Nr. 75 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 38 Bezugsvreis: Böchentlich 70 Bfennia. monatlid B. Reichsmart zahlbar. Doraus Unter Rreusband für Deutschland, Danzia. Saar- und Memelaebiet, Desterreich. Litauen. Luxemburg 4,50 Reichsmart. für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Sieb. luna und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilaae Frauenftimme erfcheint wochentäalich zweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: .Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille seile 80 Bfennia. Reflameaeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettaebrudte Wort 25 Pfennig ( auläffia zwei fettaedruckte Worte), jebes weitere Wort 12 Bfennig. Stellenaefuche das erfte Wort 15 Bfennig, tedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für amet Borte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Aber diese Freude erscheint reichlich ver früht, wenn man sich vergegenwärtigt, daß es sich am Freitag lediglich um eine Frage der Tattit gehandelt hat. Dazu kommt die durch die Erfahrung der letzten Wochen vielfach bestätigte Tat sache, daß es bei der starken Parteizersplitterung in dieser Rammer sehr viel leichter ist, für ein rein negatives Votum, wie die am Freitag beschlossene Zurüdstellung eines Artitels, eine Mehrheit zu erhalten, als für die Bewilligung neuer Steuern. Für die sozialistische Fraktion ist die Situation durchaus flar. Sie hat bereits zu Beginn der Debatte durch Gen. Leon Blum erklären lassen, daß sie für die in dem Kommissionsprojekt enthaltenen mehr als zwei Milliarden neuer indirefter Steuern nur dann stimmen wird, wenn die Kammer sich vorher die von der Kommission beantragte Erhöhung der Einnahmen aus den direkten Steuern zu eigen gemacht hat. Da die Rammer sich dieser Forderung nicht anschloß, hat die weitere Diskussion der Kommissionsvorlage für die Die Kammer hat am Sonnabend die Diskussion der im ersten Sozialisten jedes Intereffe verloren. Mit ihnen wird zweifellos der Teil der Kommissionsvorlage enthaltenen Vorschläge zur Erweitaus größte Teil der Radikalsozialisten und der republikanischen höhung einer ganzen Reihe indiretter Steuern Sozialisten gegen die Erhöhung der indirekten Steuern stimmen. begonnen. Von den wenigen Artikeln, die sie bisher diskutierte, find Es ist sehr wenig wahrscheinlich, daß die Parteien des bisherigen die meisten an die Kommission zurückverwiesen worden, und erst die Opposition Briand zu Liebe in die Bresche springen werden. Unter nächsten 48 Stunden werden darüber entscheiden, ob die Mehrheit, diesen Umständen dürften die Tage des Rabinetts Briand die am Freitag das Kabinett Briand gerettet hat, diesem auch treu gezählt sein. Das Volksbegehren. Einzeichnungsfrist wahrscheinlich 4. bis 17. März. Das Reichskabinett wird in nächster Woche über den Termin für die Einzeichnung zum Boltsbegehren über die Fürstenenteignung Beschluß fassen. Wie der Reichsinnenminister Rülz dem Genoffen els mitteilt, wird er dem Kabinett vorschlagen, die 3eit vom 4. bis 17. März für die Auslegung der Eintragungs. listen zu bestimmen. Man erwartet, daß das Kabinett diesem Vorschlag zustimmen wird. Streit um das Reichsschulgeset. Zentrumsantrag und Temokraten. Die Reichstagsfraktion des Zentrums hat einen Antrag auf beschleunigte Borlegung des Schulgefeges eingebracht. Der Zentrumsantrag bezieht sich auf die Erklärung der Reidsregierung, in der es heißt, daß die Regierung eine Lösung anstreben mürbe unter Wahrung der in der Verfassung gewährleisteten Gewissens. freiheit und unter Berücksichtigung der Elternrechte. Das ist ja auch der Standpunkt, den der Reichsminister des Innern Dr. Külz für sich persönlich stets betont hat. Dazu bemerkt nun der„ Demokratische Zeitungsdienst": Man versteht nun den Sinn des Zentrumsantrages nicht recht. Das 3entrum ist in der Reichsregierung vertreten und braucht dort nur seine Wünsche geltend zu machen. Es tann ja nicht daran gezweifelt werden, daß seine Bünsche dann, wenn sie aus Gründen der praktischen Politit heraus er. füllbar sind, auch erfüllt werden. Was soll nun aber ein Antrag diesen Antrag mit Hilfe der Deutschnationalen angenommen zu wissen? im Reichstag? Legt die Zentrumspartei besonderen Wert darauf, Daß in der Schulfrage auch dann, wenn die Gewissensfreiheit gewährleistet und die Elternrechte berücksichtigt werden, zwischen den Regierungsparteien noch Meinungsverschiedenheiten herrschen, das ist ja zur Genüge bekannt. Wenn man eine schnelle Erledigung des Schulgesetes wünscht, so erscheint es viel zwedmäßiger, daß versucht wird, erst einmal innerhalb der Regierungsparteien eine Einigung herbeizuführen. Die Stellung be fonderer Anträge fann unter Umständen nur dazu führen, vorhandene Gegensäge noch zu vertiefen. Freude barüber tönnen lediglich die Deutsch nationalen empfin. den, weil sie hoffen, daß die Debatte über das Reichsschulgesetz Schwierigkeiten zwischen den Regierungsparteien und Schwierig teiten für die Regierung selbst bereiten würde, Der Untersuchungsausschuß machtlos. Kein Vorladungsrecht. Keine Zwangsmöglichkeit. Budapest, 13. Februar.( BTB.) Die gestrige unerwartete Weigerung des ehemaligen Landespolizeichefs und der Angestellten des Kartographischen Instituts, vor dem parlamentarischen Unter suchungsausschuß zu erscheinen, der nach ihrer Ansicht keine Behörde jei und daher fein Recht habe, sie zu verhören, hat in politischen Rreifen großes Aufsehen hervorgerufen. Der Untersuchungsausschuß, der gestern vergeblich auf die Vorführung der drei Häft linge gewartet hatte, blieb bis zum späten Abend zur Erörterung des Zwischenfalles zusammen. In der heutigen Vormittagsfizung des Ausschusses gab ein Teil ber oppositionellen Ausschußmitglieber ihrer Entrüftung Ausdruck über das Berhalten der Angeklagten, durch das die Souveräni tát der Nationalversammlung, als deren integrierenden Teil der Un. terfuchungsausschuß au gelten hat, schwer verletzt worden wäre, ba bie Angeflagten noch immer als staatliche Angestellte zu betrachten bebingt iher Vorführung zu veranlaffen. Schließlich gelangte der eten, und erklärte, man müsse den Juftizminister zwingen, unAusschuß zur Entscheidung, daß neue Borführungen nicht stattfinden fönnten, da der Ausschuß ein Borladungsrecht habe, daher auch feine 3mangsmaßnahmen gegenüber den Borgeladenen vor. nehmen lassen tönne. In politischen Kreisen verlautete, der Ausschuß werde in für. zester Zeit seine Beratungen beenden, ja vielleicht nur noch eine einzige Sigung abhalten, in ber hauptsächlich die Rolle des Grafen Teleti und des rassenschüßlerischen Julius Gömbös in der Fäl schungsaffäre zu flären sein wird. Dunn solle durch ein Redaktionstomitee der Ausschußbericht für das Plenum der Nationalversamm lung fertiggestellt werden. Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichedkonto: Berlin 37 538 Banktonto: Bank ber Arbeiter, Angestellten und Beamten. Ballftr. 65: Diskonto- Gefellschaft. Depofitentaffe Linbenste. 8. Der Streit um den Rat. Drummond kommt nach Berlin. In der Rechtspresse lesen wir vom Genfer Betrug und vom Tode bes, Geistes von Locarno". Diese Hodesanzeige ist mit feinem Trauerrand versehen, viel eher ist die Neigung vorhanden, sie auf einem Extrablatt der Freude mitzuteilen. Wenn die deutsche Regierung mit ihrer Außenpolitik nur wirklich einmal ganz gründlich hereinfiele, so würde man ein Bankett veranstalten, und wenn sich wieklich herausstellen follte, daß der Frieden eine Utopie ift, so würden auf allen nationalen" Höhen Freudenfeuer angezündet werden. Weil dem Guten alles zum Besten dienen muß, sucht die Rechtspresse in dem Streit, ber um die ständigen Ratsie entstanden ist, einen Beweis für die Richtigkeit ihrer Auffassung, daß der Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund tönnte aber vielleicht umgekehrt schlußfolgern. Man könnte mit den„ völkischen Belangen“ nicht zu vereinbaren ist. Man sagen: Gerade dieser Streit beweist, daß die Positionen im Bölferbund reale Machtpositionen sind, denn nur um die fämpft man. Während unsere Nationalisten es immer schon gewußt haben, daß sich Deutschland durch den Eintritt in den Bölfer bund in die hoffnungslose Knechtschaft des Feindbundes" begibt, haben die nicht minder hellsichtigen französischen Nationalisten erkannt, daß Deutschland durch seinen Eintritt in den Böllerbund eine beherrschende Stellung in Europa zu ge winnen droht, und darum wollen sie gegen den deutschen Einfluß ein Gegengewicht schaffen durch die gleichzeitige Einbeziehung auch noch einer anderen Macht in die Reihe der ständigen Ratsmitglieder. Anwärter dazu sind genug vor handen. Denn daß der Sitz im Rat nüglich ist für den, der ihn hat, das hat man außerhalb des Kreises unserer Rechts preffe in Europa so ziemlich begriffen. So beweist der Streit um den Rat nicht, daß die auswärtige Politit Deutschlands, die zur Anmeldung in Genf ge führt hat, falsch war. Es beweist sich eher, daß sie richtig ist. Deutschland ist für den Fall seines Eintritts in den Bölkerbund ein ständiger Sizim Rat zugesagt worden. Nie war in den Verhandlungen, die darüber geführt wurden, auch mur mit einem Wort davon die Rede gewesen, daß gleichzeitig weitere Aenderungen vorgenommen werden sollten. Darum ist die Gewährung des ständigen Sizes an Deutschland ohne weitere Aenderung ein Gebot der Loyalität. Das ist der Standpunkt, der in Deutschland von allen Parteien geteilt wird: von den einen in der Hoffnung, Deutsch Der Antlagesenat hat heute das Haftentlassungsgesuch des Direttors Sörtsen und des Angestellten des Kartographischen Instituts, aala, das aus Gesundheitsrücksichten erfolgte, a blend werde damit nicht durchbringen, von den anderen in der schlägig beschieden. Polnische Staatsrettung. Deutschenverhaftungen in Polnisch- Oftoberschlesien. Bei Haussuchungen im Deutschen Boltsbund in Polnisch Oberschlesien wurden insgesamt 28 Personen in Kattomiz und Königshütte verhaftet, darunter u. a. Schulrat Dudek, der die Minderheitsschulfrage im Deutschen Volksbund bearbeitete, und ein Grubenarbeiter von der Bleischarlengrube. Die Untersuchungen und Revisionen in den Räumen des Volfsbundes in Kattomiz und Königshütte werden unter starkem Aufgebot von Kriminalbeamten fortgesetzt. Die Kattowizer Zeitung" berichtet, daß als Begründung der Bolizeimaßnahmen die Auffindung von Beweismitteln staats. feindlicher Tätigkeit angegeben werde. Polnische Zeitungen in Ostoberschlesien benußen diese Gelegenheit, um sich in den heftigsten Auslaffungen gegen das Deutschtum in Polen, den Volks. bund und nicht zuletzt gegen das deutsche Konsulat in Rattomiß zu ergehen. So schreibt u. a. der„ Goniec Slaffi: Es wurde festgestellt, daß der Volksbund Kontakt mit dem deutschen Konsulat, dem Nest des Preußentums hat. Das Deutsche Reich muß die Spionage des deutschen Konsulates verantworten. Der Bertreter des Reichs fann nicht Spion in Polen sein. In dem Bertreter des Reichs kann nicht Spion in Polen sein. In dem Augenblid, wo er es ist, hat er sofort die Grenze zu verlassen und fein Staat muß Polen Genugtuung geben." Die Kalischer Unruhen. Warschau, 13. Februar.( DE.) Die Besprechung der Interpellation der Sozialisten wegen der Unruhen in Ralisch und des Vorgehens der Polizei mit Feuerwaffen führte im Sejm zu lang andauernden Lärmizenen, so daß die Sigung unterbrochen werden mußte. Der Minister des Innern erklärte, daß die Maffen von Aufwieglern aufgehegt worden wären und daß das Jeuergefecht durch Selbstentladung eines Polizeigewehrs entstanden sei. Diese Erklärung führte zu weiteren lärmenden Demonstrationen. Gegen heftigen Proteft der Linken beschloß der Sejm, die Erklärungen des Ministers ohne Diskussion zur Renntnis zu nehmen. Der Streit im Dombrowageblet( Steinfohle) richtet sich gegen die Aufhebung des Achtstundentages. Die Gruben sind teilweise noch im Betrieb. In zahlreichen Versammlungen wird für einen Generalftreit Stimmung gemacht. ficheren Erwartung, daß es sich durchsehen werde, nicht einer einzelnen Macht zuliebe oder zuleide, sondern aus Gründen ber internationalen Moral. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß diejenigen, die den Miserfolg Deutschlands wünschen, die Deutschnationalen sind, denen es darauf ankommt, die Bölkerbundspolitik der deutschen Regierung und den Völkerbund selbst zu diskreditieren. Der Versuch, zugleich mit Deutschland auch eine andere Macht man spricht in erster Reihe von Polen in die Bahl der ständigen Ratsmitglieder einzuschieben, schafft unüberwindliche Schwierigkeiten. Wenn nur ein einziges Mitglied des Rats dem Plan, noch ein zweites ständiges Mitglied zu ernennen, widerspricht, so ist dieser Plan gescheitert. Wir haben allen Grund zu der Annahme, daß dieser Widerspruch erfolgen wird, und zwar sowohl von Schweden wie auch von anderer Seite. Was bann? Könnte Deutschland dann der ständige Ratssig verweigert werden? Das wäre ein schwerer Verstoß gegen Treu und Glauben, wir nehmen an, daß niemand an ihn denkt. Ueber weitere Aenderungen in der Zusammensetzung des Rats fann erst geredet werden, wenn Deutschland ihm ange hört. Und da meinen wir, daß Deutschland nicht mit der Abficht in den Rat gehen kann, anderen von vornherein den Weg bahin zu verlegen. Solche Fragen müssen dann ohne den Geist der Rivalität, der eigentlich nach den Verträgen von Locarno schon überlebt sein sollte, nach rein sachlichen Gesichtspunkten entschieden werden. Der Geist der Rivalität, der Geift der Gruppenbildung ist ein Feind des echten Bölterbundgeistes und ein Feind des Geistes von Locarno. Es ist hier schon oft gesagt worden, daß nach dem Infrafttreten der neuen Verträge der Fortbestand der Befaßung im deutschen Westen ein Widersinn ist. Das gleiche gilt von allen Bündnissen oder Gruppierungen, die ihre Spike gegen Deutschland richten. Wenn Deutschland feierlich nicht nur auf jede Angriffshandlung gegen Frankreich verzichtet, sondern selber die Garantie für die Sicherheit der französischen Ostgrenze über. nimmt, und wenn dieser echte Friedensvertrag von zwei europäischen Großmächten, England und Italien, garantiert wird, so verliert jedes Mehr an Sicherheit", das Frankreich sucht, jeden Schein von Berechtigung. Entweder man glaubt nicht an die Sicherheit, die durch bie neuen Sicherheitsverträge geboten wird, dann hätte man als sie* fezialdemokratischen Auffassung, monach bas bisherige Ermäßigungs. perfahren beffer gewesen und deshalb beizuhalten sei, nicht ver schließen konnte. Die Hälfte des Steuerauftommens soll für Neubauzwede und die andere Hälfte für den Finanzbedarf Verwendung finden. Von dem Aufkommen an Finanzbedarf sollen die Gemeinden sieben Vierzigstel und der Staat dreizehn Vierzigstel erhalten, von dem Aufkommen für Neubauzmede das Wohlfahrtsministerium sechs Bierzigstel, Staat und Landfreise vierzehn Bierzigstel erhalten. Eine Befristung des Gesezes murde abgelehnt. fie nie abschließen dürfen, oder aber man glaubt an fie, und| wehr gehören, und daß folche ehungen fogar pon unter Iwurde gestrichen, da die große Mehrheit des Ausschusses sich der dann müffen die Berträge im Geiste gegenseitigen offizieren und Difizieren geleitet werden? Wer Bertrauens ausgeführt werden. Diesen Standpunkt mit tiefere denn die Munition für solche Uebungen? Bei der Autorität, Geschid und Nachdruck zu vertreten, wird eine der wichtigsten die sowohl der Wehrminister wie General von Seedt im Heer Aufgaben Deutschlands im Völkerbund sein. genieße, hätte diefer Unfug längst beseitigt sein müssen und beseitigt sein können. Es dränge sich der Verdacht auf, daß man doch vielleicht glaube, durch Duldung eine Kräftigung der Wehr baftigteit des Boltes herbeizuführen und daher ein Auge zubrüde. Offiziere, welche die diesbezüglichen Anweisungen des Wehrministeriums nicht auf das genaueste befolgen, müssen mit aller Strenge bestraft werden. Es tomme immer wieder vor, daß völkische Verbände, wie z. B. in Marlow in Mecklenburg, Am tommenden Freitag soll die zweite Lesung der neuen Haus Man will das Eisen militärische Uebungen abhielten, und nicht selten Waffen und zinssteuervorlage vorgenommen, werben. Munition aus den Beständen der Reichswehr verschmieden, solange es warm ist. Zu schmieden ist noch recht viel, denn die groteste Berzerrung der Borlage durch die Beschlüsse vom Freitag wird faum so bestehen bleiben fönnen, wenn nicht das ganze Hauszinssteuerprogramm der Regierung über den Haufen geworfen werden soll. Am Montag vormittag trifft der Generalsekretär des Böllerbundes, Sir Eric Drummond in Berlin ein. Sein Besuch gilt in erster Linie der Besprechung mit dem Außen minifter über die Stellen im Bölferbundsfefre. tariat, die mit Deutschen besetzt werden follen. Angeblich handelt es sich dabei, wie der Soz Pressedienst" mitteilt, um einen Untergeneralsekretär mit einem oder zwei Sefretären und um je einen höheren Beamten in den meisten Abteilungen, fo daß 11 Stellen zu befezen wären. Die Belegung der höheren Stellen erfolgt durch den Generalsekretär nach Fühlungnahme mit der betreffenden Regierung und mit Zustimmung des Rats. Die deutsche Regierung muß dem Generalsekretär die Gelegenheit geben, eine Auswahl zu treffen, die dem 3wed dienlich ist. Bill man nicht den Bock zum Gärtner machen, so dürfen Angehörige völferbund feindlicher Parteien teine Posten im Bölkerbund bekleiden. Die deutsche Regierung hat jede Möglichkeit, bei der Auswahl der Personen Mißgriffe zu ver hindern, fie trägt dafür die volle Berantwortlichkeit. Die Bestimmung des deutschen Delegierten im Rat das wird regelmäßig der Außenminister selbst sein, seines Bertreters sowie der deutschen Delegierten für fünftige Bölkerbundsversammlungen ist Deutschlands eigene Sache. Hier gilt natürlich derfelbe Grundfaß wie für die Besetzung der Posten im Sekretariat. Hier haben auch die großen Pars teien, die auf dem Boden der Bölferbundspolitik stehen, den Anspruch, vertreten zu sein. Auch andere Staaten waren bemüht, noh Genf Persönlichkeiten zu entfenden, die dank ihrer völkerbundfreundlichen Politik Bertrauen und Anfehen in Bölkerbundstreifen genossen, und sie haben damit Erfolg gehabt. de ofe Gewiß wird es nicht leicht sein, die geeigneten Personen zu finden, So wie Deutschland erst jetzt dazu kommt, durch das parlamentarische System politische Führer heran zubilden, so werden auch die Männer, die für Genf gebraucht werden, in ihre Aufgaben erst hineinwachsen müssen. Dazu ist kein Meister Anton zu brauchen, der seine Zeit nicht mehr versteht. t grantide mus zelle n Führend wird im Bölferbund sein, wer den Völkern den Weg zu großen gemeinsamen 3ielen weist. Wir wünschen Deutschland diese Führung! 9790 Schwarze Waffen und schwarze Reichswehr. Erklärung Ludendorffs im Reichshaushaltsausschuß. In der gestern zu Ende geführten Einzelberatung des Heeresetats erklärte beim Titel Waffen und Munition der Genosse Buchwih, daß die Sozialdemokratie an einer Erscheinung nicht vorübergehen fönne, bie eine fortgefeßte Quelle außen und innenpolitischer Be unruhigung darstelle. Es betrifft die schwarzen Waffen lager. Die Sozialdemokratie verlange, daß dieser Sumpf trodengelegt werde. Aus der Fülle seines Materials molle er nur drei Fälle aus Schlesien herauffgreifen. In Salisch, Kreis Glogau, affenfund bei dem früheren deutschnationalen Abgeordneten Fletcher. Einen weiteren in Glogau bei einem Dberrealschilder, Mitglied des Jungdeutschen Ordens. In der Stadt Görlig Waffenfunde im Werte pon 7 bis 8 Millionen. Die reaktionäre Gesinnung der Standortsoffiziere, die oft mit den Rechtsverbänden verfippt feien, durchkreuze den vorhandenen ehrlichen Willen der höchsten Instanzen zur Bereinigung biefer Dinge. wenden. In seiner Erwiderung erkannte der Reichswehrminister Geßler die geübte Kritif als burchaus berechtigt an. Er bäte aber überzeugt zu sein, daß von seinem Ministerium aus alles geschehe, um die gerügten Mißstände zu beseitigen. Borhandene Baffen gehörten ausschließlich in die Hände der Reichswehr. Er gehe gegen alle Heeresangehörigen, die sich auf den zur Debatte stehenden Gebieten etwas zufchulden tommen ließen, mit ftrengften 3m Ausland nähme man die Beunruhigung nicht so schwer. Die Strafen bis zu sofortiger Dienstentlassung vor. Entente wisse genau, daß militärisch mit den verborgenen Waffen nichts anzufangen sei. Das ihm zugestellte Material, dem stets genau nachgegangen werbe, stelle fich allerdings häufig bis zu 95 Broz. als unrichtig heraus. Das unbefugte Schießen von ein paar Mann auf den Schießpläßen habe mit Stärkung der Behr haftigkeit nicht das geringste zu tun, darin sei er sich mit allen feinen Herren einig, aber es vergifte die Atmosphäre gegen die Reichswehr. An diese letztere Bemertung fnüpfte der völfische Abgeordnete von Ramin an und erflärte, daß die vaterländischen Berbände es sich nicht nehmen lassen werden, im Rahmen der Geseze wie bisher an der Stärkung der Wehrhaftigkeit des Boltes mit aller Straft zu arbeiten. Unter Bezugnahme auf eine in der vorlegten Sizung des Ausschusses getane Aeußerung des Wehrministers verlas er sodann eine Erklärung des Generals Ludendorff. die besagt: Reichswehrminifter Geßler hat angegeben, ich habe zu Beginn des Jahres 1923 General von Seedt besucht, um ihm die Bildung einer schwarzen Reichswehr vorzuschlagen, und fei abgewiesen worden. Die Darstellung ist durch und durch unrichtig. Nach dem Ruhreinbruch der Franzosen im Jahre 1923 wurde ich plöblich nach Berlin berufen, um mit einem sehr hohen Staatsbeamten und General von Seedl Besprechungen abzuhalten. Ich hatte den Wunsch dazu nicht geäußert. Es handelte fich damals um Abwehr des Ruhreinfalls, nicht um Aufstellung einer schwarzen Reichswehr. Mit dieser habe ich, wenn sie überhaupt bestanden haben sollte, nie etwas zu tun gehabt. Ich weise den Verfuch des Reichswehrministers, mich in diese Angelegenheit heineinzuziehen, scharf als illoyal zurüd." Der Minister beschränkte sich auf die Bemerkung, daß er auch zu dieser Erklärung sich im Untersuchungsausschuß rüdhaltslos äußern würde. 201 Im Laufe der Spezialberatung wurden in der geftrigen Sitzung 1ozialdemokratische Streichungsanträge in Höhe von rund 9 millionen Marfangenommen. Der Reichs. mehrminister sprach am Schluß der Beratung fein lebhafteftes Bebauern über diese Streichungen aus. Die Hauszinssteuer. Erfte Beratung im Landtagsausschuß beendet. Der Hauptausschuß des Landtags beendete am Sonn abend die erste Lesung des Hauszinssteuergesetes. Die Bon den Genossen Städten, Schöpflin und Künstler wurde mit Forderungen der Hausbefizer wurden größtenteils abgelehnt. Bon Nachdrud darauf hingewiesen, daß die Reichswehr noch immer mit Bedeutung ist, daß die Friedensmiete zur Steuergrund den Berbänden in Beziehung stehen müsse. Wie könne es sonst lage bestimmt und der Wert des Grundvermögens als Steuertommen, daß solche Berbände regelrechte Schießgrundlage abgelehnt wurde. Die Zuteilung von 8 Prozent an die übungen auf Schleßplägen abhielten, die der Reichs. bisherigen Fürsorgeverbände zur Unterstützung von Bedürftigen Dante und Walther. Bon Paul Gutmann. Auf dem Bahnhofplatz zu Trient steht das eherne Standbild Dantes, der in der Haltung eines Propheten, mit erhobenem Arm, die Einheit Italiens verkündet. Dieses Denfmal ist vor nunmehr dreißig Jahren unter der österreichischen Herrschaft errichtet worden. In dem benachbarten Bozen befindet sich, in weniger anspruchsvoller Haltung, die Marmorfigur Walthers von der Bogelweide, auf einem Blaz, dessen deutsche Traulichkeit das Entzücken aller Reisenden bildet. Der Deutsche, der nach Italien fuhr, begrüßte in Walther den Sänger einer echt deutschen, jugendfrischen Lyrik und blidte ehrfurchtsvoll zu Dante, dem größten dichterischen Genius des fatho lischen Mittelalters. Der Rangunterschied zwischen der schlichten Dichtkunst des einen und dem die damalige Welt umspannenden sprachgewaltigen Geist des anderen ist so einleuchtend wie der Unterschied zwischen dem Kölner Dom und etwa dem Nürnberger Dürer haus. Der Dom ergreift uns, und wir sind entzückt über die seelen volle Anmut jenes deutschen Bürgerhauses. Wer die Künste wahr haft liebt, wer in jeder Schöpfung den Ausdrud einer unendlichen Idee erfühlt, der wird nicht den Rosenstock verachten, weil er fein Mammutbaum ist. Mussolini blieb es vorbehalten, das Größenverhältnis zwischen Walther und Dante ironisch zu belächeln. Zwischen Walthers und Dantes Geburt flafft ein Zeitraum von hundert Jahren Walther mühte sich in einer merdenden Sprache, dem Mittelhochdeutschen, ab, während Dante in der wohllautendsten, biegiamsten und reichsten Sprache dichtete, dem Toskanischen. In ihm erreicht die italienische Dichtung ihre klassische Höhe, die wir ein halbes Jahrtausend später erst mit Goethe erflommen haben. Ge hört zum echten Dichter aber allein die Sprachgewalt, der Reichtum ber Wendungen und Ideen, die Tiefe der Bildung, oder gibt es nicht etwas, was darüber steht, was allen seinen Schöpfungen erst den mahren Wert für die Jahrhunderte verleiht, nämlich die menschliche Größe? Von den Dichtern des Altertums bis auf Bola, Tolstoi, Romain Rolland ist dieses menschheitumspannende ethische Bewußt: fein, das allen großen Ideenfündern eigen ist. Dantes Dichtung wäre ein unerträglicher Bust mittelalterlich scholatischen Dentens, wenn nicht aus diesen„ fingenden Flammen", wie Heine seine Verse bezeichnet, der Racheschrei eines ungeheuren Gerechtigkeitsgefühls burch die Zeiten tönte. Die gigantischen Quadern feiner Göttlichen Ko mödie" find ein Monument höchfter Sittlichkeit. Wie haßte er die Dittatoren feiner Zeit, die fleinen und großen Stadttyrannen mit ihrem Aemterschacher, ihrer Treulosigkeit, ihrer Scheinheiligkeit, wte mar feine Qual einer erdachten Hölle gräßlich genug, um sie darin nerderben zu lassen. Wehe, Genuesen," ruft er aus, Männer, fremb jedem Anftand, voll von jedem Frevel, marum feid ihr nicht vom Erdball verschwunden!" und selbst bie Lauen, die ohne Schimpf. fiches und ohne Gutes getan zu haben, thr Leben verbrachten, also die Rhilister, verurteilt er zu höllischer Qual Leben ist für diesen Abgott Mussolinis das Streben nach höchster Gerechtigkeit. Bar Walther weniger gerecht? Er verachtet das Streben nach Geld und Gut, fagt, daß Christen. Juden und Heiden demselben Gott dienen, mahnt die Fürsten zur Pflicht und heißt den Bapst den neuen Judas und Diener des Teufels. Er fieht das jüngste Gericht hereinbrechen " Gemalt, in einer Zeit, wo der Untreu Samen fich gemehret hat. die siegt, Recht vor Gerichten jchwindet." Wenn Dante und Walther heute lebten, so würde der eine, mie hamals, seine besten Jahre in der Berbannung verbringen, der Bogel weider wäre vogelfrei gegenüber einer fich deutsch nennenden Jugend, und an seine füßen Minnelieber mürde sich ber 3enfor heranmachen. Es ist unwichtig, ob Dantes gewaltiges Pathos den Italienern näher liegt als die holde Einfachheit des Deutschen. In einem sind sie der unverlierbare Besiz der Menschheit: in ihrer tiefen Sittlichkeit und ihrer Empörung gegen die rohe Gemalt. In diesem Sinne reicht Dante über die Sprachenscheibe, über Etsch und Eisac, seinem Bruder Walther die Hand. Die Not der Schriftsteller. Hans Ostwald schreibt uns: si Ihr Bericht über die Rundgebung der Schriftsteller scheint mir einer Ergänzung zu bedürfen. Der Schußverband hat bisher treulich zum Bolle gehalten und hat dies durch manche Kundgebung in der Deffentlichkeit bewiesen. Wenn er es mun ablehnt, eine politische Teilattion mitzumachen, so hat er seine guten Gründe: Bolke. 