Nr. 51 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 26 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig monaffia 8.- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saare unb Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Dez Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit Sieb. lung und Rleingarten" fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille teile 80 fennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas feitgebrudte Wort 25 Blennts ( zuläffia amei fettgebrute Bortes, febes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erite Wort 15 Bfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buc Staben zählen für amei Borie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für bie nächte Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden. Stroke 3, abaegeben werden. Geöffnet von 8% Uhr früb bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Sonntag, den 31. Januar 1926 Köln ist frei! Ungeheure Menschenmengen auf dem Domplatz. Köln, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Mittags 3 Uhr. Hunderttausend. Menfchen auf dem weiten Kölner Domplat, der vom hellsten Sonnenglang über strahlt ist. Ein weltgeschichtlich betertfames Schauspiel vollzieht sich: der Abzug der letzten britischen Besatzungstruppen, die Niederholung der britischen Flagge, die mehr als sechs Jahre hindurch über Köln wehte. Die Parade der einen Kompagnie britischer Truppen, die von der Kölner Besatzung noch zu.ädgeblieben war, erfolgt sehr rasch, ohne übertriebenes militärisches Schaugepränge, vor dem großen Hotel Egzelsior, dem Hauptquartier des britischen Generalstabes. In dem schnellen Rhythmus der eigentümlichen britischen Militärmusik ziehen die Soldaten mit ihren Offizieren auf, und als es 3 Uhr von den Domtürmen schlägt, läßt ein britischer Sergeant die Flagge herab. Ein brausendes, anschwellendes Rufen, untermischt mit einigen Pfiffen, hallt über den Riesen plag. Diese Kundgebung hatte weder nationalistischen Charafter noch fonnte sie als Sympathieerflärung für die englischen Truppen aufgefaßt werden, deren Verhältnis zu der Bevölkerung in all den Jahren durchaus gut gewesen war. Die Demonstration war einfach der Eindruck einer gewaltigen Entspannung, bie jedermann miltriz. Dann marschierte die Kompagnie zum Bahnhof; nicht ein einziger britischer Soldat oder Offizier befindet sich noch in Köln. Erneute Heilruse, als an Stelle der britischen Flagge, die fölnische rotmeiße Fahne hochgezogen wird. Dann strömen die Maffen, noch immer von einem gewaltigen Schuhmannsaufgebot im Baum gehalten, in langen 3ügen vom Domplatz ab. Zahlreiche Häufer Kölns legten im Laufe des Nach mittags Flaggenfchmud an. Es zeigt sich, daß man in Köln dem Befenntnis Schwarz- Weiß- Rot oder Schwarz Rot- Golb gern aus weidt. Reben preußischen Farben fieht man meist die tölnische rotweiße Fahne. Sonntag Nacht 12 Uhr, dem Termin der offiziellen Befreiung, findet vor dem Dom die große und gebung 3 statt, bei der der Kölner Oberbürgermeister Adenauer sprechen wird. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedkonto: Berlin 37 536 Bankfonts: Bant der Arbeiter, Angestellten unb Beamten. Wallstr. 65: Distonte- Gesellschaft. Depofitenlaffe Lindenstr. 3. Vertrauensfragen. Die Abstimmung im Reichstag und die kommunistischen Kritiker. „ Der Reichskanzler und die Reichsminister bedürfen zu Jeder von ihnen muß zurüdtreten, wenn ihm der Reichstag ihrer Amtsführung des Vertrauens des Reichstags. Das Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold ruft alle Republikaner Dieser Artikel 54 der Reichsverfaffung hat den Parteien durch ausdrücklichen Beschluß sein Bertrauen entzieht." zur Teilnahme auf. Bon vornherein soll den Befreiungsfeiern der nationa deutet eine Abwendung vom alten System, nach dem der des Reichstags schon oft Kopfschmerzen verursacht. Er belistische Charafter fernbleiben. Aehnliche Kund- Reichskanzler nur des kaiserlichen Bertrauens bedurfte, gebungen werden in der Nacht vom Sonntag zum Montag in um im Amte bleiben zu fönnen. Jetzt ist es so, daß der Reichsallen größeren Städten der ersten Besatzungszone, in k repräsident die Reichsregierung ernennt, diese aber feld, München Gladbach usw., stattfinden. fie nicht etwa vom Reichspräsidenten bevollmächtigt ist, den Reichstag aufzulösen einer Bestätigung durch den Reichstag bedarf. 3 Nun hat die erste Besatzungszone, die rheinische Hauptstadt Köln, von den fremden Mächten ihre politische, rechtliche, wirtschaftliche Freiheit im Rahmen der deutschen Republik zurückerhalten. Die Besetzung von Düsseldorf und Duisburg war eine Sanktion infolge der Nichtunterzeichnung des Londoner Abkommens, die Besetzung des Ruhrgebietes eine Repreffalie im Zeichen Poincarés. Ganz anders die Situation im altbesetzten Gebiet. Hier war die Besazungsdauer durch den Versailler Vertrag geregelt. Mit der nun erfolgten Räumung der ersten Kölner Zone ist es für immer zu Ende mit den politischen Zielen der französischen Militaristen, die ihre Machtpläne mit der Offupation der Rheinlande verbanden. Die Befreiung Kölns ruft alle Erinnerungen der Bevölkerung an diese sieben Jahre unter fremdem Drud, an wirtschaftliche Abschnürung und Sepa ratiftentage wach. Sie ist ein gewaltiger Triumph der Reichseinheit. Die Berständigungs- und Versöhnungspolitit bis zu Locarno, deren erste Begbahner die Sozialdemokratie und die hinter ihr stehenden Arbeitermassen, allen Widerständen zum Troß, gewesen waren, trägt ihre Früchte. Der Anfang ist getan zur Befreiung der Rheinlande. Die Fortführung dieser Politik wird am schnellsten zu dem Ziele führen, dessen Verwirklichung alle Rheinländer in gleichem Maße herbeisehnen: daß das ganze Rheinland bald von jeglicher Besagungslast frei wird. Dieser Erfolg famn mur errungen werden im 3eichen der Republik und der Demokratie. Regierungsentwurf zur Wahlreform. der damaligen annegionistischen Politik Frankreichs gestellt hatte, die er mit schreiender Parteilichkeit bis zum Umschwung im Jahre Wahlalter 21 Jahre?- Ausschaltung der Splitterparteien 1924 fortjeßte. Er zeigte zwar dann eine auffallende AnpassungsBD3. teilt mit: Wie wir hören, stehen im Reichsfähigkeit an die neuen Richtlinien der französischen Politit, doch die ministerium des Innern die Vorarbeiten zu einem Wahl. Erinnerung an seine Tätigkeit in den ersten Jahren der Bölfer reformgefeßentwurf vor dem Abschluß, der als Ziel die Ab bundsverwaltung blieb naturgemäß in der Saarbevölkerung und in schaffung der Listenwahl, die Einführung der Per Deutschland wach und fein äußerlicher Kurswechsel vermochte das fönlichkeitswahl, die Ausschaltung von Splitter Vertrauen wiederherzustellen, das sich Rault bei den deutsch parteien und die Erzielung möglichst flarer Mehrheitsverhält. fühlenden Bewohnern völlig verscherzt hatte. An der Saar werden niffe anstrebt. Wie wir weiter hören, wird an dem Grundsch der dem scheidenden Rault teine Tränen nachgeweint werden. Hoffent. Berhältniswahl festgehalten, dagegen soll eine andere z wedlich wird sein englischer Nachfolger eine glücklichere Hand in der Be mäßigere Berrechnung der Rest stimmen erfolgen. Die handlung des Saargebietes zeigen. bisherigen großen Wahlkreise follen durch fleinere ersetzt werden. Es werden wahrscheinlich 156 Wahltreise geschaffen werden. Voraussichtlich wird auf 70 000 Stimmen ein Reichstags= abgeordneter tommen, so daß im ganzen mit etwa 390 Reichstagsabgeordneten zu rechnen ist. Der jezige Reichstag zählt befanntlich 493 Abgeordnete. Bahrscheinlich wird das Bahlalter von 20 auf 21 Jahre heraufgefeßt werden. Die Wahl vorlage foll möglichst bald dem Reichstage zugeleitet werden. Der Termin für das Volksbegehren. Boraussichtlich Anfang März. Wie dem Reichsdienst der Deutschen Bresse berichtet wird, er. wartet man in politischen Kreisen, daß als Termin für das Boltsbegehr in der Frage der Fürstenvermögen voraussichtlich Die Beit vom 3. bis 17. März bestimmt werden wird. Die Veröffentlichung des Termins unter gleichzeitiger amt licher Bublikation des eingereichten Gefeßentwurfs erfolgt im Reichsanzeiger". Die Zahl der Eintragungslisten für sämt. liche deutsche Gemeinden wird auf rund 1 Million geschätzt. Da die Brüfung und Zählung der Liste längere Zeit erfordert, fann nicht damit gerechnet werden, daß vor Anfang April festgestellt wird, ob bie Borausfegungen für einen Bolfsentscheid vorliegen. Eine genaue Feftfegung des Termins durch das Reichs. ministerium des Innern ist bisher noch nicht erfolgt. Rault verläßt die Saarregierung. Sein Nachfolger foll ein Engländer fein. lebereinstimmende Meldungen aus Baris besagen, daß der bisherige Bräsident der Saarregierungstommiffion, der Franzose Rault, bemnächst non seinem Voften scheiden wird. Sein Nachfolger foll ein Engländer fein. Diese Abberufung wäre um jo mehr zu begrüßen, als Rault, eine Kreatur Clemenceaus und Poincarés, fich völlig in den Dienst Neue Gefährdung des Finanzkompromiffes. Doumers taktische Mänöver. Paris, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Die Kamuner hat am Sonnabend vormittag das von der Regierung angeforderte provisorische Budget 3wölftel für den Monat Februar mit 425 gegen 125 Stimmen angenommen, nachdem die Regierung, dem Verlangen der Linken entsprechend, auf die Bewilligung der Kredite für die Einberufung der Reservisten verzichtet hatte. Die Nachmittagssigung brachte die Fortsetzung der Finanzbebatte. Der Rückzug, den Finanzminister Doumer bei der Zahlungs. fteuer angetreten hat, stellt sich mehr und mehr als ein rein tattijches Manöver heraus. Die Einzelheiten, die die Doumer nähestehende Preſſe über die von ihm als Erfaß für die Zahlungs: steuer vorgeschlagene Produktionsabgabe" veröffentlicht, lassen un weideutig erkennen, daß es sich im Grunde lediglich um eine zweideutig erkennen, daß es sich im Grunde lediglich um eine Namensänderung handelt. Die von Finanzminister in Aussicht genommene neue Steuer soll nicht etwa ausschließlich die Produktion erfaffen, sondern nach dem Vorbilde Belgiens eine Konjumab. gabe auf alle Geschäfte zwischen Kaufleuten bilden. Die einzige Kenzession, die Doumer danach gemacht hat, besteht darin, daß der Kleinhandel von dieser Abgabe ausgenommen sein soll. Unter tiefen Umständen scheint das bereits als sicher angekündigte Kompromiß zwischen Kabinett und Kammermehrheit abermals in Frage gestellt. Antideutsche Kundgebung in Genua. wenn Die dem Artifel 54 am genauesten angepaßte Formel der Bestätigung ist die Annahme einer Erklärung, daß die Reichsregierung das Vertrauen des Reichstags befigt". Aber ihrer Anwendung steht gewöhnlich der Umstand im Wege, daß ein wirkliches Bertrauen" einer Mehrheit zu der neuernannten Regierung gar nicht vorhanden ist. Hätten wir in Deutschland das Zweiparteiensystem, so wäre es der augenblicklich fiegreichen Partei sehr leicht, der Regierung, der aus ihr allein gebildeten Regierung das Bertrauen auszufprechen. Das Wort„ Bertrauen" würde sich dann mit seinem wirklichen Inhalt decken. Aber wir haben im Reichstag acht Parteien, aus denen sich immer mehrere zu einem Bertrouensvotum zusammenfinden müssen, wenn diefes die Mehrheit erhalten soll. In jeder Regierungsfoalition wird es mindestens eine Partei geben, die sich irgendwie als, seitab stehend betrachtet, die von der Zusammensetzung und dem Brogramm der Regierung durchaus nicht befriedigt ist, und in ihnen nur das kleinste der im Augenblid möglichen Uebel erblickt. Und am häufigsten wird sich die Sozialdemokratie in diefer Lage finden: denn ihrer ganzen Natur nach muß ihr Streben auf Allein herrschaft durch Gewinnung der Mehr heit gerichtet sein, und sie will die grundsätzlichen Unterschiede, die fie von den bürgerlichen Parteien trennen, nicht ver wischen lassen. Die Anwendung der Bertrauensformel bei der Einführung einer neuen Regierung setzt ein größeres Maß von Berständnis für die Eigentümlichkeiten des parla. mentarifden Systems voraus, als es heute im deutschen Volfe vorhanden ist. Man nimmt das Wort Bertrauen wirklich und meint, wenn eine Partei für eine Bertrauenserklärung im Reichstag stimme, wolle sie dadurch der neuen Regierung gegenüber ihre Gefühle zum Ausdrud bringen. In Wirklichkeit wird durch die Annahme der Bertrauenserklärung weiter nichts gesagt, als daß die Partei der Regierung zunächst einmal das Leben lassen mill. Diese Absicht geht gewöhnlich auf ganz andere Beweggründe zurüd als auf den, daß man das Programm der Regierung für befriedigend hält und von ihren Mitgliedern nur löb. liche Taten erwartet. und nur auf Beit gegebenen„ Bertrauensobtums" durch die Um einer agitatorischen Mißdeutung des rein formalen Gegner vorzubeugen, hat man oft nach Auswegen gesucht. Der gewöhnliche ist der, daß man der Regierung nicht das Vertrauen, sondern nur der von ihr abgegebenen Erklärung die Billigung" ausspricht. Das ist der sogenannte„ Ber= trauens- Ersay". Viele Regierungen mußten sich mit ihm begnügen. Zuleßt die Regierung Luther Schiele, der das Sentrum durchaus nicht das Bertrauen" aussprechen wollte. Die christlichen Arbeiter hätten sich zu sehr gewun bert, wenn ihre Partei einer Regierung, in der vier Deutschnationale saßen, das„ Vertrauen" ausgesprochen haben würde. Nachdem sich Herr Luther für sein zweites Kabinett statt mit Deutschnationalen mit Demokraten versehen hat, stand die Sozialdemokratie vor der Frage, wie sie fich bei der Abstimmung, die über das Schicksal des Kabinetts gerentschied, entschied, stellen sollte. Herr Luther selbst hatte den Ausweg des Vertrauens- Erfaßes" verbaut, indem er ein flares Bertrauensvotum gefordert hatte. Da die Sozialdemokratische Partei von cornherein die Absicht hatte, das neue Kabinett zunächst einmal criſtieren zu lassen, wäre es an fich fonfe quent gewesen, für das Bertrauensvotum zu stimmen. Eine folche Haltung hätte aber ein sehr weitgehendes Verständnis der breiten Massen für die Notwendigkeiten des parlamenta. rischen Systems und für die besondere Bedeutung des Wortes Bertrauen" in diesem zur Vorausseßung gehabt. Genua, 80. Januar.( WTB.) Studenten veranstalteten bier eine Sundgebung gegen das deutsche Ronfulat. Sie verfuchten in das Koniulat einzubringen, wurden aber von einer Eruppenabteilung zurüdgedrängt. Die Demonstranten ger ftreuten sich dann, ohne daß es zu weiteren 8wischenfällen ge lommen wäre. Darum wählte die Frattion den Ausweg der Stimm. enthaltung. Gegen ihn sprach die Erwägung, daß man dadurch den Ausgang der Abstimmung, statt ihn maßgebend zu beeinfluffen, dem Zufall überließ. Immerhin war mit einem ziemlich hohen Grad von Wahrscheinlichkeit vor. auszusehen, daß die Stimmenthaltung genügte, um einen Sieg der deutschnational- tommunistischen Opposition zu ver meiden. Nun, nachdem dieser Erfolg eingetreten ist, ergibt sich der weitere Borteil, daß die Sozialdemokratie der neuen Regierung gegenüber auch äußerlich sichtbar Distanz gewahrt hat. Eine Kampfgemeinschaft wie die des arbeitenden Boltes ganz in die Linie der Hugenbergpreffe, die mit einem Lob für Hen. fann nicht vorwärts tommen, ohne von echtem Berning, das Opfer der Henter, ihre Geschäftstampagnegegen trauen zufammengehalten zu werden. Bertrauen zur das Dames Abtommen unterstützt, gegenüber der öffentIdee, Vertrauen in die Kraft der Bewegung, Bertrauen fichen Kritif die faule Ausrede auf Ironie, nachträglich unterſtükt So find zwei Möglichkeiten offen: Entweder die Re in die selbstgewählte Führung. Die Kommu- durch die berühmten Zeichen. gierung fucht in fünftigen Fällen Hilfe bei den Deutfchnationisten haben fein Bertrauen weder zu ihrer Führung, die sie Wie hier schon einmal gesagt wurde: Schmuzig bis in die Internalen, und es tritt damit eine Klärung der Lage ein, durch alle fünf Minuten wechseln, noch zu ihrer Idee, an die fie punktion! die die Sozialdemokratie ihre volle operative Freiheit nicht mehr glauben, noch zu sich selbst. Die Zerstörung je des zurückgewinnt, oder daß die Regierung bleibt in ihrer Vertrauens ist ihre Funktion. Existenz va der Haltung der sozialdemokratischen Reichs tagsfraktion abhängig, und dann wird eine gewisse Einfluß nahme auf ihre Handlungen möglich. Wie man sieht, beruht das Berhalten unserer Reichstagsfrattion auf sehr forgfältigen Ueberlegungen. Eine Krise in diesem Augenblick gleichgültig, ob sie mit einer Reichstagsauflösung verbunden war oder nicht hätte Deutschlands Eintritt in den Bölferbund verzögert und hätte einer widerstrebenden Bureaukratie jeden gewünschten Bormand geliefert, um Maßnahmen, die zur Linderung der Wirtschaftsnot notwendig sind, aus formal verfaffungsmäßigen Gründen hintanzuhalten. Die Sozialdemofratie hätte sich aber dem Vorwurf ausgefeßt, eine eben erst ernannte Regierung ohne durchschlagenden Grund sofort wieder gestürzt und das parlamentarische System fompromittiert zu haben. Wenn die Kommunisten jezt die Kritiker und Lehrmeister der Sozialdemokratie spielen wollen, so bieten sie ein Bild, für dessen unfreiwilligen Humor jeder politisch denkende Arbeiter volles Berständnis haben wird. Die Kosten des Reichstages. 1,2 Millionen weniger als 1925. Stahlhelmführer Düsterberg vor Gericht. Wegen Beleidigung des Genossen Grüner zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. an Halle a. d. S., 30. Januar.( WTB.) Vor dem erweiterten Schöffengericht fand heute der Beleidigungsprozeß gegen den Stahlhelmführer Oberstleutnant a. D. Düsterberg statt, den der sozial bemokratische Regierungspräsident Grüßner- Merseburg geftrengt hatte, da Grüßner in einem Beschwerdetelegramm, das Düfterberg im Anschluß an das Stodverbot des Regierungspräfidenten an den Reichsinnenminister gerichtet hatte, eine Beleidigung erblickt hatte. Nach achtstündiger Verhandlung wurde Dürfterberg. dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, zu 300 Mart Gelb Der Ausschuß für den Reichshaushalt erledigte in seiner gestrigen Sigung neben einigen fleineren Etats( Rechnungshof, Reichsschuld) auch den Haushalt des Reichstages selbst. Die Gesamtkosten des Reichstages sind für 1926 veranschlagt auf rund 6% Millionen gegen 7,4 Millionen Mart im Jahre 1925 Antra fe verurteilt. 19291 Personal find erforderlich 111 Beamte, 19 beamtete und 191 nicht beamtete Hilfskräfte. Die Aufwandsentschädigungen an die Mitglieder des Reichstages betragen 3% Millionen. Für die Her stellung der umfangreichen Reichstagsdrucksachen einschließlich der zugehörigen Buchbinderarbeiten sowie der Beschaffung von Zeitungen und Druckschriften werden 300 000 m., für die Bücherei 75 000 m., für die Unterhaltung und Bewirtschaftung der Dienstgebäude 255 000 m. angefordert. Daß die Kommunisten über die Haltung der sozialdemokratischen Fraktion ein Morbsgeschrei erheben würden, hat wohl jeder von uns vorausgesehen. Zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten besteht num einmal der grundsägliche Unterschied, daß die Sozialdemokraten wissen, was sie wollen, die Kommunisten aber das nicht wissen. Die 62,3 Millionen aus dem Etat gestrichen. Reichsrat gegen Reichstag. Sozialdemokraten sehen in der europäischen Demofratie die Grundlage für die Erhaltung des Friedens und für den Aufstieg zum Sozialismus; der Parlamentarismus ist für fie ein Instrument, um den Einfluß der Arbeiterklasse in steigendem Maße zur Geltung zu bringen. Die Kommunisten...? Es war einmal, da sahen die Kommunisten ihre Aufgabe darin, die Weltrepolution zu inszenieren, deren Ausbruch übermorgen, morgen, warum nicht schon heute zu erwarten war. Es war einmal, da regierten Ruth Fischer, Raz und Schole m; sie verfemten jeden, der die Sozialdemokratie für eine Arbeiterpartei hielt oder der mit den Balliativmittelchen des Reformismus der Bourgeoisie zu Hilfe fam und Arbeiterverrat" verübte. Jetzt figt Ruth Fischer in Moskau in der Verbannung, Scholem läuft mit bis zum Boden hängenden Ohren im Reichstag herum, und Katz ist ausgeschlossen und wird für verrückt erklärt, seit es notwendig geworden ist, gegen ihn und seine Anhänger in Hannover eine Große Koalition von Schußpolizisten und Roten Frontfämpfern zu bilden. auf den Londoner Vertrag. Berufung Der Reichsrat hielt am Sonnabend unter Vorsitz des neuen Finanzministers Dr. Reinhold eine öffentliche Bollfizung ab. Auf der Tagesordnung stand der Etat für 1925, der durch die Reichs. tagsbeschlüsse bekanntlich vielfache Aenderungen erlitten hat. Die Ausschüffe des Reichsrats haben nach eingehenden Beratungen über diese Aenderungen ihrerseits eine ganze Anzahl der vom Reichstag beschlossenen Neueinsehungen und Ausgabe- Erhöhungen abgelehnt. Der Reichstag hatte derartige Beschlüsse gefaßt, daß der Etat für 1925 mit einem Anleihebetrag von 62,3 mit lionen abschloß, der, da eine innere Anleihe zurzeit nicht unter zubringen ist, als ungedeckter Fehlbetrag zu gelten hat. Der Reichsrat hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß mit Rücksicht auf die Londoner Abmachungen, wonach der Reichshaushaltsplan in den beiden Schonjahren ins Gleichgewicht gebracht werden soll, es nicht angängig sei, den Haushaltsplan mit einem Fehlbetrag abzuschließen. Er hat deshalb die Abftriche vorgenommen, die notwendig erscheinen, um diesen Fehlbetrag zu beseitigen. Die Bollversammlung des Reichsrats nahm den Etat für 1925 in der nunmehr wieder veränderten Gestalt an. Ausrede und Anführungszeichen. Die Kommunisten find schon jahrelang von Irrtum zu Irrtum, gefaumelt, haben eine Führergarnitur nach der an deren abgefägt. Von einem geschlossenen System einer fommumistischen Politik ist weit und breit keine Spur mehr zu erblicken, seit das Rernstüd, der Glaube an die unmittelbar be porstehende Bolschewisierung Europas, perloren gegangen iſt. Mas fut man alsa? Man mischt sich unter die sozialdemo tratischen Arbeiter und belehrt sie, wie die sozialpollen Satzzeichen dort nicht anzuwenden, wo sie anzuwenden wären. demokratische Politit richtig getrieben werden muß.in Was haben die Kommunisten zuwege gebracht? Opfer über Opfer, Berwirrung, Bersehung, Berhehung zwischen Alaffengenossen und das alles für ein Phantom! Manch mal scheint es freilich, als ob sie jezt allmählich zu Berstande tommen wollten. Aber solange fie ihre Aufgabe darin erHliden, die sozialdemokratischen Arbeiter" gegen die sozial demokratischen Führer" zu hetzen, bleibt ihr Gefchrei nach Einheitsfront Heuchelei und ihre Arbeit nur Arbeit für die Reaktion. Zuck! Bon Lucian. Der männliche Untertan in Deutschland glaubte, bevor er zum Mifitär gekommen war, daß der Kopf zum Denken da sei. Der mifitärische Drill überzeugte ihn von der Unrichtigkeit dieser Auffaffung und lehrte ihn begreifen, daß der Kopf nur zum Gruß der Borgesetzten bestimmt ist. Das schwierigste Problem, das der Refrut zu löfen hatte, war bekanntlich der richtige Gruß. Es war ein Kinderspiel, die Flugbahn einer Haubige nach Kompaß und Richtnabel zu bestimmen gegenüber der Aufgabe, den Borgesetzten vorfchriftsmäßig zu grüßen. Das gelang faft nie. Dem Körper das Aussehen einer Maschine zu geben, den Kopf mit einem beinahe hörbaren Rud nach der Seite zu werfen, den Arm in einem Winkel von fünfundvierzig Grad an den Knopf der Maschine, eben jenen Kopf, zu bringen, das verschlang Stunden, Wochen und Monate und wurde niemals zur Zufriedenheit ausgeführt. Bud" brüllte der Unteroffizier, um der Bewegung des Rekruten die Schnelligkeit eines geölten Blizes zu geben, aber wenn der Unteroffizier glaubte, es der Mannschaft richtig beigebracht zu haben, so belehrte ihn der Berweis des höheren Borgefeßten, daß es falsch gewesen war. Es mußte falsch fein, damit der Kopf nicht etwa denten tonnte, er fei nunmehr wieder zum Denken auf der Welt. Wenn der vielstündige Sturmangriff vorüber war, fo mußte das Dugend übrig gebliebener Köpfe erst einmal wieder auf das Bud" eines noch vorhandenen Borgesezten den Kopf parallel zur rechten Schulter um die Ecke flappen, bis die Augen vor Ergebenheit aus ihren Höhlen traten. Mit jenem„ Bud", das nur selten gesprochen wurde, das meist mur im Ton des Befehles lag, glaubten die Offiziere die Dentfraft eines ganzen Boltes lahmzulegen. Bud" sagten sie bei der Marine, wenn die ausgehungerte Mannschaft beim Anblick ihrer Gelage murrte, und zud fanten die Köpfe ihrer Opfer auf den fühlen Rafen. Wie einfach schien dieses System zu sein, solange es dem Kopf nicht einfiel, fich feiner wahren Bestimmung zu erinnern. Selbst das willenloseste Medium tann eines Tages aus feinem Hypnotischen Schlaf erwachen und seiner menschlichen Würde bewußt werden. Daß es das deutsche Bolt getan, tönnen ihm die Machthaber von damals nicht verzeihen. Noch heute aber scheint der unsichtbare Feldwebel, durch das Land zu gehen, und wo der Ropf einen freien Gedanken fassen will, feine hypnotische Zauber formel, fein Bud" zu rufen. Treten Exzellenzen oder gar Fürsten mit noch so unverschämten Forderungen hervor, fo fliegt der Ropf hochachtungsvoll und ergebenst zur Seite. Hofprediger neigen ben Kopf ein wenig vor dem Gott am Kreuz, aber erbeben in Ehrfurcht vor den Pharifäern im mottengerfressenen Hermelin. Die freie Kopfhaltung des Republikaners ist der verhaßteste Anblick für jene Leute, die gewohnt waren, mit menschlichen Automaten zu spielen. Sie alle, die nur au erscheinen brauchten, um jeden nicht chargierten Die Jnterpunktion im Hause Hugenberg. Manchmal arbeitet die Hugenbergpreffe nach der Methode -",(!), manchmal jedoch auch nach der Methode, diese ausbrucks Kurzum, die Verherrlichung der Henningschen Flegelei im Nachttag" foll handgreifliche Ironie und derber Sartasmus" gewesen sein, und zum Beweis dafür läßt Herr Hugenberg gestern abend das Lob für den überaus mutigen und tattvollen Angriff" des Henning wiederholen, diesmal in Anführungsstrichen. Am Freitag fehlten bie intereffanten fleinen Zeichen, und wir möchten den Leser des Nachttags" sehen, der das Lob für Henning für Ironie genommen hat! dis Darau war es berechnet mar feige Zweideutigkeit. Für den Leser des Nachttags" ein Lob für Henning das paßt es Deutschen in eine Puppe zu verwandeln, halten es für Rebellion, wenn der Puppentopf zu denken versucht. Daß der Kopf nicht feelenios beim Anblid eines fremden Popanz zusammenschredt, sondern stolz demjenigen einen Gruß erweist, dem er Bertrauen entgegenbringt, das ist ein Ding, das ihr zusammengeschrumpftes Gehirn nicht zu faffen vermag. Noch ist das deutsche Bolt in vielen feiner Glieder frant und schredt bisweilen im Schlaf wie in einem Angsttraum zusammen, wenn es das„ Bud" eines Borgefeßten zu hören glaubt. Es bleibt die Aufgabe des Boltsarztes, ihm den letzten Reft dieser Gespensterfurcht zu nehmen. Deutsches Künstler- Theater:„ Paganini". bringen. Geschieht es aber, jo muß der Bersuch gemacht werden, Es ist immer gewagt, historische Figuren auf die Bühne zu die Maske der Darstellenden dem Gesicht des Helden anzupassen. Baganini ist der Typ des musikalischen Dämons und Herenmeisters. Richard Tauber, der in der Le har schen Operette den Baganini fang, versuchte nicht einmal, Haar, Nase oder Kinn nach dem be rühmten Vorbild zu modeln. Jeder 3oll ein blendender, seiner Wirkung sicherer Lenor, dessen Kußfied viermal wiederholt merden muß, ein Schwärmer und Schmetterling an allen Blumen des Be bens, ein Star mit leuchtenden Augen und bravouröser Kehle. Aber ein die Welt faszinierender Musiker, ein Dämon? Nein. Daß zu diesem Gesicht nicht eine phantastische Begabung, ein Genie paßt, daß aus diefer ganzen Inrischen Bartie nie eine Herenmelodie flingen fonnte, das jah ein Blinder, hörte ein Tauber. Tauber hörte es nicht, jah es nicht, leider auch sein Direktor und vor allem die Tertdichter nicht ( Knepler und Jenbach). Vielleicht refignierte er nur vor der garten Ungeschicklichkeit seiner Autoren. Daß Baganini geliebt hat, viele ift das ein Stoff für zwei Frauen, auch viele zu gleicher Zeit zum Operettengenre dieser Art; er geht zur Oper, tomponiert mit Operettenatte? Franz Lehar, unser Bester, findet den Weg nicht feinster Art und glühendem Herzen Arien oder Lieder, baut ein gutes Finale, untermalt glänzend, aber die große Laune fliegt ihm aus diesem Text nicht zu, um eine große Nummer schaffen zu können. Man freut sich festzustellen, daß er so sauber orchestriert, wie taum ein zweiter, und jammert, daß die Operette, auch die wienerische, stirbt, wenn selbst die Lehars aus ihr feine Funten mehr schlagen die Rolle einer Heroine zugedacht, und die interpretierte fie mit schauspielerischer Eleganz, mit Größe, mit Schönheit des Gesangs und der Bewegung. Man lasse diese Fürstin von Lucca niemals von einer anderen fingen! Der einzige Lustige dieses Abends: Eugen Reg in einer glüdlichen Mischung aus Liebenswürdigkeit und Trot telei. Die flotte Edith Scholwer tam nicht auf ihre Kosten. Ka Die beiden Matadore des Theaters, Tauber und Schwarz, wurden pellmeifter Haute beflügelte das Ganze soweit es möglich war. stürmisch bejubelt, Lehar gerufen. Hinter den Vorhängen geigte einer, dessen Name hätte genannt werden dürfen. Bar es auch fein Paganini, fo erinnerte er doch einzig und allein an jenen Meister, dessen Name die Oper führt, KS Loeffelholzmethoden. Im Thüringer Rechtsausschus. Weimar, 80. Januar.