestreit noch ein sehr ernftes Bort mitzureden haben. Dominiert es doch nach der Nach mittagswertung an zweiter Stelle hinter den Amerikanern. Nach längerer Beratung gibt der Rennausschuß bekannt, daß die Baare Moeller- Lemanow und Golle- Wittig bei der Jagd je eine weitere Runde verloren haben und Demolf- Stockelnnd eine Strafrunde wegen schlechten Ablösens zugesprochen erhalten. Außerdem werden sämtliche Fahrer ebenfalls wegen schlechter 2blösung verwarnt. Die Spurts bringen folgende Ergebnisse: 1. Spurt: 1. Lewanow vor Hahn, Tonami und Berinn. 2. Spurt: 1. Golle vor Rieger, Stocelynd und Kruptat. 3. Spurt: 1. Giorgetti vor Zonani, Hahn und Samall 4. Spurt: 1. MacNamara vor Saldom, Rieger und Stodelnnd. 5. Spurt: 1. Giorgetti vor G. Bandenhove, Horan und Tonani. Um 4 Uhr haben die Fahrer 1121,280 Rilometer zurückgelegt. Die zweite Hälfte der Wertung, die um 5 Uhr ausgefahren murde, brachte folgende Ergebnisse: 6. Spurt: 1. Giorgetti vor Tonani, Horan und Bauer. 7. Spurt: 1. 2emanom vor Rieger, Dewolf und Wittig. 8. Spurt: 1. Ionani vor Golle, Krupkat und Longardt. 9. S purt: 1. MacNamara vor Rieger, Bauer und Debaets. 10. Spurt: 1. Golle vor Longardt, Tiek und Gottfried. Jugenoveranstaltungen. Sozialistische Arbeiterjugend und Dichtfunft. ( Rettragsreihe I) benie abend 7 Uhr im Jugenbheirt Bindenstr. 3. Referent: Genofie Ströbel, R. D. R. Einzelfarten zum Preise von 20 Bf. fi cu ber Abendlasse erhältlich. Heute, Sonntag, den 17. Januar: P Danziger Straße. Rofenthaler Vorstadt: Treffpunkt zum Vortrag Lindenstr. 3 abends 6 Uhr Rofenthaler Blag. Prenzlauez Borstadt und Norbring: Treffpunkt 12 Teilnahme am Lichtbilderportrag ,, Frcies Bolt“ nadimittags 5 Ubr Normaluhr, Pappeiallee Ede Gitbwesten: Fahrt nad Werder Rolpin- Gee, Rlofter Lehnin. Treffpunkt 48 Uhr Bots. 8 Uhr Sermann- Löns- Abend. bamer Fernbahnhof. Fahrpreis Mart. Charlottenburg: Fahrt. Raulsdorf: Giakbrenner- Abend in Lichten bera. Bartaue 10. Lichtenberg- Mitte: Wanderung. Treffpunkt 7½ Uhr Bhf. Stralau- Rummelsburg. Reinidendorf- West: Wanderung durch Alt- Berlin. Treffpunkt 9 Uhr am Spittelmartt. Neukölln V: Fahrt nach Briefelang. Treffpunkt 7½ Uhr Bhf. Neukölln. Werbebegirt Oftbahn: 7 Uhr im Jugendheim Barkane 10 Glasbrenner- Abend. Werbebezizl Often: Bormittags 9 Uhr im Jugendheim Tüfiter Str. 4 Sock fehung der Werbebeairisgeneralversammlung. Morgen, Montag, den 18. Januar, abends 7½ Uhr: Den Str.- B.: Jugendheim Goßlenfr. 61. Bortnog: Reife nach Schweben". Siboft 6.- B.: Jugendheim Reichenberger Ett. 66. Bortvag: Berliner Sumor Schöneberg III: Jugendheim Sauptstr. 15. Bortrag: Soziale Rämpfe im Altertum" I. Beften: Jugendheim Hauptstr. 15. Rehn- MinutenReferate. Sermsdorf: Jugendheim Ponstraße. Bortrag des Genossen A. Albrecht. Berbebcair! Menfälla: Gesamtveranstaltung des Berbebezirks am Dienstag, -P HELFTIRL Der Stand des Rennens nach der Nachmittagswertung ist nun folgender: 1. Mac namara- horan 84, 2. Rieger- Giorgetti 76, 19. Sanuar, 18 Uhr, im Jugendheim Kanner Strake. 3. Tonani- Saldow 75, 4. Hahn- Tiek 47, 5. Bauer- Gottfried 44, 6. Perfyn- Debaets 34, 7. Lorenz- Krupkat 31, 8. Gebrüder Banden. hove 24 Punkte. Eine Runde zurüd: 9. Dewolf- Stocelnnd 61, 10. Stellbrint- Longardt 24, 11. Samall- Rofellen 21 Buntte 3 mei Runden zurüd: 12. Möller- Lewanom 50, 13. Golle Wittig 47 Puntte. Allgemeine Mitgliederversammlung Mittwoch, 20. Januar, 7 Uhr. Muria der Schule Rochftr. 13. Thema: Wirtschaftsfrise und Erwerbs Loftaleit. Referent: Genoffe Gottfurcht, Borsigender nom 88. Ohne Mitgliedsbud tein Rutritt. of Cberstraße: 46 Uhr Sitlerjunas: 47 Uhr Ansager Arbeiter und Dide: 8 Uhr Jungfrauen und Bierfutfcher. Dienstag, 19. Januar, Brobe bei Groß Gebanftr. 17: 28 Uhr Lofalanzeigerlefer, Unpolitische und Arbeiter. Jeder muk vinktlich fein. Resue! Schöneberg: Montag, 18. Sanuar, Brobe bei Rofenthal am Bahn Arbeitersport. Fußball am Sonntag. Bei der 10 Uhr Abend.Bertung wurde das große Haus dicht besetzt. Die wilden Billetthändler vor dem Sportpalast hatten einen guten Tag und schlugen ihre Rarten oft zu horrenden Breisen los. Bis um 9 Uhr abends wurden 1269,120 Kilo. meter zurüdgelegt. Unter lebhaftem Beifall fuhr, vorgestellt von Tasewald, der französische Weltrekordmann Brunier, der bekanntlich den Weltrekord von über 121 Kilometer in der Stunde hinter Motoren aufstellte. Um 10 Uhr abends find insgesamt 1301,760 Rilometer bedeckt. Die Spurts brachten folgende Ergebnisse: 1. Spurt: 1. Mac Namara vor Sawall, Tieg und Giorgetti. 2. Spurt: 1. Lewanow vor Hahn, Longarbt und Tonami. 3. Spurt: 1. Giorgetti vor Bauer, Sawall und Mittig." 4. Spurt: 1. Lewanom vor Rieger, Hahn und Horan. 5. Spurt: 1. Moeller vor Dewolf, Giorgetti, Mac Ramara. 6. Spurt: 1. Rieger vor Stocelynd, Kruptat und Hahn. 7. Spurt: 1. Stellbrint vor Wittig, Saldom und Mac Namara. 8. Spurt: 1. Hahn vor Persyn, Tonani, Horan. 9. Spurt: 1. Gottfried vor Rieger, Strupfat und Stodeinnd. Nach dem Ausfahren des siebenten Spurts Union egen Sertha in Bantom, Maximilianstrake. Alemannia gegen Minerpa Samall und Tonani. 10. Spurt: 1. Giorgetti vor Saldom, fetzen die Gebrüder Bandenhove eine wilde Jagd in Szene. Golle Wittig, Moelier- Lemanom verlieren hierbei abermals eine Runde. Der Stand des Rennens nach der 10- Uhr- Wertung ist nun folgender: 1. Rieger- Giorgetti 100, 2. Ramara- Horan 93, 3. Tonani- Saldow 84, 4. Hahn- Tieg 61, 5. Bauer- Gottfried 52, 6. Bersyn- Debaets 37, 7. Lorenz- Kruptat 35, 8. Gebrüder Bandenhove 24. Eine Runde zurüd: 9. Dewolf- Stodelynd 68, 10. Samall- Rofellen 31, 11. Stell brint- Longardt 31. Drei Runden zurüd: 12.Moeller- Lemanom 65, 13.Golle- Wittig 51. Nach Beendigung der Wertung wird das Rennen auf furze Zeit wegen Sturz Lorenz, der in der Zielfurve bei der Bertung stürzte, auf furze Zeit neutralisiert. Bald aber ist Lorenz wieder im Felde zu finden. Bis 11 Uhr abends find 1334,400 Kilometer zurückgelegt. Betterbericht der öffentlichen Wetterbienfiffelle für Berfia.( acbr. verb.) Rach furzer Aufheiterung erneut neue Schneefälle. Temperaturen etwas unter Null Für Deutschland. Beitberbreitete Schneefälle. Ueberall I eichter, Frost A.Wertheim Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Glas Das geplants Spiel Mostar gegen Berlix tann am beutiges Sonntag nicht sum Austrag gelangen. Das Rönnen der ruffischen Mannschaft bat in Frankreich Aufsehen erregt, fo bah noch weitere Spiele mit der Mann fchaft abgeschlossen wurden. Das Spiel in Berlin muß deshalb dagegen zurfid fheben, ba es im Brogramm der Mannschaft nicht enthalten war und erst beim hiengen Aufenthalt der Muffen auf der Sinreise nach Frankreich abgefchloffen murde. Es ist leicht möglich, daß der von allen Sportlern erwartete Fußballtampf boch noch am Sonntag, 24. Januar, ftattfinden wird. Es finden deshalb folgende Serienfpiele ftatt: 3m Rorben: Arbeiter- Turnverein Vantom gegen Eisenfpalterei in Vankow. Andreas- Sofer- Blak. Seegermühle gegen Abler 12 in Seegerinühle. Bernau gegen Adler 08 in Bernau. Teutonia gegen Wader 20 in der Chriftianiaftrake. Nordiska geçen Belten auf dem Exerzier plak in der Schönhauser Allee. Helvetia gegen Arbeiterfportverein in Wittenau. in der Chriftianiastraße. Fichte- Nord gegen Bankow 08 in Reinickendorf, Ge meindefportplak. Evandan 25 gegen Rathenow in Spandau, Stadion. Fichto Gesundbrunnen in Reinidendorf, am Schäferfee. Einigkeit gegen Staaten in Repernid. Arminia gegen Epandan 06 in Blantenburg. Sportverein 22 gegen Birkenwerder in Eberswalde. Tegel gegen Hansa in Tegel. Siemensstadt gege Brieselang in Siemensstadt, Exerzierplag. Bezirt Often: Stralau gegen Ber ein für Bewegungsspiele in der Goßlerstraße. Frisch- Frei gegen Oberfpree in Niederschöneweide, an der Gasanftalt. Luftia- Fibel gegen Beuthen in Rudaw. Neuköllner Straße. Adlershof gegen Alt- Glienide in Adlershof, Bismardstraße. Fichte- Südost gegen Mertur in Treptam, Turnplak. Tasmania gegen Weißen fee in Fredersdorf. Lichtenberg II gegen Neuenhagen in Lichtenberg, Stadion, Bertha gegen Gaboma in Sichtenbera. Wagnerplak. Borwärts gegen Berliner Sportverein 16 in Sohenschönhausen, Sommerstraße. Lichtenberg III gegen Lichtenberg I in Friedrichsfelde, Tresdowallee. Sparta gegen Germania in Lichtenberg. Sauffftrake. Britannia gegen Brandenburg 02 in Lichtenbera aanerpiak. Astania gegen Tasdorf in Röpenid, Grüne Trift. Münchebers gegen Soter Stern in Müncheberg. Somet gegen Retfchendorf in Fürstenwalde. Bezirk Südwest: Neukölln gegen Brandenburg in Reukölln, Grenaallee. Rinna gegen Ludenwalde I in Dorf Rinna. Berolina gegen Romames auf den Tempelhofer Feld. Behlendorf gegen Kreuzberg in Rehlendorf. Wilmersdor gegen Charlottenburg in Wilmersdorf. Württembergische Straße. Sertha gegen Lantmis in Ludenwalde. Riftig- Borwärts gegen Bittoria in Neukölln. Fu ballring gegen Süterboa im Beuffelgrund. Botsdam gegen Neuköllner Ballfie Hub in Botsbam.. Bornftedter Feld. Teltom gegen Trebbin in Teltow. 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Kompottschalen... 25 PL Zuckerdosen...... 25 PL Beilageschalen... 22 PL Kuchenteller mit Henkel 48 PL Tassen blau 50 Pt. Deker 65 PL Kaffeeservice 9 teilig 475 15 teilig Röschenmuster Dejeuners Kantendekor Obstservice mit Durchbruch u. Früchtedekor 27 teilig 1350 Fruchtschalen 32 pt. bis 110 Steilig 175 250 Dessertteller...... 45 PL Zweigackor Weiß Porzellan mit kleinen Fehlera .18 PL ... 275 Kaffeekannen 24 PL. bis 125 Zuckerdosen..... 10 PL Milchtöpfe 18P 88PL bis Teekannen... 32лL bis 145 Tassen... Terrinen.. 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Kompottschalen 175 3M 40PL Bratenplatten 185 bis 425 1125 Bellageschalen..... 120 Steingut Feston Gold Terrinen oval, Or. 1 725 Gr.2 425 Deckelschüssel.... 325 Saucleren........ 175 Platten rund, flach and fiet 120 135 Platten valvon 55 P. bis 325 Salatieren 45 Pl. bis 160 Senftöpfe 125 viereckig Küchengarnituren 22 tlg., welß mit blauer Schrift kannen, larblg 875 Untersätzer Kaffee- 45 Pl Tafelgeschirr 23 Teile, Ur 6 Personen verschied. tarbige Dekore 975 Butterdosen Slip- 45Pt. Kartoffelnäpfe Menagen für Salz u. Pieffer 65 Pt. Saucieren Feston Teller tief and flach Teller millet. Teller klein .... 35PL deckel Peston well 110 y rund, glatt 95Pt. 110 .. 95 PL Terrinen oval, Fesion 195125 25Pl. 20P. Vasen Hartsteingut 75 pr. bis 250 Ferner: Küchen- u. Wirtschafts- Artikel Emaille-, Holz-, Elsen- und Nickelwaren, Beleuchtungskörper usw. besonders billig Herren Artikel Oberhemden wel, ungewasch. m. Pikee- Falten. 4.90 Oberhemden farbig.gefütterte brust und Pikee- Umschlagmanschetten. 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Engelhardt, und Kinder. Einäscherung, Montag, 18. Januar, 412 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Allen Teilnehmern bei der Ein äfcherung meiner lieben Frau und guren Mutter Margarete Kastner auf diesem Wege unseren herzl. Dant. Berlin, Winsitraße 3 15705 Max Kastner unb Florentine Kastner, als Tochter Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung unseres lieben Baters, Groß- und Schwiegervaters Rudolf Hinrichsen fagen wir allen Beteiligten unseren Dank. 15/4 Die Hinterbliebenen. Am Freitag, den 15. Januar, abends 7 Uhr, verschied im 81. Lebensjahre an den Folgen eines Unglücksfalles, welchen er sich bei Ausübung seines Berufes als Zeitungsradfahrer zugezogen hatte, unser Mitarbeiter, Herr Leo Marschlewski wohnhaft in Lichtenberg, Wuhlestr. 2. Wir betrauern in dem Verstorbenen einen langjährigen, lieben, pflichteifrigen Angestellten und Kollegen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Geschäftsleitung und Personal Vorwärts"-Verlag G.m.b.H, Zeit und Ort der Einäscherung wird noch bekanntgegeben. Traueripenden Alles für 5.00 M. franks jeder Art 12 St. feinste Rosen- GlyzerinInferieren erreiser Seite, 6 St Lillienmilchseife, Paul Golletz, 10 Riegel Kernseife, 1 Dose Betanntmachung! Gänsefedern mit allen Daunen zum Selbstreißen Ptund 3.-M., füllfertige konkurrenzlos Die Wahlen zum Ausschuß und Bor ftand der Staffe haben folgendes Ergebnis W. Barownick, Bettfederaversand billig. Preisliste frei. gezeitigt: Neu- Trebbin 24( Oderbruch). Gegründet 1894 Gewählt find für den Anslut: Bertreter der Arbeitgeber Liste 1: beginnend mit dem Ramen R. Freund und enbend mit dem Namen C. Kuhn. Weitere Liften find von feiten der Arbeit geber nicht eingegangen. Bertreter der Arbeitnehmer Lifte 1: beginnend mit bem Namen D. Hanke= 29 Bertreter. Lifte 2: beginnend mit bem Ramen B. Hempel 11 Bertreter. Gewählt find für den Borstand: Bertreter der Arbeitgeber Lifte 1: beginnend mit dem Namen R. Freund unb endend mit dem Namen M. Merter. Weitere Liften find von feiten ber Arbeit geber nicht eingegangen. Bertreter der Arbeitnehmer Liste 1: beginnend mit dem Namen H. Krüger 6 Bertreter. = Lifte 2: beginnend mit dem Namen W. Hempel 1 2 Bertreter. Rachstehende Zuſammenſegung erfolgte bringt ERFOLG: vormals Robert Meyer, Bohn rwachs. C. Leiterer, in der Gigung des Borstandes vom Mariannenstr.3. Amt Morigpl. 10303| Seifenf., Greiz( Th.), Postf.75 12. Januar 1926: MÖBEL Billige Schlafzimmer- Woche Neue Modelle in wunderbaren Ausführungen Speisezimmer, Herrenzimmer. Aparte Formen Bedeutend herabgesetzte Preise Tellzahlung ohne Preisaufschlag Möbelhaus S. Gofflich Nur Rosenthaler Straße 54 Gegr. 1875 1. S. Krüger, Arbeitnehmer, 1. Borfigender 2 A. Bogel, Arbeitnehmer, 1. ftello. Borf. 3. BD. Böttcher, Arbeitgeber, 2. ftello. Borf. 4. R. Freund, Arbeitgeber, 1. Schriftführer 5. S. 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Der Vorstand [ 1566 5 Special behand fur für Der Ortskrankenkaffe für bad Augenarzt Kottbusser Damm 9 Ischias in Hoft., Ge and Bein, went Bril. festgestellt In 15 Tagen sind Maurergewerbe zu Berlin. schwere Fälle beseitigt worden. Onantastbare Heilerfolge S. Krüger 1. Borsitzender. Rich. Frennb Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. 1. Schriftführer. lavalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacobs Zahnpraxis..Ohly™ Ansbacher Str. 52( am Wittenberg- Platz) Tel.: Stefanplatz 15122. Garantie für kunstgerechte Anfertigung von Zahnersatz, Plomben in Porzellan, Gold, Kronen und Brücken. Schonendste Behandlung. Mäßige Preise. Evtl. Teilzahlung. Ü 019 URANIA mit Beiblättern Der Leib" Soziales Wandern" und Liedbeigaben. Genosse, lies! Zu beziehen durch die Annahmestellen und die Botenfrauen des Vorwärts" sowie durch die Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachflg. Lindenstr. 2, Laden. Preiswerte Betten Graurotes Inlett m. grazen Federn * türkischrot Halbdaunen * gold Inlett m. 