Ste. 5743. Jahrg. Ausgabe A nr. 29 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlid B- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten sowie dez Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: .Sozialdemokrat Berlin sharon defi Morgenausgabe mopo di addmax sid sarahs isdad Jun sad thin schot d To: ead gas sid Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Bfennig. Reklamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettaedruckte Wort 25 Pfennig ( zuläffia awei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Bfennig tebes weitere Wort 10 Bfennig. 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Bg.) beteiligten, mit 18 gegen 8 Stimmen folgenden Antrag an: Nach Entgegennahme der Erklärungen des Herrn Reichsaußenministers hat der Auswärtige Ausschuß teine Bedenten dagegen zu erheben, daß die Reichsregierung von der durch Gefeh vom 28. November 1925 erteilten Ermächtigung zum Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund Gebrauch macht und geht über die sonstigen vorgelegten Anträge, die den Eintritt Deutschlands in den Bölferbund ablehnen oder an Bedingungen fnüpfen, zur Tagesordnung über. fend Damit ist der deutschnationale Antrag, der den Eintritt bis auf den St.- Nimmerleins- Tag verschleppen wollte, und ein fommunistischer Antrag auf Ablehnung des Eintritts in den and Völkerbund erledigt. Die Sozialdemokraten beteiligten sich an der überflüssigen Debatte nicht mehr und begnügten sich damit, für den Eintritt zu stimmen. Aus dem Stimmenverhältnis ergibt sich, daß nur die Deutschnationalen, Kommunisten und Völkischen gegen den Eintritt in den Bölkerbund gestimmt haben tönnen, daß also auch die Bayerische Volkspartei und die Wirtschaftliche Vereinigung für ihn gestimmt haben müssen. Wäre die Abstimmung im Plenum vorgenommen worden, so hätten bei vollbesetztem Hause 323 Abgeordnete ihre Stimmen für den Eintritt und nur 170 gegen ihn abgegeben. Es wäre also eine erdrückende Mehrheit für den Eintritt in den Völkerbund in Erscheinung getreten. Der Beschluß des Reichskabinetts und die Entscheidung des Reichspräsidenten können danach, ebenso wie die an gekündigte Besprechung mit den Ministerpräsidenten, nur noch Formalitäten sein. Am Sonnabend werden die Mi nisterpräsidenten gehört, am Montag wird das Kabinett beschließen. Die Anmeldung wird also noch rechtzeitig zu der Märztagung des Völkerbundes erfolgen. Mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund treten Mit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund treten auch die Schiedsverträge in Kraft, die Deutschland in Locarno mit Frankreich, Belgien, Polen und der Tschechoflowakei abgeschloffen hat. Es ist wohl nicht zuviel gefagt, daß damit ein neuer Abschnitt nicht nur der auswärtigen Politik Deutschlands, sondern der europäischen Politik überhaupt beginnt. Deutschland wird durch die Ueberlassung eines ständigen Sizes im Bölkerbundrat als gleich berechtigte Mac; t und als europäische Großmacht anerkannt. Das schließt Behandlungsmethoden, wie sie beim Londoner Ultimatum und beim Ruhrkonflikt angewendet worden sind, für die Zukunft von vornherein aus. Indes Deutschland als Großmacht anerkannt wird, deklariert es sich selbst durch die Verträge von Locarno als eine friedliche Großmacht. Es hat nach Ost und West auf jeden Gedanken an Revanche verzichtet und Frankreich gegenüber zu feiner vollständigen Sicherheit auch noch die Garantierung seiner Ostgrenze übernommen. Der deutsche Westen ist vertragsgemäß entmilitarisiert. In diesen neuen Zustand ragt die Besagung der zweiten und erfolgverheißender Weise eingeleitet, und die Sozialdemokratie, ohne deren Anregung und Förderung es nicht denkbar wäre, betennt sich zu ihm. Sie ist damit den großen Traditionen eines Bebel und eines Jean Jaurès treu geblieben, und sie beneidet jene sogenannte Arbeiterpartei" nicht, die bei der entscheidenden Abstimmung im Auswärtigen Ausschuß, wie ja sonst immer auch, ihre Aufgabe darin erblickte, im Troß eines stumpfsinnigen reaktionären Nationalismus einherzutraben. Das ist und bleibt eine Schande, die auch durch die langatmigste Erklärung nicht ausgetilgt werden kann. 18 Briand- Stresemann. Paris, 3. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Am Quai d'Orsay wird zu der Meldung eines Berliner Blattes, daß die Begegnung zwischen Stresemann und Briand für Ende Februar, und zwar in einer Stadt Südfrankreichs, Nizza oder Cannes, vereinbart sei, erklärt, daß über die Zusammenkunft der beiden Staatsmänner noch teine bestimmten Vereinbarungen zwischen Paris und Berlin getroffen seien. Eine Tagung des Völkerbundsrats. zerischen Depeschen- Agentur dürfte der Völkerbundsrat, falls Genf, 3. Februar.( WTB.) Nach einer Meldung der Schweizerischen Depeschen- Agentur dürfte der Völkerbundsrat, falls das Aufnahmegesuch Deutschlands Anfang nächster Woche gestellt wird, noch in der nächsten Woche eine furze Tagung abhalten, in welcher der Zeitpunkt der außerordentlichen Böller bundsversammlung festgelegt würde, die über das Aufnahmegesuch Deutschlands zu entscheiden hätte. Diese Bersammlung dürfte in der Zeit zwischen dem 8. und 10. März stattfinden, also gleichzeitig mit der am 8. März be ginnenden Frühjahrsfeffion des Rates.dm Abstimmungsbeginn in Paris. Wechselnde Mehrheiten. fda Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3. Bosticheatonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Paris- Prager Donaumärchen. Vom reichsdeutschen Imperialismus, der das arme Deutschösterreich fressen will. In sehr fühlbarem Gegensatz zu jener Kammerrede des damaligen Deputierten Genossen Brade, der im ClemenceauParlament der Siegeswahlen bei der Beratung des Friedensdiktats von St. Germain, unbeirrt durch das Geschrei der Nationalblöckler, für Deutschösterreich das freie Selbstbestim= mungsrecht forderte, steht jene Betrachtung des franzöſiſchen Revue", worin er die Besorgnis andeutet, die Anschlußbewegung Genossen Abg. Paul Boncour in der Zeitschrift„ Europ. fönnte auch reichsdeutsch- imperialistische Annexionsmache sein. Wir können nicht annehmen, daß dieser französische Genoffe, wenn er auch mehr als die meisten Führer unserer Bruderpartei drüben in amtlicher Beziehung zum offiziellen Frankreich steht er ist ja einer der Bertreter seiner Regierung im Völkerbund, zu jenen unbedingten Anschlußgegnern gehört, die sich von der Irrigkeit einer solchen Meinung nicht überzeugen lassen wollen. Jedenfalls ist diese falsche Meinung über den inneren Sinn und wahren Charakter der Anschlußbewegung stark verbreitet und wird noch stärker propagiert, je mehr die Anschlußbewegung aus der Tiefe des reichsdeutschen über die Grenzen, sich auch dem Bewußtsein der ganzen und deutschösterreichischen Boltes empor- und hinausdringt Kulturmelt mehr und mehr mitteilend. Darum muß jener Irrglaube nur als solchen können wir bei Boncour ansehen, immer wieder befämpft werden. was bei anderen falte Zweckpropaganda ist Das Selbstbestimmungsrecht hatte Woodrow Wilson als das oberste Recht aller Völker, besonders auch der unter zentraleuropäischer Monarchenherrschaft lebenden, proklamiert und unter Berufung auf Wilsons Proklamation hatten die Regierungen in Berlin und Wien um Waffenstillstand und Friedensverhandlungen ersucht. Allen anderen Völkern des ehemaligen Habsburger- Reiches wurde die Selbstbestimmung in der Form gewährt, daß man ihnen eigene Staaten schuf, oder sie an den schon bestehenden gleichnationalen Nachbarstaat anschloß. Den Deutschösterreichern wurde das ausdrücklich verwehrt, obwohl die erste Lebensäußerung dieses Staates das Bekenntnis war, daß er ein Bestandteil der deut schen Republik sei. Nicht nur Deutschösterreich, dem man die Weiterführung des überlebten Namens Desterreich aufzwang, damit er den gegen Altösterreich selbständig gewordenen Nachbarvölfer ständig Abneigung einflöße; auch Deutschland mußte fich feierlichst verpflichten, die von beiden gewollte Vereinigung zu unterlassen es sei denn, daß der Völkerbund gestatte. Paris, 3. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Kammer, die am Mittwoch zunächst mehrere von den Parteien der Oppofition eingebrachte Gegenprojekte abgelehnt hatte, ist am Abend in die Beratung der Kommissionsvorlage eingetreten. Es ist dabei zu einer Reihe sehr interessanter Einzel abstimmungen gefommen, die den Beweis erbrachten, daß die innere Geschloffie fenheit der Linksparteien beträchtlich größer ist, als man in parlamentarischen Kreisen bisher angenommen hatte. So hat die Kammer den ersten Absatz des Artikels 58, der die obligatorische und eidesstattliche Deklaration für die Einkommensteuer einführt, sich mit großer Mehrheit zu eigen gemacht und einen Abänderungsantrag der Rechten, der die Berpflichtung, diese Steuererklärung alljährlich zu erneuern, beseitigt wissen wollte, mit 356 gegen 195 Stimmen abgelehnt. der Gesamtheit der Steuerzahler, also auch denjenigen, die bisher Der Absatz 2 des Artikels, der die obligatorische Steuererklärung Finanzminister Do u mer im Namen der Regierung bekämpft. Der Vorsitzende und der Berichterstatter der Kommission, die Abgg. Maloy und Lamoureuse, wenden dagegen ein, daß die Ablehnung dieser Bestimmung die von der Kommission angestrebte wirksame Bekämpfung der Steuerflucht durchkreuze und den praktischen Wert Bekämpfung der Steuerflucht durchkreuze und den praktischen Wert mit 295 gegen 233 Stimmen abgelehnt der Einkommensteuer unterworfen waren, auferlegt, wird vom Was aber die Regierungen nicht durften, das haben die Völker sich nicht verbieten lassen. Unzählbar sind die Anschlußkundgebungen in Parlamenten und Versammlungen wie in der Presse aller Richtungen. Es gibt tatsächlich, weder dies noch jenseits von Passau, irgend eine nennenswerte Partei, die gegen die Bereinigung wäre. Die imposante sten Anschlußkundgebungen hat es bezeichnenderweise in Deutschösterreich gegeben: die Volfsabftimmungen in Nordtirol Bundesländer wären gefolgt, wenn nicht die regierenden und Salzburg von 1921, bei denen sich rund 98 Proz. für den Anschluß an Deutschland erklärten; Steiermark und die anderen Demokraten von Paris und Prag die„ Unabhängigkeit" ihrer Schöpfung„ Desterreich" rechtzeitig wieder einmal durch ein stilles Berbot weiterer Boltsabstimmungen vor aller Welt bekräftigt hätten! ſtilles er bot weiterer Boltsabstimmungen vor aller Welt und Einzelreisende an ihrem Empfang drüben gemerkt Seitdem haben zahllose reichsdeutsche Reisegesellschaften dritten 3one wie ein leberreft aus vergangener Beit des ganzen Artikels in Frage stelle. Trotzdem wurde dieser Ablaß und das wird doch den tüchtigen Beobachtern der Entente nicht hinein. Das hat gestern auch in einer feierlichen Ansprache zu Beginn der Reichstagssigung der Präsident Gen. Löbe ausgesprochen. Der start entwickelte Sinn der Franzosen für Logit muß mit uns empfinden, daß es sinnwidrig ist, sich durch militärische Besatzung eines Teils seines Landes gegen einen Nachbar zu sichern, mit dem man einen Bertrag zur gegenseitigen Sicherung abgeschlossen hat. Das französische Bolt muß aber auch empfinden, daß die Aufrechterhaltung dieser Besatzung gegen das Rechts gefühl geht. Durch den Abschluß der Verträge von Locarno und den Eintritt in den Völkerbund gewinnt Deutschland eine ausgezeichnete moralische Position. Wir haben den dringenden Wunsch, daß diese Position dazu benützt werde, um für das Recht jedes Boltes, besonders natürlich auch des deutschen und seiner im Auslande lebenden Minder heiten, zielbewußt einzutreten. Wer eine solche Politik jetzt noch, nachdem die Entscheidung für sie gefallen ist, durch Revanchelärm und Bölferverheßung zu durchkreuzen versucht, der wird sich auch durch national" flingende Tiraden nicht mehr von dem Borwurf reinwaschen können, die auswärtigen Intereffen Deutschlands wissentlich zu schädigen. Boreiligen Hoffnungen barf man sich nicht hingeben. Noch wird es einer flugen, geduldigen Arbeit von Jahren bedürfen, um die geſtedten Ziele zu erreichen. Ein Wert der Befreiung im Geist der Internationale ist in Eingehen des„ Saar- Kuriers". Reinigung der Atmosphäre. Saarbrüden, 1. Februar.( Eigener Bericht.) Das franzöfifche Bropagandablatt, der Neue Saar- Rurier" hat von Montag ab fein Erscheinen eingestellt. Damit verschwindet eine besonders üble Gestalt aus der saarländischen Politit. Unter dem Regime Boincarés gegründet und mit reichlichen französischen Geldern unter stützt, vertrat es zunächst einen ausgesprochenen französischen Standpunkt. Als im Mai 1924 des Block National seine Herrschaft an das Linksfartell abtreten mußte, flossen scheinbar die Subsidien aus Paris etwas spärlicher. Doch der Saar- Kurier" verjuchte es auch mit dem neuen Geist. Er machte von jetzt ab etwas starter in Pazifismus" Försterscher Richtung, bis nunmehr, wie es scheint, seine Geldgeber auch auf diese Dienste feinen Wert mehr legen. Die autonomistische Saarbundsbeme= gung ist längst auseinander gefallen und nunmehr stürzte mit dem Saar- Kurier auch die letzte Säule. In seinem Abschiedsartikel begründet die Redaktion das Eingehen des Blattes mit der ihm feindlichen Einstellung der faarländischen Juft i 3.( Die Zahl der im letzten Jahre gegen dieses Blatt anhängigen Berfahren war nicht gering, was die vorsichtige Redaktion veranlaßte, ihren Sig in Forbach( jetzt Frankreich) aufzuschlagen, um ihre Berleumdungen ungehindert verbreiten zu können. Das Berschwinden dieses üblen Organs bedeutet ein Stüd Reini gung der hiesigen politischen Atmosphäre. Sie ist den Auswirtun gen der Politit von Locarno zuzuschreiben. verborgen geblieben sein, daß der Anschlußwille unbeirrt weiterlebt. Die zwei von den drei Wiener Parlamentsfrattionen, die zusammen unstreitig die Bolksmehrheit darstellen, Sozialdemokraten und Großdeutsche, haben immer wieder den Ruf„ Heim ins Reich!" erhoben. Ein schwarzgelber Monarchist wie der Altbundeskanzler Prälat Dr. Seipel hat noch vor wenigen Monaten in der Schweiz öffentlich erklärt, eine Volksabstimmung in seinem Heimatland würde sicher einige 90 Proz. für den Anschluß ergeben. Das Volk von Wien hat oftmals in diesem Sinne demonstriert, besonders eindrucksvoll beim Wiener Besuch des unter LöbesFührung stehenden Desterreichisch- deutschen Volksbundes im September v. J. Gerade die Führung der Anschlußbewegung im Reiche durch Paul Löbe, der als Reichstagspräsident musterhaft objektiv, doch seine sozialdemokratische Gesinnung nicht nur nicht verbirgt, sondern sie agitatorisch weiterzuverbreiten stets trachtet, ist die schlagende Widerlegung des grundlofen Verdachts, als ob di eAnschlußbewegung ein reichsdeutfches Annerionsstreben wäre. Gibt es schärfere Gegensätze als zwischen deutschen Sozialisten und Nationalisten? Dagegen hat Tardieu, später Mitverfaffer des Versailler Haßdiktats, einmal vorher ein Buch dem Leiter der Deutschen Tages. zeitung", dem konservativen( heute würde man sagen, deutschnationalen) Reichstagsabgeordneten Dr. Dertel in Hoch achtung, vielleicht auch in wohlverdienter Liebe und Verehrung gewidmet,... Gerade in diesen Tagen hat die Wiener Abteilung des Desterreichisch- deutschen Volksbundes eine Denkschrift veröffentlicht, die die stärksten Gründe für den Anschluß vereinigt. Wie denn überhaupt nicht zu verkennen ist, daß schon aus Gründen des lebhafteren Temperaments- der Ruf„ Heim ins Reich!" drüben viel öfter und lauter ertönt als bei uns die entsprechende Einladung. Dabei ist der Anschlußwille drüben immer gleich start, wie auch die wirtschaftliche Situation gerade ist. Praktisch drücken sich die Verschiedenheiten der Wirtschaftslage in einem so anormalen, lebensunfähigen Staat freilich nur in einem Nachlassen oder Anschwellen der unentrinnbaren Dauertrife aus! Mögen sich doch diejenigen, die im wirklichen Ausland Deutschösterreich ist für uns längst feines! fich noch immer einreden laffen, Deutschland wolle die Republit zwischen der Schweiz und Ungarn annettieren, um seine Kriegsmacht zu vergrößern( wohl, indem es feine Grenzen ungeheuer verfängert, strategisch unmöglich gestaltet und sich den gepanzerten tschechoslowakischen Keil in den Leib stößt!), diese Befürchtung als eine Angstpsychose erkennen, die durch Locarno jeden Sinn verloren, wenn sie überhaupt jemals einen gehabt hätte. | Graf eft ar p prägte in der schlimmsten Zeit der Inflation,] vertretern bejaht werden, sonst aber mußten alle Rfagen als ble breite Masse des Volfes nicht wußte, wovon fie leben und Beschwerden als berechtigt anerkannt werden. Der sollte, im Reichstag den Saz:„ Das Bolf hungert bei vollen Reichsverkehrsminister versicherte wiederholt, sein Ministerium habe Scheunen." Es hungerte, weil die Großgrundbesitzer gegen in allen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen nie unterlassen, Papiermark nichts mehr verkauften! Der Baron und Frei auf die Reichsbahngesellschaft unmittelbar einzuwirken. Wenn es herr v. Seydlik Kurzbach fordert öffentlich dazu auf, dabei nicht weiter fam, so liegt das an der unzureichenden Handhabe, ein Drittel des Landes unbestellt zu lassen, um die Preise in die das Reichsbahngefeh der Reichsregierung gibt. So hat die die Höhe zu treiben. Das ist seine Antwort auf die furchtbare Reichsbahnverwaltung auf die dringende Anregung des Ministeriums Wirtschaftstrife, die Millionen Arbeiter brotlos es abgelehnt, vor Dedung der bei der Durchführung des macht und Tausende von Konkursen zur Folge hat. Das Schiedsspruches erforderlichen 20 Millionen entsprechende Ab ist seine Antwort auf die Preissenfungsattion der striche von den 28 Millionen zu machen, die für die Regierung. Er paßt damit ganz in den Rahmen ber feudal. Leistungszulagen in den Voranschlag eingestellt worden fonfervativen Sippschaft um Westarp und Oldenburg- Janu- find. Mit großem Nachdrud betonte der Minister, daß sein Ministe schau, die für Patriotismus nur zu haben sind, wenn er rium wiederholt gegen die Gehaltspolitik der Reichsbahn angefämpft sich gut bezahlt macht. Man wird die Herrschaften daran habe. Er habe aber die Anerkennung des Schiedsspruches nicht erinnern müssen, daß es genug Siedler gibt, die gern durchſeßen tönnen. Die Reichsbahnverwaltung will die Sache vor bereit sind, das Drittel des Landes in Wirtschaft zu über das Eisenbahngericht bringen, die Reichsregierung steht dagenehmen, das sie dem Bolk entziehen. gen auf dem Standpunkt, daß das Eisenbahngericht in dieser Sache nicht zuständig sei; weil es sich hier nicht um einen Streit zwischen Reichsbahn und Regierung handelt, sondern der Arbeitsminister lediglich in Richtereigenschaft beteiligt ist. nehmen, das fie dem Bolf Die Lohnpolitik der Reichsbahn. Nichts will die Anschlußbewegung Desterreich- Deutsch- Allgemeine Verurteilung im Reichshaushaltsausschuh. lend, deren Wortführer zum großen Teil sogar radikale BaziIn der gestern fortgesetzten Beratung des Etats der Reichs. fiften, Antimilitaristen und Antinationalisten sind, von Krieg mafferstraßenverwaltung entspann sich eine längere Deund Kriegsgeschrei wissen. Sie ist durchaus friedlich und will batte über Aufrechterhaltung oder Aufhebung des Reichswaffer. nichts anderes, als daß man endlich im Geist von Loschutzes. Ein kommunistischer Antrag, der die gänzliche Streichung carno! die Selbsttäuschung aufgebe, der Wahrheit die verlangte, wurde abgelehnt und die Anfäße mit der Maßgabe geEhre und Deutschösterreich, die freie Selbstbestimmung gebe! nehmigt, daß vor der dritten Lehung die Zahl des Personals nochmals durchgeprüft werden solle. Der Januschauer geht um. Der Etat der Eisenbahnverwaltung unterliegt nicht mehr der Aufforderung zum Nährstreik. Beratung und Kontrolle des Reichstages, nachdem infolge der Dames- Gesetze die Reichsbahn in eine selbständige Gesellschaft umgeReichsverkehrsministeriums betreffen noch Angelegenheiten des wandelt worden ist. Nur einige wenige Pofitionen im Etat des Eisenbahnwesens. An diese knüpfte eine umfassende Aussprache über die Reichsbahn an Dem namslauer Stadtblatt entnehmen wir folgendes Inferat: Als ehemaliger Borsitzender des Namslauer Kreisbauernrats halte ich es für meine Pflicht, die ländliche Bevölkerung darauf hinzuweisen, daß es fich empfiehlt, wenn die ewigen Preisdrückereien nicht aufhören, z. B. brachte gute Braugerste zu Weihnachten zehn Mart und heute faum 8 M. per 50 Kilogramm, zur Brachwirtschaft unferer Vorväter zurückzukehren, d. h. ein Drittel des Aders teils un bestellt, tells mit Futterpflanzen und dem reichlichen Be darf für die eigene Wirtschaft an Hadfrüchten, ein Drittel Binte rung, ein Drittel Sommerung zu bestellen. Wir werden alsdann selbstredend eine geringere Bruttoeinnahme, aber ebenso sicher eine höhere Nettoeinnahme haben. Denn wir brauchen weniger Arbeitsfräfte, weniger Bugvieh, faft feinen Kunstdünger, die Abnutzung des toten Inventars ist geringer. Das ganze Leben würde sich gemütlicher und behagliche abspielen. Die Gamealeute, als fie seinerzeit in Deutschland waren, unsere Kriegsgefangenen, alle lachten uns aus, als sie unser mühsames Dasein fennen lernten: " Deutschland schlechtes Land für Landbebauer! Morgens: Arbeit! Mittags: Arbeit! Abends: Arbeit! Immer Arbeit! Wochentags: Arbeit! Sonntags: Arbeit! Sommer: Arbeit! Winter: Arbeit! Nig wie Arbeit! Deutschland schlecht!" o Wir würden zwar etwas weniger ernten, aber nur etwas, denn geruhter Acker gibt höheren Ertrag und das verminderte Angebot beffere Breife. Schlesien ist immer Ueberschußland gewesen, in diesem Jahre erstiden wir in unferen Produkten. Schon vor Weihnachten forderte ich in der Band wirtschaftstammer- Beitung" verbesserte Exportmöglichkeiten. Es wäre nun wünschenswert, wenn die Regierung nachweist, was sie in der Beziehung unternahm? Der Baron und Freiherr Rudolph v. Seydlih- Kurzbach. Klein- Wilfau, den 30. Januar 1926. Der Baron und Freiherr v. Sendliz- Kurzbach tritt damit in die Fußtapfen der Oldenburg- Januschau und Bestarp. Herr v. Oldenburg Janusch au schrieb während des Krieges in der Zeit der schlimmsten Hungersnot an den Staatsminister v. Loebell den berühmten