Nr. 71 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 36 Bezugsvreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlic 8, Reichsmart Doraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich aweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adrese: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenvreise: Die einfpaltige Nonpareille. seile 80 Pfennia. Reflamezeile 5. Reichsmart. Kleine Anzeigen das fettgedrudte Wort 25 Brennis ( auläffia zwei fettgedruckte Borte). jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Bfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch Staben aählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Aeußerst zahlreich sind jene ,, nationalen Vereinigungen", auf denen fich das heute in Ungarn herrschende Regime aufbaut. Wirft man nun einen Blick in die folgenden Dokumente Ungarns, so sieht man, daß eine jede der offenen nationalen Bereinigungen auch eine geheime Organisation hat, und daß die Mitglieder der Regierung Bethlen sich in der Leitung der geheimen Organisationen brüderlich mit jenen Männern treffen, die vor der Deffentlichfeit, als Führer der nationalen Bereinigungen, als ihre Gegner erscheinen. Als Verband der gesellschaftlichen Vereine"( ungarisch: ,, Tarsadalmi egyesületek szövetsége" in Abkürzung: Tesz"), dessen Präsident der aus feinem Briefwechsel mit dem Grafen Bethlen bekannte Baron Sigismund Berényi ift, spielt diese Organisation, eine Hauptrolle im politischen Leben Ungarns. Aber noch viel wichtiger ist die Rolle der geheimen Organisationen. Diese sind ganz wie die öffent lichen Vereine in einer Spitenorganisation verbündet, die den Titel„ Brüderlicher Berband" führt.( Der ungarische Titel lautet„ Testvér Szövetség", und in Abkürzung ganz wie der öffentliche Verband Tesz".) Hier wie dort ist Präsident Baron Berényi, der als lang jähriger Berwaltungsbeamter und als gewesener Innenminister des weißen Terrors Erfahrungen in der Organisation hat. Ganz eigenartig ist die Leitung und ihre Zusammensetzung. Neben der achtgliedrigen geschäftsführenden Direktion steht die eigentliche politische Direktion, die in Erinnerung an den militärischen Charakter der ganzen Geheimorganisation den Titel ,, a ger" führt. In den beiden Di= reftionen sigen nicht bloß die Führer und Leiter der einzelnen geheimen Organisationen, sondern auch eine große Reihe von hohen Militärs und Beamten, sowie Ministerpräsident Bethlen, so daß danach nicht nur die Regierung, sondern auch fast die gesamte Administration und große Teile der Armee in den Händen der geheimen Organisationen sind. Derart kann denn ohne Uebertreibung gesagt werden, daß recht eigentlich ganz Ungarn in den Händen diefer geheimen Spikenorganisationen ist. Da aber eine solche geheime Organisation viel Geld verschlingt, ein Einbruch in benachbartes Gebiet noch mehr fosten würde, die Regierung aber wegen der ausländischen Finanzfontrolle ziemlich knapp sein muß, gedachte man, wie so oft schon in den letzten Jahren, mit Hilfe von gefälschten fremden Geldern sich zu helfen. Da es sich aber jetzt um ein viel größeres Unternehmen handelte, wollte man auch das Geld fälschen in viel größerem Stile betreiben. Da alle die Geheimorganisation betreffenden wirtschaftlichen und politischen Fragen vorher in der Direktion besprochen wurden, um dann, menn bezüglich derselben Beschlüsse gefaßt wurden, dieselben als Befehle den Organisationen zu übermitteln, erscheint es als zweifellos, daß auch die Franfenfälschung in der Direttion besprochen und dort beschlossen wurde Der geistige Urheber des ganzen Planes der Frankenfälschung und ihr eigentlicher Leiter war, verläßlichen Berichten zufolge, der Leiter der Operationsabteilung im Kriegsministerium Oberst L. Fischer. Er unterſteht in dieser Eigenschaft weder dem Kriegsministerium noch dem Armeeoberkommando, sondern bloß dem Regenten als obersten Kriegsherrn. Fischer gilt als ausgezeichneter Offizier von großem Wissen. Während der Orden vom heiligen Georg, deffen Chef Baron Berényi ist, die Hauptrolle bei der Durch führung der Fälschungen und beim Vertriebe spielte. Sehr bezeichnend ist auch, daß die Polizeibeamten, in deren Händen die Untersuchung der Fälscheraffäre liegt, fast durchgängig Mitglieder der Direktion sind, ganz ebenso wie jener Richter Paulay, der zur Einholung der Aften nach Holland entsendet war. Horthy versuchte auch, eine ihm treu ergebene Garde, einen neuen Adel zu verschaffen. Für tapferes Berhalten während des Krieges, d. h. für die dem weißen Terror ge= leisteten Dienste, werden noch heute Männer zu„ Helden" ( vitez) geschlagen. Ein solcher Held" bekommt ebenso wie im Mittelalter für seine Verdienste Grund und Boden verliehen. Dies ist die Bedeutung des Wortes„ Held", das in dem angeführten Verzeichnis vor so vielen Namen steht. Die hier mitgeteilte Namensliste wird jedenfalls viel dazu beitragen, Licht zu schaffen in dem wirren Dschungel der ungarischen Frankfälschungen. Die ungarischen Geheimverbände. Brüderlicher Berband. Nationalverbandes( Tesz), gew. Minister des Innern Präsident Baron Sigismund Berényi, Präsident des Geschäftsführende Direktion. Arpad Galochy, Ludwig Fischer, Oberst, Chef der Operationsabteilung im Kriegsministerium; Julius Gömbös, Abgeordneter, gem. Hauptmann des Generalstabes; Sigmund Endic, Abgeordneter; Defider Kovacsics, Obergespan, Regierungsfommiffär für Besitzsteuerabbau und Erwerbslose. Warnung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion stellte| gestellten. Die Zahl dürfte sich allein dadurch um mindestens nach Entgegennahme des Berichts ihrer dem Sozialen Ausschuß angehörenden Mitglieder einstimmig fest: Das in den letzten Tagen bekannt gewordene Regie: bleibt hinter den bescheidensten Erwartungen rungsprogramm zur Erwerbslosenfürsorge und auch hinter der Erklärung des Reichskanzlers weit zurück. Im Dezember wurde die ausreichende Erhöhung der Unterstüßungsfäße und der Ausbau der Verordnung über die Erwerbslosenfürsorge mit dem Hinweis auf das Fehlen einer neuen Regierung zurückgestellt. Jezt, nachdem die Regierung gebildet ist, soll, abgesehen von einer beschränkten Kurzarbeiterunterstüßung, überhaupt nichts weiter geschehen. Nicht unintereffant ist die Gesellschaft zu überblicken, in der fich hier der Ministerpräsident Graf Bethlen befindet. der sich hier der Ministerpräsident Graf Bethlen befindet. Da sind vorerst fnapp neben ihm in der Reihe brei Da sind vorerst knapp neben ihm in der Reihe drei Herren, die schon in der Angelegenheit der Frankfälschung verhaftet sind. Es sind dies: der Landespolizeichef Madoffy, der Bizepräsident des Die von der Sozialdemokratie im Sozialen Ausschuß des öffentlichen Tefz" Josef Szörtsen und der gewesene Kommandant des kartographischen Instituts General a it s. gestellten Anträge auf Erhöhung der Unterſtüßungsfäße, GeDann finden wir dort eine Reihe von Abgeordneten, faft währung von Beihilfen an die Ausgesteuerten und Beseiti lauter Mitglieder der Partei der Rassenschüßler, die im Bar- gung der zeitlichen Beschränkung in der Unterstützungsdauer lauter Mitglieder der Partei der Raffenschühler, die im Bar- find aber das mindest maß der augenblicklich erforderlament Herrn Bethlen„ Opposition" machen. Dann gibt es da Militärs und Militärgeistliche in den allerverschiedensten lichen Notstandsmaßnahmen. Abstufungen bis zu dem bekannten Eideshelfer der Bantnotenfälscher, dem Feldbischof 3 a drapeß. Daß dem Ministerpräsidenten auch noch andere Minister, Staatssekretäre, Ministerialräte, Richter, Staatsanwälte und Polizeibeamte Gefolgschaft leisten, ist nicht zu verwundern. Berwunderlich aber, äußerst verwunderlich ist ein Name: Ivan Hejjas. Er ist der Führer der wilden Mordgesellen, die solange Ungarn heimgesucht, den man in der Bresse und im Parlament offen und ohne Widerspruch als Mordbuben gekennzeichnet ein Direktionsgenosse des Ministerpräsidenten? Man würde es für unmöglich halten, wüßte man nicht, daß Hejjas nicht nur das Zentrum der militärischen Verschwörung, der ja die ganze geheime Organisation dient, sondern, daß dieser Mann auch als Oberbefehlshaber der zukünftigen Berschwörerarmee ausersehen ist. Welcher militärischen Verschwörung? Einmal hat man sie schon an der Arbeit gesehen. Bei dem Einbruch in das Burgenland. Schon damals lehnte die ungarische Regierung jede Verantwortung ab und kennzeichnete diesen Einbruch, der mit ihrer Hilfe vorbereitet war, als spontanen Entrüftungsausbruch der Bevölkerung. " Die Programmrede des neuen Reichsfinanzministers hat die Bestätigung für die Annahme geliefert, daß dem Reiche Mittel zur ausreichenden Milderung der sich ständig verschärfenden Not der unschuldigen Opfer der Wirt schaftskrise zur Verfügung stehen. Bleibt es bei den Absichten der Reichsregierung, die Steuerlaften, also auch die Besitzsteuern zu fenten, aber nichts zu unternehmen, um die Fürsorge für Erwerbslofe zu verbessern, so bedeutet das, daß die Reichsregierung allen Kreisen des Volkes helfen will, mit Ausnahme der am meisten unter der Wirtschaftsfrise leidenden. Die Sozialdemokratie warnt vor einer solchen Politik, weil sie nicht zur alsbaldigen Linderung der Wirtschaftskrise beiträgt. Sie hält den Abbau von Besiz= steuern für unmöglich, folange nicht ausreichend für die Opfer einer falschen Wirtschaftspolitik gesorgt ist. 2 Millionen Erwerbslose. Die Arbeitskrise auf dem Höhepunkt. Das Reichsarbeitsministerium gibt die Zahl der unterstüßten Und ein ähnlicher Entrüftungsausbruch" war auch jetzt Erwerbslofen für den Stichtag des 1. Februar mit 2 030 000 gegen mieder geplant. Nur sollte er diesmal gegen den ötüber 1767 000 am 15. Januar 1926 an. Darunter befinden sich lichsten Teil Teil der Tschechoslowakei, gegen Ruszka Krajna gerichtet sein. Daß gelegentlich der durch diesen Einbruch in der Tschechoslowakei hervorgerufenen Verwirrung in Ungarn ein Königsputsch gemacht werden sollte, ist nur selbstverständlich. Nur rechneten die Anhänger aller 1773 000 männliche( am 15. Januar 1 155 000) und 257 000 weibliche ( am 15. Januar 212 000). Die Zahl der 3uschlagsempfänger steigerte sich für die Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar 1926 von 2090 000 auf 2 359 000. Die Statistit erfaßt zum erstenmal auch die arbeitslosen An90 000 bis 110 000 gesteigert haben. Außerdem ist das Endergebnis der statistischen Erhebung dadurch ungünstig beeinflußt worden, daß sich die Unterstützungszeit von 26 auf 39 bzw. 52 Wochen verlängert hat. Im großen und ganzen ist damit zu rechnen, daß die Verschärfung auf dem Arbeitsmarkt ungefähr am 1. Februar ihren Höhe= punkt erreicht hat. Damit stimmt überein, daß die einzelnen Landesarbeitsämter für den bisherigen Verlauf des Monats Februar einen, wenn auch geringfügigen Rückgang der Arbeitslosenzahlen melden. Kurzarbeiterfürsorge. Am Freitag vormittag wird der Verwaltungsrat des Reichsamts für Arbeitsvermittlung zu der Kurzarbeitervorlage der Reichsregierung Stellung nehmen. Die von der Sozialdemokratischen Reichstagsfrattion gegenüber der Regierungsvorlage geltend gemachten Berbesse. rungsvorschläge, die sich der Unterausschuß des Sozialpolitischen Ausschusses des Reichstages zum Teil zu eigen gemacht hat, finden im Reich wie in verschiedenen Ländern Widerstand bei den Finanzämtern. Bei der Annahme der Regierungsvor lage würden sich die aus der Kurzarbeiterunterstützung ergebenden Mehrkosten auf etwa 12 bis 13 Millionen pro Monat beziffern. Bei Annahme der sozialdemokratischen Bor schläge fämen an Mehrkosten etwa 20 millionen heraus. Die Reichsregierung ist der Auffassung, daß eine größere Summe für die Kurzarbeiterunterstützung schon deshalb nur schwer annehmbar ist, weil jetzt bereits der Betrag für die Erwerbslosenunterstützung pro Februar auf 110 bis 115 Millionen geschäßt werden müßte. Da von sollen nur 36 Millionen auf die Beitragsleistung entfallen, während der Rest sich angeblich auf das Reich und die Länder verteile. Das Reich stellt von diesem Betrag allein wieder rund 36 Millionen. Kein ernsthafter Mensch wird behaupten wollen, daß die finanzielle Unterstützungslast eine Rieinigkeit ist. Man darf aber nicht vergessen, daß der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit sicherlich erreicht ist. Gewiß wird der Rückgang der ErwerbsIcfigkeit nur ganz allmählich sich vollziehen, aber der Beginn dieses Rüdgangs steht schon vor der Tür. Andererseits muß immer wieder daran erinnert werden, daß die ungeheure Schädigung der Volksfraft durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in physischer und sittlicher Beziehung so gewaltig ist, daß jeder Pfennig, der zur Abdämmung der mit der Arbeitslosigkeit verbundenen Gefahren aufgewandt wird, dreißig, sechzig- und hundertfältige Frucht bringt. Die 7 oder 8 Millionen Mehrausgaben, die durch) Bewilligung der sozialdemokratischen Forderungen notwendig sind, sind eine Ausgabe, die Zins und Binjeszinsen bringen wird. Das sollten sich auch die Finanzminister der Länder gesagt sein lassen. Hochwässer; Alexander Mandofy, Oberst, Feldgeistlicher, Nikolaus Majthény, Ministerial- Seftionsret, Direktor der Rassenschüler. partei, Schriftführer; Frau Tibor Unger. Das Lager. Graf Stefan Bethlen, Ministerpräsident; Emmerich Na dofin ,, Landespolizeichef; Josef Szörtsen, Vizepräsident des National verbandes( Tesz); Julius Altenburger; Eugen Zilahy- Riß, gew. hauptstädtischer Magistratsrat; Eugen Hajts, General, gem. Chef des fartographischen Institutes; held" Karl Csörgen, Oberst, Held Emmerich Szvatics, Oberst; Nikolaus Barta, Oberst, gew. Komman. dant der Kronwache, Kommandont des Horthy- Kollegiums: Kornel Barna, Oberstleutnant, einer der Kommandanten des Kolleglums: Géza Langsfeld, Sekretär der Kabinettskanzlei des Regenten; Georg Gorgen, Oberst, Kommandant der Leibwache des Regenten: Ladislaus Ziegler, Hauptmann; Tibor Eckhardt, Abgeordneter; Joan Hejjas, Stefan 3adraveß, Feldbischof; Ludwig Maner, Feldgeistlicher; Emmerich Bonis, Feldge ftlicher; Graf Runo Klebelsberg, Unterrichtsminister; Koloman Szily, Polytechnikums. profeffor; Anton Heckler, Universitätsprofessor; Stefan Kornan, gew. hauptft. Rechnungsrat; Tibor Bamosy, Universitätsprofeffor;" Held" Ladislaus Cfit, Universitätsprofessor; Michael Dömötör, gem. Innenminister; Johann Barany, Universitätsprofeffor: Karl Wolff: Bela Saß, prot. Geistlicher; Held" Bela Olah; Held" Georg Banfagi; Julius Klaufz, Gewerbekünstler; Elemér Kertész; Kari Raan, Staatssekretär im Acerbauministerium; Baul Petri, StaatsJefretär im Kultus- und Unterrichtsministerium; Roman Feli cides, Ministerialrat, Chef der Abteilung für Körpererziehung: Ludwig Kaiser, Kurialrichter; Stefan of 30. Staatsfefretir im Ministerium des Innern; Stefan Biczian, Abgeordneter: Georg Pronay, Staatssekretär im Ministerpräsidium; Johann Szeder, Ingenieur, Sefretär des ungarischen Landesschutzper eines; Andreas 3filinity, Abgeordneter; Franz Ulain, Ab. geordneter; Johann 3sirtan, Abgeordneter; Melchior Rik, Abgeordneter; Julius Baulay, Gerichtshofrichter, Sefretär des Bräsidenten Langer; Ladislaus Romics, tön. Staatsanwalt: Béla Daner, gem. fön. Staatsanwalt; Karl Andreita, Bolizei Oberstadthauptmann- Stellvertreter; Georg Blathy, Abgeord. neter; Georg Bustas, Bolizeirat; Ernst Bauer, Polizeirat: Wilhelm Bénard, Polizeirat; Rudolf Reidl, Polizeirat; Stefan Balocy Horvath; Karl Schiller, Redakteur der Beitung Levente"; Johann Bode, Abgeordneter; Gabriel Ruttka, Ordonnanzoffizier; Aladar Kontra, Evangelischer Geistlicher, Georg Csanady, Journalist als Vertreter des protestantischen Bischofs Ravals; Koloman Tomefanyi, MiniGeheime Bereine, die in dem Bunde zusammengefchloffen find: fterialrat. Die Arpad- Berbände. Es gibt solche in Budapest: im 1. Bezirt, im II. Bezirt, im III. Bezirt, im V. Bezirt, im VI. Bezirt, im VII. Bezirt, im VIII- X. Bezirt, im IV- IX. Bezirk. Der Attila- Verein. Das ist die geheime Organisation der Richter und Staatsanwälte. Sit dieser Geheimorganisation ist im Richterheim. Die Szemere- Gesellschaft. Diese geheime Organisation besteht aus Mitgliedern der Schützengesellschaft„ Szemere". Ihr Führer ist Dr. Bela Szentere, Oberarzt des weißen Kreuzspitals, der vor einigen Jahren in den mit bayerischen Hafenkreuzlern geplanten Ulain- Döhmel- Putsch verwidelt war. Der Orden vom heiligen Georg. Orbensobere: Julius Altenburger und Baron Sigismund Berényi. Der Orden hat auch eine Frauenorganisation. Füh. rerin diefer Organisation ift: Baronin Adele Bornemisiaa. Si dieses Geheimordens ist in den Amtsräumen des Nationalbundes. Verband der hunnisch- magyarischen Blutsbrüder. Der öffentliche Name dieser geheimen Gesellschaft lautet: Ratocn gesellschaft. Ihr Siz iſt die Ofener Redoute. Zu ihren bekannteren Franz 3althy, Blafius Szépvizy. Der Verband ist in vier Gruppen geteilt: Novicius, die guten Magyaren, Magier, Seher. Ungarische Frauen. Es ist dies die Geheimorganisation der Nationalverbände der magyarischen Frauen. Führerinnen des Geheimverbandes find: Cecilie Tormay, Frau Afufius To perczer, Frau Tibor Unger, Gräfin Raphael 3i chn und Antonia Lindmaner, die gleichzeitige Präsidentin des weiblichen Pfadfinderverbandes. Hunnia. Dies ist die Geheimorganisation des Vereins der magnarischen Technifer, Hungaria". Diese Geheimorganisation ist in folgende Gruppen eingeteilt: Sigma, Mastaba, Delta, Ro. Ziegel, Hunnia. Gefamipräsident iſt Dr. Koloman Szily, Professor an der Bolytechnischen Hochschule. Jugendpräsident ist: held" Béla Olah. Kommandant der Geheimorganisation ist Oberstleutnant Kornel Barna. Präsident der Gruppe Hunnia ist der Sohn des Regenten: Stefan Horthy junior. Präsident der Gruppe Mastaba ist Assistent Tibor Beér. Präfident der Gruppe Sigma ist Assistent Géza Bornemissza. Präsident der Gruppe Ziegel ist der Ingenieur der Chemie Ladislaus Vörös. Die Familie. Dies ist die Geheimorganisation des Bereins der Hochschulhörer: Turul. Primus- Magister der Geheimorganisation ist Universitätsprofessor Dr. Anton Heckler, ein Schwager des Unterrichtsminifters Graf Klebelsberg. Jugendpräsident ist Dr. Nikolaus Bathory, Spitalarzt, dessen gleichnamiger Bater Mitglied des be. fannten Marffyfchen Biutgerichts war. Kommandant der Geheim organisation ift Oberst Nikolaus Barta. Gleich der offentlichen Organisation gliedert sich auch die Geheimorganisation nach ver fchiedenen kollegialen Bereinen, die aber in der Geheimorganisation andere Namen tragen. So z. B. Körösföi( Kunstgewerbler) Koppany. -Berböczy( Juristen) Bajt, Csaba( Mediziner) Csengor, Arpad ( Philofophen) Almos, 3rinni( Hörer der Technologie) Berin, Lehel ( Hörer der Beterinärhochschule) Lél, Balcsu( Hörer der Hochschule für Horthy- Kultur) Bendegufz. Die Szetler Hochschulhörer haben eine gesonderte Geheimorgani fation, die aber nicht direkt unter das Kommando der Famille" gehört. Ihr Kommandant ist Generalstabsoberst held" Tihamér Giményfalvi. Die Geheimorganisation Sunnia" wird von den Mitgliedern als Rorporation" bezeichnet. Ihr oberster Schutzpatron ist Erzherzog Albrecht.„ Ehrendominus" find Landespolizeichef Madoffy. Innenminister Joan Rakovszky. Der Kampf um die Ratssitze. Deutschlands Aufnahme und das Gleichgewicht der Ratsmächte. Der Völkerbundsrat besteht aus den ständigen Mit gliedern: England, Frankreich, Italien, Japan und sechs an deren, die jährlich auf ein Jahr" gewählt werden. Die Praris ist jedoch bisher gewesen, daß eine große Zahl der gewählten Mitglieder seit dem Weltkriege immer wieder gewählt wurde. Jeder Slaat, der im Bölferbundsrat als gewähltes Mitglied figt, hat das Bestreben, fich feinen Siß zu erhalten und womöglich einen ständigen Siz zu erlangen. Jedesmal, wo über die Zusammensetzung des Bölkerbunds rates beraten wurde, gab es lebhafte diplomatische Kämpfe um die Wiederwahl oder das Ausscheiden der gewählten Ratsmitglieder. Die Deutschland zugefagte Aufnahme in den Bölferbundsrat wirft daher das Problem der Zusammen fegung des Rates wieder einmal auf. Spanien, Brasilien und Belgien haben es bisher zu ver hindern gewußt, daß sie aus dem Rate wieder hinausgewählt wurden. Die englische Bresse sagt ihnen nach, daß Frank reich sie in dem Bestreben unterstützt, jetzt ebenfalls ständige Ratssige zu erhalten. Andererseits hat Bolen bereits diplo matische Schritt unternommen, um diesmal in den Rat, und zwar gleich als ständiges Mitglied hineinzukommen. Es dokumentiert damit, daß es viele Streitfälle mit Deutschland habe und deshalb durch Deutschlands Siz im Bölkerbundsrat benachteiligt werde. Gegenüber dieser Tendenz aber muß gefagt werden, daß jedes, auch das fleinste Bölferbundsmit glieb jederzeit das Recht hat, an den Verhandlungen des Böllerbundsrates teilzunehmen und mitzustimmen, bei denen Angelegenheiten behandelt werden, die für dieses Land von besonderem Belang sind. Bolen würde also bei jeder Schlichtung eines Streitfalles im Böllerbundsrate wie ein Ratsmitglied gehört und behandelt. Für die Schaffung eines neuen ständigen Ratssikes ist war nur Mehrheit in der Vollversammlung, aber Ein ftimmigkeit im Rat notwendig. Es kommt auf jede Ratsmacht an. So fönnten einzelne Ratsmächte, die eine Minderung ihres Einflusses im Bölkerbunde befürchten, auf den Gedanken kommen, ihre Zustimmung zu dem deutschen Ratssik möglichst teuer zu ertaufen, und entweder fich felbst oder ihnen nahestehenden Staaten ebenfalls solche Sike zu verfchaffen. Werden derartige Bersuche unternommen, fo würden solche Ratsmächte sich dem Vorwurf aussehen, eine Deutschland vorbehaltlos gegebene Zufage brechen, eine flare internationale politische Verpflichtung umgehen zu wollen. So heftig sich in den letzten Tagen die Presse, namentlich in London, aber auch in anderen Hauptstädten mit dem Kampf um die Ratssitze beschäftigt hat, von den in Betracht fommenden Regierungen wird bis auf weiteres zu er warten sein, daß sie ihre Busagen einhalten. Der Bölkerbund selbst, und vor allem der Rat war durch feine Zusammensetzung bisher ohne Zweifel ein politisches Instrument, das einseitigen Interessen diente. Dieser Charakter der Sieger allianz follen Rat und Bölferbund durch die Aufnahme Deutschlands abstreifen. Deutschlands Mitgliedschaft im Rat stört dort nicht etwa das Gleichgewicht der Ratsmächte, wie vielfach in Europa behauptet wird, sondern es stellt das Gleichgewicht überhaupt erst wieder her. Soll der Völkerbund seine Aufgabe als Instrument internationalen Intereffenausgleichs dienen, so darf im März und nach den gegebenen Zusagen nicht später als im März allein Deutschland den ständigen Ratssig erhalten. Alles verhaftet wurden, auf Veranlassung des damaligen Bundes. tanzlers Schober und mehrerer Führer der Christlich. sozialen Partei wieder freigelassen worden sind. andere wäre wider die Abmachungen von Locarno und wider die Entwicklung des Völkerbundes gehandelt. Es liegen noch keine Anträge vor. London, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Führer der Arbeiterpartei, Genoffe Macdonald, richtete am Donnerstag im Unterhaus an den Außenminister Chamberlain die Frage, ob es richtig fel, daß außer Deutschland auch noch zwei andere Mächte einen Sig im Bölferbundsrat erhalten würden. Chamberlain antwortete: „ Das deutsche Gesuch um Aufnahme in den Bölferbund hat, wie nicht zu vermeiden war, die Frage der Zusammensehung des Völkerbundsrates wieder aufgerollt und auch in anderen Ländern Ansprüche auf Vertretung in dem Rat hervorgerufen. Solange folde Ansprüche nicht formell vorgelegt, fowie die dafür und dagegen sprechenden Gründe nicht gehört worden sind, ist es nicht möglich, irgendeine endgültige Entscheidung darüber zu treffen, in weicher Weise man den Jntereffen des Bölterbundsrates und überhaupt des Bölferbundes am besten dient Die eng lische Regierung prüft die Angelegenheit schon jetzt forgfältig, soweit das angebracht erscheint." England will sich nicht festlegen. London, 11. Februar.( WTB.) Wie Reuter erfährt, beschäftigen fich die englische Regierung und ihr Sachverständigenstab mit den Folgen, die wahrscheinlich aus dem Aufnahmegesuch Deutschlands in dem Völkerbund entstehen werden. Wie verlautet, wird Deutschland einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat erhalten, sobald sein Aufnahmegesuch in den Völkerbund bewilligt ist. Wie man glaubt, sei die französische Regierung der Ansicht, daß, wenn Deutschland einen ständigen Ratssig erhalte, man auch Spanien, Polen und Brasilien dasselbe Privileg verleiten müßte. Die Zahl der ständigen Ratsmitglieder würde damit auf acht anwachsen. Es verlautet weiter, daß über diesen Punkt Ber bandlungen zwischen der britischen und der französischen Regierung im Gange find Die britische Regierung werde die Ereigniffe abwarten: fie babe teine Neigung, fich auf irgendeine politische Linie festzulegen, bis die ganze Angelegenheit auf der nächsten Bölkerbundsratsfigung am 8. März zur Sprache ge bracht wird. Protestresolution der englischen Völkerbundsliga. der Völkerbundsfreunde, der heute unter dem Borsiz Professor London, 11. Februar.( WTB.) Der Vollzugsausschuß der Union Gilber Murrays zusammentrat, erörterte den Vorschlag, Polen, Spanten und Brasilien ständige Size im Bölkerbundsrat zu zuweisen. Unter den Anwesenden befanden sich eine Reihe von Parlamentsmitgliedern. Der Ausschuß nahm folgende Entschließung en:" Der Bollzugsausschuß der Union der Völkerbundsfreunde be grüßt vorbehaltlos den bevorstehenden Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund und die Zuteilung eines ständigen Sizes im Bölferbundsrat an Deutschland. Der Ausschuß betrachtet jedochs mit tiefer Besorgnis den Vorschlag, die Zahl der ständigen Mit glieder des Rats noch weiter zu vermehren und fordert einstimmig von der britischen Regierung angesichts der ernsten Gefahren, deneu der gesamte Völkerbund infolge einer plöhlichen unbedachten enderung in der grundlegenden Berfassung des Rats ausgefeht werden würde, fich mit allen ihr zur Berfügung stehenden Mitteln jedze weiteren Vermehrung der Zahl der ständigen Mitglieder zurzeit zu widersetzen. Genosse Künstler trat den Ausführungen des deutschnationalen Redners entgegen. Wenn Herr Schmidt kritisiere, daß die den höheren Offizieren gezahlten Militärpenfionen jetzt im Brennpunkt Die Donnerstag Abendblätter erklären alle Behauptungen der der öffentlichen Diskussion stehen, so sei festzustellen, daß die repu blikanischen Parteien in Notwehr gehandelt haben, weil von den Arbeiter Zeitung" auf Grund von Erkundigungen an zuständiger Barteigängern des Abgeordneten Schmidt immer wieder die Be Stelle für falsch. Sie geben jedoch zu, daß zwischen dem Bundes hauptung aufgestellt werde, die Republik wirtschafte so teuer. Seinc tanzler Ramef und dem steirischen Landeshauptmann im Laufe des Ausführungen gegen die Rede des Generals von Armin halte er Donnerstags eine Besprechung über die Angelegenheit statt- aufrecht. Dieser habe im Beisein der Reichswehr Beleidi gefunden hat und stellen eine amtliche Darstellung in Aussicht. Begungen gegen die Republit geschleudert. Die völkischen zeichnend ist immerhin, daß nur ein einziges Blatt die Tatsache zu Berbände, geführt von den Teutonen Ramin, Graefe und Ludendorff, bestreiten wagt, daß der ungarische Ministerpräsident am Mittwoch fürchte tein Republikaner. tatsächlich im ungarischen Untersuchungsausschuß diese Angaben ge. macht hat. Die franzöfifche Polizei in Budapest. Budapest, 10. Februar.