Nr. 35 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 18 Bezugsvreis: Böchentlich 70 Břennia monatlic 8. Reichsmart Doraus zahlbar Unter Rreuaband für Deutschland. Danzia Saar- und Memelaebiet Vefterreich Litauen Luremburg 4.50 Reidsmart. für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Sied. luna und Rieingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Willen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich aweimal Sonntags und Montaas einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreie Die et n'paltiae Ronpareille teile 80 Bfennia. Rellamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettaedrudte Wort 25 Bfennig ( zuläffa zwei fettaedruckte Worte. iebes weitere Bort 12 Bfennig. Stellenaefuche das erfte Wort 15 Biennia. tebes weitere Wort 10 Viennia. Worte über 15 Buch taben aählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Denn es liegt auf der Hand, daß die nationalen" Fran ofen ein großes Interesse daran haben zu erfahren, wie mirr es in den Köpfen der Führer des sogenannien ,, nationalen" Deutschland aussieht. Diese Entschließung des Reichstags, die sogar mit Rustimmung der Deutschnationalen erfolgt ist, hat die hellste Entrüstung des Nationalverbandes deutscher Offiziere hervorgerufen. In einer Eingabe sagt er: Durch diesen Antrag werden die in 35- bts 40jähriger Dienst. zeit erdienten Pensionen hoher Offiziere als gleichgeartete in 3ufammenhang gebracht mit den Pensionen, der nur furze Zeit im Amt befindlich gewesenen parlamentarischen Minister oder politischen Staatssekretäre. Gegen diese Gleichstellung gänglich verschieden gearteter Pensionsansprüche legt der Nationalverband deutscher Offiziere mit allem Nachdrud Berwahrung ein." Da der sozialdemokratische Antrag sich in keiner Weise darauf beschränkt, nur die Pensionsansprüche der parla. mentarischen Minister oder politischen Staatsferretäre zu er orschen, so ist der sachliche Einwand der Herren Generale durchaus abwegig. Mit diesem Eiwand fann man eben nicht das innere Motiv verschleiern, von dem der Nationalverband deutscher Offiziere sich bei seinem Brotest leiten läßt. Das ist nämlich die Furcht, daß das deutsche Bolt erfahren fönne, wie viele Generale, deren Hauptaufgabe der Kampf gegen die Republif ist, all monatlich freudig von der Republit ihre hohen Benfionen einstreichen. Es wäre wünschenswert, wenn die geforderte Uebersicht noh nach einer Richtung hin ergänzt würde. Nämlich durch die Angabe des Dienstgrades, den die Generale bei Beginn des Krieges eingenommen haben. Bermutlich würde sich dann herausstellen, daß man einen erheblichen Teil dieser Herren als echte Kriegsgewinnler an sehen darf. Mahraun und die„ nationalen" Franzosen. Nationale Gschaftlhuberei. Den Kern der ganzen Verhandlungen erfährt man aber erst aus den beiläufigen Bemerkungen Mahrauns. Er fagt nämlich, daß die starke bolsche wisten freund liche Propaganda in nationalen Kreifen" ihn gezwungen habe, auch zu außenpolitischen Fragen Stellung zu nehmen. Danach ist also seine Verhandlung mit den nationalen" Franzosen von einer Gegnerschaft gegen das bolsche wistische Rußland diftiert worden, während die anderen vaterländischen" Verbände fortwährend mit dem Gedanken eines Bündnisses mit Sowjetrußland gegen den Westen spielen Augenscheinlich wollen die nationalen" Franzosen das Militärbündnis mit Deutschland zu dem 3wede einer Auseinandersehung mit Sowjetrußland vers wenden. Nun behauptet zwar der Hochmeister, er habe keinerlei bindende Erklärungen abgegeben, wohl aber den Reichs präsidenten von den Unterhandlungen un errichtet. Korrefter meise hat Hindenburg den geschäftigen Hochmeister" an die zuständigen Minister verwiesen. Ob er diese auch wirklich unterrichtet hat, ist bisher nicht bekannt geworden. Jeden alls wäre es ein seltsames Spiel, wenn Luther und Strese mann, die Unterzeichner des Locarnovertrages, die fcha tlhuberei des Jungdo'ührers widerspruchstos zur Kennt nis genommen hätten. Beide Minister haben bisher noch in Pflicht der Deffentlichkeit und dem Auslande gegenüber gefeiner Weise dazu Stellung genommen, was doch wohl ihre wesen wäre, von dem sie Bertrauen erwarten. einer deutschen Dittatur verhandelt, weist Mahraun Die Behauptung, er babe auch über die Errichtung Friebensfreundlichen Deutfchen mit gleichgesinnten entrüftet von sich. Aber wenn schon jede Unterredung von Ausländern in der„ nationalen" Presse als Landesverrat denunziert wird, so nimmt es nicht Bunder, wenn die triegsbegeisterten Patentpatrioten in den„ vaterländischen Verbän den" dem„ nationalen" Mahraun den gleichen Vorwurf machen, weil er mit Franzosen vom Nationalen Blod verhandelte. Auf jeden Fall aber ist es ein gefährlicher Unjug. wenn sich Gernegroße von diesseits und jenseits der verhandlungen zu treiben. Das ganze deutsche Bolt hat Grenzen darauf einlassen, Beltpolitik in Geheim. ein Recht darauf, daß die politischen Verhandlungen in pollem Licht der Deffentlichte it erfolgen. Und dazu ist uns der Hochmeister" wirklich nicht geistighoch Vorwärts- Verlag G. m. b. 6., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedkonto: Berlin 87 538 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten und Beamten. Wallstr. 65: Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Korruption durch Unternehmer. Der Fall Behrens und Meher. Bon Richard Seidel. Als Herr v. Borfig vor mehr denn Jahresfrist in Vorträgen, Artifeln und Broschüren das sozialpolitische Programm der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände entwickelte und als Kern des Programms die Errichtung eines Organismus einer sozialpolitischen Selbstverwaltung mit einer neuen Zentralarbeitsgemeinschaft an der Spize bezeichnete, da mußte man sich fragen, woher der Autor den Optimismus nahm, an die Möglichkeit einer solchen Arbeitsgemeinschaft zu glauben. Denn sein Ruf ertönte in einer Zeit und unter Berhältniffen, unter denen gar nicht zweifelhaft sein konnte, daß zunächst eine starke Verschärfung des Gegensatzes zwischen Unternehmertum und Arbeiterklasse zu erwarten sein würde. Darum begegnete der Optimismus Borsigs bei der Arbeiterfchaft großer Stepsis und der mißtrauischen Frage, wie sich denn Herr v. Borsig seine unter so völlig anderen Bedingungen als das erstemal vorgeschlagene Arbeitsgemeinschaft vorstellen mochte. " Dr. Meisinger, befannt als erfolgreicher Berfaffer von Aftennotizen, gab bald einige Aufklärung über diese Frage. Jm Arbeitgeber" fette er auseinander, daß die Anerkennung der Gewerkschaften, die doch Voraussetzung einer Arbeitsgemeinscha't ist, nicht zu einem ausschließlichen Monopol bestimmter Gewerkschaften" führen dürfe. Es ginge nicht an, die Anerkennung zu beschränken auf solche Organisationsrichtungen, die zufällig im November 1918 auf dem Boden einer weit zurückgreifenden Borfriegsentwidlung vorhanden waren", denn auch" Organisationen tommen und gehen wie die Menschen". Brüst, man, welche Organisations richtungen feit 1918 Geiben. Sie find gegangen, weil sich das Unternehmertum gegangen und gekommen sind, fo lautet der Befund: Die 1918 im Novemberablommen verpflichtete, feine hütende und verschiedener Gestalt, stets aber in enger Verbindung mit pflegende Hand von ihnen zurückzuziehen. Sie sind dann in Diesen wiedererstandenen Schatten einer höchst bedauerlichen. reaktionären politischen Bestrebungen wiedergekommen. Borfriegsentwicklung" dachte Meisinger in der von Borsig angeregten Arbeitsgemeinschaft ein Bläßchen an der Seite der Unternehmer zu sichern, Arm in Arm mit ihnen hätte der Tapfere gern das„ Monopol bestimmter Gewerkschaften" ger stört. Herrn Meisingers Weg zur Arbeitsgemeinscha't follte also über die Korrumpierung bestimmter Teile der Arbeiterschaft fuhren. " Endlich fühlt sich der Hochmeister" des Jungdeutschen Ordens veranlaßt, durch sein Berliner Blatt seiner eigenen Gefolgschaft und der sonst noch mitlebenden Welt einiges davon zu verraten, worüber er mit den Franzosen, die er als einflußreich bezeichnet, verhandelt hat. Er schickt voraus, daß diese Franzosen selbstverständlich nationale genug gestellt, daß wir ihn als den Anwalt der deutschen doch fest, daß ihre erste Boraussetzung absolute Lauterfeit Franzosen gewesen sind, und er lehnt die Vermutung ab, daß er mit Pazifisten verhandelt haben fönnte. Den Inhalt der Besprechungen registriert er wie folgt: Industrielles militärisches und politisches Bündnis zwischen Frankreich und Deutschland. Anschluß Belgiens an dieses Bündnis. Arfhebung des Friedensvertrages von Verfallles, soweit er die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland angeht. Neuregelung der deutsch volnischen Grenze, insbesondere Rud. gabe des Danziger Korridors an Deutschland. Danzig bleibt nur Freihafen für Polen. Polen erhält als Ersas ben Hafen von Memel. Gleichberechtigung der. Deutschen in Polen, dagegen Sicher, ftellung Bolens durch das französisch- deutsche Bündnis. Der Dames Plan bleibt fortbestehen. A e nderungen dieses Blanes, soweit sie sich auf Frankreich und Deutschland beziehen, bleiben der Vereinbarung zwischen beiden Ländern vorbe halten. Aufnahme Desterreichsindas Deutsche Reich. Falls Desterreich in das Deutsche Reich eintritt, soll die Tschecho flowakei dem französisch- deutschen Bündnis angeschlossen werden. Räumung aller besetzten deutschen Gebiete innerhalb weier Jahre. Beseitigung der Kriegsschuldfrage. Man wird zugeben, daß dieses Programm der ,, national deutsch- französischen Berständigung" ein reichliches Durch einander darstellt und daß diejenigen, die glauben, auf dieser Grundlage eine Verständigung herbeizuführen, sehr naive und deshalb gefährliche Politiker sind. Entweder haben sich Mahraun und sein Gefährte Borne mann wirklich eingebildet, daß die Franzosen, mit denen sie fprachen, einflußreiche Leute feien. Dann bedeutete ihr Berhandeln über deutsche Probleme schon mehr als bloße Unvorsichtigteit. Denn sie müssen wissen, daß Frantreich noch immer im Militärbündnis mit Polen sich befindet, und daß besonders das„ nationale" Frankreich auf feinen Fall feinen polnischen Bundesgenossen zugunsten der Jungdeutschen im Stich lassen würde. Oder aber haben sie geglaubt, die Berhandlungen nur zum Aushorchen der Gegner benutzen wollen, und dann hätten sie sich auf ein gefährliches Interessen gegenüber den Anhängern Poincarés anerkennen fönnten! Erste Sigung des neuen Kabinetts. Das Reichsfabinett trat gestern nachmittag 5.30 Uhr zu feiner ersten Sigung zusammen. Nach Vereidigung der Reichsminifter Dr. Stilz. Dr. Curtins und Dr. Reinhold, die bisher noch nicht im Reichsdienst tätig gewefen sind durch den Reichs. fangler, gab Außenminister Dr. Etresemann einen Ueberblid über die außenpolitische Lage. Im Anschluß daran wurde über den Stand der Witticafisverbandlurgen mit dem Auslande, ines besondere mit Frankreich, Bericht erstattet. Die Feststellung der Regierungserflärung ist Gegenstand einer besonderen Sigung des Reichsfabinetts, die in den nächsten Tagen stattfindet. Russische Spionenfurcht. Teutsche Konfularbeamte verhaftet! Hamburger Blätter berichten, daß im Dezember v. 3. der Kaufmann Cornehifen, Ronsularagent in Batum, und der Kaufmann Schmit, Konsularagent in Poti, sowie die Reichsangehörigen Ed in Batu und Bogelen in Batum verhaftet worden seien. Die Sowjetpolizei( GPU.) habe in den Räumen dieser Personen neben ihrem privaten Schriftwechsel in Batu und Batum auch den amtlichen beschlagnahmt. Die Verhafteten seien zunächst in das Untersuchungsgefängnis nach Tiflis, fpäter nach Mostau, gebracht und unter Anflage der Spionage gemäß§ 66 REtGB. gestellt worden. Wie mir von unterrichteter Seite erfahren, hat die deutsche Regierung, sobald sie von dem Vorfall Kenntnis erhielt, bei der Sowjetregierung wegen dieses Vorgehens der lofalen Sowjetbehörden Brotest eingelegt und Genugtuung gefordert. Die Sowjetregierung hat sich daraufhin bereit erflärt, der deutschen Regierung ihr Bedauern über das rücksichtslofe Berhalten der lokalen Sowjetbehörden auszusprechen und die beschlagnahmten amt'ichen Schriftftüde herauszugeben. Die deutsche Botschaft ist im Interesse der Verhafteten tätig und um Aufklärung der einzelnen Verhaftungsgründe bemüht. reden v. Borsigs blieben diese Pläne rätselhaft und dunkel. Troß dieser Erläuterungen Meisingers zu den BrogrammDenn wie fonnten die Herren annehmen, daß dieser Weg gangbar sein und zum Ziele führen könnte? Wenn man schon an die Möglichkeit einer Arbeitsgemeinschaft" glaubt, so steht der gegenseitigen Absichten ist. 17 Inzwischen hat sich gezeigt, daß die Führung der Unternehmerverbände zunächst den Weg der Korruption rüstig zu beschreiten begann. Die eigenartigen Propagandamethoden" eines Dritten im Bunde, des Syndikus von Zengen, die v. Borsig bekannt waren, und die auch unsere Lefer tennen gelernt haben, sind ein Beweis dafür, und die Namen Be h rens und Meyer sind unverrückbare Symbole einer Gesinnung, die derjenigen, die zur Arbeitsgemeinschaft in irgendeiner Form führen könnte, so fremd wie möglich ist. Denn die Gesinnung, die den Beziehungen zwischen denen um Meisinger und den Behrens und Mener zugrunde liegt, ist im vollen und wahren Sinne gelbund nichts als gelb! Mit Arbeitsmeinschaft", wie man das Wort auch auffassen und wie man zu dem Gedanken, auf dem sie niemals beruhte, auch stehen mag, haben diese Beziehungen nichts zu tun. Nur in den Köp en mancher Unternehmerführer mag ein Zufammanhang dieser Beziehungen mit dem Begriff, Arbeitsgemeinschaft" bestehen. An diese Vorstellungen, die Meisinger angedeutet hat, mußten wir erinnern, um zu zeigen, daß die in füngster Beit bekannt gewordenen Korruptionserfche inungen nicht zufällig entstanden sind, sondern einem von den Unternehmerführern von langer Hand vor bereiteten und systematisch gepflegten Plane angehören. Die christlichen Gewerkschaften haben zu erkennen gegeben, daß ste die Methoden der beiden Führer" des christlichen Landarbeiterverbandes, Behrens und Meyer, mißbilligen. Vielleicht haben sie diese Mißbilligung noch nicht deutlich genug ausgesprochen, aber es ist zu hoffen, daß die Oeffentlichkeit von ihnen weiteres im Sinne ihrer ersten Erklärung zu der Sache erfahren wird. Aber nicht mur der Gejomizerbend chriflicher Sewerf. fchaften ist von den Behrens und Mener und den Unternehmern und Unternehmer ührern, welche die hier in Frage stehenden Formen des Umganges mit Organisationen der Arbeiterschaft pflegen, abgerückt, sondern meite reise der Deffentlich feit haben sofort, nachdem die Dinge bekannt wurden, Stellung gegen alle Beteiligten genommen. Jetzt fiel in diesem Zusammenhange das Wort Rorruption, und zwar gegen beide Teile. Jetzt wurde sogar vor allem ben Unternehmern von völlig neutraler, ja sogar von unternehmerfreundlicher Seite gesagt, daß diese Mittel schmutzig und unvereinbar feien mit einer auch gegen den Gegner aufrichtigen Interessenvertretung der Unternehmer und daß sie zerstörend wirken müssen auf das Vertragsverhältnis zwischen den beiden großen Kollektivparteien des Arbeitsverhältnisses, das sich am Verhandlungstische immer wieder erneuern muß und in den Tarifverträgen feinen Ausdruck findet. Das Bekanntwerden dieser Dinge dürfte Dr. Meisinger das mit den Gelben geplante Geschäft, das er im„ Arbeitgeber" so diskret angedeutet hat, ein wenig verdorben haben. Damit ist offenbar geworden, was sich hinter der Absicht, das Monopol bestimmter Gewerkschaften" zu zerstören, verbirgt. Der Boden, auf dem Meisinger eine Arbeitsgemeinschaft" zu errichten gedachte, hat sich als fumpfig erwiesen. Auf dem gleichen Grunde aber ruht auch die von den Unternehmerführern verkündete Idee der sogenannten Wertgemein schaft, denn auch sie läuft nur darauf hinaus, gelben, von den Unternehmern eigens für diesen 3wed geschaffenen Wertvereinigungen einen Einfluß beim Abschluß follettiper Vereinbarungen über die Arbeitsbe dingungen zu geben, auch sie hat den Zweck, das„ Monopol bestimmter Gewerkscha ten" zu zerstören. Die Motive, die der Propaganda für die Werkgemeinschaft zugrunde liegen, gehören gleichfalls in den Kreis der Erscheinungen, die von der ganzen Deffentlichkeit als forrupt erkannt worden sind. Angesichts solcher aufklärenden Wirkungen der Affäre Behrens und Meyer und der verwandten Erscheinungen ist man im Zweifel, ob man den intellektuellen Urhebern dieser Zustände, den Herren von der Leitung der Vereinigung deutfcher Arbeitgeberverbände, böse oder dankbar sein soll. Wir neigen fast zu einer gewissen Dankbarkeit, denn daß dieses Erempel weite Kreise zu der Einsicht gebracht hat, daß der Versuch, die Arbeiterschaft mit Judasgeldern zu torrumpieren, schmußig und ein einer Unternehmerorganisation unwürdiges Mittel zur Bekämpfung der GewerkSchaften ist das ist immerhin ein Gewinn, den zu buchen fich lohnt. Bayern und die Wittelsbacher. Staatsrechtliche Fragen im Rechtsausschuh. In der Nachmittagssigung des Rechtsausschusses legte der bayerische Regierungsvertreter Dr. Neumerer ausführlich dar, in welcher Weise der Abfindungsvertrag zwischen Bayern und den Wittelsbachern geschlossen worden ist. Dabei wies er besonders darauf hin, daß die Tatsache, daß der Grund und Boden im Grundbuch als Staatseigentum eingetragen war, nach den erstatteten Gutachten noch nicht beweise, daß es sich wirklich um unbedingtes Eigentum des Staates handele. Die Wittelsbacher hätten ein Recht auf diesen Grund und Boden gehabt, außerdem sei anzuerkennen, daß sie die wertvollsten Kunstsammlungen dem Staat überlassen hätten. Die an die Wittels. bacher fallenden Werte seien zum größten Teil vom Standpunkte einer ängstlichen Wertschäzung" aus nicht zu schäzen. Als„ Gegenleistung" hätten die Wittelsbacher rund 10 000 ettar Land erhalten, wovon 2200 Hektar landwirtschaftlicher Boden und der Rest Wald sei. Ueber den privaten Fürstenbesih und seine Größe Rechenschaft geben zu lassen, bestände feine Möglichkeit.(!) von Richthofen( Dem.): Herr v. Preger hat heute morgen gesagt, baß die bayerische Regierung nicht in der Lage sei, eine Ber pflichtung zur Auskunfterteilung gegenüber dem Reichstage anzuerfennen. Wenn er auch troßdem Auskunft gegeben habe, fo müffe man doch gegen die Ausführungen des banerischen Vertreters Verwahrung einlegen. Sie würden zu einer Lahmlegung der gesamten deutschen Gesehgebung führen. Die meisten im Reichstage zu behandelnden Materien tönnten doch nur auf Grund von Auskünften über die inneren Verhältnisse der einzelnen Länder geregelt werden. Bayerischer Gesandter v. Preger: Auf welche Bestimmungen der Reichsverfassung stützt Herr v. Richthofen das Recht des Reichs tages auf Auskunfterteilung? Leibrenten und Bettzinsen. Bon Rastignac Ist es nicht die beste aller möglichen Welten, in der wir leben? So hat es das gütige Schidjal weise eingerichtet, daß die Fürsten der Länder durch überreichlichen Lebensgenuß, durch den hermes tischen Abschluß gegen die rauhe Luft der übrigen, gewöhnlichen Welt sund schließlich durch eifrige Inzucht an Leib und Geist etwas Dégénerés geworden sind. Zu unserem Glück hat der Fürst von Medlenburg- Strelig nur noch zwei mätressen hinterlassen, die heute von den Groschen der armen Steuerzahler unterhalten werden wollen. Sie verlangen lediglich( die Comtessa de mazzenau, die eine geborene Kulide oder Schulze mit einem Lebenswandel aus Berlin ist, und die Gräfin Bubna de Lit) pro Kopf die Klei nigkeit von 20 000 Mart im Jahr. Zu ihrem allernotdürftigsten Unterhalt! Man bedenke den Schreckensprozeß. wenn der selige Herzog von Mecklenburg- Strelitz die Ansprüche und Kräfte des Herrn August von Sachsen, den man den Starken nannte, besessen hätte; wenn das gewesene Fräulein Kulicke oder Schulze und ihre zahlreichen Schwestern was in unserer Republif nicht unmöglich ist dann ihren Prozeß gewännen! Die Einkünfte des Staates und die Arbeitsleistung seiner gesamten Bevölkerung würden vielleicht gerade hinreichen, um die pitanten Vermächtnisse eines potenten Potentaten an seine Schlafgenossinnen und deren Sprößlinge zu bezahlen. Gottlob, daß der felige Strelizer fein„ Solcher" gewesen ist! Es ist schwer, teine Satire zu schreiben! Denkbar ist allenfalls, daß ein Boll die diskreten Bergnügungen eines mehr oder weniger selbstherrlichen Fürsten bezahlt, um den gefährlichen Herrn bei einigermaßen guter Laune zu halten. Aber es wird ein ewiger Wiz der Weltgeschichte bleiben, daß man im Jahre 8 der deutschen Republik gewagt hat, für die verblichenen Amüsements eines toten Fürsten Ministerpräsidentengehälter zu fordern. Napoleon erwiderte auf ein Pensionsgesuch, in dem ein Bittsteller argumentierte, daß er vor allen Dingen doch leben müsse: Ich sehe teine Notwendigkeit, daß Sie leben." Die deutsche Republit möge die Leute leben lassen. Fürsten und ihre Mätreffen wie andere Erwerbslose. Es soll niemand verhungern in dieser Republit( theoretisch nämlich). Aber solange die Einfünfte der arbeitslosen Fürsten mehr als für Brot und Hering reichen( was man von der Entschädigung gewöhnlicher Arbeitslosen und durch den Krieg enteigneter Bürger nicht sagen fann), sollten die Fürsten einmal den„ Adel des Blutes" und die Werte der Tradition" ohne die Stüße republikanischen Geldes erweisen. 