Mr. 157. Erscheint täglich außer Montags, Preis pränumerando: Vierteljährlich) 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tu's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts S 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Russische Greuel. Dienstag, den 9. Juli 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. fallenden Unterschied zwischen Adligen und Bürgerlichen; letztere| Man giebt sich die größte Mühe, diese Schandthaten zu ver werden etwas entgegenkommender behandelt. Die Lage der Frauen bergen, und häufig erfahren wir nur durch äußere Zeichen, was ist noch entsetzlicher als die der Männer; es giebt feine Gefangen- geschehen ist: die blutige Leibwäsche, welche die Familie zu Die Agenten des russischen Barenthums haben wieder wärterinnen, sondern der Gendarm ist jeden Augen- waschen bekommt, die grobe Verweigerung eines Besuches sagen einmal eine jener heuchlerischen Entrüstungskampagnen Die Gefangene ist gezwungen, blick hinter der Thür und fieht das Guckloch. uns, daß Mißhandlungen stattgefunden haben. fich vor seinen viehischen in Szene gefeßt, auf welche in den zivilifirten Ländern die Blicken auszuziehen Groß ist die Zahl derer, die, wie Szlajen im vorigen Jahre, und niederzulegen; sogar in der das Gefängniß, infolge der elenden hygienischen Beschaffenheit sentimentalen alten Weiber männlichen wie weiblichen Ge- Nacht kann er sie immer stören, indem er, unter dem Vorwand, desselben, halb taub und halb blind verlassen. schlechts regelmäßig hereinfallenjene Gefühlssimpel, die die Lampe, die immer brennen muß, in Ordnung bringen zu Und überall droht dem Gefangenen beständig die schwarze fich für die Opfer alles Unrechts in der Ferne bis zu wollen, in die Zelle eintritt. Man treibt das planmäßige Foltern Belle", dieses fürchterliche Loch unter der Erde: naß, stinkend, Thränen begeistern, für das tausendmal schlimmere Unrecht so weit, daß man den Gefangenen durch folgendes sinnreiche von Würmern und anderem Ungeziefer wimmelnd, ohne Tisch, in der Nähe jedoch keine Augen und keine Empfindung Mittel entnervt: man läßt auf die innere Seite der Platte, die Stuhl, Bett oder Matraße- wohin der Gefangene bei der haben. In Armenien ist gewiß nicht alles, wie es sein soll, das Guckloch schließt, ein Auge malen, so, daß der unerfahrene geringsten Widersehlichkeit geschafft wird, und wo Wasser und und gewiß sind auch die türkischen Behörden beobachtet glaubt. Gefangene sich fortwährend von dem Späherauge des Gendarmen ein Stück Schwarzbrot die einzige Nahrung bildet. teine Engel der Unschuld, allein die Regierung, Das schrecklichste Gefängniß- abgesehen von der berüchtigten Und dies ist noch das mildeste Gefängniß! In dem Ge- Festung Schlüsselburg, von der unsere russischen Genossen so welche seit Monaten mit den armenischen Greueln" fängniß von Pawiak in Warschau ist die physische und viel zu erzählen haben, ist die Peter Pauls Feste in hausiren geht, hat im eigenen Land tausend mal die moralische Folter noch viel schlimmer. Dort ist man mit den Petersburg. Genosse Louis Bauder, der dort acht Monate verschlimmere Greuel verübt und verübt sie gemeinen Verbrechern zusammen, ist während der langen Winter- brachte, schreibt uns: Unmöglich zu schildern, was ich in täglich. abende des Lichts beraubt und die Zellen wimmeln von diesem Grabe der Lebenden durchgemacht habe. Während der langen Ungeziefer. Die Disziplin ist barbarisch und brutal willkürlich. Wintermonate fror ich bei Tag und bei Nacht; man hatte mir Vor kurzem wurde ein franker Knabe von 17 Jahren, namens meine warmen Kleider genommen. Meine Zelle war so feucht, Goldberg, zu drei Tagen schwarze Belle" verurtheilt, weil daß das Waffer buchstäblich von den Wänden herabriefelte. Unb er einen Arzt verlangt hatte. Frl. Herszenowicz zog sich dieselbe dazu denke man sich den offenen Eimer, der fortwährend Strafe zu, weil sie sich, zu schwach um zu stehen, in Gegenwart die pestilenzialischsten Gerüche ausdünftete es war zum wahndes Direttors niederseßte. Falsti, Rrafusti, Rosolowsti tamen finnig werden." Die sozialistische Partei Polens hat die Tagung des internationalen Kongresses über Gefängnißwesen, der jetzt in Paris versammelt ist, und mit dessen Verhandlungen wir uns noch beschäftigen werden, dazu benußt, in einem offenen, an den Kongreß gerichteten Brief die russischen Greuel in Russisch in die„ fchwarze Belle", weil sie den Direktor nicht gegrüßt Kein Wunder, daß die Liste derer lang ist, die in diesem Polen und gegen die polnische Bewegung zu enthüllen. hatten. Eine Klage beim Staatsanwalt hat keine andere Gefängniß sich freiwillig den Tod geben, oder körperlich und Den auf die russischen Gefängnisse bezüglichen Theil Wirkung als die schwarze Belle". geiftig zu grunde gerichtet sterben. Frl. Bresler erhängte sich lassen wir in Uebersetzung( der offene Brief" ist französisch) Kreuz"( Kreft), wohin die Verurtheilten geschafft werden um vergiftete sich 1893; Brulinsti und Palinski schnitten sich den In dem Petersburger Bellengefängniß genannt Da 3 1884; Frau Gerhardt vergiftete fich 1887; der Apotheker Betlin nachstehend folgen: Der Behnte Pavillon" der Warschauer Gida- ihre Strafe abzubüßen, und wo alle Gefangenen Handarbeit ver- Hals ab. An Krankheit und Erschöpfung starben: die Lehrerin telle hat in den Jahrbüchern unseres Landes eine traurige bruckerei noch die Buchbinderei wählen. Ohne alle Chikanen aufzählen der Arzt Hlasto, der Schuhmacher Danilowicz, der Advokat richten müssen, dürfen die politischen Gefangenen weder die Buch- Plastowicka, der Lehrer Plawinski, der Seminarist Dziankowski, Berühmtheit erlangt. Früher, d. h. vor 30 oder 40 Jahren wendete man bei den Gefangenen, um von ihnen Aussagen und zu wollen, die sie wie in den übrigen Gefängnissen zu erleiden Puchewicz, Razumiejczyk zc., ohne von den Unzähligen zu sprechen, Geständnisse zu erzwingen, die Folter an. Ein Gefangener steckte haben, sei nur eins erwähnt: wenn sie einen Besuch erhalten, die in Sibirien den Tod gefunden haben. werden sie in einen Käfig von Holzlatten eingesperrt und von Wir berichten hier nur einen kleinen Theil der Thatsachen; das Stroh seines Bettes in Flammen, um ihr zu entgehen und dem Besucher aufs sorgfältigste getrennt. In diesem Gefängniß und wir rufen die Schilderungen Kennan's ins Gedächtniß. Wir starb freiwillig auf dem Scheiterhaufen.") Jett will man haupt- leiden die meisten Gefangenen am Storbut, und im Winter können die Kongreßmitglieder nicht durch alle Gefängnisse dieses sächlich durch moralische Tortur zu demselben Resultat gelangen, fintt die Temperatur in den Zellen öfters auf 8, ja auf 5 Grad Reiches der Sklaven hindurchführen. Ueberall herrscht die nämliche benn die Gibatelle dient immer noch als Untersuchungsgefängniß. Reaumur. Brutalität und Bestialität. Wir wollen als Beispiel nur jenen Wir wollen hier von den Qualen der endlos verlängerten Wenn wir die moralischen Folterqualen erwähnten, so sollte polnischen Emigranten erwähnen, der, dank der Käuflichkeit eines Gefangenschaft, falschen Nachrichten und Drohungen nicht reden, das nicht heißen, daß die physischen Brutalitäten aus den rumänischen Unterpräfekten in Ungeny, an der rumänischen und erwähnen nur noch der Entziehung des Spaziergangs, der russischen Gefängnissen verschwunden seien. Man ist nur etwas Grenze von russischen Agenten verhaftet wurde: der Unglückliche im allgemeinen täglich 10 Minuten beträgt. Bellagt sich ein vorsichtiger geworden und verbirgt die Mißhandlungen mit mehr starb im Gefängniß von Rißyniew an den Schlägen, die er auf Gefangener, so antwortet der Staatsanwalt, wie 1885 dem Genossen Warynsti:„ Sie sind im Gefängniß und nicht in Sorgfalt. In allen Fällen, denen die Polizei größere Wichtig einem 150 Kilometer langen Marsch bei strömendem Regen er einem Hotel". Macht" der Arzt eine der Gesundheit bien- feit beilegt, schreiten die Henker zu solchen Brutalitäten, um Ge- halten hatte. Und wir erinnern noch an die 74 Bauern und liche Vorschrift, ständnisse zu erpressen. So wurde 1893 im Zehnten Pavillon Bäuerinnen, die 1893 wegen der Affäre von Kroze in unterschlägt der Staatsanwalt Ach, diese UnJanfulio sie einfach( Beispiele: Frl. Jentyt und Winiarski) Bankiewicz zu Tode gemartert; und vor einigen Monaten schnitt Kowno und Wilna eingesperrt wurden. sich ein zwanzigjähriger Arbeiter, Palinsti, in der schwarzen glücklichen. Sie sich vor, meine Herren vom oder er sagt:„ man sperrt Sie nicht ein, um Ihren Gesundheits- Belle" den Hals ab, um sich den gräulichen Mißhandlungen zu internationalen Gefängniß- Kongreßvergegenwärtigen Sie sich, zustand zu verbessern!" Man zwingt die Gefangenen bei den feltenen Unterhaltungen mit Besuchern, sich der russischen Sprache entziehen, die der Gendarm- Oberst Wafiliew über ihn verhängte, wie der Gouverneur von Kowno, Klingenberg, sich an der Spize zu bedienen, die viele gar nicht verstehen. Man macht einen aufer zum Fenster hinaus gesehen hatte! Im Jahre betrunkener Kosacken auf eine unbewaffnete Menge stürzt, wie 1878 wurde Josef Bajte von der Schildwache wegen Dutzende von Greisen und Kindern niedergefäbelt und auf öffentdesselben Verbrechens erschossen. Die übrigen Gefan lichem Platz ausgepeitscht, wie Frauen unbarmherzig geprügelt und genen, die ihrer Empörung Ausdruck gaben, wurden vergewaltigt werden einzig, weil die Menge gegen die mit Fußtritten, Faust- und Kolbenschlägen zur Ruhe" gebracht, von der Regierung angeordnete Zerstörung einer katholischen und dann zur Zwangsarbeit verurtheilt. Auch 1885 wurde ein Kirche friedlich protestirt hatte und bedenken Sie, daß dieser Gefangener von den Gendarmen getödtet: Wislocki; und feine Henter Klingenberg vom Bar Nikolaus II. belohnt wurde für Mitgefangenen: Frl. Bohuszewicz, Felsenhardt, Strzeminski, diese Schandthat, die alle, das Mitgefühl der zivilisirten Welt Mancewicz, die protestirten, wurden gefnebelt und geprügelt. jetzt erregenden armenischen Greuel in Schatten stellt! so Im letzten Augenblick erhalten wir die Nachricht, daß vor einem Monat dasselbe von einem Gefangenen gemacht wurde, der die unerhörten, ihm von einem Gendarmen auferlegten Qualen nicht mehr ertragen konnte. Der Rauch war gleich bemerkt worden und die Schildwache hat den Unglücklichen mit Fußtritten und dem Säbel arg zugerichtet. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] 58 Berliner Märztage. weil Stellen Einen Augenblick stuzten die Garden, aber mit von den Fenstern des Schlosses spannungsvoll ihre Attacke gellendem Anruf trieben die Offiziere sie vorwärts. Jm beobachtete und ein Dußend frommer Hofdamen für den Schatten der Häuser, an den Pfosten der verschlossenen Sieg ihrer Waffen betete, konnte die armen Potsdamer Thorwege und hinter Laternenpfählen nothdürftig Deckung Jungen über den Ernst ihrer Lage nicht täuschen. suchend, legten sie an und gaben Antwort auf den blutigen Gruß des Volkes. Die Von Minute zu Minute steigerte sich die Heftigkeit des Kampfes. Zwei oder drei Häuser in der Breiten Straße, von Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. Das Terrain des Kampfes war für die Truppen nicht deren Dächern Steinwürfe gekommen, hatten die Truppen, Es schlug ein Viertel vor sieben, als plötzlich in den günstig, während der Gegner in deni enggebauten Häuser- nachdem sie Fenster und Thüren mit Kolben eingeschlagen, vordersten Gruppen der auf den Dächern der Breiten Straße viertel wie in einer natürlichen Festung saß und nach allen in Besitz genommen. Was sie an Insassen vorfanden, postirten Steinschleuderer eine lebhafte Bewegung entstand, Seiten hin Schutz fand, konnten sie selbst in der Straße, ward an Ort und Stelle massakrirt oder unter Mißhanddie sich mit jähem Ruck nach dem Marktplay hin fort auf die sie bei ihrem Vormarsch angewiesen waren, weder lungen und Verwünschungen nach den Schloßkellern gepflanzte. sich entwickeln noch genügende Teckung finden. Die her- schleppt. Es waren zumeist harmlose Hausbewohner, die " Sie kommen!" ging es von Munde zu Munde. gebrachte Weisheit des Exerzierplages reichte nicht hin, dieses Schicksal betraf, während diejenigen, denen in Mit Blizesschnelle flog das Wort durch die Reihen um ein Volk, das den Muth zur Selbstvertheidigung ge- Wirklichkeit die Rache der Soldaten galt, längst über der Kämpfer, von Barrikade zu Barrikade und von funden, in seinen eigenen vier Pfählen niederzumachen. die Dächer und Höfe hinweg entkommen waren. Gasse zu Gasse, bis in die äußersten Winkel des Man sah sie ja nicht einmal, diese verhaßten Rebellen militärische Schneidigkeit verlangte ihren Sieg" sofort, auf Stadttheils. Auf der Freitreppe vor dem d'Heureuse'schen man mußte aufs Gerathewohl nach den Fenstern der Stelle, und ihre Wuth traf unbesehen alles, was den Hause stand Ferdinand Wernicke, zu dem sich noch ein paar und Dächern schießen, und nach den Schatten, bürgerlichen Rock trug. Trompeter und Trommelschläger gesellt hatten, und rief mit die sich beim Scheine der Feuerbrände von dem Mauer- Die Zuversicht der Barrikadenkämpfer schien mit jeder rasselnden Wirbeln die Streiter auf die Schanzen. Eine wert abhoben. Wie hatte man diesen Feind unterschätzt, Minute zu wachsen. Die besten Streiter standen voran, fieberhafte Erregung durchzitterte die Menge, die in der, einmal aufgerüttelt aus dem Zustande dumpfer Ver- alle mit Feuerwaffen versehen und in zwei Zügen, die sich heißer Kampfbegier vorwärts drängte. Ein lautes Gewirr knechtung, in seiner ganzen wilden Kraft sich erhoben und gegenseitig ablöften, geordnet. Während die einen luden, von Stimmen erhob sich, das höher und höher schwoll und nur zu greifbare Beweise seiner Widerstandsfähigkeit ge- schoffen die andern. Im oberen Stockwerk des Rathhauses auleht in ein grimmiges, aus tausend Männerfehlen wild geben hatte. hatte Hans Hartung mit einem Dutzend Scharfschützen Aufhervorgeschmettertes Kampfgeschrei austlang. Ununterbrochen währte das Pelotonfeuer der Garden, stellung genommen. Im gegenüberliegenden Eckhause, gerade Sie tamen also, endlich! In breiten Zügen marschirten und immer näher blizten ihre Bajonnete durch die Wolken in der Wohnung des alten Professors Walther, hatte Frize fie von Schloßplay heran, spalteten sich dann auf halbem von Pulverdampf, die den Platz vor der Barrikade Grams sein Hauptquartier aufgeschlagen und durch die Wege in zwei schmale Züge und rückten vorsichtig schleichend verhüllten. Aber die Salven der Barrikadenschüßen gaben mörderischen Salven, die sein Hänflein abgab, den ganz auf dem Bürgersteig zu beiden Seiten der Straße vor. ihnen prompten Bescheid und hielten sie in einer Ent- besonderen Haß der Soldaten erregt." Achtung Feuer!" klang es kurz und sch Feuer!" tlang es kurz und scharf von der fernung, die den Respekt der Angreifer vor dem bürger-" Thut, was Ihr für nothwendig haltet, Kinderchen," Barrikade. lichen Gegner bewies. So viel war jenen sogleich beim hatte der alte brave Walther geäußert, als die BürgerEine Salve krachte in die Reihen der Angreifer, ersten Zusammenstoß tlar geworden, daß es ein verdammt schüßen seine Wohnung besetzten. Das rollende Rad der während gleichzeitig ein Hagel von Pflastersteinen und harter Knochen war, den sie da zu durchbeißen hatten Geschichte vermag kein Kaiser und kein König aufzu= Dachziegeln auf ihre Köpfe niedersauste. Todte und Ver- ein böses Ding, an dem sie sich wohl die Zähne ausbrechen halten." wundete stürzten zu Boden, das Aechzen der Getroffenen konnten. Selbst der Gedanke, daß sie unter den Augen des Start besetzt war auch das d'Heureuse'sche Haus, auf durchbebte die Luft. Königs fochten, daß ein Schock von Prinzen und Höflingen dessen offene Front die Garden alsbald ein lebhaftes Feuer " Der Wahlkampf in England. " selbst zwischen Liberalen und Nichtliberalen kein Gegensatz,| Mann in ihren Reihen noch geduldet hat, nachdem ihren sondern blos über die Art der Verwirklichung derselben. Das Führern bekannt war, wie geartet ihr publizistischer Wortfelbe gilt vom Haftpflichtgeseh, der Wählerregistrirung 2c. Es führer war. waren die Konservativen, die die Haftpflichtvorlage der Liberalen, Die Liberalen ihrerseits gehen mit dem Schlachtruf gegen geleitet wird. Tachtruf„ gegen = nunmehr vorliegenden definitiven Resultat erhielt v. Dziembowski Reichstags- Erfahwahl in Meferit Bomst. Nach dem nunmehr vorliegenden definitiven Resultat erhielt v. Dziembowski ( Reichspartei) 5183 Stimmen, v. Szimanski( Pole) 8042 Stimmen, Herfarth( Antisemit) 3601 Stimmen. Zum Fall Schröder wird aus Essen a. Ruhr der Vossischen 3tg." telegraphirt: In der Untersuchungsfache gegen die Bergarbeiterführer Schröder und Meyer wurden zwei weitere Zeugen wegen Meineidsverdachts verhaftet. London, den 6. Juli 1895. Der Wahlkampf hat seinen Anfang genommen. Die Parteien und die Kandidaten haben ihre Wahlmanifeste theils schon er welche den Beifall der organisirten Arbeiter hatte, im vorigen Kommerzienrath Röficke, Reichstags Abgeordneter für Lassen, theils angekündigt, und verschiedene Parteigrößen haben Parlament zu Fall gebracht, und es war wieder Lord Salisbury, Dessau, hat laut Anschreiben vom 1. Juli an die Vertrauensbereits in großen Versammlungen Wahlreden gehalten. Die der von der Wählerregistrirungsbill der Liberalen behauptet, die männer der nationalliberalen Partei sowie an die Vertrauens. Blätter find voll von Berichten über Wahlversammlungen, Wahl- darin vorgeschlagene Verkürzung des Qualifizirungstermins