Nr. 37 43. Jahrg. Ausgabe A fr. 19 Bezugspreis: Bhentlich 70 Bfennia. monatite 8. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia. Saar und Memelgebiet, Defterreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Beit mit Gieb lung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich aweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvrense Die etnipaltiae Stenpareille teile SO Bfennia. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Aleine Anzeigen bas fettaedrudte Wort 25 Brenne ( auläffia awei fettaedruckte Worte). jebes weitere Bort 12 Bfennig. Stellenaefuche Das erfte Bort 15 Biennia tebes weitere Wort 10 Bfennig. Borte über 15 Buch taben zählen für awei Borte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Er war nichts als eine Zusammenballung von mann gestern im Untersuchungsausschuß hielt, faum eine sprach gestern abend der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, wäre von einer großen Bedeutung für die Arbeiterschaft, wenn sie Tatsachen, eine Häufung von wörtlichen Zitaten aus Aften Genosse Albert Thomas zu den Bertretern der Freien Gewert bei der Diskussion mit den Unternehmern sich solcher ein heit. Tatsachen, eine Häufung von wörtlichen Zitaten aus Aften schaften. Genoffe Thomas sprach trotz erheblicher Schwierigkeiten licher Statistit en bebienen tönne. Gewiß, in Deutsch zwischen einzelnen Gliedern die Berbindungen herstellen, find und amtlichen Urkunden. Eigene Ueberlegungen, die deutsch. Einleitend erinnerte er zunächst an die Borgeschichte land seien die Arbeiter in der Regel in der Lage, mit den Unter- wischen einzelnen Gliedern die Verbindungen herstellen, find der internationalen Organisation der Arbeit. Im Teil 13 des nehmern zu diskutieren, aber nicht in allen Ländern sei auf das Mindestmaß des Notwendigsten beschränkt. Es fehlt Friedensvertrages wird in der Präambel auf die Notwendigkeit der das fo. Es gebe sogar noch in Frankreich Unternehmer, die sich so gut wie ganz der Appell an das Gefühl. Mit einer fast sozialen hebung der Arbeiterklasse der ganzen Welt weigern, mit den Arbeitern über die Arbeitsbedingungen zu dis gewaltsamen Selbstdisziplin hat es der Redner verstanden, die Tatsachen, nichts als Tatsachen sprechen zu und auf den Schuß der Frauen und Mütter hingewiesen. futieren. Notwendig sei, daß bei diesen Erhebungen und Ver- lassen. Daraus gerade erklärt sich auch die ungeheure Bir Um diese Notwendigkeiten durchzuführen, wurde die Internationale handlungen fung auf die Zuhörer, die, von Stunde zu Stunde stärker geOrganisation der Arbeit. d. h. das Internationale Arbeitsamt geschaffen. Es sei das erstemal, daß in einem Friedensvertrage pact, ihre Erregung faum noch meistern fonnten, und auf die Hunderttausende, die gestern abend den Bericht über diese nicht nur die Grenzen der Länder und die eventuellen Kontributionen Rede mit stockendem Atem lafen. festgelegt wurden, sondern daß auch der internationale Schuh der Arbeit die Arbeiterschaft der ganzen Welt gleichberechtigt mit beteiligt sei. Es sei von einer nicht zu unterschäßenden Bedeutung, wenn alljährlich zur Internationalen Arbeitskonferenz in Genf die Bertreter der Arbeiterschaft der ganzen Welt, die sonst aus den entfernten Ueberseeländern, gar nicht die Mitteln aufbringen allen beteiligten Staaten zur Pflicht gemacht worden ist. In der lönnten, einen Delegierten zu entfenden, nach Genf auf Kosten ihrer Geschichte der Menschheit sel das ein nicht zu unterschäßender Fort- Regierung fahren fönnen, um dort selbstverständlich unter Umständen schritt. Die Arbeit dieser internationalen Organisation sei eine gegen die Regierung stimmen und mit den Vertretern der Arbeiter breifache. Das Internationale Arbeitsamt habe die Abrom schaft der ganzen Welt sich verständigen können. Die Arbeiter men und Empfehlungen, die von den internationalen Arbeitschaft sei weiter noch gespalten, nicht nur international, fonferenzen beschlossen werden, von den verschiedenen Ländern sondern auch in den einzelnen Ländern. Es sei auch von einer ratifizieren zu lassen. Das sei mit großen Schwie großen Bedeutung, wenn die Gewerkschaftsvertreter aller Richtungen rigteiten verknüpft. Bon den 54 Staaten, die dem Inter auf gemeinsamem Boden zusammenkommen und gemeinsam die Innationalen Arbeitsamt angeschlossen find, haben bis jest die verteressen der Arbeiterschaft vertreten. fchiedenen Bänder insgesamt erst 136 Ratifitationen aus gesprochen, von etwa 800, bie vollzogen werden müßten. Dabei dürfe man jedoch nicht vergessen, daß vor dem Kriege, um nur das Berbot der Verwendung des weißen Phosphers durchzu. führen, es eines Beitraumes von 14 Jahren bedurfte, um die Rati. fitation von 12 Staaten zu erreichen. Zu diesem Zwed find fortgesetzt Berhandlungen nötig. Es sei Aufgabe des Direttors des Internationalen Arbeitsamtes. alljährlich von Land zu Land zu reisen, um diese Ratifitationen zu erlangen. Ein guter Freund habe ihn deshalb einmal den Ewigen Juden der Sozialpolitit genannt.( Große Heiterteit.) Es sei fein Los, fügte Albert Thomas hinzu, wenn er am Anfang des Jahres feine Reife beginne, nach Deutschland tomme, inmitten einer Regierungsfiife anzukommen. Bor zwei Jahren war es die Regierung Stresemann, voriges Jahr die Regierung Luther und diesmal die Regierung Luther 11.( Heiterfeit.) Er müsse jedesmal wegen der Ausarbeitung eines Gefeßertwurfes mit der Regierung in den Wandelgången des Reichst ges verhandeln und wenn es manchmal gelinge, diesen Ent. wurf auszuarbeiten und fertigzustellen, dann tommt eine neue Regierung, der Entwurf muß umgearbeitet werden, die Arbeit beginne von neuem und so ist es in allen Ländern. Dazu tommt, daß seit 1920 in allen Ländern, wenn auch nicht gleichzeitig, finan. zielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten und Krisen bestehen. Bir hatten z. B. in Deutschland die finanzielle Krise während der Jn. flation, wir haben jeßt die große Wirtschaftsfrise. Bir haben heute in Frankreich die Inflation und wir werden morgen in Frankreich die Wirtschaftskrise haben. In der ganzen Welt ist noch nicht das wirtschaftliche und finanzielle Gleichgewicht erreicht worden. Außer diesen beiden Aufgaben der Ratifizierungen und der Verhandlungen habe das Internationale Arbeitsamt die Aufgabe, die Berbindungen zwischen ben ver. schiedenen Ländern in diesen Fragen herzustellen. Dazu fet 3. B. notwendig, daß einheitliche Erhebungen über die wirtschaftliche Lage in der Industrie gepflogen werben. Gegenwärtig wird im Internationalen Arbeitsamt an einer Erhebung über die Produktion im Bergbau, ins besondere was die Arbeitsbedingungen betrifft, gearbeitet. Es habe fich dabei herausgestellt, daß in feiner Industrie so große Statistiken in allen Einzelheiten bestehen, wie gerade im Bergbau. Aber diese Statistiken werden fast in jedem Lande nach einer anderen Methode Der Volksentscheid. Grundsägliche Einigkeit der beteiligten Organisationen. Im Reichstag traten gestern nachmittag unter dem Borsig eines Bertreters des ADG B. Vertreter der Sozial demokratischen Partei, der kommunistischen Partei und des Ausschusses zur Durchführung des Volks entscheids zusammen, um eine Einigung aller Beteiligten auf einen gemeinsamen Entwurf für ein Gefeß qur entschädigungslosen Enteignung der Fürstenhäuser herbeizuführen. Es ergab sich, daß über die grundsäglichen Fragen Einigkeit bestand, und daß auch die beiden Entwürfe, der bereits eingereichte und der von der Sozialdemokratischen Partei vorgelegte, grundfäßlich nicht von einander abweichen. Eine engere Rommiffion wurde eingesetzt, die unter Zugrundelegung beider Entwürfe einen gemeinsamen Entwurf ausarbeiten soll. Der Gesamtausschuß wird heute nachmittag wieder zusammen treten, um möglichst einen endgültigen Beschluß über ben einzureichenden gemeinsamen Antrag zu faffen. Albert Thomas weist dann auf die Sprachschwierig. feiten hin. Er wolle nicht auf die Einzelheiten der Boften im Internationalen Arbeitsamt eingehen, um nicht auf die peinliche Diskussion über die Posten im Völkerbund zurückzukommen. Deutsche land verlange, und nach seiner persönlichen Meinung mit Recht, daß die deutsche Sprache als dritte, offizielle Sprache zugelaffen werde. Aber die Vertreter der Arbeiterschaft Deutschlands, die hier in diesem Saal sind, werden mir beipflichten, wenn ich sage, daß wir heute in diesem Punkte erheblich weiter find als vor einigen Jahren. Alle Protokolle der Sigungen der Plenar. verhandlungen, alle Anträge und Dokumente werden in deutscher Sprache herausgegeben. Alle Uebersetzungen erfolgen auch in deutscher Sprache. Und für den Genossen Hermann Müller vom ADGB., der hier anwesend ist, ist im Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes ein eigener Uebersetzer tätig. Genosse Thomas fügt hinzu, daß er überzeugt sei, daß in einigen Jahren auch die deutsche Sprache, insbesondere nach dem Beitritt Deutschlands in den Bölkerbund die dritte offizielle Verhandlungssprache sein werde. Genoffe Albert Thomas weist zum Schluß auf den Geist von Locarno hin. Vielleicht bestände nicht die Begeisterung und die große Bewegung, die man nach Locarno gehofft habe. Aber die ganze Welt habe in den letzten Jahren so viele Enttäusuchungen gehabt und soviel gelitten, daß man fürchte, fich Illusionen hinzugeben. Wir müssen aber wenigstens mit dem Verstande uns einsehen für den Geist von Locarno. Bir müssen darauf hinarbeiten, daß die Bereinigten Staaten von Europa zunächst wenigstens wirtschaftlich verwirklicht werden. Und hier habe insbesondere das Internationale Arbeitsamt eine große Auf gabe zu erfüllen, die Aufgabe der Ausgleichung und Angleichung in den Arbeitsbedingungen, die Aufgabe des sozialen Fortschrittes. Thomas appellierte zum Schluß an die tätige und freudige mit arbeit der deutschen Gewerkschaften, um diese Aufgabe zu erfüllen. ( Langer andauernder Beifall.) Da niemand das Wort verlangte, dankte der Vorsitzende, Genoffe Sabath, Genoffen Albert Thomas für seine Ausführungen und versicherte ihn, daß die deutschen Gewerkschaften nach wie vor ihre Pflicht erfüllen werden, um für den Weltfrieden und für die Berständigung der Völker und für die internationale Arbeit zu wirten. Reichsernährungsminister Has Linde. Endgültig ernannt. Amtlich wird gemeldet: Der Neichspräsident hat ben Regierungspräsidenten in Münster, Dr. Has- Linde, zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ernannt. Horthy- Waffen beschlagnahmt. In Deutschösterreich. Wien, 22. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag wurde in Graz ein Transport von 40 Kiffen mit Gewehren, Maschinengewehren und Munition angehalten, der aus Jtalien nach Ungarn gehen follte. Die Eifenbahner, denen die er Transport verdächtig war, verftäubigten fotort die Polizei, die die genze Sendung beschlagnahmte. Auf dem Frachtbrief ift als Empfänger das Hee esminifterium bezeichnet, doch betrachtel die Polizei diesen Bermert als fingiert. Verstehen heißt hier nicht Berzeihen, aber man muß zu verstehen suchen. Dittmann selbst hat den Schlüffel zum Ber ständnis geliefert, indem er in einer gelegentlichen Bemer fung von der Welt der Herren und der Welt der Stlaven sprach, die in der kaiserlichen Marine einander gegenüberstanden. Es waren harte Herren, die als Offiziere auf den faiserlichen Schiffen hausten. In ihren unpolitischen Gehirnen mochte so etwas dämmern wie der Schein eines patriotischen Ideals. Nur daß es bei ihnen nicht fo weit reichte zu begreifen, daß der Dienst an diesem Ideal von ihnen mehr verlangte als die Bereitschaft, den Heldentod zu fterben. Richtig verstanden hätte er von ihnen verlangt, daß fie Sorge und Not mit den Mannschaften teilten, daß sie für die Gefühls- und Gebantenwelt dieser ihnen untergebenen Menschen Verständnis aufbrachten und damit ein wirkliches Band der Kamerabschaft herstellten, ohne das jede scheinbar noch so festgefügte Organisation brüchig werden muß. Daran fehlte es, und dieser Mangel wurde zum Berhängnis. Was wußten diese Offiziere von politischen Dingen? Sie Unbefiegbarkeit Deutschlands, und jede ausschweifende Phan waren zur Machtanbetung erzogen, glaubten an die tasie von der Möglichkeit des deutschen Endfieges, der fommenden deutschen Weltherrschaft fand in ihr unfritisches Denken Eingang. Sie aßen gut, fie tranten gut, und sahen in dem, was unter ihnen war, nur das willenlose Berkzeug zur Ausführung der Pläne, die sie schmiedeten. Was wußten sie von den politischen Parteien? Was ins besondere von den Sozialdemokraten? Daß sie paterlandslose Gesellen waren, nicht wert, den Namen Deutsche zu tragen, daß man sie zerschmettern müsse und daß es unter solchen Umständen ein gefälliges Wert sein könne, auf Bater und Mutter zu schießen. Nichts ist für sie fennzeichnender, als das immer wieder zutagetretende Bestreben alles, was socialbemokratisch ist, Unabhängige und Mehrheitssozialisten, über einen Samm zu scheren. Bon den inneren Kämpfen, die damals in der Arbeiterbewegung ausgetragen wurden, ver standen sie höchstens soviel, daß die USP. noch gefähr licher" sei als die Mehrheitspartei. Die USB. war der geheimnisvolle unsichtbar wirkende innere Feind". Ihn für alles verantwortlich zu machen, war ein ausgezeichneter Ausweg für jede geistige und moralische Bequemlichkeit. Der Wurm, der getreten wird, frümmt fich nur, weil die USB. in ihm stedt. Das Aufbäumen der Kreatur gegen unerträgliches Leid und Unrecht, was fonnte es anders sein als eine Folge der geheimen Wühlarbeit der USP.? Was man selbst verschuldet hatte, schrieb man der USB. aufs Schuldkonto. Das erklärt die sogenannte geistige Einstellung" der Offiziere und ihrer Kriegsgerichtsräte. Aber es entschuldigt nicht die ehrlose und verbrecherische Art, in der fie ihren Kampf führten. Diese Anmerbung von Lodipigeln, um die Mannschaften zu gesezwidrigen Handlungen zu ver leiten, diese forgfältig ausgeflügelte Beranstaltung von Berbrechen, um nachher in heuchlerischen Berichten an den Flottenchef über sie zu flagen, dieses Erpressen von sogenannten Geständnissen" unter Todesdrohung, das alles ist der Ausfluß einer Gesinnung, die mit Menschlichkeit und Ehrenhaftigkeit nichts mehr zu tun hat. Was an Reich pietsch und Röbis geschehen iſt, tann man einen Justiz morb faum noch nennen, es war ein Mord! Der Justizmord ist die Folge eines richterlichen 3rr tums, der aus einer häufung von Scheinbeweisen der Schuld oder aus richterlicher Boreingenommenheit entstehen kann. Hier war fein Irrtum! Hier war das flare Wissen, daß der Tatbestand zur Fällung von Todesurteilen nicht ausreichte und dennoch wurden Todesurteile gefällt, Todes. urteile vollstreckt! Die zu dem Rechtsgutachten geltend ge machten Bedenken erkenne ich an." Ich bestätige das Urteil bezüglich der Angeklagten Reichpie ich und Röbis unverändert. Der Mann, der diese beiden Säße geschrieben hat, der Admiral v. Scheer, maq felber fagen, wie sie miteinander zu vereinbaren find! Er mag felber sagen, ob fie etwas anderes heißen fönnen als dies:„ Ich weiß, daß diefe beiden Menschen nichts begangen haben, wofür sie nach dem Geset " getötet werden können; dennoch follen fie getötet| Dr. Rosenfeld im Rechtsausschuß des Reichstags, die thüringi. werden gegen das Gefeß!" Und weil sie getötet werden sollten gegen das Gesetz, versperrte man ihnen den Weg zur Gnade des Kaisers, durften die unglücklichen Eltern vom gefeßwidrigen Todesurteil gegen den Sohn nicht früher erfahren, als bis es vollstrect war! Rann es Menschen geben, die von solchen grauenhaften Tatsachen nicht bis ins Mark erschüttert werden, die sich nicht beeilen, von den Schuldigen abzurücken? Ja, die gibt es! Wir empfehlen jedermann, in diesen Tagen die Rechtspreise zu lesen. Jedermann foll erfahren, was da mit eiserner Stirn zu rechtfertigen versucht wird. Erst genau lesen, nicht was Dittmann gesagt hat, sondern was er aus den Atten vorgetragen hat, und dann lesen, was die Hugenbergpresse, die Kreuzzeitung", die Deutsche Zeitung" dazu zu sagen hat vielleicht ist das das Mittel, die Gewissen aufzurütteln, Die lekten Schleier fallen zu lassen! Eine Welt von Herren, eine Welt von Stlaven! Nur daß die Welt der Herren so klein und die der Sklaven so groß ist! Nur daß die Sklaven feine Sklaven mehr zu sein brauchen, wenn fie teine mehr fein wollen! In der Demokratie fann die Welt der Herren nur noch von der Stlaven ge= [ innung leben, die sie in ihrer Presse und sonst mit allen Mitteln der Demagogie zu züchten versucht. G schen Amtsgerichte, in deren Grundbüchern Grundstücke des KoburgGethaischen Fideifommiffes eingetragen find, an die Bestimmung des thüringischen Rechts erinnert worden sind, nach der die Be laſtungen fideikommissarisch gebundener Güter von der 3uftim mung des Auflösungsamts abhängig sind. Damit ist also etwaigen Bersuchen, die dem ehemaligen Herzog von Koburg gehörenden Güter durch ausländische Hypotheken praktisch für den Zugriff des Reichs oder Landes zu entwerten, ein Riegel vorgeschoben. 3wischen dem Vorstand des Auflösungsamts und det thüringischen Regierung aber besteht so enge Fühlung, daß eine Genehmigung zu hypothefarischen Eintragungen nur mit Kenntnis der Regierung vor fich gehen fann. Der Bertreter der SPD. machte die Regierung für die Sicherheit ihrer Zusage politisch haftbar und erfundigte fich schließlich, ob die jetzige thüringische Regierung unter den obwalten den Umständen überhaupt ein Interesse an baldiger Auflösung dieser Fideikommiffe habe. Die Regierung verneinte das. Der Meineidszeuge. Jidor Kreil verhaftet. 10 zum Der Parteikampf in Rußland. Obstruktion der Arbeiterschaft in Leningrad. Leningrad, 22. Januar.( DE.) Der Kampf der oppofitio. neff gestimmten Arbeiterschaft in Leningrad gegen die von der Bertralleitung ter Kommunistischen Partei eingeleiteten Sam. pagne zur Gewinnung der nicht gefügigen Betriebe verschärft sich von Tag zu Tag, Die Belegschaften schrecken dabei vor Anwendung der brutalsten Mittel nicht zurüd: fie verhindern gewaltsam das Zustandekommen von Versamm Iungen der Anhänger der Parteimehrheit, wo dies nicht möglich ist, treten fie offen mit Reden und Resolu tionen gegen die von Moskau zur Agitation entsandten Mitgliedet des Zentralfomitees auf und haben sogar die von ter Parteileitung begonnene systematische Aufklärung" der Arbeitermaffen durch Berteilung von Aufrufen, Broschüren usw. in einigen der wichtigsten Leningrader Großbetriebe durch das terroristische Auftreten ihrer Anhänger so gut wie ganz lahmgelegt. Ganz besonders bedenklich für die Parteileitung ist die haltung der tommnunistischen Jugend. Diese junge Garde", die fünftige Ablösung der heute am Ruder stehenden Parteileiter, ist in weite Gruppen hinein mit Oppofitionsgeist infiziert. Ihre Mitglieder sind es, die vor allen als lärmende Protestler und Störenfriede in die Wersammlung bringen, wo einmütige Kundgebungen gegen die Opposition beschlossen werden sollen. So muß felbft die Leningradskaja Prawda", die noch vor einigen Tagen alles tat, um die Opposition als tläglich und geringfügig erWahrheit aber befreit, und weil sie die Wahrheit enthüllt hat, war Dittmanns Rede eine befreiende Tat. Die Schande Der Vergangenheit brennt uns nur deshalb noch auf der Stirn, weil es noch fo viele gibt, die zu ihr zurüd wollen. meineid von der Kriminalpolizet feftgenommen und dem Gericht scheinen zu laffen, mit größter Besorgnis zugeben, daß in der fom Wir aber brauchen Befretung! Befreiung von dieser Bergangenheit! : 10 Der Schluß der Sizung. Die Zuhörer hatten in den ersten drei Stunden Dittmanns Rede mit steigender Spannung aber mit lautloser Stille angehört. Erst als der Fall Reich pietsch sich zu entrollen begann, entlud sich die Bewegung in lauten Rufen des Entsetzens und des Abscheus. Man fah Männer und Frauen in Tränen ausbrechen, fah geballte Fäuste. Auch der deutschnationale Borsigende, Abg. Philipp, fprach, als Dittmann gefchloffen hatte, von den erschütternden Tatsachen, die dieser mitgeteilt hatte, und er fündigte an, daß diese Tatsachen noch der Gegenstand von 3eugenaussagen fein toerden. Man darf also erwarten, daß die Scheer, Dobring, Loesch, Adams usw. noch vor den Schranken des Untersuchungsausschusses auftauchen werden. Obwohl Dittmann seinen Vortrag nicht beendet, sondern nur unterbrochen hatte, versuchten der Vertreter des Reichswehr. ministeriums Rorvettenfapitän Canaris und der volksparteifiche Abgeordnete Admiral a. D. v. Brüninghaus zum Wort zu fommen, was ihnen nicht gelang. Brüninghaus fonnte nur zur Geschäftsordnung die Bemerkung anbringen, daß er als Korreferent noch nicht in den. Besitz der Alten gekommen sei, die Dittmann 4% Monate lang durchgearbeitet habe.- Ein schwacher Bersuch, den Eindruck der moralischen Ratastrophe, die die faiser. liche Marine erlitten hatte, zu mildern.. Heute wird Dittmann über den mißlungenen Berfuch zur Straf. verfolgung unabhängiger Abgeordneter während des Krieges und über die Flottenereignisse vom Herbst 1918 sprechen. Dann tommen der Rorreferent des Ausschusses und der Vertreter des Reichswehr. ministeriums zum Wort. Die thüringischen Fürsten- Fideikommiffe. Weimar, 22. