Nr. 31 43. Jahrg. Ausgabe A fr. 16 Bezugsvrets: Böchentlich 70 Bfennig, monatfie &- Reichsmart noraus zahlbar Unter Rreuaband für Deutſchland, Danzia Scar unb Memelgebiet. Lesterreich Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart. für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit Sied. lung und Rleingarten fowie der. Beilage Unterhaltung und Billen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich aweimal Sonntaas und Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise Die einfvaltiae Rontareide Beile 80 Bfennia. Reflame eile 5.- Reichsmart...Rleine Anzeigen bas fettaebrudte Bort 25 kenate Cauläffa awei fettgedruckte Worker jebes weitere Wort 12 fennig. Stellengefuche bas erfte Bort 15 Bfennia, tedes meitere Wort 10 Bfennia. Worte über 15 Buchfraben zählen für zwei Borie Arbeitsmarkt Reile 60 Blennia. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 40 Bfennia. Unzeigen für die nächste Rummet müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft Berlin SW 68, Lindenftrake 3, abaegeben werden. Geöffnet Don 8% Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292 297. Mittwoch, den 20. Januar 1926 Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedkonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten unb Beamten. Wallstr. 65: Diskonto- Gesellschaft. Depofitentasse gindenste. 8. Die Sozialdemokratie für Volksentscheid! Enteignung der Fürstenhäuser! Der sozialdemokratische Parteiausschuß trat am Dienstag in Berlin zusammen, um sich mit der Frage der Fürstenvermögen zu beschäftigen. Er tam zu folgendem Beschluß: Der Parteiausschuß ist der Auffassung: Der Parteivorstand soll den vom Rechtsausschuß der sozialdemofratshen Reichstagsfraktion vorgelegten Gefeßentwurf betreffend die entschädigungslose Enteignung der früher regierenden entschädigungslose Enteignung der früher regierenden Fürsten entsprechend den in der Beratung des Parteiausschusses vorgebrachten Gefichtspunkten vervollständigen und zweds Herbeiführung eines Bolfsentscheides einreichen. Der Gefehentwurf der kommunisten ist insbesondere infofern unzureichend, als 1. nicht ausgesprochen ist, daß die näheren Bestimmungen über die Art der Verwendung des enteigneten Vermögens durch ein innerhalb bestimmter furzer Frist zu erlassendes Reichsgefeß getroffen werden sollen, 2. nicht beachtet ist, daß bei der Verwendung des enteigneten Bermögens auch die bedürftigen Opfer der 3nflation ju berüdfichtigen find. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund wird ersucht, fofort als vermittelnde 3nstanz ein. 3ugreifen, um zu erreichen, daß nur ein Gefehentwurf zum Boltsbegehren und Boffsentscheid gebracht wird. Der Allgemeine Deutsche Gewe: chaftsbund ist zu dieser Vermittlung berufen, well es fich auch um midhtige jozialpolitische Fragen handelt und alle in Betracht kommenden politischen Richtungen in den Gewerkschaften vertreten sind. Die Aktion für Boltsbegehren und Bolfsentscheid wird von feder beteiligten Organisation selbständig geführt für das gemeinfame 3iel der entschädigungslofen Enteignung der Fürsten. Der Beschluß des Parteiausschusses weist dem Vorstand bes ADGB. eine schwierige Aufgabe zu. Ob ihre Lösung gelingt, wird vom guten Willen der Kommunisten abhängen. Der Plan, die Frage der Fürstervermögen durch Boltsabstimmung zur Entscheidung zu bringen, ist in der Sozialdemokratischen Partei entstanden. Man hat ihn hier zunächst diskutiert nach dem Grundsaß ,, Erst wäg's, dann mag's!" Dabei mußten Fragen der Verfassung und der Technik des Boltsentscheids, Fragen der propagandistischen 3medmäßigkeit bei der Fassung des Enimurfs, schließlich auch Fragen der Organisierung und Finanzierung ausgiebig erörtert werden. Dazu war Zeit genug, da sich ja einstweilen noch der Reichstag mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Als die Kommunisten von dem Borhaben der Sozialdemokratie erfuhren, griffen sie den Gedanken zu ihren Zwecken auf. Für sie gab es feine Notwendigkeit der fachlichen Borbereitung, fie waren nur von dem Bunich beherrscht, der Sozialdemokratie zuvorzukommen. So enistand der jetzt eingereichte, unzureichende, kommunistische Entwurf. Beharrten die Kommunisten bei diesem Entwurf, so Beharrten die Kommunisten bei diesem Entwurf, so märe die Sozialdemokratie genötigt, daneben noch einen anderen, beffer ausgearbeiteten einzubringen. Dann fäme es beim Boltsbegehren zu einer Konturrenz der beiden Entwürfe. Wahrscheinlich wäre es dann den Sozialdemokraten möglich, für ihren Entwurf die vier Millionen Stimmen aufzubringen, die zunächst notwendig sind, um ihn zum Bolfsentscheid zu bringen, den Kommunisten aber nicht, und dann würden sich beim Boltsentscheid alle Stimmen von links auf den sozialdemokratischen Entwurf vereinigen. Würden aber beide Entwürfe durch je vier Millionen Stimmen unterſtüßt, so fämen auch beide in den Volksentscheid; es entſtände dann die Gefahr der Niederlage durch Zersplitterung. Kräfte zusammenzuführen und fruchtbar zu machen. Die Gegner haben feinen anderen Bundesgenossen als die Passivis tät, die stumpfe Gleichgültigkeit, die Unwiffenheit und die in manchen Boltstreifen immer noch vorhandene, scheue Ehrfurcht vor verblichenen Fürstenkronen. Darum wünscht der Parteiausschuß, daß jede Orga| Kampfe. Es wird die Aufgabe der Organisationen fein, diese nisation ihren Kampf für das gemeinsame 3iel felbständig führt. Es geht z. B. nicht, daß die Sozialdemokratische Partei Bersammlungen veranstaltet, in denen Kommunisten reben, um über sie zu schimpfen. Sozial demokraten gehören in sozialdemokratische Bersammlungen, nicht in tommunistische. Sozialdemokratische Unterschriften gehören unter den gemeinsamen Entwurf, der aus der Bermittlungsaktion der Gewerkschaften hervorgehen soll, nicht unter den fommunistischen. Wenn es den Kommunisten auf den sachlichen Erfolg ankommt, fönnen sie sich mit einer solchen Ordnung der Dinge nur einverstanden erklären. Der Kampf. der sich dann entspinnen soll, hat kein Beispiel in der Geschichte. Noch nie ist es vorgekommen, daß vierzig Millionen erwachsener Staatsbürger an ein demselben Tag zur Stimmurne berufen worden sind, um durch einen Akt der direkten Gesetzgebung eine Frage von fo grundsäglicher Bedeutung zur Entscheidung zu bringen. Es ist die erste Probe auf die direkte Gesetzgebung durch das Boll, die hier in ganz großem Stil gemacht wird. Schweider Erfahrungen fönnen da taum zum Vergleich herangezogen werden. Millionen und aber millionen, denen die Wut über die schamlosen Ansprüche der einstmaligen Fürsten bis in die Rehle fteigt, erstreben heißen Herzens den Sieg in diesem Wie stark oder wie schwach dieser Gegner ist, das wird sich erst im Kampfe selbst abschäßen lassen. Aber eine alte Kampfregel fagt, daß man den Gegner nicht für schwächer halten darf, als er ist. Um ihm sicher zu begegnen, dazu wird ein höchstmaß von Kraftanstrengung notwendig sein. An den Opfermut jedes einzelnen wird dieser Kampf umerhörte Anforderungen stellen. Die Partei wird dabei keine Kraft entbehren können, und sie wird dabei auch keinen Groschen entbehren können, der irgendwie aufgebracht werden kann. Nicht schwächer, sondern stärker muß die Anstürmen der Gegner, die nicht ausbleiben werden, gewachsen Arbeiterbewegung nach dem Kampfe dastehen, um fünftigen zu fein. Geleitet werden muß die Arbeit von der Organisation und ihrer Breffe. Stärkung der Organisation, Stärkung der Bresse ist darum die notwendigste Vorbereitung für den Kamp! Da muß begonnen werden! Es ist teine Zeit zu verlieren! Und doch Regierung der Mitte! Aber ohne Koch! Einem Appell des Reichspräsidenten folgend, haben sich| ,, Koalition der Mitte" erzielt haben; sie werden das als einen die Parteien der Mitte gestern abend in später Stunde auf folgende Vorschlagslifte Luthers geeinigt: Reichskanzler: Dr. Luther, Aeußeres: Dr. Stresemann, Janeres: Dr.& ülz( Dem.), Finanzen: Dr. Reinhold( Dem.), Wirtschaft: Dr. Curtius( D. Bp.), Arbeit: Dr. Brauns( 3.), Jufliz: Marg( 3.), Reichswehr: Dr. Geßler, Post: Stingl( Bayer. Bp.), Verkehr:& rohne( D. Bp.). Das Ernährungsminifterium ist zurzeit noch nicht befeht, es wird wahrscheinlich einen Minister erhalten, der dem Zentrum nahefteht, wenn eine Besehung jeht noch nicht erreicht werden sollte, so würde der Reichstanzlet felbft die befehlen Gebiete bleibt zunächst unbefeht, wird aber providas minifterium zunächst verwalten. Das Ministerium für forisch von Marg verwaltet werden. Die Ernennung der neuen Regierung der Mitte steht unmittelbar bevor. Die Koalition der Mitte ist schließlich nach qualvollem Hin und Her dennoch zustande gekommen, und zugleich hat ihr rechter Flügel feinen ersten Sieg erftritten. Koch scheidet aus. An seine Stelle tritt der Dresdener Bürgermeister Dr. Wilhelm Külz, der auf der Rechten offenbar als weniger prononcierter Demofrat" gilt. Nach zähem Stamps hat sich die demokratische Reichstagsfraktion gebeugt, wie es heißt, mit zehn gegen zehn Stimmen, wobei Herr Darum hat der Parteiausschuß vorgeschlagen, die Bertoch selbst als Borsigender, weil er die Lösung der Krife mittlung der Gewerkschaften anzurufen. Das Ziel der Bermittlung soll sein, daß gleich nur ein Entwurf dem Volksbegehren und damit dem Voltsentscheid zugrunde gelegt wird. Ein solcher einheitlicher Entwurf soll durch die Bermittlung der Gewerkschaften zustande gebracht werden, was zur notwendigen Folge hat, daß der kommunistische Entmurf zurückgezogen werden muß. eine fommunistische Sonderaktion, sondern um eine einheit Gelingt dieser Blan, dann wird es sich nicht mehr um dann auch mit der besten Aussicht auf Erfolg durchgeführt merden fann. Diefe Aussicht ist aber auch nur dann vorhanden, wenn biele Attion nicht zu Rämpfen der einen Partei gegen die andere mißbraucht wird. nicht an seiner Person scheitern lassen wollte, den Ausschlag gab. Anders fonnte Herr Koch, wo alles von ihm persönlich abhing, nicht handeln; eine andere Frage ist, ob es von seiner Fraktion schön war, ihn in diese Lage zu bringen. Die neue Regierung wird es schwer haben. Herr Luther hat sich nicht als glücklicher Taftifer erwiesen, als er zuließ, möglich, daß er dabei mehr dem Zug feines Herzens folgte daß Koch aus der Regierung wieder hinausgebrängt wurde; als dem feines Verstandes. Denn daß die Deutsch natio nalen nun durch dieses Opfer versöhnt sein würden, ist nicht anzunehmen, diesen Herrschaften kommt der Appetit ja erst beim Effen. Die Entfernung Kochs aus der Regierung ist ihr Erfolg, den sie durch ihre treuen Gehilfen in der bescheidenen Anfangserfolg betrachten. Die Sozialdemo fraten aber, die die Berufung Kochs zum Reichsminister des Innern begrüßten, werden durch sein Wiederverschwinden gemahnt, mit ihrem Vertrauen sehr vorsichtig umzugehen. Sicher ist auch Külzo bescheidenes Lob!- noch beffer als Schiele, Reinhold besser als Schlieben, Marg besser als Frenten. Luther bleibt Luther. Geßler bleibt Geßler. Brauns bleibt derselbe, Strefemann ebenfalls, und mit den fleineren Größen wie Stingl und Krohne ist es ebenso bestellt. Ob aber Curtius besser ist als Neuhaus? Curtius- und das fennist links eben. zeichnet abermals den Sieg der Rechten fowenig beliebt mie Roch rechts. Roch ist rechts unbeliebt, weil er ein zu prononcierter Demokrat" ist. Curtius ist links unbeliebt, weil er der Mann ist, der im August 1924 den be abschloß und damit zum Schrittmacher des Rechtskurses rüchtigten Handel mit den Deutsch nationalen murde. Roch verschwindet, Curtius taucht auf zeichnet die Situation! Hindenburgs letzte Mahnung. Die Demokraten unter Drud. Amtlich wird gemeldet: bas fennNachmittag um 6 Uhr die Bertreter der vier für die Koalition Der Herr Reichspräsident empfing heute( 19.d. M.) Nachmittag um 6 Uhr die Vertreter der vier für die Koalition der Mitte in Frage foramenden Parteien; für die Deutſche das Zentrum Reichskanzler a. D. Marx, für die Bayerische Bolkspartei erschien Reichsminister a. D. Dr. Scholz, für Bolkspartei Abg. Dr. Leicht, für die Demokraten die Abgeordneten Reichsminister a. D. Koch, Dr. Haas und Erfelenz. Der Reichspräsident gab den erschienenen Herren folgende Erklärung ab: Ich habe Ste zu mir gebeten, meine Herren, um vor Ihnen auszusprechen, daß meines Dafürhaltens nunmehr eine Regierung zuffande kommen muß. Nachdem durch das Ausscheiden der Deutschvollen und sehr dankenswerten Bemühungen des Herrn Abgeordneten nationalen Volkspartei der bisherigen Mehrheitsregierung die Grundlage entzogen worden war, nachdem trog ter hingebungsRoch die andere Möglichkeit einer Mehrheitsregierung, nämlich die sogenannte Große Koalition, sich ebenfalls nicht hat verwirt. lichen laffen, blieb als zwar weniger tragfähige, aber immerhin noch durchaus gangbare Lösung die Regierung der Mitte übrig. Gollte auch dieser Versuch scheitern, so wäre damit das deutsche Baterland vor eine Lage von größtem Ernst gestellt, ba| Staates, der Wirtschaft und der Bolkswohlfahrt ein parlamenjedem Gedanten einer anderen Regierungsbildung schwerste Betarisches Kabinett sofort zustande tommen fann. denten entgegenstehen. Ich habe es deshalb aufrichtig begrüßt, daß die von Ihnen, meine Herren, geführten