1. Die Ergebnisse der Enteignung der Fürstenansprüche darf fein Beruf für sich allein beanspruchen. Sie gehören bem ganzen 2. Die Not der Schriftsteller ist so groß, daß sie nicht auf solche ungewissen und fernen Ergebnisse pertröstet merden fönnen. 3. Der Dienst der Schriftsteller am ganzen Bolte ist so bedeu tungsvoll, daß die Schriftsteller einen berechtigten Anspruch nicht nur auf ein zufälliges Ergebnis einer Einzelaftion haben, sondern einen Bollanspruch an das ganze Bolt. Die Resulution, die von dem Vorstand nicht zugelaffen werden konnte, weil er durch die Sagung an eine nichtpolitische Ge schäftsführung gebunden ist, war auch feine ernstgemeinte Hilfsaktion für die notleidenden Schriftsteller, fondern eine rein tommunistische Propagandaangelegenheit. Sie wurde auch nicht einstimmig ange nommen, vielmehr enthielten sich 200-300 Anwesende der Stimme, die auch gar nicht um ihre Gegenmeinung befragt wurden. Schußverband muß es ablehnen, eine direfi- politische Aktion mitzu machen. Wäre die Versammlung am Schluffe noch fachlich gewesen, dann hätte sie aus meinen Mitteilungen gehört, daß z. B. die Stadt Berlin einiges tun will und daß alle, die nicht mit den politischen Tendenzen der Borredner einverstanden waren, boch einheitlich mit ihnen verlangten, daß Reich, Staat und Gemeinden ihre volle Pflicht an den Geistesarbeitern erfüllen. Die Kommunisten hätten diesem einheitlichen Willen zustimmen müssen, menn sie es ehrlich mit den notleidenden Schriftstellern meinten. Sie trieben aber wieder attine Propaganda", b. h. zerstörende Partetagitation und stießen die Bersammlung in das Chaos." Die Steuerlawine im Rollen. Neue deutschnationale Anträge. Unsere Mitteilung in der Sonnabend- Ausgabe, daß neue deutschnationale Anträge auf meitestgehende Ermäßigung der Besizsteuern in Vorbereitung sind, hat sich schnell bewahrheitet. Die Lawine der demagogischen Steueranträge ist im Rollen. Außer dem bereits bekannten Antrag auf fast völlige Befreiung der Landwirtschaft von der Einkommensteuer, liegen jetzt fünf neue deutsch nationale Steueranträge vor, von denen einer immer rücksichtsloser ist als der andere. Diese Anträge fordern: 1. Senfung der Vermögenssteuer um 40 Pro3. durch Herab fegung des Steuerfaßes von 5 auf 3 vom Tausend; gleichzeitig Berdoppelung der Freigrenzen. 2. Ermäßigung der Erbschaftssteuer auf die Hälfte. 3. Stundung fämtlicher am 15. Februar fälligen Boraus. zahlungen auf Einfommen und Vermögenssteuer je zur Hälfte. 4. Steuerrüdstände aus dem Jahre 1923 und den vorhergehenden Jahren werden nicht mehr eingezogen. Damit wollen Der die Deutschnationalen denjenigen Steuerpflichtigen aus Klemmé der zahlreichen Buchprüfungsverfahren helfen, die wegen Verdachts der Steuerhinterziehung schweben. Eine solche Bestimmung würde außerdem die endgültige Steuerbefreiung der Fürsten bedeuten, die mit ihren Steuern im Rückstand find. 5. Statt Gewerbesteuer und Grundsteuer sollen Länder und Gemeinden in Zukunft nur 3ufchläge zur Reichsvermögenssteuer erheben. Da Länder und Gemeinden durch die Realsteuern bisher nur das Betriebskapital und das Grundvermögen erfassen fonnten, zielt dieser Antrag auf Steuerentlastung von Landwirtschaft und Industrie durch Heranziehung des beweglichen Befizes auch zur Landes- und Gemeindebesteuerung. Die Bedeutung dieser Anträge läßt sich am besten aus dem Einnahmeausfall ersehen, den sie verursachen würden. Dieser Ausfall würde jährlich betragen: 1. durch Senfung der Vermögenssteuer 2. durch Senfung der Erbschaftssteuer. . 200 Millionen, 30 . 150 " 3. durch Stundung der Borauszahlungen 4. durch Niederschlagung der Rüdstände etwa 20 Gesamtausfall etma 400 Millionen. Diefer Einahmeausfall von 400 Millionen bedeutet daß die gegenwärtige Besitzbelastung um etwa ½ gesenkt wird. An sich find solche Anträge auf deren Annahme die Antragsteller jelbst nicht rechnen, im Reichstag nicht neu. Bölkische und Kommunisten haben barin schon eine jahrelange llebung. Neu ist nur, daß eine Partei, die sich als staatserhaltende" Partei bezeichnet, und die im vergangenen Etat. I jahre den Finanzminister gestellt hat, ihrer eigenen Politif in dem, Augenblick ins Gesicht schlägt, wo sie die Berantwortung abgeschüttelt, hat. Neu ist auch, daß diese Partei nach außen hin die heuchlerische Maste mahrt, als ob sie um eine Dedung des Reichsbedarfs und eine Erfüllung der Reparationsverpflichtungen besorgt sei, gleich zeitig Steuerbefreiung verlangt, die gewaltige nicht anderweitig au deckende Ausfälle verursachen. Die deutschnationale Steuerdemagogie wird nur noch übertroffen von der deutschnationalen Aufwertungsbemagogie. | Streites hat die Theaterbelegation der Stadtverordnetenversamm lung beschlossen, das Stüd in Mainz im Stadttheater nicht aufzu führen. Die Sozialdemokratische Bartei interpellierte in der Stadt verordnetenfizung und brachte einen Antrag ein, das Stüd in Mainz aufzuführen. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen der Links. parteien gegen die des Zentrums und der Rechtsparteien an. genommen. Die mufifallsche Säge. Wir sind ja bei den Jazzfapellen bereits an die merkwürdigsten Instrumente gewöhnt, aber die neueste Neuheit dieser Orchester übertrifft alle anderen und scheint sich überhaupt im Musifleben einbürgern zu wollen. Dies Instrument ist die mufifalische Säge", die fast ganz fo wie eine gewöhnliche Zimmermannsfäge ausfieht. In England werden von diesen musikalischen Sägen, die natürlich wie die ganze Jazzmufif aus Amerifa herüber. gefommen find, piele Hunderte an Mufitfreunde verkauft, und es gibt bereits Lehrer im Sägespielen", die in einem Dußend Stunden die notwendige Beherrschung des Instruments beibringen. Beim Spielen nimmt man den Handgriff der musikalischen Säge zwischeit die Knie und hält die Stahlspizen zwischen Daumen und Zeige finger der linken Hand fest. Das Blatt der Säge wird in die Form eines S gebogen, und man entlodt dann der Säge die melodischsten Töne, indem man mit einem gewöhnlichen Biolinenbogen oder mit einem filzüberzogenen Hammer den Stahl in Schwingungen verfeßt. Geschichte Jazzmufiter fönnen auf der Säge die schwersten Melodien und Tänze zu Gehör bringen. Der größte Dieselmotor der Welt. Die größte bisher gebaute Dieselmaschine ist, wie in Werft, Reederei, Hafen mitgeteilt wird, von Blohm u. Boß in Hamburg hergestellt worden. Die Maschine arbeitet nach dem doppelt wirkenden Zweitaft- Berfahren und leistet in 9 Arbeitszylindern bei etwa 94 minuflichen Umbrehungen 15 000 PS. Die Ausmaße des Motors werden durch folgende Bahlen veranschaulicht: seine größte Länge mißt 23,4 meter, die größte Breite 4,3 meter. Die Maschinenhöhe beträgt über der Wellenmitte rund 10 meter. Diese größte Delmaschine der Welt wird im Kraftwerk Neuhof in einer besonders für sie erbauten greßen Maschinenhalle aufgestellt und soll in Zusammenarbeit mit der zugehörigen Dynamo eingehenden Prüfungen unterworfen werden. Jm Konzert bes Berliner Sinfonie- Orchesters unter Beitung von Oskar Frieb am 14. Februar im Blüthnerfaal werden folgende Werte zur Aufführung tommen: Mendelssohn: Ouverture Meeresftille und glüdliche Fahrt", Chopin: Riavierkonzert E- Moll, Dermann Goeke: Symphonie Es- Dur. Golift: Bauf Schramm. Dilma Möndeberg spricht auf Einladung der Boltsbühne am Dienstag. 8 Uhr, im Ritteriaal der Dper am Königsplak, Gefpenfter, Liebes. und Schwanfgeschichten". Einlagfarten 60 Bf. in den Borverkaufsstellen. Die Abfindung des Herrn v. Schillings, deffen Bertrag noch bis zum 1. Juli 1929 lief, beträgt nach abzug der Steuern 60 468,75 m, eine ganz nette Summe für eine nicht ausgeübte Tätigkeit. Borträge. Dr. B. C. Bebrendt bält am Montag, 8 Uhr abenhs, einen Bortrag über Die neue Baugefinnung im Hörsaal der Staatlichen Stunitbibliothel. Eröffnung des deutschen Scheffel- Museums. Anläglich des 100. Geburts. " Der fröhliche Weinberg" in Mainz. Das Luftspiel Der fröh liche Beinberg" non Buckmaner, das an sieben beutschen Bühnen mit größtem Erfolg aufgeführt wurde und das in Nadenheim am Rhein spielt, hat der besonderen Charakteristik der rheinischen Betages des Dichters Bittor v. Scheffel am 16. februar wurde im Pavillon des ehemaligen Schlofjes zu Karlsrube das Deutsche Scheffel- Muſeum völkerung wegen in Rheinhessen und besonders in Mainz eine feierlich eröffnet. Der Unterrichtsminister ficherte namens der badischen heftige Kritit für und gegen das Stüd ausgelöst. Infolge des Regierung eine Bereitwillige Fürsorge für das Museum zu Der Raubzug der früheren fürsten Es ist Geld da! im Steuerabbau oder Hilfe für die Erwerbslosen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat Sozialen Ausschuß des Reichstags Forderungen für die Kurz arbeiter aufgestellt und durchgesetzt. Der Soziale Ausschuß verlangt von der Regierung, daß sie beim Erlaß der Anordnung über die Kurzarbeiterfürsorge folgende Berbefferungen hineinarbeitet: Gleichstellung zwischen Ledigen und Verheirateten, Zahlung der Kurzarbeiterunterstüßung für den dritten, vierten und fünften ausgefallenen Arbeitstag und Berücksichtigung der Möglichkeit, auch in folchen Fällen Kurzarbeiterunterstützung zu gewähren, wo feine vollen Tage ausfallen. Das ist ein Erfolg. Die Erhöhung der unter stügungssäge für Erwerbslose lehnt die Regie rung jedoch immer noch ab. Die sozialdemokratische Reichs tagsfraktion wird im Sozialen Ausschuß des Reichstags ihre unermüdliche Arbeit für die Erhöhung der Unterstüßungsfäße fortsetzen. Die Regierung begründet ihre ablehnende Haltung Imit der Behauptung, daß die Reichsfinanzen die damit ver bundene Mehrausgabe nicht ertrügen. Diese Behauptung läßt sich mit der optimistischen Beurteilung der Finanzlage durch den neuen Reichsfinanz minister nicht vereinbaren. Nach Herrn Reinhold schwimmen wir geradezu in Geld, so daß er baran bentt, eine halbe Milliarde Steuern abzubauen. Auf der einen Seite Steuerabbau, auf der anderen Seite Bermeigerung einer Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung mit der Be gründung, es sei kein Geld da. Es ist Geld da! Im Jahre 1924 und 1925 wurden die Unterſtüßungen für Erwerbslose nicht aus Reichsmitteln, sondern durch Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgebracht. -gegen das deutsche Volk, das schon am Bungertuche nagt, muß durch das Volksbegehren verhindert werden.- Geldsendungen zur erfolgreichen führung dieses Abwehrkampfes in Berlin überweise man auf Dosts check konto Berlin, Nr. 48743, an Alex Pagels, SW 68, Lindenstr. 3. Ich kann diese Begründung hier nur öffentlich wiederholen. Herr Brüninghaus jammert darüber, daß ich die Aftenbände nicht angegeben habe, aus denen meine Auszüge stammen. Wenn er die Aften Zeile für Zeile selber durchstudiert, wie ich es getan habe, braucht er folche Eselsbrüden nicht. Er hat sich aber bereits vom Ausschuß Vollmacht erteilen lassen, andere zur Atten bearbeitung heranziehen zu dürfen, und so wird er dem Ausschuß nicht das Ergebnis eigener Arbeit vortragen, sondern ein Sammelfurium, daß andere ihm aus den Aften zusammengestellt haben. Dabei geberdet er sich bereits jegt als Kritifer an meinem Referat, indem er behauptet, ich hätte dem Afteninhalt Gewalt an getan und die Deffentlichkeit ganz einseitig orientiert. Zum Beweise dafür bringt er ein 3itat, mit dem er jedoch nur zeigt, daß er nicht fähig ist, subjektive Mutmaßungen auf der Basis falscher In formationen von objektiven Tatsachen zu unterscheiden, und daß er den Untersuchungsausschuß mit einer Offiziersmesse verwechselt. Sein Sorreferat scheint er aufzufaffen als Gegenplädoyer eines Winkeladvokaten, statt als selbständige, auf eigenem Attenftudium fußende gründliche Arbeit. Nun, er wird ja sehen, wie er dabei fährt. Preußens Minderheitenpolitik. Kulturelle Gleichstellung der Dänen in Nordschleswig. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Das preußische Staatsministerium hat durch besonderen Erlaß der dänischen Minderheit in den Grenzfreisen der Provinz Schleswig Solstein weitgehende Rechte auf dem Gebiet des Schulwesens gewährt. Bisher bestand nur in Flensburg eine öffentliche Volksschule mit dänischer Unterrichtssprache, ferner eine von der dänischen Minder. heit unterhaltene Privatschule. Nunmehr soll das Bedürfnis für die Errichtung einer öffentlichen Bolfsschule in den Schulverbänden der Grenzfreise Flensburg Stadt, FlensburgLand und Südtondern allgemein anerkannt werden, wenn die Erziehungsberechtigten von wenigstens 24 schulpflichtigen Kindern einen dahingehenden Antrag stellen. Das Bedürfnis für die Er. richtung privater Boltsschulen für die dänische Minderheit foll bereits dann anerkannt werden, wenn ein entsprechender Antrag für 10 schulpflichtige Kinder gestellt wird. Für diese privaten Bolts schulen werden staatliche 3uschüsse gemährt. Für die Minderheitsschulen soll der gesamte Unterricht in dänischer Sprache erteilt werden; Deutsch ist Unterrichtsfach. Im Lehrplan tann die Pflege dänischen Boltstums vorgesehen werden. In den Privatschulen fönnen Lehrer angestellt werden, die thre Unterrichtsbefähigung in Dänemart erworben haben, während vor Anstellung der Lehrer an den öffentlichen Volksschulen der Elternbeirat zu hören ist. Endlich steht es der Minderheit frei, Privatschulen einzurichten, die über das Ziel der Volksschule hinausführen. Auch diesen Schulen tönnen staatliche Zuschüsse wie den entsprechenden deutschen Privatschulen gewährt werden. Als zur dänischen Minderheit gehörig fann nur gerechnet werden, wer in den genannten Grenzfreisen oder in Dänemark geaussetzungen erfüllt sind. boren ist oder von Eltern abftammt, bei deren einem Teil diese BorDie in Schleswig- Holstein seit langem lebhaft umstrittene Frage, ob der dänischen Minderheit öffentliche oder private Schulen zu ge aller in Betracht kommenden innen und außenpolitischen Gesichtswähren feien, ift fonach vom Staatsministerium unter Abwägung. punkte und in Würdigung der Interessen der Minderheit dahin beantwortet, daß der Minderheit die volle kulturelle Freiheit eingeräumt ist, die eine oder die andere Schulart je nach den besonderen örtlichen Bedürf niffen zu wählen. Eröffnung der freien sozialistischen Hochschule. Sinzheimer über die Kulturidee des Sozialismus. Jetzt durchleben wir eine Krise des Arbeitsmarktes von beispiellofer Ausdehnung und Dauer. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo die Unterstützung der Arbeitslosen nicht mehr ausschließlich durch die Beiträge der Arbeitnehmer und Arteitgeber gebedt werden kann. Reich und Länder müſſen deshalb mit größeren Mitteln einspringen. Das verheißt nicht nur die deutsche Reichsverfassung, das bestimmt auch die Ber ordnung über die Erwerbslosenfürsorge. Die deutsche Reichs verfassung gibt auch jedem Arbeitslosen den Anspruch auf eine ausreichende Fürsorge für seinen Unterhalt. Der Zeitpunkt für die Erfüllung dieser Pflichten ist für Reich und Länder gekommen. Die Reichsregierung fann nicht sagen, daßtein Geld da ist. Der denokratische Reichsfinanzminister hat feierlich das Gegenteil vertündet Schon im Dezember v. J. mies das ,, Magazin der Wirtschaft" darauf hin, daß für das Etatsjahr 1926/1927 ein leber- liftischen Hochschule hin. Hier sollen Vorträge von berufenen Wissen schuß von 34 milliarden zu erwarten ist. Im Etat find keine ausreichenden Mittel für die Arbeitslosen und Kurzarbeiter vorgesehen. Es wäre leicht, die notwendige Summe einzusehen. Die erforderliche Dedung ist da, denn der Etat meist die bereits erwähnten Ueberschüsse auf. Ist es notwendig, auch nur noch ein einziges Wort zu gebrauchen, um zu begründen, daß eine Erhöhung der Unterstützungsfäße notwendig ist? Dennoch: wir wollen die nüchternen Latsachen sprechen lassen. In Berlin erhält der Arbeitslose über 21 Jahre pro Woche 9,80 M.; das von Kuczynski errechnete wöchentliche Existenzminimum beträgt 18,91 M. Ein arbeitslojes Ehepaar erhält in Berlin pro Woche 13,05 M.; das wöchentliche Existenzminimum beträgt nach Kuczynski 25,95 M. Der arbeitslofe Familienpater mit zwei Kindern erhält pro Woche in Berlin 17,70 M.; das wöchentliche Eriftenzminimum beträgt nach Kuczynsfi 33,25 Mart. Die Arbeitslosen in Deutschland erhalten also nur rund die Hälfte des Betrages, der notwendig ist, um überhaupt phyfisch existieren zu können. Der Sachbearbei ter des Reichsarbeitsministeriums. Dr. Weigert, spricht dennoch von einer bedenklichen Höhe der Unterſtügungsfäße. Die englischen Unterstügungsfäße betragen in den angeführten drei Beispielen 18 Schilling, 23 Schilling und 27 Schilling; diese Säße sind also um 60 bis 100 Broz. höher mie die deutschen Unterstützungsfäße. Deshalb: es ist Pflicht des Reichstags, die Regierung zu einer Erhöhung der Unterftüßungsfäße zu zwingen. Auch die Begrenzung der Bezugs dauer muß fallen; hier ist ebenfalls England vorbildlich Nach dem Bericht des britischen Arbeitsministeriums wurde die Beschränkung der Bezugbauer vorläufig ganz fallengelaffen und nur die Bedingung gestellt, daß innerhalb einer Periode von 2 bis 4 Jahren mindestens 30 Wochenbeiträge gezahlt worden sein müssen. Die Unterſtügungsfäße für die Erwerbslofen sind unzureichend. Es find Mittel für ihre Erhöhung vorhanden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird sich deshalb im Reichstag mit allem Nachdrud für ihre Erhöhung einsehen. Das Organ der christlichen Gemertschaften, der ,, Deutsche", versichert, daß auch die Zentrumsfraktion des Reichstags auf dem Standpunkt stehe, daß die vorhandenen Mittel für die Linderung der Not der Erwerbslosen benutzt merden müßten. Es besteht also Aussicht, daß die fozialdemo fratische Reichstagsfraktion im Sozialen Ausschuß des Reichstags für die Erwerbslosen einen Erfolg erzielt. Brüninghaus und die Akten. Genosse Dittmann schreibt uns: " In einer Bolemit mit der Bossischen Zeitung" wiederholt Abg. Brüninghaus den schon früher von ihm hm Ausschuß gemachten einfältigen Borwurf gegen mich, daß ich mich geweigert hätte, ihm vorher Einsicht in mein Referat zu gestatten. Ich habe ihm darauf bereits im Ausschuß geantwortet, daß er im legten Sommer seinen Fraktionsfollegen v. Rheinbaben, der dem Ausschuß angehörte. zum Ausscheiden veranlaßte, damit er, der frühere Admiral, als Verteidiger der alten Marine eintreten könne, daß er aus diesem Grunde fich zum Korreferat gedrängt habe, daß er dann wiederholt versucht habe, den Ausschuß zu bestimmen, mir den Auftrag zu meinem Referat wieder zu entziehen, weil ich angeblich Bartei sei, während er als früherer Kaiserlicher Seeoffizier boch zweifellos nicht als unparteilsch gelten fönne; bei se niet Royalität und Kollegialltät des Herrn Brüninghaus sei es doch ein starkes Stud, von mir zu verlangen, ausgerechnet ihm vorher Einblic in mein Referat zu geftatten, mozu feinerlei Berpflichtung bestand. Bis auf den letzten Plaz war der Saal des ehemaligen Herren| grundsäglich ändern wollen. Der tätige Mensch ist die Vorhauses gestern abend gefüllt, als die Freie Sozialistische auslegung für die ganze margistische Lehre, ohne sie müßte sie sich Hochschule ihren ersten Bortrag veranstaltete. Genoffe Heinrich als unrichtig erweisen. Schulz begrüßte die Erschienenen. Er mies auf ben Unterschied zwischen der einstigen Parteischule und der neuen Freien Sozia zwischen der einstigen Parteischule und der neuen Freien Sozia. schaftern gehalten werden, an denen jeder teilnehmen kann, der ben inneren Drang verspürt, die Idee des Sozialismus zu erfaffen. Die jetzigen Vorträge sind vorläufig nur ein bescheidener Anfang im Hinblid auf das Ziel, das erreicht werden soll. Es ist an einen späteren und umfassenden Ausbau dieser Einrichtung gedacht. Genoffe Crispien begrüßte bie Freie Hochschule im Namen des Barteivorstandes. Das Gebiet der fulturellen Aufgaben, bie bie Partei verfolgt, ist so weit, daß jeder sich hier betätigen fann, der den ernſten Billen hat, sich mit dem Sozialismus auseinanderzu fezen. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Partei neben diesen Beranstaltungen bald wieder Bege und Mittel finden möge, eine Barteischule zu errichten. Mögen alle diese Einrichtungen dazu bei. tragen, den Willen und den Mut derjenigen zu stärken, die für das Proletariat fämpfen. Im Auftrage der Gewerkschaften sprach Genosse Knoll Dom ADGB., der an das alte Lied von dem Unverstand der Maffen antnüpfte und darauf hinwies, daß diefer Unverstand nie schärfer in Erscheinung getreten fei, als in den Tagen der Nachkriegszeit, als die unbefriedigten Massen, die die wirtschaftlichen Bedingtheiten nicht zu erfassen vermochten, die Reihen der Gewerkschaften verließen. Er rief den Arbeitern zu, daß sie sich aktiv und paffin an dem großen Berte, das jetzt aus der Taufe gehoben werde, an der Freien Sozialiftischen Hochschule, beteiligen möchten. Dann ergriff, von Beifall begrüßt, der Genoffe Sinzheimer, Profeffor an der Universität Frankfurt a. M., das Wort zu feinem Bortrage über die ulturidee des Sozialismus. Die Kulturbewegung der Partei, fo führte er aus, wächst aus den geistigen und seelischen Bedürfnissen des sozialistischen Menschen heraus. Dem Historiker wird es später erscheinen, als ob wir in einer großen geistigen Wendung lebten. Und in dieser Zeit kommen wir mit unserem Zweifel und unseren Fragen an die Idee des Sozialismus heran. Der Sozialismus ist für uns zunächst ein System äußerer Lebensgestaltung, in dem die Wirtschaft aufgebaut fein mird als eine Gemeinschaft, in der wirtschaftliche Gerechtigkeit geübt werden soll. Dann aber fragen wir uns: Ist das alles, ist das ber leẞte Sinn des Sozialismus? Sollte dieses System nicht doch ein Mittel sein für die Beckung eines neuen geistigen Sein? So ist die große Kulturbewegung nicht zufällig entstanden. Sie hängt zusammen mit dem Bewußtsein, baß der äußere Aufbau allein die menschliche Sehnsucht nicht be. friedigt. Unser Leben ruht nach dem Kriege auf einer neuen wirtschaft. lichen Grundlage. Wir fangen an, mißtrauisch zu werden, mir glauben nicht mehr, daß sich die Demokratie in dem Artifel 165 der Berfassung erschöpfe. Wir begreifen, daß es darauf ankommt, den Menschen zu schaffen, der demokratischen Geist in fich spürt Wir begreifen, daß die Demokratie nur aufgebaut werden kann durch die unmittelbare Kraft demokratisch gesinnter Menschen. Es genügt nicht, Geseze und Verordnungen zu schaffen, fie müffen in demokratischem Geiste durchgeführt werden. Der demokratische Mensch muß nicht nur in alter Uebung die Regierenden anflagen tönnen, sondern er muß felbft die Berantwortung über. nehmen fönnen. Die demokratischen Probleme fordern die stärkste geistige Ausbildung, und damit stehen wir an der Quelle unseres tulturellen Dentens Die Lehre von Karl Marg steht mit dieser Forderung an die Bersönlichkeit in feinem Widerspruch. Wenn Karl Marr von der gefeßmäßigen Entwicklung der Gesellschaft gesprochen hat, in der sich mit geschichtlicher Notwendigkeit der Gedante des Sozialis mus durchfeße, so ist an dieser Grundlehre nicht zu zweifeln. Wer aber glaubt, daß das ohne geistigen Einfluß ganz automa tisch sich vollziehe, der hat Karl Marg gründlich mißper ft an den. Die Berhältnisse müssen das Denten der Menschen auf rühren, bamit fie bewußt au Sozialisten werden, die die Dinge Die Kulturidee des Sazialismus unterscheidet sich wesentlich von des des Bürgertums. Man hat oft das Gefühl, daß in der bürgerlichen Welt die Wissenschaft nur um der Wissenschaft, das Erkennen nur um des Erkennens willen getrieben werde. Bir aber wollen die Dinge in lebendigem Zusammenhange mit dem tatsächlichen Sein be trachten. Für uns soll die Bissenschaft das Mittel sein, um die Welt und das Dasein in menfchenwürdigem Sinne umzugestalten. Goethe hat einmal gefagt: hoftes Glüd der Erbentinder if doch die Persönlichteit!" In der Tat läuft alles Kulturelle darauf hinaus, die Persönlichkeit des Menschen auszubiden. Und boch ist unser Bersönlichkeitsideal anders als das des deutschen Idealismurs. Dieser Idealismus fah ab von der Welt, in der er selbst lebte. Wir wollen die persönlichkeit im Rahmen der Gemeinschaft bilden. Und dieser Begriff der Persön= lichkeit geht unmittelbar aus dem Leben hervor. Es ist aber ein schweres Wort, wenn wir dem Arbeiter sagen, daß er seine Bersönlichkeit ausbilden müsse. Der Arbeiter ist in feiner Fabrit nur ein Teilmesen, mur ein Werkzeug. Das, was der geistige Mensch als höchstes Glüd empfindet, die fruchtbare, schöpferische Arbeit, die ihn durchströmt, empfindet der Arbeiter als eine Laft, die er möglichst bald von sich werfen mödyte. Es ist traurig, daß wir aus dem Großbetrieb nicht mehr heraustönnen, und es scheint jo, als ob die neuen Arbeitsmethoden, wie Fordismus und Taylorismus, das Streben nach der Ausbildung der Bersönlichkeit nicht fördern. Es gibt unter Berücksichtigung dieser tragischen Lage nur zwei Mittel, um die Arbeiter so etwas wie Bersönlichkeitsgefühl zu meden: Der Arbeiter muß das Gefühl haben, daß er für die Ge meinschaft, aber nicht für den Einzelunternehmer oder eine Unternehmergruppe fchaffe, er muß teilhaben an der Serrichergemalt im Betrieb. Diese Dinge sind in der Hier gilt es eine Braris unendlich schwer durchzusehen. große tulturelle Aufgabe zu lösen. Und gerahe, meil diese Aufgabe so unfäglich schwer ist, muß sie in Angriff genommen werden. Der andere Beg ist, dem Arbeiter Freizeit zu ge= währen, nicht um untätig zu sein, sondern um in dieser Zeit sich als freier geistiger Mensch in fulturellem Sinne betätigen zu können. Gerade der Arbeiter empfindet, wie sehr die Kulturidee abhängt von der Gestaltung der Wirtschaft. Und darum müffen wir uns ganz erfüllen lassen vom Gemeinschaftsgeist. Lassalle hat einmal gesagt: Wenn wir vom Klaffentampi reden, dann stoßen wir einen b Schrei aus nach Erlösung!" Darin, offenbart sich der Wille, in Harmonie zu fommen mit dem Ganzen. Das Wissen allein genügt nicht, zu ihm gehört auch Farbe. Hüten wir uns vor einseitigem Rationalismus. Das Wissen an fich ist nur ein Teil der Kultur. Zur Kultur aber gehören auch die irrationalen Kräfte, Farbe, Ton, Jugend, Ueberschmang gehören dazu, wenn wir aufsteigen wollen, und auch gewisse Symbole, die sich in unsere Herzen prägen. Bo haben wir die große republi fanifche Hymne, wo haben mir republikanische Symbole, warum ist alles fo nüchtern, fo ruhig, so fachlich, so feelenlos? Glaube doch niemand, daß nur Rüchternheit und Sachlichkeit zum Aufstieg gehören und nicht auch das Herz.