Abendausgabe Nr. 6243. Jahrgang Ausgabe B Nr. 31 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife And in der Morgenausgabe angegeben Redatiiou: SW. 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Udreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Sonnabend 6. Februar 1926 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Platz der Republik." Volksparteiliche Entrüstungsmache im Preußischen Landtag. Endlich hat die Berliner Stadtverordnetenversammlung fich ent. schlossen, in der Hauptstadt der. Republif einen großen würdigen Plaz, den Platz vor dem Reichstag, als Blag ber Republit umzubenennen. Dieser Beschluß ist für jeden objektiv Denkenden eine reine Selbstverständlichkeit. Die Republik hat Anspruch darauf, daß die Erinnerung an die Einführung der neuen Staatsform durch die Namensbezeichnung an dieser Stelle festgehalten wird. Bei der Frechheit, die die deutschen Reaktionäre auszeichnet, ist die Folge dieses selbstverständlichen Beschlusses aber in der ganzen Rechtspresse nur ein wütendes Gefreische über an gebliche Bilderstürmer ei. Boltsparteiliche Landtags abgeordnete bringen es fertig, folgende Anfrage im Landtag einzubringen: „ Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sigung vom 4. Februar d. J. den Beschluß gefaßt, dem„ Königsplay ben Namen Blah der Republit zu geben. Dieser von den sozialdemokratischen und kommunistischen Stadtverordneten mit Unterstützung der demokratischen Stadtverproneter ge faßte Beschluß hat weite Kreise( 1) der( in ihrer großen Mehrheit republitaischen) Berliner Bevölkerung mit ftarfem Befremden und lebhaftem Unwillen erfüllt. Sie sehen in der geplanten Umbenennung gerade dieses Blazes eine bemußte und beabsichtigte Berleugnung ber geschichtlichen Beziehungen, die die Hauptstadt des ehemaligen König reiches Preußen mit ihren Königen verbunden hat. Bir fragen: 1. Teilt das Staatsministerium die Ansicht, die offenbar bei der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung vorgeherrscht hat, daß die weitere Belaifung der Bezeichnung dieses Plages mit dem Ramen Königspiaz eine Gefährdung der Republit be Deutet? Menn nicht: 2. 3ft das Staatsministerium bereit, der Ausführung des oben genannten Beschlusses die Genehmigung zu verfagen?" Die Konferenz der Ministerpräsidenten. Deutschland und der Völkerbund. I Man kann sich faum etwas Lächerlicheres vorstellen, als die künstliche Entrüstung dieser Herrschaften und die Be gleitmusit, die sie in ihrer Presse dazu machen lassen. Kein Mensch denkt in Berlin an irgendwelche Bilderſtürmerei. Die Hohenzollern haben so ausgiebig für fich gesorgt, daß feine Gefahr vorhanden ist, daß ihre Namen reftios verschwinden. Eine Königstraße, eine Raiserallee, einen hohenzollerntorso, eine Kaiser- Friedrich Straße wird man in Berlin behalten, und es wird auch kein Mensch daran Anstoß nehmen. Daß aber diese schönen Namen gleich zwanzig, dreißigmal in der Einheitsgemeinde wiederkehren follen, ist eine etwas starte Zumutung. Niemand denkt daran, wertvolle Kunstdenkmäler, wie das Schlüter- Dentmal des Großen Kurfürsten oder Rauchs Denkmal Friedrichs des Großen in Berlin zu entfernen. Nicht einmal die bols chemistische Revolution bat in Petersburg das Denkmal Peters des Großen beseitigt. Daß ieder Mensch mit einigem Geschmack Berlin gerne von der Buppenallee im Tiergarten befreit sehen möchte, das fönnen nur frante Gehirne als Bilderstürmerei auslegen. Das Borgehen der Volksparteiler im Landtag zeugt nur von dem Haß, den diese Herrschaften gegen die Republit empfinden und von der Unverfrorenheit, mit der sie in das Selbstverwaltungs recht einer Gemeinde immer dann eingreifen wollen, wenn einmal ein Beschluß gefaßt wird, der zufällig ihnen nicht paßt. Hoffentlich erteilt das preußische Staatsministerium diefen Herrschaften die Antwort, die sie verdienen. In faft allen preuzi ichen Großstädten sind solche Namensänderungen in den letzten Berlins BeJahren vorgenommen und stets genehmigt worden. völferung ist in ihrer überwältigenden Mehrheit republikanisch gefinnt und hat ein Recht darauf, daß auch ihrer Auffassung endlich Rechnung getragen wird. Das Gerede von der angeblichen Bilder ftürmerei ist nur ein Ablenkungsmanöver der Feinde der Republit. Das Staatsminifterium wird wiffen, wie es das Gefchrei dieser Leute zu bewerten hat. Reichsbahn gegen Reich. Auflehnung gegen das Geset. Indem die Reichsbahngesellschaft sich weigerte, den vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärten Schieds fpruch durchzuführen, der die Stundenlöhne der Reichsbahnarbeiter um einen und zwei Pfennig erhöhen sollte, hat fie das Maß an Scharfmacherei, dessen sich das deutsche Unternehmertum in den lezten Jahren fähig gezeigt hat, um viele Grade überboten. In dem Ringen des Unternehmertums für die Herabdrückung der Lebenshaltung der Arbeit nehmerschaft auf ein unmoralisch niedriges Niveau hat sie dadurch mit herausfordernder Gefte die Führung an fich gerissen. Diese Geste wendet sich gegen die Arbeiter der Reichsbahn, gegen ihre Organisationen und deren Recht auf den Abschluß von Tarifverträgen und gegen das Reich und die Reichsgesetze. Die Weigerung der Reichsbahngesellschaft, einen für verbindlich erklärten Schiedsspruch durchzuführen, ist bisher ber einzige Fall, in dem Unternehmer in so offener Weise einzige Fall, in dem Unternehmer in so offener Weise Front gegen geltende Geseze machen, diedem Recht ihrer Organisationen dienen. Die materielle Beunter gewiffen Umständen dem Schuße der Arbeiter unb laftung durch den Schiedsspruch ist nicht der Grund für diesen Streich des Verwaltungsrates und der Direktoren, denn die Gesellschaft hat früher andere Schiedsfprüche, in einem Falle auch erst nach der BerbindlichkeitsBelastung ihres Haushalts zur Folge hatten. Der geerklärung, durchgeführt, die eine stärtere materielle ringe Betrag non hoch stens 12 Millionen Mart, mit dem die Ausgabenseite des Jahreshaushalts der Gesellschaft durch den Schiedsspruch belastet wird, fann mit geringer Mühe durch Kleine Berschiebungen in dem mit anderen, unsinnigen Ausgaben reichlich ausgestatteten Etat aufgebracht werden. Es ist symptomatisch, daß die Reichsbahngesellschaft den Borschlag des Reichsverkehrsminifters, den dafür die für die Schiedsspruch durchzuführen und Bravi wenden, zu energischen und vorurteilsfreien Berrichtungen? Oder aber, wenn es anders gemeint ist, feit wann steht eine Domeiftungszulagen bereitgestellten Mittel zu fürzen, Staate bezahlte Miliz, und sei es auch eine Barteimilis, prinaten abgelehnt hat. Die Gesellschaft zieht die Korrum= Inftitutionen zur Verfügung? Die eine wie die andere Lesort be- pierung einzelner Gruppen von Arbeitern durch willkür. deuten eine Rüdfehr zum austrecht. Im normalen Staatlich verteilte Zulagen einer geordneten Lohnregelung auf gibt es feine follettiven Berrichtungen, für die Ehrlichkeit und Grund eines auf gefeßlichem Wege geschaffenen TarifverEnergie, Borurteilslosigkeit und Opferfinn" erforderlich wäre und die hältnisses mit den Gemertschaften vor. Denn es wird nicht. nicht ihre normalen Sachwalten in öffentlichen Körperschaften hätten? genügend beachtet, daß durch diesen Schiedsspruch ein seit Der Borschlag, alte Herren, die auf der Straße halbwüsige langer Zeit bestehender tarifloser Zustand mieder umge mandelt werden sollte in ein geordnetes TarifperMädchen belästigen, dem nächsten Faschisten" zur Berabreichung von Ohrjeigen auszuliefern, ebenso wie die Empfehlung, gegen Don tragsverhältnis. Die Gewerkschaften haben sich hauptSturzo bas talte Eisen" anzuwenden, stehen auf demselben fächlich auch aus diesem Grunde für die Annahme des Blatt. Da sie im Regime strengster Zenfur Kurs haben, muß man hält an der Leistungszulage feft und fabotiert Schiedsspruches entschieden, die Reichsbahngesellschaft aber als offiziell gebilligt ansehen. dafür das Zustandekommen einer Tarifgemeinschaft. Die Leistungszulage betrachtet fie als ein bequemes Mittel, die Solidarität der Arbeiter auszuhöhlen, während sie die Tarifgemeinschaft als ein Mittel zur Stärkung der Stellung der Gewerkschaften und der Solidarität der Arbeiter scheut. Heute vormittag um 11 Uhr begann unter dem Borsiz des Reichskanzlers Dr. Luther die Konferenz der Reichsregierung mit den Ministerpräsidenten der Länder. An den Beratungen nehmen die Reichsminister sowie als Vertreter Breußens Minister präsident Braun, als Vertreter Bayerns held sowie sämtliche Minister bzw. Staatspräsidenten der übrigen Länder und die Ber treter der Hansastädte teil. Bei den Verhandlungen find auch die Gesandten der Länder zugegen. Zur Beratung steht ausschließlich der bevorstehende Eintritt Deutschlands in den Bölter bund. Die Verhandlungen werden vermutlich bis in den späten Rachmittag hinein dauern. Man nimmt an, daß auf der Konfie ferenz, ähnlich wie im Ausmärtigen Ausschuß des Reichstages, mit großer Mehrheit dem Eintritt Deutschlands in den Bälter bund zugestimmt werden wird. Bombe läßt keinen Anwalt zu! Er verweigert jebe Sprecherlaubnis! Bon der Ehefrau des im Fememordprozeß Bannier zum Tode verurteilten Stein ist Rechtsanwalt Dr. Georg 20ementhal mit deffen Berteidigung beauftragt mor den. Loewenthal wandte sich heute morgen an die Gerichtsschreiberei des Landgerichts III mit der Bitte, ihm eine Sprecherlaubnis mit Stein zu gemähren. Sie wurde ihm vermeigert mit dem Bescheid, er müffe fich persönlich an den Landgerichtsdirektor Bombe menden. Der Landgerichtsdirettor ertiärte jedoch, es sei schon ein Berteidiger vorhanden und er sehe feinen Anlaß, daß in diefem Stadium ein weiterer Bertei diger eintrete! Außerdem müsse der Auftrag des verurteilten Stein selbst vorliegen. Als Rechtsanwalt Loementhal nun eine Sprecherlaubnis mit dem verurteilten Stein erbat, um von ihm einen persönlichen Auftrag zur Uebernahme der Verteidigung zu erhalten, wurde ihm diese verweigert. Frage: Wie fommt der Landgerichtsdirektor dazu, dem Berurteilten und für die Revision noch immer Ange= flagten die Höchstzahl der Berteidiger vorzuschreiben? Belches Gesetz gibt ihm dazu auch nur das formelle Recht? Wo Fememörder regieren. Faschiften und Squadriften. Aus Lugano wird uns geschrieben: Durch das offizielle Telegraphenbureau läßt Mussolini befannigeben, daß nunmehr alle Squadristen in die faschistische Miliz eintreten sollen; sie geben bamit ihrer friegerischen Seele einen höheren Zmed und ein tieferes Erschaudern" heißt es, schlicht und ohne Rethorif, wie das hierzulande Gitte. Die Squadriften find die bewaffneten Faschisten, die gruppenweise handeln; typisch quadristische Attionen maren& B. bie Ermordung Matteottis und Don Minzonis und die Mordtaten von Florenz vom 2. und 3. Oftober.