be- männer der freifinnigen Bartei sein Reichstagsmandat niedergelegt. konferenzen und Wahlkonjekturen. Da parteilose Berichte nicht deute die Ausdehnung des Wahlrechts auf Vagabunden. Aller- Als Grund wird angeführt die immer stärker hervortretende existiren, jede Partei aber, schon zur Aufrunterung ihrer Wähler, dings, was thut man nicht um der süßen Last des Re- Differenz zwischen seiner politischen Ueberzeugung und der ihre Aussichten so glänzend als möglich darstellt, so ist es für gierens willen? Lord Salisbury hat schon manches Gericht, das Stellungnahme der nationalliberalen Partei, namentlich während jemand, der nicht die Gabe der Allgegenwart befißt, unmöglich, er vorher für ungenießbar erklärt hat, als Minister hinterher der letzten Session." In dem Schreiben an die nationalliberale mehr als eine auf symtomatische Erscheinungen gestützte Schäßung doch verschluckt, indeß wenn sie nicht eine sehr starte Opposition Partei werden als Differenzpunkte besonders angeführt des zu erwartenden Resultats zu geben. In dieser Hinsicht fann gegen sich haben, die ihnen auf dem Pelz sizt, werden die Kon- die Umsturzvorlage, die Tabaksteuer- Vorlage, das Brannt ich nur wiederholen, daß meines Erachtens die vereinigten Unionisten, fervativen die Arbeiter mit einer sehr kleinen Abschlagszahlung weinsteuer- Gesetz, der Antrag des der Antrag des nationallliberalen Abwenn überhaupt, nur auf eine mäßige Mehrheit zu rechnen haben. Und abzufinden suchen. Es liegt aller Grund zum Mißtrauen vor. geordneten Dr. Paasche, das Votum der Nationalliberalen vom Standpunkt der Sozialdemokratie ist dies sicher besser als Jm letzten Parlament haben die Konservativen als die dringendste in bezug auf eine internationale Währungskonferenz, der das Zustandekommen einer soliden Tory- Majorität. Wahlreform die proportionelle Neu- Eintheilung der Wahlkreise Antrag auf Kündigung des Handelsvertrags mit Argentinien. Die unionistische Koalition hat bis jetzt noch kein Programm erklärt. Eine solche aber, so scheinbar gerecht sie wäre, würde Alles dies habe er bekämpft. Ferner hält Abg. Rösicke im ans Licht gebracht. Die Sache hat auch ihre nicht geringen die Zahl der Wahlkreise in Jrland bedeutend reduziren, und so- Widerspruch mit der Mehrheit der nationalliberalen Partei die Echwierigkeiten. Mehr als je ist die Koalition die Partei des lange sie nicht Homerule haben, werden sich die Irländer, was Ausdehnung der Versicherungsgesehe, eine Erweiterung des ArbeiterBefizes, der festgelegten Interessen. Sie muß aber, um bei der ihnen niemand übel nehmen wird, dem aufs äußerste widersehen, schutzes und die Gewährung von Korporationsrechten an Arbeiter. Wahl siegen zu können, der Masse der Nichtbesitzenden etwas zu und die Liberalen werden, kraft des Paktes zwischen ihnen und vereine für zulässig. Auch sei er gegen Beeinträchtigung der Koalitions. bieten haben, und das ist sehr schwer, ohne die eine oder andere den Irländern, gezwungen sein, denselben zu sekundiren. So kann freiheit und gegen jeden Versuch der Nenderung des Wahlgesetzes. Sektion ihrer Anhänger aus der ersten Kategorie vor den Kopf es tommen, daß die Koalitionsregierung eine äußerlich sehr prä- Es sei feines Erachtens Aufgabe der liberalen Parteien, die zu stoßen. Es handelt sich also darum, wer verrathen werden fentable Reformbill einbringt, um sie vor der Opposition einer Interessenpolitik mit aller Kraft zu bekämpfen, die Gleich soll, denn verrathen wird in der Politik von jeher, die Ge- aus Liberalen, Irländern und Ultratories gebildeten Mehrheit berechtigung aller Staatsbürger unter anderem auch dadurch herbeischichte des englischen Parlamentarismus ist die Geschichte einer zurückziehen zu müssen, d. h. zu können. Derartige Manöver zuführen, daß unsere vornehmlich auf den Schutz des Eigenthums Serie von Verräthereien, wobei alle Klassen und Parteien ab- find durchaus nichts neues. gerichtete Gefeßgebung mehr und mehr auf den Schutz der Arbeit überwechselnd das Vergnügen genossen, die Genasführten zu sein. Hiernach könne er sich nicht mehr als einen ge= Die Wege des Fortschritts sind oft wunderbar. die Lords" in den Kampf. Ich glaube nicht, daß es ihnen viel eigneten Vertreter der nationalliberalen Partei des ersten anhal Wer werden im nächsten Parlament die Genas führten nüßen wird, sie haben den Moment verpaßt, wo er hätte Effekt tischen Wahlkreises betrachten. fein? Es wird ihrer verschiedene geben. So zum Beispiel die machen können. Heute wird er den Liberalen kaum eine Rösicke, welcher im Reichstag keiner Fraktion angehörte, Bimetallisten. Den Wählern in Lancashire zu Liebe haben sich Stimme zuführen, die sie nicht auch sonst erhalten hätten. erhielt 1893 im ersten Wahlgang 8571 Stimmen gegen 5063 verschiedene Liberale und Konservative, unter den letzteren Andererseits halte ich aber den Ruf auch nicht für puren tonservative, 8719 sozialdemokratische und 104 zerHerr J. A. Balfour, der Führer der Konservativen im Haus der Schwindel. Mit dem Haus der Lords in seiner jetzigen Zu- splitterte. In der Stichwahl siegte er gegen die Sozials Gemeinen und Erbe der Führerschaft der Partei überhaupt, der sammensetzung und seinen jetzigen Vollmachten sind die Liberalen demokraten mit 13 204 gegen 9798 Stimmen. erste Lord des Schazamts im neuen Kabinet, für die Doppel- gesetzgeberisch so in Nachtheil gesetzt, daß sie kaum eine der währung erklärt, und ebenso verschiedene Konservative den Land- ihnen am Herzen liegenden Reformen durchzuführen hoffen lords und großen Pächt rn zu Liebe. Aber aller Einfluß dieser tönnen, ohne jedesmal zum Neu- Appell an das Land zu greifen, Gruppe wird dem Bimetallismus nicht auf die Beine helfen. was eine ebenso kostspielige wie riskante Geschichte ist. Er hat im tonfervativen Lager selbst viel zu mächtige und ein- Die Kostspieligkeit der Wahlen wird vielleicht noch eine flußreiche Feinde, und schon vor einiger Zeit haben gegen Reduzirung in der Zahl der angekündigten sozialdemokratischen 50 tonservative Abgeordnete ihrer Parteileitung angekündigt, daß Kandidaturen zur Folge haben. So ist z. B. der Kandidat der fie jedes Tasten an der bestehenden Währung mit der Lossagung Independent Labour Party für Nordost Manchester, Leonhard von der Partei würden beantworten müssen. Ebenso setzt sich Hall, wegen Unzulänglichkeit seines Wahlfonds vom Kampf die Londoner City zur Wehre. Es sprechen eben viel zu wichtige zurückgetreten, und dies in einem Wahlkreis, wo der bisherige tapitalistische Intereffen gegen dies tostspielige Experiment. Das liberale Kandidat, der 1892 nur mit 110 Stimmen Minorität was die Silberfreunde erreichen werden, wird die Ein- unterlegen war, zu gunsten des J. 2. P.- Kandidaten auf WiederVerkürzung der Lehrfreiheit. Die„ Norddeutsche Allg. Segung einer neuen Kommission sein, an deren Endresultat sie aufstellung verzichtet hatte. Aehnlicher Geldmangel scheint in Beitung" bestätigt jetzt, daß die Unterrichtsverwaltung den Ber aber alles andere als große Freude haben werden. noch anderen Wahlkreisen zu herrschen. Dagegen sieht liner Universitätsrichter Geh, Regierungsrath Dr. Daude im Den Arbeitern ist bis jetzt von fonservativer Seite an stelle es fast so aus, als ob Keir Hardie in Südwest Ham April d. J. beauftragt hat, eine zur Veröffentlichung durch den ber revolutionären" Attaken der Liberalen auf die Verfassung einen sogenannten Walt over" haben, das beißt ohne jede Druck geeignete systematische Zusammenstellung aller derjenigen „ Walk- over" eine Aera konstruktiver sozialer Reformen ver Opposition gewählt werden soll. Die Liberalen haben ihm keinen Bestimmungen auszuarbeiten, die an den Universitäten Deutsche sprochen worden. Das Beiwort konstruktiv ist verdächtig genug, Kandidaten gegenübergestellt, und die Konservativen haben zwar lands, Defterreichs und der Schweiz über die rechtliche Stellung wüßte man nicht sonst auch, was von der Sozialpolitik des einen Kandidaten, lassen aber nichts von sich merken. Keir der Privatdozenten in Geltung sind. Es handelt sich hierbei wohl jebigen Ronfervatismus zu halten. Ein Altersversorgungs- Gesetz; Hardie's Position ist dadurch so start, daß er im Parlament blos darum, den Staat nachzuahmen, in dem die Lehr- und Bes Geseze gegen die Einwanderung ausländischer Paupers und die wiederholt für die Lofalinteressen seines Kreises eingetreten ist, wegungsfreiheit der Privatdozenten am meisten beschränkt ist, um Importirung von Gefängnißprodukten, Gesetze für die Erleichte- aber mit feinen Demonftrationen gegen die königliche Familie zc. fich dann mißliebiger Universitätslehrer, wie Dr. Arons, leichter rung des Ankaufs von Arbeiterhäusern durch die Arbeiter und eigentlich feine Interessengruppen von politischer Bedeutung entledigen zu können. für die Schaffung von fleinen Bauernstellen, Abänderung des gegen sich herausgefordert hat. Umgekehrt hat Burns nicht nur Dr. Natorp, Profeffor an der Universität Marburg, era Haftpflichtgefeßes und der Wähler- Registrirungsvorschriften alle möglichen bürgerlichen Interessen gegen sich in Harnisch gesucht uns um Aufnahme der folgenden Zeilen: das sind die auf die Arbeiter berechneten Punkte eines Pro- sett, sondern, abgesehen von seinen sozialistischen Gegnern, cuch Meiner Nichternennung zum Mitglied der wissenschaftlichen gramms, welches das Daily Chronicle" vor ein paar Tagen gewisse Arbeitergruppen dadurch sich zu Feinden gemacht, daß Prüfungskommission für die Kandidaten des höheren Schulamts als das voraussichtliche fonservative Aktionsprogramm vorher er mit Vehemenz das allgemeine Klasseninteresse der Arbeiter auf das Jahr 1895/96 wird in verschiedenen Zeitungen eine bezeichnen zu tönnen erklärt hat und für deffen einzelne gegen das Sonderinteresse dieser Gruppen geltend gemacht hat. politische Deutung gegeben. Zu einer solchen liegt fein Grund Puntte sich in der That dieser und jener Führer So haben zum Beispiel bei den Grafschaftsrathswahlen die vor, da die Abwechselung unter den Vertretern desselben Fachs der neuen Koalition schon ausgesprochen. So propagirt Parkarbeiter des Grafschaftsraths in Batterson gegen Burns ge nur dem Herkommen entspricht. zum Beispiel Herr Chamberlain schon lange ein Altersverfor ftimmt, weil dieser eine Bestimmung durchgefekt hatte, die ihnen Der Schwellen Ning. Liebevoll hatte bisher der Staat gungsprojekt, das aber von den Friendly Societies heftig be- verbietet, den ihnen verschafften Achtstundentag als Mittel die Kartell- und Syndikatsbildung in der großen Industrie ge fämpft wird. Auch die Versorgung der Arbeiter mit eigenen zu benutzen, nach Feierabend anderen Gärtnern Schmuß- fördert. Seinem Wohlwollen ist das Zustandekommen des Häusern ist von ihm neuerdings aufs Tapet gebracht worden, konkurrenz zu machen. Aehnlich die Briefträger u. s. w., und so Rheinisch- Westfälischen Kohlen- Syndikates zu danken, an dem und er sowie Lord Salisbury haben wiederholt sich für Maß wird Burns einen sehr schweren Kampf haben, seinen Tory- Staßfurter Kali Syndikat, an dem oberschlesischen Kohlen- Verregeln gegen die Einwanderung fremder Paupers erklärt, womit gegner aus dem Felde zu schlagen. Er fist zwischen einem ganzen faufs- Verein ist der preußische Staat direkt betheiligt, ganz zu fich für den letzteren auch die Frage der Zulassung ausländischer Duhend Stühlen. schweigen von der indirekten Förderung der Kartells Attentäter 2c. verbindet. Man erinnere sich, wie Lord Salisbury Aus der Provinz laufen Nachrichten ein, die wenigstens noch bildungen durch die Begünstigung des Großkapitals. Bis aus Anlaß der französischen Attentate für Ausnahmebestimmungen in einigen Kreisen sozialistische Wahlerfolge erhoffen lassen. So zu einem gewissen Grade tönnte man deshalb nur gegen gewiffe Kategorien politischer Flüchtlinge eingetreten ist, sollen die Aussichten Ben Tillets in Bradford, John Schadenfreude darüber haben, daß der Schwellen- Ring", während Lord Rosebery und Herr Asquith, und, wie sich heraus: Listers in Halifax, Fred Brocklehursts in Bolton deffen Machinationen H. Luy in Nr. 41 der Sozialen Praxis" gestellt hat, mit vollem Recht, die bestehenden Gesetze für voll- und Peter Curranis in Barroy und noch einiger anderer aufdeckt, nun auch einmal den Staat als einziges Versuchsobjekt fommen ausreichend erklärt haben, der angeblichen Gefahr zu nicht ungünstig stehen. Alles dies find Kandidaten der Indepen- vornimmt, weil andere Konsumenten nicht in Frage kommen. begegnen. dent Labour Party. Von den vier Kandidaten der sozialdemo- Man könnte Schadenfreude darüber empfinden, wenn in diesem Dies indeß beiläufig. Was das Arbeiter"-Programm selbst kratischen Föderation sollen Hobart in Süd- Salford und Falle nicht die Steuerzahler die Zeche bezahlen müssen. Der anbetrifft, so führt es dem deutschen Leser verschiedene alte Be- Hyndmann in Burnley Aussicht auf gute Stimmenzahl Schwellen- Ring operirt so gerieben, wie dessen eben nur ein tannte vor, und nichts, was ihm sonderlich zu imponiren ver- haben, ohne daß indeß für diesmal auf den Sieg gerechnet werden geschäftskundiger Großkapitalist fähig ist. Er weiß, möchte. Gegen die Ausschließung fremder Gefängnißprodukte wird kann. Die Aussichten der in meinem letzten Briefe genannten daß die preußischen Staats Eisenbahnen jährlich rund niemand etwas haben, aber niemand wird doch behaupten können, Trade- Unionisten, die mit Unterstützung der Liberalen kandidiren, drei Millionen Schwellen gebrauchen, die einen Werth daß der Sache erhebliche Bedeutung beiwohnt. Die Ausschließung werden als günstig geschildert. In Newcastle am Tyne haben die von ca. 15 Millionen Mark repräsentiren. Dabei läßt sich schon fremder Paupers wird unter feinen Umständen soweit aus Konservativen neben ihrem bisherigen Vertreter noch einen zweiten ein Geschäftchen machen! Aber der Holzhandel lag die legten gedehnt werden, wie sie es werden müßte, um das zu bezwecken, aufgestellt, ein neues Zeichen, daß sie die Arbeiterpartei wohl für Jahre arg darnieder und auch die Preise für Holzschwellen waren was die Trade Unionisten im Auge haben, wenn sie diese For- gut genug halten, ihnen gegen die Liberalen die Kastanien aus infolge starter Konkurrenz bei den Submissionen erheblich zurück. derung erheben. Gegen die Chamberlain'sche Altersversicherung dem Feuer zu holen, aber nicht für gut genug, ihr einen Siz im gegangen. Durch einen ganz besonders schlauen Plan gedachten oder Subvention an Versicherte wehren sich, wie schon erwähnt, Parlament zu überlassen. Vorläufig wird dies auf die Taktik nun die Herren Miquel und Thielen den Schwellenpreis die großen„ Friendly Societies", weil sie von derselben Unter der J. L. P. und S. D. F. freilich keine Rückwirkung haben, die Preise für andere Materialien erheblich herabzudrücken, grabung ihrer Existenz oder jedenfalls ihrer Unabhängigkeit be- diese bleibt noch vorwiegend gegen die Liberalen gerichtet. indem sienämlich seit dem 1. April dieses Jahres die Submissionen fürchten, im übrigen besteht über die Sache der Altersversicherung Labour Party in London versammelt, um über die Haltung der Partei mehrere Direktionsbezirke gleichzeitig eine einzige Einkaufsstelle Am Donnerstag waren einige 60 Delegirte der Independent nicht jeder einzelnen Direktion übertrugen, sondern für bei der diesmaligen Wahl Beschluß zu fassen. Die Abstimmung festsetten. Diese Herren hatten offenbar etwas davon läuten geeröffnet hatten. Hier gab es zuerst Blessirte in den Reihen war geheim und noch ist das Resultat nicht bekannt gemacht. hört, daß man billiger einkauft, wenn man größere Quanten des Volkes, doch waren es durchweg nur leicht Verwundete, Aber es überwog die Ansicht, daß allen Nichtsozialisten gegenüber auf einmal fauft. Aber die deutschen Holzgroffiften in Frage die nach Anlegung eines Verbandes sogleich wieder ihren stritte Wahlenthaltung beobachtet werden solle. Die Partei sei fommen acht Firmen, darunter das Berliner Holzkomptoir und Posten bezogen. Auf der Freitreppe des Hauses, neben den noch zu jung, um sich ohne Gefahr für die Erhaltung ihrer Selbst- Julius Rütgers in Berlin- waren doch noch schlauer. Sie wüthend auf ihre Instrumente lospaufenden Trommlern, ständigkeit auf Wahlkompromisse einlaffen zu können. Wäre sie sagten sich mit recht, wenn wir uns syndiziren, bekommt der zu solchen disponirt, so würden aus verschiedenen Orten die Staat von den kleineren Dutsiders, nicht das benöthigte Schwellens hatte Herr Kafimir Posto gefaßt. Kaltblütig beobachtete er Biberalen wahrscheinlich mit Vergnügen Rompromisse geschlossen quantum und er muß uns deshalb jeden geforderten Preis durch ein Opernglas die Entwickelung des Kampfes, als haben. Denn einem Bündnisse der Liberalen mit allen zahlen. Gesagt gethan; und bei der legten Schienens er plötzlich durch eine Kugel, die ihm die Müße vom Kopfe Fraktionen der Arbeiter gegenüber ist die„ Revolte der investirten submission tn Bromberg, wo eine Vergebung von riß und flatschend hinter ihm in die Wand schlug, aus Interessen" nicht gewachsen. Schwellen im Gesammtwerth von ca. 2 Millionen Mark seiner Beschäftigung aufgescheucht wurde. ausgeschrieben war, offerirte das Berliner Holzkomptoir Verständigung mit den anderen syndizirten Firmen das ganze Quantum zu einem Preise, daß bei dieser einen Submission ein Gewinn von etwa 1/4 Million Mart herausspringen mußte. Die anderen syndizirten Firmen boten Hammerstein's Ende. Freiherr von Hammerstein nur