( WTB.) Im Justizunterfudung8. ausichus des Thüringer Landtags wurde heute Oberstaatsanwalt Dr. Frieders als Beuge vernommen. Während seiner Vernebmung entstand eine periönliche Auseinandersetzung zwischen dem böllischen Abgeordneten Spiller und dem sozialdemokratischen Abg. Dr. Nieß wegen des Meineidsver. fahrens gegen Spiller. Jm Verlaufe der Auseinandersetzung solug der Abg. Spiller den Abg. Dr. Kieß mit der Faust in den Rüden und verließ darauf den Saal. Er wurde für eine Sigung ausgeschlossen. Späte und milde Sühne. Lindes und Pelzers Staatsanwaltskarrière erledigt. B. G. Oberstaatsanwalt 2inde, der die Ermittlungsverfahren gegen Stutisler, Barmat und Höfle eingeleitet und bie umfangreichen Verhaftungen vorgenommen hatte, ist aus der Staatsanwaltschaft ausgeschieden und zum Landgerichtsdirektor beim Landgericht I ernannt worden. Auch Staatsanwaltschaftsrat Belzer, der unter Oberstaatsanwalt Binde diese Ermittlungsverfahren mit bearbeitete, ist von seinem bisherigen Amt ausgeschieden und Landbearbeitete, ist von seinem bisherigen Amt ausgeschieden und LandGerichtsrat geworden. Eine merkwürdige Beschlagnahme. Als Ersatz für die Dittmann- Broschüre? Wolffburea u teilte gestern abend mit: Heute nachmittag er. schienen Kriminalpolizeibeamte auf der Redaktion der Welt am Abend und befchlagnahmten die heutige und geftrige Ausgabe wegen der Artikelfolge: Seiner Majestät Marine, Erinnerungen eines Landesverräters" aus der Marinemeuterei 1917. Gleichzeitig wurde der Befehl erteilt, die heutige Ausgabe im Straßenhandel zu befchlagnahmen. Wie wir weiter erfahren, ist die Beschlagnahme erfolgt, weil diefe Artikelferie aus der vom Staatsgerichtshof beschlagnahmten Broschüre Antinautifus entnommen ist. Die Tagesordnung für die Sigung des Auswärtigen Ausschußfes verkehrsfragen behandelt merden, dann das vorläufige Wirtschafts am Mittwoch steht nunmehr fest. An erster Stelle wenden ufts abkommen mit Spanien und der Zusaẞvertrag zum deutsch nieder ländischen Handels- und Schiffahrtsvertrag. Das Hauptthema des Tages aber ist die Frage des Eintritts Deutschlands in den Bölferbund. Romain Rollands sechzigsten Geburtstag feierte Stefan 3 meig durch einen im Meistersaal vor einer zahlreichen Zuhörerschaft gehaltenen Bortrag. Für ihn ist das wesentliche an Rollands Wert der neue Idealismus, der in einer Zeit des Zusammenbruchs der Jugend wieder Lebensenergien zuführt, wie es vor mehr als hundert Jahren für Deutschland Schiller getan hat. Davon ausgehend, daß die Mufit, die wahrhaft internationale Sprache, Rolland excheibend beeinflußt hat, berichtete er über zwei Wunder in dessen Zeben, die davon Zeugnis ablegen, daß der Geist über die ganze Belt Berwandtes zusammenführt. So war es eine Deutsche, Mal vida v. Mensenbug, die letzte Repräsentantin des Goethelchen Beit alters, Freundin Nießsches und Wagners, die den zweiundzwanzigjährigen Franzosen in Rom den deutschen Geist erschloß. Ueber zweitausend Briefe fünden von jenter seltenen Freundschaft, die den Jüngling mit der Achtzigjährigen verband. Das zweite Wunder war ein mehr als dreißig Seiten langer Brief, den der in seelische Röte verstrickte, in erfolgloser Arbeit ermattete Rolland von Tolstoi hinaus zur Kunst, die allen Böltern gemeinsam ist, und zur Biebe erhielt. Beide Ereignisse leiteten ihn über nationale Beschränktheit für die gesamte Menschheit. Tolstoi, der auch in Gandhis Leben einen Lichtstrahl gesendet hatte, führte die entscheidende Wendung in Rollands Leben herbei. Als der Krieg ausbrach, war Relland es, der zuerst mit schwacher, dann mit immer lauter vernehmlicher Stimme die Solidarität aller Böller, und vor allem Europas, verfündete. Orient und Ofzident reihen sich die Hände, Gandhi in Intien, Rolland in Europa predigen die Sprache der Liebe in einer Zeit, wo der Haß zur verheerenden Epidemie geworden war. Es mwäre aber falsch, Rolland einen schwächlichen Quietisten zu nennen, benn jeder geniale Geist ist ein Heros, der im Kampf feine Kräfte erhöht, wie Beethoven, wie Michelangelo, wie Gandhi, über die Rolland wertvolle Bücher geschrieben hat. Von diesem heroischen Ringen in Rollands durch späten Ruhm gefröntem Leben entwarf der Vertragende ein ebenso lebendiges wie formvollendetes Ge mälte. $. G. der Sozialistischen Arbeiterjugend über Kunit im Jugendheim Lindenstr. 8 Leo Beffenberg fpricht heute 7%, Uhr im Rahmen der Bortragsreihe über das Thema Arbeiterjugend und Musir. Amtliche Führungen. Sonntag, 10 Uhr vorm., Kaiser- Friedrich- Museum, Dr. Bange: Deutste Altare Malerei und Blaftit; im Museum BrinzAlbrecht- Str. Dir. Kümmel: Ditasiatische Ladarbeiten. Bulaßtarten 60 Pf. Arthur Schnigler bat für den ihm zu Ehren veranstalteten Fünften Dichterabend des Verbandes Deutscher Erzäbler am Sonntag, belle räulein Ife lieft, feine persönliche Mitwirkung zugejagt. den 7. februar, im Reichstage, auf dem Elifabefb Bergner bie NoBoth age. Sugo åring bält am Montag 8 Uhr einen Vortrag Aber au probleme unferer Beit im ehem im ehemaligen Kunstgewerbes Muſeum. Borträge im Mu'eum für Meerestunde. Dienstag, den 2. Februar, abends 8 Uhr, Dr. St. Goffmann: Die Bedeutung des Erd. starten find täglich und am Vortragsabend im Museum für Meerestunde, BIs für die diffabrt und die Politit der Seemante. Georgenstr. 34/36, zu erhalten. Der Hofball bei 3ille findet in diesem Jahre am Sonnabend, ben 20. februar, im Sport- Bajaft statt. Heinrich Bille hat auch diesesmal die Binstlerische Oberleitung übernommen. Nicht Heßler, soni Die Flucht Unsere Mitteilung, haß die R e i ch s r e g i e r u n g sich durch Luther und Geßler kehr lebhaft darum bemühe, die Ausschließung der Oeffentlichteit in dem be- kannten Feme mordprozeß zu erwirken, der am Mon- tag zur Verhandlung kommen soll, wird jetzt offiziös b e st ä t i g t. Nur mit der Einschränkung, daß nicht (3 e ß l e r. sondern Stxesemann der chauptbetelligte an diesen Treibereien sei. Durch das Nachrichtenbureau des Vereins der Deutschen Zeitungsverleger wird folgende Mel- dung oerbreitet: Im„Vorwärts" vom 30. Januar wird im Einblick auf«inen vor einem Berliner Gericht am Montag beginnenden Fememord- prozeß die Auffassung vertreten, daß von der R e i ch s r e g i e- ru n g Beeinflussungsversuche unternommen werden, und daß vor allem der Reichswehrminister Keßler sich„für die Flucht ins Dunkle" interessiere. Wie wir von unterrichteter Seite hören, liegt es der Reichsregierung oder einzelnen Reichsminister selbst- verständlich vollkommen fern, nach irgendeiner bestimmten Richtung in ein schwebendes Gerichtsverfahren eingreisen zu wollen. Die Gerichte selbst haben jedoch pflichtgemäß zu prüfen, ob durch öffentliche Verhandlung bestimmter Vorgänge das Staats- wohl oder die Staatssicherheit gefährdet werden tännlen. und es ist �Ausgabe der Staatsanwaltschaft, unter Umständen die entsprechenden Anträge zu stellen. Eine restlose Feststellung der Tat- b e st ä n d e in den sogenannteen Fememordprozessen liegt ganz sicher auch im Staatsinteresse, und die deutsche O e s f e n t l i ch k e i t hat ein unmittelbares Anrecht, das E r g e b- n i s dieser Verhandlung eingehend kennenzulernen. Andererseits ist es aber sehr wohl möglich, daß in Prozessen mit politischem hinter- grund und mit Vorgängen aus politisch stark erregtet» Zeiten die öffentliche Erörterung über noch nicht geklärte Tatbestände und über einseitige Behauptungen vor allem im Ausland Urleile auskommen lassen kann, die von den nachteiligsten Folgen sind. Eine derartige Möglichkeit auszuschließen, verlangen nach Ansicht des Reichsaußenministers die gegenwärtig auf mehrfachen Ge- bieten im Interesse Deutschlands zu erwartenden außenpol i« tischen Entscheidungen. Die Reichswehr als solche hat mit den Fememordprozessen nichts zu tun, und es ist des« wegen auch kein Reichswehr-, sondern eben nur ein a u ß« n p o l i- t i s ch e e Interesse, das es im vorliegenden Fall wahrzunehmen gilt. Diese halbe Ableugnung und Entschuldigung ist ein ganzes Eingeständnis. Nur, daß unsere Infor- »Nationen zwar von Luther und Geßler, nicht aber von Strese- mann sprachen. Jetzt gesteht Stresemann selbst, daß e r aus„außenpolitischen Gründen" das Gericht zu be> einflusfen sucht, indem er es an sciire„Pflicht zur Prüfung erinnert. Die außenpolitischen Gründe sind in Wirklichkeit an den Haaren herbeigezogen. Die Entente hat von der Existenz der„Schwarzen Reichswehr" früher und mehr gewußt als der Durchschnittsdeutsche, um so mehr, als jede öffent- km Stresemann. ins Dunkle. liche Besprechung der.,Schwarzen-Reichswehr"-Schande mit einem Landesoerratsprozeß bedacht wurde. Die deutsche Oeffentlichkeit ist systematisch im Irrtum erhalten worden über die„Arbeitskommandos", die bei jedem Putsch plötzlich in einer der Reichswehrunisorm täuschend ähnlichen Bekleidung austauchten. Erst seit die„n a t i o n a l- t o m- muni st ischen Haufen" in Küstrin etwas unternahnren, was Wissende längst kommen sahen, aber was der Reichs- wehr denn doch gegen den Strich ging— erst da wurde mit dem sträflichen Unfug aufgeräumt. Wenigstens versichert man das heute. Aber wenn wirklich aufgeräumt ist, was gibt es dann noch aus„außenpolitischen" Gründen zu verbergen? Die Geheimhaltung der Schwurgerichtsverhandlungen wird doch im geraden Gegenteil den Eindruck erwecken, daß noch immer in Deutschland etwas zu verbergen ist. Run gibt zwar die offiziöse Mitteilung zu. daß auch die deutsche Oeffentlichkeit ein Recht auf Kenntnis der Tatsachen habe, die dem Prozeß zugrunde liegen. Aber dos Drängen auf Geheimsitzung will dieses Recht verkürzen und will jede Möglichkeit für die Oeffentlichkeit ausschalten, selbst zu ton- trollieren, welche Mittel zur Aufklärung und welche zur Vertuschung angewandt werden. Daran aber besteht gerade ein außerordentliches innerpolitisches Jnter- esse, daß endlich die Fäden aufgedeckt werden, die die rechts- radikalen Putschorganisationen dirigierten. Außen» politische Gründe werden nur vorgeschützt, um den inneren politischen Skandal zu bemänteln. Und deshalb fordern wir nach wie vor, daß das Gericht in Moabit und der Staatsanwalt sich weder von Stresemann noch von Luther und Geßler einschüchtern lassen, sondern in voller Offenheit den Sumpf bloßlegen, aus dem die Fememorde wuchsen. Wir wiederholen: Die Geheimhaltung würde praktisch wertlos sein, denn es wird dafür gesorgt werden, daß die Hintergründe der Mörderorganisation in aller Oeffentlichkeit trotzdem besprochen werden können! Irreführende Meldungen. Der Polizeipräsident teilt mit: Vor einigen Tagen brachten verschiedene Tageszeitungen Mitteilungen darüber, daß die Polizei neuerdings neben den bereits bekannten Fememorden mit der Auf» deckung weiterer van Angehöngen der sogenannten„Schroarzen Reichswehr" begangenen Mordtaten beschäftigt sei. Es wurde dabei angegeben, daß ein ehemaliger Feldwebel des Kommandos Rathenow namens Polsz und ein Schütze derselben Fonnation. namens Klingauf, im Jahre 1923 von ihren Kameraden wegen Verdachtes der Spitzelei ermordet worden sein sollten. In beiden Fällen hat die politische Polizei ihr« Nachforschungen angestellt. alz deren Ergebnis festgestellt werden kann, daß weder Polsz noch auch Klingauf in» Jahre 1923 ermordet worden sind, daß sich beide vielmehr am Leben befinden. Beider Ausenthaltsvrt ist der Polizei bekannt Heinrich Scheu In Sternenberg bei Zürich ist am Donnerstag Genosse Hein- rich Scheu in stiller Zurückgezogenheit verschieden. Er hatte am 9. Oktober das 89. Lebensjahr vollendet. Heinrich Scheu»var einer der Mitbegründer der öfter- reichischen Sozialdemokratie. Als sein Bruder Andreas Scheu 1869 in dem bekannten Hvchverratsprozeß zu mehrjähriger Kerkerstrase verurteilt wurde, sprang Heinrich in die Bresche utrd übernahm die Führung der schwer bedrängten österreichischen Bruderorganisation. Aber bald darauf trieb die Reaktion auch ihn ins Exil. Zunächst fand er Zuflucht in London. Seit 1893 hatte er feinen Wohnsitz in Zürich, wo er in seinem ursprünglichen Berus als Tylograph arbeitete und daneben als Mitarbeiter der schweize- »rischeu Parteipresse tätig war. Mit dem Namen Scheu verbi»»den sich Erinnerungen an die Zeiten schwerster Berfolgungen der jungen österreichischen Sozialdemokratie. Erinnerungen, die auch in die deutsche Re- aktionsperiode hinüberspielen. Der Name des jetzt Verstorbenen wird in der österreichischen wie in der deutschen Partei einen guten Klang beHallen. Tragöüie eines Alenstben. Strafhaft und kein End«? Im llirtersuchungsgefängnis Berlin-Moabit sitzt seit einigen� Monaten„wegen Sittlichkeit", wie e» traurig paradox im Volks-" jorgon heißt, der frühere Zuschneider Wilhelm Mätzig. Zuchthaus steht ihm bevor. Mätzig, der sich um seiner Sache willen mit dieser Publizierung mündlich und schriftlich einverstanden erklärte, ist das uneheliche Kind eines Pferdehändlsrs und einer Prvstitu- ierten. Der Vater war nach Mätzigs Angaben sexuell ausschweifend und unaufrichtig, die Mutter ähnelte»hm. Di« ganze Familie ist stark kriminell, teils in sittlicher, teil» in sozialer Beziehung. Die Erziehung des jungen Mätzig war lieblos und in keiner Weise so, daß sie günstig aus seine Entwicklung hätte einwirken können. Weder Vater noch Mutter wollten von dem kränklichen Kinde etwas wissen, zu fremden Leuten gab.man es gegen Alimentenzahlung in Pslege. So wurde der Knabe einsam und verschlossen, später, als er merkte. daß man thn wegen seiner.verbrecherischen" Neigung verachtete. zum gesellschaftshassenden Menschenfeind. Stet» empfand er dabei Sehnsucht nach Ruhe, Heim und Weib und Kind, aber es ist er- klärlich, daß mehrer« junge Mädchen, mit denen er schon verlobt war, die Verlobung setner geschlechtlich anormalen Veran- l a g u n g wegen zurückgehen ließen. Einmal gelang es ihm doch zu heiraten....„weil ich hoffte, in der Ehe die Lieb« zu finden, die mir im Leben von fast allen Menschen versagt wurde. Die Ehe war höchst unglücklich, sie wurde geschieden". Sehr zettig machte sich bei Mätzig sexuelle Frühreife bemerkbar. Ihr entsprach starke geschlechtliche Aktivität eines typisch sexuell infantilen Menschen, der Befriedigung nur bei dreizehn- bis fünf- zehnjährigen, also an sich noch zientlich unreifen Mädchen fand, Mit denen er übrigens nur sexuell spielte, nicht verkehrte. Mätzig, der als Kind bereits unter sehr nachteiligem Einfluß etiler zwanzig- jährigen Magd, mtt der er oft zusammen in einer Kammer schlief, stand, wurde mit 9 Iahren in der Schule seiner geschlechtlichen Allivität wegen mtt Prügel bestrast, mitfünfzehnIahren -»»m Gericht zum ersten Male»ntt einem 3«|r Gefängnis. Immer nur kurze Zeit in Freiheit, die der intelligente Mensch stets fleißig und auch erfolgreich arbettend nützte, schmachtet er nun. 32 Jahre all. bereits die Hälfte seine» Lebens hinter Gittern. Die Bitte, von einem Sexualforscher untersucht zu werden, wurde von seinen Richtern nie beachtet. Schließlich wandt« er sich nach seinem letzten Fall in höchster Not und Verzweiflung �an den Retchstagspräsidenten Löb«, der erwirkte» daß Sanität»- rat Magnus Hirschfeld Zutritt zu Mätzig bekam. Hirschfeld hält, ohne damit etwa für die Kastration weit« gehend eintreten zu«ollen, im vorliegenden Falle einen derartigen operativen Eingriff für einen Ausweg und«inen Heilweg. Svrg- filltig hat er dem Mätzig die Dorteile und Nachteile eines Eingriffs klargelegt, die Entscheidung aber ihm selbstoerständtrch allein überlassen. Mätzig hat sich für die Operation entschieden. Da» ist um so mehr zu verstehen, als er kurz vorher noch schrieb: „Es ist mir unmöglich, den geschlechtlichen Trieb zu be- kämpfen. Ich weiß ganz genau, daß mir«ine harte Zuchthaus- strase blüht, wenn ich wieder falle, ich kämpfe verzweiselt, ich will es nicht tun, aber dann kommt ein- Stunde, wo ich all« Energie verliere und willenlos nur meinen unglücklichen tierischen Trieben mich hingebe. Ich fühle: jeder gut« Wille, jedes moralische Be- wußtsein, jede Angst vor dem Juchthaus schwindet. nur e i n Gedanke beherrscht mich: Befriedigung!... I ch w e i ß, daß» ch trank bin, ich weih, daß ich den Trieb nicht über- winden kann, ich weiß, daß ich naturwidrig, veranlagt bh».»nd somit fühle ich mich an dem Derbrechen, daß inir im bevorstehenden' Verfahren zur Last gelegt wird, unsckuldig. Ich bedaur« auf» höchste, daß ich die Tat begangen habe, ich b e- bau»:« auch, daß ich überhaupt auf der Welt bin, denn ich lebe doch nur mir selbst und der ganzen Welt zur Last. Meine Natur macht mich so unglücklich, daß»ch mich schon seit langem mtt dem Gedanken trag«, meinen» Leben ein End« zu machen." Tatsächlich hat Mätzig im Untersuchungsgefängnis in der Nacht vom 19. zum 29. Januar«inen Selbstmordversuch unter- nommen: da» Bettlaken, an dem er sich erhängen wollt«, riß. Nun also wurde diesem im Sexualekend versinken- den Mann ein Rettungsring zugeworfen. Der Rat des Arztes ließ ihm Strahlen letzter Hoffnung leuchten. Aber noch hat die Hauptvsrhandlung gegen Mätzig nicht stattgefunden— in den nächsten Tagen ist sie aber zu erwarten— und schon soll— es klingt kaum glaublich— der Landgerichtsrat B. nach der wahr- scheinlich klingenden Aussage des AngeNagten geäußert haben: erst müsse Mätzig seine Strase absitzen, dann könne er sich operieren lassen l Es braucht an dieser Stelle nicht ausgesprochen zu werden, daß solch« Ansicht jeden, Sinn moderner Strasaufsaflung widerspricht. Soll Mätzig vielleicht für seine unglücklich« Veranlagung büßen? Wenn das Zuchthaus erziehen joll. hier ist nichts zu erziehen, nur 3" heilen' Die Heilung ist. wie ausgeführt, bei den» Kinder. Ichänder Wilhelm Mätzig mit einer an Sicherheit grenzenden Wahr- scheinlichkeit durch einen operativen Eingriff möglich. Selbst aber den Fall gesetzt, daß nach erfolgter Kastrierung da» sexuelle Be- gehren nicht ganz erlöschen würde, so liegt doch«in« Gefährdung der OefseMllchkett. die da» Recht hat. sich 5" schütz-n. bestimmt nicht mehr vor. Was soll da«In« Gerichtsverhandlung, um» soll da ein« neue Derurteikung? Soviel Dunkelhett gegenüber ist es nicht genug zu sagen: es geht hier um ein Menschenleben. Daß d a» der Fall ist. liegt»ahrlich klar Zutage. E« geht um mehr, e, geht wieder einmal umdenSieg der Vernunft und Menschlichtett! Erich Gottgetren. ■ ii Moskau?: � � Kommunisten und WirtschastStrise. Es gibt belaimLich zwei Sorten Komnmmsten: die russischen und die deutschen. Daß sie beide den gleichen Namen trogen, dos hindert sie nicht daran, in Rußland dem Kapitalismus weitgehende Zugeständnisse zu machen, während sie jede auch mt zeitweilige Zusommenorbeit mtt dem Kapttalisrnus in Deutschland als ein Verbrechen brandmarken. Di« gemeinsam» Kamps- front mit den russischen Kommunisten hindert auch nicht daran, daß die deutschen Kommunisten dauernd— und das mit gutem Recht— M-a ß nahinen gegen die Arbeitslosigkeit verlangen, während die so oft angekündigte und die augenblicklich besonders notwendige Hilfe der russischen Kommuniste'n aus. b l ei b t. Wie urir hören, besteht nämlich in Kreisen der am Export nach Rußland interessierten deutschen Industrie«ine lebhaste A e» unruhigung deshalb, weil Rußland neuerdings, und zwar ganz offenbar aus politischen Gründen. Lieferungen aus Amerika und England bevorzugt. Aeußsrlich zeigt sich das schon darin, daß Deutschland 1924 noch der michtigste Lieferant für den. russischen Markt, Im letzten Jahre von der englischen und amerikanischen Konkurrenz weit überholt wurde. Da» hielt auch in der letzten Zeit an, obwohl der deutsch-russische Handelsvertrag und der 199-Mlllionen.Kredtt. der für den Export nach Rußland flüssig gemacht rourd«. ein starker Antrieb zur Entfaltung des deutsch-russischen Handels hätte sein müssen. In Wirtlichkett hat er bei weitem nicht die Hoffnungen gerechtferiigt. die Deutsch- land, und besonders die deutschen Kommunisten an ihn geknüpft haben. Neuerding» sind wiederholl russisch« Aufträge nach England vergeben worden, obwohl die deutsch« Industrie im Preise und in den L ieferungs- und Kreditbedin- gungenkeineswegs von der ausländischen Konkurrenz über- troffen wurde In anderen Fällen wurden Verhandlungen, die man prinzipiell schon als erledigt cnsehen mußt«, in letzter Stund« van den russischen Austraggebern noch durch neye Einwände durch- kreuzt und hinausgezögert. Wie ist ein solches Verhalten der russisch. komnmnlstischsn Auftraggeber vereinbar m.t der Agitation der deutschen Kommunisten. die von einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschland« und Rußland» dem Proletariat fast täglich goldene Berge ver- sprechen? Was nutzt es, wem, die deutschen Kommunisten ebenso wie die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften einen energischen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit in Deutschland von den deutschen Behörden fordern, während die russischen Freunde der deutschen Kommunisten ihre Käufe aus politischen Gründen den Industrien anderer, und zwar palttisch und wirtschasttich durchaus nicht sowjet- freundlicher Länder, zukommen lassen? Diese» Doppelspiel kann nicht weitergehen, wenn nicht auf die Dauer die deutsch-rusjischen Beziehungen empfind- l t ch geschädigt werden sollen, an deren engerer Gestaltung die gesamte deutsche Arbeiterschaft das größte Interesse hat. Im Der- trauen auf eine solch« Zusammenarbeit haben die parlamentarischen Vertreter der gesamten deutschen Arbeiterschaft den deutsch- russischen Freundschaft», und U i rts cha f t» ve r- trägen zugestimmt. Soll die Bevorzugung anderer Länder die Gegenleistung der kommunistischen Sowjet» sein? Va» wahlprflfunqsqericht beim Kelchskag hat die Reicketag»- Wahlen in den Wahlkrei'en Berlin. Potsdam II. Potedam I. Franl, wrt/Oder, Pommern,. Mecklenburg, Westfalen-Nord und Westfalen» Süd für gültig erklärt. ■i Schafft Lehrstühle für Arbeitsrecht' Eine Eingabe der Gewerkschaften. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der Allgemein« freie Angestelllenbund. der Deutsche Gewerks choftsbund und der Deutsche Eewerkschaftsring hoben folgende Eingab« an die zu- ständigen Ministerien des Reick»? und der Länder gerichtet: Der gegenwärtig bestehende Zustand der arbeitsrecht, lichen Ausbildung auf den deutschen Universitäten ist unerträglich geworden. Durch die umfangreiche gesetzgeberischy Tätigkeit auf dem Gebiete der Regelung der Arbeitsbedingungen, des Arbeitsschutzes, der Arbeitsoerwaltung. der Arbeitsgerichtsbar- keit, der Sozialversicherung und der sozialen Fürsorge ist das Ar- beitsrecht zu einem eigenen sehr erheblichen selbständigen Rechts- gebiet erwachsen. Die Vertiefung der arbettsrechllichen Forschung und die völlig veränderte Stellung der Arbeitskraft im Rahmen des sozialen Ganzen haben ferner dos Arbeitsrecht zu«wer selbständigen Disziplin gemacht, die entsprechend den, Wandel der sozialen Struktur in ständiger Entwicklung begriffen ist. Demgegenüber steht die Tat- fache, daß mit verschwindenden Ausnahmen m den deutschen Uni- versitätsn leine Einrichtungen vorhanden sind, die den zu- künftigen Praktikern des Arbsttsrechts ein« wissenschaftliche Bor- bereitung für ihren Beruf«rmäglichen. Weder der künftige Richter. noch der in der Arbeitsverwaltung oder in der Sozialversicherung tätige Beamte, noch die aus den Kreisen der Wirtschaft zukünftig mtt diesen Gebieten zu befassenden Personen können gegenwärtig an den deutschen Unioersitäteu die Ausbildung finden, die der Bedeu- tung und Eigenart des Arbeitsrechts entsprlcht. Erforderlich ist, daß an den hierfür geeigneten größeren Universitäten sowohl eigen« Lehrstühle für das Ar- beitsrecht unl� seine Rebendssziplinen errichtet werden, die mit ordentlichen Professuren zu besetzen sind, wie auch daß üherall arbeitsrechtliche Seminare der Uebung in dem erworbenen Wissen dienen. Die unterzeichneten Spitzenorganisationen stellen hiermit das dringend« Ersuchen, zum mindesten an folgenden Upiversttäten «tatsmahlge Professuren, an den übrigen außerordent- liche Professuren für das Arbeiterecht und seine Hilfsdisziplinen zu errichten. Für die ordentlichen Professuren schlagen wir die Unlver- sitäten Breslau. Hall«, Königsberg. Köln. Münster, Frankfurt a. M., München, Leipzig, Tübingen, Hcwelberg und Gießen vor. Wir ersuchen, dieser Anregung erhöhte Aufmerksamkett zu schenken und uns mitzuteilen, welche Stellung zu unseren Bor« ichläg-n eingenommen wird und wann auf die Verwirklichung dieser dringlichen Vorschläge zu rechnen ist. Eines der wichtigsten Gebiet« des praktischen Lebens kann auf die Dauer von den Uni- versitätei, nicht wie bisher fast vollkommen ausgeschaltet werden. Italiens Schulöenverhanülungen. Paris, 39. Januar. fEigcncr Drahtbericht.) Der Italienische Finanzminister Graf B o l p i. der seit einigen Tagen in Pari» wellt, hatte am Sonnabend eine lange Unterredung mit Briand» die der Regelung der italienischen Schuld an Frontreich gegolten hat. Diese Schuld beträgt 350 Millionen Franken. Graf Bolpi. der im Anschluß an die Aussprache mit Briand die französisch« Presse empfing, hat sich außerordentlich befriedigt über die Ergebnisse der Schuldenverhandlungen in Washington und London geäußert. Er erklärt«, daß der Betrog, den Italien an Eng- land und die Dereinigten Staaten zu zahlen Hobe, ungefähr der Summe entspreche, die Italien auf Grund des Dawes-Plane» von Deutschland zu erhalten Hab«. Italien le» heute in der glücklichen Lage, keine Schulden an das Ausland mehr zu haben. thre besondere Unterrichtsmethode die Gewähr für eine gründliche| Bewerkschaftsbewegung Ausbildung. Soweit es nötig ist, wird auch eine Unterteilung in Die Reichsbahnautokratie. Die auf unverbindliche wie auf verbindlich erklärte Schieds: fprüche pfeifende Reichsbahnverwaltung gerät mit ihrer Arbeiter, Angestellten- und Beamtenpolitif immer mehr auf die schiefe Ebene. Es wäre wahrlich kein Wunder, wenn die Meldung der BS.- Korrespondenz zuträfe, daß die Organisationen der Eisenbahnarbeiter om Sonnabend beschlossen hätten, in den nächsten Tagen einen mehr ftündigen Demonstrationsstreit durchzuführen. Der Reichs hahnverwaltung, der diese Meldung wohl am wenigsten unwahr fcheinlich erschien, hat daraufhin wie sie durch WTB. mitteilt an ihr gesamtes Bersonal sofort die ernstliche Mahnung gerichtet, einen solchen Entschluß der Eisenbahnergewerkschaften nicht durch zuführen. Der Betrieb werde unter allen Umständen aufrecht erhalten und jeder Sabotage in der Durchführung des Verkehrs und Betriebes mit allem Nachdrud entgegengetreten. Beil auch mir der Auffassung sind, daß der EisenbahnDerfehr aufrechterhalten werden muß und start bezweifeln ob das gegebenenfalls durch den Bahnschutz" geschehen kann, deshalb wenden wir uns um so nachdrüdlicher gegen die scharfmacherische Personalpolitik der Reichsbahn nerwaltung. Soll der Streif bei der Reichsbahn verhütet merden, dann helfen alle Barnungen dagegen nichts, sondern einzig und allein eine vernünftige, anständige Behandlung des Verjonals, das in seinen Arbeitsbedingungen so gestellt werden muß, so daß es an einen Streif nicht denkt. Anfänger und Fortgeschrittene stattfinden. Wir bitten alle arbeitslofen Gewertschaftsmitglieder, die für ein fremdsprach liches Studium Intereffe haben, sich an diesen Lehrgängen, aus denen ihnen feinerlei Unfosten entstehen, möglichst zahlreich zu beteiligen. Abgelehnte Verbindlichkeit der Banken- Schiedssprüche. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bantangestellten mitteilt, hat der Reichsarbeitsminister die Berbind. lichkeitserklärung der beiden Schiedssprüche im Bantgewerbe abgelehnt. In der Begründung wird gesagt, daß, wenn auch gegen die Durchführung der Gehaltsregelung im Wege staatlichen 3wanges feine Bedenken bestanden hätten, so sei es doch ameifelhaft erschienen, ob Gehaltsregelung und vorgeschlagene Regelung der Arbeitszeit unter den gegenwärtigen Ber: hältnissen vom Bankgewerbe getragen werden können. einen tariflosen Zustand im öffentlichen Interesse zu vermeiden, soll ein neues Schlichtungsverfahren im Bankgewerbe stattfinden. Immer noch Ueberstunden bei Siemens. Um Im Eldorado der gelben Wertvereine, dem Schlupfwinkel von Femejubjetten und Faschisten, nämlich dem Siemens- Konzern, denkt man trotz der verschiedensten Hinweise in der Bresse nicht daran, die gefeßliche Arbeitszeit durchzuführen. Im Blodwert, ein mittleres Wert der Siemens- Firmen, bringen es heute noch eine ganze Reihe ehemals fich äußerst revo lutionär Gebärdender fertig, trop der bestehenden Arbeitszeitverordnung und der täglich an Zahl zunehmenden Arbeitslosen, bis zu zu leiften. Diese lleberstundenbrüder, hauptsächlich vorgelegeschlosser, fieben Ueberstunden pro Tag über die normale Arbeitszeit hinaus zu Senten nicht an die Arbeitslosen. Die Organisationen der Eisenbahnarbeiter haben auf ihrer Tagung am Sonnabend feinen Demonstrations. streit beschlossen, sondern sich entschlossen, noch einmal an den Haben denn die Siemens- Firmen wirklich so großes Interesse Reichsarbeitsminister zu appellieren. Von dem Ergebnis diefes an dieser Wirtschaft? Benn jemand acht Stunden lang eine solche Echrittes bei dem Reichsarbeitsminister wird es abhängen, welche ichwierige Arbeit ausgeführt hat, ist er aber vollständig ausgepumpt Entscheidungen die Organisationen treffen werden, um die Saund müde. Die Arbeitsleistung ist bei 14 und 15 Stunden täglicher hofierung des Schiedsspruches durch die ReichsbahnArbeit doch wirklich nicht höher als bei normaler Arbeitszeit! Untersucht man die Motive der Ueberstundenschieber, so tommt man gesellschaft zu verhindern. zu folgender Feststellung: Treiben die Reichsbahngewaltigen die Dinge auf die Spize, dann haben sie die Berantwortung für die fich daraus ergebenden Folgen. Nach BS. hat das Reichsarbeitsministerium die Bertreter der Eisenbahnergewerkschaften zu einer Besprechung em Mittwoch eingeladen. Was soll der Reichsarbeitsminister aber tun, wenn die Reichsbahn seine Entscheidungen glatt Jabotiert? Läßt die Reichsbahnverwaltung fich nicht endlich warnen, dann darf sie sich nicht wundern, wenn auf die von ihr erlassenen Warnungen an das Personal auch nichts gegeben wird. Unentgeltliche Sprachkurse für Arbeitslose. Bon der Berliner Gewerkschaftsschule wird uns geschrieben: Herr Dr. Bed mann veranstaltet, beginnend am Mittwoch, dem 3. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Sophien Lyzeum, Weinmeisterstraße 16/17, unentgeltliche Lehrgänge für arbeitslose Mitglieder der Gewerkschaften und anderer Arbeiterorganisationen. Die ersten Unterrichtsstunden sollen dazu dienen, die verschiedenen Wünsche der Hörer entgegenzunehmen und diesen Wünschen entfprechend Arbeitsgruppen für die verschiedenen Sprachen zusammen austellen. Es tommen in Frage: Englisch), Französisch und Spanisch. Die Lehrgänge müssen sich naturgemäß über längere Beit erftreden. Sie geben nicht allein dadurch, sondern auch durch Es handelt sich hier um die Betriebsabteilung. Es find nach dieser Abteilung eine Reihe von Schlossern, die vorher in anderen Abteilungen im Afford gearbeitet und 1 M. bis 1,25 m. pro Stunde verdient haben, versezt worden, weil die Arbeit in ihrer vorhergehenden Abteilung fnapp geworden ist. Die Firma bietet diesen Schlossern, die allerdings zum großen Teil noch nicht Infolge der schlechten Konjunktur nahmen diese Schlosser auch die 20 Jahre alt find, einen Stundenlohn von 58 Pfennig an. Arbeit für diese paar Pfennige an. Sie versuchen jezt, durch die leberstunden den Berdienstausfall wett zu machen. Daraus ergibt sich, daß die Firma die Schlechterstellung dieser jungen Menschen ausnüßt, um recht viel Ueberstunden machen zu lassen. Wir glauben, daß auf den Arbeitsnachweisen der Stadt Berlin noch genügend empfehlen wir, hier mit aller Strenge durchzugreifen und den§ 11 Schlosser vorhanden sind. Der Gewerbeaufsichtsbehörde der Arbeitszeitverordnung in Anwendung zu bringen. An die Mitglieder der Gesellenausschüffe! NO Wir machen nochmals auf die Besprechung der Gesellenausschüsse der Handwerkskammer und der Innungen mit der Jugendzentrale des Ortsausschusses des ADGB. morgen, Montag abend 7% Uhr, im Sizungszimmer des Einheitsverbandes der Eisenbahner, Berlin SO., Betha nienufer 10, aufmerffam. In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordmung rechnen wir auf einen vollzähligen Befuch der frei gemerkschaftlich organisierten Mitglieder der Gesellenausschüsse der Handwertstammer und Innungen. Als Legitimation dient das Verbandsbuch und tie vom Berband ergangenen Einladungen, Mit der Arbeitslosigkeit schwindet die Kaufkraft. Köln, 30. Januar.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem rheini schen Arbeitsmarkt seinen allmählig beffere Verhältnisse einzufehren. Bei verschiedenen Arbeitsnachweifen des Regierungsbezirfe Düsseldorf ist die Verschlechterung im Abebben, bei anderen ist ein Stillstand eingetreten. Der Arbeitsnachweis Düsseldorf meldet eine leichte Verminderung der Arbeitsuchenden. Köln meldet einen weiteren Abban in der Metallindustrie. Die Erwerbs. Loienunterstügung für die Viertelmillion Hauptunter ftigungsempfänger des Bezirks macht etwa 55 Proz. des früheren Arbeitseintommens aus. Die feblenden 45 Broz. betragen täglich 450000 m. und monatlich etwa 11,7 Millionen Marl, die in der Wirtschaft fehlen. Die durch die außerordentliche Krife notwendig gewordene Erböbung der Bei träge zur Erwerbslosenfürsorge um 2 Broz. bedeutet für die Rheinproving eine monatliche Belastung von 4,2 Millionen Mart. Hilfsaktion für die Saararbeiter. Der Ausschuß für die besetzten Gebiete bat fürzlich be schlossen, zur Linderung der Not unter den Arbeitern, die im Randgebiet wohnen und im Saargebiet oder Elioß- Lothringen arbeiten, vom Reich 350 000 m. alebald den beteiligten Ländern unter der Vorausießung zur Verfügung zu stellen, daß die Länder wie bisher angemessene Zuschüsse leisteten. Diese Summe ist be ftimmt für eine einmalige Unterstügung der Arbeiter. Außerdem nahm der Ausschuß einen Antrag an, in dem der Arbeiter der deutschen Grenzgebiete, die im Saargebiet mit Reichstag erfucht wird, zur Linderung der außerordentlichen Not der Frantenlöbnen beschäftigt find, 1 Millionen für einmalige und laufende Beihilfe im Nachtragshausbalt 1925 zur Verfügurg zu stellen. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin. Die Jugendzentrale des Drtsausschuffes des ADGB. veranstaltet heute, Sonntag, abend 7% Uhr in der Aula des Leibniz- Gymnasiums, Berlin GO 26, Mariannenplan 28, einen Baluster Abend. Der Genosse Friedrich Wendel hält einen Lichtbildervortrag über Leben und Bert Sans Balufchefs". Darauf spricht der Genoffe Hans Baluschef über: Die proletarische Frau in meiner Runft". Rarten zum Preise von 30 Bf. find noch an der Abendkaffe haben. Buchbruder! Die mit dem heutigen Tage beendete Vorwärts. agitation in unseren Betrieben findet nunmehr ihten Abschluß in der Feftitellung der neugewonnenen Abonnenten. Die Abreffen derselben find dem Kollegen Otto Fiedler, Neukölln, Beisestr. 29, auaufenden. Rentralverband ber AngesicПten, Ortsgruppe Groß- Berlin, Fachgruppe Sozialversicherung. Mitgliedervollversammlung morgen, Montag, nachmittag 4% Uhr, in den Gophienfälen, Gophienstr. 17/18( aroßer Goal. Die Gosialversicherung und der Deutsche Reichstag". Referent: Reichstagsabgeordneter Hoch- Hanau. Achtung, Zimmerlchtlinge! Jungbameraden! Mittwoch, 3. Februar, 7 Uhr, in Saverlands Festfälen. Neue Friedrichstraße, Cingama Rochitraße, ist unsere Lehrlingsversammlung für das Soch, Beton- und Tiefbaugewerbe. Sumg fameraden! Erscheint restlos in dieser Versammlung! Die Tagesordnung, die in der Berfammlung bekanntgegeben wird, ist sehr reichhaltig und lehrreich. Behrlinge, die dem Berband noch nicht angehören, find herzlich willkommen. Zentralverband bez zimmerer. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitif: Ernit Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lotales und Gonftines: Frik Aarftädt: Anaciaen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel und Berlaasanstalt Bauf Ginger u. Co. Berlin EW 68. Lindenstraße 3. Sieraz 3 Beilagen, Unterhaltung und Biffen und Aus ber Filmwelt". Nsrae Wäschestoffe Madapolam 80 cm breit.... Mr. 0.45 Renforcé 80 cm breit.... Mtz. Hemdentuch 0.55 60 cm breit.... Mr. 0.65 Makobatist 80 cm breit.... Mt. 0.80 Linon für Bettwäsche 1301.45 0.85 Gestreift Satin. Bettwäsche 130 cm Mtr. 80 cm Mtr. 2.25 1.30 £. Mtr. Haustuch Laken 1.65 140 cm breit.... Mtr.. Stickereien für Leibwäsche Nur in Stücken 3 Meter Serie 11 III 0.15 0.30 0.40 BERLIN C. KÖNIGSTR. SPANDAUERSTRASSE Bettwäsche Deckbettbezug aus Linon, 118x200cm Deckbettbezug aus Linon, 130 × 200 cm 80x80 cm Tisch- u. 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Klappmanschett Nachthemd mit Stick 2.90 Prinzeßrock mit Stick 3.25 Weißes Oberhemd m Pikeefalt Nachthemd im Eins, u. festen Manschetten, 5.50 Rumpf gestickt... 3.50 gewaschen u. geplättet.... mit farbigem 3.90 Garnitur Nachthemd Besatz. Garnitur Taghemd a. Beinkleid mit Stickerei 4.80 Hemdhose m.Stickerei 3.50 Untertaille mit Stick- Ans 1.35 3 Stück 0.55 weiß mit Bandkante, 0.65 Größe 46 cm...... Stück Gardinen Fries1.30 Halbstore Etamine m.Fries Filet- antique Fries u. Spitze 8.75 Wolken- Halbstore Voll- Voile mit Klöppel- Einsätzen 25.00 und Spitzen.... Etamine- Garnitur aus Crepe de Chine 15.00 buntfarbig, 3teilig. Seidene Hemdhose SCHULPIG 2.95 Rum Nr. 51 43.Jahrgang 00% อะ 1. Beilage des Vorwärts Berliner Hoch- u. Tiefbahnbau. VADO بادام gestalt. daß die übereinander liegenden Gleise der Ostseite nach Schöneberg führen. Der jezige Endbahnhof Nollendorfplatz der Schöne berger Bahn wird aufgehoben. Mit der Fertigstellung der Linie wird der Verkehr der Oststrecke mit dem Westen und Südwesten eine wesentliche Berbefferung erfahren. Der größte Teil der bereits seit 1912 und 1913 geplanten Ausgelegen, vereinigt sich die Bahn mit der Schöneberger Linie der baustrecken bei den Berliner Hoch- und Untergrundbahnen, deren Ausführung infolge Bauschwierigkeiten während der Kriegs- und Nachkriegszeit stark verzögert wurde, steht kurz vor Inbetriebnahme. Es sind die im Kopf schematisch dargestellten Streden Gneifenaustraße- Dreibundstraße, Gleisdreied- Wittenbergplatz- Dahlem, Hafenheide- Bergstraße. Die zum 14. Februar betriebsfertige Linie Gneifenaustraße Dreibundstraße wird den Bewohnern Neu- Tempelhofs den Itac Tunneldecke in der Kleiststraße. Anschluß zur Nord- Süd- Bahn vermitteln. Sie hat eine Länge von zirka 1200 meter und endet bei der vorläufig als Kopfbahnhof gebauten Station Kreuzberg. Im Zuge der Belle- Alliance- Straße war eine Erdbewegung von 120 000 Rubitmeter erforderlich. Mit den frei werdenden Bodenmengen wurde der Flugplay Tempelhofer Feld eingeebnet. Jirka 20 990 Rubitmeter Befon und 850 Tonnen Profilträger waren zum Ausbau erforderlich. Bis auf Signaleinrichtung und Fertigstellung der Zugangstreppen find Bahnhof und Strede ausgeführt. Die Arbeit wurde im Regiebetrieb durchgeführt. Im Zuge der Hafenheide und Berliner Straße wird eine Verbindungsstrecke zu der seinerzeit in Notstandsarbeit ausgeführten Linie bis Bergstraße geschaffen. Die Bahn führt in 1200 Meter Länge von der Reuterstraße bis Hohenzollernplatz und wird mit ihren Stationen Rathaus und Bergstraße den Einwohnern Neuköllns den Anschluß an die Nord- Süd- Bahnlinie bringen. 158 000 Kubikmeter Boden wurden ausgehoben und mittels Loren- und Rahntransporte über den Neuköllner Verbindungskanal auf das an der Sonnenallee gelegene Industriegelände zweds Nivellierung befördert. Boden- und Bauverhältnisse machten an dieser Strecke umfangreiche Sprengungen notwendig. Mit einer Belegschaft von 800 Mann wird die Arbeit wie in der Belle- Alliance- Straße in Magistratsregiebetrieb ausgeführt. Anfang Mai wird die InbetriebIm Auftrage der Hochbahngesellschaft ist die Verstärkungslinie Gleisdreied- Rollendorfplatz- Wittenbergplatz feit dem vergangenen Jahr in Arbeit. Die Fertigstellung der Linie ist im Oftober 1926 zu erwarten. Durch die neue Berbindung wird erreicht, daß die jetzt auf dem Bahnhof Gleisdreieck endenden Züge der Oststrecke unmittelbar nach Schöneberg bzw. über den Wittenbergplatz zum Rurfürstendamm durchgeführt werden fönnen und umgefehrt. Die neue Bahn überquert auf eiserner Brüde den Potsdamer Außenbahnhof und tritt nach Ueberschreitung der Dennewigstraße in den Häuserblock zwischen Steglizer und Kurfürstenstraße ein. Die Bahn fenkt sich von der Höhe des Bahnhofs Gleisdreied auf längerer Rampe so tief, daß sie östlich von der Potsdamer Straße die Kurfürstenstraße schon als Untergrundbahn erreicht. Westlich, unmittel bar an der Potsdamer Straße, wird ein neuer Bahnhof, Kurfürsten straße, angelegt. Auf dem neuen zweigeschossigen Bahnhof Nollendorfplatz mit seinem Eingang vom Platz neben dem Hochbahnhof, mit seinen Bahnanlagen in der Moßstraße, nördlich der Hochbahn nahme möglich werden. UL g, 31. Januar 1926 EM 26 Zum Schluß eine Frage in Sachen der nicht von der Stadt Berlin ausgeführten Strecken: Will man nach Scharnhorstschem Prinzip in gewissen Arbeitskategorien eine Verstärkungstruppe für die bewährten 100 000 Mann gegen einen inneren Feind erziehen? In betreffendem Arbeitsgebiet sah man Physiognomien, wie sie im Baltikum, in Oberschlesien und im Rheinland für deutsche Art warben. Gibt es nicht aber genügend Brotsuchende unter Berliner Arbeitern? Es handelt sich hier um den Bau einer Berfehrsanlage, an der die Berliner Bevölkerung einiges Interesse hat. Wäre es da nicht möglich, fommunal- jozialpolitische Gesichtspunkte zu berücksichtigen? Das wertvolle Grundstück. Gestern war für meinen Freund ein großer Tag! Da er mich dazu eingeladen hatte, selbstverständlich auch für mich. Nun war sein heißester Wunsch in Erfüllung gegangen. Nicht weit von Berlin, am Rande des herrlich gelegenen Sees, drei Biertelmorgen Land, darauf ein eingerichtetes Landhäuschen. Und dies in so schwerer wirtschaftlicher Zeit! Ja, wer das auch so haben fönnte. Nun, mein Freund hatte es jedenfalls geschafft. Grund und Boden hatte er von einer jener gemeinnügigen Siedlungsgesell Das gegenwärtige Bahnsystem wird mit diesen Arbeiten einen vorläufigen Abschluß finden. Inzwischen sind an der Schnellbahn Gesundbrunnen- Neukölln, die von der privaten AEG.- Schnellbahnschaften erworben, die gerade in letzter Zeit so zahlreich erstanden gesellschaft in der Geldentwertungszeit im Stich gelassen wurde und dann der Stadt zufiel, die Bauarbeiten wieder aufgenommen worden. Die Bollendung dieser Schnellbahn entspricht einem dringenden Berlangen der erwerbstätigen Bevölkerung zweier dichtbewohnter Ge bietsteile Berlins, die bisher nur durch unzulängliche Berkehrsmittel untereinander verbunden sind. Unbekümmert um das Ver. fehrsbedürfnis hat das vielgepriesene private Unternehmertum die Schnellbahn Gesundbrunnen- Neukölln aufgegeben, als die AusEinbau eines Deckenträgers Berliner Straße. führung des Planes teine Rentabilität mehr zu versprechen schien. Die Stadt geht magemutig an die Fortsetzung des Berkes heran, weil sie unter dem Einfluß der Sozialdemokratie ihre Aufgaben und Pflichten richtig erkannt hat. Sie gibt mit diesen Bauarbeiten auch vielen Erwerbslosen die ersehnte Beschäftigung, die ihnen Brot bringt, und sie kann hiermit zur Linderung des Erwerbslosenelends beitragen. Bahnhof Kreuzberg vor der Eröffnung. maren. Seiner Gesellschaft sollte es allerdings im Augenblid nicht gut gehen, man munfelte so allerhand, aber mas hatte das mit meinem Freunde zu tun? Das Grundstüd war wohlfeil erworben, das Häuschen ftand ba, die ersten Berkaufsformalitäten waren geregelt, er war bereits Eigentümer, nur eben noch nicht Besiger! Ja, das Gefeß weiß da sehr feine Unterschiede 31 machen. Eigentümer fann man schon lange sein, Befiger wird man erst nach erfolgter grundbuchamtlicher Eintragung! Aber auch dieser letzte feierliche Moment sollte nun auf dem betreffenden Amtsgericht vor fich gehen, ich war dazu eingeladen! Nachdem wir uns auf dem Bahnhof noch einmal versichert hatten, daß auch das nötige Kleingeld für die wichtigen Kostenmarfen des zu erwartenden feierlichen Attes wirklich vorhanden war, bestiegen mir beide wohlgemut den Vorortzug, der uns bald an unfer Ziel brachte Auf dem Amtsgericht: Mein Freund: Ich will mich nun also heute endlich als Befiger eintragen laffen. Der Oberfefretär: Kann selbstverständlich gemacht werden. Kosten 16,10 M. Mein Freund( stolz): Hier find fie. Der Obersekretär: Daß Sie natürlich vorläufig alle Laften, die auf dem Grundstüc ruhen, mit übernehmen müssen, ist Ihnen wohl befannt? Mein Freund: Ja! Es handelt sich ja nur um fleine Hypothefen, die immer auf Grundstücken zu lasten pflegen! Der Oberfetretär: Klein?- Und immer?! Mein Freund: Um wieviel handelt es sich denn? Der Obersekretär( geschäftig lesend): Der Staat gab der Gesellschaft auf ihren gesamten Grundbesitz eine halbe Million, eine Privatbant 175 000 m.! Mein Freund: Ja, aber mein Grundstück ist doch nur drei Biertelmorgen groß. Der Obersekretär: Nach dem Gesetz haftet aber jedes Fleckchen Erde für die gesamte Schuldenlaft! Hierauf entstand eine sehr große Pause. Der Obersekretär starrt trampshaft in die Grundbuchatten, ich verlegen zur Erde mein Freund rechnete, glaube ich, mit Unsummen! Nun mar es raus. Nahezu drei Viertelmillionen war das Grundstüc„ wert", das nun endlich mein Freund erworben hatte. Wer hätte das gedacht! Der Obersekretär gab dem glücklichen Befizer den Rat, sich trotzdem ruhig eintragen zu lassen und die Schulden einstweilen anzuerkennen. Der Staat würde sich ja wohl noch etwas von Prozessen, die es ja auch noch gäbe, und die man kaum an diesen drei Viertelmorgen schadlos halten. Erzählte dann doch schließlich auch gewinnen fönne! Jedenfalls mein Freund hat Jetzt hat er ein Grundstück, ein Haus darauf und außerdem Hypofich wirklich eintragen lassen! Jetzt ist er Eigentümer und Befizer. theten im Werte von 675 000 Rentenmart. Er bedauert, daß die arme Gesellschaft, von der er so vorteilhaft" taufte, sor dem Zusammenbruch steht, er gönnt anderen Leuten auch den Vorteil folcher gemeinnüßigen Unternehmen! Wir haben uns dann noch seine Besizung angesehen. Mein Freund ist auf jedes Körnchen Sand, auf jeden Stein seines Hauses stolz, er sprach nur wenig. Ich glaube, er hat immerzu gerechnet. Drei Viertelmorgen, geteilt durch 675 000! Oder so ähnlich war es bestimmt. Als wir nach Hause fuhren, sagte er plöglich, aus tiefem Sinnen erwachend:„ Sieh mal, lieber Freund, noch vor acht Tagen hatte ich Mühe, mir 5( fünf) Mart zu borgen jetzt schulde ich dem Staat 675 000! Ich war ergriffen! 1 Neue Regentage? Es foll wieder nichts sein mit dem guten Wetter. Wer die Trockenheit der legten Lage optimistisch als neuen Betterumschmung zu registrieren magte, wird enttäuscht sein. Die Fachleute der Witte rungstunde verheißen uns erneute Regenfälle. Für Sonntag ist noch mit einem befcheidenen Quantum Sonne 31f rechnen. Am Montag folgt jedoch die wässerige Reaktion. Es wird weiterhin mild, trübe und regnerisch bleiben. Ob der Winter fich nach manchem träftigem Streich so jang- und flanglos aus dem Staube macht? Irgendeine Aussicht auf eine neue Kälterperiode besteht vorerst nicht, immerhin wird für Februar mit einem neuen, wenn auch gemäßigten Kälteeinbruch gerechnet. Sozusagen ein Finale des Winters. Zwei Stadtverordnetenfihungen gibt es in dieser Woche, eine außerordentliche am Dienstag um 6 Uhr und die ordentliche am Donnerstag um 5 Uhr. Auf der Tagesordnung, die mit als Rest übernommenen und mit neu hinzugefommenen Ber handlungsgegenständen reichlich bepadt ist, ftest auch die im Vorwärts ihon mitgeteilte Berlage über Maßnahmen für die eve werbslose Jugen Die Notstandsarbeiten Berlins. Für die städt. Elektrizitätswerke und die Wasserwerke. Die Erwerbstsosentrise hat sich in Berlin zu einem Höhepunkt Die Arbeitsgesteigert, der kaum mehr übertroffen werden kann. lofenziffer hat sich wieder gehoben. Gegen vorige Woche hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Berlin um 13 000 Köpfe auf 223000 Bersonen vermehrt. 156 000 Personen beziehen Erwerbslosenunterstühuno. Die Stadt tut, was sie kann, um diese Not zu lindern, aber es ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, gegen über der hohen Zahl von Arbeitslosen. Folgendes sind die Maßnahmen für Notstandssarbeiten, die neuerlich beschlossen worden. Die Berliner Städtische Elettrizitätswerte Attiengesellschaft hat sich mit nachstehender Maßnahme an der Behebung der Arbeitslosigkeit beteiligt: 1. Im Kraftwerk Moabit, Südufer 10/18, werden Abbrüche alter Refsel und Kesselfundamente durch Erwerbslose vorgenommen. Es werden dabei ungefähr 30 Erwerbslose 5-6 Wochen Arbeit haben. Die Arbeiten sind am Montag, den 25. d. M. aufgenommen worden. 2. Für den Bau des Großkraftwertes Rummelsburg find Notstandsarbeiten als solche nicht möglich, da die Arbeiten an fich infolge der gesetzten furzen Bautermine schon nach Möglichkeit beschleunigt werden. Es ist aber vorgesehen, schon jetzt Bestellungen im Werte pon 2,6 Millionen sofort in Auftrag zu geben für Arbeiten, welche erst in mehreren Monaten programmäßig ausgeführt werden brauchten. Die Berliner Städtischen Elektrizitätswerte A.-G. haben beim Landesarbeitsamt beantragt, ihnen den entstehenden Zinsverlust zu ersetzen. Zu ftimmendenfalls wurden die Aufträge zur Entlastung des Arbeitsmarktes fofort vergeben. 3. Das Grundstück der Berliner Städtische Elektrizitätswerte in Spandau, Mauerstr., soll abgebrochen werden. Berhandlungen mit dem Bezirksamt Spandau bezüglich der schleunigen Räumung der Wohnungen stehen bevor, soweit diese noch nicht erfolgt ist, damit die Arbeiten als Notstandsarbeiten an gemeldet werden können. Aber nicht nur auf dem Gebiete der Hochneubauten sondern auch dem der Kabelverlegung werden Notftandsarbeiten ausgeführt. Die Berliner Städtische Elektrizitäts. merte A.-G. beabsichtigen sofort mit der Verlegung von insgesamt etwa 80 Kilometer Rabelleitungen zu beginnen, welche den ver schiedensten Zweden dienen sollen. Es fann überschläglich damit gerechnet werden, daß hier etwa 300-500 Arbeitslose Beschäftigung finden werden. Mit den Arbeiten soll umgehend begonnen werden. Die Berliner Städtische Wasserwerte A.-G. nimmt am Montag, den 1. Februar d. 3. die infolge des Froftes unterbrochenen bereits in den Jahren 1924 und 1925 in erheblichem Umfange angefangenen und durchgeführten Bauarbeiten zur Beschäftigung Erwerbsloser wieder auf. Es werden ausgeführt: der für die fünftige Versorgung von Schöneberg und Steglit mitzubenußende Hauptdruckstrang von Wert Wuhlheide über Treptow, Kottbusser Tor, Kreuzberg nach der fünftigen Ueberpumpstation Potsdamer Straße führende Rohrstrang von etwa vierzehn Kilometer Länge bis neun ben Theaterdirettoren wurde bei dieser Befprechung erneut auf die Unmöglichkeit hingewiesen, diese steuerliche Belastung zu tragen, weil die Theater im Gegensatz zu anderen Industrien und Unternehmen nicht in der Lage seien, ihren Betrieb irgendwie den neuen steuerlichen Anforderungen anzupassen. Die Berliner Theater hätten zwar die Preise herabgesetzt, haben aber feine Möglichkeit, den Etat durch den Abbau von Personal zu entlasten. Der Oberbürgermeister wies feinerseits auf die schwierige Lage der städtischen Finanzen hin, betonte aber, daß er sich nach Möglichkeit für eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit durch den Magistrat einsehen werde. Ferner erklärte sich der Oberbürgermeister bereit, die Eretution gegen die Berliner Theater wegen der seit dem November 1925 rückständigen Steuerschuld einzustellen. Man wollte diese Schulb am heutigen Sonntag durch Pfändung der Raffeneingänge eintreiben. Der Volksentscheid für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten muß die Ausplünderung der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland unter allen Umständen verhindern Zahle deshalb wieder jeder, der es irgend fann, schnell und reichlich freiwillige Beiträge zur erfolgreichen Durchführung desselben auf Postichedtonto 48 743 an Alex Pagels, SW. 68, Lindenstr. 