( Beifall.) Wir müffen unmittelbar Freiheit, Demokratie, Selbstverwaltung erleben. Lebendige Menschen, denen der Tatt nach Freiheit, Freude, Gemeinschaft, Persönlichkeit schlägt, find notmendig. Sorgen wir dafür, daß wir nicht erstarren in Wissen und Erfennen allein, sonst werden wir eines Tages feststellen müffen, daß wir arm gemorden sind. Schaffen wir mit all den geistigen Strömungen des Sozialismus gemeinsam ein wiffendes, freudiges, wollendes und hoffendes Volk! ( Lebhafter Beifall.) Damit hatte der erste Abend seinen Abschluß gefunden. Genoffe Heinrich Schulz mies noch darauf hin, daß bei der nächsten Beranstaltung Profeffor Lederer aus Helbelberg und später Ge noffe Rabbruch sprechen merbert. Gewerkschaftsbewegung Betriebsrätewahlen! Arbeiter! Angestellte! Den Betriebsrätewahlen des Jahres 1926 tommt eine befon dere Bedeutung zu: Auf der Arbeiterschaft lastet der ungeheure Drud der Wirtschaftskrise. Das Unternehmertum versucht, alle Lasten auf die Schultern der Arbeiter und Angestellten abzumälzen. Es übt einen starken Druck auf die Löhne aus und greift zu der ebenso gefährlichen Maßnahme der Stillegung ganzer Be trieb und von Betriebsteilen. Gegen solche und eine Reihe anderer Maßnahmen kann sich die Arbeiterschaft nur dann wehren, wenn ihre Betriebsvertretungen ihren Posten in jeder Beziehung ausfüllen und ihren komplizierten Aufgabenkreis absolut beherrschen. Die Macht und der Einfluß der Betriebsräte ist nur dann groß und weitreichend, wenn sie in engstem Einvernehmen mit ihren Gewerkschaften ftehen. Eine weitere Bürgschaft für den Erfolg ihrer Wirksamkeit ist auch die engste Zusammenarbeit von Angestell. ten und Arbeitern sowohl bei den Wahlen zu den Betriebsräten als auch in der weiteren Tätigkeit dieser Körperschaften. Diese Geschlossenheit ist um so notwendiger, als um den jetzt verliegenden Entwurf zu einem neuen Arbeitsgerichtsgesez noch heftige Rämpfe zu erwarten find. Borbehaltlich weiterer Beschlüsse des Betriebsräteausschusses, tes Ortsausschusses Berlin des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Ortskartells Berlin des Allgemeinen freien Angestelltenbundes fordern wir die Arbeiter und Angestellten Berlins fchon jetzt auf, alle Vorbereitungen für die Betriebsrätewahlen zu treffen. Die Wahlen müssen bis zum 15. April d. J. zum Ab. fchluß gebracht werden. Zu ihrer Durchführung sind die§§ 23, 42 und 43 des Betriebsrätegesezes und die Wahlordnung zu beachten. Die unterzeichneten Spizenkörperschaften halten es für selbstver. ständlich, daß die freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten nur einheitliche freigewerkschaftliche Kandidatenlisten aufstellen werden. Für die Tätigkeit im Betriebsrat ist nicht das revolutionäre Temperament und der gute Wille, sondern vor allen Dingen genaue Kenntnis des Arbeitsrechts und tiefe Ein. sicht in die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betriebes entscheidend. Ruhiges und selbstsicheres Sielbewußtsein sichert auch hier am besten den Erfolg. Wahlmaterial zum Selbstfostenpreis und Aus= funft über die Betriebsrätemahlen ist zu erhalten im Arbeiter sekretariat des Drtsausschusses Berlin des ADGB., Berlin, Engelufer 24/25, I, 3immer 23, täglich 4-5%, Sonnabends 11-12% Uhr, und im Bureau des Ortsfartells Berlin des AfA Bundes, Engelufer 24/25, Aufgang A, IV, täglich 9-3, Sonnabends 9-1 Uhr. Außerdem erteilen Auskünfte alle Ortsverwaltungen der ADGB.- und AfA- Gewerkschaften in Berlin. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund Ortsausschuß Berlin: gez. Sabath. Allgemeiner freier Angestelltenbund Ortskartell Berlin: gez. Flata u. gez. Reichelt.. Die KPD. erfindet„ Einheitskomitees". In denen aber nur Kommunisten fihen. Ein angebliches Einheitsfomitee der AEG. Gericht ftraße, unterzeichnet Rothe, versendet Einladungsschreiben an alle im Bezirk Wedding liegenden Betriebe" zu einer Versammlung. tie am Mittwoch stattfinden soll. Wir haben festgestellt, daß es in der AEG.- Gerichtstraße ein Einheitstomitee nicht gibt, daß nie auch nur der Versuch gemacht wurde, ein solches zu bilden und daß der Unterzeichner des Schreibens des einzige tommunistische Mitglied des Betriebsrates ift. Wie aus den vorhergehenden Feststellungen sich ergibt, haben die übrigen Mitglieder des Betriebsrates weder von der Einladung noch von dem angeblichen Einheitskomitee auch nur die geringste Kenntnis. Es handelt sich also um einen glatten fommunistischen Schwindel. Da die Arbeiterschaft auf die Einheitskomiteemache nicht hereinfiel, ist die KPD. gezwungen, mit solch plumpen Manövern zu operieren. Das tennzeichnet die politische Ehrlichkeit der KPD. und ihren Einfluß innerhalb der Arbeiterschaft. Politischer Mißbrauch der erwerbslosen Jugend. Der Kommunistischen Jugend, die ja mur ein willenloſes Anhängsel ihrer Partei ist, erscheint jedes Mittel recht, um die übrigen Teile der organisierten Jugend ihren politischen Absichten und Zweden dienstbar zu machen Jezt muß die an sich so bedauerliche Arbeitslosigteit der Jugend dazu herhalten. Die Kommu nistische Jugend möchte sich gar zu gern ein Zeugnis ihrer besonderen Attivität ausstellen lassen. Beschluß der arbeitslofen Tabalarbeiter. Die am 11. Februar 1926 in den Musikerfälen tagende Bers fammlung der arbeitslosen und verkürztarbeitenden Tabatarbeite rinnen und-arbeiter erkennt aufs neue, daß sie ein Opfer der standa lösen Steuerpolitik der Regierung geworden ist und Insbesondere die erneute Tabatsteuer große Not und großes Elend unter den in der Tabakindustrie Beschäftigten geschaffen hat. Die Bersammlung erfennt ferner, daß die von dem Reichstag und der Reichsregierung geschaffenen Unterstüßungsfäße völlig unzureichend find. Sie wendet sich gegen jebe Fürstenabfindung und erwartet von den maßgebenden Körperschaften, daß diese Gelder restlos den Aermsten aller Armen zugute kommen. Die Versammlung erkennt, daß die Macht zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage nur in dem festen 3usammenschluß in ihrer wirtschaftlichen Vereinigung, dem Deutschen Tabatarbeiterver band, liegt. Diesen Verband zu einer Organisation auszubauen, welche es ermöglicht, eine bessere Lebenslage der Tabafarbeiterinnen und arbeiter zu schaffen, soll die heiligste Aufgabe der versammelten Arbeitslosen sein. Die Boltsfürforge und die Konfumgenoffenschaft bilden das. Thema der Versammlung am Donnerstag abend 7 Uhr im Großen Saal des Gemertschaftshauses, die von den Ortsausschüssen des ADGB. und des ADB. sowie dem Drtsfartell des AfA- Bundes einberufen ist. Die Delegierten zur Plenarversammlung sowie die engeren Ortsverwaltungen der genannten Spizenverbände nehmen an dieser Versammlung teil. Die wirtschaftliche und soziale Be beutung der Boltsfürsorge erläutert Genoffe Bar, Magdeburg, während Genosse Groppler über Genossenschaft und Arbeiterschaft spricht. Achtung, AEG.- Konzern! Am Montag, 15. Februar, 7 Uhr, findet im Lotal Schula, Elisabeth ftr. 30, eine wichtige Konferenz aller SVD.Funktionäre des AEG.- Konzerns ftatt. Restlose Beteiliguna erwartet Der Fraktionsvorstand. SPD.- Metallarbeiter, 15. Bezirk. Am Mittwoch, 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, im Boltshaus", Reinidendorf- Weft, Scharnweber. ftraße 115, wichtige Besprechung aller Parteigenossen. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Barteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. SPD.- Rohrleger und Helfer! Am Dienstag, 16. Februar, 7 Uhr, bei Richter, Manbachufer 5, wichtige Bersammlung aller Parteigenoffen. Jeder muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. In besonderen Rundschreiben und Einladungen, die an die ver fchiedensten Jugendorganisationen in diesen Tagen verschickt worden find, glaubt fie, allen Jugendlichen beweisen zu können, daß nur sie fich ernsthaft um Maßnahmen zur Linderung der Erwerbslosigkeit der Jugend bemüht. Das ist Demagogie übelster Art! Fest gestellt muß vielmehr werden, daß es im besonderen die Berliner freien Arbeiter und Angestelltengewertschaften gewesen find, bie bereits vor Wochen energische Schritte unternommen haben, um den Auswirkungen der fatastrophalen Erwerbslosigkeit unter den Jugendlichen zu steuern. Auf ihre Initiative hin hat die Stadt Berlin Mittel zur Verfügung gestellt. Auf Grund der gewerkschaftlichen Vorschläge und Forde rungen, die von den sozialdemokratischen Parteiförperschaften unterstützt wurden, sind die Maßnahmen der Bezirks- Jugendämter eingeleitet worden. Darüber hinaus sind die Gewerffchaften und DMB.- Schmiede, die der Amsterdamer Richtung angehören, versammeln sich die Sozialistische Arbeiter Jugend mit vollem Erfolge morgen, Montaa, abend 7½ Uhr, in Büttners feftfälen, Schwedter Str. 23. Gehr wichtige Fraktionssikung. Der Fraktionsvorstand. bemüht gewesen, auch an anderen Stellen Mittel frei zu machen, die Jugendgruppe bes 8DA. Morgen, Montag, abend 7% Uhr: Gruppe Her. es ermöglichen, einer beträchtlichen Anzahl Jugendlichen, wenn auch mannplak: Jugendheim Sobrechtstr. 84. Bortrag: Strömungen des Marris mur vorübergehende, so doch wertvolle Hilfe zu leisten. mus". Referent: Maximilian Lange. Gruppe Norden: Jugendheim Danziger Straße 23. Seiterer Abend. Gruppe Steglig: Schule Ringstraße in Stegli. Befeabend: Unsere Sumoristen". Die nichtkommunistischen proletarischen Jugendlichen werden sich nicht dazu mißbrauchen lassen, der Kommunistischen Jugend irgendwie eine Handhabe zu geben, die sie in ihrer bekannten demagogischen Weise nur zum Schaden der Bewegung ausnügen wird. Für die schädliche Arbeit der Kommunistischen Jugend wird sich die in den freien Arbeiter und Angestelltengewerkschaften und in der SAJ. organisierte Jugend zu schade fühlen. Sie follte den Treibereien der Kommunistischen Jugend ernsthaft entgegentreten. Eisenbahner und Reichsbahn. eslun Sämtliche Eisenbahnergroßorganisationen waren am gestrigen Sonnabend zu einer Sigung zufammengetreten. Sie haben au der durch die Einstellung der Reichsbahngesellschaft entstandenen Lage Stellung genommen. Alle Beteiligten waren sich hinsichtlich der Beurteilung der Lage einia. Für die Vorbereitung der unternehmenden Schritte im Interesse des Berfonals wurde ein Ausfuß eingefeßt, der in den nächsten Tagen zusammentritt. 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Montag nachmittag 5 Uhr bei Blawert, Weberstr. 24, Rusammenkunft der SPD.- Kollegen des Zentralverbandes der Schuhmacher zur Besprechung wichtiger Berbands und Tagesfragen. Bahlreichen Besuch erwartet Der Berbeausschuß. HEST Solzarbeiterverband. Theater, Film. Dienstag, 16. februar, BollverfammIung. Erscheinen aller ist Pflicht. Die Branchenleitung. Gewerkschaftsunterausschuß Schöneberg. Mittwoch abend 7 Uhr im Lokal Profit- oder BeRosenthal, Ebersstr. 66, Bersammlung. Tagesordnung: darfswirtschaft?" Referent: Genoffe Bachholz. Die im Bezirk wohnenden Gewerkschaftsfunktionäre sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. 3. A.: A. fchäpe. Zentralverband der Schuhmacher. Mittwoch, 17. Februar, 5% Uhr, Sahresaeneralversammlung bei Boeker, Weberstr. 17. Jahresbericht und Neuwahl der Ortsverwaltung. Rutrift nur gegen Mitgliedsauswets. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.); Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei und Berlaasanftalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SW 68: Lindenstraße 3. Sierzu 3 Beilagen, Unterhaltung und Wiffen" und Aus der Filmwelt". Angebote Zur Einsegnung Einsegnungs- Kleid vorzüg- Einsegnungs- Anzug licher schwarzer Köper- Velvet, gezogener Rock, Lge. 95,100,105,110cm 24.75 Einsegnungs- Keid aus vorzügl. schwarzen Köper- Velvet, Rock glockenförmig. Lge. 95,100,105,110 cm 29.50 Einsegnungs- Kleid vorzügl schwarzer Eolienne Länge 95, 100, 105 cm 25.50 aus blauem Stoff, 27.50 weireihige Form... Einsegnungs- Anzug aus marineblauem MeltonCheviot, zweireihige 39.50 Form Einsegnungs- Anzug aus marineblauem reinwollenen Kammgarn- 48.00 Cheviot... Kleiderstoffe, Seideu.Samt für EinsegnungsWollbatist schwarz, elfenbein und in neuen Farben......... 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Es ist die einfache, nüchterne Ge- schichte von der Großstadt, die nie schläft, in der die Jagd noch dem Groschen in allen vierundzwanztg Stunden de» Tage» auch nicht «inen Lugenblick ruht.— Wir alle kennen die Gestalten, die nacht» von Lokal zu Lokal ziehen, die an den Straßenecken stehen, mit dem Wurstkessel auf dem sauber gedeckten Tischchen oder mit ein paar Schachteln Streichhölzer im.Bauchladen". Ob wir im Osten, im Nord«, oder im Zemrum wohnen, wir kennen sie. Nur die ganz seinen Leute merken nicht so viel von ihrer Existenz. Denn vor der Tür de» eleganten Lokals wacht der großmächtigc Herr Portier darüber, daß die unverschämte Armut nicht da» Vergnügen der Bei„ Warstmaxe". Gäste stört. Wenn sie auch noch so bescheiden von Tisch zu Tisch schlüpfen— schon die Erinnerung an chr« Existenz ist peinlich. Und wer im Auto nach chau» fährt, der sieht sie auch nicht am Wege stehen. Wir anderen ober, wir kennen sie. .Wurftmaxes' Nachfolg«. Vor dem Krieg«, da waren.Wurstmaie' und sein« wenigen Kollegen auch schon stehend« Typen des Berliner Nachtleben». Drin in der Iriedrichstadt gründete der Ahnherr der Dynastie Wurstmar« sein Geschäft. Die blendend weiße Schürze, der umachänate Wurst» kesiel und der Ring mit dem fabclhasten, toubeneigrotzcn.Brillanten' waren die Jnstgnen seiner Würde. Und es aalt für fesch, in animierter Stimmung aus seinen lockenden Rus.cheißc Wiener, Herr Ieheimrat' zu reagieren und schnell noch«inen Stehhappen am Wurstkessel zu nehmen. Wie fruchtbar war Wurst, nares Ge- dank«! Heuie sehen wir an unzähligen Straßenecken seine Nach- solger und Nachfolgerinnen stehen. Die ganze Nacht durch brennt die Spiritusflamme unter dem blanken Kessel, zur Seite hängen ein halbes Dutzend Paar Würstchen über dem Tassenkops, und neben dem weißgedeckten Klapptisch steht er oder sie, Wurstmare» Nachiolger, und warten aus Kundschaft. Wer soll bloß die zahllosen «Heißen Wiener' bewältigen!— Aber alle finden ihre Kundschaft. Die an den besten Ecken stehen, mögen.sogar gut verdienen. Iai Denn die Kundschaft bot sich erheblich erweitert. Der früher im Restaurant für zwei, drei Mark warmes Abendbrot aß, kann sich den Luxu» heute nicht mehr leisten. Und wenn doch mal ab und z» gebummelt wird, na, dann nimmt man das.warme Abendbrot' eben bei Wurstmaxe«in, denn die Stullen, die man vorher aß. wollen durchaus nicht für die ganze Nacht ausreichen. So kommt Wurst» maxr zum Äerdienst! recht bescheiden'meist, denn die Konkurrenz ist groß Aber der blanke Kefsel ist nicht unerschwinglich teuer, auch für einen Arbeitslosen— im Notfall wird noch irgend was verkauft, um Ihn aruuschasfen. Und man braucht ja kein großes Warenlager. Mau rauft täglich ein. und olle Tage kommen ein paar Start ein. Ein wenig bleibl hängen. Ach, man ist sa s o be- scheiden geworden! Und geduldig steht man frierend neben dem heißen kesiel; die ganze lange Winternacht hindurch, und sreut sich. wenn die lange Grete und die dicke Erna aus ihren Berusspromc- noden mal zu einem kleinen Klatsch haltmachen, auch wenn sie nicht (edesmal«in Paar Würstchen verzehren. Den nächsten Kavalier chleppen st« vielleicht mit... Und et sind sa so schlechte Zeiten. Die Meechcn» oerdienen ovch nischt..." Durch die Stadt. Freitag? und Sonnabends scheint noch Hachkonsunktur in den Kneipen zu sein. Aber wer genau hinsiebt, kann deutlich merken, aus welchen zwei sehr verschiedenen Menschcntypen die Besticher bestehen. Da sind die soliden Leute. Auch sie gehen in die Kneip«. Man will doch mal unter Menschen! Will sich mit seinesgleichen zwanglos unterhalten. Der Bürger h-u's gut— der kann, und wenn» wirklich nur zu einer.leeren' Taste Tee ist, doch mal Freund« und Bekannte einladen. Er hat ja noch ein unschätzbares Gut, ein« richtige menschenwürdige Wohnung. Der Prolet?— Wie oft teilt man die Wohnung nicht nur mit der eigenen Familie, iu!r oft Hausen nicht nur Großeltern, Kinder, Enkel in zwei, drei kleinen Räumen wie oft ist noch der Schlasburiche, der.möblierte Herr', de» man nicht stören dürfte. Dun» sitz, man eben mal in der Kneipe«- beim Glas Bier, das lange vorhalten muß, oft genug mit der Frau, die auspaßt,.det die Kirche im Darf bleibt".— Di« anderen sind dt«, die trinken, um mal im Rausch wenigst«»» große Leute zu sein, um zu vergessen.— Und durch diese Rensthe» schieben sich die nächtlichen Händler. Allerlei bieten sie an. Nicht? gerade Notwendiges. Aber wenn mau schon so letchisinnig ist, alle Wache mal in die Kneip« zu geben— dann zahlt man auch mal einen Sclbsrr für die StreichboUschachtel. die Mutter sonst iür L's Pfennig kauft, und kaust eine larbeiip nichtige Ansichtskarte(.handgemalt!�. für die man erst in vier Wochen Verwendung hat. Noch beber? Geschäfte macht der Mann mit der Elektrisirrmafchine. Irgendein arbeitsloser Installateur oder Mechaniker ist da aus den gute» Gc. danken gekommen, mit einer kleinen Elettrisiermnschine nachts durch die Lokal« zu gehen—.Einen Groichcn bloß! Muskeli'tärkend! Nervenanrcgend!' Er findet reichlich Kundschaft. Eine Elektrisier Maschine ist immer noch ein bistel fremdes Möbel. Und gern opfert man einen Groschen, um seine Kraft zu zeigen. In den„besterrn Lokalen', den Cast» der Möchtegernkaoaliere, die leichtstnnigerweifc hier am Sonnabend den großen Mann spielen, um ihrem Mädel zu imponieren, reißt die Kette die ganz« lange Nacht nicht. Der krlegsvertetzte mit den Ansichtskarten, der Ardciisloje. der die ersten Margenzeitungen anbietet, ein altes Männchen mit Streichhälzeni und die Blumenfranen. die dlumenfrouen. .Gib mir dein« Veilchen, mein schönes Kind.' sagte der junge Gras Wartenfel» zu dem blasten, dunkellockigen Madchen mit den schönen Nehaugen... sowohl, so stand es immer in den knall- gelben Groschenheften»Lila oder die Schicksale eines Blumen mädchens'. Und nachher wurde sie Gräfin, die Tugend siegte, außerdem war sie selbst da» Kind einer uerstoßenen Krafentochter sonst hätte sie nie so schön und so tugendhaft sein können— ach. es war herrlich, was alles aus so einem Blumenmädchen werde» „SträuCchcn getälllg?" 10] Gnkel Moses. Roma« von Schalom Asch. Aber als Mascha hörte, daß ihr Vater„Garges" genannt wurde, da sprang sie aus ihrem Winkel hervor, in dem st« kich die ganze Zeit versteckt hatte, ging, auf den Vater zu und iahte ihn bei der Hand Groß« Tranentrvpfen hingen an ihren Wimpern: .Komm nach Hause. Pa. Bleib nicht hier, Pa. Das sind schlechte Menschen.... Hab keine Sorge, Pa. Wir werden schon leben. Wir werden uns Rat schassen.... Nimm kein Geld von ihm'(dabei wie» sie auf Onkel Moses). .Du bist em schlechter Mensch," rief sie Onkel Moses zu,.«in Lieh, ein Biest, ein Hund— das bist du!" .Mascha, um Gottes willen, was tust du? Bitte den Onkel um Verzeihung. Was hast du gesagt?" .Ich will den Onkel nicht um Verzeihung bitten. Komm nach Haus«, Pa. komm, ich will nicht, daß du hier bleibst." „Schaut, daß ihr herauskommt,' schrie Sam. und drängte Larvn. Perl und Mascha gegen die Tür. Onkel Moses erhob seine Brauen Seine feuchten, blaß» blauen Augen traten hervor; er legte die Schere weg, faltet« die Hände über den Bauch und schaut« das Mädchen an. das den Dater an der Hand hielt und fortzoa. Er biß sich auf die rasierte Oberlipp« und sprach halb vor sich hin: .1 liste th« stich*(Ich liebe die Kleine.) Als Sam des Onkels Stimme hörte, ließ er die beiden Männer und das Mädchen los. Ein« Minute lang blickt« der Onkel auf das Mädchen, und Mascha schaute ihn an. De» Onkels Vlick irrte verlegen umher. Er wurde ernst, biß sich auf die Lippen und sprach zu Mascha: -Zch wünschte, du wärast nieiiw pchter. Mascha sah ihm fest ms Gesicht- An chren«ugen? Wimpern hingen Tränentropion und sie anfcportete: -I d-'e yon!'(34 hast« Sie.) Der Onkel lächelt«. Seine großen, fleischiaeu Lippen öffnettin sich und entblößten seine gesunden weißen Zähne; er spielte mit semer goldenen Uhrkette und rief dann nach einer Weil«: .Sam!" .Pe». Ontek." Sam lies eifrig herbei. .Wie hat«r doch daheim geheißen? Onkel Moses deutete auf Laron. ..Gorgrl.' „Nimm den„Gorge!" hinauf und und setz' ihn zur Arbeit. Er bekommt von nun ab fünf Dollar mehr Lohn für die da"(dabei deutet« er auf Mascha). Onkel Derl. Aaron, Sam und alle Angestellten risien Mund und Augen auf und blickten den Onkel an, ob er es wirklich ernst meine. »Siebst du. danke dem Onkel, küß ihm die Hand," schrie Bert Mascha zu. Mascha blickte auf den Bater: Was wird der Batcr tun? Sie fad, wie Pa voll Freude die Treppe emoorsprang und hinter Sam dem Arbeitsswhl zueilte. Der Onkel rief Ihm nach: „Geh. Gorgcl, geh. Pa antwortete nicht, er lächelte glücklich. Mascha lief rasch aus dem Gcschäjt hinaus; wie helle runde Perlen rollten die Tränen über ihre glülzenden Wangen. 7. Onkel Moses' Leben. Die ganze letzt« Zeit hatte Onkel Mose« sehr viel über sich, über sein Leben, sein« Vergangenheit und seine Zutunst nachgedacht. Und als Mascha gegangen war. versank Onkel Moses wieder in Nachdenken. Mascha, das halbe Kind, hatte «inen starken Eindruck aus ihn gemacht. Eine Kindheit hatte Onkel Moses nie be festen. Cr wuchs bei seinem voter, dem Grießmüller, auf. Der mabttc Grieß für die Bauern, und sein« Kinder hungerten dabei. Bon Kindheit auf' mußte Moses arbeiten und selbst verdienen: Körbe vom Markt hinter einer Hausfrau hertrogen oder ins Schlachthaus lausen, um ein Huhn schlachten zu lasten. Im Schlachthaus freundete er sich mit den Fleischerburschen an. und die verließ er nicht mehr. Er half ihnen beim Anbinden der Tier«, hier und da durfte er auch einem geschlachteten Schaf das Fell abziehen. So verdiente er sich fein bißchen Brot und wuchs dabei ganz einsam auf. Er hatte niemanden und gehört« niemandem. Als er stellitnc,?p'lichning wurde und Angst bekam, man könnte ihn hei den Soldaten behalten. ging er eines Tage« durch, entwtlchte über die Grenzr und fuhr auf einem Nmdertranspartfchiff über das große Wülfer, ohne einen Kreuzer Geld; er arbeitete, indem er die Ockfen Mern half. Mit schmerzenden Seiten von den Hieben, welche »hm die Matrosen auf der Reise austeilten, und mit zwei Rubeln hatte er das amerikanische Festland betreten— und jetzt war er Moses Melnik. der Großkonfektionär auf der Bovert), der Präsident der„C4 ongrepation Ansche Kusmin". Halb Kusmin steht in seinen Diensten, die vornehmsten Juden semer Heimatstadt sind bei ihm Arbeiter. Bügler usw.. st« zittern vor ihm und schmeicheln ihm; Moses Melnik besitzt seinen Namen, nnd in ihnen liegen die Juden aus Kusmin wohnen. Einige Betten im Hospital„Bikur Eholim" trogen seinen Namen, und in ihnen liegen die Juden aus nismin krank, wenn sie alt werden: der Name Moses Melmk leuchtet mit Gvldduchftaben über dem Tore„Schaar Rachmim" am Eingang des Friedhofs, aus dem die Leute ans Kusmin ruhen, wenn sie gestorben sind. Doch was bat Moses Melnik von feinem Leben? Manch« mal scheint es ihm, auch er fei. ebenso wie seine Arbeiter, ein Faden, der in die Nadel eingrsädelt ist. Die Maschine läuft, nnd die Nadel näht, ob sie nun will oder nicht..., Alle Menschen in Amerika sind in die Nadel clngepfrienii, auch Moses Melnik; vom ersten Tage an. da er Tierslaschen aus dem„Saloon" benannten kleinen Gasthaus trug, in welchem er am ersten Tage nach seiner Ankunft Arbeit gesunden battc. bis heute steckt Moses Melnik in der NaM und hat keine einzige Minute lang Zeit gehabt, still zu stehen und nachzn» denken. Die Energie hat ihn wie eine wahnsinnig gewordene Maschine vorwärts getrieben und keinen Augenblick nachgelassen. Nächtelang hat er auf seinem Bett gelegen und hat Pläne entworfen, wie er sein Fortkommen aufbauen sollte. In seinem Leben hat Moses Melnik ans verschiedenen Letten gelegen. Ans schmutzigen Strohsäcken in finsteren Herbergen und auf breiten, reinen Letten in hellen Zimmern — aber aus allen hat er die Nächte nur mit Geschäftsplänen verbracht; mit dem Plan, einen Lunchroom an einer Straßenecke. nicht weit von einer Fabrik zu eröffnen, dem ersten Plan. den er verwirklichte. Er führte auch diesen Lunchroom in den ersten Iahren nach seiner Ankunft big zu seiner Derheiratuiig. Dann pertauscht« er ihn gegen«inen Laden mit zur uckgesetzter Männertleidung. die er in großen Fabriken zusammcnkoiifte und in den Südstaaten durch Reisende verkaufen ließ. Aus diesem Geschäft« erwuchs«ine Konfektlonsschneiderci für Mannerklewung. Immer war Moses Mewiks Kopf voll von Zukunstsplänen. Später sntstonh«n die Pläne. Häuser zu bauen. Dies« Idee hatte ihn wie«ine Manie ergriffen. Wo er einen leeren Platz sah, wollte er ihn mit hohen Zinshäusern bebauen.... Und gerade damals hatte er zu bauen be» gönnen, als es mit dem Velde bei ihm am knappsten stand. gerade damals, als er vor einer Knse. vor einem Abgrund stand— gerade damals hatte er sich entschlossen, die größten Unternehmung«« durchzusühre». Das war für ihn wie ein Spiel, wie eine Wette, als wollt« er feine eigenen Kräfte an sich selbst erproben. fFortsetzung folgt.) Lonnte. Lieber Gott was it heute aus ber ganzen Houtentif gemorden?! Durch die Lotale ziehen fie, nicht in intereffant zer festem Kleid, in deutlichster, jämmerlichster, ganz unromantischer Armut. Mit niedergetretenen Schuhen, verbraucht von Sorge und Not. 3m Körbchen liegen faum ein Duhend Sträußchen. Mehr fann man nicht laufen wenn man fie nur absetzt! Morgen fann man sie ja nicht mehr anbieten! Zu Haus ist der Mann arbeitslos; bie Kinder find hungrig zu Bett gebracht. Und nun muß man sehen, noch ein wenig zu verdienen. Ein paar Groschen nur richtigen Blumenstand fann man ja nicht aufmachen. Drei Marf find manchmal das ganze Geschäftsfapital. Und so geht man benn nachts mit dem fleinen Rörbchen, mit den wenigen Sträußchen, und fteht an den Tischen, an denen die jungen Mädel mit ihren Kavalieren große Welt spielen; vielleicht ist der Herr fo galant Sträußchen gefällig? Maiglödchen, Tulpen." Wie die luftig find! Ah, so jung war man auch einmal;' s ist noch gar nicht so lange her. Arbeiterfrauen altern schnell. einen Wir fahren nach Haus. Im Coupé fitzen zwei„ Harfenmädel", die eben von Neukölln nach Hause fahren. Auch ihr Geschäft blüht erst in den Nachtftunden. Eine ältere Frau, ein junges Mabel; zwei luftige Thüringerinnen, mit Harfe und Geige. Bir tommen ins Gespräch. Ach nee, so wie frieher is des längst nich mähr. Wo Joll's' n ooch hergomm'n? Bir läben ja bloß Don de Arbeiter, in de andern Lokale lassense uns cha dharnich rein. Na, und wenn der Arbeiter teen Cheld hat..." Nein, der Arbeiter hat lein Geld. Und der fleine Berdienst der nächtlichen Händler wird darum immer fleiner. Denn der Arbeiter ist der beste Runde. Er sieht nicht nur die bunten Karten, die halbwelten Blumen, er sieht auch bie verarbeitete Hand, die sie darbietet, er sieht hinter dem höflichen Lächeln die Sorge, in den Augen die Angst vor dem Morgen. Und fo lange er noch vor der geschüßt ift, ist er gern so leichtsinnig benen zu geben, die noch weniger haben wie er. Er hat noch nicht vergeffen, mie es in den letzten drei Monaten Arbeitslosigkeit war. Aber es find jeẞt gar zu viele, für die sich die Wochen oft schon zu Monaten der Arbeitslosigkeit dehnen.... Bahnhof Kreuzberg. Heufe Inbetriebnahme der neuen Strede Heute wird der erste Abschnitt der Nordfüdbahnverlängerung nach Tempelhof in Betrieb genommen. Das ist zunächst nur der Bahnhof Kreuzberg, am Rande des Tempelhofer Feldes ge legen, Eingangstor zum neuen Tempelhof und dem Flughafen auf dem Tempelhofer Felbe. Welche Entwicklungsmöglichkeiten diefe Zweiglinie der Nordsüdbahn für den Berliner Berkehr in fich birgt, wird die Zukunft lehren. Die Anficht erscheint begründet, daß mit der völligen Bebauung des Freilandes zwischen den Bezirken Kreuzberg und Tempelhof ein ganz neues Wohnviertel Anforderungen an ben Berkehr richten wird, die sich durch die Straßenbahn allein nicht Die im Bahnhof Belle Alliance- Straße beginnende neuerbaute Strede ist einfchließlich der hinter dem Bahnhof gelegenen Rangier und Aufstellgleife 1350 meter lang. Der neue Bahnhof Rreuzberg liegt so tief, daß bie beiden Borräume noch fiber dem Tunnel angeordnet werden fonnten. So war es auch möglich, alle Eingangstreppen in die Bürgersteige zu verlegen und den Bahn hofsraum mit einem hohen Eisenbetongewölbe mit tief eingeschnittenen Dertentassetten zu überspannen. Der Bahnhof hat so bei aller Einfachheit eine eindringliche Note erhalten. Die Bände inb mit glafierten Zementfliesen befleidet. Die architektonische Durchbildung des Bahnhofs mar Brofeffor Grenander übertragen, der fie gemeinschaftlich mit dem Architekten Fehle bearbeitet hat. Der Fahriartenverlauf fowie bie Ein- und Ausgangstontrolle meifen für Berlin Neuerungen auf. Bertauf und Kontrolle werden Hier in sogenannte Baffimeter zusammengefaßt sein, die fich in London gut bewährt haben. An Stelle der Schaffnerwannen werden Sperren aufgestellt, von denen aus Bertauf, Eniwertung und Abnahme der Fahrtarten erfolgt. Der Bertauf felbft wird durch besondere Maschinen, die drucken, entwerten und zählen, beschleunigt werden. Es war nicht möglich, diese Verkaufsmaschinen schon für die Betriebseröffnung einzubauen, so daß ber Berfauf in ben ersten Tagen noch von Hand erfolgen muß. Die 3ugfolge auf der neuen Strede mird 10 minuten betragen, und zwar werden zunächst die Züge von Bahnhof Kreuzberg bis Stettiner Bahnhof oder Bahnhof Seeftraße durchgeführt werden und umgefehrt. Bei der am geftrigen Sonnabend nachmittag erfolgten Einmeihung der neuen Strede waren Oberbürgermeister BB, meh. rere Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenverfamm lung vertreten. Magiftratsoberbaurat 3angemeister, in beffen Händen die Oberleitung der Bauten lag, mies in einer furzen AnSprache auf den Betriebsbahnhof der Nordfüdbahn in der Müller. fraße, ber ebenfalls einer Befichtigung unterzogen wurde, auf bie Bebeutung der neuen Strede in verfehrstechnischer Hinsicht hin. Heber ben Umfang der Bauarbeiten geben folgende Zahlen einigen Aufschluß. Es waren und 120 000 Rubifmeter Boden auszuheben, 1375 Tonnen Eisen und 27 000 Kubikmeter Beton einzubauen, zu benen 35 000 Stubifmeter Sties und 150 000 Sad Zement verbraucht mourden. Da die Bahn zum Teil in Grundwasser liegt, mußten ferner 35 000 Quadratmeter Tunnelsohle und Bände mit Asphalt abgebichtet werden. Ein Achtzigjähriger. Am heutigen Sonntag begeht der Genoffe Friedrich 2u3, Baruther Straße 11, feinen 80. Geburtstag. Geiftig und förperlich frisch, fehlt Genoffe Lutz bei feiner Parteiperanstaltung. 