( WIB.- Privatmeldung.) Während es bisher hieß, daß die hier weilenden französischen Bolizeiorgane in der Frankfälschungsfache noch ergänzende Erhebungen anftellen wollen, scheinen fie andere Weisungen erhalten zu haben, denn Benoist und Douchet teilten heute mit, daß fie morgen früh nach Baris abreisen. Heute vormittag ist der französische Polizeiinspettor Royère in Budapest eingetroffen. Flucht aus der Pogrom- Partei. Budapest, 10. Februar.( WIB.) Der Abg. Melchior Rig ft aus der Raffenschülerpartei ausgetreten. Er begründet diesen Schritt in einem an den Abg. Gömbös gerichteten Schreiben damit, daß die Raffenschüßler der Regierung gegenüber in zahlreichen Fragen, auch in der Frage der zu einem Weltstandal angewachsenen Frankfälschungsaffäre eine Haltung einnehmen, die er nicht billigen lönne, da in dieser Angelegenheit seiner Ansicht nach die Ne gierung aufs schwerste tompromittiert sei Die Genosse Schöpflin tabelte die Ernennung des Generals von Seedt zum Generalobersten. Das sei bei einem HunderttausendMann- Heer lächerlich. Am Ende würden nächstens noch Marschälle geschaffen werden. Ein Antrag der Kommunisten, das Gehalt des Ministers und aller höheren Offizierschargen vom Chef der Heeresleitung bis zu den Oberstleutnants einschließlich, zu streichen, wurde abgelehnt. Wahlagitation mit Bomben. In Litauen. Kowno, 10. Februar.( DE.) Die Unterfndung eires legibin unternommenen Bombenattentats auf die Redaktion der Iints stebenden Beitung Saulins Raujenos in Saulen bat ergeben, bai zweifellos ein politifer nilag vorliegt. Die rechtzeitig entdeckte Höllenmaschine stand unter dem Stuhl des Chefredakteurs und wäre burch einen Sebel explodiert, wenn er fich gefett hätte. Eadverständige baben festgestellt, daß die Explosion alle im Bimmer anwesenden Perionen getötet hätte. Es ist auch ein Drobbrief gefunden worden, der allen Mite arbeitern des Blattes den Tod androhte. Die herannabenden Wahlen baben die ohnehin schroffen Gegensäge zwischen den Parteien noch verschärft. Die Affäre beim Abend". Karl Colbert Wien brabtet une: 1. Bin ich feineswegs Verleger, sondern Herausgeber des Abend" namens der Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeiter. 2. Mein Name ist in Zusammenhang von Befchuldigungen nicht einmal von der bürgerlichen Heppreffe genannt worden. 8. Im Gegenteil, ich habe fofort nas Stenntnisnahme der Befchuldigungen gegen den geweienen Chefredakteur Werk diesen vom Dienst fuspendiert. haber eines Anzeigenbureaus. 4. Fuchs war nicht Geschäftsführer des Abend", sondern Teil Alexander Weiß ist inzwiiden berhaftet worden. Die vaterländischen Verbände. Die Verhandlungen im Haushaltsausschuß. Auf der infernationalen fojialiffifchen Wirtschaftsfonferenz am 26. und 27. Februar in Brüssel werden die Genossen Robert In der fortgesetzten Aussprache über den Wehretat erwiderted midt, Dr. Breitscheib und Dr. Hilferding Minister Geßler auf die Rede der Abgg. Schmidt und Ramin, reisdeutiche Sozialdemokratie vertreten. Smidt, bie daß der Republik außerordentlich damit gedient wäre, wenn Oesterreichisch- christlichsoziale Fälscherhilfe? die Völkischen den Schuh der Republit ein für allemal aus Wien, 11. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeiter ihrem Programm fireichen würden. Den Kämpfen in OberZeitung" berichtet, daß Graf Bethlen im parlamentarischen Unterschlesien, auf die Herr von Ramin angespielt habe, fei der suchungsausschuß genaue Einzelheiten über die Fälschung Rapp- Butsch, der Hitler- Putsch, der Briefwechsel zwischen Luden. tschechoslowat is cher Kronennoten in den Jahren 1921 und paterländischen Berbände hätten nicht das geringfte Recht, sich auf dorff und dem Nationalverband der Offiziere gefolgt. vaterländischen Verbände hätten nicht das geringfte Recht, sich auf 1922 mitgeteilt hat. Die Fälschungen sollten zuerst in Wien vor- die Reichswehr zu berufen. Die Reichswehr habe mit genommen werden, da es aber nicht möglich war, eine passende ihnen nichts zu tun. Militärisch seien fie vollkommen wert. Werkstatt einzurichten, wurde angeblich in der Nähe von Graz mit los. Auf den für das Plenum angekündigten Kampf freue er sich, Unterstügung des steirischen Landeshauptmanns Dr. er spare sich dafür seine besten Schlager auf. Mit gleicher Schärfe Rintelen( Chr.- Soz.) eine Druckerei in Graz getauft. Die Gen wandte sich der Minister sodann gegen die Kommunisten. Sie darmen waren angewiesen, den Druckereibetrieb nicht zu stören; über den Gewerkschaften, indem sie sie zu zerfeßen und zu zerstören verfolgten der Reichswehr gegenüber die gleiche Taftit wie gegendie gefälschten Noten wurden im Auto des Landeshaupt fuchten. Genau so wie die Gewerkschaften sich gegen biese Tattit manns an die ungarische Grenze gebracht. Ferner soll der Mini- wehrten, müsse er das Heer schützen. Aber Auskünfte, die über sterpräsident behauptet haben, daß Notenfälscher, die damals bei dem aufnahmesuchende Personen eingezogen werden, würden nur von Bersuch, ihre Fälschungen in den Berkehr zu bringen, in Wienamtlichen Stellen eingefordert, der glücklichen Beendigung des Daeanflugs des Majors Franco Amneffie in Spanien. Der Minifterrat befcblok. aus Anlag eine allgemeine Amnestie zu erlassen. Das Spiel fann beginnen! Der Prozeß gegen bie des Mordes an Matteotti Angeflagten wird am 16. März in Chieti beginnen. Wirtschaftskrise und Finanzpolitik. Reichstagsrede des Genossen Hilferding über das Finanzprogramm Reinholds. Die beutschnationale Straßenagitation gegen die Aus| des Dames- Gutachtens erst ermöglicht habe, daß sie also jezt die zehrung Deutschlands" durch den Dawes- Plan sollte bei der Verantwortung dafür trage.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Etatsberatung im Reichstag Unterstützung erhalten. Die Es bleibt also dabei, daß Sie für die Dawes- Gefehe die volle Berdeutschnationale Frattion haite deshalb ursprünglich Herrn antwortung tragen, Sie teilen diese Berantwortung mit den anderen Parteien des Reichs, mit Ausnahme der Völkischen und der Kommu Qua at, ihren rechten Flügelmann, zum Redner aufgestellt. nisten. Aber abgesehen von der Frage der Verantwortung wissen Die Rede des neuen Finanzministers aber hat den Deutsch mir doch, daß die Dowes- Gefeße erst eine Erleichterung unferer nationalen das Konzept verdorben. Auf der Rednertribüne Lage möglich gemacht haben. Wir haben es doch erreicht, daß die erschien deshalb Herr Hergt und hielt eine matte Rede, uns auferlegte Kontrolle zeitlich begrenzt wurde, wir haben erreicht, ohne jeden größeren Gesichtspunkt. Man wird das verstehen daß wir gegen neue Uebergriffe der früheren Kriegsgegner ge fönnen. Denn mit der Berantwortung für die Thefaurierungsschützt wurden. Wollen wir Sie also auch aus dieser Verantwortung politik des Herrn von Schlieben belastet, ist es natürlich entlaffen, so tragen Sie doch die volle Verantwortung für die fehr schwer, den weitgehenden Steuererleichterungen von Dr. Steigerung der Casten für das dritte und vierte Reparationsjahr. Thefaurierungspolitik des vorigen Finanzminiffers und für die Thefaurierungspolitik des vorigen Finanzminiffers und für die Reinhold zuzustimmen, auch wenn sie den Wünschen der kapi. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) talistischen Kreise der Deutschnationalen Partei entsprechen. Wenn heute der Reichsfinanzminister ein Programm der Genoffe Hilferding erwarb sich ein Verdienst durch Steuerermäßigungen vorlegt, so ist das an fich eine die Zurückweisung der einseitigen Betrachtung über Wirt Kritif an der Steuerpolitik des vorigen Jahres. Er hat auch auf. schaftstrise und Finanzgebarung, die Dr. Reinhold gegeben geräumt mit der deutschnationalen Legende, daß die Republit verhatte. Reinhold vertritt die Auffassung, die Wirtschaftskrise schwenderischer wirtschafte, als die früheren Regierungen. Die Rede fönne durch Milderung des Steuerdrucs erleichtert werden. des neuen Finanzministers zeigt aber auch, wie richtig unsere Belitit Hilferding hat demgegenüber betont, daß die Ueberwindung immer wieder gesagt, für eine Erhöhung der sozialpolitischen im sozialpolitischen Ausschuß war. Dort wurde uns der Wirtschaftskrise in erster Linie durch eine aktive Wirt Leistungen wäre fein Geld da. Mit dieser Behauptung hat die Rede schaftspolttit unter Boranftellung des Wohles der des Reichs finanzministers gebrochen. Aber damit find wir nicht breiten Massen gesucht werden müsse und Steuerermäßigungen einverstanden, daß er die Notwendigkeit der Steuerermäßigungen erst nach Erreichung dieses Ziels in Frage kommen. vor die Notwendigkeit der Erhöhung der sozialen Leistungen stellt. mit der Auffaffung, möglichst wenig Steuern, haben schon die alten Liberalen gebrochen. Deshalb wandte er sich scharf gegen den Versuch, die Wirtschaftskrise durch einen Druck auf die soziale Fürsorge und die Löhne zu bekämpfen. Er verlangte vielmehr Ber= gebung produttiver öffentlicher Arbeiten und nannte vier Gebiete, auf denen derartiges in Frage tomme. Von besonderer Bedeutung ist dabei seine Unter ftügung eines großzügigen Wohnungsbauprogramms, das im Reichsarbeitsministerium geplant ist und für das cuch an die Aufnahme einer Auslandsanleihe gedacht wird. Mit der gleichen Entschiedenheit sprach er sich für eine ausreichende finanzielle Unterstübung der Opfer der Wirtschaftsfrise aus und vertrat die Gedankengänge, die in der an anderer Stelle abgedruckten Erklärung der sozial demokratischen Reistagsfraktion zur Erwerbslosenfrage und zum Abbau der Steuern wiedergegeben werden. Große Beachtung fanden die Betrachtungen Hilferdings zum Finanzausgleich. Er sieht in ihm nicht ein rein finanzielles Broblem, sondern das deutsche Staatsproblem, das nur im Einheitsstaat zu lösen sei, dem bie Sozialdemokratie aus politischen und sozialen Gründen zustrebe, den aber auch das Bürgertum, durch die wirt schaftliche Not gezwungen, herbeiführen werde. Auch in der weiteren Debatte haben die Pläne Dr. Reinholds feine rüthaltlose Zustimmung gefunden. Bemerkens mert ist vielmehr die Reserve, die der Redner des Zentrums, Abg. Ersing, aussprach, die sich bei einigen Steuerplänen fogar zu einem glatten Nein verdichteten. Für das ganze Reformwert Dr. Reinholds ist jedenfalls vorläufig die feste Mehrheit nicht zu erblicken, ohne die eine verantwortungs volle und der Grenzen sich bewußte Finanzpoliti? faum zu führen ist. Der Reichstag fegte gestern die Beratung des Etats fort. Als erster Redner sprach der Deutschnationale Sergt.( Bericht siehe Beilage.) Für die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sprach Genosse Hilferding: Auch wir haben die Ausführungen des Reichsfinanzminifters mit großen Vorbehalten angehört, aber der Abg. Hergt war zu feiner Kritif nicht berechtigt. Diese beutsaynationale Rede hätten wir vor einem Jahr hören müssen, als der Reichsfinanzminister Schlieben hier stand. Damals hatten wir noch teine Reparationsleistungen, damals war noch eine entscheidende Korrel tur unserer Finanzverhältnisse möglich, damals fonnte noch eine Finanzlage geschaffen werden, die nicht nur für den Augenblic, sondern auch für die Zukunft wirksam werden konnte. Das ist Dabei das Entscheidende. In einem Zeitpuntt, wo die wirtschaft lichen Verhältnisse io ungünstig waren, sind uns gerade die höchsten Lasten auferlegt worden. Das ist das, was wir als Thesaurierungspolitik bezeichnen, und dafür tragen Sie( zu den Deutfcnationale) die volle Verantwortung. Die Sozialdemokratische Partei bat da. mals davor gewarnt, auf diese Art Steuerpolitik zu machen, die zu einer ungeheuerlichen Belastung der Wirtschaft führen mußte. ( Buruf von rechts: Sie waren doch auch Finanzminister!) Sie haben mich ja zu früh gestürzt, ehe ich noch eine bessere Politik machen konnte! Sie aber haben, und das ist das Entscheidende, die Lasten gefchaffen, um die Ausgaben für unfoziale Zwede, für die Unferffügung der Schwerinduftrie zu haben. ( Sehr richtig! bei, den Sozialdemokraten.) Die Herren Hergt und Oberfohren haben ausdrücklich die Thesaurierungspolilit des Finanzminifters Schlieben gebilligt. Das Schlimmste aber dabei war das Berhalten der Deutschnationalen in der Frage der Verbraugssteuern. Entgegen unferer Warnung, gegen die Warnung der Sachverständigen haben Sie( zu den Deutschnationalen) die Führung bei den Verbrauchssteuern übernommen. Wir haben damals gesagt, daß jede Erhöhung der Verbrauchssteuern zur Erhöhung der Dares- Lasten führen müsse. Trotzdem haben Sie für diese Verbrauchssteuern gestimmt. Der Sinn des Londoner Abtommens zwang uns dazu, die Verbrauchssteuern nicht zu erhöhen, trotzdem haben Sie sie erhöht. Jeßt aber unternimmt Ihre Bresse, allen voran Herr Hugenberg, jenes abschreckende Manöver, in dem er den Nachweis zu bringen versucht, daß nur das Dames Abkommen die Schuld an unserem Elend trage. Er sagt den Frauen, wie hoch die Last aus der Zuckersteuer und aus anderen Verbrauchssteuern für sie sei. Der Vater der Verbrauchsffeuern heißt aber Herr Hergt. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Finanzminister Schlieben ist durch seine Finanzreform ein Schädling des deutschen Boltes gewefen. Er hat in erheblicher Weise zur Erhöhung Der Krise und zur Erhöhung der Lasten aus dem Dawes Abtommen beigetragen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Daß die Dawes- Gejege- überhaupt zustande gekommen find, das ist ausschließlich das Wert der Deutschnationalen. Sie hätten ja nein fagen fönnen.( Buruf von den Deutschnationalen: Haben wir ja!) Nein, Sie haben ja gejagt! Herr Curtius bat Ihnen geschrieben, daß die Deutschnationalen, wenn sie dem Dawes- Plan zuftimmen würden, Anspruch auf Regierungsfige hätten. Haben Sie in diesem Augenblick gejagt, daß Sie die Verhandlungen nicht weiter führen wollen? Nein! Sie haben dafür gesorgt, daß die Zahl der Ja- Sager" erreicht wurde, um das Eisenbahngefeß, um die anderen Dawes- Geseke zu machen. Sie haben alio die volle Verantwortung dafür.( Lärm bei den Deutsch nationalen.) Sie haben ja aber einen besonderen Sachverständigen unter fich für die Auswärtige Politit, Herrn Hoeich. Er hat geschrieben, daß die deutschnationale Fraktion die Durchführung schaftlicher, politischer und fultureller Hinsicht. Es ist ein schlimmer 3ustand, daß die Partet, die ein Patent für nationale Gesinnung genommen hat, daran nichts geändert hat, daß wir heute noch Bayern, Württemberg usw. fennen, aber nicht Deutsche. Wir haben noch immer nicht das große nationale Bewußtsein, das jede andere große Nation hat.( Lebhafter Beifall.) Dieses Programm des Einheitsstaates ist allerdings ein Programm auf lange Sicht, das auch nicht allein vom Finanzministerium ver wirklicht werden kann. Wir brauchen energische Eingriffe in die Birt fchaft, um die Krise zu befämpfen. Wir hoffen unter anderem, wird. Wenn diese Krise gehemmt werden soll, dann darf es aber daß die Reichsbant ihre Kreditrestrittionen nicht wieder aufnehmen auf keinen Fall geschehen auf Kosten der Sozialpolitit. Es darf auch nicht geschehen durch Druck auf den Arbeitslohn. Die sozialen Lasten find nichts anderes als ein Teil des Lohnes. Die Aufrechterhaltung der Sozialpolitik ist gerade notwendig, wenn die Krife gelöst werden soll. Die Krise auf Kosten des Lohnes lösen zu wollen, würde bedeuten, eine weitere Berengung des inneren Marites herbeizuführen. Auf der anderen Seite gehört die Art der Vergebung der öffentlichen Arbeiten. Es handelt müssen alle Mittel benutzt werden, um die Krise zu lindern. Dazu fich hierbei um vier Gruppen: 1. die Eisenbahn, der Zwischenkrebite gegeben werden müßten. 2. Förderung des Elektrizitätswefens. Einzelne Vorschläge dazu werden wir im Ausschuß mitteilen. 3. Siche rung der Exportkredite. 4. Ein großes Bauprogramm der Regierung. Zu diesem Punkte erffären wir: Die Hauszinssteuer darf nicht zu öffentlichen Zweden, fie muß zum Hausbau verwendet werden. Wir verstehen nicht den Widerstand des Reichsarbeits. ministers dagegen, da doch die Lösung der Wohnungsfrage eine der wichtigsten in Deutschland überhaupt ist.( Sehr wahr b. d. Soz.) nach einer amtlichen Statistil wohnen in Berlin zwei Millionen Menschen zu je vier Personen in einem Simmer, 390 000 Bersonen mit anstedenden Krankheiten hausen mit anderen Menschen zu fammen in einem Raum. Aehnliche Zustände finden wir im Ruhr revier, und solche Beispiele fönnen wir ins unzählige vermehren. Hier ist eine so vordringliche Verantwortung des Reichsarbeits. ministeriums, daß wir endlich seinen Plan zur Lösung der Wohnungs. frage erwarten. Ein Teil der Hauszinssteuer fönnte dazu benuzzi werden, um die dazu notwendigen Mittel flüssig zu machen. Bir müssen nach neuen Methoden suchen. Wir können die auszinssteuer dazu verwenden, um mit ihrer Hilfe die Garantie für langfristige Anlagepapiere zu schaffen Für uns fleht die Frage in erster Linie, nicht ob wir Steuern erheben wollen, sondern zu welchem 3wed? Wenn zu dem 3wed, um zur Besserung der Volksgesundheit bei zutragen, dann sind wir für die Erhebung der Steuern. Ein Teil der von dem Reichsfinanzminister angekündigten Steuerermäßi gungen stimmt mit unseren Forderungen überein, die die Er höhung des Existenzminimums der arbeitenden Bevöl ferung und die Ermäßigung der Umjaft euer enthält. Schon vor der Beratung der Finanzreform des Ministers Schliehen haben wir Anträge auf Ermäßiguna der Umfaßsteuer gestellt. Sie find zuerst abgelehnt worden. Der Minister hat gestern gemeint, daß von der Ermäßigung der Umfaksteuer eine bedeutsame Birtung auf das Treisniveau zu erwarten sein werde. Diese Wirkung önnte sie haben. Die Ermäßigung macht auf den Gesamtumfaß 2 Broz. aus. Das müßte sich also auf das Preisniveau auswirken. Zusammenfaffend bemerke ich, daß für uns ein unlöslicher Au ber bei der augenblicklichen Organisation der deutschen Wirtschaft fammenhang zwischen der Finanz-, der Sozial- und der Wirtschafts. ist es doch änkerft fraglich, ob diese Rückwirkung eintreten wird. Sie politif besteht. Das Regierungsprogramm genügt uns nicht. Wit würde diese Wirkung nur haben, wenn sie in Verbindung mit einer Stellen in den Vordergrund unserer Arbeit die Bekämpfung der Krise, gleichgerichteten Handelspolitik fommt. Die fünftigen Handelsverbie Bekämpfung der großen Not der Maffen. Von diesem Stand träge müffen die notwendigen Zollermäßigungen bringen, die dann puntt ans werden wir Stellung nehmen zu den Ermäßigungen und auch die Preise senfen werden. Gerade die Frage der Preissenfung Versprechungen, die uns gestern hier gemacht worden find.( Lebhafter muß ein wichtiges Argument für die herabjegung der Beifall b. d. Soz.) Schutzölle sein.( Sehr richtig! bei den Soz.) Für die Einzelheiten des vom Reichsfinanzminister por electen Steuerprogramms behalten wir uns eine eingehende Wir wollen aber schon jetzt feinen Zweifel Brüfung noch vor. darüber laffen, daß wir der Herabsehung der Befisteuern und der Milderung der Vermögenssteuern unseren heftigsten Widerstand entgegenfehen werden. Schon Herr Schlieben hat die Befitsteuern ermäßigt, jetzt wird wieder ihre neue Ermäßigung angefündigt. Dabei steht es feft, daß 4,8 Milliarden durch die Maffenbelastung aufgebracht werden und nur 2,4 durch Befihbelastung.( hört, hört! bei den Soz.) In England ist die Entwicklung gerade umgelehrt gegangen. Dort ist der Anteil der Befizsteuern gewachsen, bei uns dagegen der Unteil der Massenbelastung. Wir haben also allen Anlaß, genau zu prüfen, ob die Herabsehung der Befiziteuern eine Berechtigung hat. Schon jetzt bringt die Lohnsteuer einen erheblichen Teil der Ein naben überhaupt avf. Während in England ein Einfommen unter 3000 m. fteuerfrei bleibt. wird bei uns das fteuerfreie Existenzminimum fchon mit 1200 m. erreicht. Außer den Arbeitern werden auch diejenigen am stärfften belastet, deren Steuerleistung fich am leichtesten übersehen läßt. So geschieht die Veranlagung in der Landwirtschaft in der Weise, daß die buchführenden Landmirte fogar mit ihren Familien auf Heller und Pfennig besteuert werden, während andere ganz steuerfrei bleiben. ( Bericht über die weiteren Verhandlungen in der Beilage.) Reicherat für Sperrgeseh. Annahme der Verordnung betr. militärische Verbände Der Reichsrat nahm am Donnerstag zu dem vom Reichstag be fchloffenen Sperrgelek in Sachen der Fürstenabfindung Stellung Der banerische Gesandte v. Breger ertlärte, die bane rische Regierung sei der Ansicht, daß teine Reichsfompetenz für die Regelung der Verhältnisse der ehemaligen Fürstenhäufer be stehe. Nachdem in Bayern die einschlägigen Verhältnisse berein geregelt find, wird Bayern durch das vorliegende Gefeß nicht berühr und enthält sich der Stimme. Die gleiche Erklärung gebei die Berireter von Braunschweig und Medienburg Schwerin ab. Mit 49 gegen 4 Stimmen bei Stimm enthaltung von Bayern, Mecklenburg und Braunschweig beschloß det Reichsrat, feinen Einspruch gegen das Sperrgejes 31 erheben. Die vier Stimmen gegen das Gefeh wurden abgegeben vor den Bertretern der preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg Pommern und Niederfchleften. Mit der Berordnung zur Ausführung des Gefeßes betreffen die Durchführung der Artikel 177 und 178 des Bersailler Friedens vertrages erklärte fich der Reichsrat einverstanden. Es handel sich hiebei um die Berpflichtungen, die Bereinigungen auf erlegt werden, sich nicht mit militärischen Dingen zu befaffen widrigenfalls sie aufgelöst werden fönnen. Banern erklärte sich der Stimme enthalten zu wollen. Für Mecklenburg- Schwerin und Braun Auch bei den Ausgaben tönnen wir dem Finanzminifter nicht ganz folgen. Mit dem Abbau der Beamten muß endlich Schluß gemacht werden, darin ftimmen wir ihm zu. Ich stimme ihm auch darin zu, daß Aenderungen in der Verwaltung vorgeschweig blieb das Protokoll offen. nommen werden müssen. Es fönnen noch ganz andere Ersparnille gemacht werden. Es ist ein geradezu unwürdiger Zustand, da im Jahre der schärfffen krije die Ausgaben für die Reichswehr von 7 auf 9 Proz. gesteigert werden sollen. Es ist auch merkwürdig, daß an 160 Generale, darunter auch Herren, die außerordentlich ver Aber alles mögend find, hohe Pensionen bezahlt werden. dies tritt zurüd hinter dem entscheidenden Problem der Bermal. tungsreform. Bon dieser Stelle aus muß in diefem Zusammenhang mit aller Entschiedenheit gefagt werden, daß die Frage des Finanzaus gleichs feine einzelne Finanzfrage it, sondern das große deutsche Finanzproblem überhaupt. Protest des Saarparlaments. Gegen französische Zollschikanen. Saarbrüden, 11. Februar.( Mib.) Im Landesrat protestierter alle Frattionen gegen die zahllosen Schifanen der französischen Zoll behörde, insbesondere dagegen, daß sie willkürlich eine erhöht Umiatsteuer fowie eine Rohlensteuer von 1,6 Proz. erhebt Der Landesrat erblidt in diefem französischen Eingriff in dir Schwächung der Regierungshoheit eine weitere Autorität der Regierungstommission und des Völkerbundes. Sozialistischer Kulturbund. ( Sehr wahr! bei den Soz.) Die Sozialdemokratie hat immer ble Ausdehnung der Staatstätigteit verlangt. Die Aus dehnung der Staatstätigkeit hat zuerst begonnen mit der Aus. übung der Sozialpolitik durch das Reich. Heute muß fie führen zur Kontrolle der gesamten Wirtschaft, zur Kontrolle der kapitalislifchen Gesellschaften, anstatt daß die Monopolunterneh- gegründeten Sozialistischen Kulturbundes statt. An de mungen die Kontrolle über den Staat ausüben. Die Ausdehmung der Staatstätigkeit muß enden in der Kontrolle der gesamten Wirtder Staatstätigkeit muß enden in der Kontrolle der gesamten Wirt schaft durch die Massen.( Sehr wahr! bei den Soz.) Darum verlangen auch wir den deutschen Einheitsflaat. Am 9. Februar fand die fonstituierende Sigung des nes Sigung nahmen Vertreter des Reichsausschusses für sozialistisch Bildungsarbeit, des Verbandes der Arbeiterjugendvereine Deutsch lands, des Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt, der Arbeits gemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen und der Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde sowie einiger befreun deter Organisationen teil. Sum Borsigenden wurde der Genoff Heinrich Schulz, zum stellvertretenden Borsigenden der Genoff Mag Westphal gewählt. Mit der Geschäftsführung sind di Sefretäre des Reichsbildungsausschusses, die Genossen Stein unt Mit allen bisherigen und vom Finanzminister angekündigten neuen Flidercien fann nicht viel erreicht werden. Die Berwaltungs. reform muß dahin führen, daß sie endlich eine reibungslose Verwaltung hat. Wir brauchen nicht nur den Abbau einiger Aemter, die Verminderung der Zahl von Abgeordneten, sondern die Vereinheitlichung der Reichsverwaltung. Wir tommen dazu nicht, bevor wir nicht zum Einheitsstaat streben. Der eimann, beauftragt. Nach den Satzungen bezweckt der Reichsfinanzminister hat jetzt zwar einen Ueberblick über die Einnahmen, aber feinen Ueberblick über die Ausgaben in den Sozialistische Kulturbund die Erwedung und Stärkung Ländern. Sie unterstehen nicht seiner Kontrolle, fondern der aller tulturschöpferischen Kräfte der Arbeiter. Kontrolle von 18 verschiedenen Ländern. Das ist ein Zustand, der schaft auf den Gebieten der Wissenschaft, Kunst, Gr. unmöglich auf die Dauer erhalten bleiben fönne. Heute ift die Geziehung, Boltsbildung, Jugendwohlfahrt fahr noch größer als vor dem Kriege, daß die deutsche Wirtschafts- Körperpflege und damit die Verbreitung und Vertiefung des einheit zerriffen wird, wenn die einzelstaatliche Finanzanarchie weiter fozialistischen Kulturbewußtseins. getrieben wird. Die volle Erhaltung der Selbstverwaltung der Gemeinden ist auch bei der Einheitlichkeit der Finanzpolitit möglich, das zeigt das englische Beispiel. Dort steht das Gelbst. verwaltungsrecht unvergleichlich höher als in Deutschland. Wir haben gar feine volle Selbstverwaltung in den Gemeinden, sie wird von den Ländern in jeder Weife beschnitten. So tommen wir gerade von unserer Auffassung vom Einheitsstaat aus zur Forderung einer umfaffenden Berwaltungsreform. Wo find die Wurzeln des bureaukratischen Widerstandes gegen diese Vereinheitlichung? Früher waren sie bei den einzelnen Dynastien, heute findet man sie vielfach auch bei manchen ministerpräsidenten, die selbst Souverän fein möchten. Die heutige Berriffenheit ist ein Krebsschaden in wirt unt Der Konftitulerung folgte eine rege Aussprache über die nächster Aufgaben des Bundes, die wertvolle Anregungen ergab. Ins besondere wurde die Vorbereitung einer Rundgebung, die der Bertiefung und Propagierung des sozialistischen Kulturgedankens bienen foll, in Aussicht genommen. Die weitere Bearbeitung diefer sowie der übrigen angeregten Probleme wird durch den geschäfts führenden Borstand, in dem jebe der angeschlossenen Organisationer einen Vertreter hat, erfolgen. Etwaige 3uschriften für den Kulturbund sind ar folgende Adresse zu richten: Sozialistischer Kulturbund Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Die Reichsbahn will was Teilweise Ortszulagen auf die alten Löhne. Die Reichsbahngesellschaft hat unterm 5. Februar dem Ein heitsverband der Eisenbahner Deutschlands sowie den beiden übrigen Eisenbahngewerkschaften einen Telegrammbrief zu gehen lassen. Sie verweist darin auf ihre Bereitwilligkeit vom 29. Januar 1926, die Ortslohnzulagen nachzuprüfen und sie bei vorliegendem Bedürfnis im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel zu erhöhen oder neue Ortslohnzulagen festzusetzen. Bei der durch den Schiedsspruch vom 29. Dezember 1925 geSchaffenen Lage hätte sich die Maßnahme. technisch ohne Schwierigkeiten und für beide Parteien annehmbar so durchführen laffen, daß der Neuregelung der Ortslohnzulagen die Grundlöhne vom 1. September 1925 zugrunde gelegt worden wären und die Tarifgewerkschaften sich alle Ansprüche aus dem Schieds: spruch vom 29. Dezember 1925 ausdrücklich vorbehalten hätten. Diese Ansprüche wären auch dadurch nicht berührt worden, daß die jetzige Regelung Wirksamkeit erst am 1. Februar d. 3. erhalten sollte. In der Besprechung am 4. Februar haben die Bertreter der Gemertschaften indes erklärt, daß die Neuregelung der Ortslohnzulagen für sie nur auf der Grundlage des Schieds spruches vom 29. Dezember 1925 annehmbar fei. Wir sehen bei biefer Stellungnahme der Gewerkschaften feine Möglichkeit, die Frage im Wege einer Vereinbarung zu regeln und werden um den Reichsbahnarbeitern die ihnen zugedachte Lohnverbefferung zu tommen zu lassen die erforderlichen Maßnahmen von uns aus treffen." Der Generaldirektor. gez.: Defer. Die folgende Verfügung in dieser Angelegenheit bedeutet zwar in der Hauptsache nur eine Wiederholung des vorstehenden Schreibens, ist aber dennoch von einigem Interesse. Sie lautet: Anlage zu 56. 