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Januar 1926 Interessenten in Deutschland und anderen europäischen Ländern befassen soll. Bei der Neugründung sind die Direktion der Disconto- Gesellschaft, Berlin, und Mendelssohn u. Co., Amsterdam, mit Dillon, Read& Co. assoziiert. Das neue Finan zierungsinstitut soll die Aufgabe haben, Kredite an solche industriellen Gesellschaften zu vergeben, die einen fleinen Kapitalbedarf haben und nicht in der Lage sind, große Darlehen öffentlich aufzunehmen. Die Bedeutung dieser Gründung liegt auf der Hand. Es Artientäufe, sondern um die Bermittlung von festverzinslichen Anleihen, und zwar nicht für die schweren und fapitalstarten, der Lage find, große Anleihen öffentlich aufzunehmen". sondern ausdrücklich für die mittleren Industrien, die nicht in Gerade für die fapitalschwache, aber hochleistungsfähige Mittel industrie Deutschlands steht es fest, daß die heutige starte Unterbeschäftigung und mancherlei Rückständigkeit nicht immer Folgen des Auftragsmangels oder unfähiger Leistung sind, sondern der bis. beschaffung. Die Unternehmungen können wegen ihrer ge herigen Unmöglichkeit ausreichender Rapital. ringen internationalen Bekanntheit und wegen der Schwäche ihrer verzinslichen Anleihen auf dem ausländischen Kapitalmarkt Eingang Bankverbindungen weder mit ihren Aftien noch mit ihren test. finden. Das macht nun die Neugründung der Dillon ReadDisconto Mendelsjohn möglich, die durch ihren Ruf und Kredit nunmehr die Brücke schlagen. An den deutschen Börsen geht es nach einer Periode geradezu| Auslandskapital hineinfommt, desto leichter werden die Berhältnisse handelt sich nicht, wie bei der European Shares Inc., um beabsichtigte troftlofer Stagnation wieder lebhafter her. Die steigenden auf dem deutschen Gesamtfapitalmartt. Atttenturfe werden früher oder später die Möglichkeit der Rapitalbeschaffung für viele rentable, aber zurzeit noch notleidende Unternehmungen wesentlich erleichtern. Aus dem Munde mancher Führer der Industrie- und Bankwelt kommen jetzt ebenfalls opti. mistischere Aeußerungen über die Ronjuntturent midlung. Stehen wir wirklich wieder am Beginn des wirtschaft lichen Aufstieges? Noch muß man es bezweifeln, weil die organischen Fehler der Wirtschaftspolitik der letzten Jahre allzu schwer nach wirken. Immerhin haben sich in den letzten Tagen und Wochen Dinge begeben, die der deutschen Wirtschaft wieder bessere Arbeitsmöglichkeiten eröffnen. Erinnert sei hier an die Gründung der European Shares incorporated; eine weitere Gründung zur Beteiligung ausländischen Rapitals an deutschen Unternehmungen ist im Gange. Darüber berichten wir an anderer Stelle. Der westdeutsche Montantruft nimmt greifbare Formen an. Die wichtigste Tatsache aber ist, daß die Reichsbant felbft im Zusammenhang mit ihrer Distontermäßigung einen Ein. griff in den inneren Kapitalmarkt vorgenommen hat, der endlich wieder einen Versuch zur Regulierung des inneren Kreditverkehrs und zur Beseitigung der Anarchie am Geldmarkt dar. stellt. Diese Maßnahme der Selbsthilfe verdient eine besondere Würdigung nicht nur deshalb, weil sie für die ganze fünftige Gestaltung der inneren Wirtschaft von großer Bedeutung werden fann, fondern weil sie auch geeignet ist, manche Bedenten zu zerstreuen, die gegen die Diskontermäßigung vom 12 Januar geltend gemacht werden mußten. Die Mobilisierung von Hypothekenkrediten durch die Reichsbant, die sich mit Kapital und Finanzierungsgeschäften ftatuten gemäß eigentlich gar nicht befassen dürfte, ist eines der intereffan testen und bedeutsamsten Ereignisse der neuen Kreditpolitif. Was geht dabei vor? Landwirtschaftliche Kreditnof und Kapitalmarkt. Die deutsche Landwirtschaft, die in ihrer Gesamtheit einen außerordentlich großen Teil der Erzeugung und des Verbrauchs in Deutschland darstellt, entwickelt eine sehr starke Kreditnachfrage So wohl nach langfristigem, sogenanntem Hypothekenkapital, zur Finanzierung der Boden- und Stallwirtschaftsverbesserung, als auch nach furzfristigem, sogenanntem Wechselkredit, um Saatgut, Düngemittel und Arbeitskräft: bezahlen zu können, für die ihr seit der Inflation im Augenblid des Bedarfs weitgehend das Betriebskapital fehlt. Die landwirtschaftliche Produktion erstreckt sich über das ganze Jahr. Die Ernte bringt jedoch, wenigstens in der Hauptsache, erst die Gelder zur Bezahlung der Produktions to ste n. Soviel Hypothekenkapital, um der Landwirtschaft auf einmal die Gelder zur Finanzierung der Produktion I a hr für Jahr zur Ver fügung zu stellen, gibt es in Deutschland nicht. Auslandskapital ist beute noch so teuer, daß Zinsen und Tilgungsrate aus der Ernie neben den laufenden Produktionskosten noch nicht herausspringen Die Folge ist die Berseuchung der Landwirtschaft mit hochverzins lichen Bechfelgeldern, die menigstens bis zur Ernte ver längert werden müssen. Da diese Gelder aus dem Umschlagskapital der Gesamtwirtschaft genommen werden müssen, treiben fie die Zinsen für Wechselkredite hoch. Die privaten und öffentlichen Banten haben nicht nötig, mit den Binsen und vor allem Provisionen herunterzugehen. Da die( kurzen) Wechfelkredite außerdem mindestens für ein Jahr einfrieren müssen durch die notwendige Prolon gation, verfchärfen fie die Nachfrage nach Krediten in der übrigen Wirtschaft wiederum mit preisverteuernder Wirkung. Auf der anderen Seite möchte die Landwirtschaft Hypothetengelder haben, um die Wechselschulden los zu werden, und durch Steigerung des Boden und Stallertrags allmählich wieder aus eigenen Mitteln die Jahresproduktion zu finanzieren. Diese Snpotheken gelder müffen möglichst billig sein. Je mehr Gelder aus dem furzfristigen Geldmarkt aber bei ihr einfrieren, um so weniger und um so teueres Hypothefentapital bekommt sie. Denn die eingefrorenen Kredite der Landwirte vermehren auch die Nachfrage nach Hypothefenfapital in der Industrie. Die Folge ist klar: Ein Keil freibt den anderen, und das Ergebnis war einerseits die immer größere Bersteifung auf dem Geld- und Kapitalmarkt( die Auslandskredite genügen nicht) und andererseits die wachsende Berfestigung des Zinsmonopols der Banten. Diesen verderblichen Kreislauf zu zerbrechen, ist nun außer der Reichsbank und den öffentlichen Banten niemand in der Lage. Weil die Reichsbant, nach unserer Meinung zu Unrecht, die Erhöhung des Distonts unter gleichzeitiger Beseitigung der Kontingentierung der Wechselkredite aus mancherlei Gründen fürchtet, befindet sie fich in einer außerordentlich schmierigen Lage. Die Brinatbanken geben immer weniger Kredite, weil die Kunden immer unsicherer werden, die Notwendigkeit, fich flüffig zu halten, immer größer wird. Die Reichsbant bleibt auf ihrem Geld fizen. Deutsche Privat banten geben ihre Gelder massenhaft gegen ausländische Bant Mehr Kapital, vor allem billigeres Kapital. verbesserte Situation für die langfristige Kapitalnachfrage. So bringt die Entlastung der kurzfristigen Nachfrage eine Das Entscheidende der Reichsbanfattion ist aber der relativ billige Bins. Der Zinsfag für die Zwischenhypothefen beträgt nicht 10, 12 und mehr Proz., wenn die Provisionen eingerechnet werden, sondern nur 7 Broz. und unter Berücksichtigung der Ber. waltungskosten höchstens 7% bis 7% Proz. Das ist ein großer Borteil, auch gegenüber den Auslandshypotheken der Deutschen Renten banfanstalt. Da die Hypothefen über die Golddisfontbant nicht an erster Stelle zu stehen brauchen infolge der Mithaftung der vergemadt werden. Die niedrigen Zinsen und die breite Basis der mittelnden Institute, fönnen sie auf breiterer Basis nugbar Zwischenhypothefen erlauben immer nach Maßgabe der verfüge baren Mittel eine Abstoßung der bedeutend höher verzinslichen Wechsel- und eventuell auch Hypothekenschulden. Die von der Landwirtschaft tatsächlich gezahlten Zinsen werden effettiv niedriger. Der Zustrom der freiwerdenden Gelder auf den übrigen Geld- und sobald er groß genug wird, auch dort auf die den Brivatbanken Kapitalmarkt befriedigt dort vorhandene Nachfrage und fann, gezahlten Zinsen drücken. So ergibt sich aus dem neuen Schritt der Reichsbant tatsächlich die Möglichkeit, ganz im Gegensah zu der unvermeidlich schlechten Wirkung der bloßen Diskont ermäßigung, die 3inst often in der Gesamtwirtschaft zu ver ringern, die Zinsspanne der Privatbanten zu verkürzen und das allgemeine Zinsniveau zu ſenten. Boraussetzungen- Verantwortung. und eine außerordentlich schwere Berantwortung trifft die Be Allerdings, schwerwiegende Boraussetzungen sind zu erfüllen, teiligten. Die Aktion der Reichsbank fann eine Gesundungs operation in der deutschen Kreditwirtschaft sein. Soll fie es merden, gehören dazu sehr erhebliche Mittel. Reichsbant und Golddiskontbank verfügen heute schon über sehr beträchtliche, wenigstens augenblidlich freie Gelder. Sie voll auszuschöpfen, fann aber um so leichter zur Schädigung anderer Kreditfucher außerhalb der Landwirtschaft werden, je nachdrüdlicher der Landwirtschaft geholfen und je fleiner die 3insfpanne wird. Dann ist die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß die Schatscheine der Golddiskontbant in größerer Menge ausgegeben werden, als durch Berkauf der Schaßscheine Gelder eingehen fönnen. Hier liegt eine Gefahr der Kapital ne u schöpfung ähnlicher Art, wie sie bei den Landschaften erfolgte, mit den bekannten zer. diskontbank die Reichsbant steht, würde eine leberemission von störenden Folgen auf dem Pfandbriefmarkt. Weil hinter der GoldSchaßscheinen das Ansehen der Reichsbant, damit den Kredit und die Baluta" Deutschlands gefährden, denn diese Schatscheine der Reichsbant wären direkte Repräsentanten des Erfolgs oder Mißerfolgs der Reichsbank politit, auf die das Ausland besonders achten wird. Daß diese Schatzscheine nicht an die Börse kämen, wäre tein Schußmittel. Aber auch mit der eventuellen Lombardie. werden. Niemand hat die Auswirkungen der Lombardierung der rung müßte die allergrößte Vorsicht und Zurückhaltung geübt Striegsanleihen vergeffen. die höchst intensive und rationelle Bewirtschaftung der Landwirt Auf der anderen Sette ift der Grund und Boben, letztlich fchaftsbetriebe die einzige mirtliche Sicherheit der 3mischen hypotheten. Schenten fann niemand etwas am wenigsten die Reichsbank und die Golddiskontbant. Die Zinsen und Tilgungsraten müffen erwirtschaftet und gezahlt werden. Der billigere Binssatz ist nur eine günstige Anturbelung der Landwirtschaft dazu. Ohnehin wird nach den drei, vier, fünf Jahren die Tilgung der Zwischenhypothefen zum Teil nur durch neue Hypotheken möglich fein. Dafür bereitet heute die Reichsbant den Boden. Den Land wirten ermächst also eine mindestens so schwere Ber antwortung wie der Reichsbant. Beide werden aufs engste miteinander vertoppelt. Die dazwischenstehenden Vermittlungs Berlust an diesem Bermögen geht aber direkt oder indireft auf banten haben zwar ein gewiffes mithaftendes Vermögen. Jeber Kosten der Landwirtschaft. Als Ganzes ergibt sich also: es handelt sich um ein Er. periment von größter Tragweite. Gelingt es, so kann es, das weitere attive Interesse des Auslandes an der deutschen Wirtschaft rorausgesetzt, der springende Punkt für die Lösung der Stabili fierungsfrise überhaupt werden; denn die Reichsbanka? tion greift an der zukünftigen Gestaltung der 3 instoften an. Gefänge es nicht, würde viel mehr gefährdet, als bisher schon gefährdet ist. Unter der Einschränkung, daß das Erperiment gelingt, gestehen wir der Reichs. bank zu, daß fie den Fehler der bloßen Diskontermäßigung zu reparieren bemüht ist: die Kauffraft der Landwirtschaft tann ge steigert, die Zinsfosten in der Gesamtwirtschaft tönnen gesenkt werden. Damit kann die Reichsbank zur Absahsteigerung und gleichzeitigen Preissenkung beitragen. wechſel ins Ausland. Die Diskontermäßigung nüßt nichts, wenn die Fortschritte der Kapitalzufuhr vom Auslande 3instoften in Deutschland nicht tatsächlich für die Gesamtwirtschaft heruntergehen. Hier knüpfte die Reichsbank an. Das Eingreifen der Reichsbant. Sie läßt durch ihre juristisch selbständige Tochter, die Gold. distontbant, die aber von ihr verwaltet wird, der Landwirt. schaft über die dazu berufenen Hypothekeninstitute( Rentenbant. frebitanstalt, Zentralgenossenschaftstassen, Landschaften, Hypothekenbanken) Geld in der Form von drei bis fünfjährigen Hypotheken zuführen. Für diese Gelder läßt sie sich von den vermittelnden Inftituten Hypothefarschuldscheine geben; die vermittelnden Institute felbft erhalten die Hypothetenbriefe der Landwirte. Die Hypothekar. fchuldbriefe nimmt die Golddiskontbant zunächst in ihr Tresor und reicht dafür aus eigenen Mitteln das Hypothekengeld. Diese eigenen Mittel werden zunächst erweitert durch die noch ausstehende Einzahlung von 3,4 Millionen Pfund Sterling oder rund 68 Millio nen Mart von der Reichsbanf. Kommt die Hypothekengewährung ins Laufen, geht die Golddisfontbant weiter. Nach Maßgabe der Kapitalneubildung in Deutschland und auch des Intereffes für die deutsche Kreditnachfrage im Ausland gibt sie Schahscheine aus, burch die weitere Mittel beschafft werden. Die Schaßscheine tönnen von öffentlichen und privaten Unternehmungen, auch von Staat und Gemeinden, vorübergehend und dauernd erworben werden. Je mehr eigenes und ausländisches Neufapital zufließt, desto mehr. Die Bandwirte ihrerseits fönnen, je größere Beträge hereinkommen, um fo ftärter bie eingefrorenen Kredite in die übrige irtschaft wieder zurüdführen. Der Geldmarkt für die Um fchlagstrebite wird erleichtert. Je größer diese Erleichterung dem Rapitalbetrag nach ist, defto geringer fann die Hypotheken nachfrage in der Industrie werden. Der Kapitalmarkt für dauerndes Anlagegeld wird verringert, der Drud auf den Rapitalmarkt wird gemilbert. Je mehr Renfapital im Inland entsteht und je mehr Rapital auch für die deutsche Mittelindufteie. Die Schwierigkeiten scheinen nun überwunden zu werden, die eine ausreichende Kapitalversorgung der deutschen Industrie bisher verhinderten. Die fürzliche Gründung der European Shares Inc., New Dort, die deutsche Attien taufen und durch Ausgabe eigener Obligationen aus dem amerikanischen Bubli tum Rapital für die betreffenden deutschen Gesellschaften heraus holen will, mußte zunächst noch als Schritt ins ungewiffe gelten. Seit die Reichsbank durch die Bermittlung von hypothefarischen 3wischenkrediten an die Landwirtschaft sich aktiv um die Geſundung der deutschen Kreditwirtschaft von innen her bemüht, verspricht das Zusammenarbeiten deutscher Privatbanken mit Amerita von außen her einen Erfolg in gleicher Richtung. Fraglich war außen her einen Erfolg in gleicher Richtung. Fraglich war allerdings, ob die European Shares Inc. auch der gesamten Industrie nützlich werden könnte, weil nach den vorliegenden Mel dungen nur führende, d. h. schwere Aktien für den Ankauf in Frage kommen sollten. Wie der Kapitalbedarf der hochwertigen mittleren weiterverarbeitenden und Fertigindustrie befriedigt werden fcite, war eine offene Frage. Auch diese Frage scheint nunmehr grundsäglich der Lösung nahe zu sein. Die hervor. ragend am amerikanischen Kapitalerport beteiligte New Dorter Banffirma Dillon Read& Co., New Yort, hat gemeinjam mit der Distontogesellschaft Berlin und dem Banthaus Mendelssohn u. Co., Berlin, Amsterdam, ein Finan zierungsinstitut gegründet, worüber folgende Meldung vorliegt: Die New Yorfer Bantfirma Dillon, Read& Co. hat mit einem Rapital von 15 Millionen Dollar eine Gesellschaft ins Leben gerufen, bie fich mit der Bewährung von Rrebiten an Gleichzeitig mit der Meldung über biese Gründung tommt eine deutschen Mittelindustrie von andere Nachricht, die ebenfalls für die Kapitalversorgung der hoher Bedeutung iſt. Die Sächsische Landespfandbriefanstalt, eine Gründung des Freistaats Eachsen zur Versorgung der sächsischen Industrie mit langfristigem Kapital, hat am 15. Januar die ersten 5 Millionen Dollar ihrer Amerifaanleihe in New Yort aufgelegt und einen durchschlagenden Erfolg erzielt. Reichsbant, Privatbanten und staatliche Industriekreditbanken mirten also heute zur Befriedigung des Kapitalbedarfs der offensichtlich ein organisches ist, ist die Hoffnung für die Ge deutschen Privatwirtschaft zusammen. Da ihr Zusammenwirfen fundung des deutschen Geld- und Kapitalmarktes berechtigt. Die Dollaranleihe der Rhein- Elbe- Union perfekt. 