Nr. 125. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monata lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags- Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469, Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. te Redaktion: Benth- Straße 2. Parteigenossen! Dienstag, den 2. Juni 1891. Die Encyklika des Papffes. IV. Expedition: Beuth- Straße 3. Dem freien Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgebern und Arbeitern will der Papst eine Grenze gezogen sehen. Verträge, durch welche sich die Arbeiter zu einer über ihre Kräfte gehenden Arbeit verpflichten, oder sich mit einem Lohn einverstanden erklären, der zu ihrem Lebensunterhalt nicht ausreicht, seien sittlich unzulässig und darum zu untersagen. Obwohl die Getreidepreise zur Zeit eine Höhe erreicht haben, wie sie bisher nur in sogenannten Hungerjahren gezahlt wurden; obwohl es weiter eine, durch alle nicht aus agrarischen Kreisen Nachdem der Papst sich der Sozialdemokratie so feindstammende Berichte erwiesene Thatsache ist, daß die in DeutschLand vorhandenen Kornvorräthe nicht entfernt hinreichen, lich als möglich gegenübergestellt und der Bourgeoisie die um bis zur nächsten Ernte den Brotkonsum zu decken; obwohl bündigsten Versicherungen gegeben hat, daß er im WesentDamit in Fragen der täglichen Arbeitszeit aber und weiter alle Anzeichen dafür sprechen, daß die nächste Ernte, wenn lichen an ihrer Ausbeuterposition nichts geändert zu sehen in die der Schutzmaßregeln gegen Gesundheitsgefahr und auch keinen allgemeinen Mißwachs, so doch ein stark unter dem wünscht, geht er in dem gleichfalls sehr umfangreichen Unfälle sich die öffentliche Gewalt nicht in ungehöriger Durchschnitt zurückbleibendes Ergebnis liefern wird, so weigert die zweiten Theile seiner Ausführungen zu den positiven Vor- Weise einmische, erscheint es dem Papst in Anbetracht Reichsregierung sich doch, trotz des- mit Ausnahme einer kleinen, schlägen über, welche er zur Besserstellung der Arbeiter zu der Verschiedenheit der zeitlichen und örtlichen Umstände rathsam, diese Fragen Arbeiterausschüssen zu unteraber wie es scheint allmächtigen Interessen- Klique allgemein machen für nöthig hält. Zunächst und hauptsächlich wendet er sich an den breiten. ausgesprochenen Verlangens, den Reichstag zu berufen und ihm Diese Arbeiterausschüsse sollen von äußerlich freien eine Vorlage behufs Suspendirung der Getreidezölle zu machen. Staat, indem er ihm räth, durch allgemein gesetzliche VerordEs scheint, daß der Reichsregierung die Gefahren, welche des Wohlstandes zu sorgen. Den allgemeinen Wohlstand im Anschluß an die Ausführungen des Papstes weiter nungen und Einrichtungen für eine gedeihliche Entwicklung Arbeitervereinigungen gewählt werden, auf die wir ber Ernährung unseres Volkes und vor Allem des ärmeren und gewerbthätigen Theiles desselben durch die Brodtheuerung drohen verbürge Ordnung, Zucht und Sitte, sowie ein wohl unten zurückkommen werden. Noch nach einer sehr wesentlichen Richtung ver-noch nicht zum vollen Bewußtsein gekommen sind, sonst wäre geordnetes Familienleben, Achtung vor Religion und Recht, mäßige Auflagen und gleiche gleiche Vertheilung Er Angesichts dieser Sachlage wird es Aufgabe des Boltes und der Laften, Betriebsamkeit im Gewerbe, Industrie und langt der Papst staatliche Fürsorge für die Arbeiter. Fr will haben, daß der Staat sich bemüht, sie nach Möglichvor Allem der Brotkonsumenten sein, der Regierung über die Handel, günstiger Stand des Ackerbaues und ähnliches. Während so der Staat gehalten sein soll, den Wohl- feit alle zu solchen Menschen zu machen, welche wirklich im Lande herrschende Noth und über die Stimmung der stand des Volkes im Allgemeinen zu fördern, soll er im nach Eugen Richter Sparkassen Milliardäre genannt Bevölkerung Klaren Wein einzuschenken. Wir fordern deshalb, be- Besonderen sich der Arbeiter annehmen, indem er ihnen worden sind. sonders im Hinblick auf die heutige Erklärung des Reichskanzlers einen entsprechenden Antheil am Gewinne ihrer Arbeit Das wäre in der That schließlich gar nicht so schwer. ihre Haltung einfach unbegreiflich. v. Caprivi im Abgeordnetenhause, unsere Genossen auf, überall im Reiche mit der Einberufung von Volksversammlungen vorzugehen und als Tagesordnung in denselben aufzustellen: breiten: Laffen; rung Die Kornzölle und die Reichsregierung. D frei Wenn der Staat dafür sorgt, daß jeder Arbeiter wenigsichert. Nach dem Papste soll die Arbeit so viel für Woh- stens so viel Lohn empfängt, wie er zu seinem nothnung, Kleidung und Nahrung abwerfen, daß das Dasein dürftigsten Lebensunterhalt braucht, und wenn außerdem der Arbeiter kein gedrücktes ist. Ins Unzweideutige über- der Trieb der Sparsamkeit in allen Arbeitern nach MögGleichzeitig empfehlen wir unseren Genossen, allen diesen setzt, würde das ohne Zweifel heißen: der Staat solle, lichkeit gepflegt wird, so wäre es schon denkbar, daß sich Bersammlungen nachstehende Resolution zur Abstimmung zu unter- wenn es nicht anders angehe, durch Festsetzung von ein nicht unbeträchtlicher Theil der Arbeiterklasse von dem Minimallöhnen die Lage der Arbeiter zu einer halbwegs zum nothwendigen Lebensunterhalte gerade hinreichenden Die Versammlung protestirt gegen den Entschluß der Re- erträglichen machen und es zuwege bringen, daß ein Einkommen so viel abdarbt, um sich Spargroschen zu ergierung, trotz der Brotvertheuerung die Kornzölle bestehen zu Stand, welcher dem Staat so nothwendige Dienste leistet, übrigen, die im Laufe der Zeit zu einem für die überaus bescheidenen Arbeiteransprüche erklecklichen Sümmchen herannicht im Elende seine Existenz friste". Eine fernere Aufgabe des Staates ist es, dem Papst wachsen könnten. Die Versammlung erblickt in diesem Entschluß der RegieHat es nun der Arbeiter mit staatlicher und, wie wir der Lebensinteressen der zufolge, daß der Staat die Sonntagsruhe sichere, welche eine schwere Schädigung arbeitenden Bevölkerung und ist der Ueberzeugung, daß er den eine von der Religion geheiligte Ruhe von der Arbeit später noch sehen werden, auch päpstlicher Hilfe erst so weit Großgrundbesitzern und Kornwucherern die Gelegenheit geben sein solle. Ueberhaupt soll der Staat die Arbeiter gegen gebracht, so soll ihm wiederum durch staatliche Hilfe ermaßlose Ausnutzung seitens ihrer Brotherren sicher stellen, möglicht werden, einen kleinen Grundbesitz zu erwerben. Damit sind wir an der Grenze angekommen, die der weil durch eine solche bewirkt werde, daß der Körper unterliege und der Geist sich abstumpfe; demgemäß müsse Papst für die Besserung der Arbeiterlage zieht. Das Erauch die Arbeitszeit bemessen sein. Es soll also nach dem gebniß seiner sämmtlichen Forderungen ist in kurzen Worten Verlangen des Papstes ein staatlicher Maximal- Arbeitstag zusammengefaßt, Folgendes: festgesetzt werden, dessen Dauer festgesetzt werden, dessen Dauer er abhängig gemacht Die Arbeiter follen im Dienste der Kapitalisten arsehen will von der größeren oder geringeren Schwere der beiten, so weit es ihre Kräfte erlauben. Sie sollen für Arbeit und der dem Grundsatz entsprechend sein soll, daß ihre Arbeit einen Lohn empfangen, welcher zu ihrem die Arbeit nicht länger währen dürfe, als es die Kräfte nothdürftigen Lebensunterhalt gerade ausreicht und ihnen des Arbeiters erlauben. gestattet, fleine Ersparnisse zu machen, auf Grund deren sie Auch einen Schutz der Frauen- und Kinderarbeit ver- sich der Hoffnung hingeben können, einmal für sich und ihre langt der Papst; auch sie sollen nicht über ihre Kräfte angestrengt werden und die Kinder sollen nicht eher in die Werkstatt oder in die Fabrik kommen dürfen, ehe Leib und Geist zur gehörigen Reife gedichen sei. wird, ihr volksverwüstendes Treiben fortzusehen. Die Versammlung verlangt in Anbetracht der nahezu unerschwinglichen Höhe, welche die Brotpreise in Deutschland unter der Herrschaft der höchsten Getreidezölle unter allen Staaten Europas erlangt haben, die sofortige Aufhebung dieser Zölle, die nur ein Schutzzoll der Reichen zu Lasten der Die weitverbreitete Arbeitslosigkeit, die in allen Gewerben Armen sind. und Industrien vorhandene Tendenz, die Löhne herabzusehen, and die gleichzeitig vor sich gehende beständige Steigerung der Preise der unentbehrlichsten Lebensmittel machen die geforderte Maßregel zu einer gebieterischen Nothwendigkeit. Berlin, den 1. Juni 1891. Der Parteivorstand. Feuilleton. Nachdruck verboten.] ( 73 Die Falkner von St. Vigil. Noman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol " von Robert Sa, weichel. stand. Nun wohl, er reicht hin, um zu begreifen, daß Familie zu einem bescheidenen Grundbesitz zu gelangen. Dabei soll der Staat sie sowie ihre Frauen und Kinder gegen übermäßige Ausbeutung und gegen Beeinträchtigung ihrer Sonntagsruhe schützen, die nöthigen gesetzlichen VorHerr seiner selbst und fuhr fort: Ja, der Ambros; denn versuchen Sie, ob Sie die Lisei von Ihrem Vater frei der Herr Kurat Falkner hat zu viel Verstand, um sich auf predigen. Nachher wollen wir zwei miteinander reden." Deine Seite zu stellen." Er ging davon, voll Wuth und entschlossen, seine Wer " Genug," rief Hannes und streckte die Rechte mit gebung nicht aufzugeben. spreizten Fingern Jerg abwehrend entgegen.„ Ja, ich stelle " Jezt ist's besiegelt," sagte Lifei leise vor sich hin als mich auf die Seite meiner Schwester. Du rühmit meinen Ber er gegangen war. Es flang als ob sie sich durch die Entscheidung erleichtert fühlte und sie dankte ihrem Bruder, alle Vernunftgründe, durch die Du Lisei für Dich zu stimmen während sie ihren Weg fortsetzten, daß er ihr so treu zur versucht haben magst, an einem treuen Herzen ohumächtig Seite standen. zerschellen. Darum stehe ab von Deiner Werbung! Oder Und wie stehen wir denn mit einander?" fragte Liſei willst Du Lisei durchaus aus ihrem Vaterhause vertreiben?" Mein Haus ist auch Dein Haus, das versteht sich von unwillig, indem sie stehen blieb. Boyz Tausend, bist Du so hitzig?" lachte Jerg.„ Ich„ Und mein Herz soll nichts gelten?" rief Jerg und selbst" versetzte Hannes. In einem Punkte hat Jerg aber Recht." habe blos gemeint, ob Du dem Herrn Ruraten schon alles schlug sich mit der Faust auf die Brust, in der es vor Welcher Punkt es war, darüber äußerte er sich nicht gesagt hast, was ich Dir neulich vorgestellt hab'? Wenn Wuth kochte. Du es gethan hast, so wird er mir Recht geben, das Lisei wandte sich ab, um nicht seinem Auge zu begegnen. und in Nachdenken versunken, bemerkte er auch nicht den weiß ich." Wie war es nur möglich, daß er immer noch von seinem fragenden Blick der Schwester. " Das offene Feld ist wohl nicht der geeignete Ort, um Herzen redete! Hannes aber fagte mit Unwillen: solche Dinge zu besprechen," gab Hannes falt zur Antwort. Wenn Du ein Herz besäßest, so würdest Du nicht taub " Nein, liebster Herr Hannes," rief Lisei, da er davon sein gegen die Stimmen der Religion, Ehre und Scham. angefangen hat, will ich ihm auch gleich Bescheid geben. Sie alle gebieten Dir, Lisei frei zu lassen." Was ich Dir neulich schon gesagt habe, bei dem bleib' ich. " Freilassen soll ich sie?" zischte Jerg. Fragen Sie Heilige Mutter Gottes, das ist ja unmöglich," rief Mein Jawort kriegst Du nimmer, nicht mit Gutem, nicht doch den Klosterbauer selbst, ob ich's gewesen bin, der von der Heirath zuerst angefangen hat? Ist nicht seine Lisei erschreckt. Was würde das geben?" „ Ich hätte es längst thun sollen," entgegnete Hannes Trotz der Selbstbeherrschung, die Jerg besaß, verfärbte Schwester, die Befa, zu mir gekommen und hat mir angeer fich. Auf eine solche entschiedene Ablehnung war er nicht legen, wie gut es dem Klosterbauer passen thäte, wenn ruhig; schon damals, als ich erfuhr, daß der Bater meinem gefaßt gewesen. Das spricht der Ambros aus Dir", ent- ich und die Lisei ein Paar würden? Freilassen soll ich Briefe wegen Ambros und Stafi feine Beachtung geschenkt floh ihm. Jedoch in der nächsten Sekunde war er wieder die Lifei? Gehen Sie doch hin auf den Klosterhof und hatte. Ja, schon damals wäre es meine Pflicht gewesen," mit Gewalt." " Als sie jenseits des Spithörndlbaches den Uferrand erstiegen hatten und nun der Klosterhof aus dem jungen Getreide und den Wiesen wie aus grünen Meereswogen sich erhob, blieb Hannes stehen und sagte:„ Ich werde mit dem Bater reden, ich begleite Dich auf den Hof." fehrungen wider Schädigung ihrer Gesundheit treffen und| Die Theuerung besteht als Thatsache, welche phrase werden sollte, führte zu hizigen Erörterungen und sie mit nicht zu hohen Steuerlasten belegen. neun Zehntel des Voltes an ihrem Leibe schwer empfinden; der Friede wurde nur dadurch, daß man der Frage vor Das also ist der soziale Reformplan zu untersuchen ist da nichts, es gilt zu handeln. läufig aus dem Wege ging, für den Augenblick hergestellt. des Papste s. Und Sache des Volkes ist es, nun seine Stimme zu erheben Einstweilen speiste man den Reichskanzler a. D. durch ein Er will die Arbeiter in materieller Beziehung hart und der Regierung zu zeigen, daß die unverzügliche Ab- byzantinisches Telegramm ab, das ihm übrigens nicht sonderschaffung, oder wenigstens die Suspension der Getreidezölle lich erbaut haben wird; mit solchen Schaugerichten ist ihm den Rand des Hungertuches fest- eine Lebensfrage ist, deren Lösung keinen Aufschub nicht gedient. Schließlich nahm der Tag einstimmig folgende genagelt halten und sie mit der Hoffnung auf ein erduldet. Resolution an: Kleines Eigenthum, ein winziges Gütchen, bis zur Lebensneige über die Fülle an Arbeit, die Nothdürftigkeit des Arbeitsertrages hinweg täuschen. an So weit in der That können die heute herrschenden Gewalten, wenn sie ihre bevorzugte Stellung nach allen Richtungen hin aufrecht erhalten wollen, die soziale Frage lösen so weit da von„ lösen" die Rede sein kann, nicht ein Haar breit weiter.*) Die sozialdemokratische Partei wird in dieser Krise thun, was ihr, als Vertreterin der am meisten unter den Getreidezöllen leidenden Klassen zukommt. „ Daß es 1. Aufgabe der nationalliberalen Partei ist, in Fragen der Reichs- und Landespolitik unter Betonung ihrer altbewährten Treue zu Kaiser und Reich, ihre durchaus felbständige, von der Rücksicht auf das Wohl des Ganzen, gebildete, nach jeder Seite unabhängige Haltung zu bewahren und insbesondere die alten liberalen Grundlagen zu pflegen; 2. daß auf sozialpolitischem Gebiet ein Ruhepunkt unbedingt nothwendig ist, der es gestattet, der praftischen Durchführung der im letzten Jahrzehnt geschaffenen Ge setzgebung die volle Sorge zuzuwenden unter gleichzeitiger aufmertsamer Beobachtung der laufenden und etwa noch auftauchenden sozialen Bedürfnisse; 3. daß die Partei nach wie vor an dem Grundsay festhält, daß wirthschaftliche Fragen nicht zur Grundlage politischer Parteien dienen sollen und deshalb in Fragen der Zoll- und Handelspolitik und des deutsch- öster reichischen Handelsvertrages jeden Einzelnen nach seinem pflichtmäßigen Ermessen sich zu entscheiden überlassen bleiben muß." Nachdem Vorstehendes geschrieben war, hat der Reichsfanzler von Caprivi im Abgeordnetenhause die Erflärung abgegeben, daß die Regierung nicht ge= willt sei, die Aufhebung oder Ermäßigung der Getreidezölle jetzt bei dem Bundesrathe zu beantragen. Von einem Nothstande könne Der Papst hat aber nicht nur die Arbeiter als solche nach keiner Richtung die Rede sein. Die Ernte- Aussichten im Auge, sondern er berücksichtigt auch ihre sonstigen all- feien erheblich gebessert. Auch die auswärtigen Meldungen gemein menschlichen Bedürfnisse und vergißt nicht, daß über den Ernte- Ausfall lauten günstig. Bei Aufhebung der den Arbeitern auch noch ein wenig Zeit übrig bleibt, Zölle würde nur ein Theil des Gewinnes dem Inlande während der für ihre nützliche Beschäftigung im Sinne zufallen. Zu einer theilweisen Herabsetzung habe sich die Die Regierungen der Kirche und der herrschenden Gesellschaft gesorgt Regierung nicht entschließen können. fein muß. haben sich aber entschlossen, durch Handelsverträge eine ErWie der Stil, so der Mensch, sagte Buffon. Wie die Zu diesem Zwecke nun sollen die Arbeitervereinigungen mäßigung der Getreidezölle eintreten zu lassen. Die Staats- Resolution, so die Partei- kann man hier sagen. Bei dienen, welchen er ganz besonders sorgliche Pflege gewidmet regierung sei sich ihrer Verantwortlichkeit voll und ganz den Worten durchaus selbständige"," uncbhängige"," liberale bewußt, aber sie könne nicht die Verantwortung Grundlagen pflegen" u. f. w. werden auch die härtestwiffen möchte. übernehmen, die Getreidezölle jezt zu er gefottenen der nationalliberalen Auguren das Lachen nicht Diese Arbeitervereine follen die Aufgabe haben gegen- mäßigen oder aufzuheben. haben verbeißen können. seitiger Unterstützung, privater Veranstaltungen zur Hilfe- Diese Erklärung, deren Wortlaut in den HauptDie praktische Bedeutung der Resolution ist, daß leistung für den Arbeiter und seine Familie bei plötzlichem punkten unser heutiger heutiger Landtags= Bericht mittheilt, jedes Mitglied der Partei in der brennendsten Tagesfrage: Unglück in Krankheit und Todesfällen, der Herstellung von stellt die Thatsachen durchaus falsch dar. Unrichtig ist, daß der Getreide zoll frage, thun kann, was es will. Das ist der von uns angekündigte Todtenschein Einrichtungen zum Rechtsschutz für Kinder, jugendliche Per- das Inland keinen Vortheil von der Herabsetzung oder Absonen oder auch Erwachsene 2c. schaffung der Getreidezölle haben würde. Unrichtig ist, daß in optima forma, den die Partei sich da selbst gefein Nothstand bestehe. Und im Widerspruch mit allen schrieben hat. uns vorliegenden Nachrichten steht es, daß die Ernteaussichten sich erheblich gebessert haben sollen. Als ein Hauptziel für die Thätigkeit dieser Vereine bezeichnet Leo XIII. die Herstellung und Erhaltung des Einklanges zwischen Arbeitern und Lohnherren in Bezug Herr von Caprivi hat denn auch sofort em sehr auf Rechte und Pflichten. Zur Erledigung gegenseitiger träftiges Dementi seitens der Börse erfahren, indem Beschwerden zwischen beiden Parteien will er eben jene bie Getreidepreise sofort nach seiner Erklärung in die Höhe vorerwähnten Ausschüsse aus den Vereinen hervorgehen schnellten. Die Kornwucherer haben wieder Oberwasser. sehen, die aus unbescholtenen und erfahrenen Männern zu Ein Verdienst hat aber jedenfalls die Erklärung: sie bilden wären und deren Schiedssprüche entscheidende Gel- klärt die Lage. tung haben müßten. Es wäre sehr wünschenswerth," Die Agrarier haben einen vollständigen Sieg erlangt. sagt er, daß diese Schiedsgerichte Vertreter der Arbeit- Das deutsche Volk soll die Hungerkur bis zum nächsten - das heißt, bis der österreichisch- deutsche geber wie der Arbeiter in ihrem Schooße hätten, und daß Jahr fortsetzen Handelsvertrag in Kraft tritt. Das deutsche Volk würde fraft der Statuten die Mitglieder der Arbeitervereine ge- den Anspruch auf politische Mündigkeit verwirken, wenn es halten wären, sich an dieselben zu wenden." auf die Erklärung des Reichskanzlers