„ Die Squadriften heißt es meiter sind von den öffentlichen und privaten Institutionen zu den Bere richtungen zu vermenben, bei denen Ehrlichkeit und Energie, Borurteilsfreiheit und Opferfinn erforderlich find. Es folgen Empfehlungen, die unmürdigen Elemente auszuscheiden. Bas foll bas heißen? Seit mann tönnen öffentliche Institutionen fich an private Bolizei und Ministerium des Innern machen alles, lefen unsere Briefe, verbannen uns. machen Gesege, regeln unser Arbeits. verhältnis ufw.; dann erwächst jedem einzelnen Faschisten mit dem Barteiabzeichen ein Kompetenzbereich, der, ohne sich um Straf. und Zivilrecht zu fümmern, so weit reicht als die Interessen bes einzelnen. Im Dienste dieser seiner Interessen fann der Faschist ohrfeigen, hausSchon damit wird offenbar, daß sich das Borgehen des fuchen, sich fremde Post aneignen und auch, wenn es sein muß, das falte Eisen" anwenden. Bis zu welchem Punkte die Begriffs Berwaltungsrates und der Direktoren gegen die Gevermirrung gebiehen ist, ersieht man aus dem Borschlag des Unterwerffchaften und ihren gefeßlichen Anspruch auf Abstaatssekretäre Banunzio, der den Dissidentismus, alfo fchluß eines Tarifvertrages, damit aber auch zugleich gegen die innere Kritik des Faschismus, zu einem gemeinen Berbrechen die hierauf bezügliche Reichsgesetzgebung mendet. erklärt sehen mill, gegen das die Staatsanwaltschaft die ordentlichen Gerichte anrufen soll. Damit entgleitet einem nöllig der Begriff des öffentlichen Strafrechts: italienische Richter follen entscheiden, ob eine gegebene Rritif gegen den Fascismus orthodox sei oder nicht. Wer fegerischen Ansichten Ausbrud gibt, tommt nicht etwa vor eine faschistische Parteiinquisition, sondern vor die ordentlichen Gerichte! Auf diesen Gedanken ist Banunzio verfallen, weil ihm der bloße Ausschluß aus der Partei eine zu geringe Strafe scheint, da fie, wie er harmlos bemerkt, nur für den öffentlichen Beamten den Berlust der Stellung einschließt! Die Sprachenverordnung. Beifall der Nationalisten.- Widerspruch der Deutschen. Prag, 6. Februar.( MTB.) Presse und Deffentlichkeit be schäftigen sich ergehend mit den vorgestern erschienenen Ausführungsverordnungen zum Sprachengesetz. Die tschechische Nationaldemokratie nimmt für sich das Verdienst in Anspruch, die Herausgabe der Verordnung endlich herbeigeführt zu haben. Die den Gebrauch der tschechischen Sprache bei den staatlichen und autonomen Behörden sowie den öffentlichen Körperschaften im deutschen Gebiet des Staates aufzwingenden Bestim mungen finden den lebhaften Beifall der tschechischen Rationalisten. Die deutschen Kritifen menden sich mit besonderer Schärfe gegen die Fassung des§ 99, die es den politischen Behörden überläßt, auch im Fällen, welche die Verordnungen nicht anführen, die Anwendung der tschechischen Sprache bei Kundmachungen und Bezeichnungen anzuordnen, falls dies das öffentliche Interesse erfordert. Dadurch wird u. a. die vor einigen Tagen ergangene oberstgerichtliche Entscheidung hin fällt g, melche eine gefegliche Grundlage für die zwangsweise Anmendung der tschechischen Sprache im Gast- und Schantgewerbe des deutschen Sprachengebietes nicht für gegeben erklärte, Nach der Schlichtungsverordnung steht der Schlichtungsbehörde, als welche in diesem Falle das Reichsarbeitsministerium tätig wurde, als äußerstes Mittel zur Herbeiführung eines Tarifvertrages, also zur Herbeiführung geordneter Entlohnungsverhältnisse auf friedlichem Wege, die Berbindlichkeitserklärung von Schiedssprüchen zur Verfügung. Es ist schon übel genug, daß dieses letzte Zwangsmittel wiederholt gegen die Reichsbahngesellschaft angewandt werden mußte, so daß es den Anschein hat, als fäme es ohne diesen Zwang überhaupt nicht mehr zu einem Tarifvertrage für die Arbeiter der Reichsbahn. Wenn nun aber die Reichsbahngesellschaft den Fall der Berbindlichkeitserklärung des legten Schiedsspruches benutzt, um die Möglichkeit der Anwendung dieser legten Konsequenz des Schlichtungsverfahrens auf ihre Berhältnisse grund: läglich zu leugnen, so zeigt sie, daß nur sie allein bestimmen will, ob und mann und mit welchem Inhalt fie Tarifverträge mit den Gewerkschaften der Eisenbahnarbeiter abschließen will. Krasfer kann der anrüchige Standpunkt des Herrn- im- eigenen- Hause nicht betont, brutaler nicht das Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften abgelehnt werden! Um nun zu bemeisen, daß in ihren Verhältnissen kein Raum für ein zwangsweises Eingreifen der Schlichtungsbehörde zugunsten der Arbeiter ist, verweist die Reichsbahngesellschaft auf das nach dem Dames- Gutachten entstandene Reichsbahngesetz. Dieses Gesez, von dem die in der Reichsbahn regierenden Herren in anderen Zusammenhängen sagen, es sei ihnen von fremden, feindlichen Gewalten aufgenötigt worden, benutzen sie jetzt, deutsche Geseze Front zu machen. Sie glauben zu ihrem Biele zu gelangen, indem sie das Reich bei dem beim Reichsgericht gebildeten besonderen Gericht verflagen, das nach§ 44 des Reichsbahngefeges in Streit fällen zwischen der Reichsregierung und der Gesellschaft über um gegen die Auslegung der Bestimmungen dieses Gesetzes und der Gesellschaftsfagung und in ähnlichen Fällen entscheiden soll. Die Reichsbahngesellschaft beklagt sich darüber, daß die Schlichtungsbehörde also eine Behörde des Reiches fie zwingen will, ihren Lohnetat stärker zu belasten, während das Reich als Aufsichtsbehörde ihr die Erhöhung ihrer Tarife gweds Einbringung der zur Erfüllung des Schiedsspruches notwendigen Mittel- vielleicht mit Recht nicht ge nehmigt hat. Auf dieser schwankenden Grundlage, die des Reichsbahngefeßes, die von den Juristen der Gesellschaft nur wenig befestigt wird durch einige andere Bestimmungen gleichfalls in fehr waghalsiger Weise ausgelegt werden auf dieser schwankenden Grundlage will die Gesellschaft ihren Brozeß gegen das Reich, die Reichsgesetzgebung, die Gewert schaften und das Tarifvertragsrecht führen. Sie vergißt, daß jeder Arbeitgeber, sei es eine Behörde oder nicht, sich in der gleichen Lage befindet wie fie, wenn gegen ihn ein Schiedsspruch für verbindlich erklärt wird. Denn fein Arbeitgeber befommt von der Schlichtungsbehörde die Mittel zur Deckung der Lasten aus dem Schiedsspruce, sondern die Schlichtungsbehörde erklärt einen Schiedsspruch für verbindlich, weil sie Grund zu der Annahme hat, daß der Ar beitgeber in der Lage ist, die nötigen Mittel aufzubringen. Die Reichsbahngesellschaft übersieht ferner, daß nach dem§ 19 des Reichsbahngefehes die auf dem Gebiete des Arbeitsrechts allgemein geltenden Gesetze auch für fie gelten, und sie überfieht außerdem, daß die Sonderstellung, die sie nach§ 16 auf dem Gebiete des Ar. beiterrechts für fich in Anspruch nehmen kann, genau die gleiche fein soll, die den Reichsbehörden zusteht, aber auch nur diese. Reiner Reichsbehörde aber steht das Recht zu, fich dem Zwange des Schlichtungsverfahrens und der Verbindlichkeitserklärung zu entziehen, also steht es auch der Reichsbahngesellschaft nicht zu. Die Reichsbahngesellschaft will also die durch die Schlich tungsgesetzgebung gewiesenen friedlichen Wege des Ausgleichs im sozialen Kampf in ihrem Machtbereich un gangbar machen. Das ist des Pudels Kern! Sie will den streitverhütenden 3 med des Schlichtungs. wesens gerade dort illusorisch machen, wo dieser Zweck von der gesamten Deffentlichkeit als besonders dringend emp funden wird, nämlich in einem ber lebenswichtigen Wirtschaftszweige. Sie will die Ordnung der Entlohnung durch Tarifvertrag gerade dort zerstören, wo eine solche, den ruhigen Fortgang des Betriebes gewährende Ordnung vom Standpunkte der Gesamtheit am meisten erwünscht erscheint. Man hat im Bereich des wichtigsten Befiges des Boltes, der Reichsbahn, in der Tat störrische Böde zu Gärtnern gemacht; diefes populäre Wort war noch nie so wahr, wie in diesem Falle. Die Gewerkschaften werden die Gerichte anrufen, um von sich aus den gelinde gesagt- Rechtsirrtum der Reichs bahngesellschaft feststellen zu lassen. Was es aber für die Zukunft bedeuten würde, wenn das waghalsige juristische Experiment der rechtskundigen Reichsbahndirektoren gelänge, auf welchen Weg der Abwehr und des Kampfes die Arbeiter der Reichsbahn in zukünftigen Lohnbewegungen dann gedrängt würden-- das brauchen wir nicht näher zu beschreiben. Deutsche Geheimräte waren es, die das von fremden, feindlichen Gewalten" uns aufgezwungene" Reichs bahngesetz mit allen feinen Hintertüren erdacht haben. Deutsche Geheimräte a. D. find es, die jetzt die Früchte ihrer Mühe