Nr. 63 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 32 Bezugspreis: 38chentlich 70 Bfennig, monatlic B Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Lucemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Gied lung und Kleingarten fowie derd Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich aweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin Halif ned inador Sonntagsansgabe dals 115015 and 11onidan nu aloidesdoft mathildeguatog Vorwärts Berliner Volksblatt d C 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpalttee Nonpareille Beile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 25 Bfennig ( auläffia amei fettaedruckte Borte). lebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Bort 15 Bfennig. tebes weitere Bort. 10 Bfennig. Borte über 15 Buch. ftaben aählen für awel Borte. Arbeitsmarkt Reile 60 Bfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abaegeben werden. Geöffnet Don 8% Ubr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands S Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 7. Februar 1926 Deutschlands Einzug in Genf. sid Asad Amtlich wird gemeldet: Zustimmung der Ministerpräsidenten. Auf Einladung der Reichsregierung traten gestern vor mittag die Staats- und Ministerpräsidenten der Länder unter Vorsitz des Reichstanzlers mit den Mitgliedern des Reichskabinetts zu einer Aussprache über die außenpolitische Lage zusammen. Im Anschluß an einen Vortrag des Reichsministers des Auswärtigen, sowie an grundfäßliche Ausführungen des Reichskanzlers wurden die mit der Frage des Eintritts Deutschlands in den Bölkerbund zusammenhängenden Fragen eingehend erörtert, wobei feitens einzelner Länder Bedenken geltend gemacht wurden. Anschließend und abschließend wurde die einmütige Auffassung dahin festgestellt, daß, falls die Reichsregierung den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund beschließt, feitens der Länder alles geschehen wird, was die Stellung Deutschlands im Völkerbund zu stärken T tischen) Kommission der Völkerbundversammlung zusammengefeßte Rommission. Formelle Prüfung, daß die deutsche Berfassung stabil, die deutschen Grenzen festgelegt und die deutsche Regierung bereitwillig und ihre Bereitwilligkeit glaubwürdig ist, daß sie ihre internationalen Berpflichtungen er. füllt. Gleichzeitig prüft die Militärkommission des Völker bundes, ob Deutschland seinen Abrüstungsverpflich tungen in ausreichendem Maße nachgekommen ist. Die Budgetfommission berät über die Feststellung des deutschen Kostenbeitrages. 7. Der Bericht der gemischten kommission und der militärtommiffion wird der Bölkerbundversammlung vor. gelegt und die Aufnahme Deutschland gemäß den Kommissions. beschlüssen empfohlen. Die Vertreter der Großmächte dürften dazu ebenfalls empfehlende Erklärungen abgeben. Dann erfolgt die Abtimmung.( Es genügt eine 3weidrittelmehrheit.) sammlung und nimmt gemäß dem französischen Alphabet als 8. Der deutsche Vertreter betritt den Saal der Bollver„ Allemagne" in der ersten Reihe zwischen Albanien und Argentinien Die Formalien der Aufnahme.Platz; feierliche Erklärungen Deutschlands und der anderen Staaten. Erwerb der Mitgliedschaft im Völkerbunde" ist nur ein furzer Ausdruck. Aber diese paar Worte bedeuten ein großes internationales Ereignis. Die ganze Staatenwelt gerät in Bewegung. Zwar ist die Aufnahme Deutschlands nur ein dramatischer Att, aber ein Att mit vielen Szenen. Soweit fich auf Grund der Sagung und der bisherigen Braris urteilen läßt, wird sich der Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund und Bölkerbundsrat in taum weniger als einem Dutzend Etappen vollziehen. geeignet ist. 1. Die Reichsregierung sendet( voraussichtlich Montag oder Dienstag) an das Bölkerbundsekretariat eine Note, in der sie ersucht, Deutschland als Mitglied des Bundes aufzunehmen. 2. Der Generalsekretär des Völkerbundes teilt dies Aufbundes( etwa 1% Millionen Schweizer Goldfrank). Entsprechende 9. Festsetzung des deutschen Beitrages zu den Kosten des Bölkerherabsetzung der Beitragspflichten anderer Staafen. 10. Zusammentritt des Bölfer bundrates( ohne Deutsch. land), um( mit Einstimmigkeit!) die Schaffung eines neuen ständigen Ratssiges für Deutschland und eventuell die Schaffung neuer Sige für andere Staaten der Bölferbundversammlung zu empfehlen. 11. Annahme dieser Beschlüsse in der Bollversammlung des Böllerbundes; hierzu ist nur einfache Stimmenmehrheit notwendig. 12. Teilnahme Deutschlands an der nächsten Sigung des Bölferbundrates, die sich voraussichtlich der Vollver jammlung anschließen wird. Diese trockene Aufzählung eines Dugend von formalen nahmegesuch dem Borsigenden des Bölferbundrates mit. Dieser Beschlüssen zeigt nur den normalen Verlauf. Aus ihr ergibt beruft eine außerordentliche Sigung des Bölter sich aber zugleich, wieviel diplomatische Zwischenfälle möglich, bundrates ein; wahrscheinlich für Donnerstag oder Freitag der wieviel Augenblide höchster politischer Span nächsten Woche. cothe a sami sonornung zu überwinden sein werden. Die Zuteilung eines neuen 3. Der Völkerbundrat tritt zusammen und beschließt, dem Rathes an Deutschland wirft die Zusammensetzung dieser beutschen Aufnahmegesuch gemäß das Aufnahmeverfahren Körperschaft überhaupt auf; mancher schlummernde und bis einzuleiten. Er wird sich schlüffig über die Zusammenberufung eine: her unbefriedigte Ehrgeiz wird wach und zwei oder drei Völkerbundversammlung, etwa um den 10. März, und berät, wohl Außenminister anderer Länder werden versuchen, mit dem in vertraulicher Aussprache, über die Neufchaffung eines ständigen Triumph, einen Ratsiz oder einen ständigen Ratsiz erkämpft Ratssizes für Deutschland und vielleicht auch über die Schaffung zu haben, in ihre Heimat zurückzukehren. Für die deutsche neuer Ratssitze, wie für Polen, oder die Umwandlung von Wah! Regierung aber ist es vor allem nötig, in den wenigen fizen in ständige Site wie etwa für Spanien oder Brafilien... noch ausstehenden Wochen ein endgültiges Kompromiß in der 4. Die Einladung zu einer Bölferbundversammlung Entwaffnungsfrage, die noch immer nicht völlig er wird vom Borsitzenden des Bölkerbundrates abgesandt. Jede Regie ledigt ist, zu erreichen. Die Feststellung etwa, daß die Entrung muß sich schlüffig werden, wen sie als Delegierten für diese waffnung noch nicht völlig durchgeführt, sondern nur zu erTagung entfenden will, etwa ihren Gesandten in Bern oder ihren warten sei, wäre in Genf jehr peinlich. So find noch einmal Botschafter in Paris oder den Außenminister selbst. alle Anstrengungen darauf zu sammeln, diese leidige Ange 5. 3usammentritt der Völkerbundversammlegenheit aus der Welt zu schaffen.d Iung( ohne Deutschland) um Mitte März, Wahl des Vorsitzenden, Konstituierung der Kommissionen. 6. lleberweisung des deutschen Aufnahmeantrages an eine gemischte, aus der ersten( juristischen) und sechsten( poliMussolini droht mit Represalien. Erwiderung auf Helds Rede. Es ist hier die Aufgabe der französischen Regierung, fich dem Abrüstungsfanatismus ihrer Militärs gegenüber in einer Art Geltung zu verschaffen, die der deutsch französischen Berständigung dient. Benedig über die normale Lage in Südtirol und erklärte, die Rede Helds sei unerhört. Bom diplomatischen Standpunkt aus gebe es teine Frage eines deutschen Südtirols, denn Südtirol sei durch den Friedensvertrag, und zwar durch den Vertra von St. Germain zu Italien gekommen. Rom, 6. Februar.( WTB.) Auf die bereits gemeldete Anfrage des Abgeordneten Farinacci wegen der Rede des bayerischen ministerpräsident held antwortete Muffolini heute am Es ist unerhört, von italienischen Gewalttätigteiten in Schluffe der Kammerfihung. Er wies zunächst darauf hin, daß die Südtirol zu sprechen. Italien verfolge in Südtirol eine Politit faschistische Regierung in den drei Jahren ihres Bestehens gegen- der Italianität. Sonst hätte es an der Grenze einen Staat im über Deutschland eine außerordentlich maßvolle politif inne- Etaate. Mussolini stellte dann dem Entgegenkommen der italienis gehalten habe und ging sodann auf verschiedene Nachrichten über schen Behörden in der Sprachenfrage die Maßnahmen der Tsch e ch oSüdtirol ein, die er als falsch bezeichnete. In bezug auf das flowatei gegen die deutschen Minderheiten gegenüber Walther- Denkmal in Bozen erklärte er, er respektiere die und erklärte mit der größten Bestimmtheit, daß die italienischen deutsche Poesie des Mittelalters, aber er fönne einen Bergleich Wal- Polizisten in Südtirol nicht um einen Schritt zurüdweichen thers von der Vogelweide mit Dante nicht zulaffen, weil das den werden. Monte Pinoto mit dem Himelana vergleichen hieße. Man werde die Walther- Statue in Bozen stehen lassen, aber auf einem anderen Platz in Bozen, wahrscheinlich ein Denkmal Cesare Battift is aus öffentlichen Mitteln errichten.( Stürmischer Beifall.) Muffolini bezeichnete weiter die Nachrichten über das Elisabeth- Denkmal in Meran und über den Weihnachtsbaumverfauf als falsch und erklärte, niemand möge fich der Täuschung darüber hingeben, daß Italien durch einen Reiseboyfoft eingeschüchtert werden könne. Jtalien lebe von ganz anderen und durch ganz andere Energien. Wenn morgen der Bonkoff praktisch durchgeführt würde, mit stillschweigender 3ustimmung verantwortlicher Behörden, so würde Italien mit einem Boyfoft in der zweiten Potenz und auf Repressalien mit Repreffalien in der dritten Potenz antworten. Muffolin: verwies ferner auf die Stundgebung der Ronsuln in Muffolini will seine Rede erst noch einmal redigieren. Rom, 6. Februar.( TU.) In seiner Rede erklärte Mussolini weiter: Bor kurzem habe ein faschistisches Provinzblatt geschrieben, habe das Blatt an die Direktion zurüdgeschickt und mit eigener Italien werde niemals seine Fahne auf dem Brenner einziehen. Er Hand darauf geschrieben, daß das faschistische Italien nicht nur nicht seine Fahne einziehen werde, sendern daß es bereit sei, die Tricolore auch auf die andere Seite des Brenners zu tragen. Die Rede wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. An den Ovationen beteiligte sich auch die Opposition. Die Tribünen und die Senatorenlogen jubelten ihm zu. Begen der Wichtigkeit der Rede wird sie Mussolini felber redigieren, ehe fie veröffentlicht werden darf. Der amtliche Wortlaut der Rede dürfte daher erst in den späten Abendstunden befannt werden. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedfonts: Berlin 37 536 Banffents: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Wandlung. Zu Deutschlands Eintritt in den Völkerbund. Wie viele sind es, die ihre eigene Zeit wahrhaft er. leben? Als noch draußen die Kanonen dröhnten, las und hörte man viel von der großen Zeit". Als aber tausendjährige Throne zusammenbrachen und aus dem Trümmerfall ein neues Deutschland und ein neues Europa sich emporzuringen begannen, schien den Lobpreisern friegerischer Erleb niffe diese neue Zeit des Friedens flein. Die Geschichte wird ihnen dereinst bestätigen, daß sie ihre eigene Zeit nicht verstanden. Die meisten leben ihren Alltag dahin, sind durch ihren Erwerb in ein enges Gesichtsfeld eingespannt, und der ewige Sorgennebel hemmt ihnen den Blick ins Weite. Sie finden ihre Zeit er bärmlich, weil es ihnen selber erbärmlich geht. Sie verstehen nicht, daß man die Bedeutung der Gegenwart nicht nur nach der Summe des Glücks oder des lingluds beurteilen soll, die sie dem einzelnen bringt, sondern vor allem auch anch den Zukunftswerten, die sie für die Menschheit in sehen, ist es ihnen gleichgültig, daß uns das Schicksal an die fich trägt. Darum sehen sie auch nicht oder wenn sie es Schwelle einer neuen Zeit gestellt hat, und daß wir zu Augenzeugen und Mitwirkenden berufen sind einer der größ deutschen Republit, ein zweites ist der Eintritt der ten Wandlungen, von denen die Weltgeschichte berichtet. Ein erstes Zeichen dieser Wandlung war das Werden der deutschen Republit in den Bölterbund und, mit ihm verbunden, das Infrafttreten der Verträge von Locarno. * Was wollen die, die nichts vom Frieden hören wollen? Etwa den Krieg? Sie seiber sagen nein, weil sie nicht für wahnsinnig gehalten werden wollen. Ganz abgesehen davon, daß der nächste Krieg, wenn er tommt, Zerstörungen anrichten wird, an denen gemessen als die von 1914-1918 geringfügig erscheinen würden, ganz abgesehen davon, daß auch die Sieger der Zukunft den Krieg noch mehr verlieren müssen, als sie den letzten schon verloren haben, weiß jedermann, daß fich Deutschland in absehbarer Zeit aus einem Krieg nichts Krieg ist, muß Frieden sein- fragt sich nur welcher? Der anderes holen kann als den totalen Zusammenbruch. Wo kein bestehende Frieden ist der von Bersailles: finden die Gegner der„ Erfüllungspolitik" und des„ Geistes von Locarno" ihn so schön, daß sie ihn uns unverändert erhalten wollen? Alle Erfüllungspolitit", alles Berhandeln mit dem sogenannten Feindbund" hat nur den einen 3wed gehabt, Deutschlands Last zu erleichtern und einen unsinnigen und ungerechten Frieden allmählich zu einem vernünftigen und gerechten umzugestalten. Diese Umgestaltung ist nicht möglich mit den Mitteln einer lichung von Gedanken, die der militaristischen Borstellungswelt veralteten Diplomatie, sie ist nicht möglich; durch die Berwirk wendung neuer Ideen, deren Trägerin in Deutschland entnommen sind, sondern sie ist nur möglich durch die Andie Sozialdemokratische Partei, deren Trägerin in der Welt die Sozialistische Arbeiterinternationale ist. Der 2 * in den Völkerbund denkbar, ohne die deutsche Sozialdemokratie. So wenig wie die deutsche Republik selbst, ist ihr Eintritt Sie hat auf dem Gebiet des Verfassungsrechts und der Außenpolitit bahnbrechend und wegweisend gewirkt, und sie hat diese klare Linie niemals verlassen, ganz gleich wie fich ihr Berhältnis zur jeweiligen Regierung gestaltete. Aber das Bewußtsein, etwas geleistet zu haben, fann sie nicht dazu verleiten, nun ihre Hände in den Schoß zu legen. an Nicht nur, daß die schwierigsten, die entscheidenden Probleme der Wirtschafts- und Sozialpolitik noch der Lösung harren, nicht nur, daß für die Sicherung der Republit noch unendlich viel zu tun ist, auch auf dem Gebiet der Außenpolitik ist das Erreichte nur ein Anfang. In Wegesmitte steht die europäische 3ollunion, am Wegesende stehen die Bereinigten Staaten von Europa und wieviel Gräben find noch auszufüllen, wieviel Stacheldrähte fortzuräumen, bis der Weg frei wird! Wenn jetzt Deutschland mit Titel und Rang einer gleichLage findet es vor? Weite Gebiete Deutschlands noch immer berechtigten Großmacht in den Völkerbund eintritt, welche besetzt, deutsche Minderheiten im Ausland einer unwürdigen Herrschaft faft schuklos ausgeliefert. Desterreich wider Willen barn, bei eigener fast völliger Entwaffnung, schwer gerüstet, von der deutschen Staatsgemeinschaft ferngehalten, alle Nach die Reparationsfrage noch immer ohne endgültige Lösung. hat erst begonnen. Der Weg von Versailles zum Frieden ist Die Liquidierung des Weltkriegs ist noch nicht beendet, sie weit. Und doch: die Situation ist eine ganz andere als damals, da Deutschland den Waffenstillstand und den Versailler Vertrag unterzeichnete, das Londoner Ultimatum annahm und den Ruhrkrieg ergebnislos abbrach. Wir sind schon ein ganzes Stüd weitergefommen. Auch der Dames Blan ift eine Station auf der Reise von der Unvernunft zur Bernunft. Als solche haben auch die Deutschnationalen ihn anerkannt, als sie im August 1924 die Hälfte ihrer Fraktion zur Reichstagsmehrheit abkommandier- ten, um feine Verwirklichung möglich zu machen. Das hindert sie nicht, jetzt in ihrer Presse dlezenigen als Verbrecher am deutschen Volke hinzustellen, die damals jenem Abkommen zustimmten. Der demagogische Versuch, den Dawes-Plan für die gegenwärtige Wirtschaftsnot verantwortlich zu nwchen, geht schon deshalb fehl, weil wir uns zurzeit noch in der vertragsmäbigen Uebergangszeit befinden und die Wirtschaft noch keine wesentlichen Lasten aus der Ausführung jenes Planes zu tragen hat. Man kann vielmehr umgekehrt fragen, wie katastrophal sich unsere Wirtschaft wohl entwickelt haben würde, wenn Deutschland dem willkürlichen Zugrift seiner Reparationsgläubiger noch so wehrlos ausgeliefert wäre wie vor dem Abkommen und wenn die Milliarden» kredite, die infolge dieses Abkommens eingeströmt sind, ausgeblieben wären! Jetzt hat sich infolge der Ausführung des Dawes-Plans ein erster Konflikt ergeben, der teils innerhalb der Reichs- bahngesellschaft, teils zwischen ihr und dem Reich auszutragen ist. Hier sind es aber nicht die krakeelenden Nationalisten, sondern die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften, die da» bedrohte Recht der deutschen Arbeiter vertreten, wie sie es auch schon gegenüber der preußischen Staatsbahn zu Zeiten Äreitenbachs und gegenüber der deutschen Reichsbahn in ihrer früheren Form vertreten haben. Wird eines Tages die Notwendigkeit, den Dawes-Plan zu reformieren, dringend, dann wird sich Deutschland als Mitglied des Völkerbundes in einer viel besseren Lage be- finden, als wenn es Isoliert geblieben wäre und in irgend- einer phantastischen Abenteurerpolitik sein Heil gesucht hätte. » Indem Deutschland in den Völkerbund eintritt und damit den Verträgen von Locarno Wirksamkeit verleiht, erkennt es den Gedanken an. daß Europa eine Schick- falsgemeinschaft darstellt. Als solche ist es zuerst vom internationalen Sozialismus erkannt worden. Der Sozialismus bat zuerst begriffen, daß alle Völker Europas Glieder eines Ganzen sind, daß Frieden, st aatsbürger- liche Freiheit und sozialer Fortschritt ein Gesamtgut darstellen, das gemeinsam verwaltet und gefördert werden muß. Wenn sich jetzt Deutschland zu diesem Gedanken bekennt, so wird es feinem eigenen Besten um so mehr dienen, je aufrichtiger dieses Bekenntnis ist und je klarer es In seinem Geiste handelt. Deutschland kann nur noch leben als die demokratisch« Republik, deren Baumeister wir Sozialdemokraten gewesen sind. Europa kann nur noch leben, wenn es seine inneren Staatenbeziebungen im Geist der sozialistischen Internationale regelt. Das sind zwei Sätze, die durch die Erfahrung bestätigt werden. Wir möchten ihnen einen dritten hinzufügen:„Die Wirtscha't kann nur gesunden, das Recht des einzelnen auf Arbeit und Leben nur hergestellt werden, wenn der Sozia- l i s m u s auf feinem eigensten Gebiet, eben dem der Wirt- f ch a f t. den entscheidenden Sieg gewinnt." Hier sind wir noch nicht soweit. Aber ist es ein Wunder, daß hier noch um die letzte Klarheit genmgen werden muh in einer Welt, die durch Krieg und. Politische Unterdrückung so tief verwirrt und verdunkelt ist? Und geben uns die schon er- rungenen Erfolge nicht auch hier ein Recht auf Zuversicht? Für den, der zu kämpfen weiß, ist diese Zeit nicht klein! Der Soziale Ausschuß de« Relch»kaze» lilljrt« die Beratung be« NeickSknarvildaftSgeseyeS weiter fort. Der Ab- schnitt.Nra'ilenveislchming' wurde erledigt, stur Pensionlver- sicheiung wurde ein Antrag, der die erweiterte stulaslung der freien Aerztewahl auch für dieStücke sticht der Schwant der Franzosen dadurch ab. daß diesmal nicht der Schurke der Hereingefallene ist. sondern der Detettw selbst, gewiß ein lustiger Einfall. Aber der Born de» Humor» quillt nur sehr spärlich, und man kann den Schwant bestenfalls ein« harmlose Abendunterhaltung nennen, eine Abendunterhaltung, die noch tümmerNcher wäre, wenn Nicht Johanne» Riemann. der Detektiv, mit entzückender Frisch« und ansprechendem Humor seine Roll« hinlegte. Sonst hielt sich der Regisseur auf einer äußerst bescheidenen Linie. Er versucht« die im Stuck nicht vorhandene Stimmung durch bewußte Hans- wurstiaden zu heben und erreichte damit da» Gegenteil. Paul B I e n» f e l d t. der fast den ganzen Abend auf der Bühne stand. unterstrich jede Pointe so lebhaft, daß sie sofort unter den Tisch fiel. Erika Gläßner al» Detektiollcbchen gab«inen Auszug au» ihren bewährten Lieblingsrollen und entzückte nur solche Zuschauer. die sie noch nicht kannten. Blanche Dergan war geziert, und nur Paul Graetz rettete in einer ganz kleinen Rolle da» Stück vor vollendetem Durchfall. Cr gab den bemitleidenswerten Agenten einer Auskunftei und legte in seine wenigen Wort« mehr Witz und mehr Eharakterisierungstunst al» die sämtlichen Rollen de» Stück» enthielten._______ Dgr. Hess Langer spricht beute, abend« 8 Ubr. tm GrstrIan»Gl«in. w« a I a a l, Bellevuestrahe:»Die l r a m m e Helene- von Wi t b« l m Busch, mufitalllch untermalt und begleitet von Dr. Gtesan Matiel. Baeträg« Im Aloie»« tflr Meere» knnde. Dien»tag. den g. d. TO., abend« 8 Ubr, Dr. A. Herrmann-Beritn:»Di« Jrrlabrten de» Odhtie»« nach dem Stande der heutigen ftorichung-. Km ten find tägüch und am Bortraasabend im Wu'turn für Aeere»lunde,«eorgen- strah« 34136, zu erhallen. W« länzerta Stech veter» gibt am iZ. 8 Ubr.«Inen Abend Im Konzeit- saal de« t. Kriegervereinthaut««, vi« muftlalitch« Leitung dat Dr. ftellx»iintber übernommen. sVeranstaltung der Stadt Berlin, Abt. Volksbild ungtamt.) Direktor Ferdinand Mensel h-t von Beginn der nächsten Llntertelton ab von den Wallner'ichen Erben da« Wallner-Tbeater gepachtet und wird dalelbst zu»olkttümllchen Smlrültpreiseo die allberlluer Posse und da» altberllner BolUstück Pflegen. Gegen das politische Rowdytum. Warnung des Polizeipräsidenten. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit: In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, daß Anhänger ver schiedener politischer Richtungen und Organisationen einander auf öffentlichen Straßen und Plätzen beschimpfen und täflich angreifen. Es sind auch wiederholt Ueberfälle einzelner Gruppen auf politisch Andersdenkende erfolgt, denen sogar in einem Falle ein junges blühendes Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Daneben find auch Ueberfälle auf Bolizeibeamte in den letzten Tagen zu verzeichnen gewesen. Selbstverständlich haben die Staatsbürger auf Grund der Reichsverfassung und der Geseze bas Recht politischer Meinungs. freiheit und öffentlicher Meinungsäußerung, und die Polizei läßt, troß mancher Verkehrsbedenten, im Einzelfalle frieblichen Demonstrationen den weitesten Spielraum, foweit fie fich im Rahmen der gefeßlichen Bestimmungen halten. Den gekennzeichneten Ausschreitungen werde ich jedoch im Interesse der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung mit allem Nachdrud entgegentreten, denn das Recht der Meinungsfreiheit gilt für jedermann. Es fann unter felnen Umständen geduldet werden, daß politische Meinungsverschiedenheiten auf der Straße oder auf offenfilchen Plähen mit Mitteln brutaler Gewalt, mit Hieb- und Saußwaffen ausgetragen werden. Ueberfälle auf politische Gegner und deren Ber. fammlungen sowie auch gewaltsame Störungen dieser Bersammlungen müssen, von welcher Seite sie auch fommen, unter allen Umständen unterbleiben. Ganz unerträglich ist es aber, wenn Polizeibeamte in Ausübung ihres schweren Dienstes belästigt und sogar tätlich angegriffen werden. Dank der Beweglichkeit, Energie und Pflichttreue der Polizeibeamten ist es bisher in den meisten Fällen gelungen, die Täter zu ermitteln und fest zunehmen. Sie sehen schweren Bestrafungen entgegen. Ich erfuche alle ordnungsliebenden Staatsbürger, in ihrem eigenen Intereffe dringend, sich von Ansammlungen und Aufläufen fernzuhalten, den Anordnungen der Polizei unbedingt Folge zu leisten, durch Selbstdisziplin an der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung mitzuwirken und die Polizei tatkräftig bei der Feststellung und Festnahme von Ruheftörern zu unterstüßen. Für politi. fches Rowdietum, wie es in letzter Zeit wieder aufgetreten ist, darf in einem geordneten Staatswesen fein Platz sein. Ich werde deshalb auch fernerhin alle verfügbaren Polizeifräfte einsehen, um solche Ruheftörungen in Zukunft zu verhindern, evtl. je nach Lage im einzelnen Falle ein Verbot von Kundgebungen auf Straßen und Pläßen in Erwägung ziehen. Das Stodverbot wird nachdrücklich durchgeführt und gegen den gemeingefährlichen Unfug des unberechtigten Waffenbeißes unnachsichtlich eingeschriften werden. Nach Artikel 123 der Verfassung ist die Beteiligung an einer Berfammlung nur unbewaffnet gestattet. Auch der Waffen schein berechtigt hier nicht zum Waffentragen. Die Polizeibeamten find angewiesen, in jebem einzelnen Falle unnachsichtlich vorzugehen und Ausschreitungen jeglicher Art mit allen Mitteln zu unterbrüden. Die Folgen haben die Betroffenen sich dann selbst zuzuschreiben. Berlin, 6. Februar. Der Polizeipräsident. gez. Grzesinstt. Die Not der Tabakarbeiter. Seltsame Haltung der Reichsregierung. Der Steuerausschuß des Reichstages begann am Sonn abend die Beratung der Anträge über die Verbesserung der Er. werbslosenfürsorge für I abatarbeiter. Der fostulbemo fratische Antrag verlangt, daß der früher bestandene Anspruch der Putschist. Ludendorff der Putschist. Aus einem geheimen Briefwechsel. Der Nationalverband Deutscher Offiziere" hat unter der Bezeichnung„ vertraulich" und nur für Offiziere" unter dem Titel„ General Ludendorff und wir" eine 62 Seiten lange Broschüre herausgegeben, die eine aften mäßige Darstellung des Kon lifts zwischen Ludendorff und von Kahr und später zwischen Ludendorff und Rupprecht von Wittelsbach im Anschluß an die Borgänge vom 9. November 1923 gibt. Diese geheime Schrift enthält einen außerordentlich intereffanten Briefwechsel zwischen Ludendorff und dem Admiral v. Schröder, dem Vertreter des Nationalver bandes. Der Sozialdemokratische Pressedienst" ist in der Lage, aus diesem vertraulichen Briefwechsel wichtige Stellen zu veröffentlichen. Sie beleuchten grell die Rolle Luden borffs und den Kampf, der sich hinter den Kulissen der Offiziersverbände um ihn entwidelt hat. Ende November 1924 macht Admiral v. Schröder den Bersuch, Ludendorff zu Verständigungsverhandlungen zu bewegen. Ludendorff lehnt den Versuch schroff ab. Er ant wortet unter dem 27. November 1924: in meiner Angelegenheit nun endgültig alle Bande zerriffen Ich fann es nicht verschweigen, daß das Berhalten des NDO. hat, die sich zwischen ihm und mir wieder zu knüpfen begannen. Wer nicht für mich ist, ist gegen mich." Auf dieses Schreiben, das im Tone start an Wilhelm II. erinnert, antwortet nun Admiral v. Schröder in einem nicht Briefe. Er hält Ludendorff vor, wie sehr doch bei früheren weniger als sieben Druckseiten der Broschüre umfassenden Gelegenheiten der NDO. für Ludendorff eingefreten sei, und dabei entschlüpft ihm ein reizendes Geständnis: Erinnern Sie sich nicht mehr der jubelnden Begrüßung des NDO. in der Wilhelmstraße, als Sie aus Schweden zurüdgefehrt waren? Wissen Sie nicht mehr, daß der gesamte Hauploorfland des NDD..... im März 1920 fidh.... fofort zur Verfügung ftellte und bis zur Beendigung des Unternehmens gefreu auf seinem Posten ausharrte?" Die Worte, die im Originalbrief vor und hinter im März 1920" standen, sind in der Broschüre auspunktiert. Der Grund ist flar: Die vollständige Briefstelle mürbe den flaren Beweis dafür erbringen, den übrigens auch das Fragment erkennen läßt, daß Ludendorff, der harmlose Spaziergänger vom Brandenburger Tor, tatsächlich im März 1920 bie Seele und der Leiter des Kapp Butsches gewesen ist, dem sich der saubere Nationalverband Deut. fcher Offiziere zu dem hochperräterischen Unternehmen restlos zur Verfügung gestellt hat. Es folgen in dem Brief heftige Angrifffe auf die Um gebung Lubendorffs, die„ moöllisch" und undeutsch" nicht auf dem Boden der Ideale des Offiziersstandes" stehen. Ludendorff weist die Angriffe auf seine Umgebung scharf zurüd und bleibt dabei: Ich bitte Euer Exzellenz, versichert zu sein, daß ich nicht von Schmeichlern und Schmarohern umgeben bin, sondern daß ich nur menige aufrechte Männer fehe, die allerdings in meiner Weltanschau ung stehen, aber gerade deshalb offen und frei mit mir sprechen Aber meine Ehre ist nichte Angelegenheit, in der ich auch von diesen Männern jeden Rat ablehne, obschon fle dazu ein Recht in ihrer Treue hätten, bie fich auch in den schweren Tagen des B. November 1923 bewährt hat, indem ich doch nur durch ein göttliches Balten am Leben geblieben bin und zwanzig Männer durch Mörderhand und Partelgenoffen des DD. ermordet wurden Dieser Satz bezieht sich natürlich auf der bekannten Zu fammenstoß am Odeons- Blak in München, bei dem die Reichs wehr auf Ludendorffs Anhänger schoß. Ludendorff