Abendausgabe Nr. 6043. Jahrgang Ausgabe B Nr. 30 = Vorwärts Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-2 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Freitag 5. Februar 1926 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Die Verschwörung. Die Fememörder, ihre Begünstiger und ihre Helfer. ist im Besitze des gesamten Materials. Es gibt ein System der Fememorde. Es gibt ein System| der Deffentlichkeit geführt hat? Das Reichsjuftizministerium der Vertuschung der Fememorde, das weiteste Kreise zieht. Es ist eine Verschwörung. Die Verschwörung reicht bis in den Justizapparat hinein. Diese Verschwörung ist verbrecherisch. Sie bedroht das Staatsinteresse. Es sind Justizkreise an der Verschwörung beteiligt. Diese Beteiligung ist Mißbrauch der Amtsgewalt. Sie gehört vor den Strafrichter. Wir fragen die preußische Just iz verwaltung, was sie zu tun gedenkt, um im Intereſſe des Staats und des Rechts die Verschwörung aufzudecken des Staats und des Rechts die Verschwörung aufzudecken und zu zerstören? Das Bild, das sich nach dem Berliner Fememordprozeß ergibt, ist das folgende: es hat eine Schwarze Reichswehr eriſtiert. Diese geheime militärische Organisation stand in enger Verbindung mit der Reichswehr. Zum Schutze des Geheimnisses find Verräter und Berdächtige auf Befehl ermordet worden. Als die Verbrechen ruchbar wurden, hat die Kriminalpolizei eingegriffen. Sie hat unmittelbar Schuldige dem Richter zugeführt. Das Gericht hat gegen sie unter strengstem Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt trok des Verlangens von Reichs- und Staatsregierung nach Deffentlichkeit. Für die Angeklagten hat sich eine unbekannte Stelle interessiert. Sie hat Geld für die Berteidigung gegeben. Sie hat nationalistische Verteidiger besorgt gegen den Willen von Angeklagten. Sie hat Berteidiger verdrängt, von denen sie annahm, daß sie den Zusammenhängen zur Leitung der Verschwörung nachspüren würden. Der Staatsanwalt, dem sich ein Belastungszeuge gegen einen Angetlagten anbietet, der des Befehls zum Morde verdächtig ist, weist den Belastungszeugen ab mit der klassischen Frage: Warum wollen Sie den Mann belasten? Dieser Staatsanwalt hat sich der Begünstigung schuldig gemacht. Das Gericht vermeidet, den Zusammenhängen nachzugehen. Das Gericht hat der Bertuschung und Verdunkelung Borschub geleistet. Weitere Einzelheiten werden bekannt. Der eine der Fememörder, der als nicht ganz zuverlässig gilt, wird an geschossen. Er erhält Drohbriefe. Die Drohbriefe sind aus den Akten des Amtsgerichts Soldin verschwunden... Ein Angeklagter wendet sich an einen Verteidiger. Der Brief braucht aus dem Untersuchungsgefängnis bis zum Verteidiger zehn Tage. In der Zwischenzeit kann die unbekannte Stelle einen von ihr bezahlten Verteidiger vorfchieben. Eine Verschwörung arbeitet. Sie will das System verbergen. Sie will die wahrhaft Schuldigen dem Richter entziehen. Sie will verdunkeln. Angesichts dieser Sachlage zieht ein Gericht den Schleier strengsten Geheimnisses über seine Berhandlung! Man rede: nicht von höherem Interesse, von Schutz des Staatsintereffes! Das System, das verdunkelt werden soll, steht im Widerspruch zu der amtlichen Politik der Reichs regierung. Die Justiz, die sich um seine Berdunkelung be müht, arbeitet gegen die Friedenspolitik der Regierung, gegen ihr Ansehen. Sie treibt Politit gegen die Reichspolitik. Sie fügt fich ein in ein System, das einen Staat im Staate bilden wird, wenn es geduldet wird. Einen Staat der Revanche idee, des Spiels mit Geheimorganisationen, die als Mittel der Revanchepolitik gedacht werden. Diese Geheimorganifationen find in früheren Jahren mit dem Landesver ratsparagraphen gegen Aufdeckung geschützt worden. Eine Regierung, die diese Methoden der Justiz heute noch gestatten würde, würde sich der Unehrlichkeit und Doppelzüngigkeit verdächtig machen. Das Staatsinteresse duldet nicht, daß die Justiz Politik auf eigene Fauft im Geifte der Revanchespielerei macht. Das Staatsinteresse erfordert die Rerstörung dieser Verschwörung, die zu einem Staat im Staate zu werden droht und auf Verbrechen aufgebaut ist. Ist das preußische Justizministerium bereit, die Anschuldigungen gegen Justizbeamte zu verfolgen, die im Zusammenhang mit dem Berliner Fememordprozeß erhoben worden sind? Ist es bereit, dafür zu sorgen, daß die Berliner Methoden der Bertuschung in kommenden Fememordprozessen nicht angewandt werden? " Eine Parallele drängt sich auf: in Sachsen wird ein Staatsanwalt wegen Begünstigung angeflagt und prozessiert, weil er nicht Anklage gegen einen Redakteur erhoben hat, der einen General in der Presse beleidigt haben soll. In Berlin darf ein Staatsanwalt einen sich anbietenden Belastungszeugen gegen einen der Anstiftung zum Mord Beschuldigten abweisen mit der Frage: Warum wollen Sie den Mann belasten?" und gegen diesen Staatsanwalt wird fein Verfahren ein geleitet. Was gedenkt die preußische Justizverwaltung zu tun? Der Schweriner Fememordprozeß hat tiefe Beunruhigung in die Deffentlichkeit getragen. Troß aller Dunkeltammerpolitik hat er genug erkennen lassen, daß sich die Oeffentlichkeit des Verdachts bemächtigt hat: es ist ein System, das die Werkzeuge des Fememords aufs Schafott liefert, die Auftraggeber aber und die moralisch Schuldigen schont. Der Berliner Fememordprozeß hat diesen Eindrud verstärkt, und heute fagen wir: es ist nicht mir ein System, es ist eine Ber schwörung! Die Justiz versagt. Staatsinteresse und Rechtssicherheit sind bedroht. Was gedenken die Regierungen zu tun? Die Rolle der Verteidiger. Die nächsten Verwandten der im Fememordprozeß zum Tode Berurteilten teilen mit, daß die Berteidiger den Angeklagten auf gedrängt worden seien. Sie hätten aus einer unbekannten Quelle jeder 500 m. erhalten. Der Angeklagte Aschen fampf wollte sich durch Rechtsanwalt Themal verteidigen lassen, der sich im GrütteLehder- Prozeß um die Aufdeckung der Beziehungen zu den Hinter männern bemühte. Darauf ereignete sich folgendes, was Dr. Themal in einem Briefe an die Bossische Zeitung" mitteilt: " Mitte Januar hat tatsächlich Aschenkampf an mich geschrieben und um meinen Besuch gebeten. Der Brief ging zehn Tage vom intersuchungsgefängnis bis zu mir. Als ich Aschenkampf aufsuchte, erfuhr ich, daß unterdessen Rechtsanwalt Dr. Sad dort gewesen sei und ihm eine Berteidigung angeboten habe. Als Aschentampf erklärte, er habe sich bereits an mich gewandt, erwiderte Dr. Sad, daß das ganz gleichgültig sei; er wolle ihm einen anderen Berteidiger verschaffen. Ajchenkampf fragte:„ Und wie ist es mit der Bezahlung?" Worauf Dr. Sad antwortete:„ Das braucht Sie nicht zu interessieren, die Sache ist bereits geregelt" Es war Rechtsanwalt Dr. Sad, der den Ausschluß der Deffentlichkeit im Prozeß beantragte und dessen Antrag das Gericht folgte. Aus den Akten verschwunden. Bezeichnend für die Mittel, mit denen die Feme arbeitet, ist die Tatsache, daß auf den inzwischen verurteilten Aschenkamp, den seine Genoffen für einen unzuverlässigen Mitwisser hielten, bereits im Dezember 1923 ein Mordversuch gemacht worden ist. Afchentamp war damals Forstschutzbeamter in Kraazen( reis Soldin). Da er mehrere Drohbriefe erhielt, mandte er sich in seiner Angst an den Gemeindevorsteher Hachtmann in Rraazen, legte ihm die Briefe vor und ließ ein Protokoll aufnehmen. Wenige Wochen später wurde, als er sich auf einem Dienstwege befand, ein Anschlag auf ihn verübt. Aus dem Hinterhalt wurden mehrere Schüsse auf ihn abgegeben, von denen ihn einer in den Arm traf. Die Täter enttamen. Merkwürdigerweise sind die Droh briefe, die an das Amtsgericht Goldin weitergereicht worden waren, aus den Atten verschwunden. Um den Vorgesetzten gerecht zu werden.. In einem Briefe, den der zum Tode verurteilte Stein am Tage vor der Verhandlung an seine Frau geschrieben hat, heißt es: Bloch und Goebel. Die erfundene Erpressung. Die Rechtspresse fährt fert, von dem„ Kronzeugen" Goebel und seinem„ Erpressungsversuch" beim Rechtsanwalt Bloch zu sprechen. Das ist ein ganz übles Ablenkungsmanöver. Kronzeuge" Goebel ist von dem Bombe- Gericht überhaupt nicht ver= nommen worden. Der Mann ist ein ehemaliger Student, der durch den Krieg zur Unterbrechung seiner Studien gezwungen wurde und im Felde durch Verschüttung eine Nervenerkrankung erlitt, die sich noch heute in schweren Gesichtszuckungen äußert. Diesen Kriegsverletzten, der im„ Bataillon Senden" für würdig befunden wurde, Bataillonsschreiber zu spielen, will die dem Anwalt Bloch gefügige Preise jezt als ein feiles Subjekt hinstellen, dem keine Glaubwürdigkeit beizumessen sei. Warum? Weil Goebel über die Ermordung des Feldwebels Wilms und über die Beteiligung des Oberleutnants v. Senden bei der Polizei und zwar schon im November- Angaben gemacht hat, die für die Verteidiger des S.- R.- Kommandanten sehr peinlich sein müssen. Deswegen will man Goebel unglaubwürdig machen, indem man ihm Erpreffung nachredet. In Wirklichkeit so haben Goebel und Schyra bei ihrer Bernehmung angegeben habe Rechtsanwalt Blod) ihn geradezu gedrängt, eine Summe zu nennen, die er brauche. und erst nach langem Widerstreben habe er sich bereitgefunden, 200 M. zu sagen. Als aber dann auch noch eine eidesstattliche Versicherung gefordert wurde, daß Goebel über seine Kenntnis ich weigen werde, hat Goebel sich entschieden geweigeri. Dann hat Bloch die Verhaftung eingeleitet, nachdem er Goebel und Schyra noch einmal zu sich bestellt hatte. Goebel ist aber nicht zum zweitenmal gekommen, konnte also auch nicht bei dem zweiten Besuch höhere Forderungen stellen, wie die dienstwillige Sugenberg- Bresse meldet. Vielmehr wurde Goebel in einer Wirtschaft in der Taubenstraße festgenommen. Die Tatsache, daß sowohl er als sein Freund Schyra, der sich um einen Landaufenthalt Goebels bemühte, noch am gleichen Abend freigelassen wurden, sagt deutlich, was von dem„ Erpresser" märchen zu halten ist. Es handelt sich offensichtlich um einen der bösartigsten Ber dunfelungsversuche, zu dem sich gewiffe Rechtsblätter wieder einmal hergeben! Der Thüringer Justizskandal. Die Beeinfluffung durch die„ Ordnungsregierung" gerichtsnotorisch. Jena, 5. