Abendausgabe Nr. 50+ 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 25 Bezugsbedingungen und Enseigenstelle Find in ber Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Tel- Adresse: Sozialdemokrat Beelis D 10 Pfennig Sonnabend 30. Januar 1926 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag und Angeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Lindenstraße 3 Berleger: Borwärts- Berlag GmbH.. Berlin Sm. 68, Ferusprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Internationale Arbeitszeitkonferenz. England ladet ein.- Deutschland hat Deutschland hat zugestimmt. Condon, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die englische| furzem öffentlich und vielleicht heute noch innerlich dem Bölferbund Regierung hat nunmehr die Antworten der französischen, belgischen, ablehnend gegenüberstehen, würde geradezu eine Herausforde: italienischen und deutschen Regierung auf ihre Anfrage erhalten, rung der aufrichtigen Freunde des Bölkerbundsgedankens in ob diese Staaten Jutereffe an einer Einberufung einer inter- Deutschland sein. Wenn das Genfer Bölferbundssekretariat eriprieß nationalen konferenz zur Prüfung der Arbeits- liche Beziehungen zur deutschen Bresse wünscht, dann muß es dafür zeit haben. Der englische Arbeitsminifter ift daraufhin von dem forgen, daß aus dieser beabsichtigten Ernennung des Dr. Mag Beer englischen Kabinett aufgefordert worden, diese Staaten 3n einer nichts wird! Konferenz einzuladen Chamberlain- Briand. Mussolini entschuldigt sich. Wegen der Demonstration vor der deutschen Botschaft. ,, Times" über den Einigungsweg Europas. Rom, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der deutsche Bot Condon, 30. Januar.( WIB.) Die„ Times" schreibt zur Zuschafter hat Mussolini sofort telephonisch von der Demonstration fammenkunft zwischen Chamberlain und Briand: Es handelt sich der Studenten gegen Deutschland verständigt. Darauf sprach der gegenwärtig um einen Prozeß, deffen Ziel die Verwirklichung der Ministerpräsident sein Betauern aus und sandte zwei Beamte des internationalen und besonders der europäischen Einigkeit ist, was in Auswärtigen Amts zur Botschaft, um auch offiziell bas Be. Locarno in einem endgültigen politischen Att seinen Ausdruc dauern der italienischen Regierung zum Ausdruck zu bringen. gefunden hat. In einer offiziöfen Auslaffung erklärt die Tribuna", daß diese Inszenierungen ftudentischer Demonftrationen im demefra tischen Stil", d. h. aus der Zeit, wo die Regierungen folche Demon ftrationen als Beitschenhiebe nötig hatten, alsbald aufzuhören haben. Die Agentur Stefani teilt mit, daß entschiedene Beisun. gen erteilt worden seien, um eine Wiederholung der Demonftrationen zu verhindern. Deutschöfterreichischer Protestschritt. Die Freundschaft zwischen Großbritannien und Frant reich hat in erster Linie ein fonftruftives und fortschrittliches und nicht ein mißtrauisch defensives Ziel. Seit Locarno hat die Politit, zu der Frankreich im vergangenen Jahre erheblich beitrug, einen gleichmäßig tonstruttiven Charafter. Sie richtet fi oder sollte sich richten auf die Ermutigung eines jeden Elementes dr Stabilität in Europa. Dies ist die lebendige Idee, die in den Locarnoverträgen enthalten ist. Sie ist endgültig und absolut entgegengesett dem zerstörenden Ziel des Bolschewismus wie der Befräftigung einer altertümlichen Idee flein bürger. licher Egtlusivität, wie sie von seiten der Nationalisten in Deutschland und ähnlichen Barteien in anderen Ländern erfolgt. Wohl ist der in Locarno vorgezeichnete Beg nicht ganz glatt, haben fich doch schon einige Hinderniffe gezeigt, so die lange FinanzFrife in Frantreich und die ernste Wirtschaftsfrise in Deutsch Ind. Die Berschärfung der politischen Leidenschaften durch diese Ursachen ist geeignet, in beiden Ländern die größeren Fragen, um die es geht, zu verdunkeln. Was die fleineren Länder angeht, so tann der Geist der Exklusivität sie leicht auf den alten Beg bringen. Aus diesem Grunde erscheint Frankreichs. heftiges Eingreifen im Zusammenhang mit den ungari. Der drohende Zusammenbruch der französischen Finanzen. schen Frankfälschungen un angebracht, da es vermutlich gewiffe Elemente einer stabilen Regierung in schwierigen Regionen gefährdet. Wien, 29. Januar.( T11.) Der Bundestanzler hat sich an den österreichischen Gesandten in Rom gewandt und um lleber. mittelung des amtlichen italienischen Textes der Berordnung gebeten, die den Ausländern den Handel in den Grenzgebieten untersagt. Machdem jetzt der Borilaut der Berordnung vorliegt, wird in pofie tischen Kreisen erklärt, daß die österreichische Regierung in den nächsten Tagen ernste Barstellungen in Rom erheben wird. 285 Milliarden Franken Schulden. Der faule Kopf. Dittmanns Anklagen ohne Widerlegung! Die Erörterungen über Dittmanns Referat find bis zu einem Punkte gediehen, an dem eine einigermaßen abschließende Betrachtung möglich ist. Das Ergebnis läßt sich vorwegnehmend in die Worte zusammenfassen: Es ist alles bestätigt, was Dittmann behauptet hat. Anders fonnte es ja auch gar nicht sein, denn die Behauptungen Dittmanns stüßen sich auf die Atten. Diese Alten sind nicht von Dittmanns Gefinmingsgenossen angefertigt, sondern von seinen schärfften Gegnern, und feiner, der auf ihren Inhalt Einfluß hatte, kann die Absicht gehabt haben, etwa durch wahrheitswidrige Angaben die Sache, der er diente, zu schädigen. So sind sie, von Dittmann ins Licht der Deffentlichkeit gestellt, zu einer Selbst bezichtigung des alten Systems geworden. Die Gegner versuchen die Sache so darzustellen, als ob es fich um einen Kampf der Meinungen handelte. Wenn fie irgend eine" Autorität“ für die Meinung, die sie für wahr halten wollen, ins Feld führen können, erklären fie triumphierend Dittmann für geschlagen. Das ist ein ganz plumper Fälschertrid. Nicht um Meinungen handelt es sich, sondern um Tatfachen. Natürlich fann man verschiedener Meinung" darüber sein, ob das Effen in der Flotte gut oder schlecht gewesen ist, ob die alldeutsche Propaganda oder die mehrheitssozialiftische oder die unabhängige den Volksintereffen gedient hat, ob ein Flottenvorstoß zu dieser oder jener Zeit Aussicht auf Erfolg hatte oder nicht usw. Es gibt feine Meinung, die so töricht wäre, daß sie sich nicht vor einem urteilslosen Publikum verfechten ließe. Aber um die Tatsachen tommt man damit nicht herum. Die Marineleitung war der Meinung, daß die Unabhän gigen die Landesverteidigung mit Gewalt la hmlegen und die Niederlage Deutschlands herbeiführen wollten. Diese Meinung steht zu bekannten Tatsachen und zu Erklärungen, die von den damaligen Führern der USP. zu jener Zeit und später abgegeben wurden, in WiderSpruch. Aber mochte die Marineleitung auch diese Meinung haben und fie für begründet halten, so wird damit doch nicht die Paris, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) In der Kammer Tatsache aus der Welt geschafft, daß zur Bekämpfung jener teilte am Freitag abend Finanzminister Doumer mit, daß die angeblich gefährlichen Bewegung odipigel verwendet Aber, wenn auch die Formen der Einigkeit sich bisher nur un- innere Schuld eine Höhe von 285 Milliarden erreicht wurden und daß man mit ihrer Hilfe strafbare Tatbestände deutlich erkennen lassen, so besteht doch jetzt endgültig ein europäisches habe. Gefährlicher als die Höhe dieser Ziffer sei ihre 3u. verbotene Bersammlungen mit Aufreizung zu Gewalt Gewissen. Der in einigen Kreisen vorgebrachte Gedanke iſt abzufammensetzung, zumal die Tatsache, daß die Anleihebons herbeiführte, um sich„ Beweismaterial" zu verschaffen und lehnen, daß die europäischen Nationen vielleicht zur Bildung einer gemeinsamen Front gegen Amerita aufgerufen werden könn- ohne Ausnahme turzfristiger Natur seien. Die Beschwere Strafen zu verhängen. Es wird nicht die Tatsache aus der Welt geschafft, daß Reichpietsch und Kobis ten. Der wesentlichste Grundsatz muß sein, bei allen Bemühungen fürchtung, daß eine neue Krise zu einem 3usammenbruch zum Tode verurteilt und erschossen wurden, obwohl nach der allmählich regionale Abkommen über ganz Europa auszubreiten, des Franten führen tönne, sei nicht von der Hand zu niemals zuzulaffen, daß diese Abkommen einen ausschließ weisen. Die dringendste Aufgabe des Augenblics fei, für die staat. Ueberzeugung der juristischen Berater der Marine feine lichen Charatter erlangen, jei es innerhalb Europas oder lichen Ausgaben volle Dedung in den ordentlichen Ein Straftat vorlag, die diese Strafe gefeßlich rechtfertigte, innerhalb der Welt, denn die ständige Rückwirkung solcher Berträge nahmen zu schaffen, um auf diese Weise das Vertrauen wiederherzu- und daß der Admiral v. S cheer die juristischen Bedenken auf Europa darf, wie man besonders gut in England weiß, niemals Stellen. Die Stabilisierung des