1869 bereits fchloß er fich in Hamburg der sozialdemokratischen Arbeiterpartei an. 1872 tam Genoffe Luß nach Berlin. Unter dem Ausnahmegeset stand er treu zur Fahne. Mehrere Jahre gehörte er dem Borftande des 2. Reichstagswahlkreises an. Auf 57 Jahre zähe Bartei arbeit lann er zurückblicken. Ebenfolange ist er Leser der Partei preffe. Ein Beispiel seltener Ueberzeugungstreue! Er ist einer von jenen, burch die die Bartei groß geworden ist. Die 42. Abteilung veranstaltet zu Ehren des waderen Alten am Sonntag, den 14. februar, nachm. 5 1hr, in den Blücherfälen, Blücherstraße 61, eine Geburtstagsfeier. Freunde und Kampfgenoffen find herzlich willkommen. Eine Verbreiterung der Rochftrake. Zur Entlastung der Leipziger Straße finb, wie gemeldet, zwei neue Berfehrswege geplant, ein nördlicher burch die Französische Straße und ein südlicher durch die Kochstraße. Der fübliche wird von der Oranienstraße durch die Kochstraße über den Bart des Brinzen Albrecht durch die Schöneberger Straße mit einem Lummel unter der Botsdamer Bahn hindurch zur Kurfürstenstraße führen. In Erwartung des starten Berkehrs, der sich auf der füd lichen Entlastungsstraße entwideln wird, foll auch die Rochstraße auf der Nordseite von jett 22 meter auf fünftig Das Rundfunkprogramm. m.ind Sonntag, den 14. Februar. Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. A. Böhme: Präludium( Dr. Artur Böhme am Harmonium. 2. a) D. Bortnianski: Du Hirte Israels, b) C. Barz. Sei getreu, Motette für gemischten Chor mit Sopransolo( Pfarrchor Berlin- Weißensee, Solo: Wanda Hoffmann). 8. J. S. Bach: Agnus aus der B- Moll- Messe( Gina Goetz. Alt: am Harmonium: Dr. A. Böhme). 4. Ansprache des Herrn Pfarrers Beutel. 5. a) J. S. Bach: O Jesulein süß, b) Fr. Bach: Kein Hälmlein wächst auf Erden( Gina Goetz am Flügel: Helene Dörner). 6. a) Schubert: Sanctus aus der Deutschen Messe, b) Ed. Rohde: Jauchzt auf, ihr Völker! Schlußchor aus Schildhorn( Pfarrchor Berlin- Weißensee). 11.30-12.50 Uhr nachm.: Konzert. 1. a) Fabiani: Venezia- Marsch, b) Royle: Toreador, Dirigent: Max Schäffer). 2. Jos. Serafini- Alschansky: Frühlingsspanischer Walzer( Erstes Berliner Bandonion- Stieich orchester, romanze( Andreas Gebbert, Posaune).& Fr. Doppler: Ungarische Fantasie. op. 26( Andreas Gebbert, Posaune). 3. Fr. Doppler: Ungarische Fantasie, op. 26( Alfred Lichtenstein, Flöte). 4. a) Flotow: Ouvertüre zu der Oper-Martha, b) Siede: Herbstgedanken, Walzerintermezzo( Erstes Berliner Bandonion- Streichorchester). 5. Ferd. Sabathil: Mein Lied, op. 80( Andreas Gebbert). 6. a) D. Lovreglio: Rigoletto- Fantasie, op. 15( Alfred Lichten stein). 7. a) Bukowski: Paraphrase zu dem Liede Sah ein Knab' ein Röslein stehn, b) Kockert: Mit leichtem Schritt Marsch ( Erstes Berliner Bandonion- Streiohorchester). Am Flügel: Ben Geysel. 1.10-2.10 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. 1. Einleitende Worte( Rudolf Kastner). 2. P. Hindemith: Sonate für Violine und Klavier. Es- Dur. 3. Ph. Jarnach: Romanza. 4. Ph. Jarnach: Sonate für Violine und Klavier. op 9 2.20 Uhr ( Stefan Frenkel, Violine; Philipp Jarnach, Klavier). nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: HansBredow- Schule( Bildungskurset. Abteilung Landwirtschaft. Professor Bruno Düringen: Hühnerzucht in der Stadt und auf dem Lande 3.30 Uhr nachm.: Holper, Stolper, Pürzelchen ans Goldhärchen und Funkheinzelmann, von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelmann. 430-6 Uhr nachm.: Zur Unterhaltung. 6.45 Uhr abends: Oberstleutnant a. D. Lucanus: -Unsere Zimmervögel 7.15 Uhr abends: Personenverzeichnis und Inhaltsangabe zu der Uebertragung aus der Staatsoper. 730 Uhr abends: Uebertragung aus der Staatsoper. Spielzeit 1925/26. 14. Uebertragung. Zar und Zimmermann komische Oper in drei Akten von A. Lortzing. Peter der Erste, Zar von Rußland, unter dem Namen Peter Michaelow als Zimmergeselle; Peter Iwanow. ein junger Russe, Zimmergeselle; van Bett, Bürgermeister von Saardam; Marie. seine Nichte; französischer Gesandter; Lord Syndham, englischer Gesandter: Marquis von Chateauneuf, Admiral Lefort, russischer Gesandter; Witwe Brown. Zimmerlente, Einwohner von Saardam, holländische Soldaten, Magistratspersonen, Matrosen. Ort der Handlung: Saardam in Holland. Zeit: Im Jahre 1698. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagosnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). Montag, den 15. Februar. 4.30 Uhr nachm.: Novellen. Lucie Gelmeroth", von Eduard Gesprochen von Helene Burger. 5-6 Uhr nachm.: Philipp Scharwenka( geboren 16. Februar 1847). 6.35 Uhr abends: Dr. Ernst Hermann: Feuerspeiende Berge, im besonderen der Santorin- Vulkan. 7 Uhr abends: Studien direktor Dr. H. Michelis: Die älteste Dichtung der Weltliteratur( Das Gilgamesch- Epos) 7.25-8 05 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7.25 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Prof. O. Colson). 7.55 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Kunstwissenschaft. Geh. Reg- Rat Professor Dr. Waetzoldt: Deutsche Meister in der Nationalgalerie. Cornelius. 8.30-10 Uhr abends: Orchesterkonzert. Unter Mitwirkung von Vilma Delmar, Sopran. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 1. Meyerbeer: Ouvertüre zu Struensee. 2. Verdi: Arie der Violetta aus der Oper La Traviata( Vilma Delmar). 3. Gounod: Fantasie ans der Oper Margarete". 4. Meyerbeer: Arie der Königin aus der Oper, Die Hugenotten( Vilma Delmar). 5. Meyerbeer: Krönungsmarsch aus der Oper.Der Prophet". 6. Delibes: Coppelia- Ballett. 7. Ziehrer: Wiener Bürger, Walzer( Berliner Funkorchester). Anschließend: Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tansmusik( Funktanzkapelle, Leitung: Konzertmeister Franz von Szpanowski). Königswusterhausen, Montag, den 15. Februar. 3.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel: Englisch für Fort3-3.30 Uhr nachm.: Studienrat Friebel: Englisch für Anfänger. geschrittene. 4-4.30 Uhr nachm.: Oberstudien direktor Schlemmer: Zur Geschichte des jungen Menschen. 430-5 Uhr nachm.: Frl. Dr. Mathilde Wolff: Die Frau in Haus, Hof und Garten: Frühjahrsarbeiten in Hof und Garten. 25 Meter verbreitert werden. Zunächst ist beabsichtigt, die neue Fluchtlinie auf ber Strede zwischen Jerufalemer Straße und Friedrichstraße festzusehen. Im Bezirt Kreuzberg haben Bau deputation und Bezirtsamt bereits so beschlossen, und die Bezirts. verfammlung wird um ihre Zustimmung ersucht. Reichsbahn- Verkehrselend. Unhaltbare Zustände auf der Berlin- Werneuchener Strede. Das alte Berlin hat niemals irgendeinen ins große gehenben Berfuch gemacht, die beiden tommunalen Hauptprobleme, bie Be lieblung der Außengebiete und den Berfehr grund fäßlich zu regeln. So stürmt es auf das neue Groß- Berlin von allen Seiten mit Anregungen, Bünschen, Forderungen ein, die das in Jahrzehnten Berfäumte womöglich in Monaten einholen jollen Groß- Berlin tut nun, was es tann, aber alles zu gleicher Zeit zu tun geht über feine Kräfte. Während zurzeit fieberhaft an der Lösung des Berkehrsproblems für den innen gelegenen alten Stadtfern und feine ehemaligen Randstädte gearbeitet wird, harren braußen, ge missermaßen vor den Toren, nicht weniger Fragen ihrer Lösung. missermaßen vor ben Toren, nicht weniger Fragen ihrer Lösung. Eine der wichtigsten und brennendsten ist zweifellos die Umwand Iung der Strede Schlesischer Bahnhof- Berneuchen in eine Borortlinie, eine Bertehrsreform, die fett Jahr zehnten gefordert, immer von neuem an bem Widerstand der Reichsbahnbirettion Berlin fcheiterte. An dieser Strede liegen wichtige Siedlungs bzm. Bohn gebiete wie marzahn, Ahrensfelde, Blumberg, See feld, Tiefensee und die Stadt Berneuchen. Große Flächen sind hier in dem letzten Jahrzehnt von Kleinsiedlern befeßt worden, die bei den miferablen Berkehrsverhältniffen vielfach wieder in die Großstadt zurüdstreben. Der Ausgangsbahnhof am Schlesischen Bahnhof, der fogenannte riegener Bahnsteig, ist zudem Dertehrstechnisch eine glatte Unmöglichkeit geworden. Alle im Laufe der Jahre angehäuften Klagen tamen in einer Bersammlung zur Sprache, die ber Bertehrsverband an der Strede Berlin- Berneuchen vor furzem in Blumberg abhielt, wo Bürger meister Lehmann Werneuchen den vielen Klagen berebt zum Ausdrud verhalf. Es muß aufs äußerste befremben und auch empören, wenn man aus feinem Mund eine Entscheidung der Reichsbahndirektion Berlin zu hören bekommt, nach der die Direktion weder an ber sehr dringend gewünschten Einführung des Sonentarifs noch an der Beschleunigung der Fahrzeiten und an einer größeren Sugfolge Intereffe Bat. Calle hurd bes hrib ber Berliner w auch die Reichsbahndirettion Stettin fpreden, in berex Bereich ein großer Teil der Strede bereits liegt und die den Berliner Berkehrsbedürfnissen offenbar nicht das geringste Berständnis ent Bon gegenbringt. einem anderen Redner mußte fich bie Direktion Berlin das harte Bort gefallen lassen: Der Reighs bahndirettion fehlt der Wille zur jozialen Ge rechtigteit. Konfiftorialrat Bartels nahm die Intereffen bez Vielen wahr, die den Ahrensfelder Friedhof besuchen wollen und denen zu dem seelischen Leid um ihre Toten auch noch die törper lichen Strapazen einer beschwerlichen Bahnfahrt zugemartet werden. Auffällig ist auch, daß die heutige Reichsbahndirettion sich nicht dazu bequemen will, das bereits im Jahre 1910 von dem damaligen Bräsidenten der Eisenbahndirektion Berlin, Wulff, gegebene Berfprechen auf Einführung des Borortverkehrs anzuertennen. So wie bisher fann es ganz bestimmt nicht weitergehen, denn wie es in Wirklichkeit auf der Berneuchener Strede zugeht, tann jeber Ausflügler und Wanderer, der jemals im Sommer nach Tiefensee fuhr, erleben. Es wäre aber notwendig, daß alle Stadt und Dorfgemeinden, alle Siedlerverbände, alle Berkehrsvereine der um Groß- Berlin benachteiligten Strecken fich zusammenfchlöffen, un ihrem Protest Nachdrud zu verleihen. Unter der Anklage des Raubes. Ein stürmischer Zwischenfall in der Verhandlung. Ber dem Schöffengericht Berlin- Mitte fand eine Berhandlung ftatt, die nicht frei war von der bitteren Tragit des Lebens. Zwei junge Leute, R. und K., in der traurigen Zeit des Krieges groß geworden und verroht, hatten sich wegen Raubes zu verantworten. Die Angehörigen weinen über die Schande, aber mehr noch über das Schicksal eines der ihren, der jezt hinter Gefängnis oder Zucht hausmauern für lange Zeit seinen jugendlichen Leichtsinn büßen muß. Die beiden Angeflagten hatten schon viel auf dem Kerbholz. Solange fie arbeiteten, ging alles gut. Hatten sie aber mal feine Stellung, war es vorbet mit dem ordentlichen Leben. Immer neue Blane wurden ausgehedt, um möglichst bequem und schnell in den Besiz von Geld zu gelangen. Es ist bezeichnend für sie, menn K. nach einem mißlungenen Erpressungsversuch zu R. fagte: Jeßt wollen wir mal die Scharte auswegen und eine richtige Sache machen. Nur zu schnell gingen fie an's Bert. Das Poft sched. gangspunft zu einer verwegenen Tat war, fab sie bald als ständige amt in der Dorotheenstraße, das schen oft der AusGäste. Hier beobachteten sie hauptsächlich in den Auszahlungsschal tern das empfangende Bublifum. Und als eines Tages eine junge Rontoristin im Auftrage ihrer Firma tausend Mart abbob, hielt fie R. für das geeignete Opfer. Schnell war R. verständigt, für den Plan gewonnen und beide machten sich gemein fam an die Berfolgung des ahnungslosen Mädchens. Durch die Charlottenstraße, Leipziger Straße bis zum Spittelmartt gelang es den beiden Burschen, unbemerkt zu folgen, hier fielen fie der jungen Dame auf, da sie miteinander tuschelten und auf sie zeigten. Das Fräulein vermochte aber an nichts Böjes zu denken und legte ihren noch weiten Weg bis zur Schäferstraße zu Fuß fort, obwohl fie bemerfte, daß die jungen Leute ihr beständig nachfamen. Im Hause selbst folgte R. dem Mädchen bis zur ersten Etage, fragte fie hier nach einer Firma, die sich einen Stod höher befand und erhielt die entsprechende Auskunft. Raum hatte sich des Mädchen jedrch wieder zum Gehen gewandt, da erhielt sie von dem Angeflagten einen Fauftschlag in die linke Hälfte des Gefichts und mertte, wie ihr die Attentasche mit dem Geld entriffen wurde. Während dieser Beit stand R. beobachtend vor der Haustür und ergriff nun mit dem plöglich herausstürzenden R. gemeinsam die Flucht. Auf die Hilferufe des nacheilenden Mädchens gelang es gerade vorüberkommenden Arbeitern die beiden Burschen zu ergreifen und auf die Bache zu bringen. In der Berhandlung waren die Angeflagten in der Hauptfache geständig. Angesichts ihrer troftlosen Verwandten mag den jungen Menschen der gonze Ernst erst recht zum Bewußtsein ge. tommen sein, beide verbargen sich in der Anklagebant und meinten bitterlich. Als der Staatsanwalt unnachfichtliche Strenge forderte und gegen fie eine 3uchthausstrafe von 4 and 3 Jahren, fünfjährigen Ehrperluft und Stellung unter Bo Unfall und stürzte sich in sinnloser Wut auf den Justizmachtmeister, izeiauffit beantragte, betam R. einen trampfartigen der ihn beruhigen wollte. Als andere Beamte herbeieilten, fanden fie nur noch einen mehrlofen Menschen, der sich fraftlos am Boden wälzte. R. murde dann zeitweise abgeführt und be ruhigte sich wieder. Das Gericht nahm noch ein leptesmal auf die Jugend der Angeklagten Rüdsicht, nahm von der Abficht der An. gehörigen Kenntnis, die sich nach der Strafverbüßung um fie fümmern wollten, und verurteilte jeben zu einer Gefängnis. ftrafe von 2 Jahren und 6 Monaten. Während K. die Strafe fofort annahm, fonnte R. fich nicht beruhigen. Schwerer Berkehrsunfall. Ein schwerer Unglüdsfall ereignete fich am geftrigen Sonnabend nachmittag vor dem Haufe Alexanderftraße 14. Infolge der Edlüpfrigkeit des Pflasters fam ein 2aft! raftwagen der Reichstelegraptenverwaltung ine Edleubern und fuhr gegen einen Straßenfandelaber. Der Anprall war so start, baß der Ranbelaber umstürzte und den gerade vorübergehenden 48 jährigen au 5 ft ummen Gustav Biefheib so uglud traf, daß er einen schweren Schädelbruch dabon trug. Der Berlegte wurde in bewußtlofem Suftande nach dem Strantenhaus Friedrichshain gebracht. An seinem Auflommen wird gezweifelt Das Planetarium im Zos. Die Berhandlungen des Magistrats megen Aufstellung des für Berlin geplanten Planetariums auf dem Gelände des 800 haben endlich zu einem Ergebnis geführt. Die Berwaltung des 300 hatte zunächst abgelehnt, die gewünschte Nordwestede des Geländes her zugeben. Auch hatte anfangs der Fistus, dem das angrenzende Tiergartenglände gehört, seine Genehmigung nicht erteilen wollen. Diese Schwierigkeiten sind jegt behoben und der Magistrat tann nunmehr den Stadtverordneten den Entwurf für die Bauausführung vorlegen. An der Nordwestede bes 3eo werden 592 Quadrat meter von diesem und angrenzende 615 Quadratmeter vom Tier garten abgetrennt und dem Planetarium überwiesen. Der Bor tragsraum wird 394 Sigpläge und 186 Stehpläge haben, so daß er 580 Berfonen aufnehmen tann. Ein besonderer Ausgang nach dem 300 bin wird die Einführung gemeinschaftlicher Karten zum Befuch des 300 und zugleich des Blanetariums ermöglichen. Die Bautoften, die früher auf 200 000 m. geschäßt wurden, sollen jetzt( hauptsächlich wegen ber inzwischen eingetretenen Bauten verteuerung) 334 000 m. betragen. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieler Woche wieber wei Sisungen, eine außerordentliche am Dienstag um 6 Uhr und die ordentliche am Donnerstag um 4% Ubr. An gebäuft hat sich ein Arbeitspenfum, das für ein halbes Dugend Gigungen ausreichen lann. Billige Woche für Strümpfe Damenstrümpfe 2- Mk.Schwarz und farbig, mit Doppelsohle 55 Pt. 1 Diz. Käufen ab ein Probekarton and Hochferse.... 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Zimmer 8, Stellung, Solzmann als geuge zu laben. Er erklärte fich namens ufer 24/25, Zabalbertrieb GFG., Infelstr. 6, Verband der graphischen Hilfs. der Staatsanwaltschaft mit der Bernehmung Holzmanns einverarbeiter, Alte Zalobflr. 5, bet den Dbleuten der Kreis- und Abteilungs ftanden und betonte, daß deffen schleunige Auslieferung aus Brüffel, bildungsausfoüiffe, in den Borwärtsspebitionen. wo er verhaftet worden ist, mit allen Mitteln betrieben werde. Rach furzer Beratung erflärte fich das Gericht mit dem Antrag des Staatsanwalts einverstanden, worauf die Verhandlung bis Dienstag früh ausgelegt wurde. Das Recht über sich selbst. Bas Kurt Hiller im Rahmen einer Beranstaltung der Geunentgeltlich bis zum 24. Februar geöffnet. fellschaft für Serualreform zu diesem Thema vor einigen Tagen jagte, follte längst geistiger Befiß jedes dentenden Menschen fein. Die Ursachen schlechter, schädlicher und unfittlicher Geseze find nicht zuletzt in dem Indifferentismus und der Gedankenlosigkeit der breiten Masse zu suchen. Sie nimmt es ruhig hin, daß man sie bepormundet, anstatt mit allergrößter Energie fich dagegen auf zulehnen. Was ist Sinn und Aufgabe des Strafrechts? Die In dividuellen und Kollektivintereffen zu schüßen. Der Staat überschreitet aber die Grenzen seiner Birffamfeit, wenn er auch dort Strafen bestimmt, wo die Notwendigkeit des Rechtsschutzes nicht vorliegt. Strafe ist nicht am Blaze, po der Mensch über fich felbft verfügt oder mo über den voll willensfähigen Menschen mit dessen Einwilligung verfügt wird. Gegen diesen Grundsag verstößt aber in vielen Baragraphen der Entwurf zum neuen Strafgesetzbuch. Der heutige§ 218 entsteht wenn auch in etwas milderer Form im§ 223. Die Frau foll hier gegen ihren Willen geschüßt werden. Der Staat bestimmt Gebärgmang, obgleich er nicht imftande ift, für die Neu geborenen zu forgen. Die bürgerliche Gesellschaft bedarf eben des Ausbeutungsmaterials. Das Gefeß trifft in erster Linie die ärmste Bevölkerung die österreichische Statistil zum Beispiel zeigt, daß 92 Proz. der verurteilten Frauen vermögenslos find. Es verstößt gegen die Bissenschaft der Eugenif, indem es den Widerfinn begünstigt, daß anstatt weniger gesunder viele franfe Menschen zur Welt gebracht werden. Es ist auch unfittlich, wenn man bebentt, baß von den 800 000 Abtreibungsfällen, die jährlich in Deutschland vorkommen, nur 448 zur Aburteilung ge langen. Auch der§ 175 entsteht aufs neue in einem anderen Paragraphen. Die Bestrafung der männlichen Brostitution nuuß am stärksten die erwerbslose Jugend treffen. Hier wären andere Mittel als Strafen am Blaze Eigentümlich erscheint es, daß das Gesetz die männliche Jugend in viel höherem Maße schützt als die meibliche. So ist nur die Berführung einer noch nicht Sechszehnjährigen strafbar, und zwar nur dann, wenn sie selbst Strafanzeige gemacht hat. Unbegreiflich ist, daß die Gewährung von Unterkunft durch die Eltern eines fich liebenden Baares eine Zucht hausstrafe bis zu zehn Jahren zur Folge haben tann, während die Mihhandlung von Jugendlichen durch Bormünder ufm. die Höchft. ftrafe von fünf Jahren Zuchthaus vorfieht. Alles in allem fei zu sagen: Die Freiheit des Menschen hat seine Grenzen nur an Der Freiheit seiner Mitmenschen. Diesen obersten Grundfaz miß achtet der neue Entwurf zum Strafgesetzbuch in dem Teile, in dem die Serualdelikte behandelt werden. Absturz vom Dach. Auf dem Grundstüd Düffeldorfer Str. 77 dorfer Str. 4 nachmittags gegen 6 Uhr mit Dacharbeiten be in Bilmersdorf war ein Selempnermeister Straufe aus der Düffel fchäftigt. Dabei ftraudelte er und fiel, da er nicht angefeilt war, bom Dache fünf Stodwerle tief in den Hof binab. Er wurde mit fchweren inneren Verlegungen ins Städtische Krankenhaus in über eine halbe Stunde auf dem Hof liegen bleiben, ohne daß Hilfe Wilmersdorf, denbadftr., gefchafft. Leiber mußte der Berunglüďte Eine Ausstellung des Vereins der Freien Graphiker. Im geräumigen Orientteppich faal des Kaufhauses Bertheim am Leipziger Plat wurde am Sonnabend eine Ausstellung des Bereins der Freien Graphifer eröffnet. Neben zahl reichen Radierungen fieht man Holzschnitte, Lithographien, Hand zeichnungen, Aquarelle und Kleinplasti. Käte Kollmiß ist mit ihren proletarischen Bildern und einem herben Selbstbildnis der legten Zeit vertreten. Baluschef bringt seine wohlbetannten Schilderungen aus dem Leben der Arbeit. Jacobus Belsen zeigt figurale Radierungen, während Industrie und Technit burch intereffante Graphifen von Scheurizel, Sandrod, Billy Dzubas unb Helmuth rommer Dertreten finb. Defterle hat Typen aus dem Bolf zur Schau gestellt. Künstler mie Hallbauer, Karl Holz Meta Cohn- Hendel bringen Italien als tünstlerisches Erlebnis zum Ausdrud. Aus dem oftjüdischen Millen schöpft Bodlo in einbrudsvollen Holzschnitten. Von der Gruppe der fudeten beutschen Künstler, bie fich als Gäfte an der Ausstellung beteiligen, jei vor allem Loni Schönegger erwähnt. Eine intereffante Bereiche. rung erfährt die Ausstellung durch die in einer Ede des Saales montierte Kupferbrudpreffe, auf der der Drud von Radie rungen und Holzschnitten dem schauluftigen Bublifum praktisch vor. fam. Das fofort benachrichtigte Berliner Rettungsamt gab die Meldung an die 23 ilmersdorfer Feuerwehr weiter, bie angeblich mit einem Mannschaftswagen ohne Bahre erschienen fein foll. Nach feiner Einlieferung in bas Krantenhaus ist der Ab geftürate feinen schweren Berlegungen erlegen. Zur Einschulung! In der Nähe des Germannplages in Reulölln, Kaiser- Friedrich- Str. 4, befindet sich eine weltliche Soule, die auch Gemeinfchaftsschule ist. Die Schule arbeitet im Vertrauensverhältnis mit der Schülerschaft und mit ber Elternschaft nach den Unterrichtsprinzipien einer mobernen Arbeitsschule, doch sind beren allgemeine Bildungsziele und die Uebergangsmöglichkeiten au einer böberen Schule die gleichen wie an einer anderen Gemeindeicule. Die Anmeldungen für biefe Soule 45./46. Edule, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str. 4 fönnen jest erfolgen. Die Elternschaft des Bezirks Kreuzberg sei befonders auf diese Scule aufmertiam gemacht, da sie die einzige weltliche Schule( Schule ohne Religioneunterricht) in der Räbe des Bezirks ift. Handelsschulunterricht für Mädchen. Eltern, welche ihre Töchter zu Oftern 1926 aus der Schule nehmen, werben auf die Deffentliche Handelsschule in Charlottenburg, Bismardstraße 22, aufmersam gemacht, sie ist eine vom Minister für Handel und Gemerbe anerkannte Städtische Handelsschule und der eineinhalbjährige Besuch befreit von dem Besuch der Berufsschule. Der Unterricht umfaßt dreißig Wochen Stunden( Deutsch, Stenographie, Maschinenschreiben, Buchführung, Fremdsprachen, Handelstunde, Geographie, Schreiben, Kunstschrift). Das Schulgeld beträgt vierteljährlich 17 M. Reife der ersten Klaffe der Gemeindeschule ist für die Aufnahme erforderlich. Anmeldungen Montag und Freitag von 5 bis 7 Uhr nachmittags im Schulhaus, Bismardstraße 22. Das letzte Schulzeugnis ist mitzubringen. in dem Anzeigenteil der beutigen Rummer eine Bekanntmachung Ueber die Bermögenssteuervorauszahlung am 15. Februar ift des Bräsidenten des Landesfinanzamts Berlin enthalten. Beginn des Schuljabres( Osterferien) 12. April 1926. Pfingstferien: Jerlenordnung der Berufs-, Wahl- und niederen Fachschulen: Schulfchluß 16. 5., Schulbeginn 26. 5. Sommerferien: Suliluk 8. 7., Schulbeginn 8. 8. Berbitferien: Schulflug 80. 9., Schul beginn 8. 10. Beihnachtsferien: Soulschluß 12. 12.( 11. 12.), Schul beginn 8. 1. 