Nr. 79 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 40 Bezugspreis: 238dentlich 70 Bfennig, monatlic B Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Lucemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gieb. lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. seile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläsfia awei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Bfennig. tebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Worte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Die Reichsregierung teilt zugleich mit, daß sie mit der Zulassung des Boltsbegehrens nur den gesetzlichen Vorschriften entsprochen habe. Ihren eigenen politischen Standpunkt formuliert sie folgendermaßen: Den Inhalt des Gesetzentwurfes, der eine völlige entschädi. gungslose Enteignung vorfieht, macht fie fich in teiner Beise zu eigen. Gie arbeitet vielmehr darauf hin, daß die gegenwärtig im Reichstag geführten Verhandlungen über ein e angemessene Regelung der Auseinandersehungsfrage balb zu einem gefeßlichen Abschluß gelangen und daß dann Der weitergehende, mit dem Boltsbegehren verfolgte Antrag, wenn er nicht zurückgezogen wird, abgelehnt wird. Es ist zuzugeben, daß das Reichskabinett im Rahmen seiner Befugnisse bleibt, wenn es seine Stellung zu dem bean tragten Volksbegehren bekannt gibt. Auch das Kabinett und jedes feiner Mitglieder hat das Recht, seine Meinung zu äußern. Beeinflussungsversuche, die darüber hinausgehen, An mendung behördlichen Drucks, Aufwendung staatlicher Mittel wären allerdings im höchsten Grade unzulässig. Wir nehmen nicht an, daß fie beabsichtigt sind. Das Rabinett geht bei seiner Stellungnahme davon aus, daß es gelingen wird, im Reichstag ein gesetzliche Regelung zu erreichen. Diese Regelung sehen wir noch nicht, wir sehen noch nicht, woher die 3 mei drittelmehrheit tommen foll, ohne die es nach Ansicht der juristischen Sachverständigen nicht geht. Die Sozialdemokratie versagt sich bekanntlich nicht dem Bersuch, im Reichstag eine Not lösung zustande zubringen, die dann Gefeßeskraft erhalten würde, wenn der Boltsentscheid entgegen unserer Erwartung und trotz unserer| können nur von der Sozialdemokratie für das Anstrengungen nicht zum Ziele führen sollte. Ob aber eine Ziel des Volksentscheids gewonnen werden. solche Notlösung gelingt, ist überaus zweifelhaft. Welche Haltung gedenkt nun das Kabinett einzunehmen, wenn im Reichstag nichts zustandekommt? Darüber fehlen in der Regierungserklärung alle Angaben. Das Kabinett hat anerkannt, daß etwas geschehen muß, sonst würde es doch auch die Arbeit im Reichstag nicht fördern. Es hat anerkannt, daß die Fürsten nicht alles bekommen sollen und dürfen, was fie verlangen. Wenn nun der Versuch des Reichstags scheitert, will die Reichsregierung dann trotzdem dafür ein treten, daß die Fürsten alles bekommen? Das Boltsbegehren wird die notwendige Anzahl Unterschriften erhalten. Der Reichstag wird den Antrag, der ihm zugrunde liegt, sicher entweder ganz ablehnen oder ihn abändern. Im ersten Fall kommt der Antrag allein, im zweiten auch der Beschluß des Reichstags zum Bolksentscheid. In keinem der beiden Fälle ist der Bolksentscheid zu vermeiden. Jetzt gilt es, bei der Unterzeichnung des Bolks begehrens mit einer möglichst glänzenden Zahl von Unterschriften aufzumarschieren. Je größer die Zahl, desto größer die Aussicht und die Zuversicht, auch beim Volfsentscheid, der die Entfaltung noch viel größerer Massen erfordert, durchzubringen. Die Unterzeichnung des Voltsbegehrens ist eine Art öffentlicher Abstimmung. Der notwendige Aufwand an Zeit ist etwas größer als bei einer gewöhnlichen Wahl. Furcht vor dem Terror der Gegner und Faulheit sind die beiden Gefahren, denen der Kampf gilt. Das Volksbegehren ist die Borbereitung des Boltsentscheids. Bei ihm wird der Sieg nur dann zu gewinnen sein, wenn breite Massen, die bisher bürgerlich gestimmt haben, mit uns gehen. Diese Massen Eintragungsliste für ein Volksbegehren nach§ 1 Nr. 3 des Gesetzes über den Volksenfscheid. Die unterzeichneten Eintragungsberechtigten begehren, daß dem Reichstage folgender Gesetzentwurf unterbreitet werde; Entwurf eines Gesetzes über Enteignung der Fürstenvermögen. Der Reichstag hat auf Volksbegehren das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird. Auf Crund des Artikels 153 der Reichsverfassung wird bestimmt; Artikel 1.. Das gesamte Vermögen der Fürsten, die bis zur Staatsumwälzung" im Jahre 1918 in einem der deutschen Länder regiert haben, sowie das gesamte Vermögen der Fürstenhäuser, ihrer Familien und Familienangehörigen, werden zum Wohle der Allgemeinheit ohne Entschädigung enteignet. Das enteignete Vermögen wird Eigentum des Landes, in dem das betref. fende Fürstenhaus bis zu seiner Absetzung oder Abdankung regiert hat. Artikel II. Das enteignete Vermögen wird verwendet zugunsten! a) der Erwerbslosen. b) der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. c) der Sozial- und Kleinrentner, d) der bedürftigen Opfer der Inflation, Die Schlösser, Wohnhäuser und sonstigen Gebäude werden für allgemeine Wohlfahrts-, Kultur- und Erziehungszwecke, insbesondere zur Errichtung von Genesungs- und Versorgungsheimen für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene, Sozial- und Kleinrentuer. sowie von Kinderheimen und Erziehungsanstalten verwendet Artikel III. Alle Verfügungen einschließlich der hypothekarischen Belastungen und Eintragungen, die mit Bezug auf die nach diesem Gesetz enteigneten Vermögen oder ihre Bestandfeile nach dem 1. November 1918 durch Urteil. Vergleich. Vertrag, oder auf sonstige Weise getroffen wurden, sind nichtig. Artikel IV Die Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz werden durch ein Reichsgesetz festgelegt, das innerhalb 3 Monaten nach amtlicher Feststellung des Abstimmungsergebnisses zu erlassen ist. Dieses Reichsgesetz hat insbesondere die näheren Bestimmungen zur Ausführung des Artikels II dieses Gesetzes e) der Landarbeiter, Kleinpächter und Kleinbauern durch Schaffung von über die Verwendung der, enteigneten Fürstenvermögen durch die Länder Siedlungsland auf dem enteigneten Landbesitz Kreis oder Amtsbezirk: zu treffen Gemeinde: Lfde. Nr. Zuname Stand, Beruf oder Vorname Wohnung Bemerkungen Chei verheirateten oder verheiratet gewesenen Frauen auch Geburtsname) Gewerbe 1 2 Das Bild zeigt den Kopf der Listen, die ab 4. März zur Einzeichnung für das Volksbegehren ausliegen werden. Die ganze Liste bildet einen Bogen von vier Seiten mit zahlreichen Feldern zur Eintragung. Was die Kommunist en bisher aufgestellt haben, war alles andere als eine Förderung des Kampfes. Ihre Methoden haben auf die noch abseits stehenden Massen gewiß teine Anziehungskraft. Ihre Art, den Kampf statt gegen die Fürsten gegen die Sozialdemokratie zu führen, wirkt im höchsten Grade abstoßend. Jezt, nachdem die Auslegung der Einzeichnungslisten bekannt gemacht worden ist, gibt es, für jeden sichtbar, tein Zurück mehr, sondern nur ein Borwärts. Die Diskussion hat zu schweigen, wenn die Aktion im Gange ist. Die plumpen Berdächtigungen müssen ein Ende haben, der Schwindel mit den falschen Einheits- Sammellisten muß aufhören! Der scharfe sachliche Gegensatz zwischen der Sozialdemokratie und der KPD. bleibt bestehen wir sind die letzten, die ihn vertuschen wollten die Austragung von Meinungsverschiedenheiten auf allen anderen Gebieten bleibt frei. Jede Organisation führt nach getrof fener Bereinbarung ihre Aktion selb= ständig, dann ist auf diesem Gebiet und für die Zeit der Aftion ein reibungsloses Nebeneinander möglich. Handeln die Kommunisten anders, dann handeln sie als Saboteure der Volksbewegung, und dann werden sie der verdienten Abrechnung nicht entgehen. Jedermann weiß aus der Wahlstatistik, daß es die Sozialdemokratie ist, die in diesem Kampf die Massen zu stellen hat. Nur die Beteiligung der Sozialdemokratie und ihre Stärfe machen es möglich, in diesem Kampf an Sieg zu denken! Diesen Sieg erstrebt die Sozialdemokratie, weil sie für das große Unternehmen des Bolfsentscheides mit ihrer Ehre engagiert ist. Sie erstrebt ihn, weil sie Kraft zeigen muß, wenn nicht die abgehalfberten Fürsten die Triumphierer sein sollen und wenn nicht ter Uebermut der Arbeiterfeinde ins Ungemessene wachsen soll. Sie erstrebt ihn, weil es um Milliarden deutschen Boltsvermögens geht und weil dieser Sieg der Ausgangspunkt für weitere Er folge der Arbeiterbewegung werden soll. In zwei Wochen beginnt der Aufmarsch zum Volks begehren. In weiteren zwei Wochen muß er abgeschlossen sein. Jeder Mann und jede Frau, die bis zum 17. März das 20. Lebensjahr erreicht oder überschritten haben, sind zur Eintragung in die Listen berechtigt. Das ist die erste Kraftprobe! In der Anstrengung jedes einzelnen, im fameradschaftlichen Zusammenarbeiten aller zeigte sich die Macht der Or= ganisation! Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Sozialer Ausschuß gegen Reichsregierung. Im Sozialen Ausschuß des Reichstags erschienen zur Dienstagfizung sowohl der Reichsarbeits als auch der Reichsfinanzminister, um den Beschluß des Kabinetts zu vertreten und den Ausschuß von weitergehenden Beschlüssen abzuhalten. Sie teilten mit, daß die Beschlüsse des Ausschusses zur Kurzarbeiterunterstützung bei der geplanten Verordnung berücksichtigt werden sollen. Dagegen glaubte das Kabinett einer weiteren Erhöhung der Erwerbslosenunterstüßung nicht zustimmen zu können, die Regierung wolle lediglich für die alleinstehenden ledigen Erwerbslosen einer zehnprozentigen Er höhung zustimmen, lehne aber jede Erhöhung für die übrigen Hauptunterſtügungsempfänger, die Zuschlagsempfänger und für die Höchst beträge ab. In der folgenden mehrstündigen heftigen Auseinandersehung wandten sich auch Zentrum und Demokraten gegen die Regierungsvorschläge, die einer Berhöhnung der Erwerbs. losen gleichkämen. Der Regierungsstandpunkt fand nur die Zustimmung der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen. In der Abstimmung wurde nach Ablehnung der kommunistischen und sozialdemokratischen Anträge beschlossen, die Säge für die Hauptunterstützungsempfänger allgemein um 10 Proz., für die alleinftehenden Ledigen um 20 Pro3. zu erhöhen. Die Höchstbeträge sollen in allen Ortsklassen um 10 Proz. gesteigert werden. Der sozialdemofratische Antrag, den Erwerbslosen die Unterstügung für die ganze Dauer der Arbeitslosigkeit zu gewähren, wurde erneut abgelehnt. Der sozialdemokratische Antrag auf Gewährung einmaliger Beihilfe an die Ausgesteuerten wurde zurückgestellt, nachdem der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold in Aussicht gestellt hatte, die Bereitstellung weiterer Mittel für einmalige Bein hilfen im Kabinett nochmals zu prüfen. Das blaue Auge". Die Befürchtungen des Admirals v. Scheer. Die Leipziger Volkszeitung" ist in der Lage, folgenden Brief tes Admirals v. Scheer an den Ritter v. Mann zu Deröffentlichen, der seit Mag von Baden Staatssekretär des Reichsmarineamts war: Abschrift! 3. Januar 1919.( Ohne Ortsangabe.) Lieber Ritter v. Mann! Es tut mir leid, wenn ich Sie mit meinen Ansprüchen belästigt und sogar auf Urlaub verfolgt habe. Um so mehr bante ich Ihnen für den Bescheid, den Sie mir aus München sandten, und der mir einige Aussicht eröffnet, mit einem blauen Auge aus der Geschichte herauszukommen. Auf die hohe Pension", fürchte ich, wird man taum lange rechnen fönnen, denn ohne blutige Auseinandersehungen über den Besitz der Gewalt geht eine Revolution faum ab. Und die Machtfrage ist bei uns doch sicherlich noch ungeklärt. Hoffentlich haben Sie im Kreise Ihrer Familie Erholung und bei ihr alles nach Wunsch gefunden. R.-M.-A. Berw. Dep. 13. 1. 