11 Es wird den Edelsten des Bolles" gut tun, sich legitim und arbeitend unter ihr geliebtes Bolt zu mischen, was früher nur auf Ministerialdirektor Ernst gab eine Darstellung über die Maßnahmen, die zur Abstellung der Mißstände bereits ergriffen sind. Entscheidendes fönne jedoch erst erfolgen durch eine Aenderung des Monopolgejeges. Der Entwurf eines neuen Gesezes lei im Reichsfinanzministerium fertiggestellt und werde in den nächsten Monaten den gefeßgebenden Körperschaften zugehen. Der Ausschuß beschloß, in der nächsten Woche Berichte über den Aufbau und Geschäftsstand des Branntweinmonopols entgegenzunehmen und daran anschließend die Schädigungen durch Schwarz- und Geheimbrennereien sowie durch Spritschiebungen festzustellen. Abg. Candsberg: Es tommt nicht auf den Wortlaut der Ver-| Stadium entscheiden, wie weit Mitglieder des Beirats Siz und faffung, sondern auf den Geift an. Wenn der Reichstag das Recht Stimme im Ausschuß haben sollen. hat, die Verfassung zu ändern, muß er sich auch von den Ländern das Material zur Prüfung der Frage verschaffen, ob eine Verfassungsänderung angebracht ist. Ich könnte fragen: auf welche Berfaffungsbestimmung ftüßen sich manche Ansprüche, welche in der berühmten bayerischen Denkschrift erhoben worden sind? Es handelt sich um eine grundsägliche Frage, und deshalb müssen alle Frat. tionen gegen die bayerische Auffaffung Stellung nehmen. Was hätten die Deutschnationalen gesagt, wenn Herr v. Breger eine solche Auskunft gegeben hätte, damals als er noch die von Eisner geleitete Regierung vertrat? Wenn alle deutschen Länder sich auf denselben Standpunkt stellen würden, wie die baneri che Regierung, dann würde unser Gefeßgebungswert ganz unmöglich werden. Die banerische Regierung sollte ihre Auffassung revidieren. Abg. Bell( 3tr.): Sämtliche Länder haben dem Rechtsausschuß die verlangte Auskunft gegeben. Auch die banerische Regierung hat die gewünschten Mitteilungen gemacht. Wir haben deshalb keine Beranfaffung, jekt diese theoretische Dottorfrage zu erörtern. Neubauer( Komm.): Es handelt sich nicht um eine Doktorfrage, man müsse daher den Auffassungen der bayerischen Regierung entgegentreten. Bors. Kahl: Tatsächlich haben mir von der bayerischen Regierung jede verlangte Auskunft erhalten. Wir fönnen uns deshalb die Erörterung der Rechtsfrage für die spätere Erörterung vorbe halten. Dr. Rosenfeld: Das Berhalten der Wittelsbacher gegenüber dem banerischen Volle ift durchaus nicht ent gegen tommend. Dies ergibt sich schon daraus, bak die Wittelsbacher Eingentum an Ländereien erhalten. a's deren Eigen tümer der Staat im Grundbuch eingetragen ist. Es ist doch fein Entgegenkommen, daß man die Kunstfammlungen in Münten befieß. Ein Sturm wäre losgegangen, wenn die Wittelsbacher verfucht hätten, die Kunstsammlungen aus München zu entfernen? Der Staat if den Wittelsbachern sehr entgegenneformen. So foulant verfährt er nicht immer. Die Rente der mitme des ermordeten miniffervrädenten Eisner hat der banerische Staat ruhig durch die Inflation entwerten laffen. Gedenkt der banerische Staat wirklich nichts zu tun, um den AnSprüchen der Witwe Eisners Genüge zu tun? Dr. Neumerer: Der Auffassung, daß die Wittelsbacher zu gut meggefommen feien, muß ich entgegentreten. Die Beurteilung diefer Frage hängt von der Parteistellung des einzelnen Abgeordneten ab. Die Grundbucheintragung ist nicht unantastbar und schafft nicht ein für alle Male Recht. Dr. Rosenfeld: Sonst schafft die Grundbuchein. tragung Recht. Den Wittelsbachern gegenüber foll es anders sein! Ich fonstatiere, bezüglich der Ansprüche der Witwe Eisners gibt die bayerische Regierung feine Antwort. Dr. Nemmener: Ich habe feinen Auftrag hierzu, ich habe nur vom Haufe Wittelsbach zu sprechen. Dr. Rosenfeld: Sie haben auch vom Staate Bayern gesprochen. Ich darf wohl hoffen, daß der banerische Staat nunmehr auch gegenüber der Witwe Eisners feine Pflicht erfüllt. Dr. J'eumeyer: Ich muß diese Schlußfolgerung ablehnen. Ich fonnte nicht voraussehen, daß eine solche Frage gestellt würde. Dr. Rosenfeld: Das mag richtig sein. Ich frage aber, ob die bayerische Regierung bereit ist, in der nächsten Sigung meine Frage zu beantworten? Die Vertreter der bayerischen Regierung schweigen. Darauf wird die Sigung auf nächsten Dienstag vertagt. Die Spritschiebungen. Der Untersuchungsausschus des Reichstags an der Arbeit. Die finanzielle Unergiebigkeit des Branntweinmono. pols, verursacht durch die erheblichen Mißstände in der Organi fation des Monopols, sowie durch die Schiebungen und das Schwarz brennen von Branntwein haben den Reichstag veran'aßt, einen Untersuchungsausschuß einzufeßen. Unter dem Vorsitz des Abg. Höllein trat er am 21. Januar zu seiner ersten Sigung zusammen. Sum Berichterstatter wurde der Abg. Diez( 3tr.) gewählt. In der Aussprache über den Arbeitsplan beschäftigte man fich auch mit der Tatsache, daß Mitglieder des Untersuchungsausschusses zugleich Mitglieder des Beirats des Monopolamts find, gegen deren Intereffenwirtschaft in einer Denkschrift der Reichsregierung schwere Borwürfe erhoben werden. Der Ausschuß will in einem späteren dem Weg der Erotik und bei Nacht und zudem illegitim geschah. Hier ist freie Bahn für den Tüchtigen! Von den Richtern der deutschen Republik ist nach vielen Broben nicht die natürliche und gesunde Einstellung zu erwarten. Und wer weiß, wie der Bolts entscheid, sofern er zustande fommt, durch titschig sentimentale Tanten und Militäranwärter. romantik verbogen werden wird. Die Geschichte aber wird fünftigen Generationen zu ewigem Gaudium die Aften des Prozesses aufbewahren, den die Mazzenau und die Bubna im Jahre 1926 um ihr Bettgeld mit dem deutschen Bolf geführt haben. Ein Drama Shaws für den Rundfunk. Shaw, der sonst die Berbreitung seiner Stücke durch den Rundfunk nicht gestattet, hat durch den Londoner Sender eine Groteste aufführen lassen, die großen Erfolg hatte. Er rechtfertigte diese Ausnahme damit, daß dieser besondere Typ von Blödsinn nicht als ein ernsthafter Beitrag zur Literatur betrachtet werden fönne". Das Stüd heißt: Leiden fchaft, Gift und Versteinerung" und nimmt auf die Besonderheiten der Rundfuntübertragung Rücksicht. Wenn die Heldin Lady Magnesia von ihrer Jungfer gefragt wird: Warum ziehen Sie sich nicht aus und gehen zu Bett, gnädige Frau?" dann antwortet fie in Berzweiflung: Wie fann ich denn, Phyllis, bei all den vielen Menschen, die zuhören?" Das Stück, das 30 Minuten dauert, ist ein Wirbelwind von unerwarteten Borgängen und grotesken Verwicklungen. Es schildert die Tragödie eines Liebhabers, den der eifersüchtige Ehemann vergiftet. Der sterbende Adolphus schreit nach Gips als Gegengift. Die Gipsbüfte der Heldin, seiner Geliebten, wird in Selterwaffer aufgelöst, und der Bergiftete verschluckt diese Lösung, worauf er anzuschwellen beginnt. ft es ein Mensch oder eine Statue?" schreit entfeßt die Heldin; das Unvermeidliche geschieht, und mit einem anderen Aufschrei ruft fie:„ Der Gips hat sich innen fest. gefegt." Der Liebhaber versteinert zur Statue. Nach diesem Höhe punft bricht ein Gewitter aus, der Dommer rollt, während der her. beigeholte Arzt, Polizist und Hauswirt ihre Erregung über den Bor. fall äußern, und der Vorhang fällt, während Lady Magnesia und ihr Batte die Statue des Liebhabers in der Ecke des 3immers aufstellen. besonders dramatisch wirkten das Rollen des Donners, das Stöhnen Die Uebertragung gelang glänzend. Jedes Wort war zu hören, und des Sterbenden, die Schreie der entsegten Heldin, das Einschlagen des Blizes, die Pfeife des Schuhmannes; ja sogar das Brausen der geöffneten Selterflaschen wurde gehört. Deutschland noch im Umlauf befindlichen fünf verschiedenen Arten Neue deuthe Briefmarken. Nachdem die augenblicklich in Don Bostwertzeichen( mit Adler, der 3iffer und den Bildern des Rheinlandes, bes Generalpoftmeisters Don Stephan und anderen aftuellen Bildern) aufgebraucht sein werden, beabsichtigt die Reichs. poftverwaltung im fommenden Sommer die Herausgabe neuer Briefmarken. Dabei werden zum Teil die bisher üblichen Farben 25 f. für Boftfarten und Briefe nach dem Ausland hergestellt geändert werden müssen, da auch wieder Briefmarten zu 15 und werden sollen, die nach den Bestimmungen des Weltpostvertrages rot und blau fein, also die Farbe der bisherigen 10- Pf. und 20-3f.- Marten haben müssen Durch diese Gliederung der Arbeiten soll erreicht werden, daß die Arbeiten des Untersuchungsausschusses zugleich Vorarbeiten für die neue gefeßliche Regelung des Branntweinmonopols darstellen. Ruffische Diskussionsfreiheit. Kommunisten verhaften Kommunisten. Der russische tommunistische Parteitag ist zu Ende. Aber eine Erörterung der dort behandelten Fragen ist verboten. Alle Sowjetblätter sind mit Artikeln überfüllt, die die Opposition brandmarken; eine Protestrejolution nach der anderen wird gegen sie veröffentlicht; die Führer der Parteimehrheit begeben sich scharenweise zur Agitation nach Petersburg, unbefümmert darum, daß der Opposition buchstäblich der Mund geschlossen ist. Das sind so die Sitten in der fommunistischen Organisation, sowohl bei den Anhängern Stalins wie bei denen Sinowjews. Jedem westeuropäischen Arbeiter wird die barbarische Art, in der die kommunistischen Gruppen untereinander fämpfen, direkt unglaublich erscheinen. Zur Charatteristik diefer Rampfart führen wir wortgetreu die Korrespondenz eines Arbeiters an, die in der Leningrader Brawda" vom 8. Januar abgedruckt ist. In dieser Rorrespondenz heißt es unter der Ueberschrift„ Wie ich auf den Roten Putilow- Werten unter Arrest fam" wie folgt: Ich arbeitete früher auf den Putilom. Werfen und be absichtigte eines Tages, alte fommunistische Genossen zu besuchen und sie danach zu fragen, warum sie bisher die Opposition unter stüßten. Ich tomme in die Tiegel- und Schmiedewerkstatt und treffe dort den Organisator des fommunistischen Rollettivs Kar. berg. Er pact mich am Arm: Komm mit mir ins Bureau des Betriebskollektivs." Ich sagte ihm, daß er sich fortscheren möge. Ich blieb allein, aber nur für turze Zeit. Kaum hatten die Arbeiter permocht, mir zu sagen, daß im Betriebe jeder bespielt werde, wer nicht die Opposition unterstütze; selbst wenn die Arbeiter austreten, werden sie von Spizeln verfolgt. Plößlich sah ich, daß allerhand Leute um mich herum wimmelten. Die Ge noffen wußten schon, was das bedeutete, und sagten:„ Na, gleich werden fie gegen dich losgehen, mach daß du fortfommst. 3d, lief in die Kanonenwerkstatt. Auch dort fonnte ich mur turze Zeit bleiben. Dann lief ich in die Waggonabteilung. Raum hatte ich ein paar Worte gesprochen, als die Arbeiter mir zuriefen: " Man hat dich bemerkt, es find Leute zum Sekretär des Kollektios gegangen, damit man dich festhalten soll." Es war da nichts mehr zu machen. Ich verließ die Fabrit, aber faum hatte ich die Halte. stelle der Straßenbahn erreicht, als ich sah, daß die Wächter hinter mir herliefen und schrien: Holtet ihn, haltet ihn!" Man verhaftete mich und brachte mich in das Bureau des Chefs der Fabrikwache Nikiforom. Er ging mit Drohun gen gegen mich los.„ Du verfluchter Kerl, mie hast du es gewagt, in die Fabrit zu tommen. Ich werde dich wegen Berbreitung faicher Gerüchte zur Berantwortung ziehen. Men verhaftete mich und entließ mich erst nach einer halben Stunde. Später erzählten mir die Genoffen, daß nach meinem Fort gang aus der Schmiedeabteilung eine ganze Horde von Fabrik. wächtern dorthin fam, um mich zu suchen. Sie suchten mich überall, unter dem Dampfhammer, während die Arbeiter lachend fagten: Sucht ihn doch. Holt doch noch einen Polizeihund." Michai! om. Go forgfältig beschützt eine Gruppe der Kommunisten die Ar. beiter in den Betrieben vor dem schädlichen Einfluß einer anderen fommunistischen Gruppe. Wie viele heldenhafte Opfer, wie viele Anftrengungen erfordert unter diesen Umständen die politische Aufflärungsarbeit der russischen Sozialdemofraten! Ein Beethoven- Preis. Im Haushaltsentwurf des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Voltsbildung für 1926 ist beim Rapitel der Runstverwaltung eine wichtige Neuerung für die Musikpflege Ludwig vorgesehen. Anläßlich des 100. Todestages feiert werden wird, ist ein Staatspreis geschaffen worden, der van Beethovens, der im März 1927 vom deutschen Volk gein Höhe von 10000 Mart alljährlich an hervorragend begabte jüngere oder anerkannte ältere Komponisten verliehen werden soll. Der Präsident und der Senat der Akademie der Künste sind vom Kultusminister gebeten worden, die Sazungen auszuarbeiten und Vorschläge für ein Kuratorium zu machen, dem auch Angehörige der Berufsverbände, der Komponisten angehören sollen. Der BeethovenPreis steht auf dem Etat der Akademie der Künfte; er wird zum erftenmal am 26. März 1927 verliehen worden. Die Einfeßung dieses Preises ist aufs lebhafteste zu begrüßen. Beigt sie doch, daß die Republit vom alten Regime lang versäumte Pflichten nachholt und dem Staat attive Anteilnahme an der Kunstpflege zuweist. Es tommt natürlich alles darauf an, daß die richtige Methode der Auswahl getroffen wird, damit der Preis wirklich Förderung fünstlerischen Schaffens und teine Belohnung für er reichte Altersjahre und erlangte Würden bedeute; aber auch anerfannte Komponisten, wie etwa Rich. Strauß usw., bedürfen teiner Preise mehr. Eine Einheitslokomotive der Reichsbahn. Die Firma Borsig, deren 12000. Lokomotive fürzlich von der Reichsbahn übernommen wurde, spezialisiert sich jetzt auf wenige Einheitstypen, unter denen besonders der Schnellzugstyp hervorragt. Diese neue Einheitslofomotive hat, wie in Reclams Universum" hervorgehoben wird, eine erheblich größere Leistung als bei der früheren Bauart möglich war. Die Triebräder von 2 Meter Durchmesser gewährleisten eine Ge schwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde, Windleitbleche setzen den Luftwiderstand auf ein Minimum herab; das Gewicht beträgt 108 Tonnen. Die neue Talfperre in Nubien. Lord Lloyd, Oberkommissar für Aegypten, hat Donnerstag den neuen Matwardamm eingeweiht, der das Tal des Blauen Nils sperrt. Die durch diese Talsperre ermöglichte Bewässerung wird eine Fläche von 126 000 hettar frucht Der Damm ist eines der größten Werte der Technik der Welt. Die bar machen, auf der Baumwolle und Getreide gebaut werden sollen. Arbeiten wurden im Spätjahr 1913 begonnen, aber der Krieg hinderte ihr Fortschreiten, und erst im Jahre 1920 tonnte der Bau größere Fortschritte mad en. An dem Bau waren mehr als 2000 eingeborene Arbeiter beschäftigt. Außer dem Damm wurde eine neue Eisenbahnlinie von Matwar nach Raffala nahe der abeffinischen Grenze gebaut. Ueber diese Linie wird die erzeugte Baumwolle bis zum Hafen von Port Sudan, dem neuen Ausfuhrhafen am Roten Meer, gebracht. Ja der Städtischen Oper hat Lotte Schöne, bie Koloratursoubrette von der Wiener Staatsoper, thr Engagement angetreten. Sie tritt als Adele in der Fledermaus auf. Prof. Golgi, der Empfänger des Nobelpreises für Medizin im Jahre 1906, it in avia geftorben. Golgi hat sich durch seine Forschurgen Aber die Malaria und das menschliche Nervensystem einen Ramen gemacht Bethlen Mitwisser? Ein schwerwiegender Brief. Wien, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Folgende Senfafionelle Enthüllung, für die eine direkte Bestätigung noch nicht zu beschaffen ist, die aber nach allem sonstigen Beurteilungsmaterial große Wahrscheinlichkeit für sich hat, veröffentlicht der Abend": Eigenhändig hat Ministerpräsident Graf Bethlen Anfang Dezember v. 3. von Genf an den Baron Sterényi geschrieben, daß er von dellen bevorstehender franzöfifchen Frantattion Kenntnis erhalten habe. 3m Interesse seiner Handlungen in Genf, sowie aus allgemeinem politischen Interesse ersucht Bethlen ten Empfänger um vorläufige Aufschiebung dieser Aftion. Dieser Brief wurde gefunden, als man im Nationalverband der rechtsradikalen Organisationen haussuchte; der Verteidiger des Prinzen Windisgräh erfuhr den Wortlaut und übergab ihn der Oppofition, worauf Abg. Baszonyi in einer Besprechung der Regierungspartei den Ministerpräsidenten wegen dieses Briefes befragte. Bethlen war zuerst außerordentlich bestürzt, zudte dann die Adseln und gab schließlich das Borhandensein des Briefes 3u, indem er fagte, er leugne nicht, den Brief gefchrieben zu haben, der doch gerade beweise, daß er die Aftion nicht gebilligt habe. Die Zustimmung Bethlens zur Einsehung des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, die zu Beginn der heutigen Sihung der Nationalversammlung tatsächlich erfolgt ist, dürfte unter dem Drud des Bekanntwerden dieses Briefes gegeben worden sein. Bethlens Wunsch erfüllt. Budapest, 21. Januar.( WIB.- Privatmeldung.) Oberstaatsanwalt Sztrache erklärte Beitungsberichterstattern, die franzöfifchen Bolizei emissäre(?) Benoist und Doulcet hätten nunmehr die Abschrift der Atten über die haager und Amster. Damer Ermittlungsverfahren der französischen Polizei übergeben. Nach ihrem Studium werde er über eine eventuelle Ergänzung des Ermittlungsverfahrens Beschluß fassen. Bethlen hatte in seiner jüngsten Barlamentsrede große Beschwerdetöne darüber geredet, daß man diese Protokolle noch nicht nach Budapest geschickt habe. Ein Moralkongreß in Rom. Rudolf Eucken lehnt die Teilnahme ab. Innsbrud, 21. Januar.( TU) Rudolf Euden, der Nobelpreisträger von 1908, antwortet auf die Einladung zum internationalen Kongreß für fittliche Erziehung in Rom an Mr. Frederic J. Gould, den Einberufer des kongresses, in London Haben Sie verbindlichen Tank für die liebenswürdige Ein adung. Aber ich bedauere diefer Einladung aus prinzipiellen Gründen nicht folgen zu fönnen, In direktem Widerspruch gegen elementare Gebote der Moral wird jeht die deutsche Bevölkerung von Südtirol auf das schwerste von der italienifchen Regierung unterdrückt. Ich wäre Ihnen danibar, wenn Sie diesen Grund meiner Berhinderung öffentlich ausprechen möchten." Eine deutschoffiziöse Stimme zur Südtiroler Frage. " Seit etwa zwei Monaten, nämlich seitdem der überfaschistische" Kurs der Mussolini- Regierung allgemeine Empörung in Europa her vorgerufen hat, sind die italienischen Diplomaten im Ausland eifrig bemüht, ihren Herrn und Gebieter vor den scharfen Angriffen der sozialdemokratischen und demokratischen Weltpresse zu schüßen. Namentlich in der Wilhelmstraße erfolgt ein Schritt des Botschafters des Vorwärts" Einspruch zu erheben. Der Graf Bosdari ist sicher Bosdari nach dem anderen, um gegen die Anklagen vor allem zu flug, um nicht zu wissen, daß in Deutschland Preffefreiheit besteht und daß keine Regierung diesem verfassungsrechtlichen Grund faz antaften würde, am allerwenigsten auf Ersuchen einer ausländifchen Regierung. Doch er erfüllt mit seinen diplomatischen Bor. haltungen eine Berufspflicht, die sicherlich nicht zu den angenehmsten Aufgaben feines hiesigen Aufenthaltes gehört. Aber nicht der Borwärts" allein war das Ziel der hiesigen vergeblichen Schritte des italienischen Botschafters. Auch wegen ber Täglichen Rundschau" ist er im Dezember vorstellig geworden, weil diese, die damals noch als Stresemanns Organ galt, die Meldung über die Unterdrückung des Berkaufes vom Weihnachtsbäumen in Südtirol veröffentlichte, die übrigens in ihrem Kern der Wahrheit entsprach. Es scheint uns, daß ein neuer diplomatischer Druck im Zufammenhang mit den vielen Anregungen auf Einstellung von Stalienreisen und dgl. auf das Auswärtige Amt erfolgt ist, denn die offiziöse„ Deutsche diplomatische politische Korrespondenz fieht sich genötigt, einen langen Aufsatz zu dieser Frage zu verbreiten. Dieser Artikel ist, was in Anbetracht der schwierigen Lage des Auswärtigen Amtes gegenüber dem Problem der Unterdrückung Südtirols ohne Spott festgestellt werden foll, ein einziger Eiertanz. Einerseits stünden die Unterdrückungsmaßnahmen in Südtirol im Widerspruch zu den fulturellen Verpflichtungen einer europäischen Großmacht, andererseits handele es sich um ein reines Sprachenproblem, das natürlich für uns mit der Brennergrenze nichts zu tun habe. Der Artikel spricht von„ trregeleitetem Uebereifer örtlicher Be hörden", der vielleicht vielfach noch über die Intentionen der römischen Zentralregierung hinaus verschärft wird"(?), wendet sich aber gegen die Bontottbestrebungen: ,, Es ist mehr als fraglich, ob das geeignete Mittel sind und in feinem Falle werden sie von der deutschen Regierung gefördert oder gewünscht." Auch die Wirtschaft" stehe dresen Bestrebungen fern. Das tönnen wir nur bestätigen: denn es ist ein alter Erfahrungsgrundfag, daß die" Wirtschaft, die überwiegend schwarzweißrot gesinnt ist, immer das Geschäft den nationalen Interessen voranstellt. Der Artikel versichert schließlich, daß es einerseits das Bestreben der Reichsregierung sei, den Austausch fultureller und geistiger Güter zu fördern, andererseits werde diefes Bestreben gerade durch die graufame und zeitwidrige Behandlung der deutschstämmigen Südtiroler" besonders erschwert. Man merkt es dem Artikel deutlich an, daß seinem Verfasser nicht sonderlich wohl zumute war, als er den Auftrag erhielt, den protestierenden Botschafter Mussolinis zu beruhigen. Nachdem dies nun pflichtgemäß geschehen ist, möchten wir für unseren Teil hinzufügen, daß es für die überwiegende Mehrheit des deutschen Boltes tein„ Einerseits- andererseits" gibt. Bielmehr betrachtet die ganze deutsche Nation das Verhalten des Faschismus in Südtirol als barba. risch, mittelalterlich, größenwahnsinnig, mit einem Worte: muffolini ftisch. So sehr fich das deutsche Bolt mit der ungerechten Grenzziehung von Saint- Germain abgefunden hatte, solange die Deutschen Südtirols einigermaßen zivilisiert und vernünftig behandelt wurden und das war genau bis zum faschistischen Staatsstreich im allge. meinen der Fallso wenig wird es den Südtirolern feinen zu mindest moralischen Schuß versagen, solange sie einem Berbrecherregime ausgeliefert sind. Die Grenzfrage des Brenners ist erst durch Musso. tini und feine Kumpane aufgeworfen worden. Sie wird trog aller Stillegungen- Mittel zum Lohndruck Erwerbslosendebatte im Reichstag. Der Reichstag fegte gestern die dritte Beratung der Reichs. haushalte fort. Der Haushalt des Reichsjuftizministe riums wird ohne Aussprache verabschiedet. Debatteles werden auch die Haushalte der Post und des Allgemeinen Pensions fonds erle.igt. mängelt Abg Rädel( Komm.) das dürftige Ergebnis der Tätigkeit Beim Haushalt des Reichsarbeitsministeriums bedieses Amts. Gegen die wachsende Not der Sozialrentner und der Erwerbslosen sei so gut wie nichts geschehen. Den sich in diesen weiter entwickelten Dingen habe das Reichsarbeitsministerium ohne jede Borbereitung gegenüber gestanden. Der Redner begründet schließlich einen Antrag auf Erhöhung der Unterstügung der Erwerbslosen um 50 Bro Abg. Simon- Franken( Soz.): Wir leider nicht möglich, auf alle die Dinge einzugehen, die mit dem Bei der Kürze der mir zur Verfügung stehenden Zeit ist es mir Haushalt des Reichsarbeitsministeriums zufammenhängen. behalten uns vor, bei der Beratung der Etats für 1926 zu allen notwendigen Fragen eingehend Stellung zu nehmen. Jetzt aber schon muß aufs schärfte protestiert werden gegen die Handhabung der Bestimmungen der Stillegungsverordnung durch die Unternehmer und die Arbeitsämter. In einer großen Anzahl von Betrieben wird die Krise dazu benutzt, um die Löhne der Arbeiter herabzusehen. Erft werden die Betriebe still. gelegt, weil sie angeblich nicht mehr wirtschaftlich seien. Dann aber werden die Betriebe wieder eröffnet und den Arbeitern wird zugemutet, zu wesentlich reduzierten Löhnen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Kürzung der Löhne geht bis zu 30 Proz Wenn die Arbeiter fich weigern, zu den niedrigeren Löhnen die Arbeit aufzunehmen, dann fagt das Arbeitsamt, das sei eine Kampfmaßnahme, es fönne teine Arbeitslosenunterstützung gezahlt werden. Die Arbeiter sollen also genötigt sein, sich jede Herabjezung der Löhne gefallen zu lassen. Die Unternehmer behaupten, daß die Löhne der Arbeiter zu hoch seien, sieht man fich dagegen die Zahl und die Gehälter der höheren Angestellten in den Betrieben an, so findet man, daß sie häufig fünf bis sechsmal so hoch sind, als in der Borkriegszeit. Wir haben nichts davon gehört, daß hier einmal eingegriffen worden ist. Ich habe hier eine Aufstellung, die die Deffent lichkeit sicher intereffieren dürfte. Sie stellt die Gehälter der Direttoren, Profuristen und außertarijlich beschäftigten Angestellten aus dem Jahre 1914 und dem Jahre 1925 nebeneinander. Es handelt nicht wirtschaftlich sei. 1914 hatte die Fabrit einen Direktor mit fich um einen Betrieb, der stillgelegt worden ist, well er angeblich einem Monatsgehalt von 1000 W., drei Prokuristen und vier außer tariflich bezahlte Angestellte mit zusammen 3500 m. monatlichem Einfommen, insgesamt wurden damals für diese höheren Ange. stellten 4500 m. aufgewendet. Im Jahre 1925 sieht das Bild so aus: Die Fabrit hat einen ersten Direktor mit monatlich 5000 m., einen zweiten Direktor mit 5000 m., einen dritten Direftor mit 3000 m. Dann folgen sechs Prokuristen mit je 800 m., fünf außertariflich bezahlte Angestellte mit je 650 M., ein Angestellter mit 450 m. Jm Monat wurden also insgesamt 21 800 m. bezahlt gegen 4500 m. im Jahre 1914. Ein Direktor bezieht allein im Jahre 60 000 m. Demgegen über steht die Tatsache, daßindem Betrieb 24 Ange stellte entlaffen worden find, die zusammen nur 57 600 M. im Jahre bezogen haben.