fährt fort: auf Unterstüßung aus den Erträgen der Tabalsteuer in Höhe von mindestens des Arbeitsverdienstes wieder hergestellt wird. Ein Antrag des 3 entrums forbert, daß die Ausführungsbestimmun gen. ber Reichsregierung in llebereinstimmung gebracht werden mit dem Tabaksteuergefeß, insbesondere durch die Beseitigung der im Widerspruch zum Gesetz vorgesehenen Prüfung der Bedürftigkeit. Bon allen Rednern wurde scharf fritisiert, daß die Reichsregie. „ Der Wortbrudh Rahrs steht feft, ebenso steht fest, daß rung die Ausführungsbestimmungen er ft mit breimona in dem Wortbruch die Offiziere hier, einschließlich des DD., teine tiger Berspätung erlaffen habe, baß die Ausführungs- ehrenrührige Tat sahen. Mir ist nicht bekannt, ob der NDD. da. bestimmungen ferner entgegen den gefeßlichen Bestimmungen die gegen angegangen ist, aber selbstverständlich handelte es fich ja Brüfung der Bedürftigteit vorschreibe und die Kurzarbeiterunter- camais um ein Handeln gegen mich, das war geheiligt. Der ftügung nicht in dem Ausmaße anerkenne, wie sie der Reichstag be- ortbruch wurde nicht geahndet, nicht die Tatsache, schloffen habe. Die Vertreter der Reichsregierung bestritten bie Berechtigung dieser Beschwerden. Man tonne auch den Tabat. arbeitern feine Ausnahmestellung gegenüber der allgemeinen Er. merbslofenfürforge einräumen. Deshalb sei auch die Prüfung der Bedürftigkeit angeordnet worden. Es sei unrichtig, daß diese Aus. führungsbestimmungen im Widerspruch zum Wortlaut des Geleges ftänden. Es fei auch teine mündliche Busage gemacht worben, die als Berzicht auf bie Boraussetzung der Bedürftigkeit gedeutet werden könne. daß mir wenigftens nicht das wort aufgefündigt wurde. Auf mich ist am 9. november wegen der Hohenzollern gefchoffen worden, ich habe mich mit Recht monarchisch zu nennen, aber nie werbe ich zugeben, daß ich in Bunften der Ehre mit zweierlei MqB gemessen werde. Darin scheiden sich unsere Weltanschauungen." In der heftigsten Weise wendet sich Admiral von Schröder gegen Ludendorffs Größenwahn. Er tommt noch einmal auf seine Umgebung zu sprechen und gebraucht folgenden frappierenden Bergleich: Gte ,, Erinnern Sie sich nicht, daß auch Sie Seiner Majestät bem Kaiser und König zum Vorwurf gemacht haben, daß er stets von feiner Umgebung nur einseitig orientiert wurde... glauben stets andere nach Belieben verdächtigen und beschimpfen zu dürfen, und wenn Ihnen dann ent gegengetreten wird, dann fühlen Sie sich nicht verstanden und glauben eine andere Weltanschauung herausstellen zu müffen." Natürlich will Admiral v. Schröder für seinen Natio nalverband der Offiziere" genau dasselbe wie Ludendorff. Auch er will so bald als möglich die Republik stürzen. Wir verfolgen doch alle nur das eine und gemeinsame Ziel, unfer Vaterland von der Schmach und den Feffein zu befreien, die heute auf uns laften. Wir haben einen doppelten Gegner uns gegenüber; einen inneren und einen äußeren. Der innere fest fich zufammen aus den internationalen Kräften des montanismus. Wenn wir mit diesen beiden Gegnern fertig jüdischen Margismus und auch des römischen Ultra. werden wollen, müssen wir fie nacheinander bekämpfen, und zwar mit Kräften und Material, die uns die Gewähr bieten, daß dieser schwierige doppelte Rampf zu einem fiegreichen Ende, zur Durchsetzung unserer Weltanschauung führen wird." Auf die Bollsftimmung glaubt Admiral v. Schröder einstweilen nicht rechnen zu fönnen: " Wir müssen deshalb versuchen, mit den wenigen und entschlossenen völkisch- nationalen Kreisen, ohne das ganze deutsche Bolt hinter uns zu haben, mit dem inneren und äußeren Feind abrechnen zu können. Wir glauben nicht, daß mir die überall in festen Stellungen stehenden Feinde... in schnellem Busammenfassen überrennen können. Wir sind daher der Ansicht, baß wir wie im Striegegegen eine befestigte Stellung planmäßig zu verfahren haben. Diefes planmäßige Ber. fahren glauben wir nur dadurch erreichen zu können, daß wir una cft einmal mit unseren Ideen im Parlament festen Fußs eingerichtet haben, wird das Durchdringen der Hauptposition unserer faffen. Nachdem wir diese erste Stellung genommen und in ihr uns Feinde von neuem und vielleicht mit anderen Mitteln einzuleiten und wieder planmäßig burchzuführen sein. Selbstver ständlich muß jede Gelegenheit benutzt werden, um durg Abfürzung des Verfahrens schneller zum 3iele augelangen. Deutlicher fann man nicht werden. Ludendorff und der ehrenwerte Admiral n. Schröder sind sich in der Tat im Riele ganz einig. Nur denkt der Herr Admiral wie die Nürnberger, die bekanntlich keinen hängen wollten, fo fange fie thn nicht hatten. Trotzdem weift er entrüstet den Borwurf zurück, daß der Offiziersverband für den kommenden Tag nicht genügend rüste In dem Rundschreiben Nr. 38 des NDD.( abgedruckt auf Seite 34 ff.), das sich mit dem Deutschvolfischen Offiziersbund" Ludendorffs auseinander fegt beißt es nämlich unter Bunkt 4: ,, Weiter wird dem NDO. vorgeworfen, er habe sich auf politische Schulung seiner Mitglieder beschränkt und... Wir wissen, daß solchem Vorwurf leicht begegnet werden kann, wo die Orts gruppen ihre Pflicht fun. Wir sind uns sogar bewußt, auf diesem Gebiete vorbildlich virkt zu haben." Die Worte hinter und" sind wieder in der Druckschrift burch Bunktierung erfeßt. Der Zusammenhang läßt teinen Zweifel darüber, daß es sich um den Vorwurf handelt, der NDD. treibe nicht genügend attive putschistische Tätigkeit. Er erklärt sich für vorbildlich auf diesem Gebiete". Das fagt genug! Trotz Bombe! Ein neuer Verteidiger Steins. Mie uns Rechtsanwalt Dr. Georg Löwenthal mitteilt, ist ihm jeßt von dem verurteilten ehemaligen Feldwebel Stein die Bollmacht zur Uebernahme der Beleidigung erteilt worden. Bollmacht zur Uebernahme der Beleidigung erteilt worden. erlaubnis verweigerte, wurde ein Gerichtssekretär zu Stein in bie Belle geschickt, um den Berurteilten um feine Meinung zu fragen. Sum Ueberfluß wurde Stein auch noch einem Richter zur Ber nehmung vorgeführt und als er auch babet darauf bestand, einen neuen Berteidiger zu bekommen, wurde endlich dem Rechtsanwalt Löwenthal Butritt zu seinem Mandanten gewährt. Trop Bombe! Obschon ber Landgerichtstirettor Bembe zunächst jede Sprech auch im Genfer Ablommen über die Unfallversicherung geregelt, und es fei zu prüfen, was zwedmäßiger ist, die Ausdehnung der Unfall versicherung durch Gesez oder durch Ratifitation bes Genfer Abtommens. Für unterstüßende Erwerbslosenfür forge sind im Haushalt 40 Millionen Reichsmart und für pro buttive Erwerbstojen fürsorge 60 Millionen Reichs. mart eingefeßt. Das Reich hat die Hälfte bes notwendigen Für. forgeaufwands zu tragen, der burch die Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und die Gemeindeleistungen nicht gedeckt wird. Demgegenüber wurde aus dem amtlichen Bericht über die Die Beihilfepflicht tritt ein, wenn in einem Beitragsbezirt mindestens Berhandlungen des Steuerausschusses im Juli 1925 festgestellt, daß zwei Wochen hindurch die höchst zulässigen Beiträge( 3 Broz. des der Reichsarbeitsminifter Dr. Brauns ausdrücklich die Zufage gegeben Grundlohns) erhoben worden sind. Dank der fortschreitenden zu habe, daß bei der Gewährung ber Erwerbslosenunterstügung an ſammenfassung der Beitragspflichtigen zu örtlichen Gefahren Tabalarbeiter, bie infolge der Erhöhung der Tabalsteuer erwerbslosgemeinschaften größeren Umfanges war es im letzten Rechnungsjahre möglich, die Beanspruchung von Reichsbeihilfen einzuschränten. werden, von der Prüfung der Bedürftigkeit Abstand genommen Bur Dedung der Kosten der öffentlichen Rotstandsarbeiten werden merden solle. auch noch die Mittel des Beitragsauffommens nach Möglichkeit herangezogen, vor allem, soweit es sich um Notstandsarbeiten von rein örtlicher Bedeutung handelt. Daneben müffen für Arbeiten von größerem Ausmaß aber auch Reichs- und Landesmittel bereitgestellt unterstüßenbe, und probuttive Erwerbslofen bewerben. Der Betrag von 100 millionen für die fürforge ist zu einer Beit in den Etat eingefeht worden, als bie Arbeitslosigkeit noch nicht solch ungeheuren. Umfang angenommen hatte. Inzwijd en hat das Reichsarbeitsministerium eine Erbeauftragen, höhung der Summen für die Erwerbslosenfürsorge beim Finanzministerium beantragt. Auch der Ausschuß war sich darüber flar, dak die einffwellen angefehte Summe von insgelamt 100 millionen nicht ausreicht. Er bewilligte zunächst diefe 100 millionen unter dem Borbehalt, fie bei der driften Lefung zu ergänzen. Angesichts dieser Feststellungen wurden die Regierungsvertreter beauftragt, einer am Montag stattfindenden Sigung eines Unterausschuffes eine Ertlärung des Reichsarbeitsministers hierüber vorzulegen. Der Unterausschuß soll seine Beratungen befchleunigt erledigen. Produktive Erwerbslosenfürsorge. Verstärkung des 100.Milliarden- Fonds.. Bei dem Haushaltungsvoranfchlag für das Internationale fr bettsamt wurde eine Entschließung bes Sentrumsabgeotd neten Dr. Stegerwald angenommen, in der die Reichsregierung ersucht wird, bahin zu wirken, daß bei den Wahlen zum Berwal tungsrat des Arbeitsamtes auch die nicht freigewerkschaftlichen Gewerkschaften angemeffen berüdsichtigt werden; daß die deutsche Sprache der franzöfifchen und englischen gleichgestellt wird, Deutsch land eine feiner wirtschaftlichen und sozialpolitischen Bedeutung an gemeffene Bertretung im Berfonalförper des Arbeitsamts erhält und schließlich auch andere als freigemerfichaftliche Arbeit nehmer als Bertreter entfandt werden. Annahme fand auch eine Entschließung, in der die Reichsreglerung ersucht wird, fich bei der Saarregierung dafür einzulegen, daß die von der Reichsreglerung an die Saarregierung gezahlten Renten ber Kriegsopfer in Reichs mart an die Kriegsopfer im Saargebiet ausgezahlt werden. Damit fand der Haushalt des Reichsarbeitsministeriums feine Berabschie. bung durch den AusschußIm Haushaltsausschuß des Reichstages übten am Sonnabend dle Genossen hoch und Aufhäuser bei der Beratung des Haus. balts des Reichsarbeitsministeriums Kritif an der Berwendung der Gelder der Sozialversicherung. So habe die Angestelltenversicherung den größten Teil des Sozialvermögens anberen Zweden als dem Wohnungsbau der Ber. ficherten selbst zugeführt. Sie warfen die Frage auf, ob nicht auf gefehlichem Wege die Verwendung der Gelber für sozialen Hausbau und Ansiedlungen festgelegt werden fönne, und wie es mit der Revision des Wahlrechts in der Sozialversicherung stehe. Der Bertreter des Reichsarbeitsministeriums gab zu, daß der Kreditverkehr der Reichsversicherungsanstalt bie fostalen Be. dürfniffe besonders berüdsid tigen müßte. Aber der Wille bes Ministeriums finde seine Grenzen an der Selbst perwaltung und den verfügbaren Mitteln. Die Invalidenversicherung erübrige zurzeit etwa 50 millionen, die aum Teil für sozialen Hausbau verwendet werben tönnten. Eine notwendige Aufgabe fel die Förderung der sozialen Hygiene. Außerdem teilte er mit, daß die Invalidenrente in ber Induftrie und in ben Städten höher sei als die Armenunterstügung, nicht felten bis zu 50 Mart; auch auf dem Lande erhalte der Rentner mehr als er an Beiträgen Der Unterausschuß des Haushaltsausschusses nahm den Entwurf gezahlt habe. lleber die Ausdehnung ber Unfallver. eines Gefeßes zur Versorgung der Bolizeibeamten jicherung fei eine Dentschrift angefertigt. Diese Frage werbe| beim Reichswafferschuß unverändert an. Frankreich ersucht um Verständnis. Wegen der Verschiebung der Abrüstungskonferenz. Paris, 6. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die ftarle Ver fimmung, welche die auf Betreiben rantrets erfolgte Ber tagung ber Abrüftungsvorionferenz in Washington ausgelöft hat, veranlaßte bie franzöfifche Regierung, thren Botschafter au beauftragen, dem Präsidenten Coolidge die Gründe darzulegen, bie die französische Regierung zu ihrem Vorgehen bestimmt haben. Welchen Grad der amerikanische Unmut über das Vorgeben Frant reichs bereits angenommen hatte, zeigt eine Meldung des Petit Parisien, dessen Rorrespondent ausbrüdlich unterstreidt, daß der Schritt des Botschafters glüdlicherweise einer Situation ein Ende machte, die bereits geradezu das Ausmaß eines diplo matisen 8wischenfalls angenommen hatte. Beigelegte Kammerkrise. Die Berichterstattung des Finanzausschuffes. Paris, 6. Februar.( Eigener Drabibericht.) In der Kammer fam es am Sonnabend zu einem schweren wildenfall. Genoffe Vincent Auriol hatte aus Protest gegen mehrfache Abänderungen der Vorschläge des Finanzausidusies die Sigung berlaffen. Daraufhin entfernte fich auch der Berichterstatter des Ausschusses demonstrativ. Ein fommunistischer Antrag, den aur Distussion stehenden Artikel an den Ausschuß zurüidauberweisen, wurde mit ftehenden Artilel an den Ausicbuß zurüidzuberweisen, wurde mit 880 gegen 169 Stimmen abgelehnt. Nach Rüdforabe mit dem Rammerpräsidenten Berriot hat ber Berichterstatter bon feiner be ficht, fein Amt als Berichterstatter des Finanzausschusses niederzulegen, Abstand genommen. Gewerkschaftsbewegung trieben ist es, die Anhänger der KPD. über die Tatsachen zu be lehren und dafür zu sorgen, daß die Einheit der Arbeiterschaft wieder zur Tatsache wird. Hinein in die SPD. und die freien Gewerkschaften! Bleibt den Spaltungszellen der EinheitskomiDie Ruffen gegen gewerkschaftliche Einheit. tees" fern! Sie ist aber nicht mehr zu verhindern. Als Ergänzung der Kontroverse Tomski Lo= wsti auf dem Parteitag der Kommunistischen Partei Rußlands ift es notwendig, den Beschluß des Parteitags in der Frage der internationalen Gewerkschaftseinheit mitzuteilen. Der Anschluß an den JGB. wird überhaupt mit feiner Silbe er wähnt und die Entschließung enthält außer einigen Komplimenten an die Adresse unserer englischen Kameraden nichts als den Satz, daß das wirtschaftliche Erstarken der Sowjetunion den Sowjetgewerkschaften die Möglichkeit gegeben habe, die Frage der Herstellung der internationalen Gewerkschaftseinheit durch die Schaffung einer einheitlichen proletarischen Gewerkschaftsinternationale in ihrer ganzen Bedeutung aufzurollen". Die Resolution ist somit ein Sieg Losowskis, d. h. des Wortführers der dissidenten Gewerkschaften der verschiedenen Länder, die von der Einheit und vom Anschluß der Russen an Amsterdam nichts wissen wollen. Nach der Annahme dieser Resolution stellte sich für die Russen nur noch die Frage: Wie sage ich es meinen Kindern?" Nach der einstimmigen Annahme einer solchen Resolution machte auch diese Version fein großes Stopfzerbrechen. In einem Informationsbrief" des Zentralfomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion an alle Sektionen der Kommunistischen Internationale heißt es nämlich kurz und bündig, daß das Zentralfomitee alle fonterrevolutionären Klatschereien über den angeblich beabsichtigten Anschluß der Gewerkschaften der Sowjetunion an die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale zurückweife". Deffenungeachtet hat die fommunistische Presse bereits wieder dar über zu schimpfen begonnen, daß die bösen Amsterdamer die Russen nicht aufnehmen wollen! An fich kann es uns gleichgültig bleiben, wie sich die russischen Kommunisten untereinander und gegeneinander verhalten. Was anderes aber ist es, wenn sie eine Ablenkung nach außen fuchen. Wenn sie in den anderen Ländern dasselbe Durcheinander anzurichten versuchen, das offenbar bei ihnen herrscht, so müssen wir uns eine derartige Einmischung ganz energisch perbitten. Jedenfalls steht fest, daß die russischen Gewerkschaften den Anfchluß an den Internationalen Gewerkschaftsbund nicht voll ziehen wollen oder nicht vollziehen dürfen. Damit entpuppt sich das Geschrei, das die verschiedenen Moskauer Gettionen in allen Ländern und also auch in Deutschland anstimmen müssen, von der„ Einheit der Gewerkschaftsbewegung", als ein plumpes Manöver gegen diese Einheit. Die russischen Stommunisten arbeiten, wie Tomsti ganz richtig gejagt hat, unter dem Mantel der Einheit auf eine Spaltung hin und bilden sich ein, daß niemand das bemerken wird". Die Mißwirtschaft bei der Reichsbahn. Sie pfeift auf die Verfassung! Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft versucht jetzt die Berantwortung für die von ihr hervorgerufene Situation zu verschieben. Deshalb ist es erforderlich, darauf hinzuweisen, daß die unglaublichen Methoden der Reichsbahn in der Frage des Personalwesens und der Finanzverhältnisse die Auswirkungen der Diktatur des Reichsverbandes der deutschen Industrie sind, als dessen Sachwalter fich Herr v. Siemens fühlt. Während der Generaldirektor Deser durch die Politik des Verwaltungsrates vor der Gefahr steht, ein Mißtrauensvotum durch seine eigene Fraktion zu erhalten, war es Herr v. Siemens, dessen Initiative die Bestimmungen des Reichsbahngesetzes zu verdanken sind, auf die sich die Reichsbahn jetzt stüßt, um das Reich zu verkiagen. Wie unabhängig sich dieser Siemens- Betrieb von Verfaffung und Recht fühlt, erkennt man sofort, wenn man sieht, daß die Hauptverwaltung in einem Schreiben( Aktenzeichen 50. 204. 37) ausdrücklich erklärt, daß die Verweigerung der Eides leistung eines Reichsbahnbeamten auf die Verfassung nicht den Berlust seiner Beamteneigenschaft nach sich zieht. Wo ein solcher Geist sich austoben kann, darf man sich über diese Personalpolitik nicht wundern. So hat man im Wege des Abbaues alle jungen Diätare entfernt, alle über 60jährigen Bediensteten in Betrieb und Verkehr entlassen. In den Bureaus der Verwaltung, den Direktionen und Aemtern aber wimmelt es von 60- bis 70jährigen Beamten. Da diese gehobenen mittleren Beamten die Träger und Verfechter des monarchistischen Gedankens find, braucht man sich über den Geist, der in den Bureaus herrscht, nicht zu wundern. So mancher Beamte zeigt mur deshalb nicht Charakter genug, seinem republikanischen Empfinden Ausdrud zu geben, weil die alten Herren ständig das wirtschaftliche Todesurteil über jeden Beamten fällen fönnen. = Was die finanziellen Verhältnisse des Per fonaletats anlangt, so muß darauf verwiesen werden, daß viel zu viel obere und gehobene mittlere Be amte vorhanden sind. So ist die Zahl der oberen Beamten der Direttionen fast doppelt so hoch als 1913; selbst die Aemter und Dienststellen sind mit solchen Kräften reichlich versehen. Um nur einen Fall zu benennen, hatte früher der Anhalter Bahnhof einen Vorsteher und einen Vertreter; jetzt dagegen einen Borsteher und sieben Bertreter. Deshalb erfolgen ja eben die vielen Entlassungen von Beamten und Arbeitern, weil oben zu viel Beamte sind, die nun die Stellen des mittleren und unteren Personals besetzen. ihn fein Arbeitsverhältnis hindern und niemand darf ihn benachteiligen, wenn er von diesem Rechte Gebrauch macht. Man sieht, die Hauptverwaltung der Reichsbahn pfeift auf die Verfassung. In diese Zustände wird der Reichstag hineinleuchten müssen. Es wird zu untersuchen sein, ob die Reichsbahngesellschaft gegenüber dem Reich auch die Verpflichtungen eingehalten hat, die sie übernommen hat. Erfolge der Maschinisten und Heizer. In der Generalversammlung der Maschinisten und Heizer am Freitag im Gewerkschaftshaus gab Genosse Reinefeld den Geschäftsbericht für das Jahr 1925. Jm Berichtsjahr waren insgesamt 60 Bewegungen einschließlich drei Streiks zu führen. Die größte Bewegung war aber der Streit im Baugewerbe, der von den daran beteiligten Maschinisten und Heizern mit einer vorbildlichen Be schloffenheit geführt wurde. Der durch die Lohnbewegungen erzielte Mehrlohn beträgt etwa 1½ Millionen Mark. Der Redner aina dann auf die einzelnen Bewegungen und die durch fie errungenen Erfolge ein und stellte fest, daß es durch die Tariferneuerungen gelungen ist, die Löhne wenigstens einigermaßen den gestiegenen Lebenshaltungskosten anzugleichen Die zeitweilige Tariflosigkeit in einzelnen Industrien, wie z. B. in der Metall- und Chemieindustrie, haben den Beweis erbracht, daß es in der tariflosen Zeit den Arbeitern meist nicht gelingt, ihre Löhne aufzubessern. Ueberall dort, wo in der Industrie ein gutes Organisationsvers hältnis besteht, ist es auch möglich gewesen, verhältnismäßig günstige Tarife abzuschließen. Bei den Manteltarifverhand lungen versuchten einige Unternehmer, die Berufskollegen nicht als Handwerker anzuerkennen und sie in eine niedrigere. Lohngruppe einzugliedern. Es gelang jedoch, diese Anschläge der Unternehmer wie auch den versuchten Abbau der sozialen Bestimmungen abzuIm wehren und teilweise sogar Verbesserungen durchzuführen. übrigen fönne man mit den trop der Wirtschaftsfrise erzielten Erfolgen zufrieden sein. Aus dem gedruckt vorliegenden und vom Genoffen Rückstuhl erläuterten Kaffenbericht für das 4. Quartal 1925 geht hervor daß die Einnahmen der Hauptkasse die Ausgaben um 12 535,05 M. übersteigen. Der Einnahme der Lokalkasse von 26 537,91 m. steht eine Ausgabe von 13 465,84 m. gegenüber, so daß der Lokalkasse ein Barbestand von 13 072,07 m. verbleibt. Die Zahl der Mitglieder hat sich im Laufe des Jahres von 2570 auf 3250 erhöht. Zu den Berichten wurde eine Diskussion nicht ge= wünscht. Nach einer längeren Diskussion über die Wahl eines 2. Borsitzenden wurde Wilhelm Seidel gewählt. Der Konflikt auf den elsaß- lothringischen Bahnen. Paris, 6 Februar.( TU.) Die Verhandlungen des französischen Arbeitsministers de Mongie mit den Gewerkschaften der elsaj lothringischen Eisenbahnen sind gestern abend beendet worden. De Monzie erklärte, er habe den Delegierten der Eisenbahner mit geteilt, daß eine Autonomie des Bahnnetzes in Elsaß- Lothringen nicht geschaffen werden könne. Die Autonomie sei weder im Rahmen des Gefeßes, noch im Rahmen des öffentlichen Interesses möglich. Die Gewerkschaften erklärten fich feineswegs mit den Ausführungen des Ministers einverstanden und behielten sich vor, am 9. Februar die Streitor der zu verkünden. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Daß die Erörterung solcher Zustände der Verwaltung unan= Die„ Einheitsfomitees", die die KPD. jezt auf An- genehm ist, kann man ja verstehen. Unerhört ist aber ein Streich, ordnung von Moskau überall bilden muß, haben auch nur den den sie sich im Augenblick leistet. Der Borwärts" hatte fürzlich 3wed der Spaltung. Es wird den russischen Kommunisten auf einen Artikel der„ Reichseisenbahnzeitung", des Fachorgans der aber nichts helfen: die Einheit wird doch tommen! Die Inspektoren, einer Beamtengruppe, der man wirklich nicht RadikalisKPD. hat bereits umlernen müssen und sich ganz auf die mus vorwerfen kann, verwiesen, in dem die finanzielle Mißwirtschaft demokratische Massenaktion im Gegensatz zu ihren der Verwaltung fritisiert wurde. Aus diesem Grunde hat der Perfrüheren Putschaftionen einer Minderheit umgestellt. fonaldirektor Weirauch den Vorstand der Organisation zum Gie mag heute noch auf den ADGB. und die SPD. schimpfen. Montag, den 8. d. M., zu sich bestellt, um ihnen ein Diszipli= Das wird nicht hindern, daß die Anhänger der KPD. schließlich benarverfahren anzudrohen, wenn sie sich unterstehen Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales greifen werden, daß auch die KPD. feine andere Politik und feine würden, nochmals die hohe Weisheit der Hauptwervaltung zu be andere Taktik durchführen kann als die freien Gewerkschaften und zweifeln. Dieses Vorgehen bedeutet einen Bruch des Artitels die Sozialdemokratie, wenn die KPD. heute diese Politik auch noch 118 der Reichsverfassung, der jedermann das Recht sehr ungeschickt handhabt. An unseren Genossen in den Befreier Meinungsäußerung gewährleistet. An diesem Rechte darf Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter: Wirtschaft: Artur Saternus: und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlaasanstalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SW 68. 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Es bleibt immer«in Bichls— eine leer«, trügerische Luftspiegelung. Und immer muh dakür gezahlt werden— Denn gar nichts anderes, dann mit einem demütigen Dank: Donk und bescheidene Bitte da, wo das Recht zu- steht, zu fordern.— Und von allen Wänden höhnt auf den Hilferuf der Armut die Antwort: .Wenn du aber gar nichts hast, Ach, so lasse dich begraben: Denn«in Recht zum Leben, Lump, Haben nur, die etwas habenr Die Selbstmordziffern dieses horten Winters zeigen nur zu deut- lich, dah viel verzweifelte Menschen die Antwort verstanden... Aber der Mensch ist zäh. Immer wieder muh man sich verwundern darüber, ,wat de minschliche Natur uthollen kann". Und ver- zweifelt greift der des Elend» hilflos Herumgetriebene nach jedem Strohholm— er könnte vielleicht doch tragen! Ach. nur ein Weil' chen noch! Und dann muh das erste, bittere Bittwort gesprochen werden. Dann geht der Weg zu den.zuständigen Instanzen*, auf dem jede Treppe zum Kalvarienderge wird. Bis schvehlich die .Rente* erkämpft, erbettelt ist, die immer»zum Verhungern zu viel. zum Sattessen zu wenig* ist. Ehe man aber den ersten armen Groschen in die leer« Tasche stecken darf, muß man noch ein ge- wichtiges Papier unterschreiben: Die llebertrogung de, Erbrecht, auf die Stadl. Jeder, der laufend au» öffentlichen Mitteln unterstützt wird. muh. selbst wenn er nächste Angehörig« hinterläßt, die ihn infolge eigener Notlage nicht unterstützen können, noch dem Art. lZS de» BGB., den näheren Bestimmungen des Allgemeinen Landrechts dazu und nach dem Hofreskript von 1801 seinen gesamten Nachlaß der ihn unterstützenden Stelle hinterlasiert. Da» ist die erste Bedingung für jede laufende Unterstützung. Und so ist Frau Berolina zur .Erbberechtigten* Ijeworden. erbt an jedem Tage, hat sich schon «inen ganzen Apparat für ihre Nachlahaffären aufbauen müssen, füllt Speicher und Hallen mit.Erbgut*. Was fängt die symbolische Madame bloß damit an. GeriZmpeltragSSien. Da, Hau» Markusstrohe 13 ist einer der sechs städtischen Möbelspeicher Alt-Berlins; es beherbergt die städtische Zladilah- rfcmaltumj für die Bezirke verlia-MUle und Kreuzberg. Da» Quer- gebäude ist vom Keller bis zun, obersten Boden gestopft voller Möbel, Velten. Wirtschafledinge. Jeder Nachlaß steht beieinander, und dem nachdenklichen Besucher erzählen dies« eng zusammen- gedrängten Wrackstückc unendlich viel aus dem Leben ihrer Besitzer. Es stehen nicht nur Nochkahsachen hier. Die Möbel der Unglück- lichen, die, oft für lange Frist, ins Irrenhaus oder in andere Heil- anstalten geschickt werden, die Sachen der Exmittierlea. die klug genug waren, ihre Möbel noch vor dem Transport in die Pfand- kammer zu retten(davon wird noch zu reden sein), stehen hier neben den Nachlässen der Unterstützungsempfänger. Was für Geschichten erzählen diese Dinge! Da stehen die sorglich gepflegten Mövel aus dem Nachlaß einer allen Frau. Das gute, mit grünem Samt über- zogen« Kanapee, das frühere Glanzstück der.guten Swbe* krönt topfstehend den ganzen Nachlaß. Bis ins letzte Elend, bis in die arme Stube-Küche- oder auch Dachstubenexistenz konnte sich die Alle nicht von diesem Zeugen verschwundener Pracht trennen. Da steht Werkzeug im elenden Hausrat eines Exmillterten.«Hand- werk hat goldenen Boden!* War das nicht die" Erziehungsweisheit. die uns die Schule einpaukte?— Nun steht die tote Werkbank hier- daran lehnt der auf dem Transport zusammengesallene Schrank. Wo blleb der»golden« Boden?*——— Daneben ein Elends» Hausrat. Nur tumpen. Gerümpel. Und oben drauf ein zer- broebenes Kinderstühlchen. Wo ist das Kind, das darauf herum- rutschte?— In irgendeinem Kellerloch bei Verwandten oder unter den hindern der Stadt* im städtischen Obdach? Wie wird sein« Heimkehr sein? Heimkehr* in diesen Lumpenhauseu, in irgendeine Bodenkammer, in ein« der entsetzlichen, feuchten, ungesunden Woh- nungen. die trotz aller Mängel doch noch immer Abnehmer finden. Uebrigen» ist es wichtig für Ermiltiert«. zu wissen, daß man prak- tischer Weife vor Erscheinen de» Gerichtsvollziehers räumt. Geht man dann sofort zum Bezirksamt und bittet um Abtronsport der Möbel, so spart man die Kosten für den Gerichtsvollzieher, den in diesem Falle der Wirt zahlen muh, und oermeidet, dah die Sachen gegen hohe Miete in der Pfandkammer untergestellt werden, wo sie ihm, weil er die Kosten nicht aufbringen kann, endgültig verloren gehen. Geht der Exmittierte vor Ankunft de» Gericht»- Vollziehers freiwillig aus der Wohnung, so muh der Wirt den Gerichtsvollzieher zahlen. Wendet mau sich in dieser Notlage an da, zuständige Bezirksamt, so können die Möbel in die Speicher der Nochlahoerwaltunq gebracht werden.