19. Mit besten Grüßen Ihr ergebenster gez.: Scheer. Für richtige Abschrift gez.: Otto Bernice, BM. des Berw. Dep. Scheer ist der Mann, der die Todesurteile gegen die Matrosen Reich pietsch und Köbis vollstreden ließ, troßdem alle juristischen Ratgeber, mit Ausnahme des erkennenden Kriegsgerichts, tie Anwendung der Todesstrafe für ein Unrecht hielten. Scheer hatte nach Ausbruch der Revolution ein schlech tes Gewissen, wie sein Brief an den Ritter v. Mann zeigt. Er ist tatsächlich mit einem„ blauen Auge" davongetom men. Er bezieht noch immer feine hohe Pension". Und zwar, ohne darüber zu erröten. Non olet! Cramon schweigt. Er kennt Capello lehnt aber Aufklärungen ab. Die Steinschen Enthüllungen über ein Mussolinisches Bündnis. angebot gegen Frankreich, das seinerzeit den deutschen Rechtskreisen durch General Capello überbracht worden sei, scheint den italienischen Faschisten äußerst peinlich zu sein. Der Berliner Korrespondent der römischen ,, Tribuna", Morandi, hat, wie er seinem Blatte am 14. b. M. telegraphiert, den General von Cramon aufgesucht. Offenbar erhoffte er ein Dementi von ihm zu hören. Statt dessen stieß er auf ein bedenkliches Schweigen. Gewerkschaften und Wirtschaftskrise. Für höhere Löhne und soziale Hilfe. Bon gewerkschaftlicher Seite erfahren wir: Der Reichswirt fchaftsminister empfing am Dienstag in Gegenwart des Reichsarbeitsministers die Vertreter der gewertschaft. lichen Spizenverbände, um sie über eine Reihe von Maßnahmen, die vom Reichswirtschaftsministerium zur Belebung der deutschen Wirtschaft in Aussicht genommen sind, zu unterrichten. Er erörterte in erster Linie den Plan einer Erportversicherung, weiter gewisse Maßnahmen zur Förderung des Kohlen. absages und die in Aussicht genommene verstärkte Auftrags erteilung durch die Reichsbahn. Für die freien Gewert fchaften nahmen an der Konferenz die Genossen Graßmann. Spliebt und Schweizer teil. An die Ausführungen des Ministers anschließend, trugen die Gewerkschaften in einer in die Einzelheiten gehenden Aussprache ihre wirtschaftspolitischen Forderungen bor. Insbesondere wurde die Regelung des Wohnungsbaues eingehend durch gesprochen und von den Gewerkschaftsvertretern die grundsägliche des Förderung vertretenen Reichsarbeitsministerium Wohnungsbauprogramms gefordert. Der Minister verwies dem gegenüber auf die dem entgegenstehenden Schwierigteiten und auf die Gefahr der Hereinnahme größerer Kredite zu Bauzweden. Dom Im weiteren Verlauf der Besprechung wurde der Minister auf die großen voltswirtschaftlichen Gefahren hin gewiesen, die unvermeiblich sind, wenn die Unternehmer auf ihrem Plan beharren, die Löhne abzubauen. Es wurde gefordert, daß auch das Wohlfahrtsministerium sich im Intereffe der Wirtschaft diesem Beginnen entgegenstellt. Hinsichtlich der Unterstützung der Erwerbslofen verwies der Minister auf die Erklärungen der Reichsregierung, nach denen weitere Erhöhungen der Unterstügungssäge zurzeit unmöglich feien. Es foll lediglich für diejenigen Ledigen, die einen eigenen Haushalt führen, eine etwa zehnprozentige Erhöhung eintreten. Die Gewertschaftsvertreter betonten demgegenüber, daß sie sich mit einer derartigen Regelung der unter stüßungsfrage nicht einverstanden erflären tönnten und ließen die Regierung nicht darüber im unflaren, daß sie mit allen Kräften für eine Erhöhung der Unterstügung fämpfen würden. Sie gaben zu, daß die Belastung durch die Erwerbslosen fürsorge groß fei, betonten aber, daß die deutsche Wirtschaft Möglich feiten genug biete, um die Opfer der Krise, die vermutlich noch auf lange Zeit hinaus arbeitslos ſein würden, genügend hoch zu unter. stützen. Der Reichsarbeitsminister betonte am Schluß der Aussprache, daß er Gewicht darauf lege, jederzeit mit den Bertretern der Gewertschaften zusammenzuarbeiten. Denkschriften der Admirale. Wer hat fie veranlaßt? feinen Antrag vom 23. mai 1924 die amtlichen Marineaften zur Verfügung gestellt, die er zur Herausgabe eines Buches über die Marineereignisse von 1917 und 1918 gewünscht hatte, wobei er sich verpflichtete, den Entwurf der Marineleitung vorzulegen und die Beröffentlichung nur mit deren Genehmigung vorzunehmen und aus welchem Grunde geschah das? 3. 3ft die Denkschrift, zu deren Ausarbeifung der Ad miralstab am 16. mai 1919 von der Rechtsabteilung des Reichs marineamts bestimmte Aften eingefordert hat, identisch mit der im Frühjahr 1924 dem Untersuchungsausschuß eingereichten Denkschrift und wer trägt für sie die Verantwortung? 4. Was ist vom Reichswehrminifterium bisher geschehen, um festzustellen, wie die dem Untersuchungsausfchuß überreichte Dentichrift in dem Aprilheft 1924 der Süddeuten monatshefte auszugsweise zum Abdrud gebracht werden konnte? 5. Aus welchen Gründen hat das Reichswehrminifterium den Herren v. Trotha und Dr. Dobring im Münchener Dolchfloprozeß amtliche Marineatten zur Verfügung ge ftellt, trotzdem das Reichswehrministerium wußte, daß der Unterfuchungsausschuß des Reichstages die in München erörterten Fragen amtlich prüft? 6. Welche amtliche Stelle hat den Konteradmiral v. Cevehom ermächtigt, eine von ihm amtlich verfaßte Dentschrift über die lehten Monate deutscher Seekriegsführung der Redaktion der Süddeutschen Monatshefte" zur Verfügung zu stellen, die sie als Artifel in ihrem Aprilheft 1924 veröffent licht hat? Zur Begründung dieser Anfrage verwies Genosse Dittmann darauf, daß ein großer Teil der früheren Marineoffiziere jetzt in den rechtsradikalen Organisationen die Republit, von der fie Pension beziehen, befämpft. Ihre früheren Beziehungen 3u amtlichen Marinestellen würden dabet offenbar bazu ausgenutzt, fich amtliches Material zu verschaffen, um es gegen die Republit und die Linksparteien tendenziös auszumußen. Der Redner ersuchte den Minister Geßler, die tontret gestellten Fragen ebenso fonfret eventuell später zu beantworten. Ihm läge nicht daran, die bei dem Minister bekannten verbindlichen unverbindlidhen allgemeinen Redewendungen zu hören, sondern bestimmte Angaben! In seiner Antwort sagt Herr Geßler diese Angaben rechtzeitig vor Beginn der Dritten Lesung zu, wollte sich aber dagegen verwahren, daß er„ verbindliche unverbindliche Redewendungen" ge brauche, wenn er antworte, foweit er es für richtig halte. Diese letztere Bendung erregte allseitige Heiterkeit, da sie die Charakteristerung Geßlers durch Dittmann bestätigte. Weiter gab der Reichswehrminister an, die Entsendung des Admirals von Trotha sei auf den Wunsch des Ausschusses erfolgt. Als Genosse Dr. Moses dies bestritt, erklärte Dr. Geßler, so sei die Sache ihm dargestellt worden. An die Kommiffare ist die In struttion erteilt worden, teine eigene Stellung zunehmen. Es sei doch auch selbstverständlich unmöglich, daß die Marineleitung im gegenwärtigen Stadium der Verhandlungen sich durch Kommissare festlegen laffen tönnte. Es werde ein amtliches Wert herausfehr gut fenne, doch lehnte er einstweilen jede weitere schusses brachte Abg. Rönneburg den Fall des Admirals gegeben werden, in dem nach Abschluß der Berhandlungen die amtdie Steinschen Angaben zu dementieren. Wohl bestätigte von Cramon, daß er den General Capello In der gestrigen Sitzung des Haushaltsaus. Erklärungen ab". Es dürfte also an dem ebenso phantastischen wie gefährlichen Plan Truppel zur Sprache. Truppel hatte in einer Rede ausgeführt, daß bei ihm für die alte Flagge volle Gefühlsmomente doch etwas sein, sonst würde ja Cramon alles Interesse daran haben, sprechen, daß aber selbstverständlich der neuen Flagge jede die von ihm oder dem Chef der Heeres bzw. der Achtung gezollt werden müsse. Diese Bemerkung wie die weitere, daß er fich von dem höchst tommandierenden abge. wendet habe, als dieser Heer und Marine im Stich gelassen hatte, brachten ihm vom Marineoffizierverbande geradezu wüfte Angriffe ein. Abg. Rönneburg fragte, warum nach solchem Berhalten diefer Berband von der Marineleitung nicht als ein politischer" ange. fehen werde. Interessant ist indessen der Versuch der Tribuna", wie aus ber Ueberschrift des Telegramms hervorgeht, die Sache als eine Angelegenheit des Generals Capello abzutun. O nein! Damals war Capello noch Faschist und Vertrauensmann Mussolinis. Wenn er Angebote gemacht hat, so nicht nur mit Wissen, fondern im Auftrage des Duce". Vielleicht ist es jetzt dem Diktator doppelt erwünscht, daß Capello als angeblicher Anftifter eines angeblichen Komplottes hinter Schloß und Riegel fist und somit als Zeuge einstweilen nicht in Betracht tommt. Vor allem ift es bezeichnend, daß weder die Faschistenpresse, noch die italie. nische Regierung es bisher für tunlich erachtet hat, jene Behaup- atten zur Herausgabe eines Buches Die Revolufion und die tungen der deutschnationalen Bresse zu dementieren. Infolgedessen märe ein etwa jezt noch erscheinendes Dementi noch weniger glaubmürdig als ihre sonstigen Erklärungen. Redeübungen in der Schule. Bon Studienassessor Dr. Willy Blumenthal Unter der Monarchie mit ihrer Beschränkung der persönlichen Freiheit hatte der gemeine" Mann nur selten Gelegenheit zu öffentlicher rednerischer Tätigkeit. Er fonnte zufrieden sein, von Zeit zu Zeit als stummes Stimmvieh zur Urne zu schreiten, sonst aber hieß es für ihn: Mund halten! Stillgestanden! Die Republit, die als frei heitlicher Boltsstaat jedem einzelnen die Möglichkeit zur Entfaltung seiner Persönlichkeit geben soll, die mit ihren mannigfachen politischen, fozialen und parlamentarischen Einrichtungen von der großen Masse geradezu abhängig ist und sich an die weiteste Deffentlichkeit wendet, um fie zu tätiger Mitarbeit aufzurufen, verlangt auch eine möglichst ausgiebige rednerische Ausbildung aller Staatsbürger. Die geeignete Stätte für eine solche rechtzeitige Vorbereitung zum Dienst am Staate ist naturgemäß die Schule. Die jüngst herausgegebenen Richtlinien zu ben neuen Lehrplänen gehen auf diese neuzeitliche Unterweisungspflicht sämtlicher Lehranstalten noch nicht genügend ein. Es muß als selbstverständliche Einrichtung des Arbeits- und Gesamtunterrichts von der Unterstufe an den Schülern Gelegenheit zum freien Sprechen gegeben werden, die dann auf der Oberstufe zu Diskussions, Bortrags- und Redeübungen aus. zubauen ist, ein Gebante, auf dem auch der inzwischen längst fanft entschlummerte Schulgemeindeerlaß" beruhte. Aber nicht nur die Fähigkeit zum fließenden Sprechen soll in der kommenden Generation frühzeitig gewedt werden; auch das schöne Sprechen, die funstvolle Art des Vortrags muß mehr als bisher gepflegt werden, wobei natürlich jede hohle Theatralit oder geftenreiche Rhetorit zu vermeiden ist. Wichtig aber ist es, daß schon auf der Schule, und zwar bereits in den untersten Klassen, auf flares, deutliches und Schönes Sprechen, auf fließenden Vortrag, auch auf äußere Haltung und Geſtifulation in allen Fächern, nicht nur im Deutschunterricht gesehen wird. Leiber verfagen hierbei die Lehrer selbst noch zu oft, so daß Bortragsmeister und Sprachkünstler warum nicht auch in geeigneten Fällen Schauspieler hinzugezogen werden müßten. Einige Schulreformer regen fogar an, Sprachfunde als Pflichtfach oder zumindest Wahlfach in allen Schulen, auch in Bolts- und Fortbildungsschulen einzuführen, ein Vorschlag, der sicherlich ernstlicher Erwägung wert ist und früher oder später bei geeignetem Lehrer material in einem Boltsstaat zur Durchführung kommen muß. Das Darmstädter Candestheater in Gefahr. Der Finanzgaus. schuß des Hessischen Landtages nahm eine von den Sozialbemotraten, Demokraten und der Deutschen Volkspartei eingebrachte Ent schließung an, nach der das Landestheater mit Ende der Spielzeit 1926/27 zu schließen ist, wenn die Stadt Darmstadt ihre Beteiligung an dem Zuschuß nicht auf 45 Proz. erhöht. Genoffe Diffmann stellte an den Reichswehrminister fechs schriftlich formulierte Anfragen, die im wesentlichen lauten: 1. Wer hat dem damaligen Staatsanwalt Dr. Dobring am 29. März 1919 auf seinen Antrag die amtlichen Marine. Marine, von Konteradmiral Nollweg" zur Verfügung gestellt und aus welchem Grunde geschah das? iche Antwort erteilt werden würde. As a miliche Dent. riften dürften nur solche Druckschriften angesehen werden, Marineleitung gezeichnet sind. Der Marineoffiziersverband sei in der Hauptsache ein Verband inattiver Offiziere. Er hätte sich sofort wegen des Borfalls Truppel mit dem Verband in Beziehung gefeßt und den Bescheid erhalten, daß für diese Angriffe, fei. Der Berband jei durchaus unpolitisch. Der Schriftwechsel mit die der Verband mißbillige, nur ein einziger Mann verantwortlich dem Verbande sei dem Admiral Truppel zugestellt worden und dieser habe fich für befriedigt erklärt. Das Verbot der Ausbil. bung von Zeitfreiwilligen bestehe bei der Marine wie beim Heer. Die Rüstringer Uebertretung wird genau untersucht werden. Er freue sich im übrigen feststellen zu können, daß die heftigen Borwürfe, die früher gegen die Marine erhoben wurden, Don Jahr zu Jahr zurückgeschraubt worden sind und daß sich mehr und mehr die bei der Marine eingeschlagene Politik als richtig heraus 2. Wer hat dem Oberregierungsrat Loesch in Barmen aufstelle. Die Not der Schriftsteller. Bon Hans Ostwald geht uns folgende Zuschrift zu: Die Erwiderung von Ernst Toller auf meine Ergänzung zum Bersammlungsbericht enthält einige Fehlschlüsse: Der Schußverband Deutscher Schriftsteller ist eine rein gewert. schaftliche Organisation, was auch sein Untertitel Gewerffchaft ber Deutschen Schriftsteller" beweist. Er hat sich also von jeder politischen Tätigkeit fern zu halten. Also mußte auch der Borsigende ber Bersammlung im Herrenhaus die mit dem Thema der Versamm lung nicht übereinstimmende Resolution aus der Versammlung fernhaften, zumal fie in gar feinem Zusammenhang mit den gewerk. schaftlichen Aufgaben des Schußverbandes steht. Die Unterschriften unter der Resolution beweisen, daß es fich hier um einen rein agitatorischen Borstoß jener Elemente handelt, denen es nie um die Förderung der Sache an sich, sondern um Werbefchreie für ihre Richtung zu tun ist. Sonst hätten sie meine Einheitserklärung nicht niedergeschrien, sondern ihr zugestimmt und damit den Zweck der Versammlung erfüllt. Dieser 3wed war ihnen jedoch zuwider. Der Schutzverband foll vielmehr als Experimentiergewerkschaft dienen, in der die Taftit der Stoß- und Sprengungszellen ausgeprobt wird. Die Mehrzahl der Mitglieder des SDS. bedankt sich dafür, zum Objekt der Propagandafnaben der KPD. zu werden und wird beweisen, daß fie die Fahne der freien und unabhängigen Gewerk. schaft aufrecht halten fann." Da beide Auffassungen jekt genügend zu Worte gekommen find, wird die Aussprache geschlossen. Querwaldein. Einer jener Tage zwischen Winter und Frühling, die mit ihrem grauen Himmel und leisem Geriesel aus schon im Fallen schmelzenben kleinen Schneeflöckchen, aber zugleich auch mit den ersten Zeichen neu erwachender Natur zwei Jahreszeiten verbinden. Noch schläft der Wald, aber er beginnt sich zu ftreden. Längst stäuben die Troddeln der Wald, aber er beginnt sich zu streden. Längst stäuben die Trobbeln der Hafeln und Erlen; fie müssen sich als Frühaufsteher betätigen, benn es dauert bis in den Herbst, bevor ihre Früchte reifen. Unter dem schwellenden Druck, den Vorfrühlingstage ausgelöft haben, haben bie Knospen des