Mr. 158. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pig., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die politische Lage Italiens. II. Die moralische" und die soziale Frage" in bezug auf Crispi. Mittwoch, den 10. Juli 1895. Führer der herrschenden Klasse, die da durch, daß sie ihn stügt, ihre Klassen interessen vertheidigt." Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Sogar in Italien haben wir ein anderes Beispiel, das unsere Auffassung bestätigt, nämlich Herrn Cavallotti in eigener Person: Er hat durch ähnliche Enthüllungen den Cavallotti antwortete im Namen der Radikalen, er Leiter eines römischen Blattes, der berühmt war als allglaube nicht, daß die Abstimmung diese Bedeutung haben mächtiges Orakel fast aller Ministerien, seiner ganzen Eine der eklatantesten Episoden des Wahlkampfes war müsse und Philippo Turati, der geniale Vorkämpfer des Macht beraubt und sogar seine Verurtheilung durchgesetzt die unerschöpfliche Reihe vont persönlichen Angriffen Marxismus in Italien, schränkte heute in seiner Rund- wegen älterer und neuerer unmoralischer Handlungen und Cavallotti's, des Führers der äußersten Linken, gegen Crispi. schau ,, Critica Soziale"( Soziale Kritit") die Worte des Abg. Bestechlichkeit. Cavallotti hat mit unermüdlicher Energie die Dotu- Costa etwas ein, indem er die Thatsache hervorhebt, daß Warum haben dann nicht einmal die heftigsten, ermente, die Indizien, die Beweise hinsichtlich der in anderen Ländern, wie in England und Frankreich, eine bittertſten unerbittlichsten Angriffe auf Crispi den persönlichen und politischen Moralität Crispi's gesammelt solche phänomenale Bescholtenheit bei Staatsmännern ein- gleichen Erfolg gehabt? und während mehrerer Wochen war die italienische fach unmöglich sei oder vielmehr, daß ein solcher Mensch Der hauptsächliche wenn nicht einzige Grund ist, daß und auswärtige Presse, und durch Rückwirkung die dort augenblicklich durch die herrschende Klasse selbst würde die Abstimmung am 25. Juni stattfand unter dem Eindruck ganze öffentliche Aufmerksamkeit voll gespannter Erwartung beseitigt werden, und daß in Italien die Deputirten der des Schreckens, welcher der herrschenden Klasse ob des der letzten Veröffentlichung M. Cavallotti's, die ein er Lombardei, in der die Bourgeoisie am höchsten entwickelt ist, unvermutheten Sieges des Sozialismus drückendes Belastungsmaterial gegen das Leben Crispi's zu drei Vierteln gegen Crispi gestimmt haben, während die in die Glieder gefahren war. bildet, von seiner Trigamie( Dreiheirath) an bis zu den Majorität sich aus Deputirten Süditaliens zusammensetzt, Und Crispi, der mit allen Hunden gehetzt ist und keine Wechseln, die den Baufen nicht bezahlt wurden, und bis wo es noch gar keine Bourgeoisie giebt. Gewissensskrupel hat, schwenkte fortwährend vor den ents den 50 000 Fr., die er erhalten hatte, 11m Um eine vollständigere Erkenntniß der Gründe der be- jetzten Augen der herrschenden Klasse die Schreckensfahne Cornelius Herz das große Band irgend eines zeichnenden und unseligen Abstimmung des 25. Juni zu des Sozialismus, der Anarchie und der blutigen Revolution Drdens mit einem töniglichen Handschreiben ver gewinnen, wollen wir daran erinnern, daß Crispi selbst 11. s. 1. was alles er in seiner Wahlrede in Rom zuleihen zu Lassen, was noch im letzten Augen 1878 durch die damals zum ersten Male erhobene Anklage sammenwarf; und er that das in der wohlberechneten blick durch das Dazwischentreten Rudini's, des Vorgängers der Trigamie gestürzt wurde; in diesem Jahre, 1895, hin- Absicht, den Klaffenhaß anzufachen und anzustacheln; und Crispi's, und Rattazzi's, des Exhausministers, der jetzt die gegen ist er nicht einmal gestürzt, trotzdem man zu dieser der Bourgeoisie Angst zu machen, damit sie einen„ Retter" Enthüllungen Cavallotti's bestätigt hat, verhindert wurde. Anklage noch sehr viele andere hinzufügte mit erdrückenden nöthig hatte. Die Frage mußte unbedingt vor die Kammer kommen, Schuldbeweisen und Dokumenten. und sie hat in der Sitzung vom 25. Juni ihre vorläufige Lösung gefunden durch Ueberreichung eines Autrages, der von sämmtlichen Mitgliedern der äußersten Linken, die Sozialisten eingeschlossen, unter zeichnet war, und auf grund dessen eine Untersuchungskommission eingesetzt werden sollte, um zu entscheiden, ob Cavallotti ein Berleumder oder Crispi ein Schurke ist. git Crispi sagte, er hätte kein Wort der Vertheidigung zu erwidern, denn sein ehrwürdiges Alter und seine dem Vaterlande geleisteten Dienste machten ihn unverwundbar gegen Beleidigungen und Verleumdungen. Die Erklärung dieser Thatsache ist nur möglich, indem man den Klassentampf, diesen Wunderschlüssel für alle sozialen und politischen Probleme in betracht zicht. In der That sind in England Politiker in den höchsten Stellungen durch die Beschuldigung des Ehebruchs parlamentarisch und somit politisch unmöglich geworden, und ebenso in Frankreich durch die Beschuldigung der Bestechlich feit, die sogar den Namen fin de siècle"( Jahrhundertwende) oder ,, fin de classe"( Klassenende) des Panamismus erlangt hat. 1.Nach der Eröffnung der Kammer hat er in derselben Art operirt, woraus zu ersehen ist, daß er, falls er die marrische Theorie des Klaffenkampfes nicht kennt, doch ein sehr feines und instinktives Verständniß dafür hat. Das sind die Gründe, warum in Italien Crispi im Jahre 1878 auf Anschuldigungen hin stürzte, die jetzt, obgleich sie mehr als verdoppelt sind, nicht zu seinem Sturz hinreichten. Sicherlich ist es nicht unbedingt nöthig, daß eine herrschende Klasse, um sich im Alleinbesitz der ökonomischen und politischen Macht zu erhalten, immer ihre Zuflucht zu Es ist gleichfalls wahr, daß die große Mehrheit der numoralischen Menschen nimmt, aber in dem gesellschaft Ein ministerieller Deputirter beantragte die Vertagung Parteigänger Crispi's Süditalien angehört, das sich noch lichen Gesammtleben giebt es ebensowenig eine freie Wahl des Autrages auf unbestimmte Zeit und von 405 Ab( wie ich in meinen Artikeln im vergangenen Februar dar- wie im Einzelleben. Prof. Enrico Ferri. geordneten haben in öffentlicher Abstimmung 105 eine Belegte) in der sozialen Entwickelungsstufe des mittelalterlichen ( Schluß folgt.) sprechung des Antrages gefordert, doch 283 haben für die Feudalismus mit einer noch nicht oder kaum existirenden Vertagung gestimmt und so den Antrag begraben. Bourgeoisie befindet. Der sozialistische Deputirte Andrea Costa hat bei der Begründung seiner Abstimmung und der der seiner sozialistischen Genossen, den Standpunkt unserer Partei in Denn wie die gesammte radikale Partei, dringt er nicht den Worten dargelegt, daß für uns hier nicht nur eine weiter als bis zur persönlichen oder politischen Oberfläche moralische Frage bestehe, sondern auch eine soziale Frage, der sozialen Berhältnisse unserer Zeit und er verlangt die denn Crispi ist in diesem Augenblick der Beseitigung der Wirkungen, ohne die Ursachen beseitigen zu Vertreter oder vielmehr verantwortlicher wollen. Was war die Bedeutung und was die Erklärung dieses Toch alles dics widerlegt nicht, sondern bestätigt nur ganz persönlichen Sieges des Ministerpräsidenten? So die sozialistische Erklärung, und die einzig wahre und that Politische Leberlicht. fragen wir, indem wir von den Volkskundgebungen zu sächliche Erklärung des persönlichen Triumphes Crispi's Berlin, 9. Juli. gunsten Cavallotti's und den Parlamentskundgebungen zu über seinen Gegner Cavallotti, der unbescholten und edel Der preußische Landtag wird morgen um 2 Uhr gunsten Crispi's ganz absehen. sowohl in seinem privaten wie auch seinem politischen Nachmittag mit einer königlichen Botschaft geschlossen Leben, aber auf dem Gebiete der Politik ein Baum ohne werden. Die Agrarier ziehen befriedigt zu den heimathWurzeln ist. lichen Ochsen. Sie werden zwar schreien, daß ihnen nicht genügend in den Beutel gestopft wurde, aber innerlich find fie zufrieden und das Schreien gehört zu ihrer Geschäftspraxis. Müssen sie doch das unmögliche aufs lärmendste verlangen, um alles irgend mög liche rasch bewilligt zu erhalten. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Berliner Märstage. Seine Worte galten einem hochaufgeschossenen blonden Der blonde Offizier war sein Ziel. Aber der WageLieutenant, der, um sich unkenntlich zu machen, einen schlichten muth des Tapferen sollte gar übel entlohnt werden: die Soldatenmantel angezogen hatte und von der dunklen Ein- seltsame Erscheinung batte bereits die Aufmerksamkeit des fahrt der verrammelten Scharrnstraße aus die Soldaten mit Feindes erregt, und von mehreren Seiten zugleich stürzten 59 aufstachelnden Worten in den Kampf trieb. Auf Sprung- sich die Soldaten auf den verivegenen Schnürrock. weite war Anton bereits dem Blonden nahe gekommen, da Den bringt mir lebendig," rief der Offizier im Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. legte es sich plötzlich wie ein dunkler Schleier auf seine Soldatenmantel, einen Thaler auf Schnaps, wenn Ihr'n Jetzt war der Augenblick für die Heißsporne gekommen, Augen, die Waffe entfiel den erschöpften Händen, und er kriegt!" die ihren überschäumenden Kampfesmuth so lange hatten fant bewußtlos zu Boden. Rasch sprang Florian auf den Die Aussicht auf die versprochene Belohnung spornte zügeln müssen. Mit ihren Aerten und Piken und den Stürzenden zu, um ihn hinter die Barrikade zu schaffen, den Eifer der Soldaten. Mit Löwenmuth wehrte Herr sonstigen Waffen, die der Augenblick ihnen in die Hand ge- aber schon hatte ein halbes Duhend grober Fäuste Kasimir sich gegen die Uebermacht, Bliz auf Bliz kreuzte geben, sprangen sie von der Brustwehr hinab in die vordersten den Träger gepackt und ihn sammt seiner Laft zu Boden gerissen. sein Säbel die feindlichen Bajonnete. Da warf ein heftiger Reihen der Feinde, während das Feuer der Büchsenschützen" Wart, Jung', dat will'n wi Di besorjen," schrie ein Stoß ihn platt auf den Bauch, und triumphirend schleiften sich auf die nachrückenden Kolonnen richtete. So manche bartloser pommerscher Junge ihn an, der erst vor wenigen die Soldaten ihn über den Kampfplatz. Heldenthat ward da von schlichten Männern im Arbeits- Monaten den Schäfertittel gegen des Königs Rock ver fittel vollbracht, die nie zuvor eine Waffe in Händen ge- tauscht hatte. " Was hab' ich Euch gethan?" stieß Florian Schnick hervor, indem er verzweifelt um sich griff und einen Halt zu gewinnen suchte. Seht Ihr nicht, daß ich. ihn nur wegtragen wollte?" " Schlagt den Hund nieder, wenn er nicht mitgeht," zischte der Lieutenant aus seinem Winkel. Aber noch gab der Ueberwundene sich nicht verloren: ein furchtbares Gebrüll entfloh seinem Heldenmunde und vermeldete den Freunden die Gefahr. Und an der Brustwehr der Barrikade erschienen ein paar geängstigte Mädchengesichter und starrten in banger Spannung nach der wilden Szene. " Hilfe! Rettung! Unser Pole gefangen!" ertönte ihr durchdringendes Geschrei. Die muthigsten von ihnen, Bertha Jachuick voran, sprangen keck über die Brustwehr, und ein paar handfeste Burschen unter Ferdinand's Führung folgten ihnen nach. Mit wenigen Sägen waren sie an der habt hatten. Der Kühnsten einer war Anton Kowalla, der Mit Hilfe seines Nebenmannes zerrte er den Schneider im hizigsten Gefecht stand und mit seiner Eisenstange an den Beinen unter dem regungslosen Körper Kowalla's mörderische Hiebe austheilte. Echon ranu aus zwei hervor, um ihn als Gefangenen abzuführen. Bajonn etwunden in Hüfte und Echenkel das Blut an seinen Kleidern herab, aber mit Löwenmuth focht er weiter, der Wunden und Schmerzen nicht achtend. Die ganze Erniedrigung und Schmach seines proletarischen Daseins wollte er von sich abwaschen in diesem blutigen Streit, der ihm die Mannes würde zurückgab. Vergebens rief Florian Schnick, der in einer Aufwallung von Menschenliebe die Waffen von Schon hatte der Pommer den Kolben aufgenommen, Seite der Verfolger. fich geworfen hatte und nur noch den Verwundeten um ihn auf den Schädel des kleinen Sachsen niedersausen Willst' n woll loslassen, Kerl!" schrie Bertha wüthend Samariterdienste leistete, dem Ungestümen warnend zu, daß zu lassen, als plöglich von der Flanke her eine Hünen- den einen der Gardisten an, die Herri Kasimir bei den er sich verbluten würde-Anton Kowalla kannte kein gestalt auf den Angreifer zusprang und ein furchtbarer Armen festhielten und mit heftigen Stößen vorwärtsMaß in seiner entfesselten Leidenschaft, deren Gluth die Säbelhieb ihm zwei Finger von der Hand trennte. drängten. Gleich einer wilden Kate krallte sie sich in seinen Sehnenkraft seines Körpers bis auf den legten Neft zu verArm fest und biß ihn so empfindlich ins Fleisch, daß der zehren schien. junge Kriegersmann vor Schmerz laut aufschrie und den Noch den dort... den Langen!" schrie er dem Gefangenen aus seiner Umklammierung losließ. Schneider zu, indem er seinen Eisenprügel so wuchtig im Kreise schwirren ließ, daß die auf ihn eindringenden Soldaten unwillkürlich zurückwichen. Vivat Polonia! Bivat!" dröhnte es laut von Herrn Kasimir's Lippen denn er war es in allereigenster Person, der dem Schneider das Leben gerettet hatte. Und während Florian sich vom Boden aufraffte, um das begonnene Rettungswert zu vollenden, fiürmte der Schlachziz mit geschwungenem Säbel ins Kampfgetümmel hinein. Statt vom Rücken fühlte Herr Rasintir sich nun von links und rechts gepackt, doch waren es Freundesarme; die ihn umschlangen. Nur seine Beine waren noch in ter ..�re Nachwahl tu Meseritz-Boutst. Nach amtlicher Fcslstclluug wurden bei der am 5. Juli erfolgten Reichstags- Ersatzwahl im Wahlkreise Bomst- Meseritz(Posen 3) 16 917 Stimmen abgegeben. Davon erhielten Ritterguts- bescher v. Dziembowski(Rcichspartei) 5183 Stimmen, Probst Ezymauski(Pole) 8042 Stimmen, Mühlenbesitzer Herfarth (deutsche Rcformpartci) 3691 Stimmen, Redakteur Morawski (Sozialdemokrat) 81 Stimmen. Es ist somit Stichwahl zwischen v. Dzicnibowski und Szymauski erforderlich. Gcgeilüber der Hanptwahl haben die Polen 1435 Stim- wen gewonnen, die Reichspartei, selbst wenn man 755 am 15. Juni 1893 abgegebene konservative Stimmen unberück- sichtigt läßt, 1775 Stimmen verloren. Da den Polen zur absoluten Majorität blos 417, der Reichspartei dagegen 3276 Stimmen fehlen, dürfte der Sieg der Polen wahr- scheinlich sein. Benicrkenswerth ist der große Stimmen- zuwachs der Antisemiten, die bei der Hauptwahl blos über 271 Stimmen verfügten. Eine„geschmacklose Verlenindnilg" soll nach der„Dort- munder Zeitung" die von uns seinerzeit gebrachte Notiz sein, daß der gewesene Zieichstags-Abgeordnete Möller sich beniühte, die Entscheidung über die Giltigkeit seiner Wahl in der letzten Session hinauszuschieben, um so noch Gelegenheit zu haben, die Kieler Festlichkeilen mitzumachen. So unbedeutend die Sache an sich ist, so sehen wir uns doch der albernen Anzapfung gegen- über zu der Erklärung genöthigt, daß unsere Angabe im vollen Umfange richtig ist und daß die gegentheilige Behauptung der „Dortmunder Zeitung" sich nur aus Unkenntniß der Thatsachen oder grobe Verlogenheit erklären läßt.— Auslegung des Zivil-PensioiiögesetzeS. Der Minister des Innern, der Finanz- und der Kultusminister haben in Gemäßheil der Vorschriften in den ZZ 27 Nr. 2 und 29 des Zivil-Pensiousgesetzcs angeordnet, daß in Zukunft ein glühen der Pension der im Reichs- oder Staats- dienst- wiederbeschäfligten Pensionäre unr eintreten soll, sofern dieselben dadurch wieder die Eigenschaft von unmittelbaren Reichs- oder Staatsbeamten erlangt haben. Bei Dienstleistungen, in welchen der Pensionär lediglich in ein privat- rechtliches Berhältniß zu der ihn wieder beschäftigenden Behörde tritt, findet dagegen eine Einziehung oder Kürzung der Pension tc. in Zukunft nicht mehr statt. Ein privatrechtliches Berhältniß wird regelmäßig dann vor- liegen, wenn es sich um gering gelohnte, lediglich mechanische Dienstleistungen handelt, welche aus sächlichen Fonds ver- giitet werden. Diejenigen wiederbeschästigten Pensionäre. welche eine im Staatshaushaltsetat ausgeführte Stelle unter Bezug der mit derselben verbundenen Besoldung bekleiden, sind stets als Beamte anzusehen. Unter vorübergehender Beschäftigung im Sinne des ß 29 Absatz 2 des Zivil-ißensionsgesetzes sind die zur Befriedigung vorübergehender Bedürsnisse bestimmten, mithin ihrer Natur nach zeitlich beschränkten Dienstverrichtungeu. bei welchen eine Aussicht auf dauernde Beschäftigung nicht vorhanden ist. zu verstehen. Vorstehende Bestimmungen finden auf Wartegeldempsänger entsprechende Andwendung.