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Bei der Be. ratung des Justiz etats erfundigte sich in der gestrigen Sigung des Haushaltsausschusses des thüringischen Landtags ein Sozial bemokrat nach dem Stande der Auflösung der Fideikommisse in Thüringen und fragte insbesondere nach den gebundenen Hausgütern der früheren thüringischen Zauntönige. Die meisten, sowohl Rapital wie Landgutfideikommisse, darunter auch die früherer Fürsten, sind bereits aufgelöst, dagegen das Koburg Gothaische Hausfideikommiß noch nicht. Man erfuhr weiter, daß, wohl im Zusammenhang mit der sensationellen Mitteilung des Abg. Zukunftstheater. Bon Richard Rainer. Mannheim, 22. Januar.( Eigener Drahtbericht) Aus Heilbronn wird der Mannheimer Voltsstimme" gemeldet, daß dort am Donnerstag der aus dem Magdeburger Prozeß bekannt gewordene 31 Jahre alte Bürstenmacher Ifidor Kreil von Kallmünz auf Grund des Stedbriefes wegen Erbietens übergeben wurde. Kreil wohnte feit wenigen Tagen im Gasthaus " Zum Hirschen" in Heilbronn, wo er seiner Umgebung verdächtig borkam. Als er am Donnerstag in einem anderen Gasthaus fich in lauten Befchimpfungen über die bayerische Justia erging, bolte man die Polizei, die ihn festnahm, seine Identität mit dem Sted brief feststellte und ihn ins Amtsgericht einlieferte, von wo er der Staatsaswaltschaft in Augsburg weitergegeben wird. munistischen Jugendorganisation die Opposition einen starten Erfolg erzielt hat. Der Zusaß, daß dieser Erfolg nur zeit. weitig sei, wird durch die letzten Leitartikel des Blattes stark abgeschwächt, die immer wieder versichern, daß die Opposition zu sammenbrechen wird um am nächsten Tage eine Verschär fung des Kampfes zu melden. " " Im Gegensatz zu diesem eigenen Bericht des im allgemeinen immer gut unterrichteten Ost Expreß Bureaus behauptet die Moskauer Prawda" in jeder ihrer Nummer Oberschlesiens Selbständigkeit. das Gegenteil. Es vergeht fein Tag, wo nicht in der Mos fauer Prawda" in großer Aufmachung unter der UeberBreslau, 22. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der oberschlesischrift Für die Einheit der Partei" Refolutionen abgedruckt e Provinziallandtag verlangt in einer Entschließung für derden, die in Leningrad von irgendwelchen Parteiorgani die neue Provinz Oberschlesien eine weitgehenbere Selb fationen zugunsten der offiziellen Parteileitung gefaßt ständigkeit als fie in dem Gesezentwurf über die Trennung worden sein sollen. Freilich geht auch aus diesen Berichten Schlesiens vorgesehen ist. Vor allem wird auch die Trennung der hervor, daß ein hartnädiger Rampf in Leningrad geLandesversicherungsanstalt Schlesiens gefordert. Dieser führt wird, und daß es bei den Abstimmungen zu stürmi Forderung stehen die freien Gewertschaften zwar fritischchen Auseinandersehungen fommt. Ein wirtgegenüber, sie wurde aber auch vom sozialdemokratischen Bertreter licher Ueberblid ist aber aus der Sowjetpreise nicht zu ge Oberschlesiens im Provinziallandtag unterstützt. Ferner verlangt der winnen, da jede oppositionelle Aeußerung rücksichtslos oberschlesische Provinziallandtag eine Trennung der schlesischen unterdrüdt wird. Die letzte uns vorliegende Nummer der Landwirtschaftskammer und eine Auseinandersetzung der Brawda" vom 19. Januar versichert noch in einem tönenden mit Niederschlesien gemeinsam geführten Kaffen und Wirtschaftsein Leitartikel, daß die Leningrader Kommunisten hinter der richtungen durch eine neutrale Schiedsstelle. Partei mehrheit stehen. Freilich genaue zahlenmäßige An= gaben zu machen, hütet sich auch dieser Leitartikel der Oft- Expreß ansehen. Man wandelt eben nicht ungestraft in Brawda" fehr wohl. Diese Borsicht fann man wohl, ohne der Wahrheit zu nahe zu treten, als eine Bestätigung des den Bahnen einer extrem fapitalistischen Politit. Ein kriegstechnischer Schelde- Vertrag. Die britische Nheinflottille fährt über Frankreich heim. Condon, 22. Januar.( WTB.) Reuter zufolge ist zwischen der britischen, der holländischen und der belgischen Regierung vor län gerer Zeit eine Vereinbarung über die Beförderung von britischen Truppen und britische m Militär. material auf der Schelde geschlossen worden. Nur Rriegsschiffe fremder Nationen dürfen dort nicht paffieren, weshalb die Rückkehr der britischen Rheinflotte nach England Durch die franzöfifchen Kanäle erfolgt Kampfflieger Richthofens Tod. Der Handelsfommissar Kanadas in Hamburg freibt dem WEB. auf Grund amtlicher Feststellungen, daß der Kampfflieger Richthofen den tödlichen Schuß in der Luft erhalten hat und um so weniger von Kanadiern nach feiner Notlandung erschossen worden sein fönne, als in jener Gegend fanabische Truppen nicht vorhanden gewefen sind. Auch die von der Familie Richthofen genannten Namen und Truppenteile der angeblichen tanadischen Mörder treffen, nach dieser Gegendarstellung, durchaus nicht zu. gekommen, weil ihre Wirkung zu sehr von der Gefühls- und Dentweise der Individuen abhängt, während direft auf die Nerven gehende Rhythmen und Gase den beabsichtigten psychologischen Effekt geworden, das die Bereinigung des demokratischen Prinzips mit der nie verfehlen. Das Theater ist zu jenem idealen Propagandamittel ungefährdeten und auf die Dauer verbürgten Herrschaft der einmal bestehenden Oberschicht restlos ermöglicht. Das Argument, der Ein wurf, die eigene Meinung, find schmerzlos dahingeschieden. Diefer gar nicht einmal so phantastische Vorbericht macht mich schaubern. Mit sorgenvoller Teilnahme schaue ich auf unfere Ur- ur- ur- ur- Enkel, deren Gefühle von ihren Staatslentern reguliert eisigen Dogmen der Wissenschaft gewesen, ob sie nun als Theologie, werden. Die Kunst ist immer noch die Zuflucht des Herzens vor den Ethik oder Soziologie auftrat. Wie aber, wenn die Wissenschaft nun auch noch die Kunst mit ihrem Todeshauch bedeckt, und den atmenden Geschöpfen die letzte Möglichkeit innersten Ausdrucks nimmt? Das letzte, was bisher der Macht der Staatslenter und Denter noch enthat uns einst vor dem Buritanertum der Theologie bewahrt, sie rückt war, wird zum Werkzeug ihrer Menschenverachtung. Die Kunst fchüßt uns jetzt vor dem Puritanertum der Wissenschaft. Sollte sie tellekts, losgelöst von jenem zutiefst menschlichen Rühren, das uns nun aber selbst Wissenschaft werden, Dienerin des entfesselten In so werden wir Dinge fühlen läßt, die wir nie beweisen fönnen endgültig jener unbarmherzigen Logit ausgeliefert fein, der mir bisher entgangen find, weil sie es noch nicht vermochte, aus uns lauter Mönche, lauter Kantianer, lauter Positivisten zu machen. Die Entwicklung bewahre uns vor einem Gemeinwesen, deffen Lenter mit seinen Gefeßen zugleich seine Gefänge machen. Ich habe immer die Ueberzeugung gehegt, daß nur die eigene Unzulänglichkeit das Menschengeschlecht an der Selbstvernichtung gehindert hat, und sehe daher etwas Beängstigendes in der schrittweisen Vervollkommnung seiner Einrichtungen und Werkzeuge. Niemand wird bestreiten, daß nur die relative Unvollkommenheit der Kriegsmittel die Bölker davon abgehalten hat, fich gegenseitig auszurotten; aber der geistige Tod ist der Menschheit oft näher gewesen als der physische. Man stelle sich nur einmal vor, das Mittelalter hätte genug Psychologie im Leibe gehabt, um Scholaftit und Inquisition mit der Kraft aprioristischer Ideengeltung- als Erbmassebestand teile fozusagen in die Hirne zu verpflanzen. Aller Seelen wären bis heute eingefroren im eisigen Meere starren Glaubens. Oder die Ordensgeneräle hätten jene Fähigkeit besessen, die gewisse Biologen uns für eine nicht ferne Zukunft zuversichtlich voraus fagen, die Fähigkeit, Geschlecht und Charakter des der Erzeugung harrenden Nachwuchses zu bestimmen: Eine Rasse vollkommener Mönche, erſterbend in falter Frömmigkeit, würde diefes Jammertal bevölkern. Indessen besteht gar kein Grund zu der Annahme, daß bie zeitgenössische Menschheit jene Kräfte, die weniger wissenschaftlichen Zeitaltern verfagt waren, irgendwie beffer verwenden würde. In farkastischer Laune hat der liebenswürdige Amerifaner Bonamy Dobre e jüngst den Zustand des Theaters in einer pollkommen rationalisierten Gesellschaft beschrieben. Sein fleines Wert heißt: Timotheus oder die Zukunft des Theaters. Im Besige der wohlbekannten Wellsschen Beit. maschine beförderte sich der Dichter in das Jahr 2100 und machte einen Rundgang durch die Theater. Hier entdeckt er, daß die rohe Wie das Kind den Menschen darstellt behandelte Frl. Marg. Methode des finnfällig abgehandelten Menschenschicksals auf den Martus auf Grund ihrer praktischen Tätigteit als Zeichenlehrerin Brettern abgelöst ist von abstrakten Sinnesreizen auf der Basis ge- in einem Vortrag in der Psychologischen Gesellschaft. funder psychologischer Prinzipien, die jede gewünschte Gefühlsreaktion Im ersten Stadium wird nach ihrer Erfahrung fein Rind einen beim Publikum auslösen. Seltsame Schatten huschen über die riesen. Menschen nur teilweise oder unaufgefordert von hinten zeichnen; hafte Barabolfläche, die die Bühne vertritt, derwirrende Parfüme später fommt das Stadium der Kopffüßer. in dem die gezeichneten greifen die Nüstern an, unartikulierte Löne vibrieren in den Dhten. Menschent alle ein Dasein ohne Leib fristen müssen. Erklärte doch zu begreifen gibt es für den zuhörenden, zusehenden, zuriechenden einmal der Referentin ein Junge, wenn er einen Soldaten sooo Befucher gar nichts, doch erfüllt ihn ein dringliches Gefühl des flein macht, bekommt er eben feinen Bauch mit drauf. Als dritte ist jene Periode zu beobachten, in der der Mensch zur Hälfte en face Opfermuts, und als er die Leute aus dem Theater zur Zeichnung und zur Hälfte im Profil gezeichnet wird. Bon ungefähr 11 Jahren der neuen großen Anleihe in die Nationalbant strömen sieht, bean werden die Kinder nur ungern Menschen zeichnen, vermutlich, greift er allerdings den Sinn der Vorstellung: Der geldbedürftige weil da die erste Selbstkritik einsetzt und das Wissen die anschauliche Staat hat einfach ein börsenerweichendes Stüd von wissenschaftlich Gestaltung stört. Mit den weiteren Ausführungen von Frl. Martus unfehlbarer Wirkung bestellt. Die Staatstheater fönnen in den fonnte man nicht ohne weiteres einverstanden sein und der Verlauf Bürgern jebe im Augenblid für die nationale Wohlfahrt notwendige der Distuffion gab dem Pessimismus des Berichterstatters recht. Stimmung erzeugen. Will man einen Krieg, so tönnen friegerische Die Rednerin behauptete ungefähr, daß sich alles weitere von Erregungen mühelos in jeder gewünschten Stärke erweckt werden, felbft" ergäbe, wenn an gezeigten und erläuterten Vorbildern erst und muß man Frieden machen, so gelingt es in wenigen Stunden, und Hauptlinien des menschlichen Körpers eingeprägt worden sind. einmal richtig die Größenverhältnisse( Gesez von der Handspanne) ein eben noch triegsbegeistertes Auditorium in eine Herde lamm Abgesehen davon, daß solcher Schematismus der modernen Er. frommer Pazifiſten zu verwandeln. Von der Literatur ist man abziehungstendenz zu fünstlerischer Schaffensfreiheit wenig entspricht Gefängnisstrafen für Streifende. Mostau, 22. Januar.( TU.) Das Gouvernementsgericht in 3arnzin verurteilte eine Gruppe streifender Arbeiter, Freiheitsstrafen. In feiner Anflage hob der Staatsanwalt die wegen Organisation von Streits angeflagt waren, zu längeren herpor, daß die Streits sowjetfeindliche Tendenzen ge habt hätten. Das Urteil lautete gegen fieben Angeflagte auf fünf Jahre Gefängnis und auf lebenslängliche Berbannung ins Trans baitalgebiet 16 Personen murden zur Berbannung nach Ostsibirien verurteilt. Den Angeklagten war verboten werden, Berteidiger zu berufen. Die holländische Dauertrise. Rechtsanwalt Limburg will jekt ein außerparlamentarisches Kabinett bilden, was dem Fraktions führer der Chriftlich- historischen Partei, de Biffer, nicht gelungen ist. und gerade bei Kindern sehr gefährlich werden kann, offenbarte sich hier deutlich der Abstand zwischen dem Künstler, der denkt, weil ers fann, fanns jeder, und dem Laien. Wenn Lehrer oft sagen, Leistung gehört ebenso Talent, und Talent iſt", wie ein Kind mehr Zeichnen heißt, nur sehen, dann ist das wohl nur sehr bedingt richtig: Zeichnen heißt, auch sehen. Zur einigermaßen befriedigenden treffend als formell richtig definierte, wenn man fich feine Mühe zu geben braucht". Troz aller wohlgemeinten Systematik wirds wohl immer so bleiben, daß die meisten beim Menschenzeichnen abwarten, wer's wird". ergo. ist zurzeit ein Teppich ausgestellt, der von den Kennern als das Bier Millionen Mart für einen Teppich. Im Pariser Louvre Eachtundigen unter dem Namen„ Jagdteppich bekannt und soll der schönste Stüd der Welt geschätzt wird. Er ist in den Kreisen der Ueberlieferung nach von Sklaven für eine der Sommerresidenzen des Schah von Persien angefertigt worden sein. Löwen, Tiger, Banther und Edelhirsche wechseln mit Blumen in den herrlichsten Farben ab; ein Bild vom höchsten koloristischen Reiz. Bon der bleiben, jo müßte für ihn ein Soll von 20 000 Pfund Sterling franzöfifchen Zollbehörde wurde der aus England tommende Teppich auf 120 000 Pfund Sterling geschäßt. Würde er in Frankreich ver. erlegt werden. Er ist aber nur für furze Zeit zu Ausstellungsder Sammlung seines Londoner Eigentümers Behar. Wie dieser zweden nach Paris verliehen worden und bildet das Glanzstück in dem Berichterstatter eines Londoner Blattes erzählte, hatte er bereits ein amerikanisches Angebot in Höhe von 200 000 Pfund Sterling abgelehnt. Der Teppich bildete früher einen Teil des österreichischen Hoffchazes und wurde mit der Bewilligung der Reparationsfom. mission an Behar verfauft. Wie die lieberlieferung berichtet, erhielt ihn Raiser Leopold im Jahre 1698 von Peter dem Großen zum Geschent. Die Fledentätigkeit der Sonne. Die bereits im Oftober 1925 einsehende Fleckentätigkeit der Sonne ist, wie aus Hamburg ge meldet wird, jezt in eine neue Periode getreten und so start, daß sie mit unbewaffnetem Auge deutlich erkennbar war. Nach den Beob achtungen der Hamburger Sternwarte ist die zurzeit am oberen Teil der Sonnenscheibe fichtbare Fleckengruppe wahrscheinlich am 19. Januar am öftlichen Rande erschienen und wird nun allmählich durch die Achsenumdrehung nach dem westlichen Rande zugeführt, an welchem sie etwa am 31. Januar verschwinden wird. Wie groß die örtliche Störung auf der Sonne ist, ist daraus zu ersehen, daß in der Längsrichtung der großen Fledengruppe etwa 10 Erdfugeln Play finden würden. In der Staatsoper wirb Göta Ljungberg von der Stodbolmer Ober am Sonntag die Elifabeth in Tannhäuser und am Mittwoch die Salome fingen. Den Tannhäuser fingt Walter Kirchhoff. 10 „ Die Erfüllung der Erde mit Menschen". Ueber bieles Thema foricht am 23., abends 7, Ubr, im Festsaal der Breußischen Akademie der Wissenschaften Unter den Linden 38, Prof. Dr. Bend. Karten find bei dem förtner der Alademie, Unter den Linden 38, zum Preise von 2 M. zu beziehen Die Schule Reimann teilt mit, daß der Verlauf der Karten für das Gaullerfest restlos abgeschloffen ist. Eine Abendtaffe im Sportpalast ist nicht vorhanden. Die Huöapefter Gefahr für öen Irieöen Frankreich nnd die Frankenfälschnng. Budapest. 2g. Januar. Während Graf Stefan D e t h l e n in der Nationalver» sammlung hochtönende Worte gebraucht, sich mit dem Regen- ten chorthy identifiziert, und die Opposition mit einer Reu» auslage des weißen Terrors bedroht, hat alle Größen des jetzigen Regimes Angst und Bangen sondergleichen erfaßt. Wann kommt an mich die Reihe, frägt sich ein jeder. Denn sie alle sind in die Fälscheraffäre verwickelt. Am klarsten gab dem Iustizminister P e st h y Ausdruck mit den Worten: „Ich kann doch nicht die ganze ungarisch« Gesellschaft ein» sperren lasten?" Denn mehr als 200 ihrer Mitglieder find in die Fälscherassäre verwickelt. Von der jetzigen Regierung oder ihrer Justiz haben die Teilnehmer an dem Verbrechen nichts zu befürchten. Hat man doch selbst die schon verhasteten Geldfälscher angewiesen, den französischen Polizeibeamten nichts zu gestehen, wogegen sie die feierliche Zusage erhalten haben, daß nicht nur die 5)auptoerhandlung bald und geheim stattfinden, sondern auch sie alle in späte st ens zwei Monaten frei sein werden. Aber die Franzosen haben schon die Liste der chauvt- mitschuldigen in chänden. Die neu angekommenen Franzosen sind noch viel zudringlicher und rücksichtsloser, als die schon früher hier gewesenen auch der französische Gesandte ist seit seiner Rückkehr aus Paris wie umgewechselt. So wie B r t a n d dem ungarischen Gesandten Koranyi erklärt hat, Frankreich könne die Untersuchung nicht für abgeschlossen halten, bevor nicht auch der politische Hintergrund der Fälscheraffäre völlig auf» geklärt sei, hat auch der französische Gesandte Clinchant in energisch st er Weise völlige Aufklärung der An» gelegenheit verlangt und mit dem Abbruch der Be» Ziehungen gedroht: das hat er sogar in einem Interview für den„Pesti Raplo" öffentlich erklärt.„Pesti Raplo" er- schrak aber so sehr vor dieser Offenherzigkeit, daß man vorher das Interview B e t h l e n unterbreitete, der etwa drei Viertel davon strich. Man w e i ß w Paris, und macht daraus auch kein Hehl, daß die Frankfälschung nur eine Episode in einer großen rechtsradikalen Verschwörung ist, deren Träger in Ungarn, Oesterreich und Deutschland, deren Häupter im bayerischen Monarchistenlager sitzen: Verbindungsmann ist der ungarische Völkerbvndsdelegicrte Graf P a u l T e l e t i. Graf Bethlen hat diese Zusammenhänge gar nicht geleugnet und jüngst bei einer Besprechung mit seinen Intimen offen eingestanden:„Ich werde kein Verräter an den Deutschen werden und den Franzosen keine Spionagedienste leisten. Das Zentrum der antifranzösischen Verschwörung ist nicht bei uns, sondern in München, und die Frankfälschung nur ein Behelf dieser Verschwörung.* In Paris sieht man in der Frankfälschung nicht bloß«in« Bedrohung der materiellen Interesten Frankreichs, sondern ein« direkte Gefahr für den Frieden Europas. Man hält es in Paris nach den bisherigen Untersuchungs- ergebnisten für völlig ausgeschlossen, daß etwa die deutsche Regierung in diese Verschwörung verwickelt wäre. Hingegen genießt die Verschwörung vollauf die Duldung und tat- kräftige Unterstützung des offiziellen Ungarn. Deshalb muß, um der drohenden Gefahr ein Ende zu machen, das ganze ungarische Regime mit samt seinen führerchen Männern v e r- schwinden, und wenn auch konservativen, so doch solchen Männern Platz machen, die gegen eine solche Verschwörung genügende Garantien bieten. Wird in Ungarn das jetzige Regime verschwunden sein, dann werden auch die b a y e r i- s ch e n uich österreichischen Monarchisten un- gefährlich für den europäischen Frieden werden, weil ihnen dann die materielle Unterstützung fehlen wird— und die Unterstützung der mehrere hunderttausend Mann umfassenden ungarischen Armee, die in den Berech» nungen der Verschwörer der Hauptfaktor weiter. Graf Bethlen hält weiter vor der Oefsentlichkeit an dem Bündnis mit den Rasteschützlern fest, und betont seine Soli» darität mit Horthy, aber er denkt schon an einen pastenden Nachfolger, mit dessen Hilfe er wenigstens einen Teil der in der Frankfälschung kompromittierten Leute, und damit sich s e l b st retten könnte: deshalb seine Anbiederungsversuche an Graf Johann H a d i k und Baron Daruvary, von denen man voraussetzt, daß sie in Paris genehm sein könnten. Diese beiden sind nämlich Gegner des Regimes und Anhänger des ollgemeinen, gleichen und geheimen Wahl» rechts. In Paris legt man zwar, noch oerläßlichen Be- richten, auf ein solches Wahlrecht größtes Gewicht, fordert aber zu allererst eine moralische Sanierung Ungarns: die hält man nur mit Hilfe eines Konzentrationskabinetts für möglich, das alle bürgerlichen Parteien mit Ausschluß der Rasseschützler umfaßt. Die S o z i a l i st e n sollen ebenfalls ausgeschlossen sein, womit sie auch zufrieden wären, da sie, wie die französischen Sozialisten, ein solches Kabinett nur unterstützen wollen. Dieses Kabinett hätte in kürzester Frist auf Grund des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts Neuwahlen auszuschreiben. Natürlich müßten gleichzeitig die Gehetmbünde abgebaut und das öffentliche Leben von den unmoralischen Elementen gesäubert werden. Die maßgebenden Männer des jetzigen Regimes hoffen noch, daß wie bisher, auch jetzt wieder die englischen Konservativen ihnen hilfreiche Hand bieten werden. Aber diese Sache dürfte doch zu schmutzig sein und zu gefährlich für den Frieden Europas, als daß England Lust bätte, sich für die Frankfälschcr zu verwenden. Man hofft, ebenfalls nach Pariser Berichten, auch ohne den Völkerbund mit dem ungarischen Fälscherregime fertig zu werden und damit den gesamten kriegerischen, rechts- radikalen Umtrieben einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Rumänischer tzorthp-dienst. Tie Solidarität der Reaktion. Der Schriftsteller Josef H a I m i beteiligte sich stark an der Revolution und flüchtete, als auf die Rätezeit mit rumänischer Hilfe der weihe Terror folgte, nach Wien. Dort hat er durch Zeitungs- qrtitel und das erschütternde und auswüblende Buch über den grauenhaften Fall der Frau Hamburger zur Austlärung der Kultu» welt über die Greuel de» Hvrthy-Regimes beigetragen. Letzthin soll»» er ein« Redakteurstelle In einer ungarischen Zeitung zu Klausenbur� in Siebenbürgen antreten. Da er es nicht wagen darf. Ungarn zu betreten, reiste er über die Tschechoslowakei. Als et sich auf der