Unterholzes fich ein wenig gelodert, so daß die braunen Schuppen mit schmalen, grünen Streifen wechseln, die ins Freie hinauslugen, wie um zu mittern. Unterhalb dieses endlosen Gehänges werdender Blätter erstredt fich zu unseren Füßen, querwaldein, die braune Dede ihrer abge storbenen Vorgänger. Pflanzliches und tierisches Kleinleben arbeitet Mutterboden. Aber noch haben die alten Blätter ihre Formen be unabläffig an ihrer Auflösung und restlosen Vereinigung mit dem halten, mühelos find Eiche und Ahorn, Rot- und Weißbuche u. a. m. zu unterscheiden. Eichfäßchen, die es ja mit dem Winterschlaf nie genau nehmen, durchschnüffeln die Baubbede nach vergeffenen Eicheln, Haselnüssen und Buchedern, und finden sie, wo unser Suchen ver geblich bliebe. Hier erregen lange Reihen von Maulwurfshügeln, ganz frisch, mie fleine Bultane aus dem Boden gebrochen, bort ein großer Ameisenhaufen, auf dem sich aber noch nichts regt, unsere Aufmert famteit. Ein Zug mit dem fleinen Planktonnet durch das glanzlos Schwarze Waffer des nächsten Grabens aber bringt uns ein Gewimmel fleiner und fleinster Wesen, deren Treiben auch unter der Eisdecke nie erlischt, während die Frösche noch erstarrt im Schlamme ruhen. Dieses Fafir- Kunststüd entzieht sie den Nahrungssorgen des Winters. Um Rande des Grabens durchbrechen die ersten grünen Spieße der Wafferschwertlilien den Schlamm. Unser Ziel? Wir haben feines. Es sei denn der Stamm jener Eiche, den der Wintersturm zur Strede gebracht hat, nachdem dicke Konsolen aus Feuerschwamm, die wir aus seiner Seite brechen fehen, seine Widerstandskraft geschwächt haben. Hier horchen wir auf die Melodie des Waldes. Noch ist sie auf feine heitere Note geſtimmt. Denn die hohen, dünnen Stimmchen der Meisen vermögen nichts gegen die rauhen Dissonanzen der Krähen und Häher. Die Buchfinken, die den Winter als Strohwitwer verleben, während ihre Weibchen den warmen Süden vorziehen, schweigen, und auch die Amseln haben ihre Flöten noch nicht ausgepact. Auch der Specht ist, bei aller Geschäftigkeit, noch stumm. Aber ab und zu schielt er schon nach einem tüchtigen, dürren Ast, um bald auf ihm seine Werbetrommel rühren zu tönnen. Dann wird der Wald erwachen! & L. Gefundheitslehre im Schulunterricht. In einem Runderlaß des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung wird bie Erwartung ausgesprochen, daß an Bolts, Mittel- und höheren Schulen auf Grund der früher gegebenen Richtlinien die Unterweisung in der Gesundheitslehre hinreichend berücksichtigt und hierdurch das Berantwortungsgefühl des Schülers für die eigene Lebens führung wie für die Mitarbeit an der Gesunderhaltung des ganzen Boltes dauernd geweckt wird. Die Belehrungen, die sich nicht auf ben naturkundlichen Unterricht allein beschränken sollen, haben den Beck, die Schüler durch nachhaltige erziehliche Beeinfluffung an die fändige Beobachtung der notwendigen Gesundheitsregeln zu gewöhnen. Um die Lehrer und Lehrerinnen in ihrer hygienischen Aus bildung zu vertiefen, empfiehlt der Minister, vorläufig versuchsweise in jedem Regierungsbezirk( Brovinz) hygienische Lehrgänge zu veranstalten. Die Kurse sollen möglichst im Unschluß an die für die Zeit vom 18. bis 25 April d. J. geplante Reichsgesund. beitswoche beginnen. Das metrische System in Griechenland. Die Regierung Banga los hat befchloffen, das metrische System in Griechenland einzu führen. Bisher galt der sogenannte Bit, der 64 Zentimeter betrug, und als Gewichtsmaß die Oda, deren Gewicht 1280 Gramm war. Griechenland wird also demnächst der Internationalen Konvention der Maße auf allen Gebieten beitreten. In der Städtischen Oper wird gegenwärtig bie Dper Bique- Dame bon Tichailowsly unter der mufitalischen Leitung von Bruno Balter in einer Inszenierung des Intendanten Tietjen vorbereitet. Die Genoffenschaft Deutscher Bühnenangehörigen veranstaltet am Sonn abend, um 11, Uhr abends, im Gloria Balaft eine Nachtredoute ber Achthundert, deren erster Teil aus einer Birtusvorstellung beftebe Dert ameiten Teil bildet ein Ball, zu dem Kapellmeister Arthur Guttmann mit jeiner Jazzband aufspielen wird. Attentat in Budapest. Zur Hilfeleistung für die Fälscher. Budapest, 16. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Abgeordnete Dr. Bazsonyi, der im Untersuchungsausschuß eine führende Rolle als Bekämpfer Bethlens spielt, murde. Dienstag um 11% Uhr vormittags, als er sich von seiner Rechtsanwaltskanzlei in das Barlament begeben wollte, von zwei jungen Leuten überfallen. Sie schlugen mit Gummi. Sie schlugen mit Gummi fnüppeln auf ihn ein, und nur durch die Hilfe mehrerer Bassanten, die sich auf die Attentäter stürzten, wurden schwerere Verlegungen vermieden. Auf der Polizeiftation murde festgestellt, daß die Täter zu dem berüchtigten Detachement Hejjas gehören und ihre Namen bei verschiedenen Bluttaten der „ Erwachenden schon genannt wurden. So hat der eine, namens Molnar, bei dem Blutbad in Szolnok mitgetan. Als ein Buda pefter Blatt damals über die Schandtat berichtete, bedrohte er fofort in einem Briefe den verantwortlichen Redakteur mit dem Tode. Bei der Polizei rebeten sich beide dahin aus, daß sie aus patriotischen Motiven gehandelt hätten. Den 3eugen des Ueberfalles drohten sie in Gegenwart von Polizeibeamten megen ihrer Aussagen mit sofortiger Abrechnung! In ihrem Besiz befanden sich Gummifnüppel und zwei Revolver mit Batronen. Als sich in der Nationalversammlung die Nachricht von dem Attentat verbreitete, ergriff sofort der demokratische Abg. Afots das Wort und erflärte, daß die Regierung jeden Tag, den sie länger im Amte verbleibe, die Unruhen im Lande vergrößere. Er forderte den Ministerpräsidenten deshalb auf, abzudanten. Graf Bethlen, der das Wort nehmen wollte, wurde von der Opposition mit dem Ruf empfangen: Danten Sie ab, Sie bringen Schande über das Land!" Abgeordnete schiugen mit den Fäusten auf die Bult deckel, so daß sich der Ministerpräsident kaum verständlich machen fonnte. In dem großen Lärm versicherte er, daß die Regierung das Attentat verurteile. Gegenüber den zahlreichen Zurufen erflärte er, daß er unter allen Umständen seine Ehre verteidigen werde. Das sozialdemokratische Organ ,, Nepszava" ruft die Arbeiter. schaft für tommenden Sonntag zu Straßenfundgebungen auf, um den angekündigten( inzwischen verbotenen. Red.) Demonstrationen der Rassenschüzler zuvorzukommen. Parlamentskrach in Prag. Benesch niedergeschrieen. Drag, 16. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der heutigen Er öffnungssigung der neuen Parlamentsfession gab es gewaltige Lärmfzenen. Die tschechoslowatische Regierung hat bis jetzt noch nicht die Anerkennung der Sowjetunion ausgesprochen und auf der jüngsten Konferenz der fleinen Entente in Temesvar hat Benesch erklärt, daß diese Anerkennung auch weiter nicht erfolge, u. a. deshalb, weil Moskau auffallend viele Konfulate in der tschechoslowakischen Provinz Karpathorußland errichten wolle, die nur zur fommunistischen Losreißungspropaganda dienen tönnten. Als mun heute Außenminister Dr. Benefch sein Referat er stattete, unterbrachen ihn die Kommunisten fortgesetzt mit Rufen nach der Anerkennung Rußlands. Die deutschen Sozialdemokraten machten erregte 3mischenrufe wegen der Sprachenverordnung und griffen Benesch auch wegen der Intrigen im Bölterbund an, die sie als Aufdeckung der wahren Absichten gewisser Mächte in Locarno bezeichneten. Es tam zu erregten Auseinandersetzungen. In dem Lärm war Benesch, der auch über die ungarischen Geld fälschungen sprach, nicht zu verstehen. Die Erregung der Opposition stieg auf den Höhepunkt, als einige uniformierte Beamte ber Barlamentswache auf der Zuhörergalerie erschienen mo. hin sie wahrscheinlich nur aus Neugier gegangen waren. Der Bräsident befahl denn auch nach einiger Zeit ihren Abzug. Der Lärm hielt jedoch an, so daß Benesch trotz der vorhandenen Laut Derstärter höchstens von den Stenographen verstanden wor den ist. Gegen weitere Ratssitze. Ein Arbeiterantrag im Unterhaus. London, 16. Februar.( Unterhaus BTB.) Die Arbeiterpartei beantragt, Zufriedenheit über Deutschlands Gefus um Aufnahme in den Böllerbund auszusprechen, den Beschluß, der Deutschland gemäß dem Vertrag von Locarno einen ständigen Sitz im Wölfer bundsrat zusichert, zu billigen, aber den Wunsch zu äußern, die Regierung möge eine weitere Bermehrung der ftändigen Ratssige nicht unterstügen, da die Gewährung der Forderungen anderer Mächte als ein Verstoß gegen das Ab. tommen von Locarno betrachtet werden fönnte. Der Antrag wird wahrscheinlich vor der Abreise Chamberlains nach Genf am 6. März zur Beratung gelangen. Briand appelliert an den Senat. Die Rammer bewilligt ihm 1,1 statt 8 Milliarden! Paris, 16. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Finanzdebatte der Kammer ist nach fast vierwöchiger Dauer am Dienstag morgen zu Ende gegangen und hat mit einem beispiellofen Fiasto des Rabinetts Briand und vor allem seines Finanzministers Doumer geendet. Seine ursprüngliche Borlage hatte nicht weniger als 8,8 milliarden neue Einnahmen verlangt. Davon follten 3 Milliarden aus den sogenannten Loucheur- Steuern, die die Kammer Anfang Dezember bewilligt hatte, gewonnen und 5,8 milliarden aus neuen Einnahmen erlangt werden. Der jetzt verabschiedete Torso wird im besten Falle 1,5 milliarden bringen. Allein zur Deckung des rechnungsmäßigen Defizits im laufenden Haushalt fehlen noch etwa 2,5 milliarden! Der mirtliche Fehlbetrag wird noch viel höher fein, da der Haushalt zu einer Zeit aufgeftellt wurde, als der Kurs des Pfund Sterling um 100 ftand, während er heute 134 erreicht hat, was eine etwa 30prozentige Berteuerung der gesamten Lebens. haltung zur Folge gehabt hat. Briand hat angefündigt, daß er es dem Senat überlassen werde, die von der Rammer abgelehnten Steuermaßnahmen wieder aufzunehmen. Bei der Rückkehr dieser Steuerforderungen an die Rammer werde die Regierung die Bertrauensfrage stellen. Genoffe Renaubel erwiderte sofort, daß sich die Kammer des allgemeinen und gleichen Stimmrechts niemals den Bersuch gefallen laffen werbe, gegen den aus Klaffenwahlen hervorgegangenen Senat ausgespielt zu werden. Tatsächlich ist für den Augenblick nur eine Art von Waffenstillstand eingetreten. In spätestens zwei Wochen wird der Konflikt 3mischen Rammer und Briand ent brennen, und dann dürfte die Entscheidung faum zweifelhaft sein. Briand ist ein Opfer seiner eigenen Tattif geworden: er wollte es weder mit der Rechten noch mit der Linten verderben. Der Erfolg war, daß er sich in beiden Lagern Feinde geschaffen hat. Die Organisation der Fememörder. Unterstützung durch Unternehmergelder. Der Ausbruchsversuch. In der Bormittagsfizung des Femeausschusses fetzte| aber sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Angeklagten Be Oberjustizrat Bürg feine Ausführungen über das Darrufung eingelegt hätten. Er verweist dann noch darauf, daß entgegen lehen der Arbeitgeber an dem Fememörder Schult fort: Zurückgezahlt murde das Darlehen erst, nachdem die ganze Angelegenheit bereits durch die Bresse bekanntgeworden war. Nach Gewährung des Darlehns trat der Abg. Meier, der Geschäftsführer des ganzen Zentralverban des der Landarbeiter, an Malettte heran mit der Bitte, ihm das Darlehn zu übergeben, da es eigentlich Herrn Meier gewährt worden sei. Malettfe lehnte das ab. Einem Ausfájuß für nationale Aufklärung, dessen Leiter wiederum Herr Meier war, ist dann auch ein Darlehn von 5000 m. vom Arbeitgeberverband gewährt worden. Bon diesen Darlehen hat Herr Meier im Oftober 1925 2000 m. abgeheben. Was damit geschehen ist, bedarf noch der Nachprüfung. Auch im übrigen ist bisher noch nicht hinreichend genau festgestellt, wie die restlichen 3000 m. des Kredites perwandi Büchern hat fi lediglich ergeben, daß feitens des Ausschusses für worden find. In den durá Sachverständige nachgeprüften nationale Auftlärung im August 200 m. an Schul über wiesen worden sind. Beim Amtsgericht in Landsberg find in der Zeit vom 2. Mai bis 8. Dezember insgesamt 1320 m. für Schulz eingezahlt worden. ob Das Mordkonto Schulh. Berichterstatter Kutfner( Soz.): 3ft etwas darüber festgestellt, diese Wirtschaftsabteilung des Herrn Meier 5000 m. zur Dedung der Wechselschuld verwendet hat? Oberjustizrat Würth: Das ist durch Quittung belegt. Der zweite Landarbeiterverbände eröffnet worden. Das Darlehen an Kredit von 5000 m. ist von der Dach organisation der den Landarbeiterverband ist später vom Arbeitgeberverband aus gebucht worden, anfäßlich einer Zwischenbilanz, die wegen Ünregelmäßigkeiten notwendig war. Auf Fragen erklärt Oberjustizrat Würh weiter: Der Oberleutnant Schulz ist 1. an der Ermordung des Beitfreiwilligen Greschte beteiligt, 2. an der des 3eitfreiwilligen Braun, 3. des Leutnants a. D. Richard Jante, 4. des Feldwebels Gedide, 5. an der Ermordung eines dem Namen nach bis jetzt noch Unbekannten, 6. an der Ermordung des Leutnants a. D. Samt, 7. an der Ermordung des Feldwebels Wilms und 8. an der Ermordung des Legener. Alle diese Morde haben sich um die Mitte des Jahres 1923 ereignet. Die Fälle zu 1 bis 5 betreffen Straftaten in der Umgegend von Küstrin, die zu 6 bis 8 folche in der Umgebung von Spandau und Döberig. In den Fällen zu 1 und 6 bis 8 besteht auf Grund des dringenden Tatverdachtes Haftbefeht gegen Schulg. In den Fällen zu 2 bis 5 beabsichtigt die Staatsanwaltschaft den Erlaß von Haftbefehlen zu beantragen. Gegen Rafael ist wegen Beihilfe zur Ermordung des Zeitfreiwilligen Greschte( Fall 1) gleichfalls Antlage erhoben und Haftbefehl erlaffen. Abg. Dr. Deerberg( Dnat): Herr Oberjuftizrat, ist bei irgend einer der von Ihnen genannten Untersuchungen der Berdacht auf getaucht, daß deutschnationale Abgeordnete sich der Begünstigung, Beihilfe usw. schuldig gemacht haben? Oberjustizrat Würk: Das ist eine sehr allgemein gehaltene Frage.