— Sehr spät aber doch endlich findet sich in der„Kreuz- Zeitung" die folgende Erklärung. In Ergänzung der jüngsten Veröffentlichung des Herrn Frei- Herrn v. Hammcrstein erklärt das unterzeichnete Komitee der „Neuen Preußischen Zeitung", daß Herr Freiherr v. Hammer- stein am 4. Juli d. I. von seiner Stellung und Thäligkeit i» der Redaktion, bezw. Verwaltung der„Neuen Preußischen Zeitung" suspendirt worden ist. Das Komitee der„Neuen Preußischen Zeitung". I. A.: Graf Finckenstein. Alle Ausflüchte waren wirkungslos, zuletzt mußte das Komitee der„Kreuz-Zeitung" zugestehen, daß es sich nach langem Zögern zur Suspendirung, der vorläufigen Entlassung des Chefredakteurs entschließen mußte. Nun scheinen die Vertreter der konservativen Partei plötzlich die Sprache wiedergefunden zu haben, nachdem sie so lange zu den Preßerörterungen über die Affäre Hammerslein ge- schwiegen haben. Die„Konservative Korrespondenz" will in einer Polemik gegen die„Köln. Zeitung" feststellen, daß Herr v. Hammerstein keine hervorragende Stellung in der konservativen Partei eingenommen hat. Bedeutungsvoll hieran ist ja blos das Bemühen des Organs der konservativen Parteileitung Herrn v. Hammerstein von ihren Rockschößen abzuschütteln. Trotz der heißen Bemühungen der„Kons. Korr." läßt sich die Thatsache nicht aus der Welt schaffen, daß Herr v. Hammerstein der unumschränkte Leiter des einflußreichsten Organs der deutsch- konservativen Partei bis vor fünf Tagen war, daß er bis vor nicht langer Zeit Mitglied des Vorstandes der konservativen Gewalt des Feindes. Ein heftiges Scharmützel entspann sich, Soldaten und Bürgerliche eilten von allen Seiten herbei und bald sah Herr Kasimir sich inmitten eines Knäuels von Menschen, die sich um die irdische Hülle seiner Heldenseele die Köpfe blutig schlugen. Da ertönte plötzlich auf Seiten der Garden das Signal zum Rückzug. Der kecke Plan, die Barrikade mit ein paar Gewehrsalven und Bajonnetstichen zu nehmen, war an dem kraftvollen Widerstand des Volkes gescheitert. Vom Hurrahgeschrei der Barrikadenkämpfer verfolgt, zogen die Truppen sich nach dem Ausgang der Breiten Straße zurück. Die wildbewegte Gruppe, dte sich um den Polen gebildet hatte, löste sich auf. Während die Mannschaften, mit dem blonden Lieutenant an der Spitze, aus dem Bereich des feindlichen Feuers zu entkommen suchten, geleiteten Ferdinand und Bertha Jachnick den glücklich erlösten Herrn Kasimir nach der Barrikade zurück. Nur mit Hilfe seiner Begleiter vermochte der Bedauerns- werthe, dem alle Glieder wie ausgereckt waren, die Brust- wehr zu erklettern. „Alle Knochen sie mir haben zerschlagen, die Hunde- söhne," begann er entrüstet, als er wieder drüben stand, im Kreise seiner Freunde. „Und ivas soll i ch Ephraim Fisch, indem er Arm wies,„'s ist zum sagen, Herr Graf?" versetzte cjerrn Kasimir seinen blutenden Ilück nur'n Streifschuß— ich hab'n ehrlich zurückgezahlt, mit wenigstens hundert Prozent." „Hat sich brav gehalten, unser Ephraim," bestätigte Fritze Grams.„Aber nu ist's Zeit, daß Sie sich n' Verband machen lassen—'s geht gleich wieder los." „Und Dir wie ich soll danken, meine Retterin?" wandte sich Herr Kasimir plötzlich gefühlvoll an die ihn stützende Bertha.„Sie hat befreit mich von diesen Musketieren, meine Ehern— wie ich soll ihr dafür be- lohnen?" „Hcirathen Sie sie", meinte Bruno Volkmuth, der eben mit Hans Hckrtung herangetreten war.„Da Ihre Lud- Millen und Arabellen doch alle todt sind..." „Hcirathen?" fiel der Pole ihm nachdenklich ins Wort. „Ja, ich will das", entschied er nach kurzem Bedenken, „aber wird sie nehmen alten Krüppel mit zerbrochene Beine?" Partei und bis vor kurzem Mitglied der Vorstände der konser- vativen Fraktionen des Reichstages und des Landtages war. Auch die intimen Beziehungen des Herrn v. Hammerstein zu Herrn v. Manteuffel werden von der„Kons. Korr." bestritten. All diese Bemühungen der„Kons. Korr." beweisen nur, daß unsere Auffassung die richtige war, daß der Fall Hammerstein nicht ein gleichgiltiger persönlicher Vorgang war, sondern daß er beschämend und charakteristisch für die konservative Partei ist.— Die Forderung nach Anstellung von Fabrik-Jnspckto rinnen, die in der bekannten Petition deutscher Frauenvereine aufgestellt ist, wurde vom Landtag Meiningens ein- stimmig der Regierung zur Erwägung über wiesen. Leider ist nicht zu erwarten, daß dieser einstimmige Beschluß der Regierung zur Richtschnur dienen wird, obgleich es sicherlich dem kleinen Läudchen zur Ehre gereichen würde, einmal durch die That auf sozialpolitischem Gebiete zur Nachahmung anzuregen.— Die Schweiz und die Volksschule. Die Volksschule in der Schweiz wird gegenwärtig ausschließlich von den Gemeinden und Kantonen unterhalten, der Bund leistet an sie keinerlei Sub- vention. Vor etwa zwei Jahren wurde von der Bundesversamm- lung ein Antrag Curty für erheblich erklärt, wonach auch der Bund an die Volksschule beitragen soll. Mit überraschender Promptheit arbeitete der Bundesrath einen bezüglichen Gesetz- entwarf aus, der aber durch die Beutezugs-Jniliative in den Hintergrund geschoben wurde. In den letzten Tagen hat nun der Bnndesralh einen neuen Gesetzentwurf berathen, der ebenso wie sein Vorgänger auf die Dauer von vorläufig fünf Jahren die Summe von 1 290 990 Franks an die Kantone zur Unter- stützung der Volksschule vertheilcn will. Diese Beiträge dürfen nur zu folgenden Zwecken verwendet werden l. Bau neuer Schulhäuser; 2. Errichtung neuer Lehrstellen infolge Trennung zu großer Klassen; 3. Beschaffung von Lehr und Veranschanlichungsinitteln; 4. unentgeltliche Abgabe von Schulmaterialien an die Schulkinder; 5. Versorgung von Schul- kiudern während der Schulzeit mit Speise und Kleidung; 6. Aus- bildung von Lehrern; 7. Aufbesserung von Lehrerbesoldungen und 8. Einrichtung von Turnplätzen. Die bisherigen Schul-Auf- Wendungen der Gemeinden und Kantone dürfen keinerlei Ver Minderung erfahren. Nach ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit werden die Kantone zum Zwecke der Subventionirung in drei Klassen getheilt. deren erste 39, zweite 49 und dritte 59 M. per Kopf der Bevölkerung und per Jahr erhält. Das Inkrafttreten des Gesetzes sieht der Entwurf aus den 1. Januar 1897 vor. Kongreß der französische» Arbeiterpartei. Der National- rath der französischen Arbeiterpartei hat, wie uns aus Paris ge- meldet wird, in seiner letzten Sitzung beschlossen, den diesjährigen Landeskongreß der Partei in lliomilly- sur- Seine abzuhalten. Es ist dies derselbe Ort, wo jüngst, zur Galle der Bourgeois- blätter von hüben und drüben, unser Genosse der„Mützenmacher" Millet zuin Bürgermeister gewählt worden ist. Der Kongreß wird im Monat September stattfinden.— Die französische Getränkestener-Neform. Man schreibt uns aus Paris unterm 7. Juli: Die Kammer hat gestern trotz Ribot und seiner engeren Satelliten den Gesetzentwurf, betreffend die Reform der Getränkesteuer, mit 394 gegen 139 Stimmen votirt. Die große Bedeutung dieser Reform, zu der die sozia- listische Gruppe der Kammer, in erster Linie unser Freund Vaillant, viel beigetragen hat, besteht vor allem in der voll- ständigen S t e u e r e n t l a st u n g der hygienischen Getränke: Wein, Bier, Cider(Obstwein) und Meth. Um dieses Resultat zu erzielen, mußte freilich die Alkoholsteuer auf 275 Fr. pro Hektoliter erhöht werden. Demgegenüber könnte allerdings eingewendet werden, daß durch die hohe Alkoholsteuer die Qualität der minderwerthigen geistigen Getränke noch mehr als bisher verschlechtert werden i.ürde. Aber dem ist gleichzeitig dadurch vorgebaut worden, daß ein Zusatzartikel die Regierung verpflichtet, binnen sechs Monaten nach Promulgation des Gesetzes eine Vorlage, betreffend die Organ isirung des Monopols der Rektifikation(Reinigung) des Alkohols zu unterbreiten. Außerdem enthält der Gesetzentwurf eine vom Genossen Vaillant vorgeschlagene Bestimmung, welche die Fabrikation und den Verkauf von Getränken, die von der medizinischen Akademie als schädlich erklärt werden, verbietet. Man sieht also, daß die Annahme dieser Reform eine in jeder Beziehung bedeutungsvolle ist. Die einzige Hoffnung für die Regierung, die nach Votirung dieses Gesetzes eigentlich hätte abdanken müssen— denn man regiert nicht mit einer Minorität von 139 Stimmen— ist der Senat. Diese Reform ist aber so populär, daß selbst der Senat, wenn er sich nicht selbst vernichten will, kaum den Muth haben wird, sie umzuschmeißen. Wenn aber ja, dann um so schlimmer sür ihn und die ihn stützende Regierung. AlS Protestation gegen die Vcrnrtheilnng Calvignac's haben ihn die Sozialisten von Carmaux, obgleich er infolge seiner Verurtheilnng unwählbar ist, als Kandidaten für die am 28. Juli „Na gewiß doch", versetzte Bertha, die das Wort des Polen für einen Scherz nahm, mit schelmischem Lachen. „Dann komm an meine Busen, Geliebte— sollst Du sein Cherrin von Slupno und Bogdanowo, und Cherrin von Dein treuen Pan Kazmierz Tumidaiski!" Ehe Bertha noch wußte, wie ihr geschah, führte er ihre tcinde an seine Lippen und umarmte sie vor versammeltem olke. „Verlobung nfit Schlachtfeld! Hurrah!" schrie Fcrdi- nand, das freudige Ercigniß verkündend, laut in die Menge hinein.„Det is'n Jedanke von Schiller! Hurrah! Hurrah!" „Unser Schimmelreiter lebe hoch! hoch! hoch!" „Und de junge Braut ooch! ooch! ooch!" Jubelnd umringte das Volk die Neuverlobtcn. Ein paar Fackelträger hatten sich links und rechts von ihnen aufgepflanzt, während die Trommeln und Trompeten einen Tusch ausbrachten. Herr Kasimir schwelgte im Genüsse seiner Popularität und seines jungeil Bräutigams- glucks. Er lud„alle tapfere Mitkämpfer" zu seiner Hochzeit ein und übergab darauf die} junge Braut den anwesenden Dameli, die sie nach der„Silbernen Ente" geleiteten. Er selbst beeilte sich, trotz seiner arg zer- schlagetten Glieder, so rasch als möglich wieder auf den Kampfplatz zu kommen. „Aber wo mein Säbel ist geblieben?"'rief er plötzlich, indem er einem jungen Burschen die Fackel aus der Hand nahm und den Boden abzusuchen begann—„wo ist theures Erbtheil meiner Väter, ivas hat König Sigismund mein Ahnherrn Bogdan für Tapferkeit verliehen?" Die kostbare Waffe war trotz alles Suchens nicht zu finden. „Nehmen Sie schon die Muskete hier statt Ihres Säbels," sagte Hans Härtung, ihm eine Büchse reichend, „sie wird Ihnen das Erbtheil Ihrer Väter vollkommen er- setzen." Mit einem tiefen Seufzer nahm Herr Kasimir die dar- gebotene Feuerwaffe. „Also ein Musketier!" rief er ganz verzweifelt— „Kazmierz Tumidaiski ein Musketier! O Polonia, verhülle Dein Antlitz und weine!" Mit ßHartung und Volkmuth begab er sich in das Rathhaus. Als sie eben von der Gertraudtcnstraße her das stattfindenden Bezirkswahlen aufgestellt und es besteht nicht der mindeste Zweifel, daß er mit großer Majorität gewählt werden wird.— TaS englische Parlament wurde gestern aufgelöst und die Wahlen ausgeschrieben. Der größte Theil der Wahlen wird am nächsten Sonnabend, die meisten Wahlen für London werden am Montag erfolgen. Die Anzahl der Parlamentssitze, um welche ein Wahlkampf stattfindet, wird wahrscheinlich geringer sein, als bei den beiden letzten Wahlen. Man nimmt an, daß für 118 Sitze keine liberalen Kandidaten und nur sür 29 Sitze keine unionistischen Kandidaten aufgestellt werden.— Die russische Bourgeoisie über die Prestfreiheit. Ter Kapitalismus in Rußland, ununterbrochen ein Gebiet nach dem anderen erobernd, macht natürlicherweise zu gleicher Zeit bedeutende„Fortschritte" in geistiger Beziehung. � Der Intellekt und das moralische Gefühl der herrschenden Klassen und ihrer Presse werden mehr und mehr durchtränkt von Bourgeois- Prinzipien, und die verschiedensten politischen und rechtlichen Fragen werden nur unter dem Gesichtspunkt der kapitalistischen Weltanschaunng erörtert. Die Ansprüche und Interessen deS jungen Kapitalismus sind in Rußland bisher noch nicht in Konflikt gerathen mit den bestehenden politischen Formen und der Regierungsgewalt, welche in den letzten Jahrzehnten in ihrer inneren und äußeren Politik fast ausschließlich von den Interessen des Kapitalismus geleitet wurde. Infolge dessen hat die Bourgeoisie keinen Grund, revolutionär � zu sein und wenn sie einmal einige Anforderungen in politischer Be- ziehung stellt, so wird sie durch Gründe bewegt, die keine andere Bourgeoisie bei ihrem Auftreten vorgebracht hat. Mit einer schamlosen Nacktheit wird dabei der Klassen- und Unternehmer- standpunkt vertheidigt. Nachfolgendes möge zum Beweise dienen. Vor nicht langer Zeil fand in Petersburg ein Kongreß aller an der literarischen Produktion Betheiligten(Verleger, Jour- »alisten tc.) statt. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der die Regierung gebeten wurde, eine Milderung in den Zensur- Bestimmungen eintreten zu lasten. Die russische Bourgeoisie hat nämlich ein Interesse daran, ein gewisses Maß von Preßfreiheit zu erlangen— schon um die Bureaukratie nicht ganz frei schalten zu lassen. Aber wie motivirt sie nun die Nothivendigkeit der Zensurmilderung? Man wird dabei vergebens nach den hochtönenden Phrasen von Gedankenfreiheit, Freiheit der Kritik, Menschenrecht tc. suchen, welche die Bourgeoisie der großen französischen Revolution und die deutsche im Jahre 1843 auf ihr Banner geschrieben hatten. Die russische Bourgeoisie ist offenherzig. Eines von ihren Organen„Rußki Wjestnik"(Russische Bote) äußert sich über die Resolution folgendermaßen: „Ohne Zweifel sucht die Preste nach Mitteln zu ihrer weiteren Entwickelung in der Hebung der Technik, des Handels und der Industrie. Ihre Entwickelung ist eng verknüpft mit der Gewerbe- freiheit. Der Handel und die Industrie aber halten sich fern von Unternehmungen, die eine äußerst unsichere Existenz führen und denen eine sichere Aussicht von heute aus morgen nicht gewährleistet werden kann. Wenn die Presse einmal sich auf dem Boden des Privatunternehmens entwickelt, so hat sie den Anspruch auf gesetzlichen Schutz, den Kapital und Arbeit erheben, wie jedes andere Unternehmen.— Andernfalls trägt jedes Zeilungs- unternehmen, jedes Druckwerk mehr oder weniger den Charakter des zufälligen an sich, was natürlich äußerst drückend sowohl für den Verleger wie den Autor wirken muß. Er ist klar, daß die Zensnrbestimmungen gewiflermaßen eine Unterstützung von seilen des Staates sür die Preste bedeuten in dieser oder jener Form, und es entsteht dadurch in gewister Be- ziehung eine Art„Schutzsystem" aus diesem Gebiete. Es ist schwer, einen größeren Widerspruch zu finden als den, ß der Staat die Preste Privatunternehmen überläßt, anderer- seits Zensur- und sonstige Beschränkungen ihr auferlegt." So die russische Bourgeoisie über die Preßfreiheit. Die armenischen Greuel. Der englische Ministerwechsel hat in die Behandlung der sogenannten armenischen Frage schon eine Aenderung gebracht. Während der Schwächling Rosebery, der früher weiland selber mit dem alten Gladstone in„türkischen Greueln" verschiedener Sorte gemacht hatte, sich von den Rüsten zu einer Hätz gegen die Türkei hätte drängen lassen, hat die neue englische Regierung den Entschluß gefaßt, gegen die türkische Re- gierung keine weiteren Schritte zu lhun. Und die übrigen Groß- inächte haben sich dem angeschlossen.— z>ovl«ttrenksberrölike. Herrenhaus. 21. Sitzung vom 9. Juli 1695, 1�/2 Uhr. Am Miuistertische: v. Hammerstein, Boss«. Das Haus wählt zunächst auf Vorschlag des Ober-Bürger- meisters Becker-Köln an stelle des verstorbenen Ministers a. D. Gebäude betraten, kam Florian Schnick von der Roßstraße auf sie zu. Er hatte Anton Kowall» nach der„Silbernen Ente" gebracht. „'s hat keine Gefahr mit ihm," berichtete er,„er ist bei Bewußtsein und hat bei unfern Mädels gute Pflege." „Das dank' ich Dir tausendmal. Du guter Mensch," versetzte Hans Härtung und drückte dem Schneider warm die Hand.' XVII. Ein gellender Trompetenstoß schmetterte durch das nächtliche Dunkel. Gleich darauf verkündeten wüthende Trommelwirbel das Herannahen des Feindes. Aber die kriegerischen Signale hatten nichts Neberraschendcs, nichts be- sonders Aufregendes mehr für die Kämpfer des Volkes. Das stolze Bewußtsein, den ersten Angriff muthig ab- geschlagen zu haben; und die kurze Rast nach dem er- bitterrcn Nahkampf hatte das Kraftgefühl des Volkes mächtig gesteigert. Die Rathhaus-Barrikade hatte ihre Feuertaufe empfangen, der Rückzug der Garden� war zu- gleich eine erste Anerkennung der Ebenbürtigkeit des Gegners gewesen. Die Aufregung der ersten Stunden war einer zuversicht- lichcn Stimmung gewichen, die jedoch mit einer gewissen Vorsicht gepaart war. Man wußte jetzt, daß jeder Gedanke an ein angriffsweises Vorgehen Wahnsinn gewesen wäre, daß diese steinernen Mauern ringsum des Volkes Schirm und Schild waren. Mit welchem andern Recht, als mit dem der rücksichtsloscil Geivalt durfte man ihnen dieses angestammte Heim streitig machen, das von ihren Händen errichtet war, das ihrem friedlichen Gewerbe eine feste Stätte, ihren Weibern und Kindern ein schützendes Obdach gab? Von Jugend an waren sie daran gewöhnt worden, in den Soldaten des Königs ihre starken Brüder. ihre Beschützer und Vertheidiger zu sehen— und nun trat plötzlich in brutaler Nacktheit die Thatsache zu tage, daß diese bewaffneten Buntröcke nichts anderes sein wollten, als ihre unumschränkten Herren. Alle verschleiernden Nebel waren geflohen, haarscharf standen die Gegensätze sich gegenüber. Menschenblut, rothes, rauchendes Menschen- blut bezeichnete die Grenze zwischen hüben und drüben. Es gab kein Zurück mehr in diesem grausamen Handel, in dem nichts Geringeres auf dem Spiele stand, als die Ehre nicd Würde eines tief beleidigten Volkes.