27. Außerdem faulfrei am 18. Mai( Simmelfahrt) und 17.November( Bußtag). Schluß des Schuljahres am 31. März 1927 Bezirfsbildungsausschus Groß- Berta. Conntag, ben 21. Februar, ünftli 2, Uhr nachmittags, im Staatlichen Schillertheater Charlottenburg: Sham. Breis bez starte einschließlich Aleiberablage und Brogramm 1,20 m. Rapitan Bragbounbs Belehrung, Romobiz bon Bernhard Sonntag, ben 7. März, pünktlich 3% Uhr nachmittags, im großen Saal der Bhilharmonie, legte Beranstaltung: Internationale Bollstänge und Bolts. lieder. Det beutige Zang( Kriegertang, geistliche und höfifche A.Wertheim ExtraLeipziger Platz Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz raising Torbe Glas Kelche einzelne 28 P. Bierbecher geschliffen 25 Pl. Römer m. geschliff. Kante 75 PL Römer grüner Stiel 48 PL. 58PL Likörschalen hoher Fuß.75 Pt. Butterdosen geprent..25PL well Kompottschalen 23 cm 25 em Bildern Hanse 85 Pt. 95 PL Aschschalen mit matten 32 PL Kuchenteller Bekristall four enschifft gezackter Rand 15 M 1750 Likörstamper rund 15 PL Preßglas- Schalen Globus" 35 PL. bis 145 25 PL bla 175 Butterglocken.... ... 95 Prebglaservice, Globus Jardinieren 150 Teller Vasen tarbig 175 95 Pt. Bonbonnieren..... 145 Käseglocken. .145 Aschschalen95 PL Porzellan weiß mit kleinen Fehlers Spelseteller net 35 flach 30 PL. Bellagschalen Dessertteller... 24 PL Kompotteller .. 24 PL Leuchter wel $ 6 P 275 Terrinen Ragoutschüsseln... Izs Saucieren Platten rund • 0 125 Eisschalen welf • . 35 PL 35 PL. 8Pt. Salatschüsseln 45 ble 75 pr. Kaffeekannen 60 PL. 70 PL. IM Teekannen... 95 Pt. 125 Kompotts viereckig 52 PL. 80 PL Gießer 30, 45, 65, 85 Pt Porzellan- Déjeuners drier, Teile 235 für 2 Personen Eisenwaren Brotschneidemaschinen mit Rundmesser 12M System Martha mit Bügel 425 Reibemaschinen emailiert 325 Messerputzmaschinen mit Bürste 750 725 5Kg, Messing Wagen mit 1 Messingschale Wringmaschinen Continental 24 bis 27 M Tischmangeln 34 bis 42 M Bolzeneisenpol. 2 90vernick. 425 Gaskocher Wermstellen 1950 2 Loch Schirmständer Messing 18.50 bis 22 M Arbeiterbildungsschule. Montag, 15. Februar, pünktlich 8 lbr abends: Fortlegung der Arbeitsgemeinschaft des Genossen forlig über Grundlagen ber Arbeiterbildung" in Zehlendorf, Lokal Midley, Potsdamer Str. 25. Beginn der Lebensfunde- Vorbereitungen für die Jugendwethe in rebiom am Montag, ben 15. Februar, nachm. 4 Uhr, in ber Schule für bie Jugendweihe in Bantow am Donnerstag, den 18. Februar, Bouchéftraße 75, für die Jugenbweibe in Steglis am Dienstag, den 16. Februar, nachm. 4,3 Uhr, im Jugendheim, Holsteinische Straße 8. unb nachm. 8 1hr, im Jugendheim, Breite Straße 32( Eingang Finanzamt). Das Tunnelunglück bei Oberhof. Bauliche Berbefferungen find nicht notwendig!" Deutsche Reichsbahngesellschaft folgendes mit: Zu den Nachrichten über bas Oberhofer Tunnelunglüd teilt die " Die Luftverhältniffe in dem über 3 Kilometer langen Tunnel maren zur Zeit der Ruhrbesegung sehr schlecht, meil die Lokomotiven mit minderwertigen englischen Kohlen geheizt wurden. Damals ftud für die Arbeiter Gasmasten beschafft worden. Seitdem wieder gute Ruhrtohle verwendet wird und gemäß Anordnung der Reichsbahndirettion das Feuer im Tunnel nicht beschickt werben darf, haben bie Berhältnisse fich so gebessert, daß besondere bauliche Ber befferungen nicht mehr erforderlich find, Die früher bei den Tunnelarbeiten gebrauchten Scheinwerferlampen sind vor einigen Wochen bet einer Revision feitens der Reichsbahndirektion als nicht mehr genügend befunden und sogleich durch neue beffere Lampen erjeßt worden. In der Unglücksnacht brannten bereits fünf neue und eine Gasolinlampe. Die auf drei Gruppen ver teilten 80 Arbeiter sind durch die Signalposten rechtzeitig gewarnt worden. Bereits im Oftober 1925 hatte die Hauptverwaltung erneut größte Borsicht bei derartigen Arbeiten und die strenge Befolgung der Unfallverhütungsvorschriften ohne Rücksicht auf ent= stehende Kosten verlangt. Die im Gange befindliche Untersuchung wird volle Aufklärung bringen. Dem Unglüd fielen außer den fechs Getöteten ein Schwerverlegter, dem ein Bein abgefahren wurde, und drei Leicht verlegte zum Opfer. Die Rettung der Berlegten fonnte nicht besser als geschehen vor sich Mas von der durch BTB. verbreiteten Beschwichtigungsnotiz zu halten ist, die wir in der gestrigen Abendausgabe brachten, geht schon aus der Behauptung hervor, es habe feine Beranlassung vorgelegen, die bestehende natürliche Lüftung im Oberhofer Tunnel durch fünft: Bereits im Jahre 1924 murde der Einbau von Luftschächten und liche zu unterſtüßen, da sich bisher keine Anstände bei der Entlüftung ergeben haben". Diese Behauptung ist einfach unwahr. elettrischen Bentilatoren beantragt, der Antrag aber mit der Be reichend. Wir werden noch ausführlich auf die Angelegenheit zurüc gründung zurüdgewiesen, die Technifer hielten dies nicht für aus temmen. Die Staatliche Borzellan- Manufaktur Berlin hat wiederum in threm Fabrifverfaufslager, Begelnftraße 1( am Bahnhof Tiergarten), Porzellane aller Art, mie Tafeljernice, Kaffee und Teegeschirre, Deffertteller, Kunstgegenstände usw. zum Berlauf gestellt. bie gemisfer Fabritationsfehler wegen mit Nachlaß abgegeben werben. Es ist bekannt, wie gewissenhaft die Manufaktur fortieren pflegt; baher befinden sich auch jest wieder unter den Borzellanen viele schöne Dinge, die Liebhaber der alten Zeptermarte erfreuen merden. Ständiger Verkauf: Rosenthal ROSENTHALPreise Nederlage PORZELLAN in dieser Woche Porzellan Porzellan- Tassen Leipziger Str. Zwischenstock Steingut Speiseteller glatt, tief und flach Geldrand 28 PL bante Kante 38 PL dekoriert, dan 38 PL. Küchengarnituren Porzellan- Tafelservice dek, Pers. 2350 Porzellan, dek. 23 Teile ein arbig 22 Telle 675 mehrfarbig 16 Telle 725 12 Pt. Wasserkrüge groß, farbig 225 Waschschüssein elfenbein 125 225 farbig[ 15 Salatschüsseln farbig... Satz 6 Stück 125 Waschgarnituren 5 Teile farbig 350 bis 950 Golddekor 725 bis 1250 Kunst- Töpfereien Vasen, Schalen, Dosen usw. Blaurand Tafelservice le, Pek: 89, 125, 175M Zuckerdosen Porzellan Butterdosen..... 45 PL Telle 475 Marmeladendosen.. 35 PL Porzellan- Kaffeeservice dekoriert Katlee- und Tafelgeschirr Flora", Marke Rosenthal Speiseteller flet und flach 135 Dessertteller... 85 PL. Kompotteller 60P. Terrinen.... ..1275 17M Kartoffelschüsseln 660 950 Saucieren... 550 660 Salatieren.... 255 470 9 Platten rund, tief und flach 7M Kaffeekannen 3s0 450 495 350 450 495 . Teekannen Zuckerdosen Zuckerdosen 220 250 Milchtopfe Butterdosen 150 190 2M . 3M Kuchenteller mit Henkel 230 • besonders billig Vellchendekor 18 PL. Kaffeekannen 125 165 195 Teekannen .. 130 Zuckerdosen 65 PL. Tassen dünn 60 halbstark 42Pt. Mokkatassen ... 28 Pt. Schokoladenkannen 125 Fruchtschalen aut Pub 95 PL Kuchenteller.... 25 PL 25 PL 45PL Brotkörbe. Teekannen B Milchtöpfe klein 25 gros 45 Pt. 95 Pt. Mokkatassen Kantendek. mit kleinen Fehlern 12 PI. Porzellan 15 Kaffeeservice Perler Teile 13 30 Telle 1350 Platten oval... 150 bis 13.50 Tassen helbelark 130 a 135 Küchengarnituren dekoriert, 22 Teile 1375 au Wirtschafts Artikel Stahlwaren Alpaka Kaffeelöffel gemustert 35 PL. EBlöffel Alpaka, gemustert 75 Pf. Bestecks Alpaka, gemustert 210 88ndiger Verkauf Kaffeelöffel Alpaka, glatt 25 PL. EBlöffel Alpaka, glatt... 55 Pt. Bestecks Alpake, glatt... 140 Bestecks Alpaka, glatt. Nickelwaren vernickelter Rand Blerglasuntersätze Messing mit Steingut- Einlage 30b. 50 Pt. Kakaokannen Steing.. mit mess.- vernick. Deckel 250 290 Tortenplatten Steing. vernick, Rand u. 2 Griffen 190 b. 2.50 Butterkühler vernick. Glocke 4M Zigarrenkästen deckel 2.50 mit messingMessing. Emaille sort. well Milchkannen farb 60 PL. 90 P. Wasserkrügegebaucht 195 b. 325 Schaumlöffel weld 25 b. 45 PL Schöpflöffel wel 45 b. 70 PL. 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Die Entwicklung der Wirtschaftslage ist für all« gewertschast« lichen und politische!, Entscheidungen der organisierten Arbeiterschaft von entscheideader Bedeutung. Im tapttalistischen System trägt jede Krise auch die Keime und Kräfte zu ihrer U e b e r w i n- dung in sich, genau wie jede aufstrebende Konjunktur die Keime der tommerüien Wirtschaftskrise in sich birgt. Ist der Tief. punkt der gegenwärtigen Krise schon erreicht? Manche Erscheinungen sprechen dafür. Und doch dürfen die bis- h'erigen Anzeichen einer Besserung der Wirtschaftslage nicht zu der Meinung verleiten, daß damit auch die Ursachen der Krise als beseitigt gelten können. Diel wichtiger als die Beobachtungen am Geldmarkt, an der Börse und am Arbeitsmarkt sind für die Deur- teilung der Gefamtlage die nicht mehr vereinzelten Symptome da. für. daß im Lager der Unternehmer sich feit einiger Zeit eine Neuorientierung anbahnt. Bis weit in die Stabili- sierungsperiode hinein hat mau geglaubt, mit den Methoden der Drelshochholtung und des Lohndruck» allein die deutsch« Wirtschaft sanieren zu können. Die getroffenen Maßnahmen haben das Gegenteil bewirkt. Daß wir heut«, selbst trotz des Hoch- schutzzolles. mehrere Millionen Arbeitelose haben, Ist der Beweis dafür, daß die gesamte Politik der deutschen Unternehmer wahrend der letzten zwei Jahre, deren Schlußstein ja nur das Schutzzollsystem war, falsch war. Wenn es wieder aufwärts gehen soll, müssen im Wirtschaftsleben deutliche Anzeichen dafür vorhanden sein, daß die Unternehmer nicht nur ihre Fehler«ingesehen haben. sondern daran» auch die praktischen Konsequenzen ziehen. haben die Ilniervchmer aus Ihren Fehlern gelerai? Seit dem Zusammenbruch der cheilslebre vom lückenlosen Hoch- schutzzoll haben weile Kreise der deutschen Unternehmer nun zweifel- los etwas gelernt. Wenigstens ergibt sich das aus vielfachen Ein- geständnissen und theoretischen Erklärungen, die man von ihnen hört. Der Preis, den sie— und noch mehr ihre Ar- beiter!— für die begangenen Fehler zahlen müssen, ist zu hoch geworden. Der lückcnlo>e Hochschutzzoll ist längst nicht mehr das einzige Ideal der gesamten Industrie. Der scharfen Kritik aus dem Berein Deutscher Maschinendauanstalten gegen die sinnlose handele- und Zollpolitik der Großagrarier und Schwerindustriellen ist für die Elektrizitätsindustrie die AEG. und für die weiterverar- bettende Textilindustrie die Tagung der Verbände der B e k l e i- dungsind n st rie gefolgt. Die Großindustrie hat d-n Segen großer Bestellungen des Inlands fRelchsbahn, Gemeinden. Strom- und Krosterzeugung) schätzen g-lemt, und das Zl iammenstürzen der Konzerne hat selbst einigen Schwerindustriellen die Augen geöffnet. Wenigstens theoretisch haben sich die Kansumindustrten auf die überragende Bedeutung des fast vergessenen Inlandsmarktes be- sonnen. Selbst der Reichsverband der deutschen Industrie, das Boll- werk enfherzWtsn Profitverstandes der Unternehmer, hat grund- sätzlich die gro'.utuna des Inlandsmarktes, die Kapitalbildung auch bei den Albeitern und Angestellten und die Berechtigung aus- reichender Löhne und Gehälter aus volkswirtschaftlichen Gründen, anerkannt. V,- Zölle und Kartelle.— RalionaWerung trat» Prelsw Attch Kartell« und Zölle, dl« durch das Mittel hoher Inlands. preise die Kapitalbilduna von den Konsumenten-auf die Unternehmer übertrugen, hoben im Bewußtsein der Unternehmer ausgehört, un- Mg, die schärfsten Waffen de» Prosits zu lcht des Phönixkonzern,. 3eroi Haft und in jeder La. sein. Die Klage im Geschäftsbericht daß Verbände wohl die Preise hcchhallen. «cht aber den Absatz U......... ht schaffen können, der den hohen Preisen erst ihren Sinn gibt— das war kein sosscher Zungenschlag, das war der Auedruck einer mit viel Angst gepaarten Erkenntnis innerhalb der Schwerindustrie. Und wenn der Reichsverband der deutschen Industrie in seiner Denk- sch-ift den Wunsch aussprach, daß nicht die teuerst, sondern die billigst produzierenden Betriebe der Preispolitik der Kar- telle zur Richtschnur dienen sollten, so war das eine Ebaratteristerung d�» deutschen K a r t e l l e l e n d s. wie sie schärfer kein noch so rück- sichtslose, Gesetz gegen den Mißbrauch der Kartellaewolt aus- sprechen könnte. Roch auf der Tagung des Verbandes der deutschen Maschinenbauanstalten im Dezember v. I. waren das laufend« Band. die systematisch« Serienfabrikation in Derbindungmit höchst- möglichen Löhnen und der nachdrücklichsten Sieigerung der Konsumentenkaufkraft scheel angesehen und alles hell wurde von der r�ckvniichen Senkung der Betriebs- und Perfonalloften erwartet. Die Leistung pro Kopf, nicht auch die Kaufkraftsteigerung pro Kopf war die Losung, heute hämmert die Krise den Unternehmern die Erkenntnis ein. daß zur Rotinnalisieruna der Betriebe auch hohe Löhne und Gehälter und eine vollbeschäftigte Arbeiterschaft gehören. Da» große Geheimnis des amerikanischen Ausstieg», die Nachfrage durch Vorleistungen der Industrie an vi« Käufermassen, erst einmal zu erzeugen und durch intensivste Konzentration und technisch« Rationalität mit gesenkten Preisen noch größer« Ein- nahmen zu erzielen, als. man an Produktions. und Zinskosten auf- gewendet hatl das ist heut« nicht jenes für Deutschland unmöglich« Märchen mehr, als das es Generaldirektor Dr. K S t t g e n hinstellen wollt«, sondern«ine in wachsenden Kreisen anerkannte Notwendig. kett. Rationelle kreditwirtsthaft.— Sluslandskrevlte. Noch schärfer, als mit der einseitigen Auffassung von der Nationalisierung der Betriebe auf Kosten der Löhne, hat die Noi dem ewigen Jammern über die Kapital- und Kreditnot ein Ende gemacht. Das Schicksal der Stinne», Sichel. Giesche. Stumm und vieler anderer notleidend gewordener Betriebe hat gründlicher mit dem Irrglauben de» Segen» der Kredit« um jeden Preis aufgeräumt, als es all« noch fo gutgemeinte Belehrung jemals ver- mochl hätte. Kleine Lorräte. ke,ne Bank- oder sonstigen tu»- fristigen Schulben. aber auck nicht mehr Bankguthaben, als der vollkonunenst« Ausbau der Betrieb« und der Abfatzorganifation zulassen, kennzeichnen heute jede erfolgreiche Jahresbilanz und sind da» Ideal de» vernünftigen Unternehmer». Verluste über Verluste haben endlich wieder das Bewußtsein wachsen lassen, daß Kredite nicht wie in der Inflation prositbringendes Vermögen. fondern Schulden und zwar gefährliche Schulden sind, wenn die nächst« Produktionsperiod« nicht den vollen Gegenwert. und dazu noch die Zinsen hereinbringt. Alles das sind Erkennt- nisse, die feit der Inflation vergessen zu fein schienen. Aueland«. trediten begegnet man mit Mißtrauen, wo st« nicht langfristig und zu möglichst billigen Zinsen erhältlich sind. Man weiß heute, daß man auf Dauer oas fehlend« Kapital braucht, nicht auf einige Wochen. zur ständigen Wiederholung des Umschlags der produzierten und getauften Waren und daß man es zu erträglichem Preis« braucht. Vor allem aber ist in weiten Kreisen die Notwendigkeit der S« l b st- hilf« erkannt, wie die Zusammenfassung der Finanikräft« durch die Vertrustung ebenso beweist, wie der Zusammenschluß vieler Gewerbe zur Gründung von Lbsatzbanken und die Solidarhaii bei industriellen Realkrediten, wie sie z. B. bei der Sächsischen Lande». pfandbriefanstalt vorliegt. Grenzen de» Optimismus. Man steht, viele und auch einflußreich« Sreis« de» deutschen Unternehmertum» haben allerlei au» ihren Fehlern gelernt, und man kann tatsächlich der Hoffnung sein, daß die Unternehmer manch« der Dummheiten von früher, die zur Krise geführt haben, nicht ein- fach wiederholen werden. Dies« Reinigung in der Vorstellungswelt der Unternehmer berechtigt auch zu einem gewissen Optimismus. Aber man steht sofort, daß dieser Optimismus inderpraktischen Politik, die die Unternehmer zur Beseitigung der Krise machen. seine Grenzen hat. Mit dieser praktischen Politik aber steht e» bedeutend schlechter als mit der theoretischen Einsicht in da», wa» falsch gemacht worden ist. ver weitaus größere Teil der deusschen Unlcrnrhmer scheut noch heule jede» Opfer. Man tut nicht mehr, als was die Tcf'age erpreßt und kennt sin übrigen nur den Appell an den Staat und den Wunsch, daß der andere bluten soll. Fast nur bei den ohnehin florierenden Industriezweigen. Thernie. Kali und gewiss« Zweige, der Elektrizitätsindustrie, sieht man Be- triebsvereinigungen und Rationalisierungsbestrebungen aus eigener Kraft. Die Baumwollproduzenten verlangten dagegen noch kürzlich eine Erhöhungder Zölle, obwohl die Produkt« der Baum- Wollindustrie ein Mehrsaches über den Friedenspreisen liegen. Die Schwerindustrie weiß gegen die Balutakonkurrenz kein andere» Mittel vorzuschlagen, als die Hochschutzzölle entsprechend dem ..Valutadumping" aufzuwerten. Die ostelbischen Agrarier ver- lqngen über die Getreidezölle hinaus Staatsmaßnohmen zur Steige- rung des Rogqenverbrauchs und zur Hochhältung der Getreidepreise. wo die wlebcreröfsnnng stillgelegter Betriebe Gelegenheft dazu bietet, sind frsieu-atische versuche, tie Löhne herabzudrücken, die Regel. Obwohl die Senkung der Staats- und Gemeindeausgaben un bedarfs. Unbekümmert darum, daß erhöhte Massenbelastung und Steigerung de» Anteils der Massen an der Steuerlast die Imand»- kaufkraft sinken muß, wird die«inseitig« Verringerung der Besitz- und Kapitaiverkehr» steuern erzwungen. Obwohl die hohe Spanne zwischen gewährten und geforderten Linsen nisch�n Koutur«ut«n.DeulschlaiU>s, gelingt es. der Politik der Re dank nichl. die Spann« zu verkleinern. Den Gründen, die eine optimistische Auffassung rechtfertigen können, stehen also sehr schwerwiegende Momente entgegen, die die au» der Ztris« herausführenden Kriift« zu überschätzen verbieten. Wa» die Urbelkerschost tu« muh. Nun geht gewiß keine Volkswirtschaft an einer Dirtschastskris« zugrunde. E» ist ein Verdienst der Arbeiterschaft, rechtzeitig die Fchler der Unternehmerpolitit erkannt und die richtigen Wege gewiesen zu haben. Im Interesse der Volkswirtschaft sst für die Arbeiterschaft aber nur eine Knsenlösung annehmbar, die mit den wirtschaftlichsten Mitteln, d. h. mit den geringst möglichen Sozial lasten und dem größtmöglichen Soziale r s o l g durchgeführt wird. Die Arbeitslosigkeit darf nicht um einen wann höher bleiben und dars für diesen wann nicht um einen Tag länger dauern, als durch nachdrücklich gesenkte Preise und vergrößerte Absatzfähigkeit die Veschäsllgoag für Inland und Export wachsen kau«.. Still- legungen bedeuten nicht nur Lohnersparnis. sondern zugleich auch Absatzdrosselung für die Industrie. Betrtrbsverschrowngen bringen dem Unternehmer zwar«me einmalig« finanziell« Einnahme, sie bedeuten aber oft dl« Zerstörung von Beschäftiaungsmöglichkeiten für alle Zukunft. Konzentrationen und Dertrustungen sind unwlrtschasllich, wenn sie gleichzeitig sonst durchaus Wettbewerbs- fähigen Betrieben das Lebenslicht ausblasen, bloß aus Grund besserer Dank- und Auslandsverbindungen. Es steht aber fest, daß Stillegungen und Berschrotungen. Konzentrationen und Der- trustungen in unwirtschaftlichster Weise überhand genommen haben. Aus der anderen Seite fehlen fast alle Anzeichen dafür, daß die Unternehmer von sich au« die Krise ander» läsen wollen als aus dem Rücken der Arbeiterschaft, das heißt ober gegen das Volkswirt- schaftliche Gesamtinteresse. Würde das geschehen, so wäre nicht Optimismus. sondern Pessimismus am Platz. Soll die Arbetterschdt daher Anlaß zum Optimismus haben, so muß sie wissen, daß sie die Wirtschajllichkeft der Ärisenlösung erzwingen muß. Nicht daß man überhaupt, sondern w I e man durch dl« Krise kommt, daraus komint es an. Ein auf nachhattig« Erhöhung der Löhne gerichtete PolitikderGewerkschaften— st« wird während der Krise nicht immer und oft nur unter größten Schwierig- ketten durchzuführen sein— bedarf dabei der Unterstützung durch eme staatliche Wirtschaft», und S o zsa l p o li tt k. di» sich in Wahrung der Lrbeiteriuteressen getrost auf die neu erworbeneu Erkenirtnisie und aus die Eingeständnisse vieler Industrieführer be- rufe« kann. Ein jeder aber hat« in setner Hand, durch Unterstützung und Förderung der Organisationen der Arbeiterschaft einer ver- nünfttgen Wirtschaftspolitik denjenigen Nachdruck zu verleihen, der es den Unternehmern aussichtslos macht, gegen eine bessere Erkennt- ni» ihrer eigenen Gefolgschaft dem Willen der Arbeiter zur Ge- meinwirtschaft oder— wo diese nicht sofort erreicht werden tonn— zum sozialen Fortschritt und wirtschaftlichen Aus- stieg entgegenzuarbettrn._ die unangeuehme Statistik. Deutschlands Esenprodukticai 10916 mSttlPiq-ms fom ■ in 1000 1 � /tsis J il 769 RoKei sen Ii I I I■..il 11909 6 SM 6 305 R o K s t a hl ■ i« i 9193 Halhfahrikate lino 1 1- i-r?r 830 951 9 590 8 589 9 995 HIM. H 179_ "Per ti�er Zeugnisse 1913 1919 1990 1991 1999 1993 199� 1995 Di« vorstehend Im SchaubUd wiedergegeben«» statistischen Zahlep über Deutschlands Eisen- und Stahlproduktion zeigen deutlich, wie die Leistung- sähigkeft der Schwerindustrie aus dm meisten Gebieten sich d erjenig cn dervorkriegszeitst wrV ge n ä h« r t. Zie bei R o h st a h l sogar- schon überschritten hat». Diese Tatsach« wird deutlich, wenn man. wie e, oben geschehen ist. di« schwerindustrielle Produktion der Vorkriegszeit zurückführt auf di« Produktion derjenigen Werk«, dl« nach den Gebiets- abtretungen bei Deutschland geblieben find. Zu beachten ist da- bei. daß die zweit« Hälft« des Jahres ISA im Zeichen starker P r o- duktionseinschränkungen der Schwerindustrie stand. Die wirkliche Leistungsfähigkeit geht also über die erzielten Produktions- zahlen bereits hinaus. Dabei ist immer noch«in Ueberangebot an Noheisen und Rohstohl vorhanden, obwohl in den vorangegangenen Jahren di« Produktion infolge des Ruhrkriege» stark zurück- gegongen war. Diese Statistik hat es der Schwerindustrie angetan, der offenbar der Gedanke vorschwebt, daß wir noch viel zu wenig schwee- industriell« Anlagen haben. Au» politischen Gründen mächten sie. daß man die Produttionsergebniss« der Nachkriegszeit vergleicht mit denen um die Hälfte größeren des alten Deutschland, da» außer den jetzt noch vorhandenen Werken die Hochösen und Walz- werk« in Lochringen, an der Saar und in Ostoberschlesien umfaßte. Der Zweck der ganzen Forderung ist natürlich der, den Nachwels zu erbringen, daß Deutschland und die deutsche Arbeiterschaft weniger leiste als vor dem Kriege. Gegen di« Forderung der Schwerindustrie wurde bereits Stellung genommen. C» lohnt jedenfall» ihr gegenüber die dargestellten Zahlen festzuhalten, die beweisen, daß di« Produktionsleistung der deutschen Schwer- industrie dicht an der Dorkriegsleistung angelangt ist. und daß trotz- dem und trotz der erwähnten Produktionsbeschränkung mehr Eisen produziert als abgesetzt wird— was teilweise eine Folge der über- industriellen Kartellpreiepolitit der Schwerindustrie ist. Immer noch wachsenüe Srwerbsloligkeit. Weitere Zunahme der Kurzarbeit. Der Berliner Arbeitsmarki weist in seiner Entwicklung gegen die Lorwoche keine erheblich« Veändcrung aus. Die Zahl der Arbeit- suchenden ist auf rund 2330S0 gestiegen. Das bedeutet gegen- über der Vorwoche einen Zugang von rund 6000. Bemerkenswert ist. daß hieran Facharbeiter nur in ganz geringem Maße beteiligt sind. Der Zugang an Facharbeitern aus dein Baugewerbe, das durch den Witterüngsumschlag wieder stark beein- trächtigt wurde, ist durch Abruf von Fochkrästen anderer Zweig« wieder ausgeglichen. Kurzarbeit sowie Betriebseinschrän- k u n a« n und Schließungen sind noch immer nicht zum Still- st a n o gekommen. Di« wettere Entlastung de» Arbeitsmarkt«» durch Matftarbsarbeiten wurde durch die Bitterungsverhältniffe behindert Es waren 233 261 Personen bei den Arbeitsnachmeisen einge tragen, gegen 227 507 der Borwoche. Darunter befanden sich 160 176 ( 158 758) männliche und 73 085( 68 749) weibliche Berfonen. Unter ftigung bezogen 128 054( 127 642) männliche und 43 768( 41 832) meibliche, insgesamt 171 822( 169 474) Berfonen. Am 12. Februar 1926 waren bei Rotstandsarbeiten beschäftigt 1998 Per. jonen. Diefe Zahlen geben jedoch noch fein erschöpfendes Bild von bem Umfang der Maßnahmen zur Entlastung des Arbeitsmarttes burch die Stadtgemeinde Berlin, da außerdem bei den anderen Ar beiten ber Stommunalverwaltung am 12. Februar 1926 für 9517 Bersonen Beschäftigungsmöglichkeiten gegeben waren. Gewerkschaftsbewegung ( Gemertschaftliches fiehe auch 4 Geite Hauptblatt.) Die künftige Lehrlingswirtschaft. Rambibaten. Tam beantragten die Rommumisten aber, wohl in bet burch die vergangenen Wahlen gemachten Erfahrung, die Bera hältniswahl anzuwenden, ha fie bei einfacher Biftenmahl teine Ausficht haben, burchzufommen. Da eine Verhältnismahl statutenmibrig ist, murde über ben Antrag nicht abgestimmt. Berhältniswahl wurde auch bei den Urmahlen der Angestellten Dou In den nächsten Jahren werden sich die Kriegsfolgen den Kommunisten beantragt, aber mit großer Mehrheit ab. geltend machen, die in einer verminderten Kopfzahl bes gelehnt. Da sich die Kommunisten mit ihrem Antrag auf Listene Arbeitnehmer nachwuchjes bestehen. Hanbwerf und Industrie lung folle den auf ihre Beranlaffung gefaßten Beschluß mieber wahl felbft hineingerütten hatten, beantragten sie nun, die Bersamm zeigen sich schon jet beswegen besorgt. Wie fehr aber diese Er aufheben und mun einfache Bersonenwahl beschließen. Scheinung übertrieben und ausgeschlachtet werden foll, Dies lehnte die Versammlung mit großer Mehrheit ab und bleibt es nun bei der ListenmahL geht daraus hervor, daß bie Jnnungen solcher Gemerbe, in benen bis Lehrlingszüchteret jahrzehntelang uneingeschränkt be Die ciste der Umfterdamer Richtung T trieben murbe, gegen die Berordnungen des Hanbels führt ble nummer 1 unb enthält folgende Namen: Blume, und Gewerbeminifteriums in Breußen zur Einschränkung August, Often, Wilhelm, Schüttte, Erich, Lillig, Amin, des Lehrlingshaltens Sturm laufen. Ein Zeichen, Hoffmann, Willi baß neben der fachlichen Besorgnis um einen etwaigen Mangel an Die Wahl findet am Sonnabend, ben 20. Februar, in beruflichem Nachwuchs, fleinliche profittige Gesichts. 