rumänischen Gesandtschaft in Wien das Visum holte, mußte er unter» schriftlich bestätigen, daß die Gesandtschaft ein« Haftung für ihn Nicht übernehme: das werde bei ausländischen Journalisten immer so gemacht, sagie der Gesandtschaftsbeamte, denn es fei vorgekommen, daß sie verhaftet wurden, und dann hätte es unangenehme Welle- rungen gegeben In der tschechisch-rumänischen Grenzstadt, die auch Halml heißt, wurde der Journalist sofort von rumänischen Gendarmen oerhaftet. Wenn er nicht in rumänischen Kerkern zugrundegehi. soll er an die Horthy-Gerichte ausgeliefert werden: sein Schicksal wäre dann besiegell. Man bedenke, daß die ungarischen Bestrebungen nach Wieder- Herstellung der.Integrität*, d. h. des asten ungarischen Gebiets- umfangs, auch gegen Rumänien gerichtet sind. Aber die Solidarität von 2SlS gegen die Revolution ist ein wahrer Herzensbund der un- garischen Betgaren und der rumänischen Bojaren, die ja auch durch- aus einander wert sind. Zentrumsanträge zur Wirtschaftskrise. Einzelfordcrungcn— kein WirtschaftSprogramm. In einer längeren Denkschrift hat das Zentrum eine Reihe von Anttägen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage zusammengefaßt und begründet. Die„G e r m a n i a*. das führende Zentrumsblatt, bezeichnet diese Denkschrift selbst als ein W i r t l ch a f t s p r o- g r a m m. Studiert man sie im einzelnen, so kommt man zu dem Ergebnis, daß von einem Programm eigentlich nicht die Rede fein kann, vielmehr nur von einer Reihe einzelner Anträge, die, man mag über ihre Zweckmäßigkeit denken wie man will, der ein- heitlichen Grundlegung und Zusammenfassung entbehren. Damit, daß man Einzelmaßnahmen auf dem Gebiete der landwirt- schaftlichen Produktion, der Expottfördening und der Bautätigkeit vorschlägt, ist ein Mittel zur Bekämpfung der gegenwärtigen schweren Wirtschaftskrise und ihrer sozialen Folgen noch nicht ge- geben. An dem wichtigsten Punkt, der Beeinflussung der Wirtschaft zu möglichst billiger und vollkommener Pro- d u k t i o n bei gleichzeitiger Hochhaltung und Steigerung des Lohnniveaus geht die Zentrumsdenkschrist vollkommen vorüber. Das ist kein Wunder, well die Partei sich aus Unternehmern und Arbeitern und Mittelständlern zusammensetzt, und weil die Unternehmer bekanntlich weder von ihren früheren Fehlern noch von dem Beispiel des Auslands zu lernen gesonnen sind. Die Lückenhaftigkeit des Programms ist aber noch kein Beweis gegen die Berechtigung der einzelnen Forderungen und deshalb soll aus diese hier noch näher eingegangen werden. Um die Arbeilsgemelnschaft. In der Einleitung bezeichnet die Denkschrift e» bereits als die wichtigste Aufgabe, die Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wieder herzustellen. Wir glauben, daß dieser Vorschlag in freigewerkschaftlichcn Kreisen und selbst bei den christlichen Gewerkschaften nicht überall aus Gegenliebe stoßen wird. Durch die Korruptionsoersuche der Ver- einignng deutscher Arbeitgeberverbände ist der Boden, auf dem sich eine Arbeitsgemeinschaft aufbauen könnte, so versumpft, daß man erst ein sichtbares Zeichen der A b k e h r der Unternehmer von Ihren bisherigen Methoden der Macht- und Korruptionspolitik verlangen muß, ehe über diesen Vorschlag überbaupt näher diskutiert werden kann. So lange aber die Herren v. Z e n g e n und ihre dankbaren Darlehensnehmer, angefangen vom Abg. Behrens bis zum Feme- mörder Schulz, sich der besonderen Gunst der Arbeit- geber erfreuen und man ihnen höchstens den Vorwurf macht, kie seien dumm genug gewesen, sich erwischen zu lassen, fo lange kann von einer Bereinigung dieser Atmosphäre nicht die Rede sein. Ein« Propaganda für Schwarzbrok. Der Krise in der Landwirtschaft will man dadurch entgegen- wirken, daß eine Propaganda durch die Rejchsregierung für den Genuß von Roggenbrot entfaltet wird, und daß serner sogar gesetzgeberische Maßnahmen getroffen werden, um den Ver- brauch van Weizenbrot zugunsten des Roggenbrotes zu beschränken. Man ist angesichts der Schwere der landwirtschaftlichen Krise, der Fehlorganisation im landwirtschaftlichen Kreditwesen und vielfach selbst in der landwirtschaftlichen Betriebsweise versucht, zu glauben, daß hier ein« Paten tlösung vorliege! Patenlösungen zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, daß sie nirgends funktionieren. Medi- zinifche Autoritäten, die den ernährungswisienschaftlichen Stand- vunkt zur Geltung bringen wollen, haben ihren Kredll im Volk« durch ihre Haltung während der Krieasernährungspropaganda voll- kommen verscherzt, als man dem Volke einzureden suchte, Hunger sei besser für die Gesundheit als Essen. Im übrigen ist leider aber heute infolge der allgemeinen Notlage ein wachsender Teil, des deutschen Volkes gezwungen, auf Weißbrot zu verzichten, so daß «ine Propaganda für den Genuß von Zloggenbrot bereits dadurch entbehrlich wird.. Was nun die gesetzgeberischen Maßnahmen an- geht, so ist auch von ihnen ein Erfolg so lange nicht zu erwarten. als ein kleiner und für die breiten Massen beispielgebender Teil des Volkes immer in der Lage sein wird, den Konsum von Weißbrot und Kuchen zu pflegen. Gegenüber den Forderungen, die die Sozioldemotrati« anläßlich der Zolldebatten zur Agrarkrise erhoben hat, bleiben die Zentrumsanträge von einer geradezu unerfreu- lichen, weil nur auf Propaganda berechneten Dürftigkeit. Die Förderung des Exports. KIcht viel anders ist es bei den Anträgen zur Förderung de« Exports. Don einem Schutz der verarbeitenden Industrie gegen die durch die Hochschutzzölle überspannten Kartellpreise der Roh- stofflieferantcn Ist mit keinem Wort d'e Rede. Dagegen wird ein System der Exportindustrie zum Vorschlag gebracht, das Im einzelnen der Nachprüfung bedarf, im ganzen jedoch demselben Dum- Si n g e x p o r t Tür und Tor öffnet, gegen den wir uns bei der infuhr von Waren aus anderen Ländern wehren. Gewiß wird in einzelnen Fällen«ine Sicherung des Exports gegen Risiken zu erwägen sein. Schon die Finanzierung des Exports wird auf Bedenken stoßen müssen, so lange die eigens für diesen Zweck bestimmten billigen Kredite der Golddiskontbank nicht ein- mal in Anspruch genommen werden. Mann verkennt eben die Ursachen des deutschen Erportrückganges, die in einer künstlichen Verteuerung der inländischen Roh- und Halbstoffe liegen und legt viel zu wenig Gewicht aus die Dinge, die für die Dauer das Schicksal der deutschen Warenausfuhr bestimmen. Daß die Ge- sundung des Inlandmarktes ist Vorbedingung für die Gesundung des Exports ist, das ist dem Zentrum oftenbar noch nicht eingegangen. Und wenn es Leute gibt, die das erkannt haben, so erlaubt es der industrielle Flügel dieser Partei nicht, das auch noch außen hin zum Ausdruck zu bringen. Belebung des Baumarkles. AußerordenMch beachtlich sind die wichtigsten Teile des Vau- Programms, das das Zentrum vorsieht. Wenn z. D. die Herabsetzung der Gestehungskosten für die Woh- nungen als elementar« und undiskutierbare Voraussetzung eines Wohnungsbauprogramms dargestellt wird, so kann den, nur zu- gestimmt werden. Erinnert sei daran, daß im„Vorwärts* der Vorsitzende des Verbandes sozialer Baubetriebe, Gcnosie Dr. ing. Martin Wagner, immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen hat. durch VerbilliguNg der Baustofsbeschaffung und der Bautätigkeit selbst Wohnungen wohlfeiler herzustellen, als das bisher möglich war. Die einzelnen Forderungen, die das Zentrum dazu erhebt. decken sich in manchen geradezu wörtlich mit dem. was Sozialdemo. kratie und Gewerkschaften aus diesem Gebiete verlangt haben. Daß das Reihenhaus die ideale Lösung vorstelle, darüber würde noch zu reden sein. Aus sozialen Gründen zu begrüßen ist auch die Forde- rung, Alter«- und Ledigenheime für solche kinderlose Familien und Einzelstehende Wohnungen herzustellen, die die ge- stiegen« Miete nicht mehr zahlen können. Man muß dabei daran er- tnnern, daß es sehr viele Leute gibt, die heut« nach dem Verlust ihres Barvermögens durch die Inflation ein Einkommen aus der Ver» mietung möblierter Räume beziehen, deren Wert immer fragwürdiger wird, je mehr die gesetzlichen Mieten steigen und je mehr durch die Einschränkung des Wohnbedarfs, infolge der Wirt- fchaftskrife, die Nachfrage nach möbsierten Räumen zurückgeht. Von diesen Leuten wird«in großer Teil, besonders wenn er durch Alter außerstande ist. sich als Vermieter zu betätigen, in absehbarer Zeit ohne Obdach sein. Deshalb kann grundsätzlich dieser Forderung zugestimmt werden. Auch die Anregung an die Gemeinden, weit- gebend Bauland zu angemesienen Bedingungen bereitzustellen, sowie dt« Herstellung von Straßen, Kanalisation usw. zu verbilligen, kann grundsätzlich anerkannt werden. Schwer« Bedenken bestehen sedoch gegen die Pläne, die das Zentrum zur Finanzierung des Wohnungsbaues vorschlägt. St» soll Ausland» kapital für den Wohnungsbau beschafft werden und— da die Zinsen dafür zu teuer sind— vom Reich oder den Ländern«in Zuschuß für die Verzinsung und Tilgung der Auslandshypotheken aus Misteln der Hauszinssteuer ge» leistet werden. Zur Beurteilung dieses Vorschlages bedarf es einer Würdigung de-- Verhältnisse am internationalen Kapitalmarkt. Schon vor dem Kriege stiegen die Zinssätze dauernd. An eine Rückkehr zu den Zinssätzen der Vorknegszeit ist selbst dann, wenn Amerika seinen ganzen Kapitalllberschuß abgestoßen hat, für ob- sebbare Zeit nicht zu denken. Nimmt man nun an. daß das Reich 10 oder 20 Jahre lang Zuschüsse von 2, 3 oder noch mehr Proz. zur Verzinsung und Tilgung von ausländischen Bankkapital hergeben soll(und das ohne jede Gegenleistung!), so ist es doch bester, wenn ein größerer Teil der Hauszinssteuer zu billigen Hypotheken oder selbst von vornherein zu Bautosten Zuschüssen nutzbar gemacht wird. Als die Gemeinden im Ausland« Geld auf- nehmen mußten, stellte sich der Reichsbankpräsident Schacht auf den Standpunkt, daß die Privatwirtschaft den ausländischen Geld- markt zu sehr brauch«, als daß man ihn noch mit den Ansprüchen der Kommunen belasten sollte. Dieses Bedenken gilt in viel höheren, Maße noch für die Beschaffung von Auslandsgeldern zu Wohnungszwecken, da gerade der B a u m a r k t es ist, der die l ä n g st e n F r i st e n zur Verzinsung und Tilgung seiner Hypotheken braucht. Die Forderung ist daher abzulehnen. Noch eine ganze Reihe grundsätzlicher Gesichtspunkte, so die Frage des landwirtschaftlichen Siedlungswesens, die Erschließung der ohnedies notwendigen öffentlichen Aufträge zur Be- kampsung der Gegenwartstrise und vieles andere mehr sind in den Zentrumsanträgen unberücksichtigt geblieben. Die Dorschläge der lozialdemoraktischen Reichstagssraktion zur Bekämpfung der Krise sind ungleich systematischer als diese Einzelforderungen, die das Uebel nur an einzelnen Ausläufern, nicht an seiner Wurzel, und auch dann nicht immer gründlich anzusasten suchen. proteftfturm gegen Tlcbangtsolkn. London, 21. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Aus Peking wird gemeldet: Gegen die Besitzergreifung der Züge der chinesischen Ost- lohn durch die Truppen Tschangtsolins hoben die ausländischen Konsuln In E h a r b I n, einschließlich des japanischen, bei den lokalen Behörden in der Mandschurei scharfen Protest eingelegt. Der russische Gesandt- Karachan hat im Auftrage seiner Regierung an das Auswärtige Amt in Peking ebenfalls eine Protestnote gesandt. in welcher er die Verhinderung weiterer Ausschreitungen und die Wiederherstellung der Ordnung verlangt. Er macht China für allen entstandenen Schaden und alle Ausschreitungen verantwortlich, erklärt jedoch, daß Rußland bereit sei, mit dem chinesischen Außenministerium die zu ergreifenden Maßnahmen gemeinsam zu erörtern.(Da» sollen dann wohl auch gemeinsame Maßnahmen werden, an denen russisches Militär teilzunehmen hätte. Solch« Hilfstruppen wieder hinauszubringen, dürste dem ehemal» Himmlischen Reich« verflucht schwer werden. Red.) Ein neuer SünöenfaU» Sowjetunion und Weltwirtschaftskonfereuz. Moskau, 22. Januar.(WTB.) In Beantwortung der Ein- ladung von Vertretern der Sowjetunion zur Weltwirischaftskonferenz richtete der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten der Sowsetunion an den Generalsekretär des Völkerbun- des folgendes Schreiben: Nachdem ich Ihr Schreiben vom 30. Dezember mit der Mit- teilung von der bevorstehenden Einladung des Profeffors Günsel und des Vorsitzenden des Genostenschaslsverbandes K h i n t s ch u f als Mitglieder des vorbereitenden Ausschusses der Weltwtrtschasts- konferenz empfangen habe, wäre ich Ihnen, da dieses Schreiben und leine Anlage» uns keine ausreichend klare Vorstellung von den Zielen und allgemeinen Grundsätzen der Wirtschaftskonferenz geben konnten, sehr dankbar, wenn Sie die Güte haben wollten, un» ergänzende Aufklärungen darüber zukommen zu lassen. Um außerdem irgendeine falsche Auslegung der Hand- lungen meiner Regierung zu oerhindern, sehe ich mich genötigt, erneut darauf hinzuweisen, daß diese auch weiterhin dem Völkerbund gegenüber eine ablehnende Haltung einnimmt und sich an den vom Völkerbund« einberufenen Versammlungen oder Konferenzen nur beteiligt, wenn sie rein technischer Natur sind oder ollgemeinenhumanitärcn Charak- ter tragen, deren Unterstützung zu den Grundgedanken der Sowjetherrschast gehört. Trotzdem die gegenwärtig vorliegenden Angaben über die Wirtschaftskonferenz nicht genügen, ist die Sowjetregierung doch in der Lage, zu erllären, daß sie die Auf- klärungsarbeit über die internationale Wirtschaftslage nach de» ffriege für sehr nützlich erachtet. Gleichzeitig hält sie ihren Standpunkt hinsichtlich des Völkerbundes ausrecbt. Da nun Ihr Schreiben vom 30. Dezember vorläufig die Sowjetregierung nur befragt, welche Haltung sie gegenüber der Einladung von Günsel und Khintschuk als Mitglieder des vorbereitenden Ausschusses einnimmt, so kann ich Jbnen erklären, daß mein« Regierung kein Hindernis in dieser Angelegen- heit sieht und der Meinung ist, daß die Einladung ihnen unmittel- bar Zuzustellen ist. aber die Bedingung für deren Teilnahme ist die Einberufung dieses Ausschusies in einem anderen Lande und nicht in der Schweiz." Langsam, langsam— ober sicher folgt auch Moskau dem Zuge der Zeit. Wie lange noch und wir sehen die Moskauer in— Amsterdam und Genf! Die Tschechoslowakei will Sowsetrußland anerkennen, erklärt« der Ministerpräsident den tschechischen Sozialdemokraten: er will es noch vor Wiederbeginn des Parlaments tun. Den Widerstand der Rationaldemokratcn trachte er zu beseitigen. Genosse de Lrouckdre- Vrüsiel. belgischer Senator, wird sein Land auf der vorläufigen Abrüstungikonserenz de» Völkerbund:» vertrete«. mit den Berträgen im übrigen Reich übereinstimmt; auch er läuft| schlag führten. Die Firma hat in den materiellen Fragen Gewerkschaftsbewegung bis Februar 1927. Dagegen ist das Berliner Lohnab Hilfe für die Kurzarbeiter! Das Elend der Kurzarbeiter, das viel größer ist, als sich bie Deffentlichkeit meist vorstellt, ist bis zur Stunde noch immer nicht gemildert. Jegt nach der Beendigung der Regierungsfrise wird es allmählich höchste Bett, daß in der Kurzarbeiterfrage etwas getan wird. Die frühere Luther- Regierung fonnte sich in feiner Beise für die Einführung der Kurzarbeiterunter uzung erwärmen, allein im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags ist die Einführung gefordert worden und die neue Regierung muß dem Rechnung tragen. Wie wir aus dem Reichs. arbeitsministerium erfahren, soll die Regelung der Kurz arbeiterunterstützung eine ber ersten Arbeiten bes neuen Rabinetts sein. Rach den geltenden Bestimmungen ist bereits eine Berech nungsgrundlage vorgesehen. Sie bestimmt, daß bei weniger als zwei Drittel des vollen Arbeitsverdienstes 40 Broz des Unterschiebes zwischen zwei Drittel des Bollarbeiterlohnes und des Kurzarbeiterlohnes plus 10 Broz. für unterhaltungsbedürftige Angehörige zu zahlen wären. Bei einem Kurzarbeiter mit Frau und zwei Kindern fämen also 70 Prez. des Unterschiedes in Betracht. Bon sozialdemokratischer Seite ist schon früher die Forderung aufgestellt worden, nicht die Differenz zwischen zwei Drittel des Bollohnes und des Kurzarbeiterlohnes, sondern die Differenz zwischen Roll und Rurzarbeiterlohn zu nehmen. Bei dem Zögern der Reichsregierung, die überhaupt nicht gern an die Kurzarbeiterunterstüßung herangehen will, ist leider nicht damit zu rechnen, daß die sozialdemokratische Forderung burchdringt. Bielleicht fann die Differenz zwischen drei Biertel des Bollohns und des Kurzarbeiterlohns durchgesetzt werden. Es ist auch der Borschlag aufgetaucht, teine be fondere Berechnungsart für die Kurzarbeiterunterstützung aufzustellen, sondern dem Kurzarbeiter einfach für die Tage und Stunden der Arbeitslosigkeit die entsprechende jeweilig geltende Ermerbslosenunterstützung zukommen zu lassen. Auch diese Methode hat ihre Mängel, da sie dem Ufforblohn nicht gerecht werden tann. Eine ideale Lösung in der Berechnung der Kurzarbeiterunter ſtüßung läßt sich überhaupt nicht finden, und eben deshalb, weil bei der Regelung mit einer ganzen Menge von Schwierigkeiten au rechnen ist, muß die Stellungnahme der Regierung so rasch als möglich erfolgen, damit nicht erst der halbe Winter vorübergeht, bis die Kurzarbeiter die längst notwendige Hilfe erhalten. Lohnabbau in der Holzindustrie? tommen bereits Mitte Oftober abgelaufen, so daß in Berlin ohne Lohnabtommen gearbeitet wird. Einkommengrenze zur Erwerbslosenfürsorge. Einbeziehung aller Angestellten bis zu 6000 m. Gehalt. Der Reichstag hat am 15. Januar ein Gefeß zur Berordnung über die Erwerbslosenfürsorge verabschiedet, das die Einbeziehung derjenigen Angestellten, die bisher der Erwerbslosenfür forge nicht unterstanden, vorfieht. Bis jetzt gehörten diejenigen Angestellten der Erwerbslosenfürsorge an, deren Einkommen die Strankenversicherungsgrenze( monatlich 225 m.) nicht überschritt. Reform der Erwerbslosenfürsorge erforderliche 7. AusführungsDas Reichsarbeitsministerium hat inzwischen die zu diefer verordnung im Deutschen Reichsanzeiger" vom 21. Januar veröffentlicht, obwohl hinsichtlich der Rückwirkung die Zustimmung des Reichsrates zu dem Reichstagsbeschluß noch aussteht. Zur Erleichterung der Durchführung ist soeben vom AfA. Bund eine Anweisung erschienen, die sowohl den Angestellten als auch den Arbeitgebern genaue Auskunft über Beitragsleistung, Anmeldung, Unterſtüßung usw. für die höheren Angestellten gibt. Die Anweisung ist gegen Einsendung des Bortos von der Hauptgeſchäftsstelle des Allgemeinen freien Angestelltenbundes, Berlin NW. 40, Werftstr. 7, fostenlos zu beziehen. Die Zimmerer zum nächsten Berbandstag. Am 20. Januar nahm die Zahlstelle Berlin und Umgegend in Haverlants Festfälen Stellung zum 24. Verbandstag, der ab 10. Mai in Dresden abgehalten wird. 18 angenommen wurden. In der Frage ob Reichstarif oder nur 20 Anträge lagen aus den Berliner Bezirken vor, von denen Bezirks- oder Ortstarif zu fordern feien, wurde der Reichstarif, da er nicht genügend Bewegungsfreiheit laffe, gegen eine Stimme abgelehnt. Einstimmig wurde beschlossen, daß einem Bezirks oder Ortstarif mur zugestimmt werden darf, wenn der Achtstundentag, Ferien, Lehrlingsfrage usw. anerkannt werden. Auch Lohnab schlüsse dürfen mur bezirklich oder örtlich abgeschlossen werden. Neben der einstimmigen Forderung befferen Bauarbeiterschutzes, Ablehnung jeder Pflichtarbeit sowie einigen Anträgen auf Aenderung der Satzungen, wurde der Antrag, die Wahl der Delegierten zum Gewertschaftstongreß erfolgt durch Urwahl, gegen eine Stimme angenommen. Den Höhepunkt erreichte die Debatte über Berufsoder Industrieverband. Schon zum 23. Verbandstag lag bereits aus etwa 30 Bahlstellen, darunter auch Berlin, ein Antrag auf Anfchluß an den Baugewerksbund vor. Auch jetzt wurde unter besonderer Berücksichtigung der Beschlüsse vom 12. Gewerkschafts. fengreß wiederum gegen nur 12 von 173 gültigen Stimmen ein folcher Antrag angenommen. Ebenso ein vom Bezirk Charlottenburg geftellter Antrag, der verlangt, daß der Zentralvorstand neben den bisherigen ausländischen Gewerkschaften auch den russischen Bauarbeiterverband zum Verbandstag einladen foll, wurde einstimmig angenommen. Berlin schickt sechs Delegierte zum Verbandstag. Borgeschlagen wurden: Repschläger, Schilf, Ihm, Krenz, Müller und Preuße. Nach der verunglückten Aussperrung, die der Arbeitgeber verband der deutschen Holzindustrie und des Holzgewerbes im Juni vorigen Jahres vorgenommen hat, sind die Löhne neu geregelt worden. Es wurden 3ulagen vereinbart, die Erfolgreicher Widerstand. in zwei bis drei Etappen gewährt wurden, von denen die lette Beendigung der Aussperrung in der Hanomag Hannover. am 15. August fällig war. Diese Regelung follte bis zum 15. Oftober gelten und von da ab mit 14tägiger Frift fündbar Hannover, 22. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der am 24. No. pember v. 3. begonnene Abwehrkampf und die nachfolgende Aussein. Die Unternehmer halten den jetzigen Zeitpunkt für be- sperrung des Gesamtbetriebes ist jetzt durch einen Bergleich beendet. Die Ursachen der Differenzen waren die Absichten der Werksleitung, alle Aftordpreise generell bis zu 20 Pro 3. ab zubauen, ferner für die 3eitlohnarbeiter Abzüge an den tariflichen Leiſtungs und Qualitätszulagen durchzuführen. Außer 3wed zu erreichen, hatte die Firma im November Betriebsverein dem plante die Werfsleitung sonstige Verschlechterungen. Um ihren barungen und Vereinbarungen zwischen den beiderseitigen Organi fationen fowie vorliegende Schiedssprüche der tariflichen Schlich getungsstelle einseitig aufgehoben. Die Vermutlungsvor schläge der vom Deutschen Metallarbeiterverbard angerufenen tarif lichen Schlichtungsstelle wurden von der Firma abgelehnt. sonders geeignet und haben deshalb die Lohnabkommen zum Ablauf Ende Januar bzw. Anfang Februar gekündigt. In der Holzindustrie besteht die Einrichtung, daß zur Zeit das Bertragswesen begirtlich geregelt ft. Es eritiert eine größere Bahl von Landestarifverträgen. Das find Rahmen. verträge, die, ba fie im November 1925 nicht gefündigt wurden, bis zum 15. februar 1927 laufen. Nur die neben diesen Rahmenverträgen geltenden Lohnabkommen find tündigt. Auf Grund der geltenden Berträge finden die Berhandlungen über neue Lohnabkommen gleichzeitig und am gleichen Ort statt. Das nähere hierüber bestimmen die beiderseitigen Zentral. verstände. Falls sich die Bertreter der einzelnen Bezirke nicht einigen, tritt das zentrale Lohnamt zusammen, welches evil. unter dem Vorsiz eines Unparteilschen eine Entscheidung fällt. Diese Berhandlungen dürften wohl in der nächsten 3eit statt finden. Daß es den Unternehmern gelingen wird, bie geplante Herableßung der Bertragslöhne durchzuführen, darf billig bezweifelt werden. Eine Notwendigkeit dazu liegt um so weniger vor, als sich die Löhne der Holzarbeiter innerhalb des allgemeinen Lohnniveaus halten und die Herabsetzung der Löhne das ungeeignetste Mittel ist, die Wirtschaft zu beleben. Für Berlin fommen die jetzt bevorstehenden Verhandlungen nicht in Betracht. Hier gilt ein Tarifvertrag, der im wesentlichen Diese Differenzen führten zur Aussperrung der ge famten Belegschaft am 28. November. Die im Dezember zwischen dem Verband der Hannoverschen Metallindustriellen und zwischen dem Berband der Hannoverschen Metallindustriellen und dem Deutschen Metallarbeiterverband fowle den übrigen beteiligten Organisationen aufgenommenen Berhandlungen verliefen ergebnis. los. Auf einen Bergleichsvorschlag der Arbeiterorganisationen über. reichte die Firma einen Gegenvorschlag, in welchem sie zwar jetzt die generellen Affordabzüge fallen ließ, andererseits aber auf den übrigen beabsichtigten Verschlechterungen beharrte. Ferner ließ die Firma mitteilen, daß sie nur die Hälfte der vorher beschäf tigten Arbeiter wieder einstellen wolle. Die Verhandlungen zerschlugen sich. gannen am 12. Januar erneute Berhandlungen, welche nach leberAuf Beranlaffung des Schlichters für den Bezirk Hannover be. windung vieler Schwierigkeiten zu einem Einigungsvor Ich werde beneidet weil meine glänzenden Schuhe den Eindruck meines gepflegten Ausseren erhöhen. Legen Sie gleichen Wert auf Ihr Ausseres, so lassen Sie Ihre Schuhe stets mit Erdal Marke Rotfrosch putzen. Sie erhöhen damit die Lebensdauer Ihrer Schuhe und erhalten deren ursprüngliche Schönheit. Erdal putzt die Schuhe, pflegt das Leder! Allgemeine Ortstrantentafe Berlin- Wilmersdorf Me Vertreter der Arbeitgeber und BetAcherten im Ausschuß werben hiermit gemäß§ 80 Abfag 1 der Gagung an einer 7 außerordenti. Unsichubung am Dienstag, ben 2. Februar, abends Uhr, im Restaurant Tübinger Hof", Berlin- Wilmersdorf, Kaiserplag 19, ergebenft eingeladen. Tagesordnung: 1. Bahl des Borgenben. 2. Bahl der Rechnungs- Brüfungstem tion Hir bie Jahresabrechnung 1925. 3. Befchlußfaffung über den Anfauf son einem Morgen Aderland in Groß- Bestex 4. Sagingsänderung§ 19. Berschiedenes. 55/11 Sin.- Bilmersdorf, den 21. Jonnar 1920 R. Engelhardt. Beefthenber P. Wiemann, Shriftführer Satung Beleuchtungskörper aller Art nach sechs monatlicher Miets Thr Eigentum Metallbetten Stahlmatratz., Kinderbetten günstig an Priv KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Karfürstenstraße SEHUTZ MARKE Ouitungs- Rabatt u Reklamemarken, Hertigts of 45Jahren as Spezialitat Conrad Müller Schkeuduz Leipzige Interieren bringt ERFOLG Putzwolle, Putzlappen, Schleifertuche haben abzugeben Gebr. Holzinger, Kat. 650 fr. Eisenmöbelfabr. Suhi Thür. Tel.:Neukölln4545/47 Zahnpraxis..Ohly" Ansbacher Str. 52( am Wittenberg- Platz) Tel.: Steinplatz 15122. Garantie für kunstgerechte Anfertigung von Zahnersatz, Plomben in Porzellan, Gold, Kronen und Brücken. Schonendste Behandlung. Mäßige Preise. Evtl. Teilzahlung. PRaddatz& Co lung. Mäßige Preise. W66.Ceipzigersta 122-123 lept annehmbare Bugeständnisse gemacht, auch in der Frage der Wiedereinstellung der Arbeiter ist eine Verständigung er zielt worden. Danach soll mit Ausnahme eines Arbeiters, dem gefezwidrige Berfehlungen zur Laft gelegt werden, feiner der bisher Beschäftigten von der Arbeit ausgeschlossen werden. Die Wieder aufnahme der Arbeit beginnt am 21. Januar. Die Beschäftigung aller Arbeiter ist erst in längeren Zeiträumen möglich. Die Ar beiter werden zu den alten Rechten wieder eingestellt. Eine Belegschaftsversammlung hat dem Einigungsvorschlag mit mehr. heit zugestimmt. Dieser Erfolg war nur durch das einmütige und geschlossene Busammenhalten der gut organisierten Belegschaft möglich. Die während des achtwöchigen Kampfes von den Arbeitern bewiesene gewerkschaftliche Disziplin bietet ferner Gewähr dafür, daß die Belegschaft imftande ist, auch später beabsichtigte Verschlechterungen im Betriebe abzuwehren und im geeigneten Augenblid zum An griff überzugehen. Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit in Weftdeutschland Düsseldorf, 22. Januar.( Tul.) In einer Konferenz, an der die Regierungspräsidenten von Düsseldorf, Köln, Koblenz, Trier und Aachen, sowie Bertreter der verschiedenen Regierungsbezirke, der Proving Hessen- Nassau, ferner Bertreter des preußischen Ministe wohlfahrtsministeriums teilnahmen, wurde eingehend die durch die riums des Innern und des Finanzministeriums, sowie des Reichs industrielle Lage hervorgerufene Arbeitslosigkeit im Rheinlande und in den angrenzenden Bezirken beraten. Durch die Wirkung des Hochwassers hat die Arbeitslosigkeit noch eine erhebliche Erweiterung erfahren, so daß beschleunigte Hilfe dringend notwendig sei. Es murde beschlossen, ein abgekürztes Berwaltungsverfahren einzuleiten, das den einzelnen Instanzen es möglich macht, bedeutende Notstands Reichs- und Staatsregierung ist die nachdrücklichſte Unterſtüßung in arbeiten sofort in Angriff zu nehmen. Von den Vertretern der diesen Arbeiten zugesagt worden. Bunehmende Arbeitslosenziffer in Ostpreußen. die gahl der Erwerbslosen, die infolge des plöglich einfegenben, Königsberg, 22. Januar.( Mtb) Das Landesarbeitsamt gibt starten Frostes weiter gestiegen ist, auf rund 50000 an. Ein Unternehmerstreik. In den schweizerischen Uhrengehäusefabriken. Chaux- de- Fonds, 22. Januar.( WIB.) Die Generalversammlung der schweizerischen Uhrgehäusefabriken beschloß einstimmig, die Fabriken der ganzen Schweiz mit dem heutigen Tage zu schließen. Die Maßnahme erfolgt in Uebereinstimmung mit der Arbeiter gewerkschaft. Sie bezweckt, die Arbeitgeber der übrigen schweize rifchen Uhrenindustriezweige zum Eintritt in die Organi fation zu zwingen, um Beständigkeit der Preise u erreichen. Von der Maßnahme werden 80 Fabriken und 1300 Arbeiter betroffen. Diese Maßnahme bildet einen ganz merkwürdigen Einzelfall Die Schweizer Uhrenindustrie des Juragebiets, die übrigens auch jenseits der Grenze in Frankreich ihre Fortsetzung hat, zerfällt in eine ganze Anzahl von Unterberufen, die einer von dem anderen abhängig und in Klein- und Handbetrieben zersplittert sind. Nur so erklärt sich dieser sonderbare Streit der Uhrengehäuse. fabrikanten, durch den der Beitritt der anderen Berufe zur Organisation erzwungen werden soll. Die Behauptung, daß die Arbeitergewerkschaft mit diesem Unternehmerstreit einverstanden ist die Uhrenarbeiter gehören dem Metallarbeiterverband an fann man billig bezweifeln. Die Arbeitslosigkeit in Polen. des Arbeitsvermittlungsamtes ift ble Arbeitslofenziffer in der Zeit Warschau, 22. Januar.( Mtb.) Nach den statistischen Angaben vom 2. bis 9. Januar um 14 917 auf 328 626 Personen gestiegen. vorm. 10 Uhr, findet eine Besichtigung des Flughafens Freie Gewerkschaftsjugend Berlin. Am Sonntag, den 24. b. M., auf dem Tempelhofer Feld statt. Die Besichtigung ist verbunden mit einem Vortrag: Die Bedeutung des Luftverkehrs". Die Teil nahme ist nur gegen Karte gestattet, die unentgeltlich für Jugend liche von der Freigetverffchaftlichen Jugendzentrale, Berlin ED 16, Engelufer 24/23, 1 Kr., Zimmer 7, berabfolgt wird. bak ein aroker Teil der neuen mitallebsbücher bereits in ben Atuna, Rimmerer! Wir machen unfere Rameraben barauf aufmerksam, Sanden ber Besirtstaffierer find. Wir bitten daher die Rameraben, die Bücher in den Bezirken in Empfang au nehmen. Rentralverband ber 8immerer, Rahlstelle Groß- Berlin. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter: Wirtschaft: Artur Eaternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales und Sonstiges: Frik Starstäbt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilenen und Unterhaltung und Biffen". Herabgesetzt Plisch- Mäntel jebyt 70W Pelz- Mantel jetzt 148. Velours de laine mäntel jeb 29 Passendes für stärkste Figuren stmann 19efchäft: Mohrent: 37* 2.Sefchäft: Gr. Frankfurter Str. 115 Pietät gegenüber dem Toten haben von jeher alle Pökkor gellbt. Im Morgenlande wurden und werden noch heme bei vielen Völkern die Leichen der Flamme überantwortet Die heilig« Flamm«. die. wie die Hindus glauben, erst die Seele von dem Körper löst und sie mit dem Weltengeist vereint. Es ist bekannt, wie die Verbrennungen der Leichen von indischen Fürstlichkeiten unter großen pompösen Feierlichkeiten vonstatten gehen. Ein« Ausnahme von der Sitte des Derbrennens machen die Aegypter und die Juden. Bei den Juden war dafür entscheidend die Armut an Holz in Palästina. Muht« doch sogar das Holz zum Bau des Tempels weither au» dem Liüanongebirge geholt werden. Sie beerdigten daher ihre Toten. In Rom waren zur Zeit des Paulus dreihig Krematorien vor- handen. Die Sklaven waren von dem Vorzug der Verbrennung ausgeschlossen. Ihre Leichen wurden beerdigt und die von den Voll- römern verfolgten Christen, die zuerst meist den Sklaven gleich» standen, behielten diese Sitte bei. Sie verbanden damit die Borstellung. daß der Mensch in das Grab gelegt werde zum ewige» S ch l o f. zur Ruh», um am jüngsten Tage wieder aufzuerstehen— auch körperlich. Daß diese Vorstellung dem Lichte wissenschaftlicher Erkenntnis nicht Stand halte» kann, bedarf ja keines Beweises. Mit der Herrschaft de« Ehristentum» über da» ganze Abendland gewann natürlich auch die Sitte der Erdbestattung voll« und alleinige Geltung. ?m Krematorium. Di« Einäscherung erscheint noch vielen Menschen als gewalt- kamer Eingriff, man hat eine ganz falsche Vorstellung von dem Akt« de» Lerbrennens. Weil man den Lorgang nicht kennt, ver- bindet man damit unästhetische oder Grauen erregende Vorstellungen. Man vergiht dabei, daß der tote Körper in der Erde einer lang- samen. widerlichen Zerstörung onheim fällt. Im Feuer des Krematoriums geht die Auflösung viel schneller vor sich. Nach- dem der Sarg mit der Leiche bei Beendigung der Trauerseier ver- senkt worden und im Ofenraum angekommen ist. wird er den Flammen übergeben. Der Ofen ist ganz au» Schamottesteinen gebaut und besteht au» Koksgaserzeuger. Derdrennungsraum, Aschen- sammelraum. Gas- und Luftzüge und Schornsteinkanal. Der Gas» 8ZA> bzrn 50 M. Da» Abholen der Seichen wird mit 10 bzw. 14 M. berechnet. Die Kosten der Einäscherung betrugen im Jahre J914 noch 85 M.. heute 38 M. einschließlich des Aschebehälters. Die soaenannte Armeabeiiailuno hat der sozialistische Nlagistrat ganz ab- aeschast. Auch dem Armen, der auf Kosten der Stadt beerdigt wird, wird Ausschmückung, Orgelspiel und Redner in der Kapelle zuteil. Während srüher die Armen auf dem Friedhos in Buch an der Mauer begroben wurden, erhalten sie heut« in der Reihe auf dem Friedhof ihre» Bezirk» ein Grad, da» auch von der Friedhofs»«!- waltung gepflegt wird. Für die Benutzung und Ausschmückung der Kapell« werden 5. im Winter 8 M. einschließlich Heizung berechnet, für bester« 15 M. Es kommen nun nur noch die Sosten für die Lroengartenstelle mit 60 HL füt 1 Quadratmeter einschließlich reichlicher Lepilanzung auf die Dauer der Ruhefrist(25 Jahre) in Be» tracht. Lescheidet man sich mit einem halben Meter im Quadrat, entstehen nur 10 M. Unkosten. Bei der Erdbestottung kommen viel höhere Kosten in Frag« für Gruft, Grobhügel. Bepslanzung, Sarg- tröger u. a. m. Bei emsachster Ausführung kommen hier außer den Kosten für die Kapelle noch etwa 50 M. hinzu. Doppelgräber, Wobl- stellen usw. erhöhe» die Kosten bis zu 1000 M. und darüber. Die Zeuerbestattungsvereine. Die Einäscherung findet daher bei der Bevölkerung immer größeren Beifall. Z» Lerlla haben wir jeht drei Krematorien,«in vierte» ist im Vau beendet. Do» erste, in der Gerichistraße. wurde 1912 eröffnet; diesem folgten 1913 das in Treptow und 1922 wurde das in Mtmersdorf«rönnet. Im Jahre 1913 wurden in Berlin 875 Leichen eingeäschert. 1920 waren es 4502. 1924 schon 12 429, im laufende» Jahre dürften e» etwa 15 000 werden. Da wir im Jahr« in Berlin durchschnittlich 40 000 Sterbesäll« zu verzeichnen haben, so sind es bereits über 30 Proz. der Toten, die sich bei Lebzeiten sür Einäscherung entschieden haben. Bekanntlich wird noch einem rückständigen Gesetz nur der Leib desjenigen den Flammen über» geben, der handschriftlich unter amtlicher Kontroll« diesen seinen Willen bekundet hat. Die Kirche hat sich, wenn auch widerwillig. dem Wandel der Sitte angepaßt. Ver etwa der Hälfte der Ein- öscherungsfeiern wirken heute Geistliche mit. Es würden ihrer noch zeuger beschränkt. Der Ofen ist jetzt zur Einäscherung fertig. Der eben au» der Kapelle herabgesenkte Sarg wird auf die vor dem Ofen befindliche mechanische Einführungsvorrichtung gebracht, und in den Raum eingeführt. Der Sarg entzündet sich in der glühenden Lvsl sosort und verbrennt mit allen anderen brennbaren Sioften. als Bekleidung. Kisten. Decken usw. vollständig. Di« dabei durch den Rost herabfallend« Asche ist leicht und wird durch den oußerordent- lich starken Aug im Ofen durch Abzugskanäle bis zum Fuße des Schornsteins fortgeführt. Die Leiche bleibt unverändert liegen. Der Körper ist im Augenblick mit einer Glllhschicht überzogen und da er zu 78 Proz. aus Waster besteht, erfolgt zunächst eine V-roampkunq. die durch Entsteigen weißer Wölkchen durch den Schornstein sichtbar wird. Da« übrigbleibende Knochengerüst wird nur durch Einwirkung der großen Hitze zerstört und fällt in einzelne Stücke in den Aschen- sammelraum. Nach vollkommener Einäscherung, die i etwa eine OeriebtxtraCtk Stunde dauert, wird die Asch« in den LammekbehWer gezogen und dann in«Inen Kühlraum gebracht, in dem sie völlig erkaltet. Von Star kommt sie. In der unberührte» Slückensorm. in die bereitstehende lschenkapsel. die mit den Personalien des Verstorbenen und der Ein- äscherungsregisternmwner versehene, durch Verlöten amtlich ge- schloflen wird. Um skd« Verwechslung der Asch« auszuschließen, wird eine aus Schamotte gebrannte Marke, die auch die Registernummer trägt, vor der Einführung in den Einäscherungsraum am Sarge an- gebracht. Diese Marke ist unverbrennbar und findet sich dann in der Asche wieder und kommt mit in die Aschetapsel. Räch erfolgler Entnahme der Asche au» dem Ofen wird dieser mit Stahl. bürsten gereinigt, die verbrannte Menge Kok» wieder nachgefüllt und in wenigen Minute» kann die nächste Einäscherung vor sich geh«. Die koste«. Wie bei der Geburt des Menschen es bei vielen Eltern häufig an allem Nötigen fehlt, fo ist es auch vielfach bei seinem Ausgang aus dieser Welt. Um es gleich vorweg zu nehmen, die Einäscherung ist nicht aar würdiger, sie ist auch wesentlich billiger, al» die Erd- beftattung. Die zentrale Friedhossverwaltung der Stadt Berlin, die unter Leitung unsere» Genosten Stadtrat Ähren« steht, hat die Kosten sür alle Notwendigkeiten aus das äußerst geringe Maß herab- gesetzt und damit auch die privaten Institute gezwungen, geringere Preise zu nehmen. Diese sind aber immerhin»och weit höher als die ersteren. Der in städtischen Werkstätten hergestellte Einheit»- sarg, der bei Einäscherungen vollkommen den Zweck erfüllt, kostet 20 M., im privaten Beerdigungsinstitut 33 M. Bessere Särge bei der Stadt 200 M. dort 400 bis 500 M. Die einfache Dekoration, Sterbe- wäjch«, Kisten, Betten usw. 8 bzw. 6 M. Das gleiche aus Seid« Wilmersdorf. «ezeuger dient zur Erhitzung des Leichenverbrennungsraums, der vier Stunden vor der ersten Einäscherung mit 10 Zentnern Kok» gefüllt wird. Der Raum Ist so groß, daß ein Sorg bequem darin Platz hat. Ist in dem Derdrennungsraum eine Hitze von 10 00 Grad erreicht, so wird durch Schieberstellung an den Luftkanälen die Flamme aus diesem Raum zurückgezogen und auf den Daser- 7. Heilage ües vorwärts Kr. 37 � 4Z.7ohrga«g M* w W WV4 Wv So»«abenö, 23. Januar 1H2ö Das heilige Jeuer. m Die Passion. Roman von Clara Diebig. „Sei still/ bat Eva und kniete am Bett nieder. O ja. ste wußte, warum Sophie heute besonders heftig war. warum ihre Seele sich bäumte, warum sie mit dem Kuchenteller ge» warfen hatte! Die hatte heute wieder das Bild angesehen, das aus der Moppe genommen, die Photographie, auf der sie drei Jahre alt war. Man hätte ihr das nicht lassen dürfen. Warum wurde das Bild nicht weit weg getan, noch besser, verbrannt?! Das Bild eines Kindes, so schön wie Eoa noch keines gesehen hatte, mit einem Lockentopf, mit schlanken Beinchen, mit offenem Mündchen, mit großen Augen, die, fuß verwundert über sich selber, zu fragen schienen: bin ich nicht ein Wunder? Das besah sich die Verwachsene zu oft. Und dann faßte sie die Berzweiflung.„Ich haste auch meinen Vater; wenn er nicht gewesen wäre, wäre ja auch ich nicht. Ich haste ihn. ich haste ihn!" Sophie hatte die kleinen Hände zu Fäustchen geballt. Wie konnte man nur seinen Doter hasten?? Eoa hatte oft Verlangen nach dem ihren getragen nach diesem fernen Bater, den sie nicht kannte, ein fast krankhaftes Verlangen gehabt, von ihm zu hören. Sie hatte auch die Mutter ge- fragt, aber die hatte nur immer stumm verneinend den Kopf geschüttelt und sehr traurig dabei �ausgesehen. Wie sah er aus?.' Eoa starrte heute in das nächtliche Zimmer, das nur trübes Nachtlämpchen durchdämmerte, und stellte sich ihren Bater vor. Warum hatte die Mutter ihr nichts von ihm erzählt? Weil er sie verführt und oerlassen hatte? Rein. darum nicht, darum hätte sie der Tochter doch Auskunst ge» geben, etwas anderes ließ sie schweigen. .Llch. mein Vater!" Eva streckte die Hand nach ihm aus ins Dunkle. Da stand er. ungewiß, schemenhaft, aber doch wurde sein Bild immer klarer und klarer. Groß und schön. klug und gebildet, ein vornehmer Herr.- Eoas Blicke wei- deten sich an ihm. Wie hoch war er gewachsen, wie stolz war sein Gang, seine Augen leuchteten, der Geist strahlte ans ihnen! O, disker Bn;". ihr Vcur' Eoas rege Phantasie hat.e ihn mit allen Vorzügen geschncückt. Jetzt glaubte sie freilich längst zu wissen, warum ihr die Mutter nichts von ihm erzählt hatte, aber wem» auch, wem, er tu auch war. der sie belastete, sie zürnte ihm nicht. Er hatte das Leiden seines Kindes nicht gewollt, er litt selber schuldlos. Nun war er wohl tot, nie würde ihre Sehnsucht gestillt werden, ihn nur einmal in Wirklichkeit zu sehen. , Armer Bater/ flüsterte Eoa. Sein stolzes Bild war plötzlich zerronnen im Dunkel. Tränen flössen aus ihren Augen. Eva hatte heute viele milde Worte zu Sophie gesprochen, sie fühlte sich selber glücklich dabei und gehoben, sie berauschte sich an den eigenen Worten, sie war noch jetzt berauscht. Auch Sophie war stiller darüber geworden; und dann hatte sie leise geweint. Zum erstenmal sah Eva sie weinen, sie hielt die Weinende tu ihren Armen, streichelte ihr das verzerrte Gesicht, den gewölbten Rücken. Sie küßte ihr die vergilbten Händchen, sie küßte ihr auch den Mund. Unter Eoas Lieb- kosungen war Sophie eingeschlafen. Wenn es nun Morgen war, dann sing ein anderes, besseres Leben an, so dachte Eoa. Sie war voller Hoff- nungen. O. wie schön konnte es werden, nun. da sie sich ganz verstanden. Sophiechen und sie! Sie würden sich gegen- seitig zu Liebe leben. Wie wollte sie ihrer Sophie behilflich sein, mit flinken Füßen für sie laufen, nein, fliegen, ihr alles auf der Stelle herbeischaffen, was die wünschte. Niemals mehr sollte die ungeduldig werden oder gar verzweifelt über die eigene Unbehilflichkeit. Bis jetzt war sie nock, lange, noch lange nicht diensteifrig genug gewesen. Nie sollte Sophie zweimal nach ihr rufen, nie zweimal schellen, sie würde schon vorher ahnen, was sie begehrte, wie sie es haben wollte. Würde es ja stets ahnen, denn wenn man einander so sieb bat. so bedarf es der Worte nickt, ein einziger Blick nach den Augen der anderen genügt schon. Und.chu" sagte man, „du"! Eva empfand eine selige Freude darüber. Sie fühlte sich nicht mehr heruntergedrückt. Nicht mehr nur die Dienerin, die bezahlt wurde. Was sie gab, das war ja auch nicht zu bemhlen. das war ein Geschenk, das sie machte, frei- willig machte. Sie fühlte sich stolz. O. Gott fei Dank, nun konnte sie doch auch einmal schenken, geben, brauchte nicht immer nur„danke" zu sagen! Zu danken würde sie ja doch noch haben— aber viel lieber danken als je bisher was konnte sie alles von Sophie lernen! Die war ja so klug, hatte affes gelernt, was Lehrer lehren können, und noch viel mehr. Sie las immerfort Bücher— keine Romane, Liebesge- ichichten mochte sie nicht—» wissenschaftliche Bücher, philo- sophische Bücher, Bücher, von denen auch einst Albert ge- sprachen hatte. Die würde sie, die Eva, nun auch verstehen lernen. Und andere Werke: Kunst, Literatur, medizinische Bücher. O, Sophie wußte alles, die kluge Sophie! Mit einer Fröhlichkeit, die sie behender machte, schlüpfte am Morgen Eva aus ihrem Bett. Zuletzt war sie doch ein- geschlafen gewesen, und sie hatte geträumt. Glückliche Träume, aus ihren glücklichen Gedanken heraus geboren. Sie saß mit der Freundin auf einer Wiese, rot, blau und �elb war die übersät von Blumen, alle Farben von Sophies schleifen. Ueberall Sonne und Helle, viele Amseln sangen. Alles freute sich, nur Sophie klagte:„Mein Buckel!" Da hob Eva die Hand und rührte an Sophies Rücken, und der Buckel fiel ab wie«ine hohle Schale, zwei Engelsflügel waren darin verborgen gewesen, die entfalteten sich. Es geschah genau wie in dem Märchen, das Eoa als Kind ge- lesen hatte. Und nun rührte sie auch den Buckel auf Sophies Brust an, und siehe, auch er fiel ab. sank herunter wie eine leere Hülle. Hüllenlos, weiß und rein, in neuer Schönheit stand Sophie da. Auf schlanken Beinen stand sie ganz gerade, ihr Mund lächelte, ihre Augen strahlten, schienen ver- wundert über sich selber zu fragen:„Bin ich nicht ein Wunder?"