zum Schein mit und schlossen sich selbst aus, indem fie höhere Preise forderten, Die fleineren außerhalb des zeichnet nicht mehr die Kreuz- Zeitung", angeblich weil er Ringes stehenden Firmen aber vermochten zusammen seine Ferienreise angetreten hat, er hätte aber trotz der auch noch nicht annähernd das ganze Quantum aufzu Ferienreise ruhig als Herausgeber, wenn auch freilich nicht bringen, so daß der Fiskus ohne Gnade und Barmherzigkeit Und indem wilder Zorn sein Reckenherz übermannte, als verantwortlicher Redakteur das konservative Blatt weiter den patrizischen Profitjägern preisgegeben ist und zwar nicht stürzte er mit geschwungenem Säbel nach der Barrikade, zeichnen können. Er ist nun auch aus der konservativen blos bei dieser einen Submiffion, sondern auch für die übrigen, um für die ihm angethane Kränkung Rache zu nehmen. Fraktion des Reichstags und des Abgeordnetenhauses aus- wenn erst einmal dieser erste Streich gelungen ist. Nirgends anders als grade hier tann man aber besser ers Ein lebhaftes Handgemenge war inzwischen an der getreten, angeblich nur vorläufig, um bei der Führung Barrikade entbrannt. Eine gute Viertelstunde mochte das feines Prozesses gegen die Kl. Presse" und das„ Kleine fennen, daß die Profitabschöpfung alles eher als produktive Arbeit ist. Die großen Holzhändler kaufen nämlich in russisch Kreuzfeuer gedauert haben, als die Garden, über die geringe Journal" nach keiner Richtung hin gebunden zu sein. Polen,. th. auch in Oberschlesien, Galizien, Preußen 2c. das Wirkung ihrer Salven erbittert, mit lautem Hurrah! zum Es ist kein Grund abzusehen, wie die Fraktions- ganze Schwellenquantum auf und lassen es von den Produzenten Sturm auf die Stellung der Voltstämpfer vorgingen. zugehörigkeit Herrn v. Hammerstein bei Führung des Pro- gleich an die Landesgrenze verfrachten und dort verzollen. Verzweiflung, Wuth und ein Gefühl der Scham trieb zeffes stören könnte. Dagegen ist wohl zu begreifen, daß der Da aber gleich beim Fällen der Bäume die Schwellen gearbeitet fie vorwärts in diesem Kampfe, der so wenig Lorbeeren Zusammenbruch Hammerstein's durch den Ausgang der werden müssen, für Schwellen in diesem Falle aber nur der versprach. Mit gefälltem Bajonnet stürzten sie durch die Prozesse, falls dieselben bis zur Verhandlung gedeihen Ring Abnehmer ist, so drückt der Ring natürlich auf den Ein. Wolfen von Pulverdampf vorwärts, in der leisen Hoffnung, sollten, was wir für ausgeschlossen halten, die konservativen faufspreis; er verkauft die Schwellen der Staatsbahn aber weiter den Feind durch den unvermutheten Ansturm in Verwirrung Fraktionen sehr schwer schädigen würde und daß deshalb loco derfelben Stelle, wohin fie perfrachtet zu sehen. Aber mit troßigem Hohngefchrei wurden sie von Herr v. Hammerstein, der zur Niederlegung seiner Mandate worden sind. Einschließlich der Preisdrückerei profitiren die fyndizirten Firmen bei dieser einen Submission, ohne den Gegnern empfangen der Nimbus der Unüberwind- nicht veranlaßt werden konnte, aus den Fraktionen heraus- dabei den Finger frumm machen zu müssen, lichkeit schien in den Augen dieses Bürgerpacks längst von komplimentirt wurde. Ueber Herrn v. Hammerstein werden ca. 300 000 m. Das ist die Ordnung, das ist das heilige Eigen ihnen gewichen. die Akten bald geschlossen sein, aber die deutsch- konservative thum, das staatlicherseits gegen die bösen Sozialdemokraten durch ( Fortsetzung folgt.) Partei wird noch lange daran zehren, daß sie einen solchen Umsturzgefeße geschützt werden muß! " Een Zoll tiefer, und wir hätten' n Begräbniß erster Klaffe," meinte Ferdinand Wernicke, dem verdugten Schlachziz die zerschoffene Kopfbedeckung reichend. Wenn Politische Lebersicht. Se nu uf Ihr ollet Schimmelvieh jesessen hätten!" Himmelsackerment!" rief der edle Pole, während er das Loch in der Müße betrachtete" mir Müze von Kopf zu schießen! Sollen sie büßen das, diese... diese Musketiere!" Berlin, 8. Juli. unter # 22 " und werden." stopi " " Russisches aus der Republik Samburg. Die legenheit, um im Buttkamer'schen Stile nur von irregeleiteten folgen. Solche Gesichtspunkte tann man aber nicht bei einera Hamburger Freie Presse" konstatirt, daß in der Freien Massen und dergleichen zu sprechen. Wäre die deutsche Politit Bipfel willkürlich anfassen, sondern es gehören dazu flare Geund Hansastadt Hamburg kein Beschwerderecht der Straf der Boff. 3tg." von demselben Geifte geleitet, wie die italienische danken und ein fester Plan. Genau so steht es auch mit dem gefangenen exiftitt. Das gutgesinnte" Blatt publizirt das des würdigen Blattes, dann könnten die Hohenlohe und Miquel Fideikommiß. Ich bin entschieden tein Gegner des Fideifolgende Schreiben des Senators Dr. Gustav Ferdinand auf das weiße Papier der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" tommiſses, aber auch die Fideikommisse müssen wie alle solche ruhig verzichten. staatlichen Ordnungen vor Mißbrauch behütet werden. Ich Herz, Vorsitzenden der Gefängnißdeputation: lofDie Beschwerde ist selbst dann unberechtigt ,, Mildernde Umstände" plaidiren einige der gewissen- balte den Stempel von 3 pet. für einen höchst mechanischen. Unser ganzes Fideikommißwesen muß nach ganz anderen und" disziplinarwidrig, wenn der Beschwerdeführer in dem hafteren Bourgeoisblätter für Crispi, indem sie sagen: Gesichtspunkten reformirt werden. Die Todte Hand kann sehr einen oder anderen Falle die Strafe wirklich nicht wohl hat er sich gegen Moral und Gesetz schwer vergangen, nüglich, aber auch sehr schädlich sein.( Hört, hört!) Ich verdient hätte. Auch eine unverdiente Strafe, die im aber er hat den Staat und die Gesellschafts- halte die Erhaltung des Befizzes in bestimmten Familien Disziplinarwege auferlegt wird, muß mit Bescheidenheit und ordnung gerettet und das muß zu seinen Gunsten für ein staatliches Bedürfniß, aber sie muß eine Schranke Ergebung hingenommen werden. in die Wagschale gelegt werden. Nun, was die Staats- in den allgemeinen Interessen finden. Ich kenne schon heute Beschwerden gegen die Entscheidung des und Gesellschaftsrettung betrifft, so kann man darüber ver- Bezirke, wo die Entwickelung des Fideikommißwesens über ein Direttors in Disziplinarsachen giebt es nicht. Solche werden bei mir nie Gehör finden und jedesmal scharf, schiedener Meinung sein, und unsere Meinung ist be natürliches Bedürfniß hinausgeht, und da haben wir feine wenn nöthig mit der schärfsten Strafe geahndet fannt. Aber sehen die Herren, die so reden, denn nicht ein, anderen Schranken als diese 3 v. H., um das zu verhindern. daß sie der Staats- und Gesellschaftsordnung das Brand: Wenn Sie jetzt dieses Stempelgefeß an dieser einen Frage Die Hamb. Fr. Br." bemerkt dazu u. a.: mal des Verbrecherthums aufbrücken, indem sie sagen, die scheitern laffen, gefährden Sie dann nicht eine wirkliche durchgreifende organische Reform an sich? Ich appellire Der bodenlosesten Willfür der Beamten ist durch diese Er- Staats- und Gesellschaftsordnung habe von einem Ver- an die hohe Ginsicht und Weisheit des hohen Hauses, flärung Thür und Thor geöffnet. Wir wollen keineswegs die brecher gerettet werden müssen? Eine anständige und ich hoffe zu Gott, daß Sie nicht einen Chrenhaftigkeit, das Gerechtigkeitsgefühl und die Pflichttreue der und ehrenwerthe Staats- und Gesellschaftsordnung einzelnen Punkt herausreißen. In der nächsten Session Beamten in Fuhlsbüttel, des ersten so wenig wie des letzten, hat die Unterstützung der anständigen und ehrlichen Leute, würde die Erledigung der Eache eine sehr schwierige Aufirgendwie in Zweifel stellen. Bieten sie doch den einzigen und steckt die Verbrecher, statt sie zur„ Rettung" zu zufen, gabe sein. Ich für meinen Theil weiß ja nicht, ob Schutz für die Gefangenen einer so wirklich verblüffenden Erklärung dahin, wo sie hin gehören, ins 3u chthaus. ich dasjenige, was ich versprochen habe, noch mitmachen gegenüber wie der hier in Rede stehenden des Präses unserer tann, aber gegenüber dem progressiv und rapide sich! steigernden Gefängnißdeputation. Das mildert aber in feiner Weise die Der russisch- chinesische Anleihevertrag ist nach längeren Anwachsen der Verschuldung des Grund und Bodens wird keine höchst bedenkliche Tendenz derselben. Es sind im Laufe der Verhandlungen zum Abschluß gekommen. Rußland garantirt Regierung die Sache so ruhig weitergehen lassen. Man wird Jahre hier und dort Ausschreitungen bekannt geworden, die eine chinesische Anleihe von 400 Millionen Franks auf Mittel sinnen müssen, um dieser gefährlichen Entwickelung zeigen, mit wie wenig Umständen manche Gefängnißbeamte( 320 Millionen Mart), was eigentlich eine Posse ist, da der Einhalt zu thun. Sie können daher nach meiner Meinung verfahren zu dürfen glauben. Auch ein Gefängniß- Kredit Rußlands selbst sehr wacklig ist. Ob dieses Anleihen und es wäre Kleinmuth, wenn Sie dieses Vertrauen nicht hätten beamter hat menschliche Schwächen und Launen, und wenn einen großen Sieg Rußlands bedeutet, wie manche Blätter an- das volle Vertrauen haben, daß diese Stempelfrage in ganz einer der letzten derselben in der Hamburger Strafnehmen, das bleibt abzuwarten. Die Japaner scheinen keines anderen Formen sehr bald wiederkommen wird und Sie in der anstalt sich durch diese zu Ungehörigkeiten in der Dis- wegs geneigt, die Halbinsel Liaoting sofort zu räumen, und Lage sein werden, die Sache ohne irgend welche Mißdeutung ziplinarbestrafung hinreißen läßt, dann fräht, wie man zu angesichts des englischen Ministerwechsels wird die russische objektiv zu behandeln. Das 3 meitammer- System fagen pflegt, nicht Hund und Hahn darnach, denn beschweren darf Regierung es kaum wagen, die beabsichtigten kühnen Griffe nach legt natürlich gewisse Rücksichten auf. sich niemand.... Wir hoffen und erwarten, daß unsere Bürger- chinesischem Gebiet zu thun.-ht sonst tann es sich auf die Dauer nicht schaft sich den besprochenen Utas des Herrn Senators einmal auf Cuba. Seit vorigem Sonnabend haben die Spanier drei halten. Es ist etwas anderes, ob das andere Haus seine Zulässigkeit ansieht." Siege" über die Aufständischen erfochten. Es sind gleichzeitig mit einer kleinen Majorität ein solches Gesez votirt hat, oder aber auch Brand- Depeschen des siegreichen Marschalls Martinez ob die konservative, freitonservative, nationalliberale Partei, das Campos in Madrid angelangt, Verstärkungen fordernd. Man Zentrum und selbst die gemäßigten Freifinnigen dieses Gesetz nennt diese Art des Sieges: sich zu Tod siegen. 1650 afzeptirt haben. Wenn das Herrenhaus, welches die großen Prinzipien des Staatswesens zu befestigen hat, ein solches Gesetz ohne rechten Grund in Frage stellt, so ist das nicht wohlgethan. Das Herrenhaus ist gewiß souverän, aber die allgemeine politische Lage, das Verhältniß zum anderen Hause, die Natur des Gesezes erzeugt doch gewisse Rüsichten und Reserven. Noch ein Wort 20. Sitzung vom 8. Juli 1895, 12 Uhr. über die Anträge. Der Antrag des Grafen Mirbach entbehrt jeder inneren Begründung. Die Schätzung des Werthes Am Ministertische: Miquel und Kommissarien. Ohne Debatte erledigt das Haus zunächst in einmaliger des Fideikommisses nach dem Dreißigfachen des GrundsteuerSchlußberathung den Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung reinertrags ist eine durchaus unzuverlässige. In einzelnen Fällen des Abschnitts I der revidirten Apothekerordnung, tann das tausendfache des Grundsteuerreinertrages, in anderen ein viel geringeres als das dreißigfache zutreffend sein. Der Antrag würde also zu Ungerechtigkeiten führen. Der Antrag Mirbach wäre nicht eine Verschlechterung der Vorlage. Der Abzug der eingetragenen Schulden stände im Widerspruch mit dem ganzen Prinzip des Veräußerungsstempels. Wie tönnen Sie z. B. den Hausbesitzern der Städte, wenn sie z. B. Erbschafts halber ihr Haus verkaufen, die Schulden anrechnen und den Fideikommißbesitzern abziehen? Der Antrag ist überflüssig. Die Rentenbanten tönnen überhaupt keine Darlehne geben, sie sind nur dazu eingerichtet, um die Ablösung zu befördern und zu erleichtern. Ich appellire an die hohe Weisheit des Herrenhauses und bitte, alle Anträge abzulehnen und das Gesetz nach dem Vorschlage der Kommission anzunehmen.( Beifall.) Von welcher Bedeutung bei den in Hamburg so schroff entwickelten Klaffengegensätzen so erweiterte Machtvollkommenheiten für politische Verbrecher" sein können, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Auch dieser Fall beweist wieder, wie dringend nothwendig ein von modernen Grundsäßen ausgehendes Reichsgesetz über den Strafvollzug ist. Sonntagsruhe für die Bodensee- Fischer. Auf der diesjährigen Konferenz der Bodensee Uferstaaten wurde es auf Antrag der Schweiz als wünschenswerth bezeichnet, die gewerbsmäßige Fischerei an Sonn- und Feiertagen, dringende Fälle ausgenommen, zit verbieten. " 1 Parlamentsberichte. Herrenhaus. Dr. v. Plener, der ehemalige Führer der österreichischen den Gifthandel betreffend, und geht dann zur Berathung des Liberalen will fich nun auch formell politisch einfargen lassen. Stempelsteuergeseges über. Er hat sich bereit erklärt, den politisch neutralen Repräsentations- Der Berichterstatter Dr. Dambach theilt mit, daß die Komposten eines Präsidenten des gemeinsamen obersten Rechnungshofes zu übernehmen. Vielleicht wird er auch noch unter die Mumien. des österreichischen Herrenhanses versetzt. Verdient hat er auch diese Schande. um " mission die Nothwenigkeit einer Reform des Stempelsteuer- Gesezes allseitig anerkannt habe. Der Entwurf bringt für große Kreise des Volkes eine Reihe von Erleichterungen. Deshalb bittet die Kommission um Annahme der Vorlage. = Graf Klinkowström: Jm Abgeordnetenhause hat der Autiösterreichisches and Ungarn. In Fünfkirchen wurde Abg. Richter bei diesem Gesetzentwurf in einer Weise gegen in der vorigen Nacht von unbekannten Demonstranten der kaiser- den Adel gesprochen, wie es in deutschen Parlamenten doch noch liche Doppeladler auf dem Gebäude des Korpskommandos ent- nicht vorgekommen ist, trotzdem die Ungezogenheit, den Adel an fernt.zugreifen, sonst vielfach üblich ist. Herr Nichter hat das schädliche Die Ausweisung der italienischen Anarchisten Krautjunkerthum zurückgeführt auf die Begünstigung der aus der Schweiz tam in einer der letzten Sizungen des Fideikommisse. Dabei find die Fideikommisse durchaus v. Diest beantragt, den Gegenstand von der heutigen Tagesadelige Institution, Nationalrathes noch zur Sprache, worüber uns aus der feine nur wir sorgen für das ordnung abzusehen, um an der Hand der hochwichtigen AusSchweiz geschrieben wird: Interesse der Allgemeinheit, denn wir wünschen auch bäuer- führungen des Ministers die Frage, wenn nicht in der KomDer fozialdemokratische Nationalrath Vogelsanger liche Fideikommisse. Die Angriffe des Herrn Richter waren mission, so doch in den Gruppen besprechen zu können. Der Antrag wird nicht genügend unterstützt. wünschte vom Bundesrath über diese Ausweisungen nähere Auf- durchaus nicht berechtigt. Eine solche Vorlage, wie die vorGraf Bieten Schwerin glaubt, daß die Erklärung des schlüsse. In der bezüglichen Rede legte er den Schwerpunkt liegende, ist mit so wenig Vorbereitung wohl selten an das gekommen. Wenn die feiner Kritik auf das vom Bundesrath beliebte summarische Ver- Haus Kommission mehr auf Finanzministers allseitige Befriedigung hervorrufen wird. Das die Wünsche der fahren, wonach er 12 bis 15 Personen wegen eines anarchistischen Landwirthschaft Rücksicht genommen Herrenhaus tann die Sache nicht unbesehen annehmen. Die auf das Zustandekommen der Vorlage, so Borlage sollte noch einmal in die Kommission zurückverwiesen Flugblattes aus der Schweiz auswies, während dasselbe doch nur hätte, von einem oder zweien verfaßt sein konnte. Der Bundesrath wären diese Wünsche durchzusehen gewesen. Jetzt stehen wir der werden zur schriftlichen Berichterstattung. Wenn das Gesetz nicht sollte eine richtige Untersuchung pflegen und dann, wenn die höheren Gewalt, einer Zwangslage gegenüber, diese ist dadurch zu stande kommt, so ist das fein Unglück. Der Aufschub auf ein internationale Pflicht es gebietet, dem intellektuellen Urheber und herbeigeführt, daß die wichtigsten Vorlagen erst in den letzten halbes oder ein ganzes Jahr wird die Sache nur fördern. Das dem Verfasser das Gastrecht entziehen. Ausweisungen sollten nur heißen Sommertagen uns zugegangen find. Sonst würde ich Kommunalsteuergesetz ist kaum in Wirtsamteit getreten, und wir auf grund genauer Untersuchungen und klar festgestellter Schuld- unbedingt den Antrag stellen, die Vorlage an die Kommission müssen es schon wieder ändern. Ober- Bürgermeister Dr. Giese- Altona erklärt namens seiner beweise erfolgen; gegen solche gerechtfertigte Ausweisungen wende zurückzuverweisen. Die Kommission wäre wenigstens verpflichtet er fich feineswegs. Dieser Ausspruch nimmt sich im Munde eines Sozial- gewesen, schriftlichen Bericht zu erstatten. Wir wissen absolut politischen Freunde die Zustimmung zur Vorlage. Graf zu Jun- und Kuypphausen: Ich vermag die Verdemokraten allerdings recht befremdlich aus. Ferner interpellirte nichts über die Gründe der Abstimmungen über die Erklärungen Vogelsanger wegen der vom Basler Borwärts" enthüllten der Regierungsvertreter. Der Wunsch, den Fideikommiß- antwortung nicht auf mich zu nehmen für die Ablehnung des Braris, die ausgewiesenen Italiener an die italienische Grenze tempel zu erleichtern, entspringe einem staatlichen, Gefeßentwurfs. Die