Nr. 156. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnentent: 8,30mt. proQuartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die. Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vor-mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Quittung. Sonntag, den 7. Juli 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. ( darunter Akkordarbeiter 10,-, Umsturzkegeln 1,-). Pinne- Der Wahlsieg des Herrn Crispi ist weder so groß berg, Holzarbeiter 10,-. Birna, 8. sächsischer Reichstags- noch so glänzend, wie die Regierungsblätter und die mehr Wahlkreis durch FI. 50, Pforzheim, von Genossen 25, oder minder Crispi ergebenen internationalen Depeschen den Reichenbach i. V., Alte Garde, 2. Quartal 50,-, rothe Hochzeit 3,15, Summa 53,15. Reuth bei Neumark in Sachsen Tag nach der Wahl glauben machen wollten. Und zwar aus drei Hauptgründen. 5. Regensburg 8,-. Schwäbischer Zinsgroschen 25,-. Steglit, In 30,-. Salzungen, goldene Hochzeit 4,-. Springe V. 6,60. Vetschau, von Genossen durch den Vertrauens mann 6,70. Betschau V. 3,80. Wittenberge, Wesipriegnitz 15, Wanzleben, Wahlkreis 500,-. Berlin, den 5. Juli 1895. Für den Parteivorstand. A. Gerisch, Kazbachstr. 9. Die politische Lage Italiens. I. Erstens ist in Italien, wie faft überall, der Fall, daß der Minister, welcher die Wahlen macht, durch die Wahl einer anti- ministeriellen. Majorität geschlagen wird, zu selten, als daß das entgegengesetzte und gewöhnliche Resultat thatsächlich von Bedeutung sein könne. Nehmen wir Egypten, wo man beim ersten Versuch eines parlamentarischen Systems die Abgeordneten bitten mußte, sich zum theil auf die Seite der Opposition zu stellen, um wenigstens den Schein zu wahren. In allen Ländern find aber die Vortheile der Regierungskandidaturen zu groß, als daß es nicht viele Unsichere gäbe, die erst davon profitiren und dann unverfroren bei der ersten Gelegenheit den Ursprung ihrer Wahl vergessen Jm Monat Juni gingen bei der Parteikasse folgende Beiträge ein: Aldorf, Volksversammlung 1,10. Agendorf, amerit. Auktion mehrerer Genossen 8,05. Berlin, Beiträge der Wahlkr.: 2 Kr. 600,-. 3. Rr. 1000,-. 6. Kr.( Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen 300,-( darunter Ueberschuß der Parteispedition von April und Mai 151,34; Aug. Hinge, Pantstr. 14 6,-; 2. W., Chauffeestraße 9 3,70; A. E. G., Ackerstraße 5,35). 6. Kreis ( Oranienburger Vorstadt und Wedding) 150,-( darunter ZeitungsSpedition 109,80). Berlin, div. Beiträge: P. S. 50,-. A. B. 300,-. Sächs. Genosse in Moabit 20,-. Rothe Buchb., Grünstr. 5,-. Kindaufe bei Lenz, Stegligerstr. 4,-. Bigarrenfabrikant R. Schulze und Arb. Friedrichsfelderstr. 21 14,35. Ges. Mansteinstr. 3 von Bielbewußten 2,20. 2. R. 20,-. Ein Jünger Stephans 1, Rheinpfalz 2,-. Ueberschuß vom Fuhrlohn durch Trappe 1,90. Rother Seifenfieder 0,75. Salami 4,70. Bad im Plößensee 1,10. Kandidat med. 1,-. Blaue Wolfe 4,50 Juliusthurm Die Ergebnisse der Wahlen. Spandau 3,-. M. G. 2,-. Buchbinder H. S. Herrmann 10,-. Meine Voraussagungen, die ich vergangenen Februar 2. S. 0,50. P. G. 2, Biertonfument A. 3., Rontobücherfabr. in einem Artikel im Vorwärts" veröffentlicht habe, sind E. 5,- Uebersch. v. Geburtstagsgeschenk A. Vogel 1,75. G. B. 0,50. eingetroffen. Es ist nicht das Verdienst des Propheten, Arbeiter von Schuster und Bär 22,80. Gleichheit 9,- Rhein- sondern das alleinige Verdienst einer bestimmten Methode, pfalz 12, Boppard 3,-. Braunschweig 200,-. Branden welche die Mary'sche Theorie in die Politik gebracht hat, indem burg an der Havel 100,-. Brandenburg an der Havel sie dieselbe den mehr oder weniger romantischen oder ver9 Bodenmacher u. 1 Schneider 7,-. Bernburg 100,-. Crefeld, worrenen Pfantasien entzog und den unerbittlichen Beweisgefmmelt beim Ausflug der Düsseldorfer Genossen 3,10. Cottbus, gründen der sozialen Verhältnisse unterwarf. 6. 10.- Gaffel, rothe Sänger 10,50. Darmstadt 50,-. Deutsche Schuhfabrit 100,-. Danzig, Gruß aus 10,-. Delmen Die allgemeinen Wahlen des 26. Mai und die Stichhorst, rothe Hochzeit der Maler 2,40. Falkenberg, Oberschl. wahlen des 2. Juni haben eine numerische Majorität von 2,-. Fechenheim bei Frankfurt a. M., der Ron- beinahe zwei Drittel für den Minister Crispi ergeben fistation der Maifest Beitung # Troy 28, wie dies in Italien immer war, wenn die Minister die Friedrichshagen, Rundgesang bei Konrad 2,-. Frankfurt Wahlen mit Eifer machten. am Main, durch F. E. 5, Glückstadt, durch den VerMan hat in der That berechnet, daß von 508 Abtrauensmann 25,- Goslar a. H., durch U. 50,- Gera( Reuß) geordneten 63 pCt. der Regierungspartei angehören. 50,-. Hamburg, 1. Kr. 10. Bezirk 8,-. Hüningen i. E. 15, Im Norden Italiens hat Crispi nicht einmal kandi- Und da wie natürlich die Revision von Kommiffionen Hemmoor, v. Frege'sche grüne Jungens 6,-. Halberstadt 50,-. of 10,- Hamburg, von d. Bigarrenfabr. von Meden und biren, d. h. seine Kandidatur durchsetzen können( wir gemacht wurde, die fast sämmtlich aus fonservativen Thomsen 7,80. Hamburg. 1. Kreis 9. Bezirk, 10,-wollen hier nicht von den Mitteln sprechen, deren er sich Elementen zusammengesetzt waren, so gehörte natürlich auch Hamburg- Eimsbüttel, luftige Nr. 7, Bellealliancestr. 15,-. Ham- bediente, um sich aufzudrängen), während er im Süden bei der bei weitem größte Theil der ihres Stimmrechtes burg v. d. Vertrauensmann des 1. Kr. 757,05( darunter Ueber- neun Wahlen siegte. Das Zahlenverhältniß war folgendes: beraubten Wähler der Volkspartei und der Regierungsschuß v. Mühlenweg 7,05). Hannover 500,- Halle a. S. 500,-. Regierungsdeputirte 50 pCt. in Piemont, 46 pet. in der opposition an. Hannover, Kindtaufe 1,50. Hamburg, v. d. Personal der Tabak- Romagna und 39 pCt. in der Lombardei; im Süden Go fommt es, daß der Wahrspruch des„ geseh arbeiter- Genossenschaft 3.-V. S. 100,-. Haynau, v. Genossen Italiens dagegen: 70 pct. in Apulien, 78 pct. in Sizilien, Iichen Landes", welcher durch 2 121 000 in den Listen 50,- Hamburg, Böhling und Muhle 43,65. Hamburg, v. d. Meden Calabrien und Neapel, 86 pCt. in der Provinz Rom und eingeschriebener Wähler dargestellt wird( 7 Wähler auf und Thomsen 9,60. Hamburg, Bigarrenfortirer B8. u. M. 10,89 pet, in den Abbruzzen. Hamburg v. einem rothen Geburtstag durch M. 3,19. Hamburg 100 Einwohner), nur durch die 1 250 000 Wähler, die thatdesgleichen 1,90. Hamburg, rothe Hochzeit Marienstr. 2,11. Man könnte keinen getreueren Spiegel für die wirth- sächlich gewählt haben( 59 pCt. der Eingeschriebenen) gefällt Hamburg, rothe Bude Hopfenmarkt 15,80. Ueberschuß v. I. Schaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse unseres wurde und deshalb weit davon entfernt ist, dem bewußten oder " Schw." 5,25. Ilmenau, Uebersch. v. Zigarrenkonsum der Weiß- Landes, keine zweifellosere Bestätigung der Mary'schen dem unbewußten Willen des wirklichen Landes", gerber 15, Kiel 100,-. Königsberg, K. M. 20,-. Lengenfeld Theorie des historischen Materialismus finden, als dieses der 30 Millionen Italiener zu entsprechen. i. B.- Rebesgrün 1,10. Luxemburg 2. 200,-. Lautenburg a. H. F. E. Resultat. zum 3,30. Meißen a. E., Zigarrenauktion am 1. Pfingstf. 1,70. Molterizz Ob diese Majorität eine mehr oder weniger einheit ( Brieg) v. O. P. 20,55. Neuendorf b. Nowawes P. H. 1,-liche, eine mehr oder weniger beständige ist, werden wir Nürnberg 300,- Neudamm, zielbewußte Genossen 4,-. Nordhausen 18,55( darunter v. aufg. K. 15,-). Oberlungwig 20,- gleich sehen, indem wir die ersten politischen Handlungen Osnabrück, gef. b. Ausflug nach Tecklenb. 3,60. Osnabrück der neuen Kammer prüfen; dem Zahlenverhältniß nach ist 10, Offenburg i. B. durch den Vertrauensmann 17,- das Resultat der Wahlen eine feststehende Thatsache. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Berliner Märztage. 57 Und dies kommt unglücklicherweise besonders in den Ländern und Provinzen vor, wo das politische Leben, als Wiederschein des ökonomischen und sozialen Lebens, noch wenig entwickelt ist; es ist z. B. in Italien häufiger als in England, und im Süden Italiens häufiger, als im Norden. Der zweite Grund, welcher die gewohnheitsmäßigen Enthusiasten des ministeriellen Sieges sehr herabstimment wird, ist der, daß das Gesetz der Revision der Wählerlisten vom vorigen Juli das Mittel gegeben hat, von den 3 Millionen 200 000 Wählern, welche man nach einer ganz neuen Statistik von 1895 hätte haben sollen, 1 Million 86 000 Wähler, d. h. 33 pбt., oder ein Drittel der gesammten Wählerschaft, von den Listen zu streichen. " Außer diesen Gründen giebt es noch einen dritten viel gewichtigeren Grund für die Regierung sowohl wie für die herrschende Klaffe, unangenehm überrascht zu sein; und das ist der außerordentliche Fortschritt der sozialistischen Partei, trob des Ausstreichens von einer Million Wähler der Volksparteien, trotz des Belagerungszustandes, trotz der Ausden Schloßleuten wie ein Menetekel entgegen. Von Wuth grausiges Werk verrichtet, und der Degen des Offiziers hatte und Furcht zugleich bewegt, hatten sie das festgefügte den gemeinen" Waffen nicht nachgestanden. Wehr Schirmwerk Fuß auf Fuß über dem Erdboden empor- lose Menschen, die niemals auch nur im Traume wachsen sehen, und zähneknirschend hatten sie die un- an Aufruhr gedacht hatten, wurden erbarmungslos geduldigen, Kraft und Zuversicht verrathenden Rufe seiner niedergehauen oder aufgespießt, wie Maitäfer von Bertheidiger vernommen. Das sah hier nicht mehr aus bösen Buben, und als ob es nicht genug wäre wie eine Demonstration des Pöbels", sondern wie ein an der blutigen That, gellten wüste Flüche und VerEine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. furchtbarer, bitter ernster Protest des Berliner Voltes wünschungen den sterbenden Opfern in die Ohren. Nicht Bis zur Spandauer Straße hat die Artillerie sich vor- ein Protest gegen die vielhundertjährige Knechtung, die es so viel Schonung ward hier gewährt, als selbst die Blutgeschoben, und unter ihrem Beistand sind die Garden sprung- erlitten. gesetze des Krieges den Soldaten in Feindesland vorweise bis an die Königsbrücke vorgedrungen. Hier aber ist Die Sonne war bereits zur Rüste gegangen und noch schrieben. Die wilden Bräuche der alten Söldnerzeit ihrem Vordringen ein Halt geboten. Hageldicht sausen die immer verhielten die Garden auf dem Schloßplat sich schienen wiederbelebt in diesem schrecklichen Kampfe. Büchsenkugeln von den am Alexanderplatz errichteten Schuß- ruhig. Ein rother Feuerschein breitete sich nordwärts am Ein grimmiger Schrei des Zornes entrang sich den werfen in ihre Reihen und zwingen sie, selbst hinter den Himmel aus die Wagenhäuser der Artillerie und die Männern der Rathhausbarrikade, als sie den Bericht von Barrikaden Zuflucht zu suchen, die sie eben genommen. fönigliche Eisengießerei standen in hellen Flammen. Von dem schonungslosen Vorgehen der Garden vernahmen. Das Die Königsstraße wenigstens war von den Truppen den Kirchthürmen klang unaufhörlich das Sturmgeläut der also war's, was ihnen von jenen dort zugedacht war: nicht besezt sie gehört mir," konnte der König einer Bürger- Glocken, und dazwischen dröhnten die Kanonen, knatterten ehrlicher, offener Kampf, Brust an Brust und Mann gegen deputation gegenüber sich rühmen, die ihn am Abend ver- Gewehrsalven und Einzelschüsse, gellten Trompetensignale, Mann, mit dem schuldigen Respekt vor dem bezwungenen geblich zur Nachgiebigkeit zu bewegen suchte. Aber wie un- Trommelwirbel und wilde Streitrufe. Aber wie un- Trommelwirbel und wilde Streitrufe. Die anbrechende Gegner, sondern rücksichtslose Niederwerfung, schimpfliche sagbar bescheiden war der erfochtene Triumph! Zur Rechten Dunkelheit hatte die Leidenschaft der Streitenden nur ge- Ehrverweigerung, nackte Vernichtung! Sie wollten dieses und Linken liefen Düzende von Gassen und Gäßchen, bis an steigert, jede der beiden Parteien begrüßte in der Nacht eine Volt von Berlin, das den Muth besaß, sich gegen die Dächer hinauf verrammelt, und von erbitterten Menschen willkommene Bundesgenossin. Es war ein Ringen auf die ihm versetzten Fußtritte zu wehren, nicht erfüllt, die entschlossen waren, sich bis auf den letzten Bluts- Leben und Tod, zwischen Brüdern, zwischen Söhnen desselben als ebenbürtige Gegner anerkennen, sondern es kurzweg wie tropfen zu vertheidigen. Und dort im Osten lag der Volkes. Mild und ernst blickte der Vollmond auf das wilde den Knecht, den rechtlosen Sklaven behandeln, der sich gegen Alexanderplat, in eine trogige Festung verwandelt und von Schauspiel, doch sein sanftes Silberlicht vermochte nicht, die die Fuchtel seines Herrn empört hat! den Freiwilligen des Stralauer und Spandauer Viertels aufgeregten Herzen ruhiger zu stimmen. Der natürliche Stolz des Mannes bäumte sich auf bei auf Tod und Leben vertheidigt. Und während die Volks- Waren es denn aber wirklich desselben Volkes Söhne, die diesem Gedanken, und trotzige Entschlossenheit blitte aus tämpfer gleichsam mitten in ihren vier Pfählen saßen und hier mit