232. 27. Dom 5. Februar 1926. tun. auf ihren Rechtsstandpunkt zu; obwohl somit rechtlich einwandfreie Grundlagen für die Vereinbarung der Ortslohnzulagen mit den Tarifgewerkschaften gegeben waren, haben diese an ihrer Auffaffung festgehalten. Um unter diesen mehr oder weniger doch rein theore= tischen Meinungsverschiedenheiten die Arbeiter, denen örtliche Lohnerhöhungen zuteil werden sollen, nicht leiden zu lassen, wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft nunmehr von sich aus die Nachprüfung vornehmen und die danach notwendigen Erhöhungen schleunigst anordnen." * Wenn die Reichsbahngesellschaft von jeher bereit war, die Ortslohnzulagen nachzuprüfen, dann ergibt sich ohnes weiteres die Frage, weshalb sie es nicht schon längst getan hat. Sie hat es auf den Schiedsspruch ankommen lassen und beruft sich jetzt auf die ihr darin auferlegte Teilverpflichtung, trasse Lohnunterschiede zwischen ihren schlechtesten Löhnen und den höheren der Privat industrie auszugleichen. Im gleichen Atemzuge jedoch, in dem fie sich auf diesen ihr annehmbar erscheinenden Teil des Schiedsspruches beruft, verneint sie den Schiedsspruch auch in diesem Teil. Für den Lohnausgleich durch Erhöhung der Ortszulagen find nach dem Schiedsspruch die neuen Löhne maßgebend und nicht die Septemberlöhne. Bezeichnend ist die Demagogie, die aus dem Schreiben wie aus der Verfügung hervortritt. Den schwebenden Rechtsstreit hat lediglich die Reichsbahngesellschaft heraufbeschworen, famt den rein theoretischen Meinungsverschiedenheiten". Nachdem ihr ganzes Verhalten in dem Lohnstreit in aller Deffentlichkeit an den Pranger gestellt wurde, entdeckt sie jetzt ihr gutes Herz für die armen Reichsbahnarbeiter, die wegen des Verhaltens ihrer Gewert schaften bis jetzt noch nicht in den Genuß höherer Ortszulagen fommen fonnten und denen sie nunmehr von sich aus helfen will. Sie wird die Nachprüfungen vornehmen, die Privat industrie befragen wie weit sie gehen darf, hierauf erwägen, ob ihre Mittel es erlauben, soweit zu gehen, und dann einem mehr oder meniger geringen Teil der Arbeiter eine etwas erhöhte Ortszulage zahlen, nachdem sie der Gesamtheit der Reichsbahn arbeiter ben einen Pfennig Lohnzulage ver= weigert, bzw. die zwei Pfennige, die sie nach dem verbindlich erflärten Schiedsspruch zu zahlen verpflichtet ist. Der Schiedsspruch vom 29. Dezember 1925 enthielt neben der Auflage der allgemeinen Lohnerhöhung für die Deutsche Reichsbahngesellschaft die Verpflichtung, Lohnunterschiede wesentlicher Artgegen die Privatindustrie zugunsten der Reichsbahnarbeiter auszugleichen. Zu diesem Aus= gleich hat sich die Deutsche Reichsbahngesellschaft von jeher be reiterflärt. Sie hat auch an dieser Bereitwilligkeit festgehalten, obwohl sie den Schiedsspruch als ganzes nicht durchführen fonnte und zur Anrufung des Reichsbahngerichts ge= zwungen war. In der Besprechung, die über den örtlichen Ausgleich mit den Tarifgewerkschaften stattfand, verlangten diese, daß der Nach prüfung der Ortslohnzulagen die im Schieds: Spruch festgelegten Tariflöhne zugrunde gelegt werden sollten. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft fonnte dagegen vor Austragung des schwebenden Rechtsstreits folgerichtig als Verhandlungs- müssen diese Spaltungspläne zuschanden machen und sich umso fester grundlagen nur die jezt geltenden Löhne anerkennen. Sie mutet dabei aber den Gewerkschaften feineswegs einen Verzicht Die überfüllten Berufe. Wie im Bädereigewerbe Lehrlinge gezüchtet werden. Uns wird geschrieben: Die Politik, die die Reichsbahn verfolgt, durch Streber- und Korrumpierungszulagen das Personal zu teilen, um es zu Korrumpierungszulagen das Perfonal zu teilen, um es zu beherrschen, zeigt sich auch in diesem Vorgehen zur Nachprüfung" der Ortszulagen. Die Reichsbahnarbeiter in erster Linie gewerkschaftlich zusammenschließen. Im llebrigen bleibt abzuwarten, was bei der Nachprüfung herausfommt. Die Regierung dürfte hier nichts unversucht lassen, um diesen Mißstand, der jetzt bereits 7 Jahre dauert, zu beseitigen. Der Beruf müßte cuf zwei oder drei Jahre gänzlich gesperrt merden. Dann sollten auch die Eltern für ihre Kinder weiter denken. Bei diesen Verhältnissen fann ein Bäder nicht an Selbständigmachen denten, was für ihn doch die Altersversorgung bilden soll. Leider haben wir noch nicht soviel Großbetriebe, wo wir auch ältere Leute beschäftigen fönnen. Denn ein Bäder fann mit 50 Jahren meistens nicht mehr viel arbeiten. Also, Eltern, bedenkt die Zukunft eurer Kinder. In der Presse wird noch viel zu wenig davor gewarnt, das die Eltern ihre Kinder nicht überfüllten Berufen zuführen, besonders der Bäckeret. In den Kriegsjahren haben nämlich die in der Heimat gebliebenen Meister, und das waren sehr viel, eine aus An vielen gesprochene Lehrlingszüchterei betrieben. Stellen habe ich es selbst gesehen, daß die Meister 4-5 Lehrlinge auf einmal hatten, ohne einen Gesellen zu beschäftigen. Diese Lehrlinge find aber auch Gesellen geworden und mit den aus dem Felde gekommenen bilden sie jetzt die stattliche Zahl der Arbeitslosen. Man darf aber nicht vergessen, daß auch in der Zwischenzeit Lehrlinge ausgelernt haben, wenn auch in beschränkterem Um fange, so doch noch zu reichlich. Dann sind im Kriege und be. sonders in der Inflation zahlreiche Maschinen angeschafft wor-. Es besteht jedoch keinerlei Möglichkeit, dieses Mittel zur Durch den, die wieder Arbeitsfräfte ersparten. Dazu kommt die 3uführung zu bringen. Es besteht jedoch eine Verordnung vom Mai durch Gewerbe den Minister für Handel und wanderung von außerhalb Diese Leute sind froh, wenn fie hier Arbeit bekommen und bieten sich für ein Butterbrot an. Preußen, die die Lehrlingshaltung begrenzt. Ein weiterer. Der Grundgedante des Schreibers, daß die heutige außerordentliche große Arbeitslosigkeit im Bäckereigewerbe eine Folge der Lehrlingszüchterei vor und in der Kriegszeit ist, trifft zu. Es ist auch richtig, daß ein Mangel an Arbeitsträften im Bäcker- und Konditorgewerbe nicht eintreten würde, wenn mal einige Jahre die Einstellung von Lehrlingen nicht erfolgen würde. 1922 int Fortschritt war es dann, als auch fast in allen anderen Staaten bzw. Ländern gleiche bzw. ähnliche Verordnungen erlassen wurden. Durch diese Verordnung ist es nicht mehr möglich, daß in einer Bäckerei mehr als zwei Lehrlinge gehalten werden, und dies auch nur dann, wenn einer dieser Lehrlinge bereits im dritten Jahre lernt. Die Ueberproduktion an Arbeitskräften bzw. die Lehrlingszüchterei ergibt sich aber im Bäcker- und Konditorgewerbe daraus, daß es sehr viele Betriebe gibt, die außer einem Lehrling überhaupt keine Arbeitsfraft beschäf= tigen und demzufolge Bädergesellen nur produzieren" und nicht ,, konsumieren". Der Uebelstand der Ueberproduktion liegt also in dem Charakter dieser Gewerbe, die im größten Maße Klein= betriebe im wahrsten Sinne des Wortes sind. Um so mehr muß man sich gegen die Versuche wenden, die Verordnung vom Mai 1922 abzubauen. Fritz Berner Am 9. Februar starb nach furzem, aber schwerem Leiden ein treuer und unermüdlicher Streiter für die Sache der Arbeiterbewegung. Friz Berner trat im Jahre 1898 dem Deutschen ertehrsbund als Mitglied bei und erwarb sich in dieser OrGanisation durch seine agitatorische Tätigkeit um die Verbreitung des gewerkschaftlichen Organisationsgedankens unter seiner engeren Berufskollegenschaft große Verdienste. Das Vertrauen, das ihm entgegengebracht wurde, fand nach außen hin durch seine Berufung zum Branchenleiter, welches Amt er mehrere Jahre bekleidete, und dann später im Juli 1910 zum Mitglied des Bundesvorstandes Ausdruck und Anerkennung. Neben der fleißigen Mitarbeit in seiner Gewerkschaft, war der im Alter von 55 Jahren zu früh Berstorbene auch für die Sozialdemo fratische Partei, der er mit ganzer Ueberzeugung ergeben nar, ohne Unterlaẞ tätig. Partei und Gewerkschaft verbinden Trauer um den verblichenen Freund und Mitkämpfer mit dem Gelöbnis eines ehrenvollen Ges tenkens. Die Nordwestliche fordert Tarifabbau. Effen. 11. februar.( Eigener Drabtbericht.) In der Donnerstagssigung der Tarifgemeinschaft für die nordwestliche Gruppe der Metallindustrie wurde über das von Arbeitgebersette gekündigte Lohnabkommen verhandelt. Die Arbeitgeber forderten eine Herabießung der Löhne der Hilfs= arbeiter von 55 auf 50, der Facharbeiter von 70 auf 63 Bf., eine Stürzung der festen Zulagen der Affordarbeiter von 14 bzw. 16 Bf. auf 9 bzw. 11 f. Sie schlugen vor, eine neue Vereinbarung über den Urlaub ohne Kündigung des Rahmentarifes au treffen. Die Gewerkschaften beantragten Vertagung der Verhandlung. damit sie mit den Kreisen der Mitglieder zu den Forderungen der Arbeitgeber Stellung nehmen tönnten.& ortsegung der Lohnverhandlungen am 18. Februar. Stillegung in der rheinischen Textilindustrie. Düsseldorf, 11. Februar.( Eigener Drabtbericht;) Die niederheinische Flachsipinnerei in Dülfen bat wegen der ungünstigen Wirtichaitslage der gesamten Arbeiterschaft, etwa 480 Arbeitern gekündigt. Es soll feine Aussicht bestehen, das Wert vor Ablauf eines Vierteljahres wieder in Betrieb zu setzen. Filmabend der Jugendgruppe des Zda. Die Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestekten, Ortsgruppe GroßBerlin, veranstaltet morgen, Sonnabend, abend 71 Uhr einen Filmabend in ber Aula ber Schule Reichenberger Str. 67/70. Rur Aufführung gelangt ber schöne und intereffante Film Fern im Süd des schöne Spanien". Eintritt 30 Bf. Unfere Jugendmitalicker merden um vollzähliges Erscheinen gebeten. Bir laben gleichzeitia bie Eltern unferez Jugendmitglieder sowie unsere übrigen Bezbandsmitglieder freundlichst ein. Achtung, Zimmerer vom Bezirk 1! Die Bezirksverfammlung findet nicht morgen, Sonnabend, sondern am Sonnabend, den 20. Februar statt. Die Bezirksleitung. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, Wallfir. 65, ist täglich mit Ausnahme von So abend von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Bolitit: Eraft Neuter: Wirtschaft: Artur Eaternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstäbt: Anzeigen: Zb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlegsanstalt Vaul Ginaer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierau 3 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Platz Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Bücklingen 8pt. Erbsen 19PT. PI. Kiste ca. 5 Ptd. 1,35 Kiste 35, 45 Pi. Plund 38 Pl Sprotten Fleckheringe( erite., Pid. 55 Pt. Flundern ger., Pid. 28 u 48 Pt. Kakao stark eniölt 1/4 Pfund- Paket 17 Pf. Pralinerbrote 200 Gr.100 Gr.- Stück 35 Stuck Kart. 70 Pf. Borkenschokolade SP 30 Pr. Plund Grüne Erbsen.. Pfund 24Pt. Gelbe Erbsen pollert, Pid. 28 pt. Langbohnen... Pfund 22 Pf. Linsen gut kochende, Pfd. 19 Pf. Thüringer Linsen Plund 28 Pf. Tafelreis...... Pfund 19 Pt. Bosn. Pflaumen Plund 45 PL Gemischt. Backobst Pid. 55 Pf. Kaliforn. Backobst Pid. 75 Pt. Blockschokolade Plund IM Haushalt Konserven Dose 1/1 Dose 1/2 11 Scitt- u.Brechbohn. I 70 Pt. Bruchspargel extra 155 290 58 PL. 68 Pt. Birnen halbe Frucht.... .. los Mirabellen......... Ics Aprikosen halbe Frucht.. 170 Preiselbeeren Pid- Dose 90 Pt. 5 Pfund- 210 10 Pfund- 390 Karotten geschnitten... 38 Pt. Apfelmus. Karotten junge, extra kleine| M Kürbis Sellerie in Scheiben.... 110 Junge Erbsen mittelfein 80 Pf. Kaiserschoten..... 225 Gemischtes Gemüse" fein 10 Prinzeßbohnen extra- fein[ 95 Stangenspargel 50-60 Stg. 250 Stangenspargel..mittel 295 Stangenspargel extra stark 325 miffelEimer Eimer Anaras Hawai in Scheiben 2 M Kalit. Ffirsiche halb. Frucht 2 M Konfitüren Peumen, Glas 50 Pl. Apfelgelee, Glas 75 Pt. 150 Himbeer. Arrikosen 140 Erdbeeren 2-1.und- Eimer Portugies. Oelsardinen Kaffee frisch Konsum" Fund gebrannt aus eigener Rösierei Kirschen, 2- Pid.- Eim. 280 Haushalt" 240 Plund Klubdose 45 Pt. Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch mit mit Rinderkamm u. Brust.. Pfund 65 Pf. Schmorfleisch und Roastbeel Pfand 85 Pf. Kalbskamm u. Brust.. Pland 68 PL Schweinebauch u. Rücken B. 1 M Liesen Pid. 95 Pt. Gehacktes Pid. 70 Pl. Kaßler Rippspeer u. Kamm 125 la Gefrierfleisch Binderkammand 52 Pt. Brust .... Plund Grüne Heringe 5 Pland 65 Pt. ... Pfand 115 Feine Leberwurst Pfund 175 ( Braunschweiger Mettwurst Arb Plund 175 Fetter u. magerer Speck Landleber- u. Rotwurst Grobe Mettwurst Plund[ 35 Gefüllter Schinken Pfund 135 Jagdwurst..... Plund[ 45 ( deutsche Ware) Plund 140 Fleischwurst Thür. Art, Pid. 145 Bierwurst.... Pfund 160 Schinkenspeck Stck, rtd. 190 holst. . Pfund 160 Zervelat u. Salami Filetwurst... Neue Kartoffeln 3 Pfund 25 Pf. Weißkohl Pid 6 P. Rotkohl 8 Pr. Blumenkohl Kopt von 12 Pt. an Schwarzwurzeln Plund 28 Pt. in 1 PfundPlund Plund 185 EB- Kochäpfel 10Pf. Apfelsinen Dod. 80, 60, 40 PL. Tafeläpfel Ptund 24 Pf. Schönerv. Boskoop Pid. 28 PL Feigen Wein .• 2 Piund- Korb 63 PL Preise für Flasche einschlieflich Stener ohne Glas Suppenhühner gefroren, Pid. 80 Pt. Feine Fruchtweine Johannisbeer, Stachelbeer, 1M Seelachs ohne Kopf, Pfund 15 Pt. Schellfische Fische 18 u. 28 PL. Dorsche, Kabeljau ganze Fische, Pfund 22 Pt. Zander . Plund 90 Pt. Lebende Karpfen.. Plund 135 Butter( Molkerei) 85Pt. Tafelbutter teine.. Pfund 204 Margarine..... Plund 58 Pr Bratenschmalz Pfund 92 Pt. Pfund 92 Pt. 1/2 Plund- Stück 1M u. Weiße Bohnen. Pund 15 Pt. Rumän. Pflaumen Pd. 35 Pt. Makkaroni.... Prund 40 Pl. Auszugmehl Plund 22 Pt. Suppenhühner frisch geschlachtet. Pld. 125 155 Blätter, Rücken Wildschwein u. Keulen, P.d. 120 Gänse Brust- u. Keulenstücke frisch u. gepökelt, Plund 140 u. Gouda Tilsiter dänischer 68 Pt. Faustkäse feine Qualität, Plund .... Stück 10 Pt. Camembert vollt., Schacht 25 Pf. Quadratkäse ... Plund 35 Pl. Limburger Plund 58 P. 78 PL. Limburger Pfund 58 Pt. 78 Pf. 1923 Bechtheimer lieblicher Tischwein 85 Pl. kräftiger San Antonio span. Rotwein M 1922 Chat. La Grolet Propr. Lacroix, eleg.Bordeaux 180 1921 Liebfraumilch II rote Kapsel, lieblich, mild 210 125 Tarragona Rot suß, gule Quallrät Deutscher Weinbrand „ Bio- Brand" 325 Besondere Gelegenheit! 1923 Oppenheimer Garten lebl. Rheinwein 95 Pf. 1922 Zeller schwarze Katz süffiger Mosel.. 125 1918 Margaux gepflegter Bordeaux Vermouth Cordello Stärkungswein . 130 145 Filiale Königstraße: Wein vom Faß 2- Pfund- Dose Rindfleisch im eigenen Saft 125 Goulasch Rind- u. Sdrweine- 63 Pt. fleisch, 1- Pfd.- Dose Leberwurst 1- Plund- Dose 55 Pl. Rotwurst ... 1- Plund- Dose 75 Pt. Apfelsinen Originalkiste ca. 200 Sick. 38 Pt. 775 Mandarinen Pfund Originalkäfig ca. 20 Pfund 610 Nr. 71 43.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Berliner Straßenprojekte. Die südliche Entlastungsstraße zur Leipziger Straße gesichert. Die Stadtverordnetenversammlung hat gestern den ersten Teil der Pläne zur Entlastung der Leipziger Straße genehmigt. Durch den Beschluß, vom Part des Prinzen Albrecht einen Teil anzutaufen, wird eine bequeme Berbindung der Rochstraße mit der Schöneberger Straße möglich. Die beschlossene Untertunnelung des breiten Geländes der Potsdamer Bahn fügt zwischen Schöneberger Straße und Kurfürstenstraße eine Berbindung ein, die einen neuen Verkehrsweg vom Osten durch das Stadtinnere nach dem Besten schafft. In der Debatte bot sich unserem Genossen Reuter Gelegenheit, das verantwortungsscheue Berhalten der rechtsstehenden Parteien festzunageln, das sie auch hier wieder gezeigt haben. Nach her gab es eine große Schuldebatte, eine Aussprache über die an den Magistrat gerichtete Mahnung, die in dem laufenden Haushalt stehenden, aber vom Magistrat gesperrten Mittel für Schulbauten schleunigst freizugeben. Unser Genosse Reimann entwarf von den Berliner Schulhäusern ein Bild, das für den Magistrat wirtlich nicht schmeichelhaft war. Er forderte, daß diesen an Oft elbien erinnernden Zuständen ein Ende gemacht wird. Der Kämmerer ergriff mehrere Male das Wort zu Abwehrerklärungen, aber der kommunistische Antrag, der die Mittelfreigabe verlangt, wurde angenommen. Heffentlich hat nun auch der Magistrat ein Einsehen und beherzigt die Mahnung. Die Sigung brachte unter anderem noch die Annahme der Auto steuer. In der gestern abgehaltenen Sigung der Stadtverordneten wurde zunächst über die Ausführung eines Straßentunnels unter dem Potsdamer Außenbahnhof hindurch und den Anlauf eines mehrere tausend Quadratmeter großen Teiles des Barts beim ehemaligen Palais des Prinzen Albrecht in der Wilhelmstraße beraten. Es handelt sich hierbei um das bekannte Projekt, eine nördliche und eine füdliche Entlastungsstraße dem Ausschußbeschluß, beschlossen. Angenommen wurde ferner ein fommunistischer Antrag, die Rauffumme nicht den hohen 30llern auszuzahlen, sondern das Geld bis zur Erledigung des Voltsentscheides über die Fürstenabfindung beim preußischen Staat sicherzustellen. Beide Male stimmten nur Sozialdemo traten und kommunisten dafür. bedürftiger Lehrlinge setzte sich Genoffe Urich für die Annahme der Bei der Beratung der Borlage, betreffend Unterstühung hilfs Magiftratsvorlage ein, die auch mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Dann wurde die am vorigen Donnerstag ausgesetzte Abstimmung über die Autofteuer Der vorgenommen. Fassung, die ihr der Ausschuß gegeben hat, mit 111 Stimmen der Sie ergab die Annahme der Vorlage in der Linten gegen 88 Stimmen der bürgerlichen Parteien. Ueber die zu gründende Ribbedshorst G. m. 6. H." gab Genoffin Fahrenwald den Ausschußbericht. Sie bat um die Annahme der Vorlage und der Sagungen. Die Stadt will auf dem Gut Ribbedshorst im Havelland Unterkunft, Berpflegung und Arbeitsgelegenheit für Obdachlose fchaffen. Für unsere Frattion gab Genoffin Todenhagen eine zu deutschnationale Stadtv. 3emte hatte den Magistrat um Zuschüsse stimmende Erklärung ab. Die Vorlage wurde angenommen. für sein Privatlyzeum in der Fruchtstraße gebeten. Der vorberatende Ausschuß beantragte Ablehnung der dahingehenden Magiftratsvorlage: ach eingehender Aussprache lehnte die Bersamm lung den Antrag 3emte ab. In einem Dringlichkeitsantrag ersuchten die Kommunisten den Magistrat, sofort die im Etat 1925 stehenden, vom Kämmerer gesperrten 3 Millionen Mart für Schulbauten freizugeben. Für Schulbauten im Etatsjahr 1926 sollen fofort 4 Millionen als erste Baurate freigegeben werden. Rämmerer Karding betonte, daß sperren nicht streichen heißt. Der Der Magistrat müsse fich allerdings das Recht vorbehalten, bei einer vorauszusehenden Verschlechterung der Wirtschaftslage und einer damit verbundenen stärkeren Beanspruchung der städtischen Etatsmittel Ausgaben sperren zu können. In jedem Winter erfordert die öffentliche Wohlfahrtspflege besonders erhebliche Mittel; der Magistrat müsse darauf gerüftet sein. Obwohl der Magiftrat für die Notwendigkeit der Schulneubauten volles Berständnis hat, dürfte er feinen Standpunkt faum ändern. Stadtv. Hildebrandt( Dem.) erflärte namens seiner Fraktion, daß sie dem tommunistischen Antrage zustimmen werden. Für die sozialdemokratische Fraktion fondern eine Kulturfrage Berlin hat einen fühlbaren Mangel an Schulen, und wir haben alle Veranlassung, das während des Krieges und später Bersäumte nachzuholen. Wir Sozialdemokraten halten die Politik des Magistrats in diefer Angelegenheit für falf. Die Schulverhältnisse und die Ber. fassung der einzelnen Schulgebäude sind einer Stadt wie Berlin unwürdig, deshalb begreifen wir nicht, daß der Magistrat hier nicht schon längst von sich heraus eingegriffen hat. In den Angelegenheiten der Schule hat der Magiftrat pieles nach zuholen. Nach weiterer ausgiebiger Debatte wurde schließlich ein Antrag der Deutschen Volkspartei angenommen, der den Kämmerer ersucht, die Veränderungen des Haushaltsplanes nachzuweisen. Dem Antrag der KPD. wurde mit großer Mehrheit zugestimmt. für die Leipziger Straße zu schaffen. Der Haushaltsaus. schuß will die für beide Straßen etwa 40 millionen Mart betragenden Kosten etwa 10 Jahre lang auf den Etat verteilen; die Borarbeiten sollen sofort finanziert werden. Den Ankauf des erforderlichen Barkstückes ersuchte der Ausschuß abzusprach Genosse Reimann: Die ganze Angelegenheit ist feine Schul-, lehnen; man wollte die Entlastungsstraße durch die Anhaltstraße führen. Nach einer Rede des Kommunisten Wisnewski, dessen An griffe gegen die Hohenzollern von der Rechten mit Lärm begleitet wurden, betonte Genoffe Reuter, daß niemand daran gedacht habe, den Hohenzollern besondere Borteile zuzuschanzen. Ueber die Notwendigkeit des Projeftes gebe es teine Dis tusfion. Bei dieser Gelegenheit verlohne es fich, ein offenes Wort über die Haltung der bürgerlichen Parteien zu sprechen. Ob. wohl diese Parteien selbst die Berbefferung und die Ablentung des Berkehrs im Innern der Stadt als notwendig anerkennen, wie ein demokratischer Antrag beweise, scheut man sich, im Plenum und in der Deffentlichkeit die Berantwortung für die finanzielle Sicher ſtellung zu übernehmen. In internen Kreisen der Wirtschaft geht man auf diesbezügliche Bünsche gern ein, man diskutiert und för dert sie. Wenn es aber ans Geldbewilligen geht, überläßt man es gern ber Linten im Roten Hause, sich unpopulär zu machen. Die interessierten Wirtschaftskreise und die sie stüzenden Parteien in der Stadtverordnetenversammlung wiffen sehr gut, daß die Entwicklung des Berliner Wirtschaftslebens von der Ausgestaltung der Berliner City abhängt, aber man ist herzlich froh, daß die Unpopularität des Geld und Steuerbewilligens Sozialdemokraten und Kommunisten auf sich nehmen. Das scheint die neue Taktik der bürgerlichen Parteien im Rathaus zu sein. Es ist an der Zeit, diese Haltung der Rechten endlich einmal anzuprangern. Stadtv. Merten( Dem.) versuchte die Vorwürfe des Borredners zu entfräften. Genoffe Reuler er innerte in seiner Erwiderung daran, wie fonfterniert die bürgerlichen Parteien im Rathaus gewesen waren, als die Linksmehrheit für die Annahme des Projekts einen Augenblid zweifelhaft schien. Bei der Abstimmung wurde der Antauf des Bartstudes, entgegen 8] Onkel Moses. Roman von Schalom Usch. Die Gruppen in der alten Schule wurden schütterer, ganze Familien verschwanden. Der Dajan, welcher am Sabbat nach dem Abendgebet die Bibel erklärte, hatte immer weniger Zuhörer. Und bald jah man im Städtchen mehr Frauen als Männer, und es gab schließlich nur noch Greise und fleine Kinder, aber feine erwachsenen Leute mehr. Alle waren zum ,, Amerikaner" gefahren. Sogar der alte Grießmüller schloß feinen Laden das Weinen der Mühlsteine auf dem Alten Markt zur Nachtzeit hörte auf und fuhr nach Amerita, um feine Kinder noch vor seinem Sterben zu sehen. So fuhr das ganze Städtchen dem" Amerikaner" nach, als zöge er sie mit einem Zauber hin- und das dauert bis auf den heutigen Lag. •.. In Amerifa fanden die Bewohner des Städtchens einander wieder. Auf der Bovery stand ein drei Stock hohes Haus, staubig und schmutzig vom Ruß der Hochbahn und vom Straßenstaub. In seinem obersten Stockwert faß die ganze Stadt Rusmin... und nähte Kleider beim Amerikaner". Alle faßen sie auf der Bovery! Die Gelehrten des Städtchens, die Leute von vornehmer Ankunft zusammen mit den Handwerfern und den anderen unteren Schichten und unwissenden Leuten der Heimat- alle faßen fie im obersten Stockwerf des Hauses in der Bovery und nähten, nähten, nähten. Die, welche einmal hinfamen, blieben dort ihr Leben lang. Sie fannten nur einen Weg: des Morgens auf die Bovery, des Abends von der Bovery nach Hause. Und am Tore des Hauses auf der Bovern war ein fleines verstaubtes Schild angebracht, welches den Namen des Amerikaners trug: Moses Melnit. 