vier Parteien sich grund. fäßlich bereit erklärt haben, eine Koalition der Mitte einzugehen. Herr Reichskanzler Dr. Luther hat sich fortlaufend darüber unterrichtet, welche großen Schwierigkeiten durch die einzelnen Bar. teien bisher haben überwunden werden müssen, um einer praktischen Lösung näher zu kommen. Es ist ihm leider nicht gelungen, diefe. Schwierigkeiten ganz auszuräumen. Auf der anderen Seite erfträgt aber die Lage des Landes eine längere Bergögerung nicht mehr. Was nach einem völligen Scheitern der Bersuche dieser letzten Woche, eine parlamentarische Regierung der Mitte zustande zu bringen, folgen würde, ist nicht zu übersehen. Unter diesen Umständen habe ich mich für verpflichtet gehalten, den Herrn Reichskanzler Dr. Luther zu bitten, nunmehr auf Grund seiner bisherigen Bemühungen den Parteien einen Plan zur endgültigen Beschlußfaffung über die Besetzung der Minifterien vorzulegen. nicht alle an sich berechtigten Wünsche der Parteien erfüllen tann, bin mir aber flar, daß es einen anderen Weg, baldigst aus der Die Demokratische Partei hat den Parteiausschuß auf Sonntag, den 24. Januar, nach Berlin einberufen. Der Parteivorstand ist auf Sonnabend, 2. Ihr nachmittags, zufam menberufen worden. Die vergessenen Berliner Arbeitslosen. Keine Zuschüsse für Notstandsarbeiten. Nach der letzten Zählung gibt es in Berlin 189 000 Arbeitslose. Damit ist gefagt, daß in Berlin die Not beson ders dringend ist. Auf dem flachen Lande leidet der Arbeitslose in der Regel weniger als in der Großstadt, wo der Arbeiter weder Kartoffelland hat, noch Kleinvieh halten fann. Man sollte also annehmen, daß für die Arbeitslosen Berlins mehr geschieht, als auf Grund ihrer ungeheuren 3ahl geschehen müßte, zumal ja auch die Lebenshaltungskosten in Berlin über dem Reichsdurchschnitt liegen. Ich bin von vornherein überzeugt, daß der Herr. Reichskanzler dabei Reich spräsident leiten laffen, als er, wie wir hören, Bon diesen Erwägungen hat sich zweifellos auch der in einem Brief an den Reichsarbeitsminister diesen auf die besondere Notlage in Berlin hinwies, und er. Krife herauszukommen, nicht gibt. In Ausübung meiner verfassungs- fuchte, bei der Gewährung von Zuschüssen für Berliner Not mäßigen Berantwortung muß ich es begrüßen, daß der Herr Reichs standsarbeiter dieser Notlage in weitherziger Weise tanzler Sie nunmehr ersuchen will, Rechnung zu tragen. thm noch heute abend Ihre endgültige Stellungnahme zu seinen Borschlägen mitzuteilen. Ich bitte die hier vertretenen Bartelen, ihre restlichen Bedenken hinter die großen vaterländischen Gesichtspunkte zurückzustellen und jedes Opfer zu bringen, damit endlich das betrübende Scha u Spiel der unausgelegten Regierungsfrisis beseitigt und die Möglichkeit fruchtbarer Arbeit, die jetzt mehr denn je er forderlich ist, wieder geschaffen wird." Bir richten an das Reichsarbeitsministerium und das preußische Wohlfahrtsministerium hiermit die öffentliche An frage, was sie tun werden, um den gekennzeichneten Standal sofort eine Ende zu machen. Oder ist man ber Meinung, daß Berlin mit 200 000 Arbeitslosen teine Zuschüsse braucht? Bayerische Staatspersönlichkeit. Der Kurs des Dr. Held. Auf die Liquibierung der bayerischen Ordnungszelle, in der nach den Worten des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Dr. Held fein Mensch seines Lebens sicher war, ist jezt die Periode Staatspersönlichtett gefolgt. Es ist das ebenfalls ein ter versuchten Wiederaufrichtung einer bayerischen Lieblingswort des Dr. Held, er gebraucht es täglich so oft wie die Tiroler Kerzelmeiber das Baterunjer, und alle weißblauen Real tionäre fezen all ihre Hoffnung auf diesen zum Nußen von Thron präsident und bayerischer Außenminiſter auf lange Siót als und Altar erfundenen Begriff. Dr. Held selbst fühlt sich als Minister der Repräsentant der bayerischen Staatspersönlichkeit, und darum läßt er bzw. der ihm völlig untergeordnete Finanzminister fich diese Sache auch etwas tosten. Während bei der Behandlung des Sozialetats für die Dordringlichsten fozialen Aufgaben, bei denen es sich um Erhaltung von Gesundheit und Arbeitskraft von Bolfsgenossen handelt, nicht eine einzige Mart mehr bewilligt wurde als in früheren Jahren, wurde dem Inhaber der bayerischen Staatspersönlichkeit für Repräsentation und so weiter über 22000 Mart mehr zugestanden, als er 1923 bezogen hat. Insgesamt stellt Bayern seinem leitenden Staatsmann rund 73000 Mart pro 1926 zur Verfügung, darunter über 29 000 m. reines Gehalt! Seine" Staatspersönlichkeit gedenkt der Herr Dr. Held vor allem aber auch durch den Ausbau der bestehenden bayerischen Gesandtschaften zu feftigen. Im preußischen Wohlfahrtsministerium und im Oberpräsidium für Berlin- Brandenburg scheint man anderer Auffassung zu sein. Aus den Mitteln des Reichs und der Länder ist zur beschleunigten Ausführung von Notstands arbeiten ein Fonds von 200 Millionen bereitgestellt. Ent sprechend der Zahl der Arbeitslosen und der besonderen, bereits angeführten Umstände, müßte Berlin aus diesem Fonds ein Betrag von mindestens 20 Millionen überwiesen werden. Tatsächlich ist die Verteilung so vorgenommen wor den, daß für Berlin, wenn wir recht unterrichtet sind, der Da er unter der Not weitester Boltskreise und angesichts Betrag von fünf Millionen bereit gestellt wurde! des 40- Millionen- Defizits im bayerischen Staatshaushalt nicht den Wir erlauben uns, zu fragen, nach welchem Schlüffel Mut fand, offen neue Gelder für diesen 3wed anzufordern, bediese seltsame Verteilung vorgenommen wurde. Wir beschräntte er sich darauf, unter dem verschleiernden Titel„ Dienstaufwandsentschädigung" wenigstens 10 000 m. für einen neuen Attaché ausgerechnet bei der bayerischen Gesandtschaft am Vatikan in den Etat einzuschmuggeln. Die bürgerlichen Parteien schludten selbstverständlich auch diese überflüssige Mehrforderung. Im Anschluß hieran dankte der Herr Reichs präsident dem Abg. Roch nochmals persönlich für feine wertvolle und selbstlose Mitarbeit bei den bisherigen Bersuchen zur Schaffung einer Regierung. Hierauf begaben fich die Vertreter der vier Parteien in die Reichstanzlei, um den Vorschlag des Herrn Reichskanzlers zur endgültigen Betrachten eine derartige Verteilung als eine Herausford es schlußfaffung über die Besetzung der Ministerien entgegen- rung der Reichshauptstadt und eine Berhöh zunehmen. nung der Not der Berliner Arbeitslosen. Der Beschluß der Demokraten. In der Sigung der Fraktion der Demokratischen Partei, in der die Liste des Reichskanzlers für das Kabinett zur Ent fcheidung vorgelegt wurde, wiederholte der Fraktionsvor igende Roch seine Bitte, ohne Rüdlicht auf feine Berson die Entscheidung nach rein fachlichen Gesichtspunkten zu treffen. Er erflärte, daß er bei der durch fremdes Verschulden auf die Fraktion und ihren Führer zugefpizten Lage nicht einem zu bildenden Kabinett anzugehören wünsche, und empfahl teinen Widerspruch gegen die vorgeschlagene Lifte zu erheben. Nach langer Debatte wurde folgende Entschließung gefaßt: " Die Frattion hält die von ihr geltend gemachten schweren Bedenten gegen die Art der Kabinettsbildung aufrecht. Sie er. blidt insbesondere in der Berücksichtigung des gegen alle parlamen. tarischen Gepflogenheiten erhobenen, aus partitularistischen Gründen hervorgegangenen Einspruchs der bayerischen Volks partel gegen die Ernennung ihres Fraktionsvorsitzenden zum Innen. minifter eine schwere Belastung der Reichspolitif. Sie hätte erwartet, daß der mit der Rabinettsbildung Beauftragte und die beteiligten Parteien diesen Einspruch nachdrüdlich zurückgewiefen hätten. Nachdem aber der Fraktionsvorfigende erklärt hat, bem neuen Rabinett nicht angehören zu wollen, und feinerseits den Ein tritt in die Koalition empfohlen hat und nachdem durch die Beru fung des Herrn Dr. Rulz an feiner Stelle die Teilnahme eines Fraktionsmitgliedes gesichert ist, das den politischen Standpunkt des Fraktionsvorsitzenden im vollen Umfange teilt, stimmt die Frattion der Bildung des vorgesehenen Rabinetts zu, damit im Interesse des Das Angenehme und das Nühliche. Bon Hans Bauer. Der Weg zu den Idealen ist gemeinhin mit Leiden und Schmer zen, mit Ungemach und Entbehrungen gepflastert. Das gilt nicht weniger von den Idealen, denen der einzelne zuftrebt, als von denen, die eine Gesamtheit erreichen will. Die großen Religionsstifter haben Verzicht auf irdische Genüsse als Vorbedingung himmlischer Freuden gepredigt, die Philofophen haben die Beherrschung der Leiden fchaften als Borstufe innerer Harmonie gelehrt, und nicht zuletzt miffen es die Sozialisten, daß ihre großen Ziele nur durch Opfer und Kämpfe errungen werben fönnen. Ein einziges Ideal gibt es, zu dem der Weg nicht durch Ent Jagungen führt, das nicht erftritten zu werden braucht: Es ist das des Patriotismus, wie die Patentpatrioten ihn auffaffen. Schon wir in Deutschland sind nicht arm an Beispielen für die Borteile, mit denen der Einsatz der Person für die nationale Sache häufig verfnüpft zu sein pflegt. Während des Krieges waren es die angenehmen Heeresaufträge, die sich mit der Nüßlichkeit, die ihre Ausführung für den Staat bedeutete, zur höheren Einheit des patriotifchen Berhaltens verbanden. Auch die einzigartige Geste, die die Ruhrindustrielien sich während der französischen Sanktionen leisteten, war heroisch und einbringlich zugleich. Am Klarsten aber zeigt die ungarische Fälscheraffäre, daß der Weg zu dem patriotischen Ideal nicht über Griesgrämigkeit und Lebensunlust zu führen braucht. Hier haben ein Dußend Leute in allen Wonnen der Welt geschwelgt, haben Seft gesoffen, Austern gefressen und ein Heer von Kolotten in Atem gehalten, und dies alles ift nicht Selbstzwed gewesen, sondern nur Mittel des patriotischen Herzens, nur Mittel, um die Rache an dem Feind jenseits der Gren zen zu fühlen. Je mehr verschwendet wurde, umso ärmer wurde er. Mit jedem verpufften Tausendfrankschein schrieb man sich fester in dsa Buch der nationalen Helden ein. Während des Weltkrieges kämpften in verlauften Schüßengräben ungarische Landser im Feuerschein der Kanonen mit ihrem Blut gegen die Landesfeinde. Das waren zum großen Teil Rote, die froh sein mögen, daß fie der Ehre teilhaftig wurden, für ihr Land kämpfen zu dürfen. Die Bindischgrät und Nadossy wiederum fämpften mit den Brillanten, die sie ihren Mätressen schenkten und mit den Champagnergläsern, die sie in der Betrunkenheit zerbrachen, gegen den Erbfeind. Dafür sind sie die großen Baterlandsfreunde und an der Hand der Genealogie läßt fich der traditionelle Batriotismus ihrer Geschlechter bis weit zurüd in die Geschichte Ungarns verfolgen. Die Aermsten überfraßen sich aus Hingabe an ihr Land, besoffen sich mit Gott für König Otto und feinen Reichsverweser und begatteten sich aus Protest gegen Trianon. O ja, der wohlverstandene Patriotismus ist eine feine Sache. Er ist das garantiert einzige Ideal, das den großen anderen Mensch Damit aber nicht genug, hat der Oberpräsident, wie wir erfahren, an die Deutsche Dedlandkultur- Gesellschaft von diesen fünf Millionen 2½ Millionen überwiesen, so daß für Berlin mit seinen gegenwärtig wohl bereits 200 000 Arbeitslosen die aufreizend lächerliche Summe von 2½ Millionen verbleibt, die das Reich und Breußen beisteuern, um Notstandsarbeiten zu fördern. Davon find bis heute insgesamt eine Million bewilligt worden. Wohl muß die Deutsche Dedlandkultur- Gesellschaft, die bei Rathenow und im havelländischen Luch Meliorationsarbeiten vornimmt, mindestens 51 Broz Berliner Arbeitslose beschäf tigen, soweit sie aus den für Berlin bestimmten Zuschüssen Gelder erhält, aber abgesehen davon, daß die Löhne äußerst niedrig find, müffen die Berliner Arbeitslosen in biefem Fall ihr Heim verlassen und in Baracen hausen, so daß in Wirklichkeit nur Ledige verwendet werden fönnen, während gerade die Beschaffung von Arbeit für Familien väter am dringendsten ist. Wir beschränken uns für heute mit der Aufzählung diefer Tatsachen, deren Korrettur wir erwarten. Bi rivollen für heute auch nicht auf die bureaukratische Behan dlung von Anträgen durch den Oberpräsiden ten eingehen. Wenn man weiß, daß der Antrag des Magistrats auf Einrichtung von Notausläffen infolge der 3u. Schüttung des Luisenstäditischen Kanals" zurüd gegeben wurde, damit er die Bezeichnung erhalte: Errichtung von Rot auslässen im Bereiche des Luisenstädtischen Kanals", dann genügt das wohl als Probe für den Geist verstaubten Bureaufratentums, mit dem im Oberpräsidium solche Fragen behandelt werden. heitssehnsüchten an innerer Qualität absolut ebenbürtig ist, aber dabei doch nicht die Unannehmlichkeiten der Konturrenzideale auf weist. Er ist ein Ideal ohne Berufsstörung, und jene Blüte der ist, die ein ungarischer Tausendfrankschein darstellt. Nationen pflegt ihm zuzuschwören, die derjenigen wesensverwandt Für die Rundfunkteilnehmer wird voraussichtlich eine bemerkenswerte Bild- Funk eine neue Einrichtung für Rundfunkteilnehmer. Für die Rundfunkteilnehmer wird voraussichtlich eine bemerkenswerte Berfahren von Profeffor Dr. Died mann ein Apparat gebaut Bereicherung des Programms möglich sein, da durch neue technische Diedmann worden ist, der es ermöglicht, einfache Bilder, wie Strichzeichnungen, auf billigem Wege an die Rundfunkteilnehmer zu übermitteln. Damit ist insofern eine schöne Bereicherung des Rundfuntprogramms au erzielen, als es möglich ist, sowohl die Künstler, die bei Opernübertragungen auftreten, vorher den Rundfunkteilnehmern im Bilde zu zeigen, als auch wichtige Bortommnisse aktueller Natur nicht nur als Nachricht bekanntzugeben, fondern auch zugleich das Ereignis selbst im Bilde vorzuführen. Ferner ist es 3. B. für die Landwirte Don Bedeutung, daß auf diese Weise auch eine drahtlose Uebermitt lung von Wetterfarten möglich wird. Dieser Bild- Funt" ist darum gerade für die Landwirte von Bedeutung, als im allgemeinen bei schnell sich verändernder Wetterloge die Wetterfarten nicht mehr zutreffen und darum den Landwirten nicht den nötigen Borteil ge währen. Dieses neue Bild- Funt- Gerät ist derartig gebaut, baß es an jeden Rundfunkempfänger mühelos angeschlossen werden fann. Prof. Diedmann ist erft jegt zu einer Veröffentlichung geschritten, nachdem ein brauchbares für Massenverwendung leicht herstellbares Bild- Funt- Gerät fertiggestellt worden ist. Die Uebertragung der. artiger, aus Strichzeichnungen bestehender Bilder ist auch insofern wenige Minuten dauert. leicht durch den Rundfunt auszuführen, als jedes Bild nur ganz Weniger Besakungstruppen! Unfreundliches Echo aus Paris. Paris, 19. Januar.