9 Die Berwaltung der Rhein- Elbe- Union bestätigt das Zustande. tommen der Dillon- Read- 25 millionen Dollar Anleihe zu 7 Proz. Diese Anleihe wird entgegen anderen amerikanischen Meldungen vorläufig nicht auf die Bereinigten Stahl. werte. G. übergehen, sondern bei einer endgültigen Gründung dieser Gesellschaft wie alle anderen Anleihen der zu den Bereinigten Stahlwerfen gehörigen Gesellschaften dann erſt übernommen werden. Der Ausgabeturs der Anleihe bewegt sich um 90 Pro Die Laufzeit beträgt 20 Jahre. Troß allem: Zunahme der Arbeitslosigkeit. Auf dem Berliner Arbeitsmartt hält bei ständig sich vera minderndem Stelleneingang die rapide Steigerung der Ar beitslosigkeit, die sich jetzt auf rund 189 000 Personen erstrect, an Die Zunahme beträgt gegenüber der Borwoche rund 18500. vermindert ihren Fortgang, was auf dem Arbeitsmarkt besonders Betriebsschließungen, Stillegungen sowie Kurzarbeit nehmen un dadurch fühlbar wird, daß die maßgebenden Industrien hieran ftrie ist infolge Mangels an Neuaufträgen mit meiteren Ent. weiterhin in erster Linie beteiligt find. In der Metallindu laffungen zu rechnen. Auch die Süßwarenindustrie nahm Entlassungen vor, wovon auf Grund der Beschäftigungsverhältnisse weibliche Arbeitsfräfte am stärksten betroffen wurden. Bemerkens. läufigen Bewegung wieder erfaßt ist. Bei dieser Sachlage steht der wert ist auch, daß jetzt auch das Gastwirtsgewerbe ven der rüd Abruf von Arbeitskräften durchaus in feinem Verhältnis zu dem Angebot. Daran ändert auch nichts, daß unter anderem einzelne Großfirmen der Tabatindustrie ihren Betrieb wieder auf tie Konfektionsindustrie in der Wäschebranche, die übrigens fast genommen und Arbeitsträfte eingestellt haben, und daß barniederliegt, eine leine Belebung zeigt. merden. Der hohe Stand der Konkurse, namentlich der Handelswelt, Als ausschlaggebende Besserungserscheinungen tönnen diese Umstände jedoch nicht bewertet übt naturgemäß eine weitere Verschlechterung, insbesondere auf den ohnehin ungünstigen Stellenmarkt für Angestellte aus. Ein Vergleich der Zahl der jet bei den Arbeitsnachweisen eingetragenen Arbeitsuchenden mit tem bereits sehr hohen, am 12. Dezember veröffentlichten Stand der Arbeitslosigkeit ergibt eine Steigerung von rund 58 Proz. Der Einwohner zahl Berlins gegenübergestellt, beträgt die Arbeitslosigkeit rund 4% Broz, was bedeutet, daß jeder 21. Einwohner Erwerbstätige empfänger umgerechnet, bezieht jeder 32. Einwohner Erwerbslosen ermerbslos ist. Auf die Zahl der Unterstügungs. unterstügung. Ein vollständiges Bild des Arbeitsmarftes vermögen jedoch diese Bahlen nicht zu geben, ta die Einwohnerzahl die gesamte Einmohnerschaft umfaßt. nicht etwa Es waren 189337 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 170 847 der Borwoche. Darunter befanden sich 131 509( 120 157) männliche und 57 828( 50 690) weibliche Personen. Unterstügung bezogen 94 984( 88 970) männliche und 30 688( 27 386) meibliche, insgesamt 125 672( 116 356) Personen. Zu den Berlusten der Deutschen Raiffeisenbank A.-G. werden noch weitere wichtige Einzelheiten gemeldet. Zunächst wird be stätigt, daß die Berluste aus den Industriegeschäften der Raiffeisenbant nicht so erheblich sind, daß fie irgendwie als eine Gefahr für die Bant betrachtet werden fönnten. Die eingefrorenen Industriefrebite dürften unter Einrechnung der aufgelaufenen Zinsen 20 davon darf als verloren gelten. Wichtiger ist aber ein Mo. bis 25 millionen Mart betragen. Etwa die Hälfte ment, das der Deffentlichkeit bisher unbetannt geblieben und nach dem Berfiner Börsencourier" von der Raiffeisenbank bisher verschwiegen wurde. Die Raiffeisenbant hatte nämlich in beftimmter Erwartung auf die erfolgreiche Unterbringung von 10 Millionen Dollar Goldpfandbriefen in Amerifa einen großen Teil der erhofften Beträge gegen Hypotheken weiterbegeben oder fest zugesagt. Es handelte sich um einen Betrag von 15 Millionen Mart. Beträge turzfristig auf dem Geldmarft aufgenommen und Da die Anleihe aber nicht zustande tam, mußten die entsprechenden schließlich bei der Preußenkaffe in einen längerbefristeten Kredit umgewandelt werden. Die Breußentasse löste die neben ihr vorhandenen Geldgeber ab und ließ sich außer den Grundflüden der Raiffeisenbank und der Raiffeisenschen Handelsgesellschaften be stimmte Warenlager als Sicherheit für ihre Forderung verpfänden; außerdem ließ fie fich die Goldpfandbriefe aus. Die Gesamt. händigen, deren Unterbringung gescheitert war. forderungen der Preußentasse an die Raiffeisenbank lauten auf 205 millionen Mart. Die Breußentasse sieht den Betrag nicht als übermäßig hoch und als vallig ausreichend gebedt an. Die Breußenfasse meift darauf hin, daß über die Raiffeisenbank an die Raiffeisenorganisationen etwa ein Sechstel ihrer gesamten Ausleihungen erfolgt fet, während die Raiffeisenorganisationen nur etwa ein Fünftel der Genossenschaften aus machen. Gewerkschaftsbewegung parteinachrichten ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt) Die Bankleitungen zum Tarifkonflikt. Entgegnung des Allgemeinen Verbandes der Angestellten. Der Reichsverband der Bankleitungen bemüht sich zurzeit in der Presse seine in dem Bankentariffonflift unternommenen Schritte zu verteidigen. Der Reichsverband geht dabei in seinem Eifer so weit, dem Reidsarbeitsministerium die Befähigung dafür abzusprechen, die wirtschaftlichen Auswirkungen seiner Maßnahmen und die Tragfähigkeit des Bankgewerbes zu übersehen. Der Berband der Bankleitungen mag die Existenz eines selbständigen Reichsarbeitsministeriums als verhängnisvoll und bedentlich ansehen; das gibt ihm aber noch lange nicht das Recht, zu Besprechungen über die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Schiedspruchs im Reichs. arbeitsministerium untergeordnete, mit feinerlei Vollmacht versehene, Beauftragte zu entfenden. Das ist aber nachweislich geschehen. Im Reichsarbeitsministerium hüllten sich die Bankenvertreter in Schweigen; zugleich wurden aber nachweislich die guten Bezie. hungen zum Reichswirtschafts- und Reichsfinanzministerium weidlich dazu ausgenugt, dort Ressortschefs, Ministerialräte usw. in streng vertraulichen Konven titeln gegen ben Schiedsspruch mobil zu machen, obwohl dieser bereits eine Ablehnung der maßvollen Arbeitnehmerforde rungen bis zu 90 Proz. bedeutete. Wenn es sich dabei ,, um selbst. verständliche und daher auch nicht geheim gehaltene Borstellun gen des Reichsverbandes der Bankleitungen" gehandelt hätte jo behauptet nämlich jetzt wahrheitsmidrig der Reichsverband der Bant leitungen dann hätte es ebenso felbstverständlich sein müssen, daß zu diesen Besprechungen die Arbeitnehmerorganisationen des Bankgewerbes hinzugezogen wur ben. Mindestens hätte man ihnen nach her Gelegenheit geben müssen, mündlich oder schriftlich ihren abweichenden Standpunft geltend zu machen. Und wenn man so etwas vom Reichswirtschafts. und Reichsfinanzministerium bei ihrer notorisch arbeitnehmerfeindlichen Einstellung faum erwarten fann, dann hätte doch auf alle Fälle der Arbeitsminister, auf deutsch der Minister der Arbeit die Verpflichtung gehabt, den Arbeitnehmerorganisationen diese Ge legenheit zu geben. Das geschah aber nicht. Der Arbeitsminister hat vielmehr etwas als sachtundiges Gutachten des Reichsarbeits- und Reichsfinanzministerium gewertet, was in Wirklichkeit nur einseitig Dorgebrachter Parteiftandpunkt der Bankleitungen war. Damit nun das den Banfangestellten gegenüber beliebte Ber fahren in Zukunft nicht Schule macht, hat sich der Allgemeine Verband der deutschen Bantangestellten an die Deffentlichteit und das Parlament gewandt, um wenigstens einige Sicherheit dafür zu schaffen, daß im Monat Januar die Nachprüfung des Reichsarbeitsministeriums" anders gehandhabt wird, als das im Monat November zum Schaden der Arbeitnehmer der Fall gewesen ist. Im übrigen ist der Allge meine Verband der Bantangestellten sehr wohl in der Lage, dern Reichsarbeitsministerium zu beweisen, daß Gehälter, die ein gutes Drittel und mehr hinter den Bezügen gleich Dorgebilbeter und gleichgearteter Staatsbeamten zurüd bleiben, und eine Arbeitszeitregelung, die immer noc) eine Bezahlung der Weberarbeit erst nach der 50. Ar. beitsstunde in der Woche vorsieht, sehr wohl mit den Interessen des Bankgewerbes in Einklang zu bringen ist. Im übrigen wirft es mehr als tomisch, wenn der Reichsverband der Bankleitungen in feiner Erklärung es einleitend bedauert, daß der Reichsarbeitsminister noch nicht zum Filialdirektor des Reichs wirtschaftsministeriums reduziert ist, gleichzeitig am Schlusse aber bem Allgemeinen Verband der deutschen Bantangestellten den Bor wurf macht, er habe dem Arbeitsminister die Abhängigkeit vom Reichswirtschaftsministerium vorzuwerfen gewagt. Wozu die Reichsbahn Geld hat. Annahme verweigert. Bon der Nachrichtenstelle des Reichsfinanzministeriums wird uns mitgeteilt: Bu der Veröffentlichung des Borwärts" vom 15. b. M., be treffend ein Schreiben der Deutschen Reichsbahngesellschaft an Herrn Ministerialrat Dr. Schilling, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß Herr Schilling die ihm zur Berfügung gestellte Fahr farte nicht in Anspruch nehmen wird. Er wird also nicht in die Lage tommen, die Genehmigung feiner vorgefeßten Be hörde zur Annahme der Fahrtarte nachzusuchen. Daß nach den Borschriften des Reichsbeamtengefeges eine solche Genehmigung not. wendig fein würde, war der Deutschen Reichsbahngesellschaft bei Abfaffung ihres Schreibens sehr wohl befanni. Der letzte Satz ist ein mißglückter Verteidigungsversuch der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft. Ob die Ausstellung einer Freifahrkarte 1. Klasse als besondere Zuwendung anzusehen ist, darüber würde zunächst das Empfinden des Betroffenen ent Betroffenen entscheiden. Herr Dr. Schilling hat wir stellen dies mit Bergnügen feſt das Selbstgefühl, von dem plumpen Bettel der Hauptverwaltung der Reichsbahn keinen Gebrauch zu machen. Das be schönigt in feiner Weise die Haltung der Hauptverwaltung, die so zusagen teine passende und unpassende Gelegenheit vorbeigehen läßt, um denen zu geben, die haben, aber sich nicht entschließen tann, einem Schiedsspruch zuzustimmen, der die Elendslöhne der Eisenbahner um ein und zwei Pfennige„ verbessert". Ganz besonders der letzte Bunft müßte streng beobachtet werden. Es ist einfach ein Standal, wenn die Behörden jetzt ihre 3u stimmung geben zu Maffenentlaffungen und Stillegungen, während gleichzeitig in denselben Unternehmungen voll gearbeitet wird oder gar noch Ueberstunden gemacht werden. Es muß darüber gewacht werben, daß nicht, wie bisher, durch die Verschiebung auf den Instanzen weg die Beschlüsse einfach sabotiert werden und die katastrophale Krise noch mutwillig verschärft wird. Achtung, CO. Brunnenstraße! Morgen, Montag, nachmittag 4 Uhr. bei Krüger, Suffiten. Ede Scheringstraße, Bersammlung aller SBD.- Senoffen. Wichtige Tagesordnung. Die alten Funktionäraus weife find mitzubringen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, AEG. Turbine! Am Dienstag, 19. Januar, nachmittags 3 Uhr, bei Delfdläger, Berlichingenstr. 5, Bersammlung aller SPD.. Genoffen. Parteiausweis mitbringen. Der Fraktionsvorstand. Baugewerksbund, Fadgruppe Fliesenleger. Mittwoch, 20. Januar, 7 Uhr, Generalversammlung im Gewerkschaftshaus. Besondere Einladungen ergehen bazu nicht. Die Facharuppenleitung. Adytuna. Aleber! Morgen. Montaa, 7 Uhr, Jahres Branchenverfammlung in ber Go Tefifchen Beimat", Reue Friedrichstr. 1. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen ift Pflicht. Die Branchenleitung. Einsendungen für biefe Rubrik find Berlis B. 68. Sindenftraße 3, Uebermorgen, Dienstag, den 19. Januar: für Groß- Berlin FĿELLACHLAFFA ftets an das Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trev. rechts, au richten Achtung, Revisoren! Die Abteilungen 27 und 46 in Berlin, 111 Bohndorf, 124 Mahlsdorf, 127 Hohenschönhausen, 133 Buchholz haben bisher noch immer nicht abgerechnet, trobem der letzte Termin bereits um mehr als zwei Wochen überschritten ist. Die Revisoren und die Abteilungsleitungen find nunmehr ver pflichtet, hier unter allen Umständen einzugreifen und für die J. A.: Aler Pagels. fofortige Abrechnung zu sorgen. 1. Kreis Mitte. Die Ordner des Areifes treffen fidh am Dienstag, 19. Jamuar, 7 Uhr, im Rosenthaler Sof. Rofenthaler Str. 10/11. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Monbag, 18. Januar, fällt die Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes aus. Am Ende der Woche Gigung des engeren Kreisvorstandes mit ben Funktionären. 5. Kreis Friebrichshain. Abteilungsleiterinnen. Sm Lefeabend milffen Ramen und Abrene ber Teilnehmerinnen an dem Rurfus über das Jugendwohl. fahrtsnefes notiert werben. Der erfte bend diefes Rurfus findet am Dienstag, 2. Mära, 7½ Uhr. ftatt. Referentin: Genoffin Wachenheim. 7. Kreis Charlottenburg. Dienstag, 19. Januar, 7½ Uhr, bei Bogel. Spree ftraße 7. Würzburger Sof, Gikung der Reitungskommiffion. Die Abteilungen find verpflichtet, daflir au fornen, daß die Reitungstommiffions mitalieder aus jeber Abteilung vertreten find. 12. Rreis Stenlik- Bantwik- Bichterfelbe. Montag abend 8 Uhr Kreisvorstands. fihung an bekannter Stelle. 