Nr. 43 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 22 Bezugspreis: 233chentlich 70 Pfennig, monatlid 8. Reichsmart voraus zahlbar. Unter Areuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelaebiet, Defterreich. Litauen, Luremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. Lung und Aleingarten fomie der Beilage Unterhaltung und Bissen und Frauenbeilage Frauenftime erfcheint mochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm Abreffe: Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltiae Ronpareille Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 6.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Bort 23 Bfennig ( auläffa amei fettgebrudte Morte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche bas erfte Wori 15 Bfennig. tebes weitere Bort 10 Biennia. Worte über 15 Buch staben zählen. file amei Borie Arbeitsmarkt Reile 60 Bfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden Frake 3. abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Mittwoch, den 27. Januar 1926 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe ginbenstr. 3. Luthers dürftiges Programm. Erste Schlappe: Völkerbund- Debatte gegen den Willen der Regierung. Nach manchen Reden heißt es:" Biele Worte, um nichts zu sagen. Für die Regierungserklärung von gestern gilt das nicht. Sie war furz und nichtssagend. Um die Frage, wann Deutschland in den Bölter bund eintreten wird, ging fie herum. Richtig verstanden, läßt sie wohl erkennen, daß es bald geschehen soll, aber man möchte geschwind noch diese Frage als ein Drudmittel benutzen, um die Verminderung der Besatzungsstärke durchzufegen. Die Verminderung der Besatzungsstärfe so schnell wie möglich bis auf Null wünschen wir alle. Wenn Deutschland im Bölkerbund ist, tritt der Vertrag von Lacarno in Kraft. Dann ist die Fortdauer der Befagung überhaupt ein Widerfinn. Aber Deutschland ist noch nicht im Völkerbund, der Sicherheitsvertrag ist noch nicht in Kraft, und die Deutsch nationalen renommieren, wenn sie wieder in die Regierung fämen, würden sie den Vertrag nicht anerkennen. Daraus fchlußfolgern die Französisch nationalen, daß Deutschland ein zweideutiges Spiel freibe, daß die Sicherheit des Vater landes bedroht sei, und daß nur eine starte Bacht am Rhein ufw... man fennt den Tert hierzulande. Darauf stellen wieder die Deutsch nationalen fest, daß Frankreich seine Bersprechen nicht halte. Sie fordern in einem Antrag: Deutschland soll erst in den Völkerbund, wenn die Gegenseite erklärt, daß der Vertrag von Locarno feinen Ver zicht auf deutsches Land bedeutet, wenn alle gleichmäßig ab gerüstet haben, wenn Deutschland seine Unschuld am Ausbruch des Weltfriegs bestätigt wird, wenn die Besagungsfristen wesentlich abgekürzt sind und die Besatzungsstärke von 75 000 Mann auf 50 000 Mann, die deutsche Friedensstärke, herabgesetzt ist. So lange will Herr Luther nicht warten. Aber die Frage der Befagungsstärke möchte er noch regeln, bevor er den Eintritt in den Bölferbund vollzieht. Die 25 000 Mann zu viel, die im besetzten Gebiet stehen, nehmen den Einheimischen Wohnungen weg. Darin be steht die Bedeutung des Streits. Alles übrige ist ziemlich belanglos. Der Unfinn bleibt derfelbe, ob es 75 000 sind oder 50 000. Mögen sie alle baldmöglichst nach Hause zurückfehren! Aber wie friegt man sie heraus? beeilen. Aus den inneren Gegenfäßen dieses Gebildes erklärt sich die Inhaitlosigkeit und Berschwommenheit der Kanzlerrede. Eine magere Brühe, auf der als einziges fleines Fettauge das Bersprechen schwimmt, den Kurzarbeitern eine gewife Unterstügung zufommen zu lassen. In der Frage des Achtstundentags ist ein Rückschritt hinter Roch s Programm zu verzeichnen. Jetzt wird auch Englands Zustimmung gefordert, wenn das Abtommen von Washington ratifiziert werden soll. Koch hatte sich mit Frankreich und Belgien zufriedengegeben. Ueber die Wirtschaftsfrise nicht viel mehr als Redensarten. Steuerabbau. Man muß abwarten, wo abgebaut wird. Kreditversprechen. Lob der Preisabbau- Aktion mit Heiterfeitserfolg. In dem kurzen innerpolitischen Teil der Rede fein Wort zum Schuh der Republif. Erlauben die Boltsparteien" das nicht? Anfündigung einer Wahlreform, die auf Verkleinerung der Kreise unter Beibehaltung des Verhältnissystems hinauslausen dürfte. Ein Wahlrechtsraub", den die Kommunisten dahinter wittern, Wahlrechtsraub", den die Kommunisten dahinter wittern, tommt schon deshalb nicht in Betracht, weil er nur mit einer 3weidrittelmehrheit durchzuführen wäre, die nicht vor handen ist. Die Frage der Fürstenpermögen soll reichsgesehlich geregelt werden, wobei dem Bolte die Unruhe eines BoIfs entscheids erspart werden möchte". Bu spät! Die„ Unruhe" ist schon da! ** Morgen fpricht als erster Genosse Hermann Müller. Er wird, vermuten wir, Luther mancherlei zu fragen haben und ihm dadurch Gelegenheit geben, seine dürftige Erklärung zu ergänzen. Dann wird man sehen, ob die neue Regierung Aussicht hat, auch nur die erste Reichstagsdebatte zu überleben. Nach Müller sprechen West arp( Dnat.), Sedert ( Komm.), Dremiz( Wirtsch. Bgg.), Graefe( Völf.). Für die Mitte soll Fehrenbach( 3.) eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Eine zweite Rednerreihe folgt, und Donnerstag abend soll die Entscheidung fallen. 營 Auf der Tagesordnung des Reichstags stand gestern als einziger Punkt die Entgegennahme einer Erklärung der Reichs. regierung. Reichskanzler Dr. Luther nimmt sofort das Wort. Die Kommunisten begrüßen ihn mit lärmenden Rufen. U. a. hört man: Geßler raus! Reichstanzler des Kabinetis aus: Die jetzige Regierung ist als MinderheitsregieDr. Luther führte nach einem Rückblick auf das Zustandekommen rung auf die Mithilfe nicht zur Regierung gehörender Parteien grundsätzlich angewiesen. Sie erbittet diese Mithilfe, damit sie in einer schwierigen außenpolitischen Lage und einer Wirtschaftsfrife Don größtem Ausmaß die Geschäfte des Reiches fachgemäß und zum Nußen des Volkes führen kann. In der Außenpolitik ist der Weg, den die Reichsregierung zu gehen hat, durch den am 1. Dezem und durch die allgemeinen Richtlinien, die ich in meiner Reichs ber 1925 in Lonton abgeschlossenen Vertrag von Locarno tagsrede vom 23. November 1925 ausgesprochen habe, bestimmt. Die wichtigste Entscheidung, wird den Eintritt in den Bölferbund betreffen. Die jezt zurüdgeiretene geschäftsführende Reichsregierung hat gemäß der Entschließung des Reichstags vom 27. November 1925, unablässig an der weiteren Auswirkung der Abmachungen von Lecarno gearbeitet. Insonderheit zugunsten des belegten Gebietes. Es erscheint der Regierung empfehlenswert, erst bei Beratung der Auswärtigen Etats Einzelfragen zu erörtern und die vorliegenden Unträge, Jnterpellationen und Anfragen einzubeziehen. meinerseits möchte ich heute nur auf die Frage der Befagungs. ft ärte in der zweiten und britten Bone hinweisen. Hierüber hat die bekannte Note der Botschafterfonferenz vom 14. November 1925 vorgesehen, daß eine fühlbare Ermäßigung der Truppenzahl eintreten soll und zwar so, daß die fünftige BesatzungsDurchführung des Volksbegehrens. Vereinbarung der Parteien. Tritt Deutschland in den Bölferbund ein, dann mird es in allen schwebenden Streitfragen nicht schwächer, fondern stärter. Es werden nachher noch viele Ange- Entsprechend dem gemeinsam eingereichten Gesezamtlich ermittelten Zahl der Stimmberechtigten berechnet sich wie legenheiten zu erledigen sein, nicht nur die Besaßungsstärfe. entwurf zur Fürstenenteignung traten am folgt: Darum soll sich Deutschland mit dem Eintritt Dienstag nachmittag die Vertreter der Sozialdemokra Letzte Reichswahl ist nach§ 42 des Gesetzes über den BolfsentLuther ist sicher flug genug, das einzusehen. Aber er istischen und kommunistischen Bartei in Berlin zu- fcheid zurzeit der zweite Wahlgang der Reichspräsidentennoch flüger. Er weiß, daß ihm die Deutsche und die Bane fammen und einigten fich auf folgende Punkte: rische Volkspartei den Hals umdrehen, wenn er diese Einsicht 1. Herstellung und Finanzierung der Einzeichnungsberechtigte gezählt worden, die in der Stimmlifte eingetragen ausspricht und nach ihr handelt. Seine Erklärung über den listen sowie der erforderlichen Plakate mit dem Gefeß Bölferbund blieb daher dunkel. entwurf und der Aufforderung zur Einzeichnung erfolgt je zur Hälfte durch die Sozialdemokratische und Kommunistische Partei. Sie war flar genug, um die Deutschnationalen in die Opposition zu treiben, sie war aber nicht flar genug, um der neuen Regierung auch nur in diesem einen Bunkte die Zustimmung der Sozialdemokraten zu sichern. So tam es zu Luther, des Zweiten, erster Schlappe. Nach dem Wunsch des neuen Kabinetts sollte die ganze Frage des Eintritts in den Völkerbund erst zum Etat des Auswär tigen Amts erörtert, sollte der deutschnationale Antrag bis dahin zurückgestellt werden. Als aber die Deutschnationalen beantragten, ihren Antrag sofort mitzuberaten, erhob sich alles, was nicht Koalition der Mitte ist, und die Regierungs parteien, etwa 180 Mann von 493, blieben wie ein häuflein Unglüd fizen. Das war die erste Schlappe. Die Schwäche der neuen Regierung wurde sichtbar. Bahlenmäßige Schwäche läßt sich unter Umständen er fetzen burch innere Stärke. Innere Stärke reißt mit fort und feßt sich durch. Aber eben weil die innere Stärte fehlte, hat sich die Regierung gleich bei der ersten Abstimmung nicht durchgefeßt. Die Koalition der Mitte ist nicht innerlich geschlossen. Sie ist zu 50 Broz. schwarzrotgolden, zu 35 Broz. schwarzweißrot und zu 15 Broz. weißblau. Sie umfaßt Republikaner und Monarchisten, Bartikularisten und Berfechter der Einheitsrepublil. Die chriftlichen Arbeiter möchten die Sozial politit nicht ganz verfanden laffen, aber den Industrie tapitänen der Boltspartei ist jede Sozialpolitif Wirtschaftsverderb. Mit einer so gemischten Stoalition zu regieren ist ein Kunststüd, auch wenn sie eine Mehrheit ist. Sie ist aber mur eine Minderheit 2. Die Einzeichnungsliften werden zentral hergestellt und an eine für jeden Bezirk vereinbarte Adresse geschickt. Der Versand an sämtliche Gemeinden hat von dort aus mittels Einschreibebrief oder gegen Rüc quittung an alle Städte und Gemeinden zu erfolgen. 3. Die Plakatherstellung und die Berbreitung erfolgt nach demselben Schlüffel durch beide Parteien. In den Bezirken erfolgt zwischen den beiden Parteien eine Ber= ständigung über die zu bearbeitenden Gemeinden, damit doppelte Arbeit vermieden wird. Alle organisatorischen Borbereitungen find mit der größten Gewissenhaftigkeit zu treffen, um eine Riesen zahl von Wählern zur Einzeichnung für das Boltsbegehren zu veranlassen. Die sonstige Propaganda- Bersamm lungen, Demonstrationen und andere Veranstaltungen, die zu diesem Zwede vorgenommen wird, ist von den einzelnen Rorporationen entsprechend den gefaßten Beschlüssen der Berhandlungstommiffion selbständig zu führen. ** abend eine überfüllte Funktionärversamm Mit dem gleichen Gegenstand beschäftigte sich gestern abend eine überfüllte Funktionärversamm fung der Sozialdemokratischen Partei. Wir berichten darüber in der 2. Beilage. 3 944 413 Unterschriften notwendig. Durch WTB. wird mitgeteilt: Das zum Zustandekommen eines Boltsbegehrens erforderliche Zehntel ber bei ber legten Reichswahl | wahl vom 26. April 1925. Dabei sind 39 414 316 Stimm. waren oder einen Grimmschein abgegeben haben. Dazu kommen die Stimmberechtigten, die einen Stimmschein zwar ausgestellt erhalten, von ihm aber feinen Gebrauch gemacht haben; ihre Zahl beträgt 29 208. Ferner hat bei der Prüfung der Reichspräsidentenwahl im Wahlkreise Leipzig das Wahlprüfungsgericht festgestellt hat, daß die Zahl der Stimmberechtigten nach der Stimmlifte in diesem Wahl freise um 597 zu niedrig angegeben worden war. Insgesamt berechnet sich die amtlich ermittelte Zahl der Stimmberechtigten hier. nach auf 39 444 121. Eine entsprechende Ergänzung der amte lichen Wahlstatistik steht bevor. Für ein Boltsbegehren find alfo zurzeit 3 944 413 gülfige Unterfchriften erforderlich. Im Reiche Wittelsbach. Der erste Aufmarsch gegen den Volksraub. Nürnberg, 26. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Dienstag abend begann in Bayern der erste Aufmarsch gegen die Aus plünderung des Boltes durch die Fürstenhäuser. In einer von über 3000 Personen besuchten Bersammlung in Nürnberg referierte Reichstagsabgeordneter Saenger über die unver schämten Forderungen der Fürstenhäuser. In überzeugender Beife schilderte der Redner. um was es bei dem beantragten Boltsentscheid geht, und was die Fürsten am Volke gesündigt haben. In lautloser Stille nur unterbrochen von dem stürmischen Protest der Massenversammlung gegen die Absichten der Volksausplünderer und deren Snedte folgte die Riefenversammlung den Darlegungen des Redners. Als der Vorsitzende, Genosse Emil Fischer, zum Gelöb nis eine Entschließung, die zur restlosen Aufflärungsarbeit unter den Indifferenten auffordert, vorlegte, fand diese einstimmig Annahme. Mit einem Hoch auf die Republik fand dann die gewaltige Kundgebung, an der auch viele Angehörige des Bürgertums teilnahmen. ihr Ende. stärke sich den Normalziffern nähert. Der Begriff der Normal-- Ziffern kann nicht anders aufgefaßt werden als gleichbedeutend mit dem Begriff der deutschen Friedenspräsens stärke in den in Betracht kommenden Gebieten, wie seinerzeit in der amtlichen deutschen Beröffcntlichung ohne Widerspruch der in der Botschafter- kc'nferenz vertretenen Mächte hervorgehoben worden ist. Dem ent. sprechen die Schrftte der deutschen Regierung in dieser Frage. Die Verhandlungen hierüber mit den beteiligten fremden Regie- rungen sind in lebhaftem Gange. Die Reichsregierung gibt sich der Erwartung hin, daß sie ebenso wie dies in einer Reihe be- reits erledigter Fragen geschehen ist, zu dem von uns gewünschten Ergebnis führen.' Was die Innenpolitik betrifft, so verweise ich wegen der grundsätzlichen Stellungnahme der Reichsregierung zu den Fragen der Verfassung und zu den Beziehungen zwischen Reich und Ländern auf die Erklärung, die ich am 1 9. I a n u a r 1926 in diesen» Hause abgegeben habe. Auf diese Erklärung berufe ich mich auch wegen der grundsätzlichen Regierungoeinstelluna zu Beamtentum uno Beamtenrecht und zu den Fragen unserer auf christlicher Grund- läge beruhenden Kullur. Auf dem Gekillt der Schulpolitik wird die Reichsregierunjj die Lösung anstreben unter Wahrung der in der Verfassung gewährleisteten Gewissensfreiheit und unter Berücksichtigung der Elternrechte. Die Reichsregierung gedenkt eine Verbesserung Unserer Wahlgesetzgebung ernst- Haft in Angriff zu nehmen. Die vermögensrechtliche Auseinandersetzung mit früheren regierenden fürstlichen Familien bedarf einer möglichst baldigen reichsgcsehlichen Regelung, wobei die Rcichsrcgiernng dem deutschen Volke die Unruhe eines volksenljcheidcs ersparen möchte. Die gesamt« Regierunas. und Verwallungstätigkeit, ganz gleich- gültig, ob es sich um die Weiterverfolgung der allgemeinen Refonn- gedanken, um große gesetzgeberische oder sonstige Pläne oder um die laufende Arbeit handelt, muß von dem Grundsatz beherrscht sein, daß die öffentlichen Ausgaben auf ein Mindest- maß herabzusetzen sind. Die Lage, in der die Reichsregierung die Geschäfte des Reiches übernimmt, ist gekennzeichnet durch eine Wirtschoststrise von außerordentlichem Ausmaß. Die Regierung wird mit allem Ernst auf Finanz-, Wirlschafts- und nicht zuletzt sozialpolitischem Ge- biet alles tun müssen, was möglich ist, um die Erstarkung der Wirt- schuft zu sörderu und die Rot weitester Volkskreise zu lindern. Die Erhebung jedes Uebermaßes an Steuern ist sorgfältig zu vermeiden. Die Regierung wird demgemäß mit Beschleunigung auf der Grundlage des bestehenden Systems sich um den Abbau wirtschaftshemmender und damit preisverteuernder Steuern weiter bemühen. Um auch In diesem Zusammenhang die Eigenverant- wortung der Länder und Gemeinden zu stärken, sollen für die Einkommensteuer am 1. April 1926 die Ueberweisungen durch Zuschläge abgelöst werden: dabei ist aus finanziellen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Auge zu behalten, daß die ein- zelne» steuerlichen Leistungen in einem richtigen Verhältnis zuein- ander bleiben müssen. Daß ungedeckte Ausgaben nicht g e l e i st e t werden dürfen und keinerlei Hinabgleiten in inflatorische Maßnahmen in Frage kommen kann, ist selbstverständlich. Die Bereitstellung von öfsenillchen Geldern für die Belebung der Wirtschaft ist naturgemäß sehr eng umgrenzt und darf grundsätzlich den Rahmen einer prodükliven Erwerbslosen- sürsorge nicht überschreiten. Die Reichsregierung mächt« mit Beschleunigung die bäuerliche und Arbeitersiedlung in den volksarmen Teilen des Ostens fördern. Die allgemeinen Siedlungspläne sollen hierdurch nicht be- rührt werden. Für die Förderung des Wohnung?» bau es müssen Wege gefunden werden, der nicht abzuleugnenden Ueberteuerung des Baues zu begegnen. Die Rcichsrcgierung hofft, Ifpft, den Landesregierungen bei der Verwendung der Hauszlnssteuer in diesen Bestrebungen unterstützt zu werden und bemüht sich ihrer. seits besonders um die Erleichterung erststelligen langfristigen Hypothekarkrcdits. Ueberhaupt wird die Reichsregierung mit aller Energie auf eine Besserung der Kreditlage der Wirtschaft hinarbeiten. Die Reichsregierung denkt dabei besonders auch an die Landwirtschaft, aber die Regierung ist sich darüber klar, daß Mit Krediten ollein nicht geholfen werden kann, wenn nicht gleich- .zeitig auch mit anderen Mitteln die Landwirtschaft ertragfähig ge- macht wird. Maßnahmen zur Steuerung der ollgemeinen Not in der Landwirtschaft sind in Vorbereftung und sollen in Verbin- dung mit den verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen betrieben werden. Neben die notwendige Stärkung des inneren Marktes tritt mit gleicher Bedeutung das Erfordemis einer. Steigerung der Ausfuhr. Die gesamten HaudelsverlragsverHaudlungen. die ohne Unterbrechung fortzusetzen sind, müssen mit dem Ziele geführt werden. zur Vefruchiung de, allgemeinen Wirtschaftslebens die Wiederherstellung eines lebhaslen Warenaustausches auf der Welt zu ermöglichen. Angesichts der hohen Zölle, die im Ausland vielfach gelten, müssen die deutschen Zölle bei den Verhandlungen dazu verwendet werden, unier Wahrung der deutschen Lebensnotwendiakeiten den Gesamt st and der eurooäischen Zölle möglichst herab- zudrücken. Auch außerhalb der Handelsverträge wird die Reichs- reqierung jede ernsthafte Absscht, eine Annäherung der einzclftaat- lichen Wirtschaften durch allgemeiner« zwischenstaatliche Abmachungen zu verwirklichen, mit aller Kraft fördern. Die Reichsregierung ist weiter berest zu prüfen, ob und wie in Fortsetzung schon ergriffene Maßnahmen die deutsche Ausfuhr auf neuartigen Wegen erleichtert werden kann. Die besonderen Verhältnisse, die sich aus außer- gewöhnlichen Entwicklungen der Wirtschaftslage in anderen Ländern ergeben haben und für einzelne deutsche Wirtschaftszweige, so be- sonders für Kohle und Eisen sehr fühlbar geworden sind, er- fordern die besondere Aufmerksamkeit der Reichsregierung. Soweit die schwere wirlschoflskrise. die wir durchlaufen, eine allgemeine Krisis ist. müssen die Hemmunaen beleillgl werden, die der Selbsthellung durch die wirlschafllichen Emenkräfte noch cnloe--en. stehen. Dabei denkt die Reichsregierung nicht etwa an ein über- fpanntes Eingreifen der Behörden. Sie ist ober davon überzeugt, daß die schon vor längerer Zeit wirksam eingeleitete Preis- f e n k u n g s a k t i o n mit Nachdruck fortgesetzt werden muß. Be- sonders wichtig ist die alsbaldige Verabschieduna eines Gesetze» über die Beseitigung der G« s chä s t s a u f s i ch t. Die Reichs- regieruna