Nr. 5943. Jaheg. Ausgabe A nr. 30 Bezugspreis: Bentlich 70 Bfennig, monatli 8- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Vesterreich Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Sied lung und Kleingarten sowie bez Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die et afpeltise Ronpareille Beile 80 Bfennig. Reklamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Vfennts ( zuläffia awei fettgebrudte Worte). fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Bfennig. tedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchftaben zählen für awei Borie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nädte Nummer milfen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linben frake 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Ubr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Freitag, den 5. Februar 1926 Kommunisten als Kapitalschützer. In Frankreich stimmen sie mit der Reaktion zugunsten der Steuerbetrüger. Paris, 4 Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die franzöfifchen| Kommunisten haben es fertiggebracht, sich schüßend vor den durch die Steuerprojekte des Kartells bedrohten Geldbeutel der franzöfifchen Kapitalisten zu stellen, indem sie im Verein mit den Parteien der Rechten die auf die Unterdrüdung der Steuerbefrau dation abzielenden Bestimmungen des Kommissionsprojektes zu Fatt gebracht haben. Teil 3 des Ausschußantrags schlug u. a. bie Einführung der obligatorischen und eidesstattlichen Steuererklärung vor. Tatsächlich erfaßt in Frankreich die Einkommensteuer von 14 bis 15 Millionen Steuerpflichtigen heute nur etwa 1,5 Millionen. Etwa 10 Millionen sind, da das steuerfreie Existenzminimum im Vergleich zu anderen Ländern verhältnismäßig hoch angesetzt ist, einkommenssteuerfrei. Die restlichen 2 bis 3 Millionen haben sich bisher ihrer Steuerpflicht entzogen. Der Ausschußantrag sollte diesem Betrug ein Ende machen. Mit den Royalisten, dem Nationalen Block und den Mittelparteien haben die Kommunisten einem von der Reaktion eingebrachten Antrag zur Annahme verholfen, der von der Verpflichtung zur Abgabe einer eidesstattlichen Steuererflärung alle diejenigen befreit, die nicht schon bisher der Einkommensteuer unterworfen find! Die 2 bis 3 Millionen Steuerdefraudanten haben also dank der Kommunisten einen neuen Freibrief für die Fortsetzung ihres sauberen Gewerbes erhalten. Die Kosten dieses Sabotageattes mird in erster Linie die Arbeiterschaft zu tragen haben. Bon der Durchführung der von der Rommiffion bean tragten Reform war nach vorsichtiger Schätzung bereits im ersten Jahre ein Ertrag von 800 bis 900 Millionen Franten zu erwarten. der sich in den folgenden Jahren leicht auf mehrere Milliarden hätte steigern laffen tönnen. Der durch ihre Ablehnung verursachte Einnahmeausfall wird durch neue Erhöhung der indiretten Steuern cusgeglichen werden müssen, und die französische Arbeiterschaft wird sich bei den Kommunisten bedanken dürfen, wenn wiederum die Hauptlaft der französischen Finanzsanierung den Arbeitern auferlegt wird. Frankreich und das Rheinland. Genoffe Uhry- Paris enthüllt die frühere Separatisten unterstützung Frankreichs. Paris, 4. Februar.( WTB.) In der„ Ere Nouvelle" schreibt der fozialistische Abg. Jules hry zur Rheinlandbesetzung, 1919 hätten die alliierten Heere das linte Rheinufer befeßt, ohne genau die örtlichen Gewohnheiten oder die deutsche Verwaltung zu fennen. Die Generale Gérard und Mangin hätten davon geträumt, in der Stahlhelmverbot? Ein Entwurf des Reichsinnenminifteriums. 3n den nächsten Tagen soll, wie dem Reichsdienst der deuffchen Preffe gemeldet wird, im Reichsrat die Durchberatung des vor etwa 6 Wochen eingelaufenen Entwurfs einer Ergänzungsverordnung zum Gesetz vom 22. März 1921 erfolgen. Der Entwurf, der fich dem Verlangen der Entente nach Berbot aller militärischen Vereine aufbaut, wurde im Reichsinnenminifterium fertiggeftellt. Er berüdfichtigt die von der Gegenseite geforderte Auflösung aller Berbände, die sich direkt oder indirekt mit militärischen Angelegenheiten und Uebungen befaffen oder die mit dem Reichswehrminifterium in irgendeiner fachlichen oder persönlichen Verbindung stehen könnten. Die Verordnung. die sich ebenso wie das Gesetz vom 22. März 1921 auf die Beffimmungen der Artikel 177/78 des Versailler Vertrags stützt, dürfte vor allen Dingen die Vereinigungen wie Stahlhelm, Wikingbund, Werwolf ufw. betreffen, während seine wendung 3. B. auf den Jungdeutschen Orden, der nicht als unbedingt wendung 3. B. auf den Jungdeutschen Orden, der nicht als unbedingt militärisch angesprochen wird, nicht durchaus sicher erscheint. Der Wahlfieg in Mecklenburg. Die Niederlage des Rechtsblocks. Geschichte eine große Rolle baburch spielen zu tönnen, daß fie mit Gemalt jeder eine fleine, von Deutschland losgelöfte Republit schafften. Aber es sei nicht mehr die Zeit der Operettenrevolutionen, und der alte Clemenceau habe schnell das Lächerliche einer derartigen Inszenierung begriffen, über die fich die Engländer und Wilson täg lich offen beschwert hätten. Dann set als tommandierender General Degoutte nach Mainz und Tirard als Oberkommissar nach Roblenz getommen. Drei Jahre lang habe man alsdann wie in den Kolonien Feste und Ausstellungen veranstaltet. Man habe die Propaganda der franzöfifchen Kunst im besetzten Deutschland erfunden, um Subventionen zu erhalten und Künstler empfangen zu können. Dann sei Poincaré an die Regierung gekommen und habe es, um Deutsch land gemäß seinem Traum zu zerstückeln, für richtig gehalten, eine rheinische Republit zu schaffen. Da Tirard soviel Geld ausgegeben habe, und da es so viel französische Kurse für Deutsche gegeben habe, und da die französischen offiziellen Beziehungen so schön das Prestige der französischen Uniform hätten hervortreten laffen, hätte boch bie Frucht reif sein müffen, also heraus mit den Dorten, Mathes, Smeets und Konsorten. Aber im 20. Jahrhundert tönne man feinen napoleonischen Staatsstreich mehr machen. Ich habe, erklärt Uhry, 1923 auf der Kammertribüne die Machenschaften des Generals de meg enthüllt. Ich habe gesagt, in welcher Weise Tirard bie Achtung der Bevölkerung und die Achtung seiner Untergebenen verloren hat, indem er erst die Separatisten aus den Geheim fonds bezahlt und es dann zugelassen hat, daß fie ermordet wurden. Die Geschichte werde eines Tages erflären, daß die Aftion einer 2intsregierung, gelentt von den Sozialisten und Anhängern der Liga für Menschenrechte, notwendig gewesen sei, um den Quai d'Orsay zu zwingen, eine gefährliche Jufton aufzugeben. Sonst wäre felbft nach London und nach Genf das Wert von Locarno nicht möglich gewesen. Boincaré habe auf seine, Uhrys Borwürfe anwortend, auf der Kammertribüne einmal erklärt, Frankreich würde sich zu der rheinischen Bewegung neutral verhalten. Wochen hindurch jedoch habe die Bevölkerung eines Bezirks, der ebenso groß sei, wie Belgien, fomie Neutrale oder befreundete Staatsangehörige, ja die ganze französische Armee und alle französischen Beamten dort das Gegenteil fehen können. Die französischen Feldküchen hätten die Aufständischen mit Nahrungsmitteln versehen, die die Rathäuser unter dem Schuß französischer Tants gestürmt hätten. Wenn man mit Gewalt von anderen den guten Willen fordere, müsse man selbst den Anfang machen, guten Willen zu zeigen. Nur wenn Frankreich weiter einen guten Willen beweise, werde es sicher sein, die ganze Welt auf seiner Seite zu haben. Nach dem Ausgang diefer Wahlen ist es flar, daß die Bevölkerung die Don Medlenburg von der Rechtsregierung und der Rechtspolitik nichts mehr wissen will. Alle müssen abrüften! Ein Vortrag des belgischen Völkerbundsvertreters. Brüffel, 4 Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Delegierte Belgiens im Völkerbund und zur Abrüftungsvorkonferenz, Genosse de Broudère, hielt in Brüffel einen Vortrag über das Abrüstungsproblem, wobei er es als einen Fehler bezeichnete, daß man Deutschland eine einseitige Abrüftung aufzwingen wollte. Menn man die deutsche Armee auf 100 000 Mann herabgesetzt habe, so sei das eine Armee von Unteroffizieren und Offizieren und nach dem Urteil militärischer Sachverständiger gefährlicher als ein Massenheer. Außerdem könnte man Deutschland nicht hindern, eine neue Form der Kriegsvorbereitung einzuführen, nämlich die der Glücklicherweise sehe der Versailler Vertrag auch die Abrüstung der wiffenfchaftlichen Militarisierung der Industrie. Sieger vor, und das sei die Hauptaufgabe der Tätigkeit des Böllerbundes. Die Abrüstungskonferenz stehe vor der schweren Aufgabe, die Abrüstung auch der Sieger vorzubereiten. Das sei nur durch eine gleichartige wirksame militärische Kontrolle aller Länder möglich. Nur auf diesem Wege werde die Welt zum dauernden Frieden kommen. Drusisches Friedensangebot. Erträgliche Bedingungen Frankreichs. Die Erfolge des Rechtsblocks bei den letzten Wahlen in Medienburg haben die Rechtsmehrheit des Landtages glauben lassen, daß bie Stimmung des Landes ein für allemal für die Rechtspolitik sei. Sie hat deshalb den Plan gefaßt, die sozialdemokratischen Amishauptleute in Mecklenburg aus den Aemtern herauszudrängen. Es gab in Mecklenburg bisher in Paris, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Aus Beirut wird 17 Aemtern 6 sozialdemokratische Amtshauptleute. Die Landtags- gemeldet, daß der Drusenführer einen Brief an den französischen mehrheit legte nun diese 17 Aemter auf 10 zusammen und hoffte, Oberkommissar de Jouvenel gerichtet habe, in dem er um die die sozialdemokratischen Amtshauptleute vollständig herauszudrängen. Eröffnung direkter Berhandlungen mit der Begründung nachsucht, Die Amtsvertreterwahlen aber haben eine flare Entscheidung gegen daß auf schriftlichem Wege nicht alle strittigen Bunfte gelöst werden die Rechtspolitik in Mecklenburg gebracht. In 7 von den zufammen- tönnten. In seiner Antwort verlangt de Jouvenel die vorherige gelegten 10 Aemtern hat sich eine fefte republikanische Niederlegung der Waffen. Danach stehe es dem DichebelMehrheit ergeben. In sechs Aemtern, nämlich in Güstrow, Drus frei, ein unabhängiges Gebiet zu bilden oder fich an Waren, Bismar, Hagenow, Malchin und Grevesmühlen, werden die Damastus anzuschließen. Frankreich verlange nichts, als die ge Amtsvertreter fich aller Wahrscheinlichkeit nach wieder für sozial- meinsame Garantierung der äußeren Grenzen und den Berzicht bemokratische Amtshauptleute entscheiden. auf Austragung der inneren Streitigkeiten durch Waffengewalt Der Plan der Rechtsmehrheit ist zusammengebrochen. statt durch Anrufung der französischen Schiedsgerichte, Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bolichedtonto: Berlin 37 596 Bauffonts: Bank ber Arbeiter, Angestellten nab Beamten, Baltz, 5; Diskonto- Gesellschaft, Devoktentaffe Lindenste. 8. Staatsgesinnung und Justiz. Zwei Denkweisen. Bon Staatsanwalt Marg Helbelberg. offene Briefe veröffentlicht worden, die solche allgemeine Im Rahmen zweier juristischer Zeitschriften find zwei Bedeutung befizen, so charakteristisch zwei Dentwelten in die Erscheinung treten lassen, daß es wohl lohnt, sie dem Dunkel der Fachzeitschriften zu entreißen und sie vor einem breiten Bublifum einer Würdigung zu unterziehen. Riel und stand in dem Heft II der Justiz". Er war gerichtet Der erste stammt von dem Genossen Dr. Radbruch in Liebmann. Den zweiten hat dieser als Erwiderung in an den Herausgeber der Deutschen Juristenzeitung, Dr. Otto seiner Zeitschrift vom 15. Januar 1926 geschrieben. Der Briefwechsel hat feinen Ausgangspunkt in einem Artikel Liebmanns in seiner Zeitschrift vom 15. Oftober 1925, in dem er gerichtsrat Stellung nahm und dabei dem Minister Severing gegen die Ernennung Kroners zum Oberverwaltungsvorwarf, Rechtsprechung und Politik zu vermengen und den gerichtsrat Stellung nahm und dabei dem Minister Severing republikanischen Richterbund beschuldigte, in die weitesten Bolksschichten Mißtrauen gegen die Rechtspflege hineinzu-, republikanischen Richterbund beschuldigte, in die weitesten tragen und das Rechtsbewußtsein erschüttert zu haben. Radbruch verteidigte die Ernennung Kroners mit dessen vom Qualifikation und wies die Angriffe gegen den republikaniStaatssekretär im preußischen Justizministerium bestätigter schen Richterbund unter Hinweis auf eine ganze Anzahl von schen Richterbund unter Hinweis auf eine ganze Anzahl von Fehlurteilen ausgesprochen politischer Tendenz zurüd. Lieb die Illusion hege, unpolitisch und überparteilich zu denken mann machte er seinerseits den Vorwurf, daß gerade er, der und zu schreiben, unbewußt einer bestimmten politischen Richund zu schreiben, unbewußt einer bestimmten politischen Richtung verfallen sei. Offenbar um dies zu bestätigen, hat Liebtung verfallen sei. Offenbar um dies zu bestätigen, hat Liebfür die Dentweise, die in den Kreisen der Justiz heute meit mann feine Antwort veröffentlicht. Sie ist ein Schulbeispiel für die Denkweise, die in den Kreisen der Justiz heute weit zeitung, das Organ des Deutschen Richterbundes geleitet wird. verbreitet ist und in deren Geist auch die Deutsche RichterHerr Dr. Liebmann darf infolgedessen wohl als Wortführer einer sehr großen, vielleicht der überwiegenden Zahl von Justizbeamten angesprochen werden. Die Geschmacklosigkeiten allerdings, die sich in seinem offenen Brief finden, sollen allein auf das persönliche Konto des Schreibers gefekt werden. „ Es gibt feinen Gegensatz zwischen„ monarchischen" und republitanischen" Richtern. Ihn hat eben erst Ihr Republikanischer Richterbund geflissentlich hervorgerufen. Für alle, denen die Justiz höher steht als die Politif.... gibt es mur eine Art von Richtern: den Richter, der weder nach links noch nach rechts schielt: den deutschen Richter." So schreibt Herr Dr. Liebmann: Danach tönnte man den Eindrud gewinnen, die deutsche Richterschaft sei eine ganz blutloſe, unpolitische Gemeinschaft, bestehend aus lauter Lauen, von denen Christus gesagt hat, sie werden ausgespien. Dem ist zum Glück nicht so. Es gibt dort viele starte, auch politisch starte Persönlichkeiten. Die deutsche Richterschaft ist politisch fogar sehr dezidiert. Nur leider zu einem sehr großen Teile nach einer Richtung, die der politischen Linie, die die Staatsumwälzung von 1918 angebahnt hat, zuwiderläuft. Die damit eingeschlagene Richtung ist für diesen Teil der deutschen Justizbeamten mit einem negativen Borzeichen versehen, das sich begreiflicherweise auch auf diejenigen bezieht, die Träger der neuen Entwicklung sind oder sein wollen. Diese Einstellung fann nicht ohne Rückwirkung bleiben auf die praktische Tätigkeit des Richters. Gerade nicht auf die des Richters. Die Aufgabe des Richters besteht im Urteilen. Urteilen aber ist zu einem erheblichen Teil Sache des Wollens. Im Urteil prägt sich bewußt oder unbewußt der weltanschauliche Wille des Richters und damit auch sein politischer Bille in jedem Falle eine Rolle, obwohl, wie ich aus beruflicher Eraus, der nur ein Teil des anderen ist. Natürlich spielt er nicht fahrung zur Genüge weiß, er selbst in anscheinend bedeutungslofen Sachen zu Evidenz gelangen fann, ohne daß sich der einzelne Richter oder auch Staatsanwalt deffen bewußt wird. Jedenfalls aber ist er dort geradezu notwendig, wo es um grundfäßliche Fragen geht. Der überzeugte Republikaner wird als Richter ein Gefeß zum Schutz der Republit anders anwenden, wie der der Republik lau oder gar ablehnend Gegenüberstehende. Der Republikaner wird Angriffe auf die Republit oder ihre Repräsentanten weit strenger zu ahnden gewillt sein, als der andere. Der Wille des Richters ist besonders wichtig in Zeiten, in denen ein neues Staatsbewußtsein und eine neue Staatsgesinnung geschaffen und gesichert wer den müffen. Liebmanns Deflamationen vom Richter, der über den Dingen steht, mögen in den ruhigen Zeiten vor dem Kriege, aus denen seine Auffassungen stammen, wohl richtig und zutreffend gewesen sein. Heute sind sie es nicht mehr oder beffer gefagt, noch nicht. Wir ringen noch um die Staatsgestaltung und die Staatsgefinnung. Nicht gerade in dem Sinne des Monarchischen oder Republikanischen als Staatsform, sondern als Gegensätzlichkeit verschiedenartigen sozialen Gestaltungs.strebens. Von dieser Bewegung wird ber Richter jo gut erfaßt, mie jeder andere Staatsbürger. Ber das Gegenteil behauptet, denkt entweder nicht oder er| Daß gegenüber der Ungeheuerlichteil ein republikanischer vermag es nicht zu sehen. Gerade in Zeiten, in denen der Richter zwangsläufig im Politischen schlechthin, wobei gar nicht an Parteipolitik zunächst gedacht werden muß, verfangen ist, wird allerdings der Sat, daß die Justiz der Politit vorgehe, um so mehr Gläubige. finden, je weniger er in der Wirklichkeit begründet ist. Der Saß von der Borrangstellung der Justiz fann aber überhaupt nicht als für alle Zeitverhältnisse zutreffend, anerkannt wer den. Wir sprechen das in vollem Bewußtsein der Konsequenzen ruhig aus und stellen ihm für unsere Zeit den Satz von Borrang des Politischen, wiederum natürlich in dem allgemeinen Sinne, gegenüber. Die Justiz darf nicht vergessen, daß sie nur ein Teil des Staatsganzen, nicht Selbstzwed ist und daß sie sich dem Staate ein und unterzuordnen hat. Die falsche Auffassung von der Selbstherrlichkeit der Juftig, zu deren Bannerträger sich Herr Dr. Liebmann macht, hat die Rechtsprechung verschuldet, die das Vertrauen in die Rechts pflege erschütterte, die es auf dem Gewissen hat, daß für meiteste Kreise des Boltes Gerechtigkeit und Justiz nicht mehr fich deckende Begriffe darstellen. Die Behauptung, der republifanische Richterbund trage dafür die Berantwortung, erscheint gerade angesichts der aufmühlenden Wirkung der Rechtsprüche in Sachen der Fürstenhäuser so weltfremd und abwegig, daß fie nicht mehr als bedauerndes Achselzucken auslösen fann. Ben die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit. Das Antämpfen oder auch nur das Widerstreben gegen die Neuentwicklung führt das deutsche Richtertum ins Berderben, wenn nicht rechtzeitig eine Umfehr erfolgt. Wir links gerichteten Justizbeamten jehen mit tiefstem Bedauern, ja mit Entfezen, wie die im eigentlichsten Sinne reaktionäre Einstellung erheblicher Teile der Richterschaft dazu führt, die Tätigkeit der ordentlichen Gerichte in wichtigsten Funktionen auszuhöhlen. Sondergerichte entstehen läßt und damit natürlich das Ansehen des Richtertums und seine ganze Stellung schwächt. Hier fann allein ein aus Nachdenken kommender Gefinnungswandel helfen. Denn die Fehler, die in der Rechtsprechung unterlaufen, find nicht zufällige Irrungen" wie Herr Dr. Liebmann meint, diefes oder jenes Richters, sondern Ausdruck einer bestimmten weithin herrschenden Gesinnung. Das führt mitten in den Fall Kroner. Herr Dr. Liebmann glaubt die Vermutung aufstellen zu müssen, die Ernennung Kroners zum Oberverwaltungsgerichtsrat fei eine Belohnung, eine Belohnung, die er doch nach der fchweren Kräntung feines Standes gewiß nicht verdient habe, deren er auch nach seinen beruflichen Qualitäten nicht würdig sei. Gewiß, ein Beamter, ein Richter muß sich seines Standes würdig erweisen. Er darf nicht ohne Not sein eigenes Nest beschmutzen. Wenn Herr Dr. Liebmann auch sonst kein Freund von Sprüchwörtern ist, das eine wird er doch anerkennen, da es in seiner Zeitschrift oft genug wiederkehrt: Salus rei publice suprema lex est! Das Interesse des Staates, der Republik geht vor Standesinteressen. Das verkannt zu haben und noch zu verkennen, ist eine der schwersten Sünden der Führer des deutschen Richtertums. Als man die Repräsen fanten der neuen Staatsordnung in der gemeinsten und niederträchtigsten Weise schmähte, hat die deutsche Gerichtsbarkeit versagt, ohne daß aus ihrer eigenen Mitte flammender Protest dagegen erhoben wurde. Das schlimmite an dem Magdeburger Urteil, mas auch im Ausland, wie ich wiederholt bort zu hören Gelegenheit hatte, gänzlich unverstanden blieb, war nicht die juristische Konklusion mit Worten läßt fich treff lich streiten sondern der Mangel an jeglichem Staatsgefühl, war die Tatsache, daß diefes Urteil überall den Geist der Ablehnung einer Staatsordnung atmete, deren Inkarnation Friedrich Ebert war. Etmas Ungeheuer liches war damit geschehen: Die Revolte der Justiz gegen den Staat. So empfand es offenbar auch die Reichsregierung, die sich, trotzdem alle ihre Angehörigen parteipolitisch weit von Friedrich Ebert entfernt waren, einmütig vor ihn als den Repräsentanten des Staates ftellte. Upton Sinclair. Bon Dr. Willy Cohn. so ist dies sein Berdienst. Richter, der sein Staatsidol geschmäht sah, nicht, wie ihm Herr Dr. Liebmann tongedieren will, wijsenschaftlich juristisch das Urteil befehdete", sondern in leidenschaftlicher Aufwallung feinem Unmut Luft macht, das war vom Standpunkt formalen Rechts wohl ungeschickt und unflug. Als Vorsitzender des republikanischen Richterbundes, als Wortführer republikanischer Gesinnung war es für ihn Pflicht, war es Berdienst. Und warum sollte die Republik sich scheuen, solches Berdienst um ihre Sache auch zu belohnen? Sie überschüttet ihre Getreuen ganz gewiß nicht mit Gnaden. Sie hätte das Recht und die Selbſterhaltungspflicht, gerade auch fomeit die Justiz in Frage fommt, meit mehr, als es geschieht, ihre Anhänger an ihre Posten zu stellen. Das würde nicht nur im Intereffe der Republit, sondern auch im wohlverstandenen Interesse der Justiz felber gelegen sein. Aber unerschrockene Männer müssen es sein, die, um ein Wort Hachenburgs in der Deutschen Juristenzeitung" vom 15. Oftober 1925 zu gebrauchen, nicht den Vorschriften der Borgesetzten und, so möchte ich ergänzen, dem Komment eines Standes, sondern der Sprache des eigenen Gewissens folgen. Aus diesem Gesichtspunkt heraus hat die Ernennung Kroners zum Oberverwaltungsgerichtsrat nicht die Bedeutung, daß Rechtsprechung und Parteipolitif eins fein sollen, sondern daß Staatspolitit, Staatsgesinnung und Rechtfprechung eins fein müssen. Ich möchte wünschen, daß diese Einsicht, wenn auch nicht Herrn Dr. Liebmann, fo doch zum Besten unseres Standes der Großzahl der deutschen Richter zuteil wird, daß aber auch die federführenden Herren Minister dieser Auffassung mit Nachdruck Geltung verschaffen. Je schneller Herr Dr. Liebmann mit seinen Auffassungen von der deutschen Richterschaft preisgegeben wird, desto eher wird Aussicht bestehen, daß sie wieder allgemein anerkannt werden und die Justiz gesundet. Einstweilen können wir linksgericht teten Richter, weil wir wiffen, daß die Zeit für uns ist, uns zwar nicht mit Graufen, wie es umgefehrf Herr Dr. Liebmann fut, aber mit Gleichgültigkeit von ihm und seinen Gesinnungsgenoffen abwenden. Tumult im Hamburger Senat. Hinterlist und Lüge. Wie die Kommunisten Einheitskomitees erfinden. Die„ Rote Fahne" hatte zur Unterstützung der gegen die Sozialdemokratie gerichteten Einheitskomitees"-Aktion die Behauptung in die Welt gefeßt, daß der Bezirksvorstand Zwickau der SPD. sich zur Bildung eines Einheitsfomitees bereit erklärt habe. " Der Bezirksvorstand der SPD. im Bezirk 3widau- Blauen, gezeichnet Mag Seydewig und Richard Meier, ver öffentlicht dazu die folgende Erklärung: ,, Von der fommunistischen Presse ist in den letzten Tagen in demagogischer Weise mit der Behauptung Propaganda ge macht morden, daß der Bezirksvorstand der SPD. fich für die Bil dung der von den Rommunisten geforderten Einheitstomitees zur gemeinsamen Führung des politischen Kampfes für den Volks entscheid entschieden hat. Das ist falsch. Wir stellen gegenüber diefer 3rreführung feft, daß der Bezirksvorstand der SPD. für den Bezirk Zwidau unerschütterlich auf dem Boden der zentralen Abmachungen steht, die Bildung von Einheitsfomitees aus fachlichen Gründen ablehnt und die Ortsgruppen im Bezirk angewiesen hat, überall den politischen Kampf um den Boltsentscheid selbständig zu zu führen, überall gemeinsame Bersammlungen mit den Kommuniffen und die Bildung von Einheitsfomitees abzulehnen. Der Bezirksvorstand der SPD. Zwidau hat bei seiner Einladung an die Bezirksleitung der KPD. nur an die Besprechung notwendiger organisatorischer Arbeiten, an die Frage der reibungslosen Versendung der Einzeichnungsliften, an die Berbreitung der erforderlichen Pla tate usw. gedacht. einberufenen Besprechung von Bertretern des Bezirksvorstandes Nur diese Fragen sind in der vom Bezirksvorstand der SPD. der SPD. mit Bertretern der Bezirksleitung der KPD. erörtert worden. Die politische Uffion ist Sache jeder einzelnen Partei. Den politischen Kampf führt die SPD. im Bezirk Zwidau vollständig selbständig. Die Art, wie die Kommunisten unsere Einladung für ihre parteipolitischen Interessen ausgelegt haben, sind mir wieder ein Beweis dafür, wie schwer es noch immer ist, mit den Kommu miniften bei den selbstverständlichsten Dingen zufammenzuarbeiten." Die Kommunisten verfolgen mit ihrer Einheitskomitee Ausschreitungen der Kommunisten. aftion nicht nur hinterliftige Ziele, fie bedienen sich dabei auch Hamburg, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der Ham Wir haben schon einmal erlebt, als man von den Komunisten der frechsten Lügen. Im übrigen ist ihre Methode nicht neu. burger Bürgerschaft tam es am Mittwoch zum erstenmal zu 1920 und 1921 die Parole ausgab: hinein in die Arbeiterräte einem tätlichen Angriff eines Abgeordneten auf ein Regieweil man auf diese Weise die SPD. zu zerstören glaubte. rungsmitglied. Das Haus und die Zuhörertribünen waren Heute hat das Kind mir einen anderen Namen, es heißt heute außerordentlich stark befeht, weil die Millionennachforderung für den Einheitskomitee, nicht Arbeiterrat, der Zweck aber ist der Bau des Stadttheaters beraten werden sollte. Infolge langwieriger gleiche. Auch die günstigste Gelegenheit seit vielen Jahren" Steuerdebatten kam es aber zu dieser Auseinandersetzung nicht, wird vorübergehen, ohne daß den Kommunisten die Zersplitsondern es wurde der fünfte Nachtrag zum Haushaltsplan beraten. terung der SPD. mit Hinterlift und Lüge gelingt. Schon während der ganzen Sizung war es zu wiederholten Auftritten gekommen, die die Stimmung außerordentlich verschärften. Als dann der Kommunist Urbahns, der während des Oktoberaufruhrs 1923 zu 10 Jahren Festungshaft verurteilt wurde, vom Gericht aber aus der Haft entlassen wurde, weil der Reichstag die Immunität nicht aufgehoben hat, scharf die hamburgische Justiz- und Gefängnisverwaltung angriff, antwortete der Justiz senator Dr. Nöldede. Dabei gebrauchte er auch den Ausdruck poli. tische Verbrecher, was bei den Kommunisten ungeheure Aufregung verursachte. Eine Anzahl Abgeordneter drangen gegen den Redner vor und ein Kommunist warf dem Justizsenator ein Attenbündel ins Gesicht. Nun entstand ein ungeheurer Tumult, in dessen Verlauf es zu Tätlichkeiten kam. Einige besonders aufgeregte Kommunisten wurden von ihren eigenen Frattions. follegen an der Kehle gepackt und hinaus geschoben. Es tam zur unterbrechung der Sigung und zum Ausschluß des 28jährigen Kommunisten Jahnte, der den Angriff ausführte. Nach Wiederaufnahme der Sigung entstanden neue Auseinander fegungen, als der Redner den Ausdrud politische Verbrecher" wiederholte. Schließlich fonnte er doch seine Rede fortsehen. Trotz bem blieb die Spannung im Haus und es fam wiederholt noch zu Szenen, bis die Sigung unter allgemeiner Erregung gegen Mitternacht ihr Ende fand. zu leisten, wird durch ihr weitausgesponnenes Netz von Detektiven und Spionen wirtschaftlich und persönlich vernichtet. Das ist das Bild, das sich aus diesen brei Büchern ergibt. Biel leicht auch unsere Zukunft, wenn nicht vorher der Sozialismus bei uns seine Erfüllung findet. In einer phantastischen Erzählung„ Nach der Sintflut schildert Sinclair den Untergang des tapitalistischen Ameritas. Eines Tages werden alle Lebewesen dahingerafft, und nur eine feine Gruppe rettet sich im Flugzeug. Diese begründet, nach ihrer Rüdfehr auf diese Erde und nach harten Kämpfen in sich selbst die neue klassenlose Gesellschaft. Niemand sollte an den Büchern Sinclairs vorbeigehen. Raum ein Dichter unserer Tage hat in solch spannender Weise es verstanden, wie es im gelobten Dollarlande in Wirklichkeit aussieht. Aufwertung von Baudarlehen. Die württembergische Rechtsregierung verlegt ein Reichsgesek. Der Steuerausschuß des Reichstags beschäftigte sich am Donnerstag mit einem sozialdemokratischen Gesezentwurf über die Aufwertung von öffentlichen Baudarlehen. Ihm liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Im Finanzausgleichsgesetz ist bestimmt wor den, daß die Aufwertung von ffentlichen Baudarlehen mit 25 Broz. ihres