Franten habe die anerkannte und dennoch die Erschießung befahl. Es wird auch nur für einen Augenblid außer Rechnung gelassen werden. Tilgung der Staatsschuld bei der Bant von Frankreich und die nicht die Tatsache aus der Welt geschafft, daß ein Brief des Amortifierung der übrigen Schulden zur Boraussetzung. Zur Durch zum Tode verurteilten Reichpietsch an seine Eltern bis nach führung dieser Maßnahmen sei eine Erhöhung der Ein seiner Erſchießung zurückgehalten und damit sein letzter Verfuch, Begnadigung zu erlangen, durchkreuzt wurde. Völkerbundsfeinde als Völkerbundsbeamte? nahmen um 8 bis 9 Milliarden notwendig. Diefe furchtbaren Tatsachen bleiben bestehen. Es ist nicht der geringste Versuch gemacht worden, sie zu bestreiten. Die abbröckelnden Liberalen. Die Regierung Michaelis Capelle unternahm Die Rückwirkungen des Austritts von Mond. gegen die USP. im Reichstag einen Vorstoß. Die Grundlage London, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Spaltung dafür bildete das„ Geständnis" des Matrosen Calmus, Ditt der Liberalen Partei nimmt einen größeren Umfang an, als zuerst mann habe ihn durch Geldversprechen und Klimpern mit angenommen wurde. Zwölf Abgeordnete tragen fich mit der Abgefüllten Geldbeuteln zu einem Attentat auf Wilhelm II. sicht, dem Beispiel von Sir Alfred Mond zu folgen, und eine anzuftiften versucht. eigene Gruppe zu bilden. Die Gesamtpartei würde dann nur noch 39 Abgeordnete ausmachen. Der Reichsindex. Auch dieser Tatbestand, der auf die Intelligenz der damaligen Reichsregierung ein eigenartiges Licht wirft, ist unwiderlegt geblieben. Zur Geschichte des geplanten Flottenvor stoßes vom Herbst 1918 sind durch die Zeugenaussage des Leichter Rückgang- sagt die amtliche Meldung! Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltungskosten Bizeadmirals v. Trotha, durch das vom„ Vorwärts" ( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und fen. reproduzierte Flugblatt der Reichsregierung und die Bekunftiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichs- dungen des Prinzen Mag neue wertvolle Feststellungen ge= amts für den Durchschnitt des Monats Januar mit 139,8 gegenüber macht worden. bem Bormonat( 141,2) um 1,5 Proz. zurüdgegangen. Die Ernährungstoften allein haben sich, troß weiteren Anziehens der Preise für Gemüse und auch Kartoffeln, infolge des vor allem in der ersten Januarhälfte stärkeren Sintens der Preise für Milch und Milcherzeugnisse und auch des Rüdganges der Gierpreise um 2,1 Proz. ermäßigt. Die Wohnungsmiete hat im Januar gegenüber Dezember 1925 im Reichsdurchschnitt um zwei Prozent angezogen Ein Genfer Skandalmacher als deutscher Vertreter. Bon sehr gut unterrichteter Seite erfahren wir, daß unter den Persönlichkeiten, die für die von Deutschland im Bölfer. bundssekretariat zu befeßenden Posten in Aussicht genom men find, sich der Genfer Korrespondent der„ Kölnischen Zeitung Dr. Mar Beer befindet Er soll einen Posten in der Nach richtenabteilung des Bölterbundes erhalten. Schon jetzt muß gegen eine derartige Absicht schärfft er Widerspruch erhoben werden. Gewiß ist Dr. Mar Beer, der vordem der Genfer Berichterstatter von WIB. war, ein sehr geschickter und routinierter Journalist. Besonders auf dem Gebiet der politifchen Intrige ist er außerordentlich bewandert. Solange in der Wilhelmstraße ein völferbundsfeindlicher Kurs herrschte, war Dr. Beer einer der Inspiratoren des Ablehnungsfeldzuges, den die offiziellen Stellen der Reichsregierung in der ihnen ergebenen Preffe führten. Besonders er ist es gewesen, der alle nach Genf kommenden links gerichteten Persönlichkeiten der Bostenjágerei" verdächtigte. Bon ihm stammt das nieber trächtige Schlagwort der freiwilligen diploma tischen Fremdenlegionäre Frankreichs", das zum erstenmal in einem Genfer Telegramm der Kölnischen Zeitung" auf linksstehende deutsche Politiker und Journalisten angewendet wurde, die von Genf aus die Notwendigkeit und die Vorteile eines Eintritts Deutschlands in den Völkerbund zu einer Zeit propagierten, als sich die hohen Herren der Wilhelmstraße zu- dieser Erfenntnis noch nicht durchgerungen hatten. Auch an dem jüngsten Standalfeldzug der Rechtspresse gegen die Zentrumspartei und die Sozialdemokratie war der Genfer Berichterstatter der Röl nischen Zeitung", der übrigens mit dem Konsul Aschmann eng liiert ift, eifrig beteiligt. Nach unseren Informationen soll es gerade Dr. Mar Beer sein, der die Hugenbergsche Verleumdungskampagne inspirierte. Diese Version ist um so glaubwürdiger, als die Hugenberg- Blätter feinen eigenen Berichterstatter in Genf befizen, hingegen zwischen Dr. Kriegt und Dr. Beer gute Beziehungen bestehen. Die Nachricht feiner geplanten Ernennung zum Mitglied der Nachrichtenabteilung des Bölkerbundes würde den Krieghschen Berleumdungsfeldzug in ganz besonders eigenartigem Lichte erscheinen lassen. Es wäre ein geradezu klassisches Beispiel der Haltet- denDieb"-Taftit. Schon jetzt aber muß an die zuständigen Stellen Ein schwedisch- finnischer Schiedsgerichtsvertrag wurde in Stod. sowohl in Genf wie in Berlin eine entschiedene Warnung geholm unterzeichnet. Er entspricht in der Hauptsache den mit Norrichtet werden. Die Ernennung von Persönlichkeiten, die bis vor wegen und Dänemart abgeschlossenen Schiedsverträgen. | Die franzöfifche Saargrubenverwaltung. Die Kammertommif. fien zur Untersuchung der Speftulation hat gestern den Bericht des sozialistischen Abgeordneten Uhrn angenommen, der sich auf die Holz. verkäufe der Staatsbergwerfe des Saargebiets bezieht. Uhry hat hierbei zahlreiche Mißbräuche und Standale festgestellt. Die Kom mission hat eine Untersuchung gegen die schuldigen Beamten befchloffen. Eine Schlappe Maginots. Um den Boften des Borsitzenden der Armeekommiffion der Kammer hatte sich der ehemalige Kriegs. minister des Kabinetts Boincaré Maginot beworben. Es wurde jedoch mit 26 gegen 14 Stimmen der bisherige Präsident der Kom misfion, der Radikalfoziale Girod wiedergewählt. Um Am 5. Oftober hatte die Reichsregierung auf Drängen der Obersten Heeresleitung die Gegner um Waffenstillstand erfucht, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden". 26. Oftober war die Marineleitung der Zivilregierung unterstellt worden. Für den 29. Oktober aber war ohne Wissen der Reichsregierung ein Flottenvorstoß geplant, der sich gegen die Themfemündung und gegen Scapa Flow richten sollte, und dessen Zwed nach dem Zeugnis des Bizeadmirals D. Trotha war, das Bild der Machtverhältnisse Dollständig zu ändern". Die Mannschaften stellten sich auf den Standpunkt, der Plan der Admiralität sei ein Verstoß gegen die Waffenstill Plan der Admiralität sei ein Verstoß gegen die Waffenstillstandsverhandlungen und gegen die Politik der verfassungsmäßigen Regierung. Sie wollten nicht für ein Unternehmen, das sie für finnlos hielten, ihr Leben riskieren und leisteten Widerstand. Nun rief die Marineleitung die Reichsregierung zu Hilfe und ließ durch diese einen Aufruf an die Mannschaften verbreiten, in dem die Absicht eines Flottenvorstoßes geleugnet wurde. Dieser Aufruf wurde vom Reichstanzler Mag von Bad en, vom Staatssekretär der Reichsmarine Ritter v. Mann und Dom Staatssekretär Gen. Scheidemann gutgläubig unterschrieben. Diese Tatsachen stehen jetzt so fest, daß jeder Versuch, an ihnen zu rütteln, vergeblich bleibt. Die Rechtspresse klammert sich an die Erklärungen des Prinzen Max, insofern in ihnen ein Flottenvorstoß an sich für aussichtsreich erklärt und der Widerstand der Mannschaften moralisch verurteilt wird. Hier wird wieder ein Versuch gemacht, Meinungen für Tatsachen zu unterschieben. Tatsache ist mir, daß Prinz Max über die Wirkungen eines Flottenoorstoßes anderer Meinung war als feine politisch erfahreneren Regierungskollegen P a y« r und Scheidemann. Aber auch er bestätigt, daß ihm von dem geplanten Unter- nehmen»keine Silbe* gesogt worden war, und auch er ist der Meinung, daß das Unternehmen politisch unmöglich war, so lange die Waffenstillstandsverhandlungen nicht gescheitert waren, sondern noch schwebten. Die Marinelcitung will jetzt geglaubt haben, sie sei imstande gewesen, durch Einsatz der Hochseestreitkräft« England«ntschei- dend zu schlagen. Aber sie hat selbst durch den U-Boot- k r i e g, den sie gefordert, ja geradezu erpreßt hatte, die Hoch- seestreitkräfte bis zum Beginn der Verhandlungen über den Waffenstillstand an chrer Basis festgehalten. Konnte England zur See entscheidend geschlagen werden— was Admiral v. S ch e e r freilich ganz energisch bestritt— dann hätte sie schon längst, nicht erst nach der Bitte um Waffenstillstand, zum entscheidenden Schlag freigemacht werden müssen. Kurz und gut: die kaiserlich« Admiralität hat sich hoff- nungslos in ihr eigenes Lügennetz verstrickt. Deutschlands Führung im Krieg war intellektuell und moralisch so minder- wertig, daß man kaum erklären kann, wie unter dieser Führung so lange Widerstand gegen die Uebcrmacht der Feinde geleistet werden konnte. Die Lösung dieses Rätsels hat kein anderer als T i r p i tz selbst gegeben, als er zu Kriegsbeginn in seinem Tagebuch bemerkte, das Volk sei herrlich, nur der Kopf sei faul. Wenn heute dieser faule Kopf die Schuld an dem unglück- stchen Ende auf das Volk abwälzen möchte, so beweist er da- mit nur, wie faul er ist! Wilhelms«.geopferte€hrt'« Und der Pilgerzug nach Tonnt. Im politischen Teil der Abendausgabe Nr. 46 des..Vorwärts* wurde berichtet, daß der �iofprediger* Vogel in Potsdam anläßlich der Koisergeburtstagsfeier in der dortigen Friedenskirch« eine das deutsche Volk und die Republik maßlos beichimpfende Rede gehalten hat. Nebenbei gab er«ine köstliche Begründung für Wilhelms Flucht mit den Worten:»Er opfert« feine Ehre, um keinem Volke den Bürgerkrieg zu ersparen.