Schreibebrief, in dem er darauf hinwies, daß er einen Teil seiner Aeder unbebaut ließe, weil ihm die Preise nicht hoch genug waren. Zeichen und Wunder. Konzertumschau von Kurt Singer. Beginnen wir mit dem Wunder: Es ereignet sich der bemertens werte Fall, daß in der Philharmonie zwei Aufführungen der H- Moll Messe von Bach unter Leitung von Siegfried Ochs fast ausverkauft find. Für ein paar Stunden vergißt man unter dem Einbrudt dieses Berks und dieser Leistung den ganzen Kazenjammer der Kunst, bas gesamte Elend der musikantischen Bunft und ist bei nahe gezwungen, ein paar Tausend Menschen Abbitte zu leisten für den Borwurf, daß fie nur noch am Unheiligen Intereffe haben. Das Bachsche Riefenwerk erdrückt und erhebt uns immer wieder. Es ist als zentrales mufitalisches Bekenntnis zwischen zwei Jahr taufende gestellt, als höchste Eingebung eines vollkommenen Mufit genies. In den Arien und Chören ist das Wesen des gläubigen Bittgefangs, des fröhlichen Sichaufschwingens, des hymnischen Breifens und der legten Demut genau fo fymbolisiert, wie die Kraft, Größe und Majestät der fugierten Glanzchöre. Ochs betont in der Temponahme der einzelnen Säge, die ja teine metronomischen Borschriften tennen, den Gegensatz zwischen Demut und Aufschwung außerordentlich scharf. Auch durch dynamische Schattierungen, durch ein plögliches Stillhalten des Atems, durch ein nicht vorgeschriebenes Krefzendieren des Atems auf einer langen Note erreicht er das, was anderen Aufführungen der H- Moll- Messe in ihrem traditio nellen religiösen Charakter abgeht: aus dem Wert ein feelisch ge stuftes Erlebnis zu machen. Er ist einer der wenigen Dirigenten, die heute noch ein Adagio auch von zwanzig Minuten dirigieren fönnen. Der Chor der Hochschule ist derartig mit seinen Intentionen verwachsen, daß tatsächlich jeder Bruchteil einer Note, jedes Detail einer Empfindung von ihm aus auf den Klang des Chores über strahlt. Jeder einzelne scheint das große Berantwortungsgefühl vor dem Gesamtwert zu haben. Und das ift vielleicht das größte Wunder. Bon den Soliften zeichnete sich Nissen durch den Adel seiner Stimme, after burch Stilgefühl auch bei brüchiger Stimme, Frau Ravoth und Frau von Basilides durch musikalischen Eifer aus. Eine Bertiefung der Frauenarien, eine Beseelung bis in die letzten Ausdrucksmöglichkeiten dieser Arien und Duette bleibt erstrebenswert. Mit dem gleichen Wert zieht der Chor der Singafabemie nach Italien. Es ist gerade in diesen Wochen nicht unnötig, wieder Stimmung für Deutschland in Italien zu entfachen, und unser Wunsch geht dahin, daß die Heiligkeit der großen Messe von Bach zur Verföhnung von Gegenfäßen mehr beitrage, als politische Noten es tönnten. Bon den Wundern gleiten wir abwärts zu den 3eichen der Zeit: das Berliner Sinfonie Orchester ist in Not geraten. Der Fall liegt fo tragisch, weil nicht das Orchester und seine Leistung Schuld find am wirtschaftlichen Verfall, sondern weil das Gesamtbild der deutschen Notlage sich im Aufstieg oder Untergang eines solchen Unternehmens fpiegelt. Das Sinfonie- Orchester hat gerade in den legten Monaten unter Frieds Leitung außerordentliche und sehr glüdliche Bersuche gemacht, sein Niveau fünstlerisch zu heben. An Intereffe für diese Konzerte tonnte es nicht fehlen, wohl aber an Publikum, das auch bescheidene Eintrittspreise zahlt. Auch an dieser In dieser Aussprache wurde von allen Partelen mit einer Einmütigkeit, wie sie im Haushaltsausschuß nur selten zu verzeichnen ist, die schärffte Krifif an der gesamten Geschäfts- und Betriebsführung der Reichsbahn geübt. Auch die Finanzpolitit sei ebenso schroff zu verurteilen wie die Personalpolitik. Die Gesellschaft zable ihren leitenden Diret toren das Doppelte der bei der Reichsverwaltung üblichen Gehälter. Dazu tommen Repräsentationsausgaben in unerhörter Höhe. Die meisten Herren führen bauernd in Sonderzügen und man treibe geradezu Berschwendung. Auf der anderen Seite aber verlangt die Reichsbahngesellschaft Darlehen aus der Reichskaffe, d. h., von den deutschen Steuer zahlern. 144 Millionen find the schon aus Steuermiffeln übergeben worden, und man müffe fragen, ob das Reich dafür das Eigenfrumsrecht an entsprechenden Vorzugsaffien erhalten habe. Die von den leitenden Beamten getriebene Verschwendung stehe in fchreiendem Mißverhältnis zur fonftigen Personalpolitit. Die Gein schreiendem Mißverhältnis zur fonftigen Personalpolitit. Die Ge ſellſchaft richte eine Art Schredensherrfchaft auf, es fei unerhört, daß sie ihren Beamten selbst das Petitionsrecht an den Reichstag zu verwehren sucht. Das Syftem der Leistungszulagen sei nach jeder Richtung verfehlt und untergrabe jede Solidarität. Während der Schiedsspruch des Arbeitsministeriums für das Personal von der Gesellschaft abgelehnt wurde, weil angeblich ole erforderlichen 20 Millionen Mark nicht vorhanden sind, gab die Gesellschaft ihren leitenden Beamten Weihnachtsgratifitationen, deren Höhe nach der Anweisung in einem Rundschreiben geheimgehalten werden mußte. Den Arbeitern und unteren Angestellten werden dagegen Lohn herabsehungen durch Drohung mit Entlassung auf gezwungen. Die Frage, ob für die Hergabe der 144 Millionen entsprechende Borzugsaftien überwiesen seien, fonnte von den RegierungsStelle foll, da die Not der Künstlerschaft uns ans Herz greift, der Verfuch gemacht werden, Menschen mit musikalischen Sinnen für die Sonntagskonzerte des Sinfonie( und des Philharmonischen) Orchesters aufzurufen. Vielleicht ist dadurch das Aeußerste vermeid. bar, und ein in sich so fest getitteter Organismus wie das Blüthner Orchester wird in letzter Stunde noch gerettet, d. h. vor dem Ent. schluß bewahrt, lediglich durch Herumreifen in der Provinz, burch Spielen in Badeorten oder durch Berbingung an die Großmacht Rino sich selbst zu erhalten. Mit einem sehr anspruchsvollen, allerdings auch sehr inter effanten Konzert stellt sich Rose Walter wieder einmal folistisch der Deffentlichkeit vor. Die bekannte Sängerin ist in der Zeit ihres Schweigens nicht träge geblieben; ihre weiche, reizvolle SopranStimme ist voller geworden und stärker auf bas Ausdruchafte ein gestellt. Friß Stiedry dirigierte ein Rammerorchester, be ginnend mit der Berliozfchen Ouvertüre Die Flucht nach Aegypten", bie in ihrer einfachen Struktur mehr in die Kirche als in den Konzertfaal gehört, aber ftimmungsvoll überleitete zu der Pastoralfantate von Scarlatti. Das ist ein fehr verinnerlichter Schöngefang, herb und innig zugleich. In Händel- und Glud- Arien, bie Stiebry sehr distret vom Flügel aus begleitete, wahrte Rose Walter die gleiche Haltung: fie mußte fast ftets einer gewiffen Monotonte der Da- capo Arien durch Ausbau der Mufitlinie zu entgehen. Kleine Sinfonien und Serenaden von Milhaud, Hindemith, fowie ein neues Feder spiel" von Braunfels standen, fonstruierend mit vorklassischer Größe, des weiteren auf dem Programm. Der vor acht Tagen besprochene Klavierabend von Erwin Body bedarf infofern einer kleinen Berichtigung, als der hervor. ragende Pianist nicht Schüler von Busoni, sondern von Mayer. Mahr ist. Was von einer Erbschaft des Verantwortungsgefühls gesagt wurde, gilt also für Maner- Mahr, dem pianistischen Meister lehrer Bodkys. Um bei der Pädagogit zu bleiben: Johannes Belden sprach im Theatersaal der Hochschule zwei Stunden über Die phyfiologischen Grundlagen des Geigenspiels. Das Gefagte wurde sehr anschaulich durch Lichtbilder illustriert. Das Wesentliche deffen, was Belden neu gefunden haben will, ist in Kürze nicht zu referieren, so einleuchtend es auch flingt. In furzem wird er seine Forschungen und Erfahrungen in Form einer Broschüre vorlegen. . Bon den Sängerinnen der Woche gebührt Jenny Sonnen berg der Vortritt. Eine ungewöhnlich schöne Altstimme, an deren Rlangreiz man seine Freude hat und der bis zur außergewöhnlichen Bollendung mur noch eine Verstärkung der Tiefe fehlt. Italienische Arien von Astorga, Caldara, Bergolese und Händel trug die Sängerin mit Anmut und großer Sicherheit vor. Man darf die Künstlerin zu denen rechnen, von benen nicht zwölf auf ein Dugend gehen. Herta Glüdsmann ist noch nicht so weit. 3hr fehlt noch zur Sängerin von großem Format bie Ausgeglichenheit der Register und in der Höhe stört bie metallische Schärfe ihres Soprans. Dem. | gegenüber stehen mannigfache Borzüge, vor allem eine außer gewöhnliche Vortragsbegabung, ein startes, biegfames Stimmaterial und eine musikalische Einfühlung in die Vorlagen. Rein Zweifel, baß wir es mit einer Singbegabung zu tun haben, die auf einen gewiffen Rest von Erziehung noch einige Seit Gewicht legen muß, um in die Reihe der großen Sängerinnen aufzurüden. Ein Trioabend der Wiener Biolin, van den Berg und Buchsbaum zeigte die drei Spieler auf der Höhe einer Ensemble Es wäre, so erklärte der Minister unter dem Beifall des ganzen Ausschuffes, einfach nicht zu erfragen, wenn der größte Unternehmer Deutschlands aus der deutschen sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Gefehgebung losgelöst würde. Das werde hoffentlich auch das Reichsbahngericht, welches sich mit der Sache zu befassen hat, nicht verkennen. Die sämtlichen Fragen der Personalpolitit der Reichsbahn werden in einem besonderen Ausschuß des Reichstages zurzeit beraten. Ein erster Teilbericht für das Plenum liegt bereits vor. Binnen furzem werden daher alle die in Obigem mur furz angedeuteten, für weite Arbeitnehmerkreise fo bedeutungsvollen Fragen mit aller Ausführlichfeit in der Deffentlichkeit behandelt werden. Ein Arbeitgeber- Eingeständnis. Ein Abbau der Krankenversicherung. Die„ Deutsche Arbeitgeber- Bettung" beschäftigt sich in ihrer Nr. 3 mit den Kosten der Krankenversicherung und den Möglichkeiten ihrer Terringerung. Der Artikel zeigt, wie wenig die„ Deutsche Arbeitgeber Beitung" das Wesen der Sozialversicherung begriffen hat. Die Vorschläge zur Verringerung der Roften in der Krankenversicherung gipfeln in der Forderung nach einem Abbau der Bersie. rungsleistungen. Ueber diesen Unsinn, der auf Kosten der Boltsgesundheit Einsparungen herbeizuführen versucht, ist tein Wort zu verlieren. Die Vorschläge zeigen nur, wie wenig dieses Unternehmerorgan das ganze Problem durchdacht hat. Einsparungen fönnten in der Tat auch bei einem Ausbau der Versicherungsleistungen erzielt werden. Es müßte nur endlich der Anfang mit einer Bereinheitlichung und Neuordnung der gesamten Sozialverficherung gemacht werden. Die erste Stufe dazu wäre eine Zentralt. Jation der Krankenversicherung, wie das der Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vorsicht. Der Artikel enthält jedoch ein bemerkenswertes Eingeständnis. Nach der Denkschrift des Reichsarbeitsministeriums betrug im Jahre 1924 ber durchschnittliche Jahresbeitrag für den Versicherten bei den Ortskrankenkassen 55,42 m., bei den Betriebstrantentassen 75,59 M. Bei der Suche nach Ertlärungsgründen für die auffällige Tatsache des höheren durchschnittlichen Jahresbeitrages bet den Betriebstrantenfaffen, obwohl diese nicht durch persönliche Verwaltungstoften belastet sind, entschlüpft dem Verfasser des Artikels die Bemerkung, daß bei den Betriebstrantenfaffen bie Maßnahmen zum Schuge gegen eine ungerechta fertigte Inanspruchnahme ganz anders durchge. führt werden als bei den Ortstrantenfaffen. Ungerechtfertigte Inanspruchnahme ist in den Augen der Unternehmer, wenn der Versicherte die Leistungen der Krankenkasse in Anspruch nehmen will. Die Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" verrüt damit die tiefere Bedeutung der Betriebskrankenkassen für die Unternehmer. Die Arbeiter und Angestellten sollten bei der Sucht der Unternehmer, Betriebstrantenfassen zu gründen, die richtige Lehre daraus ziehen. leistung, die im Brahmsschen C- Dur Trio selbst durch das Auftrumpfen des temperamentvollen Pianisten faum in ihrer Einheit. lichkeit gestört wurde. Wiederum bezwang die Sicherheit und Musikalität des früheren philharmonischen Konzertmeisters van den Berg, und der Celloton von Buchsbaum war, wo immer er sich deutlich oder verstedt zeigte, eine einzige Labung der Sinr Graf Cudner erobert die deutschen Kolonien. Graf Luckner, der deutsche Seeheld", fährt mit einem Biermafter um die Erde, das deutsche Ansehen zu stärken und... die Kolonien wiederzugewinnen. Sie denten, ein Wig? Aber bitte, er hat es mir ja selber gefchrieben, aus Magdeburg, 28. Januar 1926! Rnorte, wat? Doch nicht weiterfagen! Ich darf mit. Allerdings ist das Geld noch nicht da; das wird erst gesammelt. Eigentlich sollte der Stahlhelm" der stedt nämlich dahintereine Lotterie veranstalten. Dazu gab es aber feine Genehmigung. Wissen Sie, wie wir es da gemacht haben?? Wir geben ,, Bausteine" heraus. Was das ist? Na so Papierchen mit einem Bildchen drauf. Stück 3 Mart, 1 Mart und 25 Pfennig. Die werden an den Schulen vertauft; zumal an den höheren. Die find ja meist so na, Deutsche Boltspartei und noch weiter rechts. Und wer die meisten Bausteine" verkauft, der darf mit. Umfonft, ja. Aber das Schiff ist doch schon da? Ja, gesehen habe ich es nicht, aber ich glaube... Und wenn die ganze Geschichte pleite geht? Ja, Geld). Und Sie fahren mit? dann dann hat der„ Stahlhelm die Berantwortung( und das Pst! Schiebung, Schiebung! Mas, eine Unverschämtheit, fagen Sie? Ja, haben Sie denn gar fein vaterländisch- völkisches Empfinden? Sie ärgern fich blok, daß Sie nicht mitdürfen. Kaufen Sie mir nur einen„ Baustein" ab, Sie fönnen die Fahne gewinnen, die über unserem( hoffentlich schon gebauten) Schiff geweht haben tönnte. Oder ein Bild der Seehelden" mit eigenhändiger... Eigentlich haben Sie ja recht, daß das die größte Un. verschämtheit ist, die fich die Stahlhelmträger feit langem geleistet haben. Aber die Schulen fallen ja immer auf solchen Schwindel rein, zumal die höheren. Wie? Sie glauben nicht? Ach, denken Sie doch: die vaterländische Begeisterung unserer Jungen", die GeSchichtslehrer forgen schon dafür( daß ich gratis um die Erde fahren tann). In zwei Jahren auf Wiedersehen! Troffis Krifit am ruffifchen Zelfungswesen. Unter dem Vorsitz Tropfis fand in Mostau eine Berfammlung von Herausgebern fomjetruffischer Zeitungen statt, um Maßnahmen für die inha'tliche und namentlich brudtechnische Verbefferung der in Sowjetrußland erscheinenden Blätter zu beraten. Dabei legte Trozti, um seine abfällige Kritik an der Aufmachung der Sowjetblätter zu bekräftigen, eine Nummer der swestija" vor, deren erste Seite ganze Felder mit fast unleserlichem Druck aufmies. Eine derartige Aufmachung Don offiziellen Blättern, die noch dazu in modern eingerichteten Drudereien hergestellt werden, fei- wie Trogti ertlärte einfach standalös. Schließlich schlug Trogfi vor, jeder Druckerei eine Nummer ber Times" zur Ansicht zu senden, weil man daraus lernen fönne, mie eine gute Zeitung aussehen muß. Senden, der Freigesprochene. Neue Enthüllungen über seine Mitwisserschaft. " Die Tatsache, daß der Oberhäuptling der Döbe riger Mordbuben, v. Senden, von der Dunkeltammer des Landgerichtsdirektors Bombe freigesprochen worden ist, benutzt der Verteidiger dieses begünstigenden Begünstigten, Rechtsanwalts Bloch, dazu, in der Hugenberg- Bresse ohne Preisgabe der Verschwiegenheitsverpflichtung zu versichern, der Prozeß habe zu völliger Klarheit des Fehlens jeglicher Berbindung zu einer Mörderzentrale" oder zur Reichswehr ergeben". Da die Kontrolle der Deffentlichkeit von dem Prozeß aufs peinlichste ausgeschaltet war, tann Rechtsanwalt Bloch vieles behaupten, was zu glauben mur die ohnehin dazu geneigten Hugenberg- Leser fähig sind. Um die Tätigkeit des frei gesprochenen Senden genauer fennen zu lernen, muß man öffentliches Verfahren machen. Das Berliner Tage blatt" erhält über diese Tätigkeit weitere Mitteilungen, die wir ihrer Bedeutung willen hier ausführlich wiedergeben: Der Schüße Pannier, der der Kompagnie Benn, der ersten Kompagnie des schwarzen Reichswehr- Bataillons Senden angehörte, war in Verdacht gefommen, ein Verräter zu sein und in seiner Kompagnie gestohlen zu haben. Auf der Schreibtube des Bataillons hat zwei Tage vor der Tat Oberleutnant v. Senden dem Kompagnieführer des Pannier, Leutnant Benn, zu fich befohlen und ihm den Auftrag erteilt, handfeste Leute zu befellen, die den Pannier unschädlich machen sollten. Darauf hat Benn den Feldwebel Stein und die Schüßen Aschentamp und Schirrmann auf die Bataillonsschreibstube befohlen. Während der Unterredung, die hier gepflogen wurde, war der Bataillonsfeldwebel Stegelberg anwesend. Senden befahl für den Abend dieses Tages eine Nachtübung, während der Schirrmann, Afchentamp und Stein verschwanden. Schirrmann begab sich nach Döberitz, wo er den Schüßen Pannier aus der Arrestzelle abholte. Aschenkamp und Stein hielten fich verborgen, um am nächsten Morgen nach dem Wäldchen zu gehen, wo sie die Tat ausführten. 3mei Tage später wurde Oberleutnant v. Senden von einem feiner Untergebenen auf der Schreibstube gefragt, wo Pannier fei. Der Untergebene hatte die Rapporte zu führen und mußte jeden Zugang und Abgang vom Bataillon dem Wehrfreisfommando 3 imelden. Senden gab zur Antwort: Ach was, der ist weg. Schreiben Sie einfach, daß er nach Spandau verfeht worden ist. Damit iff. war die Angelegenheit erledigt! Hieraus geht hervor, daß nicht nur Stegelberg, fondern auch der gestern freige sprochene Oberleutnant Senden von der Tat genaue Kennt nis gehabt hat. Der freigesprochene Oberleutnant v. Senden ist ferner an dem Fememord an dem Oberfeldwebel Wilms mefentlich beteiligt. Bilms fam aus Spandau, wo er in der dortigen Zitadelle die Bekleidungstammer verwaltete. Er wurde Feldewebel bei der dritten Kompagnie des Bataillons v. Genden. Bilms wußte, daß das Bataillon D. Senden der Schwarzen Reichswehr angehörte, was v. Senden seinen Unteroffizieren und Mannschaften stets verheimlichte. Er hielt sie in dem Glauben, daß fie reguläre Reichswehr seien. Wilms versuchte, eine Sicherung unter den Unteroffizieren zu schaffen, indem er eine ständige Bereinigung gründete. Er berief deshalb eine Bersammlung aller Unteroffiziere in das Rafino, an der auch alle teilnahmen, bis auf den Feldwebel Lista( der im Schweriner Fememorbprozeß zum Lobe verurteilt worden ist). Dieser erflärte, daß er die Teilnahme an der Versammlung nicht mit seinem Gewiffen vereinbaren tönne. 4 Am nächsten Tage, bei der Paroleausgabe, befahl v. Gen. den Wilms zu sich und fragte ihn nach der Versammlung im Stafino. Bilms erklärte:" Wir wollen eine Vereinigung gründen von Bertrauensleuten der Döberitzer Truppen. Zu deren Obmann bin ich gestern abend gewählt worden." Senden erwiderte: ,, Wir sind Truppen von 1914 und nicht Truppen von heute. So etwas verbitte ich mir ein für allemal. So etwas darf nicht ftattfinden." Milms nahm militärische Haltung an und ging ab. Als er die Bataillonsschreibftube verlassen hatte, gab Senden etnen zweiten Parolebefehl heraus, der Wilms von seinem Amt als Kompagniefeldwebel enthob. Außerdem sagte er zu Stegelberg: Den Wilms müffen wir heraus haben, Stehelberg, was machen wir da?" Der nächste Tag war ein Sonntag. Oberfeldwebel Wilms war am Nachmittag im Döberiger Rafino. Um 7 Uhr abends erschien der stellvertretende Bataillonskommandeur des Bataillons v. Senden. Schöller, auf der Bataillonsschreibstube und erflärte, er brauche fofort zwei Mann, um Wilms zu verhaffen. Daraufhin wurden zwei Mann von der Wache tommandiert, die feldmarschmäßig mit aufgepflanztem Bajonett antraten. Mit ihnen marschierte Schöller in das Kasino ab. Inzwischen zogen der gestern zum Tode verurteilte Feldwebel Stein und Oberfeldwebel Weifer fowie Unteroffizier Roten. busch von der 4. Stompagnie Senden in der Schreibstube 3ivil fleidung art. Sie gingen der Wache nach und verprügelfen auf dem Wege vom Rafino zum Lager den inzwischen verhafteten Wilms auf das furchtbarfle. Der halb Ohnmächtige wurde dann auf die Wachtstube gebracht und dort von zwei Mann mit aufgepflanzten Bajonetten bewacht. Oberleutnant v. Genden, der den Sonntag in Potsdam ver. bracht hatte, fam in der Nacht zurück und vernahm Bilms fo. fort wegen angeblicher Diebstähle! Da feine Arreststube vorhanden mar, wurde er in die Kompagnieschreibstube der dritten Rompagnie eingesperrt, die vergitterte enster hatte. Der Feldwebel dieser Kompagnie, Lichta, erklärte, daß Wilms bei ihm ficher(!) sei und so leicht nicht wieder rauskomme. Am Montag früh um 9 Uhr erschien Senden auf der Bataillonsschreibstube. Eine Ordannang ber dritten Kompagnie mel dete ihm, daß Wilms fich tranf gemeldet habe. Da tein Arzt im Lager anwesend war, befahl Senden den Sanitätsfeldwebel Schmidt zu sich und sagte zu ihm: Wilms hat fich frant gemeldet. Was fann man da machen? Medifamente haben wir nicht. Können wir ihm nicht etwas eingeben, daß er gleich genug hat?" Da Schmidt feine Meditamente befom men fonnte, telephonierte Senden gegen Mittag das Behrfreisfommando III an und bat um einen Offizier, der Wilms abhole. Am Abend dieses Tages kam der Oberleutnant Stantien nach Döberib, um Wilms abzuholen. Er ließ sich von dem Bataillonsfeldwebel Stegelberg einen Revolver geben und marschierte dann mit Wilms ab. Danach hat man von Wilms nichts mehr gehört, bis man feine Leiche aus der Havel fischte. In die Rapporte wurde eingefragen, daß er in Spandau auf Festung gefommen sei.... Aus weiteren Mitteilungen über den Fememord an dem OberIcutnent Sand und dem Wachtmeister Legener in Döberitz geht zum mindesten die Beteiligung des gestern im Mordprozeß Pannier mit Bewährungsfrist verurteilten und sofort aus der Haft entlaffenen Stegelbergs hervor. Stegelberg wußte, daß Sand verschwunden war und hat einen entsprechenden Vermerk in die Rangliste des Bataillons eintragen lassen. Als das Lager Elsgrund bei Döberiz aufgelöst wurde und das Bataillon Senden nach Potsdam, Rathenow, Frankfurt a. d. D., Züllichau und Schwerin verteilt wurde, hat Stegelberg die hinterlassen schaften des Legener, die auf der Wäschekammer standen, an fich genommen, Einen Teil der Sachen hat er in seiner Wehrt den Zerstörern! Eine Erklärung