Goldmattwertes zu erfolgen hat. Dieser Beschluß ist dem Reichstag einstimmig gefaßt worden. Trogdem hat die mürttem des einfachen Goldmartbetrages das 1,6fache und fam somit zu einem bergische Regierung ihn nicht ausgeführt. Sie sehte statt Aufwertungsjah von 40 Broz. ftatt non 25 Broz. In der eingehen den Aussprache wurde von fast allen Rednern anerkannt, daß es fich bei dem Berhalten der württembergischen Regierung um tie Verlegung eines Reichsgefezes handle. Daher habe diese Angelegenheit eine weit größere Bedeutung als die Vorgänge, die ihr zugrunde liegen. Da von den Kommissaren der Reichsregierung beschloß der Ausschuß, die Reichsregierung aufzufordern, in einer biefer grundsätzliche Gesichtspunkt nicht genügend gewürdigt wurde, späteren Sizung eine offizielle Ertlärung zu geben, ob es einem Einzelstaat gestattet sei, zwingende Berschriften der Reichsgesetzgebung nach Belieben außer Kraft zu setzen. hohl und ohne Ehre fand. Bergebens versuchte ich zwei Jahre lang als Eremit Buße zu tun. Nun hat mein Sohn eine Berföhnung zwischen mir und meiner Frau zustande gebracht... Ich war graufam, als ich jung war... Eleonore Duse, die größte Tragödin aller Zeiten, liebte mich. Unsere Trennung war tragisch. Eleonore Duses mich, daß ich mich in den legten Tagen unserer Liebe unritterlich Leiden machten mich fast wahnsinnig, denn der Gedante peinigte benommen hatte. Eine innere Stimme sagte mir: D'Annunzio, mich, fuche Bergebung!" Von wem?" fragte ich zurüd. Duse ist ja tot!" Die Verzeihung deiner Frau!" lautete die Stimme." Was wird die nächste Etappe Gabrieles sein? Ein Ebert- Bildnis. Anläßlich des Todestages von Friedrich Ebert am 28. Februar ist im Berlage der Reichsdruderei ein Bildnis des verstorbenen ersten Reichspräsidenten erschienen. Das 27 x 34 3entimeter große Blatt zeigt den mächtigen Kopf Eberts in einem fein durchgearbeiteten Original- Kupferstich des Berliner Graphiters E. Smith und wird in seiner lebenswahren, fünstlerisch vollendeten Biedergabe eine millkommene Gabe für die zahlreichen Freunde des ersten sozialdemokratischen Reichsoberhauptes der deuthandlungen zu dem billigen Preis von 2,50 M. zu beziehen. Ferner ist eine Borzugsausgabe mit Chinapapierauflage zum Preise von 5 M. erschienen. artigen Spielfiguren die biblischen Geschichten von Joseph und seinen Die Wertfreude" läßt Käthe und Albert Ba er mit ihren neuartigen Spielfiguren die biblischen Geschichten von Joseph und seinen netten verfertigt, die 3. T. so fein find, daß die Kinder sie wohl Brüdern und Salomo und der Königin von Saba vorführen. Kärhe Baer hat für das Haus- und Kindertheater zweidimensionale ,, Mario herzlich lieben werden. Die Berse dazu von Albert Baer werden; auch in ihrer schlichten Unbekümmertheit um Reim und Bersa maß Freude bereiten. Von dem rauschenden Glüd des tapitalistischen Ameritas erzählen immer wieder aufs neue die bürgerlichen Blätter. In diesem Lande des alles beherrschenden Dollars foll es angeblich feine Not geben, und Henry Ford will uns flarmachen, daß die Arbeiter des Landes mit den herrschenden Zuständen durchaus einverstanden sind. Aber die andere Seite zeigt uns Upton Sinclair, deffen Romane von der deutschen nichtsozialistischen Presse nicht in dem Maße gewürdigt worden sind, wie sie es verdienen. Als erstes Blatt von Deutschland hat der Vorwärts f. 3. Der Sumpf" von Sinclair abgedruckt. In unerschöpflicher Schaffenskraft wirft der Verfasser in einem durchaus amerikanischen Tempo Buch nach Buch auf den Markt. Jedes anders, aber alle von dem gleichen Gedanken erfüllt, der Welt zu zeigen, daß in dem gelobten Lande Amerika eine ungeheure Ausbeutung aus dem Arbeiter des letzte an Kräften herausholt. Rönig Kohle" führt uns in die Bergwerfe, deren Belegheit heimsuchen, wenn es gelungen ist, einiger alter Menschheitsschen Republit sein. Das Bild ist durch alle Buch- und Kunst schaft noch in den Anfängen gewerkschaftlicher Organisation steht, und die zum Teil viel schwerer als im alten Europa, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu fämpfen hat, weil die Reservearmee der Eingewanderten in der Regel um jeden Preis zum Arbeiten bereit ist. In dem obenerwähnten„ Sumpf" schildert er die Zustände in den Fleischfabriken Chikagos. Wenn es heut vielleicht anders aussieht, Was hat man uns nicht alles über den Eintritt Ameritas in den Krieg vorgelogen? Jimmy Higgins" zeigt uns deutlich, daß der amerikanische Proletarier genau so ungern in den Krieg gegangen ist wie der europäische, aber ungeheure Summen, die der ameritanischen Rüftungsindustrie zur Verfügung standen, haben bie Kriegs stimmung fünftlich erzeugt. Auf den europäischen Schlachtfeldern wird Jimmy Higgins zum Verkünder des Sozialismus und dafür von seinem Borgefeßten schwachsinnig geschlagen. Soeben sind drei neue Bücher von Sinclair im Malitverlag herausgekommen, bei dem auch seine sämtlichen anderen Werte erschienen sind:„ Die Metropole",„ Die Wechsler"," Der Industriebaron". In allen drei Werfen reißt er vor allem der Hauptstadt New York und dem kleinen Kreis der Dollarmillionäre rücksichtslos die Maste vom Gesicht. Er muß in diese Gruppen einen vorzüglichen Einblick getan haben, und wenn dies alles nicht wahr ist, was er dort erzählt, dann sollte man ihn aus jenen Kreisen heraus zu widerlegen ver juchen. Es wird schwer möglich sein. 99 Proz. auch dieser größten menschlichen Siedlung der Erde quälen fich im Schweiße ihres An- Der moderne Tannhäuser. Gabriele d'Annunzio, der große gesichts ab, um ihr tägliches Brot zu verdienen, Frauenarbeit ist so Dichter, Reklamelünstler, Eroberer Fiumes und Fürft vom Schnee schlecht bezahlt, daß für die meisten auf anständigem Wege ein Durchberg, veröffentlicht eine Beichte: ch bin zu meiner Frau zurüd. tommen überhaupt unmöglich ist. Aber in wenigen Händen ist das gelehrt... Ich fehre gedemütigt und reuevoll zurüd, um Berzeihung Gelb zusammengeballt und wird spekulatin hin und hergeworfen. mit Frauen eingelaffen habe. Ich bereue, weil ich jezt die Torheit bittend. Ich bin beschämt, meil ich mich auf der Höhe meines Ruhmes Ueberreizte Sinne wissen von ihm feinen vernünftigen Gebrauch meines Treibens einsehe... Die Welt möge nun erfahren, daß der mehr zu machen. Wer irgendwie magt, diesen Kreisen Widerstand Dichter- Liebhaber", der so viel fündige Liebe getoftet hat, die Liebe Neue Krankheiten. Auch die Krankheiten haben ihre Moden, und man kann beobachten, daß andere Leiden die geplagte Menschgeißeln Herr zu werden. In einem Bortrag, über den in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet wird, sprach Sir Thomas Horder über folche Neue Krankheiten", die an die Stelle der alten treten. Die modernen Fortschritte der Hygiene haben manche Leiden, wie z. B. Typhus, Diphtherie, Tollwut, Milzbrand und Roß, verhältnismäßig selten gemacht; durch die verbesserte ose und ber Blutarmut fowie die Rachitis, die sogenannte englische Lebensweise der Bevölkerung wurden manche Formen der TuberkuKrankheit", verringert; auch die atute Gicht ist selten geworden. getreten, und zwar ist besonders die Neurasthenie in ihren verStatt dessen aber ist eine ganze Reihe neuer Krankheitsformen auffchiedenartigen Formen unter unserer nervösen Großstadtbevölke rung beträchtlich angewachsen. Ein vermehrtes Auftreten beobachtet man auch bei Krankheiten, die durch die weniger virulenten Batterien und Streptofoften erzeugt werden, so Leiden der Niere, der Gallen und des Darmes. Diese Batterien, die früher weniger Unheil anrichteten, führen jetzt zu Erfrankungen, weil die Widerstandsfähigkeit der Gewebe vermindert ist. Man hat bisher zu wenig beachtet, welchen Einfluß das Nervensystem auf die Reaktion gegen darauf legen, die allgemeine Widerstandsfähigkeit und besonders Die Aerzte müssen mehr Gewicht die des Nervensystems zu heben, um den Schädigungen durch diese Batterien vorzubeugen. Der englische Arzt kommt zu dem Ergebnis, daß man den modernen Menschen zu einer einfacheren Lebens. führung bringen müsse und daß die großen Heilmittel der Natur, mie Sonne sowie frische Luft bei Tag und Nacht, in viel größerem Maß auszunuzen seien. batterielle Infektion ausübt. 1 probieren neuer Spiele tat, Rinder dazu geladen. Was hat's viel Leider hat die Werffreude" nicht, wie sie es sonst beim Aus Bert, wenn wir die einfache Technit und Schönheit der Figuren bes wundern oder uns an Mängeln stoßen die für die's geschaffen, die Kinder, hätten zur Kritit fommen müssen und jubeln oder gähnen. Bewe. Die Boltsoper im Theater des Weftens bringt Sonntag, nachmittags 1,4 Uhr, die Oper Mignon" zur Aufführung. Hinkemann" von Ernit Toller und Szenen aus„ Die Bandlung". Ernst Friedrich spricht: Sonntag 8 Uhr im Rathaus Rönigitrage den Zum Ball der Karifaturisten endet der Vorverkauf ber ermäßigten Billette Sonnabend, den 6. Februar, 6 Uhr. Ein Scheffel- Museum in Karlsruhe. Aus Anlaß des 100. Geburtstages Joseph Biltor Scheffels wird am 12. Februar das vom Deutschen Scheffel Bund, Karlsruhe, eingerichtete und verwaltete Deutsche Scheffel- Museum in Angliederung an das Badische Landesmuseum im ehemaligen Schloß eröffnet. im Alter von 69 Jahren in Baris gestorben. Adolphe Willette, der auch bei uns bekannte Maler und Zeichner, ist Zentralegefutivlomitees der Alrussischen Sowjetrepublik ist dem Profeffor Ordensauszeichnung für einen russischen Gelehrten. Laut Beschluß des Arbeitsfabne verliehen worden, und zwar für besondere Verdienste bei Be der Medizin an der Universität Saratom Rifonorow der Diden der Hoten tämpfung von Epidemien und Seuchen. Ohne Drden geht's also hier auch nicht) Die Ablenkungsoffensive. Der Verteidiger Sendens und der Zeuge Goebel. In der Mitteilung der Frau des zum Tode verurteilten ehe. maligen Feldwebels Stein, von der auch wir Notiz genommen haben, war die Rede von dem früheren Unteroffizier Goe. bel, der über die Mitwisserschaft des Oberleutnants von Senden bestimmte Angaben gemacht haben sollte. Gegen diesen Goebel, der zwar von der politischen Polizei, aber nicht vom Gericht vernommen worden ist, beginnt nun das übliche Resseltreiben in der Rechtspresse. Hugenbergs Nachtausgabe" bringt unter der Ueberschrift Kronzeuge Grebel festgenommen megen versuchter Er. pressung" in Fettbrud die Meldung, daß Goebel beim Berteidiger Sendens Rechtsanwalt Bloch versucht habe, sich seine Weisheit für 200 m. abtaufen zu laffen". Rechtsanwalt Bloch habe die Kriminal polizei verständigt und fei zum Schein auf das Anerbieten eingeAls Goebel im Bureau des Rechtsanwalts verhandelte, ließ Bloch ihn verhaften und nach dem Polizeipräsidium Das Arbeitsgerichtsgeseh. Der Entwurf vom Reichsrat genehmigt. Die Aufsichtsbefugnisse. Der Reichsrat beschäftigte sich am Donnerstag mit dem von tennenden Gericht in der Einzahl verwendet werden sollen. Reichsarbeitsminister vorgelegten Arbeitsgerichtsgeset. Immer foll als Vorsitzender ein Richter vorhanden sein. Beim Der 3med der Borlage ist, eine allgemeine einheitliche Reichsarbeitsgericht sind noch zwei richterliche Beisiger vorgesehen, Arbeitsgerichtsbarkeit für Streitigkeiten aus dem Arbeits verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu schaffen, an Stelle der gegenwärtig auf diesem Gebiet herrschenden großen Bersplitterung. In ganz Deutschland soll auch für Gemeinden, die weniger als 20 000 Einwohner haben, ein lückenloses Netz von Arbeitsgerichten geschaffen werden, und zwar von allgemeinen Arbeitsgerichten unter Beseitigung der bisher bestehenden besonderen Gewerbegerichte, taufmännischen Schiedsgerichte, Innungsschiedsgerichte usw. Die Arbeitsgerichte sollen für alle Arbeitnehmer zuständig sein, auch für solche, deren Einkommen über 5000 mt. hinausgeht. Die äußere Aufmachung dieser Sensationsmeldung läßt dar Alle Arbeitsstreitigkeiten in weitestem Umfang sollen von den Arbeits auf schließen, daß es sich hier um eins der üblichen Ablenkungsgerichten entschieden werden, auch solche, die aus Tarifver. manöver handelt. Man spricht von dem Kronzeugen" Goebel, trägen entspringen. um die Aufmerksamkeit von Senden abzulenten. Goebel ist zwar auf Veranlassung Blochs in Haft genommen und von der Abteilung IA ebenso wie ein gewisser Schyra, der den Mittelsmann zwischen ihm und Bloch spielte, nech am Donnerstagabend eingehend gangen. bringen. vernommen worden. Sie hat, wie wir spät abends erfahren, mit der Frei laffung Goebels und Schyras geendet, die übrigens gar nicht verhaftet, sondern nur auf die Anzeige des Dr. Bloch hin zur Klärung vorgeführt wurden. Die baldige Freilassung der Angeschuldigten beweist, daß sich für den Tatbestand eines Erpressungsversuchts Anhaltspunkte nicht ergeben haben. Aber der„ Kronzeuge" Goebel ist gar fein Kronzeuge. Er hat in dem Mortprozeß Banier gar feine Rolle gespielt, wenigstens geht das nicht aus der Urteilsbegründung hervor. Der Berdacht gegen den kommandierenden des Döberitzer Lagers von Senden ist aus anderen Umständen zur Genüge abzuleiten. Besonders ist bis heute noch nichts von der Staatsanwaltschaft unternommen, um die detaillierten Mitteilungen des Berliner Tageblatts über die Beteiligung Sendens an der Beseitigung Paniers und des Feldwebels Wilms auf ihre Richtigkeit nachzuprüfen. Aber wenn auch alle diese positiven Behauptungen nicht vorlägen, so bliebe doch noch genügend an Verdachtsmomenten übrig. Wie sollte es möglich gewesen sein, daß aus dem Schwarzen Reichswehrlager in Döberig einer nach dem anderen verschwindet, ohne daß der kommandierende etwas davon erfährt? Wollte man dies Nichtwissen glauben, so müßte man annehmen, daß in den Schwarzen Reichswehrformationen eine noch größere Lotter wirtschaft geherrscht habe, als wie sie tatsächlich vorhanden war. Aber schon in dem medlenburgischen Fememordprozeß ist hinlänglich bewiesen worden, daß nicht mur der Befehl ausgeführt", sondern auch über die Ausführung der vorgelegten Stelle dienstlich Bericht erstattet" worden ist. Es liegt zum Greifen nahe, daß bei der strengen militärischen Ordnung, die auch in der Schwar zen Reichswehr herrschte, diese Gepflogenheit auch in Döberik geübt wurde. Allerdings wellen die zuständigen Stellen nachträglich nichts von der militärischen Organisation der Schwarzen Reichswehr wiffen. Ueber einen ganz besonderen Fall, der in das Treiben diefer schwarzen Organisationen bligartig hineinleuchtet, erhalten wir folgende Mitteilung: „ Ein Arbeiter Meyer in Frankfurt a. D. war am 4. Juni 1923 nach Rüstrin gekommen, um dort in die Reichswehr aufgenommen zu werden. Er begab sich zunächst zur Rajerne des Pionierbataillons III in Küstrin. Dort wurde ihm in der Wacht stube gesagt, er sollte zur Fahrabteilung III( Trainbataillon) in der Altstadt gegenüber dem Bahnhof Altstadt gehen. Dort war aber auch feine Stelle frei. Der Wachthabende der Fahrab teilung fchidte ihn jedoch nach dem Zeughaus in der Altstadt. Dert wurde er auch richtig von einem Oberleutnant Anuppel eingestellt, nachdem er einen ausführlichen Fragebogen unterschrieben hatte. Er war der irrtümlichen Meinung, nun tatsächlich Reichswehrmann zu sein. So täuschend ähnlich war die Uniform und das ganze Gehabe. Schon menige Tage nach seinem Eintritt mußte er, eingekleidet in eine Uniform mit Achselflappen und Regimentsnummer, Wachtdienst leisten, ohne eigentlich militärisch ausgebildet zu sein. Am 30. Juni ging er auf einige Tage in Urlaub, fam am 3. Juli abends zurück und mußte sofort wieder Wachtdienst leisten. Er nahm seinen Karabiner, den er vor seiner Abreise gereinigt hatte, vom Haken, ohne zu wissen, daß die Waffe inzwischen von einem anderen geladen war. entlud fich und Mener erfitt einen Beinschuß, dessen Folgen ihn für die Dauer um 33 Proz. in der Erwerbsfähigkeit verminderten. Mener erhob nunmehr bei der Reichswehr Anspruch auf Schadenersaz. Die Reichswehr aber erklärte jegt in einem Schreiben vom 25. Januar, Meyer sei gar nicht Seldat gewesen:„ Er war lediglich als Arbeiter beschäftigt. Für den erlittenen Unfall ist daher die Reichsversicherungsordnung ein schlägig. Das Reichswehrminifterium wird hiernach in feiner Eigenschaft als Ausführungsbehörde über die Unfall. folgen nach diesem Gesetz bestimmen." Der Aufbau der Arbeitsgerichte. Während bisher die Gewerbegerichte usw. Einrichtungen der Gemeinden waren, sollen jetzt Einrichtungen der Länder und des Reiches geschaffen werden. Bisher bestand nur eine erste Instanz, von der unter Umständen an die ordentlichen Gerichte appelliert werden konnte. Jetzt werden drei Instanzen geschaffen: Arbeitsgerichte, möglichst für den Bezirk eines jeden Amtsgerichts, ein Landesarbeitsgericht für jedes Einzelland und schließlich ein Reichsarbeitsgericht. Während bisher die Berufung zulässig war bei Streitigkeiten, wo es sich um Werte von über 300 Mt. handelte, soll fünftig die Berufung an höhere Instanzen auch zulässig sein, wenn der Streitgegenstand zwar weniger Bert hat als 300 Mt( dreihundert Marf), aber ein Rechtsstreit von besonderer grundsäglicher Bedeutung vorliegt. Neben der Berufung ist auch die Revision in dritter Instanz beim Reichsarbeitsgericht vorgesehen, die auch direkt vom Gericht erster Instanz an die dritte Instanz gehen kann, wenn belde Parteien darüber einig sind oder der Arbeitsminister es besonders bestimmt. Während bisher die Beisiger für Gewerbe- und Kaufmannsgerichte von den Interessenten gewählt wurden, soll fünftig ihre Berufung durch die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden auf Grund von Vorschlagslisten der wirtschaftlichen Bereinigungen erfolgen. Das Reichsarbeitsgericht ist als ein Teil des Reichsgerichts gedacht. Besetzt werden sollen sämtliche Instanzen mit Richtern und mit Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die bei jedem er. Sozialismus und bei der Vorbereitung des Kongreffes von Tours mit die erste Rolle spielte. Souvarine ist es turze Zeit darauf nicht beffer ergangen als dem größten Teil der führenden französischen Kommunisten. Er wurde entthront, und weil er während der TrojkiKrise leidenschaftlich für seinen Meister eintrat, mußte er sogar den Ausschluß aus der französischen Partei und aus der Moskauer Internationale hinnehmen. Alle Proteste halfen nichts und selbst die Rehabilitierung Trogfis auf dem letzten Parteitag der russischen Kommunisten hat ihm nichts genugt; denn wie die Humanité" Dom 23. Januar mitteilt, hat das Moskauer Präsidium" einstimmig befchloffen, den Ausschluß Souvarines aufrecht zu erhalten. Gleich zeitig hat es, dem Wunsch der französischen Parteileitung entfprechend, allen französischen Kommunisten jede weitere Mitarbeit an der von Souparine in Paris herausgegebenen Zeitschrift unterfagt. Wer es magt, gegen diesen Befehl" zu rebellieren, oder ihm gar zuwiderhandelt, foll wie Souvarine fliegen". Zur Roftenfrage wurde mit überwiegender Mehrheit die Bestimmung aufgenommen, daß den Mehraufwand der Länder durch dieses Gefeß das Reich zu ersetzen habe. Bon der Reichsregierung wurde das sehr lebhaft bekämpft. In einer weiteren Streitfrage, mie meit die Arbeitsgerichte als selbständige Gerichte eingerichtet werden sollen, ist es bei den Bestimmungen der Regierungsvorlage geblieben, ebenso hinsichtlich der Aufsichtsbefugnisse der Behörden. Die Vorlage überträgt die Aufgabe der Einrichtung der Arbeitsgerichte und die Aufsicht über diese den Justizbehörden im Einvernehmen mit den Sozialbehörden. Bezüglich Zulassung der Rechtsanwälte enthielt die Regierungsvorlage die Bestimmung, daß diese in erster Instanz ausgeschlossen sein sollen, während beim Landesarbeitsgericht und beim Reichs gericht der Rechtsanwaltzmang eingeführt wird. Die Ausschüsse des Reichsrats haben geglaubt, auch in erster Instanz, also bei den Arbeitsgerichten Rechtsanwälte zulaffen zu sollen, wenn es fich um Streitigkeiten von einem Wert von mehr als dreihundert Mark handelt, in denen also Berufung zulässig ist. Bezüglich der Frage, mer der Borsigende der neuen Gerichte werden soll, blieb es bei den Bestimmungen der Regierungsvorlage. Diese sieht vor, daß es im allgemeinen der ordentliche Richter sein soll; neu mit dem Borsiz dürfen nur Personen mit voller richterlicher Qualifikation betraut werden. Andererseits fönnen als Vorsitzende folche Personen beibehalten werden, die bereits im Hauptamt Borsigende von Ge werbegerichten usw. waren, auch wenn fie feine richterliche Qualifika tion befizen. Kein Fortschritt. Der Reichstag wird die Borlage einer eingehenden Prü fung unterziehen müssen. Die Unterstellung unter die Just i zbehörden ist wohl die bedenklichste Bestimmung der Vorlage. Sehr bedenklich ist auch die Zulassung der Rechtsanwälte in erster Instanz, denn die Voraussetzung, daß der Streitgegenstand mindestens 300 Mart betragen müffe, wird praktisch nicht in Erscheinung treten. Ebenso verhält es sich mit der Berufung Bedenklich ist auch die Herabsehung der Zahl der Beis fiber. Das sind nur die wesentlichsten Punkte, die die Borlage, troj des Vorteils der Vereinheitlichung als einen schweren sozialen Rüdschritt erscheinen laffen. Labourpartys Adreßantrag. Berstaatlichung des Großgrundbefizes gefordert. London, 4. Februar.( BTB.) Im Unterhaus legte no m den den Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zur Antwort auf die Thronrede vor. In diesem Antrag wird das Fortdauern der Arbeitslosigkeit beklagt und nachdrücklich darauf hingewiesen, daß teine Besserung im Wirtschaftsleben eingetreten ist. Der Antrag verlangt eine vollständige Neuordnung von In dustrie und Handel auf der Grundlage der Rationalisierung. Snowden verlangte in seiner Begründungsrede die Enteignung des Grundbesizes zugunsten des Staates und gesetzgeberische Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft. Die Budapester Anklageschrift. Die Spuren werden verwischt. Budapest, 2. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die jetzt erfolgte Beröffentlichung der Anklageschrift gegen die Banknotenfälscher wird in politischen Kreisen als die Antwort der Regierung auf das Verlangen Frantre ich s nach Mitwirkung an der Unterfuchung angesehen. Im übrigen bemüht sich die Anklageschrift ängitlich, alle Spuren, die zu den wirklichen Hintermännern der Frankenfälschungen führen tönnten, zu verwischen und auch den Ministerpräsidenten reinzuwaschen. Es wird& B. versucht, unter anderem nachzuweisen, daß Graf Bethlen erst zwei Tage vor seiner Abreise nach Genf von den Fälschungen erfahren hat und dann fofort den Polizeipräfekten zur Einleitung einer Untersuchung verBiel früher als Souvarine sich zur Aufhebung seines Ausschlusses ans der Partei nach Moskau wandte, hatten 250 französische Kommunisten einen langen Protestbrief an die Erefutive der Internationale gesandt, auf den unseres Wissens bis heute eine Antwort noch nicht erteilt ist. Der Inhalt dieses Protestes wurde bis Dor furzer Zeit von der offiziellen Parteileitung und den Rebellen, die heute noch der Partei angehören, wie ein Geheimnis gehütet. Erst als Souvarine einsah, daß sein Kampf um die Rückkehr zur APF. aussichtslos ist und er das Bedürfnis nach Rache empfand, gab er in einer der letzten Nummern der von ihm herausgegebenen Beitschrift längere Auszüge aus dem Protest mit der Drohung wieder, in der nächsten Ausgabe das Dokument ganz zu veröffentlichen, falls fich die tommunistische Presse nicht vorher zu einem ent- ständigen ließ Der Karabiner sprechenden Schritt entschließen sollte. Was wollte die Parteileitung machen? Sie konnte nicht anders, als den Brief bekanntgeben. Allerdings geschah das nicht in der„ Sumanité", sondern in einer fast unter Ausschluß der Deffentlichkeit monatlich einmal erscheinenden tommunistischen Zeitschrift. Die Mitwelt staunte! Von den 26 tommunistischen Stammerabgeordneten hatten nicht weniger als 11 den nach Mostau gerichteten Protest unterzeichnet. Ausschließlich Arbeiterbeputierte erhoben flammenden Brotest" gegen die un erträgliche Dittatur", die pöllige Unfähigkeit" Hier taucht also wieder die Geschichte von den Arbeitskomman- und die fortgesetzten Niederlagen, in die die Partei hineingerissen dos" auf, die ja auch in Döberig herumgespuft haben sollen. Ar- wurde. Man erklärt weiter, daß die Bellen dahingeschmolzen find wie Butter an der Sonne", in den Industriezentren nur noch beitskommandos" aber, die regelrecht mit Waffen ausge rüstet sind, die unter militärischer Führung stehen und mit Reichs- mitroftopische tommunistische Zellen vorhanden blieben" und wehrstellen in so enger Verbindung arbeiten, wie das in Rüftrin und in Montargis, wo 4000 Industriearbeiter wohnen, die kommunistische Döberitz der Fall war, finb von ganz besonderer Art. Für diese Sektion gerade noch ganze siebzig( 70) Mitglieder zählt. ,, Arbeitskommandos" und für das, was bei ihnen geschieht, tragen Der Zustand in anderen Gegenden wird noch schlimmer geschildert. die Borgesetzten die Berantwortung. Wer war also in Rüstrin Im Norden, im Pas de Calais, in Marseille, in Orleans, überhaupt und wer in Döberis Borgeseßter? Wie fonnte der Oberleut in allen Himmelsrichtungen find nach dem Protest nur noch nant von Senden auf dem staatlichen Truppenlagerplay Döbelfelettartige leberreste" von der KPF. vorhanden, obriz ein ganzes Bataillon" mit allen militärischen Einrichtungen wohl entfeßlich viel Geld verschleudert worden ist". Der Brief der unterhalten, ohne daß die Reichswehrstellen davon Kenntnis hatten? War er aber nicht nur eingebildeter, sondern tatsächlicher Leiter dieses militärischen Arbeitsfommandos", so fann man nur einem deutschen Gericht einreben, daß er von den mehrfachen Mordtaten auf seinem Gebiet nichts erfahren haben sollte. Die Entlastungsoffensive der Hugenberg- Bresse für den Senden ist deshalb zwecklos. Zusammenbruch der KPF. 10 Proz. find geblieben und die find gespalten! Schlimmer noch als mit der Kommunistischen Partei in Deutsch. land fieht es mit ber tommunistischen Bewegung in Frankreich aus. Hier ist die Partei von über 150 000 Mitgliedern, die sie jahrelang zu zählen behauptete, auf 15 000 Mitglieder gesunken, d. h. praktisch, fie hat 90 Broz. ihres Bestandes verloren. Die unter dem Einfluß des Herrn Sinomjer organisierte„ Bolschewifierung" hat also mit einem fürchterlichen Fiasko geenbet. Authentische Beweise dafür find neuerdings von fommunistischer Seite selbst geliefert worden. Sie stammen von dem ehemaligen geistigen Führer der mostomitische Elemente in Frankreich, dem Franzosen russischer Abstammung, Boris Souvarine, der bei der Spaltung des französischen 250 ruft schließlich die Wahlniederlagen der Französischen Kommunistischen Partei ins Gedächtnis zurück und stellt fest, daß allein im Pariser Bezirk bei den Gemeinderatswahlen am 3. Mai die Partei nur 30 Proz. der Stimmen des Vorjahres auf sich vereinigen fonnte. Bayern und Horthy- Ungarn. Ein Münchener Dementi. München, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Gegenüber den Mitteilungen über gewisse bayerisch- ungarische Zusammenhänge in der Frankenfälscheraffäre erklärt das bayerische Innenministerium, daß fich für die bayerischen Polizeibehörden bisher nach einer Richtung hin Anhaltspunkte für die Tatsache solcher Zusammenhänge ergeben hätten. Die Polizei habe auch keine Unterlagen dafür, daß am 10. Januar in München beim Extronprinzen Rupprecht eine Geheimkonferenz stattgefunden hat, an der u. a. auch der ungarische Monardhift Graf Andraffy teilgenommen habe. Belgischer Generalstabschef ist, als Nachfolger des türzlich aurüdgetretenen Generals Magliafe, General de Longueville. nach weitägigem Kammersturm der Liberalen und Konservativ Katholiken gegen die demokratische Heeresreform wurde der Regierung ein Bertrauensvotum mit 105 gegen 50 Stimmen erteilt. Ein Abgedankter. Hauptmann a. D. Hans- Werner von Zengen hat non dem Tummelplatz seines politischen Ehrgeizes Abschied genommen. Der Name dieses Mannes ist unseren Lesern noch in frischer Erinnerung. Er verdient darin festgehalten zu werden als ein Symbol deutscher Unternehmertreue und wahrhaftigkeit. Zengen war rund vier Jahre Propagandachef in der Vereinigung deutscher Arbeitgeberperbände. Dort vertrat er den Standpunkt der Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeit überließ er anderen. Er selbst tonzentrierte seine Tätigfeit auf ausgiebige Weinfrühstücke mit Bersonen, die er zum Mittel der Beeinflussung der Arbeiterschaft zu machen verstand. Die fürstlichen Spesenrechnungen wurden von den Unternehmern gern bezahlt. Ein weiteres Gebiet seiner Tätigkeit waren die Besuche bei entfrönten Häuptern, als deren sozialpolitischer Berater er fich fühlte. Die einzige Erholung, die er sich von dieser und ähnlicher, immer sehr aufreibender Tätigkeit gönnte, bestand darin, das Geld der Vereinigung für forruptive Machenschaften für Arbeitgeber unter die Leute zu bringen. Erinnerlich ist seine zarte Fürsorge für den Firmverlag, erinnerlich find auch die Gelbzuwendungen an den Christlichen Landarbeiterverband, die, wie jetzt feststeht, sogar bis in die Hände des Fememörders Schulz gelangten. Man begreift es, wenn Herr v. Zengen mit einem Gefühl von Wehmut von dem Feld feiner ebenso anstrengenden wie tostspieligen Tätigkeit scheidet. Der Deffentlichkeit gegenüber tut er fo, als ginge er freiwillig. Eingeweihte wissen jedoch, daß diesem freiwilligen" Abgang eine disziplinarische Untersuchung innerhalb der Vereinigung vorangegangen war. Natürlich bezichtigt Herr v. Zengen alle Leute, die über ihn die Wahrheit sagen, der Berleumdung, der Heze und der Intrigenarbeit. Ein echter deutscher Edelmann, ist er jedoch vorfichtig genug, diese Erklärung nur an seine wirklichen Freunde zu abressieren und seine Berleumder nicht bei Namen zu nennen. Denn jede gerichtliche Klage ist ihm eine unhonorige Sache. Nun wird er einfacher" Fabrikant und arbeitet in Chiffriermaschinen. Unfundigen, die nicht wissen, was das ist, sei gesagt, daß das die maschinelle Form ist, andere Dinge zu Papier zu bringen, als man wirklich meint. Nach allem, was er bisher getan, darf man für Herrn v. Zengen auf diesem Gebiete eine große Zukunft voraussagen. Daß er überdies öffentlich erklärt, er würde nun auch arbeiten, das ist ein rühmenswerter Abgesang für einen Menschen, der seit vier Jahren mit allen Mitteln, auch deren der niedrigsten Propaganda die Forderung an andere gestellt und vertreten hat, sie sollten mehr arbeiten und weniger verbrauchen. Die Reichsbahngesellschaft pfeift auf das Gesetz. Sie tut was sie will. Herr Deser verteidigt sich. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft teilt mit: Der Schiedsspruch| hervor, wo eine Aenderung zugunsten des Deutschen Reiches gegen vom 29. Dezember 1925 enthielt neben der Auflage der allgemeinen über dem ursprünglichen Dawes- Plan erreicht worden sei. Entgegen Lohnerhöhung für die Deutsche Reichsbahngesellschaft die Verpflich dem Gutachten sei, sagt Herr Deser, das Berufsbeamtentum tung, Lohnunterschiede wesentlicher Art gegenüber der Privatindustrie aufrechterhalten worden. Herr Deser hätte aber hinzu zugunsten der Reichsbahnarbeiter örtlich auszugleichen. Su fügen müssen, daß die Reichsbahngesellschaft systematisch dieses Be diesem Ausgleich hat sich die Reichsbahngesellschaft von jeher bereit rufsbeamtentum abgebaut hat und noch weiter abbaut. erklärt. Sie hat auch an dieser Bereitwilligkeit festgehalten, obwohl Wenn Herr Deser weiter anführt, daß die Aufsichtsrechte fie den Schiedsspruch als Ganzes nicht durchführen fonnte und zur der Reichsregierung erheblich erweitert worden seien, Anrufung des Reichsbahngerichts gezwungen(?) war. ſo paßt das merkwürdig zu dem Kompetenzkonflikt, den die Reichs. bahngesellschaft wegen des verbindlich erklärten Schiedsspruches er. hoben hat. Herr Deser sagt dann: In der Besprechung, die über den örtlichen Ausgleich mit den Tarifgewerkschaften stattfand, verlangten diese, daß der Nachprüfung der Ortszulagen die im Schiedsspruch festgelegten Tariflöhne zugrunde gelegt werden sollten. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft fonnte dagegen vor Austragung des schwebenden Rechtsstreits folgerichtig als Verhandlungsgrundlagen nur die jetzt geltenden Löhne anerkennen. Sie mutet dabei aber den Gewerkschaften feineswegs einen Berzicht auf ihren Rechtsstandpunkt zu. Obwohl somit rechtlich einwandsfreie Grundlagen für die Ber einbarung der Ortslohnzulagen mit den Tarifgewerkschaften gegeben maren, haben diese an ihrer Auffassung fest gehalten. Um unter diesen mehr oder weniger doch rein theoretischen Meinungsverschiedenheit die Arbeiter, denen örtliche Lohnerhöhungen zuteil merden sollen, nicht leiden zu laffen, wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft nunmehr von sich aus die Nachprüfung vornehmen und die danach notwendigen Erhöhungen schleunigft anordnen. Mit dieser Rundgebung, die feinerlei neue Tatsachen enthält, mill die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft offenfichtlich nur zum Ausdruck bringen, daß sie auf die Stellung nahme des Reichsarbeitsministeriums pfeift und daß ihr die einmütige Verurteilung ihrer Personalpolitik durch den Reichstag schnuppe ist. Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft erklärt, sie mache von sich aus", was sie wolle. Es braucht wohl nicht erst unterstrichen werden, daß die mit feltener Ronsequenz durchgeführte Mißachtung der deutschen Geseze durch die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft diese zu einer öffentlichen Gefahr werden läßt. Seit Jahr und Tag hat der Borwärts" auf die Mißwirtschaft der Reichsbahngesellschaft zulagen, der frankhaften Verschwendungssucht gegenüber dem leitenden Bersonal, das man zu Reparationsgewinnlern Im frassen Gegensatz dazu steht die gemacht hat, hingewiesen 2ohn- und Arbeitszeitpolitit der ReichsbahngefellDie finanziellen Lasten bestimmen maßgebend die Tarif- und Berfonalpolitit. Wenn Geldüberfluß vorhanden ist, wird ein Bersonal stets zufrieden sein. Wenn wenig Geld zur Verfügung steht wie gegenwärtig, ist eine Spannung zwischen Bersonal und Verwaltung fast unvermeidlich. Ich bemühe mich dauernd, alle irgendwie ftrittigen Fragen mit der Aufsichtsinstanz, dem Reichsverkehrsminister, auf gütlichem Wege ins Reine zu bringen. Es gibt naturgemäß Fragen prinzipieller Natur, bei denen dies nicht möglich zu sein scheint. Eine solche Frage ist auch die der Leistungszulagen. Diese umstrittenen Leistungszulagen, die im Jahre 1925 in Höhe von insgesamt 20 Millionen verausgabt worden sind und etwa in Höhe von 22 Millionen Mart für bas Jahr 1926 vorgesehen sind, machen etwa 2 Broz. der über eine Milliarde betragenden Beamtenbesoldung aus." Dazu ift zu bemerken, daß die Reichsbahngesellschaft, über deren gegenwärtige finanzielle Lage tein Mensch außerhalb der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft in Deutschland genau Be scheid weiß, sich der noch so geringfügigen Lohnerhöhung widersetzte, als sie nach ihrem eigenen Eingeständnis sich in einer aus. gezeichneten finanziellen Lage befand. Was die Leistungszulagen betrifft, so tommt es sehr darauf an, wer fie bekommt und wie sie verteilt werden. Herr Deser wendet sich dann gegen die„ Gerüchte" über die Gehälter der leitenden Beamten. Es handle fich um nur etwa hundert leitende Beamte bei einer Gesamtzahl von 329 000 Beamten. Es ist bedauerlich, daß Herr Deser nicht begreift, wie sehr die Knide. rigteit gegenüber der Masse der Eisenbahner absticht gegenüber der Liberalität, die man den leitenden Beamten gegenüber zeigt. 16. Dezember zu bewegen. Die Unternehmer betonten, mie bei jeder Berhandlung, daß für die Karosseriebranche die bisherigen Löhne, die der Schiedsspruch unverändert ließ, nicht trage bar seien. Sie führten weiter aus, daß fie bei diesen Löhnen nicht imftande feien, mit der amerikanischen Automobilindustrie zu tonfurrieren, die ihre Produkte auf dem deutschen Martt viel billiger anbiete. Sie vergeffen dabei aber ganz, daß die amerikanische Automobilindustrie ihnen nicht durch Lohnbrüderei überlegen ist, sondern drei bis viermal höhere Löhne zahlt. Die Kon turrenzschwäche der deutschen Automobilindustrie fann nicht durch Die Löhne müssen vielmehr so niedrige Löhne behoben werden. hoch sein, um einen Ansporn zu bilden, die betriebstechnische Rüdständigkeit der deutschen Industrie zu überwinden. Zu dieser Einficht können sich unsere Unternehmer leider noch immer nicht aufschwingen. = Der Schlichter tam nach vierstündiger Verhandlung zu folgendem Vergleichsvorschlag: Der Tariflohn beträgt vom Tage der Arbeitsaufnahme an 98 Pf., die Affordbasis 93 Pf. Die Löhne der übrigen Gruppen bleiben im bisherigen Verhältnis. Die Kün digung des Mantelvertrages wird vom Arbeitgeberverband zurüdgenommen. Der Tarifvertrag verlängert sich damit im Sinne der Bestimmungen des§ 11 des Vertrages. Die Kündi gungsfrist des Lohnabkommens beträgt vier Wochen zum Schluß einer Lohnwoche. Die Einstellung der bisher beschäftigten Arbeiter erfolgt nach Maßgabe der Beschäftigungsmöglichkeit. Maßregelungen finden nicht statt. Die Einstellung bisher nichtbeschäftigter Arbeiter( Betriebsfremde) findet bis zum 15. März 1926 nicht statt, sofern bisher beschäftigte Arbeiter noch arbeitslos find. Das Aussehen der Arbeit gilt nicht als Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses. Erklärungsfrist bis Dienstag, den 2. Februar, nachmittags 3 Uhr." Eine Funktionärtonferenz nahm am Montag zu dem Bergleichsvorschlag Stellung und beschloß, der Bollversammlung die Ablehnung zu empfehlen. Die Bollversammlung der Karosseriearbeiter beschäftigte sich am gleichen Tage mit dem Bergleichsvorschlag und beschloß, über seine Annahme oder Ablehnung betriebswetse abstimmen zu lassen. Weiterführung des Kampfes beschloffen. Der Bergleichsvorschlag wurde abgelehnt und die am Zur Linderung der Not der älteren Angestellten. Im Unterausschuß des Reichswirtschaftsrates murde Donnerstag zugunsten der älteren Angestellten folgender einstimmia gefaßte Beschluß angenommen: öffentliche und nicht gewerbsmäßige Arbeitsnachweiſe aller mit An. 1. Dem Sozialpolitischen Ausschuß eine Meldepflicht an gestellten zu befehenden Stellen vorzuschlagen, um eine bevorzugte hingewiesen. Wir haben den Standal der Rorruptions Berwaltung fagt Herr Defer, daß eine gewiffe Repra. Unterbringung älterer Kräfte zu erreichen. schaft. In den letzten Monaten find im Reichsarbeitsministerium zwei Schiedssprüche gefällt worden, wovon der letzte vom Reichsarbeitsminister verbindlich erklärt wurde. Diese Schiedssprüche gewährten den Eisenbahnern fast lächerlich anmutende geringfügige Lohn erhöhungen. Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft hat weder den ersten Schiedsspruch erfüllt, noch will sie die Berbindlichfeit des zweiten Schiedsspruchs anerkennen. Die deutsche Gesetz gebung, erklärt die Reichsbahngesellschaft, ist für sie nicht ma Bgebend. Am Reichstag wird es mun liegen, den offenbar von Größenmahn befallenen Berwaltungsrat der Reichsbahngesellschaft zur Raison zu bringen, wenn man die Eisenbahner nicht zwingen mill, zur Selbsthilfe zu greifen. Herr Geser verteidigt sich. Der Generaldirektor der Reichsbahngesellschaft hat sich von einem Bertreter des Wolff- Bureaus interviewen lassen, um sich gegen die Borwürfe zu verteidigen, die im Haushaltsausschuß des Reichstages gegen die Personalpolitit der Reichsbahngesellschaft erhoben wurden. Zunächst geht Herr Defer auf die Geschichte des Zustande fommens des Reichsbahngefehes ein und hebt vorschiedene Punkte Zu den Vorwürfen über die Verschwendungssucht der fentationspflicht auch im Interesse der Deutschen Reichsbahngesellschaft notwendig ist". Wir sind der Meinung, daß die Reichsgesellschaft notwendig ist". Wir sind der Meinung, daß die Reichsbahn als Reparationspfand verpflichtet, ist, dem Auslande gegenüber die Notlage zu repräsentieren, in der sich das deutsche Bolk durch die Reparationslaften befindet. Die Aufwendungen, die für leitende Beamte bei der Reichsbahn gemacht werden, müffen jedoch den gegenteiligen Eindrud erweden. Herr Deser behauptet dann, daß durch Reichstagsbeschluß und Schiedsspruch im Laufe des letzten Geschäftsjahres der Reichsbahn eine Mehrausgabe von 280 Millionen auferlegt worden diese geradezu verblüffende Behauptung. Wir fordern Herrn Deser fei. Herr Deser gibt nicht die gering ste Unterlage für auf, den Nachweis zu erbringen, daß im letzten Geschäftsjahr durch Schiedsspruch und Reichstagsbeschluß neue Personalausgaben von 280 Millionen der Reichsbahn auferlegt worden find. Wenn Herr Deser schließlich sagt, daß der von der Reichsbahn gesellschaft provozierte Streitfall im geeigneten Moment fomme, weil ja die Lohnaufbesserung nur eine geringfügige fel, dann müssen wir schon sagen, daß wir für eine derartige Logit tein Verständnis aufbringen. Der Kampf im Rarofferiegetverbe geht weiter. Am Sonnabend wurde auf Einladung des Schlichters von Groß- Berlin über den Konflikt in der Karosseriebranche erneut verhandelt. Den Bemühungen des Schlichters ist es nicht gelungen, die Unternehmer zur Amahme des Schiedsspruches vom 2. Die Ausdehnung der Kündigungsfrist für ältere Angestellte für Betriebe mit mehr als 5 Angestellten auf mindestens drei Monate zum Schluffe eines Kalendermonats zu fordern. 3. Die Arbeitsnachweise anzuhalten, die Bewerbungen folcher Angestellter, die mehr als drei Monate stellenlos sind, den verschiedenen sozialen Fürsorgeeinrichtungen( Wohlfahrtsämtern usw.) unter Schilderung der Notlage zur besonderen Berücksichti gung zu empfehlen. Siemens- Schuckert, Rabelwert! Heute nachmittag 3 Uhr im Restau rant Alemannia- Sportplak wichtige Besprechung aller SPD.- Genossen. Der Fraktionsvorstand. 扫 美 Zentralverband der Maschinisten und Seizer. Generalversammlung heute, Freitag, abend 6 Uhr im Saal 1 des Gemertschaftshauses, Engel er 24-23. freien Kollegen bringende Bflicht. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen alier dienstDie Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Bezirk 18, Beißenfee. Die ante, Freitag, abend 7% Uhr im Restaurant Grüner Baum", am Freitag den 29. Januar, vertagte Bezirksversammlung des 18. Bezirks weißenfee, Berliner Allee, fatt. Ohne Verbandsbuch kein Eintritt. Die Bezirksleitung. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternns; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Conftiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Zb. Glade: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanftalt Vaul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Biffen. A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Straße Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Moritzplatz Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch Rücken Kammelrücken Schweinebauch und Rücken Landleber- 115 Kakao sa 17 pt. Bücklinge 24pl. 2. stark Kalbskamm Brust u .... Pfund 70 Pf. Hammelvorderfleisch. Pfund 78 Pf. Pfund 80 PL uit Blg. Pland 98 PL Schweineblatt u. Kamm Pfand 105 Kabler Rippspeer.. Kamm Pid. 125 Liesen Plund 95 PL. Prima Gefrierfleisch Rinderkamm u. Brust Pfund 52 Pf. Wild u. Geflügel Hasen gestrefit u. ausgeworfen, Pid. 85 PL. 98 Pt. Hirsch- Ragout, Pfd. 40 Pf. Blätter, Pfund 78 Pt. 140 Rücken, Pfund 110 Keulen, Pfund Brat- u. Suppenhühner Prd 120 145 EB- u. Kochäpfel Plund 10pt. Tafeläpfel Pfund 25 Pf. Schön. v. Boskoop 30 Pt. Feigen.... Pfund 25 Pf. Mandarinen Pfund 30 Pf. Apfelsinen Dubend 35 Pf. 75. 55. Plund Weißkohl 5pt. Wirsingkohl.. Plund 8 PL Rotkohl.. Pfund 9 PL. Möhren gewasch. 2 Pid. 15 Pf. Sellerie große Köple Pfund 16 PI. Schwarzwurzeln 28 Pt. kalifornische Originalkiste ca. 1575 Tafeläpfel 45 Pl. 45 Pjund brutto Romatour 20 pt. Stück StangenLimburger Allg., Pid. 65 PL Gouda dänisch ,. Pfund 68 PL Camembert vollfett Schecht. 6 Portionen 85 Pf. Tilsiter Paund 78 PL 115 Bratenschmalz Pid. 92 pl. Margarine Pfund 58 Pf. Molkerei- Butter, 1/-Pfund- Paket 92,98Pt. Tafelbutter.. Plund 204 Mettwurst grobe, Pid. 135 Gefüllt. Schinken Pid 135 Fleischwurst. Pfand 150 Jagdwurst... Plund 150 Fein. Leberwurst Pid. 175 Mettwurst Zervelat- u. Salamlwurst Holsteiner, Pid. 190 fetter u. magerer Braunschw. Art, Pfund 175 Speck( denisse Vára), Pid. 145 Schinkenspeck ca. 1- Pid.- Stllcke, Pfd. 190 Nußschinken ca. 2 Pid. schwer, Pfd. 210 Erbsen Viktoria", Pfund 19PT. Linsen.... Pfund 19 PL Kartoffelmehl Pfund 18 Pf. Weizengrieẞ Plund 26 Pt. Valencia- Reis Plund 32 PL Schnittnudeln Pfd. 30 Pt. Eierschnittnudeln Plund 48 Pf. Pflaumen bosn, Pid. 38 Pf. Ringäpfel amerik., Pid. 80PL Kalif. Birnen.. Pfund| M entölt,-Pfd- Pak. Borkenschokolade Pralinenbrote Karton 55 PL 30PL 100 Gr.- Stck. 35 200 Gr.70 PL Blockschokolade ( Haushalt) Pfund IM große lette, Pid. Kiste ca. 6 Pfund 135 Flundern Sprotten geräuchert Plund 38Pf Kiste 44 Pf. Pfund 42PL geräuch Fleckheringe Pfund 48 Pf. Wein Preise für Masche einschließt. Stener ohne Glas Edelapfelwein Borsdorfer, mild 65 Pt. 1924 Wöllsteiner milder Tischwein Mosel 80 Pt. mig 1923 Mesenicher Brünnchen suffiger 90 PL 1924 Niersteiner blu- 130 1922 Trittenheimer Saarley pikanter 1921 Oppenheimer Mittelmosel [ 30 Krötenbrunnen gehaltvoller Tatelwein 2 M Wein vom Faß: 1922 Piesporter Hohlweid Orig.- Abf., Korkbrand, Bischöfl. 225 Konvikt Trier, pik.spribig 1921 Liebfraumilch I weiße Kapsel, Hebl., mild 270 1921 St.Croix du Mont, weiß. Bord., feine Süße 1921 Chat. Belair 250 Propr. Dubois, MoulisMédoc, teiner Bordeaux 250 1919 Pommard kräffig ( Vercherre& Co.) mollig 340 Tarragona Rot suß 125 Malaga Gold 60 Dunkel 170 Filiale Königstraße, Preise per Liter einschließlich Steuer ( Flaschen bitte mitzubringen) 1924 Wöllsteiner Berg milder Tischwein Roter Johannisbeerwein süß. Spanischer Rotwein Rioja Clarete" Tarragona Lohfarben sub, voll. Griechischer Muskat sehr süß und würzig Malaga Bunkel tettsüß. Weinbrand„ Drei Kronen" Fische Grüne Heringe arose.. 5 Pfand 55 PL Bratschollen Pfand 12 PL 20 PL. Schellfische...... Pfund 20 PL. 25 PL Dorsche Rotbarse Kabeljau Plund 22 PL ohne Kopf Plund 26 PL ganze Fische Pfand 28 Pl. Prund Pland 90 Pt. Pfund 40 PL Pfand Lachs gefroren, L. Ganz 75 PL Ausschnitt M Zander Lebende Bleie Lebende Hechte..... Pfund 110 145 Lebende Karpfen Konserven 1 Dese Schnitt- u. Brechbohnen 68 Pt. IM Stang.- Schnitt- Bohnen ❘м Rosenkohl....... IM Spinat.. ... 50 Pr. Junge Erbsen... 65 PL g. Erbsen mittelfein 80 Pt. Pfefferlinge...... 105 .. 1,15 1,40 1,15 1,69 2,20 Stangenspargel extra stark( 1/2 Dose 180) 345 2,20 4,30 Pflaumen ohne Stein Pfund 120 mit Doss 80 PL.S Stein 65 PL Mirabellen...... 105 Birnen halbe Frucht.. 105 Preiselbeeren 10 Pfd. Dose D. 390 Dose 5 Pid. 210 90 Pf. Rindfleisch ohne Knochen, 2 Pfd- Dose 125 Goulasch aus Rind- u. Schweinefleisch, 1Pid.-D. 63 PL 2 Pfd.Apfelmus...... 58 PL Leberwurst Dose 85 PL Konfitüren Paumen 50 Pt. 1Ptd.- Glas nur Leipziger Str. Orangen, Johannisbeer, 2 Ptd.- Elmer 110 Abteilung Frische Blumen Keine Zusendung Holländ. Hyazinthenzwiebeln sid. 10, 18, 25 P. Blühende Primeln Topi Blühende Tulpen Topf 3 St. Blithende 30,50 P. 65 Pj. Hyazinthen 70 Pt. Topt Eimer 2 Pfd.- 90 PL Kirschen, Himbeer 140 Aprikosen, 2 Ptd.- Eimer Frisch gebrannter Kaffee eigener Konsum" Pid. 240 Haushalt" Pid. 280. Nr. 5943.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Um die Autosteuer. Noch keine Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hatte gestern eine Dauersigung, in der ein reichlicher Teil des Arbeitspenfums erledigt wurde. Auf die vom Genoffen Bubli begründete Anfrage wegen der Ursachen des Explosionsunglüds in Moabit tam rom Magiftrat die Auskunft, daß man mit der Untersuchung immer abgeschlossen sind, erklärte er sich bereit, weitere Aufschlüsse zu geben. Ron der Wirtschaftspartei sprach Bäckerobermeister Grüster, von den Deutschnationalen Linte. Genosse Heimann bestätigte Herrn Grüster, daß die Bäckermeister nicht allein schuld an dem teuren Brot find. Die Kartelle und Trusts find die Preistreiber, Freitag, 5. Februar 1926 für die Straßenreparaturen, die durch den starken Autoperfehr notwendig wurden, allein von der Stadtkaffe tragen zu laffen. Berlin bringt etwa 25 Prozent der Reichstraftwagensteuer auf im Betrage von 12 Millionen Mart; es erhält aus dem Aufkommen der Reichsautofteuer aber mir ganze 124 000 m. für Wegeunterhaltung zurüd. In dieser Zwangslage fah fich der Ausschuß gezwungen, eine städtische Automobilsteuer part ei murde abgelehnt, die Deutschnationalen erklärten fich vorzuschlagen. Ein Verschleppungsantrag der Boltsgegen die Steuer. Leh( KPD.) stellte fest, daß die Deutschnationalen im Ausschuß für die Vorlage gestimmt haben; er fragte, ob das eine Fortsetzung der Halb- und- Halb- Polifit noch nicht fertig ist. Eine Anfrage der Kommunisten, was der denen die Bäder allerdings gern folgen. Merkwürdigerweise ist bei fet? Der Redner fündigte die Zustimmung seiner Frattton an Stadtrat Genoffen utty nur dahin beantwortet werden, daß der Magistrat nach der jezigen Rechtslage hier teinen nennenswerten Einfluß hat. Den Bädermeistern sagte Genoffe Reimann ein paar unangenehme Wahrheiten über die Höhe ihrer Verdienstspanne. Er hielt ihnen die Konsumgenossenschaft vor, die schwereres Brot liefert, also einen geringeren Breis nimmt. Genoffe Reimann begründete auch unsere Anfrage wegen der jammervollen Straßenbahnverhältnisse im Bezirt Treptow. Erfreulicherweise steht eine Befferung in Aussicht. Ein großer Teil der Sigung wurde durch den Rebekampf um die Autostener in Anspruch genommen. Die rechte Seite wehrt sich dagegen, weil ihr die Besteuerung der Lurusautos unbequem ist. Genosse Loewy legte bar, warum die sozialdemokratische Frattion teine Bedenten zu haben braucht, dieser Steuer zuzuftimmen. Auch die Rommuniften find bereit, ihre Zustimmung zu geben. Die Abstimmung mußte vertagt werden, weil bei Schluß der Debatte der Saal nur noch Schwach belegt war. Die zwette Stadtverordnetenfißung dieser Boche wurde vom Vorsteher Genossen Hah nach 46 Uhr eröffnet. Er beglückwünschte Mitglied der Stadtverordnetenversammlung ist. Die Anfrage der sozialdemokratischen Frattion betr. die polizeiliche Borführung von weiblichen Fort bildungsschülern zum 3wede der Abbüßung von Strafstunden durch Bolizeibeamte wurde von Schulrat Bennede beantwortet. Er tellte mit, daß fich die Deputation dahin einig geworden sei, daß bei der Berhängung von Strafftunden zunächst mit den Eltern Rüdsprache genommen werden solle. Eine etwa notwendig werdende Borführung soll durch Organe der Jugendwohlfahrtspflege erfolgen. Nur wenn alle diese Maßnahmen versagen, darf polizeiliche Hilfe in Anspruch genommen merden. Genoffe Bublik begründete die Anfrage unferer Genossen wegen des Explosionsunglüds in der Kirchstraße. Ein Magistratskommissar als Bertreter der Baupolizei erflärte, daß die Ursachen zurzeit noch nicht ermittelt find; bevor das Ergebnis der Untersuchung nicht feststeht, fönnen auch Maßnahmen zur Berhütung nicht mitgeteilt werden. Stadtv. Birk( 3.) betonte, daß eine Gaserplosion fehr wohl auf äußere Einwirkungen auf die Gasten und röhren durch Erschütterungen zurüd. geführt werden tönne. Der Bürgermeister legte die Hilfs. maßnahmen des Bezirksamtes Tiergarten und des Magistrats bar. Im Schlußwort forderte Genosse Bublih auch für die Gefchädigten der Nachbarhäuser eine Unterstügung. Die Kommunisten hatten den Magistrat gefragt, mas er zu tun bei der beabsichtige, um die Berliner Bevölkerung vor einer Uebervorteilung Feffehung des Brofpreises zu schüßen. Nach einer Begründung durch Stadtv. Schwent( RD.) bebauerte Genoffe Stadtrat Wuhty namens des Magistrats, daß tem Magiftrat burch die Aufhebung ber Rotgefeßgebung ein diretter Einfluß auf die Preisgeftaltung nicht mehr zusteht. Zurzeit haben lediglich die Breisprüfungsstellen die Möglichkeit einer Breis. nachprüfung. Der Magistrat hat es trotzdem als feine Pflicht angesehen, in den Preisprüfungsstellen mitzuarbeiten. Bezüglich des Brotpreises schweben gegenwärtig Erhebungen; sobald fie ffs Onkel Moses. Roman von Schalom Asch. In der Bohmmg traf Aaron feine Frau Rofa mit dem fleinen Rind auf dem Arm, das zu wiffen schien, daß es der einzige Sohn nach den vier Töchtern war, die Aaron mit feiner Frau gehabt hatte, und daher eigensinnig der Mutter Arme nicht einen Augenblick verlaffen wollte. Rosa, welche mit ihren dreißig Jahren das Aussehen einer Frau in den Bierzigern hatte, besaß nur noch einen einzigen Ueberrest ihrer Jugend; das waren ihre bichten schwarze Haare, welche mit ihrem jugendlichen Glanz so gar nicht zu Rofas gealtertem Gesicht, ihren schlecht gewordenen gelben Zähnen paßten, die da und dort aus ihrem Munde hervorlugten. Sie war verbittert und böse von Not und Unglück und litt physisch dar. unter, daß sie den ganzen Tag das Kind auf den Armen halten mußte. Jetzt warf sie einen bösen Blick auf ihren Mann: " Da schau her, er ist schon da. Das Juwel hat sich also doch gefunden!" Rosa wollte noch etwas sagen, doch die kleine Mascha sprang herbei, nahm das Kind vom Arm der Mutter und fagte: Mama, fchweig, willst du nicht schweigen?" Warum soll ich schweigen? Er geht durch, der brave Mann?" fagte Roja fester und mutiger, da sie von der Last des Kindes befreit war, das sie den ganzen Tag auf den Armen gespürt hatte. Er tann gehen; wer hat denn nach ihm geschickt?" Mama, der Bater geht doch schon morgen auf Arbeit. Mama, der Vater geht doch schon morgen auf Arbeit. Ontel Berl hat ihm Arbeit verschafft. Schweig doch." Das Wort„ Arbeit" brach ein wenig das Eis, und Rofas Lon änderte fich. " So, er wird also arbeiten gehen, er wird mich also nicht mehr mit meinen Würmchen hungern laffen, ei ei, das nenne ich Klugheit!" rief Rosa gutmütig- ironisch. Aber Aaron wollte feiner Frau feinen Gefallen tum. Die tägliche Not, welche das Leben ihnen schuf, hatte in den Herzen des Mannes und der Frau so viel Erbitterung gegen einander angesammelt, daß es ihre einzige Freude war, einander fränten zu können. Doch diese Feindschaft hatte sie nicht gehindert, beinahe sechzehn Jahre miteinander zu leben und Kinder zu haben. Die Feindschaft schien geradezu der Ritt zu fein, der ihr Leben zusammenfügte. Als nun Aaron fah, daß die Augen seiner Frau nach den Worten seiner Tochter ruhiger wurden, fränkte ihn das. doch seine Ursachen haben. Die Bäder haben nichts getan, um den sintendem Getreidepreis das Brot teurer geworden, das muß Brotpreis zu senten. Tatsächlich ist das durchaus möglich; bie Preisbildung der Konsumgenossenschaft bestätigt das. Den Unterschied zwischen den Brotpreisen haben sowohl Grüfter wie Linte nicht auftlären tönnen. Es bedeutet für eine mehrföpfige Familie außerordentlich viel, ob das Brot fünf Bfennige billiger ist, oder nicht. Im Interesse der arbeitenden und tung des Brotpreises erfolgt. Damit ist die Anfrage erledigt. erwerbslofen Bevölkerung muß verlangt werden, daß eine SenEine Anfrage unserer Frattion bezüglich der Straßenbahnverhältniffe im Bezirk Treptow begründete Genosse Heimann. Die Berkehrsverhältnisse in den öft fahren ohne Anhänger, der Straßenbahnverkehr spielt fich nur unter lichen Bororten find mehr als mangelhaft. Die meisten Linten Lebensgefahr für die Fahrgäfte ab. Ein fo großer Orts teil wie Ablershof hat überhaupt feine Straßenbahnverbindung. und die Stadtbahn verfehrt nur in halbstündiger Zugfolge. Das Bezirksamt Treptow ist schon oft wegen einer Berbesserung an die Direktion der Straßenbahn herangetreten, leider bisher ohne Erfolg. Namens des Magistrats wies Stadtbaurat Adler auf einige in Aus ficht genommene Berbesserungen hin. Die Versammlung nahm mun mehr die Abstimmungen über die am Dienstag verhandelten Orchester wurde eine nochmalige Beihilfe von 40000 Philharmonischen Mart bewilligt. Orchester 30000 mart zuzuwenden, wurde ebenfalls ange. Ein Antrag, auch dem Sinfonie mirtschaftlichen Arbeitsnachweise wurde mit den nommen. Der Antrag der Kommunisten wegen der ga ft. Stimmen der Linten angenommen. Den Königsplatz nach dem Willen der Rommuniüen in Blah der Revolution" umzu benennen, lehnte die Versammlung ab. Dagegen wurde ber fozialdemokratische Antrag, den Magistrat zu ersuchen, den Königsplat Dor. Dem „ Platz der Republik" zu nennen, mit 122 gegen 81 Stimmen angenommen.