(Fortsetzung folgt.) Es folgt die Berathung des Entwurfes eines Jagdscheingesetzes. " v. Friedberg den Minister a. D. v. Schelling zum Mitgliede der| Genossen in Wilkau mit der gesammten großen Partei marschiren| Beerdigungsvereins- Kasse zur Freundschaft" in Berlin, der Staatsschuldenkommission und erledigt den Bericht der Matrikel- wollen, so dürfen fie Stegmüllereien der gedachten Art in teinem Kranten- und Sterbefasse Winfridia"( E. H.) in Neuhof, tommission. Falle sich wiederholen lassen." der Bergischen Kranken- und Sterbe- Auflage( E. H.) zu Wüstenhof, der Krankenkasse des Hilfsvereins für weibliche AnPolizeiliches, Gerichtliches 2c. gestellte( E. H.) in Berlin und der Kranken- Unterstügungs- und Vom Liegniter Landgericht ist der Parteigenosse Sanitätstasse( E. H.) zu Enkheim die Bescheinigung, daß sie, Feldmann aus Langenbielau von der Anklage freigesprochen vorbehältlich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen worden, das Berliner Polizeipräsidium dadurch beleidigt zu haben, des§ 75 des Krankenversicherungs- Gesetzes genügen. daß er in einer Versammlung in Petrowitz bei Jauer sagte, in Ein Gewerbegericht wird nun auch Geestemünde Das Gesetz gelangt im ganzen zur Annahme; da es un berändert geblieben ist, braucht es nicht mehr an das Abgeord: netenhaus zurückzugehen. sei vorgekommen, daß Beamte Arrestanten derart Es folgt die Berathung von Petitionen. Schluß 5 verstaatlichun. Nächste Sizung: Mittwoch 11 Uhr.( Eisen- prügelt hätten, daß es sich angehört habe, als würden Teppiche erhalten. Die Regierung hat das vom Magistrat eingereichte getlopit. Das Liegnitzer Landgericht hatte seinerzeit die Ein- Statut genehmigt. Parteinachrichten. A18 Kandidaten für den badischen Landtag wurden in Mannheim definitiv die Parteigenossen Drees bach und Geis aufgestellt. 1 leitung des Hauptverfahrens abgelehnt, worauf der Staats- Unterstützung des Fabrikinspektorats durch die Ar anwalt beim Breslauer Ober- Landesgericht Beschwerde führte, beiter. Das Gewerkschaftskartell in 2übed hat aus seiner was dem Staatsanwalt recht gab. In der Verhandlung vor Mitte eine dreigliedrige Kommission gewählt, die den Auftrag dem Landgericht beantragte er 6 Monate Gefängniß, weil Feld hat, den Fabrikinspektor über Mißstände der gewerblichen Betriebe mann durch seine Rede die Autorität der Beamten untergraben zu unterrichten. habe. Feldmann erbot sich zu einem umfänglichen Wahrheitsbeweis seiner Aeußerung, der Gerichtshof erblickte jedoch in dieser Die Abschaffung des Volksschulgeldes haben auch die Ein Parteitag für den oftpreußischen, an der russischen überhaupt keine Beleidigung, erkannte deshalb, wie gesagt, auf Gemeindekollegien von Heidenheim in Württemberg beGrenze liegenden Reichstags= Wahlkreis 2nd- Oleglo- Freisprechung und billigte Feldmann die Erstattung der gehabten schlossen. Johannisburg wurde am 30. Juni in dem Dorfe Kom- Baarauslagen zu. morowen im Wohnhause des Gutsbesitzers und Parteigenossen Zur Lage der Gastwirthsbediensteten. Der Besitzer des - Das sächsische Ministerium hat die Beschwerde verworfen, Hotels zum deutschen Haus" auf Norderney, ein Herr Ebhardt abgehalten. Es waren anwesend Vertrauensmänner die dagegen eingelegt war, daß die Plauensche Amtshauptmann G. Weidemann, hat in dem Schriftstücke, das er sich von aus Lyck, Bialla und den Dörfern Kosuchen und Kommorowen. schaft eine Versammlung in Elsterberg verbot, weil der seinen Arbeitern unterschreiben läßt und das er deshalb vermuthDer Vertrauensmann aus Johannisburg war durch eine noth- Reichstags- Abgeordnete Hofmann sprechen lich für einen Kontratt hält, u. a. die Bedingung, daß jeder Bewendige Reise am Erscheinen verhindert. Den Borsiz führte sollte. Die Zwickauer Kreishauptmannschaft hatte das Verbot dienstete nicht nur seine und seines Oberkellners Befehle, sondern Gaedice, Schriftführer war Brauer. Ebhardt referirte bestätigt, wogegen man sich ans Ministerium gewandt hatte. auch die seiner Familie ohne Widerrede auszuführen hat. über die politische Lage. Beim Punkt: Bildung eines Wahl- Nach dessen Entscheid steht es fest, daß ein Reichstags- Abgeordneter Weiter heißt es, daß alle im Geschäft vorkommenden Arbeiten vereins, beschloß man für die einzelnen Wahlbezirke Ber in Sachsen vor seinen Wählern nur sprechen darf, wenn er der zu jeder Beit unweigerlich ausgeführt werden müssen. Wer trauens Personen zu ernennen. Halbjährlich sollen die Polizei genehm ist. Bedürfte es noch eines Beweises, daß man sich zu irgend einer Zeit ohne Erlaubniß aus dem Hause Vertrauenspersonen zu einer Sigung zusammen tommen fich im Lager der Reaktion den deutschen Parlamen entfernt, wer beim Ankleiden sich länger aufhält wie nöthig", und bei bevorstehenden Reichstags- Wahlen, je nach Noth- tarismus nur als Feigenblatt des Absolutis- muß Strafe zahlen. Kündigungen von seiten der Bediensteten wendigkeit, sofort zusammentreten. zusammentreten. Die Sigungen find mus denkt, das sächsische Ministerium hätte ihn unserer gelten während der Saison durch Ebhardt und Gaedicke einzuberufen. Die Frage, was die ,, immer auf 14 Tage im beste Agitation für den Kreis sei, wurde dahin entschieden, daß voraus", dem Herrn Prinzipal dagegen ist es überlassen, Der Redakteur der Vogtländischen Volkszeitung" in Kündigungen jederzeit vorzunehmen". Wer ohne gekündigt die geeignetste Agitation die von Mund zn Mund und die durch Falkenstein i. S., Hans Künzel, ist vorigen Sonnabend zu sein und ohne Einverständniß" des Herrn G. Weide Vertheilung volksthümlicher Schriften unter der Landbevölkerung nach Verbüßung einer siebenmonatigen Gefängnißstrafe wieder mann seinen Dienst verläßt, verliert dadurch jeden Anspruch sei. Sobald in das Parteiprogramm das Agrarprogramm auf auf freien Fuß gesetzt worden. Er soll die lange Haft ver auf Gehalt". Kurz, dieser Kontrakt ist fast schlimmer als eine genommen ist, sollen davon 10 000 Exemplare in deutscher und hältnißmäßig gut überstanden haben. polnischer Sprache aus Parteimitteln angeschafft und verbreitet Gefängnißordnung. Der Herr Prinzipal hat alles Recht, der werden. Weiter soll unsere Presse, in erster Linie die Königs Bedienstete gar keins. Und wie er, verfahren gewiß noch umberger ,, Voltstribüne" zählige Gastwirthe im Deutschen Reich, das mit seiner Arbeiter. und der Wahre Jakob", nach Möglichkeit zum Abonnement empfohlen werden. Der nächste fürsorge" so groß thut. Punkt der Verhandlungen betraf die Stellung zur Agrarfrage. Vorläufige Ergebnisse der Berufszählung vom 14. Juni. " Die Verhandlungen des Parteitages beweisen jedenfalls, daß unsere Parteigenossen im fernsten Osten Deutschlands den fozialen Problemen mit großem Fleiße nachsinnen. Ihre Anträge aum Programm regen jedenfalls zum ernsten Nachdenken an und so werden sie, was auch ihr Schicksal auf dem Parteitag sein mag, nicht ohne Nutzen bleiben. Ansicht nachgeliefert. Soziale Mebersicht. Etwas von der Nuverfrorenheit nationalliberaler " " Raffel 80 058. sie Man beschloß hierbei, daß die staatliche Organisation Unternehmer. Die„ Nation. Korresp." versucht den„ Vorwärts" Wilhelmshaven 17 056 Einwohner. Bant 10 665. des Hypothekar. und Personal- kredits gefordert deshalb anzurempeln, weil dieser vor kurzem wieder einmal einen Bunzlau 13 726. Haynau 9620. werden soll. Unter die zum Schuße der Arbeiterklasse im Partei- der vielen Fälle der Deffentlichkeit unterbreitet hatte, wo Suhl i. Th. 12018. Gera 42 555, Ronsdorf in der programm aufgestellten Forderungen wünscht man als punkt feinem Arbeiter, der Bruchschaden erlitten hatte, der ihm nach Rheinproving 12 069. 31 Biffer I folgendes aufgenommen zu sehen:" In anbetracht dem Gesetze zustehende Anspruch abgesprochen war, weil der dessen, daß mit der Zunahme des Wohlstandes der einzelnen Schaden schon von früher herrühren könne". Das nationalliberale ein vor zwei Jahren Aus Amerika. Das Obergericht des Staates Missouri hat zwei Jahren geschaffenes Gesez die Berarmung, Unterdrückung und Verftlavung der Masse Unternehmerblatt veröffentlicht nun die Zuſchrift eines Unter- tonstitutionell" erklärt, durch welches diejenigen Unterfür ins immer mehr zunimmt; in anbetracht dessen, daß fast keine nehmers, nach der der Arbeiter sich solche Folgen der bureau- nehmer mit Geld- und Gefängnißftrafe bedroht werden, welche Frau aus den wohlhabenden Kreisen ihr Kind kratischen und arbeiterfeindlichen Rechtsprechung in Unfall- und Arbeiter wegen Zugehörigkeit zu einer Arbeiterorganisation, mehr selbst nähren will, sondern sich dazu Kranfenfachen selbst zuzuschreiben habe. Der Arbeiter, heißt es da, oder wegen ihrer Weigerung entlassen, ihre Verbindung mit Ammen aus dem Volke hält; in anbetracht folle sich bei seinen sozialdemokratischen Lehrern" bedanken. Denn einer solchen zu lösen. Das Obergericht hat selbstverständlich dessen, daß das Ammen- Unwesen nur die Prostitution zu vermehren, daß es die Jahr und Tag Arbeitern, welche außerhalb des Bewohl das Gesetz praktisch wenig Werth für die Arbeiter hatte, dazu führt, die sozialdemokratische Fachzeitschrift,„ Der Töpfer" hat vor damit nur dem Unternehmerthum zu Liebe arbeiten wollen, ob größere Sterblichkeit der Ammentinder mit triebes einen Leistenbruch erleiden, anempfohlen, die Schmerzen denn anstatt fie offen au maßregeln, entließ man Nothwendigkeit bedingt, im höchsten Grade demorali- so lange still zu tragen, bis sie im Betriebe eine Arbeit ver- einfach ohne Angabe des Grundes. Immerhin legte es den firend wirkt, die Kluft zwischen ehelichen und unehelichen Kindern richtet haben, bei der es möglich ist, sich einen solchen Bruch zu Unternehmern einen Zwang auf. Eo fiel es denn, und das Obernur erweitert, diese letteren Parias, soweit sie am Leben bleiben, zuziehen", mit anderen Worten" Der Töpfer" und die fozialgericht begründete diesen Att der Klassenjustiz mit den zu verkümmerten Individuen und zu Gesell demokratischen Lehrer" hätten anempfohlen, zu mogeln. Diese heuchlerischen Vorgeben, das Gesetz sebe Nichtgewerkschafter in schaftsfeinden erzieht, beschließt der Parteitag: das Notiz hat uns veranlaßt die betreffenden Artikel nachzuschlagen. Nachtheil und sei somit ein mit der Konstitution der Vereinigten Halten von Ammen ist, da sterilisirte Kuhmilch ein voll- und was ist das Resultat? Der nationalliberale Gewährsmann Staaten unvereinbares Klaffengesetz. ständiger und billiger Ersatz für Muttermilch ist, zu verder Natl. Korrespondenz" hat diese graufam angelogen, wiebieten und nur dann zu gestatten, wenn ein Physikatsattest wohl er oder einer seiner Kollegen bereits am 17. Juni 1894 vom der Freiheit" Auch in rein politischer Beziehung geht es im Lande für die Nothwendigkeit dazu vorliegt und wenn die Amme Töpfer" ertappt und festgenagelt wurde, wie er mit einem und Nord- Carolina hat man mehr und mehr bergab. In Mississippi ihr Kind bereits verloren hat." hat man das Wahlrecht schon Nirgends hat der„ Töpfer" Arbeitern den Rath ertheilt, einen schnöden Arbeit. ähnlichen Schwindel bei der Köln. Seitung." haufiren ging. verschlechtert, jezt ist man auch in Louisiana an dieser außerhalb des Betriebes erlittenen Unfall in einen inner- lenderungen der Staatskonstitution liegt ein von den Groß- und Der nächsten Voltsabstimmung über eventuelle balb des Betriebes erlittenen umzumogeln. Vielmehr ist die Kleinkapitalisten( die Farmer eingeschlossen) unterstützter Bor Sachlage folgende: Daß„ Leistenbrüche" Unfälle sind, ist im ge- schlag vor, jeden vom Wahlrecht auszuschließen, der nicht lesen wöhnlichen Leben und in medizinischen Kreisen stets unzweifel- fann oder nicht Eigenthum im Werthe von mindestens 200 Doll. haft gewesen. Da Leistenbrüche aber häufig vorkommen, so haben befigt. Und da in Louisiana wie in fast allen Südstaaten, Von der Agitation. In Bomst in der Provinz Posen stets versucht, einen Leistenbruch als keine Krankheit, feinen Unfall, bas denkbar miserabelfte ist, und die gebräuchlichen niedrigen Die Berwaltungen, denen die Zahlung für die Unfälle obliegt, die großen Städte theilweise ausgenommen das Schulwesen hielten am 29. Juni die Antisemiten eine Versammlung ab, wo vor allem als keinen die Erwerbsthätigkeit beeinträchtigenden Unfall Löhne das Erwerben von Eigenthum in jener Höhe ausschließen, die Sozialdemokratie so herabgewürdigt wurde, daß sich zwei hinzustellen. Der Leistenbruchkampf kam zunächst auf militärischem so ist klar, daß durch jene Verfassungsänderung ein sehr großer anwesende Mitglieder unserer Partei veranlaßt fühlten, auf die Gebiet zum Austrag. Einzelne Militärbehörden nahmen an, der Brozentsatz der arbeitenden Bevölkerung vom Wahlrecht ausgeschloffen Angriffe zu antworten. Ihre Ausführungen wurden von der Leistenbruch berechtige auch dann nicht zum Empfang einer würde, also nicht nur die Neger, gegen die sich in den beiden Versammlung ganz gut aufgenommen, so gut, daß der Reichstags- Entschädigung, wenn er durch den Dienst veranlaßt war. Schließ erstgenannten Staaten das Attentat nominell richtete. Abgeordnete 3immermann aus Dresden, trotzdem er ein lich wurde seitens der zuständigen obersten Behörde der Streit geschulterer Redner ist als unsere beiden Parteigenossen, das etwa in dem Sinne entschieden, daß Leistenbrüche nur dann zu ganze Register antisemitischer Unwahrheit ziehen mußte, um den guten Eindruck zu verwischen, den die Neden unserer beiden Entschädigungen berechtigen, wenn der nicht schwierige Beweis Parteigenossen gemacht hatten. geführt sei, daß der Bruch infolge einer bestimmten Dienst zu veranstalten. vrerichtung eingetreten sei. Dabei ist's auf militärischem Gebiet 19. Hannoverscher Wahlkreis. Aus Hemmoor wird bis heutigen Tages geblieben. Viel schärfer entbrannte der Bruchuns geschrieben: Uebergriffe, die sich die Unternehmer gegen die fampf auf dem sozialpolitischen Gebiete. Das Reichs- Versicherungsamt polnischen Arbeiter erlauben, waren von unseren Partei- hatte mit recht zu Beginn seiner Thätigkeit ständig entschieden, daß genoffen zur öffentlichen Kenntniß gebracht worden. Das Unter der durch einen Betriebsunfall zugezogene Leistenbruch die Er 7. Juli wollen die in einer Notiz vom 2. Juli betreffend den nehmerthum schnob Rache. Zunächst wurde unserm Kreis- werbsthätigkeit beeinträchtigen könne und im allgemeinen um Bertrauensmann Heinrich Beckmann das Betreten der 10 pGt. beeinträchtige. Da Leistenbrüche aber öster sich er- Flensburger Maurerstreit genannten Personen angeblich nicht Budiken untersagt, wo die polnischen Arbeiter hauſen müssen, eigneten, so schrieen die Unternehmer über diese Praxis gewußt haben, daß in Flensburg ein Streit der Maurer aus ferner das Betreten einer Wirthschaft, deren Besitzer In- Betermordio und setzten alle Hebel in Bewegung, um fie au gebrochen sei. Dies ist eine Unwahrheit. Einige von den behaber der Budiken ist. Weiter wurde dem Vater ändern. Dank ihrer reichen Machtmittel hat ihr Bestreben Gr. treffenden Personen waren schon vorher, aber alle Genannten Beckmann's die Alternative gestellt, entweder seinen folg gehabt. Es fanden sich leider eine Reihe gut bezahlter noch eindringlichst auf dem Lehrter Bahnhof von den UnterSohn aus dem Hause zu jagen oder die Unternehmerärzte, die zu beweisen suchten, daß Leisten- zeichneten gewarnt und förmlich gebeten worden, nicht nach Arbeit einzubüßen. Der Vater war Flensburg zu fahren. Sie haben es aber dennoch gethan. gezwungen, brüche etwas ganz unerhebliches feien, das die Erwerbs A. Dähne. fich vom Sohn zu trennen. Den Sohn aus dem Orte zu bringen, thätigkeit nie beeinträchtige, ja das den Inhaber unter F. Schult. H. Richter. H. Richter. F. Cuno. W. Rafete. ist dem Unternehmerthum aber doch nicht gelungen. Er fand ein Umständen C. Hoffmann. gar verschönere. Diesen Chimborasso von anderes Logis und wird nun mit verdoppeltem Eifer weiter Blödsinn erklomm das Reichs- Versicherungsamt allerdings nicht. Nicht über das Geschäft des Neichstags- Abgeordneten kämpfen für die Erlösung des mißhandelten Proletariats. Die Wohl aber ließ es sich durch einen Haufen von Gutachten" Jakobsfötter, sondern über das eines Namensvetters von ihm Ordnungsstüßen, die Vater und Sohn auseinanderrissen, haben allmälig dahin drängen, formularmäßig den Beweis für haben die Schneider Erfurts die Sperre verhängt. Ins demuach nichts erreicht, der Sozialdemokratie aber, die sie ver- einen Unfall im Betrieb als nicht erbracht zu erachten. Während sofern erledigen sich die Bemerkungen, die wir an die Mittheilung nichten wollten, einen neuen, äußerst werthvollen Beweis dafür dieses Kampfes fragte ein Lefer des Vorwärts"( dem, nebenbei fnüpften. geliefert, daß man im Unternehmerthum rein vor gar nichts erwähnt später die Rente zugesprochen wurde) bei uns an, ob zurückschreckt, selbst nicht davor, die heiligsten Bande der Natur denn ein Leistenbruch ein Unfall im Sinne des Unfallgesetzes sei, führung der jetzt nur in einzelnen Werkstätten bestehenden neunDie Stuckateure Leipzigs beschlossen die allgemeine Einzu zerreißen, wenn die Angst um den Profit ins Spiel kommt. da seine Berufsgenossenschaft das Gegentheil ausgeführt hatte. ber Töpfer" in seiner Nr. 44 vom 29. Ottober 1893 Unseren Bescheid suchte, wie wir übrigens erst jetzt erfahren, ftündigen Arbeitszeit. als nicht ganz zutreffend hinzustellen. Für Handschuhmacher. Die Differenzen in Rheydt bei Polemik gegen uns giebt er mit Rücksicht darauf, daß bei Verbandes beigelegt. Der alte Schnittpreis wird weiter bezahlt. In dieser seiner Düsseldorf sind durch das Eingreifen des HandschuhmacherLeistenbrüchen, die durch den Betrieb zugefügt waren, die Zur Betheiligung am Sedanfeft wurde in der west fälischen Stadt Schwelm der Arbeiter- Gesangverein„ Vorwärts" eingeladen. Die Einladung ist selbstverständlich kurzerhand abgelehnt worden. = schloffen, im ganzen Lande Protest- Versammlungen Die Exekutiv Behörde der„ Federation of Labor" hat bes gegen die Verurtheilung von Debs und Genossen Gewerkschaftliches. Berichtigung. In der Nr. 156 des ,, Vorwärts" vom Jusgesammt sind dort in der In dem fächsischen Dorfe Wilfan hat das Gemeinderaths Beweisführung so außerordentlich erschwert wurde, den nicht zu wird auf 3-4000 geschätzt. Die Zahl der streifenden