6. Die Amerikaner in Amerita Im Kleidermagazin stand der Amerikaner, Onfel Moses, ohne Rod, und schnitt mit einer großen Schneiderschere seine Fingernägel. Das ganze Lokal entlang standen lange, breite Tische, auf denen bis zur halben Höhe des Raumes Haufen von Kleidern aller Art lagen: Röde, Blusen, Hosen, Westen. Zwischen den Tischen liefen geschäftig fräftige junge Leute umber, groß gewachsen, breitschulterig, mit fteifgewölbter Hemdbruft. Sie arbeiteten lautlos, aus Furcht vor dem Ontel", Nur von Zeit zu Zeit gab einer dem anderen einen Grundvermögensstener und gefeßliche Miete. Gemäß Beschluß der städtischen Körperschaften ist, wie das Städtische Zentralamt für Wohnungswesen mitteilt, der Gemeinde zuschlag zur staatlichen Grundvermögenssteuer für das Rechnungs jahr 1925 von 100 auf 112% Broz erhöht worden. Da dieser Beschluß erst im Januar dieses Jahres die Genehmigung der Aufsichtsbehörde gefunden hat, fann die Erhebung des erhöhten Ge meindezuschlages für das gesamte Rechnungsjahr von insgesamt 150 Proz. nur in den Monaten Februar und März erfolgen. Der Magistrat hat die Zahlungsverpflichtung auf diese beiden Monate in der Weise. verteilt, daß im Februar der Gemeindezuschlag in Höhe von 100 Broz. und im März der Gemeindezuschlag in Höhe von 50 Broz. fällig wird. Auf Grund der Verordnung des PreuBischen Ministers für Bolkswohlfahrt über die Regelung der gefeßze lichen Miete in Preußen vom 25. Juni 1924, die sich auf§ 27 Absatz 1 der dritten Reichssteuernotverordnung ftüßt, find die Ber. gesetzWink mit den Augen. Es war noch sehr früh am Morgen, die Schneider tamen erst allmählich zur Arbeit. Rusmin tommt gefrochen, schau nur, wie Rusmin friecht." Ontel Mofes deutete mit der großen Schere auf die Juden, die eintraten; ein Teil von ihnen trug noch den Bart, ein anderer war bereits rafiert, viele waren alt und gefrümmt, zum Teil waren es jüngere Leute und solche in mittleren Jahren, welche mit einer gewiffen Faulheit eintraten und die Treppen zum obersten Stodwert emporflommen, wo die Arbeitsstühle standen. " Sieh mur, sieh, wie Kusmin dahertriecht- he, du grüner Nute! Wie hat er doch daheim geheißen? Nute Buttermilch." Onkel Moses hielt mit diesem Ruf einen von den Arbeitern an, einen Mann in mittleren Jahren, in dessen Augen noch der Schlaf lag und dessen Schläfenlocken naß vom Waschen waren; er ging faul vorwärts. Warum friechst du so? Wir sind nicht in Rusmin! -In Rusmin wird gefrochen, in Amerita wird gelaufen. Berstanden? Heb nur beffer die Füße, du grüne Gurte!" Die Juden an den Kleidertischen lachten laut auf, es schien ihnen daran zu liegen, dadurch des Onfels Zufriedenheit zu erwerben aber voll wagte sich ihr Lachen nicht hervor. Der Onfel hob feine Augen, die schütteren gelben Brauen versteckten sich in den Fettwülften des Gesichtes; als die Leute des Onkels nackte Augen" sahen, die in seinem breiten, fetten Gesicht saßen, da brach ihr Lachen jäh ab. Gesicht faßen, da brach ihr Lachen jäh ab. " He, junger Mann, fomm mur her." Der Onkel minkte einem jungen Menschen zu, dessen rundlicher, gestutzter Bart 3eugnis dafür ablegte, daß sein Befizer fromm war; er fam piel später als alle anderen. Das erlaubte er sich zunächst deshalb, weil er ein Better des Onfels war, und zweitens, weil er erst vor furgem geheiratet hatte; auf seinen weichen Wangen, die der Schlaf geformt hatte, war noch der Duft der Rüffe zu spüren, die der junge Ehemann nachts genossen hatte.... Junger Mann, das erledigt man am Sabbat, da fostet es kein Geld nicht an Wochentagen; denn mitten in der Woche, da tostet es mein Geld verstanden?" Der junge Mann, welcher sich eine Fefondere Stellung unter den Arbeitern zuschrieb, weil er ein Beiter des„ Onkels war, sah diesen verständnislos an. Dann erlaubte er sich zu fragen: Was meint der Onkel?" „ Das Schlafen mit der Frau." Freitag, 12. Februar 1926 mieter berechtigt, den Gemeindezuschtag zur staatlichen Grundvermögenssteuer, soweit er 100 Proz. des staatlichen Satzes über fteigt, auf die selbständigen Wohnungen und die selbständigen Räume anderer Art nach dem Verhältnisse der reinen Friedensmieten umzulegen. Die gesetzliche Miete erhöht sich daher für die Monate Februar und März nicht um einen bestimmten Hundertsaz, sondern um den Betrag, der sich aus der Berechnung der Umlage des erhöhten Gemeindezuschlages zur Grundvermögenssteuer ergibt. Die Umlage ergibt für Februar etwa vier Proz., für März etwa zwei Proz der reinen Friedensmiete. Die Tat eines Trunkenen. Schwere Zuchthausstrafe. Berbrechen, für das ganz einfach jedes menschliche. Verständnis Gewiß eine scheußliche Tat, die zur Berhandlung steht. Ein fehlen muß. Sich an einem Säugling von 5 Monaten geschlechtlich zu vergehen, fann niemals die Handlungsweise eines auch nur einigermaßen normalen Menschen sein. Und dennoch mußte die Wedding unter dem Vorsiz des jetzt an eine Ziviltammer verStrafe von acht Jahren Zuchthaus, die das Schöffengericht legten Landgerichtsdirettors Friedmann deswegen über den Arbeiter Raguse verhängt hatte, fast ebenso be fremben. Der Berurteilte hatte dagegen Berufung eingelegt, die jetzt vor der Großen Straffammer des Landgerichts III verhandelt wurde. Die Eltern des fleinen Rindes waren mit dem Angeklagten, der als Die Beweisaufnahme ergab ein erschreckend trauriges Bild. Stneiperet baten sie Raguse, ihnen eine Beforgung in ihrer WohFreund des Hauses galt, in einem Restaurant. Im Laufe der mung abzunehmen, da sie noch fitzen bleiben wollten. Der nicht mehr nüchterne tat ihnen den Gefallen, fand das 5 Monate alte Töchterchen vor und verging sich an ihm. Zum Glück entstand für das arme Kind fein dauernder Schaden an seiner Gesundheit. Nach sechswöchentlicher Behandlung im Krankenhaus fonnte es den direktor Siegert, der den Vorsitz dieser Verhandlung führte, Eltern unversehrt zurüdgegeben werden. Landgerichtss fuchte zunächst einen Ueberblick über das Leben dieses Angeklagten zu gewinnen. R., der erst Anfang der 20er Jahre steht, hatte von Jugend auf jede Erziehung entbehren müssen. Als der Krieg ausbrach, meldete er sich sofort als Freiwilliger und feiner an und für sich etwas rohen Natur ward hier die beste Nahrung gegeben. Beherrschung und Bekämpfung seiner Leidenschaften waren ihm fremd. Hatte er dazu noch getrunken, fehlte ihm jede Besinnung. Das Gericht tam nach Würdigung dieser Umstände zu der Ueberzeugung, daß die Tat an und für sich zwar roh und bestialisch, das Urteil der Borinstanz aber doch auch als barbarisch anzusprechen sei. Es hob den ersten Spruch auf und verurteilte den Angeklagten zu einer 3uchthausstrafe von 5 Jahren. Auch diese Strafe würde ausreichen, dem Berurteilten genügend vor Augen zu halten, was er eigentlich begangen habe. Es soll nicht verfannt werden, daß die Art dieses Verbrechens vielleicht einzig dastehen mag, es muß aber auch auf der anderen Seite berücksichtigt werden, was ein actjähriger Aufenthalt hinter Suchthausmauern für ein Menschenleben zu bedeuten hat. Ob aber die 5 Jahre, die R. sofort annahm, imstande sein werden, diesen Menschen von seinen widernatürlichen Veranlagungen zu heilen? Wann endlich wird unser Bolt in seiner Gesamtheit sich zu der Erkenntnis durch ringen, daß der Altohol teineswegs ein Freuden bringer ist, sondern immer nur ein Leidbringer? Niemand gibt fich Mühe, zu überlegen, daß, wie auch in diesem Fall, so in tausend anderen Fällen Altoholgenuß jene Hemmungen fittlicher Art beiseite räumt, die bei dem nüchternen Menschen start genug find, um ihn von einem Verbrechen abzuhalten. Erwerbslosendemonftrafionen. Die fommunistischen Er merbslosenausschüsse hatten zu Donnerstag mittag in ver schiedenen Teilen der Stadt zu Rundgebungen aufgefordert. Im Anschluß tam es zu Straßendemonstrationen vor dem Rathaus in der Königstraße und auf dem„ Neuen Markt". Hier wurden Ansprachen gehalten und Erhöhung der Erwerbslosensätze verlangt. Auch vor dem Landesarbeitsamt in der Niederwellstraße fam es zu Rundgebungen. Vor dem Gebäude des ADGB. in der Inselstraße zogen Trupps unter den Rufen Wir wollen Brot und Arbeit vorüber. Eine Delegation von 30 Mann wurde im ADGB. empfangen, dem fie ihre Wünsche vortrug. Wie die Polizei in den Abendstunden mitteilt, sind die Kundgebungen ohne Zwischenfälle verlaufen. Eine Blutwelle schoß in das Antlitz des jungen Mannes, er mußte nicht, wohin er feine Augen wenden sollte. Die jungen Leute bei den Tischen platten mit einem Gelächter los, welches der Ontel wieder mit einem Blick seiner Augen und dem Emporziehen seiner dünnen Brauen dämpfte. " Harry, nimm ihn in die Arbeit," rief ein Bursche von draußen herein und schob einen riesenhaften Italiener und seine Frau in die Tür des Ladens. " Don't be afraid, don't be afraid, J'll sell you the best suit."( Nur nicht ängstlich, ich will Ihnen den besten Anzug verkaufen.) hatten ihr schon zwei Burschen gefaßt, ihm die Hoje abgezogen Und ehe der Italiener noch Zeit hatte, sich umzusehen, und eine andere angezogen, die ihm zu furz und so eng war, daß die Nähte trachten. Dann zwängten sie ihn in einen zu ftreďte, von denen er gar nicht wußte, woher fie auf einmal furzen Rod, aus welchem der Riese zwei lange Hände hervor u ihm gekommen waren ein Bursche zog an dem Rock von rückwärts, der andere von vorne, sie richteten ihm den Brustlag, flopften ihm fräftig auf die Schultern, und sofort sprang ein britter mit einem Spiegel hinzu und ließ den Staliener sein Spiegelbild sehen: Doesn't he look like a gentleman?( Sieht er nicht wie ein Herr aus?) Sam, fieh nur her, schau dir den Goj an," rief der Bursche, welcher dem Italiener den Anzug anprobiert hatte, einem anderen zu: „ Doesn't he look like a gentleman?" " Natürlich, so foll er leben." Sam strich mit seiner großen Hand über die Schultern des Italieners, um den Anzug zu glätten. He is allright." Ein Mädchen trat ein. Ihre zwei schwarzen Zöpfe waren frisch gefämmt und gestrählt und hingen, mit roten Maschen verbunden, über ihre Schultern. Die braune Jacke, die sie trug, hatte sie wohl schon ausgewachsen, und sie war abgerieben, aber rein. Ein scharfer Essiggeruch strömte von ter Kleidung aus, da das Mädchen die Flecken mit Essig ausgepugt hatte. Ueber den Rock war eine weiße Schürze gebunden, die den Eindrud machte, als ginge das Mädchen zum Eramen in die Schule " Ich will den Onkel Moses sehen. Kann ich ihn sehen?" fragte das Mädchen den erstbesten Burschen, den sie bei der Türe traf. Der sah sie an. ( Fortsetzung folgt.) Ein Schuldiener als wüstling. Ueber 18 fleine Mädchen seine Opfer. Wegen vieler Bergehen und Verbrechen an Schülerinnen ist gestern der 55 Jahre alte Schuldiener J. K. von der 180. Gemeindeschule in der Hannoverschen Straße, ein ver. heirateter Mann und Bater von drei Kindern, verhaftet worden. In der Gegend dieses Schulbezirks war schon länger auf gefallen, daß fleine Mädchen von 11 bis 13 Jahren über gewisse Dinge fehr frei sprachen. Man führte es auf eine allgemeine Berwilderung zurück. Die Aufklärung brachte jetzt die Bernehmung einer Schülerin, die bei ihrer Mutter untergebracht mar. Der Vorsteher des 3. Reviers ließ es nach dem Revier fommen, um es über die Zustände unbeeinflußt selbst zu hören, Dabei tam an den Tag, daß das Kind frant ist. Eine amtsärztliche Untersuchung stellte eine an stedende Krankheit zweifellos feft. Das Mädchen gab schließlich zu, daß es mit dem Schuldiener Umgang gehabt hat. Darauf wurde K. gestern festgenommen. Kriminalkommissar Johannes Müller und seine Beamten setzten die Ermittelung fort, um volle Klarheit zu schaffen. Es wurde festgestellt, daß K. Kinder, die nachmittags außerhalb der Schulzeit auf dem Schulgrundstück erschienen, unter allerlei Vorwänden an fich lockte. Er führte sie einzeln oder auch mehrere zugleich in Klassenzimmer, die Turnhalle, Wirtschaftsräume oder in den Keller, fchloß die Türe. hinter sich ab und verging sich an den Kindern durch Berührungen und zum Teil auch auf das allerschwerste. Im Sommer loďte er mit dem Bersprechen, ihnen schöne Blumen scherten zu wollen, Kinder auch nach seiner Laube in der Dahlemer Straße zu Mahlsdorf. Jedesmal beschenkte er die Mädchen mit Bonbons, Aepfeln und auch Geld und immer schärfte er ihnen ein, daß sie über alles, was vorgegangen war, ja nichts sagen sollten. Intereinander sprachen die Kinder wohl davon, aber zur Kenntnis der Eltern tam nichts. Bis jetzt sind 18 Schülerinnen er. mittelt, die dem Wüstling in die Hände gefallen find. Die Er. mittelungen find aber noch nicht abgeschlossen. Kriminalfommiffar Johannes Müller nimmt Mitteilungen im Polizeipräsidium ent gegen. R. bestreitet nicht, was ihm zur Laft gelegt wird. Haben die Selbstmorde zugenommen? Wer nach der Häufigkeit der Selbstmordnachrichten urteilen mill, muß zu der Meinung tommen, daß wir in Berlin eine außerordentliche Zunahme der Selbstmorde haben. Die Zahl der Selbstmorde ist beklagenswert hoch, das steht fest aber aus der Beobachtung, daß gelegentlich an einem einzigen Tage ein Dugend Selbstmorde gemeldet werden, darf man noch feine allgemeinen Schlüsse ziehen. Ein zutreffendes Urteil fann man nur gewinnen, menn man die Ergebnisse längerer Zeiträume, min destens ganzer Jahre, miteinander vergleicht. Allerdings fann auch die amtliche Statiftit fein völlig richtiges Bild geben, meil sicherlich bei Selbstmorden die Hinterbliebenen nicht selten, vielleicht imanch mal auch mit Hilfe eines gefälligen Arztes, einen Unfall oder natürlichen Tod vortäuschen. Aber wenn man annehmen darf, daß die Unvollständigkeit der amtlichen Kenntnis von Selbstmorden heute nicht schlimmer als in früheren Jahren ist, fann man mit einem gewissen Vorbehalt doch auch die amtliche Statistik zur Vergleichung benuken. Das Jahr 1925 hat für Berlin nach den amtlichen Feststellungen fast genau ebenso viel Selbstmorde gebracht, wie das vorhergehende Jahr 1924. Zur Kenntnis der Behörden gelangte in 1924 die be= trächtliche Zahl von 1527 Selbstmorden und in 1925 mußten 1522 Selbstmorde gebucht werden, so daß in 1925 teine Zunahme zu verzeichnen ist. Die täglichen Durchschnitte stellten fich in 1925 mie in 1924 auf rund 4 Fälle, aber im einzelnen, fommen, wie befannt, weitgehende Abweichungen vor. Eine Vergleichung mit den Selbstmordzahlen der um einige Jahrzehnte zurückliegenden Zeit ift uns für das ganze Gebiet des heutigen Berlin nicht möglich, weil Beröffentlichungen der amtlichen Zahlen damals nur für wenige der Bororfgemeinden erfolgten. Wenn aber bei jeßt rund 4 Millionen Einwohnern für die Einheitsgemeinde Berlin im Jahre rund 1500 Selbstmordfälle bekannt werden, so fönnte man erwarten, daß für die rund 2 Millionen Einwohner des früheren Berlin im Jahre etwa 750 Selbstmordfälle befannt geworden wären. In Wirklichkeit waren aber die Ergebnisse der legten Jahre vor Kriegsausbruch noch ungünstiger, als man es für die damalige 3meimillionenstadt erwarten möchte. Die Zahl der amtlich befannt gewordenen und festgestellten Selbstmorde war in den zehn Jahren 1904 bis 1913: 642, 694. 654, 679, 732, 705. 677, 728, 791, 808. Man beachte hier, daß 1912 und 1913 die verhältnismäßig sehr hohe Zahl von 791 und 808 Selbstmorden brachten. Um die Hochbahnaktien. = Gestern fand vor dem Kammergericht der erste Termin in Sachen Tillmann und Genossen gegen hoch und Untergrundbahn statt. Unter diesem Rubrum wird der Prozeß verhandelt, den die Stadt Berlin wegen der Gültigkeit der Borratsaftien gegen die Deutsche Bant führt. Die Stadt Berlin hat einen Konzeffionsvertrag mit der Hoch- und Untergrundbahn, wonach fie von zehn zu zehn Jahren das Recht hat, die hoch und Untergrundbahn zu übernehmen. Dieses Recht fonnte bis 1. November 1925 für den 1. November 1927 ausgeübt werden. Die Hoch- und Untergrundbahn beschloß nun in einer Generalverfammlung die Schaffung von 50 Millionen Borrats attien mit der Begründung, daß Interessenaufläufe von Aktien durch unbefugte Dritte wahrgenommen worden seien, und daß das Eindringen fremder Elemente in den Aktienbesitz der Hoch- und Untergrundbahn verhindert werden müsse. Es wird mun der Deutschen Bank der Vorwurf gemacht, daß fie für Attien, für die ein Rennbetrag non einer Mart bezahlt worden sei, ein tausendfaches Stimmrecht ausüben fömme, damit sie die Möglichkeit habe, die Geschicke der Gesellschaft vollkommen zu bestimmen. Eine Ueberfremdungsgefahr liege nicht vor, und wenn gefagt werde, daß die Stadt Berlin egoistische Interessen verfolge, so fönne darauf erwidert merden, daß sie zugäbe, Bertehrsintereffen mit diesem Attienbesih wahrnehmen zu wollen. Der Vertreter der Hochbahngesell. fchaft betonte, es sei unbestritten, daß die Borratsattien, um die sich der Streit dreht, gültig geschaffen feien und folglich auch gültig blieben. Für diese Borratsaktien seien vertraglich gewisse Vorsichtsmaßnahmen geschaffen worden, mit denen ein Mißbrauch des Stimmrechts verhindert werde. Das Urteil wird den Parteien zu gestellt werden. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 12. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Heitere Vorträge. 1. Fr. Günther: Das Herz der Welt. 2. A. Awertschenko: Kaviar. 3. Fr. Günther: Baldur Realife Is Stabbeim Dezeliz. 20. ve Fong: Abrverbibung. Radult.- Rentals I: Jugendheim Rogatire, Frik- Reuter- Abenb.-Ablershof: Jugendheim Roonftrage. Eusiveade: Unfere Rieibung. Baumschulenweg: Sugendheim Ernftftr. 16. Bortrag: Farben Tehre-Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Bortrag: Die Entstehung des Christentums". Niederschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. Bortzog: Der Sinn des Lebens" II. Teil. Treptow: Jugendheim Elfenftr. 3. Borinag: Die Entfiehung des Bolkstanzes". Tegel: Jugendheim Bahnhofftr. 15. Mit gliederversammlung Arbeitersport. Fußballspiele am 14. Februar. Leberthran. 4. Fr. Günther: Wie ich meine Tante geerdet habe. Gesprochen von Frank Günther. 5-6 Uhr nachm.: Konzert 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau. 7-7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Gartenbau. Regierungsrat Dr. Zacher: Schädliche Nagetiere im Gartenbau". 7.25 Uhr abends: Abteilung Astronomie. Dr. Adolf Marcuse: Eine Wanderung durch das Weltall, Der Mond. 8-10 Uhr abends: Das Oratorium. Die Jahreszeiten", von Josef Haydn. Dirigent: Selmar Meyrowitz von der Berliner Staatsoper. Simon, Turnverein Banlow in der Chriftianiastraße. Beltener Ballspielflub gegen ein Pächter: Albert Fischer; Hanne, seine Tochter: Emmy T. Stetten: Lukas, ein junger Bauer: Alfred Wilde; Landvolk und Jäger: Der Chor der Funkstunde unter Leitung von Ludwig Preiß. Das Orchester der Funkstunde. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Rapées Jazzsinfoniker. Dirigent: Ernö Rapée). Königswusterhausen, Freitag, den 12. Februar. 3-3.30 Uhr nachm.: Graef: Ueber Sprachtechnik, das Artikularisationsorgan". 1. Teil. 3.30-4 Uhr nachm.: Frau MathesWimermark- Stockholm: Schwedisch für Anfänger. 4-4.30 Uhr nachm.: Prof. Dr. Breysig- Berlin: Die wichtigsten Baufehler in 4.30-5 Uhr nachm.: Frl. Margot Spenglers Geschichtsaufriß. Fortbildungsvorträge für Aerzte( Dozenten und Themen werden Grupe: Die Selbsttätigkeit im Heim". 7.30-8.15 Uhr abends: in den ärztlichen Fachzeitschriften bekannt gegeben). Die Einführung des numerus claus is gewisse Bedenten geltend machte. Die Arbeitnehmer gaben der Besorgnis Ausdrud, daß die früher im Droschfengewerbe üblichen Mißstände bei einer Nummernsperre wieder auftreten würden und daß vor allen Dingen wieder ein schwunghafter Handel mit Droschkennummern einsehen werde. Auch dieser Abordnung fagte der Polizeipräsident eine ein gehende Prüfung zu. Eine Groß- Siedlung in Brit. Bezirk Norden: Adler 08 gegen Norbista in Bantom, Andreas- Bofer- Blak. Abler 12 gegen Arbeiter- Sportverein 24 in der Chriftianiastraße. Selvetia gegen Eisenspalterei auf dem Eretzierplas Schönhaufer ee. Teutonie gegen Bader 20 in Belten, Bökowstrake. Vorwärts gegen Bankom, 08 in Hennigs dorf. Spandau 25 gegen Alemannia in Spandau, Stadion. Fichte Gefunde Rathenom in Bothamalde. Hertha gegen Bitterle a Steinfurth. Birken brunnen gegen Fichte- Nord in Reinidendorf, am derfet. Minerva gegen merder gegen Arminia in Birkenwerdet. Staaten gegen Brieselang in Staaten. Sportverein 22 gegen Siemensstadt in Eberswalde. Amateure gegeu Wittenau auf dem Exerzierplak, Schönhauser Allee. Bezirk Often: Oberspree gegen Stralau in der Bühlheide. Treptower Ballspielflub gegen Mertur im Planter mald. Frisch- Frei aegen Luftig- Fidel in Niederschöneweide, Gasanftalt. Reuthen gegen Berein für Bewegungsfpiele in Reuthen. Berliner Sportverein 22 gegen Bertha in Hohenschönhausen, Sommerftraße. Tasmania gegen Lichtenberg II in Fredersdorf. Tasdorf gegen Lichtenberg I in Tasdorf. Sadoma gegen Borwärts 20 in Raulsdorf- Güd. Retschendorf gegen Lichtenberg III in Retfchendorf. Brandenburg 02 gegen Romet in Lichtenberg, Eitelstraße. Sparta gegen Friedrichshagen in Lichtenberg. Sauffftrake. Bezirk Südwest: Romames gegen Brandenburg in Romawes, Bart Babelsberg. Schöneberg gegen Ludenwalde I in Schöneberg, Dominicusplak. Kreuzberg gegen Rehlendorfer Ballspielflub auf dem Tempelhofer Feld. Woltersdorf gegen Fichte 21 in olfersdorf bei Ludenwalde. Berolina gegen Eintracht 25 auf dem Tempelhofer Feld. Rustig Borwärts gegen Teltow in Neukölln, Grenzallee. Stern gegen Charlottenburg in Marienfelde, Dorfitraße. Zudenwalde II gegen 2antwik in Ludenwalde. Frisch- Auf gegen Bittoria in Ludenwalde. Fußballring gegen Britannia am Schmaraendorf gegen Botsdam in Schmargendorf. Bahnhof Beuffelitbañe Reuköllner Ballspielfiub aeaen Mariendorfer Sportklub auf dem Tempelhofer Feld. Ludenwalde III gegen Jitterboa in Ludenwalde. Pflichtspiele: Nauen 1 gegen Briefefang 2. Gomiet 1 gegen Bernau 2. Union- Bankom gegen Tegel 24. Britannia geçen richte Gidoft. Alt- Glienide gegen Ronkordia. Sohannis thaler Ballspielflub gegen Germania., Astania gegen Weißensee. Abt. Touristenverein Die Naturfreunde"( Rentrale Wien). Abt. Charlottenburg: Freitag 8 Uhr im Seim Saefelerftr. 16b( Bestend). Bortrag: Binchoanalnie". Sonntag, 14. Februar, Banderung: Friedrichshagen- Arumme Lanfe- Schmöd wik. Während der Raft Bewegupasipiele. Abfahrt: Bhf. Charlottenburg 8,07, Abt. Gefund. 800 8,13 Uhr. Ru beiden Beranstaltungen Gäfte. willlommen. brunnen: Freitag, 12. Februar, Lichtbildervortvag: Eroatische Blöde als Saturdenkmäler Sonntag, 14. februar, fahrt von Revernid nach Altlandsbera. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Führer:. Schuppa. Webbing: Sonntag, 14. februar, Fahrt Bernau- Buch. Treffpunkt 74 Uhr Bhf. Gefundbrunnen. Gäfte. milltommen. Abt. Frieben an: Freitag, 12, ebruar, im Jugendheim Offenbacher Str. 5a Bolfstanzabend. Gäfte will. tommen. Abt. Treptow: Freitag. 12. Februar, 7 Uhr. im Jugendheim G. m. b. S." Gäste willkommen. Photogemeinschaft: Montaa. 15. Februar, 8 Uhr, im Jugendheim des Dftens, Rimmer 5, Große Frankfurter Str. 16/17. Uebungen im Bromöldrud. Gäfte herzlich willkommen. Abt. Brenzlauer Berg: Sonntag, 14. Februar, Naturkundliche Wanderung nach Botsdam. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Alexanderplat, Eingang Dirdjenstraße. Mufilgemein fchaft bes Werbebezirts Rorben: Nächste Uebungsstunde Montag, 15. Februar, 7% Uhr, beim Genoffen Lehmann, Gaudnite: 21. Abt. Lichtenberg: SonnRummelsburg. Eingang Sonntagstraße. Gäste willkommen. Die von den Arbeiter, Beamten- und Angestelltenorganisationen der Gewerkschaften im Berein mit führenden Baugenoffenschaften Groß- Berlins gegründete gemeinnüßige Heimstätten, Spar und Bauattiengesellschaft( Gehag), die in diesem Jahre ein Bauprogramm von 1100 Wohnungen zur Ausführung bringt, hatte am Mittwoch die Vertreter der Behörden und der Preise zum Richt- Treptow, Elſenſtr. 3. Bortrag des Genoffen Bulan ber: Staturfreundehaus fest der Großsiedlung, die am Stubenrauchring in Brit auf dem Gelände des von der Stadt Berlin erworbenen Rittergutes Britz entstehen soll, geladen. Lustig wehten vom Dachgebält rote Fahnen. An der Stirnwand prangte Schwarzrotgold. Nach Ausführungen des Vertreters der Rimmerer, Oberpolier Tobiant, von der neugegründeten Deutschen Bauhütte und des Bertaa, 14. februar, fahrt nach dem Sellfee. Treffpunkt T½ Uhr Bhf. Stralautreters der Bauarbeiterschaft. Oberpolier Balz, in denen auf das harmonische Zusammenarbeiten zweier nach sozialen und gemein nützigen Rielen strebenden Organisationen des Bauherrentums und der produktiv schaffenden sozialen Baubetriebe hingewiesen wurde, übermittelte der Geschäftsführer der Gehag. Stadtverordneter Ge nosse Gutschmidt, den Vertretern der Behörden und der Arbeiterschaft den Dank der Gesellschaft für die tatkräftige Unterftüßung des Unternehmens. Der Abend vereinte Gäste und Beleg schaft im Gewerkschaftshaus zu einem tollegialen Zusammensein. Sier nahm noch neben dem Genoffen Gutschmidt Genosse Dr. Wagner das Wort zu interessanten Ausführungen. Musik und Gesangsdarbietungen, lettere bestritten durch Mitglieder des Volks chors , Osten", umrahmten die Feier. " Wintersportfest der Schneeschuhabteilung ber AWJ. Bei günftigen Schneeperhältnissen findet bas am 24. Januar wegen Taumelters ausgefallene Winterfportfest in den Mokener Bergen am Sonntag, 14. februar, oder, wenn dieser A11Schneelos. fein follte, am darauffolgenden Sonntag mit Gamee ſtatt. meldungen und Auskünfte nimmt noch entgegen: Mar Knoll, O 34, Löweitr. 17. SB. Sparta, Berlist. Uebungsabende find jekt für Rnaben: Mittwochs Don 6-8 Uhr Schule Bökomftr. 40; Frauen: Montags und Donnerstags 18-110 Uhr Schule Friedenftr. 16: Männer und Jugend: Mittwochs Waldlauftraining im Friedrichshain, 7 Uhr Schule Bökomitt. 40. Sallentraining Freitags von 6-8 Uhr Schule Cisabethstr. 36. Das interne Hallenmeeting iſt Dom 19. auf den 26. Februar verlegt worden. Arbeiter- Sport- und Kulturkartell Bezitt 19 Bankow. Generalversamm Lung am Montag, 15 Februar, 8 Uhr, in der Schulaula Grunowstrake. Mannschaftstämpfe im Ringen. Sportl. Berg. Rorben 1893 gegen GC. Siegfrieb 09: Freitag 8 Uhr in der Turnhalle Bank Ede Biefenftraße. Serienlampf um die diesjähtige Kreismeisterschaft. Libertas 96 gegen Rowawes: Freitag. 12. Februar, 8 Uhr, in der Turnhalle Charlottenbure, Spreeftr. 29. Gerientantpf um die Kreismeisterschaft des 4. Areifes des AABD. GC. Eiche gegen S6. Berolina: Freitan. 12. Februar, 8 Uhr, in der TurnBerliner Arbeiter Schachklub. Bei den Mannschaftskämpfen tommt Ednve taa, 14. Februar, normittags 10 Uhr, die 7. Runde der B- Gruppe zum Aits Beteiligt find folgende Abteilungene Fricbrid feide- Nordring: bei marditr. 57. Süden- Neukölln bei Sadbarth, Mustauer Str. 10. NordenArbeiter- Radfahrer- Berein Groß- Berlin, Sonntag. 14. februar, 1½ Uhr, nach Johannisthal bei Botha. Start Mariannenplak Ede Waldemarstraße. Gäfte willkommen. Pläge frei in der Schule auf der Insel Scharfenberg. Salle Friebente. 16/18. Serienmannschaftskampf der A- Klaſſe In der Schule auf der städtischen Insel Scharfenbera im Teaeler See wird nach Abgang der Abiturienten eine größere Antrag. zabl late frei: fie follen mit Diteruntertertianern aus den höheren Schulen Groß- Berlins sowie einer Abteilung fäbiger Schüler aus den ersten Klaffen der Gemeindeidhulen beiegt werden. Meldungen sind umgehend an den Leiter der Schule au richten, der aut näherer Antefunftserteiluna jeden Donnerstag. von 4 Bis 6 Uhr, im Konferenzzimmer der 24. Volksschule, C 2. Hinter der Garnisonfire 2. of rechts, vart. zu forechen ist. Sonntags fönnen von Eltern und Schülern die Einrichtungen der Inselschule an Ort und Stelle besichtigt werden. Daberlow. Gudrunftr. 