( Eigener Drantbericht.) Der deutsche Botschafter hatte am Dienstag eine längere Aussprache mit Minister präsident Briand über die Herabsetzung der Befagungstruppenſtärke. Briand machte vor allem den formalen Einwand geltend, daß diese Frage der Zuständigkeit der Botschaftertonferenz unterliege. Wie wir erfahren, findet zwischen den alliierten Regierungen bereits ein Meinungsaustausch statt, so daß sich die Botschaftertonferenz wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen mit dem deut fchen Begehren befassen dürfte. Bedauerlich ist, daß man in der hiesigen Deffentlichkeit bisher wenig Verständnis für die fapitale Bedeutung dieser Frage an den Tag gelegt hat. Die Linkspreffe hat die berechtigten deutschen Beschwerden tot geschmiegen, während die nationalistischen Organe, an ihrer Spige fogar der„ Temps", sie zum Ausgangspunkt ebenso heftiger wie unangebrachter Bolemiten gegen die an gebliche Anmaßlichkeit der deutschen Forderungen nehmen. Es fehlt hier leider vor allem an Verständnis für die psychologische Seite des Problems, die darin liegt, daß für einen großen Teil der Bevölkerung des Rheinlandes statt der nach Locarno erwarteten Erleichterung die Lasten der militärischen Besetzung brüden der geworden sind als zuvor; was nicht dazu beitragen fann, die Politit der Entspannung und deutsch- franzöfifchen Annäherung in Deutschland populär zu machen. da unbedingt zu einem Begräbniszug durch Kairo Harmoniumflänge ertönen mußten und die fünftliche Nilüberschwemmung durch Stall dämme, die das Land so fruchtbar macht, ohne Klavierbegleitung undenkbar gewesen wäre. Die ganze Primitivität der heutigen Be wohnr Aegyptens, die zum großen Teil noch so leben wie ihre Borfahren vor Jahrtausenden, dagegen die hochstehenden Leistungen aus Aegyptens Glanzzeit; prachtvolle Wüstenbilder, überflutete Dattelheine in alles schwatzte Musit herein. Barum nur? Tes. Seifert u. Co. in 3widau unter diesem Titel ein schmales, schön Abseits vom Tempo." Walter Bictor hat im Verlag ausgestattetes Stizzenbüchlein erscheinen lassen, das vielen eine große Freude machen wird. Das Thema der Stizzen ist die große Weit mit ihrem Lärm und den grünen Inseln ihrer Einsamkeit. Die heftig zupackende Art Bictors sieht man sehr gut aus der feinen Stizze: Mit Goethe im Zuchthaus", die zuerst im„ Borwärts" heraus fam, vor allem aber aus der Titelnovelle Abseits vom Tempo", in der Bictor mit glüdlicher Hand über das Zufällige hinaus die Seele des modernen Menschen freilegt. M. B. Das„ Jüngste Gericht ohne Lendenschurz. Eine fünstlerische Kommission hat auf Anweisung des Papstes die in den Kirchen und Museen des Batifans befindlichen Meisterwerfe einer eingehenden Untersuchung unterzogen und in ihrem Bericht die Notwendigkeit betont, verschiedene Gemälde, vor allem Michelangelos Jüngstes Gericht zu restaurieren. Der Papst selbst hat persönlich den Zustand der Kunstwerte nachgeprüft und dem Verlangen der Sachverständigen zugestimmt. Bemerkenswert dabei ist die Verfügung des Papstes, daß das Gemälde so wiederhergestellt werden soll, wie es Michelangelo gemalt hat. Der Maler Daniel di Volterra, der„ Hosenmaler", hatte bie nadten Körper mit einem die Scham verhüllenden Schurz übermalt. Der Papst ist der Ansicht, daß es unzulässig ist, das hervor. ragende Wert des Meisters in dieser Weise zu entweihen. Ein Urania- Vortrag über Aegypten. Aegypten war ver einigen Jahren so modern, daß es nun schon beinahe wieder unmodern werden könnte. Damals aber schien sich jeder Mensch eingehend mit Aegyptologie beschäftigt zu haben, so befannt und selbstverständ- wendungen gefunden, besonders zur Füllung von Lentluftballons. lich sprach er von den Tempelbauten bei Edfu und Karnad. von Königen, die vor drei und noch mehr Jahrtausenden gelebt hatten, und gar der arme Tut- anch- Anon, über dessen richtigen Namen die Gelehrten sich ja heute noch nicht einig sind, wurde von allen be handelt, als wäre er so eine Art Vetter von ihnen und schliefe nicht schon seit einer ganzen Weltgeschichte in seinem Byramidengrab. Und als man sich alse hinreichend dafür interessiert hatte und die ägyptische Mode bei denen, die sie bezahlen fonnten, wirklich eine ganze Saison gedauert hatte, fejten fie einen biden Strich unter das alles. Und da machten auch die anderen Schluß; man wußte nun wirklich und wahrhaftig genug non tem fleinen Tut" und der ganzen ägyptischen Kultur. Wenn also Hubert Schonger in der Berliner Urania einen Vortrag ganz allgemein über egypten hielt, so fonnte er uns neues tarüber beim besten Willen nicht sagen. Aber ergab einen guten Ueberblick über eine Reise durch das Nilland bis Assuan, und Erinnerungen an eine Zeitlang sehr viel Gelesenes und Gehörtes wurden wach. Der sehr geschickte Film führte nachträglich alles im Bilde vor ihn mit Erläuterungen begleiten tonnte Schonger nicht, Große Heliumfunde in Kanada. Helium, das leichteste und feltenfte aller Gase, hat in neuefter Zeit verschiedene praktische Ber Während bisher dieses Gas in großen Mengen fast nur in den Bereinigten Staaten gefunden wurde, ist jetzt ein bedeutendes Heliumporfommen zu Inglewood, wenige Kilometer von Toronto entfernt, in Kanada entdeckt worden. Im Jahre 1917 gab es nur 200 Stubikfuß Helium auf der ganzen Welt und der K biffuß war 1500 Dollar wert. Jetzt ist der Wert von 1000 Kubitfuß etwa 70 Dollar; aber auch bei diesem Preis sind die neuen Heliumfunde sehr gewinn bringend, denn die Quellen von Inglewood werden mindestens 100 000 Kubiffuß im Jahre liefern. A ßerdem wird dadurch der amerikanischen Monopolstellung in der Lieferung von Helium ein Ende gemacht. Die Gedächtnisausstellung für Corin h( Handzeichnungen), bie die Ber. liner Sezeffion veranstaltet, fann erst Sonnabend nachmittags bor geladenem Bublifum eröffnet werden. Werner Kraus scheidet aus dem staatlichen Schauspielhaus im Ein. bernehmen mit dem Intendanten aus. Guffteinhefte der Urania werden für beftimmte Vorstellungen, die der allgemeinen Bollsbildung dienen, ausgegeben( von 30 Pfg. für die Bor fieüung an). Näheres an der Tagestasje. Fälscher- Parlamentarismus.. Die Opposition darf nicht reden. Budapest, 19. Januar.( Eigener Dratbericht.) Am Dienstag trat die ungarische Nationalversammlung zusammen. In den Straßen war überall Polizei und Militär aufgeboten. Bor Beginn der Sigung hatte sich der Ministerpräsident Graf Bethlen nochmals, allerdings vergeblich, bemüht, bie Opposition von ihrer bicht, verlangen, abzubringen. Der Präsident des Hauses nannte in seiner Eröffnungsrede die Frantfälschungen eine der schwersten Prüfungen Ungarns feit dem Frieben von Trianon und ein Attentat gegen die ungarische Nation. Vier dringliche Anfragen lagen vor, darunter die der Gosialdemokraten, in der ein 25gliedriger Barlaments= ausschuß verlangt wird, der alle Bollmachten haben soll, um den politischen Hintergrund der Frantfälschungen vollständig auf zuklären. Der Präsident verweigerte sechs Abgeordneten, die zur Eagesordnung sprechen wollten, das Wort. Die Mehrheit billigte dieses Redeverbot für die Opposition, fie lehnte selbst die Dringlichkeit der Borlagen ab. Nach dieser Bergewaltigung erhob die Opposition, namentlich die Sozialdemokraten, ungeheuren Lärm, so daß längere Zeit verstrich, ehe der Ministerpräsident seine Rede beginnen fonnte. Als er die Tribüne beſtieg, wurde er mit Zurufen, wie„ Danten Sie ab! Sie Verteidiger der Frantfälscher!" usw. empfangen. Ber. gebens versuchte der Präsident die Ruhe herzustellen. Schließlich wurde die Sigung unterbrochen. Auch nach Beginn der neuen Sigung tonnte der Ministerpräsident seine Rede nur unter starkem Lärm und zahlreichen Unterbrechungen fortsetzen. Der Ministerpräsident begann: Die Untersuchung ist im Zuge und die Regierung wird auch die Frage der vollen Berantwortlichfeit aufwerfen."( Rufe links: Die Untersuchung wird auf Ab wege geleitet wie im Falle Somogyi und Basco!") Heute tann die Angelegenheit noch nicht restlos vor das Haus gebracht werden, weil die Untersuchung noch schwerbt. Wenn die Gerichtsbehörden, auf deren Arbeit die Regierung feinen Einfluß nimmt und nehmen fann, alles aufgeklärt haben werden, wird die Regierung das ganze Material vorlegen. Die Untersuchung wird nicht nur auf die Bersonen und Tatsachen, sondern auch auf den politischen Hintergrund erstreckt.( Rufe links: Von Siofot und Szegedin ist das ganze aus. gegangen, von den Geheimverbänden. Was ist mit dem St. Georgsbund? Was ist mit dem Blutbund?) Man behauptet, daß geheime Mächte am Werte seien, die die Arbeit behinderten. Dagegen muß ich protestieren. Es gibt feinerlei geheime Mächte und die Regierung tut unbeirrt ihre Pflicht. Es wird zu einer großen allgemeinen Konfrontierung lommen und alle Masten werden fallen müssen, so auch die Masken der Ber. leumder. Diefer Konfrontierung wird niemand entgehen." Ministerpräsident Graf Bethlen erklärte weiter: Der Kurierpaß für Jankowicz ift unter Beobachtung des üblichen Berfahrens ausgestellt worden. Selbst wenn der Chef des Hilfsamtes im Ministerium das Gepäd Jankowicz geöffnet hätte, was nicht in feinen Aufgabenkreis gehört, hätte er nichts Sonderbares daran finden fönnen, daß französische Franken darin enthalten waren, denn die ungarischen Behörden müffen häufig Geld ins Ausland schicken. Es wird nun gesagt, daß das Verfahren langsam in Fluß gefommen ist und daß die Kommu niqués mangelhaft find.( Abg. Bincenz Nagy ruft: Sie sind gefälscht! Großer Lärm.) Graf Bethlen: Ich fordere eine Er flärung für diese Berleumdung.( Beifall rechts.) Anfänglich standen feine anderen Daten zur Verfügung, als daß Jankowicz im Haag festgenommen worden ist, und sich auf Nadoffy berufen hat. ( Großer Lärm links. Abg. Ehn( Regierungspartei) ruft ben Sozialdemokraten zu: Was zahlt Euch Benefch?". Der Buruf verursacht bei den Sozialdemokraten ungeheuren Lärm, der sich erst legt, als der Präsident Chn zur Ordnung ruft.) Was den politischen Hintergrund betrifft, der vollständig aufgedeckt werden muß, so sehen wir, daß die verschiedensten Personen in diese Angelegenheit vermidelt sind: den reichen, eine glänzende gesellschaftliche Bofitionen einnehmenden Bindischgräß, den armen zugrunde gegangenen Flüchtling, den auf einem der höchsten Beamtenposten stehenden Radoffy und den sozialbemptrati. fchen Arbeiter.( Großer Lärm der Sozialdemokraten. Abg. Fartas: Wer ist der Sozialiſt?) Graf Bethlen: Das wissen Sie sehr gut, hat er sich doch einen sozialdemokratischen Abgeordneten zum Berteidiger gewählt.( Gemeint ist offenbar der Druderei arbeiter Spanring, der ben sozialdemokratischen Abg. Györty zu feinem Berteitiger bestellte.) Einzelne Parteien wollen ihre pelitischen Gegner in die Affäre verstriden. Abg. Patost: 350 Personen find darin verstrict!( Rufe: Namen nennen!) Ministerpräsident Graf Bethlen: Die Justiz wird die Angelegenheit bis in die legten Ein zelheiten verfolgen. Was die angeblichen politischen Ziele betrifft, fo wollen wir daran feinen Anteil haben.( Beifall bei den bürger. lichen Rechten. Abg. Malafics( Soz.): Sie verleugnen Ihre Spießgefellen! Große Entrüftung rechts und in der Mitte. Ordnungsruf.). Nach einer furzen Pause gibt der Ministerpräsident eine Blütenlese der falschen Nachrichten, die in die Auslandspreffe Eingang gefunden haben, besonders einzelne Nachrichten der Wiener Arbeiter. 3eitung und mehrerer französischer Blätter. Eine Nachricht des Matin" besagte, der Reichsverweser sei mitschuldig.( Große Ent rüftung rechts und bei den Raffenschüßlern. Abg. Farkas( 503) ruft: Das ist wahr!