erblickt in der Durchführung von Maßnahmen, die die deutsche Gesamtwirtschait von allen Ursachen der Ueberteuernng be- freit,«ine unerläßliche Voraussetzung für den Wiederausstieg Deutsch- lands. Sie ist sich bewußt, daß der Erfolg ihrer verwaltungsmäßlaen und gesetzgeberischen Maßnahmen in vielen Hinsichten sehr wesentlich von der sreiwllligen Rlilarbeil der Erwerbsstände abhängt. Die zurückgetretene Reichsregierung hat diese Mitarbeit in erheblichem Unifange gefunden. Das neue Kabinest wird in gleichem Sinne weiter arbeiten: es Ist bereit, wegen der zu ergreifen- den Einzelmaßnahmen auch die in Gana befindlichen gesetzgeberischen Entwürfe mit den Vertretungen der Crwerb-stände erneut zu er- örtern. Der unverrückbare Zweck der Prei-senkungsmaßnahmen neben der Gesundung des Wirtschaftslebens Ist die C r l e i ch t e- rung der Lebenslage der Arbeiter und der sonstigen Bevälkerungsteile. mlt geringem Einkommen. Zn Erfüllung einer besonderen Ausoabe der Sostalpollllk wird die Reichsregierung ein Arbeilerfchiilmelah einbringen, das die Bestimmungen über Arbelterschutz einheitlich-ulammenfaßt und die Arbeitszeit neu regeln wird. Die Reichsregierung hält die von den früheren Regierungen wegen der Ratifikation des Washingtoner Abkommens abgegebenen Erklärungen aufrecht Das Inkrafttreten einer Inter- national geregelten Arbeitszelt In Deutschland muß von dem gleich- zeltigen Inkrafttreten in England, Frankreich und Belgien abhängen. Auch das einheitliche Arbeitcrrecht be- darf der tatkräftigen Förderung durch die Reichsregierung, die zu diesem Zweck das zurzest dem Reichsrat vorliegende Arbeits- gerichtsgefetz weiter verfolgen wird. Die gesetzliche Regelung der Erwerbelosenversschernnq Ist«m- gesichts der großen Zahl der Erwerbslosen mik Beschleunigung ZU belrelben. Bor wenigen Wochen sind die Bedingungen für die Verzinsung und Tilgung der Reichsdarlehen für die Notstandsarbeitey an die Kom- munen und anderen Verbänden wesentlich erleichtert worden: auch ist der Anteil des Reiches und der Länder an den Kosten di.sser Arbeiten erhöht worden. Ihre besondere Auimerksamkeit wird die Regierung der Kurzarbeiterfrag« als dringender Frage des Tages zuwenden und feststellen, o b eine Linderung der Not der Kurzarbeiter möglich ist unter gleichzeitiger Ausschaltung der wirtschaftlichen Nachteile, die von der Kurzarbeiterunterstützung be- fürchtet werden. Die Regierung hofft bestimmt, daß sich eine solche Lösung finden läßt und dem Reichstag«ine entsprech den er auch im wei- teren Verlaus nicht immer zu wahren wußte. Aber was er. dar- über hinaus bot, war des Schönen iroch genug. Funkorchester wie Darsteller gaben unter seiner Führung musikalisch ausgezeichnete Leistungen. Prächtig durchgearbeitet ist jede Einzelheit. Neben dem Funkchor oerdient besonders Lob Emmy Bettendorf als Gräfin und Leo S ch ü tz e n d o r f f als Figaro. Doch auch C l f r i e d e Marherr- Wagner als Cherubin. Irene Eden als Susanna, Corneli» Bronsgeest al, Graf Almavida und das übrig» Ensemble hallen sich des toten Meisters würdig. Tee. Wrcs. helml» Strmimer, der Serliner Architekt, bat den BSrfid im LandeZnerdand Vcrlin-Vrandenburg des Lande» Deutscher Architekten niedergelegt. Fast ei»« MIllloa Ewwobver i» Budapest. Lei der Ergänzung der «ib!erli»en wurde seftgesiellt, daß die gegenwärtig« Einwohnerzahl Budapests etwa SÖOOOO betragt,'* Prinz Max an Sie Seeleute. Er«eutit den Flottenvorstoft ein nufinniges Gerücht. Genosse Stampfer erzählte hier jüngst die Geschichte eines Flugblatts, das er in den kritischen Herbsttagen von 1918 aus Wunsch des Genossen Scheidemayn verfaßt hatte. Die Ent- stehung dieses Flugblattes ist, wie jetzt festgestellt werden kann, auf eine grobe Irreführung nicht bloß der Gc- nossen Scheidemann und Stampfer, sondern auch des Reichskanzlers Prinzen Max durch die Admirali- tat zurückzuführen. Genosse Stampfer er-ählte, daß die Ab- ficht bestand, das von ihm verfaßte Flugblatt vom Reichs» kanzler Prinzen Max unterzeichnen und in der Flotte ver- breiten zu lassen; er fügte aber hinzu, er wisse nicht, ob diese Absicht ausgeführt worden sei. Gestern erschien nun ein Genosse in unserer Redaktion und b r a ch t e d a s F l u g b l a t t. Cr hat es damals, wie viel tausend andere auch, in Wilhelmshaven in die Hand gedrückt bekommen. Wir geben den Text wortgetreu und der typographischen Ausstattung des Originals entsprechend wieder: Seeleute! Arbeiter! Tiefbedauerliche Creignisfe haben sich in den letzten Tagen zu- getragen. Zwischen Mannschaften, welch« die Ordnung gewaltsam zu stören versuchten, und anderen, die beauftragt waren, sie aufrecht- zuerhallen, ist es zu Zusammenstößen gekommen, bei denen e» Toke und Verwundete gegeben hat. Eine Untersuchung der Vorfälle ist eingeleitet, bei der alle Umstände sorgfältig geprüft werden sollen, die zu diesen beklagenswerten Ereignissen geführt haben. Nach den uns bisher gewordenen Nachrichten ist die herrschende Erregung durch unsinnige Gerüchte hervorgerufen worden. Es wurde behauptet, die Offiziere der Kriegsflotte seien mit der Friedens- Politik der Regierung nicht einverstanden und planten einen Hand- streich, der die Mannschaften nutzlos dem Tode überliefern würde. Sic Offiziere der Kriegsflotte leisten der Regierung Gehorsam und der gegen sie gerichtete Vorwurf, sie hätten diesen Gehorsam v«r> letzt oder wollten ihn verletzen, ist unbcrechtlgk. Niemand denkt daran, das Leben von Volksgenossen, Familienvätern zwecklos aufs Spiel zu setzen. Die Regierung hat schon am 5. Oktober den Gegnern den Abschluß eines Waffenstillstandes vorgeschlagen, um zweckloses Blutoergießen zu vermeiden. Denn der Waffenstillstand noch nicht abgeschlssien ist, so kommt das daher, daß die Gegner ihre Bedingungen noch nicht genannt haben. Solange die Kriegs- Handlungen durch den willen der anderen Seile fort- gehen, bestrevt sich die deutsche Krlegsführnng zu Lande und zur See, mit Menschenleben so zu sparen, wie dies mit den Zwecken notwendiger Abwehr vereinbar ist. Die Aufgabe, unnützes Vlutvcrglehen zu vermeiden, kommt aber nicht nur der Regierung, sondern dem ganzen Volke zu. wir wollen den Völkerkrieg nicht abschließen, um den Bürgerkrieg zu beginne«. Gewisienlos handelt, wer durch Ausstreuung phantastischer Gerüchte Unruhe verbreitet und die Flamme des Bürgerkrieges entfacht. Beschwerden sollen untersucht. berechtigte Forderungen erfüllt werden. Die Regierung ist aber auch oerpslichtet, mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, da» Volk vor dem Elend' zu schützen, das ihm aus der Zerstörung jeglicher Ordnung erwachsen würde, sie ist ver- pflichtet, nach Recht und Gerechtigkeit zu verfahren, dafür trägt sie ver dem ganzen Volk und seiner gewählten Vertretung, dem Deut- schen Reichstag, die voll« Verantwortung. Seeleute: Arbeiter! Seid Ihr Euch der Derantwortung bewußt, die Ihr vor Euren Volksgenossen tragt. Sorgt dafür, daß die traurigen Ereignisse der lehlen Tage vereinzelt bleiben und daß wir ohne blutige wirren unsere inneren Angelegenheiten in gesehllcher Freiheit ordnen können, dem deutschen Volk und Euch selbst zum heilt wax, Prinz von Baden Scheidemann Reichskanzler. Staalssekrelär. Ritler von Mann Staatssekretär des Reichsmariaeaml». Der Reichskanzler P r i n z M a x hat also tatsächlich jenes Flugblatt unterzeichnet und seine Verbreitung gebilligt. Brüninghaus und Trotha behaupten, er hätte von dem Flottenvorstoß gewußt. Hätten sie recht, so wäre Prinz Max der schändlichste Lügner, den Gottes Erdboden jemals getragen hat. Dafür hält ihn aber niemand, der ihn kennt. Und so bleibt nur der Schluß, daß er genau so belogen worden ist. wie S ch e i d e m a n n, P a y e r und die anderen Mitglieder der Regierung, und daß die Vehaup- tung, ex habe von dem Flottencorstoß gewußt, wiederum eine Lüge ist. Der Sachverhalt scheint jetzt so klar, daß er kaum noch einer Aufklärung beoarf. Dennoch wird der Unter- suchungsausschuß gut tun. aus ihn zurückzukommen. Verbesserung öer Krankenkassenleistungen. Zwei sozialdemokratische Anfragen. Di« Vorschriften der RDO. über die Berechnung der Kran» kenkassenbeiträg« nach dem wirklichen Arbeits- verdienst sollen«ndgüllig mit dem Ablauf de» 81. März 192a außer Krost treten. Diese Dorschristen hoben sich bewährt, ins- besondere ist durch sie die Leistungssähigkeit der Kassen gestärkt, die Berwaltungsarbeit vermindert worden. Ihr« Beibehaltung ist des- halb dringend erwünscht. Nach 8 14 des Reichsversorgungsgesetze» endet mit d«m 1. April 192« der Anspruch der Krankenkassen auf Ersatz der U n k o st e n, die ihnen aus der Heilbehandlung von Der» sorgungsleiden ihrer Derlicherten entstanden sind. Wie sich herausgestellt hat, werden die Krankenkassen wegen Versorgungs- leiden von den versicherten jedoch noch immer sehr stark, zum Teil sogar erheblich stärker als in den Vorjahren in Anspruch genommen. Der Ablauf der Bestimmungen des 8 14 RDG. würde sonach«ine neue Belastung der Krankenkassen bedeuten, die bei der gegenwärti. gen Notlage der Sassen doppelt schwer ins Gewicht fällt. Die sozialdemokratische Reichstagssraktion hat den Reichsarbettsminister ousgefordert. durch sofort vorzulegend« Gesetzentwürfe die Erhaltung dieser für die Krankentassen wichtigen Bestimmungen zu sichern. Der Jememardausschuß. Der llntersuchimgäauklSuß des Reiche. kag? �ur Aufklärung der Fememotde, de? 2l Mitglieder ist um ein Mitglied verstärkt worden, damit auch die m dieser An- gelegenheit schwer kompromittierten Völkischen einen Vertreter im ttnAschutz haben. Verlängerung öer Militärkontrolle? Ein Bericht der KontroMommission und die deutsche Antwort darauf. Ein Berichterstatter der Agentur Havas macht Mitteilungen über einen Bericht des Vorsitzenden der Interalliierten Milttär- kontrollkommission in Berlin, General Walsh, an den Vorsitzenden des Interalliierten Militärkomitees, Marscholl Foch, über die schwebenden Entwaffnungsfrogen. Deutschland befinde sich in mehrfacher Hinsicht in Verzug. Die erziellen Fortschritte genügten nicht, um zu dem Urteil zu gelangen, daß Deutschland seine Z u- sage vom IS. November gehalten habe. Jedoch könne das Nichtvorhandensein eines Ministeriums in Deutschland als eine Ent- s ch u l d i g u n g angesehen werden. Jedenfalls sei anzunehmen, daß wegen der Verzögerung Deutschlands ein« ziemlich beträchlliche Ver- längerung des Aufenthotts der Kontrollosfiziere in Berlin in Aus- ficht stünde. Dazu beiNerkt MTB. offiziös: „Die Durchführung der im Herbst v.J. zur Regelung der Ent- waffnungsfrage zwischen der deutschen Regierung und der Bot- schafterkonserenz getrossenen Abmachungen ist in der Zwischen- zett von � der deutschen Regierung so energisch gefördert worden, daß die Regelung des größten Teils aller Punkte beretts a b g e- schloffen ist oder doch vor dem Abschluß steht. Insbesondere ist auch die Durchführung der hinsichtlich der fünf besonders schwierigen Punkte.getroffenen Vereinbarung von der beul- schen Regierung in der Zwischenzeit in die Wege geleitet worden. Wenn tatsächlich auf dem Gebiet der eigenllichen Entwaffnung über' die Regelung einiger weniger Fragen eine Einigung noch nicht erziell werden konnte, so ist zu betonen, daß bei Anwendung des in der Rote vom 16. November v.J. zugesagten Entgegenkommens eine befriedigende Regelung mit Sicherheit zu er- warten ist, zumal es sich hierbei zum großen Teile nicht um materielle Differenzen, sondern lediglich um Erörterungen über formale Fragen handelt.(Hiermit sind offenbar gemeint die Stellung des Oberkommendos der Reichswehr, das Verbot des Gebrauchs gewisser Waffen zu Ausbildungszwecken und die militärischen Ver- «inigungen. D. Red. d.„V".) Die hinsichtlich derUmorganisation der Polizei im Herbst d. I. getroffenen Tlbmachungen sind von den Regierungen der Länder gebilligt worden. Diese sind unverzüglich daran- gegangen, die für den Aufbau der neuen Organisation er- forderlich werdenden umfangreichen Maßnahmen vorzuberetten. Wenn trotzdem in der Erledigung der die Polizei betreffenden Fragen ein« gewisse Verzögerung eingetreten ist, so trifft die Verantwortung hierfür nicht die deutsche Regierung. Dies« Berzögerung ist vielmehr lediglich darauf zurückzuführen, daß die noch schwebenden Besprechungen mit der Botschafterkonferenz über die Polizei» beamten im besetzten Gebiet noch nicht ganz zum Abschluß gelangt sind. In diesen Verhandlungen werden von der deutschen Regierung keine über die getrossenen Vereinbarungen hinaus- gehenden Forderungen erhoben, da die Nichteinrechnung der Polizei starken des besetzten Gebiet«, in die Zahl von 150 000 Mann bereits in der Rote von Boulogne vorgesehen ist. Nach Klärung dieser Fragen wird auch die endgültige Regelung aller die Polizei betreffenden Fragen mtt solcher Beschleunigung er- folgen können, daß die Interalliierte M i l i t ä r t o n t r o l l- kommission nach Ansicht der deutschen Regierung ihre Tätig- keit noch im Laufe des nach st en Monotszum A b- schluß bringen kann." RheinlanÜe unö Sefaäimg. Eine Rede des Oberpräftdenten Dr. Fuchs. Düsseldorf. 26. Januar.(WTB.) Der 7 0. R h e i n l sch« Provinziallandtag wurde heute durch ein« Red« des Ober- Präsidenten der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, als Staatskommissar eröffnet, in der er zu der Frage der Besatzung» st arte aus- führte: Daß durch die Verhandlungen von Lorarno die Entscheidung über die Räumung der ersten Zone zum mindesten günstig beeinfluht worden ist, darf man wohl als feststehend annehmen. Wir freuen uns aufrichtig und herzlichst mit der Bevölkerung der in der Räumung begriffenen sogenannten Kölner Zone, daß sie nun- mehr in kürzester Zeit von der drückenden Last einer mehr als steben Jahre dauernden Besatzung frei sein wird. Es soll auch nicht ver. könnt werden, daß sett Locarno eine gewisse Entspannung und mancherorts auch eine Besserung der Verhältnisse eingetreten ist. Aber es bleibt doch noch außerordentlich viel zu wünschen übrig. Insbesondere ist die Bevölkerung der besetzt bleibenden zweiten und dritten Zone tief ver stimmt über die Stärk« der ihr auch wetterhin auferlegten Besatzung. DI« gewaltig« und bei der großen Wohnungsnot schier unerträglich« Inanspruchnahme von Wohnraum mit den unvermeidlichen Anlässen zu Reibungen muß«in unbedingtes Hindernis für die weiter« Ent- s p a n n u n g und die so wünschenswerte Befriedung bilden. Sie muß auf die Dau?r den Geist der Versöhnlichkeit gc- sährden. Wir wollen, obwohl es nachgerade schwer wird, die Hoffnung«och �nicht aufgeben, daß es durch die eingeleiteten diplo- matischen Schritte gelingen wird, eine befriedigendere Lösung dieser und noch anderer uns stark bewegenden Fragen herbeizuführen. die Not öer Saararbeiter. Die Reichsregiernng verweigert eine Stütznngsaktion. Der Reichstagsousschuß für die besetzten Gebiet« befaßte sich in seiner Dienstagssitzung mit der Lage der aus deutschem Gebiet wohnenden im Saorgebiet. beschäftigten Ar b ei t e r. Regierungsrat ktretzscbmer vom Finanzministerium vertrat den Standpunkt, daß es L a n o e s l a ch e fei, den notleidenden Arbettern zu helfen, ein Eingriff des Reiches würde den Retchsetat unerträ�- lich belasten und auch auhenpolttisch« Bedenken haben, denn wir wurden auf diesem Wege zu einer sogenannten Bolutaentschädigung kommen. Ein Vertreter des preußischen Innenministerium» erklärte demgegenüber, daß die Not der Saararbetter ein Ergeh- ntederRoich«Politik, nämlich des verlorenen Krieges, sei, und daß es nicht anging«, die aus der Reichsoolttik entstehenden Losten den Ländern aufzubürden. Dagegen müsse man sich um so mehr wenden, als der preußische Staat durch den Fmanzaui- gleich in seiner gegenwärtigen Form stark geschwächt worden ist, und als auch ander« deutsche Länder, in deren Gebieten kein« Besätzungstruppen stehen, bei weitem nicht die Lasten zu tragen Hadem die der preußische Staat übernehmen muß. Ein Vertreter des Reichsarbcitsministeriums machte dann tat- sächliche Angaben über die Verhältnisse der im Saargebiet arbeiten- don, aber auf deutschem Boden lebenden Arbeiter. Danach handelt es sich um 12 000 b i s 13 000 S o a r a rb e i t e r, darunter 8500 bis 9000 Bergarbeiter. Diese Arbelterkategorien beziehen an Lohn in der Spitzengruppe etwa 725 Frank pro Monat, also rund 116 M. Der geringste Lohn beläust sich auf 575 Frank, d. s. etwa 90 M. Wenn man berücksichtigt, daß viele van diesen Soararbettern wäh- rsnd der ganzen Woche im Saaraebiet leben und nur über Sonntag zu chren Familien auf das deutsche Gebiet fahren, so bleiben für die Familien etwa 50 bis 75 ITC. pro Monat übrig. Bei den Arbeitern, die täglich nach Hause fahren, bleiben den Familien etwa 60 bis öö M. Daraus ergebe sich, daß ein erheblicher Teil der Arbeiter allein für die.Familien nvhr zur Verfügung stellen kann, als er durch die Erwerbslosenfürsorge bekommen würde. Dazu komme noch für die Bergarbetter das Kvhlendeputat. Als wirklich bedürftig müssen etwa 4000 Arbeiter bezeichnet werden, die sich zum Teil auf preußischem, zum Teil aus bayerischem Gebiete befinden, so daß ein« Ueberlastung der Länder durch deren Unterstützung kaum ein« treten dürfte. Vom preußische n Wohlfahrtsmini st«rium worden nochmals Bedenken dagegen geltend gemacht, daß die Länder neben ihren vielen Fürsorgsausgaben auch noch für diese Zweck« Mittel zur Verfügung stellen sollen. Die Kreise, die durch hie Grenzziehung leistungsschwach geworden sind, müßteä vielmehr aus Reichsmttteln gestützt werden. Man dürfe nicht übersehen, daß die Lasten der Fürsorgeverbände schon erheblich durch die Unterstützung der Saar- r e n t n e r und aus Krankheit Arbeitsunfähigen im Saargebiet angeschwollen sind.'' Der Ausschuß beschloß, einen Unterausschuß mtt der Auf- gab« zu betrauen, alsbald �einen gemeinsamen Antrag für die materielle Unterstützung der-Saararbeiter im Ausschußplenum vor- zulegen. Am kommenden Donnerstag tritt der Ausschuß zu einer neuen Vollsitzung zusammen._ Der„liebe Mann" in Derlin. Zu Kaisers Geburtstag. Tausenden deutscher Schulkinder bilden die Fibel und die Lesebücher den einzigen L e s e st o f s in Schule und Haue. Der Lehrer hat es nicht in der Hand, auf die Kinder ein- zuwirken, daß sie Teile der Bücher ungelesen. lassen. So ist auch der republikanisch gesinnte Lehrer wehrlos den Schulbüchern gegenüber, die in der monarchistischen Zett hergestellt und nun im siebenten Jahre der Republik noch immer den Schul» lindern übergeben werden. Im Januar 1926 wird z. B. m Schierke im Harz eine im Jahr« 1917 gedruckte Fibel verwendet, in der sich das Bild Wilhelms II. und feiner ersten Gattin befindet. Unter diesem Bilde steht da» nach- stehende Gedicht: Der Kaiser ist ein lieber Mann. Er wohnet in Verlin. Und war' das nicht so wctt von hier. So ging ich heut noch hin. Und was ich bei dem Kaiser wollt'? Ich gäb' ihm meine Hand Und brächt' die schönsten Blumen hin, Die ich im Garten fand Und sagte dann:'„Aus treuer Lieb' Bring' ich die Blumep Dir." Und dann lief ich geschwinde fort Und war' bald wieder hier. Man sieht, wie folgerichtig in Preußen der republikanische Geist bei den Kindern von frühester Jugend an gepflegt wird. Man läßt dle Kleinen in dem Glauben, daß her„liebe Manu" noch heute tn Berlin sitze, während er doch schon vor mehr als sieben Jahren bej Nacht und Nebel ausgerückt ist und zu Berlin nur noch Be- ziehung hat durch seine Prozesse gegen den preußischen Staat! Seginn öer pariser JinanZöebatte. Taktisches Rededuell Briand-Renaudel. Paris, 26. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Di- Kammer hat am Dienstag nachmittag die Finanzdebatte begonnen. Sie wurde eingeleitet von einem Obstruktion so er stich her Kommunisten, die den Anirog stellten, dle Diskussion dar Finanzprojekt« zu vertagen bis zur Verabschiedung eines von ihnen eingebrachten Jnitiatiogesetzelttwurfes. der die Einführung einer dem jeweiligen Stand der Lebenshattungstosten entsprechenden gleitenden Skala für alle Löhne, Gehälter, Pensionen usw. fordert. Der Forderung auf Ablehnung des kommunistischen Antrages, die im Nomen des Kabinetts von dem Finanzmmister und im Namen der Finanzkommlssion von deren Vorsitzenden gestellt wurden, schlössen sich auch die Sozialisten an. Ihre Hallung wurde von dem Abg. Renaudel begründet, der die Gelegenhett zu einem sehr geschickten Frontalangriff gegen die von Briand gewählte Taktik crgrifs. Er erklärte, daß die sozialistische Fraktion unter keinen Umständen eine neue Hinausschiebung der Finanzdebatte wünsche, die nach ihrer Auffassung beretts viel früher hätte beginnen müssen. Die Kammer dürfe nicht nochmals ihr» Zeit mtt nutzlosen Debatten verlieren, und deshalb müsse sie gleich zu Anfang der Diskussion Gelegenhett erhalten, sich in unzwei, deutiger Weis« über den Kern der ganzen Frag« auszusprechen. Die geschickte Intervention Renaudels hatte den gewünschten Erfolg. indem sie B r» a n d zwang, zu Beginn der Debatte seine Karten auf- zudecken. Er erklärte, daß, so sehr auch Eile geboten sei, die Kammer ausgiebig Gelegenheit haben müsse, sich zu den ihr von der Finanz- kommission gemachten Vorschlägen zu äußern� Der von Renaudel gemachte Dorschlag Hobe den Nachteil, daß er sofort die Degensätze in ihrer ganzen Schärfe aufeinanderstoßen lasse und so die L ö s u n g der Krise erschwere. Renaudel erwiderte darauf, daß in den Wandelgängen der Kommer und in der Presse sett über' ewcr Woche eine heftige Kampagne gegen die Finanzkommission un Gange sei und die von der Regierung selbst als bedrohlich geschilderte Situation eine rasch« Entscheidung verlange. Es habe keinen Zweck, den Kopf in den Sand zu stecken. Ruhe im fernen Gften? Eine„friedliche Lösnng" und ihre Auswirknngen. Die zuerst über New Pork gekabelte Meldung, daß der von Tschangtsolin oerhaftete russische Generaldirektor der chinesischen Ostbahn, Iwanow, wieder freigelassen wurde, sst gestern von der Telegraphenogentur der Sowjetunion bestätigt worden. Sie teilt zugleich mtt, daß der russisch« Generalkonsul in Mukden und der Außenkommissar der drei chinesischen Ostprovinzen die Grundsätze eines Abkommens unterzeichnet haben, deren wessnttich« Inhalt etwa folgendes ist:, „Alle Verhasteten werden freigelassen. Der normale Eisen- bohnverkehr wird wieder hergestellt. Militärtronsporte erfolgen wie bisher auf Kredit: der ober wird durch den chinesischen An- teil an den Eisenbahneinnobmen gedeckt: Die Frage der Ent» ichädigttng für die während des Konfliktes angerichteten Schäden wird gemeinsam geregelt." Die offiziöse Auslassung schließt mit der Bemerkung:.Somit kann. eine friedliche Lösung des Konfliktes an der Ostchina- bahn als gesichert betrachtet werden." Hat danach die Sowiebmion gegenüber Tschangtsolin durch die schnelle Annahme des Ultimatums einen unmittelbaren Erfolg er- zielt, so drohen andererseits die politischen Auswirtun- gen des russischen Vorgehens in China durchaus gegenteiliger Natur zu sein. Von mehreren Seiten wird aus Peking gemeldet, daß die uttimatioen Forderungen des russischen Botschafter» Ka- rachon stark v e r st i m m t und sein Ansehen oermindert hätten. In Peking und in anderen Städten würden arltibolschswistische Kundgebungen organisiert. Der Einfluß Rußlands Hab« in China einen starken Stoß erlttten. Gewerkschaften als„ Lohnkartelle". Eine neue Hetzformel gegen die Arbeiterbewegung. Im amtlichen Verzeichnis des Reichstages steht Herr Dr.- Ing.| Moriz Klonne nach seinen eigenen Angaben als Königlich Bulgarischer Konsul. Dieser Dortmunder könne ist auf dem Reichswahlvorschlag der Deutschnationalen Volkspartei in den Reichstag gerutscht. Dieser Königlich Bulgarische deutsche Industrieher reitet jegt in der Deutschen Bergwerfs- Zeitung", nach dem Kaliindustrielien Rosterg, eine zweite Attacke gegen die Gewertschaftsbewegung. Klönne hat einen neuen Dreh gefunden. Er macht die Gewerkschaften zu Lohnfartellen" und verlangt, daß die Reichsregierung ten angefündigten Kampf gegen die Syn bifate und Kartelle in erster Lienie schaften führe! gegen die Gemertschied weder zu wissen noch zu begreifen. Bei uns in Deutschland fann man noch gegen die Arbeiter und im besonderen gegen die Gewerkschaften mit Argumenten hetzen, die sogar in Amerifa schon feit zehn Jahren gefeßlich totgeschwiegen sind. Kurt Heinig. Lohnbewegung der graphischen Hilfsarbeiter. Gegen Tariffündigung und Cohnabbau. 3ur allgemeinen tariflichen Lage im Gemerbe nahmen in einer überfüllten Bersammlung am 24. Januar, die durch Gesangsvorträge des Männerchors Solidarität" eröffnet wurde, die graphischen Hilfs crbeiter und-arbeiterinnen Berlins Etellung. Der Borsigende Klönne hat einen richtigen unverschämten, selbstherrlichen Unter- Gloth referierte über die im Dezember stattgefundenen Lohn nehmerton. Man lefe einmal die folgenden Säße: verhandlungen und die Kündigung des Reichshilfs arbeitertarifs. Jawohl, Herr Reichskanzler, wir wünschen den Abbau, wir fehnen ihn auf das dringendste herbei. Fangen Sie an, mir warten ja schon so lange darauf, daß wir das Warten bald nicht mehr ertragen. Ist es nicht sonderbar, daß dieselbe Regierung, bie bas große allumfassende Kartell der Arbeit, das Lohnfartell bulbet, ja mehr als duldet, den Unterteilte er mit, daß der bisherige Zustand des gleichen Ablaufnehmern verbieten will, sich zu fartellieren." Der Optimist tönnte annehmen, daß es sich dabei nur um eine Rebensart handele, wenn plöglich die Gewerkschaften als Lohn Partelle bezeichnet werden. Aber dem ist nicht so! Klönne beweist das selbst in seinen weiteren Ausführungen. Er meint:„ Wenn in Rußland der Burjui( Bourgeois, D. R.) außerhalb des Rechts gestellt wird, so wundern wir uns darüber nicht; sind wir in Deutschland auch schon fomeit gekommen?" Klönne behauptet, daß im besonderen Submiffionsfartelle mit heimlichen Preisabreden notwendig feien., Würden fie gezwungen, ihre Karten offenzulegen, so fämen die Außenfeiter in den Vordergrund. Die Regierung fördere damit, wenn fie das wolle, mur diejenigen, deren Handlung streitbreche risch sei! A Bei den Arbeitern werte der Streifbrecher mit der Duldung des Staates durch alle Mittel des Terrors bekämpft dem Unternehmer will man das Recht der Selbsthilfe auch in der bescheidensten Form verbieten. Benn die Regierung dem Arbeiter das Recht gabe, Streitbrecher zu terrorisieren, dann dürfe sie nicht durch eine Bekämpfung der Kartelle Preis- Streifbrecher großziehen- so etwa meint der Königlich- Bulgarische Konsul. Wenn in Deutschland nur vernünftige Leute lebten, so könnte man den bulgarischen Konsul Klönne zu den übrigen Gestalten aus dem Wachsfigurenfabinett der Reaktion legen. Aber in Deutschland ist keine Heßformel dumm gemug, daß fie nicht dennoch ihre Anhänger fände. Deswegen sei hier einmal darauf hingewiesen, daß es in den Bereinigten Staaten von Amerika die Unternehmer zwei Jahre lang versucht haben, die Gewerkschaften durch die AntiTrustgesebgebung zerschlagen zu lassen. Feiler hat die fem Rampfe in seinem Amerifabuch eine interessante Untersuchung gewidmet. Die Gewerkschaften sind dabei Sieger geblieben. Gie fiegten, weil gegen ihre Beweise auch der reaktionärste Unternehmer nicht mehr auffam. Es ist an der Zeit, an jene Beweise, daß Gewertschaften feine Kartelle sind, neu zu erinnern. „ Die Arbeitskraft ist nicht ein Produft, sie ist die fähigkeit, zu produzieren." " Gesetze, die die gleiche Ordnung anwenden auf den Ar beiter wie auf die Erzeugnisse des Arbeiters, sind auf der Anschauung aufgebaut, daß es feinen Unterschied gebe zwischen Menschen und Sachen. Diese Theorie weigert dem Arbeiter bie Achtung und die Rechte menschlicher Wesen!" Die amerikanischen Gewerkschaften haben sich mit Erfolg dagegen gewehrt, daß man den Stahlarbeiter und die Schiene, die er auswalzt, den Zimmermann und die Säge, die er benutzt, den Buchdrucker und die Typen auf eine Stufe stellt. Der Clanton Act von 1914, der ben amerikanischen Gewerk schaften die gefeßliche Anerkennung des Tatbestandes brachte, daß auf sie die Bestimmungen der Anti- Trustgeseze teine Anwenbung finden dürften, beginnt mit der feierlichen und programmatischen Erklärung: Die Arbeit eines menschlichen We fens ist nicht eine Ware oder ein Handelsartitel." Aber das braucht ein föniglich- bulgarischer Konful, der als Schwerindustrieller in Dortmund figt und auf der Reichswahlliste der Deutschnationalen Bolkspartei gewählt worden ist, als UnterEr untersuchte in seinem Vortrage die Borgänge, die bei den Lehnverhandlungen vor dem Zentralschlichtungsausschuß zur Ablehnung der Lohnforderung der Gehilfen und Hilfsarbeiter geführt haben. Zur Kündigung des Reichshilfsarbeitertarifs übergehend, termins der beiden Tarife( Buchdrucker wie Hilfsarbeiter) durch die Verlängerung des Gehilfentarifs bis zum 28 Mai aufge hoben ist. Er drückte sein Erstaunen über die Begründung der Unternehmer zur Tariffündigung aus. Ihre Behauptung, daß der Hilfsarbeitertarif für sie nicht mehr tragbar ist, ist sehr fadenscheinig. Sie folgen damit doch nur der Parole der deutschen Arbeit geberverbände, deren Absicht dahin geht, Löhne wie auch foziale Bestimmungen( Ferien usw.) der un- oder angelernten Arbeiter zu verschlechtern. Um so ein leichteres Spiel glauben sie dann mit den gelernten Arbeitern zu haben. Daß auch mir mit den jeßigen Bestimmungen des Tarifs nicht einverstanden sind, beweist ja die Resolution des Hamburger Berbandstages, die dem Hauptvorstand die Verpflichtung auferlegte, den Tarif zu fündigen. Eine Gauleitertonferenz hat gleichfalls zu der Situation Stellung genommen. Der Tarif ist also von beiden Seiten gekündigt worden. Bon den Unternehmern wird die allgemeine Wirtschaftsdepression ausgemust und vielfach tage und stundenweises Ausfegen von der Arbeiterschaft verlangt. Man glaubt, dadurch die Hilfsarbeiterschaft gefügiger machen zu fönnen. Hier müssen die Mitglieder ein wachsames Auge haben. Von allen solchen Dingen muß der Organisationsleitung sofort Kenntnis gegeben werden, damit dementsprechend eingeschritten werden fann. Die lebhafte Distuffion unterfirich die Ausführungen des Referentén. Alle Redner traten für einen Reichstarif und dessen Berbefferung ein. Eine Entschließung im Sinne der Ausführungen des Referenten fand einstimmige Annahme. Ueber die Lohnabbauablichten des Schußverbandes Deutscher Steinbrudereibefiger sprach der Borfikende G. Grohmann. Er führte aus, daß es feit langer Zeit im Steinbrudgerserbe nicht möglich ist, über die Entlohnung des Hilfspersonals mit den Unternehmern eine Berständigung zu erzielen; immer muß erst der Schlichter oder Schlichtungsausschuß eingreifen und durch Spruch die Löhne feſtſchen. Daß auch die Steindruckerei unternehmer die jeßige Wirtschaftslage benügen würden, um die Kündigung des bis zum 1. Januar laufenden Lohnabkommens vorzunehmen, war vorauszusehen. Ihr Antrag auf 10 Prozent Lohnabbau fann nur ein Lächeln erzeugen. Eine Funktionärveriammlung, die im Dezember 1925 zur Lage Stellung nahm, beauftragte die Organisationsleitung, die Kündigung des Abkommens vorzunehmen und gleichzeits eine 10 prozentige Lohnforderung zu stellen. Die Berhandlung ift traditionsgemäß ohne Erfolg verkaufen. Der angerufene Schlichtungs. ausschuh fonnte sich nach mehrstündigen Verhandlungen nicht zu einem Spruche durdyringen. Er gab folgenden Beschluß den Parteien bekannt: Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß die wirtschaftliche Lage der Betriebe außerordentlich schwierig ist. Insbesondere ist die Aufrechterhaltung der Fabrication bei den überwiegend auf ben Export angewiefenen Unternehmungen fast in Frage gestellt. Da der Arbeitslohn in dieser Industrie einen erheblichen Teil der Fabrikationstoften ausmacht, ist zuzugeben, daß die von dem Antragsgegner geforderte Herabjegung der Tariflöhne um 10 Prozent eine gewiffe Entlastung herbeiführen würde. Anderer. feits fann aber nicht verfannt werden, daß diese Herabsetzung ber Löhne unter den augenblicklichen Verhältnissen eine große Härte für die Arbeitnehmer wäre, die allerdings ertragen werden müßte, falls die Weiterbefchäftigung davon abhängt. Er empfahl den Parteien eine nochmalige freie Verhandlung. Diefelbe fand auch statt, aber mie gewöhnlich ohne Erfolg. Wieder mußte der Schlichtungsausschuß in Attion treten. Diesmal wurde aber ein Spruch gefällt, welcher vorsieht, daß bei einem Inderstand von 138 die Löhne um 5 Broz, bei einem Stand von 135 die Löhne um 8 Proz. des jetzt bestehenden Lohnes herabgesetzt merden fönnen. Wenn der Inder auf über 148 steigt, sollen die Löhne um den gleichen Prozentsaz erhöht werden, um den diese Zahl überschritten wird. Der Redner zerpflückte diesen Schiedsspruch und illustrierte an Hand eines Beispiels die Auswirkung des Spruches. Die Versamm lung lehnte den Schiedsspruch a b. Nachdem noch verschiedene organisatorische Dinge zur Sprache tamen, wurde die Versammlung geschlossen. Arbeitsaufnahme in der Schwarzwälder Uhrenindustrie. Donaueschingen, 26. Januar( WTB.). Ueber die Lage in ber Schwarzwälder Ubrenindustrie nach der Verbindlichkeitserklä rung des Schiebsspruches durch den Reichsarbeitsminister wird uns von zuständiger Seite berichtet, daß in Furtwangen, Güten bach und Billingen die Arbeit schon vollständig wieder aufgenommen worden ist, dagegen rubt sie noch in den Orten Triberg und Schwen | ningen. Soweit die kündigung der Arbeitnehmer bis zur Verbindlichfeitserklärung des Schiedsspruches noch nicht in Kraft getreten war, ist sie von den Arbeitgebern sofort zurüdgezogen worden. Die Ar beitsaufnahme in den bestreitten Betrieben dürfte im Laufe dieser oder anfangs nächster Woche erfolgen. Hilfsaktion für die Saararbeiter. Im Reichstagsausschuß für die besetzten Gebiete fand am Dienstag eine Aussprache über eine Hilfsaktion für die im Saargebiet beschäftigten, aber außerhalb desselben in Deutschland wohnenden Bergarbeiter statt. Insgesamt handelt es sich um 12000 bis 13000 Saararbeiter, darunter 8500 bis 9000 Bergarbeiter, bie für eine Entschädigung in Frage fommen. Diese Arbeiter beziehen an Lohn in der Spigen gruppe etwa 725 Franfen pro Monat, also rund 116 m. Der geringste Lohn beträgt etwa 90 m. Viele von diesen Saararbeitern leben während der Woche im Saargebiet und fahren nur über Sonntag zu ihrer Familie, der unter diesen Umständen etwa 50 bis 75 M. im Monat verbleibt. Bei den Arbeitern, die täglich nach Hause fahren, bleibt der Familie etwa 60 bis 85 m. Der Ausschuß beschloß gegen den Willen des Reichsfinanzministeriums, einen Unter ausschuß einzusetzen, der einen gemeinsamen Antrag für die materielle Unterstüßung dieser Saararbeiter ausarbeiten soll. Lohnforderungen der französischen Eisenbahner. Paris, 26. Januar.( WTB.) Der Minister tür öffentliche Arbeiten bat gestern eine Abordnung der Eisenbahner empfangen, die eine Lohnerhöhung forderten. Der Minister stellte in Aussicht, daß die Forderungen dem Ministerrat unterbreitet werden. Der Lohnstreit bei den englischen Eisenbahnen. A Condon, 25. Januar.( WTB.) 3wischen den Bertretern der Eisenbahngesellschaften und der Eisenbahnbediensteten haben heute neue Verhandlungen über die durch die Beigerung der Angestellten, die Entscheidung des Lohnamts anzunehmen, geschaffene Lage begonnen. Die Angestellten verlangen eine Aenderung der Entscheidung, soweit sie die Lohnfrage betrifft. Die Eisenbahngefellfchaften haben ihren Standpunkt in einer Dentschrift niedergelegt, die auf einer Zusammenkunft von Delegierten der Eisenbahnbediensteten näher geprüft werden soll. Wie verlautet, haben die haben ben Eisenbahngesellschaften sich geweigert, die Ansprüche der Angestellten anzuerkennen. * Condon, 26. Januar.( WTB) Zur Beilegung der Krisis im Verlehrsgewerbe bemertt Daily News", es stebe außer Zweifel daß ohne die feite und gemäßigte Haltung der drei Eisenbahner führer Dobbie, Thomas und Cramp binnen vier Tagen der Streik aus. gebrochen wäre. Die Stellung der Führer fei allerdings durch die schwache Mehrbeit, die tonen zum Erfolge verbalf, ernstlich erichüttert, und die Führer des linten Flügels würden durch diefe Tatsache ermutigt werden. Früher oder später werde also mit einer endgültigen, grundfäßlichen Entscheidung über die fünftige Politik innerhalb der Union zu rechnen fein. Achtung, Schmiede! Morgen, Donnerstag, 7 Uhr bei Büttner, Sawedter Str. 23, Versammlung eller Echmiede, die der Ridtung Amfterdam angehören. Es ist Pflicht aller Genoffen, diese Becfammlung zu besuchen. Der Fraktionsvorstand. Zavezierez. Ledermöbel- Branche. Freitag, 29. Januar, nachmittags 5 Uhr, Jahresbranchenversammlung im Gewerkschaftshaus. Erscheinen aller Branden Die Branchenleitung. follegen und-kolleginnen ist Bflicht. Berantwortlich für Bolitif: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: und Conftiacs: Frih Karstadt: Anzeinen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Verlaasanftalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Biffen. Gewerfichaftsbewegung: Fricdr. Chloru: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lofales B Konsumgenossenschaft Berlin u. Umgegend Am Donnerstag, den 28. Januar 1926, eröffnen wir in Neukölln, Berliner Strasse 96( Laden) die Sparkassen- Zweigstelle Nr. 1 Hier sowohl, wie in unseren Warenhäusern: Brunnenstraße 188/190, Reinickendorfer Straße 21, Charlottenburg, Rosinenstraße 4 und Gräfestraße 21, sowie in unserer Zentrale Lichtenberg, Rittergutstraße 17/18, werden alle Ein- und Auszahlungen sofort in das Sparbuch eingetragen. Wir verzinsen die Spargelder, beginnend mit dem auf die Einzahlung folgenden Tage, zurzeit: kurzfristig( ohne Kündigung). bei vereinbarter einmonatlicher Kündigung bei vereinbarter vierteljährlicher Kündigung. . • • mit 6% mit 8% mit 9 9% Zum Aufsparen kleinerer Beträge sind neu eingeführt ,, Heim- Sparbüchsen" Geschäftszeit von 9 bis 1 und 3 bis 7 Uhr Unsere 182 Lebensmittelabgabestellen nehmen nach wie vor Einzahlungen entgegen und leisten auch Rückzahlungen Nr. 4343.