( Sehr richtig! links.) Ich kenne die einzelnen Verfahren nicht genau genug, um bei den acht umfangreichen Verfahren diese Frage beantworten zu fönnen in einer Art, von der ich sagen lönnte, daß sie begründet wäre. Ich fann jetzt nur jagen, mir ist bisher darüber nichts bekannt. Ob irgendein Berdacht in dieser Richtung aufgetaucht ist, kann ich natürlich nicht fagen. Abg. Eichhoff( D. Vp.): Von wem find die Gelder für Berbefferung der Verpflegung usw. für die inhof tierten& ememörder eingezahlt? Breffenachrichten der ältere la pproth gar nicht im Landsberger Gefängnis gewesen, sondern gleich nach Berlin übera geführt worden sei. In Landsberg saßen eine ganze Reihe von Ber jonen, die mit den Fememorden in Verbindung gebracht werden, unter ihnen namentlich Schulz und Rafael. Diese beiden fuchten durch Kaffiber miteinander in Berbindung zu treten. Sie teilten sich darin mit, was sie ausgesagt haben und berieten auch Fluchtversuche. Alle Kasfiber sind aber in die Hände des Untersuchungsrichters gefommen. Dann war eine Weile Ruhe. Später arbeitete Rafael sogar einen Chiffreschlüssel für Kaffiber aus, der aber gleichfalls in die Hände des Richters fam. Rafael erhielt dafür eine Disziplinar strafe. Der Fluchtversuch war in seiner Vorbereitung nur möglich, durch die außerordentlich große Sorglosigteit eines vorübergehend beschäftigten Silfs wachtmeisters, auf deffen Schwäche auch der ganze Fluchtplan aufgebaut war. Dieser Mann, namens Bartsch, war vorher Gärtner in einer Jrrenanstalt und mußte troß seines Alters pon mehr als 50 Jahren vorübergehend vom Landsberger Gefängnis eingestellt merden, weil Not am Mann und die Auswahl außerordentlich gering war. Der Tatbestand des Fluchtversuches vom Dezember ist etwa fol gender: Rafael nahm an, daß die Hauptverhandlung wegen seines Fememord- Falles Ende Januar 1926 stattfinden würde und wollte fich feiner Aburteilung durch die Flucht entziehen. Er suchte sich des megen mit mehreren Strafgefangenen in Verbin. dung zu sehen, die bald zur Entlassung tommen sollten und durch die er Hilfe von außen herbeirufen wollte. Dies wurde ihm sehr erschwert dadurch, daß von den megen der Fememorde Inhaftierten nur immer einer zu einer bestimmten Tageszeit feinen Spaziergang im Gefängnishof machen durfte und dieser eine außerordentlich stark beobachtet wurde. Rafael fonnte daher auch in einigen Wochen nur wenige Worte mit den Strafgefangenen Neu bauer und Schönide wegen des Fluchtplanes wechseln. Schönide war ein Hilfstalfattor und sollte demnächst mit anderen einen Auftrag in der Stadt erledigen. Rafael versprach Neubauer und Schönide 3000 m. für seine und der anderen Fememord- Beschuldigten Befreiung und sagte außerdem noch zu, daß jeder der Befreiten aus seinem Privatvermögen noch etwas zahlen würde. Er steckte Schönice einen Kaffiber zu, der an den Oberleutnant a. D.... und den Leutnant Fürstenberg in Schwedt gerichtet war und auf dem ftand: ,, ann fommt in unserem Auftrage: alles zur Verfügung stellen! Rafael". Man wollte nachts aufpassen, bis der Aufseher verschwin den würde. Dann sollte die Mauer über stiegen werden, die Türen sollten mit dem Schlüssel geöffnet werden. Nach Möglichkeit sollten auch die anderen, wegen Femesachen in Untersuchung sigenden Gefangenen befreit werden. Dieser Plan scheiterte aber daran, daß Schönide in der nächsten Zeit nicht zu Besorgungen in der Stadt ge nommen wurde. Ein anderer Plan wurde nun darauf gegründet, daß der Wachtmeister Bartsch fein zuverlässiger Beamter war. Schönide wollte Bartsch einen Boghieb geben, ihm die Schlüffel entreißen und dann die anderen Gefangenen befreien. Einbezogen in den Plan wurde auch ein polnischer Strafgefangener Michalow. Am 13. Dezember sollte der Plan zur Ausführung fommen und zwar in der ein Stockwerf höher gelegenen Schusterzelle, wohin man Bartsch locken wollte. Michalow fehlte aber schließlich der Mut, Bartsch doch untätig zu machen. Auf weiteres Bureben und Drohungen Schönides erflärte sich Michalow dann doch bereit, den Ueberfall mitzumachen. Ain 14. wurde der Fluchtverfuch nun tatsäch lich ins Wert gefeht. Bartsch nahm, gegen die Borschrift, seinen fcharfen, auf den Mann dressierten Hund auf seinem Reviergang nicht mit, sondern schloß ihn ein. Schönide und Michalow lockten Bartsch abermals in die Schusterzelle, angeblich zum Anprobieren von Schuhen. Schönide fniete vor Bartsch und half ihm beim Zu schnüren. Da riß michalow den Schusterschemel, auf dem Bartsch fab. plöglich unter ihm weg, so daß Bartsch zu Boden stürzte. Die beiden Gefangenen warfen sich nun auf Bartsch; Michalom drückte ihm mit beiden Händen die Kehle zu, der andere suchte ihm das Schlüsselbund zu entreißen. Bartsch siteß noch zwei Hilferufe aus. Ein Friseur Franke, dessen Belle Bartsch auch gegen die Bestimmung offen gelassen hatte, hörte die Hilferufe, lief hinaus und legte den Signalhebel, cuterei" in Bewegung. Auf diese Weise wurde die Durchführung der Tat bann verhindert. Die Täter wurden vor Gericht gestellt. vom Polizeipräsidium. Die Frage der Bereidigung des Seugen Schönide erhielt anderthalb Jahre Zuchthaus, Michalom ein Jahr wird nach seiner Bernehmung entschieden werden. Auf Befragen Zuchthaus. Rafael hat das Gericht nur verurteilt wegen Anstiftung durch den Vorfißenden gibt der Beuge über das Darlehen von zur Gefangenenbefreiung und nicht zu schwerer Meuterei, und zwar 5000 m. durch die Vereinigung der Arbeitergeberverbände dieselbe au anderthalb Jahren Gefängnis. Denn Rafael wolite etwas ganz Darstellung, wie sie schon der Bertreter des Innenministeriums dem anderes: er wollte mit Schönide nur den Ausbruch Ausschuß unterbreitete. Er erwähnt nur noch ergänzend, daß der persuchen. Es ist nicht erwiesen, daß er von der Hinzuzichung politischen Bolizei bei Bearbeitung dieser Angelegenheit nicht nur die der anderen Gefangenen etwas wußte. Die Kaffiber will Schönide Pressemitteilungen befannt waren, sondern daß sie auch vernichtet haben. Schönicke hat nachher erflärt, von einer„ Orga Schulz und Klapproth tannte. Diese beiben waren 1924 imisation" habe er nur gesprochen als Druckmittel, in Wahr Zentralverbande der Landarbeiter tätig. Ueber ihre Tätigkeit gibt heit habe gar teine Organisation hinter ihm ge cin Rundschreiben des Zentralverbandes vom 19. Dezember 1925 tanben. In Wirklichkeit hat Rafael aber an eine Organisation einigen Aufschluß. Darin heißt es, daß zur Gründung von gedacht. Wahrscheinlich hat er seine alte Organisation, Landgenossenschaften geeignete Personen gesucht worden feien. Von den vielen Bewerbern fei Schulz, Oberjuftizrat Würh zählt dann aus einer Aufstellung auf, wie immer abwechselnd vom Rechtsanwalt Sad und einem Serrn eingezahlt seien. Die Quelle biefer Gelber ist noch nicht bekannt, v Oppen jeweils etwa 200 m. für diese 3wede bei Gericht meil die Ermittlungen noch nicht so meit vorgeschritten find. Abg. Kuttner( Soz.): Den Herrn R... Sad werden wir mohl noch persönlich zu hören haben. Es ist wohl nicht anzunehmen, daß ein Rechtsanwalt aus eigenen Mitteln solche Summen zahlt. Es folgt die Zeugenvernehmung des Affeffors Dr. Schmidt. ein Bauernsohn mit größerem fozialem Verständnis, am besten empfohlen gewesen. Er habe sich auch als erfolgreicher Organisator gezeigt und wurde zunächst probeweise eingestellt. Schon in furzer Zeit gründete er über 20 Genossenschaften, die bald einen blühen den Stand aufwiesen. Regierungsaffeffor Schmidt bekundet dann den bereits bekannten Berlauf der Darlehensvermittlung und der polizeilichen Untersuchung. Ein Zeuge habe dabei anfänglich zugegeben, daß das Darlehen auch zum Zwecke der Befreiungsaktion für Schulz usw. verwendet werden sollte, diese Ausfage aber fpäter fo eingeschränkt, daß ein klares Bild sich in dieser Beziehung nicht ergab. Regierungsaffeffor Schmidt hebt dann noch hervor, daß aus einer Befundung des Zeugen Dr. Tänzler und anderer Zeugen hervorgehe, daß das Darlehen zum Zwecke der Unterſtüßung bes Schulz verwendet wurde. Herr v. Borsig pon der Arbeitgeber vereinigung habe Mitteilung von der Einfeßung eines Ünter fuchungsausschuffes wegen Unregelmäßigkeiten und Eigenmächtig. teiten des Herrn v. Sengen gemacht. Im Anschluß daran stellte Berichterstatter Abg. Ruffner felgendes feft: Es besteht die größte Wahrscheinlichkeit, daß der Herr v. Oppen, der die Gelder an Schulz ins Gefängnis geschickt hat, derselbe Herr v. Oppen ist, der hier als Vorstandsmitglied des Ausschuffes für nationale Aufklärung genannt worden ist. Es ist anzunehmen, daß der Abg. Meyer Herrn v. Oppen mit der Absendung des Geldes beauftragt hat, daß also die von Oppen ins Gefängnis gefandten Gelder aus den 5000 m. flammen, die Meyer von der Vermögens abteilung abgehoben hat, die sie ihrerseits von dem Arbeitgeber verband erhalten hat." Der Fluchterfuch in Landsberg. Nach der Mittagspause folgt die Beugenvernehmung des Oberstaatsanwalts Rohrlad- Landsberg a. d. W. der Auskunft über den Befreiungsversuch der Fememörder aus dem Gerichtsgefängnis in Landsberg im Dezember 1925 gebent foll. Der 3euge erflärt zunächst, daß wegen dieses Befreiungsverfuches bereits ein Urteil bes Schöffengerichts ergangen sei, gegen das das Fridericus- Reg- Korps, Abteilung K.( Küftrin) gemeint. Aber darüber ist nichts Genaues festgestellt. Die Persönlichkeiten, an die die Kaffiber gerichtet waren, sind der Staatsanwaltschaft bekannt. Gegen Eisenbed schwebt ein unterfuchungsverfahren. Weitere Einzelheiten darüber lehnt der Oberstaatsanwalt ab, weil sie den 3med des Ermittlungsverfahrens gefährden könnten.(!) Auf die Frage des deutschnationalen Abgeordneten Deerberg, ob der Oberstaatsanwalt feststellen fonnte, daß Schulz irgendwelche Versuche gemacht hat, von außen her die Befreiung herbeizuführen und daß er dafür Geldmittel bekommen hat, antwortet der Oberstaatsanwalt mit ein. Auf die Frage, welche Geldbeträge in die Gefängnistaffe für Schulz eingezahlt sind, erklärt der Oberstaatsanwalt Rohrlad: Es find Beträge von 1600 M. eingegangen, und zwar zu einem fleinen Teil von seinem Verteidiger und zum größeren Teil von Herrn v. Oppen. Als Genoffe Suttner fragt, ob die Untersuchungsgefangenen unbe grenzte Verfügung über bie für fie eingezahlten Gelder haben oder ob sie nur Teile davon verbrauchen dürfen, erweist sich der Staatsanwalt auch über dieses für die Beurteilung des Fluchtversuches außerordentlich michtige Moment als ununterrichtet. Die Ber nehmung schließt mit furzen Ausführungen des Kriminalfommiffars Stumm vom Polizeipräsidium, ber im wesentlichen die Ausführungen des Assessors Schmidt unter schreibt, die Tatsache noch einmal feststellt, daß ein Darlehen ber Arbeitgebervereinigung tatsächlich für Schulz verwandt worden ist, ohne daß man jedoch wife, ob dieses Geld dem Fluchtverfuch gedient habe Darüber schweben noch Ermittlungen bei Staatsanwalt und Polizei Auf eine Frage des Abg. Riedel über die Beziehungen des Fememörders Schulz zum Sentralverband der Bandarbeiter erflärt er, daß ein abschließendes Urteil ohne Bernehmung der Hauptbeteiligten nicht möglich sei; gewisse Anzeichen sprechen aber dafür, daß Schulz fchon 1923 dem 3entralverband nicht unbekannt war. Auf eine weitere Anfrage des Abg. Riedel ertlärte Stumin, es sei ihm befannt, daß zu den Vorträgen der vaterländischen Verbände aud) Bartreter der Arbeitgebervereinigung eingeladen wurden, so die Herren v. Hengen und v. d. Linde. Bater ländische Verbände stellten auch oft Leute zu den sogenannten Ar beitsfommandos des Oberleutnants Schulz. Dadurch sind schon die möglichkeiten einer Betanntschaft gegeben. Gewerkschaftsbewegung Vor einem Kampf in der Schwerindustrie. Um Cohn und Urlaub. Effen, 16. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die vom Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruppe angekündigte Cohnherablehung und Aenderung der Urlaubsbestimmungen hat in Metauarbeiterfreifen große Erregung hervorgerufen. Jn zahlreichen Flugblättern und Beröffentlichungen in der Arbeiterpresse wird gegen die Cohnherabsetzung, die von den Gewerkschaften als vollkommen unberechtigt bezeichnet wird, entschieden profeftiert. Neue Lohnverhandlungen finden am Donnerstag flatt. Die Gewerkschaften erfiären, daß fie fich jeder Cohnherabsetzung mit allen Mitteln widersehen werden. Wie ist die Steuer des Kurzarbeiters zu berechnen In lezter Beit ist wiederholt Beschwerde darüber geführt worden, daß der Lohnsteuerabzug der Kurzarbeiter nicht richtig gehandhabt wird. Biele Arbeitgeber rechnen den Kurzarbeitern nicht die vollen Wochenermäßigungen an, sondern berücksichtigen nur die Ermäßigungen, die auf die tatsächliche Beschäftigungsdauer entfallen. Arbeitet also z. B. ein Arbeiter nur Montags, Mittwochs und Frei tags, so werden ihm auch nur die Ermäßigungen für drei Tage gut gebracht. Auch manche Finanzämter teilen diesen Standpunkt. rund 400 000 Lohnempfänger. Im übrigen fei nochmals festgestellt, daß die Reichsbahngesellschaft ihr erftes Reparationsjahr mit einem Die leberschuß Don 291 323 520 mart abgeschlossen hat. Berwaltung fann, aber sie will nicht zahlen, wie übrigens Herr Stieler selbst erflärt hat. Herr Defer bezieht ein Jahreseinkommen von 100 000 Mart. Seine fechs Direttionsfollegen je 60 000 Mart, insgesamt 360 000 Mart. Jedes Berwaltungsratsmitglied erhält für die schwere Arbeit, an einigen Sigungen teilzunehmen, jährlich 24 000 Mart. um das Jahreseinfommen eines Direttors zu erreichen, müssen 37 Arbeiter täglich neun und zehn Stunden mit leerem Magen und bei nichtswürdiger Behandlung schuften. Das sind ihre Repräsentationspflichten". Und sie befommen von den 161 Millionen für sonstige persönliche Ausgaben" nichts zu sehen, was man von haupten kann. Es sind dieselben Leute einschließlich einer Reihe von Eisenbahnräten, Amtsvorständen usw., die den Arbeiter gegen die internationalen Rapitalisten aufputschen, aber falilächelnd ihre Taschen füllen. Was wollen die Herren um Karl v. Siemens, Rlödner und Genoffen überhaupt? Sie wollen den offenen konflift! Erst fordert man die Eisenbahner heraus, dann tanzt man dem Reichsarbeitsminister auf der Nase herum, weil er die Berbindlichkeit ausspricht. Nebenbei steuern sie mit vollem Segel auf die Beseiti gung des Artikels 165 der Reichsverfassung, um die Eisenbahner und ihre Drganisationen von der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedin gungen fünftig auszuschalten. Ein gefährliches Unternehmen für ben Steuermann; sein Schiff fann bei dieser Sturmfahrt zerschellen. Wo ist die Instanz, die diesen Mussolinis die Giftzähne ausbricht? Den Eisenbahnern rufen wir in letzter Stunde zu, schließt euch reftlos in eurer Organisation zusammen, dem Einheits. verband der Eisenbahner Deutschlands, damit ihr euch der bevorstehenden Aufgabe gewachsen zeigt. Eine solche Berechming ist, wie der Reichsfinanzminister in einem Erlaß erneut feststellt, falsch. Auch im Fall der Kurzarbeit find pielmehr ohne Rücksicht darauf, wieviel Tage der Arbeiter tatsächlich beschäftigt ist, die vollen Wochenermäßigungen freizu laffen. Das gilt sowohl vom wöchentlichen steuerfreien Lohnbetrag von 24 m., wie von den Familienermäßi. gungen, die für die Ehefrau 2,40 M., für das erste Kind 2,40 M., für das zweite Kind 4,80 m. usw. wöchentlich betragen. Auf diese Weise werden die meisten Kurzarbeiter tatsächlich steuerschaft frei, während sie bei den falschen Berechnungen durchweg Steuern zu zahlen haben. In diesem Falle haben sie einen Anspruch auf Erstattung der zu viel gezahlten Lohnsteuer und können einen dahingehenden Antrag an das Finanzamt stellen. Da die Arbeitgeber den Arbeitern die für einen solchen Er. Stattungsantrag nötigen Bescheinigungen ausstellen müssen, so haben fie felbft ein Intereffe daran, die Zahl der Erstattungsanträge nicht durch falsche Steuerberechnung bei Kurzarbeitern zu ver mehren. Dieselben Bestimmungen wie für Kurzarbeiter gelten auch dann, wenn ein Arbeiter durch Krankheit oder sonst ohne sein Verschulden an einigen Tagen der Woche feinen Bohn bezogen hat und bei demselben Arbeitgeber beschäftigt blieb. 183 Millionen für Korruption und„ Sonstiges". Aber keine 12 millionen für die Eisenbahner. Uns wird geschrieben: Die Reichsbahngesellschaft fieht für das Jahr 1926 wieder 22 Millionen Mart für besondere Leistungen" zur Ausschüttung vor. Herr Defer verteidigt diesen vom Personal herausgefchundenen Fonds damit, daß diese Summe etwa 2 Broz. der über eine Milliarde betragenden Beamtenbesolbung ausmache. Demnach müßten 1 100 000 000 Mart an Beamtengehältern im Jahre 1925 gezahlt worden sein. Der Geschäftsbericht der Gefell fchaft fagt etwas anderes. In der Zeit vom 1. Oftober 1924 bis 30. Juni 1925 find 762 578 000 Mart für Beamtenbesoldung verausgabt. Rechnet man für das legte Bierteljahr Juli- Sep tember 254 Millionen hinzu, so wären insgesamt 1016 000 000 Millionen Mart gezahlt. Mithin ein mehr von 84 000 000 Marf augunsten der Gesellschaft und ein Loch in der Beweisführung Bes Herrn Defer. Dieses Loch erweitert fich, weil während des Dauerfonflitts Taufende abgebaut wurden. Doch es tommt noch schöner. Der Geschäftsbericht gibt u. a. 161 611 000 Mart für fonffige persönliche Ausgaben" an Bir fragen Herrn Deser, für welchen Zweck diese ungeheure Summe Verwendung fand und wer an diesen Ausgaben persön liche Borteile hatte. Ist dies vielleicht der umstrittene Posten der Berschwendungssucht, der sogenannten" Repräsentations pflichten"? Liegen in diesem Posten die ungeheuren Ausgaben ber Millionen für den Bahnschuß, der Personalbetrieb s hilfe usw.? Die Reichsbahngesellschaft befindet sich auf dem besten Wege der Desorganisation. Sie will ihre Politif machen. Darum meigert fie sich, den aus der Berbindlichkeitserklärung zu zahlenden Betrag Don 12 Millionen Mart für Lohnerhöhungen anzuerkennen. Handelt es sich doch um eine Lohnerhöhung von 1 und 2 Pf. pro Stunde für Die Differenzen im Wiener Burgtheater. Wien, 16. Februar.( TU.) Die Verhandlungen zwischen dem Bühnenverein und der Burgtheaterverwaltung, die gestern wieder aufgenommen wurden, haben zu feiner Einigung geführt und wurden schließlich ergebnislos abgebrochen. Für Sonnabend ist eine Vollversammlung der Mitglieder des Burgtheaters einberufen worden, um über die eventuelle Anwendung gewerkschaftlicher Mittel Befchluß zu fassen. Es ist zunächst beabsichtigt, mit der passiven Resistenz zu beginnen. Eine Mahnung der arbeitslosen Zimmerer. In einer gutbesuchten Bersammlung, in der der Stadtver ordnete Roth( KPD.) referierte, wurde von den arbeitslosen Bimmerern folgende Resolution einstimmig angenommen: Die am 11. Februar 1926 tagende Arbeitslosenversammlung des Zentralverbandes der Zimmerer richtet an die in Afford arbeitenden Kameraden den Appell, die Affordarbeit und die damit verbundene Schinderei, durch die viele Zimmerer aus dem Probuftionsprozeß und damit aus dem Brot für sich und ihre Angehörigen gestoßen werden, einzustellen. Desgleichen fordern die an die 46%-Stunden- Arbeitszeit zu halten. arbeitslosen Kameraden von den in Arbeit Stehenden, sich strikte Von den Bertrauensleuten, die auf jeder Arbeitsstelle vorhanden sein müſſen, erwarten die arbeitslosen Zimmerer, daß fie alles daran feßen, um statt der zugereisten Berliner Kameraden in Arbeit zu bringen." Wachsende Arbeitslosigkeit im Westen. Köln, 16. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Arbeitsmarft im Kölner Bezirk hat sich in der letzten Woche wieder verschlechtert. Eine große Schuhfabrit hat ihren sämtlichen Angestellten und Arbeitern gefündigt. Betriebe der Metallindustrie haben weitere Massenentlaffungen vorgenommen. Die Zahl der Erwerbslosen im Kölner Stadtgebiet beträgt gegenwärtig rund 45 000. Unterstützt werden davon rund 27 000 mit über 30 000 Familienangehörigen. Auch in der Industrie am Mittelrhein wird die Lage dauernd fritischer. Das Rasselsteiner Werf bei Neuwied wird nicht stillgelegt, da sich die Arbeiter mit der von der Verwaltung vorgeschlagenen Lohnherabjegung von 10 Pro3. stillschweigend einverstanden erflärt haben. Bon den 20 Walzenstraßen befinden sich jetzt wieder 9 im Betrieb. Abban im Saarbergban. Vom Kartellverband der deutschen Bühnenangehörigen. Der Kartellverband der deutschen Bühnenangehörigen( Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen, Deutschösterreichischer Bühnenverein, Verband der Bühnenfünstler in der Schweiz, Bund der Angestellten der deutschen Theater in der Tschechoslowakischen Republit, Deutscher Chorfänger und Ballettverband) hielt am 15. und 16 Fe bruar Sitzungen ab. Der Bericht des Präsidenten der österreichischen Schauspielerorganisation Start über Maffenfündigungen am Burgtheater in Wien und über die von der Wiener Staats. theaterverwaltung einseitig vorgenommenen Kürzungen vertraglich festgelegter Urlaube hat um so lebhafteres Erstaunen hervor gerufen, als festgestellt werden mußte, daß an einem Theater dieses Ranges ähnliche Borgänge noch nicht beobachtet werden konnten. Die führende Stellung in fünstlerischer und sozialer Beziehung, die das Burgtheater durch Jahrzehnte einnimmt und auch durch die Schroffen Wandlungen der letzten Jahre bewahrt hat, ist dem engen Bufammenwirten von Leitung und Mitgliedern zu verdanken gewesen, wobei besonders zu bemerken ist, daß die Mitglieder des Burgtheaters in materieller Beziehung weitgehende Opfer gebracht haben und ihre ganze Kraft in vorbildlicher Weise dem eigenen Institut völlig zur Verfügung gestellt haben. Der Kartellverband begrüßte die energische Abwehr der österreichischen Schauspielerorganisation und die solidarische Haltung der Mitglieder des Burgtheaters in einer Aftion, die im Intereffe der Erhaltung des fünftle rischen und fulturellen Niveaus eines führenden Kunstinstitutes liegt. Der Kartellverband wird mit allen deutschen Schauspielern den Kampf zur Berteidigung ihrer sozialen und fünstlerischen Rechte zu Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe führen wissen. Im übrigen wurden von den Bertretern der einzelnen Organis fationen die Berhältniffe der Theater in den verschiedenen Ländern besprochen und zu den aftuellen Ereignissen, wie z. B. zur Ab. baufrage und zum Rundfuntproblem, Stellung ge nommen. Der Kartellverband hat seiner Meinung dahin Ausdrud gegeben, daß ohne Zustimmung und ohne den ausdrücklich bekannt. gegebenen Willen eines Bühnenmitgliedes dessen künstlerische Leistung im Rahmen einer Theater oder Konzertaufführung durch Rundfunt nicht weitergegeben werden darf. Das Tarifwerf betreffend wurde folgender Beschluß gefaßt: Der Kartellverband hat durch Beschwerde der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen und des Chorfänger und Ballettverbandes Renntnis erhalten, daß der Deutsche Bühnenverein( die Organisation der Theaterunternehmer) vielfach die abgefchloffenen und für allgemein verbindlich erflärten Tarifverträge nicht ein. hält und die durch das Tarifwerk bedingte gemeinsame Arbeit erschwert. Der Kartellverband erwartet von der Arbeitgeber- Organifation, daß in Zukunft diese Haltung aufgegeben wird, weil er sonst in die 3wangslage verfeht würde, den fartellierten Organisationen gewerkschaftliche Hilfe zu leisten." Saarbrüden, 16. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die unerbittliche Kritit des französischen Abg. Gen. U hry und der deutschen Parteien im Saargebiet an der Mißwirtschaft bei den französischen Saargruben hat diese nunmehr veranlaßt, ihren aufgeblafenen un wirtschaftlichen Apparat etwas abzubauen. Borläufig ist noch nicht zu übersehen, inwieweit sich dieser Abbau auch auf die vollkommen widerfinnigen und überflüssigen Ausgaben der französischen Grubendirektion für politische 3wede erstrect. Bekannt ist nur, daß man den Abbau der französischen Schulen plant und baß etwa 75 untere und mittlere und 3 höhere Beamte zum 1. April entlassen werden sollen. Gutem Vernehmen nach versucht allerdings die französische Bergwerksdirektion zunächst die deutschen Beamten als Leidtragende büßen zu lassen: Unter den 75 unteren und mittleren Beamten befinden sich 60 deutsche Beamte. Berlin. Die für Donnerstag abenb 7 Ube in ben Andreas- Feftfälen angefehte Ber. fammlung ist eine öffentliche, fondern nur für organisierte Mit. alieber bes Einheitsverbandes der Abteilung erftätten. Infolge eines Drudfehlers ift bas Bert öffentliche" hineingefekt worden. Wir bitten bie Gruppenvertrauensleute unb fämtliche Betriebsvertrauensleute, alle Kollegen bemgemäß zu informieren. Die Ortsverwaltung. Sattler, Tapezierer. und Bortefeuigerverband. Donnerstag nachmittag 5 Uhr im Graphischen Bereinshaus, Alexandrinenftr. 44, Betriebsräteverſamm Tung. Bortrag und Stellungnahme zu den Betriebsrätewahlen. SPD.- Metallarbeiter, 15. Bezirk! Heute nachmittag 4% Uhr im Bollshaus Reinidendorf West, Scharnweberftr. 115, wichtige Bersamm lung aller Varteigenossen. Jeder Betrieb muß vertreten fein. Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für Bolitif: Craft Reuter: Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". SONDERANGEBOT Strümpfe m. Doppelschle. Prima Baumwolle N95 Prima Makower Qualität, mit Doppel- 45 und Kochterse... Prima Seldenflor Behle.. mit Doppelschle, 178 Prima Kunstselde here at 195 Garantiestrumpf Hertie* 250 in Schwarz und farbig Wir leisten auf die Haltbarkeit dieser Qualität 3 Woshen sokrifteke Garantie und ersetzen jedes Paar, das innerhalb dieser Zeit sehadhafie Stelles aufweist. Herren- Socken mit Lingsstreifen.. **** Pr Schweißsocken gut verstärkt...... 68Pt. Einfarbige Socken 75 Jacquardsocken in een stem 145 Herren- Stutzen platters, prims 195 Qualität.... 