— Die Aufbewahrung hier ist kostenfrei, und die Sachen stehen hier sicher nicht schlechter als in der Pfandkammer. was wirü aus üeu Sachen! Die Möbel der Exmittierten nehmen ihre Eigenlümer zurück, sobald sie Wohnung gesunden haben. Auch die aus den Anstallen Entlasienen finden hier ihr Eigentum wieder vor. Von den Nachlaß- fachen wird ein Test als Leihgabe wieder von den Bezirksoerwal- tungen ausgegeben, ein anderer Teil verkaust. Wer sind die Emp- sänger?— Alle, Gebrechliche, bei denen die Not das letzte Stückchen eigenen Hausrats aufgezehrt hat, kinderreiche Familien, bei denen der Verdienst des Familienvater» nicht auslangt, um die durch Vergrößerung der Familie notwendigen Anschasfungen zu machen und— junge Leute, di« sich vor Iahren schon in die Liste der Wohnungsuchenden eintrogen liehen. Nun endlich blühie ihnen dos Glück, nun endlich«rhiellcn sie die sehnlichst begehrte Wohnung— um trostlos zwischen den vier leeren Wänden zu stehen. Ach, man Halle sich? so schön gedacht, in den Jahre», di« man>.möbliert* Hausen mußte oder bei den Ellern unter! chlüpfte, unermüdlich olles zum eigenen Nest zusammenzutragen. Aber Krise folgte auf Krise. mal hatte e r, mal s i e keine Arbeit, die paar verdienten Groschen fraß der nackte Lebensunterhalt. Und nun. was nun?— Auch hier greift die Stadt ein, gibt die»öligsten Möbel al» Leihgabe her. Schrank, Stühle, Küchenmöbel— ja, wenn das Glück besonders groß ist, erhält man vielleicht sogar Betten. Betten! Ach, die sind eine gefragte Ware! Fast aus all den Zetteln, die das Bezirksamt eben geschickt hat, steht als erster Posten:.Betten!*— Ooer zur Abwechslung mal Bettstellen, Bezüge, Matratzen. Und die Borräte an diesen begehrten Artikeln sind erschöpft, es liegen sogar noch Vormerkungen aus die nächsten Nachlässe vor, deren Inhaber sich heut noch des Lebens.freuen*..Da*— meint der leitende Bc- amte—.da steht nun dick.dringend* drauf, die arme Person wird's wohl recht nötig haben. Aber bis sie ranlommt, kann es Frühiahr werden ich weiß gar nicht, wo ich die Betten immer hernehmen soll!* Keiner der alle» Leute hinlcrläßl mehr, al» er selbst in seinen lehtra Tage» bravchle. es ist schon eine Ausnahme, wenn noch ein zweiter Stand Betten vorhanden ist.— Aber auch um andere Dinge wird ackeren: um einen Lehnstuhl für den allen Vater, um einen Schrank, der die Kleider vor dem Verderben an den feuchten Wänden de? Wohnlochs schützen soll, um eine Nähmaschine, sogar um eine Tischlampe, um ein Plürteisen. U»d soweit irgendmöglich, werden all« diese Wünsche erfüllt. was auf Sie fluktion kommt. Es gibt aber auch Ding«, di« oercurkttoniert werden. Das sind entweder die zerbräche aen Sacheu, die man nicht ohne weiteres mehr verleihen kann, oder die.Perlen* der Nachlässe, Dinge, deren Ausgabe an die Unterstützten unzweckmäßig wäre. Denn die Stadt gleicht hier nicht den.Wohllätern*. die alle Ballschuhe und Seiden- lumpen weggeben. Was soll ein Büfett in der ärmlichen Stube, di« kaum für Betten, Schrank und Tisch Platz hat?— Büfett?— Ja, auch solche Rachläsie kommen vor. Es muß jetzt mancher aus össentlichen Mitteln unterstützt werden, der früher nie daran dachte, daß ihn das Schicksal so herunterbringen würde. Dann steht auch mal so eine autbürgerliche, solide und komplette Dreizimmerwohnung zum Verkauf. Oder es passiert, daß irgendein verschrumpftes altes Mütterchen wunderbare alle Biedermeiermöbel hinterläßt. So stand kürzllch ein« schöne birkene Einrichtung aus dem Jahre 1822 zum Verkauf. Diese Fäll« sind aber sehr selten und werden in den Annoncen extra angekündigt, um mehr Käufer heranzuziehen. Auch sonst kaust mancher Privatmann hier ein oder das andere Einzel- stück, den Rest kaufen kleine Tischler, di« die Schäden oft leicht wieder flicken können und die Sachen dann mit oft erheblichem Nutze» wetterverkausen. Weil aber alles so„aller Kram* ist, haben die Händler wenig Interesse für diese Auktionen. «I Onkel Moses. Rom«» von Scholom Asch. .Soll sie nicht all« der Teufel holen? Warum hast du Tag gemacht? Dir genügt nicht der Tag. brauchst auch noch die Nacht? Die Kinder zogen schnell di« Decken über die Köpf« und stellten sich schlafend, schnarchten laut. Di« Jüngst« aber konnte sich nicht zurückhalten und platzte mit hellem Lachen heraus: die anderen stimmten ein, und helles Kinderlachen widerhallte in dem kleinen Zimmer. Auch Aaron hatte die Decke Über den Kopf gezogen, weil er Furcht vor feiner Frau hatte. Der Kinder Lochen und Freude entfesielle in ihm neue Ströme von Energie. Mit einem Male begriff er den Sinn, der darin lag, Hosen zu nähen.... Er begriff die acht Jahre seines Lebens, in denen er in der Bovery bei vnkel Moses gesesien hatte, begriff. warum er es getan hatte, und war entschlossen, sich unbedingt wieder der Nadel zu verschreiben— all das bewirkte das Lachen der Kinder. 3. Am Morgen. Es war noch Nacht, als die Sorg« varon Melnik au» dem Zimmer trieb. In den Betten schliefen noch all«. Frau und Kinder. Aaron Melnik kleidete sich leise an. Er ging in die Küche, hob den Topf auf, unter welchem sein« Frau das Brot für die Kinder versteckt hatte und wollte da» Stück Brot mitnehmen. Da erinnerte er sich an etwas, macht« ei« Hand- KV-«rn bei .Du bist es. Mascha? Warum bist du so früh aus- gestanden:? Sofort zurück in» Bett!* .Ich habe gesehen, daß du dich angezogen hast. Ich laste dich nicht fort. Ä habe Angst, daß du nicht mehr zurück- kommst.*... � Ein trvtzig-bitteres Lächeln umsptette Aanm, Lippen: .Dummer Fratz, zurück ins Bett, millst du mir Schritt auf Schritt nachgehen? Ich geh- Zü Onkel Barl, uh muß mich mit ihm beraten, wir werden dann zusammen zum Onkel Moses gehen.* Mascha sah dem Dater in die Augen: .Wirst du am Abend nach Hause kommen? .Natürlich werde ich nach Hause kommen, wohm soll tch denn gehen?* Mascha vergaß, daß sie schon ein großes Mädchen war. Es überkam sie. Nh warf sie sich dem Vater an den Hals, vergrub ihr Köpfchen an seiner Beruft und sagte: .Sorge dich nicht. Warum sorgst du dich so? War werden uns schon helfen.,,, Ich werde beim Delikatessen- Händler borgen, er wird mir borgen.... Sorge dich nicht, Papa, es wird allright sein.* Mascha» Wort« verdrossen Aaron ein wenig und er murmelte: .Allright, goodby!* Hastig versieh er das Haus. Ueber Down-Town ging die Sonne auf: wie ein Fremder. der zum erstenmal ein Land betritt, irrte sie über die un- geheure Weite des Himmels: vor sich her goß sie Wellen Lichtes, welche über groß« Flächen des Himmels dahinströmten. Noch ruht« in tiefem Schlaf di« Stille der Nacht über den einsamen Türmen und Dächern der Wolkenkratzer von Down- Town. Sie schienen aus dem Schlaf zu erwachen— und tausend und aber tausend Fensterwände begannen dem Licht des Morgens entgegenzufunken. Das Licht des Morgens weckte alles: auch der eiserne Riese, die Williamsburgbrücke, der über dem Flusse liegt erwachte aus dem Schlaf, reckte Arme und Beine und begann seine erste Morgenarbeit— er lieh einen verschlafenen Cor über sich hinüber, in der Aaron Melnik und ein schlafender Schaffner saßen.... In den Straßen von Down-Town tauchten di« ersten Menschen auf ... vereinzelt... Menschen, deren Leben sich bei Tag abspielt, dann Milchwagen und Brotwagen, Zeitungsträger. ... Das große New Port erwacht erst.... Da. die ersten Stimmen... irgendwo klingelt ein Ear, rattert ein ver- einzelter Hochbahnzug über den Köpfen.... Auf den Straßen liegen noch die Ueberreste des gestrigen Tages. Aschenkübel. halbverkohlte Kisten, welche Gassenbuben gestern angezündet haben, alte Möbelstücke, die aus den Wohnungen S. morsen wurden.... Auf den Fensterbrettern lüften peisen von gestern.... Zum Trocknen ausgehängte Wäschestücke tanzen wie Morgendämmergeister aus den Feuerleitern und Schnüren.... Die Nacht ist vom Tage überrascht worden und entdeckt dem Licht all ihre Geheimnisse. Mit schuldbewußtem Lächeln stieg Aaron die finstere Treppe empor. Schwerer Geruch von gestrigem Essen, von schlafenden Menschen, von ungelüftetem Bettzeug schlug aus allen Türen.... Kinderstimmen ertönten aus Wiegen: aus einigen Türen war Zank von Mann und Frau zu hören. Aus all diesen Geräuschen hörte Aaron vom letzten Stock her des Bruders wohlbekannten Gemarasingsang heraus. Er traf den Bruder in Tallis in Tefilin am Tisch sitzen; in einem sauberen Küchenwmkel lernte er laut. Sein Sing- sang aber weckte nicht Charsie, seinen Sohn, welcher in einem Klappbett im gegenüberliegenden Winkel der Küche schlief. Als Berl seinen Bruder sah, hielt er im Lernen inne und rief mit einer Freude, die wie Taubengefieder aus seinen hellen Lugen glänzte: .Sieh da, ein Gast; Aaron, wo» führt dich so früh Her?* .Ich bin hergekommen, um dich lernen zu hören. Ich weiß, daß du am Morgen lernst, bevor du zur Arbeit gehst." Der Bruder sah sich um. ob ihn niemand hörte, dann entgegnete er leise: .Warum hast du dich böse gestellt? Und mit wem? Mit Frau und Kindern? Dos tut doch kein Jude; gestern war dein Mädel hier, die Mascha, sie hat dich gesucht. Es ist, daß Gott erbarm! Was tust du eigentlich?" .Ich bitte dich, sprich mir nicht davon"— erwiderte Aaron unwillig—,.sonst gehe ich sofort. Ich bin zu dir gekommen... ich möchte dich fragen... ist vielleicht bei dir in der Werkstatt«ine stei« Stelle?" .Was, bei Schürzen, zwischen Christenmädchcn? Wie- viel wirst du da verdienen. Und wie steht es mit Onkel Moses? Man hat mir erzählt, du wolltest dich zum Einkäufer aus- bilden— und Onkel Moses sei einverstanden." »Hol ihn der Teufel. Seine Schwelle betrete ich nicht mehr— ich schenke ihm das Glück, das dabei herauskommt. Schluß mit der Verwandtschaft, bei Verwandten arbeiten, ist ärger als die Hölle! Genug, ich will's bei Fremden versuchen." „Aber bei Schürzen, zwischen alten Juden und Christen- mädchen? Es ist ja gar nicht in einem Atem zu nennen, du. ein Bater von vier Kindern— was millst du denn da ver- dienen?" .Ich nehme alles, was sich findet— wenn es nur etwas Neues— etwas anderes ist.— Wir wollen sehen. Komm. wir wollen zusammen gehen.* Genendel kam aus dem zweiten Zimmer. Obwohl Genendel schon ein Enkelkind in Golizien hatte und selbst schon zwölf Jahre in Amerika lebte und fünf Kinder in Kost hielt. aus denen sie mit Müh« und Aengsten das Kostgeld heraus- preßt«, so trug Genend«! doch die gleiche elegante Scheitel- perücke mit den drei Locken aus der glänzenden Stirn, in der sie daheim in Polen mit allem Prunk am Sabbat und an Feiertagen in die Schule gegangen war. Während Amerika auf chren Mann Berl«ine geradezu verheerende Wirkung ausgeübt, ihn in ganz kurzer Zeit zu einem alte« Mann mit krummem Rücken gemacht hatte, war die Wirkung mst seine Frau Genendel genau entgegengesetzt gewesen. Genendel war in Amerika jünger geworden. Sie wurde hier.liberal". Statt der.Zcena-Werena"(das jüdische Frauenandachts- buch), welche daheim ihre geistige Nahrung gebildet hatte, las sie hier jüdische Zeitungen und hatte für alles in der Welt Interesse. Ihre Kinder nahmen sie oft ms jüdische Theater mit. an dem sie großes Vergnügen hatte. Sie liebte es auch, sich mit den veriretenen Stiefeln oder abgetrageneu Kleidern ihrer Töchter zu putzten, so daß Genendel in gewissem Sinne mit der Mode Schritt hielt— nur um ein weniges verspätet. (Fortsetzung folgt.) Gomelt ist alles gut. Es tft fidher sehr schött; daß die Stabt auf diese Weise die Möglichkeit hat, manchem zu helfen. Aber aber: Wenn die nächsten Angehörigen selbst in dürftigen Berhält niffen leben, wenn nur ihre Notlage sie hinderte, die Eltern ausreichend zu unterstügen? Mengstlich verschweigen viele Unterftügungsempfänger, daß sie überhaupt unterhaltsverpflichtete Ber. mandie haben. Ach. die Kinder tun ja, was sie fönnen bringen hier und da ein bißchen; aber sie haben ja selbst Familie. Man mag, man fann ihnen nicht zur Last fallen. Mutter und Bater verstehen das alles. Und so gern würden sie dann in der letzten Stunde den bösen Erbrechtsvertrag nichtig machen. Die Kinder fönnten doch noch so manches brauchen! Aber dann tommt die Stadt und greift zu. Und wenn Mutter im Krankenhaus der Tochter auch noch schnell die Wohnungsschlüssel zuſtedte auch die Stadt auch die Stadt ist flint; eines schönen Tages präsentiert sie ihren Schein und wer sich Eingriffe in ihr Erbrecht erlaubte, setzt sich vielleicht sogar einem Strafverfahren aus! Nicht immer wird es ganz so schlinim. Auf die Notlage der Angehörigen wird etwas Rüdsicht genommen, ein ober das andere Stüff gibt man ihnen wohl ab, menn eigener bringender Bebarf vorliegt. Auf den Hauptteil aber legt die Nach laßverwaltung Beschlag. Sie besteht auf ihrem Schein hoffentlich nicht gar zu unbarmherzig. Rehberge. Schwer hängen dichte weiße internebel zwischen ben affischen Sandbergen des Beddings, dort, wo das Stahlneg der Untergrundbahn zu Ende ist, wo das Häufergehäuf überfüllter Mietsfasernen langsam fpärlicher, die Großstadtluft schon etwas frischer wird und das rote Dachwert einer schmucken Siedlung das Gesamtbild hellt. Dreihundert Arbeitslose ziehen jezt tagtäglich hier hinaus, zweitaufend, fagt man, follen's ab Montag fein, und die Abtragung der Rehberge, der hügligen Miniaturwüfte im Norden der Stadt, soll ihre Arbeit, ihr Broterwerb und vieler Proletarier Freude sein. Die Libelle. Ein Totschlag aus mißbrauchter Liebe. T Um 7. September v. 3. trat in der Nähe des Hotels Schweriner of an den wachthabenden Schuhmann ein junger Mann heran mit einem Rofferchen in der Hand und fagte zu ihm: Ber haften Sie mich, ich habe foeben meine Frau er ftohen. Im Zimmer des Hotels fand man mit einer tödlichen Stichwunde in der Herzgegend die 22jährige Trube M. Auf dem Tisch lag ein Brief an die Schwester des„ Mörders":" Beide einig zu sterben, sind wir einer anderen Welt entgegengegangen." Der junge Mann war der 25jährige Elettromonteur Artur J. Er felbft hatte eine Stich wunde in der Herzgegend und drei Schnittwunden in der Nähe der rechten Pulsader. Also Doppelselbstmord?! Dem Untersuchungsrichter gegenüber behauptete er aber, feine Frau in einer Butaufwallung getötet zu haben. Daran hielt er auch in der gestrigen Verhandlung im Landgericht I fest. Die Anklage lautete auf Todschlag. Wie war es zur Tat felbst gekommen? Der Anfang des Dramas geht auf das Jahr 1919 zurüd. In Magdeburg hatte der 19jährige Artur die noch nicht 16jährige Trude tennengelernt. Sie aber war ein loderes Ding. Ihr Lehrmeister in Biebesgenüssen war ein Matrose und von ihm hatte sie auch die Krankheit, mit der sie ihren neuen Freund infizierte. Seine Eltern brangen auf Lösung der Bekanntschaft. Als die Mutter starb, ging Artur zur ver heirateten Schwester nach Isselburg. Hier hielt es ihn nicht: er mußte zurüd zu seinem Mäbel. Sie heiraten. Er wird er werbslos, geht nach Berlin, erhält Arbeit bei Siemens u Halste. Sie zieht ihm nach. Doch bald ist es mit der Arbeit zu Ende. Als Bertreter feines Schwiegervaters macht er mun den Reisenden in Schneiderartikeln. In feiner Abwesenheit gibt sie sich Männern preis. Er versucht sie von ihrem Lebenswandel abzubringen. Doch preis. Er versucht sie von ihrem Lebenswandel abzubringen. Doch ist er erwerbslos, fo ernährt fie ihn. Dann zieht sie zu einem Freund, er bleibt allein. Run scheint alles aus, er geht nach IffelFreund, er bleibt allein. Nun scheint alles aus, er geht nach Iffelburg und findet bei seinem Schwager Arbeit. Da er aber in Berlin teilweise vom Erwerb seiner Frau gelebt hatte, murde er megen [ chmerer 3uhälterei verurteilt zu einem Jahr Gefängnis. Nach Berbüßung der einjährigen Gefängnisstrafe tehrt er nach Iffelburg zurüd und arbeitet vom Oftober 1924 bis Auguſt 1925 bei feinem Schwager. Und seine Frau? Immer wieder bittet er fie, zu ihm zurüdzukehren, das Leben, das sie führt fie stand bereits unter Sittentontrolle aufzugeben. Sie antwortet faum. und als sie im Auguft schließlich doch in Iffelburg auftaucht, da leben fie und lieben sich wie junge Eheleute. Aber auf seine Bitten, doch wieder mit ihm zusammenzuziehen, meint fie, fie müffe noch einen Belz kaufen, verschiedene Sachen anschaffen usw. Sie gibt immer ausweichende Antworten! Da verzweifelt er und fährt einem Banderzirfus nach, wo ihm Arbeit versprochen war. Aber wieder packt ihn Sehnsucht nach der Frau, er fährt nach Berlin, bittet sie brieflich zu ihm zu tommen, schreibt ihr, fie wollten nun zusammen. leben, wollten beide arbeiten; fchreibt seiner Schwester, daß er eine fleine Wohnung mieten wolle, wo seine Trude allein schalten, und walten könnte. Trube tommt nach Berlin, tanzt wieder jeden Abend in ber Libelle", wo fie als Animiertofotte engagiert ist und hatte für den Mann nicht mehr als eine halbe Stunde im Laufe des Tages übrig. Da beschließt er nach Iffelburg zurückzugehen. Die Nacht vor der Abreise verbringen sie zusammen in einem Hotel wieder hatte er fie in ben vorhergegangenen Tagen gefragt, ob fie zu Weihnachten wirklich nach felburg tommen wollte. Immer wieder hatte sie es versprochen. Und wieber fragt er am nächsten Morgen: Wirst du mirtlid tommen Trude?" und erhielt zur Antwort: Was foll ich denn da, ich liebe dich doch nicht mehr. Wir fönnen doch nicht zusammen glüdlich sein. Ich liebe nur das Geld. Da wird es ihm rot vor den Augen, er holt sein Taschenwirft er sich über ihren Körper, ruft fie beim Namen, erhält teine Antwort und verlegt auch fich barn den Schnitt in die Herzgegend. Das Gericht glaubte ihm, daß er feine Tat aus übermäßiger Liebe zu seiner Frau begangen habe, daß er fie nicht habe töten wollen und daß der Tod mur als Folge des unglüdlichen Messer ftiches eingetreten sei. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Unter fuchungshaft. Immer Einst schoffen sich hier Soldaten ein, die Maitafer" vor allem; das ist vorbei, ist auch das Wichtigste nicht mehr. Mancher Film murde hier gedreht, einmal gab's dabei gewaltigen Krach, als man achttausend Arbeitslose für einen Tag Aufnahme zu Sflapen des Altertums gefchert und gemalt hatte und sie dann nicht entsprechend bezahlen wollte. Aber weber antiquierter noch moderner Romantit megen lohnt es, die„ Wurzelberge", wie die Anwohner fie nennen, zu erhalten und gern stellt der Spaziergänger fest, daß die Alazienbäumchen des nach dem Kriege hier angelegten Gothaparks bald Bäume" genannt werden fönnen. Nun aber soll noch mehr hier geschehen, die ungenutzte Riesenfläche des Rehbergegeländes will man zur Ebene werden lassen, Sportpläge follen hier erstehen, ein Naturpart, der sich an die Jungfernheide anschließen würde, soll dem Sandboden entzaubert werden und schließlich wird hier auch die Städtische Baumschule, die jetzt in Reinidendorf ihr Heim hat, die Städtische Baumschule, die jetzt in Reinickendorf ihr Heim hat, errichtet werden. Das Afte stürzt, es ändert sich die Zeit.... Und wenn's nicht stürzt, wird's eben abgetragen. Der Entschluß des Magistrats ist nicht nur zu begrüßen, weil er Notleidenden Arbeit schafft, sondern auch, weil er in ftädtebaulicher, in hygienischer Beziehung der Forderung entspricht, die ungesunde Innenstadt mit einer Grünzone zu umgeben. Gerade weil in Berlin in dieser Beziehung menig zu retten ist, dürfen die legten Möglichkeiten nicht peräumt werden. Außerdem hat die Abtragung ber Rehberge den Borteil, daß die angrenzenden Siedlungen fünftig nicht mehr durchmesser heraus und sticht auf sie zu. is er steht, was er getan hatte, Sandmehen, gegen die es feinen Schub gab, zu leiben haben merben. zu münschen bleibt, daß die Barackenstadt der norbildlich einträch tigen Arbeiterfiedlung Swatopmunder Straße in eine Solonie ichmucker Siedlungshäuschen verwandelt werde, ohne aber die vorbildlich wirkende Genossenschaft selbst zu zerstören. An. fangs wohnten hier nur Flüchtlinge aus bem besetzten Often Deutsch lands; wie alles, hat sich auch das längst gewandelt. Auch hier mächst ein Stüd Neu- Berlin. Dünne Radiomasten entstreben dem flachen Dachwert in frassem Gegensatz zu den dicken Eisenträgern, die auf dem Neubau des Straßenbahnhofs rechts der Straße in die Luft starren. Nur das Schmale Handtuch, ein uraltes, puzig- fleines Haus, das dem Magistrat gehört, bleibt stehen, als sei es für die Ewigkeit gebaut. Ein altes schneehaariges Mütterchen schaut aus dem Fenster hinaus und wundert sich... Die Fürsorgearbeit an gefährdeten Mädchen. Beim Berliner Polizeipräsidium bestand bisher eine Frauenhilfsstelle, die sich der von der Sittenpolizei aufgegriffenen Mädchen fürsorgerisch annahm. Diese Einrichtung war von einem Frauenverein geschaffen worden, und auch die dort von ihm geleistete Fürsorgearbeit galt nicht als amtliche. 3m Jahre 1919 beschloß die Stadtverordnetenversammlung, daß die Frauenhilfsstelle in städtische Verwaltung zu übernehmen sei und die Uebernahme erfolgte bann am 1. Dezember 1921. Jest foll ein meiterer Schritt getan merben, der auch schon in jenem Beschluß vorgesehen war. Der Magistrat beabsichtigt, die Hilfsstelle zu einem städtischen Pflegeamt innerhalb des Wohlfahrts und Sugendamtes Berlin auszubauen. Die Aufgabe des Pflegeamtes foll im wesentlichen sozialfürsorgerischer Art sein, auch gesundheitsfürsorge rische Arbeit soll geleistet werden. Der Ausbau zum Pflegeant ist erst möglich geworden, nachdem über die Abgrenzung des Aufgaben freises und Arbeitsgebietes gegenüber ber Bolizei durch einen Erlaß des preußischen Wohlfahrtsministers in Uebereinstimmung mit dem preußschen Minister des Innern die nötige Klarheit geschaffen worden war. Danach erhält bas Pflegeamt bie Befugnis zur Derant mortlichen Bernehmung und zur hygienischen Berforgung der Jugendlichen und ber zum ersten Male von ber Empolizei erfaßten Mädchen. Für diesen Personentreis will bas Bolizeipräsidium zulassen, daß ble Aufgegriffenen fünftig nicht mehr in Das Polizeigefängnis eingeliefert nerden, wo eine Berührung mit ben eingelieferten öffentlichen Prostituierten undermeiblich ist. Sie sollen nach der Festnahme fofort dem Pflegeamt zugeführt werden, dem neben der Bernehmung auch die ärztliche Untersuchung überlassen bleiben wird. Bei einer etwa notwendigen Heilbehandlung foll das Pflege amt die Mädchen auch möglichst bis zur Heilung im Auge behalten und fie nach ärztlichen Berordnungen zu Nachuntersuchungen und Biebererholungsturen heranziehen. Die Stadt wird ein Unterkunftsheim einrichten, bas bie erforderlichen Aufenthaltsräume und Zimmer für die ärztliche Untersuchung haben wird. Der Magistrat ersucht die Stadtverordnetenversammlung um ihre Zustimmung. " Großfener in Tegelort. Durch ein größeres Feuer wurde gestern abend der Dachstuhl des Hauses Bictoriaftr. 17 in Tegefort in feiner ganzen Ausdehnung zerstört. Sturz nach 7 Uhr nahmen Bewohner des Hauses einen intensiven Brandgeruch wahr. Als man nach der Ur fache forschte, waren die oberen Treppen bereits start perqualm t. Die Feuerwehr von Tegelort wurde sofort alarmiert; bei ihrem Ein treffen schoffen aber bereits die hellen Flammen aus den Dachlufen. Kurz darauf trafen auch die Wehren aus der Umgebung und der wind gestaltete sich für die Löschaktion sehr ungünstig, so daß von Berliner Löschzug Nr. 28( Schillerpart)) ein. Der start wehende dem Dachstuhl nichts zu retten war. Man mußte sich lediglich darauf befchränken, die oberen Stockwerfe zu schüßen. Diese haben aller. bings unter dem Wasserschaden sehr gelitten. Ein großer Teil der Möbel aus den oberen Stod werfen fonnte von den Feuer. mehrleuten in Sicherheit gebracht merden. Gegen% 11 1hr war mehrleuten in Sicherheit gebracht werben. Gegen 11 1hr war die Hauptgefahr beseitigt. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich noch bis in die späten Nachtstunden hin. Die Entstehungs. urfache des Feuers ist bisher unbekannt. Bersonen sind nicht zu Schaden gekommen. Ein gefährlicher Dachstuhlbrand tam gestern abend gegen 6 Uhr in dem Quergebäude des Hauses Greifenbagenez Str. 52 zum Ausbruch. Auf den Alarm eilten drei Löschüge an die Brandstelle, benen es gelang, den Brand auf einen Teil des Dachstubles au beschränken. Nach etwa zweiftfindiger Tätigkeit fonnten die Wehren wieder abrüden. Als Entstehungsursache wird Fahrlässigkeit eines Hausbewohners vermutet. Heute Eröffnung der Bekleidungsmeffe. Um heutigen Sonntag, vormittags 9 Uhr, gelangt die britte Berliner Fachmejfe der Deutschen Bekleidungs industrie in den Ausstellungshallen am Raiserdamm zur Gröffnung. Trog des durch die wirtschaftliche Lage bedingten Rud. ganges der Ausstellerzahl bietet die Ausstellung wieder ein nahezu füdenlofes Bild der verschiedenen Gruppen der Branche. Im Hause der Funkindustrie find die Damen- und Mädchen- Oberbeflei. bung, Damenwäsche jeder Art, Kinder- und Babywäsche, Kinder. fleidet, Schürzen, Unterröde, Wirt und Stridmaren( Ober- und unterbekleidung), Strümpfe jeber Art, Korsetts, Handschuhe und Bekleidungszubehör untergebracht; die alte Autohalle ist das Heim für die Herren und Knaben- Oberbefleibung, Herrenmäsche jeder Art, Strümpfe jeder Art, Krawatten, Herren- und Knaben. Die ehemalige tgl. Bergakademie". Kopfbebedtung, Schirme und Stöde und Bekleidungszubehör. Die Daß die Einweihung des Gefallenendentmals der Bergbau- Ausstellung ist am Sonntag, Montag und Dienstag in der Zeit von abteilung der Technischen Hochschule mehr aber weniger 9 bis 6 Uhr abends geöffnet. Der Befuch dieser Meffe ift aber dekorativ das übliche nationalistische Gepräge erhielt ist bei den nur Fachleuten gestattet, die ihre Zugehörigkeit zur Branche betannten radaupatriotischen Alluren unserer Alfabemiter zu wenig burch Ausweis oder dergleichen nachweisen müffen. originell, um fritisch beleuchtet zu werden. Wenn schließlich ein Student mit Bedauern feststellt, daß man zwar heute nicht zu den Baffen greifen fönne, fo ist das recht belanglos. Wenn aber die Bergafademie von heute ein Denkmal ben Gefallenen als„ ehe. maligetönigL Bergafabemie Berlin" widmet, fo macht fie fich damit lächerlich. Berstorbene pflegen gemeiniglich feine Stif tungen mehr zu machen, auch dann nicht, wenn man sie fo trampfhaft zu fünftlichem Leben zu erwecken versucht, wie gewisse Elemente in und außerhalb der deutschen Universitäten. Des legten Wilhelm Haussystem hat nun eben seit rund 7% Jahren das Zeifliche gefegnet. Das ist eine Tatsache, der sich schließlich auch die Herren von ber Bergafabemie auf die Dauer nicht verschließen fönnen. Der König der Jongleure. In her Scala ift Rastelli eingezogen, einer der ganz großen Artisten von Beltruf, die es nicht allzu zahlreich gibt. Raftelli ist der Jongleur der Jongleure, seine Kunst beginnt dort, wo die ber anderen aufhört. Benn irgendwo ein anderer auf einem Holzftäbchen, das er im Munde hält, einen Ball balanciert, so gilt das chon als Höchstleistung. Das ist aber erst die Grundlage der Rastellischen Kunst. Seine Hilfsmittel find die denkbar einfachsten: einige runde Holzstäbchen und ein paar einfache Gummibälle. Es heunt, als fragten die Bälle Raftelli erst, wie fie fallen, wie fie fich bewegen sollen. Manchmal hat man geradezu den Eindrud, als ob fie, von seiner Geifter. oder Willenshand gelentt, in der Luft gehalten mürden. Sie friechen um seinen Körper herum, um den Kopf, Rücken, Beine, als wären sie dreffierte Tiere. Das Erstaunlichste an Raftellis Kunst ist, daß der Zuschauer feinen Augenblick auf den Gedanften fommt, daß etwas anders fallen oder rollen fönnte, als Raftelli es will. Raftellt ist Italiener, auf der Wanderfahrt seines Baters in Rußland geboren. Großvater und Bater waren, wie er, Jongleure. Das übrige Brogramm der Scala steht artistisch auf gleicher Höhe. Besonders zu erwähnen ist der gute Art das Charin Ribels Trio am fliegenden Trapez mit der gelungenen ChaplinParodie. Ferner eine Affengesellschaft von C. Rebs, die prächtig turnt, und der Löwen- Stetja von George Mard, eine Dressura fzene, die dramatisch aufgemacht ist, aber in der Wirkung durch übertriebene Darstellung etwas verpufft. Neue Kältewelle? Jrren ist menschlich" lautet ein flassisches Wort und wir trren uns des Defteren. Besonders dann, wenn das Barometer unserer Tagesbehaglichkeit sich nach den unerforschlichen himmlischen Launen zu orientieren unterfängt. Es ist also nichts mit der abgestellten Bimmerheizung und auch die Uebergangsmäntel soll man nur ruhig wieder in die Mottentiste hängen. Wir haben uns auf eine Ab. schiedshymne des sterbenden Winters gefaßt zu machen. Also: Schon in der letzten Nacht ist der erste Frost eingetreten. Die Hochdrudgebiete, die bisher noch in Schweden und Norwegen herrichten, haben sich allmählich in unsere Sphäre hineingezwängt und bringen uns durch Zufuhr falter Luftmassen eine neue Rälteperiode. Der Nachtfrost wird in den nächsten Tagen eine erhebliche Berstärkung erfahren. Es ist mit tiefften Temperaturen zu rechnen, ba das Hochdrudgebiet Mitteleuropa pon Norden und Often umflammert. Das Wetter wird meist trübe und ungeflärt bleiben, mit nennenswerten Niederschlägen ist kaum zu rechnen. Im Gebirge werden Schneefälle erwartet, doch werden sie auch dort teine großen Formen annehmen. Alles in allem eine recht falte Beripeftive für die nächsten Tage, vielleicht auch Wochen. Und den ersehnten Frühling müffen wir uns für später auffparen. Kautionsschwindler. Ein Ausbeuter fremder Not. Unter den Kleinen Anzeigen des Lofal- Anzeigers" fonnte man im Frühjahr 1924 ein Inferat lesen, in dem Herren gesucht wurden, die imftande wären, Buchstellen zu führen. Die Inserate waren von Herrn Direktor Albert Nad aufgegeben. Er hatte mit dem Deutschen Handwerkerbund einen Bertrag geschlossen, nach dem er sich verpflichtete, auf dem Lande Buchstellen einzurichten, in denen die Bücher der fleinen Handwerker geführt werden würden. Die Rautionen der Bewerber sollten sicher deponiert werden. Abgebaute Beamte, Banfangestellte und Handelsangestellte meldeten sich in Mengen. Die Kautionen betrugen von 250 bis 1000 m. Mit den neu angeworbenen Angestellten es waren etwa 65schloß der Herr Direttor einen Bertrag, der ihm, in Widerspruch zu feinem Bertrage mit dem Deutschen Handwerterbunde, due freie Berfügung über die Rautionsgelder geftattete. 