Abendausgabe Nr. 7643. Jahrgang Ausgabe B Nr. 38 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 10 Pfennig 15. Februar 1926 Vorwärts= Berliner Dolksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Drummond in Berlin. Die Frage der Ratssitze. Eine diplomatische Aktion der Reichsregierung. Drummond in Berlin. Der Generalsekretär des Bölkerbundes Sir Eric Drummond ist heute vormittag 8 Uhr 14 Minuten auf dem Anhalter Bahnhof eingetroffen und hat im Hotel Bristol Wohnung genommen. In feiner Begleitung befindet sich Herr Bell vom Bölterbund und einiges Bureauperfonal. Ein offizieller Empfang auf dem Bahnhof fand nicht statt. Während seines Aufenthalts in Berlin ist ihm vom Auswärtigen Amt Konful Poensgen von der Völkerbundsabteilung beigegeben. Deutschland gegen die Intrigen. London, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Londoner „ Sunday Expreß" schreibt: Der deutsche Botschafter Sthamer wird Sunday Expreß" schreibt: Der deutsche Botschafter Sthamer wird die Empfindungen seiner Regierung Chamberlain Anfang dieser die Empfindungen seiner Regierung Chamberlain Anfang dieser Woche übermitteln. Er wird vielleicht sogar zu verstehen geben, daß, wenn die Intrigen wegen der Ratssige fortgesetzt werden sollten, Deutschland seine Stellung zum Bölkerbunde einer neuen Brü fung unterworfen werde. Das tönnte das Ende des Locarno Pattes bedeuten. Dazu erfahren wir, daß in der Tat die Reichsregierung eine diplomatische Attion wegen der Ratssige plant, in deren Berlauf die anderen Regierungen über die Haltung Deutschlands unterrichtet werden sollen. Diese Attion würde aber ihren Sinn verfehlen, wenn fie mit irgendwelchen Drohungen verbunden wäre. Es ist anzunehmen, daß sie rein sachlichen Charakter hat. Weitere Vermehrung der Ratefize? Später! Brüffel, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der sozialistische Beuple" gibt aus unterrichteter Quelle( Bandervelde! Red. d. 23.) folgende Darstellung: Die Zuteilung eines ständigen Sizes an Bolen habe Baris angeregt. England bekämpfe diese feineswegs. Bekämpft werde sie namentlich ven Schweden. " Peuple" läßt durchblicken, daß auch Belgien feineswegs| Verhaftung eines Fememörders. Befihungen des Grafen Lynar als Fememörderunterschlupf Der Polizeipräsident teilt mit: Im Forsthaus Eiche bei Lübbenau im Spreewald, das dem Grafen Lynar gehört, ist am 14. d. Mts. der der Mittäterschaft im Mordfall Wilms dringend verdächtige Feld webel der Schwarzen Reichswehr, Umhofer, von Beamten der politischen Polizei verhaftet worden. Umhofer gehört zu den in der letzten Fememord- Ausschreibung gesuchten Berfonen und hat sich noch im Januar d. 3. in der Gegend von Saar brüden aufgehalten. Sein Aufenthalt im Forsthaus Eiche ist, wie die bisherigen Ermittlungen ergeben, insbesondere auf den Schwager des Grafen Lynar, den Grafen zu Solms- Wildenfels aus Beuchow zurückzuführen. Bon unterrichteter Seite erfährt die Korrespondenz BS. zu dieser auffehenerregenden Berhaftung noch folgende Einzelheiten: Das Forsthaus Eiche des Grafen Lynar spielt in den Fememordaffären eine besondere Rolle. Dieses Forsthaus, das am Rande des Spree waldes liegt, beherbergt schon seit langen Jahren feinen Förster mehr. Hier waren im Jahre 1923 turz vor dem Rüstriner Butsch Klapproth und Büsching, die damals steckbrieflich verfolgt wurden, zusammen mit Unhofer einige Zeitlang untergebracht und so den Nachforschungen der Polizei, die den beiden Erstgenannten schon dicht auf der Spur waren, entzogen. Später wurden alle drei, die im Forsthause verschiedene Streiche verübt haben sollen, von dort auf andere Stellen verteilt, und zwar siedelte klapproth in die Billa eines Hauptmanns in Lübbenau über, während Büsching und Umhofer auf zwei Gütern des Grafen Cynar untergebracht wurden. Hilfe für Saararbeiter und Tabakarbeiter. Beschlüsse des Reichshaushaltsausschusses. Durch den Siurz des Franten leiden die Arbeiter des Gaar gebietes größte Not, die im Gaargebiet arbeiten, und daher in Franken entlohnt werden, aber auf deutschem Gebiet wohnen. Sie bringen nicht mehr als 50 bis 60 Mart pro Monat nach Hause, also erheblich weniger, als die Erwerbslosenunterstützung betragen würde. Es kommen zirka 13 000 Arbeiter, 9000 Bergarbeiter und 4000 Hütten- und Bauarbeiter in Frage. Um ihnen Hilfe zu bringen und ihre Abwanderung sowie Erjegung durch polnische und tschechische Arbeiter zu verhindern, hat der Ausschuß für die besetzten Gebiete verschiedene Maßnahmen beschlossen, die teils fofort, teils in Kürze durchgeführt werden sollen. Dem Haushaltsausschuß lagen diese Beschlüsse in seiner heutigen Sigung zur finanziellen Nachprüfung vor. Nah einer furzen Aussprache mit den Regierungsvertretern wurde die erbetene Genehmigung erteilt Des ferneren beschäftigte sich der Haushaltsausschuß mit einem Antrag des Steuerausschusses, der den durch das neue Labatsteuergesetz aus Arbeit und Brot geworfenen Tabal arbeitern eine meitergehende Fürsorge zuwenden wollte Vor allem sollte das Reich den Gemeinden statt wie bisher 80 90 Broz der Kurzarbeiterunterstügung erstatten, und es sollen alle Erleichterungen rüdwirkende Kraft vom 1. Ottober erhalten. Die Regierungsvertreter glaubten, der Erhöhung der Reichs unterstügung von 80 auf 90 Broz. widersprechen zu müffen. Man feiu brutalster Sparsamteit gezwungen". Ausgerechnet bet den durch das Reich brotlos gemachten Tabalarbeitern! Der Haus haltsausschuß trat trop dieser Einwendungen des Finanzministeriums ben Beschlüffen des 6. Ausschusses bei für Polens Forderung sei. Spanien habe schon oftmals und schon lange mit zweifelhaften Mitteln intrigiert, um einen ständigen Ratssitz zu bekommen. In diesem Bestreben werde es von England unterstüßt und Frankreich wiederum fönne mit Rücksicht auf die Lage in Maroffo gegen Spanien nicht auftreten. " Beuple" hofft jedoch, daß die fleieneren Staaten im Rat und in der Völkerbundsversammlung das spanische Manöver durch treuzen werden. treuzen werden. Mehrere Staaten sollen sich auch bemühen, einem der drei großen lateinischen Staaten Südamerikas abwechselnd einen Sitz im Rate zu sichern. Das Blatt steht auf dem Standpunft, daß der Eintritt, Deutschlands in den Bölkerbund nicht der richtige Augenblick sei, um die Frage der Vermehrung der Ratssitze aufzu werfen, und meint, daß in den letzten Tagen verschiedene europäische Fälle müsse verhindert werden, daß die polnische oder die brasilia Regierungen zu der gleichen Ueberzeugung gelangt find. Auf alle nische Frage schon auf der Märztagung des Rats diskutiert werde. London, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der ausgezeich net informierte Korrespondent des„ Observer" stellt fest, daß die For. derung Polens und Spaniens nach einem Ratssitz im Völker. bund überhaupt erst dann eine britische Zustimmung erhalten fönne, wenn die Auffaffungen nicht nur derjenigen Länder gehört werden, welche die Gige forderten, sondern auch die Auffaffung Frankreichs, Deutschlands, Schwedens, der Teschechoslowatei und Belgiens. Benn es soweit sei, werde Großbritannien seine Haltung burch Loyalität gegenüber dem Geist von Locarno und auch durch das Bersprechen, Deutschland zum vollen Status einer Großmacht wieder. zuverhelfen, bestimmen lassen. Im übrigen verweist der Korrespon dent des„ Observer" darauf, daß die Frage der Size Bolens und Spaniens erst auf der Herbsttagung des Bölterbundsrats spruchreif sein könne, da die nächste Bölkerbundsversammlung lediglich zu dem 3wede der Aufnahme Deutschlands in den Bölferbund einberufen sei. Eine Aufrollung irgendeiner anderen Frage als die Aufnahme Deutschalnds, müßte die englische Regierung in eine schwierige Lage bringen. Zunehmender Wirrwarr. Folgen der Briandschen Taktik.- Aushöhlung des Kommissionsentwurfs. Paris, 15. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Briand hat sich am Sonntag davon überzeugen müssen, wie fchlecht beraten er war, als er fich am Freitag durch die Spaltung des Kartells einen parlamentarischen Erfolg gesichert zu haben glaubte. Die Mehrheit, die ihm geholfen hat, die von der Linken geforderte schärfere Erfassung der direkten Steuern zu demolieren, hat sich bereits wieder in alle Binde zerstreut. Nach den direkten Steuern sind es nunmehr die von der Kommission vorgeschlagenen Er. höhungen der indiretten Abgaben, wie sie eine nach der anderen in der Form der Rückverweisung an die Kommission oder Abtrennung ein Begräbnis erster Klasse finden. So sind am Sonntag in der Kammer die beantragten Er höhungen der Abgaben auf Salz, Kaffee und Alkohol, die ins gesamt 185 Millionen Mehreinnahmen bringen sollten, mit großer Mehrheit an die Kommiffion zurüdverwiesen worden. Mit der Erhöhung der Tabafpreise, der Automobilsteuer und den Ab gaben auf Benzin und mineralische Dele, deren Beratung am Sonntag nachmittag begonnen hat, wird es vermutlich faum besser er. gehen. Von der Kommissionsvorlage, an der nach der Sabotierung der direkten Steuern die Sozialisten und der linte Flügel der bürgerlichen demokratischen Gruppen jedes Intereffe verloren haben, werden demnach nur noch flag liche Ruinen übrig bleiben. Angesichts dieser weder von Briand noch von seinem Finanzminister erwarteten Entwicklung wird auch die Regierung nunmehr den Rd 3ug antreten müssen. Doumers ganze Taftit war von Anfang an auf die Spekulation eingestellt, daß es ihm gelingen möge, der Kammer in der letzten Minute ein Botum zu der von ihm eingebrachten Zahlungssteuer entreißen zu fönnen. Er scheint seit Sonnabend seine Haltung auf gegeben zu haben und nach allem, was darüber in den Wandelgängen der Kammer verlautet, wird die Regierung sich vorläufig mit den fümmerlichen Resten des Kommissionsprojekts, die alle in beften Falle 1,5 Milliarden Mehreinnahmen bringen, zu begnügen. Eine Mussolini- Lüge widerlegt. Keine Waffenfunde in Südtirol. Rom, 15. Februar.