* Di« gleiche Redewendung findet sich in einer vor kurzem im christlichen»Sonnenweg-Derlag* erschienenen kleinen Flugschrist..Wo» ich beim Kaiser in Haus Doorn sah und erlebte.* Daniel Schäfer, die diese Schrift verantwortlich zeichnet, ist für die Evange- lifation tätig. Er war zusammen mit einer Schar anderer frommer Leute nach Doorn gepilgert, um„Klarheit zu schaffen über einige Fragen, die wie ein Alpdruck auf Millionen deutscher Herzen losten*. Die Kaiserpilger waren drei Tag« lang auf Kosten Wilhelms in einem Doorner Hotel«in- quartiert, sprachen auch Wilhelm und seine Hermine, wobei der Exkaiser sich vor allem über„das christusfeindliche und darum seelenmordende Judentum* äußerte. Sie besuchten schließlich den Grafen B« n t i n ck in Amcrongen, bei dem Wilhelm sich die ersten anderhalb Jahre nach seiner Flucht ausruht«. Hierbei soll Gras Beminck, der intim« Hohenzollern- freund, gesagt haben:„Ein Hindenburg hat ihn dringend gebeten, nach Holland zu gehen, um einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Seine Ehre hat er geopfert, um seinem Volle das Blut zu sparen.* E» liegt also System in der Sache, um die wahren B«- weggründe der Flucht zu verschleiern. Bor seiner Flucht hat Wilhelm an das Dlutsparen nicht gedacht. Allerdings epferf« Wilhelm lieber die Ehre als fei« Blutl Bemerkenswert ist auch die Mitteilung des Pilger-Schäfer, daß Wilhelm seine Tage hauptsächlich mit Beten verbringt. Er fühll sich noch immer als„höchster Bischof* und hält täglich Andachten ob, bei denen er in seiner bekannten Art„pxedigt nach dem alten Hohenzollernfchen Leitsatz: zu arbeiten für das Volt*. Di« angebliche„Arbeit für das Volk* besteht für den Büß- Prediger Wilhelm augenblicklich darin, von seinen so beißgeliebten ehemaligen„Untertanen* möglichst viele Millionen herouszuslhlagen. Wahrscheinlich zur höheren Ehre Gottes! Der �oeffelholz. Tie„Kreuzzeitung" ruft zu Prügeleien auf. Nur um es festzuhalten: Im Blatt des Grafen Westarp und des asten Adels, der„Kreuz-Zettung*, darf heute— Nr. 49 vom 30. Januar 1926— ein gewesener Major mit dem schönen Namen Freiherr Loeffelholz von Colberg«ine echt adelig« Schimpfkanonade gegen den Genossen Dr. Schützinger eröffnen, die in nichts geringerem endet, als in der nackten Auf- forderung, den Angegriffenen bei feiner irgendeinen möglichen An- Wesenheit in Bayern regelrecht zu verprügeln! Das schreibt der Loesselholz im Blatt des Grafen Westarp! Stände etwas ähnliche» in einem sozialdemokratischen Blatt«, so würde über ganz Deutschland sich die.sittlich« Entrüstung* Ost- clbiens ergießen und für jede Prügelei auf der West die»fozialdemo- kratische Hetze* verantwortlich gemacht werdsn. Wir wissen jetzt auf wessen Konto ti« Prügel- und Ra- d a u l u st der I u mg n a t I o n a l i st e n kommt: Im Organ des alten Adels, in der deutschnationalen„Äreuz-Zeitung* de» Grafen Westarp wird zum Prügeln aufgerufen! Rur um es festzuhalten, teilen wir diese Tatsache hier mit. Die Schlußfolgerungen ergeben sich von selbst! Staatsratswahl in Sachsen. halle, 30. Januar.(Eigener Drahtbcricht.) Di« am Freitag durch den Provinziallandtag der Provinz Sachsen vorgenommenen Wah'en zum preußischen Staatsrat hatten folgendes Er- gebnis: Es wurden gewählt zwei Sozialdemokraten(Oberbürger- meiste? B« i m s- Magdeburg und Gefchäitsführer Willi Scholz- Erfurt), 2 Deutschnationale, 1 Volksparteiler. 1 Kommunist und ein Demokrat. Bei den Wahlen zum Provinzialausfchuß haben die republikanischen Parteien durch Listenverbindung mit den Kommunisten erreicht, daß gewählt wurden: 4 Sozial- demokraten, 2 Kommunisten. 1 Demokrat. 1 Zentrumsmonn. 1 Völkischer und 6 Deutschnationale und Volksparteiler. Zum Vorsitzenden wurde Genosse Oberbürgermeister Weber- Halberstadt gegen den deutschnationalen Oberbürgermesster Rio«- Halle gewählt. pommerjche Staatsratswahl. Slelli«. 38. Januar, l Eigener Drohtbeticht.) Ter Pommerich« Provinziallandtag wählte heute als Vertreter der Provinz für den Preußiiiben Staatsrat 3 Deutschnationale und l Sozial- demokraten. Der ProvinzialauSschuß setzt sich nach der Neuwahl au» L Deutschnationalen, 4 Sozialdemokraten und je 1 Abgeordneten der Aufwertung»-. Mittelstand»- und Deutschen Volk-?partei zusammen. Der Aellestenrak des Reichstages beriet über die Einteilung der Arbeiten für die nächste Woche. Der Mittwoch nächster Woche war für die Einbringung des Etats für 1936 durch den Finanzminister Dr. R e i n h o l d vorgesehen. Da aber der Finanzminister den Wunsch hat. seine Ausführungen über den Etat ausführlich zu gestalten und eventuell zugleich neue Steueroorschläge zu machen, so verschob der Aeltestenrcck die Etatsberatung auf Mittwoch, den 10. Februar. Daiür soll am nächsten Mittwoch, den 3. Februar, die zweite und dritte Lesung der Novelle über die Militärgerichts- barkeit und am Donnerstag das Sperrgesetz zur Frage der Fürstenabfindung beraten werden. Weitere Dispositionen sind noch nicht getroffen. Die Schupo ins Rheinland. Slbfchiedörede SeveringS. Auf dem Hofe der Unterkunft der Polizeimipektion Linste» (ehemalige Alexander-Kaserne) fand gestern nachmittag ein« kurz« Abschiedsfeier für diejenigen Polizeibereitschafteu statt, die von der Schutzpolizei Berlin nach dem freigewor- denen Rheinland abgegeben werden. Bei der Abschiedsfcier erschien Minister Scvering in Begleitung des Polizeipräsidenten Grzesinski und des Geheiinrats Glaser vom Ministerium des Innern. Minister Eevering begrüßte die aufgestellten Bereitschaften und hielt dann eine Ansprache, in der es heißt: .Für den preußischen Staat und für da» preußische Volk ist die Tatsuche, daß Sie unmittelbar vor der Befreiung der Kölner Zone in das besetzte Gebiet abrücken, von außerordentlicher Be- deuwng; ist sie doch ein Zeichen dafür, daß es mit der B«- f r« i u n g Deutschlands Ernst wird, llnd darin, daß wir durch Ihre Entsendung wieder die Souveränität über das besetzte Gebiet erhalten hoben, drückt sich eine weitere Bejjerung unserer Beziehungen zu dem ehemaligen Feindbund aus. Wer»ns»och vor einem Jahr« gesogt hätte, daß am 31. Januar 1926 die erste Zone geräumt wird, den würden wir damals zweifellos für emen unverbesserlichen Optimisten gehalten haben. Ihre Uebersiedlung in das Rheinland ist der S ch l u ß st r i ch unter die Leidenszeit, die nun für die erst« Zone beendet ist und die jetzt auch gemlldert wird und hoffentlich recht bald ebenfalls beendet fein wird für die weiteren noch besetzten Sebiete im Rheinland, in der Pfalz und in allen deutschen Landesteven. Sie kommen in ein Gebiet, das wirtschaftlich am meisten danieder liegt.* In diesen wirtschaftlichen Nöten sei gerade bei der Polizei«in großes Maß von Takt und Klugheit notwendig. Der Minister vertraut darauf, daß die Berliner Polizeibeamlen im Rheinland« diesen Takt und diese Klugheit zeigen und sich ihrer rheinischen Kamerahpn würdig erweisen werden, die solche Eigenschaften gerode in den Zeiten der Besatzungsnöte mehrfach an den Tag legten. Deutsthnationale Bekenntnisse. Hoffnung auf einen neuen Retter. Vor kurzem fand in Berlin eine„Reichsangestelltentagung der Deutschnationalen* statt, zu der der Ortsausschuß de»ffchnationaler Industrielle bezeichnenderweise«inen Fregattenkapttän als Vertreter entsandt hatte! Der Abgeordnete Schlange» Schöningen referierte über die gegenwärtige innenpolitisch« Lage. Ueber kurz oder lang sogt« er, müsse eine Regierimg tomincn mit einem»umfassenden Rettungs- Programm*. Erst dann würden wir wirischo-tlich und staatlich wieder ausleben und wirkliche Sozialpolitik treiben können. Damit sagt dieser Schlang«, daß sowohl der»Retter* wie die deutschnational beherrschte Regierung Luther-Schiele versagt haben. Schlange verrät aber leider nicht, wer uns künftig»retten* soll. Cr sogt nur noch, daß man dies« Rettung nicht mit»dem übertriebenen parla- mentarischen System* machen könne, daß dem Reichspräsi» denten eine stärkere R« g ier u n g s g e w a lt übertragen werden und daß das Wahlaltev hinaufgesetzt werden müsse. Die Not der Zeit, so schloß Schlang«, werde über kurz od-r lang doch dahin treiben,„daß eines Tages eine Regierung der Vernunft und des Willen» kommt, die nach einheit. lichem Plan das tut. was zur Rettung von Staat und Volt aus höchster Rot erforderlich ist*. Also ein neues Geständnis, daß die Regierung, in der die Schiele. Neuhous, Schlieben«inen«nsscheidenden Einfluß hatten, nicht diese»Regierung der Vernunft und de» Willens* gewesen ist. Angesicht» solchen Versagens der eigenen Leute bleibt freilich nichts anderes übrig, als die Hoffnung auf einen deutschnationalen Mcsiias!