21s aber dann der eine oder andere der Angestellten entlassen wurde oder gekündigt hatte und nun seine Stavtion zurüdverlangte, da war sie nicht zu erhalten. Das eigentümlichste bei der Sache war aber, daß bereits am 30. Juni 1924 ein Bewerber, der schlau genug war, das gemein gefährliche Treiben des Herrn Direftors zu durchschauen, eine entsprechende Eingabe an die Polizei gemacht hatte. Eroßdem dauerten die Anwerbungen weiter, bis fich endlich der Staatsanwalt einmischte. Herr Diretior nad ist 50 Jahre alt. Klein, wohlbeleibt, von imponierendem Aussehen, mit grauem foliden Bart und Mo nofel im Auge, machte er einen burchaus ehrfamen Eindrud Die Bewerber empfing er in einer elegant möblierten Siebengiminermohnung, beren Möbel längst verpfändet waren. Am Hause in der Aschaffenburger Straße prangte ein Schild:„ Deutscher Handwerfer bund Die erste Instanz hatte den Herrn Direktor wegen feines gemeins gefährlichen Treibens, dem die letzten Ersparniffe so vieler fleiner Beute zum Opfer gefallen waren oft mußten die Gelder erst zusammengeborgt werden, zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Herr Direktor beftritt aber die Be trugsabficht und hatte Berufung eingelegt. In der Berufungsver handlung aber beschränkte fein Verteidiger die Berufung auf das Strajmak. Herr Nad bestritt also nicht mehr die Tatsache des Be trugs. Der Angeflagte machte feine geistige minderwertig. teit geltend; er habe auch Inphus und Syphilis burd gemacht und fei nicht ganz auf der Höhe. Allerdings bestätigte feme Tochter, daß der Herr Papa überhaupt an Größenwahnideen leide und fich in Hochstapeleien und Aufschneidereien gefalle. So hat er einmal eine Operette geschrieben, zu deren Aufführung ein Theater gepachtet und 20 000 m. bet dem Unternehmen zugefeßt und der gleichen mehr Dinge getrieben. Aus den geringfügigften Anlässen heraus fonnte er Tobfuchtsanfälle bekommen und Selbstmordversuche begehen. Der früher jo imponierende Herr Direttor bat unter Tränen um mildernde Umstände und Bewährungsfrist zwei Mo nate faß er bereits in Haft. Das Gericht verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis, rechnete ihm die zwei Monate Unterfuchungshaft an und gewährte ihm für den Rest der Strafe Be. währungsfrist. Die Urteilsbegründung betonte zwar das gemein gefährliche Treiben derartiger Rautionsschwindler, glaubte aber bie geistige Minderwertigkeit des Herrn Direftors berücksichtigen zu müffen. Wiener Restaurants der österreichischen Freundedhilfe. In der schlimmsten Seit der Inflation, im Oktober 1923, murde die Schloßküche als ein Zeichen österreichischer Berehrung und Teilnahme von Frau Dr. Eugenie Schwarzwald aus Bien errichtet und die Einrichtung wurde von Berlin mit großem Ber ständnis aufgenommen. Seitdem hat dieses Wiener Komitee ſeine Tätigkeit noch bedeutend vergrößert und führt zurzeit fünf solcher Küchen, die zum Preise von 0,60 bis 0,90 mt. zwei bis drei Gänge guter warmer Wiener Küche Derabfolgt. Durch die stattgefundene Erweiterung ist die österreichische Freundschaftshilfe, die in diesem Jahre 3000 Personen fpeist, in der Lage, ihre Tätigkeit auf 10 000 erionen zu erweitern. Weiter ist sie bereit, die Ausgabe von Freifarten zu übernehmen. Ber 20 M. spendet, erreicht damit, daß einem bedürftigen Menschen einen ganzen Monat hindurch ein gutes warmes Mittagessen gesichert ist. Das ist eine sehr gute Form der Hülfeleistung für Greife, Jugendliche und Arbeitslose. Die Erweiterung ihrer Tätigkeit erflärt die öfter reichische Freundeshilfe damit, daß in einer Stadt, in ber es 230 000 Arbeitslose gibt, Einrichtungen, wo qußerordentlich billige warme Mahlzeiten hergestellt werden, durchaus notwendig erfcheinen. An meldungen erfolgen bei ber Direktion der österreichischen Freundes hilfe, Stadtschloß. Unter den Linden, Apothekenflügel; Telephon: Amt Merfur Nr. 2662. Die Unregelmäßigteffen bei der Kranfenfaffe in Wannfee. Bie mitgeteilt, wurden vor einigen Tagen in der Gefchäftsführung ber Drtstranfenfaffe au Banniee große Unregelmäßigleiten festgestellt. Jegt ist über das Bermögen des deuticnationalen Geschäftstübrers diefer Drtetrantentafle, Bittor& mus! g. in Koblbasenbrück bei Botsdam auf dem Amtsgericht Potsdam das Konturever. fahren eröffnet worden. Freimilch für Kinder Erwerbsloler. Das Hauptgefundheitsamt teilt mit, daß die Einzelheiten über die Art der Verteilung deme nachft von den Bezirksämtern befanntgegeben werden. Auf dem Hochbahnhof Gleisdreied tam gestern vormittag beim Aussteigen aus dem noch fahrenden Zug der 19 Jahre alte Banf angestellte Baul Treuhold aus der Botsdamer Straße 2 zu Fall und geriet zwifchen Wagen und Bahnsteig Nach längeren Bemühungen wurbe der Berunglüdie geborgen und mit einem fchweren Oberschenkelbruch und inneren Verlegungen nach dem Moabiter Krantenhaus gebracht. Weltliche Schule in Charlottenburg. Ostern, die Zeit der Neueinschulungen, steht vor der Tür. Für viele Eltern entsteht wieder die Frage: Wo schule ich mein Kind ein?' Nicht alle Verwaltungsbezirke Berlins find in der glüdlichen Lage, weltliche Schulen zu haben. Besonders schlimm sah es bis jezt für den sogenannten alten Westen und für die westlichen Bororte aus. Da tritt nun von April an eine für alle Eltern dieser Gegend günstige Beränderung ein. Nach fast fünf Jahren voll Arbeit und Mühe ist es den Genossen in Charlottenburg gelungen, eine meltliche Schule zu schaffen. Sie wird in der Spree straße 39/40 eröffnet werden. Die Anmeldungen find so zahlreich, daß mehrere Doppelflaffen eingerichtet werden müssen. Es wäre nun wünschenswert, daß die Schule nicht nur den Charlottenburger Einwohnern zugute käme, sondern auch den der angrenzenden Bezirke. Die& Abteilung, Westen, hat in Gemeinschaft mit Schöneberg zum Donnerstag, den 11. d. M., bei Rückert, Steinmetz Straße 36, eine Zusammenkunft der Eltern angesetzt, die gewilli find, ihre Kinder der neugegründeten Sammelschule zuzuführen. Richtlinien über den Bau von Hochhäusern. Der Preußische Städtetag hat beschlossen, zum Bau von Hochhäusern den Städten die vom Stadtbaurat Wolf- Dresden auf gestellten Richtlinien zu empfehlen. Hoch- und Turmhäuser kommen in Deutschland im allgemeinen nur für größere Städte in Frage und auch da muir an menigen in städtebaulicher Hinsicht sorgfältig auszuwählenden Bunften. Historische fünfile rische Werte dürfen dabei nicht geschädigt werden. Für das Hochhaus ist eine falche Lage zu wählen, daß die Belichtungsverhältnisse der Wohn- und Arbeitsräume der Umgebung nicht beeinträchtigt werden. Die Verwendung der Hochhäuser für Wohnzwede jomie für Theater und Versammlungsräume ist im allgemeinen nicht zu empfehlen. Dagegen erscheint unter besonderen Borsichtsmaßnahmen eine Verwendung für Hotelzwede möglich. Auch die Verwendung zu Geschäftsräumen, in denen feine Lagerung von Waren stattfindet, ist unbedenklich; mit Lagerräumen nur dann, wenn die Höhe des Hochhauses wesentlich beschränkt wird. Fabriten und Wertstätten sollen nur in Ausnahmefällen und auch nur dann in mäßig hohen Hochhäusern untergebracht werden. Der Bau von Hochhäusern foll also fachlich begründet sein; er foll feine Modeangelegenheit und auch wie in Berlin feine Brojeftenfpielerei merden. Unterhaltungsabend für Erwerbsloje. Am Montag, den 8. b. M., abends 8 Uhr, findet in der Aula der 1. Gemeindeschule in Niederschöne weide, Berliner Straße 31, ein Unterhaltungsabend für die Erwerbslosen durch das Bolfsbildungsamt Treptom statt. Die Künstler stellen ihre Kräfte für diesen Abend tostenlos zur Verfügung. Deutsch- Südtirol in Not! Unter diesem Titel veranstaltet der Desterreichisch Deutsche Boltsbund am Freitag, den 12. b. m., abends 8 Uhr, im großen Sigungsfaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3, eine Kundgebung. Es werden sprechen: Dr. Walter Pembaur, Stadtrat von Innsbrud und Mitglied des Tiroler Landtags( großdeutsch); Reichstagsabgeordneter Friedrich Stampfer; Frau Abgeordnete Klara Mende; Universitätsprofessor Dr. Fider Innsbrud; Abgeordneter Freiherr von Richthofen; Kommerzienrat Dr. Rudolf Hauptner, Borsigender des Deutschen und Desterreichischen Alpenvereins. Der Berliner Sängerverein Cäcilia Melodia mirtt mit. 3ur Dedung der Untesten wird eine Eintrittsgebühr von 30 Pf. erhaben. Die Reichsfonferenz des Arbeiter- Radio- Klubs ist aus technischen Gründen um vier Wochen, also auf den 6. und 7. Mara berihoben. Tagungsort bleibt Gewerkschaftshaus, Berlin SO 66, Engelufer 25. Cine Meffe für das Fleischergewerbe. Der Bezirksverein Berfin im Deutschen Fleischerverband und der Interessen.bruar, abends 7, Ubr, spricht Brof. Sinsheimer Frantfurt a. M. über verband der Berliner Ladenfleischer E. B. ver. anstalten unter Mitwirtung des Berliner Messe- Amtes in der Zeit vom 20. bis 28. März 1926 im Haufe der Funkindustrie am Raiserdamm eine allgemeine Fachausstellung und effe für das Fleischergewerbe. Oberbürgermeister Boz hat das Protektorat der Veranstaltung übernommen. Während der Messe und Ausstellung werden von den beteiligten Innungen verschiedene Massenspeisungen für Arme und Minderbemittelte stattfinden. Befteuerung der Kanalisationsbenutzung. Einen sonderbaren Beschluß faßten die Stadtverordneten in Salzungen( Thüringen), um Mittel für die Erwerbslosen zu beschaffen. Danach Wasserspülung besigen, eine einmalige Abgabe von 15 M. entrichten. sollen die Hausbefizer, die in ihren Häusern Abortanlagen mit Ebenso sollen alle Betriebe der Stadt, die die städtischen Kanäle in Anspruch nehmen, insbesondere die Schlächter, zu erhöhten Zahlungen in Anspruch genommen werden. Das Bolfsbildungsamt Prenzlauer Berg veranstaltete einen Konzert- und Lanzabend, an dem Lucy Kiesel hausen, Anna Witström, Helmut 2o3. Sonja Vergin und das ehemalige Blüthner Orchester unter Leitung Dr. Günthers teilnahmen. Zucy Kieselhausen tanzte Straußsche Balzer mit ihrer ungefünftelten Natürlichkeit, nicht die Musit um deuten wollend, sondern allein den Rhythmus gebend, fliegend, leicht und gelöst, Volkskunst bietend im besten Sinne des Wortes; proble matischer Anna Bitström und Helmut Log in Brudners Carneval", Ausdruckskunst, den Sinn der Musif verlebendigen wollend. Sonja Bergin sang zwei Balzer von Johann Strauß und das Orchester spielte flangschön und temperamentvoll die Fledermaus". Ouverture. Im ganzen ein Abend, von dem jeder etwas gehabt hat. Wie der Amtliche Ungünftige Mitteilungen über Schüler. Breußische Breſſedienst einem Erlaß des Unterrichtsministers ent nimmt, muß unbedingt vermieden werden, daß schriftliche mitteilungen ungünstigen Inhalts über die Kinder den Eltern oder Erziehungsberechtigten durch Schüler zu aefandt oder daß diefe mit ber mündlichen Ausrichtung derartiger Bestellungen beauftragt werden. Safino- Theater. Nach einem Stetsch, in dem ein altmodifcher Water durch die Schande seiner Tochter zu Mord und Selbstmord getrieben wird, folgen ein amüsanter Spring- Alt und föstlicher Humor von Max Walde, der Lachen und Weinen durcheinander schüttelt. Danach kommt die Kostbarkeit des Abends. ein nettes Lustspiel: Helenens Liebesabenteuer. Ein Mädchen, das vom raualtar fortläuft, fommt mit dem Geliebten zur Großmutter, einer prächtigen Alten. die beide für verheiratet bält, und sie nach luftigen Mißberständnissen ins Schlafzimmer saidt. Empörungs. faenen der Berwandten führen zur erzwungenen Sochzeit. Das Publikum war außer sich vor Begeisterung. " Genoffe Pfarrer Bleler spricht Sonntag, den 7. februar. abends 6 Uhr, im Rahmen einer religiösen Feierftunde in der Trinitatislirche, Charlotten burg, Karl- Auguft- Blak, über das Thema: Barum hat die Religion fo menig Eriolg?" Montag, 8. Febrnar, 1,8 16r, findet anläßlich bes fünffabrigen Beftebens der Vereinigung der Freunde von Religion und BöllerDarbietungen. Es wirten mit: Frau Irene Triefch, Rezitation; Fräul. Elif. frieden eine Gedenkfeier statt. Die Feftrede hält Gen. Bleier. Künstlerische Böhm, Gefang; Herr Hermann Hopf, Solo- Cellift Eintritt 50 Bf. Freidenfer- Boltshochschule. Dienstag, ben 9. Februar, abends 7 Askanisches Gymnasium, S., Hallescheftr. 26( am Anhalter Bahnhof. Braktische Erziehungsfragen. Nettor Frig Schmidt: Ueber russische Schulverhältnisse. A.Wertheim Preise Leipziger Platz Königstr. Kleiderstoffe Tarlatant alle Farben, Meter 30 PL Krepon Farbensortiment, Mtr. 68 PL für Silberstoffe for Kavalkost. 95 PL farbig.. Meter Blusen- Flanell wollgemischt gestreift, Mir. 110 u.Streifen, Jahrsneuh., Krepp- Karos Jauh., Mir. 155 Foulardine moderne Muster ca. 100 cm br., Mir. 190 Woll- Musselin aparte Dessins, Mir. 195 reine Wolle, viele Popeline Farb, doppeltbr., Mtr. 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Der deutsche Zanz"( Kriegertanz, geistliche und hösische Tänze, vollstümliche Tänze). Breis der Karte 1.20 M. Sonntag, den 14. Mära, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus: 4. roletarische Feierstunde. Aufgeführt wird das Chormer? Beltenwenbe" von Franz Rothenfelder. Breis der Einzelfarie 1 M. Karten für alle Beranstaltungen sind zu baben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Sindenſtr. 3. II. Sof 2 Sr., Zimmer 8, in ber Bortärts Buchhandlung, Lindenstr. 2, im Binarrengeschäft Horich, Engelufer 24/25, im Tabafvertrieb GFG., Inselstr. 6, beim Berband der graphischen Hilfsarbeiter, Alte Jafobitr. 5, bei den Dbleuten der Kreisund Abteilungsbildungsausschüsse und in den Vorwärtsspeditionen. 16 Cbar der Arbeitsgemeinschaft freigeistiger Verbände im März finden in folgenden Freidenfer- Jugendwelhe! Die Vorbereitungskurse für die Jugendweiben Schullotalen bzw. Jugendheimen fiatt: Inselstr. 2, Köln. Gymnaf., Donnerst. 4-6 Ubr. Duigolostr. 115, Freit. 4-6 Uhr. 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Anmeldungen der Kinder zur Jugendweihe werden in den Unterrichts. stunden und bei allen unseren Funktionären fomte bei den Funktionären ber beteiligten Drganisationen der APD., USPD. und der Freien ArbeiterUnion( Syndikalisten) entgegengenommen. Neues Leben in Friedrichshafen. Auf der Friebrichshafener Luftschiffmerft har Lange Zeit Ungewißheit geherrscht. Man war im Zweifel über die Zukunft, mußte nicht, ob man würde weiterarbeiten fönnen, nachdem man im Intereffe der Erhaltung der Arbeiterschaft schon zu den verschiedensten Aushilfsbeschäftigungen seine Zuflucht genommen, Kochtöpfe, Wärmflaschen, Autoteile usw. hergestellt hatte. Jetzt ist die Hoffnung wiedergefehrt, und man blidt mit einiger Ruhe in die Zukunft. Die Zeppelin- Eckener Spende hat bislang und namentlic in der letzten Zeit einen guten Fortgang genommen und es besteht die Zuversicht, daß ihr Gesamtergebnis die Möglichkeit geben wird, das Unternehmen in seinem ganzen Umfang zu erhalten. 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Bei der Beurteilung der Aussichten für einen Breis. abbau in Deutschland müssen auch jene Warengruppen herangezogen werden, für die ein internationaler Barenmarkt vorhanden ist und deren Breisgestaltung von der inländischen Wirtschaftspolitik vielfach unabhängig ist. Diese Waren werden in der Mehrzahl in Deutschland üherbaupt nicht oder in fo geringem Umfange hergestellt, daß ein erheblicher Einfuhrbedarf an ihnen besteht. Als solche fonjunkturempfindliche Baren gelten Getreide, metalle Textil rohstoffe, Rolonialwaren, Dele usw. Berringerte Lagerhaltung. Ein besonderer Umstand, der für deutsche Berhältnisse besonders beherzigenswert ist, fällt bei einer Gesamtbetrachtung dieser inter. nationalen Märkte vornehmlich auf. Brüft man die verschiedensten Berichte der ausländischen Fachblätter über die einzelnen Waren gruppen, so ftößt man faft überall und und fast für sämtliche Waren, die hier in Betracht tommen, auf die Feststellung, daß sowohl Handels wie Industrieunternehmungen bei der Beschaffung dieser Waren sehr vorsichtig vorgehen, daß fie „ von der Hand in den Mund leben". Fachmännisch ausgedrückt, sind Die sogenannten„ un sichtbaren Borräte", b. h. solche, welche Die nicht bei den Produzenten, sondern bei Raufleuten und Industriellen liegen, außerordentlich niedrig. Dies trifft sowohl für Getreide, wie für Baumwolle, Wolle, Jute, Metalle, Zucker usw. zu. geringe Lagerhaltung fann verschiedenen Gründen entipringen, wie z. B. nicht ausreichender Erzeugung gegenüber dem Bedarf, was sich besonders am Schluß des Erntejahres fühlbar macht, oder aber der Aussicht auf Preissentung; in Krisenperioden, wie wir heute eine haben, fann die geringe Lagerhaltung in der Angst vor Schwierigkeiten des Absages für die verarbeiteten Produkte be gründet sein, oder aber, es fann dafür Geld. oder Kreditmangel verantwortlich gemacht werden. Alle diese Gründe sind wichtig, dennoch ist dabei auch ein anderer Zug nicht zu verkennen: die bewußte Absicht, durch Geringhaltung der Borräte die Fest legung übermäßig großer Rapitaljummen zu vermelden. Was Henry Ford in bezug auf sein Unternehmen immer betont hat, daß fich große Lagerhaltung legten Endes auch dann nicht lohnt, wenn durch große Anschaffungen scheinbare Konjunkturgewinne zu erzielen wären, und was in die amerikanische Industriepragis bereits feit einiger Zeit übergegangen ist, das scheint jetzt bei den meisten Produkten auf der ganzen Linie auch in Europa beobachtet zu werden. Diese Tendenz ist für die deutsche Wirtschaft um so wichtiger, weil die deutsche Industrie und der deutsche Handel bekanntlich auch noch in lezter Zeit geneigt waren, zu große Kapitalien in Borräten festzulegen, wodurch sie zur Immobilisierung ber Betriebe beigetragen und große Schwierigkeiten heraufbeschworen haben. erhöhter Verbrauch. Billigere Preise Die Berichte über die internationalen Märkte drängen aber auch eine andere Beobachtung auf. Die Behauptung, daß sich die Breife je nach dem Berhältnis des Angebots und der Nachfrage richten, reicht allein nicht aus. Hinzugefügt muß werden, daß die Nach frage feine ftarre Größe ist, sondern bei niedrigen Brei fen sich erhöht, bei hohen aber verschwindet. In solchen Fällen fann die vermehrte Nachfrage nicht, wie es sonst üblich ist, das Anziehen der Breije zur Folge haben, denn die Verkäufer wiffen auf Grund der Erfahrungen, daß im Falle der Preiserhöhung ihre Baren unverfäuflich werden. Lehrreich sind dafür ber 3uder und der Wollmartt. Dant der guten Zuderernte im ver. gangenen Jahr waren die Preise niedrig. Die Folge dafür war, daß die ganze Welterzeugung, obwohl fie um 700 000 bis 800 000 Tonnen größer mar, als ein Jahr zuvor, taum ausreichte, um die Zunahme des Weltverbrauchs zu bestreiten. Umgefehrt mar es bei Wolle. Hier waren ungeheure Mengen australischer, süd. afrikanischer usw. Wolle unverkäuflich, weil der Berbrauch die hohen Preise nicht länger zu zahlen vermochte. Der Preissturz mar unvermeidlich, und die Bollpreise fonnten erst Monate später nach organisierter Zurückhaltung der Wollvorräte aus den Auktionen wieder etwas erhöht werden. Der weiteren Erhöhung der Preise fteht aber troz bestehender lebhafter Nachfrage nach Wolle der Umstand im Bege, daß die gegenwärtigen Verhältnisse im Berbrauch das Zustandekommen höherer Preise bei den Wollauktionen einftmeilen unmöglich machen. Der Warenmarkt für Kolonialprodukte. In bezug auf zu der ermähnten wir bereits die sehr erhebliche Zunahme des Beltverbrauchs, die von den niedrigeren Preisen an geregt wurde. Die normale Konsumzunahme beträgt jährlich 3 bis 4 Broz, dagegen erhöhte fich der Verbrauch z. B. in den Bereinigten Staaten um 13% Broz, und betrug 1925 5% Mil lionen Tonnen. Dazu tam vor allem noch die gesteigerte Kauftätigkeit des fernen Ostens. Indien taufte in diesem Jahr neben felbft produziertem und javanischem Rohrzucker auch europäischen Rübenzucker, worin sich übrigens die verbesserte Wirtschaftslage Indiens fundgibt. Auf dem Kaffeemartt ist als neues Ereignis der Abschluß einer Balorisierungsanleihe der brasilianischen Regierung in London fie beträgt 5 Millionen Pfund zu verzeichnen. Mit Hilfe dieser Anleihe soll die brasilianische Regierung die Kaffeepreife freilich auch für die Berbraucher Englands, von dessen Finanzkapital die Anleihe gewährt wurde hochhalten helfen. Bemerkenswert ist es, daß der Kaffeeverbrauch in den Bereinigten Staaten, ber Hand in Hand mit dem wachsenden Reichtum und mit dem Alkoholverbot in den letzten Jahren gewaltig zunahm, neuerdings eine merfliche Abnahme erfuhr. Es ist anzunehmen, daß dabei die in letzter Beit erfolgte Erhöhung der Preise eine große Rolle spielt. Die Leeproduktion dieses Jahres mar erheblich geringer und dementsprechend die Preise wesentlich höher als im Vorjahr. Die großen englischen Teeplantagenbefizer tonnten daher ihre Gewinne weiter gewaltig steigern. Die acht Riefengesellschaften erzielten um 25 Broz. höhere Gewinne als nach den Stammattien 34,2 Proz. Dividende verteilt. Die Gummi preise find in lezter Zeit erheblich gefunten, um ungefähr 1 Schil. ling 6 Bence pro Bfund gegenüber ihrem Höchststand von 4 Schilling 7% Bence. Diefer Breissturz ist außerordentlich intereffant, meil er gar nicht in mirtschaftlichen, sondern in rein psychologischen Tat sachen begründet war. Die Gummierzeugung steht nämlich weit hinter dem Berbrauch zurüc, teils infolge des immer noch bestehen den Systems der Einschränkung der Gummierzeugung( Stephenson System), teils infolge anderer Umstände, wie Einschränkung der Erzeugung aus eigenem Antriebe in der Zeit der niebrigen Breise was auch heute noch nachwirft- teils aber wegen der gewaltigen Zunahme des Verbrauchs infolge des unerwarteten uffchwungs des Automobilverkehrs. Wenn die Preise füngst trotzdem erheblich sinken, jo ist das vor allem auf die Drohungen des ameri tanischen Staatssekretärs Hoover zurückzuführen, der mit energischen egenmaßnahmen der Bereinigten Staaten drohte, falls ber Gummiwucher noch weiter anbauere. Immerhin find die Gummi preise auch nach ihrem Sturz noch beträchtlich hoch und dürften sich angesichts der großen Warentnappheit noch wetter erhöhen. Der Weltmarkt für Textilrohstoffe. Die endgültigen Ziffern der Baumwollernte geigen ein noch günstigeres Bild als vermutet wurde, nämlich für Amerika 16 Millionen Ballen, für die ganze Welternte aber 26 Millionen Ballen; das bedeutet eine Zunahme von mehreren Millionen Ballen Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin der SPD. KUNSTABEND für die Leserinnen und Freunde der Frauenwelt FRAUENDICHTUNGEN FRAUENKOMPOSITIONEN am Montag, dem 8. Februar 1926, abends 71%, Uhr, in der Stadthalle im Stadthaus, Klosterstraße( Untergrundbahnhof Klosterstraße). Mitwirkende: Ida Orloff, Rezitationen Else Jansen, Gesang Carola Zellenka, Violine Dr. Felix Günther, Klavier Alfred Lichtenstein, Flöte Clara Bohm- Schuch, Mitgl. d. Reichst., Ansprache. gegenüber dem vergangenen Jahre. Angesichts dieser Tatsache ist es verwunderlich, daß die Bauwoll preise in der legten Zeit, wenn auch mit mehrfachen Schwankungen, sich erhöht haben. Da die Kaufluft nicht besonders hoch ist, sowohl wegen der geschilderten Verminderung der Lagerhaltung wie auch infolge der Wirtschaftskrise die englische Baumwollindustrie hat erst fürzlich die Arbeitszeit ihrer Betriebe wieder herabgejezt und läßt zwei Tage in der Woche ausfallen-jo wird die Preissteigerung auf Spetulation zurüdgeführt. Die ägyptische Regierung ist im Begriff, ihre während der Krisenzeit verfolgte Bragis wieder aufzunehmen und beabsichtigt, 500 000 Ballen Baumwolle aufzulaufen und dem Berkehr einstweilen zu entziehen, um dadurch eine Preisfteigerung herbeizuführen. Ueber Bolle wurde bereits oben berichtet. Die legten Auktionen Ende Januar erzielten bei Breiserhöhungen von ungefähr 10 Broz, eine erhebliche Abnahme der Käufe. Die Jute ernte, die fast ausschließlich aus der indischen Broving Bengal herrührt, wo sie in Ralfutta au Stoffen verarbeitet und vornehmlich in dieser Form ausgeführt wird, ist in diesem Jahr schlecht aus gefallen. Benn trogdem die Jutepreise fürzlich gefallen find, lo wird dies demselben Umstand zuzuschreiben sein, wie bei der Bolle Der Verbrauch war nicht in der Lage, die bereits außerordentlich überhöhten Preise zu bezahlen. Da jedoch Jute für die Herstellung von Säden unentbehrlich ist, muß man mit weiteren Preissteigerun gen dieses Rohstoffes rechnen. Der Erdölmarft. Die Erdölproduktion des vergangenen Jahres war höher als 1924 und betrug 1058 Millionen Faß. Die Produktion der Vereinigten Staaten hat erheblich( um 41 Millionen Faß) zugenommen. Die russische Produktion erhöhte sich um 16 Broz. gegenüber dem Vorjahr und betrug beinahe vier Millionen Tonnen. Auch die rumänische Rohölproduktion hat die Vorkriegsmengen bereits über. schritten. Bemerkenswert ist die Produktionssteigerung in Venezuela, wo die ausgedehnten Delfelder erst jetzt eine umfangreiche Erzeugung ergaben. In merito war ein erheblicher Ausfall perzeichnen, der aber dank der Entdeckung neuer ertragreidher en bald mettgemacht werden dürfte. Benn troß der vermehrten produttion die Betroleumpreise eine steigende Tendenz aufweisen, jo ist das einer Verbrauchsteigerung zuzuschreiben, die höher ist als die Steigerung der Produktion. Der Verbrauch, der vor allem in den Bereinigten Staaten gewaltig zugenommen hat, fonnte nur zufriedengestellt werden, weil es gelang, die Benzin ausbeute aus dem Rohöl unter Anwendung neuer Berfahren sehr erheblich zu steigern. Die weitere Gestaltung der Preise hängt vor allem vom Verbrauch in den Bereinigten Staaten und in Eng. land ab, die dabei die ausschlaggebende Rolle spielen. Die Metallmärkte. Ueber die Bewegung auf den Metallmärkten fet hier nur fura die rüd läufige Preistendenz der letzten Zeit vermerkt. Diese hängt vor allem mit der oben besprochenen Zurückhaltung der Käufer zusammen. Die Kupferproduttion ist zurzeit immer noch größer als der Berbrauch. Blei, dessen Breise sich in den legten Jahren sehr erheblich erhöht haben, und während des auftralischen Seemannsstreits im Sommer vorigen Jahres weiter anzogen, erfuhr nach Beginn der neuen Verschiffungen einen empfindlichen Preis rüdgang. Nur der gewaltige Konfum der Bereinigten Staaten Tonnte die weitere Preissentung verhindern. Ebenso wie auf dem Kupfermarkt ist auf dem 3intmartt ein ständiges Ueberangebot vorhanden, im Gegensatz zum 3innmartt, wo die Produktion nicht in der Lage ist, bem Berbrauch nachzukommen. In Bezug auf dieses Metall, das überwiegend auf den malaiischen Inseln produziert wird, herrscht eine absolute Material! nappheit. Fritzi assary die A. H. Sonntag, 7. Februar 1926 Riesengewinne im Braugewerbe. Der Abschluß imOftwerke- Schultheiß Kahlbaum- Konzern Der Oftwert- Schultheiß- Kahlbaum- Konzern hat es nicht gerne, daß man mit ihm die unpopuläre Borstellung eines Spritfonzerns verknüpft. Er meint, daß der Kahlbaum- Sprit durch das Schultheiß Bazenhofer- Bier und beide durch den Produktenhandel der Ostmerte A.