Konfektionsschneider Stettins Mitglied Müller, ein langjähriger Parteigenoffe, der unter treffenden, wenn auch gutgemeinten Rath: fich der Schmerztlagen Ronfektionsbranche zirka 6000 Bersonen beschäftigt. In den der Sozialdemokratie dieses Ortes großen Einfluß hatte, im über einen im Betriebe erlittenen kleineren Bruch zu enthalten, 14 großen Geschäften wird gefeiert, in den übrigen 16, meist Gemeinderathe für ein neues Kriegerdenkmal gestimmt. bis außerordentlichen Kraftanstrengung fleinen, wird gearbeitet. An der Stelle des alten Kriegerdenkmals soll eine neue Straße die passende Gelegenheit dazu geboten" ist. Mit feiner " bei durchgeführt und das alte Kriegerdenkmal deshalb abgeriffen Silbe räth der„ Töpfer" dazu, wie der tintentlerige Der Streik der Dollirer, Zurichter und Färber der werden. Um nun bei den Kriegervereinlern nicht anzustoßen, Korrespondent aus der Unternehmerklasse behauptet, einen Knabe'schen Fabrit in Osterwiec a. H. dauert fort. sondern womöglich zu erreichen, daß einige von ihnen bei der außerhalb des Betriebes erlittenen Leistenbruch in einen im Die Haltung der Streifenden ist nach wie vor gut, was schon Landtagswahl für uns stimmen, ferner weil 1870/71 aus Betriebe erlittenen umzumogeln. Der Artifel der Nation. Daraus hervorgeht, daß von den ursprünglich 118 Ausständigen, Wilkau auch drei Personen gefallen. find, die zu unseren Rorrespondenz" und seine unwahrheiten beweisen aber wieder von denen die Mehrzahl bis zu Anfang des Streits nicht Parteigenossen im Freundschaftsverhältniß standen, gab einmal, zu welchen Mitteln Unternehmer greifen, um organisirt war, bei nun fast zehnwöchentlichem Ausstande nur 4 Müller seine Zustimmung, daß für das neue Denkmal durch fie den Arbeitern zugefügte Ungerechtigkeiten auf die Arbeit wieder aufgenommen haben. Die Aussichten auf Er300 M. aus der Gemeindetafse gegeben werden. Das Sächsische die Schultern der Arbeiter und ihrer sozialdemokratischen folg sind durchaus nicht ungünstig. Herr Knabe, der mit seinem Volksblatt" bezeichnet die Handlungsweise Müller's als eine echte Lehrer" zu wälzen. Der Artikel hat uns nebenbei durch das in jezigen Arbeiterpersonal seine Aufträge nicht erledigen kann, und rechte Stegmüllerei. Man tann sich", schreibt es, bei ver- ihm liegende Zugeständniß, daß die herrschende Praxis Un fucht sich unter anderem auf folgende Weise zu helfen: wickelten Gemeinde Angelegenheiten einmal irren, aber bei gerechtigkeiten zeitigt, Freude bereitet. Den Ungerechtigkeiten ist er schickt gefärbtes, aber noch nicht zugerichtetes Leder Bismarck- Ehrungen, Sedanfesten, Militärvereinen und Krieger- nur dadurch vorzubeugen, daß die kolossale Uebermacht des an irgend einen Vermittler( auch in ( auch in Osterwieck soll denkmalen giebt es einfach feinen entschuldbaren Irrthum; hier Unternehmerthums bei der Rechtsprechung über Unfallsachen 2c. sich ein solches" Medium" befinden), um dann bas müssen unsere Genossen und Vertreter wissen, daß sie gegen beseitigt wird. Leder in anderen, auswärtigen Fabriken zurichten zu laffen. Das Verfahren unseres Genossen Wüller ist sonach nicht ministerium statistische Erhebungen an. Ueber die Stellenvermittelung ordnete das bayerische aufmerksam machen, falls ihnen verdächtiges Leder unter die Wir möchten nun die Kollegen allerorts ganz besonders darauf nur aufs schärfste zu verurtheilen, sondern Ge Finger tommt, doch peinlichst darauf zu achten und nachKrankenkassenwesen. Das preußische Ministerium für zuforschen, ob es nicht aus der Knabe'schen Fabrik stammt. Zum ihm übertragenen politischen Stellungen niederlegt. Wenn unsere Handel und Gewerbe ertheilte der Kranten- Unterstügungs- und Schluß sprechen wir all' den freundlichen Gebern, die uns durch = die allgemeine Ueberzeugung der Parteigenossen handeln. nossen dürfen wohl auch mit recht erwarten, daß derselbe die In Nürnberg betrug am 8. Juli die Zahl der streikenden und ausgesperrten Tischler 105 Mann. Die Holzindustriellen Fürths haben die Aussperrung ihrer Arbeiter bis jetzt nicht ausgeführt. In Wien steht ein Streit der Zimmer. und Detorations maler bevor, weshalb Zuzug fireng zuhalten ist. In Odran in Desterreich ist der Streit der Arbeiter der Gummiwaaren Fabrik von Schnec u. Kohnberger zu ungunsten der Ausständigen verlaufen. Ursache: Zahlreiche Streitbrecher. Die Bäcker Salzburgs beschlossen den Streit für den Fall, daß ihnen folgende Forderungen nicht bewilligt würden: 1. Zehnstündige Arbeitszeit, einschließlich zwei Stunden Ruhe pause, 2. Kost und Wohnung außer Haus, 3. Minimallohn von 10 fl. und freies Brot, 4. wöchentlich einen Ruhetag in der Dauer von 36 Stunden ununterbrochen, 5. kein Arbeiter darf wegen der Forderungen entlassen werden, und Wiedereinstellung der Gemaßregelten, 6. Einführung der Arbeitsvermittelung durch den Fachverein der Bäcker. 1/2 Der Verein deutscher Schuhmacher( Filiale I.) hielt am 1. Juli eine Versammlung ab. Nach einer interessanten Verlesung des Vorsitzenden Niederauer wurde zur Besprechung von Vereinsangelegenheiten übergegangen. Unter anderm fordert das Mitglied Nott die Anwesenden auf, das SchuhmacherFachblatt mehr zu abonniren. Zum Schluß wird bekannt gegeben, daß der Verein am 11. August eine Dampferpartie nach Medlig bei Potsdam arrangirt. ihre petuniäre Hilfe unterstützten, unseren wärmsten Dank aus junter die Menge zu feuern. Dadurch wurden mehrere[ worin die Versammlung die Bitte ausspricht, den seit und bitten, uns auch ferner ihre Sympathie zu bewahren, denn Personen theils theils leicht, theils schwer verletzt. Dies be: Jahren herrschenden Nothstand, hervorgerufen durch Arder Kampf ist noch immer ein hartnäckiger. Briefe find zu wirkte aber, daß die Leute sich allmälig zerstreuten. Mit Hilfe beitsmangel und ungenügende Löhne, durch eine Lohnaufbesserung richten an Ed. Heidelberg, Osterwieck( Harz), Wallstr. 4, herbeigeholter Gendarmen aus der Umgebung gelang es, den lindern zu helfen. In der Zuschrift heißt es weiter: Gelder an Aug. Scheubel, Osterwieck( Harz), Röffingplay 1. Pfarrer Weindczoch nebst Schwester und Dienstmädchen unter„ Die Versammlung ist augenblicklich nicht in der Lage, bestimmte Die Kommission der Ausständigen ficherem Geleit nach seiner bisherigen Pfarre Alt- Tarnowitz zurück- Forderungen zu stellen, da jedoch von einigen der bedeutendsten der Knabe'schen Fabrit in Osterwied am Harz. zubringen und die Haupt- Eyzedenten zu verhaften. Firmen die Zusicherung geworden, daß es nach Lage der Eache Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck dieses Aufrufs Es sind dies: 1. der Grubenarbeiter Josef Wosnika, eine dringende Nothwendigkeit sei, die Arbeitslöhne auf allen ersucht. 2. Grubenarbeiter Johann Kalus, 3. Grubenarbeiter August Artikeln zu erhöhen, so glaubt die Versammlung, eine durchWir Die öffentliche Kritik der Hungerlöhne, die in Meerane Soinisch, 4. Bergmann Lorenz Cichy, 5. Bergmann Martin gehende Aufbesserung der Löhne beantragen zu können. die Fabrikanten den Webern zahlen, scheint, im Bunde natür- Cichy, 6. Bahnarbeiter Martin Lampert und 7. Schlepper geben uns der Hoffnung hin, diesen gewiß ganz bescheidenen lich mit der Streitbewegung der Weber, die Fabrikanten mürbe Johann Echoppa. Gegen diese ist Anklage wegen schweren Auf Wunsch erfüllt zu sehen und werden uns bemühen für später die gemacht zu haben. Das„ Chenniter Tageblatt" meldet, die Hälfte ruhrs, Auflaufs und Landfriedensbruchs, und zwar als Rädels vielfachen Differenzen in den Arbeitslöhnen durch einen gealler Fabrikanten Meeranes habe sich bereit erklärt, in Berhand- 1. Juli vor dem Echwurgericht stattfinden. Da aber die Ver- Artikel, bei denen die Löhne eine Erhöhung erheischen, sollen sich führer erhoben worden. Die Verhandlung sollte bereits am ordneten Tarif zum Ausgleich zu bringen." Ueber diejenigen lungen einzutreten und die Löhne aufzubessern. theidiger es für nothwendig erachtet haben, auch die Motive die selbständigen Stuhlarbeiter eines jeden Fabrikanten verständigen; Zu der fortgesetzten Auflöserei der Bergarbeiter dieser Strafthaten festzustellen und infolge dessen die Noth- dies hielt Redner bei der gegenwärtigen Lage der Dinge für den einzig Organisationen Sachfen3 schreibt das" Sächsische wendigkeit eine Anzahl neuer Zeugen zu laden sich ergab, so möglichen und schnellsten Weg zur Erringung einer Lohnzulage. Volksblatt":" Wenn man behördlich glaubt, die Bergarbeiter in wurde auf Antrag der Vertheidiger die Verhandlung auf Montag( Beifall.) Die Debatte war zeitweilig eine sehr erregte. Ein Sachsen durch diese Maßnahmen atomisiren zu können, so irrt vertagt. Meister rieth den Versammelten, sich erst vor allem von dem man sich gewaltig. Der Geist der Organisation liegt nun einBunftzopf" zu emanzipiren und sich besser zu organisiren, wie mal in den sächsischen Bergleuten; seit 1877 sind die Bergleute vor dem hiesigen Schwurgericht zunächst der Auflagebeschluß vermeister Wagner ging auf alle Bewegungen der Weber seit den In dem Mickultschützer Aufruhrprozesse wurde am Montages Proletariern geziemt.( Beifall und Widerspruch.) Weberorganisirt, die Regierung fommt mit ihren Auflösungen zu spät. Aus den Ruinen der aufgelösten Organisationen werden lesen und dann zur Vernehmung der Angeklagten geschritten. 70er Jahren ein, stets fielen sie ins Wasser; nach Meinung der neue Organisationen erstehen. Die Regierung wird diefe, aller Pfarrer Waindczoch und Burek befinden, meist nur polnisch den Webern der Hunger aus den Fenstern und diese Gelegenheit beDa diese, ebenso wie die Zeugen, unter denen sich auch die Fabrikanten wurden die Forderungen zu spät erhoben. Jetzt gucke Auslegungsfähigkeit des Vereinsgesetzes ungeachtet, nicht zu versprechen, so wurde durch Vermittelung eines Dolmetschers ver- nugten die Fabrikanten, um den Großmüthigen zu spielen, in Wirk hindern vermögen." anderen Leuten in seine Wohnung verfolgt zu haben, will jedoch waaren herbeizuführen und ihre Läger zu räumen. Die Weber handelt. Der Angeklagte Wosnika giebt zu, den Pfarrer mit vielen uzten die Fabrikanten, um den Großmüthigen zu spielen, in Wirklichkeit sei es ihnen nur darum zu thun, eine Preissteigerung ihrer finnlos betrunken gewesen sein. Er habe weder den Pfarrer noch sollten eine bestimmte Forderung stellen, 50 pet. wäre nicht zu dessen Echwester geschlagen. Nach seiner Angabe sei der ganze hoch und durchaus nicht unbescheiden.( Beifall und Zurufe.) John Krawall nur durch die Köchin des Pfarrers Waindczoch veranlaßt worden, weil diese der Köchin des Pfarrers Buret fiets allen( Johannisthal) verlangte, daß die Versammlung nicht bittend, sondern fern- ber Wohnung des Pfarrers habe er von einer Aufforderung der plädirte für Abhaltung eines Kongresses, um auch die Meinung möglichen Schabernack angethan habe. Beim Heraustritt aus fordernd den Fabrikanten gegenübertrete. Webermeister Schiffel Obrigkeit, sich zu entfernen, nichts vernommen. Auch der zweite intereffiren.( Bravo.) Auch Obermeister Kölze, der Leiter der der Weber im Reiche zu hören und die Oeffentlichkeit für sie zu Angeklagte Kalus will von einer solchen Aufforderung nichts ge- Versammlung, griff wiederholt in die Diskussion ein, theils zur hört haben; der Gendarm habe sofort geschossen. Der Angeklagte Hoinisch will zufällig auf den Kirchhof gekommen sein, richtes. Nicht nur die Lage der Berliner, sondern überhaupt Beschwichtigung der Gemüther, theils zur Ergänzung des Be wo etwa 3000 Menschen versammelt waren. Er behauptet ebenfalls, von einer Aufforderung des Gendarmen zum Auseinander die aller Weber, welche für Berliner Fabritanten arbeiten, solle gehen nichts gehört zu haben. Dasselbe befunden die Angeklagten gehoben werden, das war die Forderung auf dem EinigungsHand gehabt zu haben. Seine Aufforderung, den Gendarm todt Vorschläge bei den Gegnern des Einigungsamtes. Auch er verLorenz und Martin Cichy. Letterer giebt zu, eine Art in der amt.( Zustimmung.) Der Referent vermißte prattische zuschlagen, fönne er nur in sinnloser Trunkenheit gethan haben. tannte nicht, daß die Die beiden legten Angeklagten Lempert und Schoppa bestreiten gedrängt werden müsse, durchgreifende Arbeiterschuß- Geseke und ebenfalls, sich schuldig gemacht zu haben. Es wird nunmehr zur könne ein Zusammengehen mit den Fabrikanten im Einigungszwar auch solche für die Hausindustrie zu schaffen. Vorläufig Beweisaufnahme geschritten. Der erste Beuge, Pfarrer Waindczoch, amt vielleicht doch etwas Ersprießliches leisten, gelinge es nicht, ein kleiner, sehr freundlich aussehender Herr von 56 Jahren, bann sei auch er dafür, den Schwerpunkt der Thätigkeit auf die schilderte die Vorgänge in der von uns gestern bereits angegebenen Weise. Er habe sich schließlich mit seinen Angehörigen politische, die moderne Arbeiterbewegung zu sehen. Der neu gewählte Vertreter der Raschmacher- Innung zum Einigungsamt, Aus dem dunkelsten Deutschland. in den stellar flüchten müssen. Die taufenblöpfige Menge aber meister Engelhardt, äußerte ſich im Sinne ſeiner Kollegen. habe Kellerthür gesprengt, und sich Dem Aufruhrprozeß in Beuthen, dessen Beginn wir niha durch unpassende Bemerkungen und Thätlichkeiten hervor- 3u dem Kongreß, der im Frühjahr in Berlin stattfinden könne, gestern bereits kurz gemeldet haben, liegen folgende bezeichnende gethan. Die Wenge sei erst auseinander gegangen, als der und auf dem auch die Fabrikanten vertreten sein würden, wäre Vorgänge zu grunde: Gendarm tam. Nachher entstand der Strawall auf dem Kirch- nach seiner Ansicht auch die Betheiligung der Weber an In dem 1½ Meilen von Beuthen entfernten Dorfe hof, wo der Gendarm schließlich scharf geschossen und mehrere mechanischen Stühlen erwünscht, da sie doch unter denselben miserablen Verhältnissen leiden. Die Vorarbeiten zum Kongreß Mitultschütz besteht die Mehrzahl der Bevölkerung aus Gruben- Leute schwer verwundet habe. solle dem Vorstand des Bundes der Weber- und Wirkerarbeitern, die sämmtlich überzeugungstreue Katholiken sind. Be- Die Geschwornen erkannten in der Dienstag 3 verhandlung zeichnend für die Dorfbewohner ist folgender Vorgang: Als vor alle Angetlagten mit Ausnahme des Schoppa für schut I Innungen überlassen bleiben. Die Versammlung erklärte fich einigen Jahren, aus Anlaß einer Streifrevolte, gegen die dig. Sie bejahten nur bezüglich des Wosniha betreffs des Land- schließlich mit den Vorschlägen des Referenten einverstanden. Revoltirenden Ulanen aufgeboten wurden, empfing die Menge friedensbruchs die Nädelsführerschaft und billigten allen Angeklagten diese mit Steinwürfen. Als jedoch das Militär zurückgezogen mildernde Umstände zu. Ter Gerichtshof verurtheilte und ein Pfarrer im Ornat, mit dem Krenz auf der sodann Wosnika zu 2 Jahren, Kalus und Hoinisch zu je neun Brust erschien, sanken sämmtliche Revoltirende auf die Monaten, Lorenz Cichy zu 12 Jahren, Martin Cichy und Knie. Vor einiger Zeit sollte in Mikultschütz eine neue Kirche Lampert zu je 13/4 Jahren Gefängniß. Schoppa wurde freigebaut werden. Die Grubenarbeiter drängten sich dazu, um Ueber- gesprochen. stunden zu machen, damit sie ihr Scherslein zu dem Bau der neuen Kirche beitragen konnten. Kaum war aber der Neubau der Kirche vollendet, da starb der alte Pfarrer des Dorses. Die fürftbischöfliche Behörde setzte vorläufig den Kaplan Burek als PfarrDer Verein zur Wahrung der Jutereffen der Maurer verweser ein. Dieser verstand es, sich die Herzen der Gemeinde- Stadthagen in überfüllter Voltsversammlung die Frage: mit der Erledigung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten. Am Montag Abend erläuterte Reichstags- Abgeordneter beschäftigte sich in seiner Mitglieder- Versammlung am 4. Juli mitglieder im Fluge zu erobern, so daß letztere nichts sehnlicher Was ist eine Frauensperson" werth unter Berücksichtigung be- Bunächst wird die Abrechnung vom 2. Quartal 1895 verlesen. wünschten, als den Kaplan Buret zum ständigen Seelsorger zu hördlicher Einschätzungen? Als Beispiele für die behördliche Diese ergiebt eine Einnahme von 170,88 M., der eine Ausgabe erhalten. Die Gemeindemitglieder richteten deshalb an den Auffassung von der mit Lehrlingen 2c. gefchlich gleichgeftellten von 79,71 M. gegenübersteht. Hierauf wird zur Wahl des Aus Kardinal- Fürstbischof Dr. Kopp zu Breslau eine Bittschrift, in Frauensperson erwähnte der Vortragende die charakteristischen schusses geschritten, in welchen die Mitglieder Bendin, Grunske welcher sie diesen baten, den Kaplan Burek definitiv als Pfarrer Momente vom Fall Zeist, den Entscheid des Ministers des Innern und Rohnta gewählt wurden. Zum Revisor wurde das Mitglied in Mitultschüß einzusetzen. Der Kardinal- Fürstbischof antwortete, in Sachen der Polizeistunde für Nachttafés und die in letter Wilhelm Kater ernannt. Nach einem beifällig aufgenommenen daß es nicht in feiner Macht liege, der an ihn gerichteten Bitte Beit so viel Aussehen erregende Auflösung und Behandlung der Referat des Mitgliedes Fiedler wird vom Vorsitzenden bekannt zu willfahren, da ihm nur das Bestätigungsrecht zustehe. Das Frauen- Agitationskommission. Das Urtheil des Gerichts in der gegeben, daß gegenwärtig die Urania für eine Borstellung nicht Vorschlagsrecht habe der Patron der Kirche, Graf Guido Henkel letzteren Angelegenheit zergliederte der Redner in kritischer Weise. zu haben ist, weshalb der in Aussicht genommene Besuch nicht v. Donnersmard. Lehterer wollte aber der Mikultſchüßer Gemeinde Da der Verein" Agitationsfommission erwiesenermaßen