Anträge der Grafen Pfeil und Mirbach zu spediren und auszuliefern. Der Präsident der Geschäfts- einem royalistischen Interesse. Der Grundbesitz sollte sind für mich unannehmbar, weil sie die Vorlage gefährden; prüfungstommission, Dr. Brenner, bemerkte dann, daß in der gesichert und nicht dem Zufalle preisgegeben werden. Das ist ich bin aber bereit, die Anträge als Resolutionen anzunehmen. Kommission über die Ausweisungspraxis dieselbe Ansicht vor- wichtig, schon für die Erhaltung des Voltes. Das Natür Die Höferöllen, das Anerbenrecht u. f. w. müssen durchgeführt handen war, wie sie Vogelsanger äußerte, daß sie aber in der liche wäre gewesen, den Fideikommißstempel werden. Redner empfiehlt die von ihm beantragie Resolution, Minorität geblieben sei. von 3 v. H. auf 1 v. H. herabzusehen; Alles, was betreffend die Begünstigung bäuerlicher Fideikommisse durch Bundesrath Ruffy, der Vorsteher des Justiz- und Polizei- dagegen eingewendet wird, ist nicht durchschlagend. Aus nütz- Serabfeßung des Stempels für dieselben. Eigentlich sollte Neu Errichtung von Fideikommissen die doch im departements, dessen reaktionäre Gesinnung in solchen Dingen lichen Gründen haben wir davon Abstand genommen. Eine bei Staates liegt, tein Stempel erhoben Der Aenderung muß aber eintreten bezüglich der Werthermittelung; Interesse des bekannt ist, vertheidigte die Massenausweisung mit Der Fideikommißstempel sollte beute atzeptirt werden. Behauptung, daß es sich sich bei den italienischen An- die wirthschaftliche Vereinigung hat einen Antrag vorbereitet werden. archisten in Lugano ein Romplott" gehandelt wonach eine Aenderung eintreten soll, indem der Werth nach aber in der festen Erwartung, daß der Wechsel, den heute habe und man daher alle ausweisen mußte. An die Grenze dem 30 fachen Grundsteuerreinertrag bemessen wird unter Abzug der Finansminister ausgestellt hat, auch eingelöst und spedirt und ausgeliefert wurden nur abgeschobene oder straf- der Schulden. In der Kommission hat man sich nicht bemüht, wird. Denn die Tendenz der neuen Gesetzgebung geht auf eine rechtlich ausgewiesene Italiener, um Italien die polizeiliche Ueber das Brauchbare aus den Anträgen herauszuschälen. Gefährden Befestigung des Grundbesitzes über. wachung solcher Individuen zu erleichtern. v. Manteuffel: Einen Vorwurf tann man der Rommission Sie nicht die Vorlage dadurch, daß Sie unsern Wünschen widernicht machen, daß sie zu flüchtig gearbeitet hat; wir bedauern Damit war die Sache erledigt, d. h. es bleibt bei der bis: sprechen, nehmen Sie unsere Anträge an! herigen Ausweisungspraxis, die weder der Schweizerfreiheit, noch Zum Fideikommißstempel liegen zwei Anträge vor: 1. vom nur, daß kein schriftlicher Bericht erstattet worden ist. Gegen dem Asylrecht 2c. Der Demokratie zur Ehre gereicht. Auch in Grafen Pfeil- Hausedorf, wonach der Fideikommißstempel die Agrarrede des Finanzministers wird niemand einen Widerdie schweizerische Bundesversammlung wird erst ein anderer Geist durch eine Rente bei der Rentenbank beschafft werden tann; fpruch vorzubringen haben, aber der mitgetheilte Staatsministerialtommen, wenn mal ein Dußend energischer Sozialdemokraten in 2. vom Grafen Mirbach. wonach der Werth des Fideikommisjes Beschluß ist mir nicht recht flar geworden. Ist es denn sicher, nach dem 30 fachen Grundsteuerreinertrage berechnet werden soll daß troß der großen Strömungen für eine Agrarform der Derselben Plaz nehmen wird. nach Abzug der eingetragenen Schulden. Fideikommißstempel in unserem geregelt werden Polizeiliches aus Frankreich. Die französische Regierung Finanzminister Miquel: Gegen die einzelnen Bestimmungen wird? Die Agrarreform um läßt sich so leichter hat, wie der Magdeb. 3tg." aus Paris telegraphirt wird, des Gesetzes sind in der Kommission feine Bedenken erhoben und durchführen, wenn wir einem der beiden heute ge= mehrere katholische Vereine wegen Widerstandes gegen die Geseze man hat, als die Frage des Fideikommnißstempels entschieden stellten Anträge zustimmen. Der einzige Grund gegen die aufgelöst. Mit solchen Maßregeln fördert man nur die Ver- war, den Gefeßentwurf einstimmmig en bloc angenommen. Anträge ist nur die Gefährdung des Gesetzes. Wir können abfolgten. Die monarchische Partei wird der republikanischen Einzelne Bedenken gegen einzelne Bestimmungen hat vielleicht warten, ob unser Beschluß angenommen wird. An dieser ges Regierung für die Förderung ihrer im Argen liegenden Inter- mancher von Ihnen, aber auch im Abgeordnetenhaus ist schließringen Kleinigkeit, die so wenig die Materie berührt, wie der effen recht dankbar sein. lich das Gesetz gegen 7 Stimmen der freisinnigen Volkspartei Antrag des Grafen Pfeil, kann die Vorlage kaum scheitern. Das Belgien. Gegen das Schulgeset wird lebhaft von angenommen. Herrenhaus ist bereit, das Gesetz pure anzunehmen. Es hat nur sozialdemokratischer, liberaler und radikaler Seite agitirt. Am Ich habe in der Kommission gesagt, daß das Fidei in bezug auf den Fideifommißstempel einen Wunsch. Macht es 28. Juli wird eine Riesenkundgebung veranstaltet werden, zu tommiß staatlich, politisch und wirthschaftlich nicht uns der Gehässigkeit verdächtig, wenn diesem Wunsch Auswelcher sämmtliche liberale, sozialistische und fortschrittliche Verzut verwerfen, aber eine Reform unferes heutigen bruck gegeben wird? Wir üben nur unser gutes Recht aus. einigungen des Landes Delegirte entfenden werden. Das von Fideikommißwesens unerläßlich sei. Man hat mir in Deshalb bitte ich, den Antrag anzunehmen.( Bustimmung.) der Regierung ausgearbeitete Gesetz soll den Religionsunterricht dieser Beziehung anscheinend nicht recht geglaubt und Graf Pfeil hält seinen Antrag für zweckmäßig, weil jeder als Hauptfach dekretiren und die Schüler unter die direkte Ron- ich habe deshalb einen Beschluß des Staatsministeriums extrahirt, Fideikommiß ein gewisses Opfer für die nachgeborenen Kinder trolle der Geistlichkeit stellen. der vollständig der Resolution Ihrer Kommission entspricht. Die enthält. Außerdem soll ant v. Levehow vertheidigt die Kommission gegen den Vorwurf 15. Juli in Brüssel eine große Staatsregierung ist entschloffen, im weiteren Fortgange als inteDemonstration der drei Oppositionsparteien stattfinden. grirenden Theil und im Zusammenhange mit einer durch zu flüchtiger Arbeit. Ich bin ein Freund der Fideikommisse; Die belgische Kammer besteht jetzt, nachdem die Wahl des greifenden Agrarreform auch die Frage des Fideikommisses einer ich möchte gern selber eins stiften. Aber für so wichtig halte ich Genossen Defnet zum Sekretär deshalb abgelehnt wurde, weil er eingehenden Prüfung nicht blos zu unterziehen, sondern dieselbe sie nicht, daß davon das Wohl und Wehe des Waterlandes abals Republikaner sich an der Neujahrsgratulation beim Rönig 8um Gegenstande einer thunlichst baldigen Gesetzesvorlage zu hängt. Wenn es sich darum handelte, einen neuen Fibeimachen.( Vereinzeltes Bravo.) Die Versprechungen einzelner fommißstempel einzuführen, dann würde das etwas anderes sein. nicht betheiligen wollte, lediglich aus Ultramontanen. Diese Minister und vielleicht auch eines einzelnen Staatsministeriums Wird aber die Vorlage abgelehnt, so bleibt es beim alten Fidei. weigerten sich auch für einen neuen Kandidaten der Opposition bedeuten ja nichts. Wer aber die soziale Entwickelung der fommißstempel. Ein dringendes Bedürfniß zur Reform der zu stimmen. Das nun ultramontane Präsidium der belgischen Rammer bietet keine Garantie für die objektive Leitung der Ver- heutigen Zeit fiudirt hat, muß daraus die Ueberzeugung ge- Stempelgesetzgebung ist vorhanden; mit dem Antrag Mirbach handlungen. Unseren Parteigenossen werden die Uebergriffe der wonnen haben, daß die Durchführung einer Agrarreform wird das Gefeß aber niemals zu stande kommen. Die Vorlage eine so starke soziale Nothwendigkeit ist, daß es nicht auf erleichtert den Verkehr der fleinen Leute und beschwert Rammermehrheit beim Bolte nur nüßen. momentane Stimmungen, Anschauungen und Meinungen einzelner nur den großen Verkehr. Die Fideikommißstempel ist allerItalien. Die für den Hochzeitstag des Herzogs von Aosta Minister ankommt. Wir haben angefangen mit dem Anerben- dings unter allen Umständen zu hoch, aber durch den Antrag in sichere Aussicht gestellte Amnestie ist nicht erlassen worden. recht, und die von mir angeregte Bildung von Genossenschafts- des Grafen Pfeil würde den Rentenbanken eine Aufgabe zuIn den Augen aller anständigen Leute wird dieser Bruch eines banken ist die Vorbedingung, allmälig zu einer Verschuldungs- gewiesen, die ihnen nicht zukommt. Damit schließt die Generaldebatte. Vor dem Eintritt in Versprechens den Königs Humbert und Crispi als ein Zeichen grenze zu kommen und die wachsende Realverschuldung des Grund der Furcht und als eine Schmach erscheinen. Der römische und Bodens, die zum Ruin führen muß. hintanzuhalten. Die die Spezialdebatte wird der Antrag des Grafen Mirbach zurücke Korrespondent der Voff. 8tg." benußt freilich auch diese Ge- Aenderung des Erbrechts würde mit Nothwendigkeit hieraus gezogen. Sinne Die Position 24 des Tarifs: Fideikommißstiftungen mit dem) Anfrage des Grafen Pfeil wird zuerst berathen. Die Kommiffion beantragt folgende Resolution:" Die Staatsregierung zu ersuchen, dem Landtage einen Gesezentwurf wegen anderweitiger Regelung des Fideikommißwesens baldmöglichst vorzulegen und dabei auch eine Ermäßigung der Stempelkosten für die Fideikommißstiftung insbesondere auch durch die Werthbemessung nach dem dauernden Betrage in betracht zu ziehen." tönnen. Die Abg. v. Detten( 3.) und Schmidt- Warburg( 3.)| Ferner ist zu meiden der Zuzug nach Chriftiania in Nor schließen sich den Ausführungen des Abg. v. Heeremann an und wegen. Dort streiken die Arbeiter der Schuhfabrik von Sa hätten namentlich noch die Erledigung der Handwerker- Petition to mon. und die Petition wegen der Revision der Bauordnung für die Vororte Berlins gewünscht. Abg. v. Jedlitz( ft.) wünscht ebenfalls, daß im nächsten Jahre strenger auf die Schwerinstage gehalten werde. Schluß 12 Uhr. Parteinachrichten. Der Klempnerftreik in Königsberg i. Pr. dauert fort. schiedenem Erfolg gewesen. Das Hamburger Echo" schreibt Der Hamburger Tagameterkutscherstreik ist von ent darüber:„ Nur wenige Fuhrwertsinhaber, hauptsächlich solche, die bloß einen Rutscher beschäftigen, haben sich bis jetzt gesträubt, die Forderungen der Kutscher zu bewilligen. Mehrere Fuhrherren haben sogar mehr zugestanden, als ihre Leute verlangten, andere wieder empfahlen ihrem Personal selbst, dem Verein der Zarameterfutscher beizutreten; in der That ein schöner Erfolg rechts im Großherzogthum Baden nahm in 2örrach eine Siege die geschickte Leitung des Streits beigetragen, eine Leitung, Gegen die fortgesette Schmälerung des Versammlungs- des kurzen Kampfes. Nicht zum wenigsten hat zu diesem raschen Boltsversammlung, wo Adolf Gec aus Offenburg sprach, die als Muster aufgestellt werden darf. Bon vornherein waren entschieden Stellung. Es wurde einstimmig folgende Resolution an- die Kutscher und ihre Führer sich darüber klar, daß nur dann genommen:„ Die Bolksversammlung erblickt in den vom Referenten auf Erfolg zu rechnen sei, wenn den Eigenthümlichkeiten des schen Vereins- und Bersammlungsrechtes die Tendenz der Regierung, sich auch die Taktik, die wesentlich abwich von der sonst bei angeführten Beispielen aus der gegenwärtigen Handhabung des badi- Berufs gebührend Rücksicht getragen werde. Demgemäß gestaltete bie badische Vereins- und Versammlungsfreiheit einzuschränken; Streits üblichen. Der Lohnkampf vollzog sich, ohne daß das große die Versammlung protestirt gegen diese reaktionäre Gesetzes Publikum viel davon gewahr wurde, wie ja auch schon vorher der handhabung und fordert die Parteileitung der Sozialdemokratie Beschluß, in den Streit einzutreten, ohne großes Geräusch gefaßt Badens auf, im ganzen Lande durch Proteste an den künftigen wurde. Die Einwirkung auf die indifferenten Rutscher geschah Landtag die Rechte und Freiheiten des Volkes zu wahren. Die weniger in der Deffentlichkeit als durch Aufklärung von Mund Versammlung wünscht, daß die Forderung der Sozialdemokratie, zu Mund. Diese kluge, den Verhältnissen angepaßte Taktik, die jedes Vereins- und Versammlungsgesetz abzuschaffen, für das Besonnenheit und Intelligenz der Streitführer, die jeden Augen Land Baden durchgeführt werde." blick die Lage übersahen, und vor allem auch die Entschiedenheit, Hessische Gemeindewahlen. Bei der Stadtverordneten mit welcher die Streifenden zu ihren Führern standen, mußten Ersagwahl in Neu- Isenburg wurden vier von unserer den Sieg herbeiführen. Als Haupterrungenschaft ist eine ver Partei aufgestellte Kandidaten gewählt. hältnißmäßig beträchtliche Besserstellung der Tarameterkutscher zur Ministeriums, gesteht angesichts der Siege unferer Hessischen den Sieg verschafft hat; das treue Zusammenhalten war es und Die Darmstädter Zeitung", das Organ des hessischen verzeichnen. Mögen sie stets dessen eingedent sein, was ihnen Nachdem Oberbürgermeister Struckmann- Holzminden Parteigenoffen zu, daß die sozialdemokratischen die richtige Wahl der leitenden Personen, die feine Mühe, keinen und Oberbürgermeister Becker- Köln gegen, Graf Pfeil noch endenzen auf dem Lande sich immer mehr weiten Gang scheuten, wenn nur die geringste Aussicht, etwas Becker- Köln Eingang verschaffen. einmal für den Antrag des letzteren gesprochen haben, schließt die bewirken zu können, winkte. Debatte. Graf Klinckowström: Aus der Zurückziehung des Antrages des Grafen Mirbach ersehen Sie, wie ernst es uns ist mit dem Zustandekommen des Gesetzes. Wir halten nur noch den Antrag des Grafen Pfeil aufrecht, der eine Erleichterung der Stempelzahlung will. Gegen diesen Antrag hat der Finanzminister wenig Bedenken erhoben; er hat ihn nur als nicht wichtig genug bezeichnet, um dadurch das Gesetz zu gefährden. Wir sind weit entgegengekommen, fommen Sie nun auch uns entgegen, damit wir nachher mit gutem Gewissen für das ganze Gesetz stimmen Finanzminister Miquel bestreitet, daß er teine wesentlichen Bedenken gegen den Antrag des Grafen Pfeil vorgebracht habe, derfelbe sei völlig unnöthig, aber höchst gefährlich.( Heiterfeit.) Der Fideikommißstifter hat das Recht, bei den Landschaften ein amortisables Darlehn aufzunehmen, um den Stempel zu bezahlen. Das Bedenken, daß ein Fideikommißbefizer das Darlehn nicht tilgen würde, trifft doch nicht zu, denn verschuldete Fideikommiffe einzurichten, daran hat niemand ein Interesse. Neue Grundbücher tönnen nicht überall, wo sie nicht bestehen, eingerichtet werden; die Rentenbanken können für diesen Stempel gar feine Rentenbriefe ausgeben. Der Antrag des Grafen Pfeil ist also völlig undurch führbar. Früher war die Klage berechtigt, daß allein der Grundbesitz hohe Verkehrsstempel zu tragen hätte. Das ist anders geworden, seitdem die Börsensteuer erhöht und die Stempel außerordentlich erhöht worden sind. In namentlicher Abstimmung wird darauf der Antrag des Grafen Pfeil mit 64 gegen 55 Stimmen abgelehnt. Darauf wird die Vorlage nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses ohne Debatte en bloc angenommen. Die eingegangenen Petitionen werden nach diesem Beschluß für erledigt erklärt. Die Dentschrift, betreffend die Durchführung des Groß Schifffahrtsweges durch den Breslauer Stadtbezirk wird durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. Die Nachweisungen über die in den beiden Etatsjahren vom 1. April 1893/94 und 1894/95 auf grund des Gesetzes vom 14. Juli 1893 zu Elementarschul Bauten gewährten StaatsBeihilfen werden durch Kenntnißnahme erledigt. Die Sozialdemokratie Thüringens hält ihren diesjährigen Parteitag Sonntag den 28. Juli in Erfurt ab. Die vor läufige Tagesordnung lautet: 1. Vortrag, 2. Agitation, 3. Presse, 4. Anträge aus der Mitte des Parteitags, 5. Wahl der Orte für die Kommissionen. In der Leipziger Orts Krankenkasse haben sämmtliche Beschlüsse der Arbeitervertreter- Versammlung ihre Aemter niederVorstandsmitglieder der Arbeiter in Konsequenz der bekannten gelegt. . Für die Einführung von Betriebswerkstätten im Schneidergewerbe zur Erlangung befferer Lohn- und sonstiger Arbeitsbedingungen erklärten sich in öffentlichen Versammlungen die Schneider und Schneiderinnen von Wiesbaden und Frankfurt a. M. Zu der gleichen Frage wollten die Vom Magdeburger Boykott. Der Bierboytott, der 3wischenmeister Erfurts, bas bekanntlich ein Hauptort im Februar 1892 beschlossen und im Januar 1895 auf der Damenfonfektion ist, in einer Versammlung Stellung nehmen. Die Resolution der Kommission wird angenommen, ebenso gehoben wurde, trug den Mitgliedern der Lokalkommiffion an Sie waren aber über die Einführung von Betriebswerkstätten die Resolution des Grafen zu Jnn- und Knyphausen in folgender, Strafen ein: 10 Wochen Haft und 420 M. Geldstrafe. Außer- getheilter Meinung. Es soll deshalb in einer späteren Ber von der Kommission beantragter Fassung: Die Regierung zu er dem an Kosten für die Vertheidigung über 500 M. Die fammlung über die Sache beziehentlich über die Berliner Refosuchen, die Bildung bäuerlicher Fideikommisse zum ermäßigten Saalsperre, die im Februar 1895 beschlossen und augen- lution Beschluß gefaßt werden, worin den um Einführung von Stempelsatz zu ermöglichen. blicklich noch aufrechterhalten wird, trug bis jetzt den Mitgliedern Betriebswerkstätten fämpfenden Ronfektionsarbeitern die Sym Die Novelle