( Hört, hört! bei den 57 600 M. im Jahre bezogen haben.( hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Unterstügung der Rurzarbeiter murde immer wieber hinausgeschoben, trotzdem es feststeht, daß sie bei einer Arbeit von 24 Stunden und weniger die Woche noch nicht einmal soviel ver. dienen, wie die Erwerbslosenunterstützung beträgt. Auch hier spricht man viel von der Unwirtschaftlichteif der Betriebe und daß sich die Reinigungskrise auswirken müsse. Bisher hat man die Kurzarbeiter fiche Regierung da sei. Jezt haben wir eine, und trogbem wird unterſtügung mit der Begründung abgelehnt, daß feine verantwort die Kurzarbeiterunterstützung immer hinausgeschoben. offiziösen, erzwungenen und beschwichtigenden Erflärungen afut bleiben, fie wird jogar in zunehmendem Maße die Gemüter des ganzen deutschen Volkes beschäftigen, solange der Faschismus am Ruder bleibt. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß wir glauben, gute Gründe zu baben, diese Zeilen keineswegs gegen die Berson des Grafen Bosdari zu richten von dem die betrübliche Entwicklung der italienisch deutschen Beziehungen gewiß nicht abgehangen hat. Aber sollte der italienische Botschafter den gewundenen Artikel der offiziöfen Korre mitteln, fo fönnte man ihm nur empfehlen, falls er über die wahre spondenz als einen Erfolg" seiner Borstellungen nach Rom über Stimmung des deutschen Volkes berichten will, auch die Kommentare des Vorwärts" hinzuzufügen! Der Kampf in Leningrad. Das Ringen um die Arbeiterschaft. Ceningrad, 21. Januar.( DE.) Die Leningradskaja Bramba" tritt den plöglich aufgekommenen Gerüchten entgegen, als sei die Stillegung von Werkstätten der großen Metallfabrit Krasny Butilowez" und als Folge dessen die Entlassung zahl. reicher Arbeiter geplant. Es handele fich nur um einige Remonten, während welcher Zeit die Arbeit in den betreffenden Räumen nicht möglich sei; entlassen werde niemant. Die Gerüchte würden von Feinden der Arbeitertlasse ausgesprengt, um Schwierigkeiten zu schaffen. Seit Wochen wird in den Krasny Butilowez", einem der Hauptstüßpunkte der für die Opposition eintretenden Arbeitergruppen, ebenso wie in anderen ähnlich ge stimmten Großbetrieben, mit öffentlichen Reben und geheimer Be einflussung darum gefämpft, tie Arbeiterschaft zu einem Abrücken von der Opposition und Veröffentlichung einer entsprechenden Er. flärung zu gewinnen. Im Zusammenhang mit dieser Kampagne zeigt die Bekanntmachung in der jegt durchaus eppofitionsfeind lichen„ Leningradskaja Prawda" aufs neue, daß in den oppofitionellen Arbeiterkreisen die Haltung der Regierung als arbeiter. feindlich betrachtet wird und diese Stimmung in fenfatio. nellen, die Arbeiterschaft aufregenden Gerüch ten zum Ausdrud tommt. Warum übernimmt nicht der Reichstag die Verantwortung für die Einführung diefer Unterstüßung, weil angeblich feine verantwort liche Regierung da ift?( Sehr rittig! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe die Ueberzeugung, daß die Regierung gar nicht den ernsten Willen hat, die so notwendige Unterstüßung der Kurzarbeiter einzu hinauszuschieben, sondern endlich diesen armen Menschen die notführen. Wir müssen dringend ersuchen, diese Frage nicht länger wendige Unterstügung zu geben.( Lebhafter Beifall bei den Sozial demokraten.) Abg. Hoch( Soz.) fragt mit Bezug auf einen sozialdemokratischen Antrag, wie die Regierung zu der Unterstützung der Krantentassen stehe Reichsarbeitsminister Brauns erwidert, daß die Regierung den Krantentassen zwar feine Beihilfen gewähren wolle, sie denke aber an die Ausgabe von Darlehen an die Krankenkassen. Ungenommen werden die Anträge: 20 millionen zur Unterffügung der während des Ruhrkampfes erwerbelos gewordenen Arbeiter und 5 millionen zur Verstärkung der Mittel de Bezictsfürsorgeverbände einzustellen. Der Haushalt wird darauf angenommen. Zu dem Haushalt des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wird ein von allen bürgerlichen Parteien gänzung der Schiffe der Treibnezschifferei, sowie zur Erhaltung der und Sozialdemokraten unterstüßtre Antrag zur Erneuerung und Er Dampfhochseefischerei langfristige Kredite zu mäßigem Binsfuß in Höhe von 3 Millionen Mark zu gewähren, gestellt. Die Kommunisten wünschen die Einsegung von 100 Millionen Marf zum 3wede der Kreditgemährung an in Not geratene bäuerliche Familienbetriebe, ferner 50 Millionen Mart für den Bau von Landarbeiter. wohnungen. Die Abstimmung über diese Anträge wird auf Freitag vertagt. Der Haushalt der Reichsschuldenverwaltung wird ohne Aussprache angenommen. Bei der Beratung des Haushalts des Finanzministeriums wird ein Antrag aller Parteien angenommen, der den Fonds für hilfs. bedürftige Kriegsteilnehmer von 13 auf 20 millio. nen Mart erhöht. Um 24 Uhr wird die Weiterberatung auf Freitag nachmittag 3 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung steht außerdem der sozial demokratische Antrag auf Einfekung eines Untersuchungs. ausschusses über die Fememorde. Verschleppungsversuche im Ausschuß. sich am Donnerstag mit der Erwerbslosenfrage. Zur Grörterung Der fozialpolitische Ausschuß des Reichstags befaßte stand ein tom munistischer Antrag, der eine neue Erhöhung der Erwerbslosenunterstügung um 50 Prozent der vor kurzem befchloffenen Sähe und die Beseitigung des bisherigen Ortstlaffenverhältnisses verlangte. Der Antrag wird von den Sozialdemokraten grundfäßlich unterstüßt. Unsere Genoffen wiesen gegenüber den vom Bentrum vorgebrachten finanziellen Bedenken darauf hin, daß man ja auch im Ruhrkampf genug Mittel aufgebracht habe, um die Industriellen zu unterstügen. So müßten auch jetzt im Reich zur Befeitigung des Erwerbslosenelends die erforderlichen öffentlichen Mittel bereitgestellt werden. Wenn da und dort die Unterstügungsfäße die Löhne überschritten, dann könne es sich nur um Schundlöhne handeln. Das gelte auch für von der Deutschen Boltspartei vorgebrachte Klagen, wonach die jüngste Erhöhung der Unterfügungsfäße bereits dazu geführt habe, daß landwirtschaftliche Arbeiter vielfach absichtlich ihren Dienst aufgeben, um in den Genuß Der Unterſtügung zu kommen, die höher als ihr Barlohn liege. Nach mehrftündiger Debatte beantragte Genoffe Aufhäuser, daß der Ausschuß morgen den Reichsarbeitsminister zur Teilnahme an der Beratung auffordern foll, um endlich eine Entscheidung herbeizuführen. Im Gegensatz zu einer solchen prompten Erledigung wurde von den bürgerlichen Parteien beschlossen, die nächste Beratung erst nach Befragung des Reichsarbeitsfozialdemokratische Fraktion wird sich gegenüber den neuen Ber ministeriums über den ihm genehmen Termin abzuhalten. Die fchleppungsversuchen zu mehren wissen. wertschaft und des Deutschen Schulvereins, Arbeiter Gromics, erregt großes Aufsehen. Die Verhaftung erfolgte, weil die Polizei die Urheber eines Bombenattentats bei dem deutschgesinnten Gast. wirt Mucha in Oberlazist unter der deutschen Minderheit suchte. Sie verhaftete damals sofort 16 Bertrauensleute der Deutschen Sozialiftischen Gewerkschaft, von denen Growics in Haft behalten wurde, weil es nach mehrmaligen fruchtlosen Haussuchun. gen gelang, bei ihm vier Karabiner und Munition zu finden. Das erinnert an den Graudenzer Fall vom Oktober 1924. Dort wurde ber Unflage der Spionage und der Borbereitung staatsfeindlicher plöglich eine Reihe harmlofer Mitglieder der Guttempler unter Handlungen verhaftet, wobei als Beweis angeführt wurde, daß im Keller des Hauses eines dieser Guttempler Sprengstoffe und eine Brieftaube entdeckt worden seien. Nachträglich stellte es fich heraus, daß der von einer französischen Kommission herrührende Sprengstoff und die Brieftaube durch Polizeispiel in den Keller gebracht und dann von der Polizei dort entdeckt worden hier an ein gleiches Manöver glaubt. waren. Im Fall Growicz liegen die Umstände so ähnlich, daß man Nachspiel zum Steiger- Prozeß. Warschau, 20. Januar.( DE.) Maria Kalauset, die seinerzeit Dienstmädchen bei dem jüdischen Sejmabgeordneten Reich war und während des Attentatsprozesses Steiger Berschwörungsan. fchuldigungen gegen Reich vorgebracht hatte, ist jetzt nom Lem berger Bezirksgericht wegen falfcher 3eugenaussagen zu brei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Regierungskrach in Bayern? Angriffe auf den Landwirtschaftsminister. München, 21 Januar.( Eigener Trabibericht.) Innerhalb der bayerischen Regierungsfoalition. find ernste Unft immigfeiten aufgetreten, wodurch die icon wiederholt in die Erscheinung getretene Koalitionsmüdigkeit des Payerischen Bauernbundes ei beblich verstärkt wurde. Es barbelt sich hierbei um schwere Angriffe maßgebender Kreise der Payerischen Rollsvartei um Dr. Seim gegen den dem Pauernbund angeborenden Landwirtschaftsminister Febr, der im vergangenen Jabr eigenmächtig landwirtschaftliche Güter für den Etaat angelauft Fat, die nunmehr mit erheblid en Tetriebsdefiziten abfcliefen. Die AnAm kommenden Sonntag findet in der Danziger Meffe. greifer fpred en von einer großen Mitwirtschaft im halle eine Kundgebung der sozialistischen Partei für inter- andwirtschafte minifterium und geben fo weit, die nationale Verständigung statt. Als erster Redner wird Aufbebung des Ministeriums au fordern. Winifter Febr ist desReid stagsabg. Breitscheid über den Locarnovertrag und balb aunäcft für feine Berion bei dem Minifte präsidenten Tr. Gelb feine Auswirfungen sprechen, als zweiter der polnische vorstellig geworden und verlangte von itm in ziemlich ult motiver Sejmabg. Dr. Diamand über die wit dajtelage der Osterie die Desavonierung der gegen ihn gerichteten Angriffe. Tie staaten. Die Schlußansprache wird Senatsvizepräsident Gehl Fraktion bes Bayerischen Bauernbundes wird die Angelegenheit in einer Sigung der Regierungstoalition am Freitag zur Sprache halten. bringen. Für deutsch- polnische Verständigung. Sozialistische Kundgebung in Tanzig. Die Kattowiher Polizeimanöver. Staffowih, 21. Januar.( WTB.) Die Verhaftung des Bertrauens mannes der Deutschea Sozialistischen Ge. Schanghai soll von Tschangtfolin eingenommen worden sein. Das wäre wohl das Ende des Schanghaier Bolschewismus. Gewerkschaftsbewegung Die rechtliche Stellung der Reichsbahnbeamten. Der Verschlechterungsplan der Verwaltung. Zur Klärung des durch das Vorgehen der Reichsbahngesellschaft niftandenen Streites über die rechtliche Stellung der Reichsbahn beamten haben am Donnerstag zwischen der Hauptverwaltung und den Eisenbahnerorganisationen Berhandlungen stattge funden. Dabei haben die Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung zum Ausdruck gebracht, daß sie die Aenderungs. vorichläge der Hauptverwaltung ablehnen müffen, weil sie darin eine Verlegung der Geseze sehen und weil durch die bereits erfolgten und nunmehr fortgefehten Rechtsverschlechterungen ein immer weiteres Abdrängen des Reichsbahnbeamtenrechts vom Reichsbeamtenrecht vor sich geht. Seit der Loslösung der Reichsbahn tom Reiche haben die Gisenbahnbeamten Verschlechterung auf Ber schlechterung hinnehmen müssen. Sowohl auf rechtlichem als auch auf fozialem Gebiete, z. B. in der Frage des Erholungsurlaubs, find fie benachteiligt worden. Bisher hatten die Reichsbahnbeamten wenigstens noch Anspruch auf dieselbe Besoldung wie die übrigen Beamten. Nun will die Reichsbahngesellschaft die Bestimmungen der Personalordnung aber dahin abändern, daß die Reichsbahnbecmten diesen Anspruch nicht mehr haben. Aus ber Begründung der Reichsbahnverwaltung für diese Aenderung der Bestimmungen ist zu entnehmen, daß die Reichsbahngesellschaft sich damit die Handhabe schaffen will, um die Reichsbahnbeamten von etwaigen Besoldungsaufbesserungen der übrigen Beamten auszu schließen. Dasselbe soll hinsichtlich der Bestimmungen für die Pension und die hinterbliebenenversorgung er folgen. Die Reichsbahngesellschaft häft an dieser ihrer Abficht feft, cbwohl von den Gewerkschaften ausdrücklich darauf hingewiesen wor den ist, daß ein solches Verfahren gegen das Reichsbahngefeß verstößt zu gleicher Zeit sollen für die Beamten er in den unteren und mittleren Gruppen kürzere Kündigungsfristen mie bei den Reichsbeamten vorgesehen werden. Das ist für die Reichsbahnbeamten insofern von großer Bedeutung, als sie noch den Bestimmungen, die von der Reichsbahngesellschaft in der Personalordnung festgesetzt sind, bei Enilassung durch Kündigung feinerlei Anspruch auf Pension und hinterbliebenenver forgung haben. Sie haben eine Aussicht auf Alters- und Hinter bliebenenversorgung nach den Pensionsbestimmungen also nur dann, wenn ihre Anstellung durch Zurücknahme des Kündigungsvorbehalts in die sogenannte lebenslängliche Anstellung umgewandelt wird. Nach der Absicht der Reichsbahngesellschaft sollen nunmehr die Beamten in den Gruppen I bis IV die lebenslängliche Anstellung überhaupt nicht mehr erhalten, aber auch für die übrigen Beamten in den Gruppen V bis IX sollen die Bedingungen für die Erlangung der lebenslänglichen Anstellung bedeutend vers schlechtert werden. Bei der Art und Weise, wie die Verwaltung die Kündigungsbeamten bisher behandelt hat der Beamtenabbau ist lediglich durch Entlassung solcher Beamten durchgeführt worden bedeutet diese Regelung praktisch eine Beseitigung des Beamtenverhältnisses für die Gruppen I bis IV. Das ist zugleich ein schwerer Schlag gegen die Reichsbahnarbeiter, für welche die Gruppen I bis IV als Anstellungsmöglichkeiten in Betracht kommen. Es zeigt sich immer mehr, daß die seinerzeit bei der Berabschiedung der Dawes- Gesche vom damaligen Reichsverkehrsminister im Reichstag gemachten zusagen hinsichtlich der gleichartigen Behandlung der Reichsbchnbeamten wie die Reichsbeamten nicht eingehalten werden, und daß die Reichsbahngesellschaft bas ihr gegebene Recht, die Rechtsverhältnisse selbständig zu regeln, dazu benutzt hat, das Beamtenverhältnis planmäßig Stüd für Stüd abzubauen. Die Organisationen und Hauptverwaltungsförper behalten sich alle weiteren Schritte gegen die Anschläge der Reichsbahnverwaltung auf ihre Rechte vor. Aus der Reichsbahn läßt sich fein SiemensBetrieb machen. Die Arbeitslosenräte für Erwerbslose. Wo Beschwerden und Wünsche vorzubringen find Wiederholt ist es vorgefominen, daß Erwerbslose berechtigte Beschwerden haben, sei es über die Verweigerung der Unterstützung, über die Art der Zuweisung von Arbeit, oder über die Verwendung zur Pflichtarbeit usw. In diesem Fall wird der Betroffene häufig in verbitterten Worten seinem Aerger Luft machen, was ihm gar nichts hilft, oder er wird den von den Kommunisten zu politischen Zweden aufgezogenen Arbeitslosenräten" nachlaufen, die ihm auch nicht helfen fönnen. Bevorstehende Einigung in der Tschechoslowakai. Prag, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In der Tschechoslowakei ist seit der 1918 erfolgten Staatsgründung die freie Ge wertschaftsbewegung in nationaler Hinsicht gespalten. Die tschechischen sozialdemokratischen Arbeiter gehören tschechi Ganz abgesehen davon, daß für die Gewerkschaftsmitglieder die fchen Gewertschaften an, die in einer tschechischen Gewerf Anrufung der Organisation gegeben ist, empfiehlt es sich für alle fchaftsvereinigung in Brag zusammengeschlossen sind, während die Erwerbslosen, in allen Fällen, wo sie Beschwerden oder Wünsche beutschen sozialdemokratischen Arbeiter deuts haben, die mit ihrer Arbeitslosigkeit im Zusammenhang stehen, Beschen Gewerkschaftsverbänden, die in der Gewerkschwerde bei dem zuständigen Arbeitsvermittler des öffentlichen Arschaftskommission in Reichenberg ihre Spizenorganisation beitsnachweises zu erheben. Diese Beschwerde ist dem zuständigen haben, angehören. Unter der Aegide der Amsterdamer GewerkFachausschuß bzw. Verwaltungsausschuß zu überweisen. Der Arschaftsinternationale begannen im Januar 1925 die Ausgleichs. beitsvermittler ist verpflichtet, eine solche Beschwerde, die am besten verhandlungen zwischen den beiden freien Gem rfchats. schriftlich einzureichen ist, weiterzugeben. Der Verwaltungsaus- zentralen. Genoise Oudegeest, der dieser Tage in der Tschecho. schuß muß den Beschwerdeführer zur Verhandlung seiner Beschwerde slowakei weilte, brachte die Verhandlungen, die über ein Jahr vorladen und ihn darüber hören. lang dauerten und viele Schwierigkeiten aufwiesen, in ihr schluß stadium, und es gelang, den jahrelangen Streit vollständig beizulegen. Allerdings bedürfen die vereinbarten Bestimmungen noch der Genehmigung der verantwortlichen Körperschaften. Es ist jedoch zu erwarten, daß auch diese Vereinbarungen genehmigt werden, und daß so die Grundlage für die Bereinigung von mehr als einer halben Million Mitglieder, die bisher in zwei Gewerkschaftszentralen zusammengefaßt waren, in eine gemeinsame Landeszentrale der Tschechoslowakei geschaffen ist. Auf Grund des genehmigten Abkommens wird über die Durchführungsbestimmungen weiter verhandelt werden. Diese Berhandlungen, die den formellen Abschluß der Einigung der beiden Gewerkschaften darstellen, finden am 27. und 28. April statt. Da alle Verwaltungsausschüsse paritätisch zufammengesetzt find, hat der Beschwerdeführer die Sicherheit, daß sachkundige Berufskollegen im Ausschuß sich seiner annehmen werden. Selbstver ständlich kann der Verwaltungsausschuß nur berechtigte Beschwerden abstellen und Wünsche berücksichtigen, soweit die ihm zur Verfügung stehenden Mittel und Befugnisse das ermöglichen. Aber soweit den Arbeitslosen in diesem Rahmen Rat und Hilfe zuteil werden kann, find die dafür geschaffenen Arbeitslosenräte die Berwaltungsausschüsse der öffentlichen Arbeitsnachweise. Borende Eisenbahner! Raum eine andere Berufsschicht wird derart zu allen möglichen Gründungen zu mißbrauchen versucht wie die Eisenbahner Ichaft. Wir finden hier neben einer ganzen Anzahl von Verbänden zu Fachsimpeleien unter dem huldvollen Protektorat rechtsstehender Elemente eine Unzahl von Vereinchen unter allen möglichen Vor wänden und Zweden. Die neueste Errungenschaft ist die Gründung einer Schwer athletenabteilung. Der Sport wird als Eisenbahnersport abgestempelt und nun ist es Pflicht aller Eisen bahner", diesen„ Eisenbahnersport" zu unterstügen. Der geschäfts tüchtige Unternehmer der Uebungsabende, der Eisenbahn- Borabteilung einrichtet, verfügt: Jeder dienstfreie Eisenbahner hat sich dort zu dem Borabend einzufinden." Nur dadurch set es möglich, den Sport die Borerei in m großen Eisenbahnarbeiter und Beamtenförper wachzurufen. Die„ gute Sache" schlage legten Endes zum Nugen der Verwaltung aus, wird behauptet, um so zunächst die Duldung und schließlich auch die Unterstützung der Verwaltung zu erlangen. Wir sind der Meinung, daß die Borerei nichts mit der Eisenbahn zu tun hat. Ueberdies aber, daß die Eisenbahner ihre dienstfreie Zeit nicht mit allen möglichen Spielereien vergeuden, sondern sie nützlich und zmedmäßig verwenden sollen. Donn wird der ganze Klimbim, der sich heute im Eisenbahnbetriebe dienstlich und außerdienstlich breitmacht, feine Pflegeftätte mehr finden. Sache aller vernünftig denkenden Eisenbahner ist es, in diesem Sinne zu wirken. Jahresversammlung der Fliesenleger. Die im Baugewerksbund organisierten Fliesenleger hatten am Der Mittwoch im Gewerkschaftshaus ihre Jahresversammlung. Branchenleiter Ortmann ging in seinem Jahresberichte hauptsächlich auf die Entwicklung der Löhne während des vergangenen Jahres ein. Da die Verhandlungen über den Neuabschluß im März zu feinem Ergebnis führten, traten die Fliesenleger am 6. April in den Streif. Nach dreieinhalbwöchiger Streifdauer fonnte der Streik mit einem ansehnlichen Erfolg beendet werden. Der Spitzenlohn wurde von 1,24 Mart auf 1,43 Mart, erhöht. Ebenso wurde die fernere Regelung des Fliesenlegerlohnes unabhängig rom Maurer. lohn festgelegt. Die Landzulage wurde von 3 auf 5 Mart erhöht. Für die im Bedarfsfalle zu leistende Ueberftunde muß ein Zuschlag von 10 Proz. gezahlt werden, ebenso muß verauslagtes Fahrgeld vergütet werden. Durch mehrmalige Berhandlungen wurde der Lohn noch zweimal erhöht, so daß am Ende des Jahres der Lohn für Fliesenleger 1,68 Mart und für Hilfsarbeiter 1,39 Mark betrug. Diese Erhöhung der Löhne um über 50 Proz. war nur möglich durch das fast tüdenlose Organisationsverhältnis der im Beruf Beschäftigten. An dem Bericht wurde in der Diskussion teine Kritif geübt. Bei der Neuwahl der Branchenleitung wurde die alte Branchenleitung einstimmig wiedergewählt. In der politischen Deffentlichkeit der Tschechoslowakei wird dieses Ereignis ungemein gewertet, da man glaubt, daß die Ver. einigung der beiden Gewersschaften auch von Einfluß sein wird auf das Verhältnis der jetzt im Kampf gegeneinander liegenden tschecho. flowakischen und deutschen sozialdemokratischen Partei. 250 000 Arbeitslose in Cefterreich. Wien, 21. Januar.( TI) Der Stand der Arbeitslofiafeit in Defterreich bat in der ersten Januarhälfte eine Zunahme der Arbeitslofen von zirka 12 000 ergeben. Die Zahl der Arbeitelofen beträgt heute rund 250 000. Die Arbeitslosigkeit in Dänemark. Scpenhagen, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Zahl der Arbeitslosen in Tanemart ist in stetem Steigen begriffen. Sie beträgt jest insgesamt 83 500. Gewerkschaftskongreß in Mexiko. ( JGN.) Der 7. Kongreß des melamischen Gewerkschaftsburdes( Confederación Regional Obrera Mexicana) wird in dent ersten Tagen des März 1926 abgebalten werden. Deutscher Verkehrsbund, Seffion V, 3nduffriearbeiter. Sonntag, 24. Januar, vormittags 9% Uhr, im großen Saal bes Gewerk thai shauses, Engeluler 24-25, allgemeine Mitgliederversammlung aller in der Berliner Metallindustrie beschäftigten Mitelicber. Tagesordnung: 1. Erstattung bes Jahresberichts. 2. Neuwahl der Eektionsleitung. Mitaliebsbuch oder-karte find em Eaalcingang zur Kontrolle vorzuzeigen. Ohne Mitaliedsbuch kein Einlak. Wir und Achtung, SPD.- Betriebs. Gewerkschaftsfunktionäre! machen wiederholt barauf aufmertfam, bak die Funktionär. Patten für 1925 ungültig find. Au der Ronferenz am 26. Januar haben nur Genoffen Rutritt, bie im Befise der neuen arten find. Es wird baher erfucht. Die alten Sarten fofort umautauschen. Bezirksverband Berlin( SBD.), Berlin GB. 68, Linten ft. 3. SPD.