( Bravorufe der Linken, Pfuirufe von rechts!) Die Anträge, die die Abschaffung des Koft und Logiszwanges, die Lieferung von Arbeits. fleidung und die 1 Wiedereinführung des Achtstundentages in den flädfifchen Anstalten und Krankenpflegeanstalten betreffen, werben einem Ausschuß aber wiefen. Der Vergleichsvertrag zwischen der Stadt Berlin und den Charlottenburger Wasserwerken über die Belieferung der Bezirke Schöneberg und Steglig mit Basser durch die städtischen Werte ab 1928 wird angenommen. Die Magiftrats vorlage, die die Schaffung eines Stadtamtes für Freibad übungen vorsieht, wird zur nochmaligen Behandlung an den Ausschuß zurückverwiesen. Nach längerer Debatte wurde der nt auf eines etwa 160 hektar großen Teiles ber Jungfern beide zur Anlage eines Spiel und Sportplages als Rotstands arbeit gutgeheißen. Die Deutsch nationalen erflärten fich dagegen. Die Bersammlung trat nunmehr in die zweite Beratung der Drbnung über die Erhebung von Borausleistungen für die Bagenunterhaltung", turz Autoftener genannt, ein. Stadtverordneter Michaelis( Dem.) gab den Aus schußbericht. Angesichts der schlechten Finanzlage der Stadt ist es unmöglich, die etwa 20 millionen Mart betragenden Kosten „ Die Mutter bann ja arbeiten gehen! Sie fanm bas wohl nicht? Warum muß ich es tum?" rief er aus dem Wintel hervor, in den er fich gesetzt hatte. Mozu haft du ihn nach Hause gebracht?" schrie Rofa ihre Tochter an. Ich schlage ihm den Schädel an der Tür ein. Hinaus aus meiner Wohmmg, sofort hinaus aus meiner Wohnung!" Mascha stand verzweifelt da. Sie verfuchte, die Situation zu retten, lief von einem zum anderen und flehte mit ihren Kinderaugen und mit aufgehobenen Händen: „ Mama, schweig doch, ich bitte dich! Bater schweig boch, ich bitte dich! Was werden die Nachbarn sagen?" Bater ist hungrig und müde, und die Mutter ist hungrig und In ihrem fleinen Köpfchen flog ein Gebante auf: Der müde. In der Wohnung ist es finster und traurig, deshalb streiten sie. Könnte ich den Tisch decken und Abendessen auf fragen, und wäre es hell im Zimmer, so würden sie nicht streiten. Rasch zündete sie Gas an, das fleine Zimmer wurde auf zu streiten. Beide schämten sich im Licht vor den Augen hell, und wirklich, als es hell war, hörten Mann und Frau des Kindes. Rosa begann zu weinen und ihr bitteres Los zu beklagen, daß sie der Räuber von einem Mann in das verfluchte Amerika geführt hatte. Und mein Vater und meine Mutter werden teine Ruhe im Grabe haben; oh, fönnte ich ihnen an ihren Gräbern erzählen, in messen Hände sie mich gegeben haben!" Aaron saß wie ein Stein in seinem Winkel und schwieg. Im Zimmer sammelten sich nach und nach die Kinder, die von der Straße heimtamen, und verlangten ihr Teufel. Da legte Mascha hastig den Säugling in die Arme Abendessen. Die Mutter schickte sie zum Vater oder zum einer fleinen Schwester und eilte auf die Straße, um Abend effen zu beschaffen. Im Gehen gab sie den Gebanten auf, den fie vorher gefaßt hatte, bei der Meggersfrau im ersten Stod 50 Cents zu leihen, bis der Bater wieder arbeite. Daß der Bater zurückgekehrt war und Onkel Berl ihm eine Stelle verschafft hatte, gab ihr mehr Kraft und Selbstvertrauen. Dreift trat sie in das Delitateffengeschäft an der Straßenede, ließ sich Brot, Butter, Käse und eine Büchse Tomatenmart geben und verlangte einen marinierten Hering und Gurfen. Der Delikatessenhändler schaute sie verwundert an. Mascha antwortete stolz: Papa geht morgen arbeiten. Ontel Berl hat ihm eine Stelle verschafft." Der Delikatessenhändler be. griff und sagte nichts mehr. Das Wort" Bapa geht morgen arbeiten" war ein Zauberspruch, der für Mascha das Geschäft des Delikatessenhändlers und den Laden des Meggers öffnete. Sie betam, was sie mollte. wenn ein von ihm eingereichter Zusazantrag angenommen wird, der auch die Einbeziehung der Privatmietswagen verlangt und die Lastmagen steuerfrei lassen will, die zum Lebensmittel transport dienen. Merten( Dem.) erklärte sich gegen die tischen Fraktion deren Bereitwilligkeit, die Steuer und auch den Steuer. Genosse Loewy betonte namens der sozialdemokra fommunistischen Zusazantrag anzunehmen. Von einer Industrie und Verkehrsfeindlichkeit der Autosteuer fönne feine Rede sein; im Bordergrund stehe die Notwendigkeit, mittel für die Wegeunterhaltung heranzuschaffen. BerNachdem ein tagungsantrag, vom deutschnationalen Koch eingebracht, nicht die nötige Unterstützung erhielt und deshalb unter den Tisch fiel, schloß der Borsteherstellvertreter Degner die Sigung wegen vorgerüdter Seit und weil fein Diskussionsredner mehr eingezeichnet war. Die Abstimmung wurde auf die nädfte Sigung vertagt. , Vor dem Kriege gang und gäbe." Randbemerkungen eines Staatsanwalts. Schöffengericht Lichterfelde. Der Unteroffizier Rohnte fiebt seine besonderen Späße". So fagen die geladenen Zeugen, beren Befunbungen im übrigen ein einziges Verlegenheitsgestammel find. Denn der Tatbestand liegt so: Der Gefreite 3unter hatte den Auftrag, ein Geitengewehr nach altpreußischer Manier hellglänzend mie die Mittagssonne zu pußen. Er verbummelte es, und bas nahm ihm Herr Unteroffizier Rohnte gewaltig übel. Es kommt zu einem Wortwechsel in Zunters Rammer. Der Unteroffizier greift zur Reitpeitsche. Nachher prügelt der Unteroffizier den Kompagnieuntertan mit einem Expanter und fordert ihn auf, fich über einen Stuhl zu legen. Der Mißhandelte flagt. Besonders interessant in dieser Rafernenhofmomentaufnahme ist bie Antlage des Staatsanwalts. Der erhebt sich zu einem Plaidoyer: Der 3. scheint ihm eine sehr zweifelhafte Existenz. Er habe die Szene provoziert. Gen Verhalten fei diſziplinwidrig gewefen. R. hätte sich nach dem Borfall verständigen wollen. Der Kläger fei jedoch matentbrannt zum Kadi gelaufen. So etwas tue man als Kamerad einfach nicht. Im übrigen fagte der Staatsanwalt mit erhobener Stimme, ist das ein Vorfall, der vor dem Kriege gang und gäbe war. Damals hatten die Leute nicht das Gefühl, als ob diese Dinge etwas wären, über das man sich zu entrüsten brauchte. Die Soldaten verlang. ten damals nicht wie rohe Eier angefaßt zu werben.(!!) Er beantragt die Mindeststrafe 8 Tage Mittelmonofelblizend arreft. Das Gericht rückte dann doch ein wenig von diesem Sänger auf die Kommißbrutalität ab, und verurteilte den forschen Angeflagten zu 3 Wochen Mittelarrest und den Kosten des Verfahrens. Untlar blieb, was dem Antläger an dem Unteroffizier beugen war, die R. im Dienst oder auch sonst aus Humor" ansette fo gefallen hat: Ob es die mit Recht so beliebte Schikane ber Knieoder etwas anderes, bleibe dahingestellt. Aber feltfam muß es in der Seele eines Staatsanwalts aussehen, der das felbſtverſtändliche Chrgefühl eines mißhandelten Menschen für fameradschaftlich und die Willtür der mittleren Chargierten beim wilhelminiſchen Rommiß anscheinend für ein Ideal hält. Wie robe Eier..."! Diefe Sorte Strammheitsprediger sollte man einmal für 24 Stunden in ein Refrutenbepot einreihen. Arbeiterbildungsschule. Heute, Freitag, den 5. Februar, beginnt die Arbeitsgemeinschaft des Genossen Rabenstein über Geschichte der fozialen Stämpfe. Die Arbeiten finden statt in Steglik, 2. Gemeindeschule, Ringstraße, in der Beit von 8-9%, Uhr abends. Hörgebühr 1 M. Kell nehmerfarten find am Eingang des Schulraumes zu haben. Mascha hatte recht gehabt. Raum war es im Zimmer hell, faum hatte Mascha das reiche Abendessen mit marinierfem Hering, Gurten und Tomatensuppe auf den Tisch gestellt, fo hörten nicht nur Bater und Mutter auf zu streiten, sondern Aaron Meinit erinnerte sich auch, daß er Bater von vier Töchtern und einem Sohne war; er wies den Kindern ihre Blaze am Tisch an, befahl ihnen anständig bei Tisch zu fizen, und in dem kleinen Zimmer faß bald eine glückliche Familie am Tisch und aß Abendbrot. 2. Die Rinder. Aaron Melnit hatte gelogen. Arbeit hatte ihm niemand zugefagt. Als er in der Nacht mit Kindern an jeder Seite im Bette lag, dachte er erst daran, in welcher Lage er und feine Familie sich befanden. Er hatte Furcht vor dem nächsten Tag, wenn Frau und Kinder aufstehen und ihn daheim finden würden. Und der erwachsene Mann, der Vater von fünf Kindern, hatte dasselbe Gefühl wie einft in seinen Knabenjahren, wenn er einmal den Cheder geschwänzt hatte und am ihn findisch und heimatlos, und er hatte das Gefühl der Scham nächsten Tag Strafe seiner harrie. Diese Empfindung machte vor seinen Kindern, die jetzt ihre Köpfchen an ihn schmiegten. Aaron liebte seine Kinder allesamt nicht, weil er in ihnen die Ursache seines Unglücks und seiner Verftlavung sah. Doch jedem enzelnen seiner Kinder brachte er eine besondere Empfindung entgegen, und jedes hatte einen besonderen Platz in seinem Herzen. Billi, das Mädchen, das auf Mascha folgte, liebte schrecklich das Kino, und obwohl sie nur ein einzigesmal im Kino gewesen war, damals als Ontel Louis fie mitgenommen hatte, spielte fie seither alles, was im Kino gespielt wurde. Tuch und spielte das Stück„ Mutter und Kind". Heute erst, Aus einem Riffen machte sie eine Buppe, hüllte sich in Mutters nach dem reichlichen Abendessen, hatte die Familie Melnit die Versöhnung zwischen Vater und Mutter durch eine Kinovorstellung Billis gefeiert. Aaron hatte dabei sein heimloses Wesen und seine Berbitterung ganz vergessen; er lachte und freute sich über das Spiel des Kindes. Eigentlich war es Zilli, die mit ihrer Borstellung den Bater wieder in die Wohnung Jetzt aber war zog und in die Familie zurückführte. Billi wieder ein fleines, fleines Mädchen geworden mit einem Schmußigen Gaffenbubengesichtchen, welches fogar im tiefen Schlaf einen herausfordernd sicheren Ausdruck von Spitzbüberei trug. Ein Kummer schien sich von des Kindes Seele gelöst zu haben, und sicher geworden, da der Bater zu Hause war, dymiegte sich das kleine Mädchen wie ein Kälbchen mit den Füßen, mit den Händen, mit dem Köpfchen an des Vaters Leib. . .. ( Fortsetzung folgt.) Deutschaafionale Ehrabschneider. Das Rundfunkprogramm..I Freitag, den 5. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Arbeitersport. Fußballspiele am 7. Februar. Pat Beziz! Rorben: Bernau gegen Teutonia in Bernou. Rocbisle sat gegen Seegermühle in Bantom, Andreas- Sofer- Blat. Arbeiter- Sportverein 24 gegen Belten in der Chriftianiaftoaße. Eisenspalterei gegen Abler 08 in Cifene fpalterei. Selvetia aegen Bader 20 in der Schönhauser Allee, Erersierpla Alemannia gegen Borwärts in der Christianiastraße. Bantom 08 gegen Fichte Nord in Bantom, Maximilianstraße. Fichte- Gesundbrunnen gegen Spandau 25 in Reinidendorf, Schäferfee. Bittoria gegen Minerva in Eberswalde. Rathe nom gegen Union in Rathenow. Einigkeit gegen Arminia in 8epernic Tegel 24 gegen Amateure in Tegel. Siemensstadt gegen Sanfa in Siemens fabt, Exeraierplak. Briefelang gegen Sportverein 22 in Briefelang. Staaten gegen Wittenau in Staaten. Bezirk Often: Stralau gegen Reuthen in den Goßlerstraße. Treptower Ballspiel- Club gegen Fichte- Südost in Treptom, Blänterwald. Frisch- Frei gegen Merkur in Niederschöneweide, Gasanstalt Berein für Bewegungsfpiele gegen Oberfpree in Röpenick, am Friedhof. Lustig ein 16 gegen Lichtenberg II in Friedrichsfelde, Gemeindefpielplas. Beriba gegen Tasmania in Lichtenberg. Wagnerplak. Berliner Sportverein 22 gegen Beißen fee in Hohenschönbansen, Sommerstraße. Neuenhagen gegen Gaboma in Neuen hagen. Lichtenberg I geden Retschendorf am Bahnhof Stralau- Rummelsburg Romet gegen Sparta in Fürstenwalde. Britannia gegen Aslania in Lichten berg. Germania gegen Brandenburg 02 in Beißenfee, Rennbahn. Bezirk Südmeft: Budenmalde I. gegen Brandenburg in Ludenmalbe. Reutölln gegen Kreuzberg in Reutölin, Grenzallee. Romanes gegen Schöneberg in Romames, Bart Babelsberg. Berolina gegen Rehlendorf auf dem Tempelhofer Feld. Bilmersdorf gegen Bankwik gegen Frisch- Auf in Santwit Gemeindepart Bittoria in Wilmersdorf. Württembergische Straße. Stern gegen Eudenwalde I in Marienfelde, Dorfitrake. Sertha gegen Rüftig- Borwärts in Ludenwalde. Charlottenbura gegen Kolzenburger Sportverein in Charlottenburg Jüter bog gegen Mariendorfer Sport- Club in Sitterbog. Trebbin gegen Botsdam in Trebbin. Teltom gegen Britannia in Zeltom. Budenwalde III gegen Schmangendorf in Ludenmalbe. Neuköllner Ballspiel- Club gegen Fichte 21 aasf bem Tempelhofer Feld. 4.30-6 Uhr nachm: Konzert 6.45 Uhr abends: Oberregierungs- Ahler 12 auf dem Ereraierplak Schönbaufer Allee, Arbeiter- Eufenverein Bantom rat Dr. Erich Hesse: Die Tollwat, ihre Bedeutung und ihre Be kämpfung. 7.15 Uhr abends: Dr. Georg Zehden: Brunnenkuren im Hause. 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Photochemie. Geh. Reg.- Rat Dr. A. Miothe: Ziele und Wege der Naturfarbenphotographie. Die Grundlagen der Dreifarbenverfahren*. 8.30 10 Uhr abends: Abendunterhaltung. L. Auber: Ouvertüre Frs Diavolo"( Berliner Funkkapelle, Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). 2. a) Hildach: Der Spielmann( mit obligater Violine)( H. Schmidt), b) Gumpertz: O bitt' euch, liebe Vögelein( R. Prutz)( Edith Bach, Sopran). 3 R. Presber: a) Heimkehr des Schiffbrüchigen. b) Eins sei dein Trost, c) Weh' dem, d) Coeur- Dame( Eugen Burg, Rezitation). 4. a) Levi: Der letzte Gruß( Eichendorff), b) Doebber: Man schalk)( Hardy von François, Bariton). 5. Spoliansky: Morphium, glaubt es kaum( Vischer). c) Doebber: Fahrender Sänger( MarValse boston( Berliner Funkkapelle). 6. a) Warlamoff: Der rote Sarafan( russisches Volkslied), b) Woyna: Hans und Liesel ( Dichter unbekannt), e) Clutsam: Negerwiegenlied( Henzen)( Edith Bach). 7. R. Presber: Die schöne Dorothee, b) Ein neuer Rubens, c) Die Tante sagt. d) Die Ahnengalerie( Engen Burg). 8. a) Mander: Mädel, bleib' immer bei mir( Mander), b) Spolianski: Zwei, die voneinander träumen( Rillo), c) Brüll: Sechse, Chansonette. Foxtrot( Berliner Funkkapelle).( Am Flügel: Prof. sieben oder acht( Jakobowski)( Hardy von François). 9. Friml: Oskar Wappenschmitt. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Erno Rapée). Königswusterhausen, Freitag, den 5. Februar. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschnationalen Boffspartei, Dr. Mag Wei B. hatte por ber Reichstagswahl in einer vertrau lichen Sigung ber Deutschnationalen Bollspartei erklärt, daß er gegen die Sozialbemotratie bundsgemeine Flug blatter herausbringen wolle. Ein Mann ein Bort, Natur. lich find seine Gewährsmänner zuverlässige Leute, abfolut zuverlässige. Da gab nun die Schriftenvertriebsstelle der Partei eine Wahl broschüre heraus:„ Republikanische Musterbeamte. Auf Seite 7 dieser Flugschrift fonnte man lesen: Buste, Feuerwerts Teutnant, Deserteur, Strafantrag wegen Hochperrats, Soldatenrat in Effen, Landrat in Merseburg. Was fann aber der Hauptgeschäftsführer Herr Weiß dafür der absolut zuverläffige Gewährsmann mar ein hoher Beamter. Er hatte seine Wissenschaft aus der Deut. fehen Zeitung". Nachprüfen? Wozu? Berleumden Darauf fommt es ja den Herren allein an. Genoffe Guste forderte von der Staatsanwaltschaft, daß Klage erhoben werde, damit er als Rebentläger zu feinem Rechte tomme. Nach vergeblichem Bemühen stand schließ fich die Sache nach neun Monaten vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte zur Berhandlung. Herr Dr. Mar Weiß verteidigte sich:„ Mein Name ist Hale, ich weiß von nichts. Habe nichts gelesen, fann auch unmöglich während der Wahl alle Flugschriften nachlesen." Bahr. heitsbeweis wird nicht angetreten. Der Tatbestanb der Beleidigung ist somit zugegeben. Was hat aber Herr Weiß getan, um die Verbreitung der Broschüre zu verhindern, nachdem er bereits in der Sache vernommen worden war? Hat er etwa die Anordnung gegeben, die Broschüre zu vernichten oder die fragliche Stelle zu verfleben? Keine Idee! Für jeden Fall wurbe die Flugschrift aufbewahrt. Und als die Provinziallandtagswahlen in Merseburg famen, da murde dem Genossen Guste aufs neue die Berleumbung entgegengehalten. Da machte Guste folgendes, um fich zu vergewissern, ob die Broschüre noch weiter verbreitet wird. Er bestellte durch einen Gewährsmann in der Buchhandlung Stolberg fünf Exemplare der Broschüre. Und siehe da: prompt erhält die Buchhandlung von der Vertriebsstelle der Deutschnationalen Boltspartei in Berlin die Broschüren. Herr Dr. Mar Weiß erklärt aber, es fei gegen seine Anordnung geschehen. Der Staatsanwalt meinte mit Recht, daß jedenfalls doch eine Fahrlässigkeit dabei mit im Spiele gewesen sei. Die Verhandlung wurde vorläufig verbelehrung". 8.05-8.15 Uhr abends: Prof. Dr. Adam:„ Die Reichs-. Bicker, Endener Gtt. 7; 2. Borthenber 5. Steinte, Seinrid- Roller Str. 27; to gt, damit ein Angestellter der Schriftenvertriebsstelle der Deutsch nationalen Beltspartei vernommen werden fönne, ob Herr Weiß wirklich die Anordnung getroffen hatte, die Broschüren nicht mehr 31 versenden. Der Beuge mag aussagen, was er will, die be. mußte Abficht der Ehrabschneiderei bleibt bestehen gang im Geiste der Deutschnationalen Boltspartei. Der Bartels- Prozeß. Herr Minzer- der Kronzeuge. Das Gericht hat sich eine zmeitägige Atempause gegönnt. Dann geht Bartels Kampf um Freiheit und Ehre meiter. Seine per sönliche Freiheit wird ihm vielleicht bleiben, seine Beamtenehre ist aufs äußerste gefährdet. Sie schien es schon früher. Aber erst der Zeuge Minzer hat die Gefahr in handgreifliche Nähe gerückt. Dieser Minzer! Er durchbrach die Eintönigkeit der Gerichts. nerhandlung. Leidenschaften flammten auf, Kurfürstendammeffefte blizten durch den Gaal, felbft die Deffentlichkeit mußte wegen Ge fährdung der Sittlichkeit ausgeschlossen werden. Und in diefe Eiferfüchteleien, Romane, in diesem Klatsch und Tratsch spielte immer mieder der Name des hohen Beamten Bariels hinein. Holzmann verlangt von ihm Minzers Ausweisung, weil dieser ihm die Balusta abspenstig machte. Frau Holzmann bestürmte ihn, die Balusta auszuweisen, weil sie ihr den Mann abspenstig madhe. Eine ristante Situation für den Leiter des Fremdenamtes, ein Tanz auf dem Seil. Was Wunder, daß man hinabgleiten und sich den Ropf brechen fonnte! Minzer fannte Holzmann feit Chartom. Gr traf, ihn in Konstantinopel, später in Berlin und stieß hier hart mit ihm zufammen. Gelodifferenzen führten zu Ohrfeigen. Das alles aber löfte nicht ihre Beziehungen. Beldangelegenheiten und Beiberfachen aber machten beide endlich doch zu bitterften Feinden Holzmann spielte gegen Minzer feinen Haupttrumpf aus: Bartels! Der Schlachtruf lautete: Minzer habe in Chartow zwei Deutsche erschossen. Die Verleumdung fam Minzer zu Ohren. Er forderte Holzmann auf, mit ihm zusammen zu Bartels zu fahren. Der aber dachte nicht daran. Minzer fämpfte um sein Recht, in Deutschland zu bleiben. Er versuchte, Bartels Bertrauen zu Holzmann zu er schüttern. Er läßt ihm russische Zeitungen vorlegen, in denen Holzmann als Mehlschieber gebrandmarkt wird. Es hilft nichts. Er läuft zu Bartels persönlich und wirft ihm Bestechlichkeit nor. Bergeblich; er wird ausgewiesen. In den Aften des Fremdencmtes, die Minzer betreffen, ist sein Aufenthaltsverlängerungsgesuch, das er von Paris aus eingeschickt hat, nicht erledigt worden. Weshalb? Bartels meinte, es müsse Schuld seiner Untergebenen ge mesen sein. Minzers Zeugenschaft wird durch die Aussagen anderer Beugen durchleuchtet werden müssen. Ihn erfüllt ein unbezähmbarer Haß gegen Bartels. Behn Jahre Gefängnis hat er prophezeit. Noch vor einigen Tagen sprach er, Schaum auf ben Lippen, über die. Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren set. Als dieser ihm im Gerichtssaal Lügen vorwarf, antwortete er: Ich heiße Winzer, nicht Bartels." Aber die russische Zeugin 2ulti nannte wiederum im Gerichtssaal Minzer einen Lügner. Sonst gab es wenig von Bedeutung während der letzten Prozeßtage. Das Ende ist noch nicht abzusehen. Auch Frau Bartels und der französische Konsul Bingaud, der sich in Argentinien aufhält, follen verhört werden. Ein anderer Zeuge befindet sich in Libau. Das Gericht wird eine schmere Nuß zu tnaden haben. Es wird nicht leicht sein, den Tatbestand der Bestechung nachzuweisen, um fo leichter aber einen gewiffen Defelt im fittlichen und feelischen Zustand des ehemaligen Leiters des Berliner Fremdenamtes. Gegen die Autoftener. Die Drganisationen der Berliner Rraftbroichten. führer haften gestern zusammen mit privaten Straftwagenbesitzern und führern und zahlreichen anderen Verbänden eine Demonstra tionsversammlung gegen die bevorstehende Berliner Autofteuer im großen Saal der Philharmonie einberufen. In der Hauptfache zielten die Ausführungen darauf hin, daß eine neue steuerliche Be faftung der Autoindustrie in dieser schwierigen geschäftlichen Situation den Tob der gesamten Industrie bebeute, besonders aber des Meinen Kraftfahrgewerbes, das bei den herabgefeßten Tagen und der verhältnismäßig geringen Nachfrage bereits schmer genug zu tämpfen habe. Im Grunde fei die Steuer als Wegabgabe gedacht, aber Automobile mit Luftreifen nügten nicht derart die Straßen ab, daß fie einer besonderen Bersteuerung unterlägen. Es bebeute einen absolut unhaltbaren Zustand, daß es durch den Ministerialerlaß vom Jahre 1923 allen Landkreis- und Stadtverwaltungen erlaubt jet, eine Steuer für Kraftwagen in willkürlicher Höhe zu erheben. Das fei eine Bieberbelebung vormärzlicher Zustände und verteuere eine Automobilreise durch Deutschland derart, daß niemand fie fich mehr leisten tönne. Notwendig sei eine einheitliche Reichssteuer. Am Schluß nahm die Bersammlung eine Resolution an, nach der der Wunsch ausgesprochen wird, die neue Steuer hinaus zufchieben, bis die Reichsregierung eine gefeßliche Regelung an gebahnt hätte; eine Novelle läge bereits vor. Opfer des Berufs. Gestern nachmittag gegen 8 Uhr war ein Löschzug der Feuerwehr damit beschäftigt, aus der in der Fischerftraße 87/88 gelegenen alten Feuerwache morsche Ballen und uzböden herauszureißen und abzutragen. Ein Teil davon wurde auf einen breiten Balton befördert und von dort qus in die Tiefe gelaffen. Hierbei stüßte fich der Feuerwehrmann 2üstow gegen das moriche Geländer und brach durch. Lüstow stürzte ab und zog sich einen Säbelbruch zu. Der Verunglüdte wurde nach ber Unfalllinit in der Ziegelstraße gebracht. Praktische 3-3.30 Uhr nachm.: Dramaturg H. Römer: Uebungen für gesundheitliches, konzentriertes und beseeltes Sprechen. 3.30-4 Uhr nachm.: Frau Mathes Wimermark: Schwe disch für Anfänger. 4-4.30 Uhr nachm.: Einzelvortrag. 4.30 bis 5 Uhr nachm.: Frl. Margot Grupe: Die Frau als Pflegerin hänslicher Kunst. 7.30-7.40 Uhr abends: Ministerialdirektor Prof. Dr. Dietrich: Begrüßung und Bedeutung des Rundfunks für die hygienische Volksbelehrung. 7.40-8.05 Uhr abends: Ministerialrat Dr. Thiele- Dresden: Die Ziele der hygienischen Volks gesundheitswoche". Das Große Schauspielhaus als Rundfunk- Theater! Die Berliner Funtstunde hat Berhandlungen eingeleitet, die auf eine Bachtung des Großen aufpielbaufes" abzielen, um fich fo ein eigenes Rundfun! Eheater zu fchaffen. Im Großen Schauspielhaus follen, vorausfioi. lich von Mitte mai ab, Bühnenvorstellungen beranſtaltet werben, deren Bremiere übertragen wird. Dieses Sendefpiel ist dann gleichzeitig als Werbung für die Wiederholungen der Aufführungen gedacht, die eine Woche lang fortgefeßt werden sollen. Den Rundfunkteilnehmern sollen die Bläge zu einem Durch schnittspreis von etwa 2 Mart zur Verfügung gestellt werben. Als Leiter diefer neuen Hör- Schau- Bühne foll Funt zufolge Direktor Rofen in Aussicht genommen, Ber handlungen über eine gemeinsame Zusammenarbeit mit den StaatsTheatern sollen gleichfalls im Gange sein. den Schienen. dem Caftauto und Straßenbahn. 8u einem schweren Verkehrsunfall tam es gestern nacm. um 5%, Uhr an der Göben- Ede Kulmstraße. Ein Lastkraftwagen mit Anhänger der Firma Goldader fuhr gegen einen Straßenbahnzug der Binie 8 und warf ben Triebwagen und Anhänger aus Der Anhänger fam quer über die Geleise au liegen. Sämtliche Scheiben gingen in Trümmer. Das Auto und der Straßenbahnwagen wurden sehr schwer beschädigt. Trotz des überaus starten Zusammenpralls wurden glüdlicherweise nur wenige Berfonen verlegt: der Mitfahrer des Laftwagens ran a Road, Hermannstr. 58 zu Neulöln, erlitt i were Ropfberlegungen und mußte mit einem Bagen des Städtischen Rettungsamtes in das Elifabethtrantenhaus gefchafft werden. 8wei Fahrgäste erlitten leichtere Berlegungen. Die Feuerwehr, die an bie Unfallstelle alarmiert worden war, nahm die Aufräumungsarbeiten vor und brachte die entgleisten Wagen in die Schienen, bie infolge der starken Beschädigungen aus den Verkehr gezogen werden mußten. Durch den Vorfall trat eine sehr empfindliche Berlebrsstörung ein, die von den vielen gerade zu der Zeit heim lehrenden Arbeitern und Angestellten besonders hart empfunden wurde. Die Schuldfrage ist bisher noch nicht geflärt. Touristenverein Die Raturfreunde" Berlin, Jentrale Bien. Bootogemein fchaft: Montag, 8. Februar, 8 Uhr, im Jugendbeim des Oftens, Rimmer 5, Große Frankfurter Str. 16-17, Blau- und Röteltonung von Entwidlungs papieren. Gäste betalich willkommen. Abt. Gesundbrunnen: Freitag 5. fe bt Bericht von der Gaukonferens. bruar, Mitgliederversammlung. Webbing: Sonntag, 7. februar, fahrt nach dem Grunewald. Treffpunkt 7 Uhr Baf. Wedding. Gäste millfommen. Abt. Friebenan: fretion,&. februar, im Seim Offenbacher Str. 5a, Bollstang- und Bieberabend, de ftommen, Arbeiter- Radfahrer- Berein Groß- Berlin. Sonntag. 7. februar, 1½ Uhr, noch Lichtenvade bei Stieler, Dorffivake. Start Baldemarstraße, Ede Mariannen plak. Gäste millkommen. Der Sport- Club Sturm eröffnet am 1. februar feinen 2 Surfus in Jiu- Jitsu. Anmeldungen jeben Dienstag und Freitag in der Turnhalle Batt au Oberschöneweide gegen Beitrag zum Mattenfonds. Sportliche Bereinigung Rorb- Dft 1906. Rener Borftand: 1. Borthenber Sauptfaffierer A. Beifing, Gleimftr. 38: Technischer Beiter B. Stirnemann Mehnerftr. 41; 1. Schriftführer B. Geminsfi, Georgenfirchftr. 80. Anfragen und Mitteilungen an die Geschäftsstelle, B. Bottet, Christburger Str. 42. 4. Bezir!( Arbeiter- Turn- und Sportbund). Sonntag, 7. februar, vorm 9 Uhr, Bezirtslehrstambe in Schönebeva. Zumballe Rätherstraße. Rachmittags Sigurna bei Behmann. Arbeiter- Schachlub. Sonntag, 7. Februne, vorn 10 be.#nben folgende Mannschaftstämpfe ftatt: Norden- Charlottenburen bei Rath, Tepeler Str. 23; Weißenfee- Schillerpart bei Gallas, Lehderstr. 122: Sildmeft- Befundbrunnen bei Sault, Mariendorfer Str. 5: Gliben- Friedrichshain bei Badbarth, Musbauer Straße 10. Anlaßlich des einjährigen Bestehens feiert die Abt. Sichterfelbe Bantwik am Sonntag, 7. februar, in Rattuns eftfalen, Lichterfelde, Bätefte. Z ihr 1. Stiftmasteft. Brogramm: Schachweltfämpfe, Gäfteturnier, Simultan fpiel eines befannten Berliner Meifters. Ab 6 Uhr Sana, Sumor, Stimmung Eintritt auf Abendveranstaltung 50 Bf. Beginn der Schadmeranstaltung 3 liht. Eintritt frei. Arbeiter- Sporttartell, 3. Begiet Webbing Montag, 8. Februar, 7 be, tri Lebigenbeim Schönstedtstraße, Rimmer 122-123, 1. Stod, Rartellfikung Freie Sportler Johannisthal. Sonnabend, 6. februar, 8 Ubr, im Lalal Don Alatt, Lindhoritstraße, Mitgliederversammlung. Aufnahme neuer Mib glieder. Uebungsstunden: Männer und Jugend Freitags 8-10 Uhr: Frauen und Sungmädchen Montans 8-10 Uhr: Gitler Freitags 6-8 Uhr: Schülerinnen Montags 6-8 Uhr: sämtlich Salle Friebrichfreake Urbeiter- Rabfahrer- Bund Solidarität. Atung, Rennfahrer! Monbag Sen 8. Februar, 7 Uhr, bei Bolter, Rungeftr. 17. Sigung aller Rennfahrer und Bettfahrausschußmitalieder des Bundes. Tagesordnung: Wahl der Ber treter zum Bezirksiportausiahjuk. Unsere Renntermine für 1926 ufm. Ale Rennfahrer und Weitfahrausschußmitalieber müssen zur Stelle fein. Bundes mitglieber, die Intereffe für Radmettfahren haben, find willkommen. Pünkt liches Erscheinen ift Pflicht. Touren für Gonntag, den 7. februar. Bez. 1. garten( Bilhelmshof). Start 2 Uhr Dieffenbach ftr. 36. 3. bt.: Rehlendorf ( Gerede), Ctart 1% Uhr Laufiker Blak. 4. Abt.: Jugendtour Alt- Sandsberg. Start 8 Uhr Weberwiese. 5. Abt.: Wittenau( Eberhardt), Start 1 Uhr Lands berger Blak. 6. bt.: 1 Uhr am Start Ropenhagener Str. 26. 2. bt.: 1 Uhr ant Start Rolonieftr. 146. 8. bt.: Arbeiterwohlfahrtsausstellung, Treff 1 Uhr Schulfte. 114. Bez. 2, Drtsgr. Charlottenburg: Besichtigung des BoftL bt.: Sternwarte Treptow, Treffpunkt 2 Uhr bafelbft 2. b.: if punti 9hr Baldenferstr. 19. a. abt. Oftende a fobban, tant museums, Treffpunkt 11 Uhr Galoaniftr. 12. Orisar. Reuföllu: 1. The am Ghent Goale de Sanner Straße, bei kleift. Bea 21, Brisgr. Zegel: 9 ye aut Chart Schlieperftr. 64. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftstelle: Berlin 6. 14, Sebaftianftr. 87/88. Sok 2 Sr. Mitte: Sonntag, ben 7, 7% Uhr norm., Antreten mit Fahnen unb Tambourforps Stett. Borortbhf., Fahrt nach Birkenwerder. Marfo Rzenzberg: Mo., d. 8., abends 7% Uhr, Kreisvollvers. Rameraden Baul Löbe. Ohne Mitgliedstarten fein Eintritt. Hamburg- Fahrer melden fich bis spätestens Mo., b. 8., unter Sinterlegung bes Fahrgelbes von 13.80 M., bei ihren Abteilungsführern. Schöneberg Friedenau: Sonntag, ben 7., findet der große Aufmarsch des gefamten Areifes ftatt, und zwar Rameradschaften Insel und Rathaus Antreten 48 Uhr Bhf. Bapefiraße, Rame abfchaften Friedenau Rubens, Nollendorf und Belten Bhf. Friebenan% 8 Uhr, Bhf. Grokaörschenstraße 18 Uhr. Mundvorrat und Fahrgelb mitbringen. reptow( Kreis): 7. Febratar Bflichtveranstaltung, Antreten zur Beteiligung nach Rarishorft um 1 Uhr nadim. auf dem Marktplatz Oberschöneweide, Dis Teilnehmer für Sambura milffen fich bis spätestens 10. Februar, unter SinterOrts legung des Fahrgeldes von 13,80 m., beim Kreisvorstand anmelden. nach Oranienburg. mit Frauen in den Sobenstaufen- Sälen, Rottbusser Damm 76. Bortrag des Kommunistendemonftration in Charlottenburg Die KPD. und der Rote Frontfämpferbund veranstalteten am Vonnerstag abend eine Rundgebung für ihr bei dem Zusammenstoß auf dem Wilhelm play in Charlottenburg ums Leben gefomunenes Mitglied. Mehrere tansend Bersonen sammelten sich am Knie und zogen mit Tambour forps durch die Berliner Straße zum Luisenplay, mo fünf Redner sprachen. Bon fleineren Reibereien am Luisenplay abgesehen, haben verein Treptow: 7. februar, nachn. 