Abendausgabe Nr. 54 ♦ 43. Iahrgaug Ausgabe B Nr. 27 »eüusibedinmluzen und Anttlaeuvrtks« iwd in d« SRoracnausgaS« aas-s-ten RcOaltioc: Sw. 68, Cloöenfttab« 3 Jccnfpcecfjct; VSohosf 292— 291 tcl.-MörcncSojlalftemoftot Bnlla G» ) Devlinev VolKsblstt Dienstag 2. ßebruar 1 Betiao und Anzetgenadtetluu»: E«schSst«»eIt»— S Uhr SctlegrcOacRiäcIs-Setlagdh. Berlin STD. 68. Linden slrah« 3 Ferniprecher: vSnhnft 292— 292 Zcntralorgan der Sozialdcmohratifchcn Partei Deutfchlands Regierungsentwurf zur Fürstenabfindung. Kompromiß der Regierungsparteien. I Die Regierung legt dem Reichstag zur Fürstenabfindung den nachfolgenden Gesetzentwurf vor: 8 i- Für die vermögensrechtliche Auseinandersetzung Zwischen den deutschen Ländern und den Mitgliedern der vornials reaierenden Fürstenhäuser sowie der übrigen im Artikel 57 und 58 des Ein- führungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch genannten Familien wird ein Reichssondergericht bestellt(Reichssondergericht für die Vermögensauseinandersetzung zwischen den Ländern und den Fürstenhäusern). Das Reichssondergericht ist unter dem Vor- sitz des Reichsgerichtspräsidenten zu bilden. Der Titz ist in Leipzig. Es entscheidet in der Besetzung von neun Mit- gliedern. Den Vorsitz führt der Präsident des Reichsgerichts oder ein Eenatspräsidcnt beun Reichsgericht als Stellvertreter. Der Reichspräsident ernennt den Stellvertreter des Dorsitzenden: sechs weitere Mitglieder und die not- wendigen Stellvertreter müssen Mitglieder von Gerichten oder Ver- waltungsgerichten des Reiches oder der Länder sein: sie werden ebensalls vom Reichspräsidenten ernannt. Zwei weitere Mitglieder werden, je eines auf Bor- schlag des Landes und der anderen Partei, vom Präsidenten de- Reichsgerichts berufen. Soweit inner' haw einer den Parteien von ihm zu setzenden Frist ein Borslblag nicht gemacht wird, berust der Präsident des Reichsgerichts das Mit- glied nach freiem Ermessen. Di» ernannten Minister sind unabsetzbar. 8 2. Das Reichssondergericht ist ausschließlich z u st 2 n d i g: 1. Für alle Auseinandersetzungen, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes nicht bereits durch ein nach der Stoatsumwälzung von 1318 erlassenes Gesetz, ergangenes rechtskräftiges Urteil, gefällten Schieds. (pruch. Bertrag oder Vergleich endgültig erledigt sind. 2. Für Streitigkeiten über die Auslegung eines die Aus- »inondersetzung betreffenden Gesetzes. Urteils. Schiedsspruchs, Der- träges oder Vergleichs. 3. Für die Nichtigkeit-, und R e st it u t i o u s k l a g e n gegen ein die Auseinandersetzung betreffendes rechtskröstiges Urteil (§ 57R und folgende der Zivllprozeßordnung). sowie für die Klagen aus Aushebung eines die Auseinandersetzung betreffenden Schieds- spruchs<§ 1041 der Zivilprozeßordnung). 4. Für Streitigkeiten aus Aufwertung sonspruchen. 5. Für Streitigkeiten, die sich daraus ergeben, daß eine Partei die Nichtigkeit eines über die Auseinandersetzung geschlostenen Vertrages oder Vergleichs geltend macht. 6. Für Streitigkeiten, die sich daraus ergeben, daß eine Parte: mit Rücksicht aus eine wesentliche Veränderung der Ver- hällnisse die anderweitige Festsetzung der bei einer Auseinander- sctzung bestimmten wiederkehrenden Leistungen verlangt. 7 Für Streitigkeiten gemäß§8 6 und 7 dieses Gesetzes. § 3. Anträge auf Einleitung eines Verfahrens nach§ 2 Nr. 4 sind nur bis zum Ablauf von sechs Monaten seit dem In- krastrcten dieses Gesetzes zulässig. �. Anträge aus Einleitung eines Verfahrens noch§ 2 Nummer 5 sind nur b:s zum Ablauf von sechs Monaten seit dem Abschluß des Vertrages oder Vergleichs und, sofern sie einen vor dem Jnkrast- treten dieses Gesetzes geschlossenen Vertrag oder Vergleich betrefien, bis zum Ablauf von sechs Monaten seit dem Inkrafttreten dieses Ge- setzes zulässig. Hinsichtlich der Nichtigkeits- und Restitutionsklagen bewendet es bei der Vorschrift des 8 388 der Zivilprozeßordnung. Für Klagen auf Aushebung eines Schiedsspruchs(8 1041 der Zivilprozeßordnung) gilt diese Vorschrift mit der Maßgabe entsprechend, daß an die Stelle der Rechtskraft des Urteils die Zustellung des Schiedsspruchs und, wenn der Schiedsspruch vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes zu- gestellt war, der Zeitpunkt des Inkrafttretens rritt. 8 4. Das Reichssondergericht stellt, wenn es dies nicht für unerheblich hält oder wenn nicht beide Parteien darauf verzichten, auf Grund des Reichs-, Landes- und Gewohnheitsrechtes die Rechts- und Eigen- tumsverhältnisie fest und nimmt die Auseinandersetzung nach Billig- keit aus Grund der Richtlinien des 8 3 vor. �!5- 1. Bei der Zuteilung der Dermögensstücke ist zu berücksichtigen, ob die einzelnen Vermögensstücke von den Mitgliedern der Fürsten- Häuser seinerzeft auf Grund eines Privatrechtstitels oder. insbesondere in den Zeiten der absoluten Monarchie, aus Gnmd des Völker-, Staats- oder sonstigen öffent- l i ch e n Rechtes oder gegen Leistungen, die sie nur kraft ihrer Souveränität bewirken konnten, erworben sind. 2. Gegenstände, auf deren Besitz ein Land aus Gründen der Kultur oder Volksgesundheit Wert legen muß, Theater und zur ständigen össentlichen Besichtigung freigegebene Schlösser. Museen. Sammlungen. Parkanlagen und dergleichen, erhäst das Land auf seinen Antrag in der Regel zu Eigentum. Ob und inwieweit für solch« Gegenstand« oder Einrichtungen eine Entschädigung zu gewichren ist, richtet sich nach freiem Ermesien, insbesondere aber danach.») ob sie bereits vor der Staats. Umwälzung des Jahres 1918 der Oeffentlichkeit zugänglich oder nutz- bar gemacht waren: b) ob sie im ganzen oder teilweise veräußerlich sind oder nicht- c) ob ein Nutzungswert vorhanden oder wie hoch er ist: d) ob oder in welchem Umfange mit der Unterhaltung Losten verbunden sind 3. Bei der Zuteilung von Land- und Forst besitz an die vormals regierenden Häuser sind die Größe des Landes und» seine staatlichen Notwendigkeiten(Siedlungsmöglich- keilen, Städteerweiterungen, Schaffung von Erholungsstätten und dergleichen) ausschlaggebend in Betracht zu ziehen. 4. Vermögensstücke der einen Pattei sind auf die ander« zu übertragen, wenn die» zur Erreichung eine» billigen Ausgleich, oder einer billigen Enlscheidung erforderlich ist. 5 Bei der Bemessung der den Fürstenhäusern zuzusprechenden vcrmögenrstticke. Kapilalien oder Renten lst die wirtschaftliche und finanzielle Lage beider Parteien zu be- rücksichtigen. Hierbei soll einerseits durch Zuweisung aus der Masse der vorhandenen Vermögenswerte den vormals regierenden Häusern eine würdige Lebenshaltung gewährleistet wer- den, andererseits aber berücksichtigt werden, daß die a l l g e m e i n e wirtschaftliche Lage des deutschen Volkes infolge des Krieges und der Nachkriegszeit eine gegenüber den srllheren Verhältnissen sehr wesentlich herabgedrückte ist und daß die Ausgaben in Wegfall gekommen sind, die den vormals regierenden Fürsten- Häusern früher dadurch erwachsen sind, daß sie Träger der Staats- gcwalt waren. tz. Soweit an Dermögensstücken der vormaligen Fürstenhäuser Gebrauchs- oder Nutzungsrechte an Dritte oerliehen oder zugesichert worden sind, sind diese Rechte in geeigneter Weise sicherzustellen. 7. Bei der Aufwertung von Ansprüchen hat das Aus- w e r t u n g s g e s e tz mit der Maßgabe Anwendung zu sinden, daß für Ansprüche aus Kapitalabfindungen, die für die Ueberlassung von Gebäuden oder Grundstücken an ein Land den früher regierenden Fürstenhäusern zugestanden sind, die für die Auswertung von hypo- thekarisch gesicherten Kausgeldern maßgebenden gesetzlichen Bestim- mungen auch dann Platz greifen, wenn die Ansprüche auf Kapital- absindungen hypothekarisch nicht gesichert sind. 8 6. Wenn durch Spruch des Reichssondergericht» oder in einem vor dem Reichssondergericht abgeschlossenen Vergleich ein Land zur Zahlung von Kapital oder Renten verpflichtet wird, so ist die empfangsberechtigte Partei verpflichtet, diese Beträge und ihre Erträgnisse bis zum Ablauf de» Jahres 1350 nur für die privatwirtschastlichen Bedürfnisse des vormals regierenden Hauses oder zu wohltätigen oder zu kulturellen Zwecken zu verwenden. Die Berbrinqung eines ausgezahlten Betrages ins Aus- land ist nur mit Genehmigung des Landes zulässig. Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Derpslichwng kann das Land eine zu zahlende Rente oder ein zu zahlendes Kapital ganz oder teilweise einbehalten oder ein bereits gezahlles Kapilal ganz oder teilweise zurucksordcrn. Streitigkeiten hierüber entscheidet das Reichssondergericht. e?. Ist vor Inkrafttreten dieses Gesetzes ein« Auseinandersetzungs- fache in einem Lande bereits durch Urteil, Schiedsspruch, Vertrag oder Verg'eich endgültig erledigt worden, so können beide Vor- t e i e n binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten dieses Gesetzes durch überein st immenden Antrag die Sache vor das Reichssondergericht bringen, das dann unter Aufhebung des Urteils, Schiedsspruchs. Vertrages oder Vergleiches nach den Bestimmungen dieses Gesetzes zu verfahren hat. 8 S- Ein zwischen den Parteien bei Inkrafttreten dieses Gesetzes be- stehender Schiedsvertrag hindert die Anrufung des Reichssonder- geeichtes nicht. 8 S. Das Reichssondergericht hat zunächst einen gütlichen Ausgleich zu versuchen. Im übrigen bestimmt es sein Ver- fahren nach freiem Ennessen. Es kann Beweise erbeben und(ge- richte um Rechtshilfe ersuchen. Insoweit sind die für die ordentlichen Gerichte in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden. 8 10- Das Reichssondergericht setzt bei Abschluß des Verfahrens eine an die Reichskasse zu entrichtende angemessene Gebühr fest und bestimmt die Zahlungspflichten. 8 11. Die Entscheidungen des Reichssondergcrichts sind nach Maßgabe der Vorschriften vollstreckbar, die für die in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten ergangenen Urteile der ordentlichen Gerichte gelten Die Vollstreckungsklausel erteilt der Vorsitzende des Reichs- sondergerichts. 8 12. Rechtsstreitigkeiten, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes zwischen den im 8 1 Absatz 1 bezeichneten Parteien über Auseinandersetzungen oder einzelne damit zusammenhängende Ansprüche schweben, sind aus Antrag einer Partei auszusetzen. Gegen den über die Aussetzung ergehenden Beschluß findet die sosortige Beschwerde an das Reichs- sondergericht statt. Dies gilt für schiedsrichterliche Berfahren mit der Maßgabe entsprechend, daß über die Aussetzung das im 8 1045 der Zivil- Prozeßordnung bezeichnete Oerie' t entscheidet. Jede Partei kann das ausgesetzte Versahren dadurch aufnehmen. daß sie bei dem Reichssondergericht beantragt, das Verfahren als Auseinandersetzungssache fortzuführen oder mit einem dort bereits anhängigen Verfahren zu verbinden. In diesem Falle geht das Ver- fahren auf das Reichssondergericht über, wobei dieses an bisher ge- trofsene Feststellungen und gefällte Entscheidungen nicht gebunden ist. Das Reichssondergericht entscheidet auch über die in den bis- herigen Verfahren entstandenen Prozeßkosten. 8 13. Der Reichsminister der Justiz wird ermächtigt, bis zur Erledi- gung der bei dem Reichssondergericht bis Ende des Jahres 1327 anhängig werdenden Verfahren für Mitglieder des Reichsgerichts, die zu Mitgliedern des Reichssondergerichts ernannt worden sind, Hilfsrichter aus der Zahl der Mitglieder der Oberlandesgerichte und Landgerichte sowie der Amtsrichter zum Zwecke der Erledigung der Geschäfte der Zivilsenate und Strassenate einzuberufen. Die Ab- ordnung eines leden Hilfsrichters ist bis zu dem Zeitpunkt unwlder- ruflich, in welchem die Wahrnehmung seiner Tätigkeit nicht mehr erforderlich ist. Der Entwurf der Regierung ist ein sehr lahmes Kompromiß. Er wird weder der durch die ständig wachsenden Ansprüche der Fürstenhäuser geschaffenen Lage, noch der wirtschaftlichen Notlage Deutschlayds gerecht. Die Lage erfordert eine positive gesetzgeberische Lösimg � den Weg dazu hat das Volksbegehren gezeigt. Wir werden auf den Regierungsentwurf im einzelnen noch zurückkommen. deutscher Liberalismus. Eine Kundgebung der Liberalen Vereinigung. Im Herbst 1924 gründeten einige rechtsstehende Demo- traten, die bei der Kandidatenausstellung zu den Reichstags- wählen zu kurz gekommen waren, die Liberale Ver- e i n i g u n g. Als ihr Hauptschöpfer galt der frühere Reichs- justizminister Schiffer, der nach der Staatsumwälzung von den Nationalliberalen zu den Demokraten hinüberge- wechselt war, aber auch hier sehr rasch wieder Abschied ge- nommen hatte. Von der Demokratischen Partei und chrer Presse wurde die Neugründung mit großem Mißtrauen be- handelt. Gestern aber hat diese Liberale Vereinigung eine Kundgebung veranstaltet, die nicht nur ein verändertes Ver- halten der Demokraten zu ihr zeigt, sondern die auch sonst in mancherlei Beziehung bemerkenswert ist. Es waren anwesend von der Reichsregierung: Luther, Stresemann, Külz, Gcßler, Reinhold, Cur- t i u s und K r o h n e, von der preußischen Regierung: Höpter-Aschoff, Becker und Schreiber. Ferner u. a. General G r o e n e r, Oberbürgermeister B ö ß, der österreichische Gesandte Frank, die demokratischen Partei- führer Koch, Petersen, H e l l p a ch, ferner Staatssekretär Meißner. Hans Delbrück, Friedrich M e i n e t e, Adolf H a r n a ck. Ehrenvorsitzender war Prof. Kahl. Abg. Koch führte u. a. aus: Wenn schon in der Politik Gräben gezogen werten müssen, so sehe ich nicht ein, warum in den breite st en und tief st en Graben mitten hinein der Liberalismus ge- schoben werden muß. Dazu bekenne ich mich, daß die Unker- schiede innerhalb des Liberalismus keine Unterschiede der Welt- anschauungen sind, sondern solche, die hervorgehen aus den ver- schiedenartigen Tinstellungen zu den Ereignissen der letzten Tage und zu den Parteien. Man könnte und müsse sich heute finden, in der Ueberzeugung, daß weder im alten noch im neuen Staate alles gut noch alles schlecht war und ist, und daß nur aus dem Boden des neuen, eines liberalen Staates, der Wiederaufbau Deutschlands geschehen kann. Koch kam auch auf dos Verhältnis zwischen Volks- partei und Demokraten zu sprechen, und meinte, ge- trennt hätten sich beide auch durch ihre verschiedene Ein- stellung zu den Parteien rechts und links. Aber beide Teile seien von ihren Brautfahrten nach rechts und links enttäuscht heimgekehrt. Bei dieser Stelle von Kochs Rede klatsche und nickte, wie die„Vossische Zeitung" zu be- richten weiß, Stresemann demonstrativ. Stresemann kam dann selbst zu Worte und führte u. a. aus, in vielem sei er mit Koch einig: Die Idee der Einigung des Deutschen Reichs wäre nicht zu ver- wirklichen gewesen, wenn nicht im Parlament in der Pauls- kirch« in Frankfurt die starken liberalen Tendenzen des deutschen Bürgertums lange Zeit hindurch vorher vorbereitend talig gewesen wären. Jeder würde dankbar sein, wenn aus den Parla- menten der Interessenvertretung sich noch einmal ein deutsches Reichsparlament herausbilden könnte, das soviel von Vaterlands- liebe und Kulturgemeinschaft in sich trüge, wie das Frankfurter Parlament. Gegemiber der allgemeinen Schwäche, unter welcher die liberalen Schichten des deutschen Bürgertum? heute leiden, müssen wir die Politik so führen, daß ein Zusammengehen bei großen Fragen möglich ist. Nach einer Mittelstandsrede des Abg. Drewitz von der Wirtschaftspartei sprach Reichskanzler Dr. Luther. Er schilderte humoristisch seine Beziehungen zu den drei(?) liberalen Parteien. Er sprach dann von den drei großen Kräften — Soziallsmus, Liberalismus und Konservativismus— die zun: neuen Staate geführt haben, und wohl auch noch in einer weiteren Zukunft den Staat beherrschen werden: dann erwähnte der Reichs- kanzler, wie die Parteien der Mille, zu denen die liberalen Parteien gehören, in vaterländischer Pflichterfüllung in schwerer Stunde die Regierung übernommen hätten, und sagte dann:„Und dennoch weiß auch Ich ganz genau, daß das deutsche Volk nicht so geleitet werben kann, daß es auf ein kooservatio-liberal-soziolisti- s ch e s Gemisch eingestellt ist. sondern daß es daraus ankommt, im einzelnen eine bestimmte Grundauffassung. einen sozialen seelischen Standort, zu entwickeln. Zch glaube, so betonte der Reichskanzler, daß der Liberalismus in sich selbst die Eigen- schaslen enthält, andere verstehen zu können. Niemals wird die Menschheit aufhören, in den Weltanschauungen miteinander zu ringen. Gegenüber dem politischen Wesen der Gegenwart, das ja sehr stark in dem technischen Betriebe unseres Wahlverfohrens und Parlamentarismus wurzelt, können wir höhere werle auf jeden Fall erreichen, wenn wir an Stelle dieser mehr technischen Ein- stellung die großen wellanschauungssragen gelten lassen. Zeder muß den Seist, unter dem der heutige Zusammenschluß erfolgt, begrüßen. Den Reigen schloß Herr Fisch deck, der„mst Stolz feststellte, daß der Liberalismus in der Stund« der Gefahr zusammenstehe". Das Ganze spielte sich im Rahmen eines Banketts ab und war mit soviel Humor gewürzt, daß man nicht den Eindruck die T e n d« n z, einen solchen Zusammenschluß herbeizuführen, bemerkenswert. Es fällt