( BTB.) Das Trienter Blatt Jl Bren nero" stellt in einer längeren Bolemit gegen die Beronefer" Arena" wegen der angeblichen Waffenfunde in Lafraun fest, daß niemals bayerische Emissäre in Lafraum gewesen sein, um Waffenlager zu besichtigen. Die Berhaftungen und polizeilichen Nachforschungen nach Baffen feien ein[ chwerer politischer 3rrtum gewefen. Man habe nur unbrauchbares Alteisen gefunden, und an statt der zuerst gemeldeten 80 Zentner Pulver nur- 10 Kilogramm. Schon die Schulkinder verhett man. Auf Regierungsbefehl wird den Schulkindern norsichtshalber allerdings in Altitalien! die erste Südtirolrede Mussolinis er läutert". Darauf, wird für das Battisti- Denfmal gesammelt. Dem Anreger der gewaltsamen Entdeutschung Südtirols, Se nator Tolomei, teilte Mussolini mit, daß ihm auf Staatsfosten ein Saal mit Erinnerungen an diese Borbereitungsarbeit in seiner Billa zu Cuneo eingerichtet werde. Jenseits von gut und böse. Jm Ungarlande. Bon Josef Diner Dénes, früherem ung. Staatssekretär. Sind es le bermenschen oder Unmenschen, die jetzt von Budapest aus Land und Bolf von Ungarn bedrüden? Die Frage muß sich jedermann entgegenstellen, der mit Aufmerksamkeit das Spiel der ungarischen Polititer beobachtet, das sich um die Frankenfälschung fpinnt. Das heutige Regime spielte sich die ganze Zeit her als Schutzwall gegen den Kommunismus auf, also als Vertei digerin der tapitalistischen Gesellschaftsordnung. Aber gerade gegen diese Gesellschaftsordnung wird ein schweres Ber brechen begangen. Es wird fremdes Geld gefälscht, und noch dazu a mtlich oder doch wenigstens balbamtlich. Was gäbe es für bringendere Aufgabe, als diesem Verbrechen nachgehen bis in feine letzten Verästedieses Verbrechen gegen die Existenzberechtigung des Relungen und alle jene der verdienten Strafe zuzuführen, die gimes ausgesonnen, durchgeführt, ihm zugestimmt oder es auch nur stillschweigend geduldet haben. Doch nichts von alledem. Man sperrt wohl einige Leute ein, die nicht mehr und nicht weniger schuldig als zweihundert oder noch mehr andere, um dem etwas zu laut ge mordenen Europa das Maul zu ftopfen. Alle übrigen Schuldigen aber werfen sich in die Brust und sagen jedermann, der es hören will: Was ist denn geschehen? Ein Berbrechen gegen die Moral? Reineswegs. Denn wenn es gelungen wäre, dann würden wir es als patriotische Heldentat preifen. Und weil es mißlungen, sollen wir uns als Berbrecher fühlen? Will man gerecht sein, muß man feststellen, daß ein gemisses Uebermenschtum in untrennbarer Mengung mit einem entschiedenen Unmenschtum aus dem heutigen Regime jene widerliche Frage geschaffen, die aller Welt Abscheu einflößt und dem ungarischen Bolte unwiderbringlichen Schaden zufügt. Nirgendwo auf dem weiten Erdenrund stoßen allerältestes Mittelalter und allerjüngste Neuzeit so eng anein ander wie in Ungarn. Eine Aristokratie mit straff gebügelten Hosen und straff gezügelten Manieren nach allermodern. stem englischen Zuschnitt, aber ansonsten feudal ,. durchaus feudal. Und was entscheidend: an der Herrschaft nicht seit heute, sondern seit Jahrhunderten. Was anderswo dieser feudalen Gesellschaft, dieser wahren und wahrhaftigen Oligarchie( Adelsherrschaft), Zügel angelegt, fie gemodelt, ja gemandelt, eine Bürgerflaffe mit Mitteln und Willen zur Macht, das fehlt in Ungarn noch ganz und gar. Ja ärger. Ungarn steht 1793 oder auch 1848 nur erst bevor. Denn Oftober 1918 war nur ein schüchterner Anfang von Kommune und Gegenrevolution rasch- wenn auch nicht überwunden doch vergessen gemacht. Also eine Oligarchie, völlig zügel-, gänzlich grenzenlos. Ihr Wille ist ihr einzig Gesez, feit Jahrhunderten und auch heute noch. Wenn's einigen Herren" paßt, wird ein Gesez erbracht, und wenn's einigen anderen Herren" nicht paßt, wird das Gefeh nicht gehalten. Da nun die Begriffe Gefeß und öffentliche Moral unlösbar verknüpft, fehlt der ungarischen Oligarchie aller Maßstab und felbst jeder Sinn für öffentliche Moral. Man hat ein Gesetz verlegt. Was liegt daran? Wenn es nur im Dienste und Geiste der Oligarchie geschah. Bergeht man sich aber gegen den Dienst und gegen den Geist der Oligarchie, dann ist das auch ohne pofitives Gefeß ein Berbrechen, wird bestraft, ganz menschenunwürdig bestraft. Heute noch wie vor Jahrhunderten, da Dozsas aufständische Bauern bis in ihre letzten Generationen hinein mit wirtschaftlichem, mit Sozialem und auch leiblichem Tode bestraft wurden! Nichts, aber auch nichts hat sich hierin seit vier Jahrhunderten geändert. Wie damals die Dligarchie die Nation felber mar und des Staates einziger und höchster Ausdruck, so auch heute. Sie ist Ungarn nach innen und nach außen Diese Oligarchie herrschte seit 1526 von Gnaden der Habsburger und ihrer Armee unbefchränkt über Ungarn, feit 1867 aber auch unbeschränkt über die Habsburger, deren Schicksal fie auch geworden. Ende Oftober 1918 wird sie urplöglich über Nacht gestürzt, verfriecht sich scheu, fommt aber nach dem Sturze ber Kommune rachefchnaubend aus ihren Schlupfwinkeln wieder hervor. Da findet sie sich statt den Kommunisten, deren Widerspiel, den Rechtsraditalen, gegenüber. Eine friegsgeborene Horde. Durch und durch erfüllt vom Geist des Krieges, von der Frontmoral". Was in meines Degens Umkreis, gehört mir, was in meines Degens Macht, ist erlaubt, was morgen fommt, men fümmert es! Offiziere, die ihren Beruf verloren, Beamte, die um ihre Pfründe gekommen, Kleinbürger, die ihrer Behäbigkeit nachweinen. Gie alle wütend über den Krieg, nahmen an der Oktoberrevolution teil. Als aber diese mißlang, wurden sie noch wütender und Gegenrevolutionäre. Anfangs Todfeinde, werden Oligarchie und Rechtsradika lismus bald Berbündete. Daß Ursprung und Ziel sie trennt, was liegt daran? Bereinigt sie doch Rache gegen die Re volution, Bügellosigkeit im Mollen, Mahlosigkeit in den Mitteln, jenes Herentum", das Gesetze ftürat, moral mit Füßen tritt, nur in sich selbst und der eigenen Macht Ziel, 3med, Menschlichkeit und Heiligkeit sieht. Will man es ganz verstehen, muß man fich es verkörpert gegenüberstellen. Da ift Graf Stefan Bethlen. Er ftammt aus fürft lichem Geblüt. Fühlt sich noch immer als Fürst ohne Schranken. Vor dem Kriege war er des Grafen Stefan Tisza größter Verehrer. Trat aber doch nicht in dessen Partei, war oppositionell, nur weil er selbst neben Tisza- feine zweite Rolle spielen wollte. Ein berühmt- berüch tigter Menschenjäger. Wen er aufs Korn nahm, war verloren, wenn es auch Jahre Zeit und Mühe tostete. Da tommt das heutige Regime. Alle mühevoll zurückgehaltene Bügellosigkeit tann sich nun voll ausleben. Ein Stüd Uebermensch, allerdings nicht de genere Nietzsche, sondern degenerier tes Mittelalter, mitten ins Heute versetzt. Was Wunder, daß unter seiner Herrschaft der Mord unge= straft blieb, da er doch nur altgewohnte Menschenjagd war, und Geldfälschen eine mohl bestallte Staats: funft wurde. Berantwortlichkeit für solche Dinge wird man beim Grafen Bethlen vergeblich suchen. Sie sind Ausflüsse feines 3wedwillens, also Selbstverständlichkeiten. Neben ihm Julius Gömbös. Gewesener Generalstabshauptmann. Also erfüllt von Kriegsideologie. Er sieht nicht verachtend auf Menschenmoral und Menschenleben nieder, wie der Fürstenstämmling, sondern wie der durch den Krieg abge Shimpft geworden Soldat. Menschen fallen, Gesetze werden nicht beachtet, Moral verlegt. Was liegt daran, man fann doch deshalb nicht bestraft werden. Straflosigkeit für alles, aber auch alles, das ist bei diefen Leuten der Hauptgebanke. Darum werden sie der Oligarchie vorzügliche, willenlose Berkzeuge. Denn von der Macht und dem Ansehen der Oligarchie in Europa erhoffen sie Straflosigkeit für alle ihre Missetaten. Mengen sich so im heutigen Regime Uebermensch und Unmensch zu einem unlöslichen Ganzen, tommen hierzu als Ergänzung der lachhaft schauerlichen Tragikomödie, beren Schauplatz heute Ungarn, auch noch der Horthy und der Graf Emmerich Karolni. Eine armselige Puppe der So sehr niemand, daß neben ihm Graf Bethlen die Rolle des zweiten übernahm. Bon hundert geheimen Fäden hin- und hergezogen, weiß er nicht, ob er steht oder fällt, und überläßt alles jeinen Hoffchranzen und Drahtziehern. erstere. Graf Emmerich Karolyi, auch ein mittelalterlicher Oligarch, überfekt ins Groteste eines modernen Börsenjobbers. Auch er ift Menschenjäger. Er vernichtet" die Börsenjuden und Judendirektoren, die ihm, Jahre hindurch, zu großen Ge winnen und reichdotierten Bankstellen geholfen, und seßt sich behäbig, da das Regime antisemitisch wird, an ihre Stellen. Und er fälscht auch. Allerdings nicht fremdes Geld. Das tut fein Bankdirektor. Er fälscht bloß 3eugenaus jagen, und gleich fabrifmäßig. Wozu? Um feine Geschäfte zu fördern und auch um seine persönlichen Rachegelüfte zu befriedigen. Er war es, der schon während des Krieges ganz gefchäftsmäßig falsche Beugenausfagen gegen alle Bazifisten fabrizieren ließ, die feine fetten Kriegsgeschäfte bedrohten. Dann richtete er, während des Tisza- Prozesses, gemeinsam mit dem famosen Putschisten Ulain, dem Berteidiger der Frankenfälscher, eine ganze Fabrit für falsche Beugenaussagen ein. Wenn sich nun dieser Amoralift mit Horthy verbündet, bas Regime zu retten, fann es lustig merden in Ungarn. Aus dem Regime der mittelalterlichen Raubritter und modernen Kriegsräuber mard ein Regime der olig archischen Börsenjobber, nach der Tragödie das Gatirspiel! Zar Kyrill 1. Russische Emigranten und deutscher Legitimismus. Die Kreuzzeitung" hat den in Roburg lebenden russischen Prätendenten Kyrill interviewen lassen. Seine Majestät, der Zar Kyrill I., wie die Kreuzzeitung" ihn nennt, hat zwar weber Bolt noch Land, aber ein schönes Programm, das in der Kreuzzeitung wieder. gegeben wird: Wiederaufrichtung des absoluten Zarismus, fein Barlament, sondern nur ein berufsständischer Staatsrat, Rückkehr vom Staatskapitalismus zur unbeschräntten freien Konkurrenz, Rüd gängigmachung der Landesreform, Rückgewinnung der baltischen Provinzen. Die junge Bühne. ( Baal" von Bertold Brecht.) Da kommen mm die Leute am Sonntag mittag in das Deutsche Theater. Sie find vertatert vom Gonnabend Karneval. Auto auf Auto rollt an. Die Aussteigenden fragen fich: Bird etwas passieren? Man wischt sich den letzten Schlaf aus den Augen und gebietet, es muß etwas passieren! Endlich die forretten Matineebesucher, die mur ihre Pflicht vor der Kunst fun wollen und es gibt auch solche-: Nein, es darf nichts passieren." Und bann, als es paffiert, als nach vorzeitigem Schluß gerufen wird, als die Rabaupfeifen und Hausschlüffel ausgeheult haben, erzürnt fich die Radaupfeifen und Hausschlüffel ausgeheult haben, erzürnt fich eine entrüstete Dame: Nehmen Sie doch wenigstens Rücksicht auf die Schauspieler!" Trogdem tommt der Dramatifer Brecht schließ lich auf die Bühne. Der sieht schmächtig und verfümmert aus. Er will aber couragiert standhalten gegen Beifall und Gezische. Auch die Polizel bewies, daß sie zu vielerlei nüglich ist. Sie nahm einen Jüngling beim Kragen und führte ihn ab. Wozu denn alles das? Um nichts, um gar nichts, nur um einen Schund, nur um eine findisch hingeschmierte Schweinerei. Die vierzehn Bilder dieser sogenannten dramatischen Biographie Ba a l" repräsentieren nichts anderes als das dümmste Zeug, aber auch das schmußigste. Dieses Männeken Baal ist weiter nichts als ein heruntergekommenes Schwein, jagen wir eine gemilderte Haarmann- Natur, die sich durch Suff und Geschlechtstrieb durchs Leben stößt und schließlich trepiert, nachdem sie einen Freund er stochen hat. Baal man soll auf die Symbolit achten gilt als der große martialische menschenfresserische Gott. Damit er Haut und Knochen hat, läßt Brecht ihn einen Chauffeur sein, und seine Natur foll fich dadurch tomplizieren, daß die Leute ihn sogar für einen Inrischen Dichter halten. Also wäre Baal ein Mann des Boltes und feine Biographie ein volkstümliches Stüd? Das Volt foll es sich verbitten, von Brecht in diesem blöden, tierischen Süffel und Geilheitsbod repräsentiert zu werden. Dieser Dramatiker, mag er jung oder alt fein, mag er sein erstes oder letztes Stüd hergeben, ist ja, wenn man ihm genauer auf die Hände und ins Herz blickt, ein höchst dürftiger Kopf. Wenn ihm nichts anderes einfällt als diese obendrein noch nach Wedekind und Georg Kaiser plagiierten Kneipen und Kabarett- und Beischlaffzenen, so muß man ihm bestätigen, daß er jedes Anrecht auf Teilnahme verlor.„ Baal" wäre fein Jugendwert, wird behauptet, der Knabe habe erst zu stammeln angefangen. Stotterer als Festredner entweder ist der Mann, der ihn auf die Bühne bringt, ein geriffener Kerl, ber sich über den armen Stotterer und auch über seine Gemeinde luftig machen will, oder der Manager ist ein dummer Kerl, der sich einbildet, Bionier arbeit zu leisten, mo nur eine absolute Ahnungslosigkeit an den Tag kommt. Wie dem auch Jei, Barkett und Galerie sind mitschulbig. Frauen und Mädchen plätschern sehr vergnügt in dieser Bordell berebsamkeit herum und flatschen Beifall. Männer und Jünglinge zeigen fich vertraut mit jeder Rüance dieser Geilheitstechnit eines Dramatifers, der übrigens auch auf diesem Gebiete nur ein jugendlicher oder früh vergreifter Plagiater ist. Nicht die Sinnlichkeit, sondern die Sinnlosigkeit fällt auf. Das innere und äußere Erlebnis des Dramatikers auf dem schönen und gefährlichen Gebiet des Suffs Das Programm soll nach dem Siege der Konterrevolution verwirklicht werden. Darüber heißt es in dem Interview: Halten Ew. Majestät eine russische Staatsumwälzung auf friedlichem Wege für denkbar?" Der Bar überlegte einen Augenblick und erwiderte: In dem Sinne, wie Sie meinen, wohl taum." " Glauben Ew. Majestät, daß dieser unvermeidliche Umsturz gewaltjam pon innen oder infolge eines Anstoßes Den außen erfolgen wird?" Meiner Ansicht nach," erwiderte der Monarch, ist der äußere Anstoß als Detonator für die innere Explosion erforderlich. Der Verschwörer Kyrill, der in Deutschland Gastrecht genießt, plant eine Verschwörung gegen die russische Regierung, mit der die deutsche Regierung freundschaftliche Berträge geschlossen hat. In deffen sind die Meinungen des Operettenzaren ohne Land und Bolt nicht mehr als eine interne Angelegenheit der ruffischen zariftischen Emigranten, deren Illufionen mit der Konsolidierung Rußlands nicht fallen, sondern steigen. Innerhalb der Emigranten will sich dieser Brätendent gegen Nikolai Nikolajewitsch in den Bordergrund idhiden- daher auch eine unverhohlene Aufforderung in dem Interview, diesen Ostherrscher plötzlich verschwinden zu lassen". Politisch genommen, sind die Emigranten und die Prätendenten, thre Illusionen, Ansprüche, Verschwörungen nicht eine Angelegenheit der Staatspolitik in den Ländern, in denen fie fich aufhalten, sondern eine Angelegenheit der Polizei. Die Kreuzzeitung" mag gemeint haben, mit diesem Interview dem Legetimismus gestärkt zu haben, ohne zu fühlen, wie blamabel es für den Legitimismus ift. Hätte sie die Meinungen und Ansichten Wilhelms von Doorn über seine fünftige innere und äußere Bolitit als deutschen Kaiser und über eine Revolte gegen die deutsche Repu. blit in einem Interview veröffentlicht, fo hätte ganz Deutschland laut aufgelacht. 3ft Bar Kyrill I." weniger lächerlich als„ Wilhelm II."? In Rußland nimmt den Operettenzaren niemand ernst - aber in Berlin findet er ein gefinnungsverwandtes Organ, das sich stellt, als ob es ihn ernst nähme. In Berlin nimmt Wilhelm II. aber in Paris würde er wahrscheinlich ein gefinnungsverwandtes Organ finden, das sich stellt, als ob es ihn ernſt nähme. Es ist aus Vorsicht, daß die Legitimisten dem Bolke nur die Brätendenten der anderen zeigen, nicht bie eigenen.... niemand ernst Recht muß Recht bleiben! Sagt Herr Everling. Die Potsdamer Deutschnationalen lassen heute Herrn Ever. ling in einer öffentlichen Bersammlung für die Ansprüche der Hohenzollern reden. Zur Vorbereitung dieser Versammlung haben fie ein Flugblatt Bum Bolfsentscheid" verbreitet, das mit den Worten schließt: Recht muß Recht bleiben." Sur Illustrierung diefes schönen Gages haben sie sich Herrn Everling verschrieben, deffen besonderes Verhältnis zum Recht im Rechtsausschuß des Reichstags aufgedeckt wurde. Recht muß Recht bleiben!" Ein schöner Sag- aber bie Deutschnationalen wenden ihn nur an, wenn es ihnen paßt. Gilt er aber nicht unbedingt, sondern nur in besonderen Fällen, so wird er zum höchsten Unrecht. Das deutschnationale Flugblatt will glauben machen, daß mit der Fürstenenteignung die allgemeine Enteignung beginnen werde: Nein Was soll dann noch der geforderte Boltsentfcheib ber Revolutionsparteien? Sie verlangen, daß dem Kaiser und allen deutschen Fürsten auch der Rest des Eigentums ohne jebe Entschädigung fortgenommen werden foll. Ist ein derartiger Raub von Privateigentum gefeßlich zufäffig? die deutsche Verfassung gewährleistet wie die jedes zivi lifierten Staates das persönliche Eigentum( Artitel 153). Die Gerichte sind zum Schuge desselben verpflichtet. Deshalb soll der Rechtsweg ausgeschlossen", d. h. den Gerichten verbeten werden, über Eigentumsflagen der Fürsten zu verhandeln, obmohl dies einen weiteren Berfassungsbruch bedeuten würde, da Artikel 105 ausdrücklich bestimmt, daß niemand seinem gefeßlichen Richter entzogen werden darf". Was würde die geplante wegnahme von Eigentum entgegen der Verfassung und im Widerspruch zu Recht und Gesetz bedeuten? und der Liebe wird durch ständige Niederlagen bezeichnet. Doch der unfruchtbare, unfräftige Mann gefällt sich wie der richtige Schwächling im ewigen Anpreisen unmöglicher Lafter und Ausschweifungen. Nein, diese Dramatit hat nichts mit dem Geist und auch nichts mit der Berkommenheit unserer Zeit zu tun. Sie ist ganz Brivatfache des Herrn Bertold Brecht, dessen Ehrgeiz nicht getadelt werden darf, denn er glaubt sich im Recht. Aber wir, bescheidene Leute des Boltes, noch nicht ganz unzufrieden, daß wir im Kopf und in den Gliedern und in geheimeren Regionen gesund blieben, wollen nichts mit ihm zu tun haben. Freundinnen und Freunde, Genofsinnen und Genossen, das ist nicht eure Kunst! Berliert eure Sonntage nicht bei der Jungen Bühne, wenn es fo weiter geht! Wandert in den Wald, wo jezt schon durch Nebel und Feuchtig feit der Frühling spürbar ist. Das junge Moos fpreßt schon auf Wurzeln und Steinen. Zwischen dem fauligen Laub, das der Winter verwaschen und zerfreffen hat, blühen schon die bescheidensten Borboten des Frühlings, der Kraft und der Sonnenfreude. Die Schauspieler, Frau Binder, Frau Gerda Müller, Blandine Ebinger, die Herren v. Twardowski, Homol ta und Bildt und viele andere, die gern und sogar begeistert mit dieser Jugend fämpften, find zu loben wegen ihres Mutes. Sie irrten fich im Wert der Sache, der sie helfen wollten. Sie sind auch wegen diefes Irrtums zu loben, denn ihr Wille war rein und vieles Talent sprühte. Mar Hochdorf. Männerchor Fichte- Georginia.