des Bundesvorstandes des ADGB. C. wenn möglich, in diese hereinzudrängen, um größeren Einfluß auf die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft zu bekommen. Wich tiger als der ganze Bolfsentscheid dünken ihnen die sogenannten der Gewerkschaften flott zu machen suchen. Einheitskomitees, die fie überall gründen und durch Heranziehung Bom Bundesvorstand des ADGB. wird uns geschrieben: Die Kommunistische Partei hat eine neue Rampfesfront auf getan, merkwürdigerweise gegen den ADGB. Sie fämpft unter der willkommenen Anlaß dazu fand sie in der Vermittlungsaktion, zu abgebrauchten Standdarte der proletarischen Einheitsfront. Den der sich der Bundesvorstand des ADGB. bereit fand, als es sich um die Schaffung eines übereinstimmenden Wortlauts des der BoltsWir warnen unsere Gewerkschaftsgenossen auf das entschiedenfle, entscheidung vorzulegenden Gesezentwurfs über die Fürsten auf diesen plumpen kommunistischen Schwindel hereinzufallen. enteignung handelte. Der Bundesvorstand hatte diese Vermittlung Es gibt feine Rampfgemeinfchaft zwischen Gewerks auf Anruf der beteiligten Parteien übernommen, da auch er fchaften und KPD., auch nicht in der Frage des Boltsentscheides. war die aktive Mitwirkung des Bundesvorstandes an dem Bolls- schaften, die Voltsabstimmung über die Fürstenenteignung voreinen solchen Volksentscheid wünschte. Mit dieser Vermittlungsattion Es ist Sache der politischen Parteien, nicht der Gemertentscheid erledigt. Die weitere Durchführung der Attion ist eine zubereiten und durchzuführen. Angelegenheit der Parteien, nicht der Gewerkschaften. Gewiß haben die Gewerkschaften ein Interesse daran, daß der Wolfsent scheid erfolgreich durchgeführt wird und zum Siege gelangt. Aber ihre Mitglieder sind auch politisch organisiert und in ihren Parteien tätig. Man darf von ihnen erwarten und verlangen, daß sie dort für die Verwirklichung des der Volksabstimmung unterbreiteten Programms wirken werden, ohne die Kräfte der bereits durch die Wirtschaftskrisis in Mitleidenschaft gezogenen Gewerkschaften dafür in Anspruch zu nehmen. Anders denkt die Kommunistische Partei, die fremder Krüden bedarf, um wieder auf die Beine zu fommen. Ihr war die Frage der Fürstenenteignung nur eine der vielen Parolen, die ihrer Agitation dienten. Als nun diese eine Parole attuell murde und etwas auf diesem Gebiet geschehen mußte, schrié fie plötzlich nach der Einheitsfront mit den Gewerkschaften. Es war schwer, ihr begreiflich zu machen, daß der ADGB. für solche Rinterlichen nicht zu haben sei. Für ein ehtliches Zusammenwirken kommt die APD. überhaupt nicht in Betracht, das hat uns die Vergangenheit genugsam gelehrt, und für eine andere Einheitsfront muß sich der ADGB. bedanten, denn Schma roger und Barasiten pflegen unangenehme Bett- und Lebensgenossen zu sein, die nicht das gemeinsame Wohl, sondern nur den eigenen Borteil auf Kosten ihres Wirts im Auge haben. In den Vermittlungsverhandlungen der Parteien wurde ausdrücklich vereinbart, daß die Gewerkschaften die Durch führung der Boltsentscheidungsaktion den Parteien über lassen und daß jede Partei diesen Kampf felbständig führen werde. Die Gründung von Einheitskomitees dürfe nicht flattfinden. Troß dieser Vereinbarung treten die Kommunisten aller orts mit solchen Einheitsfomitees auf den Plan. Sie mißachten damit das Abkommen über die Durchführung des Boltsentscheides. Aber hat sich die KPD. jemals an Abmachungen gehalten? In der Tat wollen die Kommunisten die Boltsentscheidungs. aktion nur dazu benutzen, sich an die Gewerkschaften heran- und Wohnung verbrannt. Den Mantel des ermordeten Legener bat Frau Stekelberg färben lassen! Wir fragen die Justizverwaltung öffentlich, ob die hier mitgeteilten Tatsachen dem Schwurgericht bekannt geworden. find, ob es die notwendigen Beweiserhebungen felbft an geordnet hat, und welche Gründe es trotzdem veranlaßten, den Angeklagten Senden freizusprechen! Die peinlichste Nachprüfung der dem B. T." gewordenen, leider nur allzu glaubhaften Einzelschilderungen ist eine Not wendigkeit, der sich zumindest die Staatsanwaltschaft nicht entziehen darf. Was hat sie bisher unternommen, um diese und die Angaben der Frau Stein auf ihre Wahrheit und Wahrscheinlichkeit zu untersuchen? Reichsverfassung gibt's nicht! Wenigstens nicht in Mecklenburg. Aus dem deutsch nationalen Musterlande medlen. burg- Schwerin wird uns geschrieben: In Bismar, Kellergasse 9, setzt man einen arbeitslosen Elektroingenieur aus dem„ Bruderlande" Desterreich 3 Tage fest, weil er aus religiösen Gründen den Eid verweigert. Auch hier, wie neulich in Tempelhof, wird die tonfessionslose Formel unter ichlagen, im Rafernenhofton schnauzt der Borsigende den Zeugen an:„ Schwören Sie!" und statt Belehrung folgt das Urteil: 30 Mt. oder 6 Tage! Erst eine Beschwerde mildert das auf die Hälfte. Nun gut, er geht ins Loch. Bei 6 Grad Kälte täglich 5 Brifetts. Leftüre wird verweigert. Der halbstündige tägliche Spazier. gang wird verweigert: es feien ja„ bloß drei Tage". Das Klofett zwingt zum Offenhalten der Fenster. Dabei ist die Belle schon mit einem Untersuchungsgefangenen belegt; Strohjad und Dede bildet das Notlager für den zweiten. 8 Daß es den Kommunisten nicht um den Boltsentscheid, fondern nur um ihren proletarischen Einheitsfrontrummel" zu tun ist, beweist ein Rundschreiben, das sie an die Gewerk. haften in Rheinland- Westfalen geschickt haben. In diesem Schreiben wird die proletarische Einheitsfront, vor allem für die gewerkschaftlichen Kämpfe, verlangt, um die Offensive des Unternehmertums abzuwehren. Es werden für die gegenwärtige Krisenperiode Wirtschaftstämpfe auf breitester Basis und in engster Berbindung mit den Erwerbslosen verlangt, die in fürzester Zeit über ganz Rheinland- Westfalen auszudehnen seien, um so die Offensive der Kapitalgewaltigen zum Stehen zu bringen. Der eigentliche Zweck der Einheitsfomitees ist also: Wilde Streifpropaganda mit Hilfe der Erwerbslosen. Da die Rommunisten bei den Gewerkschaftsleitungen tein Glück damit haben, suchen sie wieder einmal die Betriebsräte größerer Werke für ihre Machenschaften einzufangen. Wir warnen auch die Arbeiterschaft und ihre Vertretungen in den Betrieben ernstlich vor diesem Einheitskomiteeschwindel. Wer in diefen Komitees mitwirft, verläßt die gewerkschaftliche Einheit des ADGB., die keiner Ergänzung durch die Kommunisten bedarf. Auf dem Gebiete der Abwehr des Unternehmertums haben die Gewerkschaften allein zu bestimmen. Da hat jede Verhandlung mit der Kommunistischen Partei auszuscheiden. Weder für den Boltsentscheid, noch für den gewerkschaftlichen Kampf bedürfen wir der Einheitskomitees. Wer ihrer bedarf, das sind einzig die Kommunisten, und wer ihnen dabei hilft, der schäbigt die Gewerkschaften! Wir fordern.die gewerkschaftlichen Instanzen aller Berbände, die Bezirkssekretäre und Ortsausschüsse auf, dem neuen Einheitsfrontschwindel in der schärfften Weise entgegenzutreten. Es ist ein Standal, daß die Kommunisten angesichts des auch von ihnen ge wollten Boltsentscheids nichts Besseres zu tun haben, als um parteipolitischer Zwecke willen den Kampf in die Gewerkschaften zu tragen. Wenn die Voltsbewegung darunter leidet, fällt alle Verantwortung dafür auf sie zurück! Die Thüringische Parteijustiz. Schwere Anklagen im Rechtsausschuß des Landtags. Aus Thüringen wird uns geschrieben: Im Justizuntersuchungsausschus wurde die Ber nehmung des Oberstaatsanwalts Frieder fortgefeßt. Nach den das größte Aufsehen erregenden Anklagen des gemaßregelten Frieders bemühte sich der Regierungsvertreter, zunächst die Glaubwürdigkeit Frieders herabzumindern. Dazu hat man eine angebliche un richtigkeit Friebers bei seiner Namensänderung ausgegraben. Frieders stempelte das als Unwahrheit. Dann aber bemühten sich fünf Juristen, ihn in Widerspruch zu verwickeln. Dabei mußte es aber dem ehemaligen Regierungsvertreter passieren, daß er den Brief Frieders vom 5. September 1925 an den Juftizminister, in dem Frieders die Strafverfahren gegen Loeb als zu Unrecht politisch aufgezogen" bezeichnete, als vernichtenden Schlag gegen Frieders wirten laffen wollte tatsächlich ist das Beweis dafür, daß Frieders schon frühzeitig gewarnt hat, ehe er in die Deffentlichkeit ging. Für den politischen Mißbrauch der Staatsanwaltschaft führte Frieders zusammenfassend folgende Tatsachen an: 1. In dem Hermann- Prozeß wurde die infamierende Anflage wegen Bereicherung fallen gelassen. 2. Die Anklage wegen der sogenannten Waffenschiebung wurde ebenfalls fallen gelaffen. 3. Ein Untreueverfahren gegen den Minister von Brandenstein sei eingestellt worden. 4. Ebenso das Attenvernichtungsverfahren gegen Loeb. 5. Im Meineidsprozeß hat Loeb freigesprochen werden müssen. Zu diesen Tatsachen gesellt sich noch eine Reihe von Dienst. Der andere, der in Untersuchung ist dann freigesprochen wird, straffachen, die zweifellos aus politischen Motiven eingeleitet ein polnischer Schnitter- schließlich auch ein Mensch), will nach und durchgeführt worden sind. Für den letzten Hermann Prozeß Hause schreiben, dazu sich 10 Pfennig für Porto verdienen. Er müffe eine Tatsache herangezogen werden, die auch für das Loebbekommt Arbeit": halbverfaultes Tauwert, in der Seestadt ein Berfahren Bedeutung habe, nämlich ein persönlicher Besuch billiger Artikel, aufzulösen: mit dem peftilenzialisch stinkenden Inhalt des Finanzministers Dr. Don Rlüchner bei ihm. werden die Schlaffäde gefüllt! Und für diese Tätigkeit täglichhner hat ihn dabei in ganz beftimmter Richtung zu beeinflussen versucht. Weiter habe das Finanzministerium noch in andere 1ich fünf Pfennig Bergütung.s fchwebende Berfahren eingegriffen, so daß Frieders fich zum Gehilfen für die politischen Prozeffe machen mußte. 3ch ließ mich beffimmen und mußte mich bestimmen laffen, da man zu verurteilen wünschte. Freitags tommt die Kontrolle, da wird dann Parade gefocht, flatt der wäffertgen Brühe gibt's dann nun, Gänsebraten wohl nicht. Aber der arme Defterreicher sitt von Montag bis Mittwoch, den großen Tag erlebt er nicht mehr. Bu anständig sich zu beklagen, verschwindet er, verläßt den heiligen Boden Mecklenburgs, Preußens, Deutschlands. Und der reichsdeutsche Freund darf der Deffentlichkeit die Frage vorlegen: 3ft das Strafvollzug? Sühne, Besserung" oder stumpffinnige Rache? Ueber die Veranstaltung der„ Ciberalen Vereinigung" hatte das ,, Berliner Tageblatt" mit teinem Wort berichtet. Die Kreuzzeitung" führt das auf den Umstand zurück, daß Theodor Wolff, der Chef redakteur des B. T.", zu jener Veranstaltung nicht eingeladen gewesen sei. Diese Nichteinladung und die Eingeweihtheit der Kreuz " Liberalen Vereinigung" registriert zu werden. Beitung" in die internen Vorgänge verdient, zur Kennzeichnung der In der weiteren Bernehmung stellt sich heraus, daß der Justizminister Leuthäuser Frieders noch am Vorabend des großen Loeb Brozesses gelobt und ihm in anderem Zusammenhang eine Stelle als Oberlandes. gerichtsrat in Aussicht gestellt hat. Frieders betonte zum Entsetzen des Vertreters der Volkspartei, daß er der BoltsPartei angehört und sie nur wegen der Aufwertungsfrage verlassen habe; noch heute sei er nationalliberal. Im Zusammenhang mit den Verfuchen einiger Abgeordneter, die Spannung fennzeichnender Zwischenfall: Der Sozialdemo Friebers auf gewünschte Antworten festzulegen, ergab sich dann ein frat Dr. Rieß sagte: Frieders nimmt es eben mit seinem Eide genau!" Das bezog ein völtischer Abgeordneter, dem ein meineidsverfahren in Zusammenhang mit einer privaten Affäre in Aussicht steht, als Spize auf sich und schlug dem Dr. Kieß in den Rücken. Als sich die Linke zur Wehr sehen wollte, war der Jm Bevö terungspolitischen Ausschuß des Reichstags wurde am Mittwoch der§7 des Gefeßentwurfs zur Bekämpfung der Geschlechtstrantheiten angenommen. Danach soll die Behandlung Geschlechtstranter nur approbierten Aerzten gestattet sein. Die Vertreter der Sozialdemokratie und der Kom muniften berlangten ohne Erfolg die Zulassung von Naturheilvölkische Herr aber auch schon aus dem Zimmer gefprungen. Er fundigen. Der oftpreußische Provinziallandfag bollzog die Wahlen zum Staatsrat Es entfielen auf die Liste des Preußenblods Frei herr von Gahl( Dnatl. und Dt. Boltspartei) 44 Stimmen und drei Mitglieder zum Staatsrat, auf die sozialdemo Iratisde gifte Borowifi 31 Stimmen und zwei Mitglieder, auf die gentrumslifte 12 Stimmen und lein Mitglied. wurde aber noch formell auf einen Tag aus der Sizung aus. geschlossen. Später ergab sich, daß Friebers Aussagen höchstwahrscheinlich zu disziplinaren Antlagen gegen ihn verwendet werden sollen. Das Hochverratsverfahren gegen Mahraun und Bornemann ist, wie der Jungdeutsche" meldet, eingestellt worden. Gewerkschaftsbewegung gefährlich bezeichnet. Es wird dann zum restlosen Zusammenschluß aller Eisenbahner aufgefordert und an die Deffentlichkeit und die gesamte Arbeitnehmerschaft appelliert. Der Konflikt bei der Reichsbahn. Ein neuer Schiedsspruch für das Bankgewerbe. Die Gewerkschaften reichen die klage ein. Am gestrigen Mittwoch haben unter dem Vorsitz von Ministerial rat Sizler im Reichsarbeitsministerium Besprechungen über den Konflikt bei der Reichsbahn stattgefunden, der bekanntlich durch die Weigerung der Reichsbahngesellschaft, den vom Reichsarbeitsministerium als verbindlich erklärten Schiedsspruch durchzuführen, entstanden ist. Der Vertreter des Reichsarbeitsministers vertrat die Auffassung, daß das Reichsbahngericht, das bekanntlich von der Reichsbahngesellschaft in diesem Streit angerufen worden ist, überhaupt nicht zuständig sei. Nach Ansicht des Reichsarbeitsministeriums liege der Lohnstreitfall so, daß die Gewerkschaften nur die zuständigen 3ivilgerichte anrufen tönnten, und daß die Arbeitnehmer zur Verteidigung ihrer Interessen dort gegen die Reichsbahn auf Leistungserfüllung, d. h. auf die Zahlung der im Schiedsspruch vorgesehenen höheren Löhne lagen müßten. Die Gewerkschaften treten heute zusammen, um ge meinsam die Klage gegen die Reichsbahngesellschaft zu formulieren. Inzwischen scheint die Reichsbahngesellschaft selbst einen Ausweg zu suchen. Wie wir erfahren, hat eine Verhandlung zwischen der Reichsbahn und den Gewerkschaften stattgefunden, in der die Reichsbahn den Vorschlag machte, daß man über eine Erhöhung der Drislohnzulagen beraten wolle, ohne daß jedoch der verbindliche Schiedsspruch zur Grundlage der geplanten Erhöhungen gemacht werden soll. Die Reichsbahn wolle vielmehr von sich aus ein„ Entgegenkommen" beweisen. Die Gewerkschaften haben zu diesem Vorschlag Stellung genommen und sind zu der Ansicht gelommen, daß man von dem bisherigen Rechtsstandpunkt nicht abgehen könne, daß also zunächst eine Anerkennung des vom Reichsarbeitsminister verbindlich erklärten Schiedsspruches durch die Reichsbahn erfolgen müsse. * In einer außerordentlich start besuchten Eisenbahnerversamm lung, die gestern im Schweizergarten stattfand, gab der Vorsitzende des Einheitsverbandes Franz Scheffel ein Bild der Lage. Ausführlich werden wir über diese Darlegungen heute abend berichten. Nur so viel sei hervorgehoben, daß er darauf hinwies, daß dieser außerordentlich ungünstige Schiedsspruch nur unter dem Druck der Wirtschaftslage von den Eisenbahnern angenommen worden sei, daß aber von der Reichsbahn unter dem Einfluß der Schwerindustrie die Durchführung dieses Schiedsspruches, obwohl er für verbindlich erklärt worden ist, abgelehnt wurde. Die Alarmnachricht von einem Demonstrationsstreit sei unzutreffend. Jedenfalls hat diese Nachricht zur Folge gehabt, daß die Reichsbahn zur Abwehr des Streits den Bahnschuß mobilisiert habe. Da die soziale Bulage in Wegfall gekommen sei, erfordern die Mehraufwendungen infolge des Schiedsspruches nur zirka 12 Millionen jährlich. Nach einer lebhaften Debatte gelangte eine Resolution zur Annahme, in der gegen die Entrechtung der unteren Beamtenschaft protestiert wird. Die Bestrebungen, den unteren Besoldungsgruppen die Unkündbarkeit zu nehmen, verstoßen gegen Treu und Glauben. Die Regierung wird aufgefordert, die Rechte der Eisenbahnbeamten vor der Willtür der Reichsbahngesellschaft zu schüßen. Protest erhoben wird auch gegen die Sabotage des Schlichtungswesens. Das provokatorische Berhalten ter Reichsbahngesellschaft wird als wirtschafts- und staatsDas alte„ unannehmbar" der Bantleifungen. Wie der Allgemeine Verband der Deutschen Bankangestellten mitteilt, wurde gestern im Reichsarbeitsministerium ein Schiedsſpruch gefällt, der erstens die Verlängerung des Tarif mantels bis zum 28. Februar 1927, zweitens eine Gehalts. erhöhung für Januar um 4 Proz., ferner für Februar bis ein schließlich September um 5 Proz. gegenüber den bisherigen Säßen, drittens eine Arbeitszeitregelung bis zum 1. Oftober 1926 borsieht. Bis zu diesem Zeitpunkte fann die tarifliche Wochen arbeitszeit von 46 Stunden im Bedarfsfalle auf 521, bat. 54 Stunden erhöht werden, mit der Maßgabe, daß wöchentlich 6%, leber stunden ohne Bezahlung zu leisten sind! Der Vertreter des Bankenverbandes erklärte sofort nach Verfündung dieses Schiedsspruches, daß derfelbe für die Banten un annehmbar sei!! Die Erklärungsfrist läuft bis zum 8. Februar d. J. das Die Maler und die Arbeitslosigkeit. BerDie Ausführungen des Redners wurden durch die folgenden Diskussionsredner bestätigt und durch typische Beispiele ergänzt. Ein jugendlicher Kommunist versuchte, eine Schimpftanonade auf die Gewerkschafts- und SPD.- Führer loszulassen, fand aber bei den Versammelten feinen Anklang. Der Referent sette ihn in seinem Schluß wort den Kopf zurecht. " Zustände bei Siemens." Zu der Schilderung, die wir in Nr. 53 des„ Borwärts" mit dieser Ueberschrift wiedergegeben haben, erhalten wir vom Angestelltenrat im Dynamowerf eine abweichende Darstellung. Meister Robrahn habe versucht, die Ueberstunden auf ein Mindestmaß herabzudrücken, habe aber an dem betreffenden Tage auf der Leistung der neunten Arbeitsstunde beſtehen müssen, da die Reinigungsarbeiten keinen Aufschub erduldeten. Der Heizer G. sei darüber besonders erregt gewesen. so daß ein Wortwechsel entstand, der zu Tätlichkeiten ausartete. Meister R. sei als besonnener Mensch bekannt. Der Heizer habe zuerst mit einem Holzpantoffel auf ihn losschlagen wollen und habe den Meister so übel zugerichtet, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Da über die Vorgänge in dem Baderaum Aussage gegen Aussage steht, müssen wir die Klärung des Sachverhalts den weiteren Schritten der Beteiligten überlassen. Um die Löhne im Kalibergbau. Bochum, 3. Februar.( Eigener Drabtbericht.) Die Arbeiter haben den vom Reichsarbeitsminister gefällten Schiedsspruch für den Kalibergbau, der eine geringfügige Lohnerhöhung für die unteren Gruppen vorsiebt, abgelehnt. Die Arbeitgeber haben Verunteren Gruppen vorfiebt, abgelehnt. Die Arbeitgeber haben Verbindlichkeitserklärung beantragt. 1500 Bergarbeiter entlaffen. Effen, 3. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Auf der Zeche Kaiserstuhl I und II" find über 1500 Bergleute entlassen worden. Wenn auch die Zechenverwaltung etwa 9 Proz. der Entlassenen vorläufig weiterbeschäftigt, so ist diese neue Massenentlassung doch ein schwerer Schlag für Hunderte von Arbeiterfamilien, die zu den wirtschaftlich schwächsten Teilen der Bevölkerung zählen. Der Verband der Maler hatte zum Dienstagabend nach dem Gewerkschaftshaus eine Mitgliederversammlung einberufen, die sehr gut besucht war. Genosse Klotz referierte über das Thema„ Gewerkschaften, Arbeitslose, Arbeitsbeschaffung". Er verwies zunächst auf den Artifel 163 der Reichsverfassung, wonach jeder Deutsche das Recht auf Arbeit oder auf ausreichende UnterStüßung während der Arbeitslosigkeit habe. Bei der jezigen großen Arbeitslosigkeit fönne jedoch von einer ausreichenden Unterstügung der Opfer der kapitalistischen Wirtschaftsführung nicht die Rede sein. Der Redner ging dann auf die verkehrte Unternehmerpolitik ein, die durch Abbau der Löhne und Verlängerung der Arbeitszeit die Wirtschaftskrise zu beheben suchten, anstatt durch beffere Entlohnung die Kauffraft der Arbeiterschaft zu heben. Auch die Unternehmer des Malergewerbes blasen jetzt in dasselbe Horn wie die großen Unternehmerverbände. Sie haben den Reichsmantelvertrag gefündigt, um eine längerung der Arbeitszeit während der Sommermonate auf neun Stunden und auch eine weitere Staffelung der Lohnsätze zu ungunsten der Arbeiter durchzusetzen. Die Organisation ist schon lange bemüht, dem Malergewerbe den Saison charakter zu nehmen und für die Maler auch während der Wintermonate Beschäftigungsmöglichkeit zu schaffen. Die Arbeiten während der Gerichts- und Schulferien und dergleichen fönnten auch ganz gut während der Wintermonate ausgeführt werden. Leider sind die dahingehenden Bemühungen der Organi sation bis jetzt ohne Erfolg geblieben. Der Redner ging dann auf Schluß der Tagesordnung: ,, Was Lukanga Mukava in Deutschland sah". die Verteilung der Hauszinssteuer ein, deren Ertrag nur zu einem Bruchteil für den Wohnungsneubau verwendet wird. Durch eine gerechtere Verteilung der Hauszinssteuererträge an die Gemeinden könnte die Bautätigkeit um ein Vielfaches belebt werden und die Arbeitslosigkeit ganz bedeutend eingedämmt werden. Vom Baugewerbe hängen nicht nur die Bauhandwerfer, fondern auch alle anderen Berufe ab. Es muß Aufgabe der Gewerkschaften sein, diese Mikstände mit Hilfe ihrer parlamentarischen Vertreter zu beseitigen. Als dringendste Hilfe für die Arbeitslosen muß aber gefordert werden: Erhöhung der Erwerbs= losenunterstützung, Einführung der Kurzarbeiter unterstüßung, Inangriffnahme von Notstandsarbeiten in größerem Umfange, als es bisher geschieht, und baldige Verabschiedung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes. Auf der Baustelle Alemannen Achtung, Stuffateure! alle 10 am Reichsfanzlerplay führt das Baugeschäft Albert Wolfgram für das Baugeschäft Amberka die Da die Firma mit der Lohnzahlung im RüdStudarbeit aus. stande geblieben ist, werden die Kollegen hiermit vor ArbeitsDer Baugewerksbund. aufnahme gewarnt. 