12 Wahllofalen statt, bie noch befannt gegeben merben. Unsere Kollegen und Genossen werden aufgefordert, schon jetzt punfte recht deutlich hervortreten. Insbesondere in ben Gein ben Betrieben rege Bropaganda zu treiben für Liste 1, damit, werben der Bäder, Fleischer und Friseure ist eine bebördliche wie in den letzten Jahren, Bertreter ber Amsterdamer Internationale Einschränkung des Lehrlingshaltens schon deshalb notwendig, meil gewählt werden. Diefe und eine Reihe ähnlicher Gewerbe fidh frei milligen Be schränkungen auf Grund tariflicher Bereinbarungen mit den Arbeit. Aus dem Geschäftsbericht der bayerlichen Hypotheken- und Wechselbaut. Die banerische hypothefen und Wechselband ist eine der ganz wenigen deutschen Hypothefenbanten, die gleichzeitig eine bebeutende Kredit bant ist. Außerdem ist sie naben der Breu Bifchen Zentralbodenfrebitanstalt die größte pripatfapitalistische Berforgerin der Landwirtschaft mit Hypotheken. Diese Eigenart her bayerischen Hypothefen und Wechselbank ermöglicht aus dem Be fdhäftsbericht einige wertvolle Rückschlüsse. Zinseinnahmen von 3,42 Millionen auf insgesamt 46,18 millionen Hypothefendarlehen tanden Ende 1925 3insrüdstände von nur 72 000 Mart gegen. ber. Bei Darlehen auf landwirtschaftliche Grundstüde in Höhe von 21.29 millionen beträgt der Zinstücftand 44 200 Mart. Davon ist ein großer Teil nachträglich noch eingegangen. In feinem ein. gigen der vielen Tausend landwirtschaftlichen Hypothefenfälle halten die Banten és nötig, megen ausbleibender Zahlung das Grund hid zu übernehmen. Das mirft ein außerordentlich intereffantes Bicht auf die Not der Landwirtschaft", menigftens fomeit Sayern in Frage tommt. Der Einbrud, mird verstärkt, daß die Bauer- in- Not- Propaganda viel mehr eine Sache der Großagrarier, als eine Angelegenheit der eigentlichen Bauen ist. Dagegen flagte ber Ceschäftsbericht sehr über die Berlufte beim Kreditgeschäft threr Bantabiellung, die in der Hauptfache mit der Industrie arbeitet. Die enormen Binsgewinne( 3,89 millionen) und Broni fionen( 6,47 Millionen!) aus dem Wechsel und Kreditgeschäft entelm hüllen bie Wurzel dieser Berlufte: die hohe Binsspanne under- usprache: höht die Zahlungsfähigkeit der Industrielundschaft. Der Reingewinn Sammeln zum Ausmarich: vormittags 9 Uhr in der beträgt 2,18 Millionen. Daraus fommt auf das dividendenberechtigte Stammtapital von 24 millionen 8 Proz. Dividende. Die Auslandsanleihe der 200 Gemeinden. Die Beratungsstelle hat munmehr die Aufnahme einer Gemeinschaftsanleihe für die beutschen Kommunalverbände in Höhe von 15 Millionen Dollar genehmigt Die zwischen dem Deutschen Spartoffen und Giroverband und den hier anmesenden Bertretern nahme biefer Anleihe gepflogenen Verhandlungen haben zu einer bas New Porter Banthauses Harris, Forbes u. Co. wegen Heber Ginigung auf folgender Basis geführt: Die Anleihe wird von dem genannten Banthause übernommen zu einem festen Auszahlungsturfe von 90 Prozent bei einer Verzinsung von 7 Prozent jähr lich und einer planmäßigen Tilgung zu Bari innerhalb 21 Jahren Die Anleihe kann nach fünf Jahren durch den Anleihefchuldner teil meile oder insgesamt aufgefündigt werden. In diesem Falle erfolgt die Rückzahlung in der Zeit zwischen 5 und 10 Jahren zu 102 Brpz, mach zehn Jahren zu Bari. Es ist beabsichtigt, bie Anleihe schon in der nächsten Mode in New Yort aufzulegen. Die tatsächliche Ber. ainfung beträgt 8% Broz. An der Anleihe sind etwa 200 Städte und kommunen beteiligt. Es wird wahrscheinlich eine zweite Anleihe folgen. Aus der Partei. Der internationale Frauentag fabet auf Befchluß des Bartelvorstandes in der Woche vom 7. bis 14. März flatt. In großen Frauenfundgebungen foll die Frage bes Internationalen Frauenwahlrechts and der Internatiosalen Friedenspolitik behandelt werden. Selbstverständlich scheiden ogbei auch nationale Fragen wie 4. B. nationales. nub foglales EXP Seamentecht. Jirstenabfindung usw. nicht aus. Den Parteileitungen ift empfohlen, die Beranstaltungen fefflich zu gestalten, bamit möglichst große Frauenmaffen erfaßt werden. Die Redaktionen werden gebelen, die Propaganda tatkräftig zu unterstühen. Einer Sechzigjährigen. Genoffin Emma Döl begeht heute ihren sechzigsten Geburts tag. Durch ein Leben voll Mühe und Arbeit und mancherlei Sorgen fang fle hem Proletariat hoffnungsfrohe Rampfeslieder und auf mit in der politischen Tagesarbeit der Bartei bis auf den heutigen Tag. Ihre Jugend litt unter den Nachwirtungen des Krieges 1870 bis 1871 Die Eltern verloren das Geschäft, der Bater ertrantte und farb, bie Familie wurde aus Berlin in ben Unterftügungswohnfig Elegliz verwiesen, wo der Familie eine Wohnung im Armenhaufe gegeben wurde. Dreimal wöchentlich mußte die kleine schwächliche Emma in einer schweren Tragfiepe bie Seimarbeit ber Mutter nach Berlin liefern. Auf diesen beschwerlichen Begen dichtete fte thre ersten Märchen und Lieder. Nach der Schulenflaffung beginnt fiz fie bas Leben einer a britarbeiterin, zuerst in einer Stahlfederfabrit, später arbeitete sie als Bosamentenarbeiterin, mit 28 Jahren verheiratete sie sich, ihre Ehe ist mit drei Kindern gesegnet. Emma Dolz mar Mitglied des Berliner Frauenbildungsvereins fekt feiner Gründung und lange Jahre im Borstand. Selbstverständ. fich ging fie nach Infrafttreten des Vereinsrechts für die Frauen mit in bie Bartei hinüber. Sie war ferner Mitbegrünberin der Kinderschuhfommiffion der Berliner Arbeiterschaft. Bahlloje Aften sengen von ihrer jegensreichen Tätigkeit und noch viel mehr Arbeit it nicht attentundig. Emma Dölß ist auch heute noch unermüdlich tätig. Sie ist Vorstandsmitglied des Bezirksausschusses für Arbeiter mohlfahrt und der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Auf den Mußenspielplägen erzählt fie in Sommer den Rindern Märchen no umforgt sie mit mütterlicher Liebe. Aus all- ihrem Tum leuchtet mere Sonnigteit. Bir begrüßen die Jubilarin mit dem Bunjch, bag ihr noch manches Jahrzehnt erfolgreicher Wirtfamfeit beschieben fein möge. Oeffentliche Kundgebung für Baumschulenweg und Nachbarorte am Sonntag, den 14. Februar, vormittags pünftlich 10 Uhr, im Saal des Kino, Baumschulenweg. Baumschulenstraße. Thema: Für Volksbegehren, für Volksentscheid, gegen die Fürstenabfindung. Reichstagspräsident Genoffe Baul Cobe. Köpenider Landstraße, Ede der Baumschulenfiraße. nehmerorganisationen wie bas Buchbridgemerbe, bas Lithographen gamerbe, has Malergemerbe 1. a. m. nicht unterziehen. Die Ein schränkung ber Behrlingsziffer ist aber auch notwendig, weil das und mehr beschränkt ist, die älteren Gehilfen gezwungen find, Selbständig merben ber Gehilfe biefer Berufe mehr als Gehilfen in ben erlernten Berufen ihre Eristenz zu finden und beshalb nicht durch allzu eifrige Berjüngung von billigeren Arbeitsträften aus dem Berufe verbrängt merden dürfen. Das liegt im wohlverstandenen Interesse dieser Berufe selbst, menn fie bie frühere muttonfurrenz nicht wieber heraufbeschwören wollen In der eintretenden Knappheit an Schulentlaffenen bietet sich eine gute Gelegenheit, aus der Rot eine Tugenb zu machen. Ram bas Ueberangebot an Lehrlingen bisher stets den Arbeitgebern zu statten, so ist es ganz in her Ordming, menn die nur während weniger Jahre bauernde startere Nachfrage nach Lehrlingen den Lehrlingen gugute tommt im Sinne einer Durchführung längst fälliger Reformen des Lehrlingswesens. Der mirtlich eintretende Mangel an Lehrlingen kann durch Heranziehung ber fonft zu ungelernter Tätigkeit gezwungenen jungen Boute ziemlich ausgeglichen merben. Natürlich nur dann, wenn bie Roft gelbfäße erhöht werden unb bie teilweise überlang. ausgedehnte e braeit vertürzt wird. Die Möglichkeit hierzu ift ohne meiteres gegeben. In den Berufen, für bie es fich weniger harm handelt, ben Bedarf, her Arbeitgeber an billigen anden a beden, als vielmehr barum, fich hen not. menbigen berufliden Rachwuchs z fichern, wird man heftrebt fein müffen, ber Forderung günstigerer Lehrbedingungen gerecht zu merben. Ein etwaiger 3 wang jeboch, in welcher Gestalt er immer auch geplant berben möge, um ben Berufen Lehrlinge zuzuführen, bie fich meigern, non ihren bisherigen Bedingungen irgendwie abzugehen, barf unter teinen Umständen aus geübt merben. Eltern, die es irgend durchfeßen zu glauben tönnen, ihre Kinder einen Beruf erlernen zu laffen, werden es tun, wenn ihnen dies weniger famerer gemacht mirb als es bisher ber Fall war. Die Gemertidhaften merben fich an Borberatungen be telligen, dem ab. 1928 eintretenden Mangel an beruflichem Nach wuchs rechtzeitig zu fteuern, fte werben fich jedoch um feinen Breis dazu hergeben, irgendwelchen 3wangsmaßnahmen zuzustimmen, oder aber fich bavon abhalten lassen, auch nur auf bie geringste erreichbare Berbefferung der Lehrbedingungen zu verzichten. Ber treten fie die Intereffen des Nachwuchses, fo dienen fie bamit am beften bem Handmert und der Induftrie. Generalversammlung der Sattler und Tapezierer. In einer fehr gut besuchten Generalversammlung nahmen die Mitglieder zum Berbandstag Stellung, ber am 12. April in Ham burg stattfindet. Nach einem einleitenden Referat munden die ein zeinen. Anträge bistutiert. Zur Annahme gelangte u. a. der An. trag auf Fortfall ber Unter ftugung bei rantheit und Sterbefällen. Die Rörperschaften der Organi fatton einschließlich ber Ortsangestellten sollen durch Ur wahl bestimmt werden. Auf dem Berbandstag foll bie natio. nale und internationale Gemertschaftseinheit behandelt merden. Bei der Aufstellung der Randidaten wurde von den Rommu. ntften eine gefloffene 2ifte eingereicht mit dem Bicle, eine Biftenmahl herbeizuführen. Da die Kollegen der Amfterdamer Richtung bamit einverstanden maren, benannten fie ebenfalls fünf zum Teil Der Arbeitsmarkt in Rheinland- Westfalen. öln, 18. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Gesamtzahl der Erwerbslojen im Rheinland ist nach dem Bericht des Landesarbeits amtes Duffeldorf unverändert geblieben. Die Konjunkturturve bes Arbeitsmarttes scheint dagegen wieder starter nach unten zu gehen. In der Eifen und Stahlindustrie hat sich die 3ahl der Arbeitsuchenden wieber permehrt. Die im Regierungsbezirt Düsseldorf in der Woche vom 5. bis 11. Februar angemeldeten Betriebsstillegungen betreffen 6140 r. beiter und faft 100 Angestellte, eine ganz erhebliche Steige rung gegenüber den Bormochen. Auf Mülheim an der Ruhr allein entfallen davon 3240 Arbeiter, auf Effen 1400, auf Düffel dorf 474 und auf München Gladbach 750. Die gerade aus bem München- Gladbacher Arbeitsnachweisbezirt zahlreich gemel beten Stillegungen zeigen deutlich die immer noch andauernde große Schmache des Arbeitsmarttes der Tegtilindustrie. Auch die Spetulationsturve, auf die man schon große Hoffnungen gesetzt hatte, zeigt eine Schwäche. Bei zahlreichen rheinischen Attien hat die Hauffe nachgelaffen; ftellenweise ist sogar ein Rüdgang eingetreten. Effen, 13. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Das Landesarbeits. amt eft falen und Lippe teilt mit: Die in der Borrode aust einen Stillstand wohl erreicht habe, wird durch die Entwicklung in der zweiten Februarwoche bestätigt. In den 20 wichtigsten Ar gesprochene Bermutung, daß der mestfälisch- lippische Arbeitsmartt beitsnachweisbezirten hat seit Mitte vorigen Jahres zum erstenmal weder die Zahl der Arbeitsuchenden noch die Zahl der Hauptunter. ftüßungsempfänger weiter zugenommen. 3war melden einige Arbeitsnachweise noch weitere Einzelentlaffungen, doch werden diefe mehr oder weniger durch Neueinstellungen in anderen Bezirken aus: geglichen. Man darf also mit völligem Borbehalt hoffen, daß die Arbeitsmarttfurve fich meiter in absteigender Richtung be megt. Aus dem Stillstand in der Abwärtsentwidlung des Arbeits marties ist jedoch nicht ohne weiteres auf eine allgemeine Befferung der Wirtschaftslage zu schließen. Die Lage in den wichtigsten Berufsgruppen ist vielmehr noch recht ungünstig, ba das Angebot an Arbeitskräften die Nachfrage weit übersteigt. Von der Arbeitslosigkeit sind, wie bisher, noch immer am schwersten die un. gelernten Arbeiter betroffen. Eine Entlastung vornehmlich bieser Arbeiterkategorie darf von der vermehrten Inangriffnahme Don Rotstandsarbeiten ermartet werden. Die meisten Arbeits. nach meisbezirte haben in größerem Umfange Rotstands. arbeiten geplant. Münster bemüht fich, bisher vergeblich, um die Fertigstellung des ftillgelegten Bahnbaues Münster Dort mund, bet bem tausend Erwerbslose ema 2½ Jahre lang Arbeit finden würden. Die Firma Rrupp hat die Genehmigung zu meiteren Stil legungen einzelner Betriebe erhalten. Sie werden die Entfaffung Don ungefähr 1300 Bertangehörigen zur Folge haben Zur Beilegung des amerikanischen Bergarbeiterstreifs. " Philadelphia, 13. Februar.( BTB.) Die Anthrazitbergarbeiter werden bie Arbeit binnen einer zehntägigen Frist wieder aufnehmen. Die bisherige Höchstprobuftion bürfte Ende Februar mieder erreicht werden. Der Präsident der Bergarbeiter, Levis. erflärte: Die Regelung ist zufriedenstellend und leiſtet auf bauende Arbeit. Sie fichert Stetigkeit und ständige Beschäftigung für fünf Jahre. Das Ablommen ist das längstdauernde, das jemals in ber Rohleninbustrie zustande getommen ft Es enthält feinen grundfäglichen Schiedsspruch, für den bie Arbeiter eingetreten find, aber es sieht ein Berfahren por, bas vernünftigen Erwägungen in der Industrie zu ihrem Rechte verhilft. Die Lohnfäße des abac. laufenen Rontrafts merben für fünf Jahre verlängert, fofern fie nicht mit gegenseitiger Einwilligung der Vertreter beider Parteien abgeändert werben. Beiden Seiten ist demgemäß auf Grund des blommens voller Schuß gewährt. ant Das für das Anthrazitrevicr vereinbarte blommen wird dem Bezirksfongreß des Bergarbeiterverbandes in Scranton Bezirtstongreß bes Bergarbeitervebandes in Scranton aut 16. b. M. unterbreitet werden. Wenn die Entscheidung zugunsten bes Abkommens ausfällt, wird die Arbeit ohne Berzug wieder aufDer Streit hat für die Bergarbeiter einen genommen werden. Lohnausfall von über 150 000 000 Dollars zur Folge gehabt. Der Ausfall in der Rohlenförderung beträgt mehr als 35 Millionen Lonnen. Die Spartaffe der Bauf der Arbeiter, Angestellten und Beamten G., Berlin, Wallstr. 65, ift täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufilerberbandes, Berlin 027, Andreasftr. 21( stönigftabt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Eonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Bertreterbefuc Bettstellen unter Friedenspreis Nr. 808a Mit Zugfedermatratze, 80X185, weiß oder schwarz 1560 Nr. 555 Die ideale Bettfüllung: 27 mm starker Bügel, Messingverzierungen, Zugfedermatratze, 90-190 weiß oder schwarz Monopoldaunen Gesetzl.gesch Der Pfund M. 3-4 Pfd.zum Oberbett. 850 1975 GL 11 Mengenabgabe vorbehalten. Aur soweit Vorrat 33 mm starker Bügel, reiche Messingverzierung, Zugfeder- Matratze. 80X190, weiß oder schwarz 2550 Besle Kinder- Holzbettstelle, weiß lackiert oder eichenartig. Achten Sie auf die 70X140, Matratzenrahmen 1950 TUR Prinzenstr LUSTIG Hausnummer Bettfedern- Lustig Aufpassen! Man irrt sich- Lustig nur undvierzig Sebastianstr. LUSTIG Inder Morgenstunde Schotten- Musternvielen Mustern Anzüce. Hosen. 140 cm breit. tür Kostüme un . Metee Meter 1.Wolle, i. viel schön. Farb. • Gr. 40 mit Häkelansatz 600 vorzügliche Qualität 0.90 Wäschestoffe so em brelt... Meer 0,50| Damen- Reformhosen, 1.95 Kleiderstoffe bar Meter 0.75 Damen- Schlüpfer que Qualität.. 70 cm breit, in schön Stoffe 140 cm or.. † Kostume, Röcke new. in 1.50 Mädchen- Futterschlüpfer.... 0.95 Stoffe 140 cm eltür Herren- und Kinder- 2.40 Damenhemden fein gestrick 0.60 Stoffe Farmantel, gute Qualität. Meter 2.60 Damen- Hemdhosen fein gestr, Gr. 40.90 Manchester gute Qualität L. viel. Farb. m 1.95 Knaben hemden angestaub, Gr. 50.. 0,40 Strickwesten für Herren und Damen. 3.60 Kinder- Hemdhosen normalart, Gr. 60 0.9] Sportwesten for Herren und Damen 2.90 Damen- Untertaillen gestrickt 0.70 Jumper tar Damen, rein: Wolle.... 2.50 Herren- Socken Sentor, horhelegant, 0.75 Strickwesten für Kinder, reine Wolfe 2.25 Herren- Socken gestreift 0.45 Strickkleidchen für Kinder. 1.75 Damen- Strümpfe Farben, gute Qualitat Seiden, i. allen mod. 1.20 Strickanzilge kleinste Größe für Kraben, reine Wolle, 5.- Damen- Strümpfe leichte be 0.30 Herren- Sweater vorzu 1. nalth. Qualität 2.95 Konfirmandenhüte Herren- Hemden normalartig, mit 1.70 Doppelbrust, Größe 4 Herren- Unterhosen mit Oberschlae 1.50 Weiße Einsatzhemden für Herren 1.75 Herren- Hemden und-Hosen makoartig: Größe 4. Stack 1.50 Männer- Hemden sus gutem Nessel 1.75 get. Nesel 1.40 Männer- Unterhosen Männer- Barchenthemden 2.10 Männer- Barchent- Unterhosen 1.30 irnes er Damen- Futterschlüpfer 1.50 viel Far aue Größe zuzstoffen verarbeitet e Herrenhosen Umschlag aus A 3.50 Prüfungsanzüge rose-2.15.Einsegnungsanzüge Oröße 38-42 21. 1.25 Bettbezüge belt and 2 Kopfkissen. buni karier, Gamifer 1 Deck 8.50 wad venänder Stück Dtz. Handtücher u 0.50 Taschentücher weiß, mit Ripekante 0.95 Herren- Lodensportjoppen... 10.Lodenmäntel imprägn. Strichloden 15.20.Nacktpelze wenig gebracht, von Windjacken sue imprägrierten Stoffen Knaben- Manchesteranzüge ans hochgeschl, Größe 1-6 . an 7.9.75 Knaben- Sportanzüge- 13.50 Größe gefüttert Verkauf von Resten Perkal, Zephir, Hemden- u. Blusenflanell und andere Sachen Mtr. 0.80 BAER SOHN A.-G. WAT Berlin nur Chausseestr. 29-30 Deutscher Metallarbeiter- Verband Dienstag, den 16. Februat, abends 7 Uhr, im Colal von Boweleit, Joftyftraße 7: Vollversammlung der Autoreparaturschloffer. Tagesordnung: Bunit 1 wirb in ber Bersammlung befanntgegeben. 2. Dis tullion. 8. Berbanbs unb Branchenangelegenheiten. Wir eriuchen bringend alle Rollegen, zu blejer Bersammlung zu erscheinen. Achtung! Bauanschläger tung Dienstag, ben 16. Februar, abends 22he im Sigungsfaal des Betbands boules, Ciulenste. 83/85: Branchenversammlung Tagesordnung: Stellungnahme zur Ründigung des Lohnablommens burd hen Schugperband der Schloffereien. Achtung! Bezirk 16 Achtung! Mittwoch, ben 12. Jebruar, nachm. 4 Uhr im Cotal von& linge. Utrechter Straße 24: Funktionärkonferenz eller Bertrauenslcafe und Betriebsräte, welche Mitglied des DM, and im 16. Bejirt idlig find. Bortrag über: Tagesordnung: Arbeitsrecht. Mitgliebsbuch legitimiert. Mittwoch, den 12. Februar, nagm. 9 8, Uhr. im Zimmer 28( Aufgang 2), bes Berbaubshauses, Cinienfitage: Versammlung aller Schnittarbeiter, Stanzer, Preffer, Zuschneider, Knopfarbeller und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Arbeitsgerichtegefeg. 2. Branchen ange legenheten& Berschiedenes. Es ist Pflicht eines jeben einzelnen au aricheinen. Ohne Mitgliebebuch ein Zutritt. Mittwoch. ben 17. Jebruar, abends 2 Uhr, im Jugendfaal des Berbanoshanjes, Cinienfte. 83,85: Branchenversammlung der Einrichter und Reoljeren Die Tagesordnung mab in ber Berjammlung belanntgegeben. Mitgliebsbuch legitimiert Die Rollegen find veroflid tet zu erfcheinen Die Ortsverwaltung. Einladung gue außerordentl. Ausschußfihung ber Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin am Montag, den 22. Februar, nachmittags& Uhr, im Rathause zu Berlin Rönigir 15/18, Eing. Jüdenftr., Zimmer 109 Tagesordnung: 1. Sausantauf. 2 Stellungnahme zu ben Beschlüffen ber legten Ausschußfizung: a) Neuwahlen für bie Drgane bez Staffe, b) Bertretung ber uber Raffe hinzugetretenen Bersicherten ber Mugen. egirte im Ausichuffe, c) SeilPättenbehandlung für Familienmitglieber. 3. Berichiebenes. Anfragen oder Beschwerden, 30 beren Erledigung Atteneinficht ober andermelte Feststellungen etjorber lich find, müffen mindestens drei Tage vorher beim Borsigenden des Bor fandes eingereicht werden. Bar der Sigung findet um 3 Uhr in bemfelben Ziminer bes Rathauses bte üb liche Borbesprechung unter den Ausschuß smitgliebern ftatt Bünftlines Ericheinen it bringenb wat menbig, ba bie Benugungszeit des gimmers beschräntt ift 56/1 Berlin, den 12 Februar 1926 Da Boifigende bes Borftandes der betriebsfranfenfaffe bez Stadt Berlin: Brühl. A Danksagung Für die vielen Bemeije ber Stebe. und Teilnahme beim Tobe und ber Einäscherung meiner unvergeßlichen, guten und liebevollen, so früh ent Schlafenen Frau Anna Reichelt fagt, allen Freunden, Freundinnen. Varteigenoffen und Genoffinnen hers Itchften Dant Dant meinen werten Borstands und Bureau ollegen und Kolleginnen, Desgleichen bem Bahlverein Karls horit und meinen Gieblingsbewoh nern albfiebelung Bichtenberg. fo. Bon langen Beiden erlöfte bez ob im 51. Lebensjahr meinen lieben Mann unb guten Bater, ben Schantmirt Gustav Hübner Dies zeigt an mit bez Bitte um filles Beileib Ida Hübner geb. Sanle und Rinber 16/12 Bilenader Str. 34. Die Einäscherung findet Dienstag. ben 18 Februar, abeubs 6 Uhr, m Rrematorium Gezichtstraße ftatt. mie bem Rehnez des Bolls- feuerbe Gänsefedern stattungsvereins Groß- Berlin 363 thre tröstenben Worte und Blumenfpephen Ja tieffters Web Albin Reichelt und Kinder. Berlin- Rarlshorft. Chemni a Gegr. 1891. mit allen Daunen zum Selbstreißen Piund M, füllfertige konkurrenzlos billig. Preisliste frei. W. Barownick, Bettfederaversand Neu- Trebbin 24( Oderbruch). 50,-Mark tepp. u. Daunen Decken Anzahlung u- 10,- M. taufen Ste bestens ab Fabrit Bernhard Strohmandel, Berlin Walfie. 22( Untergrundbahn Jujelbrüde). Filiale: Spittelmarft, Ede Senbelfte, ifolsburger Blak 2, Ede Erautenauftr. Reparat feb. Art. ZDufte. Breistatalog gratis. und Westen, Gewinn- Auszug Abz. für Parz nahe Wald, Wasser, Bahnhof verkauft Koch. Zerusdort b.Königs wusterhausen. 5. Alaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofteris Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf febe gezogene Nummer find swet gleid bobe Ge winne gefallen, und war je einer auf die Lole alethes Rummer in den beiden Abteilungen 1 mb 2 9. Ziehungstag 12. Februar 1926, nochmiffags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 10000 9. 282352 4 Gewinne ju je 5000 m. 43965 112012 6 Gewinne ju je 3000 m. 36359 175601 188168 18 Gewinne zu je 2000 7046 49802 94602 106330 159890 188412 218726 279919 297048 20. Gewinne ju je 1000 m. 42715 82719 87817 168231 209690 213539 218735 219032 223107 249542 108 Gewinne zu je 500. 289 1729 9180 10064 17789 18581 24179 29476 30689 32176 34849 38485 42287 44166 49662 56455 58982 62595 68080 78463 79819 96824 101620 102126 109992 114412 129543 138707 143194 166026 161481 1700.4 173442 175442 180511 182648 194243 202829 211692 214448 217051 219166 222006 230592 246480 251739 253087 255625 257433 262905 281005 283189 293035 296916 222 Gewinne au je 300 9 1463 2086 12172 12821 13730 13786 16142.18871 20463 29570 83058 34197 34533 37206 40961 42931 43710 50809 80977 51234 83503 55965 58898 63491 64432 65603 66725 69160 69651 70573 71338 78893 79184 79664 82271 86171 90520 98021 105315 106603 105742 107290 109626 110806 112313 119575 120269 122380 128723 132379 132904 133888 139161 141678 143588 144975 145090 148166 149707 153501 155145 155404 157150 158598 188881 161250 164269 165572 166986 174881 177218 178830 185555 186175 188172 190233 191081 193063 195964 196571 196659 197179 198020 198828 199270 202108 210312 214138 216124 220817 224562 225870 234983 242622 245721 247706 250620 259665 259778 271042 274243 275165 275264 275586 276221 278823 284819 285486 286128 287675 298239 10. Ziehungsfag 13. Februar 1926, vormiffags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2.Gewinne ju je 10000 Mt 285141 2 Gewinne au je 5000 6 Gewinne ut je 3000 106814 32807 173480 261841 18 Gewinne av je 2000 12996 39672 77645 95036 111632 134719 147451 169635 255018 40 Gewinne zu je 1000 9 8279 22343 32333 81102 67476 79438 84483 92017 138240 146390 150954 181544 183206 216683 231122 248396 252754 259186 277687 289026 86 Gewinne ju je 500 L 8473 8792 14312 26902 27154 41847 61419 64232 81299 86225 86668 88208 88835 113219 138912 141317 151154 168445 178166 184134 184377 187935 192681 201233 202245 205926 220074 222870 224168 228182 242063 243579 244576 247310 259230 259369 263209 275825 279049 284438 286381 287075 295465 208 Gewinne su je 900 MH. 285 827 2581 3683 4804 10606 17965 19749 21729 26628 32680 33298 34269-36010 36549 40002 49200 50506 52555 55642 57277 57789 61884 65295 66432 89162 89303 91925 92621 102905 106609 112375 112861 115827 115138 119213 122230 122282 122289 123555 126203 128941 132133 199987 146198 150312 151015 154348 154804, 154841 158164 161251 161522 168478 167508 168256 168901 172800 175675 176426 177282 178278 178550 180454 183111 185781 185845 186829 187621 191031 182183 183460 197211 199567 200621 204667 208362 203883 208620 219475 220634 221958 223150 225962 229178 232168 237995 238455 240040 240735 242629 254438 254564 258478 281228 268869 269967, 271173 272221277061 278861 288550 290237-284874 Wir helfen Ihren Furren ฟ ร upinator Supinator ein Schuheinlagen- System für müde und schmerzende Füße, das wirklich hilft Kostenlose Fußuntersuchung. 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Wir haben immer die Notwendigkeit der Einheitlichkeit der Verwaltung ber Wasserstraßen betont. Genoffe Schumann- Frankfurt: Das traurigste Rapitel unserer Berkehrspolitif bildet das Eisenbahnwesen. Die Erwartungen, die an die meitere Entwidlung der Reichsbahnen gefnüpft worden sind, haben sich nicht erfüllt. Das ganze Berhalten ter Reichsbahnverwaltung ist eine ununterbrochene Sette von nicht gehaltenen Bersprechungen, Berlegungen von Rechtsgrundfähen gegenüber dem Personal, Rechtlosmachung der Bamten, Entziehung des Pensionsrechts und Auslegung der Gejekesbestimmungen zuungunsten der Beamten. Gegenüber den VerWir sind auch heute noch der Meinung, daß dem Reich, dem der Ausbau der Wasserstraßen übertragen ist, auch die Verantwortung für die Berwaltung und Organisation zustehen muß Eine Berständigung mit den Ländern muß darüber herbeigeführt werden. Wir wünschen weiter, daß der Kraftwagenvertebr in jeder Weise gefördert wird, das erfordert das Interesse der deut Sonntag, 14. Februar 1926 gangen werden. Wir verlangen, daß die Ueberschüsse der Reichs bahn benutzt werden, um den Betrieb und den Zustand der Bahn ficherzustellen. Zur Fortsetzung der angefangenen Bahnbauten fehlt es in vielen Fällen leider an den nötigen Mitteln. Wenn die nötigen Anleihen da sind, wird es hoffentlich möglich sein, auch das ganze analprogramm durchzuführen. Ein Vertreter des Hanomeris ist bereits in den Wasserstraßenbeirat delegiert worden. Deutschland wird sehr bald an einer großen internationalen Ausgeftaltung des Luftverkehrs mitwirken. Abg. Dr. Heuß( Dem.) wendet sich gegen den deutschnationalen Antrag, die Nedartanalvorlage im Ausschuß neu zu bearbeiten. Abg. Daner( Bayr. Bp.) menbet fidh bagegen, daß ben Ländern immer mehr Bertebrhoheitsrechte genommen werden follen. Abg. Seibert( D. Bp.) fordert eine Aenderung der Reichsbahngefehe mit dem Ziel, die Rechtsverhältnisse der Reichsbahnbeamfen denen der übrigen Reichsbeamten wieder anzugleichen. Um 26 Uhr wird die Beiterberatung auf Montag, 1 Uhr, verlagt. Außerdem Juftigetat. sprechungen, die dem Eisenbahnpersonal gemacht worden sind, be- henichaft Deutschland ſteht in dieser Beziehung weit Parteinachrichten deuten bie heutigen Zustände einen einzigen schweren Berstoß gegen Treu und Glaube. Der legte Borgang, der uns beschäftigt hat, ist der Verfuch der Reichsbahn, die Berbindlichkeit des Schiebsspruchs für die Arbeiter nicht anzuerkennen und der Reichsbahn auch in rechtlicher Beziehung eine Sonderstellung einzuräumen. Ministerialbirettor Stieler hat das auch in seiner Stuttgarter Rede deutlich zum Aus brud gebracht. Die 11,8 millionen Mart, die zur Ausführung des Schiedsspruchs erforderlich wären, hätten ohne Schwierigkeiten aufgebracht werden können. Das ist auch nicht der einzige Grund der Ablehnung des Schiedsspruchs, sondern Stieler fagt einfach, daß die Reichsbahnarbeiter bereits höher entlohnt werden, als es in der Privatindustrie der Fall sei. Das trifft aber nicht zu. Der entscheidende Grund für die Ablehnung des Schiedsspruchs ist der, daß die Reichsbahn nicht verpflichtet werden soll, einen im Arbeitsministerium für verbindlich erklärten Schiedsspruch auszuführen. Neuerdings hat sich die Rechsbahnverwaltung dazu bereit erflärt, in eine Revision der sogenannten Ortszulagen einzutreten. Es soll festgestellt werden, ob in den einzelnen Orten höhere Löhne in der Privatindustrie als bei der Reichsbahn gezahlt werden, Es ist aber bereits festgestellt, daß die Löhne in der Brinatindustrie höher find, als bei der Eisenbahn. Der verkehr ist im vorigen Jahre von 192 000 auf rund 255 000, alfo um weiteren Entwidlung unseres Kraftmagenverkehrs jegt eine( mere 63 000 gleich 32,5 Proz., erhöht worden. Allerdings droht der Gefahr durch die angekündigte neue Steuer. Ich bin nicht Steuerfachverständig genug, um alle Einzelheiten dieser Steuer zu besprechen, aber sie fönnte doch dazu führen, daß 1926 eine ähnliche Steigerung des Kraftwagenverkehrs nicht eintreten wird. Bortrag, der im volkswirtschaftlichen Ausschuß über die Entwicklung des Kraftwagenverkehrs in Deutschland gehalten worden ist, sollte bei dieser Frage in Erwägung gezogen werden. Die beteiligten Organisationen legen großen Wert auf die Ausbildung von Kraft fahrern. Es fehlt noch immer an Einrichtungen, mit deren Hilfe dafür gesorgt werden könnte, daß der Großstadtverkehr fich fo glatt abwidelt, wie ich es in Amerita zu beobachten Gelegenheit hatte. Die Schaffung von Fahrerfachschulen ist unbedingt erforder lich. Bir fordern auch die gesetzliche Einführung von Frei. zeiten für die Kraftfahrer. Ber die Berhältniffe tennt, der weiß, wie groß die Gefahr für den Berfehr ist, wenn die Fahrer, wie es jegt geschieht, bis zu 16 Stunden und mehr im Tage be schäftigt werden. Wir haben leider noch immer feine Berlehrs. ordnung, aber ich hoffe, daß jeßt bald eine Berständigung mit den Ländern darüber erzielt merden wird. Eine wichtige Frage ist die Heranziehung der Schule für die Aufklärung über den Bertehr. Es wäre eine Aufgabe für den Verkehrsminister, wegen der Lösung dieser Frage mit den zuständigen Stellen in Berbindung zu treten. Unbedingt erforderlich ist die Neuregelung des Rechts. Derhältniffes der Fahrer, insbesondere der Frage der Haf tung. In einigen Ländern werden die Unternehmer bereits verpflichtet, ber Haftpflichtversicherung beizutreten. Aber es besteht noch heute für die Kraftfahrer die Bestimmung, daß der Führer des Wagens per pflichtet ist, nachzuweisen, daß er an dem ihm zur Laft gelegten Bor gang schuldlos ist. Diese Bestimmung muß beseitigt werden, sie ist nicht nur vom rechtlichen, sondern auch pom finanziellen Standpunti aus unhaltbar.