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Vor dem gemeinschaftlichen thüringischen Schöffengericht in Jena wurde am Donnerstag der Beleidigungsprozeß der thüringischen Regierung gegen den verantwortlichen Redakteur unseres Jenaer Parteiblattes verhandelt. Der Genosse Deerberg war angeflagt, im Anschluß an den Loebprozeß durch verschiedene Artikel, die sich mit dem Justizskandal in Thüringen beschäftigten, die thüringische Regierung insgesamt und den thüringischen Juſtizminister für sich beleidigt zu haben. Nach mehr als zwölfstündiger Verhandlung, die ein geradezu erschütterndes Bild von den Ver. hältnissen in der Weimarer Staatsanwaltschaft entrollte, verkündete das Schöffengericht abends gegen 11 11hr folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen übler Nachrede in Tateinheit mit Beleidigung zu 750 M. Geldstrafe oder zu drei Monaten Gefäng nis verurteilt. Außerdem wurde die Publikationsbefugnis beschlossen. Die Urteilsbegründung nahm ausführlich zu den Ergebnissen der Beweisaufnahme Stellung, und erklärte, daß zweifellos gewisse Beeinflussungen der Staatsanwaltschaft durch nichtzuständige thüringische Regierungsorgane vorgekommen feien, daß insbesondere der thüringische Finanzminister an dem Strafverfahren gegen den ehemaligen Staatsbankpräsidenten Loeb ein besonders auffälliges Intereffe an den Tag gelegt habe. Aber der Wahrheitsbeweis im Sinne der Behauptungen des Angeklagten soll nicht geführt sein. Er durfte nicht, so heißt es in dem Urteil, von einem Just izskandal in Thüringen sprechen(!), in Weimar(!), denn in der Staatsanwaltschaft schwebe schon seir sondern nur von einem Skandal der Staatsanwaltschaft Monaten ein schwerer innerer Konflikt, der sich in ganz besonderer Weise auf die Erledigung der Strafverfahren der Staatssachen auswirke. Während der Oberstaatsanwalt Dr. Frieders Bedenken gegen sich sein Untergebener, der Staatsanwaltschaftsrat Ioel, wie er die Durchführung des Meineidsverfahrens gegen Loeb hatte, stürzte fagte, mit Begeisterung" auf den Meineidsprozeß gegen Loeb, um ihn unter allen Umständen mit einer Verurteilung enden zu lassen. Hinter dem Rücken des Oberstaatsanwalts wurde auch in verDas System der Verschwörung, der Verdunkelung, der Schwarzen Reichswehr, der Fememorde ist unvereinbar mit dem demokratischen Staat. Es richtet sich gegen das Wesen des demokratischen Staates, das Deffentlichkeit und Ehrlichfeit erfordert. Die Verschwörung bedroht das Staatsinteresse, fie bedroht die Rechtssicherheit. Sie zieht andere Verschwörungen nach sich. Neben die Fememorde in der Schwarzen Reichswehr treten die Fememorde in völkischen Kreisen. Man erinnert sich des Grütte- Lehder- Prozesses. Jetzt wird bekannt, daß ein Ermittlungsverfahren wegen Anstiftung zum Mord gegen den Reichstagsabgeordneten Bulle eingeleitet ift. Soll Herr Bulle auch von der Verschwörung gedeckt liebes Frauchen, ich bin fein Verbrecher und zähle mich auch nicht schiedenen Fragen mit dem Finanzministerium verhandelt und den werden? Es ist ein System! Die Deffentlichkeit hat kein Bertrauen mehr, daß die Justiz ihre Schuldigkeit gegen dies System tut. Die Politik des Bertuschens und Berschweigens ist ein ungeheuerlicher Standal. Jetzt ist es an der Reichsregierung und an der preußischen Staatsregierung, dem Skandal ein Ende zu machen, und mit harter Hand einzugreifen. Ist der Reichsjuftizminister bereit, der Deffentlichkeit das gesamte Material über den Berliner Fememordprozeß zu unterbreiten, nachdem das Gericht gegen den Willen der Reichsregierung die Berhandlung unter strengstem Ausschluß morbe angestiftet hat. Denn wir waren nur bestimmte „ Es wird sich ja herausstellen, wer die ganzen Feme Ausführende. Hätten wir es nicht getan, dann wären wir schließlich auch nicht mehr unter den Lebenden. Ich fann Dir mitteilen, daß ich unter dem äußersten 3 mange ge handelt habe. Du wirst ja selbst bei der Verhandlung zugegen sein handelt habe. Du wirst ja selbst bei der Berhandlung zugegen sein und wirft es erfahren, wie sich alles zugetragen hat. Habe Mut, mein zu denen. Nach dem Strafgesetzbuch bin ich einer. Was ich getan babe, ist nicht zu meinem Nuzen geschehen, auch nicht zu meinem Borteil, nur um meinen Borgefeßten gerecht zu werden. Unser Vater im Himmel weiß, wer die größeren Schuldigen sind, und er wird demnach auch sein Gericht halten." Ein Ermittlungsverfahren gegen Wulle. Gegen den Landtagsabgeordneten Wulle und mehrere Mitglieder der deutschvölkischen Parteileitung schwebt ein Ermittlungsverfahren wegen der Beschuldigung der Anstiftung und Begünftigung zum Mord, die im Grütte- Lehder- Prozeß gegen fie erhoben murde Staatsanwalt diese Berhandlungen und Verabredungen verheimlicht. Das Urteil billigt dem Angeklagten zu, daß er auf Grund des mehr als sonderbaren Berhaltens der drei Staatsanwälte Dr. Frieders, Floel und Müller die Ueberzeugung gewinnen fonnte, daß bei der Weimarer Staatsanwaltschaft, wie das ja auch wirklich der Fall war, etwas nicht stimmte. Rumänien lobt sich selbst. Die Agentur Orient Radio teilt mit: vertrag ist ein neuer Beweis für den friedlichen Geist Rumäniens Der dieser Tage abgeschlossene rumänisch- schweizerische Schiedsund seinen Wunsch, an der von der Menschheit unter der Aegite des Bölferbundes verfolgten Bolitik wirtjam teilzunehmen. Hanswürfte und Säulenheilige. Kommunisten unter sich. Weimar, 5. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der Donnerstag Nachmittagsfizung des Polizeiuntersuchungsausschusses verlangten die Kommunisten, daß die unter der jetzigen Regierung erfolgten Berbote ihrer Zeitungen ebenfalls untersucht werden. Der Ausschuß ging darauf ein. Bei dieser Gelegenheit wurde folgendes Schreiben bekannt gemacht, das seines Inhalts wegen allgemeines Interesse verdient: Gotha, den 16. Mai 1925. An die Zentrale der KPD. Berlin. Berte Genoffen! Am Donnerstag tagte in Gotha eine Funktionärsizung der KPD., Orisgruppe Gotha. Sie beschäftigte sich mit dem Berbot unserer Der Grund des Berbotes ist Seitung( Cothaer Boltsblatt"). ein Aufruf der Thüringer Bezirksleitung der Jugend zum Jugend tag in Ilmenau. Die Funktionäre waren einstimmig der Ansicht, daß eine Delegation bei der Thüringer Regierung vorstellig werden foll. Gewählt wurden die Genossen Willi Bed und Wilhelm Abesser. Zur Verhandlung sollte der verantwortliche Redakteur, Genoffe werden. Otto Geithner, thüringischer Landtagsabgeordneter, zugezogen Unterzeichnete wurden im Fraktionszimaner der KBD. Thüringen, Weimar, vorgestellt und ersuchten den Genossen Geithner, an der Verhandlung teilzunehmen. Genosse Geithner lehnte es ab mit der Begründung: Er sagte wörtlich:" Für die Hanswürfte, die ihr hingefeht habt als Redakteure. übernehme ich teine Berantwortung" und erklärte weiter:„ Bei den kommenden Gerichtsprozessen wird es sich zeigen, wer verantwortlicher Redakteur ist. Ich stede meinen Kopf nicht in die Schlinge. Nehmt ihr euren Säulenheiligen Tenner mit." Nach diesen Worten verließ er das Fraktionszimmer. Anwesend waren die Genossen Jatobi, ein nicht befannter Genoffe, und der Abgeordnete Engert als Beugen. Wir bitten um Entscheidung dieses Vorfalls. Abschrift ist zur Bezirksleitung Thüringen, Jena, abgegangen. Mit fommunistischem Gruß. Gez. Billi Beck, Wilhelm Abesser. Bei einer Beschlagnahme durch die Reichsanwaltschaft ist dieser Brief im Original in die Hände der Polizei gefallen an feiner Echtheit besteht also fein Zweifel. Das wahre Ziel der Kommunisten. Losowski als Helfer. Immer deutlicher tritt zutage, daß die Kommunisten die Aktion des Volksentscheids über die Fürstenabfindung nur benutzen wollen, um ihr leckes Schiff mit Hilfe der Sozialdemo traten wieder zu flicken. Die kommunistische Presse bringt tagtäglich Anbiederungsversuche an die sozialdemokratischen Arbeiter und an die„ Arbeiter des Reichsbanners", Bersuche, die mit der monotonen Aufforderung enden:" Sieht eure Führer zur Berant wortung, stellt die Einheitsfront her!" Losowski, der sowjetrussische Gewerkschaftsstratege, muß die im Interesse der Boljchewisten betriebene Zersplitterungsarbeit der deutschen Kommunisten anerkermen. In einem Auffaz„ Die Welle der Einheit wächst" sagt er u. a.: In Deutschland gelang es der KPD., die fozialdemokratische Front zu durchbrechen. Die Führer des ADGB., die vor wenigen Wochen noch an die Fürstenenteignung nicht einmal dachten und um so meniger gewillt waren, die Einheitsfront mit der KPD. mitzumachen, saben sich unter dem Druck der Massen gezwungen, auf das eine sowohl wie das andere einzugehen. In den deutschen Gewerkschaften wächst seit 1923 von neuem die revolutionäre Welle, die auf der Grundlage der Einheitsfront entsteht. Möglich, daß Losowski den Unfinn glaubt, den er da zusammen schreibt. Aber sicher ist, daß seine deutschen Gewährsmänner ihn gehörig hinters Licht führten. Sie bilden sich ein, die Einheitsfronttaftif diesmal zur Hebung der„ revolutionären Welle" besonders schlau angewandt zu haben, während in Wirklichkeit sie selbst auf dem besten Wege sind, im verlästerten Reformismus" zu versinken. Sozialdemokratische Arbeiter haben die Anbiederungsversuche der Moskowiter schon so oft und so deutlich abgewiesen, daß selbst Losomski das bemerkt haben tönnte. Ein Blick auf die letzten Wahlen die in Mecklenburg zeigt jedem, der sehen will, welche untergeordnete Rolle die KPD. im deutschen Bolle spielt. Der Garten Eden. Die Meineide der anderen. Ermittlungsverfahren gegen Ertl. München, 5. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Urheber bes Meineidverfahrens gegen den Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Luppe erleben jezt eine bittere Enttäuschung. Sie wollten Luppe durch ein Meineidsverfahren unmöglich machen, während jetzt der von ihnen benutzte Spieß auch gegen sie angewandt wird. Neuerdings ist gegen den Nationalsozialisten Stadtrat Ertl, einem wütenden Luppe- Gegner, ebenfalls ein Ermittlungsverfahren megen Meineid eröffnet worden. Bon einer Amtsent. hebung dieses Stadtrats hat man bisher aber noch nichts gehört. Die Sozialpolitik des Reiches. Beratungen im Haushaltsausschus.