haßerglühten Gesichtern und gezückten Waffen sich den Augen der Kampfgerüsteten. Heißer rollte das Blut, von tausenden hilfreicher Hände verpflegt wurden, hauste gegenüberstanden? Wer hatte diesen furchtbaren Zwiespalt fester schlossen die Kiefer sich aufeinander, nerviger um der Soldat wie ein fremder Eindringling in den eroberten verschuldet, wer die giftige Drachensaat gesät, die nun so klammerte die Faust den Lauf der Büchse. Unwillkürlich Straßen, ohne ein Stück Brot, ohne belebenden Trunk, entsetzliche, blutrünstige Frucht trug? Eben fam von der suchte der glühende Blick das Auge des Nachbarn, um einsam und verlassen zwischen den öden Steingehäusen, Königsstadt her ein Trupp von Voltskämpfern, die in darin den gleichen Gedanken, die gleiche verhängnißschwere deren Bewohner seinem Racheburst zum Opfer gefallen oder fliegender Haft überallhin die Kunde von dem schauerlichen Losung:" Si ge oder sterben!" zu lesen. Zur engen Schlachtals Gefangene nach den Kellern des Schlosses geschleift Gemegel trugen, mit dem die Garden in der eroberten reihe schlossen sich im Drange des Augenblicks diese Männer Königsstraße ihren Sieg gefeiert hatten. Wie blutlechzende der Arbeit zusammen, und der gemeinsame Gedanke schuf worden waren. Weit trogiger aber und drohender als im Osten war die Panther hatten sie in den Bürgerhäusern gewüthet und aus ihnen eine Schaar von Streitern, wie sie kein KorporalStellung des Volkes in der Front, im Angesicht des Schlosses. nicht eine Seele in manchem derselben übrig gelassen. stock und keine„ reguläre" Disziplin der Welt heranzudrillen Diese Barrikade dort am Ende der Breiten Straße starrte Kugel, Bajonnet und Kolben hatten um die Wette ihr vermocht hätte. " In meinem letzten Artikel im Vorwärts" vom 20. Februar setzte ich voraus, daß die Zahl der sozialistischen Abgeordneten von 5 auf 15 steigen würde. Nun wohl, die sozialistischen Wahlen haben ohne die drei Abgeordneten( Colajanni, Pipitone, Credaro), die der sozialistischen Partei sehr nahe stehen, 13 ergeben. In der That wurden von fünf Deputirten der parLamentarisch- margischen Gruppe vier wieder gewählt ( Agnini, Berenini, Ferri, Prampolini) und der fünfte, Badaloni, wurde auch gewählt, man verkündete aber mit Silfe einer ungesetzlichen Auslegung und Fälschung von Wahlzetteln seinen Gegner als gewählt. Jedenfalls wird aber durch die Kammer diese Wahl umgestoßen. Und Andrea Costa, der älteste Vertreter des parlamentarischen Sozialismus in Italien, der während der auf gezwungenen Ferien des Parlaments gewählt worden war, wurde zweimal in der Romagna gewählt. nur alt nahmegesetze, troh der unzähligen Prozesse und trotz der denen 14 000 auf den Namen Barbato und 8000 auf Unterricht der Kinder Noth leidet. In brutalsten Polizeiverfolgungen. Felice fielen, gegen 12 000, die für Crispi gesammelt worden Preußen gilt 80 für die höchste Zahl. Ein Drittel sind. Selbst wenn man die Stimmen, die einfach als der Schulkinder ist aber in Klaffen, die mehr Proteststimmen ohne ausgesprochenen sozialistischen Charakter Kinder enthalten; und daraus folgt, daß selbst nach der abgegeben wurden, ausschließt, kann man versichern, daß, troß- preußischen Schulnorm ein Drittel der Kinder dem eine Million Wähler ausgeschlossen waren, die Zahl der nicht genügenden Unterricht erhält. Nun ist sozialistischen Stimmen sich in zwei und einem halben Jahr aber die preußische Norm gut um das Doppelte vom November 1892 bis Mai 1895 verdreifacht hat. zu hoch. Es muß schon ein sehr gnter Lehrer sein, der Mit der Niederlage der progressistischen( freisinnigen) in einer Klasse von 40 Kindern mit dem nöthigen Erfolg Partei ist es in Italien wie überall; sie ist bestimmt, zu ver- lehren kann. Hieraus folgt, daß der Intelligenzstaat schwinden; sie ist verurtheilt durch die Unfruchtbarkeit, die Preußen für ein Drittel der Schul Lehrkräfte hat, und allen Zwittergeburten anhängt, sowohl in der Politik, wie in kinder daß die der Wissenschaft und auch im Leben; und so stellt sich der Unterrichtsertheilung alle schulpflichtigen Kinder unerwartete Sieg der sozialistischen Partei als die bedeut nur durch unsinnige, den Schulzwed vereitelnde samste Thatsache des Wahlkampfes dar, die sich nicht allein und die Lehrer erdrückende Ueberlastung erselbst den Erklärungen der ministeriellen Presse, sondern auch reicht werden kann. Um das Schulwesen auch nur an= überall der Aufmerksamkeit der ängstlichen, voreingenom- nähernd auf die Höhe der modernen Pädagogik zu erheben, menen, herrschenden Masse aufdrängt. müßte Preußen die Zahl der Lehrer verdreis Bei den südlichen Völkern spielt die Phantasie und die fa chen. Dazu ist aber kein Geld da". Lebhaftigkeit der Eindrücke im Einzel- wie im Gesammt- Herr Miquel muß für die Agrarier sparen, für sie leben stets eine wichtige Rolle. wird er, wie erst heute wieder im Herrenhause versichert Mit der Phantasie, aufflackernd wie das Strohfeuer, hatte wird, immer Geld haben, aber für Kulturaufgaben wird die Großbourgeoisie und hatten die Großgrundeigenthümer es unter dem gegenwärtigen Regime stets fehlen. Unser geglaubt, daß der Sozialismus durch die Eisenfaust" Blatt hat schon seit Jahren auf den kläglichen Zustand Crispi's, bewaffnet mit dem Belagerungszustand, den Aus- bezüglich der Honorirung der Kreis physiker, nahme- Gesetzen und dem Gesetz der Wahlrevision, zerschmettert der mit vieler Arbeit und großer Verantwortung beladenen und befreit von der Ueberwachung durch das Parlament, ausführenden Organe der Sanitätsverwaltung und Rechtsdas beinahe ein Jahr eigenmächtig geschlossen war, voll- pflege hingewiesen. Nun muß selbst die„ Nord. Allg. 3tg." kommen zerschmettert und ausgerottet sei. durch Abdruck eines bemerkenswerthen Artikels aus der Zeitschrift für soziale Medizin" zugestehen, daß es doch nicht angeht, diese Beamte mit 900 M. pro Jahr ohne Entschädigung für Bureaukosten und ohne Pensions= berechtigung zu honoriren und sie damit zu Nebenerwerb und auch zur Abhängigkeit von Privaten zu zwingen. Dr. Marinis, ein junger Privatdozent an der Universität von Neapel, hat in Salerno gegen den Abgeordneten Bajani, welcher schon einige Mal Justizminister gewesen war, glänzend gesiegt. Man hatte auch die Wahl des Advokaten Biffolati, eines der intelligentesten und sympathischen marrischen Vorkämpfer in Italien verkündet, es scheint aber, daß man dabei einen kleinen Rechenfehler gemacht hat. Und Biffolati hat das einzig dastehende Beispiel politischen Auftandes gegeben, indem er erklärte, nicht eher in das Parlament zu gehen, als bis über seine Wahl endgiltig entschieden ist. " Die unerwartete Enttäuschung durch die 13 oder 14 fozialistischen Wahlen war eine sehr große; man über trieb sogar den Werth dieses Phänomens. Welchen unauslöschlichen Eindruck es auf die herrschende Klaffe hervor gebracht und wie es für den Augenblic Crispi genugt hat, das werden wir in einem weiteren Artikel sehen. Prof. Enrico Ferri. Dolitische Lebersicht. Berlin, 6. Juli. Außer acht rein sozialistischen Wahlen gab es noch fünf Protestwahlen zu gunsten der politisch Berurtheilten, b. h. zwei Wahlen des Dr. Barbato, des Typus eines politischen Märtyrers, welcher Freunden wie Gegnern Vewunderung und Achtung eingeflößt hat und zu 16 Jahren Was für 900 M. geleistet werden muß, ftellt die ZeitGefängniß vom Militärgericht zu Palermo verurtheilt schrift für soziale Medizin" folgendermaßen zusammen: worden war. Er wurde in Cesena, Cesena, in der RoDie Kreisphysiker sind nach den neuen Verordnungen und magua und zum allgemeinen Erstaunen auch in Instruktionen mit den schwierigsten und zeitraubendsten technischen Mailand, das man mit recht die moralische HauptUntersuchungen und Arbeiten beauftragt, können nicht länger auf die Privatpraxis, als ihre hauptsächliche Erwerbsquelle, anges stadt Italiens nennt, gewählt. Ebenso hat man in wiefen bleiben. Die Kreisphysiker haben jezt sämmtlich allen Catania Felice Giuffrida, den Organisator der volksthümlichen Fasci( Arbeiterbünde) und in Sizilien und Das Herrenhaus hat gestern den Gesetzentwurf ben sie ergehenden polizeilichen und gerichtlichen Requisitionen mit möglichster Beschleunigung zu entsprechen. Die genannten Palermo Bosco gewählt. Beide sind vom Militärgericht, treffend die Errichtung einer Generalkommission für die Beamten haben ferner sämmtliche Apotheken, Kranken-, Jrrender eine zu 18, der andere zu 12 Jahren Gefängniß ver- Provinz Ostpreußen abgelehnt und damit der Regierung und Entbindungsanstalten, Droguen- und Giftwaaren Handurtheilt. eine schwere Niederlage beigebracht. Da die Rentengüter, fungen ihres Kreises zu revidiren, die Hebammen nebst ihren Endlich hat man in Reggio- Emilia einen jungen Dorf- um die es sich hier handelt, von Herrn Miquel als ein Instrumenten nachzuprüfen, alle Kontraventionen gegen die gelschullehrer, Salsi, gewählt, der wegen seiner politischen Eckstein einer gesunden Agrarpolitik betrachtet werden, tenden Medizinalgesetze den zuständigen Staats- und Amts Gesinnung zu einem Zwangsaufenthalt verurtheilt worden war. so ist die Ablehnung der Vorlage die Ablehnung der Vorlage mit 51 gegen anwälten anzuzeigen, den Gesundheitszustand der Staatsbeamten Salsi ist durch seine Wahl freigekommen, wegen 29 Stimmen für den„ Liebling der Agrarier" ein auf Requisition der Staatsbehörden im Interesse des Dienstes Felice's, Barbato's und Bosco's Wählbarkeit wird es deutlicher Wint, nächstens nicht mehr gegen 16 Millionen- unentgeltlich zu untersuchen und nach einer neuesten Bestimmung auch die in häuslichen Verhältnissen verpflegten Geisteskranten in der Kammer zu Diskussionen kommen, denn die geschenke an nothleidende Großgrundbesitzer Einspruch zu zu überwachen u. s. w. Für die Ausführung der vorgenannten Berurtheilung des Militärgerichts hat ihnen mit der Frei- erheben. Amtsgeschäfte und Untersuchungen bedarf der Kreis heit auch die Zivil- und politischen Rechte genommen, welche Heute mußte die Regierung wieder den Herrenhäuslern physikus selbstverständlich eines geeigneten, möglichst isoeine allgemeine Amnestie ihnen wird wieder zurückgeben über ihre Pläne zur Befriedigung der Wünsche der Agrarier lirten, mit Registratur und den erforderlichen kostspieligen müssen, wenn das Volk sie wieder wählt, nachdem vorher Rede und Antwort stehen. Trotz der zahlreichen Zu- Infirumenten, Mikroskop u. s. w. versehenen Lotals, muß sich die Kammer die ersten Wahlen für ungiltig erklärt hat. geständnisse, die vom Regierungstische gemacht wurden, auch eine dem Fortschritt der Wissenschaft entsprechende LiteDie Zahl der Wähler ist nur eines der Zeichen von waren die Herren nicht zufriedengestellt, denn der Antrag ratur beschaffen und sich an wissenschaftlichen ärztlichen Vereinen betheiligen. der politischen Stärke einer Partei, obgleich diese Zahl Kanit und die Einführung der Doppelwährung wurde vom Da ist keine Veranlassung, sich zu wundern, daß die dieses Mal in Italien sehr beredt dadurch ist, daß, ab- Regierungstische nicht in nahe Aussicht gestellt. staatliche Aufsicht über die Frrenanstalten Zustände wie im gesehen von den Protest- Kandidaturen, alle anderen Old Die Kulturaufgaben leiden nicht. Ueber die Aachener Alerianerkloster nicht aufdecken kann. Nun wird Wähler einen politisch entschiedenen Charakter hatten, indem sie jede Verbindung der sozialistischen Partei mit preußischen Schulen veröffentlicht die Berliner Volkszeitung" ja dies alles vortrefflich geregelt werden, find doch ganze 8000 M. freilich nicht für dieses Etatsjahr, sondern erst einer anderen Partei, selbst den Radikalen, ausschlugen. folgenden Auszug aus der letzten Schulftatistit: Es wurden in den Volksschulen überhaupt 4 916 476 Kinder fürs nächste für die bessere Beaufsichtigung der FrrenSo wurde z. B. Aguini gegen einen Anhänger der unterrichtet, und zwar 3301 021 auf dem Lande und 1615 455 anstalten von Herrn Miquel in Aussicht gestellt. Diese radikalen Partei gewählt, einen berühmten, sympathischen in den Städten. In Preußen gelten 80 Kinder in einklassigen, 8000 m. garantiren aber eine Verbesserung unserer FrrenGaribaldianer, der aber die untergehende Sonne der 70 in mehrtlasfigen Schulen für die Grenze der normalen Bepflege ebenso wenig wie ein Wassertropfen einen heißen patriotischen Erinnerungen, gegenüber der aufgehenden der sehung. Mit diesem Maßstabe gemessen, waren in normal besetzten Sozialen Gerechtigkeit vertrat. Und ich selbst wurde, ob- Klassen im ganzen Staate 3 255 294 Schüler, in den Städten 1 109 561, Stein falt machen wird. Wir leben in einem Kulturstaate! gleich man mich mit allen ehrlichen und unehrlichen Mitteln auf dem Lande 2 145 733 Kinder. In nicht normalen, also überfüllten Schulklassen dagegen saßen im Staate 1661 182 Kinder, Ein zweites Mariaberg? Aus Münster( Westfalen) bekämpfte, gegen einen konservativen und einen radikalen nämlich 505 894 in den Städten und 1 155 288 auf dem Lande! meldet die Kölnische Zeitung": Die Alexianer Jrrenanstalt, Kandidaten