dabei auf. daß die V o l k s p a r t e i. abgesehen von ihren beiden Ministern Stresemann und Eurtius, durch völlige Abwesenhelt glänzte. Und so entsteh' der Eindruck, daß die Demokratische Partei den Arm sehn- süchtig weit nach rechts ausstreckt, ohne in dem erhofften Maß Gegenliebe zu finden. Nimmt man dazu, daß sich aus der gegenwärtigen takti- schzn Situation im Reiche eine gewisse Annäherung zwischen Demokraten und Volkspartei von selbst versteht, so wird man die Verschmelzung der beiden Parteien zu einer e i n h e i t- lichen liberalen Partei wohl als noch in weiter Ferne stehend betrachten dürfen. Als Ergebnis bleibt, daß in der Demokratischen Partei in'olge der Enttäuschung über das Scheitern der Großen Koalition die Kräfte des alten B e r- liner Bezirksfreisinns wieder lebendig werden. Sie stellen ein« Spielart des alten deutschen Liberalismus dar, dessen Verwaschenheit sprichwörtlich geworden ist und den es kennzeichnet, daß sich selbst Strescmann mit ihm befreunden kann, ja sogar Luther! Strafanträge im Zememoröprozeß. Todesstrafe gegen vier Angeklagte. In dem unter Ausschluß der Ocffentllchkelt geführten Fememord- Prozeß ergriff am Vormittag Oberstaatsanwalt Seeth« das Wort zur A n k l a g e r e d e. Er beantragte gegen die Angeklagten folgend« Strafen: Die Angcklaglea Schürmann, Stein und tlschenkampss find wegen Mordes zum Tod« zu verurteilen, dergleichen der Angeklagte Leutnant Venn w�gen Anstislung zum Morde. Die wegen Anstiftung zum Morde unter Anklage stehen- den Angeklagten Hauptmann a. D. Gutknechl und Oberleutnant von Senden find mangels Beweise» sreiznsprechen. Der AngeNagte Schmidt ist wegen Beihilfe zu sechs Jahren Zuchthaus, die Angeklagten Elster und S n e l h l a g e wegen Begünstigung zu sechs Monaten Gesäogni» zu verurteilen. Der Angeklagte Medec ist freizusprechen und der Angeklagte Stecket- berg wegen Unterlassung der Anzeige von einem bevorstehenden verbrechen zu drei Jahren Gefängnis zu verurtellen. Gutkuecht wieder verhaftet. Im Fememordprozeß Panier wurde heute morgen die Verhandlung ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fort- gesetzt. Der Beginn der Sitzung oerzögerte sich geraume Zeit, da das Gericht sich noch mit einigen Anträgen, die von der Verteidigung eingelaufen waren, beschäftigen mußte. Auch heute hatten sich wieder zahlreiche Zuschauer gefunden, die geduldig vor der g« s ch l o s s e- n e n Tür stundenlang ausharrten, da das Gerücht verbreitet war, daß der Oberstaatsanwalt noch einmal den Antrag auf Wieder» Herstellung der Oefsent'lchkeit stellen werde. Gegen ll) Uhr wurden dann die ersten Zeugen vernommen. Da zu der Tat selber Zeugen nicht vorhanden sind, hat die Verteidigung eine Anzahl Leumundzeugen laden lassen, die über den Charakter der am schwersten belasteten Angeschuldigten Aussagen machen sollen. Unter den Zeugen befand sich übrigens auch ein Reichswehroffizier, der jedoch vermutlich als Sachverstän- biger Bekundungen machen soll. Der gestern freigelassene Haupt- mann G u t t n e ch t ist übrigens heute wieder in Haft ge- nommen worden, da gegen ihn ein neues Verfahren schwebt. Die Freilassnng der Kommandeure. Was vorauszusehen war, ist eingetreten: die Oeffentlichkeit bat einstweilen keine Möglichkeit, die Verhandlungen im Fememordprozeßzu kontrollieren. Der erste Akt, den das Gericht vollzieht, ist aber die Haftentlassung der zwei Offiziere, die als Kommondoführer bei der� Mordorganisation in erster Linie mitverantwortlich sein sollen für die Zustände, die in ihrer„schwarzen" Truppe vorherrschten. Diese Haftentlassung bedeutet schon eine Vorweg- nähme des Urteils. Sie will besagen, daß das Gericht die Freigelassenen Senden und Gutknecht nicht mit einer Strafe bedenken will, die die weitere Untersuchungshaft recht- fertig«. Auf Gnmd welchen Tatbestands ist das Gericht zu dieser Auffassung gekommen? Der deutsche Staatsbürger weiß nichts davon, er kann nur vermuten und je nach seinem Vertrauen zur deutschen Justiz zustimmen oder ablehnen! Jreie sozialistische Hochschule. In immer stärkerem Maße zeigt sich in allen Kreisen der ar- bellenden Bevölkerung der Drang nach Klärung und Vertiefung ihres theoretischen Wisiens. Der Rückschlag, der auf diesem Ge- biete in der Inflationsperiode zu verzeichnen war, scheint über- wunden zu sein. Alle BUdungsmöglichkeiten, die der arbeitenden Masse zur Verfügung stehen, werden in verstärktem Maße von ihr benutzt. Leider entspricht das, was auf diesem Gebiete den arbeiten- den Schichten von verschiedener Seite geboten wird, nicht immer und nicht überall den Anforderungen, die von den bildungshungrigen Elementen des Volkes an Staat, Gemeinde und private Bildungs- Institutionen gerichtet werden können. Reben den hier gekennzeichneten Tatsachen macht sich eine Reche anderer bemerkbar, die für die geistige Struktur der Gegenwart charakteristisch sind. In weiten Kreisen des sogenannten„neuen Mittelstandes", der Angehörigen der freien Berufe, der Techniker, Angestellten, Beamten, der studierenden Jugend usw. wächst In zu- nehmendem Maße das Interesse für soziale Fragen, nimmt der Drang nach Klärung der gesellschaitlichen Probleme zu, die bisher von den Angehörigen dieser Schichten nicht in genügendem Maße beachtet worden sind. Die zunehmende Proletarisiening diese» „neuen Mittelstandes" treibt seine Angehörigen, ob sie sich dessen bewußt sind oder nicht, ob sie es wollen oder nicht, zu der um ihre Befreiung kämpfenden Arbeiterklasse. Der Weg zu ihr führt aber nicht nur über die wirtschaftlichen und beruflichen Organisationen, die sich mehr und mehr mit den proletarischen Gewerkschaften zusammenfinden, sondern auch über jene Bildungsinstitutionen, in denen allen wisiensdurstigen Elementen des Volke» ein tiefere« Ein- dringen in die gesellschaftlichen Probleme ermöglicht wird. Es kann der Sozialdemokratischen Partei, al» der geistigen Füh- rcrin der Arbeiterklasse, natürlich nicht gleichgültig sein, wie der Drang nach tieferem Wissen, nach Klärung der sozialen Probleme. sowohl bei den Angehörigen des Proletariat», wie bei den zu ihm hinströmenden Angehörigen des„neuen Mittelstandes" befriedigt wird. Nicht etwa deshalb, um diesen Wissensdrang im engen Partei. politischen Interesse auszunutzen, sondern im Gegenteil, urn� der Verfälschung der objektiven Tatsachen durch eine angeblich„über- parteiliche" Wissenschaft entgegenzuwirken und Klarheit zu schaffen über die Ziele und Wege des Sozialismus, dessen Interessen legten Ende» mit den richtig verstandenen Interessen der ungeheuren M che der Bevölkerung, der überwiegenden Mehrheit de» ganzen Volke» zusammenfallen. In Berücksichtigung aller dieser Tatsachen hat der Reichs- ausjchuß für sozialistische Btldungsarbeit, als Ergänzung des bereits bestehenden Systems der zahlreichen prole- tanschen Bildungsorganisationen im ganzen Reiche, die Schaffung einer Freien sozialistischen Hochschule in Angriff ge- nommen. Für den Ansang stellt sich dies« neue Bildungsinstitution nur die bescheidene Ausgabe, durch Veranstaltung regelmäßiger Vor- träge bekannter sozialistischer Wissenschaftler wichtige Probleme der Gegenwart vor einer breiteren Oeffentlichkeit vom sozialisiischen Standpunkt beleuchten zu lassen. Der erste Vortrag dieser Art soll am IS. Februar. X« Uhr, im Sitzungssaal des ehe- Wo aber ist außerhalb der Hakenkreuz-Gesellschaft der Mann, der zur deutschen Rechtsprechung noch bedingungsloses Ver- trauen hätteä Die HaftenUasiung läßt bereits Schlüsse zu auf die Ge- samthaltung des Gerichts zu den Angeklagten. Es wird Aufgabe der Parlamente und ihrer Unter- suchungsausschüsse sein, die Arbeit der Gerichte nachzuprüfen! Abhilfe gegen Wirtsthastsnot. Anträge im sächsischen Landtag. Dresden. 2. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Auf Grund der Beschlüsse des sächsischen Landesparteitags sollen im sächsischen Landtag folgende Anträge gestellt werden: 1. Zur Beschaffung von Mitteln für Notstandsarbeiten und zur Unterstützung für die durch_dic Wirtschaftskrise in tztot Geratenen werden die jetzt gellenden Sätze der G rund» und Gewerbesteuer bis zur Neuregelung der Steuergejetze u m 3 0 P r o z. e r h ö h t. Die Erträge dieser Steuersätze fließen der Staatskasse zu. Bon der Erhöhung werden Gewerbetreibende und Grundbesitzer ausgenommen, die nachweisen, daß sie im Steuerjahr 1S2ö weniger als 3300 M. Einkommen hatten. 2. Zur sofortigen Inangriffnahme des Wohnungsbaues sind zunächst 3 0 Millionen verfügbar zu machen für die Ge- meinden und Körperschaften, die den Wohnungsbau auf gemein- nützigcr Grundlage betreiben. Die Verteilung und Kantrolle über die Verwendung d«r Mittel erfolgt durch das Landeswohnungsamt. 