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts REITUNG Die Letzte Die Friedrichstraße mit ihren Nebenstraßen ist das Bergnügungs. viertel von Alt- Berlin. Hier und Unter den Linden" häufen sich die großen Hotels, tie Theater und Kinos, Restaurants und Raffeehäuser, Dielen und Bars. In der Jägerstraße liegen die Tanz falons: Wien Berlin", ybelle" usw.; besondere An ziehungspunkte für die Fremden, die in Berfin etwas erleben möch ten. Lichtreklame erleuchtet taghell die Straße und zeigt den Provinzonkels" den Weg zum Glüc". In der Jägerstraße liegt nedischer Zufall? dicht neben den Tempeln der Luft und der Liebe aber auch ein graues tüsteres Haus es bleibt nachts ganz im Dunkeln das recht ernsten Zweden dient. Die es aufsuchen müssen, tragen teine Gelüste nach den geräuschvollen und kostspieli. gen Bergnügungen, die sich in späten Abendstunden in den nebenliegenden Lokalen abspielen. Und diejenigen, die nächtlicherweile in gehobener Stimmung cft in leichtsinniger Weise in den Stätten des Bergnügens ihr Geld oder das anterer Leute verjubeln, denken nicht an den Leidensmeg, den andere am Morgen nach dem Hause nebenan, dem Staatlichen Leihamt", wandeln, in dem am Schluß des vergangenen Jahres allein nicht weniger denn 43000 Pfänder, die nicht eingelöst wurden, lagerten Wer versetzt? Auf die Frage, mer die Hilfe der Leihhäuser und Pfandleiher In Anspruch nimmt, ist zu antwerten, daß alle Bevölkerungstlaffen baran beteiligt find. Selbstverständlich nicht in gleichem Maße. Ünd der Krieg hat auch hierin große Berschiebungen gebracht. Waren vor dem Kriege annähernd zwei Drittel aller Pfandgeber Handwerker und Gewerbetreibende, so ist deren Anteil im Jahre 1924 auf nur ein Drittel gejunten. Dagegen ist der Anteil der Gelehrten, Künstler, Aerzte, Literaten und Studierenden erheblich gestiegen, nämlich von 4,4 Broz. im Jahre 1913 auf 8,5 Pro3. im Jahre 1924. Noch auffälliger ist die permehrte Inanspruchnahme der Leihhäuser durch die Beamten; sie stieg von 4,6 auf 11,9 Broz. Bei diesen, wie bei den freien Berufen wird man die häufigere Benutzung der PfandLeihanstalten ohne meiteres mit der inzwischen eingetretenen und ver= größerten Notlage erklären können. Das gleiche dürfte für den hohen Anteil der alleinstehenden Frauen" zutreffen. Diefe waren 1913 mit 18,6 Broz., 1920 mit 34,5 Proz. und 1924 mit 30 Broz. beteiligt. Man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß es sich hier zum großen Teil um ehemals gutgestellte, durch den Krieg und die Inflation verarmte Frauen handelt, die gezwungen find, alte, wertvolle Bermögensstücke( liebgewordene Andenfen) gelegentlich zu versetzen. Ob man nun demgegenüber den verringerten Anteil der Handwerker und Gewerbetreibenden 60,2 43,0 34,0 Proz. als einen Beweis für steigente Berbesserung ihrer Lebensverhältnisse anzusehen berechtigt ist, scheint zum mindesten zweifelhaft. Zur Beur teilung der wirtschaftlichen Lage einer so zahlreichen, in sich aber doch sehr vielgestaltigen Bevölferungsflafie bietet eine solche Einzelerfcheinung feinesfalls eine genügende Unterlage. Die privaten Pfandleiher. Die obigen Zahlen find durch Erhebungen des Statistischen Amfes der Stadt Berlin gewonnen, sie beziehen sich aber nur auf das staatliche Leihamt. Eine von uns vorgenommene ergänzende Um. frage bei einer Reihe von privaten Pjandleihern in den verschie 76] Die Passion. Roman von Clara Biebig. Es war gut, daß es tein schwerer Dienst war, denn dem hätte Eva nicht gerecht werden fönnen. Eine große Mattigfeit war über ihr, die Ohnmachten von früher stellten sich mieder ein, aber sie fämpfte nicht mehr gegen diese an, fürchtete all das, was fommen tonnte, sicher wiederkommen mürde, nicht mehr. Was nügte es, daß sie sich mehrte, es fam ja doch. Das Heben und Tragen von Fräulein Sophie war zu schmer für Eva gewesen, und daß sie das jetzt nicht mehr zu tun nötig hatte, das war für fie das allerschwerste. Sie fonnte es nicht verwinden, was ihr da geschehen war, wo sie so fest an das tiefste Berstehen, an Liebe, an Erbarmen geglaubt hatte. War sie denn selbst dieser, von allen anderen Fräulein Budel" und„ mißgestaltet" genannten, mar fie selbst dieser Genoffin im Unglüd nicht gut genug? Berabfcheuungswürdig? Wie sollten sich dann die anderen, die Gefunden, zu ihr stellen? Berabscheut, ausgestoßen! Mit gefentten Lidern, mit zusammengepreßten Lippen schlich Eva. Ach, wenn sie doch damals beim Sprung aus dem Fenster sich zu Tode gefallen hätte! Es erhob fich jetzt manchmal eine Sehnsucht nach dem Tode in ihr, eine unendliche Sehnsucht, die der Sehnsucht gleich war nach einem Bater. Wie fonntest du dir bloß diese schielende Berson mieten?" sagte der Baron zu feiner Frau. Die ist mir Direkt unsympathisch, unheimlich mit ihrem fchiefen Blid." Mir ist sie ganz sympathisch," sagte fie, ich finde auch nicht, daß sie schielt. Ihr Blid ist nur etwas geniert. Und unheimlich? Ein etwas spöttisches Lächeln zog flüchtig die Mundwinkel der Frau herab, in den Augen, die dem Mann folgten, der, auf zwei Krüden geftüßt, fich mühsam durch den Salon schleifte, brannte es auf wie Ungeduld. Aber das Feuer erlosch, der Blid war jetzt nur zerquält.„ Unheimlich, meinst du? Unglüdlich!" ,, Du wirst die doch nicht etwa mitnehmen wollen, wenn wir nach Dennhausen gehen?" Ich dachte daran. Aber wenn du es nicht milft, lasse tch es. Du nimmst ja deinen Friedrich mit. Uebrigens" fte fentte den Blid- soll ich benn wieder mitgehen? Wirst Mittwoch, 27. Januar 1926 wertigere Gegenstände ins Leihhaus wandern. Ueber den II mfang der Beleihungen erhält man ein ungefähres Bilt, wenn man erfährt, daß beim ftaatlichen Leihamt allein im Laufe des Jahres 1924 insgesamt 171 000 Pfänder beliehen oder erneuert worden find. Das Neuköllner Amt hatte rund 20 000. Bei beiden zusammen ein Mehr von 14 000 gegenüber von 1913. Unter der Kontrolle des Gesetzes. Das Gewerbe des Pfandleihers gehört, wie schon erwähnt, zu den sogenannten fonzessionierten Gewerben, d. h. die Ausübung des Gewerbes ist an bestimmte Bedingungen gebunden. So ift ten Pfandleihern auch die Höhe der Leihgebühren vorgeschrieben. Diese dürfen bei einer Beleihung bis zu 30 D. 5 Proz., bei einer folchen von über 30 M. 6 Proz. betragen. Der Vorhaltung, daß dies ein recht hoher Zinsfaz sei, begegnen die Pfandleiher mit dem Hin weis darauf, daß sie selbst nur sehr schwer und nur gegen sehr hohe Zinsen Betriebsfapital erhalten tönnten, daß sie große, teuere Räume haben müßten. Ihr eigenes Kapital sei in der Inflationszeit volltommen verloren gegangen. Der Leihvertrag gilt immer für zwei Monate und muß dann vom Pfandgeber wieder erneuert werden, menn er sein Pfand nicht verfallen lassen will. Die öffentlichen Leihhäuser lassen lange über diese Zeit hinaus verstreichen 6 Monate und mehr-, ehe sie die verfallenen Pfänder zur Versteigerung bringen. Aber auch die privaten Pfandleiher haben fein Interesse, mit ihren Kunden" besonders hart umzugehen. Remmt bei der stets durch einen amtlichen Auffionator auszuführenden Versteigerung ein Gewinu heraus, dann muß dieser, falls er von dem früheren Besitzer des Pfandes nicht abgeholt wird, städtischen Wohlfahrtstaffen zugeführt werden. Endet sie mit einem Berlust, muß das Leihhaus ihn tragen. denften Stadtgegenden führte im allgemeinen zu denselben Ergebniffen. Außer tem staatlichen Leihamt, das der Staatsbank angegliedert ist, besteht nur noch ein öffentliches Leihhaus, das Städtische in Neukölln. Die Zahl der privaten Pfandleiher betrug nach einem im Berliner Polizeipräsidium geführten Verzeichnis Ende 1924 313. Bon den zurzeit ausgeübten 286 Gewerbebetrieben entfallen 213 auf die alte Stadt; von den Außenbezirken folgen Charlottenburg mib 21, Schöneberg mit 18, Neukölln mit 10 fand leihern, die übrigen haben weniger denn 10, einige, wie Zehlendorf und Renickendorf, gar feine. Neben diesen nach§ 34 der Gewerbeordnung zugelassenen Pfandleihern gibt es noch zahlreiche nichtfonzessionierte, tie ihr Geschäft im Dunkeln betreiben, und deren Rundschaft sich vorwiegend aus Dieben und Hehlern zusammensetzt. Noilage, aus der sie sich, da ihnen andere Kreditmöglichkeiten fehlen, Was wird versetzt? Das ist verschieden, je nach der Stadtgegend. In den westlichen Bezirken find es in der Hauptfache Gold, Juwelen, Schmudjadjen, auch Gemälde, Teppiche und Pelze; antere Kleidungsstücke faum. Dementsprechend find hier die Beleihsummen im Durchschnitt höher, als in den ärmeren Biertehn. In den Leihhäusern desordens und Oftens tommen in der Tat sehr oft Beleihungen von 3 bis 2 Mart und darunter zur Ausführung. Ein altes Kleidungsstüd, ein wenig Wäsche muß ins Leihhaus, um ein paar Tage leben zu fönnen. Ganz allgemein ist der durchschnittliche Pfandwert gegenüber der Borkriegszeit weit herabgegangen. Während im Jahre 1913 sich der durch: schnittliche Leihbetrag für ein Pfand beim staatlichen Leihamt auf 43 M. ftellte, betrug er 1924 nur 12 M. Beim städtischen Amt fant er in der gleichen Zeit von 14,30 m auf 7,66 M. Diese Erscheinung läßt sich in der Hauptsache nur dadurch erklären, daß heute geringCABARET ZUR PFAND LEIHE du nicht allein mit Friedrich reifen?" Es war ein vorsichtiges Sondieren in diesem Sprechen, eine leise Anfrage. Ich denke gar nicht daran." Er regte sich förmlich auf über diese rüdsichtslose Idee feiner Frau: allein, nur mit dem Diener wollte fie ihn laffen?! Allein in seinem traurigen Zustand? Allein noch dazu in diesem verwünschten Nest, in dem man nichts sah als Rollstühle und flapprige Menschen! Der Egoismus des Kranten empörte sich in ihm. Er wollte auffahren, ihr Vorwürfe machen, aber da sah er ihre schöne Gestalt noch in aller Jugendlichkeit, ihre Lebensfülle, und fich mühsam zu ihr heranschleifend flagte er:„ Es ist schrecklich für dich, das weiß ich. Aber laß mich nicht allein, ich bitte dich. Es ist zu traurig für mich. Ich würde verzweifeln vor Dedigkeit, vor Langeweile. Was soll ich anfangen allein mit mir! Friedrich ist doch keine Gesellschaft. Mein Gott, mein Gott" es war schon jetzt wirklich Berzweiflung in ,, ich bin doch ganz auf deine Gesellschaft anfeinem Ton gewiesen. Freilich, du kannst leicht beffere finden!" Er lauerte auf ihre Antwort, in seine Augen fam ein Blid töd licher Angst. Sie gab teine Antwort, sie zudte nur die Achseln und fah ihn ruhig, stolz an Er mich ihrem Blid aus, er jammerte: ,, Ich brauche dich, ich brauche dich so nötig! Ich wäre sonst imftande, schösse mir an einem Tag, an dem fich die Sonne verkriecht und der Regen fällt, eine Kugel in den Kopf." " „ Sprich doch nicht so!" Die Augen der jungen Frau, die aufgeglänzt hatten in der Hoffnung: vielleicht reift er allein, verdunkelten fich wieder. Selbstverständlich begleite ich dich. Aber es ist ja noch lange bis dahin." Sie seufzte; es war ein Seufzer der Erleichterung: Gott sei Dant, daß es noch lang hin mar bis zu dieser Reise! Sie fürchtete sich vor Dennhausen, fie fürchtete sich vor den Rollstühlen, und fürchtete vor den Schidsalen, die in diesen Rollstühlen abrollten. Sie ist doch eine arme Frau, wenn sie auch reich und schön ist, dachte Eva. Und das nahm zuweilen die Ünluft zur Arbeit wieder von ihr, aber nur zuweilen. Bei den alten Leutchen, den Peterseims, hatte sie gern gearbeitet, auch bei anderen, selbst bei den Wilkowskis, und bei Rothes erst recht; nun war es ihr oft, als feien ihre Hände gelähmt. Das liebste wäre es ihr gewesen, still dazufigen, die Hände in den Schoß zu legen, und wenn dann der Tod hinter fie getreten wäre. Aber sie wußte ja, so wie man es wünschte mit | Im ganzen muß gesagt werden, daß die Leihhäuser einem vorhandenen, durchaus dringlichen Bedürfnis entgeger tommen. Viele fleine Leute, Arbeiter, Angestellte, Beamte, aber auch sonst gutfituierte Personen, fommen in plögliche, vorübergehende durch Bersatz eines Wertstüdes befreien fönnen. Da die Pfandleiher unbedingte Diskretion wahren müssen, werten dem Pfandgeber peinliche Schamgefühle erspart. Eine neue städtische Auslandsanleihe. Die Berliner Elettrizitätswerte, die Städtische Betriebs gesellschaft für die Verwaltung der der Stadt gehörenden Elektrizitätsanlagen, stehen unmittelbar vor dem Abschluß einer neuen Auslandsanleihe. Diese soll mit einem Betrage von 3 Millionen Dollar, also 12 Millionen Goldmart, bei einem ameritanischen Banthaus in New Dart aufgelegt werden. Die Bedingungen des Darlehns sind bereits wesentlich günstiger, als früher von der Stadt abgeschlossene Anleihen. Die ausgegebenen Obligatione sollen mit 6½ Broz. verzinst werden. Dafür soll der Ausgabeturs für den Betrag von 1 Million Dollar, der auf ein Jahr gegeben wird, etwa 96 Proz. betragen, und der Ausgabefurs für 2 Millionen Dollar, die auf 3 Jahre gegeben werden, etwa 94,5 Proz. Insgesamt würde die Realverzinsung dieser neuen Die städtischen Anleihe also nur wenig über 7 Proz. betragen. bisherigen Anleihen der Stadt bzw. städtischer Gesellschaften in Amerifa und in der Schweiz waren mit einer Realverzinsung von rund 8,5 Proz. belastet. Der Unterschied ist also erheblich; er erflärt fich wohl z. T. aus der beschränkten Dauer des Kredites, wenngleich als sicher angenommen werden kann, daß der Kredit zu gegebener Zeit verlängert werden wird. Für die Aufnahme dieses Darlehns braucht die Stadt feinerlei Bürgschaft zu übernehmen. Der Vertrag wird lediglich zwischen der Berliner Elektrizitätsmerke 2L- G. und der New Yorker Bank geschlossen. Infolgedeller fällt diese Anleihe auch nicht unter die Vorschriften, die für die Gerehmigung von Kommunalanleihen von Reichs wegen erlassen worden sind. Hier kommt den Städtischen Werfen der Vorteil der privaten Rechtsform voll zugute. Der Anleihebetrag soil im wesentlichen die Rest finanzierung des Rummels. burger Bau es ermöglichen. Indirekt entlastet er natürlich auch den Stadttämmerer von mancherlei Sorgen, da der Kämmerer selbstverständlich für die großen Ausgaben der Elektrizitätswerte während ihrer Bauperiode mit hätte einspringen müssen. In städtischer Kreisen hofft man, daß es möglich sein wird, auf dem Wege über die angeknüpften Verbindungen später auch zu weiteren Abschlüssen zu kommen, da ja die städtischen Betriebe zu den ren tabeliten und finanziell sichergestelltesten Industrieunternehmungen überhaupt zu zählen find. dem Tod, so ging es nicht. Der fam nicht, wenn man ein fach fagte:„ Komm!" Der mollte erkämpft sein. Ift Ihnen nicht wohl?" fragte die Baronin. Sie hatte Mitleid mit dem Mädchen; das war so gedrückt, ein Kummer schien auf ihm zu lasten. Gewiß Liebeskummer. Sie fragte, als Eva ftumm vor ihr fniete, ihr die Stiefelchen zuschnürte, ganz unvermittelt: ,, Haben Sie Kummer? Liebeskummer?" Da mußte Eva lächeln fie und Liebestummer! ,, Nein, Frau Baronin." ,, Sie haben aber doch sicher einen Bräutigam?" Evas Lächeln wurde stärker, es verzog bitter ihren -nein, Frau Baronin." Mund. Einen Bräutigam ,, Aber, das werden Sie mir doch nicht weismachen, Sie sind doch jung; jedes Mädchen hat doch einen Mann, dem fein Herz gehört!" Die Baronin ließ nicht nach: welch ein unglüdlicher, hoffnungsloser Blid war in diesen eigentlich ganz schönen, hafelnußfarbenen Augen.„ Eva, feien Sie mal aufrichtig," sagte sie gütig und dämpfte ihre Stimme: ,, Haben Sie vielleicht zu Hause ein Kind? Gestehen Sie es nur, es ist teine Schande!" Ja, das mußte es wohl sein, was dieses Mädchen so verstörte! Durch die Seele der Frau zog es wie verstehender Schmerz: ein Kind, ein Kind! Diese Eva sehnte fich gewiß nach ihrem Kind. " ,, Ein Kind? Nein, gnädige Frau!" Eva lachte plötzlich laut und grell heraus: war das denn nicht zum Lachen? Sie ein Kind! Sie, die verdammt war, einsam durchs Leben zu. gehen, wenn sie ehrlich sein wollte; sie, die für sich allein bleiben mußte, wenn sie nicht noch andere mit hineinziehen wollte in ihr Geschic! Nein!" Sie wollte das Nein nur zu sich selber sagen, aber es fam laut heraus, ein Aufschrei mitten im Lachen. Die Baronin war fast verlegt; ihre Frage war doch so Und dies gut gemeint gewesen, gar nicht zum Lachen. Mädchen lachte fie aus? Wirtlich, darin hatte ihr Mann recht: ein eigentümliches Mädchen. Es war auch ganz unschicklich, dieses Lachen. Sie fragte nun nicht mehr. Aber daß diese junge Person, fünfzehn Jahre jünger als sie felber, feinen Geliebten, feinen Bräutigam haben sollte, das fonnte die schöne Frau stützte fie nicht glauben. Aber freilich den Kopf in die Hand, ein leichtes Frösteln überrieselte ihre hatte sie selber denn etwas von Liebe in ihrem Gestalt Leben? Und das würde auch ihr feiner glauben. Ihr erst ( Fortsetzung folgt.) recht nicht. Baubeginn bei der AEG- Bahn. Auf Grund der städtischen Beschlüsse über den Baubeginn bei der AEG.- Bahn, die am Donnerstag auch von der Stadtverordneten versammlung bestätigt werden, hat das Bauamt der Nord- Süd- Bahn sofort mit den Arbeiten begonnen. Schon in den näch ften Tagen wird fich das Straßenbild am Hermannplay und am Rottbusser Damm in der bei Untergrundbahnbauten gewohnten Weise verändern. An der Westseite des Hermannplages find fämtliche Häufer inzwischen enteignet worden; fie fallen der Spizhace zum Opfer. Die AEG.- Bahn wird hier in offener Baugrube gebaut werden, ebenso im Zuge des Kottbusser Damms, der breit genug ist, um der offenen Baugrube Raum zu geben. Allerdings werden dann die Bürgersteige rechts und links für den Straßenverkehr herangezogen werden müffen. Bei der Gelegenheit des Bahnbaus wird fomieso der Kottbusjer Damm später ein neues Bild be= tommen. Ebenso wird der Hermannplatz nach Fertigstellung in pollkommen neuem Gemande erstehen; er wird vergrößert und modernisiert werden und dadurch zu einer städtebaulich und ver Lehrstechnisch bemerkenswerten Neuschöpfung werden. Unter der Erde nehmen die Arbeiten an der Fertigstellung des Bahnhofes Hermannplag einen rafchen Fortgang. Gelegentlich der Eröffnung des Bahnhofs Kreuzberg wird der Preffe und den Stadtverordneten auch die Möglichkeit zur Besichtigung der der Bollendung entgegengehen ben Anlagen des größten Untergrundbahnhofes Berlins gegeben merden. Schon jetzt gewährt der Bau im Inneren einen imposanten Anblick. Hier werden zum erstenmal im Berliner Verkehr die rollenden Treppen zur Geltung fommen, die in rascher Folge dann bei dem Umbau am Bahnhof Hallesches Tor und bei der neuentstehenden Kreuzung am Kottbusser Tor auch eingebaut werden follen. Man hofft, an den Bauten im Zuge des Rottbusser Damms und darüber hinaus sowie bei der Zuschüttung des Luisenstädtischen Ranals, der ebenfalls von der Stadtverordnetenversammlung grund fählich beschlossen ist, mehrere tausend Arbeiter beschäftigen zu können. Die Einstellungen haben zu einem Teil bereits begonnen. Zur vollen Auswirkung werden sie natürlich erst in etwa zwei bis drei Wochen tommen fönnen. Der Roman einer Belgierin. Sie will ihre Revanche. Die Geschichte, die sich vor Gericht abspielt, fönnte ganz gut wahr sein. Sie flingt zwar etwas romantisch, paßt sich im übrigen aber durchaus dem Leben an. Die Angeflagte ist wahrscheinlich Belgierin oder Franzöfin. Die dunklen Augen, die groß und findlich in die Welt schauen und ebenso geheimnisvoll leuchten wie das tieffchwarze Haar, die Sprache, die lebhaften Bewegungen, fie alle deuten darauf hin. Aber dann. Berunglückte nach dem St.- Norbert- Krankenhaus transportiert. Auf| dessen Brieftasche den nötigen Inhalt hat. Juristisch" wird der Herr der Charlottenburger Chaussee wurde der Bostaushelfer Otto Radda ch aus Moabit gleichfalls von einem Privatauto erfaßt. Mit inneren Verlegungen und einer schweren Gehirn erschütterung wurde er in das Krankenhaus übergeführt. Bon einem eigenartigen Unglüdsfall wurde gestern nachmittag die 47jährige Reinmachefrau F. Stein aus der Faldensteinstraße 35 betroffen. Sie war auf ihrer Arbeitsstelle an der Schleuse damit beschäftigt, einen Mülleimer die Treppe hinunterzutragen, glitt aus, stürzte die Treppe hinunter und schlug mit dem Kopf auf den Eimer auf. Mit einem schweren Schädelbruch wurde die Unglüdliche in bewußtlofem Zustande in das Krankenhaus Am Urban eingeliefert. Arbeiterwohlfahrt Bezirksausschuß/ Kreisvorstände/ Ausschuß zur Bekämpfung von Jugendnot/ Sozialbeamtinnen Jugendgerichtsschöffen Konferenz am Freitag, den 29. Januar, abends 71, Uhr im Berliner Rathaus, Eingang Jüdenftr., Zimmer 109 Tagesordnung: 1. Rechte und Pflichten der Jugendschöffen. Referentin: Genoffin Genget.- 2 Die Aufgaben der Schutzaufsicht. Ref.: Minna Todenhagen.