1. Charlottenburg- Gesundbrunnen bei Gottfchnit. BisGülbmeit bei Rath, Tegeler Str. 23. Ein aufregender Borfall spielte fi gestern abend um 61%, hr in Charlottenburg vor dem Hause Bestalozziitr 87a ab. Die fiebaig Jahre alte Ehefrau N. hatte sich aus dem Fenster ihrer im zweiten Stock befindlichen Wohnung auf die Straße hinabgestürzt, mo fie mit aerichmetterten Gliedern bewußtlos liegen blieb. Greifin feststellen. Das Motiv der Tat ist bisher noch unbekannt. Ein fofort binzugezogener Arat fonnte nur noch den Tod der Die Leiche wurde nach dem Schaubause übergeführt. Arbeiterbildungsschule. Heute, Freitag, den 12. Februar, beginnt die Arbeitsgemeinschaft des Genoffen Sorlis über Grundlagen der Arbeitetbildung". Die Arbeiten finden statt in der Zeit von 8-9 Uhr abends in Wilmersdorf. Oberrealfchule, am Seepark, Ede Sullofals zu haben. Hörgebühr 1 M. Sindenburg und Augustastrake. Förerfarten sind noch am Eingang des Typographia. Ronzert für die Anfaffen des Krankenhaufes Am Urban: Sonntag. 14. Februar, nachmittags pünktlich 4% Uhr. Treffpunkt um 4% Uhr am Saupteingang zum Krankenhaus. Anschließend Ständchen für den Genossen Lark zum 80. Geburtstag in den ,, Blücherfälen". Erscheinen Ehrenfache. Zu dem Explosionsunglück in München. Das von der Explosion betroffene Haus in der Rumfordstraße mußte non jämtlichen Einwohnern geräumt und durch mächtige Balfen gesichert werden, da die Mauerriffe vom Kellergeschoß bis in das zweite Stodmert hinaufgehen. Die Zahl der Verletzten beträgt alles in allem etwa 30, doch handelt es sich zum größten. Teil um Leichtverlette. Ueber die Ursache des Unglücks verlautet nun, daß es sich um eine Explosion von Schwefelfohlen stoff handelt, den der Desinfekteur zum Ausschwefeln der Wohnung vermendet hatte. Der Desinfekteur, die die Desinfektion der Erdgeschoßwohnung vornahm, it inzwischen verhaftet worden. Der in feiner Wohnung lagernde Schwefelfohlenstoff wurde von der Behörde beschlagnahmt. Jugendveranstaltungen. Arbeiter- Sportlartell Charlottenburg. Der Film Die neue Grokmad!" Täuft außer Gonning. 14. Februar, um 3, 5 und 8 Uhr, auch am Monter abend 8 Uhr im Gaale der Baugenoffenschaft, Sacfeler Ede Königin ElisabethStraße. Preis 20 und 50- Bf. Freie Turnerschaft Achtenberg- Friedrichsfelbe. Sonntag. 14. Februar, Schauturnen in der Bereinsturnhalle Rarlshorit, Trescomallce 44. Beginn 2 Uhr. Eintritt frei. Bor dem Schauturnen Werbeumsug burch Friedrichsfelbe und Rarlshorit. Abmarich 12 Uhr von Wegener, Frankfurter Allee 236. Nachbem gemütliches Beisammensein bei Wegener. Arbeiter- Rabfahrer- Bund Solidarität. Touren für Gonntag, 14. ebruar: Bea. 1, 1. Abt.: 13., 8 Uhr, Eisbeineffen Baukener Gr. 12. Franen: Teltow, Weiker Schwan. Start 1 Uhr Dieffenbachi. 36. Beisammenfein in der Neuen Welt. Treffpunkt 8 Uhr am Eingana. 2. Abt.: 3. bt.: 13., 8 Uhr, Maskenball Ronforbia Treptow. 3. Abt.: Glienide a. 6. N., Bath. Start 1 Uhr Landsberger Blak. 6. bt.: 1 Uhr am Start Ropenhagener, Str. 26. 7. Abt.: 1 Uhr am Start Rolonieftr. 146. 8. Abt.: Adlershof, Riege. Start 9. bt.: Rehlendorf, Gerede. Start 1 Uhr Schul1 Uhr Waldenferstr. 19. 10. Abt.: Adlershof, Siege. Start 1. Uhr Comeniusplak. Bez. 2, Ortsge. Renkölln: 1 Uhr am Start Saale- Ede Ranner Straße. Drtsar. Charlottenburg: Bathologisches Museum, Charite. Treffpunkt 10 Uhr daselbit. Bez. 21, Drtsgr. Tegel: 1% Uhr am Start Schlieverftr. 64. Bez. 1, Abt. 3: Den Bundesgenoffen are Renntnis, daß unser Sportsgenosse. Georg Stehlmacher nach fchwerem Leiden verschieden ist. Die Beilegung findet Sonnabend, 13. Februar, 2 Uhr, im Arematorium Baumschulenweg statt. 14 Sportliche Bereinigung Roland. Die Vereinigung hält ihre Turnftunden Carmen- Sylva- Str. 25 Dienstags und Donnerstags von 7-10 Uhr ab. Mittwochs: Bastelstunde der Rinderabteilung in der Gemeindeschule Danziger Str. 23, Rimmer 9, von 5-7 Uhr. Jeden 1. und 2. Sonnabend im Monat Sikung bei Berner, Genefelberftr. 32, 8 Uhr. Seben 3. Gonnabenb im Monat Saupt. verfammlung aller Abteilungen bei Rimmer, Schönhauser Allee 65. Arbeiter- Abftinentenbund, Ortsgr. Moabit. 13. Februar pinftlich 7 Uhr, im Jugendbeim Bielef. Ede Bremer Straße, Rimmer 7, Bortrag Senoffe Dr. Druder über: Affobol und Bollagefundheit". Eintritt frei. Die Mitalieder der Ortsgruppe Moabit und Gäfte treffen fich am 14. Februar, 10 Uhr Dormittags, am Ariegerdenkmal in der Zurmstraße aur Besichtigung des Gerual miffenfchaftlichen Inftituts, In den Relten 9. Berlin 84, Beibenmea 27. Gerienfpiele am 14 Februar: Michte 11 gegen sc. I 1-2 Uhr Schönhauser Allee. Treffpunkt: 441 Uhr bei Botrzeba. Treffpunkt: 41 Uhr bei Stoffad, Bhf. Reinidendorf- Schönhola. Athletil- Sport- Club E. B. Soden- Abteilung: Anschriften: Bilt Mielte, Schönhauser Allee 134. Schönhola Il gegen GC. II 1-21 hr Blaz Schönholz. SB. Barwärts Berlin 1897 6. B. Zu dem am 6. und 7. Marz frattfinden den Gewimmfeit wird erstmalig eine ruffifche Mannschaft farten. Die Säutpfe werden äußerft spannend werden, da die Ruffen dem Borwärts fowie den Freien Schwimmern Neukölln eine ebenbürtige Dannschaft entgegenstellen unen. Freie Ranufahrer Berlin e. B. Bootshaus: Röpenid, Matienstraße( Sto dion). Nächste Mitgliederversammlung am 19. Februar, 8 Uhr, in der..Ideal flause" Reukölln, Mareschftr. 14. Aufnahme neuer Mitalieber. Anfragen ant die Geschäftsstelle: Artur Fechner, Berlin D 34, Edertitt. 13. Sport. Wie wir bei Schluß der Redaktion erfahren, hat das Rammergericht die Berufung der Stadt Berlin unter Auferlegung der Kostenlast auf die Stadtkaffe abgelehnt. Das Kammergericht hat dabei den Wert des Streitobjektes offenbar auf 5. Millionen Mark festgesetzt, wodurch die Kosten sich wesentlich erhöhen Die Begründung des Urteils liegt noch nicht vor. mit ist aber noch nicht das letzte Wort gesprochen; die endgültige roken Gaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3. Karten zum Breife teiligten sich an dem Rennen: Berihn Entscheidung in dieser wichtigen Angelegenheit liegt beim Reichsgericht. Da Kraftdroschkenbefizer beim Polizeipräsidenten. Der Polizeipräsident empfing gestern eine Deputation der Kraft droschtenbefizer, die ihm ihre Wünsche auf Einführung des„ numerus clausus( begrenzte Anzahl für das Kraftdroschtengewerbe nor trugen und gleichzeitig über die mit großen Untosten verbundenen dauernden Neu verordnungen Klage führten. Polizeipräsident Grzesinski mies zunächst darauf hin, daß die vorgestrige Demonstra tion der Drofchtenbefizer ihrer Sache zweifellos nicht genügt habe, denn die Auftritte vor dem Polizeipräsidium, bei denen Drohungen und antisemitische Beschimpfungen ausgestoßen worden feten und bei denen es zu Tatlichkeiten gegen nichtstreifende Droschfenführer gekommen fei, wären nicht geeignet, dem Gewerbe Sympathien zu erwerben. Er sagte daraufhin eingehende Prüfung der vorgebrachten Wünsche zu. Im Anschluß daran empfing der Bolizei präfent eine Deputation des Verkehrsbundes, Sektion Droschtengewerbe, die im Gegenfaz zu den Droschtenbefizern gegen Freie Sozialistische Sochschule: Sonnabend, 13. Februar, 7½ Uhr, fpricht Prof. Sinsheimer Frankfurt a. M. über: Die Kulturidee des Sozialismus" im Don 50 Pf. find im Jugendsekretariat zu haben. Generalversammlung am Sonntag, 14. Februar, vormittags pünktlich 9 Uhr, in der Aula des Friedrich- Wilhelm- Gnmnasiums, Rochfit. 13. Ohne Ausweis Lein Rutrift. Achtung, Abteilungsleiter! Gebt die Erwerbslosenliften und Monatsprogramme ab. der Beiträge, Ausgabe der Jugend voran" und der Arbeiter- Jugend". Achtung, Abteilungstaffierer! Seute, Freitag, von 5-7 Uhr, Abrechnung Heute, Freitag, den 12. Februar, abends 7% Uhr: Moabit I: Schule Waldenferstr. 20. Bortrag: Affohol und Nikotin. Webbing: Lebigenheim Schönstedtstr. 1. Bortrag: Staat, Nation und Klasse". Moabit II: Gemeindeschule am Stephansplak. Bortrca: Freimaurerei". Selmholzvlak: Aula Eberswalder Str. 10. Tanzabend.. Rorboft I: Sugendbeim Neue Rönigftr. 21. Aussprache:„ Wir und die deutsche Republik". NordRosenthaler Borstadt: Beteiligung an der Parteiveranstaltung. oft II: Jugendheim, Danziger Str. 62. Bortrag: Volkslied und Volkstanz". Often F.- B.: Jugendheim Rigaer Str. 102. Bortrag: Aus Bebels Leben". Often Str.- B.: Jugendheim Goklerstr. 61. Bortrag: Kirche und Staat". Südwesten: LeseSeder muk erscheinen. zimmer des Jugendheims Lindenstr. 3. Arbeitsgemeinschaft des Gen. Neumann. Charlottenburg: Jugendheim Rofinenftr. 4. Vortrag: ..Unterem Sozialisten gefek". Salensee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35. Vortrag: Geschichte der Arbeiterbewegung" I. Teil. Schöneberg 11: Jugendbeim Sauptftr. 15. Bortraa: Gemeinschaftseraichung". Schöneberg I: Jugendheim Rubens. Ede Sauptstraße. Bortrag: Bedeutung der Gewerk. Sechsfagerennen in Breslau. Am Donnerstagabend um 10 Uhr mitrde in der Jahrhunderthalle in Breslau das dritte Breslauer Sechstageretinen bei startem Andrang des Publikums eröffnet. Nach Borstellung der 28 Teil hebmer am Rennen ging der Start ohne Zwischenfall vonstatten. Es beBerschelden, Rieger Knappe, Ban Kempen Feja, Van Net Zonani, Marcell Bunffe, Oliveri Zieg, Bauer Saldow, Chourh Martin, Faudet, Thomas Lang Gottfried, Häusler- Zechmer, Behrendt- Stolz, Stabe- Pohl, Hahn Rebe Blelemolen. Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Ziemlich mild, größtenteils belooft, ohne wesentliche Niederschläge. Für Deutschland: In Nord- und Mitteldeutschland mild, feine nennenswerten Niederschläge. Wenn Du zum Ball gehst wasche Dein Haar rechtzeitig mit Schaumpon mit bem schwarzen Kopf. Um wieviel wohler fühlst Du Dich, um wieviel leichter gerät die Frisur, wenn Dein Haar leicht und schmiegsam ist! Und die Hauptsache: um wieviel reizvoller und anziehender ist ein von buftigem, wohlgepflegtem Haar umrahmtes Ge fichtchen! Das echte Schaumpon ift erkenntlich an dem schwarzen Kopf, worauf beim Einkauf ganz besonders zu achten ist haften für die Jugend- Steglis If: Jugendheim Solsteinische Str. 2. Bor. Meiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem Wie wohnt öas Proletariat! ' I» der.Deutschen Zeitschrift für Wohlfahrtspflege� oeröffent- licht der Direktor a. D. Albert Lohn an Hand der Wohnung»- Untersuchungen der Allgemeinen Ortskrankenkasse der Stadt Verlin einen mit reichem Tatsachenmaterial belegten Ausatz. Die Arbeit verdient, daß die Oeffentlichkeit flch eingehend mit ihr beschäftigt. Die trockenen Zahlen reden eine erschütternde Sprache und müßten endlich die verantwortungsvollen Stellen in Deutschland aufrütteln. Mit Recht weist Albert Kohn darauf hin. daß Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten. Alkoholismus wie ein schwä- render Krebsschaden an unserem Voltskörper zehren. Trotz aller Fortschritte der medizinischen Wissenschost gelingt es nicht, ihrer Herr rit werden, ihre Verbreitung hat einen zu kräftigen Nährboden in den Mietkasernen unserer Städte, in den zahllosen Hof- Mahnungen, in denen nie oder nur wenige Stunden die Sonne hinkommt Di« Säuglingssterblichkeit war in Deutsch- land schon vor dem Kriege so groß, daß ihre Zahlen hinter den- leniaen Rußlands die bedeutendsten Europos waren. Sie wird itark beeinflußt durch die hohe Stockwerklaae vieler Wohnungen. Schon 19ll wiesen Dr. H. Liefmann und Dr. Alfred Lindemann i ach. daß im Juli und August von 1592 Säuglingen in Parterre .Ml)= 15 Proz., im dritten Stock 323— 20,2 Proz., im vierten lind fünften Stock 373— 23,4 Proz. starben und sich ein gleich- mäßiges Ansteigen der Zahl der Sterbefäll« mit der Höhe der Stockwerke zeigte. Nicht minder leidet unsere heranwachsende Jugend durch unser« Wohnungszuständ«. Bereits in der vom Zentral- i> stitut für Erziehung"und Unterricht 1917 herausgegebenen»Ein- isihrung in die Kleinkindersürsorge' wird ausgeführt:.Alle Jugend- fürsorg« und-pfleg« im letzten Grunde, alle Bestrebungen zur geistigen und körperlichen Volksgesundung sind bis zu einem ge- wissen Grade wirkungslos und unfruchtbar, solange die Gefahr be- steht, daß Kinder und Erwachsene in das Wohnungselend immer wieder wie in einen Sumpf zurücksinken.' Die Wohnungsuntersuchungen der Allgemeinen Ortskranken- koss« ergaben, daß die Zahl der in Hofwohnungen untergebrachten tranken seit 1920 noch weiter gestiegen ist. Die Ermittelungen ergaben weiter, daß 5 bis 6 Proz. der Kronken. sowohl Männer wie Frauen, in Räumen wohnten, die weniger als 10 Qua- dratmeter Bodenfläch« faßten. Festgestellt wurde, daß 1921 1922 1923 1. Halbjahr »83 867 178 Kranke mit 1 Person ISO 124«2. ,2 Personen 81»7 20..», 14 8 2,, 4, 1 8 1.. S 2 1 1,,«„ dies« kleinen Räume teilen mußten. Bei den Krankenbesuchen wurden auch Personen in Räumen von unter 6 Quadrat» meter Bodensläche angetrosfen. In solch drangvoller trnge müssen krank«Menschen Haufen I Grauen- erregend sind auch die Feststellungen, daß zirka 30 Prozent der männlichen Kranken und 20 Prozent der weiblichen Kranken 'Räume bewohnten, deren Luftinhalt nicht den hygienischen Mindestforderungen von 20 Kubik» Nietern entsprach. Es ist damit die Tatsache belegt, daß die Zuiomendrängung unserer Bevölkerung noch weitere Fortschritte ge- nacht Hot. Verstärkt wird dieses erschütternde Bild durch die Fest- f'cllung, daß zirka 4 Proz. der erwerbsunfähigen Kranken in Räumen angetroffen wurden, die nicht einmal 10 Kubik- ineter Luftraum aufwiesen. Was das bedeutet, erkennen wir erst, wenn wir damit vergleichen, daß Rubner für leicht- ironisch« Krank« 40 Kubikmeter, für fiebernd« Kranke 50 Kubik- incter. für Verwundete 60 Kubikmeter Luftraum forderte, wahrend in Isoliergesängnissen für Einzelhaft jede einzelne Zelle einen Kubik- ii.halt von 25 bis 28 Kubikmder bei ausschließlicher Benutzung kür die Nacht 15 bis 16 Kubikmder entholten soll. Von den in ihrer Famllie lebenden kranken wohnten rund 13 Proz. der Männer und 18 Proz. der Frauen allein in einem Zimmer. ivohrend all« übrigen mit anderen Personen den Raum teilen mußten, und zwar noch über 12 Proz. mit drei anderen Personen, über 2 Proz. mit 5 Personen und daß auch in einer Reihe von Fällen 6. 7 und mehr Personen mit dem Kranken einen Schlasraum ge- m e i n s ch a f t l i ch b« n u tz t« n. Mit Recht sagt Albert Kohn. daß . lle Wohlfahrt, die umfangreichste Fürsorge, olle unsere Kraft in Frage gcssellt wird, solange diese zahlreichen Seuchenherde be- stehen. Das erschütterndste Bild über die Wohnungsnot entrollen tic mitgeteilten Zahlen über die herrschende Betten not. Sie zeigen, welch entsetzlichen Umfang die Einengung in unseren Mid- kasernen angenommen hat. wie die Menschen immer mehr aneinander gedrängt wurden. Meistens fehft es an Platz, -in weiteres Bett aufstellen zu können. Im ersten Halbjahr 1923 wurden festgestellt: 230 Haushaltungen mit 5 Pers. und 8 Betteo ...,«,,», 13,» 6,, 2 große» Bette« u. 1 Kinderbett 49,»?. ,4,» l2»•'*, 3„, 25..». 4. 8., S., 3, '»�»»4,» ' 11'' 5' m, u. 2 Kinderbetten ,12..6,.,1 Kinderbett '. 12., B...1 ,12, ,8, ,,3 Kinderbetten Dazu sagt Albert Kohn:.Wer kann angesichts solch surchtborer Bilder des Schreckens und des Elends noch oorttden und sich wundern, daß wir die Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten nicht niederzwingen, daß der Alkoholismu, hier seinen besten Nährboden findet? Wer kann erstaunt sein, daß in unsere» großen Kranken- Häusern Tag für Tag geschlechtskrank« Kinder zur Be- Handlung kommen? Kann es ander» kommen bei der Art. wie unser Volk in den Mietkasernen wohne» muß, unter der Körper und Seele gleich schwer leiden?' Bei all den Zahlen darf jedoch«n» nicht übersehen werden. woraus auch Albert Kohn hinweist: daß die Mehrzahl der Mit- glieder der genannten Kasse nicht etwa zu den ollerärmsten Bolks- schichten gehören, daß der erheblichst« Teil von ihnen m Brot und Arbeit stand, und daß den therapeutischen Ausgaben der Kronken- kosse gemäß die gesundheitlich aussichtslosesten Kranken überhaupt nicht kontrolliert wurden. Das Bild ist also im Grunde ge- nommen noch zu rosig. Wann wird man sich endlich in Deutschland z» einer groß- zügigen Wohuungsbaupolilik im Sinne der Forderungen der So- zialdemok ratischen Partei und der fteien Gewerkschaften entschließen? Da» es geht, zeigt da» Beispiel der Gemeinde Wien. vle Vöhl des Staötbaurats. Am Montag, den 1. März, werden sich im städtischen Wahlans- schuh die für die engere Wahl vorgesehenen fünf Bewerber um den Stadtdauratposten vorstellen. Die bdeiligten Herren sind ausgefordert worden, ihren Gedanken über die Neuorgani- satioo des Berliner Bauwesen» zu entwickeln. Die Unterlagen über die bisherige» Absichten de» Magistrat» und der Stadtverordneten sind ihnen zu diesem Zweck zugestellt worden. Man rechnd damit, daß unmittelbar im Anschluß an diese Sitzung auch die Wahl selber ersolgen wird, dann könnt« im Plenum der Stadtoerordnetenversammlung die Wahl in der ersten Märzhälft« auf die Tagesordnung gesetzt werden. Sofort nach Erledigung dieser Wahl wird dann die Neuwahl de» Berliner Stadtschul- rat« auf die Tagesordnung kommen. Bisher hat der Magistrat noch keine Dorlage über die Besetzung der Stelle gemacht. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß er nach Erledigung der Wahl des Stadtbaurats einem an ihn gerichteten Verlangen auf Ein- reichung einer solchen Borlage ohne weiteres Folge leisten wird. In Stadtverordnetenkreisen kursiert da» Gerücht, daß Stadt- medizinalrat Dr. D r y g o l s t t zum Nachfoloer des Präsidenten des Reichsgesundheitsamtes Dr. Bumm ausersehen sei. Sollten flch diese Gerüchte bestätigen, dann würde auch sür ihn eine Neuwahl ersolgen müsse»._ wassenvocherl Bd den Charlolleaburger Wasserwerken. Tin Leser schreibt uns: In Britz bei Berlin besitze ich eine Nein« Laubenparzelle von 650 Quadratmeter, die mit Gemüse und ein paar Obstbäumen bebaut ist. Do man ohne Wasser Gemüse nicht an. pflanzen kann, so hatten wir, mehrer« Parzelleninhaber, da«in Hauptdruckrohr nicht vorhanden war, un» mit Genehmigung der Wasserwerke an bebaute Grundstück» angeschlossen. Wir hatten eigen« Wassermesser, sodaß die Wasserwerk» keinen Schaden erlitten, da sie da» verbrauchte Wasser reichlich bezahlt erhielten. Bor einiger Zeit wurden uns nun die Dassermesser fortge- nommen mit dem Bemerken,«in jede» Grundstück müsse eigenen Anschluß am Hauptrohr haben: es kamen in unserer Siedlung etwa 25 Porzelleninhader in Betrocht. Trotzdem wir alle klein«, wenig bemittelte Leute sind, entschloffen wir un» unter für un» großen Geld-, Zeit- und Arbeitsopiern ein Houptdruckrohr sowie An- schluß legen zu lassen. Die Kosten kamen pro Kops auf über 200 Mark. Di« Ausschachtungsarbeften haben wir dabei noch selbst gemacht. Jetzt kommt ober der Wosserpreis! Es kamen, wie gesagt, die Charlottenburger Wasserwerke, Berlin- Schöneberg, Boyerischer Platz 9. in Frage. Ein Kubikmeter Wasser kostet 35 Pf.. 12 Kubikmeter müssen im Sonnner und Winter pro Vierteljahr bezahlt werden, ob verbraucht oder nicht, da» sind 4,20 M. Dazu kommt eine vierteljährliche Verwaltungsgebühr von 4,90 M.(wofür Verwaltungsgebühren außerdem?). Da ich, wie die meisten, jedoch nur in den Sommermonaten wöchentlich zwei- bis dreimal auf der Parzelle bin. so habe ich in dem vergangenen ganzen Jahr« nur 16 Kubikmeter Wasser verbraucht. Etwa die gleiche An- zahl verbrauchen die meisten anderen Parzelleninhaber in jedem Jahre. Für die verbrauchten 16 Kubikmeter habe ich also insgesamt 3 6,40 M. zahlen müssen gleich 1 Kubikmeter 2,21 M. E« wäre wohl angebracht, daß die Stodwcrordneten daraus dringen, daß aus Grund solcher M i ß w i r t s ch a j t, die doch sicherlich Wucher ist. die Eharlottenburger Wasserwerk« enteignet und in den Besitz der Stadt übergehen. Als Bekräftigung will ich hiemit nur noch auf die Zustände bei diesen Wasserwerken im letzten Sommer hinweisen, wo sie in den südlichen Vororten versagten.' die Krankeohavsnot i« Groß-Serval Zurzeit hat Serli» 31 städtische Krantenaustalten. dazu kommt noch eine weit größere Zahl Privatanstalten. Di« gesamte Bette»zahl beträgt für Groß-Berlin unadöbr 21 0 0 0. Die sür eine Großstadt zugrunde gelegte Zahl. 5 Betten auf 1000 Einwohner, ist somit«rrdcht. Diese Zahl ist aber sur eine Stadt wie Benin mit seiner hochentwickelten Industrie viel zu niedrig. Der Gesundheitszustand der Bewohner einer Bier- Millionenstadt ist tatsächlich schlechter al, in Mittel- und Klein- städten. Allein das größere Hasten und Jagen der Menschen, der riesige Verkehr gre'ft die Nerven der Menschen an! Andererseits ist die schaffende Bevölkerung in immer größere wirtschaftliche Rot qeroten. Einschränkungen in der Ernährung sind zur Selbstver- ständlichkeit geworden. Der Körper ist widerstandsunfähig. Die Wohungsoerhältnisse sind für einen großen Teil der Bevölkerung geradezu katastrophal. Durch solche Verhältnisse wird der Gesund- heitszustand. namentlich der ärmeren Bevölkerung, weit über das normale Maß der Borkriegszett verschlechtert. Naturgemäß suchen viel mehr Kranke Ausnahme in einer Anstatt, die sonst unter besse- ren Verhältnissen in der Familie verpflegt würden. Die schlechten. engen Wohnungen zwingen oft dazu, den Kranken sofort aus der Wohnung zu schaffen, well sonst auch die Gesundheit der Famitte gefährdet ist. Die Krankenhausnot ist darum in Berlin besonders groß und fast zur chronischen geworden. Alle Anstalten sind voll, zum Teil überbelegt. Schwerkranke werden obge- wiesen und müssen tagelang warten, bis sie ausgenommen wer- dem Der Schrei nach Vermehrung der Bettenzahl kann deshalb nicht laut genug erhoben werdem Di« für diesen Winter zur Vcr- fügung gestellten Barocken zur Aufnahme von Kranken können nur als Notbehelf in Frage kommen, da für die Dauer ungeeignet, schon durch die schlechte Ofenheizung und ungenügende Lüftung. Die dicht om Osen liegenden Patienten kommen vor Hitze um, die anderen frieren: auch durch dos Instandhalten des Feuers und Aufschütten der Kohlen des Nachts werden die Kranken erheblich in ihrer Nachtruhe gestört. Den berechtigten Klagen der Kranken kann nur durch N'-ubauten abgeholsen werdem Im 19. Bezirk(Pankow) z. L. liegt das im Jahre 1908 von der Gemeinde Pankow erbaute Krankenhaus mit 175 Betten. Durch Benutzung einer ehemaligen Militärbaracke und zwei Insettions« barocken ist die Ddtenzahl auf 260 gebracht. Für die Stadt Berlin sind solche kleine Anstalten unwirtschaftlich und müssen im Inter- esse des Stadtsäckels vergrößert werdem Diese Anstalt leidet ganz besonders an chronischer Bettennot. Abweisungen bi» zu 12 Kranken täglich sind keine Seltenheit. Ein Zustand, der allerdings auch in den anderen Krankenhäusern Berlins vorhanden ist. Da» Bezirks- amt will den unerfreulichen Zustand beseitigen durch Einsetzen der Mittel für einen Erweiterungsbau des Krankenhauses um 250 bis 300 Letten in den Haushaltsplan 1926. Möge dem Kämmerer die Unwirtschaftlichkett der kleinen Anstalten, sowie die große Bettennot zum Bewußtsein kommen und dem Mogistrat sowie der Stadtoerordndenoersommlung bei der Bewilligung der Mittel lü? den Erweiterungsbau kein« Schwierigkeiten bereitem Pflicht des Magistrats ist es. dafür zu sorgen, daß den Bewohnern Berlin» die ärztliche Wissenschaft mit den neuesten technischen Errungen- schaften der Heilkunde zugänglich gemacht wird. Jim öen Bezirken. Aklendiebftahl in der Charloltenburger verwalftmg. Gestern wurde in der Bezirksversammlung des 7. Bezirke Tharlottendurg eine vor längerer Zeit von der sozialdemo- kratischen raktion gestellte Anfrage beantwottet, der folgende Vor- kommnisse zugrunde liegen: Bei der Etateberatung im Preußischen Landtag hat der völkische Abgeordnet« Professor D a n i ck e einen Briefwechsel zwischen dem Ministerpräsidenten Braun und dem Charlottenburger Wohnungsamt bzw. dem damaligen Dezernenten und jetzigen Bürgermeister in Dortmund. Hirsch, verlesem In etner Wahlversammlung in Köpenick hat der Abgeordnete Danicke deutlich durchblicken lassen, daß er das Material von einem Beamten erhalten hat... Herr Damcke hat die ihm über- gebenenen gestohlenen Briefe in der Absicht verwendd, um den Nachweis zu führen, daß auf Wunsch des Ministerpräsidenten Braun einem ukrainischen Hauptmann Treswinski widerrechtlich eine Wohnung in Cliarlottenburg zur Verfügung gestellt werden sollte. Die Sozialdemokraten waren nun neugierig zu erfahren, ob es zutrifft. daß die Akten über die von Herrn Danicke erörterte Wohnungs- angelegenhcit verschwunden sind und was das Bezirksamt unter- nommen hat, um den Schuldigen zu ermitteln und zur Berant- wortung zu ziehem Herr Stadtrat Zimmermann, welcher die Anfrage im Auftrage des Bezirksamtes beantwortete, gab den Diebstahl der Akten zu. Von einer eidlichen Vernehmung der im Wohnungsamt Charlottenburg beschäftigten Beamten wurde Abstand genommen, ebenso von der Eröffnung eines Disziplinar- Verfahrens gegen Unbekannt, weil da» Bezirksamt der Meinung war, daß eine Aufklärung der Angelegenheit auf diesem Wege nicht zu erreichen sein würde. Dagegen ist die'Sache dem Staatsanwalt übergeben worden. Es schwebt zurzeit bei der Staatsanwalt- schaft III ein Verfahren wegen Aktendiebstahls gegen Unbekannt. Von Herrn Stadtrot Zimmermann wurde ausdrücklich bestätigt, daß da» Wobnungsamt Charlottenburg in der Wohnungsongelegenheit des ukrainischen Hauptmanns Treswinski durchaus korrekt gehandelt hat und daß weder das Wohnungsamt noch den früheren Dezernent des Amtes, den Genossen Hirsch, der leiseste Bor- « u r f treffen könne. Der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion geißelte die Vorkommnisse sehr scharf und brachte insbesondere zum Ausdruck, daß es besser wäre, Briese dieser Art nicht zu schreiben, weil sie böswilligen politischen Gegnern die billige Möglichkeit geben, solche Schriftstücke in unangemessener Weise auszunutzen. Der Dringlichkeitsvorlage»Herstellung des Sportplatze? im Volkspark Iu n g f« rn h e i d e' wurde zugestimmt. Die Kosten bdrogen 265 000 M. Es besteht die Möglichkeit, zu den Arbeiten größtenteils Erwerbslose als Notstandsarbeiter her- anzuziehen.— Die Berliner Sezession hat die Absicht, auf dem Eovtgnyplatz ein Ausstellungsgebäude nach dem preisgekrönten Enttvprs des Architekten Nachtlicht zu errichten. Alle Parteien 8nd dagegen, die Grünflächen durch Bebauung zu schmälern. Ein« Infroge, die sich mit dem Bauprojekt beschäftigt, wurde der zu- ständigen Deputotton überwiesen. Ein Antrag, das Dezirksamt damtt zu beauftragen, unverzüglich für das Volksbegehren in sämtlichen Bezirken Charlottenburgs Eintragungslisten auszulegen und die'für die Durchführung der Arbeiten erforderlichen Kräfte aus den Kreisen der abgebauten Angestellten zu nehmen, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. 9. Bezirk— Wilmersdorf. In der Bezirksversammlung am 3. Februar fand die Ein- führung und Verpflichtung der unbesoldden Bezirksamtsmitgliedcr — darunter unsere Genossen E m m e l und O p p e l— statt.