Nr. 65 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 33 Bezugsvrets: Böchentlich 70 Bfennig, monatlid B.- Reichsmart voraus zahlbar Anter Rreuzband für Deutschland, Danzia. Saar und Memelgebiet, Desterreich. Litauen. Luremburg 4,50 Reichsmart. für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. lung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme ericheint wochentäalich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 6.- Reichsmart...Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 25 Bfennis ( aulässia awet fettgedruckte Worte). lebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Bfennig, febes weitere Bort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben aählen fülr awet Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Der Bundesausschuß prämann stattfand, beschäftigte sich der Bundesausschuß des zisierte die Stellungnahme der Gewerkschaften in Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in folgender Entschließung: eingehender Beratung mit der Durchführung des Boltsbehrens und des Bolfsentscheids über die entschädigungslose Enteignung der Fürsten. In der Begründung für die Stellungnahme des Bundesausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes zu der Durchführung des Volksbegehrens wurden die folgenden für die Gewerkschaften entscheidenden Gesichtspunkte hervorgehoben: „ Der Bundesausschuß billigt die Bermifflungsaffion des Bundesvorstandes zwischen den Arbeiterparteien zur Herbeiführung eines einheitlichen Gefehentwurfes für eine Bolfsabftimmung über die entschädigungslose Enteignung der Fürften. Der Ausschuß erkennt an, daß es sich hierbei um eine politische Angelegenheit handelt, deren Führung den politischen Parteien obliegt. Der Ausschuß fordert aber alle Berbände und Geobliegt. Der Ausschuß fordert aber alle Verbände und Gewerkschaftsmitglieder auf, alle Kräfte mit einzusehen, um dem Boltsbegehren und gegebenenfalls dem Bolksentscheid zu einem eindrucksvollen Erfolge zu verhelfen. Für die Aufbringung der erforderlichen Mittel empfiehlt der Bundesausschuß den Parteien die Einleitung von Sammlungen, an denen sich zu beteiligen der Ausschuß allen Gewerkschaftsmitgliedern zur Pflicht macht." Die maßlosen Forderungen der ehemaligen Fürsten haben in der gesamten Arbeiterschaft und weit über diese Kreise hinaus im ganzen Bolte leidenschaftliche, tiefberechtigte Empörung hervorgerufen. Die Forderungen stehen überdies in frassem Mißverhältnis gerade zu der jetzigen Notlage, in die weite Kreise des Boltes, vor allem aber die Arbeiterschaft, durch die Wirtschaftskrise gestürzt worden sind. Die Debatte wandte sich dann der Erörterung der Wirt Die allgemeine Not hätte auch die Fürsten zu einer freiwilligen Befchaftslage zu. Für die Gewerkschaften liegen hier eine Reihe grenzung ihrer Forderungen aus vaterländischen Gründen bestimmen brennender Fragen, in deren Vordergrund die Milderung der müssen. Tatsächlich sind sie zu keinerlei Opfer, auch nicht zu dem Arbeitslosigkeit, d. h. die Schaffung von Arbeitsgelegenheit, steht. geringsten Berzicht, bereit gewesen. Die Volksbewegung für die Ueber diese Fragen haben mit den Regierungsstellen, mit der Haupt entschädigungslose Enteignung ist die Antwort auf diese ebenso verwaltung der Reichsbahn, dem Reichsverband der Deutschen Infelbstsüchtige wie beschämende Haltung der einstigen Beherrscher des düstrie und mit Bertretern des Unternehmertums und des Bergdeutschen Boites. baues Besprechungen stattgefunden. Anläßlich dieser Besprechungen ist in der Frankfurter Zeitung" die Behauptung aufgestellt worden, es handele sich hierbei um die Wiederaufrichtung der Arbeitsgemeinschaft. Diese Behauptung entbehrt jeber Grundlage. Mit feinem Wort ist in den Besprechungen von der Errichtung einer Arbeitsgemeinschaft die Rede gewesen. Die Gemertschaften werden, unbefümmert um diese falschen Gerüchte, ihre Bemühungen auf diesem Gebiet fortsetzen, soweit das Interesse der Arbeiterschaft es erfordert. Aus der Debatte ging hervor, daß die Gewerkschaften entfchloffen sind, sich in den Grenzen, die die wirtschaftliche Notlage und die aus ihr sich unmittelbar ergebenden sozialen Berpflichtungen den Verbänden ziehen, fich für das Boltsbegehren und den Boltsentscheid nachdrüdlichst einzusehen. Der Ausschuß gab dobei der Ueberzeugung Ausbrud, daß Jeder Mißbrauch der Aktion zu durchsichtigen Parteimanövern, wie er von der Kommunistischen Partei versucht wird, auf das ent. Der Völkerbundseintritt. Einstimmiger Beschluß des Reichskabinetts. Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett hat in seiner geftrigen Sigung die Absendung einer Note einstimmig beschloffen, durch welche der Eintritt Deutschlands in den Bölterbund angemeldet wird. Die Note wird alsbald nach der Ueberreichung in Genf veröffentlicht werden. Die Mussolini- Debatte. Hente Rede des Außenministers im Reichstag. Bei Beginn der gestrigen Reichstagsjigung verwies Außenminister Dr. Stresemann darauf, daß in der Sonnabendsigung der italienischen Kammer Mussolini Ausführungen gemacht habe, die das Berhältnis Italiens zu Deutschland berühren. Die Reichs regierung hat, so erklärt Dr. Stresemann, den bringen den Wunsch, zu diesen Ausführungen sobald als möglich Stellung zu nehmen. Sie wäre dem Hause dankbar, wenn die deutschnationale Interpellation über die Vorgänge in Südtirol auf die Tagesordnung der Dienstagligung gesetzt würde. Das Haus hat dem Wunsche der Regierung entsprochen. Heute um 2 Uhr wird der Reichstag die Rede Mussolinis beSprechen. Die Regierungsparteien haben noch im Laufe der geftrigen Reichstagssigung folgende Interpellation eingebracht: " In der Parlamentsfizung vom 6. d. M. hat der italienische Ministerpräsident unter Bezugnahme auf die Lage in Südtirol Aus führungen gemacht, die das Verhältnis des Deutschen Reichs zu Italien berühren. Wir fragen an: 1. Ist der Reichsregierung der amtliche Wortlaut dieser Ausführungen bekannt? 2. Ist die Reichsregierung in der Lage, dem Reichstag über ihre Stellungnahme zur dieser Ausführung Auskunft zu erteilen?* Die Interpellation der Regierungsparteien wird von Dr. Scholz begründet werden. Danach erfolgt die Begründung der deutschnationalen Interpellation. Nach den Begründungen wird Außenminister Stresemann die Erflärung der Regierung abgeben. In der Besprechung der Interpellationen wird als erster für die sozialdemokratische Fraktion Genosse Friedrich Stampfer fprechen. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags ist zu heute vormittag zur Borbereitung der Mussolini- Debatte einberufen morben. Dank sei Mussolini! Pathologische Politit. Bir meinen diesmal nicht Mussolini, sondern nur den Chefredakteur der Berliner Börsenzeitung". Der jubelt über die Mussolini- Rede: " Dant sei Muffolini!... Mussolini hat recht!. Wenn der frühere englische Ministerpräsident Macdonald recht hat, dann hast du soeben mit England eine geheime Abrede getroffen, den Franzosen Tunis wegzunehmen und Englands Hilfe bazu getauft. Manche nennen so etwas Berrat und Gemeinheit, aber wir wissen, daß das noch auf lange Zeit hinaus die einzige Möglichkeit ist, mit anderen Mächten Bolitit zu machen. Wir wünschen, daß du deine Bläne recht bald verwirklichen fannst, denn als Realpolitiker wiffen wir, daß wir aus unserer Not nur herauskommen, wenn ihr anderen, die ihr einstweilen Sieger ge blieben seib, aneinandergeratet und euch gegenseitig die Schädel einfchlagt." Der Redner und der Danksager sie sind einander würdig! Dem Wirtschaftsredakteur der Börsenzeitung", Herrn Funt, ist freilich der höhere Blödsinn seines Chefredakteurs und früheren Hugenberg- Redakteurs Destreich über die Hut schnur gegangen. Er schreibt im Börsenteil: „ Es zeigt nicht gerade von Diftatorenmut, wenn man ein äußer lich gefnechtetes und innerlich zerrissenes machtloses Bolt, wie es das deutsche Bolt ist, beschimpft und bedroht." Aber was hilft dies Säzchen im Börsenteil, wenn über die ganze erste Seite hinweg fett zu lesen steht: Dant sei Mussolini! fich für einen Batentpatrioten. Das ist er auch; denn er hat Der Chefredakteur der Berliner Börsenzeitung" hält es gestern bewiesen. Dank sei Mussolini! Die Mörder der Sowjetkuriere. Keine politischen Hintergründe. Riga, 8. Februar. Die Lettische Telegraphenagentur meldet: Die Leichen der beiden Mörder der Sowjetturiere find identi fiziert worden. Es handelt sich um die beiden Brüder Gabrilowig, Polen aus Litauen, die erst am Abend vor dem Berbrechen nach Riga gekommen waren. Sie waren politisch nicht interessiert. Die Zeugenaussagen lassen feinen Zweifel darüber, daß der Ueberfall rein frimineller Art war. In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Fall feine politischen Konsequenzen für die Beziehungen Lettlands zur Sowjetunion haben werde. Parteivorstand und Selbständiger Kampf der Sozialdemokratie. Aus dem Bureau des Parteivorstandes wird uns geschrieben: Reichstagsfraktion haben schon wiederholt Versuche unternommen, im Parlament eine Regelung der Fürstenabfindung zu treffen, stießen dabei aber immer wieder auf Widerstände bei den übrigen Parteien. Nachdem in Preußen in der letzten Hälfte des Jahres 1925 ein neuer Bergleichsvorschlag zwischen dem Preußischen Staat und den Hohenzollern dem Parlament vorgelegt wurde, mußten unsere Genossen zu diesem Vorschlag Stellung nehmen. Das führte zu einer neuen Erörterung auch in den Parteiinstanzen der Organisation. Am 8. Dezember 1925 beauftragte der Parteivorstand den Vorsitzenden der preußischen Landtagsfraktion, Genossen Heilmann, mit einem Referat über die Angelegenheit. Dabei wurde die Frage des Bolts entscheids eingehend diskutiert. Die Notwenbigkeit eines solchen Bolksentscheids über die Fürstenabfindung ergab sich durch die Prozesse, die auch in anderen Ländern von den ehemaligen Fürsten gegen die einzelnen Staaten angestrengt worden waren. Die Reichstagsfraktion wurde in der Sigung des Parteiausschusses ersucht, im Rechtsausschuß des Reichstags die Angelegenheit zu beschleu nigen entsprechend den bereits früher durch die Fraktion eingereichten Anträgen und Vorlagen. Außerdem hat Genosse Dittmann am 8. Dezember 1925 im Barteiausschuß einen Bortrag gehalten über die technische Seite eines Boltsentscheids in Deutschland. Die Vertreter der Bezirke er hielten den Auftrag, ihrerseits in allen Bezirken über die und Aussicht des Bolksentscheids die Ansicht der ParteimitTagung zu berichten und besonders über die Durchführung glieder festzustellen. Der Parteivorstand hat sodann zum 19. Januar 1926 den Parteiausschuß einberufen, um zu der Frage endgültig Stellung zu nehmen. In feiner Sigung am 16. Januar beschloß der Parteivorstand einstimmig, an den Parteiausschuß den Antrag zu stellen, alle Vorbereitungen für die Durchführung eines Bolfsentscheids zur Fürstenabfindung zu treffen. Der Beschluß des Parteiausschusses vom 19. Januar erfolgte einstimmig. Da die Kommunisten durch einen Ausschuß bereits am 18. Januar einen eigenen Entwurf beim Ministerium des Innern eingereicht hatten, wurde beschlossen, den Allgemeinen Deutschen Gewert schaftsbund zu ersuchen, als vermittelnde Instanz einzugreifen, um zu erreichen, daß nur ein Gesezentwurf zum Volksbegehren und Bolfsentscheid eingereicht wird. Der Parteiausschuß beschloß ausdrücklich, daß die Aktion für das Boltsbegehren und den Volksentscheid von jeder beteiligten Organisation selbständig für das gemeinsame Ziel der entschädigungslosen Enteignung der Fürsten geführt wird. Unter dem Borsig eines Vertreters des Bundesvorstandes der Gewerkschaften kam dann nach gründlicher Beratung der befannte gemeinsame Gefeßentwurf zustande. Er wurde veröffentlicht mit der Vereinbarung der Parteien und am 25. Januar im Ministerium des Innern eingereicht. In der damaligen Publikation wurde durch die drei Bertreter der Organisationen erklärt: ,, Die beteiligten Organisationen werden die Aktion je de für sich selbständig führen. Sie sind sich jedoch einheitlich dessen bewußt, daß die gesamten Kräfte des werttätigen Bolles aufgeweďt werden müssen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Es gilt jetzt für jeden einzelnen, sein Bestes für diesen Sieg einzusetzen. Nach der Einreichung des gemeinsamen Gefeßentwurfs traten Vertreter unserer und der Kommunistischen Partei zu einer Besprechung zusammen, um die organisatorischen und finanziellen Richtlinien feftzulegen. Sie einigten sich auf folgende Punkte: 1. Herstellung und Finanzierung der Einzeichnungslisten sowie der erforderlichen Plakate mit dem Gesezentwurf und der Aufforderung zur Einzeichnung erfolgt je zur Hälfte durch die Sozialdemo fratische und Kommunistische Partei. 2. Die Einzeichnungslisten werden zentral hergestellt und an eine für jeden Bezirk vereinbarte Adresse geschickt. Der Bersand an sämtliche Gemeinden hat von dort aus mittels Einschreibebriefs oder gegen Rückquittung an alle Städte und Gemeinden zu erfolgen, 3. Die Plakatherstellung und-verbreitung erfolgt nach demselben Schlüssel durch beide Parteien. In den Bezirken erfolgt zwischen den beiden Parteien eine Berständigung über die zu bearbeitenden Gemeinden, damit doppelte Arbeit vermieden wird." Damit wurde also bestimmt, daß die Kosten für die Herstellung der Listen, der dazu gehörenden Begleitschreiben und Kuverts und des einzigen gemeinschaftlichen Plakates je zur Hälfte getragen werden sollen. Daraus ergab sich ganz von selbst, daß die beiden Parteien je zur Hälfte diefes Material herstellt und auch selbst bezahlt. Also, was sich aus den obigen Bereinbarungen automatisch in organisatorischer Beziehung von selbst ergibt, ist gemeinschaftlich nach Vereinbarungen zu regeln. Darüber hinaus sind teine gemeinschaftlichen Die Aftionen zwischen beiden Parteien vereinbart. Agitation unserer Partei für das Boltsbegehren und für den | ganze Bevölkerung für das Boltsbegehren mobil gemacht wirb und daß Millionen Wähler von ihrer politischen Pflicht Gebrauch machen, felbft darüber zu bestimmen, ob die Gelüfte der Fürsten auf das Bolfsvermögen abgewehrt und abgewiesen werden sollen. Der Parteivorstand hat bereits zu Beginn der Aftion unfere Bezirke verpflichtet, jofort Geldsammlungen einzuleiten, um die Organisation, der durch die Einleitung des Volfsentscheids und die Durch führung desselben ungeheure Roften entstehen, in den Stand zu feßen, die Aktion bis ins fleinste mit Erfolg durchzuführen. erstattung in der Presse seien nicht unbegründet. Die Sensation ge höre eben leider zu einer gewissen Presse, aber man müsse feststellen, daß es im Ausland nicht besser, sondern eher sálimmer als bei uns sei. Man dürfe auch nicht verfennen, daß die Gerichte selber häufig mitfchuldig seien. Der Prozeß der Gräfin Bothmer z. B. sei von Amts wegen zu einer großen Sensation aufgezogen worden, wären die Diebstähle von einer einfachen Arbeiterfrau begangen worden, fo wäre der ganze Fall wahrscheinlich in ein bis zwei Stunden polle tommen erledigt gewesen. Die sozialdemokratische Par teipreffe, bas molle er ausdrücklich feststellen, ma che diesen Unfug nicht mit Genosse Dr. Landsberg verlangte zun Schluß seiner Rede, daß die Gerichtskosten und Anwaltsgebühren später folgenden Boltsentscheid find pon jeder beteiligten Ror. poration selbständig zu führen. Darunter fallen alle Aufrufe, Bersammlungen und Demonstrationen. Wenn die Kommunistische Partei draußen im Auftrage ihrer Zentrale anders verfährt, so entspricht das nicht den Abmachungen und braucht unseren Genossen in feinem Bezirk und feinem Ort Beranlassung zu geben, etwa in gleicher Weise gegenüber der anderen Partei zu verfahren. Wir sind gewöhnt, zu dem zu stehen, was wir abmachen, und wir wissen, daß unsere Genoffen genau so verfahren werden. Eine gemeinschaftliche Arbeit mit der Kommunistischen Partei ist schon deshalb unmöglich, weil während der gan en Dauer der Borbereitung für das Boltsbegehren und den Boltsentscheid innen und außenpolitische Fragen von unserer Partei selbständig entschieden werden, und weil wir bei allen diefen Fragen im Gegenfag zur Kommunistischen Partei stehen. Für jeden Sozialdemokraten muß es selbst verständlich sein, die innere Geschloffenheit und Festigkeit der Partei und die Sammlung der Wählermassen in der Sozial 5 Millionen erhöht. Die Reichsregierung wird ferner erfucht, Truft zu veranlassen. Da das auf Schwierigkeiten stieß, wurde eine demokratischen Partei mit allen Kräften zu fördern. Die Vorbereitung des Volksbegehrens. Bis zum 8. Februar werden von den Zentralen an die Bezirke die Einzeichnungslisten mit Begleitschreiben und Couverts perfandt. In den Bezirken sind alle Adressen mit der Anzahl der an die Gemeinden zu verfchidenden Einzeichnungslisten bereitzuhalten, damit an dem Tage, an dem das Ministerium des Innern den Termin der Einzeichnung für das Boltsbegehren bekanntgibt, der Versand an die Gemeinden bewerkstelligt werden fann. Nach der Reichs- Stimm. ordnung sind alle Gemeinden verpflichtet, den Empfang der Listen auf Berlangen gegen Quittung zu bestätigen. Das ist aber nur aa notwendig, wo die Liften persönlich abgegeben werden. Erfolgt der Bersand per Post, so wird die Quiltung der Post für die sichere 3u stellung genügen. Die Gemeindebehörden find zur Auslegung der Eintragungslisten verpflichtet. Der§ 6 der Etimmordnung befagt: Unverzüglich nach Eingang der Bordrucke hat die Gemeindebehörde in ortsüblicher Weise befanntzugeben, wo, an welchem Tage und zu welcher Tagesftunde die Unterschriften in die Listen eingetragen werden fönnen. Die Bekanntmachung unterbleibt, wenn die Eintragungsliften so spät eingehen, daß nach den örtlichen Verhältnissen von der öffentlichen Bekanntmachung tein Erfolg mehr zu erroarten ist." Die Eintragungstage und Eintragungsstunden find sa zu legen, daß alle Eintragungsberechtigten der Gemeinde die Möglich teit haben, innerhalb der Eintragungsfrist sich in die Liste ein zutragen. Dabei sind die beruflichen Berhältnisse der Einwohner schaft tunlichst zu berücksichtigen. Fallen in die Eintragungsfrist Sonn oder öffentliche Ruhetage, so soll auch an diesen Tagen Gelegenheit zur Eintragung gegeben werden. Die Gemeinden haben also in üblicher Weise, d. h. durch die zugelassenen Zeitungen, die übilgen Bekanntmachungen zu erlassen oder durch Plakataushang und Ausschellen den Termin befanntzugeben, von welchem Tage an die Einzeichnungslisten und an welchen Stellen dieselben ausliegen. Der Eintragungsschein. So wie bei der Reichstagswahl fann ein Stimmberechtigter, wenn er während der Auslegungsfrist nicht in seinem Wohnort an wesend ist, sich vor der Abreise einen Eintragungsschein ausstellen laffen und an irgendeinem beliebigen Ort in Deutschland mit diesem Eintragungsschein in die Eintragungsliste einzeichnen. Außer den Eintragungslisten wird von beiden Bartelen ein - gemeinschaftliches Platat herausgegeben, enthaltend die Auf forderung zur Einzeichnung für das Boltsbegehren und den Tert des eingereichten Gesetzes. Für die Arbeit, tie durch den Versand der Plakate entsteht, muß in den Bezirken eine Berständigung mit der anderen Partei erfolgen. Cine folche Berständigung dürfte sehr leicht und schnell zu finden fein. Vor allen Dingen haben unsere Organisationen dafür zu sorgen, daß der Bersand der Einzeichnungslisten auf das allergewissenhaftefte erfolgt. Ebenso find unsere GeRossen verpflichtet, dafür zu sorgen, daß auch in den fleinsten Orten oder Gutsbezirken Plakate verteilt werden und die Bevölkerung auf die Einzeichnungslisten aufmerksam gemacht wird, well nach den Erfahrungen allzu leicht die amtlichen Bekanntmachungen übersehen werden. Unsere ganze Arbeit muß darauf eingestellt werden, daß die Der Tugendbund. Bon Paul Gutmann. Bulgaren und Griechen fonnten einander bis vor furger Belt, wie man zu sagen pflegt, nicht riechen. Einige behaupten, daß den Bulgaren die griechische Küche, in der Knoblauch bevorzugt wird, worüber schon Aristophanes gespottet hatte, unsymphatisch fei, worüber schon Aristophanes gespottet hatte, unsymphatisch fei, während die Griechen den Geruch von Yogurt und Juchten bei den Bulgaren nicht ausstehen konnten. Andere wieder führen die tra ditionelle Feindschaft auf den griechischen Kaiser Bafilius Bulgarof. tones, den Bulgarentöter, zurüd, ber etwa im Jahre tausend über zwanzigtausend gefangenen Bulgaren die Augen ausstechen ließ, was in jenen barbarischen Zeiten ein Lieblingssport der Herrschenden ge wesen sein muß; ferner auf die Tatsache, daß die Bulgaren eine fatale Borliebe für griechische Frauen und Mädchen zeigten. Wie dem auch sein mag, die Feindschaft war vorhanden. Die Rechtsprechung deutscher Gerichte. Die Beratung des Juftizetats im Reichshaushaltsausschuh unbedingt abgebaut werden müßten. zunächst den Antrag feines Unterausschusses betreffend Untersuchung In seiner gestrigen Sißung nahin der Reichshaushaltsausschuß und Abgeltung der Hochwasserschäden einstimmig an. Durch diesen ber Geschädigten bereitgestellte Betrag von 3 auf Antrag wird der zur Linderung der dringendsten Not alle in Betracht tommenden Behörden durch die Landesregierungen anweisen zu laffen, den Geschädigten jede mögliche Hilfe und Er. leichterung zu gewähren. Auch soll baldigst ein Sachverständigen. ausschuß eingefeßt werden, der die Ursachen der sich häufenden Hoch wasser zu untersuchen und mit tunlichster Beschleunigung Vorschläge zur Einbämmung der Hochwasser auszuarbeiten hat. In der fortgesetzten allgemeinen Aussprache über den Etat des Reichsjustiza mts fritisierte Genosse Dr. Rosenfeld den wiederholten Ausschluß der Deffentlichkeit in den e meprozessen, die zu der Auffaffung zwängen, daß durch folche Heimlichkeiten die Hintermänner dieser dunklen Machenschaften gedeckt werden sollten und fragte dann weiter, wie es jetzt mit der Bragis der Begnadigung in Landesverrats pro Beffen stände. Wir hätten doch jetzt beffere Beziehungen zum Aus. land. Die bisherige Rechtsprechung, von der er verschiedene Fälle anführte, sei vollfommen unhaltbar und habe Deutschland innen und außenpolitisch schon den schwersten Schaden zugefügt. Wie fonnten heut noch Berurteilungen wegen Landesverrat aufrecht erhalten werden, die erfolgt seien, weil mitteilungen über die Schwarze Reichswehr an die Deffentlichkeit gebracht wären. lleber die Schwarze Reichswehr haben die Ententemächte schon lange weit genauer Bescheid gewußt als die deutschen Abgeordneten. Die Ausführungen von Dr. Rosenfeld wurden vom Abgeord. neten Dr. Haas( Dem.) lebhaft unterstützt. Gen. Dr. Rosenfeld wandte sich dann nochmals dem Falle andt zu und kritisierte die Ablehnung des Wiederaufnahme gefuchs durch das Reichsgericht auf das schärffte. Selbst der Reichs. anwalt habe die Wiederaufnahme befürwortet. Für die Ablehnung feien Gründe angeführt, die das Gegenteil von dem behaupten, was in dem ursprünglichen Urteil gesagt worden sei. Auch der Abgeord nete Dr. Saas( Dem.) bezeichnete die Begründung des reichsgericht. lidhen Urteils gegen Wandt als einen schweren außenpolitischen Gehler. Wenn das Reichsgericht schon solche Streiche mache, bann dürfe man sich freilich nicht wundern, daß die Gerichte der Länder in ähnliche Fehler verfielen. Staatssekretär Jo el erflärte, daß eine Renderung der Gnadenpraxis bei Berurteilungen wegen Landesver. rats generell nicht eintreten werde und wies die Angriffe von Dr. Rosenfeld auf das Reichsgericht zurück. Er wurde darin von dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses, dem Abg. Dr. Rahl( D. Bp.) unterstügt. Dieser mußte allerdings auf eine Frage von Dr. Rosen, feld zugeben, daß er die Reichsgerichtsurteile nicht gelesen habe. Genosse Dr. Landsberg wandte sich gegen Aeußerungen von Dr. Emminger( Banr. Bp.), der die Einfeßung von parlamenta rischen Untersuchungsausschüssen, insbesondere des neuesten über die Fememorde sowie die sensationelle Berichterstattung der Presse über Gerichtsverhandlungen getadelt hatte. Was den Untersuchungsaus fchuß für die Fememorde betreffe, so sei deffen Eriftenzberechtigung nicht zu bestreiten. Nur derjenige tönne ihn fürchten, der nicht wolle, daß in die Hintergründe der Fememorde hineingeleuchtet werde. Ronflitte zwischen dem Ausschuß und den Gerichten und der Staatsanwaltschaft tönnten nicht eintreten, denn es würden nur die Aften über bereits rechtskräftig erledigte Sachen zur Untersuchung herangezogen werden. Die Beschwerden über sensationelle Prozeßbericht. Dichterabend im Reichstag. Sonntag war es und abends um acht, Dunke.heit und mächtige Kälte lagen schon über der Stadt, für die Kinos, die Kabaretts, die Theater war das wohl richtige Zeit, nicht aber für eine Reichstags. figung für den Ernst, für die Arbeit. Doch obwohl auf teinem der Türme des Wallot Baues die schwarzrotgoldene Fahne flatterte, herrschte um die seltsame Stunde ein Andrang wie bei ganz großen Tagen. Lange vor Beginn der Sigung war der Saal überfüllt. Hunderte mußten stehen, feierlich waren die männlichen, feftlich die weiblichen Abgeordneten gefleidet. Georg Engel eröffnete die Sigung, zu der der Verband deutscher Erzähler geladen hatte, begrüßte die Erschienenen, die vielen Würdenträger unter ihnen und insbesondere den Dichter Arther Schnißler, mit ihm eine große Künstlerin, die die Absicht habe, Roftbares von seinem Wert zu fünden: Elsa beth Bergner. Das war nun ein rührendes, unvergeßliches Saicherl, zaghaft, bubitöpfig und mit märchenhaftem Gilbermeiß Bild, wie die berühmte Schauspielerin, in dem Moment ein armes behängt, auf dem Blag des deutschen Reichsfanglers hodie, neben ihr der Wiener Dichter, sinnig faß er auf dem Plaz des Außenministers. Bom hochlehnigen respettablen Stuhl des Reichstagspräsidenten aus sprach die Bergner mit fnabenhaft flarer Stimme Schnißlers No. pelle Fräulein Elfe". Sie schuf fie neu, lebte fie vor, ließ tausend Menschen miterleben, hatte eine Stunde der Gnade, wie sie felbft den Größten nur selten geschenkt wird. Nun vernehmen wir zu unsrer freudigen Ueberraschung, daß beide Nationen sich auf einem gemeinsamen Boden, dem der Sitt. lichkeit, gefunden hätten. Nachdem Bangalos, der griechische Dit. tator, bas Tragen der furzen Röde verboten hatte, ließ es den Bul. garen feine Ruhe und sie erklärten den modernen Tänzen den Krieg. Am Hofe des Königs und bei allen Leuten, die etwas auf sich halten, mit dem Godiva- Erlebnis, verflungen war, brach ein Beifallsbonner Nachdem das traurige Erlebnis von Fräulein Else, der Bürgerin dürfen nur noch Bolka und Walzer und die nationalen Tänze gelos, auf allen Banten, von der äußersten Rechten bis zur äußersten tanzt werden. Bermutlich haben zum Zerfall des alten Hellas die Linken, wie er selbst in diesem oft lärmvollen Hause nur selten genadten Beine, die uns an den griechischen Statuen noch heute so hört werden wird. Der Dichter tam nunmehr selbst an die Reihe, entzücken, wesentlich beigetragen, und vielleicht erblicken die Bul seine Vorlesung wirfte erfrischend, hell mar es im Saal, heller auch garen im Boston und Shimmy eine Art Carmagnole, wie sie vor das Thema seiner Wahl, obschon es von feinem Selbstmord handelte, der Bariser Guillotine getanzt wurde. Immer war es ber Ausbruch vom niemals ausgeführten Selbstmord best. Leutnant elementarer Natur, der einer Revolution voranging, und wie es Guft 1" nämlich. Der Wiener Poet offenbarte bei dieser Gelegen höchst verderblich war, daß die Frauen des Thermidor ihre ent. heite eine charmante Bortragsfunft. Auch ihm jubelte man nicht wenig zu, demonstrierte gern babei auch für seiner Heimat politischen blößten Brüste zeigten, so verraten vielleicht die kurzen Röde einen Anschluß an die deutsche Republit; der österreichische Gesandte war bevorstehenden Bulfanausbruch. Wer weiß, ob diese verdächtige im Hause. Groß war dieses Abends Erlebnis. Jugend, die sich zu den Tänzen primitiver Bölter bekennt, nicht Erich Gottgetreu hochst Berwerfliches im Schilde führt, und ob es nicht beffer fei, zu den frommen Bolkas und Ländlern des Wiener Kongreſſes zurück. zukehren. Eine Königin tönnen wir uns nur mit langer Schleppe porstellen, und es ist wahrscheinlich sehr unflug, wenn die höfifche Städterin diefelben kurzen Röde trägt, wie ein gewöhnliches Bauern mädchen, dem fie doch imponieren sollte. Solch ein plumper Bauern fchel tönnte auf recht unpassende Gedanken fommen. Jedenfalls haben Griechen und Bulgaren sich a einer gemein. famen Blattform gefunden. Kein Bulgarentöter braucht diese mehr ihrer Augen zu berauben, wenn sie auf griechische Frauen und Mädchen gar zu lüfterne Blicke werfen. Bei den Klä en des Donau walzers werden fie sanft von Freundschaft träumen, und wenn Boris feine Benelope im Arm hält, wird er die freudige 1..berzeugung haten, ein Pionier der Sittlichkeit in Europa zu sein. Wieviel deutsche Zeitschriften gibt es? Es ist während der In flationszeit viel von dem„ Sterben" ber deutschen Zeitschriften die Rebe gewesen, aber nach der internationalen Statistik für das Jahr 1924, die Erich Körner für das Berner Urheberrechtsbureau be arbeitet hat, befinden sich die deutschen Beitschriften in voller Re tonvaleizenz". Die Gesamtzahl der regelmäßig in deutscher Sprache erscheinenden Zeitschriften wird auf 16 000 geschäßt: dazu gehören freilich alle Beitschriften deutscher Zunge. Im Jahre 1924 wurden 883 Zeitschriften neu gegründet; für die drei ersten Monate von 1922 ist die Zahl noch günftiger; es sind nämlich 314. 