_ vor der brilisch-porlugiesischen Schuldemregelung. Am 20. Fe- bruar wird m London die poriugiestsche Schuldenkommission zur Regelung der portugiesischen Kriegsschulden an England in tzohe von beinahe 22 Millionen Pfund erwartet. Ein Reinharöt-Erfolg. Man bat temet na» stwial Getbdertlnntni» als maa ertmaca tann. Tran« Derfsl. Die gestrige Aufführung der dramatischen Historie in 13 Bildern »Iuarez und Maximilian* von Franz Werkel im Deutschen Theater wuchs sich zu einem großartigen Theater- erfolg aus. Max Reinhardts, d-z Regisseurs, Infzenicrungs- kunst brillierie m allen Forben. Die begessiertcn Zuschauer applau- dierten ohne End«, auch als schon längst der eiserne Vorhang geiollen war. Man iprana aus die Rampe und drückte die kleine«isetne Tür auf. die stürmischen Rufe nach Reinhardt und den Schauspielern erschollen aufs neue. Schon vor der ersten Pause setz he jreuetischer Beisallsjubek ein. Reinhardt und Deutsch wurden immer wieder geruien und Franz Wersel verneigt« sich glücklich. Die Begeisterung des Hauses war zu verstehen. Hier haben wir wieder einmal richtiges buntschillerndes, die Sinne betörendes Theater, Shatespearisch und Schillersch. Großartig die Bübnen- bllder von E r n it Schütte, imponierend die oielzestaltig« Bunt- heil der Ereigmiie, prächtig und wohttuend die zur Schau getragene echt demokratisch« Gesinnung. Der Machttomps� in Mexiko zwischen dem Bürgeldiktator Iuarez und dem aus Oesterreich ins Land aepfropft-n Kotier Maximitlan gibt Anlaß zu Szenen mit goldener Bracht, äußerlich und in der Ethik. Hohe Worte werden gesprochen. Balsam j«r ein reines Herz in heuliger materieller Zeit. Eine Pracht— aber, du lieber Himmel, eine kalte Pracht. Von einem Franz Wersel. der einmal der Unsere war,«in retner Poet der immerwährenden Menschenliebe, haben wir nichts Beußerliches er« «artet. Was fft denn lem Drama? Ein Ausschnitt aus der bewegten Geschichte Mexikos. Den können wir blldbafter. anschaulicher und auch interessanter in jedem Geschichtsbuch oder Konservattonslexiton erleben. Oder ist Werfels Historie eine Schicksalsdarstellung, ersaßt mit neuem dramatischen Griff— schon vor 60 Iahren hal es«ine dramatische Vearbeitung desselben Stoffes gegeben— oder ein »ideale verkündendes dichterisches Werk vielleicht??luch das schenkt Wersel uns nicht. Do» gewaltig« Geschehen oersteht der Dichter nicht*it gestalten. Der dramatische Ausbau ist manchmal von rühren- der Hilflosigkeit. Do werden Briefe auf offener Szene verlesen und auch sonst ergibt sich der Forlgang der Handlung nicht au» dar Szenensolge, sondern ist mühselig konstruiert aus Erzählungen zwischen den Dühnenfiguren. Und die hohen Worte gehen aus Stelzen. Erhabene Sentenzen„Der Sinn der Feindschaft ist die Versöhnung*,„Der Will« zur Güte ist Güte nach nicht*, scheinen gewaltsam oui ein Postament gestellt mit der durchsichtigen Absicht, baß man bewundernd zu ihnen aussehen soll. Billig« Tbeatereffekte, wie einlullendes Eingreifen der Musik, lassen allmählich im kritischen Zuschauer ein leise» Gefühl des Widerwillens auskeimen. Dennoch aber wird ohne Zweifel die Aufführung ein Kassen- erfolg werden. Nebenan m den Kammerspielen gibt es ein gnies Stück mit mangelhafter Besetzung. Hier gibt es ein schlechte» Stück mit he.'vorragenden Schauspielern. Wann wird aus der deutlchcn Bühne e-idffch eine erlebniehafte' Komödie mit gutem Spie! erstehen? Die hervorragendsten Leistungen waren der in seiner kalten Berechnung beängftigende Erzlüschof des Friedrich Kühne, der verräterische, verstiegen« Oberst Lopez de» P a u l B i l d t. der unerbittlich« Hallunke Marschall Bazain des Oskar Homolta und der niajestätifch würdige, still und verhallen spielend« Maxi- milian des Paul Hartmann. Auch Maria Lottenhöfer als temperamenwolle Prinzessin ragte aus der unübersehbaren Schar der Beichäffigien heraus, ebenso wie Sybille Binder (Maximilians Gemohlim, aber in entgegengesetzter Richtung. Ihr« Exaltierthell war von Anfang bis zum Ende gemachte» Theater. Den prächtigsten Genuß erlebten wir bei E r n st Deutsch und Hermann Bollentin. Ballentin ein in seiner Herzensgüt« erschütternder Leibarzt und Deutsch, General Diaz Körper gewordene Energie und edle Menschlichkeit. Ernst Degner. -Gstpolzug.' (Erstaufführung im Staatstheater.) Nicht mit Blutvergießen, aber doch mit Trillerpfeifen, musi- talischem Hausschlüssel und ähnlichen?Nartcnnstrum«nt«n wurde im Staatstheater um das neu« Stück Arnold Bronnens ge- tämvft. Man wollte, wenn die Maniscstation der Respektablen richtig veistanden wird, den Dichter von der Rampe wegschieben und den Regisseur I e ß n e r und seine beiden erfindungsreichen Llrchitekten H e r l t und Röhricht mit Ekstase fetern. Die Kund-. gebung, die mit den Bcifallsinelhoden des Borerring» und de» Sechs- tugrrennens bestritten wurde, endete schlleßlich zuungunsten der gegen Bronnen Gestimmten. Damit ist nicht gesagt, daß Bronnen einen großen Erfolg ein- Helmsen kann. Ez bestätigt sich wieder der Eindruck, daß der Jüngling nicht männlich werden kann. Der Gedankeninhall seines Schau« fviels ist nur würdig eines ausgeweckten Gymnasiasten. Nicht mehr läßt sich verteidigen. Der Eroberer des Mount Everest soll gepriesen werden. Hat dieser kübne Mann den höchsten Erdgipsel erklommen, ohne daß die Gletscher ihn abschüttellen, dann hat er den mystischen, den idealen Ostpol der Erde bezwungen. Dann hat er den Wellerobenmgsplon des großen Alexander vollendet. Es mislbt sich denn auch im Kopie des'Dramatikers die Gestalt des antiken Heros mit der Geftoll de» zeitgenössischen Pioniers. Bald rast Alexander auf der Bühne, bald der fabelbaffe Alpinist. Bald schwankt dte anttte Galeere vor Body- lon. Bald rossest und dampft da» Auto durch die chinesisch« Strom» schnelle. Dann wäre ja eine fabelhaft« Bewegung auf der Bühne— es Ist«in« Bewegung, die nicht vom Worte, also dem eigentlichen Ele- ment des Dramas herstammt. Denn schließlich Alexander, diesmal des großen Mazedoniers heut« erdgeborener Enkel, auf dem Gipizl de» Riesenberge» jubelt, seine Nebenmenschen in der Tiefe anprostä und ihnen da» Feuersignal seines Triumphes spendet, dann ist nicht» als ein Kinodramo vorbei. Gedanklich wurde gar nichts gewonnen. Man ist nur darüber verwundert, daß«in gar nicht mehr so junger Mann noch immer wie ei» Siebzehnjähriger stammelt. Es ireut sich ober der Regisseur, der von Einfällen strotzt, über dteses Kinotertbuch. I«h n e r sagt sich: Gerade diele» gebanken- arm« Szenengerüst, das von einem mittelmäßigen Manch kripMiei«- ranten stammt, soll mir Unsterblichkell bringen. So demaskiert und maskiert er also zugleich ohne Federlesen das aufgeblasene Ding und macht auch ohne Skrupel aus dem Staatstheater em Ktno. theater. Mit der Aufzählung der Bildertitel- beginnt er: genau wie im richtigen Kino. Mit kuriosen Halb- und Ganzauznahmen, triff Schiffsbildern und Autotricks und gespenstischen Händen und stfneten Ebenen arbeitet er, endlich auch mit Nebeldämpfen und phaiuastischen Lichtem. Schon die Russen um Meierhöld wollen da» Theater out solche Art revolutionieren. Wie dem auch sei, Ietzner ist aus jeden Fall sehr originell. Er nutzt die Jlluswusmöglichkeuen de, Lichtes geschickt aus. Nur im letzten Bild versagt«r. Da soll der eroberte Gipfel auf der Bühne sichtbar werden. Die Illusion wird aber to:- aeschlaqen, wenn ein paar Bretter, mit Rupjen bezogen, da» Grauen der ganzen Menichheit symbolisieren sollen. Situ arme Realistik an Stell« der phantastischen Illusionsmoglichkett. Die lichtver- schleiert« Phantastit wäre richtiger gewesen. Das Licht ist ja der größte Zauberer und gleichzeitig der heiligst« und niodcrrrä-btigffe Entzaubcrer, wenn solche Erscheinungen noch sichtbar werden sollen. Fritz Kortner ist der einzig« Schauspieler, den dos Filmbuch verlangt. Alles andere Leben wird durch die Dinge gebracht. Der Schauspieler muß sieb redlich quälen und mit seinem Atem Haus- holten. Eigentliche Aufgaben, die ein Talent des Charakterisierens verlangen, werden ihm nicht gestellt. Max Hochdorf. trssaaiffitzemil««»er»»che. Sonata,. Tlnater in der«losserstrase: »Mti-tenters*— DIevsta,. Tdeater i» der Könlgzraher Ttrohe! .Sezesfe'.