nicht nur in Form eines hohen Einkommens, fondern auch in Gestalt unumschränkter macht über die Be amten und Arbeiter der Reichsbahn genießen wollen. Geht das so weiter, läßt man diefer Entwicklung Raum, so wird diese Reichsbahngesellschaft in ihrer gegenwärtigen Struktur zu einer Gefahr für das größte Berkehrsunternehmen, für den wichtigsten Besitz des deutschen Volkes. Wir erwarten daher, daß auch der Reichstag das letzte Wort zu dieser Frage noch nicht gesprochen hat. Volksbewegung." Bon teha teha. Es war in den Tagen, wo die Welle der Befriedigung über das Boltsbegehren gegen die Fürsten am höchsten stieg. Man fist grübelnd am Kaffeetisch, rechnet und rechnet, ob zwanzig Millionen tommen, ob und ob und ob Du stedst träumend deine Fettstulle ein und rechnest weiter. Jetzt stehe ich auf der Tram, und auch da Boltsbewegung. „ Ob wir die Brüder werfen?" Ach, die hamm ja keinen Schneid. Bei uns sitzt der Elan." Ich sehe mir die beiden an. Arbeiter. An jeder Hand einen Kaften mit Werkzeug, das Frühstück schaut aus der Tasche. Aiso auch hier der sichere Wille, die fefte Zuversicht, der Glaube an die zwanzig Volksentscheid und Kommunisten. Die Sprengtaktiker an der Arbeit. Das Zentralfomitee der KPD. erläßt einen der üblichen wortreichen und schwülstigen Aufrufe, in dem es sich gegen den Vorwurf des Wortbruchs vergeblich zu verteidigen verfucht. Der Potsdamer Vogel. Seine erhebende, geistesmächtige Predigt". Die Potsdamer Reaktionäre haben einen Vogel, den ehrenmerten Herrn Hofprediger Bogel. Seine Heßpredigt am 26. Januar ist aber doch den geduldigsten Potsdamern auf die Nerven gefallen. Prompt schimpft zur Antwort die Rechtspresse über eine Hetze" gegen den Begel der Potsdamer. Die„ Bater ländischen Berbände" in Potsdam stellen sich schützend vor ihren flärung der B. B. B. Potsdams. Hier wird uns mitgeteilt, was Bogel. In der Botsdamer Tageszeitung", dem auserlesenen Intelligenzblatt der Hohenzollernresidenz, finden wir eine Er der Potsdamer Bogel wirklich gejagt haben soll. Es ist so schön, daß wir es wörtlich nach der Erklärung wiedergeben: In den Berhandlungen über die Einbringung eines geländischen meinsamen Entwurfs für den Bolfsentscheid haben sich die Aktion von jeder Organisation selbständig zu führen ist. Kommunisten damit einverstanden erklärt, daß die Kaum aber waren sie von dem Tisch aufgestanden, an dem diese Vereinbarungen getroffen worden waren, so begannen sie schon, ihr Eindringen in die sozialdemokratische Aktion zum 3wed der Sprengung zu organisieren. Jetzt erklärt das kommunistische Zentralfomitee: In der zentralen Berhandlung zwischen KPD., SPD., ADGB. und Kuczynski- Ausschuß über die Durchführung des Boltsentscheits für die entschädigungslose Enteignung der Fürstenhäuser wurde vereinbart, daß die Selbständigkeit jeder Organisation in der Durch führung der Kampagne gewahrt bleibt. Denn feine Dieser Beschluß ist eine Selbstverständlichkeit. Bartei, feine Organisation wird das Recht, selbständige Beranstal tungen zu treffen, aufgeben. die Möglichkeit aus, gemeinsame Attionen, gemeinsame Aber schließt dieses selbständige Recht jeder Organisation etwa Demonstrationen, gemeinsame Maßnahmen zur Durchführung dieser und anderer Forderungen im Interesse der werttätigen Schichten zu unternehmen? Diese Frage ist mit einem glatten 3a" zu beantmorten. Entweder man führt eine Aktion gemeinsam oder jebe Organisation führt sie selbständig. Ein Drittes gibt es nicht. Die Sozialdemokratische Partei als Ganzes und in allen ihren Teilen lehnt jede gemeinsame Aktion mit den Kommuniften ab. Das ist den Kommunisten gesagt worden, und damit haben sie sich einverstanden erklärt. Wenn sich die Kommunisten jetzt mit allen Mitteln an die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei herandrängen, um diese zu gemeinsamen Attionen unter tommunistischer Führung zu gewinnen, so ist das ein offenfundiger Bruch der getroffenen Abmachungen. Und es ist zugleich ein schlagender Beweis dafür, daß es den Kommunisten gar nicht auf den Erfolg des Boltsentscheids ankommt, sondern daß ihnen der Boltsentscheid nur Mittel zum 3med ist, ihre alte Sprengtaftit gegen bie Sozialdemofratische Partei und die Gewerkschaften fortzusehen. Ihr Kampf geht nicht gegen die Fürsten, sondern gegen Sozialdemokratie und Gewerkschaften. Scheinbar nur haben fie fich mit einer Aftion einverstanden erklärt, die jede Dr ganisation felbständig, aber alle zu einem gemeinsamen Biel führen sollten. Ihr einziger Gedanke dabei war der ganisation felbständig, aber alle zu einem gemeinsamen Kampf der Arbeiter untereinander, der ihr Lebenselement ist, der allen Gegnern der Arbeitertiaffe zum Nugen dient und von dem sie nicht ablaffen werden, bis auch ber legte Arbeiter ihren schamlosen Betrug durchschaut hat. Als das Abkommen über die Einbringung eines gemein famen Entwurfs über die Fürstenenteignung getroffen war, gab es Optimisten, die darin einen hoffnungsvollen An fang und eine Abkehr der Kommunisten von ihren alten niederträchtigen Methoden erblicken zu fönnen glaubten. Wenige Tage haben genügt, um alle diese Illusionen zu zer stören. Aber auch die Illusionen, die sich die Kommunisten heute noch machen, werden sehr bald verschwinden. Der Er folg ihres hinterlistigen Manövers fann nur der sein, daß fich die sozialdemokratische Arbeiterschaft noch fester als bisher gegen alle fommunistischen Sprengversuche abschließt. Die Kommunisten wollten„ entlarven". Sie haben nur sich selbst entlarvt! " Sadie vom Broadway" das klingt wie ein amerikanischer Filmtitel, und es wäre vielleicht ganz gut, wenn es wirklich ein Film wäre. Denn der Bantiersohn und Dichtertomponist Barnay, bessen Bater pleite wird und der für das Urheberrecht seines neuesten Bertes zehn Dollar und also die Braut nicht friegt, wäre für einen guten amerikanischen Filmfomifer sicher feine undantbare Rolle gewesen. Leider handelt es sich aber um feinen Film, sondern um ein Theaterstück von Fred Thompson, bas das Trianon- Theater auf die Bühne stellt und in dem diese heitere Gestalt nur eine Rolle unter anderen ist. Und der Spielleiter und Direttor Gustav Heppner dachte außerdem, daß, da die Courths Mahlersche Sentimentalität heut zieht und Senta Sönelands berbe Komit auch, beide zusammen eine geradezu mustergültige Mischung geben müffe. Das ist ein fleiner Irrtum. Senta Söneland als jüdelnde Bankiersgattin paßt in das schmalzige Spiel ganz und gar nicht hinein; sie ist nur Komikerin und will nichts weiter sein. Wenn aber ihre Sadie aus einem Unglüd ins andere fällt, erſt ihren armen Dichter. tomponisten Kurt v. Möllendorfs nicht heiraten darf, sich nachher in den ihr aufgezwungenen Gatten und Müzenfabrikanten engros Eduard Minzesheimer( Gott, ist der ebel!) verliebt, der sie aus purem Edelmut natürlich gleich nach der Trauung verläßt, so müßte die Söneland, um im Stil zu bleiben, auch andere Töne anschlagen fönnen. Lia Eibenschüß als ihre Tochter Sadie ist so platt und hübsch wie möglich. So bleiben als einigermaßen erträgliche Ge" Glauben Sie nur nicht, daß das so einfach ist," sagte ich. Es stalten die beiden Bäter, der pleite und der nicht pleite Bantier, Martin Kettner und Rudolf Ma a B. Millionen. Fein. Leute vorschicken." " Die werden sicher alles auf die Beine bringen und die besten " Was haben denn die an guten Leuten? Da sei nur ganz unbesorgt." Diese Sicherheit war mir doch etwas zu verfrüht, ich griff ein: gibt auch unter dem Bolke noch viele, die nicht begreifen, um was es geht. Zu große Sicherheit ist in diesem Falle vielleicht von Uebel." Beide Männer sahen mich sehr ernst an, aber ausdruckslos, so daß ich noch einmal wiederholte: Tes. 2. Königtum ist nach der Schrift eine Abschattung göfflicher Autorität. So haben die Hohenzollern stets ihr Amt aufgefaßt. Da wurde aus Kleinem Großes, aus Wenigem Biel, aus Sand Wohlstand, aus Schweißtropfen Lebensquellen. Darum galt bei uns: Ehret den König!. Wir gedenken an diesem Tage aller Königstreue. Gerade hier auf dem fargen fandigen Beden der Mark Brandenburg und hier in dieser Königskirche tritt uns sonderlich vor Augen, was das Hohenzollernhaus in einhalbWir wollen tausendjähriger Treue unserem Bolfe gewesen ist. die Ehrlichen sein. Für uns gilt Treue um Treue. Wer aber diefe Tatsachen wider befferes Wissen fälscht, und solche Lüge zu heherischer Wühlarbeit mißbraucht, der ist nicht fönigstreu, der ift ein Lump. Fürchtet Goit, ehret den König. Wie leicht war dies für Christen im Hinblick auf unseren Kaiser, den Mann der Bibel, des Gebets und der Gewissenhaftigkeit Gewiß, es war nicht alles vollkommen und wird es niemals fein. Neulich flagte mir ein Baumeister, in viele Häuser würde soviel grünes Holz hineingebaut. Go ist es mit all unserem irdischen Bauen im Menschen wie im Bölkerleben. Auch im neuen deutschen Hause riecht es nach Schwamm. All diese unfeligen Prozesse, Unterfuchungen und Ausschüsse. Es ist Schwamm der Sünde, Fäulnis des Materialismus, der alles zersetzt und zerfetzt. Dagegen hilft nicht Dafizen, Klagen und Schimpfen, sondern ein Tun und Handeln in christlich sittlichem Idealismus. So sei du Salz, sei du Licht, sei du Sauerteig. Das ist im Sinne unseres Heilandes. Das ist im Sinne unferes fernen Kaifers. So grüßen wir ihn und schauen bittend auf mit unserem Gesangbuchverje Sei du dem Gefalbten gnädig. Segne, fegne unferen König. Noch viel schöner ist die Schlußfolgerung der Potsdamer B. B. V. V. V. zugunsten ihres Bogels. Sie stellen nämlich fest: „ Entgegen den niedrigen Berleumdungen fann nur festgestellt werden, daß die Predigt, die Hofprediger Dr. Begel gehalten