1908 gab es in Deutschland 6040 Fachzeitschriften; 10 Jahre später, am Ende des Weltkrieges, waren es nur noch 4300. 1924 betrug die Bahl wieder 4730, wovon 446 land- und hauswirtschaftliche Fragen, 305 Literatur und Politit, 295 industrielle und technische, 238 medi zinische Fragen behandelten. Aufsichtsrat Franz Behrens. Seit längerer Zeit versucht die ausländische Zündholzindustrie, 3 die deutschen Unternehmungen zum Anschluß an den ausländischen besondere äußerlich deutsche Aktiengesellschaft gegründet, tie diese Aufgabe unter neutraler Flagge durchführen soll. Dieses Unternehmen, die Norddeutsche Zündholz. G., deren Kapital fürzlich von 1 auf 5 Millionen Mart erhöht worden ist, unterliegt zu vier Fünfteln dem ausländischen Einfluß. Die Kapitalerhöhung ist vorgenommen worden, um die Berhandlungen über den Erwerb mehrerer deutscher Zündholzfabriken erfolgreich zu beenden, nachdem die Zündholzfabrik August Kolbe u. Co. in Banow bereits für 580 000 m. getauft wurde. So weit handelt es sich nur um eines der üblichen Laufmännischen Geschäfte. das für die breitere Deffentlichkeit Dhae besondere Bedeutung ist. Ein besonderes Gesicht erhält diese Angelegenheit aber durch die Tatsache, daß der Versuch, eine deutsche 3nbu ftrie vollständig an das Auslandstapital auszuliefern und die deutschen Verbraucher der Macht eines Aus landstrufts zu unterwerfen, von dem deutschnationalen Reichstags, abgeordneten Franz Behrens tatkräftig unterstützt wird. Herr Franz Behrens, der wegen der Finanzierung der Befreiungsverfuche Don Fememördern von der Le'tung des christlichen Landarbeiter. verbandes enthoben wurde, scheint sich nun auf geschäftl.cm Gebiet betätigen zu wollen. Er ist nämlich Mitglied des Aufsichtsrats der Norddeutschen Zündholz A- G. geworden. Will Herr Franz Behrens, diese Zierde der deutschnationalen Reichstagsfrattion, etwa mit feinen wahrscheinlich nicht geringen Aufsichtsratstantiemen einen neuen Fonds schaffen, um die Be freiungsaftion für Fememörder fortzusetzen? Worte statt Taten. Tie neue Regierung zur Erwerbslosenfürsorge. die Knappschaftenovelle unterbrochen, um in der Sigung vom Der soziale Ausschuß des Reichstags hat seine Beratung über 8. Februar das vom Reichskanzler Dr. Luther angefündigte Bro gramm der neuen Regierung zur Erwerbslofen. fürsorge im einzelnen entgegenzunehmen. Ministerialrat Dr. Beigert gab einleitend einen Bericht über den Stand des Ar beitsmartts, monach bisher von einer Berbesserung nicht die Rede fein fann. Die monatlichen Ausgaben für die unterstützende Er. werbslejenfürsorge werden von der Regierung mit 114 Millionen, die Beitragseinnahmen mit 40 Millionen geschätzt, wonach also von der Sozialdemokratie bereits in den Beratungen des Haushalts74 Millionen vom Reich aufzubringen wären. Diese Schäßung ist ausschusses als falsch bezeichnet worden. Auf Grund dieser ungünstigen finanziellen Situation erflärte die Reichsregierung nuninehr, nur die dringlichste Aufgabe, nämlich die Kurzarbeiterunterstüßung in Angriff nehmen zu mollen. Es wurde eine Berordnung angefündigt. In allen übrigen Fragen, Erhöhung der Unterstützungsfäße, Aufhebung der Karenz geit, Berlängerung der Dauer der Unterstügung und in der Ge währung von ein naligen Beihilfen an die Ausgefter erten soll nichts gefchehen. Die wohlwollenden Werte, die der Reichskanzler Dr. Luther in seiner Regierungserklärung für die notleidenden Er. arten. Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion wird nunmehr werbslosen gebraucht hat, maren also nichts als Redens. von fich aus zu der morgen stattfindenden Ausschußsizung die er forderlichen Anträge einbringen. Zu dieser„ Bilderstürmecei". Es berührt eigentümlich, in der Berliner Siegesallee Friedrich Wilhelm II., das Bild gedenhafter Beschränktheit und unbeherrschter Sinnlichkeit, mit Kantan einem Denfmal verbunden zu sehen; den König, eine unrühmliche Episode preußischer Geschichte, in voller Gestalt cuf dem Boftament, den großen Philosophen als Büste bescheiden über dem Halbrund der hinteren Marmorwand emporragend. Jener, ohne Berdienst, durch bas bloke Recht der Geburt auf einen hohen Blag gestellt, ein licht. fcheuer Feind geistigen Fortschritts, der das rollende Rad der Weltgefchichte zum Stillstand oder zur Gegenbewegung bringen will und Kant, der Handwerkerssohn, der sich zum Rönig im Reiche der Wissenschaft aus eigener Kraft emporgearbeitet hatte. nun bedente man, was dieser Mann gerade unter Friedrich Wilhelm II. und durch ihn erleiden mußte, und man wird es begreifen, daß er am wenigsten dazu auserfehen werden durfte, dessen Regierungszeit zu verherrlichen. Und nicht etwa von einem Revoluzzer, sondern von ordentlichen Uni So zu lesen in dem Bändchen Immanuel Kant", geschrieben versitätsprofessoren der Philosophie, Rülpe und Messer, und er Ichtenen 1917, also noch unter der Monarchie Wilhelms II. Erstes dänisches Theatergaffspiel in Deutschland. Das danij Theaterensemble von Aarhus gab Ende Januar das erste dänische Theatergaftfpiel auf öffentlicher deutscher Bühne im Staatstheater Flensburg. Kulturelle Zusammenarbeit führender deutscher und die feit 1864 öffentliche Theatervorstellungen in Flensburg und der dänischer Kreise hat alle Hindernisse und Bedenken hinweggeräumt, übrigen beutschen Nordmart unterbunden hatten. Holbergs alte Komödie„ Erasmus Berg", die törichtes Gelehrtentum geiftvoll ver [ pottet, fand vor ausverkauftem Hause in guter Besetzung der männ lichen Rollen braufenden Bublifumsbeifall. Die Frauengestalten waren bis auf eine Ausnahme tünstlerisch unzureichend beseßt, die Regie wenig modern. Durch dieses erste dänische Gastspiel ist nun auch der Weg fret für deutsche Theatervorstellungen im abgetretenen G. S. Gebiet. bibliotheken die Vorschrift erhalten, bis Ende Februar die ganze Bildungsdiktatur. In Leningrad haben sämtliche 120 Bolts. belletristische Literatur aus der Borkriegszeit zu entfernen. Falls nach diesem Termin in den Bibliotheken die alte schädliche" Literatur zu finden sein wird, sollen die Bibliothelsleiter zur gerichtlichen Ber antwortung gezogen werden. In den Leningrader Zeitungen, bie diese Berordnung publizieren, ist nicht gefagt, welche von den alten Schädliches selbst bei Buschfin, Turgenjew und Tolstoi gefunden Autoren zu den schädlichen" gehören. Es verlautet jedoch, daß wurde, Bertolt Brechts Baal" tirb von der Jungen Dübne Conntaa, vorm. 11%, Uhr, ni im Leifing Theater, fondern im Deutschen Theater aufgeführt Gelofte Starten müssen an der Kaffe des Deutschen Theaters umgetauscht werben. Der deutsche Wulffieg Berrard Shaws", ein Vortrag von Elecfried rebitsch, finbet am 8.2. in her Berliner Sezeifion Kurfürstendamm 232 statt. Profeffor Riemerschmidt wurde am Montag in Köln in fein neues Amt als Direktor ber Runstgewerbe und Handwerkerschule der Stadt Stölz jowie der Gewerbeförderungsanstalt für die Rheinproving eingeführt. → Der Todesritt der deutschen Flotte. Ein englischer Fachmann über deutsche Admiralsmärchen. Der Admiral v. Trotha tat als Zeuge vor dem DittmannAusschuß seinen felsenfesten Glauben daran fund, daß ein Ausfall der deutschen Flotte Deutschlands Sieg in legter Stunde heraufgeführt hätte. Nun stellt sich jedoch heraus, daß die Todesfahrt der deutschen Kriegsflotte von englischen Fach freifen ganz erheblich anders beurteilt wird als von Herrn von Trotha und seinen deutschen Kollegen. T Ein englischer Marinefachmann, namens Maurice Prendergast, von 1916 bis 1921 Herausgeber des Flottenbandbuches Fighting Ships( Kampffchiffe") beweist in einer Buschrift an die Daily News" nämlich, daß der deutsche Angriffsplan ein er einfall für die Deutfchen selbst gewesen wäre. Einmal ist der briti fchen Admiralität der deutsche Plan durch ihren Spionage dienst bekannt gewesen. Dann veröffentlichte im Spätherbst 1918 eine holländische Zeitung eine durchaus wahrscheinlich flingende Darstellung des deutschen Angriffsplanes. Ferner hatte man in London den deutschen Angriffsplan als eine vermutliche Idee der deutschen Seeleitung selber ausgearbeitet und viertensund das ist die Hauptsache erzählt Prendergast folgendes: Seit dem April 1918 begann die deutsche Marine in der Höhe des Firth of Tay ein großes Minenfeld zu legen. Das erregte nun gleich das ganz besondere Interesse der Engländer. Alle frü heren deutschen Minenfelder befanden sich dicht an der Küste, bezweckten die Störung der Handelsschiffahrt und hatten einen zu leinen Umfang. Das neue Minenfeld dagegen war viel größer und lag in offener See. Die Auslegung der Minenfalle wurde in größtem Maßstab unternommen. Nach der Aussage eines deutschen Marineoffiziers arbeiteten nicht weniger als fünfzig Unterfeeboot Minenleger an der Auslegung des großen Minenfeldes. Das fiel den Engländern auf, fie trafen Gegenmaß nahmen und wahrten dabei das Geheimnis in porbildlicher Weise. Wenn eine neue Portion Minen verfentt war, so wurde fie fofort von den britischen Minensuchern beseitigt. Nicht weniger als 69 Minensucher widmeten sich Ende Oftober 1918 der Aufgabe, bas Minenfeld am Belle Rod zu fäubern. Ende Oktober hörte das Minenlegen auf. Offenbar betrachtete die deutsche Marine den Bau der Kolossalfalle als beendet. Nun begannen sich deutsche Unterseeboote am Ostende des von ihnen gelegten und von den Engländern ohne ihr Wissen beseitigten Minenfeldes als Torpedonester" zu versammeln Der Tag" follte nun folgendermaßen verlaufen: die deutsche Hochfeeflotte sollte in ihrer gesamten Stärfe ihre Operationsbasis verlassen und einen schweren Angriff auf die englische Südküste und den Kanal ausführen. Die britische Kampfflotte würde zum Gegenangriff aus ihren schottischen Operationsbasen herauskommen und mitten auf das Minenfeld ven Belle Rod oder in den Bereich der Torpedonester" stoßen. Die Reste, die der Zerstörung in der Riesenfalle entgingen, würden dann von der deutschen Hochseeflotte bei Terschelling abge fangen und vernichtet werden. Der ganze Plan beruhte darauf, daß er geheim blieb. Aber dies Geheimnis war von uns völlig gelüftet worden. Am Abend des 8. November lag die deutsche Hochfeeflotte fertig zur Ausfahrt. Hätte fie die Ausfahrt gemacht, so wäre sie völlig zugrunde gegangen. Der Reichtagsausschuß follte, so schließt Prendergast ironisch seine Mitteilungen, ben beutschen Matrofen, die durch Meuterei die letzte Ausfahrt der Hochseeflotte verhinderten, wirklich dankbar sein. Denn wenn die Mannschaften nicht gemeutert, wenn die deutsche Flotte ihren Angriffsplan durchgeführt hätte, so würde fidh der Unterfuchungsausschuß die nächsten zwanzig Jahre bem Berfuch widmen müffen, herauszubekommen, warum die deutsche Flotte im November 1918 eine der verheerendsten Ratastrophen erlitt, von denen die Seefriegsgeschichte berichtet". War das Minenfeld aber befelfigt, dann war ber Angriffsplant der deutschen Seekriegsleitung zerstört. Die schottische Flotte batte freien Weg nach dem Süden. Wäre die deutsche Flotte ausgefahren, dann wäre sie von Norden in die Zange genommen worden und aller Boraussicht nach höchstens knapp davongekommen, wenn nicht fläglich von überlegenen Streitkräften vernichtet. Man wird mit Spannung die Erwiderung der deutschen Marine. treise auf die sensationellen Feststellungen des Engländers abwarten. Um die Unermeßlichkeit des Frevels der meuternden Matrosen zu Gegen die Reichsbahnverwaltung. Einmütigkeit des Reichstags. Die Sigung des Reichstags wird um 34 Uhr vom Präsidenten Lobe eröffnet. Am Miniftertisch hat neben dem Reichsverkehrs minifter Krohne Reichsaußenminister Stresemann Blag genommen. Bor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Reichsaußenminister Htalienischen Rammer feten über das Verhältnis 3taliens zu Dr. Stresemann das Bort, um zu erklären: In der Sigung der Deutschland Ausführungen gemacht worden, die die deutsche Re gierung zwingen, baldigit Stellung dazu zu nehmen. Er bitte, bie bazu eingebrachte Interpellation auf die Tagesordnung der mor. gigen Sigung zu sehen. Am Schluß der heutigen Sigung soll darüber Beschluß gefaßt werden. Abg. Schulz( Komm.) stellt den Antrag, daß auf die heutige Tagesordnung ein von den Kommunisten eingebrachter Gefeßentwurf über Kurzarbeiterunterſtügung gestellt wird. Abg. Aufhäuser( Soz.): Der Reichstag tann sich nicht länger der Pflicht entziehen, die Frage der Erhöhung der Erwerbslofenunterstügung felbft in die Hand zu nehmen. Durch die Bassivität der Regierung ist der Ausschuß in seinen Beratungen bisher lahmgelegt worden. Heute morgen hat die Regierung im Ausschuß endlich ihre Maß nahmen gegen die Erwerbslosennot angekündigt. Es befindet sich nicht darunter die Erhöhung der Unterstüßung( hört, hört), die Karenzzeit soll bleiben, die Kurzarbeiterfrage soll in Zag mehr zu verlieren, um das wieder einzuholen, was durch die neuer Weise geregelt werden, die ganz unzulänglich ist. Jest ist kein Baffivität der Regierung bisher versäumt worden ist. Wir werden heute noch unsere Anträge dazu formulieren und sie morgen dem Ausschuß einreichen. Es ist deshalb awedmäßig, jezt feine Debatte darüber zu führen. verstanden erklärt, wird der kommunistische Antrag ohne Nachdem sich Abg. Schulz( Komm.) mit diesem Borschlag ein Aussprache dem sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Drei deutsch nationale Anträge auf Aenderung bes Reichsfnapnschaftsgesetzes und der Reichsversicherungsordnung, fowie zu Maßnahmen gegen die Stellenlosigkeit von älteren Angestellten werden debattenlos dem Ausschuß überwiesen. über die Es folgt die Beratung des ersten Teilberichts des Ausschusses Rechtsverhältnisse der Reichsbahn. höheren Beamten in diese Stellung hineinzubringen. Die Reichs bahnverwaltung ist mit vollem Bewußtsein auf die Entwicklung, wie wir sie jest jehen, hingesteuert. Wenn Stinnes, wie es feine Absicht gewefen ist, die Reichsbahn in seine Hand bekommen hätte, dann hätte es auch nicht schlimmer fommen fönnen.( Sehr wahr! Beamten im Sinne der Reichsverfassung find. Die Meinungen und b. d. Saz.) Die grundlegende Frage ist, ob die Reichsbahnbeamien Urteile gehen darüber auseinander. Wir erwarten von der Regierung eine Zusammenstellung dieser Urteile, damit wir eine Klar stellung der Frage erzielen fönnen. Daß nicht schon längst eine solche Klarstellung erfolgt ist, fällt jenen höheren Beamten zur Last, die damals die Abmachungen getroffen haben. In der Begründung des Reichsbahngefeßes ist ausdrücklich gesagt worden, daß die Reichsbahnbeamten Beamte im Sinne der Reichsverfaffung sind. Nun frage ich: Wie verhält sich diese Zusicherung mit dem, was den Reichsbahnbeamten bisher widerfahren ist?( Sehr richtig! b. d. Soz.) Es ist den Beamten nichts anderes als die Pflichten übrig. geblieben, die Rechte hat man ihnen genommen. Man unter stellt sie dem Disziplinargericht der Reichsbahn, man erläßt für sie besondere Geseze, aber man verweigert ihnen die Rechte der an deren Beamten. Wenn man aber den Beamten die Pflichten gibt, dann muß man ihnen auch die Rechte der Reichsbeamten laffen. Sogar die Möglichkeit, ihr wahlrecht bei den kommu nalen Bertretungen auszuüben, wird ihnen genommen. Man hat den Eisenbahnbeamten versprochen, daß ihnen die wohlerworbenen Rechte gesichert werden. Dieses Versprechen muß auch gehalten werden. Sie können sich auch nicht damit einverstanden erklären, daß sie ohne Warte geld abgebaut werden. Aber gerade bei der Eisenbahn ist ein Abbau vorgenommen worden, wie bei feiner anderen Behörde des Reiches. Besonders schlimm ist man gegen die technischen Angestellten vorgegangen. Der Reichstag hat Schreiben eines Maschinenpugers aus Dresden erhalten, dem nach perlangt, daß mit dem Abbau ein Ende gemacht werde, doch die Reichsbahn hat sich danach nicht gerichtet. Heute erst habe ich ein jahrzehntelanger Diensterfüllung jezt gekündigt worden ist. Wie aber geht der Abbau bei der Reichsbahn vor sich? Die ständigen Kräfte werden entlaffen; dafür werden nicht ständige Kräfte eingestellt.( hört! hört!) Bei der Ueberführung der Angestellten in das Beamtenverhältnis ist ihnen alles mögliche versprochen worden, nichts davon wurde gehalten. Hie und da haben wir Milderungen erreicht, aber eine generelle Aufräumung dieser Mißstände ist nicht durchgesetzt worden. Die Beamten werden in Arbeitervera lleber die Ausschußverhandlungen berichtet Abg. Groß( 3.). Der hältniffe übergeführt, trotzdem sie weiter BeamtenAusschuß legt folgenden Antrag vor: I. Die derzeitige Berfonalpolitit der Deutschen Reichs. babnoesellschaft findet nicht die Billigung des Reichstags. Ins besondere, weil die bei Beratung des Reichsbahn- und Reichsbahnpersonalgefeßes im Reichstag abgegebenen Erklärungen und Zufiche rungen nicht eingehalten werden. II. Die Reichsregierung soll ersucht werden, ihren Einfluß auf die Deutsche Reichsbahngesellschaft geltend zu machen, bamit 1. die Rüdüberführung von planmäßigen fündbaren Be amten in das Arbeiterverhältnis endgültig aufhört, 2. der weitere Massenabbau von Beamten und Arbeitern eingestellt und etwa noch nötige Bersonalvermin. derungen durch natürlichen Abgang erledigt werden, entstandene Rechts ungleichheit und materiellen Benachteili3. die durch den nachträglichen Abbau in bestimmten Bezirken gungen beseitigt werden, 4. die in das Arbeitsverhältnis überführten ehemaligen plan mäkioen Beamten in erster Linie wieder in das Beamtenverhältnis zurücküberführt werden, 5. Die rechtlichen und geldlichen Folgen der unter unzulässigem Drud( Drohungen mit Kündigung und Berlust des Wartegeldes) er. folgten Rüdverfeßung ins Arbeiterverhältnis wieder gutgemacht werden. Ferner: III. b) dafür Sorge zu tragen, daß Personalvertreter in den Verwaltungsrat berufen werden, a) einen Gefeßentwurf vorzulegen, nach dem geeignete beweisen, ſtellten sie bisher ben Sieg in der Todesfahrt als sicher hin. Wartestandsbeamte der früheren Reichsbahn unter Wahrung der Be Mollen sie sich jetzt nicht selbst Lügen strafen, dann müßten sie zustimmungen des Reichsbeamtengefeßes zum Dienst bei der Reichs. geben, von den englischen Gegenmaßnahmen nichts bahngesellschaft herangezogen werben fönnen, geahnt und nichts gegen sie vorbereitet zu haben. Mit blinden Augen wollten die deutschen Admiräle in die Grube stürzen, die sie den Engländern gegraben hatten. Die Matrosen haben die Hochfec flotte vor dem friegerischen Untergange gerettet, in ben sie die See friegsleitung hineinführen wollte. Wieder ist eine Doldstoßlegende zerstört. Die Preußische Städteordnung. Zurückziehung des Entwurfs? Nuf der kommunalpolitischen Tagung der Demokraten ist am Sonntag ein Antrag auf 3urudziehung der Breuß schen Städteordnung einstimmig angenommen worden. Dazu schreibt der ,, Demofratische Pressedienst": Die demokratische Landtagsfraktion hat schon vor dem ab. lehnenden Beschluß des Kommunalpolitischen Ausschusses der deut fchen Demokratischen Partei zu der Frage der Preußischen Städte ordnung Stellung genommen und ist im Hinblid auf dieses Gefeß ebenfalls zu einer Ablehnung gelangt. Bei der Ablehnung des vorliegenden Gefeßentwurfs war für die Demokraten entscheidend, daß bei einer Annahme eine Reihe notwendiger fom munaler Reformgefeße für die nächsten Jahre unmöglich würden. Ebenso entscheidend war die Tatsache, daß der vorliegende Gefeß. entwurf dem demokratischen Gebanten der Selbst perwaltung nicht entspricht. Dazu fam, daß bas große Bert der Berwaltungsreform empfindlich dadurch geschädigt werden würde, wenn diesem Bert durch die jetzige Art und Weise ein Teil Dorweg genommen würde. Die demokratische Fraktion hat den Sonntagsbeschluß daher feineswegs als eine Unfreundlichkeit auf gefaßt, fondern dieser Beschluß be dtlich durchaus mit ihrer eigenen Stellungnahme. Nach zuverlässigen Mitteilungen bestehen auch bei anderen Parteien ernste Bedenten gegen die Ge. fegesvorlage, so daß damit zu rechnen ist, daß die Preußische Städte ordnung nach ihrer jehigen Geftalt nicht Gefen werden wird." Es wird feinen für die Idee der Selbstverwaltung eintretenden Politifer geben, der der neuen Breußischen Städteordnung in ihrer jeßigen Fassung eine Träne nachweinen wird. Sie bedeutet in wichtigen, entscheidenden Bunkten einen so starten Rüschritt, daß man den jezigen Zustand einer beflagenswerten Bersplitterung des Rommunalrechts einer Reform vorziehen wird, die von allen Anhängern der freien Gemeindearbeit verworfen wird. Politische Inflationsfolge in Frankreich. Das Linksfartell hat gestern bei einer Bezirkswahl in Paris- Boiffy eine Niederlage er fitten. Obwohl die Kommunisten auf eine Kandidatur verzichtet hatten, erhielt der Kandidat des Kartells nur 2161, der Kandidat der Rechtsparteien 2227 Stimmen. Der deutsche Gesandte in Budapest, Graf Befcaet, ift ab. berufen und hat sich von Horthy und Genoffen bereits verabschiedet. Sein Nachfolger ist noch nicht ernannt. Der Geschäftsträger leitet die Gesandtschaft. Ban Hamel, bisher Leiter der Rechtsabteilung des Böllerbunds felretariats, wird bereits in den näbsten Tagen Genf verlassen, um sein neues Amt als Dberfommissar bon Danzig anzutreten. c) Verhandlungen zur Aenderung des Reichsbahngefehes, ins befondere des§ 24 einzuleiten und dem Reichstag möglichst bald einen entsprechenden Gefeßentwurf vorzulegen. Abg. Steinkopf( S03.): In die Erörterung der Berhältnisse bei der Reichsbahn spielt auch der Konflikt zwischen der Reichsbahn und dem Reichsarbeitsminifterium hinein. Bielleicht trägt das reinigende Gewitter, das heute über die Reichsbahngesellschaft niedergehen soll, dazu bei, um auch diesen Konfliktsstoff zwischen der Reichsbahn und dem deut. schen Bolte zu beseitigen. Der Teilbericht des Ausschusses. berührt mur Personalfragen, es fommen aber auch noch andere Fragen, so der Tarif und der finanziellen Berhältnisse in Betracht. Durch den Bericht wird der Martyrerweg gezeichnet, den die Beamten der Reichsbahn bisher gegangen find. Auf diesem Wege liegt der Berluft von Rechten und der Aufzwingung von Maßnahmen bis zur Verpflichtung, Streitbrecherbiente zu leiften. Ich fühle mich verpflichtet, allen beteiligten Beamten den Dant für ihre freue Pflichterfüllung auszusprechen. Troß der Be handlung, die sie erfahren haben, erfüllten sie ihre Pflicht im volfen Maße. Um so mehr ist es notwendig, jegt volle Klarheit über die Rechtsverhältnisse bei der Reichsbahn zu schaffen. Heute glauben ia verschiedene Parteien Triumphe feiern zu tönnen, fie behaupten, alles vorausgefagt zu haben, wie es gelommen ist. Aber der Weg vem August 1924 war der einzig mögliche, um überhaupt zu geordneten politischen Verhältnissen zu tommen. Ein anderer Weg war damals nicht möglich.( Sehr richtig! bei den Soz.) Was wir beflagen ist, daß die Entwidlung der inneren Zustände ber Reichsbahn einen Gang genommen hat, der mit dem Reichsbahngefeh nichts mehr zu tun hat. Es wäre vielleicht nicht soweit gekommen, wenn man fich damals entschlossen hätte, auch das Personal in den Berwaltungsrat hin einzunehmen. Manche Mitglieder des Verwaltungsrats wiffen nichts davon, wie es unter dem Bersonal zugeht. Wenn ein Vorwurf er. hoben werben tann, so ist es der, daß wir den deutschen höheren Beamten zu sehr vertraut haben. Es waren deutsche höhere Beamte, die tie Berhandlungen geführt, die im August 1925 Berfprechungen gemacht haben, auf die wir uns ftügten. In diesem Vertrauen find wir außerordentlich schmer getäuscht worden. Einer dieser höheren Beamten hat einmal gesagt, fie fühlten sich als Treuhänder des Deutschen Reiches, aber zur Reichsbahn gehören nicht nur die Maschinen, die Schienen. mege usw., sondern in erster Linie die Beamten. Von einer pfleg. lichen Behandlung der Beamtenschaft bei der Eisenbahn haben wir aber nichts gefpürt; es sei denn, wie sich die höheren Beamten behandelt haben. Es ist mir ganz unerklärlich, daß die böheren Beamten, die doch in dem alten Eisenbahnbetriebe auf gemachsen sind, jest so in dem großen fapitalistischen Betrieb auf. gehen und ihre ganze Bergangenheit vergessen fonnten. Man hat den Anschein, daß hier nicht mehr Wirtschafter", fondern wild geworbene Bureautraten am Berte find.