-G. geadelt seien. Er hat, wie er alljährlich versichert, ein Interesse daran, nicht als„ Spritfonzern" bezeichnet zu werden, weil das schon mehrfach zu Irrtümern Anlaß gegeben habe. Seine diesjährigen Bilanzen geben jebenfalls zu dem Irrtum keinen Anlaß, daß er an feinen Geschäften enorm verdient hat. Das gilt besonders für die allen Berlinern wohlbekannte Schultheiß- Bazen hofer Brauerei A.-G., von der man ruhig behaupten kann, daß sie mit ihren Gewinnen unter den deutschen Aktienbrauereien den Bogel abgeschossen hat, denn sie hat in der letzten Braufampagne minde ftens drei Viertel ihres Attienkapitals verdient. etorb bividende. Er begnügt sich mit 10 Bro3. Aber zwei Drittel seines Geschäftsberichts füllte er mit trampfhaften Bemühungen, vor der Deffentlichkeit seine Riesengewinne det Bethlich erscheinen zu laffen. Die Bilanz ist sorgfältig frisiert. Der Geschäftsbericht fagt mit feinem Wort, wo die Gewinne der= ftedt find. Aber wir wollen sie der Einfachheit halber aneinander. relhen, wie sie sich beim Vergleich mit der Vorjahrsbilanz deutlich zeigen. Zunächst ergibt sich eine Berringerung der Lieferanten- und Atzeptschulden um 4,50 millionen Mart. Dann liegen nach dem Geschäftsbericht Zugänge in ben Attivposten von 8,35 Millionen Mart; unter Berücksichtigung der sehr hohen Abschreibung( 3,71 Millionen) bleiben davon aus Betriebsüberschüssen beschafft 4,64 Mitlionen. Außerdem find die Guthaben bei Banten, Konzern- und Tochtergesellschaften um 4,35 Millionen erhöht. Neues Rapital ist nicht aufgenommen worden; also handelt es sich um tatsächliche( wenn auch nicht ausgewiefene) Gewinne. Dazu kommt ber ausgewiesene Reingewinn von 4,24 millionen. Das sind zusammen 17,73 Millionen. Auf das Stammattienkapital Don 25 Millionen bezogen sind das 69,92 Proz. Damit sind die aus der Bilanz ersichtlichen Gewinne aber nicht erschöpft. Die Bilanz bringt neu einen Aufwertungsausgleich" posten von 7,24 Millionen( obwohl in der Goldbilanz nur Teilschuldver schreibungen in Höhe von 0,84 Millionen enthalten waren), weil fich die finanziellen Auswirkungen" der Aufwertungsgesetze noch nicht übersehen lassen. Die 0,84 Millionen enthielten schon 15 Proz Aufwertung. Rimmt man auf Grund der Nachaufwertung eine Berdreifachung der Aufwertungslasten an, dann stecken in dem Boften noch weitere 5 Millionen Mart Gewinne. Es dürften also mindestens 22 Millionen verdient worden sein. Ein solcher Gewinn ist natürlich höchst peinlich, wenn man nicht als Mitglied eines Sprit tonzerns unpopulär sein will, und es ist begreiflich, daß sich die Schultheiß- Bazenhofer nach außen mit der bescheidenen 10- Broz Dividende begnügt. Die Gewinne der Schultheiß- Bazenhofer sind auch die Grundlage für die Bilanzen der beiden anderen Ronzernfreunde. Benn auch die Ostwerte A. G., die bekanntlich nicht nur Brauereien und Hefefabriten, sondern auch die oberschlesischen Zementwerte beherrscht, günstig abgeschlossen haben, so gilt das weniger für die Rahlbaum A. G., die sich besonders mit ihrem neuen Speperer Unternehmen, infolge der Aufhebung der wirtschaftlichen sperrung des befeßten Gebietes" verspetuliert hat. Die Schultheiß Bazenhofer- Gesellschaft hat dann auch eine Berbesserung ihrer Gewinnquote, und zwar rüdwirtend, burchgesetzt. Die Schultheiß- Bazenhofer- Brauerei liefert in ihrem Geschäftsbericht ein nach diesen Gewinnen nicht mehr zu überbietendes Beifpiel demagogischer Klagen über die Steuerlasten. Sie habe- so erflärt fie- 21,74 Millionen Steuern tragen müffen; das feien 83,62 Proz. des Aktienkapitals und 869,68 Proz. der Divi. dendenauszahlung. Sie verschweigt aber, daß sie mindestens 19,89 von den 21,74 millionen aus dem Biererlös vom Konsumenten zurüderhält, nämlich die Reichsbiersteuer mit 15,39, die Gemeindebiersteuer mit 2, 77 und die Umfagsteuer mit 1,73 millionen. Uebri gens meint die Schultheiß- Bazenhofer, daß die Forderung nach Ab. bau ber Preise beim Braugewerbe sicherlich ganz unberechtigt fet. Diese praktische Abstinenzpropaganda, gegen die die Brauereien sonst sehr empfindlich sind, verdient immerhin verzeichnet zu werden. Geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit in Berlin. Gegenüber den bisherigen und gleichmäßig fatastrophalen Be richten vom Berliner Arbeitsmarkt fann man jetzt endlich feststellen, daß die Zunahme der Erwerbslosigkeit in der letzten Woche wesentlich geringer geworden ist. Sie betrug in der letzten Woche nur noch 2 Proz., während früher 10, 20 und mehr Prozent die Regel waren. Das Landesarbeitsamt Berlin betont mit Recht, daß Rückschlüsse auf die Gestaltung der gesamten Konjunktur heute noch verfrüht wären. Immerhin hat es auch nach anderen Angaben den Anschein, daß die Krise am Arbeitsmarkt ihren Höhepunkt nun nahezu erreicht hat. Im Rheinland z. B. nimmt die Zahl der Erwerbslosen bereits ab. Bei träftigem Eingreifen der öffentlichen Behörden durch Noiftandsarbeiten und rasche Auftrags. vergebung tommt endlich der Zeitpunkt näher, wo die Beschäftigung der Industrie wieder steigt. Borbedingung dazu, daß die Gefundung vorhält, ist aber eine wirtschaftspolitik, die die Krise in ihren Ur fachen betämpft und nicht schon die ersten günstigen Anzeichen in der Industrie zum Anlaß nimmt, auf einen weiteren Kampf gegen bte Krise zu verzichten. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt: Die Steigerung der Arbeitslosigkeit hat auch in der Berichtswoche angehalten. Der 3ugang ber bei den Arbeitsnachweisen Eingetragenen beläuft sich auf rund 4400, so daß sich die Ge unvergleichliche Szi Zigarette behauptet die führende Rolle! famtzahl diefer Personen auf rund 227 500 erhöhte. Im Verhältnis zu den Bormochen, in der die Steigerung in einer Woche fich allein auf 21 000 Personen belief, hat der 3ugang eine wesent liche Einschränkung erfahren. Rückschlüsse zu ziehen auf eine günstigere Gestaltung des Arbeitsmarktes hieraus sowie aus dem Umstande, daß einige Berufe insbesondere auch das Baugewerbe eine bessere Bermittlungstätigkeit aufwiesen, wäre jedoch verfrüht. Noch immer ist für einen verhältnismäßig großen Teil der Beschäftigten in der Industrie die Kurzarbeit vorherr fchend. Ebenfalls sind Entlassungen infolge der jezigen Lage der Wirtschaft auch noch nicht zum Abschluß gekommen. An der allgemein ungünstigen Lage wird auch noch nichts Wesentliches dadurch geändert, daß meitere Betriebe ihre Produktion wieder aufgenommen haben. Bemerkenswert hierbei ist jedoch, daß nach vollzogener Umorganisation ein Teil der Betriebe mit einer wesentlich redu zierten Anzahl von Kräften arbeitet. Anteilig gemessen waren die Angestellten gegenüber den hierbei erfolgten Einstellungen nur sehr gering. Der Stellenmarkt für die Angestellten berufe ist nach wie vor als sehr ungünstig zu bezeichnen. Eine teilmeise Entlastung brachte auch die Inangriffnahme von neuen Rotstandsarbeiten. Ihre volle Auswirkung in bezug auf die Entlastung des Arbeitsmarktes wird sich jedoch erst in allernächster Zeit bemerkbar machen. Es waren 227 507 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 223 124 der Vorwoche. Darunter befanden sich 158 758( 156 617) männliche und 68 749( 66 507) weibliche Per jonen. Unterstützung bezogen 127 642( 117 836) männliche und 41 832( 38 412) weibliche, insgesamt 169 474( 156 248) Personen. Die Zahl der bei Notstandsarbeiten Beschäftigten betrug am 5. Februar 1621. Die 7. Herabjehung des Privatdiskonts in sechs Wochen. Wieder ist der Privatdiskontsag innerhalb zwei Tagen zweimal herabgefeßt worden, erst von 6 auf 5%, dann von 5% auf 5% Proz. Damit ist seit Anfang Januar dieses Jahres die siebente Herabsetzung des Privatdiskonts erfolgt. Man sieht, daß sich eben teine Bant mehr findet, die kurzfristiges Geld braucht oder ihre Unterschrift noch hergeben möchte. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit hat nachgelassen, von einer Verringerung der Geldflüssigkeit und der Vertrauensfrife in der Wirtschaft merkt man beim Privattistont noch nichts. Das ist kein erfreuliches Zeichen. Höffentlich zieht die Reichsbant daraus nicht neuerlich die falsche Konsequenz, daß sie nun auch mit ihrem Diskontsatz herab darf. Die 20- Millionen- Kommunalanleihe untergebracht. Die 20- Millionen- Anleihe der Girozentrale, über deren Ausgabe wir berichteten, ist durch freien Verkauf vollständig untergebracht worden. Siedlerfragen im Landtag. = Gewerkschaftsbewegung Die Arbeit im ZDA. Fortschriffe und Erfolge im Jahre 1925. Der Zentralverband der Angestellten hatte zum Freitag abend nach den Armin- Sälen jeine Jahresgeneralversammlung einberufen, die sehr gut besucht war. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt der erste Borfizende der Ortsgruppe, Genosse Gottfurcht, eine ehrende Aussprache an die geladenen Verbandsjubilare, die 25 und Der mehr Jahre dem 3d2. oder seinen Vorläufern angehören. Borstand habe davon abgesehen, ein besonderes Fest zu veranstalten, sondern die Jubilare zur Generalversammlung eingeladen, damit sie die geleistete Arbeit und das Wirken der Organisation fennenlernen und sich selbst ein Urteil darüber bilden können, welchen Aufschwung die Organisation, deren Mitbegründer sie waren, genommen hat. Im Auftrage des Vorstandes wurde jedem der Jubilare ein Ehrendiplom und eine silberne Verbandsnadel überreicht. Sodann gab Genosse Gottfurcht den Geschäftsbericht für das Jahr 1925. Wenn auch die zu Anfang des Jahres gehegten Hoffnungen auf eine Bessergestaltung der Lebenslage der Angestellten nicht erfüllt wurden, sondern ihre Rotlage durch die schwere Wirtschaftskrise von Monat zu Monat gestiegen ist, so sind doch in organisatorischer Hinsicht erfreuliche Erfolge In den zu verzeichnen. Für die umfangreiche Tätigkeit der Ortsverwaltung sowie der Funktionäre sprechen folgende Zahlen. 101 Sektionen der 12 Fachgruppen waren 397 Verhandlungen zur Erneuerung der 89 laufenden Tarifverträge notwendig. Zur Bearbeitung der Tarifverträge waren 68 Sigungen der Tariffommiffionen erforderlich. Von den 112 Fachgruppen- und Sektionsleitungsfizungen, 99 Funktionärfonferenzen und 14 öffentlichen Versamm lungen hat sich ebenfalls ein großer Teil mit Tariffragen beschäftigt. Die 397 Berhandlungen entfallen auf 183 freie Tarifverhandlungen, 153 Sigungen der Schlichtungsausschüsse, 56 Termine vor dem Schlichter von Groß- Berlin und 5 Verhandlungen beim Reichsarbeitsministerium. Um den Bildungsaufgaben gerecht zu werden, wurde der Grundsatz durchgeführt, in den Mitglieder- und Funktionärfonferenzen sich nicht lediglich mit Tariffragen zu beschäftigen, sondern als ersten Tagesordnungspunkt ein Referat zu fezen. Der Redner ging dann auf die Tarifabschlüsse in den einzelnen Fachgruppen und die Tätigkeit des Jugendsekretariats ein. Im Laufe des Jahres wurden in Groß- Berlin drei neue Jugendabteilungen gegründet, so daß jetzt CONTORK13 Jugendabteilungen bestehen. In den Abteilungen wurden insgesamt 660 Vortrags, Dis tuffions- und Lesebabende abgehalten. Die Herbstwerbewoche brachte rund 450 Neuaufnahmen. Die Rechtsschutzabteilung hatte 506 Klagen zu bearbeiten, von denen im Berichtsjahr 452 erledigt wurden, wovon 167 durch Urteil, 161 durch gerichtlichen und 55 durch außergerichtMitglieder, 36 Klagen wurden abgewiesen. Durch die rledigten Streitfälle gelang es, einen Barbetrag von 61 375,98 M. zu erstreiten, ferner in 49 Fällen die Weiterbeschäftigung, in 41 Fällen die Erteilung eines ordnungsgemäßen Zeugnisses und in 5 Fällen die Fortsetzung des Lehrverhältnisses. Der Mitgliederbestand Hilfe für die Geschädigten der Siedlungs- und Krieger- licher Vergleich. Von den 167 Urteilen waren 131 zugunsten der heimstätten- Gef. Berlin- Pankow. Der Landtag beschäftigte sich im weiteren Berlauf der gestrigen Sizung mit einem Bericht des Bevölkerungsausschusses über die Fürsorge für erwerbslose Landarbeiter. Abg. Hartmann( Dem.) begründet einen Antrag, der eine Einstieg von 22 708 am Schlusse des Jahres 1924 auf mirkung auf die Reichsregierung dahingehend verlangt, daß das Gesetz über die Arbeitslosen Versicherung baldigst vorgelegt und verabschiedet werde. In diese Versicherung sollen auch die land und Forstwirtschaftlichen Arbeiter einbezogen werden. = Nach längerer Aussprache, an der sich die Abgg. Jacoby- Raff auf( 3), Frau Wohlgemuth( Soz.), Meyer- Hermsdorf( Dnat.), Graf Stolberg( Dop.), Peters- Hochdonn( Soz.) beteiligen, werden auf Zentrumsantrag sämtliche Anträge zu diesem Kapitel gegen die Rechtsparteien an den Ausschuß zurückverwiesen. Bet Beratung des tommunistischen Antrages über die Tätigkeit der„ Gemeinnützigen Siedlungs- und Kriegerheimſtätten- Gesellschaft Berlin- Pankow" erklärt Abg. Kilian( Romm.), eine landwirtschaftliche Ansiedlung sei überhaupt nicht geschaffen. Er verlangt einen Ausschuß zur Prüfung der Frage, inwieweit auf diesem Gebiete staatliche Beamte persönliche Vorteile gezogen hätten. Deffentliche Gelder, die zur Ansiedlung der Flüchtlinge aus dem Often bestimmt gewesen feien, feien verschleudert worden. Man habe auch Spefulationsgeschäfte damit gemacht. Der Kreis Osthavelland habe eine Bürgschaft von 10 Millionen gegeben und fei ruiniert, menn er dafür gerade stehen müsse. Die maßgebenden Leute und Direktoren der Gesellschaft seien Schieber und Betrüger. Nachdem Abg. Weißermel( Dnat.) die Angriffe des tommunistischen Redners gegen die Zentral- Bodenkredit- A.- G. abgewehrt hat, findet einstimmig der Ausschußantrag Annahme, der das Staatsministerium ersucht, die Höhe der Rest tauf. gelder für die einzelnen Siedler schnellstens festzusetzen und die einzutragenden Restlaufgelder langfristig und zu billi. gem 3insfuß zu geben. Für landwirtschaftliche Siedler werden Zwischenkredite verlangt. Hierauf begründet Abg. Meinde( Dem.) die große Anfrage jeiner Fraktion, die fordert, daß die Beamten der Landeskulturverwaltung angewiesen würden, daß sie sich unbekümmert um die Widerstände der Großgüter- und Dedlandbesitzer für die Anliegerfiedlung einsehen sollen. Bon Regierungsseite wird die Anfrage dahin beantwortet, daß die gegen die Landeskulturverwaltung erhobenen Vorwürfe unbegründet seien. Die große Anfrage wird darauf an den Landwirtschaftsausschuß überwiesen. Darauf vertagt sich der Landtag auf Montag 1 Uhr: Erste Beratung des Gesezentwurfes über die Hauszinssteuer. Schluß nach 3 Uhr. 23 650 Mitglieder am Ende des Berichtsjahres. Alles in allem fann man mit dem Aufstieg der Ortsverwaltung zufrieden sein. Durch unermüdliche Arbeit der Funktionäre und Mitglieder muß es in diesem Jahre gelingen, die Organisation weiter auszubauen zu einem machtvollen Instrument gegen das sich immer rücksichtsloser gebärdende Unter nehmertum. Im Anschluß an den Geschäftsbericht erläuterte der Kassierer Weyland den gedruckt vorliegenden Rassenbericht. Durch die intensive Arbeit ist es gelungen, den Durchschnittsbeitrag von 2,50 m. bei Beginn des Jahres auf 2,87 M. zu steigern bei 18 100 Beiträgen im Monat. Der nach dem Abschlußergebnis von 1924 gemachte Boranjólag von 18 100 Monatsbeiträgen ist somit be deutend überschritten worden. Infolge des besseren Beitragseinganges war es möglich, nicht nur eine aus dem Vorjahre stammende Verpflichtung abzutragen, sondern auch eine ansehnliche Kampfreserve anzusammeln. Dem Hauptvorstand wurde sein Beitragsanteil in Höhe von 372 493 M. überwiesen. Nach einer ausgedehnten Diskussion und dem Schlußwort des Benoffen Gottfurcht fanden die Wahlen gemäß§ 7 des Orts ftatuts statt. Als erster Borsigender wurde Gottfurcht wiedergewählt. Die übrigen beamteten und ehrenamtlichen Mitglieder der Ortsverwaltung, des Ortsausschusses für innere Ber maltung und Finanzen, die Revisoren und Vertreter für das AfAOrtskartell wurden en bloc gewählt. Zusammenkunft der Gesellenausschüffe. Die Jugendzentrale des Drtsausschusses Berlin des ADGB. hatte am Montag die freigewerkschaftlich organisierten Mitglieder der Gesellenausscisse der Innungen und der Handwerksfammer zufammenberufen. Zunächst wurde ein Bericht über den Berlauf der Hamburger gewerkschaftlichen Jugendkonferenz erstattet. Der Berichterstatter versuche in gedrängter Weise einen Einblick zu geben in alle Fragen problematischer und praktischer Natur, mit denen das Streben des gewerkschaftlichen Nachwuchses ausgefüllt ist. Ein darauffolgendes Referat beschäftigte sich mit der jetzt im Vordergrund stehenden Frage der Feriengewährung für Jugendliche( einschließlich Lehrlinge). Der Referent, Kollege Heßler ging aus von dem Verhalten der Berliner Handwertstammer bei den Verhandlungen der Anträge des Drtsausschusses und kennzeichnete deren engen, jeden modernen Stand punft verneinenden Geift. Trog allgemeinen fozialpolitischen Rüc schlages ist jetzt die Ferienfrage von dem Ausschuß der deut schen Jugendverbände aufgegriffen worben. Der Refe rent schilderte eingehend die Entwicklung der Angelegenheit und den Berlauf der Kasseler Tagung. Er legte den Standpunkt der Gewerkschaften dar und betonte, daß wir es begrüßen fönnen, wenn weite Kreise dieser Forderung Resonanz geben und auch ihre Stimme für die Durchführung erheben. Die Gründe, auch für die gefegliche Regelung, müssen anerkannt werden. Für den Nachwuchs, der Volksgut darstellt, müsse die Allgemeinheit Berpflichtungen übernehmen. Der Redner trat weiter mit entsprechendem Material dem Einwand entgegen, daß ein solcher gefeßlicher Urlaub eine wirtschaftliche Belastung darstellt. Unbeschadet des Rufes nach gefeßlicher Regelung, sei immer wieder versucht, die Handwerkskammer zu veranlassen, für die ihr angeschlossenen Innungen schon jegt eine generelle Anweisung betreffs Urlaubsgemährung herauszugeben. Die Informa tion über die Urlaubsfrage soll den Gesellenausschüssen Material liefern, um den Einwänden der Meister entgegenzutreten und deren Gewissen zu schärfen. Dem Referat folgte eine eingehende Aussprache. Die Gesellenausschußmitglie= der stellten sich einmütig auf den vom Referenten vertretenen Standpunkt und werden versuchen, auch ihrerseits immer wieder an ihrer Wirkungsstätte auf die Feriengewährung hinzuweisen. Hierauf fand ein längerer fruchtbarer Erfahrungsaustausch statt, der mancherlei Anregungen brachte und Einblick in die verschiedenen Innungsverhältniffe gab. Das ist das Fördernde folcher Aussprache, daß in das tiefe Dunkel der Innungen hineingeleuchtet wird. Manche Absichten, die die Zünftler hegen, werden bekannt und fönnen den Gesellenausschußmitgliedern anderer Innungen als Warnung dienen und so verhindert werden. Ein solcher Ueberblick gibt neben den Gewerkschaften auch den Mitgliedern der Handwerkskammer reichliches Material. Ganz allgemein konnten in der Aussprache die Bestrebungen vieler Jnnungen festgestellt werden, die Lehrzeit zu verlängern. Von der Möglichkeit, selbst in dem engen Rahmen des Gesellenausschusses erfolgreich zu wirken, wenn Energie und Initiative nicht ausbleiben, gaben die Ausführungen eines Gesellenvertreters der Schuhmacherzwangsinnung Schöneberg Kenntnis. Die Aussprache war für alle Teilnehmer eine Bereicherung und einmütig fand ein Antrag Annahme, in bestimmten Zeiträumen in Verbindung mit diese A 115= dem Gesellenausschuß der Handwerkskammer fprachen zu wiederholen. Aus der Pianomechanikfabrik von Fauth. Malträfierung eines Kriegsbeschädigten. Zu der in Nummer 40 des Bormärts" veröffentlichten Notiz fchidt uns Herr Walter Fauth folgende Berichtigung: 1. Es ist unrichtig, daß meine Firma einen 25prozentigen Lohnabzug vorgenommen hat. Es find vielmehr mit Zustimmung der Arbeiterschaft gemisse Lohnsätze, die nur einen geringen Bruchteil der Gesamtproduktion darstellen, herabgesezt worden. 2. Die Affordarbeiten, die von der Herabfegung betroffen waren, werden augenblidlich überhaupt nicht ausgeführt. 3. Herr Kretschmer ist nicht beschimpft worden, er ist nicht angegriffen worden, Herr Kretschmer hat vielmehr Herrn Heckert ſelbſt angegriffen. Herr Hedert hat sich lediglich gegen die Angriffe des Herrn Kretschmer verteidigt. 4. Herr Kretschmer ist seit 4% Jahren in meinem Betrieb und hat vor zirka 1% Jahren schon einen Angriff gegen Herrn Heckert unternommen. Zu dieser Berichtigung bemerken wir ganz kurz, daß laut ärztlichem Attest der Kriegsbeschädigte Kihwer verlegt wurde, wurde. Im übrigen halten wir unsere Darstellung voll aufrecht. so daß er auf acht bis vierzehn Tage für arbeitsunfähig erklärt Daß die englischen Arbeiten, bei denen tatsächlich eine Herabjegung der Löhne von 25 Broz. vorgenommen wurde, gegenwärtig nicht ausgeführt werden, ist richtig. Sie werden nicht ausgeführt, weil die Arbeiter zur Abwehr der Lohnherabsehung die Arbeit niebergelegt haben. Die zunächst von der Belegschaft gegebene Zustimmung ist auf Anordnung des Deutschen Holzarbeiter verbandes erfolgt, der die Auswirkung der angekündigten Lohnherabsetzung zunächst kennen und dann mit der Firma darüber verhandeln wollte. Durch Schreiben vom 28. November hat die Firma der Arbeit erfolgte. Fauth jedoch jede Verhandlung abgelehnt, worauf die Niederlegung Deutscher Holzarbeiter- Berband. Modelltischler der Briatbetriebe. Am Dienstag, den 9. Februar, nachmittags 5 Uhr, Branchenverfammlung bei Baldt, Flugftr. 5. Bericht über die Berhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß. Mitgliedsbuch legitimiert. Freie Gewerkschaftsjugend. Die Februar- Rusammenkunft aller Funktionäre der Gruppen ber Freien Gewerkschaftsjugend findet morgen, Montag, abend 7 Uhr im Jugendheim bes Metallarbeiterverbandshauses, Linienftr. 83-85, ftatt. Der Kollege Richard Seibel spricht über Birtfchaft Gewerkschaften Jugend". Der Bortrag, wie die Bekanntgabe wichtiger organisatorischer Angelegenheiten macht bas pünktliche und vollzählige Erscheinen aller Jugendfunktionäre erforderlich. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband, Filiale Berlin, Gebastianstr. 37-38. Mitgliederversammlung fite alle in der Herren, Knaben- und Burschentonfet tion, Uniformlieferungsbranche und Gummikonfektion Beschäftigten, sowie Ru schneider und Zuschneiderinnen morgen, Montag, abend 7 Uhr in den Residenz Festfälen, Landsberger Str. 31. Die Situation in den Branchen. Borschläge von Delegierten aur Generalversammlung. Anträge zur Generalverfammlung. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchenkommiffion. 3. A.: Alde. Berbanb ber Gemeinde- und Staatsarbeiter, 17. Berwaltungsbezirt, Lichten berg. Dienstag, 9. Februar, abends 6 Uhr, im Lokal von Tempel, Lichtenberg, Judrianstr. 7, Bezirksversammlung aller Rämmereiarbeiter Lichtenbergs. Die Bezirksleitung. Sattler, Tapezierer und Bortefeuillerverband. Donnerstag abend 7 Uhr int Gewerkschaftshaus, Gaal 4, außerordentliche Generalversammlung. Stellung nahme zum Berbandstag. Montag, den 8. Februar, 7 Uhr, Rlcher- Branchen versammlung ,,, Schlesische Seimat". Neue Friedrichstr. 1. Die Ortsverwaltung. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) 4 Angebote Zur Einſegnung! Wolle Seide und Samt Woll- Krepplin u.-Marokain gut.Qual, gr.Farb.- Ausw., 100cm 5.50 Eolien 480 schwarz, Wolle mit Seide, 98 cm 69⁹0 Voile reine Wolle nur schwarz, 100 cm 680 Krepp- Marokain 780 Wolle mit Seide....... 98 cm Koepervelvet 850 650 Woll- Rips u. Gabardin schwarz u. viele neue Farben, 130 cm Für den Anzug: Kammgarn- Serge, schwarz und 1150 marineblau Wälche Taghemd 145 cm aus Renforcé, mit Klöppelspitze Prinzeß- Unterrock schwarz und farbig..... 70 cm Lindener Koepersamt schwarz und farbig..... 70 cm Schwarz Luxorband für Schärpen u. 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Arbeiterwohlfahrt: Der Rurfus fällt am Dienstag aus und findet am nächsten Dienstag, den 16. Februar, statt. 4. Areis Brenzlauer Berg. Die Dittmann- Broschüren find umgehend beim Koffierer Genossen Franz Seelbinder, Shinower Str. 4, abzurechnen resp. nichtverkaufte Broschüren zurüdzugeben. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, den 8. Februar, abends 7 Uhr, in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Funktionärsigung. Tagesordnung: Das Seidelberger Brogramm". Referent Robert Schmidt, M. d. R. Rreis angelegenheiten. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, den 8. Februar, abends 7½ Uhr, bei Bogci, Goreestr. 7, erweiterte Borstandssigung. Montag, den 8. bruar, pinktlich 7 Uhr, wichtige Frattionsñsung mit den Bürgerdeputier ten im Rathaus, Sigungsaiuumer 1. 17. Arcis Lichtenberg. Montag, den 8. Febritar, abends 6 Uhr, Fraktions fisung im Arbeitsamt, Schreibethauer Straße. Die Bürgerbeputierten haben davan teilzunehmen. Um 7 Uhr abends ebenda Funktionärsgung, Bortrag: Das Heidelberger Brogrammi". Referent Franz Künstler, M. d. R. 18. Kreis Beißenfee. Die Fraktionsligung am Montag, den 8. Februar, findet nicht statt. Heute, Sonntag, den 7. Februar: 78. Abt. Schöneberg. 7 Uhr gemütliches Beisammensein der Genoffnen und Genossen mit ihren Familien, Freunden und Bekannten im Lokal Rosen. thal, Ebersstr. 66, am Bahnhof Ebersstraße. 92. Abt. Reuföllu. Bormittags 10 Uhr bei Wolff, Raifer- Friedrich- Str. 173, Funktionärügung, au der jeder Funktionär unbedingt erfcheinen muß. Morgen, Montag, den 8. Februar: 4. t. 7 Ubr bei Roch, Schillingstr. 30, Funktionärsigung. Alle Funktionäre milfsen erscheinen und aur Mitgliederversammlung einladen. 7. Abt. 7% Uhr bei Bärwalde, Schlegelstr. 9, Funktionärfügung. 9. Abt. 7 Uhr bei Sufenbach, Berleberger Str. 64, Funktionärfihung. Die Bezirksführer, welche die Januarbeiträge noch nicht abgerechnet haben, müssen dies an diesem Tage nachholen. 10. bt. 7 Uhr bei Trimper, Flensburger Str. 3, Funktionärsigung. 14. Abt. 7% Uhr bei Laurigen, Butbuffer Str. 11, Funktionärsigung 17. Abt. 7% Uhr bei Dose, Norbhafen 6, Funktionärsikung. 18. Abt. 7 Uhr bei Müller, Uferite. 12. Sigung fämtlicher Funktionäre. 19. Abt. 7 Uhr bei Schrepel, Grinthaler Str. 13, Funktionärligung 20. bt. 7½ Uhr bei Voſe Funktionärsizuna. Stellungnahme aur Reumah! 22. bt. 7% Uhr bei Radson, Brüffeler Str. 43, Gigung der Bartei- und Betriebsfunktionäre. ber Abteilungsleitung. 23. Abt. 7 Uhr bei Grunwald, Rameruner Str. 19, Funktionärfisung. Uhr bei Doosmann, Gleimstr. 10, Funktionärsizung. 27. Wht. 7 39. Abt. 7 kung 41. bt. 7 12. Abt. 7 hr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionär hr bei Schult, Mariendorfer Str. 5, Funktionärligung. Uhr bei Biersdorff, Urbanftr. 6, Funktionär figung. 43. t. 7 Uhr bei Boigt, Boppstr. 8, wichtige Funktionärsigung. 45. bt. Die Funktionärfikung fällt aus. Es wird gebeten, zu den Gruppenperfommlungen einzuladen. 16. 6. 7% Uhr bei Eichhols. Cuornftr. 23, Funktionär- und Bezirksführerfigura. 36. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Liersch, Rantstr. 62, Funktionärligung. Die Gruppen- und Bezirkskaffierer haben au erfcheinen. 85. Abt. Tempelhof. Die Funktionärfikung fällt aus. Reukölln. 91, Abt. 7 Uhr bei Mäuseler, Münchener Str. 23, Fumitiondo fizung. 94. Abt. 7 Uhr bei Echröder, Steinmekftr. 52, Funktionär figung. 95. Abt. 7 Uhr bei Sürtler, Brinz- Sandjern- Str. 34, wichtige Funktionärsikung. Bezirksführer und Raffierer müffen anwesend sein. 96. Abt. 7 Uhr bei Lohan, Wipperfir. 18-19, widtice Funktionärfikung. Alle Bezirke müssen vertreten fein. 98. Abt. 7 Uhr bei Teich Funktionärsikung. 101. Abt. Treptow. 7 Uhr in der Borwärtsspedition, Graekste. 50, Borftands fizung mit den Bezirksführern. 108. Abt. Röpenid. 7% Uhr bei Schulz, Bahnhofstr. 34, Borftandssikung mit den Beairtsführern, Uebermorgen, Dienstag, den 9. Februar: 5. Abt. 8 Uhr bei Lötscher, Reue Friedrichstr. 108, Sigung der Romammalen Rommiffion. Jebe Abteilung muk vertreten fein. Abt. 7 Uhr bei Dobrohlam, Swinemünder Str. 11, Funktionärsikung. 7. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in Röhlers Festfälen, Tieditr. 24. Referat: Boltsentfaveid Fürftenabfindung". Referent Genoffe Fraentel. 8. Abt.& Uhr bei Ridert, Steinmekitr. 36a, Funktionärsikung 16. Abt. 8 Uhr bei Döhling. Brunnenstr. 79, Funktionärsihung. 45. Abt. 8 Uhr bei Sommer, Wiener Str. 26, Sigung der Elternbeiräte. Intereffierte Eltern und evt. Randidatén find herzlich it willtommen. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Zahlabend: 2. und 5. Bezirf bei Brufe, Werder, Ede Raiser- Wilhelm- Straße: 6. Bezirk bei Lange, Ringbahnstraße. Referent Martin Miller. 121. bt. Mahlsdorf. 