3dA.- Bezirksversammlungen 1926.1 Montag, den 8. Februar. Röpenid: Reſtaurant Autopeter, Berliner Str. 27, Beginn 7½ Uhr. ,, Steuern Rölle Breisabbau." Referent: Kollege Bruno Lache. Zum Botsdam: Versammlungsanzeige erfolgt durch direkte Einladung. Tegel, Tegelort, Borfigwalde, Heiligensee. Die Versammlung findet erst am Mittwoch, den 10. Februar, ftatt. Tapezierer der Magazin-, Matraken- und Eisenmöbelarbeiterbranchen. Freitag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, JahresbranchenversammDie Branchenleitung. lung. Erscheinen aller ist Pflicht. Deutscher Wertmeisterverband, Bezirksverein Berlin 15, Papierindustrie. trag von Frau Reichstagsabgeordnete Bohm- Schuch. Freitag abend 6 Uhr Bersammlung mit Damen im Klubhaus, Ohmstr. 2. VorBerantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaq G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei und Verlaasanstalt Baul Sinaer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen ,,, Unterhaltung und Wissen" und Frauenstimme". Bettwäsche Deckbettbezug 5.90 aus Linon, 118X200 cm Deckbettbezug aus Linon, 130x200 cm 6.90 Kissenbezug aus Linon, 80X80 cm 1.75 Laken aus Haustuch, 4.50 150225 cm.... Laken Halbleinen, 150X220 cm 5.75 Laken aus Daulas 7.00 160 245 cm....... Garnitur= 1 Deckbettbezug 130x200 cm, 2 Kissenbezüge 80 × 80 cm, aus1 gestreiftem Satin 16.50 Kissenbezug an 3 Seit. m.Langette 2.50 Kissenbezug reich gestickt, 3.75 80 × 80 cm. fsrae BERLIN C. KÖNIGSTR, SPANDAUERSTRASSE NI Damenkleidung Jumper- Bluse Tisch- u. Hauswäsche weißer Voll- Voile 2.90 Tischtücher halbl. Jacquard Kleid weißer Voll- Volle mit echtem Filet- Einsatz.. Kleidweiß.Voll- Voile, mit Stick.reich verziert. 130X 160 130X 4.45 130cm 130225cm 3.75 8.75 160cm 6.25 330cm 11.90 Servietten 60x60 cm 0.80 14.50 Kleiderstoffe Hohlsaum- Tischzeug 3 Serien: Reinwollene Stoffe außergewöhnlich preiswert Wollmusselin aparte Druckmuster Kammg.- Schotten neue Farben...... Kammgarnserge 125 cm... Mtr. 1.95 Seidenstoffe Bastseide reine Seide sego, Mr. 2.30 Taft in hellen Farben für Tanzkleider 85 cm. 3.60 ..Mtr. 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Kanten 125X160 cm mit 6 Servietten..... 150-225 cm 5.75 mit 12 Servietten... 10.80 Reinlein.Diaper 45X100 cm Reinleinene Wischtücher weiß Diaper mit eingewebten Inschriften in roten Kanten 60 15m 1.20 60 0.95 75 cm auf Kochelstoff, bunt echtcm 130130cm Kaffeedecke farbig bedruckt. 130 × 160cm 4.75 3.95 Damenwäsche Taschentücher mit eingesticktem Buchstaben Damentücher Makobatist mit Hohlsaum u. Medaillon 35 cm........ 3 Stück 1.15 Herrentücher Makotuch mit Taghemdm.Hohlsaum und Langette 1.35 Taghemd m. Stickerel- Elns. 1.95 Nachthemd mit Stick. 2.90 Nachthemd im Rumpf gestickt. 3.25 Garnitur Taghemd u. Beinkleid mit Stickere 4.80 Beinkleid mit Stickerel- Ans. 1.85 Bandkante, gebrauchsfertig, 47 cm..3 Stück 1.65 Kindertücher mit farbigen Kanten und farbig gestickt, 30 cm, 3 Stück Ein Posten: 0.70 Reinwolle- Kaschmir 2.25 Prinzeßrock mit Stick. 3.25 Reinleinene Batisttücher Unterhemdchen für Damen, 75 cm, mit kurzen Ärmeln 0.75 Herren- Beinkleider echt Mako, Mittelgröße. 3.75 Hemdhose m.Stickerei 3.50 Morgenhaube Batist mit Spitze... 0.65 mit Hohlsaum 28 cm ..... 3 Stück 0.95 Klöppelspitze 2-10 cmbr. Mr. 0.100.30 SCHULPIGH Wäschestoffe Madapolam 80 cm ..... Mr. 0.45 Renforcé 80 cm.. Mtr. 0.55 Linon für Bettbezüge 130cm 1.45 80 cm Mr. 0.85 Gestreift Satin für Bettbezüge 130 cm 2.25 80 1.30 Mr. Damast für Bettbezüge Mtr. 80 cm 130 cm 2.650cm Mtr. Mr. 1.65 Perkal vorzügliche Qualität für Hemden und Blusen 80 cm Mr. 0.65 Bettdecken 150 210 cm..... Weiße Pikeebettdecken gebogt oder mit Fransen 8.30 Weiße Ripsbettdecken gebogt oder mit Fransen 9.70 150 210 cm...... Steppdecke doppelseitig Satin mit guter Füllung 150x200 cm 18.50 Daunendecke Prima Satin mit weißen Gänsedaunen Nahtdichtung, 150X200 89.00 Gardinen Halbstore Etamine mit handgearbeitet. Motiven 5.00 Halbstore Etamine mit Filet- antique- Fries u.Spitze 8.75 Mullgarnitur gold od. grün gestreift mit Volant 7.50 Garnitur gewebt mit breiten Schals Madras mehrfarbig 9.00 ca. 125 cm breit... Mtr. 1.65 F Nr. 57 43.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Berlins Notstandsarbeiten. Die gestrige Besprechung mit der Regierung. 3 Gestern fand im Breußischen Ministerium für Bolfswohlfahrt| rem Umfange erweitert. Zunächst sind zu nennen die Arbeiten für bie Sigung ftatt, die sich mit den Notstandsprojetten Der die Fertigstellung der bereits im verflossenen Jahre begonnenen Stadt Berlin beschäftigte und an der neben den Bertretern der Neubauten von vier großen Umspannwerfen, der völlige in Frage kommenden Reichs- und Staatsministerien von der Stadt Umbau des Kraftwertes Charlottenburg, die Er außer dem Oberbürgermeister und dem Kämmerer noch die Stadtweiterung des Kraftwertes Rummelsburg, der räte Brühl, Hahn und Buty teilnahmen. Der Antrag auf Mauerstraße in Umspannwerte, die Erweiterung emer Umbau der alten Kraftwerte Rathausstraße und Förderung besonders geeigneter Hoch- und In Reihe von Unterstationen, sowie die Aufstellung neuer Be genieurbauten mit achtzig Prozent der Gesamtkosten wurde triebsmittel in faft allen Stationen der Werke. Auf diesen Baustellen abgelehnt. Die Zuschüttung des Luis en städtischen werden noch längere Zeit viele hundert Arbeiter Beschäftigung haben. Kanals, der Bau der AEG. Schnellbahn, sowie die Her. Weiterhin wurde im Sommer des vergangenen Jahres der Bau richtung von Sport- und Spielplägen( darunter das große des Großfraftmertes Rummelsburg begonnen. Die Projekt der Rehberge) wurden als Motstandsarbeit an Arbeiten werden sich bis in den Winter 1926/27 hinziehen. Es per erfannt. Ueber die Zahl der zur Hergabe eines Darlehens als den dort nahezu 1000 Arbeiter Beschäftigung haben, ungeGrundlage dienenden Tagewerte tonnte feine sofortige Einigung errechnet die große Zahl der Arbeiter, die in den zuliefernden In zielt werden, jedoch soll in den allernächsten Tagen nach nochmaliger Schließlich wird in aller Rürze mit den Bauarbeiten für die ieht dustriewerkstätten auf lange Zeit hinaus Arbeit haben werden. Prüfung durch die in Frage tommenden technischen Stellen hierüber beschlossenen Bauaufgaben begonnen werden tönnen, wodurch eine Entscheidung gefällt werden. wiederum Arbeitsgelegenheit für weitere viele hundert Arbeiter geschaffen werden wird. Eine große Anzahl der zu leßtgenannten Ob jeften benötigten Maschinen und Apparate ist bereits bei den in Frage tommenden Firmen bestellt und in Arbeit genommen. 30 Millionen Mark gefordert. Der Magistrat hat an den Oberpräsidenten folgendes Schreiben gerichtet: Die tatastrophale Lage des Wohnungs- und Arbeits. marftes verlangt gebieterisch die weitgehende Inangriffnahme des Wohnungsbaues, und zwar sobald die Witte rung es zuläßt, mas voraussichtlich von Mitte Februar des Jahres ab der Fall sein dürfte. Da zurzeit die Mittel aus dem Hauszinssteuerauftommen 1925 bereits restlos ver. geben sind und Ende Mai erst wieder neue Mittel, und zwar nur das Monatsaufkommen von April, das rund fünf Millionen Reichsmarf beträgt, zur Verfügung stehen, so liegt auf der Hand, daß, praktisch genommen, ein großer Teil der besten Bauzeit, nämlich von Mitte Februar bis Anfang Juni, für den Wohnungsbau vollständig verloren sein wird, und daß bis Anfang Juni die Bauhandwerker in der weitaus größten Zahl deshalb Er merbslofenunterſtügung beziehen müssen. Auch in der Zelt von Anfang Juni bis Auguft ist infolge der inzwischen unzureichend auf. getommenen Mittel nur das Ansegen eines Drittels derjenigen Arbeiterzahl möglich, die angesetzt werden könnte, wenn gleich zu Be ginn der Bausaison bereits ein größerer Teil der während des Gefchäftsjahres aufkommenden Hauszinssteuermittel zur Verfügung Stehen würde. Erst gegen Ende des Jahres, d. h. von Oktober ab, wird die Bautätigkeit den Umfang aufweisen können, der im Hinblid auf die vorhandenen Arbeitskräfte bereits zu Beginn der Bauperiode möglich wäre. Die vorstehend geschilderten Berhältnisse sind mit Rücksicht auf die heutige Wohnungsnot und die herrschende Arbeitslosigkeit für die Berliner Bevölkerung unverständlich und auch untragbar. Dies ist auch im Haushaltsausschuß der Stadt Berlin in schärffter Weise von einer Reihe von Stadtverordneten am 26. Jamuar erklärt morden. Es muß daher von der Regierung alles getan werden, um gleich zu Beginn der Bauperiode, d. h. von Mitte Februar an, den Wohnungsbau mit der gesamten zur Verfügung ftehenden Zahl von Bauhandwerkern in Angriff zu nehmen. Zur Erreichung dieses Zieles bitten wir, der Wohnungsfürsorgegesellschaft entweder aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge, der Angestellten versicherung oder aus sonstigen Staatsmitteln ein Darlehn in Höhe des halben Jahresaufkommens der Hauszinssteuer, d. h. in Höhe von zirfa dreißig Millionen Mark zu gewähren, und zwar gegen eine Berzinsung von 3 Proz. Dieser Binsfah ist deshalb angemessen, weil die Wohnungsfürsorge- Gesellschaft gemäß den amtlichen Borschriften denselben von ihren Darlehnsnehmern ebenfalls mur er. heben darf. Zurückzahlung des Darlehns foll aus dem Aufkommen der lekten sechs Monate des Geschäftsjahres erfolgen, und zwar in monatlichen Raten von 5 Millionen Reichsmart. Die Arbeiten der Bewag. Die Berliner Städtische Elektrizitätsmerte A- 6.( Bemag) trägt zur Entlastung des Arbeitsmarktes, neben den bereits bekannt gegebenen Maßnahmen zur Ausführung von Rotstands. arbeiten, insofern wesentlich bei, daß sie ihre Anlagen in größe 1] Onkel Moses. Roman von Schalom Asch 1. Jenseits der Williamsburgbrüde Ueber ben New Yorker Stadtteil Down- Town ging die Sonne der ganzen Welt unter. Sie schien fich von der ganzen, großen Welt die düstergrauen, hohen Rasten am Ufer des East River ausgesucht zu haben, um bei ihnen unter East- River zugehen. So hoch die Kasten auch waren, fo hoch auch einer über den anderen emporzuflettern schien, von der Williams burgbrüde aus sahen sie flein und niedrig aus, gegen den hohen weiten Himmel, beinahe wie Kartenhäuschen, die Kinder als Spielzeug aufgebaut haben. Doch die Kartenhäuschen standen öde und verlassen in der weiten und hohen Unendlichkeit des Raumes und schämten fich, daß sie es gemagt hatten, ihre Köpfe so hoch über die Erde zu erheben Eine feurige Sonne sprengte ihre tauumschimmerte Rugelform und ergoß sich blutig über den ganzen Himmel. Eine mächtige Hand breitete vom Meere her große Schleier aus und zog sie über die blutroten Ströme und die blauen Felder, die über die Weite des Down- Town- Himmels dahinzogen, als wollten sie in den Augen der Menschen verbergen, was hinter den Schleiern geschah. Die großen, öden, steinernen Raften glühten plötzlich auf. Ganze Wände von Fenstern brannten im blizenden Schein der rot untergehenden Sonne. Und Down- Town( New York) sah im strömenden Schein ber untergehenden Sonne aus wie das zerstörte Babel. Wie eine zerfallene alte Stadt, die vom Alter zerbröckelt wurde. Die hohen, öden, funkelnden Bände fahen aus wie Ruinen versunkener Sonnentempel, himmelstürmender Türme, welche die Menschen einmal errichtet haben, um den Himmel zu er obern und die Götter zu betriegen. Die Williamsburgbrüde fah aus wie ein eiserner Riese, der sich über den East- River gebeugt und mit Händen und Füßen sich in die beiden Ufer des Fluffes eingebohrt hat; über seinen Rüden flogen wie ftählerne Bestien mit flam menden Köpfen Züge um Züge. Die Bäuche der Untiere waren mit Tausenden und aber Tausenden von Menschen vollgepfropft. Die standen Kopf an Kopf und blickten mit erfchredt gereizten Augen aus den Fensterchen, aus den aus den Augen der stählernen Bestien. Die steinernen Kasten, welche jetzt in der roten Sonne funfelten, entsandten ihre Bewohner für die Nacht zu ihren Frauen und Kindern jenseits des Flusses. Der haftenden Züge voll Menschen waren so viele, daß Der eiserne Riese, die Williamsburgbrüde, unter ihrer Last Am 2. Februar 1926 waren nach Mitteilung des Landesarbells. amtes der Stadt Berlin 1102( eintausendeinhundertundzwei) Notstandsarbeiter vorhanden. Außerdem waren bei Bauarbeiten der Stadt Berlin und auf den Bauten der städtischen Werte 8330 Ar. beiter beschäftigt. Der Wirrwarr der, Komischen Oper". Die Bühnengenossenschaft will Schluß machen. Direttor James Klein hatte zu gestern mittag eine Bersamm lung seines Personals veranstaltet. Die Erschienenen machten zwar nur einen Teil des künstlerischen und technischen Ensembles aus, boten ihm jedoch den willigen Resonanzboden für seine um 14 Tage verspätete„ Anklage" rede. Vorher hatte man, um sich das Marten nicht gar zu lang werden zu lassen, Grammophon gespielt. Die Versammlung war auf 1 Uhr angefagt. Kurz nach 2 Uhr erschien der Herr Direttor. Er sprang fofort mit beiden Füßen ins Treffen hinein. Bis zum November vorigen Jahres wäre alles gut gegangen, da habe plöglich die B. 3. einen Standalartifel gegen ihn gebracht, und sogleich sei die gesamte Breffe wie wild über ihn hergefallen. Man habe ihn( Klein) täglich in den 3ei tungen durch den Schmuß gezogen. Noch Weihnachten habe die Komische Oper" ein gutes Geschäft gemacht. Am 20. Januar, am Tage der Sigung der Varietédirektoren, sei die zweite Bombe" geplagt. Die Zeitungskampagne habe das Theater ruiniert und ihn(!) und die Angestellten brotlos gemacht. Wenn täglich in den Zeitungen diese Schweinereien stehen, die unwahr und Blödsinn find", so ungefähr war der Ton, in dem er mit der Presse auf seine Weise abfuhr. Natürlich will er feine Gläubiger bezahlen. Die ganze Affäre war nach James Kleins einfacher Formel nur das Mittel, um den verhaßten Direktor der Komischen Oper" zu stürzen. Die wirklichen Gläubiger stehen angeblich hinter ihm. Die Leute, die die Welt verrückt machten, seien die fleineren Gläubiger. Herr Ridelt von der Bühnengenossenschaft habe nicht eine Mark von ihm zu bekommen. Wenn er Prozente für Detters Backpulverreflame haben wolle, so sei das seine Sache.( Lachen der Zuhörer.) Ich verlange", fuhr ein fort, folgendes: Die Gläubiger müssen mich bis zum 15. März mit ihren Forderungen in Ruhe lassen. Ich werde dann das Theater wieder auf die Höhe bringen und nach Abzug der Spesen und Gehälter die Ueberschüsse an die Gläubiger abführen." Klein schlägt die Gründung einer Betriebsgesellschaft por. Auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe will er nicht eingehen. Im Konzeffionsentziehungsverfahren werde schon alles zur Sprache gebracht werden. Ob die Genossenschaft gegen mich oder für mich ist, ist ihm durchaus gleichgültig. Gewisse Cliquen sind am Wert, die Oper in ihre Hände zu bringen. Das ist der Zweck des Kampfes. Stöhnte. Manchmal schien es, der Riese würde die Last nicht mehr ertragen, Hände und Füße loslassen, und alles werde mit ihm in den tiefen Fluß stürzen. So oft ein Zug durch flog, erzitterte der Riese, sein Rüden bog sich weichelastisch, und der Zug glitt über ihn hin wie ein Stahlschlittschuh über das Eis. New Yorts her frochen sie aus Löchern in der Erde, und Unheimlich viele Züge flogen dahin. Von allen Enden alle glitten über den Rüden des Riesen, einer nach dem anderen, zwei auf einmal, drei auf einmal einer überjagte den anderen. An den beiden Seiten des Riefenleibs eilten Wagen und Fuhrwerke, Automobile und Tramwaywagen dahin, als hätten sich Fliegen auf einen großen Körper gefeßt. und alles hielt der Riese aus; er stöhnte, aber er hielt stand. Ganz seitwärts zieht sich ein schmaler Weg für Fußgänger über den Rüden der Brüde; er ist der einzige, faft leere Pfad auf der Brücke auf ihn gingen jetzt, an einem Herbstabend, Bater und Tochter aus New Dort nach Brooklyn in die Hopkinstreet zu Fuß heim. Ihnen zu Füßen flogen die mit Menschen gefüllten Züge vorbei, und vor ihren Augen erglänzte Down- Town im Sonnenschein des Abends. Doch sie merkten es nicht. Sie waren in ihr Gespräch vertieft. Selbst der Lärm der Züge lenfte ihre Aufmertfamfeit nicht ab. Ihr Gehör war an den Gefang des Stahls gewöhnt, und das Quietschen der Räder auf den Schienen schien ihnen der hörbar gewordene Hauch der Luft zu sein, die sie atmen Ihr Auge blieb auch nicht auf dem wunderbaren Bilde haften, das die Sonnenfarben auf den Scheiben der Fenster in Down Town malten. Ihr Auge hatte sich gewöhnt, nur nüßliche haften zu bleiben. Ihr Gespräch stockte feinen Augenblid. Dinge zu sehen und an zufälligen Aeußerlichkeiten nicht Die Tochter war es, die lebhaft das Wort führte. „ Schäm' dich, Bater, zwei Tage warst du nicht zu Hause; wir wußten nicht, wo wir dich suchen sollten; Mama hat gemeint, die Kinder haben geweint, alle haben gemeint, du feieft verloren gegangen. Schäm' dich, Bater!" " Die Tochter, welche so zum Vater sprach, war vierzehneinhalb Jahre alt und besuchte noch die Public School". Doch sie war mit allen Geheimnissen ihrer Angehörigen so vertraut, daß sie sich nicht im mindesten scheute, mit ihrem Vater davon zu sprechen. Ueberdies war Mascha tein Kind mehr. Mit ihren vierzehneinhalb Jahren Leben, mit ihrer amerikanischen Experience" und mit ihren Schulfenntnissen war sie viel flüger und erfahrener als ihre Eltern, die so grün und unerfahren geblieben waren, wie sie aus dem fleinen Städtchen in Polen gekommen waren | Donnerstag, 4. Februar 1926 Im übrigen wird es bald Ueberraschungen geben. Rechtsanwalt Dr. Ball, der Vertreter des Gläubigerausschusses ersuchte das anwesende Personal dringend, weiter zu spielen, da sonst der völlige Zusammenbruch der Oper und das rüdsichtslose Eingreifen der Gläubiger unvermeidlich seien. Im übrigen sagte er unter Bezugnahme auf die Aeußerungen Kleins, daß die Gläubiger hinter ihm ständen, daß die überwiegende Mehrheit der Gläubiger eine ruf antwortete Klein, daß die Schulden an Luftbarkeitssteuer lächerungewöhnliche Abneigung gehen ihn habe. Auf einen Zwischenlich gering seien, es wären nur 8000 M. Zum Schluß nahm die Rumpfversammlung ohne Widerspruch ein Vertrauensvotum für Klein an. Die Komische Oper" wird vorerst weiterspielen. An die Mitglieder werden Prozentualsäge der Gagen abgegeben. Nach erregter Diskussion ging die Versammlung auseinander. Angelegenheit darstellt, betrug die Abendeinnahme des Dienstag Wie uns Direktor Kahlmann von der Komischen Oper" die 350 M. Dazu kam der Gerichtsvollzieher, der 82 000 m. haben wollte. Die Bühnenarbeiter beanspruchten 200 M., das Ballett pro Kopf 5 M., einige Darsteller ihre Bollgage. Unter diesen Umständen war ein Spielen unmöglich. In einer wilden Versammlung, die noch am Dienstag abend im Raum der Oper stattfand, sprach der Komiter Schmidt gegen die provisorische Leitung. Am Dienstag Bormittag tam es dann zu einer Demonstration, die wohl von den zwungen, polizeilichen Schuß heranzuziehen, da die Demonftranten Leuten der Klein- Gruppe inszeniert mar. Die Leitung war geangeblich Miene machten, die Raffe zu stürmen. Wie uns die Bühnengen offenschaft mitteilt, ist sie der Ansicht, daß die Behörden nunmehr einschreiten müffen. Der ganze Sumpf" müsse in öffentlicher Verhandlung des Bezirksausschusses oder in einer Gerichtsverhandlung geflärt merden. So gehe es nicht weiter. Das alte Scheckbuch. sich mit 8 Monaten Gefängnis für zahlreiche BeEin früherer Fabritant aus Süddeutschland, Alois M., fühlte trügereien zu hoch bestraft. Er legte Berufung ein und durfte nun vor der großen Straftammer des Landgerichts I noch einmal sein Geheimnis preisgeben, durch das er wieder zu dem alten Wohlstand zu fommen gedachte. Dem Alois M. war es schon recht gut gegangen. Als Fabrikant in der Automobilbranche hatte er es sogar zu einem gewissen Reichtum gebracht. Leider gehörte Eine seiner ständigen Redensarten waren die Worte: ch tann die Bescheidenheit nicht zu seinen größten Charaktereigenschaften. Die Inflationszeit machte auch M. zu einem armen Manne. Nur mir ganz Oberschöneweide kaufen, wenn ich will! schwer vermochte er die schlechten Tage zu ertragen. Er fann und fiel dem Angeklagten eines schönen Tages sein altes Schedfann, wie es wohl möglich wäre, wieder zu Geld zu kommen. Da buch in die Hände. Alois M. tonnte dem Abglanz ehemaliger Zeiten nicht widerstehen, er ließ das wertlose Schedbuch zu neuem gefertigt und an den Mann gebracht. Es war eine stattliche Zahl Leben ermachen. Sched auf Sched wurde herausgenommen, aus falschen Wertpapiere des M. betrogen und hereingelegt wurden. Don Männern", die als Zeuge aufmarschierten und durch die Vom einfachen Krämer bis zu den renommiertesten Firmen, was mur irgendwie mit dem Auto zu tun hatte, war erschienen, um Zeugnis gegen den Angeklagten abzulegen. Einem so erdrückenden Bemeismaterial gegenüber fah das Gericht denn auch feinen Grund, warf die Berufung. Es blieb also bei 8 Monaten Gedie Verfehlungen des M. in milderem Lichte anzusehen, es per fängnis. Ueber dreißig Straßenunfälle an einem Tage. Im Jahre 1925 find in Berlin bei 11056 Straßen. unfällen( gegen 7250 im Jahre 1924) insgesamt 143 Berfonen( gegen 140 im Jahre 1924) getötet und 4249( gegen 3000) Berfonen verlegt worden. Die Schuld wurde in 7603 feftgestellten Fällen zugeschrieben: 1664 Personenkraftwagen, 1254 Kraftdroschten, 140 Auto- Omnibussen, 810 Lastkraftwagen, 594 Krafträdern, 873 Ereträdern, 539 Pferdegespannen, 325 Straßen bahnwagen und 1404 Fußgängern. Die Paul- Singer- Straße. Der Magiftrat beschloß in seiner Sigung vom 3. Februar die Straße Grüner Weg in PaulSinger Straße umzubenennen. Fortbauernb mild, größtenteils bewölft, vereinzelt etwas Regen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Für Deutschland: In Nord- und Mitteldeutschland strichweise etwas Regen, überall sehr mild. Mascha schwieg einen Augenblic. Ihre zarten Wangen röteten sid, und ihre tiefschwarzen Augen glänzten tiefer. Sie brachte ihren langen, schwarzen Zopf in Ordnung, den einzigen Schmuck, den fie trug und der so gar nicht zu ihrem turzen Kleidchen paßte, aus dem sie schon ausgewachsen war. Aus den kurzen Aermeln ragten Maschas lange rote Arme ihre Arme, aber wenn ein Aermel ihren Bemühungen nachhervor. Unaufhörlich zog sie die Aermel des Kleides über gab, rutschte der andere empor; Mascha führte einen ständigen Krieg mit ihren Aermeln. Bom Meer her strich ein fühler Wind über die Williamsburgbrüde und trug den beiden Fußgängern den grünlich feuchten Meereshauch entgegen; fie spürten einen falzigen Geschmad im Munde und Vater und Tochter bekamen Hunger. Der Wind zerzauste Maschas Haar und zerrte an ihrem furzen Kleid, aus dem ihre hohen, schön geformten Mädchenbeine zu weit hinaus fahen. Mafcha fämpfte mit dem Wind; bald zog sie ihr Kleid herab, um ihre Füße zu verbergen, bald zog sie es wieder empor, um ihre nadten Arme zu bededen. Und die Freude darüber, daß der Bater schon morgen zur Arbeit gehen sollte, trieb sie eilig heim zur Mutter. Als Vater und Tochter in die Hopkinsstreet famen, mar es bereits dunkel Barmes Gaslicht leuchtete aus den Läden. Vor den Kinotheater und vor den„ Eiscremefalons" standen Kinder und sahen mit gierigen Augen zu, wie„ Boy" und Girls" hineingingen und sich ein„ Pleasure" machten. Ein paar Kinder erfannten in Aaron Melnik, welcher von seiner Tochter Mascha geführt, durch die Straße ging, ihren Vater und liefen ihm mit Geschrei und dem lärmenden Ruf:" Papa!" nach. Mascha beruhigte sie mit Winten und ihr noch vor der Haustür entwischen, hielt sie sich sehr nahe ein paar Worten, und da sie Angst hatte, der Vater könnte an ihn. Aber je näher Aaron Melnit der Haustür fam, desto sicherer wurde seine Rückkehr sowohl für ihn als auch für seine Tochter Mascha. Vor der Haustür saßen im warmen Abend die Frauen, einige von ihnen waren halbwegs gewaschen und angekleidet, und warteten auf ihre Männer, die von der Arbeit famen. Die Nachharn, welche an den Familienangelegenheiten jedes Hausbewohners ein gegenseitiges lebhaftes Intereffe nahmen, wußten selbstverständlich alle von Aaron Melnits Flucht vor Frau und Kindern und sahen nun mit großem Interesse und zu ihrer allergrößten Zufriedenheit, daß Mascha den Bater heimführte; und als wollten sie damit das Mädchen in ihre Frauengemeinschaft aufnehmen, nickten sie ihr zufrieden mit Bliden und Mienen zu, welche Anerkennung für das gute Wert ausdrückten, das Mascha getan hatte, indem sie den Bater zurückbrachte. ( Fortseßung folgt.) Meineid. Eine Zuhältergeschichte. Das dunkelste Berlin! Spielhöllen, Zuhälterlokale, Kokainkeller, Abiteigequartiere, Friedrichstraßestrich. Er 38 Jahre alt, Maler von Beruf, im Krieg verschüttet, monatelang in Irrenhäusern, 75 Broz, erwerbsunfähig, profeffioneller Spieler und... Buhälter. Eie 26 Jahre alt, Prostituierte, seit 1920 unter Kontrolle, Kokainiftin. Eie lernen fich in einem Lokal fennen, ziehen zusammen, verloben fish. Sie übt in Absteigequartieren ihren Beruf" aus, er erwartet fie im Lotal. Dann geht's zufammen nach Hause; den Verdienst erhält er und bestreitet von dem Gelde die gemeinsamen Ausgaben. Manchmal verdient er auch was dazu, wenn er Glück im Spiel hat. Und immer wieder gibt es Krach. Er mißhandelt sie aufs Brutalste. 