- Fraktion Bergmann, C. B. Rofenthal. Seute nadmittag 4 Uhr Fraktionssisung bei Mielde, Lindenallee 40. Erscheinen aller Genoffen erwartet bestimmt Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für Bolitif: Craft Scuter: Wirtschaft: Artur Eaternus: Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkoru: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales und Sonstiges Frik Raritäbt: Anacinen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. und Berlaasanstalt Baut Sinaer u. Co. Berlin G 68. Lindenstrake 3. Berlag: Vorwärts- Berlaa G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Bissen". A.WERTHEIM Billige Labnubmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Eẞu Kochäpfel 10 pt. Weißkohl Plund 5pf. Pund Pl. Amerikan. Aepfel Plund 35 PL. Apfelsinen Dod. 60, 45, 35Pt. Weintrauben( Almeria) Fund 40 Pt. Erbsen( 17PI. Viktoria- Erbsen Plund 19 PL Grüne Erbsen.. Pfund 24 Pt. Gelbe Erbsen pollert, Pid. 28 Pt. Weiße Bohnen.. Pfund 16 P. Rundbohnen... Pfund 24 Pf. Linsen Pfund 19 P. Thüringer Linsen Pund 38 Pl. talien. Teigwaren Pid. 45 PL Rotkohl....... Plund 8Pf. Blumenk hl Kopt von 8 Pl. an Zwiebeln.. Mohnbrot Stück . Piund 10 Pt. 45 P Apfelstrudel... Stuck 50 Pl. Mandelkränze.. Stück 50 Pf. Bismarckkränze Stück 50 Pt. Streußelkuchen gefullt 50 PL Mohnstangen.. Stick 55 Pt. Marzipanstangen Stück 65 PL. Pfefferkuchenbruch Pid 80 Pt. Konserven Dose 1/1 Schnitt- a. Brechbohn. 65 PL. Gemüse- Erbsen..... 55 P. Junge Erbsen...... 60 PL Junge Erbsen fein.... 135 Junge Erbsen m Karotten 82 Pl. Junge Erbsen ein, m. Karotten[ 35 Junger Spinat...... 48 PL. Grünkohl.. mittelfein .48 PI. Rosenkohl.......... IM ... Dose 12% 1 Stangenspargel exira stark 190 365 Bruchspargel mittel 245 aus geschälten Apfelmus 58 P Aepiein Pflaumen mit Stein.... 65 PL Rhein. Mirabellen.... los Kaiserkirschen...... 115 Ananas Hawal, In Schelben 180 Erdbeeren Preiselbeeren 110 10 Pfund- Eimer Sellerle Prinzeßbohnen extra 195 tein 160 Pfefferlinge Konfiluren 190 Pfd.Eimer 3.90 210 Sardinen portug., Klubdose 45 PL. ... 110 Norweg. Sardinen Dose 45 Pt. Elmer Pflaumen 90 PL. 2- Pfd.. A- TI- 140 kosen Erd. beei en 150 Messina- Apfelsinen Bananen Originalkiste, 200 Stück . 575 Moritzplatz Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch P.und Plund Kalbskamm u. Brust Pfund 75 PL. Kalbsrücken u. Keulen 85 Pt. a. Rücken 73 Pf. Hammelvorderfleisch Schweinebauch u. Rücken B. 108 Schweineschinken u. Blatt and 115 Liesen u. Rückenfett.... Pfand M Kaẞler Rippspeer u. Kamm 130 la Gefrierfleisch Brand 53 Pt. Brust... Ptund Junge Gänse gero. 95.85 Pt. Pfund Hasen gestreift und ans- 98 a. 85 Pl. geworien, Prund 12. Hirschrücken Pfund 110 Keule 140 Grüne Heringe 5 Pid. 65 große norwegische P1. Schellfische.. Bratschollen 26 Pl. grose norFettbücklinge weglsdie, Pfd. Ahlbecker, Pund Pt. 33. 62 Pl. Sprotten Flundern 42 Pl. frisch gebrannt Konsum Kaffee Kistchen fand 2 10 Haushali 289 P.und Bensdorp- Kakao Goldospe, stark Schokolade Vollmilch, Milchaus, Krokant 85 PL. Landieberwurst 120 u. Rotwurst, Plund Grobe Mettwurst Pfund 140 Gefüllter Schinken Piund 140 Filet- u. Jagdwurst Ptund 155 Fetter u. magerer Speck ( deutsche Ware) Plund 155 Camembert 20 pt. vollett, Schachtel Allg. 60PL Stangen Limburger Pid. Schweizerkäse . 85 PL ohn. Rinde, Kart. 6 Portion. Holländer Pfund 95 Pt. Tilsiter Pid. 75 Pl. volif., Pid 115 Schweizer finnls her, Pfund 150 Feine Leberwurst Plund 175 Speisetalg 56. ( Braunschwelger Arb. Plund hoist. 175 Mettwurst Ze velat- u. Salami Plan 190 In 1 Pfundca. 2 Piund Schinkenspack Sick, rid. 190 Nußschinken schwer, Pid. 210 1 P.und- Paket Margarine..... P.und 58 Pi. Kokosfett 1 Plund- Tafel 68 PL Molkereibutter raket 92 85 Pt. Tafelbutter..... Piund 188 einschließlich S'euer ohne Glas Heblicher 12 Pfd.Rheinweln 95Pt. gehaltvoller span Rotwein nalizer Preise für Flasche Wein 1923 Oppenheimer Garten 1322 Zeller Schwarze Katz figer Mosel.. 125 1918 Margaux, Medot gepflegter Bordeaux... 130 Renetten- Apfelwein 1921 Niersteiner Domtal schwerer blumiger Dinerwein 275 San Antonio IM 1913 Beaujolais Bruder 180 1921 Sauternes well. Bord 3 M Tarragona Rot sl), vorzil gi 125 Malaga gold 160 dunkel 70 Weinbrand Verschnitt mild, aus feinem Destillat 275 Jamaica Rum- Verschnitt 3M 40 Vol. naturrein 55 PL 1923 Hainfelder- Oberansprechender haardter Tischwein 80 Pl. 1923 Mesenicher Brünnchen Tisch- u. Bowlenmosel 90 PL 1921 NeumagenerEngelgrube Wachs.um Jacoby rel er milder Mosel 1920 Rüdesheimer Berg lielicher 180 Spätlese Rheingauwein 230 Feine Fruchtweine teinsüber Qualität annisbeer, Stachelbeer, M Kirsch- a. Helde beer welo, Cy ier Leipziger S.raße Frische Blumen( Keine Zusendung) eatölt, P un Jaket 3 95P 3 Tateln à 100 Gramm Schokolade Haushalt, in Blöcken 95 PL. .... Pfund 1 M Blühende Primein Top! 30 Pl. Blühende Alpenvellchen top 48. Blühende Hyazinthen... Topt 63Pt. enti Pfund Nr. 35+ 43.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Eine arbeitsreiche Stadtverordnetensitzung. In der Berliner Stadtverordnetenversammlung wurde gestern| mettere man über die Ueberfüllung der Berwaltung mit Beamten flcißig gearbeitet, so daß unter den vielen auf der Tagesordnung und hier vertrete man den gegenteiligen Standpunkt. Nach unserer Stehenden Anträgen und Anfragen tüchtig aufgeräumt werden tonnte. Auffassung hätte zunächst die Industrie ihre mehrfach überfesten Zu Beginn der Sigung gedachte der Vorsteher, Genosse Haß des Direttions poften abzubauen. Die Versammlung beschloß Explosionsunglüces in Moabit in Worten herzlicher Teilnahme und schließlich, den Magistrat zu ersuchen, bis zum 1. Juni eine gene betonte die Notwendigkeit städtischer Hilfe für die Opfer. Dieser For. feßung vorzunehmen. Auf Grund eines Antrages der Kommurelle Prüfung der Notwendigkeit der Wiederbe. berung schloß die ganze Bersammlung fich an, indem fie einem von nisten empfahl der Ausschuß für Angelegenheiten der Erwerbslosen, den Kommunisten eingebrachten Antrag zustimmte. Es folgten dann die Säuglingsfürsorge anzuweisen, den Kindern der Er Berhandlungen und Beschlüffe über eine Reihe wichtiger Fragen, werbslosen Nährmittel und Milch nach Anordnung eines Arztes über die Gefahr der Auflösung des Rinderfrankenhauses Buch, über toftenlos zu geben. Die Bersammlung folgte mit großer Mehr die Stellung des Magiftrats zur Wiederbesetzung von Beamtenpoften heit der Ausschußempfehlung. Die Untersuchung und die Aufin den Berwaltungsbezirfen, über die Unterstützung von Sturz- tlärung des Selbstmordes der Pflegerin Lina Haffe in Buch wurde arbeitern, über die Gewährung von Milch für Kinder Erwerbsloser, einem besonderen Ausschuß überwiesen. Angenommen wurde in über die Besserung der Berkehrsverhältnisse, besonders für Spandau Erledigung eines tommunistischen Antrags ferner ein Ausschußbe und Umgebung Schluß, der den Magistrat ersucht, die durch Auslegen oder Betriebsftillegungen arbeitslos geworbenen Arbeiter, die nicht in den Rahmen der Erwerbslojenfürsorge fallen, aus Mitteln der Rotstandsaftion zu find. Das Arbeitsministerium soll ersucht werden, die Wiedereinunterſtüßen, wenn fie mindestens 14 Tage auszufeßen gezwungen führung der Kurzarbeiterunterstügung zu veranlaffen. Su einem Antrag, die Berfehrsmöglichkeiten in den äußeren Verwaltungsbe airten zu verbessern, hatte die sozialdemokratische Frat. ion einen Zusagantrag eingebracht, der den Die Explosionskatastrophe in Moabit gab in ber geftrigen Stadtverordnetenfißung dem Borsteher BeranLaffung der Opfer zu gebenfen. Bei diesem großen Explofionsun glüd find, so führte er aus, bisher 9 Tote und eine große Anzahl Schwerverlegter zu beklagen. Gesunde und fräftige Menschen find plötzlich vom Tode überrascht worden, Not, Elend und Trauer ist über viele Familien gekommen. Es ist die Aufgabe der Stadt Berlin, für die Betroffenen ja Jorgen und den Ursachen nachzugehen, um in der Zukunft derartige Ratastrophen zu verhindern. Die Stadt Berlin spricht den Hinterbliebenen die wärmste Anteilnahme aus. Die Berfamm lung hörte die Worte des Vorstehers stehend an. Der Vorsteher teilte dann die Anfrage unferer Frattion an den Magistrat mit, die Auskunft über die Ursachen bes ungles und Raß nahmen zur Berhütung in der Zukunft verlangt. Die Anfrage murbe dem Magistrat zur Beantwortung überwiesen. Ein Antrag der Kommunisten, der den Magistrat ersucht, den Opfern durch geld. liche Unterstügung, Bereitstellung von Wohnun. gen und llebernahme der Krankenhaus und Beerdigungskosten durch die Stadt zu helfen, wurde ohne Debatte angenommen. An einen Sonderausschuß ging der von uns im Borwärts" am Mittwoch morgen mitgeteilte Dringlichkeitsantrag der Sozialdemo fraten, der die Hilfsaktion für die erwerbsloje Jugend betraf. Die vom Magiftrat eingebrachte Dringlichkeitsnorlage, die die grundsägliche Zuftimmung der Stadtverordneten zur Zuschüttung des Luisenstädtischen Ranals verlangt, wurde angenommen. Eine längere Debatte entspann sich über eine Anfrage der tommunistischen Frattion. Nach ihrer Information follte eine Auflösung des Kinderkrankenheims in Buch rom Magistrat beabsichtigt sein. Frau Hoffmann- Gwinner begründete Die Anfrage und erklärte, daß die Benutzung der Räume zur Irren unterbringung beabsichtigt sei. Stadtmedizinalrat Prof. v. Drigalfti erwiderte, daß die Provinzirrenanstalten sich schon jegt weigern, die Jrren der Stadt Berlin aufzunehmen. Tatsächlich ist das in Frage Stehende Kinderheim ursprünglich als Jrrenanstalt gebaut worden, es besteht aber beim Magistrat nicht die Absicht, das Heim aufzulösen. Sollten die Räume doch einmal als Jrvenanstalt gebraucht werden, so wird man die Kinder anderweitig, aber noch besser unterbringen. Genoffin Dr. Frankenthal: Sollte die Absicht bestehen, das Heim aufzulösen, so müßte fich allerdings die sozialdemokratische Fraktion mit aller Schärfe dagegen wenden. Unsere Rednerin sprach von dem Mangel an solchen Anstalten, fie betonte die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung des Kinderkranten heimes. Der Stadtmedizinalrat erklärte nochmals, daß eine Auflofung nicht beabsichtigt ist. Der Magistrat hatte eine Borlage zur Beschlußfaffung vorgelegt, nach der die Wiederbefehung freiwerdender Beamtenstellen in der zentralen Berwaltung und auch in den Bezirten nur mit Genehmigung des Magistrats vorgenommen werden foll Genosse Wendt warf in der Diskussion dem Redner der Deutsch nationalen vor, daß die Stellung dieser Fraktion im Ausschuß anders gewefen fei, als fte jegt im Plenum vertreten werde. Die Deutschnationalen ließen sich offenbar hier in der Deffentlichkeit von agitatorischen Rüdsichten leiten. In den Bersammlungen 72] Die Passion. Roman von Clara Biebig Der Portier und seine Frau, die bei den Rothes tochte und die gröbere Arbeit verrichtete, denn das Fräulein be anspruchte allein einen Menschen, wunderten sich, daß das junge Mädchen oben so lange aushielt. So lange war noch feine dageblieben. Die anderen waren gleich nach drei Wochen ausgerüdt, einige schon nach drei Tagen, die war nun schon drei Monate da. Das Fräulein Budel, wie Fräulein Rothe überall genannt wurde, war aber auch ein zu boshafter Teufel. Eine, die etwas auf sich hielt, ließ sich das nicht gefallen, und eine, die gesund war, machte lieber die schwerste Arbeit, als neben dem fleinen Seffelchen zu fizen. Wie halten Sie das nur so lange aus?" fragte die Frau Eva, als fie eines Morgens zusammen in der Küche Kaffee tranten. Eva gab teine Antwort, sie horchte gerade nach dem Zimmer hin, aus dem die scharfe Stimme jetzt gellte. Sie ließ ihren Kaffee stehen und stürzte hinein. Die Budlige hatte eine Gewalt über Eva. Nicht die Furcht, ihre Stelle zu verlieren, war es, die Eva ihr fo unter tan machte. Das Bewußtsein, hier eine neben fich zu haben, noch dazu eine Gleichaltrige, eine, die ebenso wie sie schuldlos zu ihrem Unglüd gefommen war, und die ihr dazu noch soviel unglücklicher erschien, als sie selber war, flößte ihr ein Gefühl schwesterlicher Zuneigung ein. Ein Mitempfinden, das start genug in ihr war, um sie Quälereien, Unfreundlichkeiten, Launenhaftigkeiten geduldig hinnehmen zu lassen. Meine Schwester" hätte sie immer sagen mögen ,,, o, du meine arme Schwester!" Diefen Nachmittag war Sophie befonders fchlechter Laune. Der Vater war schon geflüchtet, er war ausgegangen; in irgendeinem rauchigen Bierlotal oder stidigen Konzertgarten war es noch immer besser als daheim. Ich fann es nicht aushalten, fagte er beim Fortgehen zu Eva. Er hatte Tränen in den Augen, und sein Geficht war noch faltenreicher, noch befümmerter als sonst. Sehen Sie zu, wie Sie mit ihr fertig werden. Es soll Ihr Schabe nicht sein!" Er legte dem Mädchen die Hand auf die Schulter und wiederholte nochmals: Es soll Ihr Schade nicht sein. Ich werde mich Ihnen dankbar erzeigen." Barhin hatte Aber deswegen tat es Eva ja nicht Bau einer Schnellbahn nach den weftlichen Gebieten Berlins, besonders nach Spandan, verlangt. Genoffe Schulte begründete den Sufagantrag, der, ebenso wie der Hauptantrag, angenommen wurde. Im weiteren Berlauf der Sitzung beschäftigte man fich mit einem fommunistischen Antrag, der die hinzuziehung der Arbeiter und Angestelltenräte zu allen Sigungen der Ausschiffe und Deputationen verlangte. Nach der Begründung durch den Stadtverordneten Lez lehnte Detlefflen( Dnaff.) namens feiner Graftion den Antrag aus furistischen Erwägungen ab. Genoffe Loewy: Schon einmal ist von der Stadtverordnetenversammlung ein Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 22. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: an 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau 7 Uhr abends: Hans- BredowSchule( Bildungskurse). Abteilung Spiel und Sport. Hauptmann Dr. phil. Waldemar von Olshausen: Lessing und das Geschlecht a. D. Eckard Claudius: Der Bobsleighsport". 7.25 Uhr abends: von heute.( Zum 197. Geburtstag des Dichters). 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Astronomie. Dr. Adolf Marcuse:„ Eine Wanderung durch das Weltall. Die großen Planeten Merkur. Venus und Erde: 8.30 Uhr abends: Das Drama der letzten 80 Jahre. 4. Abend( Artur Schnitzlér). 1. Die Gefährtin. Professor Robert Pilgram; Doktor Alfred Hausmann; Professor Werkmann; Professor Brand; Olga Merholm; ein Diener. Spielt in einer Sommerfrische unweit von Wien. einem Herbstabend des letzten Jahres. 2. Der grüne Kakadu. Vicomte von Nogeant; Albin Chevalier de la Tremouille; MarGroteske in einem Akt. Emile, Herzog von Cadignan; François. quis von Lansac; Séverine, seine Frau; Rollin, Dichter: Prospère. Wirt, vormals Theater direktor; seine Truppe: Henri, Balthasar, Guillaume. Scaevola, Jules, Etienne, Maurice, Geargette, Michette, Flipotte; Lécacadie, Schauspielerin, Henris Frau; Grasset, Philo soph; Lebret, Schneider; Grein, ein Strolch; der Kommissär; Adelige; Schauspieler; Schauspielerinnen; Bürger und BürgersProspères. frauen. Spielt in Paris am Abend des 14. Juli 1789 in der Spelunke Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 Uhr abends: Stunde mit Büchern: , Aus fremden Ländern". Alfred Pfarre: Probandus". Niedermeyer: Unter der Glutsonne Irans. R. v. Colditz: Im Reiche des Kondor". Max Otto:, In Kanadas Urwäldern und Prärien". „ Palästina". Königswusterhausen, Freitag, den 22. Januar. Uebungen für gesundheitliches, konzentriertes und beseeltes 3-3.30 Uhr nachm.: Dramaturg H. Römer: Praktische Sprechen. 3.30-4 Uhr nachm.: Frau Mathes Wimermark: Schwedisch für Anfänger. 4-4.30 Uhr nachm.: Einzelvortrag. 4.30 bis 5 Uhr nachm.: Frl. Margot Grupe: Die Frau als Pflegerin häuslicher Kunst". Freitag, 22. Jannar 1926 eine jocher Antrag angenommen worden. Damals hat der Oberpräsident ben Oberbürgermeister gezwungen, den Beschluß zu annullieren. Es ist nicht angängig, die Aufsichtsbehörden mit der gleichen Angelengheit noch einmal zu beschäftigen. Damals hat die Stadtver gegen die Entscheidung des Oberpräsidenten nicht angewandt. Heute Dibnetenversammlung die ihr zur Verfügung stehenden Rechtsmittel liege um so weniger Veranlassung vor, den Antrag anzunehmen, da eine große Anzahi Betriebsräte als Bürgerdeputierte in den Ausschüssen und Deputationen tätig ist. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Kommunisten hatten ihr warmes Herz für die fteuerliche Entlastung der Genossenschaft. Unsere Frattion Ronfumgenossenschaft entdeckt; sie beantragten ließ durch den Genossen Reuter ertiären, daß der Konsumgenoffenschaft durch diesen Antrag ein Bärendienst erwiesen werde. In der Deffentlichkeit würden die Widerstände gegen die Genoffenschaft mur steigen, so daß die beabsichtigten Borteile durch eintretende Radteile mehr als aufgewogen würden. Man braucht der durchaus lebensfähigen Konsumgenossenschaft feine Sonderstellung zu geben, das werden die Gegner der Konjumgenossenschaft nur agitatorisch gegen sie ausnußen. Im übrigen fönne man der Genossenschaft auf andere Art beffere Dienste erweisen. Der Antrag wurde abgelehnt. Der zersprungene" Pulverturm. Ein Explosionsunglüd im alten Berlin. Das Explosionsungtüd in der Kirchstraße 9 läßt wieder die Er innerung an eine Explosionstatastrophe im alten Berlin wach werden, bei der über 70 Menschen ihr Leben verloren. Dieses Unglüd geschah im Jahre 1720. Der Teil der heutigen Neuen Friedrichftraße zwischen der Burg. und Rosenstraße bildete bis zum Jahre 1658 einen Teil der beiden Ballgräben, die die alte Berliner Stadtmauer umgaben. Die war um 1307 aus Feldsteinen erbaut und später durch große Berteidigungstürme weiter befestigt worden. Ste nahm ihren Anfang bei der Spree, wo sie durch einen der Türme, der auf dem Grundstüd der jetzigen Börse stand, gegen die Wasserseite hin gedeckt wurde und zog sich dann an der Stelle entlang, wo heute die Borderfronten der der Garnisonkirche gegenüberliegenden Häuser sichtbar find. An der Spandauer Straße wurde die Mauer durch das ausgangs dieser Straße befindliche Spandauer Lor, deffen steinerne Brücke die Verbindung nach der Spandauer Landstraße bildete, sowie durch einen daneben befindlichen großen Berteidigungsturm unterbrochen und zog sich dann in gerader Linie nach der Rosenstraße bis zu einem ähnlichen Turm. 1658 wurden die ehemaligen Stadtgräben zugeschüttet. Das Spandauer feine Bedeutung, blieb indes mit seinem daneben liegenden Turme Tor verlor durch die danach errichteten neuen Befestigungsanlagen fomie einem Teil der alten Stadtmauer stehen. Den Hauptver bindungsweg zur Spandauer Landstraße bildete von nun an ein der Rosenstraße gegenüber in der alten Stadtmauer ausgebrochenes Tor, von dem man vermittels der über den neuen Festungsgraben gelegten Brücke, der Spandauer Brüde, nach jener Landstraße gelangte. Der bisher vom Abbruch verschont geblichene alte Bertel bigungsturm an der Spandauer Straße war seit längerer Zeit zur Unterbringung von Artilleriematerial benutzt worden. Im Jahre 1720 tam der Befehl, den Turm zu entleeren, um ihn abtragen zu können. Am Montag, den 12. August 1720 waren zwölf Bombardiere damit beschäftigt, die Munitionsvorräte aus dem Turm fortzufchaffen, als gegen 411 Uhr vormittags durch einen nicht aufgeklärten Zufall das vorhandene Pulver explodierte, der Turm mit furchtbarem Knall in fünf Stüde zerrissen wurde. Die Teile wurden durch die Gewalt des Pulvers in die Höhe geworfen, dann fielen sie auf die nächsten Gebäude nieder. Abgesehen von bedeutenden Beschädigungen der ganzen Umgegend, wurden der westliche Teil der erst am 1. Januar 1703 eingeweihten Garnisonkirche von der Spitze des alten Turmes getroffen, das Garnisonschulhaus und die östliche Ede des daneben liegenden ehemaligen Bautommissariathauses wurden vollständig zertrümmert. 