feinen stattfinden kann. ihren Wunsch nicht erfüllen. Trotz Bitten der Mikultschüßer, bestimmte Graf Henkel, daß Kaplan Burek die Pfarre in Alt Bugang gehabt hat, so besteht das Delikt darin, daß die MitVereins sich selber aufgenommen haben! Tarnowig erhalten und die bessere Mitultschützer Pfarre dem bedeutend älteren bisherigen Seelsorger von Alt- Tarnowitz, Pfarrer behördliche Einschätzungen und drakonische Strafen der berechtigte wie daß durch immer geartete Weindczoch übertragen werde. Der Fürstbischof bestätigte diesen Vorschlag. Allein dieser war wenig nach dem Geschmack der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter nicht auf Mitultschüßer. Kaplan Burek mußte wohl oder übel seinen gehalten werden kann. Trotz der fast allmächtigen Köllerei werde fleißig weiter agitirt werden. Wohnsiz nach Alt- Tarnowig verlegen. Er wurde mit Fluthen von Thränen von den Gemeindemitgliedern zum Dorse hinaus fällig aufgenommenen Rede folgte eine animirte Diskussion, in der alle Rednerinnen mit lebhafter Betonung ver begleitet. Der gegentheilige Empfang ward dem Pfarrer Wien, 9. Juli. Abgeordnetenhaus. In der weiteren DeWeindczoch zu theil. Dieser sandte seine Möbel voraus. Als sicherten, daß sie den in den letzten Säzen des Redners aus- batte über das Budget wurde der Titel„ Hochschulen" erledigt. letztere die Dorfstraße entlang gefahren wurden, bemächtigte sich Bersammlung nahm auch ein noch junger Mann aus dem Budgetposten Gilli" vertrat Superintendent Haase den Standgesprochenen Schlußfolgerungen durchaus beistimmten. In der Bei Berathung des Titels Mittelschulen einschließlich des der Mikultſchüßer eine hochgradige Erregung. Eine zahlreiche Menschenmenge zog unter lauten Beschimpfungen nach dem anlassung, daß Frl. Baader, Fr. Ihrer, Fr. Fahrenhingegen brachte den Standpunkt der deutschen Linken zum Aus. gegnerischen Lager das Wort. Seine Ausführungen gaben VerPfarrhause und nur dem energischen Vorgehen des Gendarmen, anlassung, daß Frl. Baader, Fr. Ihrer, Fr. Fahren- punkt der Minorität des Ausschusses, Abgeordneter Hallwich Pfarrhause und nur dem energischen Vorgehen des Gendarmen, wald u. a. den Unterschied zwischen bürgerlicher und proletari- brud, indem er betonte, daß die Errichtung utraquiftischer Schulen des Gemeindebieners und des Amtsvorstehers gelang es, bie proletari- bruck, Möbel vor den vollständigen Demoliren durch die Menge zu scher Frauenbewegung eingehend klarlegten. in deutschen Gemeinden der erste Schritt zur Slavifirung sei; Redner schützen. Wenige Tage darauf, am 18. Juni ds. Js. erschienen. Die überaus traurige Lage der Hausweber bildete das tadelte ferner die Haltung der Deutschkonservativen und erklärte, nun Pfarrer Weindczoch, nebst seiner bei ihm als Wirthschafterin Thema einer öffentlichen Versammlung der Stuhlarbeiter Berlins dieselben würden zu spät einsehen, daß sie die gute Sache fungirenden Schwester, der verwittweten Anna Hennig, und und der Umgegend, die am 8. Juli in Nieft's Salon, Weber- schädigten. Es sei für ihn eine nationale Pflicht, gegen den seinem Dienstmädchen Marianne Wladasch. Die Gemeinde- straße 17, stattfand. An die Mitglieder der Weber- und Wirker, Posten„ Cilli" zu stimmen.( Lebhafter Beifall lints.) Die Abmitglieder verlangten, daß der Pfarrer noch an demselben Abende Raschmacher- und Tuchmacher Jnnungen, sowie an alle selbst geordneten Polzhofer und Kraus bekämpften den Posten„ Cilli" eine Andacht in der Kirche abhalte. Diesem Verlangen kam der ständigen Stuhlarbeiter waren hierzu besondere Einladungen er ebenfalls. Abgeordneter Vosujat erklärte, die Slovenen tönnten Geistliche nach. Die Kirche war lange vor Beginn des Gottes- gangen. Veranlaßt durch die schon mehrere Jahre andauernde von ihrer Forderung nicht abgeben; er sprach den Wunsch aus, dienstes bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine unendliche Er- Geschäftsstodung und der damit im Zusammenhang stehenden daß bei der Abstimmung über, Gilli" sich alle Gruppen der Rechten regung hatte sich der Gemeinde bemächtigt. Als nun der Geist- Zohnreduzirungen war der Vorstand des Bundes deutscher vereinigen möchten und daß diese Gruppirung zur Regel werde. Um liche vor dem Altar erschien, brach die Gemeinde in derartig Weber, Wirker- 2c. Innungen bei dem seinerzeit von dem dies zu ermöglichen, müsse die Regierung eine Parteigruppirung Iautes Schluchzen aus, daß der Geistliche nicht zu Wort kommen Gewerberath DON Stülpnagel ins Leben Leben gerufenen schaffen, wie sie in früheren Jahren bestand. Hierauf wurde die fonnte. Er forderte deshalb die Gemeinde auf, endlich Ruhe Berliner Einigungsamt für Weber und Wirker" um die Verhandlung abgebrochen. zu bewahren, damit er die Abendandacht verrichten könne. Diese Bermittelung zur Aufbesserung der Löhne vorstellig geworden. Heute Abend 71/2 Uhr beginnt die Verhandlung über die vielleicht in etwas barschem Tone geäußerten Worte be- Am 1. Juli hat eine Sigung des Einigungsamtes sich init dieser Bivilprozeß- Ordnung, welcher die Abendsizungen dieser Woche wirkten aber nur, daß ein furchtbares Geheul losbrach und der Frage beschäftigt. Wie Webermeister Bruno Schulz be- gewidmet werden sollen. Pfarrer geradezu bedroht wurde. Er sah sich schließlich genöthigt, richtete, erklärten die Fabrikanten sich zu einer Lohnzulage bereit, Paris, 9. Juli. Die Deputirtenkammer berieth heute die den Altar und die Kirche unverrichteter Sache zu verlassen und jedoch hätten sie nicht die Macht, auf ihre Konkurrenten, die Vorlage betreffend die vier direkten Steuern. Der Bericht sich schleunigst nach seiner Wohnung zu begeben. Jest tam aber außerhalb des Einigungsamtes stehen, einzuwirken, damit von erstatter Gochéry beantragte die Vertagung der Berathung über der Unwille der Bevölkerung erst recht zum Ausdruck. Unter diefen ein gleiches geschehe. Unter diefen ein gleiches geschehe. Die Vertreter der namhaftesten den Gegenvorschlag Cavaignacs auf Einführung einer Einlautem Pfeifen, Schreien und Schimpfen wurde der Geistliche Firmen Berlins waren vielmehr der Ansicht, die Weber sollten fommensteuer. Cavaignac bekämpfte diesen Antrag. Nachdem von der in der Kirche versammelt gewesenen Gemeinde bis zum sich vereinigen und ihre diesbezügliche Forderung allen der Ministerpräsident Ribot nachgewiesen hatte, daß die Zeit zur Pfarrhause verfolgt. Die Menge wuchs immer mehr an und im Fabrikanten unterbreiten. Die gegenwärtige Geschäfts- Berathung des Gegenvorschlages mangele, wurde letzterer mit Nu waren Stöcke, Schirme, Steine und Aeste zusammen getragen, fonjunktur gäbe der Hoffnung Raum, eine Ausbesserung zu er- 298 gegen 236 Stimmen vertagt. Die Vorlage über die direkten mit denen die erregten Leute gegen den Pfarrer und seine An- zielen nur möchten die Weber ihre Forderung nicht zu hoch Steuern wurde mit 440 gegen 59 Stimmen angenommen. gehörigen thätlich vorgingen. Der Pfarrer flüchtete sich mit schrauben(!?). Der Referent führte der Versammlung des Loudon, 9. Juli. Der internationale Eisenbahnfongres feiner Schwester und Dienstmädchen in den Keller und schloß weiteren vor Augen, wie seit dem vorigen Jahre, wo die Weber- wurde heute geschlossen. Der nächste Kongreß findet im Jahre diesen eiligst hinter sich zu. Allein die Menge stürmte ihm nach, gesellen Berlins eine Aufbesserung der Löhne um 50 pCt. durch 1900 in Bariš statt. erbrach gewaltsam die verschlossene Kellerthür und mißhandelte zusetzen gedachten, die Löhne noch fortgesetzt reduzirt wurden und und beschimpfte dort den Pfarrer, dessen Schwester und Dienst- tam zu der Mahnung, das von den Fabrikanten empfohlene mädchen in der gröblichsten Weise. Amtsvorsteher, Gendarm und Mittel, sich zu verständigen, nicht von der Hand zu weisen. Das Paris, 9. Juli.. Wie ein Telegramm des Journal" aus Gemeindediener, die dem bedrängten Pfarrer zu Hilfe geeilt gegenseitige Sichunterbieten müsse aufhören und zu diesem Petersburg berichtet, habe man in Moskau ein weitverzweigtes waren, vermochten gegen die Revoltirenden nur wenig aus. 3weck auf einem etwa im nächsten Frühjahr abzuhaltenden Komplott gegen das Leben des Baren entdeckt. Der Chef der zurichten. Der Gendarm holte schließlich sein Pferd und ritt in Rongreß, zu dem die Fabrikanten im Einigungsamt Sicherheitspolizei in Moskau, Oberst Berdiaew, beobachtete die die Menge hinein. Erst dadurch vermochte er es zu bewirken, eine Beihilfe zugesichert haben, die Lohnfrage durch einen Entwickelung der Affäre bereits seit einem Monat. Es wurden daß diese sich auf den Kirchplatz zurückzog. Allein hier festnormirten Zarif geregelt werden, der eventuell alle zwei mehrere Berhaftungen vorgenommen. Acht Personen, von denen sammelten sich die Leute von neuem, warfen den Gendarm mit Jahre revidirt werden fönnte. Da in diesem Jahre die Saison sechs kürzlich erst begnadigte Nihilisten find, find an der Vers Steinen und machten schließlich den Versuch, ihn gewaltsam bereits so weit vorgeschritten sei, daß eine bestimmte Forderung schwörung betheiligt. Die Folgen des Planes hätten schreckliche vom Pferde zu reißen. Nun blieb dem Gendarm nichts weiter an die Fabrikanten zu stellen nicht mehr angängig wäre, empfahl sein können. Der Zar übersandte dem Oberst Berdiaew als übrig, als seinen Revolver zu ziehen und 11 scharfe Schüsse Redner die Entsendung einer Zuschrift an alle Fabrikanten, Belohnung 10 000 Rubel. Versammlungen. glieder des Der Redner folgert, " = Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Bochum, 9. Juli. Bei dem Neubau eines Schulhauses Der sehr bei- brach heute früh ein Gerüst zusammen. Fünf Arbeiter wurden verlegt, darunter einer tödtlich und drei schwer. ( Depeschen- Bureau Herold.) Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Noland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Vading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 158. Parteigenossen! Arbeiter! = Im November d. I. finden die Ergänzungswahlen für die J. Stadtverordneten- Bersammlung statt. Wahlberechtigt ist nach§ 5 der Städte Ordnung jeder in die Wählerlisten eingetragene felbständige Ein. wohner, der seit einem Jahre feine Armen unterstütung aus öffentlichen Mitteln empfangen hat und mindestens zur aweiten Steuerstufe ( 660-900 Mart Einkommen) eingeschätzt ist. Die Liste der fimmfähigen Bürger wird vom 15. bis 30. Juli d. J. täglich von 9-3 Uhr im städtischen Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Einficht ausliegen. Einwendungen gegen die Richtigkeit der Liste können nur während dieser Zeit schriftlich beim Magistrat erhoben werden. Ueber die Berechtigung der gegen die Richtigkeit der Listen erhobenen Einsprüche entscheidet Die Stadtverordneten- Versammlung. Mittwoch, den 10. Juli 1895. 12. Jahrg. Gebot!" Ein dritter fühlt sich bemüßigt, auf zwei Postkarten| einzelner Aerzte gerügt wurde. Daß wir dieses Schreiben, wie die Pastoren„ völlernde, fressende, faullenzende Pfaffen" zu tituliren, wir gerne zugeben, in zu schroffer Art beantworteten, wurde die in Saus und Braus( standesgemäß) leben" und verspricht ferner veranlaßt durch die uns verletzende Art der Beaufsichtigung uns, wenn die ekelhafte Bettelei nicht bald aufhört," uns noch durch den Pförtner des Krankenhauses. Hierauf wurden uns ausführlicher heimzuleuchten." Soweit der Anstaltsbericht." Die von der Deputation für die städtischen Krankenanstalten unsere frommen Herren erwarten sicher, daß durch die Veröffentlichung Stellungen gekündigt. Auf grund gegenseitiger Erklärungen erdieser Schmeicheleien bei allen guten Christen eine Hochfluth folgte bald eine vollständige Aussöhnung mit der Direktion, sittlicher Entrüstung entfacht und der ersehnte Goldstrom etwas welche nun in entgegenkommenderweise bei der Deputation den munterer als bisher nach dem evangelischen Johannisstift Antrag auf Rücknahme der Kündigung stellte, dem dieſe trot plätschern werde. Vielleicht machen sie mit diesen Hoffnungen warmen Eintretens der ärztlichen Direktoren wider deren Er gleich schlechte Erfahrungen wie mit den Flugblättern. warten nicht ftattgab. Einzelgesuche auf Wiederanstellung nach Der Abzug von Berlin, der seit 1892 im Abnehmen war erfolgter Kündigung einzureichen, war eine Zumuthung, der zu ( zum theil infolge der 1891 eingetretenen Abnahme des Zuzuges), entsprechen uns unser Ehrgefühl verbieten mußte." hat 1894 wieder zugenommen, und zwar stärker, als nach der Nache ist füß. Die Geschichte von der goldenen Medaille, 1893 eingetretenen erneuten Zunahme des Zuzuges( vergl.„ Der Zuzug nach Berlin" in Nr. 155) zu erwarten war. Als" fortgezogen wurden gemeldet: 1894 1893 1892 1891 1890 1889 156 194 149 763 150 708 152 988 148 810 141 225 Der Abzug stellt sich thatsächlich noch höher, da erfahrungsgemäß jährlich etwa 13 000 von Berlin fortziehende Personen nicht ab gemeldet werden. Für die Sonderung in Selbstthätige und Angehörige und nach Geschlechtern können jedoch selbstverständlich nur die gemeldeten Fälle benutzt werden. Danach wären fort 1894 8285 15876 1893 1892 1891 1890 75 490 53 066 77 606 52 541 81 306 51 517 81 556 48 046 7 367 7251 13 840 13 310 21 208 20 561 7.071 13 094 20 165 6.938 12 270 19 208 1889 77 285 44 428 6 942 12 570 19 512 die der Kaiser zum Verdruß der hiesigen Künstlerschaft der Malerin Vilma Par laghy im vorigen Jahre verehrt hat, dürfte noch erinnerlich sein. Mit dieser Medaille hat die Dame das Recht erworben, der Jury anzugehören, welche über die nächste Verleihung der Auszeichnungen" zwar nichts zu bestimmen hat - soweit gehen die Rechte deutscher Künstler nicht wohl aber dem Kaiser Vorschläge machen darf, die dieser nach Bes lieben befolgen oder auch verwerfen kann. Frau Parlaghy ist aber keine Einladung zu den letzten Sizungen zu gestellt worden, die Jury hat vielmehr ihre Arbeiten beendet und dem Kaiser allerunterthänigst ihre Vorschläge ohne Hinzu ziehung der Dame mit der Medaille unterbreitet. Es ist natürlich gleichgiltig, ob die Gründe, welche die Jury veranlaßt haben, ohne Frau Parlaghy ihres Amtes zu walten, der Deffentlichkeit unterbreitet werden oder nicht, wohl aber läßt diese kleine Rabale auf das ideale Streben schließen, das in Neu- Byzanz das Kunst- Eunuchenthum beseelt. beglückwünschen, daß die berufenen Vertreter der zeitgemäßen ,, Kunst" fich noch ängstlich vor einer Berührung mit ihr zurückhalten. Zu einem für die Sozialdemokratie erfolgreichen Ausfall des gezogen: bevorstehenden Kommunal- Wahlkampfes ist es nothwendig, daß jeder stimmberechtigte Parteigenosse und Arbeiter sich durch Ein- Selbstthätige sichtnahme in die Listen vergewissert, daß er sein Wahlrecht aus- männliche 76 928 weibliche 55 105 üben kann. Wir mahnen daher dringend zur genauesten zusammen 132 033 128 556 130 147 132 823 129 602 121 713 Kontrolle der Wählerlisten, und richten diese Aufforderung Angehörige besonders auch an diejenigen Wähler, welche wegen männliche nicht vollbezahlter Kur- und Verpflegungskosten in weibliche Der Packetfahrt- Gesellschaft scheinen die elenden Löhne, Bädtischen Krankenhäusern nicht in die Wählerliste auf- zusammen 24 161 genommen bezw. ans derselben gestrichen sind. Bei der Gruppe der Selbstthätigen, die in erster Linie die sie ihren Angestellten zahlt, noch nicht niedrig genug zu sein. Der Magistrat betrachtet nämlich die Aufnahme und Be- interessirt, kommt von der 1894 eingetretenen Zunahme des Seit einigen Tagen werden von ihr trotz der großen ArbeitsAbzuges auf das weibliche Geschlecht ein verhältnißmäßig losigkeit, die in Berlin herrscht, Soldaten zum Sammeln von handlung in städtischen Krankenhäusern auch dann als eine viel größerer Antheil als auf das männliche. Es entspricht das Packeten verwendet. Genügen der Packetfahrt- Gesellschaft vielleicht Armenunterstüßung aus öffentlichen Mitteln, wenn die dadurch dem bedeutend größeren Antheil, der von der 1893 eingetretenen die 12 pet. Dividende noch nicht, die sie im vorigen Jahre zu entstandenen Kosten durch Ratenzahlungen abgetragen wird. Zunahme des Buzuges auf das weibliche Geschlecht fam. Der zahlen in der Lage war? Abzug bewegt sich nämlich im allgemeinen parallel dem Zuzuge, Die Stadtverordneten Versammlung dasoweit nicht der stärkere Einfluß abnormer wirthschaftlicher Ver- Vorortverkehrs auf der Anhalter Bahn über Groß- Lichterfelde Moderne Eisenbahnpolitik. Die wegen Ausdehnung des gegen hat wiederholt beschlossen, daß Krankenhältnisse diese Beziehung zeitweilig verwischt. Ueberblickt man hinaus bis Luckenwalde oder wenigstens Trebbin an den Eisenhausschulden, welche durch Ratenzahlungen den ganzen Beitraum 1889-1894, so tritt die für beide Ge- bahnminister gerichtete Petition ist jetzt bis auf weiteres" abgetilgt werden, nicht zum Verlust des Wahl schlechter besondere Bewegung des Abzuges und ihre ungefähre lehnend beschieden worden. Gleichfalls abgelehnt hat ferner die Parallelität zur Bewegung des Zuzuges( vergl. Den oben er- Gisenbahndirektion Berlin die von Lankwiß erbetene Haltestelle rechts führen, und den Magistrat aufgefordert, wähnten Artikel in Nr. 155) deutlich hervor. Selbst bei der an die Anhalter Bahn bei der Viktoriaftraße. Was zu erwarten demgemäß zu verfahren. Gruppirung nach Berufen ist eine solche Beziehung noch er- war. Die Haltung der Eisenbahnbehörde der Entwicklung Berlins Da der Magistrat trotzdem an seiner Auffassung festhält, so kennbar. und seiner Vororte gegenüber ergiebt sich nach einer Mittheilung fordern wir in der Gewißheit, daß die Stadtverordneten- Als fortgezogen wurden gemeldet, von männlichen der„ Volts- Zeitung" aus einer Antwort, welche den Vertretern Selbstthätigen z. B.: waaren Versammlung die Eintragung in die Wählerlisten 1894 1898 beschließen wird, diejenigen Wähler, denen aus oben Metall Verarbezeichneter Veranlassung das Wahlrecht entzogen wird, beitung.. 