( Sehr richtig! bei den Soz.) Die Entwidlung des Luftverkehrswesens muß unter allen Umständen gefördert werden. Nachdem eine Berständi gung zwischen Deutschland und Frankreich herbeigeführt worden ist, muß alles getan werden, damit auch das Luftverkehrswesen gleich. wertig neben die anderen Verkehrseinrichtungen gestellt werden kann. Zusammenfassend will ich erflären: wir wünschen, daß das Bertehrsministerium alles daran sezt, um die Rechte des Reiches zu wahren, wir werden den Minister immer darin unterstügen. Das fegung für eine gesunde Entwicklung des gesamten Wirtschaftslebens bildet.( Labh. Beifall bei den Soz.) Die wahre Absicht der Reichsbahnverwaltung geht dahin, den Ein fluß, den Regierung und Parlament, wenn auch in beschränktem Maße, noch auf Tarif- und Personalpolitik ausüben tönnen, restlos zu beseitigen. Dagegen müssen wir uns mit aller Entfchiedenheit wenden.( Sehr richtig bei den Goz.) Wenn man wenigftens noch fagen tönnte, daß die Reichsbahn. vermalhing vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gefehen, gutes geleistet hätte, dann würde man über die eine oder andere untergeordnete Frage hinweggehen tönnen. Aber auch das ist nicht der Fall. Eine ganze Anzahl von Maßnahmen der Reichsbahnverwaltung hat sich als mirtichaftlich schädlich erwiesen. Der Abbau hat sich fo pollzogen, daß meder ein wirtschaftlicher, noch materieller Borteil für die Reichsbahn herausgetommen ift. In der Reichsbahnbetriebswerkstätte Brandenburg hat man erst Hunderte Arbeiter entlassen, bann hat man andere Hunderte Arbeiter von Halberstadt und Guben geholt, und da man sie nicht unterbringen fonnte, mußten erst neue Wohnungen für sie geschaffen werden.( Hört, hört bei den Soz.) Auf solche Beise wird nicht das erreicht, was angeblich mit dem Abbau erreicht werden follte. Neuerdings soll auch die Betriebsmertstätte in Gießen stilleelegt werden, ohne jebe Rücksicht auf die wirtschaftlichen Ber- Berkehrswesen muß so ausgestaltet werden, daß es die Voraus hältnisse. Wenn die Zeitungsmeldung zutrifft, daß die Reichsbahn gesellschaft zum 3mede der Elettrifizierung der Berliner Stadtbahn ein Elettrizitätsmert in Rummels. burg errichten und die dazu erforderliche Rohbraunfohle aus der Niederlaufiz herbeiholen will, dann wie das ein neuer Beweis dafür, wie unwirtschaftlich die Herren, die in der Berwaltuna fiken, vorgehen. Diese Borgänge bilben aber auch eine Gefahr für den gesamten Bertehr. Folls der Abbau nur den 3wed haben sollte, mefentliche Teile der Belegschaften an die Privat industrie abzugeben, so tann das nicht gebilligt werden, wenn man ein gut geleitetes Unternehmen erhalten will. Bei der Untersuchung des Unglüds im Brandleite Tunnel in Oberhof durch die Bertretung des Personals hat sich ergeben, daß die von den Arbeitern gebrauchten Lampen schlecht waren, die Arbeiter tonnten, nachdem der Zug durchgegangen war, nichts mehr sehen. Das von dem Rottenführer gebrauchte Horn mar nur auf 100 Meter Ent. fernung zu hören Niemand hat gewußt, auf welchem Geleis ber fällige Arbeiterzug einfchren würde. Die Verunglückten muhien 1½ Stunden ohne ärztliche Hilfe daliegen, es war tein Berbands. zeug und feine Tragbahren zur Stelle. Solche Zustände milffen dazu führen, daß die Sicherheit auf den deutschen Bahnen vollständig verloren gehen muß.( Sehr richtig bet ben Eoz.) Im Ausschuß ist bereits in einer ganzen Reihe von Fällen fest. gestellt worden, daß die von der Reichsbahn betriebene Tarif. politif nicht zugunsten der deutschen Wirtschaft ausgehen tann. Im Verkehrsausschuß werden wir gerade diese Frage im einzelnen noch gründlich zu behandeln haben. Das Reichsverfehrsministertum hat die Pflicht, soweit sein Enfluß überhaupt reicht, Abhilfe zu schaffen. Wir sind nach wie vor für den Ausbau unseres Waffer Straßenneßes. Das muß von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus geschehen, die Rentabilitätsfrage darf dabei nicht entscheidend sein. Es muß beim Ausbau der Wasserstraßen bei der Anlage von Schleusen ufw. eine weit ausschauende Bolitit getrieben werden. Die Frage der Aufbringung der Mittel muß von Fall zu Fall be handelt werden, insbesondere wäre dabei die Frage zu prüfen, ob fie aus Anleihen oder auf andere Beile zu befchaffen find. Herr Stieler hat in seiner Rede behauptet, daß das Reich Kanäle aus Konkurrenzrüd fichten gegenüber ber Reichsbahn baue. Als Mitglied des Ausschusses, der ich mich schon seit vielen Jahren mit dieser Frage beschäftige, bemerke ich, daß diese Auffassung unter feinen Umstänben zutrifft. Aber sie beweist die eigenartige Einstellung, die ein an so hervorragender Stelle der Reichsbahn stehender Mann einnimmt Ich bin dem gegenüber der Meinung, daß wir verpflichtet sind, ebenso wie für den Ausbau der Eisenbahnen, für den Bau der Rebenbahnen, im Interesse der Entwicklung unserer Wirtschaft auch für den Ausbau des Wasserstraßenneges zu sorgen Alle diese Ein Abg. Enberding( D. Bp.) bedauert, daß die Reichsbahngesellschaft den Wünschen des Berkehrsministeriums und den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft in teiner Weise Rechnung trägt. Rüdsichtslos find beispielsweise angefangene Bahnbauten stillgelegt worden. Abg. Dr. Wienbed( Dnat.) schließt sich der Kritit an dem Ber halten der Reichsbahnverwaltung an. Der Redner münscht Tarif. ermäßigungen für Milch und andere Nahrungsmittel. Die deutschen Handwerks- und Gewerbefammern müßten eine Bertretung in den Bezirfswasserstraßenbeiräten erhalten. Die Berordnung gegen den Warenhandel der Beamten müßte auch bei der Reichsbahn durchgeführt werden. Notwendig fei eine Reihsbeteiligung an Sen Luftverkehrsgefell after Abg. Giesberts( 3.) weist darauf hin, daß die gesamte öffentliche Meinung einig jei in der Berurtellung des Verhaltens der Reichsbahnverwaltung Das Verfehrsministerium follte fchleunigft alle Mittel anmenden, um nach Möglichkeit den unhaltbaren Zuständen in der Berfonal politik und in anderen Berwaltungszweigen der Reichsbahn ein Ende zu machen. Notwendig sei eine staatliche Kontrolle darüber, ob die Reichsbahn wirtschaftlich arbeitet und ob die Substanz der Reichsbahn erhalten bleibt. Die Reichs bahn fei troß des veränderten Verwaltungssystems noch immer Eigentum des Reiches. Die Abgg. Hanemann( Dnat.). Henneter( Dnat.) und Dr. Schreiber( 3.) äußern Einzelwünsche. dis. I Reichsverkehrsminister Dr. Krohne hält es für notwendig, die scharfen Differenzen zwischen Reichsiag und Reichsbahnverwaltung burd) eine Bermittlungsattion beizulegen. Er sei zur Einleitung einer solchen Vermittlung gern bereit. Trotz dieser entgegenkommenden Haltung, so fährt der Minister fort, muß ich an dem grundsäglichen Standpunkt feft halten, den ich in den Fragen der Bersonalpoliitt und des Schieds. Die für ble spruchs bereits im Reichstag vertreten habe. Leistungszulagen bereitstehenden Mittel fönnten herange zogen werden zur Durchführung des Schiebsfpruchs. Augenblicklich ist die finanzielle Lage der Reichsbahn allerdings sehr schlecht im Zusammenhang mit der allgemeinen Notlage der Birt. chaft. Zu einer allgemeinen Sariffentung mirb bie Gesellschaft ta um in der Lage fein; aber mir werben barüber wachen, daß feine Erhöhung der Güter. und Berfonentarife ein tritt. Die vom Berichterstatter angeführten Beispiele für das Ber: hältnis der Tarife für inländische und ausländische Tarife wirten zunächst grotest; es muß aber berücksichtigt werden, daß das Baluta- Dumping der ausländischen Eisenbahnen bie deutsche Reichsbahn zwingt, niedrige Durchfuhrtarife zu nehmen, damit beim Transport ausländischer Baren die deutschen Bahnen nicht um Chefenbungen für diese Rubrit find Berlis 68. a. Einbenftraße 3. für Groß- Berlin ftets en bas Beztrfsfelretarist, 2. Saf, 2 Tres. redits, as richten 1. Rreis Mitte. Moning, 15. Februar, Sigung der Stabt und Beatris verordneten 7% Uhr bei Dabroblam, Swinemünder Str. 11. Erscheinen unbedingt Pflicht. Rinberfreunde: Mittwoch, 17. februar, 8 1hr, in Rathaus, Eingang Jilbenstraße. Simmer 109, Kreismitglieberperfammlung. Referent: Genosse Ruttner: Satire, eine Waffe der Unterdrüdten". Gäfte millkommen. 3. Kreis Webbing, Sette, Sonntag, 14. februar, vormittags 11 Uhr. in ben Bharusfälen, Müllerstr. 142, Filmvorführung: Freies Bolt". Alle Ge noffinnen und Genoffen fowie Reichsbannertamenaden find herzlicht eingeladen. Einritt 50 Bf. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, 15. februar, 8% Uhr, Sikung des Beamtenmerbeaus( druffes bei Burg, Brenalaurer Allee 189. Alle Abteilungen müffen vertreten fein und berichten. Mittwoch, 17, Februar, 7. Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes bei Rlug, Danaiger Str. 71. Abrednungen mitbringen. 5. Kreis Friebrichshain. Kreisno ndsfikung mit Abteilungsleitern am Montag, 15. februar, 7% Uhr, bet Bittichuk, Petersburger Str. 5. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, 15, Februar, 7 Uhr. ermeiterte Bor ftandsfihung im Rimmer 1 des Rathauses. Die Abteilungsvorfikenden werden bringend ersucht, die Dithmann- Broschüren schnellstens abaurechnen. 12. Rreis Steglik. Montag 8 Uhr Kreisvorstandsfikung an befannier Stelle. 14. Areis Rentelin. Areismitgliederversammlung am Montag, 15. februar, 7½ Uhr vinttlich, in der Aula Raiser- Friedrich- Str. 210. Thema: Des Barteiprogramm Referent: Alexander Stein. 16. Rreis Röpenid. Montag, 15. februar, 7½ Uhr, Kreisvorfandsligung bei Rabel, Freiheit 5 in Röpenid 17. Rreis gichtenberg. Freie Gdmlgemeinhe: Montag, 15, Februar, 18 Uhr, in ber Aula der Mittelschule, Marktstraße, Berbeversammlung zur Ein Schulung. Serr Lehrer Beder führt eine Arbeitsstunde mit bez Klaffe 8" 3oz. Ru biefem Bortrage find alle Eltern. Behrer und freunde der Schule Iberalicht eingeladen. Die Beriammlung beginnt pünktlich. Cintritt frei. Bildungsausschus: Donnerstag, 18. februar, 7 1hr, findet in ber Bibliothel Beidfelftr. 28 ein Bortrag über: Entfehung und Entmidlung ber Fürstenvermögen". Referent: Landtagsabgeordneter Otto Meier. Gößte herzlich willkommen. 20. Kreis Reinidenborf. Dienstag, 16. Februar, 7% Uhr, Kreisbelegierten. persammlung im Restaurant Schülkenbaus", Reinidendorf- Oft, Refidens ftraße 1/2. Bortrag: Das Seidelberger Parteiprogramm". Referent: Carl Bermuth. Auch andere Barteimitglieder als Gäste willkommen. Heute, Sonntag, den 14. Februar: 8. ht Eintrittskarten au dem heute im Gemerffchaftsbaufe ftattfindenbent Luftigen Abend" find ab 4 Uhr am Eingang zum großen Gaal nod) au haben 51. ht. Charlottenburg. Kilmoorführung Neue Großmacht Rönigin Clifo beth- Str. 5. Borstellung: 3, 5 und 8 Uhr, Breis für Crmadifene 50 f., Rinber 20 Bf. Montag. 15. Februar, 8 Uhr, diefelbe Borstellung. 73. b. Schmargenborf. Die Bandzettel für die Mittwochversammlung find bei Bahr abzuholen und au verteilen. Morgen, Montag, den 15. Februar: 32. 9. 8 Uhr bei Aromphardt, Grüner Weg 49, Borftandsfigung mit bert Gruppenleitern. 34. bt. 7 Uhr Sihung fämtlicher Funktionäre Cabiner Ett. 10. 38. 6. 714 Uhr bei Veter, Schreinerstr. 36, Funktionärbung und Abrechnung mit den BeateEsführern. 74. Abt. Rehlenbot f. 8 Uhr bei Midien. Botsdamer Str. 25, Bortrag: ., Grundfragen der Arbeiterbildung". Referent: Albert Sorlik. Me Ge noffen müffen erscheinen. 77. Abt. Schöneberg. 8 Uhr beim Genoffen Rlamitter, Apofte- Paulus- Str. 7. Borstandssitung. 85. en Straße Cite Berber ftraße, Funktonärfikuna. Bortrag: Deutsche und amerikanische Wirtschaft. Referent: Bernhard Göring. 108. bt, Rövenid. 8 Uhr bei Schula. Bahnhofftr. 34, funktionärituna. Wichtige Tagesordnung. bt. Tempelhof. 7½ Uhr im Restaurantur Linde". Friebrich- KarlUebermorgen, Dienstag, den 16. Februar: 141. t Rosenthal Die Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich geschloffen an der Kreisbelegiertenverfammlung, 7 Uhr in Reinidendorf- Off, Restau rant Rum Schützenhaus". Resibengftr. 1/2. M Mittwoch, den 17. Februar: 98. st. Reutäin. 7% Uhr im Lotal von Teidh. Rnefcbedftr. 185, Abteilungs. verfammlung. Bortrag: Fürſtenabfindung Boltsentscheib". Referent: Landtagsabgeordneter Otto Meier. Die Bezirksführer laden ein. 122. bt. Biesbo: f. 7% Uhr Mitalieberperfammlung bei Barath, Marzahner Straße 31. Bortrag: Die wirtschaftliche Lage". Referent: Genoffe Regge. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 124, bt. Mahlsborf. Oeffentliche Bersammlung 8 Uhr im Lokal von Emil Anders, Bahnhofstraße. Thema: Gegen die Forderungen der deutschen Fürsten". Referent: Franz von Buttkamer. Alle Genoffinnen und Genossen milfen für regen Besuch der Versammlung Sorge tragen. Sunglozialisten. Gruppe Reinidendorf: Montag. 15. Februar, 8 Uhr. im Jugendheim Seebab, Reinidendorf- Oft, Residensstr. 49. Bortrag: Bereinigte Staaten von Europa?" Referent: Sans Gilber. Gruppe Südost: 3m Feuerwehrhaus Reichenberger Str. 66. Bortrag: Sosiologische Be trachtung: Sugenb und Kultur". Referent: Dr. B. Jacob. Bir Litten um zahlreiches Erscheinen. bai Ein gesunder Magen fann burch eine übermäßige Mahlzeit gestört werden, ebenso burch die Angewohnheit des zu schnellen Effens, welches zu Magenver ftimmungen, Krämpfen, Berbrennungen, Betäubungen usw. führt. 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Ratten am Breile von 20 Bf. find noch am Gaaleingang au baben. gruppe. Heute, Sonntag, den 14. Februar: Shinhanfer Bartabt 1: Schule Schönflieker Str. 7. Selmebenb. Selm holkolak: Sucenbheim Eberswalder Str. 10. Rimmer 1. Sikung der Arbeits Barichaner Biertel: Jugendbeine Kiltter Str. Chinefiich Japanischer Märchenabend. Cineberg I: Treffpunkt zur Sentralveranstaltung 6% Uhr am Raffer- Wilhelm- Blat. Beimabend fällt aus. Schmargenborf: Rathaus am Berlaer Blak. Nachmittags 3 Uhr Vortrag: Der Anarchismus in ber proletarifchen Bewegung". Tempelhof: 2nдeum Germaniaftr. 4/6. Abends 7 Uhr Löns- Abend. Realin III: Treffpunkt 9 Uhr Bbf. Reutöiln. Besuch ber Arbeiterwohlfahrtsausstellung. Abt. Fallenberg: Abends 7 Uhr im Jugendbeim Ortsamtsstelle Mt- Glizalde. Lichtbildervortrag: Freizeit der Jugend". Berbebesir! Reinidendorf: Abends 6% Uhr Werbebezirksmitglieber verfammlung. Berbebegir! Dlen: Jugendheim Tilter Str. 4/5. Seimobenb. Morgen, Montag, den 15. Februar, abends 7% Uhr: Gibel 6.- 8.: Sngenbbeim Reichenberger Str. 66. Bortrag: Die beutiche Suftia". Friebenas: Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Bortrag: Die fran aöfifche Revolution". Bermsbert: Jugendheim Roonftrake. Seimabenb. Werbebeziz! Brenzlauer Berg II: Die file heute angefekte Berbebezirks mitgliederversammlung muß umfänbehalber ausfallen. Bildungsfurje: Berbebegir! Brengiamer Berg 1: Jugendheim Danaiger Str. 8. Thema: Cinführung in ben Sozialismus". Rebnez: Genoffe S. Abraham.- Berbe beste! Offen: Jugendheim Rigger Str. 102. Thema: Brattifchez Gostalismus. Rebner: Genoffe B. Theet. Berbebezirk Webbing: Jugendheim SchönstedtStrake 1. Thema: Einführung in bie Boltswirtschaft". Rebner: Genoffe 6. Bothur. Berbebeşir! Zeltowlanal: Schule Stealik, Minaftcake. Thema: Sozialistische Rultur und Erziehung. Redner: Genoffe S. Schula. Berbe. beair? Ofbahn: Jugendheim Lichtenberg, Doffeftr. 22. Thema: Geschichte bes Rapitalismus". Rebner: B. Neumann. Berbebeair! Bankowi Jugendheim Breite Str. 32. Thema: Die beutsche Reichsverfaffung". Redner: Genoffe S. Barthel. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gef& äftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 87/38, Sof 2£ t. Webbing Di., b. 16., 7 1hr, Generalversammlung: Schultheiß Bekenhofer- Ausfbant. Chanffeefte. 64. Anschließenb 9 Uhr gemilt Renton- Brig. 3. Sug: Me., b. 15., Tiches Beifammenfein mit Damen. 7 Uhr, Augverfammlung Sermannftr. 190. 10 Berliner Ciperanto- Bereinigung. Dienstag, 18. Febrer, 8 We, iz Rationalhof, Billamftr. 37( Rahe Bochbahnhof Billam trake) Bortragsabend: Die Efperantobewegung in Rumänien unb Ungara. Gafe milliommen. Eintritt frei. M 1926 LEIPZIGER FRÜHJAHRS- MESSE ALLG. MUSTERMESSE 28. Februar bis 6. März Tabakmesse bis 4. Mirs Schuh- und Ledermesse bis 4. Mirs Textilmesse bis 4. Märs Kunstseidenausstellung bis 10. Märs TECHNISCHE MESSE 28. Februar bis 10. Mars Baumesse bis 6. Märs Grappe Elektrotechnik bis 7. Märs Grappe Eisen- und Stahlwaren bis 7. Märs Gruppe Werkzeugmaschinen bis 20. Märs Wenn Sie auf der Leipziger Messe mündlich mit den Ausstellern verhandeln, dann erzielen Sie Preise und Bedingungen, mit denen Sie wieder gute Geschäfte machen können. Die Geldknappheit schafft Ihnen auf der Frühjahrsmesse eine Einkaufsgelegenheit, die nicht wiederkehrt. Profitieren Sie davon! Meßabzeichen zu Vorzugspreisen und Auskunft durch: Seb Buffner Binchologisches Gefanthaft fericht Donnerstag, 18. Fe Bear, 8 Uhr, im Juftitut file pratiche Bindologie, Rurfürftendamm 45, Retter Boul Buthe liber: Schulbegabung und Lebensbegabung. Betriebstrankenkasse der Stadt Berlin. Montag, 22. februar, nachmittags 5 Uhr, im Rathaus, Königstr. 15/18, Ausschußigung.( Siehe Inserat.) Sport. Die Eislauffämpfe im Sportpalaft = Die Konkurrenzen um die Weltmeisterschaft im Kunst. eislaufen brachten am Sonnabend vormittag internationale Juniorenund Senioren- Kunstlaufen für Damen und Herren. Am Nachmittag traten nach weiteren Wettbewerben vor sehr gut besuchtem Hause die Eishodenmannschaften„ Slavia Prag" und der„ Canadian Students Hockeyklub- Paris" zum internationalen Eishoden an. Die Kanadiermannschaft, die bereits am Freitag den Wiener Eis. hodenverein mit 5: 2 Toren abfertigen fonnte, war auch gestern mieder fiegreich. Die Pariser, äußerst flink und gewandt, tonnten mit 5: 0 Loren in Halbzeit gehen. Im zweiten Teil war die Kanadiermannschaft Baris weiter erfolgreich und fiegte 8: 0 Sturm und Berteidigung der Pariser waren erstklassig, ebenso war ihr Slavia Torwächter Des grofseelleers nicht zu überbieten. Brag war feinem Gegner in feiner Weise gewachsen. Der Beifall, den die Pariser ernteten, war groß und verdient. Geschäftliche Mitteilungen. Bieber ein Rabis- Fortschritt. In den nächsten Tagen erscheint auf dent Markt eine neue Telefunkenröhre: RE 154, eine Spezial- Lautsprecher- Röhre. Diefer neue Tnp wird den höchsten Anforderungen gerecht und ist den normalen Betriebsverhältnissen des Rundfunkteilnehmers auf das allidlichste angepakt. Große Emiffion( 20-25 m/ A.) und ausgezeichnete Steilheit( 0,65 m/ A. pro Bolt) fnb ihre wichtigsten Merkmale. Bei einem Durchgriff von etwa 20 Proz. per. mag bie Röhre bei verhältnismäßig niedrigen Anodenspannungen große Leiftungen abzugeben. Bon besonderer Wichtigkeit ist der sparfame Heiaftrom. verbrauch. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachbr. verb.) Biemlich trübe ohne wesentliche Niederschläge, Temperatur wenig geändert. Em Norben etwas fühler, überall nebelig bis heiter, ohne nennenswerte Niederschläge. Goethe trant fchon das Emser Wasser, altberühmt als Vorbeu gungs- und Heilmittel bei Satarrhen, Asthma, Husten, Heiserkeit, Derschleimung, Grippe und Grippefolgen, Magensäure( Sodbrennen), Harnsäure usw. 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Fernsprecher: Merkur 2033/38; Deutsches Verkehrsbüro Berlin W9, Potsdamer Bahnhof, Erdgeschoß links, Fernsprecher: Nollendorf Nr. 8550/54, die Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Agentur Berlin G.m.b. H., Hotel Adlon, Unter den Linden 1; F. Montanus, Berlin NW 40, Invalidenstraße 93 und das Reisebüro Wertheim, Berlin, Leipziger Straße 132/137. 25% Fahrpreisermäßigung bei Gesellschaftsfahrten nach Leipzig. Auskunft und Anmeldungen bei der amtlichen Fahrkarten- Verkaufsstelle in Berlin und bei dem ehrenamtlichen Vertreter: für die Rückfahrt vonLeipzig: beim Internationalen Verkehrsbüre des Leipziger Messants G. m. b. H Die gegenwärtige Zeit stellt an jeden Menschen ganz besonders bobe Ansprüche. Die heutige Devise, geistige Frische und gesunder Körper, wird leider nur zu wenig beachtet. Wie Sie müllern" und menienbieden", so müssen Sie auch fluvfampen". Was bewirkt fluvtampen? 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Jst dir nicht gut heut'?" frug der Briefträger den Kranken und fah in das aschfahle Gesicht, das vorher noch in roten Freude baden glühte. „ Sehr gut!" heiserte die gebrochene Stimme. Hab' doch Gelt, Geld, verstehst du, Geld! Du, mart' noch mal, nimm doch den Abschnitt, les mir mal vor, was eigentlich drauf steht. Mein Kumpel hierneben, mußt du wissen, hat gestern einen Blutfturz bekommen, er hat die letzten acht Tage, er darf ja nicht mehr aufstehn, lies bu es mir vor." Der Briefträger nahm den Poftabschnitt der Anweisung und tat, als fönnte er nur mühsam die Schrift entziffern. In Wirklichkeit hatte er die Mitteilung schon gelesen. Sie besagte, daß die Mutter des franken Bergmanns heute gestorben sei und von dem Geld feinen Gebrauch machen könne. Als Unterschrift las er: 3imsch, Hausverwalter. Nun aber suchte er in seinem Herzen nach einer anderen Mitteilung, er fonnte es dem Jungen, der selbst in den letzten Stadien der Schwindsucht verröchelte, nicht fagen. Er suchte und fand eine schöne Lüge. Der frante Bergmann schüttelte un gläubig den Kopf: Schön, alle Invaliden bekommen diesen Monat doppelte Rente ausbezahlt? Da schlägt den verehrlichen Regierern wohl das böse Gewissen, was? Was muß ihnen die Bug mit Grund eis gehn, wenn sie so'n Riesengeschent den Invaliden machen? Will man uns damit bestechen? Na, du Geldschipper, dann sag' denen da draußen, daß wir unbestechlich das Banner der Gerechtigkeit hochhalten! Wir hab'n ja auch Zeit dazu." Er lachte bitter hinter dem eiligst abtretenden Briefboten her. Er legte den dreieckig ab gemagerten Ropf auf das Riffen, ruhte sich aus von den An strengungen der Freude. Unter den blaugrauen Augenbedeln dreh ten die Augen, der Adamsapfel ging wie ein Pumpentolben auf und ab, Erregung stieß die Zunge spit zwischen die Lippen. Uff! Beter Dornap, dann friegst auch bu das Geld!" hauchte er zu seinem Nachbar. Uff! Jetzt werden wir alle nochmal Rapitalisten!" • Sein Bettnachbar grinste aus einem würgenden Hustenanfall: „ Nieder mit ihm! Johann, wir werden.. doch.. in. ber.. letzten.. Etunde.. nicht noch.. unseren.. fämpfenden Brüdern in den Rüden fallen!" • .. Eine Biertelstunde dauerte der Anfall. Dann richtete fich der rem Atem Gemarterte auf: Johann, wir haben es leicht, bis zum legten Atemzug rrrevolutionär zu bleiben! Uns bietet man teinen Arbeiterfekretärsposten mehr an, für's Bonzentum find wir erledigt, Karnevalistischer Umzug. Hier kommt der Wagen der Gerechtigkeit, Die ganze Paragraphenkatakombe. Da stehn, erhaben über Raum und Zeit, Die Herren Kußmann, Bewersdorff und Bombe, Kab Ordre V Volks emp Findy JUSTIZ Bellage des Vorwärts Mit großen Siegestaten eingraviert, Wie München, Magdeburg und Grevesmühlen. Juftitia wird als Zugtier malträtiert, D. h. nichtöffentlich, bei Femespielen. OUDE LANDBUND und JNDUSTRIE wir können getrost mit unseren Brübern sagen: Unser Reich ist nicht nun kommt der heil'ge Bund von Schrot und Schlot, Don diefer fapitalistischen Welt! Du, ja, du bift ja bald wieber gefund und friechst bei den Mädeln unter.. ach!.. und gehst tanzen ach! Du wirst noch einmal lebendig und schließt noch einmal den Kompromiß, das nennt man Leben!.. Sechsunddreißig Mart! Ber aber, wie ich, fich mit allen Berdammten diefer Erbe verbunden flihtt ber mill feinen Anteil mehr haben an den Freuden der friedlichen Maffenmörder, der..Rapitalisten. Berstehst du, für ben Fall, daß der Geldbriefträger für mich zu spät tommt, daß die Sechsunddreißig. allein in der Welt stehn. ich stifte fie ber Roten Hilfe.. Kinderhilfe verstehst du!" In dem langen Hustenanfall, der der Rede folgte, verfolgte Johann Fischbach die Borte, die sein Ramerad gesprochen hatte und den Mädeln" liefen feine Augen nach. Aufgerissene Augen starrten in die Riffe der weißen Zimmerdede, mehrlos mar er den peitschenden Strömen des fiebernden Blutes preisgegeben, bas fich aus schwebenden Gefühlen zu Rern und Kraft verbichtete in unmill türlicher Mustelbewegung Mit gefrallten Händen hielt er die Falten des Latens gepreßt, hettisch funkelten die verräterischen Röten auf den Jechbeinen. Sefunden, die ihm die Blut eines Sommer. fonntagsabends vorgaufelten, fielen mit ben müden Augenbedeln nieder und schlaffe Schwäche fog er aus dem faulenden Atem feines Mundes. . Da war sein Bruder, der Bergmann Karl Fischbach an sein Bett getreten, saß auf dem Stuhl und wartete, bis der Schlafende die Augen non felbft auftat. Er wollte feinem Bruder die Nachricht nom Tode feiner Mutter bringen. Er suchte, wie der Briefbote, nach einer fanften Lüge. Saß gern lange martend. Biertelstunde um Viertelstunde schlug vom Klostertürmchen. Da fagte der frante Johann, ohne die Augen zu feinem Bruder zu wenden: Rari, dent' dir, ich hab' sechsunddreißig Mart!" Das ist viel, Johann!" Sechsunddreißig! Starl! Gelb. Glüdlich! Hundert Brote! Hab ich. Bieles dent' ich mir zu faufen dafür. Benn ich, sagt mein Rumpel, gefund bin, tann ich faufen. Aber es dauert noch was. Da liegt das Geld hier ohne Zinsen. Du, mer leiht mohl Gelb? Lieber Johann, halt' dein Geld feft. Die es nötig haben, fönnen es dir wohl ableihen, aber, wenn du es brauchst, nicht wieder zurückgeben. Halt' dein Geld fest," riet lächelnd ihm der Bruder. Karl, haft du Geld?" ... Ja, Johann!" lächelte der Bruber bitter. Ich hab' genug. Du weißt, ich brauch nicht viel. Daß er den legten Groschen zum Begräbnis gebraucht hatte, bas fonnte er noch immer nicht sagen. Beißt du feinen... ficheren Mann, dem ich eine fleine Summe leihen tönnte, so fünf Mart... nicht geschenkt, ehrlich geliehen.. Du mußt verstehn, wenn man nun einmal Geld hat, hat man auch Berpflichtung im Leib... Mit dem Gelb tommt die Verantwortung Du armer Prolet hast ja nie über. Menschliche Berantwortung... flüssiges Geld gehabt, du fühlst das nicht so in der Seele. Aber mer wie ich Geld hat... hat... auch... Berantwortung. Stelle dich in meine Lage. Sechsunddreißig Mart! Furchtbar viel Geld, so ungewohnt viel. Und feine Schulden haben. Ich weiß, wenn mancher es müßte... Aber ich bin ja schlimmer wie im Ge. fängnis... Hör dich mal um, ob du niemand weißt, dent' mal nach, ich tönnt' es dir gleich mitgeben." Karl Fischbach legte den Kopf in die Hand und überlegte lange, lange. Johann bustete sich derweil aus. In den Bausen hauchte er seinem Bruder zu:„ Wer Geld... hat hat... auch... Berant. mortung Weißt du jemand? •. 