72 Bersonen verloren ihr Leben. Noch im September 1720 begann der Neubau der Garnisonkirche, die abgebrochen werden mußte. Die 3erspringung dieses Pulverturmes, wie es auf einem alten Stich heißt, war einer der größten Unglüdsfälle, die Berlin je heimgesucht haben. Wenn du wüßteft, wie unglücklich ich bin!" Das weiß ich." Das weißt du?" Die schwarzen Augen öffneten sich verwundert weit. Wie willst du das wissen?" Fräulein Sophiechen ihr den Teller, auf dem sie ihn ein Törtchen mit Creme gefüllt, das sie sonst gerne aß, mitsamt dem Teller an den Kopf geworfen: Ihr quält mich! Ich will feinen Ruchen. Brot will ich essen, Brot, das ich selber verdiene. Gefund will ich sein, feinen Budel haben! Und euer Mitleid will ich auch nicht. Papa, gib mir meinen geben raden Rüden wieder, meine gefunden Glieder!" Sie bäumte ihre Zusammengefunfenheit auf; als der bekümmerte Bater sie streicheln wollte, stieß sie ihn von sich. Er hatte sich verzweifelt an den Kopf gefaßt: Mein Gott, mein Gott! Eva hatte sich wortlos das Geficht abgewischt, in das sie mitten hinein der Kuchen getroffen hatte, Creme und blätt rige Krumen hatten ihre Nase und Wangen beklebt. Sie fagte auch noch nichts, als die Budlige jetzt laut auflachte. Sie hatte still die Scherben des zerschmetterten Tellers zusammen gekehrt und hinausgetragen. Jeht ging sie wieder hinein, Fräulein Sophie fürs Bett zurechtzumachen. Alle Abend fämmte und bürstete sie ihr bas Haar und widelte es dann in Widel, damit es am Morgen gelodt war. Es war des Fräuleins einzige Schönheit, weich und sehr voll; selbst die dunklen Augen, die sonst so leicht schön find, waren es bei ihr nicht, dazu blickten sie viel zu scharf, zu grell, zu unruhig. Als heute Eva den Ramm durch die schwarze Mähne führte, strich fie, ohne daß fie es wußte, auch mit der anderen Hand, die feinen Ramm hielt, fanft darüber hin. Es war eine Lieblosung. Ein heißes Mitgefühl war in ihr: ja, das Fräulein bereitete Leiden, fich und anderen, aber sich selber die meisten. Die Arme, fie litt tausendmal mehr! Ihr Lachen war nur Berzweiflung, ihr Schelten war nur Verzweiflung, ihr Ansich herumpugen war nur Berzweiflung, alles, was fie tat und bachte, alles, was sie schwer zu ertragen machte, aller Spott, alle Schärfe, fie waren Berzweiflung. Berzweiflung über ihre 3wergengestalt, Berzweiflung über den Budel auf ihrem Rüden, der herausstand wie der Höder bei einem Ramel, Berzweiflung über den Buckel auch auf ihrer Brust- alles Verzweiflung. Evas Hand streichelte wieder und wieder. Ach, wann tam diefer arme zermarterte Kopf in Ruhe?! Möchte fie doch jetzt fanft schlafen! Die Budlige schien die Liebkofung zu spüren, fie wendete plöglich den Kopf, fie fah Eva an, als ob sie die auf einmal ganz anders sähe. Ihre Stimme quäfte nicht mehr, wie die eines unartigen Rindes, ganz fanft flüsterte fie: Du bist mir wohl böse?" O nein," sagte Eva. Ropf. Ich bin selber unglüdlich." Eva fagte es leise und sentte Nun wurden die schwarzen Augen noch weiter, fie glänzten, fie funtelten auf, heißhungrig spähten sie aus nach anderer Unglüd. O, das tat wohl, nicht sie allein, nicht nur sie auf der Welt war unglücklich, auch Eva! Das vergilbte händchen strich der anderen die Wange: ,, Du mußt mir's einmal erzählen, Eva!" In dieser Nacht schlief Eva vor Glüd nicht, vor einem feltsamen Drang; es drängte sie zu jener hin, die dort im Bett ruhte, fast figend, gestügt von vielen Kissen, deren Atem rasselnd und schnarrend ging, bedrängt und erschwert. So raffelte und schnarrte die Arme alle Nacht; Eva hörte es oft, fie hatte sich erst sehr daran gewöhnen müssen. Heute war es ihr fein Geräusch, das sie störte. Heute wußte fie, die dort im Bett, deren Atem so schwer rang, das war eine, der fle alles anvertrauen durfte. Sie war eine Schwester, so nah ihr verwandt, als hätte die gleiche Mutter fie beide geboren eine Schwester im Unglüd. O, das tat wohl! Es würde eine Erlösung sein, einmal von sich selber sprechen zu können. Bis jetzt hatte sie ja niemand gefragt: wie sieht es in dir aus? Nicht all die Leute, mit denen sie gelebt hatte, auch die nicht, die gut zu ihr gewesen waren, nicht Johanna, nicht Albert, nicht die Frau Dottor, nicht einmal Frau Leffel. Sie war einfam, furchtbar einsam gewesen, überall, einsam seit ihrer Mutter Tod. Nur bei Lenchen war es anders gewesen aber das Lehte, das Schwerste hatte sie der doch auch nicht erzählt. Hier, zur Gleichaltrigen, zu der gleich ihr vom Unglüd schwer Belasteten, zu ihrer Sophie würde sie Sprechen. Wir wollen uns duzen," hatte das Fräulein noch gestern abend gesagt. Ich bin froh, daß du bei mir bist. Nun habe ich eine Seele, die mich versteht. Ach, Eva, vielleicht baß ich den Haß dann los werde, den Haß auf meine verstorbene Mutter, daß sie mich geboren hat, den Haß auf diese Magd, die mich hüten sollte und nicht aufpaßte. Nach ihrem Kerl spähte sie aus, ließ mich allein am Fenster drei Jahre war ich." Die Verwachsene schüttelte sich erregt wie im Fieber: Jch fluche ihnen, ich fluche ihnen!" ( Fortsetzung folgt.) Der lohnende Wasserwucher. at Bier Millionen Reingewinn der Charlottenburger. Den Charlottenburger Wafferwerten ist es auch in dem trodenen Sommer 1925 nicht schlecht gegangen. Gab es auch tein Wasser, so hat es zur Dividende doch gereicht. Aus einer Bor anfündigung in der Bresse wird bekannt, daß die Werte für bas Geschäftsjahr 1925 neben reichlichen Abschreibungen einen Reingewinn von über 4 millionen Mark abgeworfen haben. Davon wird unter anderem eine Dividende von 6 Proz. gezahlt. Diese Dividendenziffer ist aber irreführend. Das Kapital der Charlotten burger Wassermerte hat im Frieden 40 Millionen Mart betragen und ist bei der Goldmarkumstellung nur zum Zwecke der VerSchleierung der Gewinnhöhe auf 60 Millionen Goldmart festgefekt. Die 6 Broz. Dividende auf 60 Millienen Goldmart, die also 3,6 millionen Mark Gewinn für die Aktionäre bedeuten( von der Tantieme für die Hauptinhaber als Aufsichtsratsmitglieder ganz abgesehen), muß eigentlich auf das alte Friedenstapital be. zogen werden. Dann ist es in Wirklichkeit eine Dividende von 9 Proz. auf das voll erhaltene Friedenstapital. Im vorigen Jahre haben die Charlottenburger Wassermerte 2 Millionen Mart Dividende ausgezahlt. Die Herrschaften haben also in dem Trocken jahr 1925 beinahe den doppelten Betrag des Borjahres für die Afflonäre herausgewirtschaftet! Diese unerhörten Gewinnfummen sind nur möglich, weil die private Gesellschaft einen Wassermucher ohne gleichen betreibt. Alle Protefte der Deffentlichkeit gegen die Tarifpolitik diefer privaten Gesellschaft, die ihr Waffer viel teurer vertauft als die Stadt Berlin und die durch ihre Tarifgeftaltung nament lich die tleinen Abnehmer unerhört belastet, sind bisher ohne jeden Erfolg gewefen. Wann wird endlich das famose Schiedse gericht, das bei den Charlottenburger Wasserwerten über die Tarife zu wachen hat, seines Amtes walten und die Ausplünderung der Berliner Bevölkerung menigstens etwas einschränken? Die Aufsichtsbehörde, die sich in Gestalt des Oberpräsidenten Dr. Maler der privaten Gesellschaft so wohlwollend angenommen hat, scheint diese Seite der Angelegenheit gar nicht zu beachten. Im übrigen werden wir auf den Jahresabschluß der dividendenspenden den Charlottenburger Wasserwerte noch zurüdtommen, wenn er vollständig vorliegt. Not und Sorge. Umisvergehen in der Inflationszeit. Bis zum Jahre 1923 reichten die Unterschlagungen und Ur. fundenfälschungen zurüd, die erst jetzt den Eisenbahnaffiftenten H. vor das Schöffengericht Berlin- Mitte führten. Jene böse Inflationszeit, die manchem verzweifelten Familienvater aus tiefer Sorge um die Seinen Ehre und Stellung gekostet hatte, forderte hier noch ein Opfer, deffen Geschid geradezu als tragisch bezeichnet werden tann. Ein Gehalt, das faum für ihn selbst ausreichte, foflte den Mann mit einer tranten Frau und einem fleinen Kinde als gewissenhaften und pflichttreuen Beamten durchs Leben bringen. Man fordert oft viel und gibt nur menig! Als die Not auf das Höchste gestiegen war, die Rechnungen des Arztes und bes Apothekers das fleine Gehalt fast aufzuschlingen drohten, ba unternahm die unglückliche Frau zwei Seibstmordversuche, wurde aber in beiden Fällen diesem Leben erhalten! Und in folcher Lage die Beweisaufnahme ergab die Wahrheit dafür fam der dreißigjährige Beamte auf die schiefe Bahn. Er griff in bie ihm anvertraute Raffe und fälschte die Bücher, um es zu ver Ichleiern. Der Angeklagte fah nur die vorübergehende Besserung in feiner Familie und als die Not pon neuem gebleterisch an feine The flopfte, da tot er wieder einen Griff in die Kaffe, dann noch ntals und schließlich ereilte ihn sein Schicksal. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schmidt, entmarf ein anschauliches Bild der verzweifelten Lage dieses Menschen, der, bisher unbestraft, mit dem unterschlagenen Gelbe wirklich nur seine Familie unterstügt hatte. Tie von ihm geladenen Zeugen bestätigten das stets einfache Leben des Angeklagten, der überall beliebt und gern gesehen war. Das Gericht fonnte fich den Ausführungen des Verteidigers nicht vers schließen und ließ Milde walten. Es verurteilte H. nur zu 6 Monaten Gefängnis, von denen drei durch die Unter fuchungshaft als verbüßt galten. Wie leicht hätte man solchen Menschen ihr trauriges Saidsal ersparen fönnen, menn man die Amnestie wenigstens auf die Vorgänge ausgedehnt hätte, die in der Inflationszeit aus mirtlicher Nol heraus be gangen waren! Immer wieder die Glätte. Bieder hat das glatte und vereifte Pflaster eine größere Anzahl Opfer gefordert. So tamen gestern nicht weniger als 18 Ber. fonen zu Fall, die die Hilfe der Städtischen Rettungsstellen in Anfpruch nehmen mußten. Hinzu kommt noch die unbekannte Zahl der vielen Berunglückten, die privatärztliche Hilfe fanden. Es hat immer noch den Anschein, daß froß aller Aufrufe und Beröffentlichungen immer noch zu wenig oder fast gar teine abstumpfenden mittel geftreut werden, um die Bassanten vor Schaden zu be wahren. Ein besonders schwerer Fall wird uns mitgeteilt, der sich in der Rosenthaler Straße ereignete. Hier fam der 50 Jahre alte Wertmeister Theodor Brüllow aus der Lübecker Straße 31, als er den Fabrdamm überschreiten wollte, infolge der Glätte zu Ball. Eine herannahende Autobroschke, deren Chauffeur den Wagen nicht mehr rechtzeitig zum Halten bringen fonnte, überfuhr ben Unglüdlichen. Ein Wagen des Städtischen Rettungsamtes brachte Theodor Brillom nach dem Hedwig- Krankenhaus, wo ein tom. plizierter Unterschentelbruch und innere Ber. legungen festgestellt wurden. Es muß immer wieder darauf hin gewiesen werden, wie wichtig es ist, daß die Schnee und Eismaffen von Bürgersteigen und Fahrdammen verschwinden. 8um mindesten aber muß für eine genügende Bestreuung mit Sand oder Aiche gesorgt werden. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Conntag, den 31. Januar, bor 11 Ubr, im Groken Schauspielhaus 8. Broletarische Feierstunde Stimmen ber Böller"( Mezitationen, Lieber, Gruppentänze, Drgel, Bioloncello, 8 Sarfen). Leitung Profeffor Mag Saal. Breis der Einzellarte 1 M. Karten find noch in allen belannten Verkaufsstellen zu haben. Eine günstige Einkaufsmöglichkeit bietet die nene Doppel padung von Schaumpon mit dem schwarzen Kopf" Sie enthält 2 Beutel, ir zweimalige Kopfwäsche ausreichend, und foftet 35 fg. Die bekannte Einzelpackung ist auch weiterhin für 20 Pfg. erhältlich. Achten Sie aber in iedem Fall auf die Schuhmarte Schwarzer Kopf". . Peri Creme asier Ein Wasserrohrbruch. In der Tumentbalftraße de Bolestraße in Tempelhof entstand gesterne vormittag ein Wasserrohrbruch. Das Wasser trat aber nicht an die Oberfläche. fondern fand unter der Erde Abfluß. Bürgersteig und Fabrdamm baben sich in etwa acht Meter Länge und drei Meter um einen Meter gefen! t. Die Straße ist für den Fuhrwerksverkehr gefperrt worden. Zu Störungen ist es nicht gelommen. Arbelferbildungsstule. Heute( Freitag) den 22. Januar, abends pünktlich 7, Uhr, beginnt bie Arbeitsgemeinschaft des Genollen Swara nternationale Bolitit in ber 245 Gemeinde hule, Bantitr. 20/22, part., Zimmer 8. Teilnehmerfarten find am Eingang bes Schullolals zu haben. Hörgebühr 1 M. Munitionsexplosion in Warfchan. Warschau, 21. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In der hiesigen Munitionsfabrit Granat brach heute mittag infolge Kurzschluß Feuer aus. Ein Saal, wo Handgranaten angefertigt werden und etwa 30 Arbeiterträfte an einem langen Tisch die Ladung mifchen, wurde von dem Feuer erfaßt und die dreißig Leute jahen sich im Nu in Flammien. Eine schreckliche Banif brach aus. Viele sprangen durch die Fenster auf den Hof. Etwa pierzig Ber fonen. meist Frauen, wurden ins Krankenhaus gebracht. Auf der Straße vor dem Krankenhaus fammelte sich rasch eine große Men schenmenge an. Die Angehörigen der Berlegten versuchten in ihrer Berzweiflung, in das Gebäude einzubringen, was die Polizei ver. hinderte. Bis zur Stunde ist die Gesamtzahl der Opfer und bie Höhe des Schadens noch nicht festgestellt. Werbebezirk Tiergarten. Freitag, den 22. Januar, abends 48 Uhr, im Saedel- Saal. In den Relten 10, Ecke Beethoven stake. Bortrag: Jugend und feruelle Frage". Redner Genoffe Dr. Magnus Sirsch feld. Gruppenveranstaltungen fallen aus. Gäste willkommen, Abt. Osien( Petersburger Biertel): Sonnabend, den 23. Januar, in der Aula des Realanmnasiums, Roppenstraße, Bunter Abend. A11Sprache, Mufit, Resitationen, Bollstänze, Sans- Sachs- Spiel. Einlok 6 Uhr. Eintritt 30 Bf. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 37/38, Sof St. Webbing: Sonntag, den 24. Januar, Antreten 11.45 Uhr bei Müller, Uferftraße, zur Fabri nach Belten. Fahrpreis hin und zurüd 1 Mr. Brenzlauer Berg: Antreten 24. Januar, vorm. 11.15 Uhr Bhf. Gefund Rum 27. Januar Material abbolen bei brunnen aur Fahrt nach Belten. Bura. Reinidendorf: Sonntag, den 24. Januar, Bflichtteilnahme an der Gründungsversammlung in Belten. Abf. Schönhola 12.44 Uhr, Reinickendorf 12.49 Uhr, Wittenau( Aremmener Bahn) 12.53 Uhr, Eichbornftr. 12.56 Uhr, Tegel 1.02 Uhr, Tie: garten: Sonntag, den 24. Januar, Pflichtveranstaltung, Werbetan Großbeeren. 10 Uhr Bbf. Roo.% 49 Uhr Westen, Magdeburger Vlak. Fahrgeld 30 Bf. Broviant mitbringen. Frieb ichshain: 24. Januar, 9 Uhr vorm., mit Musik und Fahnen Bhf. Franff. Allee. Treptow( Kreis): Antreten sämtlicher Kameraden Sonntag, deu 24. Januar, vorm. 10 Uhr. Weiteres durch die Gruppenführer. Lichtenberg nebft Untergruppen: Sonntag, ben 24. Januar, vorm. 9 Uhr. Pflichtantreten Bhf. Frankf. Allee, MittelKreuzberg: Sämtliche Kameraben promenade, sum aemeinsamen Ausmarsch. einschließlich Jugendkameraden Go., b. 23., 5 Uhr nachm., bei Miendler, Giefen. bachftr. 54, und Schnectoppe. Roftiafte. 29, aur Sandzettelverteilung antreten. Stenlik- Lantwik- Lichterfelde: Fr., b. 21., 7% Uhr abends, Saclfchuk, Steelik, Seefeftrake. Go., b. 23., Treffpuntt Bhf. Mariendorf 6.15 Uhr. Sonntag, den 24., Treffpunkt Stealik, Düppelplak. 1 Uhr. Di., b. 26.. Treffpunkt Rate haus Santwis 7 Uhr abends. Gemeinsame Demonftration. Erfbeinen Pflicht. Spielleute aur Stelle. Röntgenthal: Go.. d. 23., abends 8 Uhr, Berf. bei Balener. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Bilicht. Jener in einem Säuglingsheim. Das Säuglingsbeim in Teteromo( Medlenburg), in dem breißig bis vieraig Rinder untergebracht find, ist am Dienstag abend ein Raub der Flammen geworden, nur die Nachbargebäude fonnten vor dem Uebergreifen 8 Uhr, Konditorei Dobrin. Sadefcher Markt, Uebungsabend. Gäste willkommen. bes Brandes bewahrt werden. Die im Säuglingsbeim unter gebrachten Rinber fonnten dank des tatkräftigen Eingreifens von Teterower Bürgern gerettet werden. Vermutlich ist das Feuer in einer Plättstube ausgelommen. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68. Sindenftraße 3. für Groß- Berlin flets an das Beztrfsjefretartat 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 3. Kreis Webbing. Unfer Rurfus liber Internationale Bolitit beginnt heute, Freitag, den 22. Januar, abends 7% Uhr, in der 245. Gemeindefdule, Bant, Ede Biefenstrake, Rimmer 8, part, Referent Genoffe Schwarz 9. Kreis Wilmersdorf. Achtung, Abteilungsleiter! Die Bandzettel und Blabate für den Republikanischen Abend am Mittwoch, ben 27, Januar, find bei Kroihs, Holfteinische Str. 60, abzuholen. 11. Streis Sd öneberg Friedenau. Die Rarten für die Railers- Geburtstons. feier am Mittwoch, ben 27. Januar, find bei den Bezirksführern zu haben. Bir bitten alle Genoffen, fir quten Vertrieb au forgen. Arbeitslose Ge noffen erhalten an der Abendkaffe aegen Ausweis Freibarter, Heute, Freitag, den 22. Januar: Tagesord 73, bt. Wannfee. 8 Uhr im Reichsabler Monatsversammlung. nung Neuwahl des Vorftandes. Bericht von der Bezirksverordneten vez fammlyna, Ronsumangelegenheiten und Berschiedenes. 91. bt. Neukölln, Sikung der Beairtsführer mit bem Abteilungsvorstand abends 8 Uhr bei Köfter, Karlsgartenstr. 4. Morgen, Sonnabend, den 23. Januar: 43. bt. 7 Uhr bei Bruhn, Graefeffz, 41, mimtiae Abteilungsvorstandsfikung. 44. Abt. Bon 6 bis 7 Uhr abends Abholen der neuen Funktionäitarien gegen Umtausch ber alten bei Eichberg, Reichenberger Str. 6. 47, 5t. 7 Uhr wichtige Funktionärfißung bei Gefche, Wrangel., Ede Bidleritrake. 80, bt. Marienbarf. 8 Uhr bei Niendorf. Chauffecftz. 19, wichtige Funktionär perfammlung. bt. 2intenbera. 7 Uhr bei Lohan, Suna. Ede Oberstrake, Ausgabe ber neuen Funktionärtarten. 115, 122. Abt. Biesbort. Deffentliche Frauenverfammlung abends 8 Uhr bei Borath. Marschner Str. 31. Vortrag der Genoffin Dr. Bellinger über Arbeiterwohlfahrt. Anschließend Familienabend. Genoffinnen, forat für regen Besuch der Bersammlung. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Berlin- Mitte, Sonnabend. den 23. Ja nuar, Feier aum einfährigen Beftehen unserer Liebknecht- Gruppe um 7 Uhr in der Turnhalle Blumenstr. 77. Genossen und Freunde unferer Be meguna find herzlichst eingelaben. Junasosialisten. Spielgemeinschaft: Seute, Freitag, den 22. Januar, abends 7 Uhr, bei Engmann, Ebertnite. 14. Rufammenkunft. Gruppe Mitte: Seute, Freitag, abends 8 Uhr, in der Schmile Gipsftr. 23a, Bortrag über Englische Arbeiterbeweguna Gruppe Schöneberg: Seute. Freitag, den 22 Januar, abends pinttlich 8 Uhr. im Jugendheim Rubensfrvake( Mufilaimmer), Pefpretung ber Reitfdrifient. Das Desemberheft der Jungs fasialistischen Blätter". Gruppe Norben: Beute, Freitag, den 22. Ranuar, abends 8 Uhr, im Augendheim Orthftr. 10. Bortrag: Marristische Staats. auffaffung". Referent Franz Levinsti. Am Sonntag, ben 24. Januar, abends 7 Uhr, im Jugendheim Schönstedtftr. 1. gemeinsame Ernst- Toller. Feier mit der Sozialistischen Arbeiterjugend. Geburtstage, Jubiläen ufm. 56. Abt. Charlottenbura. Unfer Geneffe Sermann Milbe. Rönneftr. 21. feiert heute fein 25jähriges Parteljubiläum. Bir aratulieren ihm herzlicht. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 3. bt. Unfer Genoffe Otto Rräfer ist verstorben. Einäscherung am Sonnabend, den 23. Januar, abends 7 Uhr im Krematorium Baum. Schulen men, ene Beteiliguna ber Mitalieber ift Pflicht. 119. bt, gid tenberg. Die Einäscherung unferes tödlich verunglückten Genoffen Leo Marfchlews! i findet am Sonnabend, ben 23. Januar, vor. mittans 9% Uhr, im Krematorium Gerichtstake statt. Wir bitten um rege Beteiligung Jugendveranstaltungen. Arbelteringend und Kunst. Der 2. Abend( Arbeiterjugend und Theater) finbet am lommenden Sonntag, abends 7 Uhr, im Suaendheim Lindenstr. 3 hatt Referent Genoffe Dr. Reftriepte. Cingelforten 20 Bf. Atung, Abteilungstaffierer! Seute. Freitag, von 5 bis 7 Uhr Abrechnung ber Beitragsmarten. Heute, Freitag, den 22. Januar, abends 7% Uhr: Webbing: Schule Ruheples, Ede Antonftrake, Wilhelm- Busch- Abend, Norboft II: ebbing- Norb: Lediaenheim Schönstedtfte, 1. Wilhelm- Busch- Abend. Jugendheim Dansiger Str. 62, Dichterabend. Rofenthaler Borstadt: Lands gemeindehaus, Sophienstr. 21, Bortrag: Das Reichsschulgefeh Beißensee: quaendheim Roeldeftr. 157, Bortrag: Das Befen der proletarischen Jugend". Brenzlauer Borstadt: Schule Danziger Gre. 28, Vortrag: Seguelle Fragen" Büboft( Röpenider Biertel): Jugendheim Mariannenufer la, Aussprache: Arbeiteriugend, Kirche und Religion Charlottenburg: Jugendheim Roftnenitr. 4, Bortvaa: Burfche und Mäbel im Arbeitsprozek". Salenice: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35, Bertrag: Die Gefchichte ber Arbeiter bemeguna"( Fortfehung). Brig: Jugendheim im Nathaus, Chauffeeftr. 48, Bortrag: Die Entstehung des Boltsliedes". Köpenick: Jugendheim Grünauer Strake 5. Bortrag: Seintid Seine". Bichtenberg- Rorb: Jugendheim Bart. TXT aue 10, Bortran: Sexuelle Fragen". Reinidendorf.Weft: Jugendhaus in ber Seidelstraße, Borfrag: Berliner Sumor". Tegel: Jugendheim Bahnhof ftrake 15. Bortrag: Awed und Riele der freien Gewerffchaften". Deutscher Elperanto- Buab, Ortsgruppe Berlin. Frettan, ben 22. Januar, Freie Urbeiter- Stenographen- Bereinigung Groß- Berlin. Die Anfängerfurfe nach Stolae- Schren und der neuen Reichsturafchrift beginnen wieder: Often und Rorboften: Ab eitag, den 29. Januar. und 5. Februar, Gemeinde fanule Frankfurter Allee 37, an der Warfchauer Straße, Hof links parterre, Rimmer 58. Sübosten: Ab Montag, den 25, Januar, und 1. februar, GemeindeIchule Reichenberger Str. 67-70, an der Forster Straße. Reukölln: Ab Donnerstag, den 28. Januar. und 4. Februar, Realgymnafium Raiser- FriedrichStraße 209-210. Mariendorf: Ab Donnerstag, den 28. Januar, unb 4. Februar, Jugendheim Dorfstr. 4. gichtenberg: Ab Montag, den 25. Januar, und 1. Fen bruar, Jugendheim Varkaue 10. Oberschöneweibe: Ab Montag, den 25. Januar. und 1. Februar, Ormnafium Reppelinstraße. Rentrum und Norden: Ab Donners tag, den 28, Januar, und 4. februar, Gemeindeschule Gipsstr. 23a, Tegel: Ab Montag, den 25. Sanuar, und 1. Februar, Jugendheim Schöneberger Strake 3( Tegel nur Stolac- Schrep). Das Unterrichtsgeld beträgt für die ganze Dauer des Kurfus( 15 Abende) einschließlich Lehrmittel für Erwamfene 10 M., Augenblide unter 18 Jahren 7,50 M. und ist bei der Anmeldung im voraus, auf Wunsch auch rafenweife au entrichten. Sämtliche Anfängerturfe und Uebungsabende beginnen abends 7 Uhr und endigen 9% Uhr. Schriftliche Anfragen beantwortet B. Riedel, Berlin- Bantom, Serthaftr. 3 L Bereinigung der Freunde von Religion und Bölte feleben. Ueber, Die foaiale Miffion Beter Rofegaers" fpricht am Freitag, den 22. Januar, 8 Uhr, im Reichen faal ber Gemeindefchule I, Steglik, Ninafte. 54-55( Sofeingang), der bekannte Psychiater Genose Dr. med. Leibbrond. Untoftenbeitrag 20 Bf. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, e. V. Freitag, den 22. Januar. abends 7 Uhr, im Gewertschaftshaus. Saal 1, gemeinfame Sikung des Haupt vorstandes, der Berliner Gauleitung und ber Berliner Bezirksleitungen. Arbeitersport. Infernationaler Fußballwettkampf Mostau gegen Berlin. Nach vielen Bemühungen ist es endlich gelungen, die Mostauer Mannschaft, die sich auf der Durchreise von Moskau in Berlin aufhält, zu einem Spiel in Berlin zu verpflichten. Der Wettkampf findet am Sonntag, Den 24. Januar, nachmittags 2% Uhr auf dem Adler- Sportplag in Berlin R., Christiania Straße, Ede Schulftraße statt. Die an gelegten Serienspiele der Märkischen Spielvereinigung fallen deshalb aus. Be liner Arbeiter- Gadflub. Alle Freunde und Anhänger bes Schachfpiels werben darauf aufmerksam gemacht, bak eine neue Abteilung des BAG. Refenthaler Tor" eröffnet worden tht. Diefelbe tagt Mittwochs bei Bertheim, Gäste stets willkommen. Rach Lothringer Str. 65, Ede Gormannstraße. Bedarf werden Rurfe für Anfänger eingerichtet. Nordgruppe bes 4. Bezi: Is. Gonntag, den 24. Jamuar, Lebrfarnde in Glasom. Abfahrt 12.50 Uhr bis Mahlow( Roffener Babn), Jablieides C scheinen nötia. Nach dem Turnen Sikung. Urbeiter- Rabfahrer- Berein Groß- Berlin". Sonntag, den 24. Sannat, nachmittags 1½ Uhr nach Adlershof bei Riege. Start Baldemarstraße. Ede Mariannenplak. Gäste willkommen. Schwimmverein Vorwärts" 1897, Jugendabteilung Sonnabend, ben 23. 30. nuar, 8 Uhr, im Jugendheim Gothenburger Str. 2, Luxemburg- Liebknecht Gedenkabend. Eltern und Gäste willfommen. A: beiter Rabfahrer- Bund Solidarität". Touren für Gonntag, den 24. Sa muar. Bea. 1, 1. Abt.: Wintermärchen, 1 Uhr Jannowißbride. 2. Abt.: Teltow( Welker Schwan), Start 1 Uhr Dieffenbachiir, 36, 3. bt.: fuktour Müagelberoe, Treffpunkt früh 9 Uhr Görliker Bahnhof, bis Grünau. 7. Abt.: 1 Uhr am Start Roloniefte. 146. 8. bt.: 10 Uhr früh mit Schlitten bei Thiele. mann, 11. bt.: Sonnabend nad mittag 4% Uhr Start Sochitz. 13 nach Ebers walde. Bez. 2, Drisg:. Neuföfn: 1 Uhr am Start Saale, Ede Canner Straße, bei Fleift. Deffentliche Rundgebung am Freitag, ben 22. Januar, 7 Uhr, in Ram Lows kaftaniennätdchen", Edönhola 14. gegen die nationalistischen Umtriebe in ben birgerlichen und Werffportvereinen. Sportliche Darbietungen der Arbeitersportler, Gefanaverein Reinidendorf, Neigenfahren des ARB. Solibazität". Arbeiter- Sport- und Kulturfartell 20. Bezirk. Ortstartell Rubow des Arbeiter- Sport- und Kulturbartells Neuföln veran fhaltet am Gonnabend, den 23. Januar, 7 Uhr, im Restaurent Lindenpart, Nubow, Bendaftr. 52, einen öffentlichen Lichtbilbervortrag: Aus der Werk statt des inneren Menschen". Eintritt frei. Jedermann eingeladen. Krbeiter- Sport- und Kulturfartell Beai 19, Vantow. Freitag, den 22. Ja mor, 8 Uhr, Schulaula Grunowstraße, Bortraa Dr. Sodann über„ Brole tarische Jugend und ferrelle Fracen". Arbeiter Eport- Sta tell 9. egit. Sonnabend ben 23. Januar, findet im Turnerheim die Kartelljahresversammlung statt. Delegiertenfißung eine Stunde früher. Achtung, A- beiter- Athleten! Die erfte Kreisringerfreiübungsunde Frei Ale bag, ben 22. Januar, 8 Uhr, Turnhalle Charlottenburg, Spreeftr. 