- Braund gegen reaktionäre Sparmaßnahmen. Im Haushaltsausschuß des Reichstags führte gestern nach der ausschuß und Spartommiſſar hätten auf dem Gebiete der Sozial Rede des Arbeitsministers Berichterstatter Hedy( S03) aus, Spar politit eine Arbeit geleistet, die von den schlimmsten Folgen für das Volk begleitet sein werde. Die Klagen des Reichsversiche. rungsamts, daß es seine Geschäfte infolge übermäßigen Abbaus nicht ordnungsmäßig erledigen fönne, seien berechtigt. Die ungerechte Behandlung eines Teils der Versorgungs. beamten müsse aufhören. Erfreulich sei, daß die Leitung des Ausschuffes für internationale Versicherung beim Arbeitsamt in Genf einem Beamten des Arbeitsministeriums übertragen worden sei, wovon er sich erfreuliche Rückwirkungen auf die Sozialpolitik des eigenen Landes als auch der anderen Staaten verspreche. Den Widerständen furzfichtiger Unternehmertreise gegen die Sozialpolitit sei das Ministerium nicht entschieben genug entgegengetreten. Die Erklärung des Ministers zum Problem der Erwerbslosen fürsorge sei ungenügend. Er ersuche insbesondere die Kurz arbeiterfrage in Angriff zu nehmen, die produktive Erwerbs. lesenfürsorge zu fördern und namentlich auch mit der Eisenbahnverwaltung wegen der Bergebung von Aufträgen unter Bereit stellung von Rotstandsarbeiten in Berbindung zu treten. Bei den Strantentassen müsse er fich gegen jeden Versuch, ihre Leistungen und ihren Wert herabzudrüden, wenden. Die Erklärungen des Ministers seien in dieser Beziehung nicht eindeutig genug Statistik und die Schaffung weiterer Sozialattachés bei den deut schen Auslandsvertretungen. Beamten, die im Ausland beschäftigt werden, müffe ohne Schädigung die Rückkehr zu ihrer Mutterbehörde fichergestellt werden. Mitberichterstatter Erfing( 3.) wendet sich gegen die Propaganda, die neuerdings von sozialreaktionären Kreisen gegen das Reichsarbeitsministerium entfaltet werde. Er wünsche eine Klarstellung, damit die von dem sogenannten Sparfuratorium gepflegte falsche Einstellung verschwinde, die sachlich nicht gerechtfertigt sei. Die Mittel für die Erwerbslosenfürsorge seien wesentlich zu erhöhen. In einem Schlußwort wendet sich Minister Dr. Brauns gegen die Auffassung, daß er etwa beabsichtige, irgendeiner Schmälerung der Leistungen und des Wertes der Krankenkassen das Wort zu reden. Der Entwurf für die Kurzarbeiterunter stützung sei bereits fertiggestellt. Die Entschließung des Rabinetts hierüber sei in Rürze zu erwarten. Den Eisenbahn arbeitern gegenüber vertritt das Reichsarbeitsministerium den Standpunkt, daß sie dasselbe Maß von Recht und Fürsorge wie jede andere Arbeiterkategorie zu beanspruchen hätten. Die besondere Gesezgebung für die Reichsbahn biete feinen Anlaß, die Reichsbahnarbeiter als Arbeiter minderen Rechts zu behandeln. Der Minister unterstreicht auch seinerseits die Bedeutung der Statistit, und die Forderung nach weiteren Sozialattachés. Sozialattachés hält der Minister besonders in den Ländern für notwendig, die bei der Ratifizierung des Londoner Abkommens eine ausfálaggebende Rolle spielen. Gegen die Stimmungsmache gegen das Arbeitsministerium habe er sich immer gewehrt. Sie fei trogdem fortgesetzt worden. Hier fomme es allein nicht auf das Wissen, sondern auf das Bollen an. Er habe alles Verständnis für Sparmaßnahmen. Im Ar. beitsministerium jeien 48 Proz. der Beamten abge. baut worden. Troßdem habe sich der neue Ausschuß des Reichstags jofort wieder mit dem Reichsarbeitsministerium beschäftigt. Er sei begierig, wo weitere Ausschüsse, die zur Durchführung von Sparmaßnahmen eingesetzt würden, beginnen werden. Das Bestreben, zu sparen fei gut und richtig; aber man müffe jegt aufhören, fagenhaft reicher Fürst von 75 Lebensjahren und bietet ihr seine Hand an. Es ist erstaunlich, wie gut die Verfasser es verstanden haben, Ein Bollsstück mit fejcher Romantif. aus den erfolgreichsten Schmarren der Weltliteratur ein neues Stüd Die Theaterdirektoren haben es nun satt. Mit der Literatur zufammenzustellen. Ein Stück Kolportage", und, verflucht noch mal, Männerftolz vor Fürstenthronen und eine Lehre nimmt der lodt man feine Rage ins Theater. Die Revue kostet zuviel, und die Zuschauer auch mit: es tommt nicht auf die Geburt an, sondern auf Klaffifer sind ein zweifelhaftes Geschäft. Kurzerhand entschließt sich ben inneren Menschen. Und ein Erfolg war es und wird es bleiben Herr Barnowski, endlich mal- Kunst hin, Kunst her was für die und, fein Zweifel, ein Film wird daraus gemacht werden. Das Rasse zu unternehmen und bringt im Komödienhaus einen diden Reißer heraus, einen mit Tempo und Humor und mit lauter Bomben- Bublikum war glücklich, und zwar mit Recht, über die famose flotte Titel zieht, nennen ihn die Verfasser Rudolf Bernauer und spielte eine Art verjüngte Räthe Dorsch mit allen Zeichen der Anrollen, und fürs Gemüt ist auch was dabei. Und damit schon der Regie Rudolf Bernauers und die prächtige Darstellung. Erika v. Thellmanns Tilly hieß der Erfolg des Abends. Sie Desterreicher Der Garten Eden, vier Rapitel mut, der Schelmerei und groß angelegter Wirkung auf die Tränenaus dem Leben eines unanständigen Mädchens. drüsen. Georg Alexander war ein entzüdender Privatdozent Das Mädchen ist gar nicht so unanständig, es ist ein Kind aus dem Brike, unter einer flattrigen Bluje schlägt ein stolzes Herz. Charakterlosigkeit der Rolle, sympathischem Wesen. Karl Ett Ihr Geld verdient sie als Tingeliangelsängerin, zunächst. Im Berlinger, ein famofer, unbedentlicher Bolizeikommissar, Heinrich lauf dieser künstlerischen Tätigkeit schlägt jie einem zudringlichen Schrot, ein ebenso bedentenloser Lebemann, und 31ta Grü. Generaldirektor eine Setiflasche an den Kopf. Dies ist beileibe fein ning, die Baronin und Kehrfrau, allerdings mit einigen Ueber. Nebenumiftand, sondern, wie der Zuschauer gleich im Beginn des treibungen, sowohl als Kehrfrau wie als Oberstengattin. Der Bei dritten Kapitels merft, der Angelpunft, um den sich die ganze fall mar stürmisch. Sache dreht. Tilly zerschlägt nämlich nicht nur die Sektflasche, sondern auch ihr Glüd. Das wiederum merft man erst ganz am Schluß des letzten Kapitels. Se dramatisch gesteigert ist das Stück aufgebaut. Ernst Degner. Ein gaunerndes Kirchenlicht. Bor mehr als einem Jahre erregte die in Kopenhagen erfolgte Berhaftung des Metho. distenbischofs für Standinavien, Bast, weit über die In dem Lingeltangel ist auch eine Reinemachefrau angestellt, Grenzen der standinavischen Länder hinaus großes Aufsehen. Baft eine Schlampe äußerlich, aber von vornehmer Herkunft. Obersten wurde beschuldigt, Gelder aus Sammlungen für wohltätige 3wede frau ist fie eigentlich und Baronin dazu. Die Bitwenpension legt sie für sich und seine Familie und Freunde verwandt zu haben. Nach Heller auf Bjennig zurüd, und wenn fie ihre drei Wochen Urlaub ausgiebigen Berhören und einer eingehenden Prüfung der Bücher bekommt, dann geht's per Luruszug an die Riviera, dann ist sie, und Akten der betreffenden methodistischen Organisationen hat die mie früher, die Dame von Belt, Frau Oberst und Baronin. So ist dänische Antlagebehörde nunmehr das Strafverfahren gegen den das Leben. Diesmal nimmt die Gute die aus dem Tingeltangel Bischof eingeleitet. Bast wird des Betruges in neun Fällen bezich hinausgeworfene Tilly mit, und nun fommt alles so, wie man es tigt, begangen durch Fälschung der Abrechnungen über aus dem auch im Stüd erwähnten Roman der Courts Mahler weiß. die verschiedenen Sammlungen, die er den Revisoren und der Def. An der Riviera, in einem vornehmen Hotel, lernt Tilly, die angeb fentlichkeit vorgelegt hat. Durch diese falsche Rechnungslegung soll liche Baroneß, ein Privatdozent v. Bernice( ,, Don" unterstrichen) er fich ein betrügerisches Einkommen von insgesamt 635 000 Stronen kennen und lieben. Ein riesig netter und furchtbar reicher Junge. erworben haben. Den größten Ueberschuß erzielte Bast durch Er will sie vom Fled meg heiraten, und nach lleberwindung einiger die Sammlungen der methodistischen Zentralfommiffion. Unter an hochanständiger Bedenken von seiten Tillys milligt sie auch ein. derem hat er in der Zeit von 1913 bis 1923 nach seinen Angaben Aber am Hochzeitstage, an dem auch der Kultusminister, und zwar 713 000 Stronen in Form von Weihnachtsgaben, Unterstüßungen ufm. als Brautführer, teilzunehmen zugesagt hat, erscheint der eingangs an die Armen abgeführt. In Wirklichkeit haben die Armen jedoch erwähnte Generaldirektor als Gast und Freund des Bräutigams, nur 372 000 Stronen erhalten, während Bast den übrigen Betrag der Generaldirektor mit der zerschlagenen Geftilasche nämlich. Und für Repräsentationszwecke, Administrationsunkosten usw. einbehielt. als Tilly ihrem Bräutigam ihre wahre Herkunft enthüllt, da kriecht Den zweitgrößten unredlichen Gewinn soll er sich mit seinem Do der Privatbozent aus Angst um seine Karriere in sich zusammen, ralblättchen Beuchtturm", bas der Bekämpfung Tilly appelliert an seine Liebe, aber endlich erfaßt sie der Efel vor des Altohols biente, verschafft haben. Er vertrieb dieses seiner Baschlappigkeit, fie reißt den ganzen geschenkten Blunder Blatt an eine Reihe von Organisationen, die es in dem Glauben abvom Leibe und wirft ihn der Gesellschaft vor die Füße, steht in nahmen, daß es feinen Ueberschuß bringe bzw. der Ueberschuß wohl Unterhöschen da, und in diesem Moment tommt der Minister. tätigen Einrichtungen zugute fomme. Die Nachprüfung der Bücher Damit endet das dritte Kapitel. Jm vierten haben die Verfasser hat aber ergeben, daß Bast rund 182 000 kronen an dem Blatt ver. einen hübschen und originellen Einfall gehabt. Während Baronin- dient hat. Weiter führt die Anflageschrift größere und fleinere BeMama und Baroneffe nicht wissen, wovon sie am nächsten Tage träge auf, die für Kinderheime, für verschämte Arme" und ähn leben sollen, hagelt es wegen der Sensation, die das forsche Berliche Zwede eingesammelt, aber von Baft ohne Buchung den behalten Tillys bei der vornehmen Hochzeit erregt hat, Anträge für treffenden Fonds entnommen wurden. In Deutschland dürfte es Rabaretts, für aftuelle Beitungsreferate, ja es tommt fogar ein besonders peinliches Aufsehen erregen, daß Baft auch aus einer in allgemeinen Tönen davon zu reben, man werde tontrete Angaben fordern müssen, wo gespart werden fönne. Dann würde sich bald herausstellen, ob es fich bloß um Sparsinn oder aber auch um reattionäre Tendenzen handle. Er spreche nicht von irgendwelchen Behörden, denn mit den Sparmaßnahmen beschäftigen fich ja auch andere Leute; aber er müsse sagen, daß er Sparmaßgegenüberstehe. nahmen, die im Hotel Adlon ihren Anfang nehmen, sehr skeptisch Herr Pompecki verbietet.. Ein Universitätsrektor gegen die Reichspolitik. In diesen Tagen fand in Berlin eine Erefutinfomiteefizung der Internationalen Akademischen Vereinigung für Völkerbundsarbeit statt. Aus diesem Anlaß war neben einem Empfang bei dem Reichsjustizminister Dr. Marg und bei dem Borsitzenden der Liga für Völkerbund, Graf Bernstorff, die Teilnahme der Egefutiofomiteemitglieder an einer Veranstaltung in der Ber liner Universität vorgesehen. Graf Bernstorff hatte es überreferieren. Von der Studentenschaft war den ausländiſchen Stunommen, dort vor der Studentenschaft über Völkerbundsfragen zu dentenvertretern eine Einladung zu dieser Veranstaltung zugegangen. Der Rektor der Universität, Prof. Pompei, hielt es für gut, entgegen dieser Einladung den betreffenden