13. Kreis Tempelhof- Marienbor. Montag, 18. Januar, 7% Uhr, in Tempel Hof, Dorfitt. 42 1. Rimmer 28, Fraktionskuna. 16. Kreis Ripenid. Monteg. 18. Januar, 7 Uhr, Kreisvorstandsfitung bei Rabel, Köpenid, Freiheit 5. 17. Streis Lichtenberg. Bezirksverordnetenfraktion. Montaa, 18. Januar, 6 Uhr, Gikung im Rathaus, Möllendorfftrake, Rimmer 25. Die Bilogerdeputierten müffen au diefer Sikuna ebenfalls erfcheinen. Am Dienstag, 19. Sanuar, 7 Uhr. im Cecilien- Lyzeum. Rathausstraße, öffentliche Bersammlung der freien Schulgemeinde. Borteca über: Edule und Bildungswefen in Rukland". Referent: Oberstudienbirektor Rarfen. Die Genoffinnen und Genoffen werden ersucht. Diefen intereffanten Bortrag zu befuchen. 20. Rreis Reinidenbert. Montag, 18. Sanuar, 7% Uhr, Mitgliederversamm luna im Lofal Schülkenbaus, Reinickendorf- Oft, Residenafte. 1/2. Die Arbeiterbeweauna und ihre fulturellen Aufgaben". Referent: Emil Barth. Die Abteilungsleiter find verpflichtet, die italieber einanladen. Gäfte tönnen eingeführt werden. Dienstag, 19. Januar, 6% Uhr, erweiterte Rreisnorstandssitung im Boltshaus Reinidendorf- Beil, Scharn weberstraße 114. Thema: 18. Abt. Die Mitgliederversammlung findet bereits am Mittwoch, 20. Januar, bet Sachfe, Lindower Str. 26, fiatt. Heute, Sonntag, den 17. Januar: 40. Abt. Die Cenoffinnen und Genoffen werden gebeten, fich recht aahlreich an der heute, Sonntag, nadmittaa 5 Uhr, in der Bodbrauerei, Fidicin trake 2/3, fattfindenden Beranstaltung der Konsum- Genoffenschaft au befellinen. Eintritt 60 f.. Rinber 10 Bf. ungalinen. Gape Mitte: 8 Uhr im ehemaligen Sandsgemeindehaus, Cophienstr. 23, Lefeabend( Liebknecht- Luxemburg- Gedenken). Morgen, Montag, den 18. Januar: 3. st. Rommunale Rommiffion. 7 Uhr Sikuma bei Reiger, Engelufer 25. Alle ehrenamtlich tätigen Genoffinnen und Genoffen müffen erscheinen. 6. bt. Rmifden 7 und 8 1hr Umtaufdi ber Funktionärkarten bei Dobrob law, Swinemünder Str. 11. 31. bt. Borwärtsbesichtigung. Bertierloge. Treffpunkt 7 Uhr Lindenstr. 3, 1. Sof, 85. Wbt. 7% Uhr bet Beter, Schreinerfte. 86, Funktionärfikunn. Abrechnen mit den Beatrtsführern. Alle funktionäre und Elternbeiräte müffen er fteinen, 77. Wbt. edinebera. 8 Uhr bel Mamitter. Apoftel- Taulus- Str. 7. Borstands. fikuna. Pairtsaffierer milffen die Biften und Beitragsmarken brechnen. 95. Abt. Reuförn. 8 Uhr bei Wittia. Steinmektr. 84, wichtige Borstands. fikuna. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Jungfesialisten. Gruppe Tiergarten: Teilnahme an der Gesamtveranstaltuna. 1 Nächste Gruppenzufammenkunft: Mittwoch, 20. Januar. 8 Uhr, in der Borwärts- Spedition Wilhelmshavener Str. 48. Vortrag bes Genoffen Levinsti: Sosiologie und Staat". Gäfte mitkommen. Gruppe Reiniden borf: Sämtliche Cenoffen beteilicen fich heute entweder an der Gesamt veranstaltung der 9GB. im Breukifchen Bandtag, Prins- brent- Str. 5, 48 Uhr, oder an der Perfammlung der Bartei in Reinidendorf: Die Kulturrellen Aufgaben der Arbeiterschaft"( Ref.: Emil Barth). Der Gruppen. abend fällt aus. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 17. Januar. 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. J. S. Bach: Wie schön leuchtet der Morgenstern( St. Philippus- Apostel- Kirchenchor und zwei Cornets, Dirigent: St. Bobe). 2. H. Benzmann: a) Jesus findet seine ersten Jünger, b) Christus beruhigt das Meer( Dr. Leonhard Blaß, Rezitation). 3. Ansprache des Herrn Pfarrer Pfeiffer. 4. a) Schubert: Glaube, Hoffnung und Liebe, b) A. Becker: Mache mich selig, o Jesu( Johanna Heyder, Sopran). 5. E. Grell: Mottete: Gnädig und barmherzig"( Chor, siebenstimmig). 11.30 bis 12.30 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. Einleitende Worte: Alfred Schattmann. 1. Honegger: Streichquartett. Appassionato Adagio Allegro. 2. Hindemith: Streichquartett op. 10. Sehr lebhaft Thema mit Variationen Finale( Lambinon- Quartett: Nikolas Lambinon, 1. Violine; Alfred Wegner, 2. Violine; Frida Mosheim, Bratsche; Gottfried Zeelander. Cello). 2.20 Uhr nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Prof. Dr. Ludwig Armbruster: Unsere Bienen". 3.30 Uhr nachm.: Prinz Wassermann von Hans Bodenstedt, erzählt vom Fankheinzelmann. 430 tröpfchen trägt das Glück aus Goldhärchen und Funkheinzelbis 8 Uhr nachm.: Bunte Stunde. 7 Uhr abends: Professor Dr. C. Kaßner: Verbrechen und Wetter". 7.30 Uhr abends: Oberpostrat abends: Einführung zu der Operette Ihre Hoheit Dr. Robert Schwellenbach: Philosophie des Rundfunks". 8 Uhr die Tänzerin" am 18. Januar. 8.30 Uhr abends: Ueberbrettl.( Am 18. Januar 1901 eröffnete Freiherr v. Wolzogen sein Ueberbrettl). 1. Ein1., 5. und 26. bt. 7½ Uhr im Rosenthaler Sof. Rofenthaler Straße 10/11, öffentliche Versammlung. Bortrag: Genoffenschafts wesen und Wirtschaft". Referent:. Mirus. Ale Genofsinnen und Genossen müssen sich beteiligen. 56. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, b. teilungsversammlung. Bortrag des Landtagsabgeordneten Otto Meier über: Fürfienabfinduna und Erwerbslosenfürforge". Einoeführte Gäſte und Borwärtsleser find willkommen. Die Bezirksführer müssen einladen. 79. Abt. Schöneberg. Pünktlich 8 Uhr im Lofal Settlik, Sedanstr. 60, Borstandsfigung. Da wichtige Tagesordnung, Erscheinen unbedingt erforderlich. Mittwoch, den 20. Januar: 30. Abt. 7 Uhr bei Mieffe. Endiener Str. 2/3, Aahlabend. Bortrag des Land tagsabgeordneten Eduard Rachert über: Fürftenafindung. Es ist Pflicht aller Genoffinnen und Genoffen, diesen Rablabend unbedingt au befuchen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Reutölu: Dienstag, 19. Sa nuat, nachmittags 4% Uhr, Märchennadmittag mit Lichtbildern in der Aula der Walter- Rathenau- Schule, Bobbinstrake. Feliz Fechenbach lieft aus Beter Stoll. Cintritt 10 Bf. Gruppe Reinidenbozf: Heute, Gonn tag, 17. Januar, nachmittags 3 Uhr, findet die erste Busammenkunft ber Rinderfreunde in Reinidenborf statt. Gäfte und Eltern find herzlichst willkommen. Frauenveranstaltungen am Montag, den 18. Januar: 6. Kreis Kreuzberg. 7 Uhr bei Rabe, Fichteftraße, Seiterer Reelsfrauenabend. Ansprache, Gesang, Tanzvorführungen. Außer der Jugend wird Die Genoffin Bellmann- Osnabrüd mitwirken. Abteilungsleiterinnen müssen rechtzeitig anwesend fein. 11. Kreis Schöneberg- Friebenau. Arbeiterwohlfahrtstonferena 8 Uhr im Lokal Rosenthal, Ebersstraße, am Bahnhof Ebersstraße. Tagesordnung: Bortreg: ..Jugendgerichtshilfe. Referent: Genoffe Abraham. Genoffinnen und Ge noffen find heralidyft milltommen. 26. Abt. 7% Uhr bei Seilens, Brenzlauer Allee Ede Meter Stocke. Bov trag: Sngiene im Saufe". Referentin: Genoffin Ahrensberg. 27. bt. 7 Uhr bei Bogdanowis, Sonnenburger Str. 1, Bortrag: Ev ziehungsfragen". Referentin: Erna Rrefie. 29. bt. 7% Uhr bei Burg, Brenzlauer Allee 189, Bortrag: Die Grundlagen des Wohnungselends". Referent: Wilhelm Miethle. 32. Abt. 7% Uhr in der Schule Langeftr. 31. Tagesordnung: gemeine Lage". Referentin: Luise Kähler, M. b. 2. Die all 34. Abt. 7% Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19. Bortrag: Das Beidelberger Brogramm". Referent: Cenosse Stein. 37. Abt. 7% Uhr bei Gerasch, Ebertnite. 10, Borlesungen aus Reuter unb Seine. Bortvagenber: Genoffe Sagemann. 74. Abt. Rehlendorf: 7 Uhr bei Schnorre, Botsdamer Str. 3, 2. Rurfusabend. ,, Geschichte der Frauenbeweging." Referentin: Hedwig Schwarz. 128./130. Abt. Pankow. 7% Uhr bei Meek, Berliner Straße Ede Lindenprome nabe. Bortran: Revolutionäre Dichter". Referent: Frans Sauch. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 19. Januar: 21. bt. 7% Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, Vortrag: Die Frau im Che recht". Referentin: Elfe Scheibenhuber. 28. bt. 7% Uhr bei Barthel, Rufeftr. 20, Vortrag: Die Grundlagen bes Bohnungselends". Referent: Wilhelm Miethte. 33. Abt. 7 Uhr in der Schule Sohenloheftr. 10, Bortrag: Die Frauen bewegung", 2. Teil. 85. bt. 8 Uhr bei Bufe, Berber Cdfe Raiser- Wilhelm- Straße. Referent: Genoffe Hille. 104. bt. Nieberfchöneweibe. 74 Uhr im Restaurant Schmidt, Berliner Straße 97/89. Vortrag ber Genoffin Klara Bohm- Schuch, M. b. S. Nachher gemütliches Beisammenfein. 111, Wbt. Bohnsborf. 7% Uhr bei Heimann. Waltersbosfer Str. 100. Bortrag: Der Rampf ber vau um die Würdigung ihrer Arbeit". Referentin; Genoffin Kunert. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 5. Kreis Friedrichshain. 83. Abt. Allen Genoffen aur Kenntnis, bak unfer braver Genoffe Sermann Sausmann verstorben ift. Die Einäicherung findet am Montag, 18. Januar, nachmittags 3½ Uhr, in Baumschulenweg statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht der Abteilungsvorstand. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 1 Gefchäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianste. 37/38. Sof 2. Tr. Brenzlaner Beza. Senefelder Tlak: Ma. b. 18., 8 Uhr, Bollvers fammlung bei Büttner, Schwebter Str. 28. Renkölln Brik. 2. Rug: Soto., b. 18., 7,30 Uhr, Monatsverfammlung im Saalehaus, Saale Ede Unitru itzake. Bortrag: Innere und äußere Bolitik und die Beifassungsparteien". Reinidendorf. Wegen Lotalfchwierigkeiten muß die Rreisversammlung auf Fr.. b. 29., verlegt werben. Gie finbet im Bobal Ramlos( Raftanienwäldchen), Steinidendo: f- Of- Schönhola 14, ftatt. Die Einladungen find entsprechend au änbern Beißenfce. Di., b. 19., 7 Uhr, Antreten im Grünen Baum, Ber liner Ace 204. Abmarich nach Turnhalle Berntafteler Straße. Turn und Jiu- Jitfu- Uebungsabend. Kreuzberg. Jungmannschaft I: Mo.. b. 18., 8 Uhr, Rufammenkunft in ber Schneetoppe. Vantow. Mo., b. 18., 8 Uhr, Aufammenfunft Bollantfir. 181. Es wird barauf aufmertfam aemacht, bak am o. letter Saa ber Filmaufführung Freies Bolt" Bantow, Berliner Str. 27, tit. Die Stubien gefellfaft für Bährungs- und Finanzreform E. B. Deranstaltet Montag, 18. Januar, 8 Uhr im großen Keffaal des Vereins Deutfder Ingenieure, Berlin RB 7, Friedrich- Ebert- Str. 27, 1 Trp., eine Tagung, auf ber Brofessor Dr. Mahlberg von der Sanbelshochschule Göteborg( Schweben) über bas Thema: Raftulationspolitit, Rredit und Ronjunttur" spreden wird. Arbeiter- Radio- Klub Deutschlands e. B., Ortsgruppe Berlin. Mitalieber verfammlung Dienstag, 19. Januar, 8 Uhr, Schinkels Festfäle, Brüldenftr. 2. Arbeiter- Samatiter- Kolonne e. V., Abteilung Charlottenburg. Montag, 18. Januar, 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Lofal von Thelen, KaiserFriedrich- Str. 45b. Reitstagsabgeordneter Genoffe Collmann Toricht am Donnerstag, 21. Ja nuar. 7% Uhr, in einer öffentlichen Berfammlung des Berbandes Boltsgefund heit über das Thema: Kulturpolitisches aus Ameriba". Eintritt frei. Die Freie Arbeiter- Stenographen Bereinigung Groß- Berlin besinnt mit An fängerfurfen nach Stolac- Schren und nach der neuen Reidsturafdrift: Often und Rorboften: ab Freitag, 29. Januar und 5. Februar, Gemeindefchule Fran Sub furter Allee 37, an der Waridhauer Straße, Sof links part., Zimmer 58. often: ab Montag, 25. Januar und 1. februar, Gemeindefchule Reichenberger Straße 67/70, an der Forster Straße. Reutöln: cb Donnerstag, 28. Januar und 4. Februar, Realgnmnasium Raiser- friedrich- Str. 209/210. Marienborf: Sichten ab Donnerstag, 28. Januar und 4. Februar, Jugendheim Dorfite. 7. Oberfchöneweide: ab Montag, 25. Januar und 1. februar, Gymnafium Reppelinfcake. Rentrum und Rorben: ab Donnerstag, 28. Januar und 4. Februar, Gemeindeschule Gipsfir. 23a.- Zegel: ab Montaa, 25. Januar und 1. Februar, Jugendheim Schöneberger Str. 3( Tegel nur Stolze- Schren). Das Unterrichtsgelb beträgt für die ganze Dauer des Rurfus( 15 Abenbe) einschl. Lehrmittel für Erwachfene 10 M., für Jugendliche unter 18 Jahren 7,50 m. mb ist bei her Anmeldung im voraus, auf Wunsch auch ratenweife, au entrichten. Eämt liche Anfängerturie und Uebungsabende beginnen 7% Uhr und endigen 9% Uhr. Schriftliche Anfragen beantwortet B. Riefh, Berlin- Bantow, Serthaftr. 3, 1. Arbeiter- Abinenten- Bunb, Ortsgruppe Berlin. Montag, 18. Januar, r beitsabend ab 6 Uhr in der Gefchäftsstelle Engelufer 29. leitung: Hans Heinz Ewers. 2. O. Strauß: a) Moderne Treue, b) Das nüchterne Mädel( Bozena Bradsky). 8. a) J. Rothstein: berg: ab Montag. 25. Januar und 1. februar, Jugendheim Bartaue 10. Das Lied von den lieben süßen Mädeln, b) O. Strauß: Der Staar, e) O. Strauß: Die Musik kommt( Robert Koppel). 4. O. Strauß: a) Der lustige Ehemann. b) Die Haselnub, c) Der Maientanz ( Else Tuschkau und Robert Koppel. Am Flügel: Theodor Mackeben. Anschließend: Lustige Weisen. Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik. Königswusterhausen, Sonntag, den 17. Januar. 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert. Mitwirkende: RosenQuartett: Charlotte Rosen, 1 Violine; Margarete Rowack, zweite Violine; Gertrud Walter Kuran, Viola; Ellen Drobatschewsky, Cello. 1. Haydn: Quartett C- Dur, op. 74, Nr. 1. Allegro moderato Andantino gracioso Menuetto Finale. 2. Mozart: Quartett D- Moll, Allegro moderato Menuetto Allegro ma non troppo. 3. Dvorak: Quartett Es- Dur, op. 51, Allegro ma non troppo Dumka Romance Finale. 12.00 Uhr mittags: Esperantovortrag. Montag, den 18. Januar. Andante Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Novellen. Der tolle Invalide", von Achim v. Arnim. Gesprochen von Paul Bildt. 5.15-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman, 6.45 Uhr abends: Sanitätsrat Dr. Paul Frank: Medizinisch- hygienische Plauderei". 7.15 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Professor O. Colson: Französisch. 8 Uhr abends: SendeSattler, Tapezierer. unb Bortefeuillerverband. Jahres Generalversammlung spiele. Abteilung Operette. Leitung: Cornelis Bronsgeest Spielam Donnerstag, 21. Jamuar, 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 4. Die Bich tigkeit der Tagesordnung macht das Erscheinen aur Pflicht. Ohne Mitglieds ausweis fein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Rentralverband der Schuhmacher, Ballschuhmacher. Bersammlung morgen, Montag, 5% Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. Wir verkaufen jetzt Selten günstiges Angebot! Herren- und Damenstoffe Anzugstoffe, prima Kammgarne und reinwollene Cheviots per Meter M. 10.auch an Privatkundschaft: Tushhaus Ehrig& Tiecke, Aktiengesellschaft, Berlin W 8, Leipziger Straße 104, L. Stock( gegenüber Kempinski). zeit 1925/26. 22. Veranstaltung. Ihre Hoheit die Tänzerin", Operette in drei Teilen von Walter W. Goetze. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Der Page. als Beobachter: Edith Fritz; die Herzogin von Tyllberg: Edith Karin; Baroneẞ Helma, ihre Jugendgespielin: Pepi Zampa; Baron von Stein, Haushofmeister der Herzogin: Rudolf Koppel; Bolko von Wellhofen, sein Neffe: Paul Harden; Hans von Mayburg, ein Landjunker: Franz Baumann; Baumann, Kammerdiener bei Baronin von Stein: Fritz Greiner; Franz. Diener bei von Mayburg: Artur Große; Cimboletto, ein spanischer Zigeuner: Bernhard Köhler; Hofgesellschaft, Zigeuner, Zigeunerinnen, Jäger, Dienerschaft. Der erste Teil spielt im Jagdschloß des Barons, der zweite Teil in einem Zelt in der Nähe des Jagdschlosses, der dritte Teil im Schlosse der Herzogin. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterund Filmdienst. Deutscher Arbeiter- Manboliniftenbunb( Besirt Groß- Berlin). Montag, 18. Januar, 8 Uhr, im Gängerheim, Beddinaitt. 9, Deleniertenverfammlung. Sämtliche Berliner Mandolinenvereine entfenben auf le 30 Mitalieber einen Delegierten. Dem Bunde noch fernstehende Mandolinenvereine oder Spieler, welche fich einem Arbeiterverein anfchließen wollen, erhalten bort Auskunft. Geschäftliche Mitteilungen. Franz Diener tritt am Sonntag im Apollo- Theater aum Tekten ale pet. Er wird Trainingsber finlich vor seinem Rampf mit Breitensträter auf. Pämpfe Aeigen. Auch Sabir- Mahir wird im Ring erscheinen. Bodbier trinkt man nur in dem Lokal, wo die richtige Stimmung herrscht. Bo ift das? Rur im Alpendorf, 3nvalibenfit. 63, am Lehrter Bahnhof. Original banerische Kapellen und Madels, fowie Chaplin und der AlpendorfAuguft. forgen für die nötige Stimmung und den Sumor. Es ist Bflicht eines jeben Berliners, bas Alpenborf einmal au befuden: benn namhafte Rünftler baben aus einer ehemaligen eifernen Ausstellungshalle ein Bergnügungs etabliffement mit einem raffungsraum von etwa 8000 Berfonen gefchaffen, welches mit an erster Stelle in Berlin fteht. Stimmungsvolle Deforationen fowie ständig neue Ueberraschungen forgen außerdem bafür, daß ein jeder fich im Alpendorf wohlfühlen muß. TRIOLIN& LINOLEUM mLammfromm Vegel nur 127 Potsdamer Stn Berlín Mujifaufträge übergibt man nur dem Nachweis bes Deutsch. Mufiler verbandes, Berlin O 27, Andieasstr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefuch „ � Unterhaltung unö A�jssen Das Wohltätigteitsfeft. I tflJ ? I f. s.> r< «Weg üa! Hier ist �rmenball!" Er war ein blasser Student. Von Znxm Heilbut. Cr war«in blasser Student, der in Park» sein« Bücher la». Cr trank morgens bei seinen Wirtsleuten zwei Tassen Kaffee—- zwei, um das Mittagessen leichter entbehren zu können. Obendrein konnte er so feine Wirtin über sein wirtliches Vermögen täuschen— und es ist gut, vor der Wirtin als mehr zu erscheinen als man hat. Er nannte sich Student, ohne e» eigentlich zu sein. Wohl studierte er ununterbrochen am Tag und nacht»— aber nicht in den Sälen der Universität—, sondern im Leben selber, das ihn über» all umgab.. sowohl auf der Straße, wo nach unbegreiflichem Gesetz ein überladener Autobus seine Kurve nahm, ohne zu stürzen: al» auch morgens, wenn er im Bette lag, und über die grüne geplatzte Tapete ein geflecktes Tierlein laufen sah. Außer diesem lebendigen Anschauungsunterricht belehrten ihn Bücher— er hielt sich nur an die Geister, welche die Auslese der Jahrhunderte sicher bestanden hatten. Doch blieb in ihm stets nach einem lebendigen Freund« die Sehnsucht wach Ob es Abneigung war oder einfach der Mangel an Gell>, was ihn von der allgemeinen Bildungsstätte fernhielt, das weiß ich nicht. Jedenfalls lebte er aus diese Art abgeschlossen von jedem Verkehr, beherrscht von der Lust und der Oual des Allein- seins.— Sein Name war Stefan. Einmal, an einem Frühlingsabend, als die Besucher der An» lagen sich längst von den Bänken erhoben hatten, wurde er mit einem jungen Manne bekannt, der sein Nachbar geblieben war, dem über den Park gekommenen Dunkel zum Trotz. »Sie verderben sich Ihre Augen/ sagt« dieser Nachbar plötzlich. Denn Stefan las noch In einem Buche. „Danke/ gab er zur Antwort,.Sie haben Necht/ und er klappte die Seiten zusammen. Der andere— wie Stefan nun erfuhr— war ein Student, ein echter immatrikulierter Student. Stefan, der jeglichen Umgang so lange entbehrt hatte, sprach hemmungslos seine Gedanken aus. Es war beiden selbstverständlich, dch, ehe sie sich trennten, der Ort der nächsten Begegnung verabredet wurde. Der Student bat Stefan um den Besuch im Hause seiner Eltern. Stefan war viel zu tief in seinen Gedanken zu Hause, als daß der Einfall ihm hätte kommen können, sich zu diesem Besuch mit besonderer Sorgfalt zu Neiden. Seine Eltern lebten nicht mehr, und sein« Wirtin— da sie keine Bezahlung sür irgendeinen freiwilligen Dienst erwarten konnte— begnügte sich, hinter ihm her mit dem Kopf zu wackeln und den Zustand de» jungen Mannes.zum Er» barmen Gottes" zu finden. Als sein« gewöhnliche Erscheinung kam er also eine» Nach- mittags bei dem Studenten zu Besuch, und dieser, von außerordent- lichem Taktgefühl, schien sorgfältig der Neugier des Hause« die Tür zu versperren. Er selber hatte Stefan draußen empfangen und, ohne ihn einem der Hausbewohner bekannt zu machen, in sein eigenes Zimmer geführt. Die Unterhattung, in der sich die Freunde gleich- fem als in einem Bade tummelten, zeichnete sich wieder durch die Freiheit des Denkens und Verachtung der menschlichen Banalitäten au». Als e» dunkel wurde, glühten sie beide von sencr Kraft, die sick, in jungen Menschen beim Auesprechen eigener Meinungen ent» wickelt. Dann unterbrach die Schwester des Freunde»— es dunkelt« schon— indem sie das Abendbrot m die Stube brachte. Stefan, in überquellender Laune und Lebenslust, dazu geschützt durch das Halbdunkel im Zimmer, tat, ohne zu wollen, da», was man nennt: eines Mädchens Herz bezaubern. Cr selber wubt« ober nicht das geringste davon. Sein Kopf war mit anderen Fragen beschäftigt, und gleichfalls sein Herz. Er 'Mbte�die Wiüenschaft. ohne sich selber je diese Leidenschaft gestanden, ' haben. Aber da seine Liebe so stark war, daß er nicht einmal das Bewußtsein von ihr gefunden hatte, konnte ihr um so weniger ein« Nebenbuhlerschaft, gleich welcher Art. entstehen. Bei seinem nächsten Besuch bracht« die jüngere Schwester da» Abendbrot auf den Tisch, und noch am selben Abend lernte Stefan die Eltern seines Freundes und die jüngste fünfzehnjährige Tochter kennen. Cr war im Hause der Liebling, einem weißen Hunde zu ver- gleichen, der seine rote Schleife mit Glöckchen trägt. Sie sprachen nur von dem schmächtigen Jungen mit den glühenden Augen, und er war allen ssogor der fünfzehnjährigen Schwester) das.Jüngste", für da» man Raum im ganzen Herzen hat. Sie hoben einen be» sonderen Nachtisch bi» zum nächsten Tage auf, wenn.er" kam, das Iüngsie: oder st« richteten ihren Speisezettel der Woche gleich nach ihm ein. Um die Wahrheit zu sagen, war diese Sorge der Schwestern. die Stefan fett seinen Kindertagen von niemandem mehr erfahren hatte, eine ebenso behaglich« Empfindung für ihn wie dl« Freund- schaft de» Bruders. Denn im Grunde hatte er ein warme« Mittag- essen ebenso lange und ebenso herbe entbehrt als die Bekanntschost de» Kameraden. Monate gingen dahin. Der Winter kam. Die Freunde saßen am eisblumenverzierten Fenster, mit Lesen oder Erörtern der besten Gedanken beschäftigt. Dazu pfiff der Student au» einer Großvater- pseife den Dampf in die Lust. Sie sprachen— über die Weiber. .Nein/ sagt« Stefan,.nein, nein. Sie ersticken das Große, was aus uns beraus, über uns fort wachen will: ss« schneiden uns Wurzeln und Krallen— wie Delila Simsons Haare." .Und doch bist du unglücklich," gab rhm sein Freund zur Ant- wort,„wenn du mir ein- Hälft« bleibst." .Uebrigens", sagte Stefan und lachte,.bin ich nie in Gefahr gekommen, dem Himmel sei Dank." .Da irrst du sehr," erwiderte ihm sein Freund, mit einem feinen Lächeln,.nicht weniger als meine drei Schwestern streiten sich um deine groß« Person." .Um mich?" schrie Stefan imd sprang In die Höhe. .Still/ lachte sein Gegenüber,.e« fft ja kein Unglück".— Er war zum Weihnachtsabend eingeladen, und kam. Da wurde es deutlich. Die Schwestern sahen in seinen Geschenken— Anspielungen. Fragen. Es gab einen offenen Streit, der Stefan erröten machte. Aber die Mutter seine, Freundes vereinfachte diesen Fall— der nach ihrer Meimmg der Fall de» Hirten Paris war— indem sie iiz Stefans Geschenk an die älteste Tochter die bedeutsame Frag« legt« Dies« älteste Tochter war weder häßlich noch schön Wae loll man da sagen.. Stefan atng wie besinnungslos bis an die Grenze— dort wachte er auf. Die Wirtlichkeit seiner Zukunft stand deutlich vor seinem prophetischen Blick— vüe der Regentoa, den ein trüber Betrachter durch» Fenster sieht. Aber e» geschieht wohl oft. daß der Regen den Menschen nicht hindert, in» Freie zu gehen— wiewohl er*« nicht nötig hat.«r könnte imter dem schützenden Dach Kleidung und Haut vor den Strömen bewahre«.. L und er geht trotzdem hinaus, er weiß selbst nicht warum.— Stefan sagt« sich also, indem das Blut sein Gehirn bedrängte: Gut, ich werde, ich will.. von niemandem in die Enge gedrängt, in voller Freihett will ich die» tun... Er sagt«, was da zu sagen war.— Das Neujahrsfest war das Berlobungssest. Er hatte nun niemals mehr den warmen Mittagstisch zu ent- behren, er mußte gutgebügelte Kleider tragen. Aber eben dies Nagte er seinem Freunde. Er begann seinen Hunger zu lieben, in Sehn- sucht. In seinem verschabten Mantel waren ihm auf allen Wegen Traumbilder erschienen. Damals hatte die Baqse Hoffnung auf ihn gewartet, jetzt saß er in der Schute Erfüllung, und sie stak mitten im Schlick. Trotzdem ging er den Weg, auf dem die Zeugen begleiten. Es ist alle» au», dacht« er. ja. Dann sagte er:.Ja." Und die Ehe ward traurig, wie vi«le sind. Meine ZahnarZtin unö ihre Katze. Don Trude E. Schulz. Ich bin sehr tierlieb. Als Kind bemächtigte ich mich mit Ent- zücken jede, erreichbaren Lebewesens, von der Kellerlröte bis zum räudigen Dorfköter, und schleppte es meiner verzweifelten Mutter in die Wohnung. Errichtete auch, mit geringem Erfolg allerdings, ein Hospital für aus dem Nest gefallene, flügellahme oder sonstwie rampanierte Spatzen. Im späteren Leben kam ich dann häufig in den Besitz ausrangierter Haustiere, was, da ich möbliert hause, häufigen Wohnungswechsel für mich zur Folge hatte. Doch das hat mit dieser Geschichte eigentlich nicht» zu tun. Ich erzähle es nur, um meine Tierliebe zu beweisen. Uebrigens muß ich dier«ine Ausnahme zugestehen: Tiere mit allzu hysterischen Ruf- namen sind mir unsympathisch. Ich bin von vornherein geneigt, ihnen alle möglichen schleckten Eigenschaften zuzutrauen, und mag weder den Kanarienvogel.Goldichen" noch den Spitz.Maus!" oder den Pinscher.Elsenkind". Meine Zohnärztin hat also außerdem noch eine Kotze, die .Puppi" oder.Püppchen" gerufen wird, und meisten» aus dem oedeckten Eßtisch liegt. Da ich mit der sonst angenehmen Familie befreundet bin und bisweilen zum Kaffee oder Abendessen einge- laden werde, so machte ich, trotz meiner instinktiven Abneigung, einige Male den höflichen Versuch,.Puppi" in meine Röhe zu locken. Aber sie begegnete dieser Heuchelei nur mit einer unverkennbaren Geste der Berächtung. Fräulein Elli, ihre Herrin, ist. wie bereits gesagt, meine Zahn- ärztin. Run gab es einmal eine Zeit, ln der ich wohlhabend genug war, mir über einen Eckzahn, der bei einem unglücklichen Biß fori- splitterte, eine Krone setzen zu lassen. Jetzt teilte diese Krone plötzlich das Schicksal größerer: sie wurde locker. Ich suchte also Fräulein Elli— nicht die sympathische Famiii«— auf. Fräulein Elli stellte zuerst an der rechten Seil« des Oberkiefers— die Krone saß links— «ine bösartig« Wurzelvsreiterung fest. Ich hatte geglaubt, ein unbe- deutendes, wenn auch schmerzhaftes Zahngeschwür dort zu haben, da« Ich bereits seit einigen Wochen mit Kamillentee behandelte. .Sie hätten früher kommen sollen!" rügte Fräulein Elli, während sie den betrossenen Zahn energisch beklopfte, wobei mein Gesicht auf dieser Seife zu einer Globushälfte anschwoll Dann bohrte sie wir an zwei Stellen ein« Injektionsspritze in» Zahnfleisch, und al» meine rechte Mundhälste gelähmt herabhing und sich anfühlte, al» säße die andere Hälfte des Globus im Munde, hörte ich es knirschen und krachen, einmal, zweimal, dreimal, bis ich das Zählen aufgab..Der Zahn war recht morsch," konstatierte Fräulein Elli, als mir das Zahnfleisch in Fetzen herabhing. Die bereits gelockerte Krone herabzunehmen bereitete dann ge- ringere Schwierigkeiten. Aber nun begann sie in diesem Zahn zu stochern und zu bohren, daß ich die Engel sin Himmel jazzcn hörte. .Ja," plauderte sie unterdessen,„als Ihnen diese Krone aufgesetzt wurde, ist ein Wurzelkanal übersehen worden. Ich muß Ihnen erst einige Einlagen machen, ehe ich sie definttiv befestigen kann." Sie stoppte mir nach Chloroform und Accher und anderen Chemikalien duftende Watte in den Zahn, verklebte ihn mit einem Brei dessen Abfälle die Zunge wund beizten, und erklärte dann, daß sie mir jetzt die Krone.provisorisch" aufsetzen wolle. Aus dem Vorhergesagten wird der Leser ersehen, daß ich mich in olle Anordnungen oer Zahnärztin füge, wenn auch nur aus dem Gefühl heraus, daß ich ihr ja doch früher oder später widerstandslos ausgeliefert bin. Diesmal ober weigerte ich mich. Fräulein Elli beschwor mich, auch dos noch über mich ergehen zu lassen, und sie schildert« mir die Folgen meines Widerstandes: der Zahn würde ab- brechen bis aus einen Wurzelrest, der dann qualvoll extrahiert werden müßte. Hatte sie mir nun heut an wirklichen Mortem schon soviel zugemutet, daß meine Phantasie diesem blutigen Gemälde gegenüber einfach versagte, oder warnte mich ein guter Geist? Auf leben Fall erklärte ich ihr, daß der Zahn jetzt infolge der Einlage so schmerze, daß ich wohl spätestens morgen wieder zur Behandlung kommen müßte, und daß es bis dahin ja doch auch so gehen würde. Also entließ mich Fräulein Elli mit der Mahnung,>0 nicht auf dieser ungekrönten Seite zu kauen. Mit der wunden rechten Seite konnte ich das so wie so nicht. Fünf Tage, so lange wartete Ich. bis ich Fröulein Elli wieder aufsuchte, ernährte ich mich ausschließlich von Suppen. Inzwischen hatte ich zehn Pfund abgenommen, und Dekonnte, die ich auf der Straße traf, sragten mich, ob ich nicht doch was an der Lunge habe. Berglichen mit dem letztenmal verlies die Prozedur bei Fräulein Elli diesmal verhältnismäßig schmerzlos, und, vielleicht dadurch be- stochen, setzte Ich ihrem Dorschlag. nunmehr die Krone.provisorisch" zu befestigen, keine energische Weigerung mehr entgegen. Außer- dem war der Gedanke, wieder etwas Richtiges essen zu können, zu verlockend. Ich verlebte dann eine glückliche Woche. Rechts sah mein Gesicht nur noch aus, als hätte ich mir einen handlichen Apsel in die Backe gesteckt, und links füllte es sich Immerhin wieder soweit auf, daß eben dieser Apfel genügt hätte, es vollends zu runden. Ich konnte wieder essen, Brotkrumen wenigstens ohne