— Vonnerstag. ssomödlenhanS:»Der Garten Sden-. — Zrelisg. Lusispitihiuis:» D i ck y*.— Sonata,. 2«stinz-Tbeater(U'i,): „Seal- Arania-Vortrö,«. Theater. Rotll. bi« Sonnt ch):. D l e�G e s c n» ken tu.*— Moni.. Dienst., Donnerst.. Freit.(S). Sonnab., Sonnt(T): /Dte G r o h lt a d t der Zukunft'— Moni., Dienst fl). Mutw. Moni.(8'J,):. Goetb« tinb die Siebe; G oetb« und die 20. Jahrhunderts*. volkoWihae. Im Tbeater am»ülowvlah findet am �Februar die 50. Austübrung von H. I. R e h s i s ch S Tragikomödie:»Wer wernt um Juckenack?* slaU. »V« blaue Vogel*,«it dem Direktor Jubsny zurzeit w der Komödie Nochtnorllellurigen gibt, wird dort am Sonntag, den Sl. Januar, z Uhr. eineNachmittaasvorftellong iowt« am Mittwoch, den S. Februar. nachm. 4 Uhr, ein« Kindervorstellung, beide zu ermähtgtea Preisen veranstalten. am lleber die Heilmetbob« tont« spricht lm Klindworih-Scharwenka-Saal Z. Ftdruar. 6 Uhr, der Schüler Couvs, Psychologe Leon Hardt Z« Kähmen der.Berlin« Abende* spricht am S. Februar, abend« 6 Uhr im Plenarsaal de» ReichSwIrsschastzratS. Belleoiieitt. 15, Reichs« taftSbräsident Lobe über»Amerila, das Wunderland der Technil*. Die Verwaltung des Saargebiets. Bericht an den Völkerbund. Sowjetunion- China. Trogki für friedliche Expanfion. Zum Schuh unehelicher Kinder. Die Schöneberger Arbeitsgemeinschaft der Genf. 30. Jamuar.( Eigener Drahtbericht.) Der Veröffentlichen und der freien Wohlfahrtspflege mathmgsbericht, den die Regierungskommission des Saar veranstaltete einen Vortragsabend, um sich über die rechtliche gebiets über die letzten drei Monate des vergangenen Jahres Lage des unehelichen Kindes nach dem neuen Ge dem Bölkerbundsjekretariat vorgelegt hat, ist diesmal recht ge- fegentwurf zu unterrichten. In dem Hauptvortrag warf die ständnisreich. So wird darin zugegeben, daß die volle Anwendung Rechtsanwältin Fräulein Dr. Behrend die Frage auf, wie weit des französischen Zollsystems, d. h. der Maximalzoläge Befferstellung zu erreichen, durch den Gesetzentwurf erfüllt Absicht und 3med, für das uneheliche Rind eine gegenüber Deutschland, wegen des Fehlens eines deutsch- franzöfifcheinen. Su den michtigsten Bestimmungen gehören diejenigen schen Handelsvertrages eine beunruhigende Lage geschaffen über die Unterhaltspflicht. Wesentlich ist unter anderem habe. Dazu habe die französische Geldentwertung die Neuerung, daß für die Entscheidung über die Unterhaltspflicht die Neuerung, daß für die Entscheidung über die Unterhaltspflicht die Teuerung gesteigert und die Forderungen nach Lohner des in Anspruch genommenen Erzeugers der Einwand eines höhung haben zu zahlreichen Konflikten geführt. Die Zahl der Verkehrs der Kindesmutter mit mehreren nicht Arbeitslosen ist von 1331 im Oktober auf 6900 Ende Dezember ges mehr gelten foll Die Feststellung soll fünftig nicht mehr dem ordentlichen Gericht, sondern dem Bormundschaftsgericht über. stiegen. Die Arbeitslosenentschädigung mußte im November um iragen werden. Die Anerkennung der Baterschaft oder die rest. 50 Praz. und im Dezember um 25 Proz. erhöht werden. stellung durch das Vormundschaftsgericht gelten auch gegenüber den Erben des Erzeugers und nötigenfalls ebenso gegenüber feinen Eltern, die ja auch den Unterhalt ihres noch nicht wirtschaftlich selbständigen Sohnes zu beschaffen haben. Die Sorge für das uneheliche Rind bleibt Sache der Mutter, aber das Bormundschaftsgericht fann das Recht, sich um die Person des Kindes zu fümmern, auch dem Vater geben, wenn das aus besonderen Gründen zum Wohl des Kindes geboten erscheint. Die Unterhaltspflicht dauert, wie bisher, bis zum 16. Lebensjahr, sie soll aber auch darüber hinaus verlängert merben fönnen, ohne eigenes Verschulden sie noch nicht beendet hat. Bedingung ist menn das Kind noch in der Berufsporbildung steht und hat Außer dem Unterhaltsanspruch gegenüber den Erben ist dem aber, daß der Vater sich mit der Berufswahl einverstanden erklärt unehelichen Kind tein Erbrecht am Nachlaß des Vaters zuge billigt. Wenn die Baterschaft weder vom Erzeuger anerkannt ist, noch vom Bormundschaftsgericht festgestellt werden tann, hat den Unterhalt der zu gewähren, bem nachgewiesen wird, daß er zur Rindesmutter in der Empfängniszeit im Geschlechtsverkehr ftanden hat. Haben das mehrere getan und will feiner die Die von den imperialistischen Mächten geübte Methode, zuerst Baterschaft anerkennen, fo find alle Beteiligten unter haltspflichtig und haften als Gesamtschuldner. Stadtamt Missionare, dann Kaufleute, dann Diplomaten und mann Müller vom Jugendamt Berlin führte aus, daß die Beschließlich bei paffender Gelegenheit Truppen zu entfenden, die feitigung des Einwandes eines Mehrverkehrs feine große Ungerech zwar fommen, aber nicht wieder gehen, ist der Sowjetregie tigfeit fei. llebrigens sei dieser Einwand nicht so häufig, wie rung unbefannt. Die Freude eines solchen Borgehens wird man wohl annimmt. Eine Auszählung habe ergeben, daß er mir die Somjetrenierung der bürgerlichen Welt nicht bereiten. Das Auf- in 3 Proz. der verlorenen Unterhaltstiagen portam. Die Rechts. treten der Ebmjetregierung und der Sowjetvertreter in der Direktion anwältin Fräulein Dr. Munf hob hervor, daß die Abschaffung des Mehrverkehrseinwandes ein außerordentlicher Fortschritt für die der Ostchinabahn werde dazu beitragen, daß die zurückgebliebenen Besserstellung des unehelichen Kindes und ein beachtenswerter Bor Schichten des chinesischen Boltes die noch bestehenden Reste des zug des Gefeßentwurfes sei. Sie forderte, daß bei Zahlungsveraus der Zeit des 3arentums stammenden Miß weigerung das Jugendamt das Cintreibungsrecht er trauens gegenüber dem russischen Bolf überwinden, und daß das hält. Vom Jugendamt ist übrigens in dem ganzen Gefeßentwurf chinesische Boll einsehen wird, daß die vom 3arismus zu Erobe- nicht die Rede. In der Aussprache betonte auch Dr. jur. Anna rungszweden gebaute Dst chinabahn von der Sowjetunion nach Maner, Referentin im Wohlfahrtsministerium, daß der Gesch dem Grundsatz vollständiger Gleichheit mit China als ein Wertentwurf doch manches beffert. Die Stellungnahme der Arbeitsge zeug freier und frieblicher wirtschaftlicher Ent. meinschaft wurde nicht in einer Entschließung festgelegt. midlung verwaltet wird. Mostau, 30. Januar.( WTB.) Auf dem Kongreß des Tertil arbeiterverbandes des Gouvernements Mostau hielt Trofi eine Rebe, in der er feiner Genugtuung über die friedliche Beilegung des Konflikts wegen der Oftchinabahn Ausdrud gab und erflärte: Dant dem vorsichtigen und doch nachdrücklichen Auftreten des Sowjetver: treters murde eine ungeheure Gefahr abgewendet. Man mußte doppelt behutsam sein, um dem gefnechteten chinesischen Bolt, das besonders mißtrauisch jede ausländische Forderung aufnimmt, feinen Anlaß zu geben, auch nur den geringsten Zweifel an der Stetigkeit der im Geiste der Freund schaft geführten Drientpolitik der Sowjetregierung zu hegen. Im Auslande hat man gehofft, daß die Sowjettruppen Charbin Muslande hat man gehofft, daß die Sowjettruppen Charbin besehen würden. Tschitscherin antwortet China. Mostau, 30. Januar.( WTB.) Tschitscherin richtete heute ein Telegramm an Karachan zur Ueberreichung an den chinesischen Außenminister, in dem er den unveränderten Wunsch der russischen Regierung nach Feftigung der freundschaftlichen Be. ziehungen mit dem großen chinesischen Bolte Ausdrud gibt und erflärt: In der Angelegenheit der Ostchinabahn erstrebt die Sowjet regierung lediglich im Interesse der beiden Bänder und in lebereinstimmung mit ten bestehenden Abkommen den ge. regelten Berkehr auf dieser Bahn. Die russische Regierung hoffe deshalb, daß die chinesische Regierung alle Maßnahmen treffen werbe, um die vorgekommenen peinlichen Zwischenfälle endgültig beizulegen und für fünftig jede Möglichkeit ihrer Wiederholung aus der Welt zu schaffen. Ungarn- Rumänien. , Grüße aus der Heimat." Ein raffinierter Schwindler. geEinen Reford in Schmindeleien hat ein angeblicher Student auf gestellt. Ein blonder barrioser junger Mann von etwa 23 bis 25 Jahren, der gut gekleidet ist, gewandt auftritt und sich durch ein liebenswürdiges Wesen leicht Vertrauen verschafft, fut in ganz Groß- Berlin 3immervermieterinnen auf, bei denen denen Studenten mohnen. belicfert zu werden. Die Fleischer mürben felbstverständlich thre Berlufte auf den Räufer abwälzen, ganz abgesehen davon, daß das Fleisch trächtiger Tiere nicht vollwertig ist. Zur Finanzierung der AEG- Schnellbahn. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine Ber lage zugehen laffen, nach der 1575 000 m. als Beitrag für den Bau der AGG.