29. Groß- Berliner Bereine müssen zwei Sportstolleren senden. Sportskleidung Bedingung. Abeffenänderung. Alle Rufchriften für den Sport- Club Libertas 1896 an den 1, Borfihenden Walter Laube, Charlottenburg, Krumme Straße 85, n. 2 Tr.. fenden. Diefelbe Anschrift für den 4. Bezirk vom 4. Rreis des Arbeiter- Athleten Bundes. Sport- Club Gidhe 1900" hat am Freitaa. ben 22. Sanuar, in her Turnhalle Friebenste. 17 feinen alten Rivalen, die Sportvereinigung Röpenid, aum Geaner, Beainn 8 Uhr. Der Sport- Club Gicafricb 09 bat am Freitag, ten 22. Januar, 8 Uhr, in der Turnhalle Moabit, Wiclefftr. 52, ben Sport- Club Berolina- Hennigsdorf gum Ringen um die Kreismeisterschaft der A- Klaffe zu Gaste. Da nur zwei Vereine in die Ligaflaffe tommen, ift mit harten, spannenden Kämpfen au rechnen. Eintritt frei. Touristenverein Die Naturfreunde"( Rentrale Bien), Die Ludhütte am Stremmener See( 1 Gtd. v. Bhf. Kremmen) ist ceaenwärtig der Gammelpunkt aller Winterfportfreuden. Der Kremmener See ist freigegeben und bietet jett ein prächtiges Schneeschuhaelände für Flachläufer, Auf freigelegten Eispläken hummeln fich die Schlittschuhläufer. Die Sütte bietet bei gegenwärtig voller Bewirtschaftung angenehmen Aufenthalt und Berpflemina( warme Getränke und Mittaaeffen). Abt. Neukölln: Freitag, den 22. Januar. 8 Uhr. Bortrag über Anfänge der menschlichen Gefellschaft" im Seim Kopfftr. 55( Schule). Gäfte willkommen. Bother, 7 bis 8 Uhr, Jugendaruppe: Spielabend. Abt. Friedenau: Freitaa, ben 22. Sanuar, im Beim Offenbacher Str. 5a, Bichtbildervortrag: Das proletarische Rind". 8 Uhr, Gäfte willkommen. Abt. Webbing: Sonntaa, den 24. Januar, Fahrt nach Bernau- Bogenfee. Treff punkt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen, Säfte willkommen, Berliner Schwimmvercin Freiheit 1907, e. B. Conntag, den 24. Samuar, 8 Uhr. Totales Schwimmfest im Stadtbab Brenzlauer Bern, Oberberger Str. 56. Schwimmen in allen Arten, Reigen, Gruppenforingen, Bafferbalfpiele. Ein. tritt 75 Bf. Alle Freunde des Arbeiterfchwimmfportes find herzlich eingeladen. Wetterbericht der öffentlicher Wei erdienftfelle für Berlin.( Nachdr. verb.) 3iemlich trübe obne erhebliche Niederschläge. Temperatur wenig verändert. Für Deutschland. Keine wesentliche Aenderung. SIE SIND FREI! ver Noch gestern Sklave Thres Bartes- heute haben Sie ihn bezwungen durch" Peri- Rasiercrème." Milder als jedes andere Rasiermittel, weicht sie auch die widerspenstigsten Barthaare durch den wunderbar sahnigen Schaum bis in die Haarwurzeln hinein überraschend schnell arsacht weder Brennen noch Spannen der Haut und ist sparsam im Gebrauch. Die Klingen erhalten doppelte Lebensdauer. Tube M. 1.40 Überall erhältlich. Hautcrème Peri M.- 45,-75, 1.- Peri- Talkpuder M.-, 90 Crème Peri- Seife M. 1. DR. M. ALBERSHEIM, FRANKFURT A. M. 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Nach eingehender Debatte, an der fich alle Parteien beteiligten, wurde der Etat angenommen. 3um Schlusse wurde ohne Debatte noch eine Reihe von Anträgen an genommen die alle darauf herausgingen, den bei der Explosion in der Kirchstraße Geschädigten und Berunglückten weit gehende Hilfe zu sichern. 5. Bezirk Friedrichshain. Die vorlegte Bezirksversammlung erledigte die Neuwahlen durch die Wiederwahl des alten Vorstandes und der Beisiger. Zu den Erwerbslofenanträgen der KPD. hatte der zu ihrer Vorberatung eingefeßte Ausschuß eine Entschließung gefaßt, in der das Bezirks amt erjucht wird, beim Magistrat dafür einzutreten, daß dieser sich bei der Reichsregierung dafür einsetzt, daß den Erwerbslosen die Unterſtügung nach Säßen, die wesentlich über die jetzt geltenden hinausgehen, für die ganze Dauer der Erwerbslosigkeit gezahlt wird, daß die Kurzarbeiterunterftübung wieder eingeführt, den Arbeitern und Angestellten, die Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge zahlen, ein Rechtsanspruch auf die Unterstützung zu sichern ist. Die Gewährung einer Unterstügung darf nicht von einer Arbeitsleistung abhängig gemacht werden. Die Bezirksversammlung richtet an das Bezirksamt weiter das Ersuchen, beim Magistrat darauf zu bringen, die erforderlichen Mittel bereitzustellen, damit die vom Landesarbeitsamt bewilligte Förderung von Rotstandsarbeiten schleunigst in Angriff genommen werden fann, und den Erwerbslosen mit eigenem Hausstand auf Antrag die Gebühren für die Benugung von Gas und Elektrizität zu ermäßigen oder ganz zu erlaffen. Bei der Aussprache zeigte es sich, daß es die KPD. nur auf die große Gefte nach außen abgesehen hatte. Der Ausschußantrag fand schließlich einstimmige Annahme. Bei der Beratung des Haus haltsentwurfs sprach für die SPD. Frattion Genosse Bohling. Kapitel I des verbesserten Entwurfs wurde einstimmig angenommen. Um 11 Uhr wurden die Beratungen abgebrochen. " " Die am 13. d. m. vertante Bezirksversammlung fand am letzten Mittwoch ihre Fortjeßung. Die ersten Kapitel des Haushaltes fonden ohne Debate nach den Vorschlägen des Ausschusses Annahme. Beim Rapitel Jugendpflege und Leibesübungen" unternahmen die Deutsch nationalen einen Borstoß gegen die von unseren Genoffen in muster. hafter Weise durchgeführte Arbeit. Der deutschnationale Lehrer Jatobi nahm als Unterlage für seine Ausführungen einen Artikel des Lofclanzeigers", der Anfang dieses Monats unter dem Titel Sozialistische Jugendpflege" erschien und sich mit der WeihnachtsBuchausstellung des Jugendamtes beschäftigte. Die Ausstellung einiger vom Berlag Dieß gelieferter Bücher wurde als Bartei propaganda schlimmster Art" bezeichnet, für die sogar die Schulen herangezogen worden feien, trotzdem ein Erlaß des Kultusministers fich gegen die politische Propaganda in den Schulen gewandt habe. Besonders haben es dem Herrn die Daphnis Lieder von Arno Holz und Hodanns Bub und Mädel" angetan. Man sieht es dabei den Herren von der Rechten an, daß es ihnen hierbei nur darauf antam, gute und wichtige Arbeit, die im 3 tereffe der Jugend geleistet murde, herunterzureißen. Das wurde auch insbesondere von den Rednern der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft der Mitte gelennzeichnet. Diese und die Kommunisten hießen die Arbeit des Jugend amtes gut, während Gen Theet als Redner unserer Fraktion den Deutschnationalen einige Spiegelbilder aus der jugendpflegerischen Arbeit ihrer eigenen Kreise vor Augen führte. Genoffe Stadtrat Klodt trat als Bertreter des Bezirksamtes den Angriffen entgegen. Als darauf der deutsch nationale Lehrer Trettin die alte geschichtliche Wahrheit im Potsdamer Geift" zu feiern verfuchte, gingen die weite ren Ausführungen bei der allgemeinen Helterfeit verloren. Bei der weiteren Beratung des Haushalts stellten die Kommunisten An. träge auf Erhöhung der Positionen. Sie wurden vom Genoffen Bohling darauf verwiesen, daß es hier nur gilt, eine Bedarfs aufstellung zu machen, da die meisten Buntte schon durch gesetz liche Normen festgelegt sind und daß nur die Stadtverordnetenver fammlung weitergehender beschließen könne. Als der Bortmelduna eines Kommuniften nicht gleich stattgegeben wurde, entstand ein Tu mult, der ein weiteres Berhandeln unmöglich machte. Erst nach 10 Minuten wurde die Sihung wieder eröffnet. Der Kommunift Bar begann eine wahre Schimpftanonade gegen unsere Genoffen. Bet dieser Gelegenheit muß einmal gesagt werden, daß es in dieser Weise nicht weitergehen kann. Alle Rücksichten auf die Kommunisten STADI BEILAGE find wedlos, wenn diese den so gewonnenen Boden nur au tationsreben und Scharfmacherelen gegen untere Bartel ausnußen. Die Versammlung wurde vertagt. Kreuzberg. 6. Bezirk In der Bezirksversammlung am 20. Januar ergab die Wahl des Borstandes eine Zusammenlegung nach dem Stärfeverhältnis der Barteien mit unserem Genoffen Gerber als Vorsteher. Borher machte Pfarrer Koch den Versuch, bei Gelegenheit eines Ein. spruchs gegen einen Dringlichkeitsantrag eine Geschäftsodnungsdebatte zu entfesseln. Da dieser Versuch mißlang, padte er turzer hand feine Sachen, entfernte fich und trug somit viel zum geordneten Fortgang der folgenden Tagesordnung bei. In der Etatsberatuna wurden die einzelnen Rapitel mit allen dazu gestellten Anträgen angenommen, troßdem beim Rapitel Bolfsbildungsamt die Deutsch nationalen einen Borstoß gegen den wissenschaftlichen Hilfsarbeiter einen Mann mit hohen Fähigkeiten unternahmen. S 8. Bezirk- Spandau. யா in RK VORWARTS ai.rowiti berichtete, entspann sich eine lebbafte Debatte. Die Kom muniften hatten für reichliche Beschickung der Tribüne Sorge ge tragen. Der Tumult in der Bersammlung war so groß, daß trog wiederholten Ermahnens der Vorsteher die Verhandlungen unter brach und die Tribünen polizeilich räumen ließ. Bemerkenswert ist es, daß dieses zum erstenmal in Schöneberg eingetreten ist. Erst nachdem die Tribünen geräumt waren, fonnte die Versammlung mit ihrer Weiterarbeit beginnen. Bei der Beratung des Haushaltsporschlages für 1926 haben die Kommunisten ungefähr 20 Anträge gestellt. Bemerti muß hierbe zerben, daß fie im Ausschuß nicht einen einzigen Antrag gestellt und den einzelnen Etatstiteln zugestimmt hatten. Bei dem von uns gestellten Antrag, wieder Weittel einzustellen, um städtische Fischverkaufsstellen zu errichten, wie Schöneberg fie bereits früher hatte, fam es zu einer lebhaften Aussprache. Bon dem demokratischen Bezirksverordneten Machowicz und unserem Genossen Cheminski wurde die Forderung eifrig unterstüßt und von dem Wirtschaftsparteiler und unbefoldeten Stadtrat Bagte befämpft, der von der Annahme diefes Antrages befürchtete, daß die Fischhändler hierdurch einen Schaden erleiden fönnten. Das ist derselbe Herr, auf deffen Drängen Das Bezirksamt die sehr gut gehende und gut eingerichtete ifm. halle verkaufen mußte. Die Fischhalle hatte es bei ihrem Bestehen zu einem von Jahr zu Jahr steigenden Ueberschuß gebracht, der sich bis zum Beginn des Krieges auf die sehr ansehnliche Summe von 42 000 Goldmart steigerte Die Arbeiterschaft Schönebergs hat mit Vorliebe ihre Einkäufe dort besorgt, meil sie gut bedient wurde und ftets frische Ware erhielt. Durch eine vernünftige Propaganda erhöhte sich der Verkauf von Jahr zu Jahr. Dies war den Wirtschaftsparteilern ein Dorn im Auge und so mußte die Seefischhalle verfchwinden. Gegen die Stimmen der Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und der fünf Mann starken Fraktion der Volkspartei wurde der Antrag mit den Stimmen unserer Genossen, des Zentrums, der Demokraten, der Kommunisten und zwei Boltspartellern ange nommen. Der Haushaltsvoranschlag wurde nach eingehender Beratung gegen die Stimmen der Kommunisten verabschiedet. In der ersten Sigung nach Neujahr wurde der bisherige Bor. teber, Genosse Münsinger, ohne Widerspruch gewählt. Als sein Stellvertreter ging der Bezirksverordnete Bleichmann ( D. Bp.) aus der Betteimahl hervor, ebenso ein Beisiger in der Person des Bezirksverordneten Degenhardt( Dnat.). Der erfte Schriftführer und fein Stellvertreter wurden durch Suruf gewählt. Der Schriftführer entfiel auf die SPD., der Stellvertreter auf die RBD. Es sind die Bezirksverordneten Reichert und Mühl. Der Vorstand wird also gebildet aus zwei Mitgliedern der SPD., zwei Mitgliedern der Freien Vereinigung( Dnat. und D. Bp.), einem Mitglied der KPD. Die Mitte( 3entrum und Demofraten) ging leer aus, fie hatten feinen Wert auf eine Besetzung des Präsidiums gelegt. Mit Hilfe der sozialistischen Mehrheit gelang es, die Genoffin mos ni als Mitglied in den Strafanstaltsbeirat zu entfenden, die Gabung für die Wohlfahrtspflege ir unserem Sinne abzuändern, in der Weise, daß ein Lehrer und eine Lehrerin von der Bezirksver sammlung gewählt werden und daß in den Verwaltungsausschuß außer dem evangelischen und fatholischen Geistlichen und dem Rabbiner auch ein Bertreter der Freidenfer entjendet wird. Bezirksschulausschuß wurde gegen die Stimmen der Rechten ange nommen. Die Wahl der Mitglieder tonnte nicht erfolgen, da von der Linken ein Abänderungsantrag eingebracht worden war, der bestimmte, daß die Zahl der stimmfähigen Bürger von vier auf drei herabgefeßt wurde. Bei der Wahl für die Bezirksschuldeputation hatten SPD. und KPD. die Listen verbunden. Es entfielen daher bei der Berhältniswahl auf die SPD. drei Size, auf die Rechte zwei Size für die Bezirksverordneten und für die stimmfähigen Bürger. Im Hauptinteresse der Beratung stand der Bericht der Kommission. betreffend den kommunistischen Antrag über die Linderung der Not der Arbeitslosen. Der Stadtverordnete Sellheim benugte natürlich die Gelegenheit, um vor den überfüllten Tribünen eine demagogische Bropagandarede zu halten, in welcher er alle anderen Parteien des Hauses, außer seiner, mit reichlichen Vorwürfen bedachte. Nach stundenlangen Debatten über diese Frage wurde die Sigung vertagi. 9. Bezirk Wilmersdorf. Der Auf der Tagesordnung der zweiten Sigung der neugewählten Bezirksversammlung ftand die Wahl von fieben unbelol. deten Stadträten. Durch die Bereinbarung unserer Fraktion mit den Demofraten murde es möglich, die Wahl von zwei Sozialdemokraten durchzujeßen, während andernfalls nur ein Mandat auf unsere Fraftion entfallen wäre. Dadurch sind die beiden, durch ihre langjährige Tätigkeit auf dem Gebiete der tommunalen Selbstverwaltung außerordentlich bewährten Genoffen Oppel und Emmel wiederum Mitglieder des im übrigen bis auf einen Demokraten burchaus rechts gerichteten Stadtraisfollegiums geworden. Im übrigen ze gte sich bei der Bahl von Mitgliedern der Ausschüsse und Deputationen, daß die Rechtsparteien ihre minzige Mehrheit bedenkenlos auszu nutzen gefonnen sind, ohne auf die Minderheit, in diesem Falle die Kommunisten, die geringfte Rücksicht zu nehmen. An dieser Einstellung auf den Ma.htstandpunkt ändert auch nichts ihre Zustimmung zu einer Entschließung, die einen erneuten scharfen Brotest enthält gegen die Zuweifung eines großen Geländes im Dauerwaldgebiet am Grunewaldsee durch den Megistrat an einen hochfeudalen Tennisklub, die fpät taum irgendwelchen praktischen Erfolg haben wird. Jedenfalls werden unsere Bezirksverordneten im weiteren Verlauf der Bezirksversammlungsarbeit vor scharfen Kämpfen stehen, und zwar bei der Wahrung der Interessen der minderbemittelten Bevölkerung hinfichtlich der Durchführung der Erwerbslosenfürsorge, der geplanten Bauvorhaben, der Erhaltung der Kleingärten, sowie auf allen Gebieten der sozialen Gürsorge. 11. Bezirk Schöneberg. Au Die letzte Bezirksverordnetenversammlung wählte Ewers( Dnat.) zum Vorsteher, Genossen Flat au zum Stellvertreter. Bu unbesolde ten Bezirksamtsmitgliedern wurden die Genossen Herzberg und Wendt gewählt Bei der Berichterstattung über einige von den Kommunisten gestellten Anträge, über die der Genosse RamRommunisten geftellten Anträge, über die der Genoffe Ram 14. Bezirk Neukölln. Die Bezirksversammlung beschäftigte sich in ihrer Sizung am Mittwoch, den 20. Januar, zuerst mit der Wahl des Borst an des. Durch Zuruf wurde Genosse Heitmann wieder zum Borsteher gewählt. Das Bezirksamt fegt sich nunmehr zuJammen aus 14 Mitgliedern, von denen 9 ter SPD., 3 der RPD. und 2 bürgerlichen Barteien angehören. Der Bezirkshaushaltsvoranschlag murde mit den Beschlüffen des Bezirksamtes und des Haushaltsausschusses gutgeheißen. Auch unser Rebner, Genosse eller, erklärte die Zustimmung der Fraktion. Die KVD. marschierte, um die zahlreich vorhandenen Tribünenbesucher zufriedenzustellen, mit einer Serie Anträgen auf, trotzdem ihre Bertreter in den Sigungen des Haus haltausschusses alles gutgeheißen und feinen einzigen Antrag gestellt hatten. Ihr Redner, Herr Raddat, hatte sehr viel an der Bedarfs. anmeldung auszusetzen und er gab fich Mühe, bei der Begründung der pielen Anträge feine Fraftion zufriedenzustellen und troßdem die Würde als neugewählter Stadtrat zu wahren. Als sie dann denr Etat zustimmten, gab es auf den Tribünen lange Gesichter und im Sizungsfaal schallende Heiterfeit. Daran anschließend wurden nach furzer Debatte zwei wichtige Vorlagen des Bezirksamts angenommen. Die eine, Errichtung einer Gemeindeschule auf dem Gelände des Rittergutes Brit, die andere, Bau einer höheren Schule auf demselben Gelände. Hierbei bemängelte ein Kommunist die unterschiedlichen Kostenanschläge beider Schulen. Der Dezernent des Bauwesens, Stadtrat ude Parteifreunde mit dem Hinweis, daß allein schon die Tatsache, daß ( APD.) besänftigte die Erregung markierenden Gemüter feiner die höhere Schule pon Schülern bis zum 18. Lebensjahre besucht werde, eine Mehrausgabe für Bau und Einrichtung rechtfertige. Beim nächsten Punkt handelte es sich um einen Antrag unferer Frattion betreffend Erhöhung der Beföstigungsfäße in den städtischen Krantenanstalten. Genosse Grabe begründete eingehend die Notwendigkeit. Nunmehr erfolgte die Beratung von Anträgen der SPD. betr. Durchführung von Maßnahmen zur Bahabung der wirtschaftlichen Notlage ber Bedürftigen und Erwerbslosen". Dieser Antrag, vom Genossen Heitmann eingehend begründet, wurde mit ähnlich lautenden Anträgen der KPD- Fraktion einem Ausschuß überwiesen, welcher schnellftens eine eingehende Durch beratung und Berabschiedung vornehmen soll. Bon allen Frattionen wurde betont, daß die Notlage in dem Arbeiterbezirt Neutölln über alle Maßen groß., ja beängstigend sei, und daß Reich und Staat, aber auch der Magistrat an diesen Tatsachen nicht vorübergehen sollten. 15. Bezirk Treptow. Die am 6. Januar abgehaltene Bezirksversammlung murde durch das älteste Mitglied, Genoffin Bundesmann, eröffnet. Einstimmig wurde Genosse Wilhelm Strieder zum Vorsteher gewählt. Da die Kommunisten bei jedem weiteren Posten im Vorstande der Verfammlung Borschläge machten, mußte zur Bettelwahl geschritten werden. Unter anderen wurde als Beisiger Genosse Osten gewählt. Dem Abschluß eines Kaufvertrages mit dem Kleinwohnungsbau„ Ge 15. BERLINER 6- TAGE- RENNEN 2. Dresdener 6- Tage- Rennen 1., 2., 3., 4. u. 5. Preis Sieger: Mac Namara- Horan auf ARCONA ARCONA- RAD gewonnen Wieder ein Beweis der großen Klasse und Qualität 5. Berliner 6- Tage- Rennen 2., 4., 5. u. 6. Preis auf ARCONARad gewonnen ERNST MACHNOW, BERLIN C 54, Kataloge nach auswärts gratis und franko Weinmeister. straße 14 lichen Lage der Arbeiterschaft, bie fich naturgemäß nach der Finanz Lage der Stadt richten muß, tein Berständnis haben. Dies und manches andere zutreffende mußte sich ihr Vertreter von unseren und den bürgerlichen Rednern ins Stammbuch schreiben laffen. Nach Berabschiedung des Etats verfiel die Sitzung der Bertagung. 18. Bezirk Weißenfee. Nachdem am 16. Dezember 1925 in der ersten Sitzung der neuen Bezirksversammlung nach der Einführung die Wahl der notwendigen Ausschüsse stattgefunden hatte, konnte gestern die Bezirksversamm lung mit ihren Arbeiten beginnen. Bei der Vorstandswahl wurde unser Genosse, der bisherige Borsteher Thiele, ohne Widerspruch zum Borfizenden wiedergewählt. Die Deutschnationalen erhoben Anspruch auf den Stellvertreter, desgleichen auch die gleich starte Fraktion der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft, deren Kandidat mit unserer Unterſtügung gewählt wurde. Da erstere daraufhin, ebenso wie auch die Kommunisten, für die weitere Befehung des Bureaus teine Vorschläge machten, wurde dieses von der SPD. und den Arbeitsgemeinschaftlern vervollständigt. Nach Erledigung einiger anderer unwesentlicher Punkte fand dann die Wahl des stellverKommunale Konferenz Der Berichterstatter unferes objektiven Ortsblättchens brachte wohl die Zahlen 7 und 12, tonnte aber nicht bis 22 zählen. Dagegen spricht er von einem Lintstabinett" und noch einer kleinen, runden Fälschung, die er dem Kommunisten Rieger anhängt:„ Ja, das find Wenn er die die ersten Folgen der mangelnden Wahlbeteiligung. Berichterstattung fo fortjeßt, indem er die Ausführungen unserer Redner dem Leser unterschlägt und mur unsere Namen nicht nennt, braucht er sich nicht zu wundern, wenn durch die Wiedergabe der Reden der bürgerlichen Barteien so wenig Interesse bei den Wahlen erzielt wird. Als Stellvertreter wurden gewählt Rieger und Lange ( KPD.). Als Beisiger Gubig, Loesner, als Stellvertreter Schulz und Baganz( SPD.). Die Anfrage der Kommunisten, warum auf dem städtischen Gut in Blankenfelde mehrere Arbeiter und Arbeiterinnen auf die Straße gefeht wurden, gab unserem Genossen Loesner Ge legenheit, den Vorfall und dabei das gesamte Verhalten der Güter G. m. b. 5. eingehend zu beleuchten. Ein eingefeßter Ausschuß foll noch einmal eingehend die Dinge prüfen. Das Bezirksamt forderte in einer Borlage die Zustimmung zum Abschluß eines Mietvertrages über Räume in der Kissingenstraße 48 zur Errichtung eines Jugendheimes. Genosse Mühlmann stellte den Antrag, die Räume auch als Kindergarten und Hort zu bemugen. Trotzdem der Mietspreis von 2200 M. sehr hoch erscheint, wurde der Bertrag gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei angenommen. Genosse Kramer begründete hierauf einen Antrag, der sich erneut mit der Grundwassergefahr in Niederschönhausen beschäftigt. Er verlangte babei, daß das Bezirksamt einen Sachverständigen hinzuziehen solle, um endlich die immer wiederfehrenden Klagen und Beschwerden aus der Welt schaffen zu tönnen. 20. Bezirk-Reinidendorf. meinnügige Bergefeffideft& tn 505exts- ban a usbrud, baß fie für eine Urielchterung ber strifebaften, and effen Geflytern Bonnte man große Heberrabeng sotelen thal murde in zweiter Lefung, die in der vorigen Sigung von ben Kommunisten beantragt mar, diesmal einstimmig zu gestimmt. Geraume Zeit nahmen die Wahlen zu den Bezirts beputationen in Anspruch. Den Rommunisten und den Mitgliedern des Bloces der Mitte war in der Sigung des Wahlausschusses empfohlen worden, sich über die Besetzung je eines Mitgliedes in fünf Deputationen zu einigen, da sonst das Los entscheiden müffe. Beide Fraktionen hatten eine Einigung in Aussicht gestellt. In der Bezirksversammlung beantragten die Kommunisten jedoch Bettelwahl. Das Los mußte entscheiden. Der Bezirksverordnete Wolf( KPD.) zog das Los zugunsten der Bürgerlichen. Die Empörung, die hier. über bei der KPD. Platz griff und die sich auch der Tribünenbesucher bemächtigte, war in diesem Falle sicherlich unangebracht. Als Mit glied der gemäß§ 28 des Gesezes Groß- Berlin zu bildenden Schieds. ftelle wurde der Genoffe Strieber gewählt. Die Kommunisten glaubten dann Obstruktionspolitit treiben zu müssen Sie beantragten zwei Bauvorlagen, die völlig flar waren, in zmei Lejungen zu verhandeln. Die Bezirksversammlung nahm die Taufe von ver. fchiedenen bisher noch namenlosen Straßen vor. Auf eine Anfrage der KPD., betr. Auszahlung der Erwerbslosenunterstüßung, gab Genosse Stadtrat Peters die Antwort. Bon der SPD.