4.609 4641 hiermit auf, beim Magistrat schriftlich Einspruch Holz- u. Schnitz3 237 8811 gegen die Richtigkeit der Wählerliste zu erheben. Parteigenossen! Zur Borbereitung der im Herbst stattfindenden Kommunalwahlen muß zunächst die Kontrollirung der Wählerlisten organisirt werden. Auf an's Werk! Die Listen liegen vom 15. bis zum 30... täglich von 9 bis 3 hr im städtischen Wahlbureau, Poßstr. 16, 2 Tr., zu jedermanns Einficht aus. Lokales. Den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Wahlvereins vom 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises zur Nachricht, daß am Sonntag, den 14. Juli ein Familienausflug nach Johannisthal, Lokal von Senftleben stattfindet. Treffpunkt vormittags 102 Uhr im felben Lokal. mittel 1892 1891 1890 4892 5924 5232 3 437 4 000 3 809 5 327 5.093 5 012 4.920 4.943 5 114 • 7 033 7490 7 932 5 034 4 996 5 421 5 891 7967 9 616 Nahrung, Genuß Bekleidung, Rei nigung Baugewerbe Arbeiter ohne Angabe. Handel. 9 655 9 685 Persönl. Dienst. 4770 4416 4187 und von weiblichen Selbstthätigen z. B.: 1894 1893 1892 eines westlichen Vororts zu theil wurde, als diese wegen Ans 1889 legung eines schon seit mehreren Jahren für dringend noth wendig erklärten neuen Bahnhofs vorstellig wurden. Die Ant4 295 wort lautete: Wir können ja schon von den anderen Stationen die Leute nicht mehr befördern, und da sollen wir 3 362 nun noch eine weitere Station einlegen! Welch eine weltmännische Auffassung vom Zeitalter des Verkehrs! Sie steht ganz auf der Höhe der Straßenabsperrungen, die im gleichen Zeitalter als Zierde des polizeilich militärischen Berlins betrachtet werden. 4 995 5 138 10 840 In Charlottenburg ist abermals eine Ordnungssäule 10 762 10 851 11 208 11 973 11 973 10 420 gestürzt. Der Kalkulator und expedirende Sekretär in der kaiser10 163 • 8498 3 257 9525 4 337 9 132 4312 1891 1890 1889 3 142 2 692 2376 2255 . 2 185 1 636 1661 Bekleidung, Reinigung Arbeiterinnen 2110 1815 2012 1533 lichen physikalisch- technischen Reichsanstalt, Premierlieutenant a. D., Ritter des Eisernen Kreuzes u. s. w., Wendelin, befindet sich seit 14 Tagen in Untersuchungshaft. Es wird dem Wendelin zur Last gelegt, Unterschlagungen an Reichsgeldern, sowie Urkundenfälschungen begangen zu haben. Der Angeschuldigte bezog außer seinem guten Gehalt noch seine Offizierspension. Es versteht sich, daß Premierlieutenant a. D. Wendelin durch und durch als Ehrenmann und ohne Angabe. 2071 ihm anvertrauten Gelder mit Dirnen verbrachte und wenn er Persönl. Dienst. 28 213 26 935 24 661 23 696 22 110 21 522 Ordnungsstüße galt; wenn man ihm auch nachsagte, daß er die Die Betrachtung der Zu- und Abzüge im Baugewerbe, das ferner auch seine Untergebenen mit seltener Schneidigkeit beseit Jahren in Berlin darniederliegt, ist besonders lehrreich. Der handelte, so wog er diese fleinen Schwächen reichlich durch gute Werth eines Vergleichs zwischen Zu- und Abzügen wird aller- Gesinnung auf. Unter anderem kandidirte er bei der letzten Ein Lichtstrahl ist in das düftere Dasein der Verkäufe dings durch die Unvollständigkeit der Zahlen etwas beeinträch Landtagswahl als fonservativer Wahlmann. rinnen großer kaufmännischer Geschäfte gefallen, ein Lichtstrahl, Altersklassen und gewiß auch auf die Berufe ungleich vertheilen. besitzer, der im vorigen Jahre in der Hiße des Boykotttigt, zumal da die Unabgemeldeten sich auf die Geschlechter, die Nach langer Pause hat der Verein der Saalwelcher mit warmem Glanze die Herzen dieser Armen erfüllt Gin Theil der von Berlin Fortziehenden dürfte auch nur nach und eine Hoffnung auf eine Verbesserung ihres traurigen Looses Be- gegeben. Am Dienstag Nachmittag fand im Bolg'schen Lokale feimen läßt. Ja, endlich soll ihnen geholfen werden, und die einem Vorort übersiedeln, aber nach wie vor in Berlin Be- fampfes gebildet wurde, wieder ein Lebenszeichen von sich Leiden, welche die Verkäuferinnen durch das Verbot des Nieder- schäftigung behalten. eine schwach besuchte Versammlung statt, in der beschlossen wurde, fetzens in den Geschäften erdulden müssen, sollen nun ihr Ende Eine patriotische Heldenthat ist in der Frühe des letzten eine Petition an den Polizeipräsidenten und die in Frage erreichen. Hört Ihr es wohl, Ihr Armen, zum permanenten Sonntags in Weißensee verübt worden. Im Schloß fommenden Landräthe zu richten, um eine Verlängerung Stehen Verdammten? Eine Gruppe adliger man denke, Sternecker waren um 4 Uhr morgens zwei Parteigenossen damit der Polizeistunde für die Ball- Lokale, Theater 2c. während adliger! Damen hat sich gebildet zu dem liebevollen Werte, beschäftigt, die Dekorationsstücke in den Garten zu tragen, welche der Dauer der Gewerbe- Ausstellung im Jahre 1896 zu ermöglichen. alle Ladeninhaber, die ihren Verkäuferinnen das Sigen während zur Ausschmückung des im Laufe des Tages abgehaltenen sozial- Der Vorstand wurde beauftragt, eine dahingehende Petition der am der Geschäftszeit verbieten, eindringlichst auf das Schädliche eines demokratischen Volksfestes dienen sollten. Dies bemerkten die letzten Dienstag im August zusammentretenden Versammlung vorsolchen Verhaltens aufmerksam zu machen. Das haben allerdings mit Gott für König und Vaterland kämpfenden Patrioten, zulegen. ver den adligen Damen andere Leute auch schon gethan; Frauen welche in beträchtlicher Anzahl im Saale des betreffenden Der schneidige Wirth vom Altstädter Hof war gleichfalls und Mät chenvereine haben sich bemüht, den geplagten Verkäuferinnen Lokales noch von der Feier her anwesend waren, die am Abend erschienen, um seine Kollegen authentische Auftlärung" über den Erleichterungen zu verschaffen, Aerzte sind in Wort und Schrift vorher von ihnen abgehalten war. Einige ganz besonders bekannten Fall mit dem Freisinnigen Arbeiterverein zu geben. für das Sigen der Verkäuferinnen eingetreten. Alle Bemühungen tapfere Helden rannten in den Garten hinaus, schlichen sich in Aus den Darlegungen des Herrn Walterstein ging, wie wir waren indessen vergeblich. Was waren aber auch alle gegen die den Orchesterpavillon und zertrümmerten dort die von unsern gleich mittheilten, auss deutlichste hervor, daß er nur an dem Gruppe adliger Damen, dic jetzt den Verkäuferinnen erschienen Parteigenossen furz vorher in eine Ecke gestellte Lassallebüste. Worte Arbeiter Versammlung Anstoß genommen hat. ist als rettender Engel? Was vermögen Vernunft und Wissen- Nachdem diese muthige That vollbracht worden war, begaben Er dulde nur anständige und feine Leute in seinem schaft gegen den Einfluß, den eine Gruppe adliger Damen aus- sich die Kämpen, verfolgt von den beiden Parteigenossen, welche Lokale, meinte der gute Mann. Die Gesellschaft sei an dem zuüben vermag? Die Geschäftsinhaber, die den Forderungen die Verüber des Bubenstücks feststellen wollten, wieder in den fraglichen Abend viel zu anständig" behandelt worden: sie verder ersteren unzugänglich waren, werden sich dem Verlangen Gaal und brachten dort, als die Reklamanten fie diente mit der Reibekeule Herr Hotelier" Walterstein abliger Damen wohl weniger boc beinig entgegenstemmen und ist zur Rede stellten, ein Hoch auf den Kaiser aus. vollendete den Saz nicht, jedenfalls weiß man nun ohnehin, was somit die Möglichkeit gegeben, daß es der Gruppe adliger Damen Denn verließen fie den Raum, nachdem eine Person man von ihm zu halten hat. gelingen werde, das harte Loos der Verkäuferinnen zu erleichtern. das Stolze Wort ausgesprochen hatte, daß dort, 100 Neuer Hoch flingt das Lied der braven adligen Damen! Gepriesen sei das rothe Banner wehe, tein Aufenthalt für Patrioten sei. Das Kunst und Geschäftsreklame gehen schon lange in ben die Gesellschaftsordnung, in der Vernunft und Wissenschaft Benehmen der Helden erschien selbst einem der zu ihrem Fest Hallen Thaliens Hand in Hand. Bisher hat sich die Reklame vielleicht nicht so viel vermögen, als eine Gruppe adliger Damen! eingeführten Gäste so roh, daß er laut seine Mißbilligung jedoch noch wesentlich auf den Theaterzettel und den geschmackDie frommen Attaken auf die Geldbeutel der Gläubigen darüber aussprach. Es versteht sich, daß die Ordnungsstüßen den vollen Annoncenvorhang beschränkt, der die Bretter, die die armen Mann, der also wider den Stachel zu löcken wagte, mit Welt bedeuten, von dem profanen Publikum trennt. finden nicht immer die gewünschte und erwartete freundliche Prügeln trattirten. Dann entfernte sich die rüde Gesellschaft aus dings scheint sich jedoch auch der Bühnendichter in den Aufnahme. Einen klassischen Beweis hierfür muß eine fromme Dienst der Reklame stellen zu wollen. Der Anfang ist Anstalt selbst erbringen, nämlich das evangelische Johannisstift dem Garten. in Plößensee, welches Flugblätter zum Bau einer Anstaltskirche stattfand, nahm selbstverständlich den besten Verlauf; etwa reise" aufgeführt wird, wohl um für das bekannte Reise- Institut Das sozialdemokratische Volksfest, welches am Sonntag gemacht im Deutschen Volkstheater, wo jetzt" Stangen's Orientversendet. In dem Berichte hierüber wird nun voller Wehmuth 6000 Parteigenossen und Genoffinnen waren zu der von Propaganda zu machen. Selbstverständlich ist das Reise- Auss gellagt: Das einfache Bekenntniß zu Jesu Christo und seiner stattungsstück so bunt wie nur irgend möglich her Kirche, wie es durch das Bild unseres Kirchleins auf dem Flug- schönstem Wetter begünstigten Feier erschienen. gerichtet; fünfzehn Bilder und mehrere Ballets, Helgoblatt zum Ausdruck gebracht ist, ohne auch nur im geringsten die Die bisherigen Assistenz- Aerzte am Krankenhause land, der Nordostsee Kanal und der Himmel weiß, Gegner des Christenthums zu provoziren, hat dieselben doch nicht Friedrichshain veröffentlichen in der neuesten Nummer der was sonst noch werden dem reiselüfternen Bublifum gezeigt. ruben lassen. Da schickt uns ein Feind der Kirche unser Flug- Berliner flinischen Wochenschrift" nach ihrem Ausscheiden aus Gelbst ein ganz klein bischen Handlung ist in das Reklamewerk blatt in unfrantirtem Kouvert wieder zurück mit einer ganz un- Den bisherigen Stellungen folgende Erklärung:" Weder dienst hineingeflochten; nichts fehlt also, um die beabsichtigte Wirkung fläthigen Bemerkung. Darunter setzt er das nachfolgende Gedicht: liche noch außerdienstliche Vergehen haben den Anlaß ge- auf den zahlungsfähigen Zuschauer zu verbürgen. Wenn die " Ihr glaubt, fie reiten nur ihr Steckenpferd, die Fürsten, wenn geben; besonders beruhen alle die Notizen, welche besagten, deutsche Kunst im Deutschen Volkstheater und an ähnlichen sie Dome, Klöster bauen. Ihr irrt! Schon faßt sie vor dem daß Bechgelage 2c., durch welche die Ruhe der Kranken in Stätten sich so weiter ausbildet, so kann sie vielleicht gar noch Flammenschwert des freien Denkens ein gewaltig Grauen. irgend welcher Art gestört wäre, Anlaß zum Einschreiten gegen durch die Reklame wieder auf die Strümpfe kommen. Dies foll des Glaubens schlimmer Rost serfressen; uns gegeben hätten, auf reiner Erfindung. Ursache war vielmehr sie wissen's wohl, die Frömmigkeit macht dumm. Ein Pfaffen- ein uns durch seine Form und die Art der Uebermittelung ver Dem Benzinattentat auf den Polizei Oberst Krause fnecht, von Himmelsfurcht besessen, hält auch den Rücken legendes, von einem untergeordneten Bureaubeamten geschriebenes legt man nach einer uns zugegangenen Mittheilung in maßfrumm!" Ein anderer schreibt hinter die Frage: wer will uns und uns offen ohne Umschlag durch den Bureaudiener zugetragenes gebenden Kreisen den folgenden Thatbestand zu grunde. Urbauen helfen? als Antwort:„ Ich nicht, hilf dir selbst! Erstes Schreiben der Direktion, in dem das öfter späte Nachhausekommen heber der Affäre und Werfertiger der Höllenmaschine" ist ein früherer Oberfeuerwerker und späterer Polizei benmter, der hier in der Sophien st raße wohnte.- Aus dem Ilmstande, daß der Attentatsversucher Ober- feucriverker war. erklärtes sich, daß die Maschine, welche das �.eben des Polizei- Obersten Krause gefährden sollte, mit c"iein von Sachkemrtniß zeugenden Raffinement hergestellt war. �.ie Ursache des Rache-Akts konnten wir nicht erfahren; mur das eine steht fest, daß der gewesene Beamte sich mit der Anfertigung der„Höllenmaschine" begnügte und das weitere von seiner Tochter besorgen ließ. Diese verfügte sich in M ä n n e r k l e i d u n g mit dem Packet nach Fürstenwalde und gab dort die Sendung unter den bereits von der Presse berichteten Umständen aus die Post. Der Verlauf der Affäre ist bekannt. Es sei noch hinzugefügt, daß der muthmaßliche Attentäter, nachdem er am Montag in der Presse die Nachricht von der Vereitelung des Attentats ge- lesen, sich schlennigst aus Berlin entfernt hat und bis heute trotz der gewaltigen Anstrengungen der Behörden nicht hat aufgefunden werden können. Das Verschwinden des Mannes lenkte aber naturgemäß den Verdacht seiner Behörde auf ihn und seine anscheinend mit ihm verschwundene Tochter. Diese konnte am Donnerstag ergriffen werden. wogegen von dem Vater, wie gesagt, noch jede Spur fehlt. Irgend ein Geständniß war aus der Tochter nicht herauszubringen; viel- mehr bestreitet sie ganz entschieden, an der Affäre betheiligt zu sein. Die Verhastete ist am Sonnlag ins Moabiter Untersuchuugs- gefängniß gebracht worden. Nothleidcnder Witz offenbart sich in dem Organ der noth- leidenden Landwirthe. Im Zoologischen Garten werden zur Zeit vis außerordentliche Seltenheit einige Orang-Utangs gezeigt. Hierüber schreibt die„Deutsche Tageszeitung": Im Zoologischen Garten sind heute Mittag die Orang- Utans einer geladenen Gesellschaft von Wiffenschastlern und Ver- tretern der Presse vorgestellt worden. Wie uns ein Augenzeuge mitthcilt, begrüßte Professor Virchoiv die Angekommenen mit einer längeren Rede über die Entwickelung des Mensche», die Un- Übertrefflichkeit der Berliner Kommunalverivaltung und die Prin- zipien der„unentwegten" freisinnigen Volkspartei. Der älteste Affcnvater dankte in lebhaften Lauten in der Affensprache. Er schien zu sagen, daß er überrascht sei von der großen Aufmerl- famkeit, die man ihm und den Seinen entgegenbringe. Daß die freisinnige Volkspartei außer dem Begründer der„Freisinnigen Zeitung" noch einen Vertreter stellen konnte, überraschte ihn offenbar. Er zeigte ein affenmäßiges Vergnügen darüber. Die Freude des Publikums über das nette Benehmen dieses„alten Herrn" war allgemein. Mit solcher Geschmacklosigkeit sollte einmal ein sozial- demokratisches Blatt einen Gegner bekämpfen. Was würde das für eine Entrüstung geben unter denen, die mit Raubrittermuth für Ordnung, Religion und Sitte und teutsches Wesen kämpfen! Auf der Bühne wahnsinnig''geworden. Von einem tragischen Schicksal ist seit einigen Tagen der erste jugendliche Liebhaber und Held des hiesigen Nationaltheaters betroffen worden. Uns werden über die Angelegenheit folgende Einzel- heiten berichtet: Am Freitag Abend wurde im Nationaltheater das Sensations- Drama„Im Jrrenhause" gegeben und in diesem Stück war Herr Karl Wesselski hervorragend beschäftigt; der genannte Herr gab einen jener Unglücklichen, die im Jrrenhause gewaltsam festgehalten wurden. Eben sollte das vorletzte Bild gegeben werden und bei heruntergelassenem Vorhang machte der Inspizient die Runde, um sich zu überzeugen, ob auch alles am Platze sei. Da bemerkte er mitten auf der Bühne eine Person lang hingestreckt auf dem Fußboden liegend und von krampfhaften Zuckungen gepeinigt. Herantretend erkannte der Inspizient Herrn Wesselski, welcher nun, von hilfreichen Händen aufgerichtet, stieren Blickes um sich schaute und mit abwehrenden Gebehrden fortwährend die Worte seiner Rolle replizirte:„Ich bin nicht irrsinnig, gebt mir mein Geld wieder." Anfänglich glaubte man, daß der Schau- spieler sich einen schlechten Scherz geleistet, da aber W. immer mehr tobte und nicht zu beruhigen war, so wurde ein Arzt der nahen Unfallstation herbeigeholt, der den Patienten vlsbald nach dem städtischen Krankenhause Friedrichshain über- führen ließ.— Hier verfiel W. in Tobsucht und es ist leider wenig Aussicht vorhanden, daß der Schauspieler, der übrigens vor drei Monaten bereits einen ähnlichen, jedoch bedeutend leichteren Anfall von delirium tremens hatte, wieder genesen wird. Allem Anschein nach wird W. nach Dalldorf übersührt werden müssen. Der so plötzlich erkrankte Künstler ist ein Wiener von Geburt und jetzt SS Jahre alt. Er wurde von Laube entdeckt und ans Burgtheater engagirt; späterhin wurde W., der bereits mit der Tochter eines reichen Grundbesitzers vcrheirathet war, vom Direktor Pollini ans Thaliatheater berufen, woselbst er mit Matkowski in den ersten jugendlichen Helden- rollen alternirte.