- Schnellbahn bereitgestellt werden. Diese 1% Millionen M. werden dadurch flüssig, daß der Anteil der Beendigung der Liquidation, an die Stadt zurückgezahlt wird. Benn Stadt Berlin an der Reichsgetreidestelle vorzeitig, d. h. vor die genannte Summe auch einen verhältnismäßig geringen Beitrag zu den gesamten Kosten ter Schnellbahn darstellt, so ist immerhin die Möglichkeit gegeben, mit diesen 1% Millionen die Anfangsarbei ten an der Bahn zu finanzieren. Neuer Aufsichtsrat für das Freibad Müggeljee. Für die Bera waltung und den Betrieb des Freibades am Müggelsee be steht ein Aufsichtsrat, der sich noch nach den Bestimmungen zu sammensetzt, die bei der Gründung des Freibades von dem bamali. gen 3wedverband Groß- Berlin aufgestellt wurden. Nachdem nun mehr das Freibad in städtischen Befiz übergegangen ist, soll auch der Aufsichtsrat neu gebildet werden. Der Magistrat schlägt des halb der Stadtverordnetenversammlung vor, den neuen Aufsichtsrat aus zwei Magistratsmitgliedern, einem Mitglied des Bezirksamts Köpenid, fünf Stadtverordneten und einem Sachverständigen zu bilden. Photoausstellung der Naturfreunde. Anläßlich der Gaufonferenz des Touristenvereins Die Naturfreunde", Gau Branden Photographien der Photogemeinschaft der Berliner Ortsgruppe statt. burg, findet am Sonnabend, ab 6 Uhr bis Sonntag abend 6 Uhr. im Ledigenheim, N. 20, Schönstedtstraße 1, eine Ausstellung von Interessenten fönnen sich dort über den Stand ber Amateurphotographie in Arbeiterkreisen unterrichten. Eintritt frei. berg- Friedenau) veranstaltete am Donnerstagabend in der Schloß. Auch eine Kaifergeburtstagsfeier". Der 11. Rreis( Schönes fatirischen Abend, der hauptsächlich der Ehrung des hungernden brauerei Schöneberg, in der Hauptstraße, einen politisch satirischen Abend, der hauptsächlich der Ehrung des hungernden Doorner Geburtstagsfindes galt. Und die Gefühle seiner Landesfinder waren wahrlich nicht von Pappe. Ein starkes Orchester intonierte vaterländische Schlachtgebrausgefänge, Erich Beinert mimte unter stürmischem Gelächter den getrönten Millionenjäger und führte das Publikum sozusagen herrlichen Zeilen entgegen. Patriotische Blechgarnituren wurden unter allgemeinem Hallo ver steigert. Den Schluß bildete eine Revue Teufel Reaftion". Blarrer Bleier spricht am Sonntag, den 31. Januar 1926, abends 8 Uhr, Bereinigung der Freunde von Religion und Bölferfrieden. Genosse im Rahmen einer religiösen Feierftumbe( obne lirchliche Formen) in der Trinitatisfire Charlottenburg, Karl- August- Blah( nahe Stadtbahnhof Char lottenburg), über das Thema: Die herrlichkeit des Friedens. Musikalische Umrahmung. Eintritt frei. Schlagwetterexplosion in Westfalen. Drei Bergleute lebensgefährlich, andere leichter verlegt Gelsenkirchen, 30. Januar.( Eigener Drahtberidyt.) Heute vormittag um 9 Uhr ereignete fich auf 3eche Bismard Schacht 2, 4 und 9 auf der Obersohle eine Schlagwetter. explosion, bei der 6 Bergleufe leicht und 3 schwer verlegt wurden. Die Explosion blieb infolge der gut funktionierenden Sicherheitsvorrichtungen auf ihren Herd befchränkt. Die Baue find nicht zerstört und befahrbar. Weitere Gefahr besteht nicht mehr. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht einwandsfrei festgestellt. Bertreter des Bergamts find gegen 11 2hr zur Untersuchung in die Grube eingefahren. Die Rettungsmannschaften fonnten fofort einfahren und nach halbständiger Reffungsarbeit die Opfer bergen, die Verbrennungen erlitten hatten. Bei den drei Schwerverletzten besteht Lebensgefahr. Schwere Bergwerkskatastrophe in Amerika. 65 Bergarbeiter verschüttet. New Bort, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Aus Birming ham im Staate Alabama wird gemeldet, daß durch eine Explo fion in dem Kohlenbergbau Helena 65 Bergleute vers schüttet worden find. 10 Leichen fonnten bereits geborgen werden. Diesen Wirtinnen, bei denen er stets erscheint, wenn ihre Mieter im Kolleg find, erzählt er, daß er ein Landsmann des Studenten fei hätten ihm für diesen ein Batet mitgegeben, das er vorläufig mit und gerade aus der Heimat" fomme. Die Eltern seines Freundes nach Hause genommen habe. Balb soll es Lebensmittel aller Art, bald auch wäsche und dergleichen enthalten. Er habe es nicht gleich mitbringen fönnen, weil er zunächst seiner Schwester einige Sachen zuzustellen habe. Diese sollen sich in einem Handtoffer befinden, den der junge Mann stets bei sich führt. Unter irgendeinem Vormande versteht es der Besucher jedesmal, die Wiriin miederholt zu veranlaffen, auf furze Zeit das Zimmer zu nerlassen. Bald braucht er einen Bogen Badpapier, um das Paket für den Freund neu ein zupaden, bald ein Gefäß, um die Butter oder die Marmelade aus dem großen Paket teilen zu fönnen. Sobald die Frau hinaus gegangen ist, um das Erbetene zu holen, stiehlt der Besucher, was er erreichen fann, Wertsachen, fogar geringmertige Gebrauchsfachen, er heimlich in seinen Handtoffer, den er zu diesem Zwecke mitge bracht hat. Zuguterlegt bittet er die Wirtin noch um einen 3etiel. damit er seinem Freunde auch einen schriftlichen Gruß hinterlassen fönne. Dann bestellt er nochmals mündliche Grüße, empfiehlt sich fehr artig und verschwindet mit der Beute. Die Wirtinuen fännen, nicht genug rühmen, bis der Diebstahl entdeckt wird. Beschreiben wenn ihr Mieter heim fommt, den Besuch und sein ganzes Besen können sie ihn nie, weil er ihnen mit seiner feifenden Unterhaltung gar teine Zeit läßt, fich ihn genauer anzusehen. Bei der Kriminal polizei find bereits über 200 Anzeigen gegen den Schwindler eingelaufen. Das Bild seiner Besuche ist immer das gleiche. Mittei.( Sonntag) ab 9 11er früb ununterbrechen geöffnet. Es fämpfen: Grintlungen an Kriminalkommissar Engel im Zimmer 202 des Polizei- Young Spears( England) und Harry Stein- Sturt Auſt. präsidiums. Ministerpräsidenten und Thronfølgeskandal. Budapest, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Gegen die schmeren Angriffe, die der sozialistische Abgeordnete Farlas am Freitag in der Nationalversammlung erhob, versuchte Minister präsident Graf Bethlen sich mit tendenlahmen Ermie Nagelscheren, Rieidungsstüde uf. Das gestohlene Gut padt Plärungen und Versicherungen zu nerteidigen. Der sozialdemokratische Abgeordnete Bropper stellte den Antrag, alle Hand lungen des Landespolizeichefs Madoffy mährend seiner nierjährigen Amtstätigkeit einer Untersuchung zu unterwerfen. Die Sozialdemo tratie merde nicht ruhen, bevor alle Schuldigen bestraft seien. Be. zeichnenderweise läßt der Landespolizeichef erklären, daß er vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuß jede Aussage verweigern werde. Auch französische Polizeibeamte zum Berhör zugelaffen Baris, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Rach einer Havas meldung aus Budapest, hat der Schritt des franzöfifchen Gesandten den Erfolg gehabt, daß nicht nur die Vertreter der Bank von Frankreich, sondern auch französische Polizeibeamte zum Verhör der Frankenfälscher zugelassen worden sind. Der Günstling einer Königin. Butarest, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Großes Aufsehen erregen neue Enthüllungen über die angeblichen Gründe, die zum Thronoverzicht und zur Landesverweisung des Kronprinzen Karol geführt haben. Danach soll es eine Woche, ehe Karol Ruma nien verließ, im föniglichen Schloffe zu einem tätlichen Auftritt zwischen dem Kronprinzeen und dem Günstling der Königin, dem Fürsten Babu Stirbey, gelommen sein. Die Königin foll voll und ganz unter dem Einfluß des Fürsten stehen, der als Hintermann Bratianus gift, und deshalb beim Kronprinzen besonders verhaßt war. Aus der Partei. Agitationsmaterial für den Bolfsentscheid. Der Barteivorstand gibt an die Parteiorganisationen und Funt. tionäre der Partei in den nächsten Tagen verschiedenes Agitations. material zur Information, zur Berteilung an die Bähler und Wählerinnen und als Richtlinien für Vorträge über den Bolfsent scheid heraus. Eine Sondernummer des sonst nur monatlich erscheinenden Mitteilungsblattes des Barteivorstandes fonimt in doppelter Auflage am Montag von Berlin aus zum Versandt. Es enthält Informationen für Referenten und Funktionäre über die Durchführung des Bolfsentscheids, Anweisungen für die Organisationen über das Eintragungsverfahren für den Boltsentscheid, eine furze chrono legische Darstellung der Vorberatungen des Parteivorstandes und der zwischen beiden Parteien getroffenen Abmachungen. Eine Broschüre in Massenauflage zur Verteilung an die Wähler ift in Vorbereitung. Der Sammelboykott. Bekanntlich haben die Hammelengrosfchlächter Berlins den Ein fauf von Hammeln und Schafen eingestellt, weil die Biehhändler die Forderung der Hammelschlächter, ihnen bei trächtigen Schafen eine Rückvergütung für die Trächtigkeit zu gewähren, abgelehnt haben. Es stehen auf dem Berliner Zentralviehhof zirka 2500 Tiere unvertauft. Das