Herren die Teilnahme an dieser studentischen Veranstaltung zu ver. weigern unter dem eigenartigen Vorwande, daß nur Inhaber ron Studentenkarten an solchen Vortragsabenden zugelassen seien. Trot Intervention des Auswärtigen Amtes haben die am Abend sich dort einfindenden Herren erfahren müssen, daß ihnen eine Teilnahme an dem Vortrage nicht gestattet sei. Der Reftor soll, als ihm sogar von rechtsstehender studentischer Seite wegen seines Verhaltens Vorstellungen gemacht wurden, erklärt haben, er betrachte ein Vorgehen deutscher Studenten zugunsten der Ausländer als einen Vorstoß gegen die deutsche Wissenfchaft! Eine Aufklärung des höchst eigenartigen Sachverhaltes wäre dringend erwünscht, zumal der stramm deutschnationale Herr Reftor bereits darauf aufmertjam gemacht werden mußte, daß in der Bergebung von Räumlichkeiten und der Zulassung von Gästen Don feiner Seite ein höchst seltsames und menig gleichmäßiges Berfahren gegenüber Angehörigen der Linksparteien und der Rechtsparteien an den Tag gelegt werde. Es scheint uns auch Pflicht des Kultusministers zu sein, der häufig sein Interesse für internationale Bestrebungen geäußert hat, hier einmal energisch durchzugreifen, um wenigstens zu verhindern, daß in Zukunft durch so töricyte Bontottmaßnahmen die sich mühsam wieder anbahnenden fulturellen Verbindungen in tablicher Weise gestört werden. Die Branntweinmonopolverwaltung. Der Arbeitsplan des Untersuchungsausschusses. Der Reichstagsuntersuchungsausschuß für die Branntweins monopolverwaltung ftimmte heute der Gliederung des un fangreichen Stoffes auf vier Referate zu. Die einzelnen Referate wurden auf folgende Berichterstatter verteilt: 1. Organisation der Reichsmonopclverwaltung", Abg. Diez( 3); 2. Tätigkeit des Moncpolbeirats", Abg. Eggerstedt( S03); 3. Geschäftsführung, Breisgebarung usw.", Abg. Kulentampff( D. Bp.); 4" Sprit Schmuggel", Abg. schiebungen und Schwarzbrennereien jomie Der Ausschuß vertagte sich dann auf Frei. Dr. Breyer( Dnat.). tag, den 19. Februar. " Sozialistische Locarno- Jnitiative. Der Bollzugsausschuß der sozialistischen Bartei Franfreichs hat die parlamentarische Frattion ersucht, in der Rammer zu internenieren, um eine rafahe Ratifizie Das Deuvre" rung der Abfommen von Locarno zu erreichen. bringt einen Artikel, in dem es die gleiche Forderung stellt, mit dem Hinweis darauf, daß Franfreich das einzige Land sei, das die Abkommen noch nicht ratifiziert habe. Frauenwahlrecht in Frankreich. Die sozialistijdje Kammer frattion hat einen Antrag eingebracht, der für die Frauen aktives und passives Wahlrecht bei den Gemeinde- und Bezirkswahlen sowie den Barlamentswahlen fordert. Diefer Antrag foll bei der bevor. ftehenden Beratung der Bahlreform erörtert werden. Sammlung amerikanischer Methodisten für notleidende Kin. der in Mitteleuropa und von einer Summe, die ihm ein dänischer Pfarrer für Wiener Kinder übergeben hatte, einen Teil für sich verbraucht hat. Die Berhandlung gegen Bast soll Anfang März vor dem Schwurgericht in Kopenhagen stattfinden. Papieren eines französischen Brovinzverlegers fand man fürzlich Zolas unbekanntes Vorwort zu Germinal". Unter alten einen Brief Zolás, der bestimmt war, seinem Roman Germinal" als Borrede zu dienen. Aus verschiedenen Gründen ist dieser Brief bis. her unbekannt geblieben. Man wird ihn nicht ohne Bewegung fefen; seinen besonderen literarischen Wert erhält er aber dadurch, daß er das einzige Borwort darstellt, daß Zola selbst geschrieben hat. Er ist vom Dezember 1885 datiert und hat folgenden Wortlaut: die Bolksausgabe des„ Germinal" zu schreiben, mit deren Heraus „ Sehr geehrter Herr! Sie bitten mich, Ihnen ein Vorwort für gabe Sie beschäftigt find, und die dem Zweck dienen soll, in den Arbeiterfreifen der Provinz verbreitet zu werden. Ich kann es Ihnen nachfühlen, daß Sie angesichts des bösen Rufs, den die Benfur über mein Wert verbreitet hat, gewisse Bedenken nicht unterbrüden tönnen, und daß Sie Wert darauf legen, von mir darüber beruhigt zu werden, daß es nicht in meiner Absicht lag, durch das Buch die Gemüter zu erregen und zur Errichtung von Barritaden aufzureizen. Aus diesem Grund will ich Ihren Wunsch gern erfüllen. Ich kann nur wiederholen, was ich schon immer er flärt habe: Germinal ist ein Wert des Mitleids und nicht ein Werk der Revolution. Ich wollte den Glücklichen dieser Welt, die an der Spize unseres sozialen Lebens stehen, zurufen:" Seid aufmertjam, wendet Euren Blick in das Innere der Erde und schaut auf die llnglücklichen, die hier arbeiten und dulden. Vielleicht ist es noch Seit, eine Katastrophe zu verhüten; aber die Zeit fordert Gerechtigkeit, menn anders sich die Erbe nicht öffnen und die Nationen nicht in eine der furchtbarsten Ratastrophen der Weltgeschichte hineingezogen werden sollen. Ich bin in die Hölle der Arbeit hinabgestiegen, und ich habe nichts verborgen und nichts beschönigt, weber die soziale Entartung noch die Schamlosigkeit, die dem Elend entstammt; furg ich habe Euch ein Bilb gemalt, tas an Bollständigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, und ich bin dabei auch vor den Scheußlich feiten nicht zurückgewichen, um Euch durch die Schilderung der Gewiß, für junge Mädchen habe ich nicht geschrieben, aber in den jammervollen Lebenseristenz der Barias zum Mitleid zu bringen. Familien sollte man mich lefen, und lesen sollten mich vor allem alle, die arbeiten. Wenn ich sie zum Mitleid und zur Gerechtigkeit ge bracht habe, so ist der Zweck, den ich im Auge hatte, erfüllt. Benn hereinbricht, so wird mir das ein Zeichen sein, daß man mich nicht fich morgen aber der Boden öffnet und das angekündigte Unglück gehört hat." 3m Kaiser Friedrich- Museum hält Dr. B. Daun, Dezernent für Kunst im Bolizeipräsidium, am Sonntag, den 7. vorm. 1.10 Uhr über Rembrandt und seine Schule Vortrag. Die Junge Bähne hat die Aufführung von Bertolt Brechts.Ba a l bom Sonntag, ben 7., auf Sonntag, den 14., mittags 11, Uhr, verlegt ( Ortsgruppe Berlin) einberufene öffentliche Bersammlung findet erit Don Not der Schriftsteller. Die vom Schuhverband deutscher Schriftsteller nerstag, 11 Februar, 8 Uhr, im Sigungsfaal des Herrenhauses, Belpaiger Straße 8, Batt Die Vereinigten Staaten von Europa. Eine Umfrage. " Der Herausgeber der Zeitschrift Pan- Europa", R. N. Coudenhope Ralergi, hat eine Rundfrage über das Thema veranstaltet: 1. Halten Sie die Schaffung der Bereinigten Staaten von Europa für notwendig? 2. Halten Sie das Zustandekommen der Bereinigten Staaten von Europa für möglich? Von den zahlreichen Antworten, die eingegangen sind und die jetzt in Coudenhoves Zeitschrift veröffentlicht werden, feien folgende hervorgehoben: Arbeitsamts: Genosse F. Stauning, dänischer Ministerpräsident: 1. Notwendig" ist ein zu starter Ausdruck, da die einzelnen Staaten vermutlich wie früher durchkommen fönnen. Die genannte Gesellschaftsbildung wäre aber sehr wünschenswert. Ich glaube nicht an wohlgeordnete Wirtschaftsverhältnisse, ehe die europäischen Staaten eine solche intime Zusammenarbeit verwirklichen. 2. Ich glaube, daß es ungeheuer schwer ist. Es ist aber zu viel,„ unmöglich" zu sagen. Die Möglichkeit besteht, aber Hunderte von Einwänden werden vorgeführt werden, und sie müssen überwunden werden, bevor die praktische Möglichkeit vorhanden ist. Genosse Albert Thomas, Direktor des Internationalen 1. Es wäre eine vorausgehende Definition notwendig. Sollen die Vereinigten Staaten von Europa nach dem Muster der Ber. einigten Staaten von Amerika gebildet werden? Ich glaube nicht, daß ein solches Gebilde notwendig ist, notwendig für tie Wohlfahrt Europas, notwendig für den allgemeinen Frieden. Aber was unumgänglich notwendig ist, ist, unter was immer für einen Namen: eine Gesellschaft, eine Union, ein Konföderation der curopäischen Staaten. Wie Saint Simon schon sagte, muß die europäische Gesellschaft organisiert sein. Dies ist die erste Bedingung des Weltfriedens. Jebenfalls ist es die Bedingung für die Entwicklung des Völkerbundes. Solange fich diese curopäische Union nicht in seinem Schoße gebildet hat, wird sie in einer unflaren Situation verbleiben, wird den nicht europäischen Völkern immer zu europäisch sein und den Völkern Europas immer zu universal. 2. Nach dem, was ich in meiner ersten Antwort fagte, muß man die Frage umstellen: Man muß sagen: Ist eine Union der europäischen Völker möglich? Ich glaube ja. So schwierig fich auch der Anfang gestalten mag, bin ich vor allem davon überzeugt, daß im Augenblick, wo die ersten Schritte gemacht sind, die Entwicklung zur Einheit mit überraschender Schnelligkeit vor sich gehen wird. Genosse M. Niedzialkowski- Warschau: 1. Ja. Ich glaube nicht, daß man eine andere Methode finden fann, um das politische und ökonomische Gleich gewicht der Welt wiederherzustellen und die Möglichkeit einer sozialen Umformung herbeizuführen. 2. Ich glaube, daß die notwendigen Dinge immer zugleich auch möglich find. Freilich ist die Aufgabe teine leichte. Meiner Meinung nach ist ein enger 3usammenschluß der paneuropäischen Bewegung mit der internationalen so. zialistischen Bewegung unerläßliche Borbedin gung. Prof. Dr. Areboe, der befannte Agrarwissenschaftler: Ich halte die Schaffung der Bereinigten Staaten von Europa für notwendig und für möglich. Der Auftakt dazu müßte eine 3ollunion zwischen Frankreich, Deutschösterreich und Deutschland sein. Das Weitere würde sich dann ver. hältnismäßig leicht finden. Prof Lujo Brentano: 1. Die Bereinigten Staaten von Europa werden zur Notmendigkeit, wenn Europa gegenüber dem sich zivilisierenden Amerita und dem wiedererwachenden Asien die Führung in der Rultur behalten will. 2. Sie werden nur möglich sein, wenn die Auffassung schwindet, daß der Vorteil eines Bolles auf der Bergewaltigung an derer Bölfer beruhe, eine Auffassung, wie sie in den Ber trägen von Bersailles, St. Germain und Trianon in verhängnisvollem Maße zum Ausdruck gelangt ift. So lange diese Berträge Geltung behalten, werden die Bereinigten Staaten von Europa nicht möglich sein. 11. Für den wirtschaftlichen Zusammenschluß sprachen sich a. der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete auch Dr. Craemer und der bekannte Großindustrielle Dr. Bögler aus. Der Führer der Bayerischen Volkspartei, Graf Lerchenfeld, hält den Ausdruck Bereinigte Ausdrud Bereinigte Staaten von Europa" für irreführend, meint aber doch: „ Auf der anderen Seite machen die Erfahrungen der neuzeitlichen Entwicklung und die Gefahren, die aus Nationalismus, Imperialismus und vor allem aus den durch die Verträge nach