— In Hamburg lockerte sich das Band der Ehe und beide Gatten gingen auseinander; diese Trennung von seiner Frau nahm sich der Künstler derartig zu Herzen, daß der bis dahin solide Mann zur Flasche griff und zum Schnapstrinker wurde. Eine Zeitlang trieb sich W., dem jedermann eine glän- zende Laufbahn prophezeit hatte, an kleine Wanderschmieren umher. Vor einem Jahre wurde er in einem Chausseegraben bei Steglitz total betrunken vorgesunden; da nahm' sich Direktor Samst des Herabgekommencn an und sicherte ihm eine einträg- liche Stellung an seiner Bühne. Das Bibliographische Institut in Leipzig ersucht uns, zu konstatiren, daß es nicht mit dem hier verkrachten Bibliographi- scheu Bureau identisch sei. Wir kommen dieser Aufforderung um so eher nach, als die verkrachte Gesellschaft kürzlich irrthüm- lich von uns als Bibliographisches Institut bezeichnet worden ist. Als älteste Krankeukaffe war in der Presse vor kurzem die Neben'sche genannt worden, die dieser Tage ihr hundert- jähriges Jubiläum gefeiert hat. Diese Mitlheilung ist, wie uns mitgetheilr wird, dahin richtig zu stellen, daß die Neben'sche Kasse nicht den Anspruch hat, sich die älteste in Berlin zu nennen. Aelter ist die Ehlert'sche Kranken- und Sterbekasse Nr. 27, die am ö. November 175i aus der bis dahin bestehenden Woll- und Zeugmacher-Kranken- und Sterbekasse gebildet worden ist. In dem am Sonntag von uns gebrachten Artikel über die mögliche Ursache der B a l l o u- E x p l o s i o n in der Militär- Lustschiffer-Abtheilung befinden sich zwei Druckfehler, die wie folgt zu berichtigen sind: Auf Zeile 9 von unten in der be- treffenden Spalte muß es heißen:„wenn dieser durch das Gas (nicht Loch) schlägt", und in der 7. Zeile von unten:„Die von vielen behauptete„Selbstentzündung des Gases(nicht Geier) halte ich:c." Aufsehe« ruft in der Königstadt das Verschwinden des so- genannten„Bankiers" Albert Richter, Metzerstr. 19, hervor, eines Mannes, der das Zeug hatte, ein hervorragender Kautions- schwindlet zu werden. Richter betrieb bisher in setner in der Metzerstraße belegenen Wohnung«ine Hcmdenfabrik, bei welcher er Reichthümer nicht erwerben konnte. Er beschloß daher eine „Bank" zu gründen und mielhete zu diesem Zwecke Alexander- straße S4 in der ersten Etage größere Räumlichkeiten, in welchen er unter dem hochklingenden Titel„Norske Kreditbank" ein Bank- institut eröffnete. Der Name sollte Kunden anlocken, die der An- ficht waren, daß es sich hier um eine Filiale oder Kommandite des gleichnamigen bekannten Geldinstituts in Christiania handelte. Die Bureaus wurde» glänzend ausgestattet, natürlich aus Pump. R. engagirte zum 1. Juli 12 Damen zum Adrcssenschreiben, zwei Buchhalter und einen Kaffenboten, zum 15. Juli 14 Buchhalter, und zum 1. August noch weiteres Personal.— Am 1. Juli 8 Uhr früh wurde dann auch die Norske Kreditbank eröffnet und die Damen wurden sofort mit dem Schreiben von Briefen zur Gewinnung von Kunden beschäftigt, während die Buchhalter mit der Einrichtung und Liniirung von Geschäfts- büchern zu thun hatten. Bereits am 1. Juli abends trat der „Chef" eine Geschäftsreise an, von welcher er bis zum heutigen Tage noch nicht zurückgekehrt ist. Der„Chef" hatte die ge- sammten eingezahlien Kautionen seines Personals, soweit bis jetzt festgestellt ist, mindestens 3000 M., mit sich genommen. Die Angelegenheit wurde der Polizei gemeldet, welche die Räume der Bank bereits geschlossen hat. Bei einer Revision wurden zirka 2999 gedruckte kiautionssormulare, sowie 89 nach Abreise des Chefs eingelaufene Offerten von Stellungsuchenden vorgefunden, in denen etwa 8990 M. Kautionen angeboten waren. Eine abenteuerliche Dampferfahrt hatte eine Gesellschaft von gut 59 Personen zu bestehen, die sich am Sonntag Abend 19 Uhr mit dem Dampfer„Germania",(Eigenlhümer Herr Schütze, Köpenick) von Schmöckwitz nach Grünau befördern ließ. Es war mit dem Schiffssührer ein Fahrpreis von 12 M. vereinbart worden. Nachdem die Gesellschaft ohne Zwischenfall bis Karolinenhof befördert worden war, verbot der Schiffsführer plötzlich ohne Angabe von Gründen das Singen; zu gleicher Zeit ließ er den Dampfer stoppen. Nach;dem Grunde dieser Maßregel befragt, erklärte der Führer, für den Preis von 12 M. nicht weiter fahren zu können. Um nur ans Land zu kommen, wurde ihm schließlich der Betrag von 14 Mark, den er verlangte, zugesichert. Darauf hin versprach der Führer, die Fahrt fortzusetzen, doch blieb es bei der Erklärung, denn nach einer Viertelstunde lag der Dampfer immer noch auf demselben Fleck. Selbstverständlich stieg nun die Aufregung aufs höchste, und auf die Hilferufe hin, welche von einzelnen Frauen und liindern ausgestoßen wurden, machte schon der Führer des vorbeifahrenden Dampfers„Friedrich Wilhelm" Anstalten, den Fahrgästen der„Germania" beizuspringen. End- lich bequemte sich der Führer dieses Schiffes zur Weiterfahrt; jedoch kam es bei der Landungsstelle in Grünau zu neuen Miß- Helligkeiten. Der Schiffsführer entfernte sich nämlich mit der Drohung, Polizei zu holen und ließ den Steuermann mit der Weifung zurück, niemanden, weder Frauen noch Kinder, landen zu lassen. Wohl oder übel mußten die Passagiere sich fügen, trotz- dem einzelne sich erboten hatten, für Feststellung sämmtlicher Fahrgäste einzustehen. Wie wenig Bedeutung die schließlich am Platze erschienene Polizei dem Verhalten der Fahrgäste beilegte, ergiebt sich daraus, daß von ihr nur zwei Namen notirt wurden. Dann endlich waren die Ausflügler, die an diese�Fahrt ihr Leben lang denken werden, der Freiheil wiedergegeben. Eine zoologische AnSstellung und Vorführung wilder Thiere, die Herr Karl Hagenbcck aus Hamburg im früheren Zirkus Schuhmann am Friedrich Karl-Ufer veranstalten wollte, ist vom Polizeipräsidenten aus Sicherheitsgründen verboten worden. Ein Eiseilbahnunfall ist am Montag Vormittag auf dem Bahnhof Eberswalde erfolgt. Als der stark besetzte Sonderzng Berlin-Swinemünde Montag Vormittag um 19 Uhr 53 Min. in den Eberswalder Bahnhof einlief, versagte die Carpenterbremse, und der Zug fuhr auf eine außerhalb des Bahnhofes stehende Lokomotive auf. die bestimmt war, die Lokomotive des Sonder- zuges abzulösen. Ter Zusammenstoß erfolgte mit großer Gewalt. Der erste Wagen und die Lokomotive schoben sich ineinander. Der Zuführer Heilers und der Schaffner Schönen mußten aus den Holz- und Eisentheilen, in denen sie gefangen saßen, heraus- gehoben werden. Ersterer hatte einen komplizirten Armbruch und eine Kopfkontusion, letzterer einen Bruch des Schlüsselbeines erlitten. Drei weibliche Passagiere erlitten Quetschungen an den Füßen, viele Passagiere leichte Kontusionen bei dem Zusammen- stoß. Alle aber setzten die Fahrt fort; die Verletzungen sind an- scheinend durchweg unerheblich. Der verletzte Zugführer und der Schaffner kamen um 2Vs Uhr aus dem Stettiner Bahnhof, mit Nothverbänden versehen, an und begaben sich sofort in ärztliche Behandlung. Im Eiseiibahliznge ist gestern Vormittag die 49jährige Händlerin Frau B. aus Potsdam verstorben. Die sehr korpu- lente Frau war, um de» um 19 Uhr hier eintreffenden Zug benutzen zu können, mit ihrer Tochter»ach dem Bahnhos ge- laufen und sank athemlos, als der Train sich eben in Bewegung setzte, auf der Bank des Koupees nieder. Frau B.' vermochte sich von der gehabten Anstrengung jedoch nicht zu erholen, sie verstarb, kurz nachdem der Zug Potsdam verlassen. am Herz- schlage, der infolge der gehabten körperlichen Anstrengung hervor- gerufen war. Die Leiche wurde nach dem hiesigen Schauhause gebracht. Ein aktiver ungarischer Ossizier, der 27jährige Lieutenant Gerhard von Deschau hat sich dieser Tage in der Nähe von Nieder-Schönweide einen-Schuß in die Herzgegend beigebracht. Er wurde in ein Krankenhaus befördert, wo er nach einigen Tagen starb. Als Grund des Selbstmordes werden Schulden und Rennvcrluste angegeben. Ein ruhmvolles Ende! EleudSstatistik. Im Monat Juni nächtigten im Männer- Asyl des Berliner Asylvereins für Obdachlose 9225 Personen, im Frauenasyl 761 Personen. Arbeitsnachweis erbittet der Verein für Männer Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Polizeibericht. Am 3. d. M., vormittags, wurde vor dem Hanse Wilhelmstr. 131 ein sechsjähriger Knabe durch eine» Arbeitswagen überfahren und an den Oberschenkeln erheblich verletzt.— In der Rosenthalcrstraße gcrieth nachmittags ein Mann unter die Räder eines Rollwagens und erlitt anscheinend bedeutende Verletzungen am Kopfe.— Abends versuchte im Friedrichshain ein junger Mann sich durch einen Pistolenschuß in die Brust zu töten. Er wurde noch lebend nach einem Krankenhause gebracht.— In einer Schankwirthschaft in der Urbanstraße entstand unter den Gästen eine Schlägerei, bei der der Wirth durch Messerstiche am Kopfe verletzt wurde.— Vormittags entstand im Hause Landsbergerstr. 72 in einer Fabrik durch überkochenden Thee Feuer, welches beträchtlichen Schaden anrichtete.— Außerdem fanden im Lause des Tages vier kleine Feuer statt. Witterungsübersicht vom 9. Juli l8Sl». Wetter-Prognose für Mittwoch, 10. Juli 1895. Ziemlich heiteres, sehr warmes Wetter mit schwachen westlichen Winden; keine oder unerhebliche Niederschlüge. Berliner W e tt e r b u r e a u. GevirftlSrBetUmg. Die Schiebung des Koufektionärs Kohn. Wer ist der Arbeitgeber? Diese Frage, welche bisher nur in Prozessen von Angehörigen des Baugewerbes eine hervorragende Rolle spielte, stand in einem Rechtsstreit des Schneiders Schmidt gegen den Konfektionär Llohn zur Entscheidung. Wegen unrecht- mäßiger Entlassung beklagt, mit dem Antrage, 36 M. Ent- schädigung zu zahlen, erhob der letztere den Einwand, er sei garnicht der Arbeitgeber des Klägers gewesen. Dieser dagegen, der in einer vom Schneider_ Seifert geleiteten Werkstube beschäftigt war, blieb bei seiner Behauptung, Kohn sei„der Macher von's Ganze" Der erwähnte Herr Seifert wurde als Zeuge vernommen. Eigenthümlicherweise schien dem Mann an der Meisterwürde, die ihm Kohn zu- geschrieben, absolut nichts zu liegen; rund und nett wurde sie von ihm bestritten. Er überreichte dem Gericht einen Vertrag, den er mit dem Beklagten seinerzeit geschlossen, und erzählte, der- selbe habe ihm die Werkstatt eingerichtet, den fraglichen Raum gcmiethet und sogar die Kohlen geliefert. Wenn Leute gebraucht wurden, habe Kohn sogar nach solchen annoncirt, sie angenommen und ihm„oben geschickt". In dieser Weise sei auch das Engagement des Klägers erfolgt. Auf die Frage des Vor- sitzenden Hellwig, weshalb er denn den vorgelegten(nicht �ver- lesencn) Vertrag unterschrieben, meinte der Zeuge, er verstände nicht deutsch zu lesen. Mit anderen Worten, der Inhalt des Vertrages, welcher die Einrichtung der Werkstatt und die formelle Regelung der gegenseitigen Beziehungen beider Kontrahenten betrifft, sei ihm nicht plausibel oder überhaupt nicht be- kannt. Der Zeuge gab jedoch auf Vorhalten zu, daß er stets die Beitragszahlung zur Krankenkassen- und In- validen-Versicherung der in„seiner" Werkstatt thätige» Leute regelte.— Der Beklagte stellte Seifert als selbständigen Arbeit- geber hin, der für ihn gegen vereinbarte Preife Sachen fertige und seinerseits mit der Fertigung derselben Gehilfen beschäftige. Ein Schneider Slomke, der ebenfalls als Zeuge gehört wurde, sagte aus: Seifert sei eines Tages vergnügt zu ihm gekommen und habe ihm einen Geldbeutel mit 99 M. gezeigt, wobei er geäußert habe, Kohn hätte ihm eine Stube eingerichtet, jetzt gehe er nach Hause, um seine Gesellen auszuzahlen. Es gehe ihm ganz gut, an jedem Jacket verdiene er fünf- zehn Groschen, letzteres könnte seine Frau bestätigen.— Die äugen« scheinliche„Schiebung", welcher Seifert unverkennbar die von ihm selbst zurückgewiesene Meisterwürde verdankt, scheint der Gerichtshof nicht richtig gewürdigt zu habe», denn er erkannte auf Abweisung der Klage, weil nicht Kohn, sondern Seifert der Arbeitgeber des Klägers gewesen sei. Schade, daß der Vertrag nicht öffentlich zur Verlesung gelangte. TaS bekannte staatöanwaltliche Verfahre» gegen das Anarchistenblatt„Der S o z i a l i st" erlebte eine neue Auflage in einer gestern vor der neunten Strafkammer am Landgericht I stattgehabten Verhandlung. Es dürste noch das aufsehenerregende Vorgehen sowohl gegen den verantwortlichen Redakteur Georg Warsönke, als wie auch gegen den gleichfalls für veraut- wortlich erachteten Expedienten Karl L ö h r erinnerlich sein, von denen Warsönke zu vier, Löhr dagegen zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt wurde. Dieses Urthcil erschien selbst dem Reichsgericht zu stark und in der Revisionsinstanz wurde die Sache daher in die Vorinstanz zurückgewiesen. Der Angelegenheit lag folgender Thatbestand zu gründe: Wie fast alle Nummern des anarchistischen Organs„Ter Sozialist", so hat auch dessen Nummer vom 15. Dezember vorigen Jahres der Staatsanwaltschaft Veranlassung zum Einschreiten gegeben. In dieser Nummer sind zwei Artikel für staatsgesährlich erachtet worden. Der erste trug die Ueberschrift:„Ein u n- erhörter Gewaltakt". Es wurde darin die bekannte Affäre mitgetheilt, daß wenige Tage zuvor ein Kriminalkommissar in Begleitung mehrerer Schutzleute in den Geschäftsräumen des „Sozialist" erschienen sei und alles beschlagnahmt habe, was nicht niet- und nagelfest war. Der Redakteur Petersdorff fei ver- haftet worden. Ter Kommissar habe erklärt, daß er im Auftrage des Staatsanwalts Dr. Benedix handle. An die Mittheilung dieser Thatsachen knüpften sich redaktionelle Bemerkungen, in denen eine Beleidigung des Benedix gefunden wurde.— Die Ueberschrift des zweiten Artikels lautete„Gerechtigkeit". Es wird darin eine Gerichtsverhandlung gegen eine» Manu geschildert, der des Mordes bezichtigt ist. Die Anklage behauptet, daß die ganze Tendenz des Artikels dahin gerichtet ist, de» Mord zu verherrlichen und zur Nachahmung anzuspornen, die Besitzlosen gegen die Besitzenden aufzureizen und staatliche Einrichtungen verächtlich zu machen. Für diese Nummer hat der Arbeiter Georg Warsönke als verantwortlicher Redakteur gezeichnet, außer ihm ist aber noch der Expedient des„Sozialist". Karl Löhr, zur Verantwortung gezogen worden, da einfach angenommen wnrde, daß Warsönke„bei seinem geringen Bildungsgrade" nicht geeignet sei, irgend welche Redaklionsgeschäste auszuführen, und deshalb nur von dem eigentlichen Redakteur, dem Angeklagten Löhr, vorgeschoben wurde. Diese Annahme wurde von beiden Angeklagten als unzutreffend bezeichnet, Warsönke wollte die alleinige Verantwortung für den Inhalt beider Artikel, die er allerdings nicht für strafbar hielt, übernehmen, während Löhr behauptete, daß er mit den Redaktions- geschäfle» nichts zu thun gehabt habe. Die Beweisausnahme er« sireckte sich nur auf diesen Punkt. Staatsanwalt K a n z o w räumte den Angeklagten ohne weiteres ein, daß sie in betreff des ersten Artikels in Wahr- nehmung berechtigter Interessen gehandelt hätten. Dagegen sei die Form beleidigend und ebenso die Absicht, den Staatsanwalt Dr. Benedix zu kränken(!) unverkennbar. In betreff des zweiten Artikels hielt der Staatsanwalt die Anklage wiederum vollauf aufrecht und auch für erwiesen, daß Löhr als der geistige Leiter des„Sozialist" thätig gewesen sei. Er beantrag- gegen Warsönke vier, gegen Löhr sieben Monate Gefängniß. Die Vertheidiger. Rechtsanwalt« Bieber und Dr. Freudenthal, plädirten für Freisprechung. Der Gerichtehof hielt Beleidigung, Ausreiznng zum Klassenhaß und Verächtlichmachung von staatlichen Einrichtungen für vorliegend, erachtete dagegen eine Mitlhäterschaft des Angeklagten Löhr nicht für erwiesen und sprach diesen deshalb frei. Warsönke wurde zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, wovon 6 Wochen durch die erlittene Untcrfuchungshast für verbüßt erachtet wurden. Die Frage, ob eine Cigarettenfabrik unter den Begriff einer Cigarrenfabrik zu bringen sei, d. h. ob auch bei ihr die im gesundheitlichen Interesse der Arbeiter gegebenen Anlage- Vorschriften für eine Cigarrenfabrik zu befolgen seien, hatte die IX. Strafkammer am Landgericht I zu entscheiden. Die Cigaretten» fabrik von Gottlieb N e l k e in der Friedrichstraße war in einem Kellerraum belegen und zwar so, daß der Fußboden 3,9 Nieter unter dem Straßenniveau lag. Nach dem ministeriellen Erlaß vom 29. September 1883 und der polizeilichen Bekanntmachung vom 8. Juni 1893 darf aber eine Cigarrenfabrik nicht in einem so tiefen Raum angelegt sein, und der Fabrikinspektor erstattete deshalb Anzeige gegen den Fabrikinhaber. Das Amtsgericht er- kannte jedoch auf Freisprechung. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und in zweiter Instanz führte der Fabrikinspcktor aus, daß der Betrieb in betreff der Gesund- heitsschädlichkeit bei Zigarren- und Zigarettenfabriken ein so ähnlicher sei. daß zweisellos die Bestimmungen für die Zigarren- fabriken auch aus die Zigarettenfabriken auszudehnen seien. Der Gerichtshof verwarf aber merkwürdigerweise die Berufung und erkannte gleichfalls auf Freisprechung, da die Zigarettenfabriken nicht unter den Begriff der Zigarrenfabriken zu bringen feien. Dies Erkenntniß dürste das Kopjschütteln eines jeden Fachmanns erregen. Unschuldig verurtheilt. Ueber eine Verhandlung, die vor einigen Tagen vor der Strafkammer zu Bonn stattfand, berichtet die„Köln. Ztg.": Vor Jahressrist waren drei hiesige Studirende bei einer Schlägerei in der Poppelsdorf«! Allee schwer, einer erhalten, ein Nr. 41 folgenden leitenden Auffaz: Der Schwellen- Ring. Von Dr. H. Eur. Lohn= Aus dem Notizentheil heben wir hervor: Naffauischer Städtetag. Ge verhältnisse der Berliner Feinmechanit 1893. Von Dr. K. Thieß. Personal- und Arbeitswerbliche Nebenbeschäftigung von Schulkindern. verhältnisse der deutschen Buchdruckereien. Unfälle in englischen Bergwerten. Bergarbeiterstreit an der österreichisch- ungarischen Staatsbahngesellschaft. Desterreichische Eisenbahnbeamten- Zage. Rongreß deutscher Kongreß des schweizerischen Maurer. Deutscher Brauergehilfen- Bund. Gesetzlicher Gewertschaftsbundes. Englische Streit statistit für 1894. Schuß des Wirthschaftspersonals in der Schweiz. Unfallverhütung für Dienstboten in Schleswig- Holstein. Verkürzung der Arbeitszeit in Defter: Schulbaustatistik reich. Hamburger Fabritinspektion im Jahre 1894. auf der Posener Gewerbe- Ausstellung. Rückgang der Abendklassen an den BerMünchener Fortbildungsschulen. Gesegestunde in Flugblättern. tragsformular zur Umgehung des deutschen Abzahlungsgesetzes. 