hat weit entfernt eine Heyrede zu fein wie ftets eine erhebende, geiftesmächtige Predigt gewesen ist, die zu edelster Baterfandsliebe anfpornte. Der Herr erhalte den Potsdamern ihren geistesmächtigen" Bogel. Die Republit wirt hoffentlich auf diesen Bogel verzichten. Für uns ist er zu„ geistesmächtig". Schwankung an der Börse. An der heutigen Borbörse hatte man infolge der außerordent Hier wurde man jedoch enttäuscht, da größere holländische Abgaben lichen Leichtigkeit des Geldmarktes auf feste Stimmung tariert. erfolgten und die Tendenz auf der ganzen Linie wesentlich zum Ermatten brachten. Da infolge des frühen Börsenbeginns wenig Aufträge aus dem Bublifum vorlagen, genügten geringe Verkäufe, um die Kurse zu drücken. Später befestigte sich vielfach die Tendenz, doch hielten die Schwankungen an. Bon Montanattien Rheinstahl am meisten schwankend. Sehr schwach Bug, Schlesischer Zint gebessert. Kali und Farben rüd gängig. Elettroaftien unter. Führung von AEG. fest. Bon sonstigen Induftrieattien find als fest zu erwähnen MAN., Hammersen und Charlottenburg- Waffer. Von Schiffahrtsaktien wurden Hapag nach oben forrigiert, von Banten Reichsbantanteile sehr fest auf größere Auslandsfäufe hin. Auch Handelsanteile und BEM. gut erhöht. Um Rentenmarkt erhält sich noch immer die feste Tendenz. Striegsanleihe 0,305, Schußgebiet 6,72. Das Borprämiengeschäft in Elettroattien war ziemlich groß. Infolge der außerordentlich reichen Versorgung des Geldmarttes ist auch heute wieder eine Ermäßigung der Privatdiskonte zu erwarten. Hutgesetz wurde für gottlos erflärt; man gelobte sich, feine Hüte zu tragen, und offene Feindseligkeit wurde gegen die Regierung geäußert. Irgendwelche Gewalttätigteiten cheinen aber nicht vor gefommen zu sein. Troßdem wurde eine Anzahl von Personen ver Der Prozeß haftet und vor das Gericht von Angora gebracht. endete nach fünftägiger Verhandlung mit ber Berurteilung von 22 Bersonen, von denen 7 zum Tode, 7 zu 15 Jahren, 7 zu 10 Jahren Gefängnis und einer zu 3 Jahren Gefängnis verdammt wurden. Unter den Berurteilten befand sich der frühere Abgeordnete für Marasch Hassan Hassib Beh, der 10 Jahre Gefängnis erhielt. Die zum Tode Berurteilten wurden am nächsten Morgen hingerichtet. Darunter befand sich der Prediger der Moschee von Marasch und ein Muezzin, einer der Gebetsausrufer. Das moderne Autoflugzeug. Die Borstellung eines Flugzeugs, das mittels eigener Kraft vom Flugplay durch die Straßen einer Stadt in eine Garage zurückkehrt, ift so verblüffend, daß man nicht recht daran glauben möchte. Diese Kombination von Automobil und Flugzeug hat jedoch ihre Feuerprobe in Paris glänzend bestanden. Es handelt sich um eine von dem französischen Ingenieur Tampier fonstruierte Maschine, mit der der Erfinder kürzlich durch die Straßen von Paris fuhr, um dann von einem großen Flugplay aus die Reise in die Lüfte anzutreten. Es bedurfte mur einer Arbeit von 30 Minu ten, um das Automobil durch Abnahme des Landungsschlitten und Aufrollung der Tragflächen in ein Flugzeug zu verwandeln. Bei der Rombination ist hinter dem Flugzeugmotor ein Hilfsmotor eingebaut, der durch einen senkrechten Schaft mit einem tonischen Rad in Berbindung steht, das seinerseits mieber zu der Achse des Hauptantriebs führt. Wenn das Doppelfahrzeug auf dem Boden landet, werden die Tragflächen parallel zum Gestell durch Herausnahme von an dem rückwärtigen Teil des Gestells aufmontiert, wodurch das Der Hilfs Flugzeug zum fahrbereiten Auto umgewandelt wird. motor, der zunächst für die Landfahrt bestimmt ist, kann sowohl beim Start wie beim Aufstieg in die Luft mitverwendet werden, so daß er auch beim Flug gute Dienste leisten kann. „ Die Gegenseite wird alles tun, um den Raubzug der Fürsten Winterstein. Ausgiebig wird das erzählt und vordemonstriert. Bis zwei Bolzen nach rüdwärts umgelegt und ein Extrasah von Rädern zu begünftigen, deshalb können wir gar nicht genug auf dem Damm sein." Dies war glaubte ich deutlich. Aber nur ganz langsam löste sich bei meinen zwei Streitenden die Gehirnrinde. Ach so, das meinen Sie." Schon war das Interesse weg. , Ja, um alles in der Welt, weshalb haben Sie sich denn ge= ftritten?" Wir? Wegen dem Endspiel des Offenbacher Fußballklubs gegen die Hanauer. Da sollen Sie mal sehen, die Offenbacher schaffen es. Die hamm die Kräfte dazu, die trainieren schon wochenlang..." Und er geriet in einen hizigen Diskurs mit dem anderen, der seine Hanauer nicht preisgab. Ich war an dem Morgen um eine Illusion ärmer geworden. Benn mir einer gefagt hätte, daß sich bärtige Männer in dieser Zeit um etwas anderes streiten fönnen wie um die Aussichten des Volks. entfcheides, ich hätte es nicht geglaubt. Die beiden stiegen ab, ich hörte gerade noch: Und die Offenbacher schaffen es Die Karten Cine welte Borstellung für die Erwerbslofen wird bie Boltsbühne demnashit in ihren Theater am Bülowplas veranstalten. gelangen durch die Gewerkschaften unentgeltlich an bic Arbeitslosen aur Berteilung. Nachtvorstellung im Trianon- Theater. Uraufführung vom „ Schatten an der Wand" von Ola Alsen. Eduard von Winterstein liebt die Grete Schert. Die Schert liebt auch den plötzlich nach einer indischen Tanzeinlage Bombay, TauenhienStraße etwas über die Schwelle tritt. Dieses Etwas ist das Schicksal. Es tritt auch gar nicht, sondern triecht. Denn es ist eine Schlange. Schlange beißt. Schert schreit. Neger kommt hurtig an gehüpft. Schmiegt sich an weiße Dame und entsaugt ihr das Gift. Selbigen Moments erscheint wieder Herr von Winterstein, fieft eenmal, fieft zweemal, wundert sich und denkt Nanu. Zornesblic deflamiert: Ha, Abscheuliche! Elenbe, Greuliche! Birst du nicht rot? Neger an deiner Brust? Weib, dir zur höchsten Luft? Euch schieß ich tot! Das läßt er nun allerdings hübsch bleiben. Denn Fräulein Schert flärt die Situation, stellt fest, daß Winterstein fie gar nicht richtig liebte hätte er sonst zweifeln fönnen? bricht in der Kavine des Ueberfeedampfers, in der die ganze Affäre spielt, zusammen. In der Kabine eines Ueberseedampfers! Weiß ich doch wenigstens, daß es einzig und allein der Tragödie Schauplag war, der mich so seekränklich machte. und ergo. Die staatsgefährliche Kopfbedeckung. Wie streng das Verbot des Fezes in der neuen Türkei gehandhabt wird, zeigt ein Prozeß gegen eine Anzahl von Einwohnern des Ortes Marasch, über den türkische Blätter berichten Nach den Nachrichten, die über die unter Ausschluß der Deffentlichkeit geführte Berhandlung bekannt wurden, bildete sich in Marasch gegen das Gesez, das das Tragen von Hüten befahl, eine beträchtliche Gegnerschaft, die in der Abhaltung einer Protestversammlung in der Hauptmoschee des Ortes gipfelte. Das Eine neue Metallegierung. Wie englische Blätter berichten, ist es metallurgischen Sachverständigen gelungen, eine Metallegierung herzustellen, die fast so hart ist wie der Diamant. Der Unterschied besteht nur in 1/10 Grad. Die Legierung ist aus einer Mischung von metallischem Tungstein und Tungsteinfarbid hergestellt. Brüfungen haben ergeben, daß dieje Tungsteinlegierung, wenn fie auch etwas weicher als Diamant ist, viele praftische Vorteile bietet; sie hat metallische Struktur und behält ihre Schneidefähigkeit bedeutend länger als der Diamant. Erstaufführungen der Woche. Freitag. Theater i. d. Kommandantenftrage: Der alte Dessauer. Urania- Borträge. Sonnt. und Mont.: Ne to ort". Sonnt., Mont., Dienst., Donn., Sonnab: Die Großstadt der Zukunft. Bon ont.( 9.), Prof. Günther: Durd bier Urwälder"... Dienst. an täglich: Mensch und Zier im Urwald"( mit Vortrag bon H. Schomburgt). Rittw.( 7.): funtprattifum". Amtliche Führungen Sonntag 10 Uhr im Alten Museum( Griechische Dr. Neugebauer) und im Kaiser- Friedrich- Museum( Französische Reliefs Dr. Bog) und englische Malerei im 17. und 18. Jahrhundert Die Städteordnung. Abschluß der zweiten Lesung. Verschiebung der Abstimmungen. In der heutigen Sigung des Landtags beantragt Abg. Pied ( Komm.), daß der Femeausschuß auch mit der Untersuchung der Haltung der Staatsanwaltschaft im Falle Bannier betraut wird. Das Haus beschließt demgemäß. Nach Erledigung fleiner Borlagen Das Haus beschließt demgemäß. Nach Erledigung kleiner Vorlagen überweist das Haus einen deutschvolksparteilichen Urantrag auf Förderung der nationalen, fulturellen und wirtschaftlichen Belange aller öftlichen Provinzen dem Ostausschuß. Ein Gefeßentwurf zur Aenderung des Schupogefeges geht an den Beamtenausschuß. Dann wird die zweite Lesung der Städteordnung in der Einzelberatung fortgefeßt. Zur Besprechung steht dabei das Kapitel„ Staatsaufsicht". Abg. v. Ennern( D. Bp.) beantragt dabei, daß das Bestätigungsrecht nicht nur für besoldete, sondern auch für unbefoldete Stadträte in der Vorlage festgelegt wird. Abg. Wid( Soz.) lehnt das unter Berufung auf die eigene Ber: antwortung der Stadtverordnetenversammlung ab. Ein Regierungsvertreter betont, daß man in der Staatsaufsicht nicht einen Gegner oder Feind der Selbstveranwortung sehen dürfe. Das Bestätigungsrecht müsse aufrechterhalten werden. die Abg. Kilian( Komm.) tritt dafür ein, daß für die Selbst verwaltungsangelegenheiten der Gemeinden Staatsaufsicht ganz gestrichen wird. Das Bestätigungsrecht würde immer nur als politische Waffe benutzt. Berlin ohne Königsplatz". Gegen den Stadtverordnetenbeschlu B, der auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion die Umbenennung des Königs plages" in„ Plaz der Republik" fordert, wüten jetzt die Schwarzweißroten. Berlin ohne Königsplay" Gedanke ist für ihre Hirne nicht auszudenken! Das begreifen fie, daß diese Umbenennung ein Ausdrud der Umwälzung