- Frattion lag ein Antrag vor, die Straßenbahndirektion aufzufordern, in den verkehrsreichen Zeiten bei den Wagen der Straßenbahnlinien 87, 187 und 93 Anhänger zu führen. Wir beantragten weiter, die Linie 88 bis Oberschöneweide zu verlängern. Genoffe Stadtverordneter Reimann gab einen eingehenden Bericht über das Straßenbahnwefen in Groß- Berlin. Unser Antrag fand einstimmie Annahme. Ein Antrag der Frattion Blod der Mitte, die Turn hallen nur für turnerische 3wede zu bemußen, wurde abgelehnt. Die APD. glaubte die Versammlung mit einem endlosen Antrage in ber Erwerbslosenfrage bedenken zu sollen. Nicht weniger als 10 forde rungen mit allem möglichen Beimert murben erhoben. Da in dem Antrage Ausgaben vorgesehen waren, beantragte unsere Fraftion geschäftsordnungsgemäß, diesen Antrag dem zuständigen Ausschuß ber Bersammlung zur Durchberatung zu überweisen. Die RBD.. die vier oder fünf Redner zu dieser Angelegenheit ftellte, verlangte unbedingt die sofortige Berabschiedung dieses Antrages. Als fie jedoch merkten. daß unsere Fraftion feft blieb, erflärten fie, bak fle mit einer Ueberweisung an den Rechnungsausschuß einverstanden feien, jedoch wünschen, daß der gewählte Ermerbslofenrat( chon heute anerkannt wird. Unsere Fraktion konnte dieser Forderung unmöglich zustimmen, da auch diese Frage mur einheitlich in der gesammten Stadtgemeinde Berlin behandelt werden fann Ein weiterer tommunistischer Redner glaubte sich dadurch besonders hervorheben zu können, daß er unseren Genoffen Hermann Lempert, der fich an der ganzen Debatte nicht beteiligt hatte, persönlich angriff. Unter allgemeiner Unruhe ging die Bersammlung auseinander. 16. Bezirk Köpenid. heute, Freitag, den 22. Januar, abends 71% Uhr im Jugendheim Lindenftr. 3, 2. Hof links 3 Tr. Es webmen tell: Der Borftand der Stadtverordnetenfraffion, bie SPD.- Mitglieder des Magiftrats, die Borfigenden und Schriftführer der Bezirksfraftionen, die parteigenöffifchen Mitglieder der Bezirtsämter, fowie die SPD.- Borsteher der Bezirksveriammlungen und der engere Beşirfsvorstand. hetenden Bürgermeifters und der vier unbefoldeten Stadträte statt. Der erftere Boften war feit dem schon im Mai vorigen Jahres erfolgten Tod unferes Genossen Taubmann unbelegt geblieben Damals erhob die KBD. Anspruch darauf, und aus eigener Straft war es uns nicht möglich, unseren Randidaten durchzubringen. Die Bürgerlichen, insbesondere die Deutschnationalen und Boltsparteiler, verfuchten erft, die Wahl überhaupt zu hintertreiben, und wandten sich mit einem diesbezüglichen Schreiben an den Oberpräsidenten. Diefer gab jedoch furz vor den Neuwahlen die Stelle frei. Nun verfuchten die Rechtsparteiler ein Ueberrumpelungsmanöver. Einer unserer Genossen war schmer ertranft. Dadurch war das Stärke. verhältnis zwischen der Rechten und der Linten gleich. Durch das geschlossene Auftreten der Linken erlebten die Rechtsparteiler damals ein Flasto. Nachdem nunmehr die KPD. ihren Anspruch aufgegeben hatte, fonnte unser Kandidat. Stadtverordneter Genoffe Reimann, mit den 16 Stimmen( 11 SPD. und 5 KPD.) der Linten gegen die 14 der auf einen Kompromißfandidaten vereinigten Bürgerlichen als stellvertretender Bürgermeister gewählt werden. Bei der Wahl der unbesoldeten Stadträte entfielen, entsprechend dem Stärkever hältnis der Fraktion, auf jede einzelne ein Mandat. Dabei bedurfte die RPD. unserer Unterstügung, da einer ihrer Bertreter infolge Niederlegung feines Mandats an der Sigung nicht teilnahm und der Erfagmann noch nicht einberufen ist. Es folgte dann die reibungslose Erledigung der umfangreichen Tagesordnung. Sum Schluß redete ein Redner der APD. bei der Begründung eines von den Kommunisten eingebrachten fog. Dringlichkeitsantrages, der eine Willenstundgebung im Sinne der von ber KPD. propagierten Enteignung der Fürsten verlangte, die gesamten bürgerlichen Vertreter zum Saale hinaus. Dann wurde unter allgemeiner Heiterfeit der Burüdgebliebenen, ohne daß eine Abstimmung über den Antrag stattfand, die Sigung geschlossen. Die Bezirksversammlung beschäftigte fich in threr Sigung am 20. d. M. in der Hauptfache mit ber Beratung des Haus haltsplanes für 1926. Genosse Reuter berichtete als Borfizender des Etatausschuffes über das Ergebnis der Beratungen dieses Ausschusses, erflärte die dabei getroffenen Readerungen und empfahl die Annahme des Gesamtetats. In der Generaldebatte ftellte der Vertreter der tommunistischen Fraftion Rebe Anträge in Aus ficht, die, bei der Spezialberatung eingebracht, größtenteils der Ab lehnung verfielen. Von der deutschnationalen Fraktion nahm der Be zirksverordnete Stein bemerkenswerterweise in zustimmendem Sinne zu der Borlage Stellung, um zum Schluß auch die Zuftim mung feiner Fraktion zum Gesamtetat zuzufichera Die liberale bürgerliche Fraktion ließ durch ihren Bertreter Seier gleichfalls die Zustimmung ausdrüden Genoffe Reuter gab in feinem Schluß resumé der Genugtuung Ausdrud, daß die erzieherische Tätigkeit unferer Fraktion zu praktischer fommunaler Mitarbeit endlich auch auf der anderen Seite des Hauses Boden gefaßt habe, verwies aber auch auf die unfruchtbare negierende Tätigkeit der Kommunisten. Die Spezialberatung zeitigte die Annahme der vom Ausschuß und unserer Graftion beantragten Aenderungen, die sich u. a. auf den Schul. neubau in Rahnsdorf Wilhelmshagen helfen mintel, die Ausstattung von Rinderhorten, frete Bern.fammlung fein Berständnis für die parlamentarische Forderung, das mittel in den Boltsschulen, Schülerspeisung, Braufebäder in den Volksschulen u. a. bezogen. In der Gesamtabstimmung wurde Der Haushaltsplan, der in der Endsumme 10 470 120 m. auswies und mit 202 640 m. entgegen dem vorgelegten Entwurf verstärkt mar, gegen die Stimmen der Kommunisten ange nommen. Diese Auch- Bertreter der werftätigen Bevölkerung brachte 1 16 19. Bezirk Pantor. Die erste Bezirksverordnetenverfammlung im neuen Jahre er gab eine große Ueberraschung. Unser Genoffe Kramer wurde zum Borsteher der Bersammlung gewählt. Trotzdem die SPD. schon immer die stärkste Frattion war, zeigte die Mehrheit der Ber Recht der stärksten Fraftion zu sichern. Die Kommunisten stellten den Bezirksverordneten Rieger auf, die Deutschnationalen Hürtgen und die Demokraten Müller. Da die Kommunisten gleich im ersten Wahlgang für Kramer stimmten, wurde diefer mit 22 Stimmen gewählt. Müller erhielt 7, Hürtgen 12 Stimmen. Drei Zettel waren unbeschrieben. Nach Berfündigung des Resultates trat lautlose Stille Die Bezirksversammlung am 13. Jamuar begann mit einer fommunistischen Anfrage, weshalb ein Schupoaufgebot bestellt wäre. Der Borsigende Genoffe Rogolf erklärte, die Polizei habe in Erfahrung gebracht, daß in einer Erwerbslosenversammlung der Befchluß gefaßt wurde, die Bezirksversammlung zu sprengen und des halb fei, zweds ordnungsmäßiger Durchführung der Sizung, eine Sicherung von Bolizei wegen vorgenommen worden. Tatsächlich war die Tribüne schon lange vor Beginn der Sigung überfüllt und viele mußten abgewiesen werden. Bei der Neuwahl des Borstandes wurde Genoffe Rogolt, nachdem sich die Kommunisten gegen seine Wiederwahl zum Borsteher ausgesprochen hatten, mit 31 Stimmen gewählt. Die übrige Wahl der Mitglieder des Borftandes ging durch Zuruf vor sich. Von den Kommunisten war an das Bezirksamt die Anfrage gerichtet, warum an den ehemaligen Leiter des Arbeitsamtes, Herrn Fischer, eine Abfindung von 4500 m. gezahlt worden sei. Darauf gab der Bürgermeister die nötigen Er läuterungen und wies die Kommunisten darauf hin, daß ihnen frei fiehe, gegen ihn und die Bezirksmitglieder das Disziplinarverfahren zu beantragen. Als die Kommunisten erklärten, daß Herr Fischer wegen seines Lebenswandels doch bald vom Amte hätte entfernt werden können, hielt ihnen unser Genosse Wollschläger ent gegen, daß doch gerade der ehemalige kommunistische Stadtrat usher den genannten Herrn zum Mitbezernenten machen wollte. Der Mißtrauensantrag der Kommunisten gegen das Bezirksamt wegen der Abfindungssumme wurde von der Versammlung abgelehnt. Eine Anfrage unserer Frattion an das Bezirksamt wegen Räumung der mit Wohnungen besetzten Kleingärten an der Teichftraße zur Erweiterung des Gemeindefriedhofes wurde nicht zufriedenstellend beantwortet. Genosse Wilsdorf wies in der Aus. sprache auf die großen Härten gegen die betroffenen Klein. gärtner hin und beantragte die nochmalige Behandlung dieser Angelegenheit in der zuständigen Deputation, was auch beschlossen wurde. Wegen der Berlegung der Polizeimache in der Granatenstraße beantragten die Bürgerlichen, das Bezirksamt zu er fuchen, auf das Polizeiamt Reinidendorf einzuwirken, die Wache in derselben Gegend zu belaffen und nicht nach Marktstraße 12 312 verlegen. Genosse Roch erklärte, daß unsere Frattion damit ein verstanden sei, er sich aber sehr wundere, daß der Antrag vom Be zirtsverordneten Engel( Wirtschaftspartei) tomme, der ursprünglich mit der Verlegung einverstanden war. Das Haus Marktstraße 12 gehört bekanntlich dem demokratischen Bezirksverordneten Brede. red. Wie es heißt, wollte der Bezirksverordnete Engel gern Stadtrat werden. Um dazu die Stimmen der Demokraten zu erlangen, bot er an, für die Verlegung der Bolizeiwache nach der Marktftraße 12 einzutreten. Da das Geschäft nicht gelungen ist, fommit jegt dieser Antrag. Cigaretten 5 ACO Ungerändert သာ SILBER 58 in Preis u. Güte THEIZ Billige Lebensmittel A N Mengenabgabe vorbehalten Leichtverderblichs Artikel sind vom Versand ausgeschiessen Verkauf sowelt Vorrat Frisches Fleisch Suppentleisch........... Ptund 60Pt. Fehirippe u. Brust............... Pfund 70PL Prima Schmorfleisch a Knock, Pfand 1,10 Prima Rouladen...... Pune 1,20 Schinken u. Schuiterblatt... Pred 1,00 Schweinebauch ohne Bellage..... Pfand 1,00 Liesen.... Pfand 95PL Kalbskamm... Pfand 75PL Kasseler ..... Prend 1,30 .................. Eisbein mit Spitz bein, gepökelt..Pfand 72P Fr.Schweineköpfe mit Backe... Ptand 56Pf. Ausgelassener Talg........... Pfand 60PL Gefrierfleisch Pa. Ochsenbrust..... Prand 54P Pa. Ochsenkamm..... Pfand 56PL Cchsen- Schmortleisch Knoch., Pid. 78PL Gulasch ohne Knochen................... Pfand 65PL Pa. Rinderherzen................ Pland 42PL Gehacktes.... Resterkaffee ..... Pfand 70PL ..... Pfand 245 Wurstwaren Delikatesssülzer.53PL Rot-.Leberwurst P. 60P. Landleberwurst Pa. 110 Fleischwurst Pfand 110 Berl. Mettwurst Pa. 105 Jagdwurst..... Pfand 135 Mettwurst a. Br. Art, Pra. 140 Schinkenwurst Pra 170 Käseu.Butter Harzer Käse Prand 48P. -Käse...... Pfand 32P. Kümmelkäse Pfand 40PL Briekäse volltett, Ptd. 95et. Tilsiter gate Qual, P.78Pt. Edamer Käse Pfand 100 Teebutter Pfd- Paket 102 Din Tafelbutt.,- Pra- Pak 105 Kolonialwaren Kartoffelmehl Pfund 18PL Viktoria- Erbsen Ptd. 19P Halbe Erbsengesch., Pid.28Pt. Neue Linsen Pfand 35P ElerStückmakkaroni P 45Pt. Bruchreis...... Pfund 18PL Valencia- Reis Pfand34Pt. Bosn. Pflaumen P.40P. Zervelat-.Salamiwurst 19 Kaliforn. Backobst 60PL holsteinische... Pfand 45 ... Ptand Schinkenspeck Prand 14 Makrelbücklinge Corned beef- 40PL. Heringe 65PL d grüne K., i.G, Pfand a. Kopf, Pland 32Pr Seelachs 30P Ahlbecker F.undern Rotbars 30PL. Pfund 42PL Pfd.-D. getr., Gänse get PMd. 85Pt. Suppen- Hühner md. 145 Hasen gestreift Gemüse- und Obstkonserven Dose Stg.- Spargel sehr stark 345 Stg.- Spargel mark... 325 Stg.- Spargel mittel... 808 Stg.- Spargel soleo.... 265 Stg.- Spargel aaa.... 215 Brechspargel mittel 245 Brechspargel daa.. 185 Brechspargelo. Koöpfe 175 Dose Obst und Gemüse Weisskohl Prand 6PL Mandariaen... Koffer 110 Möhren...... 2 Ptand 15P Sellerie..... 2 Prand 35PL Mandarinen... Pand 32P Kechäpfel..... Pfund 10et. Essäpfel Belle Fleur Pfund 20P Apfelsinen..Dtd.von 35 Steuerzuschlag 20% in Gross- Beriin Besonders empfehlenswerte Tafelweine Die Flaschenweinpreise verstehen sich ohne Steueru. Flasche 1, FL 10 FI. 1922er St. Martiner.. 1922er Mesenicher 1922er Gundersheimer 75.700 100 950 1922er Büdesheimer Neubergy Pfand80Pt mit Stein Dose Brechspargel Abreha. 140 Erdbeeren... 190 Jg. Erbsen fein, Kar. 135 Kirschen schw, mit 8t. 105 Gem. Gemüse sehr fein 195 Kaiserkirschen 115 g. Schnittand Brech- Bohnen, fein 75P Kürbis................ 70PL J.Schnitt- u.Brech- Fohnen 65P Mirabellen 105 Tomatenmark...... 88PL Pflaumen halbe Fracht 75 Tomatenpuree..... ..... 72PL Preisselbeeren .... 83PL Apfelmus 58Pt. Reineclauden 130 In unserer Konfitürenabtellung: Blockschokolade.... 500- g- Tafel 1,60 Sandgebäck... ..Pfund 1,00 Kakao Bensdorp........... Pfund 85P Schokolade.keks......... Pfand 1,30 Keksmischung.............. Pfund 90PL Streuselkugeln.. .Pfand 1,20 1922er Valwigsberg. Palmberg 1922er Burrweil. Schlossberg. Roter süsser Johannisbeerwein Heidelbeerwein vorzüglicher Kräftigungswein ... 75.700 1,25 12,00 1,60 15,00 , Cider", süsser Apfelwein.. Roter Tarragona, süss. Alter Malaga, dunkel... Orig.Insel Samos, Musk.- Auslese 1,85 17, 0 Zur Bowle: sammen 10 FL.Bayerfelde Schlosberg 2 FI.Hertie- Silber od.Cabinet- Frachtschaumw. 10% 00 Stever .L3,00 Weine vom Fassin guten Qualitäten Gerässe und Flaschen bitten wir mitzubringen Rheinpfälzer Weisswein Malaga- goldgelb hervorragender 75P. 230 guter Bowlen- und in 50 & 13 2. Beilage des Vorwärts Nr. 3 43. Jahrgang A.-G. Keine Keine Privatisierung. Die Umorganisation der Reichswerke. Liquidation der Deutschen Werke A.-G. Neugründungen und Verkäufe. Es wurden gegründet: Freitag, 22. Januar 1926 Werte A.-G. überhaupt. Die Deutsche Werke A.-G. hört auch als Holdinggesellschaft auf, zu existiereni Ihr Grundstüds. und Ge bäudebesiß, wie auch alle Beteiligungen gehen an die Biag über. Die Biag macht dabei, sofern bei dem Händewechsel zwischen zwei Reichsgesellschaften davon die Rede sein tann, ein gutes Geschäft. Die 12,60 Mill. Grundstücke und Gebäude der stilliegenden Werke find zweifellos start unterwertet; die 20,45 mill. BeteiliUeberschüsse, als gewöhnlich auf ein solches Attienkapital erwartet werden tann. Außerdem aber sind sämtliche Betriebsmerte, die in den stilliegenden Werken liegen, mit je 1 M. der Biag" übergeben, also umsonst; und schließlich ebenso die wertvolle Beteiligung an der AEG.- Deutsche Werke, Erfurt, die im letzten Jahr 8 Proz. Dividende brachte. Auf die„ Biag" gehen ebenfalls ohne besondere Entschädigung die Reserven mit 5,8 mill. über. Ob auch die Gewinne mit 469,405 m. an die„ Biag" weitergeleitet werden, läßt sich aus dem Geschäftsbericht nicht übersehen. Die vor etwa einem Jahre vom Aufsichtsrat der Deutschen auf Grund der Bilanzen des jeweiligen Uebernahmetages über gungen versprechen nach Ueberwindung der heutigen Krise viel höhere | Werte beschloffene Umorganisation der bisher in diesem tragen Ronzern zusammengefaßten Reichswerte ist nunmehr vollzogen. Es handelt sich dabei nicht, wie anfangs befürchtet werden mußte, um eine Privatisierung; denn die Besigtümer dieser Gesellfchaft find in gemeinwirtschaftliche Unternehmungen umgewandelt morden, zum Teil unter Mitwirkung Bayerns. Im Anschluß an die Aufsichtsratsfizung vom 19. diefes Monats, in der die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und die Berichte des Borstandes und des Aufsichtsrates für das letzte Geschäftsjahr genehmigt wurden, werden von der Verwaltung der Deutschen Werte folgende Mitteilungen gemacht: Der in den Statuten der Deutsche Werte A.-G. vorgesehene Produktionszwed ist durch die Umorganisation hinfällig geworden. Die Gesellschaft hätte als solche lediglich die Berwertung der restlichen Immobilien und die Berwaltung der Beteiligungen durchzuführen, würde also in der Hauptsache, da die Verwertung etwas Borübergehendes ist, eine Holding- Gesellschaft darstellen. Der weitaus größte Teil der Aktien der Deutsche Werte A.-G. befindet fich aber im Besiz der Vereinigten Industrie- Unternehmungen Aftiengesellschaft, die als Holding- Gesellschaft die gleichen, ihrem Umfange nach jedoch bedeutend größeren Aufgaben erfüllt. Es ist wirtschaftlich nicht zu verantworten, zwei Holding- Gesellschaften hintereinander zu schalten. Deshalb hat der Aufsichtsrat beschlossen, der Generalversammlung die Annahme eines Angebots der Biag auf Uebernahme des Gesamtvermögens und im Anschluß daran die Liquidation der Gesellschaft zu emp. fehlen. Die Biag erflärt sich nach diesem Angebot bereit, das der Deutsche Werte-G. gehörige Gesamtvermögen mit allen Rechten und Verbindlichteiten zu übernehmen und der Deutsche Werte A.-G. nach Ablauf des Sperrjahres diejenigen Mitt el zur Verfügung zu stellen, die notwendig sind, um die ausstehenden Artien der Gesellschaft zu Bari einzulösen. Die Berwaltung hält bei der heutigen Wirtschaftslage in Deutschland das Angebot der Biag als im Interesse der Aktionäre( a. 1. des Reiches) liegend, da fich heute faum ein anderer Käufer finden dürfte, der bereit wäre, ein ähnlich günstiges Angebot zu machen. Bei Ablehnung des An gebots wurde die allmähliche Liquidation eine Reihe von Jahren in Anspruch nehmen. Es ist nicht zu übersehen, welche Unfoften, Sinfen, Steuern, Unterhaltungskosten der Betriebe usw. entstehen mürden, und welcher Nettoerlös für die Immobilien verbleiben mürde. Die in der Bilanz ausgewiesenen Reserven müssen als Gegenmert bei der Unübersichtlichkeit der Entwicklung der Nach folgegesellschaften, deren Aftien zu Bari in die Bilanz der DW. eingejezt sind, angesehen werden. Die für die Gesamtheit der Deutsche Werte 2.-G. benötigten und ausgewiesenen Reserven müssen naturgemäß dem Erwerber zufließen, der die Unternehmun gen in ihrer Gesamtheit zum Zwede des Weiterbetriebes, wenn auch in anderer Organisationsform, zufammenfaßt. Der Kurs von 100 Broz für die DW- Attie nach Ablauf der Sperrzeit entspricht unter Berücksichtigung der Zinsen dem derzeitigen Börsenturs, ber im Bergleich mit den übrigen ähnlichen Unternehmungen als günstig zu bezeichnen ist, da es nur wenige Unternehmungen des Maschinen baues gibt, deren Aktionäre beim Verlauf des Attienbesizes mit einem folchen Rurs rechnen fönnen, wie dies bei Annahme des Angebots der Biag der Fall wäre. Im Bericht des Borstandes wird zu der erfolgten Reuorganisation folgendes ausgeführt: Der Vorstand hat in den Berichten über die letzten Geschäftsjahre wiederholt auf das dauernde Mißverhältnis der der Gesell schaft zur Verfügung stehenden Betriebsmittel zu ihrem Produktionsapparat hingewiesen und daraus als wichtigste Aufgabe des Unter nehmens eine mit all. Energie durchzuführende Ronzentra tion der Betriebe gefolgert. Ein Abbau war bei dem Umfang der bem Unternehmen mitgegebenen Anlagen nur allmäh. ich möglich, zumal das Bestreben vorherrschte, den in den Betrieben tätigen Arbeitern und Angestellten die Beschäftigung möglichst zu erhalten. Für die Weiterführung der nicht ftillgelegten Werte waren, wie wiederholt in den Geschäftsberichten erwähnt, noch erhebliche Mittel notwendig. Mittel Die Bemühungen, die von uns für erforderlich gehaltenen unbeschaffen, find befanntlich fehl geschlagen. Der Aufsichtsrat fam daher in seiner Sigung vom 27. Februar 1925 zu dem Ergebnis, daß der Gedanke, die Deutsche Werte A.-G. als einheitliche Zusammenfassung der ehemaligen Heeres und Marinebetriebe zur Rente zu bringen, aufgegeben werden muß. Er suchte eine wirtschaftliche Ausnutzung der Produktionsstätten in der Umwandlung der einzelnen Werte in felb ständige Unternehmungen. Gegebenenfalls follten die Länder und andere Kreise zur Mitarbeit herangezogen werden. In Durchführung dieses Beschlusses hat die Generalversamm lung vom 22. Mai 1925 beschlossen, für die weiter zu betreibenden Werksbetriebe der Deutschen Werte besondere Gesellschaften zu gründen. Die den einzelnen Werfen übergebenen Anlagewerte, Borräte, Außenstände usw. wurden an die Gesellschaften 1. Für das Wert Ingolstadt die Deutsche Spinnereimaschinenbau 2.-G." in Ingolstadt mit einem Aftientapital von 4 Millionen Mart 74 Prozent dieses Rapitals übernahmen die Deutschen Werte, die restlichen 26 Broz der Bayerische Staat gegen eine Barzahlung von 1560 000 m. 2. Für das Werf Amberg die Deutsche Präzisionswert. zeug A.-G." in Amberg mit einem Attienkapital von 1 Million Mart. Die Deutschen Werte übernahmen 50 Broz des Attienfapitals, die reftlichen 50 Broz. nahm der Bayerische Staat gegen eine Zahlung von 650 000 m. 3. Für das Bert Siegburg bie Deutsche Stahl- und Walzwerke A.-G." in Siegburg mit einem Attientapital von 4 Millionen Mart. Dieses wurde von den Deutschen Werken voll übernommen. 4. Für das Wert Haselhorst die Deutsche Kraftfahrzeugwerte 2.-G." in Haselhorst bei Spandau mit einem Aftientapital von 5 Millionen Mart. Das gesamte Attienkapital wurde von den Deutschen Berten übernommen. Die Grundstücke und Gebäude des Berkes Haselhorst verblieben im Eigentum der Deutschen Werte und wurden der neuen Gesellschaft, soweit diese fie als Fabrikationsgelände benötigt, verpachtet. 5. Für das Wert Spandau die Deutsche IndustrieWerte A.-G." in Spandau mit einem Aftienfapital von 8 Millionen Mart. Dieses Kapital wurde von den Deutschen Werten unter Zuzahlung von 4500 000 Mart in bar in voller Höhe übernommen. Die baren Mittel hierfür wurden burch Bertauf der Grundstüde und Gebäude Spandaus an das Reich für 8,5 Millionen Marf beschafft. Das Reich überläßt diefe Anlagen an die neue Gesellschaft pachtweise. rich sort an das Reich für den Betrag von 12 Millionen Mart Außerdem wurde beschlossen, die Werke Kiel und Fried ou verfaufen. Das Wert München, dessen Stillegung schon seit längerer Seit in Aussicht genommen war, und dessen Fabrikation zum größten Teil auf das Wert Spandau übertragen wurde, ist an die Stadt München vertauft worden. Die Schlußbilanz der Deutschen Werte A.-G. Die Abschlußbilang, die die Deutschen Werte A.-B. zum 30. September 1925 aufgestellt hat, ist demnach die legte, die man von den Deutschen Werken zu sehen bekommt. In Zukunft werden die Geschäftsberichte und Bilanzen bei der Biag" erscheinen und die Geschäfts ergebnisse der Reichswerte werden sich bei ihr als Gewinn oder Verlust aus dem attienbesig nieber Schlagen. Konkurse in der Landwirtschaft früher und heute. Auf dem Lande wird im Augenblid viel von zusammenge brochenen Betrieben gesprochen. Ihre Bahl sei bedeutend höher als in der Bortriegszeit und beweise, wie fürchterlich schlecht es doch um die Landwirtschaft bestellt ist. Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? Nach dem„ Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich". 36. Jahrgang, wurden im Jahre 1913 429 Ronfurse gezählt, die in der Land- und Forstwirtschaft in die Erscheinung getrefen find. Auf den Monat umgerechnet, ergibt das 35 Konturse. Die legten Ziffern für die Gegenwart find in der Wirtschaftszeitschrift Wirtschaft und Statistit" enthalten. Nach dem Heft Nr. 23 sind im Monat November 1925 in der Land- und Forstwirtschaft nur 22 Konturje, b. h. 13 Konturse meniger als im Jahresdurchschnitt 1913 gezählt worden. Für den Monat Dezember ist das Bild aller Boraussicht nach nicht ungünstiger. Die Nr. 24 von Wirtschaft und Statistii" nennt 12 Ronfurse für die Zeit vom 1. bis 15. Dezember 1925. Bemerkungen, die heute über die Konkurse in der Landwirtschaft Diese Feststellungen sind interessant. Sie beweisen, daß die hoffentlich sehen das jetzt auch die landwirtschaftlichen Unternehmer gemacht werden, unberechtigt und gewaltig übertrieben sind. ein und unterlassen es, weiterhin mit deutlich widerlegten Argu menten andere Leute topfschen zu machen. Staatshilfe für Unfähigkeit? In dem türzlichen Bericht über die Rombacher Hüttenwerte A.