1 Briefkaffen der Redaktion. Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag wird von 7 bis 8 Uhr abends Auskunft und Rath in Rechtsangelegenheiten ertheilt. fogar lebensgefährlich, durch Messerstiche verlegt worden. Als| Abänderung des Wortes ersucht. Die Ansichten unserer Partei| Soziale Pravis, Zentralblatt für Sozialpolitit, enthält in ihrer neuesten Thäter war ein Diamantschleifer G. aus Poppelsdorf, ein bis über die internationale Gleich berechtigung der Völker dahin unbescholtener, gut beleumundeter junger Mann, zu zwei stehen programmatisch fest, und da der Verfasser des Feuilletons Jahren Gefängniß verurtheilt worden, und zwar vorzugsweise auf dem Boden des Programms steht, so liegt bei ihm nur eine auf die, wie fich später herausstellte, irrige Angabe der Verletzten Flüchtigkeit, teine reaktionäre Anschauung, noch weniger hin, daß ihr Gegner, von dem sie die Messerstiche Berechnung vor. Insbesondere mit den Polen verbinden Mann schmächtiger junger mit einem uns und in den die engsten Bande der Sympathie, Schnurrbart fei, was auf den G. paẞte. Dieser hatte modernen deutschen Freiheitskämpfen haben die Polen feine Vertheidigung in Rücksicht auf seinen mitbeschuldigten eine so ruhmvolle Rolle gespielt, daß es auch der schnödeste Unfünftigen Schwager und dessen Angehörige nur schwach betrieben, dant wäre, wollten wir dies verkennen. und so erfolgte seine Berurtheilung. Sieben Monate hatte er Wir bringen nachstehend aus einem Briefe, der sich gegen von seiner Strafe bereits verbüßt, als er zunächst aus Gesund- die betreffende Stelle wendet, die folgende Stelle zum Abdruck: heitsrücksichten vorläufig aus der Haft entlassen wurde, wozu Diese Worte, die eine Beleidigung der gesammten polnischen namentlich auch der Umstand beigetragen haben mochte, daß sich Nation enthalten, sind vollständig unberechtigt. mittlerweile Anzeichen für die Unschuld des Verurtheilten ein- Das polnische Volt hat immer theil genommen an den gestellt hatten. 3war war zunächst die eingelegte Revision von modernen Revolutionen; wir erinnern nur an die amerikanischen dem Reichsgericht verworfen worden, und auch ein Antrag bei Befreiungskriege, an die Theilnahme der polnischen Führer an dem hiesigen Landgericht auf Wiederaufnahme des Verfahrens den verzweifelten Kämpfen für die Unabhängigkeit Ungarns, an auf grund neuer Beweismittel hatten anfänglich keinen Erfolg. die Berliner Bewegung von 1848, an die Pariser Kommune, ge= Arbeiter Bildungsschule. Eingegangen im 2. Quartal Erst eine Beschwerde bei dem Ober- Landesgericht in Köln führte schweige von den polnischen nationalen Revolutionen, die die verlangte Erneuerung des Prozesses herbei, die die Unschuld durch ihre vorzügliche Organisation kaum ein Wert von Halb- 1895: Geschenke: Gummifabrik A. E. G. 3.25. Rogasch 5,50. Ethische Gesellschaft 25,-. 2. in 2. 300,-. Fußpartie„ Senf des bisherigen Verurtheilten zu Tage förderte. Als Thäter barbaren sein könnten. wurde dabei der bereits erwähnte frühere fünftige Schwager des Daß die jeßige polnische Bourgeoisie jeder revolutionären gurte" 3,-. Personal von Janiszewski u. Quitt 10,-. Quehl'sche G., Fuhrmann W. aus Poppelsdorf, ermittelt, der theils durch Bewegung entgegenwirkt, ist das Produkt der allgemeinen Reaktion Werkstatt 9,-. Tellersammlungen zc.: Versammlung im Elysium eigene, theils durch die Schwägereien seiner Angehörigen sich und der Gährung in den höheren Kreisen. In Polen, wie überall,( Gerling) lezte Rate 14,50. Nordschule 3,70. Bers. h. Ulrich ( Schulz) 7,10, b. Keller( Bettin) 87,90, Norddeutsche Brauerei verrathen hatte. Der Antrag des Staatsanwalts, sofortige Ver- ist die Arbeiterschaft die einzige revolutionäre Klasse. haftung des W., wurde angenommen. Der Staatsanwalt er( Wittich) 5,95, Ullrich( Wittich) 8,75, Henke( Dr. Heymann) 4,05 flärte alsdann, auf grund des heutigen Beweismaterials die Summa 482,70 M. Besten Dank! Berlin, den 7. Juli 1895. Antlage gegen G. nicht mehr aufrecht erhalten zu können, und H. Königs, Kassirer, Dieffenbachstr. 30. beantragte dessen Freisprechung. Der Vertheidiger des G. Proletarier, Friedenstraße. Zentral- Kranken- und Bebeantragte ferner, die Kosten der heutigen Verhandlung und des gräbnißtasse für Frauen und Mädchen. Aufnahme: PallisadenVorverfahrens, sowie die der Vertheidigung der Staatstaffe zur straße 17, Hof 4 Tr. Last zu legen. Demgemäß erkannte der Gerichtshof unter AufS. K., Rigdorf. Das ist eine Unfitte, die schon seit langen hebung des gefällten Urtheils auf Freisprechung G.'s und legte Jahren überall geübt wird. Warum sollte da der als guter sämmtliche Kosten mit Ausnahme der aus der Nebenklage entGeschäftsmann bekannte Direktor des von Ihnen genannten Theaters eine Ausnahme machen? standenen der Staatstaffe zur Last. Vor dem Schwurgericht Zwickau wurde am Montag die Verhandlung gegen Ben Steiger H. D. Fischer von Delsnig i. E. wegen Meineid durchgeführt. Der Angeklagte war beschuldigt, in der Verhandlung gegen den früheren Redakteur des„ Glückauf" A. Strunz am 15. und 17. November 1894 seine Eidespflicht als Zeuge und Ankläger wissentlich durch ein falsches Zeugniß verletzt zu haben. Fünf Zeugen belasteten ihn durch ihre Aussagen schwer, sie beschworen, daß er an eine Frau Bauer einen Brief geschrieben, in welchem er sie zu einem Rendezvous eingeladen und Frau Bauer beschwor, daß er mehr mals intimen Verkehr mit ihr gepflogen. Fischer leugnete alles ab und die Geschworenen verneinten die Schuldfrage; der Angeklagte wurde freigesprochen. Versammlungen. Deutscher Holzarbeiter Verband. Für den Bezirk Weft und Süd- West tagte am 1. Juli eine Versammlung in dem Lokal Königshof", Bülowstraße. Auf der Tagesordnung stand ein Referat des Genossen Rohrlad über das Thema: Das Werk zeug als Kulturträger. Die Ausführungen des Redners fanden in der Versammlung allseitige Zustimmung und gelangten sodann einige Ergänzungswahlen zur Erledigung. An stelle des bis herigen Beitragssammlers Döbbrick wurde das Mitglied Schmidt gewählt und in die Werkstatt- Kontrollkommission das Mitglied Prokopp delegirt. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, ben 10. Jult 1895, abends 8% Uhr, Busammenkunft der Schleswig- Hofteiner im Restaurant Stommandanten- Hallen, Kommandantenstr. 10-11. Verein ehemaliger Schüler der 18. Gemeindeschule. 9% Uhr, Lebufer= straße 14, Nesíaurant Schulz. Ehemalige Schüler und Gäste rotulfommen. Vermischtes. Halbbarbaren" find an einer Stelle unseres Feuilletons: Berliner Märztage" die Polen genannt worden. Wir hatten den Ausdruck übersehen, sonst hätten wir den Verfasser um eine Man beschimpfe doch nicht eine Nation, in dessem Schooße solche Freiheitskämpfer erzogen worden sind wie: Kosciuszko, Mierostawski, Wroblewski, und Jarostaw Dombrowski. Wir hoffen, nach unserer obigen Erklärung wird der geehrte Korrespondent seinen Vorwurf gegen den Verfasser der„ Berliner Märztage" zurückziehen. In Laibach erfolgte am Montag Nachmittag 3 Uhr 20 Min. ein mittelstarker, wellenförmiger Erditoß mit vorhergehendem und nachfolgendem Vibriren des Bodens und Getöse. Der Erdstoß dauerte 3 Sekunden und verursachte starkes Fensterklirren und einige Schäden an bereits beschädigten Häusern. Eine Ordnungsfäule. Der Polizeikommissar Kauffmann in Reutlingen( Württemberg) wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Tübingen wegen eines Vergehens gegen die Sittlichkeit(§ 182 R.-Str.-B.) verhastet. vor. A. F. 13, S. W. Ja. G. 2. in I, F. A. 100. Nein. E. M. 4. 1. Bezüglich der Trauzeremonien, zu denen auch das Singen gehört, hat der Prediger das Bestimmungsrecht. Stellt er das Anfinnen, es sollten keine Lieder gesungen werden, so steht selbstredend den Brautleuten frei, auf die kirchliche Einsegnung der Ehe zu verzichten und die Gebühren für Aus Petersburg wird berichtet: In der Stadt Sambrow, einen besseren Zweck zu verwenden. 2. Der betreffende würde Gouvernement Lomsha, wurden 280 Häuser durch Feuer zerstört; der Urkundenfälschung sich schuldig gemacht haben.- A. B. über 2000 Menschen sind dadurch obdachlos geworden. In Durch Klage bei dem Amts- oder Landgericht kann auf Unterder Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde der Ort Olneßci stützung der hilfsbedürftigen Mutter gegen den Sohn geklagt im Distrikte Valcea durch einen furchtbaren Wolkenbruch mit werden. Die Mutter wird gut thun, sich vorher das Drtan heimgesucht, der die halbe Ortschaft zerstörte. Zahlreiche Armenrecht zit erwirken. Sprechen J. Sch. 50. Menschenleben sind dem Elementarereignisse zum Opfer gefallen. Gie gelegentlich in der juristischen Sprechstunde Zehn Leichname wurden bisher aus den Fluthen gezogen, W. J. 2. Mein: die in Berlin bestehenden Stiftungen darunter die des Lehrers und seiner fünf Kinder. Auch andere finden Sie im 2. Band des Adreßkalenders, Theil 4, S. 139-148 Ortschaften des nämlichen Distritis haben bedeutende Schäden zusammengestellt. 2. 100. Theilen Sie dem Wirth mit, daß erlitten. Sie ihm wiederholen: ein Recht, Ihnen vor 1899 zu fündigen, Unwetter in den Vereinigten Staaten. Am vergangenen hat er nicht. Mühlheim Muhme. 1. Die UnterstützungsSonnabend wurden die Staaten Illinois, Wisconsin, Missouri, gesuche sind an das Kriegsministerium zu richten. 2. Unfallrente Georgia und Kansas von heftigen Stürmen heimgesucht, welche und Invalidenrente können nur soweit zusammen beansprucht vielen Schaden verursachten; in einigen Fällen wurden auch werden, als sie zufammen 450 M. jährlich nicht überPersonen verletzt. Der gemeldete Verlust an Menschenleben ist steigen. 3. Gine Klage hätte feine Aussicht auf Erfolg. sehr gering. In Lala- Geneva( Wisconsin) sind durch das UmS. S. 4. Sie müssen ein Gesuch an die Postdirektion richten. Legen Sie eventuell in dem schlagen eines Vergnügungsbootes 6 Personen ertrunken. In 200 Charlottenburg. und beantragen Newton( Kansas) wurden 34 Häuser zerstört und 25 Personen Termin die Sache dem Amtsgericht vor Aufhebung des Termins und Einstellung des Verfahrens bis nach Entscheidung der Strafanzeige gegen Kläger. - A. N. 48. Nein. M. H. Ist zur Veröffentlichung Bon der Benen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diey' Verlag) ist soeben das nicht geeignet: militärische Schwängerer, die für ihre Kinder 40. Seft des 18. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: feine Alimente zahlen, sind leider nichts so außergewöhnliches. Zwei würdige Schwestern. Saint- Justs Utopie. Ein Beitrag zur Beleuchtung der historischen Stellung der Bergpartei. Von Dr. S. B. Kritschewsky.( Schluß.) Der Sturz des Kabinets Rosebery. Verschieden heit der landwirthschaftlichen Produktionskosten in zwei Welttheilen. Bon Dr. Rudolph Meyer. Notizen: Aus der Thätigkeit einer Unternehmerorganisation. Feuilleton: Germinie Lacerteur. Von Edmond und Jules be Goncourt. Einzig autorisirte Uebersetzung von Emma Adler.( Fortsetzung.) verwundet. Für den Juhalt der Inserate über- Friedrich- Wilhelmstädtischer nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 10. Juli. ericdr.- Wilhelmstädtischer Park. Berlin amüsirt sich. Nenes Theater. Tata- Toto. Schiller Theater. Die Hochzeitsreise. Flattersucht. Alexanderplatz- Theater. botene Liebe. Ver National Theater. Das Geheimniß der talten Mamsell. Apollo Theater. Ein Abenteuer im Harem. Flora- Charlottenburg. Cavalleria rusticana. Die schöne Galathée. Concert- Park 25/26 Chauffee- Straße 25/26. Heute, Mittwody: Elite- Tag. Wien in Berlin. Praterfest. Gaukler- Kongress. Wiener Tanzplatz. Schaubuden. Zum Heurigen. Berlin amüsirt Ende 2 Uhr. sich. Schiller- Theater Passage- Panopticum. ( Wallner Theater.) Mittwody, abends 8 Uhr: Die Hochseitsreise. Flattersucht. Donnerstag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Freitag, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Augen der Liebe. Einer muß heirathen. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Der Dynamit mensch läßt auf seinem Kopfe einen Steinblock vermittelst einer Patrone zersprengen. Castan's Panoptikum. Im Irrenhause. Das Bärenweib. Sensations- Schauspiel mit Melodramen in 5 Akten und 8 Bildern von 5. B. Ein Flug durch die Luft! Regie: May Samft. 1. Bild: Zwei Hallunken. 2. Bild: Gin Bestrafte weibliche Eitelkeit. tiefes Geheimniß. 3. Bild: Der Rächer. 4. Bild: Die Geheimnisse des Irrenhauses. 5. Bild: Ein Verräther. 6. Bild: 7. elt. Neue We Eingelanfene Druckschriften. Reichshallen. Jm prachtvollen Garten ( bei ungünstiger Witterung im Saal): Täglich: Humoristische Soiree der Norddeutschen Quartettu. Couplet- Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Von der Kanalfeier. Ensembleszene. Volksgarten Briefkaffen der Expedition. Die heutige Erklärung der Vertrauenspersonen und der Zeitungstommission des Ostens( 4. Kr.) beantwortet Ihre Frage. F. Nagel's Sommer- Theater Schwedterstr. 23124. Jeden Dienstag und Donnerstag: Hamburger Sänger beliebteste Gesellschaft( 8 Herren). Anfang 8 Uhr. NB. Saal u. Garten( 1200 Perf.), Kleine u. gr. 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Vereinsmittheilungen. 107 1 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Vertrauensmänner- Versammlung Often u. Nordosten: Donnerstag, den II. Juli, abends 8 Uhr, im Lokale von Gold, Gr. Frankfurterstr. 133. Tages Ordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Die Kollegen der Werkstellen werden ersucht, sich durch Vertrauens männer zahlreich vertreten zu lassen. 76/4 Die Ortsverwaltung. Ausstellung Italien in Berlin. Station Zoologischer Garten. Heute: Grosses Festprogramm. 41/2 Uhr: Die Bersaglieri: Maestro Gatti. 7/2 Uhr: Maestro Gialdini mit seinem weltberühmten SymphonieOrchester aus Mailand. 11 Uhr abends: Grosser Umzug der Bersaglieri. 22 italien. Musik- und Tanztruppen, darunter die berühmten TarantillaTänzerinnen Marano, sowie der beste italienische Romifer Ruvinazzi aus Neapel. Während des ganzen Tages Vorführung der ital. Seidenspinnerei, Glasbläserei, florentinischen Strohflechterei, Mosaikfabrikation, Holzschnitzerei u. s. w. Entree 50 Pf. Donnerstag, den 11. Juli 1895: V. grosser Elitetag. Eine Hochzeit zu Portici im Jahre 1848. Entree 1 Mark. 0 Freitag, den 12. Juli 1895: Zweiter Familientag. Rinder, die in Begleitung Erwachsener erscheinen, zahlen an diesem Tage tein Entree. Entree 50 Pf. Schweizer Garten Am Königsthor. Jeden Mittwoch: Am Friedrichshain. Großes Familien- und Kinder- Jubel- und Trubel- Fest, Concert, Theater, Spezialitäten, Stangentlettern, Sacklaufen, Wursthüpfen, Topfschlagen u. f. w. Große Kinder- Fackelpolonaise. Beluftigungen Jm Saale: Gr. Ball. Familien tönnen Kaffee tochen. Entree 30 Pf., aller Art. Kinder 10 Pf., wofür eine Fackel verabreicht wird. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71. Am Küstriner Platz. Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Regie: R. Hintsche. Garten- Concert von der 24 Mann starten Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors W. Carlon's. Anfang Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Pf. Wochentags 5 Uhr. Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird. Volksbeluftigungen jeder Art. 4 egelbahnen zur Verfügung. Gute Biere, ausgezeichnete Küche zu soliden Preisen. Am Sonntag, den 7. d. Mts., ist Louis Mitsching an der Proletarierkrankheit verstorben. Wir betrauern in dem Todten den Verluft eines braven Genossen und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Mar tuskirchhofs in Wilhelmsberg aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand 175/1 des Vereins z. Wahrung der Interessen der Stockarbeiter Berlins. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, Sohn und Schwager, der Metalldreher 20586 Gustav Düsser nach langem Leiden am Montag früh 41/4 Uhr fanft entschlafen ist. Achtung! Stettiner Sänger Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader. Täglich( außer Sonnabends): Victoria- Brauerei Lützow- Strasse No. 111-112, nahe Potsdamerstr. 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Da uns der große Garten und sämmtliche Räume zur Verfügung stehen, ersuchen wir die Mitglieder, sich mit ihren Familien und Freunden recht zahlreich an dieser Feier zu betheiligen. Anfang 8 Uhr. [ 56M Billets für Herren à 50 Pf., für Damen 25 Pf., sind bei den unterFässer zum Selbstabfüllen. 1/16 1 M., 1/8 2 m, 1/4 3,50 M. Hausverkauf per Liter 10 Pf. uur Röpnickerstr. 112. Berliner Weißbier- Brauereieichneten Roniteemitgliedern vorher zu haben. Klebb, Mariendorferstr. 2; Wohl& Co., Köpnickerstraße Nr. 112. C. Fröhlich's Gesellschaftssäle und Garten Schönhauser Allee 161. Jed. Sonntag, Dienstag 1. Sonnabend: Concert, Specialität.- Vorstellung. Anfang 7 Uhr, Entree frei. Sonntags Anf. 4 Uhr. Programm 10 Pf. Jed. Montag: Gr. Concert. Entree frei. Jed. Sonntag, Montag, Mittwoch: Ball. Jeden Mittwoch: Kinderfest. Gntree: Kinber 10 Bf. Erwachsene frei. Pf., Kaffeeküche täglich v. 2 Uhr ab geöffnet. Für Vereine u. Gesellsch. v. 200 Pers. Spezialitäten- Borstellung frei.[ 28322 Achtung! 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