8 Uhr bei Breidau Funktionärsikung. * 8. Abt. Für Donnerstag, ben 11. Februar, abends 7% Uhr, bitten wir die Eltern schulpflichtiger Rinder und die Freunde der weltlichen Schule um eine Zusammenkunft bei Ridert, Steinmekite. 36a. Tagesordnung: Der Rampf um die weltliche Schule". 31. Abt. Die Mitgliederversammlung findet nicht am Mittwoch, fondern am Gedruckte Einladungen holen die Donnerstag, den 11. Februar, sbatt. Bezirksführer morgen abend bei Goldschmidt ob. 98. Abt. Neukölln. Lichtbilbervortrag am Mittwoch, den 10. Februar, Ent fiehung und Entwidelung des Menschen" bei Rudolf. Hermannstr. 156, Ede Knesebecftraße, abends 7% Uhr. Sierzu laden die Bezirksführer ein. Eichwalbe. Mittwoch, ben 10. februar, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Lindner, Bahnhofstraße. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Gruppe Neukölln. Dienstag, den 9. Fe bruar, abends 7% Uhr, Selferfikung in der Barade Ganghoferstraße. Jungsozialisten. Gruppe Mitte: Die Aussprache fiber ,, Neue Runft fällt beute, Gruppe Tiergarten: Sonntag, infolge Berhinderung des Referenien aus. Nächte Zusammenkunft Sonntag, den 7. Februar, abends 7 Uhr, im Heim der Sozialen Frauenschule, Magdeburger Etr. 7. Bunter Abend" ( Arbeiterdichting). Frauenveranstaltungen: 3. Abt. Montag, den 8. Februar, abends 7% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Gaal 2, Bortrag: Die Ursachen der Wirtschaftstrife". Referent Wilhelmt Landa. Alle Frauen müssen erscheinen. 74. Abt. Reblenborf. Dienstag, den 9. Februar, abends 7% Uhr, bei Schnorre. Botsbamer Str. 3, 5. Rurfusabend: Geschichte der Frauenbewegung". Referentin Hedwig Schwarz. Jubiläen, Geburtstage usw. 34. t. Die Barteigenossen Felix Fischer, Memeler Str. 11, md Sarl Fiebiget, Offbahn 17, gehören 25 Jahre der Partei an. Bir gratu lieren und winfchen, daß sie nod) recht lange der Partei erhalten bleiben. 84. Abt. 2antwik. Cenoffe Gottlob Liebig feiert heute bei befter Gefundheit feinen 75. Geburtstag. Die Genoffen und Genoffinnen der Abteilung fprechen ihm herzlichste Glückwünsche aus und gebenken am heutigen Tage vor allem feiner freuen, unermüdlichen Arbeit, die er für Partei und Arbeiter bemegung geleistet hat. Jugendveranstaltungen. Delegierte und Jugendbeiräte, die noch nicht im Befihe ihres Mandats für die Generalversammlung find, melden fich im Jugendfefretariat. ,, Arbeiterjugend und Kunst." Der 4 Abend( Bildende Kunst" mit Lichtbildern) findet heute, Sonntag, abend 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3 ftatt. Referent Genoffe Dr, Behne. Einzelfarten 20 Bf. Eine neue Arbeitsgemeinschaft beginnt am Mittwoch, 10. februar, abends 7% Uhr, im Jugendbeim Lindenstr. 3, über das Thema Deutsche Berfaffung", unter Leitung des Genossen Abraham. Teilnehmer werden noch aufgenommen. Heute, Sonntag, den 7. Februar: Südosten( Görliker Biertel): Fahrt nach Rönigsmufterhausen. Treffpunkt 148 Uhr Görliger Bahnhof. Schöneberg II: Nachmittagsspaziergang. Treff punkt 2 Uhr Airdplak. Reukölln II und V: Schnikeljagd. Treffpunkt 128 Uhr Sermannstraße( 50 Bf. mitbringen). Werbebezirk Dftbahn: Kreisabend im Seim der Abteilung Friedrichsfelde. Jugendheim Bartaue geschlossen. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 7. Februar. Morgen, Montag, den 8. Februar, abends 7% Uhr: Friebenau: Jugendheim Offenbacher Str. 6a. Mitgliederversammlung. Schöneberg III: Jugendheim Sauptfir. 15. Bortrag: Einführung in die Literatur", 2. Teil. Weften: Jugendheim Hauptstr. 15. Bortrag: Sozialis mus und Kirche". Helmholkplag: Schule Eberswalder Str. 10, Rimmer 7. 7-9 Uhr Sigung der Arbeitsgruppen. Werbebezirk Kreuzberg: Rusammenkunft der Mädchenvertreterinnen bei Lüder, Reichenberger Str. 155, Gtfl. 2. Werbebezirk Oberfpree: Außerordentliche Werbebezirks- Delegiertenfonferenz im Jugendheim Röpenid, Grünauer Str. 5. Beginn der Bildungskurse: Werbebezirk Brenzlauer Berg: Jugendheim Danziger Str. 64, Einführung in den Sozialismus". Referent Genoffe R. Abraham.. Werbebezirk Often: Jugendheim Rigaer Str. 103,.Braktischer Sozialismus". Referent Genosse B. Theet. Berbebezirk Teltowfanal: Schule Steglik, Ringstraße, Soziali ftische Kultur und Erziehung". Referent Genosse S. Schulz. Werbebeair? Neukölln: Jugendheim Schierkeftr. 44 ,,, inführung in den Sozialismus". Referent Genoffe E. Bemmann. Werbebeziak Oitbahu: Jugendheim Lichtenberg. Doffeftr. 22, Geschichte des Rapitalismus". Referent Genosse B. Neumann, Werbebezirk Bankow: Jugendheim Breite Str. 32 ,,, Deutsche Reichsverfaßung". Referent Genoffe S. Barthel. Briefkasten der Redaktion. Radio- Reukölln. Anzeige erstatten im Bolizeipräsidium Berlin, Rimmmer 320, Kommissar Dost. Gewinn- Auszug 5. Klaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klassen- Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Ge. winne gefallen, und amar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 and 2 3. Ziehungstag 5. Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne fiber 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 25000 171150 2 Gewinne zu je 10000 M. 155457 16 Gewinne zu je 3000. 19396 84154 84492 160738 203858 216513 253436 261951 20 Gewinne zu je 2000. 5846 127197 163197 170502 216264 228771 272606 275793 282894 294903 9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. a) Mendelssohn- Bartholdy: Höre Israel, aus dem Oratorium Elias", b) Händel: Largo, c) F. Hummel: Halleluja( Feo Wunder, Sopran). 2. a) Beethoven: Romanze G- Dur, b) Ernst: Elegie( Edi Smeraldine, Violine). 3. Aus, Von Sions Liedern, Dichtungen des Alten Testaments", übersetzt von Alfons Schulz, a) Der Chaldäer ist nahe. b) Psalm 136, c) Habakuks Psalm, d) P. E. Przywara: Aus Wandlung. Ein Christenweg"( Käte Graber, Rezitation). 4. a) Jensen: Morgen- Reichter bis mäßiger Frost, meist bededt, feine oder nur geringe Schneefälle. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) dämmerung, b) Fuchs: In der Dämmerstunde, c) Jensen: Mittagsstille( Erna und Hildegard Quiel, Flügel, vierhändig). Am Flügel: Regenfälle, in Mitteldeutschland Temperaturen um Null und trüb, in Dit. Für Deutschland: In Nordwestdeutschland Temperatur über Null, mäßige Hildegard Quiel. 11.30-12.50 Uhr nachm.: Volkstümliches Konzert. 1. Suppé: Ouvertüre zu der Operette Banditenstreiche"( Berliner deutschland mäßiger Frost und leichte Schneefälle. Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). 2. a) H. L. Hasler: Ihr Musizi, frisch auf, b) F. Mendelssohn: Die Nachtigall, c) R. Schumann: Im Walde( Berliner Kammerchor, Leitung: Pius Kalt, Dirigent des Basilicachors). 3. Ziehrer: In lauschiger Nacht. Walzer aus der Operette„ Der Landstreicher"( Berliner Funkkapelle). 4. F. Ott: Paraphrase über Silchers Volkslied Loreley( Max Schulz, Zither). 5. a) C. M. v. Weber: Drei Sterne( bearb. von C. Thiel), b) Mutterauge, Volksweise, c) Nelken, Volksweise( bearbeitet von C. Thiel), d) R. Radecke: Aus der Jugendzeit( Berliner Kammerchor). 6. Bach- Gounod: Meditation ( Berliner Funkkapelle). 7. Daubé: Berceuse( Wiegenlied)_( Max Schulz). 8. a) P. v. Winter: Jagdlied, b) Die Ungetreue. Volksweise, c) Spielmannslied, alte Volksweise( bearb. von Röntgen), d) Fr. Silcher: Wohin mit der Freud'?( Berliner Kammerchor). 9. Eilenberg: Norwegische Renntierpost, Galopp( Berliner Funkkapelle). 1.10-2.10 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. Else Lasker- Schüler und die moderne Frauendichtung. 1. Einleitende Worte( Hermann Kasack). 2. Aus eigenen Werken( Else LaskerSchüler, Rezitation). 3. Aus modernen Frauendichtungen( Fränze Roloff und Hermann Kasack, Rezitation). 2.20 Uhr nachm.: Schachfunk( E. Nebermann).Das Schachdorf Ströbeck". 8 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abt. Landwirtschaft. Prof. Dr. Dürigen: Geflügelhaltung in der Stadt und auf dem Lande". 3.30 Uhr nacbm:" Schutzengeleins Schloß am Abendstern" aus, Goldhärchen und Funkheinzelmann", von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelmann. 4 30-6 Uhr nachm.: Bunte Reihe. 6.50 Uhr abends: Direktor Scheffen spricht über die Wohlfartsbriefmarken". 7 Uhr abends: Regierungsbaumeister a. D. Gustav Langen: Was ist Siedlungswesen? 7.30 Uhr abends: Gustav Hochstetter: Hundert Jahre Schlagerhumor". 8 Uhr abends: Prof. Franz Pfitzner: Einführung zu der Oper„ Der arme Heinrich" am 8. Fabruar. 8.30-10 Uhr abends: Konzert. 1. a) Samartini: Sonate für Cello und Klavier. b) Bach: Aus der E- Dur- Suite für Cello solo: Sarabande, c) Bourrée I. d) Bourrée II( Gregor Piatigorsky, Cello, und Bruno Seidler- Winkler, Klavier). 2. Chopin: a) Vier Préludes, op. 28( C- Dur, As- Dur, Es- Dur, D- Moll), b) Nocturno C- Moll, op. 48 Nr. 1. c) Scherzo B- Moll, op. 31 ( Romuald Wikarski, Klavier). 3. Dickens: a) Das Duell, b) Die vier Schwestern( Hans Mühlhofer, Rezitation). 4. a) Chopin- Wilhelmi: Notturno D- Dur, b) Brahms- Joachim: Ungarische Tänze ( Gabriele- Wietrowetz. Violine). 5. a) Fauré: Lamento, b) CouperinKreisler: Chanson Louis XIII. et Pavane, c) Reger: Romanze, d) Davidoff: Am Springbrunnen( Gregor Piatigorsky). Am Flügel: Bruno Seidler- Winkler. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmister Franz v. Szpanowski). Montag, den 8. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Novellen: Die Kriegspfeife, von Berthold nachm.: Auerbach. Gesprochen von Paula Knüpfer. 5.15-6 Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau. 7-7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Technik. Technische Wochenplauderei ( Jngenieur Joachim Boehmer). 7.25 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Professor O. Colson).. 13 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 26. Veranstaltung. Unter 8 bis 30 Gewinne zu je 1000 S. 37714 73929 94806 109655 127178 196146 202462 204052 225214 231795 244225 279729 292883 296201 297338 60 Gewinne zu je 500 gr. 19567 22118 28200 30016 47186 48978 60955 63150 80241 83302 106266 106993 121151 129760 132362 133688 135328 142825 147711 150077 185764 221589 248694 255774 265697 284117 284773 287223 293129 299859 192 Gewinne zu je 300 m. 447 2863 3590 5950 9720 10703 11660 21894 24723 36440 37688 38574 47448 54956 57850 60086 62686 65423 68158 72029 75032 77361 81200 86071 87851 92502 93298 94039 103383 106604 107200 110949 115624 115901 118263 120597 126167 126451 130014 132223 134114 140533 143116 144087 147028 154231 159326 160692 162309 163870 164660 166317 170847 171008 171527 172115 179623 183884 184352 185923 190464 191696 193707 194643 204057 204344 208063 208480 209393 213652 214010 216194 218651 230404 231557 236010 239328 240069 242499 244114 248232 248237 253760 255964 261165 261264 267912 273654 276518 276533 277537 279163 280176 291649 295596 296834 4. Siehungstag 6. Februar 1926, vormiffags Es wurden Gewinne fiber 150 Mark gezogen 6 Gewinne zu je 10000 mr. 123201 259048 265345 2 Gewinne zu je 3000 m, 1236: 9 16 Gewinne au je 2000 m. 32 4026 49632 79389 84901 128958 132752 249826 32 Gewinne zu je 1000 mr. 3495 25292 29034 32151 60041 62710 68322 87162 145329 156318 198757 206138 211919 218676 219199 296170 104 Gewinne au je 500 Mr. 7220 5274 12322 13166 17430 36656 38417 45612 56739 68549 72592 74852 77528 95758 97075 104071 104681 110494 113248 113268 114662 121066 164981 129234 130821 139010 157282 160274 161303 163755 168612 178997 185998 187143 194182 198946 203912 213833 217083 226125 235934 236418 243020 246683 249085 252691 255777 263164 273959 269163 270414 274842 178 Gewinne zu je 300 Mr. 13154 4267 12793 17694 26681 27702 28480 31102 34985 35908 37189 38740 33830 45318 45527 46164 37842 61481 64798 64860 65337 65625 66565 68550 72154 78371 76548 83808 85901 89807 90844 92031 98735 100443/ 116201 117510 120206 125816 133289 142832 145933 146922 147761 149537 149819 156979 159252 161681 169754 173558 175168 177573 183598 184162 185194 187246 191340 192201 192841 193851 197416 199393 201392 202280 212203 213767 222878 225375 226396 226604 230202 231397 233344 233901 235889 241279 244315 250469 252164 260893 265004 269038 269403 277429 279320 281167 281182 282744 285629 musikalischer Leitung des Komponisten: Der arme Heinrich, GEGEN DIE FÜRSTEN! Musikdrama in drei Teilen von Hans Pfitzner. Heinrich, ein deutscher Ritter: Adolf Dimano; Dietrich, einer seiner Mannen: Max Spilcker; Hilde. dessen Weib: Gabriele Englerth; Agnes, beider Tochter, 14 Jahre alt: Anita Oberländer; der Arzt, Mönch im Kloster zu Salerno: Louis van dem Sande. Ort der Handlung: Erster und zweiter Teil: Heinrichs Burg in Schwaben. Dritter Teil: Kloster zu Salerno. Zeit: Um das Jahr 1100. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. bis 12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle, Leitung: Konzertmeister Franz von Szpanowski). Königswusterhausen, Montag, den 8. Februar. 10.30 3-3.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel, Lekter Mann- London: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Studienrat Friebel, Lektor Mann- London: Englisch für Fortgeschrittene. 4-4.30 Uhr „ Differenzielle nachm.: Oberstudien direktor Dr. Schlemmer: Psychologie des Jugendalters". 4.30-5 Uhr nachm.: Frau Dr. Drewitz:„ Die Hilfsgeister der Hausfrau". Das unentbehrliche Kampfbuch Ludwig: WILHELM II. ( zum Volksentscheid) geb. Mark 14, bar oder gegen Monatsraten( 4X3 Mark, 1X2 Mark) BESTELLSCHEIN NEMARK Ich bestelle bei FELICITAS G. m. b. H., BerlinSchöneberg, Wartburgstraße 18, zur Lieferung etwa am..... WILHELM II, bar gegen Raten Eigentumsrecht des Lieferanten, Erfüllungsort Berlin- Mitte. Name: Adresse: Leserlich!! wwww Stand: Ort u. Datum: Mufilaufträge ONATLIC übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Sönigstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. 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Bon Trauerbefuchen bitten wir Abstand zu nehmen Für die uns erwiefene wohltuende Teilnahme beim Heimgange meines lieben herzensguten Mannes, unseres inniggeliebten Baters, bes Ratezimmermeisters Hermann Geister fpreche i ugleich im Namen aller Trauernden auf biefem Bege meinen tiefempfunbenen Dant aus. Frau Elisabeth Geister geh Ottenroth. Berlin Tempelhof. 4 Februar 1326 Traueripenden eber Att Einladung zur re ezt preiswer ordentlichen Vereins-( General- Versammlung Paul Golletz. vormals Robert Mey Mariannenstr.3. Amt Morisel. 10303 Inlerieren bringt ERFOLG Die ideale Bettfüllung: Echt chinesische bes Berliner Alylvereins f. Obdachlofe am Donnerstag, den 25. Februar 1926, abends 6 Uhr, in Berlin W 8, Unter den Linden 12 13, bei Simon Boehm. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Raffenbericht. 3. Bericht des Rechnungsprüfers, Antrag auf Entlaftung. 4. Bahlen zum Borftand u. Berwaltungsrat. 5. Mendecung des 26 ber Statuten, daß an Stelle Don fünf Mitgliedern des Borstandes dret Mitglieder genfigen, um Ufunben voll atehen au tönnen. 6. Vereinsangelegen heiten Eine Sigung des Borstandes unb Berwaltungsrates schließt fich an. Ramens des Borftandes Georg Noack, Friedenau, 3 Südwesttorio. Borsigender. Monopoldaunen Asthma heilbar! Gesetzl.gesch. 3-4 Pfd.zum Oberbett. Per Pfund M.850 Monopoldaunen sind natürliche Daunen wie alle inländischen Fabrik Achten Sie auf Hausnummer Betfedern- Lustig Gustav Aufpassen! Man int sich- Lustig nur Oundvierzig Seit 1886. VOLKS + FEUERBESTATTUNGS- VEREIN vormals Volks- Feuerbestattungs- Vereth Gross- Berlin V. V. a. Q Unter Reichsaufsicht Geschäftsgebiet: Deutsches Reich, Memelgebiet und Danzig Hauptgeschäftsstelle: Berlin NW 40, Roonstr. 4( am Königspl.) Dig. Verwaltungsgebäude:: Fernruit Bensa 1747/48, 5240/41 Nach einmonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Ohne ärztliche Untersuchung! 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Friedensburg, Abg. J. Joos, Reichsta spräsid. Gen Paul Lobe, Ernst Meyer, Mitgl. d. Staatrats, Prof. L. Nelson, Prot Conrad Schmidt u. a Der Aufbau ist eine Tribüne zur unabhängigen, frelen Aussprache über die wichtigsten Probleme unserer Zelt Dr. Jacobson Arzt für Biochemie 8-10. 2-5 Humb. 4297 Weißenburger Str. 80 Mieten Sie von uns Gasherde Gas kocher Insechs Monaten Brat- u Backöfen Thr Eigentum Auf Wunsch Sonder Prospekt P.Raddatze Berlin W66 Leipzigerstr. 122-123 Küchen Riesen- Auswahl, enorm preiswert! Aurichte- Riche Serly. Anrichte- Küche Marta... Anrichte- Küche Bremes. Kleiderschränke, 80 cm. emailliert 85%. 130. 95 E. 150 N. 150K 215 N. 38 N. 55 N. Küchenmöbel- Fabrik Laserstein, Luckauer Straße 1 Ecke Oranienstr., nahe Moritzplatz WISSEN SIE NICHT DASS HALT WISSEN Stirnlamp- Valz überflüßiges Fett beseitigt und die Verdauung regelt? STUVKAMP- SALZ das Original- Lebenssalz!! Weisen Sie Nachahmungen zurück! Zu haben in allen Apotheken und Drogerien! Generalvertretung Wo nicht erhältlich wende man sich an die for Groß- Berlin Phönix- Handels- Gesellschaff Berlin SW. 68, Rifferstr. 48 für Telephon: Ami Dönhelf Nr. 8244 Nr. 63 43. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Faschistischer Bolschewismus. Das Eigentum" gesetzlich aufgehoben. Lugano, Anfang Februar. Wie in allen Kulturstaaten, gibt es auch in Italien ein Gesez, das die Enteignung von Privatleuten im Interesse der Allgemeinheit zuläßt. Es liegt auf der Hand, daß gegen der artige Geseze niemand weniger einzuwenden hat als gerade die sozialistische Partei, die prinzipiell den öffentlichen Borteil über den privaten stellt. Eimas anders liegt aber die Sache, wenn der öffentliche Vorteil nur ein Vorwand und die in seinem Namen verfügte Enteignung eine Handhabe privater Rache oder privaten Vorteils ist. Der Faschismus beginnt jetzt mit Enteignungen im öffentlichen Interesse", die auf ein unbegrenztes Mißtrauen in allen Kreisen stoßen. Man vergesse nicht, daß fast alle die Individuen, die heute in Italien die Regierung in Händen haben oder im Umkreis der Regierung leben, vor der faschistischen Aera ganz arme Teufel waren, und heute Billen befizen, Automobile, bedeutende bewegliche Vermögen und in ihrer Lebenshaltung, wenn nicht den Prunk des früheren Adels, so doch die Prozigfeit und den Lurus des Schiebers zur Schau tragen. Es ist also begreiflich, angesichts dieses pilzartig aus dem Boden des politischen Einflusses aufgeschossenen Reichtums, daß die öffentliche Meinung dieser neuen Aristokratie" nicht gerade übertrieben saubere Hände nachsagt. Man stößt so auf die allgemeine Ueberzeugung, daß gerade diese Herren, die in der Theorie die Heiligkeit des Privateigentums vertreten, nicht dazu berufen sind, in der Praktik Enteignungspolitik zu treiben. Die heutigen Machthaber fühlen sich so fehr als Männer der Deffentlichkeit, daß sich ihnen die Grenze zwischen ihrem eigenen und dem öffentlichen Interesse allzu leicht verwischt. Sehen wir doch heute, wie man das in diefem Maße noch nie in Italien erlebt hat, die Aufteilung aller Staatsstellen als Gegenleistung von„ faschisti schen Verdiensten", die Auffassung des Staates als einer großen Kaffe, aus der die Leute, die sich ihrer bemächtigt haben, für sich und die ihren sorgen. Wie können wir diese Menschen, die sich alle öffentlichen Machtmittel als Beute des Bürgerfrieges zugesprochen haben, als Sachwalter allgemeiner Interessen ansehen und achten, wenn wir sie heute diese öffentlichen Machtmittel zur Enteignung von Privatbesig gebrauchen sehen? Das Staatsgefeßblatt brachte am 23. Januar ein Defret, daß in dem Voranschlag des Unterrichtsministeriums für das laufende Budgetjahr 1 155 000 Lire ausgeworfen werden für den Erwerb des Palastes Giustiniani. Die Faschistenblätter fügen hinzu, daß nach der Auflösung des Freimaurerordens der alte Palast zum Siz der Italienischen Akademie" bestimmt wurde. Nun ist aber der Frei maurerorden bis jetzt noch gar nicht aufgelöst; der Großmeister hat sich sogar bereit erklärt, sich den Forderungen des neuen Gesetzes zu fügen. Da es sich nicht um eine Arbeiterorganisation handelt, ist das Schanddekret vom 24. Januar 1924 nicht anwendbar; dieses betrifft nur Bereinigungen, die ihre finanziellen Mittel aus Beiträgen von Arbeitern" beziehen; diese können aufgelöst und unter einen Kommiffär gestellt, das Bereinsvermögen fann anderen Institutionen überwiesen werden, wenn die Regierung meint, daß die Gelder nicht statutengemäß verwendet werden. Der Freimaurerorden lebt nicht von Arbeiterbeiträgen; er ist bis zum heutigen Tage nicht aufgelöst und kann nicht ohne ein besonderes Gesetz aufgelöst werden. Gewiß fann man den Palast Giustiniani zwangsweise auftaufen, zu einem öffentlichen Zwed; er gehört einer Aktiengesellschaft, die Aktien sind zum Teil in Händen von Ausländern. Amerikanern und Engländern. Aber die ausgeworfene Summe stellt nicht einmal den Kaufpreis des Bauplages dar, denn es handelt sich um ein riesiges Areal im Zentrum der Stadt. Der Palast selbst, ein Bau aus der Renaissancezeit, im Jahre 1580 von Fontana begonnen und dann von Borromini vollendet, ist mindestens das Se ch s= fache der ausgeworfenen Summe wert, ohne die wertvollen Basreliefs des Treppenhauses und die Statuen, von denen die der Besta, Marc Aurels und die des Bacchus mit dem Panther die wertvollsten sind. Will man nach diesen Kriterien in Rom exproprieren, dann fann man auf russische Zustände kommen, ohne die Idee, der die russischen Machtakte dienen. Wir wollen abwarten, wie sich die ausländischen Attienbesizer zu dieser Aufhebung ihres Eigentumsrechtes ſtellen. Gleichzeitig liegt dem Parlament ein Entwurf vor, der ein Expropriationsrecht für geistiges Eigentum feſtsetzt. Auch dieses Recht entspricht durchaus der sozialistischen Auffassung, die das Interesse der Gesamtheit über das des Einzelnen stellt. Aber welche Gewähr bietet uns das heutige Regime? Das in Frage kommende Gesetz betrifft die Vergebung der öffentlichen Arbeiten, für die wieder einmal das Gefeßesgewebe des Faschismus wird beständig wieder aufgetrennt, wie das Hemd der Penelope das System des öffentlichen Wettbewerbs zu Ehren gebracht wird. Benn nun die einzelnen Unternehmer oder Firmen ihren Entwurf vorlegen, fo foll nunmehr dem Ministerium frei stehen, den Voranschlag für die Uebernahme der Ausführung von dem Entwurf zu trennen und zu sagen:„ Wir behalten den Entwurf, lassen aber die Arbeiten von einer andern uns genehmen Firma, auch ohne daß diese die besten Bedingungen im Wettbewerb bietet, ausführen." Diese Uebernahme des " Der Volksentscheid für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten muß die Ausplünderung der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland unter allen Umständen verhindern Zahle deshalb wieder jeder, der es irgend fann, schnell und reichlich freiwillige Beiträge zur erfolgreichen Durchführung desselben auf Poft schedtonto 48 743 an Alex Pagels, SW. 68, Lindenstr. 3. geistigen Eigentums foll gegen angemessene Entschädigung“ ständlich ist in dem Pauschalbetrag, für den eine Unternehmung erfolgen, aber wer bürgt für die Angemessenheit? Selbstver sich zur Ausführung irgendeiner öffentlichen Arbeit wir einer Wasserleitung oder eines Tunnels bereit erklärt, fagen bereit erklärt, auch die Ausgabe für den Entwurf, für die Vorstudien, einbegriffen. Das Ministerium behält sich nun das Recht vor, diefen Teil willkürlich aus dem Ganzen auszuschalten, nach seinem Gutdünken den Preis festzusehen, sich den Entwurf, der die Seele des Ganzen sein fann, anzueignen und dann den Vorteil der Ausführung einer anderen Firma zuzuschustern, die vielleicht nie aus eigenen Mitteln und aus eigener Initiative einen geeigneten Entwurf hätte zustande bringen fönnen. Sonntag, 7. Februar 1926 im Namen des Eigentumsrechtes zu plündern. Dem Faschismus wird diese Unvereinbarkeit nicht klar. Er schreibt die Wiederherstellung der Heiligkeit des Eigentumsrechts auf seine Fahne und vergreift sich selbst an fremdem Eigentum. Weiter hält er es für einen Machtzuwachs, das Eigentumsrecht der Widersacher seinen Leuten auszuliefern. Aber Rechte sind keine Güter, die der Staat austeilen fann, wie der Lehnsherr den Fevdalbejiz. Ein Staat, der die Rechte, deren Sachwalter er sein sollte, zu Werkzeugen von. Parteiinteressen macht, unterhöhlt seine eigene Grundlage. Daß eine Regierung zu ihrem Parteiinteresse enteignen kann, mag ein Beweis ihrer Macht sein; eine Gewähr ihrer Dauer ist es nicht. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Wedding: Turnabend nächste Woche Lütticher Straße nicht Donnerstag, fondern Freitag, fonft wie üblich Donnerstags Lütticher Straße, Montags Gothenburger Straße. Wilmersdorf: Führerbesprechung( einschl, Gruppenführer) Do., d. 11., 7% Uhr. bei Kulta, Lauenburger Str. 21. Leitung: Gauvorfikender Ram. Roch. Reukölln- Brik: Jungmannschaft Di., d. 9., abends 28 Uhr, Jugendheim Böhmische, Ede Canner Straße. Tempelhof: Mo., d. 8., abends 7% Uhr, Mitgl.- Berf. im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelstraße. Bortrag Polensti, Thema: Gewerkschaftsfragen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter blicbenen, Bez. Webbing 3. Mitgliederversammlung Montag, 8. Februar, 8 Uhr, Chausseestr. 64, Bazenhofer. Referent Ramerad Mende. Geschäftliche Mitteilungen. Weiches Waffer für die Wäsche! Eine zeitgemäße Forderung. Jedes Waffer eigenschaft, bas aum Baschen benukte Waschmittel in feiner Wirkung empfind. enthält Ralf, in einigen Gegenben viel, in anderen weniger. Waffer mit hohem Kaltgehalt nennt man hart. Diefer Ralfgehalt hat die unangenehme lich zu behindern. Der Kalkgehalt verbindet sich mit einem Teil des Geifenmacht diesen unwirksam. So tann allein gehaltes des Waschmittels und 1 Gramm Ralf etwa 15 Gramm mitteleuter Geife für den Waschprozeß aus. fcheiben! Man muß sich einmal vorstellen, welche Mengen teurer Seite auf diese Weise beim Waschen vergeudet werden! Das Problem, hartes Waffer weich und so zum Waschen geeignet zu machen, hat schon seit längerer Zeit unfere Wissenschaftler beschäftigt. Es gibt Mittel, die sich zum Weichmachen des Waffers gut signen, und da ist an erster Stelle die Bleich foda zu nennen. 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Bleichfoba hat die Fähigkeit, den übermäkin hohen Rallgehalt au binben in ungleich befferer Auswertung des Waschmittels, erhöhter Schaumwirkung Guglielmo Ferrero hat einmal, in bezug auf die Politik der Entente in der Nachkriegszeit gesagt, man handelte flug, Rapelle mit Jodlern und Tänzern haben Sie heute und täglich im urgemüt nicht gerade im Namen der Freiheit Ketten anzulegen und ,, HOFFNUNG" Bekleidungs- Industrie G. m. b. H. Amplatz Brunnenstraße 185 Am Rosenthaler Rosenthaler Elegante Herrenbekleidung fertig und nach Maß! Beste Ausführung! Gater Sitz! Mäßige Preise Anzüge zur Jugendweihe in allen Größen und Preislagen!!! Schul- Anzüge in großer Auswahl Sport- Anzüge in bester Ausführung Gummi- und Bozener Mäntel, sowie einzelne Hosen Windjacken in großer Auswahl Adoption! Kinder vom Säuglingsalter an find an tinderlofe Ehepaare in gesicherter Lebensstellung mit Aussicht auf baldige Adoption unentgeltlich in Pflege zu geben. Diskrete Vermittlung fostenlos Landes- Wohlfahrts- a. 