4.4 *** Ich will einmal telephonieren," sagte Karl und stand auf. Auf dem Verbandsbureau ist ein Rumpel, der fümmert sich um so mas. Barte einen Augenblid." Ja! Ja! Telephonieren mußt du, zu Geldgeschäften gehört das Telephonieren! Du meißt doch Bescheid! Sieh mal, nun telephoniert mein Geschäftsführer für mich in Geldgeschäften, Ja, Berant. 992 Davorgespannt der deutsche Riesenochse. Doch mit dem Vorwärtskommen hat es Not, Denn hinten geht der Spaß ins Paradoxe: Nun kommt ein dekoriertes Prachtgespann, Mit Hermelinen, Kronenschmuck und Orden, Das leider plötzlich nicht mehr weiter kann; Die Achse war schon etwas morsch geworden. wortung." Johann sah seinem Bruder mit glücklichen Augen nach. Er geht ans Telephon." Laumelnd durch den Flur las Karl Fischbach die Schilder ab. Ging ins Arztzimmer. Stellte sich vor. Frug den Arzt nach seinem Bruder. Johann Fischbach, ihr Bruder, Sie wissen doch, wie weit er Dorgeschritten ist, es tommt jetzt rapide. Sie sind doch ein Mann. Acht, auch vierzehn Tage... ** Karl Fischbach, ganz ruhig, frug ihn, ob er dem Bruder den Tod der Mutter noch mitteilen folle. Der Arzt lächelte. Berwandte, die es ihm fagen fönnen, hat er außer Ihnen nicht Zeitung lieft er nicht Bozu, Fischbach? nehmen Sie die Berantwortung auf fich?" „ Dante, Herr Dottor." Trat ab. Aus dem Bett streckten zwei Hände sich entgegen: Haft du ihn gesprochen? Nimmt er das Darlehn? Was sagt er?" Ja, nur unter einer Bedingung nähm er die Hypothet: Gegen zeitgemäße Bankzinsen. Billiger wollte er auch von dir das Geld nicht, sicher nicht von einem Rumpel. Fünfzehn Prozent! Bedingung, daß bu fie nähmft. Es ist ein Rumpel, deffen Mutter geftorben ist. Um die ersten Auslagen zu beden, verstehst du... Er erbt den Hausrat und braucht tein Geld mehr für die Pflege der Mutter auszugeben. Das Zimmer vermietet er nun möbliert an einen Steiger, bringt ihm breißig Mart ein pro Monat natürlich... Wenn du ihm zehn Mart leihen wolltest 08.0 668 Behn?" frug Johann. Zehn, ich dachte an fünf. Es sind ja noch mehr Leute, die in Not find und Geld brauchen, man muß rationieren So was lernt man alles, wenn man nur Geld hat. Na, so nimm die zehn. In der Schublade sind sie. Schreib dir's auf und lege mir den Zettel mit der Adresse in den Raften. Die Quittung bringst du mir auch mit, nicht? Ordnung muß, sein. Und... und... Schutzzoll Der Schutzollbulle, der mit angehängt, Hat keine große Lust mehr an der Schiebung, Indem er nach der andern Seite drängt. Das war ja schließlich nicht der Zweck der Uebung. 00000 FURST NABF DUNG Dr. Everling H ABEKING. 26 Der ganze Faschingszug ist schon ein Schwindel, Der Trubel paßte uns schon lange nicht. Nun kommt gar noch das fürstliche Gesindel! Absteigen! Heinerich, der Wagen bricht! Was haft du, Johann?" fragte sein Bruder. ,, Rarl, hör mal. Und.. für alle Fälle.. muß ich ein.. Testament machen. Du ahnst es nicht, welche Sorgen fommen, wenn man Geld, hat. Drum, ja, drum ist es schwer, reich zu sein, die Sorgen.. für den Fall, nicht aus Egoismus.. Nein. Das Geld muß doch einen Herrn haben. Und wenn.. ich.. den.. Rüdzahlungstermin nicht überleben.. sollte.. Ein Testament, in dem steht: Herr Johann Fischbach hinterläßt seinem Erben.. ein Dar lehn an Herrn Soundso in der Höhe von Mark so und soviel, mit Zinsen, fällig am soundsovielten.. Schreib." Ermüdet streckte er fich lang aus. Schloß die Augen. Karl Fischbach schrieb. Ja, Karl! Und fämpfe für den Sozialismus. Du siehst, das Kapital läßt dem Menschen keine Ruhe. Das Kapital ist teine Idee. Ist ein Drache, der frißt seine Gläubigen. Nicht Ruh und Rast gönnt es dem besten Menschen. Du siehst es an mir, der ich doch fein ausgefodyter Kapitalist bin. Die Sache selbst, das Kapital, ist lebensfeindlich. Die besten Gedanken muß man seiner Erhaltung und Bermehrung midmen. Das Rapital raubt dem Menschen das Allerbeste: Die Kräfte feines Hirns. Die muß er dem toten Gözen in den Rachen werfen. Der Kapitalist fann nicht für die Sache der Menschheit arbeiten. Du siehst es an mir. Sonft hatte ich jeden Gedanken frei für die Beredelung des Lebens.. Für die Ideen der Gemeinschaft. Mein Geld schiebt einen metallenen Keil, ein papier. nes Dokument zwischen mich und den Menschen, dem ich doch nur Gutes tun will. Ich! Aber das Kapital will es nicht. Es verlangt von mir, ich muß gehorchen... Kämpfe für den Sozialismus... Wie weit bist du mit dem Testament?" ,, Fertig bis auf den Namen des Erben. Den fannst du später einschreiben. Bart, ich muß es noch einmal abschreiben. Ein Erem plar muß doch beim Notar deponiert werden." Halt! Karl! Wie- furchtbar! Wenn ich fterbe, mird- es gröffnet, Und tan» bar Schuldner nicht zorÄckzahten, so nbb ihm sein chab und Gut gepfändet und versteigert, chad'» schon in der Zeitung ge» lesen: Zwangsversteigerung wegen Erbteilung. Halt! So geht da» nicht. Ich bin kein Kapitalist. Ich will das Kapital nur zun, Besten der Menschheit benützen! Die Gericht« sind unerbittlich kapitalistisch. Dienen können sie nur dem Privateigentum. In Geldsachen natür- lich. Auch die Arbeitskrast des Proletariers ist sein Privateigentum. Das wird nicht geschützt. Die Ware Arbeitserast. die kann man stehlen, sogar mit dem Schutz der Regierung und der Justiz. Aus dem Raub der Arbeitstraft an Privateigentum des Palleten, da steht ja der Kapitalismus aufgebaut! Karl! Schrecklich klar wird mir das. seitdem ich selbst Kapitalist bin. Mensch! Was Hab ich schon alles mitgemacht, seitdem ich Geld besitze. Eine ganz andere Welt tut sich mir auf. Ich stürze in ein Meer von Erkenntnissen. Du ahnst es nicht! Freilich, du bist arm und hast kein Geld und keine Sorgen. Ach, wie sorglos war ich, ehe die Bestie Kapital von mir Besitz genommen hatte. Geh! Laß mich allein. Do» Testament, nimm eins an dich, eins leg mir in die Schublade. Ich mutz nach- denken. Schreib: Universalerbe ist Karl Fischbach. Nimm da» Geld und geh. Bring mir die Quittung mit. Adieu!" .Soll ich dir etwa» mstbringen, Johann? Etwa» Leckere»?" Der grob« Bergmann hielt de» Kranken weiß« Hand mit dem schwarzen Narbschrammen in seinen Fäusten. .Mitbringen?" Wie abwesend stierte er da» Wort in die Leere:„Die Quittung, ja. und Papier und ein Tintenstift..." .Auf Wiedersehn.' sagt« Karl, aber sein Bruder hört« in sich hin«u... An der Tür angekommen, sprangen ihm die Dränen in» Gesicht. .Karl!" rief der Kranke,„komm nochmal zurück!" Ohne den Kommenden anzusehen, sprach er in die Lust hinein. „Du Host mich glücklich gemacht, weil du mir einen Mann besorgtest, dem ich Geld leihen konnte, ich Hab« niemals Geld wegleihen können, aber nun, da hast du mir diesen Dienst getan. Sieh mal, wenn du etwa» brauchst, ich meine, ich habe ja, wenn du in Not sein solltest, wende dich vertrauensvoll an mich. Du weißt, ich will nur Gutes tun mit meinem Kapital und du Host mir geHolsen, oer- stehst du?" Karl Fischbach schob seine breiten Schultern so in die Höhe, daß der Bruder den Kops nicht schütteln sehen konnte. Blieb nach ein paar Schritten im Flur stehen, hob die Faust an den Mund und preßte den Handballen auf die Zähne. Mit einem zerfetzten Lachen warf Fischbach die Tür hinter sich zu. Draußen besah er sich den Zehnmarkschein, steckt« ihn in die Weste, trat in da» nächst« Delikatessengeschäft, tauft« Brot, Fleisch und«ine Flasche billigen Likör. Dann ging er an die Arbeits- nachweisstelle für weiblich« Personen und suchte, bi» er etwa» für seinen Geschmack und die nächste Nacht sand. Ein Wochenlohn und die zehn Mark waren vertan. Da» Mädchen schlief noch, da wurde ihm ein Brief unter die Tür ge» schoben. Das war die Mitteilung de« Krankenhauses, daß sein Bruder verschieden sei. Der Brief war von gestern. „Bleib noch eine oder zwei Stunden hier. Ich geh ein« kleine Erbschaft abholen," schrieb er auf einen Zettel und entfernte sich. „Wollen Sie ihn noch einmal sehen, müssen Sie zum Zentral- friedhof in die Leichenhalle,? sagte die Schwester Pförtnerin..Die Eigentumssachen sind schon desinfiziert. Ein Zettel besagt, Sie sind sein Unwersalerb«. Gegen Quittung, bitte." Sie reicht« ihm den Federhalter. Er unterschrieb und nahm den Sack. Steckte den Briefumschlag mit den Papieren ein und ging wieder nach Haus. Das Mädchen hatte den Kaffee gekocht. Er setzte sich zu ihr und entzifferte«inen Brief, den der Bruder hinterlassen. „Welch neues Leben seh ich aufgetan!" stand da geschrieben. Mebiit Bruder, nun weiß ich, daß ich noch einmal gesund werde. Niemand von uns hat solcher Art Erkenntnisse, wie sie mir wurden. Ich sreue mich auf Dein Wiederkommen. Wir werden uns aus» tauschen, und Du wirst mein« neuen Gedanken ausschreiben. Wie glücklich bin ich. daß mich die Krankheit zum Stilliegen und Nach- denken zwingt. Ein Mensch, der im Leben steht, kann gar nirht darüber nachdenken. E» ist mir, al» wenn alle Gedanken, die da» triebhaft lebendige Leben nicht zu Ende denken ließ, aus mich ein» stürzten, von mir zu End« gedacht werden wollen. Nur der kann rein denken, der kein Interesse mehr am Leben Hot. für den e» sich nicht mehr rentiert, zugunsten einer Klasse zu denken. Komm«, so schnell Du kannst, ich martere mich an den paar Luchstaben ab, Du sollst es aufschreiben. Tag und Nacht denke ich. Nun wirst du bald hier sein. vollendet und klar steht die Lösung vor meiner Seele. Ich warte..." „Mußt du nicht noch Speck und Brot holen? Ich Hab alle» auf- gegessen!" Lochte das Mädchen,„Oder sollen wir heut aus Fahrt gehen?" Karl Fischbach legt« den Zettel in seine Brieftasche. „Aus große Fahrt! Dielleicht stoßen wir unterwegs auf die rote Armee.. Papst unö Zensor. von Egon h. Strahburger. Die hervorragendste Erfindung de, Mittelalter», die Buchdrucker. kunst, mag den Päpsten keinen gelinden Schreck eingejagt haben; mit einem Blick war zu übersehen, wie groß die Tragweit« war, die eine Luchveroielfältigung in verhältnismäßig kurzer Zeit an- richten tonnte. Di« Mönche, die wohl zu den wenigen Schrift» gelehrten jener Zeit gehörten, waren in Gefahr, dos«hriftoorrecht zu verlieren, und die Kirche, die sich ihr« Bücher und Werke von ihren Gottesdienern schreiben ließ, stand plötzlich vor der Gefahr der Popu< lorisierung des Schrifttums. Da griffen GeifUichkeit und besonder» die Päpste zur Zensur Mit allen Machtmitteln predigte der Gottesmonn von der Kanzel herab, daß jede freie Wellanschauung Sünde gegen Gott sei, daß jede» Buch zu verdammen sei, da» eigene Ideen brächte. Man sprach sofort von ketzerischen Schriften, von Abtrünnig ketten von Gott und von der Vergeltung im Jenseits. Die Päpste griffen machtvoll in die Speichen der Räder. Sie errichteten Zensuren und verordneten, daß kein Buchdrucker bei Ver. meidung der Strafe des Bannes dos Buch drucken sollt«, bevor der Bischof seiner Diözese e» nicht begutachtet und die Druckerlaubnis ertellt habe. Die Kirche, die Liebe und Vergebung predigte, lieh Zuwider handelnden körperliche Züchtigungen angedeihen, und die Bücher wurden vernichtet. Papst Leo X.(1476—1821) beschränkte jede Presiefreiheit. In der Mitte de» IS. Jahrhunderts sah man sich in Rom ge- nöttgt, infolge des Ueberhandnehmen» schlimmer Bücher ein Der- zeichni« der verbotenen Werte herzustellen.(Index.) Papst Paul V. war der Urheber, und seinen Nachfolgern war dieser Index ein ebenso wichtige» Werk, das täglich veroollftändigt wurde. Auf der Trienter Kirchenoerfammlung spielt« der Inder eine wesentliche Rolle, und Jahrhunderte hindurch bedeutete dieses Buch da» Ergebnis der strengen Zensur. Im Jahre I7SS unter Benedikt XIV. ging e» bi» aus weiteres ein. Der GeiftNchkeit war die» am Zeugeflicken ein störender Punkt In der Erscheinung Flucht. Das Mittelaller kannte in> Klosterwesen keine Leidenschaft, die ihm fremd war. Die Päpste, die Kardinäle und Aebte amüsierten sich in einer Weise, die nicht gerade an Kosteiung am Fleische und an der Seele erinnerten. Jedes Be- leuchten des ergötzlichen Daseins, jede Satire daraus wurde in Rom unangenehm empfunden. Den betreffenden Autor unschädlich zu machen, war Gebot der Stunde. Wie mancher Schriftsteller lener Zeit endete infolge„ketzerischer" Ideen auf dem Scheiterhaufen. den anderen eine Warnung! Neben diesen Unllebsamkeiten, die die Pfaffen au» ihrem omü- sanken Dasein aufschreckten, war die Zeit der Abtehr von der katho- lisch«, Kirche eine böse Sache. Die aufklärenden Werte bereiteten dem Papst nicht geringe Schmerzen, und wieder stürzte sich der Klerus auf die Bücher. Wer ohne Zensur publizierte, ging des Buchhändlerprivilegiums verlustig, mußte sehen, wie seine Arbeit in der Flamme aufging. bekam 1« richt g romantisch und srauenwild, dazu noch mit einem Wander- trieb behaftet. Ueberall findet er Frauen, die ihn lieben, mit seinem Freund«, einem Großindustriellen, duelliert er sich deshalb, schließlich heiratet er aber doch die Frau, die ihn seit Iahren liebt und eine Tochter von ihm hat. Uno als diese Tochter von ihrem Geliebten verlassen wird, tritt er al» Rächer der Ehre auf, doch es kommt zu keinem Totschlag, da der junge Mann ausgleitet und sich beim Fall das Genick bricht: Otten kehrt daraus mit den besten Dorsätzen zu seiner Famil e zurück. Und das olle» wird in einem sinnigen Rudolf Hsrzogschen Deutsch gegeben, wovon der FUm köstlich« Proben bringt. Warum Dr. Josef Otten als Abenteurer bezeichnet wird. gehl weder aus dem FUm noch au» dem Roman hervor. Rudolf silmtem Zustand. Jedenfalls zeigt der Film,'wie schlecht dies« Roman ist. Man spielt« ganz im Sinne des Verfassers. Was bei Pirandello, Bang und Thomas Mann vorbei gelang, wurde hier Ereignis. Alle» war echt« Rudolf Herzog. Man wird den Ein- druck n'cht los, da» ist die große Welt, wie man sie sich in Meseritz vorstellt. Rudolf Dwor»ty, der Regisseur, dämpft nicht, er unterstreicht noch. Mady E h r i st ia n» spiell z. B. die Frau de« Großindustriellen, die ihren Mann betrügt, ein« Figur, die bereits hn Roman grotesk übertrieben ist, ob« der Regisseur steigert noch, er läßt dide Frau nur kokettieren, jede Geste deutet dieses Bemühen an. dem Zuschauer wird in jeder Szene eingehämmert, die Frau will betrügen. Dadurch kommt aber etwas Stereotypes in die Dar. stellung. Alle Schauspieler sind zu sehr auf«inen Ton abge« stimmt, sie wandeln sich nicht. Dworsky verzichtet auf jede Fein- arbeit in der Ausdeutung der schauspielerischen Leistung, er begnügt sich mit dem Umriß, er gibt Typen statt Persönlichketten. Brause- weiter ist nur schüchtern. Hofmann nur arrogant und Erna M o r e n a nur gedrückt und duldend. Darstellungsmöglichkeiten erscheinen nicht ausgenutzt. Harry Liedtk« spielt die Tüelpartie. Wenigstens bleibt dadurch dem Zuschauer die Dämonie erspart, die Liedtke in sanften Ernst oerwandelt. Ab« Ernst liegt diesem Schau- spieler nicht, er wird in solchen Momenten beängstigend konventionell. Am besten gelangen ihm deshalb Szenen, m denen er d« lieben»- würdig und dabei leise wehmütig lächelnde Verführer sein darf, in denen er sich mit elegant« Gest« im Frack zeigt. Hier ist er manch- mal faszinierend. Der Fehler de» Film» liegt vor ollem in einer aufdringlichen Ueberbetonung. hinzu kommt«in« etwa» zu breite Anlage. Natürlich wirken Ausnahmen von Italien und vom Köln« Karneval äußerst dekorativ, aber sie können auch den Ablauf der Handlung verzogern. Im ganzen ein nett gearbeiteter Spielsilm mit der üblichen den Kitsch streifenden Handlung: mit Schauspielern. die an anderer Stelle ihr Können bereits besser erwiesen haben. _ F. S. ,der Mann ohne Schlaf.' (2IX. Surfürstendamm.) Man ging nicht au» innerer Notwendigkeit daran, das Leben dieses Schlofwagenkontrolleurs zu verfilmen. Man wollt« nur unterhalten, aber da» ist nicht restlos gelungen. Man läßt den schlaf wagenkontrolleur zwei Bräute haben, eine in Berlin, ein« in München, folglich bekommt er keinen Schlaf. Doch er findet ein Hol-band. das ihm 5000 Mark Belohnung einbringt und die Zusicherung, nach Ablauf eine« Dienstjahre» 50 000 Mark zu erhalten Di« bekomm« er auch, obwohl er entlassen wird, da die 5000 Mark ihn schon derartig verwirrten, daß er einer ganz un- möglichen Gräsin ins Netz ging. Diese„Hans-im-Glück-Geschichte' ist, obwohl das Manuskript von Max G l a ß ist. reichlich unwahr- scheinlich gehalten. Und der Film ist, trotzdem Karl B o« s e die Regie führte, dergestalt iv Bilder gesetzt, daß man die Begründungen durch das Wort entbehrt. Boese hat prächtige Berliner Film« ge- schaffen, darum wollte er offenbar in leiner Art bleiben, ob« e» gelang ihm so manches daneben. Er bekundet allerlei Sorgfalt in seiner Arbeit, doch ist kein frischer Zug darin. E# wird oft langweilig, und Harry Liedtke ist direkt schläfrig. Wenn er weiier- in so lasch spielt, ist er bald als fescher Filmliebhaber erledigt. uch Helgo Molander» darstellerische» Können hat Boese nicht so gut wie sonst ausgenutzt, und die talentierte Maly D e l s ch a s t läßt er etwas zu ungelenk eine Münchener Kellnerin spielen. Fritz Kompers war ein« glänzende Type als Schantbursch«. Die schöne Hann! W e i ß e sah unmöglich aus in einer ganz unglaublichen Rolle. Der Photograph Alfred Hansen gab sich große Mühe und sicherte wenigsten» seinerseits einen vollen Ersolg. Sehr gut war die Ufa-W o ch e n s ch a u. E» fehlten weder die Sensationen, wie Flugzeugakrobaten und die Zufallsaufnahme eines untergehenden Dampfers, noch die Leute, von denen man spricht, wie der gestenreich redende Mussolini, Herr Stresemann und Riddy Impekoven_«. b. »Heiratsannoncen.' (Alhambra.) Daß d« komische Nein« Kaufmann Hermann P i ch a zum Schluß seine energijche Frau Ellen Plessow kriegt, ist eigentlich da» Nettest« an diesem Film, wenn«s auch dem Publikum viel wichtiger gemacht werden soll, daß die.um Bagatellen gcschfetene' Ruth Weyher ihren Johanne» R i« m a n n, der bereit» ihr Mann war— sie liebten sich beide unendlich und wollen noch immer vor Liebe oergehen— wiederfindet. Wobei e» selbstverständlich fit, daß auch die niedlich« Hanny R e i n w a l d, die im Film Pvonnc Renfisch heißt und die Tochter der Bankier» Leopold Renflsch ist, ebenfalls an den Mann kommt, den sie liebt. Was eigentlich eine Geschmacksverirrung ist angesichts des süßlich-blafierten Kerl», den Max Landa verkörpert.— Da» Manuskript de» Film» ist von Ruth G o etz: man merkt, daß sie dergleichen schockweise fabriziert. Auch Fritz Kaufmanns Regie konnte aus dieser Belanglosigkeit kein Werk von Bedeutung machen. Immerhin hat er wenigstens die kleine Nebenherangelegenheit um Hermann Picha nach Möglichkeit ausgenutzt und im übrigen, das sonstige öde Einerlei durch etliche graphisch nette Bilder aufgehellt. fiel symp-ithistber al» dies„Zeitbild' berührte ein lustiger amerikanischer Trickfilm, der vorher lief, die Zuschauer. Wie hier der Zeichner jede Möglichkeit ausgenützt hat, seine Helden. Knurr und Pizi, in den schwierigsten Situationen zu zeigen, erweckte oft all- gemeine Lachlust.' Tes. Frankenburg FUm- und Bühnenschan Orot« Fr«nl(tun«f Slntr 74 Bin Walrertraum Ab Dienst««- Lotte Neumann: Ol* Freu Merkur- Palast Palifadenstr.za. Ecke str»usbg.str >«»««»»a . Ein Leben$kOn$tler Der Kaimt tun die Belmai u mauta«: Marccos«rsta Ll«b« Di« Zwtl-IngsiehwcBtor Seiloge öes vorwärts - Kultur- und propaganüaftlme. (Alhambra.),,„, Die Reklame hat längst den Film als eines d« wirksamsten und und vornehmsten Mittel entdeckt, um für eine Sache Propaganda zu machen. Behörden. Städte, private Firmen benutzen in gleicher Weis« diese neue Methode, und so hat sich bereits ein« ansehnlich« Industrie auf diesem Gebiet entwickelt. Es gibt natürlich besonder« Schwierigkeiten, well die Auftraggeber genau vorschreiben, was in den FUm hinein soll und außerdem zumeist wünschen, daß da» Sachliche von ein« unterhaltenden Spielhandlung umgeben sei. Die Regisseure haben e» nicht immer leicht, all diesen Anforderungen nachzukommen und trotzdem etwas für das Publikum Genießbares herauszubringen. Bei den Proben, die aus der Deulig-Pro- duktion gezeigt wurden, war die» freilich in hohem Maß« gelungen. Der Film„Hamburg hat's eilig!" gibt ein bewegtes Bild von den mannigfachen Derkehrsmöglichkeiten dieser Stadt, wo neben dem Usblichen auch der Dampfer eine große Rolle spielt. Man fuhr mit der Hochbahn. Etroßenbahn, Autobus und Dampfschiff durch Hamburg und Umgebung, und an instruktiven Beispielen wurde gezeigt, wie man sich im Verkehr zu benehmen hat, um Gefahren aus dem Wege zu gehen und seinen Mitmenschen ein angenehmer Nachbar zu sein. Hamburg hat vor Berlin sogar einige» voraus: man sah«inen sehr praktischen Verkehrsplan an der Decke.— Ein anderer FUm„Liebe a l« Erzieher", der im Lustrage eine» kirchlichen Erziehungsverband«» hergestellt ist. führte die Fürsorge- «rziehung in Templin und in Frankfurt a. d. O. in interessanten Bildern vor. Auch hi« ist«ine kleine Handlung zugrunde gelegt. An dem Beispiel zweier Jugendlicher, eines jungen Diebes und eines sittlich verwahrlosten Mädchens, wird gezeigt, wie Lieb« und Arbeit Gestrauchelt« wieder auf die rechte Bahn bringen können. Die mannigfachen Einrichtungen dieser Anstalten in Küche. Garten und Lehrwerkstätten weroen eindringlich vor Augen geführt. Voran gingen ein netter Scherenschnittsilm„Aus Schneekönigs R«> ch", der für die Gasöfen der städtischen Gaswerke Reklame macht, und«in etwa» breit geratener Film.Mit den Dander« schafen auf die Rauhe Alp", der prächtige Landschaft»-, Volk»- und Ti«bilder in sich vereinigt. r. .Sketchen Schubert.' (Schauburg.) in ein Film-Singspiel ist man machtlos. Dies ist ein« An- gelegenhest für junge Liebesleute, die sich romantische» Liebesleben in Liedern nach Schuberi, Schumann und Johann Strauß vor- lngen und zugleich im Bilde vorführen lassen wollen. Selbstver- Ländlich spielt die Geschichte in der Biedermeiazeit schon von wegen dem Kostüm, und well es damals in der Lieb« noch so schön und rührend zuging. Der Gutsbesitzeresohn, der nach Iahren des Fort- stin» in» väterliche Haus zurückkehrt—.trara, trara, die Post ist da"— liebt immer noch das arm«, ab« hold« Gretchen au» dem kleinen Nachbarhause. Fest- und Liebestag« folgen einand«, ab« der vä Mir Loh» kommen. Aber siehe da: auch sie hat ihr. so wirkt da» Paar zusammen, um alles nach seinem Wunsche zu lenken. Und al» die große Verlobungsfeier heranrückt, kommen natürlich die Richtigen zusammen und alle» schwimmt in Wohllaut und Lieb«. Wenn man noch hinzufügt, daß die Darsteller sich prächtig in den Zeitrahmen hineinfanden— Wilhelm Diegel- m a n n al» behäbiger Gutsbesitz«. Erich P o r« m I k i al» treuer Liebhaber, Lydia von Rodenberg und Ine» De Castro al» kontrastierende Liebhaberinnen, Hermann Picha als fröblicher Postillion und da» lustig« Paar au» der Küchenregion. Heinz Lud- w i g und Ruth L a y e r— sowie daß Richard S ch ö n i a n die " inden musikalischen Motive prächtig zusammengestimmt hat. so ist olle» gesagt. Musik und FUmbewegung harmonierten out mit- einander, wenn man auch nie den Eindruck hat, daß beide» au» ein« Quell« kommt. Film ist bewegte Handlung, lyrische Musik Stillstand und Beha.ren im Gefühl. Beide» schließt einand« von Rechts weaen aus, aber da» Film- Singspiel hat trotzdem seine Freund«. Vorcus ging ein reichhaltiges Varietiprogramm. r. .Vena Sie Liebe nicht war!' (Marmorhaus.) Durch- diesen Film ist zu den üblichen GesellschaitssUmen ein neuer hinzugekommen. Der Neuling fällt ganz bestimmt nicht durch irgendeine neu« Idee aus, im Gegenteil, es werden allzu geflissent- lich breitausgetretene Pfad« gewandert. Der gewaltsam glückliche Schluß beschert drei in Aussicht stehende Vermählungen. Dabe: mutz man sich gerade diesmal mit dem Inhalt auseinandersetzen, weil der Regisseur Robert D i n« s e n den ganzen Film auf Text- ausaestaltung anlegte. Er gebrauchte nicht die Handlung, um ein große», glitzernde» Blendwerk von Filmefsekten aneinanderzureihen, — wie die Amerikaner«»«rsolgsichcr in solchem Falle tun—, sondern er läßt die Szenen spielen, weil im Text diese und jene Wort« stehen. Darum wirkt es so verlogen, wenn da» kleine Bureaumädel, an dem der Adelig« vor Abschluß der standesgemäßen Heirot erst die Lieb« probiert, sich von ihm elegant« Toiletten schenken läßt, mit ihm auf Reisen geht, in einem Hotel wohnt und mit Zimperlichkeit die hausbackene höhere Tochter spielt. Technisch und darstellerisch bleibt der Film nicht» schuldig. Dennoch muß erwähnt«erden, daß Harry Holm merklich, und zwar von Rolle zu Roll«, in seinem Können wächst. Imogen Robertson halle recht gute Momente. Jenny Ingo brauchte sich nur aus da» oute Ausseyen zu beschränken, und S ch l e t t o w spiell« in stet» korrekter Haltung seinen Hotelgeschäftssührer. e. d. 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Der Pastmelster Mozarisaal Das Haus der Lüge Hollendorfplats Tartuff Lichispiels Das Haus der Lüge Turn sirais Kingstadt Das verschwundene Brillantenkollier Auf der Bühne: Gastspiel Jansen- Jackobs Seine Hoheit verlobt sich Auf der Bühne: Henri de Vries Friedrich straße Seine Hohelt verlobt sich Alexanderplatz Das Haus der Lüge Weinbergs Ein wey Walzertraum Relchshallen- Theater Abends 8 U., Sonntag nchm.& U. Stettiner Sänger Nachm halbe Preise volles Abendprogramm! Dönhoff- Brettl 10 Nummern! Landsberger Allee 40-41 Ecke Petersburger Straße Heute und morgen: Der große indische Prunkfilm ,, Die Leuchte Asiens" Jugendliche haben Zutritt! Boxkampt Paolino- Diener Ab Dienstag: Dessauer Intimes Th. 8 U. Möniggrätz.Str. Das Mirakel der Wölfe Gustav Charlé T: Hasenheid.2110 Zwei große Schlager: 31%, Uhr: KL Pr. Kurt Vespermann Famil. 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