wiedergewählt. Die Wahl war ein Muster Auch Berlin mit seinem gepriesenen Schulwesen figurirt hier mit Haus Kannen, bei Amelsburen, welche über 200 meist von der politischer Disziplin, indem ich bei dem ersten Gange eine 6273 Schülern!! In Prozenten ausgedrückt sind das etwa Provinzialbehörde überwiesene Pfleglinge beherbergt, wurde vorrelative Majorität von 255 Stimmen erhielt, und bei der 33,7 pct. für den gesammten Staat, 31,3 pct. für die Städte gestern unvermuthet durch den staatlich beauftragten Prof. FinkelnStichwahl mit 252 Stimmen absoluter Mehrheit gewählt und 34,9 pct. für das Land. burg, sowie den Medizinalrath Gerlach revidirt. Ueber das Ers wurde. Man muß aber, abgesehen von der Zahl der gegebniß verlautet, daß mancherlei erhebliche Mißstände, besonders in wählten Abgeordneten, überall auch die Stimmenzahl mit den hygieinischen Zuständen der Anstalt, in welcher kein Arzt in betracht ziehen. wohnt, gründliche Abhilfe erheischen. Die Provinzialverwaltung Die Bedeutung dieser Ziffern wird auf den ersten Blick nicht jedem klar man muß wissen, daß es für die Zahl der Kinder einer Schulklasse ganz bestimmte durch die Im Jahre 1892 waren 25 000 sozialistische Stimmen pädagogische Erfahrung festgesetzte Grenzen giebt, über die soll den Ankauf der Anstalt oder den Neubau einer solchen abgegeben worden, und 1895 zählte man deren 80 000, von nicht hinausgegangen werden darf, ohne daß der bereits in Erwägung ziehen. brauchen." Er reichte dem Polen ein Gewehr, das kurz vorher einem Gardisten abgenommen worden war, nebst einer handvoll Patroneu. Sie sollen man kommen," meinte Frige Grams, der Mann wie Sie können wir auch als Infanteristen von seinem Posten in dem Eckhause in der Breiten Straße herbeigeeilt war und mit Hans Hartung, Bruno Volkmuth und Anton Kowalla mitten in der erregten Menge stand ,, woll'n ihnen zeigen, daß wir keine Hammel sind, die sich mir nichts, dir nichts die Gurgel abschneiden lassen." „ Sie oder wir!" rief Bruno Volfmuth." Wir machen heut' Weltgeschichte, Brüder!" " " Wie, eine preußische Muskete?" rief Herr Kasimir in edler Entrüstung„ Kasimir von Zumidaiski ein Musketier? Hat sich polnisches Edelmann immer nur mit Säbe I für Freiheit gefochten, und solls auch heut dabei Nur sparsam mit den Kugeln, daß wir uns nicht verschießen," mahnte Hans Hartung ein paar Heißsporne, bleiben." die am liebsten über die Barrikade hinweg den Garden Sprach's und ging stolz seiner Wege, um nach seinen entgegengestürmt wären. Kein Schuß ins Blaue hinein- Damen" zu sehen. wir haben alle Ursache, die Munition zu sparen. Wie ist's mit unseren Vorräthen bestellt?" " Der will den Kampf vor allem genießen," sagte Bruno Volkmuth, der neben Hans stand. Ein regelrechter Schlachtenbummler," meinte Hans Hartung lächelnd. Zügellos wie alle diese Halbbarbaren, doch ein guter Kerl im Grunde," " Zur Handwerkerfrage schreibt die„ Berl. Korr.": Die vor einigen Tagen in einer Kommission des Abgeordnetenhauses von dem Minister für Handel gemachte Be merkung, daß zu einer wirksamen Vertretung des Handwerts eine Zwangsorganisation erforderlich sei, und die Thatsache, daß in voriger Woche Kommissare des Handelsministers und des Staatssekretärs des Innern nach Wien gereist sind, um sich über Verhältnisse des Handwerks in Desterreich zu unterrichten, haben den öffentlichen Blättern zu einer Reihe von Erörterungen Anlaß gegeben, die von unzutreffenden Voraussetzungen ausgehen und zu irrigen Ergebnissen gelangen. Namentlich ist die Nachricht verbreitet worden, daß ein Reichsgesetz vorbereitet werde, wodurch die Handwerkskammern als Oberbau der Handwerkerorganisation festgestellt, die Gestaltung des Unterbaues aber den Landesregierungen oder der Landesgesetzgebung überlassen werden solle: woran dann Befürchtungen wegen Zerstörung der einheitlichen deutschen Gewerbegesetzgebung geknüpft werden. In der Sitzung des Reichstags vom 15. Januar d. J. haben der Staatssekretär des Innern und der preußische Minister für Handel ihre Stellung zur Frage der Handwerksorganisation Sargelegt. Der letztere hat namentlich die Einführung einer „ Kugeln die schwere Menge," versetzte Anton Kowalla, an den diese Frage gerichtet war, aber's Pulver könnt' uns leicht fuapp werden." Anton Kowalla hatte mit ein paar fundigen Genossen Helle Bivouatfeuer und Fackelbrände waren inzwischen 3wangsorganisation die bekanntlich auch die Grundlage im Hofe des d'Heureuse'schen Hauses eine förmliche Werk vor der Barrikade angezündet worden. Auch jenseits des der von ihm im Jahre 1898 veröffentlichten vorläufigen Vorschläge bildete nach wie vor als die nach seiner statt eingerichtet. Hier wurden Büchsen reparirt, Aerte Schutzwalles war ein Holzstoß aufgeflammt, der weithin in Meinung zu erstrebende Maßregel bezeichnet, zugleich aber die und Säbel geschliffen und rohe Eisenstangen in spize Lanzen das Dunkel der Breitenstraße hineinloderte. Alle Fenster, Schwierigkeiten hervorgehoben, die mit der umgewandelt. Aus Blei, aus Zinn und Zink wurden die von Norden her nach dem Fischmarkt gingen, waren er Herstellung einer zweckmäßigen örtlichen Geschosse zu tausenden gegossen. Arme Handwerkerfrauen leuchtet seit langem schon hatte Berlin nicht so glänzend Gliederung einer solchen Organisation vers opferten mit Freuden ihr Binngeschirr, den Stolz ihrer illuminirt. Alles war wieder auf die Posten zurückgeeilt und bunden seien. Küche, und fertigten selbst aus den frischgegossenen hunderte von Augenpaaren blickten voll Spannung nach dem Kugeln, Patronen, die sie ihren Männern nach dem Kampf- von Truppen starrenden Schloßplatz. Noch immer verplay trugen. harrten die Garden regungslos in ihrer Stellung was zögerten sie denn heute, diesen rebellischen Pöbel zu Paaren " Se haben's mit der Angst jekriegt," meinte ein Spottvogel hinter der Barrikade, wenn det noch lange dauert, holen se sich' n Schnuppen bei die Abendkühle." Rommt, woll'n ihnen einheizen," drängte ein Zweiter, Freiwillige vor, wer riskirt's?" Ganz wie bei uns Anno Dreißig! hatte Herr Kasimir geäußert, der mit innigem Behagen zwischen den friegerisch zu treiben? gestimmten Gruppen auf und ab geschritten war. Sein martialischer Aufzug hatte ihn im Handumdrehen auf der ganzen Strecke bis zur„ Silbernen Ente" hinunter populär gemacht; wo er sich zeigte, begrüßte man ihn jubelnd als die Reiterei des Volkes". Herrn Kümmlein's braves Stutenthier hatte sich freilich sehr bald als ein ziemlich unbequemer Mitkämpfer erwiesen, und mit einiger Mühe war es Hans Hartung auch gelungen, den Schlachziz von seiner Lavalleristischen Anwandlung abzubringen. " Nehmen Sie lieber den Schießprügel hier und kommen Sie mit uns," meinte der Buchdrucker, als Herr von Tumidaiski endlich aus dem Sattel stieg und Ferdinand die Nofinante nach ihrem Stall zurückführte.„ Einen RE Ein Dußend junger Burschen war sogleich zu dem ebenso tollkühnen wie aussichtslosen Wagniß bereit. " Zurück da, Gelbschnäbel!" herrschte ein alter graubärtiger Maschinenbauer die Vorschnellen an, die sich bereits über die Brustwehr schwangen." Wollt Ihr durch Guren Leichtsinn uns in die Patsche reiten? Die warten doch nur darauf, daß wir' ne Dummheit machen." ( Fortsetzung folgt.) Um über die Bedeutung dieser Schwierigkeiten und die mög lichen Mittel zu ihrer Ueberwindung Klarheit zu gewinnen, ist eine statistische Erhebung in einer Reihe besonders dazu ausgewählten Bezirke des Deutschen Reiches angeordnet worden, die im Laufe dieses Monats ausgeführt werden wird. Zu dem gleichen Zwecke sind die erwähnten Kommissarien nach Desterreich entsandt, wo bekanntlich schon seit Jahren Zwangsgenoffenschaften für das Handwerk bestehen. Das Preußische Staatsministerium hat über die in dieser Angelegenheit einzunehmende Stellung noch keinen Beschluß gefaßt und wird dies voraussichtlich auch nicht thun, fo lange die Ergebnisse der eingeleiteten Gra hebungen nicht vorliegen. Der Vorschlag, für die Organisation des Handwerks einen Oberbau im Wege der Reichsgesetzgebung herzustellen und den Unterbau der Landesgesetzgebung zu überlassen, ist von feiner Seite zur Erörterung gestellt worden." Nach dieser Erklärung werden die Innungszöpfe wieder ganz bedenklich wackeln und die Tonart auf der in diesem Monate stattfindenden Handwerker- Konferenz wird wieder Gegenstandes sei. Balfour erwiderte, die Regierung fei der An- sächliche Nichtigkeit einer solchen Bemerkung aufzufordern. Die ganz energisch und recht unfreundlich der Regierung gegen- schauung, daß bei den irischen Gemeindefreiheiten. Anomalien telegraphische Antwort des Botschafters ist gestern eingegangen über sein. und Ungerechtigkeiten vorhanden seien, doch könne er gegen und ich entnehme daraus, daß an dieser Zeitungsmeldung nichts wärtig nicht mittheilen, welches die Politit wahres ist.( Hört, hört!) der Regierung hinsichtlich der Gesezgebung Auf Antrag des Grafen Mirbach tritt das Haus in die über diese Angelegenheit sei. Besprechung der Interpellation ein. Ausdehnung der Krankenversicherung. In der Regie rung schweben Erhebungen über die Ausdehnung der Krankenversicherung auf alle Arbeiter im Dienste des Staates. Zur Beschaffung von Grundlagen für diese Ausdehnung der Versicherungspflicht hat der preußische Kultusminister die nachgeordneten Behörden veranlaßt, festzustellen, ob und welche Arbeiter im Bereiche seines Ressorts der Versicherungspflicht gegen Krankheit gegenwärtig noch nicht unterliegen. nichts bemerkt. 10 Parlamentsberichte. Herrenhaus. Graf Mirbach spricht der Regierung den Dank aus für die Lösung einiger der kleinen Fragen, namentlich der Brannta weinsteuerfrage. Jedenfalls bleibt für die deutsche Landwirthschaft der Getreidepreis das Entscheidende; mit ihm steht und fällt die Landwirthschaft. Das Sinken der Getreidepreise 19. Sigung vom 6. Juli 1895, 1 Uhr. wird den Ruin der landwirthschaftlichen Nebengewerbe zur Folge Die Tiefe des Nord Ostsee Kanals war in den letzten Kommissarien. Am Ministertische: v. Hammerstein, Miquel und haben; der Ruin kann durch genossenschaftliche Bildungen nur wenig aufgehalten werden. Gegenüber dem Antrag Kanit haben Tagen Gegenstand zahlreicher abfälliger Beurtheilungen in der Preffe. Aber weder der Reichs- Anzeiger" noch die Berl. Corr." v. Herzberg und Genossen: Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation die Regierungen eine ablehnende Haltung angenommen. Wir Welche Programmpunkte der dürfen aber um so mehr erwarten, daß die Währungshaben sich bemüßigt gesehen, auf die Angriffe gegen die Kanalbau Staatsrathsbeschlüsse gedenkt die königliche Staatsregierung noch frage der Lösung ernsthaft entgegengeführt wird. Ich Kommission etwas zu erwidern. Dagegen schreibt den" Hamb. in dieser Session durch Gesetzgebung zu erledigen, und beabsichtigt bin erfreut über die Erklärung des Vizepräsidenten des Nachrichten" ein höherer Beamter beim Kanalban, daß der Kanal dieselbe Maßregeln im Programm des Staatsrathes zur Hebung Staatsministeriums. So werthvoll auch die kleinen Mittel fein noch nicht vollendet sei, daß hierzu noch verschiedene Arbeiten des Nothstandes der Landwirthschaft, welche ohne Mithilfe der mögen, sie können niemals auf das Schicksal der Landwirthschaft nothwendig feten. et fei, daß einwirken. Die Regierung sollte daher die großen Mittel nicht Nach Beendigung dieser Arbeiten, so heißt es dann wörtlich Parlamente durchgeführt werden können, sofort auszuführen?" v. Herzberg: Die Regierung hat die Doppelwährung ab aus den Augen verlieren und eingreifen, wenn es Zeit ist.