( Sehr wahrt bei den G03.) Unter den unteren Beamten herrscht das Empfinden, daß die hohen Bezüge bazu beigetragen haben, bie dienste leisten müssen.( Sört! hört! bei den Soz.) Die Reichsbahn erklärt, sie habe kein Geld, um größere Laften zu tragen. Die Reparationsverpflichtungen wären aber nicht gefährdet gewesen, wenn die Reichsbahngesellschaft ihre beamtenfeindlichen Maßnahmen unterlassen hätte. Hat sie denn sparsam gewirtschaftet, wo es not wendig war? Es wurden Leiſtungszulagen bezahlt, die das Berfonal torrumpieren sollen, die höheren Beamten haben hohe Zulagen erhalten, den Direktoren werden ungeheure Gehälter gezahlt. Hier ist Geld vorhanden, nur nicht für das Personal. Für ein folches Berfahren haben wir fein Berständnis. Besonders schlimm treibt fie es im Konflift mit den Arbeitern. Der Plan der Reichsbahngesellschaft ging dahin, erst das Streitrecht illusorisch zu machen; jezt aber will sie die Arbeiter in den Streit hetzen. Den Dorliegenden Anträgen werden wir zustimmen, trotzdem wir der Ueberzeugung find, daß es nicht eher zur Ruhe bei der Reichsbahn fommt, bis die Verhältnisse gründlich bereinigt find. Die Reichsder Bevölkerung Rücksicht zu nehmen. Wir müssen ihr jetzt zeigen, bahnverwaltung hat bisher nichts geton, um auf die Stimmung daß nicht die Reichsbahn das Relch, jondern das Reich die Reichs bahn regiert.( Lebh. Beifall bei den Soz.). Reichsverkehrsminister Dr. Krohne: Bir stehen hier vor einer recht unangenehmen Situation. Nach mehr etwas für die Reichsbahngesellschaft übrig.( Sehr wahr!) Um einem Jahre ihrer Wirksamkeit hat fein Mensch im Reichstag objettip zu sein, muß man anerkennen, daß die Gesellschaft ge. zwungen war, mehr Personal zu übernehmen, als bei ihren Reparationslasten verträglich war. Andererseits aber hat auch die Beitung der Gesellschaft zu wenig in ihren Maßnahmen der Stim gesichts der iminer wachsenden Notlage herrscht.( Sehr wahr!) De mung Rechnung getragen, die in dem verarmten deutschen Bolle anausländischen Herren in der Leitung hatten als Vorbild ja ganz andere Eisenbahnunternehmungen als die alte Staatliche Eisenbahn. Es muß jedoch anerkannt werden, daß die beutichen Unterhändler feinerzeit piel erreicht haben, vor allem bie aufrechterhaltung des Reichsbeamtencharakters der Reichsbahn. beamten. Wir werden uns meiter mit aller Gewalt gegen jeben Bersuch sträuben, diesen Beamtencharatter zu beseitigen. Da bei sind uns leider Grenzen gesezt durch die einschränkenden Be ftimmungen des§ 24 des Reichsbahngefeges. Auch auf dem gegebenen Rechtsboden wird sich aber manches zur Abstellung der Bechwerden des Berfonals erreichen lassen. Gegen das jetzt bei ber Reichsbahn geltende System der Leistungszulagen habe ich schon früher Bedenken geltend gemacht. bahngesellschaft steht oft im Widerspruch mit dem allgemeinen RechtsAbg. Dr. Koch- Düsseldorf( Dem.): Das Berhalten der Reichsempfinden, aber auch mit den früheren Buficherungen der Herren, die heute noch die Berantwortung für die Berwaltung der Reichs bahngesellschaft tragen. Im Gegensaß zu dejen Zusicherungen habe die neue Personalordnung wesentliche Verschlechterungen für das Berfonal gebracht. Im besetzten und ehemals besetzten Gebiet habe die Reichsbahngesellschaft im Gegensatz zum unbefeßten Gebiet den Abbau ohne Entschädigung und Wartegeld porge. nommen. Diesen Dant des Baterlandes hätten die Eisenbahner nicht verbient Abg. Groß( 3tr.) bezeichnet bie Personalpolitit der Reichs. bahngesellschaft als einen Bruch der 3ufagen, die bei der Errichtung der Gesellschaft vom Generaldirettor Defer und von anderen leitenden Bersönlichkeiten gemacht wurden. Die Masse des Personals merde in ihren Lohn- und Arbeitsbedingungen dau. ernd verschlechtert, während einer Gruppe leitender Be amten verfchwenderisch zuwendungen gemacht würden. Abg. Schütz( Komm.) meint, bei der Beratung der Dawesgefete hätten die Redner der Mehrheitsparteien ganz anders gespro. chen als heute. Die Kommunisten hätten damals schon die ungün ftigen Wirtungen der Errichtung ber neuen Reichsbahngesellschaft vorausgefagt. Ihre Boraussagen hätten sich durchaus bewahrheitet. Abg. Schuldt- Steglitz( Dem.) führt aus, die Entwicklung ber Reichsbahngesellschaft habe bewiefen, daß die Entstaatlichung ftaatlicher Betriebe ben von manchen Wirtschaftsgruppen und Par teien davon erwarteten Segen nicht bringt. Der Redner ver urteilt das Berhalten der Leitung der Reichsbahngesellschaft, vor 3u allein ihre Berjonalpolitit, bie allen früher gegebenen Jufagen widerspreche. Besonders aufreizend wirte die nichtdurch führung des vom Reichsarbeitsminister verbindlich erklärten Schiedsforuchs. Die dafür gegebene Begründung, daß die dazu erforder. lichen 20 Millionen nicht vorhanden sind, fei offensichtlich falsch. Es müsse in diesem Falle einmal festgestellt werden, daß die Reichsbahngesellschaft nicht erterritorial, sondern der deutschen Gesetzgebung unterworfen ist. Abg. Dr. Gildemeisler( D. Bp.) weist darauf hin, daß nach der Gesellschaftsfagung nicht der Verwaltungsrat, sondern der Generaldirektor die Verantwortung für die Reichsbahn trägt. Die übermäßig bohen Bezüge der leitenden Beamten feien bedenklich, weniger wegen ihrer finanziellen als wegen ihrer pin. hologischen Wirtung auf die übrige Beamtenschaft Um 7% Uhr wird die Beratung abgebrochen. Das Haus vertagt sich auf Dienstag 2 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen die Mussolini- Interpellationen. Gewerkschaftsbewegung auf dem Gebiet der Berufsqusbildung eingetreten. Sie werden bei Berufsausbildung und Facharbeitermangel. Bon maßgebender Stelle erhielten wir folgende Zuschrift: Der durch die Kriegsjahre verursachte Geburtenausfall wird vom Jehre 1928 an auf dem Arbeitsmarkt in Erscheinung treten. Diese Tatsache veranlaßt seit längerer Zeit Berufsberater, Bolkswirt schaker und auch Arbeitgeberkreise, sich mit der dann eintretenden Snappheit an jugendlichem Arbeiternachwuchs und den eventuell daraus sich notwendig machenden Maßnahmen zu beschäftigen. In den Gewerkschaften sind diese Dinge selbstverständlich auch beachtet worden, wenn auch erklärlicherweise hier die Besorgnis vot einem fünftigen Arbeitermangel feine große Rolle spielt, denn die jeg ge Wirtschaftslage bietet teine Ursache dazu. In einer dem Reichsarbeitsminister im November v. J. vom ADGB. übermittelten Denischrift ist die Auffassung der Gewerkschaften niedergelegt. Sie sehen als notwendigste Maßnahme die gesetzliche Neuregelung des Lehrlingswesens an, um einmal möglichst das lleberfluten sogenannter Modeberufe mit Arbeitsfräften zu vermeiden und zweitens, um den Mißbrauch, der in unzähligen Fällen mit der Lehrlingshaltung getrieben wird, zu beseitigen. Wenn Regierung und Arbeitgeber Sorgen haben, daß zufünftig nicht genügend Facharbeiter vorhanden fem werden, so müssen sie eben die gewerkschaftlichen Forderungen erfüllen, die den Gewerkschaften Gleichberechtigung auf dem Gebiet der Berufsausbildung bringen sollen. Denn nur durch Mitwirkung der Arbeitnehmer wird es möglich jein, über den Gruppen- und Einzelegoismus hinwegzukommen, der immer wieder bewirkt, daß bestimmte Berufsgruppen eine unnerhältnismäßig hohe 3ahl von Lehrlingen en fich zu ziehen, bzw. daß bestimmte Betriebe ohne Rücksicht auf die Aussichten des Berufs und auf die Möglichkeit, selbst Facharbeiter zu beschäftigen, sich mit großem Eifer einer umfangreichen ..Lehrlingsausbildung" widmen. In dieser Hinsicht stehen manche Großbetriebe hinter den berüc igten Lehrlingszüchtern aus hem eingewerbe nicht zurüd. Scharfe Maßnahmen in der angebeutelen Richtung im Berein mit einer zeitgemäßen Fest jehung der Kostgelbentschädigungen für Lehrlinge würden die Befürchtung, daß ein zu großer Teil der fünftig geingeren Zahl der Jugendlichen sich von vornherein den sogenannten ungeernten" Beschäftigungen zuwendet, völlig gegenstandsios berden lassen. Beim Reichsverband der deutschen Industrie besteht seit einiger Zeit ein Arbeits ausschuß für Berufs ausbildung", der Ende Januar eine größere Tagung abhielt, vie sich mit den hier gestreiften Fragen beschäftigte. In Ent ichließungen werden die Industrievertretungen der einzelnen Berufe und Orte aufgefordert, mehr als bisher bei den Berufsberatungstellen und den Berufsschulen mitzuarbeiten. Eine weitsichtige Bernfspolitit folle getrieben, und den hilfsbedürftigen Be rufen zu dem notwendigen Nachwuchs verholfen werden. 3um Ab. ihluß dieser Besprechung gab err v. Borsig als Vorsitzender eine wichtige Erklärung ab, in der er nach Pressemeldungen fagte, Daß mindestens bei einem Teil der vom Arbeitsausschuß für erufsausbildung bearbeiteten Fragen ein 3 usammenarbeiten euch mit fachverständigen Vertretern der Arbeit xehmer durchaus erwünscht sei und daß es hoffentlich gelingen merde, eine geeignete Form für diese Zusammenarbeit zu finden." Verkauf nur soweit Vorrat der Regelung jener fie so start interessierenden Fragen ihre Bereitwilligteit zur Mitwirtung nicht auf die geforderten, durch Gesetz zu erfassenden paritätischen Körperschaften beschränken. Für durch freiwillige Vereinbarungen zustande gefommene paritätische Arbeitsausschüsse wird für sie der selbe grundsätzliche Standpunkt geltend. Gerade die gegenwärtige 3eit der Umwandlung der Arbeits- und daher auch Ausbildungsmethoden läßt den Gewerkschaften ein Mitwirten am Studium der daraus entstehenden Probleme als besonders wertvoll erscheinen. Es ist deshalb wohl mit Recht anzunehmen, daß es nicht schwer sein wird, beiderseitigen guten Willen vorausgesetzt, die geeignete Form für solche Zusammenarbeit auf diesem Gebiete zu finden. Diese gemeinsame Tätigkeit tönnte viel Gutes für den jugendlichen Nachwuchs, für die Arbeiterschaft überhaupt und auch für die ge famte Volkswirtschaft ergeben. Die Gewerkschaften find seit jeher für eine Gemeinschaftsarbeit| empfänger ging durchschnittlich um 1,3 Broz. zurüd. Bon den Erwerbslosen gehören etwa zwei Drittel dem Bau. Die Landwirtschaft zeigt infolge der gewerbe an. günftigen Witterungsverhältnisse eine lebhafte Nachfrage nach Arbeitskräften. Im rheinisch- westfälischen Steintohlenberg. bau ist die Arbeitsmarktlage nach wie vor außerordentlich ungünstig. Infolge Betriebseinschränkungen auf den Schachtanlagen der Zeche„ Kaiserstuhl" im Dortmunder Bezirk sind noch etwa 500 Mann zur Entlassung gefommen. Immerhin dürften die am Anfang des Jahres ermittelten Zahlen von rund 40 000 arbeitslosen Bergarbeitern im rheinisch- westfälischen Induſtriebezirk auch jetzt noch nicht überschritten sein. Die Zahl der eierschichten betrug in der Woche vom 24. bis 30. Januar wegen Abfahmangel 96 919, das sind arbeitstäglich 16 153, und wegen In der Betriebsstörungen 2123, das sind arbeitstäglich 420. Hüttenindustrie hat die Arbeitsmarktlage eine geringe Besserung erfahren. Auch in den Klöckner- Werken wurden die Werksbeurlaubten wieder eingestellt. An die Kraftdroschkenführer! Die Kraftdroschfenbefizer haben zu morgen, Mittwoch, eine Demonstration geplant, zu der sie auch die Kraftdroschkenführer heranziehen wollen. Der Deutsche Vers fehrsbund ersucht jedoch die Kraftdroschtenführer, Die Begründung für diese Stellungnahme erfolgt in einer der an dieser Demonstration der Unternehmer fich nicht zu beteiligen. nächsten Nummern des Vorwärts". Zum Schiedsspruch im Bankgetverbe. Wie der Allgemeine Verband der deutschen Banfangestellten mitteilt, hat er den Echiedsspruch vom 3. februar unter der Be gründung abgelehnt, daß die in ihm enthaltene Verschlechterung der Arbeitszeitregelung gegenüber dem Müllerschen Schiedsspruche beshalb einen um io unerträglicheren Rüdichritt bedeutet, als gleich zeitig die Bankleitungen einen weiteren Berfonal, abbau planen. Der Allgemeine Verband der Deutschen Bank angestellten steht demgegenüber auf dem Standpunkte, daß das vorhandene Perional bei regulärer Arbeitszeit nicht mehr aus. reichen würde, die Arbeitslait au bewältigen und daß es deshalb gerade im dringenden öffentlichen Interesse liege, wenn der Acht. Der Allgemeine Verband wird deshalb mit aller Energie den stundentag im Banfgewerbe wieder eingeführt würde. Kampf um dieses Ziel weiterführen. Zur Jahresversammlung der Buchbinder. In unserem Bericht in Nr. 62 des Vorwärts" war gesagt, in der Diskussion sei fritisiert worden, daß der Verbandsvorstand die Verbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches eigenmächtig berbei. geführt babe. Die Drtsverwaltung des Verbandes der Buchbinder und Papierverarbeiter teilt uns hierzu berichtigend mit, daß nicht ein Schiedsspruch für verbindlich erklärt worden ist, sondern der Manteltarifvertrag für die V. D. B.- Buchbinder, sowie der Mantelvertrag für die Apibetriebe mit den dazu gehörenden Lohnabkommen für allgemein verbindlich erflärt wurden. Der Antrag auf Allgemeinverbindlichkeite vom Werbandsborstand auf eins erflärung ist stimmigen Beschluß des Tarifausschusses, der verantwortlichen tariflichen Instanz, beim Reichsarbeitsministerium eingereicht worden. Bom Arbeitsmarkt in Westfalen. Effer, 8. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem westfälischen Arbeitsmarkt hat sich in der letzten Woche die Zahl der Arbeitsuchenden nicht geändert; die Zahl der HauptunterstützungsSchlichtungsverhandlungen in der Kaliindustrie. Bochum, 8. Februar.( Eigener Drabtbericht.) Der Arbeit zur Schlichtung der Manteltarifvertrages und Arbeitszeitstreitig geberverband für die Kaliindustrie hat das Reichsarbeitsministerium fetten in der Kaliindustrie angerufen. Verhandlungen wurden für Dienstag, den 9. Februar, in Berlin im Reichsarbeitsministerium angesetzt. Die Bergarbeiter- Internationale. Bodhum, 8. Februar( Eigener Drahtbericht). Das Erefutive fomitee der Bergarbeiter Internationale bat für den im August in Stratau stattfindenden Internationalen Rongreß der Bergarbeiter folgende Tagesordnung festgelegt: Grubensicherheit, ungelernte Arbeiter im Bergbau, Arbeiterversicherung, Pensionen, Arbeitslosenversicherung, Arbeitszeit und Lohnfragen, bezahlter Urlaub. lleber die Frage der Nationalisierung wird das Komitee dem Kongreß eine Entschließung vorlegen. Achtung: SPD. Sattler, Portefeuiller ufw.! Heute abenb 7 Uhr Fei Henning. Alexandrinenstraße, 44: Bersammlung aller Rollegen der Richtung Amsterdam. Wichtige Tagesordnung! Jeder Betrieb muß vertreten sein. Der Fraktionsvorstand. Bergmann Rosenthal. Heute nachm. 4 Uhr Fraktionsversammlung Erscheinen aller der SPD- Genoffen im Albrechtshof, Fontanestraße 30 Genoffen ist Pflicht. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Gasbetriebsgesellschaft Marienborf! Heute, nachmittags 4% Uhr, im Letal von Röpte, Rathaus-, Ede Bergstraße, wichtige Bersamm Die Oblente. lung aller SPD- Genoffen. SPD. Fleischer! Heute, abends 8 Uhr, im Lotal Röring, Neue Friedrichstr. 1, wichtige Frattionsfigung. Mitgliedsbuch der Partei gilt als Ausweis. Der Fraktionsvorstand. Gewerkschafts- Unterausschuß Schöneberg. Freitag, 12. Februar, nachmittags 4% Uhr, im Binbenpark, Schöneberg Sauptfir. 14, Bersammlung aller freigewerkschaftlich organisierten Arbeitslofen, bie auf dem Schöneberger Arbeitsnachweis eingetragen find. Arbeitslofen. problem und Gewerkschaften". Referent: Rollege Brebom. Zutritt haben nur Kollegen, welche die Erwerbslosenkarte des Bezirksarbeits. nachweises Schöneberg und einen gültigen Berbandsausweis vorzeigen können. Die Delegierten des Unterausfchuffes und die Betriebsräte bez Schöneberger Be triebe werben erfucht, an dieser Bersammlung teilzunehmen. ( Siehe auch 1. Beilage.) Berantwortlich für Bolitif: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Rarftäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts Berlaa G. m. b. S., Berlin Drud: Vorwärts- Buchdruderel und Berlagsanftalt Bauf Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße S. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Zweite» EISSE OCHE W ir bringen in dieser oche eisse aren aller Art welche 2.1. eigens für diesen Zweck aufgestapelt sowie andere vorteilhafte Angebote zu enorm billigen Preisen zum Verkauf Außerdem: Billige Lebensmittel Ben. Mettwurst. 98. Mettwurst Kabliau n. Braunschwg. Art..... Pfund ohne Kopt, im ganzen, Seelachs..... Pfund Schellfisch.... Prund 140 20 Pt. Tilsiter Käse P.. 78PL Ptd. Kalit, Backobst P.. 60.P.. Frisch Pfd. 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Schwer ist es, rn.i leeren Händen sich dagegen zu wehren: darum treibt menschlich« Sinnen um Erwerb zu Besitz,— zur Macht, gefährlich« Blüten, die seden Tag sich unverhüllter zeigen und im Schutze unserer Groß- stadtatmosphäre sich lieblicher denn je zu entsalten. Anstellung als Finanzier. Darum soll es das mcht geben? Verlockend ist es doch, wen.r man wachen» und monatelana auf der Straße gelegen hat und einem nun feste Anstellung versprochei wird, wenn man seinen Chef in»pe — dafür nur--- einige Hunderter aus den Tisch blättern muß. Einmal heißt das.Lnteresieneinlag«', Schämigere nennen es Laution,— die Welt ist doch so„unehrlich" geworden. Sucht da ein „Unternehmen" tüchtige Mitarbeiter, die bei angenehmer Tätigkeit einhundert Reichsmark pro Woche verdienen können. Bedingung: ZZ0 Mark„Inleresieneinlage".— Und sieh? da. den bangenden Be- Werbern flattert ein vertrauenswürdiges Schreiben der Chemischen Fabrik„T", Berlin RO., ins Haus, das ihn zu einer Besprechung in ein Lokal in der Linienstraße— Auskunft am Büfett— bestellt. Dos kann den Seelenfrieden des Bewerbers keineswegs stören, werden doch in unzähligen Berliner Lokalen täglich Geschäfte gemacht und Derträge geschlossen, die ganz andere Summen wie lumpige drei- hundert Mark in Bewegung bringen. Dem hofsenden Bewerber, der dem Wirt in der Linienstraße das Schreiben unter die Rase hält, flieht doch ein wenig das Vertrauen, als er an einen Mann ver- wiesen wird, der in der äußersten Ecke mst-igorettcngelben Fingern so ein richtiges Kutscherfrühstück aufpackt. Nach der Vorstellung, die sich aus der einen Seite in der bescheidenen Form bangender Cr- Wartung voLzog, während der andere mit majestätischem Kopfnicken «inen Namen im Munde zerquetschte, wird dem Stellungsuchenden «öffnet, daß das„Werk" gewillt ist. ihn einzustellen.„Wir werden einen festen Vertrag machen, mst vlerwSchentlfcher Kündigung." Der Bewerber strahlt und fragt:„Da werd' ich dann wöchentlich hundert Mark verdienen?"„Tja, das heißt," der andere schaut ihn an. wie man ein Kind anschaut, das etwas recht Dummes gesagt hat;„das heißt, Sie können noch mehr verdienen, wir haben Herren, die so- gar 200 Mark verdienen. Wir bringen nämlich— und dabei zieht er zwei Flaschen mit einer milchigen Flüssigkeit aus der Tasche— einen epochemachenden Schlager heraus,„Fleckemvasier Fixweg". Da» kaufen die Leute rasend. Sie haben nur die Geschäfte zu be» suche«. Klenngkeit, sog ich Ihren, Sie bekommen 25 Proz.„Ach so," — sagt der Bewerber,„ich dachte eine Bureautätigkeit mit festem Einkommen"— und sackt enttäuscht zusammen. Nu.r malt ihm der and«« ab« aus. was er bei seiner Firma schaffen könnte, und spielt so langsam auf die dreihundert Emm hin, die man erwartet. Der Bewerber ringt mit sich: hier die Möglichkeit zu verdienen, dort. wenn er die Gelegenheit vorüberließe, Wied« die Tatenlosigkeit, die am Ersparten zehrt.„3ch würde es versuchen," entschließt er sich und schlägt vor. im Kontor der Firma gleich den Vertrag perfekt zu wachem Ob« dem auch das Geld bei sich habe, fragt d«„Chef" und murmelt dann etwas von„hier erledigen, Fabrikotionsgeheim- ins," und spricht betrübt davon, daß so viele„Horcher" kämen, die für die böse Konkurrenz nur schnüffeln wollten. Die Frage nach Sicherheit für die„Einlage" wird mst geblähter Brust.unser Warenlager" beantwortet.„5a, nachher, wenn man dos Geschäft perfekt hätte," tröstet der„Ches". Das stimmt entschieden bedenklich und veranlaßt den Bewerber, sich die Sache erst m überlegen, er will sich doch erst einmal über die„Fabrik" erkundigen. Es ginge vielleicht auch mst Zweihundert, ermuntert der and««. Vorerst ae- nügt ihm aber ein« Besichtigung, die seine letzte Hoffnmg zerstört. denn die Fabrik" Ist aus dem bezeichnete« Grundstück««r al» hlnlerhauswohnunq zu finden und legitimiert sich mit einem wenig ermutigenden Papierschild. D« Lewerb« rechnet: für 300 Mark gibt es genügend Fle�-n. man kann davon auch einige Hundert mst d« milchigen Flüssigkeit füllen, für deren Vertrieb dann der neugebackene Vertreter mst dem Vertrag" in d« Tasche sich die Stiefelsohlen durchläuft. »Rüarton/ „Treu und Glauben." die Grundpfcll« kmistnännffch« Ge» pflogenheit, müssen doch sehr, sehr wacklig sein, wenn man einen „Sekretär gegen Kaution" sucht. Oben im vierten Stock eine» Hauses im Westen hat der Suchende als mäbllcrt« Herr sein Bureau. Der dichte hausen d« Bewerber findet aber meistens verschlossene Türen, denn die Wirtin macht schon gar nicht mehr aus, wenn der „Herr Direktor" nicht zu Hause ist. Wer„ihn" aber antrifst, der ist erstaunt von der glatten Liebenswürdigkeit, mit der ihn der Ge- wältige umfängt.„Ich bin Bevollmächtigt« einer Finanzgesell- schaft". Der Stellungsuchende«schauert. Der Bevollmächtigte sucht einen„Sekretär"— zweihundert Mark Kaution,— einhundertfünfzia Mark Gehalt,— monatlich.„So.— Sie wollen mehr verdienen?" „Ich suche auch Vertreter,— hundertsünfzig Mark Kaution."„Sie könnrn ab« Zhr Geld auch so bei mir anlegen!" kFabelhaft, dies« vielseitige Herr Direktor.) Für Einhundert zahle ich monatlich Fünlundzwanzig Zinsen. Das sind der Möglichkeiten viel, sein Geld für Erwerb zu opfern. Wenn der Bewerber so unvorsichtig ist. zu fragen, wofür er denn die„Kaution" zu zahlen habe.— für Feder. hakt« und Blaustift als„Sekretär",— für die schönen bu iten Pro- spette, die er den Leuten werbend ins Haus zu tragen hat, dann wird ihm die Wichtigkott und die Verantwortlichkeit seine» tünstigen Tun» wuchtig offenbart. Hat er doch nicht nur einige Bogen Brief- popi« zu hüten wenn der Herr„Direktor" nicht daheim ist: n b». kommt doch auch Kenntnis von den riesigen Transaktionen fein« Firma— siehe oben: Fünfundzwanzig für Hundert. Lächeln Sie bitte nicht, aufmerksamer Leser, schöne Leserin, wenn Sie daran denken, was für Geheimnisse des Geschäftes täglich zu Ihren Ohrer gelangen, wie Sie täglich Werte durch Ihre Hand gehen lassen— ohne Kaution. Ab« die West ist ja zu— u schlecht, daß der Ge» schäftsmann sich schützen müsse— durch Kautionen, denn das Geld ist knapp. Ver Selbstgeber. (Er bietet seine Hilfe natürlich nur unter Chiffre an, damit d«e Geldsuchend« nicht ohne Vorb«eitung m sein„Bureau" hinelnplauftt» denn das äußerst schäbige Mobiliar und die Kohlrübenlust könnten entschieden die Illuston des rettenden Hafens verderben. Aber die da bangend hinkommen, werden in Fragen eingehüllt, die l»e grau« Umgebung vollkommen v«nebeln.„haben Sie eigene Wohnung? Sicherheiten?"—„Nein, mit Bürgen lasse ich mich nicht ein."„Gut. wir werden sehen."„Ich brauche ein« Auskunft."„Kostet zehn Mark, im voraus natürlich."„Also drei Prozent Zinsen monatlich. — ßef)n Prozent Provision für mich und sämtliche Spesen gehen Nahirlich vom Darlehn ab."— sogt der Geldhungrige,„ich denke, Sie sind Selbstgeb«?"„Natürlich,— natürlich meine Auftraggeb«." Wenn der Darlehnsuchende, gegen dreifache SIch«heit, rechnet, was ihm sein Darlehn tostet, dann wird ihm doch bänglich. Es soll ab« doch schon vorgekommen sein, daß v«„Selbstgeber" Darlehn ausgezahst hat, von deren Erträgnissen« ab« nicht lebe» könnte, da» müssen die Auskünfte bringen. stettengelü. Nicht gtt verwechseln mit den Münze«, welche die Südseeinsa- lcmer schon aufgereiht um den brauen Hals tragen. Das trägt noch irgendein Unbekanm«, von dessen Existenz die beiden Droschken- kutscher, die eifrig mst einem eleganten Gehpelz in einem Kaffee der Friedrichstadt verhandeln, in der Tasche. Sie wollen sich umstellen in 50 LS statt Hafermotor und brauchen mm wch Geld für die erste Anzahlung. D» verkaufte Zosse hat zu wenig gebracht. Der Gehpelz ist d«Ienige. welcher.— ob«« Nört die Aufhorchenden auf, daß« es nicht ganz wirtlich ist, sondern die„Frau Direktor". Um elf Uhr wollte sie hier sein. Aber wie Frauen nun einmal sind: püntllich um 12 Uhr rauscht sie h«an und mit ihr der Herr In- genieur B. Sie«klärt vorsichtig, daß sie noch Herrn F. erwarte, da« sei derjenige.... Die wetterroten Gesichter werden bedenk- lich. Mai redet und redet, nachdem der Herr F. sich eingestellt hat, und einigt sich zwischen Kasse« und dampfenden Zigarren auf eine Form, die den angehenden Droschkenchaiiffeuren das ersehnte Geld und den übrigen Beteiligten nette Provisionen und Zinsen bringen soll. Mtt den kleinen Hansawagen, die man ausersehen hatte, weil sie billig waren, wird es nicht», denn die Wagen müssen natürlich bei dem Ingenieur B. gekauft werden, der sie allerdings teurer liefert. Ab« dafür bleibt denn das schöne Geld in der Familie, wo es doch viel, viel bessere Früchte bringt, als bei den böse« Fremden. die nicht teilen wollen._ wenn einer verheiratet ist! Der Kamps um eine Stellung. In dem bitteren Kampf um da» tägliche Leben, dem v«- zweifetten Ringen um eine Stellung hatte der kaufmännisch« An» gestellte H. falsche Angaben üb« seine Personalien gemacht. Nun hatte die Staatsanwaltschaft gegen ihn Anklage wegen schwer« Urkundenfälschung«hoben, die vor dem Schöffengericht Berlin. Mitte verhandell wurde. H., der Familienvater ist und monatelang ohne Beschäftig gung war, wurde an verschiedenen Stellen, bei denen ihm fast schon die Einstellung winkte, im letzten Augenblick imm« wied« dann zurückgewiesen, wenn« angeben mußte, verhe'i ratet zu sein. Als seine Lage von Tag zu Tvg trostloser, die Aussicht, Arbeit zu finden, durch diesen einzigen Punkt hoffnungslos wurde, gab« bei einer neuen Bewerbung an,« wäre ledig und— kam in den glücklichen Besitz einer Position. Eine Zeitlang ging alles gut, dann verlangte seine Firma die Steuerkarte. In der berechtigten Furcht, durch seine falschen Angaben von neuem arbeitslos zu werden, und in der Erinnerung an die eben«st durchgemachte schwere Zeit d« Not entschloß sich der Angeklagte, auf d« Steuer- karte das„o e r h e i r a t e t" in„ledig" eigenmächtig zu ändern. 