12% Uhr, müſſen sämtliche Kameraden fich teine Zwischenfälle ereignet. Die Rundgebung ging in Ruhe auseinander. Schweres Grubenunglück in Amerika. 23 Bergleute verschüttet. am Bhf. Treptom stehen aur Bflichtveranstaltung. Ortsverein Baumschulen meg: 7. Februar Marfch nach Karlshorst. Treffpunkt 12 Uhr am Bhf. Rävenid und Untergruppen: Sonntag, den 7., nadm. 1 Uhr, Antreten mit Tambourtorps und Fahnen Bahnhof, Ede Lindenstraße, zum Ausmarsch. Bichtenberg nebst Untergruppen: Sonntag, den 7., nachmittags 1 Uhr, Antreten bei Werner, Wilhelmstr. 8, aum Ausmarsch mit Spielmannszug und Fahnen. Kreis Rieberbarnim- Rorb: Sonntag, den 7., norm. 10 Uhr, Kreisligung bef Miller. Uferfte. 12( nahe Bhf. Gefundbrunnen). Bie ans Pittsburg gemelbet wird, hai eine Explosion wierigen Bemühungen ist es erst gelungen, fünf Bergleute aur in einem Bergwer! 23 Berglente verfchüttet. Nach lang retten und drei Zote au bergen. Die übrigen sind noch in der Grube eingefchloffen. Schneeftürme in den Bereinigten Staaten. In New York und dem übrigen Dsten der Bereinigten Staaten wüten Schnee. ftirme An der Küste von New Jersey faulen zwei Saiffe, wobei acht Bersonen ertranten. Ebert- Büfte im Heidelberger Rathaus. Im Treppenhaus des Rathauses wurde am 3. Februar in Gegenwart der Mitglieder des Bürgerausschusses und Bertreter der Behörden die von dem Stutt garter Bildhauer Rerzinger angefertigte Büfte des verstorbenen Reichspräsidenten bert nach einer furzen Ansprache des Bürgermeisters Dr. Balz enthüllt. Die Mode des Bubitopfes in Europa hat, wie aus Bering gemeldet wird, zu einer Arbeitslosigtett von 18000 Chinesinnen geführt, die zur Herstellung von Haarneßen be schäftigt maren. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungstaffierer! Sente, Freitag, son 5-7 br brechnung der Beiträge, Ausgabe bes februar, Jugend voran und ber Arbeiter Sugenb". Abteilungsmitgliederversammlungen heute, Freitag, 7½ Uhr: Rorbolt II: Sugendheim Danaiger Str. 62. Beißenfee: Jugendheim Roeldeftr. 157. Often( Stralaner Biertel): Sugendheim Goklerit. 61 Barschauer Biertel: Jugendheim Tilter Str. 4. Güboft( Rövenider Biertel): Jugendbeim Wrangelftr. 128. Charlottenburg: Sugenbheim Rofinenfte. 4. Balensee: Schule Soachim- Friedrich- Str. 85. Steglik II: Sugendheim Solsteinische Str. 3. Renton 1: Jugendheim Beraftr. 29. Reuföll: Jugendheim Stogatftr. 53. Ablershof: Sugendheim Bismardfit. 12.- Ropenid: Jugendheim Gritnauer Str. 5.-Schannisthal: Jugendheim Rathaus. Reinidenborf- Beft: Jugendbeim Seidelftraße. Moabit: Gemeindefdule am Stenbansplak. Bortrag: Die Intes nationale". Morboft I: Jugendheim Rene Rönigfte. 21. Bortrag: Sozialis mais unb Jaternationale Rofenthaler Barftabt: Bandsgemeindehaus, Sophienftr. 21. Borinag: Die weltliche Schule Often( Frankfurter Viertel): Schöneberg 1: Jugendheim Rigger Str. 108. Bortrag: us Bebels Leben Rugenbheim Rubens, Ede Hauptstraße. Bortrag: Die Bebeutung der Ge wertschaften für die Sugend Gübmesten: Beginn der Arbeitgemeinschaft: Friedrich Engels, Erundfäße des Rommunismus, Zeiter Genoffe Bruno Net mann, im Jugendheim Bindenfte.& Sntereffierte Genoffen find herzlich mill Lommen. Sibel gear 4- Stenide in Pubow, Rauner Stroke. Becliner Species im Jugendheim Hauptstraße, Rufammentunft. Deutscher Arbeiter Abfiuenten- Bund, Bezirk Tegel: Freitag. 5. Februar Arbeiter Rabio- Klub Deutschlands, e. B., CO., Oranienftr. 182 64 Wilmersdorf: Freitag, 5. Februar, 8 Uhr, bel Cifielsti, Auguftftr. 18, Vortrag: ,, Detektorschaltung". Abt. Lichtenberg: Freitag, 5. Februar, 8 Uhr. Beichfel fraße 11, Bastelabend mit Bortrag: Detektor- Reflerempfänger. Gäste ühevoll willtommen, 32 Geschäftliche Mitteilungen. Die Dajag- Ford- Aleinkraftbrofchte. Die Dajag( Deutfch- Amerilanifie Automobil Industrie A.-G.), Berlin 98. 15, Rurfürstendamm 206-007, die in Berlin allein autorisierte Bertreter der Ford Motor Company A.-G., ift mit einer 10/ 20- PS- Aleintrafibroschte auf den Markt getommen, bie etwa 85 Bro3wie alle forbmagen, ohne da Ituna geliefert. Cin midytiges Merlinal deutsche Arbeit und Leistung aufweift. Die Dajag- Ford- Kleinfraftorofchte wird, der Dajag- Ford- Drofchte ist ihr fehr geringes Gewicht. Sie miegt etma 960 Rilogramm. Sierdurch ift eine wesentliche Berablegung der Betriebs foflen, fpeziell des Gummiverbrauchs, gegeben. 27109 260 illot Du, wie es Dir behagt, Dich vor ernster Not bewahren, Bleib' dem treu, was Reichardt sagt: Lern durch Feinkakao sparen! Auch Schokolade bricht die Not isst Du sie statt Fleisch zum Brot Die Gründung Berlins. RK STADTA VORWART BEILAGE 0 rechnen nicht die vollständige Erneuerung der Dachrinnen und 2b- liche 20 Bf. Borbestellungen für diese Beranstaltungen werden scho flugrohre, das Umbeden des Daches, der Abpuz oder Anstrich des jetzt im Boltsbildungsamt, Marfusstr. 49, entgegengenommen. 2 In der Brandenburgia" Gesellschaft für Heimatfunde und Hauses im Aeußeren, der Neuanstrich des ganzen Treppenhauses im Hauses im Aeußeren, der Neuanstrich des ganzen Treppenhauses im Abschluß des Binterprogramms wird dann am 24. April ein us Heimatschuß der Mark Brandenburg nahm türzlich der Direktor der Innern, die Erneuerung der Heizanlage bei Sammelheizung und frache Abend stattfinden, in bem die Dielen Freund borgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums, Dr. Albert Warmwasserversorgung. Dies sind vielmehr große Instandsetzungs der Bolfsbildungsveranstaltungen im Alt- Berliner Osten ihre Rietebusch, Stellung zu der Abhandlung des Berliner Stadt arbeiten, Ganz befenders fei nochmals hervorgehoben, daß das Ab- Wünsche für die fernere Arbeit äußern tönnen. Der zweite Teil des archinars Dr. Raeber in den Forschungen zur brandenburgischtümlich verschiedentlich angenommen worden ist, zu den laufenden gefüllt merden. Neben diesen großen öffentlichen Veranstaltungen pugen oder Neuanstreichen des Hauses im Aeußeren nicht, mie irr. Abends wird noch durch Darbietungen eines Kammerordjesters aus preußischen Geschichte" über die Gründung Berlins. Instandsetzungsarbeiten rechnet. laufen noch eine ganze Reihe anderer einher, die geschlossene Kreise erfaffen, mie Arbeitsloje. Jugendliche, Sozialrente ner usm. Für Kinder find besondere Theater. umb Rasperle Borstellungen vorgesehen. Nene Lesebücher in der Deutschen Republik. Eine Flust von neuen Lejebüchern ergießt sich über die deutschen Schulen. Im allgemeinen muß man anerkennen, daß fie lite. rarisch gehaltvoller geworden sind. Wie aber steht es mit dem Berständnis für die neue Zeit, mie mit der Be achtung des Artikels 148 der Reichsverfassung? In allen Schulen ist sittliche Bildung, staatsbürgerliche Gesinnung, perfönliche und berufliche Lüchtigkeit im Geiste des deutschen Balls tums und der Bolterverföhnung zu erstreben." Ausgebentete Kinder. Raeber glaubt, wie auch im Vorwärts" vor einiger Zeit mit geteilt wurde, bemeifen zu fönnen, daß Berlin um 1230 fogleich als Stadt gegründet wurde. Er tritt der Auffassung von Rietebusch und Robert Mielte entgegen, monach Berlin aus einem deutschen Dorf entstanden fein soll. Kaeber ist zu feiner An ichauung auf Grund von alten Urfunden gefommen; er verfucht den Ueber Kinderarbeit auf dem Lande sprach Fräulein Dr. Simon Ursprung Berlins mir auf dem Wege der historischen Kritik aufzu im Verein zum Schuß der Kinder vor Ausnuzung hellen. Kietebusch dagegen, der der Streitfrage auf dem Wege über und Mihhandlung. Ümfragen, die der Deutsche Verband fib die Borgeschichte beizukommen versucht, begnügt sich nicht Schulkinderpflege und der Deutsche Kinderschutzverband erließen mit den Urfunden, er berüdsichtigt auch die Forschungs ergebnisse anderer Wissenschaften, wie der agrarwissensaft haben erneut die längst bekannte Tatsache gezeigt, daß, von wenig lichen Forschung, der Geologie, der Sieblungs. Ausnahmefällen abgesehen, mit der Straft ber jugendlichen Land arbeiter Raub bau getrieben wird. Acht bis zehnstündig archäologie und der Voltstunde, soweit fie fich mit ber Bor uns liegt ein vom Ministerium genehmigtes 2 ejebu Arbeitszeit ist die Regel; dabei üben die Kinder oft ge Stedungsarchäologie beschäftigt. Mit den Methoden und Mitteln für Slefien Deutsches Erbe, Berlag Hirt Seite fundheitsschädliche oder gefährlige Tätigteifen der Borgeschichte erhellt er das mangelnde Wissen der Geschichte. 186 bis 193 findet sich eine Erzählung: Wenn man Schwester aus. Die Folgen find je elifche unb törperliche Berkümme An alten Karten zeigte Rickebusch, daß die Nordgrenze der alten ist. Ein durch Not und Unglüd fast perfommener Arbeiter wird rung und eine trop der Arbeitslosigkeit in den Großstädten imme Feldmarken von Wedding, Berlin, Lichtenberg, Friedrichsfelde, durch die aufopfernde Hilfe einer Schwester für ſein Kind gestärker einfegende Landflucht. Die Wirkung der Kinderarbeit mir Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf gleichlaufend dem Nordrand des rettet. Natürlich ist er Agitator und schürt das Feuer des Hasses also dadurch wieder zu ihrer Ursache: als Erfaß für die fehlender Berliner Haupttals ist. Die Aderſtüde lagen auf der Hochfläche, gegen Religion und Gesez. Aber er wird befehrt und erfennt: Erwachsenen werden in ftärterem Maße die Kinder herangezogen während sich in der Niederung die zum Dorf gehörenden Wiesens ift ja unmöglich, daß wir alle in der Welt gleiche Mittel, Die genannten Berbände wiederholen daher die schon oft erhoben und Waldflächen befanden. Das Dorf Bedding wurde schon gleiche Titel, gleiche Arbeit und gleiches Essen haben tönnen. Es Forderung, die Kinderarbeit stärker als bisher durch gesehliche Be im Jahre 1251 mit Berlin vereinigt 3wischen Wedding wird allezeit luge und Dumme, Gute und Boje, Sparfame unb stimmungen zu erfassen Sie haber auch bereits Borschläge dafin und Berlin lag ursprünglich noch das Borwert Schönhausen, von Berschwender, Faule und Fleißige, Arme und Reiche, Strante und dem vermutet wird, daß es das einstige Rittergut Berlin fei Gesunde auf der Welt geben, und es ist unmöglich, alle Menschen aufgestellt. Dreis, in den Ferien vierstündige Arbeitszeit als höchst Leistung, Berbot der Lohnarbeit für Kinder unter Während sich die Hufen Berlins bis an die Grenze ber nördlich ge unter denselben Hut zu bringen. Aber Sie glauben nicht, wie so fegenen Dörfer Bantam und Weißensee erstredten, besaß Rölln ur etwas padt, wenn man es den Leuten in begeisterten Borten wölf Jahren, Berbot gefährlicher und schädigen ber Lätigteiten, der Arbeit vor der Schule, der Nachtarbed fprünglich feine Sufen. Diese Stadt ist nicht aus einem deutschen Schilbert. Ich fehe auch ein, daß wir in unserem großen Baberland und der Arbeit an Sonn- und Feiertagen find die Hauptpunkte. Dorf entstanden. Bei der Entstehung Berlins, wie auch anderer ein Staatsoberhaupt haben müffen, ob das mum ein Kaiser oder Städte, war der Plan des Stadtgrundrisses von den Gelände ab ein Bräsident ist, scheint mir egal Diefe Worte merden dem Be hängig, auf dem die Stadt entstand. Die Ansicht, daß die Städte tehrten in den Mand gelegt. Wie fachlich scheinbar, mie objektiv: „ Staatsoberhaupt nach einem allgemeinen Normalplan angelegt wurben, ich ob Kaifer oder Präsident. Das nennt läßt sich wohl taum noch bei einer Stadt aufrechterhalten Berlin Erziehung für die Republif! Man bennt viele läßt sich wohl faum noch bei einer Stadt aufrechterhalten. Berlin Behrer, man weiß, wie jo etwas in der Behandlung aussieht. Man lag auf einer Spreeinjel, die die Form einer Ellipse hatte und non wird an bie Rabinettsorder Wilhelms II Dom 1 Mai 1889 er mehreren Dünen bebedt mar. Einer Ellipse entsprach auch die Form innert: In einer Zeit, in melcher die sozialdemokratischen Jrr des Grundrisses Boststraße, Stralauer Straße und tümer und Entstellungen mit vermehrtem Eifer verbreitet werden, Klosterstraße bezeichnen die Ränder der Ellipse. Schon der Mensch der Borzeit legte feine Siedlungen auf Inseln oder Land Belt möglich ist. Die Schule muß der Jugend die lleberzeugung sollen die Schüler lernen, mas mahr, mas mirtlich, was in der zungen an, mogu ihn zwei Gründe bemogen: Waffer in ber verschaffen, daß die Lehren der Sozialbemofratie nicht nur den Nähe zu haben( Brunnen maren in jener Zeit noch nicht befannt) und der Siedlung eine möglichst günstige Berteidigungs. jondern in der Wirklichkeit unausführbar und dem Ganzen in ihrer göttlichen Geboten und der driftlichen Sittenlehre midersprechen, anlage zu geben. Der zweite Grund war auch bei der Anlage Ronsequenz gleich verderblich find. Und dann tragen mir die mittelalterlicher Städte entscheidend; Brummen hatte man inzwischen Bolitik in die Schule! fennen gelernt. Der Berlin" war eine Insel oder ein inselartiges Gebilde, das einen großen natürlichen Schuß durch die Wasserarme besaß. Der Weg zur Erforschung der Gründung Berlins muß Don der Borgeschichte ausgehen Vorgeschichte und Geschichte müssen sich die Hände reichen. Ohne Siedlungsarchäologie auf mirischaftlicher Grundlage läßt sich der Gründung Berlins nicht näher tommen. Berlin und Bedding fonnten der Hufen wegen mur deutsche Dörfer sein, die zur Stadt Berlin wurden. Geologe Vorgeschichtsforscher und Historifer müffen Hand in hand arbeiten, um schließlich zu einem allgemein anerkannten Egebnis zu tommen. Der von Staeber beschrittene Weg, die Aufgabe mur mit den Hilfsmitteln der Hiftorit lösen zu wollen, erscheint nicht gangbar. Der Beg, auf dem Kiefebusch sich befindet, von dem vorgeschichtlich Gegebenen auszugehen und alle anderen in Betracht tonunenden Wissenschaften heranzuziehen, scheint ficherer zum Ziel zu führen. Darum darf mit größerer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß Berlin nicht sogleich als Stadt gegründet murde, sondern aus einem deutschen Dorf entstanden ist. Der Meinungstampf ist jedoch nicht abgeschlossen, sondern jetzt erst recht eröffnet worden. Von einer Widerlegung der Auffassung von Kiefe busch und Mielte durch Raeber tann aber nicht die Rede sein. Dom Die laufenden Instandsehungsarbeiten. Der Vermieter ist nach§ 6 Abs. 1 des Reichsmietengefeßes ver pflichtet, auf Antrag ter Mietervertretung oder mo folche nicht besteht der Mieter, die fachgemäße Bermendung der Gelber für Laufende Instandsegungsarbeiten nachzuweisen. Diesen Nachweis hat der Bermieter, someit derselbe in Frage fommt, in der Seit 1 bis 10. Februar und vom L bis 10. August jeden Jahres zu führen.(§ 10 der Berordnung über die Mietzinsbildung in Preußen vom 17 April 1924.) Der Vermieter muß rechtzeiig ( am besten schriftlich) zur Führung des Nachweises auf gefordert werden. Der Nachweis, der in der Zeit vom 1. bis 10. Februar zu führen ist, erstreckt sich auf die in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1925 für laufende Instandfegungsarbeiten burch Die Mieter gezahlten Prozente. Diese betragen zufammen 90 Broz Der Nachweis muß also für verwendete Gelber in Höhe von 90 Broz, der halbjährlichen Friedensmiete des Hauses erfolgen. Hat ein Mieter auf Grund ausdrücklicher eder stillschweigender Berein barung die gesamten Schönheitsreparaturen in feinen Mieträumen ( das Lapezieren, Anstreichen oder Ralfen der Bände und Deden, das Streichen der Fußböden und der Fenster, letzterer nur von Innen, das Streichen der Türen) übernommen und dafür die Miete um den für laufende Instandsegungsarbeiten bestimmten Teil( vier Prozent der Friedensmiete) getürzt(§ 7 der Berordnung über die Mietzinsbildung in Preußen vom 17. April 1924), so ermäßigt sich die Höhe der nachzuweisenden Berwendung der Instandsetzungszu. schläge um diesen Prozentsaz, also um 6mal 4 Bros. gleich 24 Broz. In diesem Falle wäre nur der Nachweis über die Verwendung der Gelter in Höhe von 66 Proz der halbjährlichen Friedensmiete zu führen. Zu den laufenden Instandlegungsarbeiten Man sollte meinen, Schlesien böte genug Stoff, um soziales Berständnis zu weden Wir haben von hungernden Webern und der Not ber Bergarbeiter gehört. Bir haben einen schlesischen Dichter, Gerbert Hauptmann, der ergreifende Tragödien aus Schlesiens Boltstum gefchrieben hat nichts van alledem in dem schlesischen Lesebuch Gerhart Hauptmann, Deutschlands großer Dichter, erscheint mit einem fleinen Gedicht Er war freilich bei Hof nicht beliebt.- Seite 416 bis 418 findet sich ein Bericht über die Bersentung der deutschen Flotte ( 1919). Man mag über diese von der deutschen Admiralität auf eigene Fauft durchgeführte Berfentung denten wie man mill, in ein Lejebuch gehört eine fa umstrittene Angele. genheit nicht, vor allem dann nicht, wenn fie zum Anlaß ge nommen wird, die englischen Soldaten, die sich befehlsgemäß web ren, als rohe, feige und grarfame Horden hinzustellen. Diese Beifpiele mögen gemigen; fie fennzeichnen den Geist sehr vieler Lese bücher. Bir empfehlen dem Herrn Minister Beder, seinen ReDie gierungs- Schulräten ein menig auf die Finger zu sehen. Schüler sollen die Verfaffung und die Deutsche Republit ftügen, nicht sabotieren. Bolksbildungsarbeit im Bezirk Friedrichshain. Die Boltsbildungsarbeit in einem der größten Arbeiterbezirte Berlins hat im Etatsjahr 1925 eine erhebliche Erweiterung erfahren. Nach den Mißerfolgen in den letzten Jahren, besonders nach der Inflation, stehen in diesem Jahre zum ersten Male genügend Mittel zur Berfügung, um auch wirklich Durchgreifendes Leiften zu fönnen. Die ersten Monate des Winterhalbjahrs waren vor allem der Gewinn eines festen Kreises von Besuchern gemidmet. Vier musikalische Kunstabende und ein großes Sinfoniekonzert im Saalbau Friedrichshain gaben die besten Anregungen und Hoffnungen zur Fortführung dieser Arbeit. Daneben wurden und werden auch fernerhin den minderbemittelten Boltsschichten gute Beran ftaltungen zu sehr niedrigen Eintrittspreisen geboten. Runmehr ist bas neue Programm für Januar bis April fertiggestellt, das der Bevölkerung des Bezirts noch manche schöne Stunde verspricht. Als erstes fand am Sonnabend, ben 30. Januar, in der Schulaula, Roppenstraße 76, ein Lautenabend mit dem meltbekannten schmebi fchen Lautensänger Sven Scholander statt. Der Eintrittspreis betrug nur 30 Pf. Mitte Februar foll fabann das gesamte Gebiet des Boltsliedes in einem Boltsliederabend Berufsichtigung finden. Dr. Felir Günther und Charlotte Lindemann ( Staatsoper) haben ihre Mitwirtung bereits zugefagt. Ferner wird noch ein Chor herangezogen werden. Eintritt 40 Pf. Am 27. Februar, 20. März und 17. April spricht Dr. Mar Deri über die Freude am Bilde". Der Eintrittspreis wird für alle drei bende zusammen 50 Pf., für den Einzelvortrag 20 Bf. betragen. Anfang März, fomie am 13. April werden Orchesterkonzerte folgen. Am 26. März findet im Saalbau Friedrichshain eine große Früh lingsfeier statt, die insbesondere der Jugend gewidmet ift. Das Berliner Sinfonie- Orchester und eine befannter Sprechchor wirten mit. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 50 Bf., für JugendEin Bild der Rinderarbeit in Theater und Film entwidelte danach die Dezernentin in der Theaterabteilung des Bev liner Bolizeipräsidiums, Fräulein Dr. Mosse, fie zeigte in un faffender Darlegung, wie man auf diefem Gebiet, längst von Geseze interſtüßt, bemüht ift. Kinder hier von ungeeigneter Tätigkeit über haupt ferhalten und sonst die Arbeitszeiten einzuschränkem Gründe fir die Kinderarbeit auf der Bühne und in Filmateliers find, abgelegen von den sehr menigen Fällen wirklich fünstlerisc trat beispielsweise darin deutlich zutage, daß zu einer Modenscha begabter Stinder, häufig natürlich ebenfalls wirtschaftliche Not, of allerdings aber auch die Eitelfeit begüterter Eltern. Das letzter für Kinderkleidung zahllose Mütter ihre Kinder unentgeltlich anboten Kommunale Literatur. N Deutscher Kommunalfalender.& Jahrgang 1926, herausgegeben von Oberbürgermeister Albrecht Finte und Generalsekretär Ermin Stein. Deutscher Kommunalverlag G. m. b. 5., Berlin Friedenau, 480 Seiten, Breis 12 M. In der tommunalpolitischen Fachliteratur nimmt diefer Kalender eine einzigartige Stellung ein Die Bezeichnung Kalender ist überhaupt bis zu einem gewissen Grade irreführend, denn seine Bedeutung liegt teinesmegs darin daß er neben einem Kalenderformular eine leiblich vollständiga lebersicht über alle fommunalen Organisationen, ihre Adressen, leitenden Berfönlichkeiten ufm., über alle Reichs- und Landes behörden bringt. Aehnliche Zusammenstellungen bringen mehr oder Bedeutung dieses Kalenders liegt lediglich in dem den minder vollzählig auch andere Kalender oder Jahrbücher. Die meitaus überwiegenden Teil füllenden Abschnitt, der Abhandlungen und Berichte über bie aktuellen fommunalpolitischen Probleme bringt. für die sozialdemokratischen Gemeindevertreter fehlt zurzeit ein fommunalpolitisches Handbuch, das vom sozialistischen Standpunkt aus somohl das Material mie die sozialistische Auffassung zur Beurteilung der einzelnen tommunalen Brobleme bringt. Ein folches Handbuch, das als eine Ergänzung für das für viele allzu umfangreiche und spezialisierte handwörterbuch der Kom munalwissenschaft in der Praxis der sozialdemokratischen Gemeindevertreter große Dienste leisten fönnte, müßte geschaffen merden. Solange ein solches Handbuch fehlt, bleiben solche Zusammen ftellungen, wie sie in dem Deutschen Kommunaltalender geboten merden, für jeden Gemeindevertreter, der seine Aufgabe ernst nimmt, eigentlich unentbehrlich. Es ist unmöglich, im Rahmen einer Besprechung auf alle einzelnen Auffäße einzugehen. Sie sind auch felbstverständlich nicht gleichwertig,& L. überschneiden sie sich, und man tann nur dem Wunsch nach einer etwas strafferen Redaktionsführung Ausdrud geben. Alles in allem genommen aber enthalten fie doch eine folche Fülle non mertvollsten Einzel beiträgen, daß jeder prattische Kommunalpolitiker diefs Hand buch, denn darum handelt es sich in Wirklichkeit, nicht wird entbehren tönnen. In stärtstem Maße sind in der diesjährigen Ausgabe die mirtschaftlichen Probleme fommunaler Betriebe und Unternehmungen berüdfichtigt worden. Die allgemeine Haltung der Berfaffer ber einzelnen Beiträge ist im mesentlichen eine fommunalfreundliche. In den Einführungsmorten meist Oberbürgermeister Dr. LuekenStiel ausdrüdlich auf den nerhängnisvollen und torichten Kampf der Wirtschaft gegen die Gemeinden hin, und auch in anderen Auffägen wird auf diesen Gegensah vom fommunalen Standpunkte aus Bezug genommen. Selbstverständlich sind die Mitarbeiter fast ausnahmslos bürgerliche Rommunalfachleute, aber es ftedt in den Beiträgen eine außerordentliche Fülle Don Material und Arbeit, und es liegt feine Veranlassung vor, über diese Leistungen hinwegzugehen, solange nicht aus unseren eigenen Reihen etwas ähnlich Gleichwertiges dem gegenübergestellt werden tann. Die fommunalpolitische Arbeit der Bartei fann nur dann fruchtbar gestaltet werden, wenn sie im höchsten Grade von Sachtenntnis und vom Willen zur fachlichen Behandlung der Probleme getragen ist. Der Deutsche Kom muaftalender ist unter diesem Gesichtspunkt auch den sozialdemo tratischen Gemeindevertretern aufs allerwärmste zu empfehlen. Fritzi Massary die überraschend jehaltvolle S 3 袋 Zigarette ist bisher unerreicht. C Aus den Bezirken. 1. Bezirk Mitte. Die Bezirksversammlung im Bezirt Mitte hatte sich in zwei Sizungen mit der Beratung des Haushaltplans für 1926 zu beschäftigen. Einen größeren Umfang nahmen die Beratungen der Unterstüßung im Wohnungswesen an Bon unserer Fraktion wurde unter anderem die Bereitstellung von Mitteln zur Berhütung von Ermissionen, die infolge der großen Erwerbslosigkeit an der Tagesordnung sind, in einem Antrag gefordert, der auch angenommen wurde. Die KPD. fennte es natürlich nicht unterlassen, ihre allbekannten Anträge zu stellen, um bei dieser Gelegenheit die SPD. zu entlarven". Dazu hatten sie Anhänger auf die Tribüne beordert, damit diese ihre Arbeit beobachten fonnten. Unsere Fraktionsredner wiesen darauf hin, daß es der RBD. auf praktische Hilfe der Erwerbslofen gar nicht antomme, fondern nur auf Agitation. Weiter murde beschlossen, die während der Kriegszeit start vernachlässigten Straßen wieder herzustellen. Für die Errichtung eines Hallenschwimmbades wurde in diesem Jahre ein größerer Betrag eingestellt. Große Erregung gab es, als der wohl in allen Bezirken bekannte Antrag der KPD., der die Anerkennung der fommu nistischen Erwerbslosenräte fordert, von unserer Frattien abgelehnt wurde, da die Bertretung der Erwerbslosen nur durch die Erwerbslosen zu erfolgen hat. 12. Bezirk Steglitz. In der letzten Bezirksversammlung nahm die Bedarfsanmeldung längere Zeit in Anspruch. Bezirksverordneter Bunge gab den Bericht des Etatsausschusses, der die fommunistischen Anträge meist abgelehnt, einige andere, besonders beim Wohlfahrtsetat, angenommen hatte. Nach einer furzen Generaldebatte erfolgte die fapitelmeise Beratung und Abstimmung. Die Kommunisten taten sich hierbei burch langatmige Reden hervor und versuchten die Beratung soviel als möglich in die Länge zu ziehen. Eine lebhafte Debatte entspann sich beim Schuletat. Die Bürgerlichen wollten die NotwendigPeit, für die Kinder des arbeitenden Bolles mehr zu tun els bisher, nicht einsehen und lehnten die diesbezüglichen Anträge ab. Intereffant war es, daß die Bürgerlichen in allen diesen Fällen einmütig bis zu den Demokraten gegen die Linte standen. Eine weitere Debatte ergab das Kapitel Wohlfahrtswesen und Obdach. Doch wurde mit wenigen Ausnahmen eine Erhöhung der einzelnen Säge von der Rechten bis einschließlich der Demokraten abgelehnt. Die Beratung der übrigen Kapitel nahm weniger Zeit in Anspruch. Eine Aussprache gab es eigentlich nur noch beim Tiefbauetat. Hier wurden die mehrfach angeregten ertehrsverbesserungen nochmals in Vorschlag gebracht. Die einzelnen Kapitel wurden gegen die Stimme der KPD. angenommen. Bemerkenswert ist noch, daß sich der Etat für 1926 gegenüber dem Don 1925 erheblich erhöht hat. So erhöhten sich die Einnahmen um rund 1 500 000 m., die Ausgaben um rund 5 734 000 m., der Bedarf also um rund 4500 000 m. Gewünscht wurde ferner von der Linken die Ueberführung der gesamten Wohlfahrtseinrichtungen in öffentliche Hände. Frau Müllerburg( Dem.) glaubte betonen zu müssen, daß die privaten Einrichtungen billiger arbeiten als die städtischen, weil hier private Gelder zuflöffen. Der Antrag wurde abgelehnt. Die geforderten Schulneubauten, eine Gemeindeschule in Lantwig- Süd, eine Berufsschule in Ste und eine Gemeindeschule im Lauenburger Biertel sind einem Ausschuß übergeben worden. Die Bezirksversammlung nahm dann noch eine Entschließung an, in welcher fie die Erhöhung bestimmter Ein heits- und Richtfäße des Magistrats fordert. Sie wünscht ferner, daß die Lehrer, auch wenn sie ihre volle Pflichtstundenzahl geleistet haben, nicht an einzelnen Tagen ganz dienstfrei bleiben, um anderen nicht städtischen bezahlten Arbeiten nachgehen zu fönnen. Endlich Gerade die frühherbstliche fei Erkältung ist so gefährlich! Sie währt bis tief in den Winter fort und schwächt Ihre Lebenskraft, so daß Sie sich ganz elend fühlen. Ent lebigen Sie sich Ihrer! Sie ist ganz einfach! Machen Sie zuerst einen gewöhnlichen Sirup aus 250 Gramm Zuder und Liter heißem Wasser, rühren Sie ihn gut um und fügen Sie 60 Gramm Ansy( dreifach konzentriert) hinzu. Damit haben Sie für geringe Roften einen Borrat eines guten Husten firups für eine Familie. Dieser angenehm schmeckende selbstbereitete Sirup tötet nicht nur die Erfältungsfeime, fondern schafft auch den entzündeten Membranen Linderung und Heilung. Any verschafft fofort Erleichterung und heilt gewöhnlich den hartnäckigsten Husten in 24 Stunden. Wenn Sie mirfliche Heilung suchen, weisen Sie Ersatzmittel zurüd! foll die Stabt von einer Erhöhung der Gewerbeftener Abftanb nehmen. Gegen legteren Abfag stimmte unsere Frattion. Den Abschluß des Abends bildete ein deutschnationaler Antrag, der an Stelle der spezialisierten Bedarfsanmeldung dem Bezirk Dom Magistrat eine Bauschalsumme fordert, die nach Bedarf auf die einzelnen Dezernate von der Bezirksversammlung selbst verteilt werden solle. Man fordert also ein Recht, das nur der Stadtverordnetenversammlung zustehen kann. 14. Bezirk Neukölln. Staatliche Banhilfe und kommunale Finanzlage. Die Bezirksversammlung vom 3. Februar beschäftigte sich in der Hauptsache mit zwei Bunften. Mit der Linderung der Not der gehoben werden darf, 40 Pro 3. für Wohnungsbau und öffent rade in Neukölln zahlreich vorhandenen Erwerbslosen und mit der Umbenennung Don byzantinisch benannten Straßen. Zu 1 gab Genosse Heitmann einen Bericht des Ausschusses den die Bezirksversammlung zur Durchberatung aller Erwerbslosenanträge eingesetzt hatte. Dabei gab der Redner Kenntnis von einer Eingabe an den Magistrat, in der das Be zirtsamt auf die besonders in Neukölln herrschende große Not eindringlich hinweist und Vorschläge zur Linderung unterbreitet. Das Bezirksamt fordert eine fofortige Erhöhung der Erwerbslosenunterstügung um 50 Proz, die Einführung der Kurzarbeiterunterstügung, die Verlängerung der gefeßlichen Unterstützungsdauer von 26 Wochen auf 39 von Staats wegen, Be seitigung der Karenzzeit während der Dauer der Krise, eine Er mächtigung für die Wohlfahrtsämter, die Erwerbslosen mit ausreichenden Kleidungsstücken zu versehen, wie die anderen Bedürftigen, Belieferung mit Heizungsmaterial an Minderbemittelte nach den tatsächlich vorhandenen Notständen im einzelnen, Belieferung mit Milch und Nährmitteln durch die Säuglingsfürsorgestellen an Säuglinge und Kleinkinder mindestens bis zum 6. Lebensjahre, ErBewilligung von ausreichenden Geldweiterung der Schulspeisung, mitteln zur Beschaffung von notwendigen Lebensmitteln durch die erwachsenen Bedürftigen selbst. Bis zur Durchführung der vorstehend geforderten Maßnahmen eine Bargeldhilfe für alle Erwerbslofen in Höhe von 100 Reichsmart. Bereitstellung von Mitteln für abzuhaltende Versammlungen der Erwerbslosen( Saalmiete). Unentgeltliche Be Tarifliche Entlohnung bei Notstandsarbeiten. nußung der Straßenbahn für die Besucher der Facharbeitsnachweise. ( Die hierzu notwendigen Fahrtausweise werden durch die Fach arbeitsnachweise den Erwerbslosen ausgehändigt.) Am Schlußfe der Eingabe ersucht das Neuköllner Bezirksamt den Magiftrat, mit aller Energie dafür einzutreten, daß die von der Bezirksverfamm Lung und dem Bezirksamt ein mütig gefaßten Beschlüsse bzw. Anträge schnellstens verwirklicht werden. Bom Bezirksamt ist dem Magistrat eine Aufstellung über auszuführende Notstands arbeiten in Höhe von rund 1 700 000 m. zugesandt worden, darunter find bereits begonnene Projekte, die wegen Mangel an Mitteln nicht fertiggestellt werden konnten. Am Schluß gab es eine Debatte über Straßenumbenennung: Die Linte( SPD. und KPD.) beschloß gegen die Sabotageversuche der Bürgerlichen, die Kaiser- Friedrich- Straße in Karl Marr Straße und den Hohenzollernplay in Karl. iebfnecht lag umzubenennen. 