zum Erbschaftssteuergesetz und der Gesezentwurf, der Lokalfommission einschließlich des Redakteurs der Volts- pathie der Zwischenmeister ausgedrückt ist. betreffend die Bewilligung von Staatsmitteln zur Verbesserung stimme" an Strafen ein: 4 Wochen Haft und 300 M. GeldIn Stettin, wo die beiden Juda'schen Konfettions der Wohnungsverhältnisse der in staatlichen Betrieben beschäftigten strafe. Diese Opfer sind aber, wie bekannt, nicht vergeblich geschäfte gesperrt wurden, hat der Konfektionärverband, bestehend Arbeiter und gering befoldeten Staatsbeamten werden ohne gebracht. Nach dreijährigem, hartem Kampfe, trotz Berfolgungen aus 14 Firmen, feine fämmtlichen Schneider entlassen. Eine Debatte angenommen. aller Art, haben unsere Magdeburger Parteigenossen jetzt drei äußerst start besuchte Schneiderversammlung faßte darauf eine der besten Lokale zur Verfügung. Resolution, worin erklärt wird, man nehme den Kampf auf und fordere von sämmtlichen Verbandsfirmen, daß sie auf grund der höchsten" Löhne, die gegenwärtig gezahlt werden, eine Bulage ge 25 Pf., auf alle anderen Arbeiten 20 Pf. Auf grund dieser Bu währen, und zwar auf alle Arbeiten von 1,50 M. aufwärts lage find Tarife aufzustellen und in den Geschäften auszuhängen. Ju Pest faßte eine von unseren Parteigenossen einberufene Diefe Löhne sind bis zum 1. Februar 1896 zu bezahlen. Ferner Ueber die Rechnungen der Kasse der Ober- Rechnungskammer Bolts versammlung, der zirka 5000 Personen beiwohnten, haben sich die Geschäftsinhaber schriftlich zu verpflichten, feinen für das Jahr vom 1. April 1893/94 wird Decharge ertheilt. eine Resolution, worin in Beziehung auf die Umwandlung der von den bisher beschäftigten Schneidern zu maßregeln. Sämmt Ueber die Petition der Verwaltungsbeamten der Orts- Pferdebahn in eine elektrische Straßenbahn gegen die der Pferde- liche Verhandlungen sind mit der Lohnkommission zu führen". Krankenkassen und Berufsgenossenschaften in Berlin A. Fahr bahngesellschaft hierfür zugebilligte Verlängerung der Konzession Zur Lage der Tischlerbewegung in Nürnberg schreibt die u. Gen., um Gewährung des Steuerprivilegiums der Staats- protestirt wird, weil dadurch die Stadt um mehr als 67 Millionen Fränkische Tagespost": Die erste Woche der Aussperrung der beamten geht das Haus zur Tagesordnung über. Die Sache gehört, Gulden geschädigt werde. Der Beschluß der Stadtväter Schreiner ist zu Ende. Die Unternehmer, welche glaubten, daß wie der Berichterstatter, Ober- Bürgermeister Zweigert, mittheilt, sei nicht als rechtsgiltig zu betrachten, diese sie auf diese Weise die Arbeiter unterkriegen würden, haben sich vor das Ober- Verwaltungsgericht, nicht vor das Herrenhaus. die zum theil Aktionäre der Pferdebahn Gesellschaft getäuscht. Der Geist der Ausgesperrten und Streifenden ist gut. Schluß gegen 5 Uhr. Nächste Sizung: Dienstag 14 Uhr. find sich jene Summe in die Tasche bewilligt hätten. Weiter Sie werden ausharren, bis sie den Sieg errungen haben. Das ( Jagdscheingeseh.) wird in der Resolution das Gesammtministerium aufgefordert, Häuflein der Feiernden wird von Tag zu Tag fleiner, denn den Beschluß aufzuheben, und gleichzeitig erklärt, daß der jeden Tag werden von Baumeistern und auch Schreinermeistern Handelsminister als Schwiegersohn eines der größten Aktionäre Schreiner verlangt. Der Rest der ledigen Kollegen reiste am Der Pferdebahngesellschaft nicht kompetent sei, in dieser Angelegenheit ein Gutachten abzugeben. Zum Schluß wird gefordert, die elektrische Straßenbahn nach Ablauf der bis zum Jahre 1917 dauernden Konzession in Berwaltung der Stadt zu In erster, zweiter und dritter Berathung wird der Gesetz- nehmen, bis dahin aber die Fahrpreise auf die Stufe herabzu entwurf, betreffend die Abänderung von Amt 3- sehen, die den Fahrpreisen anderer europäischer Städte entspricht. gerichts Bezirken ohne Debatte angenommen. Das Bureau der Versammlung wurde beauftragt, diese ReEs folgt die Berathung der vom Herrenhause abgeändert solution dem Gesammtministerium zu übermitteln. zurückgelangten Novelle zum Kommunalabgaben. Gesetz über die Bestätigung der Doppelbesteuerung des in anderen Gemeinden als der Wohnsitgemeinde gewonnenen Eintommens. Abgeordnetenhaus. 88. Sigung vom 8. Juli 1895, 11 Uhr. Am Regierungstische: Kommissarien. Eine Reihe von Petitionen wird zur Erörterung im Plenum nicht für geeignet erklärt. Abg. Böttinger( natl.) empfiehlt die Abänderung des Herrenhauses, wonach nicht nur das in anderen preußischen Gemeinden, sondern auch in außerpreußischen Gemeinden, auch im Auslande gewonnene Einkommen steuerfrei bleibt; diese Fassung entspreche seinen bei der früheren Berathung hier im Hause aus gesprochenen Wünschen. Geheimrath Noell bittet um Annahme der Herrenhausfaffung. Abg. Imwalle( 3.) hätte gewünscht, daß wenigstens das Einkommen aus außerdeutschen Gemeinden besteuert würde, er empfehle aber jetzt gleichfalls den Herrenhausbeschluß. Nachdem noch die Abgg. Hansen( ft.) und Hammacher ( natl.) der Herrenhausfaffung zugestimmt haben, wird die Vorlage in dieser Fassung angenommen. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. da Montag( gestern) ab und wenn sich dann die Herren entschließen werden, Frieden mit ihren Arbeitern zu schließen, dürften sie finden, daß nur noch die Hälfte ihrer Arbeiter vorhanden ist. Der Bergarbeiterstreit in Reschitza und Umgebung ist thatsächlich beendet. Durch den Hunger gezwungen, mußten die Bergleute die Arbeit zu den alten Bedingungen aufnehmen. Depeschen. seinem Ende entgegen zu gehen. Die Firma A. Gärttner in Der württembergische Handschuhmacher Streit scheint Stuttgart, die größte der ausschlaggebenden Fabriken, ist aus dem Fabrikantenring ausgetreten und hat die Arbeiterforderungen genehmigt. Es find jetzt noch in den Städten Stuttgart, Ludwigsburg und Eßlingen ca. 75 Handschuhmacher ausständig. In Magdeburg ist nun auch der Reichstags- Buzug ist selbstverständlich nach wie vor fernzuhalten. Abgeordnete Albert Schmidt als Mitglied der Lofalkommission Sämmtliche Kesselschmiede der Fabrik von Behold wegen Veröffentlichung von Boykottaufrufen 2c. verurtheilt u. Ro. in Altendorf bei Römerstadt in Defterreich haben worden, weil er dadurch groben Unfug begangen haben soll. Das am 1. Juli die Arbeit niedergelegt, weil ihnen folgende be Schöffengericht erkannte auf 150 M. Geldstrafe oder 50 Tage scheidene Forderungen nicht bewilligt worden sind: 1. Vierzehn Saft. Bei der Begründung des Urtheils wurde nach der„ Volts- tägige Lohnzahlung; 2. Lohnbücher, worein die gelieferte Arbeit stimme" ausgeführt: Grober Unfug sei das, was gegen Anstand nebst dem Lohn dafür einzutragen ist; 3. eine Fabrikordnung, und Sitte verstoße und das Publikum belästige. Es brauche nicht auszuarbeiten im Einvernehmen mit den Arbeitern; 4. einen erst festgestellt zu werden, ob sich thatsächlich Personen belästigt Lohntarif. gefühlt haben. Schon durch die Veröffentlichung könne die Beunruhigung erzeugt werden. Selbst wenn die einzelnen Wirfungen nicht erwiesen seien, könne die Beunruhigung erfolgt sein. Es sei die Aufforderung auch an Vereinigungen gerichtet, deren Mitglieder nicht alle auf sozialdemokratischem Boden stehen. Der Angeklagte sei für die Artikel verantwortlich zu machen, da er von ihnen bei der Veröffentlichung Kenntniß gehabt habe. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Obwohl der Boykott an sich nicht strafbar sei, müsse doch die Präsident v. Köller erklärt, daß eventuell noch eine Sigung Veröffentlichung solcher Aufforderungen als grober Unfug an Wolff's Telegraphen- Bureau. erforderlich ist, wenn das Herrenhaus die Stempelsteuervorlage gesehen und bestraft werden. Bei der Abmessung der Strafe sei Bern, 8. Juli. Der Bundesrath Schent, welcher in mehreren abändert, und erbittet und erhält die Ermächtigung, diese Sigung berücksichtigt, daß der Angeklagte in mehreren Versammlungen Perioden Bundespräsident war, wurde heute früh von einem selbständig anzuberaumen. gesprochen, daselbst Vereine getadelt hat und in ganz hervor- zweispännigen Wagen umgeworfen und erlitt starke Verlegungen Abg. v. Seereman( 8.) bedauert zur Geschäftsordnung, ragender Weise thätig gewesen ist. Das sei als strafverschärfend am Kopfe. Sein Zustand ist sehr bedenklich. daß eine große Zahl von Petitionen unerledigt bleibt. Die in betracht gezogen worden. Seine Unbescholtenheit habe man Laibach, 8. Juli. Heute Nachmittag 3 Uhr 20 Min. er. Schuld trage zum großen Theil die Regierung, welche manche als strafmildernd berücksichtigt. Gegen das Urtheil wird Be- folgte ein mittelstarter wellenförmiger Erdstoß mit vorhergehenBorlage viel zu spät eingebracht habe.( Sehr richtig!) Die rufung eingelegt werden. den und nachfolgendem Vibriren des Bodens und Getöse. Regierung müsse wichtige Vorlagen gleich am Anfang der Der Gemeindevorsteher Busch in Leißling bei Der Erdstoß dauerte 3 Sekunden und verursachte starkes Fenster Seffion einbringen, damit sie mit Stuhe und Sorgfalt geprüft Naumburg schrieb einem wegziehenden Parteigenossen in die klirren und einige Schäden an bereits beschädigten Häusern. werden könnten. Jetzt noch eine Sitzung für Petitionen ab- Abmelde- Bescheinigung: Religion: Soziald. Damit zuhalten gehe nicht an, denn das Haus sei in Abreiseftimmung, ist a mtlich anerkannt, daß die Sozialdemokratie denselben sehr ermüdet und sehr schwach besetzt.( Sehr richtig!) ethischen Werth hat, welchen die Frommen sonst nur den Bu einer forgfältigen Behandlung der Petitionen fehle jezt Religionen beizumessen pflegen. doch Zeit und Stimmung. Es ständen noch sehr wichtige Zu den bereits gemeldeten Haussuchungen in Sche de Petitionen aus, namentlich diejenige über den Schuh wi½ 2c. wird uns aus Zwickau geschrieben, daß sich unter den der Bauhandwerker bei Bauausführungen. davon betroffenen Bergleuten, im ganzen 7, die sämmtlich Mit- Nisch, 7. Juli. Wie aus Pirot berichtet wird, überfielen Im nächsten Jahre müßten die Schwerinstage sorgfältiger inne- glieder des Knappschaftstassenvertreter Vereins für das Revier Bulgaren das in der Nähe liegende serbische Zollamt von Lors gehalten werden. Er wolle das unangenehme Gefühl mancher Zwickau sind, auch der Vorsitzende dieses Vereins befindet nika, mißhandelten die serbischen Kaufleute Michael Jankovic Petenten darüber, daß ihre Petitionen nicht mehr berathen und daß diesem bei der Hausfuchung ein Beschluß und Theodor Zatic und schleppten sie über die Grenze nach würden, dadurch abschwächen, daß er es ausspreche, daß Vorsorge der Amtshauptmannschaft übergeben wurde, wonach der Bulgarien. Der Zollamts- Vorsteher und die Bollwächter ers für die Zukunft getroffen werden solle, daß energisch diese An- genannte Verein aufgelöst ist. Der Beschluß ist im griffen die Flucht. gelegenheit behandelt werden solle. wesentlichen eine Kopie desjengen der Chemnizer Amts- London, 8. Juli." Standard" meldet telegraphisch aus Abg. v. Eynern( natl.) will der Regierung keinen Vorwurf hauptmannschaft, nie seinerzeit den Zugaer Kassenvertreter- Konstantinopel, die türkische Regierung wolle zur Unterdrückung machen; auch aus dem Hause seien Gesezentwürfe gekommen, Verein auflöſte. Bei der Haussuchung in Schedewiß und den der Agitation in Macedonien den europäischen Mächten einen die nicht so schnell zu erledigen waren. Er bedauere gleichfalls, auderen Orten wurde beschlagnahmt, was die Behörde schon Plan zur Einführung von Reformen vorlegen, die auf das ganze daß viele Petitionen unerledigt bleiben. Wenn das Herrenhaus hat, nämlich die Mitgliederliste und das Statut des Rassen- osmanische Reich ausgedehnt werden sollen. die Stempelsteuervorlage abändere, fönne sie hier erst in einigen vertreter- Vereins, außerdem das Statut und der Geschäftsbericht Tagen berathen werden, da die Fraktionen sich erst damit be- des aufgelöften Sächsischen Berg- und Hüttenarbeiter- Verbandes schäftigen müßten, in der Zwischenzeit könnten also noch Beti- 3u der Haupt- und Staatsaktion waren gegen 15 Gendarmen tionen berathen werden, z. B. die bedeutende Petition der Bau- und Ortsbeamte aufpeboten. handwerker. Präsident v. Köller bemerkt, daß doch eine große Zahl von Petitionen erledigt worden sei; die Geschäftsordnung sehe nur in jeder Woche einen Tag für Petitionen und Anträge vor, und die Reihenfolge derselben stehe fest nach der Zeit, in welcher fie eingebracht sind. Wenn ein Schwerinstag für andere Vorlagen benutzt worden sei, so habe er dafür in der nächsten Woche zwei, ja auch drei Schwerinstage abgehalten. Gewerkschaftliches. Belgrad, 8. Juli. Die türkischen Behörden verhafteten in Ueffüb einen bulgarischen Agitator namens Stojanoff. Belgrad, 7. Juli. Der König begnadigte sämmtliche in dem Tschebinay- Prozesse Verurtheilten. Dieselben wurden sofort auf freien Fuß gesetzt. ( Depeschen- Bureau Herold.) Madrid, 8. Juli. Wie aus Cuba gemeldet wird, hat der General Locchembre Selbstmord verübt, weil ihm Marschall Martinez Campos einen Verweis wegen seiner Trunkenheit ertheilte. Granica, 7. Juli. Sierselbst wurden zwei Frauen mit einem Individium, das sie als ihren Diener ausgaben, verhafiet nnd nach Petersburg transportirt. Bei dem angeblichen Diener soll ein Roffer mit nihilistischen Schriften gefunden worden sein. Die Schuhmacher werden ersucht, den Zuzug nach Fürsten Rio de Janeiro, 8. Juli. Hier zirkuliren alarmirende walde zu meiden, wo die Arbeiter sich troß der bereits äußerst Gerüchte über eine Offizierverschwörung behufs Sturzes der Reniedrigen Löhne noch einer Lohnherabsehung erwehren müssen. I gierung. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 157. Parteigenossen! Arbeiter! 0 " Dienstag, den 9. Juli 1895. 12. Jahrg. Hierbei möge noch folgender, sehr wesentlicher Umstand Erwähnung finden: fei, gegen den Bildhauer Louis Castan wegen Sitten verbrechens einzuschreiten. Der Staatsanwalt Flickel schrieb Im November d. J. finden die Ergänzungswahlen für die damals dem Töpfermeister Helmeſſen: Während die Staatspolizei schon früher auf die angebliche " Daß Ihre Tochter Gertrud das 14. Lebensjahr noch nicht Thäterschaft des Herrn v. Roße hingewiesen worden war, hielt Stadtverordneten- Versammlung statt. Wahlberechtigt ist vollendet hatte, ist dem Castan, als er vor etwa einem dieselbe auf grund ihrer umfangreichen Erhebungen an der Uebernach§ 5 der Städte- Ordnung jeder in die halben Jahre Jahre zu Ihrer Tochter in nähere zeugung fest, daß Herr v. Roße nicht der Urheber der anonymen Briefe Wählerlisten eingetragene selbständige Ein- Beziehungen trat, nicht bekannt gewesen, viel fei. Insbesondere der verstorbene Polizeipräsident v. Richthofen wohner, der seit einem Jahre keine Armen mehr konnte er nach dem Aussehen Ihrer Tochter, deren Bes hat diesen Standpunkt vertreten. Die Staatspolizei bezeichnete nehmen und Auftreten sehr wohl der Ansicht sein, dieselbe habe vielmehr einen anderen, den höchsten Hofkreisen angehörigen unterstützung aus öffentlichen Mitteln empfangen das 14. Lebensjahr längst fiberschritten. Die jetzt von Ihrer Aristokraten als den muthmaßlichen Thäter. Dieser Beschuldigte hat und mindestens zur zweiten Steuer stufe Tochter aufgestellte Behauptung, sie habe den Castan ihr Alter wurde in dem kriegsgerichtlichen Verfahren wider Herrn von ( 660-900 Mart Einkommen) eingeschätzt ist. mitgetheilt, erscheint umsoweniger glaubwürdig, als sie vor der Roze zeugeneidlich vernommen und reinigte sich durch Ableistung Die Liste der Stimmfähigen Bürger wird vom 15. Polizei ausdrücklich erklärt hat, daß Castan sie niemals nach des Zeugeneides von dem Verdacht der Thäterschaft. ihrem Alter gefragt, sie ihm dieses auch nicht mitgetheilt habe. Nach der Beendigung des kriegsgerichtlichen Verfahrens stellte bis 30. Juli d. J. täglich von 9-3 Uhr im ädtischen Die weitere Behauptung Ihrer Tochter, daß Caftan sie stets ge- Herr von Roze den Strafantrag gegen Herrn von Schrader wegen Wahlbureau, Poßftr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Ein- waltsam in sein Atelier gezerrt, trog ihres Sträubens aus Beleidigung bei der kgl. Staatsanwaltschaft. In der Untersuchung ficht ausliegen. gezogen und wider ihren Willen mißbraucht habe, verdient wurde auch die gegen Freiherrn von Schrader erhobene AnEinwendungen gegen die Richtigkeit der Liste können nehmen, daß Ihre Tochter den Anforderungen des Caftan durch welche der Verdacht gegen Herrn von Koze nachgewiesen ebenfalls feinen Glauben, vielmehr ist anzuschuldigung, daß er selbst die Löschblattabdrücke hergestellt habe, nur während dieser Zeit schriftlich beim Magistrat er- freiwillig nachgekommen ist. Wider den Willen Ihrer worden war, geprüft und als unberechtigt befunden. Der Staats hoben werden. Ueber die Berechtigung der gegen die Tochter würde es dem Castan nicht möglich gewesen sein, die anwalt am Landgericht I lehnte schließlich sowohl auf Grund Richtigkeit der Listen erhobenen Einsprüche entscheidet ſelbe, ohne daß es von anderen bemerkt worden wäre, in fein der eingesehenen Akten des Kriegsgerichts als auch infolge di: Stadtverordneten- Versammlung. Atelier zu bringen, wenn sie sich nicht zum mindesten in der eigener Ermittelungen die Einleitung des Verfahrens ab. unmittelbaren Nähe desselben aufgehalten hätte. Dies würde sie Der Schriftsaz des ersten Staatsanwalts gipfelt in der Zu einem für die Sozialdemokratie erfolgreichen Ausfall des doch aber nicht etwa fünfmal gethan haben, wenn Castan sie stets Erklärung, daß auch nicht der geringste Anhalt eines