( Philharmonie). Altes und Neues" nannte der längst hochgeschätzte Männerchor Fichte Georginia fein Konzertprogramm. Und nicht das schlechtefte hatte er fich ausgesucht. Ein halbes Dutzend der feinsten vorklassischen Bearbeitungen, unter den neueren Berlen wie„ Malenzeit von Rieß, den fein humoristischen Minnesänger" von Robert Schu mann und Maientanz" von Johann Dürrner, unter den neuesten eine Uraufführung Hoffnung" des hochbedeutenden Eigenbrötlers Erwin Lendvai, ein sozialer Sang von tiesinnerlicher, dramatischer Bucht, und ein älterer„ Der Ritt zur Freiheit" des zu Unrecht so zurückgesetzten bedeutenden Sinfonifers Baul Büttner. Das übrige diesem ebenbürtig. Die Ausführung durch den etwa 120 Mann starten Chor unter der Leitung von Wilhelm Knöchel war muster gültig. Ein flares, männlich- gesundes Ausarbeiten ohne jeden billetantischen billigen Beitlang, sauberfte Intonation, markantefte Aussprache und poetischer Ausdruck, rissen die vollbesetzte Bhil harmonie immer wieder zu herzlichstem Beifall hin. Ein besonderes Kränzlein gebührt dem famosen Soloquartett des Chores, deffen erster Tenor dringlich nach Höherem ftrebt. Solist war Karl Jöten von der Staatsoper, ein noch jugendlicher Sänger, der sich mit raschen Schritten seiner Vollendung nähert. Sein weicher, eindringlicher Tenor ist heute schon famos fundiert. Die Lyrif strömt voll und faftig aus, der Vortrag, menn auch da und bort zu allzu breiten Zeitmaßen und behaglichen Fermaten neigend, ist von einer Ausdrudsfraft und inneren Befeelung, wie er nur den Allerersten zu Gebote steht. Es war mehr ein Festtonzert, als so manches, das sich so bezeichnet. H. M. Spielplanänderung. In den Rammerspielen des Deutschen Theaters gelangt in der ganzen fommenben Bome Die leite Ges liebte zur Aufführung. Die Premiere von Josephine ist auf die nächfolgende Boche verlegt. Deutschland würde hierdurch mit allen Grundlagen der Zivilifafion brechen, das Eigentumsrecht vernichten und Raub und Gewalt anerkennen. Die heute gegen die Fürsten geplanten Gewaltmaßnahmen fönnen fich morgen mit demfelben Recht gegen jeden Befizer von Haus, hof oder anderem Eigentum richten. Hilfe, die Zivilisation ist bedroht! Raub, Gewalt, Bedrohung des Eigentumsrechts! Recht muß Recht bleiben! Soll das nur für die Fürsten gelten und nicht für alle? Ist ein großer Teil des Bolles in der Inflation nicht zu 100 Prozent enteignet werden ohne alle Entschädigung? Haben die Aufwertungsgefeße, die die Deutschnationalen beschlossen haben, nicht eine 95prozentige Enteignung für viele Inflationsopfer zum Gefeß erhoben? Man hat nicht gehört, daß die Deutschnationalen damals von Bebrohung der Zivilt fation, von Raub und Gewalt geredet hätten. Wenn Recht Recht bleiben muß, warum soll es den Fürsten beffer gehen als dem deutschen Bolte? Musolini- Albrecht- Rupprecht. Monarchistenanschlag auf Deutsch- Defterreich infolge des Fälschersfandals gescheitert. Ueber den Zusammenhang zwischen der faschistischen Bewegung und den Vorgängen in Ungarn bringen die Londoner„ Daily News" ( liberal) folgende Enthüllungen: In Rom besteht ein Bureau für internationale Beziehungen mit 150 Mitarbeitern, die aber im Budget des italienischen Auswärtigen Amtes nicht geführt werden, und an deren Spize der Neffe des Rardinals Gasparri steht. Dieser hat sich 1923 nach Ungarn begeben, um mit den Erwachenden Ungarn" Fühlung zu nehmen. Man versuchte, Graf Apponyi für die Randidatur Albrecht Habsburgs zu gewinnen, unter Hinweis darauf, daß Musso. lini mit dessen Thronbesteigung einverstanden sei. Es wurde ein Plan aufgestellt, die Republik in Deutschöfterreich zu stürzen und an ihre Stelle ein faschistisches Regime unter ungarischer und italienischer Füh rung zu setzen. Ein Bertreter Poincarés nahm an dieser Budapester Konferenz teil und trat für einen Aufstand in Bayern mit gleichzeitiger Unabhängigteitserflärung vom Reiche ein. Die Tatsache, daß der ungarische Faschistenführer Ulain und Albrecht Habsburg noch einige Wochen vor der Aufdeckung ber Banknotenfälschungen in Rom tägliche Unterredungen mit Mussolini hatten, wirft ein neues Licht auf diese Sache. In diesen Besprechungen ist die Möglichkeit talienischer Drohungen an die Tschechoslowatei und Südflawien erörtert worden, falls sich diese Länder einmischen follten. Durch die Aufdeckung des Banknotenschwindels ist der ganze Plan Mussolinis zuschanden geworden. In seiner jüngsten scharfen Rede habe er, so sagen" Daily News", nur seinen Aerger auslaffen wollen. Es wurde wiederholt behauptet, daß zwischen Mussolini und der Mutter Albrechts, Frau Isabella Habsburg, feste Bereinbarungen getroffen wurden, um die italienische Hilfe für Albrechts Pläne zu sichern. Auch der Zusammenhang zwischen ben AlbrechtsButschisten und den bayerischen Monarchisten ist befannt. Albrecht hat mit Rupprecht Wittelsbach in Mondsee ein förmliches Bündnis geschlossen und auf Schloß Sarvar, der ungarischen Befizung der Wittelsbacher, fanden regelmäßige Zusammen fünfte statt. Die neue ffchechische Sprachenverordnung wirkt schon. In Eger ist, nur dant der Verpflanzung tschechischer Staatsangestellter in diese rein deutsche Stadt, ein Tscheche in den Stadtrat gelangt. Jezt verlangte er auf einmal, daß ihm alles übersetzt werde. Da die Gemeinde einen des Tschechischen ausreichend mächtigen Beamten nicht befigt, mußte die Gigung vertagt werden. Die Gemeinden werden eben gezwungen, Tschechen anzustellen, während tschechische Gemeinden kaum einen Nichtschechen anstellen werden! Polnischer Minifter für öffentliche Arbeiten als Nachfolger des Genossen Moraczewiti ist Genosse Barligti, Frattionsvorfizender der PPS., geworden. Thaliatheater:" Der alte Deffauer". Eine Nachfolgerin der Anneliese von Dessau". Der alte Fürst Leopold erlebt an seinem Sohn das Schicksal seiner eigenen Jugend. Auch der Erbprinz ehelicht eine Bürgerliche, aller Etikette zum Troß. Das ist im Aufguß eine nicht mehr sehr furzweilige Geschichte, und sie wird auch durch durch den erschwerenden Umstand eines vorhandenen Kindes Drei Atte, für die wieder Richard nicht viel heiterer gemacht. Kepler verantwortlich ist, schleppen sich sehr mühselig hin, nur ein netter Berliner Ton und ein hausväterliches Stimmungsibyll in Deffau laffen vergnüglich schmunzeln. Die gleiche Wigigkeit, die der Der Berzicht auf Handlung fehlt, geht auch der Mufit ab. anachronistische Tänze berührt angenehm. Aber das Klischee ift bei 23interberg jetzt schon wichtiger geworden als der Einfall, und die Sentimentalitäten folgen sich Schlag auf Schlag, immer da, wo man einen Schlager erwartet. Die Melodien find flüssig, bequem, leicht und seicht, sie haben alle einen leiſen Zuschnitt auf Gartenlaubeliebhaber. Gu ft av Charlé stellte einen guten Sol batentyp mit grober Schnauze und warmem Herzen auf die Bretter, Bespermann einen flotten, schlagfertigen Berliner Jungen. Itefe Ludwig, Karl Blaten und Gustav Wilfan, Die übrigen( Bidi Berfmeister, Lont Pyrmont, Mar. letzterer leider ohne Stimme) taten bas thre, um einen Borstadt publikumserfolg durchzusehen. Am nettesten wirkten die Kinder in ihrem Paradeschritt; es dürfte feine neuere Operette geben, in die man Rinder unter 16 Jahren so sicher vor moralischem Berderb wendig, ganz als wär's ein Stüd von ihm. Sollte er für die führen könnte. Ernst Römer dirigierte das Wert fast aus lärmende Instrumentation verantwortlich sein? menbig, ganz als wär's ein Stüd von ihm. Sollte er für die R. 5. Tumulffzenen in einem Breslauer Theater. Einen großen Theaterslandal gab es am Sonnabend im Breslauer Thalia Theater bei der Aufführung des Lustspiels„ Der Diener zweier Herren" von Carlo Goldoni. Der Aufwand von ungewohnter schauspielerischer und szenischer Erzentrit für das sonst harmlose Luftspiel wirfie auf einen Teil des Publikums aufreizend, so oh der Schluß des ersten Aftes von Zischen, Pfeifen und Tumult beltet war. Ein großer Teil der Besucher verließ darauf das Theater. Zu dem Protest hat wohl auch die Tatsache beigetragen, daß es sich um ein italienisches Stück handelte.(!) Das Stüd fonnte dann zu Ende gespielt werden. Künstlerische Körperschulung. Im Rahmen feiner Runsterziehungs abende veranstaltet bas 8entralinstitut für Erziehung und Unterricht, Botsdamer Str. 120, am 16., abenbs 8 Uhr, eine Bor fübrung der obeland- Schule mit bem Thema ünstlerische Rörperigulung. Der Eintrittspreis ift auf 1 2. feftaefeßt. Rauten find in der Geschäftsstelle bes Zentralinstituts( Kurfürst 9918) und in beschränkter Zahl an der Abendkaffe zu haben. Wirklichkeit und Kunft betitelt fich ein Bortrag von Bruno B. Reimann am 17., 5 Ubr nadm., in der Runtausstellung ebbing" ( Barenhaus Stein, Chauffeeftr. 70/71). Eintritt fret. Maffenfündigungen an Wiener Thealern. In einer am Sonntag statt. gefundenen Bersammlung des Direktorenverbandes aller Biener Theater der Privatbühnen ihrem gesamten Verfonal am Montan tündigen werden. wurde erklärt, daß mit Ausnahme von bret Direttoren jämtliche Direltoren Nicht verlängert werben die Berträge der Reinhardtbühne, ferner ber Bühne des Direttors Jarno, ber Rolandbühne, bes Bürgertheaters, bes Johann Strauß- Theaters, des Karl- Theaters und des Ronacher- Theaters Eigene Zehlee. Die verzögerte Völkerbundsanmeldung und ihre Folge«. Im„Berliner Tageblatt" bemerkt Theodor Wolff zu den Versuchen, außer Deutschland auch Polen, Spanien und Brasilien einen ständigen Sitz im Völkerbundsrat zu verschaffen, daß das erste Kabinett Luther nicht ganz schuld- los an dieser Entwicklung sei. Hätte man sofort nach Locarno die Anmeldung Deutschlands vollzogen, dann„hätte niemand es gewagt, einen Mißton in die glückliche Locarno- Harmonie zu bringen". Man habe aber gehofft, die Deutsch- nationalen für den Völterbundseintritt doch noch gewinnen zu können und habe„der deutschnationalen Treibereien wegen den günstigsten Augenblick versäumt". Das ist durchaus richtig. Ergänzend muß hinzuge- fügt werden, daß die Treibereien der Bayerischen V o l k s p a r t e i, die noch während der Locarno-Debatte jenen Zusatzantrag auf Verschiebung des Eintritts Deutsch- l-.nds in den Völkerbund einbrachte, dem Luther zunächst sogar zustimmen wollte, die dilatorische Taktik der Reichs- regierung mit verursacht haben. Damals haben wir Sozialdemokraten— übrigens ohne darin von der demokratischen Presse unterstützt zu werden— diese Taktik entschieden bekämpft. Wir haben die lächerliche Behauptung angegrissen, daß man erst die(für einen be- stimmten Termin so wie so fest zugesagte) Räumung der Kölner Zone abwarten sollte ehe man sich in Genf anmelden ließ. Es ist von uns damals, im November, nicht einmal, fon- dern drei- und viermal verlangt worden, daß man die Tagung des Völkerbundsrats im Dezember benutze, um die For- malität der Anmeldung zu erfüllen, damit schon im Januar, wie ursprünglich geplant, eine Vollversammlung einberufen werden könne, auf der sich Deutschlands Eintritt vollzogen hätte. Wir haben nachdrücklich gegen jede Verschiebung protestiert, die keinerlei Vorteile mit sich bringe, während man nie wissen könne, was in drei Monaten alles geschehen könnte. Die rechtliche Grundlage für die Anmeldung war ja durch die Reichstagsbeschlüsse über Locarno, insbesondere durch die Ab- lchnung des bayerischen Derschiebungsantrags, ohne weiteres gegeben. Wir warnten umsonst und fanden nickt einmal bei den Demokraten und dem Zentrum die nötige Unterstützung. Die überkluge Haltung des Reichskabinetts, dessen Weisheit letzter Schluß stets darin besteht, die anderen„zappeln" zu lassen, fand den Beifall aller bürgerlichen politischen Strategen. Aber die anderen„zappelten" gar nicht. Gerade sie hatten ja Interesse daran, Zeit zu gewinnen, um uns in einer weniger günstigen Atmosphäre mit unerwarteten Ansprüchen überraschen zu können. Jetzt haben wir die Bescherung. Die Versuche, auch Polen. Spanien und Brasilien ständige Rats- sige zu verschaffen, sind durchaus unfair und werden Hassent- lich scheitern. Aber für Deutschland ist es jedenfalls keine an» genehme Situation, daß es sich überhaupt dagegen wehren muß und sich Gegner im Völkerbund macht, noch ehe es dann sitzt. Dos alles kommt davon, wenn man auswärtige Politik um jeden Preis mit deutschnationaler Unterstützung oder gar nach bayerisch-volksparteilichen Ratschlägen machen will und sozialdemokratische Mahnungen unbeachtet läßt. Ob diese neue Lehre wenigstens fruchten wird? �nör6 Tarüieus WieSerkehr. Als Abgeordneter in Belfort gewählt. Paris. 15. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Die Ersatzwahl der Kammer, die am Sonntag in Belfort stattgefunden hat, hat dem ehemaligen Abgeordneten T a r d I e u, einen der Mitarbeiter Elemenceaus, im ersten Wahlgang den Sieg gebracht. Der Wahl- kreis war bisher im Besitz der Radikulsozialen gewesen. Er er- hielt 983?, sein radikaler Gegner nur«217 Stimmen. Gegen- über der Hauptwahl am 24. Mai 1924 beträgt der Gewinn, den die Reaktion zu erzielen vermocht hat, rund 2190 Stimmen, die radikal- sozialistischen Stimmen sind um 2800, die sozialistischen um etwa 400 zurückgegangen. Dagegen hat eine Rachwahl zum Senat im Departement SeineetOise das Kartell reüssieren lasien. Dort wurde mit Unterstützung der Sozialisten der radikalsoziale Kandidat im dritten Wahlgang mit 950 Stimmen gewählt. * Die Wahl Tarbieus bedeutet für die Linke eine ernste War- nung, zumal der Bezirk von Belfort einen stark proletarischen Einschlag hat und bisher fast immer einen Kandidaten der Linken gewählt hatte. Tardieu hatte stch nach seiner Niederlage im Mai 1924 verärgert von der Politik gänzlich zurückgezogen, sein General- ratsmandat niedergelegt und das Erscheinen seiner Zeitung«Echo National' sofort eingestellt. Er hat nun den Zeitpunkt sür günstig erachtet, wieder auf die polittsche Bühne zu treten und die starke Mehrheit, die er erhielt, verleiht dieser Rückkehr einen aufsehen- enegenden Charakter. Da die Rechte keinen überragenden Führer besitzt, dürfte Tardieu sehr bald wieder eine hervorragende Rolle im Parlament spielen. E» wird sich bei der noch immer ausstehenden Locarno-Debatte im Palais Bourbon zeigen, ob der geistige Bater des Bersailler Diktats weiter an der Gewaltpolitik von 1919 festhäll oder ob er stch der ollgemeinen Entwicklung angepaßt hat. Denn gerade Tardieu ist dafür bekannt, daß er stets anders kann, je nachdem, wie er aus seiner jeweiligen Stellungnahme seinen per- sönlichen Ehrgeiz befriedigen zu können glaubt. Umgekehrt ist die Wahl eine» Radikalen im Departement Seins- et-Oise, da» zuletzt nur durch Senatoren des Nationalen Blocks ver- treten war, ein wichtiger Erfolg de» Linkskartell». Es hieß, daß Millerand dieser Wahl mit besonderem Interesse entgegensah, weil er bei den nächsten ollgemeinen Wahlen dort zu kandidieren gedachte, falls die Staatsentscheidung am Sonntag zugunsten der Rechten ausfällt. Run dürfte er stch nach einem anderen Wirkungs- kreis umsehen. Neuer Niickzug vor flbü el Krim! «vor einer neue« Offensive der Rifkabylen. pari», 15. Februar.(Eigener Drahibericht.) Roch Meldungen, für die«in« offizielle Bestätigung allerdings noch aussteht, sollen die Franzosen unter dem Druck der bevorstehenden Offensive AbdelKrimsdie Stellungen bei dem Massiv von Biban«, das im Zentrum der französischen Front liegt und schon im vergangenen Jahre den Ausgangspunkt der ersten Angriff« der Riftruppen ge- bildet hat. geräumt hoben. Auch von der spanischen Front wird eine Wiederaufnahme der militärischen Aktivität des Gegner» gemeldet, dessen Bemühungen zunächst darauf gerichtet zu sein icheinen, die Stämme, die stch im Herbst den Spaniern Unterwersen wußten, wieder erneut zum Anschluß an Abb el Krim zu zwingen. Wiederaufnahme de, Prozesse» Aeichpielsch? Die„Rote Fahne" teilt heute mit. daß der Vater de» am 25. August 1917 zum Tode verurteilten Oberbei�ers Max R e i ch p i e t s ch aus Anraten der kommunistischen Reichstags- und Landtagsfraktion die Wieder- mitnahm« des Lersahreus beantragt hat. Der Mann im Glaskasten. Der Raum ist so klein, daß darin nur ein Bett, ein Tisch, drei- hundert Seltersfloschen und ein paar Zigarettenschachtcln Platz haben. I o l l y, der junge Mann, der einen Weltrekord im Hungern aus- stellen will, kann in seinem Glaskasten nicht einmal Spaziergänge machen. Er liegt im Bett mit sorgfältig frisiertem Haar, lila Schlaf- anzug, das Haupt malerisch auf sein« Hand gestützt, in einer Pose, die Ueberlegenhett und gleichzeitig Resignation in sein selbst- gewähltes Schicksal ausdrückt. Jolly will sechs Wochen hungern, in dieser Zeit nur von Zigaretten und Mineralwasser leben. Und um seinen Heroismus noch zu betonen, unternimmt er diese Uebung in einem Restaurant in der Friedrichstraße. Sein Glaslasten steht m einem kleinen Raum neben dem Speisesaal. Man hört das Klappern der Bestecke und das Rufen der Kellner. Um das Glas- haus drängen stch die Ereignisse, ein Beamter der Wach- und Schließ- gosellschaft sorgt dafür, daß der Glaskosten von der Menge nicht ein- gedrückt wird. Hin und wieder spricht der Manager einige er- klärende Worte. Lolly sei erst 24 Jahre all, in Erfurt geboren und sei bereit» mehrmal» als Hungerkünstler vor die Oefsentlichkeit getreten. Drei Wochen hätte er schon in dem Glaskasten ausgehalten. allerdings am Ende jeder Woche sei er unter Kontrolle rasiert worden. Ader dieses Mal verzichte er darauf! nicht einmal wolle er den Kasten verlassen, selbst sein gepflegtes Aussehen opfere er seinem Beruf. Man staunt Jolly an und schaudert leise bei dem Gedanken, daß stch der schöne Mann am Ende seiner Hungerperiode in ein wilde» Wald- und Wiesengenie verwandelt haben wird mit langwallendem Bart- und Haupthaar. Fünftausend Zigaretten hätte er mitgenommen, fährt der Manager fort, Eau de Cologne, mit dem er sich wasche, einen Lautsprecher, einen elektrischen Heizapparat, einen Ventilator und ein paar Bücher. Und schon drei Tage vor der Versiegelung hat Jolly das Essen eingestellt, um seine Der- dauung zu regeln. Und der junge Mann liegt da und läßt sich be- wundern, er blättert gelangweilt in einem Scottschen Roman und posiert die Haltung elne« Filmlord». Warum aber die ganze Uebung, besonder» in einer Zeit, da Tausende unfreiwiig hungern müssen? Warum diese Demon- stration? Soll sie vielleicht mit schöner Gest» zeigen, daß Hunger nicht weh tut. daß wette Beoölkenmgsschichten sich da« Essen ab» gewöhnen könnten, oder bedeutet st« einen besonder» verscknerten Anreiz zum Essen für di«, die da, Geld dazu haben? Ein rikkfichtsioser herrenfahrer. Mzu energischer Selbstschutz des Publikum». Durch rücksichtsloses Fahren brachte in der Rocht zu Sonntag der Kaufmann Rudolf Karstens aus der Prager Straße zwei Menschenleben in schwere Gefahr. Er kam mit seinem Auto, da» er selbst steuerte, gegen iVt Uhr in schneller Fahrt aus der Wilhelm- straße her in die Kochstraße und bog links in' die Friedrichstraße ein. Hierbei geriet der Wagen zum Teil aus den rechten B ü r g e r st e i g und riß zwei Personen um. E» waren der Maler Felix Zoller au» der Hauptstraße zu Schvneberg und di« Artistin Melonita Dahlöff aus der Schlüterftroße in Charlottenburg. Auf die erregten Zurufe der Passanten hört« der Herrenfahrer nicht, sondern fuhr nach der Ziinmeisiroße zu weiter. Die beiden an- gefahrenen Personen wurden«in Stück weit m i t g e s ch l e I f t. die Artistin nur wenige Meter, der Maler jedoch bis zur Zimmer- straße. Hier erst wurde Karstens durch ein ihm entgegenkommendes Auto zum Holten gezwungen. Wie durch ein Wunder sind Zolle? und die Dahlöff mit leichten Verletzungen davongekommen. Sie konnten, nachdem sie auf der Rethrngsstelle verbunden worden waren. in ihre Wohnungen entlassen werden. Schlimmer erging es dem rücksichtslosen Fahrer, den die empörten Passanten vom Wagen holten und verprügelten. Erst das herbeigerufene Ueberfallkommondo Linden befreite ihn und brachte ihn ebenfalls zur Rettungsstelle. Nach Feststellung semer Personalien mußte er in seine Wohnung transportiert werden, da er so zerschlagen war, daß er seinen Wagen nicht selbst heimwärt» lenken konnte. Todesopfer einer Hasoergistung. Ein« Mutter mit Ihren zwei Kindern erstilkk. Ein erschütternder Unglücksfall trug sich in der Nacht zum Sonn, tag in Berlin-Buckow zu. Als der Wagenwäscher Kurt Ba- sch i n au» der EHousseestr. 