8Z Gnkel Moses. Roman von SchÄom Asch. Ihres Mannes eitriges Lernen und innige Frömmigkeit, welche daheim ihren Stolz und ihr Glück bildeten, hotten hier in ihren Augen wenig Wert, und weil die Maschine Verl so früh zum alten buckligen Manne gemacht hatte, so hatte er sein ganzes Ansehen in ihren Augen verloren. Er hatte in seinen alten Tagen ein schweres Leben bei seiner Frau. „Nun pack dein« Sachen zusammen und mach' Platz. die Kinder müssen ihr„Breatsast" haben." Genendel liebte es sehr, im Sprechen die ihr neuen Worte, welche die Kinder gebrauchten, anzuwenden. „Gleich, gleich: es ist schon Tag, die Gesellschaft steht schon auf," wandte sich Berl an seinen Bruder mit einem Lächeln. das aus seinen klaren, runden Augen leuchtete, nahm seine Tücher und legte sie in einen Winkel.„Weißt du. Aaron, daheim habe ich bei Tag gelebt, zusammen mst allen Menschen. in der Zest, da sie wach sind. Hier lebe ich bei Nacht, wenn olle schlafen. Was bin ich denn bei Tag? Gar nichts, ein armer Schürzennäber,� sitze zwischen stalienischen Christen- mädchen und nähe Schürzen und Hemden. Ich bin gar nicht bei meiner Frau und bei meiuen Kindern. In der Nacht aber. wenn alles schläft—, siehst du, da bin ich wieder Berl, lerne mein Blast Gemara. lese, was der oder jener Tanaste sagt, genau so wie zu Hause Da ist es mir, als wäre ich daheim im Beth Hamidraich und lerne. Das Amerika ist doch eine verkehrte Welt! Hier lebt man bei Nacht und ist bei Tag tot. 4. Druder Berl und seineKinder. „Charsie, Charlie, steh auf: wird's bald, alle sind schon angezogen." Die Mutter weckte den Burschen, welch« in der Küche im Klappbett schlief, gegenüber dem Platz, wo der Vater lernte. „Was, er schläft noch, der Herr Student? Er glaubt wohl, daß« daheim ist? Er wird wieder sein« Stelle ver» lieren und wir werden für ihn arbeiten müssen," so meldet« sich Dwojre, Verls älteste Tochter,«in Mädchen von einigen zwanzig Iahren: sie kam aus dem nächsten Zimmer in Hut und Jackett, zum Fortgehen fertig, und aus ihrem dunkel- braunen Gesicht blitzte ein frisch-s Augenpaar; wir die etwas zu dicken Lippen und die blauen Adern auf dem Hals, der sehr dünn war, gaben ihrem Aussehen etwas Bemitleidens- werte», worüber sich da» alternd« Mädchen sehr bekümmerte. Sest Dwojres jüngere Schwester Rachel vor ihr geheiratet hatte, war Dwojre geradezu unerträglich geworden. „Er ist schon aufgestanden, was willst du von ihm?" antwortete ihr die Mutter ärgerlich. Charlie, dessen Haarschops voll Federn war und auf dessen Gesicht noch der Schlaf lag, fuhr auf, als hätte er Feueralarm gehört, und sah sich verwundert um. Er fand sich aber bald in seine Lage, rieb sich die Augen und begann sich langsam anzukleiden. „Mama, ist denn das Frübstück noch nicht fertig? Ich danke schön, ich werde mein„Breakfast" draußen essen. Ich habe keine Zeit zu warten, damit mir der Vorarbeiter«inen Abzug vom Lohne macht." .Ab« Dwojre, gleich, der Kaffee steht ja schon auf dem Tisch Der Vater hat sich nur ein wenig mit dem Beten verspätet. Der Onkel ist da. Siehst du, da ist es schon, was willst du?" Hurtig lief die Mutter zu dem kleinen Herd. „Das geht mich nichts an: Onkel hin. Onkel her, wenn ich komme, muß mein Frühstück auf dem Tisch stehen. Ich kann nicht dem Onkel zuliebe zu spät kommen." „Dwojrele," rief der Dater, während er die Twifim zusammenlegte.„Dwojrele!" Dwojrele, welche sich noch gut de» Dater» von einst«- innerte, die guten Zeiten im Gedächtnis hatte, da d« Bat« ein angesehener Chassid in dem kleinen polnischen Städtchen gewesen war, und ein schönes Haus ge ührt hatte, Dwojre. welche die schlimmen Zeiten mitgemacht hatte, da der Bater immer mehr verarmte, die als schon erwachsenes Mädchen mit der Familie nach Amerika gekommen war. empfand vor dem Dater eine gewisse Achtung, weit mehr als die anderen Kinder. Als der Dat«„Dwojrele" rief, erinnerte sie sich der Heimat. der Wohnung in dem kleinen Städtchen, erinnerte sich, wie Vater und Mutter sie mit diesem Ramen gerufen hatten. Sie blieb stehen und wollte der Mutter das Frühstück auftragen helfen, wie sie es gewohnt war: doch als sie Charlie sah, d« sich gelassen und ohne Elle ankleidete, da verdroß es sie. „Well, bei uns geht doch olles»«kehrt I" Dwojre war das erst« von den Kindern, das in Amerika Geld verdient und der Mutter nach Haufe gebracht hatte. Sie hatte vom ersten Tag an, da sie nach Amerika gekommen war, Geld verdient— und deshalb hielt sie sich für die wirk- liche Herrin des Hauses. Sie war neidisch auf ihre jüngeren Brüder und Schwestern, daß sie noch die Schule besuchen konnten, der ein« ein Lahr, der andere zwei. Sie hatte gleich arbeiten gehen müssen, und da war sie der Memung, sie habe als einzig« für den Haushalt gearbeitet, obwohl ihre Brüder und Schwestern schon längst selbst arbeiteten und Geld ver- dienten: doch am meisten war sie auf ihren jüngeren Bruder Charlie neidisch, welcher noch als Kind nach Amerika ge- kommen war und viel länger die Schule besucht hatte als die anderen Kinder: und obwohl er schon erwachsen war, ging er doch nicht ständig arbeiten, sondern lernte weiter und besuchte an den Abenden„preparatory schools", während er bei Tag gelegentlich arbeitete, wo es sich gerade traf, manchmal kürz« oder gar nicht. Die Schwester vergönnte es dem Burschen nicht, daß er eine College beziehen und es am Ende zum Advokaten bringen würde, was sein Wunsch war. Sie hegte die feste Meinung, nur für Charlie hätte sie m der Jugend so schwer gearbeitet, und nur seinetwegen seien ihr« Lippen und Hände so dick und ihr Hals so dünn und mit blauen Adern durchzogen... Seinetwegen sei sie ein« alte Jungfer geblieben.... „Nun, mein„Breakfast" wird schon nicht verderben. Es findet sich ein Abnehmer dafür," rief sie mst einem schiefen Blick auf Charlie. Der Bursche antwortete der Schwester nicht. Cr war an solche Szenen von Jugend auf gewöhnt. Charlie oerstand seine Schwester und hatte Mitleid mtt ihr. Und als wäre er wirklich schuldig, weil er aus ihre Kosten herangewachsen war, hüllte er sich in Schweigen. „Well, was gibt es? Wieder die„Hausfrau"?" ertönte Klaras Stimme aus dem nächsten Zimmer. Sie trat ein. ebenfalls in Hut und Mantel, Klara war viel jünger als ihre Schwester: sie hatte in Amerika ein Jahr die Schule besucht und hatte eine feinere Beschäftigung: sie war Per- käuferin in einem Damenhutgoschäst. Die Eleganz, welche in ihrem Berufe notwendig war, war an ihren Kleidern und Bewegungen zu merken. „Anyhow, Mama, sie ist doch nicht allein die Hausfrau hier, wir tragen doch auch etwas zum Haushall bei. Nicht, Mama?" Di« Schwester ober hörte Klaras Worte nicht mehr, sie war bereits hinter der Tür. „Räume schon endlich deine Tefilin, dein Gebetbuch und deinen Tallis auf, räume sie doch schon auf: das alles geschieht deinetwegen. Wenn der Morgen kommt, dann breitet er sich so aus, daß die Kinder keinen Platz zum Frühstücken haben," so ließ Genendel ihren Kummer und ihre Sorgen an ihrem Manne aus. .._____|(Fortsetzung folgt.) I Die jetzige fchwere Antlage, auf die bei Berfagung mildernder Umstände 8uchthaus steht, war die Folge. Unbegreiflicherweise pertrat der Staatsanwalt auch nach der Beweisaufnahme, die das oben geschilderte Ergebnis ergab, noch denselben Standpunkt und beantragte gegen den völlig unbescholtenen H., dem er allerdings wirklich" mildernde Umstände zubiffigte, wegen schwerer Ur. funbenfälimung eine Gefängnisftrafe von 6 mo naten!! Der Verteidiger trat den Ausführungen des Staatsanwalts fcharf entgegen und bat das Gericht, auf den schweren Gemiffenstampf des Angeflagten Rücksicht zu nehmen, ber zuleßt in verzweifelter 2ng ft, wieder jeine Stellung zu nerlieren, gehandelt habe. Der Berteidiger machte ferner geltend, daß der Schaden, der entstanden wäre, nur 5. selbst träfe, ber als Lebiger billiger arbeite, aber einen höheren Steuerfab zahlen mußte. Das Gericht schloß sich denn auch diesen Aus führungen an, hielt nur einfache Unterschlagung für vor. liegend und verurteilte ben Angeklagten zu einer Geldstrafe von 30 Mart. Schmerzende Augenweide. Die Großstadt ist die Stadt der Gegenfäße. Bo die reichen Die Großstadt ist die Stadt der Gegensäge Wo die reichen Beute wohnen, jammeln sich in den Läden die Genuß verheißenden Schäße aller Bonen, in den Quartieren der Armen liegt das Not mendige aus, auf den bescheidenen Käufer wartend. In den Ge schäfts- und Staufstraßen ist der Prozeß des Anlockens zur höchften Entfaltung gelangt: die frühere Einfachheit der Auslagen, bie bei gefchickter Wahl der Gegenstände vornehm mirfte, hat der martt. fchreierischen Fülle Platz gemacht: heute, wo die Schaufenster der Barenhäuser eine alle paar Tage wechselnde Augenweide bieten, muß auch das Einzelgefchäft in das Licht des Tages und in den Blang ber elektrischen Lampen hinausschreien: Seht her, was ihr alles bei mir erstehen könnt! Jegt, wo die Opfer des Weihnachtsfeftes wieder vergeffen find, mo der Fasching zu neuem Amüsement lockt, wo die Pläne zur Ergänzung der Frühjahrstoilette reifen( man hat rein gar nichts an zuziehen!"), ist der Zauber, den der Anblick alles Schönen ausübt, besonders verführerisch. Bielleicht daß der Mann in seiner mehr materiellen Einstellung gefeit ist gegen all die Bundersachen, die ihm zurufen: nimm mich in deine Arme. an dein Herz- ihn wird der Delifatehladen und die bide" Bigarre mehr intereffieren als die modernfte Pumphose und der fünfte Künstlerhut aber für die Frauen bedeutet jetzt jebes Borbeigehen an diefen Objekten der Modetunft eine wirkliche Qual. Und man muß gestehen: alle Stil, richtungen der Welt, Im- und Expressionismus, haben sich zu Meisterleistungen aufgeschwungen, die auch einen gefesteten Verstand in Unruhe verfeßen fönnen. Da leuchtet es in allen Farben, ein zeln und in geschmackvollen Kombinationen, da knistert es von Seite und Brokat, da fächelt es in Tüll und Spize: golden, filbern schimmern Beläge, bengalisches Licht werfen die Bailletten, bie fun teinben Knöpfe, die stolzen Agraffen. Und die Rippessachen, all bas Ueberflüssige, bas das Leben verschönt- Barfüm, Buber, Dofen, Fächer, Taschen- wie wie lächelt vir die moderne" Aufmachung entgegen, wie armselig erscheint dir dein jetziger Behelf. Das arme Köpfchen rechnet und rechnet ach, diefe Regelbetriaufgabe geht wohl nur mit Hilfe des einen Unbekannten auf. Preiswucher! Die kleinen vor Gericht. Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte wurde ein wahrer 3yffus von Bergehen wegen Breiswuchers gegen Kleinhändler der Lebensmittelbranche verhandelt. Der erste Fall richtete sich gegen den Kaufmann Niendorf, Berlin D., der blaue Kartoffein ( Frühfartoffeln) anstatt mit 50 bzw. 52 Pf mit 60 Pf. abgegeben hatte. Die Anlage lautete auf fahrläffige Breistreiberei, In Anbetracht des fleinen Objettes tam der Angeklagte sehr günstig davon und erhielt nur 10 M. Geldstrafe, obgleich der Staats anwalt den Standpunkt vertrat, daß auch fleinste Bergehen, die zuungunsten der arbeitenden Bevölkerung gehen, streng be. ftraft werden müßten. Schmidt, aus Berlin N, auf der Anklagebank Blaz nehmen. In der zweiten Berhandlung mußte die Händlerin Auguste Sie hatte Kartoffeln mit 2,50 m. eingekauft und zum Preise von 35 Pf. weiterverfauft. Begen fahrlässiger Preistreiberei lautete das Urteil auf 30 m. Geldstrafe, Einen sehr unangenehmen BerStaatsanwalt eine vorgelegte Quittung als gefällt anfuh lauf für Frau Schmidt nahm die Verhandlung dadurch, baß der und ein Verfahren wegen Urfundenfällung einleiten will. Ein weiterer Fall richtete sich gegen den Kleinhändler Reh mann. R. hatte Kartoffeln zum Preis von 2,60 m. eingekauft und diese zu 38 Pf., statt des normalen Preises von 33 P., pro 10 Bfund an den Verbraucher abgegeben. Da der Ball gang flar lag, erfolgte die Berurteilung zu einer Geldstrafe von 30 mWeiterhin stand die Gemüsehändlerin Tauchert, aus Berlin D., vor den Schranken des Gerichtes, die fich gleichfalls der fahrlässigen Breistreiberei mit Kartoffeln strafbar gemacht hatte. Sie hatte leberpreise von 8 und 6 pt. bei 10 fund genommen. Die polizeilichen Feststellungen hatten ergeben, daß Frau T. weiße Kartoffeln mit 2,30 m, und rote Kartoffeln mit 2,50 M. pro Zentner eingekauft hatte. Sonderbarerweise legte fie jest eine Rechnung vor, die auf 2,50 m. bam. 2,70 m. pro Bentner lautete. Dem Bor: fißenden fam die Sache nicht ganz geheuer vor. zumel bie fißenden tam die Sache nicht ganz geheuer vor. zumal die Quittung ganz neuen Uriprungs zu fr mahnte Frau. nochmals zur Wahrheit und machte sie auf die Folgen einer Fälschung aufmerksam. Sie geftand dann auch ein, und befannte reumütig, daß fie fich mit der Quittung nichts baß fie tatsächlich zu ben erftgenannten Preisen eingetauft hatte meiter gebat habe. Das Gericht ließ hier weitestgehende Milbe walten. In Anbetracht der fleinen Berhältnisse, in ber bie Frau lebt, und des fleinen Objektes wegen, hielt das Gericht eine Strafe pon 10 M. für angemessen. Etmas härter angefaßt wurde der Fischhändler Lea Levy, der in der Zentralmartthalle feinen Stand hat. Levn hat im Oktober v. S. tote Karpfen auf der Auktion mit einem Pfundpreise von 53 Bf. eingetauft. Ein Befucher der Auftion, der einen tleinen Bosten Karpfen erftehen wollte, ging dem Levy nach seinem Stand nach und bat, ihm einige Piund Karpfen zu verkaufen. Hierfür forderte der Fischhändler pro Pfund 90 Bf. Die Forderung brachte den Kunden fo in Empärung, baß er zur Markthaltenpolizei ging und den Vorfall anzeigte. Dieses brachte Levy eine Anllage wegen vorfäßlichen Breiswuchers ein, da nur eine Verdienstspanne pon 30 Broz, nicht aber eine folche von 70 Broz. erlaubt ift. Der Staats: erwiesen ist. Das Gericht verurteilte darauf den Angeklagten zu anwalt beantragte ftrenge Barurteilung, da porfäßlicher Preiswucher 300 m. Geldstrafe. Herausgefallene Zigaretten. bei ihm lag, war leer. Der Beamte brachte den jungen Mann nach dem Elifabeth Krankenhaus. Hier tam er wieder zum Bewußtsein und konnte wenigstens einige Angaben machen. Wie er sagt, wurde er um 6 Uhr, als er über den großen Stern ging, von einem unbe tannten Manne um Feuer angesprochen. In dem Augenblid, als er es ihm reichte, erhielt er einen Schlag vor die Stirn, fodaß er besinmungslos zusammenbrach. Was weiter mit ihm gechah, weiß er nicht. Die jetzt leere Altentasche hatte 700 Mart entbalten, die geraubt sind. Wie wird man Schupo? Der Dienst in der preußischen Schußpolizei ist hart. Für den Mann im Tichafa gibt es feinen Sonntag. 24 Stunden Arbeit -Straßendienst, Repierdienst- mechseln mit 24 Stunden mit fich bringt. Meist springt in der Woche nur ein einziger freier Pause, die wenig echte Ruhe, um jo mehr Ausbildungstätigkeit Nachmittag heraus die übrige Freizeit verschlingen ,, Alarmstufen", Appells und Besuch der Polizeiberufsschulen. Dabei sind die Gehälter fnapp. Der Unterwachtmeister wird nach Gruppe II, der Wacht. und Leutnant nach Gruppe V befoldet eine Bezahlung, mit ber meister nach III, der Oberwachtmeister nach IV, Hauptwachtmeister man feine großen Sprünge macht. Steter Einsatz des Lebens und der Gefundheit laffen den Beruf des Polizisten nicht gerade lockender erfcheinen, -Und troßdem brauchen die Polizeivermaller nicht über Mangel an Nachwuchs zu flagen. Taufende junger Leute melden ich bei den Dienfistellen, Antwort auf die frage zu finden: wie werde ich Polizist? Das Hauptfontingent der Anwärter stellt das flache Land, dessen überzählige Söhne in erster Linie zur Reichs. mehr, in zweiter zur Schußpolizei drängen. Am 1. April ung 1. Oftober jeben Jahres beginnen die Kurse der Polizeischulen; das find die Termine, zu denen Einstellungen erfolgen. Eine Reihe bringen. Er barf nicht fleiner fein als 1,68 Meter, er foll 19 bis Eignungsbedingungen muß der fünftige Polizist mit21 Jahre alt, unbescholten, ledig, gefund und fchuldenfrei sein. Der persönlichen Vorstellung bei der lokalen Polizeiverwaltung folgen en. Er erpolizeiärztliche Untersuchungen und Prüfungen aus dem Stoffgebiet der Oberstufe einer Volksschule. Erst wenn dieses Sieb passiert ist, tann die Einberufung vollzogen werden, über die der Regierungs. Atem. Heute tenni Breußen neun folcher Bildungsstätten: in Bran präfibent entfcheidet. Ein Jahr lang halten die Bolizeischulen den Anwärter in Denburg a. d. 5., Neuruppin, Treptow a, b. R., Frankenstein, Burg bei Magdeburg, Kiel, Münster in Weftfalen, Hildesheim und Han noversch- Münden. Projektiert ist die Errichtung einer zehnten Schule in Bonn. Rund 300 junge Leute sind auf jeder Schule faserniert, aus. genommen in Brandenburg, das ben Bedarf Berlins decken soll und daher etwa 1000 Schüler beherbergt. Die Ausbildung ist straff und anstrengend. Der Lehrplan das Wert des Oberregierungsrates Degenhardt vom Innenminifterium umfaßt zwei große Gruppen. In neun Klaffen und drei Stufen wird der Allgemein. Bolksschule, die mittelstufe entspricht dem Bildungsgang bis zum bildung gedient. Die Unterstufe ist eine Art Wiederholung der Einjährigen, die Oberstufe bem der Primareife, Nebenher geht die Fachausbildung. Hier werden die Polizeiwiffenfchaften gelehrt, Körperschulung und Waffendienst betrieben. Die Schlußprüfung scheidet bie Bücke von den Schafen. Leider vermißt man heute noch eine Bestrebungen, diese vor allem für den Berkehrspolizisten wichtige pinchotechnische Untersuchung nach wissenschaftlichen GrundsätzenPrüfung anzufügen, find in Polizeitreisen im Gange. Die Zeiten sind porbei, wo der reiche Mann seiner um ein neues Kleid bittenden Tochter den Rat gab, nachzufragen, ob auch die Tochter der Scheuerfrau in der Lage wäre, fich schon wieder" ein„ Neues" zu taufen: jest fieht man nicht nach unten, sondern nach oben Jo schön wie die und jene bin ich auch und ich soll entbehren?" In diesem Streben nach aufwärts, vorwärts liegt unzweifelhaft ein gesunder Gedanke: geschickte Hände tönnen auchbare Härte des Gefeßes befam ein ehemaliger Boftaushelfer mit wenigen Mitteln nachschaffen, was das Herz begehrt, aber bei nielen fäßt der Gebante, verzichten zu müssen, doch einen herben Stachel zurüd: schmerzende Augenweide ist es, die sie lockt und bezwingt. Holzmann in Brüssel festgenommen! Die Kölnische Zeitung meldet aus Brüssel: Der aus dem Brozeß gegen Bartels befannte Ruffe Holzmann wurde am Montag abend, als er im Begriff stand, die Stadt zu verlassen, von einem heutschen und einem belgischen Kriminalbeamten perhaftet. Der Auslieferungsantrag dürfte baldigst gestellt werden. Wie erinner fich, war Holzmann furz vor Beginn des Prozesses gegen ihn und Den Regierungsrat Bartels geflohen, Der Prozeß Bartels. Die Gefängniskaffiber des Regierungsrats. In dem Brozeß Holzmann- Bartels erscheint der Staats jekretär Dr. Weißmann im Gerichtsfaal und stellt dem Regierungs rat Bartels ein erst flaffiges Beugnis aus. Der Verluft biefes Mitarbeiters, als er auf Grund feiner hervorragenden Fähig feiten zum Leiter des Grembenamtes berufen wurde, fei für ihn außerordentlich gewefen. Die Anschuldigungen gegen Bartels schienen ihm unglaublich, denn hätte er sich Unregelmäßigkeiten auschulden tommen laffen, er hätte mährend feiner Tätigkeit im Staatsfommiffariat, mo er viel größere Selbständigkeit genoß, piel leichteres Spiel gehabt. Derfelbe Regierungsrat Bartels tauscht aber mit feinem Leidensgefährten, den er felbft als" Gauner bezeichnet hat, gleich einem fchweren Sungen", Kaffiber aus. Er habe damals an einer Haftpinchofe gelitten und fei som Berp na gebrau vollständig heruntergekommen, meint der Angeklagte. Sind das genügende Entschuldigungen? Die ersten Kaffiber Holza manns in deutscher Sprache fand er in seinem Essen. Er ignorierte fie. Die weiteren in ruffischer Sprache geschrieben, wurden ihm nom Ralefaftor im Lazarett übermittelt. Eine Uebersehung in deutsche Sprache kam bann bem Untersuchungsrichter in die Hände. Im übrigen wieder bes alte Bild. Der russische Emigrant Bengeram erflärt, daß er sich nie getraut hätte, Bartels Beftechungsgelber an zubieten und ehemalige ruffische hohe Offiziere schildern, wie Bartels während des balschewiſtiſchen Terrors fie vom Tode rettete, indem er ihnen über die Grenze half. So zeigt Regierungsrat Bartels itets ein Doppelgesicht. Uneigennügige Hilfsbereitschaft einerfetts, Gefängnistaifiber und Zeuge Minzer andererfeits. Am Donnerstag fallen die Plädoyers" beginnen, am Freitag wird das Urteil gegen Der Fall Rothe. Bartels erwartet. Rothe, diefer Nebenfigur im Bartels- Halzmann- Prozeß, fand Benn auch der Post zugestanden werden muß, daß fie ihre Beamten scharf anfaßt, fo muß auch andererseits immer wieder gefagt werden, daß das Gefeß für derartige Fälle eine geradezu unmenfchliche Härte in der Bestrafung porsieht. Diese furchts 21fred 5. zu spüren, trotzdem es fich im Grunde genommen wieber um ausgesprochene Bagatellen handelt. Bom Boftamt 9 per fchickte eine Bigarettenfabrik mehrere Patete ihrer Fabritate hauptfächlich zu Rellamezwecken. Bon biefen Sendungen tamen fast täg lich mehrere als unbestellbar oder megen verweigerter Annahme zurüd. Da fie einen langen Beg hinter fich hatten, wiefen die Badungen, die zu je 4 Schachteln mit 25 Bigaretten geschichtet waren, fehr oft größere Beschädigungen auf. Der Angeflagte hatte die Aufgabe, berartige Rüdfendungen in einem Beutel zu verstauen, bie dann an bestimmter Stelle abzuliefern waren. Von den 3iga. retten mum, die pan felbft herausgefallen waren, hatte fich. einige angeeignet und geraucht. Er gab mehrere Fälle zu, die fich jedesmal auf 2 bis 3 Stüd befchräntten. Auch eine ganze Schachtel bürfte auf fein Konto fallen, ba man beren beschädigte Umbüfung in dem Toilettenraume porfanb. Der Ange flagte gab mie gefagt die Verfehlungen zu und beteuerte gleichzeitig, baß er sich niemals an Wertfendungen vergriffen hätte. Bei den Bigaretten habe ihm tatsächlich bie Ertenntnis einer traf baren Handlung gefehlt. Trotzdem beantragte der Staats anwalt unter Bubilligung mildernder Umstände eine Gefängnis ftrafe von 5 Monaten. Das Schöffengericht Berlin- Mitte mußte fich ja wohl in der Beurteilung der Tat auf demselben Standpunkt stellen, blieb aber im Strafmaß etwas unter dem An trag. 5. wurde also megen fortgefegter Unterschlagungen im Amte zu 3 Monaten Gefängnis perurteilt. 6602 Droschfen in Berlin. Damit ist die Ausbildung noch nicht abgeschloffen. Die rechte Eignung für den Beruf erwirbt der Anwärter erft in der Braris. nach bestandenem Cramen wird er zum Polizeiunterwachtmeister befördert und anfangs einer Bereitschaft in Rafernierung zugeteilt. für zwölf Jahre hat sich der junge Bolizist verpflichten müssen in zwölf Jahren will er Hauptwachtmeister oder Leutnannt fein: ba gibt es noch viel zu lernen, piel zu arbeiten. Mit einem älteren Beamten schicht man ben neugebadenen Wachtmeister auf Streife in ben Straßendienst. Später erst fommt er zu dem weniger beschwer lichen Dienst auf den Revieren. Hat er sich mindestens vier Jahre fang einwandfrei geführt, fann er zum Polizeimachtmeister befördert werden. Zum Kang des Oberwachtmeisters perhilft dann die erfolg reiche Absolvierung einer Fachprüfung, zum Hauptwachtmeister besondere Eignung und irgendeine Balanz. Die Offizierslaufbahn eröffnet ihm die Abschlußprüfung der Höheren Polizeischule in Elche bei Botsdam. So schließt sich an die Frage: mie merbe ich Bolizift? ftets bie nach meiterem Aufstieg in der Polizeihierarchie an Die ganze Dienstzeit des Schupomannes ift ein einziges, langes Lehrjahr. linter den Anwärtern mit Boltsschulbildung bleibt niemand frei von dem 3wang pieljähriger Kletterarbeit auf der Rangleiter, Bevorzugt wird nur eine Gruppe: die der Anmärter mit Eignung zum Bolizeioffizier. Offizierafpirant fann werben, ber Reifeprüfung, Eramen zur Primareife oder zur zweiten Seminar tlaffe beftanden hat. Die Afpiranten befuchen gemeinsam mit den übrigen Anwärtern ein Jahr lang die Polizeischule. Nach frühestens neun Monaten werden sie Wachtmeister, tun dann ein weiteres Drei. vierteljahr Dienst bei Bereitschaft und Revier, und können nun gum Kursus in Eiche und zum Lehrgang für Leibesübungen in Spandau vorgeschlagen werden, hier wieder neun Monate Dienst, Prüfung vor einer vom Ministerium ernannten Kommission dann sind die Uhselstücke gewonnen. Bis zum Hauptmannsrang geht das Avancement rajcher vor sich als bei der Reichswehr und der alten Armee: in pier bis fünf Jahren wird man Polizeioberleutnant, in etwa fieben Hauptmann. Späier schlägt die Karriere ein fangfameres Tempo ein. Beim Major bleiben die meisten stecken. Oberwachtmeister, Oberften werden nur wenige und vor der höchften Sprofie, dem Kommandeur- man tenni nur zwei in Breußen, in Berlin und Effen, liegt bie Barriere halber Menschenalter... Much ein Einbruchsdiebstahl! Nach den am ersten Januar jedes Jahres durch die Hauptvers fehrsstelle( jest Kraftverkehrsamt) des Bolizeipräsidiums por genommenen Beftandsaufnahmen ber in Berlin im öffentlichen Ver: fehr befindlichen Droichten ist, wie die Berliner Wirtschaftsberichte mitteilen, deren 3ahl von 4978 zu Anfang 1922 von Jahr zu Jahr bis auf 4485 zu Beginn 1925 gesunten. Erst im Laufe des lezten Jahres 1925 ftieg die Zahl der Droichten wieder merklich an und betrug Januar 1926: 6602. Auch hinsichtlich der Art der im öffentlichen Berfehr stehenden Droschten hat sich in den letzten fünf Die Hausangestellte Auguste M. war in eine recht unangenehme Sahren eine bemerkenswerte Verschiebung vollzogen. Während 1922 Lage gekommen. Beil sie die Interessen der Hausfrau allzu eifrig mit 2298 noch annähernb die Hälfte aller öffentlichen Droschten verirat, mußte fie fich megen gemeinichaftlichen Ein. Pferdebrofchten maren, hat sich deren Anteil bis Januar 1926 aufbruchsbiebstahls vor dem Schöffengericht Char weniger als ein Behntel verringert. Die legte Bestandsaufnahme lottenburg verantworten. Gegen den jungen Sünder" foilte ergab nur 598 Pferdebroschken. Die Zahl der elettrifen erit später verhandelt werden. Das Ehepaar H. war bis vor kurzer Kraftdroffen ist ebenfalls start zurückgegangen, Sie Beit Eigentümer eines belannten Restaurants in der Lutherstraße. beträgt gegenwärtig nur 142 gegen 544 im Januar 1922. Dagegen Grau H., die von dem Manne ihrer ersten Ehe ein ähnliches Unter befinden sich ieht 5808 Benzindraichten im Berkehr gegen nehmen übernommen hatte, verkaufte dies später, heiratete ihren nur 2136 im ersten Berichtsjahre. Ban den neuen einfigigen Motor jezigen Mann und richtete mit ihm zufammen das neue Lokal ein. radprofchten, die vorläufig nur perfuchsweise bis zum 31. Dezember Herr S., der bis dahin Arbeiter in einer fabrik und vollkommen b. 