( Buweiter, wird der Kanal bei niedrigstem Wasserstande 81/2 Meter, gelehnt, ihrerseits aber ein Programm durch den Staatsrath auf- stimmung.) bei mittlerem Wasserstande 9 Meter Tiefe haben, und sowohl gestellt zur Hebung der Nothlage der Landwirthschaft. Die v. Graß- Klanin: Mit den Interpellanten und dem Grafen für sämmtliche Schiffe der deutschen Kriegsmarine als für Schiffe Interpellation soll der Regierung Gelegenheit geben, über ihre Mirbach stehe ich auf dem Standpunkte, daß wir einer weiteren aller Nationen bis zu 8 Meter Tiefgang benutzbar sein." Absichten Auskunft zu geben. Die Nothlage der Landwirthschaft Entwickelung des Nothstandes in einer bedenklichen Weise entDamit ist wohl gesagt, daß der Kanal auch dann noch nicht beruht auf dem Sinken der Getreidepreise und den gestiegenen gegengehen, daß das Ansehen des Staates dadurch gefährdet für alle Schiffe, d. h. nicht für die mit größtem Tiefgange Produktionskosten. Es giebt zwei Wege der Hilfe; entweder wird. Infolge des Rückgangs der Getreidepreise verschuldet die benuzbar sein wird. Ueber die Schleusen, welche für die längsten man vermindert die Produktionskosten, oder man erhöht den Landwirthschaft, die Bodenrente sinkt und der Grund und Schiffe nicht ausreichend sind, wird leider in diesem Schreiben Getreidepreis. Redner schließt mit dem Wunsche, daß die Ne- Boden geht in andere Hände über. Der Preiskampf fam gierung dafür sorgen möge, den für das Land so nothwendigen nur dann für die Produzenten günstig ablaufen, wenn fie ihre ganze Kraft einsetzen. Post festum. Unsere Angabe in dem so betitelten Leit Getreidebau möglichst zu erhalten. Das ist bisher seitens artikel, daß in Lübeck für den Feftrummel eine Viertelmillion Es tann hier nur Minister v. Hammerstein( sehr schwer verständlich) verliest der Landwirthschaft nicht geschehen. verausgabt worden sei, wird bestritten. Wir haben die Notiz, zunächst die Beschlüsse des Staatsrathes, in welchen er die helfen ein zeitweises Burückhalten der Kornproduktion. Dem wie wir hiermit ausdrücklich erklären, nicht von Parteigenossen othlage der Landwirthschaft anerkennt, den Finanzminister Miquel habe ich meine Idee zuerst vertrauensvoll in Lübeck erhalten, sondern den Mittheilungen von Festbericht- 2ntrag Ranig aber als undurchführbar bezeichnet; anvertraut; ich tann ihm nicht genug danken für sein Entgegen erstattern entnommen. Sind unsere Angaben nun auch in bezug letterer werde die Getreidepreise zu ungunst en kommen; der Finanzminister hat erklärt, daß er auch bei auf Lübeck zu hoch gegriffen, so haben wir die Gesammt der Aermeren steigern und sei daher eine sehr der größten Finanznoth noch Mittel finden tosten der Rieler Feste doch mit 10 Millionen zu niedrig benfelben Anspruch auf ähnliche Maßregeln zur Sebung ihrer Errichtung von Kornhäusern zu unterstüben, bedentliche Maßregel. Andere Gewerbetreibende werden werde, diese Bestrebungen, namentlich die gegriffen. Preise entsprechend ihren Produktionskosten erheben können. Diese Kornhäuser müssen in staatliche Regie genommen werden. Reichstags- Erfahwahl in Meferiz- Bomst. Nach Endlich stehe der Antrag Kanig nicht in Ueberein Für die Kanäle sind Millionen ausgegeben aus den Taschen dem vorläufigen Ergebniß der Reichstags- Ersahwahl im stimmung mit den bestehenden Handelsber Steuerzahler, also auch der Landwirthe, um die Preisbildung Wahlkreise Meseriz- Bomist wurden abgegeben für Dziem- verträgen, eine Abänderung der Verträge werde nicht er- für Berlin zu erniedrigen. Deshalb muß die Landwirthschaft bowski( p.) 4200 St., für Herfurth( Antisemit) 3102 St., reichbar sein und eine einseitige Abänderung könne nicht ver- verlangen, daß die Kornhäuser in den Verkehr eingeführt für v. Szymanski( Pole) 6470 St. Aus 29 Bezirken steht treten werden. Der Minister verliest weiter die Beschlüsse des werden. das Wahlresultat noch aus, eine Stichwahl zwischen Dziem der Transitläger, welche nur für den wirklichen Tranfitverkehr Staatsraths bezüglich der Verbilligung der Produktionskosten, Damit schließt die Debatte. Die Interpellation ist erledigt. bowski und Szymanski gilt für wahrscheinlich. Ohne Debatte erledigt das Haus den Gefeßentwurf, betreffend nicht auch den inländischen Verkehr dienen sollen; bezüglich des die Abänderung von Amtsgerichts- Bezirken. Die Disziplinaruntersuchung gegen den freisinnigen Reglements für die Mühlen, die so eingerichtet werden sollen, In bezug auf die Novelle zum Kommunala Reichstags- Kandidaten und Professor an der Marburger Uni- daß nicht das Mahlen ausländischen Getreides begünstigt abgaben- Geses( wegen Vermeidung der Doppelbesteuerung) versität, Stengel wegen seiner Aufforderung für den sozial- wird; bezüglich der Währungsfrage, in welcher Preußen hat die Kommission eine Aenderung dahin beschlossen, daß gegen demokratischen Stichwahlkandidaten, gegen Jstraut in Eschwege- das Vorgehen. des Reichskanzlers abzuwarten habe; über den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses die RegierungsSchmalkalden zu fiimmen, soll eingestellt sein. Man scheint sich bezüglich einer möglichst niedrigen Gestaltung der Gisen vorlage wiederhergestellt würde. Von der Doppelbesteuerung hiernach mit der Bestrafung" durch Ausschluß aus der Prüfungs- bahntarife auf Grundlage einer fallenden Stala; bezüglich der sollten nach der Vorlage sowohl das außerpreußische als das tommission begnügen zu wollen. Begünstigung der Bildnng von Rentengütern; der Besserung in außerdeutsche Einkommen frei bleiben. Das Abgeordnetenhaus Daß ein Disziplinarverfahren in diesem Falle aussichtslos landwirthschaftlichen Realkredits durch Einführung unfündbarer, hatte beschlossen, nur das außerpreußische Einkommen von der fein würde, war vorauszusehen. Deshalb hat die Regierung mit Amortisationszwang versehener Rentendarlehen; bezüglich Doppelbesteuerung zu befreien. von ihrer Machtvollkommenheit Gebrauch gemacht und den miß- der Gründung eines Landeskreditinstituts im Anschluß an die Die Vorlage wird nach dem Antrage der Rommission mit liebigen Gelehrten auf grund ihrer großen Machtbefugnisse schon Seehandlung, und bezüglich der weiteren Meliorationsarbeiten. einer tlcinen redaktionellen Aenderung angenommen. Die Vorohne gerichtliches Verfahren gemaßregelt. Die preußische Regierung hat alle diese Punkte einer sorgsamen lage muß deshalb nochmals an das Abgeordnetenhaus zurückErwägung unterzogen. Eine Vorlage wegen Beschränkung der gehen. Von Dr. Kropatscheck wird der Bolts Zeitung" gemischten Transitläger ist inzwischen als Antrag Preußens an Es folgt die Berathung des Gefeßentwurfs, betreffend die geschrieben, daß er nicht am Dienstag in die Redaktion den Bundesrath gelangt und, soviel ich weiß, hat sich der Errichtung einer Zentralanstalt zur Förderung des der Kreuz Beitung" eingetreten fei. Er gehöre der Bundesrath mit dem Antrag einverstanden erklärt. Ueber die genossenschaftlichen Personalkredits. Redaktion auch jetzt noch nicht an. Demnach dürfte der Reform der Produktenbörse schien eine besondere Beschluß- Die Vorlage wird auf Antrag des Oberbürgermeisters Eintritt Dr. Kropatscheck's in die Redaktion der Kreuzfassung des preußischen Staatsministeriums nicht geboten, da 3 weigert Essen nach Reden des Reichsbank- Präsidenten Beitung" vielleicht bald erfolgen. Jedenfalls scheint es eine Borlage bereits an den Bundesrath gebracht und von Koch und des Finanzministers Miquel en bloc angenommen. sicher, daß Frhr. v. Hammerstein nicht mehr zurückkehrt. diesem auch schon angenommen ist; sie ist aber im Reichs- Der Gesetzentwurf, betreffend das Grundbuch wefen in tag nicht mehr zur Verabschiedung gekommen. Die Mängel des der Provinz Hessen- Nassau wird ebenfalls en bloc Aus Anlaß des Falles Schröder giebt die„ Elber- Getreidehandels in Berlin find hierbei zur Berathung gekommen angenommen; ebenso der Gesetzentwurf, betreffend das Pfand. felder Freie Preffe" folgende Reminiszenz zum besten: und es sind kommissarische Berathungen über die Errichtung recht an Privat Eisenbahnen und Kleinbahnen Wenn Zeugen nach ihren Aussagen von dem Vorsitzenden staatlicher Umschlagsplätze für das Getreide, speziell für Berlin und die Zwangsvollstredung in dieselben. so bestimmt ins Gesicht geschleudert wird:„ Das ist alles un- in Aussicht genommen. Ueber die Kornhäuser sind gleichfalls wahr, was Sie da sagen," und wenn man fortwährend die kommissarische Berathungen eingeleitet worden und es wird sich Beugen vor einem Meineide warnt, dann müssen diese schon da wesentlich um eine sehr erhebliche finanzielle Leistung des stuhig und irre an sich selbst werden. Da fällt uns eine Episode Staates handeln. Voraussichtlich aber wird im nächsten Etat aus dem großen Elberfelder Geheimbundsprozeß ein. ein entsprechender Betrag eingestellt werden. In der Frage der M = 4 Darauf werden noch einige Petitionen erledigt. Schluß 44 Uhr. Nächste Sigung Montag 12 Uhr. ( Stempelsteuer, Erbschaftssteuer, Beihilfe für Arbeiter wohnungen 2c.) Ein von den Angeklagten geladener Entlastungszeuge Mühlen und der Begünstigung des Vermahlens inländischen machte, wie wir überzeugt find, seine Aussagen nach Getreides find in Verbindung mit der Mühlenindustrie Parteinachrichten. bestem Wissen und in ber bestimmtesten Weise. Aber tommiffarische Berathungen angebahnt, ebenso über die Frage seine Aussagen standen im Widerspruche mit denen eines der Tarifirung und des Rendements. Eine Branntweinsteuer- Zum Schlesisch- posen'schen Parteitage beantragen die Polizeibeamten. Mit gehobener Stimme zeigte der Vorsitzende Vorlage ist bekanntlich vom Reichstag verabschiedet worden. In Parteigenossen von Haynau, daß die jetzigen vier Agitationsdem Zeugen die Folgen des Meineides und als dessen Aussagen bezug auf die Zuckerſteuer ist ein provisorisches Nothstandsgeset tommiffionen aufgelöst und an deren Stelle wieder wie früher schließlich protokollirt wurden, rettet sich derselbe vor dem furz erlassen worden, welches die bisherigen Exportprämien bis 1897 eine einzige für Schlesien und Posen mit dem Siz in Breslau vorher schon drei andere Zeugen betroffenen Mißgeschick der Ver- aufrechterhält. Wir wollen versuchen, mit den auswärtigen ernannt werde. Begründet wird der Antrag unter anderem haftung wegen Verdachts des Meineides dadurch, daß er seine Staaten eine Vereinbarung dahin zu erzielen, daß die Export- damit, daß die Hoffnung eitel Dunft sei, durch möglichst viel Aussagen an Bestimmtheit wesentlich einschränkte, so daß sie prämien überall beseitigt werden. Sollte das gelingen, so würde Körperschaften planmäßiger arbeiten zu fönnen. Im Gegentheil eigentlich nachher nichts mehr besagten. Nach dem Prozeß aber die deutsche Zuckerrüben- Industrie, da sie zweifellos die vor- habe die jetzige Organisation eher eine Desorganisation gezeitigt. kam der Zeuge ganz zerknirscht zu uns und sagte, ich habe die geschrittenste ist, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig bleiben. Manche Agitationsbezirke hätten wieder Unterkommissionen, soUnwahrheit gesagt zum Schaden meiner angeklagten Genossen, Für den Fall des Mißlingens dieser Verhandlungen ist aber in genannte Sektionskommissionen eingesetzt, so daß es mit der Zeit aber ich konnte nicht anders, denn bliebe ich bei meiner festen bestimmte Aussicht genommen worden, dem Reichstag eine ent- so weit kommen werde, daß jeder in der Bewegung, thätige Ge Ueberzeugung, so wäre ich verhaftet worden." sprechende Gesezesvorlage zu machen, die bereits aus- nosse ein Amt als Kommissionsmitglied bekleide. Die gearbeitet ist. Ueber den Inhalt Inhalt derselben mich hier jetzige Organisation sei durchaus nicht besser als die Ueber die Veröffentlichung geheimer Aktenstücke soll weiter auszulassen, habe ich keine Veranlassung. Ueber frühere und führe zum Nichtsthun. Auch in schriftlicher BeDer Vorwärts" flagen, weil wir Indiskretionen in betreff der die Eisenbahn- Tariffrage hat das Staatsministerium einstweilen siehung laffe sich die Agitation von einer Stelle aus besser und Verhandlungen des Agrarausschusses gerügt haben so be- die Verhandlungen mit dem Landes- Eisenbahnrath eingeleitet. weniger tostspielig betreiben. haupten nationalliberale Blätter. Als ob es sich bei uns um Bezüglich der Verbesserung der Einrichtungen für den Realkredit geheime Aftenstücke" oder überhaupt um Geheimnisse handelte. haben am 19. April unter Mitwirkung des Herrn Finanzministers Ueber die Stegmüllerei in Lambrecht in der Rheinpfalz Alles, was der Ausschuß berathen und beschloffen hat, ist für mit sämmtlichen Landschaften der alten Provinzen sehr eingehende wird von dort noch berichtet: Unser Industrieſtädtchen war einer die Deffentlichkeit bestimmt, die wir nicht zu scheuen haben, Berhandlungen darüber stattgefunden, ob eine Erhöhung des der wenigen pfälzischen Orte, wo die Parteigenossen einen schönen wie die Herren Nationalliberalen, die beiläufig sogar das Lesen Realkredits eingeführt werden könnte und bis zu welcher Grenze, Erfolg bei den legten Gemeindewahlen zu verzeichnen hatten. verlernt zu haben scheinen. und ob der Zinsfuß für den Realkredit nicht ermäßigt werden Es fam unter Anhängern der verschiedensten Parteien mit Die württembergischen Nationalliberalen, die zur Zeit fönne und ob es nicht möglich ist, den Realkredit der größeren unseren Genossen ein Kompromiß zu stande, um die alte Rathdem Sattel zu heben, und so war auf dem Aussterbe- Etat stehen, wollen noch einmal vor ihrem Landschaften auf den mittleren und kleineren Grundbesitz aus hausklique aus Zum Schaden Begräbniß sich zusammenschaaren und werden daher die wenigen für den zuletzt bezeichneten Weg erklärt, nicht aber dafür, für die für die Partei machten sich aber auch unter den Gezudehnen. Sämmtliche Landschaften haben sich übereinstimmend es möglich, daß wir acht Size errangen. Getreuen am morgigen Sonntag zusammenkommen, um ein für Stegmüllereien bemerkbar, denn in ihrer Parteifeft" auf dem Hohenstaufen zu feiern. Mit der Wahl östlichen Landestheile ein besonderes Realkreditinstitut zu schaffen. wählten bald Stegmüllereien bemerkbar, die Ernennung der alten Raketenkiste" des Hohenstaufen als Festplatz hat die nationalliberale Partei Bum 15. Juli ist ein größerer Theil der Vertreter der Kredit- Hand lag es, einen guten Griff gethan, denn der Hohenstaufen ist dazu an- institute der westlichen Provinzen hierher berufen worden, um zum hiesigen Ehrenbürger zu vereiteln. Die