allzu große Schmerzen. Wesentlich beruhigt und ermuttgt begab ich mich dann neuer- dings in Fräulein Ellis Behandlung. Sie nötigte mich mit der Versicherung, es sei diesmal ganz harmlos, in jenen tückischen Stuhl, der den Patienten der Willkür des Zahnarztes aueliefert. Nachdem ich darauf Platz genommen hatte, begann Fräulein Elli, Konversation zu machen. Ich erfuhr den Inholt des grandiosen Films mit dem neusten amerikanischen Star Mio Sia, während Fräulein Elli auf Ihrem Glastisch eine Sammlung von Nickelinstrumenten bereitlegt«, einige besonders be- drohliche sterilisierte, und feine Stahlnadeln mit Watte umwickelte.' Dann fragte sie mich, ob ich auch der Meinung fei, daß die be- kannte Pianistin, die nach den gestrigen Zeitungsmeldungen mit ihrem Geliebten durchgebrannt fei, von ihrem Mann schlecht be- handest worden wäre. Aber da steckte links in meinem Munde schon «in großer Wattebausch und Fräulein Elli hatte außerdem zu mir gesagt, ich solle mur den Mund recht schön aufbehalten. Jedenfalls hätte ich, selbst wenn ich eine Meinung zu der erwähnten Familiens tragödie gehabt hätte, diese nicht mehr äußern fönnen.. Das schien Fräulein Elli plötzlich einzusehen, denn sie brach dies Gespräch plöglich ab und erflärte: Jezt wollen wir erst einmal die Krone herunternehmen." Mit diesen Worten schraubte fie mir eine Stricknadel ins Zahnfleisch, die oben mit einem Angel hafen versehen war. 2lu," wollte ich aufschreien, aber da ich Fräulein Ellis ganze Hand im Munde hatte, brachte ich nur ein hilffoses Gurgeln zustande, was Fräulein Elli zu weiteren Versuchen, wie mein Zahnfleisch auf dergleichen Instrumente reagiere, zu er mutigen schien. " Die Krone hat sich erstaunlich festgebissen, meinte sie nach ge raumer Zeit und griff zu einem anderen Werkzeug, das, nach seiner Wirkung zu urteilen, eine Art mechanischer Hammer zu sein schien. Erst bohrte sie mir das wieder in den Oberkiefer, so hoch es irgend ging, dann wandte sie es darin so lange hin und her, bis es, an einem Badenknochen oder auch an der Ohrmuschel, schien mir, Halt faßte, und nun bewegte sie irgend einen Griff auf und ab, wodurch auf meine Zahnwurzel Kolbenschläge herabsausten. Ich erfuhr, daß die provisorische Füllung meiner Krone brödlich sei und sich durch dieje Manipulation, durch die man sicher auch Eisenbeton in feines Mehl hätte verwandeln fönnen, lodern sollte. Mein Körper mand fich in Schraubenwindungen aufwärts, die Fingernägel bohrten sich in die Handflächen, und meine Füße beschrieben Figuren, die einem Chaplin Konkurrenten Ehre gemacht hätten. Nach etwa einer halben Stunde biß ich Fräulein Elli in die Finger und stellte neibvoll feft, daß sie schreien fonnte. Dann er. tlärte ich ihr mit verzerrtem Munde, ich ertrage diese Qualen nicht länger. " Die Krone fist erstaunlich fest, fonstatierte sie nochmals mit beruhigendem Tonfall. Aber versuchen Sie doch mal, ob fie fich nicht schon etwas gelockert hat." Ich griff in den Mund und holte zmei benachbarte Zähne heraus, die lose wie Glockenklöppel dort gebaumelt hatten. Die Krone dazwischen saß fest wie Eisen. Das Lodern ist etwas schmerzhaft, nicht wahr?" fragte Fräulein Elli freundlich. Aber ich habe in den Zahn eine Watteeinlage ge macht, die spätestens heut heraus muß." Damit griff sie zu einigen Baumwollbauschen, die sie mir se geschidt in den Mund praffizierte, daß dadurch jede Widerrede ausgeschlossen war, dann neigte sich der Stuhl nach hinten und machte mich vollends wehrlos. In das Klirren und Klopfen und Hämmern der Metallwert. zeuge flang nun in Abständen mein dumpfes, unartituliertes Stöhnen. Da spürte ich plötzlich, wie etwas Beiches sanft und beruhigend an meinen traftlos im Schoße liegenden Händen entlangstrich, und gleichzeitig mischte sich ein neuer Ton in die Geräusche.„ Grrr, schmeichelnd rieb die Kaze Puppi" ihr graues Köpfchei an meinen erfaltenden Fingern and schielte teilnahmvoll in die halbgeschlossenen Augen. Grrr, grrr, sie schmiegte sich nach rechts und links, lecie mit ihrer rauhen Zunge meine Handflächen und tat so zärtlich, als begriffe fie alles und wollte mir ihr Mitleid kundiun. Ich war ge rührt und hob mit sehr großer Anstrengung dann und wann einen Finger, um ihr weiches Fell zu streicheln. Auf Fräulein Ellis Glastisch häuften sich indessen die Instrumente. Bom Portier, der im Hauptberuf Zimmermann ist, holte verstehen, baß jest in unserem Berhältnis ein mener bfchnitt be gonnen habe. Statt wie jonft fortzulaufen, blieb fie ruhig liegen und schaute mich freundlich an. Ich bemühte mich, trog meines ge schwollenen Mundes in zarten Tönen zu ihr zu reden. Komm, Büppchen," flötete ich zärtlich und nahm sie behutsam auf den Arm. „ Chchchchch", und schon fuhr sie mir mit der einen Pfote über die linke Gefichtshälfte, während sie mit der anderen meine rechte Hand zerkragte. Dann war sie weg wie der Wind. tabelt ble Ingehörigtett felner Intimität mit einem fener Bagen Nachdem ihn der König von ihm getrennt hat, erfekt Friedrich ihn durch seine Freunde Kanserlingt und Katte. Legterer verfehrte mit ihm wie ein indiskreter Liebhaber mit seiner Geliebten.( Böllnik: Memoiren.)„ Auf dem Throne blieb Friedrich bei seinen Lastern, selbst die Satire errötet bei ihrer Schilderung."( Macaulay.) Ich habe an diesem Abend nur Tee trinken fönnen. Festere Nahrung zu genießen ist mir noch heut unmöglich. Mein Gesicht hat jetzt die Form einer Ellipse, deren größerer Durchmesser in der Breite liegt. Außerdem haben Büppchens" Krallenspuren im Gejenige, dem das Schnupftuch zugeworfen wurde, blieb eine halbe ficht zu eitern begonnen. Ich habe mir jetzt feft vorgenommen, instinktive Abneigungen in Zufunft immer unter allen Umständen zu berücksichtigen. Majestät und der Fleischeimer. Bon Erna Büsing. und machtlüstern, das Geficht umrahmt von einer schweren Mähne. Boris war ein großer, stattlicher Löwe, voll Kraftbewußtsein Sodel. Majestät hatte nichts zu tun, Boris fah nur zu, wie Breitbeinig faß er während der Probe in der Manege auf seinem Helvetia", eine Tigerin,„ Schön machen" lernte. Bei jedem Hochmachen holte fie fich ein Stückchen Fleisch von einer Bambusstange, die ihr der Dompteur vor's Maul hielt. Boris zog die Nase fraus, denn er witterte Fleisch. Seine Gier war eine heftige und im Augenblic hatte er den außerhalb des Gitters stehenden Fleischeimer entdeckt. Sogleich war Boris auf sprang er gegen das Gitter. Das schaufelte hin und her, wie ein einen frisch- fröhlichen Sieg eingestellt. Mit einem mächtigen Sag schwacher Zweig im Frühlingswind. Aber es gab nicht nach. Boris' ganzer Löwenmmit erwachte. Er wollte die Prante durch's Gitter Boris mit dem Schweif den Fußboden, die Lohe sprißte, zugleich ftreden. Das Gitter erzitterte, aber es gab nicht nach. Da schlug merfte er jedoch, daß der Boden mit eisenharten Brettern bedeckt war. Im vollen löwischen Draufgängertum sprang er immer und immer an das Gitter, das jeden Versuch, den Fleischeimer zu er reichen, zum fläglichen Scheitern verurteilte. Endlich gab der Löwe fein Vorhaben auf. Schließlich fannte er ja auch das Gitter und fog den Duft des Fleischeimers ein. Dabei war sein Geficht, denn viele abgesperrte Möglichkeiten. Er legte sich vor den Sockel und felbft weltverachtende Hoffnungslosigkeit wird bei einer Majestät zur Würde, höchst würdevoll und von oben herab. damit die Tiere sich nicht fahen, übten Seehunde. Sie fingen Bälle, In der Manege nebenan, durch eine Planteinwand getrennt, schöne, schlanke Linie. Nach vollführtem Kunststüd schrien fie nach balanzierten mit brennden Lampen und waren eitel Fleiß und ihrem Lohn, zerlegten Fischen, die sie mit einem mächtigen Schwapp verschlangen. Allasta, ein besonders munterer und neugieriger Seehund, ging für sein Leben gern auf Entdeckungsreisen. So war er auch jetzt wieder von seinem Sockel gewatschelt und hatte sogleich einen Spalt in der Zeltbahn ausfindig gemacht. Durch diesen äugte er und da er den Löwen und den Fleischeimer sah, wußte er bei seiner schnellen Auffassungsgabe sofort den Zusammenhang. Dreist und mißWarum schreist du nicht, damit du was zu fressen bekommst?" Der Lowe, der wohl wußte, daß das Fleisch für Helvetia bestimmt war, zog die Maulwinkel verächtlich und sagte, jeder Zoll vollendete Majestät: Weil ich nicht zum Böbel gehöre. man den Handwerksfasten herauf. Ein Anderthalbfilohammer und begierig wie er war, redte er sich hoch auf und fragte den Löwen: ein stählerner Schraubenzieher zerbrachen. Aber niemand wußte recht zu sagen, wie es geschah, und Fräulein Elli, sowohl als auch ich batten eigentlich schon längst die Hoffnung aufgegeben plöblich löfte fich die„ provisorische" Krone. Triumphierend nahm Fräulein Elli sie herab und billigte mir nun fünf Minuten Ruhe zu. Sie fonnte das jetzt unbesorgt und ohne Fluchtverdacht für mich tun, da ich längst außerstande war, den Stuhl zu verlassen. Büppchen" blieb aber friedlich spinnend auf meinem Schoß liegen. Ich traute ihr mit hilflosen Bewegungen ihr freundlichfluges Köpfchen, während ich mir zuschmur, instinktive Abneigungen fünftig nicht mehr zu mißachten. Hatte mich nicht mein guter Geist gewarnt vor dieser provisorischen Befestigung der Krone? Hätte ich toch auch das zweitemal Fräulein Ellis Ueberredungsfünften und meinen Eßgelüften widerstanden, ach, hätte ich doch den Zahn brechen, splittern, jedes Wurzelstüdchen einzeln herausholen laffen! Sezt mochte mein Mund an der eben„ behandelten Stelle aus. fehen wie das Kampfgelände nach der letzten Marneschlacht. Ich verschone den Leser mit der Schilderung der Prozedur, die Fräulein Elli nun noch vornahm, um die Krone endgültig zu be festigen. Als sie dann erklärte, für heut" fertig zu sein, mußte ich, unfähig, mich selber vorwärts zu bewegen, zu einer Chaiselongue getragen werden. Dort wandt ich mich wie ein zerquetschter Regen. wurm. Ein Gläschen mit Opiumtabletten, von denen ich eine nehmen follte, aß ich leer. Arsenit oder Blausäure, um die ich flehentlich bat, wurde mir verweigert. Mit gütigem Mauzen aber umschmeichelte mich noch immer Püppchen. Irgendwie muß ich dann einge Schlafen sein. Nach einigen Tagen so schien es mir machte ich wieder auf. Da stand Lotte fie gehört zu der sympathischen Familie neben mir und sagte:" Nicht wahr, Sie machen uns doch die Freude und essen mit uns Abendbrot?" Im Film wäre als Antwort dar. ouf der Tert erschienen: Um Gotteswillen, laffen Sie mich fort. eilen von diesem Ort des Schredens!" Und das mochte auch unge. fahr der Inhalt dessen sein, was ich auf diese Frage, noch nicht ganz bei Bewußtsein, von mir gab. Lotte indeffen schien mein Lallen als Zustimmung zu deuten. Jedenfalls stellte sie mich auf die Füße und führte mich ins Chzimmer. " Das erste, was ich dort erblickte, war Büppchen". Sie lag aus. nahmsweise nicht auf dem Tisch, sondern auf einem Stuhl davor. Sch erinnerte mich des Mitgefühls, das sie mir im Folterstuhl bemiefen hatte, und verzieh ihr ihren Namen, für den sie ja auch eigentlich nichts fonnte. Bon zärtlichen Gefühlen für das grau. braune Beschöpf erfüllt, näherte ich mich ihr: Büppchen" schien zu 1= 1 년 Das Liebesleben des Fridericus Rex. Ist auch das Leben und Schaffen des Königs durch eine ungeheure Literatur und zahllose Memoirenwerfe, Briefe und Urfunden im großen und ganzen bekannt, so herrschen doch in bezug auf sein Verhältnis zum Ewigweiblichen noch mancherlei Zweifel In feiner luftigen und ausgelassenen Kronprinzenzett trat er, zum großen Mißfallen feines Vaters, mit mehr oder weniger temperamentvollen Mädchen und Frauen in Beziehungen, alle Freuden der Liebe austoftend. In den jungen Jahren Friedrichs hat es an Liebesromantit feinesfalls gefehlt. Nach seiner Verlobung jedoch war Friedrich in feinen erotischen Unternehmungen weniger wählerisch. So fagt er selbst in einem Briefe an Grumblow: Solche fnoblauchduftende Landnymphe gefällt mehr als die Gräfin( Dönhoff) mit ihrem feinen Benehmen." Kurz nach der Hochzeit erfranfte er an einer venerischen Krant. heit, bei der ihm sein Freund Suhm, der sächsische Gesandte, große Dienste leistete. Mitten im Kriege sogar hat Friedrich, wie ein franzöfifcher Historiker schreibt, den unbequemen Rigel der Bonnfoffen gefpürt, er hat sich das Geständnis felbst in einem an Boltaire gerichteten Briefe entschlüpfen lassen, wo er in dichterischer Form von seiner trüben Erfahrung spricht, die er mit schlechten Weibern gemacht. Der Umstand, daß er feine ihm aufgenötigte, aber in tieffter Seele unsympathische Frau vernachlässigte, mußte den Berdacht seiner Widersacher auch noch nach einer bestimmten Richtung hin ermeden. Als die Seele dieser Standalsucht gegen Friedrich fann Voltaire bezeichnet werden Während die erste Ausgabe seiner Jungfrau von Orleans" noch feinen Angriff auf Friedrich enthält, bringt die 1756 zu Paris erschienene Berfe, worin er den König der griechischen Liebe a la Alcibiades beschuldigt. Seine Angriffe feßte Boltaire in zahlreichen Briefen und bem 1784 erschienenen Buch„ Privatleben bes Königs von Preußen" fort. -Seine Ansicht scheinen Friedrichs schwärmerisch verliebte Briefe an feinen Liebling", Leutnant von Borte, zu bestätigen, den er in glühenden Liebesausdrüden anbetet". Seine Schwester Wilhelmine Boltaire erzählt:„ Wenn Seine Majestät angezogen und ge Stiefelt war, so widmete der Stoiker der epicurischen Secte efliche Augenblide; er ließ zwen oder dren Lieblinge fommen, das mochte nun ein Lieutenant von seinem Regiment, ein Page, ein Henducke oder ein junger Cadet seyn; es wurde Coffe getrunken und der Biertelstunde allein mit ihm. Die Sachen tamen hier nicht aufs äußerste, weil der Prinz bey den Lebzeiten seines Baters in seiner Liebe übel behandelt und eben so übel geheilt worden. Er fonnte nicht die erste Rolle spielen, sondern mußte es bey der zweyten beIwenden laffen." Ueber Friedrichs Küstriner Aufenthalt schreibt derselbe: Wäh rend seiner Festungshaft in Küstrin erhielt er erst nach sechs Monaten einen Soldaten, der ihn bedienen mußte. Dieser Soldat, der guten Eigenschaften haben auch sein Glüd gemacht. Ich habe ihn jung und schön war und auf der Flöte spielte, diente dem Gefangenen auf mehr als eine Art zum Vergnügen. Diese vielen und zugleich als Rammerbiener und Premierminister, mit all dem Stolze, den einer auf diese zwey Posten haben kann, gefehen." Wie dem auch sei: Voltaires Behauptung bestätigt auch ein Priester vom Oratorium, der 1752 in Berlin weilte und schreibt, es fäme oft vor, daß Friedrich einen der jungen Leute, mit denen er gespeist habe, meist Offiziere seines ersten Bataillons, zu sich ms Bimmer nähme. Stets feien es bildschöne Menschen. Mit ihnen bleibe er bis 5 Uhr eingeschloffen, wo sein Borleser fäme. Friedrich den Großen":„ Er lich bald einen dieser schönen jungen Endlich noch von dem anonymen Berfasser eines Wertes, leber Leute tommen, die fast stets groß und„ betes" find. Dieser zwischen Arbeiten. Eine seltsame Art, sich auf Konzeptionen des Geistes dem Bergnügen und dem Schlaf geteilten Stunde folgen literarische vorzubereiten!. Unserer Ansicht nach dürften die angeführten Stellen zum Be weise der anormalen Beranlagung Friedrichs genügen, ganz be sonders insofern, als der König sich mit dem Verbreiter dieser Nach richten, Boltaire, bekanntlich später wieder versöhnt hat, ferner diese familie findet.