- Ungeheurer Lärm Der Bräsident fordert Abg. Farkas auf, zu erklären, auf wen er seinen Zwischenruf beziehe. Abg. Fartas: Auf das Regierungssystem.Rufe rechts: Er lugt! Feiger Maulheld! Als Graf Bethlen verschiedene Nach richten des Wiener Abend verliest über die angebliche Verhaftung des Kabinettschefs Bartha, des Staatssekretärs Bronan, der Abgg. Eckardt und Ulatt usw. rufen die Sozialisten: Das ist ein Kabarett! Graf Bethlen erwiderte: Das ist tein Rabarett. Es handelt sich um die Ehre der Nation. Als Quelle dieser Nachrichten ist Budapest angegeben. Wer Konnegionen mit diesen Blättern hat, möge daher dahin virken, daß fie teine solchen Lügen schreiben. Denn solange fie dies nicht tun, find fie verbächtig. Abg. Beidl( Soz.) ruft: Gemeiner Berleumder! Dieser Zuruf verurschacht einen ungeheuren Sturm und Abg. Beidl wird von der Mehrheit des Hauses, der fich auch Graf Apponni anschließt, vor ben Immunitätsausschuß geladen, d. h. er soll ausgeschloffen werden.) Graf Bethlen( fortfahrend): Prinzipiell verschließe ich mich der Bestellung eines Parlamentsausschusses nicht, Borbedingung hierfür ist jedoch die Respektierung der Unabhängigkeit der ungarischen Gerichte. Sobald sämtliche Einzelheiten der Angelegenheit vollkommen aufgedeckt sein werden, werde ich dem Hause neuerlich Bericht erstatten. ( Langanhaltender lebhafter Beifall.) ein. Das Haus tritt sodann in die Verhandlung über das Budget Albrecht Habsburg soll vernommen werden. Wien, 19. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeiter Beitung meldet aus Budapest, daß auf Grund der Tagebuchauf. zeichnungen des in Holland verhafteten Obersten Jantowitsch der Staatsanwalt die Bernehmung des Erzherzogs" Albrecht Habsburg über feine Beziehungen zu den Frant. fälschern beantragt hat. Die Bernehmung wird nach dem Gefeß aus Der Königszeit nicht durch Borladung, sondern durch das Oberhof. marschallamt in feiner Wohnung erfolgen menn überhaupt! Der zweite Präsident des deutschösterreichischen Nationalrats, Dr. Dinghofer, ist in Berlin eingetroffen. Er wird seinen mehr. tägigen Aufenthalt benußen, um mit verschiedenen Barlamentariern und politischer Persönlichkeiten Fühlung zu nehmen. Unsere notleidenden Landesväter. Vielhundertprozentige Auswertung in allen Ländern. Bor Eintritt in die Tagesordnung ter gestrigen Sitzung des Rechtsausschusses gab der Borfizente Abg. Kahl( DBp.) von einem Schreiben Kenntnis, in welchem der Vertreter des früheren Koburger Fürsten erklärte, daß an den Behauptungen, es werde bereits über eine hypothefarische Belastung der Befizungen des Fürsten verhandelt, fein wahres Wort fei. Der Vertreter der Reichsregierung teilte mit, daß er Thüringen, Sahlen und Bayern von den Nachrichten über Versuche zur Verschiebung fürstlicher Vermögensteile Kenntnis gegeben habe und taß ven allen diesen Ländern die Nachricht eingegangen sei, daß dort von solchen Bersuchen nichts befannt sei, die Gerichte aber angewiesen worden seien, ihr Augenmert auf diese Sache zu halten. Dr. Rosenfeld( S03.): Diese Mitteilungen widerlegen nicht die in der früheren Sigung mitgeteilten Behauptungen, denn Ber bandlungen über Berschiebungen fönnen stattgefunden haben, ohne daß fie bereits greifbare Formen angenommen haben und zur Kenntnis der Behörden gelangt find. Wie sehr Vorsicht am Blaze sei, beweise die gestern vom Borwärts gebrachte Nachricht, daß der frühere Herzog von Braunschweig tostbare Bilber verlauft habe, noch dazu in englischer Währung und der Raufpreis zahlbar in Amsterdam. Es sei notwendig, auch die Braunschweiger Regierung zu warnen. Vorsitzender Kahl( DBp.): Wir können dech nicht auf bloße Behauptungen hin Ermittlungen anordnen. Abg. Hampe( Wirtsch. P.): Die Bilder find in der Tat vom früheren Herzog von Braunschweig zur Bermeidung des Zufam menbruchs der Hofhaltung verkauft worden, und zwar mit Bu ſtimmung der zuständigen Regierung, die meisten Bilder bekam die Broving Hannover, zwei Bilder gingen nach England. Dr. Rosenfeld( Soz.): Diese Mitteilungen bestätigen, daß es fich nicht um bloße Behauptungen, sondern um Tatsachen handelt und es sei teshalb notwendig, die Braunschweiger Regie rung zu warnen. Vertreter der Reichsregierung: Wir werden auch bezüglich Braunschweigs das nötige veranlassen. Bezüglich der Fürsten von Schwarzburg Sonders. hausen behauptet Abg. Everling, daß man den legtregierenden Fürsten, der ein 66jähriger Mann gewesen sei, nur dadurch ver. anlaßt habe, den jezt von ihm angefechtenen Abfindungsvertrag zu unterschreiben, daß man ihm gedroht habe, fein Schloß anzus zünden. Dr. Rosenfeld( Soz.): Diese Nachrichten find sicherlich nicht wahr, denn in Schwarzburg- Sondershausen übte nach der Revolu tion nicht ein Arbeiter und Soldatenrat die Macht aus, sondern ein Landrat, der von dem vor der Revolution gewählten Landtag ernannt war, von einem Landtag, deffen Mitglieder zu einem Drittel vom Fürsten ernannt, zu einem Drittel von den Höchstbesteuerten gewählt und nur zu einem Drittel aus allge meinen Wahlen hervorgegangen war. Wenn die Bertretung eines solchen Landtags mit dem Fürsten verhandelt habe und wenn, wie die Gefeßessammlung von Schwarzburg- Sondershaufen ergibt, in diesem Lande nicht nur die Republit, sondern auch der Abfin dungsvertrag vom Fürsten publiziert worden ist, so tann auf ihn feine Drohung ausgeübt worden sein Bezüglich der Verhältniffe in Württemberg teilt der württembergische Gesandte mit, daß nach der Revolution ein vom Landtag genehmigter Abfindungsvertrag mit dem Fürsten geschlossen sei, das Fürſteuhaus habe. fich aber später durch hohe Steuern veranlaßt gesehen, weitere Ansprüche an den würt tembergischen Staat zu stellen. Nunmehr set wegen der Aufwertung Streit. Dr. Rosenfeld( S03.): Wie ist es möglich, daß trotz des Ab. findungsvertrags jest Ansprüche erhoben werden? Der württembergische Gesandte: Do über bin ich nicht inAbg. v. Richthofen( Dem.): Jedenfalls beweisen tie Darlegun. gen des Gesandten, daß die Auseinanderlegung nicht erledigt ist, und daß infolgedessen auch Württemberg ein Interesse an reichsgesehlicher Regelung haben fönne. Dies bestritt der württem. bergische Gefantte. Hinsichtlich des Freistaats Hessen teilte der heifische Finanzminister mit, daß im Jahre 1919 ein Abfindungsvertrag geschlossen fei. Bezüglich einer damals bewilligten Hente verlangt der frühere Fürst Aufwertung. Drei Millionen sind ihm angeboten wor den, die er aber abgelehnt hat. Weitere Verhandlungen sind abge Fahrwasser gelenkt werden. Jeht plöglich, nach sechs Jahren, will brochen, weil jezt von der Gegenseite die Dinge in ein neues der Fürst den Abfindungsvertrag nicht mehr anettennen, aus Rechtsgründen, wegen Nichtbeachtung der Formvorschrift des§ 313 BGB. Es sei rätselhaft, wie die Dinge sich weiter entwideln wollen. Wir wiffen nicht, ob der Fürst eine Rente oder die ungültigteits erklärung des Bertrags erstrebt. Wir wollen den Streit durch Gutachter entscheiden laffen. Der Fürst verlangt aber, daß die Butad, ter auch das Abkommen von 1919 prüfen sollen. Das mußten wir ablehnen. Für uns würde der Antrag Koch ausreichen. Dr. Rosenfeld( Soz.): Es zeigt sich also, daß auch heisen ein Interesse an der reichsgefehlichen Regelung hat. Welche Forde rung hat der Fürst gestellt gegenüber dem Angebot von drei Mil lionen? Der hessische Finanzminister: Der Fürst verlangt 10 Millionen. Dr. Rosenfeld: Das find 300 Proz. Aufwertung. Bezüglich Medlenburg- Schwerin erflärt Minister v. Bran. denstein: Zwischen dem Lande und tem früheren Großherzog ist am 17. Dezember 1919 ein Auseinandersetzungsvertrag abgeschlos sen worden. Die damals in Papiermart festgesezten Leistungen find entwertet und es bestanden Meinungstverschiedenheiten über die Auswertung. Ein Schiedsgericht hat dahin entschieden, daß ein im Laufe der Jahre aufgelaufener Zinsbetrag von 706 000 m. auf 389 000 m. aufgewertet wurde. Der Bertrag von 1919 ift Gegen stand der mecklenburgischen Verfassung geworden. Streitigkeiten streitigkeiten, über die höchstens der Staatsgerichtshof zu entscheiden hat. Die Zuständigteil des Reichsgeleggebers ist ohne vorherige Aenderung der Reichsverfaffung nicht gegeben. Die Notwendigkeit der reichsrechtlichen Regelung der ganzen Frage ist für Mecklenburg nicht gegeben. Dr. Rosenfeld: Die Mitteilungen über die angebliche Unzu ständigkeit berühren recht eigentümlich. Ueber sie wird später zu sprechen sein. Bei einer Boltsabstimmung wird es sehr inter effant fein zu sehen, wie sich das medlenburgische Bolt verhalten wird. Der Betrag von 706 000 m. entsprach einem Betrage pon 70 000 Goldmart, die alfo auf 389 000 t. aufgewertet find. Das bedeutet eine Aufwertung von 700 Broz.!!! Abg. v. Richthofen: Es handelt sich hier eigentlich um einen Kaufvertrag. Bei solchen Verträgen fieht das Aufwertungsgeleb 100 Broz. als höchst grenze vor. Wenn die Regierung mit dem Landtag einig ist, jo tann der Antrag Rod) teine Störung bringen. Der mecklenburgische Widerspruch soll nur andere Länder nicht stören, die ein lebhaftes Interesse an dem Gejez haben. Abg. Neubauer( Komm.): Diese Ausführungen beweisen, daß ber demokratische Antrag eben nicht genügt. Denn wo wie in Bayern und Medlenburg Regierung und Fürsten einig find, würden die Fürsten zu viel erhalten. Medlenburgischer Finanzminister a. Dergen: Auf die Frage, warum der Papiermartbetrag in der genannten Höhe auf Goldmart umgewertet worden ist, möchte ich mich nicht äußern, da es mir als Bartei nicht zusteht, Rritit am Schiebsspruch zu üben. dazu. B. Richthofen( Dem.): Der Schiedsspruch bezieht sich nicht nur auf die Zinjen, sondern auch auf das gesamte kapital, das also ebenfalls um 700 Proz. aufgewertet worden ist. V. Derhen: Nun, es ist nicht über die Aufwertung des Kapitals entschieden, sondern nur indirekt bei der Aufwertung der Zinsen. Abg. v. Richthofen( Dem.): Damit ist auch über die Kapitals aufwertung entschieden, und zwar in Höhe von 700 Proz Dr. Rosenfeld: Man muß doch von dem Goldmarkwert ausgehen und dann liegt eine Aufwertung in Höhe von 700 Broz. vor. Abg. Lohmann( Dnat.): Das ist nicht richtig. Wir sind bei der Aufwertung immer vom Nennwert ausgegangen.( Widerin von allen Seifen.) Abg. Wunderlich( D. Bp.): Das ist nicht richtig. Man tann nur Dom Goldmert ausgehen. V. Richthofen: Das ist richtig. Dann liegt eine Aufwertung von Zinsen und kapital in Höhe von 700 Proz. vor. Für Schaumburg- Lippe verweist der Bertreter der Regierung dieses Landes auf die schriftlichen Auskünfte, die vorgelegt find. Dr. Rosenfeld: Diese Mitteilungen nötigen uns zu den Fragen, warum die Aufteilung des Dominialvermögens so günftig für den Fürsten und so ungünstig für das Land erfolgt ist und warum eine so hohe Aufwertung vorgesehen ist. Abg. v. Richthofen: In welchem Berhältnis steht das Areal des Fürsten zum Gesamtareal von Schaumburg- Lippe? Neubauer( Komm.): Wieviel beträgt das Privateigentumdes Fürsten? Bertreter der Lippischen Regierung: Die Rechtsverhältnisse in dem Domanium waren ftrittig, der Fürst nahm es als sein Eigentum in Anspruch, während das Land der Auffassung war, daß es ihm nur gehöre, folange er regiere und daß es mit der Thronentjagung an den Staat gefallen fei. Das Land bekam im Teilungsvertag vier Fünftel, der Fürst ein Fünftel Dem Werte nach fielen etwa die Hälfte an Fürst und Land. Bei der Aufwertung handelt es sich um einen Betrag von 3 Millio nen. Das Schiedsgericht machte einen Vergleichsvorschlag, der zu einer Summe von 1 500 000 m. fam. Dr. Rosenfeld: Wieviel betrug der Goldwert der 3 Millionen? Der Lippische Vertreter: 330 C00 Mart. Dr. Rosenfeld: 3ch stelle alfo fest, daß hier die Auswertung 500 Pro3. beträgt!!! V. Richthofen: Jm Privatbesih des Fürften sind mehr als der fiebente Teil des Landes geblieben. Abg. Hampe( WP.). Sehr groß ist Schaumburg ja nicht. Dr. Kahl( D. Bp.) macht Mitteilungen von einem Schreiben des Generalbevollmächtigten des Fürsten von Schaumburg- Lippe, in dem hervorgehoben wird, daß der Fürst im Kriege alles verloren habe und vom Lande nicht das geringste erhalten habe. B. Richthofen: Das sind keine gefunden Verhältnisse, wenn der frühere Fürst ein Siebentel bes ganzen Landes befizt. Es fann auch nicht slimmen, daß der Fürst durch den Krieg sein Bermögen verloren hat. Der Vertreter der Lippischen Regierung: Die Verluste sind für den Fürsten dadurch entstanden, daß er seine Güter, die in Ungarn und der Tschechoslowakei liegen, vor dem Kriege vertauft hatte und daß die Käufer während des Krieges nicht gezahlt haben.