dem Weltkriege geschaffenen Verhältnissen für Europa entstanden sind, eine grundsägliche Aenderung in dem gegenseitigen Verhältnisse der Völker und Staaten Europas nötig, und zwar im Sinne eines Ausgleiches und der Vorbeugung be. waffneter Konflitte. Dieser Ausgleich muß die wirtschaft lichen, sozialen und kulturellen, auch die Minderheitsfragen umfaffenden Belange zum Gegenstand haben und muß das ideelle Ziel eines solchen Ausgleiches höher gesteckt werden, als es nach der augenblicklichen Lage praktisch erreicht werden fann." Für die Sozialdemokratische Bartei Deutschlands gibt Antwort auf die Fragen Coudenhoves das im Herbst vorigen Jahres in Heidelberg beschlossene Barteiprogramm, worin es heißt:„ Die Sozialdemokratische Bartei tritt ein für die aus wirtschaftlichen Ursachen zwingend gewordene Schaffung der europäischen Wirtschafts einheit, für die Bildung der Vereinigten Staaten Don Europa, um damit zur Interessensolidarität der Völker aller Kontinente zu gelangen." Im Namen des Volkes. Er ist 50 Broz. friegsbeschädigt, Epileptiker. Jeden Monat befommt er Anfälle. Schwere Arbeit kann er nicht leisten, und die Rente, die er dafür erhält, daß er seine gefunden Glieder im Dienst des Vaterlandes" opferte, reicht kaum zum Leben. Wo soll er in einer Zeit der Entlassungen als Krüppel Arbeit finden? Er bettelt also, und da er im Norden Charlottenburgs wohnt, bettelt er vor der Funkhalle. Irgendeine Ausstellung ist dort, die viele Menschen besuchen. Aber auch andere wissen, daß hier gute Konjunktur herrscht. Ein paar vornehme Damen sammeln für eine Wohltätig feitsveranstaltung. Wem gibt man mehr, den Damen oder dem Krüppel? Er ist frant, reizbar, ein Mensch, der gebrochen ist und der schwer darunter leidet, daß er heute nicht mehr Leistungen vollbringen kann. Er sieht, daß den Damen Spenden gegeben werden, marum nicht ihm? Sind sie nicht seine Konkurrenz, auch wenn sie für andere sammeln? Ist er vielleicht nicht noch bedürftiger? Er macht abfällige Bemerkungen und will sie veranlassen, vom Platz zu weichen. Am nächsten Nachmittag wiederholt sich derselbe Vorgang. Eine Dame bittet darauf den Schupo, den Kriegsbeschädigten zur Wache zu bringen. Es kommt bald darauf zur gerichtlichen Berhandlung. Er leugnet ab, behauptet, er hätte in der fraglichen Beit einen epileptischen Anfall gehabt und sei erst auf der Wache zur Besinnung gekommen. Beugen behaupten das Gegenteil. Er wird verurteilt zu sechs Tagen Haft und man entschuldigt die „ Milde" der Strafe mit seiner Epilepsie und mit seinem bis dahin einwandfreien Lebenswandel. Das Gericht spricht im Namen des Volkes, aber entspricht diese Strafe dem Voltsempfinden? Durchaus nicht! Warum nicht Be währungsfrist, die sonst reichlich gewährt wird? Und war das Vergehen überhaupt so schlimm? War es nicht eine Bagatelle, die eine milde, menschliche und soziale Strafrechtspflege mit einer ernsten Berwarnung durch den Bagatellenrichter gefühnt" hätte. Diese fechs Tage haft für einen Schwerkriegsbeschädigten, der zweifellos nicht mehr im Bollbefit seiner Willensträfte ist, dienen aber weder dem Ansehen des Staates und seiner Richter noch dem Schutz der Gesellschaft. Der Schiedsmann als Richter. Bagatellflagen. Keine gerichtlichen Klagen sind fürchterlicher als die Zehn tausende von Bagatellflagen wegen Wortentgleisungen, gemeinhin Beleidigungen genannt. Mit einem einer befferen Sache würdigen Aufwand an Stimmenmaterial, Zeit und Leidenschaft wird um die blödesten Dinge geftritten. Der sich seiner Persönlich feit bewußte Mensch, der nicht etwa schwer ehrenrührig angerempelt wird, verzichtet auf das formelle klagerecht, überhört vornehm energisch, daß ihm die Luft zu weiteren Anrempeleien vergeht. die Schimpfereien des Berrchten oder stellt den Schimpfhelden so Andere mit weniger Ueberlegung oder Energie laufen fofort zum energisch, daß ihm die Lust zu weiteren Anrempeleien vergeht. Kadi. Während der letzten Jahre des Krieges durften solche Klagen Kadi. Während der letzten Jahre des Krieges durften solche Klagen erfreulicherweise nicht angestrengt werden. Nach dem Kriege hat fich leider noch kein ausreichendes Mittel finden lassen, die Bagatelltlagesucht wesentlich einzuschränken. Einen fleinen Borteil hat die vor einiger Zeit in Kraft getretene verschärfte neue Schiedsmannsordnung erreicht. Früher brauchte der Beflagte nicht beim Schiedsmann zum Sühnetermin zu erscheinen. Er erschien auch gewöhnlich nicht. Die Folge war, daß die Sache an das Schöffengericht weiterging, das sich mit dem jämmerlichsten latisch und Tratsch abquälen mußte. Jezt ist auch der Beklagte zum Erscheinen beim Schiedsmann verpflichtet. Erscheint er ohne den Nachweis triftiger Verhinderungsgründe nicht, so fann der Schiedsmann eine Geldstrafe bis zu 30 m verhängen. Manche Betlagte verweigern die Annahme der Ladung, die tonn auf Anordnung des Amtsgerichtes durch den Gerichtsvollzieher zu gestellt wird. Im Sühnetermin soll der Schiedsmann nicht nur, wie früher, auf die Einigung hinwirken, sondern er hat jezt regelrechte richterliche Befugnisse. Mit diesem er weiterten Recht fann er ungebühr und Haftstrafen festiegen, fogar die sich besonders renitent betragende Partei durch die benachrichtigte Belizei abführen laffen. Er fonn ferner festiegen, daß eine von ihm für schuldig erachtete Partei eine Geldbuße in die Wohlfahrtskasse zahlt, allerdings nur im Falle der Einigung. Zeugen werden gewöhnlich nicht geladen, was natürlich ohne Einigung die Beweisaufnahme erschwert oder unmöglich macht. Es bleibt aber den Parteien überlassen, einige Zeugen mitzubringen, die in diesem Falle Zeugengebühren nicht zu beanspruchen haben. Die Kosten des Sühnetermins find wesentlich erhöht worden, betragen durchschnittlich 7 bis 10 M., die im Termin bezahlt werden müssen. Ob solche fleine Abschreckungsmethoden bei querulierenden Klägern helfen werden? Wohl faum. Bolitische Schlägereien. Maffe brauchen wir feht auch nicht, nur führer gilt es zu ers ziehen. Euch fehlt der Geist der Wehrhaftigkeit, ihr müßt ihn von den Frontsoldaten lernen und in allen Teilen der Jugendbewegung, auch in den roten( 1) Organisationen müßt ihr ihn verbreiten. Kein Wort von Hitler, fein Wort von den mißlungenen Butschen, teins Hakenkreuzjünglinge und mädchen schüttelten die Köpfe, sie ver von den Femestandalen, nichts vom Segen der Monarchie standen ihren Führer nicht mehr. Glück muß der Mensch haben. die Bei der Verfolgung von Schwerverbrechern fam ein Kriminal. beamter des Reviers Baumschulenweg spät nachts auf den Bahnhof Niederschöneweide. Die Berfolgten, die bemerkten, daß der Beamte in denselben Wagen stieg, in dem sie felbft faßen, sprangen während der Fahrt aus dem Zuge, ihnen nach der Beamte. Bei der weiteren Verfolgung wurde der Beamte von der Lokomotive eines einfahrenden Zuges umge. to Ben, jo daß der halbe Zug über ihn hinwegging. Bum alge meinen Erstaunen sprang der lleberfahrene, nachdem der Zug hielt, auf und verfolgte die llebeltäter weiter. Berfolgte wie Verfolger erreichten einen Zug nach Treptow und sprangen auf, die Verbrecher vorn, der Beamte hinten. In Treptow will der Beamte noch während der Fahrt abspringen, gerät aber dabei abermals unter die Lotomotive eines einfahrenden Zuges, der wieder über ihn hinweggeht. Aber auch hierbei ist ihm anscheinend nichts paffiert, da er nach dem Halten des Zuges feine Jagd fofort fortfehte, die denn auch endlich Erfolg hatte. Es dürfte zu den größten Seltenheiten gehören, daß ein Mensch zweimal hintereinander von einem Zuge überfahren wird, ohne daß er auch nur Schaden an seiner Gesundheit nimmt. Neue Kälte in Sicht? Das frühlingsmäßige Wetter der letzten Tage mit seinen erheb lich über dem Nullpunkt liegenden Wärmedurchschnittsgraden soll nach den neuesten Wettermeldungen bald ein jähes Ende erfahren. Schon find Anzeichen dafür vorhanden, daß bereits am Sonn a bend mit einer starken Abkühlung zu rechnen ist. Heute früh Temperatur stieg in den Mittagsstunden noch etwas, doch die Kältewurden in Berlin zwar noch 6 Grad Wärme gemessen, und die welle naht unaufhaltsam. Die allgemeine Wetterlage deutet auf eine starke Abfühlung der oberen Luftmassen hin, und über Dänemart und Schweden lagert ein Drudgebiet, das sich beständig nach Süden schiebt. Kopenhagen hatte bereits 1 Grad unter dem Gefrier punkt zu verzeichnen. Hinzu kommen noch die stärker werdenden Dftwinde, die wesentlich zu einem Temperatursturz beitragen werden. Also für Berlin, wenn alle Voraussagen zutreffen, am Sonnabend noch mildes Wetter, dann stärkere Abkühlung, ohne erhebliche Niederschläge. ** Seit gestern abend tobt an der ganzen atlantischen Küste Ameritas von Georgien bis Maine ein schwerer orfanartiger Schneesturm, der auch heute den ganzen Tag anhielt, ohne an Gewalt nachzulassen. In New York sind drei Personen dem Sturme zum Opfer gefallen. In der Stadt Nero Dorf liegen 6 3011 Schnee, im oberen Teil des Staates New Yor! 12 Zoll, in den östlichen Vorbergen des Alleghanygebirges 20 bis 24 3oil. Die Blindensammlung der Funkstunde. Die am 7. Januar 1926 in Nr. 9 des„ Vorwärts" erschienené Notiz: Sammlung zur Versorgung von Blinden mit Rundfuntgerät" veranlaßte einige unserer Leser zu der Anfrage, was mit dem für entsprechende 3wede bestimmten Reinertrag des vorjährigen Funtballes geschehen sei. Es handelt fich dabei um einen Betrag von 42 904,38 mt. Dieje Summe murde, wie wir erfahren, von der Funkstunde A.-G. an die Zeitschrift Der Fun!" überwiesen, die ihrerseits die Ber maltung und Verwertung des Geldes in Gemeinschaft mit dem Telegraphentechnischen Reichsamt und unter Bot fiz und Kontrolle eines Ehrenausschusses, dem u. a. der Reichspoft minister und Staatssekretär Dr. Bredom angehören, übernahm. Es wurden nicht nur Blinde aus Berlin, sondern Blinde aus dem ganzen Reich mit Ausnahme aus Bayern, da hier eine eigene eriragreiche Sammlung veranstaltet wurde mit Empfangs gerät und, wenn nötig, sogar mit sehr guten und teuren Apparaten bedacht. Da das Reichsamt zu sehr vorteilhaften Grossistenpreisen die Apparate erwerben tonnte und da weiterhin fein Pfennig an Berwaltungstoften abgezogen wurde, ist weitgehende Berücksichti gung der Antragsteller möglich gewesen. Wenn noch teine End aufstellung veröffentlicht wurde, so liegt das daran, daß die Ber teilung von Funkgeräten aus technischen Gründen noch nicht völlig zu Ende geführt werden konnte. Das ebenfalls sehr beträchtliche Ergebnis des diesjährigen Funkballs im" 300" ist von der Funkstunde A.