Verbevorstehenden Kommunal- Wahlkampfes ist es nothwendig, daß gewaltsam und wider ihren Willen mißbraucht hätte. Auch das dachtes gegen den Freiherrn v. Schrader gegeben sei. Nunmehr jeder stimmberechtigte Parteigenosse und Arbeiter sich durch Ein- Entfernen sämmtlicher Kleidungsstücke kann nur mit Zustimmung strengte Herr v. Koße wider Freiherrn v. Schrader die Privat Ihrer Tochter geschehen sein, da bei einem ernstlichen Sträuben flage wegen Beleidigung an; Herr v. Koße erachtet sich als besichtnahme in die Listen vergewiffert, daß er sein Wahlrecht aus diese Entfernung, wenn nicht ganz ausgeschlossen, so doch nur leidigt, weil Freiherr v. Schrader ihn der Thäterschaft der üben fann. Wir mahnen daher dringend zur genauesten unter erheblichster Beschädigung der Sachen möglich gewesen anonymen Briefe geziehen hat. Sollte diese Sache wirklich zur Kontrolle der Wählerlisten, und richten diese Aufforderung wäre. Verhandlung kommen es werden anscheinend noch immer Verbesonders auch an diejenigen Wähler, welche wegen Umstand, daß Ihre Tochter stets anstandslos Geschenke sich ein Sensationsprozeß ersten Ranges aus derselben ergeben. " Für die freiwillige Hingabe spricht endlich auch der suche zur Beilegung der Differenzen unternommen, so wird nicht vollbezahlter Kur- und Verpflegungskosten in und Billets von Caftan entgegengenommen hat, und von Ein anheimelndes Bild, das hier von den Spizen der Gesell. fädtischen Krankenhäusern nicht in die Wählerliste auf dem Verhalten des Caftan, in dessen Ausstellungsräumen sie schaft, wie sie sich um Herrn v. Kotze herumgruppiren, entgenommen bezw. aus derselben gestrichen sind. vielfach allein und mit anderen Personen verkehrt hat, zu nie- worfen wird. Der Magistrat betrachtet nämlich die Aufnahme und Be- mand gesprochen hat. Ein Einschreiten aus§ 182 erscheint Das linksfeitige Sprecufer zwischen der Jaunowik ebenfalls ausgeschlossen. Handlung in städtischen Krankenhäusern auch dann als eine Brücke und Waisen- Brücke wird voraussichtlich noch in diesem Das Alter Ihrer Tochter ist, wie bereits bemerkt, dem Gastan Fahre nach den Vorschlägen des Baumeisters in eigenthümlicherArmenunterstützung aus öffentlichen Mitteln, wenn die dadurch nicht bekannt gewesen. Er konnte sehr wohl der Ansicht sein, weise ausgebaut werden. Die Uferstraße wird auf der erwähnten entstandenen Kosten durch Ratenzahlungen abgetragen wird. sie sei älter als 16 Jahre. Die Behauptung Strecke ordnungsmäßig fertiggestellt. Der davor nach dem Wasser Die Stadtverordneten Bersammlung da tretens und Benehmens Ihrer Tochter der bett zugelegt werden soll, bleibt erhalten, und es werden auf ihm bes Castan, daß er auf grund des Auf zu liegende Uferstreifen, der fünftig fortgebaggert und dem Sprees gegen hat wiederholt beschlossen, daß Kranten- Ueberzeugung gewesen sei, Ihre Tochter fei Vergnügungspavillons, Dampfer- Anlegestellen und Gartenanlagen hausschulden, welche durch Ratenzahlungen nicht mehr unbescholten, erscheint durchaus ausgeführt. Da die Regulirung wegen der nächstjährigen, im getilgt werden, nicht zum Verlust des Wahl- glaubwürdig. Die Unbescholtenheit Ihrer Tochter, bevor Treptower Park stattfindenden Berliner Ausstellung an der bes rechts führen, und den Magistrat aufgefordert, denken, daß zur Feststellung derselben die Aussage Ihrer Tochter Abkommen der Stadtverordneten- Versammlung noch während fie mit Caftan verkehrt hat, unterliegt jedenfalls erheblichen Be- sprochenen Stelle beschleunigt werden muß, so soll über das bemgemäß zu verfahren. allein nicht genügt. Nach der richterlichen Bekundung Ihrer der Ferien eine Vorlage mit Motivirung der Dringlichkeit zuDa der Magistrat trotzdem an seiner Auffassung festhält, so Tochter hat Castan mit dieser auch nicht den Beischlaf vollzogen, gehen. fordern wir in der Gewißheit, daß die Stadtverordneten- sondern nur unzüchtige Handlungen vorgenommen. Versammlung die Eintragung in die Wählerlisten scheint, dies ohne jedes Bedenken gestattet hat, so hat dem Caftan ausgeschmückt. Es hat damit freilich eine eigene Bewandtniß, Da Ihre Tochter, wie anzunehmen durchaus begründet er- Akademie der Künste werden gegenwärtig mit- Freskomalereien Die schmutzige Station". Die Wände der altersgrauen beschließen wird, diejenigen Wähler, denen aus oben auch das Bewußtsein, durch seine Handlungen zu beleidigen, und der Hauptzweck jener Bilder ist nicht, den Flurwänden im bezeichneter Veranlassung das Wahlrecht entzogen wird, gefehlt." hiermit auf, beim Magiftrat schriftlich Einspruch Mädchens die Thatsache an sich, daß Castan sich an einer Minder den jungen Künstlern stehen Maurer, welche ihnen Stück für Damals stand also auf grund der Aussage des Hofgebäude neuen Glanz zu geben, sondern eine Bahl von Atelier- und Meisterschülern im Fresfomalen anzuleiten. Neben gegen die Richtigkeit der Wählerliste zu erheben. jährigen vergangen, also ein Verbrechen gegen§ 176 des Straf: Parteigenossen! Zur Vorbereitung der im Herbst gesetzbuches verübt habe, selbst für den Staatsanwalt Stück die zum Bemalen bestimmte Fläche abpuzen; auf dem stattfindenden Kommunalwahlen muß zunächst unerschütterlich fest, und nicht der Zweifel daran, daß Flur fieht es daher augenblicklich so wüft aus, daß die Maler die Kontrollirung der Wählerlisten organisirt eine derartige Strafthat, objektiv betrachtet, überhaupt geschehen, diesen Korridor scherzhaft als schmutzige Station" bezeichnen. sondern Gründe ganz anderer Art waren es, die den Das Vorgehen gegen die freien Bühnen in Berlin hat Gesezeshüter zu dem aufsehenerregenden Bescheide veranlaßten, auch noch Anlaß zu einer sehr überraschenden Verfügung des in welchem der Spieß umgedreht wurde, so daß nicht der Amtsgerichts I gegeben. Den Schauspielern, welche in den AufVerführer, sondern die Verführte schuldig führungen der Versuchsbühne" mitgewirkt haben, sind Straf erschien. befehle über je 3 M. resp. einen Tag Haft zugegangen. Diese Die Sache hat, wie gesagt, in der Hauptverhandlung eine Strafbefehle werden damit motivirt, daß die Darsteller am überraschende Wendung dadurch genommen, daß die Haupt- 7. April dieses Jahres im Bentral Theater" in einer öffentBelastungszeugin, wenn auch wahrscheinlich nicht den ganzen lichen, vom Verein Versuchsbühne" veranstalteten Borstellung Inhalt ihrer früheren Aussage, so doch einen wesentlichen Theil mitgewirkt haben, zu welcher auch Personen, welche nicht Mit derselben widerrief. Freilich ist selbst durch diesen glieder des Vereins waren, gegen ein Entree von einer Mart theilweisen Widerruf der Anklage nicht der Boden entzogen Zutritt hatten, ohne daß die hierzu erforderliche ErDen Parteigenossen und Lesern des Vorwärts" im worden; es blieb genug Belastungsmaterial übrig, laubniß des Polizeipräsidiums ertheilt war. Bereits nach der 4. Wahlkreiſe( Often) unterbreiten wir folgenden Fall zur Kennt um dem Staatsanwalt zu seinem Antrage, den Angeklagten zu Aufführung wurden die Mitwirkenden beim Kriminalkommissariat nißnahme: Nach mehrfachen Verhandlungen mit dem Spediteur anderthalb Jahren Gefängniß zu verurtheilen, die vernommen und erst jetzt, nachdem man glaubte, daß die AnWendisch war die Zeitungskommission zu dem Entschluß ge- Sandhabe zu geben. Und auch die nach genauer Abwägung des gelegenheit niedergeschlagen, erscheinen die Strafmandate, gegen kommen, mit diesem eine Vereinbarung einzugehen, nach welchem Für und Wider vom Gerichtshofe verkündete Freisprechung des welche die Betheiligten selbstverständlich Einspruch erhoben haben. W. gegen Entschädigung seine Abonnenten der Regie zu über- Angeklagten sah einem Pyrrhussiege zum verzweifeln ähnlich. Nicht Bisher hatten, so bemerkt die" Freis. 3tg." mit recht, engagirte weifen hatte. Den aus dieser Vereinbarung refultirenden Ver- als der Bemitleidenswerthe, der unschuldig das Opfer etwa einer Schauspieler weder die Pflicht, noch auch das Recht, sich um die pflichtungen ist W. aber bis jetzt nicht nachgekommen, vielmehr Intrigue oder einer widrigen Berkettung mit feinem Maße meßbarer Zusammensetzung des Publikums zu kümmern, sie sind hierzu fucht er die Zeitungskommission durch die abenteuerlichsten Ge- Umstände geworden, ist Louis Castan am Sonnabend Abend die beim besten Willen gar nicht in der Lage! In einer Zeit freilich, rüchte grundlos zu verdächtigen. Freitreppe des Moabiter Justizpalastes hinabgeschritten, sondern in der man versucht, Buchdrucker, Metteure, Korrektoren für den Zur Aufklärung sei bemerkt, daß die Kommission sich er einfach als der Mann, dem nach Anschauung eines mit pein Inhalt von Zeitungen mitverantwortlich, au machen, fann es boten hatte, W. die Hälfte der vereinbarten Raufsumme fofort licher Gewissenhaftigkeit urtheilenden Gerichtshofes nicht wohl auf den ersten Blick überraschen, im grunde aber nicht zu zahlen, damit er seine Verpflichtungen der Expedition des genug zu beweisen war, um ihn eines schweren Ver- allzu sehr verwundern, wenn Schauspielern die Mitverantwortung Vorwärts" gegenüber erfüllen konnte. Trotzdem W. nun den brechens schuldig zu sprechen. Angesichts dieser Sachlage nehmen für die Zusammensetzung des Publikums aufgebürdet wird. auf den Vorwärts" entfallenden Theil seines Geschäfts der sich, ganz abgesehen von dem trampshaften Bestreben eines Theils Regie verkauft hatte, zog er für den Monat Juli ruhig die der bürgerlichen Presse, das Mitglied der honetten Gesellschaft Die Rigdorfer Millionen Erbschaftsgeschichte scheint Abonnementsgelder für eigene Rechnung ein. Diese Handlung als den reinen Thoren erscheinen zu lassen, die lebhaften neueren Nachrichten zufolge, doch Humbug zu sein. Bekanntlich zeugt wohl am besten für den Charakter dieses Herrn und für Begrüßungen sehr eigenartig aus, mit denen Castan, der sollte das Dienstmädchen Hulda Bär von einem in Schweden den Werth der Verdächtigungen, die er zu allem noch über die Unschuldige nach den Mittheilungen des Gerichts- Berichterstatters wohnhaften Verwandten 8 Millionen Mark geerbt haben. Wie von seinen Freunden beehrt wurde. Diese Glückwünsche stehen jetzt verlautet, soll aber ein Londoner Schwindler aus einer alten auf gleicher moralischer Höhe mit den Wetten, welche ebenfalls Erbschaftssache, die vor Jahren spielte und in der das Erbe von Mitgliedern der honetten Gesellschaft in Sachen Caftan ab- längst ausgezahlt ist, durch allerlei Schwindelmanöver eine neue geschlossen wurden. Sie zeigen den moralischen Verfall der Bär'sche Erbschaft tonftruirt haben, um daraus für sich Vortheil bürgerlichen Klaffe, einen Berfall, der es eigentlich als ein Un- au schlagen. Arme Hulda! recht erscheinen läßt, daß Castan, der Freigesprochene, au ch Ein braver Hauswirth ist der Herr Eckhardt, 3orndorfer str. 14. Einer seiner Einwohner im Hause Der Fall Caftan hat mit der Freisprechung des An- binfort in ihr unmöglich bleiben wird. geschuldigten geendet. Dieser Ausgang durfte nach dem Bilde, Dank einer gewissenhaft urtheilenden Strafkammer ist Herr Tilsiterstr. 11, Vater von 9 Kindern, hatte das Unglück, seine welches die spärlichen Nachrichten ergaben, die über den Gang Caftan, wie man so fagt, mit einem blauen Auge davon ge- letzte Miethe erst am 6. d. M., statt am ersten, entrichten zu der Verhandlungen in die Presse gedrungen sind, kaum noch kommen. Möge die Kammer Brausewetter auch hinfort in tönnen. Herr Eckhardt nahm auch eiligst am 6. Juli das Geld überraschen. Das unerwartete Verhalten der Hauptbelastungs- politischen und Preßprozessen stets dieselbe in Empfang und schrieb dann folgende Quittung in das Miethe zeugin, der Gertrud Helmessen, in der Hauptverhandlung war, peinliche Gewissenhaftigkeit und Unbefangen- buch: Ich bescheinige hiermit, daß ich die 20 Mart und 50 Pfennig nach den vagen Andeutungen sowohl, die vor der Urtheils: heit wahren, durch die sie sich in der Sensationsaffäre als verwirkte Konventionalstrafe empfangen habe verkündung in bie Presse lanzirt wurden, als auch nach der Castan ein auf einige Zeit hinaus aufmerksam betrachtetes und verlange trotzdem die Räumung. Berlin, den Charakteristik, welche der Vorsitzende in der öffentlichen Urtheils- Denkmal gesetzt hat. 6. Juli 1895. R. Eckhardt. Der edle, menschenfreundliche Hauswerden. Auf an's Werk! Die Liften liegen vom 15. bis zum 30... täglich von 9 bis 3 Uhr im Städtischen Wahlbureau, Poßßtr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Einficht aus. " Tokales. Zeitungskommission ausstreute. Die Vertrauensleute des vierten Wahlkreises( Dsten): H. Baumgarten. H. Bolze. Die Zeitungskommission: E. Röhn. D. Blume. H. Lauschke. P. Lorenz. D. Galle. " fällung gab, ein derartiges, daß ein mit peinlich strenger Ge- Der Kote- Kampf für Ordnung, Religion und Sitte wirth sei der Beachtung der Wohnungsmiether empfohlen. wissenhaftigkeit urtheilender Gerichtshof wohl oder übel zu einer hat nach dem Lokal- Anzeiger" folgende Vorgeschichte! Ans Verzweiflung ist der 44 Jahre alte Maurer C. Pätzold Freisprechung tommen mußte. Einem unbescholtenen An- Infolge der vielen anonymen Briefe, durch welche mit aus der Cuvrystr. 26 in den Tod gegangen. Seine Leiche getlagten, so hat sich Herr Brausewetter in furzer Stizzirung glieder der Hofgesellschaft, insbesondere die Gräfin Fritz wurde dieser Tage im Haidekampgraben bei Treptow gevernehmen laffen, stehe ein Mann als Hauptbelastungszeuge von Hohenau, verunglimpft wurden, beantragte der damalige funden. Vor kurzem war Bägold aus der Beermann'schen gegenüber, gegen dessen Glaubwürdigkeit sich Obertämmerer Fürst von Stolberg eine ehrengerichtliche Maschinenfabrit, wo er 14 Jahre gearbeitet hat, wegen einer auch nicht viel sagen laffe. Seine Tochter sei aber Untersuchung gegen den Zeremonienmeister Don Koke, geringfügigen Sache entlassen worden. Beschäftigung konnte der ein Mädchen, welches schon frühzeitig auf die Bahn der Un- nachdem sich der Verdacht auf diesen gelenft hatte. Bedauernswerthe nicht finden und so gerieth die fünf unmündige fittlichkeit sich begeben habe. Ihre Eltern hätten selbst den Der Kaiser verfügte jedoch kurzer Hand die Verhaftung. Kinder zählende Familie des Arbeiters in bitterste Noth. Dieses Prediger in Anspruch genommen, um sie wieder auf den Fürst Stolberg gab, da seinem Antrage auf ein ehrengerichtliches Elend vermochte der Vater nicht länger anzusehen und so machte rechten Weg zu bringen. Sie müsse als durchaus Berfahren gegen Herrn v. Kotze nicht entsprochen war, hierauf er seinem Leben durch Ertränken ein Ende. verwahrlost bezeichnet werden. Ein solches Mädchen könne auf seine Entlassung und wurde durch den Erbprinzen Christian Glaubwürdigkeit teinen Anspruch machen, zumal sie sich bei Straft zu Hohenlohe- Dehringen ersetzt. ihren Aussagen in Widersprüchen bewegt habe. Wenn Gegen den verhafteten Herrn von Kohe konnte zunächst nicht nun durch die Verhandlungen auch einzelne Thatsachen prozessualisch verhandelt werden, da ein Strafantrag gegen den au tage getreten feien, welche für die Schuld selben fehlte. Auf Veranlassung des Korpsgerichts des dritten bes Angeklagten sprechen könnten, so reichten sie doch Armeekorps wurde alsdann der Strafantrag von den folgenden nicht hin, um daraufhin den Angeklagten zu verurtheilen. Herren: Herzog Ernst Günther zu Schleswig- Holstein, Prinz Wie anders ist dies Bild als das, welches der Staatsanwalt Aribert v. Anhalt, Graf Friz Hohenau, Freiherr von Schrader, vom 15. d. M. ab. Flidel am 14. Februar d. J. von dem Angeklagten Freiherr von Reischach wegen Beleidigung unterzeichnet. Zwei gerichtsärztliche Leichenöffnungen sind von der entwarf, als er dem Vater des augenscheinlich mißbrauchten Das friegsgerichtliche Verfahren, welches mit der Frei- Staatsanwaltschaft angeordnet worden. Es handelt sich um den Mädchens die Mittheilung machte, daß er nicht in der Lage sprechung von Roye's endete, ist in seinem Endurtheil bekannt. 43jährigen Schlosser Paul Thiele aus der Ackerstraße 55 und den Gesperrt sind für Fuhrwerke und Reiter die Warschauerstraße von Straße 10, Abth. XIV. bis zur Gubenerstraße vom 8. d. M., die Lichtenstein- Allee vom Großen Wege bis zur Lichtensteinbrücke vom 13. d. M. ab, sowie der südliche Damm straße, einschließlich der Dammkreuzung mit der Lüneburgerstraße der Straße Alt- Moabit", von der Stadtbahn bis zur Werft Gauverein Berliner Bildhauer. Heute, Dienstag, abends 9 Uhr, Annenſtr. 16: ordentliche Generalversammlung. Wahl zweier Revisoren u. f. w. 48 Jahre alten Schloffer Otto Kowalis aus der Refselstraße 24. I geklagten frei, weil dieser wohl eine Beleidigung faum| Arbeitseinstellung nur ein Wechsel der Arbeitsstätte bei den Zum Schluß gelangte Beide waren am 30. v. M. in ein und dasselbe Krankenhaus beabsichtigt habe. Ein schnelles Antworten erschien nach Lage einzelnen Berufsgenossen eintreten. eingeliefert worden. Thiele war morgens um 3 Uhr auf der der Sache verständlich und berechtigt. Jedes Schlagwort, das folgende Resolution zur Annahme: Straße besinnungslos aufgefunden und bald nach seiner Auf- von Geistesgegenwart zeuge, pflege in einer Versammlung mit" In Erwägung, daß die schwindelhaften Bau- Unter nahme im Krankenhause gestorben, ohne daß er zur Besinnung Beifall begleitet zu werden, es mußte das hier um nehmungen von Jahr zu Jahr immer mehr um sich greifen, und zurückgekehrt war und Auskunft darüber gegeben hatte, was mit fo mehr verständlich sein, als die Gendarmen ohnehin die Maurer nur durch eine dauernd straffe Organisation der Ausihm vorgegangen war. Rowalis wurde von seiner Frau, als sie mit scheelen Augen angesehen zu werden pflegen. Gegen dieses beutungssucht des Unternehmerthums entgegentreten können, ist abends um 11 Uhr heimkehrte, besinnungslos im Bett unter Urtheil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Der es nothwendig, alle Kollegen, die unter dem Druck der Umständen aufgefunden, die auf eine Vergiftung schließen lassen. Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Hellwig, stellte bei Beginn der traurigen wirthschaftlichen Verhältnisse leiden, zu einer be Die Versammlung Auch er ist am nächsten Tage gestorben. Da genaues über die Berhandlung vor der Strafkammer fest, daß der Angeklagte zwar ständigen Organisation heranzuziehen. Todesursache in beiden Fällen nicht festzustellen war, so fonnte zur Zeit des Sozialistengesetzes aus Berlin ausgewiesen worden beschließt daher, daß sich alle, Mann für Mann, dem Verein die Staatsanwaltschaft die Beerdigungsscheine nicht ertheilen und ist, je bt aber bereits seit drei Jahren in Rixdorf zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und der hat daher die Krankenhaus- Verwaltung veranlaßt, die Leichen wohnt. Derselbe mußte daher, zumal er oft in Ver- Umgegend anzuschließen haben, da nur vereinte Kräfte im stande öffnen zu lassen. sammlungen auftrat, den überwachenden Beamten sind, die Lohndrückereien zurückzuweisen." Folgende An bereits bekannt sein. Ferner stellte der Vorsitzende träge erhielten ebenfalls die Zustimmung der Versammelten. Die Einschmuggelung einer Leiche in die königliche Klinik in der Ziegelstraße hat für einen Leichendiener dieses fest, daß nach dieser Richtung hin für Rixdorf nicht besondere 1. Die Versammlung beschließt, in der Zeit von 8 Tagen eine einInstituts unangenehme Folgen gehabt. Es handelt sich um die Spezialvorschriften bestehen, als die des preußischen Vereins- heitliche Versammlung für die gesammten Maurer Berlins ein Leiche des im Hotel Saxonia in der Königgrägerstraße gestorbenen gesezes. Der Staatsanwalt beantragte hiernach selbst die zuberufen, um über die heutige Tagesordnung endgiltig Beschluß Verwerfung der von seiner Behörde eingelegten Berufung zu fassen. 2. Die öffentliche Maurerversammlung bei Renz beAbgeordneten des Landtages, Kommerzienrath Burghardt. Der und der Gerichtshof erkannte bemgemäß; da weder in objektiver schließt, nach Verlauf der Agitationsversammlungen die VerBerstorbene hatte bei seinen Lebzeiten bestimmt, daß seine Leiche Richtung eine Beleidigung vorliege, noch Abficht oder Bewußt- trauensleute der Berliner Maurer zu beauftragen, das eindereinst zur Feststellung der Todesursache 2c. sezirt werden solle. sein einer Beleidigung auf seiten des Angeklagten erkennbar sei. gelaufene und in den Versammlungen mitgetheilte Material zu Diese Anordnung kam der Hotelverwaltung gelegen, die wünschte, die Leiche möglichst bald abgeben zu können. Der Plan gelang Der Prozeß wegen des Krawalls vor dem Mikultschüßer sichten, und durch ein geeignetes Flugblatt unter die Maurer denn auch bis auf den Schlußakt. Am Dienstag früh um 41/2 Uhr Pfarrhause begann am Montag vor dem Schwurgerichte in Berlins zu verbreiten." fuhr vor dem Gebäude der Klinik ein kleiner Möbelwagen vor, Beuthen unter großem Andrange des Publikums. Es sind auf dem sich die eingefargte Leiche des verstorbenen Abgeordneten be- sieben Personen, zumeist Grubenarbeiter, wegen Aufruhrs, AufNationale kaufmännische Krankenkaffe. Dienstag, den 9. Juli, fand. Der Leichendiener Werk, dem die Vorbereitung der Zeichen für die laufes und Landfriedensbruchs als Rädels führer angeklagt. Den Sektion obliegt, ließ sich verleiten, den Sarg mit dem Todten in Vorsitz führt Landgerichts- Direktor Rotering, die Anklage ver- abends 8% Uhr im Restaurant Stühler, Neue Grünftr. 38, Borstandssigung. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 7-8 Uhr: Leftüre die von der Straße zugängliche Leichenhalle zu bringen, ohne tritt Erster Staatsanwalt Nentwig, die Vertheidigung führen die 8-10% Uhr: Nordschule, Müllerstraße 179a: Boltsthümliche Medizin daß er jemandem etwas davon gesagt hätte. Wert hatte nun Rechtsanwälte Boas, Kaiser, Dr. Freund und der Referendar( Gewerbekrankheiten, Wohnungshygiene.) Südostschule, Waldemarstr 14: aber wohl nicht überlegt, daß dieser Schmuggel unmöglich ver- Schröter. Im Auftrage der Regierung wohnt der königliche Nationalökonomie( praktische). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue heimlicht werden konnte. Als später Geheimrath v. Bergmann Grenzkommissar Mädler, außerdem der Chefpräsident des Bres- Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. erschien, mußte er wohl oder übel beichten, da sonst die Absicht lauer Ober- Landesgerichts Wirklicher Geheimer Ober- Justizrath des Verstorbenen, sezirt zu werden, nicht hätte ausgeführt werden Dr. v. Kunowski der Verhandlung bei. Soziale Ueberlicht: Tönnen. Herr v. Bergmann war mit einem derartigen Verfahren, Spionageprozeß. Vor dem vereinigten 2. und 3. Strafwas man sich auch im voraus hätte sagen können, so wenig ein- senate des Reichsgerichts wurde am Montag vormittags 9 Uhr Zur Sonntagsruhe. Die Handelskammer in Osnabrüc verstanden, daß er zur Polizei schickte, um den Leichendiener zur der Spionageprozeß gegen den Kohlenhändler Andreas Hanné hat die Anfrage des Regierungspräsidenten wegen der Sonntags verstanden, daß er zur Polizei schickte, um den Leichendiener zur aus Montigny bei Met verhandelt. Die Anklage ist erhoben ruhe im Handelsgewerbe dahin beantwortet, daß für Verantwortung ziehen zu laffen. Eine strafbare Handlung konnte nicht entdeckt werden, doch aus den§§ 3 und 1 des Reichsgesetzes vom 3. Juli 1893 gegen Osnabrück Aenderungen der Bestimmungen nicht gewünscht wurde Werk auf der Stelle feines Postens enthoben. den Verrath militärischer Geheimnisse und aus§ 47 werden; für das Land sei dagegen zu erwägen, ob es nicht des Strafgesetzbuches( Mitthäterschaft). Die Anklage verzweckmäßig tritt Reichsanwalt Schumann; die Vertheidigung führt emäßig wäre, vor dem Hauptgottesdienst eine Stunde und nach demselben vier Stunden freizugeben. Justizrath Dr. Eelig. Zu der Verhandlung, welche In Mannheim notirte ein Schuhmann auf dem Friednicht öffentlich stattfindet, sind 11 Zeugen und 4 Sachverständige hose mehrere Personen wegen angeblicher Verlegung der Sonngeladen. Der Angeklagte Hanné wurde wegen Beihilfe zu dem tagsruhe, weil sie die Gräber ihrer Angehörigen begoffen hatten. in§ 1 des Reichsgefezes gegen die Spionage gedachten Ver- Aehnliches ist unseres Wissens auch anderwärts vorgekommen. brechen zu vier Jahren Zuchthaus und sieben Jahren Ehrverlust Für den Fall, daß den Lesern des Vorwärts" einmal dasselbe und Polizei Aufsicht verurtheilt. Der bereits verurtheilte passiren sollte, sei bemerkt, daß die Pflege der Gräber durch die Sergeant Schreiber hatte einen Zünder C 92 entwendet und Angehörigen der Todten selbstverständlich nicht durch die gesetzdurch Hanné nach Jouy fahren lassen. Auf dem Wege dorthin lichen Bestimmungen über die Sonntagsruhe verboten ist. erhielt der frühere französische Polizeikommissar Ismert den Zünder. Verhaftet wurde in Rigdorf der Buchhalter Lipkom aus Berlin, welcher in einem Geschäft in der Leipzigerstraße angestellt war und die Gelegenheit benugt hatte, seinem Chef den Betrag von 1000 M. zu entwenden. Einen Theil des Geldes hat 2. zur Bezahlung alter Schulden verwandt, mit dem Rest jedoch eine Vergnügungsreise unternommen. Bei seiner Rückkehr von der selben erfolgte seine Festnahme. Die Frauensperson, welche in Männerkleidern die Benzinfendung an den Polizei- Obersten Krause in Fürstenwalde auf die Post gegeben hat, soll, wie einige Blätter wissen wollen, sistirt worden sein. Da jede nähere Angabe fehlt, so ist diese Meldung mit größter Vorsicht aufzunehmen. Ein Kulturbild. Vor der Schloßkaserne in Spandau fand Sonnabend Abend zwischen Soldaten des Elisabeth- Regiments und Biviliften eine blutige Schlägerei statt, bei der von ersteren blank gezogen wurde. Auf beiden Seiten kamen Ber: legungen vor. Ganz erheblich wurde der Kontrolleur des Gas beleuchtungswesens am Arm verwundet. Von beiden Theilen sind die Namen der Schläger festgestellt worden. zurückkehrten. W Versammlungen. Siehe auch Jnferat. Alters und Invalidenversicherung. Der Sih des Schiedsgerichts für den Kreis DIdenburg ist von Oldenburg nach Neustadt in Holstein, der Sitz des Schiedsgerichts für den Kreis Stormarn von Oldesloe nach Wandsbek, der Siz des Schiedsgerichts für den Kreis Zondern von Zondern nach Niebüll verlegt worden. bescheinigt worden. In Mainz ist die Errichtung eines städtischen Ars beits nachweises so gut wie sicher, nachdem die juristische Rommission der Stadtverordneten dem Projekt zugestimmt hat. Das Arbeitsnachweis- Amt soll zugleich als Einigungsamt bei Streits 2c. dienen. was bedarf es also weiter Vermischtes. Ueber die freie Arztwahl veröffentlichen im Anschluß an die lehthin stattgefundenen Versammlungen bürgerliche Blätter die verlogensten Berichte. Unter anderem wird behauptet, die Krankenkasseuwvesen. Daß sie dem§ 75 des KrankenParteileitung hätte gegen die freie Arztwahl Stellung genommen, versicherungs- Gesetzes, vorbehältlich der Höhe des Krankengeldes in deren Namen der Reichstags- Abgeordnete Schmidt gegen die beim vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe Reichstags- Abgeordnete genügt, ist der Männer Krantentaffe zu Schwan. freie Arztwahl gesprochen habe. An der ganzen GeEin Schadenfener wüthete Sonntag Abend auf dem den schichte ist natürlich kein wahres Wort. In der Dis Hofdekorations- Malern Frohns u. Plath gehörigen Grundstück fussion, die zwischen den Genossen Dr. Heymann und Albrechtstr. 105 zu Steglitz. Gegen 73/4 Uhr abends stand der Schmidt sich abspielte, ist wiederholt erklärt worden, daß die Dachstuhl des ausgedehnten Gebäudes in Flammen. Die Feuer Partei mit der ganzen Angelegenheit garnichts zu thun hat, viel wehren von Steglitz, Lichterfelde, Südende, Wilmersdorf, Schmar- mehr die Stellung zu dieser Frage mit der Angehörigkeit zu unserer gendorf, Rixdorf 2c. waren alsbald zur Stelle und richteten einen Partei in feiner Weise zusammenhängt. Weder der ParteiAngriff gegen das verheerende Element. Gegen 91/2 Uhr abends vorstand noch irgend eine andere zur Vertretung der Partei be- In Hannover hatte die Polizei, die sich ihre sächsische traf die telegraphisch herbeigerufene Berliner Feuerwehr auf der rechtigte Körperschaft hat daran gedacht, zu der Frage Stellung Kollegin zum Muster genommen zu haben scheint, die„ Graphische Brandstätte ein; zu dieser Zeit war das Feuer aber schon soweit zu nehmen. Liedertafel" für einen politischen Verein erklärt und deshalb die bewältigt, daß die beiden Berliner Löschzüge( 9 und 12) Laut Beschluß einer im Zentrum stattgehabten Maurer- Einreichung des Mitgliederverzeichnisses und der Statuten vergar nicht in Thätigkeit zu treten brauchten. Tausende waren versammlung fanden am 7. d. M. nochmals zwei öffentliche langt. Die„ Graphische Liedertafel" ist zwar eine ganz harmlose herbeigeströmt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Die durch die Maurerversammlungen statt zwecks Stellungnahme zur Erhöhung Sängervereinigung, sie gehört aber dem Bunde der vereinigten Albrechtstraße führende Linie der elektrischen Bahn mußte ihren des Lohnes und Verkürzung der Arbeitszeit. Die Versammlung Arbeiter Liedertafeln" Betrieb auf zwei Stunden einstellen. Der Dachstuhl des vom für den Norden tagte bei Gründel in der Brunnenstraße, wo Beugniß, daß sie unter Polizeiaufsicht gehört! Die„ Graph. LiederFeuer heimgesuchten Gebäudes ist total zerstört und der Brand- selbst der Maurer Fiedler referirte. Redner bedauerte, daß tafel" kehrte sich nun nicht an den Befehl der heiligen Hermandad, schaden bedeutend. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis in die Vertrauensleute beim besten Willen nicht in der Lage seien, weshalb ihr Vorstand 15 M. Strafe berappen oder auf drei Tage die frühen Morgenstunden hin. Der erste Angriff des Feuers Material vorzulegen, da sich nur ein Kollege gemäßigt gesehen ins Loch marschiren sollte. Es wurde dagegen richterliche Ent verzögerte sich, weil die Führer fast sämmtlicher Feuerwehren habe, irgend welche Mißstände von den Bauten mitzutheilen. Scheidung angerufen und diese war von Erfolg. Vorm Schöffen auf dem Verbandstage zu Neuruppin weilten und erst abends Dies sei um so beklagenswerther, als ringsum im lieben Deutsch- gericht zerfloß der polizeiliche Scharfsinn in nichts. Das Gericht land die Kollegen sich aufrafften, um der Bedrückung seitens des erkannte auf Freisprechung des Vorsitzenden der Liedertafel, da Polizeibericht. Am 6. d. M. nachmittags wurde an der Unternehmerthums entgegenzutreten. In vielen Städten sei der nicht der geringste Beweis dafür erbracht wäre, daß sich der Ecke der Thurmstraße und der Thusnelda- Allee ein Mann durch Streif bereits ausgebrochen, theils stehe der Ausbruch Verein mit öffentlichen Angelegenheiten befasse. eine Droschte überfahren und oberhalb des linken Auges an- eines solchen bevor. Redner konnte nicht umbin, den Kollegen, die scheinend schwer verlegt. In der Luisenstraße fiel ein zehn- als Streitbrecher nach Flensburg gemacht sind, bittere Vorwürfe zu jähriger Knabe beim Bersuch, auf einen in der Fahrt befind- machen. Die Bauthätigkeit in Berlin fei nicht eine derartig lichen Bäckerwagen aufzuspringen, vom Trittbrett herunter, schlechte, daß es nöthig wäre, nach Flensburg zu reisen und dort Dampfer- Explosion. Aus Brüssel meldet der Telegraph: gerieth unter die Räder und erlitt einen Bruch des linken für 45 Pf. Stundenlohn zu arbeiten. Der Durchschnittslohn in Unterschenkels. Eine gleiche Verlegung erlitt ein Arbeiter, Berlin betrage zur Zeit 50 Pf. Derselbe habe sich somit etwas Am Sonntag Abend explodirte der Ressel eines Dampfschiffes welcher infolge von Trunkenheit in dem Kommunikationswege gehoben. Die Bauverhältnisse seien allerdings miserable. Von auf dem Kanal Laeken. Vier Personen wurden getödtet. Eine zwischen der Köpnickerstraße und der Oberbaumbrüde vom 150 Bauten in Berlin würde auf mindestens 100 Bauten über nach tausenden zählende Boltsmenge ftrömte zu der UnglücksWagen herunterfiel. In einem Bankgeschäft tödtete sich der Feierabend gearbeitet. Die Behandlung auf den sogenannten ſtätte. Der Kurort Darnwar ist nach einer Meldung aus Kassirer durch einen Schuß in das Herz. Außerdem Schinderbauten" sei eine geradezu unwürdige. Nicht besser sei begingen im Laufe des Tages vier Personen Selbstmordversuche. es auf staatlichen Bauten. Auf dem Bauplatz für das Kaiser Agram infolge eines Wolfenbruches überschwemmt. Wie verWilhelm- Denkmal würden täglich 12-13 Stunden gearbeitet bei lautet sind 2 Personen dabei um das Leben gekommen. einem Stundenlohn von 50 Pf. und einer vierzehntägigen Lohn- Die Genfer Millionenerbschaft. Ein wahres Danaer auszahlung. Ebenso geben die Einrichtungen auf den städtischen geschent war die Millionen Erbschaft des Herzogs von Bauten zu Klagen Anlaß. Die Schuld an solchen Verhältnissen Braunschweig für die Republik Genf. Das Testament wurde Zu welchem Zweck ist Anklage wegen Beamten- maß Redner den Kollegen felbft bei, indem sie schwachmüthig bekanntlich von natürlichen Erben des Herzogs angefochten. beleidigung erhoben worden? Die dritte Straffammer am ruhig alles über sich ergehen ließen, ohne auch nur den geringsten und mit Glück. Die Republik Genf hat nicht nur einen Vermächtnisses zurück zu zahlen, Landgericht II hatte ihre Zeit am Montag an einer Angelegen- Schritt zur Abwehr zu thun. Eine derartige Versumpfung der großen Theil des heit zu verwenden, bei der gewöhnliche Menschenkinder, die sich Berliner Maurer sei mit deren Bergangenheit unvereinbar. fondern soll jezt auch noch an die französische Republit eine nicht in den Gedankengang der berufsmäßigen Schüßer der heutigen Die Vertrauensleute hätten voll und ganz ihre Schuldigkeit Erbfteuer von 3 800 000 Franks zahlen. Das kommt von der Ordnung gegen die Parteien des Umsturzes hineinversehen können, gethan, jezt müßten auch die Kollegen ihre Schuldigkeit thun. Freundschaft solch hoher Herren! der folgenden wohl vergebens eine Antwort auf die obige Frage suchen. Der In Diskussion wurde Ein Kulturstaat als Schinderknecht. Man schreibt aus Die allgemeine in Rigdorf sowohl ziemlich jedem Beamten, wie auch Lage lebhaft erörtert. Als besonders schlecht wurden die Ver: London: Oskar Wilde, der zum" hard labour" verurtheilte sonst algemein bekannte Parteigenoffe Feodor Siegerist war hältnisse geschildert bei dem früheren Kollegen, jezigen Bau-„ Aesthete", soll bald in jenes Stadium milderen Straflebens wegen Beleidigung eines Gendarmen angeklagt worden. Der unternehmer Meier und namentlich auf dem Danziger Felde. treten, in welchem es ihm gestattet werden wird, täglich eine Anklage liegt nach offizieller Beleuchtung folgender Thatbestand" Angesichts der herrschenden Theilnahmlosigkeit wurde von den Stunde lang zu lesen. Von einem der Inspektoren befragt, zu grunde: Rednern fast ausnahmslos von dem Eintritt in eine allgemeine welches Buch er wünsche, verlangte Wilde die Schriften des Seit einiger Zeit ist Wilde Am 18. September v. J. fand in Rigdorf eine öffentliche Lohnbewegung abgerathen, dagegen befürwortet, daß auf den heiligen Thomas von Aquino. Versammlung statt. Nachdem die Diskussion begonnen hatte, Bauten, wo