bedeutet für die Viehhändler einen empfindlichen Geldverlust. Zur Beratung der so für sie entstandenen Lage hatte der Bund der Biehhändler eine Versammlung nach dem Lehrer cereinshaus einberufen. Bundesdirektor Scholz, ber das Referat hielt, tam zu dem Ergebnis, daß den Forderungen der Schlächter auf Rüfvergütung der Trächtigkeit auf keinen Fall entsprochen werden könne. Einmal fönnen sich die Viehhändler nicht an ihre Berkäufer halten. Der Identitätsnachweis und die Kontrollmöglich. teit feien undurchführbar. Es würden unendliche Differenzen entstehen. Außerdem fönnen Tiere, die hochträchtig wären, jojort er. fannt werden. Wenn sie gekauft würden, wäre der Preis entsprechend. Außerdem würden Vergütungen von Fall zu Fall vorgenommen. Die im Dffeeels eingeschloffenen Schiffe in Gefahr. Infolge des im finnischen Meerbusen herrschenden Sturmes, der die Eismassen Schiffe in erhöhter Gefahr. Besonders gefährdet ist ber deutiche in Bewegung gejezt hat, befinden sich die noch im Eise verbliebenen Dampfer l n bine. Heute ist von Revol aus ein Junkersflugzeug abgefandt morden; um die Schiffe aufzufinden und sie mit Lebensmitteln zu versorgen. Bon dem deutschen Dampfer Rhein" ichlt jede Nachricht. Sport. in der Für den morgigen Bog ro stambfnormittag Scala find die Staffen heute( Sonnabend) bis 11 11hr abends und morgen Serse( unt die Beltergewichtsmeisterschaft), Riausch- Antonowitsch, SchellTheater der Woche. Opernhaus: Bom 31. Januar bis 8. Februar 1926. Bolfsbühne: 31., 1., 4., 7. Der befreite Don Quijotte. 2. Wer weint un 31. Der Refenkavalier. 1. Soffmenns Erzählungen. 2. Bozzed. S. 12 Uhr: Judenad? 3., 5., 6., 8. Der Raufmann von Benedig. und 7 Uhr: Smmphoniekonzert. 4. Rauberflöte. 5. Ritter Blaubart. 6. Othello. 7. Miba. 8. Intermesso. Schauspielhaus: 31., 3., 6., 8. Oftpolsug. 1., 4., 7. 3m weißen Rök. 2. Fauft 1. 3. Beer Gynt. Reall- Oper: 31. Die Fleder. mans. 1., 5. Maskenbal. 2. tegente Bolländer. 3. Cavalleria rusticana. Bajausi. 4. Bar und Bimmermann. 8. Der Waffenschmied. 7. La Crasiafa. 8. Tiefland. Schiller- Theater:$ 1. Rapitän Braßbounds Belehrung. 1., 3., Leffing- Theater: Kronprinzessin Luife. 4.7., 8. Ballenfteins Lager. Piccolomini. 2., 6. Jugend. 3. Maria Swart. Bis 1. Einen Jux will er fid) machen. Ab 2. Czzeife. Theater in her Königgrüher Straße: Städt. Opes Chaz lottenburg: 31., 5. Soffmanns Erzählungent. 1. iba. 2. Ariadne auf Naros. 3. Lohengrin. Die Entführung aus dem Serail. 6. Cleffud. 7. Don Vas quale. 8. Ednnhäufer. Großes Schauspielhaus: File Dia. pee im Theater bes Befiens: Das Eviel um bie Liebe. 4 Große Balls. Renaissance Die Tribine: Romabien Berliner Theater: 31., 1. Blaudine- Ebinger- Abend. Ab 2. Sturmnacht. Die neuen Berren. Deutsches Künstler- Theater: Paganini. hans: Bis 3. Det breiachnie Ciuht. Ab 4. Der Garten Eden, Theater: Meffalinette Reues Theater am Res: Stöpsel. Trianon Theater: Das Herbstlied. Hejibenz- Theater: Die Durchgängerin. Reniral- Theater: Theater in der Kommandantenstraße: 31. Annemarie. 1. bis 8. Anneliefe von Deffau. Romische Oper: Bon bis 8. Suftspielhaus: Bis 4. Der fleine Ruppler. 26 3. Didn. Metropol- Theater: No No Nanette. Theater am Schiffbanerbamm: Der fröhliche Beinberg. Deutsches Theater: Suares und Maximilian. Rammerspiele: Die Jeste Geliebte. Romabie: Scfefchaft. Stadtnerftellung. 11 Uhr: Der blaue Rogel. Thalia- Theater: Bene, Lotte, Liefe. Solefinens Töchter. Theater am Rollendorfplag: Die offisielle Frau. Theater am Surfürstendamm: Die Nacht der Röchte. Kleines Theater: Dnbul. Ballner Theater: Rolportage. Balhalla- Theater: Das Mädden ohne Ehre. Refe- heater: Auguft der Starke. RafinoTheater: Selenes Liebesabenteuer. Serenfeld Thester: Familie Schmod. Schinkpart Theater Steglik: Die Frau ohne Ruk. Theater in der LükomStroke: Semtes fel Bwe. Theater im Admiralspeloft: Saller- Revue. Achtung. nationales Bariets. Belle 5051- Bintergarten und Scala: Internationales Barieté. Der Fremde. Dann fämen trächtige Tiere nur in der Zeit vom Dezember bis Mitte März auf den Markt. In der Diskussion murde zugegeben, daß der Geldmangel Landwirtschaft und Bichhandel dazu verführt hätte, manche Sünde zu begehen. Defonomierat Kaiser von der Hauptlandwirtschaftskammer jagte den Bieh händlern volle Unterstügung der Landwirtschaft zu. Es handle fich hierbei um einen Boritoß, der bezmede, die Gewährsmängel, für welche der Wiehrerkäufer einzuftehen habe, zu erhöhen. Es war interessant, daß er feststellte, daß die Bichpreise zum Teil unter den scheinen, als ob der Widerstand gegen die Rückgewähr ber Trächtig Friedenspreisen, die Fleischpreise darüber liegen. Uns will es feit durch die Furcht, es tönnten weitere Gewährsmängel gejeglich festgelegt werden, bestimmt ist. Diese Erweiterung wäre, weil sie einen 3wang, qualitativ einwandfreies Bieh auf den Markt zu bringen, förderte, zu unterstützen. Wenn es richtig ist, daß die Bahl der auf den Markt kommenden trächtigen Tiere gering ist, ist der Widerstand der Händler gegen die Schlächterforderungen schmer verständlich. Wenn die Händler eine Garantie für die Nichiträchtigkeit übernehmen, so werden sie im Einkauf vorsichtiger sein. Ihr Rijifo mird durch diesen vorsichtigen Einlauf herabgemindert. Die Ber braucher aber haben ein Interesse daran, möglichst billig mit Fleisch Redmittagsbortellungen. Bolfsbühne: 81. Judith. 7. Fiesto. Schauspielhaus: 7, Charlens Tante. Stroll- Opez: 31., 7. Das Ronzert. fchwister. Der zerbrochene krug. Schiller Theater: 3. Dr. Rlaus. 6. Rapitäns Brasbounds Belehrung. 7. Ge Beffing- Theater: 31., 7. Die Braut von effina. Theater in der Königgräkez Straße: 31., 7. Bie es euch gefällt, Großes Schauspielhaus: 31., 7. Für Dich. Die Tribüne: 31., 7. Rurüd au Methusalem, 1. Teil. Romöbienhaus: 31., 7. Ropf oder Schrift. Residenz Theater: 31., 7. Die Durchaängerin. Theater in het Rommandantenstrate: 31. Annemarie. 7. neliele von Dessau. Somödie: 3., 6., 7. Der blaue Bogel. Thalia Theater: 31., 7. Die Frau ohne Ang. Rose- Theatez: 6. Hänsel und Gretel. 7. Als ich noch im Flacltleide, Schloßpark Theater Steglig: 31, 7. Märchenvoritellung. Theater im Admiralspalaft: Sailer Revue. Achtuna, Welle 5051 Gewerkschaftsbewegung Für die Ruhrindustriellen 700 Millionen. Für Tabalarbeiter Erwerbslofen- ,, Fürsorge". In einem Runderlaß des preußischen Ministers für Volkswohl ahrt werden neuere Bestimmungen des Reichsfinanzministers und des Reichsarbeitsministers über die Sonderunterstützung der Tabatarbeiter bekanntgegeben, aus denen der Amtliche Preußische Presse dienst folgendes mitteilt: Bei der Entscheidung, ob eine Unterstüßung für erwerbslose und turzarbeitende Tabatarbeiter gemährt werden darf, find die all. gemeinen Voraussegungen für die Gewährung der Er. werbslosen- und der öffentlichen Fürsorge, soweit sie nicht ausdrüd lich aufgehoben find, zu beachten. Insbesondere bleibt auch die Brüfung der Bedürftigteit unberührt, sie ist jedoch entsprechend dem Willen des Gesetzgebers und der besonderen Notlage der Tabalarbeiter nicht engherzig vorzunehmen; Kleinbefiz, der sich bei Tabatarbeitern vielfach findet, darf nicht für die Beurteilung der Bedürftigkeit in Betracht gezegen werten. Zur Be rechnung der Unterstützungsfäße für Kurzarbeiter sind die Lohnausfälle im Laufe einer Woche zusammenzuzählen und durch 6 zu teilen. Dem Kurzarbeiter darf nur für jedes polle Sechſtel, um das fein Wochenarbeitsverdienst gemindert ist, der Tagesunterftützungsfag einschließlich der Familienzuschläge, den er als Erwerbs Lojer beziehen würde, gewährt werden. In diesem Sonderfall wird man unter den Begriff der Gelegenheitsarbeit alle Arbeiten bis zur Dauer von 4 Wochen zu rechnen haben. Der Tarif skandal im Bankgewerbe. Wo bleibt der Achtstundentag? Das Trauerspiel des Tarifkonflikts im Bankgewerbe steht jetzt auf seinem Höhepunkt. Der Konflikt tritt in ein afutes Stadium. Um Freitag wurde im Reichsarbeitsministerium den Bertretern des Allgemeinen Verbandes der deutschen Bantange stellten eröffnet, daß der Reichsarbeitsminister folgende unglaubliche Maßnahme plant: Der Gehaltsschiedsspruch, den er mit einer lediglich 4 Broz. betragenden Erhöhung der Gehälter im Bankgewerbe sechs volle Monate unverändert laffen will, foll als verbindlich erklärt werden. Dagegen soll die Arbeitszeitregelung, tie eine Bezahlung der Ueberarbeit von der 50. Arbeitsstunde ab vorsieht, eine Ausdehnung der Ueber arbelt bis zur 54. Arbeitsstunde in der Woche erlaubt und lediglich lezteres als Ausnahmezustand charakterisiert, der nicht zur Regel werden darf, ni cht für verbindlich erklärt werden. Der Reichsarbeitsminister will im übrigen im öffentlichen Intereffe"(!) ein neues Schiedsgerichtsverfahren über die Arbeitsverhältnisse herbeiführen, das unter dem Vorsiz eines Referenten des Arbeitsministeriums