3. zugelassen find, waren bei per legten 3ählung 59 in Betrieb, mitteltos war, machte auf diese Weise fein Glüid. Leider war dies Schwerer Betriebsunfall in einer Berzinkerel. Der Prozeß des Rriminalbetriebsaffitenten Ein folgenschmeres Unglüd ereignete sich gestern nachmittag gefter feine schnelle, wenn auch nicht ganz schmerzlofe Erledigung. furz por 4 Uhr bei der Firma Grove in Hohenschönhausen, feiner Frau, den Betrieb auf ihre Rechnung fortzusehen, ftellte Das Berfahren gegen ihn war bekanntlich abgetrennt und die Ver Goethestraße 37-39, In Schmelzfeffeln wurden größere Mengen Bint verarbeitet, als plöglich aus bisher noch unbekannter Ursache belter und verlegte fie schwer. Der Berzinter Aug, iban qus ein Reifel plagte Die Flüffigteit ergo fich über zwei Ar her Chariner Straße trug Rerbrennungen im Gesicht, am Ober handlung wurde in den großen Prozeß eingeschoben. Rothe mar beständiger Gaft bei Holzmann; er hatte von ihm auch ein Dat lehen von 300 m. erhalten. Als Gegendienste veranlaßte er den Rumänier Barbuza im Hotel Kaiserhof einen Tell der 20 000 förper und an den Händen davon. Der Arbeiter Walter Berg bie biefer Kutister schulbete, an Holzmann zu bezahlen. Er pers haftete auf Beranlassung desselben Holzmann den Seugen Minzer, Rothe behauptete, er habe als Kriminalbeamier das Recht gehabt, in allen Fällen, wo es notwendig schien, bienstlich vorzugehen, Dberregierungsrat Dr. Hagemann, der als Sachverständiger vers nommen wurde, erflärte jedoch mit aller Entschiedenheit, daß Rothe in beiden Fällen pflichtwidrig und unzufäffig gehandelt habe. Bei Der Kriminalpolizei achte man besonders scharf barauf, daß die Beamten in anderen Dezernaten nicht herumfuhrwertien. Das Gericht verurteilte nach längerer Beratung Rothe wegen erwiefener Bestechung zu fechs Monaten Gefängnis. Als mildernder Umstand fah das Gricht an, daß Rothe dem Holzmann, der ein ganz be sonders geriebener und ausgeflügelter Mann sei, nicht gewachsen war. mann aus der Briegener Straße 17 in Hohenschönhaufen urbe fchen Rettungsamtes wurden die Schwerverlegten in die Unfall, an den Händen schwer verbrannt. Durch einen Wagen des Städti flinit in der Ziegelstraße transportiert. Raubüberfall im Tiergarten. Am Mantag früh murbe der 22 Jahre alte Kaufmann Martin Pres aus Moabit 115, der bei der Meierei Bolle angestellt ist und schon frühmorgens für den Betrieb Gelder einzuziehen hat, um 91 Uhr in der Nähe der Berfighalle von einem Schupo, beamten in einem Gebüsch besimmungslos aufgefunden. Er hatte awei Berlegungen an der Stirn. Eine Attentasche, die mur non furger Dauer, Die Ehe gestaltete fich derartig unglüdlich, daß. sich sehr bald von seiner Frau trennte. Ueber das Restaurant, in dem Frau H. mit ihrem Sohn und bem Hausmädchen zurüdgeblieben war, verfügte er ziemlich eigenmächtig. Er verbot schriftlich einen Geschäftsführer in Aussicht, bem er alle Kaffenmußte niemand in feiner Familie. Der 17jäbrige Sohn aber mochte nefchäfte übertragen wollte. Daß. des Unternehmen schon an einen anderen Restaurateur verpachtet hatte. für sie an Inventar au retten, was zu retten war. In den Küchendas Schicksal feiner Mutter ahnen und fam nun auf den Gedanken, räumen, bie von einer Gelte burch eine vernagelte Tür, von der anderen durch einen mit einem Schrank verftellten Zugang, der zur Mädchenfammer führte, ebenfalls verfchloffen war, lagerten große Mengen von Kaffeekannen, Gläsern und sonstigem Geschirr Diefem galt die erste Sorge des jungen H. Er ersuchte also die Angeklagte, mit ihm gemeinsame Sache zu machen, was die M. aber nur unter der Bedingung tun wollte, wenn frau H. damit einverstanden märe. Um feinen Plan daran nicht scheitern zu laffen, erklärte der junge Mann, daß seine Mutter einverstanden fei. In Wahrheit aber hatte er ihr nichts davon gefagt. Jeht gingen die beiden ans Werk rückten den Schrank belfeite, öffneten hie Tür zur Küche und verpadten das ganze Geschirr in Roffern und Kartons, die H. dann zu einem Freunde in die Wohnung schaffte. Hier wurde es später von einem Kriminalbeamten dem jezigen Bächter des Restaurants, der das Inventar mitgepachtet hatte, wieder zu geftellt. Ils weitere Folge fam die jehige Antlage. Nach Schluß der Bemeisaufnahme erlebte man den immerhin seltenen Fall, daß Staatsanwalt, Berteidiger und Gericht einer Meinung waren. Sowohl das Lotal wie fast das gesamte In pentar feien von dem Gelde der Frau H. angeschafft worden, also zum mindeften auch deren unbestrittenes Eigentum. Dieser Umstand sei nicht nur dem aus erster Che stammenden Sohn, fondern auch dem älteren Bersonal, darunter der Angeklagten, be fannt gewefen. Diese hätten also im guten Glauben und ohne Kenntnis der eigentlichen Rechtslage gehandelt. Die Hausangestellte Augufte M. wurde daher fostenlos freigesprochen. Großfener in einem Papierlagerfeller. Der Kampf um die Hauszinssteuer. Erste Lesung im Preußischen Landtag. Auf der Tagesordnung bes Bandtags stand gestern als einziger Bunft: erste Beratung des Gefeßentwurfs einer Gebäudeentschuldungssteuer. bem letzten Finanzausgleich eine Neuregelung notwendig wurde, Der Die Vorlage behandelt die bisherige Hauszinssteuer, für die nach Steuer sollen die in Breußen bebauten Grundstücke unterliegen, finanzminister n. Schlieben, zu banten sei. Der Redner erklärte, daß feine Partei an der Hauszinssteuer nicht schuldig sei. Die Sozial bemokraten hätten sich seinerzeit im Reich sehr energisch für die Wohnungsbausteuer eingefeßt, die nur für den WohIn Bien el bas bereits im Jahre 1924 möglich gewesen. Die nungsbau bestimmt war, hätten aber leider nicht erreichen fönnen, daß die Steuer der Leistungsfähigkeit angepaßt wurde. Reichsregierung Luther Schlieben sei auch daran nicht aber Neubauten und neue Gebäudeteile, die nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig wurden. Frei von der Steuer sind die Gebäude chulb, daß bereits am 1. April 1926 die volle Friedensmiete zu leisten Ein Großfeuer, das an die Feuerwehr größte Ansprüche ftellte, öffentlicher Körperschaften und gemeinnügiger Bereini ei. Erfreulich wäre es, daß in die jetzige Vorlage endlich auch fam gestern nachmittag gegen 1 Uhr in dem Hause Siemensstr. 12 in gungen. Einfamilienhäuser, die vor dem 1. Juli 1918 be bie Landwirtschaft als steuerpflichtiger Kontrahent einbezogen Moabit zum Ausbruch. In einem großen Lagerfeller zugsfertig waren, fönnen unter bestimmten Voraussetzungen auch fei. Allerdings hätte die Regierung biefe ungerechtigkeit schon vou fagern etwa 600 3entner Bapierballen. Aus bisher noch von der Gebäudeentschuldigungssteuer befreit werden. Der Steuer von der Gebäudeentschuldigungssteuer befreit werden. Der Steuerlich aus beseitigen und nicht erst auf die Anregung des Staatsrats unbekannter Ursache brach im hinteren Teil des Kellers Feuer aus. fag beträgt 40 Prog. des Goldmartbetrages ber marten sollen. Der Standpunkt des Ministers, der Hausbesiz müsse Auf den Alarm„ Großfeuer" eilten mehrere Löschzüge an die Brand- riedensmiete. Der Finanzminister ist aber ermächtigt, die durchgängig vom 1. April ab mehr erhalten, jei nicht überall bestelle. Bei deren Eintreffen hatte das Feuer unter fehr großer Steuer zu ermäßigen oder zu erlassen. Vom Ertrage der Steuer gründet. Bielfach brächten schon die jeßigen MietQualmentwicklung schon große Ausdehnung gewonnen. Es war gehen 8 Broz. an die Fürsorgeverbände; 18/0 werden zu Neubautenfäße erhebliche Ueberschüffe. Die Mehrzuwendungen an außerst schwierig, an den Brandherd zu gelangen, und es war den zweden verwendet. den Hausbesig hätte man beffer für den Neubau verwenden ehrleuten nur möglich, mit Sauerstoffschußapparaten ausgerüftet, follen, deffen Notwendigkeit noch immer nicht ernst genug genommen in den Keller einzubringen. 3wei Dampfsprigen waren unaufhörlich tätig, Quftinden Kellerzu pressen, um den unter großen zu werben scheint. Die Berteilung des Steuerauffommens unter Gemeinden und Cand müsse geändert werden. Für die sogenannte Schwierigkeiten arbeitenben Feuerwehrleuten Wohnungsausgleichs- und Fürsorgepolitik müßten ausfließich die überhaupt einen Ueberblick zu schaffen. Während immer neue Großstädte die often bezahlen. So habe Berlin z. B. im letzten Baffermaffen in die Flammen gesprigt wurden, wurde gleichzeitig Jahre 110 Millionen aus der Hauszinssteuer für den Wohnungsbau mit mehreren Saugpumpen gearbeitet, um das sich ansammelnde halten und 47 Millionen an den Ausgleichsfonds abgeliefert und eingenommen, davon aber nur 63 millionen in der Gemeinde beWaffer wieder herauszupumpen. davon feinen Pfennig zurückerhalten. Aehnliches sei festzustellen für rantfurt und Röfn. Die Sozialdemokratische Partei müffe verlangen, baß ber foziale Charakter der Steuer mehr zum Ausdruck tomme, daß vor allem erheblich höhere Beträge dem Wohnungsbau zuflöffen, damit aus seiner Belebung zugleich Arbeit und Brot für die Bevölkerung geschaffen werden kann. Die Polizei im Bild. " Die Freie Bereinigung für Polizei und Kriminalwissenschaft schreibt im Einverständnis mit dem Preußischen Ministerium des Innern für die Zwecke der Großen Bolizei Ausstellung 1926 unter dem Motto: Die Polizei im Bild" einen Licht bilderwettbewerb aus. Das bunte und vielgestaltige Leben des modernen Bolizeidienstes, das wirre Durcheinander des Polizeibetriebes, das doch so genau nach einem forgfältig durchgearbeiteten Plan funktioniert, foll in möglichst originellen und naturgetreuen Lichtbildern festgehalten werden. Teilnehmen fann an dem Bettbewerb jeber Bolizeibeamte oder Amateur des In- und Auslandes. Die Motive der eingesandten Lichtbilder müssen in einem deutlich ertennbaren Zusammenhang mit der Polizei stehen und charafte riftische Augenblicke oder interessante Vorgänge aus dem polizeilichen Berufsleben, Stimmungsbilder des täglichen Dienstes, gelegentliche Aufnahmen oder gestellte Szenen usw. aufweisen. Die für den Wettbewerb bestimmten Lichtbilder find mit einem Renn wort versehen an den Berlag der Zeitschrift Die Polizei", Berlin W. 35, Flottwellstr. 3, bis zum 1. Juni 1926 einzusenden. Puppentheater in Weißensee. Trotz aller Bühnenmiseren und pleiten ist jetzt in Weißenfee ein neues Theaterchen entstanden, mit einem ausgezeichneten Ensemble, das, mie man bei der Eröffnungsvorstellung, die am Sonnabend vor geladenen Gäften stattfand, feststellen tonnte, ſich belm Spiel niemals perhebberte, troßdem jeder einzelne von ihnen an zahlreichen Schnüren befestigt war, Das schöne Spiel des Grafen Pocci von der Waffernige Undine ging im neugegründeten Ber finer Kunst marionetten Theater Th. Barites über die Bretter, in dreistündiger Dauer, mie es sich für ein flaffisches Drama geziemt Man fönnte die mäfferige Schönheit der Untine und die ritterliche Erscheinung ihres Gemahls Huldbrand pan Ringstätten, die charofteriflischen Gestalten des alten Bifchers und des Leibfochs und noch mandjes andere rühmen, wenn das eine Borstellung von der Freude gäbe, die allen großen und fleinen Kindern dieser Abend bereitete. Aber trotz alledem: Kasperle, bir fei besonders Lob gefungen, der du beim Sprechen den Mund aufund zuflappen und beim Altschluß fogar im Handstand abgehen fannft! feierlich sei Weißensee zu dieser neuen Theatergründung beglückwünft. Die Stadtverordnetenverfammlung hat in diefer Woche ihre Sigung am Donnerstag um 5 hr. Auf der Tagesordnung Die allgemeine Debatte eröffnet Belastung von 1360 Millionen Marf in der schwersten wirtschaft. Abg. Kaufhold( Dnatl.), der die durch die Steuer zu erwartende lichen Notzeit beklagt. Nicht zu billigen sei ber Standpunti des Finanzministers, daß für die Hauszinssteuer bas Grundftd an sich haftet. Die Steuer tönne nicht vom Eingang ber miete unabhängig gemacht werden. Mindestens die Hälfte des Steuerauffommens müsse für Neubauten hergegeben werden. Selbst Wohlfahrtsminister Hirtfiefer habe die in der Vorlage ge wünschte Berteilung in öffentlicher Rede als ungenügend bezeichnet und erklärt, durch diese Berteilung würden weitere 100 000 Leute wohnungslos und Bauarbeiter ermerbslas( Hört! hört! rechts.) Bon den Steuereingängen muß auch ber private Bauunternehmer erheblich unterstügt werden. Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff hebt hervor, die preußische Regierung habe unter dem Zwange geftanden, der finanziellen Notlage Rechnung zu tragen, die durch den Finanzausgleich und die Reichsgefehgebung über Länder und Gemeinden gekommen ist. Wenn also der Herr Abg. Kaufhold sich darüber beklagt, daß die Neubautätigkeit aus dem Ertrage der Ge= bäudeentschuldungssteuer zu geringe Buschüffe erhalte, dann hätte er sich nicht an den preußischen Finanzminister, sondern an den damaligen Reichsfinanzminister 0. Schlieben wenden müssen. Breußen werde für die Neubautätigkeit 260 Millionen aur Ber fügung stellen, also mehr, als nach dem Finanzausgleich zu erwarten war, Breußen tue im Gegensaz zum Reiche alles, um die Mittel für den allgemeinen Finanzbedarf zugunsten der Neubautätig teit zu beschränken. Es fönne teinem Zweifel unterliegen, daß bei bem Stande der Bautätigkeit in Breußen im laufenden Jahre, alfo bis zum 1. Oftober 1926, mehr als 100000 neue Woh. nungen auch mit den jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln fertig werden. Nach dem Reichsfinanzausgleich wird uns zwingend tommen an Hauszinssteuer für den Finanzbedarf zur Verfügung vorgeschrieben, daß wir unter allen Umständen 20 Proz. aus dem stellen müffen und 15 Bros. für die Neubautätigkeit. Da Preußen insgesamt 40 Prog. des Reichsauftommens aus der Hauszinssteuer zur Verfügung stehen, handelt es sich also nur um einen Spiel. raum von 5 Bros. Diese fünf Brozent noch ganz dem Neubau zur Verfügung zu stellen, find wir nicht in der Lage, weil die Finanspolitit des Reichsfinansministers v. Schlieben die Länder so überaus start geichwächt hat( Unruhe rechts, Zustimmung links). Ein weiterer Gedanke bei der Haus. zinssteuer ist der, daß man versucht, der Steuer den Charakter einer Inflations steuer zu geben. Es handelt sich ja bei den Grundftüden( in der Inflationszeit) um erhalten gebliebene Werte. Der Minister weift noch darauf hin, daß bie Steuer zweifellos teine Bersonalsteuer, sondern eine e al ft euer set, da sie das Grund ftüd als Objett belastet. Die Steuer fei hart, aber eine Notwendigkeit. Das Gleichgewicht im Haushalt muffe unter allen Um Ständen hergestellt werden. Abg. Meyer- Solingen( Soz.) Abg. Hölges( Str.) gibt hierauf eine furze Erklärung seiner Fraftion ab, in ber bas Bedauern ausgesprochen wird, daß der lei, biele Borlage so zu gestalten, daß sie nach Möglichkeit allen Bandtag infolge der Gefeßgebung im Reiche gezwungen berechtigten Wünschen Rechnung trage. Insbesondere müffe objektiv geprüft werden, wie hoch der Antsil der Miete sein solle, die dem Hausbesig zugute kommen foll Abg. Grundmann( D. Bp.) erklärt für seine Partei, daß das Gefeß, fo wie es vorgelegt sei, u nannehmbar sei. Immer werde die Deutsche Boltspartei fachlich mitarbeiten; vom Ergebnis unserer Berbesserungsversuche wird unsere Gesamtabstimmung abhängig sein. Auch Abg. Falf( Dem.) gibt namens seiner Partei eine ErMärung ab, die bie Reichsgefeßgebung für die Einbringung der Borlage verantwortlich macht und in der betont wird, baß bie Borlage dem Bedürfnis der Wohnungsbauwirtschaft nicht genügend Rechnung trage. Abg, Stolt( Komm.) bezeichnet es als unerhört, daß der Etat ausgeglichen werden folle auf Stoften der Mieter. Alle Parteien griffen die Steuer an, und doch werde sie angenommen werden. gefeh fei ein Rabbau und Diebstandene Memberung fei bie Abg. Ladendorff( Wirtsch. Bgg.) erflärt, das Hauszinssteuernoch handenen Eigentum. Dhne entsprechende Aenderung fei die Borlage unannehmbar. Festgestellt werden müffe, daß die Länder teine Steuerhoheit mehr haben, seitdem Preußen Freistaat mit demofratischer Berfassung ist.( Unruhe links.) Die Wohnungszwangswirt Ichaft tofte mehr, als ous der Hauszinssteuer an Aufkommen herauslomme. Die Wohnungsnot mürbe bald verschwinden, wenn man diefe Mittel bem privaten Bauunternehmer gebe. Abg. Kaufhold( Dnatl.) wünscht noch Befristung der Vorlage. Die Urfachen der Politik des Ministers v. Schlieben müßten in der pon den Linksparteien dem Reichskabinett Marg- Stresemann er teilten Ermächtigung gesucht werden. Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff mendet sich gegen den Abg. Ladendorff und führt aus, daß die Beranlagungs- und Verwaltungstosten der Hauszinssteuer nicht 2 Proz. des Auftommens betragen. Durch die Neubautätigkeit des Staates werde die öffent liche Bautätigkeit belebt und Beschäftigung geschaffen, der Privathau badurch aber feinesfalls gehemmt. stehen unter anderem 21 Anträge, meist Refte aus früheren Sigungen meift barauf hin, daß bie Reichsregierung zu dem Borgehen den Hauptausschuß. Nächste Sigung Dienstag 12 Uhr. Zweite Die fozialdemokratische Fraktion ist mit 8 Anträgen beteiligt. Unter den Rädern der Untergrundbahn. Ein schwerer Unfall der eine längere Verlehreſtörung zur Folge hatte, ereignete sich am Montag nachmittag auf dem UntergrundbahnhofBreiten bachplay. Der 57 Jahre alte Bugrevisor Adolf Kinne aus der Pfalzburger Str. 87 in Wilmersdorf berfuchte noch furz vor einem einfahrenden Zug die Geleife zu überschreiten, wurde jedoch erfast und fonnte erst nach längeren Bemühungen in ichwerverLeptem Bustande geborgen werden. Durch einem Wagen des Etädtischen Rettungsamtes wurde der Verunglückte nach dem Lichterfelder Krankenhaus transportiert, wo schwere Oberschenkel-, Nippenbrüche und ein Schädelbruch festgestellt wurde. Der Zustand ift nahezu hoffnungslos. Das Metropol- Varieté hat sich zu einer Art Funffabarett umgemandelt. Einige Künstler der Funfftunde sprechen und fingen zur Abwechslung einmal vor dem Antlig des Publikums anstatt vor dem Mitrophon, Alexander Fießburg, Sieglinde Born, James Basch, Dita Urad und noch ein paar andere. Es ist ganz interessant, fie einmal in Bewegung und Mienenspiel zu studieren, aber man findet pit, daß die Stimme nicht recht zu diesen Dingen im Ein. flang steht. Bielleicht hat man sich auch von dem bisher unsichtbaren Besizer diefer Stimme ein anderes Bild gemacht, das für viele Allyfionen offen hielt, die nun zerstört find. Immerhin war es ein intereffanter und gelungener Bersuch; nur die boch etwas zu find nicht. liche Form der Anlage follte man ändern. Originell ift fie bestimmt minge. Es sei eigenartig, daß der Abg. Kaufhold( Dnatl) die Steuer so scharf fritifiere, die boch ber Taftit und der Regierungstunst gerade seiner Freunde, besonders dem früheren ReichsBeim Weinabfüllen verblutet. Der Technifer Fran! in Rangsdorf haite von seinen Verwandten aus Trier ein fäßchen Rotwein erhalten, daß er in Flaschen abtüßte. einen unglüdlichen Zufall sprang eine Flasche, die er in der Hand hielt, entzwei, und das icharfe Glas fonitt ihm die Bulsader des linfen Armes auf. Obwohl die Ehefrau føgleich zum Arzt eilte, der Arm auch von Nachbarn unterbunden wurde, war doch der Blutverlust inzwischen fo groß gewesen, daß der Arzt keine Hilfe mehr bringen fonnte und Frank an der Verlegung starb. Erleichterte Einreife in die Kölner Jone. Bei Reifen in die geräumte Kölner Zone ift fein Personalausweis für deutsche Reichsangehörige mehr erforderlich. Eine Brauerei niedergebrannt. Die Brauerei Niebed- Riefel Haberland G. m. b.$. in Finsterwalde ist Montag morgen mit Ausnahme der Wirtschaftsgebäude vollständig niedergebrannt. Die Entstehungsurfache ist unbefannt. Der Sachiaden ist bedeutend. 60 Grad Källe in Schweden. Die Käfte in Nordschweden ist zurzeit außerordentlich ſtart. In der Gegend von Birea zeigte bas Thermometer am Sonntag minus 60 Grad Celsius, Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 9. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Kabareff der Komiter. Das fleine hübsche Theater im Balmenhaus am Kurfürstendamm hat wieder einen gelungenen Premierenabend hinter sich. Diesmal gab es ein musikalisches Luftspiel aby und die Drei", natürlich von m organ und Robitsad, mit Musik von Walter Rolle. Man fann sich feich denken, daß es eine originelle Sache ist, die den Autoren reich lich Gelegenheit gibt, ihren Wig feuchten zu laffen. Manchmal ist es allerdings mit den Wigen nichts, aber dann hilft über solche Stellen die liebenswürdige und einschmeichelnde Musit Kollos leicht hinweg. Es wurde fein sauber gespielt, wie es sich von Leuten gehört, bie bas metier, das Publifum zu amüsieren, aus dem if ver ftehen: Trube Hesterberg, Morgan felber, Siegfried Arno, Mer Hansen, alse Naft und Henry Berg. Bestimmt war's ein ehrlicher Erfolg und der Beifall verdient. Im Februar- Bro gramm bildet sonst den Mittelpunkt ein neuer ungarischer Satirifer Szöfe Szafall, der eine hübsche Satire auf die gewiffe Institu tion in einem Stetch, Bohnungsamt" darstellt. Wenn man ihn erwähnt, foll man aber auch Lotte Wertmeister und in Resen nicht vergessen, die in einer Szene var einem Billeschenkapelle, Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman), 2. Rezitation: Hintergrund erschüuernd Luftiges zu geben verstehen. Es ist wieder ein ausgezeichnetes Programm, das vieles überragt, was sich in Berlin ammaßender gibt. Unentgeltliche Sprachkurse für Arbeitslose. Die vom Genoffen Dr. Beckmann für arbeitslose Mitglieder der Partei und Gemertfchaften veranstalteten unentgeltlichen Lehrgänge in English, Bransoli and Spanisch werden auf Wunsch der Hörer in dieser Woche in Sophien- Lygeum, Meinmeisterstr. 16/17, beginnen. Der englime Unterricht findet am Mittwoch, nachmittags pan 3-5 Uhr, and ber französische am Donnerstag, nachmittags 3 3hr statt, 21 metbungen tönnen noch in der ersten Stunde abgegeben werden. Ausweis und etwas Schreibmaterial wolfen die Teilnehmer mitbringen. n R Die Borlage geht nach Schluß der allgemeinen Besprechung an und dritte Beratung des Gefeßentwurfs betr. e uregelung der tommunalen Grenzen im rheinisch westfälischen Industriegebiet. Polizeikoſtengesez, kleine Vorlagen. 4 Jugendveranstaltungen. Gymnaftit- Rurfus heute, Dienstag, non 7 Uhr ab. im Jugendheim, Lindenste 3. Heute, Dienstag, den 9. Februar, abends 7% Uhr: Webbing- Norb: Schule Müllerstr. 48. Vortrag: Körper und Nadt. fultur." Gefanbbrunnen: Schule Gotenburger Straße 2. Vortrag: So Literatur.-Schönhaufer Borstadt I. Schule Ibsenste, 17. Vortrag:" Feiß Reuter- Abenb." Brenzlaner Vorstadt: Jugendheim Danziger Straße 64. Vortrag: Körperkultur." Senefelber- Biertel: Echule Eberswalder Straße 10. Vortrag: Sequefie Fragen." Safenheide: Vortrag: Gegnerische Verbände," Südmeften: Jugendheim Belle- Alliance.Plas 1. Vortrag: Heinrich Seine Schöneberg 1.: Jugendheim Rubens und Hauptunb ber Sozialismus." Straße. Bortrag: Bolitische Revue." Wilmersdorf: Jugendheim Hildegard. traße 4. Bortrag:„ Schulreform. Lichterfelbe: Jugendheim Albrecht. traße 11a, Bortrag: Soz. Feiertage. Mariendorf: Alte Schule, Dorftraße 7. Vortrag; Unsere Stellung zu Kirche und Religion," Steglik I. Jugendheim Albrechtstr. 47. Bortrag: Alt.Berliner Sumor. Ren falla ill. Jugendheim Nogaiftr. 58. Bortrag: Was in Religion?" Neu. ölln Vi, Jugendheim Schierleſtr. 44. Bortrag:„ Eniwidlungslehre," " Nej Rpfen nidenborf.Oft: Seebad", Resibenaftr. 46. Vortrag: Pazifismus," thal: Schule Schillerstraße. Mitgliederversammlung. Buchholz. Lokal pon Naffad, Sauptste, 71. Gatirischer Abend. Nieberschönbaufen: Schule Blankenburger Straße 60. Bortrag: Die große franzöfifche Revolution." vanban: Jugendheim Lindemufer 1. Bortrag: Seguelle Frage." Dorträge, Vereine und und Versammlungen. Esperanto- Berbanb( Grupars) Berlin. Dienstag, 9. Februar, 8 Uhr, Randitoret Dobrin, Sadefcher Martt: Monatsverfammlung. Gäste willtammen. Reichsbund füdischer Frontsoldaten. Bezirk Stabtpart, Frauengruppe: Am 8. Februar, 8 Uhr, im alten Schöneberger Rathaus am Kaifer Withelm- Blas Bortragsabend Lydia Städer über: Schule und Antifemitismus", Gäfte mi fommen! Beair! Norb: Mitimo, 10, Februar, 8 Uhr, in den Saphlen. Galen, Sophiemitt. 17/18. Bersammlung mit Damen, Bortrag Rabbiner Dr. G. Beike: ie follen i Suben Andersaläubigen gegenüber verhalten Gäfte willfommen! 4.30-8 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funk kapelle. Leitung Konzertmeister Ferdy Kauffman, 6.45 Uhr abends: Stunde mit Büchern:„ Aus Berlin. Prof. Hanns Fechner spricht über seine Werke: Spreehanns" und Die Angelbrüder", Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i B. Mitgliedernerfamm ferner werden folgende Bücher besprochen: Adolf Heilbronn: fungen Mittwoch, 10. Februar, 48 Uhr. Bezirk Adlershof: Lotal Frieden. ftraße 5. Referat über: Grundlagen der Biochemie", Bezirk Moabit: Die Reise nach Berlin", Karl Mayer: Berlin, J. Buchhorn: Seherenschnitte aus Berlin" Rumpelstilzchen: Harte Worte. Lotat feffer, Brebom. Gde Buggenhagener Straße. Dr. Saafe fpricht über: 7.15 Uhr 7.15 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Ab- Bicht und Strahlenbehandlung", Gäste in heiden Veranstaltungen willkommen. Arbeitsgemeinschaft entschiedener Republikanez, Donnerstag, 11, Februar, teilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.50 Uhr 8 Uhr. in Simburas Bierhaus öffentliche Gikung des Arbeitsausschusses. abends: Oberregierungsrat Dr. Dannert: Unter Schwarzen und Republikaner milffommen, an einer von der Arbeitsgemeinschaft entschiede Askaris. Selbsterlebtes aus Ostafrikas". 8.30-10 Uhr abends: ner Republikaner einberufenen Sikung haben Angehörige Hintsgerichteter Marcell- Salzer- Abend. 1. a) Sousa: Corcoran Cadets, Marseh. Organisationen und des Anwaltsstandes einstimmig befchloffen, eine Sentral. b) Kéler, Béla: Ungarische Lustspielouvertüre( Berliner Funk- elle au fchaffen, hie fich mit hen mißfänden in der deutſchen Juftia befaffen fol. Es wurde ein Ausfäuk nebildet, der die weiteren Vorarbeiten leiften foll. Marzell Salzer. 3. Siede: Oneta, Intermezzo( Berliner Funkkapella). 4. Razitation: Marzell Salzer. 5. a) Helmburg- Holmes: Chinesischer Excentric, Tanz. b) Wellman: Big Ben, Onestep ( Berliner Funkkapelle). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). Königswusterhausen, Dienstag, den 9. Februar. 3-3.30 Uhr nachm. Reg.- Rat Kühne: Aufgabe und Gliede. rung der Fachschulen". 3.30-4 Uhr nachm.: Frau Mathes Winermark: Schwedisch für Anfänger. 