nicht die richtige Antwort fände. Welcher Leitung er diese Arbeitervereine anheimgegeben sehen will und was er mit den sozialistischen Arbeitervereinen vorhat, werden wir noch zu zeigen haben. Der Vorstand unserer Partei hat sich bereits mit einem Aufrufe an die Genossen gewandt, und wir sind überzeugt, diese werden thun, was der Moment erheischt. Dolitische Uebersicht. mit Fug und Recht als Herrn der Situation betrachten. Berlin, 1. Juni. Ueber diese Wendung der Dinge wird der Er- Reichsfanzler entzückt seiner hat es erreicht, daß sein Nachfolger seine Politik treiben mußte, und kann sich deshalb Die naive Gretchen- Frage: alter oder neuer Kurs? wird nun aber auch für die vertrauensseligste Altjungfer männlichen Geschlechts und fortschrittlicher Gesinnung hoffentlich für immer entschieden sein. In Frankfurt a. M. hatten gleichzeitig die Deutschfreifinnigen einen Parteitag für Südwest- Deutschland. Herr Bamberger hielt dabei eine Rede, in der er von den Sozialdemokraten sagte: Der Schreck vor der sozialdemokratischen Partei ist geschwunden, der Barlamentarismus hat sich als wirksames Heilmittel bewiesen. Es ist das Unglück der höheren Regionen in Deutschland, daß sie groß geworden sind in der Furcht vor dem revolutionären Umsturz. Die sozialdemokratische Partei eignet sich nach ihrer Entwickelung nicht mehr zu solcher Kampfführung, sie wird auch zur parlamentarischen Partei. Die Masse von Talent und Arbeitskraft, die sich in der parlamentarischen Partei der Sozialdemokratie entwickelt hat, nöthigt Achtung ab und ist für die anderen Parteien beschämend." Wenn Herr Bamberger glaubt, die Sozialdemokratie entwickle sich zu einer„ parlamentarischen Partei", so irrt er sich allerdings. Jedenfalls athmen aber seine Worte nicht jene bornirte Gehässigkeit, die sich in den Auslassungen anderer fortschrittlichen Führer, namentlich des Herrn Richter, unserer Partei gegenüber zu offenbaren pflegt. Einen Bericht über blutige Ereffe, deren Schauplatz Eisleben war, findet der Leser in einem anderen Theile des Blattes. Der Vorgang ist noch nicht ganz aufgeklärt, Verschiedenes läßt uns aber zu der Vermuthung gelangen, daß wir es hier mit einem Schößling der famosen Knüppeltaktik zu thun haben, welche von unseren Gegnern für ihren Kampf mit geistigen Waffen" so warm empfohlen worden ist. Die Entscheidung betreffend der Getreidezölle wird in die Länge gezogen. In der letzten Sigung des Bundesrat h3, welche am Sonnabend stattfand, kam die Angelegenheit zur Sprache, und auf eine Interpellation Der Bundesrath hat am Sonnabend den vom Reichshin soll Herr von Bötticher erklärt haben, daß die Regie- tage einstimmig genehmigten Antrag Adelmann auf Abrung noch keinen Beschluß gefaßt habe und daß die An- änderung des§ 157 des Alters- und InvaliditätsDie herrliche ,, Marseiller Hymnen- Weise" hat selbst gelegenheit noch nicht so weit gediehen sei, um jetzt gese yes angenommen. unsere grimmigsten Feinde moralisch erobert. Wie wir aus schon an die Einberufung des Reichstags zu denken." Ob Die nationalliberale Partei ist die erste, welche dem der Kreuz- Zeitung" vom Sonnabend Abend ersehen, hat eine solche Aeußerung wirklich gefallen ist, können wir nicht natürlich mit ent beſtimmt sagen gewiß ist aber, daß im Augen- Bersetzungs- und Auflösungsprozeß, der sich in sämmtlichen ein Polizei- Kommiffarius Göllnitz in Breslau eine neue blick, wo wir dies schreiben, die Einberufung des alten Parteien bemerklich macht, zum Opfer gefallen ist. Arbeiter Marseillaise" gedichtet Der sogenannte, Parteitag der gestern in Berlin sprechendem Polizei- Inhalt. Indeß das macht die Sache Reichstags noch nicht erfolgt und das Publikum abgehalten wurde, brachte das Wunder der Todterweckung nur um so interessanter; und wir werden es wohl noch bezüglich der Absichten der Regierung völlig im natürlich nicht zu Stande. Ein Minister a. D., Hobrecht, erleben, daß Stöcker seinen nächsten sozialen Kongreß" Dunkel ist. Das ist ein unerträglicher Zustand. leitete die Verhandlungen, ein Minister in spe, herr von mit dem Gesang der Marseillaise eröffnet. Oder wird er " Dies genügt zur Erwiderung auf die gegen uns gerichteten Bennigsen, ließ seinen Geist über den Wassern schweben, gar, wenn er seiner heißen Sehnsucht folgend- uns *) Dies genügt zur Erwiderung auf die gegen uns gerichteten wüthenden Leitartikel der Germania". Wenn sie sich nach unserem und der einzige Miniſter im Amt, welcher aus der irrenden Brüdern von der Sozialdemokratie entgegenPartei hervorgegangen ist, Herr Miquel, Miquel, glänzte tommt" felber die Marseillaise singen und so unser verersten Artifel eingebildet hatte, daß wir uns durch die herrliche" Encyklika haben Sand in die Augen streuen lassen, so hatte durch staatsfluge Abwesenheit. Der Reichskanzler a. D. warf stocktes Herz seiner christlich- sozialen Liebe" zu erschließen Die Frage, ob die suchen? Beiläufig scheint er, seit ihm die Unterstützung des sie sich eben in urtomischer Weise getäuscht. Also, bitte, künftig seinen Schatten über die Debatten. etwas vorsichtiger! Partei sich ihm unterwerfen, also zur Partei Bismarck sans ehemaligen Welfenfonds- Verwalters fehlt, mit seiner Be" fuhr er fort, während sich eine Blutwelle in seine hageren Wangen ergoß, aber ich war feige". Ach, herzliebster Bruder, wie können Sie sich selbst nur so schelten, Sie, der so muthig das Schwerste getragen hat?" wandte Lisei ergriffen ein. " ? Lisei fand den Vater in der Stube am Tisch, auf dem Unterhaltung und Zerstreuung und in Afra's Gesellschaft viele Papiere lagen, manche darunter von Staub und Alter verging ihm die Zeit wie im Fluge. Sie war immer gevergilbt: Rechnungen, Schuldverschreibungen, Hypotheken- sprächig, immer heiter und selbst seine übelste Laune hielt scheine. Er war in Hemdärmeln und das Haar hing ihm vor ihr nicht Stand. Konnte Stafi nicht eben so sein? unordentlich über die Stirn. Beide Arme auf den Rand Aber die war immer schweigsam, und ernst, immer traurig. " Vielleicht litt ich auch nur aus Muthlosigkeit," ver- des Tisches gelehnt, las er in einem Schriftstücke, das er war es nicht fast wie eine Gnade, wenn sie ihm einmal ein freundliches Gesicht machte? Ihre Augen waren oft setzte er mit einem melancholischen Lächeln. Es wäre vor sich ausgebreitet hatte. vieles, vieles anders gekommen, wenn ich zur rechten Zeit Unterdessen saß Ambros in der Sägemühle, wohin er roth und geschwollen vom Weinen und er konnte das die rechte Tapferkeit gehabt hätte. Auch dieser Auftritt mit Afra nach dem Begräbnisse begleitet hatte. Es war zwar Weinen nicht leiden. War es ihm zu verargen, wenn er Jerg eben wäre uns wohl erspart worden, wenn ich dem ein Wochentag und die Leidtragenden waren allmälig zu es zu Hause langweilig fand und nicht immer Stasi's verBater schon damals männlich gegenüber getreten wäre. So ihren Arbeiten zurückgekehrt, aber für Ambros gab es keine grämtes Gesicht vor Augen haben wollte? War das Leben will ich denn jetzt das Versäumte nachholen." Wochentage. Die Arbeit auf seinem kleinen Hofe war ihm nicht schon ohne dies schwer genug Der alte Arigaya war schon bei der Arbeit im WerkLifei schüttelte den Kopf. Sie werden den Vater nicht zu gering. Es gab für Zwei zu wenig zu thun und anderen Sinnes machen, sondern ihn noch mehr aufbringen so überließ er alles David allein. Der Vergleich mit der raum. Das Brausen des Wassers aufs Rad, das Zischen gegen sich," sagte sie besorgt. Wirthschaft auf dem Klosterhofe, wo er meistens auch nur und Schnaufen der Säge nahm am besten die unangenehmen " Komm' nur," versetzte er zuversichtlich. Du warst mit Hand angelegt, wenn es ihm gefallen hatte, stand im Gedanken fort. Die wieder häufiger gewordenen Besuche zugegen, als man in St. Vigil mich bewegen wollte, der Hintergrunde, und es kam ihm wie ein Spott auf seine des Ambros erregten ihm kein Arg; im Gegentheil, sie Nachfolger des Herrn Moltenbecher zu werden. Ich werde Arbeitskraft und zugleich wie eine Demüthigung vor, daß waren ihm willkommen, denn sie stimmten seine Frau heiter die Pfarre nicht erhalten, denn ich müßte mich der Regie- er nun so im Kleinen mit Kleinem als Herr und Knecht in und verwandelten ihr Wesen in Sonnenschein, der sein rung unterwerfen, wie es Angelo Lacedelli, der Bikar, ge- einer Person seine Tage hinbringen sollte. Die Zukunft, die altes Herz erquickte. Mit seinem Sohne redete er nur noch than hat und dazu werde ich mich nie entschließen. Aber er seinem Kinde würde bieten können, erschien ihm jo er über die dringendsten Geschäftsangelegenheiten und Jerg in jenen Zurufen vernahm ich das Vertrauen, daß ich den bärmlich, daß es nicht lohnte, darum einen Tropfen Schweiß ließ sich außer den Mahlzeiten in der Wohnstube nicht Muth haben würde, die Rechte der Gemeinde und der Kirche zu vergießen. Wenig oder Nichts machte keinen Unterschied. blicken. In dieser war es angenehm kühl, denn das weit vorgegen die Willkürmaßregeln der Regierung zu vertreten. War es dem Klosterbauer Recht, daß sein Name von Laß' uns also gehen in Gottes Namen." Bettlern im Thale geführt wurde, ihm konnte es auch springende Dach hielt die Strahlen der Mittagssonne ab, und Die Schwester blieb jedoch stehen. Sie bewunderte den Recht sein, und es gab Augenblicke, in denen er bei dem das Rauschen und Brausen des Baches lud zur behaglichen Muth, den ihm die Liebe zu ihr gab; aber sie fab für Kirschwasser es als Wolluft sich ausmalte, dem Vater als Ruhe, auch wohl zum Träumen ein. Ambros aber faute feinen Theil ein Gutes daraus erwachsen, wenn er ein Lump gegenüber zu treten und ihm zuzurufen: Schau verdrossen an seinem Schnurrbart. Lisei hatte ihm und Borsaz seinen ausführte. ihn her, das hast Du aus Deinem eigenen Fleisch und Blut ge- dem Bruder von dem neuen Testament des Vaters erzählt. jetzt nochmals und dringender, davon abzustehen. Sie dankte macht!" Müßig zu Hause zu liegen, das brachte er aber Afra hatte ihren Hut abgelegt und verwahrt und stand nun mit ihm für den Beweis seiner Liebe; es würde aber ihr Loos auch nicht fertig und so trieb er sich überall umher voll verschränkten Armen vor ihm. Ihre großen, schwarzen Augen nur erschweren, wenn es ihm nicht gelänge, den Vater um- Unruhe und Unbefriedigung und sich selber zur Last. Der ruhten mit einem Glanze auf ihm, der ihm, wenn er zustimmen und hierzu wäre vor der Hand keine Hoffnnng. Bäcker sah ihn oft genug in seiner Schenkstube, die ihm nicht mit so unliebsamen Gedanken beschäftigt gewesen Das Bewußtsein im äußersten Falle auf die Hilfe des sonst viel zu gering gewesen war; denn in den Stern, wo wäre, das heimliche Gefühl ihres Herzens hätte verrathen Bruders rechnen zu können, würde ihren Muth kräftigen; er seinen alten Kameraden begegnet wäre, mochte er nicht müssen. Stolz, Eifersucht und Entsagung drängten ihre aber ihre eigene Sache müßte sie selbst führen. gehen. Allein weder Schnaps noch Kartenspiel betäubte Liebe nicht mehr zurück und sie ließ sich von ihr tragen und Es wurde ihr nicht leicht, Hannes von seinem Vor- das nagende Gefühl in seiner Brust. Auch in die Sägemühle wiegen, wie eine Wasserrose von den Fluthen eines Sees. sage abzubringen und schon läutete die Mitagsglocke, als ging er wieder, er hatte Afra ja versprochen wieder zu Sie glaubte damit an Stafi kein Unrecht zu begehen, weil die Geschwister in der Nähe des Klosterhofes von einander kommen. Ob bei seinen Besuchen der alte Arigaya zu- sie Ambros nicht begehrte. Ja, er brauchte nicht einmal gegen war oder nicht, war ihm gleichgiltig. Er suchte nur zu ahnen, daß er von ihr geliebt wurde. Ist es wahr, daß schieden. Darum bat sie wegung" sehr unzufrieden zu sein. Wenigstens äußerte er sich auf dem letzten fozialen Rongreß" recht kleinlaut, und gab refignirt zu, daß er nicht der Mann sei, die SozialDemokratie todt zu machen, und daß sie überhaupt nicht todt zu machen sei. Aus diesem gnädigen Zugeständniß ersehen wir, welch' dummes Zeug sich der Stöcker einst eingebildet haben muß. Der biedere Eimbecker, der mißverständlicher Weise zur Sozialdemokratie kam, und dann sein nationalliberales Herz entdeckte, spukt noch immer in der gegnerischen Presse. Nun, wir kennen den Mann nicht und lassen ihn gern uach feiner Façon selig werden. Für den Einen, der uns, ficherlich nicht zu unserem Schaden, wieder verlassen hat, trösten wir uns mit Tausenden und Tausenden, die all wöchentlich durch die ökonomischen Verhältnisse und das politische Elend in unsere Reihen getrieben werden. Der biedere Eimbecker erinnert uns an jene spärlichen Rückwanderer aus Amerika, mit denen die reaktionäre Breffe weiland Staat machen wollte der Millionen nicht gedenkend, die, um dem deutschen Elend zu entfliehen, in die Neue Welt" zogen. Die Neue Welt in der alten ist aber die Sozialdemokratie. Der Juftizminifter ordnete an, daß die Gewerbe-[ verstorbenen Bruder holte, einen Schuldschein anstatt Geld ge Inspektoren ihre Thätigkeit auf den Arbeitsbetrieb in den geben und einen Theil der Kleider noch zurück behalten, mit Strafanstalten ausdehnen und insbesondere ihre Aufmerk- welchen er erst auf mehrmalige Aufforderung herausrückte. Das samkeit auf die in denselben zum Schuße des Lebens und andere Faktotum verhielt sich folgendermaßen: Der Glasder Gesundheit der Sträflinge getroffenen Vorkehrungen beabsichtigte zu verduften, sein Freund M., der in der= richten sollten. Leider ist es der österreichische artigen Sachen Bescheid weiß verfilberte nach Möglich Justizminister, von dem dieser vernünftige Erlaß herrührt feit alles, verkaufte Materialien auf seinen Namen, was durch Zeugen Der Staatsanwalt tlar erwiesen wurde. -nicht der preußische. beantragte gegen Münnich 8 Monate Gefängniß. Der GerichtsWieder einmal geht die Mittheilung durch die euro- hof, welcher die Sache milder ansah, erkannte auf 1 Monat Gepäische Presse, daß der Nihilist Degajeff, der vor acht fängniß ohne Annahme mildernder Umstände. Einer Kritik des Jahren den Obersten Sudeikin tödtete, der russischen Polizei Urtheils wollen wir uns enthalten. Wie beschämend muß es in die Hände gefallen wäre. Er soll in Kostroma, einer für gewisse Sozialistenfresser sein, daß sie sich derartig notorischer Stadt in Südrußland, gefangen genommen worden sein. Lumpen bedient haben, um achtungswerthe Menschen, welche Die Nachricht rührt von dem Petersburger Korrespondenten nur das Verbrechen begangen haben, für ihre Ideale zu kämpfen der" Times" her. Die näheren Umstände, die er von der und für ihre Mitmenschen einzutreten, ins Gefängniß zu bringen. Verhaftung erfährt, flingen aber so romanhaft, daß er selber nicht recht an die Wahrheit seiner Mittheilung glaubt. Wir theilen diesen Zweifel vollständig. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Die Vorgänge spotten jeder Beschreibung. Die Knüppelhelden hatten sich in einem anderen Lokal versammelt, wo sie vollständig freie Beche und pro Mann 4 M. für die geplante Heldenthat erhalten haben sollen. Ein Eislebener Genoffe, welcher in Lebensgefahr einen Re volver nahm und ihn losfeuerte, wurde verhaftet, während von den Todtschlägern, soweit uns bis jetzt bekannt, Niemand festgenommen ist. Ausführlicher Bericht folgt. * Rosenheim. Bei der jüngsten Musterung wurde ein Militärpflichtiger zurückgestellt wegen sozialistischer Umtriebe. Wir glauben, wenn allerorts so verfahren wird, daß es dann mit dem Militarismus bald zu Ende geht. " Konstanz, 28. Mai. Wie dem Voltsfr." in Offenburg mitgetheilt wird, ist Genosse Hausmann, welcher in dem Schröder'schen Majestätsbeleidigungsprozeß als Zeuge vernommen und wegen feiner Zeugenaussage am 21. Januar vom hiesigen Schwurgerichte zu 14 Monaten Zuchthaus verurtheilt wurde, dem Irrsinn verfallen und in einer Frrenanstalt untergebracht. Wir wollen hoffen, daß seine vier Leidensgenossen von diesem Unglück verschont bleiben. Die Behörden aber sollten durch diefes Vortommniß Veranlassung nehmen, die Sache nochmals gründlich zu untersuchen, vielleicht kämen sie dann doch zu einem anderen Resultat. Selbst die Gegner der Sozialdemokratie sind sich darüber einig, daß das Urtheil ein brafonisches war. * * Prag. Hier ist am 21. Mai die erste Nummer der„ Morgenröthe", Organ der westböhmischen Arbeiterschaft, erschienen. Das Blatt erscheint halbmonatlich und kostet vierteljährig 35 Kr. As Herausgeber und verantwortlicher Redakteur zeichnet Genosse Jos. Reznciet. Briefkaffen der Redaktion. Die Wiener Arbeiter- Zeitung" veröffentlicht in ihrer neuesten Nummer die offizielle Einladung zum Partei- Eisleben, 31. Mai. Eine Bande von mindestens 200 Bergtag der österreichischen Sozialdemokratie. Wir entfeuten überfiel eine zu heute Nachmittag hier im Kronprinz nehmen dem Aufruf, der von den fünfzehn Redaktionen der projektirte sozialdemokratische Versammlung mit Knüppeln, Todt gesammten( auch der böhmischen, polnischen und italienisch schlägern 2c. und zertrümmerte ohne jede Veranlassung die österreichischen) Parteipreffe unterzeichnet ist, folgende Stellen: Barteigenoffen! Mehr als zwei Jahre sind verflossen seit Thüren und Fenster. Zwei Personen sollen todtgeschlagen sein; der Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie zu Sainfeld unzählige find verwundet, darunter Leute mit 7-8 Kopfwunden. stattfand. Er hat neuerlich die Prinzipien der Partei zum Aus- Die Polizeibeamten erschienen erst, als die Schlägerei schon bruck gebracht und ihr ein feftes Programm für die Agitation zirka 3/4 Stunden gewährt hatte. Sie trieben die Sozialdemound Organisation gegeben. Seither hat sich unsere Partei traten aus Rüche und Zimmern hinaus. Draußen wurden sie weit über alle Erwartungen entwickelt. Sie ist heute mehr als das je der Fall war, der getreue Ausdruck der proletarischen von den Knüppelhelden wieder geschlagen. Bewegung in Desterreich. Mit ihrer Stärke sind aber ihre Aufgaben zahlreicher geworden und gewachsen und unter den Parteigenoffen tommt überall die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß es an der Zeit sei, wieder einmal zusammenzukommen, die geleistete Arbeit zu überblicken, Stellung zu nehmen zur politischen Lage von heute und den Arbeitsplan für die nächste Zufunft festzustellen. Es sind sowohl Fragen der Taktik und Organifation der Partei, als auch insbesondere die vielfach gänzlich ge änderten Verhältnisse, unter welchen wir zu kämpfen haben, welche eine solche Besprechung nöthig machen. Bekanntlich bestand die Absicht, schon zu Ostern dieses Jahres eine Zusammenkunft zu veranlassen; die Reichsrathswahlen und das Eintreten unserer Erfurt, 31. Mai. Die Agitationstommission der SozialPartei in die Wahlagitation machte einen Aufschub nöthig. Nunmehr laden wir Euch, Parteigenoffen in ganz Desterreich demokratie Thüringens beruft auf den 12. Juli 1891 nach Erfurt ein, am 28., 29, event. 30. Juni d. I. zu einem Parteitag der in den Kaiserfaal einen Parteitag der Sozialdemokraten österreichischen Sozialdemokratie zusammenzutreten. Unsere poli- Thüringens ein. Die vorläufige Tagesordnung desselben lautet: tischen Verhältnisse zwingen uns, den Parteitag auf geladene 1. Bureauwahl. 