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Gestern konnte die Berliner Stadtverordneten- Versammlung endlich den schon vor zwei Monaten eingereichten Antrag der sozialdemokratischen Fraktion be- raten, der zum Protest gegen die Hohenzollsrnabfin- dun g aufruft. Inzwischen waren noch einige zu derselben Sache von den Kommunisten eingereichte Anträge dazugekommen, über die nun mitverhandelt wurde. Die rechtsstehenden Parteien fürchteten die Debatte und erklärten daher, daß sie an der Beratung und Ab» stimmung nicht teilnehmen würden, weil die Angelegenheit— keine kommunale sei. Das war ein bequemer Dorwand, den Saal zu ver- lassen, um unangenehme Wahrheiten nicht mitanhören zu müssen. Genosse K r i l l e kennzeichnete in der Begründung unseres Antrages die Unverschämtheit der Forderungen, die der davongelaufene Wilhelm II. und seine kronenlos gewordenen Kollegen aufgestellt haben. Auch die Berliner Stadtverordnetenver- fammlung habe allen Grund, gegen die Hohenzollernabfindung zu protestieren, die der Stadt Berlin und ihrer Bevölke- rung besonderen Schaden bringt. Der Kommunist Letz verquickte die Begründung der Anträge seiner Partei mit Angriffen gegen die Sozialdemokratie, wohl um„die Einheitsfront zu stärken". Unser Genosse W e n d t wie» in seinem Schlußwort diese Angriffe zurück. Zur Abstimmung kam es gestern noch nicht. « Die gestrige außerordentliche Sitzung der Stadtoerord- n e t e n wurde vom Vorsteherstellvertreter D e g n e r gegen Kl Uhr eröffnet. Nach den Beschlüssen des Aeltestenrats sollen nur Anträge beraten werden. Einen bereits längere Zeit vorliegenden Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der die Anstellung von weiteren Daukontrolleuren aus den Kreisen der baugewerblichen Arbeitnehmer vom Magistrat verlangt, begründete Genosse krause. Die Anstellung von Bau- kontrolleurcn ist eine alte Forderung der Bauarbeiter. Als seinerzeit die frühere Unabhängig« Sozialdemokratische Partei die Anstellung von Baukontrolleuren in einem Antrag verlangte, versprach der Magistrat, dieser Forderung alsbald nachzukommen, sowie eine nennenswerte Bautätigkeit einsetze. Die bald darauf be- ginnende Bauperiode sah den Magistrat untätig und es blieb bei den vorhandenen zwei Kontrolleuren. Die außerordent- lich gestiegenem Unfo.'lziffern find nicht zuletzt auf die mangelnde Bautcnkontrolle zurückzuführen: die Bauarbeiterschutz- kommission wandt« sich des öfteren an den Oberbürgermeister als dem Oberhaupt der städtischen Baupolizei wegen Vermehrung der Baukontrolleure, bisher aber leider oh n e Erfolg. Wir Sozial- demokraten wisten zwar ebensogut wie die Bauarbeiter, daß die Bauunfälle durch die Kontrolleure nicht aus der Welt geschafft werden können, aber wir versprechen uns von einer vermehrten, schärferen Konirolle einen wirksameren Schutz der baugewerblichen Arbeiter vor Unfällen als er bisher gewährleistet ist. Genoste Kraule bat um Annohme des Antaoes. Don den Kommunisten sprach Repschläger, der einen Erweiterungsantrag dahingehend ein- brachte, daß jeder Verwaltungsbezirk einen Baukentrolleur anzu- stellen habe. Für den Magistrat antwortete der Oberbürgermeister. Beide Antröge gingen an einen Ausschuß.— Die Deutschnationalen brachten einen Dringlichkeitsantrag ein, nach welchem die bereits bescklossenen Arbeiten für die städtischen Verwaltungen und Werke in Angriff genommen werden sollen. Die Versammlung stimmte dem Antrag ohne Debatte zu. In einem Antrage forderten die Kommunisten vom Magistrat. Maßnahmen zur Verhütung von Entlassungen der Zuaglehrer zum April dieses Jahres. Stadtrat Venecke betonte, daß zum ge- nannten Termin Entlassungen kaum zu befürchten seinen, da mit umfangreicheren Einschulungen gerechnet wird. Genosse hädlcke: Die sortgesetzt angedrohten und ausgeführten Entlastungen von Jung- lehrern bringt dauernd« Beunruhigung und trägt nicht zur Erhöhung der Arbeitsfreudigkeit der Junglehrer bei. Wir ersuche» den Magistrat, keine Klassenfrequenz- erhöhung vorzunehmen, damit die Junglehrer der Schule er- halten bleiben und schließlich auch einmal angestellt werden können. Mit der Erklärung des Stadtrates ist der Antrag erledigt.— Die Versammlung wandte sich nunmehr der Beratung der sozialdemc- kratischen und kommunistischen Anträge zu, die sich mit der schweren Schädigung der Berliner Bürgerschaft durch die Auslieferung vieler Millionen Goldmork und großer Ländereien an die hohenzolleru befasten. Die Kommunisten verlangten eine starte Vermehrung der Abstimmungs- und Einzeichnungslokale. Di« veutschnalionalen erklärten durch den Mund des Stadtverordneten Dettlofsjen, daß sie sich an der Beratung nicht beteiligen würden. Sie verließen denn auch in Begleitung der Volkspartei den Saal. Den sozialdemokratischen Antrag begründete der Genoste K r i l l e: Die Stadtverordnetenversammlung hat alle Der- anlastung, den Raubzug, den die deutschen Fürsten auf die T a s ch e n besonders der Grobstadtbevölkerung planen, zu vereiteln. Wenn wir heute sehen, wie die chauptabrech- nung der Fürsten aussieht, so wundert man sich, daß diesen Edelleuten, die für sich stets ein besonderes Maß von Moral und Anstand in Anspruch nahmen, nicht die Schamröte ins Gesicht steigt. Diese Leute scheuen sich nicht, trotz ihres Ausplünde- rungsplanes sich noch„Deutsche" zu nennen. Was der ehemalige König von Preußen heute noch zu seinem Besitz zählt, läßt erkennen, daß von einem„Notstand" wirklich keine Rede sein kann. Wilhelm„der Türmer" hat heule noch monatlich 50 000 Mark zu verzehren. Wenn das für die ganze Familie nicht reicht, so sollen nach unserer Meinung die cherren Fürstensöhnchen ruhig ihr an- geblich erlerntes Handwerk ausüben, denn Arbeit schändet nicht. In dieser entsetzlichen Not des deutschen Volkes, in einer Zeit._ wo Selehrke, Künstler, freie Geistesorbefter und dazu MiMoueu erwerbsloser Handarbeiter buchstäblich hungern, erheben die deutschen Fürsten ihr« Wahnsinnssorderungen. Zu den Fürsten und Standeshcrren kommen neuerdings auch noch die Mätressen der Herrschaften mit„Entschädigungsansprüchen. Das deutsche Volk kann wirklich freh sein, daß nicht alle Fürsten die Talente August des Starken hatten, sonst würde sich schließ- lich doch nock) das Wort Gneisenaus bewahrheiten, daß das deutsche Volk noch einmal an seinen Fürsten zugrunde gehen würde. Man oersucht, die Frage der Fürstenabfindung zu einer reinen Rechtsfrage zu machen, die die Justiz zu entscheiden hätte. Zur deutschen Justiz hat das Volk kein Pertrauen mehr. Di« Fürstenabflndung ist kein« Rechlsfrage. weil ein sich so unsittlich auswirkendes Recht eben kein Recht sein kann. So wie«inst Bismarck die Fürsten aus Hannover und Hessen abfand, indem er ste enteignete, so muß es das deutsche Volk heute mst seinen ehemaligen Landesherren machen. Das Volk soll s« l b st entscheiden, ob eine Abfindung, wie sie von den Fürsten verlangt wird, möglich sein soll. Auch von der Tribüne der Stadtverordneten- Versammlung muß das Volk aufgerusen werden, sich gegen die Hab- gier der Fürsten zur Wehr zu setzen. Wir schließen uns dem letzten Absatz des kommunistischen Antrags an. in dem die Berliner Be- völkerung aufgefordert wird, für dle enlfchädigungslofe Enteignung der deutschen Fürsten zu stimmen.(Lebhafter Beifall.) Stadtverordneter Letz begründete den kommunistischen Antrag in längeren Ausführungen. Der Volks- parteiler Easpari betonte, daß die Haltung seiner Partei zur Fürsten- abfindung aus ihrer Stellung im Reichstag bekannt sei. Er bestreite der Stadtoerordnetenvrsammlung das Recht, über solche hochpolitischen Angelegenheiten zu verhandeln. Um das Ansehen der Persammlung nach außen zu wahren, beantrage er den Uebergang zur Tagesordnung, die Rechtsparteien hotten vergessen, die zur Unterstützung dieses Antrages erforderliche Anzahl Stadtverordneter im Saale zu belassen: so siel der Antrag unter den Tisch. Stadtv. Kuuze(Dtschsoz.) kam mit einer seiner bekannten Rede zu Worte. Im Auftrage des Magistrats gab Stadtrat Richter die Erklärung ab, daß der Magistrat den Antrag auf Zuweisung von 20 000 M. an die Parteien, die den Volksentscheid eingeleitet haben, für un- zulässig anfleht. Dr. Düllo(Dem.) bedauerte, daß die Fürsten bei der Ausstellung ihrer Forderungen sich nicht mehr von Ihrem Schamgefühl leiten ließen. Das falle letzten Endes auf das deutsche Volk zurück. Die Stadtverordnetenversammlung ist durchaus berechtigt, bei der Fürstenabfindung mitzusprechen, weil Erholungsstätten der Berliner Bevölkerung ver- loren gehen können. Die Fürstcnforderungeu sind nicht nur vom Rechtsstandpunkt aus zu lösen. Der Redner gab der Hoffnung auf eine reichsgesetzliche Regelung Ausdruck. Den Antrag auf Gewährung der 20 000 M. lehnte der Redner für die Demo- traten a b. Nachdem noch Stadtverordneter wiegmann(USP.) gesprochen. stellte Genosse wendl im Schlußwort fest, daß selbst der deutsch- nationale D et l e f f s e n die Fürstenabfindung als eine politische Frage bezeichnet habe. Zu den Kommunisten gewendet betonte Genosse Mendt, daß die Sozialdemokraten überall da mitarbeiten werden, wo für das deutsche Volk etwas zu erreichen sei. Der Redner brachte dann noch eine Reihe besonders krasser Fälle von Fürsten- forderungen vor und führt Aussprüche verstorbener Hohenzollern über ihre eigenen Familienangehörigen an.— Die Versammlung vertagte schließlich das Schlußwort, das den Kommunisten zu steht und die Abstimmung über die Anträge auf Donnerstag. Der neue Nollenöorfplatz. Elu Beschluß der Berkehrsdepulatioa. Die Frage der zukünftigen Umgestaltung de» Nollendorfplatzes ist Gegenstand eingehender Erörterungen der Verkehrs- d e p u t a t i o n gewesen. Vorher hatte sich bereits ein von der Ver- kehrsdeputation zugezogener Sachverständigenbeirat ebenfalls mit der Frage befaßt, dem unter anderen Geheimrat Kommann. Pro- fessor Giese, Professor Lassen, Baurat Bousset der Hochbahn, Paurat Winterstein und Vertreter der Straßenbahn angehörten. Die außerordentliche Schwierigkeit der für die Abwick- lung des Verkehrs günstigsten Ausgestaltung des Platzes liegt vor allem darin, daß für die Autos, Autobusse und für die Straßenbahnen nur auf der östlichen Seite eine Durchfahrt vorhanden ist, während auf der westlichen Seite infolge der vorhandenen Rampen der Hochbahn eine Nord-Süd-Durchsahrt bis jetzt fehlt. Außerdem münden 0(sechs) Straßenzüge auf den Platz, deren Ver kehr ständig zunimmt. Es lagen im wesentlichen drei Entwürfe vor: Der eine sieht einen vollkommenen Rundvertehr auf dem Nollendorfplatz sowohl für die Straßenbahn als auch für die Autos vor. Die Innenfläche des Platzes wird zur be- quemen Abwicklung des Fußgängerverkehrs freigehalten, so daß auch der künfttge dreistöckige Hoch- und Untergrundbahnhof von ollen Seiten gut erreicht werden kann. Voraussetzung dieses Planes, der von allen Sachverständigen als der günstigste bezeichnet wurde, ist jedoch die Abriegclung des Durchgangsverkehrs von der Eisenachcr Straße nach der Courblerestraße, da die Rampe der Hochbahn über diese Straßenkreuzung hinweg nach Westen verschoben werden muß. Ein anderer Plan, bei dem diese weitgehende Verschiebung der Rampe nicht erforderlich wird, und bei dem die Nord-Süd-Ueber- querung des Nollendorfplatzes auf der Westseite wesentlich un günstiger liegt, wurde abgelehnt. Ebenso ein Abänderungsoor schlag, der den vollständigen Umbau des Hochbahnhojes Nollendorfplatz notwendig machte. Auch ern Plan, bei dem die Verkehrs- regelung lediglich an der Ostseite durch eine Reihe von Inseln vor- gesehen wird, würde den Verkehr noch weniger übersichtlich gestalten. Die Verkehrsdeputation beschloß in ihrer Sitzung am 16. Februar 1926, dem erstgenannten Vorschlag zuzu- stimmen._ Einschulung I« die wellliche Schule in weitzeusee. Die An- Meldung muß heute, DienStag, von 10 bis 1 Ubr tm Schulgebäude Wörthstr. 28 vorgenommen werden. Auch die auS Unwissenheit der Eltein in konfessionelle Schulen geschickten Kinder können zur Um- fchulung jetzt vorgemeldet werden. Jegliche Auslunft in Em- und Umschulung erteilt der Vorsitzende des Elternbeirat» Genosse Heml. Gäblerstr 7. oder der Schulleiter Genosse Zwölfer im Schulgebäude Wörthstr. 23. lSf Onkel Moses. Roman von Schalom Asch. Doch all« Frauen, die ihm vorgeschlagen wurden, miß- fielen ihm. Es waren Witwen, verlassene Frauen, Frauen mit Söhnen und mit Töchtern, mit Berufen und mit Geschälten. Aus Langeweile brachte er seinen alten Vater aus der kleinen Stadt zu sich, forschte nach den entferntesten Gliedern semer Verwandtschaft und brachte sie nach Amerika. Doch er liebte sein« Verwandten nicht und machte es ihnen zum Vorwurf, daß sie alle nur für die Schneiderei, für die Nähmaschine oder das Bügeleisen taugten. Kein einziger gebildeter Mensch war unter ihnen, kein einziger, der unabhängig gewesen wäre, der allein seinen Weg gemacht hätte, der ihm, Onkel Moses, gleich gewesen wäre, sc daß er mit ihm ein vertrauliches Wort sprechen konnte. Onkel Moses verachtete ihr Sklavenwesen, dos er selbst geschaffen hatte, verachtete ihre Schmeicheleien und ihre Demut vor ihm. Er wollt« zwischen ihnen einen Menschen finden, der selbstbewußt wäre, der zu ihm spräche wie zu einesgleichen. Und als Mascha aus ihrem Winkel ihn an- prang und ihm die Schimpfworte:.Biest",„Hund" entgegen- schlenderte, da machte das starken Eindruck auf ihn. Zum ersten Male hörte er. daß ihn jemand beschimpfte. Und wer war das? Ein Mädchen, ein Kind, dessen Los ganz von ihm abhmg. Sie wollte ja nichts von ihm—.1 dato you," lachte er In sich hinein.—„Sie haßt mich, weil ich ihren Vater beleidigt habe." Und er beneidet« Äaron Melnit um das Kind, das sich feiner annahm... Alles hätte er Aaron Melnit gegeben für das Kind, das sich seiner annahm..