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Der Winter ist lang, aber die Kisten sind groß, und man hat Dorgesorgt: alle drei sind wohlgefüllt und stehen in je einer Ecke tes Kellers. Bretter sind darüber gebreitet, darauf ruht das Holz. So hat jeder das seine, und es fönnen feine Verwechslungen passieren. Hat man alles gemeinsam, dann heißt es gleich: Du nimmst zuviel, das geht nicht; hat aber nur einer etwas, dann muß er befürchten, daß die anderen von seinem Vorrat zehren. Nicht daß man einander mißtraute oder kleinlich wäre aber so ist es in jedem Falle angenehmer; eine glatte Rechnung. Bäbel, Zimb und Schnorzes wohnen gemeinsam in einer Wohnung. Jeder hat sein Zimmer mit eigenem Eingang und eigenem Ofen, und wer es warm haben will, geht in den Steller, holt sich Kohlen aus seiner Rifte und heizt damit ein. So ist es ausgemacht und übrigens ist das selbstverständlich. Bedienung hält man feine mehr, das ist zu teuer für Junggesellen. Jeder wischt den Schmutz nach seinem Belieben in die Ecke oder läßt ihn ruhen. Jeder von den dreien führt auch sein eigenes Leben; man ist zwar befreundet miteinander, aber deshalb will man in der Hauptsache doch seine Ruhe haben. Natürlich ist gegenseitige Rücksicht, Schonung und Ehrenhaftigkeit die allererste Pflicht, die man sich zu erweisen hat, doch das ist auch selbstverständlich. Also wandert am ersten falten Tag Päbel, der ein Frühaussteher ist und sehr verfroren, mit Pantoffeln und der Wolldecke um den Bauch, in den Keller, um sich Kohlen heraufzuholen. Nun, denkt er, als er im Keller vor dem gesamten Reichtum steht und überlegt ein Weilchen, ich werde es so machen, ich werde einmal von Zimbs Rifte, einmal von Schnorzes und einmal von meiner nehmen. Der Winter ist lang und ich muß sparen. Und er fängt in aller Ruhe bei Zimbs Kiste an und schaufelt seinen Eimer hübsch voll. Als er ein warmes Feuerchen in seinem Ofen hat, erwacht nebenan, da es luftig prasselt und fnistert, 3imb, horcht ein wenig und denkt: Sieh, der heizt schon! Und er beschließt vorsorglich in aller Ruhe, für seinen Teil die Sache so zu machen: Er wird einmál von Päbels Kohlen nehmen, einmal von Schnorzes und einmal von den seinen, denn er hat kein übriges Geld wie Bäbel, der heute schon heizt, und der Winter ist lang. Und in Anbetracht dieser glücklichen Einteilung springt er aus dem Bett, eilt in den Keller und holt sich seinen gehäuften Eimer aus Schnorzes Kiste. Raum hat er angefeuert, erwacht nebenan Schnorze, der Sieben schläfer, und hört, wie es drüben im Ofen fracht. Nobel! jagt er sich, in aller Frühe ein Feuerchen, das tut gut; der denkt nicht ans Sparen! Und angeregt durch die Vorstellung eines warmen 3im mers tommt er auf die Idee, die Kohlenfrage für sich so zu lösen: Einen Eimer wird er von Päbels, einen von Zimbs und einen von feinem eigenen Borrat nehmen, So wird er glücklich den Winter durchkommen. Er erhebt sich, gurgelt mit Salzwasser, hüllt sich in feinen Schlafrod und stapft in den Keller, wo er einen gestrichenen Stübel von Bäbels Kohlen holt. Bald ftraht auch sein Ofen eine erquidende Wärme aus. Nicht lange, und bie drei Freunde trafen sich bei der Bereitung thres Frühstücs in der Küche. Morgen, Morgen!" „ Tag, Tag!" Schon ausgeschlafen?" Haha, fogar schon eingeheizt!" heißt es allseitig in allerbester Laune; und Bäbel brüht seinen Tee auf, 3imb mahlt Kaffee und Schnorze rührt Katao an. Diese Kälte, was?" ,, Gut, daß wir jeder einen fleinen Borrat haben!" ,, Will es glauben, ha!" Famos, famos!" Man wünscht sich gegenseitig das allerbeste. Dann bringt aus jedem Zimmer das Klappern der Löffel, Schlürfen, das Krachen knuspriger Brötchen, die der Hausmeister gebracht hat, und der Tag hat einen angenehmen Anfang genommen. Cet Das edle völkische Herz. 00:00 Beilage des Vorwärts Den Mantel des von der Feme ermordelen Legener hat die Frau des Feldwebels Stetzelberg, dem im letzten Fememordprozeß wegen„ vaterländischer Motive" mildernde Umstände zugebilligt wurden, färben laffen. „ Du mußt ihn aber färben lassen, es kleben zu viel vaterländische Motive dran." Dor seiner Kiste, und eigentlich nur darum, weil er bemerkt hat, daß| Man ist geschäftig um den Gasherd, ist voller Gefälligkeit: der Vorrat der Freunde ganz bedenklich zusammengeschrumpft ist. „ Soll ich brennen lassen?" Aber, aber er faßt sich an die Stirn: Was zu weit geht, geht ,, Ach, danke vielmals!" zu weit! Päbel fieht noch nicht völlig flar in dem Problem, doch Warten Sie, ich gebe Ihnen etwas Sahne zum Tee, das feine Entrüftung ist grenzenlos. Und da fommt auch schon Zimb. fchmedt. 3imb naht mit dem Anschein der Gemächlichkeit, doch lauernden Blickes, er stellt sich an seine Kiste, als bestände das Leben aus harmlosen Zufällen, er holt mit der Schaufel aus, dann aber gibt es ihm einen Ruck, und er läßt die Schaufel und feinen Eimer fallen. Er starrt in die Kiste, die leer ist oder doch so gut wie leer; so ein bißchen Mist liegt ja noch drinnen, nein, da hört sich doch wirklich alles auf! Während er im finsteren Groll grübelt, der Sache auf den Grund zu kommen, vernimmt man von oben die Geräusche Schnorzes, der, den Mund voll Salzwasser und gurgelnd, die Treppe herabsteigt, so eilig hat er es, in den Keller zu gelangen. Da ist er schon. Da steht er schon an seiner Rifte und wirft einen sorglosen Blick hinein. Er will soeben das Wasser ausspucken, da aber erfaßt das Staunen ihn, er verschluckt sich und erleidet einen gewaltigen Hustenanfall, wobei er in unablässiger, maßloser Verwunderung den Blick nicht von dem leeren Grund seiner Kiste wenden kann. Die Lösung der Kohlenfrage scheint ausgezeichnet und bewährt sich. Noch nie vollzog sich der gemeinsame Haushalt fo reibungslos. Die Luft ist geschwängert von Toleranz und Liebenswürdigkeit. Man lächelt sich zu und nicht:„ Sie haben heute nacht im Traum gefchrien?" ,, Wirklich? Ich habe doch hoffentlich nicht gestört?" hat nichts zu sagen, ich fam erst nach Hause." ,, Wie peinlich, und Sie?" Ich war noch wach und las, von Störung nicht die Rede!" Doch so tann das nicht weiter gehen. Und sieh, eines Morgens steht Zimb nachdenklich vor seiner Rohlenfifte und überlegt: Kein Zweifel! Die Saubande bestiehlt mich! Nein, das ist start! Was soll er tun? Entrüstet füllt er seinen Eimer aus Päbels Kifte und beschließt, von nun an seinen Vorrat ganz zu schonen. Da aber Babel jowohl als auch Schnorzes gelegentlich eines scharfen Blickes in ihre Risten von der nämlichen Erkenntnis durchbrungen werden und so denselben Vorfah fassen, nimmt die Gerechtigkeit, die gött lichen Ursprungs ift, rüftig ihren Fortgang, der Inhalt der drei Riften vermindert, fich gleichermaßen, wie durch Zauberhand. Die Stimmung im Hause indessen leidet. Unmut herrscht. Argmohn lauert. Bon Toleranz feine Spur:„ Sie werden hoffentlich bald fertig mit Threr Kaffeeaufgießerei?" Wie Ein Radau ist nachts in dieser Wohmmg! Man Schließt fein Auge." Sie werden sich durch Ihr ununterbrochenes Geschrei im Schlafe felbft aufweden, bas verträgt ber stärffte Mann nicht." ..Kein Wunder, daß Sie schreien, heizen Sie nicht auch nachts?" Dann aber, gerade als es anfängt, recht winterlich zu werden, daß man ein warmes Zimmer dringend brauchen fann, erstarrt eines Morgens Päbel im Keller zur Salzsäule. Er reißt den Mund weit auf und auch die Augen und bleibt so. Seine Rifte ist leer. Nicht völlig leer, man fann noch einen Eimer zusammenfragen, wenn man sich Mühe gibt, aber sie ist doch so gut wie ausgeräumt. Das ist ein Schlag! Bäbel hat feit einer Woche nicht nach feiner Rifte geblict infolge einer merkwürdigen unangenehmen Haft, blé fich ins Rohlenholen eingeschlichen hat, da Zimb schon immer auf der Treppe härbar wird, faum daß er mit der Schaufel in die Kohlen fährt. Heute ist das anders, heute fann sich Babel Zeit laffen, denn er steht Keine Gespräche mehr! Nur noch Schweigen lastet. Ironische Wiene begegnet sarkastischem Lächeln, schneidende Höflichkeit betont den gewaltigen Abstand. Einige Tage friert man allgemein. Es ist bitter fält und zum Berzweifeln. Bäbel verbringt sein Dasein frostzitternd im Bett, 3imb wandert stundenlang im Warenhaus in der Nähe der Heizung, und Schnorzes fißt den ganzen Tag im Café und verbraucht Unsummen. Aber es fann so nicht weitergehen, man fieht es ein und wird langfam mürbe. # 98 raffinierten Universalschlüssel sein eigen nennt, und schließlich erscheint auch Schnorzes, der Siebenschläfer, dem in seinem Junggesellendasein so viele Schlüffel zugewachsen sind, daß er gar niemals in Berlegenheit fommen farin. Jegliches Mißtrauen ist verschwunden, Heiterfeit ist geblieben: Morgen, Morgen!" im Berteufelt taltes Wetter, was?" ,, Na, aber tüchtig eingeheizt!" Haha!" Und die Gerechtigkeit, die ja göttlichen Ursprungs bleibt, nimint Keller, ganz wie früher, rüstig ihren Fortgang. Eiszeit. Bon Willy Len. In Wintern, die, frühzeitig und mit starkem Frost einsehen. pflegt im Volte die Frage einer neuen Eiszeit immer wieder einmal afut zu werden; und gewisse Angstmeier prophezeien dann gern den Untergang des Abendlandes" durch Eis. Bevor wir aber auf derart schauerliche Zukunftsperspektiven eingehen, ist es ratsam, sich die verflossene Eiszeit und ihre mutmaßlichen Ursachen etwas näher anzusehen. Das mag nett werden! Aber nein, nichts geschieht. Eisiges Schweigen breitet sich aus, auch der Husten Schnorzes hört auf. Dann füllt unter emsigem Gescharr und Geschabe ein jeder der brei Es hat lange Zeit gedauert, bis man sich überhaupt mit den Freunde mit vergrämter Entschlossenheit das Restchen Mist in seinen Gedanken einer Eiszeit anfreunden konnte, aber ihre Zeugen, die Eimer, das noch von den Vorräten geblieben ist, viel schwarzer Staub erratischen Blöcke", die besonders im Sand der Mart verstreut steigt auf und man verläßt in gemessener Ruhe und Würde hinterliegen, waren da und neuerdings hat Dr. Weinert sogar die wohl einander den Keller. begründete Bermutung ausgesprochen, daß der Mensch ohne die Eiszeit wahrscheinlich überhaupt nicht entstanden wäre, sondern auch ein guter Naturforscher war, sprach recht vorsichtig das Nach Goethe, der bekanntlich nicht nur ein großer Dichter, Bort von einer„ Epoche großer Kälte" aus. Damals hatte Lyell eine nette Theorie zusammengebaut; er erklärte das Borkommen der Steinblöde, deren Vorhandensein schlechterdings nicht wegzuleugnen war, mit einer höchst geistvollen Treibeislehre( Drifttheorie). Nach ihm war ganz Europa in fernen Zeiten vom Meer überflutet gewesen und die Eisberge, welche vom hohen Norden kommend, auf diesem Meere trieben, sollten beim Abschmelzen die Steine, die fie mitgebracht hatten, fallen gelassen haben. Das konnte stimmen, Gletscher, aus denen die Eisberge entstehen, nehmen häufig Steine mit und man fann später eine Gletscherspur nicht nur an den fogenannten Moränen, sondern auch an den Kraßspuren auf dem Gestein, über das sie sich wälzten, verfolgen. Als man nun beides, Moränen und Kraßspuren überall auffand, verflüchtigte sich die Drifttheorie und machte der vielmals gewaltigeren Gletschertheorie Play. Damals, mindestens 40 000 Jahre liegt die Zeit zurück, lag tatsächlich ganz Europa unter Eis, wie heute Grönland. Dies Eis nun ja, aus Stan mußte aber irgendwo hergekommen sein, dinavien, aber warum war es gekommen? Goethe hatte bereits die Antwort gegeben:„ eine Epoche großer Kälte" und seine nachfolger hätten gern, wie Wilhelm Bölsche fagt, die ganze Erde unter den furchtbarsten Minusgraden erfrieren laffen. Später rechnete dann Neumayr aus, daß schon 5 bis 6 Grad Temperaturerniedrigung vollkommen genügen würden, da das liegengebliebene Unmerfliche Annäherung findet statt:" Pardon, haben sie meinen großen Löffel nicht gesehen?" Ich glaube; jawohl, hier liegt er." Besten Dant!" Und eines Morgens hat man sich geeinigt. Der Kohlenmann Aber um erscheint und fährt für jeden einen neuen Vorrat an. fassende Vorkehrungen sind getroffen; denn Diebe müssen im Hause fein! Ein neues Schloß prangt an der Kellertüre, die Kisten sind mit Deckeln versehen und ebenfalls schließbar. Go fann es nicht mehr fehlen. So hat jeder das seine und Irrtümer sind ausgeschlossen. Langfam fommt alles ins gute, ftete Geleise. In aller Frühe eilt Päbel, der sich die Sache wieder eingeteilt hat, mit seinem Schlüffelbund in den Keller, probiert die Schlüsselchen, findet die passenden und holt sich aus Bimbs oder Schnorzes Rifte einen Eimer voll. Nicht lange und es fommt. Zimb, der einen erfte Eis naturgemäß wieder Eis erzeugt. Eine vorsichtige Deutung ging dahin, den Isthmus zu öffnen, was den Golfstrom von Europa abgelenft haben würde. Andere erdachten zu diesem Swede eine Landbrücke von Spanien nach Island, die Atlantis". Solche Theorien brachen in sich selbst zusammen, als die Bermutung bestätigt wurde, daß die Eiszeit sich nicht auf Europa beschränkt habe. Außerdem fand man wärmere Zwischenperioden, die Interglazialzeiten. Auf diese Swischenperioden bauend, schrieb Dubois, der Entdecker der Bithecanthropusreste, ein Wert, in dem er die Sonnenfleden heranzog. Die Sonnen( Figsterne) find nicht alle gleich heiß, man unterscheidet blaue( die heißesten), gelbe, rote und erloschene Sonnen. Unsere Sonne ist ein gelber Stern, der einstmals blau und später rot sein wird; und nach Dubois find die Sonnenflecken die ersten Zeichen einer beginnenden Rotglut. Das weitere mag sich der Leser selbst ausmalen und als„ tröstliche" Aus. ficht ist auch gesagt, daß wir jetzt nur in einer Zwischenzeit leben, das Eis foll wiederkommen und schließlich und endlich nicht mehr weggehen. Wenig schön, aber darum darf sich der Naturwissen schaftler nicht fümmern. Man kann and könnte daran glauben, ja wenn man nicht in den Millionen von Jahren zurückliegenden Zeitalter des Perm schon einmal eine Eiszeit gehabt hätte. Und sogar für eine dritte große Eiszeit aus dem Algontium, einer Zeit, deren Lebewesen uns fast unbekannt sind und die noch zehn mal so weit zurückliegt, sprechen Spuren. Wenn also unsere Sonne damals schon fast rot" gewesen wäre wie ist dann die Hitze der zwischen diesen Zeiten liegenden Tage der großen Saurier, die in inferen Breiten unter Palmen lustwandeln fonnten, zu erklären? wenn 1 Es sei auch noch daran erinnert, daß andere die Sonnenflecke für Beichen erhöhter Sonnentätigkeit halten. Solange man diese alten Eiszeiten nicht kannte, hatte man auch angenommen, daß die erfaltete Schicht der Erbrinde früher viel dünner gewesen sei und die Hitze des Erdinnern mitgeheizt hätte. Wenn die Erdrinde aber jo dick und falt geworden war, daß das Eis fommen fonnte, ist nicht ersichtlich, warum es jetzt wieder weg ist. Es ist nämlich mit der Eiszeit auch ihr Verschwinden und mög lichst noch die tropische Wärme von ihr zu erklären. Die Theorien, die auf der Erde geblieben waren, hatten sich alle als unwirtjam erwiesen und man ging deshalb hinaus in den Weltraum., Zunächst heizte man wie Dubois an der Sonne herum, dachte fie fich bedeutend weiter ausgedehnt, doch kam man immer nicht zu einem plausiblen Grund für das Ende der Eiszeit. Dann forrigierte man die Erdbahn. Diese ist bekanntlich nicht ein Kreis, sondern eine Ellipse und man versuchte, mit einer länger gestreckten Ellipsenbahn die Abnahme der Temperatur plaufibel zu machen. Ebenso erging es den Korrektoren der Erdachsenschiefe. Besonders Adhemar hat einen graufigen Schwereroman geschrieben, der in Berioden weniger tausend Jahre, die ganze Erdachse direkt umdrehen wollte. Teilweise begnügte man sich mit weniger schrecklichen Experimenten, indem man nicht gleich die ganze Erdachse verschob, sondern sich nur vorstellte, daß ständig andere Länder unter dem Pol gelegen hätten. Diese Theorie, die sich recht plausibel anhört, wenn man bedenkt, daß der Pol tatsächlich heute noch uni einige Meter schwankt, erflärt leider am allerschlechtesten, denn niemand fann sagen, wo denn zur Zeit, da in Mitteleuropa Tropenwärme herrschte, eigent lich die Pole gelegen hätten. Die ganze Rechnung stimmt nicht mit geologischen Befunden überein. Bei einer solchen Theorie wäre auch noch die Ursache dieser Bendelung" zu erflären. Außer einigen schüchternen Versuchen gibt es da noch ganz wilde" Ansichten, von denen zwei für heute genügen mögen: ad 1. Die Erde pendelt, weil die Rometen ihren Metallkern auf magnetische Weise hin- und herziehen. ad 2. Die Pendelungen sind die Nachwirkungen eines Stoßes, ten die Erde erhielt, als ihr zweiter Mond auf sie herabstürzte. Uebriggeblieben sind eigentlich nur zwei Theorien und es ist eigenartig, daß es sich dabei um eine fosmische( die des Uebels Murzel im Raum) und eine irdische( die es auf der Erde fucht) handelt. Zuerst die kosmische. Im Weltraum gibt es außer Sonnen, Planeten und Kometen auch noch" Nebel", die aus Gafen und Staubteilchen bestehen und fast immer folossale Dimensionen haben. Wenn unsere Sonne mit ihren Begleitern auf ihrer Bahn durch den Raum in einen solchen Rebel hineingerät, blendet derfelbe die Sonnenstrahlen teilweise ab und ruft dadurch eine Eiszeit hervor, deren Ende beginnt, wenn der Nebel durchflogen ist. In seinem Roman Der Stern von Afrifa" vertritt Bruno 5. Bürgel nachdrücklich diese Anficht. Größere Erdwärme würde nach dieser Theorie eintreten, wenn das Sonnensystem sich im nebelfreien Raume befindet. Genau das Gegenteil behauptet Oberst Delauney; nach ihm steden wir augenblicklich in einem fosmischen Rebel, der die Sonne heizen soll. Die irdische Theorie, die viel Wahrscheinlichkeit befigt, wird von der Wissenschaft als" Arrhenius- Frechsche" bezeichnet. Der berühmte Phyfifer Svante Arrhenius, ihr Begründer, stüßt sich auf die Eigenschaft der Kohlensäure, die Sonnenwärme ſtart zu abforbieren. Die hauptsächlichsten Kohlensäureerzeuger auf der Erde find aber die Bultane. Nach Arrhenius wäre nun immer dann eine Eiszeit gefommen, wenn durch chemische Prozesse die Luftfohlensäure aufgefressen gewesen und die Vulfane als Lieferanten | fräger gewesen seien. Ein neues Auffladern des Bulkanismus ift| der Schauspielerin und die Tagesgage des Helbentenors find th gleichbedeutend mit dem Ende einer Eiszeit. Hier sezt nun die dieser Hinsicht wichtigere Stimulanze des Theaterbesuches als der Arbeit des Geologen Frech ein, der auch tatsächlich eine den Eis- Ideeninhalt dessen, was sie vortragen und verförpern. Weshalb zeiten parallellaufende Bultantätigkeit annehmen zu fönnen glaubt. man ja auch die Feststellung wagen dari, daß Kostbarkeit der AusFaffen wir alles zusammen, jo fönnen wir fagen, daß Ansicht ftattung und Höhe der Prominentengagen im umgekehrten Berhältnis gegen Ansicht steht. Die eigentliche Eiszeitursache ist uns immer noch zum Ideengehalt des dargestellten Stückes stehen. unbekannt. Für uns naheliegender ist die Frage, wie es denn einmal unseren Enfein gehen wird, ob ihre Luftverkehrslinien über Gletscher oder Tropenlandschaften führen werden. Borher bemerkt sei, daß wir noch sehr viel Zeit bis zum erneuten Anlangen in einem der beiden Extreme haben. Auch da lauten die Ansichten verschieden, der eine läßt die legten Menschen am Aequator erfrieren und der andere verspricht ihnen Südseeparadiese an der Samlandfüste. Besonders bei Arrhenius sind die Aussichten günstig, die vielen Erdbebenkatastrophen und Bulkanausbrüche der letzten Jahrhunderte heizen ja nur die Erde durch Erhöhung der Luftkohlensäure. Man kann sogar die Tätigkeit der Industrie mit in Rechnung setzen. Ohne aber auf irgendwelche Einzelansicht einzugehen, kann man wohl als wahrscheinlich annehmen, daß, nachdem wir gerade eine Eiszeit überwunden haben, nunmehr wieder eine Periode größerer Wärme bekommen werden, zum mindestens wird eine weitere Abfühlung nicht zu befürchten sein. Theater und Schauspieler zur Goethe- Zeit Ein sehr interessantes Kapitel deutscher Kulturgeschichte ist die Beriode der goethischen Theaterdirektorenzeit in Weimar. Der Herr Wirkliche Geheimbde Rath und Staatsminister, Exzellenz, führten die Regie des Weimarer herzoglichen Theaters im Nebenamie, wobei er fich als gar geftrenger Chef erwies. Er dekretierte feine Absichten Doch begnügte er sich bei den Einstudierungen nicht mit Enappen und verlangte von den Schauspielern unwiderrufliche Erfüllung. Anweisungen, sondern ging auch selbst auf die Bretter, um vorzuspielen, was er meinte. Auf verdeutlichende Uebertreibungen ist es ihm dabei nicht angelommen. Die Hauptsache war ihm, daß er verstanden wurde. Und war er verstanden, verlangte er das entsprechende Spiel, ohne Rücksicht darauf, ob es dem Schauspieler angenehm war oder nicht. mismus seines Lebens und Schaffens, der ihn durch alle geistigen Widerspruch vertrug der Olympier" nicht. Der sieghafte Optiund förperlichen Krisen stets weiter nach oben, zur Vollendung eigenen Wesens riß, mochte das Gefühl für die Eigenberechtigung anderer Individualitäten neben ihm gelähmt haben: und so waren ihm alle Werzeuge eigenen Schaffens. Am meisten bekamen das die Schauspieler zu fühlen: es fam Goethe nicht darauf an, solche, die ihre Abneigung gegen seine Anordnungen zu erkennen gaben, auf die Schloßwache in Arrest zu schicken. Und oft genug diftierte er einer störrischen Heroine oder Naiven Stubenarrest, über dessen Innehaltung eine vor die Wohnstubentür gesetzte Bache besorgt sein mußte. Immerhin muß ihm zugute gehalten werden, daß er nach Kräften bemüht war, das Ansehen des Schauspielerstandes zu heben, womit es zu seiner Zeit windig genug bestellt war. Schauspieler galten damals im Nachklang mittelalterlicher Vorstellungen noch als beinahe„ unehrliche" Leute, von denen sich der brave Bürgersmann fernzuhalten habe. Goethe brach diese unausgesprochene Acht, indem er die Mitglieder seiner Bühnen in seinem Hause verkehren ließ und ihnen auch Zutritt zu den Familien der guten Weimarer Gesellschaft verschaffte. Die Ausstattung des Weimarer Goethe- Theaters würde heute den Spott jedes Dörflers in Raffubien erregen. Hans Calm erzählt darüber in seinem Werke„ Kulturbilder aus der deutschen Theater geschichte":" Die ersten Schauspieler bekamen jährlich 50 Taler Garderobengeld, wofür sie sich aber auch alle historischen Kostümne zu stellen hatten; daß mit dieser geringen Summe, auch in den damaligen Berhältnissen, nicht viel anzufangen war, liegt auf der Hand. Der Krönungszug in der Jungfrau von Orleans hat Schiller und Goethe Sorgen genug gemacht. Helme und Rüstungen wurden aus Pappe hergestellt und mit Gold. und Silberpapier überzogen. Der unumgängliche Krönungsmantel für König Karl war nicht vor. handen. Der Geh. Hofrat Kirms, Goethes Mitdirektor und Chef des ganzen Geldwefens, wollte nur eine alte blauseidene Gardine für den Zweck opfern, und erst auf Schillers entschiedenen Einspruch verstand er sich dazu, einen Mantel aus unechtem roten Samt machen zu lassen, der dann aber auch für die Könige aller Zeiten und Völker als das einzig foftbare Stück der Hoftheatergarderobe ausreichen mußte. Der geistig- künstlerische Wert des Stückes war die Hauptfache. Die Ausstattung war so bescheiden, wie sie jest nicht mehr Dom fleinsten Stadttheater geleistet werden darf." Ohne Uebertreibung darf man wohl sagen, daß die Dinge heute ungefähr umgekehrt liegen: die Ausstattung ist beim modernen Theater die Hauptsache geworden, während es auf den geistigfünstlerischen Wert des gespielten Stückes weniger ankommt. Der moderne Theaterbesucher will weniger geistige Bertiefung und Erhebung als vorübergehende Ausschaltung aus dem Strome der täglichen Berufshezze. Und deshalb fesselt ihn weniger der geistige Gehalt des Schauspieles als der finnliche Formen- und Farbenreiz, den es entfalten fann. Das mehr oder weniger angedeutete Kostüm 90 Zur Goethe- Zeit war es anders, nämlich bloß umgekehrt. Ent sprechend der sozialen Wertung des Schauspielers um die Wende des So betrugen achtzehnten Jahrhunderts war seine Besoldung. zur Beit der Theaterdirektion Goethe die Schauspielergagen um 8 Taler wöchentlich. Malcolmi, ein hervorragender Sänger und Darsteller, erhielt zusammen mit seinen drei Töchtern, die an den Hofbühnen als Soubretten und Liebhaberinnen tätig waren, 10 Taler! Und als einer der berühmtesten Schauwöchentlich [ pieler der Goethe- Zeit, Graff, dessen Gage ebenso hoch war, mit seinem Fortgang aus Weimar drohte, legte man ihm wöchentlich Aber nur unter der Bedingung strengsten Still2 Taler zu. schweigens, damit die anderen Mitglieder der Hofbühnen nicht rebellisch würden und gleichfalls Zulage verlangten! Goethe tannte feine Pappenheimer und dachte mindestens so tapitalistisch wie irgendein smarter Handelsmann. Er wußte den Bert unlöslicher Schuldenverstrickung richtig einzuschäßen: ihr Instrument war die Niedrighaltung der Besoldung. Er spielte es mit Bewußtsein und Meisterschaft und erzog sich gefügige Leute. Gedanken über den frassen Widerspruch zwischen seinen nicht eben feltenen Klagen über nach heutigem Geldwert zwischen zweitausend bis zweieinhalbtausend Mart monatlich, wie aus fürzlich veröffentlichten Berlagsaufzeich nungen hervorgeht! und seiner eigenen Pragis als Arbeitgeber fcheint er fich faum gemacht zu haben. Auch das gehört zu seinem Charakterbilde mie überhaupt der ungeheure Menschenverbrauch feines langen Lebens: devot nach oben, Despot nach unten. Das fommen! war ganz deutsch und soll auch heute noch hin und wieder vor. die schlecht zahlenden Berleger- Goethes Autorenhonorare betrugen 坊 Der Jgel. Märchen von Alexej Tolstoi. Das Kalb jah den Igel und sprach zu ihm: Ich werde dich aufessen." schraf, rollte sich zusammen und pfauchte: Der Igel wußte nicht, daß Kälber Igel nicht effen können, er„ Bersuche!" Den Schweif in die Höhe werfend, spang das dumme Kalb auf den Igel zu, trachtete ihn aufzuspießen, dann spreizte es die Border. beine und versuchte, an dem Igel zu schlecken: " Di, oi, oi..." brüllte das Kalb und lief zu seiner Mutterkuh, um sich zu beklagen: „ Der Igel hat mich in die Junge gebissen.". Die Kuh hob den Kopf, schaute nachdenklich drein und begann von neuem, Gras zu fressen. Und der Igel verfroch sich in sein finsteres Loch unter der Bogelbeerwurzel und sagte zu seiner Frau: „ Ich habe ein riesiges Tier besiegt, wahrscheinlich einen Löwen!" Und der Ruhm von des Igels Tapferfeit verbreitete sich über den blauen See und den düfteren Wald. „ Unser Igel ist ein Held," flüsterteten vor Angst eine Menge cnderer Tiere ( Berechtigte Uebertragung von Arnold Wafferbauer.) and Lichtgebet. Lebenspendendes, ewiges Licht! Ueber uns Armen, über uns Reichen schwebst du in Reinheit und Schöne.Du strahleft dem Fröhlichen, ein seliges Fanal Du leuchteft dem Trauernden, ein tröstliches Hoffen Immer gemahnst du uns: Leuchtet und wärmt! Dir, Gott des Da- Seins, trauen wir alle. Loben dich, monis leben dir, streben empor. Immer erleuchte uns, immer erwärme uns, lebenspendendes, ewiges Licht! 50 Hans Maria Ehringshausen. 3 8-12-16 Friedens Preise! 