-G." an das Rote Kreuz, an Herrn Oberbürgermeister Dr. Böß und an den Moonschen Blindenverein überwiesen worden. Auch in diesem Falle dürfte für einwandfreie Berwendung des Geldes, das für verschiedene Zwecke verwandt werden soll, Gewähr gegeben sein. Einbrecher in einer„ Borwärts"-Filiale Bon Einbrechern wurde in der letzten Nacht die Borwärts"-Filiale in der Greifen hagener Str. 22 heimgesucht. Die Diebe entwendeten eine größere Anzahl von Büchern, darunter 18 Dittmann- Broschüren Die Marinejustizmerde von 1917 und die Admiralsrebellion von 1918", fowie 16 Bände von der Klassikerausgabe des Voltsbühnen verlages. „ Volt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Während die gestrige fommunistische Demonstration auf dem Luisenplak in Charlottenburg, wie mitgeteilt, ruhig und ohne Zwischenfälle verlief, fam es nach der Kundgebung zwischen einzelnen Gruppen der Demonstranten und gegnerischen Trupps zu Zusammen stößen. Gegen 4 Uhr trafen im Borraum eines Restaurants in Stralau Rummelsburg etwa 100 Kommunisten mit völ fischen Arbeitern der Knorr- Bremse zusammen. Es entwickelte sich eine heftige Schlägerei, mobei ein Mann Gefichtsverlegungen davontrug. Er wurde zur Unfallstelle gebracht. Um 5,10 Uhr nach mittags wollte ein Wachtmeister einen Mann wegen Sachbeschädigung festnehmen. Der Beamte wurde von einem Trupp vorbeiBerichtigung. Im Bericht aus der Stadtverordnetenversammmarschierender Leute umringt, zu Boden geriffen und nicht lung in der heutigen Morgenausgabe hat der Druckfehlerteufel aus unerheblich verlegt. Herzueilende weitere Beamte befreiten den am dem Stadtamt für Leibesübungen" ein solches für FreibadBoden Liegenden und nahmen eine Berhaftung vor. Abends gegen übungen gemacht. In der Brotpreisdebatte hat Genosse Reimann, 10 Uhr fam es am Rosenthaler Blah zwischen etwa fünfzig nicht heimann gesprochen. Kommunisten und ebensovielen Böltischen zu Reibereien, die Anfrage wegen der Berkehrsverhältnisse in den östlichen VorGenosse Reimann begründete auch die bald in Tätlichkeiten ausarteten. Eingreifende Bolizei drängte crten. In dem Bericht über die Bezirksversammlung des bie Rämpfenden auseinander. Um 11,10 lihr ereignete fich Mün 31. Bezirts Mitte muß es zum Schluß heißen, daß die VerEde Beinmeisterstraße ein Zusammenstoß zwischen bem tretung der Erwerbslosen nur durch die Gewerkschaften 19jährigen Mitglied eines rechtsradikalen Verbandes und mehreren( nicht, wie es irrtümlich zu lesen ist, Erwerbslosen) zu erfolgen hat. feft. Um 11,40 Uhr geriet der Telegraphenassistent Paul B. aus Rommunisten. Die Polizei nahm den 22jährigen Arbeiter Schulz der Baulinenstraße an der Elfaffer Ede Aderstraße mit politischen Gegnern in Streit. Die Polizei griff ein und nahm eine Ber haftung vor. Im allgemeinen fann gesagt werden, daß die Alarm meldungen einer Mittagszeitung über die Vorfälle des gestrigen Nachmittags und Spätabends stark übertrieben find. Roßbachs Kazenjammer. Die Fälschermaschine entdeckt. Durch französische Beamte. Herr Oberleutnant Roßbach, dem seine Berbannung" in Budapest, 5. Februar.( BTB.) Die Blätter melden, die Salzburg offenbar ganz gut bekommen ist, sprach gestern abend im französischen Bolizeiinspektoren Doufce und Benoit Bartrestaurant Südende. Die Schill- Jugend, die im wesentlichen nur aus Schuljugend zu bestehen scheint, gab ihm zu Ehren einen erschienen heute in den Abendstunden in Begleitung ungarischer Begrüßungsabend mit viel Mufit, schwarzweißroten Fahnen und Polizeiorgane in der kartographischen Anstalt in der dem üblichen Klimbim. Herr Roßbach ist sehr bescheiden und ängst Retelgaffe, wo sie auf Grund der im Laufe der nachträglichen Erlich geworden, feinen Anhängern paßte das natürlich gar nicht, und hebungen erfolgten Aussagen eine Durchsuchung vornahmen. der Beifall, den sie ihm zollten, war alles andere als„ ftürmisch Hierbei gelangte jene Drudmaschine zum Vorschein, auf der die Roßbach jagte seinen Freunden recht bittere Borte über ihre falschen Frankennoten hergestellt wurden und die bisher nicht auf Phrasenhaftigkeit, ihr aufhelbentum und fuhr fort: Jeber von euch gefunden werden konnte. Die Bolizei hat den Fund befchlag. fchon jemals einen scharfen Schuß getan hat, müßten wohl fast alle nennt sich gern Landsknecht. Frage ich aber, wer von euch nahmt und ihn zur Oberstadthauptmannschaft schaffen laffen. vor Scham zusammenfinten. Was wollt ihr eigentlich? Nichts als Phrafen bekommt man zu hören, selbst Baterlandsliebe ist zum Schlagwort geworden. Das endet ja nur immer mit Besoffenheit, mit irgendeinem patriotischen oder zotigem Lied. Singt deutsche Gefänge, werft jeden, der in einem Negertanz die Beine schwingt, im Bogen aus den vaterländischen Verbänden heraus, und wenn dann nur noch ein paar übrig bleiben, dann laßt euch sagen: Die Das China- Abkommen. Nach Mitteilung der amerikanischen Regierung sind die Regierungen von Norwegen, Bolivien und Dänemark dem Washingtoner Abkommen über die offene Tür in China vom 6. Februar 1922 im Laufe der Monate November und Dezember beigetreten, Furchtbare Bluttat eines Geisteskranken. bertusburg hat sich ein graufiger Vorfall ereignet. Ein Inter In der sächsischen Landes Jrrenanstalt Hu nierter, der sich lange Zeit gut geführt hatte und feine Krankheitszeichen mehr verriet, sollte entlassen werden. Vor der Entlassung wurde er zusammen mit anderen Patienten noch bei der Außenarbeit, beim Hereinschaffen von Eis verwendet. In einem unbewachten Augenblid ergriff er ein Beil, welches im Eisteller zum 3er. fleinern und Schichten des Eises benußt wurde, und schlug ohne äußeren Anlaß, ohne voraufgegangenen Streit, ben ja die Wärter hätten bemerten müssen, einem anderen Kranken den Kopi glatt ab. Man sieht hieran, daß es für die Anstaltsärzte wirklic nicht immer leicht ist, die Verantwortung für Entlassungen zu trager Eine unzuläffige Demonstration". Ein Triester Slowene wollte Das Standesamt lehnte jedoch den slowenischen Namen ab und trua aber in zwei Instanzen abgewiesen. Der Apellationshof erklärte, im gegenwärtigen historischen Moment, wo jeder stolz sein müffe fich innerlich und äußerlich zu italienifieren", sei die flowenische Benennung eine unzulässige Demonstration. feinem neugeborenen Sohn den slowenischen Name Gorazd geben. ben italienischen Gerardo ein. Der Bater legte Berufung ein, wurde 10 Bergarbeiter durch Gase erflidt. Die in dem Anthra: fohlenbergwerf bei Bittsburg in Bennsylvanien durch eine plosion verschütteten 16 Bergarbeiter sind durch Gaje erstic gefunden worden. Wirtschaft Das Abzahlungsgeschäft in der Pianoforteindustrie. Die Schaffung befferer Absazverhältnisse und damit auch besserer Beschäftigung für die deutsche Induſtrie hängt für einen großen Kreis von Waren davon ab, ob es gelingt, das Abzahlungsgeschäft ähnlich zu reorganisieren, mie es bereits vor dem Kriege bestand, und wie es in Amerika zu höchster Entwicklung gebracht wurde. Wir berichteten bereits früher, daß in der Pianoforteindustrie eine Bant zur Finanzierung von Abzahlungsgeschäften gegründet wurde. Ueber diese Gründung werden jetzt folgende Einzelheiten betannt: Die von folgenden Firmen ins Leben gerufene Kreditgemeinschaft( C. Bechstein A.-G., Berlin, Julius Blüthner, Leipzig, 2. Duysen G. m. b. 5., Berlin, Julius Feurich, Leipzig, August Förster, Löbau i. Sa., Grotrian, Steinweg Nachfl, Braunschweig, Rud. Ibach Sohn, Barmen, Gebr. Niendorf 2.-G., Pianofortefabrit, Luckenwalde, Ed. Seiler, Pianoforte. fabrit, G. m. b. G., Liegnig, 3eitter u. Winkelmann, Braunschweig) ist ein Finanzierungsinstitut, das die Berteilung der von Schweizer Firmen gewährten Kredite vorzunehmen und zu fontrollieren hat. Die Finanzierung wird in der Weise durchgeführt, daß der Fabritant auf Grund seiner umfäge von ber Kreditgemeinschaft einen begrenzten Jahresfredit eingeräumt er. hält, der in vierteljährlichen Raten abgedect wird. Neben der Sicherung auf der Grundlage von Wechseln dienen als weitere Sicherheiten der Eigentumsvorbehalt an dem gelieferten Instrument und eine besondere Deltredereversicherung zugunsten des Geldgebers, die von einer ausländischen Versicherungsgesellschaft übernominen ist. Das Geschäft mit dem Privatläufer ist derart gedacht, daß er ein Instrument der in Frage kommenden Firmen unmittelbar oder von einem Vertreter mit einer Anzahlung von etwa einem Biertel des Preises und einer auf 12 Monate sich erstredenden Ratenzahlung erwerben fann. Es bleibt dem Fabrikanten oder Vertreter unbenommen, aus eigenen Mitteln dem Räufer weitere Zahlungserleichterungen zu gewähren. Eine ganz besondere Bedeutung befißt die Frage des Zinsfußes. Die Durchschnittszinsen betragen, auf das Jahr verteilt, 11% Pro3. Es ist zuzugeben, daß diese Bedingungen an fich perhältnismäßig hoch liegen. Die Bedingungen sind aber nach langen und schwierigen Verhandlungen von den 10 beteiligten Firmen aus der Erwägung angenommen worden, daß es im Interesse der ganzen Pianoforteindustrie und des beteiligten Handels liegt, das schon seit langem schwebende und bisher ungelöste Problem der Distontierung von Ratengeschäften auf einer wirtfchaftlich einwandfreien Grundlage durchzuführen. Sofern sich die Durchführung des Geschäftes reibungs- und verlustlos vollzieht, und baran ist nicht zu zweifeln, wird die Kreditgemeinschaft sehr bald dazu kommen, günstigere Bedingungen, sowohl hinsicht lich des Zinsfußes wie auch der Dauer der Teilzahlungsverträge zu erhalten. Die Vorteile des neuen Kreditsystems für den Händler liegen darin, daß dieser im Gegensatz zu der bisherigen llebung fain Risiko mehr bei der Finanzierung des Abzahlungsgeschäftes trägt, das er vielfach mit unzureichenden Mitteln, und ohne die Tragweite der Handlung zu übersehen, unternahm. Der Händler besitzt ferner die Möglichkeit, jezt einen Teil seines Gewinnes im voraus zu disfontieren, und schließlich ist er befreit von dem einseitigen und wiederholten Nachsuchen von Wechselprolongationen. Die Wechselprolongationen hatten sich in den letzten Monaten in unheilvoller Weife vermehrt, und es wäre bei der Fortdauer dieses Zustandes die gesamte Pianoforteindustrie zweifellos in eine schwere Notlage gekommen. An Beispielen dieser Art fehlt es nicht. Schließlich aber verdient die Tatsache noch besonders hervorgehoben zu werden, daß der Händler nicht mur von seinem Risito nahezu entLastet ist, sondern, daß er auch seine Käufe heute zum gleichen Preise wie früher tätigen fann. Der Beweis hierfür fann jeberzeit zahlenmäßig erbracht werden. Zur Neuordnung des Konkursrechts. Der wirtschaftspolitische Ausschuß des Bor. Läufigen Reichsmirtschaftsrats erstattete ein Gut. achten zum