3. Ein netter Günstling der Rechtsradikalen. Bettelbriefschwindel, Hochftapelei, Unzucht. Mit seltener Dreiftigkeit hat der bereits mehrfach vorbestrafte aus Hamburg gebürtige Kaufmann Erwin Niebuhr eine Reihe von Jahren die umfangreichsten Schwindeleien verübt. Ganz besonders hat er dabei rechtsstehende Kreise gebrandsahagi, da er sich stets als ehemaliger Offizier ausgab und ein sehr radikales Auftreten zeigte. In Schweidnih zog er fich eine Anflage gegen das Re publifschutzgesetz megen Berherrlichung des Rathenau Mordes zu, die aber unter die Amnestic fiel. Vorher hatte er schon einmal politisch von sich reden gemacht, als er schwere Beleidi hundert Millimeter Durchmesser; ein vom Wert Raulsdorfer Busch gungen gegen den damaligen Leiter der politischen Bolizei, Regie: über Lichtenberg nach dem Allt- Berliner Baſſerwert Lichtenberg und rungsdirektor Beiß, richtete. Das Schöffengericht mitte hatte ihn bort an das Berliner Hochstadtnez anschließender Drudstrang von zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt, ihm aber Bewährungsfrist gefiebenhundert Millimeter Durchmesser und zehn Kilometer Länge. geben. Jetzt zeigte sich aber, daß Niebuhr die Politit nur als Erweiterungen der im vergangenen Jahre verlegten Rohrneze in Dedmantel für feine raffinierten Schwindeleien Buch, Karo, Blantenburg, Malchow, Heiligensee. Vergrößerung der benugt hat. Er ist, ebwohl er die Juristerei nur als SchreiberBerfeilungsneze in den öftlichen zum Bezirksamt Lichtenberg ge- lehrling bei einem Rechtsanwalt in Altona gestreift hat, als cand. hörigen Ortsteilen Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf usw. Ferner jur, Synditus und auch als Rechtsanwalt aufgetreten. foll im Laufe des Sommers in Angriff genommen werden der Daneben hat er große Kreditschwindeleien verübt und nicht weniger bei Erweiterung des Wasserwerks Stolpe erforderlich werdende als 33 Firmen geschädigt. Diese Bahl bildet aber nur einen neue Druckstrang von diesem Wert nach dem Norden von Berlin in fleinen Ausschnitt feiner Warenbetrügereien, denn zahlreiche Fireiner Länge von etwa zwanzig Kilometer und mit einem Durch men haben aus Scham, daß sie dem plumpen Schwindel zum Opfer messer von neunhundert Millimeter. Diese Arbeiten stellen ein- gefallen find, von einer Anzeige Abstand genommen. Seine größte fchließlich Materialien einen Wert von ungefähr sechs Millionen Einnahmequelle erzielte Niebuhr aber durch einen Bettelbrief Mart dar. Sie werden in der Weise ausgeführt, daß fie an Unter- schwindel größten Stiles. Er versandte Bittbriefe und nehmer vergeben werden und diesen die Einstellung Erwerbsloser in großen Mengen strömten ihm die Sendungen in Geld, Schokolade zur Pflicht gemacht wird. Ferner ist für die Industrie und das und Lebensmitteln zu. Die Liebesgaben machte er fofort zu Geld Baugewerbe Arbeit geschaffen worden durch umfangreiche Er- und führte ein üppiges Leben Als dieser Schwindel schließlich ein meiterungsbauten in den Werken Müggelsee, Lichtenberg, Wuhlheide, Ende nahm, gründete er in Hamburg mit dem 20jährigen Kaufmann Copenid, Spandau, Jungfernheide. Endlich kommt hinzu die bereits Hans Brünner eine Schokolade- Bertriebsgesellschaft, ließ sich von erwähnte Erweiterung des Wasserwerkes Stolpe an der Oberhavel allen möglichen Firmen Brobesendungen schiden und bezahlte nicht. von der bisherigen Förderung von zwölftausend Kubikmeter auf Als ihm der Boden in Hamburg zu heiß wurde, verlegte er seine achtzigtausend Rubifmeter pro Tag. Durch diese Arbeiten werden Tätigkeit nach Berlin. Hier trat er als Syndikus auf und bis zu 1000 Erwerbslose beschäftigt werden können. gründete ein juristisches Bureau. Einer Reihe von fleinen Leuten, tie bei dem Herrn Rechtsanwalt" Rat fuchten, nahm er erhebliche Borschüsse ab, ohne etwas zu leisten. Jetzt begann er auch als Die Theaterdirektoren beim Oberbürgermeister Bök. Offizier, immer mit zahlreichen Vereins- und Ordens Am gestrigen Sonnabend nachmittag wurden die Bertreter des abzeichen geschmüdt, sich politischen Kreisen zu nähern. Mit Berliner Theaterdirektorenverbandes, Professor Jehner, Brof. Brünner zusammen gründete" Syndifus" Niebuhr ein Lebens- und Reinhardt, Barnowski und Dr. M. 3idel vom Ober- Genußmittel- Großgeschäft, machte wieder Bestellungen und ver bürgermeicher Böß empfangen, um dem Oberbürgermeister angeschleuderte die Waren zu jedem Breise. Der Mitangeflagte Brünner fichts der Erhöhung der Luftbarkeitssteuer auf 10 Proz. nochmals die will von dem Treiben des Angeklagten Niebuhr nichts gewußt Nöte der Berliner Theaterunternehmen vor Augen zu führen. Von haben, da dieser das Geld einsteckte und dann auf längere Zeit ver80] Die Passion. Roman von Clara Biebig. Aber auf das Buch legte Frau Alsheim wenig Wert: das brauchte ja nicht alles wahr zu sein. Geschriebenes mar wie Gesprochenes, oft sehr belanglos, man mußte nur nicht so dumm sein, alles zu glauben. Sie überflog das Buch nur flüchtig:„ Ich miete Sie doch!" Bedenken hatte sie eigentlich nur wegen Herrn Alsheim. Der sagte, wenn er schlecht gelaunt war, und das war er meistens: Wozu brauchst du ein Mädchen? Mach dir's alleine. Du bist doch keine Prin zeffin!" Freilich, als sie noch Handschuhe verkaufte bei Wertheim und früher zu Hause in der kleinen Stadt, wo es so ärmlich gewesen war, da hatte sie ordentlich' ran müssen. Aber jetzt war sie bequem geworden, faul geworden durch die ersten Jahre, in denen Herr Alsheim sie so verwöhnte, mit ihr Auto fuhr, fie bildschön kleidete die elegantesten Kleider von seinem Lager hing er auf sie und als sie noch immer mit ihm reiste. Wenn fie ihm darüber Borwürfe machte, daß er das jetzt nicht mehr tat, sah er sie so an, daß sie sich unwillkürlich duckte; aber sie schwieg doch nicht, sie hatte ja Rechte, Rechte. Unschuldig und arglos war fie nach Berlin gekommen; froh, daß sie gleich in folch großem Geschäft angenommen wurde, hatte sie harmlos ihre Handschuhe verfauft. Da hatte er ihr die Finger gedrückt, wenn sie ihm Handschuhe anprobierte, und menn niemand herjah, auf ihre Hände Küffe gehaucht, hatte sie nicht in Ruhe gelassen, hatte sie von da fortgerissen, hatte ihr die Ehe versprochen. Und nun hatte er sie doch noch immer nicht geheiratet. Sie wußte es ganz genau: er war ihrer überbrüffig. Erst war er jeden Abend gekommen, jezt nur ein, zweimal die Woche. Er tommandierte, sie mußte für ihn laufen, ihn wie ein Dienstmädchen bedienen, und wenn sie ihm dann alles nach Wunsch hergerichtet hatte, dann durfte sie vielleicht mit ihm beim Abendbrot figen. Er herrschte sie an. ,, Baffen Sie sich das doch nicht gefallen," jagte Eva jetzt. Sie war bereits ein paar Tage bei Frau Alsheim. Bie fönnen Sie bloß?" " Frau Alsheim weinte: Was soll ich denn machen? Wenn er doch nun mal so ist?!" Herr Alsheim war heute besonders unfreundlich, er hatte Ena entdeckt. Es war ihr freilich anempfohlen worden, wenn er fäme, sich vorerst nicht sehen zu laffen, aber Frau Als heim, die nicht ahnte, daß er fommen würde schon die ganze Woche hatte sie nichts von ihm gehört war aus war aus gegangen, und nun stand Herr Alsheim plöglich vor Eva. Er hatte felbft aufgeschloffen, er mußte es also sein. Ein großer, starter Mann, mit Ansatz zum Bauch und einem glattrafierten pollen Gesicht. Wo ist das Fräulein?" ,, Sie ist ausgegangen. " ,, Und was machen Sie denn hier? Wer sind Sie?" Ich bin das Dienstmädchen." Bum Teufel noch mal," hörte Eva ihn dann, als das Fräulein gekommen war, drinnen brüllen, du denkst wohl, ich fann das Geld nur so für dich rausschmeißen! Du haft auf. Noch so eine faule Brotesserin!" es nötig, dir eine Dienstmagd zu halten. Da hört doch alles Was fie darauf erwiderte, tonnte Eva nicht hören, er überschrie fie auch:" Sei still, das ist durchaus keine Notwendigkeit für dich! Einfam, einsam na, wenn es dir denn fo einsam ist, such dir doch Gesellschaft meinetwegen! Nur mich darf sie nichts toften. Wenn ich herfomme, heißt es: Geld, zahlen muß ich, immer zahlen. Zwei Haushalte muß ich erhalten, das ist mir zuviel! Heirate mich," schrie sie jetzt hoch und schrill,„ hcirate mich! Dann hast du nur einen Haushalt." Da lachte er überlaut. Das Fräulein tam bald darauf in die Küche, ließ sich auf einen Schemel fallen, drückte das Geficht in die Hände und weinte laut. Eva stand betroffen dabei: also er wollte nicht, daß hier ein Dienstmädchen mar? Dann würde sie eben wieder gehen. Sie wollte. nicht, daß das Fräulein ihret megen litt. Sie rührte die Beinende an die Schulter: Sagen Sie nur Herrn Alsheim, daß ich gehe. Ich kann morgen schon gehen." ,, Nein, nein!" Die Weinende fuhr auf, schlang ihre Arme um Eva und legte ihren Kopf an deren Bruft Du darfst nicht gehen. Ich laffe dich nicht gehen. Er meint das ja gar nicht so. Bist du es nicht, so ist es etwas anderes; er fucht ja nur einen Anlaß. Aber ich mache mir so viel daraus! Sie schnippte mit den Fingern, strafte sich aber selber Lügen, denn die Tränen rannen ihr übers Gesicht. Pah, ich mache mir gar nichts draus! Er soll es nur aufs Aeußerste treiben, dann gehe ich auch bis zum Aeußersten. Ich weiß manches, er wird sich wohl hüten!" Herr Alsheim hatte feinen guten Namen im Haus: er wäre kein folider Geschäftsmann, und daß das Fräulein oben gar nicht Frau Asheim mar, sich nur so nannte Alsheim stand am Türschild-, das wußte auch jedermann. schwand. In dem Geschäftslotal muß ein müfter Betrieb geherrscht haben. Die auf Kredit bezogenen Weine wurden in nächtlichen Gelagen mit 14jährigen Laufburschen von Niebuhr selbst zum großen Teil ausgetrunken. Wegen der dabei vorgekommenen Szenen ist Niebuhr vor turzem schon von derselben Schöffenabteilung zu 4% Monaten Gefängnis verurteilt morden. Bei seiner Bernehmung hatte Niebuhr angegeben, daß feine Mutter eine geborene Reidel fei. Aus den Aften ergab sich jedoch, daß sie Nathan hieß. Landgerichtsdirektor Lehmann hielt dem Angeklagten denn auch vor, ob er fich nicht schäme, feine eigene Mutter zu verleugnen und sich als raffenreiner Antisemit aufzuspielen. Durch unerhört dreistes Auftreten erreichte Niebuhr auch, daß die Belizei von einem Einschreiten gegen ihn Abstand nahm. Der Vorfigende bezeichnete diese Irreführung einer Behörde als bodenlose Unverschämtheit. Zum Teil mußte die Verhandlung wegen der zur Sprache gekommenen Orgien im Geschäftslotal des Angeklagten unter Ausschluß der Deffentlichteit geführt werden. Nach längerer Beratung fällte das Gericht folgendes Urteil: Der Angeklagte Niebuhr erhielt 2½ Jahre 3uchthaus, 5 Jahre Ehrnerlust und 500 Mart Geldstrafe, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt angesehen werden. Der Angeklagte Brünner wurde auf Kosten der Staatstaffe freigesprochen. Eine wilde Filmbörse. Ihre Gründer vor Gericht. Im Verhandlungsfaal und im Zuhörerraum des Schöffen gerichts Berlin- Mitte hatte eine eigenartige Zuhörerschaft Platz genommen. Viele von denen, die uns sonst als ftattliches Gefolge" eines Königs, als„ Meuterer und Aufrührer, als„ vornehme Belt" oder„ einfache Bürger" den lebenswahren Hinter grund eines Films zu geben wissen, hatten sich hier zusammengefunden, um den gerichtlichen Spruch über eine für sie wichtige Lebensfrage entgegenzunehmen. Zwei ihrer Leute, der Film. Schauspieler Sp. und der Artist Br., standen unter der Anflage des Betruges. Wer je einmal Gelegenheit hatte, den oft verzweifelten Rampf mitanzusehen, den die zahlreichen Komparsen um die Gunst eines Hilfsregisseurs führen müssen, der ihnen Beschäftigung und damit Brot oft nur für einen einzigen Tag bietet, der wird fich Mie ein wahres Bild von solchen Filmbörsen machen können. Und un übergroß das Angebot, wie bescheiden die Nachfrage! diesen Zuständen einigermaßen Abhilfe zu verschaffen, hatten die beiden Angeklagten im Café A. eine neue Filmbörse gegründet. Da sich hier aber die Hilfsregisseure nur sehr selten bliden ließen, also Abschlüsse in ganz geringer Anzahl getätigt wurden, fam es zu einer Anzeige wegen Betruges, der sich noch Beschuldigungen wegen Preistreiberei und der Vorwurf des Bergehens gegen das Arbeitsnachweisgesez anschlossen. Von den Mitgliedern sollten 5 Mart Eintrittsgelb und monatliche Beiträge in Höhe von 2 Marf erhoben worden sein. Biele von den als Zeugen vernommenen Filmstatisten wollten sich aber in feiner Weise geschädigt fühlen und mußten fogar von einzelnen Abschlüssen zu erzählen. Die als Sachverständige vernommenen Dr. Friedmann, Syndikus des Vereins deutscher Filmfabrikanten, und der Leiter eines amtlichen Arbeitsnachweises pßfeld, rechneten diese Fümbörse zu den wilden Gründungen dieser Art. Anfangs habe es den Anfchein einer amtlichen Gründung gehabt, aber zum nollständigen Abschluß sei die Sache nie gekommen. Von angeblichen Berhandlungen mit der Stadt Berlin wäre nichts befannt geworden. Als einzige offizielle Börje fäme für die Filmleute nur die in bem 111ap Restaurant in Frage. Trogdem mar selbst der Staatsanwalt der Meinung, daß wohl ein eigentlicher Schwindelbetrieb nicht in den Absichten der Angeklagten gelegen hätte. In einigen Fällen aber feien sie nicht ehrlich vorgegangen und hätten unbedingt mehr versprochen, als sie halten fonnten. Deshalb beantragte er gegen Sp. 4 Monate und gegen Br., der rüdfällig war. 6 Monate Gefängnis, außerdem gegen jeden 300 Mart Geldstrafe. Das Gericht dagegen hielt eine betrügerische Abſicht in keinem Falle für erwiesen, nahm nur Bergehen gegen das Arbeitsnachweisgefeg an und verurteilte beide Angeklagte zu je 100 Mark Geldstrafe. N Die Konfum- Genossenschaft Berlin und Umgegend teilt uns mit, daß sie am Donnerstag, den 28. Januar, ihre erste Spartafien Zweigstelle eröffnet hat und zwar in Neukölln, Berliner Straße 96. Kassenstunden von 9-1 und 3-7 Uhr. Alle Spartaffen- Ein- und -Auszahlungen werden hier wie auch in den Warenhäusern der Konsum- Genossenschaft fofort in die Spartaffenbücher eingetragen. Es kann also jeder sein Buch sofort wieder mitnehmen. Außerdem nehmen fämtliche Lebensmittelabgabestellen der Konsum- GenoffenSonst war Sonst war dieser Person äußerlich nichts nachzusagen; fie verhielt sich ruhig und still, sie hatte gar feinen Verkehr; aber doch sprach feiner im Haus mit der immer sehr hübsch gefleideten Blondine, und wenn man ihr auf der Treppe begegnete, tat man fremd und grüßte nicht. Es war ein sehr feines Haus; Herr Alsheim hatte Wert darauf gelegt, folche Wohnung zu mieten. Ohne daß sie es hören wollte, hörte Eva manches. Daß Herr Alsheim nicht reell war, schon einmal Ronkurs gemacht hatte, bei dem es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein sollte, das wollte sie eher glauben, aber daß das Fräulein feine liederliche Person war, das fonnte sie versichern. Sie hatte Sympathie für das Fräulein. Nur daß Fräulein Frida immer flagte: Was soll ich bloß tun, was soll ich nur machen?" fich fast die Augen ausweinte und doch alles beim alten ließ, das begriff sie nicht. Dann geht man eben. Warum gehen Sie nicht, Fräulein? Sie sind doch noch nicht alt, Sie fönnten doch auch wieder bei Bertheim ankommen!" ,, Was, sie sollte noch einmal von vorne anfangen?! Der Gedante entsetzte das Fräulein. Und dann womöglich noch einmal einem zum Opfer fallen? Noch einmal wieder an fangen o, schredlich! Nein, das fann ich nicht!" Sie schiitelte sich vor Grauen. Und das begriff Eva. Das Nicht- noch- einmal- wieder anfangen- mögen. Sie war sich dessen ganz bewußt: wenn es hier zu Ende war, dann ging fie. Herr Alsheim tranf an diesem Abend mehrere echte Biere, Eva mußte spät noch nach frischer Füllung ins Reſtaurant laufen, und das Fräulein fredenzte ihm noch verschiedene Liköre. Sie hatte sich die roten Augen gekühlt, den fledig geweinten Teint gepudert und sich in ein zartes Negligé geworfen, das ihr sehr gut stand. Sie schienen sich jetzt wieder vertragen zu haben, die Stimmung hob sich, wurde intimer. Ehe Herr Alsheim am nächsten Morgen wieder verschwand, fam er noch zu Eva in die Küche Er klopfte fie auf die Bange, hob ihr das Kinn in die Höhe und sagte: Na, mein Kind! Nächsten Sonnabend tomme ich wieder. Frau Alsheim ist ja sehr zufrieden mit Ihnen, das freut mich. Also, das hieß, daß fie bleiben sollte. Mit einem enttäuschten Blid jah Eva ihm nach. Sie hatte anderes ererhofft. wartet Gleich nach ihm fam das Fräulein heraus, ihre Miene triumphierte, ihre Stimme auch:„ Er wird mich doch heiraten, Eva. Ich sehe es durch!" todais ( Fortsetzung folgt.) fchaft nach wie vor Einzahlungen an und leisten Rüdzahlungen wie bisher. Wir tönnen diese Einrichtung unseren Lesern nur empfehlen und weisen auf das heutige Inferat der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend hin. Staat und Erziehung. Im Berliner Lehrerverein sprach gestern Abend der badische Staatspräsident Prof. Dr. Willy Hellpach über das Berhältnis des Staates zur Erziehung". Der neue, deutsche Staat tritt in eine neue Epoche, die dadurch charakterisiert ist, daß die Restaurationsgefahr beseitigt, die wirtschaftliche Lage durch bie Stabilisierung und die äußere politische durch den Locarno- Bertrag befestigt worden ist. Mit dieser materiellen Sicherung wird die Berlebendigung der neuen Staatsform bei den Bürgern des neuen, deutschen Staates zur Notwendigkeit. Die Erziehung zum Staatsbürger muß mit den anderen großen Erziehungsaufgaben der Jugend Hand in hand gehen. Aber es fehlt ein großes, einheitliches Erziehungsideal. 3wei Erziehungsmöglichkeiten stehen fich gegenüber: Einheitsschule oder Weltanschauungsschule. Auf der einen Seite, auf der der Einheitsschule, liegt ein großer Borteil: nämlich die Möglichkeit einer großen nationalen und praktischen Lebensgemeinschaft, ein Ausgleich zwischen den einzelnen entgegengesetzten Anschauungen, aber dafür find auch bedeutende Nachteile vorhanden. Das rein Lerntechnische überwiegt, der Stoff muß vorsichtig gewählt werden, damit er allen Anschauungen gerecht wird, dadurch fann feine Entschiedenheit in den Lehrplan kommen. Für die Weltanschauungsschule spricht da gegen, die Harmonie von Schul- und Hausatmosphäre. Bei den cugenblicklich gegebenen Umständen erscheint aber die Simultanschule als relativ beste Lösung, als eine Voraussetzung, die zu metteren Zielen führen kann. Vor allem schafft sie eine einheitliche Grundlage, und das zerrissene Deutschland darf sich keine Eigen brödelei leisten. Die Wasserversorgung von Schöneberg und Steglitz. Im vorigen Sommer wurde die Unfähigkeit der privaten Ge sellschaft Charlottenburger Basserwerke", ihr Verforgungsgebiet ausreichend mit Wasser zu beliefern, sehr unangenehm empfunden. Das führte im September zu dem Stadtver ordnetenbeschluß, daß für Schöneberg und Steglig die Wasserversorgung bei dem bevorstehenden Ablauf des für diese Gebietsteile geltenden Vertrages durch die Stadt Berlin übernommen werden sollte. Die danach begonnenen Verhandlungen mit der Gesellschaft scheiterten zunächst an der Höhe des Kaufpreises, den fie für ihr Rohrnes forderte, schließlich fam aber ein Ber gleich zustande. Er sieht vor, daß( wie damals im„ Borwärts" bereits mitgeteilt wurde) die Wasserversorgung für Schöneberg und Steglit erst am 1. Oftober 1928 von den städtischen Werken mit übernommen wird. Die Uebergangsfrist von drei Jahren er gab sich aus älteren Bertragsbestimmungen, die eine dreijährige Kündigungsfrist festgesetzt haben und nach Meinung des Magistrats schmer anfechtbar sind. Wegen der Vereinheitlichung des Wasser preises für ganz Berlin sollen mit der Gesellschaft noch beson bere Berhandlungen geführt werden. Für das Rohrnez zahlt die Stadt 2½ Millionen Mart. Der Magistrat legt jetzt der Stadt verordnetenversammlung den Bergleich zur Genehmis gung vor. Gegen den Buchhändler- Börsenverein. In der Klage des Beltsverbandes Bücherfreunde" gegen den Börsenverein deutscher Buchhändler megen gröblicher Ueberschreitung der im Konkurrenzfampf üblichen Mittel( Bontottaufruf im Buchhändlerbörsenblatt", Schifanen, scharfe Angriffe in Organisationsversammlungen usw.) hat am Freitag vor dem Landgericht I wieder eine Berhandlung stattgefunden, nachdem die Bergleichsverhandlungen, die Landgerichtsdirektor Schwarze angeregt hatte, gescheitert waren. Auch diese neue Gerichtsverhandlung ist ergebnislos verlaufen. Der Vertreter des Börsenvereins, Rechtsanwalt Mahrholz, beantragte Bertaquna. da ihm ein gewiffer Schriftfah von Wichtigkeit zu spät eingereicht worden sei. Das Gericht jah sich gezwungen, dem Bertagungsantrag des Berteidigers stattzugeben. Zum neuen Termin joll gleichzeitig die Klage der Deutschen Buchgemeinschaft", die ähnlich wie tie des Volksverbandes begründet ist, zur Verhandlung kommen. Diese Berhandlung soll aber erst nach acht Wechen, am 26. März stattfinden. Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß der Börsenverein mit einiger Methode die Abwicklung des Streitfalles hintan hält. Jedenfalls hoben die angegriffenen und geschädigten Organi fationen ein Recht, gerichtliche Genugtuung zu erhalten. Wedding" betitelt fich eine Kunstausstellung, die Anfang Februar im 3. Berwaltungsbezirk eröffnet wird. Das Aus. stellungskomitee besteht aus Hans Baluſched, Käthe Kollwig, Otto Nagel, Hermann Ernbfuhl und Heinrich Bille. Um breiteste Massen anzuziehen, wird die Ausstellung in das Warenhaus Stein, Chauffeestraße, das freundlicherweise Räume zur Verfügung stellte, gelegt. Damit ist auch die Raumfrage, welche bisher im 3. Bezirt jede Ausstellung verhinderte, gelöst. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 31. Januar. Ein ungetreuer Beamtenvertreter. Das Mitglieb des Bor standes der Interessengemeinschaft der Reichsbantbeamten, Reichs bant- Oberinspektor Sergesell, der seit einiger Zeit zur Wahrnehmung dieser Tätigkeit beurlaubt war, hat in seiner Eigenschaft als Raffenführer den Betrag von ungefähr 36 000 Mart aus dem Vermögen der Intereffengemeinschaft der Reichsbantbeamten unterſlagen, angeblich um Verluste aus Rennwetten zu deden. Strafrechtliche Verfolgung ist bereits eingeleitet worden. Zu einer Schulwoche" vom 2. bis 7. Februar laden die Elternbeiräte der weltlichen Schulen 244 und 245( Wedding, Panfstraße 20/22) alle Freunde neuzeitlicher Erziehung ein, besonders aber die Eltern von Schulneulingen. Neben Ausstellungen von Schülerarbeiten bringt die Schulwoche folgende Darbietungen: Bühne und Chöre( 2. Februar), Leibesübungen ( 3. Februar), Die Hand( 5. Februar), Wandern( 6. Februar), Schulchwimmen( 7. Februar, 2 Uhr, in der Schwimmhalle Gerichtstraße). Beginn der Veranstaltungen in der Schule täglich 7 Uhr abends. Genossen, laßt die Schulen der Arbeiterschaft nicht im Stich! 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. A. Böhme: Präludium( Dr. Artur Böhme, Harmonium). 2. J. S. Bach: Ich will den Namen Gottes loben, aus der Weihnachtskantate„ Uns ist ein Kind geboren" Berliner Solistenquartett: Margarete Böhme- Heidenreich, Gina Goetz, Anni Ritter, Max Dienel, Max Gruhl, Hannes Aulert, Gustav Polzin, Dirigent: Dr. A. Böhme, am Flügel: Alfred Lehmann). 3. Bibelrezitation( Bibelsprecher Johannes Schulzke). 4. Schubert: Allmacht( Margarete Schlicht, Alt, am Flügel: Erich Lax). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Dr. Kaumann. 6. Eckart: Wenn ich mit Menschen- und Engelzungen redete( Margarete Schicht). 7. J. S. Bach: Lob Gottes( Berliner Solisten quartett). 11.30 bis 12.50 Uhr nachm.: Platzmusik. Dir.: Karl Woitschach. 1. Wagner: Einzug der Gäste, Marsch aus der Oper Tannhäuser". 2. Herold: Ouvertüre zu der Oper„ Zampa"..3. Cords: Konzert Es- Moll für Pistonsolo( Willi Liebe). 4. Lanner: Die Pesther. Walzer. 5. Fucik: Florentiner Marsch. 6. Svay: a) Bauerntanz( Egerndal), b) Kleinrussischer Kosakentanz. 7. Strauß: Potpourri aus der Operette „ Die Fledermaus". 8. Piefke: Preußens Gloria, Marsch. 1.10 bis 2.10 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. 1. Artur Wolff: Wozu fich ein Revolutionär gebrauchen läßt. Zu unserem GeSonate für Klavier und Violine, op. 4( Theophil Demetriescu und richtsbericht meineid durch Mitrophon bittet uns der Stefan Frenkel). 2. Philipp Jarnach: Sonate für Violine allein. Betriebsrat der AEG., Fabrif für elektrische Meßinstrumente, Demetriescu). 4. Emile Blanchet: Vier Klavierstücke, op. 15, Zeitungen, der Betriebsrat hätte im Zuschauerraum dem Termin op. 13( Stefan Frenkel). 3. Cassacaglia für Klavier, op. 17a( Th. Roloniestraße, mitzuteilen, daß die Behauptung einiger Berliner a) Polonäse, b) Scherzo, c) Serenade. d) Etüde( Theopil Deme- intereffiert zugehört, nicht den Tatsachen entspricht. Das Inter triescu). 5. Theodor Blumer: Capriccio für Violine und Klavier op. 42( Stefan Frenkel und Theophil Demetriescu). 2.20 Uhr effe des Betriebsrates an dem genannten Mechanifer R. geht nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hansnur bis zu der Feststellung, daß R. als Mitglied der Union Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Freider Hand und Kopfarbeiter" Randidat auf der fomherr von Hünefeld: Der praktische Tierschutz und der Hunde- munistischen Betriebsratsliste war. Später hat K. dann verfang in der Großstadt 3.30 Uhr nachm.; Korinthchen und geffen, einfaffierte Mitgliedsbeiträge abzurechnen. Rosinchen aus Goldhärchen und Funkheinzelmann" von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30 Uhr nachm.: Aus Hansjörgs Erwachen". romantisches Spiel in drei Akten von Paul Apel. Gelesen vom Dichter. 5-6 Uhr nachm.: Nachmittags- burg, Franfstraße 3( Straßenbahnhof Westend) ein Rurfus für konzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.50 Uhr abends: Forschungsreisender Dr. Artar Berger: „ Der Pulschlag unserer Erde.( Von Seebeben, Erdbeben und Flutwellen)": 7.15 Uhr abends: Dr. Adolf Grabowsky: Das kulturelle Leben Sowjetrußlands". 7.50 Uhr abends: Hans- BredowSchule( Bildungskurse). Abteilung Musikwissenschaft. Studienrat Artur Müller- Buessow: Die Musik der Wenden".( Mit Erläuterungen am Klavier). 8.30-10 Uhr abends: Orchesterkonzert. Unter Mitwirkung von Celeste Chop- Groenevelt. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 1. Beethoven: Ouvertüre zu„ Egmont. 2. Schumann: Konzert in A- Moll: Allegro affettuoso Intermezzo( Andantino grazioso) Allegro vivace( Celeste Chop- Groenevelt). 3. Schubert: Sinfonie in H- Moll( Unvollendete). Berliner Funkorchester. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterund Filmdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). Montag, den 1. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Novellen. Der Gelehrte e) Falke: Tieck. Gesprochen von Elly Altmann. 5.15-6 nachm.: Nachvon Ludwig mittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau. 7-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Prof. O. Colson). 7.30 Uhr abends: Abteilung Literatur. Dr. Max Freyhan: Shakespeares Magie". 8 Uhr abends: Einführung zu dem Sendespiel Der Gauklerkönig" am 2. Februar 1926. 8.30-10 Uhr abends: Bunter Abend. 1. a) Gounod: Lied des Siebel, aus der Oper Margarete, b) Schumann: Provencialisches Lied( Angela Sax, Sopran). 2. a) Bierbaum: Josephine, b) Bierbaum: Schlagende Herzen, c) Dehmel: Chinesisches Trinklied, d) Falke: Nacht3. a) Katscher: Im Prater, eine halbe Stund' vom Praterstern, wandler, Sein Lied( Resi Langer, Rezitation). b) Nicholls: Schanghai( Fritz Berger, Tenor). 4. a) Palabras de Amor( Liebesworte). Boston, b) Samya. Foxtrot( Marimba- Kapelle aus Guatemala). 5. a) Tosti: Serenata( italienisch gesungen), b) Buzzi- Peccia( italienisch gesungen)( Angela Sax). 6. a) Finck: Der traurige Page, b) Heymel: Wir sind jung. c) Heymel: Malaga und Malvasier( Resi Langer). 7. a) Silving: Märchen, die uns der Wind erzählt, b) Youmans: Ich wär' so gern glücklich, Shimmy- Fox a d. Operette No no Nanette"( Fritz Berger). 8. a) Für dich( Foxtrot, b) Muchachite( Das kleine Mädel), Tango Milonga( MarimbaKapelle). 9. a) Strauß: Walzer aus der Operette Ein Walzertraum", b) Sieczynski: Wien, du Stadt meiner Träume( Angela Sax). 10. a) Liliencron: Hans der Schwärmer, b) Liliencron: Die Musik kommt, c) Wedekind: Sieben Rappen. d) Wedekind: Christine( Resi Langer). 11. a) Gensler: Geh' lachend durchs Leben, b) Frimi: Ueber die Prärie( Fritz Berger). 12. a Madonna, Foxtrot( Marimba- Kapelle). du bist schöner, als der Sonnenschein, Blues, b) Sonnenschein, Am Flügel: Ben Geysel). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Funk- Tanzkapelle, Leitung: Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Montag, den 1. Februar. 3-3.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel und Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Friebel und Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 4-4.30 Uhr nachm.: Oberstudiendirektor Schlemmer: Jugendkunde. 4.30-5 Uhr nachm.: Frau Drewitz: Die Frau in Haus, Hof und Garten. Pflege und Einährung des Säuglings. Am Donnerstag, dem 4. Februar 1926, beginnt im Auguste- Bittoria- Haus, Charlotte Mütter und Mädchen, in dem alles das prattisch und theoretisch gelehrt wird, was eine Frau von der Pflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Der Kursus umfaßt vier Doppel ſtunden, jeweils Donnerstag von 3 bis 5 Uhr. Die Einschreibgebühr von 8 M. ist im Aufnahmebureau der Anstalt zu entrichten. freunde Groß- Berlin findet am Mittwoch, den 3. februar, abends Die Generalversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Kinder7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. 2. Hof. 8 Treppen rechts, statt. Tagesordnung: Jahresbericht. Referentin: Genoffin Löwenstein. 2. Kassenbericht. Frieda Warmuth. 3. Anträge. 4. Neuwahlen. Berfteigerung von Fundgegenständen. Die nächste Bersteigerung von Eisenbahn- Fundgegenständen findet in der Zeit vom 1.- 6. und am 8. Februar im Hauptfundbureau Berlin, Schlesischer Bahnhof, statt. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute pünktlich 11 Uhr vor mittags im Großen Schauspielhaus 3. Proletarische Feierstunde Stimmen ber Böller". Rezitationen, Rieder, Gruppentänze, Orgel, Bioloncell. acht Harfen. Mufitalische Zeitung Prof. Mar Saal Mitwirkende Karl Ebert ( Staatstheater), Jlona Kelman( Städtische Oper), Dtto Dunkelberg( Drgel), Godfried Beelander( Bioloncell), Tanzgemeinschaft Herta Feist( Berliner Rabanshule). Eintrittspreis 1 M. Karten find noch im Theater 31 haben. Nächste Theatervorstellung Sonntag, den 21. Februar, pünkt lid 2, Uhr nachmittags, im Staatlichen Schiller- Theater Charlottenburg. Zur Aufführung gelangt a pitän Braßbounds Belehrung von Bernhard Sham. Karten einschließlich leiderablage und Theaterzettel 1,20 m. Ausstellung und Berlauf von Radierungen und Holzschnitten hervorragender Künstler( Räthe Stollis, Helmuth Strommer usw.) im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 8. 2. of II, Bimmer 8. Starten für alle Veranstaltungen find zu haben im Bureau des Bezirks Borwärts- Buch bilbungsausschusses, Lindenftr. 8, 2. of II, Bimmer 8. itrage 5. Bigarrengeschäft Horich, Engelufer 24/25, Gemert chaftshaus. handlung, Lindenstr. 2. Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Alte JakobTabakvertrieb Inselstr. 6. Bet allen Streis und Abteilungsobleuten ber Bildungsausschüsse. In den. Borwärts" Speditionen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag norm. 11 Uhr, Bappelallee 15, Vortrag des Herrn Baul Rogal: Religion und Schule". Harmonium: Duett aus offmanns Erzählungen"( Offenbach). Gäste willkommen. Der deutsche Student als Führer zu Deuffa lands Erneuerung, Der Deutsche Studentenbund veranstaltet am Montag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, in dem Hörsaal 122 der Universität einen Vortragsabend, an dem der badische Unterrichtsminister a. D. Prof. Dr. Hell path über das Thema: Der deutsche Student als Führer zu Deutschlands Erneue rung" prechen wird. Studierende aller Berliner Hochschulen sind eine gelaben. Ausweis: Studentenfarte. Jugendweihe für Königswusterhausen, Wildau, Niederlehme und Umgegend. Die Jugendweihe jindet am Sonntag, den 21. März, vormittags 10 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums. Königsmufterhausen statt. Gemeindeschule beim Amtsgericht in Königswusterhausen abgehalten. Der Vorbereitungsunterricht wird jeden Sonntag nachmittag 2 Uhr in der Puhlmann Film und Bühne : Schönhauser Allee 148: Sensations- Fllm Luciano Albertini in seinem neuesten Eine Minute vor Zwölf Das große Lustspiel und Bühnenschau Sonntags ab 400, wochentags 600 E Ог Unsere grosszügige Verkaufsveranstaltung, die 09 Leiser- WOCHE bietet eine selten günstige Einkaufsgelegenhelt für alle Schichten der Bevölkerung. dau Wir wissen, wie verwöhnt Sie durch unsere Sonderverkaufs- Veranstaltungen sind. Aber diesmal übertreffen wir uns selbst. 