— Eva konnte es nicht erwarten, bis Sophie erwachtez sie stand schon lange vor dem Bett. Als die Bucklige nun die Augen auflchlug, die heute freundlicher blickten, weicher als sonst, stürzte sich Ena am Bett nieder, küßte die blutleeren Händchen, die vergilbten Wangen, den vertrockneten Mund: „Meine liebe Sophie, guten Morgen! Ich habe geträumt. von dir geträumt! Einen herrlichen Traum!" Und sie er- zählte. Sie schloß:„0, wie warst du so schön!" „Ich war es." Das war wieder der alte verbitterte Klang. „Rein, du bist es," rief Eoa enthusiastisch.„Für mich bist du schön!" „Mein Kind, du bist überspannt." sagte jetzt Sophie, ste sagte es aber freundllch.„Doch du bist ja lieb, du meinst es gut. Gib mal den Spiegel her!" Sie besaß sich prüfend, die Stirn zusammengezogen, und dann sagte sie mit einem Lächeln, das ihr finsteres Gesicht etwas erhellte, es weniger anmutlos machte:.Ach komme mir heute selber nicht so häß- üch mehr vor." «..(Forttetzung folgt.) und Gelb und oft unter vielem Berdruß von den Angehörigen er lebigt werden müssen. Aus Orten, an denen ein Krematorium nicht porhanden ist, wird die Leiche abgeholt und nach dem nächstgelegenen Rrematorium übergeführt. Die Entwicklung von der Erdbestattung zur Einäfcherung ft aber auch aus fanitären Gründen nur zur bewillkommnen. Man sehe sich Berlin an. Ein Gürtel von Friedhöfen umschließt die Stadt. Belch große Ausfallstraße man auch, der Peripherie zuftrebend, durchschreitet, überall finden sich Friedhöfe, zum Teil auch mitten in der Altstadt, und immer neue müssen angelegt werden. Sie alle sellte man erhalten, aber nicht als Bestattungsplätze für Tausende Don verwesenden Menschenleichen, sondern als Urneaparts, ausgeschmückt und gepflegt mit aller Liebe und Pietät, die wir unseren Toten entgegenbringen. Montag Baubeginn der AEG.- Bahn. Geftern nachmittag ist im Rathaus die gemischte Deputation für Bau- und Finanzierung der AEG- Bahn zum zweiten Male zufammengetreten, u mdie Berichte des technischen und finanziellen Unterausfchuffes entgegenzunehmen. Die Deputation befchloß endgültig und einstimmig der Stadtverordnetenversammlung zu empfehlen, daß der Bau der AEG- Bahn auf der Strecke Her mannplag- Neanderstraße fofort begonnen werden foll. Die Bauausführung soll durch das bei den bisherigen Untergrundbahnbauten der Stadt bewährte Bauamt der Nord- SüdBahn erfolgen. Für die Arbeiten der ersten Wochen können Gelder gewußt, daß fie bie Freundin Solamanns fel. Ste Babe neun Monate, auf die Aufenthaltsbewilligung warten müssen und habe sich deshalb persönlich an ihn gewandt. Er versicherte, daß leine Bestechung vorliege, sondern daß die Ausstellung nur auf Grund feiner allgemeinen Anschauung erfolgt sei. Die Verhandlungen wurden auf Sonnabend vertagt. Der Zusammenbruch der Komischen Oper. Eine Gläubigerversammlung. Wie start der Andrang der Gläubiger von James Mein zu der vom Gläubigerausschuß gestern einberufenen Versammlung war, geht am besten daraus hervor, daß der zuerst in Aussicht ge nommene Versammlungsraum fich als zu flein erwies. Brettihneider, ber Leiter der Versammlung, führte einleitend aus, daß die Versuche von Klein, sich als Opfer einer Heze hinzustellen, irreführend seien. Er sei auch fein Opfer der Not der Zeit. Er habe bis in die letzte Beit ein Leben der Berschwendung geführt und habe noch, als er schon mit erheblichen Verpflichtungen im Rückstand gewesen wäre, ein Bankett im Russischen Hof" ge geben, deffen Roften in Höhe von 1800 m. allerdings bis heute noch nicht bezahlt seien. Klein stehe auch mit der Wahrheit nicht auf dem besten Fußze. Man habe sich an den Bühnenverein gewandt, um diefen zu Schritten zu veranlaffen. Der Bühneлaverein habe die Er flärung abgegeben, daß Kleins schwierige Lage bekannt sei, daß er sich bemüht habe, soweit es ihm seine Verhältnisse gestatteten, seinen Berpflichtungen nachzukommen. Wenn er in Schwierigkeiten geraten sei, so trage in der Hauptsache die Tatsache daran schuld, daß 27 unternehmen fann. Auf den Fließen und Gräben, ble infolge ber Strömung stellenweise noch nicht fest genug sind, wird allerdings Borficht geboten sein. Auch mag der leichte Schneefall etwas behindern. Nichtsdestoweniger aber bietet der winterliche Spreewald dem großstädtischen Naturfreund reizvolle Landschaftsbilder. Als Eingangspunkt wähle man Lübben. Es empfiehlt sich, eine Sonntagskarte nach Lübbenau( 4. Klasse 3,60 m.) zu lösen und dann die Rückfahrt von Lübbenau anzutreten. Die Eisenbahnverbindung ist folgende: ab Berlin Görlitzer Bhf. 7 Uhr oder 7,50 Uhr( Niederschöneweide 12 Minuten später) nach Lübben oder Lübbenau. Rüdfahrt ab Lübbenau 4,22 Uhr oder 7,39 Uhr( ab Betschau 4,01 Uhr Rückfahrkarte 4,10 m.). Die Ausfall des Sonderjuges nach dem Riefengebirge. Reichsbahndirektion Berlin teilt mit, daß der für den 23. und 24. Januar geplante Wochenend- Sonderzug nach KrummhübelOberschreiberbau wegen ungenügender Befezung ausfallen muß. Die bereits gelösten Fahrkarten werden bei den Ausgabestellen, bei denen sie getauft wurden, gegen Erstattung des Fahrgeldes zurückgenommen. Bon der Straßenbahn tofgefahren wurde gestern die 50 Jabre alte Ehefrau Helene Merkur aus der Gormannstr. 8 beim Ueberschreiten des Fahrdamms in der Rosenthaler Straße. Frau M. wurde von einem Straßenbahnzug der Linie 3 erfaßt und so schwer berlegt, daß der Tod nach wenigen Minuten eintrat. Die Tote wurde nach dem Zeichenschaubaus transportiert. Ausgabe des neuen Fernsprechbuchs für Berlin und Umgegend. In den nächsten Tagen wird mit der Ausgabe des neuen Fernsprech buchs für Berlin und Umgegend und eines dazu gehörenden Er gänzungsheftes begonnen werden. Das alte Fernsprechbuch der statt dessen eine Gebühr von 3 Mart sogleich zu entrichten. von der Stadt dadurch flüffig gemacht werden, daß fie ihre Beteili- Allgemeine Funktionär Versammlung lebten Ausgabe ist beim Empfang des neuen Buches abzugeben oder gung an der Reichsgetreideftelle abstößt. Die weiteren Maßnahmen zur Finanzierung, die zumeist vertraulich behandelt werden, lassen die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß es gelingen wird, in abseh barer Zeit den ganzen Bau der Bahn bis nach Gesundbrunnen zu fichern. Der Magiftrat wird auf Grund der gestrigen Beschlüsse eine vorläufige Borlage an die Stadtverordnetenversammlung machen, mit deren einstimmiger Annahme man technen fann. Mit dem Bau foll Montag begonnen werden. Das Unglück in der Kirchstraße. Die Leiche des Seifenhändlers Mans geborgen. Die Aufräumungsarbeiten, die von der Feuerwehr ber drohenden Einsturzgefahr wegen am Mittwoch nachmittag unter brochen werden mußten, fonnten in den gestrigen Vor- und Nachmittagsstunden fortgesezt werden. Wie wir bereits mitteilten, war eine Baufirma mit der Errichtung eines Gerüftes beauftragt worden. Gestern vormittag waren nun die Versteifungen und das Gerüst fertiggestellt, so daß die Aufräumungsarbeiten fortgesetzt werden Lonnten. Gegen 3 Uhr nachmittags stießen die Wehrleute im Keller auf die Leiche eines Mannes, die Untersuchung ergab, daß es sich um ben bisher vermißten Seifen händler Mans handelte. Mans wurde in seinem Bett in liegender Stellung aufgefunden und war völlig unversehrt. Es ist daher anzunehmen, daß er vielleidy schon vorher einer Gaspergiftung erlegen ist und dann nach Eintritt der Katastrophe mit seinem Bett in den Keller stürzte, wo er gestern aufgefunden wurde. Die Leiche wurde durch die Feuer wehr nach dem Schauhaus transportiert. Die Aufräumungsarbeiten fönnen nun weiter fortgefeßt werden, so daß die Untersuchungs. tommission an den Explosionsherd gelangen tann. Intereffant find einige Zahlen über den Schaden, der durch die Katastrophe ent standen ist. Der Gebäudeshaben wird auf etwa 200 000 Mart beziffert, das zerstörte und vernichtete Wohnungs. mobillar soll die Summe von etwa 100 000 art ausmachen. Zurzeit schmeben noch Berhandlungen, ob und wie der Wiederaufbau, bzw. die Aufbefferung des schmer beschädigten Hauses vor sich gegen soll. Wie wir noch erfahren, soll in spätestens zwei bis drei Tagen die Untersuchungsfommission soweit sein, daß der Deffent lichkeit die Ursache der Explosion unterbreitet werden kann. Aufruf zur Hilfeleistung. Die Bezirksarbeitsgemeinschaft der amtlichen und freien Bohlfahrtspflege im Bezirt Berlin- Tiergarten, gez. Doflein, Bürgermeister, schreibt uns: Dienstag, den 26 Januar 1926 abends 7, Uhr im Deutschen Hof", Cudauer Straße 15 Sageso Fürftenabfindung und Bolfsentscheid Referent: Reichstagsabgeordneter Wilhelm Dittmann Zutritt haben nur Funffionäre mit dem Parteiausweis für 1926. Mitgliedsbuch muß vorgezeigt werden. der Bächter unb der Räufer des Apollo. Theaters thre eingegangenen Berpflichtungen nicht erfüllt hätten. Die Käuferin des Apollo- Theaters, die Ima, stellt demgegenüber die Behauptung auf, daß Klein in dem von ihnen abgeschlossenen Vertrage erflärt habe, mit den Zinsen für die Hypotheken nicht im Rüdftande zu sein. Das habe sich als falsch herausgeftellt. Trotzdem habe die Iwa nach ihrer Behauptung alles bas erfüllt, wonach fie fich in dem Bertrage verpflichtet hat. Gegenüber dem Ballettmeister Blan. valet hatte Klein erklärt, er sei bereit, den Offenbarungseid zu leiften. Aus moralischen Gründen wolle er aber mit dem Gläubiger ausschuß verhandeln und wolle eine neue Hypothef bis zu 250 000 bis 300 000 m. auf die Komische Oper eintragen laffen, die nach Zurufen aus der Versammlung mit 1 200 000 m. belaft et ist. Nach Mitteilung von Dr. Hamburger, der den Präsidenten der Bühnengenoffenschuft Ridelt als Gläubiger vertritt, hat er für seinen Klienten heute einen Arrest in Höhe von 25 000 m. herausgebracht. Es sei möglich, durch eine außergerichtliche Berein barung mit den Gläubigern Klein vielleicht dahin zu bringen, feine Vermögenswerte den Gläubigern zu übereignen, und diese Maffe müsse unter die Gläubiger quotenmäßig verteilt werden. Nach Brettschneiders Anficht ist die Gefahr eines Konturfes deswegen gering, weil James Klein als Geschäftsführer einer G. m. b. 5. wegen leberschuldung den Konkurs hätte anmelden müssen, und well er dies nicht getan hätte, aber auch aus anderen Gründen mit dem Gefeß in Konflitt gefommen fei. Es sei das Swedmäßigfte von einem Gläubigerausschuß, das Spiel der Revue aufrechterhalten zu laffen, was für die Gläubiger um so aussichtsvoller fei, als die Komische Oper bisher gute Einnahmen gehabt habe, die allerdings ftets gepfändet worden seien. Die Versammlung wurde bet Schluß des Berichtes fortgesetzt. Die Grundwassergefahr in Niederschönhausen. Führungen durch Blumengärtnereien. Die nächste Führung, die Gartenbirettor Belfer im Auftrage der Humboldt och ichule vornimmt, findet durch die bekannte se atteengärtnerei G. Klimbel, Mabisdorf Süd, an diesem Sonntag ftatt. Treff bunft 10 Uhr vorm. Stadtbahnhof Stopenid. Karten durch die HumboldtHochschule und bei den einzelnen Führungen erhältlich. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelallee 15, Vortrag des Herrn A. Jombey: Schauen und Schaffen". Harmonium: Duintett aus Die verlaufte Braut"( Smetana). Gäste willkommen. Nach zwölf Jahren. Der Mord des Zwanzigjährigen. Das Die internationalen polizeilichen Beziehungen scheinen noch immer nicht eng genug gefnüpft zu sein. Von welch großer Bedeu tung aber eine internationale Zusammenarbeit ist, dafür liefert die Budapester Falschmünzeraffäre den schlagendsten Beweis. Tätigkeitsfeld dieser kriminell- politischen Verbrecherbande hatte sich faft über ganz Mitteleuropa ausgebreitet. Und der Zufall fügte es, daß die Nachforschungen der französischen Polizei in dieser Angelegenheit in Wien indirekt zur Ermittelung eines Mörders führten, der vor zwölf Jahren im Hotel Römischer Kaiser" in Wien die Prostituierte Luzte Schmidt erwürgt hat. Schon am 1. Oftober dieses Jahres hatte die Wiener Polizei gegen den jetzt 32 Jahre alten und damals taum 20jährigen Studenten der Technischen Hochschule Felig Rundegraber= Delping einen Steckbrief erlassen. Man vermutete, daß er sich in Marseille oder Nizza aufhalte. Als dann im Januar diefes Jahres in Verbindung mit der Falschmünzeraffäre ein Beamter der Bariser Sicherheitspolizei in Bien anwesend war, bat ihn die Polizei, sich in Paris für die Sache Schmidt- Stundegraber zu intereffieren. Und wirklich bald darauf kam die Nachricht, daß Felig Rundegraber, der den Namen Gerbauld angenommen hatte, verhaftet fet. Der Kriminalfall entbehrt nicht einiger Besonder heifen. Auch abgesehen danon, daß er zwölf Jahre zurüdliegt. am 29. Januar 1913 fand das Mädchen des Hotels„ Römischer Raifer" um 4 Uhr morgens in einem der Hotelzimmer ange fleidet die Prostituierte Lucie Schmidt tot auf dem Bett liegen. Thr Begleiter, der erst um 3 Uhr mit der Schmidt zusammen das Zimmer gemietet hatte, war turz vor 4 Uhr aus dem Hotel gegangen. Sein feltsames Benehmen hatte beim Stubenmädchen Berdacht erregt. Die Lucie Schmidt war erwürgt worden. Ein Teil ihrer Schmucksachen fehlte, aber auch vom Mörder fehlte jede Spur. Aber zu gleicher Zeit mit dem Morde verschwand in einer angesehenen Wiener Bürgerfamilie der Sohn. Es bien, er wäre tot. Es wurde nie mehr von ihm gesprochen. Nur im Herbst 1921 erhielt die Familie den Besuch eines" Neffen", des Felig Gerbauld. nicht nur sein Name stimmte mit dem des„ toten" Sohnes überein. auch der Geburtstag war bei beiden der gleiche. Damals fiel das nicht auf. Dann erfuhr aber die Polizei eigentümliche Dinge. Es stellte ,, Das Explosionsunglüd Kirchstraße 9 hat viele Familien um Hab und But gebracht. Die amtliche Hilfe fann nur der Bedürftigfeit abhelfen. Deshalb Mitbürger helft euren in Not geratenen Mitbürgern und sendet Geldspenden an das Sonderfonto Kirchstraße 9 der Bezirksarbeitsgemeinschaft Tiergarten, Spar tasse 4, Berlin NW. 23, Brückenallee 21". Sachspenden bitten wir zu melden an das Bezirksamt Tiergarten, Berlin NW. 23, wellenförmig von einer starten undurchlässigen Tonschicht durchzogen, sich heraus, daß der junge Student furz nach dem Morde noch Klopstockstraße 24, Hanja 2700-2708." Eine deutschnationale Säule. Die Unterschlagung bei der Krantentaffe in Wannsee. Wie wir bereits mitteilten, ist der langjährige Geschäftsführe: ter Dristrantenfasse in Wannsee, Schmufi, der in der Ortsgruppe Wannsee der Deutschnationalen Partei eine große Rolle spielte, plöglich seines Boftens enthoben morden. Dazu wird jezt folgendes mitgeteilt: Bei der Allgemeinen Ortsfranfenfasse in Wannsee find seit ge raumer Zeit erhebliche Unregelmäßigkeiten vorgekommen, die das Eingreifen des Bezirksamts Zehlendorf notwendig machten und die dazu führten, daß nicht nur der Leiter der Ortstrankenkasse Schmugti, sondern auch andere Beamte ihres Bostens enthoben worden find. Schon im Dezember wurde von Angestellten und Firmen darüber Klage geführt, daß über die gezahlten Beiträge feine ordnungsgemäße Berrechnung erfolge. Das Bezirksamt Zehlendorf beauftragte daraufhin Stadtamtmann Wicht von der Finanzabteilung mit der Nachprüfung dieser Beschwerden, und eine Kontrolle der Bücher ergab ,, daß von einer geregelten Buch führung feine Rede sein könne. Die Fehlbeträge in der Kaffe find, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sehr erheblich und dürften den Betrag von 30 000 Mt. überschreiten. Die mit der Re0 bifion beauftragte Kommission dürfte noch längere Zeit zu tun haben, che die Unterschlagungen in voller Höhe sich aufklären lassen, da von Schmugli und seinem Helfershelfer wichtige Il nterlagen bei. feite gebracht oder vernichtet worden sind. Schmukti, der per fönlich mittellos ist und in der Billa seines Onfels lebte, war nach dem Kriege in die Vertrauensstellung eingesetzt worden und machte sich im letzten Jahre durch große Geldausgaben, die sein Gehalt weit überſtiegen, verdächtig. Nachdem es jetzt feststeht, daß die Unregelmäßigkeiten nicht aus Fahrlässigkeit begangen worden find, hat das Finanzamt Zehlendorf der Polizei und der Staatsanwaltschaft Mitteilung gemacht. Es ist daher mit der Festnahme Schmugtis und des zweiten suspendierten Beamten zu rechnen. Der Prozeß Holzmann- Bartels. Am fiebenten Verhandlungstage wurde der Fall Valusta erörtert. Es handelt sich hierbet um die Freundin Holzmanns, der ber Angeklagte Bartels die Aufenthaltsbewilligung erteilt bat. Auch in diesem Falle wird Regierungsrat Bartels zur Last gelegt, Holzmann eine Gefälligkeit erwiefen und nicht ordnungsgemäß gebandelt zu haben. Der Angeklagte Bartels betonte, daß er Lydia Balusta, die sich auch Tamara Value faja nannte, zweimal bienftlich und einmal nach dem Theater gesehen babe. Er habe nicht Sammeln Sie Mbunt Gutscheine dann erhalten Sie Bonbonniere eine prachtbolle Das Waffer in den Kellern von Niederschönhausen steigt täglich um einige Sentimeter, so daß an verschiedenen Stellen bereits eine Höhe von über einem Meter erreicht ist. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Ursache dafür nicht in der vor zwei Jahren erfolgten Stillegung des Wafferwertes zu suchen ist, sondern daß sie in den allgemeinen Bodenverhältnissen und außerdem in dem diesmal besonders nassen Winter liegt. Der Boden ist nämlich durch die das Regenwasser nicht durchdringen tann und so natürlicherweise einen anderen Weg suchen muß. Das zuständige Bezirks. amt Bantow hat zur Beseitigung der Mißstände einen Plan ausgearbeitet, nach dem durch ganz Niederschönhausen ein zwei Rilometer langer Regenwassertanal geführt werden soll, der mindestens einen halben Meter unter der Sohle der Hausfeller liegen wird. Außerdem soll die Banke, die vollständig verschlammt ist, um einen halben Meter ausgebaggert werden. Die Kosten hierfür würden sich auf etwa 450 000 Mt. belaufen. Bom Berliner Magistrat find aber nur 150 000 Mt. für diese Zwecke bewilligt worden, modurch die Durchführung der Arbeiten erheblich erschwert wird. Da fchon jetzt bei einigen Häusern infolge des in das Mauerwert eingedrungenen Wassers Einsturzgefahr bestehen soll, ist eine baldige Inangriffnahme der geplanten Arbeiten dringend notwendig, um jo mehr, als die Grundwassergefahr bei eintretendem Tauwetter in beträchtlichem Maße wächst. Natureisbahn im Spreewald. Eine herrliche Natureisbahn bilden zurzeit die weithin überichwemmten Wiesen des Oberfpreewaldes. Der Frost hat das über die Ufer getretene Basser der Spree zu tragbarem Eis erstarren lassen, so daß man von Lübben über Lübbenau oder Alt3auche bis nach Burg herrliche Eiswanderungen auf Schlittschuhen Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 23. Januar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Jugendfreunde, auf deren Berschwiegenheit er sich unbedingt verlaffen fonnte, gebeichtet, daß er die Lucie Schmidt erwürgt habe. Eben erst im Hotel angelangt, wollte er mit ihr in Streit geraten sein. Erregt über ihre Beschimpfungen hätte er sie erwürgt. Der Gedante, die Sachen zu rauben, wäre ihm erst später gefommen. Die Polizei stellte Nachforschungen an. Es schien sich zu bestätigen, das Felix Kundegraber der Täter war. Nun ist er verhaftet. Ob noch nicht. Es muß erst ein Auslieferungsantrag gestellt werden, er in Frankreich seiner Tat geständig ist, weiß die Wiener Polizei damit die österreichische Justiz fich mit der Sache näher befaffen fann. Es wird wohl ein trauriges Wiedersehen sein zwischen der Familie Kundegraber und dem Felig Kundegraber- Gerbauld. Vielleicht ist es aber doch beſſer für den Sohn, daß er nun endlich wegen seiner Tat vor den Richtern erscheinen fann. Desterreicht hat ja noch Geschworene und sie werden vielleicht mehr Verständnis für den Menschen finden, der in zwölf Jahren nun verheiratet und im Beruf stehend nicht mehr derfelbe ist, der er als junger Student gewesen war. Man denkt unwillkürlich an den Fall Umhöfer, der vor furzem in Aschaffenburg zum Tode verurteilt wurde megen einer Tat, die 22 Jahre zurüdlag. Taubstimmer mit seinem Jagdgewehr feine Stiefmutter durch einen Eine graufige Tat. In Laer bei Osnabrüd tötete ein Schrotschuß in die Schläfe, worauf er die Waffe auf seinen Stiefbruder Heinrich Hülsmann richtete und ihn durch zwei Schüsse schmer verlegte. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Dann brachte sich der Mörder mit einem Karabiner einen Schuß in die Brust bei. Die Tat ist auf Erbstreitigkeiten zurückzuführen. Die Katastrophe in der Munitionsfabrik bei Warschau. Die Exfang angenommen, der die anfänglichen Meldungen noch übertrifft. Ueber 30 Arbeiterinnen sollen schwer verwundet ſein; im ganzen find 44 Personen verwundet worden. Das Fabrifgebäude ist vollständig zerstört; auch die Umgebung ist in Mitleidenschaft gezogen. 3.45 Uhr nachm.: Onkel Doktor als Märchenerzähler: Vom Knaben, der aufs Eis ging"( Erzählt von Dr. med. E. Mosbacher). 4.30-6 Uhr nachm. Nachmittagskonzert der Berliner Funk- plosions- und Brandkatastrophe in dem Stadtlaboratorium der kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.45 Uhr Bulverfabrik Granat in der Warschauer Vorstadt Wola hat einen Umabends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Direktor Julius Glück: Esperanto. 7.15 Uhr abends: Leopold Lehmann: Wie sieht es in unseren Parlamenten aus?" 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Photochemie. Geb. Reg.- Rat Dr. A. Miethe: Ziele und Wege der Naturfarbenphotographie. Die Farbenwahrnehmung durch das Auge". 8.30 Uhr abends: Wagner- Abend. Dirigent: Dr. W. Buschkötter: 1. Faust- Ouvertüre. 2. Einleitung zum III. Akt Tannhäuser". 3. Einzug der Götter in Walhall aus Rheingold". 4. Siegfried- Idyll. 5. Siegfrieds Rheinfahrt aus Götterdämmerung". 6. Ritt der Walküren aus Walküre". 7. Einleitung zum III. Akt. Tanz der Lehrbuben. Aufzug der Meistersinger. Berliner Funkorchester. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. T Königswusterhausen, Sonnabend, den 23. Januar. 3-3.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Amsel: Einheitskurzschrift. 3.30-4 Uhr nachm.: Prof. Dr. Amsel: Einheitskurzschrift. 4. bis 4.30 Uhr nachm.: C. M. Alfieri und Frl. G. van Eyseren: Spanisch für Anfänger. 4.30-5 Uhr nachm.: Frl. Rechtsanwalt Dr. Behrend bzw. Frau Dr. A. Zahn- Harnack: Die Frau als Bürgerin. Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Almäbliche Milderung des Frostes, größtenteils bemöltt, fpäter Meinung zu Niederschlagen. Für Deutschland. im Besten Tauwetter, im Diten noch falt, zunehmende Niederschlansaussichten, Mit bestem ErArterienverkalkung! fog nehmen Sie 101 Apotheker Schuh's Cordol Wirkt herzstärkend, appetitanregend und blutrein gend Zu einer Kur sind 6-8 Fiaschen erforderlich. Fordern Sie Apotheker Schuh's Präpara e in den Apotheken, wo nicht zu haben. weisen General depot C. Schmittner, Wilmersdorf, Babelsberger Str. 2, Tel. Pfalzburg 4074 u 3896, Bezugsquell nach. Herstell.: Apoth.: Schub, Köln, Moselstr.52 Man verlange den Ratgeber für Kranke Sonnabend 23. Januar 1926 Julia. Unterhaltung und Wissen uldome Volksentscheid. E. Th. A. Hoffmann zum Gedächtnis.zuldbmeHan Bon Hermann& Schaefer. Mischa", Hoffmann lauschte. Auf der Treppe flangen Schritte. dachte er. Seine Hand fuhr schnell über den Tisch, flappte das Buch zu und schob es unter einen Stoß Noten, der vor ihm lag. „ Eifersucht, verflucht," murmelte er. Unwillen überflog sein gelbes, zerknittertes, ledernes Gesicht, in dem die Augen dunkel und groß, sehnsuchtsuchend, standen. Warum muß ich versteden, was mich bewegt, mein Herz durchzittert und meine Tage ausfüllt? Warum die Schmerzen, die mich zerfreffen und Sehnsucht, die mich nach Himmeln und Glück verzehrt, in diese Blätter sperren...? Weil mein Weib argwöhnisch und eifersüchtig ist? D, polnische Mischa, du ahnst nicht, wie du durch dein Mißtrauen mir fremd und fremder wirst. Warum dieser Argwohn? Um Julia vielleicht?" Grimmig lächelte Hoffmann. Mischa trat ins Zimmer. Madonnenfrisur überrahmte das Gesicht: Schwarzes, straffes Haar über buntlen und weichen Augen; rote, gesunde Lippen unter leidendem, aber ergebenem Zug um die Nasenflügel. Ihr Blic fiel auf den Hund, der schlafend zusammengerollt zu ihres Mannes Füßen lag. Endlich bist du aufgeftanden, und das Bieh war die ganze Nacht auch wieder im Simmer...?" Mag sein," entgegnete Hoffmann. Wie du nur an dem Tiere so hängft? Richt einmal schön ist der Hund und vor Alter ganz grau!" " Nicht vor Alter, sondern durch bittere Lebenserfahrungen ist Bollug weiß geworden. Aber sieh fein Auge.!" Hoffmann rief den Hund, der sich aufrichtete und ihn ansah. Mit lugen Augen schaut er in die Welt hinein. Berachtet sein ganzes Geschlecht und läßt sich mit ihm nicht ein. Nur bei gebildeten Menschen hält er sich auf," sagte Hoffmann ein wenig verbissen. " Frau Cauer ist also ungebildet," bemerkte Mischa, und dein Bollug aus diesem Grunde feiner Befizerin entlaufen. Sie schüttelte den Kopf. Hunde find oft flüger und empfindsamer als Menschen, und ist die Cauer je über das Zählen der Abendtaffe in der Rose" hinaus gefommen? Du bist garftig, Ernst," sagte Mischa lachend. Eine Reihe weißer Zähne funtelte in dem dunklen Geficht. Sie schob Hoffmann den Kaffee hin und verließ das Zimmer. Der einsame Mann fchlürfte gierig das dampfende und würzige Getränt. Das Brot warf er in fleinen Bissen dem Hunde zu, der sie, auf den Hinterfüßen stehend, aufschnappte. Dann trat Hoffmann zum Fenster und fah zur Rose" hinüber. Düfter unb grau lag ber Gafthof. Sperlinge, grau wie der Tag, hüpften und tumunelten fich auf noch grauerem Dach und Gemäuer. In Trümmern liegt morgens die Welt. Wie Stelette grinsen und höhnen uns die Dinge aus der unverhüllten Radtheit ihres Daseins ins Gesicht und tanzen in grotesten Berzerrungen vor unferem Auge, das Schönheit jucht. Alltag und Leben find Fraßen einer jämmerlich zerschundenen Welt. Nüchternheit in ewiger Troft Lofigteit. Mit Weibern, die verschlafen schmutzige Nachtmüßen über fettiges und versträhntes Haar ziehen, hat die Welt eine verteufelte Aehnlichkeit. Nur Abend und Nacht im dämmernden Dunkel voll tiefer Geheimniffe fönnen sie erträglich gestalten und Haß und Berdruß fchmelzen zur füßschmerzlichen Melancholie, um die fich zu leben Der Lohnt. Durch abtönendes Glas bunter Marienbilder allein find die Härte und Grellheit der Lage, durch den Schall flüssiger, verschweben. der Melodien der aufdringliche Hall dieser Welt, im ewigen Sorgen für Magen und Mund, zu ertragen." Eben rollte die Bost vor den Gasthof. In seinem Monolog wurde Hoffmann durch das Getrabe der Pferde unterbrochen. Einige " Frau Konjul Mart? hörte Hoffmann einen jungen Mann den aus dem Gasthof tretenden Posthalter fragen. Mark! Mart! Wie ein Schlag durchzuckte es Hoffmann Einen Stich fühlte er in der Nähe des Herzens. „ Das also ist der Berlobte Julias. Aus dem Fenster beugte sich Hoffmann und fah dem jungen Manne nach, der in modischen Seleibern und mit für ſeine Jugend auffällig schweren Schritten in der vom Posthalter gezeigten Richtung ging. Auch einer von diesem Geschlecht. Raufmannssohn, Materien. Diener, vollgepfropft mit Ralfülen und Rechnungsbüchern. Feistes Geficht, fettgepolsterter Rüden, Spedhände und Hängebauch, den mit breißig Jahren die Beine nicht mehr zu tragen vermögen. Klirrend schlug Hoffmann das Fenster zu, tanzte wie im Wirbelwind durchs Zimmer und hüpfte mit einem Satz, dem Sprung eines Flohes vergleichbar, zum Schreibtisch. Fiebernd riffen seine Hände das Tagebuch unter den Noten hervor, im glänzenden Schein flogen feine Tagebuch unter den Noten hervor, im glänzenden Schein flogen feine Augen über die Seiten, die er mit seinem Herzblut getränkt hatte. Julia," schrie er auf. Julia," Name Italiens. Klang aus Sonne und Süd. Mufit und Tanz. Shakespeare wußte, warum er holdeſten Klang aus Beilchenverträumtheit, aus Liebe, Leidenschaft und Blut in das füßeste Märchen von Berone bannte. Julia! Julia!.. und deinen Namen darf ich nicht nennen. Warum... weil ein eifersüchtig Weib argwöhnischen Auges hinter diefen Blättern her ist? Weil ein mißtrauisch Gemüt jebes meiner Worte mit Schlingen umstellt und wie ein Fuchs auf der Lauer nach einer Unbedachtsamkeit liegt? Ktch! Ktch! muß ich dich nennen. Ktch, Geheimzeichen meiner Seele. Julia, muß dich deines Leibes entkleiden, muß einem Schemen nachjagen mit meiner Phantasie, die in Zügel geschlagen wie ein Haustier. Julia, Infarnation meiner Sehnsucht nach fernen Ländern blauer Bunderblumen. All meine Seufzer, mein Lachen und Weinen, mein Sehnen und hoffen, alles, was meine Seele in sich trägt, was sie erbaut und dichtet über die Debe der Welt, all meine Gestalten aus Dunklem geboren, in Dunkles erlöschend: find wie der leiseste Schlag meines Herzens auf dich, deine Reinheit, das Bunder deines Daseins gerichtet. Leibwerdung meiner Wünsche bist du, Bild gewordenes Märchen mir aus der Traumländer Bunder. Und doch du stillst, bu beruhigft nicht. Reißt aus tiefe Schlünde eines verfchollenen Sonnenlandes, das brennt und mit Flamme alles zerstört. Meine Hand strede ich nach dir aus, reinstes Jungmädchentum. Du näherst dich, leidenschaftlich begehrend, siehst tiefsten Sinn in bes Lebens Sein, menschlich wird dein Madonnenlächeln, Fleisch und Blut das Phantom verzückten Schaunes. Zu halten wähne ich dich... ba weichst du zurüd, weiter und weiter. nur ein Tigerauge bleibt, fernher rotweinend die Nacht durchglühend; nur ein Duft haftet, der betäubend berauscht. Sphing, die du bist! Weshalb wirfft du Brände in meine Seele, bie Meere nicht löschen und nur der Tod erstickt?" Hoffmann hatte sich erhoben, jäh, frampfartig. Erschreckt lah der Hund zu ihm auf. Auf der Straße stand er. Sein Herz tlopfte und schlug, alles Denken übertönend. Der Dämon der Leidenschaft trieb ihn blind und willenlos. belm *# Bellage des Vorwärts ΤΟ Itwine Hoheit! Wir sind verloren! Die Sozialdemokraten stellen Antrag auf entschädigungslose Enteignung!" Quatsch! Wir stellen einfach Gegenantrag auf enteignungslose Entschädigung!" So trieb er dahin in den Märzmittag. Sah müde auf den DOM Hochwasser geschwollenen gelben Main. Ermannte sich wieder und loh über der Wiesen erstes hoffendes Grün gestreckten Laufs wie von Berfolgern gehegt. Stürmte dann zu den Bergen an, baftig, und fah vor sich das Tal mit dem Strom. Hier oben wurde er ruhiger. As aber die Sonne fant, wuchs feine Qual. Zu Tale ftob er. Dunkel ward es, gespenstig ragte die Stadt. Durch die erleuchteten polterte die Treppe hinan. Gaffen floh er. PP ... Eine Einladung der Frau Mart für heute abend," sagte Mischa. zur Hölle mit dem ganzen Bad!" Bum Teufel mit ihr, zum Teufel mit dem Ignoranten Gröppel, Mischa horchte auf. Hoffmann zerstreut: Selbstverständlich gehen wir." Mit Haft verschlang er das Abendbrot. Dann ftand er mit Mischa im erleuchteten Saal Frau Mart begrüßte fie und nahm Mischa zur Sette. ( Schluß folgt.) Ein Werk des ältesten Baumeisters. Die englischen Grabungen an der Stufenpyramide von Gattara, dem ältesten Steinbaumert der Welt, die von dem fortgelegt worden, und zwar vollendete man die Freilegung des Archäologen Fürst geleitet werden, sind auch in den letzten Monaten Tempels, der zur Erinnerung an das dreißigjährige Regierungs jubiläum des Pharao Boser erbaut werden war. Dabei stieß man auf eine prachtpolle Säulenhalle von etwa 80 Meter Länge, die den Haupteingang zu der Pyramide gebildet haben dürfte. Es find 48 Säulen aus weißem Sandstein, die paarweise zufammen ftehen. Die Säulen waren ursprünglich über 5 Meter hoch und hatten an der Basis einen Durchmesser von einem Meter. Die Säulenschäfte sind nicht fanneliert, wie man folche Säulen früher hier gefunden hatte, sondern die Kapitäle ahmen Schilfbündel nach. Das öftliche und westliche Ende der Säulenhalle waren nicht abge schlossen, sondern haben„ blinde" Türen, die in das Mauerwerk angemeißelt sind und hölzerne Türflügel nachahmen. Diefe Säulen halle ist das Werk des Imboten, des ältesten bekannten Bau meiſters, der etwa ums Jahr 2850 v. Chr. lebte. Er wurde später unter die ägyptischen Götter eingereiht und als der Schutzherr der Gelehrten und Schreiber verehrt. In einem der Zwischenräume der Säulen fand man zwei aus Diorit gemeißelte Röpfe, die fremde Gefangene darstellen. Diese Köpfe find ganz im Stil der foge nannten Hytjos- Statuen, die man gewöhnlich in die Belt bes Mittleren Reiches jetzt. Diese merkwürdigen Skulpturen, die sich in einem zweifellos der dritten Dynaftie angehörigen Bauwert fanden, müssen also sehr viel späteren Datums jein. Im Boden eines der Räume im Norden der Säulenhalle fand fich ein Brief, wahrscheinlich aus der Zeit der sechsten Dynastie, da er zusammen mit Fragmenten von Beichten über den Bau der Byramiden des Pharaos Merenre und Bepi II. gefunden wurde. Der Brief ist ein Papyrus und enthält eine Beschwerde an das Bureau des Bezirs, die von dem Befehlshaber der Truppen zu Turs in der Nähe von Kairo herrührt. Der Offizier beschwert sich darüber, baß seine Leute die für sie abgefandte Kleidung nach sechstägigem Warten noch nicht erhalten haben. An einer Mauer der Säulenhalle las man die Inschrift eines Reisenden aus der Zeit um 1100 v. Chr. Der Tourist erzählt, daß er einen Urlaub dazu benützt habe. fich die Wunder von Sattara anzusehen, nachdem er viele Jahre im Felde gnstanden und als der einzige Ueberlebende seiner Truppe heimgekehrt sei. Der Ausgrabungsbericht bemerkt dazu, daß man fürzlich an einem Altar in einem kleinen Tempel von Saffera die Inschrift eines Soldaten der leichten australischen Kavallerie fand, Jetzt leuchtete die helle Faffade des Martschen Befigtums vor ihm der nach bem Waffenstillstand im Jahre 1919 den Ort besuchte und auf. Sollte er eintreten? Doch was hatte der verrückte Rapellmeister, mitteilt, er sei der einzige, der von seiner Schwadron noch am Leben der Gesellschaft entwurzelt, ein Abenteurer buntler Herkunft und fei, mit der zufammen er die Feldzüge in Gallipolt, Aegypten und wilder Gerüchte, im Kreis einer gefitteten Familie zu suchen? Balästina durchgemacht habe. Wie es vor viereinhalb Jahrtausenden Doch..! Königlich Preußischer Regierungsrat!" Schon Mängel in der Versorgung der Truppen gab, fo find es also Hoffmann richtete fich auf. Regierungsrat?.. ein Dred bies auch gleiche Erlebniffe, die Touristen im Jahre 1100 v. Chr. und im Deforum." Jahre 1919 n. Chr. aufzeichneten, Neues vom Leim. Auch so alte Bekannte wie der Tischlerleim tönnen fich noch wandeln und sind verbesserungsfähig. Der Knochen- oder Leberleim, den die Tischler heute noch überwiegend verwenden, hat die Unbequemlichkeit an sich, daß er mit warmem Wasser aufgeweicht, gequollen, werden muß. Biel schlimmer aber ist, daß er die Wafferempfindlichkeit überhaupt nie verliert. Der Erstarrungsvorgang befteht nämlich einfach in Wafferabstoßung, chemisch verändert fich an bem Leim gar nichts. Kommt er daher wieder mit Baffer in Berührung, fo quillt er von neuem auf, die Leimung geht auseinander. Dabei ist keineswegs warmes Wasser notwendig. Mit aus diesem Grunde haben sich in neuerer Zeit die Kaltleime fo start verbreitet. Unter dieser Bezeichnung versteht man Klebstoffe aus tierischen und pflanzlichen Eiweißtörpern. Sie brauchen nur mit Wasser angerührt zu werden und sind dann sofort verwendungsfähig. Das Erstarren dauert bei ihnen freilich viel länger als bei den Knochenleimen, weil es ein chemischer Borgang ift, der in der Kälte naturgemäß langsam verläuft. Aber dafür ist der feft gewordene Leim dann auch unempfindlich gegen Waffer und Luft, denn der chemisch veränderte Leim fann tein Wasser mehr annehmen. Deshalb werden in der Flugzeuginduftrie, im Wagen- und gewerbe find fie seit langer Zeit bekannt, wenn auch gewiffermaßen Schiffbau die Raltleime ausschließlich angewendet. Auch dem Tischlerinoffiziell. Denn der Quartleim, den mancher alte Tischlermeister nach geheimen, ererbten Rezepten herstellt und auf deffen Klebekraft er schwört, ist doch weiter nichts als ein Kaltleim aus Käse- Eiweißftoffen. Daß solche Leime sehr hohe Klebefähigkeit haben, ist auch ganz richtig. Bersuche in staatlichen Materialprüfungsämtern haben das zweifelsfrei gezeigt. Nur waren fie bisher bei Maffenanfertigung nicht brauchbar, weil sie zu lange brauchen, um zu erftarren. Neuerdings ist aber dieser Uebelstand überwunden und es wird jetzt ein Kalileim unter der Bezeichnung Schnellbinder" angeboten. Sollte dieser Leim die Probe bestehen, so wäre ein außerordentlicher Fortschritt auf dem Gebiete der Holzperleinung erzielt, da Massenanfertigung heute das Gebot der Stunde ist. Ein anderer Uebelstand der Kaltieimung, der ihre allgemeine Berwendung noch einschränkt, ist der Umstand, daß fie alkalisch beschaffen sein müssen. Das gibt in besonderen Fällen, z. B. bei dünnen Eichenfornieren, Anlaß zu Gledenbildung an den Ständern. Unter den zur Kalleimherstellung geeigneten Rohstoffen ist Bluteiweiß einer der beften, da es fehr billig ist und eine ganz außerordentliche Klebekraft hat. Es gibt aber mit Wasser zusammen dem Leim eine dunkle Färbung, so daß man es nur dort verwenden kann, wo die Leimung unsichtbar ist. Gelingt es, die beiden eben gekennzeichneten Mängel des Kalt Leimes zu beseitigen, so würde dem früheren Tischlerleim ein Wettbewerber entstehen, der bei weiterer Vervollkommnung der Herſtellung auf dem Gebiete der Holzverleimung eine Umwälzung herDr. H. vorrufen könnte. Die See- Elefanten gerettet. Die großen Säuger der Eismeere hatten befanntlich seit ihrer Entdeckung ungeheuer unter ben Verfolgungen durch den Menschen zu leiden. Infolge maffenhaften Hin ichlachtens nahm die Zahl der Wale, Robben, See- Elefanten ufm. fehr schnell ab; ja, die Seefühe find schon wenige Jahrzehnte nach ihrer Entdeckung am Ende des fiebzehnten Jahrhunderts völlig ausgerottet worden. Ein ähnliches Schicksal schien den See- Elefanten ter Arttis zu drohen. Vor allem war eine ehemals große Herde durch die fortgesetzte Beunruhigung aus ihrer Heimat, den SantaBarbara- Inseln, vertrieben worden und galt seitdem als verfchollen. Man mußte annehmen, daß diese sogenannte nördliche Herbe völlig 1911 entbedte man aber auf der zu Merito ausgestorben war. gehörenden Insel Guabaluge einen täglichen Rest von 125 Tieren, die von der megitanischen Regierung unter Schuß gestellt wurden. Diese Maßregel, die gewiffermaßen noch im letzten Augenblick ergriffen wurde, hatte einen höchft erfreulichen Erfolg: die Tiere per mehrten sich so sehr, daß jest etwa 1500 Individuen vorhanden sind! Bielleicht werden fie durch biefe Bermehrung auch veranlaßt, wieder nach den Santa- Barbara- Inseln zurüdaulehren. Nur heute Crepon Sonnabend bedruckt.............. Paillette ENORM BILLIG Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Lessing- Th. 8 Uhr: Der Kaufmann Tägl. 8 Uhr: Großes Sehauspielhaus Für Dich reine Seide........ Meter Zephir25 Hemdblusen 75 Damen- Strümpfe aus gestreiftem baumwollenen Flanell, mit Täschchen nett verarbeitet.. 225 Unterröcke 95 Hauskleider 2.95 ans meliertem, kunstseidenem Trikot, mit plissiertem Volant 90 Seidenflor, Kunstseide, Tramaselde, mit kleinen Fehlern...... ... Paar 95. Pf. Herren- Socken 195 reine Wolle, gestrickt und gewebt... Paar in allen Grössen.Schlüpfer 25 Herren- Garnituren Besuchstaschen far Theater u. Gesellschaft, aus gemust. Gold- Stoffgewebe, ca. 15 cm gr., mit Vortasche, Innentasche, Spiegel a. verstell barem Griff aus Goldstoff...... Stack Damen- Spangen- und Schnürschuhe in verschied. 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Unferem alten, seit 34 Jahren orga nifierten Genoffen Louis Sander bie herzlichten Glüdwünsche zum 75. Ge burtstage! Tie Genoffen ber 14. bt. SPD. Em 20. Januar 1925 verschieb nach längerem, schwerem Beiben unser lieber Rollege Gustav Lehmpfahl Bir trauern um einen guten Rame raben, ber uns ftets ein Borbild treuer Brichter üllung war Sein ehrlicher Charakter und seine Herzensgülte fichern ihm ein bauernbes Angebenten 1583b Die Angestelltes der Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. Am 20. Januar verftarb nach län gerem Krantenlager unfer früheres Borstandsmitglied, Herr 1581b Gustav Lehmpfuhl 8u ihm, der im 70. Lebensjahre ftand, ist der Tob als Freund und Erlöser getommen. 16 Jahre lang gehörte ber Berstorbene dem Bor ftande an Bir verlieren in ihm einen ehrlichen, guten und warm herzigen Menschen, beffen ehren amiliche Tätigteit in den Diganen der Raffe ftets von dem Beftreben erfüllt war, die Rechte der Ruffe und ber Bersicherten zu wahren. Ein langes, langes Leben ftand er im Dienfte der Sozialversicherung, für deren Ausbau er unermüdlich wirkte, wo immer fich thm hierfür Gelegenheit bot. So haben wir den toten Freund, ber uns ein tluger Berater war, hochfchägen gelernt und werden seiner ftets in hohen Ehren gebenten. Der Borstand ber Detskrantenfaffe für das Maurergewerbe zu Berlin. Die Einäscherung Andet Montag ben 25. Januar, vormittags 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt Am 19. Januar ftarb plöglich und unerwartet mein lieber Mann Paul George Stiefer Trauer 15/10 Hate George u. Angehörige Die Einäscherung findet am Montag, b. 25., nachm 4, Uhr, im Rre matorium Baumschulenweg statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Montag, den 25. Januar, abends hauses, Cinienste. 