- 3. Verschiedenes. Marie Madeleine gegen Professor Reinhardt. Ein interessanter Prozeß fand gestern vor dem Zivilgericht statt. Die Schriftstellerin Marie Madeleine verlangte auf Grund des Artifels 9 des Urheberrechtsgefeßes, das Zufäge, Kürzungen und fonftige Aenderungen eines Wertes verbietet, soweit dieses nicht besonders vereinbart ist, eine vorläufige Verfügung zu dem zwede, weitere Aufführungen ihres Jugenddramas„ Die drei Nächte" in den Kammerspielen zu verbieten. Dem Prozeß lag folgender Tat bestand zugrunde Marie Madeleine hatte im Jahre 1918 das Berlagsrecht auf 15 ihrer Werke dem Franz- Moefer- Berlag, Leipzig, übertragen, mit der Klausel, daß sie sich jeder Verfügung über die Werke begebe". Professor Mar Reinhardt hatte seinerseits von dem genannten Berlag das Aufführungsrecht für„ Die drei Nächte" erworben. Sie sollten in der Komödie" am Kurfürstendamm als Nachtvorstellung um 12 Uhr abends stattfinden. Marie Madeleine hatte sich durch ihren Vertreter am 11. Dezember an das Deutsche Theater mit dem Anliegen gewandt, ihr für das Bearbeitungsrecht eine gewiffe Entschädigung zu zahlen. Der Vertrag, nach dem die Schriftstellerin fich jedes Rechts auf Einspruch gegen die BeFräulein Barret wollte aljo in ihrer Heimat einen deutschen arbeitung der„ Drei Nächte" begab, wurde perfekt. Die EntIngenieur fennengelernt haben. Auf die erste und alle weiteren Fragen des Vorsitzenden nach Nam' und Art des Betreffenden immer häbigung lautele auf einmalige Zahlung von 2500 m. und eine vierprozentige Tantieme von jeder Aufführung. Laut der eides diefelbe Antwort: 3ch sage es nicht, ich will felbst meine Revande!" Beide mollten in Liebe zueinander ent- stattlichen Versicherung des Direktors des Deutschen Theaters, brannt gewesen sein, die Belgierin zum Deutschen und umgekehrt. Caffirer, foul Frau Marie Madeleine darüber im flaren gewesen Selbst ihren Eltern hätte sie es mitgeteilt, sei aber auf den ent- fein, daß es sich um eine parodistische Bearbeitung handle. Als der Berlag Moeser von diesem Bertrage erfuhr, legte schiedensten Widerstand gestoßen, meil er ein Deutscher war. er gegen ihn Einspruch ein und erklärte, daß nicht Marie Madeleine, Darauf wäre der gemeinsame Entschluß erfolgt, nach Deutschland zu Lieben! Dem Entschluß sei die Tat, dieser ein ganzes langes Jahr fondern er auf eine Entschädigung Anspruch habe. In der gestrigen angetrübten Glüds gefolgt. Dann habe Madeleine langsam merken Verhandlung vertrat Rechtsanwalt Bloch den Standpunkt, daß die müssen, daß sich ihr Freund immer mehr und mehr von ihr zurück- Bearbeitung eine Travestie bedeute, d. h. eine Wiedergabe 30g. Er habe sich doch wohl nach einer deutschen Frau gefehnt. Marie Madeleine erst aus Kritiken erfahren habe. Ihr sei damals eines ernſten Inhalts in einer spöttischen Berkleidung, von der Eifersuchtsszenen und ständig wiederkehrende Streitigkeiten hätten von dem Bertreter des Deutschen Theaters erklärt worden, daß es ihn dann veranlaßt, sie ganz allein im fremden Land einfach fizzen zu lassen. Nach Hause aber wollte sie nicht eher, bis sie ihre Re- fich nur um eine harmlose Bearbeitung handeln würde. vanche hatte. Was nicht ausbleiben fonnte, fam. Heute war fie Der Vertreter Professor Reinhardts stellte sich auf den Standpunkt, Statistin im Film oder Theater, morgen Sprachlehrerin, dann mal daß Marie Madeleine über die Art der Bearbeitung ihres Wertes wieder Uebersekerin, alles vorübergehende Berufe, die sie auf die im flaren gewesen sein müsse. Während das Gericht sich zur Beratung zurüdgezogen hatte, fam jedoch zwischen den Parteien ein Dauer nicht ernähren konnten. So belog fie ihre Wirtinnen, erzählte von größeren Summen, die aus Belgien tommen sollten, Bergleich zustande. Die Klägerin erklärte sich nun bereit, ihre Klage aber niemals eintrafen. In einigen Fällen unterschlug sie Sachen, zurückzunehmen und gegen weitere Aufführungen teinen Einspruch die sie aufs Leihhaus brachte. Schließlich wurde sie verhaftet und zu erheben, falls ihr eine Reſtfumme und auch die vereinbarte ins Untersuchungsgefängnis gefeßt. Und das alles, weil sie selbst Tantieme ausbezahlt würde. So endete der Prozeß, in dem es ihre Revanche haben wollte! Daß sie ihn" nicht nannte, nichts, zuerst um eine sehr ideale Sache ging, nämlich um den Wortlaut, gar nichts von ihm" erzählen wollte, mußte natürlich befremden den die Dichterin ihrem Wert gegeben hat, damit, daß sich die und gegen ihre Erzählungen vom traurigen Schicksal einnehmen. Dichterin mit dem veränderten Wortlaut des Werkes durchaus einHonorar und Tantieme befam. Aber trotzdem fonnte ja alles wahr sein! Und wenn sich das Gericht verstanden erklärte, wenn sie nur auch mehr an ihre Taten als an ihre Worte hielt, es war noch ziemlich milde 3 Monate Gefängnis erhielt Madeleine Barret, wovon 2 Monate und 1 Woche auf die Unter fuchungshaft angerechnet wurden. Also noch drei Wochen, dann wird Mademoiselle Madeleine frei sein und nach Belgien zurückdampfen. Wie wird das Wetter? Sounige Morgenstunden! Während die Innenstadt durch den frischen milden Bind des geftrigen Tages ziemlich trocken geworden ist, tappt der geplagte Mensch der Bororte noch in Pfützen herum. Aber auch das wird beffer werben, ist doch für heute mit zeitweise aufgeklärtem, jonnigem und meist trockenem Wetter zu rechnen. Trotz des Sintens der nächtlichen Temperatur wird das Thermometer faum unter null Grab triechen. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wird wolfenlos fein. Am Donnerstag mittag ist nach sonnigen Morgenstunden mit neuer Trübung, eventuell auch Niederschlägen zu rechnen. Rälte ist jedoch nicht zu erwarten. Der Wetterumschlag hat auch bie Gebirge nicht verschont. Ueberall ist Tauwetter eingetreten. Das Quecksilber steht überall über Null, und der Wintersport mußte eingestellt werden. Nur der Kamm des Riesengebirges weist schwachen Frost auf. Hier liegt noch Schnee. Sonst Ht für den Wintersportler, die Konjuntiur im wahrsten Sinne des Wortes zu Wasser geworden. Eine Hansangestellte verhangert? Kurz vor Weihnachten wurde in der Wannseer Forst die vollkommen erstarrte Belche eines jungen Mädchens gefunden, die bald darauf als eine Hausangestellte namens Erifa 5. ermittelt wurde. Die in Zehlendorf vorgenommene gerichtsärztliche Untersuchung ergab 3wat, daß eine gewaltsame Lodesursache nicht vorlag, und dieje Tatsache wurde auch der Deffentlichkeit übermittelt. Richt aber befam sie eine andere sehr befremdende Tatsache zu erjahren, daß Magen und Darm der Toten vollkommen leer Don Speifereffen war, daß überhaupt der allgemeine Er nährungszustand des Mädchens ein geradezu erbarmenswerter ge mesen ist, daß die Wermste also vermutlich dem ungertober legen war. Dieser Umstand wäre nun aus einem ganz besonderen Grund von erheblicher Bedeutung, weil nämlich in Zehlendorf das Gerücht nicht verstummen will, daß das Mädchen zulegt bei einem Potsdamer evangelischen Pfarrer in Stellung mar, mo sie nicht mit der Sorgfalt verpflegt worden sein soll, die man in einem christlichen Haushalt erwarten darf. Die Tatsache, daß das Zehlendorfer Jugendamt ein Pflegefind aus einem Haushalt reißen will, wo es sich bei tonfessionslosen Eltern wohl und glüdlich fühlt, um es einem chriftlichen Haushalt zuzuführen, hat auch die Erinnerung an diesen Vorfall wieder erweckt und man wünscht von ben beteiligten Behörden, daß sie über den Fall der offenbar perhungerten Erika H. und besonders über ihre letzte Stellung volle Aufklärung schaffen. Schwere Berkehrsunfälle. Im Norden Berlins, in der Grünthaler Ede Chriftiania. fraße, wurde gestern nachmittag gegen 2 Uhr ber 6 Jahre alte Billi Schablowte aus der Grünthaler Straße 29 von einem Geschäftsauto erfaßt, überfahren und war sofort tot. Ein weiterer sajwerer Unfall ereignete fich in Tempelhof an der Ede Berliner Straße. Sier wurde die 38 Jahre alte Ehefrau Hedwig Konrad von einem Brivatauto erfaßt und mehrere Meter mitgeschleift. Mit inneren Berlegungen und einem schweren Schädelbruch murbe bie Rechtsanwalt selbstverständlich im Recht" sein. Aber was sagen die vielen Hunderte, die seit Jahren auf eine Wohnung warten und in den jammervollsten Behausungen untergebracht find. Und eine Frage, die interessiert: Wieviel foldher leerer Wohnungen gibt es in Berlin? Eine neue Schulzahnklinik. Die Aufgabe, durch Einrichtung von Schulzahnkliniken die Bahnpflege bei den Schulkindern zu fördern, ist im Laufe der Zeit als eine Gemeindeangelegenheit erkannt worden. Vor Jahrzehnten wurde bei solchen und ähnlichen Forderungen über sozialdemo tratischen Bahnsinn" geschrien, heute aber find diese Dinge eine Selbstverständlichkeit. Der Bezirk Prenzlauer Berg, der bisher seine Kinder in einem Nachbarbezirk mitversorgen lassen mußte, hat nach lleber windung großer Schwierigkeiten sich jeßt eine eigene Schul. zahnflinif geschaffen. Das ist möglich geworden, weil die Berliner Landesversicherungsanstalt und die Berliner Krankentassen verbände in der Erfenntnis des Nugens, den auch die Invaliden- und Krantenversicherung von einer rechtzeitigen Zahnpflege haben, fich an der Hergabe von Mitteln beteiligten. Die neue Zahnflinif, die im Schulhause Dunderstraße 64 untergebracht ist, fonnte Anfang dieses Jahres in Benutzung genommen werden, und am gestrigen Dienstag murde fie von Mitgliedern des Bezirksamtes, der Bezirksversammlung und des Hauptgesundheitsamtes befichtigt. Stadtrat Dr. Süfner berichtete über die Entstehung der Klinif, die 23 100 m. Gesamtkosten erforderte. Er hob hervor, daß Stadi arzt Dr. Korach zusammen mit der Baudeputation die Klinik in mustergültiger Weise eingerichtet hat, und er gedachte auch der Bemühungen des Stadtrats Genossen Weber um das Zustandekommen dieses Wertes. Stadtarzt Genosse Dr. Koram sprach dann über die Aufgaben der neuen Anstalt. Für sie tommen aus dem Berwaltungsbezir? Prenzlauer Berg 33 000 Sul finder in Betracht. Sie ist mit den besten technischen Hilfsmitteln ausgestattet, und ihre gesundheitspflegerische Arbeit an den Kindern wird ein wichtiges Stüd Jugendpflege sein. Dr. Schweers_dom Hauptgesundheitsamt überbrachte die Glüdwünsche des Stadtmedizinalrats Dr. von Drigalsti und erinnerte daran, daß die Mehrung der Schulzahnkliniken ein langgehegter Wunsch des früheren Stadtmedizinalrats Dr. Rabnom mar. Dte Ein Rundgang durch die Klinit unter Führung des leitenden Arztes Dr. Ahlert gab einen Einblick in das, was hier geschaffen worden ist. Die neue Anstalt hat zwei Wartezimmer, zwei Behandlungszimmer und die nötigen Nebenräume. Warteräume machen mit ihrem farbigen Anstrich, mit ihren Wandbildern und ihren Topfblumen einen anheimeinden Einbrud. Ausgelegte Bilderbücher und ein kleines Aquarium beschäftigen die ingeduldigen und dienen den Aengstlichen als Ablenfung. Die einer Bahnbehandlung bedürfenden Kinder werden in den Schulen durch die Schulärzte ausgesucht und meist von den Lehrern zur Zahnklinit geführt. Es wird darauf gerechnet, daß im Jahre 10 000 Kinder durch diese Klinik durchgehen. ,, Das Auslanddeutschtum und die Heimat." Am Sonntag vormittag fand im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses eine Rundgebung Das Deutschtum und die deutsche Volksschule" statt. Es waren Bertreterinnen aus dem ganzen Reich erschienen und ebenfalls aus den abgetrennten Ge bieten: aus Memel, Danzig und dem Saargebiet. In ihrer Be grüßungsrede führte Fräulein Rulesca aus, daß die Tätigkeit des Bereins für das Deutschtum im Ausland" sich hauptsächlich auf die höheren Schulen erstrece. Die Kundgebung solle bazu beitragen, daß der Gedante des Auslandsdeutschtums auch in den Bollsschulen Einlaß fände. Darauf sprach der frühere Kultus minister Dr. Boelig über„ Auslandsdeutschtum und die Heimat". Ein Hauptmoment der politischen Erziehung sollte unbedingt in der Beschäftigung mit dem Auslandsdeutschtum liegen, daß deutsche Bolt milffe im Gemeinschaftsbewußtsein erzogen werden. Bon entscheidendem Einfluß bleibt aber die Erziehung in der Schule. mit der Schaffung von Lehrstühlen ist bereits begonnen worden. Vor allem müsse betont werden, daß jeder, der auch pom Deutschen Reich getrennt ist, Kulturbeutscher bleibt. Zwischen den abgetrennten Gebieten und dem Reich ist unbedingt ein lebendiger Zusammenhang herzustellen. Der Reichsdeutsche muß die Sorgen und Kämpfe der Auslandsdeutschen verstehen und umgekehrt. Beide müssen sich bemühen, die geschichtlichen und wirtschaftlichen Vorausfehungen des Gegen die Fürstenabfindungen! Heimatlandes und der Wirtsvölker zu erkennen. Die Hauptarbeit Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold veranstaltet heute, mitt liegt hier in der Erziehung der Jugend. Am Schluß der Tagung mies Fräulein Haun darauf hin, daß auch in den Boltsschulen woch, abends 8 Uhr, fieben große Kundgebungen, in denen namhafte Redner aller republikanischen Parteien zu der Frage fächern Anknüpfungsmöglichkeiten lägen. Nachmittags fand darauf bereits Anfäße zu dieser Arbeit vorhanden seien, daß in allen LehrStellung nehmen. Die Versammlungen finden in folgenden Sälen statt: Germaniajäle, Chauffeestraße: Neuer Saal des Schweizer- bildervortrag zeigte den Kindern die deutschen Ansiedlungen in Südeine Jugendtundgebung im Blenarsaale statt. Ein LichtGartens, Am Friedrichshain; Kliems Festfäle, Hasenheide; Mörners amerifa und Aufnahmen aus den abgetrennten Gebieten. Es wurde Blumengarten, Oberschöneweide; Sennings Festiale, am Bahnhof den Kindern nahe gebracht, sich mit deutschen Altersgenossen im Lichterfelde- Dst; Stadt- Theater, Köpenid: Seis' Festfäle, Spandau, Ausland brieflich in Verbindung zu sehen und so daran mitzuwirken, und auf dem Wittenbergplay in Charlottenburg. Es fprechen Reichstagspräsident 25 be, Ministerpräsident a. D. Fröhlich, daß eine engere Berbindung zwischen Deutschland und den Auslands. deutschen geknüpft werde. Reicheminister a. D. Sollmann, die Reichstagsabgeordneten sünstler und Dr. Moses, Senatspräsident Dr. Großmann, Direktor Heinrich öffler u. a. Republikaner Sorgt für Massenfundgebungen gegen die Ansprüche der Fürsten an die Republik!!! Die leere Wohnung. Offenhaltung der Polizeiämter am Sonntag. Das Berliner Bolizeipräsidium teilt mit: Die Polizeiämter und Abteilungen des Bolizeipräsidiums sind vom 25. b. M. ab für dringende Ver. waltungsgeschäfte Sonntags von 11 bis 1 Uhr, an Wochett tagen bis 7 Uhr abends geöffnet. Genoffe Hugo Richter aus Raulsdorf ist an den Folgen einer Operation plöglich verstorben. Richter, von Beruf Steinmez. fand schon frühzeitig ben Weg zur Bartei und ist ihr auch treu geblieben, als sich seine Lebensverhältnisse änderten. Durch feine eifrige Tätigkeit fonnten wir in Kaulsdorf- Süd eine neue Abunseren besten zählt. Ebenso hat er als Schöffe der früheren Gemeinde Kaulsdorf und später als Bezirksverordneter in Lichtenberg viel zur Entwicklung des Südteils von Kaulsdorf beigetragen. Der Tag der Einäfcherung wird noch bekanntgegeben. Im Hause Schillsfr. 3 am Lützowplay, im Gartenhaus, fteht eine Bierzimmerwohnung feit April vorigen Jahres leer. Der frühere Inhaber, ein Rechtsanwalt, ließ sich ohne Baufostenzuschuß ein Haus bauen. Dadurch erwirbt er das Recht, seine ehemalige Wohnung zu verkaufen. Jedenfalls scheint das Wohnungsamt über die Wohteilung einrichten, die im Berhältnis zur Einwohnerzahl zu nung nicht verfügen zu fönnen. Seit einem Jahre wartet diese Vierzimmerwohnung auf einen Mieter. Auf einen, der zahlt natürlich. Der Herr Rechtsanwalt scheint einen gepfefferten Breis zu verlangen. Geelenruhig bezahlt er monatlich feine Miete für die leere Wohnung. Er hat Zeit zu warten. Die Wohnungsnot ist noch lange nicht behoben, eines guten Tages wird schon ein Geldmann fommen, Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 27. Januar. Zirkus Busch. Vor einigen Jahren machten die Filme und Romane des Affenmenschen Tarzan einiges Aufsehen. So fenfationell die Sache war, fie ging zurück auf die ernsten biologischen Probleme des Uebergangs vom Affen zum Menschen. Nun hat auch der Zirkus die Tarzanidee aufgegriffen und ein Manegeschauspiel mit dem Titel„ Die Gorillabraut" daraus gemacht. Das ideelle Moment tritt natürlich ganz zurüd und es bleibt das Bentühen, eine Augenmeide zu schaffen. Und das ist der Direttorin Baula Busch gar nicht spielerischen Sprechpartien verzichten und sie im Sinne der alten übel gelungen. So gut, daß man gern auf die eingestreuten schauBantomime durch stummes Spiel ersetzt fehen möchte. Tollkühn letternde Affen, dargestellt durch die Luftatrobaten Renelli, bie ein weißes Mädchen rauben, ist das Grundmotiv. Urwaldzauber entsteht in der Manege. Der Urwald mit seinen phantastischen Bilanzen und Tieren gibt auch die Mentive für die Kostume fann. Zum Schluß ein Bafferaft. Aus Suppelhöhe ein Wasserfall. des Urmaldballetts her, das in feiner Farbenpracht fich fehen laffen Cine wilde Jagd in und durch das Waffer. Alles Dinge, die nicht unbekannt, die aber gut und wirkungsvoll in bas bunte Geschehen bineintomponiert sind. Das Ganze padend und spannend bis zum Schluß, ein Stüid besten Zirkusses. Jofeph Breitbart und Herr Hermann leisten Unerfennenswertes, tönnen aber noch ni' t den brolligen und gelehrigen Tierfamilie und die Musikclowns Price, Guigui und Georgi ermeden berechtigte Heiterfeit und Herr Burkhardt Footfit reitet mit altpreußischer Grandezza zu fanft gebändigten altpreußischen Märschen oftpreußische, pran Pferde. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Fankprinzessin erzählt: Otto und Else Simon: 1. Das Märchen 3.30 Uhr nachm.: Jugendbühne( Unterhaltungsstunde). Die vom Vergißmeinnicht. 2. Der Heuschreck. 8. Das Märchen vom Regenbogen. Die Funkprinzessin: Else Simon. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle, Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.35-7.30 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). 6.35 Uhr abends: Abt. Heilkunde. Prof. Dr. Seligmann: Das Wesen der ansteckenden Wochenplauderei( Jngenieur Joachim Boehmer). 7.30 Uhr abends: Krankheiten 7 Uhr abends: Abteilung Technik. Technische Dr. Gerhard Schacher: Die Balkanländer". 8 Uhr abends: Abteilung Oratorium. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26 24. Veranstaltung. Zum 25. Todestage von G. Verdi. Requiem", von G. Verdi. Sopran: Vera Schwarz; Mezzosopran: Emmy Vilmar- Hansen; Tenor: Eugen Transky; Baß: Cornelis Bronsgeest; Chor: Oratorienverein. Leitung: Johannes Stehmann. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tages- jo tragisch hingeschiedenen Meifter ersehen. Clown Busto mit seiner nachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theaterund Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik. Königswusterhausen, Mittwoch, den 27. Januar. 3-3.30 Uhr nachm.: Frl. Maria Schmitz: Die Berücksichtigung nachm. Cesar Maria Alfieri und Frl. G. van Eyseren: Spanisch der weiblichen Eigenart in den Mädchenschulen. 3.30-4 Uhr für Anfänger. 4-4.30 Uhr nachm.: Professor Dr. F. Lampe: Allgemeine Wirtschaftsgeographie. 