4-4.30 Uhr nachm.: Wirkl, Geh Ob- Reg- Rat Dr. von Seefeld: Die Lehrer an den Berufsschulen, 4.30-5 Uhr nachm.: Frau Reuter:, Sinnvolles und sinnloses Spielzeug". Rithe: tinh, Sermonie Erita", Dienstag 8 Uhr Ewalds Vereinshaus. Gia. fiker Ste. 126. perfammlung Donnerstag, U. Februar, 7 Uhr. in fürftenderas eftfäten. Mieterverband 5. Berwaltungsbezirk Berlin, Memeler Ste. 59b. Geneval, Eintritt nur gegen Boracigung des Mitaliedsbuches. Au der Generalversamm. una erscheinen auch die Mitglieder der bisherigen Gruppe Andreasplak. Übler Mundgeruch wirft ab tokend. Häglich gefärbte 3ähne entstellen das schönste Antlig. Beide Schönheitsfehler werden sofort in voll tommen unschädlicher Weise beseitigt durch die Zahnpajte Chlorodont Gewerkschaftsbewegung) ( Siehe auch Hauptblatt.) Für fünftige Kaufmannslehrlinge. Un wen sie sich um Rat wenden müssen. In furzer Zeit entläßt die Schule wieder viele Rinder in bas Berufsleben. Die Entscheidung für einen Beruf wird nicht immer leicht sein und es hat sich später oft gezeigt, daß junge Menschen für den erwählten Beruf nicht die Eignung besaßen, um den beruflichen Anforderungen völlig gerecht zu werden. Nirgendwo ist mehr Borsicht geboten, als bei der Berufswahl. Alle Eltern, die die Absicht haben, ihre schulentlassenen Kinder bem taufmännischen Berufe zuzuführen, wenden sich aus diesem Grunde rechtzeitig an ben 3entralverband der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10. Er erteilt in allen Fragen der Berufswahl fostenlose Auskunft. In über 700 Orten befinden sich Geschäftsstellen oder Gruppen des Verbandes. Sonst ist auch die Hauptgeschäftsstelle in Berlin SD. 26, Dranienstr. 40/41, zu allen Auskünften gern bereit. Tie Wäschenäherei ist kein Handwerk. Das Handwert hat das Bestreben, immer größere Telle der Wirtschaft in feine Zwangsorganisationen hineinzubeziehen. Das mag in mancher Hinsicht berechtigt sein, schießt jedoch vielfach über das Ziel hinaus, abgesehen davon, daß das Handwerk in seinen Organisationsformen und in feinen Betriebsformen menig wirt schaftsfortschrittlich ist. Der Berband der Deutschen Wäschege. schäfte und Wäschehersteller, deffen Mitglieder ebenfalls in die Handwerksorganisation hineingezogen werben follen, mendet fich gegen diese Absicht. Er hatte zu Freitag eine große und ge bung nach dem Reichswirtschaftsrat einberufen und noch einmal feine Bedenten geltend gemacht. In dieser Kundgebung tamen auch die Arbeitnehmer des Bäschegewerbes durch den Gewerkschaftssekretär Bloog vom Deutschen Bekleidungs arbeiterverband und durch den Gewerkschaftssekretär Salemiti vom Textilarbeiterverband zum Bort. Sie beschäftigten sich mit der Ausbildung der Wäschenäherinnen und stellten fest, daß, soweit von einer Ausbildungsmöglich teit überhaupt bei Wäschenäherinnen gesprochen werden könnte, diese in den Händen der Handelsbetriebe beffer aufgehoben fei als bei den Handwerkerorganisationen, die eine längere Lehrzeit Dorsehen und dabei eine sehr unzureichende Bezahlung der Lehrpersonen. Dieses ganze Lehrlingswesen wirtt naturgemäß lohn brüdend. Abgesehen davon ist für Stiderei, einem Kunft. gewerbe, eine handwerksmäßige Ausbildung überhaupt nicht möglich und für das Wäschenähen bringt eine jede weibliche Berson eine gewiffe Eignung mit, so daß dabei nur eine furzfristige Unterweisung und Einarbeitung erforderlich ist. Eine Resolution gegen die beabsichtigte Unterstellung der Wäschenähereien unter das Handwert gelangte einstimmig zur Annahme. Rost und Logis der Krankenpfleger. Die Frage des Kost und Logiszwanges in den städtischen Krantenpflegeanftalten wurde in der Stadtverordnetenversammlung am 4. Februar einem Ausschuß überwiesen. Inzwischen wird in einer Reihe von Anstalten versucht, die Tätigkeit des Aus. chusses in der Weise zu beeinflussen, indem man alle Minen springen läßt, um das Personal zu veranlassen, freiwillig den Koft und Logiszwang auf sich zu nehmen. In den ver schiedensten Anstalten haben die Herren Berwaltungsdirettoren, Oberinnen und andere Beamte dem Personal mitgeteilt, daß bie Einführung der mangsweisen Beföftigung mit 8uftimmung der Gewertschaft, nämlich des Berbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, erfolgen solle. Diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen Richtig ist vielmehr, daß der Verband der Gemeinde und Staatsarbeiter unter der ausdrücklichen Maßgabe, daß teinerlei 3wang in bezug auf die Teilnahme an der Beföftigung ausgeübt wird, fich damit einverstanden erflärt hat, daß der Preis für die volle Belöftigung von 1,40 auf 1,50 mt. erhöht wird. Die Arbeitnehmer in den städtischen Krantenpflegeanstalten werden gut daran tun, wenn fie fich durch irgendwelche Manöver der Anstaltsleitungen nicht beeinflussen lassen und sich stritte an die Weisungen ihrer Organisation halten. Entlassung eines Betriebsratsvorsitzenden.. Der 31 des Betriebsrätegesetzes gibt dem Betriebsrat bas Recht, je einen Beauftragten der im Betriebsrat ver. tretenen wirtschaftlichen Bereinigungen der Arbeitnehmer zu den Sigungen hinzuzuziehen. Als der Vorsitzende des Betriebs rats im Metallwert der Berlin Karlsruher Industrie. merte aus einem besonderen Anlaß von diesem Recht Gebrauch machen wollte, tam es zu einem Konflikt, der den Anlaß zur Entlassung des Betriebsratsporfißenden gab. Bor dem Gewerbegericht wurde der Hergang folgendermaßen festgestellt: Arbeiter Sport Die Frau im Sport. Bon der Erkenntnis, daß sportliche Tätigkeit erzieherisch und auf die Ausbildung förperlicher und geistiger Eigenschaften gesund beitsfördernd einwirkt, waren die Menschen seit dem frühesten Alter tum start durchbrungen und suchten diesen Einfluß auf jegliche Art für fich mußbar zu machen. Im Gegensatz zu früheren Zeiten sieht man heute besonders in bem chwacheren" Geschlecht einen eifrigen Bertreter und starten Bortämpfer bes Sportgeist es, ein Umstand, der mit der Entwicklung der Zeit und Wenderung des Zeitgeistes eng im 3u fammenhang steht. Während das Weib im Altertum eine unter geordnete Rolle spielte und dem Manne gleichsam nur als dienendes Wesen galt, brachte die Entwicklung in der späteren Zeit eine enderung des Verhältniffes zwischen Mann und Beib mit fich. Es wurde sozusagen gesellschaftsfähig, betam Einblid in das Gebiet von Kunst und Wissenschaften, fing an neben ihren Hausfrauenpflichten sich besonders auf das Gebiet der schönen Künste zu wagen und wurde sich seiner felbst bewußt. Von dem Zeits punkt an stieg die Frau in der Achtung des Mannes, wurde mit hilfe ihrer Reize zur Bezwingerin des männlichen Willens, und es entwidelte sich in ihr langsam das Bewußtsein der weiblichen Stärke, die sie nun heute auch im Sport zum Ausdrud bringt. Darin offen. bart fich gleichzeitig eine starte Betonung des Gleichseins und der Unabhängigkeit, wie sie fich gerade in der Nachkriegszeit als Mert mal der weiblichen Emanzipation unserer Zeit zeigt. Diefe Wandlung der weiblichen Einstellung gegenüber dem Sport ist besonders für die Erhaltung und Förderung der Gesundheit von größter fultureller Bedeutung. Die Grundlage für die törperliche Ertüchtigung des Beibes muß eine allfeilige förperliche Durcharbeitung bei Beachtung der Grenzpuntie weiblicher Beistungsfähigkeit sein. Bersuche, die Grenze des weiblichen Könnens weiter hinauszuschieben als die törperliche und geistige Verfassung des Beibes sie zieht, würden am Naturgesek zersplittern. Eine harmonische Ausbildung von Körper und Geist soll der Swed des Ganzen sein, verbunden mit einer zweckmäßigen Kräftigung von Mustelgebieten, auf deren tatkräftiges Mitwirken es bei gewissen physiologischen Borgängen sehr ankommt. Im Gegenjaß zu der sportlichen Ausbildung des männlichen Rörpers, die größtenteils auf eine sehr gesteigerte und auch lange andauernde Kraftentwidlung eingestellt ist, tommt für die Ausbildung des weiblichen Körpers eigentlich nur ein Gebiet in Frage: die An eignung elastischer und rhythmisch- schöner Bewegungen. Dies ent fpricht auch mehr der ganzen Eniwidlung des Weibes. Die Ent midlung des Weibes auf fportlichem Gebiet und die erzielten Er folge find durchaus zufriedenstellend. Sie sind in gewiffer Hinsicht fegar wertvoller als die des Mannes, der im Gefühl feiner über. legenen Stärfe oft zur lieberschreitung feines Kraftvermögens neigt und dadurch eine Schädigung feines Körpers hervorrufen fann Gemäß feines Einstellungsvermögens fieht man das Weib besonders auf den Gebieten vertreten, die bei einem verhältnismäßig geringen Kraftaufwand eine allseitige, straffe Durcharbeitung des Körpers fördern. Denn nur über Geschmeidigkeit und Elastizität führt der Beg zur Kraft und Schönheit, den viele fuchen. Mit kühnem Bagemut hat sich das Weib im Sport einen Blaz erworben, der ihm nicht mehr streitig gemacht werden kann, und den es würdig auszufüllen bestrebt ist. Wenn es auch in der förper lichen Straftentfaltung dem Manne gegenüber benachteiligt tit, so ift ihm die technische Bollkommenheit auf sportlichem Gebiet nicht abzusprechen und der Technik des Mannes durchaus ebenbürtig. Als Trägerin und Bortämpferin eines echten und starten Sportsinnes gibt es sich als Förderin ihrer wie des Boltes Gefundung. Hallensportfest des Athletik- Sportklubs. Ein internes Hallensportfest veranstaltete der Athletit Sport! lub am Sonntag in der Zentralturnhalle in der Brinzenftraße. Pünktlich erfolgte der Einmarsch der 160 Sportier und Sportlerinnen vom fleinsten Jugendlichen bis zu den alten Herren". Möllmer hielt die Festansprache, in der er auf 3med und Sicle des Arbeitersports hinwies. Mit einem gemeinsamen Training mie an lebungsabenden, Leitern Seilspringen Ring tampf Medizinball wurde der sportliche Teil eingeleitet. Es folgten 40- Meter- Läufe, Handball, Tauziehen, Verfolgungsstaffeln, Bendelftafette, Hochsprung und ähnliche Konkurrenzen. Jede Sportart, soweit sie in der Halle betrieben werden kann, wurde Weiterhin standen auf dem Programm 3wed gezeigt. gymnaftit und Spezialgymnast it. Als besondere Einlage wurde ein Reigenlauf( Stillauf) von etwa 100 Teilnehmern ausgeführt, der lebhaften Beifall fand. Ein Hockeyspiel und eine 20 × 3- Runden- Stafette bildeten den Schluß der gelungenen Veranstaltung. Es muß anerkannt werden, daß der Klub gute Hallensportler in seinen Reihen hat, was immerhin auf ein ernstes und gewissenhaftes Training hindeutet. Mit dem Liede Bruder zur Sonne, zur Freiheit" fand das Feft seinen Austlang. Einige Er1000- Meter- Bergabelauf: 1. Sanabel 2,59.4. 800- SReter- 2anf( Jugend): 1. Stiema 2.87,4- Sechsprung( Franen): 1, B3fel 1,17 Meter; 2. Sliem 12 meter: 3. Neumann 112 Meter. Schüler: 1. Rowad 1,17 Meter: 2 Bamlad 1.12 meter. Männer B: 1. A. Eide 1,47 Meter: 2. Krop und Stahm 1,42 Meter. Männer A: 1. Serbe 1.62 Meter; 2. Rain und Blenide 1,52 Meier. Jugend " ( 14-16 Sabre): 1. Pfau 1,42 Meter: 2. bigkeit 1.37 Reter. Augenb( 16-18 Jabre): 1. Röfeler 1.47 Meter: 2, Groffe 1.42 Meier. Boden: 2: 0 für 40- Meter- Bauf, 20 × 3- Runden- Stafette: Reit 15,48 in. 1. Mannschaft. Entscheidung: Rauner A: 1. D. Selb und B. Eide 4,7; 2. Wienide. Männer B: 1. Luschner 4,9; 2. Rahn. Jugenb 16-18: 1. Röfeler 5,2: 2. Vfau. Jugend 14-16: 1. Suttia II 5,2; 2. 3dinteit. Alte Herren: 1. Reetlein 5,5; 2. Leutioff. Frauen: 1. C. Schlemm 6: 2. Seld. In einer Abteilung des Werkes war Arbeitsmangel eins getreten. Der Meister hatte der Betriebsleitung eine Liste der überzähligen, d. h. zur Entlassung bestimmten Arbeiter eingereicht. Auf dieser Liste stand auch der Vorsitzende des Betriebs- gebnisje: rats, Einrichter Sch. Am Vormittag des Tages, an dessen Schluß bie Entlassungen zu erwarten waren, erhielt der Betriebsrat gerücht meife Kenntnis von der Liste. Er nahm, wie es seine Pflicht ist, Stellung zu dieser Angelegenheit und wollte zu der betreffenden gung, gestügt auf§ 31 des Betriebsrätegesetzes, einen Bertreter des Metallarbeiterverbandes hinzu. ziehen. Diejen vom Bureau des Wertes aus telephonisch anzurufen, erschien Sch. aus begreiflichen Gründen bedenklich. Da die Sache Eile hatte, wollte er persönlich einen Verbandsvertreter herbei holen. Aber der Betriebsleiter verweigerte den zu diesem Zwed Don Sch. nachgesuchten Urlaub und verstieg sich zu der selbstherrlichen Aeußerung: Meinetwegen fönnen Sie einen Ber. bandsvertreter rufen, aber ber fommt nur bis aum Bförtner, in den Betrieb, lassen wir ihn nicht hinein. Urlaub gibt es nicht, und wenn Sie gehen, wird die Beit nicht bezahlt In der Meinung, daß hiernach ein furzer Urlaub auf seine Roften statthaft fei, ließ sich Sch. von seinem Meister einen Bassier schein ausstellen und verließ die Fabrit. Als er zurückkehrte, wurde er megen unberechtigten Berlassens der Arbeits. stätte entlassen. Die Betriebsleitung sagt, nachdem der Be triebsleiter den Urlaub ausdrücklich verweigert hatte, hätte sich Sch. nicht von dem Meister einen Urlaubsschein geben lassen dürfen, was ja unter anderen Umständen zulässig gewesen wäre, falls der Urlaub in einer Privatangelegenheit nachgesucht würde. Diefer Borgang ist wie der dem Kläger zur Seite stehende Bertreter des Metallarbeiterverbandes sagte boch wohl nur ein willkommener Borwand, um den Vorsitzenden des Betriebsrats loszuwerden, denn von einer Arbeitsverweigerung im Sinne von $ 123 der Gewerbeordnung tann doch hier feine Rede sein. Das Gericht gab dem Anspruch des Klägers statt und der urteilte die Firma zur Zahlung des Lohne s. Der Kläger so murde in der Urteilsbegründung gesagt rechtigt, einen Vertreter feiner Organisation zu der Betriebsrats. fizung hinzuziehen. Die Aeußerung des Betriebsleiters, der Bertreter tomme nur bis zum Pförtner, aber nicht in den Betrieb, war unberechtigt. Der Kläger hat in gutem Glauben ange nommen, daß Urlaub, den er nicht bezahlt bekommt, seine Brivat angelegenheit fei. Wenn er sich in der sonst üblichen Weise vom Meister Urlaub geben ließ, so hat er damit nicht dem Betriebsleiter entgegenhandeln wollen. Somit liegt also ein Grund zur fristlofen Entlassung vor. Der Kläger fonnte nur mit 3u ftimmung des Betriebsrats entlassen werden, die aber nicht einge bolt ist. Gaukonferenz der Naturfreunde. Am Sonnabend und Sonntag fand die diesjährige Branden burger Gautonferenz des Touristenvereins Die Natur freunde"( Zentrale Wien) im Ledigenheim, Schönstedtstraße, statt, die den Abschluß der im verfloffenen Jahre geleisteten Aufbauarbeit zu vollziehen hatte. Von den parteipolitischen Auseinandersetzungen, bie noch vor einem Jahre die Gemüter so start erregten, war menig mehr zu spüren. Die Zeit folcher Konflitte ist vorüber, und prat tische Arbeit hat eingelegt. Wünsche nach Einigung, die nicht mur an dieser Stelle ausgesprochen waren, sondern schon seit längerem wie auch aus dem Bericht den Bauvorstand beschäftigten, wurden durchaus tes Gauobmannes, Genossen Bulan, hervorging loyal behandelt. Bon einer Einigung im Sinne der Bereinigung zweier geschlossener Organisationen fonnte natürlich feine Rede sein, da dem die Art, wie man auf der Gegenseite gegen die zentrale Organisation zu arbeiten beliebt, entgegensteht. Es wurde aber flar genug immer wieber ausgesprochen, daß frühere Mitglieder ber Naturfreunde wie jeber andere Arbeiter und jede Arbeiterin auf dem üblichen Wege Mitglied der Organisation werden können, fofern sie sich zur Mitarbeit im wahren Naturfreundegeiste ver pflichten. In diesem Sinne warb ein vorliegender Antrag auch war beeinftimmig dem Bauvorstand überwiesen. Aus dem Bericht des Gauvorstandes geht weiterhin hervor, daß jest nach einjähriger Arbeit die Organisation mit einem Stamm von mehr als 2000 Mitgliedern wieder fest fundiert ist. Im Referat des Genossen Bulan wurden praktische Anleitungen gegeben, wie der Organisa. fionsapparat auszubauen und lebendiger zu gestalten ist. Man hat fich für die fünftige Arbeit vor allem vorgenommen, auch weitere Kreise der Arbeiterschaft für Ferienfahrten nach dem Spree wald, der fächsischen Schweiz, nach Thürigen und nach dem Schwarzwald zu interessieren. Ein Referat des Genossen Sinn behandelte die Frage der Naturfreundeheime. Die Gesamtorganija. ition hat heute rund 250 Heime gefchaffen. Hierbei haben vor allem die füddeutschen Organisationen Hervorragendes geleistet. Um audy in Brandenburg etwas zu schaffen, bedarf es nur des festen Willens zur Mitarbeit. Bier Heime zählt man heute in diesem Gau. Und auf dem schönen Grundstüd am Uedersee foll jetzt auch etwas in Angriff genommen werden, das die Kraft der Organisation beweist. Dazu bedarf es der Mithilfe aller. Für das Reich ist ab 1927 ein großartiger Bebauungsplan vorgesehen, für den auch die Brandenburger praktisch mitwirken sollen. In der Debatte auftretende Wünsche für die Schaffung von Heimen im Harz und Riefengebirge sollen der Reichsleitung zuge leitet werden. Zu anderen Punkten der Tagesordnung ward besonders betont, daß der Bildungsarbeit weitgehende Aufmerksamkeit zu widmen sei; es soll zu diesem Zwecke der Fahrtgenosfe". die Gauzeitschrift, auch weiterhin gut ausgebaut werden. Der alte Gauvorstand ward dann einstimmig wiedergewählt. Der Geist dieser von 42 Ortsgruppen und Abteilungen beschickten Konfe renz war ein durchaus guter. Man darf daher hoffen, daß auch weiterhin die Arbeit der Naturfreunde fruchtbringend sein wird. Eine fleine Begrüßungsfeier am Sonnabend hatte gezeigt, daß die Naturfreunde auch auf diesem Gebiete Gutes zu leisten imſtande find. Achtung, Arbeitersportler! Wir machen die Vereinsvorstände und die Leiter der Sportorganisationen nochmals darauf aufmerksam, daß wir kleine Unzeigen uur Dienstags und Freitags bringen können. Wir billen alle Arbeitersportler, sich bei Zufahriften an uns danach zu richten. Die Redaktion. Fußballrefultate vom 7. Februar. Norden: Alemannia mußte an Vorwärts- Hennigsdorf einen Bunft abgeben( 0: 0. Adler 08 holte sich von Eisenspalterei mit 11: 0 die Bunfte. Boruffia und Eiche- Elsthal trennten sich 1: 5. Bankow 08 gewann gegen Fichte- Nord knapp mit 2: 1. Tegel 24 mußte an Amateure mit 1: 4 den Sieg abtreten. Staaten und Wittenau trennten sich unentschieden 2: 2 Beltener Ballspiel- Club reihte feinem Siege über Nordista einen weiteren Sieg über Arbeitersport- Berein mit 3: 0 an. Wader 20 gewann gegen Helvetia fnapp 2: 1. Nordista fcheint sich von der Niederlage gegen Belten erholt zu haben und schlug Abler 12 mit 4: 0. Minerva holte fich mit 14: 2 aus Eberswalde den Sieg. Arminia mußte sich von Einigkeit mit 2: 3 gefchlagen bekennen. Fichte- Gesundbrunnen und Spandau 25 teilten sich die Buntte( 0: 0). Siemensstadt schlug Hansa mit 1: 0. Teutonia mußte die lleberlegenheit von Bernau mit 0: 3 anerkennen. Turnverein Bantow tonnte über Heegermühle nur tnapp mit 3: 2 fiegreich bleiben. Kegin gegen Birkenwerder 1: 0. Often: Sparta holte sich von Romet mit 5: 0 den Sieg. Eintracht 25 schlug Johannisthaler Ballspielflub mit 7: 1. Lichten berg I fchickte Ketschendorf mit 9: 1 geschlagen nach Haus. Zeuthen fonnte sich gegen Stralau mir bis zur Baufe halten.( 1: 0.) Nach derselben brachen sie zusammen und schraubte Stralau das Rejultat auf 9: 1. Im Gesellschaftsspiel trennten sich Adlershof und Friedrichs hagen 2: 2. Hertha 22 und Tasmania spielten 2: 1. Germania mußte an Brandenburg 02 mit 1: 4 Sieg und Punkte überlassen. Oberspree blieb über Köpenid mit 2: 1 fiegreich. Merkur- Grünau schlug Frisch- Frei ficher mit 3: 0. Sportverein 22 und Weißensce Biftoria mur tnapp mit 3: 2 gewinnen. Ludenwalde II holte sich von Stern- Marienfelde mit 2: 1 Buntte und Sieg. Jüterbog und Mariendorfer Ballspielklub trennten sich unentschieden 2: 2 Nomames schickte Schöneberg mit 3: 1 geschlagen nach Haus. Rüftig, Vorwärts mußte sich von Hertha mit 2: 5 geschlagen befennen. Hoch schlug Luckenwalde III die Schmargendorfer mit 8: 0. Das Haupt fpiel zwischen Brandenburg a. d. Havel und Ludenwalde I endete mit einem tnappen Siege der Luckenwalder( 3: 2). Zehlendorf gewann gegen Berolina mit 3: 1. Wader- Lantwigs gegen Frischauf 0: 0. trennten sich 4: 1 Südwest: Wilmersdorf tonnte gegen Turner, Schwimmer, Fußballer und Leichtathleten. Am Sonntag, 14. februar, vormittags von 10-1 Uhr, findet in der Turn hate Elifabethftr. 57/58, nabe Alexanderplat, unter Leitung der Leichtathleti Bereinigung eine Lehrftunde statt. Die Lehrstunde foll in der Hauptfache als Einleitung für das Frühjahrstraining dienen. Gelehrt wird folgendes: Gymnaftifche Uebungen, Laufschule, Rugelstoßen mit vorbereitenden Uebungen und Mafface. Als Lehrer find vorgesehen: Massage: Bergmann( Schöneberg), Epftude( ASC.). Rugelfoßen: Wasmuth( Echöneberg), Murrar( Sparta). Laufschule: Leutloff( ASC.). Gymnastische Uebungen: Zaein( AGC.), Lippert ( Lichtenberg). Nach der Lehrstunde findet im Lotal son Schulz, Elisabethstr. 80, eine Einung mit folgender Tagesordnung ftatt: Ausfprade fiber die Lehrftunde. Die Leichtathleten in ber Streisschule Unsere Mufterklasse, Ber schiedenes. But Teilnahme find berechtigt die Sportwarte der Abteilungen und Bereine fowie befonders befähigte und vor allen Dingen arbeitsfreudige Ge noifen, die der Leichtathletik- Bereinigung auch über die Lehrstunde hinaus ihre Säfte zur Verfügung stellen. Genoffen, die Mittageffen und Quartier be fielen wollen, melden sofort an Erich Lippert, Berlin- Lichtenbera, Mozariftr. 7. Erich Lippert, Kreissportwort. Siegfried 09 gegen Turich 02, Jm Serien- Borkampf um bie Mannschaftsmeisterschaft des Arbeiter- Athleienbundes treffen Freitag, 12. februar, ber SC. Siegfried" gegen den GC., Zurich". Die Veranstaltung findet 8 Uhr in ben Andreas- Festfälen, Andreasstr. 21, fiatt. Berliner Arbeiter- Sdachflub. Abt. Weißenfee: Dienstag, 9. Februar, 7 Uhr, bet Gallas, Beißenfce, Greifswalder Ede Lehberstraße, Bortvag des Schochgenoffen S. Abraham: Die Bartie im Mittelfpie!". Gäfte herzlichit millkommen. Abt. Charlottenburg: Die Abteilung spielt feden Dienstag im Lokal von Gottschalt, Bismarditt. 57, Ede Raiser- Friedrich- Stroke, von 8-1 hr. Dienstag, 8. Februar, 8 Uhr, Simultanvorstellung an etwa 30 Brettern. Gäste fowie Freunde unserer Sache sind herzlich willkommen. Eintritt zu allen Beranstaltungen frei. Arbeiter- Sportfartell Charlottenburg. Am Sonntaa, 14. Februar, Täuft ber Film Die neue Croßmacht" im Saale der Baugenossenschaft, Haeseler. Es finden brei Borstellungen fiatt. Breis Ede Königin- Elifabeth- Straße. nur 50 Bf.. Rinder 20 Bf. Athlet!!- Sport- Club C. B. Sodenabteilung: Donnerstag, 11. Februar, 48 Uhr, Bodenfikuna im Zotal von S. Wegener, Frankfurter Allee 236. Adressen ber Spielführer: 1. Mannfdaft: Erich Brünfd wis, Rigaer Str. 94. 2. Mann fchaft: Erwin Böfel, Nigaer Str. 92. Abteilungsvertreter: Willi Heerlein, Frankfurter Allee 44. Arbeitersportkarten Neukölln. Die Delegiertenverfammlung findet am Mon tag. 8. Februar, pünktlich 28 Uhr. in ber Idealllaufe, Marcsafiraße, fiatt. Der Kar'ellvorstand wie bie Techniter für die Berbeveranstaltung treffen fid um 67 Uhr on gleichen Orte. befchliekende Mitgliederversammlung Sonntag, 14. februar, 4 Uhr, Bootshaus. Ruderverein Boxwärts" C. B., Oberschöneweibe, Wilhelmstrand. Nächste Tourifienverein ,, Die Naturfreunde( Zentrale Wien). Ort- a- uppe Berlin: mittwoch, 17. februar, in der Schulaula Beinmeisterftr. 16/17, Fortfchung unferer Generalve: fammlung. Rufritt nur gegen Borzeinung der mit der Jahresmarte 1925 versehenen Mitaliet starte. Anfang 28 Uh Abt. Web. bing: Dienstag. 9. februar, in der Schle Lütticher Str. 48, 2c bilbernor'ccg: ,, Das proletariffe Rind". Gäfte willkommen. Pt. Moabit: Dienstag, 9. februar, im Heim Wiclef. Ede Bremer Girake, Abteilunesgeneralversamm lung. Abt. Frichenau: Dienstag. 9. Februar, im Seim Offenber 6. 5a, Gäste willkommen. Dichterabend( S. Seine). Referent: Cenoffe Arndt. Abt. Brenzlauer Berg: Donnerstag, 11. februar, 8 Uhr. im Srgen Heim Schule Danziger Str. 23 Abteilungsverfammlung. Musitgemeinsaft bes Berbebesiels No: ben: Mittwoch, 10. Februar, 7 Whr, beim Cenoffen Leb mann, Gaubnstr. 21, Ucbungsstunde. Alle Genoffen haben weren ber benor ftehenden Brobe aur Werbebezirksveranficttung unbedingt au erffeinen. sichtenberg: Donnerstag. 11. februar, 7½ Uhr, im Jugendheim Parkoue 10 Brettspielabend. Sonntag. 14. Februar, Fahrt nach dem Hellfee. Treffpunkt Stralau Rummelsburg. Eingana Sonntcaftcake, 7½ Uhr frith. Abt. Jin- Jitsu- Schrkutse. Am 25. Febrrar, 8 Uhr, beainnt ein Rurfus in Wilmersdorf auf dem Sportplak ber Freien Surnerfaft( Württember ische de Rähringerfit ake). Rurfustaa: Donnerstag. Anmeldungen an den Tlak wart erbeten. Ebenfalls beginnt in nächfter Seit ein neuer Rurfus in Char lottenburg. Anmeldung an ben Uebungsabenden: Dienstan, Dourerstaa und Freitag von 8-10 Uhr in der Turnhalle ber 15. und 16. Gemeindeschule, Spreeftr. 29. Rurfustaa: Donnerstag. Anschließend Sigung im Altersriegenzufammenturnen Sonnabend, 13. Februar, Turnholle Bank. traße 18/19, 8-10 Uhr. Alle Arbeitersportler( Turner, Ruberer, Schwimmer ufw.) fiber 35 Jahre find hiermit freundlichst eingelaten. Auch Cafe aus der Groß- Berliner Arbeiterschaft find w: Atommen! Sängerheim", Weddingftr. 9. Gefelliges Pelsammenfein. Jiu- Jitsu Rampfabend bes Sportklubs Lurich 02 Bur Teilnahme an dem ersten Jiu- Jitsu Ramrfabend bes Sportklubs„ Lurich" haben die nemhafteften Bereine des AAB. ihre Rufaae erteilt und werden ihre beften Kräfte denen bes Sportflubs, Zurich entoegenftellen. Die Veranstaltung findet am Diens tag 9. februar, 8 Uhr, in der Turnballe Wrangelite. 126, statt. Itr. 65 ♦ 43. �ohkgaag 2 ♦ Q)0tk�9 Vkenstoz, a. Jefcruoc 1926 /luslanösgelüer für den Saumarkt? Die Förderung der Bautätigkeit.— Eine Denkschrift des Arbeitsmini�eriums. Das Neichsarbeitsministerillm hat eine Denkschrift ausgearbeitet, in der«ine Belebung des deutschen Bau- markte? durch Zuführung von Krediten in die Bauindustrie befür- roortet wird. Die Denkschrift errechnet, daß in Deutschland äugen- blicklich 600 000 Wohnungen fehlen. Dazu tritt ein jährlicher Neu- bedarf von ISO 000 Wohnungen. Auf Grund der vorläufigen Woh- nungsprogramme werden aber höchstens 90 000 bis 100 000 Woh- nungen gebaut. Die Denkschrift erkennt ganz richtig, daß die Hemmungen für eine umfassende Belebung des deutschen Baumarkte» in einem Um- fange, der sogleich eine Ankurbelung anderer Wirtschaftszweige be- deutet, in dem Mangel an Laukapitalien begründet liegen. Aus der Mietzinssteuer stehen heute, nach Abzug des Teil» im Steueraufkommen, der für Benvalwngs- oder andere Zwecke ver» wendet wird, rund 500 bis 600 Millionen Mark für den Baumarkt zur Verfügung. Vor dem Kriege flössen ober über die Immoblliarkredite aus Nealkrediten dem Baumarkt 1 2 0 0 M i l l i o- n« n Mark zu, während in den beiden Iahren noch der Stabil!