( Dem soeben erschienenen Werke Dr. Graßhoffs Beranlagung sich auch bei anderen Mitgliedern der Hohenzollern„ Das wahre Gesicht der Hohenzollern" mit Genehmigung des Berlages Gustav Ziemsen, Berlin, entnommen.) Zu was der Branntwein gut ist. Branntwein war in Berlin und in der Mart Brandenburg bereits im 15. Jahrhundert befannt, aber er wurde noch nicht als Handelsartikel geführt. Nur die Apotheken verkauften solchen in fleinen Quantitäten als Medizin. Und man schrieb dem„ geprann ten Wein" ganz wunderbare medizinische Wirkungen zu. So sagt ein im Jahre 1483 erschienenes Berzeichnis über Branntwein als Medikament: Der Branntwein ist gut für tie Gicht, damit bestrichen. Wer heiser ist, der bestreiche sich mit gebranntem Wein um den Hals und trinke ihn drei Morgen nüchtern. Auch wer alle Morgen trinkt einen halben Löffel voll gebrannten Weins, der wird nimmer frant. Jedem, wenn eins sterben soll, so gieße man ihm ein wenig gebrannten Wein in den Mund, so wird er reden vor seinem Ted. Welcher Mensch den Stein in der Blase hat, der trinke fein alle Morgen ein wenig, das zerbricht den Stein und fommt von ihm und wird auch gesund. Auch wer gebrannten Wein trinft alle Monat, so stirbt der Wurm, so da wächst dem Menschen an dem Herzen, an der Lunge oder Leber. Der gebrannte Wein ist auch gut dem Menschen, dem das Haupt weh tut. Wer auch sein Haupt damit zwahrt, der ist alle Bege schön und lang jung und macht gut Gedächtnis, denn gebrannter Bein stärkt dem Menschen Sinn und Wizz. Wer sein Antlig damit zwahrt, dem tödtet er Milben und Nüsse, und wem der Athem stinket, der bestreiche sich damit und trife ein wenig mit andern Wein, so wird ihm ein füßer Athem. Bei solcher Lobpreifung des Alkohols fann es nicht wunder nehmen, wenn die guten Berliner sich mehr und mehr dem Genuß Don Brannimein hingaben. Der Wein, der um Berlin und in der Mark wuchs, war zudem so sauer. daß man bald dem gebrannten Wein den Vorzug gab und sei es auch nur, um zu dem„ füßen Schnapsathem" zu fommen. Die Gegen Ende des 16. Jahrhunderts legte man sich in Berlin mit Eifer auf die Fabrikation des vorzüglichen Getränks. Man be mußte damals aber noch nicht allgemein das Kern zur Branntwein bereitung, sondern nahm dazu meist verdorbenen Wein. Brennerei wurde bald so bedeutend, daß man eine Abgabe darauf legen fonnte, und so finden wir denn, wie Stredfuß in seinem Werf Berlin seit 500 Jahren" berichtet, im Jahre 1595 schon den Blasenzins" unter den Einfünften des Magistrats. " Je mehr das Branntweintrinfen Eingang fand, desto mehr verlor sich der Geschmack an dem fauren Wein, der ehemals auch nach Polen, Rußland und Schweden verschickt worden war. Die Bein berge gingen nach und nach ein. B- H. Teure Frauen" in Kamerun. Die männlichen Eingeborenen in Kamerun leiden beträchtlich unter den teuren Zeiten Es wird ihnen immer schwerer, eine Frau zu finden bzw. zu kaufen, denn die Preise bewegen fich von 2000 bis 5000 Frant und haben Neigung, weiter zu steigen. Die französische Verwaltung finnt nach Abhilfemaß nahmen, um den Heiratsmartt zu beleben. Ist das billig, so wird und muss heute jeder fragen, weil er sparen will. 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Warum auch nicht, so etwas tann ehrlich sein oder weniger ehrlich oder sehr perlogen. Als das Bolt in Not" als„ Deutschlandfilm" herausfam, mahrte die Firma und der Pressechef doch wenigstens das Gesicht, sie straften fich doch nicht selber Lügen, nur um noch einen Vorteil aus dem so fchon vorteilhaften Geschäft herauszuziehen. Aber Brudmann fürchtet scheinbar, daß Untertitel und Bismard es nicht allein schaffen werden. Und so verschickt er als Anleitung zur Borreflame an die Theaterbefizer ein Rundschreiben, in dem am Anfang natürlich noch einmal die Tendenzlosigkeit des Films betont wird und in dem es dann weiter heißt: " Es empfiehlt sich, an gewiffe Kreise mit unmittelbaren An schriften heranzutreten. Bei der Schwere der Zeit hat ein Angebot besondere Wirkung, menn damit ein kleiner Vorteil verbunden ist. Deshalb empfiehlt es sich, den Mitgliedern von Vereinen eine Vergünstigung durch Borzugskarten anzubieten. Am vorteilhaftesten ist es, wenn man direkt an die Mitglieder Einladungsfarten versenden kann. Sehen Sie sich mit folgenden Vereinen in Berbindung: Orts gruppen der Deutschnationalen Volkspartei, Ortsgruppen der Deut. fchen Bolfspartei, Ortsgruppen des Wirtschaftsbundes, Ortsgruppen der Demokratischen Partei, Deutscher Offiziersbund, Jungdeutscher Orden, Stahlhelm, Bismarcjugent, Ortsfartell des Deutschen Be amtenbundes, die anderen Beamtenvereine, Jagd und Schießflub und Schüßenvereine, die Kriegervereine, eine Anzahl non Sports vereinen.( Die alle außerordentlich darüber erfreut sein dürften, daß der Bismarcdarsteller ein Jude ist.) Und da ein Theaterbefizer, ter solch einen Brief erhält und trotzdem abschließt, reichlich unintelligent sein muß, wird auch gleich der genaue Wortlauf des Briefes mitgeschicht, in dem von einer Tendenzlosigkeit allerdings nicht mehr die Rede ist: Um in dieser schweren Zeit allen Kreisen den Besuch des Filmes zu ermöglichen, find wir bereit, den verehrlichen Mitgliedern Ihrer Körperschfat eine Bergünstigung zu gewähren, tergestalt, daß Sie gegen Borzeigung einer Borzugskarte an Wochentagen zu jeder Vorstellung nur die ermäßigten Preise zu zahlen haben. Die Er mäßigung ist eine recht erhebliche( im anderen Teil desselben Briefes murde fie fleiner Vorteil genannt), und mir würden uns freuen, menn von unserem Angebot ein recht reichlicher Gebrauch gemacht mürde. Da es sich beim Bismardfilm um ein Wert handelt, dessen Bedeutung von höheren als nur geschäftlichen Rücksichten beurteilt merden muß, bitten wir um Ihre freundliche Unterstüßung und bemerken, daß wir nicht abgeneigt find, auch in der Folgezeit tie Er mäßigung Ihren Mitgliedern zufommen zu laffen." Gie tennen ihre Pappenheimer, die guten Jagd- und Schießund Schützenvereine. Erst: die Ermäßigung ist eine erhebliche, und später tönnen Sie sie gern auch noch friegen, und dann: hier handelt es sich um ein Wert, dessen Bedeutung von höheren als nur geschäftlichen Rücksichten beurteilt werden muß. Weiter liest man: Enten muß die eigentliche Handlung mit der Reichsgründung im Jahre 1871. Die dann folgenden inneren Kämpfe, oder gar die Geschichte seiner Entlassung, mürden mur trübe Erinnerungen weden, nicht einigend, sondern trennend mirfen, und fo den vaterländischen Zmed des Ganzen vereiteln." So sieht also ein hiftorisches Dokument" aus, bestimmt für Deutsche aus dem Stahlhelm und dem Offiziersbund und einer Anzahl von Sports Hans Lefèbre. vereinen. Die Filme der Woche. „ Die Dame und der Junggeselle." ( Piccadilly.) Der Film ift nach der Komödie Baumau" gearbeitet worden, dach der Regiffeur und Bearbeiter de Mille ordnet den Stoff ganz anders an. In der Komödie herrscht bis zum dritten At Unflarheit darüber, mer der Dieb des Diamanten ist. Der Film beginnt dagegen mit den Borbereitungen zum Diebstahl, und gleich in der ersten Szette wird gefagt, daß der Baumau ein befannter Detektiv ist; de Mille entäußert sich also von vornherein der Spannungsmomente der Komödie, er fonzentriert allein das Interesse auf die technische Ausführung, auf den Diebstahl selbst und auf seine Entdeckung, er vermeinet Inallige Sensationen. Doch die Uebertragung des Stoffes ins Filmische ist nicht immer gelungen, statt bildhafter Geftaltung wird besonders am Anfang zu viel Zert gebracht. Auch die Lösung ist auf der Bühne beffer geglückt. Immer wieder zeigt es fich, daß der Stoff ursprünglich für das Theater berechnet mar. Es ist schwer, fich von Ballenberg auf Theodore Roberts in der Hauptrolle umzustellen. Roberts ist ein großer, starter Mann, dem man die Gebrechlichkeit nicht recht glauben fann, er tappert zu be tont, aber er verfügt über die Eindringlichkeit der Geste, er bringt die Rolle tatsächlich filmisch, hin und wieder jedoch stören Mäkchen. Als zweiter Film lief Die vom anderen Ufer", eine Geschichte Dom Border und Hinterhaus, wie sie oft dagewesen ist. Der Fabritherr und sein ältester Sohn spielen sich etwa auf die Bäter der Arbeiter heraus, während der jüngere Sohn seine Lebens aufgabe darin erblickt, Stenotypistinnen zu verführen. Schließlich erreicht ihn die Rache eines betrogenen Arbeiters, und am Schluß findet eine Vereinigung von Vorder- und Hinterhaus durch eine Doppelhochzeit statt. Der Film will nichts weiter sein als eine gut gearbeitete, Unterhaltung, trotz der sozialen Hintergründe, und dieses Ziel ist dank der stillen und zurückhaltenden Regie Artur Bergens erreicht. Nichts erscheint hier aufdringlich überbetont, die Arbeiter sind brave Leute, und die Kommerzienräte auch, jeder lebt in seiner Sphäre, und manchmal heiraten sogar Kommerzien räte Töchter von Arbeitern eine sehr einfache Lösung der sozialen Frage, aus der Perspektive des trauten Heims gesehen. Auch die Darstellung hält anständiges, gut bürgerliches Niveau. Bruno Kastner ist lastender Lebensernst, nicht einmal lächelt er, und Maria Baudler begnügt sich damit, lieb auszusehen. Nichts stört die Harmonie der Beltordnung. „ Der schwarze Engel." ( Marmorhans.) F.S. Diefer Film hinterließ bei seiner Uraufführung einen fast bei spiellos starten Eindrud. Nach einem Theaterſtüd ist das Manuffript gearbeitet. Borangestellt sind ihm als Motto Barbusses Worte: 3wei Armeen, die sich bekämpfen, find eine Armee, die Selbstmord begeht. Der Film bringt als Handlung ein nach England verlegtes Kriegserleben, das sich auch in jedem anderen Lande hätte ereignen tönnen, denn die furchtbaren Leiden der Völker und die herben Geschicke der einzelnen waren international Ein junger Feldartilleriehauptmann wird vom Urlaub durch ein Telegramm an die Front zurückgerufen. Der Abschied muß überſtürzt vor fich gehen, es bleibt nicht einmal so viel Zeit, um Kriegstrauung zu machen. Die Liebenden finden auch ohne Formel zueinander, und berleben die letzte Nacht gemeinsam. Der Hauptmann erblindet im Felde; da gibt er sich abfichtlich für tot aus, um seine Braut nicht an fich zu fetten. Unter anderem Namen wird er ein bedeutender Jugendschriftsteller. Seine Braut trauert ihm nach, schließlich will fie einem anderen Manne die Hand reichen, von dem sie tatsächlich mehr als einen Beweis feiner aufrichtigen Liebe und Wertschätzung hat. Er entdeckt im blinden Jugendschriftsteller den totgeglaubten Hauptmann, und da er durch und durch ehrlich iſt, teilt er es ſeiner Berlobten noch am Borabend der Hochzeit mit. Natürlich fann die Frau gar nicht anders, als zu dem Blinden zu eilen, und zwei Liebende finden sich fürs Leben. Die Hauptdarsteller Vilmar Banfy und Ronald Colman löften durch ihr Spiel die tiefften seelischen Wirkungen beim Bublifum aus. Der Regiffeur George i maurice lieferte eine ganz hervorragende Arbeit. Er tom ponierte an schönen Episoden, so an prächtigen Landschaftsaufnahmen, an Fuchsjagdbildern, sowie durch Märchengestalten, die über eine Wiese huschen, unendlich viel hinein, ohne die Handlung irgendwie zu stören oder zu unterbrechen. Ferner brachte er durch die Schlachtbilder und das wahre Erfassen des schweren seelischen Leibes ohne jede Aufdringlichkeit einen unverkennbar pazifistischen 3ug in sein Wert. Der elektrische Stuhl." ( Alhambra, Kurfürstendamm.) e. b. Bon den amerikanischen Filmen, die bislang zu uns famen, maren mir es mirtlich nicht gewohnt, daß sie sich irgendwie tiefgründig mit Fragen beschäftigten. John Goodrichs Manuskript arbeitet jedoch auf ein Ziel hin, das auch erreicht wurde. Der Film wird zu einer großen Anflage gegen Todesurteile auf Indizienbeweise hin. Im ersten Aft wird das Publikum Zeuge einer HinFlora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Ecke Petersburger Straße Heute und morgen: Gräfin Maritza mit Harry Liedtke nach der weltbekannten Operette. Ab Dienstag: Die Aßmanns nach dem Roman Courths Mahler Bellage des Vorwärts richtung( hinter verschlossenen Türen auf dem elektrischen Stuhl), die einen Unschuldigen trifft. Ein Mörder gesteht in der Todesstunde seine Tat, das Gericht aber hat einen unschuldig Verurteilten schon hin richten lassen. Das erschüttert einen Rechtsanwalt sehr, der mit einem reichen Klubmann, seinem Rivalen in der Liebe, die Wette eingeht, jeder gbeliebige Mensch tann wegen Mordes zum Tode verurteilt werden. Der bekannte junge Mann soll auf der Jacht des Rechtsanwalts in See stechen, Uhr und Kette, Brieftasche, Ueberzieher usw. läßt er zurüd. Nun findet der Rechtsanwalt einen jungen Mann, dem er viel Geld verspricht, damit er den Mordverdacht auf fich lenken läßt und Uhr, Kette und Brieftasche beim Pfandleiher versetzt. Der junge Mann geht auf den Plan ein und wird auch prompt verhaftet. Die Wette flingt aber in furchtbarem Ernst aus. Der Klubmann ist nicht auf der Jacht in See gegangen, überfällt am Strande die Braut des Rechtsanwalts, und dieser selbst erschlägt ihn in der Notwehr. Das Paar will den jungen Mann opfern, doch eben vor der Hinrichtung legt die Braut ein Bekenntnis ab. Der Unschuldige wird im legten Augenblid gerettet. Der Regisseur James B. Hogan lieferte eine spannende und eindringliche Arbeit. Die Darsteller Elliot Degter, George Hadathorn, Robert Ellis, Mary Carr, Elise Bow und Margaret Livingston unterstüßten ihn gut. Die Todesangst zweier Menschen, das Bangen der Angehörigen um das Leben der Thrigen durchzieht diesen Film. Man kann die Zu versicht haben, daß mancher Mensch zum Nachdenten angeregt wird, darum ift die Einführung dieses Films ein Verdienst. Pat und Patachon im Prater." ( Kammerlichtspiele.) -g. verirrt und fangen an, im Brater ihr Gewerbe der Bolfsbeluftigung Die fröhlichen Helden der Landstraße haben fich jest nach Bien auszuüben. Bald find sie lebende Zielscheiben, nach denen man mit Bällen wirft, bald machen fie für einen Film Reklame, indem sie Don Quichotte und Sancho Banja leibhaftig darstellen. Aber ihre Streiche haben ihnen die Feindschaft irgendeines starten Mannes zugezogen, vor dem sie die Flucht ergreifen müssen. Nach mancherlei Abenteuern landen fie in einer Kaserne, wo sie, ohne lange gefragt zu werden, einfach eingekleidet werden. Es läßt sich denten, zu was für lachhaften Szenen ihr Soldatenspiel führt. Sie sind auf dem besten Wege, den ganzen Militarismus zu veralbern, als sich schließlich herausstellt, daß sie zu Unrecht die Uniform tragen und sie zu neuen Taten losgelassen werden. Sie enden als Hausdiener und Kammerzofe bei einer Ballettänzerin und fangen mun an, Schickal zu spielen. Sie befreien den Leutnant, der sich in einer tollen Laune mit der Balletteuse verlobt hat, von ihr durch eine neue Verlobung, die sie geschickt ins Werf setzen, und machen ihm dadurch die Bahn frei, sich mit der Tochter eines Bantpräsidenten richtig zu verIpben. Man will ihnen danken, aber sie ziehen das Leben in der Freiheit vor, und begeben sich aufs neue auf die Wanderschaft. Wie immer sind die beiden Burschen in ihrer Komit unwiderstehlich, um Das Drum und Dran der sentimentalen Liebesgeschichte ist natürlich so mehr, da jeder seinen Typ wirklich charakteristisch durchführt. weniger belangvoll. Offen gestanden, wir sehen die beiden lieber in ihrem heimischen dänischen Milieu.