die Arbeiter sich einig sind, eine Verbesserung der aus Gesundheitsrücksichten von der furchtbaren Strafe des Radmeldete sich Siegerift zum Wort, erhielt dasselbe und nannte bei Beginn Verhältnisse zu erringen versucht werden möge. Eine allgemeine brehens( der Gefangene muß sich in seiner Zelle mit den Händen feiner Ausführungen Name und Wohnung. Das soll aber so Lohnbewegung wurde für das tommende Frühjahr in Aussicht an Ringen festhängen, während seine Füße auf das knapp vor schnell geschehen sein, daß der überwachende Gendarm die An- genommen. Besonderes Aufsehen erregte die Mittheilung, daß seinem Fenster befindliche und in stetem raschen Gange zu er gaben nicht verstehen konnte; derselbe wandte sich daher mit einer auf einem Bau in der Kronenstraße die leistungsfähigeren Maurer haltende Rad gestellt werden) befreit. Er ist jetzt mit dem Flechten bezüglichen Frage an den Vorsitzenden, Tischler Hoppe, der nun den 50 Pf.. die schwächeren dagegen 421/2 Pf. Stundenlohn erhalten. von Strohmatten beschäftigt. Redner unterbrach und noch einmal nach Namen und Wohnung fragte. Die Versammlung gelangte schließlich zu folgender BeschlußWieder erfolgte die Antwort so schnell, daß der Gendarm dem Borsigen- fassung: Die heutige Versammlung erklärt, den Beschluß der den sagte:" Ich habe das nicht verstanden, haben Sie das ver- Versammlung vom 19. Juni d. J. insofern aufrecht zu erhalten, als ftanden?" Der Vorsitzende verneinte diese Frage und unterbrach sie den Vertrauensmännern Material über Lohn- und Arbeitsnunmehr den Redner zum dritten Male mit derselben Frage. verhältnisse so schnell als möglich zu übermitteln sich verpflichtet, um Siegerist gab zwar nun die Antwort, so daß der gegen das schamlose Treiben einzelner Unternehmer öffentlich Gendarm sie jetzt verstehen mußte, sette aber hinzu: vorgehen zu können. Die Versammlung beauftragt die VertrauensDas nächste Mal werde ich meinen Taufschein mit- leute, innerhalb 14 Tagen weitere Versammlungen in dieser Anbringen!" Diese Bemerkung veranlaßte in der zahlreich be- gelegenheit einzuberufen." suchten Versammlung einen Beifallssturm und ironisches Ge- Die zweite Versammlung tagte in dem Lokal von lächter. Darauf löfte ein zweiter Gendarm die Versammlung Hente, Naunynstraße. Ueber das gleiche Thema sprach hier der wegen entstandener Unruhe auf. Nun hatte der erste Gendarm Maurer Kade. In der Dislussson wurden die von dem Refezwar feinen Antrag wegen Beleidigung gestellt, doch hatte er renten geschilderten Uebelſtände bestätigt und von einigen sich vielleicht mehr über das Verhalten der Versammlung, Rednern die Zustände auf ihren Arbeitsstätten geschildert. als über die Worte des Redners Er Auf mehreren Bauten werden Ueberstunden gemacht; vielfach be= - geärgert. flocht diese Episode in seinen vorschriftsmäßigen Bericht lagen sich die Arbeiter über unwürdige Behandlung seitens der Das Gendarmerie Bauunternehmer. Erfolg verspricht man sich nur von einem an die vorgesetzte Behörde ein. tommando fand in der Aeußerung des Siegerist eine Be- plöglichen Vorgehen; eine längere Vorbereitung habe nur zur Teidigung des Gendarmen und stellte für diesen Straf- Folge, daß sich die Unternehmer bei Zeiten nach Erfaz umsehen. antrag. Das Rirdorfer Schöffengericht sprach aber den An- Immerhin könne, wie die Verhältnisse jett liegen, bei einer Gerichts- Beitung. Wie klein erscheint doch das Wilde vorgeworfene Bergehen gegenüber den bestialischen Quälereien und Foltern, die hier von Rechtswegen" an ihm verübt werden. Aus Charleroi wird berichtet: Von den 280 Opfern, welche bei der vor drei Jahren in Anderlues erfolgten Explosion ums Leben kamen, fonnten 15 seinerzeit nicht aufgefunden werden. Gestern fand man nun vier Leichen, die hart wie Mumien waren und noch Werkzeuge in den Händen hielten. Aus Syracus wird berichtet: Auf der Landstraße 3 Kilometer von Syracus entfernt wurde ein Leichnam mit einem Revolverschuß in der rechten Schläfe gefunden. Derselbe wurde als der eines Deutschen festgestellt, der sich seit einiger Zeit in Syracus behufs Alterthumsstudien aufhielt. Man glaubt an einen Selbstmord. Briefkaffen der Redaktion. ir biten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwet Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. $. P. 23 Westftr. Paterson N. Y. Herzlichen Dank. Jede Sendung wird benugt. Gruß. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 9. Juli Neues Theater. Tata- Toto. Schiller- Theater. Die Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Alexanderplatz- Theater. botene Liebe. BOO Ver National Theater. Im Jrrenhause. Theater Unter den Linden. Miß Helyett. Apollo Theater. Ein Abenteuer im Harem. Friedr. Wilhelmstädtischer Park. Berlin amüsirt sich. Flora- Charlottenburg. Cavalleria rusticana. Die schöne Galathée. Schiller- Theater ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Hochzeitsreise. Flattersucht. Donnerstag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Freitag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen) der Liebe. Einer muß heirathen. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Im Irrenhause. Sensations- Schauspiel mit Melodramen in 5 Aften und 8 Bildern von H. B. Regie: Mar Samst. 1. Bild: Zwei Hallunken. 2. Bild: Ein tiefes Geheimniß. 3. Bild: Der Rächer. 4. Bild: Die Geheimnisse des Frrenhauses. 5. Bild: Ein Verräther. 6. Bild: Der Plan des Teufels. 7. Bild: Die Tochter des Verbrechers. 8. Bild: Der Giftmord. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Nationaltheater Garten: Gr. Konzert u. Spezialitäten. Auftreten des vollständig neuen Spezialitäten- Personals. Kaffenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Entree 20 Pf. Reservirter Platz 40 Pf. Friedrich- Wilhelmstädtischer Concert- Park 25/26 Chaussee- Straße 25/26. Täglich ausverkauft! Die Strömung geht zu. Berlin amüsirt sich. Thränen muss man lachen! Die grösste Zugkraft!!! Zum todtschreien! Jan Zum trudeln! Zum platzen! Ferner: Cancan in Lumpen. Die Sünde von Nini Diva. Der Unfassbare, große Pantomime. 34 Nummern. Entree 30 Pf. Mittwoch: Wien in Berlin. Reichshallen, Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree der Norddeutschen Quartettu. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Von der Kanalfeier. Ensembleszene. W. Noack's Sommer- Theater, Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Jm Saale: Grosser Ball. Die goldene Insel. Operette von Anton Anno. Robert Dill, Liederfänger. Geschwister Morre, Duettisten. Clara Jordan, RostümSoubrette. Rappo- Trio, Equilibristen. F. Nagel's Sommer- Theater Schwedterstr. 23| 24. Jeben Dienstag und Donnerstag: Hamburger Sänger beliebteste Gesellschaft( 8 Herren). Anfang 8 Uhr. NB. Saal u. Garten( 1200 Perf.), fleine u. gr. Vereinszimmer noch zu vergeben. Urania Volksgarten Gr. Volksversammlung Anstalt für volksthümliche( ebem. Weimann's Volksgarten) Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Täglich: Rettung aus Gesundbrunnen. Badstr. 56. Direktion: Max Samst. Heute sowie täglich: Grosses Konzert u. Theater- Vorstellung. Charley's Tante. Große Posse mit Gesang und Tanz. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des Berl. Original- Komikers Wilhelm Fröbel und Franz Becke. Chansonetten, Soubretten, Liedersänger, Luftgymnastik 2c. Täglich: Familien- Ball. Rassenöffnung 3 Feuersgefahr feng 8 Uhr.- Anfang des durch die Feuerwehr Castan's Panoptikum. Das Bärenweib. Ein Flug durch die Luft! Bestrafte weibliche Eitelkeit. Aktien- Brauerei Friedrichshain AICHSHAIN ( Königsthor). Heute Dienstag: Grosses MilitärKonzerts 4 Uhr. zu gunsten der Arbeiter- Bildungsschule am Mittwoch, den 10. Juli, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Gründel, Brunnenstraße 188. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Arthur Stadthagen über: Das Märchen von der Unab2. Diskussion. hängigkeit des Richters." Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein 4/1 für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. General- Versammlung Gebe den prachtvollen Weimann'schen am Dienstag, 9. Juli, abends 8 Uhr, im Kösliner Hof, Volksgarten an Vereine wochentags unentgeltlich ab. Röslinerstr. 8. Zages Ordnung: 1. Antrag des Vorstandes. 2. Diskussion. 3. Kaffenbericht. 8. Bericht C. Fröhlich's ber Revisoren. 4. Fragekasten. 5. Vereinsangelegenheiten. Gesellschaftssäle und Garten Schönhauser Allee 161. Jed. Sonntag, Dienstag u. Sonnabend: Sattler! 246/1 Concert, Specialität.- Vorstellung. Mittwoch, 10. Juli, abends 8 Uhr, in Cohn's Festsälen, Anfang 7 Uhr, Entree frei. Sonntags Anf. 4 Uhr. Programm 10 Pf. ed. Montag: Gr. Concert. Entree frei. Jed. Sonntag, Montag, Mittwoch: Ball. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Entree: Kinder 10 Pf.. Erwachsene frei. Kaffeeküche täglich v. 2 Uhr ab geöffnet. Für Vereine u. Gesellsch. v. 200 Pers. Spezialitäten- Borstellung frei.[ 28322 Buß Ball- Säle und Garten, Frei- Konzert. Gr. Frankfurterstr. 85. Programm Sonnabend, 17. August u. 28. Sept. unentgeltlich. unentgeltl an. Vereine zu verg.[ 20226 Ausstellung Italien in Berlin. Station Zoologischer Garten. Heute: Grosses Festprogramm. 41/2 Uhr: Die Bersaglieri: Maestro Gatti. 71/2 Uhr: Maestro Gialdini mit seinem weltberühmten SymphonieOrchester aus Mailand. 11 Uhr abends: Grosser Umzug der Bersaglieri. 22 italien. Musik- und Tanztruppen, darunter die berühmten TarantillaZänzerinnen Marano, sowie der beste italienische Komifer Ruvinazzi aus Neapel. Während des ganzen Tages Vorführung der ital. Seidenspinnerei, Glasbläserei, florentinischen Strohflechterei, Mosaikfabrikation, Holzschnitzerei u. s. 10. Entree 50 Pf. Donnerstag, den 11. Juli 1895: V. grosser Elitetag. Beuthstraße 20( großer Saal): Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die sanitären Zustände bei Wunderlich. 2. Was haben wir durch unsere bisherige Bekämpfung der Sonntagsruhe erreicht?( Die Vertreter der Innung sind hierzu brieflich eingeladen.) 8. Vorlegen und Unterzeichnung der Betition an das Kriegsministerium behufs Beseitigung der Hausindustrie. 156/2 NB. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, besonders die von Wunderlich. Die Agitations- Kommission. J. A.: Bruno Pörsch, Rigdorf, Steinmebitr. 24. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Vertrauensmänner- Versammlung Donnerstag, den 11. Juli, abends 8/2 Uhr, Osten u. Nordosten: im Lokale von Gold, Gr. Frankfurterkr. 133. Tages- Ordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Die Kollegen der Werkstellen werden ersucht, sich durch Vertrauens männer zahlreich vertreten zu lassen. Die Ortsverwaltung. 76/4 Verein der Arbeiterinnen an Buchdruck- Schnellpressen. Mittwoch, den 10. Juli, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Bergner, Annenstraße Nr. 16: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vierteljahres- Kassenbericht. 2. Besprechung über einen Ausflug event. Sommernachtsball. 3. Verschiedenes. Bu dieser Versammlung haben nur Mitglieder Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. 20176 Charlottenburg! Eine Hochzeit zu Portici Oeffentliche Versammlung im Jahre 1848. Entree I Mark. Freitag, den 12. Juli 1895: Zweiter Familientag. Kinder, die in Begleitung Erwachsener erscheinen, zahlen an diesem Tage ein Entree. Entree 50 Pf. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Platz, Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Regie: R. Hintsche. Garten- Concert von der 24 Mann starken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors W. Carlon's. Anfang Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Bf. Wochentags 5 Uhr. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. 2 M. Vollst.schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Rep. des Sozialdemokratischen Wahlvereins am Donnerstag, den 11. d. Mts., abends 8 Uhr, im Lokale Bismarckshöhe, Wilmersdorferstrasse 39. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Lux über: Die wirthschaftliche Grund lage des Sozialismus. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nochmals machen wir darauf aufmerksam, daß wir am Sonntag, den 14. b. M., nachmittags 1 Uhr, die Urania" besuchen. Sondervorstellung: Das Erdbeben in Laibach. Billets sind zu haben in unseren Zahlstellen: Bredlow, Augsburgerstr. 78; Gimpel, Osnabrückerstr. 28; Krause, Bismardstr. 74; Homuth, Krummeftr. 19; Wolter, Magazinstr. 15, u. bei sämmtlichen Vorstands Der Vorstand. mitgliedern. Gauverein Berliner Bildhauer. Am Sonnabend, den 13. Juli 1895: Großes Sommer- Fest in der Neuen Welt, Hasenhaide, bestehend in Künstl.Zähne sot. Thellz. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. gr. Doppelfouzert, Auftreten der bedeutendsten Spezialitäten. Schweizer Garten Am Königsthor. Täglich: Am Friedrichshain. Tyrol in Berlin, Großartige Gebirgsszenerie mit Alpenglühen, hierbei Auftreten der durch ihre vorzügliche Leistungen bekannten Tyroler Sängergesellschaft Wallberger. Bei eintretender Dunkelheit Großes Monstre- Feuerwerk. Konzert, Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. In beiden Sälen gr. Ball. Im Theaterſaal großes, noch nie dageweſenes # Troupe Latori( 6 Personen), preisgekrönte Parterre Afrobaten. Dähn und Walde, Original Rarritaturisten. Charles Wolff, Grotesque Komiter. Martha Stella, Chansonett Excentrique. Litte Münch, Mäge, Wuttke, die urdrolligen Sachsen. William, der fühnste Pyramidenkünstler. Brothers Zoritas, am fliegenden Trapez. Schulte und Zerner, Gesangs- Tanz und Charakter- Komifer. Neu! Ein weiblicher Rafir salon. Große Posse mit Gesang und Tanz. Im großen Saale: Ball. Entree 30 Pf. Neu! OBELDW Extra- Cabinet. Eröffnung 4 Uhr. Anfang des Konzerts 5 Uhr. Entree 25 Pf., an der Rasse 30 Pf. Die Kaffeeküche ist von 4 Uhr an geöffnet. Billets sind in allen mit Plakaten helegten Handlungen, im Vereinslokal Annenstr. 16, sowie bei den Kollegen Prahm, Lichtenbergerstr. 14, 3 r., Stößer, Waldemarstr. 65, 2 Tr., D. Meyer, Streligerstr. 28, 4 Tr., zu haben. Heute, Dienstag, den 9. Juli, abends 9 Uhr, Annenstraße 16: 2018 Ordentliche General- Versammlung. Der jezige Verwalter N. Prahm wohnt Lichtenbergerstr. 14, 8 Tr. Die Sprechstunden desselben sind wie bei seinem Vorgänger. Stettiner Sänger Täglich( außer Sonnabends): Victoria- Brauerei Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Lützow- Strasse No. 111-112, nahe Potsdamerstr. Jm herrlichen Konzert Garten, bei schlechtem Wetter 1 im Saal. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf., Vorverkauf 40 Pf. und Familienbillets à 1 Mt.( für 3 Personen giltig), fiehe Plakate. Nenes, großartiges Programm! Der Vorstand. Achtung, Vergolder! Die Restanten werden dringend ersucht, ihren Verpflichtungen dem Verbande gegenüber nachzukommen, widrigenfalls wir energisch gegen dieselben vorgehn, und auch ihre Namen im Vorwärts" veröffentlichen. Der Vorstand. 225/1 Rohtabak empfiehlt zu billigsten Preisen[ 2694L* BrunnenE. Schwarz, Strasse 194. Dank. Anläßlich der Beerdigung unseres verstorbenen Bruders des Malers Adolf Otto sagen wir dem Verbande der MöbelPorzellanarbeiter, dem Herrn Chef Gelegenheitskauf unferes Bruders, seinen Kollegen, feinem Bimmerwirth, speziell jedoch Herrn 3u außergewöhnlich billigen Preisen. A. Bechert, welcher sich des Todten Für Brautleute ganze Einrichtungen und unser in so liebenswürdiger Weise stattet. Elegante Nußbaum- u.Mahagonivon 200-1000 m. Theilzahlung geangenommen hat, unseren herzlichsten Kleiderspinden und Vertikows 30 M., Rumburg, den 5. Juli 1895. Familie Otto. Dank. 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A.: J. Söfner. Verein d. Arbeiter u. Arbeiterinnen der Wäsche und Kravattenbranche. Versammlung Mittwoch, den 10. Juli, abds. 81/2 Uhr, bei Buste( Seefeld), Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht. 2. Wahl der Revisoren. 3. Ausgabe der Frage bogen. 4. Abrechnung von unserem legten Vergnügen. 5. Ausgabe der Uraniabillets. 6. Gewerkschaftliches. Die Kollegen der Firma Kraft und Jakoby werden speziell gebeten, die Versammlung zu besuchen. 251/1 Der Kassirer M. Stanowsky wohnt Schillingstr. 35a. Gäste sind willkommen. J. A.: Carl Hergt, Landwehrstr. 1. Bekanntmachung! " " Im Auftrage der Versammlung selbst ständiger Barbiere des Dftens, welche am 12. v. M. tagte, bringen wir dem geehrten Publikum hiermit zur gütigen Kenntnißnahme, daß die Barbiere: Herr Ebel, Mühlenstr. 59,[ 27802* Kriemmling, Pallisadenstr. 87, Treffehn, Krautstr. 28, Herren Gebr. Hohaus, Krautstr. 9, Herr Köseling, Langestr. 36, Bergmann, Zorndorferstr. 2, einem Versammlungsbeschluß entgegen, trot gegebenem Ehrenwort und Unterschrift, ihr Geschäft an Sonn- und Feiertagen um 2 Uhr nachmittags zu schließen, nicht nachkommen, sondern ihre Kollegen durch längeres Aufhalten ihrer Geschäfte zu schädigen suchen. " Die Kommission: Ed. Freyer, Münchebergerstr. 3. Franz Jablonski, Rönigsbergerstr. 30. Schenk, Fürstenwalderstr. 5. M. Schneider, Breslauerstr. 22. In Berfolg unserer Bekanntmachungen vom 25. Juni und 2. Juli berichtigen wir auf Verlangen, daß die Herren Schützenstr. 2, Möbelfabrik. Milchgeschäft, gangbar, bill, weg. Krankheit zu verkaufen. Offerten unter F. T. Poftamt 68. Verlangen Sie gratis 2023b mein neues illustrirtes Preisbuch über Taschenuhren, großen Vortheil werden Sie da durch haben. 95/1 Gottl. Hoffmann, St. Gallen. Möbel- Kaufgelegenheit. 22658* C. Bolzmann's Gesellschafts- Säle, hältlich. Lichtenbergerstr. 16. 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