2. Berichterstattung der Agitationskommiffion. De gustibus non est disputandum. 15. Juni an eine der unterzeichneten Redaktionen gelangen Reißhaus. 4. Berichterstattung über die Thüringer Parteipresse zu laffen. Der Ort der Zusammenkunft wird auf den recht- und Diskussion darüber. 5. Stellungnahme zum Brüffeler interder Tagesordnung bemerken wir, daß selbstverständlich der Jahreskongreß der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Parteitag felbft berufen ist, fie endgiltig festzusetzen. Wir 7. Anträge aus der Mitte des Parteitages. schlagen Euch vorläufig vor: I. Bericht über die Parteithätigteit seit dem Parteitag zu Hainfeld. II. Stand und Ziele der Neurode. Aus dem Neuroder Kreise hatte der Proletarier gewerkschaftlichen Organisation in Desterreich. III. Die Be- aus dem Eulengebirge" türzlich gemeldet, daß das Landrathsamt wegung zur Erlangung des allgemeinen, gleichen und direkten Broschüren gegen die Sozialdemokratie vertheilen läßt und jeden Wahlrechtes. IV. Die Maibewegung. V. Der Fortgang der damit Beglückten mit 25 Pfg. bestraft, wenn er dieselben nicht fogenannten„ Sozialreform" in Desterreich. VI. Der lieft. Diese Notiz berichtigt er nun dahin, daß diese 25 Pfg. Internationale Sozialisten- Rongreß 1891; nicht erhoben werden wegen des Nichtleſens, sondern wegen des Sozialisten Kongreß zu Brüssel nationaler und internationaler Arbeiterschuh. VII. Partei Nichtweitergebens der Broschüren. Was sagt denn die Regierung Parteipresse. Organisation und Parteigenoffen! Wir zu einer solchen Bekämpfung der Sozialdemokratie von Seiten haben nur die wichtigsten Punkte herausgegriffen und Ihr des Landrathsamtes? seht, daß diese schon ein weites und wichtiges Arbeitsprogramin bilden. Wir sind demnach überzeugt, daß Jhr, von der NothZeit, 29. Mai. Wegen Beleidigung eines Lehrers wurde Genosse Hoffmann, Redakteur des" Volksboten" zu 30 M. Geldftrafe verurtheilt. Halberstadt, 28. Mai. Der verantwortliche Redakteur der wendigkeit des Zusammentretens durchbrungen, zahlreich er- Sonntags- Zeitung", Genosse K. Berg, wurde wegen Vergehens scheinen werdet und daß der nächste Parteitag das große und gegen§ 131 des Strafgesetzbuches, begangen durch den Abbruck erfolgreiche Werk, das in Hainfeld wieder begonnen wurde, eines Artikels: Arbeiter, warum seid ihr arm? zu einem Monat entsprechend weiter führen werde. Die österreichische Sozial: Gefängniß verurtheilt. demokratie hat sich einen Ehrenplatz in den Reihen des internationalen, kämpfenden Proletariats errungen, sie hat sich die Riebe und das Vertrauen des arbeitenden Voltes, den trot aller ihrer Macht ohnmächtigen Haß der Gegner erworben. bis ans Ende. Es lebe die Sie wird ihren Kampf führen österreichische Sozialdemokratie!" Wir brauchen unseren österreichischen Waffenbrüdern nicht erst zu versichern, wie groß die Theilnahme ist, mit der die deutsche Sozialdemokratie alle ihre Schritte begleitet. Möge ihr zweiter Parteitag ebenso erfolgreich verlaufen, wie der Hainfelder Kongreß. tein Feuer so heiß brennt, wie heimliche Liebe, so ist es nicht minder gewiß, daß wo dieses Feuer im Herzen brennt, e3 das ganze Wesen durchglüht. Und ob nicht solch Feuer, trotz aller Wacht darüber heimlich zündende Funken versprüht? " Lass doch das Bersinnen, der Jerg ist's wahrlich nicht werth", sagte Afra und verzog schmollend die vollen Lippen. Der Jerg ist ein Schuft", rief er aufschnaubend. Ich versteh's nicht, wie ich so gut Freund mit ihm hab' sein tönnen. " 1 " „ Weil er Dir schön gethan hat, das ist einfach genug", verseite fie. Sein drittes Wort ist immer der Ambros gewefen. Denn da Du unter den Buben das meiste gegolten hast, so hat es ihm ein Ansehen gegeben, Dein Freund zu sein. Seine Luftigkeit ist aber das Narrenseil, an dem er euch Alle geführt hat!" " R. in D. Unsere Parteileitung hat mit dieser Art Agitation und mit den Personen, welche sie betreiben, absolut nichts zu thun. Wenn unsere Genoffen derartige Vorträge wünschen und die betreffenden Redner einladen, so ist es ihre Sache, darüber zu entscheiden, ob eine Rede mit dem Nachweis, daß die Mutter Maria wirklich nicht unbefleckt" empfangen, und daß die Auferstehung und Himmelfahrt nicht notariell und zeugeneidlich erhärtet seiden von Ihnen angegebenen Preis für sie werth ist oder nicht. Persönlich sind wir allerdings der Meinung, daß die meisten dieser Vorträge nicht so viele Pfennige werth sind als Sie schreiben, daß Mark dafür gezahlt werden sollen. Aber: K. F., Johanngeorgenstadt. Vielleicht kann die Frau nicht nachweisen, daß sie in den letzten drei Jahren vor Jukrafttreten des Gesetzes je 47 Wochen gearbeitet hat. Erkundigen Sie zur Zeit verweigert wird. Erst wenn wir diesen Grund wissen, ist es möglich, über dessen Berechtigung ein Urtheil zu fällen. R. B., Friedrichsfelderstr. Das Mädchen kann für ihr zweites Kind feine Alimente fordern. P. F. Die Forderung ist verjährt, wenn Sie seit 1887 weder eine Ratenzahlung geleistet, noch die Schuld sonstwie anerkannt haben. E. 365. Der Vater braucht die von seinem Kinde eingeworfene Scheibe nicht zu bezahlen. M. Sch. Der Vater eines unehelichen Kindes ist berechtigt, sobald dasselbe 4 Jahre alt ist, dessen Herausgabe zu verlangen und es selbst zu erziehen. Wird die Herausgabe verweigert, so braucht der Vater von da ab keine Alimente mehr zu zahlen. Wenn sich das Kind an einem anderen Orte aufhält, so muß der Bater es selbst oder durch einen Beauftragten abholen. Wir würden in einem solchen Falle rathen, zunächst an den Großvater, welcher gefeßlicher Vormund ist, zu schreiben und die Herausgabe zu verlangen, und, wenn keine Antwort oder eine ufagende eintrifft, das Erforderliche wegen Abholung des Kindes zu veranlassen. Der Vormund braucht für die Ueberführung des Kindes seinerseits nicht zu sorgen. Ob das Kind ein Knabe oder ein Mädchen ist, macht keinen Unterschied. D. M., Meherstr. 6 M. für eine Entbindung, 1 M. für Düsseldorf, 27. Mai." Ehren"- Münnich, der ehemalige einen sonstigen Besuch werden der Hebamme von den Gerichten Kronzeuge, stand am Montag, den 25. Mai, vor der hiesigen als angemessen zugebilligt. Ob es sich um eheliche oder unehe Straffammer, angeklagt wegen Unterschlagung und Hilfeleistung fiche Geburten handelt, macht dafür teinen Unterschied. refp. Verschleppung von Gegenständen zum Nachtheile anderer P. B., Fliederstr. Mußte wegen Playmangels zurückgestellt Bersonen. Münnich hatte auf das Sparkaffenbuch eines gewissen linfenberg, welcher bei ihm gewohnt hatte, Gelder erhoben, dem Bruder des Klinkenberg, welcher die Sachen von seinem inzwischen werden. A. G., Grenzfte. Wenn in einem Testament der Ehemann bestimmt hat, daß die Ehefrau den Niesbrauch und die Verwaltung seines gesammten Nachlasses haben und auch über dessen Männer nicht", entgegnete sie. Aber ich wollt, daß ich Substanz zu verfügen berechtigt fein soll, während die Kinder nur erhalten sollen, was nach dem Tode der Ehefrau noch übrig noch arm wäre! Damals hab' ich an allem eine Freud' ge- ist, so kann Letztere das zum Nachlasse gehörige Haus verkaufen habt: wann die Sonne geschienen hat; wann am Sonntag und in das Ausland gehen. Höchstens können die Kinder innerMorgen die Glocken geläutet haben und die Schwalben halb zweier Jahre, seitdem sie von dem Testament Kenntniß wiedergekommen sind. Du kannst es Dir freilich nicht vor- haben, dasselbe anfechten und den Pflichttheil sofort be= stellen, an was so eine junge, arme Gitsche ihre Freud' hat." anspruchen. " Doch", sagte er und haschte nach ihrer Hand, die sie ihm achtlos ließ, indem sie fortfuhr: " So lustig bin ich gewesen wie kein Maikäfer! nicht und wenn ich mir ein schönes rothes Blüm'l hinters Ohr gesteckt hab', da hab' ich ganz darauf vergessen, daß mein tittel hat Flicken gehabt. Ach, du liebe Mutter Gottes, es war eine schöne Zeit!" Sie blickte ihm mit einem wehmüthigen Lächeln in die Augen und die Blicke Beider wurden tiefer und tiefer. Aber tauschen möchtest Du jetzt doch nicht wieder, gelt?" fragte Ambros mit einem eigenthümlich gedrückten Elbing. Wir wissen nicht recht, was Sie unter Ehepacht verstehen. Wenn Sie den Ausschluß der ehelichen Gütergemein schaft meinen, so fönnen Sie einen diesbezüglichen Vertrag noch während der Che vor dem Amtsgericht abschließen. Die Kosten richten sich nach der Höhe des beiderseitigen Vermögens, find aber keinesfalls sehr erheblich. Den bei Abschließung dieses Vertrages schon bestehenden Gläubigern lönnen Sie aber den Vertrag nicht entgegenhalten. Doch dürfen dieselben auch ohne Vertrag die von Ihrer Frau nachweislich in die Ehe gebrachten Sachen wegen Ihrer Schulden nicht pfänden. Hund. Wenn Sie dem Besizer des Kettenhundes eine Fahrlässigkeit nachweiſen können, so muß er die Kurkosten bezahlen. Nach Ihrer Darstellung scheint aber ein solcher Nachweis taum 84 önnen, bie Lokalitäten und die näheren Umstände kennen. zu Briefkaffen der Expedition. Für den Partei- Maifonds gingen ferner folgende Beis träge bei uns ein: Schreiber 1,-. F. Glafer, Metallschleifer 1,-. Tischlerei ( 3 Magst wohl Recht haben", murmelte er, sie betrachtend. Tone. Auch sie trug wegen des Begräbnisses ihren Sonntagsstaat.„ Gleich auf der Stell, wenn ich wieder ein freies möglich zu sein. Wir müßten, um ein Urtheil darüber abgeben Wie aus dem Ei geschält sah sie aus und ihre kurzen Hemd- Madl werden tönnte," rief sie lebhaft und Ambros die ärmel mit den breiten Spizen wetteiferten an Weiße mit Hand entziehend und an den silbernen Kettchen ihres Mieihren runden Armen. ders und der Schleife ihres Flürtuchs zerrend, fuhr sie Mit leeren Taschen lernt Einer die Menschen beffer mit glühenden Wangen fort: Was liegt an all' dem fennen, als wie mit vollen," lachte sie, und dicht vor seinen Plunder? Mit tausend Freuden würd' ich alles hier lassen, Stuhl tretend, fuhr sie lebhaft fort: Und jetzt, weil wir alles, alles, und wenn ich barfuß davon gehen müßte. davon reden: ist die Armuth denn ein so großes Unglück? Meinetwegen mag alles der Teigl holen." Ihr Männer wisset euch freilich nimmer zu helfen und hängt Ja, mag alles der Teigl holen," wiederholte er erregt an euren Gewohnheiten wie die Klette am Rock. Wenn und umfaßte mit beiden Armen ihren Leib. die Lisei in Dienst geht, wird sie kaum so schwer Sie stemmte die Hände gegen seine Schultern und entzu arbeiten haben wie jetzt, und ich mein' halt, wand sich ihm still. Er sprang auf. daß sie Deinem Bater das Brot, welches sie bei" Ja, ich wollt' wir wären Beide von allem los und ihm ißt, theurer bezahlen muß, als es anderwärts koftet. ledig," rief er und umfaßte sie von Neuem. Stürmisch Ich weiß, was es heißt, arm sein, aber ich bin nie rückte er sie an sich und füßte sie. so vergnügt und glücklich gewesen, wie dazumalen, wo's D, thu's doch nicht," murmelte sie und hatte doch baheim mitunter an Brot gefehlt hat. Es giebt Schlimmeres als die Armuth." " Was denn?" fragte er und dachte, wie hübsch sie in ihrem Eifer wäre. „ Es nüßt nichts, davon zu reden, das versteht ihr im nicht die Straft, fich frei zu machen. Sie schmiegte sich in Gegentheil fester an ihn an und ließ es geschehen, daß ev fie wieder und wieder küßte. Ihre ganze Liebe zu ihm schmachtete aus ihren schwarzen Gluthaugen. ( Fortsetzung folgt.) von Neumann, Röpnicerſtr. 175( 8 Mann ausgeschlossen) 8,-. W. B. 0,20. Fachverein der Sticker 6,50..... 100,-. Summa 116,70. Bereits quittirt 1124,65. Summa 1241,35. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. Für die gemaßregelten Bergarbeiter gingen ein: Bom Fachverein der Sticker 15,-. Eine rothe Laterne 1,50. Für die Generalfommiffion der Gewerkschaften Deutschlands( Hamburg)[ Maifonds] gingen ferner ein: Destillation bei Vase 1,10. Vom Fachverein der Sticker 6, Straße 23, 10,-. Gesammelt in der Metallwaaren- Fabrik von Stephan 8,20, Amerit. Auktion eines Kaninchens durch Gen. Stein, Teltower Theater. Dienstag, den 2. Juni, Opeenhans. Othello. Schauspielhaus. Die Kron- PrätenDenten. Berliner Theater. Der Veitchenfreffer. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Nanon. Wallner Theater. Der verlorene Sohn. Der junge Pierrot. Bellealliance Theater. Tricoche und Cacolet. Neue Walhalla. Sommer- Theater, Sasenhaide.) Heute: Vollständig neues Programm. Erftes Auftreten folgender Spezialitäten: Ballet- Gesellschaft Lederer. Sgr. Rappolo( First classe malabarist). Die bildschöne Miss Jessy, EquiliHottentotten. Henry Hannay, Charakteriſtiker und Jinitator. Frl. Franc. de briftin auf der Krystall- Pyramide. Flipp und Ripp, die beiden weissängigen Geschw. Bertini, Gefang und Tanz- Duettisten. Rapelle: Musikdirektor Clairmont, schneidigste Chansonette. Eduard Rennert, Universal Humorist. Bachhofer mit dem Hausorchester. Entree 20 Pfg. E Avis: Mittwoch, den 8. Juni: Große Kinder- Vorstellung. Empfehle den Genossen mein 816L des Sozialdemokratischer Wahlverein 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Große Versammlung am Dienstag, den 2. Jnni, Abends 8 Uhr, im ,, Giskeller", Chauffeestraße 88. Zagesordnung: 1. Vortrag( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht). 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest im Eisfeller. 4. Verschiedenes und Fragetaften. Gäste haben Zutritt. träge Tricoche Weiß- und Bairisch- Bier- Lokal. tage entgegengenommen und Mitglieder aufgenommen werden) befimben ſich Ostend- Theater. Heinrich Heine. Saison- Theater. Vorstellung. Baufmann's Variété. Große Spe- aus. zialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Bratweilige Bierhallen Kommandantenstr. 77-79. Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernfängers 1. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücks180 L Paul Bogasch, Langestr. 70, part. WE Die Zahlstellen des Vereins( wo jeden Sonntag von 10-12 Uhr Bei in folgenden Lokalen: Franz Gleinert, Müllerstr. 174( Ecke Fennstraße); Louis Vieck, Birkenstr. 24; Alex Lünnicke, Beuffelstr. 57; Julius Otto, Pantstraße 32; Steinbach, Antonstr. 1( Bigarrengeschäft); Oskar Kleinau, GartenEmil Schmidt, Tresckow- und Diedenhofenerstraßen- Ecke. Auf allen Zahlstellen werden auch gelesene Arbeiterzeitungen entgegengenommen. Wir ersuchen nun die Genoffen, ihre Zeitungen jede Woche, wenn es möglich ist, 341/16 nach den Zahlstellen hinzubringen. Der Vorstand. Vorwärts"," Berliner Volts- Tribüne" und Gewerkschaftsblätter liegen traße 171; Johann Gnadt, Brunnenstr. 38; Berth. Wortig, Templinerstr. 12; 3immer, für Vereine passend, noch frei. kaufen will, verlange Wer Nähmaschine anderweitig kauft eine bevor man eine illustrirte DerfflingerPreisliste C. Mahnkopf, Berlin W., Strasse 23. von Diese seit 24 Jahren bestehende Firma ist die vortheilhafteste Bezugsquelle in Nähmaschinen, wie dies fortwährend von Tausenden von Kunden anerkannt wird. Allen Vereinen mehleajp meine 88L2 Achtung! Den Vorständen der politischen Vereine, Gewerk schaften 2c. theile ich hierdurch mit, daß am Dienstag, Buchhandlung u. Buchbinderei den 21. Juni, im Feen- Palast, Burgstraße, eine grosse and reichhaltigen Mittagstisch, sowie sowie alle Schreib- und Lederwaaren 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und VerSammlungen. 659 L F. Sodtke. Stablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müher. Passage- Panopticum. Nuter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier mit 4 Armen, 4 Beinen. Bartdame. Witreo ist Coars, Glas, alle Stiefel etc. etc. Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Castan's Panopticum. Betzt: Friedrichstr. 165. J Lappländer R. Kohlhardt, Mariannenſtr. 34. Berliner Hippodrom Am Kurfürstendamm, Station Zoologischer Garten. Römischer Circus Heute Sonntag: 2 Borstellungen, um 4 und 1/2 Uhr. Um 4 Uhr 1. Ballon- Auffahrt des Luftschiffers Mons. Leo Coeurmont. Römisches Wettfahren. Wettrennen, Steeple Chase. Lockhart's 6 dress. Riesen- Elephanten. Ferner Auftreten des gesammten Künstler- Personals. Im großartigen Parke von 4 Uhr ab Militär- Doppel- Konzerte. Ronzert- Entree 30 Pf., inklusive der Hippodrom- Borstellung 50 Pf. aus den nordischen Schneegebirgen. Ohne Extra- Entree! Jede Uhr Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 f. Moabiter Gesellschaftshaus Artistische Leitung Wilhelm räbel. Alt Moabit 80-81. Täglich Gr. Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. MA Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. My Roloffaler Jubel ber urkomischen Pantomime BF Die Gibsfigur. B Anfang Sonntage 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Plaz 50 Pf. Kaffeeküche ist geöffnet. Volfsbeluftigungen aller Art. Sonntag, Montag, Mittwoch Grosser Ball. BE unter Garantie foftet bei mir 1,50 Mk. eine Reparaturen entsprechend billiger. zu repariren ( außer Bruch) Uhren, Gold- u. Silberwaaren Naunynftr. 38, d. C. Wunsch, no. Dranienplat Spiegel und Möbel, Polsterwaaren eigener Gr. Lager, bill. Preife. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Am letzten Mai Abends 11/2 Uhr ist uns ein kleiner Sozialdemokrat geboren. Fritz Hafeloph u. Frau. Allen meinen Freunden und Kollegen sage ich hiermit meinen verbindlichsten Dant für ihre Unterstützungen.[ 1188b Wilhelm Rothenburg, Friedrichsberg, Kronprinzenstr. 26. Ich erkläre hiermit Frau Schulhe öffentliche Volksversammlung stattfindet und an diesem Tage keine öffentliche Versammlung stattfinden darf. J. A.: Otto Klein, Rottbuser Damm 14. 836/8 Schneider- u. Schneiderinnen- Verband Versammlung der Filiale Berlin II. am Dienstag, den 2. Juni, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Hermerschmidt, Perleberger- Straße Nr. 28. Tages- Ordnung: für eine anständige Frau. H. Kuffert. schiedenes.- Gäste willkommen. Orientalischer Rauchklub( Sparund Kreditverein) tagt heute und alle 14 Tage Dienstags Neichenbergerstr. 24 bei Schröder. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 1149 b Stempel! * H.GUTTMANN Stempel-, ( Schablonen-, SchilderFabrik * Berlin N., Brunnenstr.9. Stempel! Den Parteigenossen empfehle mich zur Aufertigung eleganter HerrenGarderobe. Otto Beckurts, Seydelßr. 25, Hof 3 Tr.[ 1139 b Das grösste Brot für 50 Pf. liefert 513L 270/13 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Vers Der Vorstand. Fachverein der Tischler( best b Versammlung am Dienstag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, im Restaurant Königshof", Bülowstrasse 37-40. Tagesordnung: 1. Vortrag des Cand. Herrn Hoffmann über„ Arbeitslohn". 2. Diskussion. 3. Besprechung von Werkstatt- Angelegenheiten, wozu die Kollegen der Werkstatt von Reddemann, Groß- Görschenstraße 18, hiermit besonders eingeladen sind. Gäste haben Zutritt. 314/55 Der Bevollmächtigte. Große öffentliche Versammlung aller in der Hutbranche beschäftigten Arbeiterinnen, Albrecht's Bäckerei, als: Garniverinnen, Spinnerinnen, Filzerinnen, Strohhutnäherinnen, Wrangelstr. 8 und Langestr. 26. und sonstiger Hilfsarbeiterinnen am Mittwoch, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, Rechts- Bureau des königl. preuß. im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13. Amtsrichters a. D., Alte Jakobstr. 