12 Hello Leiser Das grösste Schuhspezialhaus 12 ere ers art 00 Hote- 9 aluo.! ST Leiser WOCHE 28 mslogshsM 08 s Unsere 60 Schaufenster sagen Ihnen alles! Brandkatastrophen im sächsisch- böhmischen Juduftriebezirk, Eine auffällige Häufung von schweren Brandfatastrophen fann im fächsisch- böhmischen Industriebezir? festgestellt werden. Bor einigen Tagen wurde die mechanische Weberei 3ittau durch einen Großbrand schwer beschädigt. Wie jezt feststeht, liegt Brandstiftung vor. Nun sind auch, wie uns aus Reichenberg in Böhmen gedrahtet wird, in der Nacht zum Freitag große Teile der Swarover Weberei der Firma Johann Liebig u, Co. ein Raub der Flammen geworden. Ein Saal mit 100 ebstühlen wurde vernichtet. Der Schaden wird auf 3,5 Millionen Kronen geschäßt, wovon nur ein Teil durch Verficherung gedeckt ist. Bu gleicher Zeit fommt aus Zittau die Meldung, daß am Freitag früh in der fünften Morgenstunde das Sägewert von Edmund Wünsche in Niederoŋbin unterhalb Teufelsmühle durch Großfeuer faft pollständig eingeäschert murde. Der Schaden ist troz Versicherung sehr beträchtlich. Aud; hier wird Brandstiftung vermutet. Zehn Kinder vergiftet. Die Moskauer Prawda" berichtet bon einem schrecklichen Fall der Kindervergiftung. Die Laborantin des mittelafiatischen Eeruminstitute Soslarowa hat zehn Kindern Bersehentlich an Stelle von Diphtherieferum Diphtheriebazillenfulturen eingeimpft. Alle zehn Kinder sind gestorben. Das Ge richt hat sowohl die Laboranrin wie auch den Arzt des Instituts, Schorochoff, weil er die erforderliche Achtsamkeit nicht aufgewiesen hat, zu je 21 Monat Gefängnis verurteilt. Festnahme polnischer Wanderarbeiter. Wie dem Amtlichen Breußischen Pressedienst aus Magdeburg berichtet wird, bat die am 28. Januar im Kreise Osterburg angeordnete große Streife der Kriminals und Schußpolizei nach den einzelner Verbrechen ber dächtigen Berfonen folgendes Ergebnis gebabt: Es wurden im ganzen 84 bolnische Wanderarbeiter festgenommen bon ihnen 76, weil sie feine Legitimation hatten, 5 wegen des Verdachtes der Begünstigung an einem Mord, 2 wegen Verdacts der Heblerei und des Diebstahls und einer wegen unerlaubten Baffenbesitzes. Todesurteile gegen polnische Raubmörder. Am Sonnabend nachmittag wurde das Urteil im Stargarder Taubmordprozeß verfündet. Die vier angeklagten Polen wurden zum Tode und zur lebenslänglichen Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Außerdem erhielten fie Zuchthausstrafen von 12 bzm. 11 Jahren. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68. Lindenitraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Soi, 2 Tren. rechts, au richten 1. Areis mitte. Montag, den 1. Februar, abends 8 Uhr, Gigung bes et weiterten Kreisvorstandes bei schiefing, Aderstr. 1. 2. Kreis Tiergarten. Arbeiterpohfahrt: Am Dienstag, den 2 februar, Beginn des 2. Bortragsturfus abends 7 Uhr, im Bezirksamt Tiergarten, Klopstockstr. 24, 8immer 4. Auf dein 1. Abend ist Genoffin Ger. trud Sanna, M. d. L.. Referentin. Bortrag über: Erwerbslosigkeit und foziale Fürsorge." Um 6 Uhr abends ebenda, Zimmer 4, Funktionä rinnenfigung. Wichtige Tagesordnung. 5. Areis Friedrichshain. Montag, den 1. Februar, abends 7 Uhr, bei Rosin, Gubener Straße 19, engere Rreisvorstandssigung mit ben Abteilungsleitern. Am Mittwoch, den 3. Februar, abends 7 Uhr, in den Comeniusfeftfälen, Memeler Straße 67, Kreismitgliederver. sommlung. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Emil Barth über: Die fulturellen Aufgaben der Arbeiterbewegung." Wir bitten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 7. Rreis Charlottenburg, Donnerstag, Sex 4. Webener, abends The Jugendheim, Rofinenftr. Sigung der Jugendvertreter der Abteilungen. Jede Abteilung muß vertreten fein. Montag, den 1. Februar, abends 7% Uhr, im Jugendheim, Rosinenstr. 4, Rurfus des Gen. Erwin Marquardt über: Grundfragen der Weltpolitit." 9. Areis Wilmersdorf. Sigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern am Montag, den 1. Februar, abends 9 Uhr, bei Aroihs, Holsteinische Straße 60. 11. Areis Schöneberg- Friedenau. Dienstag, den 2. Februar, abenbs 8 Uhr, Sigung der Beitungsfommiffion in der Spedition Schöneberg, Belziger Straße. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 1. Februar, abends 7% Uhr, in der Aula, Kaiser- Friedrich- Straße 210, Kreismitgliederversammlung. Tagesord nung: Das Heidelberger Barteiprogramm." Referent: Alegander Stein. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, den 3. Februar, abends 7% Uhr, in der Bibliother, Weichselstr. 28, Kreisvorstandsfizung. 18. Areis Weißenfce. Montag den 1. Februar, abends 8 Uhr, bei Gallas, Borstandssizung. Die Fraktionsfigung fällt aus. Dienstag, den 2. Fe. bruar, pünftlich abends 8 Uhr, im Gigungsfaal des Rathauses, Albet tinenstr. 6, Einführung in das Heidelberger Parteiprogramm. Grundfäglicher Teil. Referent: Genosse Alexander Stein. Zur Teilnahme find die gesamten Funktionäre verpflichtet. Interessierte, die ihr Wissen bereichern wollen, find herzlichst willkommen. 20. Areis Reinidenbotf. Mittwoch, den 3. Februar, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Reinickendorf- Oft, Residenzstr. 49, Sigung ber Jugendbeiräte, Werbebezirksleiter der SA3. und der Jungsozialisten mit den beauf tragten Bertretern des Areisvorstandes. Heute, Sonntag, den 31. Januar: 28., 29., 30. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen werden gebeten, fich an der Jugendfeier des Werbebezirks Prenzlauer Berg II, abends 7 Uhr, in der Schulaula Eberswalder Straße 10 zu beteiligen. Musttalische Darbietungen, Rezitationen, Vollstänze, Festansprache, Jugendspiel usw. Rarten find noch an der Abendkaffe erhältlich. bitten um rege Beteiligung. Morgen, Monfag, den 1. Februar: Wir 29. Abt. Abends 8% Uhr Funktionärsigung. Mitgliedsbücher und Borwärts. quittungen find mitzubringen. 43. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, bei bem Genossen Lewszow, Gräfeftr. 66, Broschüren abzuholen. 45. Abt. Abends 8 Uhr bei Sommer, Wiener Straße 26, Sigung des Ab teilungsvorstandes, der Gruppen- und Bezirksführer. 51. Abt. Charlottenburg. Eltern, die ihre Rinder noch nicht are weltlichen Schule angemeldet haben, wollen dies fofort nachholen. Anmeldungen beim Genoffen Heidrichs, Haefelerstr. 10c. B 82. Abt. Steglik. Anmeldungen zum Rurfus des Genoffen Rahenftein: Ge schichte der sozialen Rämpfe", beginnend am Freitag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, in der 2. Gemeindeschule, Ringstraße, find beim Genossen Kronenberg, Mommsenstr. 60, III, erhältlich. Hörgebühr für 6 Abende 1 m. 116. Abt. Lichtenberg. Abends 7 Uhr im Lokal Morr, Neue Bahnbofitr. 28, Funktionärligung. Bortrag: Fürſtenabfindung". Referent: Ernst Ruben. 12. Abt. Uebermorgen, Dienstag, den 2. Februar: Abends 7 Uhr bei Schmidt, Wiclefftr. 17, Funktionärsigung. 26. Abt. Abends 7% Uhr, bei Busch, Tilfiter Straße 27, Funktionärigung. 80. Abt. Abends 7 Uhr bei Gürlich, Funktionärsigung. 101. Abt. Treptow. Abends 7% Uhr außerordentliche Mitgliederversamm 24. L. ontwik Moning, 1 Februce, The, bei Behamn, Railey Wilhelm- Str. 29/31 Bortong: Erziehungsfragen. Referent: Sans Wonwod. 95. Abt. Reukolln Dienstag, 3. Februar, 7 Uhr, bei Grieger, Beiling ftraße 9, Frauenabend. Bortrag. Neuwahl der Abteilungsleiterin und Stellvertreterin. Berschiedenes. 102. Abt. Paumschulenweg. Montag, 1. februar, 7% Uhr, bei Sas, Baum schulenstraße. Bortrag: ,, Kulturfragen". Jungfozialisten. Gesamtveranstaltung am Sonntag, 31 Januar, Engel7 Uhr, im Saal 3 des Gemertschaftshaufes, Engelufer 24/25. bert Graf, Redakteur der Jungfozialistischen Blätter, spricht über: ,, Soziologie der" Jugend". Dort zugleich Berteilung der neuen Nach richtenblätter. 19. Kreis. Gemeinschaftsschule Niederschönhausen. Dienstag, 2. Februar, 8 Uhr, 1. Konsertabend nebft Kinderdarbietungen im Schloß Schönhausen, Lindenstr. 11. Ainberfreunde, Gruppe Mitte. Die Sikung am Montag findet in der Scharnhorststr. 31 in der Wohnung der Genoffin Eppstein statt Bereinigung fozialdemokratischer Studenten. Montag, 1 Februat, 8 Uhr, in der Universität, Auditorium maximum, Goal 122, fpricht Brofeffor Sellpoch( ehemaliger badifcher Staatspräsident). Gäfte herzlich miltonunen. Geburtstage, Jubiläen usw. 57. Abt. Charlottenburg. Unserem langjährigen Abteilungstaffierer th unermiblichen Rämpen Frik Rausch, Liegenburger Str. 15, au feinem 25jährigen Parteijubiläum die herzlichsten Glüldwünsche. Die Genoffinnen und Ge noffen der 57, Abt. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 42. Abt. Unsere Genoffin Minna Berste ift am 23. Januar verstorben. Ehre ihrem Andenken. Die Einäfcherung hat bereits ftattgefunden. 136. Abt. Reinidendorf- Ost. Am 26. Januar verstarb unier Genoffe Fris Lindstädt, Humboldtstraße. Einäfcherung am Montag, 1. februar, nachmittags 3 Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Jugendveranstaltungen. Arbeiterjugend und Kunst. Dritter Bortragsabend( ,, Arbeiterjugend und Mufit) heute, Sonntag, 31. Ja muar, 7 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Referent: Genoffe Brof. Les Rester. bera. Einzelfarten zum Breise von 20 Bf. find am Eingang au baben. Heute, Sonntag, den 31. Januar: Spandan: Jugendheim Linbenufer 1, Simmer 5. Frank- Bebefind- Abend. Treffpunkt Lichtenberg- Mitte: Befuch der Arbeiterwohlfahrtsausstellung. Reukölln II: Führung durch Alt- Berlin. 10 Uhr Bhf. Stralau- Rummelsburg. Treffpunkt Hermannplay 9 Uhr, Racailgler 10 Uhr Alexanderpl.( Berolina). Steglik I: Besuch der Abt. Mariendorf. Treffpunkt abends 6 Uhr vor ben Heim. Werbebezirk Brenzlauer Berg II: Aula der Schule Eberswalder Str. 10. Jugendfeier. Ansprache. Mufit, Rezitationen, Bollstänge, Theateraufführung Der Narr" von Ferdinand Hanusch. Einlag 7 Uhr. Eintritt 30 Bf. Werbebezirk Oftbahn: Jugendheim Bartaue 10. Lichtbildervortrag: Fahrten und Fahricnerlebnisse". lung im Zeichenfaal der Schule, wildenbruchstraße. Bortrag: Die Wirt. Abteilungsmitgliederversammlungen morgen, Montag, 7% Uhr: fchaftstrife." Referent: Reichstagsabgeordneter Wiffell. Die Bezirks führer werden ersucht, einzuladen. 103. Abt. Oberschöneweite. Abends 7% Uhr Funktionärigung bei Smberg. Wilhelminenhofstr. 34. 106. Abt. Johannisthal. Abends 7 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Gobin, Roonstr. 2. Frauenveranstaltungen: 4. Areis Brenzlauer Berg. Montag, 1. Februar, 7% Uhr, im Bebigenheim Pappelallee 15 große Frauenwerbeveranstaltung. Gefang, Resitationen, Mufitvorträge. Lieder zur Laute. Ansprache der Genoffin Clave Bohm. Schuch. Rarten zum Breife von 30 Pf. find noch an der Abendkaffe erhältlich. Kreisausschus für Arbeitermahlfahrt und Kinderschus: Der Rurfus im Jugendamt beginnt am Montag, 1. februar, 8 Uhr, im großen Sigungsfaal bes Bezirksamts Danziger Str. 65. 20. Kreis Reinidendorf. Dienstag, 2. Februar, 8 Uhr, in Reinidendorf- Dit, Berwaltungsgebäude, Hauptstr. 46, Funktionärinnenfisung im Rimmer 60. Wichtige Tagesordnung.( Agitation, Wohlfahrt und Kinderschuh.) Jede Abteilung muß vertreten fein. 74. Abt. Rehlendorf. Montag, 1. februar, 7½ Uhr, im Lokal Schnorre, Botsdamer Str. 3 IV. Rurfusabend. ,, Die Gefchichte der Frauenbewegung". Referentin: Hedwig Schwarz. Im Anschluß daran Borstandswahl. 81. Abt. Friedenau. Montag, 1. februar, 8 Uhr, bei Alabe, Sandiern straße 60/61. Bortrag des Genoffen Seins Barthel über: Gerhart Haupt mann und feine Berte". " Moabit 1: Schule Baldenferstr. 20. Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplat. Süboft G.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Schöne Westen: Jugendheim Sauptstr. 15. berg III: Jugendheim Hauptstr. 15. Baumschulenweg: Jugendheim Ernftstr. 16. Sermstorf: Jugendheim Roon itraße. Webbing- Nard: Funktionärfikung. * Ortsausschus für Jugendpflege Reuföln: Montan. 1. Februar, 8 Uhr, Bortrag in ber Walter- Rathenau- Saule, Bobbinstraße, über: Spiel, Sport und Rörperpflege für den Jugendlichen". Eintritt für Ermodfene und Jugendliche 13 Bf. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfiftelle für Berlin.( Rachbr. verb.) Beitweise beiter und etwas fübler. Für Deutschland: Im Diten leichter Frost, auch im Besten etwas Abfühlung und strichweise leichte Niederschläge. Mufifaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027. Andreasftr. 21( Stönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefud Weiße Woche Extra- Preise Kinder- Wäsche Mädchenhemd. 75 Pt. 215 m. Besat, Länge 40 b. 90 cm bis Mädchenhemden 120 280 mit Stickerei u. Besab, Lg. 40-90 cm bis Beinkleider mit Stickerel, Länge 25 bis 55 cm 35 40 14º 240 bis Nachthemden 1903 50 Länge 60 bis 110 cm Taillenröcke bis 150 385 Länge 40 bis 90 cm bis Knabenhemden 120 265 halsirel m. halb Arm, Lg. 45 b. 85 cm Knabenhem.den 1553 10 " mit Falten, 1/2 Arm, Lg. 45 b. cm bis Nachthemden 290 5 15 290515 mit farbigem Besatz, 60 bis 110 cm bis Herren- Wäsche Taghemd krå tiges Hemdentuch 365 mit Seitenfalte.. welf, m. ungewaschen Oberhemd nz, Handpriese 475 Oberhemd durchgehend gestreift Perkal, mit Faltenbrust u. Klappmanschetten, 2 Kragen weiß, Oberhemd wel. m. Pikéelalteninsab und testen Manschetten Oberhemd durchg. gestr. engl. Zephir, gelütt Faltenbrust, Klappmanschetten, 1 weicher Kragen 525 7.50 890 Nachthemd Bort.u. Tasche Sportkragen Stehkragen mit Umlegekragen 475 30 pl weit, Pikée Mako, 5 fach Marineform versch. Größen 60 PL Hemdenpassen Stickerelausführung. 32 bis 90 Pf. Stlick Spitzenpassen 38, 50 bis 85 P Pf. Damen- Wäsche 1M 160125 180 Taghemden mit Besatz 1M Spitze Blen de schiedenen Ausführungen 225 275 225 275 335 425 Garnituren 2 tellig, Hemd u. Beinkleid verschiedene Ausführung. 2.90 380 695 6M 1075 1325 1625 3 teilig, Hemd, Beinkleid 6M und Nachthemd mit Nachthemden stare 290 335 290 335 425 575 Hemdhosen Tischzeuge Jacquard Tischtücher Durchbruchmuster Größe 130/130 4 90 130/160590 130007 75 Mundtücher dazu 95 PE Tischtücher Reinleinen gebleicht passend Jacquard 125/123 125/160 150/150 150/200 150/228 590 750 975 1275 14 50 Mundtücher dazu passend 105 130/160 165/165 Gr. 50/50 Hausmacher Reinleinen halbgeklärt 165/230 Tischtücher 275 375 575 8 M Prinzehröcke 240 325 425 5M Rock u. Taille Untertaillen 65P. 90 Pt. 125 170 285 Wäsche- Stoffe Wäschestoff solide Were 45 Pf. Hemdentuch mittelstark 55 PL Meter Hemdentuch gute Quat 60Pf. Meter .. Meter Renforcé mitteldig, sehr 75Pt. Madapolam feinfädig Meter 85 Pf. Renforcé für Her Meter 98 Pt. wäsche, Louisianatuch Kissenbreite 78Pf. Deckbettbreite 135 Kissenbreite 95 Pf. Deckbettbreite 175 Meter Kissenbreite 115 Meter Kissenbreite 125 Meter Deckbettbreite Meter 195 Deckbettbreite Meter 220 Lakenstoffe Mtr. 165 bis 325 Ferner: Wäsche- Stickereien, Taschentücher Kleiderstoffe, Kleider, Blusen, Spitzen usw. A.Wertheim Leipziger Str. Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz 165/260 775 975 1375 15 50 Mundtücher dazu passend 135 Kaffeedecken Gr. 120/190 120/150 Javagewebe, rot, blau oder 290 390 grün kariert. 180/160 Kaffeedecken Gr. 130/180 weiß, mit blauer oder gelber 690 875 Kante. Handtücher Stubenhandtücher 95 Pt. halbleinen Jacquard, Gr. 48/100 Stubenhandtücher reinleinen Jacquard, halbgebleicht, 48/110 155 Küchenhandtücher 45 P. Gerstenkorn, Gr. 46/100 Küchenhandtücher 70PL Drell, Gr. 45/100 Küchenhandtücher 95. reinleinen Drell, Gr. 42/100 Polier-, Staubtücher 18 P PL Wischtücher 28 Pf. 45PE Nr. 51 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Das europäische Kohlenproblem. Internationale Organisation der Kohlenwirtschaft? Die Belttohlenwirtschaft war in den letzten 12 Jahren heftigen Schwantungen ausgefeßt. Sie gingen vom Krieg und seinen Nachwirtungen aus. Als legtes Normaljahr muß Als legtes Normal jahr muß 1913 betrachtet werden. Schon diese lange Zeitspanne macht die ungesunden Symptome tenntlich, die seitdem die Wirtschaft beherrschen. Die Steintohlenproduktion der Welt betrug 1913 rund 1217 Millionen metrische Tonnen. Nur zweimal wurde diese Menge im Laufe der Zeit, und zwar 1917 und 1918 überschritten, weil es den Bereinigten Staaten von Amerita gelungen mar, ihre Förderung von 517 Millionen metrische Tonnen( zu 1000 Rilogramm) in 1913, auf 590 Millionen in 1917 und 615 Mil lionen in 1918 zu steigern. Eine annähernde gleiche Steinfohlen fördermenge wurde 1920 mit 1166 Millionen metrischen Tonnen, 1923 mit 1181 Millionen und 1924 mit 1167 Millionen erreicht. In den genannten beiden letzten Jahren war England, als größtes europäisches Kohlengewinnungsgebiet, mit 280,4 Millionen und 273,4 Millionen metrischen Tonnen, seiner Förderung von 1913, dic 291,9 Millionen metrische Tonnen betragen hat, sehr nahe ge fommen. Schwankungen in Produktion und Abfah. In der Vorfriegszeit hatten sich die Kohlengewinnungsstaaten, ohne jede Bereinbarung, oft im Ronkurrenztampf, in jahrzehnte langer Entwicklung und Bragis, gewiffe feste Abfabgebiete erworben. Diese aus sich heraus gewordene Ordnung wurde mit dem Beginn des Krieges jäh zerstört. Ausgehend vom Berbrauch, gab es auch in der Borkriegszeit je nach der Konjunktur gewiffe Schwankungen im Absah, die ihre Rückwirtungen auch auf die Produktion hatten, aber sie waren nicht von besonderer Größe. Inmitten des Krieges jette eine Bert nappung der Kohlen mengen ein, die in den ersten Nachkriegsjahren zu einer europäischen Kohlennot ausartete. Deutschland wurde aus bekannten Gründen besonders hart von der Rohlennot betroffen. Sie war zeitweilig so groß, daß der Eisenbahnverfehr aus Gründen der Rohlenersparnis eingefchränkt werden mußte und der allgemeine Verbrauch auf das schärfste rationiert wurde. Eine Steigerung der Produktion war für Deutschland eine Lebensnotwendigkeit, wenn es nicht wirtschaftlich erliegen sollte. Der Schärffte Schlag gegen die deutsche Kohlenbedarfsdedung aus eigener Produktion wurde 1923 mit der Ruhrbeseßung geführt. Der damalige Kohlenbedarf Deutschlands fonnte nur einigermaßen ge sichert werden durch die Einfuhr von 28,2 Millionen Tonnen Kohle, Rots und Brifetts. Der Hauptlieferer war England, das mit 280,43 Millionen metrischen Tonnen seine Borfriegsproduktion fast erreichte. Desorganisation! Deutschland hatte in den 1923 noraufgegangenen Nachkriegsjahren faum die Möglichteit gehabt, in seine früheren Abfazgebiete einzubringen. Nur einige lose Verbindungen waren erst hergestellt, die durch die Ereignisse wieder vollständig zerrissen wurden Hingegen aber gelang es England, Be herrscher des europäischen Rohlenmarktes zu wer den. Auch Amerita lieferte 2,27 Millionen metrische Tonnen in 1923 an europäische Staaten gegen 141 000 in 1922. Am stärksten war Amerita an der europäischen Bedarfsdedung in 1920 mit 10,48 Millionen metrischen Tonnen beteiligt. Damals erhob Otto Hue auf dem Internationalen Kongreß der Bergarbeiter in Genf die Forderung nach einer internationalen Organi. sation, die die Kohlenzuteilung regeln sollte, um grotest anmutende Rohlentransporte zu vermeiden. Beispielsweise bezog die Schweiz einen großen Teil ihrer Kohlen aus A merita, während folche aus nahe gelegenen Produktionsgebieten in entgegengesetter Richtung gefahren wurden. In 1921/22, zur Beit der Kohlennot in Deutschland, wurden noch tollere Rohlenfransporte vorgenommen. Deutsche Binnendampfer fuhren rheinabwärts, um in holländischen Seehäfen an Seedampfer anzulegen und fich ihrer Reparationstohlen zu entledigen. Geleert legten fie dann wieder an mit englischer Kohle beladene Seedampfer an, um Kohle einzunehmen und diese rheinaufwärts nach Deutschland, oft in dasselbe Gebiet zu bringen, dem die Reparationsfohlen entnommen waren. Das waren Methoden des Wahnsinns, bie im wesentlichen durch die Berhältnisse forrigiert worden sind. Man tenn gegenwärtig von einer sehr reichlichen Rohlende de sprechen. Die Gründe für diesen Wandel sind klar erkennbar. | In 1925 wurden 132,72 Millionen Tonnen Steinkohle und 139,44 Millionen Tonnen Brauntohle gewonnen. Nach dem Heizwert find das 163,7 Millionen Tonnen Steinkohle. Die leichtere Ge winnungsmöglichkeit der Braunkohle im Zusammenhang mit der jahrelangen Kohlennot, hat eine starte Steigerung der Förderung dieser Kohlenart bewirft. 1913 war die Brauntohle mit 16,1 Proz an der deutschen Bedarfsdeckung beteiligt und 1925 mit 22,8 Proz. Die Braunkohle ist also in starte Konkurrenz zur Steinkohle getreten. Die Rüdwirkungen der Wirtschaftskrise. tabasis end Sonntag, 31. Januar 1926 Die Bergarbeiter haben ein Interesse, daß die wilden Ronfurrenzfämpfe auf dem Weltmarkt eingedämmt werden, denn sie haben deren Auswirkungen in erster Linie als die wirtschaftlich Schwächeren zu tragen. Eine internationale Organi sation der Kohlenwirtschaft aber fann nur bestehen, wenn sie den Intereffen des Bergbaues, der Bergarbeiter und den Rohlenverbrauchern mit gleicher Rücksicht dient. Heinrich Löffler. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Die Frage der öffentlichen Aufträge. Wie wir bereits bei früheren Anlässen feststellten, haben sich die mit der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit betrauten behördlichen Stellen von der plößlichen Ausdehnung der Krise völlig überraschen lassen. Die Notstandsarbeiten find fast überall so außer ordentlich schleppend in Fluß gekommen, daß man von einer vorgleiche gilt für die Bergebung öffentlicher Aufträge, die noch besser als Rotstandsarbeiten geeignet sind, den Betrieben Beschäftigung zu verschaffen und so der Arbeitslosigkeit vorzubeugen, Beschäftigung zu verschaffen und so der Arbeitslosigkeit vorzubeugen, Kommunen weitfichtiger gearbeitet, als das Reich und die staatlichen wenn fie im richtigen Zeitpunft vergeben werden. Hier haben viele Organe. Das gilt z. B. für die Anlage von Elektrizitätswerten und anderen öffentlichen Bauten. Dabei sind Staat und Reich zufammen in der Lage, mindestens ein Zehntel aller an die Wirtschaft gelangenden Aufträge überhaupt zu vergeben, und diese Tatsache feßt die verantwortlichen Stellen inftand, einer plöhlich auftretenden Arbeitslosigkeit einen starten Dann entgegenzustellen und ihre fozialen Folgen zu lindern. Im wesentlichen ist aber die gedrückte Bage auf dem Stein fohlenmarkt zurückzuführen auf die allgemeine wirtschaftsausschauenden Arbeitsmarktpolitit faum noch reden fann. Das frise. Der englische Bergbau hat mit der Abfahnot zu fämpfen und in Deutschland leidet besonders start der Ruhrbergbau Aus England sind die übertriebensten Zahlen über Kohlenvorräte gemeldet worden. So berichtete Herr H. W. Edwards wieder holt im vergangenen Jahr in der Bossischen Zeitung", daß sich bie auf Halden lagernden Steinfohlenvorräte Englands auf 80 millionen Tonnen bezifferten. Ein Sehntel diefer Menge dürfte aber im allerhöchsten Falle mur vorhanden gewesen sein. Genaue Zahlen liegen vor von den Beständen des Ruhrbergbaues. Auf den Bechenanlagen waren im November 1925 porrätig 2 604 059 Tonnen Kohle, 3 104 425 Tonnen Kofs und 47 191 Tonnen Steinkohlenbriketts. Auf den Syndikatslagern Auf den Syndikatslagern Tonnen Rots und 674 246 Tonnen Steinkohlenbritetis. Auf Kohle waren zu derselben Zeit vorhanden 1 684 273 Tonnen Kohle, 1413 umgerechnet beziffern sich die Lagerbestände insgesamt auf 8 933 898 Tonnen, alfo auf eine volle Monatsförderung mit einem mur gering gerechneten Wert von rund 125 millionen Mart. Die Bestände haben sich bisher kaum vermindert. Es wäre im höchsten Maße zweckdienlich, alles zu tun, um fie abzustoßen. Sie bedeuten ein tapitalverzehrenbes Element. Allerdings müßte auch die Eisenbahn in der Frachtenfrage behilflich sein, um dieses tote Rapital zu mobilifieren. Erst allmählich tommt die Bureautratie auch auf diesem mich tigen Gebiete zu positiver Arbeit. Auf Anregung des Reichswirt schaftsministeriums finden jetzt Verhandlungen statt mit dem Ziele, die seit längerer Zeit gänzlich abgestoppten Aufträge der Reichsbahn wieder der industriellen Beschäftigung nutzbar zu machen. Zwischen den beteiligten Ressorts gehen die Beratungen dahin, die im Laufe dieses Jahres notwendig werdenden Aufträge In England ist der Berfuch gemacht worden, die Lage im der Reichsbahn, insbesondere an Waggons, BrüdenbauEs find und Eisentonstruktionen und sonstige Bauten, möglichst Bergbau zu wenden mit Staatsfubventionen nicht unsere Angelegenheiten, was man in England tut. Geftattet bald zu vergeben, damit sie den durch die Saisonarbeitslosigkeit im fei aber zu sagen, daß man dort zum untauglichsten und Baugewerbe und in der Landwirtschaft verschärften Beschäftigungsfchlechtesten Mittel gegriffen hat, um eine Krise in einem mangel beheben helfen. Es handelt sich dabei um Aufträge von Industriezweig zu beseitigen. Man hat im damaligen Augenblic 40 bis 60 Millionen Mart. einen Wirtschaftstampf vertagt, in der Hoffnung, daß alles nach einer Zeitspanne von 9 Monaten anders fein fönnte. Für diese Art von Entscheidungen fann man fich nicht begeistern. In Deutschland werden die Gewerkschaften solche Regelungen nicht befürworten. Das fei offen ausgesprochen. Zum anderen: Deutsch lands Finanztraft ist aus bekannten Gründen aufs höchste angespannt, so daß ihm, felbft beim besten Willen, Mittel für diese Art Subventionen nicht verbleiben dürften. Ein internationales Kohlenhandelskartell? Nachdrücklichst wird von einem hervorragenden Führer der englischen und der internationalen Bergarbeiterbewegung die Er richtung einer internationalen Organisation des Rohlenhandels befürwortet, deren Ziel die Ausschaltung des Konturrenstampfes auf dem europäischen Kohlen markt sein soll Ein internationaler Rohlenrat, bestehend aus ben Bertretern der Kohle produzierenden Länder Europas und Ameritas, soll zusammentreten mit der Aufgabe,„ ble Berteilung und den Preis der Rohle zu regeln, um auf diese Weise die verderblichen Folgen des Wettbewerbs für die Bergleute und die Kohlenindustrie der Kohle produzierenden Länder auszuhalten. Als erster notwendiger Schritt wird vorgeschlagen eine internationale Zusammenkunft der Gruben befizer mit dem festen Willen, dem nichtswürdigen Wirt fchaftstrieg ein Ende zu machen. Es will scheinen, als wäre der erfte notwendige Schritt, daß zunächst in den einzelnen Kohle produzierenden andern Organisationen der Rohlenwirtschaft geschaffen werden. Ihr Aufbau ist eine Angelegenheit des eigenen Landes. In ihnen aber muß der Einfluß von Arbeitern und Rohlenverbrauchern schon wirksam sein. Solange feine nationalen Kohlenwirtschaftsorganisationen bestehen, fann unmöglich der Gebante einer internationalen Organisation erfolgreich und ernsthaft propagiert werden. Im Gewerkschaftsleben ist bisher noch niemand auf die Idee verfallen, einen internationalen Bund national unorganisierter Arbeiter zu propagieren. Wer einen solchen Bersuch machte, würde der Lächerlichkeit verfallen. Geringer Berbrauch bei übersteigerter Produktion. Es soll nicht untersucht werden, welche Bedeutung einer Unbestritten ist, daß der Kohlenverbrauch gegenüber Der internationalen Organisation der Rohlenwirtschaft innewohnt. Eine Borfriegszeit gefunten ist. Die Heiz- und Wärmetechnik wurde große Machtfülle würde in ihr vereinigt sein, denn die Kohle nerbessert. Auch andere Naturkräfte wurden der Stromerzeugung ist ein unentbehrliches Produkt im Wirtschaftsleben der Völker. Eine dienstbar gemacht. Dann aber ist die Steigerung der Pronur von Produzenten aufgebaute und getragene Organisation der duftion in vielen Ländern ein Hindernis für den Absatz der großen Erporistaaten. Frankreich hat seine friegszerstörten internationalen Kohlenwirtschaft birgt gewiffe Gefahren in sich. Sie Bergwerke wieder aufgebaut. Schon 1924 hatte es die Borkriegs- liegen hauptsächlich auf dem Gebiete der Preisüberspannung förderung überschritten. Dasselbe trifft auf Belgien zu. In und der daraus folgenden Schädigung der allgemeinen Wirtschaft. Holland ist die Eigengewinnung in Steinfohle von 1,87 millionen Dieser Gefahr ist nicht genügend in dem angedeuteten Vorschlag Tonnen in 1913 auf 6,16 Millionen in 1924 gestiegen. Nach Abzug vorgebeugt mit dem Hinweis, daß sich die Kohlen verbraucher, der Ausfuhr hatte Holland eine Steinkohleneinfuhr von 9 Millionen wenn sie die internationale Organisation der Kohlenwirtschaft aus Zonnen in 1913 gegen 3,6 Millionen Tonnen in 1924. Spanten zubeuten versuchen sollten, bald im Heilmittel in der Art des steigerte feine Steinfohlengewinnung von 4,01 Millionen Tonnen in 1913 auf 6,1 in 1924. Die Einfuhr hingegen ging von 3,09 Mil- wirtschaftlichen Boykotts finden" und durch Nugbarmachung der lionen Tonnen in 1913 auf 1,24 Millionen zurüd. Rußland ist eigenen natürlichen Kraftquellen und die Beschaffung von KohlenDie Roble ist als ausländischer Kohlenbezieher vollständig ausgeschieden. Nicht ersatzprodukten zu schüßen versuchen würden. weil seine Eigenproduktion gestiegen ist diese liegt noch sehr weit für die Weltwirtschaft, was Brot und Wasser unter der Borfriegsförderung sondern seine Wirtschaft hat eben für den Menschen sind. Da ist ein Bontott nicht leicht zu feinen Bedarf. 