2m ärgften aber geht es zu, menn fie Rofs" verschnupft und angetrunten nach Hause fommt. Die M. schnupft aber nicht allein. Ihre Bufengenoffin ist die Zimmervermieterin 2. Die versorgt sie mit dem Rauschgift und wird von dem Freund der M. am meisten gehaßt. Bei passender Gelegenheit fommt sie fchiecht weg; er jchlägt Die M. blutig. Sie schwört Rache und denunziert ihn bei der Polizei als Zuhälter. Die M. soll vernommen werden. Passiert mir was, so haue ich Dir die Knochen zusammen." So sagt sie beim Unterfuchungsrichter aus, daß er nie Zuhälterdienste geleistet habe, daß sie ihn nie Geld gegeben habe und... wird vereidigt. Die Sache wird niedergeschlagen. Die Mihhandlungen dauern fort. Da werden jie beide bei einer Gelegenheit verhaftet: er hatte sie wieder ge schlagen. Sie will nun endlich von ihm los fommen, der Kriminalbeamte redet auf sie ein, die Wahrheit zu sagen, daß er Zuhälterdienste leiste; sie gesteht dieses auch freiwillig ein, geht zum Unterfuchungsrichter und bezichtigt sich, einen Meineid ge Teistet zu haben: ihr Freund W. sei doch Zuhälter. Er habe sie Durch Drohungen und Mißhandlungen zum Meineid gezwungen. Der Untersuchungsrichter macht sie auf die Folgen ihrer Selbstbezichtigung aufmerksam; fie bleibt jedoch bei ihrer neuen Aussage. W. ist unauffindbar. Die M. erscheint am 12. Oftober 1925 vor Gericht. Die Anklage lautet auf meineid. Und siehe da, fie nimmt ihren Widerruf zurück. Sie erklärt vor dem Untersuchungsrichter, das erstemal die Wahrheit gesagt zu haben: ihr Freund ist kein Buhälter. Und mo ist der Freund? Hier bin ich" ruft W. aus dem Zuhörerraum. Ruft's und wird verhaftet. Die Sache wird vertagt. Gestern fand erneut die Gerichtsverhandlung statt. 3. fam aus der Haft, die M. befand sich in Freiheit. Sie behauptet, sich von der Kontrolle befreien zu wollen, um ein anständiges Leben zu beginnen; vorläufig habe sie noch einige Freunde. Während ihrer Aussage mird W. hinausgeführt. Und die M. sagt aus: Er hat mir das Geld abgenommen. W. behauptet aber auch mitverdient zu haben es war gewiffermeßen gemeinsame Kaffe. Zum Meineid milf er fie nie gezwungen haben. Das Gericht war anderer Ansicht. Es ver urteilte die M. zu sechs Monaten Gefängnis und gewährte ihr nicht Bewährungsfrist allerdings blieb sie auf freiem Fuße. W. erhielt vier Jahre 3uchthaus. Die bürgerlichen Rechte wurden ihm auf acht Jahre aberkannt. Durch den Zuhörer. ging es mar wohl auch das dunkelste Berlin vertreten ein Ach". Das Gericht hatte aber wohl die Strafe so hoch bemessen, damit sie auf die Zuhälter und ihre Freundinnen abschreckend wirke. Ob das helfen wird? raum -Jugendnot und Jugendberatung. Das Jugendamtals Beratungsstelle für Jugend liche ist ein Ziel, das von Obermagistratsrat naut, dem Direktor des Erziehungswesens der Stadt Berlin, in einer mit Bresse vertretern veranstalteten Besprechung aufgestellt wurde. Es muß, führte er aus, dahin kommen, daß jeder Jugendliche, der unter feelifcher Bebrüdung leidet, fich an fein Jugendamt mendet. Per fönlichkeiten, die Eignung und Neigung haben, Jugendlichen in solcher Not mit ihrem Rat zu dienen, stehen den Jugendämtern zur Verfügung. Jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, Schüler und Schülerinnen der höheren Lehranstalten und der Fortbildungsschulen und auch Studenten sollen hier Hilfe suchen. Bei den Spannungen und Reibungen, die zwischen Kindern und Eltern entstehen, scheut der Jugendliche oft die Aussprache mit den Eltern selber. Sich einem Fremden zu offenbaren, ist er eher bereit, und vielleicht dorf er manchmal bei diesem Unparteiischen auch auf mehr Ber. fiändnis rechnen. Den Gang zum Jugendamt soll er auch in den Schwierigkeiten tun, die in den Jahren der Entwicklung zur Geschlechtsreife auftreten, und ebenso bei irgendwelchen Berfehlungen und bei Berstößen gegen die Strafgefeße. Knaut hält für nötig, daß den Beratungsstellen alles Bureau- und Aftenmäßige ferngehalten wird. Den Jugendlichen darf man nicht Name und Wohming abfragen, er foll als Unbekannter zur Beratungsstelle Tommen und als Unbekannter fie verlassen dürfen, völliger Ber schwiegenheit muß er gewiß sein können. Es muß möglich serden, daß der Jugendliche den Berater nicht im Bureau, sondern in der Wohnung aufsucht, damit der Ratgewährung und der Hilfe leistung das Amtliche genommen wird. Aerzte, Juristen, Lehrer und andere geeignete Personen, selbstverständlich auch Frauen, sollen dem bedrängten Jugendlichen nachgewiesen werden, damit er sich ihnen anvertraut. Anfänge zu dieser Jugendberatung gibt es schon jeht bei Jugendämtern; man wünscht aber meitere Ausgestaltung und möglichst allgemeine Einführung. Die Förderung hervorragend befähigter Volksschüler. Entsprechend den Bestimmungen der Reichsverfassung, betreffend die Förderung hervorragend befähigter, aber unbemittelter Boltsfchüler und Volksschülerinnen, hat, wie der amtliche Preußische Brefsedienst mitteilt, das Reich für diese Zwecke den Ländern Mittel zur Verfügung gestellt, deren Berwendung in Preußen der Interrichtsminifter durch einen foeben ergangenen Erlaß regelt. Darin werden die Regierungen aufgefordert, ihre Anträge auf Interstützung solcher Kinder, die nach Anlegung eines strengen Maßstabes hierfür geeignet erscheinen, bis 3 um 10. März d. 3. vorzulegen. Der Erlaß bemerti besonders, daß in erster Linie solche Schüler und Schülerinnen bedacht werden sollen, die bereits in den Vorjahren berücksichtigt worden sind. Ueberhaupt wird es zu den besonderen Aufgaben der Regierung( des Provinzial. schulkollegiums) gehören, derartige Kinder längere Zeit hindurch im Auge zu behalten und, wenn nötig, ihre Entwicklung durch un= mittelbares Eingreifen zu fördern. Der Minister behält fich vor, über die Entwicklung einzelner dieser Kinder besondere Berichte einzufordern. Sonderzug Breslau- Berlin. In Berbindung mit dem Fremdenverkehrsbureau der Stadt Berlin veranstaltet die Reichsbahndirektion Breslau am 6. und 7. Februar d. 3. eine anderthalbtägige Wochenendfahrt nach Berlin mit einer Fahrpreisermäßigung von 33% Broz. Der Sonder zug verläßt Breslau am 6. Februar um 6.38 Uhr vormittags und ist bereits um 1 Uhr nachmittags in Berlin, so daß ausreichend Beit zur Wahrnehmung geschäftlicher Interessen porhanden ist. Derselbe Bug nimmt in Liegnig um 7.48 Uhr vormittags, in Sagan 9.05 Uhr, in Sorau 9.25 Uhr, in Sommerfeld 9.25 Uhr, in Frankfurt a. d. D. um 11.20 Uhr noch weitere Fahrgäste auf. Das Fremdenverkehrsbureau hat für preiswerte und gute Unterkunft, für Theaterfarten und sonstige Veranstaltungen Sorge getragen. Für Sonntagvormittag ist eine Straßenbahnrundfahrt durch Berlin und der Besuch von Museen mit anschließendem Mittagessen vor. gesehen. Der Nachmittag und Abend steht wieder für Theater besuche zur Verfügung, da die Rückfahrt erst um 11.58 Uhr abends ab Bahnhof Friedrichstraße erfolgt. Am 6. Februar d. 3. treffen außerdem noch zwei weitere Sonderzüge aus Pommern und Mecklen burg zu einem anderthalbtägigen Besuch Berlins ein, deren Bro. gramm ebenfalls vom Fremdenverkehrsbureau der Stadt Berlin zufammengestellt worden ist. Ueber die Einzelheiten dieser Wochen endfahrten lomie über alle Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten überhaupt gibt das neugegründete Fremdenverkehrsbureau der Stadt Berlin( Friedrich- Ebert- Str. 5, Fernsprecher: Amt Nollendorf 6041 bis 6043) bereitwilligst und kostenlos jede Auskunft. Der unduldfame Pfarrer.liga Man schreibt uns: Nowames befigt einen evangelischen Geistlichen, namens Saffe, der durch seine mittelalterlichen Anschauungen viel von sich reden macht. Als eine Hauptaufgabe im Konfirmandenunterricht be trachtet er den Kampf gegen die weiblichen Moden. Er zetert über Bubiköpfe und durchbrochene Strümpfe. Lackschuhe sind ihm eine Ausgeburt der Hölle. Die Mädchen müssen zur Einsegnung mit hohen Stiefeln erscheinen. Schwarze Kleider, die mit dem unteren Saum zum mindesten den oberen Rand der Stiefel bedecken, find ihm eine Lebensnotwendigkeit. Der Hals darf nicht zu sehen sein. leber dem geschlossenen Kleid ist nur dann eine Halskette zu tragen, Todesurfeile. Bon dem Schwurgericht in Aachen wurde der verheiratete Elektriker Jansen aus Rath( Kreis Rheinsberg), der sein 3 Jahre altes uneheliches Kind ertränft hatte, megen Kindesmordes zum Tode verurteilt. Jansen, den während der Berhandlung des öfteren die Nerven verlassen hatten, nahm das Urteil mit Fassung entgegen. Das Reichsgericht hat jetzt das Todesgegen den Arbeiter urteil des Düsseldorfer Schwurgerichts Schramm bestätigt. Schramm wurde am 23. Oktober 1925 pom Düsseldorfer Schwurgericht zum Tode verurteilt, weil er im Auguſt 1919 seinen Komplizen Maassen, der ihn bei der Polizei verraten wollte, erschossen und in den Rhein geworfen hatte. wenn fie mit einem Kreuz versehen ist. Die schwarzen Kleider hängen Parteinachrichten nach der Einsegnung nuglos umher, weil junge Mädchen für eine lebhafter gefärbte Kleidung schwärmen. Nur um dem eisernden Geistlichen feinen Willen zu tun, müssen Arbeitereltern trotz ihrer wirtschaftlichen Nöte ganz unzweckmäßige Ausgaben machen. Den wahren Charakter dieses Pfarrers und seine Einschätzung der sozialistischen Arbeiterschaft zeigt folgender Auszug aus einem vom 15. Januar 1926 datierter Brief: ... Leider habe ich heute noch eine andere Feststellung gemacht. Friz hat mir zugegeben, daß er dem Arbeiterverein Kinderfreunde" angehört. Wenn das Tatsache ist, so muß ich Ihnen erklären, daß Friß nur eins fann: entweder er nimmt an der firchlichen Einsegnung teil oder er besucht den Verein Kinderfreunde". Beides läßt sich nicht vereinen. Denn dieser Verein will das Gegenteil von dem, was der Konfirmandenunterricht will. Er will die Kinder zum Unglauben und zur Kirchen. feindlichkeit erziehen. Ich kann also Frig nur einfegnen, wenn Sie mir bald ausdrücklich erklären, daß Sie Frig ganz regelmäßig zur Kirche schicken, und daß er nicht mehr zum Verein Kinder freunde" geht. Man wird an jene herrlichen Zeiten" erinnert, als die Truppenteile in den Ruhequartieren auf Beranlaffung des Divisionsgeistlichen durch den Divisionsfommandeur zur Teilnahme an den wochentäglichen Strafgottesdiensten befohlen wurden, wenn diese Truppen des Sonntags den Gottesdienst schlecht besucht hatten. Ob einem Kinde zum Beten aufgelegt ist oder nicht, der Geistliche befiehlt das Er. scheinen zum Sonntäglichen Gottesdienst. Der Konfirmandenunterricht dieses Pfarrers wird die Kinder zu Heuchlern, aber nicht zu freien, aufrechten Menschen erziehen. Gemeingefährlich wird er aber in feinem Unterricht, wenn er das Privatleben seiner Schüler bespizzelt und einem Konfirmanden Vorwürfe macht, daß er den Kinderfreunden" angehört. Wer den Konfirmandenunterricht zum Hezen gegen sozialistische Organisationen benußt, macht sich damit die Sozialdemokratie zum Feinde. Gerade der Vorwurf gegen die hiesigen Kinderfreunde", deren Vorsitzender einer der fleißigsten, vorurteilslosesten und besten Genossen der Ortsgruppe ist, beweist nur die Welt und Menschenfreundlichkeit dieses Pfarrers. Sozialisten sollten daraus die Konsequenzen ziehen wie jene Mutter, die ihr Kind sofort aus dem Konfirmandenunterricht heraus nahm und zur Jugendweihe anmeldete. Noch besser ist es, menn proletarische Eltern an den Orten, wo sich weltliche Schulen befinden, ihre Kinder diesen Schulen zuführen. Der Sportpataft wartet im Rahmen seines Februarprogramms mit einem neuen Programm auf, das aus einer Reihe reizvoler Produktionen besteht. Beit über alle Darbietungen erhebt sich Hilda Rüdert in den Eislauffzenen Der lebende Kreisel" und Satans Flügelgarde". Russisch kommt die Troika der Damen Elsa Radom, Marg. Tournier und Lyfsi Kerrenes. Beachtenswert sind die Springproduktionen der Gebrüder Carlssons, die mit großer Sicherheit auf dem Eise jonglieren und waghaltige Sprünge auf. führen. Der Humor fommt durch Karl Bitte in feinem Kostüm als Charlie Chaplin auf dem Eise zur Geltung. Im zweiten Teil des Abends wird das choreographisch- sportliche Gemälde„ Die Laune der Favoritin" aufgeführt. Durch raffinierte Beleuchtungseffekte bietet sich auch hier ein farbenprächtiges Bild. Die Spartaffe der Stadt Berlin bat fich in Anpassung an den Geldmarlt entschließen müffen, den Rinsiat für täglich abrufbare Svareinlagen mit Wirkung vom 1. Februar 1926 von 5 Bros. auf 4%, Prog. pro Jahr festzusetzen. Auch die Berliner Stadtbant Girozentrale der Stadt Berlin hat den Habenzinsias für täglich berfügbare Einlagen mit Wirkung vom 1. februar 1926 für Gut haben in provisionsfreier Rechnung auf 4 Proz jährlich, für Guthaben in provisionspflichtiger Rechnung auf 4%, Broz. jährlich festzulegen. Bezirksbildungsausschnß Groß- Berlin. Am Sonnabend, den 13. e. bruar, abends 7, 116r, spricht Profeffor Sinzheimer- Frankfurt a. M. über Die Kulluridee des Sozialismus". Der Vortrag findet ftatt im ehemaligen Serrenbause, Leibziger Str. 3. Breis der Karte 50 Bi Sonntag, den 7. März, nachmittags 3, 11hr, im großen Saal der Philharmonie lege Veranstaltung Internationale Boltstänze und Volkslieder. Der deutiche Tanz"( Kriegertanz. neistliche und höftsche Tänze, volkstümliche Tänze). Breis der Karte 1.20. Sonntag, den 14. März, vormittags 11 115r, im Großen Schauspielhaus, 4. Profetarische Feierstunde. Aufgeführt wird das Chorwert Weltenwende von Franz Rothenfelder. Preis der Einzelfarte 19. Karten für alle Veranstaltungen sind in den bekannten Berkaufsstellen zu haben. Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts. au richten. 3. Kreis Wedding. Freitag, den 5. februar, abends 7 Uhr, Sikung des erweiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. 11. Kreis Echöneberg- Friebenau. Freitag, den 5. Februar, nadmittags 4 Uhr, bei Will, Martin- Luther- Str. 69, Bersammlung aller erwerbslosen Parteimitglieder. Heute, Donnerstag, den 4. Februar: 118. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr bei Rothe, Frankfurter Allee, wichtige Funktionärkung. Mitgliedslisten find mitzubringen. Jungfoaialisten. Gruppe Prenzlauer Berg: 8 Uhr in den Baraden Danziger Straße fpricht Genoffe Leo Rosenthal itber Schuld und Strafe". Freunde und Intereffierte find eingeladen. Gruppe Charlottenburg: 716 Uhr im Jugendheim Rosinenftr. 4 politische Aussprache. Gruppe Often: 714 Uhr im Jugendheim Rigaer Str. 103 Arbeitsgemeinschaft über das Heidelberger Barteiprogramm. Gruppe Reukölln I und II: 8 1hr im Jugendheim Gruppe Rogatftr. 11-12 Bortrag des Genossen Rarfen über Rußland. Treptow: 7 Uhr im Jugendheim Elfenftr. 3 Lichtbildervortrag: Heinrich Bille". Morgen, Freitag, den 5.. Februar: 3. Abt. 7 Uhr bei Emil Arüger, Engelufer 23, wichtige Funktionärsgung. Alle Genofsinnen und Genossen müssen erscheinen. 5. Abt. 8 Uhr bei Bertheim, Lothringer Str. 65, Funktionärsikung. 26. bt. 71 Uhr beim Genoffen Heilens, Meker Straße, Ede Brenzlauer Allec, Funktionärfisung. Erscheinen ist Bflicht. Freies 41. Abt. Ab 6 Uhr nehmen alle Genossen an der Filmvorführung Bolt" in den Univerfum- Lichtfpielen, Belle- Alliance- Str. 99, teil. BorAugstarten bei den Gruppenleitern erhältlich. 44. Abt. 71 Uhr bei Nagel, Manteuffelfir. 47. Sigung der Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. Wichtige Tagesordnung. 46. Abt. Für die Filmvorfilhrung Freies Bolt" in den Univerfum.Lichtfpielen, Belle- Adiance- Str. 99, in der Reit vom 5. bis 8. Februar find Borzugskarten beim Genoffen Fritsch, Schlesische Str. 31, Dorn 4 Tr.. zu haben. 47. Abt. Achtung, Romsummitglieder! 52. Berkaufsstelle: 8 Uhr findet bei Lier, Naunnnitr. 9, eine Besprechung aller Genoffinnen und Genoffen ftatt. Bollzähliges Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Charlottenburg. 52. bt. Bom 5. bis 8. Februar wird der Film Freies Bolt" im Westend- Rino, Spandauer Berg 31, aufgeführt. Alle Genoffinnen und Genossen müssen dafür rege Propaganda bei Freunden und Bekann ten betreiben. Um 8 Uhr bei Lehmann, Rönigsweg 8, Funktionärligung. 53. Abt. Außerordenliche Abteilungsfunktionärtonferens un 7% Uhr bei Zur, Huttenstr. 26. Abteilungsangelegenheiten. Borarbeiten filz bas Boltsbegehren. Verschiedenes. 34. Abt. 7% Uhr bei Rasper, Guerideftraße 1, Funktionärtung. Schöneberg. 77. Abt. 8 Uhr bei Jürgens, Barbarossaftr. 5a, Funktionärkung. Umtausch der Funktionärfarten. Aussprache über Boltsbegehren und Bolfs 79. Abt. entscheid. Alle Funktionäre milffen unbedingt erscheinen. 71 Uhr bei Groß. Sedanstr. 17, Funktionärsizung. Bortrag des Genossen Emil Buchholz über Bedarfs- oder Profitwirtschaft?" Die Genoffinnen und Genoffen werden erfucht, an dieser wichtigen Situng teilzunehmen. 81. Abt. Friedenau. 8 2hr bei Rlabe, Sandjernstr. 60-61, erweiterte Bor ftandsfikung. Erscheinen aller Funktionäre ift bringend erforderlich. Reutöln. 89. Abt. 8 Uhr bei Brofe, Gander, Ede Sobrechtstraße, Funktionär. fikung. Borstandssikuna um 6% Uhr ebenda. 93. Abt. 714 Uhr bei Brikkow, Richardftr. 53. Funktionärsgung. Die Bezirksführer Laden bierau ein. 99. Abt. Brig- Budom. 8 Uhr bei Beutner, Chauffeeftr. 66, Funktionärsguna. 114. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17, Borstandsund Funktionärfikuna, Sunafezialisten. Gruppe Zankwis: 8 Uhr beim Genoffen Mattis, Gendlikstr. 19. 123. Abt. Raulsdorf. Pünktlich 8 Uhr bei Sübner Funktionärsikung. Fortfeguma der Arbeitsgemeinschaft über das Heidelberger Programm. Gruppe Schöneberg: Bünftlid) 8 Uhr im Jugendheim Rubensstraße. Muft simmer, politische Aussprache. Gruppe Norden: 8 Uhr im Jugendheim Orthstr. 10. Bortrag: Die Soziologie der Frau".( W. Bartsch.) Frauenveranstaltung: 25. Abt. Donnerstag, den 4. februar, abends 8 Uhr, bei Baronsti, Basteur ftraße 6, 2 Tr., Kursusabend:„ Einführung in den Sozialismus". Referentin Stadtverordnete Minna Tobenhagen. Bereinigung fozialdemokratischer Stubenten. Donnerstag, den 4. Februar, abends 84 Uhr, im Sozialwissenschaftlichen Alub, Wilhelmftr. 48, 3 27., voliti fcher Ausspracheabend. Anschließend daran zwanalofes Beifammensein. Gäste, die Mitglieder werben wollen, herzlichst willkommen. Jugendveranstaltungen. Abteilungsmitgliederversammlungen heute 7% Uhr: Rorben: Edule Butbuffer Str. 3. Schönhauser Vorstadt I: Schule Jblen Straße 17. BehlenSchönhauser Vorstadt II: Schule Eberswalder Str. 10. dorf: Südschule, Wilhelmstraße. Ertner: Jugendheim Jugendheim an der Rundfiedlung. Gübweften: Jugendheim Lindenste, 3. Bortrag: Technif und Rapitalismus Morgen, Freitag. Beginn der Arbeitsgemeinschaft. Thema: Friedrich Engels: Grundsäke des Kommunismus". Leiter Genofie B. Neumann. Interessierte Genoffen find herzlich willkommen. Friedenau: Sugendheim Difenbacher Str. 5a. Vortrag: Die französische Revolution". Schmargendorf: Jugendheim Rathaus, Berfaer Plag. Vortrag: Erichnisse im Jugendverein". Rofenthal: Schule Schillerstraße. Aussprache über den Elternabend. Bildungskurse: Heinrich Zille als Mensch. Künstler und Sozialerzieher. Ueber dieses bema veranstaltet der Bund religiöser Sosialisten in Neukölln im Gemeindefaal. Fuldastraße 50, am Freitag, den 5. Februar, abends 7%, Uhr, tien ibilber ortrag mit Begleittert von Dr. Adolf Heilheim Danziger Str. 62. 