102, 11. Gewissenh. Rath, Hilfe in all. Angelegenh. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags.[ 1070b Im Tuchgeschäft Oranien- Str.126. I. Herren- und KnabenAnzüge, Paletots, fomie Damenkleider etc. Auf Wunsch auch gegen Theilzahlungen. 807L Rohtabak empfiehlt 114b Rud. Seiffert, Reichenbergerstr. 171 Hofen, Knabenanzüge, Arbeitssachen Empfehle mein Geschäft in frischen Wilh. Pahr, Elisabethkirchstr. 8. Blumen und Kränzen. 533 L Helmuth Peters. Robert Meyer, Kinder- Garderobe Rheinländischer Tunnel. Concent- Salon a. Restaurant. Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Der Gambrinus- Salon und das Photographliche Atelier sind neut eingerichtet. Jeder Gast, auch wenn derfelbe für nur 10 Pf. vergehrt, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, erkläre ich meinen Freunden fertigt in den neuesten Mustern zu bill. Preisen 599L Tages Ordnung: M 1. Die Nothwendigkeit einer Organisation der Arbeiterinnen in der Sutbranche. Referentin Frl. Wabnik. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kommission zur Ausarbeitung des Statuts. 4. Verschiedenes. 172/10 Der Einberufer. Große Mitglieder- Versammlung der Freien Vereinig. d. Maurer Berlins und Umgegend am Donnerstag, den 4. Juni 1891, Abend 81/2 Uhr, in Orschel's Salon, Sebastian- Straße Nr. 39. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Revisoren. 2. Vortrag über: Ferdinand Lassalle und die Sozialdemokratie". Referent Herr Wilhelm Werner. 3. Distussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 235/6 Der Vorstand. Zimmerlente Schönebergs und Umg. Versammlung Th. Hohmann, Schneidermeister, am Dienstag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr, in der Schloß- Braueret. 23 Franseckistrasse 23. -Theilzahlung. F. R. Retzlaff, Tages Ordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Verschiedenes und Fragetaften. Um recht und Genossen, daß ich mit J. Meyer, Betten Bettfebern spezialgeschäft, aahlreiches Erscheinen angesichts der jezigen Lohnzustände wird gebeten. Neue Wienerftr. 1, in feiner geschäftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung stehe. 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Schulz, Cigarren Geschäft, Rottbuser Play; Schweizer, Cigarren- Geschäft, Dres= denerstraße 53/54( City Passage); A. Werkmeister, Schmidstr. 8a.[ 202M Einen Behler auf Goldleisten verl. Bogasch, Langestr. 70; W. Schweizer, Rigdorf, Hermannstraße( Cigarren- Ge = Arbeitsmarkt. Tücht. Mamsells auf Knabenanzüge schaft); Gnadt, Brunnenstr. 38.[ 8151 verl. Streichan, Landsberg. Allee 45 IV. Const. Janiszewski, Buchbinderei, Rottbufer Damm 99, H. part. Plüschweber. Preiſe! Sämmtliche im Handel Platinabfälle, stets( auch wenn nicht erhalten gute und dauernde Arbeit befindl. Nohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hackeschen Markt.[ 746 annouzirt) zu den höchsten Preisen nur Dänemark bei 1015b Robert Linke, Reinickendorferstr. 28. 1074 b Nicolai Fogtmann, Copenhagen L. 351/13 Achtung, Vereine! Der unterzeichnete Verein stellt zu allen Festlichkeiten( Tanzvergnügungen, Ronzerten, Trauerfeierlichkeiten 2c.) uk in jeder Besetzung bis zum größten Orchester. Unser Arbeitsnachweis befindet sich Rosen- und Neue Friedrichtraßen- Ecke im Restaurant Kuhlmey( Juhaber Wernan), wo täglich von 11-1 Uhr Musikaufträge( mündlich oder schriftlich) entgegen genommen werden. Wir ersuchen die Vereine 2c., sich in Zukunft an unfern Arbeitsnachweis zu wenden, andernfalls aber Musikaufträge nur solchen Dirigenten 2c. zu machen, welche sich durch unsere Mitgliedskarte légitimiren können. Diese Karten sind roth und ohne Stempel ungiltig. Freie Vereinigung der Zivil- Berufs- Musiker Berlins und Umgegend. Meine Musik- Kapelle bringe den Alle Uhren Vereinen in Erinnerung zu Konzerten, Landpartien. Preise billig. 1145b 1147 b werden sauber und sorgfältig reparirt unter Garantie des Gutgehens für Musik- Direktor, Marosky, Schenckendorffstraße. 1,50 Mark( außer Bruch) bei in Kinderwagen. Andreasar. 23,9.0. Berlin N., Reinickendorferstr. 2g, Größtes Lager Berlins W. Winkler, H.p. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Berantwortlicher Redakteur: R. Crouheim in Berlin. Druck und Verlag von War Rading in Berlin SW., Beuthstraße 2. gegenüber der Dantes- Kirche.[ 25L Lager aller Arten Uhren, Uhrketten. Hierzu eine Bellage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 125. Varteigenossen! Ein Schwindler, Namens Paul Seelmann, hat unter Borzeigung eines Empfehlungsschreibens, das die Unterschrift und den Stempel des Genossen Robert Greiner, Aschersleben trägt, an verschiedenen Orten- so in Stuttgart und Freiburg i. B. Unterstützung erbettelt. Wie wir festgestellt haben, ist sowohl das Schriftstück mit der Unterschrift des Genossen Greiner wie auch der Stempel gefälscht. Dienstag, den 2. Juni 1891. 8. Jahrg. Abg. Graf Limburg Stirum: Ich würde Widerspruch gegen eine sofortige Berathung erheben, die nicht der Würde des Hauses entsprechen würde. Das Land hat ein Interesse an den Aeußerungen der Regierung, aber nicht daran, daß sofort jetzt eine erregte Debatte darüber stattfindet. find auf den Import angewiesen und je mehr die Bevölkerungs- zu diskutiren, wenn Niemand im Hause widerspricht, wenn giffer steigt, um so mehr werden wir darauf angewiesen sein. Jemand widersprechen sollte, so würde das nicht im Interesse der Ich glaube, daß die Länder, aus denen wir zu importiren Würde des Hauses liegen. pflegen, unseren Bedarf decken können. Es kommen dabei in Be- Präsident v. Köller: Die Regierung kann jederzeit das tracht Rußland, Desterreich- Ungarn, Nordamerika und Indien. In Wort nehmen; das Haus kann aber nur debattiren, was auf der Desterreich- Ungarn ist die Ernte ebenso wie bei uns. In Ruß- Tagesordnung steht. land ist sie im Norden etwas ungünstiger, in Mittel- und Südrußland etwas besser. Gegründete Aussicht auf sehr gute Ernte haben Nordamerika und Ostindien. Die Nachrichten, welche die Regie: rung aus Handelsplätzen, von hervorragenden Kaufleuten, Rhedern zc. hat, gehen dahin, daß erhebliche Transporte nach Deutsch land unterwegs sind, wie alljährlich um diese Jahreszeit. Der Abg. v, Heeremann: Die Würde des Hauses wird dadurch nordamerikanische Markt scheint im Begriffe, abzuschieben, was nicht verlegt, daß wir jetzt sofort nicht in die Debatte eintreten; Die Genossen allerorts werden deshalb noch an Vorräthen vorhanden ist, um Platz für die neue Ernte wir haben Gelegenheit, die Frage durch Interpellationen u. s. w. vor den p. p. Seelmann, der sich bald als zu machen. Wir werden nach Wochen zählen können, bis in- zur Verhandlung zu bringen. Damit ist diese Angelegenheit erledigt. Spinner, bald als Buchdruckerei Arbeiter aus.disches Getreide eingeführt wird. Freilich kommt aus NordDarauf beginnt die Generaldiskussion über die Landgiebt, gewarnt. amerika und Ostindien Weizen, während wir vornehmlich RoggenDaran anschließend möchten wir ein für alle Mal den Ge- brot verzehren. Aber es sind auch in Nordamerika Roggenbestände gemeinde- Ordnung, in welcher nur der Abg. v. Meyer das Wort nimmt, dessen Ausführungen aber nossen den Rath geben, an Personen, deren Verhältnisse sie nicht daß der Weizenkonsum zunimmt, mag die Bevölkerung nun Ge- bei der großen im Hause herrschenden Unruhe ganz unverständlich genau kennen und deren Angaben sie auf ihre Wahrheit nicht am schmack daran finden oder der steigende Wohlstand oder der ab- bleiben. nehmende Roggenbau die Schuld daran tragen. Soll die Regie- In der Generaldiskussion werden die§§ 1-47 ohne erheb= Orte selbst prüfen können, teine Unterstützung zu gerung sich angesichts des Drängens von verschiedenen Seiten ent- liche Debatte genehmigt. währen. Wer aus Anlaß seines Eintretens für die Arbeiter schließen, jetzt auf eine Herabsetzung oder Aufhebung der Zölle Bum§ 48 liegt außer dem Antrag von Rauchhaupt auch bewegung gemaßregelt worden ist, findet- sei es von der betr. Gewerk- hinzuwirken? Was würde die Aufhebung zur Zeit nüßen? ein Antrag Ridert vor, jedes mehrfache Stimmrecht zu be schaft oder falls es sich um eine politische Maßregelung handelt Die Frage, wie weit die Zölle auf die Preisbildung ein- feitigen oder doch in den Beschlüssen des Herrenhauses die Einwirten, ist eine sehr komplizirte und nicht mit den einfachen führung eines solchen mehrfachen Stimmrechts nicht vom von der Partei Unterstützung, soweit die Mittel ausreichen. Worten zu entscheiden, daß das Ausland oder der Konsument den Antrage des Kreisausschusses, sondern der Gemeindeversammlung Jenen Wanderbettlern aber wie Seelmann einer ist, und wie Boll bezahlt. Zahlreiche schwer zu überwindende Schwierigkeiten abhängig zu machen. deren sich mehrere herumtreiben, ohne es gerade so schlimm zu machen es selbst dem gewiegtesten Nationalökonomen schwer, machen wie dieser weise man überall die Thüre. darüber richtig zu urtheilen und zu einem einwandsfreien ErNicht genug, daß diese Schwindler die Gutmüthigkeit der Ge- gebniß zu gelangen. Sehr schwer wird es im gegenwärtigen Falle sein, festzustellen, wie weit eine Aufhebung oder Herabnossen mißbrauchen, in vielen Fällen führt deren Auftreten minderung der Kornzölle auf Zeit geeignet wäre, die Preise zum geradenwegs dazu, die Partei in den Augen Dritter in Miß- Sinten zu bringen.( Sehr richtig! rechts.) Wir haben die Erkredit zu bringen. fahrung gemacht, daß in den Nebenländern die Preise anzogen, ihn gestellte Ansuchen einzugehen, wenn solche Schwindler auftauchen, hinter denselben Steckbriefe zu erlassen. Bei etwas Urtheil und Menschenkenntniß ist es ein Leichtes, zu verhindern, daß Personen wie Seelmann und ähnliche Induſtrieritter ihren Zweck erreichen. Liegt aber ein zweifelhafter Fall vor, so ist das Sekretariat der Partei, Katzbachstr. 9, jederzeit bereit und in der Lage, Auskunft zu ertheilen oder zu vermitteln. In der Debatte treten die Abgg. von Hnene, von Dziem bowski, Hobrecht, Rickert und Weber- Halberstadt für die Beschlüsse des Herrenhauses ein, welche die Verleihung eines mehrfachen Stimmrechts ungefährlicher machen als die ortsstatutarischen Bestimmungen. Abg. v. Ranchhaupt glaubt, daß das Herrenhaus etwas ganz Anderes gewollt habe, als es durch seinen Beschluß aushauses. Der Parteivorstand muß es ablehnen, auf das mehrfach an Ausland schickte sich an, von der außergewöhnlichen Lage, in der drückt; er hofft auf die Annahme der Beschlüsse des AbgeordnetenDer Parteivorstand. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. Im Uebrigen wird die Vorlage nach den Beschlüssen des Herrenhauses angenommen. wir uns befinden, Nutzen zu ziehen. Es läßt sich nicht in AbMinister Herrfurth bezweifelt, daß das Herrenhaus die rede stellen, daß der Weltmartt im Ganzen eine steigende Tendenz früheren Beschlüsse des Abgeordnetenhauses nachträglich billigen hat und, was ich von Sachverständigen ersten Ranges gehört habe, würde. wird eine steigende Tendenz anhalten. Sezen wir nun die Zölle§ 48 wird nach dem Antrage des Herrenhauses unter. herunter, so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Preisermäßigung Streichung der Worte:" Im Einverständniß mit dem Oberauf dem deutschen Markte nicht der Heruntersetzung der Zölle präsidenten gegen die Stimmen der Konservativen angenommen. gleichkommen wird.( Sehr richtig! rechts.) Seit Wochen ist der Beim§ 75 sprechen sich die Abgg. v. Gneift und v. Hnene Preis von Deutschland gleich Weltmarktpreis plus Zoll. Wenn während geschlagenen Vermittlungsantrag, wir den Zoll aufheben, wird ein Theil des Zolles an das Aus- gegen die Wahl auf 12 Jahre aus, empfehlen aber den vorAbg. Rickert land fallen. Ob der inländische Konsum einen Gewinn davon für die Wiederherstellung des Beschlusses des Abgeordnetenhauses haben wird, ist sehr zweifelhaft und zwar um so zweifelhafter, eintritt. auf je türzere Zeit die Herabsetzung beschlossen wird. Die Re Das Haus schließt sich dem Antrage des Abg. v. Dziem gierung hat sich davon überzeugt, daß eine mäßige Herabsetzung bowsti an. der Zölle nicht helfen würde; der Zoll müßte auf Zeit ganz er § 109 handelt von der Deffentlichkeit der Gemeinde- Verlassen werden. Aber dazu würde sich die Staatsregierung fammlung und Gemeinde- Vertretung. Nach dem Beschluß des nicht entschließen können, denn der Schaden einer solchen Herrenhauses soll eine beschränkte Oeffentlichkeit stattfinden, es 92. Sigung vom 1. Juni. 11 Uhr. Maßregel würde unfraglich fein. Handel, Industrie sollen nur die mit dem Gemeinderechte ausgestatteten Personen Am Ministertische: von Caprivi, von Bötticher, und Landwirthschaft sind darin einig, daß Stetigkeit zugelassen werden. ( Sehr Herrfurth, Dr. Miquel, von Heyden, von Ber- für die gesunde Entwickelung erforderlich ist. Abg. v. Dziembowski beantragt, alle männlichen GroßLepsch. richtig! rechts.) Wenn Sie die Zölle auf Monate hin jährigen, zu Gemeindeabgaben herangezogenen Personen als ZuAuf der Tagesordnung steht die Berathung der aus dem und her wirft, so ist die ruhige Entwickelung gefährdet. hörer zuzulassen. Herrenhause zurückgekommenen 2 andgemeinde- Ordnung. Der Handel, das solide Geschäft leidet darunter, während die Die Abg. v. Gneist, v. Dziembowsti, v. Strom Das Herrenhaus hat in folgenden Paragraphen Aenderungen Spekulation- die ich an sich nicht für etwas Schädliches, son- beck und Rickert treten gegenüber dem Beschlusse des Herrendie wilde Spekulation hauses für eine erweiterte Beffentlichkeit ein: Minister Herr beschlossen:§§ 2 und 3( Vereinigung von Gutsbezirker und dern für etwas Nothwendiges halte Landgemeinden u. s. w.);§ 41( Gemeinderecht);§§ 48 und 50 würde dabei profperiren. Wenn die Staatsregierung die Zölle furth stimmt dem Antrag v. Dziembowski zu, welcher schließlich ( Wahlrecht);§ 75( Wahl der Gemeindevorsteher auf 12 statt auf auf eine Beit lang ganz erlassen würde, so würde nach Ablauf mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Konservativen a n6 Jahre);§ 109( Deffentlichkeit der Sizungen der Gemeindever- der Frist sehr leicht die Verlegenheit eintreten, daß die Zölle genommen wird. sammlungen und Gemeindevertretungen);§§ 137 und 138 schwer wieder einzuführen sind. Denn es könnte eine Agitation ( 3weckverbände) und§ 149( Ausführungsvorschriften). Außer in der Bevölkerung vorhanden sein, welche sich dem widersetzt Bei der Debatte über die Ueberschrift des Gesetzes erklärt zwei mehr redaktionellen Aenderungen wird vom Abgeordneten und es könnten Ereignisse vorhanden sein, welche es erschweren, Abg. v. Rauch haupt, daß die konservative Partei gegen von Dziembowsti beantragt im§ 75 die Wahl der Ge- in den Getreidezöllen zurückzukommen. Die Verbündeten Regiemeindevorsteher auf 8 Jahre in das Gesetz wieder aufzunehmen, rungen haben aber nichts weniger im Sinn gehabt, als zu einem die Landgemeinde- Ordnung stimmen würde, weil im§ 48( Stimmaber zu gestatten, daß nach 3 Jahren der Gemeindevorsteher auf Freihandelssystem in Bezug auf Getreide zurückzukommen.( Hört! recht) und§ 109( Deffentlichkeit) nicht ihre Auffassung zur GelFerner beantragt Abg. rechts.) Wir haben uns entschlossen, zu einer gewiffen Herab tung gekommen sei; der Minister habe im Herrenhause erklärt, weitere 9 Jahre gewählt werden kann. von Rauchhaupt im§ 48 die Beschlüsse des Abgeordneten- segung der Getreidezölle die Zustimmung zu geben, aber unter daß die Aenderungsanträge der Konservativen, welche prinzipieller hauses wiederherzustellen. Danach sollen durch Ortsstatut die der Voraussetzung, daß auf anderen Gebieten Gewinne ge- Natur seien, abgelehnt seien. Die Konservativen wollten die Steuersäge, bei welchen ein mehrfaches Stimmrecht eintritt, erhöht oder macht werden. Ich will mich darüber nicht näher äußern, Hauptziele der Regierungsvorlage auch, aber ihre Anträge deckten ermäßigt werden können, letzteres jedoch nur um ein Drittel. Nach dem wie ich mich auch bei dieser Gelegenheit auf den öster- ich durchaus nicht mit den Vorschlägen der Regierung, wie der Beschluß des Herrenhauses sollten auf Antrag des Kreis- reichischen Handelsvertrag nicht einlassen werde. Bei Aufhebung Minister im Herrenhause glauben machen wollte. Die tonferausschusses durch Beschluß des Provinzial- der Zölle auf furze Zeit müßten wir auch damit rechnen, vativen Anträge wegen der Zusammenlegung von Gutsbezirken Landtages im Einverständniß mit dem Ober- daß der deutsche Markt mit Getreide überschwemmt sein könnte, und Landgemeinden waren grundsätzlich verschieden von der Vorpräsidenten die Steuersätze erhöht oder, höchstens jedoch so daß wir mit unserer neuen Ernte in Berlegenheit tämen. Die lage; ebenso die Anträge zur Besteuerung. Auch das Stimmrecht französische Regierung hat deshalb erst verhandelt, daß die Zölle haben die Konservativen grundsäglich geändert; ebenso sind mehum die Hälfte ermäßigt werden können. erst zum August ermäßigt werden, wo mit der stärkeren Einfuhr rere andere Aenderungen grundsäglich gewesen, so das Stimm Vor dem Eintritt in die Tagesordnung erhält das Wort Neben diesem auf dem recht der Gemeindevorsteher und Schöffen in der GemeindeReichskanzler v. Caprivi: Die Erörterungen, welche am die eigene Ernte tonfurriren kann. 27. v. M. in diesem Hause stattgefunden haben, haben die Frage, Handel und der Landwirthschaft basirten Motive hat die Staats- vertretung, die Anhörung der Amtsvorsteher bei der Wahl der ob die gegenwärtigen Verhältnisse zu einer baldigen Herabsehung regierung auch Motive politischer Art. Die Regierung konnte Gemeindevorsteher u. s. w. Die Konservativen müßten deshalb darauf sehen, daß der Minister nicht wieder die volle oder Aufhebung der Getreidezölle nöthigen, zu einer so brennen sich durch ein Nachgeben gegenüber der Agitation ihre Verantden gemacht, daß die königliche Staatsregierung erklären muß, wortung leicht machen. Aber eine Regierung muß das Beste der Zustimmung der konservativen Partei für das Gesetz verwende, es liege nicht in ihrer Absicht, die Herabsehung oder Aufhebung ganzen Nation im Auge haben und muß deshalb auch einmal deshalb würden sie gegen das Gesetz stimmen. der Getreidezölle beim Bundesrath in Anregung zu bringen. gegen den Strom schwimmen. Ich traue uns zu, daß der Strom Minister Herrfurth: Ich verstehe es nicht, wie der Vors ( Lebhafter Beifall rechts.) Seit Bedenken über den Ausfall der uns nicht auf die andere Seite bringen wird.( Zustimmung rechts.) Ernte laut wurden, hat das Staatsministerium es sich angelegen Wir haben auch ein warmes Herz für die armen Klassen, aber in redner alle die prinzipiellen Alenderungen, die er angeführt hat, sein lassen, zu erforschen, Brot- dieser Beziehung glauben wir recht zu handeln, wenn wir auf eine als Grund für die ablehnende Haltung angeben kann. Dieser erforschen, wie die Frage der ernährung sich stellen wird. Die Recherchen nahmen einen Herabsetzung oder Aufhebung der Getreidezölle auf einige Monate Angriff des Vorredners wäre sehr gut improvisirt, wenn er nicht guten Fortgang, bis wir sahen, daß eine hochgradige Er- nicht eingehen. Wie weit würde sich der Brotpreis ändern, wenn so sehr gut vorbereitet wäre.