1913 führte Rußland u! a. 6,09 Millionen metrische führen. Gerade aus den illusionären Sicherungen, die der VerTonnen aus England ein. Wesentlich ist natürlich auch die Ge fasser des Vorschlags den Kohlenverbrauchern bietet, ist zu ersehen, ftaltung ber daß seine Idee noch nicht genügend durchdacht ist. Eine internatioKohlengewinnung in Deutschland. nale Organisation der Rohlenwirtschaft wird nur dann bestehen, wenn sie nicht nur getragen ist von dem Vertrauen der Bergarbeiter Innerhalb der gegenwärtigen Grenzen wurden 1913 gefördert: und der Unternehmer, sondern auch von dem der Rohlenver140,75 Millionen Tonnen Steinkohle und 87,23 Millionen Tonnen Braunfohle. Nach dem Heizwert umgerechnet belief sich die Jahres braucher. Einseitigkeit ist abzulehnen. Erst recht ist ein intergewinnung von 1913 auf 160,13 Millionen Tonnen Steinkohle. I nationales Kartell der Kohlenunternehmer abzulehnen. iſt Die Arbeiterschaft hat das größte Interesse daran, daß diese Anträge möglichst bald herausfommen und daß auch die übrigen staatlichen Organe das Ihre dazu beitragen, durch rasche Auftragserteilung der Krisenverschärfung entgegenzumirfen. Der schärfste Widerstand ist bei all diesen Projekten naturgemäß vom Reichsfinanzministerium zu erwarten, das dem Drud der Industrie auf Einschränkung der Reichsausgaben mur allzu willig nachgibt, wenn es sich um wirtschaftliche Forderungen handelt. Im so mehr sollte das Reichswirtschaftsminifterium darauf bedacht sein, durch die Erschließung der ohnehin notwendigen Aufträge der öffentlichen Hand ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Krise zu schaffen. Lange genug hat man dabei schon gezögert. Wenn das so fortgeht, so muß nicht nur die Arbeitslosigkeit weiter anwachsen, auch den beteiligten Industrie unternehmungen entsteht aus der anhaltenden Abfaglosigkeit bie Gefahr, daß sie die unvermeidliche Umstellung der Brobuktion nicht durchführen können, weil eben niemand da ist, der die Waren fauft, und weil sich infolgedessen die Kosten der Umstellung in absehbarer Zeit nicht rentieren. Dem läßt sich entgegenwirten, wenn man gerade jegt, in der Zeit wirtschaftlicher Depreffion, diejenigen öffentlichen Aufträge vergibt und für ihre Finanzierung sorgt, die sonst später bei höheren Preisen doch ausgeführt werden müssen. Weiter steigende Erwerbslosigkeit. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt ist auch in der letzten Woche der Arbeitslosigkeit hält weiter an und beträgt in dieser Woche rund die Berschlechterung vorherrschend geblieben. Die Steigerung 13000, so daß sich die Zahl der Arbeitsuchenden jegt auf 223 124, die der Erwerbslosenunterstügungsbezieher auf 156 248 Berfonen beläuft. Hiernach ist die Zahl der Arbeitsuchenden innerhalb Monatsfrist und rund 63000, die der Unterstügungsempfänger um rund 53 000 geftiegen. Davon betrug die Höchststeigerung der Arbeitsuchenden in einer Woche rund 21 000, die der Unterstüßungsempfänger rund 17 000. Wie aus diefer Uebersicht hervorgeht, find die Entlassungen durch Betriebsein. schränkungen usw. immer noch nicht zum Stillstand gelommen. Auch die Kurzarbeit zeigt sich noch als ein bedeutender Fattor im Wirtschaftsleben. Obwohl vereinzelte Betriebe, wieder zur vollen Betriebsführung bzw. Wiederaufnahme der Arbeit über gehen, wird an dem ungünstigen Stand des Arbeitsmarktes im allgemeinen nichts geändert. Bei dieser Sachlage geht naturgemäß der Umsatz in den Berbrauchsindustrien, sowie im Hotel- und Gastwirtsgewerbe weiterhin erheblich zurüd, was sich wiederum durch Entlassungen in diesen Zweigen, sowie auch in dem ohnehin schon ungünftigen Handelsgewerbe auswirkt. Hinzu tommt, daß Land- und Forstwirtschaft sowie auch das Baugewerbe noch nicht wesentlich mit dem Abruf von Kräften begonnen haben, so daß auch hierdurch noch feine Entlastung des Arbeitsmarktes möglich war. Es waren 223 124 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 210 551 der Borwoche. Darunter befanden sich 156 617( 147 928) männliche und 66 507( 62 623) weibliche Personen. Unterſtüßung bezogen 117 836( 104 316) männliche und 38 412 ( 34 614) weibliche, insgesamt 156 248( 138 930) Perfonen. Die genaue zahlenmäßige Angabe der jetzt bei Rotstandsarbeiten beschäftigten Personen fann mit Rücksicht auf die noch nicht nach hier gemeldeten, jedoch durch die Bezirke schon erfolgten Ueberweisungen von Arbeitsfräften für die neuerdings in Angriff genommenen Rotstandsarbeiten wie bei der AEG.- Schnellbahn und in den Rehbergen- nicht erfolgen. Fritzi Massary die überraschend gehaltvolle 3% Zigareffe ist bisher unerreicht. Das Reinemachen in der Schwerindustrie. Gewerkschaftsbewegung Erbauliches aus Generalversammlungen. Die Sünden der Stinnes Aera tamen in der Generalversammlung der Baroper Walzwert A.-G., die vom Stinnes Konzern in den Wolf Netter und JacobiKonzern übergegangen ist, ausführlich zur Sprache. Stinnes hat sich die Herrschaft über die Verwaltung dadurch verschafft, daß er die Vorzugsaftien, die mit einem zehnfachen Stimm recht ausgestattet waren, erwarb. Diese Borzugsaktien waren bei ihrer Schaffung den Verwaltungsmitgliedern zu treuen Händen übergeben worden, trotzdem wurden sie zu einem Ueberpreis von der damaligen Verwaltung an den Stinnes- Konzern veräußert. Stinnes war außerdem durch einen entsprechenden Vertrag in der Lage, die Erzeugnisse des Walzwerks jederzeit zu kaufen, ganz gleich, ob die Konjunktur für das Walzwert günstig oder ungünstig war; aus dieser Tatsache haben sich Zustände ergeben, die beinahe zum Ruin des Unternehmens geführt hätten. Die jetzige Berwaltung erklärte denn auch zu Anfang der Generalversammlung, daß fie bereit sei, die Verzugsaftien zurückzukaufen, sobald die Gewinnne derartig seien, daß aus diesen Gewinnen ein Rückfauf ermöglicht werden könne. Schon jetzt aber war sie damit einverstanden, daß das Stimmrecht der Vorzugsaktien gleich.den Stammaftien gestellt merte, daß das zehnfache Stimmrecht also in Wegfall komme. Diese Zugeständnisse machte die Verwaltung aber erit nach einer langen Debatte, als deren Ergebnis die Einstimmig feit über die Verweigerung der Entlastung derjeni n die während Vorstandsmitglieder, gen der Stinnes Aera amtierten, festgestellt werden konnten, daKurzarbeit und Krankenversicherung. Schädigung durch niedrigere Einstufung. Hafter burnerbintigen Glebrity of 1. febr 1925 um 7 Broz erhöht worden find, mid die bisherigen Ein gruppierungsbestimmungen im neuen Zarifvertrag aufgenommen murden. Unwahr ist, daß der Schlichtungsausschuß Berlin den Tarif vertragsabschluß des GdA. in der chemischen Industrie fritisiert hat. Bahr ist, daß der Schlichtungsausschuß Berlin nach einseitiger Unter richtung durch die Verbände des AfA- Bundes die durch den Af Bund selbst vollzogene Ausschaltung aus der Tarifgemeinschaft in der chemischen Industrie irrtümlicherweise auf die Haltung des GdA zurückführte. Die Statuten der Betriebstrantentasse des Siemens Konzerns, sowie der meisten übrigen Krankentassen sehen vor, daß zur Berechnung der Krankenkassenbeiträge der fiebente Teil des Wochenverdienstes genommen wird. Nachdem auch im Siemens- Konzern im verstärkten Maße Kurzarbeit eingesetzt Unwahr ist, daß die vom GdA. beantragte Allgemeinverbind hat, wurden alle Kurzarbeiter in eine niedrigere lichkeitserklärung des Tarifvertrages für die Angestellten sich ruinös Beitragsklasse der Krankenkasse umgestuft. Dies bedeutet auswirkt. Wahr ist, daß eine Anzahl von Arbeitgebern in der für Versicherte, die jahrelang in der höchsten Klasse chemischen Industrie, die nicht dem Arbeitgeberverband angeschlossen ihre Beiträge bezahlt haben ohne die Krankenkasse je in Anspruch sind, und bei denen auch Mitglieder des Af- Bundes beschäftigt wer zu nehmen, eine besondere Härte. Die Kurzarbeiter erhalten jetzt den, ihre Angestellten erheblich unter den tarifvertraglich vereinbarim Falle einer Krankheit oder ihre Angehörigen im Todesfalle nur ten Gehaltssägen entlehnen und auch sonst die Tarifbestimmungen die niedrigen Unterstützungssäge der Klasse, der sie nicht anerkennen. Diese Firmen würden durch die Allgemeinverbindaugenblicklich angehören. Im Jahre 1923 bestand eine Berlicherklärung, den einmütigen Wünschen der betreffenden Angestellordnung des Reichsarbeitsministeriums, die besagte, daß ten entsprechend, gezwungen, eine wesentlich bessere Entlohnung Kurzarbeiter in derselben Beitragsstufe bleiben ihren Angestellten zu gewähren und auch die sonstigen Tarif müssen, als wenn sie voll arbeiten würden. Die Differenz zwischen bedingungen zur Anwendung zu bringen der etwaigen niedrigen Beitragsstufe und der in Frage kommenden Stufe wurde zunächst vom Arbeitgeber ausgelegt und dann am Schluß eines Kalendermonats dem Arbeitgeber seitens der Erwerbslosenfürsorge zurückerstattet. Der Regierung baumeister a. D. W. Bolz, Referent in der Sozialpolitischen Abteilung der Siemens- Werte, hat in der letzten gegen erhielten die Aufsichtsratsmitglieder dieser Aera gegen die Beit in verschiedenen Zeitschriften unter dem Titel„ Wirtschaftslage Stimmen einer unbedeutenden Minorität Entlastung. Die Reichsmarteröffnungsbilanz, die genehmigt wurde, sieht eine Umstellung des Aktienkapitals im Verhältnis 10: 1,4 vor und die Bilanz per 30. Juni 1925, die einen anderthalbjährigen Zeitraum umfaßt, bringt einen Berlust von etwas über 2 Millionen, durch den fast die ganze Umstellungsreserve aufgebraucht wird, so daß sie jetzt nur noch gegen 28 000 m. beträgt. Erwähnenswert ist dann noch, daß die Gesellschaften dem Stinnes- Konzern zirka eine Million Blantowechsel gegeben hat, die im Umlauf sind. Die Gesellschaft hat eine vollkommene Neucrganisation des Betriebes vorgenommen, und zwar in der Zeit, mährend das Werf still lag. Die Arbeiten dürften jezt beendet sein, so daß der Betrieb in furzer Zeit wieder seinen Fortgang nehmen fann, mit nicht ungünstigen Aussichten, da Aufträge, die dem Unternehmen Beschäftigung für eine geraume Zeit fichern, vorliegen. Bisher fonnte fich die Verwaltung der Rombacher Hüttenmerte, obwohl tie jetzt der Generalversammlung vorgelegte Bilanz, mie wir ausführlich dargelegt haben, alle Merkmale einer Sanierungsbilanz enthält, nicht entschließen, in der Sanierung etwas zu unternehmen. Sie macht für ihre Unentschlossenheit die Wirtschaftslage verantwortlich. Der Entwicklung der Eisenindustrie sei die Konkurrenz der französischen Eisen industrie hinderlich, die bei der ständig abwärtsgehenden Entwicklung der französischen Währung einen Vorsprung vor der deutschen habe. Das merde erst mit der Stabilisierung der franzöfischen Währung aufhören. Auf dem Kohlenmarkt wirke der Wettbewerb der englischen Kehlenindustrie, die durch staatliche Zuschüsse gestützt würde, erdrückend und ferner die Tat sache, daß die deutsche Industrie sehr erhebliche Mengen Kohle unter Preis für Reparationszwede liefern müsse. Mit den Leistungen der Arbeiter sei man zufrieden. Auf den Kohlenzechen hätte man bisher keinen Abbau nötig gehabt. Man hoffe auch meiter, teinen Abbau vornehmen zu können. Der Betrieb im laufenden Geschäftsjahr hatte bisher feine Berluste erbracht, es sei aber nicht möglich gewesen, die Zinsen und Abschreibungen herauszuwirtschaf ten, so daß sich die Schuldenlast zusammen mit der der Eisenhütte Holstein um 2,7 millionen erhöhe. Die Aktien von den Howaldt merten feien abgeschrieben, doch können sich aus der Tatsache, daß die Gesellschaft als Bürgin für die Erfüllung des Vertrages der Howaldtwerte mit der Deutsch- Amerikanischen Petroleum A.-G.( Dapag) aufgetreten sei, weitere Verluste aus dieser Berbindung ergeben. In der Generalversammlung der Howaldtwerte dieselbe Unfähigkeit der Verwaltung, etwas Bositives zur Sanierung vorzuschlagen, obwohl hier die Verhältnisse ungünstiger sind. Wenn die Schiffe für die Dapag abgeliefert sind, dann ist das Wert chne Betriebsmittel. Sie mill und verhandelt noch immer trotz mehrfacher Ablehnung mit den staatlichen Stellen Betriebsmittel vom Staate erhalten. Der Staat aber wird diese Betriebsmittel nur hergeben dürfen, wenn Aussicht auf eine Rentabilität vorliegt Diese ist jedoch bei der Lage der Schiffahrtsindustrie, vor allem der deutschen Werstindustrie, die auf den Bau großer Kriegsschiffe eingerichtet, teilweise noch nicht umgestellt und deswegen nicht wettbewerbsfähig ist, so gut wie ausgeschlossen. Die Howaldtwerke sind in der Berechnung, daß die Eisenhütte Holstein in ihnen einen gesicherten Absaz hätte finden fönne, von Rombach erworben worden. Den Fehlschlag büßt auch dieses Unternehmen mit einem Berlust von über eine halbe Million und mit einer Schuldenlast von über 3% Mill. Weiße Woche! WÄSCHESTOFFE Hemdentuch, la Qualität 78 78/80 cm, p. Mtr. Mk. 1.05,-95 Renforcé und Kreton, leichte und schwere Qualität Er und Kranfmeldung" nachzumeisen versucht, daß in 3eiten wirtschaftlicher Krisen die Zahl der Krant. meldungen bei der Arbeiterschaft gewaltig zunehme meist in seinen Artikeln darauf hin, daß das Krankengeld im Jahre 1913 in dem betreffenden Konzernwert für die höchste Stufe 15 M. betrug und daß dieses Krankengeld im Jahre 1924/25 auf 21 M. bzw. 25,20 m. erhöht worden ist. Er versucht nachzuweisen, wenn er es auch nicht öffentlich ausspricht, daß die Krantentassen beiträge auf der einen Seite und die Leistungen auf der anderen Seite zu hoch feien, und somit einen Anreiz zur vermehrten Kranfmeldung bilden. Dem ist aber entgegenzuhalten, daß das deutsche Volt durch die langen Jahre der Kriegs- und Inflationszeit Schaden an seiner Gesundheit erlitten hat und daß damit auch eine erhöhte Krankenziffer in allen Kranten lassen Deutschlands gegenüber der Borkriegszeit zu verzeichnen ist. Es ist weiterhin zu beachten, daß die Lebenshaltungsfoften gegen das Jahr 1914 eine wesentliche Steigerung erfahren haben, so daß es unmöglich erscheint, daß ein verheirateter Arbeitnehmer bei den jetzigen Berhältnissen und bei einer längeren Krankheit mit 15 M. Krankengeld wöchentlich auskommen könnte und dabei genesen würde. Man ersieht aus den von Baumeister Bolz erschienenen Artifeln, daß bei den Unternehmern in der jezigen Zeit wenig Neigung vorhanden sein wird, für dieselbe Regelung bei Kurzarbeitern einzutreten, wie sie im Jahre 1923 bestanden hat. Dem ist aber enteine ganze Reihe DON Kurz gegenzuhalten, daß arbeitern sowie ihre Familien durch die jetzige Regelung gemaltig geschädigt werden und wenig Aussicht besteht, im Falle einer längeren Krankheit wieder zu genesen, da es vollständig unmöglich ist, daß ein Familienvater heute mit 15 M. Krankengeld pro Woche auskommen fann. Es ist jetzt an der Zeit, daß vom eine Reichsarbeitsministerium schnellstens eingegriffen wird, um größere Anzahl von Kurzarbeitern vor der dringendsten Not zu schützen. Wir empfehlen, daß diefelben Maßnahmen in Anwendung gebracht werden, wie sie im Jahre 1923 bestanden haben. Allerdings darf die Regelung nicht solange hinausgezögert werden, bis die Wirtschaftskrisis vorbei ist, sondern hier ist schnelle Abhilfe am Blaze. Gelbsucht im GdA. Hintergehung der Angestellten in der chemischen Industrie. Unter Bezugnahme auf den§ 11 des Pressegesezes schickt uns der GdA. felgende Berichtigung: .Unwahr ist, daß die AfA- Berbände die Berantwortung für den angeblichen Tarifabbau in der chemischen Industrie nicht tragen tönnen. Wahr ist, daß die AfA- Verbände mit allen Mitteln den Beitritt zu dem vom Gd2. abgeschlossenen Angestelltentarifvertrag anstreben und erst vor kurzem den Antrag an den Schlichtungsausschuß Berlin gestellt haben, Kontrahent des vom GdA. abgeschlossenen Tarifvertrages zu werden. Unwahr ist, daß der GdA. in dem für 1926 abgeschlossenen Tarifvertrag standalöse Berschlechterungen geschaffen hat. Wahr ist, daß verschiedene Tarifbestimmungen des neu abgeschlossenen Tarifvertrages, wie Gehaltszahlung in Krankheitsfällen, Bestimmungen über die Konkurrenzklausel usw., verbessert worden sind. Die vor jährigen Urlaubsbestimmungen, die fein anderer Berliner Tarifvertrag hinsichtlich der Dauer auch nur annähernd erreicht, konnten aufrechterhalten werden. Unwahr ist, daß in der Gehaltsgruppierung bedeutsame Berschlechterungen vorgenommen worden sind. Wahr ist, daß die GeWeiße Woche!! WÄSCHESTOFFE 130 cm..... p. Mtr. 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Bahr ist, wie das eindeutig die Ergebnisse der Angestelltenratswahlen beweisen, daß die übergroße Mehrzahl der Angestellten in der chemischen Industrie Mitglieder des Gd2. find. Eine große Anlich dem GdA. an. Bahl von technischen Angestellten und Wertmeistern gehört nachweis Dazu wird uns von den AfA- Berbänden geschrieben: „ Es ist unwahr, daß die AfA- Berbände mit allen Mitteln den Industrie anstreben. Hätten die AfA- Berbände dieses Ziel gehabt, Beitritt zu dem vom GdA. abgeschlossenen Tarifvertrag der chemischen so hätte seit Oftober 1924 mehr als einmal die Möglichkeit bestanden, den Schlichtungsausschuß anzurufen, was von ihnen aber nicht getan wurde. Die AfA- Verbände haben sich dann lediglich an dem Schlichtungsverfahren beteiligt, das der Gedag eingeleitet hatte. J diesem Schlichtungsverfahren ist von den Afa- Verbänden nicht der Antrag gestellt worden, den vom GdA. abgeschlossenen Tarifvertrag auch für die AfA- Verbände durch Schiedsspruch vorzuschen. Wahr bleibt, daß der GdA. in seinem für 1926 abgeschlossenen Tarifvertrag standalöse Berschlechterungen geschaffen hat, die im einzelnen( siehe Ueberstundenbezahlung, Urlaubs bestimmungen, Festsetzung der Gehaltsgrenze) in dem Berwärts". Artikel vom 24. Januar bereits angeführt sind. Die geringfügigen Verbesserungen hinsichtlich der Gehaltszahlung in Krankheitsfällen und der Bestimmung über die Konkurrenzflaufel schaffen die vorher erwähnten skandalösen Ver. schlechterungen nicht aus der Welt. Die Urlaubsfähe von 1925 find gegenüber den Urlaubssätzen von 1924, an teren Zustandekommen die AfA- Verbände allerdings mitgewirkt haben, verschlechtert worden. Wahr ist, daß Herr Krempel im GdA.- Tarif für 1926 vereinbart hat, daß der Arbeitgeber eine Teilung des Urlaubes verlangen und, falls der Angestellte hiermit nicht einverstanden ist, eine 25prozentige Rür. zung vornehmen fann." Die Stellungnahme des Schlichtungsausschusses, die der GdA. nicht aus der Welt schaffen tann, wird in nichts abgeschwächt, weil ter Gd2. fie fritisiert. Nicht die Allgemeinverbindlichkeit, sondern der pom GdA. abgeschlossene Tarifvertrag ist ruinös für die Angestellten. Für diesen Vertrag die Allgemeinverbindlichkeit zu erklären, bleibt eine Dreistigkeit. Wenn schließlich der GdA. aus den Ergebnissen der Angestelltenratswahlen einzelner Betriebe die Behauptung herleitet, daß die übergroße Mehrheit der Angestellten in der chemischen Industrie Mitglieder des Gd2. sind", so ist das eine Schlußfolgerung, die ebenso die allgemeine Heiterkeit der Berufskollegen erregen muß, wie sein Anspruch, als Vertretung der Techniker und Wertmeister zu gelten. 3dA.- Bezirksversammlungen Februar 1926. Montag, den 1. Februar 1926. Rorbweften: Restaurant Matte, Turmstr. 78, Beginn 8 Uhr. Unter haltungsabend: Arbeiterdichtung, mufitalische Vorträge. Mitwirkende: KolTegen Reis und Repple. Schöneberg, Friedenau, Berlin 30, 35, 57: Restaurant Berwiebe, Schöneberg, Ebersstr. 18, Beginn 8 Uhr. Die inter nationale Angestelltenbewegung". Referent: Kollege Bruno Lache. Dienstag, den 2. Februar 1926. Often: Andreas- Rafino, Andreasftr. 3, Beginn 7 Uhr. Wirtschaftsfrife Angestelltennot". Referent: AFA- Bundessekretär Rollege Bernhard Göring. Charlottenburg, Berlin 62: Restaurant Edmann, Charlottenburg, Scharrenftraße 34, Beginn 8 Uhr. Die Angestellten in der sozialen Versicherung". Referent: Berbandsrebatteur Rollege Paul Lange. Niederschöneweibe, OberSchöneweibe, Johannisthal, Baumschulenweg, Rarlshorst: Restaurant Räthel, Niederschöneweide, Brückenftr. 15, Beginn 8 Uhr. Die gegenwärtige Wirtfchaftslage( Rollpolitik und Sandelsverträge)". Referentin: Reichstagsabgeord rete Rollegin Clava Bohm- Schuch. Adlershof, Altglienicke, Grünau, Bohns borf, Falkenberg, Eichwalbe, Schmödwik: Restaurant Lehngut, Adlershof, Sedanstr. 3, Beginn 8 Uhr. Berufsberatung und Eignungsprüfung". Ne. ferent: Sans Avause. Brik, Budow, Rubow: Restaurant Raddah. Brik, Chauffeeſtr. 39, Beginn 8 Uhr. Wirtschaftstrife. Angestelltennot". Referent: Rollege Franz Lepinski. Rowawes: Reftaurant Gebauer, Wallstr. 62, Beginn 8 Uhr. Deutsche Wirtschaft Amerikanische Wirtschaft". Referent: Rollege Curt Swolinsky. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Weiße Woche!!! WÄSCHESTOFFE Weiße Seide Etamin, f. Gardin. u. Vorhänge, 125 125 Chinakrepp 98/100 cm Mk. 590 150 cm. p. Mtr. Mk. 2.20, 1.50 . Voll- Voile, la Schweizer Qualit. 115 cm. . Mr. Mk 3-. 2.- 145 Eolien 100 cm Opalbatist, für feine Wäsche 100/110 cm, p. Mtr. Mk. 2.90, 2.50 Lakenstoffe, ( Dowlas, Kreton etc.) 165/168 cm Mk. 2.90 160 cm Mk. 2.60 ... 145 cm..... Mk. 190 Handtuchstoffe nur beste halb- und reinleinene Qualitäten in großer Auswahl, zu sehr vorteilhaften Preisen vorrätig CORDS DAS HAUS DER GUTEN QUALITÄTEN LEIPZIGER ECKE CHARLOTTEN- STRASSE 210 ...... 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Druditüde dez Sagungsänderung werden demnächst im Raiseniotal ausgegeben. Berlin, den 25. Januar 1926. Der Borstand. Berliner Tik- Trio Neukölln. Lahnstr. 74/751 15/20 Weißenburger Str. 80 Metallbetten Alle mit Sechskant Das Beste vom Besten No. 09, 111, GOLD, FINK Goldfink 11 12.50, IV 13, VI 18.75, VII 25, VIII 30, X 35, XV 40 M. Stablmatratz., Kinderbetten günstig an Priv Kat. 650 fr Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. tegründet 1894 DAMENMäntel Kostüme Aufsehen erregende billige! herabgesetzte Preise Warms, molige Winter- Mäntel 4, 9. 15 9.15.24 1ºMäntel Velour- Mäntel Kostüme... Seal- Plüsch Biberette Krimmer, Astrachan 18. 85. 52, 68. 75. 95 Extra Welten für Damen grosse u. starke Max Mosczytz Landsberger Strasse 59 am Alexanderplatz. Einzelverkauf nur. Etage. welche aus der Goldfink"-Fabrikation einen garantierten Qualitätsfallfederhalter, aber für wenig Geld, wünschen Grösste Auswahl. kaufen ,, Goldfink- Liebling" 5 M. Alle Systeme. 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Abstimmung murde verlangt bei zwei Anträgen zu den Beschlüssen des Unterausschusses. Hierbei fand entgegen dem Borschlage des Ausschusses Annahme gegen eine große Minderheit der Antrag Delze( Dnat.), wonach das Staatsministerium ersucht wird, auf den Reform realgymnasien, die mit Englisch anfangen, zu gestatten, in Der Untertertia mit 2 atein zu beginnen. es Hieraus setzte das Haus die allgemeine Aussprache zum Haushalt 1926 fort. Als Abg. v. Rohr( Dnat.), der erste Redner, sich zu der Bemerkung versteigt, das Geschick der Schwachen sei zur Zeit der Fürsten beffer gehütet gewesen, tommt zu andauernden Unter brechungen links.( Redner fortfahrend:) Denfen Sie an die Rafftes heute und erinnern Sie fich andererseits des histo rischen Edfensters Unter den Linden. Wagen Sie es( nach links), diese Erinnerungen herabzusehen, Sie werden uns auf dem Blaze finden!( Lebhafter Beifall rechts, anhaltende stürmische Gegen fundgebungen und Lachen links.) Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff erwidert dem Vorredner: Wenn der letzte preußische König durch ein verantwortungsbewußtes Barlament gebunden gewesen wäre, dann wäre dem deuischen Bolle unendliches Elend erspart geblieben.( Lebhafter Beifall in der Mitte und linis, Widerspruch rechts.) 0 Abg. Schwent- Berlin( Komm.) hält der Abwechslung halber wieder einmal eine Rede für die Diktatur des Prole tariats. in außenpolitische waghalsige Experimente und deutsch natio nale Bhantastereien ein; dann steigt die Krife, und die Folge davon wird der Zusammenbruch der fapitalistischen Gesellschaft sein. Dann merden die Herren der Situation die Kommunisten sein. Diese haven zwar erklärt, uns Sozialdemokraten sofort zu Beginn der bolichemistischen Nera aufzuhängen; aber mas darüber hinaus das bolfchemistische Regime noch weiter an Freuden für die Deutsch nationalen bringen soll, das ist nicht recht flar.( Große Heiterfeit.) Bei der Beurteilung der augenblicklichen Wirtschaftsfrise steht eins jedenfalls fest: Die Krise begann, als die Deutschnationalen in die Reichsregierung eintraten, und sie erreichte ihren Höhepunkt, als sie aus der Luther- Regierung desertierten. Wir werden bald noch eine dritte einwandfreie Feststellung treffen dürfen: die Krise ebbte ab, als die Deutschnationalen auf die Reichsregierung feinen Einfluß mehr hallen. In gewiffer Hinsicht hat sich die deutschnationale Landtagsfraktion eine Art Berdienst um die Beendigung der Krise erworben; denn sie war es ja, die unter Windlers Führung solange auf die deutsch nationale Reichstagsfratiion, die beinahe für Locarno gestimmt hätte, drückte, bis die frühere Luther- Regierung zerbrach und damit der unmittelbare Einfluß der Deutschnationalen auf die Reichs geschäfte wieder ausgeschaltet wurde.( Sehr richtig! bei den Soz.) Wer die Krise auf ihre Ursachen hin genau untersucht, der muß zugeben, daß unsere Barnungen im Verlauf des lezten Jahres fich bewahrheitet haben. Die Lage der Landwirtschaft ist Abg. Riedel( Dem.) wendet sich vor allem gegen den deutschernft. Sie brauchte nicht so schlimm zu sein, wenn man auf uns nationalen Sprecher. Die Reparationen hätten sich ganz anders gehört hätte, als wir erflärten, daß mit dem Schußzzolltarif der ausgewirft, wenn man den Plänen Rathenaus gefolgt märe. Ohne Landwirtschaft nicht geholfen werden könne. Bezeichnenderweise cine flare Feststellung der Reparationslaften durch das Dames- sprach diesmal Herr v. d. Often tein Wort von den Zöllen; Abkommen wäre unsere ganze Wirtschaft längst zusammengebrochen; er fieht jetzt die Hilfe für die Landwirtschaft in der Bereitstellung mir wären auch nicht zu handelsverträgen gekommen. Die von Milliardenkrediten. Die Landwirtschaft tut gut daran, ihre Steuergesetzgebung des deutsch nationalen Miganze Aufmerksamkeit auf die Kredit- und Organisationsfrage zu nisters v. Schlieben habe gerade die finderreichen Familien fenzentrieren. Der bekannte Einwand: was nüßt uns alle Proin einer Weise belastet, daß nach seinem Rücktritt vom Reichstag duftionssteigerung, wenn fein Abjaz da ist, ist leicht beantwortet. schleunigst eine Milderung beschlossen werden mußte. Abfah ist da, wenn man die Kauftrait der Massen hebt. Man hebt diese Kaufkraft aber nicht mit Zöllen. Was nügt 3. B. das Spiel, das die Deutschnationalen mit dem spanischen Handelsvertrag getrieben haben? Es nüßt der Landwirtschaft nichts und auch nichts der Industrie. Man machte Tausende von Jit duftriearbeitern arbeitslos und schwächte damit die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten auf dem inneren Markt.