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Bisher mußten Filme verboten werben, die verrohend oder entfütlichend wirken, die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gefäh: ben, das religiöse Empfinden verlegen, Deutsch lands Beziehungen zu auswärtigen Staaten oder Deutschlands An fehen gefährden. In der Novelle heißt es nicht mehr bas religiöse Empfinden", fondern: die Achtung vor der Religion und religiösen Gebräuchen, vor den Religionsge. gemein aften oder ihren Dienern". Außerdem tommt zu den bisherigen Verbotsgründen folgender: Ferner ist die Zulaffung von Bildstreifen zu verlagen, die lediglich der Be. friedigung niedriger Instinkte dienen. Der Bestimmung, das religiöse Empfinden dürfe nicht verletzt werden, tonnte jeder zustimmen, der sich überhaupt mit der Ein führung der Benjur abzufinden vernichte. Das Filmgefez der Nationalversammlung, bas auch politische und Weltanschauungs. tendenzen vor Berboten sicherstellte, schützte damit unsere Empfin bungen Bei der Novelle tritt an deren Statt die äußere Form, an Stelle der Gesinnung das Ritual, an Stelle der Ueberzeugung die Geistlichen. Schon fezt verlangen die von den Filmprüfstellen allzu eifrig als Sachverständige herangezogenen Briefter die sorg, fältige Ausrottung mittelalterlicher Inquisitionsgebräuche oder fröh. lich zechender Manage oder der schönen Feste Alexander Borgias. Bürde die Formel der Revelle Gesetz, es wäre nicht möglich, der Herren Bogel und Döhring, der Monarchistenprediger, wahres Ge ficht im Film zu zeigen. Wer donn die größten deutschen Dichter perfilmen wollte, müßte vorsichtig sein, so er sich den Spaß, einmal in einer amtlichen Berlautbarung zu lefen:„ bie Worte des Zwischentitels:„ Die Kirche hat einen guten Magen, hat ganze Länder aufgefressen und doch noch nie fich übergessen," werden verboten, nicht etmas fosten laffen will. Der Film ist heute nicht mehr nur eine Hintertreppen und Kolportageangelegenheit, sondern ein wichtiges Boltsaufklärungs- und Bildungsmittel, und wir müssen deshalb für ihn dieselbe geistige Freiheit beanspruchen mie für Literatur und Kunst. Der Kampf um die Kirche ist in Deutschland immer ein tief bewegender geistiger und politischer Kampf gewesen, deffen Freiheit unter dem Dedmantel des Kampfes gegen Schmutz und Schuß nicht unterbunden werden darf. Den ursprünglichen Besen bes Filmgejeges würde bas midersprechen. Auch die andere von uns schon angeführte Menderung bedeutet elne Verschärfung und Verschiebung des Wesens ter bisherigen 3en fur. Jetzt besteht eine wirtungszeniur. Rönnten später, mie die tonelle bas mill, filme verboten werben, die der Befriedi. gung niedriger Instinkte dienen, so befämen wir damit eine Ab. fichtszenjur. Die mühsam geschaffene, für die Filmherstellung unentbehrliche Rechtssicherheit ginge fo wieder verloren. Außerdem ist der neue Satz geradezu albern. Bo fangen benn tie niedrigen Instinkte" an? Bill die Reichsregierung in ihren Ausführungsbe stimmungen einen Satalog bazu geben? Gehört die Sucht nach oberflächlichen Zerstreuungen im allgemeinen nicht auch dazu? Und dienen 60 Broz. aller Filme etwas anderem als der Befriedigung dieser Eucht? Der Höhepunkt des Films ist das Erscheinen eines Prontosauriers in London, wo das Ungeheuer beim Ausladen frei wird und nun zum Entfegen der Menschen durch die Straßen rast, Denkmäler umwirft, Häufereden einrennt, mit der London Bridge zusammenfracht, um dann in der Themse zum maßlosen Entsetzen feines Entdeders davon zuschwimmen. Dieser Entdecer ist ein deutscher Professor, felbft balb ein seltsames Befen, ber manchmal an einen Auftralneger erinnert, und zugleich die interessanteste Darstellergestalt, von Wallace Berry ganz im Einklang mit dem übrigen Film gespielt. Dieser Film aus der Fabelwelt beweist wieder einmal, weffen bie Rino technik fähig ist, wenn sie ihrer besonderen Mittel bewußt ist, und über die Millionen, die au folchem Film erforderlich find, verfügt. D. Matthias Pascal." ( Marmorhaus.) Eine Berfilmung Biranebellos bleibt problematisch, ebenso wie die von Sham oder Oskar Wilde. Man fann im Film bas Gerüst geben, die Handlung, aber nicht das Eigentliche, die Bischologie diefer Menschen, die sich im Dialog äußert, das Künstlerische, das erst in der Gestaltung des Borts liegt. Lekten Endes bleibt es dem Regisseur überlassen, wie er das Material ver arbeitet, er muß versuchen, die Atmosphäre des Wertes, das er verfilmt, auf rein filmischem Wege zum Ausdruck zu bringen. In jedem Kunstwert stedt ein Stüd Kolportage, das durch die Formung verdeckt wird, ein Stüd titschiger Handlung, und ein Film, der sich nur darauf ftüßt, muß unbedingt scheitern. Was Pirandello gibt. ist eine Handlung, die im Grunde hergebracht erscheint, wenn man fie des psychologischen Ueberbaues entfleidet, grobdrähtig, schematisch und etwas verfchroben. Was geschieht in dem Roman Matthias Bascal"? Pascal verarmt, heiratet ein armes Mädchen. Unfrieden im Haus, er mill sich von der Frau trennen, aber Kind und Mutte: halten ihn zurüd. Als beide sterben, geht er fort, gewinnt in Monte Carlo ein großes Vermögen und verliebt sich in Rom in ein fleines Mädchen. Zu Hause gilt er als verstorben. Seine Frau hat einen anderen geheiratet, und in Rom beginnt der Kreislauf feines Lebens von neuem. Im ganzen ein Stoff, der wenig äußere Spannung zeigt, der Roman tonzentriert sich allein auf die Pincho. logie Pascals, eines Menschen, der über Jronie und tänzerische Leichtigkeit verfügt, der über Tragit lacht, sie mahl empfindet, aber nicht sentimental austoftet. Ivan Mosjoutin spielt diesen Men schen, ein Darsteller mit wundervoll lebenden Augen und ausbruds. rollem Körper, ein Mensch von souveräner Ironie, spielerischem Geist, mit einer Neigung zum Grotesten. Er gibt Pirandello ins Fümische übertragen, er spielt gligernd in tausend Lichtern, schillernd und sich body nie in Details verlierend, es entsteht eine Berfönlichkeit, einheit lich und gefchloffen, die am Ende lächelnd erkennt, daß der Mensch nicht frei fein fann, daß er sein Schicksal in der eigenen Brust trägt. Und dieses Spielerische, dieses Groteske, arbeitet mit Mosjoutin der Regisseur Marcal d'herbier heraus, betont es, unterstraicht damit die Vorgänge, macht fie leicht und beschwingt. Alle Darsteller find leise ins Groteste gesteigert, alle Vorgänge find daraufhin fiilisiert, in Haltung und Gefte wird es unaufdringlich angedeutet. Ein Weg ist hier gemiefen zur Verfilmung pinchologischer Romane, eine Andeutung ist gegeben. D'Herbier versucht die Atmosphäre des Bortfunstwertes ins Filmische zu übertragen, aber schließlich bleibt es nur bei dem Versuch. Matthias Pascal", vielleicht die bisher beste bildhafte Ueberlegung non Gedantligem, bleibt doch im Grunde unbefriedigend trok einer hervorragenden Darstellung und einer bis ins Leite fünstlerischen Regie, ebenso unbefriedigend wie die Berfilmung der Buddenbrooks" oder des" Michael". J. 5. Die Novelle will sonst im mesentlichen nur belanglofe Rorret. turen juristischer Schönheitsfehler. Sie bringt teinen Abbou der Benjur. Aber mir möchten Abbauvorschläge machen, gegen die niemand etwas einmenden fann. Die Zahl der Lehrfilme, der Naturaufnahmen, Reise, Lier, Industrie. filme, der Filme von Lagesereigniffen mächst ständig. Sie follten von der Zensur und damit der Amtsapparat von überflüssiger Arbeit befreit werden. Die Gefahr, daß Verbotsfähiges hineingejezt mird, ist gering, da diese Filme heute ein gutes Ge fchäft darstellen. Außerdem fann tie Borführung dieser Filme genau fe überwacht werden wie die der zenfierien und dann gegebenenfalls Anzeige wegen Nichtvorlage bei der Benjur erstattet werden. Auch bei den zensierten Filmen besteht teine andere Dögerinnerung ein friderizianisches Schlachtgemälde entrollt wird. Dann fichkeit wie die Borführungskontrolle, fich banor zu schüßen, daß nicht nachträglich unerlaubtes hineingefeht wird. Ein folcher teilmeiser Abbau fann dann eine vernünftigere Ein ftellung zu bem ganzen Zenfurproblem vorbereiten, als fie die Nopelle erkennen läßt. Die Filme der Woche. „ Die verlorene Welt." ( Ufa- Palast am 300.) „ Die Mühle von Sanssouci. ( Gloria- Palast.) Benn das Kalbfell dröhnt und die Trompete schlachtenfchmettert, wenn die friderizianische Wachtparade aufzieht oder in der Rüdgerät das Bublifum in Rage und feiert seinen Fridericus Rer, Herrn Ötto Gebühr. Nachdem Leben, Meinungen und Taten des Alten Frig bereits zu einer Filmferie ausgewalt maren, mollte man den patriotischen Stoff nicht vorzeitig preisgeben, und fo schuf Friedrich Belnit einen neuen Fridericus- Film, der diesmal nicht bem Schlachtenfenfer und Politiker, fondern dem Schloßherrn von Sans. fouci galt. Die alte Anetbote von dem Prozesse Friedrichs mit feinem Nachbarn, dem Müller, mußte herhalten, um die loder ge fügten Bilder zusammenzufliden. Wenn irgendeine Anekdote nicht bloß hiftorisch falsch, fondern auch als Charafteriftifum irreführend ist, so diese. In Wirklichkeit hat Friedrich sich nicht durch das( Be flapper der Mühle zu einem Brozeß und anderen Unbesonnenheiten hinreißen laffen, sondern den Müller ganz ruhig, geduldet. Aber In den Sagen und Märchen aller Völker treten fabelhafie feine mirfliche Mülleraffäre, in der er zugunsten des Müllers Arnold Tiermefen von heute unbekannter Größe auf. Lange hat man geeingriff, einen Minister davonjagte und das Rammergerid ver glaubt, es handle fich hier um Erinnerungen aus den Anfängen der haften ließ, ist ein abschredendes Beispiel der Kabinettsjustiz. Denn Menschheit. Als dann im vorigen Jahrhundert die Bersteinerungen dieser Müller war wirklich ein Schwindler, und das von Friedrich folcher Riefentiere gefunden wurden, meinte man einen Beweis erzwungene Urteil murde von seinem Nachfolger wieber aufachoben. dafür zu haben, daß die ältesten Menschen noch mit dielen Fabel. Die Hohenzollernlegende ist also auch in diesem Fall, wo der anaeb. wesen zusammengelebt haben. Aber die geologische Forschung hat liche Respett des Selbstherrschers vor dem Gericht bewiesen werden einen biden Strich burch diese Annahme gezogen. Wir wissen heute, follte, in doppelter Weije fehl am Ort. Aber was fümmern sich daß zu den Zeiten der Saurier um diese handelt es sich noch diese Operetten omponisten des Films um solche Kleinigkeiten, fofein menfchenähnliches Befen die Erde bevölkerte. Den Dichter lange es ein Bublifum gibt, das unbefehen ihre Geschichtsverfälschun. braucht es freilich nicht zu fümmern, und so hat Conan Doyle, ber gen hinnimmi! Also: der Alte Frig ist ein gütiger Landesvater und Erfinder Sherlod Holmes in einer feiner phantastischen Novellen prächtiger Brautwerber, der gar nichts Wichtigeres zu tun hat, als Refte dieser Riefenfauna bis auf den heutigen Lag fortbestehen lassen zwei jungen Mädchen zu ihren Schäßen zu verhelfen und dem in einer unzugänglichen Ede bes ja wirklich noch nicht völlig er Müller zu feinem Recht.( Dabei hat er es ständig abgelehnt, abligen forschten Amazonenstromes. Die Amerikaner haben biefen gegebenen Offizieren wie in diesem Fall zu Mesallianzen mit bürgerlichen Filmstoff aufgegriffen, und Harry D. Hont macht uns zu Mitent Mädchen Erlaubnis zu geben.) Das Milieu von Sanssouci ist durch bedern dieser verlorenen Welt. Eine etwas umständliche Rahmen den Kreis der Generäle, durch Friedrichs Schwester Wilhelmine, handlung und eine etwas dürftige Liebesgeschichte dienen den durch die Tänzerin Barbarina, deren Verhältnis zum König nur üblichen Filmbedürfniffen, im übrigen aber entfaltet fich ein mahr fehr zart angedeutet wird, durch Boltaire und schließlich die Windhaft filmischer Triumph, eine technische Großtat, die diese ganze fpiele leidlich gezeichnet. Es gibt hübsche Bilder und, Herz, mus untergegangene gigantische Tierwelt aufs neue ins Leben ruft und willst du noch mehr, zmei Liebespaare gegen den Willen ihrer an der Hand ber besten wissenschaftlichen Ergebnisse in unseren Eltern. Für die Darstellung ist eine Elite von Spielern aufgeboten. zoologischen Museen find ja genug folcher Stelette aufgebaut por unferen Augen einzeln und in Nudeln auf der Nahrungssuche und in ihren Kämpfen vorführt. Der Zusammenstoß der wissenschaftlichen Expedition mit biefen Ungeheuern, zu denen auch einige un Sinter Flora- Lichtspiele grund im Dunkeln gehaltene Affenmenschen gehören, führt zu un. erhörten Abenteuern. Schon der Aufstieg zu dem fchroffaufsteigen. den Felsplateau ist von fabelhaftem Reiz, und dann folgt ein Bunder dem anderen. 30 Meter hohe Brontosaurier, friedfertige Landsberger Alice 40-41 Ecke Petersburger Straße Heute und morgen: Das amusante Zeitbild Außerdem d fabelhafteSensationsfilm Eine Minute vor Zwölf mit Luciano Albertini Laubfreffer, älen ganze Bäume ab, starf gepanzerte Alojaurier, Die Kleine vom Bummel höchst gefährliche Raubtiere, springen ihnen auf den Raden und es entspinnt fich ein spannender Kampf, bei bem ein Brontosaurier den fteilen Fellen hinabstürzt. Durch bie Luft faufen geflügelte Saurier, andere Saurier mit ungeheuren Stachelpanzern, tummeln sich mit ihren Jungen. Beim Ausbruch eines Bulfans und Waldbrandes rennt die ganze norfintfiutliche Liermelt in Scharen fliehend dahin. Goldfink Ab Dienstag: Der neue Die- da unten Zille- Fum mit Sechskant Das Beste vom Besten No. 09, 1, Beilage des Vorwärts Otto Gebühr ist wieder Friedrich, der freilich in den Zügen ähn lich genug fein mag, aber von seinem Geist ebenso wenig Gebrauch macht. Unter den Generälen findet man charakteristische Gestalten Don interftein, Georg John und Artur Kraußnid. Den Müller gibt Jafob Ziebtte in ber Maste eines Bonvivants. Bol taire wird in Karl Gog' Darstellung wirklich zu einem alten Affen, von deffen geistiger Bedeutung bas Bublifum nichts erfährt. In den Frauenrollen brillierten Liffi Lin d als Marfgrafin, Olga Tsche. how a als Barbarina und Hanni Weiße als raffige und unter nehmende Jumelierstochter. Georg Alexander und Wilhelm Dieterle sind die beiden Liebhaber, die Feuer und Schmiß ins Spiel segen. Boran ging Lucie Riefelbaufen mit zwei Schubert- Tänzen und der aktuelle Film von der Befreiung der im Ostsee- Eife eingeschloffenen Schiffe durch das deutsche Kriegsschiffeffen". Das verschwundene Brillantenkollier." ( Tauenhien- Palast.) 5. Trotzdem sehr viele Detettive in diesem Film vortomunen, it er eigentlich fein Detektivschlager, fondern eine höchst amüsante Gaunergeschichte. Zuerst wird ein Brillantentollier gestohlen, und hernach empfindet das Diebespaar moralische Anwandlungen und bringt es zurüd. Diese an und für fich belanglofe Sache hat ber mit Einfällen gefegnete Regiffeur Clarence Badger zu einem ganz famosen Film gefaßt. Man fommt aus dem Lachen und aus der Spannung nicht heraus. Zuerst gewahrt man, wie die Herren von der Diebeszunft sich gegenseitig reinlegen. Raymond Griffith. ein pfiffiger Gentlemandieb vom Scheitel bis zur Schle, legi ais falscher Kriminalbeamter die ganze Apachengesellschaft rein. Glänzend ist es, wie er, nur als Schatten sichtbar, vor der Kaschemme mit seinem Kumpan die erbeuteten Bestechungsgelter zählt und bie neite Betty Compson, die falsche Kaiserin von Java, durch dieses allerliebste Schattenspiel gewahr wird, daß fie auf den Leim gegangen ist. Dann der Diebstahl des Kolliers selbst. Niemals ist, wie es fonft in diesem Filmgenre üblich ist, etwas dunkel, verworren oder geheimnisvoll. Im Gegenteil, der Sufchauer verfolgt auf das genaueste das Vorhaben des edlen Gaunerpaares, in dessen Befiz bas Rollier fommt, obwohl ein gern apportierender Hund diverse Streiche spielt. Das ergibt fabelhafte photographische Effekte. Was aber ist erst in ben Verfolgungsszenen geleistet: Das Baar entflieht in einem Automobil in der Richtung der merikanischen Grenze, Darum werden alle Bolizeiftationen aufgeboten und ein mit Detektiven besetztes Automobil und ein Heer von Motorrädern machen sich auf die Verfolgung. Gleich Sandflöhen hüpfen fie auf den Chauffeen, in Staubwollen gehüllt jagen fie an Abgründen vor. bei. Die Gauner nehmen auf ihrer Fahrt ein Schild: Borsicht, Straße gesperrt" mit, fehen es anderswo hin und alle Verfolger fchwenten, unter Beschreibung halsbrecherischer Kurven, ab. Kurz vor der Grenze sind die Flüchtigen dem Blickfeld der Verfolger ent fommen, weil sich ein fahrender Eisenbahnzug zwischen fie schiebt. Die Diebe rafen auf der einen, die Polizeimannschaften auf ber anderen Seite. Die Rüdfahrt gestaltet fich noch halsbrecherischer, fie geht über abgebrochene Brüden, über unfahrbare Straßen und durch niederstürzende Steinmassen. Das alles ist natürlich Ur- Film, der nur auf Bewegung geht, aber die Amerikaner können sich ber artige Sachen feisten, da sie even die unerreichten Meister eines wahnwißigen Tempos find. Rüß mich noch einmal, ( Gloria- Palast.) e. b. Der Regiffeur Ernst Lubitsch und die Darsteller Marie Prépoft und Monte Blue find das Dreigestirn, die den föstlichen Film„ Die Ehe im Kreise schufen, auf den immer und immer wieder als das Mufterbeispiel eines recht gelungenen Filmluftspiels hingewiefan wird. Da ist es schon ein großes Lob, wenn man die Behauptung aufstellen darf, in" Küß mich noch einmal" haben die drei sich nicht unterboten. Diefer scheinbare Teufel von Ehemann, der unendlich pfiffte fich die ihm untreu werden mollende Ehefrau wieder einfängt, ist eben die gegebene Rolle für Monte Blue. Er ist tellpatjchig und elegant, er fanu wirklich bumm und fiberlegen flug dreinschauen, er ist fteis fo, mie ihn die Situation erfordert. Marie Brévost ist das vermöhnte, eigensinnige, fchwärmerische und eifersüchtige Weibchen, das nie unsympathisch mird. Lubitsch brilliert mit feinen Einfällen. die ständig zum gut gefeilten Filmbild merden. Alles ist bei ihm wohlüberlegt, oft mirtt er allein durch die Duplizität der Ereignisse, Das Bublifum zeigte fich einmütig beifallsfreudig. Das Geheimnis einer Stunde." ( Schauburg.) Dieses Geheimnis macht eingehende Grörterungen überflüffig. denn alles, was früher fchon einmal über den deutschen Detektive film geschrieben ist, trifft auch auf diesen zu. Er ist ganz auf Spannung gearbeitet, die auf fein ausgeflügelten Verwirrungen ein fechs Afte langes Dasein führt. Ein Hotelbieb trift, um sein Alibi uachweisen zu tönnen, als Trapezfünftlerin Georgette auf. Diese ist in Wirklichkeit eine Frau, und der raffinierte Gauner tritt nur, genau gefleidet mie die Artistin, nach Schluß der Nummer vor den Borhang und reißt seine Berücke ab. Das Manuskript ist sehr geschickt angelegt und her Filmdetektiv Stuart Webbs( Ernst Retcher) hat wahrhaft recht viel Mühe, bis ihm die Entlarvung gelingt. Es gibt Berkleidungen, große und kleine Reinfälle, und die schon so oft ausgeprobten Filmeffette der Luftnummern. Helene Makowita sah man in vielen schönen, doch zu gewollten Bosen. Sonst gelang es den Schauspielern, bie Zuschauer vorzüglich au unterhalten, von denen die Abenteuerluftigen bestimmt Herzklopfen um ihre Detektiv hatten. Eine Verworfene?" ( Alhambra.) e. b. Das tönnen mur bie Amerikaner. Der Film ist eine Sammlung Don Tränen, Rührfeligfeiten, Harmoniumbegleitung und anderer Requisition für das traute Heim. Eine Tänzerin, der der Bater das uneheliche Kind nicht verzeihen tann, wird Modell eines Malers und erlebt, als sie die Madonna spielen muß, in einem romantischen Frankenburg Stioftergarten die innere Bandlung Sie geht in fid", wird Film- und Bühnenschan Große Prankfurier Straße 74 Herte und morgen: Das spannende Drama Die Zwillingsschwester Außerdem Baxmeister Dempsy in Verbängnisvolle Schieburg. Ab Dienstag: Stuart Webbs: Der Schuß im Pavil.on Bühnenschau Wäscherin und heiratet schließlich den Maler, der natürlich ohne fie nicht leben fann. Selbst Biola Dana tann diejen Kitsch nicht reiten, bas rein Sentimentale liegt ihr nicht. Am besten ist sie ba, mo fich ein bißchen Ausgelaffenheit mit fapriziöler Laune vereinigt. Ueber. haupt hält sich die Darstellung auf anständiger Höhe, fie läßt aber nicht die Unmöglichkeiten der Handlung vergejfen. Das Beis programm ift fchon beffer: ein gut gezeichneter Tridfilm, die Deulig Boche und ein sehr gefchidter Gedankenleser und Telepath mit einem jungen Mann, der im fataleptischen Zustand Gas ausatmet und damit Lampen zum Erleuchten bringt und ähnliche Dinge betreibt. k. Alle welche aus der Goldfink"-Fabrikation einen garantierten Qualitätsfüllfederhalter, aber für wenig Geld, wünschen kaufen ,, Goldfink- Liebling" 5 M. IT 12.30, IV 18, V1 18.73, VII 28, VII! 30, X 38, XV 40 M. Grieste Auswahl. Alle Syrieme. 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Zrozdem bürger bas Recht der freien Meinung und des Ausdruds" religiofer man gentan meiß, daß ihre Tätigkeit nicht unter die Gewerbegejeze fällt, Ueberzeugung in Bort, Schrift und Bild zu. In Sübbeutschland werben beschlagnahutt man z. B. unter Borgeben angeblichen Verstoßes gegen auf Grund gewiffer Treibereien großkirchlicher Streise diese durch die Ber- Gewerbegejege" fortgefeht thre Bücher, schleppt sie wie Berbrecher auf die faffung geschusten Rechte berart bintangefest, baß die Endesunterzeichneten Bolizeimachen, best bie Schuffinder auf fic, fo baß fie ausgejoblt und mit cs für ihre Pflicht halten, gegen diese gewaltsame Unterbrüdung religiöser Steinen beworfen werben, nimmt ihnen gegen alles Recht und Gefen ihr Minderheiten au proteftieren. persönliches Eigentum B. die von uns ausgestellten Ausweise darüber, daß sie wirklich unsere Mitarbeiter find, sowie ihre Fahrräder fort, und deranlaßte, daß fie einige Male ohne alle Ursache über Nacht in das Stadta gefängnis geworfen wurden und vieles andere mehr, was fast an die Zeit bes finsteren Mittelalters erinnert. Man verwendet außerdem in wenig Stonomischer Weise das Geld des Staates, welches bie Steuerzahler aufbringen müffen, burch systematisches Anstrengen von Prozeffen gegen uns, troydem in fünf größeren und vielen leineren Prozessen, die wir gegen die unrechtmäßige Beschlagnahme von Dradiachen bzw. verhängte Geldtrafen führten, die nicht unerheblichen Kosten nach Freispruch der Missionsgehilfen der Staatstaffe anferlegt wurden. Troßdem fucht man immer neue Brozesse anzuftrengen, denn man will eben auf alle erbenffiche Weise unsere Hauptfache ist, man fchifaniert ben religiösen Gegner auf diese Weise, um Glaubensfreunde behindern und zermürben. Der Staat mag's bezahlen, die ihn so au mingen, nicht mehr gegen die Berflachung bes Christentums und für die Bibel" au werben. Schließlich suchte man sogar die Bücher der Bibelforscher, weil sie billiger verlauft werden als andere Bücher, als Flugschriften", für deren Berteilung man polizeiliche Erlaubnis nachfuchen solle, zu bezeichnen. Das Oberste Landesgericht verkündete jedoch in einem auch darum geführten Brozeß wiederum Freispruch( weitere often für die Staatstaffe), aber bessen ungeachtet jest man diese systematische Drangfalierung unserer Glaubensfreunde fort, fördert aber auf der anderen Seite, nachdem man den Bibelforschern ihr durch die Berfassung geschütztes Recht religiöser Wirksamkeit auf oben geschilderte Weise zu unterbinden suchte, unsere religiösen Gegner beim Berteilen von Schmäh, Kampf- und Flugschriften, die gegen die Bibelforscher" gerichtet sind usw. usw. In genanntem Vorgehen handelt es sich lesten Endes um das völlige Ausschalien jeder religiösen Freiheit und damit um völlige Berfilavung alles freien, deutschen Geisteslebens unter berknöchetten, mittalterlichen Dogmen und Konzilienbeschlüssen. In Verfolgung dieser Endabsicht hat man zielbewust begonnen mit der Erbroffelung eines wegen seines Ernstes am meisten gefürchteten Gegners, ber Bereinigung Ernster Bibelforscher. Die Arbeit dieser Bereinigung besteht darin, daß ihre Anhänger Männer und Frauen des deutschen Bolles, Angehörige aller Stände und laffen in ihren Mußestunden außerhalb ihres bürgerlichen Berufes auf dem Wege innerer Mission, von Sür zu Zur gebend, versuchen, ben Menschen das Evangelium su bringen. Sie suchen mit folchen Menschen, bie bom Widerspruchsvollen alles nur namenkirchlich gerichteten äußeren Formwesens angewidert oder vom Drud wirtschaftlicher Nöte niedergeworfen wurden, einen Gedankenaustauich anzubahnen, um sie aufzurichten und zu troften. Sie nennen fich freiwillige Miffionsarbeiter und bel pbiger Miffimsarbeit benuten fie die Bibel und gewiffe bon Bibelhouse in Magdeburg herausgegebene Bücher und Zeitschriften, welche einzig und allein borstehend genannter Aufgabe bienen. Diese Bücher und Beitschriften werben weit unter ben allgemeinen Bücherpreisen verbreitet, weshalb auch das Jahr 1924 dem Bibelhause in Magdeburg eine buchmäßig nachzu weisende Unterbilang bon 498 366,06 Mart brachte. Diese Berlusie werden gebedt durch freiwillige Spenden derselben Missionsgehilfen, die auch wiederum freiwillig, und ohne Gewinn obengenannten Dienst ver richten, wobei fie fogar noch die Auslagen für Eisenbahnfahrtfoften usw. aus eigener Tasche beftreiten. Merkur- Palast Bestehung tiefer und freier au benten, als gewiffe, in bundlen Jahr. Palisadenstr.25, Ecke Strausbg.Str Heute und morgen: Der neue Zille- Gro film. Run nehmen allerdings bie Bibelforscher fich die Freiheit, in religiofer hunderten formulierte Dognten und Glaubensschungen es den Menschen erlauben wollen, und verkünden ihre glaubensstarte, auf bie Bibel geftüßte Ansicht freimütig überall. Der Hauptinhalt ihrer Verkündigung ift: Jehova allein ist Gott und nicht Menschen, die vorgeben ,,, an Stelle Gottes" qu Wir stellen daher an die große Deffentlichkeit folgende Fragen: 1. Erlaubt Bolt und Verfassung solche gewaltsame Unterbrüdung religiöser Minderheiten? Soll nicht ausnahmslos das burch die Ber faffung berbürgte Recht aller Staatsbürger" ohne Rüdsicht auf Stellung und Konfeffion geschützt werden? Die- da unten teben. Tur Gottes Königreich fann ber Belt helfen mit völliger Imteht gewiffen Stellen bes Bandes bie Gelber bes Staates nuklos durch SeraufAb Dienstag: Reinhold Schünzel ja Der Hahn im Korb Gunnar Toinaes in Eines Welbes Lüge Walhalla- Tunnel Weinbergsweg 19-30. efèvre Heute Sontag ab3 Uhr: Volkstag G. m. b. H. Berlin S. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Wir haben keine Filialen! Teppiche Riesenlager Qualitäten, Brücken, Diwandecken, Tischdecken, Steppdecken, Gardinen, Schlafdecken. Gewailiger Preis- Abbau! Vormittags- Einkant empfehlenswert. Fernspr.Maritzpl. 235 Die Walhalla- Sänger mit dem Riesenlachprogramm! Moars lustige SchlierseerKapelle mit Jodlern und Tänzern! Herabgesetzte Preise! Mords- Gaudi für jung und alt! Die Revue der Liliputaner im sensationellen Februar- Spielplan Sonntag 3, Uhr: halbe Preise Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Allabendlich& Uhr and Senatag nachm 3 Ubr: Stettiner Sänger Nachm halbe Preise volles Abendprogramm! Dönhoff- Brettl Mario Costa, Anja Aroschewa, Geschw. Saltzoff. 10 große Nummern! " 2. Finbet es die Zustimmung ber dafür maßgebenden Kreise, wenn an beschwören aussichtsloser Prozesse berbraucht werben, nur weil man hofft, durch solchen Drud gewiffe religiöse Gegner mürbe zu machen? 3. Warum fürchtet man so sehr, daß das Volk die Bücher der Bibelforscher liest? Benn man dem Bolt nicht die Fähigkeit selbständigen Dentens abspricht und ein gutes Gewiffen hat, warum sagt man dann nicht: Left nur die Bücher der Bibelforscher, bann werdet ihr schon selber zu Gott und feinen Geboten der Liebe, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit, nicht aber tirchenstaats- politische Nachahmungen dieses König, reiches; denn wenn Religion nicht Selbstated" ist, bewirkt fie nie ein wahres zu Gott ziehen aller Menschen" und also auch leine Seranbildung eblen, wahren Menschentums; sondern wo die Religion nur als Mittel benust wird, um gewiffe weltpolitische oder innerstaatliche Biele zu er reichen, ist innere Morschheit in chriftlichem Gewande die Folge. Welt- fehen, was sie enthalten? wohlfahrt und wahres Wohl bes Staates aber tann nur gedeihen bei edlem Wir summieren: Menschentum, und dies fann in Wahrheit nur wohnen bei Menschen, Bibelforscher verfünden die Wahrheit des Wortes Gottes. Gewiffe deren Bergen wirklich zu Gott gezogen worden sind. Der Weg, auf dem großkirchliche Kreise fürchten diese Wahrheit, wenden fich art gewiffe Bibelforscher dieses Biel anstreben, aber ift: Absolute Ablehnung aller Instanzen und untergeordnete Behörden, berbächtigen bie guten eblen AbBetaltanienbung, felne politischen Intrigen, tein politischer Kampf; und fichten des religiösen gefürchteten Gegners und juchen auf diese Weise dabei Anwendung nur eines Mittels: öffentliche Belehrung des Bolles über gewaltfam die Verbreitung biblischer Wahrheiten und selbständiges Gottes Wort und freimütiges, aber stets unpersönliches, freundliches Ans- religiöses Denken unter dem Volfe zu verhindern. Die mittelalterliche sprechen und Kennzeichnen beijen, was bem Wort und Geifte Gottes ent- Methode der Unterdrüdung, freien Geisteslebens durch Folter und Ingegen iẞ. Dies alles hat nun die Bibelforscher gewissen firchlichen Stellen, quifition hat nicht weniger schädigend gewirft und war nicht weniger unbesonders in Süddeutschland, migliebig gemacht und man gab die Barnle gerecht wie die heute beliebte, nämlich Aufhebung uneingeweihter Streife gegen fte aus: mit allen Mitteln belampfen! Als Waffe wird gebraucht und der Verfuch, mittelft Berdächtigung der Ziele bes Gegners bebördlichen Berleumbung, Unrecht und Bergewaltigung. Sierbei ift tennzeichnend, oder gerichtlichen Drud zu veranlaffen, dieweil saubere Geisteswaffen bewenn firchliche Blätter selbst por Berleumbung des bor 9 Jabren gezüglich dieses Kampfes fich nur in der Hand des in legterem Sinne unstorbenen Gründers der Bereinigung nicht zurüdschreden. Alle Ver- überwindlichen Gegners befinden. leumbungsschriften, welche Bibelforscher als im Dienste von Freimaurern, Wir fordern alle Leser dieser Beilen auf, mit uns au protestieren Juden usw. binstellen, stammen in den meisten Fällen auß der Feber ultra- gegen dieje Bergewaltigung bes ebelften Menschenrechtes, nämlich des montaner oder von dieser Seite angeworbenen Schreiber. Nachdem zufolge Rectes, ungehindert und ungestört feinen religiösen Bedürfnissen folgen zu ber von Bibelforschern gemachten Zurudweisung diefes Mittel ben ge- bürfen. Ein Studium unserer Biteratur wird sie vollends von dem Unrecht wünschten Erfolg nicht mehr brachte, begann ein raffiniert angelegter Fald- folchen Borgehens überzeugen. ng gegen uns, mit dem Berfuch, Bolizei, Steuer- und Gerichtsbehörden burch fyftematisches Beranlassen bon Beschwerden, ungerechtfertigten Angegenwärtig noch fortgefest. Diefe Beschwerden sind ungerechtfertigt, weil might bas Belt fich durch unsere Auftlärungsarbeit belästigt fühlt, fonbern gewiffe firchliche Streise, welche fürchten, unser Einfluß möchte auf Roften ibres Einfluffes zu groß werden. Syftematische Schifanen gegen unsere Hagen, Rachfragen uf, su beeinfluffen und biefe Wetbobe wird aud Lesen Sie besonders die Bücher: Die Harfe Gottes", 320 Seiten, 50 Pfennig. Der Göttliche Blan ber Zeitalter", 852 Seiten, 50 Pfennig. Trost für das Bolf", 64 Seiten, 10 Pfennig. Alle brei Bücher zusammen Rmt. 1 Bu beziehen durch: Vereinigung Ernster Bibelforscher Ortsgruppe Berlin Berlin N 54, Brunnenstr. 24, Tel. Humboldt 9345