sonderbarste Abgethan, Betrachtungen über verschwundene Pracht und Herrlich mit dem Herrn Finanzminister darüber zu verhandeln, ob auchstimmung, die noch je auf einem Gemeindehaus stattfand, ging feit anzustellen; wie von der einst so stolzen deutschen Kaiser- dort die Nothwendigkeit, bessernde Hand anzulegen, vorhanden bei dieser Ehrenbürgerei" vor fich. Die Nationalliberalen vers burg Hohenstaufen kein Stein mehr zu sehen ist, so wird auch in ift. Sie sehen aus dem Mitgetheilten, daß die Staatsregierung langten öffentliche, bie Sozialdemokraten, Ultramontanen und Freifinnigen geheime Abstimmung und wurde diese dann so vornächster Bälde von der nationalliberalen Partei kein Mann alles gethan hat, was in der kurzen Zeit möglich war. mehr übrig bleiben. Minister v. Bötticher: Ich hatte eine Erklärung über den genommen, daß 11 Mann schriftlich und 10 Mann öffentlich Stand der Währungsfrage für den Fall in Aussicht genommen, abstimmten. Das Ergebniß war dann, daß der„ Säbelschleifer Die württembergische Abgeordnetenkammer soll, wie daß aus dem Hause eine Anfrage an mich gerichtet werden im Sachsenwalde" mit 1 Stimme Majorität geehrenbürgert" jetzt verlautet, am Donnerstag, den 11. Juli vertagt werden. würde. Da aber mein Herr Kollege selber seinerseits die wurde einer unserer Leute wurde trotz der schriftlichen AbDas englische Parlament wurde bis zum 24. Juli über die augenblickliche Lage mich jetzt schon zu äußern. felbe war. Sache angeregt hat, so nehme ich gar keinen Anstand, Stimmung Renegat. Man wußte aber nur nicht sicher, wer ders vertagt. Die Auflösung ist aber schon in diesen Tagen zu Die Aeußerungen der Regierungen sind zum überwiegenden Theile Daß die wirklichen Sozialdemokraten Lambrechts am Werke gegenwärtig beim Reichsschazamt eingegangen, fie liegen aber find, die unsicheren Kantonisten auszumerzen, wissen die Leser Sobald sie sämmtlich eingegangen des Vorwärts" bereits. Tas englische Oberhaus nahm die dritte Lesung der noch nicht sämmtlich vor. Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. Fabriken und Werkstätten Bill an; ferner wurde sind, wird es an der Zeit sein, innerhalb des Bundesraths Beschluß zu fassen über die Resolution, die in der letzten Tagung die dritte Lesung der Vorlagen betreffend die Marinebauten, des Reichstags bezüglich der Währungsfrage beschloffen ist. Nach blatt entnahmen, wird uns mitgetheilt, daß der Parteigenosse Gegenüber einer früheren Meldung, die wir einem Parteisowie bezüglich der Ergänzung des Gefeßes über unlautere und dem Gange der Erörterungen im Bundesrath wird es sich darum Peus erst am 7. September aus dem Gefängnisse entlassen ungefeßliche Umtriebe angenommen.handeln, ob und event. mit welchen fremden Mächten wird. Ein von ihm gestelltes Gesuch um Urlaub ist nicht be und auf welcher Grundlage feitens des Herrn willigt worden. erwarten. 1 " Ueber ihre irische Politik ist das konservative Rabinet fich noch nicht einig oder es will aus Furcht, dadurch das Wahl- Reichstanzlers ein vertraulicher Meinungs=- Sächsische 3. Der Arbeiterverein in Plauen bei ergebnis für sich ungünstig zu beeinflussen, seine, Irland un- austausch über die Silberfrage erfolgen soll und Dresden plante ein Sommerfest, der Gemeindevorstand Großgünstigen Pläne nicht verrathen. Aus London wird hierüber ob event. die Vorbereitungen einer internationalen Konferenz daran mann untersagte es, weil nach der Bekanntmachung der Königtelegraphirt: zu knüpfen sein möchten. Die Sache ist also im Fluß, in diesem lichen Amtshauptmannschaft vom 6. September 1890 derartige Im Unterhause erhob heute Knox Einspruch gegen das Vor- Augenblick ist aber noch nichts entschieden. Durch die Feste nur ausnahmsweise zu gestatten sind, zu einer ausnahmsgeben einiger Mitglieder der Regierung im Ober- Presse ging eine Aeußerung, wonach unser Botschafter in Washing- weisen Gestattung des geplanten Festes aber eine Veranlassung bause, um die Vorlage betreffend die irischen ton geäußert haben soll, aus der Währungskonferenz werde nichts. nicht vorliegt". In Haara sollte am 7. Juli der Parteitag Gemeindefreiheiten zu Falle zu bringen, und Ich habe Veranlassung genommen, das auswärtige Amt zu er- unserer Genossen aus dem 22. Reichstagswahlkreis abgehalten fraate an, welches die Politik der Regierung bezüglich dieses suchen, unseren Botschafter zu einer Neußerung über die that werden. Der Befizer des Lokals, wo der Parteitag zusammens " haben, als Gerichts- Beitung. treten follte, batte die Ueberlaffung seines Saales sogar Jund uin einen einheitlichen Lohn von 50 Pf. pro Stunde weiter Dachdecker, Maurer, Schreiner, Steinbauer und mit Handschlag versprochen. Der Parteitag wurde daher zu streifen. Bevor dieser Beschluß gefaßt wurde, ist von den 3immerleute und in der Lohnbewegung stehen noch die Der Polizei angemeldet und man erließ die übliche Gefellen das Gewerbericht als Einigungsamt angerufen worden. Schlosser. Alle vorgenannten Arbeitergruppen haben mehr öffentliche Einladung. Am 4. Juli aber bekam der Einberufer Die Meister haben jedoch das Einigungsamt abgelehnt und oder weniger, zum theil ganz bedeutende Vortheile errungen, die Ernst Müller von dem Gastwirth einen Brief folgenden In- sollen auch beschlossen haben, keinen Flensburger Maurer wieder mit Einschluß der Angehörigen 4000 Personen zu gute fommen. halts: Haara, den 4. Juli 1895. Herrn Ernst Müller! Ihnen in Arbeit zu stellen. Alle Arbeiter werden gebeten, In Zürich haben am 1. Juli acht Buchdruckereien den hierdurch zur Gefälligen Notit, daß ich daß Ihnen bereits ge- den Zuzug von Maurern und Bauarbeitern nach Neunstundenta g eingeführt. gebene Versprechen für nächsten Sonntag wieder zurückziehen Flensburg strengstens fern zu halten. Zum Bergarbeiterstreik in Reschiha meldet das Bureau muß, indem ich doch jedenfalls der Behörde un= Die bürgerliche Presse wußte zu berichten, daß es den Herold: Die Bergarbeiter in den staatlichen Kohlengruben von angenehm gegenüber zu stehen komme darum bitte Flensburger Jnnungsmeistern gelungen fei, genügend fremde Reschiha haben heute zu den früheren Bedingungen die Arbeit ich sie dafon Gänzlich absehn zu woll und hiervon Notiz Maurer zu bekommen, sodaß der Maurerstreik wohl bald zu ihren wieder aufgenommen. zunehm. Hochachtungsvoll H. Eismann." Auf Anordnung Gunsten. beendet sein würde. Sie hat zu früh triumphirt, die Eine Bestätigung der Meldung ist abzuwarten. der Zwickauer Amtshauptmannschaft sind in schede wit, gutgesinnte" Presse, wie nachstehender Bericht aus Flensburg, In Grenoble in Südfrankreich ist in der Seidenwaarens Wilkau 2c. Haussuchungen vorgenommen worden, von 2. Juli, zur genüge beweist: Zu einem wahren Triumph für die fabrit von Permez el infolge des Streits der Arbeite denen fast nur Bergleute betroffen wurden. Das Ergebniß der Solidarität der Arbeiterklasse gestaltete sich heute Nachmittag auf dem rinnen das ganze Webereipersonal verabschiedet worden. Suche war gleich Null. Wonach man forschte, darüber schwiegen Bahnhofe die Heimreise 52 fremder Maurergesellen, fich die Beamten aus. Da aber mit der Haussuchung Mitglieder die unter Vorspiegelung unwahrer Thatsachen hier nach Flens. 800 Personen sind infolge dessen arbeitslos. des von der Behörde längst aufs Korn genommenen Kaffen- burg gelockt waren. Der Bahnhof war fast bis auf den letzten vertreter- Vereins beehrt wurden, so nimmt man an, daß vielleicht Platz gefüllt, die Maurer und Maurer- Arbeitsleute, sowie gegen diesen Verein etwas im Werke sei, wozu man Material hunderte von Parteigenossen und Genossinnen gaben diesen braucht. In Schönheide haben die Fabrikanten von Leuten, die es vorzogen, lieber wieder in ihre Heimath zu reisen, ihren Arbeitern, die sie zu dem Zwecke in ihre Komptoire tommen als an ihren Berufskameraden zu Verräthern zu werden, das Wegen Veröffentlichung der Namen von Streik ließen, den Austritt aus dem Arbeiter Bildungsverein legte Geleit. Selbst Bürger der Stadt und sonstige Leute, von brechern gelegentlich eines Ausstandes in Annaburg war der Die Ameise", verlangt und diese unter Androhung der Entlassung gezwungen, denen man solches faum geglaubt hätte, stimmten mit entblößten Redakteur des Porzellanarbeiter= Fachblattes ein Austrittsformular zu unterschreiben. Sämmtliche Fabri- Häuptern mit in den einstimmigen Abschiedsgruß ein und freuten Richard Jahn in Charlottenburg auf grund von tanten sollen in einer Zusammenkunft dahin Verabredung ge- fich über das wohlverdiente Pech der zünftigen Maurermeister.§ 153 der Gewerbe- Ordnung angeklagt. Das dortige Schöffen troffen haben. Die Behörde soll sie insofern unterstützt In Zörbig, einem Landstädtchen im Kreise Bitterfeld, streifen gericht erkannte auf Freisprechung. Bufolge der Berufung des wie die sächsische Parteipresse berichtet die die 3 wicker der August Schmidt'schen Schuhwa aren- Staatsanwalts verurtheilte ihn das Berliner Landgericht I Polizei in allen Fabriken, wo Arbeiter waren, die sich dem fabrik. Herr Schmidt ist, wie dem„ Volksblatt für Halle" zu drei Wochen Gefängniß. Auf die von Jahn ein Arbeiterbildungsverein angeschlossen hatten, herumgeschickt" wurde. mitgetheilt wird, der 3 weit höchst besteuerte von 3örbig, gelegte Revifion hob das Kammergericht das Urtheil auf und Ursache der ebenso brutalen wie nuglosen Haupt- und Staats- obgleich es dort Fabrikanten giebt, deren Vermögen weit über verwies die Sache an das Landgericht II zur Berhandlung aktion war die Aufstellung eines Kandidaten zur Landtagswahl. 100 000 Thaler geschätzt wird. Trotzdem es ihm also an Mammon zurück. Das Kammergericht tam zur Aufhebung des Urtheils im Die tönigliche Tafel von Ungarn hat das in Hod- nicht fehlt, zahlte er sehr geringe Löhne, und als die Arbeiter wesentlichen deshalb, weil nicht festgestellt war, ob die betreffenMezö Basarhelyer Prozeß gefällte Urtheil gegen alle Angeklagten, eine Lohnaufbesserung verlangten, antwortete er mit einer Lohn- den, deren Namen veröffentlicht worden waren, Kenntniß davon mit Ausnahme unseres Genossen Sz. Kovacs, bestätigt. Die herabsehung von 30 pet. Es begreift sich sonach, daß der Herr erhalten hatten, was aber, wenn der§ 153 in traft treten soll, Strafe des letzteren wurde von 5 auf 4 Jahre Kerker reduzirt. feine Fachvereinsmitglieder„ dulden" will und„ Sozialdemokraten erforderlich ist. Auf Beschluß des Landgerichts II wurden nun Gegen dieses Urtheil wird an die Kurie appellirt werden und erst recht nicht". die in der Heckmann'schen Steingutfabrik in Annaburg während nach dem Geseze muß Sz. Kovacs bis zur Erledigung der Zum Porzellauarbeiterstreik in Schlesien meldet das des Streiks in Arbeit getretenen Dreher und Maler, deren Appellation auf freien Fuß gesetzt werden. Fachblatt„ Die Ameise", daß in Königszelt außer den Namen veröffentlicht worden waren, zeugeneidlich vernommen. Lehrlingen, welche ebenfalls die Solidarität schon festhalten, Die im Termin vom 28. Juni verlesenen Aussagen derselben 118 Mitglieder des Verbandes ausständig sind, ca. 60 Mit ergeben, daß sie die fragliche Nr. 4 der„ Ameise" von Herrn glieder arbeiten. In Sophien au haben trotz der An- Willy Heckmann, dem Sohn des Besizers der Annaburger Die Errichtung einer Lungenheilanstalt haben die Leip- firengungen, welche die Firma machte, um unsere Mitglieder Steingutfabrik präsentirt bekommen haben, auch ein Masseschläger aiger Stadtverordneten beschlossen. Der Rath hatte vor- von ihrer gerechten Sache, dem Eintreten für die streikenden Weidner hat einigen die fragliche Nummer, jedenfalls auf Ver geschlagen, fie im Anschluß an die in Reiboldgrün bestehende Rollegen in Altwaffer abwendig zu machen, 20 Dreher, 12 Maler, langen, zu lesen gegeben. Nur einer, Maler Gutkäs, hat aus. Privatanstalt zu errichten und hatte zu dem Zweck eine Unter- 2 Schleifer und 10 Dreherlehrlinge ihre Solidarität gezeigt und gefagt, daß er erst bei seiner Zeugenvernehmung Kenntniß von dem stützung dieser Privatanstalt im Betrage von 30 000 m. gefordert. find ausständig. 14 Dreher, 26 Maler und 8 Dreherlehrlinge Artikel bekommen habe. Den Ausführungen des Angeklagten, daß er arbeiten weiter. Von Der Stadtverordneten- Ausschuß, dem die Angelegenheit zunächst Sorgau haben wir bis jetzt diese sogenannten Streitbrecher in teiner Weise etwa bestimmen wollte, zur Berathung überwiesen worden war, empfahl aber einstimmig noch was unsere an dem Streik theilzunehmen, vielmehr die Veröffentlichung der Namen feinen endgiltigen Bescheid darüber, den Bau einer eigenen Anstalt auf Gemeindekosten und die Stadt Mitglieder gegenüber der Thatsache, daß sie für die nur den Zweck hatte, sie den Ortskassirern der Porzellanarbeiter verordneten stimmten ihm bei. Die erforderliche Summe wird Firma Tielsch in Altwasser arbeiten, zu thun gedenken. Gewerkschaft bekannt zu geben, damit die betreffenden bei event. auf 150 000-200 000 m. geschätzt. Im Erzgebirge soll nun ein In Itwaffer ist neues nicht vorgefallen. Herr Tielsch Anmeldung im Verband gebührend berücksichtigt werden, schenkte geeignetes Grundstück angekauft werden. Bemerkt sei, daß unsere scheint noch immer nicht geneigt zu sein, durch einigermaßen an der Staatsanwalt feinen Glauben; auch der Vertheidiger wies Parteigenoffen im Leipziger Stadtverordneten Kollegium selbst nehmbare Ronzessionen den ganzen Kampf aus der Welt zu vergeblich darauf hin, daß die„ Ameise" lediglich nur von Mitverständlich für den Ausschußantrag eingetreten sind. schaffen. Jedenfalls haben die Ausständigen alles gethan, was gliedern des Verbandes obligatorisch gehalten werde und nicht Vorläufige Ergebnisse der Berufszählung fie thun fonnten, um eine Einigung, eine Beendigung des Streits wie andere Zeitungen, öffentlich verbreitet werde. Das Landvom herbeizuführen." gericht II erkannte wieder auf 3 Wochen Gefängniß. In der 14. Juni. Hamburg: Stadt 605 252, Landgebiet 57 262, zuſammen 662 514.