( Allgemeine Heiterfeit und Zuruje: Dann hat er doch nicht durch den Krieg verloren.) Bor Schluß der Sizung beantragt Dr. Rosenfeld eine Auskunft der Reichsregierung darüber einzuholen, welche Mitglieder früherer fürstlicher Familien noch heute militärpensionen beziehen und wie hoch fie feien. Eine große Anzahl fürstlicher Familienmitglieder haben während des Krieges hohe Bosten in der Armee befleidet und bezögen jest fehr erhebliche Renten. Wenn man einen Ueberblick darüber haben wolle, in welchen Verhältnissen die Fürsten jest lebten, ob mirtlich einige von ihnen schlecht daran feien, dann fönne man wenigstens Diese Auskunft bekommen. Der Berireter des Reichsinnenminifte riums erklärte sich bereit, eine solche Auskunft vorzulegen. Die weitere Beratung wurde alsdann auf Dienstag vertagt. AfA- Bund und Fürstenvermögen. Der AfA- Bundesvorstand hat sich in seiner Sigung vom 19. Januar mit einer größeren Zahl von Anträgen seiner Ortsfartelle beschäftigt, die dahin gehen, durch die freien Gewertschaften cinen Bolts entscheid über die Fürstenabfindung herbeizuführen. Der Bundesvorstand tam nach eingehender Beratung zu dem Ergebnis, daß diese Frage als nicht mehr im Rahmen des gewerk. fchaftlichen Brogramms liegend angesehen und deshalb von den politischen Parteien, als den einzig zuständigen Körperschaften, gelöst werden muß. Immerhin werden durch die finanziellen Auswirkungen der Fürstenabfindung auch wichtige foziale Fragen berührt, um so mehr, als es nach Angabe der Reichsder Erwerbslosenfürsorge und anderer Noislände der arbeitenden regierung an öffentlichen Mitteln zu einer befriedigenden Regelung Rollsschichten mangelt. Angesichts dieser Zusammena bänge ertlärt sich der Bundesvorstand bereit, den republitanischen Parteien im Falle eines Boltsentscheides den zentralen, bezirflichen und örtlichen Organisationsapparat des AfABundes zur Verfügung zu stellen. Die Technik des Volksentscheids. Das Berfahren bei einer Boltsabstimmung zerfällt in brei Teile: Bulaffungsverfahren, Volksbegehren und den eigentlichen Volks. entscheid. Zur Zulassung ist notwendig, den Entwurf, der dem Volf unterbreitet werden soll, mit 5000 Unterschriften dem Reichsamt des Innern einzureichen. Von der Unterschriftleistung fann abgesehen merben, wenn nachgewiesen werden tann, daß die antragstellende Organisation über die entsprechende Stärte verfügt. Damit ist, wie das jetzt mit dem überſtürzten Kommunistenantrag geschehen ist, die Zulassung erfolgt, und es tommt nun das Boltsbegehren. Der Reichsanzeiger" hat befannt zu machen, daß innerhalb einer gewiffen Frist sich diejenigen, die den Boltsentscheid wünschen, in Cisten einzuzeichnen haben. Nach den gefeßlichen Bestimmungen beträgt die Eintragungsfrist in der Regel 14 Tage; vorher müssen die Antragsteller die Eintragungslisten den Gemeinden zustellen. Zum Zustandekommen des Voltsbegehrens ist mindestens ein 3elyntel der Stimmenzahl erforderlich, die bei der legten allgemeinen Wahl im Reiche hätte abgegeben werden fönnen. Das war der zweite Wahlgang der Reichspräsidentenwahl, wobei die Anzahl der Stimm berechtigten 39 414 316 betragen hat. Es müßten also rund 4 millionen wahlberechtigte Deutsche fich für das Voltsbegehren eintragen, wenn es zustande kommen soll.( Die Kommunistische Partei hat bei der. legten Reichstagswahl am 7. Dezember 1924 erhalten 2.708 345 Stimmen; ihr Präsidentschaftskandidat Thälmann brachte es im ersten Wahlgang auf 1871 815, im zweiten Wahlgang auf 1931 151 Stimmen.) Für den Bolls entscheib, her bann stattfinden würde, wenn das vom Bolt begehrte Gesetz im Reichstag abgelehnt oder abgeändert wird, müßte mindestens die Hälfte aller stimmberechtigten Deutschen zur Urne gehen, das heißt rund 20 Millionen. Bei einer folchen Beteiligung würde dann die einfache Mehrheit der AbB. Derhen: Ich habe aber nicht den Wunsch, es zu tuftimmenden zur Bejahung des Boltsentscheides genügen. Abg. Landsberg( Soz.): Gerade die Partet hat das Recht Gewerkschaftsbewegung Kommunistisajes Spiel. Mit der Not der Erwerbslosen. Begreiflicherweise hat es die augenblicklichen Drahtzieher der PD. etwas unangenehm berührt, daß wir in der Sonnabend morgenausgabe des Vorwärts" den Spielplan des Theaters auf gezeigt haben, das die KPD. wieder mit den Erwerbslosen machen will. Um unsere Warnung an die Arbeitslosen unwirksam zu machen, ihre Notlage nicht mißbrauchen und sie von der Rommunistischen Partei für deren politische 3mede nicht ausschlachten zu laffen, verfallen die Herrschaften auf den abgebrauchten Trick, da sie sich ertappt sehen, davonzulaufen und aus Leibeskräften zu schreien: Halter den Dieb!" " „ Dieses Schandblatt", wie das edle Organ ber edlen KPD. Den Vorwärts" zu bezeichnen beliebt hat den Berliner Arbeitslefen den Blan der KPD. verroten. Unsere positiven Angaben über das von Remmele entwickelte Programm der kommu. aistischen Attion mit den Erwerbslosen, werden nicht zu beftreiten versucht. Statt dessen muß die Role Fahne" sich bemühen, ben Spieß umzulchren zu suchen und die Dinge so darzustellen, als ob außer den Schidfalslenfern in der KPD. fein Mensch sich um Die Erwerbslojen fümmere. " Demgegenüber darf schon daran erinnert werden, daß wir in Deutschland schon eine Reihe wirtschaftlicher Krisen durchlebten, bepor die Mostauer Filiale in Berlin errichtet war. Den Er. werbslosen erging es in der Vorfriegszeit weit schlimmer noch als heute, da die Erwerbslofenfürsorge noch ein theoretisches Problem war und die gewerkschaftlichen Unterstützungseinrichtungen noch in der Entwicklung begriffen maren. Gerade die jetzt von fommunistischer Seite soviel geschmähte re dhte Gewerkschaftsbureautratie" war es, die die Einführung der gewertschaftlichen Arbeitslosenunterfügung durchfeste und sich um die Aufnahme von Notstandsarbeiten bemühte. Auch das Ziel ber Arbeitslosenversicherung wird von den Gewerf den Gewerk. fchaffen seit vielen Jahren verfolgt und auch erreicht merden. Die fommunistischen Drahtzieher, die die Entfendung von Arbeitslosendelegationen organisieren und zum 27. Januar eine große Erwerbslojenprojefflon inszenieren, suchen über die Bittgänge der Gewerkschaftsbureaukratie" zu spotten, im gleichen Atemzuge in dem sie den Gewerkschaften unterstellen, fich überhaupt nicht um die Erwerbslosen zu fümmern. Was bei den Bittgängen" herauskommt, die die KP D. mit den Erwerbslosen machen will, ist von vornherein recht zweifelhaft. Die Bittgänge der Gewerkschaftsbureaukratie" aber haben noch immer den einen oder anderen praktischen Erfolg gehabt, wenn sie auch Die Arbeitslosigkeit und die Not der Arbeitslosen nicht glatt be seitigen fönnen. Die PD. belügt und beschwindelt die Erwerbslofen, wenn sie ihnen vorredet, durch kommunistische Aktionen", die sich in erster Linie gegen die Gemerffchaften, die Gemertfchaftsbureaukratie und gegen die Sozialdemokratische Partei richten, fönne ihrer Not im Handumdrehen gesteuert werden. Aus dem Vorwärts" hat die KBD. zuerst erfahren, wie die Inangriffnahme der Notstandsarbeiten in Berlin ver feleppt wurde und nun rühmt sich die KPD. Fraktion des Reichstags, daß fie es gemejen fei, die den Standal der nicht oder nur ganz ungenügend durchgeführten Notstandsarbeiten aufgedeckt habe. In Wirklichkeit war es auch hier wieder die„ Gewerkschaftsbureaukratie", der Vorstand des Berliner Ortsaus. schusses des ADG B., der die Frage der Motstands. arbeiten in Fluß gebracht und sie vorwärts gedrängt hat. Die Gewerkschaften bilden immer noch die Bertretung der organisierten Erwerbslosen und nicht bie jeweils amtierenden Leiter der KPD., die sich hinterher gegenfeitig ihre Unfähigkeit und pathologischen Mängel vorwerfen. Die Not der Erwerbslosen ist auch die Not der Gewerkschaften. Die Bewertschaftsmitglieder wenden sich erst recht dann an ihre Gemertschaften, wenn fie in Not sind und wenn sie irgendwelche praktischen Vorschläge zu machen haben, um der Arbeitslosigkeit zu Steuern und den Arbeitslosen zu helfen. Was die Gemert. fchaften an Maßnahmen zur Verminderung der Arbeitslosigkeit und zur Besserstellung der Arbeitslosen durchsetzen können, kommt auch den unorganisierten Arbeitslofen zugute. Die Erwerbslojen brauchen die KPD. nicht, die ihnen nicht helfen fann. Sie will sie wohl auf die Straße führen und sich ihnen als die alleinfeligmachende Helferin anbiedern, doch wird von den tollsten Brandreden und dem lautesten Parolegefchrei der APD. fein einziger Erwerbslofer fatt. Es ist die übliche pathologische Uebertreibung, wenn die KPD.- Leute behaupten, das Verbrechen der„ Borwärts"-Ramarilla" sei so groß, daß fie lieber Millonen gräßlicher Hungerqualen überantwortet", als der KPD. die geplante Massendemonstration zu gönnen. Obschon uns der Bilderungsgrund der Furcht vor einer Maffendemonstration zugebilligt wird, eine Furcht", die die Sozial. demokratie bei all ihren Massendemonstrationen bewiefen hat, die noch nicht erlaubt waren und noch einigen Bekennermut erforderten, müssen wir dabei bleiben, die Arbeitslosen vor dem Nachlaufen hinter dem kommunistischen Partei parolen zu warnen. Solche Demonstrationen mögen Sinn farren zu warnen. Solche Demonstrationen mögen Sinn und 3 med für die Erwerbslosen! Kampf gegen Lohaabbau. Die Karofferiearbeiter wehren sich. In überfüllter Versammlung der ausgesperrten a rofferiearbeiter am Montag im Metallarbeiterverbandshaus berichtete Henschel vom Metallarbeiterverband von den erneuten Berbindlichkeitsverhandlungen über den Schiedsspruch vom 16. De zember. Auch bei diesen Berhandlungen erflärten die Unternehmer, nicht über ihr legtes Angebot vom 28. Dezember, anstatt eines zwanzigprozentigen Lohnabbaues nur eine zehnprozentige Lohnherabfegung vorzunehmen, hinausgehen zu können. Die Verhandlungen scheiterten wiederum an der Unnachgiebigkeit der Unternehmer. Die Berbindlichkeit für den Schiedsspruch wurde nicht ausgesprochen, weil die Karosseriebetriebe feine lebenswichtigen Betriebe seien. An der Situation ift durch diese Entscheidung nichts geändert worden. Die Front der Ausgesperrten steht nach wie vor fe ft. Die Unternehmer persuchen zwar, mit allen Mitteln ihre dringenden Arbeiten fertigzustellen So hat z. B. die Firma G che bera Tempelhof versucht, ihre Lehrlinge während der Dauer der Aussperrung vom Fortbildungsschulbefuch zu befreien. Dieser Plan fonnte vereitelt werden. Die Arbeiter der Firma Schebera in Heilbronn haben sich geweigert, nach dort geschickte Wagen aus dem Berliner Betrieb fertigzustellen. Die Aussprache ergab, daß die Ausgesperrten es länger aushalten können, wie manche Unternehmer es annehmen. Sie sind fest entschlossen, den Kampf erfolgreich zu beenden, wenn er auch noch mehrere Wochen dauern follte. Ein ungeheuerlicher Raubzug der früberen Fürften gegen das Deutsche Volk, das schon am Hungertuche nagt, ist durch die geforderten Abfindungen geplant. Die Bafallen des modernen Raubrittertums find im Begriff. dem durch ihre Schuld vollends verarmien Deutschen Bolte auch noch das Lehte zu nehmen. Das muß auf Bollsbegehren durch Volksentscheid verhindert werden. Die Turchführung diefes Appells an die Volfsmeinurg erfordert jedoch große finanzielle Opfer. Zahle deshalb wieder jeder, der es fann, freiwillige Beiträge hier ür auf Poftied. tonto 48 743 an Aleg Bagels, Berlin SW. 68, Cindenftr. 3. Schiedsspruch für die Meierei Bolle. Da die Verhandlungen über den von der Firma Bolle ge forderten zehnprozentigen Lohnabbau zwischen der Firma und forderten zehnprozentigen Lohnabbau zwischen der Firma und den Tariforganisationen am 7. Januar zu keinem Ergebnis führten, rief die Bolle- Meierei den Schlichtungsausschuß an, der denn auch unter Vorsitz des Gewerberates Körner am Montag zusammentrat. In den Berhandlungen fonnte wiederum feine Einigung erzielt werden, da die Vertreter der Firma erklärten, daß der Einnahmenusfall infolge der herabgesetzten Milchspanne von 11 auf 10 bzw. 10% Pfennig nur durch einen Abbau der Löhne rett gemacht werden fönne. Die Arbeiter seien dazu in der Lage, den Lohnabbau zu tragen, da ja jetzt eine Ermäßigung der Lohn ft euer(!) eingetreten sei. Die Arbeitervertreter betonten dagegen, daß auch in der Zeit der Herabsetzung der Milchspanne eine Ermäßigung der umsagsteuer eingetreten fei, die dem Betrieb restlos zugute tam, da jeifhem die Löhne der Arbeiter teine Erhöhung erfahren haben. Die jetzt eingetretene Ermäßigung der Lohnsteuer sei noch nicht einmal ein Ausgleich für die Mietpreiserhöhung und die Erhöhung der Krantentassenbeiträge. Nach längerer Beratung wurde schließlich folgender Schiedsspruch gefällt: „ Der bestehende Lohnvertrag wird bis zum 31. Mai verlängert. Er ist mit zweiwöchiger Frist zu diesem Termin tündbar. Bei Nichtkündigung läuft der Vertrag jeweils einen Monat weiter. Erklärungsfrist zwei Wochen." Die bei der Meierei Bolle Beschäftigten werden in den nächsten Tagen zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen. Das Schifffal älterer Angestellter. Die Deutsche Konfettion" berichtete in ihrer letzten Ausgabe: Großes Aufsehen und Vedauern hat der freiwillige Tod eines bekannten und beliebten Berliner Stadtvertreters hervorge rufen, der seit 33 Jahren für ein sehr bedeutendes Konfettions: ftoffeengroshaus tätig gewesen ist. Diese lange und erfolgreiche Mitarbeit hatte die Firma nicht davon abgehalten, ihm und noch anderen älteren Angestellten unter Hinweis auf den schlechten Ge schäftsgang die Kündigung zuzustellen. Der alte Herr fonnte den Schlag nicht verwinden vielleicht schmerzte ihn die in dieser Kündigung liegende Nichtachtung und Stränkung noch mehr als die Sorge um die Zukunft und nahm sich das Leben" Wie wir erfahren, handelt es sich um den Vertreter Henschel Don der Firma Gebr. Seller u. 5ormib, hauspogteiplap. Das genannte Fachblatt verfah seinen Bericht mit der Mahnung an die Firmeninhaber: Behaltet ältere Angestellte!" und fnüpft an feine Darstellung recht beachtenswerte Erwägungen und Vorhaltun, gen, doch scheint uns, daß es in diesem Falle nur taube Ohren findet. Die Angestellten müssen ihre Arbeitskraft für alle Fälle sichern. In erster Linie in der gewerkschaftlichen Organisation. Darüber hinaus jedoch gilt es durch Ausbau der bestehenden Unterstützungseinrichtungen der Afa- Verbände, wie der Angestelltenversicherung auch die Boltsfürsorge" darf hierbei nicht unerwähnt bleiben alle erdentlichen Sicherungen für den Fall des Alters und damit der Abhalfterung zu faffen. Se früher die Organisation des einzelnen Angestellten erfolgt, je stärfer wird die Organisation, und um so eher wird der ausreichende Schuh erreicht vor den Folgen des 3ualtwerdens" im Dienste des privat tapitalistischen Unternehmertums. Die herr Die arbeitslosen Transportarbeiter. 