6. Weften( 11, Kreis): Genolie Bommann über, Einborn. Eintritt ist frei. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 4. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 1. Bankow: Genosse S. Barthel über Deutsche Reichsverfassung" ab Mone tag. 8. Februar, im Jugendheim Pankom, Breite Straße. 2. Tiergarten: Genoffe Bothur über Die Jugend in der Gesellschaft" ab Mittwoch, 3. ebruar, in der Schule Stephanplak. 3. Kreuzberg: Genoffe Bruno Reumann ilber Einführung in die sozialistische Gedankenwelt" ab Sonnabend, 6. Februar, im Jugendheim Reichenberger Str. 66. 4. Teltowkanal: Genoffe Sein rich Schulz über Sozialistische Kultur und Erziehung" ab Montaa. 8. Februar, in der Schule Steglis, Ringstraße. 5. Brenzlauer Berg I: Genosse Abraham über Einführung in den Sozialismus" ab Montag, 8. Februar, im Jugendführung in den Sozialismus" ab Mittwoch, 10. Februar, im Jugendheim Schöneberg, Rubens, Ede Hauptstraße.-7. Ofbahn: Genosse Bruno Neumann über Geschichte des Rapitalismus" ab Montag, 8. Februar, im Jugendheim Lichtenberg, Doffeftr. 22. 8. Often: Genosse Theed über Braktischer Sozialismus" ab Montag. 8. Februar, im Jugendheim Rigaer Str. 103. 9. Webbing: Genosse Boihur über Einführung in die Boltswirtschaft" ab Montag, 22. februar, im Jugendheim Schönstedtftr. 1. 10. Neukölln:„ Einführung in den Sozialismus“. Näheres wird noch bekanntgegeben. 1 Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 Tr. Tiergarten: Ga., d. 6., Werbefundgebung im Westen. Antreten 7% Uhr Magdeburger Plah. Kreuzberg: Ram. Polizeiwachtmeister Erich Gehrmann ist tödlich verunglückt. Tag und Ort der Bestattung wird nac belannigegeben. Wilmersdorf: Turnen nur noch jeden Donnerstag, Oberrealfchule am Seepart. Teilnahme Pflicht. Samburg- Fahrer melden sich unter Einzahlung des Fahrprelfes einscht, Feftbeitrag non 13.80 0. bis 10. Februar Ram. Erwin Maak, Wilmersdorf. Landhausstr. 59, mit. beim Ram. Fauljeit, Landhausstr. Jugendliche teilen ihre Abreffe fofort Baumfculenweg: Fr., b. 5., abends 7½ Uhr. Beri. bei Borgmann. Bortrag: Die Deutsche Reichsverfassung". Rameraden mit Angehörigen find eingeladen. Treptow: Go., d. 6., abends 7% Uhr, ital.- Berf. bei Jante, Riefholaftr. 21. Hamburg wahrer müffen erscheinen. Lichtenberg nebst Untergruppen: Fr., d. 5., abends Uhr Zugführersihung bei Krüger, Türrschmidtstraße: 8 Uhr: Rüge 1, 2, 5, 6 in den befannien Lofalen. Do., b. 6. Sua 3 bei Berner: Sus 4 bei Riose. Lori Leux, Irene v. Palasty, Siegfried Arno, Max Hansen. 4 Uhr nachm.: No No Nanette Werbekonzert. Mitwirkende: Vorträge, Vereine und Versammlungen. Fritz Hirsch und die Berliner Funkkapelle. Musikalische Leitung: Kapellmeister Artur Guttmann. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.05 Uhr abends: Dr. Richard H. Stein: Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am 6. Februar". Ab6.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). teilung Technik. Baurat de Grahl: Elektrische Fernkraftversorgung". 7.15 Uhr abends: Dr. Karl Wilczinsky: Karl Hauptmann, ein schlesischer Dichter". 7.45 Uhr abends: Hans- BredowSchule( Hochschulkurse). Abteilung Betriebswirtschaftslehre. Dr. Friedr. Leitner: Bilanzen und Bilanzkritik. 8.30 Uhr abends: Der Roman als Funkspiel. 18. Fortsetzung. Die Katastrophe. Originalroman für die Funkstunde von H. J. Gramatzki. 9-10 Uhr abends: Kunterbunt. 1. Hanstein: Die Schwarzwälder, Ländler( Zithertrio: Artur Klosinski. Fritz Prochnow, Djamar Am Rhein beim Wein, b) Hans May: Beim Rheinwein sollst du Jutzi). 2. Frohe Lieder am Rhein beim Wein: a) Franz Rieß: mein sein, c) Hermann Krome: Das war in Heidelberg in blauer Sommernacht( Willi Weiß, Tenor; am Flügel: Miezi Peery). 3. Becce: a) Serenata abbruzzese, b) Serenata veneziana( Kapelle Becce). 4. F. Kollmaneck: Carmen Svlva, Interniezzo( Zither- Freitag, den 5. b. M., ahends The Uhr, im 3deal- Rafino, Weid felſtr. 8, eine trio). 5. Frohe Lieder am Rhein beim Wein: a) Hermann Krome: Rheinsehnsucht, b) Hermann Krome: Zu Rüdesheim in der singen( Willi Weiß;. 6. Becce: a) Liebeslied aus dem Ufa- Film Drosselgass', c) Lad. Loewenthal: Rheinlandsglocken klingen und Tartüffe", b) Canta l'amore. c) Notturno( Kapelle Becce). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30--12 Uhr abends: Tanzmusik( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). Königswusterhausen, Donnerstag, den 4. Februar. lisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Friebel und Mann: Eng3-3.30 Uhr nachm.: Stud.- Rat Friebel und Herr Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 4-4.30 Uhr nachm.: Oberschullehrer Georg Wolff: Die Durchführung des Arbeitsgedankens im Deutschunterricht. 430-5 Uhr nachm.: Frl. Dr. med. Turnau: Die Frau als Aerztin. Berband Bolksgesundheit, Ortsverein Berlin. Am Donnerstag, den 4. bruar, abends 8 Uhr, in der Schule Jiffandstr. 9-11( nahe Jannopikbride), fpricht Genoffe Dr. med. E. Saase über Raufgifte"( Morphium, Rolain, Opium). Freie Aussprache. Gäfte heralia willtommen. Der Reichsbund der Kriensbeschädigten, Kriensteilnehmer und Ariegerbintezbliebenen, Drisgruppe Neukölln, Geschäftsstelle Donaufir. 128, veranstaltet am Sinterbliebenenversammlung. Pilnttliches und reftioles Erscheinen aller Rame rabinnen ist unbedingt erforderlich. Bund religiöfer Sozialisten. Reutälu: Religiöse Feierstunte am Sonn tan, ben 7. februar, normittags 10 Uhr, in ber Bhilipp- Melanchthon- Rirde. Landsmannschaft bez Schleswig- Holsteiner au Berlin. Donnerstag. 4. bruat, 8 Uhr, im Vereinslotal, Röpenider Str. 70a, Blattbeutfcher Bortrags abend. Wilhelm Senschel spricht über Müft Frik Reuter na Eisenach treden?" abenb, 6. Februar, 8 Uhr, im Dresdener Rains, Dresdener Etr. 96. Graße Vorträge aus den Werken non Reuter, Henschel, Schwarz, Turnow. Genn. Thema der Brebiat: 3hr lönnt nicht Goit bienen und dein Mammon". Breis- Maskerade. echte Sodener Pastillen gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung Fay's ,"4* Unterhaltung unö ZVissen Liberale ,y\5> Vereinigung. f» die rostigen Räöer, Sie rattern und knattern der selige Nationalliberale Nuf dem alten vermotteten steppeltahn,— Kein Rückgrat zu zeigen, ist höchstes Gebot!-- Und die Herrn pastagiere, fle schwätzen und schnattern, Gibt als Mummelgreis heut' mit zwei Zlaggen Signale, Ganz wie ste es schon unter Wilhelm getan. Mal schwarzrotgold und mal schwarzweißrot. Die Schädel Nr. ZH, 37 und ZS. Bon Dr. ffi. Wächter. Wenn wir am Anfang des Jahres die List« der Toten de« ver. floliencn Jahres durchmustern, dann fühlen wir dos Bedürfnis, uns mit dem Leben, den Taten oder Werken derjenigen Verstorbenen ein wenig zu beschäftigen, die wir besonders geschätzt haben oder deren Bedeutung für die Welt- oder Kulturgeschichte uns besonders ins Auge springt. Unter den Namen der Naturforscher, die im Jahr« 1025 der Tod dahinraffte, leuchtet der des berühmten Afrikaforschers Georg Schweinfurth besonders hell aus dem Dunkel des Alltags her- vor. Als fast gyjähriger starb dieser merkwürdige Mann, dessen Weltrichm schon vor 50 Jahren begründet wurde, im Herbst vorigen Hahres in seiner Berliner Wohnung. Was an ihm sterblich war. wurde im Botanischen Garten zu Dahlem beigesetzt, eine letzte Ghrung des Forschers durch feine Fachgenossen. Die Bedeutung Schweinsurths reicht weit über das rein Fach. wissenschaftliche hinaus. Er war nicht nur Botaniker, sondern auch Geograph. Anthropologe, Sprochsorscher, Kulturhistoriker und ein glänzender Schriftsteller, dessen große Reisebeschreibung.,3 m Herzen Afrikas" auch jeder Laie mit Genuß liest. Schwein- surth war der erste Europäer, der. von Norden kommend, die Wasserscheide des Nils überschritt: er war der erste, der auf das Zwergvolk der Akka, der sagenhaften Pygmäen stieß, an dessen Existenz man zweifelte, und er war der erste, der uns wirklich zu- vsrlästige Nachrichten bracht« von den Kannibalen, den Menschen- iressern im innersten Afrika, an deren Vorhandensein unser Forscher solange nicht geglaubt hatte, bis er selbst ins Land der Niamniam und der auf recht hoher Kulturstufe stehenden Monbuttu kam, das vor ihm noch kein Europäer gesehen hatte. Wie eng beieinander Zivilisation und tierische Roheit im Menschen stehen können, lehrt uns das tägliche Leben, und wenn wir den Menschenfressern gerecht werden wollen, müssen wir auch ihre Vorzüge zu würdigen wissen. Die Monbuttu waren das intelligenteste Volk unter den Wilden. denen der Reisend« begegnete. Ein Hindu, der nur Pslanzennahrung zu sich nimmt, verabscheut die Fleischesser in gleicher Weise wie wir die Kannibalen, und wenn Schweinjurth auf Grund seiner Be- obachtung unter den Wilden zu dem Schluß gelangt, daß die Hund«. esser den Kannibalen am nächsten stehen, so wußte er offenbar nicht. daß in unserem zivilisierten Vaterlande hier und dort ein knusperig gebratener Hund al» eine gute Gabe Gottes betrachtet wird. Schwein furch hat eine große Schädelsammlung aus Afrika mit nach Europa gebracht für anchropologische Forschungen: ste befinden sich jetzt im Berliner anatomischen Museum und stich Zeugen des Kannibalismus, deren stumme Aussogen nicht aus der Geschichte der Menschheit gestrichen werden können. Die Kannibalen fressen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder: für König Münsa im Monbuttulande waren gerade die Kinder ein b«. sonderer Leckerbissen. Schweinfurth sah einmal, wie zwischen einer Kürbi» schneidenden Frau und einem behaglich auf der Mandolin« klimpernden Manne ein neugeborenes Kind lag, das noch hell und rot war und unter den sengenden Strahlen der glühenden Mittag»- sonn« litt. Die Frau wartete aus den Tod des Säugling«, uni ihn zu— kochen. Die Mutter, eine Sklavin, hatte man von dem Kinde getrennt, da dieses sie an der Feldarbeit gehindert hätte. Die Schädel, die dem Forscher von den Monbuttu gebracht wurden. trugen vielfach noch den Geruch von frisch Gekochtem an sich, und man konnte deutlich sehen, daß das Fleisch mit dem Messer heruntergeschabt war. Die Kannibalen verschaffen sich das Mcnschcnsleisch auf Krieg». und Raubzügen gegen andere Stämme— ihre eigenen Stammesgenossen fressen sie nicht—, die Gefallenen werden an Ort und Stelle verzehrt oder ihre Körper zerlegt und dos Fleisch getrocknet: die Gefangenen werden wie eine Hammelherde mitgeschleppt und je nach Bedarf abgeschlachtet. Auch das Fett des Menschen wird ver- wandt, und Schweinfurth erzählt, wie er bei einer Oellampe ge- arbeitet habe, die mit Menschensett gespeist wurde. Solange die Karawane, der sich unser Forscher angeschlossen hatte, in der Umgebung des Königs Münsa verweilte, wurde übrigens in sehr rücksichtsvoller Weise die Menschenfresserei verheim- licht, well man wußte, daß die Fremden keinen Geschmack an dieser Art der Ernährung fanden. So hat denn Schweinfurth mit eigenen Augen nur einmal gesehen, wie Frauen das Hinterteil eines Leich- nams mit kochendem Wasser zur Entfernung der Haar« abbrühten. in der Art. wie man bei uns die Schweinc behandelt. Ein anderes Mal sah er einen frischen menschlichen Arm über dem Feuer hängen. wo er geräuchert wurde. Und dabei rühmt er die Monbuttu als liebenswürdige Leute, die äußerst zuverlässig im freundschaftlichen Verkehr und sehr ordnungsliebend sind. Kannibalismus ist also nach der Erfahrung des Forschers durchaus kein Maßstab für den Grad des Kullurzustandes überhaupt, und diese Erkenntnis ist dazu an- getan, uns immer wieder daran zu erinnern, wie kompliziert die menschliche Seele ist, was wir bei uns in solch drastischer Weise nur bei gewissen Verbrechern beobachten können. Bei einem kriegerischen Unternehmen der Karawane gegen feindlich gesonnene Stämme waren auch einige Niamniamleute, die zur Karawane gehörten, be- teiligt. Während die übrigen Leute sich daraus beschränkten, Ge- treibe, andere Mundvorrät« und Weiber zu rauben, verstanden es die Niamniam. sich hinter dem Rücken der übrigen eine heimatliche Menschenmahlzeit zu bereiten, was dadurch herauskam, daß sie wenige Tage nach beendetem Kriegszuge dem Forscher drei frisch- gekochte«chädel zum Kauf anboten. Das sind die Schädel Nr. ZÖ, 37 und 38 der anatomischen Sammlung.„Geschehen war geschehe», ich tonnte nicht anders, als sie wisienschaftlich verwerten." lieber 50 Jahre sind zwar vergangen seit diesen Erlebnisien, aber wenn auch in anderen Ländern, z. B. auf den Fidschi-Jnseln der Kannibalismus durch den Einfluß europäischer Zivilisation aus- gerottet ist, im Herzen Afrikas, wohin man weder auf Kamelen, noch Eseln, noch aus Wagen gelangen kann, wohin man zu Fuß reisen muß, werden vermutlich heute noch ähnliche Zustande herrschen wie zur Zeit Georg Schweinsurchs. Prometheus M.-G. Don Max Barthel. „Nün die liebe Sonne ihr Glanzgcsicht wiederum der alten Mutter Erde zuwendet und der eisige Hauch des Wiilters zcr- schmilzt und im Schoß« der Natur die vielen Blünüein erwachen und auch die ersten Vöglein ihr Danklied anstimmen, denn es ist wiederum Licht auf die stluren, und das himmlische Feuer leuchtet uns wieder, dos heilige Feuer, dos einst Prometheus den Göttern §-raubt hat.. so würde ein aufgeregter Lyriker diese Geschichte egin-en. ..Am schwarzen Felsen des Kaukasus hing mit eisernen Ketten geschmiedet Prometheus, der Held, der den Göttern das Feuer entriß und das Dunkel der Barbarei auf Erden sausend damit erhellte. Die Menschheit hatte das Licht, aber Pramctheus hing schmerzae- krümmt am kaukasischen Fels: ein Geier fraß seine Leber. Die Götter straften Prometheus. Wenn der Geschändete vor Schmerzen ausbrüllte, oersinsterte sich der Olymp. Dunkelheit stürzte über die Erde. Aber das Feuer jaust» und zuckte und fraß alle Schatmr. Und noch in Sterbepein reckte Prometheus sein Haupt und schrie in den Himmel:.Es gibt nichts Aerniercs unter der«onne als euch, ihr Götter.. so würde ein durch die Schule verbildeter Laie einen Roman über Prometheus beginnen. Der Fachgelehrte würde einen mächtigen Austatz über den Ur» sprung des Feuers verfassen, über die Methoden der Feuerberestung bei den wilden Völkern und den dazu gehörigen Kultspielen und Mythen: die philologische Konkurrenz grübe in alten Liedern und Märchen den Spuren des Feuers nach: sie würde auch Schillers Lied von der Glocke zitieren mit dem berühmten Spruch:„Wohl- tätig ist des Feuers Macht," und zum Schluß der gelehrten Abhand- lung käme sicher da» schöne Volkslied vom Schwefelhölzchen, da» man haben muß, wenn man Feuer machen will. Das Schwefelhölzchen gehört einer vergangenen Zeit an. Di« Hölzchen der Gegenwart sind ohne Phosphor und ohne Schwefel. Sie sind auch von aller Poesie meilenweit entfernt. Sie sind wie fast alle Dinge des menschlichen Bedarfs Ware geworden. Sie bauten, so klein und winzig sie auch sind, einen der vollendetsten Trusts, den die Weltwirtschaft überhaupt kennt, den schwedisch- amerikanischen Zündholzkonzern mtt einem Aktienkapital von über zweihundert Millionen Goldmart. Vor ungefähr zwanzig Jahren schlosien sich die größten schwe- dischen Zündholzfabriken zusammen, um den an Japan verloren- gegangenen asiatischen Markt wieder zu erobern. Di« Japaner wurden in diesem Wirtschaftskampse besiegt. Ihre Fabriten wur> den ausgekaust oder durch Kapitalbeteiligung unschädlich gemacht. Amerikanische Geldgruppen lchlossen sich den Schweden an, modern« Prometheiden, um endlich die arme dunkle Welt mit ausreichendem und billigem Lichte zu oersorgen, die schwarzen, weihen und gelben Völker endgültig zu erleuchten. In Polen, in Lettland und in der Türkei Hai der Zündholztrust das Staatsmonopol. Nur seine Zündhölzer dürfen in diesen Ländern verkauft werden. Aber es gibt fast kein Land auf dieser Erde, in dem nicht die schwedischen Amerikaner ihre Niederlagen, Vcrtaussorganisationen und Fabriken haben. Sie beherrschen Nord- und Südamerika vollkommen, die englischen Kolonien. Japan, China, Indien, Finnland und Zentral- und Westeuropa. In der letzten Zeit wurden neue Fabriten in Peru, Belgien. China und Holland erbaut. Wer ist nun der neue Prometheus, der den Völkern da» Licht bringt und nicht an den kaukasischen Felsen geschmiedet wird? Schwedische, englische und omerikanischc Kapitalisten, der große Menschenfreund' Rockefeller, der amerikanische Zuckerkönig Hove- meyer, um einige Nomen zu nennen. Da» sind die modernen Lichtspender der Menschheit. Die Geschichte der Zündholzvertrustuna ist eine Geschichte de» Kapitalismus. An diesen unscheinbaren Streichhölzern kann man genau studieren, wie sich eine Gruppe von Men'chen rücksichtslos eines Bedarfegegenstandes bemächtigt und ihn nach allen Regeln der Kunst in eine üppig« Ouelle des Profits verwandelt. Dieser Trust besitzt eigene große Banken, unerschöpfliche Wälder, chemische Fabriken, Exporthäuser, eine den ganzen Erdball umspannende Vcrkaussorgonisotion und großartig« Papierfabriken, Holzhauer in omerikonischen. kanodiichen. schwedischen und deutschen Wäldern, die Arbeiter in den Sägemühlen und PapierfabrUen. viel« hundert. tausend weiße, gelb« und schwarze Hönde an den Stanzen und ,n den chemischen Werken, die Arbeiterinnen an den großen Pack- Maschinen, rollende Waggons durch alle Länder, ousiahrend« Schiife über den Ozeanen der ganzen Welt, der Hetzbetrieb der Trustbantcn und ihrer Filialen, Verhandlungen mit den Regierun- gen wegen Staotsmonopolen oder Zollschranken, Unglücksfalle in den krachenden Wäldern und in den Giftgasen der chemischen Fabriken, Funksprüche von Land zu Land. Börsenschiebungen. Gründung neuer Fabriken, rücksichtsloser Krieg mit der zusammen. brechenden Konkurrenz: das ist der schwedilch-amerikanischc Zund. Holztrust, der eigentlich„Prometheus-A-G" heißen sollte. In Deutschland kämpft nach den Berichten ei»er Berliner Zei- tung dieser Trust um die Vormachtstellung. Er wird siegen. Rocke- seller ist bei ihm. der Zuckcrkönig Havemeyer, die größte Erfahrung, das meiste Geld, die besten Maschinen, die billigsten Arbeiter. Vierhundert Millionen Chinesen, dreihundert Millionen Inder ge- brauchen, wenn sie Zündholzer benutzen, nur die vom schwedisch- amerikanischen Trust. Und an jedem Streichholz, das irgendwo in der Welt brennt, in Peru, in Finnland, in England, verdienen die Macher und Obergötter dieses Konzerns den Bruchteil eines Cents. Aber dos wissen wir, daß ihnen einmal ein Licht angesteckt und ein Feuer angezündet wird, an dem sie nichts verdienen werden, wenn sie auch Rockefeller oder Havemeyer' heißen. Gesuch w einer deutschen Sowjetrepublik. Daß es«ine richtige deutsche Sowjetrepublik gibt, dürfte wohl nicht allgemein bekannt sein. Und doch ist es so— die„deutsche Sowjetrepublik" ist ein Bestandteil des riesigen Staatenkomplexes der Sowjetrepubliken auf dem Gebiete de» früheren russischen Kaiser» reich»: sie wird von den ehemaligen Bezirken der deutschen Koloni- sten an der Wolga, die noch von der Zarin Katharina der Großen zur Kultivierung in» Land berufen wurden, gebildet. Der Korre» spondenl der russischen Zeitschrist„Rotes Feld" entwirft eine charat- tertstisch« Schilderung dieser Republik.„Wir fahren über das Feld auf einer Art Halbchcmssee. Plötzlich sehen wir von weitem die Kon- turen einer gotischen Kirche und ferne Weinberge. Fremdartig aussehende Leute mit glattrasierten Gesichter» und hellblauen Augen, das Haupt mit welchen Hüten bedeckt, kommen uns entgegen. Dies« „Ausländer" fahre» mit gut gesütterten Pferden. Wir beasgnen auch vielen Wagen, in denen anmutige Domen mit vielen Gepäck- stücken beladen, sitzen. Alles ist sauber, blitzblank und neu und stellt einen lcharsen Gegensatz zu dem dar, was wir vorhin in den echt- russischen Gebieten gesehen haben. Wir fahren in ein Dorf hinein und erreichen das Gebäude des Dorssawjets. Aber wo ist denn die üblich« und in jedem russischen Dorf zu findende rate Fahne? Nichts läßt hier annehmen, daß mir uns mitten in der Union der Sowjet- republiken, wo jetzt noch ein erbitterter Klassenkampf wütet, befinden. Auf dem Platze erhebt sich«ine gute alte deutsche Kirche mit dem Namen des heiligen Johann, die eine Turmglocke hat. wie in jedem echt deutschen Städtchen. Ich dachte schon, daß ich bald einem Polizisten aus der Zorenzeit begegnen werde. Doch nein. Ich be- merk« einen Milizionär— endlich einen Sowjetbeamten! Er er- zählt mir. daß die Deutschen sehr abgeschlossen leben und vom Kommunismus nicht» wissen wollten. Er jagte weiter, daß alle Einwohner der Republik wahlhabend sind und einige sogar sehr reich. Sie bezeichnen sich als Bauern, und deshalb darf bei ihnen nichts nationalisiert werden, obwohl einige von chnen einen recht großen Landbesitz haben u>ii> recht ansehnliche Einkünfte einstecken können. Bemerkenswert ist. daß im Sowjethause weder die in Rußland so beliebten Plakate mit reooluiionären Schlagworten, nach Bilder von Lenin vorhanden waren. Dafür gibt es aber eine vorzüglich organisiert« Bibliothek und einen Aereinsklub. In diesem Vereinsklub tonnt« man sich mitten in Thüringen ader in Sachsen wähnen, so gemütlich deutsch sah es dort au». Auch einen Tury- verein gibt es in diesem gesegneten„Helenendorf", wie die„Haupt- stodt" der deutschen Sowjetrepublik heißt. Die Kommunisten selbst sagen, daß die Deutschen kommunistischen Neuerungen unzugänglich sind, trotz aller Versuche, ihre eigene„bourgeoise" Organisation behatten. Man will aber in Sowsetruhlond gegen die sogenannten „nationalen Minderheiten" großzügig sein. ALPENTRACHTEN für Damen und Herren zu Kostümbällen und Alpenfesten Ständig vorrätige Trachten: Miesbach, Schliersee, Tegernsee, Berchtesgaden, Allgäu, Zillertal, Steiermark, Dachau Kostüme für Holzknechte, Flößer und Musikanten Verlangen Große Auswahl In einzelnen Kostümtellen für Damen Sie SonderPreisliste und Herren Trachten Dirndlkleider Haferlschuhe PEEK& CLOPPENBURG ME H BERLIN C 19. GERTRAUDTEN- STRASSE 25-27 ROSS- STRASSE 1-4 Theater Lichtfpiele afw. Lessing- Tb. 8 Uhr Gastspiel& Saltesburgs Bühne KronVolksbühne prinzessin 8 Uhr: Der befreite prinzessin Don Quichotte Kleines Th. Morgen 8 Uhr 8 Uhr: Der Kantmann Dybuk von Venedig ( Der Dämon) Deutsches Großes Schauspielhaus Künstl.