( Beifall bei den Nationalliberalen regung in das Land getragen wurde, welche uns die Bäcker und Kaufleute von vornherein wissen, die Sache dauert und Freifinnigen.) Ich habe im Namen der Staatsregierung Nothwendigkeit klar machte, schneller als wir geglaubt hatten, nicht lange?!( Sehr richtig! rechts; Widerspruch links.) Wenn mehrere konservative Anträge als unannehmbar bezeichnet, so zum zu einer Erklärung zu kommen. Dazu kam gleichzeitig die Auf- wir für längere Zeit im Wege vertragsmäßiger Vereinbarung die Beispiel den Antrag zu§ 2. Diese prinzipiellen Fragen habe ich hebung und Ermäßigung der Zölle in Nebenstaaten. Es liegt Getreidezölle ermäßigen fönnen, so wird das mehr der ärmeren im Herrenhause behandelt. Für die anderen Aenderungen habe der Regierung ein sehr großes Material vor, indessen muß ich Bevölkerung nutzen, als wenn wir jetzt auf 4 Monate die Zölle ich meine Zustimmung erklärt und habe für dieselben gestimmt. ohne Weiteres zugeben, all' dieses Material würde einen ziffern- herabsetzen. Eine Herabseßung oder Aufhebung der Getreidezölle Wenn ich gewisse Anträge hier und im Herrenhause als unanmäßigen Beweis für die Richtigkeit des Verfahrens der Staats- würde auch in handelspolitischer Beziehung so erwünscht sein, nehmbar bezeichnet habe, so ist das kein Grund, die Vorlage ab. regierung beizubringen nicht ermöglichen. Die Zahlen sind zum wie nur möglich. Für die größeren handelspolitischen Be- zulehnen, nachdem man früher das tolerari posse ausgesprochen Theil ihrer Natur nach unsicher, sie beruhen auf Schäßungen, die ziehungen ist eine gewisse Stetigkeit der leitenden Anschauungen hat.( Zustimmung links.) Mittelernte haben. Abg. Rickert: Diese Ueberraschung hatte ich nicht erwartet, oft schon acht Tage nach einer Vornahme falsch geworden sind. erforderlich. Wir können nicht in eine große handelspolitische Aber trotz alledem hat die Staatsregierung ganz fest die Ueber- Attion eintreten mit Aussicht auf Erfolg, wenn wir unsere An- nachdem Graf Kanitz vor wenigen Tagen erklärt hatte, er würde zeugung gewonnen, daß von einem Nothstande im Lande zur schauungen wechseln, ehe wir das erste Ergebniß einer solchen in der vierten Lesung für die Landgemeinde- Ordnung stimmen. Beit nicht die Rede sein kann und daß die vorliegenden Verhält Attion eingeheimst haben. Wir würden dem Auslande gegen Wenn wir wegen der Verschlechterungen uns gegen die Vorlage nisse Gott sei Dank! auch keine Aussicht geben, daß es zu einem über als eine Nation erscheinen, mit der auf einen langen Beit- erklärt hätten, so wäre das verständlich. Wir Wilden sind doch Rothstande kommen wird.( Zustimmung rechts.) Nicht einmal raum sich in solche Transaktionen einzulassen bedenklich ist. Das, bessere Menschen( Heiterkeit); wir werden für das Gesetz stimmen außergewöhnliche Maßregeln würden hinreichend motivirt sein. was wir gewonnen haben, wird scheitern, ehe wir es an einer und hoffen, daß dem Minister dabei nicht unheimlich wird. Die Wir haben in Betracht zu ziehen die kommende Ernte im einzigen Stelle haben vollenden fönnen, wenn wir jetzt schwanken heutigen Entscheidungen sind doch gar nicht maßgebend für die Inlante. Daß sie feine gute werden wird, halten wir für wahr- würden. Die Staatsregierung ist sich ihrer Verantwortung in Entscheidung.§ 48 ist erst bei der dritten Lesung in die Vorſcheinlich, für ebenso wahrscheinlich aber, daß sie besser werden dieser Richtung vollkommen bewußt, aber auch der Ber- lage hineingekommen und§ 109 ist von der Kommission, welche wird, als man erwartete. Wir werden voraussichtlich eine antwortung, die sie zu tragen haben würde, wenn sie dahin unter dem Vorsitz des Herrn v. Rauchhaupt tagte, gar nicht anEine solche giebt aber keinen Anlaß zu wirkte, die handelspolitische Aktion, von der sie sich sehr viel gefochten worden. Nicht einmal als Vorwand sind diese Gründe Klagen, daß wir vor einem Nothstande stehen. Wir haben in verspricht, zu stören; und eine solche Verantwortung auf mich gut genug, das kann feinem Menschen im Lande selbst Herr Betracht ziehen müffen, welche Vorräthe haben wir im Inlande? zu nehmen, bin ich nicht geneigt. Wir sind darauf gefaßt, daß v. Rauchhaupt weismachen. Ich hoffe, daß trotzdem im SerrenDie Leute, welche Vorräthe in Händen haben, sind naturgemäß man unser Verhalten nicht verstehen und es mißbilligen wird, wir hause so viel Vernunft vorhanden sein wird, daß diese Vorlage nicht geneigt, sie zu offenbaren. Im Lande ist aber eine Unzahl müssen uns das gefallen lassen, wenn das, was wir thun, dem in das Gesetzblatt kommt.( Lebhafter Beifall bei den Nationalden eigenen Lande zum Segen gereicht.( Lebhafter Beifall rechts.). jeder Zählung entziehen. Die Summe derselben ist aber größer, Abg. Rickert bittet zur Geschäftsordnung, daß die Rede so als allgemein angenommen wird. Wenn wir auch nicht ver- bald als möglich gedruckt wird; er bedauert, daß es nicht möglich kennen, daß die Vorräthe im Inlande so sind, daß sie nicht aus- fei, jetzt sofort auf eine Diskussion einzugehen. Abg. v. Eynern bedauert das ebenfalls er hofft, daß der reichen, das Land zu ernähren, so sind wir auf der anderen Seite versorgt. Wir haben hohe Preise, aber sie können uns Antrag gestellt wird, die Sache in den nächsten Tagen zur Disnicht beunruhigen, denn seit 1850 haben wir in 7 Jahren Durch- kussion zu stellen. Abg. Nichter: Wir sind berechtigt, sofort über diese Frage schnittspreise von der jetzigen Höhe gehabt.( Hört! rechts.) Wir liberalen und Freifinnigen). Abg. v. Rauchhaupt: Bei§ 48 haben wir den Standpunkt, den wir jezt einnehmen, immer vertreten und nur im Interesse des Kompromisses diesen Standpunkt etwas zurückgedrängt. Abg. Richter beantragt angesichts der politischen Bedeutung, welche die Gesammtabstimmung über das ganze Gesetz jetzt ge= wonnen habe, dieselbe namentlich vorzunehmen. Diefer Antrag wird von den Nationalliberalen und auch von den Konservativen unterstützt. Die namentliche Abstimmung ergiebt die Annahme des Gefetes mit 206 gegen 99 Stimmen. Gegen das Gesetz stimmen geschlossen die Konservativen, ferner die Abgg. v. Schalfcha( 3.) und Spangenberg( frt.), für das Gesetz stimmen die Freisinnigen, die Nationalliberalen und die Polen geschlossen, ferner das Zentrum und die Freikonservativen mit den bezeichneten Ausnahmen, endlich die Abgg. v. Köller und Cremer- Teltow. Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr.( Eperrgelder, Eisenbahn- Gesez.) Parlamentarisches. Der Laudtage Abgeordnete Rechtsanwalt Julius Bachem in Köln wird am Schlusse der gegenwärtigen Tagung des Abgeordnetenhauſes ſein ſeit 1877 ausgeübtes Mandat niederlegen. Herr Bachem ist zu diesem Schritt durch die Enthüllung einer Skandalaffäre, bei welcher er der Hauptbetheiligte war, gezwungen worden. Tokales. " von von ihr solche Schranken stützen wollten oder gar neue aufrichten? Sind in dem Institut verfahren wird, ergiebt sich daraus, daß sogar denn aber die kleinen Unternehmer, die kleinen Geschäftsleute, die eine Desinfizirung der Speiserefte vorgenommen wird. Zu diesem sich nur mit unsäglicher Mühsal und nur mit genauer Noth der Zweck ist an der anderen Seite des vorerwähnten Gebäudes ein übergroßen, fapitalstarken Konkurrenz gegenüber über Wasser zu besonderer Kleiner Raum angeordnet; hier werden die Speisereſte erhalten vermögen, teine solche Schranken für die angedeutete in einem Kochkessel von 50 Liter Inhalt nochmals durchgekocht Entwicklung der Gesellschaft? Gerade wir sind es doch, die den und erst in sterilisirtem Zustande beseitigt. Auf diese Weise ist Handwerksmeistern, den kleinen Geschäftsinhabern, eben dem jede Krankheitsübertragung durch die aus den Krankenräumen Mittelstande, dem Bürgerthum, die ihre Gesundung und ihre stammenden Speisen und Getränke ausgeschlossen. dauernde Existenzfähigkeit von den absonderlichsten Dingen erwarten,( zum Beispiel vom manchesterlichen Freihandel, vom Befähigungsnachweis Da die Angelegenheit des in den Fünziger Jahren und Zunftzwang, der zum Tode verurtheilten und hingerichteten Jägers Buttlig Expatriirung der Juden und anderen dergleichen Haus- wieder ausgegraben worden ist und zu Erörterungen Veran mitteln) stets zurufen: Gebt allen Euren Widerstand auf, es laffung gegeben hat, so ist es vielleicht angezeigt, das Thatsäch hilft Euch Alles Nichts." Euer Stand und Eure Klasse ist dem liche aus jenem fenfationellen Kriminalfall wie folgt zusammenTode geweiht. Ihr müßt doch Knechte der fapitalistischen zustellen. Am 20. März 1855 wurde die im Hanse Anhalter Unternehmungen werden. Je eher Ihr kommt, je früher können Kommunikation 1 wohnende Nätherin Dorothea Storbed wir uns alle vereinigt aus der gemeinsamen Misere herausarbeiten!" in ihrer Wohnung an der Thürklinke mittelst einer Leine erhängt Gerade wir sind es auch, die so rufen, und wir selbst sollten vorgefunden. Sie war offenbar mit einem Fauftschlag ins Auge dann unser halbvollendetes Werk wieder zerstören und die Leute, betäubt, dann gewürgt und erhängt worden. Der Verdacht der die unserem Rufe gefolgt sind, von der eigentlichen Einverleibung Thaterschaft fiel auf den 28 jährigen Jäger Georg Karl mit uns zurückhalten und sie fünstlich in einer Klasse erhalten, Dietrich Puttlig, den unehelichen Sohn eines in Berlin die nicht leben und nicht sterben kann und für eine gesunde lebenden Fräulein von Puttlig, welcher mit der Ermordeten Weiterentwickelung der Gesellschaft im sozialistischen Sinne das Bekanntschaft unterhalten, mitunter auch Geld zäheste Hinderniß bildet. Wenn wir die schöne Zukunft, für die entliehen hatte. Er wurde verhaftet und legte ein Geständniß wir arbeiten und dulden, erst für dann in sichere Aussicht stellen, dahin ab, daß er am 18. März Abends bei Gelegenheit eines wenn die Entwickelung der kapitalistischen Gesellschaft ab- Streites bie Storbeck getödtet und dann mit einer Leine, die er geschlossen ist, das heißt, wenn der Großbetrieb seine aufällig auf dem Tische habe liegen sehen, an höchste Staffel erreicht hat: dann dürfen wir dem der Thürklinke aufgehängt habe. Die Staatsanwaltschaft war auch nicht entgegenarbeiten, indem wir die Gesell lediglich auf dieses vollkommen glaubwürdige Geständniß anZur Kornzollfrage. Mit Bezug auf den an der Spizze schaft durch übel angebrachtes Solidaritätsgefühl auf dem heu- gewiesen und erhob nur Anklage wegen Todtschlages. In der heutigen Nummer erschienenen Aufruf des Parteivorstandes tigen Stande ihrer Entwickelung festhalten und uns dadurch ber am 30. Juli 1855 und die folgenden 4 Tage vor dem Stadtkönnen wir unseren Lesern die Mittheilung machen, daß für fraten nur und allein mit Klaffengenossen, mit Proletariern Geständniß, leugnete jede Schuld und stellte in Abrede, am empfindlich schädigen. Solidarisch fönnen wir als Sozialdemo- Schwurgericht stattgefundenen Verhandlung widerrief Buttlig fein Berlin bereits im Laufe dieser Woche in den sechs Wahlkreisen sein, und es ist vielleicht die bedeutendste Kulturerrungenschaft 18. März überhaupt bei der Ermordeten gewefen zu sein. Die gleichzeitig die von dem Aufruf angeregten Protestversammlungen des 19. Jahrhunderts, das Solidaritätsgefühl in der Proletarier- Deffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen sollte in diesem Falle der Staatsanwaltschaft zur stärksten Stüße werden. gegen die Aufrechterhaltung der Getreidezölle stattfinden werden. klasse geweckt zu haben. in Gestalt einer Frau Bartel, Es bleibt nun freilich zu erwägen, daß sich unter diesen, Die Nemesis erschien Sur Taktik. Unter diesem Titel geht uns aus dem Kreise dem fleinbürgerlichen Mittelstande angehörenden Genossen, eine welche der Gerichtsverhandlung beiwohnte und sich nun erinnerte, unserer Berliner Leser folgende Buschrift zu: große Zahl sehr fähiger und sehr arbeitsfreudiger Streiter für daß zwei Tage vor jenem Morde ein junger Mensch bei ihr nach Man hört in sozialdemokratischen Versammlungen häufig unsere Ziele befindet, deren Geschäfte zc. heute zum großen Theil einem Seiler gefragt und sie demselben einen solchen bezeichnet darüber klagen, daß viele Arbeiter andern Genoffen gegenüber zu auf Barteigenossen angewiesen sind und die also bei Befolgung habe. Die Kriminalpolizei ermittelte den Seiler, dem nun auch wenig Solidaritätsgefühl beweisen, woran sich dann die Bemer- des Grundfayes, daß man den Gang der Entwickelung nicht einfiel, daß er ein Stück Leine besize, von welcher er zwei Tage kung knüpft, daß es Ehrenfache jedes Genoffen sein müsse, seine aufhalten und ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit da kaufen vor dem Morde an einen jungen Mann verkauft habe, welcher Bedürfnisse möglichst bei andern Genossen zu decken, um diese in und da arbeiten lassen will, wo Einem die meisten Vortheile ge- der Beschreibung nach Buttlig sein mußte. Es zeigte sich, daß Nahrung zu sehen und um auf diese Weise seine Arbeitergroschen boten werden", dem Großhandel und der Großindustrie jedenfalls die zur Ermordung benutzte Zeine unzweifelhaft von der Leine denen zuzuführen, die für seine Leiden und Wünsche Entgegen- erliegen müßten, weil diese kraft ihrer großen Kapitalien und dieses Seilers entnommen war. Der Seiler erkannte nun aber kommen und Verständniß beweisen. Auch in einer jüngst abge- ihrer günstigen Produktionsbedingungen jedem Falle den Puttlig nicht mit Bestimmtheit als den Käufer des Stückes haltenen Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen leistungsfähiger sind, als der Kleinhandel und das Hand- Leine wieder, dagegen erkannte ihn mit der allergrößten Beder Gast- und Schankwirthe Berlins sind ähnliche Ansichten zu werf. Wir können aber unmöglich wünschen, solche, vielleicht stimmtheit das bei dem Verkaufe anwesend gewesene Dienſt Tage getreten, und start scheint es sogar, als ob dort daran ge- ganz unersetzliche Kräfte zu verlieren und dies zeigt denn aufs mädchen des Seilers, welche fofort gesagt hatte, daß dacht worden wäre, die Berliner Arbeiterschaft event. zu einem Neue, wie nothwendig es ist, daß die leistungsfähigen Agitatoren der Käufer einen grauen Roc und Stulpenstiefel geBierboykott zu Gunsten der kleinen Gastwirthschaften zu veran unserer Partei für ihre Wirksamkeit einfach bezahlt werden. tragen habe. Nunmehr änderte der Staatsanwalt seine lassen.( Bericht im Vorwärts" vom Sonntag, den 24. Mai.) Denn da ein Proletarier, eben weil er ein Proletarier ist, sein Anklage auf Mord und mit dem Staatsanwalt waren die Ge Es wird nicht uninteressant sein, die Frage einmal etwas täglich Brot täglich neu erringen muß, er in der Zeit, die er dem schworenen der Ansicht, daß Puttlih in vorher überlegter Absicht eingehender zu untersuchen. Dienste der Partei widmet, aber naturgemäß nichts Anderes er- die Storbed ermordet habe. Es tonnte nicht festgestellt werden, Das Verlangen, soviel als möglich diejenigen Gewerben tann, so ist es auch die Pflicht Derer, die seine Dienste daß der letzteren Gelder oder Werthsachen fehlten, bei Puttlig schäftsleute in Nahrung zu feßen, die unferer Partei in Anspruch nehmen, ihm für seine Leistungen in entsprechender find auch keine geraubten Gegenstände gefunden worden. Trotzdem angehören, oder ihr sympathisch sympathisch gegenüberstehen, gründet Weise zu bezahlen. Die Partei hat ein hohes Interesse daran, sprachen die Geschworenen( wie man damals sagte mit 11 gegen sich auf die Ansicht, daß einerseits die betreffenden Ge- sich und damit der Menschheit jede agitatorische Kraft zu erhalten. Stimme) den Angeklagten des Mordes schuldig und es wurde schäftsleute mit ihrer Arbeiterfreundlichkeit ein Anrecht auf Es liegt aber nicht im Interesse der Partei, wie oben dargelegt, führte der damals im Zenith seines Ruhmes stehende, vor kurzem über ihn die Todesstrafe verhängt. Seine Vertheidigung Unterstützung seitens der andern Genossen erworben haben, und das Absterben des Kleinbürgerlichen Mittelstandes ohne Noth zu führte der damals im Zenith ſeines Ruhmes stehende, vor kurzem daß andererseits die Genossen ebenso sehr aus Dankbarkeit wie verzögern. verstorbene Deyks, den Vorsitz im Gerichtshof führte Stadtaus Klugheit und praktischem Interesse ihr weniges Geld immer wieder andern Genoffen zuzuführen suchen müßten, um diesen daß es natürlich nicht in der Absicht dieses Aussages liegt, die anwalt Abler.