83 85: Verkäufe Raumann- Rähmaschinen für Sausges brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re paratur- Bertitatt Hir alle Sniteme. Emil Salbarth. G. m. b. S., Friedrich ftrake 55a. Amt Sasenbeide 5857. Reikaenge( Richter- Bräsifion). 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Arbeitsmarkt Stellenangebote Beikmetallfortierer, der Lanaiährige Erfahrungen im Sortieren aufaumeifen bat, per fofort gelucht. Angebote 10 283 Soalentein a. Booler. Berlin& Nr. 37 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts blond, 23. Januar 1926 Vorschläge für die Rationalisierungskommission " Was die amtliche Wirtschaftsenquete zu klären hat. anteile gibt. Diese anderen Untoftenanteile müssen gründlich unter fucht werden. der gesamte Breis fich aus Löhnen zusammensete. Das mag Häufig wird bei solchen Untersuchungen eingewandt, daß zuletzt in der theoretischen Konstruktion richtig erscheinen, in der Bragis gilt es weder für die technische Apparatur noch für die Organifationsleitung eines Betriebes. Sind die einzelnen Untoftenanteile in ihrem Berhältnis zuein. ander festgestellt, dann ist die Rationalisierungsfommiffion erft bei ihrer eigentlichen Aufgabe angelangt. Sie fann dann beweisen, melche Unfoftenanteile tranthaft groß geworden find und deswegen einer Operation fich unterziehen müssen. Hier wird im besonderen eine gründliche Untersuchung sowohl über die tatsächliche Ausdehnung wie über das ökonomisch richtige räumliche Ausmaß unserer Produktionsstätten stattfinden müssen. berührt naturgemäß auch die 3usammenlegung Die Veränderung im Verhältnis der einzelnen Untoftenantelle die Zusammenlegung des Breises aus Produktions- und Berteilungstoften hier ist zu untersuchen, welchen Anteil Transport, Bermittlung und Berteilung am Preise des Produktes beanspruchen. Auch hier wird die Rationalisierungsfommission erst zur vollen Auswirkung tommen, wenn sie nicht nur feststellt, sondern auch Auswege zeigt. Nicht vergessen darf merden, daß heute jedes Produft auf dem Bege feiner Herstellung und feines Abfages, also von der Gewinnung des Rohmaterials bis zum Verkauf des fertigen Fabrikates im Einzelhandel, verschiebentlich mit Untoftenanteilen belaftet ist, deren Höhe fartellmäßig gebunden wurde. Die Reichsregierung hat befannigegeben, daß die Einberufuna eines dreißiggliedrigen Untersuchungsausschusses" bevorsteht, der aus Bertreiern des Reichstages, des Vorläufigen Reichs. wirtschaftsrates, von der Regierung ernannten und von dem Aus. schuß zu wählenden Personen zusammengesetzt sein soll. Die Auf gabe dieses Gremiums von Sachverständigen soll es sein, die brennenden Fragen unserer Wirtschaft zu unterfuchen und zu beantworten. Die Ankündigung dieser wissenschaftlich objektiven Rationali fierungstommission trifft in die recht lebhaft gewordene Berteidigung der deutschen Unternehmer gegen den Borwurf, daß fie an den derzeitigen Zuständen schuldig felen, mitten hinein. Man fann überdies, wenn man will, schon von einer Abwehr- Offensive ber Unternehiner sprechen. Das Trommelfeuer begann mit der Dentschrift des Reichsverbandes der deutschen Industrie". Surzeit versuchen einzelne Industrieführer fühne Borstöße. So hat eben der Kaliindustrielle Roft erg einen Artikel über den Wirtschaftsdirektor" und ähnliches geschrieben, jezt tommt R1önne und reitet in der Deutschen Bergwerts- Zeitung" eine Attade gegen das Lohn fartell", das nicht mehr geduldet werden dürfe, also gegen die Tarifverträge. Im übrigen find alle Unternehmerblätter und Zeitschriften coll von Debatten über Rationalisierung, Normi. fierung, Stillegung und Susammenlegung. Dazu wird dann zumeist auf die Notwendigkeit der herunter drückung der 2ohnquote im Preise der Probufte hingewiesen. Praktisch geht das heute schon so weit, daß die Schlich Zu den Untoftenteilen im Breise des Produftes, die befonders ter aus ,, polfswirtschaftlichen Gründen die Löhne herabsetzen und genau unterfucht werden müssen, gehören weiter die sogenannten daß Arbeitern, die aus tarifmäßig zahlenden Betrieben hinausgeeitungst oft en der Betriebe. Wir haben zweifelsohne eine worfen werden und unter Tarif nicht mehr hineingehen wollen, die starke Ueberlegung der industriellen Führerschaft, was das Quantum Erwerbslosenfürsorge verweigert wird. Es ist deswegen hohe Zeit, der damit beschäftigten Personen anbetrifft. daß die Rationalisierungsfommission ihr Wert beginnt. Wir sind uns schon heute darüber klar, daß sie rasch und direkt auf die Zahl der Arbeitslosen faum eine Einwirtung haben wird. Aber wenn fie wirklich objektiv zusammengefeßt wird und ebenso objektiv und schnell arbeitet, so erscheint schon heute eines ficher, nämlich, daß sie einige Irrtümer über unsere Wirtschaft tot. schlagen und Klarheit für ble 3utunft schaffen wird. Die drei wichtigsten Fragen, mit denen ich nach unserer Auf faffung die Rationalisierungsfommiffion beschäftigen muß, find zweifelsohne Vorauslegungen und Bedingungen der Arbeitsleistung, Berhältnis und Beeinflussungsmöglichkeit des einzelnen, Untoftenanteile des Warenpreises und Umfang und Möglichkeiten des Abfazes der deutschen Produktion im Inland und burch Export. Die Arbeitsleistung. Die Arbeitsleistung spielt in der öffentlichen Distuffion bei der Frage der Lohnbildung und der Preisgestaltung eine entscheidende Rolle. Heute wird zumeist die Arbeitsleistung nur in Beziehung zum Preise des Produktes erörtert, also nur in ihrer Auswirkung; fie wird weniger auf die Möglichkeit ihrer Beein flussung durch Arbeitslohn und Arbeitszeit, also in ihrer Ent. stehung untersucht. Aber für beide Fälle gilt, daß mirflich eraties Material nur in sehr geringem Umfange norhanden ist. Meift handelt es sich bei ben bisher benutzten Argumenten um ganz grobe Berechnungen, bei denen, ohne Ausschaltung ber vielen Fehlerquellen, ganz einfach die Zahl der Beschäftigten mit dem Quantum der gefeisteten Produktion in Beziehung gesezt und dann mit der Bortriegszeit verglichen wird. Es wird Aufgabe der Rationalisierungstommission sein, einmal wissenschaftlich einwandfrei nicht nur die Aus wirtungen der Arbeitsleistung festzustellen, sondern auch zu unter suchen, durch welche äußeren und inneren Borauslegungen die Arbeitsleistung bestimmt wird. In der Auswirkung wird die Arbeitsleistung überdies auch durch Konjunktur, Marttverschiebung, Preisbildung und anderes und nicht etma nur durch den Grad der eigentlichen Arbeitswilligkeit der Beschäftigten bestimmt. Die innerliche Beeinflussung und Gestaltung der Arbeitsleistung ergibt sich aus Leistungs möglichkeit und Leistungs auf wand. Hierzu sei festgestellt, daß der Berein für Sozialpolitit in einem Unterausschuß für die Methodologie von Untersuchuagen über die Arbeitsleistung wichtige Borarbeiten geleistet hat. Er hat eine Zusammenfassung über die möglichen Beftimmungsgründe der industriellen Arbeitsergiebigkeit durchgeführt Sie enthält die Grundlagen für ein Studium der natürlichen Broduktionsbedingungen und Betriebsverhältnisse und der fubjektiven Er. giebigkeitsgrundlagen. Dazu kommen noch Grundsäge speziell für Lohnvergleichungen. Das Material dieses Unterausschusses eft nach dem Abschluß dieser Borarbeiten der Regierung zur Verfügung ge ftellt worden. Weiter jei daran erinnert, daß Profeffor 2ipmann, der Leiter des Institutes für angewandte Bychologie in Berlin, schon im No. vember 1924 im Auftrage des Internationalen Arbeitsamtes etnen Entwurf anfertigte, der die Grundlagen zur Beschaffung einwand freier Materialien zur Frage der Arbeitsleiftung formuliert hat. Arbeitet die Rationalisierungstommiffion nach Grundfäßen, die in der Richtung jener methodologischen Arbeiten des Vereins für Sozialpolitik und des Institutes für angewandte Binchologie fiegen, dann würden sehr viele agitatorische Armmente, die mitunter auch demagogisch find, aus dem Streit um das Problem der Arbeitsleistung verschwinden. Wir fämen endlich zu objettiven Festftellungen, die unstrittig wären und beswegen allgemein an erkannt werden müßten. Es ist für die Arbeitnehmer unerträgli, immer wieder hören zu müssen, daß die Arbeitsleistung geringer fei als vor dem Krieg, obwohl man neuerdings zu gibt, daß wir die Produktionsleistung von 1913 mieber erreicht haben. Bisher ist aberdem völlig ohne Untersuchung geblieben, inwie meit und in welchem Tempo fich Lohnveränderungen auf die Preise auswirken. Auch das gehört ja in feinem Zusammen hang zur Untersuchung der Arbeitsleistung. Produktionskostenteile. Der Lohn steht heute, je mehr er finft, um so weiter im Bordergrund der öffentlichen Wirtschaftsdistusfionen. Es ist dadurch die Meinung erzeugt worden, als ob es im Preise der Brodukte überhaupt feinen anderen Untoftenanteil als Lohn und Gehalt gäbe. Deswegen ist eine Untersuchung des Berhältniffes ber einzelnen Untoftenanteile im Preise des Bro. duftes dringend notwendig. Die Bergarbeiter- Zeitung veröffentlicht jezt eben Selbsttoften. berechnungen einer Reihe Chlortaliumfabrifen aus dem Monat April 1925. Sie ergaben 4,88 bis 12.93 Broz des Bertaufs preises. Wir wissen, daß in der Landwirtschaft der Lohnanteil am Preise des Produftes etwa 35 Broz beträgt, daß er in der auch Lohmuntoftenberechnungen im Bergbau und vereinzelt aus anderen Industrien. Alle diese Ziffern zeigen, daß es neben bem Lohnanteil im Preise des Brobuftes noch andere Untoften Eine sehr wichtige Sonderuntersuchung würde sein, wie schon änderungen auf die Preisbildung, also auf die übrigen am Schluß des ersten Abschnittes angedeutet, inwieweit ohnver Unfoſtenanteile der Produktion, sich auswirken. Hier wäre genau zu studieren, ob und inwieweit Einnahmeverminderung beim Lohnträger sich in seinem gesamten Ausgabebudget gleichmäßig merkbar macht, oder ob Lohnminderung einzelne Teile des Aus gabebudgets besonders start trifft. Diese Untersuchung hängt eng zusammen mit der Feststellung der zeitlichen Auswirkung von Lohnminderung auf die Preisbildung. Der Inlandsmarkt als Produktionsgrundlage. nung Während der Inflationszeit schrumpfte der Inlandsmartt in feiner Bedeutung für die nach privatwirtschaftlichen Grundfäßen arbeitende Produktion faft ganz zusammen. Zuletzt blieb im wesent lichen überhaupt nur noch wenigstens in der öffentlichen Meider Export als Rüdgrat ber deutschen Wirtschaft. Üleber die Ursachen jener Entwidlung ist genügend geredet und geschrieben morten, viel wichtiger, aber leider weniger beachtet ist, daß die Auswirkungen jener Zeit sich noch heute in einer Unterschäzung des inländischen Absages, des Inlands marktes und da mit der inneren Konsumtraft des Landes bemerkbar machen. Die Rationalisierungstommiffion hätte barauf hinzuwirken, daß wir wenigstens insoweit eine Produktionsstatistit erhalten, als not mendig ist, um die Produktionsgröße der deutschen irischaft im Umriß zu erkennen. Dann fann untersucht werten, welcher Teil der Broduktion im allgemeinen und für die einzelnen wichtigsten Industrien im besonderen auf den Inlands marft entfällt. Bei einer Gegenüberstellung dieser Anteile mit der Konjumtraft des Volkes, die ganz wesentlich durch die allgemeine Lohnhöhe bestimmt wird, ist eine einwandfreie Untersuchung der Auffaffung möglich, daß die Produktion auch vom Inlandsmarkt Auffaffung möglich, daß die Produktion auch vom Inlandsmarkt her belebt werden könne. den Privatbanten für den größten Teil ihrer Geschäfte auf ein volles Prozent ihrer bisherigen Zinseinnahmen verzichtet und die 3insspanne zugunsten ihrer Kundschaft entsprechend verringert haben. Die Sparkassen, die wegen ihrer angeblichen Ungeeignetheit für Bankgeschäfte von den Privatbanken aufs bitterste befehdet werden, gehen also in der Sentung der 3inskosten, die allein der Wirtschaft etwas nüßen fann, den Privatbanten voran. Schon seit vielen Monaten haben wir immer wieder gesagt, daß nur der Zinsspanne das Zinsmonopol der Privatbanken zu sprengen und die öffentlichen Bantinstitute fähig sind, durch Berringerung auch von den Spartaffen gefordert, daß sie auf diese Weise den Privatbanken noch schärfer Konkurrenz machen. Daß das heute bei den Sparkassen endlich geschieht, ist zu begrüßen. Es ist aber zu bedauern, daß es so spät geschehen ist; denn es lag privatmirt. schaftlich betrachtet, absolut tein Grund vor, damit bis zur herabseßung des Reichsbantdistonts zu warten. Zu wünschen wäre, daß die übrigen Spartaffen Deutschlands sich dem Schritt Rheinland- Westfalens anschließen und auf dem neubeschrittenen Beg energisch fortfahren. Gespannt darf man darauf sein, ob die Privatbanken nun ihren Berfolgungsfeldzug abblasen und den verdienstlichen Schritt der Sparkaffen anerkennen werden. Man darf wohl mit Sicherheit das Gegenteil erwarten. Amtlicher Großhandelsinder. Die auf den Stichtag bes 20. Januar berechnete Großhan delsinbergiffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 13. Januar( 120,6) um 0,4 Broz auf 120,1 zurüdgegangen. Gesunken sind die Preise für Roggen, Weizen, Gerfte, Buder, Fleisch, Rindshäute, Kalbfelle, Baumwoll garn, Schwingflachs und die meisten Nichteisenmetalle. Höher lagen die Preise für Butter, Schmalz, Heringe und Baumwolle. Bon den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 115,2 auf 114,7 oder um 0,4 Broz, die Industrie stoffe von 130,7 auf 130,3 oder um 0,3 Proz. nachgegeben. Das Ende des Hermann- Konzerns. Was an der Generalver .- G. interessierte, sind weniger die Anschuldigungen gegen den fammlung der zum Hermann- Konzern gehörenden Thüringer Uhren flüchtig gewordenen Geheimrat Hermann, als die Tatsache, daß fongerne meist nicht nach produktionstechnischen, sondern nach speku hier wieder einmal der Beweis erbracht wurde, wie die Inflations Broduktionstechnische vernachlässigt wurde, das ging in traffer Beise ativen Gesichtspuntten zusammengeschlagen wurden. Wie sehr das daraus hervor, daß eine Uhr zu ihrer Herstellung drei Pro duktionsstätten, die sehr weit von einander entfernt lagen, in Süddeutschland, in Mitteldeutschland und in Berlin, durchlaufen mußte, Das erforderte unproduttive Kosten an Frachten, Löhnen und Gehältern. Und mit einem derartigen Konzern, dessen Leiter nicht einmal die einfachsten taufmännischen Regeln der Produktion beherrschte, hat sich die Leitung der Raiffeisenbant in Kreditgeschäfte eingelassen. Weiter beachtlich ist, daß die Verwaltung die Sozial lasten- und Steuerabzüge, die sie den Lohn- und Gehaltsempfängern abnahm, nicht sofort, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, an die Kaffen abführte, in die fie gehörten, sondern im Betriebe arbeiten ließ. Die Anstalten und der Steuerfistus haben erst jetzt von der neuen Berwaltung, die die Abwicklung leitet, ihre Gelder erhalten. Wenn derartige Geschäftsgepflogenheiten jetzt nachgerade den Reiz des Neuen verloren haben, so verdienen sie doch immer wieder öffentlich festgenagelt zu werden. Die Generalversammlung beschloß die Liquidation des Unternehmens und ferner, fich der gegen Hermann schmebenden Strafanzeige anzuschließen. Berlufte der Flettnerschen Rotorschiffgesellschaft. Das Flettner Rotorschiff„ Budau, das feinerzeit so großes Aufsehen erregte, ift Eigentum der Hanseatischen Motorschiffahrts A- G Hamburg. Unter Ausschluß der Bresse fand eine außerordentliche Generalversammlung dieser Gesellschaft statt, in der die Ber waltung Mitteilung vom Verlust der Hälfte des Attientapitals machte und die über eine eventuelle Auflösung der Gesellschaft beschließen sollte. Wie die Verwaltung nachträglich mitteilte, wurde die Beschlußfaffung über die Liquidation pertagt. Die mit so großen Erwartungen 1924 begründete Ge sellschaft hat ein Attienkapital von 450 000 m., dessen Majorität sich im Befiz der Gräflich Thiele- Windlerschen Verwaltung befindet. Die Berluste sollen durch die Unmöglichteit entstanden sein, für die Budau" und das andere im Befiz der Gesellschaft befind liche Verwertungsmöglichkeit der Flettnerschen Erfin dung ist durch diesen Mißerfolg vorerst verneint. Im innigen Zusammenhang mit jener Untersuchung steht eine Nach prüfung der Ergebnisse des staatlichen Eingreifens zur Produktionsprüfung der Ergebnisse des staatlichen Eingreifens zur Produktionshebung, das auf dem Wege über die Kreditgemährung aus öffentlichen Mitteln und über die Reichsbant vor sich gegangen ist. Heute werden die Kredite nicht nach dem Gesichtspunti gewährt, baß zuerst dorthin Geld zu fließen hat, wo es die umfang reichte Arbeitsgelegenheit schafft, es gibt ganz wesentliche Motorschiff Frachtaufträge zu bekommen. Die wirtschaft liche Unterschiete im Wichtigkeitsgrad der Kredite unter dem Gesichtspunkt der mit ihnen ausgelösten Produktions- und Konsumtionskraft! -W Unnormal große Teile der heute laufenden Kredite wirten fich in der Produktion taum aus, sie tommen in ihrer Auswirkung über den geldwirtschaftlichen Kreislauf nur wenig hin aus. Biele Kredite auch der Reichsbant werden praktisch heute nur zur Ablösung anderer Kredite genutzt. Darin liegt sicher insofern eine Erleichterung, als aus furzfristigen Schulden neue Berpflichtungen entstehen, die langfristiger fine. Aber die entscheidende Bedeutung der Kredite liegt auf einem ganz anderen Ge biete. Bir brauchen Kredite, die der Konsumtraft neuen Impuls geben. So fann die Rationalisierungsfommission außerordentlich viel Rügliches leisten, wen fie tief eingewurzelte agitatorische Behaup tungen und Streitformeln auf ihren tatsächlichen Gehalt zurückführt. Das wäre eine Bereinigung vieler Gebiete der Diskussion über volkswirtschaftliche und darüber hinaus auch sozialer Fragen. Hat die Remmission auf diesem Gebiete Erfolg, dann muß sich die Aus mirtung in einem größeren Verständnis für die Notwendigkeiten der Wirtschaft bei den regierenden Stellen und bei sonst öffentlich auf die Wirtschaft Einfluß nehmenden Personen zeigen. Damit wird sicher fein Klaffenfampf beseitigt, aber ebensowenig die Gewerkschaften wie die Arbeitgeberverbände bekämen im Wirtwird irgendwelchem fachlichen Interesse ein Unrecht getan. Sowohl schaftschaos fe ften Ertenntnisgrund. Und das ist doch die Aufgabe einer Rationalisierungsfommiffion". Kurt Heinig. * Sparkaffen den Privatbanken voran! Berringerung der Zinsspanne in Rheinland- Westfalen. Die rheinisch westfälischen Spartassen haben auf Borschlag ihrer Verbandsleitung einen Schritt getan, der angesichts des erbitterten Kampfes der Privatbanken gegen die Spartassen höchste Beachtung verdient. Sie haben zwar auch, wie die Privatbanken, die Binsfäße für auflaufendes Konto ausge. Liebene Gelder um 1 Broz. ermäßigt. Gleichzeitig haben sie aber nicht, wie die Brrivaibanten, die 3ins vergütung für Ein lagen ebenfalls um 1 Pro3. herabgesetzt, sondern für den Sched. und Koniotorrentverkehr nur um ½ Bro3. und für Einlagen mit besonderen Kündigungsfristen überhaupt nicht. Außer mit besonderen Abzahlungsbank für Klaviere. Die Selbsthilfe der Industrie, durch Errichtung von Banken zur Finanzierung des Abzahlungsge schäfts den Inlandsabjah zu steigern, macht weitere Fortschritte. Nach der Autoindustrie ist auch die Klavierindustrie zu dieser Methede der Absagerweiterung übergegangen. Eine Anzahl der be fanntesten Pianofortefabriken, darunter Bechstein, Blüthner und Ibach, haben zu diesem Zweck die Kreditgemeinschaft deut cher Pianofortefabriten G. m. b. H. Berlin gegründet, die von einer Schweizer Gesellschaft einen namhaften Kredit erhalten hat. Die Schaffung zentraler Abfagfinanzierungsbanken für Konfumindufirien ist außerordentlich charakteristisch für die Tatsache, daß den Konsumenten für größere Objette absolut die Kauffähigkeit fehlt und die Art, wie die Industrie ihren Betriebskapital mangel durch gemeinschaftliche Organisation der Kapital werbung im Ausland zu überbrüden fucht. T Eine Standardausstellung für Kunstfeide. Die ersten Firmen der deutschen Kunstseidenindustrie find angesichts der vielfachen wenig qualitativen Maffenproduktion in der Kunstseideerzeugung überein getommen, auf der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse eine stalten. Diese Ausstellung, die auf das genauefte den ProduktionsKunstseiden Ausstellung im Graffi- Museum zu veran balb un so bemerkenswerter, weil sie von den größten deutschen gang durch die verschiedenen Bearbeiter verdeutlichen wird, ist des. Kunstseidenfirmen mit der deutlichen Absicht unternommen wird, der minderbewertung der Kunstseide entgegenzu arbeiten, die durch die Streckung bei einer nicht gewissenhaften Weiterverarbeitung stets neue Nahrung erhält. ay gani Die Abnahme der englischen Ausfuhr. Die Wareneinfuhr nach England betrug im abgelaufenen Jahre 1322,6 min, fund Sterling. Das ist gegenüber dem Jahre 1924 ein Mehrbetrag von 45,4 mill. Pfund Sterling. Die Ausfuhr während derselben Periode erreichte nur 773,1 Mill Pfund, was einer Verminderung von 27,9 Mill. Pfund gegenüber den Ausfuhrziffern von 1924 darstellt. Die Abnahme der Ausfuhr ist dem Umstande zuzuschreiben, daß Großbritannien im Jahre 1925 für 21 Millionen Pfund Sterling Kehle weniger als im vergangenen Jahre ausgeführt hat. Frankreichs Ausfuhrüberschuß. Infolge der Frantinflation hat Frankreich