3u Montag mittag hatte der Deutsche Verkehrsbund seine arbeitslosen Mitglieder nach dem Gewerkschaftshaus zu einer Bersammlung eingeladen. Am Saaleingang erhielt jeder der Erschienenen einen Warengutschein ausgehändigt, der in den Bertaufsstellen der Konsumgenossenschaft für Waren ein getauscht werden konnte. Das einleitende Referat hielt Stollege Siegle vom Ortsausschuß des ADEB. Er verwies auf den unfozialen Geist der gefeglichen Arbeitslojenbestimmungen, an deren Stelle die Arbeitslosenversicherung treten müsse. schende Klasse übersehe die Notlage der Arbeitslofen gefliffentlich. Die Entschädigungsansprüche der ehemaligen Fürsten und ihres Anhanges scheinen diese Leute mehr zu intereffieren als die Notlage arbeitsloser Boltsgenossen. Für die Fürsten wollen die Besitzenden große Summen hergeben, die dem Staat entzogen werden. Aber für die Arbeitslosen ist niemals Geld da. Den fchuldlos arbeitslos Gewordenen und thren Familien muß Recht werden. Die Arbeitslosen wurden ermahnt, fester denn je zu ihrer gewertschaftlichen Organisation zu stehen und für die weitere Stärkung der Gewerkschaften einzutreten, damit der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Stügung der Arbeitslosen mit steigend größerem Erfolg geführt werden kann. Das bisherige Verhalten des Berliner Magiftrats in der Stellung zu den Arbeitslosen sei aufs schärffte zu verurteilen. Nach dem Vortrag segte eine lebhafte Diskussion ein. Es wurde eine ganze Reihe von Anträgen gestellt, die sich gegen die Fürstenabfindung wenden und von Partei und Gewerkschaft die Vorbereitung und Durchführung eines Volksentscheides verlangen. Um standige Fühlung mit der Berwaltung des Berlehrebundes zu halten, wurde die Wahl einer viergliedrigen Kommission be | schlossen. Ferner wurde beschloffen, in möglichst furzen Zwischen räumen zu neuer Versammlung zusammenzutreten, um beratend an der weiteren Gestaltung zur Linderung der Notlage der Arbeitslosen teilzunehmen. Der Ueberstundenskandal bei Siemens. Uns wird geschrieben: Montags: rip. Dienstag- Vorwärts- Nummer gelesen, wo über den Mit Freuden habe ich und haben viele Kollegen die vorige Ueberstundensfandal mal der Deffentlichkeit die Augen geöffnet wur den, was bei Siemens Los ist! Das ist aber noch lange nicht genug. Es sind dort Bureaus, in denen Angestellte feit Wochen und Monaten, manche sogar seit 1½ Jahren, fast täglich Ueberstunden schieben! Da ist das Lohnbureau, das Technische Terminbureau, das Teillager II und das Technische Bestellbureau, sämtlich Wernerwerf, F", wo seit etwa 1% Jahren fast täglich 1-2 Ueberstunden gemacht werden! Die Aufsichtsbehörden müßten sich mal über diese Bureaus die Listen vorlegen lassen und gegebenenfalls mal von den Angestellten die Gehaltsabrechnungen einsehen! Die sprechen genug. Hier muß endlich mal ordentlich hineingeleuchtet werden! Seit 1½ Jahren wird umorganisiert". Es tönnten in diesen Bureaus seither mindestens 25 Broz. mehr Angestellte tätig sein, auch sind in diesen Bureaus teine besonders eingearbeiteten Personen nötig; es find Personen aus der einfachen taufmännischen Branche tätig, von der Werkstatt gelernte Mechanifer neben Technifern und einigen Ingenieuren und 50 Pro3. weibliches Personal. Es wäre also dringend geboten, daß endlich mal in dieses Eldorado der Ueberstundenschieberei hineingeleuchtet wird und mal auch die Deffentlichkeit über diesen Unfug eingehend unterrichtet wird. nistische Kommunistische Quertreibereien. bie tommu. Bochum, 18. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Bezirks leitung Ruhrgebiet des Bergarbeiterverbandes teilt zu dem Ausschluß einer Anzahl von ehemaligen Mitgliedern der vor einiger Zeit zum Bergarbeiterverband übergetretenen Union der Handund Kopfarbeiter folgendes mit:„ Die Bezirksleitung Ruhrgebiet des Verbandes ist leider genötigt gewesen, gegen eine Anzahl Verbandsmitglieder den Ausschluß zu beantragen. Die tommu Gewertschaftsstelle und ni ftische Presse haben ihre Anhänger seit dem Uebertritt der Union- Mitglieder zum Verband ständig in dem Sinne bearbeitet, bei den Ortsverwaltungswahlen alles daran zu sehen, daß Kommu nisten in die Ortsverwaltungen gewählt werden. Der Verbands= leitung steht auf die Wahl der Funktionäre kein anderer Einfluß zu, als das Statut ihr einräumt. Auf die Bestimmung des Statuts, daß die gewählten Funktionäre zwei Jahre Mitglied des Berbandes sein müssen, wird sie nicht verzichten. Das Statut ist bei den seinerzeit von der Union nachgesuchten Berhandlungen in seinem vollen Umfange anerkannt worden. Es hat hänger das tun, um diese Tatsache herumzureden. Wenn dazu noch also gar feinen Zweck, wie die kommunistische Presse und ihre Anin einer Art und Weise in Zahlstellenversammlungen debattiert wird, daß unsere alten Kameraden uns berichten:„ Diese ganzen Debatten find von einer fanatischen Gehässigkeit gegen die Verbandsleitung getragen, so daß man daran ver zweifeln muß, mit diesen Leuten positive gemeinsame Arbeit leisten zu fönnen", so denkt der Vorstand natürlich erst recht nicht daran, seine alten Kameraden im Stich zu laffen. Wer beharrlich den Statutenbestimmungen entgegen handelt, wird ausgeschlossen, und sollte sich eine Zahlstelle finden, die wiederholt solche Kameraden wählt, so wird die alte Bahlstellenleitung mit der Weiterführung der Verbandsgeschäfte beauftragt werden. Schweizer Beamtenrecht. Genf, 19. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Ein Ausschuß des Nationalrats beschäftigte sich am Dienstag bei der Beratung des Gesezentwurfs über Anstellungsverhältnis und Besoldung des Staatspersonals mit den Bestimmungen über das Koalitions. und Streitrecht. Annahme fand ein Antrag des Verbandes des Staatspersonals, wonach die Vereinsfreiheit innerhalb der Grenzen der Bundesverfassung garantiert sein soll, gegenüber der Fassung des Bundestats, nach der diese Garantie auf den Kautschutbegriff der öffentlichen Ordnung festgelegt werden solle. Dagegen gelang es nicht, die Streichung der Bestimmung zu erreichen, nach der es den eidgenöffischen Beamten, Angestellten und Arbeitern untersagt ist, einer Organisation anzugehören, die den Beamten. ftreit porsieht. Dieser Antrag wurde mit 13 gegen 9 Stimmen ab gelehnt( 4 sozialdemokratische und 5 lintsbürgerliche bzw. christlich foziale). Der Streifverbotartitel wurde mit 17 gegen 4 sozialdemo fratische Stimmen angenommen. Schließlich wurde mit 13 gegen 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen eine Bestimmung angenommen, die den Berbänden untersagt, Mitglieder wegen Nichtbefolgung eines Streitbeschlusses auszuschließen. Buchdrucker! In der nächsten Woche, vom 25. bis 30. Januar, findet eine Vorwärts" Agitation in den Betrieben statt. Wir erwarten von unseren Kollegen, daß sie die Organisierung dieser Agitation in den Betrieben vorbereiten und daß jeder Kollege durch) tatkräftige Mithilfe zum guten Gelingen der gestellten Aufgabe beiträgt. Die Eremplare werden vom Dienstag bis Sonnabend verteilt und stehen jedem Betrieb in gewünschter Anzahl( ungefähr 30 Broz.) in den nächstgelegensten Speditionen des Vorwärts zur Verfügung: Großbetriebe werden auf Wunsch direkt beliefert. Wir bitten, die Bestellung der Exemplare um gehend an den Kollegen Otto Fiedler, Neukölln, Weife. traße 29, zu richten und auf einer 3- Pf.- Karte mitzuteilen: 1. Bes trieb, 2. Anzahl der Eremolare, 3. Angabe der Spedition, von der die Abholung erfolat, 4. Name des Abholers. Die Eremplare find morgens in den Speditionen auf den Namen des Abholers erhält lich. Die neugewonnenen Abonnenten sind nach Beendigung der Werbewoche ebenfalls an die obige Adresse mitzuteilen. Jeder Be trieb, auch der kleinste, muß sich an dieser Aoitation beteiligen. Der Frattionsvorstand. Atuna, SND.- Aroeftellte bes Bezirksamts Wending! Donners'as 4 Uhr im Ledinenheim ömstedtftr. 1( Blenarfaen. Bersammlung aller Parteisenoffen. Bioline Tagesordnuna. Erscheinen aller ist Bflicht. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Gattler, Tapeziezer und Portefeuierverband. Donnersica abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus( Gaal 4) Sobresaeneralversammlung. feinen aller Kollegen und Kolleginnen ist bei der wichtigen Tagesordnung Bilicht. Aufritt nur gegen Mitaliebsausweis. Berantwortlich füle Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Gate nas: Gewerkschaftsbeweguna: Fricbr. Cklo n: Feuilleton: Dr. John Grilowski: Lokales und Conftioes Frik Starstädt: Anacinen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasan italt Pond Sincer u. Co. Berlin Cindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen". Musilaufträge betaibt man nur em Nachweis des Deutsch. Mufiterverbandes, Berlin O 27Andreasffr. 21( Sonigtadt 4310, 4048). Gefchäftszeit 9 bis 5, Sonntans 10 bis 2 Ubr. Auf Wunsch Vertreterbeluch Des Kenners Urteil: Kaffee Hag Kaffee Hag- Probierstube Berlin, Kurfürstendamm 26a ist doch besser Üt. S1 ♦ 4S.7ol)t0 auf 8 Proz. h e ro bg e- fetzt Di« Ermäßigung hat vom 1. Januar 1926 ob rückwirkende Kraft Ebenso haben die Rentenbank und die Renten- banktreditanstalt beschlossen, mit Wirkung voiN 12. Januar den Zinsfuß um 1 Prot M senken. Der Zinssatz für den letzten Kreditnehmer soll grundsätzlich 19� Proz. betragen. Auch die Bans oen Danzig, deren Wirlschoftsgebiet eng mit Deaüchland verknüpft ist. hat ab 19. Januar den Diskontsatz von 9 auf 8 Proz. und den Lombardfatz von II auf 19 Pro.z.«nnößiat. Bei den deutschen Privatbonken ist inzwischen einheitlich der Satz für wngsristige Einlagen von 7 auf 6 Proz. und der Saft für kurzfristige Einlagen von 5 aus 4 Proz. herabgesetzt woiden. Es bleibt also bei den Pri« votbanken bei der enormen Zinsspanm von M bzw. 6,4 Proz. Aufschluß neu« Salischächte lroh Stillegung vorhandener Vagwerke! Di« Kaligewerkschasten Baden und Markgräsler. zwei badisch« Soligruben, beaviichtigen den weiteren Ausbau der Betriebe. Beide Gruben sind vor nicht allzu langer Zeit fündig geworden. Ihnen wurde auch«ine Quote in Berücksichtigung des Umstände? zugebilligt, daß sie kür die Versorgung Südwestdeutschlands mit Kali von Bedeutung wären Der Ausbau der Betriebe soll mit Auslands- trediten vorgenommen werden, und zwar will der badifche Staat der rund 335 Kuxen der beiden Werk« in seinem Besitz hat,«inen Auslandstredit in Höh« von 19 Millionen Dollar aufnehmen. Di« Zustimmung der Berliner Kontrollstelle itt bis jetzt aber noch nicht eingeholt worden. Der Rest d« zum Ausbau erforderlichen Summe ist durch den B u r b a ch. Konzern zur Deriügung zu stellen. Er soll aus der Anleihe des Kalisyndikats genommen werden, woran der Burbach-Konzern mit 8.79 Proz. beteiligt ist— Es handelt sich bei dem geplanten Au'bau der badischen Kalischächie um die typii*'« Vermehrung von Produktionsmitteln in einer Industrie. di« in ihrem jetzigen Umfang den Bedarf schon mehr als voll decke» tan». Unterhaltung unö Wissen Seilage ües vorwärts Münchener Mattage 191�. Major Schulz: ,Es war eiae peinliche Sache." Major Lützow: ,{0 war noch nicht genug!" öootsm-nn Uhl. Don Hon» Vlunck-Oldemaren. Bootsmann Uhl hatte sich mitten in de» Segeimachers Leinen» bergen ein Lager errichtet, lehnte sich halb gegen«in« offen« Luke und erzählte eintönig vor sich hin. Die Bark log im Passat, da mar wenig zu tun an Bord, und die beiden Jungen, die zum ersten Male die große Reis« machten, hatten sich dicht hinter Ihm«ingenistet und horchten. Bootsmann Uhl erzählte ooli Aap Horn. Er erzählte eigentlich dem alten Segelinacher, ober der kannte die meisten Geschichten. brummte mitunter vor sich hin und hörte kaum zu. Rur die Jungen lauschten und horchten den unerhörten Ereignissen, die ihm. Boots- mann Uhl, begegnet woren und e» waren unheimliche Bilder und Gefahren, die ihre Gedanken gesangen nahmen. Aus allem aber ging als letzter Bootsmann Uhl hervor, als einziger, dem Sturm und Wetter von Kap Horn nichts anhaben konnten, der einzige, um den sich der Rest der Leute schart«, wenn der Tod kommen wollt«. Die Jungen horchten auf den wunderlichen Alten, lebten mit ihm aus den einsamen Klippen von Feuerlond, wohin ihn der Stunn verschlagen hatte, und fühlten die seltsame Bestimmtheit, mit der Jan Uhl alles überstand, wie ein« Sicherheit, die von ihm ausging. kühlten sich geborgen In seiner Nähe und nahmen sich vor. eher zu ihm zu halten als zum Steuermann, wenn Kap Horn kam. Di« junge Frau des Kapitäns ging vorbei, nickte dem Boot» mann zu und lief zur