4.30-5 Uhr nachm.: Fri, Anna v. Gierke: Die Frau als Wirtschafterin. Grans legt Revision ein. Die WTB. aus Hannover melbet, bat ber zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilte Händler Grans Revision gegen das Urteil eingelegt. Mittwoch 27. Iaavar I92S Unterhaltung unö jÜVissen Seklage des vorwärts 3] Der himmelstischler. Don Adolph hoffmann. Weaen eventueller Ueberfälle mit Dreschflegeln waren wir aus solcher Tour mindestens iechs bis acht Mann. Wir gingen nun mit dem uns begleitenden Gendarm langsam die Donfiraße entlang. ?ch zog das Dcrsommlungs- und Wohlrecht aus der Tasche und machte den Gendarm auf die einschlägigen Paragraphen, gegen die sein Vorgehen oerstieh, aufmerksam."Indesien haue der Gimmels- tischler zwei bis drei Genossen„verlorengehen lnfien", die hinter uns her das Dorf in aller Seelenruhe mit rl lugblättern und Stimm- zetteln belegten. In den meisten Fällen hatten wir das Glück, daß der Gendarm sich so lange in Gespräche verwickeln ließ, bis unsere Leute wieder da waren, und wir gemeinsam an der Grenze seines Reviers von unserem Begleiter In aller Freundlichkeit schieden. Julius hatte, wenn auch selben Säle, so doch oft Werkstätten. Scheunen, Stuben und Flure in den lleuisten Orten zur Versammlung geschafft, ist oft selbst ohne Handzettel von Haus zu Haus gc- gangen und Hot eingeladen, und wenn nichts anderes Erfolg ver- sprach, so erzählte er den Leuten:„Da will son Roter sprechen. Ich werde ihn aber abschütteln, dast Sie Ihre Freude daran haben. Kommen Sic nur. und hören Sie ganz ruhig zu. Wenn der mit seiner Hetzrede fertig ist, werde ich ihn mir vorknöpfen." Mit solchen Einladungen selbst in den kleinsten Dörfern bracht« er bei seiner Bedächtigkeil und Langsamkeit natürlich einen ganzen Tag zu und er machte sich daher schon oft bei Morgengrauen auf den Weg. War ich abends mit meinem Dortrag zu Ende und es wollte kein anderer reden, dann nahm er dos Wort und erklärte:„Ich hatte mir vorgenommen, dem Vorredner gründlich den Kopf zu waschen. Das sage ich ganz ehrlich, denn ich habe alles mögliche über die Schreckenszicle der Sozialdemokratie gehört. Wie ober der Redner heute die Bestrebungen erläutert hat. bin ich vollständig einverstanden, und da sich auch niemand anders dagegen gemeldet hat. darf ich wohl von den übrigen Zuhörern dasselbe annehmen. Ich glaube wir werden alle daraus unsere Nutzlehre ziehen, und das bei der Wahl berücksichtigen." In einer großen Merseburger Wahlversammlung— Dahlen waren unterm Sozialistengefctz die einzige Gelegenheit, wo wir öffentlich« Versammlungen abhalten konnten,— referiert« ich und der �iimmelstischler" hatte die Leitung. Dadurch, datz ein wild- gwordener Antisemit und ein ganz orthodoxer Pfaffe al« Redner gegen mich in der rüpelhaftesten Weise auftraten, wurde zeitweise die Versammlung sehr stürmisch und drohte, der Wtflösung zu verfallen. Der„Hirnmelstischlcr" mit seiner Ruh« und der Autorität, die er in Merseburg besah, wuhtc die Wellen immer wieder zu glätten. Nachdem ich beide Reden, wie Julius am Schluß der Ver- sammluna feststellte, mit„Humor und Satire erdrosselt" hatte, fragte er, die Versammlung überschauend:„Ist noch jemand da, der sich nach gleichem Schicksal sehnt?" Und als sich niemand meldete, klopfte er mir vor versammeltem Volke stolz auf die Schulter und sagte: „Zu. den Tenor habe ich eukdeckl." Als wir noch der Versammlung noch im Vorderlokal sahen, machte sich an uns ein Herr heran, der wie ein Rittergutsinspeklor aussah, und mich fragte, ob ick» nicht einmal in L a u ch st ä d t sprechen würde. Auf meine Antwort:„Sehr gern, aber dort erhalten wir keinen Saal!" entgegnete der Herr: �Das wäre gelocht." Woran i�ich aus den„Himmelstischler" wies und sagte:„Na, dann fragen«ie mal meinen Freund. Der ist erst vor kurzem in Lauch- städt erfolglos wegen eines Saales gewesen." „No, wenn ich Ihnen sage. Sie bekommen einen Saal, dann stimmt es auch." Jetzt sagte Julius über den Tisch weg gedehnt ,.S— o— ol Na. und welchen denn?" „Den Kronprinzen!" war die Antwort. Julius faßte den Sprecher scharf ins�Auge und sagte noch langsamer als sonst:„Sagen Sie mal, sind Sie nicht der Wirt vom Kronprinzen?" „Jawohl, der bin ich." gab der Gefragte zurück. „So." sagte der„Himmelstischler".„am Dienstag voriger Wock»« haben Sie selbst mir den Saal verweigert, weil Sie keinen Roten in Ihrem Lokal haben wollten." „Richtig," antwortete der W«rt und nahm an unserem Tische Platz,„am Dienstag wollte ich auch noch keinen." -Hm!" machte ich mißtrauisch,„und woher diese schnelle Sinnes- änderung?" „Das will ich Ihnen sagen. Ich bin selbst natürlich kein Sozialdemokrat und hätte Ihnen den Saal wahrscheinlich nie gegeben. Aber am Sonnabend habe ich durch die Schuld unseres Bürger- meisters einen Prozeß verloren, was mich schwer ärgert. Und setzt will ich ihm auch einen Streich spielen. Wir haben augenblicklich in unserem Ladeort Hochsaison. Wenn ich da mit einer Versamm- lung der Roten zwischenplatze, dann platzt er auch." „Ra," mischte sich der„Himmelstischler" wieder ein.„Ueber Motive wird nicht abgestimmt. Sie geben uns also Ihren Saal?" „Ja, mein Wort." unterbrach der Kronpinzenwirt.„aber Herr Hoffmann muß selbst kommen." „Abgemacht, Hosfmann spricht nächste Woche In Lauchstädt," er- klärte der„Himmelstischler" ohne weiteres. Und so kam es. Lauchstädt hatte damals noch keine Eisenbahn. Ein kleiner vorsintflutlicher Omnibus fuhr von Merseburg noch dort. Am Tage der Versammlung war er vollbesetzt, so daß ich nur noch stehenden Fußes hineinkam. Julius fand keinen Platz, da selbst beim Kutscher alles überfüllt war. Nach langer Verhandlung mit diesem und einem anständigen Trinkgeld durfte er auf dem Dach« des Omnibusses zwischen dem Gepäck stch„verstauen". Kreuzoergnügt ging es im„Schuckeltrab" noch Lauchstädt � Lauchstädt war eni kleines Ackerbürgerstädtchen mit Sommer- badegästen, die nicht viel Aufwendung machten konnten, weshalb es auch seit langen Zeilen das Sechsdreier.Renticr.ZZad genannt wurde...„ Er hatte die Nächte vorher unter dem Schutz de« ihm ver- trauten Nachtwächters die Einladungszettel zur Versammlung o«r> breitet.. Al, ich am Marktplatz aus dem Ommbns'prang, um unserem himmelstischler" aus ieinen lustigen Hohen herunter zu helfen, stand zu unserem größten Erstaunen der Schneider am Wagen. Er ver sonst alles vermied, was den Anschein haben konnte, er hatte mit der Eazi-ildemotrati« etwa» zu tun.. Mit erschrockenem Gestcht m er unsbet�leunb beschwor uns. mit dem Omnibus, der gleich wieder die Rückfahrt antrat, noch Me-�eburg zurückzukehren. .Man sachte, man sachte." kam e? gelassen von des Himmelstischlers Lippen. „Ist die Versammlung verboten?" fragte'ch- „Das nicht," erklärt«, nach allen S-üen sich scheu umsehend, der Schneider. „Also leer, e, ist keiner gekommen?" forschte Julius. (Fortsetzung folgt.) Lügenmolch-Automat. Patent Hngenberg& Co. Das deutsche„Lügenmolch-Pelent" Zerseht zu hundert und euch mehr Prozent Jedwede Wahrheit, sei sie noch so fest, Die man dem Apparat in» ZNaul geschoben: Am HInterteU erscheint sie frisch geprehl. Durchsichtig und als Lüge(liehe oben!). Der„Lügenmolch" klappk immer tadellos: Die Wahrheit in der Sluge-Knoll-Astäre kam völlig umgeprehl und halb so groh *&>• Zur Zrcude de» Erfinder» au» der Rühre. Und auch die„Postenjägerei in Genf" Kam hinken ran» als Riesenschwindelmaflc, Durchtränkt mit Scherlschem nationalem Senf. Dann kam ein Lügenflugblatt I. Klasse. Auch Dittmanns Wahrheil, gar nicht klein zu kriegen, Kam hinten raus als ein Paket von Lügen.— Der Konstrukteur(st wirklich ein Genie. welch Jortschritl in der Lügenindustrie! Giuseppe veröi. Zum heutigen 25. Todestag. Noch von 12 Jahren war das Problem Verdi ein von den Verteidigern des Musiküromas hitzig umstrittenes. Der Schlachtruf lautet«: Hie Wagner— hie Verdi. Dieser Ruf hat seinen Klang verloren, einmal dadurch, daß sich eine Patina über dos grandioseste Werk Wagners, den Ring, gelegt hat. zum anderen Mal dadurch. daß sich trotz des philologischen Gezänks Verdi immer mehr das Theater und die Menschen der Web gewonnen hat. Heute, zu seinem 25. Todestag, ist er als einer der größten Thcatermänner aller Zeiten zu preisen, als Künstler zudem, der mit einer unerhörten Arbeitskraft bewähn«tappenweis das große Ziel erreichte, gleich- blrechtigt sein Werk neben das des Bayreuth«« stellen zu können. Man braucht nur die Ahnen Verdis zu kennen und nur seinen Nachfolger zu nennen. un> zu sehen, wie mrmhoch er auch bei historischer Wertung als nationaler Komvonist hervorragt. Diese Borgänger, denen der junge Derdi die gesamte Schulung im Schöngesang ver- dankt, sind Rossini und Bellini: seine Nachfolger, die ihn jahrelang an Ruhm weit überstrahlten, schienen vor Zü Jahren Leoncaoallo und Mascagni zu werden. Aber das unechte Brillantfeuerwerk dieser glatten Geister verschniand schnell hinter dem Licht des plötz- lich berühmt gewordenen Piiccini. Dieser Gesellschaftsmensch und geistreiche Stilist des Orchesters musiziert zwar aus dem Dollen einer großen Begabung heraus, aber er singt überall, wo er große Rollen schreibt, am Drama vorbei. Auch Verdi war lange Zeit so durchweg Italiener, daß er aus Kosten des Drainas dem Belcanto opferte. Aber schon in der Periode seiner patriotischen und religiös emp- fundenen Musik erwacht jener Zug der Theaterleidenschast, der mit einer besonderen Orchesterrealistik dir menschliche Durchsühlnng aller Rollen betreibt. Melodie und Essekt, das waren dir Haupt- schlagmorte seiner ersten Periode, und rnick� in den Welttrinmphen des',R i g o 1 e t t o"„Troubodou r".„T r a v i a t a" emscheiden die Nummern und Arien, nicht dt« Lcrschmelzimg von Idee, Wort und Musik. Was an persönlichem Ausdruck fehlt, ersetzt die Sckön- heit der Linie, und das Fehlen höherer musikdramatischer Gesichts- punkte wird rasch vergessen unter dem Eindruck gefährlich schöner Einzelheiten. Menschliches ist noch knallig aufgeblasen, eftetlvoll erftlnden, lyrisch und temperamentvoll und rauschhast im Einfall, musikalisch eindringlich durch alle Konventionen hindurch erhalten. Aber dieser Derdi bleibt mittelstark, bleibt auch nicht der Mustk- dramatiker des Jahrhunderts. Wagner entthront ihn. Don Carlos gibt ein« Lorahnung davon, was Vqrdi werden sollte, wenn er die Tradition der Koloratur-Itallener, den Arientyp und die Meyer- beersche Effektsuche hinter sich warf. Der„Maskenball" steigert die Ehrlichkeit der neuen Empfindungswelt, und fast sechzigjährig löst sich Verdi von allen Vorbildern aus Italien und Frankreich los. Die„A i d a" ist der Brennpunkt solcher Wandluna. tgier endlich ist dos Virtuos» des Gesanges Nebensache geworden. Pathos und Affekt und Leidenschaft der Menschen bestimmen die Musik, und auch die Rezitative dienen nur noch dazu, dramatische Bewegung zu steigern oder zu hemmen. Die Smnwidrigkeit eine» elegant virtuosen Singens zu anders gearteten Texten, die Vorherrschaft de» Tons über da» Wort überhauvt hat aufgehört. Die großen Ideen Richard Wapners haben in Derdi eine Wandlung eriahren. die seinem eigenen Genie entsprachen, und der„F o l st a s f"(189.?) Ist die letzte und auch reisste Frucht in Verdis Schassen. Hier ist ein Stil gesunden, der aus der einen Seile der einheitlichen Verschwisterung von Ton und Wort dient, alles Zurschauftellen von Nummern vermeidet, der auf der anderen Seit« mozartisch an Witz, Lonne, Leichtigkeit und Humor ist. Die Instrument« beginnen zu leben, zu schäkern, zu kichern, dt« Komik der Strien bleibt so unversiegbar, wie die Rhythmen körper- Haft echt daherschreiten. Ein Karneval des Lebens und ein erlösender Spott, eine Beweglichkeit des Geistes, ein Maskenspiel, aus dem Witz der Dichtung, au» dem lockenden Brio der Musik geboren. So endet Verdi, der als Nur-Itoliener begonnen hatte, nach endloser Entwicklung seiner selbst als Weltgröße, Iis Rief« der Opernkunst. Der Romon Franz Wersels hat Verdi in strengst«, beinahe sieg- hafte Konkurrenz zu Wagner gestellt. Dem ist nicht ganz so. Ein jeder steht an seinem Plane. Aber die Verspottung und Begeiferung des italienischen Großmeister» hat ausgehört und muß für immer bei denen aufhören, die der Erschütterung seiner Alda-Musik und dem weisen Lochen semer Falstaff-Partitur erliegen. _____ Kurt Singer. Michail Salkykow(Pseudonym Stschedrin). Rußlands bedeutendster Satiriker, dessen 199. Geburtstag heute ist, entstammte einer adligen Guisbcfitzersamllie. Im Alexander-Lyzeum in Zarskvse Sclo erzogen, widmet« er sich znerst dem Staatsdienst war jedoch nebenher auch eifrig als«chriftsteller tätig. Er selbst nannte sich einen Fvurieristen, doch waren ihm auch die Ideen Saint- Simon» nicht fremd. Der russische Dauer kurz vor der Aushebung der Leibeigenschast und noch Durchsührung der Reform bildete den Hauplgegenstand seines dichterischen Schossens. Er selbst schreibt von sich sojgende»:„Ich bin im Sa»oße der Leibeigenschast aufgewachsen. wurde mit der Milch leibeigener Ammen ausgezogen, von leibeigenen Kinderwärlerinnen erzogen und schließlich von einem leibeigenen Schreibkundigen im Lesen und Schreiben unterwiesen. Alle Schrecken der ewigen Sklaverei Hobe ich unoerhüllt zu sehen be- kommen. Menschen wurden verkauft und verschenkt, zu ganzen Däriern und auch einzeln: man gab sie zu Freunden und Bekannten in Dienst: man schickle sie auf Grund von Verträgen partienweise in Fabriken. Hüttenwerke und ol» Schisssschlepper sort..." Zwei von de» Erzählungen Sultykow» erreplen wegen ihrer revvlurio- nären Gesinnung Anstoß bei dem„Inoisiziellen Komitee zur Heber« wachung der Ausschreitungen der Literalur", da» 1848 von der russischen Regierung aus ilngst vor der Ausbreitung der«esteuro- päischen revolutionären Ideen eingesetzt worden war. Soltykow wurde seines Postens enthoben— er war damals zweiter Sekretär des Kriegsministers— und nach dem entlegenen Wjafto verbannt. Dort mußt« er sein« Laufbahn von vorn beginnen, doch dank seiner außerordentlichen Begabung rückte er in den sieben Iahren seines Exils schnell wieder auf und brachte es bald nach Ablauf der Ver- bnnnung bis zum Bizeaouverneur von Rjasan und später von Twer. 1882 nahm er schließlich seinen Abschied und widmet« sich ausschließlich der literarischen Tätigkeit. Er starb am 12. Mai 1889. Die verhängnisvolle Slreichholzschachlel. Im letzten Jahrzehnt ist den Aerzten ein Kronkheitsbild geläufig geworden, dos auch für die breitere Oessentlichkeit von Interesse sein dürfte. Die Kranken, säst ausschließlich Manner, kommen mit Klagen über einen Aus- schlag am Oberschenkel und vielsach gleichzeitig auch im Gestcht in die Sprechstunde. Der Arzt findet dann ein akut entzündliche» Ekzem an der Vorder- und Außenseite de» Oberschenkels, dort wo die Hosentasche ausliegt: außerdem«in« Schwellung des Gesichte» und eine Entzündung der Augenlider und Bindehäute. Nicht selten hat da» Ekzem fast den ganzen Körper ergriffen. Die Ursach« dieser seltsamen Erkrankung ist in der Reibfläche der in der Hosentasche getragenen Streichholzschachtel zu suchen, und zwar entwickeln sich au» den in der Reibflächenanstrichmaste«ntnaltenen Phosphor- verbindunaen beim Warmwerden am Körper flüchtige Stoffe, die durch die Kleider hindurchzudringen und schwere Hautreizungen aus- zulösen vermögen. Die weit es sich hier um ganz bestimmt« Fabri- täte handelt und ob ein« besonder« Empfinblii..... liegen muß, damit«, zu dieser„Streichhoilzscho kommt, ist noch nicht restlos entschieden. m ganz bestimml« yaori- indlichkeit der Haut vor- zschachtelhoutentzündung" Theater Lichtfpielc aw. Lessing- Th. ägl. 8 Uhr Maiermax Volksbühne Mosik v R Hirsch 8 Uhr: Der Kaufmann von Venedig Morgen 8 Uhr Der befreite Don Quichotte Staats- Theater Opernhaus Kleines Th. 8 Uhr: WINTO BRIEN 40 internationale Künstler zeigen im Januar Spielplan Dybuk Höchstleistungen der Varletékunst ( Der Dämon) von Au- Ski Regie: Viertel Großes 8 Uhr: Salome Schauspielhaus Opernhaus am Königsplatz 7% Uhr: Rigolette r Schauspielhaus 8 U.: Romeo u Julia Schiller Theater 8 U.: Kapitän Brase bounds Bekehrung Für Dich CHARELEREVUE Städtische Oper TAG ICH 84 Charlottenburg 7 Uhr: Die Entführung aus dem Serail Abonn- Turmus fl Deutsches Theater 7½ Uhr Th. a. Hollendorfpl. 8 Uhr: Die offizielle Frau Operette in 3 Akten Preise 1 M. bis 10 M. Deutsches Künstl.- Theater Täl 8 Uhr: Das Käthehen Kronprinzessin Loise von Hellbronn Th.a. Kurfürstendamm Tägi 8 Uhr Kammerspiele Die Nacht Geschlossen der Nächte Th.3.Schiffbauerdam Tägl. 8 Uhr Die Komödie er frühliche Weinberg Kurfürstendamm 206/7 Lustspielhaus 8 Unr Gesellschaft 11 Uhr Macht vorstel ung Geschlossen! Waliner- Theater Täel. 8 Uhr Kolportage Der blaue Vogel WalhallaTheater Weinbergsweg $ Täglich 8% Residenz- Th Das Mädchen 8 Uhr: Die Durch gangerin Erika v. Teilmann ohne Ehre Parkett nur 50 Pf. Sonnt nachm. 4: Rotkäppchen Kurt Vespermann Neues Th. am Zoo Thalia- Th. & Uhr: Lene, Lotte, Liese Josefinens Todifer Molly Wessely Josetine Dora Oskar Sabo Georg Baselt Theater in der Kommandanteast. Letzte Vorstellungen! 8 Uhr: Allabend! 8 Uhr: Guido Thielscher 617 Stöpsel KleinePreise: Parkettf- 2M. Park- Fant 3-4 M. Grchest. Fauteuil 5 H. Sessel 6 M Vorverkauf amanterbrechen Theater im Annemarie Admiralspalast Taeat. d.Westens Tägl. 8 Uhr: Das Spiel Täglich 8 Uhr: Volkstümliche Wodic der die Liebe Haller- Revue Operette von Gilbert Friedenspreise verlängert M. 0,50 bis 10, Berlin Theater Our b.Sonn४ Uhr Messalinette tag 31. inkl. Trianon- Theater Preise 8 Uhr: Eie Stick aus d. Circastehen: Tel. Zentr. 2391 von 1-8 M. Das Herbstlied Circus Busch von Paula Busch BUSCH Jed Sonnabd. 11 U Nacht vorstellung Täglich 7 Uhr SCALA 8 Uhr. Internat. Varieté Breitbart Schau Januar nur 31. einschl. bis Hürden Lama Sprung a.d.übr.gr Progr Zum Schluß: Sonntag, sachm. 3, Uhr, halbe Prelse Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Zum 302 Mate Das Dentsdie Meer" Lebende ieder v. Meysel Kechm. halbe Preise, valles Abendprog Dönhoff- Brett! Kompon stendarstell. Carlbraun! Casino Theater Herrnfeld Täglich 8 Uhr: Nur ois 28. Januar m intim.Th. 8U. Der Meisterboxer Familie Schmock Freitag, 29. 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Gut Berbandshauses, Linienfte. 83/85: erhaltener lige! 450.- perkauft SteinBetriebsräte- Berfammlung maner- Bianofabrit, Oranienftr. 166. der Hauptgruppe IV. Tagesordnung: Arbeitslofengefes und Betriebsfiliegung". Achtung! Achtung! Kaufgesuche B Rahngebine, Silberfachen. Sinn, Blet, Quedfilber, Goldschmelze Chriftionat. Rövenider traße 39( Adalbertitzake). Wirtschaftsschule des DMY. in Bürrenberg Rabrruber tauft Linienftrake to Fahrräder Zu den am 1. März 1926 in Dürrenberg beginnenben Rurfus für Kollegen aus der Balz und Prefwerte, Metallhitten unb räber, Rennmaschinen, Tandems. TeilSchwerindustrie( Hauptgruppe 1, Stahl, Fahrrad 35, Freilaufräder, Damen Metallwelsmerte, Eisengießereien) fteht zahlung ohne Breisaufschlag. Rraus, dem Bezirk Berlin ein Teilnehmer zu. Große Frankfurterfimage 52 Die Rollegen, die an diesem Rurfus tell 18. Bezirk Mag. Marienbort, Chanffeeitraße 27, abends 7 lb nehmen wollen, milffen ihre felbft 14. Beziet Jonas Brachtfäle, Steutölln, Jonasftr. 22, abends 7 Uhr geschriebene Bewerbung bis späteftens Programmet Schulaula Rieberfchöneweibe, Berl Etr, abends 7111, Februer 1926 an bie Ortsverwaltung JanuarEintr. 1, 2 u. 3 M. Barnowsky- Bühnen Preisermäßigung! Königgrätz.Str. 8 Uhr: Einen Jax will er sich machen Komödienhaus 8 Uhr: Der dreizehnte Stubl Die Tribune 8- Uhr: Die nenes Herren 12. Bezirk Bernice, Stiglig, Berlinide- Str., Gde Sugeplag abends 7 Wht 6. Bezirk Echols, Friedrichshagen, Friedrichste 81, abends 7 Uhr 17. Bezirk Wegener, Bichtenbg. Frantf Ailee 236, abends 6 Uhr eingereicht haben. Die Bewerbung mus 18. Beairt Realgnnafium Weißenfee, Böld- Brom, abends 7 Uhr enthalten: 19. Bezirk Lehmann( Baradiesgarten). Bantow, Schloßftz. 2. Angaben über die bisherige Mitglied fchaftsdauer im Deutschen Metallarbeifer abends 7 Uhr Unterricht Busturse. Brivatfchule für Damenpuk von Therefe Barud, aeb. Simon, Martarafenftrake 18, Freiprofpekt. 20. Bezirk Brescott, Reinidenborf- B, Berliner Str. 72, abends Berband, Tätigkeit im Bezbande und in Verschiedenes 8 Uhr Heute Mittwoch, den 27. Januar 1928: 8. Bezirk Palme", Spandan, Ritterftr, abends 7 Uhr Tagesordnung in allen Bersammlungen. 1. Bericht über bas verffoffene Jahr 2. Neuwahl der Bezirksleitung der Arbeiterbewegung, gegenwärtige 4 Funktion in Deutschen Metallarbeiter Am schönsten it's bei Rellers, Roppen Berbanb oder als Betriebsrat ufo, ob ftraße 29. Mittwoch. Freitag, Sonn verheiratet, Alter hes Bewerbers, ob und abenb, Sonntag größter Betrieb aller inwieweit bisher bereits an Rurfen teil- itwenbälle. Serrliche Ballmujit. So Tide Breife: Rontmen, sehen, ftaunen, genommen und sonstige zweddienliche Bertranensvolle 172/9 ngaben Auskunft Frauen, Mädchen. Langjährige Erfahruna( ärat Ueber fonftige Bedingungen für bie fid). Wolff, Wienerftrake 20. Bor Es ist Blicht eines jeden Kollegen, zu diefer Betiammlung auursteilnehmer wird im 8immer 4 tal III, 2 Treppen, Görliger Bahnhof erfcheinen. Butritt haben nur Wiitglieder, bie thren ftatutarischen unseres Bureaus Austunt erteilt Gerberei. Reukölln, Brina- Sandiern Berpflichtungen nachgelommen find. Die Beziefsleiteng Eraße 37/38. 