-G. hatten wir mitgeteilt, daß diese ihren Berlust abgeschrieben haben. Der jetzt vorliegende Bericht der Howaldtwerke zeigt, wie begründet diese Maßnahme war. Der Berlust auf die fünf Tantschiffe der Deutsch- Amerikanischen Betro leumgesellschaft beträgt nicht weniger als 6,75 Millionen Marf bei einem Attientapital von 6 Millionen. Es ist im höchsten Mas lächerlich, wenn der Geschäftsbericht einen Streit und besonders die erfolgten Lohnerhöhungen für diesen Riefenverlust verantwortlich machen will, deren Roften bei den zu Festpreisen abgeschlossenen Bauaufträgen nicht mehr hätten berücksichtigt werden fönnen. Die Berwaltung widerlegt ihre Behauptung auch selbst. Die sonstige Beschäftigung hatte nämlich einen Gewinn von 378 130 m. ge bracht. Das beweist, daß Streit und Lohnerhöhungen auf die Bau verluste überhaupt feinen Einfluß haben fonnten und daß die Verluste ausschließlich auf Konto falscher Kalkulationen und Dis pofitionen der Verwaltung gehen. Wie gewöhnlich bei Unternehmungen, die durch eigene Mißwirtschaft gefährdet werden, wird auch von den Howaldtwerken auf das Nachdrücklichste Staatsverhängnisvoll" werden zu laffen. Die Arbeiterschaft hat demgegen fommt, der Staat so oder so die Werte selbst übernimmt, den über selbstverständlich zu fordern, daß, wenn Staatshilfe in Frage Aktionären aber gibt, was sie durch die Mißwirtschaft der Verwaltung verdienen, nämlich nichts. Die Bilanz selbst ist eine ausgesprochene Umstellungs- und Liqui. bationsbilanz. Als Umstellungsbilanz steht sie der Bor jahrsbilanz vom 30. September 1924 gegenüber, die über das Neun- Monats- Jahr seit der Goldbilanz( 1. Januar 1924) berichtete. Die inzwischen erfolgte Dezentralisation tommt deutlich zum Ausdrud. Aus den 38,58 Mill. Grundeigentum und Gebäude find 12,60 Mill geworden. Dafür erscheinen 20,45 mill. Beteili gungen neu in der Bilanz, die die zum nominellen Aftienwerthilfe verlangt, um die ohnehin große Arbeitslosigkeit in Riel nicht eingesetzten inzwischen derselbständigten( fast ganz in Reichs- und Länderbesitz gebliebenen) Werte in Spandau, Hafelhorst, Siegburg, Ingolstadt und Amberg enthalten. Der Rest der Grundstücks- und Gebäudewerte( nur von still gelegten Betrieben in Raffel, Rüftringen, Lippstadt, Dachau, Reichertshofen) erscheint mit zusammen 12,60 mill unter den Aftiven. Diese 12,60 Mill und die 20,45 mill. Beteiligungen sind die Hauptmerte, die durch die Liquidation an die Biag übergehen. Da mit der Dezentralisation und der faufmännischen Berselbständigung der noch betriebe nen Werke auch die Schulden und Verpflichtungen auf die neuen Gesellschaften übergingen, auf der anderen Seite aber die neugegründeten Gesellschaften noch Schuldner der Deutschen Werte geblieben sind, sind die Schulden und Forderungen gegen über den vorigen Bilanzen start verändert: Raffe, Bechfet und Guthaben jett 2,0 Mill gegen 3,72 und 4,76 Mill, Forträgen zwischen der Deutschen Girozentrale und dem New Yorker derungen 17,77 Mill.( darunter 13,8 mil. an die neuen Gefell. schaften) gegenüber 9,21 und 6,81 mill, Barenbestände 276 000.( ſtart abgeschrieben!) gegen 6,65 und 9,12 Mill., Gläubiger 1,14 mill. gegen 20,83 und 17,90 min. Neu in der Bilanz ist das Reichsdarlehen von 10 millionen für das mit der Uebergang der Deutsche Werte A.-G. an die Blag" Mart, das zur Durchführung der Umstellung gegeben wurde und diese gegenüber dem Reiche haftet. Als Liquidationsbilanz zieht der Abschluß vom 30. September 1925 den Schlußstrich unter die Existenz der Deutsche Bevorstehender Abschluß der deutschen Kommunalanleihe. Die Aufnahme der deutschen Kommunalanleihe im Ausland hat sich bekanntlich durch die Zwischenschaltung einer Beratungsstelle wesentlich verzögert. Es liegt jedoch jeßt die Genehmigung für eine Reihe von Anleihegesuchen deutscher Gemeinden vor, die sich insgesamt auf eine Summe von rund 10 Millionen Dollar belaufen. Weitere Gesuche, die aller Wahrscheinlichteit ebenfalls genehmigt werden, da sie den aufgestellten Richtlinien entsprechen, sind in lezter Zeit noch eingereicht worden. Bie bie Konjunktur- Korrespondenz zuverlässig erfährt, können numme für den oben erwähnten Betrag die Abschlüsse von Emissionsver Banthause Harris Forbes u. Co. binnen furzem erwartet werden. Die Tefenal- Photowert G. m. b. H., Berlin, bittet uns mitzuteilen, daß sie bereits seit Juli v. J. in teinerlei 3usammen. hang mehr mit der Theodor Teichgraeber A.-G. steht. Sie ist zwar aus deren photographischen Abteilung hervorgegangen. ziehungen und fein Geschäftsanteil der Tetenal- Photowert G. m. hat aber bei der Gründung weder Attiven noch Passiven über. nommen. Zwischen den Geschäftsleitungen bestehen feinerlei Be b. H. ist im Besitz der Theodor Teichgraeber A.-G. Die Bergäng bei der Theodor Teichgraeber A.-G. find daher auf die Tetenal. Bhotowert G. m. b. S. ohne jeden Einfluß. FÜR DIE KALTE JAHRESZEIT SALAMANDER SCHUHE halten warm, sind schön, gut und preiswert Sie erfreuen sich deshalb allgemeiner Beliebtheit 000 Reiches Lager in den Preislagen 1250 1450 1650 MARKA AMANDE SALAM SALAMANDER Briefkasten der Redaktion. Mayer. 1. Die Befriedigung von Ansprüchen aus Bhandbriefen erfolgt aus einer Teilungsmasse. Smt übtinen milffen Sie fich an die Pfandbriefbant felbst wenden. 2. Fie je 1500 M. Sparprämienanleihe menden 25 RM. Anleihe. 9bbfungsfuld gewährt. Wenn Sie die Anleihe bereits vor dem 1. Juli 1920 erworben haben, müssen Sie Shren Anspruch bei einer Vermittlungsstelle( Bant, Gparlafie) anmelden. C. R. 14. 1. Die Rulage kann den Eltern gewährt merben. 2. Barten Sie ab, ob das Wohlfahrtsamt fich an Sie wenden wird. 32. D. 18. 1. Rein. Der Mieter hat aber die Bersicherungsgebühren zu toagen. 2 Sa. 28. 6. 9. 1. Die Beseitigung des Teftaments ist nach Anficht bes Reichsaerichts nur durch Anfechtung möglich. Da die Anfechtungs-erfärane bee seridien oder notariellen Beuchunbung bebant, to wollen Ste fich fofort an einen Rotar menden, damit die Anfechtungsfrist nicht verfäumt wird. 2. und 3. Wenn Sie die Anfechtung nicht erklären, so bleibt bas frühere gemeinschaftliche Testament mit Ihrer verstorbenen Ehefrau in Kraft und Ihre jekige Frau erhält nur den Bflichtteil. Nach der Anfechtung des Testaments tritt die gefetliche Erbfolge nach Ihrer verstorbenen Frau ein und Gie tönnen über Ihren Nachlak frei verfügen.- S. S. 20. Rein. Der Hauswirt tann Rlage auf Unterlassung erheben und unter Umständen Schadensersak fordern. S. B. 198. Entscheidend ist in erster Linie der Mietvertrag. Die Empfananahme der Rahlung in Ihrer Wohnung fönnen Sie aber nur ver langen, wenn dies vertraglich vereinbart ift. S. B. 22. Wenden Sie fich an eine der Berliner Kunstgewerbeschulen, Andreasstr. 1-2, und Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 166-167. Brivate Institute empfehlen wir grund tlich nicht. Seibel. Sie Banen Stumbung bam. Rieberfd/ or ed Hauszinsfteuer beantragen. Benden Sie fich an das Wohlfahrtsamt( Sosial rentnerfürforge). St.. 26. 1. und 2. Die Anficht der Berufsgenoffenfchaft erscheint uns nicht richtig. Wir empfehlen, eine Entfcheidung des Oberverficherungsamts herbeizuführen. 3. Nachprüfung ist zuläffig. Geschäftliche Mitteilungen. 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Die Wiesen, welche von den fühlen Wäldern näher heran zu dem atmenden Dorfe fliehen, erfreuten sich eines goldenen Bor mittags mit himmelblauen Augen des Vagabunden Baul Baul, Baul, Paul, dieser von Gott weiß meher gelaufene, Gott weiß wohin wandernde Name lief hinter der Marie über dunkle Stiegen auf einen Boden hinauf, erschrat auch nicht vor dem Gestank eines fummenden Stalles, und stürzte sich ihr während der Nächte topf. über in ihre Träume, die wunderbar und geschmeidig waren wie Seide. aldors Am Morgen aber hatte die Marie ftets glüdliche Augen Der Paul war aber ein offenherziger Bagabund, der nicht demütig um Brot und Milch bettelte, sondern schlichtweg fagte: Bäuerin, habt ihr etwas zum Effen? Ich werd mir's abarbeiten!" Dann aß er auf und verschwand im Walde. So geschah's eines schönen, fröhlichen Tages. Aber die Augen der Marie folgten ihm hinterdrein. Und seitdem laufen fie beständig hinter ihm her. Dem Baul, Paul, Baul Die Marie liebt den Baul. Und der Paul die Marie. Wenn fie beisammen find, gibt es teine Bauernhöfe, lesen und Felder auf der festen Erde, sondern sie wellen zusammen irgend mo oben bei der heißen Sonne und den träumenden Sternen Und beinahe glauben fie, daß das Leben aus purer Liebe und aus dem Glüd bestünde Daß es teinen Hunger gebe, der die Hände verwundert fragt, mohin sie die Arbeit gegeben haben, daß es teine wunden Hände gebe, die da klagen: In Schwielen und Wunden habe ich mich verwandelt! Auch in Brot? Auch in Brot! Auch in genug. Brot? Ach, Ramerad, in wenig Brot umb in viel Schmerzen und Merger! Das Leben ft doch durch die Liebe und das Glüd geworben! Ihr Wiesen, die thr fünfzehn Stud Rindvieh, zwei Baar Pferde, einen Bauer, Gänse und eine Bauerin ernähret, ihr traget auch die schönste Blume für die Marie. Und der Paul findet sie. Und spricht: Hier hast du, Mariel Seine Stimme flingt zufrieden und träumerisch, mie bas Abendlied der Mägde beim Bache hinter dem Dorfe Paul blieb zur Arbeit auf dem Hofe, auf dem die Marle thre Kräfte perfaufte. Der Bagabund faßte Wurzel Er entbedte eine neue Sonne, die er nicht auf jebem Rain, jeder Landstraße, jedem Holzschlage oder Heuschober gesehen hätte. Und sprach er Marie", so flang es wie ein Gebet. Die Welt wurde fleiner, hatte aber mehr Wärme und Farben. Und barg auch ein glückliches Liedchen. Das begann fo: Bis wir einmal Und endete fo: -bann bauen wir uns ein feines Häuschen!" Aber zwischen dem Anfang und dem Ende dehnte fich ein entfeßlich langer Beg, auf dem sich zwei Paar Hände und zwei Paar Füße abraderten Benn du schon bei Lebzeiten im Himmel wellen würdeft, immer wird sich jemand finden, der dich ausdrücklich daran erinnert, daß du auf den Himmel erst nach dem Tode Zeit genug habeft. Bei Leb. zeiten schon im Himmel leben, das tostet viel Geld. Und Baul war ein armer Anecht. Der Gendarm aber hat ein gutes Gedächtnis und lange Arme. Er weiß, mem vor Zeiten im Nachbardorfe ein Huhn und Brot abhanden gekommen ist. Er weiß auch, nach wem er fahnden soll Weshalb hast du deine Sonne so nahe entdeckt? Ja, ist denn das vernünftig von dir, fünf Kilometer weit sich von dem Orte zur Arbeit zu verdingen, wo einmal dein Magen dein unumschränkter Gebieter und deine flinken Hände dein Brotgeber gewesen sind? Die Gerechtigkeit, mein Bübchen, fümmert sich wenig um deine Liebe und dein fröhliches Liedchen, das da endigt.... Dann bauen wir uns ein fleines Häuschen!" Es liegt ihr nichts daran, daß du Wurzel gefaßt haft. • Und noch weniger fümmert sie sich um die abgeweinten Augen deiner Marie. Die Gerechtigkeit ist ein Gendarm mit einer Flinte und einem donnernden, selbstgefälligen: Mordie, Herrgott!" Später ift fie ein Gerichtsaal mit mürrischen Menschen und Christus am Kreuze awischen zwei Leuchtern, der allerdings nicht spricht: Lasset die Kleinen zu mir fommen", ebenso nicht:„ Selig sind die Armen!" Dann ist die Gerechtigkeit eine Reihe trockener Paragraphen und das Kriminal, wo du genug Zeit hast, die Erkenntnis zu bekommen, daß es das beste ist, wenn du ven hier herauskommst, wieder ein Bagabund zu werden, denn es wird sich niemand finden, der dir Arbeit gibt. Du bist ein Dieb! ( Berechtigte Ueberfemina von 3. Reitmann) Bäume im Winterkleid. 21- T Bon L. Loeste Winterlicher Laubwald. Verschneiter Boden, von teten Kräutern durchspießt; perfchnette Kronen. Jede Verästelung durch eine Schneeleifte scharf übermalt. Wo sonst der Wanderer en Himmel nur in Streifen fah und die Senne nur ihre zitternden Kringel durch die Blattgewölbe sprenfeln tonnte, da trifft sein Blick durch die Arabesten, Neze und Laschen entlaubter Wipfel nun ungehemmi bas winterfahle Firmament, dem fich die unzählbaren Knospen wie lebensuchende Finger entgegentasten. Wie die dunklen oder hellen, grauen oder braunen oder weißen Stämme sich der falten, lichtlosen Erde entringen, um erst langsam, dann immer rascher sich zu verjüngen und zu verästeln, um zuletzt in zierlichen Zweiglastaden gegen den Himmel zu verstäuben, da drängt der Sinn des Ganzen fich auf: der Baumstamm als Brüde des Lebens zwischen der falten dunklen Erde und der hellen heißen Sonne. Aber jede Baumart behält dabei ihr eigenes Gepräge, ihre eigene Berzweigung. Diese verschiedenen Trachten der Bäume, an lad HOO 192 Lae gxedoseal belmon Beilage des Vorwärts 98267 50018-07873 Wissense schon? Dieser Koch soll demokratischer Umtriebe verdächtig sein!-, Goll mersch glooben?" - Ja, er foll fogar Republikaner sein!- Aber dann ist der Mann doch ganz unmö- öglich!" benen man die Art auch im Winter ertennt, find fein bloßes Mannigfaltigteitsspiel der Natur. So haben& B. die Bäume mit den größten Blättern im Verhältnis auch die wenigsten Blätter, daher eine weniger fein verteilte Berästelung, meniger, aber dafür didere zeigen die Bäu.ne mit fleinerem Laub, wie Linden, Bappeln, nofpen. So& B. Ahernarten, Eschen, Roßlastanien Umgekehrt Weiden, besonders aber Birten, jene reiche, zierliche Berstrahlung des Gezweiges, die den Blick durch ihre Kronen im Winter so reiz voll macht. Es fehlt auch sonst nicht an Kennzeichen. Jedes Kind tennt die Birte an der weißen, die Rotbuche an der glatten Rinde. Aber glattrindig ist auch die Weißbuche; ihr Wuchs jet och strebt nicht fäulenartig aufwärts, sondern sparrig in die Breite. Die Krone der Linde hat denselben herzförmigen Umriß, wie ihn ihr Blatt zeigt. Die Erle tennt man am Standort, der immer feucht ist, und baran, daß der schlante Stamm, aus einem strauchartigen Wurzel ausschlag in die Höhe strebend, eine zierlich feinäftige Krone bildet, in der sich, wie schwarze Bunfte, tie vorjährigen Samenzapfen be merkbar machen. Die Platane verrät sich von weitem durch den hellen und dunkler gescheckten Stamm, bewirkt durch das Abwerfen Don alten Rindenstücken, die die neue, hellere Rinde hervortreten läßt. Ueberhaupt ist die Rinde der Bäume sehr mannigfaltig ge bildet. Die Birte zeigt mit ihrer ringförmig abziehbaren, papier artigen Rinde einen Typus für sich. Die stärksten Gegenfäße pertreten wohl Kiefer und Buche, die in unseren Mischwäldern stets anzutreffen find. Bei der Kiefer besteht die Rinde aus fleineren bis größeren dünnen Platten, die dicht aufeinanderliegen, aber sich schen mit dem Fingernagel leicht ablösen lassen. Die Umrisse dieser Platten bilden Kurven, von denen sich teine wiederholt, eine ver wirrende Mannigfaltigkeit frummer Linien ist hier zu finden, die wohl auch Kunstgewerbler und Zeichner anziehen könnte. Wie die Kiefer in die Dide wächst, sprengt sie die alten Platten ab. Jeder Baum ist am Grunde mit solchen Rindenstücken umlagert, und eine Unmenge Kleinlebewesen des Waldes hausen in diesem Abfall Anders die Buche. Bei ihr liegt die 3one des Didenwachstums so dicht unter der tünnen Rinde, daß diese mitzumachsen und die eingeschnittenen Herzen und ähnlichen verliebten Baumfrevel Jahrzehnte hindurch aufzubewahren imstande ist. Auch an den Knospen vermögen wir die Waldbäume zu erfennen. Da sind die langen, schlanken, spizen, braunen Knofpen der Rotbuche, die furzen, an den 3weigipizen zu mehreren ge häuften der Eichen, die diden, schwarzen der Esche usw.. Dies find nur Andeutungen die Mannigfaltigkeit der Natur ist gar zu groß. Wir sehen diese Verschiedenheiten, aber deuten tönnen wir fie, wie alles Lebendige, nur zu einem verschwindenden Teile. Wir haben z. B. teine Erklärung für die weiße Rinde der Birke, die gradezu zweckwit rig erscheint. Schon durch ihre bloße Erscheinung spottet die Birte jeder Erklärung. Denn dieser Baum ist, seiner zierlichen Tracht zum Troß, der härteste von allen, geht am weitesten nach Norden. Und statt einer wärmespeichernden dunklen Rinde trägt er ein weißes Gewand, das Licht und Wärme von sich stößt! Aber der Wanderer will von Problemen heute nichts wissen, will nur die Schönheiten tes Winterwaldes in sich aufnehmen, der auf Schritt und Tritt sein Bild ändert. Er folgt den Spuren des Wildes im Schnee und sieht den Krähen und Eichelhähern nach, die teine gute Zeit jeẞt haben. Und trog aller Pracht des Winterwaldes erflingt in seinem Herzen ein Unterton der Sehn sucht, ter immer stärker wird, die Sehnsucht nach dem Frühling! Wie der€ Wie der Eisbär auf die Jagd geht. Frithjof Nansen, der berühmte Bolarforscher, erzählt uns in einem foeben bei F. A. Brockhaus in Leipzig erschienenen, mit seiner anschaulichen Sachlichkeit und liebenswürdigen Plauder= funst geschriebenen Buch von seinen ersten Erlebnissen im Eismeer unter dem Titel„ Unter Robben und Eisbären". Diese Schilderung der arktischen Natur- und Tierwelt, die zum großen Teil aus den Tagebüchern des damals erft Einundzwanzigjährigen stammt, enthält viele feine Beobachtungen und bringt uns besonders unseren alten Freund aus dem Zoologischen Garten, den Eisbären, in seinem Leben in der Freiheit nahe. Der Eisbär ist durchaus nicht der plumpe und schlafmüzige Gefell, als der er uns in der Gefangenschaft erscheint. Im Kampf als ber er ums Dasein entwidelt er große Schlauheit und Geschicklichkeit. Das zeigt sich besonders, wenn er auf die Jagd geht. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Robben; am liebsten frißt er junge Liere. Da er fein besonders scharfes Geficht und auch tein gutes Gehör midelten Geruchssinn angewiesen. Ständig streift er auf der zu haben scheint, so ist er hauptsächlich auf seinen vortrefflich entJagd nach Robben umher, meist gegen den Bind kreuzend," schreibt Nanfen, und kann die Robbe aus unglaublicher Entfernung mittern Beim Anschleichen an seine Beute zeigt er erstaunliche Schlauheit. Trotzdem er schwimmt und taucht, fann er selbstverständlich die rasche Robbe im Waffer nicht einholen; am besten erbeutet er sie auf dem Eis. Aber das ist teine so leichte Sache; denn die Robbe ist vorsichtig, fie hebt in furzen Zwischenräumen den Kopf, um Umschau zu halten, und sie sieht gut und liegt stets dicht beim Wasser, bereit, sich beim ersten Schimmer einer Gefahr hineinzu stürzen. Der Bär mertt sich schon von weitem genau, wie die Robbe liegt, und friecht dann im Schuße von Eishügeln und Eishaufen vorwärts. Es heißt, er tönne, um ja tein Geräusch zu machen, die Tagen so verdrehen, daß die haarige Seite nach unten tommt, und er sich ganz lautlos vorwärts schleichen fann. Gibt es feine Unebenheiten mehr, um beim Näherkommen Dedung zu nehmen, so schiebt sich der Bär auf dem Bauche über das flache Eis bis zur Rebbe vor, näher und immer näher. Seine weiße Farbe ist da eine gute Hilfe; die Robbe wird nicht so leicht auf ihn aufmerksam, wenn sie nicht gerade in dieser Richtung schaut. Hebt die Robbe den Kopf, so bleibt der Bär still liegen; legt die Robbe den Kopf wieder hin, dann schiebt er sich wiederum weiter. Das einzige Dunkle an ihm sind Schnauze und Augen, und es wird behauptet, daß der Bär, um die Schnauze zu verdecken, eine Tazze wie einen Schirm darüberlegt, wenn er sich vorwärts schiebt; ich selbst habe das jedoch nicht gesehen. Daß er eine unglaubliche Geduld haben fann, wenn es gilt, fich an das Opfer heranzuschleichen, habe ich dagegen häufig erfahren. Ist er endlich nahe genug gekommen, so wirft er fich blitzschnell mit einigen langen fagenartigen Säßen auf die Robbe. Ist die Eisscholle flach, so daß es keine Deckung gibt, hinter der er sich anschleichen kann, dann kommt es auch vor, daß ber Bär unter die Scholle taucht und plöglich in der Deffnung, an der die Robbe liegt, hochkommt. Manchmal legt sich der Bär auch flach an den Rand des Eises und lauert auf Robben und kleine Bale, die im Wasser schwimmen. Kommen diese nahe genug heran, so springt er plöglich auf sie herunter, schlägt die Tagen in fie und versucht sie aufs Eis zu ziehen. Die Robben halten auf dem festen Eis stets Löcher offen, in denen sie zum Luftschöpfen herauftommen. Bei diesen Löchern liegt der Bär oft stundenlang mit bereitgehaltener Tage, um sofort zuzuschlagen, sobald ein Kopf auftaucht. Die Jungrobben und die fleineren Robben fann der Bär mit einigen Schlägen seiner Taken rasch abtun, oder er macht ihnen den Garaus, indem er sie in den Nacken beißt. Aber die größeren Robben können einen harten Kampf fosten. Was man mit Patenten verdienen fann. Manch einer hat schon eine gute Erfindung gemacht, aber das Glüd hat ihm nicht den Berstand oder die materielle Möglichkeit gegeben, diese Erfindung auch nußbringend anzulegen und mit seinem Pfunde zu wuchern. Eines Tages vertauft er fein Patent für ein Butterbrot, und der andere, der geschickter ist, als er, wird damit zum Millionär. Eine der Erfindungen, die ihrem Bater Riesensummen eingebracht haben, ist das Auersche Gasglühlicht. Fünf Jahre lang gelang es ihm nicht, durchzubringen. Dann aber machte es seinen Erfinder zum vielfachen Millionär, und durch die überall gegründeten Ge sellschaften wurden noch viele andere zu Millionären. Aehnlich ist es mit der Erfindung des Pneumatifs für Fahrräder. Der Erfinder erhielt bei der Gründung der Fabrif bare 300 000 Mart und eine große Reihe von Anteilen, deren Dividenden ihn bald zum vielfachen Millionär machten. Mit fünf Millionen Mark war die Gesellschaft gegründet worden, wenige Jahre später wurde die Fabrit mit 60 Millionen Mart weiter verfauft. Zu den reichgewordenen Erfindern gehört auch William Siemens, der aus einer an fich geringfügigen Veränderung des Verfahrens zur Herstellung von Stahl ein folofsales Vermögen erwarb. Sehr groß sind die Ge winne aus Erfindungen, die von Heeresverwaltungen für militärische Zwede angekauft wurden. So wurde einmal für eine einzige Erfindung der Betrag von 400 000 Mark gezahlt. 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Sinfonie heiligen Liebe Konzert Opernhaus Boubouroche Central Theater Uhr: Der Fremde Trianon- Theater Tel. Zentr. 2391 Täglich 8 Uhr: Das am Königsplatz Regie: Goldberg Gespensterschiff 7 Uhr: Pucinella. Barbier v. Sevilla Schauspielhaus Residenz- Th 8U: Im weißen Röß'1 Schiller Theater 8 Uhr: 8 Uhr: Jugend Die Durchgangerin Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Erika v. Tellmann Kurt Vespermann Preise v. 1-10 M. Stg. 3, U KI. Pr. D. Durchgängerin Tannhäuser Thalia- Th. 8 Ubr: Abonn- Turnus Lene, Lotte, Liese Deutsches Theater 7% Uhr: Das Käthehen Josefinens Tichter Molly Wessely Josefine Dora Sabo, Baselt Pre se v. 1-9 M. von Heilbronn Stg. 3, U. KI Pr Kammerspiele 81 Uhr: Neu einstudiert D. Frau ohne Kuß Theater in der Kommandantenst. 8 3 Nächte Annemarie Die Komödie Kurfürstendamm 206/7 8 Uhr Gesellschaft Barnowsky- Bühnen Preisermäßigung! 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