3. Die Regierung wird ersucht, dahin zu wirken, daß in den sächsischen Werken, staatlichen Betrieben und Behördenstellen der Achtstundentag als Normalarbcitstag wieder eingeführt wird, und bei der Reichsregierung unverzüglich und energisch dahin vor- stellig zu werden, daß durch Reichsgesetz der Achtstundentag als Normalarbeitstag festgelegt und das Washingtoner Abkommen ratifiziert wird. 4 Zur Linderung der Not der Erwerbslosen sind den Gemeinden 10 Mill. Mark für Notstandsarbeiten zur Verfügung zu stellen. Die Verteilung der Mittel an die Gemeinden erfolgt nach der Erwerbslosenzahl vom 15. Januar. Zur Unter- stiitzung der durch die allgemeine Wirtschaftskrise in Not Geratenen ist gleichfalls die Summe von 10 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen._ Der(dchfenkopf. Peinliches Mistgeschick eines nationalen Witzblatts. Fürchterliche Verheerung hat die Frage der Fürstenabfindung in der Redaktion des ganz nationalistisch eingestellten„Kladdero- datsch" angerichtet. Niemand weiß dort mehr ein und aus. alles malt und dichtet gegeneinander. Die soeben erschienene Nummer 5 wird von dem nationalen Barden Paul Warncke eröffnet, der mit möchtigen Tönen seiner Drehorgel zwölf Strophen lang gegen alle Enteignungsabsichten zu Felde zieht: „Gesetz und Recht, das sind zwei gute Sachen, Es ruht der Staat aus diesem festen Grund; Doch nur solange sie uns Freude machen: Im andern Falle sind sie ungesund. Und wir befinden uns in diesem Falle. Denn was verkündet das gemeine Recht? Das hundsgemeine!„Gleiches Recht für alle!" Verflucht noch mal! Die Sache paßt uns schlecht!" In dieser Tonart geht es endlos. Am Schlüsse verkündet Paul Warncke seine besonder« Befriedigung darüber, daß hier„links" nicht der Gegensag zu.rechts", sondern zu„Recht" werde. Zerknirscht schlägt man um und findet ein Doppelbild. Auf der einen Halst« steht man Herzog Karl Michael von Mecklenburg. Strelig als russischen Offizier deutsche Soldaten töten, aus der anderen Hälfte zieht der gleiche Karl Michael dem dummen Deutschen fünf Millionen aus der Tasche, der sich das mit erhobenen Händen gefallen läßt. Um die Sache recht zu charakterisieren, ist der dumme Deutsche mit einem O ch s e n k o p f dargestellt. Unter dem Bilde steht: „Herzog Karl Michael von Mecklenburg- Strelitz legte 1014 seine deutsche Staatsangehörigkeit nieder, ging nach Rußland und kämpfte als russischer Artillcriegeneral gegen Deutsckland. Trotz» dem war die mecklenburg-strelitzsitze Regierung nach dem sor- malen Recht gezwungen, ihm letzt eine Abfindungssumme von fünf Millionen Mark zu zahlen." maligen Herrenhauses(Leipziger Straße 3) stattfinden, wo Prof. Dr. S i n z he-i m e r- Frankfurt a.� M. über„Die K u l t u r i d e« des Sozialismus" sprechen wird. Weitere Borträge, für die bereits eine Reihe bekannter sozialistischer Gelehrter gewonnen sind, sollen in kurzen Abständen dem ersten Vortrage folgen. Dies ist der erste bescheidene Anfang, dem im Rahmen�der neuen Bildungs- institution weitere Veranstaltungen(Kurse, Seminare usw.) folgen sollen. Von dieser neu geschossenen Tribüne aus soll da» Wort der sozialistischen Forscher und Theoretiker tn eine breitere Oeffentlichkeit hinausgetragen werden, soll allen jenen, di« nach Vertiefung ihres Wissens streben, unbeschadet ihrer parteipolitischen Einstellung die Möglichkeit gegeben werden, in di« Gedankenwelt des Sozialismus einzudringen. Es liegt an ihnen, von dieser Möglichkeit den weitest- gehenden Gebrauch zu machen. Vereinigung der deutschen gemewoülzlgcn Landes- und Ivander- kühnen. Auf der zweiten Mitgliederversammlung der Vereinigung der deutschen gemeinnützigen Landes- und Wanderbühnen, die dieser Tag« in Berlin stattfand, wurde eine gemeinsame Beteiligung an der Magdeburger Thcaterausstellung beschlossen. Eine weitere Eni- schlicßung stellt die Minimolforderungen für die Arbeit der tünst- lerifchen Wanderbühnen auf und soll das Verstnädnls für die Tätig- keit der Wandertheater und die Bedeutung ihrer Arbeit auch weiten Kreisen zum Bewußtsein bringen. Das kulturelle Wandertheater muß tn den Stand gesetzt werden, hochwertige Schauspieler zu den üblichen Gagen zu verpflichten und durch Abschluß von ganzjährigen Verträgen ein geschlossenes und organisch sich entwickelndes Ensemble zu bilden. Eine Altersversorgung der Schauspieler muß gesichert werden. Dekorationen, die die Dichtung einwandfrei verdeutlichen. sollten in eigener Werkstatt hergestellt werden. Da« kulturelle Wandertheater darf nur künstlerilch wertvolle Werke zur Darstellung bringen. Die volksbildnerische Borbcreitungsarbeit muß durch eine erzieherische Theaterzeitschrift geleistet werden. Auch den kleineren Städten liegt die Verpflichtung ob, für die Wandertheater die not- wendigen wirtschaftlichen und.kulturellen Voraussetzungen zu schassen. Soweit diese Unterstützung nicht ausreicht, ist es� die Pflicht des Reichs und der Länder, durch Bereitstellung der nötigen Mittel die Theaterpslege für den großen Teil der Volksgenossen in den theater- losen Städten und aus dem flachen Lande zu sichern. Der Der- band der deutschen L o l k» b ü h n« n o e r e l ne und der Bühnenvolksbund wurden als außerordentlich« Mitglieder in die Vereinigung aufgenommen. Warnung vor dem Oueryferum. In einer Kleinen Anfrage einiger Zentrumsabgeordneter des Preußischen Landtags wurde dar- auf hingewiesen, daß sich die Kurpfuscher de» für die Einsudr ge- sperrten Queryserums bemächtigt hätten, und daß die Gefahr einer Schädigung der deutschen Volksgesundheit durch eine gewissen- lose Reklame für dieses Mittel bestehe. Da» Staatsministerium wurde nach der Stellung der deutschen medizinischen Wissenschaft zur Ein- fuhr de» Queryserums gefragt, ferner, ob Aussicht vorhanden sei, daß das Einfuhrverbot bestehen bleibe.— In seiner Antwort zieht der Preußische Minister sür Lolkswohssahrt einige Gutachten aus den vorjährigen Verhandlungen der deutschen Gesellsäiaft zur Be- kämpfung der Geschlechtskrankheit heran, aus denen der Amtlich« Preußische Pressedienst folgende» mitteilt: Pros, von Zumbusch » Entgeistert schlagen wir wieder um und finden auf der nächsten Seite die Warnckesche Pointe noch einmal In Prosa übersetzt: „Fürstenabfindung. Der Feind steht bekanntlich rechts. Darum möchten die„Genossen" ja auch alle Grundsätze des Rechts meiden." Aber der heilige Zorn dieser Ungerechtigkeit verdampft vor dem Schlußblld. Denn hier wälzen sich zwei splitternackte Fürsten- Mätressen auf welchem Psühl und erwarten als moderne Danaen einen Goldregen au» den Taschen der deutschen Steuerzahler. Um sich die» alle» zusammenzureimen, muß wohl auch der Leser sich einen Ochsenkopf stehen lassen! Lebenswandel der �ohenzollern. Kritisiert vom„Loknlnnzcigcr". Der„Berliner Lokalanzeiger" hat seinen Job Zimmer- mann nach Rumänien geschickt. Der muß dort tränenden Auges feststellen: Einer aufgeklärten und unbestechlichen Betrachtungsweise ge- ziemt es auch, offen auszusprechen, daß sich dieser deutsch. blutige Für st und diese nach Ihren Worten britischblütlge Fürstin in den Maschen des Bratianuschen Goldnetzes von jeher balkanischer als der Balkan benommen haben, daß sie das Carolsche Erbe an Ansehen übel verschleuderten, daß st« ohne Rückficht auf die wahren Folgen ihrer Handlungsweise einen Lebenswandel führten, der dem Kredit des monarchischen Gedankens notwendig die schwer- sten Stöße verabreichen mußte! Auf dem rumänischen Königschron sitzt ein Hohen- jj o l l e r. Dachte Job an Familienähnlichkeit? Oder hört seine Betrachtungsweise auf,„unbestechlich und aufgeklärt" zu sein, wenn er wieder deutschen Boden betritt? Amtsantritt üesReichsinnenminitters Külz. Dienst an der Nepublit Pflicht jedes Beamten. Innenminister Dr. Külz hielt nach einer Meldung des Demo. kratischen Zeitungsdienstes bei der Amtsübernahme folgende An- spräche an die Beamten seines Ressorts: Ich komme zu Ihnen als politischer und parlamentarischer Minister, aber ich hasse, daß die Zeit nicht fern sein wird, zu der Sie in inir auch den Fachminister erkennen werden. Ich bin mir vollkommen darüber klar, wie stark gerade in unserer ministeriell wechseloollen Zeit der Minister auf verständnisoolle, von gegenseitigem Vertrauen getragene Mitarbeit seiner Beamten angewiesen ist. Betrachten Sie mich als ihren ersten Mitarbeiter und Ihren Vertrauensmann, der jede ehrlich« Mitarbeit achten