Kajüte. Sie war schon oft an der Küste entlang oder von Hamburg nach England gefahren, aber es war chre erste große Reis« nach dem Süden, und sie war mitunter befangen, wenn sie an die Zeit dachte, die ihr bevorstand. Sie hielt, gut mit dem Bootsmann, der immer ein so unerschütterliches Vertrauen hatte, und wenn ihr Mann kurz über«ine Frage hinweg- ging und sich nicht stören lasten wollte, dann tat ihr des Allen behag- liche Breite wohl. Etwas Neugier kam hinzu. Ein Gerücht ging über Jan Uhl, von dem niemand recht wußte, woher es gekommen und wer es ausgebracht hatte. Es war eine der Mären, die unter den Seeleuten umlaufen: von dem Zauberwort, das seinen Träger nicht sterben läßt, bi» er müde wird und es selbst weiter gibt: von dem«underbaren Geheimni», das au» heidnischen Zeiten stammt, oder aus Arabien: ein Spruch. mit dem man drei- bis vierhundert Jahr« unter den Menschen wandeln kann, ohne sich zu verroten. Ein solches Wort sollt« Jan Uhl willen. Wenn er auch selbst nie davon sprach, so wußte man doch au» hundert Gebärden und ent- kchlüpsten Worten, wie er darüber dacht«, einig« raunten sich'zu, er Hab« schon unter Karpfanger gefahren und werde in alle Ewigkell fahren, wenn er nicht vorher müde würde und da» Zauberwort weitergäbe. Di« junge Kapilänsfrau kam wieder au, der Kajüte und vef lustig bei ihnen vorbei. .Die weiß auch noch nicht, was kommt/ sagte der Segelmacher plötzlich, raffte einen Lallen Leinwand heran und legt« einen neuen Faden in der Marlsspieker..Wenn wir nach unten kommen../ .Mir will nicht aus dem Kopf, daß wir Freitag gefahren sind/ fuhr Jan Uhl fort,.das schöne Schiff könnt einem leid tun/ Und die junge Frau, dachten sie beide, aber sie sagten es nicht. Jon Uhl iah den Segelmacher eine Welle nachdenklich an und zuckte die Achseln..Mir kann's gleich bleiben!" Er sagte das in einem so überzeugten Ton, daß den beiden Jungen ein Grausen über den Rücken lief und sie sich heimlich an- stießen und groß ansahen. Ich war mal mit'm Auswanderer nach Australien/ begann Jan Uhl wieder,.ich erzähll ja schon davon. Der ging vor Malakka ver- loren, und da Hab ich mich auch allein mit so'ner jungen Deern auf 'ne Klipp« gerettet, vierzehn Tage lang, bis die Eingeborenen da >ängs kamen. Die sah beinah so aus wie Keppens Frau/ .Da» sag dem Allen nicht, der könnt dir schön in die Quer« kommen mit der einsamen Insel/ brummte der Segelmacher. Die Jungen hinter der Luke fingen an zu kichern, ein paar Leute lachten, �san Uhl konnte das nicht vertragen, stand ärgerlich auf, schüttete seine Pfeife über die weiße Leinwandballen und ging nach dem Achterdeck. Do stand wieder Kapitän Breckwoldts Frau am Kartenhaus und sie. die so selten mit einem der Seeleute sprach. lochte dem alten Lootsmonn glücklich entgegen und freute sich, daß er zu ihr kam. Jan Uhl lehnt« sich gegen den Besan und sie mußte nicht recht, wovon sie anfangen sollt«. Der Alte stopft, sich umständlich die Pfeife, schielte väterlich vertraut zu Ujr hinüber und nickte unsicher. .Wie lang Ist's noch noch Kap Horn. Bootsmann?" .Acht Daaz, jung Fru!" „Wirb wohl schlecht Wetter geben?" .Ist Immer schlecht Wetter bei Kap Horn!" .Hast du da schon Havarie gehabt, Bootsmann"" Der sann einen Augenblick nach. .So fünf- bis sechsmal, jung Fru/ .Grob« Havarie?" .N' Menge/ .Wie kommt es, daß d« immer davon gekommen bist?" Sie erschrak über ihre fürwitzige Frage, wußte, daß der SS« böse würde und hatte sie doch nicht unterdrücken können. Jan Uhl sah eine Weile versonnen vor sich hin. /ja. Ich bin immer davongekommen!" wiederHolle er. Die jung« Frau wartete eine Weile und hoffte, daß er mehr erzählen würde. Dann brach ihre Neugier vor den kommenden schweren Togen durch. .Wie kommt es, daß du immer davongekommen bist?" .Weißt so selbst, was die Leute sagen!" Da mußte sie noch einmal fragen, ob st« wollt« oder nicht. »Ist das wahr, Bootsmann?" Der wandte sich jäh zu ihr und blickte sie aus den fliegenden buschigen Brauen hart an: .Was fragst mich?" Aber in der jungen Frau stieg ein Gefühl des Geborgenseins auf. Sie empfand, daß sie die einzige war. die den Bootsmann da- noch aushorchen durfte, und ihr war. als erkaufte sie sich ihre Ruh« durch die paar harten Worte des Alten. .Ich Hab' mitunter Angst vor Kap Horn! .Laß man fein, mein Deern, ich werd' schon aufpassen!" Cr sagte es so bestimmt und schaute sie dabei so warm und treuherzig an. daß die scheue, junge Frau suhlte, wie ihr das Blut zu Kopf stieg. Der Ave sah es. aber er verstand es nicht. .Brauchst dich nicht z« ichömen. liitt Deern, sind schon«ndere bang« gewesen vor Kap Horn!" .Läßt uns nicht allein. Bootsmann?" .Hab' schon andern geHolsen." «Ich meine mich und den Keppen!" fügt« sie rasch hinzu. Sie fiihlt«, daß sie unrecht rat, ihren Mann hineinzuziehen, dem Boots- mann gegenüber. Und doch zwang sie die weibliche Freud« an dem unerschütterlichen Glauben des Allen. Es war wie ein Segen, der von ihm ausging, ein Zauber, der alle gefeit haben konnte gegen ein lauerndes Unglück. .Ich mein mich und den Keppen!" sagte sie noch einmal drängend. Da fuhr der andere bös auf.»Und ich frag', warum ist er am Freitag gefahren, war das nötig'?" Er sah sich scheu um, als könnte jemand seine Worte hören, der es nicht durste, dann sah er die Frau wieder gutmütig an. .Hast ja keine Schuld, kleine Deern. will schon für dich sorgen?" Das junge Weib nahm sich ein Herz. .Erzähl' doch mal davon. Bootsmann, ich möchts gern hören!" Jan Uhl blickte sie eine Welle prüfend an und sah über die Weit«. Ganz fern lag ein Segler aus der Kimmung, wie ein paar dunkle Strich«. Der Himmel war in einen leichten Dunst gehüllt, er- schien über und über sonnengelb und trug doch einen Widerschein der tiefen unergründlichen Farben des Meeres. .Ist nicht viel dabei zu erzählen, lütt Deern". sagte der Alle plötzlich..Ms ich noch ein Jungkerl war, hotten wir'n allen Burschen an Bord, der hatt' das Won und war müde vom Leben geworden. Und der hott' mich wobl gerne. Eines Tages kam er zu mir, sogt' mir Bescheid, wies damit wäre imd sagf mir das Wort, damit er zur Ruhe käme, denn er hatt' wohl'n eisgraue Zeit auf dem Rücken. Am nächsten Tag kam dann auch ein Sturm vor Corwall. und er ist über Bord gegangen." Di« jung« Frau schüttell« sich.»Wie du olle» so ruhig erzählst, Lootsmonn, man kann rein ängstlich werden davon." Der Alte nickte ihr auf einmal glücklich z«. „Sei du man nicht bange. Deern!"(Schluß folgt.) Eisenbahn gegen flutoZ In den Bereinigten Staaten sehen kühne Phantasten nnd anoeblich sogar elliche pessimistische Eisenbahnsharesbesitzer den Kampf zwischen Aiito und Eisenbahn bereits endgültig zugunsten des Autos entickieden Das kommt daher, well die Amerikaner mll einer wahren wirtschaftlichen Tollkühnheit jeder Neuerung Raum zur Entwicklung geben, die Chancen Hot. reichlich» Prozent« abzuwerfen. So ist der technisch-wirtlchcislliche Kreislaus der Automobtlbe- Nutzung dort bereits must-rhast durchorganisiert. Gewiß haben dort die besonderen Berhältnisie eine solch« gnindstürzende Umstellung er- leichtert. Do» Gebiet der Dereinigten Staaten ist ISmol so groß wie Deutschland und bat nur knapp doppell so viel Einwohner, die also mit ihren rund 20 Millionen Autos noch Raum haben, sich zu bewegen Besäße in Deutschland, wie in den Bereinigten Staaten jeder sünste Einwohner ein Auto,. so stände, gesetzt, daß man sich alle Autos unt-rwegs und gleichmäßig verteilt dächte, alle 11 Meter ein Auto auf den Straßen und Ehausieen, während auf den 5 Millionen Kilometern Straßen in den Bereinigten Staaten jedes Auto im gleichen Falle 250 Meter Spielraum hätte. Zudem hat man es in Amerika verstanden— wie schon ange» tontet— den Kreislaus der„Automobilkultur" vollendet auszubauen. Die amerikanische Autobetriebsstoffsteuer wird in vollem Umfang zum Straßenbau verwandt. Da nun der Betriebsstosfverbrauch fast matbematllch genau der tatsächlichen Stroßenbe- und»Abnutzung durch die Auto» entspricht, ist die Möglichkeit gewährleistet, mit ihrer klUfe den Zustand der Automobilstraßen dauernd auf der Höhe zu erhalten und auch die Amortisation des Ursprungsaufwandes und der Kosten für Reuanlagen zu sichern. Am weitesten im Hintertreffen steht von den großen Landern Europa« hinsichtlich der Nutzung der BerkehrsmögNchkeiten, die das Auto bietet. Deutschland, dos Land der gründlichsten Automobil» wisicnschafi und der geschultesten Motorenbauer.— Mitte 1925 kam in Deutschland erst aus 214 Einwohner ein Auto, m der Schweiz aus 130, in Frankreich auf 71, in Schweden auf 95, in England auf 60.— lieber die Zweckmäßigkeit oder Unzweckmäßigteit des enormen Zoll- fchutzes, mll Hilfe dessen in Deutschland die Unwirtschastlichkeit der Erzeugungsmethoden geschützt wird, ist kaum noch ein Wort zu ver- lieren. Mll Nachdruck aber muß daraus hingewiesen werden, wie oerkehrt die Politik ist, mit der in Deutschland mit einer in Europa (außer vielleicht in der Schweiz, wo die Eisenbohnen bezeichnender- weise auch Staatsbahnen find) beispiellosen Hartnäckigkeit die Eisen- bahn, ehemals dos liebste, weil meiswerdienende Kind des Staate», den Schutz der Gesetzgebung gegen die Konkurrenz de» Auto», ins- besondere der regelmäßigen Automobillinien anrust. In den Bereinigten Staaten, Frankreich, England, Italien hat man längst erkannt, daß die einzige Lösung und zugleich eine höchst fruchtbare Lösung de» Konkurrenzkampfes zwischen Auto und Eisen- bahn darin liegt, ein möglichst enges Zusammenarbeiten herbeizu» fübren und zwar sowohl sur den Personen- wie für den Güterver- keyr. In den genannten Staaten hat man aus solche Weise nicht nur seglichen wesentlichen Derkehrsverlust, sondern eine ganz erheb- liche Belebung und Oekonomisierung des Derkehrs aus beiden Seiten erzielt, vi« regelmäßigen Butomobillinien dienen aus Strecken, auf denen sich selbständige Eisenbahnverbindungen nicht rentieren würden. als Fracht- und Personenzubringer und haben so zuschußbedürftig« Nebenstrecken der Eisenbahnen berells in rentable Autolimen sich»er- wandeln lasten. Es ist hoch an der Zeit, aus dem Kampf Eisenbahn gegen Auto eine Gemeinschaft werden zu lasten. Der Einwand, daß nun einmal in Deutschland die Dinge so lägen, daß efsektiv da, Auto ein Besitz der oberen Zehntausend bleiben werde, wird hinfällig, wenn man bedenkt, in welch außerordentlichem Maße die Ausgestaltung der Autoomnibuhlimen über ihren gegenwärtigen Zustand hinaus zur Lösung des drückenden Wohn» und Siedlungsproblem» der Jnduftrio- bevölkerung beitragen könnte. Oer Schuß ins /lll. Herr Hermann G an»w in dt schreibt uns: In dem Aufsatz Ihrer geschätzten Zeitung»Der Schuß in» All" vom 11. vor. Mts. wird gesagt, daß.ein großer weltwendender Gedanke immer gleichzeitig in vielen Gehirnen austauchte". Da» ist so generell nicht in allen Fällen richtig. Speziell meine bekannten, meist schon in den siebziger Jahren gemochten Erfindungen habe ich sämtlich allein ton- zipiert und erst in zahlreichen Vorträgen in vielen Städten Deutsch- lands erläutert und schließlich in den Werten»Die Lenkbarkett des Luftschiffes"(1884) und.Da» jüngste Gericht"(1898) behandelt. Erst viel später haben, nachdem ich unter Aufopferung meines Dar- mögen» den größten Teil meiner Erfindungen, darunter das Flug« zeug im Boroersuch 1888/89 und fliegend 1901, auch al» erster und einziger mit Erfolg in die Praxi» übertrogen hatte, andere, dies« Ideen ausgenommen, und nach dem Verfallen meiner Patente haben kapltalkröftigere Leute sie verwertet.