ist, die der nein, der November 1918 uns gebracht hat. Aber nachdem sie für das zufammenbrechende Königtum in der Stunde der Gefahr" teine Hand mehr zu rühren gewagt haben, glauben sie jeẞt, für den gefährdeten ,, Königsplay" tapfer die Mäuler aufreißen zu sollen. " " " ginal und das allmähliche Hervordringen der eigenen Schrift, die dann Bergleichungsmöglichkeiten bietet. Manchmal allerdings geht die Fähigkeit, die Handschrift zu verstellen, so weit, daß eine Identi fizierung ausgeschlossen erscheint. Schneidert zeigte Handschriftproben des Geldbriefträgermörders Blume, die niemals identifiziert werden konnten. Blume wurde auf andere Art entdeckt. Außer ordentliche Borsicht und langjährige Pragis bilden deshalb die Vor: aussetzungen für jeden, der seine graphologischen Stenninisse in den Dienst der Polizei stellt. Die Steuern des Stadtrates. Aus einer gerichtlichen Urteilsbegründung. In der letzten Bezirksversammlung des 19. Bezirks( Bantom) Der Steuerhinterziehung des Stellvertreters des Bürgermeisters bes wurde eine schriftliche Antwort auf die Anfrage ber SPD. megen Etadtbeirates Fenten verlesen. Darin wird der Schwarzkauf des Grundstückes und die damit verbundene Hinterziehung von Betrage, außerdem disziplinarisch mit einem Berweise be. Steuern zugestanden. Jenten ist mit dem zwanzigfachen straft worden. Der Begründer des Antrages, Genosse Gütig, der damals fälligen Steuersumme nichts gesagt wurde. Er beantragt fonnte sich mit der Antwort nicht zufrieden geben, da über die Höhe Feststellung der in Frage kommenden Summe. Die Bertreter der deswegen Einsegung eines Ausschusses zur weiteren Klärung und KPD. und SPD. stimmten dieser Forderung zu, während die Ber treter der bürgerlichen Fraktionen aus formalen Gründen einen Untersuchungsausschuß nicht anerkennen wollten und der Redner der Deutschen Volkspartei erklärte, daß Fenten nur aus gutem Herzen bie linke Seite hierauf mit Lachen quittierte, erklärte Bezirksverord dem Verkäufer gegenüber die falschen Angaben gemacht hätte. Als Reter Biernat:„ Er glaube schon, daß den Lachern hierfür das Organ fehle." In der Begründung wurde auf ein Urteil des andgerichts II Berlin, Ziviltammer, vom 9. Dezember 1925 hingewiesen, daß felgendes erflärt:„ Die Auffassung des Klägers, diese Straftat sei milde zu beurteilen, weil die von ihnen hinterzogenen Steuern nach ihrer Meinung zu hoch waren, ist, durchaus irrig. Sie haben vielmehr im besonderen Maße Schimpflich und ehrlos gehandelt, als sie, nicht die Bedürf deutschen Bolles den Staat um die ihm dringend nötigen Einnahmen betrogen, um sich in felbfüchtiger Weise auf Kosten der Allgemeinheit, auf Kosten letzten Endes gerade der Hilfsbedürftigsten unrechtmäßige Borteile zu verschaffen." Genoffe Gütig zog hieraus den Schluß: scharfen Stellungnahme kommt, welche Kennzeichnung ist notwendig wenn hier gegen einen einfachen Bürger das Gericht zu einer solchen gegenüber einem hohen Beamten, der doch zweifellos nicht aus Not so gehandelt hat. Was wäre mit einem einfachen Beamten geschehen, der ähnlich gehandelt hätte. Die Bersammlung stimmte der Einsetzung eines Ausschusses zu. Selbstverständlich beruft man sich dabei auch wieder auf die angebliche Pflicht, das geschichtlich Gewordene zu schüßen. Wie wenn in den Zeiten der Monarchie bei Umbenennung von Straßen die amtlichen Stellen jemals danach gefragt hätten, ob in einem altüberlieferten Straßennamen sich ein Stück Geschichte" aus. sprach! Als im Jahre 1701 das Königreich Preußen" zusammen gefaßt wurde, hielt man für selbstverständlich, daß dieses Ereignis fofort auch in einem Straßennamen gefeiert wurde. Damals tam die heutige Königstraße zu ihrem Namen, dis bis dahin Georgenstraße" und in noch älterer Zeit„ Oderberger Straße" genannt worden war. Durch diese Straße hatte der in Königsberg gefrönte König Friedrich I. feinen Einzug in Berlin gehalten, darum wurde sie dazu ausersehen, den stolzen Namen„ Königstraße" zu tragen. Das war eine Demonstration genau von derselben Art, wie es heute die Umbenennung des Königsplates" in Platz der Republit" ist. Bei den llebergangs- und Schlußbestimmungen" verlangt Der Königsplat" erhielt übrigens diesen Namen erst sehr Abg. Müller- Hameln( Soz.), daß in der Vorlage bestimmt viel später, erst im Jahre 1864. Bis dahin hieß er einfach Erer werde, daß das Gemeindegliedervermögen fortan Ge meindevermögen sei und nach den dafür bestehenden Bor- zierplatz vor dem Brandenburger Tor", weil er lange als solcher schriften zu verwalten ist. Die nach den bisherigen Städteordnungen gedient hatte. Für Freunde des geschichtlich Gewordenen" wird geltenden rechtlichen Vorschriften über das Gemeindegliedervermögen es aber von„ Belang" sein, zu hören, tag Berlin schon ein follen aufgehoben werden. mal einen Königsplay hatte, genauer: einen Königsmartt", wie man das damals nannte. Im Jahre 1728 errichtete Friedrich Wilhelm I. feinem Baier Friedrich I., dem ersten Rönig Breußens, auf dem Moltenmarkt ein Dent mal, ein nach Schlüters Modell gegossenes Standbild aus Erz. Aus diesem Anlaß mollte ber König auch den alten Blaztigsten unter ihren Mitbürgern, in einer Zeit tieffter Not des ganzen namen„ Moltenmartt" in Königsmartt" um namen man bein, unbefümmert um das geschichtlich Gewordene". Die Berliner scheinen aber damals noch nicht viel Sinn für König liches" gehabt zu haben, wenigstens glückte es dem König nicht, den neuen Namen volkstümlich werden zu sehen. Der Name Königsmarkt" wollte nicht recht in Aufnahme kommen, und er verschwand völlig, als später das Denkmal wieder beseitigt wurde. Das erzene Standbild wanderte in das Zeughaus und steckt da wohl heute noch irgendwo. Abg. Steinhoff( Dnat.) beantragt die Streichung der Beſtim mung, daß die Vorschrift, die Wahlen zur Stadtverordnetenverfamm lung fechs Monate nach Infrafttreten der Vorlage vorzunehmen, auf Berlin teine Anwendung finden foll. beendet. beamtentums erreicht werden. Damit ist die zweite Lesung der Städteordnung Das Haus ftimmt noch ben vom Ausschuß empfohlenen Ent. Schließungen zu, in denen bas Staatsministerium ersucht wird, eine Rovelle zum Kommunalbeamtengele vorzulegen. Durch diese Novelle soll eine Sicherung und Stärkung des Berufs Die Gemeinden sollen angehalten merden, grundsäglich alle dafür geeigneten Stellen in Beamten stellen umzuwandeln, insonderheit die Dauerangestellten in das Beamtenverhältnis überzuführen. Hinsichtlich der Dauer. angestellten soll das Entsprechende auf Grund des bestehenden Kom munalbeamtenrechts alsbald veranlaßt werden. Weiter wird das Staatsministerium ersucht, über die Rechtsverhältnisse und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Gemeinbegliedervermögen und Intereffenvermögen für das gesamte preußische Staatsgebiet dem Landtage baldigst eine Denkschrift vorzulegen. Die Abstimmungen über die angefochtenen Paragraphen zur zweiten Beratung der Städte ordnung stellt das Haus nunmehr bis nach der Tagungspause zurüd, fodaß die Abstimmungen nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am Montag oder Dienstag nächster Woche stattfinden. Hierauf stimmt das Haus gemäß einem Antrage feines Aus. schusses für die Landwirtschaft einer Entschließung zu, in der bas Staatsministerium ersucht wird, mit allem Nachdruck dafür zu sorgen, daß die Zahl der in der Landwirtschaft beschäf tigten Ausländer auf das äußerste Maß beschränkt wird, so lange noch deutsche Arbeiter in großer Bahl erwerbslos und die Optanten nicht untergebracht sind. Dabei soll aber beobachtet werden, daß die landwirtschaftliche Produktion nicht unter diesen Maßnahmen leidet. Weiter wird das Staatsministerium ersucht, zur Behebung des Wohnungselends den Bau von Land. arbeiterwertwohnungen und Landarbeitereigen heimen durch geeignete finanzielle Maßnahmen mehr als bisher zu fördern. Die Steuerleistungen der Parlamentarier. Veröffentlichung durch die Pariser Kammer beschlossen. Paris, 6. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die franzöfifche Regierung hat am Freitag in Beantwortung einer Interpellation im Senat die von den Antragstellern verlangte Einführung von Gold3öllen abgelehnt, mit der Begründung, baß der französische Bolltarif der Entwertung der Währung bereits burch wiederholte Erhöhung der Teuerungsquotienten Rechnung getragen habe und für die nächste Zeit eine weitere Herauffeßung der Tarife um 30 Broz. geplant fei. Die Rammer hat gestern u. a. einen Antrag auf Beröffentlichung der Steuererflärungen sämtlicher Mitglieder des Parlaments im Journal Officiel" angenommen. Außer den Steuererklärungen sollen von allen Mitgliedern des Barlaments auch die Beträge der Wohnungsmiete, die Zahl der Automobile und der Gesamtbetrag des Bermögens am 1. August 1914 und am 1. November 1918 befanntgegeben werden. Ebenso sollen die Bilanzen derjenigen Gesellschaften, deren Aufsichtsräte Mitglieder des Barlaments find, sowie die von diesen bezogenen Gewinnanteile jeweils im Journal mitveröffentlicht werden. dem Ein wandlungsfähiger Journalist. Cavaliere Morandi Deutschenfreund a. D. Die Abfägung des italienischen Botschafters Graf Bosbari, weil er nicht Faschist sein will, hat wieder einmal die Welt gelehrt, daß es für Leute mit einem Rest von Charakter ein Forttommen im faschistischen Regime nicht gibt. Mussolinis Motto lautet vielmehr: Freie Bahn GesinnungsIumpen!" Das hat der Berliner Berichterstatter der„ Tribuna", Luigi Morandi, mit unfehlbarem Instinkt erfannt. Bor vier Jahren fam er nach Berlin als Vertreter des fatholischen Organs " Corriere d'Italia" und führte sich, wenigstens in hiesigen Linkstreisen, als christlich- demokratisch