3. Bezbandsangelegengeites Ber diedenes Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Die Detsverwaltung. Nr. 43 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts, 27. Januar 1996 Kaufkraftsteigerung und Preissenkung Der Weg aus der Krise. Die Fahrradindustrie ein Beispiel. Man muß manchen deutschen Unternehmern zugestehen, daß fie allmählich aus ihren in den letzten zwei Jahren begangenen schweren wirtschafts- und sozialpolitischen Fehlern lernen. Das Brogramm von Hugo Stinnes, niedrigste Löhne, Sehnstundentag und zwei Stunden extra und gratis ist heute fein Evangelium mehr für alle. Seit dem Fiasko der Schuzzollpolitik hat die Not manchen zur Einsicht gebracht. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat wenigstens in der Begründung jeiner Denkschrift( im pofitiven Programm ist alles wieder forgfältig verwischt) der Bedeutung höherer Löhne für das Abfahproblem und die Frage der Kapitalbildung Zugeständnisse gemacht, über die den Herren im Hause" der Borkriegszeit die Haare zu Berge geftanden wären. Sind die Unternehmer unter sich, fönnen sie noch deutlicher sein. Das Zugeständnis des Dr. Lange vom Verband deutscher Maschinenbauanstalten, durch systematische Rationalisierung Den Betriebsfoſtenanteil, nicht aber die Löhne herabzudrüden, ist für den maßgebenden Verband der Maschinen. industrie schließlich allerlei. Aber man muß wissen, daß eine Schwalbe keinen Sommer macht und daß die Unternehmer auch anders können, besonders wenn ihnen nicht, wie vielfach heute, das Wasser am Halse steht, wo sie mit der Peitsche schneller bei der Hand find als mit dem Zuckerbrot, wie heute. Ueber dieses Zuderbrot philosophiert der Arbeiter denn auch anders als der Internehmer, wozu er nach den letzten Erfahrungen bei Wiedereinstellungen nach Stillegungen allen Anlaß hat. Niedrige Betriebskosten hohe Löhne fleiner Nutzen niebrige Breise großer Abfoß: um diese Hauptforderung der rbeiterschaft zur Wirtschaftsgefundung durch Absazsteigerung im Inland und Ausland muß daher nach wie vor scharf gerungen merden. Ein Rekordjahr der Fahrradindustrie.- Die Ursachen. Daß die in stematische Rauftraftsteigerung der Maffen auch für Deutschland den Weg aus der Krise und zum Aufstieg der Wirtschaft bedeutet, ist nun etwas, was die Unternehmer für ein reiches Land wie Amerita, nicht aber für das arme Deutschland" wahrhaben wollen. Es trifft sich gut, daß nun die Industrie des Fahrrades, des Autos des armen Mannes, die für Den Zusammenhang zwischen der Kaufkraft der Massen und der Brosperität der Industrie als geradezu tlaffisches Beispiel anerkannt werden muß, der Nachweis dieses Zusammenhanges lückenlos geführt werden kann. Hier liegt ein Fall vor, in dem die Unternehmer selbst, und zwar mit glänzendem finanziellen Erfolg, und obendrein in dem„ armen Deutschland", ihre eigene Behauptung widerlegt haben. Das Jahr 1924/25 war für die Fahrradindustrie ein Reford jahr. Die Fahrradproduktion Deutschlands mar doppelt fo hoch( 2 Millionen Stück), als in der Vorkriegszeit. Es hat sich gewiß manches gegen damals verschoben, was nicht unmittelbar mit her Fahrradproduktion etwas zu tun hat und doch den mur 120, 130 m. Das sind etwa Friedenspreise. Alles andere ist enorm verteuert, für das gleiche Geld fauft man die Hälfte wie früher, aber Fahrräder sind billig. Natürlich werden sie lieber gekauft, auch lieber neu getauft und schneller verbraucht, als Baren, die Bucherpreise haben. Glänzende Geschäftslage bei der AEG. Erhöhter Umsatz- Großer Auftragsbestand. Im Gegensatz zu der außerordentlichen Verschärfung der Wirtschaftskrise in den letzten Monaten fann die AEG. über einen geradezu glänzenden Geschäftsverlauf im letzten Jahre und über gute Aussichten ihrer Betriebe berichten. Das ist um so beachtlicher, als hier eine der größten Unternehmungen der metallverarbeitenden und elektrotechnischen Industrie ganz im Gegensatz zur übrigen Ronjunkturentwicklung durchaus erfolg. reich gewirtschaftet hat. Die AEG. verbreiiet über ihre gestrige Aufsichtsratsfizung folgende Pressemitteilungen: Die Produktions- und Absatzsteigerung der Fahrradindustrie hat ganz deutlich hier ihre Ursachen. Die Entwidlung der Fahrradindustrie 1924/25 ist eine glänzende Rechtfertigung für den Direktoritäts: Gesellschaft am 26. Januar wurde berichtet, daß die der Brennabormerfe, Dr. Reichstein, über den fich auf der Tagung der Maschinenbauanstalten feine Kollegen von Maschinenindustrie luftig machten, weil er hohe Löhne zur KaufMaschinenindustrie luftig machten, weil er hohe Löhne zur Kauffraftsteigerung, gute Betriebseinrichtungen zur Roftenfenfung und niedrige Preise zur Absatzsteigerung propagierte. Wie sich das bezahlt machte! der Wie fich das für die Industrie bezahlt machte, das zeigen die Bilanzen der Fahrradindustrie. Bor uns liegen vier folcher Bilanzen von mittleren und durchweg alten Berten, die als typischer Durchschnitt angesehen werden dürfen: die Phänomenwerte Durchschnitt angesehen werden dürfen: die Phänomenwerte G. Hiller AL- G. in Zittau, Nürnberger hertulesmerte A.-G. Nürnberg, die Corona Fahrradwerte und Metallindustrie A.-G., Brandenburg a. d. H., und die Marswerte.- G., Nürn berg- Doos, alles Werfe, die über ein Bierteljahrhundert in Betrieb zeiten; müßten nach der bisherigen Erfahrung mit der Dividende find. Alle haben ein höheres Attientapital als in Friedens. also ihre Not haben, aber sie haben 10, 8, 5 und 10 Broz. Dividende verteilt. Aber mit der Dividende find die Gewinne noch lange nicht erschöpft. Sie haben sich alle anstrengen müssen, ihre Gewinne nicht allzu auffällig in die Erscheinung treten zu laffen: 10 bis 20 Broz. Abschreibungen auf Maschinen, 60 bis 100 Proz. Abschreibungen auf Einrichtungen und Werkzeuge. 3mei niedrig bewertet. Die Marswerte haben schon nach der Bilanz haben Berlustreserven für Außenstände abgestellt, die Borräte sind das halbe Attientapital verdient( 515 339 m. auf 1183 000 m.). An Tantiemen und Gratifitationen werfen fie 80 000 m., für einen Angestellten- Unterstügungsfonds 50 000 m., für die Berlustreserve meitere 50 000 m. aus und 190 000 m. werden vorgetragen. Dazu 10 Proz. Dividende. Bankschulden haben die vier Werke offenbar überhaupt nicht. Dagegen beträchtliche Bant guthaben, und die Außenstände und Barguthaben übersteigen die Verpflichtungen ganz beträchtlich. Von anderen Berten, die zugleich Autoproduktion betreiben, miffen wir, daß der Fahrrad abjazz geradezu eine Geldquelle zur Finanzierung der Autoproduktion war, daß die Fahrradproduktion den ganzen übrigen Betrieb erhielt und die Umstellung auf Maffenfabrikation erleichterte. In der Abschlußsizung der Allgemeinen Elettri abgerechneten Umfäße um 50 Pro3. gestiegen seien und 30 Pro 3. mehr Aufträge als zur gleichen Zeit des Vorjahres vorliegen. Nach laufenden Abschreibungen in Höhe Don 3058 863 m.( im Vorjahre 2 426 743 M.) und einer Tilgungsquote von 857 506 m. auf Disagio der Amerikaanleihe verbleibt für das mit dem 30. September 1925 endende Geschäftsjahr ein Reingewinn von 8 363 047 m.( im Vorjahre 7 223 287 m.) und gestattet die Berteilung einer Dividende von 6 Proz auf die Stammattien( im Borjahre 5 Proz.). Der Erlös aus den amerikanischen Anleihen, von denen die zweite erst in der Bilanz des laufenden Geschäftsjahres zur Berrechnung kommt, ist an die Stelle turzfristiger Verpflichtungen getreten. Die Generalversamm lung wird auf den 26. Februar 1926 einberufen. Auf die Einzelheiten des Abschlusses wird zurückzukommen sein, menn Geschäftsbericht und Bilanz vorliegen. Inlandsanleihe des Sparkassen- und Giroverbandes. Es wirkt wie eine leberraschung, auch einmal von einer Anleihe zu hören, die im Inland gemacht wird. In der Tat erfolgt eine solche durch den Sparkassen- und Giroverband, der mit Genehmigung der Beratungsstelle beim Reichsfinanzministerium eine 8 prozentige 20- Millionen- Anleihe bei den deutschen Spar. faffen umlegen wird. Die Anleihe tonunt also nicht in erworben, und zwar zum Kurs von 88 Proz. 7 Millionen Mark die Deffentlichteit, sondern wird von den Sparkassen selbst find schon abgesetzt. Der Erlös fließt über die Sparfaffenzentralbant, die Deutsche Girozentrale, deutschen Gemeinden in ber Form langfristiger Kredite zu, die mit 2 Broz. pro Jahr zu tilgen find. Die Hälfte der Anleihe ist bereits unter gebracht. Es ist als gutes Zeichen zu betrachten, daß die Sparkassen einen Teil ihrer Einlagen nunmehr sicherer anlegen tönnen, als es vielfach bisher möglich war, und daß den Gemeinden dadurch Mittel zufließen, die ihnen vielfach durch die Absperrungs politif der Reichsbant gegenüber dem Ausland auch für probuttive 3mede verjagt blieben. Aber die Sache erfordert doch ein sehr ernstes Wort. Es ist das Recht der Sparkassen, Zinsen zu verlangen, die für sie teine Verluste bringen. Ein Kurs von 88 Broz. bedeutet eine Berzinsung für die Sparkassen von rund 9 Proz. Das ist nicht zu viel. Wenn der Sparkassen- und Giro verband das Geld noch jo billig an die Gemeinden weitergibt, mirb er es faum unter 10 Proz. tönnen. Auslands= tredite sind nach der bisherigen Erfahrung für die Ge meinden ganz wesentlich billiger. Die Sperre für Auslandskredite, die die Reichsbant über die Gemeinden verhängt hat, bringt den Gemeinden also ganz beträchtlich höhere 3ins zu zahlen wären. Den Unterschied hat natürlich der Steuerzahler und der Käufer von Gemeindediensten zu zahlen. Die Reservie rung der Auslandskredite für die Industrie be deutet also eine einseitige Belastung der Gemeinden und der Steuerzahler. Eine solche Auswirkung der Zensur der Auslands anleihen durch die Reichsbant ist volkswirtschaftlich unerträglich. Sie ist um so unerträglicher, als man auf lange Jahre mit hohen Zinsfäßen im Inland, startem Kapitalbedarf der Gemeinden und der Steigenden Möglichkeit rechnen darf, daß die Sparkassen Einlagenüberschüsse anlegen wollen. Uebrigens ist es unerfindlich, warum die Genehmigung der Beratungsstelle auch für eine Inlandsanleihe erforderlich war. Bedarf steigerte: Die Radsportbegeisterung, wie fie die großen Berlin der Fahrradverlauf mie abgeschnitten, so alarmierend often, als beim freien Zutritt zum ausländischen Kapitalmarkt Großer Absatz. Rennen zeigen, Sehnsucht ins Freie, die sich mit den Borstadtbier cärten nicht mehr begnügt, die fernliegenden Schrebergärten und leinsiedlungen, die Jugend, die nicht nur mandert, sondern auch fährt, und schließlich der aufgespeicherte Bedarf aus der Inflations zeit, wo die Elendslöhne selbst das Fahrrad für den armen Mann zum unerschwinglichen Lurus werden ließen. Es bestanden also manche Gründe für die Steigerung des Bedarfs. Aber hätte dieser Bedarf jemals Nachfrage werden fönnen, wenn die Massen nicht hätten faufen, und zwar wohlfeil faufen können? Steigende Löhne. Miedrige Preise. Ein Fahrrad zu laufen, ist für einen Arbeiter fein leichter Ent schluß. Bielfach muß er es anschaffen, weil der heute viel häufigere Betriebswechsel Wohnung und Arbeitsstätte weit auseinanderreißt. Außerdem fauft gerade der Arbeiter zwar nicht die schönsten, aber Sie stabilst en Räder, die auch die teuersten find. Er braucht fie jeden Tag, und weil sie Jahre halten müssen, sieht er auf Quali tät, auch wenn das Rad einen ganzen Wochenlohn mehr tostet. So muß er paren fönnen, um es anzuschaffen, und wenn er es auf einmal bezahlen tann, ist es billiger. Die Voraussetzungen waren 1924/25 erfüllt. Wir hatten steigende Löhne, und da bas Fahrrad zum notwendigen Lebensbedarf gehört, wurde es getauft. 3wei Millionen Fahrräder murden 1924/25 produziert und abgelegt, das Doppelte von 1913/14. Auch der Auslandsabjah steigt! In bemerkenswerter Weise hat sich diese Berbrauchssteigerung im Inland auf den Egport ausgemirft Die Ausfuhr deutscher Fahrräder mar nämlich in den Jahren 1924/25 der Stückzahl nach um 30 bis 40 Bro3. größer als vor dem Kriege. Noch günftiger gestaltete fich der Erlos aus der Ausfuhr von Fahr rädern: 1912/13 betrug er rund 7 Millionen, in den elf Monaten Januar- November 1925 dagegen rund 11 Millionen Mart. Hier ist also eine Steigerung des Erlöses aus dem Export um mehr als 50 Proz. festzustellen nach derselben amtlichen Statistit, die uns jagt, daß der Gesamtwert der deutschen Ausfuhr noch immer um faft ein Fünftel hinter dem Ausfuhrwert 1913 zurückbleibt. Etwas Aehnliches dürfte bei wenig anderen Industriezweigen zu verzeichnen fein. Diese Tatsachen sind jedoch ein Beweis dafür, daß nur die Starfung bes Inlandsmarktes eine Steigerung der Warenausfuhr bewirken tann. Die Gründe der Abfahsteigerung. Aber es lohnte sich für den Käufer auch. Die Fahrradindustrie ist nämlich eine der wenigen, die mit ihren Preisen faum höher als im Frieden liegt, was ganz zweifellos eine Folge der ratio. nelleren Produktion, auch der sehr verbreiteten Bandfabrikation und der vielfach durchgeführten Normalisierung der Einzelteile und des Zubehörs ift Geht man in ein großes Berliner Fahrradgefchäft, so loftet das billigste Rad nur 50 m., das teuerfte Wie sich der Cohndrud und die Arbeitslosigkeit auswirken. Die vier Bilanzen lauteten nun auf den 30. September vorigen Jahres. Heute stedt auch die Fahrradindustrie in der Krise und die felben Ursachen, die zum Rekordjahr führten, sind heute, weil fie fehlen, der Anlaß zu Berluften, Stillegungen usw. Die Saison im Fahrradgeschäft geht bis Anfang, Mitte, Ende September, je nach dem Wetter. Aber schon Mitte Auguft war beispielsweise in wirkten bei den Räufen die ersten Zusammenbrüche in der Industrie, die drohende 3ollteuerung für den Lebensbedarf und die beginnende Ab drosselung jeder weiteren ohnerhöhung. Seit die Arbeitslosigkeit anwuchs, ift das Gefchäft wie tot. Und ob wohl die Preise eher niedriger als höher geworden find, was doch den Abjaz heben müßte( troz des Endes der Saison), es wird nichts mehr verkauft. Dafür aber hat sich das Blatt vollständig gewendet zwischen Fahrradhändler und Fahrradindustrie. Bis dahin saß die Industrie auf dem hohen Roß, Aufträge anzunehmen war faft eine Gnade. Die Kartelle und ihre Konditionen herrschten rud. fichtslos. Jetzt stürmen die Industrievertreter ben Händlern die Läden, zur Hälfte, zum dritten Teil des Breises wird angeboten. Preise, die den Fabrikanten absolut Berlufte bringen, find ganz allgemein. Die Ronditionen der Kartelle aber spielen überhaupt teine Rolle mehr; das ist das erste, mas versichert wird, nur um ins Geschäft zu kommen. Die Hoffnungen aber für das tommende Jahr sind mehr als trübe, und die Fahrradindustrie hat allen Grund dazu, solange die Arbeitslosigkeit anhält. Ob die Unternehmer daraus lernen werden? Ob es hier wohl einen 3weifel geben fann, welches die Urfachen dieses Konjunkturverkaufs der Fahrradindustrie find? Die Busammenhänge find viel zu sehr mit Händen zu greifen, als daß noch ein Zweifel möglich sein tönnte. Aber wir haben faum eine Hoffnung, daß die deutschen Unternehmer aus diesem Beispiel, das in flaffischer Deutlichkeit den wahren Weg aus der heutigen Wirtschaftstrife für die meisten Industriezweige zeigt, etwas lernen werden. Sie werden auch in der volkswirtschaftlichen Enquete, die der Reichstag foeben zur Erforschung der Wirtschaftslage und der Mittel zur Krisenlösung durchführt, zwar gelegentlich ein paar vernünftige Worte, nicht aber den Weg zu vernünftigen Taten finden. Bielleicht ist aber doch nicht alle Hoffnung umsonst. Darum wollen wir noch ein Beispiel für die absolut zerstörende Wirkung des Rüdgangs der Beschäftigung gerade in den größten Werfen mit Serien und Bandfabrikation geben, das aus der Bragis der letzten Krisenwochen stammt. In einem der größten Fahrrad- und Automerke wurden erzeugt im Juli 1925 mit 1300 Mann. im Dezember 1925 mit 510 Mam 1280 Fahrräder pro Tag 300 Fahrräder pro Tag. Bro Mann und Tag im Juli also ein Fahrrad, im Dezember aber nur knapp% Fahrrad. Bei gleichen Lohn- und höheren Allgemeinfosten mar die Produktivität der Betriebs Teistung gefunten um volle 40 Broz. Geringer Absatz bedeutet also erhöhten 2ohn aufwand ohne produttiven Erfolg. Gilt diese Tatsache nicht für die gesamte deutsche Industrie? R- r. Startes Anwachsen der Geschäftsauflösungen als Krisenfolge. Aus den Ziffern der Konturse und Geschäftsaufsichten ließ sich schon entnehmen, daß das Jahr 1925, besonders die letzten Strifenmonate, einen gewaltigen Ueberschuß der Geschäftsauflösungen über die Gründungen ergeben wird. Das statistische Reichsamt veröffentlicht jetzt in Wirtschaft und Statiftit die Ziffern dazu. Im Vergleich zu den Borjahren hat sich der Ueberschuß der Gründungen über einem die Auflösungen der Kriegs- und Inflationszeit zu mächtigen Ueberschuß der Auflösungen über die Gründungen verwandelt. Während für alle Formen der privattapitalistischen Unternehmungen felbft 1924 noch ein Ueberschuß der Gründungen von 951 bestand, brachte 1925 einen Ueberschuß der Auflösungen von nicht weniger als 14 728. Davon im ersten Vierteljahr 1554, im zweiten 2096, im dritten 3509 und im pierten 7569. Der Auflösungsprozeß erfolgte also in immer stärterem Ausmaß e. Das vierte, das eigentliche Krisenquartal, bedt allein mehr als die Hälfte des Auflösungsüberschusses von 1925. Bei den einzelnen Unternehmungsformen ergibt sich folgendes Bild: Die Zahl der Attiengesellschaften hatte sich pon 1914 bis 1923 um 10 000 vermehrt. Sie ging 1924 um 546, 1925 aber um 1953 Gesellschaften zurüd 1924 und 1925 ist also eir: Biertel der Neugründungen wieder ausgeschieden Die Gesellschaften mit beschränkter Haftung waren um 45 000 gestiegen. Sie perein Sechſtel der Neugründungen schied also aus. Zahlenmäßig am ringerten fich 1924 um 588, 1925 um 6233 Gesellschaften. Ueber stärksten waren Neugründungen und Auflösungen naturgemäß bei den Einzelfirmen auf die neben den offenen Handels- und den Kommanditgesellschaften der Rest entfiel. Es ist sicher, daß der Auflösungsprozeß noch lange nicht zu Ende ist; denn die eigentliche Reinigungstrife hat in den letzten drei Monaten von 1925 erft eingesetzt. Weitere Einschränkung der Hochofenbetriebe in Deufich- Oberfchlesien. Infolge der immer geringer werdenden Absahmöglichkeit für Roheisen ist die Verwaltung der Borsig. Werte A.