wird, gleich- viel, ob sie vom Staatssekretär oder der jüngsten Schreibkraft geleistet wird. Das Reichsministerium des Innern ist die Zentralstelle alle» innerpolitischen und kulturellen Geschehens, soweit die Zuständig- keit des Reiches hierzu gegeben ist. Hierin liegt die ungeheure staatspolitische Bedeutung diese» Amte». Es ist klär, daß der Beamtenkörper eines solchen Amte» von der richtigen Staatsgesinnung erfüllt sein muß. Staatsgesinnung ist nicht notwendig identisch mit Partei- geslnnung. Die durch die verfassunr, sankkionierle republikanische Sfaefsorönunq gibt unserer ffaafscolitifchen Einstellung Inhalt und Ziel. Dem Staat, das heißt der deutschen Republik zu dienca, ist selbsivcrsläirdlicbe Dflichl jedes Beamten der Republlk, insbesondere derer, die da» Glück und die hohe Verantwortlichkeit haben, in einer Lebenszentrale dieses republikanischen Staates ihr« Kräfte für da» Wohl des deutschen Voltes einzusetzen. Das sind lapidare Not» wendigkeiten, an denen ich festhalten werde, so sehr mir jede partes- politische Einseitigkeit und Unduldsamkeit fernliegt. u»d ich hoffe, daß alle Beamten, die das Bedürfnis haben, sich politisch zu be» tätigen, dabei nicht nur die Grenzen erkennen werden, die dienst- sicher und persönlicher Takt ziehen, sondern vor allem auch die Grenzen einhalten, die die Rücksicht auf das Staatswohl gebietet. Fememörder und Arbellgeberverbände. Der vom preußischen Landtag eingesetzte parlamentarische Au«sch uß zur Unter- suchung der Beziehungen der Arbeitgeberverbände und der deutschnationalen Londtag-abgeordneten zu den Fememördern wird am Freitag seine Arbeiten aufnehmen. Als Vorsitzender des Ausschusse» dürste voraussichtlich der Zentrumsabgeordnete G o e b e l ■■■■■■■■■■■■■■■■■————i 1— (München) erklärte, das Queryscrum sei ein Serum von Affen und Pferden, die mit einem angeblichen Syphiliserreger, der aber nicht die spirocdÄete palliäa ist, infiziert werden. Auf Grund der ab- lehnenden Antworten mehrerer Sachverständiger hat der Reichs- kommissar für Einsuhr die Einführung des Queryserums gesperrt. Das Präparat ist unaeheuer teuer. Wie Geh.-Rat Iadassohn mitteilt«, oerlucht die Querygesellschaft seit dem Einfuhrverbot«inen Druck auszuüben, indem sie die merkwürdigsten Aerztezeugnisse her- ausbringt und Patienten bzw. deren Angehörige oeranlaßt, dringende Gesuche um Freigabe an das Reichsgesundheitsamt zu schicken. Der Präsident dieses Amte« beabsichtigt, eine wissenschastsiche Prüfung durch Tieroersuche vorzunehmen. Nach der in Deutschland gellenden Bestimmung, daß Tierscrum, das beim Menschen angewandt werden soll, einer staatlichen Prüfung zu unterziehen ist, müssen sür dieses Serum dieselben strengen Bestimmungen, die sür ander« Sera be- stehen, gellen. Das Mittel ist durch das Reichsgesundheitsamt und das Kolle-Jnstitut zu untersuchen, aber nicht für Menschen zuzu- lassen, solange es nicht völlig sicher geprüft ist. Prof. F l e s ch (Frankfurt) stellte einen Antrag oui Prüfung an Tieren, um den Kurpfuschern, die sich bereits des Serums bemächtigt haben, ihr Handwerk zu legen. kulturelle Verbindung zwischen Sowjetrußland und d-m Aus- land. Der Sekretär der Russischen Zlkademie, Prof. Oldenburo, äußerte sich in einem Presseinterview über den Austausch und die Verbindungen zwiscbcn der russischen Gelehrtenwelt und dem Aus- land. Nach seinen Angaben ist dieses geistige Band am besten mit D eu t s ch l o n d geknüpft. Von russischer Seite soll jetzt der Bersuch gemacht werden, eine ähnliche Verbindung auch mit den wissen- schaftlichen Kreisen Frankreichs herzustellen. In Leningrad wird In nächster Zeit der französische Gelehrte Prof. Mason eintreffen, mit dem über diese Fragen verhandelt werden wird. Zu dem in Tokio bevorstehenden Dritten Wissenschaftlichen Kongreß zur Er- sorschung des Stillen Ozeans bereitet die Russische Akademie ein Werk vor, in welchem über alle russischen Arbeiten genau berichtet werden wird, die die Erforschung de» Stillen Ozeans betreffen. Bekanntlich hoben gerade russische Gelehrte sich auf diesem Gebiet sehr viel betätigt._ Zu den vorirSgen der freien lotzolistisckeo tzochschule sind Karten uurn greife von SO Pf. zu baden im Bureau de« BessrlibiidungSau« chuge«, ttindenslrahe S, 2. Hos II, Zimmer S— Buckihandluna I. H W. Tled. Lindenstrah« 2— Verband der gravbilchen Hilszarbelter. Alte Jakob- ftraße b—• Zigarrengeschätz Horich. anaelu'er 24<25. MewerkschasiShau«— Tabakvertrieb. Jnselstrahe 6, sowie in allen VoiwZris- Speditionen. Romain-Rollaad-Feier der vosksbiihne C. D Die Romain-Rolland- slelcr der Voltdbllhne?.?. am Freitag, den S.Februar, bei der Dr. Otio G r a u t o s s über den Dichter Ipilcht und Fränze Rolois an« seinen Werten vorlesen wird, sindel im Rillersaal der Oder am König«- Platz stall und beginnt um 8 Uhr. Einlajztaricn 0,60 M. am Taalctngang. Ivary Dlgmov bringt mit ibrer Tanzgiuppe am Diendiag. den IS. Febr., abend« 8 Ubr, im Theater de« Westen« drei neue Tanzsuiten zur Uraussllbrung. Der Berliner Zllbmanrchar.Reu rnvachi- iM. d. A. S. itzi veranstaltet am Sonnlaa, nachm.'lA Ubr. im Konz-ntlaal der Hochschule für Muilt ein Konzert(Volkslieder in ichüchlcnl und lunilvollen Muiitaliiche Seilung: Sieasiied Günther. Mitwirkend«: Berliner Nuiic- Volal-Terzell. Eintritt 1 Mt. Die Verschiebung der Vorkonferenz. Euttäuschung in England. London. 2. Februar.(EP.) Die Borschiebung der vor- bereitenden Abrilstungskonferenz hat, laut„Daily Telegraph"', In England große Enttäuschung hervorgerusen. Man befürchtet, daß diese Verschiebung Amerika äußerst unangenehm berühren und die amerikanische öffentliche Meinung von einem Zusammen- arbeiten mit Europa zurückschrecken werde. Die Gründe für die Vertagung liegen tiefer als die vom Bölkeround angegebenen. Frankreich befürchte, daß die folgenden Fragen zu Gegensätzen zwischen Frankreich einerseits und England und Amerika andererseits führen können: 1. Abtrennung der Ab- rüstung, zur See von der zu Lande. 2. Wiederausrollen des Sicherheitsproblem», sobald der Artikel 16 des Völkerbund- paktes zur Sprach« komme. 3. Einsetzung von industriellen Faktoren für die cheereeftärk« eines Lande». Man rechnet nun- mehr mit einer Verschiebung bis zum 1. Mai. Zustimmung in Frankreich. Paris, 2. Februar.(TU.) Alle Blätter äußern sich zu- st I m m e n d zu der Vertagung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz, der inan besonders wegen der chaltung Amerikas mit ge- wisser Belkommenheit entgegengesehen hat. Es wird behaup- tet, daß in erster Linie der schleppende Gang der russisch- schweizerischen Verhandlungen für die Vertagung maßgebend gewesen sei. M i t b e st i m m e n d sei der Umstand ge- wescn, daß Deutschland sich noch immer nicht zur Einreichung eines Gesuches um Aufnahme in den Völkerbund entschlossen hat. Der „T e m p s" ist der Ansicht, daß das Zusammentreten der vorbe- reitenden Abrüstungskonferenz vor Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund durch die Haltung der deutschen Delegierten hätte sabotiert werden können. Es wurde angenommen, sagt das Blatt, daß Deutschland die allgemeine Entwaffnung im Ausmaß seiner eigenen Abrüstung beantragt haben würde. Die Lage ändere sich beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund insofern, als Deutschland dann auch auf Grund der Bestimmung de» Artikels 16 an einem allgemeinen militärischen Statut Europas stärker interessiert sein würde. Die überflüj)ige Sefetzung. Sie ist wider den(Seist von Locarno. London. 2. Februar.(WIV.) Der.Manchester Guardian" weist im Hinblick auf die Räumung Kölns in einem Leitartikel darauf hin, daß die Fortdauer der Besetzung deutschen Gebiete» nicht nur unzeitgemäß, sondern auch überflüssig und g e f ä h r. l i ch ist. Für praktische Zwecke, so schreibt da» Blatt, ist die Bei» bchaltung der Besetzung überflüssig, wenn der Locarnovertrag ernst genommen werden soll. Locarno, so ist versichert worden, be- deutet ein ne u e s Verhältnis de» Vertrauens und des freundschaftlichen Verkehr» zwischen den großen Nationen de» Westens. Wie kann das möglich sein, so fragt da» liberale Blatt, wenn drei von diesen Nationen groß« Truppenmassen auf dem Gebiete einer vierten stehen haben? Als Realisten müssen wir wissen, daß Frankreich ihrer Zurückziehung nicht zustimmen würde. Ader besteht irgendein Grund, di« Ueberzeugung zu ver- leugnen, daß sie zurückgezogen werden sollten, und daß ihre Zurückziehung, die uns nichts kostet, sicher mehr tun würde, den Geist des Friedens zu verstärken, als der Locarnovertrag oder Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Dtternöe tzäufer. Durch die Häuser der großen Stadt geht immer ein leises Beben. Tagsüber merkt man es nicht, da wird es von zu vielen anderen und gröberen Geräuschen und Erschütterungen überdröhnt und verschlungen. Da spürt man das Zittern der Mauern nur, wenn schweres Gefährt oder die sausende Elle des Hochbahnzuges vorüberrollt. Dann horchen wir wohl einen Augenblick erstaunt, wie Fenster klirren oder Gläser gegeneinander schlagen.