16. Bezirk Köpenid. Im ehemaligen Herrenhaus hatte die Siedlungswissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft eine Versammlung einberufen, in der der Ge schäftsführer des Reichsstädtebundes Dr. Hätel ein Referat über ,, Staatliche Bauhilfe und kommunale Finanzlage hrelt. Er führte darin folgendes aus: Eine staatliche Bauhilfe sei taum zu erwarten, da die Ueberschüsse im Wirt schaftsetat für Beamtengehaltserhöhungen und Reparationszahlungen in Betracht fämen. Die Finanzierungslaft für Wohnungsbau lizat allein auf Gemeinden und Ländern. Nach dem neuen Gesezentwurf sollen von der 100prozentigen gesetzlichen Miete, die vom 1. April erlichen Bedarf in Anspruch genommen werden. Dieser Entwurf ift Dom Staatsrat gebilligt. Die preußische Regierung will allerdings davon 8 Proz. den Unterstügungstaffen überweisen, eine Forderung, die der Staatsrat ablehnte, denn dieser hat 20 Proz. für Wohnungsbau und 20 Broz. für öffentlichen Bedarf( 16 Proz. Gemeinde, 4 Proz. den Unterſtügungstaffen) zugewiesen. Ebenfalls will der Staatsrat die Steuer auch auf alle landwirtschaftlichen Gebäude ausdehnen. Demnach ist die Regierung weniger für den Wohnungsbau als der Staatsrat. Das Problem liegt so: Werden die Ausgaben für den Wohnungsbau überspannt, dann tönnen die Fürsorgegelder faum aufgebracht werden. Der Landtag hat eine provisorische Lösung gefunden. Es sollen in Preußen im Laufe dieses Jahres 100 000 Wohnungen errichtet werden. Die Deckung der Baufesten ist so berechnet: hinter einer erststelligen Hypothet von 40 Prozent vom Werte der Gebäude soll eine 50 prozentige aus öffentlichen Mitteln zur Deckung der Bautosten eingetragen werden. Demnach hätte der Bauherr also nur 10 Pro3. der Baukosten zu tragen. Allerdings ist die Frage schwer zu beantworten: Wer soll die erste Hypothef aufbringen? Gemeinde und Kreise unter Heranziehung der Spartassen werden nach dem Landtag am geeignetsten. Aber von den Sparkassenanlagen nimmt allein die Gemeinde bis 35 Proz der Einlagen für sich in Anspruch und 20 Proz. müssen in Inhaber. papieren angelegt werden. Wenn nun noch 40 Proz. hinzukommen, bleiben die Gewerbetreibenden ohne Kredite. Und die Gemeinden selbst? Auch hier gehen die Einnahmen rapid zurüd. Die meisten Gemeinden beziehen in diesem Jahr nur noch 85 Pro2. Der Friedenseintcmmensteuer. Aus den laufenden Einnahmen ist auch nichts zu erwarten, besonders da die Beamtengehälter erhöht werden und die Erwerbslosenzahlen steigen. Abhilfe wären Anleihen, die zuerst im Inland, vor allem bei den Reichsperficherungsanstalten, und dann im Ausland aufgenommen werden müßten. Trogdem damit eine Belastung des Wohnungsetats eintritt, bilden diese Anleihen den einzigen Ausweg. Hinzu könnten indirekte Unterſtügungen fommen. Staat und Gemeinden hätten die Baugelände zu möglichst billigem Preis abzugeben, vielleicht zum Selbsttostenpreis. Ferner müßte der Staat auf viele Steuern verzichten, um die Bauluft anzuregen, ein Borgang, der in Italien gute Resultate gezeigt hat. Außerdem müßte der Staat billige Hypotheken den Bauluftigen gewähren. Reich Winterfüllarbeiten der städtischen Hochbauverwaltung. und Staat haben eine Förderung von Arbeiten der Hochbauver waltung aus Mitteln der produttiven Erwerbslosenfürsorge abge. lehnt. Infolgedessen können eigentliche Notstandsarbeiten, im Sinne der Bestimmungen des Reichsarbeitsministers Dom 30. April 1925 über öffentliche Notstandsarbeiten, von der Hochbaudeputation nicht ausgeführt werden. Um aber die Erwerbslosigkeit im Hochbaugewerbe zu mildern, hat der Magistrat am 16. Dezember 1925 Mittel in Höhe von 1200 000 M. zur Ausführung von In. an städtischen Gebäuden standsehungsarbeiten zu Tariflöhnen, vornehmlich Arbeiten mit geringerem Materialver brauch, freigegeben. Davon entfallen auf die sechs Innenbezirke und das Bauamt der Hochbaudeputation zufammen 570 000 M., auf die vierzehn Außenbezirke zufammen 630 000 m. Bei diesen Arbeiten Maurer, Zimmerer, fönnen etwa 800 Bauhandwerter Schloffer, Dachbeder, Klempner, Rohrleger, Töpfer, Tischler, Glaser, Maler bzw. Anstreicher und Steinfeger auf drei Monate be schäftigt werden. Die Bezirksversammlung am 3. Februar hatte sich mit einer Tagesordnung von 21 Puntten zu beschäftigen. Darunter be fanden sich allein von der kommunistischen Fraktion 7 Anträge und Anfragen, die sich noch vor Beginn der Tagung um 5 vermehrten. Ebenfalls 7 rührten von den bürgerlichen Fraftionen her, ein Be weis dafür, daß die Bezirksversammlung als Agitations. tribüne für die Extremen von rechts und links angesehen wird. In überreichem Maße trat dies bei den Rednern der tommu nistischen Fraktion zutage, die ihre Agitationsreden mit überreichem Wortschwall in Szene feiten. Soweit die Anträge und Anfragen fachlich tommunale Interessen betrafen, wurden sie den zuständigen Kommissionen überwiesen oder erfuhren ihre Erledigung durch Er. flärungen der zuständigen Dezernenten. Im einzelnen verfiel ein Antrag auf Aufhebung der Tribünenfarten und ein weiterer für die Beibehaltung der Mittelschüler in Grünau der Ablehnung. Ein Antrag, der die Enteignung der früheren Fürst en forderte( 1), tam nach stürmischer Debatte, in der beson minderbemittelten Bewohnerschaft des Bezirks Friedrichshain. ders der deutschnationale Stein und der völkische Boltsschullehrer Jannad Veranlassung nahmen, Proben ihres zweifelhaften Intellefts abzulegen, in der namentlichen Abstimmung mit 17 gegen 13 Stimmen zur Annahme. Die vier Borlagen des Bezirks amtes gelangten ohne Debatte zur Verabschiedung. Das Fazit des Abends war, daß eine halbe Stunde auf prattische Arbeit und zirka drei Stunden auf Agitations. reden verwandt wurden, wovon der übergroße Teil auf das aus gedehnte Bedürfnis der fommunistischen Vertreter entfiel. Es dürfte an der Zeit sein, diesem Unfug durch entsprechende Maßnahmen zu begegnen und in Zukunft diese Art von Berantwortlichkeitsgefühl nicht mehr ernst zu nehmen. Jubiläum. Genoffe Feliz Wischer( 34. 26.), wohnhaft Memeler Str. 11, war am 4. februar 25 Jahre Mitglied ber Sozialdemokratischen Partei. Sup zeit wirkt er als Bezirksverordneter und Bezirksvorsteher im Interesse der unübertroffen. mit dem schwarzen Kopf für die Kopfivälche fichern Sie sich den Preiswertelf der neuen Doppelpackung Omhaft 2 Beutet), Preis 35 Pfg- Einzefpackung 20 Pfg WEISSE WOCHE Louisiana. 4.95 Deckbettbezug 1.65 dazu passend.... Kopfkissen Bettlaken one Naht..... 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In der gestrigen Reichstagssigung wurde zunächst die Beratung des Ausschußberichtes über die Rechtsverhältnisse der Eisenbahn auf die Freeitagssigung verschoben. Gegenüber einem fommunistischen Antrag, die Unterstützung der Erwerbslosen auf die heutige Tagesordnung zu setzen, und das untätige Verhalten der Regierung in dieser Frage zu mißbilligen, erklärt Abg. Hoch( Soz.): Auch wir haben immer wieder auf Beschleunigung der Arbeiten in der Frage der Erwerbslosenfürsorge gedrängt. Heute erft habe ich die Regierung im Sozialpolitischen Ausschuß deshalb scharf angegriffen. Die Regierung ließ nun erflären, daß morgen oder übermorgen eine entsprechende Vorlage bereits beraten werden könne. Es erscheint also nicht zweckmäßig, heute diese Angelegenheit zu verhandeln.( Lärm b. d. Komm.) Das ganze Schauspiel( zu den Kommunisten), ist doch nur eine Wieder holung dessen, was ich erst vor dreiviertel Stunden im Ausschuß vorgetragen habe. Der erste Punkt der Tagesordnung ist die Beratung des Gesetzes über die Ausseßung der Rechtsstreitigkeiten über die Auseinanderfegung mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern( Sperrgesetz). Abg. Dr. Pfleger( D. Bp.) berichtet über die Ausschußverhandlungen. Das vom Ausschuß vorgeschlagene Gefeß hat folgenden einen Artikel: Alle Rechtsstreitigteiten, die zwischen den Ländern und den Mitgliedern der ehemals regierenden Fürstenhäuser sowie der übrigen in den Artikeln 57 und 58 des Einführungsgefehes zum Bürgerlichen Gesetzbuch genannten Familien bei deutschen Gerichten über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung und damit zusammenhängenden Fragen anhängig find oder anhängig werden, find auf Antrag einer Partei bis zum Jntrafftreten einer reichsgejehlichen Regelung( Gefeh oder Bolfsentscheid) auszusehen. Arreste und einstweilige Verfügungen werden hierdurch nicht berührt. Unter das Sperrgesez sollen auch alle Schiedsgerichtsverfahren häuser fallen. und die Ansprüche der Seitenlinien der früherenn Fürſten Das Gesetz wird in allen drei Lesungen ohne Aussprache verabschiedet. Dagegen ftimmen nur Deutschnationale und Völkische. Präsident Löbe stellt fest, daß sich an der Abstimmung zwei Drittel der Abgeordneten beteiligt hätten, und daß das Gesetz mit Zweidrittelmehrheit angenommen worden sei.( Bravo.) Das Gesetz hat also auch die im Falle einer Verfassungsänderung notwendige Zweidrittelmehrheit erhalten. Es folgt die zweite Beratung eines Gesezentwurfs über Militargerichte und militärgerichtliche Verfahren. Abg. Rosenfeld( Soz.): Es handelt sich bei diesem Gesetzentwurf um den Versuch, wichtige Errungenschaften aus der Revolution wieder zunichte zu machen. Wir halten an dem Wahlrecht für die Militärgerichte, wie es die Revolution geschaffen hat, fest, und sind nicht gewillt, an seinem Abbau mitzuwirfen. Es sollen jegt in der Hauptsache folche Gerichte entscheiden, in denen die Mehrheit von Offi zieren gebildet ist. Das ist nicht geeignet, das Bertrauen in die Rechtsprechung der Militärgerichte zu steigern. Ich fürchte, daß das gerade die Ursache dazu sein wird, um Mißtrauen gegen Die Militärgerichte zu erzeugen. Dieses Mißtrauen wird noch gesteigert, durch eine Erklärung, die der Reichswehrminister im Ausschuß abgegeben, die er allerdings später abzuschwächen versucht hat. Nach dieser Erklärung müsse ein Offizier im Gericht sizen, der das Interesse des Staates wahrnimmt. Ich bin der Meinung, daß die Gerichte die Wahrheit ermitteln und auch die Interessen des Staates wahrzunehmen haben. Es ist höchst eigentümlich, daß ein Minister aussprechen fonnte, daß neben der Ermittlung der Wahrheit noch das Interesse des Staates stehen müsse. Das muß das Bertrauen der Mannfchaften in die Rechtsprechung der Militärgerichte geradezu erschüttern.( Sehr richtig! b. d. Soz.) In unserer Ablehnung dieser Vorlage werden wir noch gestärkt durch die Begründung, in der es heißt, daß Unteroffiziere und Mannschaften nicht immer ausreichend das zur Aufrechterhaltung der militärischen Manneszucht Erforderliche übersehen fönnten. Hierzu seien nur die Offiziere fraft ihrer Dienststellung, Ausbildung und Erfahrung in der Lage. Das ist die alte Auffaffung des faiserlichen Regimes, die im Weltkrieg zusammengebrochen ist, und jetzt wieder aufgerichtet werden soll. Wenn es in der Begründung weiter heißt, daß man aus Sparsamfeits gründen die Zahl der Richter herabgesetzt habe, so find wir der Meinung, daß an anderen Stellen der Reichswehr besser gespart werden fönnte, als bei der Rechtsprechung. Aus all diesen Gründen find wir nicht in der Lage, dieser Borlage zuzustim men. Lebhafter Beifall b. d. Soz.) wird in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 125 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Freitag, 5. Februar 1926 Die Entschließung: Die Reichsregierung zu ersuchen, alsbald schäftsordnungsausschusses hinsichtlich ber Genehmieinen Gejebentwurf vorzulegen, durch den für alle im gungserteilung zur Strafverfolgung der kommunistischen öffentlichen Dienst stehenden Personen die Her- Abgg. Kellermann und Lademann wegen Gottesläste= ausforderung zum 3 weifampf und die Annahme einer rung bzw. wegen Beleidigung der Kirche. In namentlicher Abfolchen Herausforderung als Grund der Entlassung bzw. ftimmung wird mit 186 gegen 137 Stimmen bei drei Entfristlosen Lösung des bestehenden Bertragsverhältniffes bestimmt haltungen beschlossen, die Strafverfolgung gegen den Abg. Kellerwird, mann zu erteilen. Es kommt dabei zu lebhaften Kundaebungen links und Rufen nach rechts: Pfaffengesindel! Fememörder! Auch der Strafverfolgung des Abg. Lademann wird zuge stimmt. Gegen die Erteilung einer solchen stimmte die Linke ein schließlich der Demokraten, die in einer von BD3 verbreiteten Erklärung ihre Haltung dahin erläutern, daß sie die Strafverfolgung für religionsschädlich halten. Die Kirche bedürfe wohl des gesetzlichen Schutzes ihrer Einrichtungen, z. B. Gottesdienste, nicht aber des polizeilichen und richterlichen Schutes ihrer Grundüberzeugungen und Gesinnungen. Im Gegenteil fönnte dadurch der Eindruck entstehen, als ob die religiösen Wahrheiten sich nicht auf dem Wege freien geistigen Austausches aufrechterhalten ließen. Die demokratische Fraktion ist der Ansicht, daß Gotteslästerung auf den zurückfallen, der sie ausspricht. Schluß nach 5 Uhr.. Der von der sozialdemokratischen Frattion ein gebrachte Gesetzentwurf zur Abänderung des Strafgesetzbuches, wonach als§ 210a folgendes bestimmt wird: In den Fällen einer Berurteilung auf Grund der§§ 201, 202, 203, 206, 207, 208, 210 des Strafgesetzbuches( 3 weif ampf) ist für alle im öffentlichen Dienst stehenden Personen auf Dienst entlassung bzw. auf fristlose Lösung des bestehenden Vertragsverhältnisses zu erkennen, wird ohne Aussprache dem Rechtsausschuß überwiesen. Nach 2½ Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag nachm. 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen Anträge der Parteien, besonders zu den Steuergefeßen. Kommunale Konferenz! Heute, Freitag, den 5. Februar, abends 7 Uhr pünktlich, im Stadtverordnetenfißungsfaal, Rathaus, Königstraße. Referenten find: Stadtverordneter Franz Czeminski und Stadtrat Dr. Herz- Spandau. Zur Teilnahme find berechtigt: Die sozialdemokratischen Stadt- und Bezirksverordneten, Magistrats- und Bezirksamfsmitglieder Berlins. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. Die Städteordnung im Landtag. Einwilligung der Strafverfolgung wegen Gotteslästerung! Aus der Partei. Eine Fabiergesellschaft in Indien. In England hat die Fabian Society, die bekannte Bereinigung fozialistischer Intelleftueller, zu deren Gründern Sidnen und Beatrice Webb und Bernard Shaw gehörten, im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten sehr viel zur geistigen Durch. arbeitung der Probleme des Sozialismus und damit schließlich auch zum Aufbau der Labour Party selbst beigetragen. Nun wird versucht, in Indien auf dem gleichen Wege Das gleiche Ziel zu erreichen. Zu Anfang November wurde in Madras eine indische Fabian Society gegründet. Ihr Vorsitzender ist Major Graham Pole, ihr Sekretär S. M. Michael. Aber auch viele andere politische Führer unterstützen die neue Gründung, so der Repräsentant der indischen Ge wertschaften, N. M. Joshi, der der Vertreter Indiens an der Konferenz der Arbeiterparteien des britischen Weltreiches im vorigen Jahre gewesen. Andere hervorragende Mitglieder sind C. F. Andrews, Dr. P. V. Varabarajulu Naidu und Dr. H. C. E. Zacharias. Die Aufgabe der neugegründeten Gesellschaft ist, vor allem für die Arbeiterorganisationen Indiens ein gemeinsames sozia list isches Brogramm auszuarbeiten, und sodann an der Bildung und Festigung einer indischen Arbeiterpartei nach dem Muster der englischen, zu arbeiten. Der Landtag setzte gestern zunächst die nochmalige Beschluß fassung über das Gesez zur Aenderung der Bestimmungen über die Stellung von Mitgliedern des Reichsrats durch die Pro vinzialverwaltungen, die durch den Einspruch des Staatsrats notwendig geworden war, von der Tagesordnung ab, um den Parteien zur nochmaligen Beratung Gelegenheit zu geben.. Abg. Pled( Komm.) wünscht dann in einer an die Regierung Parteinachrichten gerichteten Anfrage Auskunft über die Fememorde, ins besondere den Fall Pannier, wo die wirklichen Schuldigen von der Staatsanwaltschaft unterstützt worden seien. Bräfident Bartels erklärt, daß es geschäftsordnungsmäßig unmöglich sei, eine Große Anfrage sofort auf die Tagesordnung zu feßen.( Großer Lärm bei den Kommunisten.) Abg. Pied( Komm.) wandelt nunmehr die Große Anfrage in einen Urantrag um, da aber Abg. Lange- Windhof( Dnat.) der sofortigen Beratung dieses Antrages widerspricht, fann ihm nicht stattgegeben werden.( Erneuter großer Lárm bei den Kommunisten.) Das Haus setzt dann die fort. Beratung der Städteordnung Abg. Breßler( Dem.) erklärt, für seine Fraktion seien die neuen Bestimmungen über Banken und bankenähnliche Institute, durch die die Genehmigungspflicht festgelegt werden und erteilte Genehmi gungen widerrufen werden können, unannehmbar. Ein Bürgerschaftsbegehren und Bürgerschaftsentscheid gehören überhaupt nicht in die Vorlage; sie tragen nur Unruhen in die Gemeinde. Seine Fraktion werde sich seine Stellung zur Vorlage noch vorbehalten. Abg. Müller- Franken( Wirtsch. Bag.) ist für herauffezung des Bahlalters auf das 25. Lebensjahr und für das Zweitammersystem. Den Bürgerschaftsentscheid müsse man ablehnen. die Magistratsverfassung. Im übrigen lehnt er die Vorlage ab. Abg. Danide( Bolt.) erklärt das Eintreten seiner Partei für Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68. 2indenftraße 3. für Groß- Berlin filets an das Bezirksiefretariat. 2. Hof, 2 Tren. rechts, au richten. Jeute, Freitag, den 5. Februar: 24. Abt. 7% Uhr bei Rösener, Immanuelfirchstraße, Funktionärsikung. 44. Abt. Vom 5. bis 8. Februar findet die Filmvorführung Freies Boll" in den Universum- Lichtspielen, Belle- Alliance- Str. 99, statt. Der Besuch dieser Veranstaltung ist dringend erforderlich. Borzugstarten find zu haben bei Eichberg, Reichenberger Str. 6. 47. Abt. Statt des Rahlabends findet eine allgemeine Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 10. Februar, abends 7% Uhr, bei Behrendt, Mauteuffelftr. 95, statt. Die Bezirksführer werden gebeten, hierzu einzuladen. Referat über die Fürstencbfindung. 82. Abt. Steglig. 8 Uhr Rurfus des Genoffen Rakenstein über Gefchichte der fozialen Rämpfe" in der 2. Gemeindeschule, Ringstraße. Hörgebühr für 6 Abende 1 M. Um rege Beteiligung der Genossen wird gebeten. 85. Abt. Tempelhof. Die file beute angefekte Funktionärsikung fällt aus und findet am Montag, den 8. Februar, statt. Näheres im Sonntags Borwärts". 97. Abt. Reukölln. Die Funktionärfikung fällt heute aus und findet umstände. halber erst am Montag, den 8. Februar, abends 7 Uhr, bei Rohr, Siegfriedftr. 28-29, ftatt. Morgen, Sonnabend, den 6. Februar: 1. Abt. 6 Uhr bei Richiefing, Aderftr. 1, wichtige Funktionärsgung. 25. t. 7 Uhr bei Böhme, Pasteurftr. 6, Gikung sämtlicher Funktionäre 52. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr bei Bade, Kaiserin- Augusta- Allee 52, Funt tionärigung. 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19, wichtige Funktionär fikung. 90. Abt. Neukölln. 8 Uhr bei Schittler, Weichselftr. 5, Funktionärsgung. Um 6 Uhr bereits im gleichen Lofal wichtige Vorstandsfikung. Lichtenberg. 117. Abt. 71 Uhr bei Gundlach, Leffing, Ede Rantitraße, Funktionärsikuna. 119. Abt. 8 Uhr bei Mene. Möllendorff, Ede Ritter. qutstraße, Funktionärsgung. Die Gewerkschaftsfunktionäre werden ge beten, ebenfalls zu erscheinen. Abg. Brecour( Soz.) erblickt den schlimmsten Eingriffin die Selbstverwaltung in den Bestimmungen für die mirtschaftliche Betätigung der Gemeinden und wehrt die Einwände gegen das vorgesehene Bürgerschaftsbegehren ab. Alle Anträge auf Aenderung der Wahlbestimmungen werde seine Partei ablehnen, wie sie Junafosialisten. Gruppe Mitte: Serte, Freitag, abends 8 Uhr, in der Schule sich auch ihre Stellungnahme zu der Vorlage in der Schlußabstimmung sehr überlegen werde. Abg. Dörr( Komm.) lehnt die Vorlage ab. Abg. Hourh( Dem.) verlangt bestimmtere Borschriften für die Beröffentlichungen über den Stand der wirtschaftlichen Unternehmen der Gemeinden. Es folgt die Einzelberatung. Beim§ 17 vertagt der Landtag die weitere Einzelberatung auf Freitag 12 Uhr. Außerdem kleine Vorlagen und Anträge. Strafverfolgung wegen Gotteslästerung! Nach kurzen Bemerfungen des Abg. Korsch( Komm.) mird der Gefeßentwurf in zweiter und dritter Beratung unter Ablehnung aller Abänderungsanträge gegen Sozialdemokraten und Kommu nisten angenommen. Abgelehnt wird auch eine sozialdemo tratische Entschließung, die Reichsregierung zu ersuchen, die Diſzi- Die Beratung der Städteordnung wurde schon vorher durch eine plinarſtrafordnung dahin zu ändern, daß nur rechtsträftig Abstimmung unterbrochen, die zu bewegten Mißfallenstundgebungen festgelegte Disziplinarstrafen vollstreckt werden dürfen". der Linken führten. Es handelte sich um die Anträge des Ge Gipsstr. 23a Vortrag der Genoffin Ellen Beidler über Das Arbeiter. problem in Amerika". Varteigenossen und Gäste herzlichst willkommen. Weltliche Schule, Gotenburger Straße. Seute, Freitag, den 5. Februar, abends 7 Uhr, in der Schuloula Elternversammluna. Eltern, deren Rinder erst zu Ostern in die Schule kommen, find ebenfalls herzlichst eingeladen. Vortrag: Was bietet unsere Schule?" Besichtigung der Schule. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 33. bt. Unsere Genoffin Anna Bormann, Bersiusstr. 14. ift nerstorben. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Die Einäscherung ist bereits erfolgt. Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Bachbr. verb.) Teils heiter, teils nebelig, allmählich falter werdend. Für Deutschland: Im Südwesten noch ziemlich mild und meist bewölkt, im Nordosten Abfühlung und zeitweise aufflar end. Nudel- Woche bis einschließlich Donnerstag, den 11. Februar Eler- Band- Nudeln 58 Pf. jetzt 48 Pf. Eier- Faden- Nudeln 64 Pf. jetzt 54 Pf. Eler- Hörnchen..... 62 Pf. jetzt 52 Pf. Eier- Makkaroni.... 68 Pf. jetzt 58 Pf. Band- Nudeln..... Faden- Nudeln. Figuren- Nudeln Makkaroni.... 42 Pf. jetzt 34 Pf. 48 Pf. jetzt 40 Pf. 46 Pf. jetzt 38 Pf. 54 Pf. jetzt 46 Pf. 5- Pfund- Beutel Reichelt- Auszugmehl... 1,55 jetzt M. 1.42 Elgene Nudelfabrik Es gibt kein besseres Mehl: Reichell die firma der guten Qualitäten bei billigen Preisen 146 Geschäfte Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Schiedsspruch für die Holzindustrie. Zum Zwecke des Lohnabbaues haben die Bezirksverbände des Arbeitgeberverbandes der deutschen Holzin dustrie die geltenden Lohnabkommen zum Ablauf Anfang Fe bruar gekündigt. Das Tarifvertragswesen, das in der Holzindustrie schon eine jahrzehntelange Geschichte hat, hat hier eine etwas eigen artige Entwicklung genommen. Es bestehen etwa 20 Bezirfstarifvertäge mit nahezu gleichlautendem Inhalt und daneben Lohnabkommen. Vertragsparteien sind die beiderseitigen Be zirfsorganisationen. Es sind Bestrebungen im Gange, das Bertragswesen wieder zu zentralisieren, doch stehen der Durch führung dieser Pläne noch Hindernisse entgegen. Tatsächlich sind aber die Zentralvorstände an der Leitung der Vertrags- und Lohnbewegung hervorragend beteiligt. Die Tarifverträge sind auf Grund einer zwischen den Zentralvorständen getroffenen Bereinbarung bis zum 15. Februar 1927 verlängert worden. Dagegen waren die Lohnabkommen, die im Anschluß an die mißlungene Aussperrung im Sommer vorigen Jahres zunächst bis zum 15. Of tober abgeschlossen waren, von da ab mit zweiwöchiger Frist kündbar. Mitte Januar wurden sie auf Anweisung der Zentralleitung des Arbeitgeberverbandes zum Ablauf Anfang Februar gekündigt. Gewinn- Auszug 5. Klaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten halt ihrer Organisation recht gefährlich wäre. Als am 2. Februar| fandte und in dem dringend um Entsendung technischer, eine Annäherung der Parteien sich als unmöglich erwies, wurde Hilfskräfte zur Beendigung des viélmonatigen Streifs gebeten der Stadtrat Dr. Bluth ersucht, am 3. Februar die weiteren wird. In der anschließenden Streifversammlung wurde eine Ent Berhandlungen als unparteiischer Vorsitzender zu leiten. Nachdem schließung angenommen, in der das Vorgehen der Unternehmer bis in die späten Abendstunden verhandelt worden mar, verkündete scharf verurteilt wird. er den Schiedsspruch, der dahin geht, daß alle Lohnabkommen bis zum 31. Juli 1926 unverändert verlängert werden. Dieser Spruch bezieht sich auf folgende Bertragsgebiete: Baden, Bayern, Brandenburg. Bremen, Kassel, Düsseldorf, Halle, Hamburg, Hessen und Hessen- Nassau, Köln, Niedersachsen, Freistaat Sachsen, Schlesien, Schleswig- Holstein, Swinemünde, Thüringen und Württemberg. Cine Nachprüfung des Vertragslohnes soll unter gewissen Boraussetzungen in Köln nach dem 31. März zulässig sein. Hinsichtlich der Lohnschlüssel sieht der Schiedsspruch einige unbedeutende Aenderungen gegenüber dem seitherigen Zustand vor. Den Parteien ist eine Frist bis zum 12. Februar gesetzt für ihre Erklärung zum Schiedsspruch. Von dieser Regelung sind etwa 120 000 Arbeiter betroffen, die unter normalen Verhältnissen in den in Betracht kommenden Betrieben beschäftigt sind. Zurzeit herrscht auch in der Holzindustrie eine große Arbeitslosigkeit, doch scheint die Hoffnung auf eine bevorstehende Besserung nicht unbegründet. Für die Industrie dürfte es jedenfalls von Nutzen sein, wenn sie durch diese Verständigung in der bevorstehenden Zeit der Ankurbelung der Wirtschaft von Erschütterungen bewahrt bleibt. Wirtschaftsbeihilfe in den Berliner Brauereien. Die der Tarifgemeinschaft der Berliner Brauereien anges hörenden Betriebe, mit Ausnahme der Schultheiß- PaßenhoferBetriebe, zahlen an ihre gewerblichen Arbeitnehmer die nachstehenden Beträge als Wirtschaftsbeihilfe: an Gelernte und an das Fahrpersonal 40 M, an Ingelernte 30 M., an Frauen 20 M., an Lehrlinge 10 M. Diese Wirtschaftsbeihilfe wird gezahlt an alle gewerblichen Arbeitnehmer, die am 5. Februar 1926 im Betriebe beschäftigt sind und deren Arbeitsverhältnis seit dem 1. Oktober 1925 ununterbrochen andauert. Für die in den Schultheiß- PaßenhoferBetrieben beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmer ist eine andere Regelung vorgesehen. 