53 morgen» um 8)4 Uhr von der Ar- beit helmkehrte, strömte ihm beim Oefsnen der Wohnungstür ein starker Gasgeruch entgegen. Er fand seine 30 Jahre alte Ehefrau Ida und seine beiden Söhne, Knaben im Alter von zehn und zwei Jahren, anscheinend tot in ihren Betten auf. Di« sofort herbeigerufene Feuerwehr stellte Wted«rb«lebung»ver- suche an, die bei den beiden Knaben er f o l g l o« blieben. Frau Boschin kam wieder zu stch und wurde in da» Buckower Kranken- hau» eingeliefert Hier starb sie jedoch auch gleich nach der Aufnahme. Wie die Kriminalpolizei feststellte, handelt es stch um einen Unglücksfall, der Gashahn in der Küche war nur zur Hälfte geschlossen._ Siedelungsarbeit ist �ugenöjchutz. In einem Lehrgong zur Ausbildung und Weiterbildung von Iugendpflegern und Jugendpflegerinnen, der in Berlin vom Haupt- ausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege veranstaltet wurde, sprach u. a. auch der Berliner Stadtrat Genosse Wutzky. Er be-- handelte die Beziehungen zwischen Siedlung und Jugend und zeigte, daß sür die Jugendpflege di« Wohnungsoerhällnisse von höchster Wichtigkeit sind. Bon einer rechten Wohnung müssen wir— führte er au,— fordern, daß sie ein wirkliches Heim für die Familie ist, eine Stäit« des Behagens und eine Quelle der Voltskraft. In Wirtlichkeit lebt aber die Mehrheit des Voltes in Wohnungen, die dieser Forderung Hohn sprechen und die Volksgesundheit auf» schwerste schädigen. Das großstädtisch« M i et k as e r n e n» len d bat sich ungehemmt ent- wickeln können, weil die Beschaffung von Wohnhäusern den Speku- lanten überlassen wurde. Erst die Zeit nach dem Kriege brachie eln tatkräftiges Eingreifen de« Staates, ober was durch die Sünden der Vergangenheit verdorben wurde, ist so rasch nicht zu bessern. Di« EtiÜcguna der Bautätigkeit durch den Krieg hat noch zu einer Verschärfung des Wohnungselends geführt, weil der Wohnungs- mongel zu noch schlimmerer Zusammendrängung in den Wohnungen nötigt«. Auf die Schädigung der Voltsgesundheit durch die Ueberfüllung der Wohnungen hat die All- gemeine Ortskrantenkasse Berlin wieder in ihrem letzten Jahresbericht hingewiesen, der die Ermittelungen über die Wohnungs- Verhältnisse der erkrankten Mitglieder veröffentlicht. Wenn diejer Steigerung des Wohnungselcnds nicht endlich Einhalt ge- boten wird, dann sind, erklärte Genosse Wutzky, die Aufwendungen für die Wohlfahrtspflege nutzlos verton. Und dann ist. betonte er, auch die Jugendpflege in der Hauptsache zum Sch*i» tern verurteilt! Di« Jugend kann nicht gedeihen, wo die Woh- nung nicht von der Sonne durchstrahlt wird. Der Redner erörterte dann die neueren Bemühungen, die Stadtplanung nach sozialen Ersordernlssen zu ge- stalten. Trennung der Industriebetriebe von den Wohngegendcn. Einschränkung der Wohnbauten, auf möglichst wenig Geschosse, Schaffung durchlüftbaier und besonnter Wohnungen, Beseitigung der Hinterhäuser— das sind die wichtigsten Gesichtspunkte für die neue Stadtplanung. Auch für reichliche Grünslächen, für eine genügend« Zahl von Spiel-, Sport- und Erholungsplötzen muß gesorgt werden. Die vor kurzem in Kraft getretene neue Bauordnung für Berlin und der jetzt fertig vorliegende neue Bauzonenplan r da» ganze Stadtgebiet werden wenigsten» die Außenbezirk« nor r engen Bebauung bewahren, die wir im Innern der Stadt haben. Vom Stadtinnern bis zu den weitest entfernten Außenbezirken sind fünf Bauzonen nacheinander angeordnet, in denen die Höhe der Ge- bäude von fünf Geschossen bis zu zwei Geschossen abnimmt und der zur Bebauung zugelassene Grundstücksteil von sechs Zehntel bis zu einem Zehntel sich verringert. Ganz draußen wird die Bebauung io locker und luftig sein, daß dort Siedlungen nach Art oer Gartenstädte entstehen. Besonders ihnen wird die Nach- barschaft der vorgesehenen großen Grünflächen und der gesicherten Dauerwaldungen zugute kommen. Zum Wiedcrausbau unserer Dolkskraft ist, schloß Stadtrat Genosse Wutzky, die Sanierung der die Volksgesundheit zerstörenden Großstadt unentbehrlich. Ohne gesunde Wohnungen können wir es nicht erreichen, daß wir eine gesunde Iugcndheranwachsensehen. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. 5ür Volksentscheid und Jürftenenteignung. In Boumschulenweg sprach gestern Reichstaaspräsident Genosse L ö b e: Schon machen sich die Königstreuen in ollen Landen bereit, allgemeine Landestrauer anzulegen, und in den Kirchen wird man sie singen hören: Leise zieht durch mein Gemüt trauriges Ge- läute. Die Republik ist auf und daran, ihr Versäumnis nachzuholen. zu tun, was die Hohenzollern 1866 ihren eigenen Kumpanen getan, als sie die hessischen Lande in die Tasche steckten, und eine Bresche in die bürgerliche Rechtsordnung zu schlagen, die von altersher ein- gepökelt Krieg und Revolution gut ausgehalien hat. Daß die Fürsten stch zur Klage entschlossen haben, beweist nur, daß sie endgültig ihre Hofsnungen auf Wiedererlangung der politi- Shen Macht begraben haben. Das ist das einzig Gute an der sfäre. Run aber wird aus ihrem Zivilprozeß der erste h i st o r i- sche Prozeß der Republik. Wae die Hohenzollern vorhaben, sieht man aus folgendem: In der Grernmark liegt ein Gut von 100 000 Morgen, Krajanke-Flatow, das dem Prinzen Friedrich Leopold gehörte. Der Herr war zu seiner Erholung— denn seine Leute hotten viel zu pflügen und zu ernten — zu Flirt und Spiel In der Schweiz. Das Gut verwahrloste so. daß der Staat sich der Verwaltung annehmen mußte. Trotzdem haben deutsche Gerichte dem Prinzen das Land zugesprochen. Daß die Gelder sür den Kauf dieses Gutes vcrbüraterweise au» der Staatskasse in die Privatschatulle gewandert sind, tst für das Kelchs« (tericht unerheblich. Denn damals herrschte der preußische König noch o absolut, daß auch solche Schiebungen von Gott begutachtet wurden. Wäre der letzte Vergleich zustand« gekommen, hätten die Hohen- zollern insgesamt 184 Millionen Goldmark eingeheimst. Wie oft aber deutsche Richter mit diesen Ausbeutern auf die Jagd gegangen sind, da» kann man!?tzt sehen. In Thüringen waren die Fürsten abgefunden. Die Richte? sagen, das sei„wider die guten Sitten" geschehen:« muß mit dem Blute de» Volke» bezahlt werden. Dw Mecklenburger Russengeneral bekommt laut Rechts» autachten für jedes Jahr Krieg gegen Deutschland zwei Millionen Belohnung. Und woher stammt da» Geld? Ein Herzog von Braun- schweig, Karl Wilhelm Ferdinand, verkaufte 4300 seiner Landes- kinder als Soldaten an England. Er bekam 51 Taler pro Kopf Werbegeld und 30 Kronen Entschädigung für jeden Toten. Drei Verwundete rechneten immer für einen Toten. So verschacherten damals deutsche Fürsten insgesamt etwa 250 000 Kinder ihres Landes für die berühmten 30 Silberlinge. II 000 von ihnen sahen die Heimat nicht wieder, und ihr Fürst tat das Geld für ihr« Treue w seinen Beutel. 1918 hatten wir keine Zeit, mit ihnen abzurechnen. Sie liefen zu früh davon. Jetzt muß die Eegenrechnung aufgemacht werden. so groß, daß olle ihre Goldmillionen nicht reichen. Nicht August de? Starke hat Sachsen beackert, sondern Arbeit des Volkes. Nicht die Prinzessin von Montenegro hat Mecklenburg entwässert, sondern schwielige Bauernfäuste, di« Väter derer, die man skrupellos ent- eignet hat an Gut und Leben. Es gibt kein Zurück mehr. Die Versammlung, die so stark besucht war, daß nicht alle Platz' tn dem Saale fanden, bewies, wie einmütig das Volt hinter der Parole:„Keinen Pfennig den Fürsten!' steht. Sie dankte dem Reichstagspräsidenten Genossen Lobe, indem die Teilnehmer ihn unter Beijallsbezeugungen zum Auto geleiteten. Straß enbahnzusammenstoß in Köpenick. Heut« morgen kurz vor 7 Uhr stieß ein Triebwagen der Linie 86 infolge Wofogen» der Bremse auf den Anhöngewagen der Linie 87. Der Vorderperron de, Triebwagens wurde vollständig zertrümmert und der Beiwagen schwer beschädigt. Vier Personen wurden dabei verletzt. Durch den Vorfall entstand eine Verkehrsstörung von längerer Dauer. Die beschädigten Wagen mußten abgeschleppt werden. ver Kursus.Arbeiterbilduugslchole». Der Kursus de« Genoflen Horlttz über Grundlagen der«rbeiterbildung finde! nicht statt in der Zeit von Ssi, bis S Uhr abend», sondern von 3 bi»»'/, Uhr tn WilmerS- dorj, Oberreullchule asx Seepark Ecke Hindeuburg- und Augustaftrah«. Sport. Die weltmeisterschasteu im Eislauf. Im weitwen Verlaus des Sonnabend-Abendprogramms fanden im Rahmen der intwnationalen Weltmeifterschasten Damen-Einzel- laufe und Tanzkonkurreuzen statt. Im Anschluß hieran trafen sich in der Eisarena der Wiener Eislausverein und der Ver» Ilner Schltttschuklub zum 4. Internationalen Eishockey, von etwa 5000 Zuschauern stürmisch begrüßt. Nach hartem Kamps auf beiden Seiten gingen die Mannschaften mit 1: 1 in die Halbzeit. Das Spiel endete unter größtem Beifall mit 3: 3 unentschieden. Am Sonntagnachmittag trat der Wiener Eislaufoeretn gegen S la v i a- P r a g zum 5. Internationalen Eishockey an. In der ersten Hälfte des Spiels wird aus selten Slavlas alles daran gesetzt, den Wienern einen Sieg so schwer wie irgend möglich zu machen. Dennoch können die Wiener zweimal erfolgreich schießen und mit 2: 0 in die Halbzeit gehen. Die Gegner trennten sich schließlich mit 8:0 sür Wien. Den Höhepunkt der Weltmeister- schasten bildet« der Sonntagabend. Parterrcräume, Ränge und oberste Galerie waren üb erfüllt. Schätzungsweise wohnten etwa 6500 Personen der Veranstaltung bei. Als Ereignis de» Abends stieg das 6. und letzte, mit großer Spannung erwartete Eishockey- t u r n t e r zwischen dem Canadian Student» Hockey Club (Paris) und dem Berliner Schlittschuhtlub. Nach den Erfolgen an den Vortagen wurde mit einem entscheidenden Sieg der Pariser Mannschaft als Weltmeister gerechnet. Dies« Erwartun- gen sollten ober durch das Spiel der Berliner, die sich in ihrer Jjorm selbst übertrafen, getäuscht werden. Die' Berliner beginnen sofort mit heftigen Angriffen und verlegen den Hauptkampsplatz in die Nähe des französischen Tores. Nach ganz kurzer Zeit gelingt es Holmquilt, das erst« Tor zu schichen. Da» Spiel wird schneller und die Pariser oersuchen mit aller Macht auszugleichen, was auch nach kurzer Zeit gelingt. Holsboer, der durch sein flottes Vorwärts- drängen glänzt, ruft wahre Beifallsstürme hervor und bringt da» französische Tor dauernd in Gesahr. Bei Halbzeit ist dw Stand 2:2. Im zweiten Teil des Kampfes werden die Berlinw noch besser und Molander gelingt es, nach einem fabelhaften Durchbruch das dritte und Siegestor für Berlin zu schießen. Alle Versuche dw Pariser, einen Ausgleich zu schaffen, scheiterten an dem Widerstand der Berliner, so daß das Spiel mit 3: 2 für Berlin abgepfiffen wird. Berlin(B. S. E.) rangiert an erster Stelle, es folgt Canadian (Paris) und als dritter der Wiener Eislaufoeretn. Paosino, der spanisch« Schwergewichlsboxmelstw. hat sich m seinem Kampf mit Diener eine Verletzung der linken Hand zugezogen, die nach ärztlichem Befund in einem Bluterguß auf dem Handrücken und einem wahrscheinlichen Anbruch des dritten Mittelhandknochens besteht. Paolino wird deshalb in den nächste» drei Wochen weder trainieren noch kämpfen. Der Kampf um die Europameisterschaft