ein, also gewissermaßen als linker Zentrumsmann. Auf diese Art gelang es ihm, Beziehungen zu deutschen linksdemokratischen und linkskatholischen Kreisen zu gewinnen, wobei er sich als ein' warmer Freund Deutschlands und Pazifist ausgab. Später fattelte Herr Morandi zur„ Tribuna" hinüber, deren Redaktion bis vor kurzem zur gemäßigten Oppofition gehörte. Als nun Mussolini den Redaktionsstab der„ Tribuna hinauswerfen und durch Faschisten ersetzen ließ, eilte der Ber liner Korrespondent nach Rom, um sich den neuen Herren zur Ver. fügung zu stellen. Inzwischen hatte sich das Blatt mit der 3dea Nazionale" verschmolzen, es heißt jest" Tribuna Idea Nazionale" und ist faschistisch- offiziös. Herr Morandi ist sein Berliner Korrespondent geblieben, macht jetzt aber in maßloser Deutschenheze, teils anonym, teils unter seinem Namen. Herr Morandi dürfte damit seinen moralischen Befähigungsnachweis für die faschistische Bresse glänzend erbracht haben, allerdings nur um den Preis, daß alle anständigen Menschen, deren Bertrauen er sich bisher erSchlichen hatte, ihm fortan den Rüden tehren werden. Der Berliner Herr namens Martin. Ein foftspieliges Finanzgeschäft der Stadt Gelsenkirchen. Die Stadt Gelsenkirchen hatte im Jahre 1924 durch Vermittlung eines Berliner Herrn Martin ein Darlehen von 500000 m. erhalten, zu deſſen Sicherung die Stadt einen Teil ihres 2ttienbejizes lombardierte und auf ein Sperrfonto bei der Diskontogesellschaft hinterlegte. Martin hat jedoch auf den Sperrschein von einer Bantfirma 850 000 m. geliehen und auch die Attien anderweitig belastet. Als der Betrug später entdeckt wurde, tonnte die Stadtverwaltung den Berlust nur dadurch verringern, daß fie einige Berliner Besigtümer des Herrn Martin in ihre Berfügung nahm. Außerdem ist gegen den Betrüger Strafanzeige erfolgt. die ihm eine Bestrafung zu 4 Monaten Gefängnis und 5000 M. Geldstrafe einbrachte. Der Tod des Naturfreundes. Danach sezte die Versammlung die Beratung des Etats fort. Genosse Amberg vertrat die Ansicht der Fraktion. Insbesonders mies er auf die Fehler der früheren Einzelgemeinden hin, ienen heute die Hochwassergefahr in Niederschönhausen zu danken ist. Der Haushaltsausschuß hatte die Streichung von 650 M. für die Gemeindediafonie beschlossen. Das Bezirksamt schlug die Wiedereinfegung vor, die bürgerlichen Fraktionen beantragten Erhöhung auf 1500 M. Da in der Bersammlung feine Möglichkeit bestand, die Chöhung durchzusetzen, verließen die Rechtsparteien die Versammlung und stellten damit die Beschlußunfähigkeit her. Ein aufregender Borfall spielte sich heute früh in Neukölln in der Kaiser Friedrich- Str. 49 ab. Kriminalbeamte wollten den bet der Privat- Bach- und Sicherheitsdienstgesellschaft beschäftigten Wächter K. in feiner Wohnung Kaifer- Friedrich- Str. 49 in Neufölin wegen Unterschlagungen verhaften. Bevor die Beamten jedoch zur Berhaftung schreiten fonnten, griff R zum Revolver und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Garlendireitor Ceffer unternimmt für die Humboldt Hochschule an diefem Sonntag eine Besichtigung der bekannten Gärtnerei In großen Mengen blühen jest dort yazinthen, Tulpen, Azaleen und Maiblumen. Treffpuntt 10%, Uhr vormittags Antonplatz Beißensee. Karten auch bei der Führung erhältlich. Bei Schmödwigmerder fand man im Jagen 22 in der Nähe des Ufers an einer feichten Stelle des Krossinsees die Leiche eines zunächst unbekannten Mannes. Am Ufer lagen zwei Mediabolf Grille, Berlin, Beißenfee. 3inflaschen, eine leere, die andere mit Opium. Die ganze Lage ließ ein Berbrechen möglich erscheinen. Die Nachforschungen der Minifterialrat Genoffin Dr. Beg'cheiber spricht am Montag, den 8. b. M., in Neuöln im Gemeindefaal, Herthastr. 9, im Bunde religiöser Sozialisten tritt ist frei. Bolizei ergaben jedoch, daß ein Unfall vorliegt. Der Tote wurde festgestellt als ein 60 Jahre alter Buchdruder Paul H. aus der Walterstraße zu Neukölln. H. war ein großer Naturfreund, durch über das Thema: Brunbfragen der Erziehung. Der Einftreifte gern die Umgebung Berlins, besonders auch das Wald- und Seengebiet der Schmödkwißer Gegend und blieb dabei wiederholt auch des Nachts im Freien. In der letzten Zeit machte er eine Opiumtur. Deshalb nahm er auf seinem letzten Ausflug zwei Flaschen mit für den Fall, daß er wieder länger fortbleiben werde. In einem Schwächeanfall muß er ins Waffer geraten und ertrunken sein. Automatischer Fernsprechbetrieb für Treptow. Seit langer Zeit geht das Bestreben der Einwohner Treptows dahin, die Oberpostdirektion zur Schaffung eines einheitlichen FernSprechamtes für diesen Verwaltungsbezirk zu veranlassen, da bisher hierfür fünf verschiedene Aemter zuständig sind. Die Oberpoftdirektion scheint jetzt den Wünschen der Treptower Einwohnerschaft gerecht werden zu wollen und es ist beabsichtigt, im Anschluß an die Fertigstellung des im Bau befindlichen neuen Boft amts in Niederschöneweide ein einheitliches Fern pred amt zu errichten. Die Teilnehmer dieses Amtes, das mit Selbst. anschlußeinrichtung versehen werden soll, werden unter sich und mit den an andere automatische Aemter angeschloffenen Teilnehmern rein automatisch mit den übrigen Berliner Fernsprechteilnehmern über ein Hilfsamt sprechen tönnen. Da fich bei der Schaffung des neuen Fernſprechamtes für den ganzen Bezirk Treptow infolge seiner räumlichen Ausdehnung( der Bezirk erstreckt sich über mehrere nicht zusammenhängende Ortschaften) wirtschaftliche Schwierigkeiten ergeben würden, sollen an das neue Amt nur die lints ber Spree gelegenen Orte, also Niederschöneweide, Johannisthal, Baumschulenweg und ein Teil des Berwaltungsbezirts Treptow angeschlossen werden. Die Frage der Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Amtes hängt im wesentlichen von der Bewilligung der dazu erforderlichen Mittel ab. Angewandte Graphologie. Nachdem vor einigen Tagen Karl Besser im Institut für Segualwissenschaft einen Vortrag über Sexualität und Handschrift gehalten hatte, sprach gestern Dr. Hans Schneidert in der Ber: finer Psychologischen Gesellschaft, Kurfürstendamm, über Angewandte Graphologie". Er behandelte meniger die psychologischen Beziehungen von Schrift und Charakter, als die Bedeutung der Graphologie im Gebiet der Kriminaliſtif. Weitgehende Kenntnisse aller Boraussetzungen sind durchaus notwendig. Was oft als persönliche Charakteristik angefehen wird, ist nichts weiter als die Schriftcharakteristik irgend einer Provinz. An Hand von Lichtbildern zeigte Schneidert die Unterschiede in der Schulfchrift der einzelnen deutschen Länder vor ungefähr 20 Jahren. Ein Schriftzeichen, das in Ostpreußen vielleicht als persönliche Note gilt, ist in Bayern allgemein üblich und umgekehrt. Der Graphologe muß diese örtlichen Unterschiede in der Schrifte geftaltung völlig beherrschen. Daneben gibt es aber individuelle Schriften. Zwei Tendenzen find hervorzuheben: das Ab. schleifen der Buchstaben und die Verschnörkelung. Die durchgehende Nachahmung einer charakteristischen Schrift ist unmöglich bei langen Schriftfähen. In der Bergrößerung zeigt sich dann das Zögern beim Anjezen der Feder, irgend eine Abweichung von dem DriDie Vereinigung der Polizeioffiziere Preußens( E. B.) beranflaltet ant 11. Februar im Marmorsaal des Zoologischen Gartens zum ersten Male einen Ball. Die Veranstaltung will zeigen, daß das Polizeioifiziercorps nicht nur unter sich Kameradschaft hält, sondern auch Wert darauf legt, in Beziehung zu anderen Bevölkerungstreifen zu treten. Auskunft erteilt die Geschäftsstelle: Berlin W 35, Potsdamer Straße 118c, III.( Fernsprecher: Nollendorf 8319). Madagaskar von einem Wirbelsturm helmgesucht. Wie das französische Kolonialminifterium mitteilt, hat vom 30. Januar bis 2. Februar auf Madagaskar ein heftiger Wirbelsturm gewütet. Sämtliche Telephon- und Telegraphenanlagen zwischen der Hauptstadt und der übrigen Insel sind unterbrochen gewesen. Eine Ortfchaft ist völlig zerstört worden. Zahlreiche Personen wurden verlegt. Auch durch eine Springslut wurden bedeutende Schäden an gerichtet. Schweres Eisenbahnunglüd im Moskauer Bahnhof. Der Leningrader Schnellzug rannte bei seiner Ankunft im Moskauer Bahnhof infolge plötzlichen Versagens der Bremse auf den Prellblod auf und prallte gegen den Bahnsteig. Ein Wagen wurde zertrümmert, fünf Personen wurden getötet und 21 verlegt. Die Herzogin von Sevilla von ihrem Gatten ermordet. Die Herzogin von Sevilla ist nach einer erregten Auseinandersetzung von ihrem Gatten, dem Oberleutnant Jose Marie Bourbon, durch sechs Revolverschüsse getötet worden. Sport. Zusammenbruch Breitensträters. Diener fämpft? Das von zahlreichen Sportsleuten der Borwelt seit einiger Zeit befürchtete Ereignis der Nervenzusammenbruch des deutschen Schwergewichtsmeisters Hans Breitensträter ist überraschend schnell in der vergangenen Nacht eingetreten. Der„ blonde Hans" wird also am 10. Februar in der Arena am Kaiserdamm nicht in den Ring steigen fönnen. Der Nervenarzt Dr. Koschel, der Bertrauensarzt Dr. Klein und der Verbandsarzt Dr. Gorauer haben in der vergangenen Nacht übereinstimmend den völligen Nervenzusammenbruch des Meisters festgestellt und eine Trainingsunterbrechung von mindestens sechs Wochen angeordnet. Die Ürfachen dieses Nervenzusammenbruchs haben zu vielerlei Bermutungen Anlaß gegeben. Sie dürften aber hauptsächlich in den Folgen seines legten Kampfes mit Baolini und nicht zuguterlegt in feinen Differenzen mit seinem früheren Manager Buß, von dem sich Breitenfträter bekanntlich getrennt hat, zu suchen sein. Am Montag wird der Verband deutscher Faustkämpfer zu der Angelegenheit