-G. gezwungen, die Hochöfen vorübergehend am 1. Februar ftillzulegen. Die in Frage fommenden Arbeiter des Hochofenbetriebes, etwa 150 Mann, follen für die Dauer von acht Wochen Werksurlaub erhalten. Die Erwerbslosenfürsorgestellen sind bereits entsprechend benachrichtigt. Fritzi Massary die überraschend gehaltvolle 3 S Zigarette ist bisher unerreicht. Boltsentscheid gegen Fürftenforderungen. Stellungnahme der Berliner Parteifunktionäre. Die Großberliner Barteifunttionäre nahmen geftern abend in einer überfüllten Versammlung Stellung zur Fürsten abfinbung und zum Bolfsentscheid. An Stelle des zunächst noch behinderten Genoffen Dittmann fprach erst Genoffe Dr. Kurt Rosenfeld: Die Berhandlungen des Rechtsausschuffes, ber gegenwärtig eigentlich mur erst Material in der Frage der Fürftenabfin dung gesammelt hat, habe in ganz Deutschland größtes Aufsehen erregt. Diese Frage ist eine der wichtigsten innerpolitischen seit dem Sufammenbruch des monarchistischen Systems. Den Rechtsparteien, besonders den Deutschnationalen, bedeuten die Berhandlungen nicht mur die Möglichkeit den Fürsten viele Millionen zuzuschieben, sondern ihnen geht es ganz besonders um eine Stärkung des Kampffonds gegen die Republit Eine der übelsten Erscheinungen ist der Dr. Everling, deutsch nationaler Boltsvertreter und gleichzeitig Rechtsvertreter des Alten burger Fürstenhauses. Der Herr ist zwar erledigt, aber die Ber einigung für einen rechtlichen Ausgleich mit bem Deutschen Reiche hat die Interessenvertretung der hohen Herrschaften übernommen. Heute ist die Situation so, daß das notleidende, betrogene und be logene Bolt nicht die bavongelaufenen Fürsten zur Rechenschaft zieht, fondern diese verlangen von Reich und Staat Entschädigungen. Ein würdeloses Feilschen findet statt, hier um ein Stüd Land, dort um ein Haus oder um Goldwerte. Allein Thüringen hat 25 Proseffe fchweben, obwohl es schon über 500 000 Mart an ehemalige Hofbeamte ge zahlt hat. Die Ansprüche der Fürsten beruhen zum größten Teil auf burchaus anfechtbaren Rechtsgrundlagen. Aber bei der ganzen Angelegenheit handelt es fich nicht um eine Rechtsfrage, sondern um eine politische Frage. Selbst das sogenannte Brivatvermögen der Herrschaften feßt fich größtenteils aus Berten zusammen, die dem regierten Bolle Dorenthalten wurden. Staatseigentum, Güter, Domänen, Baulichteiten find vielfach erst durch allerlei bedentliche Machinationen in den Besitz der Fürsten gelangt. Nach dem jetzt vorliegenden preu Bischen Bergleichsvorschlag sollen die Hohenzollern 142 Golb millionen Entschädigung erhalten, daneben außer vielen Schlössern allein 530 000 morgen Land. Der preußische Staat foll alle die Merte behalten, die start belaftet sind. Den Hohenzollern genügt allerdings auch das noch nicht, fie verlangten 100 Goldmillionen und daneben eine jährliche Rente von 1 Millionen. Unter den Merten, die der preußische Staat erhalten soll, befinden sich nur 53 Millionen Nußwerte, dagegen sollen die Hohenzollern 148 mil. Honen Nugwerte zugewiefen bekommen. Gegenüber diesen unverschämten Forderungen, bel benen mein and Dein von den Herrschaften sehr schmer unterschieden wird, kann eine einzelstaatliche Regelung nicht zugegeben öffentlichen Stimmabgabe Währenddem gleich. Um so mehr müssen also die Großstädte und die Industrie. repiere auf dem Posten sein. Nicht vier Millionen, sondern zwei, brei, viermal soviel Stimmen müffen von uns präsentiert werden. Im Parlament werden unsere Gegner alle geschäftsordnungsmäßigen Mittel zum Swede der Verschleppung anwenden. Währenddem wird im Lande eine wüste Propaganda losgehen über die bösen Sozis, die den hochverdienten Fürsten selbst das Hemde noch nehmen wollen. Täuschen wir uns nicht: Der Kampf wird schwer fein und wir werden in der Bearbeitung des einzelnen, in Demonftrationen und Bersammlungen, in Wort und Schrift das Menschenmöglich ste leisten müssen. Aber dem Legten muß zum Bewußtsein gebracht werden, um was es geht. Der Bolfsenffcheid ist die größte politische Affion, die die Arbeiterschaft bisher einleitete und die Gegner werden es uns nicht leicht machen. Schon jetzt spricht man davon, daß eine entschädigungslose Abfindung eine Berfassungs. änderung bedeute. Darüber haben dann die Gerichte zu entscheiden und was dabei herauskommt, braucht nicht erst geRepublikanischer Abend Heute, Mittwoch, den 27. Januar, abends 8 Uhr, im Bittoriagarten( gr. Saal), Wilhelmsaue 114/115 Die Abfindung der Hohenzollern und deutschen Fürsten Referent: Philipp Scheidemann m. d. R. Alle Republikaner find eingeladen. SPD. Wilmersdorf. fagt werden. Aber alle gegnerischen Winkelzüge dürfen uns nicht fchreden, mir müffen unseren Gegnern die Lattik turchkreuzen und unsere Gegenmaßnahmen danach treffen. Lieber ein Zuviel an Arbeit, als gefeiert! Bei diesem Kampf handelt es sich um eine grundsägliche Auseinandersetzung zwischen dem fluchbeladenen monarchistischem System und der deutschen Republit Dittmann weist im weiteren Verlauf seiner Rede auf seine Aus. führungen im Untersuchungsausschuß hin und fommt zu dem Er gebnis, daß dieses von ihm gefennzeichnete System es ist, das während des Boltsentscheides gegen uns steht. Seid euch flar über die Größe des Rampfes, der uns bevorsteht! Trog alledem: Bor wärts und durch!( Lebhafter Beifall.) Unter Hinweis auf die erschöpfenden Ausführungen ber Refe renten machte Genoffe Künstler den Vorschlag, von einer Diskussion Abstand zu nehmen. Mit Beifall wurde dem zugestimmt. Ein be geisterndes Schlußwort und ein hoch auf die Sezialdemokratie Aus der Partei. merben Bir verlangen eine reisgefegliche Regelung. Die meisten deutschen Fürsten find balb nad 1918 abgefchloß die Bersammlung. funden worden. Jetzt erklären fie, daß fie damals unter einem 3wmange gehandelt hätten und daß sie demnach die Rontratte an fechten mußten. Die meiften Gerichte haben der Anfechtung stattgegeben und haben die Abfindungsverträge für nichtig erflärt. Ganz besonders tun fich die ehemaligen Oberhäupter ber mitteldeutschen Kleintaaten hervor. Die notleidenden Herrschaften treten mit Aufmerhungsansprüchen hervor und man geniert fich nicht, felbft Entschädigungen für frühere Mätreffen Ein Opfer bolfchewistischen Terrors. Alexander Gasfitafchwili gestorben. Im Jahre 1922 wurden von den nach Georgien eingedrungenen Bolichewiften 62 politisch tätige Georgier, die fich der boliche mistischen Dilupation widersetzten, darunter 59 Mitglieder der zu verlangen. Im Intereffe der Berbienfte um bie biversen Groß georgischen foaialdemokratiihen Bartei, awangsweise aus herzöge ufm. follte man biefe Damen nicht zu furz tommen Laffen, ihrer Heimat beriğidt und fanden in Deutschland Aufnahme. gefäften taum fprechen fann. Bis zu 1400 Prozent hinauf einer ber Berbannten, legander Gaffitafchwili, ist, geht bie bereits geleistete Aufmertung, und frog bem geht es ihnen wie uns mitgeteilt wird, am Sonnabend im städtischen Kranten noch nicht meit genug. Man vergleiche damit die Aufbaus Budow an den Entbehrungen, die durch die Berbannung mertungen ber Kleinrentner und sonstiger Rleintapitalgläubiger, bie berurfacht wurden, geftorben. Die Beerdigung findet am Don Kriegsbeschäbigten nicht zu vergeffen. Ganz im Dunkeln nerstag in Budow ftatt. ist der Ausschuß in bezug auf die Steuern, die von den Fürsten mahrscheinlich nicht gezahlt wurden, und gegenüber den Militär. pensionen, die sie von der Republif erhalten. Was gehen überhaupt die Republik die Fürften an? Bozu haben wir denn noch Monarchisten? Mögen fich doch die hohen Herrschaften an ihre Paladine halten. In einer Zeit, mo der Sohn Freiligraths Not leidet, bürfen feine Millionen für davongelaufene Botentaten bewilligt merden. zu vergessen. Wie sollen wir Einbrud auf die Entente machen, menn fie fieht, mit welcher Freigebigkeit den Fürsten Millionen hinterhergeworfen werden? Angesichts unferer sozialpoli Daneben ist aber auch die außenpolitische Wirkung nicht fischen Berpflichtungen dürfen wir den Fürstenforderungen nicht nachgeben. Die Lage im Reichstage ist so, daß dort für die Un träge auf entschädigungslose Abfindung feine Mehrheit vorhanden ist. Die Entscheidung muß also außerhalb des Parlaments fallen. Gelegenheit bazu gibt der eingeleitete Boltsentscheib. Die Rampffront steht gegen Kronen und Millionen, es geht um Monarchie oder Republit! Benn es gelingt, diesen Rampf zu einem guten Ende zu führen, fo ftärfen wir damit das Gefühl ber Suversicht zum endlichen Sieg bes Sozialismus.( Lebhafter Beifall.) Dann nahm, ftürmisch begrüßt, Genoffe Dittmann bas Bort, um über die Technit und die organisatorische Durchführung des Boltsentscheides zu sprechen. Mir müffen jeht, so führte der Rebner aus, ein Berfäumnis non 1918 gutmachen. Die Fürsten, die sich mie Blutegel an den Beltstörper jaugen, stehen auch heute noch auf dem Standpunkt, daß das Bolt sie standesgemäß ernähren müsse. Die unverschämten Forderungen haben erfreulicherweise eine ftarfe Boltsbewegung entfacht, die von uns bis zur Beendigung des Bolfsentscheides mach gehalten werden muß. Allerdings müffen wir uns der vollen Be beutung diefer außerparlamentarischen Attion bewußt sein. So einfach, wie die meisten es sich denten, ist die Sache doch nicht abgelan. Genaffe Dittmann bespricht im einzelnen die verschiedenen Möglichkeiten, die die Berfaffung für einen Bolfsentscheid vorfieht. Der Boltsentscheid, ber bei der Fürstenabfindung in Frage tommt, fann bis zu einem Bierteljahr angestrengtester Tätigkeit in Anspruch nehmen. Auf dem flachen Lande wird schon die Aufbringung ber Unterschriften Schwierigteiten machen, denn die Vorschriften für die Auslegung der Listen tommt einer Auffchwung der holländischen Jugendbewegung. Amfterdam, 26. Januar.( Eigener Bericht.) Auf der Tages. ordnung der niederländischen Arbeiterjugend konnte der Vorfigende Genoffe Borrint von einem erfreulichen Aufschwung der Bewegung berichten. Jm abgelaufenen Jahre ist die Zahl der Drts. gruppen von 80 auf 92 und die Mitglieder abl um 900 gestiegen. Es wurde ein befonderes Liederbuch für die Jugend Berausgegeben und Unterricht in Boltstängen erteilt. Mehr als 3500 Jugendliche haben im Jahre 1925 18 000 Gulden gespart. Parteinachrichten Stufenbungen für diese Rubrik sind Berlin 68. 68. Einbenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 2. Rreis Tiergarten. Donnerstag, 28. Januar, T7% br, bei Strüger, Builig fraße 10, erweiterte Rreisvorstandsfikung. & Kreis Spanban Kreismitgliederversammlung am Freitag, 29. Januar, 7 Uhr, im Euremaimmer des Reuen Ratskellers( Bahnhof Beft). Bortrag bes Genoffen Dr. Rarl Sera liber: Die Städtebauliche Entwidlung Span baus". Stabt und Bezirksverordnete anderer Bezirke haben Zutritt. 2. Streis Bilmersdorf. Au der am 31. Januar, vormittags 11 Uhr, im Großen Schaufpielhaus ftattfindenden Broletarischen Feierstunde Stimmen ber Bölker- find noch Einzelfarten au 1 M. durch die Mitglieder des Bildungs ausfduffes fowie bei deffen Dbmann, dem Genoffen Michel, Aachener Straße 41, au haben. Bir machen darauf aufmertfam, daß am 12. Fe bruar, 8 Uhr, in der Oberrealfchule am Seepark der Unterrichtsturfus bes Genoffen Albert Borlik über: Die Grundlagen der Arbeiterbilbung" be ginnt. Die Söhe der Gebühr beträgt für die 6 Abende umfaffende Bor lefung 1 M. Teilnehmerbarten bei ben Mitgliedern des Bildungs aus duffes. Wir erwarten zege Beteiligung. 10. Kreis Rehlendorf. Freitag, 29. Januar, 8 Uhr, in Bannfee, Restaurant Reichsabler, Kreisvorstandsnkung. Da wichtige Tagesordnung, müssen alle Sitalieber bes Kreisvorstandes anwesend fein. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau. Infolge der Abendveranstaltung fällt ble Erwerbslofenverfammlung aus, 8. t. Warienbor. tuna! Der beutige Roblobens mbet in ber Gul aula Rönigstraße 7 Uhr fatt 136. Abt. Reiuidendorf- Dft. 7 Uhr bei Mester, Resibenaftr. 109, Ede BanLower Allee, Mitgliederversammlung. Bortrag: Die Birtichaftstrife und Fürstenabfindung". Referent: Landtagsabgeordneter Eduard Sachert. Alle Mitglieder müffen erscheinen. Morgen, Donnerstag, den 28. Januar: 24. 6. 7 Uhr funktionärigung Cadiner Str. 10. Die Mitglieder der Beitungskommiffion müffen unbedingt erfcheinen. 54. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Rahlabend bei Bühnemann, Selmholtitr. 39. 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr erweiterte Borstandsfihung bei Brimus, Werber Ede Friedrich- Karl- Straße. 92. Abt. Reukölln. Bünktlich 7 Uhr bei Klein, Wildenbruchstr. 15, Ede Röll nisches Ufer, Abteilungsversammlung. Stellungnahme zu den Elternbeiratswahlen.( Bortrag.) Reuwahl des Abteilungsvorstandes. Erscheinen aller Abteilungsmitglieder unbedingt erforderlich. Junglozialisten. Gruppe Neukölln II: 7½ Uhr im Jugendheim Rogatstr. 11/12 ( Rinderlefeballe) Lichtbildervortrag über: Unfere Renntnis von der Entftehung des Menschen". Arbeiterjugend und Parteigenoffen berglich milltommen. Bereinigung fozialbemokratischer Stubenten. 84 Uhr im Sosialmillenschaftlichen Klub, Wilhelmftr. 48 III, Bortrag des Genoffen Ludwig über: Die Organi fation ber SVD.". Cricheinen aller Mitglieder bringend erforderlich. Gäfte willkommen. Frauenveranstaltungen: & Kreis Kreuzberg. Donnerstag, 28. Januar, 7% Uhr, bei Bolff, Gräfeftraße, Funktionärinnenfikung. Sebe Abteilung muk vertreten fein. 7. Kreis Charlottenburg. Drtsausschuß für Arbeiterwohlfahrt: Donnerstag, 28. Sanuar, 8 Uhr, im Rathaus Berliner Str. 72/73, Rimmer 3, Boll tonferens der Arbeiterwohlfahrt. Bortrag der Genoffin Dr. Sellinger über: Die Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt in der städtischen Wohlfahrtspflege". 17. Areis Lichtenberg. Donnerstag, 28. Januar, 7½ Uhr, in der Kleinen Schule, Marktstraße. Sweiter Bortrag ber Genoffin Burm über: ,, Be völkerungspolitit". 25. Abt. Donnerstag, 28. Samar, 7% Ubr, bei Böhm, Bafteurfte. 6, Seiterer Abend. Bortragender: Theo Maret. Jugendveranstaltungen. Bezirksverfandsfkung morgen, Donnerstag, 7% Uhr. Achtung, Abteilungstaffierez! Seute, Mittwoch, von 5-7 Uhr, Abrechnung. Heute, Mittwoch, den 27. Januar, abends 7% Uhr: Satirischer Webbing: Jugendheim Schule Ruheplak Ede Antonftraße. Abend. Belmbolkplay: Schule Eberswalber Str. 10. Gatirischer Abend. Rofenthaler Borftabt: Schule Gipsste. 23a. Bortrag:„ eshalb in der SAZ. und freigewerkschaftlich organisiert?" Rorbring: Schule Scherenbergstr. 7, Baltenplay: JugendSof 2 Trp. Bortrag: Wirtschaft und Achtstundentag". Friebrichshain: Jugendheim heim Rigaer Str. 102/108. Frik- Reuter- Abend. Dieftelmenerftr. 6/7. Satirifcher Abend. Often Fr.- B.: Jugendheim Rigaer Often B.- B.: Jugendheim EbertyStr. 102/108. Bortrag: Arbeiter- Dichter" Warschauer Biertel: Jugendheim ftraße 12, Bortrag: Das Reichsschulgefek". Tilfiber Str. 4. Arbeitsgemeinfchaft. Luisenstadt: Schule Stallschreiberstr. 54. Satirischer Abend. Tempelhof: Lnaeum Germaniaftr. 4/6. Bortvag: ,, Das Sozialistengefeh". Fallenberg: Sugendheim Am Faltenberg 117. Bortrag: Gefchichte der 63. Lichtenberg- Nord: Sugendheim Barkane 10. Bortrag: Kleidung, Schmud und Mode".- Ren- Lichtenberg: Jugendheim Prinz- Albert Rörperkultur". Buchholz: Borstands Straße 44. Bortrag: Körperpflege fikung beim Genoffen Winkler. Abt. Ober. und Niederschöneweibe: Seute, Mittwoch, 27, Sanuar, im Jugendheim Oberschöneweibe, Baufener Str. 2, Raifergeburtstagsfeier. Lichtbildervortrag. Aufführung eines Spiels unter besonderer Berücksichtigung der Fürftenabfindung. Die Abteilungen des Werbe beairls find willkommen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefd& fts Relle: Berlin S. 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 Tr. Char Friebrichshain. Do., b. 28., 7 Uhr, Dieftelmanerftraße. lottenburg. Do., b. 28., Fadelaug 6% Uhr Bilhelmsplah. Bilicht abend. Arensberg. Abt. 10. Fr., b. 29., 8 Uhr, Bersammlung bei Mendler. Dieffenbachstr. 54. Reinidendorf( Kreis). Fr., b. 29, 7 Ubr, im Lokal Ramlow( Rafanienmädchen), Reinidenborf- Oft, Schönhola 14, Rreisgeneral verfammlung. Sämtliche attiven und paffiven Mitglieder müffen erscheinen. Bankow( Kreis). Mi., b. 27., Uhr, Antreten fämtlicher Mannschaften Ban Berfammlung Bezirksverein tom, Breite Giraße, Ronzerthaus Lindner. Eichwalbe. Mi., b. 27., 48 Uhr, bei Lindner Broteftverfammlung gegen die Fileftenabfindung. Alles hat au erfdeinen. Steglik- Bankwig- Lichterfelbe. Do., b. 28., 6 Uhr. Gemeindefchule 1, Rinoftraße, Sugendversammlung. Redner: Tiergarten. Rame Dr. Stabreit. Funktionärpflichtabend in ber Surnhalle, rabfchaft Sanfa: Do., b. 29., 8 Uhr, Mital- Berf. bei Berger, Sago. Eds Bevekomftraße. Ballive unb attive Rameraben müffen erfcheinen. Mitglieds farten mitbringen. Tiergarten( Kreis). Samburgfahrer müffen bis 29. fich beim Rameraben Smolalsti, Turmite. 80, gemeldet haben. Fahrpreis einfchl. Bankow, Niederschön Feltbeitrag 18.30. ift bis 10. Februar su sohlen Haufen, Sr., b. 29., 1½ Uhr, Berfammhung bei Simbe, Rieberſchönhauſen. einidendorf- Belt. Sugendabteilung: Do., b. 28. 7 Uhr, im Amtsstimmer bes Sportplates Scharnweberfrooke Borttas. Bollstraft.Bunb. 8. Seule 8 Uhr foridht Brof. Sauns Fechner in bez Aula Georgen ftr. 30 über das alte Berlin und feine eigenen Erlebnisse mit ben intereffier teften Persönlichkeiten. Lichtbilder. Brandenburgia, Gesellschaft für Seimathrmbe und Seimatfchuk ber Mart Brandenburg, Berlin. Mittwoch, 27. Januar, 7 Uhr Märkisches Museum: Bro fellor Mielle: ,, Bon der Geschichte und ben Bewohnern eines Berliner Batrizier haufes".( Mit Lichtbildern.) Dr. Rielebusch: Die Gründung Berlins". Montag, 8. Februar: Bortvog Universitätsprofeffor Dr. Golger: Die geologi fchen Grundlagen der Entwicklungsgeschichte Spandaus. 7% Uhr im Enzeum Sohenzollernring( Spandau). -U Arbeiter Rabio- Klub Deutschlands e. B. Ortsgruppe Berlin: Betersburger Straße 39. Geöffnet 6-9 Uhr abends. Dienstag: Radioklinik und Borträge veitag: Bastelschule. Abt. Schöneberg: Donnerstag, 28. Januar, 8 Uhr, bel Botrak. Gebanfic. 53. Bortrag des Huntfreundes Ingenieur Boat: Die Nadiomeßgeräte Bannierraße. Bortrag: Funkfreund Fischer ſpricht über Grumbbegriffe ber Abt. Reutöln: Freitag, 29. Januar, 8 Uhr, Wefer Ede Elektrotechnit. Abt. Wilmersdorf: Freitag, 29. Januar, 8 Uhr, bel Cifielsti, Wilmersdorf, Auguftaftr. 18, Cingang Bateker Straße. Bortrag Funtfreund Richter: Programm des ARK." Drtsgruppe Berlin: Sonntag, 31. Januar, Befichtigung der Ronfumgenoffenschaft. Treffpunkt 9 Uhr Rittergutftraße( Berwaltungsgebäude). Gäfte bei allen Beran haltungen willkommen. Deutsche Gefellschaft für ethische Stultus( E. B.). Dr. Ernst Feber fpricht Montag, 1. Februar, 7% Uhr, im Bürgerfaal des Berliner Rathauses über: „ Die Fürstenabfindung-eine fittliche Forderung?" Eintritt 50 Pf. Einheitsverband sozialistischer Sandel- und Gewerbetreibenber und sonstiger Berufe. Unfere Monatsversammlung findet am 18. Februar, 8 Uhr, Runge Brake 30 bei Schilling( Solzarbeiterverband) flatt. Alle gewerbetreibenden Bartelgenoffen find hierzu eingelaben. Laboristal- Ido- Uniono. Lundio ye 8. februare 7%, eventos tre importanta kunveno che Linde Omnu asistez! Geschäftliche Mitteilungen. Schaapten amb Erfältung fnb meint eine Folge von naffen Außen. Es afbt aber ein einfaches Mittel, die Füße troden und warm zu erhalten. Man braucht nämlich nur die Schuhe mit Erdal mafferbicht zu machen. Beim Buken Diefe mit Erbal wird der Schuh mit einer binnen Bachsschicht überzogen, Bachsfchicht hält die Räffe ab. fo baß bie Füße warm und troden bleiben. Aus biefem Grunde follten gerade in bet iesigen Jahreszeit die Schuhe täglich mit Erbal gepukt werben. Briefkasten der Redaktion. .. 1. 3m Jahre 1898. Tag nicht bekannt.-. B. 6. 9. Bor reichliGH 14. Rreis Reutälln- Brig. Donnerstag, 28. Jamuar, 7% Uhr, Bollverfammlung 80 Jahren. ber fozialistischen Elternbeiräte und Lehrer im Raiser- friedrich- Real ammafium, Raifer- friedrich- Straße. Tagesordnung: Bortrog: Die welt Tiche Schule". Wahlarbeiten. Materialausgabe. Heute, Mittwoch, den 27. Januar: 19. t. 7 hr Abteilungsversammlung in der Grauen Schule, Gotenburger Straße. Bartrag des Abg. Gen. Meier: Die Fürftenabfindung". 38. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Dafür restlose Beteiligung en der Reichsbannerkundgebung. 48, bt. Die Jahlabende fallen aus. Dafür Beteiligung an der republikani fchen Beranstaltung bei Kliem, Hafenheide. 84. Abt. Lantwis. Die Genofsinnen und Genoffen beteiligen fich heute 8 Uhr an der in Hennigs Feftsälen, Bahnhof Lichterfelde- Oft, stattfindenden Reichsbannerfundgebung gegen die Fürfienabfindung. Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Weiterhin mild, meist troden, zeitweise aufheiternd. Für Deutschland: Westund Mitteldeutschland meist troden, Ditdeutschland nur noch geringe Miederläge, überall mild. Mufilaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27. Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefuch Nur 4 Pfennig kostet MAGGI Fleischbrüh- Würfel Achtung auf den Namen MAGGI und die gelb- rote Packung. Einfach in kochendem Wasser aufgelöst, ergibt der Würfel gut 14 Liter kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art. MAGGI Fleischbrub Wurfel