( Sehr richtig! links.) Abg. Heilmann( Soz.): Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit sind eng verknüpft mit dem meltpolitischen Schicksal Deutschlands. Ohne eine Politik der Bölferverständigung und der Befriedung Europas gibt es feinen Ausweg aus Wirtschaftsnot und Massenelend. Die Rechte führt, wie nicht anders zu erwarten, die Wirtschaftsnot auf die uferlose Er füllungspolitik zurüd. Der Sprecher der Deutschnationalen, Herr v. d. Often, empfahl zur Bekämpfung der Erfüllungspolitik Wider. stand gegen den Westen und Orientierung nach dem Often. Die Deutschnationalen haben entschieden Bech mit ihren außenpolitischen Orientierungsversuchen. Wenn wir uns nicht irren, gab es mal eine Zeit, da wollte Rathena u Deutschland nach dem Osten orientieren, und siehe da, ausgerechnet diesen Rathenau haben die Mordbuben der Rechtskreise umgebracht. Im übrigen verstehen wir nicht recht, wie weit sich Deutschland zurzeit noch mehr nach dem Often orientieren foll. Was an Ostorientierung praktisch möglich ist, ist doch bereits da. Sowjetrußland ist eins der wenigen Länder, mit welchen wir einen Handelsvertrag abgeschlossen haben. Bas soll da nun noch geschehen? Vielleicht ein Waffenbündnis, das Deutschland unter den Schutz der Roten Armee stellt? Die Richt linien unserer Außenpolitik find uns ganz flar vorgeschrieben. Wir brauchen Berständigung, wenn wir den Wirtschaftsaufbau haben wollen. Die Deutsch nationalen, die durch ihre Reichsminister im früheren Luther- Kabinett zusammen mit Stresemann die Erfüllungspolitit mitgemacht haben, haben fein Recht, gegen die Verständigungspolitik nach außen Anflagen zu erheben. Schließlich hat Freiherr v. d. Often ja ſelbſt zugegeben, daß zunächst einmal mit der Fortdauer des Bersailler Bertrags und der Dames- Regelung praftisch gerechnet werden muß. Welche andere Außenpolitik als die bisher verfolgte soll denn dann noch möglich sein? Das hemmungslose Gerede vom Sparen an allen Eden und Enden können wir nicht mitmachen. Was an sozialen Ausgaben gespart wird, muß später drei und vierfach zur Beseitigung der Notstände und zur Bekämpfung des Berbrechens ausgegebe werden. Auch dem Gerebe über die Steuerüberlastung der Wirtschaft stehen wir sehr fritisch gegenüber. Die Hauszinssteuer ist 6. B. gewiß eine fehr drückende Last; aber wenn man sie vermindern will, dann dürfen dabei nicht neue Renten für die Hausbejizer geschaffen merden. Nach dem Reichsgefek werden im April 100 Prozent der Friedensmiete erreicht werden. Wir sind der Auffaffung, daß alles, was über den den Hausbefizer zugeffandenen Satz von 56 Prozent hinausgeht, dem Staate zukommen muß. Die Rechtsparteien flagen ferner über das Wachsen der Pensionsfast. Hier haben sie recht, denn der Pensionsetat ist zu groß. Es ist eine Schwäche der Republik, daß Beamte, die wegen verfaffungswidrigen Verhaltens aus dem Amte scheiden müssen, von der Republik auch noch Pension erhalten. Sie müssen ohne Pension entlassen werden. Das ipart dem Staat viel Geld. Leider sind die Aussichten auf schärfste Aus merzung der Feinde der Republik aus dem Dienſte des Staates mur sehr gering. Da wurde z. B. vor furzem ein Egamen für Regierungsreferendare vorgenommen und ein Referendar gefragt, was er von der Berfassung wiffe. Die Antwort lautete, die Berfaffung fei ein fauschlechtes und antinationales Machwert. Der Herr Referendar, der fich diese Antwort leistete, wurde als ungeeignet zurüdgewiefen. Aber als der Regierungspräsident, der die Prüfungsfrage geftellt hatte, später einmal nach Stettin fam, fand er feinen Prüfling dort als wohlbeffallten Regierungsreferendar.( hört! hört!) Die Deutschnationalen Spielen in der Beurteilung der Wirt schaftstrise die Beffimisten. Wir möchten vor übertriebenen Beffi mismus warnen; denn schließlich gibt es doch nur zwei Wege, die aus der Krise herausführen: entweder geht man in den Bölfer. bund, schließt Handelsverträge und schafft eine wirtschaft. liche Einigung Europas, um so die Arbeitslosigkeit zu überwinden. Tut man das, dann hat die bürgerlich- fapitalistische Wirt schaft einstweilen ihren Fortbestand gesichert. Oder man läßt sich lamentarischen Arbeit. Bir erinnern uns an die Zeit vor einem Die Deutschnationalen find entsetzt über den Leerlauf der parSonntag, 31. Januar 1926 Jahr, wo die Deutschnationalen durch eine ebenso[ yste. matische wie sinnlose Obstruktion das Arbeitstempo des Hauses unheilvoll beeinflußt haben. Welch herrliche Reden der Deutschnationalen und Bölkischen haben wir damals mit anhören dürfen! Es wurde geredet, geredet, und jede zweite Sigung mußte megen Lärm abgebrochen werden. Monatelang ging das heitere Spiel weiter; feine produktive Arbeit wurde geleistet. Herr von der Often erklärt den parlamentarischen Leerlauf jeßt damit, daß wir uns den Kommunisten immer mehr näherten und damit nicht mehr als staatserhaltendes Element in Betracht fämen. Wer nähert sich wem? Abg. Schwenf von den Kommunisten hat foeben in feiner Rede sich zu folgendem vernünftigen Sah durchgerungen: Der Einfluß der Arbeiter steigt auch unter dem parlamentarischen System!" wäre das schon immer die Erkenntnis der Kommunisten gewesen, mir wären heute in Preußen viel weiter. Jahrelang hieß es, das parlamentarische System sei Boltsbetrug.( Unruhe bei den Kommunisten.) Unser Zusammengehen mit den Kommunisten beschränkt sich lediglich auf die Frage des Bolfsentscheids über die Hohenzollernabfindung. Bei! sich die Hohenzollern gegen jede ver nünftige Regelung sperrten, deshalb die Boltsabstimmung. Die Habgier der Fürsten hat die Dinge auf die Spize getrieben. ( Eehr richtig! links.) Die Deutschnationalen reden zwar sehr viel von Ueberparla mentarismus, aber sie haben gar nicht die Absicht, den Parlamentarismus zu beseitigen; fie wollen ihn nur so herrichten, daß für ihre Interessen möglichst viel herausspringt und der Rüdweg zur monarchistischen Reaktion wieder gebahnt wird. Wir stehen des halb allen Wahlrechts- und Wohlsystem- Veränderungen mit großer Stepfis gegenüber. Eine neue Instanz über dem Parlament, bas die Deutschnationalen aus durchsichtigen Gründen schaffen wollen, tötet nur die Verantwortlichkeit des Parlaments. hat das Parlament aber feine wirtliche Berantwortung, dann ver liert auch der Wähler das Gefühl für seine Berantwortlichkeit gegen über den Entscheidungen in der Bolitif. Dhne verantwortliches Parlament und ohne verantwortliche Wähler ist der neue Staat nicht denfbar. Das Berantwortlichkeitsgefühl ist die Grundlage ber Demokratie. Es gilt, dieses Gefühl nicht zu töten, sondern zu stärken.( Beifall b. d. Soz.) Abg. Kniest( Dem.) fordert, daß die beabsichtigte Preissenfung nicht auf Kosten des Handwerks gehe, und daß der Kartell- und Syndifatspolitik mit ihren Preisdiftaten größere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Abg. Arteldt- Ulelze( Wirtsch. Bgg.) erflärt, die Ronkurrenz des Handwerks durch die Strafanstalten müssen eingeschränkt werden. Damit schließt die allgemeine Aussprache; der Haushalt wird dem Hauptausschuß überwiesen. Die Anträge auf Genehmigung der Strafver. folgung der kommunistischen Abgg. Kellermann und Lademann wegen Gotteslästerung und Beleidigung der Kirche werden, mie es schon einmal geschehen, erneut dem Ausschuß zur nochmaligen Prüfung überwiesen, da hier grundfäßliche und schwierige juristische Fragen genau behandelt werden müßten. Montag 12 Uhr: Strafvollzug und Entwurf über die Fürsorge Schluß: 3 Uhr. pflicht. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 Et. Mitte. Jeden o., 7½ Uhr, Turnabend Gartenstr. 107. Di., 6. 2., 7 Uhr, Rameradschaft I Aderſte, 1. Rameradschaft V fchaft III Stallschreiberstr. 29. Kreuzberg. Di., d. 2., 7½ Uhr, Gigung ber mitgliedsbücher mitbringen. Rehlendorf. 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Tischtücher Hausmacher Reinleinen, PrimaQualität... 25 ca. 180/180 130/160 130/225 160/160 160/225 180/273 Servietten 3" 4" 6" 69" 1195 ca. 115/115 113/130 130/130 130/180 480 95p 130/225 Servietten CO dazu pass 50/50 75PL 3" 3" 45 650 900 9⁰⁰ ca. ca. 130/180 130/100 130/225 1801160 160/223 160/276 Serviettes 00 50 dazu pass 56° 11° 8121650 Damen- Wäsche Trägerhemden aus gutem Hemdentuch, mit Stick. 151es PrizeSSFO as gatem Damen- Hemden 03: Co 80 Hemdentuch, reich mit Stickerei garniert i für Damen, Knieform. 20 Renforcé Louisiana Marke ,, Rekord" ca. 80 cm breit 950 Vollvoile Schweizer Ausrüstung Meter ca. 110 em breit 140 Marke ,, Triumph" ca. 80 cm breit 950 Opal Schweizer Ausrüstung für feine Leibwäsche, doppeltbr. Meter 745 Bettwäsche Kopfkissen Linon, Grösse 80/80 cm Deckbetten Linon, Grösse ca. 120/200. 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Ein Haufen Kinder lief hinter einem zehnjährigen Mädchen her. Steine, Holzstücke, Straßenfot und was fonft noch auf der per. wahrloften Dorfgaffe herumlag, wurde dem unglüdlichen Geschöpf nachgeworfen. Barfuß und in Lumpen gehüllt rannte die Kleine in Todesangst wie ein verfolgter Hund von Mauer zu Mauer, um ihren Beinigern zu entrinnen. Es gelang ihr, sich in einen Hausslur zu verfriechen. Man erwischte sie aber. Fort von hier, bu Türfenbrut." Unterbeffen war auch ein alter Dorfgendarm herbeigeeilt. Herr Gendarm, ich habe meinen Regenschirm wieder. Katerina hatte thn mir gestohlen und sofort an Basili, den Schmied, weiter verkauft. Die elende Spigbübin!" rief ein dürres, zahnloses Frauenzimmer. Bas? Die Kleine macht schon solche Geschichten?" Nun bekam der Gendarm das Sündenregister Katerinas zu hören. Für alles, mas bie tobenden Weiber in den letzten Wochen unb Monaten verloren hatten, mußte natürlich das arme Kind herhalten. Der einen fehlte ein Paar Schuhe, einer anderen die Ohrringe, einer dritten die Schürze, die sie zum Trocknen an die Leine gehängt hatte. Eine von den Frauen Dermißie sogar den Schulranzen ihres Jungen mit allen Büchern und Heften. n Katerina, die Tochter der blinden Marija, war wie ein Pilz auf dem Düngerhaufen aufgewachsen. Ohne Bater. Benigstens tannte ihn niemand. Die Bauern behaupteten, er set ein türkischer Gemüse händler gewefen, der Marijas Bruder jeden Morgen das Gemüse ins Haus brachte. Das Kind wäre schon lange gestorben, da sich fein Mensch um es befümmerte. Aber der Teufel will ja eine rechte Hand auf der Welt haben", wie die Nachbarinnen zu sagen pflegten. " Scher dich weg von hier!" riefen ihr die Dorfbewohner zu, und Staterina vertroch fich in irgendeinen dunklen Winkel. Wie ein Hund vegetierte sie von den Speiseüberresten auf dem Kehricht. haufen. Oft erfranfte fie, wurde aber immer wieder von selbst gefund. Die blinde Mutter streichelte ihr Töchterchen nie. Sit fümmerte sich ebenso wenig um sie wie die anderen Leute. Mit den Nachbarskindern hatte Katerina immer Streitigkeiten die fleineren verprügelte fie, und wenn sie an die großen geriet, dann og fie natürlich stets den fürzeren. Eie war nicht häßlich. Im Gegenteil. Lodiges Haar. Grübchen im Gesicht und vor allem schone große Augen, denen man aber die ewige Angst anfah. Oft schienen die großen dunklen Augen vorwurfsvoll zu fragen: Aber warum behandeln mich alle so schlecht? Warum? Im Sommer versteckte fie fich in die Getreidefelder und schleppte die reifen Wehren in großen Bündeln fort, um in einem perborgenen Winkel die Körner zu braten und zu verzehren. Auch in den Wein, bergen war sie ein häufiger Gaft. Schon mehr als einmal hatte fie mit dem Stod des Felbhüters Bekanntschaft gemacht. In tiefen Schlaf verfunten lag Katerina auf den Dielen, einer Zelle der Gendarmeriestation. Als sie, um sich vor den Steinipürfen zu retten, in das Gemäuer eines abgebrannten Hauses geflüchtet mar, hatte man fie festgenommen. Ein Gendarm trat in die Belle und stieß sie mit seinem Fuß an. Sie ermachte. Sie blidte den Sie ermachte. Sie blidte den Mann erstaunt an und gähnte. Auf den Dielen, dachte sie, schläft es sich besser als auf den engen Steigenstufen draußen, von denen man immer herunterrollt. Nur gibt's hier feine Felber mit reifen Behren und feine Weinberge mi füßen Trauben. Sie feite fich auf das Fensterbrett und blidte hinaus durch das Elfengitter auf das blaue Meer, das frieblich vor ihr ausgebreitet lag. Die Sonne verschwand rot hinter dem Horizont. Die Fischer nachten fich in thren flinken Booten auf die Heimfahrt. Auf einer Slippe faßen einige fchneeweiße Möven. Was für hübsche Bögel, sagte fie. Daß auch sie trak ihrer Lumpen hübsch mar, mußte fie nicht. Außerden hatte ihr das noch niemand gesagt. Rein Mensch verjagt fie. Sie haben ihr meiches Nest unb brauchen nicht auf ben harten Steintreppen zu schlafen. Sie find so fchon, obgleich sie immer diefelben Kleider tragen." Sie fchante auf ihre abgetragene Bluse und feufzte. Sle spielen fo schön zusammen, zanfen fich nicht und bewerfen fich nicht mit Eteinen." Seit dem frühen Morgen hatte sie nichts gegeffen. Der Hunger wurde immer unerträglicher. wäre. Und wenn es nur eine Melonenschale oder ein fouter Apfel od fain I Der Potsdamer Vogel. 10 ho Herr Vogel sang im Eichenbaum Ein königstreues Lied. Die Republik, sie hört es kaum, Sie hat zuviel Gemüt. Sie gab ihm täglich einen Napp Doll Futter bis zum Rand, Dafür legt er sein häufchen ab Auf ihre milde Hand. | Beilage des Vorwärts ( Wer nicht fönigsfreu ist, ist ein Cump." Hofprediger Vogel auf der Kaisergeburtstagsfeier in der Potsdamer Friedenskirche.) Bloche 26. A Er singt: Wie ist sie ordinär!" Und fridericusrext. „ Und bringt sie mir auch Futter her, So wird sie doch belleckst." Pro gloria et patria, Im gleichen Schritt und Tritt! Ach, alle Vögel sind schon da Und flecksen feste mit. mich nicht benbachtet. Ich hatte mich hinter einem Fasse verstedt, streich, der eben noch von Tausenden bejubelt war, nicht nur bis ich Gelegenheit fand, mit dem Schirin unbemerkt zu ver einsam und verlassen, sondern märe beinahe durch die Geschichte ichwinden. Der Schmied gab mir drei Drachmen. Ich hatte nicht obdachlos gewesen. foviel verlangt." Sie leierte das alles hastig und ta unzusammenhängenden Säßen herunter, indem sie dabei fortwährend ihre Blicke auf die Klinger heftete. Bon dem Schreibtisch fiel ein Federhalter herunter. Sie büdte fich, um ihn aufzuheben. Da rollte aus ihrer Blufe ein harter Gegenstand trachend auf den Fußboden. Es war ein Bleistift und ein Taschenmesser, beides in ein schmutziges Taschentuch eingewickelt. Belle, in welcher das Mädchen eingeschlossen war, hängen hatte. Die Sachen gehörten einem Gendarmen, der seinen Rod in der Was willst du damit anfangen?" fragte der Richter. Mit dem Bleistift will ich schreiben lernen, wie Lene und Marie. Die haben so große Bleistifte mit einer silbernen Hülse baran. Das Taschentuch brauche ich für den Winter, wenn es falt ist, um meinen Kopf damit zu bedecken, und das Messer für den Sommer, um mir Trauben und Aepfel abzuschneiden. Vor vierzehn Tagen wollte ich mit meinen Zähnen eine Weintraube abbeißen. Der Feldhüter war gerade in der Nähe. Dabei fiel mir ein Zahn Sie öffnete den Mund und zeigte mit dem Finger auf eine feine Zahnlude. aus dem Munde. 6 1 Seht her! Kein Hotel wagte, mir ein Zimmer zu geben, so daß mich schließlich der Buchbinder aufforderte, mit in feine Wohnung zu fommen, um die paar Stunden bis zum ersten Zuge auf dem Sofa zu verbringen. Als mein Gastgeber aus seiner Schlafftube eine Decke für mich holen wollte, tam er mit feiner Frau darüber in einen heftigen Streit, der schließlich in den Worten gipfelte:„ Nicht genug, daß du dich in den Heßerversammlungen rumtreibst. Jetzt bringst du mir auch noch einen solchen Kerl ins Haus!" Ich rief dem Genossen zu, er möchte mich zum Hause hinauslaffen. Er erfiärte, menn ich fortginge, mürde er seine Frau windelweich prügeln. Was tun? „ Der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe", erklärte ich: Gut, ich bleibe bis zum ersten Buge, aber nur unter der Bebingung, daß Sie fein böses Wort mehr zu Ihrer Frau sagen." Ich schlief wirklich einige Stunden, und als ich munter wurde, stand ein so sauberes, freundliches Frauchen neben ihrem Mann und präsentierte mir einen fo guten Kaffee, daß ich mir sagte:„ Dich hat wohl ein böser Traum geafft." In Zeiß angefommen, richtete ich sofort eine Beschwerde an die Eisenbahndirettion wegen der Differenz der Uhren und hatte die Genugtuung dies nicht nur bestätigt zu befommen, sondern jogar das Fahrgeld zurück zu erhalten. Bei der nächsten Zusammenkunft der internen Genossen von In einer Nische stand stumm und ernst die Statue der Themis. Merseburg legte ich das Schreiben der Eisenbahndirektion mit einer stolzen Geste dem Borfizenden, unserm Himmelstischler" auf den Tisch. Der Himmelstischler. Bon Adolph Hoffmann. ( Schluß.) Die Tür der Zelle stand offen, aber sie getraute fich nicht her aus, Am Eingang ftand ein Gendarm mit einem Gewehr. Der würde sie sicher totschießen, wenn sie den Versuch machte, zu entgeber von Merseburg geftedt, um die Arbeiter von der Berlamm fliehen. Raterina, ba haft bu Brot," fagte ein vorübergehender Gendarm und warf ihr ein Stüd Schwarzbrot und eine rote Rübe u Shre Augen leuchteten vor Bonne. Das ift gemiß der gute König aus dem Märchen, das mir die Frau Despo jo gern erzählte, als ich noch ganz flein mar, Conft hätte er mir nicht eine so große schöne Rübe geschenkt," sagte sie Leife. Am nächsten Tage brachte man sie vor den Richter. Sag mal, du böses Rind, warum haft du ben Schirm ge ftohlen? Es gab nichts anderes dort zum Wegnehmen. Alle Anwesenden brachen in ein tautes Gelächter aus. Neugierig betrachtete te die Klingel auf dem Tische Ihre Neuglerde wuchs, als der Richter mit der Hand darauf drückte. Ja, aber warum haft du ihn eigentlich mitgenommen?" Ich hatte an dem Tage nichts zu effen bekommen. Bein trauben und Birnen gab's auch nicht mehr draußen im Freien.. Einmal brachte ich der Frau Bagona ein Handtuch. Sie riß es mir gleich aus der Hand und gab mir eine Drachme dafür. Die hat mir fonft nie etwas gefchenft. Sie ist furchtbar geizig... Ich nahm also ben Schirm und brachte ihn dem Schmied Bafilt. Man hatte Ra, fagte er, ich will Ihnen, Genosse Hoffmann, mal den Spaß machen und Ihnen das erzählen, was Sie viel beffer felbft Barochialgemeinde sowie ihre Klerifei hatten sich hinter die Arbeit miffen, Die Borstandsmitglieder und sonstige Einflußreiche der Lung fernzuhalten. Das sollte damit erreicht werben, daß von den Maschinenfabriten an bis zum fleinsten Strauter, der sich unter die Boimäßigkeit der Barochialvereine stellte pielleicht aus Furcht, Kundschaft einzubüßen angeordnet wurde, bis 10 Uhr abends zu arbeiten. Die Arbeiter hatten bei der herrschenden Arbeitslosigkeit nicht gemagt, zu widersprechen, waren aber dann von Fabrit und Werkstatt gefchloffen in „ Dred und Sped" zur Versammlung marschiert, die bis dahin nur von wenigen, befonders aber von Mitgliedern der Kirchenvereine beherrscht war, aber vom Himmelstischler" meisterhaft bis 10 Uhr durchgelotit murde. Die Bersammlung war dann im Nu trotz der Größe des Saales und feiner Galerien fo gefüllt gemelen, daß unzählige braußen bleiben mußten, und als der Himmelstischler" verkündete, baß Genoffe Adolph Hoffmann den Zug versäumt hätte und über Halle erst um 10 Uhr eintrifft, hatte sich ein stürmischer Beifall und eine Heiterfeit erhoben, die sich draußen fortpflanzten; die Aus gesperrten waren dann unter Abfingen der Arbeiter Marsellaise zum Bahnhof gezogen.„ So" fchloß der junge Genoffe feinen Bericht, und nun lachen Sie mich aus, daß ich Ihnen das, was ahren ficher gestedt war und Sie geschickt gebeichselt haben, nach. mais erzähle Als ich perficherte, daß ich nicht das geringste davon gemußt hätte, sprang ber Simmelstischler auf, zahlte und verlich ohne Grus bas Botal. Die übrigen Genoffen bis auf den Jugendlichen und einen Buchbinder folgten ihm, und ich faß mit meinem Genie B Das war doch ein unabstreitbarer Beweis meiner Genielofigkeit. Julius las, ftand auf und sagte: Der Wisch beweise nichts meiter, als daß ich einer von den raffiniertesten Verbrechern wäre, die auch für ein hieb und stichfestes Alibi Sorge tragen. Er ver bitte ich aber ein für allemal jede weitere Beralberung sogar der internen Genofien durch unseren bisherigen Reichstagskandidaten. Räme das noch einmal vor, müßte er die Konsequenzen Daraus ziehen. Ich war wieder mal sprachlos. Alle andern schwiegen, gaben also dem Himmelstischler recht, und so war ich auf Lebenszeit zum geworden. ..Genie wider Willen" Des Himmelstischlers" Freundschaft hatte ich vollständig ein gebükt. Da ich die Kandidatur im Zeiger Kreis angenommen hatte, fam ich immer feltener nach Merseburg und erfuhr eines Tages, daß der„ Himmelstischler" seine Werkstatt verkauft und nach ausmäris verzogen sei. Ich glaube, es war in Westfalen, wo wir nach einer großen Bersammlung uns noch einmal sahen. Bei einer Taffe Kaffee erzählte er mir, doß er hier Verwandte hätte und von dem Erlös aus seiner Werfftatt sich in einem Stift eingekauft habe, um seine menigen alten Tage, die er noch habe, in Ruhe zu vollbringen. Als ich im Lauf des Gesprächs auch auf meinen„ Genieftreich" zu sprechen fommen wollte, legte er mir die Hand auf den Mund und sagte:„ Adolph, trübe mir die Freude, dich nochmals wiedergesehen zu haben, nicht durch Erinnerungen an Dinge, durch die du mir viel Freude zerstört haft. Was blieb mir übrig als zu schweigen, wenn ich dem Alten nich: phun mollie? Ich bin jedenfalls unschuldig daran, daß er mit dem Glauben an meinen Geniestreich gestorben ist, er, der nun als himmelstischler" für immer in seinem Earge ruht. Mit ihm ging ein Original dahin, aber auch sin ehrlicher, aufrechter, pflichtgetreuer und eifriger Genoffe, wie ich der Arbeiter. bemegung recht, recht viele wünsche, um Deutschland und der Welt den Sozialismus zu erobern. Die Entstehung des Karnevals. Bon J. Kallsch. Wie fast alle Bollsgebräuche, die wir von anderen Böltern bernommen, so hat auch der Karneval, den wir als eine Zeit des grund. Scherzes und Frohsinnes bezeichnen können, einen heidnischen Hinter Italien ist die Wiege des Karnevals, der seine Bezeichnung dem lateinischen Worte: Caro vale, Fleisch lebe wohl" verdankt. Mit großer Wahrscheinlichkeit entstand der Starneval aus dem römischen Feste der Saturnalien. Die Saturnalien waren ein altheidnisches Fest, welches, wie die Sage berichtet, von Janus zu Ehren des Saat- und Weingottes Saturnus, zum Andenken an sein Berdienst, durch Ackerbau die Menschen zu einem geordneten Lebenswandel geführt zu haben, eingesezt wurde. Es werden den Satur nalien verschiedene Entstehung nachgesagt; zweifellos waren sie ur[ prünglich ein Fest der Sonnenwende, wie wir sie bei fast allen Böltern antreffen. Späterhin fam die ursprüngliche Bedeutung der Feier in Vergessenheit und sie wandelte sich zu einem Feste zum Andenten des goldenen Zeitalters um, als dessen Vertreter bei den Römern Saturn galt. Anfangs dauerte das Fest nur einen Tag, doch die römischen Raifer verlängerten es, sodaß uns von einer fiebentägigen Dauer berichtet wird. Während der Saturnalien wurden dem Gotte Opfer gebracht, die Geschäfte waren geschlossen, es ward fein Krieg angefündigt, weder eine Schlacht geliefert, die Waffen ruhten vollständig; auch wurde teinerlei Strafe verhängt, die Gefangenen wurden freigelassen, den Verbrechern nahm man die Fesseln ab, die Saturn geopfert wurden. Ueberall herrschte Freude, alle Traiter war entSchwunden, man scherzte, lachte und trieb allerlei Possen. Besonders durften fich die Unfreien, die Sklaven, sich ihres sonst so traurigen Lebens freuen. Nicht nur, daß sie an diesen Tagen ihrer Arbeit ledig waren, durften sie auch wie die Freien sich mit der Toga schmüden. Sie durften mit ihrer Herrschaft zu Tische fizen. Das Fest follte an bie gute, alte Zeit erinnern, als es noch nicht Herren und Stlaven gab, als jeder fich noch seiner Freiheit erfreute. Die Sitte verlangte es, daß der Herr während der Saturnalien seine Diener bediente, unbeschränkte Redefreiheit war gestattet und mancher hochmütige, hartherzige Herr bekam die Wahrheit zu hören. Man beschenkte fich gegenseitig. Derartige überlieferte Gebräuche sind schwer bei einem Bolte auszurotten. Nach Einführung des Christentums wandelte sich dieses saltstümliche Fest in den Karneval oder Fasching um. Italien blieb stets das Land des Karnevals. Im Mittelalter stand der Karneval in dem reichen, prunfliebenden Benedig in höchster Blüte. Bereits im Januar begannen die Feste, auf denen die größte Pracht entfaltet wurde. Auf dem Markusplatz wurden Lust barkeiten getrieben, Schauspiele, Wettrennen mit Gondeln wurden veranstaltet. Ein zweites Karnevalfest war mit der Himmelfahrts messe verbunden und wurde Bucentaurenfest genannt. Es wurde hierbei die Bermählung des Dogen von Benedig mit dem Adriatischen Meere mit großem Brunt gefeiert. Nachdem Benedigs Macht zu finfen begann, wandte sich die ganze Pracht des Karnevals nach Rom. Das frohe Leben und Treiben spielte fich auf der Straße ab, alles gab sich in harmloser Freude dem Karneval hin. In Deutschland bildete sich seit dem Mittelalter ähnlich dem Karneval der Fasching. Die Hanswurst- und Fastnachtsspiele machten die Zeit vor Aschermittwoch, hauptsächlich in katholischen Gegenden, zu einer tollen Zeit. Die Fastnachtsspiele, in denen jeder eine Rolle übernahm und sie nach freiem Willen durchführte, bildeten eigentlich die ersten Anfänge der deutschen Literatur. Besonders war es Hans Sachs, dem wir in seinen Boffen einen Schatz verdanken. Während der Reformationsbewegung und der Zeit des Dreißig jährigen Krieges mit feinen Schrecken schlief das Faschingstreiben in Deutschland wieder ein. Später, während der Zeit der großen Revolution, brachten die Franzosen ben Karneval von Italien nach Baris. Von dort ging er in die Rheinstädte über, so wurde er in Straßburg, Köln, Mainz, München, Nürnberg und Stuttgart wieder eingeführt. Herzog Karl von Württemberg veranstaltete auf seinem Luftschloß Solitude Karnevalsfeste in verschwenderischer Bracht, boch es fehlte das Boltstreiben dabei, es blieben daher nur Hoffeste im engeren Rahmen. Die Schildwache. Die Klopffechter des Monarchismus werben nicht mide zu be haupten, daß sich die Befehle der gefrönten Häupter stets durch besondere Weisheit auszeichnen, und daß die lieben Untertanen mur Je leichtlebiger ein Bolt ist, desto besser versteht es derartige zu ihrem eigenen Besten handeln, wenn sie die fürstlichen Befehle Fefte zu feiern. In Deutschland wird der Fasching erst wieder auf- ausführen. Wie fich das Monarchentum mit dieser Methode un leben, wenn wir von der wirtschaftlichen Depreffion befreit feinsterblich lächerlich machen kann, zeigt eine föftliche Schilderung werden und wenn wir wieder mit Hoffnungen und Erwartungen in Bismards in seinem Memoirenwerte Gedanken und Erinnerungen die Zukunft schauen dürfen, denn zur Faschingsstimmung gehört Aus feiner Zeit als preußischer Geschäftsträger am ruffischen Hofe berichtet er: fröhlicher, forgenfreier Sinn. Das wuchernde Herz. Bon Michael Gesell. Die Welt, der Rosmos, das ist also fo: Millionen, Milliarden, Billionen, Sterne, Planeten, Monde mitjamt der bewohnten Erde und allen ihren Hervorbringungen: das alles schwimmt in einer nahrhaften Aethersubstanz. Das alles wächst und wuchert, sest Zellen an, fleinste und größte, in Massen, die unserem arroganten Hirnchen unfaßbar sind. Daneben fist der liebe Gott mit einer Sezierschere und schneidet weg und schneidet weg, damit ihm die ganze Gefchichte nicht über den Kopf steige. Er hat zu arbeiten, der alte Erfinder, er kommt faum hinterher mit feinem Verderben, Zerstören und Töten, um das„ Leben“ nicht unsinnig werden zu laffen. Aleris Carrel heißt der Mann, der diesem Wunder auf tie Spur gefommen ist. Er ist ein würdiger Gelehrter, fein Phantast, Anno 1912 als Biologe mit dem Nobelpreis gefront. Aleris Carrel hat, durch den Nobelpreis zu neuen Taten befeuert, Anno 1913 ein Stück Huhnherz eingemacht. Nicht jo, wie es Stöchinnen zu tun pflegen, um dem Gaumen gelegentlich einen Rizel besonderer Art zu gönnen. Aleris Carrel hat dieses Huhnherz fragment wissenschaftlich eingewedt. In eine Nährsubstanz, die den 3wed haben sollte, dieses Fragment eines Lebendigen in dem Zustand zu erhalten, den wir gemeinhin mit leben" bezeichnen. Das Experiment ist gelungen. Das Huhnherzstück lebt seit nunmehr 12 Jahren. Es ist nicht vermest und zerfallen, es arbeitet und pulst, es geht in ihm jener Borgang vor, den wir solange an uns selbst erleben, bis wir tot sind. Das Gewebe des Huhnherzfragments lebt und wächst seit Anno 1913. Das Gewebe lebt und wächst in seinem Nährbade jo gar so offensichtlich, daß man den Wachstumprozeß filmen tonnte. Es wächst und wuchert sozusagen vor den Augen des Zuschauers. Sein Wachstum ist derart heftig, daß es binnen vierundzwanzig Stunden sich verdoppelt. Da diese Vergrößerung in geometrische: Instanz seit Anno 1913 zwölfmal dreihundertundfünfundsechzigmal ver sich gegangen ist, so bedeckte dies Huhnherzfragment heute bereits ganz New York, wenn nicht Aleris Carrel, der kleine Gott und Schöpfer, mit der Sezierschere danebenstünde, um das Phänomen in anständigem wissenschaftlichen Umfange zu erhalten. Solange Aleris Carrel und folange die folgenden Generationen nach ihm nicht vergessen, das Huhnherzstüd mit Nährsubstanz zu begießen, wird es leben und