- Theater Für Dich CHARELLRE Tägl. 8 Uhr: Paganini Th.a.Kurfürstendamm Tägi. 8 Uhr: Die Nacht der Nächte TÄGLICH 84 Th.1.Schiffbauerdamm Tägl. 8 Uhr: Metropol Theater Der fröhliche Weinberg Metropol- Theater Tagl. 8 Uhr Lustspielhaus Staats- Theater Regie: Vierter No no Nanette Ab heute bis inkl. Opernhaus 7% U. Zauberflöte Opernhaus am Königsplatz Casino- Theater 7 Uhr: Zar und Täglich 8 Uhr Zimmermann Schauspielhaus Neu! BU: Im weißen Röß'I Schiller Theater 8: Wallenst. Lager Die Piccolomini Städtische Oper Charlottenburg 7% Uhr: Die Entführung aus dem Serail Abonn- Turnus III. Deutsches Theater 8 Uhr: Juarez und Maximilian Kammerspiele 8 Uhr Die letzte Geliebte Die Komödie Kurfürstendamm 206/7 8 Unr Gesellschaft 11.15 Uhr Nacht vorstel.ung Der blaue Vogel" Th. a. Hollendorfpl. 8 Uhr: Die offizielle Frau Operette in 3 Akten Preise 1 M. bis 10 M. Circus Busch Täg ich 71, Uhr Neues Febr.- Progr. Manege- Sensat. .Gorillabrant Ken! Der große Eriols 4. Febr. 8 Uhr: Der kleine Kappler SCALA Wallner- Theater Rastelli und 10 weltere VarietéTägi. 8 Uhr: Kolportage Barnowsky- Bühnen Theater Königgrätz.Str. 8 Uhr: Exzesse Homödienhaus 71 Zum 1. Male 2 Der Garten Eden Lustspiel v. Rud. Bernaner and De terreicher Die Tribune 8 Uhr: Die neuen Herren Theater i. d. Lützowstraße Tagl. Lemke's 81/4 sel.Wwe. Altberliner Volksstück m Gesang and Tanz in 5 Bildern von E Graeser und G.Barghardt Am 31. Januar 1926 verschied am Herzschlage mein lieber, guter Mann, Vater. Bruder und Schwager, der Restaurateur Offo Wilke Reinickendorfer Straße 46. Dies zeigen tiefbetrübt an mit der Bitte um stille Teilnahme Minna Wilke nebst Kindern. Die Einäscherung findet am Freitag, den 5. Februar, nachmittags 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Trianon- Theater 8 Uhr: Zum 25. Male Musik v. Dr.R.Hirsch Gespensterschiff ( Autoren der Roblanks".) Volkstümliche Preise 1-4 M. Im Vorverkauf Theaterkasse Freitag& Uhr: Uraufführung Bote& Bock, Warth.20% Ermäß Sadie Theater a. Kottb. To Kottbuser Str. 6. vom Broadway 8 thr- Entg. 3 ub Neues Th. am Zoo Elite- Sänger Allabendi 8 Uhr: Guido [ 16/4 Am Sonnabend, den 30. Januar, verstarb unser lieber Genoffe, der Stadtverordnete August Schmidt Bir verlieren in ihm einen hilfs bereiten Freund und tüchtigen Funttionär unserer Abteilung. SPD. 136. Abteilung Versamer Thielscher Thielscher Gloria Sie nicht unjer fabelhaftes Februar Brogram Gintritt 50 bts 2.50 Wachm.ermaß.Preis velles Abd- Progr. n י Stöpsel Kleine Preise: Parkett1-2M. Park.- Fant.3-4 M. Orchest.Fauteuil 5. Sessel 6 M Vorverkauf enterbrochen WINT BORTEN De Revuc der Lilipufaner im Palast BR der Gedächtniskirche Morgen letzter Tag! EmilJannings, Lli Dagover, Werner Krauß in dem Ufa- Film Tartüff Regie: r. W. Murnau Wochentags: 5, 74, 9% Sonntags: 3, 5, 7, 9 sensationellen Februar- Spielplan Sport Palast Dazu 10 internationale Attraktionen Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Alabendlich 8 Uhr und Sonntag nach 3 Bbr: Stettiner Sänger Nachm halbe Preise volles Abendprogramm! Dönhoff- Brettl Mario Costa, Anja Aroschewa, Gieschw Saitzoff. 10 große Nummern! patesan nventur Verkauf 1.- 13. Februar Dtsch. Teppich Spezialhaus FT Emil efèvre G. m. b. H. Berlin S. 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Januar im Circus Busch unmöglich geworden war, haben die Breitbart- Schau veranlaßt, ihre 20 wöchentliche StollTour durch England, die ihren Anfang in der ersten Februarwoche im Kolosseum, London, nehmen sollte, zu verlegen, um einem Antrage des Circus Busch folgend. den zahlreich auitauchenden Breitbart- Kopisten ein 14 tägiges Paroli zu bieten. Alle ,, Nachahmer und Eisenkönige" werden zu einer IdealKonkurrenz aufgefordert, im Circus Busch zu beweisen, ob sie die Arbeiten, die das geistige und physische Eigentum Siegmund Breitbarts sind, in gleicher Weise, in gleicher Vollendung und mit gleichem Material, wie sie sich rühmen, auszuführen imstande sind. Breitbart redivivus bleibt also bis 15. Februar im Cireus Busch Neue Welf A. Scholz Hasenhelde 108-114 Donnerstag, den 4. Februar, sowie täglich: Bockbierfest in den bayer. Alpen 8 Kapellen/ Heue Dekorationen/ 80 bayer. Mad! Ausstoß des berühmten Bergschloß- Jubil.- Bock und Gr. Schweineschlachten Einlaẞ 6 Uhr Anfang 7 Uhr 0000000 Voranzeige 000000000 Sonnabend, den 6. Februar: Großer Alpen- Ball die Liebe 8 Uhr: 666666 Unf. Abteilungsleiter. Genoffen Georg Lück a feinem 80 Geburtstage ble besten Gladwünsche. Die Genossen d. Vorwärts Expedition * EEEeeee gestattet mir folgendes bill iges Angebot 100 000 Liter Fruchtweine Zucker vergoren, Rose- Theater Vormittags- Einkauf empfehlenswert. Fernspr.Moritzpl. 235 Herrnfeld KrauseIntimes Th. SU Pianos Famil. Schmock Miete Zwei groß Schlager: zur 8 Uhr August Klabriaspartie Ansbacher Str. 1, der Starke Kleine Friedenspr. Ecke Kurfürstenstraße Lie Aktionäre der Schultheiss- Patzenhofer Brauer ei Aktiengesellschaft werden hiermit zu der am Donnerstag, den 25. Februar 1926, vormittags 10%, Uhr, ca. 14%, mit Steuer im Sitzungssaale der Gesellschaft, Berlin NW 40, Roonstr. 6, statifindenden 10 Heldelbeer- u. Apfelwein Ltr. M. 0.87 Fruchtwein, Portweintyp Johannisbeerwein. Stachelbeer-. Kirschwein -0.96 1.02 1.08 75 000 Liter unverschnitten Sudweine mit Stener Tarragona süß 17%... Ltr. M. 1.50 Malaga 16% 20% 1.74 2.07 2.70 Deutscher Metallarbeiter- Verband Samos( Krankenwel Achtung! Berwaltungsmitglieder! 35 000 Flaschen Am Freitag, den 5. Jebruar, fnRof- u. Weißweine teine Sigung ber mittleren Orts verwaltung ftati Achtung! Achtung! Erwerbslole Graveure und Ziseleure! nabend, ben 6. Februar, mittags Berbandshauses, Linienfte. 83/85: Erwerbslofen- Bersammlung 12%, Uhr. im Zimmer 28( 4 Treppen) des Operette von Gilbert stoege mus erſcheinen. Friedenspreise M. 0,50 bis 10, Central Theater 8 Uhr: Der Fremde Seber organisierte erwerbslofe Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Allgemeine Ortstrantentasse Berlin- Wilmersdorf. Raiferallee 173a. Bekanntmachung! Der Vorstand unserer Raffe tonftituierte fich file bie Wahlperiode ab 1. Januar 1926 Theater im Admiralspalast wie folgt: Tärlich 8 Uhr. 1. Borigender Herr Richard Engelhardt, Berlin- Wilmersdorf, Raiferplag 5. Haller- Revue Ben- Dalenfee, Kurfürftendamm 117, 2. Borfigender Herr Richarb Afbring, Serie 1 mit Steuer ohne Glas M. 0.90 Serie 2 mit Steuer ohne Glas M. 1 32 Serie 3 mit Steuer ohne Glas M. 1.80 Serie 4 mit Steuer ohne Glas M. 2.36 Erstklassige Spirituosen la Aquavit, 35% Weinbrand- Verschn, 38% ordentlichen Generalversammlung ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geschäftsberichts und der Abschlußbilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung für den 31. August 1925 sowie des Berichts des Aufsichtsrats. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz, die Gewinnverteilung und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. 3. Zustimmung zur Aenderung des Interessengemeinschaftsvertrages mit der Ostwerke Aktiengesellschatt, Berlin. sowie der C. A. F. Kahlbaum Aktiengesellschaft, Berlin, und zwar hinsichtlich der§§ 11 und 13( Beteiligungsquoten). 4. Aufsichtsratswahl. Ueber die Beschlußfassung zu Punkt 3( Interessengemeinschaftsvertrag) wird gemäß§ 31 Abs. 4 der Satzung neben der gemeinsamen Abstimmung der Stamm- und Vorzugsaktionäre eine gesonderte Abstimmung beider Gattungen von Aktionären stattfinden. Diejenigen Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen, werden mit Bezug auf die Ltr. M. 2.95$ 8 25-27 des Gesellschaftsvertrages ersucht. Ihre Aktien 3.20 oder die über die Aktien lautenden Hinterlegungsscheine 4.20 der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassenvereins 4.45 unter Beitügung eines doppelten Nummernverzeichni ses 5.20 bis spätestens Sonnabend, den 20. Februar 1926, 340 mittags 12 Uhr, 95 la feinster Weinbrand, 38% la Jam.- Rum- Versch. ca.45% la Jam.- Rum- Ver.( Teerum) ca 55% Spezial- Likör, ca. 38% Ltr. Die bek. Süßkind- Liköre ca. 38% Süßkind Privatbrand, 38% 99 4.45 in Berlin Fl. 4.25 Charente Weinbrand, ca. 42%-4.75 Kostproben gratis Ausschank direkt vom Fab Likör- Fabrik u. Weingroßhandlung Eduard Süsskind Hauptgeschäft: Brunnenstr. 42-43 Achtung! Berlin- Schöneberg, Borbergite 1. Schriftführer Herr Frans Biemann, Berlin N: Chausseestraße 76 Welle 505 Berlin- Wilmersdorf, Aschaffenburger Str 25. 2. Schriftführer Herr Heinrich Staffelbt. Berlin N: Müllerstraße 144 3. billige Woche Pr.1 bis 8 M. die ganze Vorst halben Preisen aur Erledigung von Anträgen und Be Berlin SO: Grünauer Straße 15 Die Sprechstunde des engeren Borstandes Berlin 0: Koppenstraße 87 ichwerben ist, wie bisher, feben Freitag von 6-7 Uhr im Raffenlotal( Gigungs- Moabit: Wilsnacker Straße 25 simmer). Steglitz: Schloßstraße 121 Neukölln: Berliner Straße 13 55/18 Der Borftand F Wiemann, Schriftführer. R. Cugelhardt, Borfigender Vergiss nie FEINKOST MARGARINE Blauban FRISCH GEKIRNT Fordern Sie die Blauband- Woche" zu jedem Pfund. bei der Commerz- und Privatbank A.-G., 9 Charlottenstr. 47, Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Behrenstr. 68-69. Deutschen Bank, Behrenstr. 9-13, Dresdner Bank, Behrenstr. 35-39, Mitteldeutschen Creditbank, Burgstr. 24, dem Bankhause Jacquier& Securius, An der Stechbahn 3-4, Bankhause E. J. Meyer, Voßstr. 16, der Bank des Berliner Kassenvereins ( nur für die Mitglieder des GiroEffekten- Depots) Hinter in Dessau 10 in Breslas 10 9 in München . Ka Holischen Kirche 2, Schultheiss Patzenhofer der Brauerel Aktiengesellschaft, Roonstraße 6-7. Schultheiss Patzenhofer Brauerei Aktiengesellschaft, Abteilung III, Brauereistraße 1-2, Schultheiss- Patzenhofer Brauerei Aktiengesellschaft, Abteilung V, Matthiasstraße 204-8, Commerz- und Privatbank A.-G., Filiale München, Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Filiale München, Deutschen Bank, Filiale München, Dresdner Bank, Fillale München, Mitteldeutschen Creditbank, Filiale München, während der üblichen Geschäftsstunden zu hinterlegen. Die Aktien können auch bei einem deutschen Notar hinterlegt werden. In diesem Falle ist der Nachweis der Hinterlegung durch Eir reichung des notariellen Hinterlegungsscheines bei einer der angeführten Hinterlegungsstellen spätestens am Montag, dem 22. Februar 1926, mittags 12 Uhr, zu führen. Der Hinterlegungsschein eines Notars muß die Bescheinigung enthalten, daß die darauf nach Nummern verzeichneten Aktien nur gegen Rückgabe des Hinterlegungsscheines oder erst nach Schlu der Generalversammlung ausgeliefert werden dürfen. Berlin, den 2. Februar 1926. Der Aufsichtsrat der Schultheiss- Patzenhofer Brauerei- Aktiengesellschaft. Eugen Landau, Vorsitzender. Ludwig Katzenellenbogen, stellv. Vorsitzender. Nr. 57 43.Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Umgruppierungen in der Seeschiffahrt Die dritte Großschiffahrtsgesellschaft Deutschlands. Wenn man noch vor einem Jahr die Stinnes- Flotte mit der schwarzweißroten Bauchbinde um den Schornstein im Hamburger Hafen fahren oder liegen fah, glaubte man wohl faum, daß der Name Stinnes in der Seeschiffahrt so rasch wieder ausgelöscht werden würde. Mit dem Berkauf der Hugo Stinnes Attienge. fellschaft für Seeschiffahrt und leberseehandel" an die Deutsch- Austral- und Kosmos- Linien ist dies tatsächlich der Fall. Damit zerbricht ein Hoffnungstraum, der nach zwei Richtun gen ging: erstens die Anteilnahme der Schwerindustrie an der Seeschiffahrt und zweitens der Aufbau einer Seereederei- und Ueberfcehandelsorganisation durch einen industriellen Privattongern. Der Zusammenbruch Deutschlands traf die Seeschiffahrt hart. Als Albert Ballin sein Lebenswert bis zu einem gewissen Grade verfinten jah, erschoß er sich. Die weit robuſteren Kollegen von Rohle und Eisen waren von einer derartigen Sentimentalität nicht befallen. Ihr namhafter Vertreter Stinnes faufte im Kriege Hotels in Hamburg auf, richtete dort Bureaus ein und gründete 1917 bie Hugo Stinnes Aktiengesellschaft für Seeschiffahrt und leber seehandel, deren 3med im Hamburger Handelsregister folgender. maßen umschrieben wurde: Seeschiffahrt jeder Art, einschließlich der Her. stellung aller der dazu dienenden Betriebsmitteln im In- und Auslande, Hanbel mit allen Erzeugnissen des Bergbaues, der Hüttenindustrie, der chemischen und elektrischen Induftrie, der Landwirtschaft. sowie Handel mit Waren, Fertigfabrikaten, Halbfabrikaten und Rohprodukten aller Art, insbe jondere mit Lebens- und Futtermitteln, mineralischen, tierischen und pflanzlichen Delen, Baumwolle und sonstigen Tertilrohstoffen, Häuten, Jute, Holz, Zellulose, Papier und allen Erzeugnissen der meiterverarbeitenden Industrie, ferner der Umschlag und die Lagerung solcher Erzeugnisse, insbesondere soweit sie aus dem Ausland tommen oder ins Ausland gehen. Die Gesellschaft ist auch berechtigt, die Herstellung. Gewinnung und Ver arbeitung von Waren, Fertigfabrikaten, Halbfabrikaten und Rohprodukten aller Art in eigenen Betrieben vorzunehmen." Das war 1917. Die folgenden Jahre wurden dazu benutzt, dieses hochtönende Programm in die Wirklichkeit umzusetzen, und Ende 1925 mar der Traum schon verflogen. Jetzt ist der Uebergang an andere Schiffahrtsgesellschaften bereits perfeft, das Stillhaltekon sortium hat auf diesem Gebiete der Stinnes- Liquidation gründliche Arbeit geleistet. Die Deutsch- Austral- und Kosmos- Linien tommen, da fie nicht nur die Schiffe, sondern das ganze Reedereigeschäft übernahmen, in den Besitz einer gut eingespielten Reederei organi sation, wenigstens auf den Linien, die von der Stinnes- Flotte hauptsächlich befahren wurden: nach Westindien, Ostasien, Brasilien und La Plata. Die Anteilsquoten der Stinnes Flotte in den dort bestehenden internationalen Pools gehen auf diese Reebereigruppe über. Eine neue Großreederei wurde fomit geboren, die fich wahrscheinlich nicht im Gegenfaz mit den Groß reebereien, Norddeutscher Lloyd und der Hapag fortent Exportförderung durch das Reich. Seit längerer Zeit ist in der bürgerlichen Fachpresse eine Frage behandelt worden, deren Entscheidung auch für die Arbeiterschaft von größtem Interesse ist. Zur Förderung der Warenausfuhr hat nämlich das Reichswirtschaftsministerium den Plan ciner Exportkreditversicherung ausgearbeitet; der wesentliche Inhalt des Planes ist der, daß das Reich den Erpor teuren einen Teil des Rijitos abnehmen will, das mit dem Verrauf an Waren an faule Auslandskunden oder an Staaten mit unsicheren politischen Verhältnissen verbunden ist. Grundsätzlich fann gegen eine derartige Forderung um so weniger Einspruch erhoben werden, als in einer ganzen Reihe ant derer Staaten ähnliche Einrichtungen bereits bestehen und auch Deutschland nicht umhin fann, in irgendeiner Weise diejenigen Siche rungen für einen risikoreichen Export zu schaffen, die bei der gegenwärtigen Lage der Weltwirtschaft unvermeidlich sind. Die Frage ist nur, ob man sich von einer Exportversicherung wirklich nachhaltigen Erfolg versprechen fann zu einer Zeit, in der die verfügbaren Exportkredite, zum Beispiel der Deutschen Gold diskontbank, nicht voll in Anspruch genommen werden; ferner bedeutet es eine starte 3umutung an die Arbeiterschaft, daß die zur sozialen Fürsorge bestimmten Mittel des Reichsarbeitsminifteriums einem ganz fleinen Teil von Firmen, die am Epport interessiert sind, und daraus ja doch Profite zu erwirtschaften hoffen, für eine Art Subvention der Industrie ausgeworfen werden sollen. Da bekannt war, daß besonders vom deutschen Exporthandel gegen das Projekt starte Widerstände geltend gemacht wurden, haben wir bisher zu den Projekten noch feine Stellung genommen. Jetzt wird amtlich gemeldet: „ Am 3. Februar hat im Reichswirtschaftsministerium eine Besprechung über die Frage der Exportversicherung stattgefunden, an der sowohl die Spizenverbände von Industrie und Handel als auch die Kreditversicherungs- und Rückversiche rungsgesellschaften teilnahmen. llevereinstimmung bestand darin, daß Wege zur Förderung des Exports gefunden merden müßten. Dabei wurde neben den vom Reichsmirt. fchaftsministerium ausgearbeiteten Blane noch ein 3 meiter Borschlag, der aus Kreifen des Hamburger Exportes stammt, zur Distusfion gestellt. Die Durchführbarkeit des letzten VorSchlages sowie die Möglichkeit der Bereinigung ber beiden Borschläge wird geprüft und binnen fürzester Zeit ein Beschluß gefaßt werden." wickeln, sondern mit ihnen im Einvernehmen arbeiten wird, zumal fie durch Poolverträge und gemeinsam betriebenen Linien( nach Auftralien und der südamerikanischen Westlüfte) mit Hapag- Llond verbunden ist. Die vereinigten Reedereien verfügen einschließlich der Neubauten über folgenden Dampferbestand: Auftral- Kosmos Stinnes Br.-Reg.-To. Tragfähigkeit Schiffe 37 9 .• • 208 458 818 196 24 61 146 270 212 977 354 728 581 178 zuſammen Donnerstag, 4. Februar 1926 berg und Steglitz. Er erwähnt nicht, daß der Ausfall an Waffertonsum bei diesen Orten etwa 30 Broz. des bis. herigen Ronjums betragen wird. Im übrigen sprechen die Ziffern der Bilanz, namentlich beim Vergleich mit den entsprechen. ten Parallelziffern der vorigen Bilanz, eine beredte Sprache. Die Charlottenburger Wasserwerte verfügen über eine standalöse Dividenden quetsche. Die Dividende von nominell 6 Broz. ist in Wirklichkeit eine solche vcn 9 Proz., wenn man sie auf das unverwässerte" Friedenskapital von 40 Millionen berechnet. Zu der Dividende fommt eine erhebliche Tantieme von zirka 33 000 Dt. für die 12 Herren des Aufsichtsrats. Wir lassen zur Illustration über die Gewinne der Gesellschaft die Bilanzziffern der beiden letzten Jahre folgen: Bilanz. Attiba Kassenbestand Beteiligungen, Wertpapiere( Verwertungsaftien) Neubau Bankguthaben. Ausstehende Forderungen Grundstücke und Gerechtiame 30. Sept. 1925 42 765,44 1332 027,51 197 965,15 1. Oft. 1924 19 933,47 862 240, 3 616 480,98 1 819 490,51 17 177 828,26 17 315 674,06 . 41 305 920,66 . 1 494 956,11 1 630, 1 657 977,87 151, Gebände, Maschinen, Anlagen 40 577 790,40 Bestände. Sicherheiten Die neue Reedereigruppe erfaßt mit Ausnahme der Ostküste Nordamerikas und Borderindiens den gesamten Erdball. Be= fonders werden die Fahrten nach Südafrika, Niederländisch- Indien, Ostasien, Australien, der Westküste von Süd-, Nord- und Zentralamerita von Auftral- Kosmos- Stinnes erfaßt. Mit dem hier behandelten Zusammenschluß wird die Umgruppierung in der Seeschiffahrt fortgesetzt, die durch den Zusammenschluß der Linien: Lloyd- Roland- Afrika- Horn vor einigen Monaten eingeleitet wurde. Damals überflügelte der Lloyd die Hapag nicht unwesentlich und Baisiva nunmehr rüdt Austral- Kosmos- Stinnes den beiden Großreedereien bedenklich nahe. Die deutsche Großschiffahrt gliedert sich jetzt wie folgt: 631 000 Br. Register- Tons 450 000 Nordd. Lloyd. Барад Austral- Kosmos- Stinnes. Hanfa Hamburg- Süd 355 000 183 000 151 000 " Der Uebernahmepreis der Stinnes Attien ( 5 Millionen nominell) beträgt 6 Millionen Mark in bar, die mit zu übernehmende hypothetarische Belastung beträgt 21 Millionen Mark und die im Bau befindlichen Motorschiffe der StinnesLinien erfordern einen weiteren Betrag von 2½ Millionen Mark. Es müssen also rund 30 Millionen Mart oder 9 fund Sterling pro Bruttoregistertonne aufgewandt werden. Gin ziemlich hoher Preis, der nur in der Bedeutung der Organi jation der Stinnes- Reederei seine Ursache findet. In dem offiziellen Kommuniqué von Austral- Rosmos heißt es, daß eine besondere Rapital. oder Finanztrans. attion mit dem Kauf der Stinnes- Linien nicht verbunden sei. Die beiden durch Interessengemeinschaftsverträge eng verbundenen Schiffahrtsgesellschaften sind also in der Lage, die nicht uner. heblichen Barzahlungen glatt leisten zu fönnen. Da berbies die Hapag erklären ließ, daß sie die in Bereitschaft gehaltenen Mittel zur eventuellen Uebernahme der Stinnes- Linien anderweitig zum Ausbau ihrer Flotte verwenden wird, so ist fest zustellen, daß es den deutschen Schiffahrtsgesellschaften troz des Niedergangs auf dem Weltfrachtenmarkt feineswegs schlecht gehen tann. Hierauf deuten auch die sonstigen Bauaufträge hin, die die Werften in den letzten Wochen erhielten. Diese Tatsache ist bei allebem beachtenswert. Aftienkapital Teilichuldverschreibungen Burgläubiger. Rautionsgläubiger Rückständige Dividende Reservefonds Erneuerungsfonds Reingewinn Ausgaben Summe 63 750 419,22 60 000 000, 58 842,30 1 458 725,51 15 629,19 3 426 707,37 67 098 679,07 60 000 000, 58 842,80 2205 819,83 29 803,08 22 718,98 199 074,70 800 000, 2 222 222.22 8 782 420 23 Eumine 68 750 419,22 67 098 679,07 30. Eept. 1925 1357 768,39 Gewinn- und Berlustrechnung. . Betrieb der Werfe Stebruetbetrieb Allgemeine Geschäfte unkosien Steuern und Abgaben. Abschreibungen Erneuerungsfonds Referbefonds leberschus Einnahmen Gewinnvortrag 30. Sept. 1924 838 875,02 345 875,66 550 900,86 975 570,58 1732 055,88 44 641,02 800 000, 199 074, TO 2 270 325,87 800 000, 2 242 052.74 3 782 420,28 Summe 6 496 123,81 9 442 481,66 1,08 Geschäftsgewinn( Roheinnahmen) Summe 6 496 127,78 9 442 431,66 6 496 128,81 9 442 481,66 Daraus ergibt sich also, daß alle Anlagemerie, often im Laufe des Jahres erhöht worden sind. Bei den Ausgaben versäumt der Geschäftsbericht nicht den üblichen Rebenhieb auf die Höhe der Steuern und Abgaben, die 37,5 Broz. der Gesamtausgaben darstellen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die Gesellschaft auf Grund der Konzessionsverträge eine hohe Abgabe an die Stadt zu zahlen hat, die nicht in dem gewöhnlichen Sinn als Steuer bezeichnet werden kann. Würde dieser Posten abge. Der prozentuale Vergleich zwischen der Steigerung des Umfages und 40 re 3, der Gewinn jedoch um über 50 Proz. geder Steigerung des Gewinns ergibt, daß der Umfaz um rund stiegen ist. Dabei sind die sehr starken Abschreibungen, die Bil bung des Erneuerungsfonds usw. nicht in Rechnung gestellt. AnMan hat es offenbar nicht für notwendig befunden, Berzweigt, dann würde das Bild sofort ein wesentlich anderes sein. treter der Arbeiterschaft zu befragen, wie sie über die Verwendung von Mitteln zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit denken. Dabei handelt es sich im vorliegenden Falle um Beträge, über deren Aufbringung die Industrie äch zt und ſtöhnt, weil fie angeblich eine Belastung der Wirtschaft bedeuten und nur den Arbeitnehmern zugute kommen. Wie der Vorschlag des Hamburger Exporthandels lautet, darüber war gestern im Reichswirt schaftsministerium nichts zu erfahren. Infolgedessen ist es auch nicht möglich, zu dem Plan Stellung zu nehmen. Zu fordern ist jedoch, daß vor einer Entscheidung über die ganze Frage Bertreter der Arbeiterschaft gehört werden, ehe Mittel der produt tiven Erwerbslosenfürsorge in großem Umfange es handelt fid vorläufig um zehn, in absehbarer Zeit wohl schon um fünfzig Millionen zur Stüßung des Exports in Anspruch genommen werden. Segen des Wassers. gesichts dieses Geschäftsergebnisses muß die Deffentlichkeit wieder fung der Tarife dieser Gesellschaft erfolgt ist. Es existiert doch die Frage aufwerfen, warum immer noch nicht eine Nach prüein sagenhaftes Schiedsgericht, das die Grundlagen der Tarife zu fontrollieren hat. Es wird doch niemand behaupten können, taß eine neunprozentige Berzinsung des voll erhaltenen Friedens fapitals neben einer ständigen Erweiterung der vorhan benen Anlagen und des Grundbefizes( im Jahre 1923/24 3 wachs von 10 151 Quadratmetern, im Jahre 1924/25 Zuwachs von 8351 Quadratmetern) noch als berechtigter Gewinn für eine Monopolgesellschaft, die ohne jedes Rififo arbeitet, bezeichnet werden kann. Die Behauptung wird man um je weniger unterftüßen fönnen, als nachgewiesenermaßen die Charlottenburger Wasserwerke im Sommer vollständig versagt haben. Es wird interessant sein, den Bericht dieser Privatgesellschaft mit dem temnächst zu erwartenden Bericht der Städtischen Wassermerte zu ver gleichen; dieser Bergleich wird, soviel läßt sich schon jetzt sagen, nicht zugunsten des Privatfapitals ausfallen. Zum Geschäftsabschluß der Charlottenburger Wafferwerke Der Geschäftsbericht der Charlottenburger Wasser. und Industriewerte A.