- fierung aus dem Reolkredit nur ungefähr ZSO bis 400 Millionen Mark für den Baumarkt erübrigt werden konnten. Der Reichs- arbeitsminister schlägt nun vor. den U n t e r s ch i e d zwischen der für eine umfassende Belebung des Baumarkte» erforderlichen und der aus dem deutschen Reolkredit zur Verfügung stehenden Summe— schätzungsweise l'A Milliarden für die beiden nächsten Jahre— durch Auslandshypotheken zu beschaffen. Im übrigen werden Dorfchlöge für die Verzinsung diese» Auslandskredite» aus der Hauszinssteuer gemacht. Da» versagen de» Kapital morffes. Wie man fleht, lehnt sich der Plan eng an die Gedankengänge an. die in einem von uns bereits gewürdigten Antrag der Zentrums- pari« zur Förderung der Bautätigkeit entwickelt wurden. Die Entfaltung einer regen Bautätigkeit liegt nicht nur im Interesie der großen Zahl von Wohnungsuchcnden. die vergeb- lich auf die Zuweisung einer Leerwohnung zu erschwinglichen Preisen warten, sie liegt auch im Interesie der ganzen übrigen Ar- b eiterschaft, der e» heute infolge des Absatzmangels in der Industrie an Beschäftigung fehlt. Aus diesem Grunde sind die Vorschläge des Arbeitsminister» grundsätzlich durchaus zu begrüßen. Man wird dabei im Auge behalten mllsien, daß da» Darnieder- liegen der Wohnungsbautätigkeit nicht nur in den hohen Baukosten zu suchen ist, sondern daß auch das Versagen des Kapital- markte» dabei eine entscheidende Rolle spielt. Noch immer sind in Deutschland lang fristige Gelder nicht erhält- lich, während kurzfristiges Geld an der Börse heute bereits zu 5!� Proz. angeboten wird und nicht einmal zu diesem geringen Zinssatz Anlage findet, sondern in großen Beträgen nach dem Ausland wandert, um dort zu noch niedrigeren Zinsen Anlage zu suchen! Dieses Mißverhällnis am Geldmarkt, das von uns wiederholt gewürdigt worden ist, stellt den Ausdruck der Ver- »rauenskris« dar, die noch heut« auf der deutschen Wirtschaft lastet. Wenn wir darauf warten wollen, bis die Großbanken durch eine vernünftige Verteilung ihrer verfügbaren Gelder den Geldmarkt in Ordnung bringen, so würde dag wahrscheinlich viel zu lange dauern, als daß man in dieser Wirtschaftskrise auf eine aktiv« B«- kämpfung der Arbeitslosigkeit rechnen könnte. Die Belebung des Baumorktes aber ist«in geeignetes Mittel zum Kampf gegen die Krise. Deswegen kann es sich also jetzt nur darum handeln, aus den Erträgen der Hauszins st euer große Summen für den Woh- nungsbau freizumachen, um hier nachhastig einzugreifen. Eine andere Frage aber ist, inwieweit noch öffentliche Geld- i n st i t u t e zur Beschaffung von billigen Hypotheken herangezogen werden können, ob nicht insbesondere die öffentlichen Versiche- rungsgesellschaften stärker für den Wohnungsbau und seine Finanzierung gewonnen werden können. IerbiMgung der Baukosten. In jedem Falle sind große Summen erforderlich. Da» Ziel eines behördlichen Wohnungsprogramms muß in erster Linie sein, zu niedrigen Erzeugungskosten billige Wohnungen herzustellen. Das läßt sich nur durchführen bei einer Abkehr von den bisheri- gen Baumethoden. Wir müssen dazu kommen, nach ameri- konischem Muster alle Möglichkeiten einer billigen Bauweise zu er- schöpfen. Dafür aber fehlen heute die Voraussetzungen, und diese werden wohl nie geschaffen werden können, wenn die Bautätigkeit in so langsamem Tempo fortschreitet wie bisher. Auch für das Baugewerbe gilt der Satz, daß eine Rationalisierung sich erst lohnt, wenn damit auch Aussicht auf einen erhöhten Absatz geschaffen wird. Daher ist eine starke Ankurbelung des Bau- gewerbes notwendig. Die 5 rage der Luslandshypokheten. Es kommt aber darauf an, die MUtel für den Häuserbau In Deutschland selbst aufzubringen. Die Aufnahme von Auslands- anleihen muß die stärksten Bedenken auslösen schon deshalb, weil niemand weiß, wie sich auf die Dauer die Zinssätze gestalten werden. Uebernimmt ober nach dem Plane des Reichsorbeits- minister» das Reich aus Mitteln der Hauszinssteuer einen Teil der Verzinsung und Tilgung von ausländischen Häuserbauhypotheken, so muß e» immer noch als fraglich dahingestellt werden, ob das überhaupt im Interesie des Wohnungsbaues liegt. Man nimmt an. daß der Mieter nur etwa fünf Prozent an Zinsen und Ti l g u n g für derartige Hypotheken zahlen kann. Wenn nun das Reich auf Jahre hinaus zu diesen Zinslasten des Mieters zwei, drei oder noch mehr Prozent aus Steuermitteln zuzahlen soll, so bleibt dennoch die Frage offen, wie das deutsche Volk vor- teilhafter fährt: ob es lieber jahrelang Zinszuschüsie an das Ausland zahlt, oder ob es die dafür bereitgestellten Beträge nicht besser von vornherein zur Steigerung und Derbilligung des Wohnungs- baue» verwendet. Bei dem starken Bedarf der Wirtschaft an au». ländischen Krediten wäre es nicht zu rechtfertigen, wenn man noch mit langfristigen Häuf ei: baukrediten in das Ausland gehen und die fremden Geldmärkte noch mehr in Anspruch nehmen würde. Solange man selbst die Kommunen dazu zwingt, auf Auslandsanleihen zu verzichten, auch wenn mit ihnen produk- tive Zwecke oerfolgt werden, solange muß e» mindestens als u n- zweckmäßig erscheinen, mit einem starken Kapitalbedarf für Hausbauhypotheken oNs Ausland heranzutreten. Die Belastung der Mieter mit der Hauszinssteuer macht es unseres Erachtens dem Reich zur gebieterischen Pflicht, au» diesen Mitteln diejenigen Leistungen zu vollbringen, die zur Bekämpfung der Wohnungsnot dienlich sind. Das ist solange nicht der Fall, als der größte Teil der Hauszinssteuer für Verwaltungszwecke in Anspruch genommen wird. Hier ist einzugreifen, um wirksam gegen Wohnungsnot und Wirtschaftskrise vorgehen zu können. preise und Qualität. Auch die.Weiße Woche" hat weder dem Einzelhandel noch den Lieferanten die gewünschten Erfolge gebrocht. Natürlich ist für diesen Mißerfolg in erster Linie die mangelnde Kaustrast der Massen verantwortlich. Aber doneben ist ein ständig wachsendes zum Teil berechtigtes Mißtrauen gegen alle Eonderverkaussvcran- ftaltungen des Einzelhandels. Was die große Masse der Kons»- menten heute braucht, ist Qualitätsware zu billigem Preise. Auch sie war bei den Inventurverkäufen und weißen Wochen zu finden. Es gibt genug notleidende Lieferanten, es gibt reichlich Kontursware, die von zahlungsfähigen Käufern sehr preis- wert erstanden werden kann. So wurde in einem großen Berliner Warenhaus« ein Mokohemdentuch, das en eros mit 1,15— 1,20 M. je Meter bezahlt wird, mit 75 Pf. angeboten. Es findet sich bei diesen Veranstaltungen auch Ware, die von den Lieferanien den Einzelshandelsgcschästen in Kommission gegeben wird. Hierbei be- steht nicht das Risiko, daß die Ware, wenn sie nicht verkauft wird. Lagerbestand wird. Sie kann den Lieferanten zurückgegeben werden. Bezahlt wird nach Abzug einer Provision nur da», was tatsächlich an den Derbraucher verkauft wird. Der größte Teil der Ware ober, die bei diesen Veranstaltungen angeboten wird, ist eigens für diese Zwecke hergestellt. Man kann dort Z. B. Hemden finden, die „im Querschnitt" verarbeitet sind: in der Regel wird nämlich der Stoff für Hemdenoerwendung in der Länge vermessen und ein entsprechender Teil des Stoffes dann verarbeitet: bei den Quer- fchnitthemden wird die Breite als Läng« betrachtet, Achsel werden angesetzt: außerdem kann man— was auch vielfach bei der Wäschehersiellung geschieht— durch geringere Längen sparen. In Stos'en wird ferner sehr reichlich minderwertige Ware zum Berkaui angeboten, und zwar teilweise unter dem Einkaus». preis Diese Preisherabsetzungen können der konsumierenden Be- nölkcrung nicht viel nützen. Notwendig ist. daß Oualität»ware zu Preisen die für die großen Massen zu erschwingen sind, zum Der. kauf kommen. Dazu ist erforderlich, daß der Einzelhändler seiner- seit» mit der gebotenen Rücksichtslosigkeit beim Einkauf vorgeht. Wen» jetzt im offiziellen Organ des Rcichsbunde» des Textilhandels -in Konfektionär als Wirtjchoftsmarodeur beschimpft wird, weil er. um schnell Geld hereinzubekommen und um große Umsätze zu er- zielen, seine Waren gegen Barzahlung 30 Proz. unter Tagespreis anbietet, so bedeutet das ein Verkennen der Interessen desKousumsunddes EuizelhonMs. Es muß dahm kommen, daß die Vorzugspreise der Sonderoerkoufe dauernd« Normal- preise werden, da» ist unvermeidlich, wenn die Umsätze steigen sollen. fius der genossensn>« soll die Abdeckung drückender und bald fälliger Personalschulden er- folgen. Insbesondere gegenüber Genossenschaften und der Rentenbank- trevitanstalt. In zweller Linie sollen notwendige, sonst nicht zu deckende, aber rationeller Wirtschaft dienende Kredite für die lausende Wirtschaftspericde gewährt werden. tDüngemittel. Saatgut, auch verständige Erneuerung des lebenden und toten Inventars. Melio- rotionsdarlehen nur ausnahmsweise; ausgeschlossen sind forst- und weinbauliche, Siedlungs- und Bauzwecke, auch Abtragung von Aufwertungshypotheken.) Die Kreditinstitute sind oerpflichtet, den An- sprächen zu entsprechen, wenn es sich um kreditwürdige, d. h. tüchtige Landwirte mit einwandfreiem Ruf und anerkannter Zuoer- läsfigkeit handelt. Es sollen nur Landwirte in Frage kommen, „welche unbedingte Gewähr einer rationellen, möglichst inten- s i o e n Bewirtschaftung ihrer Güter bieten".— Es ist erfreulich. daß der Zweck und der Empfängerkreis für die Darlehen klar be- stimmt ist. Zweifellos schließt ober das Vorschlagsrecht der Ver- msttlungsinstitute u. E. auch eine Gefahr für die gerechte Auslese in sich. Das gilt besonders gegenüber den kleinen und kleinsten Landwirten. Auch der„einwandsreie Ruf", der verlangt wird, ist bei der Mentalität besonders mancher La n d f ch a f t e n keine Gewähr für richtige Kreditoerteilung. Die Aussichtsinstanzeii der vermittelnden Institute werden daher der gerechten Ver- t e i l u n g der Kredite auch ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden haben. Kommunale Steuererträge und kommunale Setriebe. Der Amtlich« Preußisch« Pressedienst veröffentlicht aus einer Uebersicht über die Steuererträge sowie die Ueberschüsse der kommunalen Betriebe und Unternehmungen der preußischen Städte und Landgemeinden mit mehr als 5000 Einwohnern für das Rechnungs- jähr 1924 nachstehende Angaben: _ Das gesamte Steueraufkommen in allen preußische» Städten und Landgemeinden mit mehr als 5000 Eiwohnern betrug im Berichtsjahr 1366,6 Millionen Mark, so daß aus den Kopf der Bevölkerung nach dem Stande vom 8. Oktober 1919 69 M. ent- fielen. Der größte Anteil an dem Gesamtsteueraufkommen, nämlich über 28 Proz., entfällt auf Ueberweisungen aus der R e i ch s e i n- kommen- und Köperschafts st euer mit 387,5 Millionen Mark, d. f. 19,6 M. auf den Kopf dar Bevölkening. Mit 21 Proz. folgt an zweiter Stelle die Gewerbe st euer mit einem Auf. kommen von 287,5 Millionen Mark, dem ein Kopfbetrag von 14,5 M. entspricht. Fast gleich waren die Erträge aus der G r u n d- oermögensfteuer(169,8 Millionen Mark) sowie der Hau s- zinssteuer zur Förderung der Neubautätigkeit(169,5 Millionen Mark) mit je 8,6 M. ans den Einwohner und einem Anteil von je 12,4 Proz. am gesamten Steueraufkommen. Bon allen Größenklassen weist die Stadt Berlin mit 399,5 Millionen Mark das höchste Steuerauskommen auf, d. h. über 29 Proz. vom Steueraufkommen in sämtlichen preußischen Städten und Landgemeinden mit mehr als 5000 Anwohnern."Auf den Kops der Bevölkerung entfallen h*t 105 M. Sodann solat die Städteklasse mit mehr als 200 000 Einwohnern, und zwar mit einem Betrage von 78,8 M. auf den Einwohner und einein Anteil von 25,3 Proz. am Gesamtaufkommen: für die dritte Größenklasie <100 000 bis 200 000 Einwohner) lauten die entsprechenden ZoHlen 69,6 M. und 10,3 Proz. Mit cinrt» Kopfbetrage von 63,6 bzw. 59,9 M. und einem Anteil von etwa je 9 Proz. am Gesamtaufkom- men schließen sich die beiden folgenden Städteklassen(50 000 bis 100 000 und 25 000 bis 50 000 Einwohnern) an.— In den Städten mit mehr als 10 000 bis 25 000 Einwohnern halten sich die Äopi- betröge auf fast gleicher Höhe wie die in den Landgemeinden mit mehr ols 25000 Einwohnern; in beiden Gruppen betragen sie 48,5 bzw. 48,7 M., während der Verhältnissatz zum Gesamtsteuer- auskommen bei den Städten 8 Proz., der bei den Landgemeinden aber auf Grund der geringen Einwohnerzahl dieser Größenklasse nur 0,8 Proz. ausmacht. « Zum erstenmal sind die Ueberschüsse der kommu- nalen Betrieb« und Unternehmungen der Städte und Land- gemeinden mit über 5000 Einwohnern statistisch im ganzen Reiä, erfaßt worden. In Preußen betrugen sie für 1924 zusammen 169,4 Millionen Mark(d. f. 8,6 M. auf den Kops der Bevölkening', wovon allein 126 Millionen Mark(d. s. über 74 Proz.) auf die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke entfallen. Insgesamt machen diese Ueberschüsse für die in die Erhebung ein- bezogenen preußischen Gemeinden 12,4 Proz. ihres Gesamtsteuer- auskommens aus._ Groftbankaktien nach Amerika. Die Aktienpakete, die von deutschen Großbanken in au»läiidislhe Hände wandern, werden immer mehr. Außer der schon sehr bald nach der Geldumstcllung erfolgten Unterbringung von 40 Millionen Deutsche Bankaktien in England sind jetzt in rascher Folg« von der Diskontogeselljchaft, der Dresdner Bank, der Allgemeinen Dem schen Kreditanstalt und dem Barmer Bankverein Aklienpaketc n o ch New N o r t gegangen. Bei der Darmstädter und Nationalbank scheint eine ähnliche Transaktion im Gang zu sein. Wir wollen uns nicht der Vermutung anschließen, die Eingeweihte manchniol äußern, daß manche Großbank sich durch Aktienoerkäuse die Di- videnden verschafft, die sie demnächst ausschütten werden. Die Ein- flußnahme der Ausländer dürfte wohl mehr derKontrolleüber die gewährten Auslandskredite dienen: den deutsche» Großbanken wird die Einflußnabme überdies nicht ganz unwill- kommen sein, um das Interesse der Amerikaner für die deutsche» Bantinteressen auch materiell zu fördern. Jedenfalls ist das Hin- überwandern der Aktienpakete sehr charakteristisch für die wachsende enge Verknüpfung der Geld- und Wirtschafts- interessen Amerikas und Deutschlands. Ein Vorbote der großen Vonkabjchlüsse für 1925. Wie schon oft. ist die Hildesheimer Bank die erste deutsche Aktienbank, die ihren Geschäftsabschluß veröffentlicht. Obwohl sie zu den kleineren Aktienbanken gehört, hat ihr Abschluß durch ihre Der- bindung mit der Deutschen Bant eine größere Beden- tung. Um das Ergebnis vorauszunehmen, es werden 7 Proz. Dividende verteilt, gegen 8 Proz. im Vorjahr. Der Reingewinn(410 528 M. gegen 503 345 M. im Vorjahr) ist um fast 100 000 M. n t e d r i g e r. Dabei ist der Umsatz von 638 auf 723 Millionen erhöht. Die Hauptcinnahmen lieferte das Wechsel- und Kontokorrentgeschäfl. Mit 1,27 Millionen blieben sie aber gegen das Vorjahr mit 1,50 Millionen nicht unbeträchtlich zurück. Das Fehlen der Sondergewinne au» den überhöhen Zinssätzen von An- sang 1924 ist fühlbar. Die Verwaltiingstosten sind von 884 000 M. aus 814 000 M. etwas gesenkt. Wie außerordentlich teuer die Banken heute arbeiten, zeigt ein Vergliech dieser Ver- wattungskosten mit der Vorkriegszeit. Bei mehr als doppelt so großem Umastz kam die Hildesheimer Bank damals für ein dreimal so hohes Aktienkapital mit der Hälfte der heutigen Verwaltungskoften aus. Bei reichlich doppelt so hohen Krediten on die Wirtschaft nahm sie ihren Kunden damals insgesamt nicht mehr Zinsen und Provisionen ob als heute. Dabei sind dje S t c u e r l e i st u n g e n kaum höher ols in der Vorkriegszeit. Die Reolgehälter der Angestellten sind bekanntlich sehr niedrig. Aber 1913 wurde das mehr als doppelt so große Geschäft mit drei Filialen, 1925 das halb so große Geschäft mttslebenFilialen gemacht. Davon sind erst 2 Filialen abgebaut worden. Der Leer- (am steigen die kosten: die hohen Zinsen und Provisionen oder verkleinern dos Geschäft. Die falsche Politik der Banken, höchster Nutzen bei kleine», Umsatz, richtet sich gegen sie selbst. Das lehrt der Abschluß der Hildesheimer Bank. Man darf gespannt sein, ob die demnächst zu erwartenden Großbanken abschlüsse etwas andere« lehren. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SBB. 68, Lindenstraße& für Groß- Berlin ftets au bas Beatrisfefretariat, 2. Sel 2 Tres. redits, au vidite 3. Kreis Webbing. Am Sonntag, 14. Februar, vorm. 11 Uhr, findet im Bharus fino, Müllerstr. 142, eine Vorstellung Freies Bolt" ftatt. Eintritt 60 Bf. Alle Genofsinnen und Genoffen fowie Reichsbannerkameraden find heralidit einacladen. Dienstag, 9. Februar, 7% Uhr, Sigung des Bildungs ausfchuffes bei Scholz, Adolfstr. 12. Heute, Dienstag, den 9. Februar: 88. bt. 2intenrade. 8 Uhr Mitgliederversammlung Schule Roonftraße. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen fämtlicher Mitglieder Pflicht. 137. bt. Reinidendorf- West. 7% Uhr im Bollshaus Scharnweberstr. 114 Funk tionärЛikung. Stellungnahme zum Rahlabend. EN Beirut, Cambment, Wee Soc unb Boltsentidelb. Referent: De Colbidibe Die Desirtofibrer laben baan ein. Bulmersdorf. 6. Abt. Andreas, Bfalaburger Str. B Bortreg: Die Auf gaben der Organisation bei Boltsbegehren und Bollsentscheid. Referent: Adolf Bufchit. 70. bt. Rahlabend bei Kroibs, Solsteinische Str. 60. Die Dittmann- Broschüren Bortrag: Sosialifierung und Sozialwirtschaft. müffen sofort abgerechnet werden. 71. Abt. Jonas, Durlacher Ede Bruch Boltsentscheid." faler Str. Bortrag: Firstenabfindung Referent: Dr. Theodor Tichauer. 72. Abt. Schröder, Auguftaftr. 31. Bortrag: Der Böllerbund." Referent: Otto Bach. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr Rahlabend im Lehrerzimmer der GemeindeSchule. Bortrag: Reitgemäße Schulfragen." Referent: Genoffe Sahu. Die Bezirksfilhrer laben ein. Der Borstand und fämtliche Funktionäre tagen ab 7 Uhr ebenda. 74. Abt. Reblenbort. Bartellotal, Botsdamer Str. 25: Generalversammlung. Neuwahl des Borstandes. Bollzähliges Erscheinen aller Mitglieder unbe dingt erforderlich. 78. Abt. Dahlem. Schilling Röntgin- Quife- Str. 42. Bortzeg: Fürftenabfinbung Boltsentscheid. Referent: Bernhard Arliger. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen 7% Uhr: Schöneberg. 77. Abt. Rahlabende: 1. Beairt bei Milde, Nollendorfftr. 18. Refe 1. Abt. Schulaula Auguftstr. 68. Bortrag: Unterrichtswesen in der Repu blit". Dieferent: Genofie Löschke. 2. bt. Rahlabend bei Dhngemad), Kommandantenftr. 88. Bortrag: Internationale Bolitif". Referent: Wolfgang Schwara. 3. Abt. Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Bortron: Fürftenabfindung Boltsentscheib". Referentin: Hedwig Wachenheim. 4. Abt. 5. Oberrealschule, Reichensaal, Kleine Frankfurter Str. 6. Bortrag: Die Wirtschaftskrise und Fürsten abfindung". Referent: Artur Crispien, M. d. R. 5. Abt. Rofenthaler Hof, Rofenthaler Str. 11/12. Vortrag: Die von Gottes Gnaden". Referent: Abolf Soffmann, M. d. R. 6. bt. Büttner, Schwedter Str. 23. Vortrag: Kranken- und Unfallversiche rung". Referent: Helmuth Lehmann. 8. Abt. 8ablabenbe bei Ridert, Steinmegstr. 36a, Mener, Lithowstr. 7, Seiler, Steinmenftr. 29. 2. Abt. Artushof, Berleberger Straße 29. Bortrag: Sozial- und Invaliden. reutner und Fürftenabfindung. Referent: Stadtverordneter Rohde. Zahlreiches Erscheinen erwartet die Abteilungsleitung. 10. Abt. Schule, Alt- Moabit 23a. Bortrag: Republit und Pädagogit." Dis. tuffion. 11. Abt. Berger, Levehowstr. 21, Vortrag: Boltsentfcheid." Referent: Genoffe Dietrich- Thüringen, M. b. R. 12. Abt. Schmidt, Wiclefftr. 17. Bortrag: Die Wirtschaftskrise und ihre Ur. fachen." Referentin: Dora Fabian. 14. Abt. Rahlabend bei Gillwald, Buttbusser Straße. Start, Buttbusser Straße, und Bank, Graunstraße. 15. Abt. Bahlabende bei Goldbach, Binetaplag 7, und Runze, Aderftr. 49. 16. Abt. Krüger, Huffitenstr. 34. Vortrag: entscheld." Referent: Billi Großmann. 17. bt. Rablatende in den bekannten Lokalen. 18. st. Bahlabende in den bekannten Lokalen. 19. Abt. Sahlabende in den bekannten Lokalen. Fürstenabfindung Bolts20. Abt. Bontte, Schulftr. 74. Bortrag: Das Heidelberger Brogramm." Referent: Martin Stein. Neuwahl der Abteilungsleitung. 21. Abt. Bahlabende in den bekannten Lokalen. 22. Abt. Sablabenbe in den bekannten Lokalen. 23. Abt. Rahlabende bei Lewandowski, Geeftr. 104, Taube, Mullerstraße, Ziege Barfußstr. 9. Bortag: Erziehung zum Bazifismus." Referent: Genoffe Bacharias. 24. Abt. Bahlabende. Gruppe la bei Schmidt, Marienburger Straße 48, Gruppe 1: Rösner, Immanueltirchstr. 25, Gruppe II: Schleif, Winsstraße, Ede Chriftburger Straße, Gruppe III: Röhler, Restaurant Schweizerhäuschen, Am Bahnhof Weißenfee. 25. bt. Bahlabende bei Gott, Räftner und Böhm Nachla. Die Bezirks. führer holen in den Zahlabenben Listen für die Elternbeiräte oder beim bteilungsleiter Genossen Linsenbarth, Friedeberger Straße 11, ab. Ditt. mann- Broschüren find sofort abzurechnen. 26. Abt. Beinlich, Weißenburger Straße 1. Bortrag: Bolfsentscheid und Cinheitsfront." Referent: Hans Gottfurcht. 27. Abt. 8ahlabende bei Mehlberg, Gaudystr. 6, Bogbanowig, Sonnenburger Straße 1, mmd Lenhfer, Ropenhagener Gir. 37. Bortong: FürstenBolts28. Abt. In allen Beairten Zahlabende in den bekannten Lokalen. 29. bt. Altersheim, Danziger Str. 62, Baraden. abfindung und Boltsentscheid." Referent: Franz Rogle. 80. Abt. Lebigenheim, Pappelallee 30. Bortrag: Fürstenabfindung entscheid." Referent: Paul Judrian. 82. Abt. Gruppenzahlabenb in den bekannten 2okalen mit Ausnahme ber Gruppe Kluge, die bei Tobien, Krautstr. 38, tagt. Bortrag bes Genossen Simmermann. 83. bt. Zahlabenbe bet Wegner, Stralauer Allee 31, Hoffmann, Stralauer Allee 17, und jenseits der Bahn bei Rienis, Simon- Dach- Straße 24. 34. Abt. 8ahlabende bei Rofin, Gubener Straße 19, Seefe, Memeler Etraße 63, Mide, Barschauer Straße 17. Bortrag:„ Die Fürstenabfin nung. Referent: Dr. Siegfried Weinberg. Achtung, Bücherkreismit. glteber! Sahlabend beim Genoffen Wendel, Kopernikussit. 4 vorn 2 Trp. von 7-7 Uhr, nachdem auf dem Rahbabend bei Milde. 85. Abt. Bahlabende: 1. Bezirk: Töpper, Rigaer Straße 85. 2. Bezirk: Schule, Samariterftr. 20. 3. Bezirk: Bombe, Boigtstr. 25, Borkowski, Ehreinerstr. 32. M.Abt. Sahlabende. 1. Bezirk: Busch, Tilsiter Straße 47. Bortrag: Reichsverfaffung." Referent: Friz Roch. 2. Gruppe: Lubotta, 8orn barfer, Ede Richthofenstraße. 3. und 4. Gruppe: Wittschuß, Peters. burger Straße 5. Bortrag: Rarl Marr." Referent: Genosse Gugi 87. 215t. Bablabende. 1. Bezirk: 8epte, Ebertyſtr. 6. 2. und 3. Bezirk: Jeraich, Ebertyftr. 10. 4., 5. und 6. Bezirk: Röhler, Matternftr. 14. 88. 6t. Rahlabende in den bekannten Lokalen. Alle Zahlabende beschäft. tigen fich mit den Borbereitungen zum Boltsbegehren. 39. Abt. Jugendheim, Linderstr. 3. Bortrag: Das Heidelberger Programm." Referent: Karl Litke. 40. Abt. Restaurant Bum Kreuzberg", Möckernftr. 73a, Ede Kreuzbergstraße. Bollsentscheid." Referent: Wilhelm Miethre. Bortrag: Fürftenabfindung 41. Abt. Bahlabende bei Simon, Belle- Alliance- Straße 30, Schuster, Cha misfoples 4, Luke, Bergmannftr. 93, Mende, Gneisenauftr. 6. 42. Abt. Bahlabende bei Vogeler, Mittenwalder Straße 16, Miersdorff, Urbanstr. 6, Buhr, Blücherstr. 38, Geehaat, Willibald- Aleris- Straße 6, Söhlke, Bergmannstr. 69. 4. bt. Sahlabende in den bekannten Lokalen. 128. und 129. Bezirk tagt het Frankenhausen, Jahnstr. 15. 44. Abt. Echulaula Reichenberger Straße 44/45. Bortrag:" Der Reichsschulgefehentwurf und die weltliche Schule." Referent: Lehrer Schulz. 45. bt. Sablabenbe bei Minnich, Laufißer Straße 46. Bortrag: Erwerbs. Tofen und foaiale Fürsorge." Referent: Genosse Grün. Liebich, Wiener Straße 58. Vortrag: Fürftenabfindung Boltsentscheid." Referent: Genoffe Floerfe. Matfchena, Forster Straße 9. Vortrag: Wirtschaft und Bolitit." Wengiers, Reichenberger Straße 104. Bortrag: Sozial- und Rrantenffieforge." Referent: Genoffe Giewert. 4. Abt. Bei Beiß, Salefische Straße 28. Anettboten- Revue: Die bürger. liche Rlaffe im Bollswit", veranstaltet vom Genossen Friedrich Bendel. Gäfte fönnen eingeführt werden. 47. Abt. Statt Bablabend findet eine allgemeine Mitgliederversammlung ftatt bei Behrendt, Manteuffelfte. 95. Bortrag: Boltsentfcheid. Refe rent: Paul Bengsch. Die Bezirksführer laden ein. 8ugleich Ergänzungswahlen zum Borstand. 8. Abt. Gräfings Westfäle, Waffertorftr. 68. Bortrag: Fürftenabfindung und die Aufgaben der Partei." Referent: Dr. Kurt Rosenfelb, M. b. R. Charlottenburn. 51. Abt. Bablabende mit Bortrag in den bekannten Lokalen. 52. Abt. Bittner, Raiferin- Augufta- Alee 81. Bortrag: Fürstenabfinbung und Boltsentfcheid." Referentin: Ellen Beidler. Die Genoffen werden erfucht, ihre Frauen und außerdem auch Gäste mitzubringen. 53. Abt. Rahlabende: 1., 2., 3. Bezirk bei Schweifert, Erasmusstr. 2; 4., 5., 6. Begirt bei Luz, Suttenstr. 26; 7., 8. Beairt( Plökensee und die Laubenkolonien) bas am nächsten liegende der beiben Lokale. Tagesordnung: Die Aufgaben bet Rahlabende bei den bevorstehenden Wahlkämpfen." 54. Abt. Jugend heim, Rosinenfte. 4. Bortrag: Fürstenabfindung Boltsentscheid." Referent: Erich Fräntel. Bartelangelegenheiten. 55. Abt. Reimer, WiTmersdorfer Str. 21. Bortrag: Welche Berdienfte haben fich die Fürsten um Deutschland erworben?" Referent: Ernst Ruben. Eingeführte Gäfte milkommen. Die Bezirksführer werden erfucht, eine Biertelstunde früher az erfcheinen. 57. Abt. Thunad, Bielandstr. 4. Vortrag: Eindrülde aus Amerika." Referent: Bern Meyer. Eingeführte Gäste herzlich will Tommen.- 58. Abt. Gikungsfaal, Nanteste. 4, Dorn 4 Trp. Bortvag: Sulturprobleme des Sozialismus." Referent: Dr. Erich Witte. Abrechnung Dom 4. Quartal 1925 und Revisionsbericht. 87. Abt. Grunewald. Lotal Subertusbaderftr. 8: Mitgliederversammlung. Bichtige Tagesordnung. Hiermit die traurige Nachricht, daß mein Heber Mann, unfer guter Bater, Großvater und Schwiegervater Ludwig Reese am 5. Februar nad) langen qualvollen Leiben die Augen für immer schloß. Frau Reese nebst Kindern Beibenweg 58. Einäscherung: 10. Februar, 122 Uhr, in Baumschulenweg. [ 1615b Generalversammlung Deutscher Metallarbeiter- Verband Heute, Dienstag, den 9. Jebruar, vorm. 10% Uhr, im Zimmer 28 bes Berbandshauses, Linienfte. 83/85: Versammlung aller arbeitslosen Elettromonteure und Helfer Groß- Berlins. Mitgliedsbuch legitimiert. Donnerstag, den 11. Februae, abends 7 Uhr, im Lofal von Hummel, Sophienfte. 5: ber Möbelfabrik ,, Zukunft" e. 6. m. b. 3. Gruppenversammlung Berlin, Frankfurter Allee 307, In den Geschäftsräumen am 27. Febrnar, der Scharf- und Werkzeugschleifer. nachmittags 4 Uhr. 185/12 Tagesordnung: 1. Die wirtschaft Tagesordnung: liche Lage 2 Gruppenangelegenheiten. 1. Bericht des Vorstandes, 2. Bericht des 3. Berschiedenes. Buffetsrats. 3. Neuwahlen, 4. Anträge, In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen Pflicht. 