— Zur Beratung stand u. a. ein dringlicher Antrag unserer Fraktion. der Einspruch erhebt gegen die Bebauung des Geländes an der Grenze von Schmargendorf und Wilmersdorf, die viele Kleingärtner Jritxi threr Erholungsstätten berauben würde. Die Bezirtsverfammlung| Stadtverordneten Benoffen Auguft mibi Darauf wurbe ble fegte einen 11gliedrigen Ausschuß ein, dem vom Bezirksamt ein Etatsberatung, die in der vorangegangenen Bezirksversammlung der neuer Bebauungsplan zur Beratung vorgelegt werden soll, Finanzbeputation zurüdverwiesen war, zu Ende geführt. Bereits in dem die einschlägigen Bestimmungen des Reichsheimstätten in der Finanzdeputation verlangten die Kommunisten die Annahme gefeges vom 10. Mai 1920 und der Ausführungsbestimmungen hier unverantwortlicher Anträge. Als ihnen dies dort bei den ersten zu berüdsichtigt werden. Zu den Beratungen ist der Beirat bes Kapiteln nicht gelang, verließen thre Deputationsmitglieder die Kleingartenamts hinzuzuziehen. Hoffentlich gelingt es fo, unseren Sigung. In der Bezirksversammlung setzten die Kommunisten die Kleingärtnern ihr Fledchen Grünes, das ja ihre ganze Erholung Demonstrationsanträge meiter fort. Mehrmals wurden bedeutet, zu erhalten es gibt hierorts noch genug anderes bau die Kommunisten von unseren Genoffen darauf hingewiesen, daß fie reifes Gelände. Eine Frauenschule erhält unser mit durch ihr Fortgehen aus der Finanzdeputation uns die Bertre höheren Schulen aller Art reichlich gesegneter Bezirf mun auch. Bezirk mun auch. tung der Arbeiterintereffen sehr erschwert haben. Es sollen hier junge Mädchen mit der Reife einer höheren Lehr Nach der Annahme einiger Abänderungsanträge, die größtenteils von anftalt für den Beruf der Hausfrau, Mutter und Staatsbürgerin uns gestellt waren, wurde der Gesamtetat mit allen gegen die Stim. in einem einjährigen Lehrgang vorgebildet werden. Von unserer men der Kommunisten angenommen. Darauf nahm die Bersamm Seite fielen bittere Borte der Enttäuschung, daß bei der Ausgelung zu der Vorlage wegen der Erbauung eines Sallen. staltung dieser Schule, die mit einem Kostenaufwand von 45 000 m. ins Leben gerufen wird, die Töchter der werttätigen Be Dolterung, die ja meist die Bolksschule besucht haben, leer ausgehen. Wenigstens gelang es mit Hilfe der Demokraten, die Bestimmung durchzuseßen, daß auch mittelschülerinnen die Ausbildung auf der Frauenschule ermöglicht wird. Die Ein richtung einer derartigen Schule für Boltsschülerinnen ist geplant hoffentlich find nicht inzwischendurch die Ausgeftaltung der erst Der Oeffentliche Kundgebung für Baumschulentweg und Nachbarorte am Sonntag, den 14. Februar, vormittags pünktlich 10 Uhr, im Saal des Thema: Kino, Baumschulenweg, Baumschulenstraße. Ansprache: Reichstagspräsident Genoffe Paul 2ŏbe. Sammeln zum Aufmarsch: vormittags 9 Uhr, Köpenider Landstraße, Ede Baumschulenstraße. umb 1. an folgenden Stellen zu haben: Bezirkswohlfahrtsam Treptom, Rathaus, Zimmer 66; Drtsamtsstelle Oberschönemeide, Quisenstr. 33, und Niederschöneweide, Grünauer Str. 1; Geschäfts ftelle Johannisthal, Am Königsplay 1; Drtsamtsstelle Adlershof, Rapidestr. 14, und Ortsamtsstelle Alt- Glienice, Wilhelmstr. 1. Dieses Spendengeld zu 5 cder 10 Bf. ftellt einen Gutschein dar, den nur der Borsteher der für die Wohnung des Hilfesuchenten zuständigen Wohlfahrtskommiffion( für Durchreisende nur das Afpl für Obdachlose) einlöst. Dieser prüft die Verhältnisse und bringt den Bedürftigen ausreichende Hilfe. Ber Spendengeld gibt, bekämpft den Berufsbettel und führt wirklich Rotleidende einer ausreichenden Eine Wohlfahrtsauskunftstelle in Treptow. Bon der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege iſt im Bimmer 31 bes Rathauses Treptow eine Wohlfahrtsaus. funftstelle eingerichtet worden, die sowohl Hilfesuchenden wie Vereinen Auskunft über alle Hilfsmöglichkeiten der öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege erteilt und gleichzeitig die Verbindung zwischen diesen aufrechterhält. Die Sprechstunden sind zunächst auf Dienstag und Freitag von 1-2 Uhr festgesetzt. Nähstube für erwerbslose Mädchen. Im Rahmen einer gewiffen Notstandsaktion hat das Bezirksamt Lichtenberg für Lüdstraße eine Nähstube eingerichtet. Die jungen Mädchen haben hier Gelegenheit, unter der Anleitung einer ausgebildeten Näherin das Nähen zu erlernen, um es später für ihren Beruf oder für fich felbft verwenden zu fönnen. Den Mädchen steht es frei, während der Nähstunden eigene Sachen auszubeffern oder aber neue Sachen, für die das Bezirksamt das nötige Material liefert, anzufertigen. genannten Bildungsanstalt die hierfür erforderlichen Mittel aus Für Boltsbegehren, für Boltsentscheid, gegen Fürstenabfindung erwerbstole minderjährige Mädchen in der Schule gegangen. Bedauerlich bleibt in jedem Fall, daß der Grundlag ber Einheitsschule nicht einmal bei diesem Schultyp praf tische Gestalt annimmt; wie fehr könnte auf diese Weise bei den heranreifenden jungen Mädchen aller Bevölkerungsschichten auf gegenseitiges foziales Berstehen hingewirkt werden! Religionsunterricht an der Frauenschule foll flicht. fach sein wie das Bezirksamt mitteilte, auf Grund minifterieller Bestimmung. Unser Antrag, an das Ministerium die Anfrage zu richten, ob die Erteilung des Religionsunterrichts als Wahlfach zuläffig sei, wurde bei Stimmenthaltung der Kommunisten(!) ab gelehnt. 15. Bezirk Treptow. schwimmbades mit Kunsteisbahn und Erfrischungsräumen in Berlin- Reinickendorf Stellung. Alle Fraktionsredner waren sich darüber einig, daß der Bau des Humboldt Bades, von dem der Borwärts" bereits eingehend berichtet hat, im Intereffe der Berliner Bevölkerung liegt. Genoffe Elpel hob befonders hervor, daß es notwendig ist, für die arbeitende Bevölkerung des Berliner Nordens eine derartige gesundheitsfördernde Einrichtung zu schaffen. Die Rentabilität tam in einem solchen Falle also nicht ganz allein entscheidend sein. Der Betrieb foll gemischtwirtschaftlich erfolgen. Eine vorgebrachte Einwendung, daß durch den privaten Einfluß die Eintrittspreise zu sehr in die Höhe getrieben werden fönnten, erflärte Herr Bürgermeister Reich helm als nicht möglich, da die Festsetzung der Eintrittspreise ausschließlich in der Hand der Stadt Berlin liegen wird. Nur ein einziges Mitglied der Bezirksversamm lung fühlte sich berufen, dagegen zu sprechen. Alle Mitglieder der Bezirksversammlung bis auf einen Demofraten stimmten der Borfage zu Auto und Landstraßen. In ihrer letzten Sigung beschäftigte sich die Bezirksversammlung nochmals ausgiebigst mit den ruheftörenden Vorgängen in der por legten Sigung. Namens der Bezirksversammlung sprach der Bor. steher, Genosse Strieber, dem Genossen Lempert das Be dauern der Versammlung über die nach der legten Bersammlung erlittenen Berlegungen aus und gab der Freude Ausdrud, daß es dem Genossen Lempert möglich ist, wieder an der tommunalen Arbeit teilzunehmen. Genosse Be der hielt den Kommunisten ihre demagogische Politit vor Augen und erklärte ihnen, daß man mit folchen Leuten unmöglich jozialistische Bolitit treiben tönne. Einstimmtg beschloß die Bersammlung, ben tommunistischen Erwerbslosenantrag dem Rechnungsausschuß zu überweisen( bekanntlich war deswegen in der vorlegten Sigung der Die Not der Landstraßen, die durch den Automobilverkehr in Tumult entstanden). Die Kommunisten beantragten, die Berjamin. turzer Zeit in Grund und Boden gefahren sein werden, wird megen lung möge dafür sorgen, daß die Polizei aus dem Rathause entfernt der Novelle zum Kraftfahrzeugsteuergesetz in nächster Belt ben würde. Genosse Strieder stellte als Borsteher fest, daß weder im Sigungssaal noch auf der Tribüne Polizei anwesend fei. Das Haus der Lastenbeförderung vom Schienenweg auf die Landstraßen, der Reichstag beschäftigen. Insbesondere ist es ber schnelle llebergang recht bezüglich der übrigen Räumlichkeiten des Rathauses steht dem die große Frage dringlich macht, wer denn für die Dauer die ge Bürgermeister zu. Genoffe Bürgermeister Brunow erflärte, daß waltig gestiegenen Kosten für die Erhaltung der Lander der Meinung set, in Anbetracht der angesagten Erwerbslosen Straßen bezahlen soll. Was nügen alle Fortschritte des Automobil demonstration vor dem Rathause den polizeilichen Schuh nicht ab wefens, wenn für die Grundlage, die Fahrbahn, nicht gesorgt wird! lehnen zu tönnen. Namens unserer Fraktion erflärte Genoffe Die gewöhnlichen Schotterstraßen in einer Gesamtlänge von 144 000 Lehner das Einverständnis der Fraktion und betonte, daß die Kilometer, das heißt dem mehr als dreifachen Erdumfang, genügen Bezirksverordneten nicht Freimild tommunistischer n. für den Automobilverkehr bekanntlich nicht mehr. Mit einem Aufpobeleien feien( siehe Fall Lempert). Gegen die Stimmen der wande von mehreren Milliarden Mart der Kilometer RBD. hieß die Bezirksversammlung bie Maßnahmen des Bürger- toftet 3. B. in Kleinpflaster 80 000 m. müffen fie allmählich um meisters gut. Die RBD. Bertreter verließen darauf bin den Sigungsgebaut werden. Allein die laufende Unterhaltung toftet faal. Die Bezirksversammlung verabschiedete einige Bauvorlagen je kilometer mindestens 2000 bis 4000 m. jährlich; und nahm die vorgelegte Geschäftsordnung an. Ein Antrag unferer bet 180 000 Rilometer Landstraßen in Deutschland, wobei mit Fraftion verlangte, dafür Sorge zu tragen, daß das Finanzamt 50 000 Kilometer Hauptdurchgangsstraßen gerechnet wird, sind das Oberspree nach einer zentralen Stelle des Bezirtes verlegt wird. jährlich 460 Millionen, das heißt rund Milliarde Mart! Bon dem ausgestellten Modellbes rematoriums Baum Die Kraftfahrzeugsteuer brachte bisher jedoch nur rund 50 mil fulenweg nahm die Bersammlung Kenntnis. Ein tommu lionen Mart und die sogenannten Begevorausleiftungen roh nistischer Antrag bezüglich der Fürstenabfindung fonnte nicht ver 15% Millionen. Es geht nicht an, daß diese" Tufwen geschätzt handelt werden, weil die bürgerlichen Bertreter bem Antrage biebungen im Interesse der Automobilbefizer meiter aus dem großen Dringlichkeit absprachen. Ein Antrag ber gleichen Fraftion bezüglich Steuertopfe bezahlt werben, gefchweige denn ber oben erwähnte Bergebung der Schulaula in Oberschönemeibe notwendige Umbau ber Straßen, der wahrscheinlich nur mit Aus fonnte nicht verhandelt werden, weil die Antragsteller inzwischen Landstredit möglich sein wird. Die durch bie Wegeunterhaltung am bie Flucht ergriffen hatten. Sie schienen es mit ihrem Antrage meisten Belasteten find die deutschen Sandtreife, die von also nicht sehr ernst zu nehmen. ben 180 000 Kilometern allein 126 000, b. h. zmei Drittel, zu unter halten haben, danach die Provinzen. Die jeßigen Merkmale der Kraftfahrzeugfteuer, die mur von der Art des Fahrzeugs, feinem Gewicht und der fingierten Pferdestärke ausgeht, find offenbar zu roh und daher unzulänglich. Eine bloße Erhöhung der Steuer, mie bie Reichsregierung fie plant, ändert daran nichts. Die gefahrenen Rilometer müffen wie in den Eisenbahntarifen irgendwie berüd fichtigt werden. 20. Bezirk- Reinidendorf. In der Bezirksverfammlung am 3. Februar gedachte der Bor. fteher Genosse Rogoff in bewegten Worten unseres verstorbenen echte Sodener இடுடுடுடு. Fay's Pastillen gegen Husten Heiserkeit Verschleimung 4 Das Spendengeld des Notdienstes der Berliner Frauen", welches im vergangenen Jahre erfolgreich gegen den Berufsbettel angementet wurde, ist im Bezirt Treptom in Heften zu 0,50 M. Modernisierung des Berliner Viehhofs. Der Berliner Biehhof foll amerikanisiert und modernisiert werden. Aus diesem Grunde wird sich im Frühjahr eine Studienkommission nach den Vereinigten Staaten, befonders nach Chicago, begeben. Hauptzwed der Reife ift die Untersuchung der Frage, ob sich die ameritanischen Großschlachtmethoden und der dort eingeführte maschinelle maffenbetrieb für deutsche Verhältniffe eignen und fich auf sie übertragen lassen. Die Einwohnerzahl des Verwaltungsbezirks Köpenid. Bei der Pers fonenstandsaufnahme 10. Oftober 1925 find in den einzelnen Drtsteilen folgende Einwohnerzahlen festgestellt worden: Köpe nid 38 926, Friedrichshagen 16 476, Bohnsdorf 2792, Grünau 3928, Müggelheim 288, Rahnsdorf 3518, Schmödwig 1362, zusammen 67 290 Einwohner. Das bedeutet gegenüber der bei der Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin festgelegten Einwohnerzahl von 56 819 eine Steigerung um 18% Proz. Da auch im tommenden Jahre im Bezirf mit einer regen Bautätigkeit gerechnet werden kann, wird das Jahr 1926 zweifellos eine weitere starte Steigerung der Einwohnerzahl bringen. Die Fortschreibungsziffer beläuft sich zurzeit bereits auf etwa 70 000. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 37/38. Hof 2 Tr. Beim republikanischen Bortragsabend wird Reichstagsabgeordneter Freiherr von Richthofen über: Die deutsche Republit" und PolizeiOberleutnant Nälle über das Thema: Der Offizier und die Republik" fpreken. Martin Bolfgang vom Staatstheater bringt Regitationen sum Bortrag. Die Mitalieber ber Reichs- und Staatsregierung und die Führer der republ: lanifchen Barteien find zu dem Abend eingeladen. Eintrittstarten find im Gaubureau, Sebastianftr. 87/88, erhältlich. Mitte, Sonntag, b. 14., nachmittags Webbing. Gonn 12 Uhr, Rölnischer Bark. Ummario mit Trommlerforps. taa. b. 14., vormittaas 10% Uhr, treffen fich die sameraden harusfäle. Ятепльего. Mullerstraße. Besuch im Freies Bolt. Eintritt 60 f. Sonntag, b. 14 2.10 Uhr. Antreten Rug und Gruppenführer bei Ewaldine Staliker Str. 126( Bundeskleidung). Mo., b. 15. 7% Uhr, Bersammlung ber Sunamannschaften, Blicherfäle, Bilicherftr. 61 Bortrag Gaufvoriwart Saffen: Sugenb und Sport" Bantaw( Kreis). Ramerabfchaft Riederfdöy haufen: Fr., b. 12., 7 Uhr, bei Alindt, Friedensplak, Bollverfammlung. Sonntag, b. 14., 8 Br, fämtliche Junamannschaften Martirlak Bantom antreten Rüdiehr gegen 1 hr.- Steinidendorf( Kreis). Ramerabshaft Hermsdorf: F., D. 12., 8 Uhr, bei Raatfch, Waidmannslust. Fürft- Bismard Straße 15, Samerabschaftsverfammlung. Röntgentel. So., b. 18., begeht bie Kamerabfchaft ihr 1. Stiftungsfest, 2otal Blane Grotte", Inh. Marr. Borträge, Theater, feltball. Beginn 8 Uhr. Eintritt 75 Bf. Republikaner find beralih eingeladen. Atencez! Laborista idist!! Sundio ye 14. Februar esas agito- exkurso kontre la apanajo dil princi ad Birkenwerder. Atingo ye 7 kloki aran la Laboristal Ido- Uniono. Stettiner Vorortstaciono. Omni acistez! Ach'ung! Jdo- Kurfus Charlottenburg findet ab Montag, den 15, Februar, abends 7, Uhr, im Jugendheim Am Lützow 15 statt. Arbetter- Ido- Bund. Übler Mundgeruch mirtt ab Stoßend. Häßlich gefärbte Zähne entstellen bas schönste Antlig. 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Nr. 71 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mehr Klarheit über die Wirtschaft! Wo bleibt die Produktions- und Warenstatistik? " Bährend jedes Bemühen in Deutschland nur darauf gerichtet geleisteten Arbeitsstunden, der Zahl der beschäftigten | sein müßte, die hochveredelnden Fertigindustrien lebens- Arbeiter und der Lohnverdienste- Erhebungen, wie sie in anderen und exportfähig zu erhalten, geschieht das Gegenteil: die Roh= Ländern durchgeführt wurden ,, ohne bureaukratische Scherereien unerträglicher Art"! stoffindustrien werden geschützt und können sich jede Ermittlungen wären geeignet, die Bewegungsverhältnisse Diese relativ leicht zu bewerkstelligenden noch so unberechtigte Preisforderung erlauben, wäh- der Volkswirtschaft klar und deutlich hervortreten zu lassen. rend die verarbeitende Industrie zu völliger Auflösung getrieben wird." Diese Worte sind vor wenigen Tagen auf der Tagung der Fachgruppe Bekleidungsindustrie beim Reichsverband der Deutschen Industrie" gesprochen und von dem Redner, dem Textilindustriellen O. Weil, durch zahlreiche Beispiele über die Preisge staltung in den Rohstoffindustrien Spinnerei, Weberei, Ausrüstungsindustrie- belegt worden. Fragen wir uns nun, wie es möglich sein konnte, daß eine Zollpolitik geschaffen wurde. aus der die heute offenkundig zutage liegenden Mißstände der Unternehmerpreispolitik erwachsen sind, so wird man nicht nur die unglückliche politische Situation, die zu einer Einbringung und zur Annahme der Zollgesetze führte, dafür verantwortlich machen können. Neben politischen Motiven, die eine Stärkung der Position aller schwerindustriellen" Rohstoffindustrien im Zollkampf mit sich brachten, hat die mangelnde Erkenntnis wirt schaftlicher 3usammenhänge, aber auch die durchaus mangelnde Kenntnis wirtschaftlicher Tatbestände den Hauptteil der Schuld an der Fehlleitung der deutschen Wirtschaftspolitik. Ohne eine Erforschung und Klärung der wirt schaftswichtigen Tatsachen und Größenverhältnisse ist jede Wirtschaftspolitik in der Gefahr, auf Floß gefühls. mäßiger Erfassung des Seienden aufbauend, zu Fehlschlüssen zu gelangen. Es ist und bleibt die wichtigste Aufgabe aller beteiligten Stellen, der Regierungsorgane so gut wie der Verbände und der Presse, auf eine klarlegung aller wirtschaftlichen Daten energisch hinzuarbeiten. Die Mängel der Statistik. Es ist bekannt, daß der Aufschwung des amerikanischen Wirtschaftslebens Hand in Hand mit einer geradezu vorbild lichen Erschließung aller wirtschaftsstatistischen Materialien vor sich gegangen ist, und daß der Ehrgeiz der amerikanischen Unternehmer und Wirtschaftsbehörden darin liegt, möglichst umfassende und flare Angaben über Produktion und Absatz zu schaffen. Demgegenüber fehlt es in Deutschland, abgesehen von dem zumeist seit Jahrzehnten nicht mehr erweiterten Bereich der Wirtschaftsstatistik, die im Statistischen Reichsamt geschaffen ist, bereits an den allgemeinsten und wichtigsten Daten. Die Statistik des Außenhandels ist einigermaßen ausführlich und arbeitet ziemlich schnell, genügt aber den neuzeitlichen Ansprüchen noch nicht in allen Punkten. Von der Produktionsstatistik sind nur die Gebiete des Kohlen- und Eisenberg baues und der sonstigen schwerindustriellen Produk tion einigermaßen der statistischen Bearbeitung erfchloffen, ohne daß jedoch die Angaben so detailliert sind, so prompt gegeben würden, wie es für eine leistungsfähige Konjunkturberichterstattung not wendig wäre. Im Anschluß an die Verbrauchssteuer erhebungen entsteht, als Abfallproduft" mehr denn als Selbstzweck, eine Produktionsstatistik für Zucker, Tabat, Bier, Branntwein usw., deren Angaben jedoch stets mit großer Berspätung befanntgegeben werden. Aus dem Gebiet der Landwirtschaft liegen Ernte und Anbauflächenerhebungen, Ergebnisse der Vieh zählungen und Schlachtviehstatistiken vor. Damit ist aber der Bereich der Produktionsstatistik schon erschöpft. Aus dem Baugewerbe, aus der Metallverarbeitungs- und Maschinenindustrie, aus Tertilindustrie, chemischer Industrie, Papier, Glas-, Ton-, Zement, Holz-, Lederindustrie usw. sind weder Angaben über die Größe des Produktionsapparates noch über den Beschäftigungsgrad( Auftragsbestand usw.) noch über die Produktions- und Absazverhältnisse, Größe der Lagerbestände usw. erhältlich! Wollen wir den Wert der alljährlich in der Landwirtschaft erzeugten tierischen Produkte( Milch, Butter, Käsewaren, Fleisch, Häute, Wolle usw.) feststellen, so find wir auf ganz vage Schäßungen angewiesen und ähnlich liegt es. bei den Berhältnissen der jährlichen Holzproduktion aus der Forstwirtschaft. Nur um weniges besser sind wir über die Verfehrsver hältnisse unterrichtet, wo sich aus dem bei der Reichsbahn ansammelnden statistischen Material noch außerordentlich wichtige Aufschlüsse gewinnen ließen, wenn die Verarbeitung ernstlich in die Hand genommen würde. Auch über den Geld- und Kreditverkehr, für den die Ausweise der Reichsbanf und die 3 weis monatsbilanzen der Banken nur eine erste flüchtige Orientierung zulassen, muß noch durch Erweiterung der Erhebungen und schärfere Gliederung der einzelnen Angaben eine größere Klarheit geschaffen werden. Wie weit sind wir hier noch von den Verhältnissen der New Yorker Börse entfernt, auf der täglich die Zahl der Aftienumfäße festgestellt wird, und in fürzeren Zwischenräumen die Höhe der Börsenkredite! Die Preisstatistik. Allein die Preisstatistik ist in den letzten Jahren ganz erheblich ausgebaut und verbessert worden, weil die Verhält nisse der Inflationszeit eine genauere Darstellung der Preisentwid. lung unbedingt geboten erscheinen ließen. Freilich bedarf auch die hier vorliegende Arbeit noch stark der Erweiterung, besonders auf das Gebiet der Fertigwarenpreise hin, und vor allem der Auswertung, um die preisbestimmenden Momente hervortreten zu lassen. Diese werden besonders von der Ge'te der Preispolitik der Kartelle her wirksam werden. Die Ansätze, die auf dem Gebiet der Verbands- und Kartellstatistik und der Statistik der Unternehmungsfirmen bereits vorliegen, werden gleichfalls noch bedeutend auszugestalten sein, um der Aufgabe einer Durchsichtigmachung der hier vorliegenden Probleme ent sprechen zu können. Die Arbeitsmarktstatistik und ihre Mängel. Ganz besonders wichtig erscheint es, die Arbeitsmartt statistit aus ihrem langjährigen Dornröschenschlaf, den sie unter Obhut des Reichsarbeitsministeriums träumt, zu neuem Leben und zu neuen Taten zu erwecken. Die Feststellung der tatsächlich Freitag, 12. Februar 1926 leistung der Schwerindustrie immer weiter ermutigt hat, bis sie endlich im Jahre 1925 in einer regelrechten Ueberproduktion elendiglich stecken blieb! Will er nun etwa die( nachträgliche) Feststellung der Reichsstatistik, daß soviel und zuviel für die Absatzmöglichkeiten! erzeugt worden ist, dafür verantwortlich machen, daß eine irrsinnige Ueberproduktion stattgefunden hat?! Wer im eigenen Haus selbst nicht besser Bescheid weiß und die Wirtschaft sehenden Auges in die Krise hineinmanövriert hat, sollte heute stillschweigen nicht anders als ein Schuljunge, der seine Lektion nicht richtig gelernt hat. Nur wenn wir aus der Geheimniskrämerei der Unternehmungen und Betriebe herauskommen, und mit Wirtschaftsgeiftes ist, zu einer Offenlegung der wirtschaftjenem Gemeinsinn, der das wichtigste Aktivum des amerikanischen lichen Verhältnisse gelangen, wird der gemeinsame Nußen aller zu verwirklichen sein. Wie die Produktionsstatistit ausgebaut werden kann. die allgemeine Einkommenstatistit, die sich leicht auf den Als wichtigste Ergänzungen der Lohneinkommenstatistik müssen Ergebnissen der Einkommen- und Körperschaftssteuer aufbauen läßt, und die allgemeine Umja s stainst it, auf Grund der Umfaß Umjasta itstit, Umsatz steuererhebungen, gefordert werden. Gestützt auf derartiges Material, werden die Bemühungen, zu einem Ueberblick über die Arbeitsweise der Gesamtwirtschaft und zu einer Be- schen Kohlenbergwerte in Helmstedt. urteilung der Leistungsfähigteit ihrer wichtigsten Glieder und Gruppen zu kommen, nicht mehr vergeblich zu sein brauchen. Ersparnisse und Gewinne durch Rationalisierung. reiche Zusammenfassung, Vereinfachung und Mechanisierung der Ein gutes Beispiel für eine pripattapitalistisch erfolg. Betriebe, das auch für die sozialen Schlußfolgerungen aus dieser Rationalisierung sehr beachtlich ist, sind die BraunschweigiDie Sorge um das„ Geschäftsgeheimnis". Die Erkenntnis, daß durch eine Aufhellung der wirtschaftlichen Tatbestände allen gedient ist, und nicht zum mindesten der Unternehmerschaft, läßt leider noch immer recht auf sich warten. Die Unternehmer umgeben mit der schlimmsten Geheimnis= främerei( von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen!) all das, ung für wirtschaftliche Dispositionen bedeuten fönnte: Auftrags was eigentlich allbekannt sein müßte und eine gewaltige Erleichtebestand, Lagervorräte, Produktionsfähigkeit, Absatzgröße usw. Richt so sehr an die Adresse des Statistischen Reichsamtes, dem man faum Mangel an Initiative vorwerfen kann, als an die Adresse der Unternehmerverbände, die sich zuweilen nicht ganz ohne die gefällige Mitwirkung des Reichswirtschaftsministeriums in die Wolken des Geschäftsgeheimnisses zu hüllen belieben, richten sich unsere Vorwürfe. Das Wort, das man am häufigsten zu hören betommt, wenn man auf Offenlegung des Zahlenmaterials über Produktion, Umjah und Verbrauch dringt, ist jenes von den außenpolitischen Bedenken". So fagt man in der Regel aber man meint doch zunächst nur steuerpolitische Be= denken". Gerade derjenige, der weiß, daß hohe Produktionsund Umfazzahlen noch nichts über die Höhe der tatsächlich erzielten Gewinne bedeuten und daß eine Uebersteigerung der Production ohne entsprechenden Absatz das Allergefährlichste ist, gerade dieser wird die lächerlichen Bedenken nicht gelten lassen. Im Gegenteil: hätte man früher schon flarer gesehen, daß der Produftionssteigerung im Jahre 1925 bei der mangelnden Kaufkraft der Massen eine entsprechende Abfagmöglichkeit nicht gegenüberstand und bei entsprechender Klarlegung der Wirtschaftsvorgänge durch eine forgfältig ausgebaute Statisit wäre das nicht unmöglich ge= wesen so hätten sich Krise und Arbeitslosigkeit wenigstens um ein Bedeutendes mildern lassen. Aber seiche Erkenntnisse liegen der Unternehmerschaft vorläufig noch verflucht fern, wie die lächerliche Interpellation Dr. Reicherts im Reichstag zeigt, in der er, der schwerindustrielle Interessenvertreter, darüber Klage führt, daß nach den Veröffentlichungen der amilichen Reichsstatistik der Eindruck einer zu hohen Produktions. teistung erwedt würde weil diese Statistit nämlich die Pro duktionszahlen des( verkleinerten) Nachkriegsdeutschlands mit denen des entsprechenden Gebiets( nicht also des ganzen Reichsgebiets) von 1913 vergleicht! Dieser offensichtliche Schwabenstreich des deutschnationalen Abgeordneten entbehrt auch deswegen nicht der Komit, weil Herr Reichert augenscheinlich noch immer nicht gemerkt hat, daß er auf Grund seiner Statistiken! die Produktions Deutschlands Kohlenproduktion 1913 v.1919-1925 In Millionen t 140.8 132.7 119.9 118.8 88.3 62.3 Steinkohlen 137.9 139.s 93.6 124.3 118.8 Braunkohlen 87.2 Steinkohlen und Braunkohlen Steinkohle Braunkohle, unger.in Steinkohle 160.9 109.1 132.3 141., 149.7 146M 88.7 140-8 188.3 N 20.8 107.5 113.9 119.9 62.300 1498 118.8 27. 