- Der Fall des Jägers Puttlig mit seinen Um Mißverständnissen vorzubeugen, sei hier eingeflochten, gerichtsrath Busse, als öffentlicher Ankläger fungirte Staatsdadurch ihre Anerkennung zu sollen und sie ferner vor dem Genossen aufzufordern, andere Mitglieder unserer Partei, die im Be- vielen merkwürdigen juristischen Momenten hatte das damalige Untergang zu bewahren, d. h. also: um sie davor zu schützen, sitz von Geschäften irgend welcher Art sind, möglichst wenig in Nahrung Berlin in eine gewaltige Aufregung versetzt. Buttlig, welcher bis zum ihre bisher inne gehabten kleinen Betriebe aufzugeben und Lohn zu setzen. Es ist selbstverständlich, daß jeder Genosse, wenn es letzten Augenblicke seine Schuld geleugnet, wurde am 24. Juni arbeiter werden zu müssen. sich um Dinge handelt, die er doch in kleinen Geschäften taufen 1856 im Hofe des Bellengefängnisses durch Reindel hin Was das erstere anbelangt, daß man sich durch die Theil- würde, lieber zu einem Genossen geht. Er wäre aber thöricht gerichtet. Noch kurz vorher hatte der Verurtheilte in einem nahme am Kampfe für die Befreiung der Menschheit ein Anwenn er die Wahl hat zwischen einem günftigen Einkauf im Restitutionsgesuch den Nachweis zu führen versucht, daß er auf recht auf Erhaltung und Unterstützung durch die Mitkämpfer er- Bazar und einem ungünstigen bei einem Genossen den letzteren, Grund einer falschen Zeugenaussage verurtheilt worden sei. werben könne, so ist dies von vorn herein und unbedingt zu ver- nur weil der Verkäufer ein Genosse ist, vorzuziehen. Oder, um Dieser Nachweis war ihm aber nicht gelungen, vielmehr wurde neinen. Wenn nicht zweckmäßigkeitsgründe dafür sprechen follten, fonkreter zu sprechen: Wenn der Genosse doch in einem Weiß- in den gefeßlichen Instanzen das Restitutionsgesuch für uns diesen oder jenen brauchbaren Genossen vor Noth zu schützen bier- Lokal oder einer Destillation verkehrt, dann wird er in jedem begründet erachtet und zurückgewiesen. Sodann that die Mutter and ihn deswegen durch die Genossen selbst in Nahrung zu Fall die Parteifneipe" bevorzugen. Ist er aber zudem noch in des Verurtheilten Schritte zur Erlangung der königlichen Gnade, fegen, Dankbarkeit und anerkennende Gerechtigkeit hat der angenehmen Lage, sich für drei Mark Bier zum Hausbedarf aber auch diese letten Schritte blieben fruchtlos. dabei nicht mitzusprechen. In der Politik giebt es bekanntlich leisten zu können, so wird er sich an eine der Brauereien wenden, Geschichte vom Jäger Puttlig, welche nun nach 36 Jahren aus keine Moral, sondern nur das 1 x 1. Wer unterstützt denn die die ihm unter koulanten Bedingungen, z. B. ohne ein Pfand für Anlaß der Thatsache, daß die Grabstätte desselben noch erhalten große Masse nothleidender Arbeiter, vielleicht tüchtiger Genossen, die Flaschen zu beanspruchen und ohne Spesen für die Lieferung und gepflegt wird, Gegenstand von Zeitungserörterungen über bei Arbeitslosigkeit, Hunger und Kummer? Doch Niemand, und ins Haus zu berechnen, ein ganz vorzügliches Flaschenbier einen Justizmord geworden ift. Niemand könnte dies auch verlangen. Hat man sich denn, in- offeriren, obendrein vielleicht noch zu billigerem Preise, als es dem man sich zur sozialdemokratischen Partei zählt, in eine der Budifer zu liefern im Stande wäre. Im Morast umgekommen. Von einem Augenzeugen erhält große gegenseitige Versicherungsgesellschaft eingekauft? Wir alle ein hiesiges Blatt über einen schrecklichen Unglücksfall, der sich) find doch Kämpfer im Streite der Unterdrückten gegen die Unter- mann, ein sonst sehr tüchtiger Genosse, in einer Versammlung theilung:" Ich hörte plötzlich einen gellenden Schrei, der von Vor einiger Zeit beklagte sich einmal ein fleiner Handels- vorgestern im Grunewald am Halensee zugetragen, folgende Mitbrücker und zwar hauptsächlich aus praktischen, zum Theil auch darüber, daß ihm sogar Arbeiterfrauen rundweg erklärt hätten, einer jugendlichen Stimme herrührte. Bon einer bangen Ahnung aus edlen Motiven. Das will fagen, daß der einzelne Mitfie kaufen lieber in einem großen Geschäft, wo sie die Waare fast erfüllt, ging ich dem Schalle nach und sah plötzlich an dem mir tämpfer von der gegenwärtigen sozialen Noth durchbrungen ist, halb so billig und eleganter bekämen, als bei ihm die selbst gegenüber liegenden Ufer des Sees zwei Gestalten im Moraft sich daß er selbst unter ihr leidet und daß er nach seinen Kräften daß er selbst unter ihr leidet und daß er nach seinen Kräften gefertigte plumpe und theure Waare. Der Handelsmann that herumwälzen, die unaufhörlich um Hilfe riefen. Sofort eilte ich diejenige Gesellschaft herbeiführen helfen will, von der er über- barüber sehr entrüstet. Aber wo ist der Arbeiter, der es ver- mit mehreren Personen, die ich in der Nähe des Restaurants zeugt ist, daß sie die größten Plagen der Menschheit, den Hunger stehen muß, sich mit dem Wenigsten einzurichten, der diese An- Halensee aufforderte, mir zu folgen, nach jener Stelle und es bot und das materielle, thatsächliche Glend, aus der Welt schaffen schauungsweise, die zudem durchaus sozialistisch ist, nicht versteht sich uns hier ein entsetzlicher Anblick dar. Aus dem dicken Morast werde. Er kämpft also, wenn er an diesem Befreiungskampfe und theilt. Und wer hätte das Herz, der Arbeiterfrau, die mit sahen wir zur Linken zwei Beine eines Mädchens, zur Rechten theilnimmt, lediglich für sich und seine Nachkommen. Wie ihrem Hungerlohn die Woche auskommen soll, nicht Recht zu geben. Den Kopf eines jungen Menschen hervorragen. Im Nu überfann er dafür von feinen Mitkämpfern Dankbarkeit Wenn zwei reisende Freunde, die unterwegs sahen wir die ganze Szene. Das Mädchen war kopfüber in den verlangen? von Straßenräubern überfallen werden und ausgeraubt werden schreibt, ist es in Frage gekommen, ob die Berichtigung falsch beber es gewagt, das Mädchen zu retten. Wie ,, Die Arbeiter- Versorgung" in ihrer letzten Nummer Morast gefallen und dann versunken, ebenso der junge Mensch, Die beiden Personen sollen, sich gemeinschaftlich ihrer Haut wehren und schließlich ihre lebter Quittungstarten zur Invaliditäts- und Altersversorgung wurden nun sofort aus dem Morast befreit, sie waren beide Angreifer in die Flucht schlagen: kann dann der eine Freund in der Weise erfolgen kann, daß der fehlende Differenzbetrag bereits leblos. vom anderen besondere Anerkennung dafür verlangen, daß er sich durch nachträglich beigebrachte Beitragsmarten von entsprechendem größeren Gesellschaft entfernt, um Kalmus zu suchen, denn in Das Mädchen, das sich zu weit von einer nicht feige zurückgezogen und dem Andern den Kampf allein über- Berthe ausgeglichen wird. Bon Seiten des Reichs- Versicherungs- ihrer Hand hielt sie noch mehrere solcher Stauden, ist die Tochter laffen hat? Wenn dieser oder jener Geschäftsmann Sozialdemo- amtes ist die Zulässigkeit eines derartigen Verfahrens verneint eines in der Möckernstraße wohnenden Arbeiters, Namens frat wird, so ist er uns, wenn er es ehrlich meint herzlich will worden. Die Berichtigung muß stets so ausgeführt werden, daß Günther. Die Leiche des jungen Menschen konnte noch nicht ertommen. Niemand wird ihm auch bestreiten, daß er sich mit die irrthümlich verwendeten Marken unter Erstattung ihres mittelt werden." feinen geringen Mitteln nur erbärmlich durch die Welt schlagen Werthbetrages vernichtet und die vorschriftsmäßigen Marken in fann, aber bessern fönnen wir es nicht. Deswegen kämpft die Quittungkarte eingeklebt werden. er ja in unseren Reihen, um sein Loos zu verbessern, und mit Dies die Eine entsetzliche Katastrophe wurde am Sonnabend- Abend in Spandau nur mit fnapper Noth abgewendet. Die dortige seiner Klage muß er sich lediglich an die gegenwärtige Gesell- Briefe und Karten der Packetfahrt- Gesellschaft, welche sehr verkehrsreiche Klosterstraße wird kurz hinter einander im schaftsordnung wenden. Wenn man nur aus praktischen Geschäfts- durch Versehen oder Unwissenheit in Postbriefkästen geworfen Niveau von zwei Eisenbahnen gekreuzt. Nachdem auf der einen falkulationen und um für sein Geschäft Reklame zu machen Sozial- werden, sollen nach einer Verfügung der Ober- Postdirektion Strecke um 71/2 Uhr ein von Rathenow tommender Personenzug demokrat würde, dann wäre es um die Partei traurig bestellt und fünftig zur Versendung durch die Post gelangen, nachdem die den Uebergang pajfirt hatte und die Barrieren wieder geöffnet Mancher, der es jetzt für eine Ehre hält, der sozialdemokratischen Marken der genannten Gesellschaft durch Poststempel entwerthet waren, beeilten sich die zahlreich zu beiden Seiten wartenden Bartei anzugehören, würde sich dann für diese Ehre bedanken.find. Für die Ablieferung solcher Sendungen an den Adressaten Menschen und Fuhrwerke, über den Bahnkörper zu gelangen. Wenn so kein Genosse vom anderen Dankbarkeit und Unterstützung wird ein Strafporto von 20 refp. 15 Pf. erhoben. Die Ver- In diesem Augenblick erhielt der Bahnwärter das Signal, daß Deswegen, weil er Sozialdemokrat ist, verlangen fann, so ist nichtung derartig falsch frankirter Sendungen findet von jetzt an vom nahen Bahnhof ein Schnellzug abgelassen sei. Vergeblich auch umgekehrt fein Genosse dem anderen gegenüber zu solcher nur dann statt, wenn der Adressat die Annahme verweigert und bemühte sich jezt der Wärter, die Barrieren zu schließen. Ueber den Dankbarkeit oder Unterstützung verpflichtet. der Absender nicht zu ermitteln ist. Bahntörper wälzten sich, von Nachkommenden gedrängt, in wirrem Es bleibt also nur zu erwägen, ob es etwa praktisch und Durcheinander Menschen, Wagen und ein Transport gekoppelter nüzlich ist, die Genossen im Allgemeinen oder agitatorisch thätige In dem Koch'schen Institut für Infektionskrankheiten Pferde. Der Bahnwärter und einige besonnene Männer suchten im Besonderen in ihren kleinen Geschäftsbetrieben 2c. nach Mög- beansprucht ein besonderes Interesse das Desinfektions- und das nichts ahnende Publikum zurückzudrängen, man schlug auf lichkeit zu fördern und zu unterstützen. Und diese Frage streift Sektionsgebäude. Dasselbe enthält drei Räume: In dem ersten die Pferde, um sie anzutreiben, das Geleise war aber nicht mehr in das Gebiet des theoretischen, wissenschaftlichen Sozialismus wird die eingelieferte Wäsche nach Gattungen getrennt, im freizumachen. Der Zug brauste heran, und schon wandten sich hinüber. Worauf gründen wir denn unsere positive Ueber zweiten steht der Desinfektionsapparat, und zwar eingebaut nach Biele ab, um das Furchtbare, das unvermeidlich schien, nicht zu zeugung, daß der sozialistische Staat auf den Grundlagen, auf dem dritten Raum, in welchem die gereinigte Wäsche aus dem sehen. Da, im letzten Moment ertönte die Nothpfeife, die denen wir ihn uns denken, in früherer oder späterer Zeit ent- Apparat herausgenommen wird, ohne mit der schmuzigen Wäsche Bremsen würden angezogen und der Zug stand unmittelbar am stehen muß? Auf die Erkenntniß der langsam vor sich gehenden in Berührung zu kommen. Zwischen dem zweiten und dritten Uebergang. Ein unabsehbares Unglück, eine Katastrophe, so Ronzentration, Zusammenziehung aller vorhandenen Kapitalien Raum ist noch ein kleiner Baderaum eingebaut, in welchem der furchtbar wie seiner Zeit die auf dem Bahnhof Stegliz, war in wenigen Händen und die Erkenntniß der hierdurch be- Wärter, nachdem er die schmutzige Wäsche und seinen eigenen verhütet. Eine Ueberführung der Geleise, welche Spandau dingten Proletarisirung der ganzen Volksmasse, auf die Anzug in den Desinfektionsapparat befördert hat, ein schon lange dringend gejordert hat, ist hier unabweislich nothVerwandlung der übergroßen Mehrzahl der Menschen Reinigungsbad nimmt und frische Kleider anlegt, um als wendig. in Lohnarbeiter der wenigen Rapitalbefizer. Wir erklären: wenn dann erst in den dritten Raum zur Entnahme der gedieser Entwickelungsgang abgeschlossen ist oder sich seiner reinigten Wäsche einzutreten. Der Desinfektionsapparat beruht Polizeibericht. Am 30. v. M., Nachmittags, gerieth an Bollendung naht, dann ist der jetzige kapitalistische Staat reif, auf dem nunmehr allgemein üblich gewordenen Prinzip der der Ecke der Pallasstraße und der unbenannten Straße 12 a der in den sozialistischen überzugehen. Und unser hauptsächlichstes Dampfeinführung von oben her; dies Prinzip hat den Vortheil, neben feinem, mit Pflastersteinen beladenen Wagen hergehende Arbeitsfeld liegt also, nächst der unausgesetzten Aufklärung aller bei Verdrängung der schwereren Luft nach unten eine schnelle Kutscher August Scholz infolge eines Falles unter die Räder Nichtbesitzenden, aller Proletarier, in der Hinwegräumung aller und durchaus sichere Entlüftung des Innenraumes, sowie eine deffelben und wurde so schwer verlegt, daß der Tod auf der Schranken, die sich dem bezeichneten Entwicklungsgang entgegen- vollständige Durchdringung der zu desinfizirenden Gegenstände Stelle eintrat. In der Nacht zum 31. v. m. verübte der ftellen könnten. mit Dampf zu erzielen. Ein weiterer Beweis für die Vorsicht, Schlosser Golz in der Bülowstraße mit einem geladenen Revolver Würden wir also in unserem Intereffe Handeln, wenn wir mit welcher bei der Vernichtung aller schädlichen Mikroorganismen Unfug. Als der Wächter ihm die Waffe wegnehmen wollte, ents " Lunemann heißt mit Vornamen Arnold. Er Es sind weit über 100 Zeugen geladen und da außerdem die Beleidigten sämmtlich als Nebenkläger auftreten, so dürfte die Verhandlung mehrere Tage in Anspruch nehmen. lub sich dieselbe und traf die Kugel einen Vorübergehenden im Igehabt, und so haben sie gemeinschaftlich aus einer offenen katholischen( b. h. altkatholischen) Kirche, wegen Vergehens gegen Gesicht, ohne ihn jedoch bedeutend zu verlegen. Als am Kartoffelmithe fich etwas Nahrung geholt. Es wurde jedoch die öffentliche Ordnung und Beleidigung, wegen Verächtlichmachung 31. v. M. zwei junge Männer mit der Schneiderin Emma Kunert sofort ruchbar und die drei Diebe" gaben dem Bauer von Staatseinrichtungen, sowie wegen Uebertretung des Preßin einem Boote eine Wasserfahrt auf der Spree machten, schlug die Kartoffeln, die sie gestohlen hatten, zurück. Dieser ließ gesetzes bestraft. dasselbe in der Nähe des Schlosses Bellevue um, sodaß sämmt sich jedoch, trotzdem ihm nicht der geringste Schaden erwachsen ist am 17. Februar 1861 in Steele geboren, katholischer Konfession liche Infassen ins Wasser fielen. Hierbei ertrank die Kunert, war, ja, trotzdem die drei„ Uebelthäter" ihm die Mithe noch zu- und bereits einmal wegen Beleidigung und Vergehens gegen die während ihre beiden Begleiter fich retteten. Vor dem deckten, die sie offen gefunden hatten, und so noch den Rest der öffentliche Ordnung bestraft. Schlesischen Thore, nahe dem Steuergebäude, wurde Abends Kartoffeln vor dem Erfrieren schütten, nicht abhalten von den ein fünfjähriger Knabe von einer Kutsche überfahren und Sache Anzeige zu erstatten, obwohl ihm die Nothlage der drei an beiden Beinen und an der Hand so bedeutend verletzt, Unglücklichen bekannt war. Es mußte Verurtheilung erfolgen, daß seine Ueberführung nach Krankenhause Be doch wurde wegen der Nothlage allen Dreien mildernde Umstände Die Bertheidigung führen die Rechtsanwalte Kohn( Dort thanien erforderlich wurde. Auf dem Schlesischen Bahnhofe bewilligt und famen fie mit geringen Freiheitsstrafen davon. mund), Schunk( Bochum) und Wallach( Effen). Die Rechtsstürzte zu derselben Zeit der Hilfsheizer Schiffter von einer Der zweite Fall betraf ein Vergeben gegen§ 271 beistände der Nebenkläger sind die Rechtsanwälte Tewaag in voller Fahrt befindlichen Lokomotive und erlitt einen Schädel-( Bewirkung von Fälschung von öffentlichen Urkunden,( Dortmund), Dr. Schwering( Bochum) und Justizrath Schulz bruch, so daß er auf der Stelle verstarb. An der Ecke der( Büchern u. f. w.). Ein Klempner aus Rummelsburg hatte, da( Hagen). Rheinsberger- und Brunnenstraße fiel Abends die unverehelichte er arbeitslos war, ohne jede Aussicht auf Arbeit sich im letzten Helene Buchholz beim Abspringen von einem in der Fahrt be- Winter auf drei Tage dadurch Effen und ein warmes Quartier findlichen Pferdebahnwagen zu Boden und erlitt eine Gehirn- verschafft, daß er im Einverständniß mit einem Freund, der drei erschütterung, so daß sie bewußtlos nach der Charitee gebracht Tage Haft zu verbüßen hatte, für diesen zum Antritt der Strafe werden mußte. In der Nacht zum 1. d. M. fiel in der sich meldete und dieselbe auch verbüßte. Es waren dadurch Warschauerstraße ein Mann in der Trunkenheit die etwa sechs falsche Gintragungen in die Listen und Bücher der Strafanstalt Meter hohe Böschung der Rampe zur Warschauer Brücke hinab zu Rummelsburg entstanden, und daher die gedachte Anklage er und zog sich dadurch so bedeutende Verlegungen zu, daß seine hoben. Es wird wieder in Anbetracht der Noth auf milde Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichshain er- Strafe( 10 Tage Gefängniß) erkannt, da der Angeklagte eine forderlich wurde. Am 30. v. M. Vormittags fand in dem Entschädigung für die Verbüßung jener drei Tage weder ge= Haufe der durch vier Stockwerke vertheilten Albumfabrik von fordert noch erhalten hatte. Külper, Gitschinerstraße 79, ein Brand statt, wodurch bedeutende Waarenvorräthe zerstört wurden. An demselben Tage Mittags brannten die mit Heu und Stroh gefüllten Futterböden über den Pferdeställen der Schultheiß'schen Brauerei, Franfedistr. 36. Am 31. v. M. Nachmittags gerieth ein Theil des Dachstuhls eines auf dem Hofe des Kriegsministeriums stehenden Gebäudes in Brand. Außerdem fanden am 30. und 31. v. M. zehn fleine Brände statt. Theater. Jm Wallner- Theater erlebte gestern das Schauspiel ohne Worte Der verlorene Sohn" von M. Carré Sohn, Musik von André Wormser seine erste Aufführung, und zwar mit demselben großen Erfolge, den dieses eigenartige Werk in Wien und Paris erfahren. Die Handlung spielt sich nur zwischen sechs Personen ab und repräsentirt in ihrer Dürftigkeit das ganze Fühlen und Denken unserer Bourgeoisie. Der erste Att führt uns in das Heim der Eltern Pierrot's. Der junge B. ist unglücklich, unzufrieden mit sich und Allem. Der junge Mann hat sich in das Wäschermädchen Phrynette verliebt, die mit ihm auf und davon gehen will, falls er das nöthige Kleingeld dazu hat. Er be schließt, sie zu entführen, bestielt seine Eltern, die er schlafend glaubt, die jedoch Zeugen seines Verbrechens sind. Starren Blickes sehen sie auf den ungerathenen Sohn, der mit dem ge stohlenen Gelde von dannen eilt. Im zweiten Aft find wir im Boudoir der Phrynette, Die bereits ihres Liebhabers überbrüssig geworden ist, δα feine Finanzen zu Ende find. Er beschließt als Falschspieler sein Glück zu versuchen, um sich Geld und Geliebte wieder zu gewinnen. Das Glück ist ihm hold, doch als er mit gefüllten Taschen zu rückfehrt, ist Phrynette bereits mit einem Baron, denn anders thut man's nicht, durchgegangen. Im lezten Akt finden wir uns wieder im Elternhause Pierrots. Der alte P. will von seinem Sohne trotz der Bitten der Mutter nichts mehr wissen. Als der Vater für kurze Zeit die Wohnung verläßt, pocht ein Bettler an die Thür, natürlich Jung- Pierrot, der freudig von der Mutter in die Arme geschlossen, jedoch vor dem zurückkehrenden Vater verArbeiterbewegung. Roubaig, 1. Juni. Die Arbeiter, welche die Arbeit wieder aufgenommen hatten, beschlossen den allgemeinen Ausstand für morgen. Dieser Ausstand dürfte das Feiern fast aller WebereiArbeiter zur Folge haben. Bilbao, 31. Mai. Infolge der Auflösung einer Versammlung Streifender kam es zwischen den Polizeimannschaften und den Streifenden zu einem Zusammenstoß. Einer der Streifenden wurde getödtet. Infolge dieser Vorkommnisse wurde der Belagerungszustand proklamirt; die Führer wurden verhaftet. London, 1. Juni. Der Streit der Schneider scheint weitere Ausdehnung zu gewinnen. Die Arbeiter von Westend beabsichtigen, ebenso wie die von Ostend, die Arbeit einzustellen. Es sollen bereits gegen 9000 Schneider und Schneiderinnen die Arbeit eingestellt haben. Ueber die Frage, ob das Kartenspiel ,, Pokern" zu den Glückspielen zu rechnen ist oder nicht, herrschen im Publikum noch immer widersprechende Ansichten, trotzdem mehrfach gerichtsfeitig anerkannt worden ist, daß das genannte Spiel zu den ver= botenen gehört. Wie gefährlich es für einen Schankwirth ist, eine derartige Unterhaltung der Gäste in seinem Lokale zu dulden, das hat der Restaurateur Sch. erfahren müssen, welcher viele Monate hindurch in der Furcht geschiebt hat, daß in der gegen ihn erhobenen Anklage wegen Duldens von Hazardspiel seine Berurtheilung erfolgen würde, welches unbedingt die Konzessions- New- York, 28. Mai. Mit Bezug auf das Gesetz, welches entziehung zur Folge gehabt haben würde. Das Schöffengericht das Landen von im Ausland kontraktlich verpflichteten Arbeitern hatte ihn zwar freigesprochen, der Staatsanwalt aber Berujung verbietet, ist gestern eine bemerkenswerthe Entscheidung getroffen eingelegt und so tam gestern die Sache vor der zweiten Instanz worden. In Scranton im Staate Pennsylvanien hatte nämlich zur Verhandlung. Den Sachverhalt gab der Angeklagte zu. eine Gesellschaft beschlossen, eine Gardinenfabrik zu errichten und Nachmittags hatten sich zu verschiedenen Malen Gäste ein zu diesem Zwecke 60 gefchickte Arbeiter aus England kommen zu gefunden, die um eine Einfäge gepolert" hätten, und lassen. Auf eine diesbezügliche Anfrage erwiderte der Sekretär auch der Wirth hatte sich ab und zu daran betheiligt. des Schaamtes, daß das Gesez das Engagement von ausDer höchste Gewinn, mit dem je einer der Spieler davon wärtigen tüchtigen Arbeitern nicht verbiete, sobald dieselben für gegangen, betrug 1,50 m. Keinem der Mitspieler und auch dem einen neuen, in den Vereinigten Staaten noch nicht bestehenden Angeklagten nicht sei je der Gedanke aufgekommen, daß das Industriezweig bestimmt seien. Hinter dieser Entscheidung verSpiel verboten sei, der Settere versicherte, daß er sonst nie durch steckt sich natürlich die Absicht, das den Kopitalisten unbequeme Dulden desselben felne Existenz aufs Spiel gesetzt haben würde. Einwanderungsgesetz durch eine kühne Interpretation lahm zu Der Staatsanwalt beantragte demnach das Schuldig und eine legen. Geldstraße von 20 M. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Grabower, bat dagegen, den Angeklagten Glauben zu schenken und wie die Borinstanz wegen mangelnden Schuldbewußtseins freizusprechen. Auch bemühte sich der Bertheidiger, den Gerichtshof zu der Anficht zu bewegen, daß Pofern als ein Hazardspiel nicht anzusehen sei, denn es werde wie Stat mit Trümpfen gespielt und sei nicht allein vom Glück abhängig. In Betreff des Charakters des Spiels war der Gerichtshof allerdings der Ansicht, daß es als ein Glückspiel anzusehen sei, der Angeklagte wurde aber freigesprochen, weil angenommen wurde, daß er im guten Glauben gehandelt. Effen, 1. Juni 1891. Die Bochumer Steuereinschätzungs- Verhältnisse vor Gericht. Grster Tag der Verhandlung. Soziale tebersicht. Zu der in Nr. 123 enthaltenen Notiz über die Sonntagss ruhe der Barbiergehilfen wird uns von den betreffenden Meistern mitgetheilt, daß der Haupinhalt der Mittheilung den thatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht. Die Herren bestreiten namentlich die Länge der Arbeitszeit. Es liegt kein Innungsbeschluß über den Schluß der Geschäfte vor, vielmehr wird von jedem Bezirk beschlossen, wann die Geschäfte Abends an Sonnund Feiertagen geschlossen werden. In der Bezirksversammlung, die über diese Frage stattfand, fonnte man zu einem endgiltigen Resultat nicht gelangen, vielmehr blieb es den einzelnen Geschäftsinhabern überlassen, nach Lage der Verhältnisse den Schluß ihrer borgen wird. Der alte P. durchschaut jedoch Alles. Die Mutter Bochumer Steuereinschätzungs- Verhältnisse nimmt heute vor der daß die Geschäfte um 6 Uhr geschlossen würden. Die Art des Der mit so großer Spannung erwartete Prozeß betreffs der Geschäfte herbeizuführen. Im Allgemeinen gingen die Wünsche dahin, fordert ihren Sohn auf, den Vater knieend um Bergebung zu Straffammer des hiesigen königlichen Landgerichts seinen Anfang. Geschäftes läßt es überhaupt nicht zu, daß die Geschäfte pünktbitten, alles vergebens. Da ertönt ferner Trommelwirbel. Der Die in Bochum erscheinende, in ultramontanem Sinne redigirte lich zur Minute geschlossen werden. Herr D. Scholber, Schlesischefolgende militärische Marsch weist dem jungen P. den Weg zu Westfälische Volkszeitung" enthielt bekanntlich im vergangenen straße 87, bestreitet besonders, daß er sich jemals in mißliebiger Ruhm und Ehren." Er bestürmt den Bater, welcher, ihm verzeihend, seine Gimvillung giebt, in den Krieg zu ziehen. P. eilt Jahre eine Reihe von Artikeln, in welchen die Behauptung auf- Weise über die Bestrebungen der Sozialdemokratie ausgelassen hinaus, um sein Unrecht zu fühnen und als Held in die Arme gestellt wurde, daß ein großer Theil der Bochumer Bürger und habe. Bei den fünf Prinzipalen, die in dem betreffenden Artikel der Eltern zurückzukehren. Dies ist die Fabel des Stückes, in zwar gerade die vermögendsten, unter ihnen die Mitglieder des dem neben rührseligen Ernst auch sogenannter Scherz zur Geltung Magistrats, die meisten Stadtverordneten und sogar die meisten genannt sind, ist es usus, daß die Gehilfen gegen 6 Uhr das Mitglieder der Einschäßungs Kommission, sowie eine Anzahl Geschäft verlassen. Findet natürlich ausnahmsweise ein stärkerer tommt. Es verdient noch auf die Musik hingewiesen zu von Forensen und juristischen Personen, namentlich der Bochumer Andrang statt, so liegt es ebenso im Interesse der Kundschaft, werden, die überaus anziehend und charakteristisch ist. Sie Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation viel zu wenig daß die Gehilfen folange im Geschäft verbleiben, bis das Publi erläutert die Vorgänge auf der Bühne in trefflicher Weise. Steuern zahlten. In den Artikeln wurde ferner behauptet, daß tum abgefertigt ist. . So z. B. ist das Summen einer Fliege, die Jung- Pierrot fängt, die Mitglieder der Einschäßungs- Kommission Kenntniß von den Zwei der Prinzipale hatten bereits im vorigen Jahre den um die Geliebte zu schützen, durch die Musik mit bewunderungsvermögensverhältnissen der einzelnen zu gering eingeschätzten Ber- Versuch gemacht, einen früheren Schluß der Geschäfte herbei zu würdiger Feinheit wiedergegeben. Der Erfolg des Abends ist sonen gehabt und daß fie troß dieser Kenntniß die früher schon führen. Dieser Versuch scheiterte aber gerade an dem Geschäftswohl in erster Linie Frl. Helene Odilon( Jung- Pierrot) zuzu bestandene, allzu geringe Einschätzung beibehalten hätten. Es wurde neide derjenigen Person, auf welche die betreffende Notiz zurückschreiben. Ihre Darstellung war lebensvoll und wahr und zeugte im weiteren darauf hingewiesen, daß sowohl die Einschätzenden als geführt wird. Der betreffende Herr konnte sich auch vor einem von ernstem Studium. Frl. Elly Bender( Phrynette) brachte ebenfalls ihre Rolle zu bester Geltung, hätte jedoch etwas beweg- auch die zu gering besteuerten Personen der evangelischen Konfession Jahre nicht dazu entschließen, sein Geschäft um 6 Uhr zu licher sein müssen. Die Eltern Pierrots fanden angemessene Ver- und politisch der nationalliberalen Partei angehörten und als schließen. Die Namen der in dem Artikel der Nr. 123 angetretung durch Herrn Franz Guthery und Frau Walter- Trost. Beweggrund der unverhältnißmäßig niedrigen Einschätzung die griffenen Prinzipale, die sich auf das Entschiedenste gegen die In dem alten Baron schuf Hr. Alexander eine ergögliche Episode gleiche Konfession und politische Parteistellung angegeben. Ferner Vorwürfe verwahren, sind die folgenden: wurde den Leitern der städtischen Armenverwaltung zu Bochum und Hr. Müller, der als Neger- Lakai über die Bühne schritt, der Vorwurf gemacht, daß fie an falscher Stelle sparten und das entfesselte durch seine vorzügliche Maste die Lachlust des Sparsystem gerade auf Kosten der Armen zur Geltung brächten. Publikums. Gingeleitet wurde der Abend durch einen Einakter von Die städtische Verwaltung, so wurde in den Artikeln behauptet, G. Cohnig: Das Modell", ein sehr harmloses Stück mit leide darunter, daß sie sich durch die in ihrer Mitte vorhandenen drolligen Verwechselungen, welches Frau Anna Schramm Ge- Mitglieder, welche dem Bochumer Gußstahlverein angehörten, Tegenheit gab, sich nach ihrer Krankheit dem Publikum wieder derartig beherrschen lasse, daß oftmals die Interessen der Stadt vorzustellen. Dieselbe wurde mit Jubel empfangen und durch den Interessen des Bochumer Vereins nachstehen müßten. Blumenspenden ausgezeichnet. Daneben glänzte noch Herr Kari Meißner als Modell, der die ganze Kraft seiner Komit aufbot, um dem Stück zum Erfolg zu verhelfen. B. B. Gerichts- Beifung. D. Scholber, Schlesischestr. 37. A. Rädlein, Cuvrystr. 52. A. Rensch, Wrangelstr. 91. J. Grob, Falkensteinstr. 10. A. Benz, Falkensteinstr. 25. 1. Vermeidung der Zuchthaus- und Heimarbeit. 2. Unterhaltung eines eigenen Fabritbetriebes. Die Uns wird geschrieben: Nachdem die Arbeiters Kontrollmarte in der Hutindustrie und später als Fabrikmarke Im Speziellen wurde etwa Folgendes in den Artikeln be- auch in der Genossenschaftsschuhmacherei zu Erfurt Eingang gemerkt: Während die ärmeren Leute und der Mittelstand durch funden, hat sie sich auch durch die Chemnitzer Genossenschaftsweg bis an die Grenze des Möglichen bei der Steuerveranlagung wirkerei bereits in der Textilindustrie einen Weg gebahnt und von den Einschäßungskommissionen herangezogen worden seien, schickt sich jetzt an, in dieser immer mehr an Boden zu erobern. In wären diejenigen Personen, welche ein großes Ginkommen hätten, hiesigen Textil- Arbeiterkreisen trägt man sich nämlich seit einiger nur gewöhnlich mit einem geringeren Theile dieses Einkommens Beit ernstlich mit dem Gedanken, der Marke für die zur Steuer veranlagt worden. So habe Generaldirektor Baare gesammte Textilindustrie Geltung zu verschaffen. But ein jährliches Einkommen von 380 000 m., bezahle aber nur für diesem Zweck soll, so schreibt uns unser Gewährsmann, ein Einkommen von 28 000-32 000 M. Steuern, also nicht einmal dem wir die vorstehende Mittheilung verdanken, weiter, Aus dem Urtheil, welches die vierte Straftammer des den zehnten Theil dessen, was er bezahlen müßte. Der General- in der nächsten Zeit, und namentlich hier in Berlin, eine rege Landgerichts I am Sonnabend in dem Majestätsbeleidigungs- direktor Frielinghaus sei init einem Einkommen von 7200-8400 M. Agitation entfaltet werden, für welche schon bedeutende Mittel, Fabrikanten aufgebracht, vorhanden prozeß gegen Genossen& ütgenau fällte, sind noch folgende eingeschätzt, habe aber ein solches von mindestens 120 000. burch wohlmeinende Säße fachlich bemerkenswerth. Es sei nicht beleidigend, wenn Der Bergrath Schulz besteuere ein Einkommen von 10 800 bis find. Freilich verhehlt man sich in den betheiligten Kreisen der Angeklagte von sozialen" oder" sozialistischen" Ideen des 12 000 M., habe aber thatsächlich ein zehnmal größeres. Der nicht, daß die Bedingungen, unter welchen man nur abzugeben gedenkt, derselben hindernd in den Raisers gesprochen habe. Auch erachte der Gerichtshof es nicht Generaldirektor Hoffmann habe ein Einkommen von 54 000 bis Marke für beleidigend, wenn man von dem Regenten sagen würde, er 60 000 m., besteuere aber nur ein solches von 8400-9600 M. Weg treten dürften, ein Umstand, der jedoch, wie man hofft, mit habe sozialdemokratische Ideen; um dies zu einer Die Einnahmen des Apothekers Hartmann beliefen sich jährlich Hilfe des konsumirenden Publikums beseitigt werden könnte; man Beleidigung zu machen, müsse zu dem Begriff sozialdemokratisch" auf etwa 40 000-50 000 m., Steuern zahle er nur von einem rechnet auf die Gutheißung jener Bedingungen seitens des doch noch etwas hinzukommen, jozialdemokratische Ideen seien Einkommen von 7200-8400 W. Die Gebrüder Robert und Karl Publikums. Hier sind sie: auch wohl hier und da schon durch die Gesetzgebung ausgeführt Korte feien zu einem Einkommen von 9600-10 800 M. eingeworden. Hier in diesem Falle habe nun aber der Gerichtshof Schäßt, bezögen aber jährlich: Robert Korte 36 000, Karl Korte thatsächlich für festgestellt erachtet, daß der Angeklagte nur von 60 000 M. Der Stadtverordnete Wilhelm Mummenhoff habe ein der Anerkennung" bestimmter sozialdemokratischer Forde jährliches Gesammteinkommen von 10 000-12 000 m., bestenere rungen durch den Kaiser gesprochen habe. Dies sei weder ob- aber nur ein solches von 3600-4200 m. Ein gleiches Einjektiv beleidigend, noch könne der Gerichtshof dem Staatsanwalt tommen besteuere der Stadtverordnete Schwenger, obwohl auch darin beitreten, daß der Angeklagte das subjektive Bewußtsein dieser ein Einkommen von 10 000-12 000 m. habe. Der Stadtder Beleidigung hatte. Es ist vielmehr kein Zweifel, daß seine verordnete Tegeler sei mit einem Einkommen von 4200-4800 m. Worte eine Anerkennung, ein hohes Lob für den Kaiser waren. eingeschäßt, habe aber mindestens 15 000 m. jährliche Einnahme. die Sympathien wenn nicht des gesammten Publikums, so doch Hiernach mußte Freisprechung eintreten. Der Antrag, die Kosten Der Hüttendirektor Dreyer sei sogar nur in die erste Stufe der der gesammten Arbeiterschaft zu erwerben, da alle Arbeiter mehr der Vertheidigung der Staatskasse aufzulegen, wurde deshalb ab- Ginkommensteuer eingeschätzt, während er sehr gut die neunte oder weniger unter den schädlichen Wirkungen jener Arbeitsformen gelehnt, weil der Angeklagte wohl keines Bertheidigers bedurfte. Stufe bezahlen könne. Die Söhne des Generaldirektors Baare zu leiden haben, auf welche das bekannte Reuleaux'sche Urtheil über feien ebenfalls viel zu niedrig eingeschäßt. Der Generalsekretär die deutsche Industrie: Billig und schlecht", ganz besonders past, Die allgemeine Noth und Arbeitslosigkeit, welche infolge Baare sei in der sechsten, der Dr. Baare in der vierten Steuer vornehmlich was die Buchthausarbeit anlangt. Die Arbeiterso hofft man, einsehen, daß die Marke des letzten harten Winters eintrat, hat unter der arbeitenden stufe veranlagt. Beide gehörten die zwölfte oder elfte Steuerstufe. fchaft wird, Bevölkerung so manches Opfer gefordert und verschiedene Nach Wegen dieser Artikel haben sich heute der Chefredakteur der nicht nur eine Schutzmarke für den Produzenten, sondern den Konsumenten werden soll und wird. spiele vor dem Schöffen- und Landgericht haben schon statt- Westfälischen Volkszeitung", Fusangel, und der verantwortliche auch für gefunden. Auch gestern hatte sich die I. Straffammer des Land. Rebatteur berselben Zeitung, Lunemann, wegen wiederholter ver- Wie der Produzent durch sie vor Ueberbürdung und maßloser gerichts mit zwei berartigen Fällen zu beschäftigen. Im ersten leumderischer Beleidigung und Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten Ausbeutung, soll der Konsument durch dieselbe vor Uebervortheilung beim Einkauf geschlitzt werden, da die Marke der Schundproduktion hall handelte es sich um einen Kartoffel- Diebstahl, der von zwei vor Eingangs bezeichnetem Gerichtshofe zu verantworten. Fusangel heißt mit Vornamen Johannes. Er ist am und Schmußkonkurrenz in jedem Fall vorenthalten werden wird. Arbeitern und einem Schuhmacher in Adlershof bei Köpenick begangen worden ist. Ale prei waren lange Beit arbeitslos, 27. März 1852 zu Düsseldorf geboren, katholischer Konfeffion und Wer also martirte, mithin auch auf die Qualität kontrollirte alle drei haben starke Familien zu ernähren und nichts zu essen bereits 29 Mal, und zwar wegen öffentlicher Beschimpfung der Waaren kauft, kann sich stets versichert halten, reell zu kaufen, 01 3. Innehaltung der 9stündigen Maximal- Arbeitszeit. 4. Anerkennung eines von der Gewerkschaft aufgestellten Lohntarifs. 5. Gleicher Lohn für gleiche Leistungen. 6. Gute Behandlung der Arbeiter und dergl. mehr. Schon durch die erfte Bedingung glauben die Arbeiter sich wäre, da, der Unternehmer unter selbst wenn der Preis die herkömmlichen Marktpreise um einige werkschaftskaffe), diese Beträge sind nun erst sehr spärlich einge-| Pfennige übersteigen follte, was aber feineswegs nothwendig laufen. Also Kollegen, erinnert Euch Eurer Beschlüsse! Marken wenn wirklich durch die Unterwerfung sind an den Zahltagen in den bekannten Zahlstellen zu haben. die Bedingungen der Arbeiter Am 7. Jani findet die Dampferparthie des Verbandes nach der Stückprofit reduzirt, so doch der Gesammtprofit, infolge Ver- Schmödwig statt, wozu um rege Betheiligung gebeten wird. mehrung des Umsages, vor einer Verringerung für den Anfang bewahrt werden würde. Ist später durch das Allgemeinerwerden Die Filiale 6 Moabit der Maler und verwandten der Marke die Konkurrenz unter der martirten Waare verschärft, Berufsgenossen hielt am 11. b. M. ihre regelmäßige Mitwird also als letzte Folge der Kontrollmarke, neben der schon gliederversammlung ab. Da der Referent noch nicht erschienen erwähnten Verdrängung der Schundwaare, eine Verringerung war, so wurde der Punkt Verschiedenes erledigt. Kollege Gülzer der Profitrate zu verzeichnen sein. Wo das unter solchen Um- legte in seiner Rede den Kollegen ans Herz, sich doch recht rege ständen der Fall ist, steigt die Lohn rate, auch wenn die Summe an den Maisammlungen zu betheiligen. Inzwischen war der des Geldlohnes keine Veränderung erfährt. Durch die Kontrollmarke Referent, Genosse Hoffmann erschienen und hielt seinen Vortrag wird also der Arbeiterschaft in letter Instanz ermöglicht, mit einer über Arbeitslöhne. gleichbleibenden Geldsumme mehr einzukaufen, als bis dahin, was gleichbedeutend ist mit einer ziffernmäßigen Lohnerhöhung. Auch der Versuch, durch die Marte die Heimarbeit, die Hausindustrie, unterdrücken zu helfen, dürfte von allen, die den schädlichen Wirkungen derselben in hygienischer, ökonomischer und politischer Hinsicht gegenüber nicht blind sind, mit Freuden begrüßt werden. Ebenso der Versuch, durch dasselbe Mittel bem achtstündigen Arbeitstage näher zu kommen, der, abgesehen von einem gesetzlichen Zwange, der aber wohl noch lange auf sich warten lassen wird, bei der allgemein bekannten gedrückten wirthschaftlichen Lage der Textil Arbeiter sich nur auf diese Weise in der Textilindustrie Bahn zu brechen vermöchte. Der achtstündige Arbeitstag ist aber eine Forderung der gesammten Arbeiterschaft, und diese ist verpflichtet, jede jener Forderung Nachdruck verleihende Maßnahme zu unterftüßen. Ist die gesammte aufgeklärte Arbeiterschaft sich dieser Pflicht voll und ganz bewußt und daran zu zweifeln, wäre Frevel so wird sie den Textilarbeitern bei ihrem Ringen um eine menschenwürdigere Existenz ihren Beistand nicht versagen, sondern bei Bedarf bald nur noch verlangen: Mit der Kontrollmarke der Textilarbeiter versehene Wirk- und Webwaaren!! An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Franz Schulz u. a. im Sinne des Referenten. Hierauf wurde folgend Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden; sie ersieht aus den Vortrag, daß durch Verkürzung der Arbeitzeit, die Löhne für den Arbeiter sich bessern müssen, da durch die Verkürzung der Arbeitszeit die industrielle Reservearmee verringert wird. Da nun der einzelne Arbeiter nicht in der Lage ist, dieses zu erreichen, sondern nur durch geschlossenes Vorgehen, so erklären die Kollegen mit aller Kraft für die Vereinigung eintreten zu wollen und die unaufgeklärten Kollegen zu uns heranzuziehen. willkommen. tommen. Vergnügungsverein " Borftg", Borfigftr. 27 bet Jentsch. Gefelliger Verein Glimbian bens Uhr bet George, Großgörchenstraße 16. Herren als Gäfti Reichstro ne" Abends 9 uhr im Bittoria- Ballsalon, Perlebergerstraße 13.- Bergnügungsverein„ GIüd auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße 1. Gäste will Geselliger Vergnügungsverein ,, Amicitta", Abends 9 Uhr, im Lokal von Marowski, Barnimstr. 47.- Bergnügungsverein Reichss trone", Sigung Abends 9 Uhr, Perlebergerstr. 13, im Vittoria- Salon. Gäste wiútommen. Männer- Gefangverein ,, Dauffe", Abends 9 Uhr, beis Niemann, Görlitzerftr. 42. Gäfte widtommen. Geselliger Berein limbim" bet George, Gr. Görschenstr. 