- Boran ging eine ebenso ulfige mie unsinnige amerikanische Groteske mit Biechern und Kindern. Die Ufa Wochenschau brachte ein sehr reichhaltiges Programm, aus der sehr schöne Winterbilder im Schwarzwald und interessante Einblicke vom Flugzeug aus in den letzten Besuv- Ausbruch hervor. auheben sind. Frauen und Pferde." ( 2. T. Kurfürstendamm.) r. Dieser Film erinnert einen unwillkürlich an den englischen Kutscher, zu dem ein Amerikareisender sagte: Barten Sie." Der Mann fuhr nach Amerita, tam nach Jahren zurüd, und der Kutscher hatte auf ihn gewartet. Bizige Zeichner illustrierten diese Anekdote so gerne und behandelten immer besonders liebevoll des Rutschers Haupthaar und Bart, die während der Bartezeit ungehemmt wachsen fonnten. Höchstwahrscheinlich ist dieser bewußte Kutscher das Borbild des verfilmten Schriftstellers. Der schreibt nämlich ein ellenlanges Manuskript, und während er schreibt, mächst ihm der Bart, Spinngemebe zieren seinen Stuhl und ein paar hundert Zigarettenstummel feinen Tisch. Das wird bildlich vorgeführt, und inzwischen fieht man, als Attschluß gedacht, Eleanor Boord man wiederholt als minziges Figürchen neben der Schreibmaschine erscheinen. Das ist technisch vorzüglich gemacht und wirft ulfig. Aber zwischendurch drehte man noch einen regelrechten Film, das heißt, nur Autorasereien. Ein junger Mann verlobt sich mit einer Widerspenstigen. Sie raft mit ihrem Auto durch die Straßen, übertritt so und so viele Verkehrsvorschriften, weshalb sie verurteilt wird. Frankenburg Merkur- Palast eine Birgichaft errettet sie aus dem Gefängnis. Dann raft fie Film- und Bühnenschau Große Frankfurter Straße 74 Heute und morgen: Das Fräulein vom Spittelmarkt Bühnenschau Ab Dienstag: Fera Andra und Curt Prenzel Und es lockte der Ruf der sündigen Welt Palisadenstr. 26 An der Strausberger Str. Heute und morgen: Die eiserne Braut Ein Spiel von deutschen Schiffen und blauen Jungen C CAPITOL an der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche nach einem Rostümfest mit Berhaftungen abermals im Auto davon, stürzt einen Berg runter, gerät unter Raubmörder, erschießt einen Mörder, und der Abschluß aller Dinge ist ein Dauerfuß mit dem Berlobten. Der Regisseur Robert G. Vignola hat die Angelegenheit so angefaßt, als ob er sie für einen Filmtee in Szene setzte, an dem man sich über die Stars im allgemeinen und über die amerikanische Sensationsmache im besonderen luftig machen wollte. Das Bublifum, das, durch den Titel angelockt, einen sogenannten Gesellschaftsfilm erwartet hatte, wußte gar nicht, wie ihm geschah, es vertrieb sich mit Kopfschütteln die Zeit. Sonntag 300, 500, 700 and 918 ab Montag täglich 500, 700 and 98 Der Rosenkavalier Musik: Richard Strauß- Regie: Robert Wiene e. b. Manuskript: Hugo von Hofmannsthal Bauten und Kostüme: Alfred Roller mi Michael Bohnen Vorverkauf 12-2 Paul Hartmann Konsert auf der Bühne: Kleine Nachtmusik von Mozart Huguette Duflos Schmidt- Gentner dirigiert! Carl Forest Jacque Catelain Vorverkauf 12-2 Die Künstler der Funk- Stunde VERANSTALTEN AM DONNERSTAG, DEN 21. JANUAR 1926, IN DEN GESAMTRÄUMEN DES DES HAUPTRESTAURANTS„ ZOOLOGISCHER GARTEN" ( HESSLER& SCHÜLER) EINEN GROSSEN GESINDE KOSTÜM BALL Alle Rundfunkhörer und Freunde des Rundfunks werden hierzu eingeladen und gebeten, im Sinne der Gesindeordnung sel. Angedenkens als ,, Gesinde" kostümiert zu erscheinen. Man kommt als Dienstmädchen oder Zofe, Kellner oder Dienstmann, Magd oder Milchmädchen, Kutscher oder Soldat, Schofför oder Fahrstuhlführer, Hotelpage oder Reitknecht usw. Auch ,, Herrschaften" im Gesellschaftsanzug sind selbstverständlich zugelassen. GROSSE ÜBERRASCHUNGEN( WERTVOLLE TOMBOLA usw.) ERWARTEN SIE! 8 TANZKAPELLEN Zwei Kapellen Otto Kermbach Efim Schachmeister Kapelle Delbrück Adolf- Becker- Orchester unter persönl.Leitung des Obermusikmeisters a.D. Adolf Becker Funk- Tanz- Kapelle unter Leitung des Konzertmeisters Franz von Szpanowaki Schrammelkapelle Gebrüder Dietrich Der gesamte Reinerlös ist zum Besten der Errichtung eines Blindenheims, zum Besten armer Kinder Berlins und des Roten Kreuzes bestimmt Kapelle der 3. Preuß. Nachricht.- Abtlg. Potsdam unt. Leit.des Obermusikmeisters Walter Harmens 1145 MARMORSAAL ,, Alpensymphonie" Szene aus der großen Charell- Revue: Für Dich" Kostüme und Dekorationen von Walter Trier * Wilhelm Bendow und Paul Morgan als Hochtouristen Hans Unterkircher, Irene Ambrus, Siegfried Berisch Wolfgang von Schwind Die Original Tiroler Schuhplattler u. Watschentänzer Jägerburschen und Schießscheiben Das Wunderpferd B Die Girls und Boys des Großen Schauspielhauses * Alfred Braun als Sprecher im„ Oberkieker" 1230-130 KAISERSAAL Schlager aus der Nelson- Revue: ,, Die Nacht der Nächte" mit Mady Christians, Käthe Erlholz, Max Adalbert, Harald Paulsen. Am Flügel: Rudolph Nelson Ansage: Willy Schaeffers 1230-130 GARTENSAAL KABARETT Ansage: Alfred Braun/ Maria Ney/ Willi Schaeffers Loblied auf Berlin" mit Alfred Braun/ Maria Paudler/ Camilla Spira Lotte Steinhoff/ Erika v. Thellmann/ Hans Brausewetter/ MaxHansen/ Harald Paulsen/ Wolfgang Zilzer Solo- Vorträge: Lilli Flohr/ Paul Graetz/ Trude Hesterberg/ Willy Prager/ Dr. Hans Schindler/ Paul Schneider- Duncker Josma Selim Am Flügel: Dr. Ralph Benatzky Otto Stransky Der Eintrittspreis beträgt für alle Säle 15 Mark, Logenplätze im Marmorsaal 20 und 25 Mark. Karten sind erhältlich in der Funk- Stunde, Potsdamer Straße 4, sowie in allen Rundfunkgeschäften, soweit sie Mitglieder des Reichsverbandes Deutscher Funkhändler sind( durch Plakate gekennzeichnet). Tischreservierungen gegen Vorlegung der Eintrittskarten und Mk. 2.- Gebühr pro Platz nur im Büro des Hauptrestaurants Zoologischer Garten( 10-5). Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Lessing- Th. 3 U.: Der betrette Don Quichotte 8 Uhr: Vom lieben Augustin Morgen 8 U: Vom lieben Augustin Staats- Theater Opernhaus 6: Tristan u. Isolde Opernhaus am Königsplatz 2U. Das Konzert 8 Uhr: Der fliegende Holländer. Tägl. 8 Uhr: Maiermax Musik v. H. Hirsch Kleines Th. 8 Uhr: Die Kutsche der heiligen Liebe Boubouroche Regie: Goldberg Schauspielhaus Berliner Theater 8U: Im weißen Röß'l Schiller Theater Revue Operette, 3U 3 Geschwister. U.: Messalinette Der zerbr. Krug 8 Uhr: Journalisten Städtische Oper Charlottenburg 6% Uhr Meistersinger Abonn- Turnus IV Deutsches Theater 7 Uhr Barnowsky- Babnen Preise um 30% herabgesetzt! Königgrätz.Str. & Unr: Einen Jux will er sich machen 31 Uhr Kl Preise Wie es euch gefällt Komödienhaus 8 Uhr: Der dreizehnte Stubl Der Kreidekreis Die Tribüne von Klabund 8 Uhr: Regie: M. Reinhardt Michael Hundertpfund Preise 1 M. bis 10 M 3 Uhr Kl. Preise Zurück zu Methusalem Kammerspiele 1. Teil Täglich 81, Uhr Central Theater 8 3 Nächte Der Fremde Kleine Preise Nachm. Uhr: Uhr Metropol- Theater Tägl. 8 Uhr Hedw. Wangel- Hilfe die gr. Revueposse Gespenster Die Komödie No no Nanette Kurfürstendamm 206/7 8. Unt im dritten Akt Auftreten von Josma SelimGesellschaft Ralph Benatzki on Galsworthy Regie M. Reinhardt Preise 4 M is 12 Meues Th. am Zoo SCALA Internal. Varieté Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. Alabendl 8 Uhr Guido Thielscher A D. wahre Jakob Parkett... 1-2 Mk. KicinePreise Park.- Fact. 3-4 Mk. Orchester- Faut. 5 Mk. 6 Mk. Sessu Ververkauf anoaterbrechen WCHIN GEHEN WIR DIESE WOCHE Mozartsaal Vorverk. täglich 12-2 U. Turmstraße Vorverk, täallch 12-20 Königstadt Vorverk. täglich 12-20. Wochentags 7,9 Sonaab..Sonat. 5,79 Wochentags 7,9 Sannah..Sonat. 5,.7.9 Wochentags 7,9 Songab. Soast. 5, 7, Täglion 5, 7, 9 Kammerlichtspiele Wochentags Ververk. täglich 12-2 U. Weinbergsweg Nollendorfplatz Alexanderplatz Friedrichstraße Schöneberg Reinickendorf. Str. Ballschmieder Humbolat Welßensee Spandau 7,9 Sonnab, Seunt. 5, 7, 9 7, 9 5, 7, 9 Die Seeteufel First National- Film der Ufa Hauptrollen: Milton Sills, Wallace Beery, Ened Bennet Regie: Frank Lloyd. Ufa- Palast am Zoo Vorverkauf ab 11 B. Tel. Best. Hollendorf 62, 1397, 5289,81 Kurfürstendamm Vorverk. täglich 12-2 U. Wochentags 5, 7, 9 Sonntage 3,5,7,9 Wochentags 7,9 Sonsab, Soast. 5, 7, 9 Wochentags 7,9 Bis 19. Januar: Buster Keaton, der Matrose mit Erno Rapées Jazz- Symphonikere Frauen und Pferde mit Eleanor Boardman Bis 18. Januar: Tauentzien- Palast Souna, Set Die da unten Der große Mezartzeal nur bis 17. Januar Ververk, täglich 12-2 U. 5, 7, 9 Turmstraße Auf der Bühne: Szen.a.d Op... D.fileg. Helland. Peter LordMean B. Lily Justes Königstadt Auf der Bühne: Fred Folkmana Plecad- Company Pat und Patachon im Prater Soenab..Senat. Mady Christians, Xenia Desnl, Willy Fritsch Zille- Film Die kommenden Uraufführungen der Ufa Ufa- Palastam Zoo AZB 20. Januar 8.R 22. Januar Wo Kurfürstendamm Weshentags Ein Walzertraum 8.75 Mozartsaal 18. Januar Wochentags 5, 7, 9 Sonntags ab 4 Uhr Wochentags Sonnab., Sennt. 5, 7, 9 Wochenta s Sonntags 5.1.7.19 Wochentags Sonntags 4.7. Wochent.s 27, 49 Sonntags 171.9 ochentags 6,19 Sonntags 4. 69 Wochen, ab 6 Conabd. 5 Regie: Ludwia Berger Varieté Emil Jannings, Lya de Putti Regie: E. A. Dupont Das verbotene Paradies Schatten der Weltstadt Die mit Seelen Handel treiben Zum Schneegipfel Afrikas Der Tänzer meiner Frau adab Buster Keaton der Matrose Sonntag ab Tauentzienpalast 19. Januar Der Wilderer Hel a Thomas Rudolf Ritiner Regie: Johannes Meyer Seine Hoheit verlobt sich mit Adolphe Menjou Die Gesunkenen Der Paul- Simmel- Film mit Asta Nielsen Mein Freund- der Chauffeur Barbara v. Annenkofi, Hans Albers, Ferd. v. Aiten, Uskar Marion NATURLICH IN EIN UFATHEATER குதி Großes Schauspielhaus Dich CHAREL REVUE TAGLICH 84 Residenz- Th 8 Uhr: Die Darchgängerin Erika v. Tellmann Kurt Vesperman Preise v. 1-10 M. Heute letzt. Kind.Vorst 3 KI Pr. Schneewittchen Thalia- Th. 8 Uhr: Gubert- Novität Lene, Lotte, Liese Josefinens Töchter Molly Wessely Joseline Dora Oscar Sabo Georg Baselt Pre se v. 1-9 M. Heute le z KindVorst. 1, KI Pr Hänsel u.Gretel Theater in der Kommandantenst Tägl. 8 Uhr Annemarie Preise von 1-8M. Heute 3, K! Pr Annemarie APOLLO THEATER ried cast 21 Heute Sonntag Aut der Bühne Letztes& ffenfl offran Frz. Diener vor seinem Kar mit Breitenstrate Trainings Boxkampie m, Sabrl- Mahle und anderen Letzter Tag Der G Bm Der Steravo Broadway mit Mae Murray Wochent 6 u. 9U Sonntags ab 4 U Theater, Lic: t spiele usw. auch nachate Seite! Für 1-4 Personen Der Tanz kann beginnen Maskenball- Schuhe Lack- Spangenschuhe in verschiedenen Farben, mit 90 mit Chevr.- Verzierung, imit. 4.⁹⁰ Komtess- Absatz...... Louis- XV.- Absatz...... 1090 Atlas- Tanzschuhe Herren- Lack- Halbimit., blond und schwarz, Komtess- Absatz. 690 schuhe 1650 moderne, halbrunde Form Ball- Ueberstiefel Herren- Chromlack- Schnürfür Damen, mit Stoffeinsatz und Gummisohle....... schuhet d. Gesellach.- Anz. u 990 Lack- Schnürschuhe 1950 mit versch. schwa. 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Kurfürstendamm Tägi 8 Uhr Die Nacht der Nächte Th.a. Schiffbanerdamm Tägi. 8 Uhr u. die Liebe Operette von Gilbert Friedenspreise M. 0,50 bis 10, Philharmonie 7½ Uhr Der fröhliche Weinberg Konzert Lustspielhaus des Philharm. Orch Tagl. 8 Uhr: Dirigent: Der blaue Vogel Prof. Jul. Prawer Wallner- Theater Tägi. 8 Uhr Admiralspalast Holportage Täplich 8, Uhr Th. a. Hollendorfpl. HALLER 8 Uhr: Die offizielle Frau Operette in 3 Akten REVUE Achtung! Preise 1 M. bis 10 M. Welle 505 Rose- Theater U. Als ich noch im Flügelkleide deute Sonntag 3 Uhr die ganze Vorstellung u Uhr Wenn der halben Preisen! Flieder blüht Piccadilly Untergrundbahnhof Bismarckstraße Ab 14. d. M. täglich 6% and 9 Uhr, Sonntags 430, 65 and 9 Uhr. 2 Uraufführungen in jeder Vorstellung Die vom anderen Ufer Ein Spiel in 6 Akten Regie: Arthur Bergen In den Hauptrollen: Cruno Kastner Marie Paudier Colette Bretel Claf Storm Jule Serda Frigga Braut Hertna von Walther Niko Turoff Die Dame und der Junggeselle Detektivkomödie in 7 Akten Max Pallenbergs Berliner Bühnenerfolg als, Wauwau" im Film Theodore Roberts/ Conrad Nagel May Mc Avoy in den Hauptrollen! Paramount- Film der National Gültig nur Sonnt. nachm.17.Jan WalhallaTheater Weinbergsweg 8% Täglich 8% Das Mädchen ohne Ehre Sensationsstück mit Musik Parkett nur 50 Pf. Herrnfeld im Intim.Th. 8U: Ein neuer Herrnfeld Familie Schmock Milieu- Komödie aus Berlin Wi 3 Akt. Trianon- Theater Tel. Zentr. 2391 Täglich 8 Uhr: Das Gespensterschift von Rud Lothar u. Oscar Ritter Ein lustiges Abenteuer an Bord 8.90% Der Wilderer Ein Drama aus dem Hochgebirge Manuskript und Regie: Johannes Meyer. Photographie: Gustave Preiß Bauten: Hans Sohnle und Otto Erdmann Personen: Carl de Vogt Joseph Peterhans Helga Thomas/ Rudolf Rittner Heinrich Schroth Ellen Douglas Rudolf Biebrach Max Maximilian / Hanspeter Peterhans Uraufführung: Mittwoch, den 20. Januar Ufa- Palast am Zoo Alpendorf Invalidenstr.63, am Lehrter Bahnh. Täglich Gr. bayerisches Bockbierfest Original bayer. Kapellen Münchener Madl- Bedienung Jeden Donnerstag: Prämiierung: Wertvolle Preise Beginn 8 Uhr Täglich: Großer Alpen- Ball Neue Welf A. Scholz:: Hasenhelde 108-114 Sonntag, 17. Januar, sowie täglich: in den bager. Alpen Bockbierfester. und Großer Alpen- Ball 8 Kapellen Neue Dekorationen 30 bayer. Madl Ausstoß des berühmten Bergschloß- Jubil.- Bock Einl. Sonntags 3 Uhr wochent. 6 Anf. Sonntags 4 Uhr wochent 7 Voranzeige Dienstag, 19. januar: Gr.Schweinebraterei u.Prämilcrung der ähnlichsten Damen- Zwillinge. Resonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" sad billig! 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