Entwurf eines Gesetzes zur Förderung des Preisab. baus Artikel 1( Bergleich zur Abwendung des Kon furses). Hiernach ist die Beseitigung der Geschäftsaufsicht als felbständige Einrichtung und ihre Beibehaltung als Nebenwirtung des Bergleichsverfahrens zu billigen. Die Regelung des außergerichtlichen 3wangsvergleiches zur Abwendung des Konkurses ( Bräventivafford) entspricht einem dringenden wirtschaftlichen Be dürfnis. Ein solches Gesez steht aber mit dem Gesez über den Preisabbau in feinem inneren 3usammenhange Es ist aus diesem zu lösen. Das Gefeß über den Bergleich ist frei von jeder Bevormundung der Gläubiger zu gestalten. Der Schwerpunkt ist in deren Selbst. Derwaltung zu legen. Das Verfahren muß als wirklicher 3wangsvergleich außerhalb des Konturfes ausgebildet werden. Es nuß fich an die in der Progis ausgebildete Behandlung außer gerichtlicher Bergleiche anschließen. Damit der vorliegende Entwurf diesen Erfordernissen gerecht merde, bedarf er einer sachgemäßen Umarbeitung nach den oben angegebenen Gesichtspuntien Voraussetzung des außergerichtlichen Zwangsvergleiches foll nicht nur Zahlungsunfähigkeit oder lleberschuldung, sondern auch eine eingetretene oder vorausgesehene 3 ahlungsstodung fein. Es ist nicht erforderlich, daß sie bereits nach außen hervorgetreten ift. Im einzelnen werden dann eingehende Vorschläge für das Ver. fahren gemacht. Gebilligt werden ausdrücklich die Borschriften des Entwurfes über die Wirkung des Zwangsvergleiches und die Wiederaufhebung und über die gerichtliche Prüfung der Frage, ob beim Scheitern des Zwangsvergleiches das Kontursverfahren zu er öffnen ist. Vor allem soll auch bei Berechnung des Streitgegen. standes, der Gerichtskosten und der Anwaltsgebühren möglichst auf Berbilligung des Vergleichsverfahrens hingewirft werden. Die Umstellungsversuche der Maschinenfabrik Freund. In der Generalversammlung wurde über die Zukunft des Unternehmens, dessen Bilanz uns Anlaß zu scharfer Kritit gab, folgendes ausge führt: Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Jahre zwei Berfahren zur Herstellung von Stahl ausprobiert. Bei dem Stahlformguß verfahren besteht kein Zweifel mehr, daß man mit ihm erfolgreich arbeiten fann. Es ist am 1. Dezember eine Lizenz nach den Ber einigten Staaten verfauft worden. Bei dem Berfahren zur Her. stellung von F- Stahl ist man bisher über Experimente noch nicht hinausgekommen. Es handelt sich um einen Stahl, der 40. Proz. letter ist als die bisherigen Stahlarten, dabei aber die gleiche Elastizität aufweist. Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß auch hiermit ein großes Geschäft ermöglicht werden fann. Zu der Fabri fation find große Defen notwendig, die bisher noch nicht gebaut Bähr- Stiefel ( früher Bärenstiefel) haltbarster Qualitätsstiefel Strasse und Sport für nur bei SpittelH. Bähr, marki 7 Sperial behandl. gr für träfte und Ball. Sozialwiffenschaftliche Bereinigung. Sonnabend, 6. Februar, 7 Uhr, ins Graphischen Bereinshaus, Alexandrinenstr. 44, Bortrag: Rußland als welt politisches Problem". Referent Genoffe Alexander Stein. find. Die Mittel für diesen Bau hofft man aus dem Bertaufenbagen- Soppegarten. Biefenstein. Comabenb, 6. Februar, abends& Thr bes Terrains, das bekanntlich an der Grenze Berlin- Char. Stiftungsfeft, Seal Bolter, Reuenhagen Ronzert Borzage Berliner Rabarett Lottenburg liegt, zu erhalten. Die Experimente haben die Summe von 1 Million Mark verschlungen, auf der anderen Seite stehen sowohl die Lizenzen als auch das Gelände Berlin- Charlottenburg sehr niedrig zu Buch. Wie wir meiter erfahren, ist die Gelände frage deswegen noch nicht spruchreif geworden, weil ein neues Gelände für die Errichtung der fabrikatorischen Anlagen bisher nicht Straße. Sikuna Montag, 8. Februar, Rosenthaler Sof, Roſenthaler Str. 11 11, gefunden ist. Es soll ein Gelände in der Umgegend Berlins sein, das an der Bahnlinie liegt, um die Transportkosten so niedrig wie möglich zu halten. Aus der Partei. Abg. Dr. David zum Ehrendoffor ernannt. Die staatswissen faftliche Fakultät der Universität München hat den Reichstagsabgeordneten und früheren Reichsinnenminister Genoffen Dr. Eduard David, jetzt Bertreter des Reichs in Hessen, wegen feiner wiffenschaftlichen Erörterungen agrarpolitischer Probleme zum Doktor der Boltswirtschaft ehrenhalber ernannt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefääftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 37/38, Sof 2 Tr. Sämtliche Rameraden, deren Zeit es erlaubt, beteiligen fich an der Zeichenfeier für den Rameraden August Schmidt, Reinidendorf- Weft, heute nachmittag 5 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Zehlendorf. Freitag, den 5., abends 8 Uhr, Spiel- und Turnabend, Gübschule. Einweihnng eines Medizinballes. Ischias In Hüft., Gesäß und Rain, wean arzil. festgestellt In 15 Tagen sind schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbara Heilerfolge Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Invalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sewates 10-12. Jacobs HUNDE Katzen, Papageien und alle Haustiere werden behandelt. Tierärztliche Poliklinik Chausseestraße 93 neben Kriegervereinshaus, Sprechstunden: 11-1 4-6 Uhr Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk Zentrum. Gonnabend, 6. Frew bruar, Großer Wiener Maskenball in den Musiker- Festfälen, Raiser- WilhelmDeutsche Esperanto- Bund, Ortsgruppe Berlin, Freitag, 5. Februar, 8 Uhr, Ronditorei Dobrin, Hackescher Markt, Uebungsabend. Gäste willkommen. Freie Bereinigung von Sternfreunden. Sonnabend, 6. Februar, 8 Uhr, bei Freund, Salensee, Westfälische Str. 27a, 1 r., Vortrag des Vorsitzenden Freund: Der Sinus und feine Anwendung, besonders in der Sternkunde". Berein der Freibenker für Feuerbestattung, e. V. Sonntag, 7. Februar, 10 Uhr, Mitgliederversammlung im Lotal in Fredersdorf für die Ort Betershagen, Neuenhagen, Soppegarten, Alt- Landsberg, Strausberg n Vogelsdorf. 20. Verwaltungsbezirk: Sufammenkunft und zahlabend allee Gefinnunasgenoffen aus Hermsdorf und Umgegend Freitag, 5. Februar, 7 bei Ofrent, ut fchwarfen Ede", Berliner Straße. Der Bund der Deutschen aus der tschechoslowakischen Republit, c. B., Sit geipaia, beabsichtigt in Berlin und umliegenden Städten und Ortschaften Orts gruppen zu gründen. Adressen an die Bundesleitung in Leipzig- Blg., Markranstädter Str. 18, part. Den unserer heutigen Postauflage beiliegenden Prospekt der Lotterie- Einnahme Littmann empfehlen wir der besonderen Aufmerksamkeit unserer Leser. Lotterie- Gewinne find bekanntlich von ber Einkommensteuer befreit. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Kenter: Wirtschaft: Artur Saternus Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt; Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co., Berlin SW 68, Lindenstrake 3. 2. Weiße Woche H.JOSEPH & Co NEUKÖLN- BERLINERSTR. 51-55 Riesenmengen Weißer Waren in gediegenen Qualitäten zu fabelhaft billigen Preisen! Einige Beispiele: Hemdenluchtbelfädig, 80 cm breit Mtr. 78, 58 Louisianatuch 80 em breit.... für Bettwäsche, Mtr. 95, 130 cm breit. für Bettwäsche, Mtr. 1.65 145 48 P. 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Bei den Ber handlungen mit den Tariforganisationen am 29. Januar versuchten die Unternehmer mit allen möglichen Argumenten, die Notwendigkeit des Lohnabbaues zu begründen. Infolge der bedeutend niedrigeren Löhne in der Berliner Metallindustrie und in der Broving, feien fie nicht mehr fonkurrenzfähig. Auch sei die Spanne zwischen den Löhnen der Gelernten und Ungelernten zu gering. Ein Abbau der Löhne läge lediglich im Interesse der Arbeiter, da dadurch die Geschäftslage wieder belebt würde. Die Arbeiterver. treter hatten für die Beweisführung der Unternehmer fein Ber. ständnis und bestanden auf Weiterzahlung der bisherigen Löhne. Die Berhandlungen scheiterten. Auf Bermittlung des Gewerberats Rorner fanben a m Mittwoch neue Verhandlungen vor dem Schlich. tungsausschuß statt. Da auch hier die Unternehmer auf ihrem Etandpunkt verharrten, wurde ein einstimmiger Schiedsspruch gefällt, durch den das bisherige Lohnabtommen bis zum 31. Mai perlängert wird. Eine überfüllte Bersammlung der Baus, Geldschrank und Möbelschlosser, in der Fuchs vom Metallarbeiterverband berichtete, nahm am Donnerstag zu dem Schiebsspruch Stellung. Sie beschloß, den Schiedsspruch anzunehmen, jedoch sofort in den Streit zu treten, wenn die Unternehmer den Schieds. spruch ablehnen und zum Lohnabbau übergehen sollten. Fuchs wie auch der Branchenleiter Krüger ermahnten die Versammelten, in den Betrieben die regste Agitation zu entfalten, um auch den legten Unorganisierten zur Organisation zu bringen. Ein Streit gegen Lohnabban. Die bei vielen Berliner Metallarbeitern bekannte Stempel. fabrik Heinrich Thiele u. Co., Prinzenstraße, mill anscheinend in dem Wettlauf der Unternehmer, die Wirtschaftskrise durch Lohnabbau zu beheben, nicht die letzte sein. Schon Ende November vorigen Jahres ging die Firma dazu über, eine Anzahl Arbeiter zu entlassen, die Arbeitszeit zu verkürzen und die Affordprelfe zu reduzieren. Kurz vor Weihnachten wurde der Belegschaft nochmals ein Affordabzug bis zu 20 Proz. und ein teilmeiser Lohnabzug von 10 Broz. angeboten. Trotzdem durch den Lohnabzug die bisher schon niedrig bezahlten Lohnarbeiter in ihrem Stundenlohn bis auf 63 Pf. herabgedrückt wurden, wurde auch dieses Anfinnen von der Belegschaft hingenommen. Damit nicht genug, diftierte die Firma der Belegschaft ab 1. Februar abermals einen fünf bis zehnprozentigen Lohnabzug sowie eine Kürzung der Affordpreise unter 10 Proz. des Junipreises, d. h. 10 Broz. unter den Borfriegspreisen. Als Ausgleich für den Lohnabzug follte die bisherige Arbeitszeitverkürzung wieder auf gehoben werden. Die ungelernten Arbeiter würden nach dem Lohnabbau nur noch einen Stundenlohn von 57 Pf. erhalten. Da alle fachlichen Verhandlungen mit dem Vertreter des Metallarbeiter verbandes an dem Starrsinn der Betriebsleitung scheiterten, trat die gesamte Belegschaft am 3. Februar in den Ausstand. Die Belegschaft erwartet von allen Graveuren, Mechanikern und Maschinenarbeitern, daß sie diesen Betrieb meiden und dort nicht in Arbeit treten werden. zur gegen Freitag, 5. Februar 1926 frifieren haben einen guten Aufschwung genommen. ArbeitsIos find gegenwärtig 275 männliche und 45 weibliche Gehilfen, von denen die meisten 170 bzw. 18- unorganisiert sind. Während der Arbeitsnachweis des Berbandes die einheitliche Kon trollftelle der Arbeitslosen bildet, ist das Arbeitsnachweis. wesen im