163.8 顯示 132. Z 1913 1919 1920 1921 1922 1923 1924 1925 Obwohl die gesamte Betriebsumstellung restlos aus eigenen Mitteln erfolgt ist und die Braunkohlenförderung und Brikettierung stark unter der Konkurrenz der westfälischen Steinkohle stand, wer den 10 Proz. Dividende( auf 12,5 Millionen) perteilt. Sämtliche Tiefbaubetriebe, die bei geringer Förderung unverhältnis mäßig viel Kosten verursachten, wurden stillgelegt, die Tagbaubetriebe durch den Bau einer Kettenbahn von 3 auf 2 beschränkt. Während 1924 noch die Rohfohlenförderung von 3,11 Millionen Tonnen sich auf sechs Tief- und Tagbaubetriebe verteilte, brachten 1925 die zwei Tagbaubetriebe eine auf 3,48 Millionen Tonnen gesteihöhte Brifettfabrikation ist ebenfalls auf die beiden Tagbaue fongerte Förderung. Die von 711 000 auf 738 000 Tonnen er= zentriert. Ein dritter Tagbau wird für den lokalen Saisonbedarf und die Brikettfabriken erfolgten beträchtliche Neuanschaffun gen von Großraumwagen, Lokomotiven, Brikettiermaschinen und Sortieranlagen, alles über Betrieb. In der Bilanz werden die era zielten Ersparnisse in erhöhten Gewinnen deutlich sichtbar. Die Schulden find nur um 1,12, die Forderungen dagegen um 1,92 mill. erhöht. Die Bankguthaben sind verfünffacht. Dabei sind die Obligationsanleihen um die Neuaufwertung erhöht, der Wert der Felder und Anlagen konnte von 11,80 auf 10,85 und die Kure der stillgelegten Gruben zum größten Teil auf 1 M. abgeschrieben werden. Kredite zur Umstellung waren überhaupt nicht erforderlich, wie fich aus dem minimalen Zinskosten von 3334 M. der Gewinn- und Verlustrechnung ergibt. Der Geschäftsbericht stellt auch eine bedeutende Verringerung der Gesamtbelegschaft fest. Sie betrug Ende 1924 4042, Ende 1925 betrug fie 3174 Mann. Dieser privatfapitalistische Erfolg, der sich auch in der Ber ringerung der Belegschaft ausgewirft hat, muß aber auch zu den fozialen Auswirkungen gebracht werden, die er ermöglicht. Die erhöhte Förderung zu niedrigeren Kosten muß, wenn nicht Kartelldiktatur es verhindert, in gesenften Breisen und diese in der Steigerung des Absages, vermehrter Beschäftigung und Berkürzung der Arbeitszeit ihren Ausdruck finden. Auf diese sozialen Schlußfolgerungen wird die Arbeiterschaft wie immer bei der Rationalisierung so auch hier mit besonderem Nachdruck zu achten haben. Privataktionäre gegen das Reich. Wie leicht die Beteiligung von Privattapital an Unternehmungen öffentlicher Körperschaften zu Konflikten zwischen diesen und den Privataftionären führen kann, dafür gab es am Donners tag bei der Generalversammlung der Deutschen Werte A.-G. ein interessantes Beispiel. Die Deutsche Werke 2.-G. geht, wie wir schon früher berichteten, in Liquidation, nachdem das Dezentrali fierungsprogramm durchgeführt ist. Die Reichsanteile der verbleibenden Unternehmungen werden von der Vereinigte Industrieunternehmungen 2.-G.( Biag) übernommen, deren Anteile fich wieder in den Händen des Reiches befinden. Nun hatte vor Jahren die Deutsche Werke A.-G. ihre Kapitalnot dadurch zu überwinden gesucht, daß sie am freien Kapitalmarkt, also durch Aktienausgabe an Private, sich neue Mittel beschaffte. Diese Privataftionäre waren es nun, die der Generalversammlung der Deutschen Werke A.-G. aus Anlaß des Liquidationsbeschlusses gründlich zu schaffen machten. Ihre Opposition richtete sich im wesentlichen gegen zwei Punkte; einmal dagegen, daß die stillen Reserven von der Gesellschaft ohne Gegenleistung von der Biag übernommen würden. Diese müßten in erster Linie den Aktionären zugutekommen. Ferner hatten sie vor allen Dingen daran etwas auszusetzen, daß die Unternehmungen der Deutschen Werke in die Hände des Staates fämen und nicht in die Hände der Privatindustrie. Demgegenüber wies die Verwaltung darauf hin, daß die Aktionäre ja für ihre Aktien den Nennbetrag erhielten, ein Vorgang, wie er bei Liquidation von reinen Privatunternehmungen in der Jetztzeit nicht oft zu verzeichnen wäre. Wenn die Biag nicht mehr herausgeholt habe, obwohl die Werte des Unternehmens höher zu veranschlagen wären, so läge das an den ungünstigen wirtschaftlichen Zeiten. Die öffentliche Hand, die jezt die Werke völlig übernommen habe, gehe damit ein erhebliches Risiko ein, es sei allerdings zu erwarten, daß hierbei große Gewinnchancen vorhanden wären. Auch die Stadt Kiel opponierte gegen die Vorschläge der Verwaltung, indem sie hervorhob, daß sie für 12 000 m., die sie gezahlt habe, nur 8000 m. erhalte. Er. wähnenswert ist dann noch die Erklärung der Verwaltung, daß die Versorgung der Angestellten und Arbeiter der ehemaligen Betriebe der Deutschen Werke durch die Nachfolgeunternehmungen sichergestellt sei. Die Anträge der Verwaltung, wonach die Aktien der Deutschen Werke an die Viag übergehen, wurde mit 70017 gegen 1618 Stimmen genehmigt. Die Opposition gab Protest zu Protokoll. Es ist bezeichnend, daß die Privataftionäre es versuchen wollten, aus dem Erlös der Reichswerte Vorteile für sich her. auszuschlagen, die der Stand der Unternehmungen feinesfalls als gerechtfertigt erscheinen läßt. Die Verwaltung hatte bekanntlich die Liquidation damit begründet, daß sie die einzelnen Unternehmungen der Deutschen Werke erhalten will, weil die Betriebe in ihrer Gesamtheit eine rationelle Bewirtschaftung nicht erlaubten. Den Attionären nun wäre es lieber gewesen, wenn durch einen vollständigen Verkauf oder gar durch die Verschrottung der Anlagen mehr Bargeld herausgeholt worden wäre, als wenn durch eine einigermaßen geschickte Transaktion der Betrieb der Werke erhalten bleibt. Ein geradezu typischer Vorgang typisch dafür, wie dem Privatkapital das Profitinteresse über das Produk. tionsinteresse geht. ATA Henkel's Scheuerpulver ideales Herdputz mittel Amtlicher Großhandelsinder. Die auf den Stichtag des 10. Februar berechnete Großhandelsinbegziffer des Etatistischen Reichsamts ist gegen. über dem Stande vom 3. Februar( 119,2) um 0,3 v. 5. auf 118,8 zurüdgegangen. Gefunken sind die Preise für Roggen, Gerste, Schmalz, Fleisch, Hopfen, Rindshäute, Kalbfelle, Bau.nwollgewebe. Rohjute, Hanf, Blei und Zint. höher lagen die Preise für Weizen, Butter, Heringe, Milch, Baumwolle, Baumwollgarn, Kupfer und Zinn. Von den Hauptgruppen haben die Agrar. erzeugnisse von 113,5 auf 113,0 oder um 0,4 Proz., die Industrie stoffe von 129,9 auf 129,7 oder um 0,2 Proz. nachgegeben. 3 Ueberweisungsblätter für Lohnsteuern. Für die Swede des Finanzausgleichs muß nach den Ergebnissen des Kalenderjahres 1925 ein neuer Berteilungsschlüssel für die Einkommensteuer aufgestellt werden. Dazu müßten an sich, wie dies auch für das Jahr 1922 geschehen ist, die Arbeitgeber Heberweisungs blätter ausstellen, die den Namen des Arbeitnehmers, den von ihm bezogenen Arbeitslohn und den davon einbehaltenen Steuerab zugsbetrag enthalten. Um aber die für die Wirtschaft daraus entstehende Arbeitsbelastung auf das geringst mögliche Maß zu beschrän fen, hat sich der Reichsminister der Finanzen durch Verordnung vom 19. Januar 1926 damit einverstanden erklärt, daß an Stelle der Ueberweisungsblätter Ueberweisungslisten in vereinfachter Form nur für die Arbeitnehmer eingereicht werden, die nicht in der Beschäftigungsgemeinde felbst gewohnt haben, für die Arbeitnehmer, die in der Beschäftigungsgemeinde selbst gewohnt haben, fine irgendwelche Unterlagen dem Finanzamt nicht einzureichen. Die Bordrucke für die Ueberweisungslisten werden von den Fi nanzamtern den Arbeitgebern auf Verlangen fostenles zur Ber. fügung gestellt. Sofern der Steuerabzug vom Arbeitslohn im Jahre 1925 burch Berwendung von Steuermarfen vorgenommen worden ist, sind auch die Steuerfarten und Einlagebogen 1925 dem Finanzamt einzureichen. Die Frist für die Einreichung der vereinfachten leberweisungslisten, Steuerfarten usw., die ursprünglich am 15. Februar 1926 ablaufen sollte, ist bis zum 1. März 1926 verlängert worden. Reichsbank und Automobilindustrie. In der Reichsbank haben Dieser Tage mit Vertretern der Automobilindustrie Befprechungen stattgefunden, bei denen die Lage dieser Industrie einer eingehenden Erörterung unterzogen worden ist. Nach den Darlegungen der Bertreter der Automobilindustrie sind auf dem Gebiete der Bereintheitlichung der Fabrikation und zufammenlegung ven Betrieben bereits beachtliche Fortschritte erzielt. Es herrscht Uebereinstimmung, daß auf diesem Wege weiterzugehen sei. Von der Reichsbank wurde betont, daß sie einer Förderung der Automobilindustrie volles Interesse eingegenbringe, daß fie indessen Abzahlungsgeschäfte zu finanzieren nicht in der Lage sei. Die Notenbank fann und darf nur Umschlagsfrebite mit einer Laufzeit von äußerst 90 Tagen geben, da sie den Grundsatz der Liquidität und Kurzfristigkeit ihrer Anlagen unbe dingt aufrechterhalten muß. Hiernach fönnen also für den Rediskont bei der Reichsbant nur Wechsel in Betracht kommen, die über Berfäufe mit einer Gesamtkreditgewährung von äußerst drei Monaten aufen, oder die sich auf die letzten drei Monatsraten der auf längere Frist sich erstreckenden Abzahlungsgeschäfte beziehen. Innerhalb dieses Rahmens wird die Reichsbank fich auch der Automobilindustrie zur Verfügung stellen. Ueber die Bestrebungen, durch Gründung einer Automobilbant die Finanzierung des Abzahlungs geschäfts zu erleichtern, ist die Reichsbant unterrichtet worden. Die Kommanditaftienbank Lewinsky, Rehlaff und Co. liquidiert. Nachdem seit sechs Wochen über die Berliner Banffirma Le minffy, Rezlaff u. Co. Geschäftsoufsicht verhängt war, beantragt bie Berwaltung nunmehr zu ihrer außerordentlichen Generalver sammlung am 8. März die Auflösung der Gesellschaft. Gewerkschaftsbewegung ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Tarifgemeinschaft in der Landwirtschaft. Nach der Revolution entstand ein Wettrennen um die Schaffung von Tarifverträgen in der Landwirtschaft. Behörden und Arbeit geber betätigten sich in diesem Rennen als Schrittmacher. Seitdem ist manches anders geworden. Je weiter wir uns von den Ereig nissen des Jahres 1918 entfernten, desto weniger war man bei Behörden und Arbeitgebern geneigt, dem Tarifvertragsgedanken die Wege zu ebnen. Immer schwieriger wurde die Erneuerung abgelaufener Tarife. Es gab Zeiten, wie auch heute wieder, wo für große Teile Deutsch lands feine Tarifverträge bestehen. Abgesehen von Bommern, das schon seit langem eigene Wege geht, besteht heute kein mit dem Deutschen Landarbeiterverband vereinbarter Tarifvertrag in Ostpreußen, Schlesien und Mecklenburg. In solcher Zeit ist es besonders erfreulich, wenn berichtet werden fann, daß in anderen Teilen Deutschlands trch aller Schwierig feiten, eine Erweiterung des Tarifgedankens ermög licht wurde. Diese Tatsache wurde in Mitteldeutschland erreicht. Am 7. Januar 1926 wurde in Halle a. b. S. die Mittel. deutsche landwirtschaftliche Tarifgemeinschaft gegründet. Artitel I ihrer Sagung befagt: Die landwirtschaftlichen Arbeitgebervereinigungen von Braun fchweig, Kurhessen, Freistaat Sachsen, Süd- Hannover und Thüringen ( Bereinigung der land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände Mitteldeutschlands) einerseits, der Deutsche Landarbeiterverband, Zentralverband der Landarbeiter pp. andererseits, beschließen, die Lohn- und Tariffragen für die genannten Landesteile möglichst ein heitlich zu regein, fie bilden zu diesem Zwecke die Mitteldeutsche landwirtschaftliche Tarifgemeinschaft. In den weiteren Artikeln wird das Verfahren für den Abschluß von Tarifen festgelegt. IV. Bor enfgültiger Entscheidung von Streifigfeifen dürfen weder die Arbeilnehmer die Arbeit einstellen noch die Arbeitgeber die Arbeitnehmer aussperren. V. Anträge an die Mitteldeutsche landwirtschaftliche Tarifgemeinschaft find an das Landwirtschaftliche Tarifamt Sachsen- Anhalt, Halle a. d. S., Francestraße 8 III, zu richten, welches die Federführung übernimmt. Der Ausschuß gemäß 3iffer III ist innerhalb von 14 Tagen nach Eingang eines Antrages zu berufen. VI. Um die einheitliche Regelung der Lohn- und Tarifvertrags. fragen unter Wahrung der Eigenheiten der betreffenden Landesteile und unter Wahrung der Selbständigkeit der Tariftontrahenten zu fördern, sind die Parteien berechtigt, die beiden Vorstandsmitglieder bes Landwirtschaftlichen Tarifamtes in Halle a. b. S. heranzuziehen, die dann mit beratender Stimme an den Tarifverhandlungen teilnehmen. VII. Dieser Vertrag läuft ab 1. Januar 1926, er fann nur zum Schluß eines Kalenderjahres mit dreimonatiger Frist gekündigt werden. Das Verfahren befriedigt nicht vollständig. Etreitfragen bleiben immer noch zu lange im Schwebezustand. Jedoch ist es ein Anfang; aus den Erfahrungen dieses Jahres werden sich für das nächste Jahr bessere Bestimmungen treffen laffen. Mit der Anerkennung des Grundsatzes vom Tarifvertrag ist auch erst ein Teil der Wünsche der Landarbeiter erfüllt. Wesentlich ist der Inhalt der Tarifverträge. Das aber ist eine Machtfrage. Wenn also auch noch genügend Schwierigkeiten offen bleiben, fo ist aber die Tatsache der Gründung der Mitteldeutschen landwirtschafte lichen Tarifgemeinschaft zu begrüßen. In der Anerkennung der Tarifgemeinschaft durch die Arbeitgeber liegt auch eine Anerkennung des Deutschen Landarbeiterverbandes. Westfälische Bergarbeiter nach Holland. Der Abschluß von Tarifverträgen in den einzelnen Landesteilen Bodum, 11. februar.( Eigener Drahtbericht.) Das Landesobliegt den für diese zuständigen paritätischen Tarifinstanzen, damit arbeitsamt Westfalen hat die Erlaubnis zur Anwerbung ben Berg die besonderen Verhältnisse der einzelnen Bandesteile gebührend bearbeitern für den holländischen Bergbau erhalten. In erster Linie rücksichtigt werden. Kommt hier ein Abschluß, selbst nach Erschöpfung fommen Gesteins hauer in Betracht, die für die gee eller tariflich vereinbarten Schlichtungsstellen, nicht zustande, so ent- Mauris in Geelen bei Sittard vorgesehen sind. fcheidet die Mitteldeutsche landwirtschaftliche Tarifgemeinschaft ge Familienwohnungen sind vorhanden, und zwar in der Art der mäß 3iffer III. westfälischen Siedlungswohnungen mit drei bis vier Räumen und Stallung und Garten. Sie sind zum 1. April bezugefertig. In der Zwischenzeit erfolgt die Unterbringung in Privatquartieren. Für Lohnänderungen während der Laufzeit der Tarife ist die Mitteldeutsche Tarifgemeinschaft allein zuständig. III. Die Berhandlung und Entscheidung über vorliegende Anträge erfolgt in einem Ausschuß, der aus je fünf Beisitzern der Arbeit geber- und Arbeitnehmerseite, die von Fall zu Fall ernannt werden, fowie einem unparteiischen Borsitzenden besteht, der ein Stimmrecht nur dann hat, wenn es ihm im Einzelfalle durch Mehrheitsbeschluß der Beisitzer verliehen wird. Der unparteiische Vorsitzende wird jeweils von zwei Vertrauensmännern gewählt, von denen je einen die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite benennt. Mit Stimmenmehrheit gefaßte Beschlüsse oder ergehende Schiedssprüche sind ohne weiteres für die Parteien bindend. Rommt dagegen weder eine Einigung noch ein Schiedsspruch zustande, so wird das Reichsarbeitsministerium unverzüglich um die Gestellung eines unparteiischen Vorsitzenden ersucht, der dann ohne weiteres Stimmrecht hat. Die hier ergehenden Schiedssprüche sind Schiedssprüche im Sinne der Berordnung über das Schlichtungs. wefen vom 30. Oftober 1923, Artikel I. | Technische Lehrkurse für Metallarbeiter. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes veranstaltet in diesem Jahre wieder einige technische Lehrkurse im Technischen Hörsaal der Urania, Taubenstr. 38/39. Gerade in der heutigen Zeit, wo es dem einzelnen außerordentlich schwer ist, größere finanzielle Mittel für seine Bildung aufzu wenden, sollte diese Gelegenheit von jedem Kollegen benutzt werden, um sich auch in seinem praftischen Wissen weiter fortzubilden. Zu dem morgen Sonnabend, den 13. Februar, abends 7 Uhr, beginnenden Lehrgang über die Grundlagen der Starfstromtenit und zu dem am Mittwoch, den 17. Februor, abends 8% 1hr, stattfindenden Lehrgang über Elettro.Maschinenbau, je 10 Doppelstunden, find im Zimmer 4 und in der Jugendabteilung bis abends 7 Uhr Karten zum Breise von 3 M., für Lehrlinge zu 2 M. zu haben. Wir ersuchen unsere Kollegen, diese Möglichkeit zu benußen und für die Teilnahme an diesen Kursen zu werben. 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Bon Cydia Seijulina. das ist ein Bürschlein, das gerne etwas ristiert. Mit ihm zusammen zu arbeiten, das ist eine Freude! Und wie er nur fingen fann: Wir Burschen, stachelhaarig wie die Igelein, Gar locker sitzt im Stiefel unser Messerlein und gleich wird's lustiger: die gnädigen Frauen, die vorüber gehen, erschrecken, trotzdem gar kein Messerlein vorhanden ist, geschweige denn erst Stiefel. Auf den bloßen Füßen, die der Straßenschmuß und der falte Wind ganz erhärtet hat, sieht man nur blaue Flecke und Kraßer. Und wie anpassend er seine Gespräche zu führen weiß! Geht eine Dame in zierlichen weißen Schuhen vorüber: sofort wird seine Stimme leise, schmelzend: helfen Sic doch, Madame, im Namen meiner Mutter bitte ich Sic! Den dritten Tag liegt sie schon frank danieder und find nod) drei Kinder da..." Gibt sie nichts, dann ruft er ihr derartige Ausdrücke nach, daß sie trachtet, eiligst aus seiner Nähe zu fommen und ängstlich mit dem Auge nach der Seite schielt, ob niemand gehört hat, wie sie Betjfa befchimpft hat. Kommt einer, dem man am Gewand und an der Freffe ansieht, er gehört zum Sowjetregime, dann werden ganz andere Manieren aufgesteckt. Deutlich und mit derber Stimme: Helfen Sie, Genosse, nur für ein Stückchen Brot!... Und fragt ihn jemand: „ Wer bist du? warum bettelst du?" Sm nächsten Augenblick ist eine derartig schwungvolle Geschichte erfunden, daß der Frager ganz perpleg wird. In der letzten Zeit aber pflegt man feltener zu fragen: in den Kinderheimen gibt's feinen Plaß mehr und wo sonst follte man so einen Typ hinsteden? Auch das Auge Betjfas ift eine Spezialität für sich. Und was es alles sieht! Alles auf der Welt weiß Betika. Bei den Manifestationen, hinter der roten Fahne, ist er der erste. Und was er für Erklärungen zu geben weiß! Den Genoffen Woromffy haben diese Schmutianer umgebracht! Lenins besten Genossen, den ersten Proletarier! Der Weißgardist Kerson hat die Mörder engagiert. Und irgendeine her. gelaufene Bande will noch Krieg anfangen! Sie sollen's nur verfuchen!" Ueber alles ist er am laufenden, obwohl er mit dem Alphabet noch start auf Kriegsfuß steht. Mit Petjta zusammen zu arbeiten ist eine Freude. Nur tommt es felten vor, daß er jemand mit ins Schlepptau nimmt, er läuft meistens allein feiner Wege. Schon lange hatte Andrejka versucht, mit ihm anzubandeln, jedoch vergebens. Erst vor einer Woche ist es ihm gelungen. Nun ist für Betjta der erste Genosse Proletarier Andrejta. Es war ein Zufall, Betita ging auf den Martt, urr etmas ausfindig zu machen. Andrejta tamt ihm nach, Betika tft sehr flein. ron Buchs. Er sagt, er sei zwölf, aber man würde ihm faum neun geben. So flein und mager ist er. Er verlor sich sogleich unter den Leuten. Andrejfe fuchte und suchte, stieß um sich, mit Elbogen und Kopf Dreimal ging er den ganzen Marfi ab, fonnte aber Petjta nirgends finden. Plötzlich hörte er Weiber freischen. Steht da eine Gnädige, beutelt an ihrem Kleid herum, zeigt die Tasche, die von oben angenäht ist: nur für eine Minute habe ich mein Bortemonnaie in diese Tasche gesteckt. In dieser Hand hielt ich die eingetauften Sachen und mit der anderen nahm ich das Taschentuch. Nur für eine Minute...! Mein Gott, wie ist denn so etwas möglich!.. „ Nur für eine Minute Alle Borübergehenden blieben stehen. ,, Ja, wie kann man aber auch! In die Tasche stecken, so daß es hervorsicht! Das fordert ja geradezu zum Stehlen heraus! So dumm!" " Wie fann man aber auch Geld so verwahren!" Fresse ist voll Blut! Du bist mir ein Mordskerl, das muß man schon sogen! Wer ist schuld daran? Warum wolltest du vom Markt davonlaufen? Hast nichts in der Tasche gehabt und mußt dich zu den anderen Gaffern dazustellen! Warte, ich will etwas zu essen taufen!" Du Als sie beim Bahnhof auf dem Gitter faßen, sagte Betika: „ Bei der Dummen habe ich in der Tasche reine gemacht. haft für mich ausgefaßt!" Dann lachte er hell auf: " Wozu bist du eigentlich gelaufen? Ich habe gestohlen und bin trotzdem frech herumgegangen. Jß! Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul!" Von diesem Tage an gingen Andrejka und Betjta miteinander. Damals fauften sie sich noch Zigaretten und Sonnenblumenterne. Sie wollten damit einen Handel eröffnen, aber die Sache hielt sich nicht lange, denn Betjta riskierte zu stark Solange das Geid noch reichte, tranken sie Bier, aßen Zuckerwerk und Wurst. Aber das dauerte nicht lange, und sie mußten neuerdings betteln. Es famen recht düstere Tage. ( Schluß folgt.) A Bellage des Vorwärts nete, sondern auch seinen vorsorglichen Bater zu beerben, der ihm die Kleinigkeit von zwei Millionen Sefterzen( 340 000 M.) hinterließ. Es spricht für die außergewöhnliche Klugheit des jungen Mannes, daß er sich peinlich hütete, politisch für irgendeine Partei offen einzutreten. In Rom tobten zu jener Zeit die erbittertsten Kämpfe zwischen Sulla und Marius, zwischen Patriziern und Plebejern. Er nahm für niemand Partei und zog sich unter dem Vorwande, in then seine Studien zu vollenden, nach Griechenland zurück. Vorsichtigerweise aber hatte er vorher alle seine Befizungen in Rom zu Geld gemacht. In Athen treffen wir nun Atticus bei allerlei gewagten Spefulationen. Bor allem aber verpflichtet er sich die Leute durch die Gewährung von Darlehen zu mäßigen Jinfen. Die Stadt Athen be fand sich gerade in einer sehr schlimmen Situation. Sie hatte Darlehen aufgenommen, tonnte aber nicht zu der vereinbarten Zeit zurückzahlen; die aufgelaufenen Zinsen sollten zum Kapital geschlagen werden. Da griff Atticus ein. Sein Ansehen in der römischen Finanzwelt genügte, um bei der von ihm durchgeführten Vermittlungsaftion Athen sehr günstige Bedingungen zu sichern. Athen bekam flüffige Mitel zu Bedingungen, wie es ohne Atticus niemals möglich gewesen wäre. Er verzichtete nicht nur auf die ihm zustehende Provision, er ließ auch in den Teuerungszeiten auf seine Roften Ge treide unter die Bevölkerung verteilen und erreichte, was er wollte: Der Direktor mit dem 8000- M.- Waschtisch die Dankbarkeit und fünftige Unterstüßung der Griechen. ein Pfennig Lohaerhöhung ist für die Eisenbahnverwaltung untragbar. Ueberhaupt, Leute, bei denen es auf einen Pfennig ankommt, brauchen diesen wahrscheinlich nur zum täglichen Leben. Dafür ist kein Geld übrig bei der deutschen Eisenbahn. Wie sollte es auch, wo doch die repräsentativen Pflichten der Herren Direltoren Millionen fressen. Ein Stinnes im alten Rom. Die brennenden politischen Probleme der Gegenwart nehmen Wenn du das Geld in die Tasche gesteckt hast, dann hättest du vollauf unser Interesse in Anspruch. Vielen mag es deshalb müßig erscheinen, in eine Welt unterzutauchen, die längst vergangen und eben die Hand nicht fortnehmen dürfen, du Nachlässige!" zerfallen nur noch in der Historie lebt. Eine Zeit, die uns mit allen Nöten drückt, läßt wenig Gelegenheit, Streiflichter in das Mittelalter oder gar in das klassische Altertum zu unternehmen. " Da muß man halt suchen!" Suche!" Andrejka drängte sich nach vorne! Ein düsterer Herr mit Schwarzem Hut verzog fein gelbes Geficht und fagte, auf Andrejka zeigend:„ Gerade die pflegen zu stehlen. Man müßte den Burschen durchsuchen. Alle diese Burschen müßte man durchsuchen!" Haltet den Burschen! Geht in seinen Taschen nach!" Bleich wirst du sie haben! Die Burschen sind schon so in unserer Zeit: erst stehlen sie, dann bleiben sie am Platz stehen und warten, Eis man fie arretiert! So dumme Kerle wirst du wohl eher unter ben Erwachsenen suchen müffen!" Andrejka blickte um fich, nach allen Seiten, und es wurde ihm aanz ängstlich zumute, obwohl er gar nicht gestohlen hatte. 3og fich zusammen und wollte unter den Ellbogen des düsteren Herrn entmischen. Der aber faßte ihn beim Hemdchen: Bleib stehen! Warum willst du davonlaufen?" Und nun war Andrejka so dumm, sich verteidigen zu wollen, indem er um sich schlug. Da umringten ihn die Marktweiber und durchsuchten seine Kleider. Sie fanden natürlich nichts. Aber gezwidt und geschlagen hatten sie ihn ganz gehörig. Die Sache verhält sich natürlich so, daß er schon 3eit gehabt hat, die Beute seinem Genossen zu übergeben!" Da fam irgendein Fräulein dazu, das mischte sich eilig und vorwurfsvoll in die Sache: " Sie haben fein Recht, das Kind zu schlagen! Miliz! Bache!" Sie haben fein Recht, das Kind zu schlagen! Miliz! Bache!" Aber vor der Miliz fürchtete sich Andrejka mehr als vor den Brügeln, und er hörte sofort auf zu winseln. Mit Gewalt riß er sich aus den Händen der Weiber los. Und sie beginnen zu streiten und zu schimpfen, lassen Andrejla los, der gerade noch Zeit fand, davonzulaufen, che die Miliz am Blaze erschien, trotzdem ihm das Blut dick aus der Nase rann. Zwei Straßen lief er, wie in Sinnesverwirrung. Dann blieb er stehen, neben einem Gitter, um Atem zu schöpfen und begann zu weinen. Blut und Tränen vermischten sich und malten seine fleine Fresse. Run, man mag meinen oder nicht, aber essen muß der Mensch, und daran muß man auch denken. Und so stand er wieber auf und stolperte in der Richtung gegen den Bahnhof fort. Da holte ihn Betjta ein: „ Ach, du dummer Kerl! Warte doch! Endlich habe ich dich eingeholt. Wohin läufft du denn?" Auf den Bahnhof!" Und dennoch: die politische und wirtschaftliche Struktur der heutigen Welt ist etwas historisch Gewordenes. Wenn die Voraus fegungen der heutigen Welt in der Vergangenheit liegen, so er öffnet das Studium des Gewesenen erst das volle Berständnis für das Jeßt. Die Kenntnis der verschiedenen Produktionsepochen und der Bergleich mit der heutigen macht es möglich, Vorteile und Schäden gegeneinander abzuwägen. Vergleiche werden immer hinten. Aber keine der vergangenen Epochen ist ihrem inneren Wesen nach dem heutigen Kapitalismus sc ähnlich gewesen, als die Antike, der das alte Rom durch feine beispiellofe Entwicklung von der latinischen Bauerngemeinde bis zur alles beherrschenden Weltmacht seinen Stempel aufdrückte. Bar uns aber die politische Geschichte des alten Römerreiches bis in alle Einzelheiten befannt, so herrichte über die ökonomischen Verhältnisse Produktion, Handel, Geldwesen der Alten noch einiges Dunkel, bis Produktion, Handel, Geldwesen der Alten noch einiges Dunkel, bis es der italienische Professor Salvioli unternahm, in zehn jähriger mühevoller Arbeit den Schleier etwas zu lüften.