geplant ist. Als Vorsitzender und Unpar teiischer" für ein solches neues Schieidsverfahren, das sich naturgemäß nur um die Arbeitszeit im Banfgewerbe drehen würde, ist berjenige Dezernent in Aussicht genommen, der bisher vergeblich versuchte, die Arbeitnehmerrrganisationen einem Bergleichsvorschlage gefügig zu machen, der den durch den Schiedsspruch errungenen Fortschritt wieder vollkommen illu forisch machen würde. Welche Aussichten dieses vom Reichsarbeitsminister geplante neue Schiedsverfahren hat, geht mit genügender Deutlichkeit aus einer streng vertraulichen Information des Reichs perbandes der Bantleitungen hervor, in der dieser seine Mitglieder über die bisherigen Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium informiert. Ein Exemplar dieser Information befindet sich im Besiz bes Allgemeinen Verbandes der deutschen Bankangestellten. Sie fagt an ter entscheidenden Stelle mörtlich: In getrennten Berhandlungen bemühte sich der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums, eine freiwillige Verständigung zwischen ben Bartelen zu erzielen, und er blieb insbesondere bemüht, eine ben praktischen Bedürfnissen unserer Mitglieder besser gerecht werdende Arbeitszeitregelung zu schaffen. Diese Bemühungen scheiterten jedoch an der Haltung der Angestelltenverbände. Ob vom Reichs arbeitsministerium aus noch weitere Schritte in dieser Angelegen heit unternemmen werden, oder ob nunmehr die Entscheidung über den Antrag auf Verbindlichkeitserklärung gefällt werden wird, vermögen wir gegenwärtig nicht zu übersehen. Jedenfalls glauben wir nach dem Gang der Verhandlungen annehmen zu dürfen, daß die von unseren Herren Unterhändlern gemachten Darlegungen über die Auswirkung der im Schiedsspruch vorgesehenen neuen Arbeitszeit. regelung auf den Vertreter des Reichsarbeitsmini. steriums nicht ohne Eindrud geblieben fint." Dieser beeindruckte Bertreter des Reichsarbeitsministeriums ist der vom Reichsarbeitsminister in Aussicht genommene un par teiische" für das neue Schlichtungsverfahren im Banfgewerbe! Wenn das Schiedsverfahren an sich in Deutschland noch einer neuen kompromittierung und Diskreditierung bedurfte, dann tönnte das der hier im Bantgewerbe heraufziehende neue Standal bewirken. Die Deffentlichkeit, in deren Intereffe angeblich tie dargelegten Maß nahmen geplant sind, wird sich ebenso wie die Bantangestelltenschaft mit dem Standal beschäftigen müssen. Die Entlaffungen bei der AEG. Am Donnerstag tagte in der Schulaula Grünthaler Str. 5 eine gut besuchte Bersammlung der AEG., Kolonie und Drontheimer Straße. Der Betriebsrat gab einen Bericht über die letzten Bor. tommnisse in den Werken und ging dann ausführlich auf die von der Direktion beantragte Entlassung von 500 Arbeitern und Arbeiterinnen ein. In der darauf folgenden Aussprache wurde auf den Ernst der Lage hingewiefen und die ungenügende Hilfe für die Erwerbslosen und Kurzarbeiter gerügt. Das Ergebnis der Aussprache war folgende einstimmig angenommene Resolution: „ Die am 21. Januar 1926 tagende Versammlung der AEG. Rolonie- und Drontheimer Straße verlangt von der sozialdemo fratisch- kommunistischen Rathausmehrheit schnellstens Maßnahmen zur ausreichenden Unterstützung der Erwerbslosen und Kurzarbeiter, sowie Inangriffnahme einer großen Anzahl fertiger Projekte zur Steuerung der Arbeitslosigkeit zu unternehmen. Die Bersammlung gelobt, sich wieder restlos in den freien Gewerkschaften zu organifieren. Beiter verlangt die Versammlung die vollige Enteignung der Fürsten und stellt sich geschlossen hinter die Durchführung eines Boltsentscheids, der zur einheitlichen Durchführung unbedingt durch den ADGB. eingeleitet und durchgeführt werden muß." Beschlüsse des Internationalen Arbeitsamts. ald Rampfwätige Unternehmer. 10 Solingen, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Arbeitgebe verband des Kreises Solingen hat die Arbeiter des Scherengewerbes, eima 3000, ausgesperrt, weil vor einiger Zeit mehrere Teilaus stände in verschiedenen Betrieben vorgekommen waren. Zum Kampf in der belgischen Schwerinduftrie. Brüffel, 30 Januar.( Eigener Drahtbericht.) Der Konflift in der Hennegauer Schwerindustrie hat eine weitere Verschärfung erfahren. Während die Gewerkschaften und die Streifleitung beschlossen hatten, die neuen Vermittlungsvorschläge des Ministerpräsidenten einer Urabstimmung der Arbeiter zu unterbreiten, lehnten die Unternehmer sie von vornherein ab. Trotzdem findet die Urabstimmung am Sonnabend statt und wird vermutlich bejahend ausfallen. Falls die Unternehmer trotzdem unversöhnlich bleiben, werden die Arbeiterorganisationen alle gesetzlichen Mittel anwenden, um die Wiederaufnahme der Produktion zu verhindern. Lohnbewegung der amerikanischen Eisenbahner. Washington, 30. Januar.( EP.) Die vier Eisenbahngewert schaften haben für die ihnen angeschloffenen 460 000 Eisenbahner Lohnerhöhungen gefordert, durch die für die Eisenbahngesellschaften Mehrausgaben von jährlich 500 Millionen Dollar entstehen würden. Die Gesellschaften erklärten jede Lehnerhöhung im gegenwärtigen Augenblid für unmöglich, da sie zum Bantrott fleiner, aber wichtiger Eisenbahngesellschaften führen müßten. Berantwortlich fülr Bolitik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gemertschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Tb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GB 68, Lindenstraße 3. Bekanntmachung. Auf Grund des Bahlausschreibens vom 23. 12. 1925, betreffend die Bahlen ber Versicherten- und Arbeitgebervertreter zum Ausschuß, ift sowohl von den Bersicherten als auch von den Arbeitgebern nur je eine gifte eingereicht worden. Beide Liſten ( Berficherte beginnend mit Carl Sentel, Arbeitgeber beginnend mit Friz Senz) entsprechen ihrem gesamten Inhalte nach den Borschriften der Wahlordnung. Die in den Bahlvorschlägen aufgeführten Bewerber gelten gemäß§ 10 der Bahl ordnung als gewählt. Die zum 6. bzw. 8. Februar 1926 ausgeschriebene Stimmabgabe findet baher nicht statt. Berlin- Schöneberg, den 29. Januar 1926 155/15 Der Borstand der Allgemeinen Ortstrantentaffe far den Berwaltungsbezirt XI der Stadt Berlin( Schöneberg- Friedenan). A. Schuldt, Borsigender. F. Senß, Schriftführer. Landhausstraße 4. Tel.: Pfalzburg 9831 Genf, 30. Januar. Eigener Drahtbericht.) Der Verwaltungs- Berliner- Elektriker- Genossenschaft ra: des Internationalen Arbeitsamtes beschloß am Freitag bei der Fernsprecher: Norden 65 25 u. 65 26 weiteren Aussprache über die von der Arbeitskonferenz des Jahres Berlin N24, Elsässer Str. 86-88| Filiale Westen, Wilmersdorf 1927 zu behandelnden Gesetze, daß die Frage der Mindest= lehne, menn auch hauptsächlich, so doch nicht ausschließ. Elektrische Anlagen jeder Art u. jeden Umfanges zu kulanten Zahlungsbedingungen. ich auf die Arbeiter der Heimindustrien sich beschränken solle und daß in der Krantenversicherung auch die Beleuchtungskörper und Osram- Lampen zu Fabrikpreisen. landesfremden Arbeiter berücksichtigt werden; außerdem soll über das Koalitionsrecht eine möglichst allseitige Aussprache stattfinden. Zur Revision der Geschäftsordnung wurde mit 18 gegen 6 Stimmen beschlossen, daß fünftig bei der Beratung von Borlagen in zweiter Lefung auf der einen Tagung die allgemeine Debatte und auf der darauffolgenden die Einzelberatung vorge nommen werden soll Eingaben der Internationalen Bereinigung der geistigen Arbeiter murden in dem Sinne erledigt, daß die Landesverbände der Vereinigung selber bei ihren Regierungen dahingehend vorstellig werden sollen, daß diese bei der Zusammen fegung der Delegationen für die Arbeitskonferenz auch Bertreter der geistigen Arbeiter hinzuziehen. Asthma fichere Silfe durch Reichels echte Afthma- Tropfen, berühmt burch ihre Birtung. M. 2.50. Ju Drogerien und Apotheten erhältl., jedoch echt nur mit Firma Otto Reichel, Barlin 43 SO., Eisenbahnstr.4 Vergessen Sie nicht Sonntag abend 6.15 für das außergewöhnliche Inventur- Angebot des allbekannten Teppichhauses Emil Lefèvre, Oranienstraße 158, Berlin, Notizblock bereitzuhalten! undfunk Grünbergs Aussteuer- Tage bieten Hervorragendes!! Beginn Sonnabend, 30. Januar Unser Prinzip ist: Gute, gediegene Waren, billigste Preise! Bend, Große Posten Wäschestoffe zu besonders billigen Preisen starkfdig Hemdenfach 58 PL Mtr. 75 feinfidige Renforcé Ware Mtr. 60 gute Renforcé Prima Qual, für fel 52 PL wäsche elegante Leib... Mtr. 98 80 cm breit 85 PL Mako- Balist elegante gute 95 PL Qualität ....... Mtr. 1.10 kräftige Qualität Licon for Bettsatin gestreift oder gofür 130 cm Mtr. 1.45, 1.28, 80 cm Mtr. 95 Bettbestige 75 PL must. für elegant. Bettwäsche 130 cm Mtr. 2.45 2.25, 1.35 80 cm........Mtr. 1.45 für Laken gate Hauswäsche Küchen- Handtücher Gerstenkorn od. Drell, m. 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