— Aber de» Abends, wenn wir vor dem Einschlafen daliegen in der Still« i'nd auch den leiseren Regungen lauschen, dann können wir es spüren, dieses unaufhörliche, ewige erregte und erregende Pulsen und Schwingen. Ganz leise schwankt die Lampe, ganz sein begleiten die Gläser auf dem Schrank ihr schaukelnde» Schweben. Und wir empfinden, wie die ewige Unruhe aufsteigt aus dem Boden, der uns und unsere Häuser trägt, wie sich da» Schwanken fortsetzt von Wand zu Wand, von Stockwerk zu Stockwerk empor. Wie sest und un- erschüttert stehen die Häuser aus dem Lande auf der ruhigen, sicheren Erde! Der Grund aber, über dem sich bei uns Stockwerk auf Stock- wert wölbt, ist ausgehöhlt, ist durchzogen mit tausend stählernen Adern und Nerven." Und ewig pulst in ihnen ein geheimnisvolles Leben, und von ihren Mittelpunkten aus lasten sie Ihre Ruhelosigkeit und Spannung nach überall hin verschwingen und verzittern.... LlebestragöSie in üer Samberger Straße. Doppelselbslmord eines Liebespaares. Eine Liebestragödie spielte sich in der vergangenen Nacht in der Wohnung eines Beamten in der Bamberger Straße in Schone- borg ab. Eine Nichte dieses Mannes, eine 17 Jahre alte Gertrud M. aus Zeitz, unterhielt ein Verhältnis mit einem 21 Jahre allen Elektrotechniker Erich T. aus Gera. Dieser, ein etwas lelchtsinn-ger junger Mann, überredete vor einigen Tagen das Mädchen, mit ihm nach Berlin zu fahren. Nachdem dem Pärchen hier das Geld aus- gcgangen war, wollte es gestern nachmittag«inen Onkel de» Mädchens In der Bahnstroße besuchen, traf aber niemanden zu Hause. Abends erschien es dann bei dem anderen Onkel in der Bambergcr Straße, stellte sich als Brautpaar vor und wurde auch ireundllch aufgenommen und bewirtet. Kurz nachdem es erklärt hatte, aufbrechen jtzi müssen, ging der Onkel aus einen Augenblick zu seiner Frau in die Küche. Da sielen plötzlich im Zinnncr mehrere Schüsse. Erschrocken eill« der Mann wieder nach vorn und fand jetzt die Nichte aus einem Stuhl zusammengebrochen sitzen und den jungen Mann auf dem Fußboden liegen. T. war b e- r e i t s tot, das Mädchen gab noch schwache Lebenszeichen von sich, starb ober auch gleich darauf. Ein« Pistole, mit der T. das Mädchen und sich selbst erschossen hatte, lag unter dem Sola. Aus Briefen, die der jung« Mann sowohl wie das Mädcken an die Eltern gerichtet hatten, geht hervor, daß sie in gegenseitigem Ein- Verständnis in den Tod gegangen sind. Notstandsarbeikcn in der Jungfernheide. Der von der Stadt geplante Ankauf eines etwa 160 Hektar großen Teile» der Jungfernheide, auf dem eine Spiel-, Sport» und Volksparkanlage geschaffen werden soll, ist durch den Fiskalismu, zweier preußischer Ministerien, des Finanzministeriums und des Landwirtlchaftsmintsterum», ver- zögert worden. Schon im Februar 1S2S hatte die Stadtverord- netenversammlung sich mit dem Ankauf einverstanden erklärt, aber das Finanzministerium versagte die Zustimmung, und das Land- wirtscl'aitsministerium stellte dann neue Bedingungen, die für Berlin ungünstiger waren. Damals sollte der Kaufpreis 1 Mark je Quadratmeter betragen, außerdem sollte für den Holz- bestand 10 Pfennig je Quadratmeter mit Holz bestandenen Lande» gezahlt werden. Jetzt soll das nicht mit Holz bestandene Land (7S Hektar) 1 Mark ie Quadratmeter und das mit Holz bestandene Land(KS Hektar) ILO Mark je Quadratmeter kosten, so daß der gesamte Kaufpreis 2 025 000 Mark(damals 1685 000 Mark) beträgt. Auch ist für die Abzahlung setzt ein kürzerer Zeit- räum ausbedungen. Der Magistrat hat geglaubt, auf die neuen Bc- dingungen eingehen zu müssen, und hat jetzt in einer Dringlichkeits- vorläge die Stadtverordneten um Zustimmung ersucht. Die drin- gendsten Arbeiten sollen sofort in Angriff genommen werden, um Erwerbslosen Arbeit und Brot zu schaffen. Es handelt sich zunächst hauptsächlich um Abtragung der Rehberae, deren Reste auf dem Gelände liegen. Zur Deckung der Kosten sollen 150 000 Mark au» den für Spiel- und Sportplätze im Haushalt für 1926 vorgesehenen Mitteln zur Verfügung gestellt werden. Die Vor- läge ist schon im Haushallausschuß der Stadtverordnetenversammlung. vom Recht üer Republik. Die Frage, ob die Fürstenabfindung eine sittliche und ethische Forderung sei, untersucht« Herr Dr. Cr n st Feder, Redakteur am „Berliner Tageblatt, in einer Versammlung der„Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur" im Bürg ers aal de» Rathauses. Unerhört hoch und schon grotesk, führte Feder aus, sind die Ansprüche der Fürsten, und ihre Auszählung wirkt in dieser Zeit der Rot wie Hohn. Die rücksichtslose Zlrt und Weise, in der die Forderungen geltend gemacht werden, hat die Gemüter auf- geputscht. Eine Volksbewegung ist entstanden, die um so stärker an- wachsen wird, se mehr die Allgemeinheit Bescheid weiß über das, was ihr zu leisten zugemutet wird. Roch heute gilt, was der kaiserliche Oberhofmarschall Zedlitz-Trützschler vor zwanzig Jahren schrieb: Die größten Gefahren drohen dem Staate nicht durch Uebergrisse der unteren Klastcn, sondern durch die der oberen. Endlich muß aber ei nmal die Rede sein vom Recht, das mit der Republik geboren ist. Klar liegt da zutage, daß in solcher Zeit wirtschaftlicher Rot das Recht, das die Hohenzollern für sich gellend machen wollen, ein ungemein unsittliches ist und um so weniger mll gutem Gewissen verteidigt werden kann, als der Boden, aus dem diese Konstruktionen errichtet werden, äußerst brüchig ist. Nur von einem einzigen früheren Monarchen ist bekannt, daß er seinen Reichtum nie für sich, sondern stet» für die Armen nützte, und daß er Mangel nur bedauerte, wenn er Ihn als hindernd für die Ausübung seiner großen Wohltätigkeit empfand. Dieser Fürst war— Don Pedro II., der letzte Kaiser von Brasilien! Die De u t s ch e n aber hoben es nötig, die ihnen als so tugendhaft ge- priesenen Vorbilder Sitten zu lehren. Die Fürsten glauben, rechtlich« Ansprüch zu haben— nun. das Volk hat in solcher Notzeit s I t t- l i ch e. Und in der Republik sei Volkes Wille oberstes Gesetz!— Die Ausführungen des Redners fanden stürmischen Beifall, Widerspruch jedoch in denjenigen Phasen, in denen Herr Dr. Feder die momentane Taktik der demokratischen Reichstags- fraktion vertrat. Gegen den in dieser Sache vorliegenden demo- kratischcn Antrag wandte sich auch in der sehr lebhaften Diskussion Gen. Dr. Kurt R o s e n f« l d. Es wäre ein Fehler, einem Fürsten- wort zu trauen. Auch weiterhin fand d>e allgemeine Zustimmung zu den vorliegenden Anträgen der Sozialdemokratischen Partei und chrer Taktik deutlichen Ausdruck. Ein gutes Omen in einer immerhin fast nur von Vertretern des Bügertums besuchten Veranstaltung. Tie Geliebte erstochen. In der Nacht vom 30. zum 31. Januar wurde in Spandau in den Anlagen Linden uf er eine Frau in schwerverletztem Zu- stand» aufgefunden. Sie wurde nach dem Spandauer Krankenbaus transportiert, wo ein schwerer Messerstich in der Brust festgestellt wurde. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei ergaben, daß es sich um die 26 alte Prostituierte Hedwig G ü h l aus Spandau, Strelowftr. 7, handelte. Weitere Nachforschungen ergaben, daß als Täter der 23 Jahre alte Musiker Paul Lanae au» der Pichelsdorf«! Straße 2 In Spandau in Frage kormnt Heute vormittag ist nun di« Gühl im Krankenhause ihren schweren Verletzungen er. legen. Inzwischen ist Lange festgenommen worden und hat bereits ein Geständnis abgelegt. Demnach hat er an dem betreffen- den Adend mit der Gühl mehrere Lokale aufgesucht und will sich in ziemlich angeheiterter Stimmung befunden haben. Aus Eifersucht geriet er mit seiner Geliebten in Streit, der sich auf der Straße fortsetzte. In den Anlagen am Lindenufer will er ein Messer ge- zogen und zu der Gühl gesa-st Huben:„Sei ruhig, sonst passiert etwas!" Ob er aber zugestoßen hat oder ob die Gühl ihm das Mesier entreißen wollte und sich im Handgemenge selbst den Stich beigebracht hat, daraus will er sich infolge seiner Trunkenheit nicht mehr besinnen können. Die Kriminalpclizei ist mit der völligen Klärung de» Falles beschäftigt. Der Tod auf den Tchieue». Ein aufregender Borsall spielt« sütz gestern abend gegen% 10 Uhr auf dem Untergrundbahnhof Potsdamer Platz ab. Ein ällerer Mann stürzte sich in selbstmörderischer Ab- ficht vor einen einfahrenden Untergrundbahnzug. Trotz scharfen Bremsens gelang es dem Zugführer nickt, rechtzeitig zu halten. Der Selbstmörder konnte erst nach Ueberwindung verschiedener Schwierig- leiten aus seiner entsetzlichen Lage geborgen werden. Der Tod ist infolge schweren Schädelbruchs neben anderen Ver- letzungen eingetreten. Der Tote wurde als der 70jährize Kaufmann Julius Hammer aus der Neuen Grünstr. 