- Onkel Moses hielt sich noch für einen jungen Mann. In feinem Innern fühlte er noch gar nicht das Alter, welches fein fettes Gesicht und fein schwerer Körper so schändlich auf Schritt und Tritt verrieten. Er sah nicht oft in den Spiegel, und überdies gingen die Veränderungen in feinem Gesicht und auf seinem Körper so langsam vor sich, daß er sie gar nicht bemerkte, und meinte, sein Gesicht habe sich nicht geändert. In seinem Innern aber fühlte er noch die Kraft, ganz von neuem anzufangen. Jeder neue Gedanke entfesselte in ihm Ström« von Energie: und der Gedanke, welcher ihn jetzt plötzlich mit einem Schlage durchfuhr, schlug wie eine Flamme in ihm auf und weckte in ihm einen Strom von Leben. .... Ich muß sie erziehen... erziehen für mich... Sie soll mein Kind sein und sich meiner annehmen." Ein neuer Energiestrom ergoß sich durch seine Adern,,,,__ Mit der gleichen Stoßkraft, mit der Onkel Moses gewohnt war, einen Plan auszuführen, der ihm eingefallen war, ging er nun an die Ausführung dieses Planes..., 8. Der neue Pharao. Kusmin diente treu seinem.Pharao". Kusmin faß eifrig bei der Arbeit und nähte Röcke, Hofen und Westen für Leute, von denen es nicht die geringste Ahnung hatte. Ganz Kusmin saß oben in der Werkstätte bei Unkel Moses. Reo Joel Chaim, der Vorsteher der Kusminer Schul', Itsche, der Sckustergeselle, Jankel, der Frauenschneider, Kusmins Elegant und Don Juan, welcher einst die Herzen der Kusminer Frauen gebrochen hatte, und Chaim der Bader, welcher den Frauen Blutegel setzte— was immer einer Frau in Kusmin fehlte, er hieß sie das Hemd ablegen und setzte ihr Blutegel an, bis eines Tages feine Blutegel Verdacht erweckten und Chaim der Bader von einigen vornehmen Bürgern des Städtchens ordentlich verprügelt wurde: seither fehlen ihm auch zwei Zähne. Chaim setzt keine Blutegel mehr, sondern sitzt bei Onkel Moses auf dem.Dachboden" und näht Hofen. Alle nähen Hosen. Onkel Moses hat ganz Kusmin nivelliert. Es gibt keine vornehmen Bürger mehr, keine Vorsteher und kein« Handwerker, keine Talmudgelehrten und keine Unwissenden. Es gibt keine Schuster mehr, kein« Don Juans, keine Bader, welche den Frauen Blutegel ansetzen, keine Schneider, welche die Frauen unter den Armen kitzeln, wenn sie ihnen die neuen Kleider zur Probe bringen— alle dienen einem Gotte. alle tun die gleiche Arbeit— sie nähen Hosen.... Doch Kusmin will noch nicht sterben. Bei Onkel Moses auf dem.Dachboden", bei der Nadel, da lebt das alte Kusmin mit allen seinen Merkwürdigkeiten wieder auf. Jeder alte Stein, jedes alte Haus, jeder alte Winkel wird mit Liebe und Sehnsucht von den treuen Kindern des alten Kusmin wieder in Erinnerung gebracht, die hier sitzen, die zugeschnittenen Hosen in der Hand und sich nach Kusmin sehnen: da und dort fällt eine Träne nieder, da und dort hebt sich der Seufzer eines alten Kusminers, der sich der Schönheit Kusmins er- innert.... � „Nun, Leibi, worum schweigst du heute? Gib doch die „ftedilscha" des alten Chafan zum besten." Und Leibi, welcher das Vorbeterpult fein Leben lang geliebt und doch daheim nie Gelegenheit gehabt hatte, zu ihm hinzukommen und seine Sangesaabe zu erweisen— er beweist sie"jetzt vor Kusmin bei der Nadel und beim Hosennähen. Die Melodie des alten Ehasan entführt ganz Kusmin in die alte Schul', und der herrlich« Schewuoth-Sabbat steigt in der Erinnerung«ruf, da jeder Bürger im Tallis mit der gol» denen Borte an seinem vornehmen Platz saß und die Melo- dien des Chafan freudig in sich einsog: und jetzt sitzt Kusmin da, mit Hosen in den Händen.... Doch bald verschwindet die alte Schuss, verschwindet der schöne Sabbatmorgen und die Sehnsucht und die Liebe nach Kusmm, und übrig bleiben nur die Hosen und die Nadeln. Sam erscheint in der Tür der Werkstatt und schreit: .Na, sieh nur, Kusmin singt! So ist's recht! Ihr werdet euch eine schöne Suppe bei mir einbrocken! Ich rufe sofort den Onkel Moses zu euch herauf!" Erschrocken raunt ein Kusminer Bürger dem anderen zu- „Schweig, schweig, der„Gouverneur" ist hier." Sam wird von Kusmin„Gouverneur" genannt und Onkel Moses„der Kaiser". Die Furcht vor dem„Gouverneur" ist größer als die vor dem„Kaiser". Kusmins Bürger verstummten in Furcht vor dem kleinen Sam, der daheim ein Fleischerlehrting gewesen ist und hier „Gouverneur" von Kusmin ist.... Aber Kusmin hat einen mächtigen Beschützer und Fürsprecher. Das ist der alte Melnik, Onkel Moses Bater. den der Sohn nach Amerika gebracht hat. Der Alte streicht müßig umher, den Stock mit goldenem Knopf, den ihm der Sohn einst zum Geschenk gemacht hat, in der Hand: der steif« Hut, an den er nicht gewöhnt ist, quält ihn, und deshalb hat er ihn schief genickt. Er langweilt sich in Amerika und sehnt sich nach seiner Grießmühle. Aus Lange-- weile hat er zu trinken begonnen. Ein Schnäpschen hatte er schon daheim immer gern gehabt, aber hier in Amerika, wo er sich's vergönnen konnte und gute Freunde stets bereit waren, mit dem Alten anzustoßen, war er ewig betrunken. Bekannte hatte er nicht. Alle Kusminer arbeiteten ja in der Werkstätte bei seinem Sohne. Daher liebte es der Alte, in die Werkstätte emporzuklimmen und bei feinen Landsleutsn die Zeit zu verbringen, mit ihnen von Kusmin zu sprechen. Ost bekam er auch Lust, Hosen zn nähen, da er sah. daß alle sein« Jugend- freunde, alle vornehmen Bürger, vor denen er daheim so viel Ebrsurcht gehabt hatte, bei seinem Sohne Hosen nähten, Worum sollte er also nicht auch Hosen nähen? So kam er in die Werkstätte und half beim Nähen mit, Onkel Moses aber war es nicht recht, daß fein Bater in der Werkstätte saß. Denn wenn er hinkam, störte er Kusmin in der Arbeit; denn er ließ sich mit seinen Landsleuten in Gespräche über die Heimat ein, über alte Gutsherren, über Gefchäst« auf dem Dorf, über den Rabbi und den Ehasan— und Kusmin versenkte sich oft so stark in diele Gespräche van der Heinmt, daß ein Streit über einen Ehasan oder einen Schlächter ausbrach. (Fortsetzung folgt.) Mutterliebe. Zuchthaus für eine Vierundsechzigjährige. Sie war Blumenfrau am Potsdamer Play! Durch ihren Beruf ernährte sie ihre ganze Familie. 64 Jahre war sie alt geworden und in Ehren ergraut. Mit besonderer Liebe hing sie an ihren Kindern. Und als einer ihrer Söhne einmal strauchelete, folgte ihm ihre Mutterliebe und Sorge auch im Unglück. In dem Kampf um seine Unschuld, an die sie fest glaubte, wollte sie ihrem Jungen helfen. Sie ließ sich zu einer Beeinflussung von Zeugen verleiten und stand nun vor dem erweiterten Schöffengericht Berlin- Mitte unter der schweren Anklage der Verleitung zum Meineid. Ob sie wußte, was sie aufs Spiel fette? Ob es ihr bekannt war, wie hart das Gesetz gerade in diesem Falle zu ahnden pflegt? Mindeststrafe, auch die Zubilligung mildernder Umstände: 1 Jahr Zuchthaus. 1 Nun wurde die alte, weißhaarige Frau aus der schon fünf Monate währenden Untersuchungshaft vorgeführt. Drei Fälle warf ihr die Anklage vor. Drei Menschen sollte sie beeinflußt haben zugunsten ihres Sohnes auszusagen, für den fie ein Wiederaufnahmeverfahren anstrengen wollte. Immer wieder schrieb ihr der Junge, er sei zu Unrecht verurteilt worden. Er wäre zu der fraglichen Zeit gar nicht am Tatort gewesen. Führte ein Alibi an, ein kleines Vorkommnis, das ihm gerade damals während einer Reise im Zuge begegnet sei. Eine ihm bekannte Frau hätte unterwegs mit einem Bahnschaffner wegen eines Trageforbes Un annehmlichkeiten bekommen, er fei Zeuge der entstandenen Streitig feiten gewesen. Die Frau wurde ausfindg gemacht und mußte auch bas fleine Abenteuer zugeben, fonnte sich aber nicht entsinnen, den Sohn der Blumenfrau gesehen zu haben. Die besorgte Mutter sollte nun versucht haben, das Gedächtnis der als Zeugin Geladenen etwas aufzufrischen". Diese wollte sich dann auch vor dem Untersuchungsrichter an die stattgefundene Begegnung erinnert haben. sagte aber später wieder das Gegenteil aus. Selbst in der Ber handlung war rur schwer aus der eingeschüchterten Zeugin die Wahrheit herauszubekommen. Das Gericht ließ denn auch diesen wie einen nächsten Fall aus der Anklage fort. Das eidliche Beugnis eines ,, wilden" Kofferträgers, der sich in der Nähe des Bahnhofs durch gelegentliches Gepäcktragen armselig ernährte, fiel aber für die Angeklagte wesentlich ungünstiger aus. An ihn sollte sie sich heran. gemacht, ihm einen Anzug und Geld versprochen haben, wenn er eine bestimmte Aussage für ihren Sohn beschwören würde. Die bedrohliche Nähe des Buchthauses rückte für die alte, bedauernswerte Frau immer näher. Ihr Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, schilderte dem Gericht noch einmal den wirklich verzweifelten Kampf einer Mutter, die in ihrer Sorge um ihren Jungen jede Gelegenheit ergriff, diesem zu helfen. Erzählte, wie fie die Zeugen auf sein Bureau brachte, um sie durch den Rechtsanwalt auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen zu lassen, diesen verwarf und jenen wieder annahm. Er erinnerte an die unbescholtenheit der vierundsechzigjährigen Frau, die schließlich doch nur ein Opfer ihrer Liebe geworden sei. Das Gericht folgte seinen Ausführungen in weitgehendster Weise, fonnte allerdings die Härte des Gesezes nicht umgehen und verurteilte die Angeklagte zu der Mindest strafe pon 1 Jahr 3uchthaus. Die fünf Monate der Untersuchungshaft wurden voll angerechnet und die alte Frau auf freien Fuß gefeßt. Möge diese Verhandlung eine Warnung dafür sein, wie vorfichtig man in allen Sachen sein muß, die Eid und Zeugen betreffen. Ankunft der oftpreußischen Schuhpolizei. Geftern abend gegen 11 Uhr traf auf dem Hamburg- Lehrter Güterbahnhof der Transport des oftpreußischen Schuß polizeibeamten ein. Zum Empfang waren mehrere höhere Berliner Polizeioffiziere anwesend. Eigenartig berührte es, daß rings um den Bahnhof starfe Absperrungen vorgenommen und wie selbst der Inspektionsfommandeur von Tiergarten Leber erklärte, daß er vom Kommando die Anweisung bekommen hätte, daß auch die Preffe nicht zuzulassen sei. Es ist unverständlich, aus welchem Grunde die Ankunft der Beamten zu einem Geheimnis gemacht wurde. Ein ungetreuer Beamter. Durch anonyme Anzeigen wurde das Bezirksamt Mitte in den Letzten Tagen auf einen jungen Beamten, den Stadtinspektor Gerhardt aufmerksam gemacht. Gerhardt hatte sich vor längerer Zeit für 6000 Mart eine Bierzimmerwohnung getauft, eine toftspielige Reise nach Italien unternommen und fiel auch sonst durch seinen Iuguriösen Lebenswandel auf. Die Feststellungen, die daraufhin von der Behörde eingeleitet wurden, ergaben, daß Gerhardt, der im Steueramt des Bezirksamts Mitte beschäftigt war und bort Wertzuwachssteuer- und Grunderwerbssteuerfachen zu bearbeiten hatte, umfangreiche Beruntreuungen vorgenommen hatte. Es wurde fofort Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, und als von dieser eine Haussuchung vorgenommen werden sollte, festgestellt, daß Gerhardt flüchtig sei. Es steht zu befürchten, daß auch andere Bezirksämter davon betroffen sind. Die unterschlagenen Summen betragen zur Stunde zirka 60 000 Mart. Weitere Feststellungen find im Gange. Unter Mordverdacht verhaftet. Unter dem Verdacht des versuchten Mordes wurde die 43 Jahre alte Wirtschafterin Luise H. verhaftet. Seit Mai v. J. wohnte sie zusammen mit dem 45 Jahre alten Schloffer Ostar W. in der Langen Str. 105. Am vergangenen Sonntag gerieten die beiden in Streit und B. verprügelte die Frau. Diese packte ein paar Sachen zufammen und übernachtete bei einer Freundin. Am Montag fehrte sie jedoch zurück. W., der als Heizer arbeitet und Nachtdienst zu versehen hat, fehrte am Dienstag früh um 4 Uhr heim und legte lich, ohne Licht zu machen, in der Küche zu Bett. Gegen 7 Uhr wurde er munter und verspürte ein heftiges Ülebelbefinden, das auf Einatmen von euchtgas zurückzuführen war. Er schleppte sich an das Rüchenfenster, öffnete es und erholte fich soweit, daß er die Polizei benachrichtigen konnte. Frau 5. war, wie immer, um 5 Uhr fortgegangen, um als Reinmachefrau in einer Bant zu arbeiten. . beschuldigte sie, den Gashahn der Küchenlampe, die seit vielen Monaten nicht mehr benutzt wurde, geöffnet zu haben. Bei ihrem Fortgang habe fie dann auch den Haupthahn geöffnet, so daß die Küche fich mit Gas füllen mußte. Frau H. wurde unter Mordverdacht verhaftet. Sie bestreitet die Mordabficht und behauptet, daß W. fie aus Rache angezeigt habe. Amalie Janke oder die Filmdiva. Lya de Putti ist sicher ein Name von feltenem Wohlflang. Nur in Groschenromanen mit mindestens hundert Lieferungen stößt man auf ähnliche schönlautende Wortverbindungen. Aber Amalie Jante ist auch nicht schlecht; das flingt so nach etwas ganz Fleißigem: eine blasse Näherin oder Plätterin tönnte so heißen, auch ein kleines blondes Laufmädel, das die Mutter dann wohl lieb und freundlich Malchen" rufen würde. Doch Näherinnen und Plätterinnen und Laufmädel stehen zurzeit nicht eben hoch im Kurs, und Amalie Jante hätte wohl faum heut einem Pariser Modellhaus hunderttausend Mart für Toiletten und einer Möbelfirma fünfzehntausend Mart schulden fönnen, wie das Lya de Putti mit Leichtig feit fertig brachte. Es ist also einigermaßen verständlich, daß die Filmdiva auf ihren standesamtlichen Namen, der eben Amalie Bante lautet, nicht sonderlichen Wert zu legen pflegte. Und wenn große Geschäfte daraufhin dumm genug waren, ihr tausende Mark zu stunden, so ist das ja schließlich ihre Sache. Aber die schöne Lya, bie fich für die Bagatelle von viertausend Dollar wöchentlich nach Hollyword engagieren ließ, brannte auch ihrem Zeitungshändler mit der Summe von 8,70 Marf durch; 8,70 Mart Das hätte eine brave fleißige Amalie Janke, für die das sicher ein großer Betrug gewesen wäre, bestimmt bezahlt. Daß die Filmdiva Lya de Butti einen fleinen Händler darum prellte, das, mein Fräulein, verzeih'n fie' s fchon, ist eine Gemeinheit. Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 17. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Ein Auto in den Rhein gefahren. Die Nach einer Meldung aus Köln ist gestern dort in der Nähe des Hafenamtes infolge unrichtigen Ausweichens eine Autodroschte mit einem anderen Auto leicht zusammengestoßen, streifte dann noch ein 330 Uhr nachm.: Jugendbühne( Unterhaltungsstunde). Die zweites, diesem folgendes Auto und fuhr dann plöglich in rechtFunkprinzessin erzählt: H. Ch. Andersen: 1. Das kleine Mädchen winfeliger Wendung über die Werftböschung in den Hafen, mit den Schwefelhölzchen. 