5. Berschiedenes. Der Borstand. Der gute Kapitän- Achtung! Betriebsräte Achtung Kaufabak ist in den meisten Zinarresgeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Die Betriebsräte- Zeitschrift Rt. 3 ift erfchienen und kann gegen Borlegung der Legitimationstarte Des Betriebsratsobinannes in unserem Bureau, Simmer 5 oder nach 4 Uhr im Zinumer 4, entgegen genommen werden, Die Ortsverwaltung. rent: Frana v. Buttkamer. 2. Bezirk bei Jürgens, Barbarossaftr. 5a. Referent: Genoffe Schüler. 3. Bezirk bei Reugner, Grunewaldstr. 36. AusSprache über: Fürſtenabfindung Boltsbegehren Boltsentscheid. Bahlabende: 4. Bezirk bei Will, Martin- Luther- Str. 69. 78. Abt. 1. Bezirk bei Wanbite, Bahnstr. 25. Referent: Genoffe Franke. 2. Bezirk bei Rilllmer, Sauptftr. 8. Referent: Benno Chomfe. 8. Bezirk bei Rönig, Feurig. Ede Bring- Georg- Straße. Referent: Genoffe Sagemann. 4. Bezirk bei Rosenthal, Ebersftr. 66. Referent: Genosse Lippert. Tagesordnung: Aussprache über die Fürstenabfindung. 79. Abt. Rahlabende: 1. Bezirk bei Arndt, Baukener Str. 10. Referent: Genosse Adler. 2. und 3. Bezirk bei Grunow, Geklerftr. 13. Referent: Genoffe Rathmann. 4. und 6. Bezirk bei Grok, Sedanstr. 17. Referent: Rechtsanwalt Alfred Oborniker. 7. Bezirk bei Podszus, Gachfendamm Ede Reichardtstraße. Bortrag: Sozialdemo tratie und Wohnungszwangswirtschaft." Referent: Genosse Fieg. 8. Bezirk bei Achtenhagen, Siedlung Lindenhof, Referent: Dr. Theodor Caffau 80. Abt. Selm Referat über: Fürstenabfindung und Boltsentscheid. holz- Gymnafiunt, Friedenau, Rubensstraße. Vortrag: Fürstenabfindung und Bollsentscheid." Referent: Hermann Lüdemann, M. d. 2. -F 81. Abt. Friebenau. Rahlabende: 1. bis 3. Bezirk bei Alabe, Hanbjergstr. 60/61. 4. bis 6. Beairt bei Baginsti, Taunus. Ede Stubenrauchstraße. Politiche Aussprache. 82. Abt. Steglik. Rahlabende in den bekannten Lokalen. 83. Abt. Lichterfelbe. Alle Genoffinnen und Genossen von Lichterfelbe- Süd und -Oft treffen fich pitnttlich 8 Uhr bei Brettschneider, Berliner Str. 123b, aum Rahlabend. Bortrag über: Brofit oder Bedarfswirtschaft?" Referent: Emil Buchholz. Eingeführte Gäfte heralich willkommen. 84. Abt. Lankwik. Lehmann, Railer- Wilhelm- Str. 29/31. Bortoog: Die Ge schichte der Arbeiterbewegung". Referent: Stadtrat Willi Kühne. 85. Abt. Tempelhof. Rahlabende: 3. und 4. Bezirk: Brimus, Werber. Ede Friedrich- Rarl- Straße. Bortrag: Wirtschaftstrife und Fürstenabfindung". Referent: von Ungern- Sternberg. 1. Bezirk: Wiese, Dorfftr. 1. 6. und 7. Bezirk: Wanalid, Gottlieb- Dunkel- Straße. 56 86. Abt. Mariendorf. Rahlabende: 1., 2. und 7. Bezirk: Roeple, Bergstr. 7. Bortrag: ,, Aus der franzöfifchen Revolution". Referent: Genoffe Suhn. 3. bis 6. Bezirk: Niendorf, Chauffeeftr. 19. Bortoag: Unsere Bezirks verfammlung". Referent: Friedrich Binte. 8. bis 10. Bezirk: Findeisen, Friedenstr. 6. Bortrag: Unsere Bezirksversammlung". Referent: Genoffe Gerlach. Reukölln. 89. Abt. Rahlabende: 1. bis 5. Bezirk: Brofe, Ganderstr. 10. Bortrag: Fürftenabfindung". Referent: Genoffe Steiner.- 6., 11. unb 12. Be airt: Gläser, Bannier. Ede Bfligerftraße. Bortrag: Goizale Tagesfragen". Referentin: Dr. Clara Henrique. 7., 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Sobrechtstr. 64. Vortrag: Fitustenabfindung". Referent: David Stetter. 90. Abt. Mitgliederversammlungen: 13. Bezirk: Ritbiger, 2ohmühlenftraße 36. 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fuldaftr. 45. 16. und 25. Bezirk: Janide, Janfaftr. 11.- 17. und 24. Bezirk: Lehmann, Tell. Ede WeserStraße. 23. und 36. Bezirk: Schittler, Weichselftr. 5. 34. und 43. Bezirk: Rieistner, Münchener Str. 53. 35. Bezirk: Jdeal- Rafino, Weichselstr. 8. 91. Abt. Rahlabende: 20., 21. und 39. Bezirk: Röfter, Karlsgartenstr. 4. 40. und 50. Beaird: Lüddede, Karlsgartenstr. 12. 38., 41. und 49. Bezirk: Mischke, Münchener Str. 23. 37., 42, und 48. Beairt: Stahmann, Münchener Ede Reuterstraße. 92. Abt. Rahlabende, die wegen der Wichtigkeit der verschiedenen Themata von allen Mitaliebern unbedingt besucht werden müffen: 14., 29. unb 30. Bezirk: Gauter, Harzer Str. 88. Bortrag des Genossen Schlimme über: Fürften. abfindung". 27., 28., 32., 33. Bezirk: Emalb, Elbe Ede Beferftraße. Bortrag des Genoffen Seitmann: Auswirkung der Wirtschaftskrise in Berlin". 81., 44., 45. und 55. Bezirk: Giepert, Rofenger. Ede WeserStraße. Bortrag des Genoffen Otto Meier, M. d. 2. ülber: Bollsentscheid fber die Fürstenabfindung". 46., 47. und 59. Bezirk: Dehn, Richard Straße 108. Vortrag über: Fürftenabfindung". 72. und 73. Bezirk:" Schneider, Rosenstr. 7. Fürstenabfindung und Bolfsentscheid". 93. bt. Wolfs Gesellschaftshaus, Rird hofftr. 41. Bortrag: Unsere Schule und der Reichsfchufacfekentwurf". Referent: Dr. Rurt Löwenstein, M. d. R. Dis. fussion. Abteilungsangelegenheiten und Berschiedenes. 94. Abt. Rahlabende: 51. und 52. Bezirk: Relling, Geldhower Str. 11. 64., 65., 66., 67., 77. und 78. Bezirk: Glinther, Schillerpromenade 11. 68. und 76. Bezirk: Lobal Gdyröder, Steinmenftr. 52. 95. Abt. Grieger, Leffingfiraße 9. Referent: Bortrag: Fürften abfindung und Bolfsentscheid. Stadtrat Hermes. Abteilungs und Bezirksangelegenheiten. Die Bezirksführer laden ein. 96. Abt. Rahlabende: 86. und 100. Besirt: Miller, Thüringer Str. 5. Referent: Etadtrat Schröder. 102, und 103. Bezirk: Led, Emfer Str. 21. Referent: Dr. Freund. 98. und 94. Bezirk: Frentel. Schierkeftr. 45. 80., 87. unb 88. Bezirk: Libben, Thomasfit. 5. 97. bt. Rablabende: 79., 89. und 92. Bezirk: Rukti, Leinestr. 1. Bortrag über: Fürstenabfindung". Referent: Ernst Neumann. 104. bis 106. Bezirk: Krüner, Emfer Str. 86/87, Ede Neife Straße. Bortrag: Wirtschaftskrise und Fürstenabfindung". Referent: Erich Steuer. 101., 99. Abt. Brik- Budow. Bindenpart, Chauffecftr. 18. Bortrag: Der Reichs Ichulgelegentwurf". Referent: Lehrer Gustav Hädide. 101. Abt. Treptow. Rahlabende: 1. und 2. Bezirk: Stephan, Gräfte. 1. Referent Genosse Grunom. 3. bis 5. Bezirk: Dettinger, Riefholaftr. 34/35. Referent: Stadtrat Beffen ber: Rommunalpolitit". 102, Abt. Baumschulenweg. 7% Uhr im Lotal von Borgmann, Baumschulen Ede Riefholaftraße, außerordentlich wichtige Mitgliederversammlung. Sages ordnung: Fürftenabfindung Bolfsentscheid". Infolge der am Sonntag, 14. Februar, ftatifindenden öffentlichen Rundgebung in Baumschulenweg wird um reftioles Erscheinen aller Mitglieder ersucht. 194 Boltsentidelb und feine Dusofilbruns Goff. Stu bt. Rieberschöneweide. Schmidt, Berliner Etz. 87/88, Borizoa: Sugen und Bartei". Referent: Ludwig Diederich 24 108. Abt. Johannisthal. Schreiner, Friedrichstr. 6. Bortvon: Boltswirtschaft liches und Gewertschaftliches aus Amerita". Referent: Rurt Seinig. 107. Abt. Alt- Glienide, Thieme, Schirnerstraße. Bortrag: Fürstenabfindung". Referent: Genoffe Müller- Hannover. 109. Abt. Friedrichshagen. Bei Schola, Friedrichstr. 81, Bortong: ,, Das Bolls begehren und feine Durchführung". 110. Abt. Grünau. Berner, Röpenider Straße. Bortrag: Fürftenabfindung und Boltsentscheid". Referent: Alfred Flatau. 111. Abt. Bohnsdorf. Heimann, Waltersdorfer Straße. Rablabenb. Lichtenberg. 114. Abt. Bieched, Croffener Str. 14. Referent: Wilhelm Banda, 115. Abt. Rahlabende: 1. Gruppe: Milling Niederbarnimfte. 3. 2. Gruppe: Lohan, 1. Gruppe: Gonell, Jung Ede Scharnweberſtraße. Jung Ede Oberstraße. 3. Gruppe: Radtke, Milggel. Ede Scharnweber ftraße. 4. Gruppe: Seiple, Kronprinzen- Ede Scharnweberitvaße. 116. Abt. Mittelschule, Marktstr. 10/11. Bortrag: Religion und Sozia Iismus". 117. Abt. Sahlabende: Brunn Referent: Pfarrer Bleier. Referent: Rar Türrschmidtstr. 40. Bortrag: Der Boltsentscheid". Sekschold. Klose, Rupprecht- Ede Eitelstraße. Bortrag: Boltsentscheid". 118. Abt. Gruppenzahlabende in den bekannten Referent: Dr. Halpert. Lokalen. Gruppe Werk bei Eichler, Wagener- Ede Agepodienstraße. In allen Gruppen Referate über die politische und wirtschaftliche Lage. Die 119. Abt. Bezirksführer Laden ein. Cecilien- Enzeum, Rathausstraße. Referent: Wilhelm Bortrag: Fürſtenabfindung und Boltsentscheid". Richter. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen. 122. Abt. Biesborf. Die Mitgliederversammlung fällt aus und findet dafür ans Mittwoch, 17. Februar, statt. 124. Abt. Mahlsdorf. Rahlabende in den belannten Lokalen. 125. Abt. Weißensee. Sablabende: 1. Bezirk: Minde. 2. Bezirk: Gallas, 3. Bezirk: Bohlmann. 4. Bezirk: Bürtel. 5. Beairt: Grüner Baum. Re128./130. Abt. Bankow: Rahlabende: 1. Gruppe: Magerowitfch, Berliner Ede Kaifer- Friedrich- Straße. Vortrag: Die Kriegsdienftverweigerung ferent: Genosse Silder. 2. Gruppe: Meek, Berliner Straße Ede Linden 3. Gruppe: Restaurant promenade. Vortrag des Genossen Gutjahr. Drener, Riffingenite. 4. Bortrag: Der moderne Geldverkehr". Referent: Genosse Faber. 4., 5. und 7. Gruppe: Jugendheim Breite Str. 32. Vortrag: Die französische Revolution". Referent: Genosse Lidice. 6. Gruppe: Restaurant Reumann, Mendelftr. 17. Bortrag; Der Bölkerbund". Referent: Genosse Schmidt. 8. und 9. Gruppe: Restaurant Dohnte, Wollantstr. 31. Bortrag: Wohlfahrtspflege und Erwerbslosenfürforge". Referent: Genoffe Ridiger. Außerdem in allen Gruppen: Heinersdorf: 8 Uhr Rahl Fürstenabfindung und Organisationsfragen. abend bei Bavan, Raiser- Wilhelm- Straße. Bortrag: Fürstenabfindung Boltsentscheid". Referent: Genoffe Loesner. 131. Abt. Niederschönhausen. Lokal Wilhelminenhof, Raiser- Wilhelm- Str. 64. Vortrag: Firstenabfindung und Boltsentscheid". Referentin: Liesbeth Riedger. 132, Abt. Blankenburg Klug Dorffir. 2. Bortrag: Die Serrichaft ber Sohenzollern". Referent: Genoffe Lucht. 133. Abt. Buchholz. Rosfad, Sauptstr. 70. Seumal des Borsbandes. Babk reiches Erscheinen ist dringend erforderlich. 134. Abt. Buch. Göpfert, Am Bahnhof. Bortrag: Das Seidelberger Bro gramm". Referent: Stadtrat Willi Rlüsener. 135. Abt. Rarow. 8 Uhr im Restaurant Bum Bankarafen, Bandgrafen Straße 3. 8ahlabend. 137. Abt. Reinickendorf- Weft. 8 Uhr Sahlabenbe: 1., 2., 3. und 5. Bezirk: Mattern, Eichbornftr. 24. 4., 6., 7. und 8. Bezirk: Volkshaus, Scharn weberftr. 114. Thema: Die Aufgaben der Bürgerdeputierten in der Gee meindevertretung". Wahl der Delegierten aur Rreisvertreterversammlung. 138. Abt. Hermsdorf. Böttcher, Waldseestraße. Bortrag: Fürstenabfindung Boltsentscheid". Referent: Theodor Rokur. 139. Abt. Zegel. Restaurant Otto Schade, Berliner Ede Beithtraße. Bobe trag: Bolfsentfcheid und Fürstenabfindung". Referent: Eduard Sachert, M. d. 2. Berschiedenes. 140. Abt. Borsigwalde. Lotal Boithach, Ernſtite. 1. Bortrag: Fürfen abfindung Bolfsentscheid". Referent: Adolf Sirsch. 140a Abt. Wittenau. Lokal Schula, Am Bahnhof. Bortrag: oftenabfindume Boltsentscheid". Referent: Sans Wonwod. 141. bt, Rosenthal. Rahlabend bei Mielide, Lindenallee 40. 143. Abt. Waidmannsluft. Lokal Dreikia Waidmannstr. 4. Bortrag: Fileſten abfindung Bolfsentscheid". Referent: Bruno Theet. Bernau. 7% Uhr bei Modisch, Raiferstraße, Gruppenkonferens. Tagesordnung: 1. Wirtschaftsnot und Arbeiterelend". Referent: Genoffe Erwin Barth. 3. Parteiangelegenheiten und Verschiedenes, Alle Mit 2. Distuffion. alteder müffen zur Stelle sein. Junglozialisten. Gruppe Tempelhof- Marienborf. Heute, Dienstag, pintffid 8 Uhr im Jugendheim, Germaniaftr. 4/6. Bortrag: Jugend und Gemeinwirt schaft. Referent: Otto Lamm. Gruppe Süben. Seute, Dienstag, 8 Uhr. Referentin: Räthe Kern. Bortrag: Erziehung als foziologische Funktion." Gruppe Lichtenberg. Heute, Dienstag, 7% Uhr, im Jugendheim, Barbone. Bortrag: Die Entwidlung des Rapitalismus." Referent: Genoffe Bemann. Mitglieder der SAJ. ftets willkommen. Bereinigung fozialdemokratischer Stubenten. Seute, Dienstag, 84 Uhr in Sozialwissenschaftlichen Klub, Wilhelmftr. 48, 3 r. Arbeitsgemeinschaft über Donnerstag, Renners: Wirtschaft als Gesamtprozeß und die Sozialisierung." ben 11. Februar, ebenbort, fpricht Dr. Breitscheid, M. d. R., über: Deutschlands Gäste willkommen. Eintritt in den Bölterbund." Geburtstage, Jubiläen usw. 18. Abt. Seinen 75. Geburtstag begeht heute Genoffe Ewald Bete mann, Reinidendorfer Str. 118. 45. Abt. Unferem langjährigen Bezirksführer und der Leiterin der Frauen, Otto Geibel und Frau, au ihrer heutigen Silberhochzeit die herzlichfter Die Abteilungsleitung. Glüdwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 36. Abt. Unfer langjähriger Genoffe Reefe, Beibenweg 58, ift ver torben. Einäfcherung am Mittwoch, den 10. Februar, nadm. 12% Uhr, in Krematorium, Baumschulenweg. Wir erwarten zahlreiche Beteiligung. Banner mitbringen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachbr. verb.) Ziemlich trübe bei mäßigem Frost, Neigung zu leichten Schneefallen. Für Deutschland: Im Often strichweise leichte Schneefälle bei mäßigem Froft, im Südwesten Deutschlands Temperaturen weiterhin über Nuu. Zur Einſegnung Billige Angebote! 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Sie fannten nicht einmal irgendwelche Redensarten außer:" Nehmen Sie die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung und Ergebenheit entgegen." Die Registratur mar aufgelöst worden, da man sie nicht mehr benötigte, und die Generäle hatte man entlassen. Sie wurden außeretatsmäßig, ließen sich in Petersburg in der Podjatscheſtaja nieder, ein jeder in einer eigenen Wohnung; jeder hatte seine Köchin und bezog feine Penfion. Plöglich aber befanden sie fich auf einer unbewohnten Infel; fie wachten auf und gewahrten, daß fie beide unter einer Bettdece lagen. Zunächst begriffen sie selbstverständlich gar nichts und begannen miteinander eine Unterhaltung, als wäre nichts mit ihnen vorgefallen. „ Ein fonderbarer Traum hat mir heute geträumt, Em. Erzellenz, sagte der eine General, es war mir, als lebte ich auf einer unbewohnten Insel...." Als er dies gesagt hatte, sprang er plöglich auf. Auch der andere General sprang in die Höhe. „ Mein Gott! Was ist denn das? Wo sind wir denn?" stießen beide mit entsetzter Stimme hervor. Und fie begannen einander zu betaften, um festzestellen, ob denn in der Tat dieser Vorfall sich mit ihnen nicht im Traume, sondern in Wirklichkeit ereignet habe. So sehr sie aber auch sich zu überzeugen bemühten, daß dies alles nichts als ein Traumgeficht sei, so mußten sie doch zu der lleberzeugung gelangen, daß Dies traurige Wirklichkeit war. Auf der einen Seite erstreckte fich vor ihnen das Meer, zu der anderen Seite lag ein fleines Stüd Land, und hinter dieſem erftredte sich wiederum grenzenloses Meer. Da brachen die Generäle zum erstenmal, seit die Registratur geschlossen worden war, in Tränen aus. Sie betrachteten einander und sahen, daß fie mur Nachthemden anhatten und daß ein jeder einen Drden am Halse trug. Wie schön wäre es, wenn wir jetzt Raffee tränken!" jagte ber eine General; als ihm aber einfiel, was für ein unerhörter Borfall sich mit ihm ereignet hatte, da brach er zum zweitenmal in Tränen aus. Was wollen wir denn nun tun?" fuhr er unter Tränen fort, wenn wir jetzt einen Bericht schreiben würden, was hätte das für einen Rußen?" Ich weiß etwas," antwortete der andere General, gehen Sie in der Richtung nach Often, Exzellenz, ich will nach Westen gehen, und gegen Abend wollen wir uns wieder an diesem Blaze treffen. Bielleicht werden wir irgendetwas finden." Nun überlegten fie, wo Osten und wo Westen fel. Es fiel ihnen ein, daß ein Borgefeßter ihnen einmal gefagt hatte: Benn du Often finden willst, so stelle dich mit den Augen nach Norden, und rechter Hand wird das Gesuchte liegen." Sie begannen Norden zu suchen, stellten sich so und wieder anders, probierten alle Himmelsrichtungen durch; da fie aber ihr ganzes Leben lang in der Registratur gedient hatten, so fanden sie nichts. Ich weiß etwas, Em. Erzellenz: Sie gehen nach rechts und ich nach lints; fo wird es beffer gehen!" sagte der eine General, der außer in der Registratur auch noch in der Schule der Militärtantonisten als Lehrer für Schönschreiben gedient hatte und folglich etwas flüger war. Wie gefagt, so getan. Der eine General ging nach rechts, und da sah er, daß da Bäume wuchsen und an den Bäumen allerhand Früchte hingen. Der General wollte wenigstens einen Apfel erreichen, aber fie hingen alle fo hoch, daß er hinaufflettern mußte. Er verfuchte es aber es fam nichts dabei heraus, er zerriß sich mur sein Hemb. Darauf gelangte der General an einen Bach und sah darin Fische schwimmen ,, es mimmelte mur so von ihnen, ganz wie in der Anlage auf der Fontanta in Petersburg. Wenn ich doch so einen Fisch fangen und mich mit ihm nach Haufe begeben tönnte!" dachte der General und verzog vor lauter Appetit das Gesicht. Darauf betrat der General einen Wald, dort aber pfiffen bie Rebhühner, schrien Fasanen und liefen Hafen umher. Gott! Soviel Eßbares! Soviel Eßbares!" fagte der General, der bereits fühlte, daß es ihm vor Hunger übel wurde. Es war nichts zu machen, er mußte mit leeren Händen an den verabredeten Platz zurückkehren. Als er hinfam, wartete der andere General bereits auf ihn. " Run, wie steht's, Ew. Exzellenz, haben Sie irgendetwas gefunden?" ,, Ja, ich habe hier eine alte Nummer ber Mostauer Nach richten" gefunden und sonst nichts!" Da legten sich die zwei Generale schlafen, da fie aber einen leeren Magen hatten, schliefen sie nicht ein. Bald beunruhigte sie ber Gedanke, wer nun statt ihrer die Pension in Empfang nehmen werde; bald wieder mußten sie an die Früchte, Fische, Rebhühner, Fasanen und Hafen denken, die sie am Tage gesehen hatten. Wer hätte denken fönnen, Ew. Erzellenz, daß die menschliche Nahrung in ihrer ursprünglichen Form umherfliegt, im Wasser schwimmt und an Bäumen wächst?" sagte der eine General. Ja," antwortete der andere General, offen gestanden habe auch ich bis jetzt gemeint, daß die Semmeln in der Form entstehen, wie man sie am Morgen zum Kaffee reicht." Wenn also folglich jemand zum Beispiel ein Rebhuhn effen will, so muß er es zuerst fangen, töten, rupfen und braten aber macht man das alles?" wie ,, ie aber macht man das alles?" wiederholte der andere General wie ein Echo. Sie verftummten und gaben sich Mühe einzuschlafen; aber der Hunger vertrieb ihnen hartnädig den Schlaf. Rebhühner, Trut. hähne und Ferkel flimmerten nur so vor ihren Augen, faftig, leicht geröstet, mit Gurten und Salat garniert. Jetzt wäre ich, glaube ich, in der Lage, meinen eigenen Stiefel aufzueffen!" fagte der eine General Auch Handschuhe sollen gut schmecken, wenn man sie lange getragen hat!" feufzte der andere General. Pläglich blickten die zwei Generäle einander an: in ihren Augen leuchtete ein unheilverkündendes Feuer, fie fletschten die Zähne, und adurbd Annunzi Beilage des Vorwärts Mussolinis Brandrede. Unter dem Protektorath AUF ZUM BRENNER Mussolini Wir kennen die Weise, wie kennen den Text: So hat einst mit gepanzerter Pfote Unser Erbmonomarch, Wilhelmus der Zwote Der Diplomaten Konzept verklext. Wie heute- damals: ein Beifallssturm, Ein Monstreorchester klatschender Hände. Wir aber denken still an das Ende... Was blieb von allem? Ein zitternder Wurm! Jeht schäumt der„ Duce" in Redegischt, Er trägt die Fahne über den Brenner... ein dumpfes murren entrang fich ihrer Bruft. Langsam trochen fie aneinander heran und gerieten plötzlich in tierische But. Bett federn flogen durch die Luft, es ertönte ein Kreischen und Stöhnen; der General, der auch Lehrer für Schönschreiben gewesen war, biß seinem Kameraden den Orden ab und schluckte ihn sofort himunter. feinem Kameraden den Orden ab und schluckte ihn sofort himunter. Aber der Anblic fließendes Blutes schien beide zur Vernunft zu bringen. Der Herr behüte uns!" fagten fie beide zugleich, auf diese Weise würden wir ja uns gegenseitig auffressen." Wie wir mir hierher geraten sind! Wer mur ber Schurke ist, der uns diesen Streich spielte!" N Wir müßten uns durch irgendein Gespräch die Zeit vertreiben, Ew. Exzellenz, sonst fönnte es zwischen uns noch zu einem Mord tommen!" sagte der eine General. Beginnen Sie!" antwortete der andere General. Wie denten Sie zum Beispiel darüber, warum die Sonne zuerst aufgeht und dann untergeht, nicht umgefehrt?" ,, Sie sind ein sonderbarer Mensch, Ew Exzellenz! Auch Sie selbst stehen doch zuerst auf, gehen ins Departement, schreiben bort und gehen erst dann schlafen, nicht wahr?" Barum aber sollte man nicht folgende Gruppierung gelten laffen: zuerst gehe ich schlafen, habe verschiedene Träume, und erst dann stehe ich auf?" Hm!.. Ja... Als ich im Departement diente, ba dachte ich offen gestanden stets folgendermaßen: Jeßt ist es Morgen, dann wird es Mittag sein, dann wird man das Abendessen auf den Tisch bringen und dann ist es Zeit zum Schlafengehen!" Aber die Erwähnung des Abendessens ließ beide in Behmut versinken und brach das Gefpräch gleich zu Beginn wieder ab. Ich habe von einem Arzt gehört, daß der Mensch sich lange Beit von seinen eigenen Säften ernähren kann," begann von neuem der eine General. Wieso denn?" Folgendermaßen. Unsere eigenen Säfte bringen wiederum andere Säfte hervor, diese bringen ihrerseits Säfte hervor und das geht so weiter, bis schließlich alle Säfte ausgehen ,, lind was tut man dann?" ,, Dann muß man irgendeine Nahrung zu sich nehmen Pfui!" ( Schluß folgt.) ( Meist leuchtet der Fünfminutenbrenner Am hellsten auf, bevor er erlischt.) Es kündet das Ende der Diktatur Sich an durch solche Rodomontaden. Der Kenner fieht hier nichts als den Schaden Ja Mussolinis Gehirnstruktur. Und folgert kühl aus dem Redefchwall Aus der gemimten Cäsarenpose Als einzig fichere Diagnose: Hier kam der Knall schon vor dem Fall! Mich. von Lindenheden. Der Kropf in der Tiefebene. Ueber die legten Entstehungs Schilddrüse- schwebt ursachen des Kropfes- der Bergrößerung der Schilddrüse schwebt trog aller Bemühungen der Forschung noch ein geheimnisvolles Dunkel. Man hat zwar mit unbestreitbarem Recht für das gehäufte Auftreten von Kropf in bestimmten Gegenden dem Jodmangel in der Nahrung und in der umgebenden Natur die Schuld zugeschrieben; aber keine der vielen Theorien hat eine restlos befriedigende Auf flärung ergeben. Weder ist das Trinkwasser( Kropfbrunnen) noch die Bodenbeschaffenheit, noch ein ansteckender Erreger mit Sicherheit für diese Erkrankung verantwortlich zu machen. Allerdings ist es auffällig, daß der Kropf vorwiegend eine Erkrankung der Gebirge ist. Tatsächlich sind die Alpen, Karpathen, Schwarzwald, Riefengebirge usm., aber auch in gleichem Maße viele der außereuropäischen Ge birgsgegenden Kropfherde ersten Ranges. Dagegen wurde bisher die Tiefebene als im wesentlichen fropffrei angesprochen. Dieser An nahme ist jetzt nun ein Danziger Arzt auf Grund seiner Beob achtungen an einheimischen Bewohnern seiner Vaterstadt und ihrer Umgebung entgegengetreten. Er konnte mit Hilfe der dortigen Schulärzte bei zirka 15 Broz. der Schulkinder erhebliche Bergrößerungen der Schilddrüse feststellen; in den höheren Lehranstalten war fogar hat dort einen Kropf. Der Danziger Arzt hat den Eindruck, daß die der Prozentjaß noch höher. Also jedes fünfte bis sechste Schullind Bergrößerung der Schilddrüse besonders nach dem Kriege erheblich zugenommen hätte und macht hierfür die ungünstigeren Berhältnisse ( schlechte Ernährung, beengte Wohnung, übergroße Klaffen, mangel. hafte Körperpflege) verantwortlich. Seiner Ansicht nach vermag der geschwächte Körper des Kindes die dargebotene Jodmenge nicht in der erforderlichen Weise der Nahrung zu entnehmen und daher rühre die Zunahme der Kropfbildung. Glücklicherweise pflegen aber die Bergrößerungen der Schilddrüsen in der Tiefebene- im Gegensat zu den endemischen Kröpfen des Hochgebirges nach Beendigung der Schulzeit allmählich von selbst zu rerschwinden. Unterstützt wird diese Selbstheilung durch ausgiebige Körperbewegung im Freien, durch Sonnen- und Luftbäder, durch Aufenthalt an der See usw. Bei hohen Graden von Kropfbildung wird man allerdings mit diesen Maßnahmen nicht ausreichen und wird dann doch versuchen, mittels fleiner Jodgaben dem Jodhunger des Körpers beizukommen. Die Kosten der Entdeckung Ameritas. In Palos( Spanien) wurden die Rechnungsbücher der Firma Pinzon gefunden, die die Entdeckungsreisen des Kolumbus finanzierte und ihm die Schiffe zur Verfügung stellte. Demnach kostete die entscheidende Reise, die vom August 1492 bis zum März 1493 dauerte, 22 000 Pejetas, d. h. taum 35 000 Schweizer Frant. Kolumbus felbst bezog nicht mehr als 1600 Pejetas Jahreseinkommen. 915 Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Lessing- Tb. 8 Uhr: 8 Uhr: Wer weint um Gastspield SaltenJuckenadi? Morgen 8 Uhr Der befreite Don Quichotte Staats- Theater Opernhaus 72 Uhr: TOSCA Opernhaus am Königsplatz 71: Zigeunerbaron Schauspielhaus burgs Bühnen Kronprinzessin Luise Kleines Th. 8 Uhr: Dybuk ( Der Dämon) von An- Ski 8U: Im weißen RoB' Regie: Viertel Schiller Theater 8 Uhr: Minna von Barnhelm Barnowsky- Bühnen Theater Städtische Oper Konieräiz.str. Charlottenburg 7% Uhr: Die Brautwahl Hasenheid 2110/11 8 Uhr: Exzesse Komödienhans Norden 6304/5 8 Uhr: Abonn- Turnus IV Der Garten Eden Deutsches Theater 8 Uhr: Juarez und Maximilian Die Tribune Wilhelm 5365 8 Uhr: Die neuen Herren Kammerspiele Circus 8 Uhr Die letzte Geliebte Busch Großes Schauspielhaus Für Dich CHARELL- REVUE TÄGLICH Residenz- Th 8 Uhr: Die Durchgängerin Claire Rommer Kurt Vespermann 8 Thalia- Th. J U.: Lene, Lotte, Liese Wessely, Dora, Sabo, Baselt Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Anneliese v. Dessau Emmy Sturm a. G. E. Lichtenstein a.6. Theat.d. Westens Tägl. 8 Uhr: Spiel D. de Liebe Operette von Gilbert represe M. 0,50 bis 10, Rose- Theater Heut 25. 78% Uhr: August Zum see Male der Starke Die Komödie große Manege- Erials WalhallaKurfürstendamm 206/7 Die Gorillabranth.Weinbergsweg 8 Uhr Vorher: Neues 814 Täglich 8% Febr. Progr. und Königin der Nacht Gesellschaft BREITBARTS Prelist Stuck m 11.15 Uhr: Ges. u. B 3.Austrag beute mit Sonnt nachm. 4: Nacht vorstellung Ad. Gutmann, Neukölln Der blaue Vogel" Alle Plätze 3 und 5 M. Deutsches Künstl.- Theater 8 Uhr: Paganini Th.a. Kurfürstendamm 8 Uhr: Die Nacht Dornröschen Komische 8% Oper 84 Von A- Z Kleine Preise 50 Pfg. bis 4.50 Mark der Nächte Mieten Sie von uns Th.a.Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der fröbliche Weinberg Lustspielhaus 8 Uhr: Dicky Wallner Theater 8 Uhr: Kolportage Staub Sauger ORION Dieser ist in 6 Monaten Thr SCALA Eigentum Rastelli und 10 weitere VarietéSensationen Ich werde beneidet weil meine glänzenden Schuhe den Eindruck meines gepflegten Äusseren erhöhen. 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