31 festgestellt. Da» Motiv zur Tat ist bisher noch unbekannt. Durch den Vorfall trat eine Verkehrsstörung von 35 Minuten ein. Die Zahlunstsschwierigkeiten der Ulap A.-(v. In der Gläubigerversan, mlung führt« die Ver- waltung der Ulap ihre Zahlungsschwierigkeiten auf den verregneten Sommer, der da» Geschäft ungünstig beeinflußt habe, und auf die Tatsach«, daß für Bauten Aufwendungen in Höhe von 250 000 M. gemacht woiden seien, zurück. Diese Aufwendungen fallen Im nächsten Jahre weg. Das Geschäft sei bei normaler Witterung rentabel. Pächter des Park»(ei Direktor Barnowsky. Die Ulap sei Unterpächterin. Vom preußischen Fiskus, dem Eigentümer, fei der Pachtvertrag gekündigt worden. Das Ergebnis der mehrere Stunden dauernden Auesprach« war, daß ein au» sechs Personen bestehender Gläubigerausschuß gewählt wurde. Dieser soll noch einmal wegen Erneneruna des Pachtvertrages mit dem Fiskus verhandeln. Gelingt diese Erneuerung, so sollen dem Gläubigerausschuß olle Werte übereignet werden. Er wird dann die Geschäfte der Gesellschaft so lange sortsühren, bis eine Tilgung der vorhandenen Verbindlichkeiten erreicht ist. Sepp Summer. Das war ein Abend Im Deutsch- L st erreichischen Volksbund. über den sich schon reden läßt. Mit den ausge- lasienen, humorvollen, auch derben Bolksgesängen zaubert Sepp Summer, von der Gitarre begieitet, da» Bild seiner heimatlichen Berg« und chrer trotzig gutmütigen Bewohner— im Konzertsaal hervor. Aber er führt uns auch weiter mit den Spiel- und Kriegs- leuten, den Hirten, Gesellen und Wanderburschen durchs deutsch« Land, zieht mit seinen Liedern über Frankfurt noch dem Norden. Am tiefen Wasser begegnen uns„Die beiden Königskinder" und wir träumen unter dem Holunderbaum da» hellere Orakel der verliebten Vögel. Und seinen kunstrelch-beschwörenden. leisen Griffen össnet sich das Reich der Dichter und Kinder, der Jubel und die wehmütige Sehnsucht der Liebe— bis zum herb-resignierenden Lied. Immer heiterer, volkstümlicher packender und spielerischer wird seine Kunst: lieber E-Dur, E-TOoll, zu G- und E-Dur. Vom allgemeinen menschlichen, kunstvoll Geformten zum Bodenständig-Vollstüm- lichen. So recht etwas für den Deutsch-Oesterreichischsn Volksbund, dessen Vorsitzender, Reichstagspräsideill Genosse Lobe denn auch mit unter der dankbaren Zuhörerschaft im Bechsteinsaal war, „Arbeiterjugend und Musik." Im Rahmen der Vortragsreihe„Arbeiterjugend und Kunst" sprach Genosse Leo Kestenberg, Referent im Kultusministerium, über„Arbeiterjugend und Musik". Kestenberg gab eine Analyse des Musikalischen überhaupt, nannte es eine dichterische Ge- staltung jener vielnuancierten Gesühlsesfckte, die sich dem Menschen in jeder Situation neu und überraschend mitteilen, und gliederte in drei Grundgesetze: Rhythmus, Dynamik und Melodie. Kestenbcrg stellte der minderwertigen Schlagermusik das ethische Prinzip der Kunst-Musit gegenüber. Besonders die Jugend empfindet intensiv musikalisch und hat für Farbe und Inhalt der Töne stets viel Ver- ständnis gehabt. Für die Arbeiterjugend dü�e die Musik nicht Bit- dungsmittel schlechthin sein, es gelte vom Künsilcrischen in seiner elementarsten Form Besitz zu ergreisen. Der sei ein wahrer Sozialist. der während des Tageskampfes für eine politische Idee nicht ihre kulturellen Voraussetzungen aus den Augen verlöre. Zum Schluß gab Keftenberg eine musikalische Probe(Mozart), um die Deutung des Musikproblematischen den Anwesenden pädagogisch näherzu- bringen. Stadtverordneter Genosse August Schmidt ist nach längerer Krankhell verstorben. Er st 38 Jahre alt, war er doch be- reits über 19 Jahre Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Im Kreise Reinickendorf, wo der Verstorbene seinen Wohnsitz hatte, gehörte er seit vielen Jahren zu den gcachtetsten Funktionären der Partei. Seit 1921 Mitglied der Berliner Stadtverordneten- Versammlung, hat er in dieser Eigenschaft sich besonders den Fragen der Iugendwohlsahrt und des Arbeitersportes gewidmet. In seiner beruflichen Tätigkeik als Stadtjugendpfleger beim Bezirksamt Reinickendorf war er der arbeitenden Bevölkerung ein stets hilfs- bcreller Mensch. Am Freitag, den 5. Februar, nachmittags 5 Uhr. werden die sterblichen Reste im Krematorium Gerichtstraße dem Feuer übergeben. Ar«!? 5chu'gciveint>e Üerlln-Tlerxlirkni. Die Eltern, die ibre Kinder in die weltliche Schule schicken wollen, erdalten?lusrunlt über Einschulung von den Retlorcn der Cammelschulen, lEeldenskrslr JO/21, in den Po> miliar S< sprechslundcn. Am Dienstag, den Ii. Februar, abends 8 Uhr, wird dort Eondcrlvrechslundc abgehaüen. Die in Frage kommenden Eltern bitte pünkllich erscheinen!_ Amerika bewundert den Siettuugsdieust der„Wcstfalia". Die Rettung des holländischen Frachtdampfers „A l k a i d" durch den H a p a g- D a m p f e r„W e st f a l i a" hat in New Dork allgemeines Aussehen und größte Bewunderung hervor- gerufen, um so mehr, da in der letzten Zeit von drei aus schwerster Seenot geretteten Schissen zwei durch deutsche Dampserjeborge» worden sind. In New Park ist für die Besatzung der„Westsalia" ein großer Empfang geplant, an dem wahrscheinlich die Stadt New Park teilnehmen wiid. Die„Westsalia" hatte die gesamte Besatzung des in schwerster Seenot befindlichen Dampfers„Alkaid", 27 Mann, unter schwierigsten Verhältnissen gerettet. Ein spanischer Jlieger küsit brasilianischen Boden. Nach einer Meldung aus Pernambuco ist der spanische Flieger Franca nach seiner Ankunft auf brasilianischem Boden niedergekniet und hat die Erde geküßt, um damit di« sym- bolische Geste Christoph Columbus nachzuahmen und klarzulegen, daß Europa jetzt mit Südamerika aus dem Luftwege ver- eint sei. Bei der Ankunft des Fliegers läuteten 150 Glocken der Stadt. Mehrere tausend Bewohner, die sich am Kai eingefunden hatten, brachten ihm eiste begeisterte Ovation dar. t'/e Goldmilliardeu Autosteuer in Grosibritaunien. Im letzten Jahr wurden in Großbritannien 410 000 Lizenzen für Automobile und Motorrädev-ertellt. Die Steuer erbrachte ms- gesamt 77,25 Millionen Pfund Sterling(gleich zirka 1500 Millionen Goldmark), die zur Verbesserung de» Straßennetze» verwendet wurden. VewerTÄofisbsWLgung ver Großbetrieb. Es handelt sich hier nicht um einen Großbetrieb im gewöhn- lichen Sinne. Auch nicht etwa nur um ein Wortspiel, weil wir die Firma Groß, Motoren-Werke G. m. b. H., in oer C h a u s s e e- st r a ß e 27 im Auge haben. Es dreht sich vielmehr um einen Großbetrieb der Lehrlingszüchterei. Die Firma beschäftigt gegenwärtig einen Meister und einen Gesellen. Außerdem aber nicht weniger als 46 Lehrlinge. Es kommt wohl vor, daß die Firma etwa 20 erwachsene Arbeiter beschästigt, nicht aber, daß das umgekehrte Verhällnis eintritt und etwa mehr Ge- sellen ol» Lehrlinge beschästigt werden. Wo Lehrlingszüchterei betrieben wird, ist die Lehrlings- ausbeutung nicht weit davon entfernt. Ohnedem hätte ja doch di« Lehrlingszüchterei keinen Sinn und Zweck. Die Lehrlinge werden nach Angabe unseres Gewährsmannes mitunter bis 8, 9 und 10 Uhr abends beschäftigt. Ob die Ucberstunden wenigstens bezahlt werden, ist recht fraglich, denn nicht einmal das Kostgeld wird den Lehrlingen ordnungsmäßig ausgezahlt. Wochenlang erhalten die Lehrlinge kein Geld. In dem uns bekannten Falle hat der Lehrling seit dem 26. Oktober kein Kostgeld mehr bekommen. Der Handwerkskammer und dem Gewerbeaufsichtsamt ist dieser„Großbetrieb" bekannt. Dock ist bisher noch nichts ge- schehen, um hier einmal Remedur zu schassen. Der Metallarbeller- verband ist bei der Firma schon vorstellig geworden, es wurde auch Abhilfe zugesagt, jedoch ohne Erfolg. Wir wenden uns an die Eltern der jetzigen und etwa späteren Lehrlinge. Sie müssen sich von vornherein sagen, daß in einem Betriebe mit derartiger Lehrlingswirtschaft es mit der Aus- bildung der Lehrlinge nicht weit her sein kann. Die Eltern können fordern, daß das Lehrverhältnis gelöst wird, wenn der Lchrherr seinen vertraglichen Verpflichtungen hinsichllich der Aus- bildung und der Zahlung des Kostgeldes nicht nachkommt. Neue Lehrverhältnisse dürften bei dieser Firma solange nicht eingegangen werden, solange nicht gründlich Ordnung ge- schassen, d. h. die Zahl der Lehrlinge mit der der Meister und Gesellen derart in Eintlang gebracht wird, daß eine ordentliche Aus- bildung wenigstens wahrscheinlich ist. Eltern, die irgendwie im Zweifel sind, wenden sich, bevor sie etwas unternehmen, am besten an die Jugendabteilung des Metallarbeiterver- bände», Lintcnstr. 