wachsen. Es wäre unsterblich, wenn die Menschen unsterblich wären. Aber der Mensch selbst ist nichts als solch ein Stück Huhnherz, und die Erde auch nichts anderes, auf fogenannter niedrigerer" Etufe. Auch er und sie müssen mit Nährsubstanz begossen werden, und es scheint, daß der Aleris Carrel, der das zu tun übernommen hat, immer einmal eine Arbeitspause einschiebt. Oder sollten die 3ellen, Jobald sie sich zu einem größeren Organismus zufammenfchließen, sich nicht vertragen tönnen, sich verfeinden, fich befriegen, bis die Auflösung eintriit? ald Fragen, Fragen, Fragen. Man sollte in das Laboratorium Aleris Carrels pilgern und dies Stüd Leben anbeten, das Herz des Huhns, an dem solch ein Geheimnis fich vollzogen hat. Bon einer ruffischen Eigentümlichteit gab es bei meiner ersten Anwesenheit in Petersburg 1859 eine Probe. In den ersten Tagen des Frühlings machte damals die zum Hofe gehörige Welt ihren Spaziergang in den Sommergarten zwischen dem Bauls- Palais und der Newa. Dort war es dem Kaiser aufgefallen, daß in der Mitte eines Rajenplages ein Boften stand. Da der Soldat auf die Frage, weshalb er da stehe, nur die Auskunft zu geben wußte:„ Es ist befohlen", jo lie fich der Kaiser durch seinen Adjutanten auf der Bache erfundigen, erhielt aber auch feine andere Aufklärung, als baß der Bosten Winter und Sommer gegeben werde. Der ursprüngliche Befehl sei nicht mehr zu ermitteln. Die Sache wurde bei Hofe zum Tagesgespräch und gelangte auch zur Kenntnis der Dienerschaft. Aus dieser meldete sich ein alter Bensionär und gab an, daß sein Bater ihm gelegentlich im Sommergarten gesagt habe, während fie an der Schildwache vorbeigingen: Da steht er noch immer und bewacht die Blume, die Kaiserin Katharina hat an der Stelle einmal ungewöhnlich früh im Jahre ein Schneeglöckchen wahrgenommen und befohlen, man solle sorgen, daß es nicht abgepflüdt werde." Dieser Befehl war durch Aufstellung einer Schildwache zur Aus führung gebracht worden, und seitdem hatte der Boften Jahraus jahrein gestanden." Beiläufig sei bemerkt, daß die russische Kaiserin Katharina im Jahre 1796 starb, so daß zu Bismards Petersburger Zeit der Wacht posten mindestens schon 63 Jahre lang im Sommer und Winter aufpaßte, daß das Schneeglödchen nicht abepflüdt werde": Gasheizung im alten China. Die Berwendung von Gasen zu Heizzmeden war den Chinesen schon befannt, che man in Europa daran dachte, Gasheizungsanlagen zu errichten. Natürlich waren die Betriebe der chinesischen Gas feuerung sehr einfach ausgestattet, toh die Brennbarkeit des Erdgafes, um das es sich dabei handelte, wurde durch eine Urform des heutigen Bunsenbrenners ermöglicht. Nach den Forschungen von Czafe fanden sic; die brennbaren Erdgase in verschiedenen Salzbrunnen der Stadt Szetschwan und wurden von dort aus durch Bambusröhren viele Kilometer nach den Salzquellen von Ria- ting fu geleitet, wo sie, um die Verdampfung der Salzlafe zu bewirken, unmittelbar unter den großen Salzpfannen verbrannt wurden, zum Teil aber auch zur Beleuchtung dienen mußten. Was die Einrichtung der Anlage betrifft, die zwar sehr primitiv, jedoch durchaus zweckentsprechend war, so fällt vor allem der finnreich fonftruierte Brenner" auf, der aus einem hohlen, fugelförmigen Stein besteht, in dem von einer Seite her die Endöffnung des Bambusrohres hineinmündet. Außerdem besigt der Stein in feiner oberen Fläche eine Deffnung, turch die das Gas angezündet wurde. Beim Vergleich dieses chinesischen Brenners mit dem heute fast aus. schließlich gebräuchlichen Bunsenbrenner wird man in der einfachen Urform schon die wesentlichsten Bedingungen des Bunfenbrenners ertennen. China hatte also in einer fleinen Salzsiederei schon eine Heizvorrichtung, die in Europa erst lange Zeit später auftauchte. Seit wann die Gasheizung und Beleuchtung in den chinesischen Betrieben bestand, ließ sich nicht feststellen. Es läßt sich jet och annehmen, daß es fich hier um ein althergebrachtes Berfahren handelt ,. denn der von einem Miffionar verfaßte und vermutlich auch erste Bericht über die Gasanlagen in den chinesischen Salzquellen, der aus dem Jahre 1828 stammt, meldet nichts von einer neuen, sondern cielmehr von einer längst bestehenden Einrichtung. Inventur Ausverkauf bei Emma Bette! Beginn Montag 1 Februar nur 6 Tage Gut, daß wir hierauf gewartet haben!" 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Das Theater, das im Romanischen Haus am Kurs fürstendamm erftanden ist, macht innen einen höchst vornehm behaglichen Einbrud. 1200 mit rotem Damast bezogene Seffel im Barterre und im weit vorgeschobenen ersten Rang geben dem im Baradstil gehaltenen Raum den warmen Ton, der zu dem Grün und Gold der Wände und der Kuppel mit der indiretten Beleuchtung vortrefflich harmoniert. Brächtig ist das ftattliche Treppenhaus de foriert, entzüdend find ein paar Bartezimmer. Die Bühne ist so eingerichtet, daß sie jederzeit dem Theaterbetrieb dienen tann. Für die Hygiene der Besucher ist stündlich fechsmal erfolgende Lufterneuerung wichtig. Zur Eröffnung gab es ein reiches Men von Genüffen: Ouverture unter Ignaz Waghalter, Prolog non Eulenberg, eine außerordentlich instruttive und viel neues bietende 3eitlupen revue aus der gefiederten Welt, eine reizende aber wenig verständliche Tanzbilderschau auf der Bühne zu Bebe. finds Pantomime Die Flöhe mit einer originellen Mufit Don Jaap Kool- und dann der Tartüff". Molières unsterbliches Meisterwert, das für alle Zeiten dem fcheinheiligen Heuchler die Flassische Form gegeben hat, bloß nachzuschaffen, tonnie meber dem Manuskriptverfasser Karl Mayer noch den Regisseur Murnau reizen. Sie wollten etwas Befonderes, Originelles geben, wohl den Typ des Tartüff benügen, aber doch in einer ganz neuen Aufmachung und mit einer besonders mißigen Wendung. Karl Mayer hätte einen modernen Tartüff erfinden sollen und so etwas hat hm auch offenbar vorgeschwebt, denn er leidet seinen Tartüff ein in eine Rahmenhandlung, die einen ganz modernen Zuschnitt hat und gleichfalls mit der Entlarvung eines allerdings weiblichen erbschleichenden Tartuff endet.( In der Berkörperung diefer Figur feierte Rosa Baletti einen Triumph derb zupadender Gestaltung.) Die eigentliche Tartuffhandlung spielt mun wohl ganz im Milieu imd Kostüm Molières, aber sie ist doch mehr nur eine Baraphrafe über Molières Komödie. Vor allem ist der Tariff ganz geartet als ter Molièresidje. Diefer von Jannings mit all feiner Meisterschaft verförperter Schleicher ist ein ganz anderer Kerl als Molières Salontartuff. Er ist ein derber Bauernferl, wie wir ihn aus der russischen Geschichte der letzten Jahrzehnte fennen, etwa ein Rasputin, der durch seine Schlauheit und Willensüberlegenheit sich bei dem verdrehten Herrn Orgon eingenistet hat und ihn schon bei Lebzeiten auszuplündern gedenkt. Er hält zwar auch das Gebetbuch immer vor die Augen, aber er legt feinen prafferhaften Neigungen gar feine Bügel an und zeigt sich im ersten Augenblid, wo er nicht mehr zu heucheln braucht, als den gierigen, mit allen Instinkten nach herben Genüffen ausgestatteten Rohling, der er ist, und so geht er der von Lil Dagover mit allen verführerischen Reizen ausgestatteten Elnire leicht ins Reg. Er begeht fogar in feinem lebermut die tapitale Dummheit, sich mit seiner auf dem Rüden eingebrannien Rummer des Galeerenfträffings zu brüften. So ficher fühlt sich der Bursche. Man versteht, daß diefer Tartuff mit Dem feinen Charakterlustspiel Molières fehr wenig zu tun bat, es ift fogar ein Bug leiser Baradie, der in dem neuen Tartuff mit Plingt Im übrigen ist die Durchgestaltung der Handlung höchst mißig pointiert. Ein großer Teil der Vorgänge spielt in dem brei gefchoffigen Treppenhaus. Das hin und her auf der Treppe, bas Lauschen an den Türen, die ganze Treppenperspettine der Auf faffung bringt ganz neue und manchmal höchst tomische Wirkungen heraus. Bon dieser Seite aus angesehen ist dieser etwas burleste Tartuff ein höchst erfreulicher Film. Jannings vollfaftige, in allen Vitalen schwelgende Natur Jowie die kluge, dem Bauernölpel weit überlegene, übrigens in dem Roftüm entzüdend aussehende Lil Dagoner boten zwei Brachtleistungen der Filmdarstellung. Lucie Höflich gab ein prächtiges Bendant bazu in ihrer gleichfalls ab. fichtlich derb gehaltenen Dorine. Die Begleitmufit von Dr. Becce untermalt die Borgänge aufs geistreichste. Karl Freunds Photographie fteigert die Bildwirtung zum fünstlerischen Genuß. D. Der Mann seiner Frau. ( Kammerlichtspiele.) Das Thema ist gut, denn es reizt fowohl zur feuilletonistischen Musarbeitung als auch zur filmischen Gestaltung. Dennoch wußte man nichts mit ihm anzufangen und schuf einen Film voller Brunt fucht und gefchmadlofer Extravaganzen. Ein( Film) Ingenieur, ber nur arbeitet und erfindet, hat eine Frau, in die sich alles ver liebt. Jeder Mann, der auf der Leinwand erscheint, ist sofort, ohne jede Begründung, vor Liebe toll. Darum wird es der Frau cuch leicht, ihrem Mann das Geld zur Auswertung feiner Er. findung zu verfchaffen. Und diese Erfindung ist etwas mert, denn fte ist eben die Sicherung bei Flugzeugabstürzen. Die find damit aus der Welt geräumt. Um das zu erreichen, muß sich die Frau des Ingenieurs von einem reichen Banfier Kleiber schenken lassen und sie in dem Glauben anziehen, fie trüge all die schönen Ge mänder für eine Firma als Reflame. Ueberdies muß die Frau fich noch standhaft zweier Liebhaber ermehren, mithin tut sie auf ihre Weise wirklich viel für die Luftschiffahrt. Wenn es mit unseren Filmmanuskripten fo meiter geht, werden die Deutschen die Ameri tamer bald an Naivität übertrumpfen. Lucy Doraine spielt bie Frau, sie zieht Mäulchen, dramatische Effekte gibt's nicht. Das ist ein Berstoß gegen die Filmschauspieltunst, die ganz bestimmt schon eine gewisse höhe erreicht hat. Der Regiffeur Felir Bosch fonnte die Außenaufnahmen in Italien drehen. Genua ist schön, ohne Lieb Ansonsid natasala Bellage 1 des Vorwärts An Die tolle Herzogin." ( Ufa- Theater Kurfürstendamm.) Kairo, Kopenhagen, Göteborg find die Schauplätze dieses Gesellschaftsfilms, der die Diplomatenwelt mit internationalen Hoch staplern und Abenteurern mischt. Spielfäle, Gartenfeste auf ement spielt einen indischen Fürsten in der Haltung eines europäischen Globetrotters, er läßt sein gefaltetes Geficht in Großaufnahmen be mundern, der Turban verleiht ihm erotisches Aussehen. Beidt mirtie lange nicht so dekorativ, aber trgendeine Bewegung, irgend ein Zuden des Gefichts ließen hinter der ruhigen Haltung ein explosives Temperament ahnen, das allerdings auch bei Veidt nicht Dorhanden war. Doch bei Tolnaes fehlt selbst diese. Um diesen Maharadscha- Darsteller ist der Film Die prachtvollen Landfig, diplomatische Intrigen, die mit Hilfe eines Grafen Las Baldas sich in den Besitz eines Geheimabkommens lingsfrau des Mahara dicha" geschrieben worden. Vor fetzen wollen; die Verführungsfünfte dieses Grafen, der die ver einigen Jahren ein großer Erfolg, so groß, daß man heute, in einer heiratete Tochter eines Gesandten in seine Neze lockt, zum Diebstahl 3eit, die fich durch den Mangel an guten Filmmanuskripten ausdes Dokuments durch Erpressung veranlaßt; das Eingreifen ihrer zeichnet, ihn von neuem furbelte. Was damals aber aufmerten Schwester, der Herzogin Gloria, die den Erpreffer erschießt, Verließ, ist jegt abgenutzt. Tolnaes hat keine neuen Ausdrucksmöglich- haftungen, Kriminaluntersuchungen, und die endliche glückliche Lösung teiten gefunden, und das Sujet, das damals eine Neuheit war, bilden den Inhalt des Films. Selbstverständlich hat nicht die gemissermaßen die Entdeckung Indiens für den Film, hat heute an Herzogin den Hochstapler erschossen, sondern ein abenteuernder Wirksamkeit verloren. Es bleibt eine Liebesgeschichte übrig, die Chauffeur, der gerade im geeigneten Moment hinzufam, um dem das übliche Schema faum überragt, eine Eheangelegenheit mit dem Erpresser andere Papiere abzunehmen, hat ihn zielsicher niederangemessenen, versöhnenden Schluß. Die Atelieraufnahmen, die gestreckt. Ein höchst liebenswürdiger Kriminalkommiffar stellt diese Indien bringen, scheinen aus dem alten Film übernommen zu sein, Busammenhänge fest, läßt den wirklichen Mörder laufen, weil er fein einige tomische Episoden sind neu erfunden. Doch man hätte ruhig Erpresser ist und die Dokumente der Herzogin freiwillig zurücgibt, den alten Film spielen tönnen, auch wenn die Damenkleider nicht die ihn dann im Handumdrehen lieben lernt. Heirat der Herzogin mit dem Chauffeur, ihrem Retter, der sich als mehr legter Schrei der Mode gewesen wären. Markgraf entpuppt und also durchaus standesgemäß ist. Dieser Abenteurerfilm ist im Manuskript umständlich und kompliziert, nimmt aber zum Schlusse hin das gehörige schnelle Tempo an und bietet unter der Regie von Willi Wolff allerlei Augenweide und Spannungsreize. Die Herzogin ist Ellen Richter, die sich hier von ihrer raffigen Seite im Reitdreß, als fece Autolenferin und beherzte Draufgängerin zeigt. Den Hochstapler Las Baldas gibt Alfred Gerasch, glücklich in der Maske, aber doch nicht gerade glaub haft für die Schnellverführung, die ihm die Manuskriptverfasser zuAber diese Neuverfilmung zeigt uns, daß ein Erfolg nur schwer wieder zu beleben ist, und daß ein Schauspieler, der ehemals interF. S. effierte, heute blaß bleibt. Der Ritt in die Sonne." ( Primuspalast.) Die Hochstapler sind ein gegenwärtiger Schwarm und die reichen Leute sind ein aftüberlieferter Schwarm des Publitums, folglich müffen Hochstapelei und Reichtum die richtigen Grundstoffe für einen gut gemigten Spielfilm sein. Darum schrieben Hans Brennert und Georg Jacoby nach Paul Rosenhayns Roman, dem sie den Titel entliehen, ein Filmmanuskript, wie es ihnen gefiel. Der reichste Mann der Welt, Cornelius Bandergould, will Liebe und Freundschaft finden, weshalb es ihm gefällt als Bennbruder durch ben Berliner Tiergarten zu gehen. Er findet auch den nötigen Anschluß, was zu den unglaublichsten Berwechslungen, recht tomischen Situationen und den bangen Fragen des Publikums: ist er echt oder unecht führt. Schließlich bekommt er die ihm zugedachte Braut, die ihn wirklich liebt und einen wahren Freund, den er zum Millionär macht. Der Regisseur Georg Jacoby wollte dem Bublifum recht viel bieten. Das ist ihm nur halb geglückt. Sein föbliches Borhaben hat ihn nämlich dazu verleitet, den Film zu überladen mit Landschaftsaufnahmen und manchen unnötigen Spiel zenen. Nicht nur unter den Städte und Hafenaufnahmen begrüßt man alte Bekannte, man muß fogar als Füllsel einen Ausschnitt aus einer Wochenschau noch einmal sehen. Gespielt wurde sehr gut. Livio Pavanelli legte seine Doppelrolle so an, daß man ihm sowohl den Hochstapler wie den reichen Mann glaubte. Paul eidemann steuerte eine Glanzleistung bei, er wurde nicht nur der Freund des milliardärs, er wurde auch der Freund eines jeden Zuschauers. Wenn er als tiefverschleierie Mitme über die Wermut flasche gerät und sich einen fleinen Rausch zulegt, muß man lachen, ob man will oder nicht. Die Photographie war nicht glücklich, namentlich verfündigte sie sich in den Großaufnahmen an der schönen Elga Brink rebel MYS- SIAL oge maten m e. b. finde stedsnno 60-91 CAPITOL Schlußtableau: muten. Die aristokratische Welt ist weiter vertreten durch Adolf Klein und Walter Janssen. Vortrefflich charakterisiert Jacques Trevor den schicksallenfenden Abenteurer, der allen Situationen, auch mit feinem Mienenspiel gewachsen ist. In lustigen Chargen tun sich Henry Bender und Louis Brody hervor. Die Dame von Maxim." ( Richard- Oswald- Lichtspiele.) I.] Nach dem bekannten Luftspiel von Feydeau ist in der Serie der Bina- Menichelli- Lustspielfilms diese wirklich reizvolle Sache ge Sie unterscheidet sich so sehr von dem großen dreht worden. Durchschnitt ähnlicher Amüsierspiele, daß man versucht ist, an eine von Frankreich ausneue Epoche des Filmlustspiels zu glauben gehend. Wieviel davon auf Kosten des Originals zu sehen ist, soll hier nicht untersucht werden. In noch viel ausgeprägterer Form als in dem Stüd von Feydeau erlebt man Paris und seine Menschen. Die Atmosphäre von Marim, der klassischen Stätte des Amusements, bewegt das ganze Handeln. Es ist, als ob ein einziger bunter Tanz in tausend Varianten durch die Szene zieht. Ein Wirbel von Geschehnissen voll hochgetriebener Luftigkeit treibt diese Menschen zu den tollsten Kapriolen. Ihr Temperament überichlägt sich. Sie geben sich in immerwährender Fastnacht, auf die diesmal fein Aschermittwoch folgt. Im Mittelpunkt des Ganzen, treibende Kraft, die den Wirbel in Bewegung hält, Pina Menichelli. Ihre Mitspieler Bariser Darsteller ihr in allem ebenbürtig. Das Ganze atmet eine Geschlossenheit, wie sie gemöhnlich felten erreicht wird und die den Film zu dem gleichen Ers K. folg führen wird, wie ihn das Lustspiel seinerzeit erreichte. 930 Frauen und Banknoten." ( Alhambra Kurfürstendamm.) Manchmal ist es doch gut, daß der Film ein Beiprogramm hat. Ist es sehr gut, so tamn es unter Umständen einen Abend retten, der sonst verloren war. Das war in der Alhambra der Fall. Der Knurr und Pipffarfilm, das Abenteuer mit dem Zauber. tönig, ist eine ausgelassene Lustigkeit, die alle Requisiten eines isedT- sil 3aubertheaters in Bewegung feßt, mit fliegenden Teppichen, Abenteuern auf dem Meeresgrunde und vielen anderen Begebenheiten. Die Mühle Mach biefem amüfanten Auftakt produzierte sich Willi Picardi von Sanssouci als Fußantipode, der es mit jedem Handjongleur aufnimmt, und neben der sehr abwechslungsreichen Deulig- Woche, die Wunder der Technik zeigte, erregte Dlgo durch seine Rechenkunststüde Staunen. Der Film aber, dem der Abend galt, Frauen und Bank noten", nennt sich zwar eine abenteuerliche Angelegenheit, ist aber mehr ein Reinfall. Beder hat Ruth Göß eine gute Borlage mit ihrem Manuskript geliefert, noch der Regisseur Frizz Kaufmann daraus eine interessierende Bilderhandlung herzustellen verstanden. Das Milieu der Abenteurer und Berbrecher, die ihr Gewerbe an der strollantoin Riviera als Spieler, Banknotenjälscher und Erpresser betreiben. ift grell verzeichnet und mit den Vertretern der oberen Klassen, bie in thr Spiel verstrickt werden, ist es auch nicht anders, eines ist so unglaubwürdig wie das andere. Das Beste ana Film sind die guten Landschaftsbilder. mit OTTO GEBÜHR Hanni Weisse, Olga Tschechowa, Dieterle, album Tiedke usw. saviz Ein Filmlustspiel mit den besten deutschen Schauspielern. Die Geschichte des tapferen Müllers, der trotz Fürstendrohung auf seinem Rechi bestand. 3meifel, aber diefer film hat teine Schönheit neu entbedt, er if Regie: FRIEDRICH ZELNIK nur die schwache Bestätigung einer allgemeinen Ansicht. Sonst bringt die Photographie harte Gesichter, die in unflaren Bildern gezeigt wurden. Der Film sichert sich Beifall durch sehr viele nette Episoden mit einem gut spielenden Kinde. Gunnar Tolnaes als Maharadscha." ( Mozartjaal) eb Er ist der Star, ber fich nicht genug feiern laffen kann. Sede Gefte, jede Haltung und jeder Ausdrud betonen distret den be rühmien Mann, der meit über dem Ensemble stehen will, ein Tenor des Films, ein Radames oder Lohengrin in tabellos gearbeitetem Frad und Lackpumps. Tolnaes bleibt immer Gentleman, auch wenn er zufällig einen Matrofen spielt, gelect, fultiviert, mit manifürten Fingern, er gibt die lässige Eleganz des modernen Europäers, dazu hin und wieder gestraffte Männlichkeit mit den schweren Falten bes Lebensernites um den Mund, perhaltene Energie gewittert auf der Stirn. Aber mas stedt im Grunde hinter dieser eindrucksvollen Bose, dieser beherrschten Haltung? Ist denn hier eine Stroft, bie beherrscht werden muß? Benn Tolnaes in Affett geraten foll, weiß er nichts mehr mit seiner Eriftenz anzufangen, dann zeigt es sich, daß hinter der bedeutenden Maste wenig stedt, bie Mundfalten nertiefen fich und die Stirn wird energifch zusammengezogen, aber has Geficht bleibt trotzdem ausbrudsarm. Tolnaes ist eben für ben Slubfeffel gefchaffen, er bleibt ein überzeugender Fradträger. Er Ein amüsamter, lustiger Abend ohne Politik! URAUFFÜHRUNG Montag, den 1. Februar upA loo I m Bondage& Berebuk CAPITOL 108010 Film find Geschäftliche Mitteilungen. T. Der Direktion bes Apoffo- Theaters ist es gelungen, die beliebten Frie Steibl- Sänger für ein Gastspiel im Monat Februar zu verpflichten. Fris Steidl hat es verstanden, eine Schar Rinftler von besten Namen und großem Rönnen um sich au fammeln. Den Schluß des Abends bildet die Ultiade ,, Erlebnisse eines Verstorbenen". Die Firma Goldfink" hat im Westen Berlins, Tauentienstr. 4, die 5. Filiale aum, Berkauf ihrer bekannten Goldfint- Sechskanthalter" eröffnet. Das altbekannte Kaufhaus Fr. Sahn am Alexanderplat, Landsberger Straße 60-63, welches feit über 100 Jahren besteht, bringt in der am Montaa. 1. Februar, beginnenden Weißen Boche" ganz vorzüglich erprobte Qualitäten au fabelhaft billigen Breifen zum Verkauf. Raine Delorationsblender, sondern wirkliche Qualitätswaren find dort aufgestapelt, und mit Bergnügen wird eine jede Sausfrau prüfen und kaufen. Damen-, Serren- und Kinderwäsche, Leib, Beit- und Tischwäsche, Leinen- und Baumwollwaren sowie Schürzen und Carbinen bereitgeſtellt. die Leistungsfähigkeit des Raufhauses Fr. Sahn am Alexanderplatz in gana besonderem Maße. Ein Befuch dieses bestrenommierten Hauses fomie die Beachtung des heute erscheinenden Inserates tann daher nur jedem, empfohlen werden. Morgen, Montag, am 1. Ferbuar, beginnt in bem allbekannten Teppich Spezialhans Emil Lefenze, feit 44 Jahren nur Berlin S, Oranienstr. 158, ber diesjährige Saventurverkauf. Die Firma hat in diesem Jahre infolge der aroken mirtschaftlichen Not ganz außergewöhnliche Breisherabfehungen fast aller Waren ihrer Läger vorgenommen; die Runden des Hauses Lefèvre werden über Auswahl und Breise geradezu überrascht sein. Während des Inventur nerlaufs ist Bormittagseintauf sehr raifam. Die Firma Emil Lefèvre hat in Berlin nur Dranienstr. 158 im alten Stammhaufe die einzige Verkaufsstelle. Der neue Ratalog der Firma wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. Die belannte Zeefirma Meßmer bringt auch dieses Jahr wieder farbige Stundenpläne, fechs Motive aus dem Nibelungenlieb 2. Tell, heraus, und Läßt in einigen Monaten fechs Motive aus dem Grimmschen Märchen Schneemeikchen und Rosenrot" folgen. Die hodinstlerischen Pläne find in den Riederlagen non M. 2. erhältlich. Beiße Bache bei Tick. Bünktlich mit Beginn des neuen Monats nimant auch die Beiße Bpche" in den drei Säufern der Firma Sermann Tick. Leipziger Strake, Alexanderplah und Frankfurter Allee, ihren Anfang. Es ist in biefem Rufammenhang nicht unintereffant feftauftellen, daß die Einführung bez Beiken, Bochen" in Deutschland einer Snitiative bar Firma Hermann Tiek su verdanten ist. Sie hat als erfte diese inzwischen aur allgemeiner Beliebtheit gewordene Verkaufsveranstaltung eingeführt. Auch diesmal ist die Ausschmildung der Säufer außen und innen eine Sehenswürdigkeit. Eine Fülle meißer Baren aller Art in reichhaltigster Auswahl gelangen au billigen Breifen zum Berkauf. Nicht blendend durch Dekoration Weiße Woche Durch Qualität und Billigkeit hervorragend lg Unsere Qualitäten sind erprobt, unfeee zeife außergewöhnlich billig. Damenwäsche Taghemd aus gutem archeftoff, reid 2.95 1.95 mit Spigen garaiert. Taghemd mit stierei, Clafah und Rufats. 3.75 2.25 Nachthemd mit Stiderel, Cinfas und Anfah.. 6.60 3.95 Nachthemd mit Slöppelfpige*** 7.95 5.95 Hemdhose mit Stickerel elufos und 4.95 3.95 Klöppelfpige Untertaillen mit Stickerei Einfass and infas...... 1.35 95pf. 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Nahezu 80 Jahre sind vergangen, seitdem Karl Marx der Arbeiterschaft den Weg zu ihrer Befreiung mit dem Mahnruf: Proletarier aller Länder vereinigt Euch" aufzeigte. Dieses Ziel ist heute für die Arbeiterschaft aktueller denn je. Die Verschärfung der Klassengegensätze, die wachsende Organisiertheit der Unternehmer, zwingt die Arbeiterschaft gleichfalls gebieterisch, ihre Reihen fester zu schließen. Unser Verlag gibt ab 1.Februar eine gewerkschaftliche Halbmonatsschrift heraus, die ohne bestimmte politische Bindung für die Vereinigung der z. Zt. noch immer getrennt marschierenden Arbeiterklasse, insbesondere der Gewerkschaften, eintreten wird. Aus diesem Grunde werden wir alles, was die Arbeiterschaft eint, was sie stark und kampffähig macht, in den Vordergrund stellen. Unsere Halbmonatsschrift wird sich ebenso wie die seit langem von den englischen Gewerkschaften herausgegebene Zeitschrift „ Die Einheit" nennen. An ihr werden die bekanntesten Amsterdamer Gewerkschafter, welche für die Einheit eintreten, mitarbeiten. Außerdem werden wir wahrheitsgetreue Schilderungen über die Lage der Arbeiter in anderen Ländern, insbesondere Sowjet- Rußlands, bringen. Jeder Arbeiter, vor allem aber jeder Funktionär der Arbeiterbewegung, sollte an dieser großen Aufgabe mithelfen und noch heute die Zeitschrift beim Verlag per Postkarte bestellen. Der Preis beträgt pro Vierteljahr nur 1,10 Mark. Der Verlag ist für Mitteilungen von Adressen, an welche die Zusendung von Probenummern rätlich erscheint, sehr dankbar. Kolporteure, die den Vertrieb übernehmen wollen, erhalten hohen Rabatt. Verlangen Sie Probenummer kostenlos. „ DIE EINHEIT" Verlagsges. m. b. H. V Berlin S. 14. Alexandrinenstr. 62 p. Postscheckkonto: Berlin 30 677. Telephon: Moritzplatz 148 59. 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Metallschleifer, Galvaniseure, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen! Die Wahltörper- Bersammlungen follen in der Zeit vom 2. bis zum 13. März abgehalten werden. Etwaige Neuammelbungen von Dele gegengenommen. Angaben über die bisherige Mitglied fchaftsbauer, Tätigkeit im Berband und der Arbeiterbewegung, gegenwärtige Funktion im Deutschen Metallarbeiter Berband ober als Betriebsrat, ferner ob verheiratet, Alter des Bewerbers, ob und inwieweit bisher bereits an Kursen teilgenommen und sonstige zwed dienliche Angaben. Weitere Bedingungen für die Kursus teilnehmer find in unserem Bureau, stexten werben nur bis 15. März entAchtung! Graveure, 3ijeleure! Dienstag, ben 2. Februar, abends immer, au erfragen. Montag, 1. Februar, nachmittags 5 Uhr im Reichenberger SolBesichtigung der Funkstation Rauen am Sämtliche Sollege, welche an der z uhr, im Cotal von Bomeleit, Reichenberger Straße 147: Joftyfte. 7: 14. Februar teilnehmen wollen und noch Lönnen fich diefelben am Montag, den 1. Fe Tagesordnung: 1. Die gegen bruar, abends zwischen 5 und 6 Uhr bel wärtige Situation in unserer Branche. Ewalb, Staliger Straße 126, abholen. 2 Distuffion& Berschiedenes. Breis pro Person 50 Bf. Abfahrt: Jeber Branchenangehörige muß erscheinen. Sonntag, ben 14 Februar, vorm. 9 Uhr 10 Min. Lehrter Bahnhof. Achtung! Branchenversammlung nicht im Beige von Teilnehmerkarten find Vollversammlung der Autoreparaturschlosser Die Tagesordnung wird in ber Bersammlung befanntgegeben. Wir ersuchen die Rollegen, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Achtung! Technische Lehrturse! Wagen- und Karofferiefabriten! Achtung! Montag, 1. Februar, nachm. 4%, he, Wirtschaftsschule des DMV. in Dürrenberg berania prattische und im Berbandshause, Linienste. 83/85: Für die am 1. März 1926 beginnenden theoretische Kurse über Grundlagen der werten( ftromerzeugende Industrie sowie bau. Ausführliche Mitteilungen find im Tagesordnung 1. Bericht über im Automobilbau) find von der Orts- Januar- Monatsbericht enthalten, welche im den Stand unserer Bewegung. 2. Distuffion verwaltung Berlin für den ersteren Rurfus Befig der Bertrauensmänner find. Die Verbandsblicher oder Streiffarten 3, für den zweiten Rurfus 9 Teilnehmer Bersönliche Auskunft und Teilnehmer find am Eingang des Saales vorzuzeigen. augelaffen. farten erhältlich im Simmer 4 des Ber Die Bertrauensleute tommen um 4 Uhr Kollegen, die biefe Rurfe befuchen wollen, bandshauses täglich bis 7 Uhr, Sonnabends im Sigungsfaal zufammen. haben felbstgeschriebene Bewerbungen bis bis 4 Uhr. Vollversammlung Rufe für Kollegen aus den Elektrizitäts. Startstromtechnik und ElektromaschinenIn der Morden ans Seidenvoile und Seidentüll orgenstunde Die Ortsverwaltung. Damen- Blusen Stuck 0.70| Damen- Schlüpfer gute Qualité • Taffet- Paillettend bastseidene Damen 2. Mädchen- Futterschlüpfer. 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