gegen Erminio Spall«(Italien) soll am IS. Mai in Barcelona ausgetragen werden. Gewerkschaftsbewegung Profitintereffen und nationale Würde. Anwälte der Reichsbahnpolitif. Die von allen guten Geistern perlaffene Reichsbahnverwaltung, Seren Personalpolitik allgemeiner Mißbilligung begegnet, hat mertwürdigerweise einen Bundesgenossen gefunden. Der Staatssekretär a. D. Bogt, Direttor der Deutschen Reichsbahn, hat oor dem Verkehrsausschuß des deutschen Industrie und Handelstages am 11. Februar einen Vortrag gehalten über den Reichsbahntonflitt mit dem Reichstag". Ohne einen Rorreferenten zu hören, hat der Berkehrsausschuß der an delstammern im Anschluß an diesen Vortrag eine Ent fchließung gefaßt, in der er fich nicht nur gegen irgendwelche Erhöhung der Tarife wendet, vielmehr nach wie vor eine baldige Gentung diefer Tarife für dringend wünschenswert" hält. Beil jedoch eine solche Sentung nur auf Kosten des Reichs bahnpersonals gehen fann, wendet sich dieser Berkehrsausschuß da= gegen, daß der Reichsbahn durch Gehalts- und Lohnerhöhungen zwangsweise Mehrausgaben aufgebürdet werden. Diese Stellungnahme ist bei der engen Verbindung zwischen der Lohnpolitik der Industriellen und der der Reichs bahngesellschaft, bei der diese infolge ihrer besonderen Stellung als Voripann dienen muß, nicht weiter verwunder lich. Nichtsdestoweniger ist die leber Dames Pflichteifrigteit dieser Kreise bezeichnend. Der Reparationstommiffar für die Reichsbahn würde sicher nicht so weit gehen, auf höhere Ueberschüsse zu bringen, wenn sie nur auf Kosten der Berelen dung der Reichsbahnarbeiter und unteren Reichsbahnbeamten möglich find. Um fo weniger, als die verwerfliche Lohn und Gehaltspolitik der Reichsbahn, die den engstirnigsten Scharf machern zu gefallen bemüht ist, auf die Dauer zu einer großen Gefahr für die Reichsbahn werden muß, trotz aller aus geflügelten Pfiffigkeiten, wie dem sogenannten Bahnschutz und der Streifabwehr. Die Herrschaften mit ihren gefälligen und sehr gut bezahlten Geheimtäten aus dem wilhelminischen Regime treiben ein böses Spiel. Die nationale würde", die sie in Erbpacht genommen haben wollen, tritt dabei weit hinter ihre angeborene Arbeiterfeindlichkeit zurüd. stat auf Anstellung und wirkliche Berufserifteng befte ht überhaupt nicht mehr. Dabei ist zu bedenken, daß selbst in ben zurückliegenden günstigsten Jahren ein weibliches Ballettmitglied seinen Beruf allerhöchstens bis zum 30. Lebensjahr ausüben könnte. Ein solcher Beruf verdient aber nicht den Namen Beruf. Aus Sowjetrußlands Arbeiterleben. Der sowjetrussische Delegationsrummel will nicht aufhören. Die Lockrufe der russischen Regierung, die westeuropäische Arbeiterschaft möge fich an Ort und Stelle von den Errungenschaften der bol schemistischen Revolution und dem Wohlergehen der Arbeiterschaft überzeugen, dauern an. Bozu aber sich den großen Strapazen der Rußlandreise unterziehen, wo die sowjetrussischen 3ei tungen dem aufmerffamen Leser ein mehr oder weniger getreues Bild der dort herrschenden Zustände gewähren. Hier einige fleine Ausschnitte. Die Klagen über den völlig ungenügenden Arbeiter schuh in der Arbeiter und Bauernrepublik find allgemein. Fast jede Nummer des Zentralorgans der sowjetrussischen Gewerkschaftsverbände, des„ Trud", liefert reiches Material zu diesem Thema. So tlagten vor furzem die Delegierten auf dem Odessaer Rongreß der Post und Telegraphenbeamten: ,, Arbeiterschuß gibt Arbeiter schlafen in den Bureaus auf den Tischen."( Trud" v. es nicht. Die Wohnungsverhältnisse sind einfach unmöglich. Die 24. Januar.) Selbst in solch einem Industriezentrum wie Beters burg versagen wie die Arbeiterschußkommissionen, so auch die Fabrifinspektoren. Die ersteren tun nichts, um darüber zu wachen, daß die Forderungen der Fabritinspettoren erfüllt werden. Sie fetzen diese auch nicht von den Mißständen und den Ueber. tretungen gegen die Arbeiterschutzgeseze in Kenntnis. Die Inspek toren wieder teilen öfter die Resultate ihrer Feststellungen der Arbeiterschutzkommission nicht mit.( Trud v. 22. Januar.) Die Folge davon ist ein ungeheures Anwachsen der Betriebsunfälle und der Berufskrankheiten. So ist die Gesamtzahl der Unfälle in Leningrad im Jahre 1925 fast um das Dreifache gegenüber dem Jahre 1924 gestiegen, bei einem Zuwachs von nur 50 Proz. an beschäftigten Arbeitern; 7608 Unfällen im Jahre 1924 stehen 21 889 Unfälle im Jahre 1925 gegenüber. Allein in der Trambahnwerkstatt gab es vom Mai an 78 Unglüdsfälle. Die Ursachen dieser Zunahme illustriert unter anderem ein Artikel des Trub" vom 20. Januar. Außerordentlicher Bundestag des Baugewerksbundes. Gummifabrik Leningrads, die 10 000 Arbeiter beschäftigt. Die Er schildert die unglaublichen fanitären Berhältniffe in einer großen Der Bundesvorstand des Baugewerksbundes hatte zum 10. Fe- Arbeit geht in einer unmöglichen Hige vor sich, in einer Luft, die bruar den Bundesbeirat und die Bezirkssekretäre zu einer Beratung von giftigen Gasen erfüllt ist die Ventilation soll erst im Jahre nach Berlin berufen. Dabei drehte es fich hauptsächlich um die 1926 fertiggestellt sein 1926 fertiggestellt sein, an den Maschinen fehlen die einfachsten Stellungnahme zum Abschlusse eines Reichstarifvertrages. Die Aus- Schuhvorrichtungen. So mußten auch für die erste Hälfte Schuhvorrichtungen. So mußten auch für die erste Hälfte sprache über den Stand des Bundes führte zu dem Beschluß, einen des Jahre 1925 576 Unglücksfälle registriert werden, gegenüber außerordentlichen Bundestag abzuhalten, und zwar a m 568 für das ganze Jahr 1924. Die Zahl der Berufserfrankungen 15. und 16. März in Berlin. Die Tagung wird sich mit der ist um 9,5 Proz. gestiegen.( Trud" v. 20. Januar.) Die gleichen Neugestaltung der Erwerbslojenunterstügung des Klagen tommen von überall. Am grauenhaftesten sieht es wohl Am grauenhafteften sieht es wohl Bundes zu befassen haben, somie mit einer euregelung der ordent in den Bergwerfen des Dongebietes lichen Mitgliederbeifräge zur Bundestaffe. Reichstarifverhandlungen im Baugewerbe. Bei dem Abschluß der Verhandlungen am Sonnabend haben die Barteien vereinbart, vor dem Ablauf der Erklärungsfrist am Mittwoch, dent 17. Februar, über den Verlauf und das Ergebnis der Berhandlungen nichts zu veröffentlichen. Die„ Bossische Zeitung" brachte jedoch eine Mitteilung aus der Bauwelt", wonach die Berhandlungen" endgültig gescheitert seien. Diese Mitteilung ist falsch. Die Frage der Bildung eines zentralen Schiedsgerichts ist noch nicht abgeschloffen. Ein Bericht fann erst nach Abschluß der Verhandlungen gegeben werden. Der Banken- Schiedsspruch verbindlich. Wie der Allgemeine Berband der deutschen Bant angestellten mitteilt, hat der Reichsarbeitsminister den Schiedsspruch vom 3. Februar 1926 für verbindlich erklärt. Die BS.- Korrespondenz bemerkt hierzu: Wie wir erfahren, wird der Reichsverband der Deutschen Bankleitungen heute nach mittag zu dieser Berbindlichkeitserklärung des Ministers in einer Sigung Stellung nehmen, und erst von seiner Entscheidung wird es abhängen, ob der Tariffriede im deutschen Bankgewerbe her gestellt wird oder nicht." Das ist natürlich nicht richtig. Die Bantinhaber mögen beschließen was sie wollen, an der Berbindlichkeitsertlärung fönnen sie nichts ändern. Bis jetzt fann nur die Reichsbahnverwaltung verfuchen, sich über einen für verbindlich erklärten Schiedsspruch hinwegzuseßen. Bom Ballett. Bom Borstand des Deutschen Chorfänger und Ballettverbandes wird uns geschrieben: Den Nachwuchs des Balletts stellen meistens Kinder ärmerer Leute. Oft werden sie schon vom vierten Lebensjahre an einer Ballettschule zugeführt, wo sie täglich mehrere Stunden schwere förperliche Uebungen und Studien machen müssen. Im schulpflichtigen Alter werden die schulfreien Stunden ebenfalls für die Vorbereitung zum fpäteren Beruf verwandt. Bom 14. Lebensjahre an gelten die Knaben und Mädchen als Eleven. Aber obwohl sie bereits 10 Jahre an einer Bühne studiert haben, werden fie noch lange nicht angestellt. Wiberfährt wirklich dem einen oder anderen Eleven oder einer Elevin das Glück der Anstellung, so werden 20 bis 30 m. monatliche Entschädigung gewährt. Das Schlimme ist, daß bald jede deutsche Bühne mittleren Ranges eine Ballettschule unterhält, ohne ein mirtliches Ballett zu haben. Auf alle Fälle steht die Zahl der angestellten Ballettmitglieder durchschnittlich mur fünf bis sechs in feinem Berhältnis zu den vielen Ballettschülern. Die Folge ift, daß auf diefem Gebiete aus unglaublicher Gewiffenlosigkeit vieler Bühnen leitungen ein Runstproletariat herangezüchtet wird, das man im findlich- jugendlicher Alter mit den schönsten Bersprechungen anlodt, um fie nie einzulösen. Das Ende ist bitterste Not und Enttäuschung. Das trifft besonders für die jetzige Zeit zu, wo das Ballett überall abgebaut wird. Alle Eltern fönnen daher nur aufs eindringlichste gewarnt werden, ihre Kinder Ballettschulen zuzuführen. Aus Beatsches Theater Städtische Oper Th. in d. Lützowstr. Krause8 Uhr: Juarez und Maximilian Charlottenburg 7 Uhr: Die Zauberflöte Kammerspiele Abonn- Turnus I 8 Uhr Die Icizie Gellebic Neues Th. am Zoo Die Komödie Kurfürstendamm 286/7 8 Unr Gesellschaft 11.15 Uhr Aliabendl 8 Uhr: Guldo Thielscher ח! Stöpsel Nacht vorstellung KleinaPreise: Parkett1-2M. Park- Faut.3-4 M. Orchest." Blauer Vogel" Fauvisul 5 M. Sessel 6 M. alle Plätze 3 und& M. Vorverkauf westerbrochen Lemke's Tagl.se.8% Pianos Musik v. Dr.R.Hirsch Volkstümliche Preise 1-4 M. Im Vorverkauf Theaterkasse Bote& Bock, Werth.20%/ Erm8. Stg. 4: Lügenmäulchen u.Wahrheitsm. zur Miete Ansbacher Str. 1, Edke Kurfürstenstraße aus. Fast zu gleicher Zeit schlagen die„ Economitscheffaja Schifen", das offizielle Organ des obersten Wirtschaftsrats, vom 14. Januar und der Trud" vom 9. Januar Alarm. Da hat eine spezielle Kommission von Oktober bis Dezember die technische Lage der Berg merte ftudiert. Nun ist auf Grund der abgeschlossenen Arbeit diefer Kommission das Zentralfomitee des Berg arbeiterverbandes zu der Ueberzeugung gekommen, daß und die sofortige Durchführung einer Reihe von Maßnahmen erdie Bergwerke in technischer Beziehung eine Gefahr bedeuten fordere. Bentilation, medizinische Hilfe, Basserversorgung, Babegelegenheiten und dergleichen fehlen. Die Arbeitsgefege in bezug auf die Arbeitszeit, Ruhepausen, Jugendschuh, leberstunden usw. werden nicht eingehalten. Die Inspektion ver jagt. Die ,, Economitschestaja Schisen" schildert wieder Eindrüde von dem Bergarbeiterzentrum Stalino" on Sowjetrußlands. genannt nach Stalin, dem augenblidlich mächtigsten Manne Der Ort macht seinem Namen Schande, mie seine Tätigkeit dem russischen Bolte wenig Ehre bringt. Es heißt Da am Anfang des Berichts: hier gibt es 18 000 Arbeiter. Ein mächtiges Metallwert, eine chemische Fabrit und Bergwerte. Die Stadt ist überhaupt mit nichts vergleichbar. Kein Baffer, teine Ranalisation, überall ein gräßlicher, undurchdringbarer Dred und Geftant einigermaßen annehmbare Wohnungsverhältnisse fehlen einigermaßen annehmbare Wohnungsverhältnisse fehlen gänzlich. Und eine Teuerung, wie in Mostau. So sieht es beneidenswert. Und dann folgen Bilder des unfagbaren Bohnungs. im Arbeiterparadiese aus wahrhaftig nicht nachahmens- und elends, der Bersoffenheit des Arbeiters usw. Der Arbeiter fieht voll Neid, wie sauber und satt die Bauern der benachbarten Dörfer leben und diese blicken voll Verachtung auf den„ hosenlosen" Arbeiter herab. Hofenlofer" Arbeiter das der Arbeiter der Arbeiterund Bauernrepublik?... 