-G. für das Geschäftsjahr 1924/25 liegt jetzt getrudt vor. Er zeigt, wie recht die Deffentlichkeit mit ihren Angriffen auf diese in der Hand des Privatkapitals befindliche Der Absatz des Deutschen Kalisyndikats G. m. b. H. im Januar Gesellschaft gehabt hat. Der Bericht vermeidet es forgfältig, den 1926 betrug 948663 Doppelzentner Reintali. Dieses Schleier über die innere Entwicklung der Gesellschaft mehr zu Ergebnis ist ganz wesentlich günstiger, als man nach den lüften als unbedingt notwendig ist. Obwohl die Gesellschaft ihrer Klagen der Landwirtschaft über ihre Ünrentabilität" erwarten Natur nach gehalten sein müßte, als tonzeffionierter Monopolbetrieb fonnte. Der Gesamtabjaß in den ersten neun Monaten des Dünger der Deffentlichkeit durch genaue und zuverlässige Zahlenangaben jahres 1925/26( 1. Mai bis 30. April) beträgt 7415426 Doppelihre Entwicklung flarzulegen, hüllt sie sich in beredtes Schweizentner Reintali gegen 7 302 461 Doppelzentner Reinkali in den ersten neun Monaten des Düngerjahres 1924/25. gen. Sie sticht dadurch zum Beispiel sehr unangenehm von der Hochbahngesellschaft ab, die in allen ihren Veröffentlichungen auf genaue und zuverlässige Zahlenangaben Wert legt und die noch bei der letzten Obligationenausgabe in ihrem Prospekt ein eingehendes Bild ihres Geschäftsberichts gegeben hat. Die Charlettenburger Herrschaften begnügen sich damit, mitzuteilen, daß der Wasser perbrauch gegenüber dem Vorjahre um 41,3 Broz. gestiegen ist. Indirekt geht das aus der Steigerung der Roheinnahme8iffern von rund 6,5 auf rund 9,4 Millionen deutlich hervor. Der Bericht erwähnt auch den Abschluß des bekannten Vertrags mit der Stadt über die Webernahme der Wasserversorgung von Schöne FRITZI Ein füddeutscher Zudertrust. Aehnlich wie beim Anilintrust beabsichtigen sechs bedeutende Zuckerfabriken( Frankenthal, Waghäufel, Stuttgart, Heilbronn, Offstein und Rheingau) die Boll fusion ihrer Betriebe zu einem Einheitsunternehmen, nachdem sie bisher schon durch eine Interessengemeinschaft verbunden waren. Es handelt sich um den Zusammenschluß von Betrieben mit einem Ge famtkapital von rund 37 millionen Mart, für die Zuckerindustrie also um ein sehr beträchtliches Trustgebilde. Die Berhandlungen stehen vor dem Abschluß. Der Zweck des Zusammenschlusses, höhere Gewinnausbeute bei Berringerung der Generalfoften, liegt auf der Hand. Fritzi Massary MASSARY DIE UNVER CLEICHLICH die gehaltvolle 3's SZigarette hat es in sich! Die Militärgerichtsreform. Annahme im Reichstag. Präsident Löbe richtete gestern im Reichstag vor Eintritt in bie Tagesordnung einen von warmem Empfinden getragenen Glüdwunsch an die Bevölkerung der Kölner Zone. Es folgte die 2. Beratung des Gefeßentwurfs zur Bereinfachung des Militärftrafrechts. Ueber die Ausschußverhandlungen berichtet Abg. Dr. Hanemann( Dnat.). Er empfiehlt die Annahme der Vorlage nach den Ausschußbeschlüssen. Abg. Dr. Barth( Dnat.) hält die Beschlüsse für so weitgehend, daß die Disziplin in der Truppe eine bedenkliche Loderung erfahren könnte. Unannehmbar sei für die Deutschnationalen die Vorlage deshalb, weil Duellvergehen beim Militär schwerer bestraft werden sollen als nach dem Strafgesetzbuch. Abg. Buchholz( 3.) begrüßt die Vorlage, weil sie das Militär. ftrafrechtsverfahren wesentlich vereinfache. Das von den Sozial demofraten vorgeschlagene Wahlsystem für die Offiziers richter habe sich aus technischen Gründen nicht durchführen lassen. Den Zweikampf lehne das Zentrum ab, daher stimme es der Straf verschärfung in solchem Falle zu. Man dürfe sich der Hoffnung hingeben, daß durch dieses Gesetz Ausschreitungen, besonders Mi handlungen in der Reichswehr verhindert werden. Abg. Landsberg( Soz.): Es tommt uns vor allem darauf an, daß Disziplinar. strafen nicht eher vollstrect werden, bis sie rechtsträftig geworden find. Wir haben einen entsprechenden Antrag eingebracht. Die Bollstreckung einer zu Unrecht verhängten Disziplinarstrafe fann die Disziplin viel mehr untergraben, als das Bergehen gegen die Disziplin selbst. Wir begrüßen es, daß einige Begriffe wie der Fahnenflucht, der Gehorsamsverweigerung und„ vor versammelter Mannschaft" einfacher gefaßt worden sind. Schon die alte Volkspertretung hat sich wiederholt mit der Militärgerichtsstrafbarkeit befaßt, aber vor dem Kriege sind nur in ganz feltenen Ausnahmefällen Zeilerfolge gegen brutale Urteile erzielt worden. Damals hat man gesagt, im Interesse des Dienstes seien die allerschärfsten Strafen notwendig. Solange die allgemeine Bürgerpflicht die Grundlage des Heeres war, hat man an solche Milderungen nicht gedacht. Jetzt aber, mo mir ein Heer von angeworbenen Freiwilligen haben, beseitigt man weitestgehend bisher bestandenes Unrecht. Bir Sozialdemokraten gönnen der Reichswehr alle diese Milderungen, fie gehen uns im Gegenteil noch nicht weit genug. Aber was der Reichswehr jetzt billig ist, fonnte dem alten Militär nur recht sein.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Man hat uns im Ausschuß gesagt, es habe feinen 3wed, das Militärstraf gefeß noch weitergehend zu ändern, weil das neue bürgerliche Strafgesetzbuch doch bald tommen würde, und dann werde auch die Militärgerichtsbarkeit neu geordnet werden. Aber in einigen Bunften hätten wir doch jest schon weitere Milderungen begrüßt. So hätte die Bestimmung beseitigt werden können, daß die Arreststrafen bei Wasser und Brot verbüßt werden müssen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. In der bürgerlichen Strafgefeggebung wird auf derartige Finessen verzichtet.( Der Reichswehrminister Geßler, macht einige Zwischenrufe.) Demgegenüber erflärt der Redner, es sei schon ausreichend, wenn ein Mensch seiner Bewegungsfreiheit durch eine Strafe beraubt wird. Der Abg. Barth hatte behauptet, daß durch die Bestimmungen gegen das Duellwesen die Reichswehr unter ein Ausnahmerecht gestellt werde. Das ist falsch, aber in anderer Beziehung besteht ein Ausnahmerecht für die Angehörigen der Reichswehr. Nach bürgerlichem Recht muß ein Angeklagter unter 18 Jahren milder bestraft werden als ein Angeklagter über 18 Jahren. Es fann 3. B. gegen ihn nicht auf Zuchthaus erkannt werden. Auch Todesurteile kommen hier nicht in Frage. Diese Milderung fällt beim Soldaten unter 18 Jahren fort. Man fagt, man fönne bei den Soldaten teinen Unterschied machen. Es ist doch aber ein Widersinn, daß ein junger Soldat wegen eines Mordes nach dem bürgerlichen Strafgesetzbuche mur zu einer Marimalftrafe von 15 Jahren Gefängnis verurteilt werden kann, mährend das gleiche Gericht den gleichen Soldaten wegen eines mit dem Tode bedrohten militärischen Vergehens zum Tode ver. urteilen muß. Wenn man in dem einen Falle sagt, daß man es noch nicht mit einem vollreifen Menschen zu tun habe, so fann man doch nicht in dem anderen Falle das Gegenteil erflären.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir müssen endlich dazu tommen, die est der Soldatenmißhandlungen zu beseitigen. In solchen Fällen muß unbedingt nicht nur auf strenge Strafen, sondern auch auf Dienstentlaffung erkannt werden. Wenn ein Soldat sich die körperlichen Einwirkungen des Borgesetzten gefallen laffen muß, dann fann sich bei ihm fein Ehr gefühl mehr entwickeln. Wir beantragen, daß die Todesstrafe beseitigt mird. Ganz abgesehen von unserer grundsätzlichen Stellungnahme gegen die Todesstrafe rechtfertigt es sich auch im Felde nicht, die Todesstrafe zu verhängen. In den meisten Fällen find die Tatbestände nicht genügend ausreichend, um die Todesstrafe auszusprechen. Wir machen fein Hehl daraus, daß sich unsere Auffaffung dazu unter dem Eindruck der Ausführungen unseres Freundes Dittmann im Untersuchungsausschuß noch verschärft hat. Wir haben aus ihnen erfahren, daß zwei Soldaten zum Tode verurteilt worden sind und daß an ihnen die Strafe vollftreckt wurde, trotzdem die höchsten Richter das Urteil für unhaltbar bezeichnet haben. Nachdem in diesen Fällen ein glatter Mord verübt worden ist, halten wir unseren Antrag um so mehr für notwendig.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Barth hat sich selbst widersprochen, indem er erst meinte, das Duell sei tot, im nächsten Augenblick aber sagte, das Duell fönne niemals ausgerottet werden. Wir haben also um so mehr Anlaß, die Bestimmungen über den 3weikampf aufrecht zu erhalten. Bon einem Sondergericht gegen das Militär fann nicht die Rede sein. Es liegt bereits eine Entschließung und ebenso ein Initiativantrag vor, wonach der gleiche Grundsatz in das bürgerliche Strafgesetzbuch eingeführt werden solle. In turzer Zeit werden also auch hier neue Strafbestimmungen geschaffen werden. Nech immer machen die Angehörigen gewisser Schichten das Duell zur Pflicht. Wir wissen, daß bei der Reichs mehr bereits wieder Nachforschungen angestellt werden, ob die Offiziere Angehörige einer schlagenden Verbindung waren. Ich zmeifle nicht daran, daß der Reichswehrminister persönlich Gegner des Duells ist, aber es steht doch fest, daß die Herren, die ihn beraten, aus der alten guten Armee" stammen.( Einige sozialdemokratische Abgeordnete rufen unter Hinweis auf die hinter den Regierungsplätzen stehenden Offiziere: Sie schmunzeln über den Redner! Das ist eine Frechheit!) Wir können an das Wunder nicht glauben, daß die Anschauungen dieser Herren jegt verschwunden find. Dazu kommt noch, daß wir in der jetzigen schweren Zeit es nicht erlauben können, daß Menschenleben für Marotten eingesezt werden. Mit der Beseitigung des Duellunwesens muß also endlich Ernft gemacht werden. Nach Ausführungen des Abg. Korsch( Komin.) wandten fich die Abg. Hampe( Wirtsch. Bg.) und Frid( Böff.) gegen Dienstentlaffung bei Duellvergehen. Abg. Coibl( Bayr. Bp.) stimmt unter der Boraussetzung, daß die schärfere Bestrafung des Duells auch in das Strafgesetzbuch fommt, der Borlage zu. Reichswehrminister Geßzler gibt seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Gesezentwurf auf allgemeine Zustimmung gestoßen sei. Wenn auch die Neuordnung des Strafgesetzbuchs und der Militärstrafordnung bevorstehe, o hätten doch einige dringende Fälle vorweg erledigt werden müssen. Der Minister lege vor allem den größten Wert darauf, den Geist der Truppe zu heben und Strajen je wenig wie möglich nerhängen 3u feiner Genugtuung fönne er feststellen, daß im vergangenen Jahre die Zahl der Strafen um 50 Pros. zurüdgegangen sei. Er sei ein Gegner des Duells und er würde es begrüßen, wenn man fich allgemein auf den Standpunkt stelle, daß alle perfonen, die in öffentlichen Diensten stehen, wegen Duellvergehens mit Entlaffung aus dem Dienste bestraft werden. Solange das aber nicht der Fall sei, müsse man eine solche Bestimmung in dieser Vorlage als Ausnahmegesezgebung bezeichnen. Gerade weil er Gewicht darauf lege, daß die Offiziere der Reichsmehr in ein gutes Verhältnis zum Staate tommen, müiffe er sich dagegen wenden, daß man ein folch Gelegenheitsgesetz mache. Benben müffen fich seine Bartei dagegen, daß für Boftsbegehren und Boltsentscheid eine Zweidrittelmehrheit erforderlich sein foll; biefe große Mehrheit würde nicht nötig sein. Ferner dürfe der Bürger meister nicht geborener" Borsigender im Verwaltungs follegium sein; man solle diesen nach Ansicht seiner Freunde vielmehr durch Wahl bestimmen. Der Redner trägt eine Reihe weiterer Aenderungsvorschläge vor, die seine Fraktion in besonderen Anträgen niedergelegt hat. Eine flare Trennung zwischen Selbstverwaltungs- und Auftragsangelegenheiten sei nötig, um flare Bestimmungen über die Staatsaufsicht zu ermöglichen. Die vorgeschlagenen Bestimmungen feien sehr dehnbar. Beschlüsse fönnten so allzuleicht im Wege der Staatsaufsicht als gesetzwidrige nung der Bestimmung auf Dienstenilaffung bingeſtellt und so unwirksam gemacht werden. Eine solche Gefahr aller Abänderungsanträge nach den Beschlüssen des Ausschusses an- ursprüngliche Einschränkung des Bestätigungsrechts, In der Einzelberatung wird die Vorlage unter Ablehnung für die Selbstverwaltung muß vermieden werden. Leider ist die genommen. Ohne Aussprache wird der Gesetzentwurf auch in die die erste Lesung beschlossen hatte, infolge der Haltung des Zen trums wieder aufgehoben und das Recht auch auf die Nichts 3. Beratung erledigt. befoldeten ausgedehnt worden. Reichsjustizminister Dr. Marg ersucht gleichfalls um bleh g. Um 7% Uhr vertagt Präsident Löbe die Sigung auf Denners tag mittag 1 1hr mit der Tagesordnung: Gefeßentmurf über Militärgerichte; die Rechtsverhältnisse bei der Reichsbahn; Einspruch des Reichsrats gegen die Regelung der Fürsergegesetzgebung. Auf Antrag des Abg. Müller Franken( Soz.) wird Abänderung des Strafgesetzbuchs, wonach bei Duellvergehen von gegen die Stimmen der Rechtsparteien beschlossen, den Antrag auf Angestellten in öffentlichen Diensten auf Dienstentlassung erkannt werden kann, mit auf die Tagesordnung zu sehen. SPD.- Holzarbeiter! Henfe, Donnerstag, abds. 7%, Uhr, findet in den Andreasfeftfälen Andreasstr. 21, eine Vollversammlung com aller im Deutschen Holzarbeiter- Berband organisierten Genoffen flatt. Tagesordnung: 1. Unser Kampf in den Gewerkschaften". Referent: Genosse H. Harnisch. 2. Aussprache und Verschiedenes. Parteiausweis legitimiert. Restlose Beteiligung erwartet Der Werbeausichuß. Die preußische Städteordnung. Beratung im Landtag. Der Landtag begann gestern die zweite Beratung der neuen Städteordnung. Nach dem schon gemeldeten Bericht des Abg. v. Ennern( D. Bp.) weist Abg. Haas( Soz.) dots att auf die Finanznot der Städte hin. Auch für die Städte und Landgemeindeordmung sei der Zeitpunkt nicht günstig, da viele Beftimmungen lediglich auf ein Mißtrauen gegen die Städte zurückzuführen seien.( Sehr richtig!) Der Entwurf Drews sei dreimal geändert worden und schließlich als„ Geheimratsentwurf" vom Minister Severing vorgelegt worden; er habe dem Ausschuß viel Arbeit gemacht. Wenn die Rechtsparteien jest beantragten, das Wahlalter von 20 auf 25 Jahre hinaufzusehen, menn ferner die Wirtschaftspartei ein Jahr Ansässigkeitsdauer als Borbedingung für das Wahlrecht fordere, so zeige das, daß die Tendenz bestehe, wieder kräftig rückwärts zu revidieren. Das Einkammersystem, nach dem Stadtverordnete und Stadtverwaltung gemeinsam beraten und beschließen, sei nach Ansicht seiner Freunde das letzte System. Deshalb sei das Bürgermeistereisystem vorzuziehen. Es sei einfacher, arbeite schneller und erziehe zur Verantwortlichkeit. Trotzdem habe man nicht den Mut gefaßt, sich vom alten zu trennen, und habe die Magistratsverfaffung beibehalten. Leider hätten wir heute Mangel an Menschen, die realpolitisch und verantwortungsvoll dächten. Man müsse die Berantwortung den Stadtverordneten übertragen; das geschehe aber in der Bürgermeistereiverfaffung. Erfreulicherweise habe fich der Deutsche Städtetag, der vor 3wei Jahren in Goslar davon noch nichts wissen wollte, im Sommer 1925 fich für ein System, nämlich für das Bürgermeistereisystem, erklärt. Geht's dir fläglich nimm 2 x täglich Dr. Schröder'sAufbausalz Wissenschaft und Nährsalzfrage 3. Dr. med. G. Feichtinger schreibt: TABLICH Es ist heute eine längst vollendete, anerkannte Tatsache, dass die anorganischen Stoffe wie Chlor, Eisen, Fluor, Kalk, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Schwefel, Kieselsäure, ( Silicea) usw. für die innere Zusammensetzung und für die formgebende und artbedingende Grundlage der Gewebe ebenso unentbehrlich sind, wie Zucker, Fett und die Eiweisstoffe." X PRISE Dr. SCHRODER'S AUFBAUSALZ Hüten Sie sich vor minderwertigen Fabrikaten ausländischer Herkunft. GANZES LEBEN JUGEND ,, Vita" Vertriebs- Handelsges. m. b. H., Berlin SW 48, Besselstraße 19, I. Stock, Ecke Charlottenstraße. Telephon: Dönhoff 349. Verkäufe Wir find grundfählich gegen ein Bestätigungsrecht, da wir der Ansicht sind, daß die Stadt schon selbst sich die rechten Leute auswählen wird, zum mindesten beantragen wir, daß das Bestätigungsrecht nur für den Bürgermeister und feine Stellverfrefer gelten folie. Benden müssen wir uns auch gegen den deutschnationalen Antrag, wonach die Staatsaussicht eingreifen farm nicht nur wenn das beTehende Recht, sondern auch, wenn das Gemeinde- oder das Staatswohl verlegt ist. Die Ansichten über Gemeindewohl und Staatswohl gehen doch zu weit auseinander! Revidiert werden müssen gleichfalls die Bestimmungen über Eingemeindungsfragen. Abg. Dr. Maretzky( Dnat.) befürchtet, daß der Hauptgrund für das Drängen der Linksparteien, die Städteordnung schon jetzt zu verabschieden, darin zu suchen sei, daß die städtische Verfajfung eine gewisse formal- demokratische Weiterent widlung erfahren soll. Abg. Bergmann( 3tr.): Das Zentrum halte nach wie vor daran fest, daß eine Verabschiedung der Gemeindeverfassungsgesetze zweck dienlich ist. Bezüglich der Gemeindeverfassungsfrage hat das Zentrum dringenden Wünschen aus dem Lande Rechnung ge tragen, die eine Beibehaltung der bisherigen Verfassungen dringend verlangen. Abg. Dr. Rose( D. Bp.) erklärt. Seine Partei müsse sich eine end. gültige Stellungnahme bis zur dritten Lesung vorbehalten. Ministerialdirektor Mulert führt aus, die Staatsregierung habe mit ihrem Aufsichtsrecht nur die Absicht, materielle Richtlinien zu geben, die dann in den Stadtverwaltungen von selbst die nötige Beachtung finden würden, weil sie im Interesse der Ge meinden lägen. Ferner bittet der Redner um Streichung der gegen den Willen der Regierung in den Entwurf aufgenommenen Bestimmung, daß werbende Betriebe in wirtschaftlicher und steuerlicher Hinsicht wie Privatbetriebe zu führen sind. Abg. Kilian( Komm.) wendet sich gegen die Anträge zur Herauffetzung des Wahlalters. Das Leitmotiv aller Gemeindepolitik müſſe die soziale Fürsorge sein. Darauf vertagt der Landtag um 16 Uhr die Weiterberatung auf Donnerstag 12 Uhr. Außerdem nochmalige Beschlußfassung über das Gesetz bezüglich der preußischen Vertretung im Reichsrat. Aus der Partei. Tofenliffe der Partei. Verstorben ist Genosse Fritz Drouvé, Redakteur der„ Boltsmacht" in Trier. In Heilbronn ver starb der Genosse Professor Dr. Eduard Hertlein, langjähriges Mitglied der Partei. Die Saalfelder Genossen haben den Tod des Genossen Richard Fischer zu beklagen. Fischer war Mitglied des früheren Meininger Landtages und langjähriger Vorsitzender unferes Parteivereins. Briefkasten der Redaktion. S. 6. 82. Filmbörse im Restaurant bes Ulap, Alt- Moabit, am Lebeber Bahnhof. Gewinn- Auszug 5. Klaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find awet gleich. bobe Ge winne gefallen, und zwar je einer auf die Zofe gleiches Nummer in den beiden Abteilungen 1 und 2 1. Siehungsfag 3 Februar 1926, vormittags Es wurden Gewinne über. 150 Mark gezogen 2 Gewinne z je 50000 mr. 26651 2 Gewinne ut je 10000 r. 127310 16 Gewinne zu je 2000 r. 16545 16934 70940 177386 206644 224006 268224 290572 28 Gewinne zu je 1000 Mt. 63430 78056 112784 125588 131851 160440 167777 199122 205727 205810 223813 231353 237467 262827 68 Gelvinne zu je 500 t. 15754 16843 29242 37030 44213 48896 60085 61732 62292 67115 85088 94501 109487 126053 135321 136765 151249 164634 165794 168147 176300 182572 184812 187111 197008 205408 222472 222708 232224 245678 254581 261486 273463 279990 200 Gewinne; je 300 M. 966 2413 3155 3591 12755 15548 21983 22374 24553 26105 29371 30335 36552 46099 48288 49028 56572 58280 58799 59023 61012 62752 64627 67437 68285 71282 72229 74548 75060 77092 86555 91443 98738 99990 100796 109520 111984 112471 116967 117728 118377 125298 128963 130875 138876 139422 147070 160699 160964 165473 168524 171646 173415 175233 179521 184494 188384 188899 191803 191884 194662 196180 198007 199191 201751 202472 204892 206205 208370 210536 214891 217364 218006 223278 224173 225862 227213 234517 235938 236908 237016 245583 250486 257964 259602 259893 261120 266882 267473 271620 271824 276723 279227 279777 285621 289754 290212 293958 294294 294812 Gelegenheitskäufe. 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