*) Bem tam die grandiose Entwicklung des Römerreiches zugute? Die unaufhörliche Kette innerer Klassenfämpfe zwischen den aristo trotischen Rittern, dem Adel einerseits und den Plebejern, den zwar freien, aber besiglosen Bürgern andererfeits, ganz zu schweigen von den Sklavenaufständen, sind für die römische Republik sowohl als auch für das spätere Kaiserreich ein Merkmal nicht nur für die po Stellung der Patrizier. Salvioli vermittelt uns nun die litische, fondern auch für die alles überragende wirtschaftliche Kenntnis von einem altrömischen Geschäftsmann mit Namen Atticus, der ungefähr um das Jahr 60 v. Chr. lebte. Die Kennt nis feines Lebens ist geschöpft aus seinem Briefwechsel mit dem berühmten Redner Cicero und aus seiner Biographie, die Cor. nelius Nepos geschrieben hat. Atticus entstammte dem Ritterstande, aus dem sich in der Hauptfache die Steuerpächter des römischen Reiches refrutierten. Cicero nennt diefen Stand die Grundlage der übrigen Stände, die Zierde der Bürgerschaft, die Säule des Staates." Livius war ganz anderer Meinung: Bo ein Staatspächter den Fuß hinsetzt, da ist es vorbei mit der Freiheit und dem Staatsrecht der Bundesgenossen. Wer will es Atticus verdenken, daß er in der Wahl seiner Eltern außerordentlich vorsichtig war? Er hatte das Glück, nicht nur durch Geburt einem bevorrechteten Stande anzugehören und alle Erziehung zu genießen, die einen Weltmann der damaligen Zeit auszeich. JosephSalvioli: Derkapitalismus im Alter tum". lleberlegt von Kautsky. Verlag J. H. W. Dieß Berlin. Intern. Wisch dich abl Dir rinnen ja die Tränen herunter und deine Bibliothet Nr. 52. Zu dieser Zeit starb ein Onkel des Atticus und vermachte seinem Neffen ein Bermögen von zehn Millionen Sesterzen. Grundstücksspekulationen auf römischem Gebiet wären für den Augenblick für Atticus sicher von großem Erfolge gewesen. Der Bürgerkrieg in Rom zwischen Marius und Sulla warf ungeheure Mengen fonfiszierter Güter auf den Markt. Doch Atticus hütete sich, hier aufzukaufen, denn er rechnete, und nicht mit Unrecht, auf einen baldigen Umschwung der Berhältnisse, der ihm mit tödlicher Sicherheit sein Bermögen gekostet hätte. Er wurde Grundbesiger außer halb Italiens, er legte sein Gelb in Grundstücken an, die er in ,, ruhigen Gefilden", in Kleinasien, in Epirus, auf Zypern und in den Balkanprovinzen auftaufte. Durch diesen ausgedehnten, in der ganzen zur damaligen Zeit befannten Welt verstreuten Großgrundbesig schuf er sich seine überragende Stellung als Finanzmann. In diesen Immobilen war jedoch nur ein Teil seines Vermögens angelegt. Den anderen" Teil verwendete er, um Steuern und Staatsländereien zu pachten. Atticus war so ziemlich an allen Finanzoperationen beteiligt, die die verbündeten Steuerpächter vornahmen. Hier haben wir bereits die antiken Vorbilder unserer modernen Trusts und Aktiengesellschaften. Wir wissen heute nicht, ob der biedere Atticus an der Spize dieser raffinierten Gesellschaften stand oder nur Teilhaber mar. Aber wir wissen, daß er mit diesen Gesellschaften, direkt oder durch Mittelspersonen, in Kleinafien und Griechenland durch Wucherzinjen von 3 und 4 Prozent pro Monat Riesengeschäfte machte. Dabei vermied er es, persönlich in Erscheinung zu treten. Als fluger Mensch vermied er das Odlum der Habgier und seine Biographen schlidern ihn als einen rührigen und fleißigen Menschen, der immer auf seiner Hut, ein faltblütiger und guter Rechner und großer Wucherer war. Seine Kundschaft war überall zu finden, in Griechenland, Delos, Mazedonien, Epirus und Ephesus. Es ist eine Tatsache, daß seine Schuldner ihm wegen seiner ,, Anständigkeit" fogar Denkmäler jeten. Atticus benutzte jedes Mittel, um Berdienste einzuheimsen. Ob es sich handelte um das Ausleihen von barem Geld, das megen feiner Seltenheit in hohem Kurse stand, ob es die Gründung von Fechterschulen war, in denen die Gladiatoren mit Eleganz und Grazie zu fterben lernten, oder ob es fich handelte um die Einrichtung von Schreibstuben, wo man Manustripte topierte: er war überall dabei. ,, Geld stinkt nicht!" hatte später einer der römischen Kaiser ge= sagt. Atticus dachte wenigstens schon vor ihm so. Denn nur aus der ganzen römischen Psyche der damaligen Zeit herous ist es zu ers flären, daß er zu dem gemeinen Mittel griff, finderlose Frauen, Witwen und mannstolle alte Jungfern zu beerben. Wie uns Sal violi berichtet, wurden diese Tugenden ganz allgemein geübt, auch von Cicero und dem späteren Augustus, die durch solche Legate fich Riefenverrögen zusammenliebten." Und diefem bieberen Atticus gelang es, als er sich in Rom dauernd niederließ, sich mit dem Schein eines Bücherwurms und eines stillen Gelehrten zu umgeben! Je älter und je vorsichtiger er wurde, um jo mehr suchte er bei größter persönlicher Bedürfnislofigfeit seinen Befis abzurunden. Bald gehörten ihm Land- und Zinshäuser in Rom und Neapel, in den Badeorten Ostia, Cuma, Antium und Bajä. Er schinderte die Aermften, die infolge des Mietswuchers um Land und Haus gekommen waren, und starb schließlich als der allgemein wegen seiner Verdienste" und seiner Freigebigkeit gelobte und geachtete Mann. Das alles ist in dem außerordentlich interessanten Buche Salviolis zu lesen. Es liegt nun schon über zwei Jahrtausende zurück und doch wird vielen, die die Geschichte des Altertums nicht so genau fennen, manches bekannt vorkommen. Atticus erinnert uns an Stinnes; er war vielleicht flüger als dieser. Etwas werden also solche Bergleiche immer hinten. Aber so ganz unrecht hat er doch nicht, der gute Ben Atiba, wenn er sagte: 0. M. Es ist alles schon einmal dagewesen! Todesfallen des Meeres. Die furchtbaren Orfane der legten Zeit haben wieder eine ganze Anzahl von Schiffbrüchen auf hoher See zur Folge gehabt, und so manches Brad schwimmt heute herrenlos auf der meiten Salzffut. Diese Brads find aber nicht nur die traurigen Ueberrefte einer Ratastrophe, fondern fie tönnen auch roieber die Urfachen neuer Katastrophen werden; sie sind die eigentlichen Todesfallen des Meeres, wie ein englischer Seeoffizier in einem Londoner Blatt ausführt. Wenn diese büfteren Gespensterschiffe gesichtet werden, dann wird ihre Lage und genaue Beschreibung fofort auf draht losem Wege allen Schiffen in der Nachbarschaft mitgeteilt, und ebenfa macht der Kapitän in dem ersten Hafen, in dem er anlegt, den Behörden Mitteilung von seinen Beobachtungen. Die meteorologischen Stationen können dann mit einer gewissen Sicherheit nach den zahlreichen ozeanifchen Strömmingen angeben, nach welcher Richtung diese Brad's getrieben werden. Warnungen werden in die Schiffsfarten eingezeichnet und die vermutlichen Wege, die die herrenvon diesen Brads ausgehen und die sie zu wahren Todesfallen machen, treten besonders start bei dichtem Rebel und schlechter Sicht lojen Schiffe nehmen können, werden angegeben. Die Gefahren, die hervor. Das verlassene Schiff, das zum Spiel der Wellen geworden ist, wird allmählich von dem Meer aller Masten und des ganzen Oberbaus entkleidet, und so bleibt schließlich nur noch der Schiffsrumpf übrig, der an der Meeresoberfläche nicht mehr sichtbar ist. Bei schlechter Sicht stößt also der nicht gewarnte Seefahrer ahnungslos auf das unter Waffer schwimmende Brad, und dadurch fann fein eigenes Schiff schwer beschädigt werden. Die Schiffsüberreste werden nicht selten in den verschiedensten Teilen des Ozeans gemeldet, da sie von den Strömungen weit herumgetrieben werden, bevor sie auf eine Klippe auffahren oder völlig von den Wellen zerbrochen und verschlungen werden. Der Zusammenstoß mit einem solchen Brad ist aber viel häufiger, als man ahnt, die Ursache für den Untergang eines Schiffes, das feetüchtig mit trefflicher Bemamnung und reicher Ladung den heimischen Hafen verließ. Aus folchem tragischen Borgang in der unermeßlichen Einfamkeit der Seewüfte laffen sich manche dunklen Schiffsichicfale ertlären, über die niemals genaue Runde zu uns brang, und das Opfer des Brads wird dann selbst zur Todesfalle und fordert neue Opfer. TIETZ Billige Lebensmittel Mengenabgabe vorbehalien Leichtverderalisha Artikel sind vom Versand ausgeschlossen Frisches Fleisch Suppentleisch.............. Piand 60P Fehlrippe und Brust........ Pfand 70Pf. Pa. Schmorfleisch ohne Knochen, Pfand 105 Pa. Rouladen Hammelvorderfleisch Hammelrücken.. Kalbskam Pfund 10 Pfund 76 Pf. Pfand 82Pf. .... Pfund 63Pt. Keulen bis 9 Fid. schwer, im ganzen od geteilt. Pid.85Pf. Schweine- Schinken Schulterblatt Kassler Pfund 125 Eisbein mit Spitzbein.. ********** ..... Pfund 103 Pfund 105 Liesen Pfund 94P1. ...... Pland 72Pt, Gefrierfleisch Pfund 50Pt. Pa. Ochsenbrust Pa. Ochsengemüsefteisch Pfund 54Pt. Pa. Ochsenschmorfleischo.Kn. Pid.80Pt. Frische Schweineköpfe m.Backe, Pfd54Pf. 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Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 75000. 57740 6 Gewinne zu je 5000 t. 68362 78914 118080 10 Gewinne zu je 3000 wir. 81133 138234 182653 187141 192147 10 Gewinne zu je 2000 m. 757 1014 38689 82074 126973 10 Gewinne ju je 1000 9 16547 82267 139892 208575 219967 86 Gewinne ju je 500 m. 786 8894 9444 12094 23485 24521 25899 34311 37819 33893 42788 56119 65996 82568 91873 100906 108561 108995 113965 115445 118660 122664 127237 176594 204257 205004 207926 215248 237252 239156 246958 252635 258903 264450 265542 267375 273807 276882 282682 288290 289316 294957 296179 184 Gewinne su je 300 9. 395 2048 9225 9401 18171 18560 27599 38166 44961 45720 49492 52604 53629 54516 55357 57948 58660 59570 61642 62863 64776 71703 72399 73565 74210 78829 80222 86310 94980 95211 96912 98272 102941 107739 108874 108991 109002 109629 111886 112964 116634 121221 127824 134948 135409 136172 143942 144738 149078 149863 154735 168835 169125 169832 176116 186042 194060 198101 204688 206266 210558 214938 220358 221223 225106 227475 228597 228775 229144 231529 232413 232582 240288 255753 255959 259808 260846 267809 268859 271216 274316 274983 276087 279101 281538 291539 291922 292086 292603 293448 293680 296611 8. Ziehungsfag 11. Februar 1926, vormiffags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 8 Gewinne zu je 5000 m. 56018 81179 193509 202026 8 Gewinne zu je 3000 r. 202115 248253 288494 292885 10 Gewinne zu je 2000 m. 58030 129771 171081 191460 217576 44 Gewinne zu je 1000 N. 8453 20400 24850 34000 43003 58428 81322 120807 125236 142411 142786 156688 175740 192637 198415 200744 214240 218554 241424 270315 274726 296399 78 Gewinne zu je 500 m 5304 6567 10949 18425 20095 25507 29501 32093 32568 34393 45198 60337 72411 78498 79701 111628 112520 116350 116361 118675 120908 151044 156054 167171 180084 184670 200011 200337 210354 214752 222160 230271 236083 237850 244298 254894 257207 262853 291640 148 Gewinne zu je 300 91.8884 15230 21303 24231 24910 43597 46121 49917 50209 51149 52193 56288 56757 59091 64306 66776 67636 68157 70357 71111 73078 83491 85293 86658 87252 88976 89836 90359 94515.95185 95945 100696 110778 111553 112511 116099 124840 130789 132020 136977 140417 142217 142755 148940 155024 158534 159827 163239 163646 166748 171261 183631 195559 204605 204636 206254 209076 212587 213006 217896 227903 231223 238450 238659 245108 259211 260418 260704 261512 266312 275589 276872 278184 280117 Nr. 71 43. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Etatdebatte im Reichstag. Das Echo des neuen Finanzprogramms. Wirtschaftsführer fönnten da viel tun. Zum Thema Feme. morde" bemerkt der Redner, daß der Ausschluß der Deffentlichkeit in den betr. Gerichtsverfahren nicht ge= eignet set, das Bertrauen zur deutschen Rechtspflege zu stärken. ( Lebhafte Zustimmung im Zentrum.) Freitag, 12. Februar 1926 Uebermorgen, Sonntag, den 14. Februar: 8. Abt. Nachmittags 5 Uhr Suftige Abenbfeier im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Mitmittende: Refi Langer, Annemarie Saafe, Tanzgruppe Golnoff, Alfred Sindt, Dr. Stefan Meisel. Feftrede: Genaffe Adelf Soffmann, M. b. R. Nachdem Tana. Einfritt 1 M. Wir bitten um rege Beteiligung. 57, Abt. Charlottenburg. Nachmittags 5 Uhr und abends 8 Uhr Borführung des Sport und Berbefilms, Neue Großmacht" im Saale der Baugenoffen fchaft. Königin- Elisabeth- Str. 6. Eintritt 50 Bf., Rinder 20 Bf. Genoffen am Rathaus Johannisthal zweds Teilnahme an der Stundaebung in Baumschulenweg. Abmarich spätestens 8½ Uhr. Me Genoffinnen und Genoffen müssen daran teilnehmen. * Abg. Dr. Cremer( D. Bp.): Der Wiederaufbau der Wirtschaft und die Gesundung der Staatswirtschaft hängen eng miteinander zusammen. Bei dem vorigen Finanzminister sei sehr stark der Wunsch hervorgetreten, Werte„ auf die hohe Kante" zu legen. Ausgabeerhöhungen fönnten nur durch Abstriche an anderen Etatstellen aus geglichen werden. Die Frage der Dedung müsse besonders nach den Ankündigungen des Finanzministers auf Steuererleichte. 106. bt. Johannisthal. Bormittags 84 Uhr treffen fich die Genoffinnen und rungen forgfältig geprüft werden. Rotwendig sei eine wirt. fchaftspolitit auf lange Sicht. Die Weltwirtschaftskrise werde noch lange andauern, deshalb könne man auch für die deutsche Wirtschaft, die noch mit Reparationslasten vorbelastet sei, nur mit starken Vorbehalten in die Zukunft schauen. Wenn die jetzt vor. handenen Staatsgelder der Wirtschaft für 1926 zugeführt werden, würde man 1927 entweder die Ausgaben so reduzieren müssen, daß die geringen Einnahmen für den Staatsbedarf genügten, oder man müffe neue Einnahmequellen schaffen. Die Reduzierung der Ausgaben fei sehr fraglich. Größere Einnahmen müßten aber vor allem aus der Reichspost herausgeholt werden. Die Industriemerke, die sich in öffentlicher Hand befinden, müssen steuerlich ebenso be. handelt werden wie Privatbetriebe, dann fönnte das Reich erhebliche Mehreinnahmen erzielen. Junafosialifien. Arbeitsansschuk: Freitag, 12. Februar, 6% Uhr. Arbeits ausichukigung im Disfuffionszimmer bes Jugendheims Linden ftr. 3. Die Margiftische Arbeitsgemeinschaft( Sandsgemeindehaus) fällt am Sonnabend ans, dafür Beteiligung am Bortrage des Genossen Sinsheimer im Serrenhaus. Gruppe Ritte: Unfer Gruppenabend fällt aus. Bir beteiligen uns vollzählig an ber Mitgliederversammlung des 1. Rreifes in den Mufiterfälen, Raiser Wilhelm- Str. 31. Gruppe Reulon I: Freitag, 12. Februar, 9½ Uhr im 2. Bortragsabend über: Berfaffungsgeschichte des 19. Jahrhunderts". Referent: Ermin Marquardt. nachmittags 4% Uhr, im Restaurant Rum Rulmbacher, Breite Str. Boesnet. SPD.- Fraktion Stabtbant und Sparkasse. Sigung am Freitag, 12. Februat, Geburtstage, Jubiläen usw. 56. t. Charlottenburg. Dem Genoffen Sans Sabermann an feinem 50. Ge burtstage ein dreifaches Soch. Die Abteilungsleitung. Der Reichstag feßte gestern die erste Beratung des Reichshaushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1926 fort. Abg. Hergt( Dnat.) beginnt mit der Forderung, eine vorsichtige Finanzpolitif zu treiben. Damit stehe aber der Plan des neuen Finanzministers in Widerspruch. Die versprochenen Steuerermäßigungen würden ihm allerdings Popularität verschaffen, aber bei dem bisherigen System, das auch für die Zukunft sorgte, habe man doch sicherer gelebt. Wenn von einer unzulässigen Häufung der Steuerfapitalien gesprochen werde, so dürfe fich dieser Vorwurf nicht gegen den bisherigen Finanzminister, sondern gegen die Regierung von 1924( Heiterfeit bei den Regierungsparteien) richten. Große Heiterfeit erregt es, als der Redner behauptet, auch die neue Ermäßigung der Umfagsteuer gehe auf deutschnationale Anregung zurück. Abg Hergt führt weiter aus, daß der von dem Reichsfinanzminister geschätzte Ausfall durch die Ermäßigung der Umsatzsteuer etwa 100 millionen größer sein werde. Der Schaden, der dadurch angerichtet werde, tonne aber später nicht wiedergut gen acht werden. Als der Redner davon spricht, daß man nicht eine neue Inflation schaffen dürfe, macht eine Zuhörerin auf der Tribüne einen lauten Buruf. Später ruft sie hinunter: Faulheitsprämie!". Es entsteht einige Bewegung im Hause, die Ruferin wird hinaus geführt. Lebhaften Widerspruch erregt Abg. Hergt, als er behauptet, Der Reichsfinanzminister lege mit seinem Brojett die Agt an die Wurzel des parlamentarischen Systems. Aber hier fönne der Redner sagen: Herr Hauptmann, gehen Sie voran, mir folgen nach.( Beifall bei den Deutschnationalen.) Der Er. höhung der fozialpolitischen Lasten würden seine Freunde nicht zustimmen. Es werde eine unfolide Finanz- Die Lugussteuer sollte vollständig beseitigt werden. Die Herab gebarung entstehen, dann ade Auslandsanleihen, ade Bertrauen des Auslandes zu Deutschland!( Stürmische Heiterfeit fints.) Die Kernlegung der Fusionssteuer sei zu begrüßen, ebenso die Milderung der frage sei, ob Deutschland den Dawes plan in Zukunft werde Bermögens- und Börsenumsatzsteuer. Der Finanzausgleich tönne nicht mit einer fleinen Mehrheit gegen eine leiften fönnen. Das jei aber nicht zu erwarten. Auch der Kleine Besserungsschein im Betrage von 215 Millionen müsse doch reali- große Opposition geschaffen werden, der Miniſter müsse sich auf alle fiert werden.( 3uruf des Abg. Her h: Durch Ihre Steuerpolitik!) Parteien stüßen fönnen, die zur Mitarbeit bereit sind. Das BuEs habe zwar feinen 3wed, jetzt zu sagen, man fönne die Dawes ſchlagsrecht der Länder und Gemeinden müsse begrenzt und so durch Bahlungen nicht leiften, aber man folle sie im ganzen leisten, d. h. geführt werden, daß auch die von der Reichseinkommensteuer freien wenn die Boraussetzungen für die deutschen Leistungen erfüllt seien. müßten gemildert werden. Die Hauszinssteuer sei möglichst bald zu Gemeindemitglieder Gemeindesteuern zahlen. Die Realsteuern Infolge des Dames- Gesetzes sei doch auch die Zahl der Erwerbslojen beseitigen. Der Sparkommissar müsse beibehalten und mit möglichst smedende, allbekannte Erzeugnis, welches fchon fo manchem Kräftigung ge und Kurzarbeiter gestiegen. Die deutsche Wirtschaft habe sich also großen Vollmachten ausgestattet werden. außerordentlich ungünstig entwickelt. Die Deutschnationalen würden die zu erwartenden Einnahmen genau prüfen, aber sie nicht ab lehnen, denn fie nähmen das Geld, wo sie es friegen.( Stürmische Heiterfeit.) Der Redner schloß mit der Versicherung, daß seine Bartei sich an der Arbeit zur wirtschaftlichen Gesundung Deutsch lands beteiligen wolle.( Bravo! bei den Deutschnationalen.) Hierauf nahm Abg. Hilferding( Soz.) das Wort. Wir veröffentlichen seine Rede im Hauptblatt. Abg. Erfing( 3.) betont, daß zu hoffen sei, daß die Finanzen des Reichs genau so gesichert sind wie gegenwärtig, wenn der jezige Finanzminifter etwa einmal vom Amte abberufen werde. ( Sehr gut! rechts.) Die Herabsehung der Umfahfteuer enffpreche einem Wunsche der Regierungsparteien. Es müffe geprüft werden, ob diese Steuer nicht ganz fallen tönnte. Die Umsatzsteuer sei bisher froh ihrer volkswirtschaftlichen Mängel das Rüdgrat der Finanzverwaltung gewesen. Stimme man der Herabsehung zu, dann müsse nachdrücklich dahin gewirkt werden, daß die Steuerfenfung auch den Konsumenten zugute tomme. Um 6% Uhr wird die Aussprache abgebrochen. Das Haus bestätigt dann noch die Anträge des Rechtsausschusses zu den vorliegenden Gesuchen auf Strafverfolgung einiger Abge. ordneten. Danach wird die Genehmigung zur Strafver folgung des Abg. Bülow( Soz.) wegen Betruges erteilt. Abg. Bülow hat selbst um die Erteilung der Genehmigung zur Strafverfolgung nachgesucht, um die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Borwürfe vor Gericht nachzuweisen. Die Genehmigung zur Einleitung eines Privatflageverfahrens gegen den Abg. Bruhn wegen Beleidigung durch die Presse wird nicht erteilt, ebenso wird die Genehmigung zur Einleitung eines Privatflageverfahrens gegen den Abg. Kirschmann( Soz.) abgelehnt. Heiterfeit erregt es, daß auch die Genehmigung zur Strafverfolgung des Ludwig Häußer wegen Beleidigung des Reichstages versagt wird. Das Haus vertagt sich dann auf Freitag nachmittag 1 Uhr mit der Tagesordnung: Der Konflikt mit dem Reichsrat über die Erweite rung der Fürsorgepflicht, Fortsegung der Etatsberatung. Die Einzel. Mit einer vorübergehenden Senfung der Fusionssteuer sei das Zentrum einverstanden. Bei den Zusammenlegungen müßten aber Die Intereffen der Arbeiter und ber betroffenen Geberatung beginnt beim Berkehrsminifterium. meinden berücksichtigt werden. Das Zentrum sei gegen eine Herabjegung der Börsenumfassteuer und würde da für lieber eine Sentung der Zuderfteuer verlangen, die im Interesse bes ganzen Boltes liege Suguftimmen sei dem Finanzminister in Parteinachrichten der Absicht, ben Ländern das Zuschlagsrecht zur Einkommen und Rörperschaftssteuer mieder zu geben und in dem Bunsche, die einmaligen Ausgaben durch Anleihen zu beden. Der Minister müsse aber für den Fall des Mißlingens dieses Projektes auch einen anderen Beg bereit haben. Bebauerlicherweise habe der Finanz minister nichts darüber gesagt, wie und wo er am Etat ein. Sparen wolle. Der Redner verweist auf einen Antrag seiner Bartei, einen Ausschuß mit 3uziehung des Spar= tommissars mit der Aufgabe zu betrauen, zu prüfen, wo am Etat gespart werden kann. Namentlich erscheine beim Finanzminifterium felbst ein nachhaltiger Abbau möglich, der auch die Finanzämter berühren fönne.( Sehr richtig! im Zentrum.) Das Auswärtige Amt habe vor dem Kriege 20 millionen getoftet und tofte heute 53 Millionen.( Hört, hört! im Zenfrum.) Eine erschreckend hohe Summe nehme im Etat der Pensionsaufwand ein, der mit Einschluß der Länder 2½ Milliarden jährlich erfordere. Der Redner fordert Beseitigung des Kohlentommiffars, lehnt aber Bestrebungen auf Streichung des Arbeitsministeriums ab. Das Zentrum habe zur Wiederaufrichtung der deutschen Wirtschaft ein Programm, aus drei Forberungen bestehend, aufgestellt, um dessen Anerkennung und Durchführung es ersucht: Sicherung unserer landwirtschaftlichen Produffion; Steigerung unferer Ausfuhr durch finanzielle Maßnahmen; rasche Belebung des Wohnungsmarties. Zur Gesundung der Wirtschaft set aber auch die Beseitigung ber Reibungsflächen zwischen Unternehmern und Arbeitern nötig. Die Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin 68. 68. Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets en bas Bezirksjefretariat. 2. Sof, 2 Tres. rechts, an richten 1. Kreis Mitte. Seute, Freitag, 12. februar, pünktlich 7% Uhr, in den Musikerfälen, Raifer- Wilhelm- Str. 85, Kreismitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Alle Genoffinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. Achtung, Elternbeiräte! Die Elternbeiräte nehmen an der Bersammlung in den Musikerfälen teil! 6. Kreis Kreuzberg. Freitag, 12. februar, 8 Uhr, Sihung der Arbeiterwohl fahrt und der Kommunalen Rommission bei Reim, Urbanstr. 29. Danan beteiligen fich die in der Wohlfahrtspflage tätigen und dafür intereffierten Genossinnen und Genossen. Vortrag des Genoffen Stadtrat Rachow her: Tagesfragen der Wohlfahrtspflege. Sigung ber Kommunalen Rommiffion bereits um 7 Uhr ebenda. 14. Streis Neukölln. Die Genoffen beteiligen fich an der Beranstaltung bes Reichsbanners am Sonntag, 14. Februar, vormittags 10 Uhr, in den Baffage- Feftfälen, Bergstraße. Heute, Freitag, den 12. Februar: 9. Abt. Die hier angezeigte Borführung des Films Freies Boll in ben Artushof- Lichtfpielen findet aus technischen Gründen vorläufig nicht ftatt. 26. Abt. Die Bezirksführer und Gewerkschaftsfunktionäre bolen fofort bie Sammellisten beim Genossen Walter ab. 105, Abt. Adlershof. 8 Uhr im Lokal Riege, Bismardite. 81, Mitgliederver fammlung. Bortrag: Fürftenabfindung Bollsentscheid". Referent: Landtagsabgeordneter Otto Meier. Das Erscheinen aller Genoffinnen und Genossen ist Pflicht. 127. Abt. Sohenschönhausen. 7% Uhr Mitgliederversammlung in ber Schule Fretenwalder Straße. Bortrag: Stellungnahme aum Boltsentideid, Dr. ganisationsangelegenheiten. Alle Genoffinnen und Genossen müssen ez fcheinen. 108. Abt. Röpenid. Genoffe Guftav Müller, Röpenid, Alter Markt 8, be pebt am 12. februar feinen 60. Geburtstag. Wir wünschen bem alten Rämpen, bet fich als Stadtverordneter und Funktionär am Ort um bie Bartei recht verdient gemacht hat, noch viele frobe Tage. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 25. Abt. Unser Genoffe Frik Berner, Bastenerstr. 10, ift verstorben. Cin afcherung am Sonnabend, 13. Februar, 1% Uhr, im Krematorium Dericiliage, Rene Beteiligung iſt erwünscht. 109. Abt. Friedrichshagen. Am 9. februar farb unser Mitglied, ber Bagers balter Otto Frante. Die Elnäicherung findet am Sonnabend, 18. Februas, nadmittags 15 Uhr, im Krematorium Baumschu'enwen stutt. Sahlzeiche Se teiligung erwünſcht. Geschäftliche Mitteilungen. Cin Runbgang burch bie Biomalafabrik. Man tennt Biomals, bas mob bracht hat. Aber nicht jeder meiß, was Biomala ist und wie es bergestellt wird und benukt gerne eine Gelegenheit, fich durch einen Besuch in der Bio malafabrik Gebr. Batermann in Teltow barüber au unterrichten. Sausturen haben fich längst eingebürgert, und viele, denen eine Babereife unerschwinglich oder auch unsympathisch ist, trinfen ihre Brunnen mit autec Birkung zu Haufe. Bon dem Gefichtspunkte aus, bie für Trintturen gelten, foll man auch ben Gebrauch der Fan's echten Godener Mineral- Bastillen betrachten. Auch fie bieten die wirksamen Bestandteile der gegen Hals., Kehl topf und Lungenleiden feit Jahrhunderten angewandten Gobener Gemeinde Seilanellen: Warmbrunnen Nr. 3. Wiefenbrunnen Nr. 18. Gie Taffen fich also ährlich wie die Quellen felbst verwenden. 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Februar ist nach kurzer aber schwerer Krankheit unser Kollege Fritz Berner verschieden. Der Verstorbene war seit Juli 1910 unbesoldetes Mitglied des Bundesvorstandes und hat als solches stets eifrig und erfolgreich am Aufbau der Organisation mitgewirkt. Ganz besonders hat er im Kreise seiner engeren Berufskollegen in der Speditionsbranche seit seinem Eintritt in den Bund, im Jahre 1898, intensive Organisationsarbeit geleistet. In Berner verlieren die Bundesmitglieder einen aufrichtigen und nimmermüden Mitkämpfer. Wir werden ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. 173/10] Der Bundesvorstand. Die Einäscherung findet am Sonnabend, den 13. Februar, abends 7, Uhr, im Krematorium in der Gerichtstr. statt. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser treusorgender Vater, der Krankenkassenangestellte Fritz Berner im Alter von 55 Jahren nach kurzem, schwerem Leiden 9. Februar verstorben ist. Berlin, Pasteurstr 10. Marie Berner, geb. Wolf Herta u. Fritz Berner am Die Elnäscherung findet am Sonnabend, den 13. Februar, abends 7 Uhr, Im Krematorium in der Gerichtstraße statt. 173/11 Trauerfpenden teder Art terert preiswert Paul Golletz, vormals Robert Meyer, Mariannenstr.3. Amt Morigpl., 10308 SCHUTZ MARKE Quittungs- Rabatt u Reklamemarken fertigt skit 45 Jahren as Spezialitat Conrad Müller Schheuditz Leipzig Extra billiges Angebot! Hausfrau, achte auf jeden Vorteil Kaffee Täglich frisch geröstet Sorte Pfund 11 3/4 III 3/4 IV 1/ Spezial- Mischung Pfund. 110 Pf. 85 65 Brot u. Kuchen E. G. N. Brot Gesundheits- Brot. Napfkuchen Königskuchen Streuselkuchen Kranzstangen Melonen Schloßkuchen Stück 40 Pf. 35 Stück 1.00, 50 Stück 40 35 50 5 75 EDUARD GOLDACKER NACHF. Charlottenburg Inh. Gusowski u. van Groenenbergh. Zentr.: Hohenschönhausen- Industriebahnhof Filialen in allen Stadtteilen.lema Berliner Straße 115, Wallstraße 34, Wilmersdorfer Str. 66, Kantstr. 134 b, W, Uhlandstr. 49, Nürnberger Str. 42, Goltzstraße 31. 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