— So soll es jetzt auch mll meiner, in dem genannten Aufsatz besonder» behandelten.Riesen- ratete"— von mir„Weltenfahrzeug" genannt— von dem ameri- konischen Professor Goddard und dem rumänischen Prosessor Oberth gemacht werden, welche Erfindung ich auch schon in den siebziger Jahren, also noch vor Jules Dernes physikalischen Scherzen gemacht habe. Prosesior Oberth hat mir aber aus Grund meines Nochweise» meiner Priorität in einem Briese vom 10. Mai 1925 zugestanden, daß er schon als Kind selbst In seiner s«rn«n Heimat von dieser meiner Idee gehört habe und fährt dann fort:.Sie können also dl» Ehre sür sich in Anspruch nehmen, al» Erster Im Ernst den Bau eine, Raumschiffe, versucht zu haben." Abbildungen desselben habe ich schon seit 1896 wiederholt sogar an den Litfaßsäulen veröffrnt- licht, wie ältere Berliner sich wobl noch»rinnern dürften, und ich habe dabei nicht den Fehler wie Goddard und Oberth gemacht, da» Raumschiff im luftleeren Weltraum,«o es kein Führungsmedium wie in Lust und Wasser gibt, durch die Explosionen schieben zu wollen, statt es zu ziehen! Auch habe ich bei meinem Fahrzeug da» Problem gelöst, das unerträgliche Aufhören der Erdenschwer« während der Fahrt, beim zeitweisen Abstoppen der Antriebskraft, durch Rotation des Fohrzsuges selbst und die dadurch erzielte Zerttri- fugalkrast gleich der Erdenschwere zu beseitigen. Aus der Partei. Die Arbelterhochschule der Sozialdemokratie Deutschösterreichs ift nun eröffnet. Das ehemalige Czartoryfti- Schlöffel, von der Gemeinde Bien renoviert und vermietet, ist das schöne Heim dieser mit Internat verbundenen Parteischule. Wissenschaftlicher Lehrer für Rationalötonomie, Belt- und Wirtschaftsgeschichte, Rechts und Staatslehre sowie für andere Kurse, wie Gewerkschaftslehre und Organisationstunde find bie Genossen Mar Adler, Otto Bauer, Julius Deutsch, Robert Danneberg, Otto Siegmund Kunfi, Neurath, Karl Renner, Eisler, Eldersch, Fräntel Palla, Schärf und Stein. Die Nachmittage sind Führungen und arbeitsrechtlichen und journalistischen Seminaren eingeräumt; hierfür find unter anderen Helene Bauer, Luitpold Stern und Mag inter gewonnen. Eine wertvolle Handbücherei, Zeitungen und Zeitschriften, Lichtbilderr und Tafelwerte werden das Eindringen in die wissenschaftlichen Fragen erleichtern. Turnerische Uebungen, Sport und Wanderung, Gefelligkeit und gemeinsamer Festbesuch find nicht vergessen. Diefer Hauptlehrgang, zugleich Unterweisung in allen Fragen des politischen, gewertschaften, genoffenschaftlichen und tulturellen Bertrauensmannes, dauert ein halbes Jahr. Für die zweite Hälfte des Jahres steht die Anstalt Arbeiterorganisationen zu fürzeren Kursen zur Verfügung. Hier tauchen neue Möglichkeiten proletarischer Urlaubstultur auf. Internationale Sommerturse werden geplant. Ausländische Bruderorgani fationen und Gewerkschaften stellen bereits Anfragen. Die Geschäfte der Schule führt ein Kuratorium, an beffen Spitze die Genossen Karl Renner, Otto Bauer und Eduard Straas stehen. Bum Direktor der Arbeiterhochschule wurde Josef Luitpold Stern berufen. Der fozialistische Parteitag des Kantons Zürich beschloß mit 136 gegen 43 Stimmen, sich an der Wahl eines Regierungsrats zu beteiligen( was die Bereitwilligteit zur Roalitionsregierung bedeutet) JOU Großes Berliner Theater 8 Revue- Operette Theater, Lichtspiele usw. uspelhaus Messalinette Volksbühne 8 Uhr: Der Kaufmann Lessing- Th. Tägl. 8 Uhr Dich von Venedig Maiermax CHARELLERE Morgen 8 Uhr Der Kaufmann von Venedig Staats- Theater Opernhaus 7 Uhr Othelle Opernhaus am Königsplatz 7: Lust. Welber von Windsor Schauspielhaus 8U Im weißen Röß'I Musik v H Hirsch Kleines Th. × Uhr: Die Rutsche der heiligen Liebe Bopbouroche Regie Goldberg TAGLICH 84 U.: Neues Theater amZoo Heute geschlossen Donnersta, 7 U. Premiere: Stöpsel Schwank von Arnold a. Bach mit Guido Trianon- Theater Thielscher Tel. Zentr. 2391 Flohr, Klinder, Perry, tens, Ladwig, Taglich 8 Uhr: Das Stein, Keller Gebri, Kluber Gespensterschifte von Rud Lothar u Oscar Ritter Ein lustiges Abenteuer an Bord Schiller Theater Th. a. Hollendorfpi. Casino Theater 8 Uhr: Jugend 8 Uhr: Die offizielle Städtische Oper Frau Täglich 8 Uhr Nur Dis 28. januar Der Meisterboxer Operette in 3 Akten und das baate Programm! Charlottenburg Preise 1 M. bis 10 M. Ab Freitag, 29 Januar 7 Uhr: Die Brantwahlawsky Ben Preisermäßigung! Abonn- Turnus I Höniggrätz.Str. 8 Uhr: Deutsches Theater inen lux will 7 Uhr er sich machen Helenes Liebesabenteuer. Herrnfeld m Intim.Th 8 U. Ein Gsperrrafeld Das Käthehen Komödienkans Familie Schmock & Uhr: Milieu- Komödie von Hellbronn Der dreizehnte Stahl aus Berlin WI 3Akt von Kieist Regie Eugen Klöpfer Preise 1 M bis 10 M Die Tribune 8 Uhr: Die 3. Abonnements- Michael Bundertpfund Einlösung tägl. bis Monatsende mur Abonnements- Kasse WalhallaDeutsches Theater 10-2 u 6-9 Uhr Kammerspiele Täglich 81, Uhr 3 Nächte Kleine Preise Die Komödie Kurfürstendamm 205/7 8 Unr Theater Weinbergsweg Täglich Das Mädchen ohne Ehre Sensationsstück mit Musik Parkett nur 50 Pf. Deutsches Künstl.- Theater Gesellschaft 1ägl 8 Uhr: von Galsworthy Kronprinzessin Luise Regie: M. Reinhardt Th.a. Rurfustendamm Preise 4 M bis 12 M Tägi. 8 Uhr Residenz- Th. 8 Unr: Die Durchgängerin Erika v. Tellmann Admiralspalast Täplich 8 Uhr Har bis Stg. 24. er. inkl. Volkstümliche Woche der HallerRevue von 1-8 M. Die Nacht Rose- Theater der Nädule 8 Uhr Wenn der Th.a.Schiffbanerdamm Tägi. 8 Uhr: Der fröhliche Weinberg Kurt Vespermann Lustspielhaus Preise v. 1-10 M. Thalia- Th. 8 Uhr: Lene, Lotte, Lese Josefinens Tochter Molly Wessely Tagi. 8 Uhr: Der blaue Vogel Wallner- Theater Tägi. 8 Uhr: Flieder blant APOLLO THEATER Friedrichstr. 218 Untergr. Kochstr. Draufführung Kolportage Seemannslos Metropol- Th 8: Joseline Dora No no Nanette Oscar Sabo Georg Baselt Pre se v. 1-9 M. Theater in der Kommandantenst Tägl. 8 Uhr 3. Akt Einlage: Josma SelimRalph Benatzki mit Lon Chaney und das rose Varietéprogramm Reginn 6 und 9 Uhr Circus M Annemarie BUSch Preise der Plätze von 1-8 Mark Theat. d. Westens Das Spiel Tägl. 8 Uhr: n. die Liebe Operette von Gilbert Friedenspreise M. 0,50 bis 10, Central Theater 8 Uhr Der Fremde SCALA 80T Internat. Säglich 7 Uhr: ETROPOL Das auserlesene Januarund stellte als Kandidaten Nationalrat Pfister aus Winterthurt. 124 Sabisbert- Sh. Donnerstag, ben 21. Sanuar, bel Dirk, blan frraße 18, Bortrag: Das Beidelberger Brogramm. Steferent Genolle auf. Die Aussichten des sozialdemokratischen Kandidaten find nicht Stein, ungünstig. Die Wahl findet am 7. Februar statt. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets en bas Beztrtsiekretartat 2. Sof. 2 Trep. rechts. an richten 2. Kreis Tiergarten. Heute, Mittwoch, ben 20. Januar, abends 6 Uhr, Be aitisverfammlung in der Bochumer Str. 8b. Heute, Mittwoch, den 20. Januar: 24. t. 3. Gruppe: 7 Uhr Mitgliederversammlung der 97. Abgabeftelle ber Ronfumgenoffenschaft. Erscheinen aller Mitglieder ist Bflicht. Jungfozialisten. Gruppe Tiergarten: Rufan mentunft 8 Uhr in der Borwärts Spedition Wilhelmshavener Str. 48. Bortrag: Sosiologie und Staat". Referent Franz Lepinsti. Gäste willkommen, Morgen, Donnerstag, den 21. Januar: 7. bt. 7% Uhr Rufammenkunft aller in tommunalen Rommiffionen tätigen Genoffinnen und Genoffen bei Dams, Schlegelstr. 9. 48. Abt. 7% Uhr bei Redlung, Baffertorstr. 71, Berfammlung, einberufen von der Kommunalen Rommiffion. Bortrag: Die öffentliche Fürsorge file bie törperlich und geiftia anormalen Mitalieber der Gesellschaft". Referent Genoffe Rachom. Freie Aussprache. Alle in der Wohlfahrts. pflege tätigen Genoffinnen und Genoffen müffen erscheinen. 58. bt. Charlottenburg. 8 Uhr beim Genoffen Maticle, Liekenburger, Ede Meinefestvake, Gruppenverfammlung für den 12. Beairt. Bortrag: Die Wirtschaftsbrise". Referent Genoffe Felsch. 101. Elfenstraße. bt. Ereptow. 7% Uhr funktionärkung bei Dettinger. Riefbola.. Ede 141. bt. Rosenthal. 7½ Uhr bei Mielide, Lindenallee 40, wichtige Funktionär fikuna. Alle Funktionäre müssen bestimmt erscheinen, ba Berteilung der Sandzettel für die öffentliche Berfammlung am Montaa, ben 25. Januar. 8 Uhr Generalversammlung bei Bafener. Wahl bes Borstandes. Erscheinen aller Genoffinnen und Genoffen in Bflicht. Röntgental- gepernid. Frauenveranstaltungen. 98. st. Reuron, Mittwoch, den 20. Sanuar, abends 7% Uhr, im Reichen faal der Gemeindeschule Mariendorfer Wea, Bortrag: Die Frau im öffentlichen Beben". Referentin Marie Runert. Reichshallen- Theater Steffiner Sänger Zum 00 Male „ Das Deutsche Meer" Lebende Lieder.v Meysel Nachm halbe Preise, volles Abendprog Dönhoff- Bretti Komponistendarstell CariBraun! Aquarium WINTERTEN a. Els Variete- Spielplan mit Höchstleistunger Mijares Bros. nerreichte Darbietungen Desmondes, der Gipfel der Komik Rauchen gestattet im Zoolog. Garten Allgemeine Ortskrankenkasse Neukölln Täglich geöffnet von 9-6, Sonntags bis 7 Uhr Neue Welt A. Scholz:: Hasenhelde 108-114 Mittwoch, den 20. Januar, sowie täglich: In den bayer. Alpen Bookbierfest E 8 Kapellen/ Neue Dekorationen/ 80 bayer. Madl Ausstoß d. berühmten Bergschloß- Jubil.- Boek Heute Spez.: Bayer. Weißwürst Finlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr Voranzeige. Donnerstag, den 21. Januar: Grohes Schweineschlachten Alpendorf Invalidenstraße 63, am Lehrter Bahnhof Täglich großes bayerisches Bockbierfest Orig. bayer. Kapellen Münchener Madel- Bedienung. Donnerstag: Prämilerung der schönsten Babiköpfe Wertvolle Preise. Voranzeige! Sonnabend, 23. Januar: Voranzeige! Bock- Baby- Ball Beginn 8 Uhr. Prämilerung Beginn 8 Uhr. Buständig für bie Ortsteile Rentöln, Brig, Budow und Nabow. Hauptstelle: Neuton. Fulbaftraße 58/6( Jdeal- Baffage) Zweigstelle: Berlin- Briz, Jahnstraße 82. Bekanntmachung. Nachtrag zur rebigierten Sagung ber Allgemeinen Ortstran: entaffe Reutöln. Beschlossen in der Borstandsfizung am 26. 11. 25. und in der Ausschußfizung am 27. 11 1925. Der$ 20 Abs. 1 3iffer 2 erhält folgende Fahlung: 17. t. Achtung! Am Sonntag, den 24. Sanuar, nadmittags 4 Uhr, t ber Hochschul- Brauerei, See, Ede Amrumer Straße, Gefelligleitsfeier. Die Genoffinnen und Genoffen sowie Barteifreunde find heralicht eingeladen. Die Abteilungsleituna. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 51. Abt. Charlottenburg. Unfer Genose Otto Bogel, Baefelerstr. 14. eines unferer älteften Mitalieber, ift verftorben. Einäscherung am Donners taa, ben 21. Januar, nachmittags 4% Uhr, im Krematorium Bilmersdorf. Genossen, erweist dem Berstorbenen die lekte Ehre! 72. Abt. Bilmersdorf. Unser Genosse Gustav Schnell, Stabtrat a. D., ift verstorben. Einäicherung am Donnerstag, ben 21. Sanuar, madmittags 4 Uhr, im Krematorium Bilmersdorf. 95. bt. Rentälln. Unfer Genoffe, der Gastwirt Otto Sürtler, in an Sonntaa, ben 17. Januar, verstorben. Einäicherung am Freitag, den 22. Ja muar, nachmittags 2 Uhr, im Arematorium Baumfdulenweg. Bir bitten unt rege Beteiligung. Jugendveranstaltungen. Me Gruppenveranstaltungen fallen wegen bez beute Battfindenben e gemeinen Mitgliebersesfammlung aus. _ Arbeitsgemeinfalt babam. Mittwoch- Gruppe: Die Arbeitsgemeinfchaft Fällt beute Mittwoch, den 20. Januar, aus: bafür Beteiligung an der Mitglieder verfammlung in der Schule Rochftraße. Rofenthaler Borftadt: Treffpunkt ut italiederverfammlung in der Rod frake abends 7 Uhr Rofenthaler Blak. FEFFFFFFFFFEEEEEE E Moabit: Freitag, den 22. Januar, Lichtbilbervortrag im Inftitut Efür Geruatwiffenfchaft, 3n ben gelten 10. Thema: Seruelle Fragen unb bie Jugend". Beginn 8 Uhr. Geschäftliche Mitteilungen. Rabies wie ber Cand am Meer fnb bie Radahmungen, ble Balmin gefunden bat. Unter allen möalidhen Ramen werben fle angeboten. Das..edhte Balmin wird nur in Bateten( niemals lofe!) verkauft. Sebes Babet trägt in roter Schrift ben Ramensua Dr. Schlind". Eine fchmerzliche Lüde in ben Ret hen ber altbewährten Streiter hat ber Lob unseres Genoffen Gustav Schnell geriffen. Treues Anbenfen ihm, ber ftets balf und fich die Gefundung wünschte, um wieder mitarbeiten zu Pönnen Der Vorstand[ 1044 der 72. Abtellung Wilmersdorf. Rach quaivollem Schmerzenslager ift mein innigftgeliebter Mann Gustav Schnell in 17. Januar verichteb nach furger Krantheit mein innigftgeliebter Mann, unfer treuforgenber Bater, Bruder und Schwager, ber Gallwirt Otto Hürtler im 42. Bebensjahre. 15/8 Um ftilles Beileib bitten Alara Harfler nebit lubern und Angehörigen. Die Eindicherung findet am Freitag. den 22 Januar, nachm 2 Uhr, im Krematorium Baumidhulenoeg tatt mir burch ben Lod am 18. Januar Deutscher Metallarbeiter- Verband entriffen worden. Um ftille Teilnahme bittet Fran Helene Schnell Berlin- Wilmersdorf, Hanauer Str. 6 Die Einäicherung findet Donners tag, den 21 Januar, nachm. 4 Uhr, im Krematorium Berlin- Wilmersdorf Berliner Str 101/18. ftatt. Achtung! Betriebsräte Achtung! Heute, Mittwoch, den 20. Januar, abends 7 Uhr, im Berbandshavje, Linienftr. 83 65: Gemeinsame Cihung aller Gruppenleitungsmitglieder. 2. Krankengelb in Söhe bes halben A. Beheim- Schwarzbachs mittags 2 be, in sigungsfael des Grundlohns für jeden Ralendertag, wenn im bie Krankheit ben Berficherten arbeits- Kaufmännische Privatschule Berbanshenies, Linienfte. 43/85: ( inh. F. Eggert) Lehrgänge. Fernspr.: Neukölln 1063. Versammlung und Berufsgenoffen Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. unfähig macht; es mirb vom vierten Krant heitstage, wenn aber die Arbeitsunfähig. feit erit fpäter eintritt, rom Tage ihres Heukölln, Anmeldung. Ganghoferstr.1 aller arbeitslojen Metalformer Eintritts an gewährt. Bei Betriebsunfällen und Berliner Str. 32( Privatwonnung) und bei Krankheiten, die länger als vier Beginn neuer Jahres- und Jahres Wochen dauern, wird das Kranfengelb pom erften Tage der Arbeitsunfähigteit an gewährt. Nach sechsmonatiger Barte geit wird das Krankengeld in Höhe von 60 vom Hundert des Grundlohns gewährt, wenn der Berficherte bisher von feinem Arbeitsverbienit Angehörige ganz oder überwiegenb unterhalten hat. Neukölln, den 27 November 1925 Der Kaffenvorstand. Heese, Borfigender. Müller, Schriftführer. Genehmigt. Charlottenburg, den 4 Januar 1926. Oberversicherungsamt Berlin. Sm Auftrage ges Unterschrift ( L. S.) Die vorliehenden Bestimmungen treten am Montag, den 18. Januar 1926 in Ara t Reutölln, ben 14. Januar 1928. Der Kaffenvorstand. Heese, Borligender. Müller, Schriftführer. Es gibt nur ein Salmin Manege- Sensation Programm Die Gorillabrant Tornados Waldbrand Eintr. 1, 2 u. 3 M. Philharmonie 8 Uhr Wolkenbrüche Sinfonie Konz. Vorh Breitbarted. Philharmon.Orch. u dübr.gr.Brogr. Dirig: Prof. Prüwer Sol. Prof. Priwar( Klaw.) Friedens- Preise. Klav- Konz Es- Dur Beethoven, Sinf. 6 Glazounow Elite- Sänger 8 Uhr: Kottbuser Str& Uhr Sie lachen Tränen! 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