15 Proz. des Neingewinns der SchultheißBaßenbofer- Brauerei- Gesellschaft werden alljährlich an die dort beschäftigten Angestellten und Arbeiter verteilt. 3mischen den Zentralvorständen wurde vereinbart, daß die Verhandlungen für alle Bezirke gemeinsam am 2. Februar in Leipzig geführt werden. Wenn auch die Fiktion der bezirklichen Berhandlung aufrecht erhalten wurde, so wurde doch tatsächlich zentral vor dem Lohnamt der Holzindustrie verhandelt. Die Unternehmer hatten ihre Forderungen erst unmittelbar vor Aufnahme der Verhandlung bekanntgegeben. Sie gingen dahin, die Löhne überall auf den Stand vom Juni vorigen Jahres zurückzuschrauben. Das besagt, daß die Zugeständnisse, die zum Abschluß der Aussperrung im vorigen Sommer gemacht worden waren, rückgängig gemacht werden sollten. Der angesonnene Abzug beträgt im Durchschnitt etwa 18 Proz. Außer dem wurde für eine Anzahl Vertragsbezirke eine Verschlechterung des Lohnschlüssels verlangt. Das heißt, die Abschaffung der Löhne für die einzelnen Ortstlaffen, für die Berufsgruppen und Altersflassen. Derartige Forderungen fonnten nur für die Bezirke gestellt werden, in denen der Schlüssel ein Bestandteil des Lohnabkommens ist; in den meisten Bezirken ist diese Materie im Mantelvertrag ge- au- Pont bei Charleroi im Hennegauer Streifgebiet fand am regelt und deshalb zurzeit unkündbar. Die Verhandlungen gestalteten sich sehr schwierig. Bon den Arbeitervertretern wurde fein Zweifel darüber gelassen, daß sie keinem Lohnabzug zustimmen und gegebenen falls auf den Neuabschluß von Lohnabkommen verzichten würden. Das aber wäre ein, den Unternehmern sehr unerwünschter Zustand, insbesondere auch im Hinblick darauf, daß dies für den ZusammenDeutsche Streifbrecher nach Belgien? Brüffel, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In MarchienneDonnerstag ein großer Protestumzug vieler Tausender streifender Arbeiter der Schwerindustrie statt, um Einspruch zu erheben gegen die Heranziehung deutscher technischer Arbeitskräfte, mit deren Hilfe die belgischen Unternehmer die ſtilliegenden Hochöfen und Werke in Gang bringen wollen. Im Umzug wurde in großen Lettern der Wortlaut des Telegramms getragen, das eine Werkleitung an die Maschinenfabrit Augsburg Nürnberg Auch unter der Lupe entdecken Sie keinerlei Risse und Sprünge im Leder, wenn Sie Ihre Schuhe mit Erdal behandeln. Erdal nährt das Leder und erhält es geschmeidig. Erdal verleiht Ihren Schuhen Schönheit und langes Leben. Verwenden Sie deshalb nur noch Erdal putzt die Schuhe, pflegt das Leder! Krellin Blaukopf überall 3 erhältlich Für die so überaus zahlreichen Bemeite aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange unseres teuren Ent fchlafenen, Genossen 1608b Hugo Richter sagen wir allen Freunden und Betannten unseren herzlichen Dank. Berlin- Raulsdorf- Süd Im Namen der Hinterbliebenen Marie Richter geb. Duckh. Arbeitsamt i.rheinisch- westf. Industriegebiet sucht zum baldigen Eintritt einen in Theorie und Praxis erfahrenen Berufsberater der befähigt ist, auf diesem Gebiet Ersprießliches zu leisten. Zugleich wird gesucht eine ebenfalls praktisch erfahrene Arbeitsvermittlerin der bei Eignung die Berufsberatung der weiblichen Jugend übertragen wird. Ausführliche Bewerbungen sind zu richten unter K.H.501 an die Geschäftsstelle der Westf. Allgem. VolksZeitung, Dortmund = B O E Was Ist Auf jede gezogene Nummer find atei gleich bobe Ge winne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 und 2 3. Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 25000 Mt. 20982 1. Ziehungstag 10 Gewinne zu je 3000 t. 49887 77001 85531 246970 278495 12 Gewinne ju je 2000 9, 52333 58237 77937 152756 212776 225818 32 Gewinne zu je 1000 t. 4944 14155 40085 61744 68861 70825 78656 124799 179154 199118 203161 209852 214128 236353 294990 298080 92 Gewinne zu je 500 mt. 124 8858 9416 12897 28336 42398 42513 52934 54768 70432 82056 24755 90428 94007 95534 101384 106028 108343 112703 122268 127933 139349 145667 148381 152256 153900 156749 162707 166903 167946 180281 165789 187045 190444 201346 203327 203896 204949 239309 256593 257093 267259 268438 269944 272777 283541 204 Gewinne au 1 300 Dt. 2.82 6351 22759 24788 25140 25885 27389 28137 30027 47666 49427 52461 59190 73399 75801 77610 80138 80636 83624 95413 95773 96093 97069 102387 103675 105546 106689 107832 109082 110284 118878 119551 121818 124099 125251 133317 134321 141053 142273 142354 142631 145132 146479 14923€ 154115 159260 161918 163293 164490 174252 174670 176129 179674 183075 188177 188721 190339 191451 194353 195966 196115 207319 208045 209510 214037 214782 216546 217399 223237 225154 226385 227826 234976 235963 236433 236465 237407 245577 248129 248792 250743 251026 254947 255900 258662 259711 264456 265327 265359 267872 269682 273409 279298 285395 286464 286967 288184 289589 291591 294391 294576 297999 2. Siehungsfag 4. Februar 1926, vormittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 200000 Mt. 38833 2 Gewinne zu je 10000 r. 105582 6 Gewinne zu je 3000 t. 4642 52098 124479 6 Gewinne zu je 2000 Mt. 29460 191892 242381 22 Gewinne au je 1000 Mt. 9908 45938 110870 114600 143600 151874 186105 236936 242487 280382 297464 52 Gewinne zu je 500 m 4379 58926 91136 91905 94247 94340 106813 108738 111892 115792 125287 134362 136809 165700 168002 173992 183917 206026 212950 271191 273620 274283 286071 286728 288746 289587 238 Gewinne zu je 300. 3007 5258 14349 16276 19950 20492 20607 21487 26724 30224 34455 37024 37254 41654 44849 48451 52210 52901 55883 56054 56524 56729 60575 65508 69131 69227 74021 77199 79116 79301 81791 85935 88846 89677 90011 91913 93565 95077 96075 102933 103256 105875 106057 107877 110808 112251 114237 114746 116166 117028 121436 136414 136601 136803 136981 137056 139565 142671 145785 146206 148100 149626 150891 151823 153206 154173 161379 163791 167012 169720 173864 175478 176146 179826 185897 188438 191405 193676 198685 205975 206675 211800. 214805 217507 219497 221146 221652 224069 225492 227307 227633 228990 233278 233827 233873 237435 240645 245349 246011 248483 248931 248977 256793 259181 265086 266099 269261 270139 270240 274921 277720 278617 279805 279860 280770 287709 290935 294779 295114 S das Ah!! und das Oh!! 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Bon Katherina Broby. Schon oft sind der Fleiß und die Tüchtigkeit des reichen BeMeidungsindustriellen Isaac Goldveller als nachahmenswertes Vorbild für die Möglichkeit zur Erzielung eines großen Vermögens hingestellt worden. In den Handelsschulturfen wird er als Musterbeispiel dafür genannt, wie es selbst der ärmste Junge im Leben zu etwas Großem bringen kann. Sein Aufstieg vom gewöhnlichen Arbeiter bis zum Besizer einer Firma, die in der fünften Avenue die Hälfte eines Riefengebäudes einnimmt, ist wohlbekannt. Es war ein äußerst harter Anfang gewesen. Unbekannt aber ist, daß es für Goldveller felbft feine Theorie dafür gibt, wie man es durch eigene Kraft zum Erfolg bringt. Er glaubt fest an Glück und ist im tiefsten Innern davon überzeugt, daß er sein Vermögen einzig und allein einem glücklichen Zufall an einem tritischen Punkte seines Lebens verdankt. Goldveller wanderte nach Amerita aus, weil sich ihm dort mehr Zukunftsmöglichkeiten zu bieten schienen als in der alten Welt. Im Jahr 1900 fam er aus einem Dorfe in Litauen, einer unansehnlichen Ansiedlung von fünfzig jüdischen Familien, welche dort Läden hatten und Handel mit den Bauern der Umgegend trieben. Er entstammte einer Haufiererfamilie. Während des ganzen Jahres zog er mit feinem Vater durch die abgelegensten russischen Dörfer. Sie lebten faft nur von Brot und Wasser, und abends erbettelten sie sich in schmuzigen Wirtschaften, in denen jeder betrunkene Muschik das Recht hatte, auf einen Juden zu spucken, ein Nachtlager auf dem nadten Steinboden. Die Goldvellers waren hieran gewöhnt als an etwas unabänderliches. Aber sie waren, was ihr Name besagt," meinten alte Bekannte ,,, Goldvellers Sehnsüchtige nach Gold." Eines Tages also verließ der Sohn des Haufierers das Land und ging nach Amerika. Weib und Kind ließ er bei seinen Eltern zurück, bis er drüben sein Glück gemacht haben würde. Er wohnte bei Freunden, welche ihn, der arm und verlassen inmitten des Treibens der großen Stadt stand, aus Mitleid bei sich aufgenommen hatten. Außer Goldveller hausten noch einige Untermieter dort, vier Männer und eine junge Verwandte, die ebenfalls erst fürzlich in das fremde Land gekommen waren. Goldveller maß sechs Fuß, eine ungewöhnliche Größe für einen Juden. Das schwarze Haar eines gedrungenen Kopfes lag dick und glatt über der niederen Stirne. Groß und breit beherrschte die Nase sein Gesicht, dessen restlicher Teil nur aus Kinnbacken zu bestehen schien. Seine Gefichtsmuskeln spannten sich wie straffgezogene Seile unter einer blaffen, welten Haut. Der starke Hals schien fast zu kurz für den prognathischen Schädel, den er zu stüzen hatte. Seine Stimme flang heifer, die Zähne standen einzeln und schlecht ge= wachsen, so daß er beim Sprechen die Worte faute und halbe Silben verschluckte, wobei ihm der Speichel durch die Zahnlücken fidcerte. Er war viel zu ungeschickt und ungeübt für irgend eine der feineren Arbeiten in der Schneiderei, wie Bügeln oder Zuschneiden, und wurde deshalb Arbeiter in einem Geschäft der Pellstraße, in dessen stickigdumpfe Atmosphäre sich die durchdringenden Küchendüfte aus vier Mietswohnungen mischten. Alltäglich stand er schon vor Morgengrauen auf und befeuchtete Gesicht und Hände mit faltem Wasser, ohne Seife dabei zu verschwenden. Er frühstückte im Geschäft aus dem Korbe eines alten Haufierers, der die Arbeiter belieferte. Spät am Abend kam er nach Hause und saß an dem mit Wachstuch bedeckten Tische auf einem alten Brett, das über zwei Stühle gelegt war. Auf dieser Bank saken alle Softgänger gemeinfam. Manchmal tam nach dem Nachtessen ein armer Student der Medizin, der sich durch Erteilung von eng lischem Unterricht im Lesen und Schreiben an irgendeinen der Einwanderer etwas Geld verdiente. Während solch ein Schüler mit rührender Ausdauer Worte lernte und buchstabierte, unterhielten sich ringsum laut die anderen. Wenn der Lehrer gegangen war, gab es oft lange Disputationen. Die rauhen Stimmen durchbrangen den Dunst des Pfeifen- und Zigarettenrauches wie Nebelhörner den Nebel. Gewöhnlich disputierten sie darüber, wie man reich werden könne. Einige glaubten bies Ziel durch möglichst schnelle Amerifanisierung zu erreichen, und nahmen deshalb Stunden". Hu Landbundpolitik. Beilage des Vorwärts ( Graf Kaldreuth auf der letzten Candbundsihung: nicht Zwangswirtschaft, sondern Wiederherstellung der freien Konkurrenz auf allen Gebieten der Wirtschaft ist notwendig.") ZOLL SCHINKEN as 5M ZOIL DEUTSCHLAND verboten Eintritt Nur freie Konkurrenz, nicht Zwangswirtschaft!" Ruft Kalkreuth aus mit aufgeblafener Kraft... Mit Zöllen hat die Grenzen man verbaut, Neue Ergebnisse der Atomforschung. Bon Wilhelm Renner. Immer überwältigender enthüllt sich aus den Fortschritten der radioaktiven Forschung die unerhört instinktsichere Weisheit der Alten, der jonischen Philosophen besonders, die Weltgefühl genug besaßen, um an den Anfang ihrer Philosophie den Satz von der Einheit in der Mannigfaltigkeit der Materie zu stellen. Zu einer Zeit, die von irgendwelcher Methodik der Naturforschung noch nicht den geringsten Begriff hatte, umriß die Atomistik diesen Gedanken noch klarer, indem sie Qualitätsunterschiede in der Materie überhaupt Ihr kommt hierher und gebt euer Geld aus, um Amerikaner leugnete und alles auf Zählbares oder Meßbares zurückführen wollte, zu werden," pflegte Goldveller zu sagen, ich jedoch, ich werde das indem sie eine Theorie, die dem Buch eines Popularphyfiters meinige sparen. Geld und Glück das ist alles, was man in Amerika des zweiten Viertels des 20. Jahrhunderts entnommen fein förmitebraucht. der Materie nur ein zählbares Substrat: gleichartige Teilchen ließ, Sein großer Glaube hieß Glüd. Er lauerte immer darauf. Vor- deren verschiedene Anordnung und Bewegung eben jene Differen übergehenden fuchte er es aus den Gesichtern herauszulesen. Er ver- zierungen der Materie verursachte, die die Wissenschaft weniger fäumte teine Gelegenheit, sich in alles hineinzumischen, da er stets ahnungssicherer Jahrhunderte als„ Elemente", als Unveränderliches hofffe, verborgenes Glüd aufzufinden. Aber er war nicht aber ansehen zu dürfen glaubte. Galt schongläubisch. Nie glaubte er, daß man gewaltsam das Glück zwingen vor etwa 100 Jahren die„ Erkenntnis", daß fönne. Plötzlich mußte es tommen wie ein Blik aus dem Himmel. jedes chemische Element aus gleichartigen, fleinsten, unteilbaren TeilOber es fam eben nicht. Er liebte ein altes hebräisches Sprich- chen bestehe, als eine glänzende Rechtfertigung der Atomistik, so iſt mort zu zitieren: Die Blindheit der Gerechtigkeit ist die Blindheit der nächste Schritt, den die moderne Wissenschaft vor etwa 30 Jahren einer Person, die einstmals gesehen hat. Aber das Glück ist von tun mußte: der Nachweis, daß jene unteilbaren" Teilchen, jene Geburt an blind." ,, Atome", die Bausteine der chemischen Elemente ihrerseits doch nur wechselnde Gruppierungen von Bestandteilen seien, die in aller Materie dieselben sind so war dies erst der vollkommene und endgültige Triumph des alten griechischen Weltbildes. Goldveller leistete schwere, aber nicht gerade hervorragende Arbeit. Was man von ihm verlangte, das schaffte er. * Nach einigen Jahren ließ Goldveller Frau und Kind nach tommen. Er hatte drei dumpfe Zimmer in der Ludlowstraße gemietet. In die Küche hatte er einen alten Tisch und drei Holzstühle gestellt, außerdem einige graue Töpfe und dicke Schüsseln. Er faufte ein lackiertes Büfett, einen fleinen, schwarzangestrichenen, vieredigen Tisch und zwei glänzende Stühle mit hoher Lehne, deren oberster Teil mit riesigen Schnörkeln verziert war. Ferner faufte er für seine Frau eine große hölzerne Wanduhr, zwei Borzellanvasen mit fünftlichen roten Nellen und einen Kalender mit dem Bildnis einer Frau mit totenbleichem Gesicht und Schinkenärmeln. * Als er seine Frau in das neue Heim brachte, war sie wenig erbaut von diesem Mobiliar. Sie jammerte und flagte. Besonders miderte sie das laue Trinkwasser an, und sie sehnte sich nach dem guten Wasser ihres russischen Heimatortes, das rein und falt war wie frisch gefallener Schnee. Ist dies dein amerikanisches Glück?" flagte sie voll Bitterfeit. Die drei Räume Goldvellers dienten auch noch sechs Kostgängern, für die Mrs. Goldveller immerfort kochen mußte, um die laufenden Ausgaben bestreiten zu können. Immer stand fie gebückt am Küchenherb oder am Ausguß, kochend, backend oder scheuernd. Ihre Haut wurde hart und gelb, ihre Stimme dünn, ihr Wesen abweisend, ihre Redeweise wirkte geradezu verlegend. spielen. Sarah, das damals vierjährige Kind, fand es stets am flügsten, fich in abgelegenen Winkeln aufzuhalten oder auf der Straße zu Wenn Goldveller vor Morgengrauen aufstand, flapperte seine Frau schon mit Geschirr in der Küche. Haftig schluckte er mit den Roftgängern einen unbeschreiblichen Fraß, der aus Resten vom vorigen Abend zusammengemischt war. Spät heimkehrend, schlang er fein Abendessen mit lautem Geschmah hinunter und schnarchte dann in einem Lehnstuhl, bis die Betten bereitet waren. Er hatte keinerlei Interessen und feine Sonderwünsche. Er arbeitete instinktiv hart, weil sein Körper anscheinend nach harter Arbeit verlangte, gerade so wie er instinktiv Geld zusammensparte, meil seine Seele fich hiernach zu fehnen schien. Er machte feine großen Pläne, doch besaß er eine gewisse, angeborene Fähigkeit, aus jeder irgendwie geeigneten Sache ben größtmöglichen persönlichen Profit herauszuziehen. Bei ganz unerwarteter Gelegenheit fand er Glück, weil er danach suchte und so fest daran glaubte. ( Schluß folgt.) 1 Den Weg zu dieser letzten Erfenntnis wird es die letzte bleiben? wies unter Zusammenfassung aller nicht ganz zu Ende gedachten Anregungen und Hinweise, die in ihren prinzipiellen Anfängen bis auf Helmholz zurückreichen, der englische Forscher Sir Ernest Rutherford. Er stellte die ungeheure Energie, die bei dem natürlichen Zerfall der Atome der schwersten( radioaktiven) Elemente frei wird, in den Dienst seiner Forschungen. Er benutzte dazu die fogenannten Alphateilchen der schnell beweglichen Kerne des Helium atoms. Indem er mit diesen Aiphateilchen die Atome anderer chemi scher Elemente sozusagen bombardierte, gelang es ihm, ihren Zerfall fünstlich hervorzurufen. Bei diesem Verfahren nämlich wird dings nur in außerordentlich seltenen Fällen der Kern des Atoms, das zertrümmert werden soll, getroffen. Rutherford wies zunächst bei sechs dem Atomgewicht nach leichteren Elementen nach, daß durch solche Alphateilchen- Bombardements aus den Atomfernen jener Elemente Teile herausgeriffen wurden, die sämtlich mit dem Kern des leichtesten aller bekannten Elemente, mit dem des Wasserstoffs, identisch waren. aller 1 MESSER 25 M. ZOLL A Zum eignen Vorteil viel herauszuschlagen, Und heute jammern sie und Flagen laut, Um dennoch neue Mauern aufzutragen. Bemerkenswert sind auch die Ergebnisse Dr. E. Stetters, dem es nach zweijähriger Arbeit gelang, einen Apparat zu konstruieren, mit Hilfe dessen es möglich ist, die Masse der schnellfliegenden Atamtrümmer durch Ablenkung im starten magnetischen und elektrischen Felde unmittelbar zu bestimmen. Eine junge Phyfiferin, Frau Dr. K. Kara- Michailowa hat die Zerlegbarkeit des Lithium- Atoms sichergestellt, dessen Bertrümmerbarkeit Rutherford bei seinen auf anderen Methoden beruhenden Versuchen als fraglich erklärt hatte. Endlich haben Dr. G. Kirsch und Dr. H. Petterson Verfuche an etwa 20 mittelschweren chemischen Elementen angestellt, deren Hauptergebnis die Feststellung der Zertrümmerbarkeit von weiteren acht Elementen, darunter Eisen und Zinn, ist. Den stärksten Beweis für die absolute Unanfechtbarkeit der Atomzertrümmerungstheorie stellt wohl die Zerlegung der Atome des reinen Kohlenstoffes( Diamant) und die Abspaltung von Wasserstofffernen aus alphabestrahlten Sauerstoffatomen dar. Damit war die fünstliche Umwandlung eines Elementes in ein anderes vollzogen, die alte Hypothese, daß Wasserstoff der Grundstoff aller Materie, das Proton" fei, bestätigt, die Grundsätze der geltenden Schulchemie zerstört. Maffenentdeckung von Doppelsternen. Nach einem Funtspruch aus Johannisburg( Transvaal) bat der Astronom Dr. Bandesbos von der Universität Lenden auf ber füblichen Salbkugel 180 neue Doppelsterne festgestellt. Die Entdeckung von 180 neuen Doppelsternen von Dr. Bandesbos, der zugleich die Lehre aufstellt, daß viele für einfach gehaltene Sterne in Wirklichkeit Doppelsterne feien, hat bereits eine große Reihe von Vorläufern gehabt. Man unterscheidet sogenannte physische Doppelfterne von sogenannten optischen. Die Sterne, die tatsächlich ein eigenes System find, nennt man physische Doppelsterne, während die anderen, die nur wegen ihrer großen Entfernung von uns als Doppelsterne erscheinen, optische genannt werden. Insgesamt sind uns gegenwärtig 10 000 Doppelfterne befannt. Herschel selbst ent deckte faft 900 derartiger Sterne, die zwischen 4 Sefunden und 32 Se funden Entfernung schwanken. Nur diese fann man als Doppelsterne bezeichnen, während diejenigen, die mehrere Minuten Entfernung aufweisen, nicht mehr für eigentliche Doppelsterne gehalten werden können. Der Astronom Struwe entdeckte sogar mehr als 3000 folcher Doppelfterne, von denen 514 physische Doppelsternsysteme find. Es ist bemerkenswert, daß die Zahl der Doppelsterne mit der Annäherung der Sterne an die Milchstraße wächst. In neuerer Zeit hat man auch Doppelsterne mit Hilfe des Spektroskops festzustellen vermocht, während früher das Fernrohr die einzige Möglichkeit war. derartige Systeme am Himmel festzustellen. Dem Astronomen Bickering gelang es nämlich zum erstenmal, bei dem Stern Mizar im Spektrum in einer Zwischenzeit von 52 Tagen die ultraviolette Linie doppelt zu sehen. Daraus entnahm man, daß der Stern Mazar aus einem Eternenpaar besteht und daß die Umdrehung in 104 Tagen erfolgt, woraus sich ergeben muß, daß in der Hälfte dieser Beit sich jedesmal die Spektren der beiden Sterne übereinander lagern, so daß eine Verdoppelung der Linie im Spektrum entsteht. Auch auf andere Weise wurde auf spektroskopischem Wege nachge wiesen, daß helle Sterne, die anscheinend Einzelsterne sind, dunkle Begleiter haben, so daß es sich tatsächlich um Doppelsternfnfteme handelt. Bei vielen Sternen, wie z. B. bei dem Stern Algol, sind sogar Systeme von mehreren Sternen festgestellt worden. In der legten Zeit hat auch der Begleiter des Sirius bekanntlich dadurch in der Wissenschaft großes Aufsehen erregt, daß er eine ungewöhnliche Berschiebung der roten Linie im Spektrum zeigte, woraus man schließen zu müssen glaubt, daß die Masse dieses Begleiters des Sirius von einer Schwere ist, die sonst in der Welt noch nicht festgestellt worden ist. Die Schwere dieses Sterns beträgt ungefähr das Behntausendfache der normalen. Die Forschungen in dieser, eine ungeheure Perspektive eröffnenden Richtung wurden fortgesetzt: in England im Cavendish Institut zu Cambridge, in Wien im Institut für Radiumforschung. Das Wiener Institut hat neuerdings bedeutsame Fortschritte zu ver zeichnen, die beweisen, daß die Atomforschung im großen und ganzen feit Rutherford auf dem richtigen Wege ist. So ist zum Beispiel das Element Aluminium von Dr. E. A. W. Schmidt untersucht worden. Er stellte fest, daß bei Bestrahlung von dickem Aluminiumblech mit Alphateilchen( Anfangsgeschwindigkeit zirka 20 000 Rilometer pro Sefunde) nicht weniger als 80 Wasserstoffteilchen auf je 1 Million einfallender Alphateilchen abgespalten werden, während Rutherford seinerzeit nur auf 4 Wasserstoffteilchen pro Million Alphateilchen gekommen war. Außerdem gelang es Dr. Schmidt, die Aluminium- Atomzertrümmerung bei sehr erheblich bis zu 60 Broz. ihres Anfangswertes abgebremster Geschwindigkeit der Alphateilchen zu vollziehen. Ein außerordentilch wichtiger Fortschritt für die Methodit der ferneren Arbeiten, da man infolgebeffen dazu wird übergehen können, auch die radioaktive Substanz Polonium für Atomzertrümmerungsversuche zu verwenden. Sonnenfleden und Radiowellen. Im Observatorium der franzöfifchen Stadt Meudon wurde in den legten Tagen des Januar beim Erscheinen eines großen Sonnenfledens, dem ein magnetisches Gewitter folgte, eine bedeutende Verstärkung der ankommenden Radiowellen festgestellt, die beispielsweise bei dem römischen Sender das Fünffache der normalen Stärke betrug. Die tosmische Ursache dieser Erscheinung bedarf noch der wissenschaftlichen Untersuchung. 28 HE Mengenabgabe vorbehalten DEZ Billige Lebensmittel MA Leichtverderbliche Artikel sind vom Versand ausgeschlossen Frisches Fleisch' Suppenfleisch. 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Die Frage der Festlegung des landwirtschaftlichen| bonitierung des Landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtne Bodenwertes für die Steuer ist nicht nur für die Steuerpolitit rischen Nuglandes vornehmen, um für die reichsgefegliche selbst, sondern überhaupt für die Beeinflussung der land. Betriebsbewertung eine fefte neuzeitige Unterlage in der wirtschaftlichen Produktion von größter Bedeutung. landesgefeßlichen Bodenbewertung zu erhalten. Diefer Benn man zugeben muß, daß auch die deutsche Landwirtschaft nicht Auffassung scheint man auch im Preußischen Finanzministerium fo wie in der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer zu sein. Denn anders als die Industrie sich in einer Umstellungskrise befindet, so muß im September 1925 im September 1925 furz nach Verabschiedung des Reichsbe man verlangen, daß die Bodenwertbesteuerung dem Biele angepaßt wertungsgefeßes im Reichstage hat das Preußische Finanzwird, diese Krise zu überwinden und einen Anreiz für die best. minifterium einen dritten Entwurf für ein preußisches mögliche Ausnuzung der deutschenlandwirtschaft Bonitierungsgefeg fertiggestellt, zu dem die HauptlandwirtschaftsItchen Produktionsfraft zu schaffen. Dabei spielt die Feft fammer jegt ihre Stellungnahme fundgibt. setzung des Bodenwertes für steuerliche Zwede eine entscheidende Rolle, der in dem sogenannten Bonitierungsverfahren, der Fest stellung einheitlicher Ertragsklassen für die einzelnen Bodenforten und ihre Lage erfolgt. Die Arbeiterschaft hat an dieser Frage ein um so größeres Intereffe, weil auch sie danach streben muß, durch ein gerechtes und den Produktionserfordernissen angepaẞtes Steuersystem für die Landwirtschaft den unsachlichen und oft übertriebenen Klagen entgegenzutreten, die nun seit Jahr und Tag über die Steuerlaft der Landwirtschaft tommen, ganz gleich, ob die Ernten gut oder schlecht sind. Drei Entwürfe Preußens. Das Gutachten der Hauptlandwirtschaftskammer. Das erstattete Gutachten sagt im allgemeinen Teil u. a.: ,, Da die zurzeit in Preußen noch gültigen Grundsteuer. reinerträge bereits in den Jahren 1861 bis 1864(!!! Die Schrifticitung.) festgestellt worden sind, ist der alte Grundsteuerrein ertrag nicht mehr überall zutreffend. Es entspricht daher durchaus dem Grundfah der steuerlichen Gerechtigkeit, daß eine Anpassung an die gegenwärtigen Berhältnisse erfolgt.... Da die Arbeiten zur Durchführung des Reichsbewertungsgesetzes, soweit fich das aus ihrem derzeitigen Stand beurteilen läßt, vorausfichtlich noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden, bis der Einheitsmert" ermittelt ist, wird Preußen genötigt sein, inzwischen auf einer anderen Grundlage feine Steuern zu erheben. Diese Grundlage, so glaubt die Hauptlandwirtschaftskammer, werde sich durch die beabsichtigte allgemeine Reubonitierung schaffen laffen. Sie unterstützt deshalb das Unternehmen des Finanzminifteriums und gibt zum dritten Gesezentwurf ihre Abänderungsvorschläge bekannt, zu welchen an dieser Stelle jedoch nichts gefagt werden tann, weil der Gesetzentwurf selbst noch nirgendwo ver. öffentlicht ist, also auch jene Borschläge für sich genommen feine allgemeine Beurteilung zulaffen. Bonifierung und Reichssteuern. Die Frage einer sogenannten Reubonitierung des landwirtschaftlich genugten Grund und Bodens ist schon seit Jahrzehnten Gegenstand von Erörterungen in allen Kreisen, die sich mit Bodenwertund landwirtschaftlichen Steuerfragen beschäftigen. Dem Verlangen ist nun für den Bereich des Freistaats Preußen durch das Abänderungsgesez vom 26. Februar 1924 zum preußischen Grundver mögenssteuergesek insofern Rechnung getragen worden, als in dessen § 21 Abfag 3 bestimmt wird, das Staatsministerium habe sofort eine neue Berechnung des Wertes des Grundver mögens in die Wege zu leiten und die Werte der einzelnen Bodenarten nach ihrer Ertragsfähig. feit unter Mitwirkung der Landwirtschaftskammern feststellen Zur Sache selbst wurde schon bemerkt, daß eine allgemeine Reu. 3u laffen. Demgemäß hatte das Preußische Finanzministerium einschätzung des deutschen Bodens, und zwar unabhängig von der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer Mitte Juni 1924 einen den Vorschriften des Reichsbewertungsgefeßes, zugleich aber auch als ersten Entwurf eines Gesezes über die Nachprüfung und eine wichtige Vorarbeit für die reichsgesehliche Betriebsbe. Berichtigung der auf Grund des Gefeßes betr. die anderweite Regewertung, durchaus wünschenswert sei. Wünschenswert wäre fung der Grundsteuer vom 21. Mai 1861 erfolgte Einschägung der aber auch, daß alle Länder sich zu einer Feststellung nach Liegenschaften vorgelegt. Aus den Beratungen eines von der Breußischen Hauptlandwirtschaftskammer eingesetzten Bonitterungsübereinstimmenden Merkmalen verständigen möchten. ausschusses ergab sich ein 3 meiter Entwurf, der Anfang Of Die Sonderbewertung des Bodens nach seiner Ertragsfähigkeit ist tober 1924 vom Finanzministerium vorgelegt wurde. Die Ange- fchließlich auch um deswillen von großer Wichtigkeit, weil es nicht legenheit wurde dann aber nicht zum Abschluß gebracht, weil durch ausgeschlossen ist und von beachtlichen Wirtschafts- und Steuerausgefchloffen ist und von beachtlichen Wirtschafts- und Steuerdie in Aussicht stehende Neuregelung der Reichssteuergesetzgebung, reformern nachdrücklich erstrebt wird, aus produttions. insbesondere durch die Vorlage eines Reichsbewertungsgesezes, die fördernden Erwägungen die landwirtschaftliche Materie nun auch reichsgefehlich mit erfaßt werden sollte und später Bermögenssteuer ausschließlich auf die Bodenerfaßt worden ist. Gleichwohl hat das Reichsbewertungsgefek immer merte zu verteilen, die landwirtschaftlichen Gebäude und noch den Spielraum für eine landesgefeßliche Neubonitierung ac anderen Betriebsmittel aber fteuerfrei zu laffen. Das Reichs laffen. Es ist sogar dringend wünschenswert, daß vor Jnanariffnahme der Arbeiten des Reichsbewertungsbeirats und der zuständi. bewertungsgesetz hat in diesem Punkte sicherlich noch nicht das legte gen Stellen der Finanzämter die Länder allesamt erst eine NeuBort gesprochen. Die Reichsbank am Januarende. Die überflüssige Diskontherabsetzung. ,, Der Ausweis der Reichsbank vom 30. Januar zeigt, daß die Zunahme der Kapitalanlage der Bant in der legten Januarwoche geringer gewesen ist als die in sämtlichen legten Monatswochen des Vorjahres." Mit diesem Saß beginnt die Reichsbant die Erläuterung ihres Januarausweises. In die Sprache des Wirtschaftslebens übersetzt, bedeutet er, daß die Inanspruchnahme der Reichsbant für den Kreditbedarf der Wirtschaft zum Monatsende während des ganzen Jahres 1925 nie so niedrig war wie diesmal. Das ist ein Kommentar zur Wirtschaftskrise, der es überflüssig macht, die Handelskammerberichte über die Wirtschaftslage zu studieren und die Arbeitslosigkeitsziffern zum Januarende abzuwarten. Das Wirtschaftsleben verharrt in absoluter Stagnation. Noten und Schulden Reichsbanknotenumlauf. Giroeinlagen der Wirtschaft Kredite an die Wirtschaft Lombardkredite. Wechselkredite Notendedung durch Gold • San. 1926 Dez. 1925 8. Quart. 