16. Bund der geselligen Vereine Berlins und Umgegend. Dienstag: ein„ Eichenkranz", Waldemarstraße 17. Sprechlaal: " Theater- Ber Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiziert zu werden. Aufforderung an alle Abonnenten des Vorwärts". " Jeder, der den Leitartikel des Vorwärts" vom Sonntag, den 31. Mai, überschrieben: ueberarbeit im Verkehrswesen", gelesen hat, wird darin eine von den Arbeitern allseitig und zwar schon oft anerkannte Thatsache beschrieben gefunden haben. Lassen wir es damit aber nicht genug sein, sondern mache jeder Abonnent und Genosse sich zur Pflicht, seine schon gelesene, oben besagte Nummer einem von den im Artikel gefchilderten Bediensteten, mit dem Hinweis auf den Artikel zu geben. Man kann denselben martiren. Dann fordere man die Leute auf, nach Kenntnißnahme das Blatt an die Kollegen weiter zu geben. Jede Motivirung, weshalb das geschehen soll, halte ich für überflüssig, da es aus dem Obigen in die Augen springt. Wilhelm Börner, Ritterstr. 108. Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Schuh macher hielt am 25. d. M. eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Pinn einen Vortrag über Nationalität und Humanität" halten sollte. Da der Referent bei Beginn noch nicht erschienen war, wurde ein Vergnügungskomitee gewählt und die Wahl fiel auf die Kollegen Koch, Aumer, Schof, Büttner, kerlein, Krause und Schönebek; der Referent hatte sich inzwischen eingefunden und begann mit seinem Vortrage. Als er jedoch ziemlich am Schlusse war und noch einiges über die heutige Humanität sprach und die Worte gebrauchte:„ Hat der reiche Auf das Eingesandt der Plätterin Frl. Sydow erklären wir Bremerhaven, den 1. Juni. Wie uns ein Privattelegramm Mann ein schönes Pferd, so hat er Interesse daran, daß es gutes Endes Unterzeichneten: 1. Frl. Sydow beweist durch ihre Amtsmeldet, find die Forderungen der ausständigen Heizer und Kohlen- Futter und gute Pflege bekommt, hat er jedoch einen Arbeiter..." niederlegung im Vorwärts", daß dieselbe noch nicht weiß, daß, zieher von der Direktion abgelehnt worden. Dabei werden aber Wort nach sächsischem Muster und ließ den Referenten trotz aller zu thun hat. Die Handlungsweise des Frl. Sydow beweist aber, erhob sich plötzlich der überwachende Beamte, entzog ihm das wenn Jemand sein Amt niederlegt, er das in einer Versammlung Versuche gemacht, die Streikenden hinzuhalten, um inzwischen Proteste des Vorstandes nach der Wache sistiren. Eine Resolution, daß sie nicht den Muth besitzt, in der Versammlung Rechenschaft Ersatzmannschaft heranzuziehen. Die Streifenden setzen jedoch welche energisch dagegen protestirt und das Bureau beauftragt, über ihre Thätigkeit abzulegen. 2. Erklären wir, daß es nicht unbeirrt den Streik fort. Während seiner Dauer werden die Beschwerde zu führen, wurde angenommen. Als der Vorsitzende wahr ist, wenn Frl. Sydow behauptet, daß Herr Möhring in der Diskussion sprach, suchte ihn der Beamte durch Zwischen- Schuld an allem Bank und Unfrieden wäre, gerade das GegenReis enden alle Veranlassung haben, sich genau zu überlegen, ob rufe zu unterbrechen. Der Schriftführer verwies ihm das in theil ist der Fall. 3. Daß eine Mitgliederversammlung ohne ihr fie die Linie Bremen- Newyork benutzen oder nicht. Die Expedition recht deutlicher Form. Nach Schluß der Versammlung verlangte Wissen einberufen ist, geschah, weil sie den ganzen Monat soviel der Schiffe ist naturgemäß sehr unsicher. der Herr die sofortige Räumung des Lokals. Das thaten denn Vereinsinteresse gehabt hat, nicht eine Versammlung einzuberufen, Die Adresse der Lohnkommission lautet: Bremerhaven, die Kollegen auch nach einigem Zureden des Vorstandes. trogdem laut Statut feststeht, daß in der ersten Woche des Monats eine Ankerstr. 17. Versammlung stattfinden soll. 4. Erklären wir mitunterzeichnete Revisoren, daß es Herrn Möhring nie eingefallen ist, uns am Gängelbande zu führen. II. Vorsitzende: Frau Schulz, Straußbergerstr. 13. I. Schriftführerin: P. Biedermann, Fliederstr. 11. II. Schriftführerin: Fr. Grothe, Wollinerstr. 5. I. Rassirerin: Frau Stuckardt, Krautstr. 14. II. Rassirerin: Frau Krug, Holzmarktstr. 3. Revisorinnen: Auguste Bamberger, Alexandrinenstraße 37 a; H. Bickerick, Ruppinerstr. 34. Versammlungen. dem Vorsitz des Kollegen Hampel statt. * * Weißensee. Die Arbeiterbewegung, welche aus Anlaß der vorjährigen Reichstagswahl am hiesigen Orte einen so vielver sprechenden Aufschwung genommen hatte, ist nach und nach aus verfchiedenen, auch persönlichen Gründen zurückgegangen. Den am 2. Dezember v. J. gewählten Vertrauensmann, selbst einem der vorjährigen sogenannten Führer, wurden von seinen eheEine öffentliche Versammlung sämmtlicher Steinmaligen Kollegen möglichst viele Steine in den Weg geworfen metzen von Berlin und Umgegend fand am 28. Mai unter dürftige und haltlose ist, fühlte er sich veranlaßt, sein Amt nieder- Wie mir mitgetheilt von Genossen, bestehe das Gerücht, ich Tagesordnung, Bericht der Delegirten vom Kongreß, erstattete zulegen. Zum Zwecke einer Neuwahl fand deshalb im Schloß hätte das bei einer amerikanischen Auktion einer Lassalle- Nadel der Vorsi hende Bericht und bemerkte, daß auf dem in Stuttgart Weißensee eine öffentliche Volksversammlung statt. Das Referat am 12. April 1891 vereinnahmte Geld nicht abgeliefert und erkläre stattgehabten Rongreß 40 Städte durch 38 Delegirte vertreten ge- batte der Genosse W. Werner übernommen. Derselbe sprach über ich folgendes: wesen wären. Die Delegirten hätten im Namen von 4304 Rol- Die Sozialdemokratie und die bürgerlichen Parteien". Ich war allerdings Auktionator, die Beträge sammelte Legen gesprochen, und von diesen seien 2450 organisirt. Alle Sinne des Referenten; eine entsprechende Resolution wurde ein- ergab 11 Wt. und ungefähr 70 Pf. Da nun nicht nur die an der In der Diskussion sprachen mehrere der Anwesenden im unser Kollege Wilhem Meyer, Görlitzerstr. 71 und die Auktion Delegirten hätten sich freudig für den vollen Anschluß an die Arbeiterbewegung ausg stimmig angenommen. ge= sprochen, und mehr als gewöhnlich sei ein ihn zur Niederlegung seines Amtes veranlaßt haben, furz mit- ebenfalls die Mitglieder eines Lefetlubs und eines Gefangvereins Nachdem der bisherige Vertrauensmann die Gründe, welche bandes der Möbelpolirer ihr Schärflein beigetragen, sondern Herrenparthie resp. Lassallefeier betheiligten Mitglieder des Versozialdemokratischer 3ug durch die ganze Ver fammlung gegangen. Der Verbandsbeitrag sei um 5 Pf. getheilt hatte, wurde nach einer längeren, unerquicklichen Debatte ihre Schuldigkeit thaten, wurde beschlossen, den Betrag zur Hälfte der Genosse Belig zum Vertrauensmann für Weißensee und Um der Generalfommission in Hamburg und zur anderen Hälfte der erhöht, und der Vorbandsvorsitzende, zu welchem Kollege Jeschty gegend gewählt. Der Referent, welcher nun noch einmal das Parteikaffe zufließen zu lassen. Der Genosse Klempner Gornetky, trotz Einspruch der Berliner erwählt sei, bekomme eine monatliche Wort nahm, ermahnte die Anwesenden dringend zur Einigkeit. Görligerstr. 71, erklärte sich bereit, die Beträge an ihren BeEntschädigung von 45 M. Zudem sei beschlossen worden, zur Wir sollen und müssen unser ganzes Denken und Handeln auf stimmungsort abzuführen und so war auch in vorlegter Abrech befferen Kontrolle Marken auszugeben, welche durch den Ver- die Erreichung unseres großen Bieles richten. Wer persönliche nung der Generalfommiffion in Hamburg zu lesen: Von der bandsvorsitzenden an die einzelnen Städte abzusenden seien. Das und für die Sache nebenfächliche Dinge in den Vordergrund Herrenpartie der Mitglieder des Verbandes der Möbelpolirer zur Brotokoll des Kongresses werde in spätestens vier Wochen zur drängt, wer aus Freundschaft oder Feindschaft für irgend welche affallefeier 5 M. 71 Pf. Die andere Hälfte hat obiger Genoffe Ausgabe gelangen. Kollege Ahleta( Delegirter) fügte hinzu, daß man nicht allein Personen diese seine erste und größte Pflicht vernachläffigt oder leider erst nach dem legten Einnahmebericht des Genossen Bebel in Berlin, sondern in allen Städten über einen zu großen Zuzug tation für unsere gerechte Sache zu schädigen, der giebt nicht nur Einnahmebericht erfolgt. Dies der Sachverhalt. Bitte nun auch gar vorsätzlich etwas thut oder läßt, das geeignet ist, die Agi- eingeschickt, da er der Meinung war, daß nur vierteljährlich dieser von Fremden klage; das Lehrlingsunwesen sei nachgerade ein unsern Gegnern willkommenen Stoff zu unserer Bekämpfung, Diejenigen, die dazu beigetragen, ein mich in den Augen meiner sozialer Uebelstand geworden. Hierauf wurde ein Antrag auf Schluß der Versammlung ange- mehr dazu beizutragen, daß der Sachverhalt Klargestellt wird. sondern liefert auch den Beweis, daß er nicht zu uns gehört. Kollegen und Genossen schädigendes Gerücht auszusprengen, nunnommen. Ueber einen vorliegenden Antrag, zur Untersuchung und Schlichtung der zahlreichen Streitigkeiten und Verdäch Robert Weber, Möbelpolirer, NO ,, Haideftr. 6. tigungen ein Schiedsgericht zu wählen, konnte infolge dessen kein Beschluß gefaßt werden. " Kollege Scherz( Delegirter) berichtete, daß auf dem Kongreß ein Antrag auf Zentralisation der Steinmetzen gestellt, aber als zur Zeit unzweckmäßig abgelehnt fei. Der Kongreß habe außer dem den Bauhandwerker" als Fachorgan einstimmig wiedergewählt. Es sprachen über diese Angelegenheit und über die Agitation u. f. w. in einer außerordentlich lebhaften Debatte die Kollegen Lachmann, Jeschty, Viereck, Kolbe, Otto, Müller I, Müller II, Schwarzer, Buchmann und noch zahlreiche weitere Kollegen. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung„ Einführung der Marken zum Generalfonds" wurde nach einer langen Debatte, an welcher sich die Kollegen Kiting, Lachmann, Losinsky, Buchmann, Ahleta, Müller, Schmidt und andere betheiligten, einstimmig beschlossen, vom 1. Juni ab die Generalfonds- Marken einzuführen. Sodann wurde über die Arbeitseinstellung auf Platz Prieß debattirt und einstimmig anerkannt, daß die daselbst in Arbeit gewesenen Kollegen vollkommen forrekt gehandelt hätten. Es wurde konstatirt, daß sämmtliche Kollegen bis auf einen schon wieder in Arbeit ständen. Die Versammlung wollte diesem arbeitslosen Kollegen eine Unterstützung gewähren; derselbe Teiftete jedoch Verzicht auf jede Unterstügung. Dem Kollegen Franke, der trotz der Vorkommnisse auf Platz Prieß daselbst Arbeit genommen hatte, machte man ernstliche Vorstellungen, da er derartige Streiche schon oft verübt habe. Der Getadelte vermochte sich nicht zu rechtfertigen. Unter„ Gewerkschaftliches" wurde der Vorstand des Berliner Verbandes gewählt. Es sind das die Kollegen Kizing, Buchmann, Ahleta, Losinsky und Rönsch. als Gäste willkommen. Gesang " Steineich e"( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 bei Heise. Be Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Franz " " Vermischtes. Lettere Freie Gemeinde Riedorf. Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 3. Sunt, Abends 8% Uhr, in Kummer's Saal, Berlinerfir. 136. Gäste haben Zutritt. Landsmannverein der Prenzlauer und dermärker. Donnerstag, Telegraphischer Meldung aus Konstantinopel zufolge den 4. Juni, Abends 8 Uhr, im„ Königstadt- Kasino", Holzmartstr. Nr. 72, ist gestern Nacht der Orientzug in Tscherkeßköi, vier Stunden Bersammlung. Beschlußfaſſung wegen Landpartie. Landsleute, auch Damen, vor Konstantinopel, von Räubern zur Entgleisung gebracht und 7. Juni cr, früh 17 Uhr, eine Familienpartie nach Birtenwerder. Nähere gesellschaft, bestehend aus deutschen Reichsangehörigen, sowie einem Der Verein Bildung und Geselligkeit veranstaltet am Sonntag, den überfallen worden. Die im Zuge befindliche Stangen'sche ReiseMittheilungen über die Partie werden am Vereinsabend bekannt gegeben. Engländer ist von den Räubern abgeführt worden. Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen. Dienstag, den 9. Juni cr., fammlung: Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten zur Streit- Kontroll haben zu dessen Beschaffung den mitgefangenen Bantier Israel Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon", Infelstr. 10: Große öffentliche Ber: perlangen unter Drohungen Löfegeld von 200 000 Franken und tommission. 2. Stellungnahme zu den Beschlüssen dieser kommiffion. 3. Be aus Berlin freigelassen. Der deutsche Botschafter in Konstanschlußfassung über einen Ausflug resp. Sommerfest. 4. Abrechnung der Stom- tinopel hat bereits vom Auswärtigen Amte Weifung erhalten, das mission. 5. Verschiedenes. Hefe- und Diskutirklubs. Dienstag. Berwegh", Abends sy Uhr, tm verlangte Lösegeld, unter Wahrung der Regreßpflicht der Pforte Zotale von Otto Zinte, Forsterstr 45. Gäſte willkommen. Proletarier", und unter Borbehalt aller sonstigen Erfazforderungen gegen die s uhr, im Restaurant Scholz, Kastanten Atlee 35. ( Pankow), bei Borchardt, Schulzenstraße 28. Hasenclever", Abends Gäste wtútommen. türkische Regierung vorzuschießen. Jeglicher Gefährdung der GeAgitationsverein Bassalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. Wienerftr. 31. fangenen ist somit nach Krästen vorgebeugt. Die in die Hände Spinoza, Abends 8 Uhr, bet Brandstahl, Oppelnerstr. 29. Gäste haben der Räuber gefallenen Reichsangehörigen sind außer dem erwedde", abends 9 Uhr, im Lokale von E. Lange, Manteuffelstraße 60. Zutritt. Lese- und Distutir- Klub für Männer und Frauen Johannes wähnten und bereits freigelassenen Bankier Moriz Israel Männer und Frauen als Gäste willkommen. Berlin, Bellevueftr. 18; Albert Moquet, Gutsbesitzer aus Seigels Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends dorf, Kreis Bitterfeld; Oskar Koysch aus Zörbig, Kreis Bittermorgenroth", Charlottenburg, Bismarckstr. 89, Reſtaurant. 9 Uhr, Uebungsstunde, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Gesangverein feld; Oskar Greger aus Berlin, Stralauer Play 5; Zugführer verein unversagt", Moabit, Perlebergerstr. 28, Restaurant. Arbeiter Freundinger. Sämmtliche andere Passagiere des Zuges sind Gesangverein Vorwärts", Friedrichsfelde bei Momber. Gefangverein zurückgeblieben, nachdem man sie ausgeplündert hatte. Da gegen den Kollegen Kolbe eine Angelegenheit wegen Ver- jangverein rechnung von Geldern vom Vertrieb eines gedruckten Liedes Grenadierplay 7. Gesangverein Allegro", Staligerstraße 142 bei schwebt, so wurde zur Untersuchung derfelben eine Kommission Greiser. Arbeiter- Gesangverein„ Olympia", bei Schneider, Adalbertstr. 8. Kreuzberg", Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. gewählt, bestehend aus den Kollegen Geue, Kizing und Lach- Gesangverein" tdelttas", Ackerstraße 13 bei Kummer. Gesangverein Moabiter Liedertafel", Wilhelmshavnerstr. 23 bei Brosch. Männergesangverein Nunmehr forderte der Vorsitzende die Versammelten auf, die armonia", Abends 9 Uhr Flottwellstraße 5 bet Bartels. Gefangverein ersten Verse der Arbeiter- Marseillaise zu singen, was sämmtliche" childhorn", Usedomftr. 33, bet Miete, Abends 9 Uhr. Bruderherz" bei Birto, Straußbergerstr. 3. Männergefangverein Gesangverein London, 1. Juni. Die Angestellten der Omnibus- und Anwesende unter Erheben von ihren Sigen ausführten. " Waldtapelle" in Friedrichshagen, Restaurant Blant, Friedrichstraße, Pferdebahn- Gesellschaften Londons halten heute Abend eine BerHierauf wurde die Versammlung geschlossen. bergerstraße 3. Gefangverein" Ey boly" Urbanstr. 188, Ecke Blücher ſammlung ab, um ihre Forderung betreffs des zwölfstündigen. Der Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend liner, Brunnenftr. 114.straße bei Bollandt.- Gesangverein Freundschaft" bei Oswald Ber- Arbeitstages zu formuliren. Es find für diese Woche an jedem Gefangverein, offnung" Deutsch- Wilmersdorf, Abend Versammlungen in Aussicht genommen, um die Angestellten hielt am 25. d. M. eine öffentliche Versammlung ab. Zunächst hielt Genoffe Marowski einen Vortrag über:" Die moderne Ehe in der Berliner Bockbraueret, Abends 8%-10% Uhr. Streits beauftragt, falls sich ein solcher als nothwendig erweisen und die freie Liebe". An der Diskussion betheiligten sich die ft", Köpnicerftr. 191 bet Foge. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Musikverein Edelweiß" sollte. Kollegen B. Franke und G. Lederhause; ersterer sprach im Sinne Uhr im Restaurant Müller, Mariannenstraße 46. Gäste willkommen. des Referenten, während letzterer noch besonders die Wichtigkeit Gefangverein" Anacreon", Abends von 9-11 Uhr, bet Keßner, Annen9 Uhr, Gefangverein Ludwig'scher Männerchor, Abends Nachdem hierauf der Rechen- im Restaurant Boppe, Lindenstraße 106. der Kindererziehung betonte. Quartett- Verein, Wedding Briefkaffen der Redaktion. schaftsbericht der Fachkommission verlesen und von den Revisoren tagt Neue Hochstraße 49, bei Gundlach. Theater- und Vergnügungsverein in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gäste, Damen für richtig erklärt war, wurde dem Kassirer Kollegen Frohmann und Herren, willkommen. Wittwe G. Nachdem das Schiedsgericht seinen Spruch Theaterklub elmerding", Abends 9 Uhr, Decharge ertheilt. Bei der Abrechnung des Vergnügungskomitees in Hank's Restaurant, Tempelhofer ufer 13, Gde ber Großbeerenstraße. gefällt hat, find Erklärungen in unserem Sprechsaal" nicht das tam es zu einer lebhaften Debatte, in welcher die Kollegen Privat- Theaterverein Georgina", Abends 9 Uhr, bet Meißner, Garten geeignete Mittel, die Aufhebung des Urtheils herbeizuführen. F. Wolff, Reuter, Kurth, Weber u. a. gegen Kollegen Gräbert, abends 9 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Gäste willkommen.- Bergnügungsstraße 162. Gäste willtommen.- Vergnügungs- und Theaterverein Romeo", C. S. 66. Wenn jemand eine Schlafstelle fest gemiethet, welcher sich grobe Unregelmäßigkeiten hat zu schulden kommen Berein„ Norbitch t", Abends 8-11 Uhr, bei H. Sperling, Görligerfir. 37. 3. B. nach Besprechung des Preises erklärt hat, er werde dann Laffen, auftraten. Kollege Gräber sah sich dadurch gezwungen, Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bergnügungs- Berein Fidele und dann zuziehen, so ist er daran gebunden und muß den Schlaf sein Amt niederzulegen. An Stelle der Kollegen Gräber und Gesellige bends 9 hr bei Berndt, Berlebergerstr. 17. Gäfte will tommen. wirth für einen vollen Monat entschädigen. Verein Brüderschaft", Abends 9 Uhr, Wilsnackerstr. 63. Buck wurden die Kollegen H. Schulz und Vogel gewählt. Zu Verein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Rafino, HolzmarktRigdorf. Was die Eheleute sich durch gemeinsame Arbei Rauchklub Bunkt 4 Verschiedenes wurde noch darauf aufmerksam gemacht, straße 72. Rosenblätter", Abends 8½ Uhr, bet eo- erworben haben, gehört dem Manne allein, muß also bei desse daß laut Versammlungsbeschluß jeder Möbelpolirer, welcher am polot, York- und Mannsteinstraßen- Ecfe. Gäste willkommen. humoristische Pfeifenbrüder", Abends 8% 1hr, bei Suder, Alder Tode zwischen der Frau und den Verwandten des Mannes ge 1. Mai arbeiten würde, 1 M. geben sollte,( für die General- Ge- traße 63. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willtommen. Rauchriub theilt werden. mann. " Y Abends 9 Uhr. Ihn'scher Gesangverein, Humor", bei Birt, StraußDepeschen. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Restaurant Gräß, Brandenburgischestr. Gefangverein Waldtapelle", Männerchor, Süd zu organisiren. Ein Komitee ist mit der Vorbereitung eines straße 16. " 1 Bulcania", Rauchklub Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.