1 Die Lohnfragen stehen selbstverständlich im Mittelpunkt der Arbeiterinteressen. Es ist ja bekannt, wieviel Streits die Berzögerungen um die Lohnauszahlungen verursacht haben. Goeben erflärt aber der Trud" die BVersorgung der staatlichen Unter nehmungen mit Lohngeldern erneut für gefährdet.( 9. Januar.) Es sind auch schon wieder mehrmals Fälle vorgekommen, wo man den Arbeitern die Löhne schuldig geblieben ist. Mit einem gewissen Neid wird im Trub" vom 20. Januar festgestellt, daß die Löhne in privaten Unternehmungen höher sind als in den staatlichen. Trotzdem reichen sie auch hier nicht aus, um die notwendigsten Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Das Refultat, daß die Arbeiter Atontozahlungen beim Fabrikanten nehmen und auf diese Weise in ein unerträgliches Abhängigkeitsverhältnis von dem Arbeitgeber gelangen. Der Autor verlangt, daß die Gewertschaftsverbände fich endlich mal auch der Arbeiter in privaten Unternehmungen annehmen und für Schaffung von Spareinrichtungen forgen. Aber im Trub" vom 20. Januar führt ein Arbeiter bewegte Klage darüber, daß in dem großen Tertilzentrum Drjedemo Suewo die Arbeiter einer großen Fabrit trop des ungeheuerlich falten Winters ohne warme Kleidung und ohne entsprechendes Schuhzeug herumlaufen mußten, da die Raffe nicht imftande war, alle Forderungen zu befriedigen und Lohnkredite nicht gewährt werden. So ist die Anschaffung der warmen Kleidung auf Abzahlung unmöglich. Diefes alles nur Ausschnitte, winzige, ungenügende Ausschnitte. Was haben hiervon die Arbeiterbelegationen gesehen. Und was haben fie davon dem europäischen Arbeiter erzählt? Reichshallen- Theater Abends 8 U., Sonntag nchm. 3 U. Stettiner Sänger Nachm halbe Preise volles Abendprogramm! Dönhoff- Brettl 10 Nummern! Tanz und Urfidelitas! mod Pfänder! Die Revue der bie in den Monaten Juni und Liliputaner verfest und nicht erneuert wurden, im Juli 1925 bei unseren Abteilungen fommen zur Versteigerung ab FastnachtsPfannkuchen Wiener Krapfen. Ananas- Pfannkuchen, Torten, Kaffeeschüsseln. Der gehaltvollste Kuchen Berlins, nur: Dresden r Butter- Bäckerel, Conditorel und Café sensationellen Februar- Spielplan 15. Bebruar b. 3. und folgende Richard Richter Sonntag 31, Uhr: halbe Preise Tage, Jägerstr. 64. Beginn 9 Uhr Rauchen gestattet vormittags. Staatliches Leihamt. Berlin SW, Zimmerstraße 84 Centrum 13 65 an der Friedrichstr. Achtung Schebera! Alle Ausgesperrten treffen fich am Dienstag 11 Uhr bei Kamle. Zentralverband der Schuhmacher. Mittwoch, den 17. Februar, Jahres generalversammlung, nicht wie in der Sonntagsausgabe gemeldet bet Boeker, fondern abends 54 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 4, Engelufer 24/25 Wirtschaft Deutschlands Auslandsanleihen. Nach§ 115 des neuen Einkommensteuergesetzes ist der Reichsminister der Finanzen ermächtigt, mit Zustimmung des Reichsrats und eines Ausschusses des Reichstags bis zum 31. Dezember 1930 Einfünfte aus Auslandsanleihen von der Rapitalertrags. steuer zu befreien. Eine ähnliche Bestimmung enthält der§ 29 des Kapitalverkehrssteuergesetzes für die Wertpapierfteuer. Eine entsprechende Vorlage ist vor einigen Tagen vom Steueraus. schuß des Reichstags genehmigt worden. Da fie eine gute llebersicht fächliche Zinsbelastung enthält, feien einige Angaben darüber kurz über die im Auslande aufgenommenen Anleihen und über die tat wiedergegeben. Anleihenehmer Höhe der Anleihe Deutsche Rentenbank- Are- 25 mill. Doll. 105,0 mill. M. ditanstalt Berlin Sächs. Landespfandbriefanstalt, Dresden 10 Elektrowerke A.-G. Berlin 5.15, Hamburg. Elektrizitätsgesellschaft Hamburg AEG. Berlin Siemens u. Halste, A.G. 1. Anleihe. 2. • Gesamtbelaftung 8,6 Proz 42,0 " " " " 8,69 • 63,0 8,83 " " 4 16,8 9,49 " 10 10 42,0 8,935 " " 5 21,0 BR 10,61 " 5 21,0 " " 50,4 9,224 " === 25,2 25,2} 8,45 H 16,8 Mill M. 9,55 " " 15 21,0 == 63,0 8,54 " 8,44 " " 20 August Thyssen, Hamborn 12 Rhein- Main- Donau- G. 16 bis 20 Mill. Doll. München Deutich- Atlantische Telegraphen A.-G. Berlin] Dsram G. m. b. H., Berlin 5 Freistaat Bayern.. bato. 84 Mill. M. 4 Mill. Doll. 9,21 Für langfristige Anleihen ist die tatsächliche Belastung also recht beträchlich. Bei der Abhängigkeit Deutschlands vom ausländischen Geldmartt tragen nicht die ausländischen Geldgeber die Steuerlaften. Sie ruhen vielmehr bei den inländischen Gläubigern, für die die Steuerbefreiung die Voraussetzung für die Aufnahme der Anleihe war. Aus diesen Erwägungen läßt sich diese vorübergehende Steuer. Der Berzicht des befreiung auch finanziell rechtfertigen. Reiches beträgt bei den vorerwähnten Anleihen an laufender Steuer etwa 3½ Millionen jährlich, an einmaliger Steuer fnapp 2% Millionen Mart. den Ausführungen, die der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft, Großhandels- A.- G. für Gefreide- und Mühlenfabritate. Nach der im Getreidehandel an führender Stelle stehende Herr Leopold Badt, in der Generalversammlung machte, scheint man den vielen Projekten zur Regulierung des Getreidemarktes in den Kreisen des Getreidehandels teine große Bedeutung beizumeffen. Man glaubt auch nicht an ihren Erfolg, fondern ift von der Notwendigkeit des freien Getreidehandels( besser gesagt der Getreidespekulation. D. Red.) überzeugt. Die Bilanz per 30. September 1925 schließt mit einem Gewinn von 156 326 aus dem eine Dividende von 6 Proz. zur Ausschüttung gelangt. Aus der Partei. Genoffe John Robertson, Mitglied des britischen Unterhauses für Bothwell( Canarkshire) ist gestorben. Wiener Parteiarbeit. Die Parteileitung eines einzelnen der 21 Wiener Stadtbezirke, allerdings des 16.( Ditatring), der zu unseren Hochburgen zählt, schickt uns ihren gedruckten Jahresbericht, ein mit viel Statistit versehenes Heft von 45 Seiten zu, das die Zeit vom 1. Juli 1924 bis Ende Juni 1925 umfaßt. Da war die Dauertrife des durch Ententezwang in lebensunfähiger Selbständigkeit" erhaltenen Staates schon wieder sehr start; trotzdem ist die Zahl der Parteimitglieder von 27 348 auf 31 917 gestiegen und bis zum 31. November auf 32 918- in einem Stadtbezirke! Die Bezirks organisation ist in Seftionen geteilt, die sich auf die amtlichen Wahlbezirte verteilen. Die Häuserorganisation ift durchgeführt, es find männliche und weibliche Bertrauensperfonen aufgestellt in den besten Sektionen soviel, als sie Häuser zu bearbeiten haben, im ganzen 1164 Bertrauenspersonen die Sprengel- und Sektionsleiter und Vorstandsmitglieder nicht mitgerechnet. Die Bezirksfinanzen balanzieren mit 97 000 Schilling ( rund 60 000 m.), wovon 9000 Schilling( 5400 m.) Ueberschuß. Freigewerkschaftlich waren in Ottakring Ende Juni organisiert 23 000. Die tonfumgenossenschaftliche Organisation und alle anderen Zweige der großstädtischen Arbeiterbewegung find entsprechend start, die Abwehrtruppe des" Republikanischen Schußbundes" nicht zu ver geffen. Die tschechische Sozialdemokratie hat im Bezirk 1200 Mitglieder und 5800 Tagblatt- Abonnenten. Was eine Organisation wie die Ottakringer und die Biener überhaupt an fultureller, fürsorgerischer, sportlicher und sonstiger Arbeit leiften fann, werden sich alle tätigen Parteimitglieder vorstellen können! Berantwortlich für Bolitik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin G 68, Lindenstvake 3. AUTO- FAHRSCHULE KRAFTVERKEHR MARKEN A. Kolonnenstraße 32 Berlin- Schöneberg Telefon: Stephan 987/988 Ab 1. Januar Eintritt täglich A. Beheim- Schwarzbachs Bekleidungsstücke Wäsche usw Kaufmännische Privatschule Getragene Serrengarderobe, tabellos ( Inh. F. Eggert) erhalten, Gelegenheitskäufe in Bela waren, aroße Auswahl, billige Breise. Neukölln, Anmeldung, Ganghoferstr.1 Reine Lombardware. Leihhaus Griegel, und Berliner Str. 32( Privatwohnung) Chauffeestraße 7. Beginn neuer-Jahres- und JahresLehrgänge Fernspr.: Neukölln 1063. Möbel Metallbetten talbetten, Chaiselongues. Balfer, Star Stahlmatratz., Kinderbetten günstig an Priv Kat. 650 fr Elseumöbelfabr. Subi Thür Verkäufe Raumann- Nähmaschinen für Hausge brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re paratur- Bertitatt für alle Gnfteme. Emil Salbarth, G. m. b. S., Friedrich ftrake 55a. Amt Safenhelde 5857. Batentmatraken, Auflegematraken, Megarderfraße achtzehn. Spezialgefäft Musikinstrumente preiswert. Bianss Lint. Brunnenitraße 85. Rlaviermacher Kaufgesuche Fahrräder kauft 2inienftrak to Reikzeuge( Richter- Bräsifion), Side Verschiedenes heits- Goldfüllteberhalter. Bureaubedarfs haus Lindner. Reukölln, Raifer Friedrich- Straße 36/37. Gerberet. Reutölln, Brina- Bandiern Raße 87/88,