£ ü bed: Staatsgebiet 88 067 Einwohner, Stadt- der Ausstand in Königszeit beiglegt sein, während er in wissen müssen, daß auch Nichtverbandsmitglieder die„ Ameiſe" Nach einer Privatmeldung der Leipziger Volkszeitung" soll Begründung des Urtheils ist ausgeführt, der Angeklagte hätte gebiet 69 153. Oppeln 22 533. Sarburg 35 081. 3ittau Altwasser, Sophienau und Sorgau noch fortdauere. Mag in die Hände bekommen. Die Namen der Streitbrecher hätten 27 161. Blauen i. 2. 54 077. Nürnberg 154 111. Fürth dem sein, wie ihm wolle, jedenfalls ist der Zuzug von Porzellan den Ortskassirern brieflich mitgetheilt werden können. Gegen 46 000. Mannheim 88 388. Karlsruhe 80 964. Freiarbeitern nach allen vier Orten aufs allerstrengste zu das Urtheil wird Revision eingelegt. burg i.. 52 710. Ludwigshafen 87 857. Seidel vermeiden, bis die Leitung der Porzellanarbeiter die Sperre aufberg 35 226. Konstanz 18 127. Baden- Baden 14 895. gehoben hat. Rastatt 12 863. Bruchsal 12 384. Heilbronn 32 438. Soziale Uebersicht. 。 UI in etwas über 39 000. Göppingen 16 100. Reutlingen 19 651. Hanau 27 351. Die Zahl der Auswanderer von Hamburg ist in den beiden letzten Monaten wieder bedeutend gestiegen. Sie beziffert sich auf 4401 Passagiere gegen 3562 in derselben Beit des Vorjahres. Gewerkschaftliches. " V Abermals ein Staatsanwalt unter Auflage. Das muths volle Vorgehen unseres Genossen Hülle gegen den Ersten Staatsberg streifen, weshalb Zuzug dorthin zu vermeiden ist. Die Dreher der Dietrich' fchen Porzellanfabrit in Eisenanwalt orenzen zu Erfurt, hatte auch einen anderen Staatsbürger veranlaßt, gegen einen Staatsanwalt( Erster 3u ungunsten der Arbeiter ist der Streit der Stein- Staatsanwalt Ruckjer zu Bochum) Beleidigungsflage zu ers arbeiter in Stadthagen und Münche hagen ausgelaufen. heben. Der Sachverhalt ist folgender. Der Erste Staatsanwalt Die Geschäftsleitung der Steinarbeiter Deutschlands knüpft an Ruckser in Bochum, dessen Thätigkeit unseren Genossen nicht ihre Mittheilung darüber die nur zu berechtigte Warnung, daß unbekant ist, war vom Buchdruckereibefizer B. in Bochum wegen Dem Ersten man nicht streifen soll, wenn die Geschäft 3 verleumderischer Beleidigung verklagt worden. tonjunttur eine schlechte, wie es in diesem Fall that Staatsanwalt Ruckser war zu Ohren gekommen, daß B., welcher im sächlich gewesen ist. Mit solchen Streits kann man den Unter- Gefängniß zu Bochum Gefangene für seinen Betrieb beschäftigte, An die Arbeiterschaft! Am 18. Juni find die Bosa nehmen absolut nichts anhaben; int Gegentheil, damit thut man mit einer Gefangenen uuzüchtigen Verkehr unterhalten habe menter und Posamenterinnen von Basel und den Herren nur einen Gefallen; das ist die beste Gelegenheit, Die Frau erklärte bei ihrer Bernehmung unter ihrem Eibe, ſe St. Ludwig i. E. in Streit eingetreten für die bekannten die Kollegen, welche sich durch ihr Gintreten für unsere Sache habe, als sie im Begriff gewesen sei, das Gefängniß zu verz zwei Forderungen: Mindestlohn von 4 Frks. pro Arbeitstag und bei den Unternehmern mißliebig gemacht haben, hinauszuschieben. lassen, den Buchdruckereibefizer B. getroffen, der sie in ein Behnstundentag. Nach zehntägigem heißem Kampf mit dem Unternehmerthum tst durch die Vermittelung des Herrn Re- Wenn man in einen Lohnkampf eintreten will, muß man den Gespräch gezogen und in den Lagerraum mitgenommen habe. gierungspräsidenten Dr. Iselin, in der Lohnfrage eine an- günstigen Beitpunkt aussuchen, wo auch genügend Arbeit vor Dafelbft habe B. wohl Spirituosen zum besten gegeben, habe fie( die Beugin) aber nicht angerührt. Der Erste Staatss nehmbare Uebereinkunft erzielt und deshalb am 27. Juni handen ist. In einer Schneiderversammlung Erfurts wurde über anwalt hielt aber die Aussage der Zeugin für unwahr und der Streit als beendigt erklärt worden, mit der das Geschäft des Schneidermeisters und fonservativen Reich 3 untersagte dem B. durch eine Verfügung den ferneren Zutritt bestimmten Erklärung am Behnstundentag festzuhalten, tag 3- bgeordneten Jafobstötter die Sperre versum Gefängniß. In dieser Verfügung hieß es, es sei unzweifeldenselben aber bei einem anderen Anlasse zu er tämpfen. Wir sprechen allen, die uns während des Streits mit hängt. In der Fachzeitung für Schneider heißt es darüber: haft, daß B. mit der Gefangenen Unzucht getrieben habe. B. Geldmitteln oder in irgend einer andern Weise unterstützt haben," Der Mann, der angeblich in christlich- sozialer Weise eine verklagte nun den Ersten Staatsanwalt wegen verleumderischer den wärmsten Dank aus und bitten die Inhaber von Sammel Leuchte" seinen Arbeitern gegenüber sein will, errichtet auf Beleidigung, worauf der Oberstaatsanwalt den Konflikt zu deren Kosten eine Werkstatt, um für seinen Schwager gunsten des Ersten Staatsanwalts erhob, mit dem Einwande, listen, diese dem Unterzeichneten baldigst zurückzusenden. Auch eine Griftenz zu schaffen, denn auf nichts anderes läuft es hinaus. daß derselbe seine Amtsbefugnisse nicht überschritten habe. In: solche Listen, die nicht in Birkulation waren, müssen retournirt Dieser Schwager hatte der Werkstatt vorzustehen. Ist es christlich, dessen sowohl das Amtsgericht, wie auch das Ober- Landesgericht werden. Mit solidarischem Gruß der 7er Ausschuß der wenn Herr Jafobsfötter für einen sogen.„ eigenen" Waffenrock in Hamm erklärten den Konflikt für unbegründet, babes streitenden Posamenter von Basel und St. Ludwig. A. Fahrni, Kassirer, Hammerstr. 42, Basel.( Polizei) uur 5 Mark einem Arbeiter zu bieten wagt? Nun Erste Staatsanwalt seine Amtsbefugnisse in der That überer jene Verfügung gegen B. erließ. tommen erst noch die 8 pt. für die Erhaltung der schritten habe, als Ueber den Flensburger Maurerstreik brachten wir am Werkstatt in Abzug. Womit soll denn der Arbeiter sein Buleht hatte sich das Ober- Verwaltungsgericht mit der zu befassen. Es erachtete gleichfalls den 2. Juli eine Notiz, in der mitgetheilt wurde, daß die Maurer, Auskommen suchen? Als die Arbeiter damit auf die Dauer nicht Angelegenheit Zimmer, Lehninger, Plath, Flohr und Schrader aus Berlin nach zufrieden sein mochten, wie fonnte es Herr Jakobstötter mit Ronflitt für unbegründet, so daß der strafrechtlichen Berfolgung Flensburg abgereift sind, um dort in Arbeit zu treten. Die feinem warmen Herz für die Arbeiter" vereinbar finden, selbst des Ersten Staatsanwalts durch Herrn B. nun nichts mehr im Genannten übermitteln uns jetzt eine Erklärung, in der sie an die ältesten Arbeiter zu entlassen? Nun glaubte Wege steht. Verbleibt das Ober- Verwaltungsgericht bei seiner geben, daß sie die Arbeit nicht aufgenommen haben, vielmehr so- sich Herr Jakobskötter von der Sache dadurch frei zu machen, Praxis, so wird der Ton einiger Staatsanwälte sich wohl erheb fort die Rückreise antraten, als ihnen bekannt gegeben worden daß er die Werkstatt seinem Schwager vermiethete. Doch darf lich ändern müssen. Wir erwähnen bei dieser Gelegenheit, daß war, daß die Maurer am Ort streiten. Dem Beispiel hätten man nicht erwarten, daß die Zustände sich nun gebessert haben. Genosse Hülle zur Zeit wegen Preßsünden wieder eingeferkert fich ungefähr 55 Zugereiste angeschlossen. Das richtige Zwischenmeistersystem ist es, wenit die Arbeiter, ist, aber auf seinen Antrag ein anderes Gefängniß zum AufMan sollte allerdings glauben, den Berliner Maurern müßte welche nun die Werkstatt beseßten, in der guten Zeit pro enthalt erhalten hat, als das, welches der Aufsicht des Staatses nun sämmtlich bekannt sein, daß sich in Flensburg ihre Be Woche 1,50 m., in der schlechten i m. abzugeben anwalts Lorenzen untersteht. rufsgenossen im Ausstand befinden. Schon der Umstand, daß haben." hier eine so große Anzahl von Arbeitern angeworben wurde, mußte fie mißtrauisch machen. " Depeschen. da der Wolff's Telegraphen- Bureau. Meferių, 6. Juli. Reichstags- Erfahwahl. Bisher sind ges zählt für Dzien bowski( Reichspartei) 4898 Stimmen, für Probst v. Szymanski( Pole) 7827 Stimmen, für Herfarth( Antisemit) 3157 Stimmen. München, 6. Juli. Heute Abend stürzte ein Neubau in Der eine von ihnen wurde alsbald leicht verlegt aus den Trümmern hervorgezogen, während der andere später als Leiche herausbefördert wurde. Mehrere andere Personen wurden durch den Einsturz leicht verletzt. der Lindwurmstraße ein. Zwei Arbeiter wurden verschüttet. Was sagen denn zu dieser Sorte von Arbeiterfreundlichkeit die evangelischen Arbeiter"-Vereine und die konservative ReichsDer Bauhandwerker" bringt in seiner heutigen Nummer, tagsfraktion, deren Mitglied Herr Jakobskötter ist? Erstere die oben erwähnte Mittheilung mit dem Zusatz:" Hierzu werden demüthig schweigen und letztere rufen vermuthlich„ Bravo!" theilen uns behufs Richtigstellung die Vertrauensmänner Die Schläger Fürths haben beschlossen, bei den Meistern, der Berliner Maurer mit, daß sie diese Notiz an den die die Forderungen bewilligten, am Montag die Arbeit wieder Vorwärts" nicht gesandt haben, ihr Name also in gröblicher aufzunehmen. Der Generalstreit wurde demgemäß für beendet Weise gemißbraucht worden ist, und sprechen uns dieselben ihre erklärt, an seine Stelle tritt der partielle. Verwunderung darüber aus, daß solche Nachrichten in den ,, Vorwärts" hinein lanzirt werden können. Dieser Bericht ist 20 Holzarbeiter Leipzigs find angeklagt, eine verbotene auch noch insoweit falsch, als sämmtliche oben namentlich an- Zahlſielle des Holzarbeiter- Verbandes fortgesetzt und damit gegen Die Anklage geführten Personen nicht Maurer, sondern Puzzer sind, also§ 24 des sächsischen Juwels" verstoßen zu haben. Personen, die sich in den letzten Jahren ausschließlich nur mit wird am 13. Juli vom Schöffengericht verhandelt.. Buzarbeiten beschäftigten. Der Name des Berliner Vermittlers Die Zentral- Kranken- und Begräbnißkasse der Buch ist: Ramm, Buzer, wohnhaft Brunnenstraße 82. binder und verwandten Geschäftszweige Deutschlands Die Mittheilung ist uns seinerzeit persönlich auf der( Eingeschriebene Hilfskaffe), Siz Leipzig. versendet soeben ihren Redaktion übergeben mit dem Wunsch, dies im Namen der Ver- Jahresbericht für das Jahr 1894. Die Gesammteinnahmen trauensmänner bekannt zu geben. Es wäre also gut gewesen, betrugen 132 156,09 M., denen eine Ausgabe von 126 956,82 M. wenn die so sehr entrüsteten" Vertrauensmänner sich bei uns gegenübersteht, mithin verblieb ein Ueberschuß von 5199,27 M., Aufklärung geholt hätten über den frevelhaften" Mißbrauch der um so günstiger erscheint, da in diesem Jahre die Kosten für ihrer Namen. In der Notiz sind die Puzer Maurer genannt. Die Generalversammlung in Höhe von 2700 m. eingerechnet Wer sich dagegen verwahrt, ist vom Berufsdünkel nicht ganz find: Das Gesammtvermögen der Kasse beziffert sich gegenwärtig London, 6. Juli. Der Gouverneur von Bombay meldet frei. Unsere Gewerkschaften tämpfen aber gerade gegen diese auf 238 231,14 M. amtlich, daß in der Küstenstadt Porbandar im Gebiete KathiaVorurtheile. Die ganze Gereiztheit des Bauhandwerkers" war Lohnbewegung in der Schweiz. Die Küfer in Bern war einige Hochzeitszüge der Hindus mii der mohamedanischen unnöthig. Verständlich wird sie nur, wenn man weiß, in welcher haben ihre Lohnforderungen durchgesetzt. Die Handlanger Prozession am Muharremfeste zusammenstießen, wobei die verwerflichen Art der Streit zwischen Lokal und Zentral- in Bern erreichten den Zehnstundentag, Minimal- Stundenlohn ersteren die letteren angriffen und in eine Moschee trieben. Drei organisation zum Austrag fommt. Denn wahrscheinlich ist uns von 32 Cts., Bezahlung der Ueberstunden, 40 pCt. Lohnzuschlag Personen wurden getödtet, 184 verwundet, darunter 12 schwer. die Mittheilung von den Zentral- Maurern" zugegangen. Und für Arbeit an Sonn- und Feiertagen und Freigabe des 1. Mai. Die Behörden stellten die Ordnung wieder her. Der Tumult deshalb Räuber und Mörder! Der Handlangerbund zählte 1894 308 Mitglieder, gegen- tönnte morgen wieder ausbrechen, es ist jedoch Militär zur Hilfe Der Flensburger Maurerstreik ist in ein ander es wärtig aber 658. Er hat ein eigenes Organ, die Kleine requirirt und ein ernstlicher Aufruhr nicht zu erwarten. Petersburg, Sonnabend, 6. Juli. Die Sechszehn- Millionen Stadium getreten. Während die Maurer zu Anfang um Auf- Zeitung des Handlangerbundes", und 1829 Fris. in der Kasse. rechterhaltung ihres alten Attordtarifs streitten, haben sie nun- Außer den Küfern und Handlangern standen dieses Jahr Pfund- Anleihe ist heute perfekt geworden; der Vollzug der Urs mehr beschlossen, die Akkordforderung gänzlich fallen zu lassen in Bern noch in der Lohnbewegung: die Bierbrauer, funden findet heute nachmittag 3 Uhr statt. " " " Paris, 6. Juli. Kammer. Méline legt den Bericht über das französisch- schweizerische Abkommen vor, die Berathung darüber wird auf Montag festgesetzt. Das Haus nimmt den Gesetzentwurf über Landesverrath und Spionage an und nimmt sodann die Berathung der Getränkesteuerreform wieder auf. Die Alkoholsteuer von 275 Fr. wird angenommen.. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. Hierzu drei Beilagene 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 156. = Sonntag, den 7. Juli 1895. " 12. Jahrg. Parteigenossen! Arbeiter! wähnenswerth, daß die Bahnverwaltung bei dieser Heran- Nach dieser Schilderung wird man voll würdigen können, ziehung der genannten Beamten zum Sonntagsdienst was der Minister für öffentliche Arbeiten vorgestern über die Im November d. J. finden die Ergänzungswahlen für die keineswegs nur der Noth gehorcht, um den erhöhten Betrieb zu Neuorganisation der preußischen Staatseisenbahnen im EisenbahnStadtverordneten- Bersammlung statt. Wahlberechtigt ist bewältigen, denn es fehlt durchaus nicht an befähigten Hilfs Verordnungsblatt veröffentlicht hat: kräften, doch müßten diese extra entschädigt werden, weil sie nach§ 5 der Städte- Ordnung jeder in die nicht ihren eigenen Dienſt thun. So giebt es 3. B. genug ge- Finanzwesens der preußischen Staatseisenbahnen hat mir Ver Die umfassende Umgestaltung der Verwaltung und des Wählerlisten eingetragene felbständige Einprüfte Heizer, die im stande und befähigt sein müssen, den wohner, der seit einem Jahre teine Armen Lokomotivführerposten zu bekleiden, ebenso Hilfsbeamte, die vor anlaffung gegeben, alsbald nach Erledigung der ersten und hauptunterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen müssen, wenn sie ihre Prüfung bestehen wollen u. s. w. der Heizerprüfung stehen und den praktischen Dienst tennen sächlichsten Ueberleitungsarbeiten den Geschäftsgang und die hat und mindestens zur zweiten Steuerstufe braucht man ja gar nicht zu verlangen, daß gerade nur diese durch Kommissare prüfen und dabei etwaige weitere, die Durch Nun Geschäftserledigung in mehreren Eisenbahn Direktionsbezirken ( 660-900 Mart Einkommen) eingeschätzt ist. Hilfskräfte den Sonntagsdienst bewältigen sollen. Es würde vollDie Liste der fimmfähigen Bürger wird vom 15. infolge ihres Sonntagsdienstes ein Wochentag freigegeben wird, den Gisenbahndirektionen erörtern zu lassen. Nach dem Ergebniß tommen den betheiligten Fahrpersonalen genügen, wenn ihnen führung der neuen Vorschriften erleichternde Anordnungen mit bis 30. Juli d. J. täglich von 9-3 Uhr im städtischen an welchem die obengenannten Hilfskräfte ohne die allergeringste dieser örtlichen Prüfungen und nach den anderweit gemachten Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Ein- Gefährdung der Betriebssicherheit ihren Dienst zu übernehmen hätten. Wahrnehmungen ist die Neuregelung fast überall in dem besicht ausliegen. Das würde aber Geld kosten und einzig und deshalb hat die Einwendungen gegen die Richtigkeit der Liste können im Bahnbetriebe noch eine Mehrbelastung des Fahrpersonals das einmüthige und verständnißvolle Zusammenwirken der neuen Bahnverwaltung es fertig gebracht, aus der Sonntagsruhe" absichtigten Sinne erfaßt und im wesentlichen durchgeführt. Durch nur während dieser Zeit schriftlich beim Magistrat er- herauszuflügeln. Das ist die„ Sozialreform" des Herrn Thielen! Verwaltungsorgane, wie die opferbereite Dienstfreudigkeit der hoben werden. Ueber die Berechtigung der gegen die Man denke aber ja nicht, daß die in Rede stehenden Mehr: Beamten, sowohl der mittleren wie der höheren, ist die von mir fosten so überaus beträchtlich sind. So erhält z. B. ein Richtigkeit der Listen erhobenen Einsprüche entscheidet geprüfter Heizer täglich 2,40 m. und ein Bremser 1,90 m. bei Einführung der Neuordnung ausgesprochene Hoffnung, daß bei einer häuslichen Abwesenheit von 15-18 Stunden. Das auch in der schwierigen Uebergangszeit der Geschäftsgang sich Zu einem für die Sozialdemokratie erfolgreichen Ausfall des Gehalt der letzteren steigt jährlich um baare 10 Pf. pro Tag bis den Verhältnissen entsprechend prompt und regelmäßig abwickeln bevorstehenden Kommunal- Wahlkampfes ist es nothwendig, daß zum Höchstbetrage von 2,40 M. Diese Mehrkosten würden alljeder stimmberechtigte Parteigenosse und Arbeiter sich durch Ein- jährlich für den gesammten Staatsbahn- Betrieb eine Mehr- werde, erfüllt worden. Ich erfülle eine angenehme Pflicht, wenn belastung des Eisenbahn- Budgets von einigen 100 000 m. be- ich aus diesem Anlasse allen betheiligten Stellen und Beamten sichtnahme in die Listen vergewissert, daß er sein Wahlrecht aus deuten eine Summe, die gewiß nicht ins Gewicht fallen kann, meine Anerkennung und meinen Dank ausspreche." üben kann. Wir mahnen daher dringend zur genauesten wo es sich um das Wohlergehen so vieler eo ipso schon schwer beKontrolle der Wählerlisten, und richten diese Aufforderung lasteter Beamter handelt. Und namentlich dann nicht, wenn man besonders auch an diejenigen Wähler, welche wegen erwägt, wie viele Millionen alljährlich für den Militarismus verpulvert werden. nicht vollbezahlter Kur- und Verpflegungskosten in die Stadtverordneten- Versammlung. Lokales. Kädtiſchen Krankenhäusern nicht in die Wählerliste auf- Dienst bis zur Unleidlichkeit, ia es ist mitunter für das Fahr ein von den Parteigenossen des Nieder- Barnimer Kreiſes vere Achtung! 4. Wahlkreis! Am heutigen Sonntag findet Weiter: Ein übermäßiger Schematismus erschwert den genommen bezw. aus derselben gestrichen sind. personal garnicht möglich, sich an die Instruktionen zu halten, anstaltetes Voltsfest im Etablissement„ Sternecker" in Weißensee Der Magistrat betrachtet nämlich die Aufnahme und Be- wenn der Betrieb feinerlei Stockung erfahren soll. Dann statt. Wir ersuchen die Genossen, sich an demselben möglichst handlung in städtischen Krankenhäusern auch dann als eine steht ber einzelne vor der Alternative: der zahlreich zu betheiligen. Billets sind im Vorkauf à 20 Pf. in Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln, wenn die dadurch Borgesetzten Instruktion entgegenzuhandeln und und glücklichenfalls seinen ben bekannten Lokalen, sowie bei den Vertrauenspersonen des als schneidiger" Beamter zu erscheinen 4. Kreises zu haben. Ein gemeinsamer Abmarsch findet nachentstandenen Rosten durch Ratenzahlungen abgetragen wird. oder unglücklichenfalls ein Eisenbahnunglück auf dem Gewissen mittags 2 Uhr vom Lokale des Genossen Erbe, Cuvrystr. 25, Die Stadtverordneten- Bersammlung dazu haben und ins Gefängniß zu wandern von Rechts wegen" statt. Für Nachzügler Treffpunkt Bahnhof Warschauerstraße. Die Vertrauenspersonen. gegen hat wiederholt beschlossen, daß Kranten- Hält er sich aber an die Instruktionen und verursacht dadurch irgend eine Betriebsstockung, so wird der Fall schleunigst in seine hausschulden, welche durch Ratenzahlungen Bersonalaften eingetragen und mit Beförderung oder Gehaltsgetilgt werden, nicht zum Verlust des Wahl erhöhung sieht es trübe aus. Bei öfter verschuldeter Betriebsrechts führen, und den Magistrat aufgefordert, stockung aber winkt die Strafversehung in irgend ein obstures demgemäß zu verfahren. Neft mit all' den zweifelhaften Annehmlichkeiten, die damit verbunden sind. werden. ficht aus. sächlich nicht Krause wird von einer Lofallorrespondenz noch geschrieben:" Die Zu dem Mordanschlage auf den Polizei- Obersten Spreng- und Brennstoffe, die durch die Höllenmaschine zur Ent zündung gebracht werden sollten, sind durch den Gerichtschemiker Dr. Jeferich einer genauen Untersuchung unterzogen worden, die Da der Magistrat trotzdem an seiner Auffassung festhält, so als Grundlage für ein eingehendes Gutachten dienen soll. Die fordern wir in der Gewißheit, daß die Stadtverordneten- Würde halten, sich um die Art und Weise des Grüßens der gebliebenen Flaschen nicht Benzin war, wie man bisher annahm, Daß die Eisenbahn- Berwaltungen es sogar nicht unter ihrer Untersuchung hatte das Ergebniß, daß der Inhalt der sechs ganz Versammlung die Eintragung in die Wählerlisten Borgesezten durch die„ Untergebenen" zu bekümmern, wissen sondern Ligroin, eine Flüssigkeit, die viel leichter, schon bei gebeschließen wird, diejenigen Wähler, denen aus oben unsere Leser schon. Ebenso ist ihnen schon bekannt, daß bei den wöhnlicher Temperatur, entzündlich ist, als Benzin. Die Flaschen bezeichneter Veranlassung das Wahlrecht entzogen wird, Polizeibehörden darüber Auskunft geholt wird, ob jemand, der enthielten von dieser Flüssigkeit zusammen mehr als fünf Liter. Das hiermit auf, beim Magistrat schriftlich Einspruch sich dem Bahndienste widmen will, sich an sozialdemokrati- igroin wird vielfach zum Füllen von Lampen verwendet, die sich gegen die Richtigkeit der Wählerliste zu erheben. schen Bestrebungen betheiligt hat oder nicht. Weniger be- ihr Gas selbst erzeugen. Es ist ferner festgestellt worden, daß tann dürfte sein, wie fich eine tönigliche Eisenbahn- Direktion als sich zwei Arten Pulver in der Höllenmaschine befunden haben, Parteigenoffen! Zur Vorbereitung der im Herbst Wohnungsvermiether in außnimmt. Dem Bolksblatt gewöhnliches Schießpulver und sogenanntes Mehlpulver. Die tattfindenden Kommunalwahlen muß zunächst für Harburg" lag ein Miethsvortrag vor, den es indeffen nicht ab- Verwendung dieser zwei Arten von Pulver neben einander von besonderer brucken konnte, weil dazu 4 Folioseiten nöthig gewesen wären. So zeugt Ueberlegung bei der Zusammens die kontrollirung der Wählerlisten organisirt müssen wir, fagt unser Bruderorgan, uns leider mit einzelnen stellung des Mordinstrumentes. Mit dem gewöhnlichen Schieß= Stichproben begnügen. Wohin auch unser Auge blickt, wir lesen pulver ist zunächst die Hülse gefüllt, die durch den Schuß des Auf an's Werk! Die Listen liegen vom 15. bis zum stets nur von Pflichten der Miether Nechte der Miether Revolvers der Maschine entzündet werden sollte. Ferner ents 30... täglich von 9 bis 3 Uhr im städtischen giebts nicht, wenigstens tommt diefes ort that hielten dieses Pulver die Hülsen, die in die Flaschenhälse Wahlbureau, Poßßtr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Ein- kontratt vor. Zunächst ist die Miethe im voraus Die letteren Hülfen waren, wie hierbei noch bemerkt fein ein einziges Mal im ganzen eingelegt waren, um die Flaschen zur Explosion zu bringen. zu entrichten, sodann ist die Vermietherin( Eisenbahndirektion 2c.) mag, mit großem Verständniß und sehr geschickt in die Hälfe berechtigt, diese Miethe von dem an den Miethenden eingelegt und gegen etwaige, ihre Explosionskraft beeinträchtigende zu zahlenden Gehalt oder Lohn einzubehalten. Einflüsse des Flascheninhalts geschützt. Der Hals war unten nach Etwas weiter heißt es:" Der Miether verpflichtet sich, die Woh- dem Bauche der Flasche zu, mit einem Kortpfropfen dicht vers nung neben allem Zubehör nach Beendigung der Miethszeit in schlossen. Neben diesem Pfropfen lagerte die Patrone, und diese Das Volksblatt für Harburg" veröffentlichte unter diesem diesem Zustande zurückzuliefern." Das heißt in demselben, in wieder war durch einen Verschluß, der gerade nur die ZündStichwort eine Reihe von Artikeln über preußische Eisenbahn- welchem er sie übernommen hat, was bei etwa 10 schnur durchließ, gegen Einwirkungen von außen her gesichert. verhältnisse. bis 20- jähriger Miethsdauer einigermaßen kostspielig sein Alle übrigen Hülsen, die sich in der Kiste befanden, waren mit Die hier folgenden Auszüge daraus werden zeigen, daß dürfte. Allen Anordnungen der Vermietherin hat sich dem Mehlpulver gefüllt. Dieses verbrennt nicht so schnell wie Herrn Thielen, dem Eisenbahnminister, fein Unrecht geschieht, Miether unbedingt fügen, auch ist er ver das Schießpulver, aber mit einer ganz intensiven Stichsamme. wenn man sagt, die Arbeitsverhältnisse in seinem Ressort ließen pflichtet, so oft dies für erforderlich erachtet wird, die Besich- Wenn nun also der Revolver losgegangen wäre, so wären zu fehr, sehr viel zu wünschen übrig. tigung der Wohnung im Interesse des Dienstes zu gestatten. nächst sämmtliche Flaschenhälse durch die in ihnen lagernden mit Es fann mitunter passiren, sagt das„ Volksblatt", daß das Miether hat für Flur- und Treppenbeleuchtung, Schießpulver gefüllten Patronen gesprengt worden. Fahrpersonal eines Zuges z. B. von 6 Uhr abends bis 6 Uhr Schornsteinreinigung, Müllwegschaffung, sowie den zertrümmerten Flaschen auslaufende Ligroin wäre morgens Dienft zu thun hat. Durch irgend einen Zufall, wie Desinfektion und Reinigung der Aborte dann mit dem langsamer brennenden Pulverfaße der übrigen deren hauptsächlich im Güterverkehr viele vorkommen, verlängert sorgen.