Stellung nehmen und die Atteste der Aerzte prüfen. Wie wir noch vom Verband deutscher Fauftkämpfer erfahren, versuchen die Unternehmer in aller Eile, einen guten ausländischen Gegner zu ver pflichten, der gegen Diener am 10. Februar in den Kampfring tritt. Unter anderem werden Namen wie Baolini, Harry Persson, Phil Scott und P. Vanderveer genannt. Gewerkschaftsbewegung Jahresbranchenversammlung der Buchbinder. In der start besuchten Branchenversammlung der Berliner Buch binder am Donnerstag im Gewerkschaftshaus gab der Branchenleiter Herzog den Jahresbericht. " Safenarbeiter zu 5, 6 und 7 Monaten Gefängnis. Den Land 1.Februarnummer ber Bücherwarte" einen Artifet über bie friedensbruch erblidte das Gericht in einer Auseinandersetzung der Ideengeschichte des Sozialismus. In ihm werden die Angeklagten mit einem Arbeitswilligen während des legten wichtigsten literarischen Erscheinungen auf diesem Gebiete anschaulich Hafenarbeiterstreiks, die Nötigung" in dem Versuch, den Namen dargestellt. Aehnliche orientierende Auffäße über die Literatur der eines Streitbrechers festzustellen, der einen streifenden Arbeiter Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, der Kulturgeschichte, der blutig geschlagen hatte! Gegen das Urteil ist Berufung Soziologie, der Bolkswirtschaft, der Naturwissenschaft, der sozialen Dichtung usw. follen folgen. eingelegt. Tagung der Metallarbeiter- Internationale. Prag, 6. Februar.( BTB.) Unter dem Vorsitz des Sekretärs des Internationalen Metallarbeiterbundes Ilg aus Bern tagte hier der Bollzugsausschuß des Internationalen Metallarbeiterbundes. Anwesend waren u. a. Brownlie( London), Labe( Paris), Diß. mann( Stuttgart), Domes( Wien), Martunit( Wien) und Hansen ( Ropenhagen). Die Beratungen des heutigen Tages waren der Beseitigung der Gegensäge zwischen dem deutschen und dem tschechischen Metallarbeiterverband der Tschechoslowakei gewidmet. Es gelang, eine vorläufige Eini. gung herbeizuführen, durch die das Bestehen einer einheitlichen Metallarbeiterorganisation in der Tschechoslowakei gesichert wird, unter weitgehender Autonomie der Einzelverbände. Die Einzelverbände werden bis zum 1. Juli dieses Jahres Vorschläge für eine endgültige Regelung dem Sekretariat der Internationale unterbreiten. Die gute Konjunktur im Gewerbe im Jahre 1925 blieb nicht ohne Einfluß auf die Löhne. Die Spanne, die zwischen Buch drucker und Buchbinderlohn bestand, hat sich jetzt wesentlich Derringert. Am höchsten waren die Löhne für die in den Buchdruckereien Beschäftigten. Der Stundenlohn stieg dort bis auf 1 M. Für den Akkordtarif fonnte erst nach Bu fammenfaffung der Borlagen aus den vier Tariforten in längeren Berhandlungen eine einigermaßen günstige Basis geschaffen werden. Den Arbeitgeberbeifizern im Tariffchiedsgericht tönne der Vorwurf der Unobjektivität nicht erspart bleiben. Durch das Tarifamt in Leipzig wäre der Tarif viel objektiver beurteilt worden. Der größte Teil der Berliner Klagen wurde dort zugunsten der Arbeitnehmer entschieden. Für den BdB.- Manteltarif stellten die Unternehmer eine Anzahl Berschlechterungsanträge. Der Organisation ist es aber gelungen, diese Anträge abzuwehren und darüber hinaus einige Berbesserungen durchzudrücken. Das Bd B. Lohnabtom men ist bis zum 7. April verlängert worden. Bei der fleinsten Gruppe, den ,, pi" Betrieben, mußte das Arbeitsministerium zur Entscheidung angerufen werden. Der Manteltarif gilt hier bis zum 28. Februar. In letzter Zeit machten sich die Abbaubestrebungen der Buchdruckereibefizer besonders bemertbar. Die Unternehmer lehnten es ftritte ab, für die in Druckereien beschäftigten Buchbindereiarbeiter auch weiterhin Sondervereinbarungen bestehen zu lassen, obwohl in anderen Orten nichts d gegen unternommen wurde. Den geplanten beträchtlichen Lohn abbau mußte die Organisation zu verhindern suchen. Eine Funktionärversammlung beschloß einstimmig, den Schlichtungsausschaft aufgehen werden. schuß Groß- Berlin anzurufen. Die Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß haben bisher zu feinem Ergebnis geführt. Erst in der nächsten Woche wird die Entscheidung fallen. B $ Aus der aufgenommenen Statistit ergibt sich, daß das Dr. ganisationsverhältnis besser geworden ist. Der Wiedervereinigung mit dem oppofitionellen Berband fönne am besten gebient werden, wenn die Führer dieses neuen Verbandes von ihrer Eigenbrötelei ablassen und ihre Gefolgschaft auffordern, in die Mutterorganisation zurückzukehren. Ein großer Teil von Kollegen hat diesen Schritt bereits getan. Die gesamte Branchenleitung hade im verfloffenen Jahre in jeder Hinsicht ihre Pflicht und Schuldigkeit getan. In der sehr lebhaften Diskussion wurde kritisiert, daß der Berbandsvorstand eigenmächtig die Verbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches herbeigeführt habe. Einige Redner wünschten eine regere Tätigkeit der Branchenleitung für die Wiedervereinigung der beiden Organisationen. Bei Bermittlung von Arbeitskräften dürfe unter feinen Umständen der Nachweis übergangen werden. Herzo a betonte, daß sich die Berbindlichkeit nur auf die VdB.- und Api". Betriebe erftrede. Jeder neue Bertrag aber hebe die Berbindlichkeit auf. Erft die Bragis müffe ergeben, ob eine Verbindlichkeitserflärung einen Borteil für die Kollegenschaft bedeute. Bei der vorgenommenen Abstimmung wurden Herzog als Branchenleiter und auch die bisherigen Mitglieder der Branchenleitung gegen wenige Stimmen wiedergewählt.. Bekleidungsarbeiter. In der allgemeinen Funktionärversammlung der Filiale Berlin des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes am Dienstag referierte der Bevollmächtigte Billy Lehmann über die wirtschaftliche Lage in der Bekleidungsindustrie. Der Redner wandte sich gegen das Berhalten der Gewerbeaufsichtsbehörden bei Betriebsstillegungen. Ein Gewerberat habe ihm persönlich erklärt, das Stil legungsgeseh sei doch nicht zum Schuße der Arbeit nehmer, sondern zum Schuße der Arbeitgeber bestimmt. Unter Hinnweis auf die Dentschrift des Reichsverbandes der Industrie und deren Bunsch nach Arbeitsgemeinschaft erklärte sich Lehmann Gegen Arbeitsgemeinschaften. Er schilderte dann die Lohn- und Tarifverhältnisse der einzelnen Branchen, hierbei auf den Tariffampf in der Gummifonfeffion hinweisend. Schmere Kämpfe stehen unserer Organisation bevor und es sei eine unbedingte Notwendigkeit, die Indifferenten für die Organisation 811 minnen. Eine vom Redner vorgelegte Entschließung im Sinne seiner Ausführungen wurde von den Funktionären einstimmig angenommen. Eine Diskussion fand nicht statt. Unter Berschiedenes" sprach Kollege Faustmann und wies insbesondere auf die Berhältnisse in der Herren- und Damenmaßschneiderei auf Grund der aufgekündigten Tarifnerträge hin. ge= Wofür die Reichsbahngesellschaft Geld hat. Bom Baugewerksbund wird uns geschrieben: Wie das Ben fralblatt für das deutsche Baugewerbe" mitteilt, hat die Hauptvermaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft, obgleich der erste Zivilfenat des Reichgersichts am 21. Juni 1922 entschieden hat, daß auch bei Streifs nicht rechtzeitiges Entladen des Gutes die Zahlung des tarifmäßigen Lager- und Standgeldes verwirkt ist, in einem Bescheide dem Reichsverband der Deutschen Industrie und anderen Spigennerbänden mitgeteilt, daß in solchen Fällen Teilbeträge des Bogenstandgeldes aus Billigkeitsgründen erstattet werden. Die So ist's recht! Nobel muß die Welt zugrunde gehen. Deutsche Reichsbahngesellschaft pfeift nach ihrer eigenen Darstellung auf dem letzten Loch. Sie ist nicht imstande, den Eisenbahnern 1 Bf. Lohnerhöhung zu gewähren. Aber wo es gilt, in Wirtschaftskämpfen, die der Arbeiterschaft aufgezwungen werden, dem„ bedrängten" Unternehmertum beizuspringen, läßt sich die Deutsche Reichsbahngesellschaft nicht lumpen. Bei dieser Sachlage ist wohl die Frage berechtigt, ob den Arbeitnehmern im Falle einer Ausiperrung durch den Unternehmer der Betrag für nicht mehr verwendbare Wochen- oder Monatskarten aus Billigkeitsgründen erstattet wird? Der Abbau in der Silberwarenbranche. Auch die fleinen Unternehmer fuchen die Wirtschaftskrise dazu zu benußen, nicht nur die Löhne, sondern auch die sozialen Errungenschaften der Arbeiter abzubauen. Doch so rücksichtslos wie die Unternehmer der Silberwarenbranche ist aber bisher noch feine Unternehmergruppe vorgegangen. Sie weigern sich nicht mur feit Mai vorigen Jahres, einen Lohnpertrag abzuschließen, sondern sie haben auch zum 31. Dezember den Manteltarij gefündigt, um die völlige Beseitigung des Urlaubs zu erreichen. In den Verhandlungen am 22. Dezember erklärten fie, in der Frage der Arbeitszeit und der Ueberstunden feine Berschlechterungen einführen zu wollen, auf der Beseitigung des Urlaubs aber bestehen zu müssen. Da sich die Berhandlungskommission jeder Verschlechterung der Urlaubsbestimmungen widersetzte, scherierten die Verhandlungen. In der fehr gut besuchten Versaminlung der Silberschmiede am Donnerstag im Dresdener Garten berichtete Henschel vom Metallarbeiterverband über den Ausgang der Verhandlung. Die Bersammelten versprachen, fich jeder Berschlechterung ihrer fhmer erfämpften Bofitionen zu widerlegen und sich zur Abwehr bes Anjolags der Unternehmer aller gemerfichaftlichen Mittel zu betiezen. In der nächsten Branchenversammlung wird über die weitere Entwicklung der Dinge berichtet werden. Klaffeujustiz! Köln, 5. februar.