auch im legten Jahre einen Ueberschuß seiner Waren ausfuhr über die Einfuhr erzielt. Nach der amtlichen Statistik schließt die franzöfifche Außenhandelsbilanz mit einem Ausfuhrüberschuß von 1,5 Milliarden Frant ab. Der Bert der Einfuhr hat mit 43,9 Milliarden Frant gegenüber dem Borjahr eine Erhöhung von 4,05, der der Ausfuhr mit 45,4 eine solche von 3,9 milliarden lionen Tonnen um 9,2 millionen gegenüber dem Borjahr gesunken, mogegen die Ausfuhr mit 30,2 milliarden Tonnen eine Steigerung von 0,8 Millionen aufmeift. Runstporzellanindustrie( Meißen) bis auf 95 Broz. steigt, wir haben dem wurde der Hypothekenzinsfuß, der bisher 10 bis 12 Broz. be. Frant erfahren. Dem Gewicht nach ist die Einfuhr mit 47,4 mil trug, allgemein auf 10 Pro3. festgefeßt. Daraus ergibt fich, daß die rheinisch- westfälischen Spartassen im Gegensatz zu silad Der Reichshaushalt für 1925. Annahme zahlreicher Entschließungen. Die gestrige Reichstagssigung wurde um 3,25 Uhr vom| dazu ein sozialdemokratischer Antrag: Dieselbe Förderung ft finnPräsidenten Löbe eröffnet. Bor Beginn der fortgesetzten dritten Beratung des Reichshaushalts teilte der Präsident mit, daß heute über insgesamt 350 Anträge und Entschließungen abzustimmen sei. Die Haushalte für die Allgemeine Finanzverwaltung und für die Kriegslasten werden ohne Aussprache angenommen. Zum Etatges ez bemerkt Abg. Studien( Soz.): Wenn der Etat mit einer Ausgabe von 7 Milliarden Mart hinausgeht, so dürfte wieder der Borwurf erhoben werden, die Republit arbeite zu teuer. Es kann aber nachgewiesen werden, daß dieje Behauptung durchaus falsch ist. Die Republit ist im Gegenteil in sehr ausgedehntem Maße auf Sparsamteit bedacht. Von den Ueberweisungen an die Länder kann abgesehen werden, denn das sind eigentlich nur Durchgangsposten. Man muß aber beachten, daß die Mart von heute nicht mehr die Mart von früher ift. Im Jahre 1913 haben die Ausgaben des Reichs 3520 Millionen Mart betragen. Heute hat das Reich für sich ohne die Länder eine Ausgabe von 5700 Millionen Mart. Also 2200 Millionen mehr als vor dem Kriege. Ein Blick auf den Pensionsetat erklärt diese Mehrausgabe. Für Pensionen haben wir 1913 146 Millionen ausgegeben, beute geben wir dafür 1400 millionen aus. Der verlorene Krieg hat dem Reiche eine ganze Menge neue Aufgaben gebracht. Für die Abwicklung des alten Heeres, für Kriegsgefangene, Auslandsdeutsche, für Flüchtlinge mußten die bestehenden Behörden vergrößert, neue Behörden eingerichtet werden. Daß die meisten dieser Behörden so rasch wie möglich wieder abgebaut werden müssen, besteht tein Zweifel. Bom Penfionsetat entfallen allein auf die Militärversorgung froh der unzureichenden Renten 1135 millionen Mart. Diese Belaftung wird zweifellos noch lange Zeit bestehen bleiben. Diese Belaftung wird aber noch erschwert durch die Benfionen der Angehörigen der früheren faiserlichen Armee. Diese Kreise, in denen man sehr schlecht auf die Republit zu sprechen ist, haben bisher nicht ab gelehnt, von der Republit Gelder zu nehmen. ( Sehr mahr! links.) Wir müffen an Pensionen bezahlen für die afte Wehrmacht: 9 Minister, 107 tommandierende Generale und Admirale, 358 Generalleutnants und Bizeadmirale, 958 Generalmajore and Konteradmirale, 1498 Obersten und Kapitäne, 1385 Oberftleutnants, 5729 Majore, 9514 Hauptleute und Rittmeister, fonftige Offiziere 18 501. Daß sind allein die Pensionäre aus dem Reich der alten Armee. Nun hat ein Gerichtsurteil bestimmt, daß den pensionierten Offizieren die Pension der Stelle zukommt, die sie hatten, nicht des Dienstgrades, den fie befleideten. Aber die Wünsche dieser Leute geht noch viel weiter. So verlangen die Militärrichter, die mit ihrem Gehalt penfioniert worden sind, daß sie auch jetzt im Gehalt aufrüden. Die Reichs mehr hat zurzeit an Benfionären 4 Generale, 28 Generalleutnants, 52 Generalmajore, 134 Obersten, 162 Oberstleutnants, 207 Majore, 379 Hauptleute und 1152 sonstige Offiziere. In der allgemeinen Reichsverwaltung beziehen Wartegeld 21 Staatssekretäre, davon allein 6 aus der Reichstanzlei, 15 Ministerialbirettoren, 27 Präsidenten und Gesandten, die alte Armee stellt 3850 Wartegeldempfänger. Daß in diesen Stellen ein Wechsel stattfindet, liegt am parlamentarischen System. Aber es ist zweifellos nicht zu verstehen, daß Leute, die vielleicht zwei Monate Staatssekretär waren, hier ihr ganzes Leben lang Wartegeld beziehen. Eine andere Art der Berfor gung muß Blat greifen. Dann haben wir als Benfionäre 5 Reichskanzler, 35 Minister, 6 Staatssekretäre, 12 Ministerial direttoren und 50 Bräsidenten. Die Herren sollen gewiß nicht ohne Entschädigung ausscheiden, aber im Interesse der Reichsfinanzen wird der Frage näher getreten werden müssen, ob jeder, der von außen in den Berwaltungskörper als Staatsfefretär, als politischer Beamter hineinfommt, dann gleich als Beamter gelten foll, und damit einen Anspruch auf Wartegeld oder Bension erwirbt. Die von den Berwaltungen geübte Sparfamfeit hat manchmal etnen ganz wunderlichen Beigeschmad. In Schleswig z. B. braucht eine Garnisonverwaltung 1 Liter Tinte, 6 Bleistifte, 200 Bogen Bapier und einen Radiergummi, dazu fordert fie 12 Ge Ichäftsleute auf, Offerten einzureichen.( heiterfeit.) Benn in solcher Weise gespart wird, braucht man sich nicht zu mundern, wenn die Ausgaben weiter anwachsen. Nun leiden wir daran, daß wir nicht wie früher die Anleihen für die Ausgaben des außerordentlichen Etats befommen. Wer foll aber auch einem Staatsmejen etwas borgen, daß seine Gläubiger mit 5 Pro abgefunden hat und ihnen die 5 Broz in absehbarer Zeit nicht einmal bezahlen wird. Alle Ausgaben des außerordent lichen Etats müssen daher aus den ordentlichen Ein nahmen herausgewirtschaftet werden. Die Finanzwirtschaft, die die ohnehin schwer belastete Gegenwart auch noch zugunsten der Butunft belastet, ist für längere Zeit nicht mehr tragbar. Wenn erst die Reparationsleistungen aus dem Etat heraus gewirtschaftet werden, dann wird das Finanzelend erst recht in die Erscheinung treten. Nun tun sich heute überall Sparforporationen auf. Der beste Sparkommissar ist aber der Reichstag felbst, er muß nur von seinem Budgetrecht Gebrauch machen Zum Schluß das eine, man soll nicht einfach mit Zahlen operieren, man stelle die 5 Milliarden, die die Reichsverwaltung toftet, den 3½ Milliarden in Geldwert gegenüber, die wir im Frieden gebraucht haben. Man denke an die Reparationen, 300 Millionen Mart zahlen mir in diesem Jahre aus dem Etat, man dente an die gesteigerte Pensionslast, dann wird man jedenfalls fagen müssen, daß der Borwurf ungerecht ist, die Republik arbeitet zu teuer.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Torgler( Komm.) vermißt auch heute noch die versprochene Neuregelung der Beamtenbesoldung. Damit ist die Aussprache über die Etats geschleffen. Es folgen zunächst die zurückgestellten Abstimmungen. Angenommen wird ein Antrag, zur Behebung der Not des Winzer ftandes 11 368 M. zu bewilligen. Ein deutschnationaler Antrag, 25 Millionen Mart für Siedlungszwede zu bewilligen, wird an den Hauptausschuß verwiesen. Bewilligt werden 5 Millionen Mart für Kinderspeisungen. Das Etatgefeg wird angenommen. Es folgen jezt die Abstimmungen über die zu den Haushalten vorliegenden Entschließungen. Als die wichtigsten Entschließungen find zu erwähnen: Beim Haushalt der Reichskanzlei: Die Borlage eines Bersorgungsgefeßes für politische Beamte. Beim Auswärtigen Amt: Startere Fühlungnahme des Auswärtigen Amts mit dem Reichsminifterium des Innern in der Frage des Auslandsdeutschtums. Bahrung des Budgetrechts des Reichstags bei der Neueinrichtung teutscher Auslandsvertretungen. Förderung der Retsen deutscher Studierender ins Ausland und ausländischer Studenten durch Deutschland; gemäß auf die Teilnehmer an den von den gewertschaftlichen Berbänden veranstalteten Wirtschaftsschulen und Wirtschaftskursen auszudehnen. Beim Reichsministerium des Innern: Erwägungen über wirksame Schutzmaßnahmen zugunsten der gefährdeten deutschen Minderheiten in fremden Staaten. Berlage einer bis zum 1. April d. 3. fortgeführten Statistit über den Umfang der oftjüdischen Einwanderung seit dem 1. August Borlage eines Reichsgefehes gemäß Artikel 48 der Verfassung. Aufhebung des Gesetzes zum Schuhe der Republit. Borlegung eines Gefeßentwurfs über die Amneft ierung Don Disziplinarvergeben der Reichsbeamten. 1914. Reine Disziplinarmaßnahmen auf Grund von Betitionen oder Schreiben einzuleiten, die von Reichsbeamten herrühren und durch Mitglieder des Reichstags zur Kenntnis der Reichsbehörden gelangt find. Borlage einheitlicher Grundsätze für die Laufbahnen der Beamten aller Reichsbehörden. den betreffenden Gebäuden durch das vorgeschriebene amtliche Dafür Sorge zu tragen, daß der Sitz von Reichsbehörden an Reichswappen tenntlich gemacht wird. Das Beflaggen der vom Reich zur Verfügung gestellten Dienstwohnungen mit anderen als ben verfassungsmäßigen Reichs- und Landesfarben zu verbieten( es erregt allgemeine Heiterkeit, daß für diese Entschließung, die die Beflaggung mit fchwarzrotgoldenen Fahnen verlangt, auch die Kommunisten Berlage eines Gefeßentwurfs zur Regelung der großen ristlichen Feiertage ftimmen). Festlegung eines allgemeinen Boltstrauertags für die hm Weltfrieg Gefallenen. Beseitigung der Härten in folchen Fällen, in denen die Unmöglichkeit, die für die Eheschließung oder Chefcheidung gefeßlich vorgeschriebenen Urtunden beizubringen, zu schwerer Ge wiffensnot geführt hat. Borlage von Richtlinien über die Regelung des Rundfunts. Maßnahmen zur Durchführung einer einheitlichen Lehrerbildung durch die einzelnen Länder. Bereitstellung von Mitteln, um leistungsfähigen und würdigen Kindern unbemittelter und wenig be. mittelter Eltern eine über die Volksschulreife hinausgehende Schulbildung zu ermöglichen, Zum Etat des Reichsfuffizminifteriums wird eine deutschnationale Entschließung, wonach das, bei den Prozeffen gegen die Kriegsbeschuldigten vor dem Reichsgericht gewonnene Material herausgegeben werden soll, abgelehnt. Beim Reichsernährungsministerium werden Entschließungen angenommen, die sich beziehen auf Förde. rung der Grünlandwirtschaft, Gewährung von Krediten, Intensivierung der Betriebe, Berufsausbildung der Landwirte, Förderung des Milchverbrauchs, Ermäßigung der Frachttarife, Staatshilfe für Bächter und Siedler. Ein sozialdemokratischer Antrag auf Mitwirkung von Gewertschaftsvertretern und Betriebsräten bei Beratung und Durchführung der Maßnahmen zur Steigerung der Produktion, wird durch Auszählung mit 151 gegen 134 Stimmen angenommen. Eine Ausschußentschließung, aus den Ueberschüssen der Reichsgetreidestelle bis zu 50 Millionen Mart zur Förderung der Meliorationen. zur Verfügung zu stellen, wird angenommen. Beim Reichsfinanzministerium wird eine sozialdemokratische Entschließung auf Vorlage eines Ge fegenimurfs zur Aenderung des Branntweinmonopolge. leges angenommen. Beim Reichspoftministerium wird eine sozialdemokratische Entschließung, die Reichsregierung zu erfuchen, alle in dauernden Dienstposten befindlichen Helfer bei der Reichspoft in das Beamtenverhältnis zu überführen, von der bürgerlichen Mehrheit abgelehnt. Angenommen wird eine Reichsdruckerei vor der Privatindustrie zu bevorzugen. Entschließung, bei Drudaufträgen der Reichsbehörden, die Die Berhandlungen wurden um 6% Uhr auf Sonnabend nachmittag 2 Uhr vertagt. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Antrags auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses über die Fememorde Parteinachrichten Sinfendungen für diefe Rubrif find Berlin 68. 68, Sindenstraße& für Groß- Berlin flets an das Bezirksjekretariat, 2. Sot, 2 Eres. rechts, an richten Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr Sigung des er welferten Borstandes im Jugendheim Lindenstraße 3. 7. Arels Charlottenburg and Svanban. Suriftifche Spoedflambe flabet am Sonnabend, den 25. Januar, nachmittags von 5-6 Ubr, im Jugendheim Rolinenftr. 4 fbatt. 14. Areis Reukölln, Selferinnen zum Abwiegen von Lebensmitteln werden benötigt. Beginn Montag, den 25. Januar, vormittags 9 Uhr, im Ratbous, Rimmer 423. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Borlage einer Dentschrift über ble hauswirtschaftliche Sonntag, den 24. Januar: Ausbildung der Mädchen. Einheitliche Regelung der Schulbildung taubftummer Rinder in den einzelnen Ländern. Herausgabe eines einheitlichen statistischen Jahr. buchs für das höhere Schulmesen 11. 6. Stadmittone 4 b: Abteilungsvergnügen in ber Bochschulboomerei, Großer Gaal, See-, Ede Amruner Straße. Die Genoffinnen und Genossen fowie Parteifreunde find herzlichst eingeladen. Die Abteilungsleitung. 91. Abt. Neukölln. Nachmittags 4 Uhr findet im Rarlsgarten ein Winterfest augunsten der arbeitslosen Genoffen ftatt. Rahlreiche Beteiligung der um Tiegenden Abteilungen erwünscht. Wiederherstellung der Fahrprets ermäßigun. ebeitsgemeinschaft bez Kinderfreunde. Berlin- Mitte: Befuch der Obstbaugen im früheren Umfange für Fahrten im Interesse der Jugendpflege. Einführung von 6 Wochenstunden für Leibesübun gen in allen Ländern. Steuerfreiheit bei Beranstaltungen von Lelbesübungen. Bei der Abstimmung über eine sozialdemokratische Entschließung: Die Wirksamkeit des Reichsjugendwohlfahrts gefeges ist im vollen Umfange wiederherzustellen. wird eine Auszählung des Hauses vorgenommen. Die Entschließung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demofraten abgelehnt.( Bfuil- Rufe lints.) Bor der Abstimmung über die vom Hauptausschuß vorge legten Entschließungen zur Alkoholfrage, insbesondere zur Borlage eines brauchbaren Gemeindebestimmungsrechts beantragt Abg. v. Guerard( 3.) die Rüdüberweisung an den Ausschuß. Das wird durch Auszahlung mit 191 gegen 164 Stimmen beschlossen. " 1 fedlung Eden". Treffpunkt 7% Uhr Stettiner Borortbahnhof. Fahr Barte bis Oranienburg. Abfahrt ab Stettiner Bahnhof 7.50 Uhr, ab GeSundbrunnen 7.56 Uhr. Interessierte Genoffen find herzlich eingeladen. Gruppe Reinidendorf- Off: Nachmittags 3% Uhr findet die nächste Bufammenfunft im Jugendheim( Seebad) ftatt. Ciwalde. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung vom Lokal Lindner, Bahnbofftvake, aus. Erscheinen aller Parteigenoffen ist Bflicht. Sunglozialisten. Gruppe Fallenberg: Seute, Gonnabend, den 25. Januar, abends pünktlich 8 Uhr, im Jugendheim Zusammenkunft. Thema: Jugendweihe". * Sterbetafel der Groß- Becliner Partei- Organisation 15. bt. Unfer altes Bartelmitalieb Oulban 2ebmp fuh!, Bolliner Straße 34, ift am Mittwoch, den 20. Januar, verstorben. Einäfcherung am Monton, ben 25. Januar, vormittaas 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Bebeiligung ersucht die Abteilungsleitung. 45. bt. Unier Genosse Adolf Runge, Grünauer Str. 4, ift verstorben, Cinäfcherung am Sonnabend, den 23. Januar, abends 6 Uhr, in Boumschulenwen. Bir mezbeu ihm ein ehrendes Andenken bewahren und bitten um rege Beteiligung. 93. Abt. Renton. Am 19. Samar verftarb poklich unfer Genoffe, MitEinDagegen wird eine Entschließung angenommen gegen das Im- alted bes Abteilungsvorstandes und stets rühriger Baul George äfcherung am Montag, den 25, Januar, nachmittags 4% Uhr, im Krematorium Richgreifen des Mißbrauchs von Betäubungsmitteln Baumschulenweg. Rege Beteiligung wird erwartet. ( Morphinismus und Rofainismus) mit größerem Nachdrud vorzugeben. Minifterium für die besetzten Gebiete. Berminderung der Besatzungsstärke wünscht, Entschädigung an Angenommen werden eine Reihe von Entschließungen, die eine Berfonen, die während der Besatzung zu Schaden getommen find, verfahrens, Maßnahmen zur Beseitigung der Wohnungsnot. Gewährung von Darlehen, schnellere Abwicklung des Entschädigungs Beim Reichswirtschaftsministerium Jugendveranstaltungen. Arbellerjugend und Kunst. Der 2 bend( Arbeiterjugend und Theater) findet am Tommenben Gonn Batt. Referent Genosse tan abends: Uhr, im Jugendbeim Sindent. De Reficiente. Einzelfarten 20 f. Heute, Sonnabend, den 23. Januar: wird baldige Durchführung der Produktionsstafiftit für die ver. schiedenen deutschen Wirtschaftszweige verlangt. Ferner werden Maßnahmen zur Erhaltung des Reichswirtschaftsgerichts gefordert. Mit knapper Mehrheit angenommen wird ein sozialdemofratischer Antrag, die Errichtung eines Kartellregiffers anzuordnen und ein dem Gemeinwohl des Boltes dienendes unabhängiges Rartellamt einzuseßen. Ferner wird die Reichsregierung um Maßnahmen ersucht, um die unerträgliche Notlage der in der oberfränkischen Korbwarenindustrie und in der thüringischen und oberfräntischen Spielwarenindustrie Beschäftigten zu mildern. Im Hammelsprung mit 174 gegen 156 Stimmen angenommen wird eine Entschließung, die sich gegen Mißstände im Hausierhandel Sauptstr. 15. Lichtbildervortrag abends 7 Uhr. Berbebezirk Neufölu. Abends 7 Uhr im Jugendheim Canner Straße, Delegiertenfonferena. Abt. Often( Betersburger Biertel): Bunter Abend in der Aula des Reala nmnafiums Roppenstraße. Ansprache, Mufit, Rezitationen, Volls. tänze, Hans- Sachs- Spiel. Einlak 6% Uhr. Eintritt 30 Bf. wendet. Beim Reichsarbeitsministerium wird eine Denkschrift über Wohnungsnot und Wohnungsneubau im Deutschen Reiche gefordert, ferner eine Dentschrift über bas länd liche Siedlungswesen. demokratische Entschließung überwiesen: Dem sozialpolitischen Ausschuß wird folgenbe fozialanstalt für Angestellte die Voraussetzungen zu prüfen für Die Reichsregierung zu ersuchen, mit der Reichsversicherungseine Reform der Angestelltenversicherung auf folgender Grundlage: 1. Unterstellung aller Angestellten unter die Berficherungspflicht mit Ausnahme solcher Angestellten, die als Bertreter des Arbeitgebers zu gelten haben, sofern ihr Jahresgehalt 9000 Mart übersteigt. 2. Berkürzung der Wartezett für die benenrente auf 60 Beitragsmonate. interblie. 3. Eine wesentliche Erhöhung des Ruhegehalts, der Steigerungsbeträge und der Kinderzuschläge. 4. Ausgestaltung des Heilverfahrens zu einem Rechtsanspruch der Versicherten, sofern der Bertrauensarzt der Anstalt das Heilverfahren befürwortet. 5. Direkte Wahl des Verwaltungsrats durch den Berficherten nach dem Verhältniswahlsystem. 6. Im Falle der Wanderversicherten Anrechnung van Beiträgen, die zur Invalidenversicherung geleistet worden find, auf die Wartezeit in der Angestelltenversicherung. Zum Etat des Reichswehrminifteriums werden Anträge auf Schaffung einer besonderen Gehaltsord. nung für Reichsheer und Reichsmarine, auf statistische Bearbeitung der Kriegserfahrungen, auf den Gebieten des Gesund heitswesens und der Krantenbewegung und auf Verbesserung der ' Marinezahlmeisterlaufbahn, angenommen. Morgen, Sonntag, den 24. Januar: Often( Stralaner Biertel): Fahrt nach Ertner. Treffpunkt 7 Uhr Stralan Ruurmelsburda. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4, GiaßbrennerAbend. Schöneberg 1: Funktionärfikung um 4 Uhr im Jugendheim Rubens-, Ede Sauptstraße. Der Seimabend fällt aus. Dafür Treffen um 64 Uhr zur Rentralveranstaltung am Raifer- Wilhelm- Blah. Schöneberg III: Jugendheim Steglig I: Fahrt. Treff punkt 8 Uhr Bahnhof Südende. Werbebegir! Kreuzberg. Bormittags 9 Uhr im Jugendheim Reichenberger Str. 66, Delegiertenverfammlung, Tagesordnung: 1. Referat: Die Wirtschaftstrife". Referent Genosse Buttkamer. 2. Jahresbericht. 8. Wahlen. 4. Unfere fünftige Arbeit. Werbebezirk Reutönn. Abends 8 Uhr im Jugendheim Canner Straße, Löns- Abend. Vortrag, Vorlesung, Lieder aur Laute, Das Seim wird um 6 Uhr geöffnet. Werbebezirk Oberfpree. Alle Abteilungen werden erfucht, an der Einweihungsfeier des Adlershofer Jugendheims, Roonftr. 16( Eingang Rinderhort), teilzunehmen. Beginn 4% Uhr. Werbebezirk Oftbahn. Abends 7% Uhr im Jugendheim Bartaue 10 Gattrischer Abend. Werbebezirk Reinidendorf. Werbebezirksfahrt Tenet: Summter Gee, Muhlenbeder Gee, Briefethal, Birkenwerder, Treffpunkt 8 Uhr vor dem Tegeler Jugendheim. Schlitten mitbringen. 95 Dorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebaftianftr. 37/38. Hof 2 Tr. Ortsverein Petershagen- Fredersdorf: Go., d. 23., abends 8 Uhr, bei Madel Petershagen, Berfammlung gegen die Fürstenabfindung. Alle Kameraden 7% Uhr antreten bei Graßmann. Ruberverein Borwärts" Berlin, e. B. Sonntag, 24. Januar, Rodel- und Schlittschuhfahrt nach dem Grunewald. Treffpunkt 49 Uhr Wannseebahnhof ( Sperre). Rur Freibenker- Jugendweihe. Weitere Vorbereitungsturfe find eingerichtet: Adlershof, Radideftraße, 3. Gemeindeschule, Montag 3%-5% Uhr: Rieberfchöneme ide. Berliner Str. 31. Dienstag 3½- 5% Uhr: Seae L Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Krieger. hinterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, veranstaltet an Montag, 25. Januar, 7% Uhr, in der Aula des Kaifer- Friedrich- Realanmnasiums, Raiser- Friedrich Stroke 209-210, eine Generalversammlung. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, 20, Bezirk. Dienstag, 26. Jo muar, 7% Uhr, im Rastanienwäldchen", Reinickendorf- Oft, Residenstraße. Ede Bankower Allee, Mitgliederversammluna. Bortrag des Genoffen Fr. Gacht leben: Kirche und Frei enfertum". Mitgliedsbuch legitimiert. Tresdowftr. 26-31, 2. Gemeindefdule, Donnerstag 4-6 Uhr. Bereinigung der Sachsen und Thüringer. Sonntag, den 24. Januar, abends 6 Uhr, in Geehad's Restaurant, Willibald- Aleris- Str. 5, Seiterer Abend. Landsleute find singeladen.