25 2. Quart. 25 ( in Millionen Mart) 46 1 691 • 2649 579 2960 2649 2474 697 620 564 11 1464 10 1915 56 1717 1255 1208 durch Devisen 418 402 • zusammen 1 678 1610 1175 819 1494 1 061 854 1415 Dedungsverhältnis durch Gold und Devisen% 63,2 54,4 56,4 Gesamtgeldumlauf Noten, Rentenbanksdeine, Priv.- B.- noten u. Münzen 4866 5206 5080 57,2 5 000 Der Bestand an wechseln und Scheds erhöhte sich um 113,8 auf 1464,4 Millionen. Bon dieser Zunahme kommen bestenfalls 48,5 Millionen auf neue Kredite an die Wirtschaft; denn 65,3 Millionen der Zunahme geht auf das Konto der von der Reichsbank bei anderen Stellen weitergegebenen Wechsel, die von diesen zur Reichsbank zurückflossen. Da die Reichsbank unter den Wechseln und Scheds nicht nur Inlandswechsel, sondern auch fonst nicht ausgewiesene Auslandswechsel führt, ist es unter Umfiänden überhaupt fraglich, ob der Bestand an Inlandswechseln erhöht ist. Die lombardierten und eigenen Wert papiere erhöhten sich um insgesamt 7 Millionen Mart, also auch hier eine ganz minimale Zunahme. Auf der anderen Seite nahmen bie zinslosen Giroeinlagen der Reichsbanffunden um 343,5 Millionen auf 578,7 millionen a b. Es liegt also die Tatsache vor, daß der Geldbedarf am Monatsende, soweit er von der Reichsbant befriedigt werden muß, fast vollständig durch einfache Berringerung der Giroguthaben befriedigt werden konnte. Unsere bei der Besprechung der beiden Wochenausweise nach der Distontherabsetzung ausgesprochene Hoffnung, die Herabsetzung des Disfonts fönne ihre anregende Wirkung vielleicht nachträglich noch beweisen, hat sich nicht erfüllt. Die Diskontermäßigung hat nicht vermocht, dem Wirtschaftsleben jenen Anstoß zu geben, der ihr 3wed fein mußte. Die Lähmung im Absatz und in der Befchäftigung der Industrien dauert troz Auslandskredite und Diskontermäßigung unvermindert fort. Zu den 12,4 und mehr Prozent, die die privaten Banten für Wirtschaftskredite verlangen, gibt es für die massenhaften flüffigen Gelder, für die nur 4, höchstens 4% Pro3. bezahlt werden, in Deutschland teine Berwendung. Wenn Otto Albrecht. die Distontherabsetzung dafür Berwendung schaffen sollte, war fie umsonst. Entsprechend der geringen Inanspruchnahme der Reichsbant mittel ist der Bantnotenumlauf außergewöhnlich niedrig feine Deckung durch Gold und dechungsfähige Devisen außer gewöhnlich hoch. Der Notemumlauf beträgt 2648,8 millionen, feine bantgefeßliche Deckung 63,2 Proz., ein Prozentfag, der ebenfalls im vergangenen Jahre nie erreicht worden ist. Brotkonsum und Arbeitslosigkeit. Wir berichteten bereits über die neuen Pläne der Regierung, ben Verbrauch von Roggenbret, und zwar zum Teil sogar mit zwangswirtschaftlichen Maßnahmen zu fördern. Eine große Rolle spielte dabei auch der Gedanke, die Arbeiterschaft neige jetzt zu einem überflüssigen Lurus", indem sie das Weißbrot vorziehe. Diese törichte Annahme wurde schon im Vorwärts" durch eine Darstel. lung aus genossenschaftlichen Kreisen widerlegt. Es ist interessant, festzustellen, daß auch einsichtige Kreise der landwirtschaft. lichen Pragis erkennen, wie im Grunde genommen gerade die Berarmung breiter Massen ein starker Antrieb zum ver. stärtten Beizenverbrauch ist: So schreibt Saatzuchtinspektor Heinz Grunwald im Berliner Tageblatt" folgendes: Das Reggen- Weizen- Broblem steht zurzeit im Mittelpunkt des agrarpolitischen Interesses. Die Berdrängung des Roggens durch den Weizen aus dem Konsum hat ganz natürliche Ur. fachen. Sie resultiert zum Teil unter anderem aus einer ge wiffen Antipathie gegen das Roggenbrot aus den schlechten Ernährungsverhältnissen des Krieges heraus und besonders aus dem Niedergang der Einkommensverhältnisse der Arbeiterschaft und des Mittelstandes, deren Konsumkraft immer maßgebend für die Preisbildung der landwirtschaftlichen Produkte und damit der Wirtschaftslage der Landwirtschaft gewesen ist. Weizengebäck läßt sich auch troden gut verzehren, hält sich über die langen Arbeitszeiten, ohne an Schmackhaftigkeit zu ver lieren. Roggenbrot dagegen wird schnell unansehnlich, vertrocknet und wird ohne Fett oder Wurst- bzw. Fleischbelag dazu auf die Dauer nur ungern gegessen. Fleisch, Wurst und Fett aber find Zeichen des Wohlstandes! Es ist daher verständlich, wenn eine verarmte Bevölkerung fich dem Gebäd zuwendet, das einen Konfum auch ohne Fett und Belag bei dazu höherer Schmackhaftigkeit gestattet und das ist das Weizengebäd. Die Tatsache ist also die, daß das Weizengebäd nicht mehr nur ein Lurusgebäck ist. Der landwirtschaftliche Fachmann empfiehlt zum Rampf gegen die Abfaktrise für Roggen den vermehrten Anbau von Weizen, der durch die neuerlichen Ergebnisse der Saatgutzüchtung auch auf leichteren, sonst nur für Roggenkulturen benutzten Böden möglich ist. Wir halten in der Tat diesen Weg für gangbarer als jeden Versuch, durch Zureden oder gar zwangswirt. fchaftliche Eingriffe die Bevölkerung zu bewegen, auf Weizengebäck zu verzichten. Zusammenbruch einer neuen Zollagitation. Die Schutzöllner sind mit dem, was sie in der letzten Gesetzes vorlage erreicht haben, noch immer nicht zufrieden. Die Tatsache, daß die Währungen einzelner Länder zerrüttet sind, bot den Führern der Schwerindustrie Anlaß, unter dem Vorwande der Abwehr einer Balutatonturrenz neue 3ollmaßnahmen zu for= dern. Die Rechnung war durchsichtig, denn es ist ein allgemeiner Grundsatz, daß neue Zollerhöhungen leicht eingeführt, aber schwer wieder abgeschafft werden. Zunächst begnügten sich die Freunde dieser neuen Zölle damit, durch Reichstagsbeschluß von der Regierung eine Dentschrift zu verlangen, in der die Maßnahmen Freitag, 5. Februar 1926 anderer Staaten gegen das Dumping dargestellt und in ihrer Wir fung auf den Handelsverkehr geschildert werden. Diese Denkschrift, unterzeichnet von dem voltsparteiltchen Wirtschaftsminister Curtius, liegt nunmehr vor. Die Schlußfolgerungen, die aus dem reichen Material gezogen werden, sind eine glatte Widerlegung der neuen Wünsche der Schutzzöllner. Es heißt nämlich wörtlich: „ Die Betrachtung der ausländischen Gesetzgebung ergibt zufammengefaßt folgendes: 1. Das Balutadumping haben in verhältnismäßig wirksamer Weise von dem heimischen Markte fernzuhalten versucht nur Belgien, die Schweiz, Kanada, Australien und Neuseeland. 2. Der Gesamterport derjenigen Länder, deren Industrie in größerem Umfange Balutadumping getrieben hat, ist durch ausländische Balutadumpingbestimmungen nur in geringem umfang erschwert worden. 10 3. Gerade die am stärksten am Welthandel beteiligten Staaten insbesondere die europäischen Großftaaten sowie Nordamerika und Japan- haben auf eine Bekämpfung des Balutadumpings entweder ganz verzichtet oder sich wie z. B. England- mit vorübergehenden Maßnahmen für einzelne wenige Waren begnügt. Die zollpolitische Bekämpfung des Balutadumpings hat bisher aljo noch nicht zu den allgemein gebräuchlichen Methoden der internationalen Handelspolitik gehört. Damit ist die Bolldemagogie eigentlich wieder einmal zu ſammengebrochen. Man tann gespannt sein, mit welchen neuen Scheingründen die deutschen Schutzöllner jetzt den Kampf gegen diese verdiente Abfuhr durch einen Wirtschaftsminister der Deutfchen Volkspartei wieder aufnehmen werden. Der Großhandelsinder. Die auf den Stichtag des 3. Februar berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 27. Januar( 119,7) um 0,4 Pro 3. auf 119,2 zurüdgegangen. Gesunten sind die Preise für Gerste, Kartoffeln, Schmalz Fleisch, Sped, Hopfen, Rindshäute, Kalbfelle, Baumwollgewebe, Rohjute, Blei und Benzin. Höher lagen die Preise für Weizen, Butter, Milch, Baumwollgarn und Kupfer. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeugnisse von 114,1 auf 113,5 oder um 0,5 Proz die Industrieftoffe von 130,1 auf 129,9 oder um 0,2 Broz nachgegeben. Für den Durchschnitt Januar ergibt sich ein Rüdgang der Großhandelsinderziffer von 121,5, im Durchschnitt Dezember 1925 auf 120,0 oder um 1,2 Proz Landwirtschaft und Landmaschinen- Industrie. Bei der neuerLandwirtschaft war vielfach darauf hingewiesen worden, daß es der lichen Inangriffnahme des Gesamtproblems der Intensivierung der besonders start beteiligten Industrie landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte jeither noch an einer zu planmäßiger Arbeit notwendi gen geschlossenen Front fehlte. Dieser 3usammenschluß ist nunmehr erreicht; die bisherigen Einzelorganisationen genannten Industriezweigs haben sich am 2. Februar im Berband der Deutschen Landmaschinen- Industrie" mit dem Sik Berlin B. 15 vereinigt. Dem neuen Gesamtverband, der fich aus dem seit 1897 bestehenden alten Fabrikantenverein( LMB.), der zentrifugenverband zusammensetzt, gehören über 400 LandmaschinenKraft- Pflug- Industrie, dem Mähmaschinenverband und dem Milchfabriken mit einer normalen( heute natürlich reduzierten) Belegfchaftsziffer von mehr als 60 000 Beschäftigten an. Dabei werden die Hersteller von Pflügen und sonstigen Bodenbearbeitungs maschinen mit und ohne Kraftantrieb, von Maschinen und Geräten zur Pflanzenpflege, zur Ernte und Aufbereitung der landwirtschaftlichen Produkte, wie auch die Fabriken der in der Landwirtschaft lichen Betriebsanlagen erfaßt. Es handelt sich jedoch bei diesem Derwendeten Kraftmaschinen, Motoren, stationären und ortsveränderneuen Gesamtverband mie von beteiligter Seite betont wird feineswegs um ein Kartell im Sinne straffer Preisbildung und Preisvereinbarung; die Ziele des Verbandes der Deutschen Landmaschinen- Industrie sind vielmehr auf die wirtschaftspoli tische, wirtschaftliche und technische Förderung des Landmaschinenwesens zur und Produktionssicherung -Steigerung der deutschen Landwirtschaft und daneben auch zur Herbeiführung der Wettbewerbsfähigkeit dieses bedeutenden deutschen Industriezweiges auf dem Weltmarkt gerichtet. Der Verband tritt am 23. Februar mit einer Tagung im ReichswirtSchaftsrat vor die Deffentlichkeit. A.-G. vorm. 3. C. Spinn u. Sohn. Die stundenlangen Erörte rumgen, die auch die geftrige Generalversammlung fennzeichneten, bewiesen wieder, daß Bilanzen fehr häufig dazu da find, Tatsachen zu verschleiern. Die Bilanz per 31. März 1925 schließt mit einem Berlust von 336 390 m. bei einem Aftientapital von 565 000 m. Da in der Goldbilang erhebliche innere Reserven vorhanden waren, die in der Bilanz verschwunden sind, sind auch hier Verluste entstanden, die bilanzmäßig gar nicht zum Ausdrud tommen. Um die Bankschulden zu beden, hat die Gesellschaft auf ihr Grundstüd, Waffertprstr. 9, eine Hypothet von der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbant aufgenommen. Sie belam fein bares Geld, sondern Pfandbriefe, die ihr mit 89 Broz. abgerechnet wurden. Sie will nun ihr Grundstück verkaufen, um die Zinslaften zu verringern. Die Gesellschaft steht unter Geschäftsaufsicht, und hat ein Moratorium von 10 Monaten von ihren Gläubigern erhalten. Das Unternehmen hat für ihre Bronzegußartifel in erster Linie Automobil- und Flugzeugindustrie als Kundschaft. Diesen Betriebszweigen geht es bekanntlich schlecht. Darunter leidet auch die Gesellschaft. Sie hat ihren Betrieb eingeschränkt und hat mit allen Arbeitern und Angestellten, die in einem Kündigungsvetältnis zur Firma stehen, die Vereinbarung getroffen, daß die Arbeitszeit und damit auch die Bezüge um die Hälfte ge= türzt werden. Die Angestellten in gehobener Stellung, Brofuriften und Direttoren, die einen langfristigen unfündbaren Bertrag haben, werden von diesem Abkommen nicht getroffen. Sie erhalten ihre Bezüge ungekürzt weiter. Auch hier ist wieder der Beweis, daß die Leidtragenden der wirtschaftlichen Krisis in erster Linie die proletarischen Arbeitnehmer find. Die neue estnische Agrarreform. Die estnische Staatsversamm lung hat in dritter Lesung das Landreformgesetz betreffend die Neuregelung des Besizes von Pachtland angenommen. Nach dem neuen Gesez gehen Pachthöfe bis zur Größe Don 50 Hettar sowie sonstige verpachtete ländliche Anwesen bis zur Größe von 5 Heftar in das freie Eigentum des Bächters über, wenn das Gut, von dem der Bachtbefiz a b getrennt ist, größer ist als 20 Heftar. Die Neureglung kann sowohl auf Ansuchen des Besizers, wie auch des Pächters eingeleitet werden. Die Vermittlung übernimmt eine in jedem Kirchspiel eigens eingesetzte Kommission. Der Staat bezahlt das vom Hauptgut abgetrennte Land dem Eigentümer in drei Jahresraten. Die vormaligen Bächter erstatten zwei Drittel des Wertes dem Staate in 36 Jahres raten zurück. Durch das Gesez werden etwa 10 000 tändliche Anwesen betroffen. Die Landbesitzer haben natürlich, gegen die Annahme gestimmt. Übler Mundgeruch wirtt ab Stoßend. Häßlich gefärbte Zähne entstellen bas schönste Antlig. Beide Schönheitsfehler werden sofort in voll Lommen unschädlicher Weije beseitigt durch die Zahnpaste Chlorodont, REICHS- KREDIT- GESELLSCHAFT AKTIENGESELLSCHAFT- BERLIN Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1925. Das Jahr 1925 hrachte für die deatsche Wirtschaft besonders große Schwierigkeiten mit sich. Trotz starker Erschütterungen machen sich indessen Ansätze zu einer allmählichen Gesundung unseres Wirtschaftslebens bemerkbar. Wir haben bereits in unseren Berichten aber Deatschlands wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 1925" und über Deutschlands wirtschaftliche Lage an der Jahreswende 1925/26" dargelegt, daß die Produktion um die Mitte 1925 etwa die Ziffern von 1913 erreicht hatte, daß aber der Absatz noch nicht auf die Höhe gekommen, war, die ihm in der Vorkriegszeit ein kantkräftigerer Binnenmarkt und ein größerer Export ermöglicht hatte. Infolgedessen ist in der zweiten Jahreshälfte die Produktion wieder zurückgegangen. Wenn auch eine gewisse Neubildung von Kapital unverkennbar ist, so war doch die deutsche Wirtschaft im Berichtsjahre genötigt, in erheblichem Ausmaße Kredit im Auslande aufzunehmen. Im Ausland sind an deutschen öffentliches and privates Anleihen etwa 13 Milliardes Reichsmark aufgelegt worden. Besonders im zweiten Halbjahre, das eine Entspannung der politischen Verhältnisse in Europa brachte, wuchs das Interesse des Auslandes an der deutschen Wirtschaft. An solchen langfristigen Anlagen haben, sowelt bekannt, gewährt: Vereinigte Staaten von Amerika England. Holland Schwelz. Schweden 1925 L Halbjahr Halbjahr Zusammen Mill RM. nom.( ohne refund Anl.) 1088 951 1320 Die Höhe der Beteiligung des englischen Kapitals hi so beachtenwarter, als das englische Embargo auf Auslandsanleihen arst Antang November aufgehoben warde. Wir sehen in dieser Aufhebung eine Maßnahme von nicht geringer Bedeutung für die internationale Kapitalvermittlung. Der hohe Realzins, der den ausländischen Zelcb= Bern gewährt werden wußte, hat im vergangenen Jahre im allgemeinen noch keine Minderung erfahren. Die Verzinsung ist gegenüber der Rente, die von den ausländischen Zeichners in cigsoca Lande erzielt wird, noch immer sehr hoch. Von großer Bedentung für die Gestaltung der Lage auf dem Kapitalmarkte und insbesondere auf dem Geldmarkte war die Entwicklung der Handelsbilanz Sie zeigte zu Beginn des Jahres eine starice Passivität, bat sich aber in den letzten Monaten erheblich gebessert. Die günstige Ernte und Zurückhaltung bei der Wiederantfalteng der Lager haben sa diesem Ergebnis wesentlich beigetragen. Ein Vergleich der Zinssätze in Deutschland, den Vereinigten Staaten von Amerika and England ergibt folgendes Bild: Deutschland Monatsgeld. Reichsbankdisk. Privatdiskont Tägliches Geld Vereinigte Staaten von Amerika Rendite von 10 Eisenbahnobl. Privatdiskont England Privatdiskont. Januar Fabr. Zinssätze 1925. มา พ April jung FW Monatsdurchschnitte in Proz August Sept. Oktob. Nov. Des 11,28 11,92 11.26 10,13 10,48 10,68 10,87 10,84 10,39 10,82 10,65 10,29 10 10 9 9 8,31 8,01 8,00 8,00 7,97 7,76 7,88 7,68 7,18 7.09 6,78 6,75 9,99 10,57 8,97 8,49 8,78 8,79 9,46 9,00 8,85 9,41 8,40 8,20 4,61 4,54 461 462 4.55 455 455 466 462 462 462 4,60 3,00 8,12 3,25 3,17 2,18 2,19 3,19 2,19 3,38 3,44 3,44 1,44 0 3,80 3,34 4,52 3) ab 26. H. 25. Dividendenerklärungen im Jahre 1925 von Gesellschaften, deren Aktien an der Berliner Börse amtlich notiert werden. Es erklärten Dividende: Wirtschaftszweige Banken. Bahnen. Brauereien Industrie gesellschaften Schiffahrts gesellschaft. Versicherungsgesellsch 0% 1-5% 6-7% 8-10% b.10% Ges- Z Anzahl in der erf. Ges. d. Wirtsch.- Zw. Anzahl in% der ert. Ges. d Wirtsch- Zw. Anzahl in% der erf. Ges. d. Wirtsch.- Zw. Anzahl in% der ert. Ges. d. Wirtsch.- Zw. Anzahl in der erf. Ges. d. Wirtsch- Zw. Anzahl in der ert. Ges. 888888 d. Wirtsch.- Zw. 15 22 4 5,9 11 16,2 37 54.4 14 31,8 614,3 16 36,4 9 21,4 418 50,3 106 128 8 18,2 4 9,5 106 12,8 5 11,3 10 83,3 1 1,5 68 100 1 23 44 100 9 21,4 14 33,4 42 100 158 19,0 42 5,1 830 100 1 8,4 1 8,3 1 23 14 30.4 18 39.1 12 100 11 23,9 2 4.4 46 100 Summe 474 45,4 137 13,2 143 13,7 228 21,9 60 5,8/ 1042 100 Die Aktienkurse stiegen bis Ende Januar auf etwa 113% des Standes sa Beginn des Jahres and saxken in der Folge mit geringen Unterbrechungen bis Mitte November auf etwa 60%. Seitdem sind sie wieder im Ansteigen begriffen. Es war von großem Werte, daß das Ansland das Vertrauen zu der Entwicklungsmöglichkeit unserer Wirtschaft zurückgewann. Selme Käufe in Aktien and festverzinslichen Werten haben einem weiteren Sinken der Kurse entgegengewirkt und damit auch das deutsche Publikum angeregt, sich wieder as börsenmäßigen Anlages in bescheidenem Ausmaße za interessieren. Aufgabe der Banken wird es sein, diese Bewegung in die richtigen Bahnea su lenken und verfügbare Kapitalien produktiver Verwendung zuzuführen. Mehr denn je bedarf die deutsche Wirtschaft der vermittelnden Tätigkeit der Banken. Die Geschäftstätigkeit der Reichs- Kredit- Gesellschaft Aktiengesellschaft hat im Berichtsjahr eine Steigerung erfahren. Der Umsatz auf einer Seite des Hauptbuchs, der im Vorjahre 22,2 Milliarden Reichsmark betragen hatte, belief sich im Jahre 1925 auf 28,6 Milliardes Reichsmark, Die Bemühungen, den Geschäftsverkehr und den Bankbetrieb z vereinfachen, ermöglichtes es, die erhöhte Arbeitsleitstung ohne Vermehrung der Zahl der Bankangestellten durchzuführen. Das letztes Jahresbericht erwähnte Oeschift in unverzinslichen Schatz anweisungen des Deutschen Reichs hat im Jahre 1925 wesentlich geringeren Umfang angenommen. Dementsprechend hat sich der Bestand an E- Schätzen vermindert. Dagegen erfuhr das Diskontgeschäft in Warenwechseln und Bankakzepten eine erhebliche Zunahme. Eigene Akzepte haben wir nicht gegeben. Das Effekten kommissionsgeschäft ist der allgemeinen Entwicklung entsprechend im Berichtsjahr zunächst zurückgegangen. In den letzten Monaten des vergangenen Jahres trat eine gewisse Belebung des Geschäftes ein, durch die auch die Effektenumsätze unseres Institutes wieder gesteigert werden. An der Liquidationskasse für Termingeschäfte an der Berliner Börse and an der Einrichtung des erweiterten Effekten- Giro- Verkehrs haben wir uns beteiligt. Das Devisengeschäft, insbesondere der Arbitrageverkehr mit den wichtigsten Patzen, konnte weiter ausgebaut werden. Das Konsortialgeschäft hielt sich auch im Jahre 1925 ha engen Oremsen. Wir haben wiederholt an der Vermittlung ausländischer Anleihen für die Aktiva Kasse, Sorten und Kupons Guthaben bel Reichsbank, Postacheckamt und Kassenverein Schecks, Wechsel und unverzinstiche Schats anweisungen. . Guthaben bei Banken und Banklers Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf Waren u. Warenverschiffungen 4,30 3,06 1,00 3,35 336 488 Sonstige Schuldner davon gedeckt. Elgene Wertpapiere. Konsortialbeteiligungen Dauernde Beteiligungen und Bankfirmen Bankgebäude Sonstige Immobilien Mobilien Transitorische Posten Avale und Bürgschaftsschuldner Die teils freiwillige, tells andreiwillige Umbildes großer In striegruppen hat eine allgemeine Beenruhigung des WirtschaftsJebens hervorgerufen, die leicht hätte verhängnisvoll werden können, wenn die Banken nicht in wichtigen Fällen mammengetreten wären, um die notwendigen Reorganisationes in geordneten Formen durchzuführen. Auch wir haben uns in verschiedenen Fällen hierbei beteiligt. Infolge der durch die erwährtes Uusbildungen hervorgerufenen Beunruhigung sind größere Beträge dem Kapitalmarkte entzogen und dem Geldmarkte zugeleitet worden. Hierdurch wurde die Entspannung auf dem Kreditmarkte, zu der die inländische Kapitalbildung und Aufwand die Kapitalzufuhr aus dem Auslande Veranlassung gaben, zunächst antgehalten. Erst gegen Jahresende und zu Beginn des neuen Jahres hat sich die Verbesse rung der Liquidität in einer Erleichterung auf dem Kreditmarkte und in einer Verringerung der Zinssätze, insbesondere für kurzfristige Anlagen, ansgewirkt. Die dabei eingetretene Vergrößerung der Spanne zwischen den Zinsen für kurzfristige und langfristige Anlagen bat einen Anrels geschaffen, Kapitalien wieder in stärkerem Maße langfristigen Anlagen zuzuführen. Die durch die Umbildungen hervorgerufenen Erschütterungen der Wirtschaft batten mit all ihren Folgen und im Verein mit dem allgemeinen Streben nach größerer Liquidität auch die Börse in starke Mitleidenschaft gezogen. Der hieraus resultierende Kursdruck verschärfte sich, als erkennbar warde, daß bei deutsche Wirtschaft mitgewirkt, insbesondere an den Andethes, die die Elektro werke Aktiengesellschaft und die Vereinigte Industrie- Unternehmungen Aktiengesellschaft in den Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen haben. Unter unserer Führung wurde kurz vor Jahresschluß ein internationales Konsortium zur Finanzierung von Stickstoffverkäufen an die deutsche Landwirtschaft gebildet. In der vorliegenden Blianz sind unter Guthaben bei Banken und Bankiers aar die Nostroguthaben und an erste Banken ausgeliehene Gelder aufgeführt. Im Konsortialkonto sind in dieser Bilanz die dauernden Beteiligungen an industriellen Unternehmungen mitenthalten. Die Geschäfte der Deutsche Revisions- und Treuhand- Gesellschaft m. b. H. sind mit Wirkung vom 1. Januar 1925 auf die Deutsche Revisions- und Treuhand- Aktiengesellschaft übergegangen. Unseren Besitz an Aktien dieses unter Erhöhung des Gesellschaftskapitals von 15 000 Mark auf 1 Million Reichsmark Anfang 1925 gegründeten Unternehmens haben wir im Laufe des Jahres an die Vereinigte Industrie- Unternehmungen Aktiengesellschaft verkauft. Unter den dauernden Beteiligungen haben wir diesmal in der Bilanz lediglich die Beteiligunges an anderen Banken und Bankfirmen aufgeführt. Hierzu gehört unsere Beteiligung an der Deutsche Versicherungsbank A.-Q., der Deutsche Verkehrs- Kredit- Bank A.-Q., dar Deutsche Orient- Bank A.-Q. und an der N. V. Bank van L. Behrens& Söhne in Amsterdam. Die aus dem Konsortial- und Effektengeschäft erzielten Gewinne baben wir sur Stärkung unserer inneren Reserven verwandt. Die Gewinn- und Verlustrechnung ergibt einen Reingewinn von RM 5 460 357,90 Wir schlagen vor, davon zu verwenden: für den gesetzlichen Reservefonds 9 RM 2 000 000 RM 1 000 000 für Abschreibung auf das Bankgebände a für den Angestellten unterstützungsfonds... RM 250 000 RM 3 250 000, RM 2 210 357,90 Nach Ausschüttung von 6% Dividende und der satzungsmäßigen Tantieme an den Aufsichtsrat soll der verbleibende Rest von RM 377 024,55 auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der Vorstand der Reichs- Kredit- Gesellschaft Aktiengesellschaft Heimann Landauer Lenzmann Ritscher Scheibner Simmonds Kutschenreuter Post Seegall Bericht des Aufsichtsrates. Dem vorstehenden Bericht des Vorstandes schließen wir uns an. Die Bilanz ist in unserem Auftrage durch die Deutsche Revisions- and Trenhand- Aktiengesellschaft geprüft worden. Im Laufe des Berichtsjahres legten Herr Reichsminister a. D. Dr. ing. e. h Heinrich P. Albert und Herr Otto Henrich ihr Amt als Mitglieder des Aufsichtsrates nieder. Herr Dr. Albert hatte selt Gründung der Aktiengesellschaft den Vorsitz im Aufsichtsrat geführt und das Unternehmen, an dem er regsten Anteil nahm, wesentlich gefördert. Wir sprechen auch an dieser Stelle den aus unserer Mitte ausgeschiedenen Herren für ihre Mitarbeit unseren wärmsten Dank aus. Im Laufe des Berichtsjahres sind neu in den Aufsichtsrat eingetreten die Herren Staatssekretär Pischer, Geheimer Kommerzienrat Dr. Conzad Kraemer Borsig. Direktor Hans Dr. Hermann Schmitz Berlin, den 30. Januar 1926. VOR C 17 Bilanz zum 31. Dezember 1925 Der Aufsichtsrat, Pischer RM RM 2116 601,80 83 043 666,11 168 548 880,77 70 851 880,57 Aktienkapital Reservetonds Gläubiger 60 and Kommerzienrat RM Passiva RM 24 028 904,62 7071 406,68 128 089 914,08 davon fallig bis zu 7 Tagen Wochen darüber hinaus Angestellten- Unterstützungsfonds Transitorische Posten Avale und Bürgschaftsverpflichtungen Gewinn: Vortrag aus 1924, Reingewinn 215 082 881,18 84 605 077,96 147 721 413,49 80 000 000, 8 000 000, 897 418 822,63 160 000, 1239 899,92 109 973 629,07 1 900 000, Banken 1290 000, 1 180 000, 6000 000, 11886 178,83 8180 880.91 442 269 080,45 Gewinn- und Verlustrechnung zum 31. Dezember 1925 Handlungsunkosten und Steuern Gewinn RM 4691 745,24 5460 357,90 Vortrag aus 1924 Zinsen, Devisen und Sorten Provisionen 10 152 103,14 Berlin, den 30. Januar 1926 Vorstehende Bilans sowie Gewinn- und Verlustrechnung haben wir ge prüft und mit den ordnungsmäßig geführten Büchern in Uebereinstimmung gefunden. der Mehrzahl der Aktien die zu erwartende Reste, an den Zinsverhältnissen Deutsche Revisions- und Treuhand- Gesellschaft in Deutschland gemessen, sehr gering sein würde. Wir geben nachstehend eine Aufstellung über die Dividendenerklärungen des Jahres 1925. Aktiengesellschaft Dr. Adler Otto Meyer Zeilzahlung. Rinderwagen. V Zellzahlung. Buppenwagen 8 130 830,91 265 671,26 5194 686,64 5460 857,90 442 269 080 45 Ertrag RM 265 671.26 6749 580,97 8 186 900.91 10 152 103,14 Beleuchtungs körper aller Art. nach sechs monatlicher Miets Thr Eigentum. PRaddatz& Co W66.Leipzigerstr 122-123 Deutscher Metallarbeiter- Verband Sonntag, den T. Februar, mittags 10 2hr. im Berbandshause, Linienfte. 83/85: Vollversammlung fämil. Kollegen Schmiede aus den Groß-, Mittel-, Aarofferie-, Fuhrwerts- und Innungsbetrieben. Tagesordnung: 1. Stellungnahme au michtigen Berufsfragen in der Branche. 2. Berschiebenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Achtung Eisen-, Revolverdreber, Achtung! Rundschleifer and Dreherinnen! Dienstag, den 8. Februar, mittags 12 2hr, im Rosenthaler Sof Rofenthaler Straße 11/12: Versammlung der arbeitslosen Branchenangehörigen. Geht's dir kläglich nimm 2 x täglich Dr. Schröder's Aufbausalz Wissenschaft und Nährsalzfrage 3. Dr. med. G. Feichtinger schreibt: TAGLICH Es ist heute eine längst vollendete, anerkannte Tatsache, dass die anorganischen Stoffe wie Chlor, Eisen, Fluor, Kalk, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Schwefel, Kieselsäure, ( Silicea) usw. für die innere Zusammensetzung und für die formgebende und artbedingende Grundlage der Gewebe ebenso unentbehrlich sind, wie Zucker, Fett und die Eiweisstoffe." PRISE Dr. SCHRODER'S AUFBAU SALZ Haten Sie sich vor minderwertigen Fabrikaten ausländischer Herkunft. GANZES LEBEN JUGEND Vita" Vertriebs- Handelsges. m. b. 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