( Eigener Drahtbericht.) Begen 2andfriedensbruchs und berfuchter Rötigung berurteilte bas Rölner Große Schöffengericht am Freitag brei organisierte Einheitsverband der Sicherheitsbeamten. Ein solcher Verband besteht in Desterreich. Er tagte Ende Januar in der Wiener Arbeiterfammer und umfaßt 15 000 mitglieder. Der Verband umfaßt die freigewerkschaftlichen Organifationen der Sicherheitswachebeamten Wien und Graz, der Bundesgendarmerie, der Steueraufsichts- und 3ollwachebeamten, der Kommunalpolizei, der Kriminalbeamten und der Wiener Stadtschuhmache, die in absehbarer Zeit in einer EinheitsgewertIn ähnlicher Weise sucht die jeder Nummer der Bücherwarte" beiliegende Arbeiterbildung" den praktischen Bedürfnissen der an ihrer Selbstbildung arbeitenden Genossen, wie auch den Unforderungen der Bildungsorganisationen entgegen zu kommen, indem fie in jedem Heft eine Vortragsdisposition über ein aktuelles Thema sowie eine furze Einführung in die Literatur eines bestimmten Bissensgebietes gibt, die namentlich für kleine Arbeitsgemeinschaften als Leitfaden wichtig sind. Daneben werden hier alle wichtigsten Fragen der proletarischen Kulturbewegung und Bildungsarbeit an Hand der praktischen Erfahrungen im ganzen Reiche erörtert. Neben der Bücherwarte", die über die laufende Literatur unterrichtet, gibt so die Arbeiterbildung" allen geistig interessierten Elementen der Arbeiterbewegung und darüber hinaus allen, die sich für soziale Fragen interessieren, wichtige Anregungen und prattische inte. Man fann deshalb allen Parteigenoffen mur dringend empfehlen, die neue Zeitschrift, die zum Preise von 1,50 M. für das Bierteljahr bei der Post abonniert werden kann, zu bestellen und Leier für sie zu werben. Sie dient als vorzügliches Bindeglied zwischen der Theorie und der Praxis der Arbeiterbewegung. Theater der Woche. Bom 7. Februar bis 15. Februar 1926. Bollsbühne: 7., 10., 11. Don Quichotte. 8., 12., 13., 14., 15. Der Raufmann von Benedig. 9. Wer weint um Judenad? Opernhans: 7. Aida. 8. Inter mezzo. 9. Tosca. 10. Edjakgräber. 11. Cavalleria Rusticana; Bajazzi. 12. Soffmanns Erzählungen. 13. Mignon. 14. Carmen. 15. Madame Butterfly. Oper am Königsvlak: 7. La Traviata. 8. Tiefland. 9. Rigeuner Es wurde betont, daß jeßt die freigewertschaftlich organisierten baron. 10. Boheme. 11. Rigoletto. 12. Die Iuftigen Beiber von Windsor. Staats Bachebeamten Desterreichs in der freigewerkschaftlichen Entwicklung 13. Ritter Blaubert. 14. Rar und Zimmermann, 15. Coſt fan tutte, theater: 7., 9., 14. Jm weißen Rökl. 8., 12. Oftpolaug. 10. Peer Gynt. einen bedeutungsvollen Schritt nach vorwärts gemacht haben. Das 11. Romeo und Julia. 13. Fauft I. Teil. 15. Candida. Schiller- Theater: Ideal, das sich der Verbandsvorstand als Ziel gesetzt hat, sei noch 7., 8., 12., 14., 15. Ballenfteins Lager: Piccolomini. 9. Minna von Barnnicht erreicht, da die Ideen wohl in den Führern, aber noch nicht helm. 10. Maria Stuart. 11. Jugend. 13. Rapitän Brasbounds Belehrung. Beffing- Theater: Rronprinzessin Luife. Theater in ber Röniggräger in all den fünfzehntausend Mitgliedern des Verbandes lebendig Straße: bis 9. und 12., 15. Graeffe. 10., 11., 13., 14. Ginen Jur will er feien. Die einzelnen Berufsgruppen, die von reaktionären Mächten fich machen.- Stäbtische Oper Charlottenburg: 7., 13. Den Basquale. 8. Tanngegeneinander gehetzt würden, haben sich nicht beirren lassen, um häuser. 9. Die Brautwahl. 10. Der fliegende Holländer. 11., 14. Elektra. 12. Mignon. 15. Die 8auberflöte. Großes Schauspielhaus: Für Dich. den Weg zueinander zu finden. Die Haltung der derzeitigen ReTheater bes Bestens: Das Spiel um die Liebe. Renaiffance- Theater: gierung, die den Forderungen und Wünschen der Beamtenschaft 8. Blaudine- Ebinger- Abend. Ab 9. Sturmnacht. Die Tribüne: Die neuen Herren. geradezu verständnislos gegenüberstehe, habe nicht wenig dazu beiDeutsches Künstler- Theater: Paganini. Romödienhaus: Der Garten Eden. Berliner Theater: Messalinette. Reues Theater am 800: getragen, in dem neuen Verband der Bundessicherheitserefutive ein Stöpfel. Residenz- Theater: Die Durchgängerin. Rentral- Theater: Dér freigewerkschaftliches Kampfinstrument von größter Wirkungskraft Fremde. Theater in ber Rommanbantenstraße: Bis 11. Anneliefe von Deffau. zu schaffen. Wieder ein faschifficher Sieg. Die Allgemeine Gewerkschaft der Tertilarbeiter( Fiot) wurde vom Präfekten von Mailand aufgelöst. Aus der Partei. Der literarische Führer. Ueber der täglichen Kleinarbeit für Partei und Gewerkschaft fomumt der Arbeiter leider nur sehr selten dazu, sich in die geistigen Schätze zu vertiefen, die in der sozialistischen Literatur geborgen find. Ber aber doch die Billenskraft dazu aufbringt und glüdlichermeise sind in unserer Jugendbewegung an Zahl und Intelligenz äußerst wertvolle Kräfte dann fehlt ihm oft ein verläßlicher Führer durch das weite und fremde Gebiet. Auch unsere Buchhändler und Bibliothefare find bei der Fülle der Neuerscheinungen faum in der Lage, den geistigen Inhalt des Büchermarktes zu überschauen. Es ist deshalb ein Berdienst des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit", daß er durch die Herausgabe der neuen Zeitschrift Die Bücherwarte" allen bildungshungrigen Genossen einen ausgezeichneten Führer durch das Gebiet der buchhändlerischen Produktion gibt. Wesentlich ist bei dieser Zeitschrift das Bestreben, namentlich der jüngeren Generation der Parteigenossen die Kenntnis der alteren und neueren Literatur zu vermitteln, ihnen auf allen Bissensgebieten eine gewisse Drientierungsmöglichkeit zu geben. Diesem Zwed dienen vor allem die Einführungsartikel der Bücherwarte. In jeder Nummer bringt sie außer zahlreichen Be sprechungen der neuesten Erscheinungen auf wissenschaftlichem und literarischem Gebiete einen Artikel, in dem ein bestimmtes Wissensgebiet abgegrenzt und die für es wichtigſte neuere und ältere Literatur fowohl fozialistischer mie bürgerlicher Autoren angeführt wird. So bringt die soeben erschienene ( INSEGNUNGS- ANZUG in vollendetster Ausführung 25.- 29.- 32.- 36.- 39.- 43.- 49.- 54.Prüfungs- Anzüge in großer Auswahl. Durch eigene Fabrikation schalte ich den Zwischenhandel aus. Romische Ab 12. Der alte Deffauer( II. Teil von Anneliefe von Deffau). Oper: Bon A bis R. Luftfpielhaus: Didn. Metropol- Theater: 7. bis 12. Theater am und 14., 15. No No Nanette. 13. Metropol- Theater- Redoute. Schiffbauerbamm: Der fröhliche Beinberg. Thalia Theater: Lene, Lotte. Liefe, Jofefinens Tächter. Theater am Rollenborfplak: Die offizielle Frau. Theater am Surfürstenbomm: Die Nacht der Nächte. Kleines Theater: Dabut. Ballner- Theater: Rolportage. Balhalla Theater: Königin der Stacht. Role- Theater: Aumist der Starle. Rafiro- Theater: Selenens Siebesabenteuer. Thenter in ber Sükowiftrage: 2emfes fel. me. Schlos vart- Theater Steglig: Die Frau ohne Ruß. Serrnfeld- Theater: Familie Schmod. Theater im Abmiralspalaft: Saller- Revue" Achtung! Belle 5051 Deutsches Theater: Juarez und Maximilian. Rammerspiele: Die lekte Ge. liebte. Die Romobie: Täglich 8 Uhr: Gefellschaft. Täglid 11% Uhr: Der Bintergarten und Scala: Internationales Barieté. blaue Rogel Rachmittagsportellungen: Boltsbühne: 7. Fiesto. 14. Judith. Oper am Rönigsplay: 7., 14. Das Ronzert. Schiller Theater: 14. Die Jungfrau von Drleans. Die Komabie: 10., 13., 14. Der blaue Bogel. 14., Dornt. 11 Uhr: afif und Shif Beffing- Theater: 7. Die Braut von Melfine. Theater in der Röniggräger Straße: 7., 14. Bie es euch gefällt. Großes Schauspielhaus: 7., 14. Für Dich. Theater bes eftens: 7. 14. Mianon. Romobien Die Tribune: 7., 14. Ruri au Methusalem I. Teil haus: 7., 14. Roof sder Schrift.- Resibens Theater: 7., 14. Die Durchgängerin Sentral Theater: 7., 14. Bunburn. Theater in bez Remmanbanten ftrage: 7., 14. Anneliese von Deffau. Thalia- Theater: 7. Die Frau ohne Ruß 14. Lene, Lotte, Liese, Josefinens Töchter. Rose- Theater: 13. Sänfel und Theater in der Lükomstraße: Gretel, 14. de heilsubthen. Schloßpark Theater Steglik: 7. Litgenmäulchen und Bahrheitsmündchen. 14. Das tapfere Schneiderlein. Theater im Admiralspalaft: 7., 14. Achtung! Welle 505! Berantwortlich für Bolitik: Ernst Menter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlca: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlaasanstalt Baul Ginger. Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 5. AUTO- FAHRSCHULE KRAFTVERKEHR MARKEN A Kolonnenstraße 32 Berlin- Schöneberg Telefon: Stephan 987/988 Ab 1. januar Eintritt täglich Neue Berliner Genossenschafts- Bäckerei E. G. m. b. H. Reinickendorf- Ost, Wilkestr. 62 HUNDE Katzen, Papageien und alle Sonnab., 20.Februar, abbs.8% Uhr Haustiere werden behandelt. im Bersammlungszimmer ber Bäderei Tierärztliche Poliklinik Generalversammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes und Aufsichtscates. 2. Borlegung ber Bilanz und Be schlußlaffung über diejelbe. 3. Neumahl Chausseestraße 93 neben Kriegervereinshaus Sprechstunden: 11-1 u. 4-6 Uhr Des Borftandes und des Aufsichtsrates.- A. Beheim- Schwarzbachs 4. Anträge. 5. Berschiedenes. Die Bilanz liegt im Rontor für die Genoffen zur Einsicht aus. Der Borstand: Engel, Marfchel. Kaufmännische Privatschule ( Inh. F. Eggert) Neukölln, Anmeldung, Ganghoferstr.1 Metallbetten und Berliner Str. 82( Privatwohnung) JahresStahlmatratz., Kinderbetten günstig an Priv. Beginn neuer Jahres- und Kat. 650 fr. Eisenmöbelfabr. Subi Thür. Lehrgänge. Fernspr.: Neukölln 1063. Berliner- Elektriker- Genossenschaft Berlin N24, Elsässer Str. 86-88| Filiale Westen, Wilmersdorf Fernsprecher: Norden 65 25 u. 65 26 Landhausstraße 4. Tel.: Pfalzburg 9831 Elektrische Anlagen jeder Art u. jeden Umfanges zu kulanten Zahlungsbedingungen. Beleuchtungskörper und Osram- Lampen zu Fabrikpreisen. 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