83/85. So notwendia hier die Selbsthilfe der Eltern auch ist, so wird damit die Handwerkskammer nicht ihrer Pflicht ent- hoben, dies« Pflanzstätte der Lehrlingszüchterei einmal gründlich zu überholen. Zunächst ober muß die unlere verwallungsbchörde gemäß Z 128 unverzüglich eingreifen. Solche Zustände könne nicht länger geduldet werden.___ Morgen Besprechungen im RcichSbakjnkon�jkt. Die durch den neuen Konflikt zwischen der Reichsbahngesellschast und den Eisenbahnerorganisationen notwendig gewordenen Bc- lprechungen der Organisationen mit dem E fenbahnministerium finden morgen Mittwoch statt. Der Minister hat sein Erscheinen zugesagt.. Die Antwort der R e i ch s b a h n g e s e l l s ch a f t auf das Schreiben der Organisationen vom 20. Januar, das zwecks Durch- sührung des Schiedsspruches die Einlc lung von Verhandlungen forderte, ist jetzt bei den Organijationslettungen eingetrojfen. Die Reichsbahngesellschast betont darin, daß sie den Schiedsspruch deswegen nicht durchführen könne, weil die Reichs- reg.erung ihre Zustimmung zu der durch die Lohnverhandlung notwendig gewordenen ErhöhungderTarifc versagt habe. Reilysbahngesellschast und Eiscnbahnerorganisationen werden jetzt durch die zuständigen Gerichte die Rechtslage klar- stellen lassen. Tie«eneste Parole. Der Dreslauer Gswerkschnftskongreß Hut nicht den Letsakl der Kommunistischen Partei gefunden. Er hat es sich nicht einmal ange- legen sein lasien, den Beisoll von dieser Seite zu erzielen. Es muß also— so dekretiert die KPD.— ein neuer Gewerkschaftskongreß. ein außerordentlicher einberufen werden. Aber— ein solcher Kongreß darf nicht Referate und Diskussionen über Wirtschaftsdemokratie anhören, sondern er hat Forderungen zu beschließen, wie sie von der KPD. bereits formuliert sind. In Rußland mag es so üblich sein, daß die Leitung der herrschenden Partei den Gewerkschaften vorschreibt, wann sie einen Kongreß abzuhallen, und was si» auf diesem Kongreß zu beschließen haben. In Deut'chland gehl es so nicht. Das weiß auch die hier immer noch nicht zu so diktatorischer Bedeutung wie in Rußland gekommene Partei der KPD. Mein sie möchte ins Geschäft kommen und dazu macht sie Reklame. Deshalb die neue Parole, die auch nur insofern neu ist, al» sie nach dem Breslauer Gewerkschastskongrcß neu ausgegeben wiid�_ Lebensmittel- und Getränkearbeiter. In unserem Bericht über die Generalversammlung am letzten Sonntag hat sich zum Schlusie ein Fehler eingeschlichen. Die Eni- scheidung über die Frage, ob die Neuwahl der Ortsver- w a l t u n g nach dem System der Derhältniswahl vor- genommen werden soll oder nicht, ist nicht dem Fauptvorswnd des Verbandes übertragen worden. Vielmehr wurde auf Antrag Lindner beschlossen, in der Fortsetzung der Generalversamm- l u n g. die am Sonntag, dem 7. Februar, stattfindet, durch Ab- stimmung per Stimmzettel darüber zu entscheiden, ob die Neuwahlen wie bisher oder aber nach dem System der Der- h ä l t n i s w a h l vorgenommen werden sollen. Metaklarbeiterwahke« in Rostock. Bei Rostock des SPD. mit Gegenliste entfielen 138 Stimmen. Der Warschauer Tclcphonstreik beigelegt. Warschau. 1. Februar.(TU.) Heute früh Ist der Telephonstreik beendet worden Die Regierung hat einen amllichen Zwangs- vermalter für den Telephonbetrieb ernannt. Eine Schiedskommisiion soll über die Streitfragen entscheiden. Im Straßenbchnerstreik ist noch keine Aenderung eingetreten. Die Gas- und Elektrizitätswerke werden heute über den Streikbeschluß ab- stimmen._ Tagung deS Exekutivkomitees der Bergarbeiter. Genf, 2. Februar.(MTB.) Im Internationalen Arbeitsamt ist das Exekutivkomitee des Internationalen Berg- arbeit erverb an des zu einer Tagung zusammengetreten, an der auch drei deutsche Vertreter teilnahmen. Auf dem Arbe teprogromm steht u. a. eine Prüfung des gegenwärtigen Standes betreffend Löone und Arbeitsbedingungen in den einzelnen Kohlenproduktionsländern, die Frage einer Unterstützung der Anthrazitgrubenarbeiter in den Bereinigten Staaten und der Entwurf einer Geschäftsordnung für den für August vorgesehenen Internationalen Ko n g r e ß in Krakau. In der Sitzung äußerte sich der Direktor des Internationalen Arbeitsamts, Albert Thomas, über die vom JBerwolwngsrat des Arbeitsamtes festgelegten Grundlagen für die Beziehungen zwischen Arbeitsamt und Internationalem Bergarbeiterverband. Forderuuge» der französische» Metallarbeiter. Paris, 2. Februar.(Eigener Drechtbericht.) Eine Delegation der Metallarbcitergewerkschaft hat am Montag morgen dem Ar- beitsminister die auf der Sonntagssitzung des Nationalen Komitees der Gewerkschaft aufgestellten Forderungen unterbreitet. Sie bc- treffen insbesondere die Durchführung des Acht stunden- tagcs, die Sicherheitsvorkehrungen in den Fabriken und die Einrichtung bezahlter Ferien. Mit der Lohn- er höhung wird sich das Komitee in seiner nächsten Sitzung be- schäftigen._ ZdA. Lezirksversammlungoa 1926. Rlillwoch, den 1 Februar. Ssaiilxni: Settairnrnt Roter Adler. Potsdamer Straße. Peginv 8 UV. „Vedeutuna. Sntnridluna und Leistungen der Nonsumacnossenschaften�. Re- kerent:«olieqe Bruno Erovuler.— Rcul-lln- Bdraersälc. Beraltr. U7. Bemn-r 8 Übt...Deutsch« Wirtschaft— Amcrilanisch« Wirtschaft". Referent: TKelleae Curt Swolinsln.— T-a-l. Teaeloit, Borsiau-alde. Seiliaeusec! Reftaurani Rechner. T-acl. Polmbofsir. 12 P-ainn 8 Übt. Lichtbild« ruortro«:„Aus der Alpenwelt der Schwei,"—„Cebenswllrdialeiten aus oller Welt". Referent: itoNo-e Erich Bredow.—«nttUbotf. Biesdorf, Wablsdors: Resiaurant Pech. ttaulsdorf. Hönower Str. b. Beainn R Ubr.„Angestellte in Rott— Was ift lu tun»" Referent: Kolleqe Karl Br-diid.— Zl-rdosten: Union-fsestsäle.«reis». walder Str. 222, Dcainn 8 Ubr.„Der SUtflct im Spott— eine Aneidotcn- Revue". Referent: Schriftsteller Friedrich Wendel. «cht»»», arbeitsl-s« Buchdrucker! Am Mittwoch. 8. gebruar, rrachmiitanZ 1 Übt, findet im«ewerlschaftsbauz sSaal 4) eine Peisammsun» bet arbeits. losen Buchdrucker statt. Togecordnuna:„Die«caenwärtiac Situation im Buch. druckoewerbe und unsere Arbeiislofen". Wir erwarten zahlreich« Bc!eili.z»!i<:. Puch und Kontrolltart« dient als Ausweis. Der«auuorstaud. Berontworilich kstr Politik: Ernst Rcnter: Wirtschaft:«rtnr«ater»»»: Eewerlschasisbeweauna: Z. Steiner; Feuilleton: Dr. Job» Schikowskl; Lokale» und Eonstiacs gri» Karstädt: Ansciacn: Tb.«lock«: sämtlich in Berlin. Berlaa: Borwärts-Perlaa G.m.b.H.. Berlin. Druck: Porwärts-Buchdruckerci und Berlaasanstalt Paul Sinn« u. Eo.. Berlin SW 88. Lindenstraste Z. Verdsvä der Gemeinde- d. Staatsarbeiter Filiale Groli-Rorlin. HUIlrooth, den 3. Februar 1928, abends 61/, Uhr, im Saal des Berbandsdaule». Engelu'er 24. tö: F'ttnktionärveriammliinll s172/17" der KSrnmerel- nnd»rg'ebrlrlebe bet Slabl Drrltn Tazesordnun»: K elli»»ana>>i»r zun» Cofm» und Mantel! rrtf. 95->n,äbii!*fä E>schc>nen ist Pflicht Et». tritt Niir»eqen Vor'.eigunz der Kun tinnstrkarte und des M iaiiedsbuches Di« Ornl»n»». (früher Därenstiefel) _ ha'.ibanter Qualilätsstiefel für Strasse und Suorä nur bei Nach längerer Rrontbcit verstarb am Sonnadeno der Stadtverordnete August Sebmidt n Reinickeiidorf tzn ibm verliert d!e Zra Iion einen. llzeitbilfsdereitenund iatkrä tigen Menichen. ausgestattet mit riliem ielnen Perständnt» fstr die Röte der Iuaend Ein bleibende» Andenken>> ihm gewiß. vi« soilildein. Sladtv5rcrilr,el'niia)tion �ina'ch rung ffreilag. nachmittag» 5 Ubr,''rem-torium verickitstr. l 104 iv plistkvsvliarsle, kcidsledier kaulm ie eut und pieiswert im ie eut und pieiswcrt im Photo-Spezialhaus Haller, Kottbaser Damm 98 H. Bahr Adolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aas der Nariamenls- und Ministerzeit. Zrei» 1 Mark Pvrtv 5 Plennig. üorrätin tn allen Vorwärls- Ausgabe elle». |Auf Teilzahlung �am�Gapderobsi jilflöbeS aller Artl 1 Bciiwilchc. Gardinen Teppldnc«! Korbmöbel, Hetallbehrn. K 1 Geringe Wochen- od. Monotsraien j jänte!, ßi. 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