Friseurgewerbe nach wie vor start zersplittert. Außer sechs bis sieben Arbeitsvermittlungsstellen von Rorporationen befaßt fich noch eine Reihe von Winkelstellen mit der Arbeitsvermitt lung. Obwohl tarifwidrig, merden noch immer Stellen mit Kp st und Logis beim Arbeitgeber vermittelt. Beiter verwies Liere auf die Lehrlingsabteilung des Berbandes, deren Mitglieder bei einem Wochenbeitrag von 10 Bf. auch an der Fachschule teilnehmen tönnen. Die von Arbeitgebervereinigungen begünstigte Vereinsspielerei unter den unorganisierten Gehilfen er. schwert die Agitation für den Verband, der gegenwärtig etwa 600 Mitglieder zählt. Die arbeitslosen Buchdruder sind keine Lohndrücker. Der Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer hatte seine arbeitslosen Mitglieder zum Mittwoch, nachmittags 1 Uhr, in den großen Saal des Gewerkschaftshauses geladen, um wärtigen Lage im Buchdruckgewerbe Stellung zu nehmen. Mehr als 600 Arbeitslose waren dem Rufe gefolgt. Der Redner des Gauvorstandes gab ein übersichtliches Bild über die Maßnahmen der Unternehmer, denen die große Arbeitslosigkeit als Mittel zur Erreichung ihrer Lohnabbauwünsche dienen soll. Er forderte die Solidarität der arbeitenden und arbeitslosen Kollegen und unterbreitete der Versammlung bestimmte Vorschläge des Vorstandes, die geeignet find, den Willen zum Widerstande zu stählen und die augenblicklich In dem von Rogge erstatteten Raffenbericht, der in ſchwere Zeit zu überstehen. Die Aussprache war fachlich und aus. giebig. Alle Redner stellten sich auf den Boden ber Borstands. Einnahmen und Ausgaben mit 7987,59 m. balanicert, wurde die Eine Notwendigkeit regelmäßiger und pünflicherer Beitragsleistung be vorschläge und brachten eine Reihe von Anregungen vor. neue Mitglieder aufgenommen wurden und ebensoviele wieder aus. Dom Borstand vorgelegte Entschließung fand einstimmige Annahme. tont. Die Fluftuation fommt darin zum Ausdrud, bag 175 Die am 3. Februar im großen Saal bes Gewerkschaftshauses geschieden sind, meist durch Streichung wegen rüdständiger Beiträge. In der kurzen Disfuffion wurde betlagt, daß die tarifliche tagende Bersammlung der Arbeitslosen im Verein Berliner Buchmittagspause vielfach nicht eingehalten wird und eine leb bruder und Schriftgießer nimmt Kenntnis von der begonnenen Offensive der Prinzipale auf Lohnabbau bei den Buchdrudern. haftere Agitation empfohlen. Liere wurde als Vorsitzender wiedergewählt und ebenso Rogge als Raffierer. Mit der Die Arbeitslosen solidarifieren sich mit den in den Be trieben befindlichen Kollegen und weifen es auf bas Wahl des Vorstandes, der Tariftommiffion und einer Agitationstomcharffte zurüd, jid als Lohnbrüder mißbrau. miffion und der Einführung eines monatlichen Extrabeitrages zu chen zu lassen. Jeber Lohnabbau verringert die Rauftraft beendet. In einer Entschließung wird das Berbot der Totalen Unterstützungszweden waren die Arbeiten der Versammlung der Arbeiterschaft, verhindert die Hebung der allgemeinen Wirt schaftslage und vergrößert dadurch das Elend der Arbeitslosen. Sonntagsbeschäftigung ab 1. April begrüßt und von den Selbständigen die Sonntagsladen. Herbeiführung des Die Arbeitslosenversammlung verlangt beschleunigte Berabschlusses bis dahin gemäß§ 41 b 30. erwartet. schiedung des Arbeitslosenversicherungsgefeges, das dem unwürdigen Zustande ein Ende machen muß, der die Erwerbslosen bei Erlangung der Erwerbslosenunterstützung als Bittsteller erscheinen läßt. Sie lautet: Weiter wendet sich die Arbeitslosenversammlung mit aller End schiebenheit gegen jede Fürstenabfindung. Es muß Aufgabe der Reichsregierung fein, den Aermsten der Armen, den Arbeitslosen, die nötigen Subsistenzmittel zu verschaffen, um die vorhandene Not zu lindern. Die Fürsten dagegen haben auch ohne Entschädigung mehr, als sie zu einem anständigen Leben gebrauchen. Die aus der Enteignung gewonnenen Mittel fönnen daher auch für die Arbeitslosen in viel zweckmäßigerer Weise verwandt werden." Drei weitere, aus den Reihen der Arbeitslosen gestellte Anträge fanden ebenfalls fast einstimmige Annahme und betrafen innere Organisationsangelegenheiten. Bier Bertrauensleute der Arbeitslofen und deren Vertreter wurden gewählt. Ihnen fällt die Aufgabe zu, die enge Verbindung zwischen den Arbeitslosen und dem Gauvorstand aufrecht zu erhalten. Generalversammlung der Friseure. Der Arbeitnehmerverband des Friseur und Haargewerbes, Zweigverein Berlin, hielt am 3. Februar feine Jahresversammlung in Haverlands Festsälen ab. Liere gab den Jahresbericht. Er wies u. a. darauf hin, daß es gelungen sei, den Tarifvertrag mit der Friseurinnung auch auf die Innung der Haarformer auszu dehnen und die Berbindlichkeitserklärung des Tarifvertrags zu er. reichen. Die fachliche Betätigung durch die Fachschule und die von ihr veranstalteten Demonstrations, Modeabende und PreisZu alt! Im technischen Bureau der Bergmann Elektrizitäts merte mird abgebaut. Ein 66 Jahre alter 3eichner, der seit 1911 bei der Firma in Arbeit stand, fällt dem Abbau zum Opfer. Beim Gewerbegericht sieht er seine Entlassung als unbillige härte an. Der Bertreter der Firma sagt: Unbillige Härte? Wieso denn? Der Kläger wird ja durch die Entlassung nicht eristenzlos, denn er bezieht von der Angestelltenversicherung monatlich 57 m. Ruhegeld. Die Firma war zwar bisher mit den Leistungen des Klägers zufrieden. Aber jetzt ist er zu alt Obgleich sich die Arbeit im Bureau vermindert hat, würde sie der Alte allein nicht bewältigen fönnen. Aber es ist noch ein 18 jähri ger Zeichner da. Der schafft die Arbeit allein. Also liegt es im wirtschaftlichen Interesse des Unternehmers, daß er den alten entläßt und den jungen Mann behält. Der Gerichtsvorsitzende sucht zu vermitteln. Ob es denn nicht angehe, dem Kläger mit Rücksicht auf seine langjährigen, dem Unternehmen geleisteten Dienste im Vergleichswege eine Entschä digung zuzubilligen. Das lehnt der Vertreter der Firma grundsätzlich ab. Der Borsitzende bedauert das und erklärt schließlich, das mirtschaftliche Interesse des Unternehmens fei in diesem Falle ausschlag. gebend, der Kläger habe teine Aussicht, mit seiner Klage durch zudringen. Um die Gerichtstoften zu sparen, die ihm im Falle der Ab. weisung erwachsen würden, zieht der Kläger seine Klage zurüd. STEINS .. bunt Mtr. .2 Stück leinen Drell Stück 6 Fehlern Stück Leibwäsche 80 cm. Meter Meter . Meter Muster rahmt fultt Herren ... schmal. Träg wollgem., 60 70 cm lang. Naht. 2 Mako Paar K'seide Paar mit buntem -Pf.- Tage 1 Wachstuchdecke 95 PL. 95% dauern bis Sonnabend, den 13. Februar 2. 2P.Sockenband 1gr. Puderquaste 95 Pt. 1 Gewürzetagere 95 Pt 1 Zwiebelbehälter 95 PL 10 Kompottell. 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Ueber die Wiederaufrichtung einer Arbeitsgemein Firma die Möglichkeit in Aussicht, sich mit dem Kläger außer- chaft ist in dieser Besprechung mis teinem Wort die Rede gewesen. Fragen, wie Lohn, Arbeitszeit usw., über die ohne gerichtlich über eine freiwillige Suwendung zu verständigen. weiteres gegensägliche Auffassungen vorhanden sind, wurden bei der Besprechung ebenfalls nicht berührt. Es hat lediglich eine ganz unverbindliche Aussprache über allgemeine wirtschaftliche Fragen, wie Steuer-, Handels- und Zollpolitit, stattgefunden. Eine Verständigung erfolgte dahin, daß über allgemeine wirtschaftliche Fragen, bei denen ein gemeinsames Borgehen möglich ist, in Berlin zwischen den Spizenverbänden der Unternehmer und der Gewerkschaften weiter verhandelt werden soll. Phantasien über die Arbeitsgemeinschaft. Bochum, 4. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Bergarbeiter verband teilt mit: Unter dem Titel„ Wiederaufrichtung der Arbeits gemeinschaft im Bergbau" veröffentlicht die Frankfurter Zeitung" am Mittwoch einen Bericht über eine Besprechung zwischen Unternehmervertretern und Vertretern der Gewerkschaften. Dieser Bericht ist irreführend und entspicht nicht den Tatsachen. Die Befprechung erfolgte auf Einladung der Unternehmer. Einleitend wurde von Generaldirektor Bögler auf die schwierige Wirt schaftslage hingewiesen. Die Unternehmer hielten es für zwed mäßig, mit den Vertretern der Gewerkschaften über diese Fragen, die doch beide Seiten berührten, eine Aussprache herbeizu-y Im ersten Morgenblatt der Frankfurter Zeitung" vom Don nerstag wird noch eine Ergänzung des vorstehend erwähnten Berichts veröffentlicht, in der behauptet wird, nicht nur über die Wiederaufrichtung der Arbeitsgemeinschaft im Bergbau sei verhandelt worden, sondern vor allem sollte die 3entralarbeitsgemein= fchaft in Berlin wieder ins Leben gerufen werden. Hiervon ist ebenso wenig wie über die Wiederaufrichtung der Arbeitsgemeinschaft im Bergbau die Rede gewesen. Tagung der Metallarbeiter- Internationale. In Prag beginnen heute die Beratungen der Internationalen Föderation der Metallarbeiterverbände. Die Verhandlungen werden die allgemeine Lage der Metallindustrien aller Länder und besonders die taktischen Maßnahmen der Arbeiterorganisationen in der Metallindustrie mit Rücksicht auf die mögliche Bildung eines Euro päischen Eisentartells zum Gegenstand haben. Auf An regung der Metallarbeiterinternationale wird auch über die Regelung der Beziehungen zwischen den tschechoslowakischen und den deutschen Metallarbeiterverbänden in der Tschechoslowakei bzw. über die Modalitäten ihrer Verbindung im Rahmen einer allgemeinen Regelung der Gewerkschaften in der tschechoslowakischen Republik verhandelt werden. Die Zeche Hermann hat bei dem Demobilmachungskommissar die Entlassung von 50 Proz. der Belegschaft beantragt. Eine Rom mission der Regierung prüft inzwischen die wirtschaftliche Lage der Beche. Es heißt, daß die Beche 1 Million Mart an Steuern rüdständig sei, die angeblich nicht bezahlt werden können. Einsegnungs- Anzüge in vielseitiger Auswahl fertig am Sager zu niedrigsten Treisen Gr. 38 Blauer Cheviot sehr dauerhaft, 2 reihig, Größe 38... M. 30.Blauer Cheviot bewährte Qualitat, 1- a. 2rethig, Gr. 38, M. 38.Marengo- Cheviot kraftige Qualität, 1. und 2 reihto, 44.Blauer Melton- Cheviot solides Fabrikat, 1- und 2 reihig 50.Blauer Kammgarn- Cheviot besonders haltbar, 1- und 50.Blaues Kammgarn sehr tragfähig, 1reihig, Gr. 38... M. 59.Gr. 38. 2reihig, Gr. 38 Oberhemden wel M. M. ... 6.75 5.50 Schleifenbinder. 1.50 75 Pf. ... sehr solider .M M. Blaues Twill- Kammgarn selegant, 1. u. 2 rethi 65.Blauer Melton- Cheviot in bester Ausführung, 1- und 74.2 reihig, Gr. 38 Marengo- Melton- Cheviot in der Verarbeitung 14.u. 2 reihig, Gr. 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