() Der Wasserverbrauch ist extra zu bezahlen. Hülsen in Berührung gekommen und hätte unter allen Umständen sich dieser Dienst noch um 11 Stunden, welch' lettere dann Personen, die nicht zur Familie des Miethers gehören, durch die Wirkung der Stichflamme zur Entzündung gelangen von der Ruhepause abgehen, und nach einer nunmehr dürfen die Wohnung nicht benutzen. Sämmtliche Be- müssen. Die Gase des Ligroins wären dann sofort explodirt und eintretenden vierstündigen Ruhepause heißt es von neuem festigungsmittel und alles, was als niet- und nagelfest die ganze Umgebung der Höllenmaschine mit dem fünf Liter einen 18-20ftündigen Dienst absolviren. Das sind einige anzusehen ist, muß beim Fortzuge zurückgelaffen werden. Bei haltenden brennenden Inhalte der Flaschen, also mit flüssigem vierzig Stunden Dienst fast hintereinander! Wo bleibt Entlassung des Miethers aus dem Eisenbahndienste ist die Feuer überschüttet. Die ganze Anordnung zeigt also, daß der da die Sicherheit des Betriebes? Ist es angesichts solcher Ueber Wohnung sofort bei Vermeidung der Exmission zu räumen. Verfertiger der Höllenmaschine ein Mann ist, der mit den Wir bürdung nicht geradezu wunderbar, daß nicht allwöchentlich Stirbt der Miether während der Vertragszeit, so erlischt dieser Ver- fungen der angewandten Spreng- und Brennstoffe genau vertraut irgend ein größeres Eisenbahn- Unglück passirt? In betracht zu trag mit dem von der Vermietherin zu bestimmenden Zeitpunkte, ſein muß, und die erforderliche Intelligenz befigt, die Wirkungen ziehen bleibt noch, daß für Bahnbeamte eine Bezahlung für an welchem die Wohnung von den Hinterbliebenen unter sicher zu ersehen und auszunußen. " Unter dem Flügelrad. Das aus Ueberarbeit nicht existirt. Das Fahrpersonal hat lediglich allen Umständen zu räumen ist. Zur Erheiterung Herr v. Windheim und die Eingemeindungsfrage. Anspruch auf die sogenannten Kilometergelder und diese unserer Leser wollen wir schließlich noch jenen Baffus aus Eine Vororts- Korrespondenz will von unterrichteter Seite erbetragen pro 10 Kilometer 5 resp. 6 Pfennige, dürfen einem ganzen Wuft ähnlicher Schwerwiegender" Gründe zitiren, fahren haben, daß bei der Besetzung des Berliner Polizeijedoch bei einer Diensttour Don etwa 200 Kilometern, wonach dem Miether die Wohnung gekündigt werden kann, präsidenten- Postens die Wahl in erster Reihe deshalb auf Herrn die 10 Stunden und darüber in Anspruch nimmt, die Summe wenn er in derselben groben Unfug verübt!!! v. Windheim gefallen sei, weil dieser im Ministerium des von 1 M. 20 Pf. nicht übersteigen. Diesem Vertrage ist beigedruckt ein Auszug aus dem Innern Dezernent für die Eingemeindungs- Angelegenheit ge= Weiter: Vor Einführung der Sonntagsruhe im Staatsbeamten, in welchem es Regulativ für die Dienstwohnungen der wesen sei und die zwingende Nothwendigkeit einer baldigen u. a. heißt, daß Regelung der Angelegenheit mit Eifer betont habe. NamentGüterverkehr waren die Diensttouren derart geregelt, daß Miether auch zur Uebernahme der Einquartirungs- lich aber sei es die besonders der jeßigen Regierung jeder der betreffenden Beamten in genauen, vorher festgesetzten last verpflichtet ist, wenn dieselbe durch die Gemeinde- große Bedenken erregende politische Seite der Frage, Zwischenräumen regelmäßig wiederkehrende Ruhetage genießen behörden, beziehentlich nach Maßgabe des entbehrlichen Raumes mit welcher sich Herr v. Windheim als früherer Dezernent eins Tonnte. Diese mußten selbstverständlich nach der Eigenart vertheilt ist, mag diese in natura oder in Geld zu leisten sein. des Bahnverkehrs meistens auf einen gehender beschäftigt habe, und bei deren Regelung er deshalb in Wochentag fallen, fo daß also die Beamten den größten Theil der Zum Schluß sei noch der§ 6 aus den gemeinsamen Be- erster Linie mitzuwirken berufen erscheine. Des weiteren erfährt Sonntage Dienst zu thun hatten. Die Einführung der Stimmungen für alle Beamte im Staatseisenbahndienste angeführt. Die Korrespondenz, daß der Minister des Innern, Herr v. Köller, fogenannten Sonntagsruhe gab den Verwaltungsorganen Ver- Er lautet:„ kollettiv Eingaben an Borgefeßte, gleichviel in neuester Zeit einen bei weitem weniger ablehnenden Standanlassung, den Fahrdienst derartig zusammenzuschieben, daß die ob dieselben von sämmtlichen Bittstellern oder nur von einem oder punkt zu der Angelegenheit einnehme als früher, und daß er sich oben erwähnten Ruhetage vollkommen in Wegfall kommen und einzelnen derselben unterschrieben worden, sind, als gegen die nach Beendigung seines Sommerurlaubs alsbald eingehend mit derselben beschäftigen werde. die Sonntage, an welchen der Dienst für das in Frage Disziplin verstoßend, unzulässig." tommende Personal Aehnliche Gerüchte sind schon öfters verbreitet worden und ausfallen müßte, nur allein als Die hier vorgeführten Thatsachen machen jede Kritik überRuhetage gelten sollen. Wäre das nun thatsächlich der flüssig. Sie selbst sind die schärfste Kritik des im Eisenbahnwesen doch ist die Frage der Eingemeindung nicht von der Stelle geFall, so würde den geplagten Eisenbahnern damit die herrschenden Systems, die wir uns denken können. Man wird gerückt. Wir glauben, daß es diesmal kaum besser sein wird. Möglichkeit gegeben sein, sich endlich wie alle anderen es daher kaum als übertrieben bezeichnen können, wenn das Die Fensterreinigungs- Institute haben sich in der kurzen Menschen am Sonntag erholen zu können und denselben ihrer Volksblatt für Harburg" am Schluß seiner Artikelferie sagt: Beit ihres Bestehens ganz außerordentlich ausgebreitet; ein neuer Familie zu widmen. Dies ist aber nur ein frommer Wunsch, Die wirthschaftlichen und sozialen Verhältnisse unter dem Flügel- Beweis für die Thatsache, daß selbst die gewöhnlichsten Hausdenn das Sparsystem der Verwaltungsorgane hat durch diese rad sind so gestaltet, daß die Vorsicht der Eisenbahndirektionen arbeiten in die kapitalistische Produktionsform hineingezogen Rechnung einen dicken Strich gemacht. Bekanntlich ist der in Beziehung auf die politische Parteistellung der aufzu werden. Es bestehen gegenwärtig in Berlin zehn solcher Personenverkehr infolge der Sonntagsruhe im Handel und Ge- nehmenden Beamten durchaus überflüssig, weil nutzlos ist. Institute, welche insgesammt etwa 350 Arbeiter beschäftigen. werbe bedeutend reger als zuvor, so daß an Eonntagen die Wer als guter Patriot" zur Eisenbahn gekommen ist, dem Ein Betrieb hat 188 Arbeiter, einer 70, einer 40, einer 20, fünf Personenzüge theils mit zwei Maschinen abgelassen werden müssen, werden die Verhältnisse, unter denen er sich dort befindet, schon zwischen 10 und 15 und einer 5 Arbeiter. theils die Beförderung durch Sonderzüge durchgeführt werden von selber den Staar stechen, und heute steht die Sache so, daß muß. Zu diesem verstärkten Sonntagsdienst nun wird eben zu der Alarmruf des klassenbewußten Proletariats auch bis zu dem alleinigem Vortheil und Nugen der Bahnverwaltung solches Eisenbahner dringt und unter der allzeit fiegreichen rothen Fahrpersonal herangezogen, das seinen Dienst in der Woche in Fahne der internationalen Sozialdemokratie auch der Mann mit Güterzügen ausgeführt hat und an den Sonntagen Ruhe dem Flügelrad Schulter an Schulter mit dem" freien" Arbeiter haben müßte. Es ist für die Allgemeinheit sicher er- marschirt! " Alle diese Institute werden echt kapitalistisch geleitet; es versteht sich daher, daß auch die Ausbeutung der von ihnen beschäftigten Fensterpuzer ganz auf der Höhe steht. Die Arbeitszeit der Angestellten dauert ohne Pause 12-13 Stunden täglich. Bis vor kurzem wurde auch Sonntags und zwar bis zum üblichen Geschäftsschluß gearbeitet; mit Einführung der Sonntagsruhe ist biqet Theil der Ausbeutung jedoch zumSchmerze der Unternehmer in Wegfall gekommen. Der Lohn für eine etwa Svstündige wöchent Iiche SlrbeitSleistung beträgt 12—16 M. Nur in einem Falle werden 16,56 M. und 17 M. gezahlt, aber nur an Arbeiter, welche schon jahrelang im Betriebe beschäftigt sind. Hier beträgt der Anfangslohn 12— 14 M. und steigt dann um 5 Pf. für den Tag bis zur enormen Höhe von 17—13 M. nach 12jähriger Dienstzeit. Mancher könnte versucht sein, diesen Lohn für Äußerst gering zu halten und sich wundern, daß ein Arbeiter mit Weib und Kind davon existiren kann. Solchen sentimentalen Schwächen huldigen jedoch die Inhaber der Fensterreinigungs Institute nicht. Im Gegentheil. Zwei dieser Firmen glaubten daß sie noch mit 14 M. und 14,35 M. einen zr hohen Wochenlohn zahlten. Mit Eintritt der Sonntagsruhe kündigten sie ihren Arbeitern an, sie müßten sich für den Ausfall der Sonntagsarbeit den Abzug eines halben Tage- l o h n s gefallen lassen, da die Einführung der Sonntagsruhe die Einstellung einer größeren Anzahl Arbeiter erforderlich mache und das Geschäft es sich nicht leisten könne, den Mehrbetrag aus eigene r Tasche zu zahlen. Die Nothwendigkeit einer derartigen Lohnherabsetzung ergiebt sich aus folgendem: Jeder Arbeiter erhält täglich zwanzig Arbeitsscheine für diejenigen Abonnenten bei denen er seine Arbeilen zu verrichten hat. Nun hat der Abonnent für die wöchentliche Reinigung seiner Fenster monatlich eine bis �zwei Mark pro Fach zu zahlen, sodaß sich im Durch- schnitt für den Inhaber eines solchen Instituts eine Einnahme von 118 bis 136 Mark ergiebt. Von dieser Summe kommt der Lohn des Arbeiters mit S6 bis 67 M. in Abzug, sodaß dem Unternehmer etwa 56 bis 76 M. verbleiben. Wenn man selbst die im Grunde recht geringfügigen Geschäftsunkosten verhältniß mäßig hoch veranschlagt, so bleibt immer noch eine überaus erkleckliche Summe als„Entbehrungslohn" übrig. Trotzdem die Arbeit, welche der Fensterputzer verrichtet, recht gefährlich ist, und kürzlich erst in einem Falle den Tod eines Arbeiters durch Absturz herbeigeführt hat, sind die Arbeiter doch nicht gegen Unfälle versichert. Bei einer Firma, welche ihre Arbeiter versichert hatte, wurde der Vertrag ain 1. Juli aufgehoben Dafür treffen namentlich die größeren Institute ihre Arbeiter mit allen möglichen Strafen. Zuspätkommen, Vergessen der Marke, Ueberziehen des Rocks über die Arbeitsblouse bei ein- tretendem Regen, sind u. a. die Delikte, welche in jedem Fall mir einer Geldstrafe von 25 Pfennigen gesühnt werden. Ueber die Verwendung der Strafgelder haben die Arbeiter selbstverständlich nichts zu sagen, diese ist dem Belieben des Unternehmers anHeim- gestellt. Derart traurige Lohn- und Arbeitsverhältnisse konnten sich «ur bei dem Mangel jeglicher Organisation entwickeln. Wie wir vernehmen, haben die Arbeiter, die bislang alles wider spruchslos über sich ergehen ließen, dies auch zum theil einsehen gelernt. Eine am nächsten Montag bei Buske, Grenadierstr. 33, stattfindende Versammlung soll sich mit den Zuständen in den Fensterreinigungs-Jnstituten befassen und die Frage zur Entscheidung bringen, was zu thun ist, um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen in diesen Betrieben zu schaffen. Hoffentlich wird von den Arbeitern energisch an die Grün dung einer kräftigen Gewerkschaftsorganisation herangetreten. Eine Statistik über die Berliner Gemeindeschulen ist in dem auf grund amtlichen Materials vom Berliner Lehrer verein herausgegebenen Lehrerverzeichniß enthalten. Am 1. Juli er. Gestanden 269 Gemeindeschnlen in Berlin. Die 216. und £11. Gemeindeschule werden zum Winter eröffnet. Traurigerweise sind die Schulen bekanntlich am Ende des Jahrhunderts noch «ach Konfessionen getrennt; es giebt 14 gänzlich katholische Eemeindeschulen und an 4 Schulen katholische Abtheilungen, An den 269 Eemeindeschulen, welche am 1. Juni 3493 Klassen mit 185 419 Schulkindern besaßen, wirkten 269 Rektoren £135 Lehrer, 1166 wissenschaftliche und 626 technische Lehrerinnen nebst Gehilfinnen, also im ganzen 4234 Lehr Personen. Zum Gemeindeschulwesen werden noch gerechnet: die städtische Taubstummenschule mit 126 Kindern, die städtische Blindenanstalt mit 55 Kindern, die Jdiotenanstalt Mit 226, das Erziehungshaus in Rummelsburg mit 136, die Anstalt für jugendliche Epileptiker mit 85, das Große Friedrichs Waisenhaus mit 326, das städtische Waisenhaus mit 166, das Erziehungshaus für verwahrloste Mädchen mit 22 und die jähr- lich im Durchschnitt von 1266 Schülern besuchte Schule� des städtischen Obdachs. Tie Einnahmen im Etat der Gemeinde- schulen betragen für das Jahr 1835/96 93 525 M., die Ausgaben 10 928 678 M.— Diese Zahlen können bekanntlich niemanden verblüffen; ist doch bekannt, daß für die Kinder der Bourgeoisie, welche höhere Schulen besuchen, im einzelnen ein viel größerer Betrag aus öffentlichen Mitteln entfällt, als auf die in der C »neindeschule untergebrachten Proletarierkinder. Die Preise für Nühfädeu sind, wie der„Geschäftsfreund"