2. Die Kindergesellschaft. 3. Die mo es zwischen der Werftmauer und einem zur Ueberwinterung Brautleute. 4. der Schweinehirt. Die Funkprinzessin: Else Straka- liegenden Dampfer der Köln- Düsseldorfer Gesellschaft im Rhein Jansen. 430-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner verschwand. In der Droschke sollen sich außer dem Chauffeur Funkkapelle.( Konzertmeister Ferdy Kauffman). 6.45 Uhr abends Dr. Otto Krohne:„ Die Vererbung geistiger und körperlicher Annoch drei Personen befunden haben. Mittags wurde die lagen beim Menschen". 7.15 Uhr abends: Postrat Hermann Thurn: Leiche des Chauffeurs gefunden; es handelt sich um einen gewissen Die Neuorganisation des Rundfunks". 7.45 Uhr abends: Hans- Schreiber, dem vor einiger Zeit wegen Unzuverlässig. Bredow- Schule( Bildungskurse). Abt. Philosophie. Ministerialrat feit der Führerschein entzogen worden war. Dr. med. Alfred Beyer: Psychologie der Gemeinschaft". Die Sucharbeiten werden fortgesetzt. Wirkung zufälliger Vereinigung auf das Seelenleben des Einzelnen". 8.30-10 Uhr abends: Kammermusik von Haydn bis Schönberg. 10. Abend. Ausführende: Prof. Gustav Havemann, Violine; Hans Mahlke, Bratsche; Adolf Steiner, Cello; Hermann Schubert ,; Kontrabaß; Prof. Emil Prill, Flöte; Alfred Richter, Klarinette Professor Paul Rembt, Horn; Louis Scheiwein, Fagott Rudolf Schmidt, Klavier. Unter Mitwirkung von Kammersänger Fritz Soot von der Berliner Staatsoper, Tenor. 1. Beethoven: Septett op. 20, für Violine, Bratsche, Klarinette, Horn, Fagott, Cello und Kontrabaß, Adagio; Allegro con brio Adagio cantabile Menuett Andante con variazioni Scherzo: Allegro molto e vivace Andante con moto alla marcia Presto. 2. Beethoven: a) An die ferne Geliebte, b) Adelaide Klavier, Flöte, Klarinette. Horn und Fagott, Allegro moderato ( Kammersänger Fritz Soot). 3. Louis Spohr: Quintett op. 52, für Larghetto con moto Menuetto Finale: Allegro molto. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmister Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Mittwoch, den 17. Februar. 3-3.30 Uhr nachm.: Oberlehrerin Frl. Maria Schmitz: Die Berücksichtigung der weiblichen Eigenart in den Mädchenschulen: Frauenart und Lehrerinnenbildung". 3.80-4 Uhr nachm.: Mario Alfieri, Frl. G. van Eyseren:" Spanisch für Anfänger. 4 bis 4.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Lampe: Allgemeine Wirtschaftsgeographie: Die Erde als Grundlage der Wirtschaft. II. Teil schafterin:„ Das Schönste für die Hausfrau". 4.30-5 Uhr nachm.: Frl. Anna von Gierke: Die Frau als Wirt0. Wie die Hausbesitzer sparen wollen! Den Berliner Mietern droht eine erhebliche hygienische Gefahr. Bei den Berliner Hauswirten besteht die begreifliche Neigung, von den Mietern zu nehmen, was sie bekommen fönnen, dafür aber so wenig wie möglich zu leisten. Der innere und äußere Zustand Berliner Häuser spricht hier eine beredte Sprache. Neuerdings haben die Hauseigentümer wieder etwas gefunden, womit sie einen Abbau ihrer Untoften erreichen wollen. Die Kosten der Müll abfuhr sind abhängig von der Zahl der Müllkäften, die in einem Hause verwendet werden. Nun sind nicht wenig Wirte dabei, die Bahl der Müllfästen zu verringern. Die Folge ist, daß die vor handenen Rästen nicht mehr ausreichen. Der Abfall, Asche, Müll und Unrat, wird auf den Hof geworfen. Für die Mieter derartiger Häuser ist fofortige Benachrichtigung der ge fundheitspolizeilichen Instanzen erforderlich. Aber sie haben noch ein weiteres Druckmittel. Die Rosten der Müllabfuhr bilden einen Teil der Miete. Der Mieter fann also verlangen, daß die Ein richtungen, die bei Festsetzung der Miete für Müllbeseitigung porhanden waren, im Umfange nicht verringert werden, oder er fann eine entsprechende Kürzung der Miete vornehmen. Wenn das von allen Mietern des Hauses geschieht, der gekürzte Betrag also erheb. lich wird, dann wird sich der Hauseigentümer schon veranlaßt ſehen, die Müllbeseitigungseinrichtungen in demselben Umfange, in dem sie bei Festlegung der Miete bestanden, wieder herzustellen. Die energische Buchhalterin. Eine Buchhalterin aus der Hufelandstraße, die zwei Taschendiebe in einem Straßenbahnwagen der Röniggräger Straße bemerkte, nahm fie fest und übergab fie der Kriminalpolizei.. Beim Berkauf naffer wäsche wurde ein 46jähriger Spezialist für Bodeneinbrüche, namens Wilhelm Duber, erwischt. Diese haben in der letzten Zeit wieder so überhand genommen, baß das Sonderdezernat der Kriminalpolizei eigene Streifen aur Beobachtung der Verkaufsstellen in der Münzstraße und am Weinbergsweg eingerichtet haben. So wurde Duder ertappt, als er naise wäiche anbot, die er ohne Zweifel gerade von einem Boden gestohlen hatte, während er behauptet, sie von einem unbetannten Manne zum Verlauf erhalten zu haben. Reichstagspräsident Genosse Löbe spricht heute Mittwoch, ben 17. Februar 1926, abends 8, Uhr, im großen Saale des Brüber Vereins, Kurfürstenstr. 115/116, im Verein junger Kaufleute von Berlin über: Amerika, das Wunderland der Technit". hat so zahlreiche Glüdwünsche empfangen, daß es ihr nur auf dem Genoffin Emma Dölh, die fürzlich ihren 60. Geburtstag feierte, wege über die Zeitung möglich ist, allen zu banken. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für die Theatervorstellung am Sonntag, den 21. Februar, nachmittags 2%, Uhr im Staatlichen Schillertheater find noch einige Starten im Bureau des Bezirtsbil. dungsausfchuffes zu haben. Preis der Karte einschließlich leider abiage und Theaterzettel 1,20 Mt. Bur Aufführung gelangt Kapitän Braßbounds Belehrung", Komödie v. Bernhard Shaw. Die Siong von Dresden. Große Schadenfeuer in Australien. Waldbrände haben in Australien in den letzten Tagen eine ungeheure Ausdehnung angenommen. Nach Meldungen aus Melbourne sind die Brände durch die große Hige entstanden und haben in den ausgedörrten Wäldern reichliche Nahrung ge funden. Zwischen Melbourne und den Gippslandseen haben die Flammen bereits Busch städte zerstört. 16 Personen find berbrannt, tausende von toten Schafen ließ das Feuer hinter fich. Ein ungeheurer Brand wütet seit Dienstagnachmittag in Victoria( Australien), dem bisher die Stadt Noojee und Hunderte von Farmen zum Opfer gefallen find. 27 Menschen sind verbrannt, Hunderte sind ihrer Wohnungen beraubt, große Herden und umfangreiche Kulturgebiete wurden vernichtet. Stürme und Schiffbrüche an Englands Küffe. Stürmisches Wetter hat in den lezten Tagen an der englischen und irischen Küfte mehrere Schiffbrüche zur Folge gehabt. 3mei Schleppbampfer aus Swansea find an der Küste von Galway ver loren gegangen. Die Nachforschungen nach der Mannschaft waren bisher ergebnislos. Man hofft, daß es den Schiffbrüchigen gelungen ist, sich auf irgendeine entferntere Insel zu retten. Drei Mann der Besatzung des italienischen Dampfers Liberta", der bei Bolthead( Devonshire) strandete, wurden unter ben schwierigsten Umständen durch ein Rettungsboot aus Brigham, bas 20 Seemeilen weit durch die sturmbewegte See fahren mußte, gerettet. Die Rettung der übrigen 27 Mann wurde mit Hilfe des Raketenapparates von den Klippen aus bewerkstelligt. Weiter wurden 34 Mann von dem fpanischen Dampfer Cirilo Amoros", der auf die Klippen bei Stradbally( Grafschaft Waterford) aufgelaufen war, von einem Rettungsboot aufgenommen und an Land gebracht. Bergmanns Tod. Auf der 2uwig GIüd Grube des Borfigwertes bei Sindenburg wurden zwei Bergleute durch hereinbrechende Kohlenmassen getötet. In der Grube Powha tanin Bellaere in den Vereinigten Staaten wurde durch eine Explosion ein Arbeiter getötet und 19 berlegt. Die übrigen 600 Mann der Belegschaft blieben unverlegt. Zwei Kinder durch eine Handgranate getötet. Ein schweres unglüd ereignete sich gestern in Gusulub bei Oberglogau. In Abwesenheit der Eltern lief ein vierjähriges Mädchen auf das Feld, fand dort eine Eierhandgranate und brachte sie nach Hause. Während sich der elfjährige Bruder an dem Sprengförper zu schaffen machte, explodierte dieser und verstümmelte beide Kinder in grauenhafter Weise. Der Tod trat auf der Stelle ein. Die übrigen im Zimmer befindlichen drei Kinder wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Parteinachrichten Ginsendungen für biefe Rubrik find Berlin B. 68. Lindenstraße 3. 湯 für Groß- Berlin flets an bas Bezirtsigtretariat, 2. Sot, 2 Trev. rechts, au richten Die Sammelliffe für das Boltsbegehren Nr. 908 ist der 35. Ab gegangen. Der erste darauf gezeichnete Name lautet Klinte. Bei einem eventuellen Bersuch, darauf noch weiter zu sammeln, ist diese Liste anzuhalten und an das Bureau einzusenden. 3. A.: Aler Pagels. teilung auf dem Umspannwert in der Kopenhagener Straße verloren 3. Kreis Webbing. Freitag, den 19. Februar, abends 7 Uhr, Sikung mit den Abteilungsführern an bekannter Stelle, 6. Kreis Kreuzberg. Donnerstag, den 18. Februar, abends 7 Uhr, im Reftau rantur Schneekoppe", Nostia, Ede Arndtstraße, Eikung. Jede Abteilung muß vertreten fein. 13. Kreis Tempelhof, Marienbert, Marienfelbe, Lichtenrabe. Donnerstag, den 18. Februar, abends 7% Uhr, in Rommissions- Sikungszimmer, Marien dorf, Dorfftr. 42, Fraktions- und Bitegerdeputiertensisung. Wichtige Tagesordnung. Genoffe Thiele fpricht über Grundfähliches aus der Städte ordnung und aus dem Gefen Groß- Berlin". Mittwoch, den 17. Februar: Rowawes. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Eisenbahnhotel. 122. Abt. Biesdorf. 7½ Uhr Mitgliederversammlung bei Borath, Marzahner Straße 31. Bortrag: ,, Die wirtschaftliche Lage". Referent Genofle Regac. Donnerstag, den 18. Februar: 30. bt. 7 Uhr bei Bohft, Enchener, Ede Stargarder Straße. Funktionärhung. 58. Abt. Charlottenburg. 12. Bezirk: 8 Uhr beim Genoffen Matschte, Lickenburger Str. 18, Ede Meinetestraße, Besprechung. Bortrag des Genossen R. Abraham über Das Seidelberger Parteiprogramm". 85. Abt. Tempelhof. Fraktions- und Bürgerdeputiertendigung abends 7% Uhr im Rommiffions- Sigungszimmer, Mariendorf, Dorfftr. 42. Reukölln. 92. Abt. 8 Uhr bei Wolff, Raiser- Friedrich- Str. 173, Funktionär fikuna. Sehr wichtige Tagesordnung. Beairte 27/32, 28/33: Freitag, den 19. februar, abends 8 Uhr, bei Ewald, Elbe, Ede Weserstraße, Eltern abend. Genoffe Lehrer Ernst Schulk spricht über Bestrebungen und Siele der weltlichen Schule". Alle Eltern, die schulpflichtige Rinder haben, find eingeladen. 93. Abt. 7 Uhr bei Ruppelt, Raiser- friebrich- Str. 172-178, Funktionärigung. Die Funktionäre laden hierzu ein. Bortrag. Erscheinen aller Genoffen nebft Frauen ist Pflicht. Gäfte, welche auf dem Boden der SPD. stehen, fönnen von den Genossen eingeführt werden. Frauenveranstaltungen: 7. Streis Charlottenburg. Mittwoch, ben 17. Februar, abends 75 Uhr, bei Bogel, Spreeftraße, 2. Rurfusabend. Referentin Hedwig Wachenheim. 55. Abt. Charlottenburg. Mittwoch, ben 17. februar, abends 7% Uhr, bei Bogel, Spreestr. 2, Kursusabend:„ Geschichte der Sozialdemokratie". Referentin Hedwig Wachenheim. In Dresden gab es fürzlich den Empfang einer Scar von Siougindianern, die für einige Wochen im Zirkus Sarra fani ihren Wigwam aufgeschlagen haben. Die offizielle Begrüßung Röntgental, Severnid, Schwanebed. 8 Uhr Rahlabend bei Bafener. Wichtiger burch den Dresdener Oberbürgermeister Blüher erfolgte feierlich im Dresdener Rathaus. Festen Schrittes tommt der Häuptling Blad Corn durch den Marmorsaal, flantiert vom Sternenbanner und der blauweißblauen argentinischen Nationalflagge. Mit ihm tommen feine Squaw, Cesare Seffo, der argentinische Bizetonful und ein Mitglied des amerikanischen Konsulats. 93 Jahre alt Fünfziger halten könnte. Seine Kleidung ist prächtig in Perlen ist Chief Blad Corn und doch so rüftig, daß man ihn für einen mosaifarbeit, seine Ehehälfte, 10 Jahre jünger, trägt einen Hals. kragen, der sich aus Tausenden von Hirschzähnen zusammensetzt. Der Häuptling ist ersichtlich befangen. Er hält auf indianisch eine Rede, die fein Weib durch Soufflieren unterstützen muß. Zum Schluß über reichte er Dr. Blüher die Friedenspfeife, eine dreiviertel Meter lange Weichselpfeife mit Tontopf, und einen riesenhaften, vollendet schönen Berltabatsbeutel, mit den Motiven des Friedens eingewirft. Aber no tobacco! Und wir hatten uns schon so gefreut, einmal mit übergeschlagenen Beinen am Boden zu hocken und die Friedenspfeife freifen zu lassen. So ist es ja nur eine Gebärde, eine höfliche Bhrafe. Hochbetrieb für Kino- und Photoleute, die gleich uns aus Berlin herübergekommen maren. Doch noch ist die Zeremonie nicht beendet, Kapellmeister Cesare Sesso begrüßt namens seiner Nation das Haupt der Stadt Dresden, und Dr. Blüher dantt, mit herzlichen Worten der wohlwollenden Gesinnung Argentiniens während des Krieges gedenkend. Händeschütteln aller mit allen, und das große Ereignis ist vollzogen. Dem offiziellen Att folgte ein gemütliches Zusammen sein im Ratskeller. Feuerwasser rann in Blad Corns Kehle, und durch Zeichensprache gab er feinem jungen Adjutanten zu verstehen, daß er der Allgemeinheit etwas zu fagen habe Er flopft an das wird es beschützen, das Essen ist gut, mein Herz ist voll. Ho- oh." Glas und erklärt:" Dresden ist ein schöner Ort, der Große Beift Wie voll das Herz war, zeigt, daß Blad Horn in der Abendvorstellung nicht auftreten fonnte, er war plöglich erkrankt! Auf der nächtlichen Rückfahrt träumte ich von Verfolgungen und Indianern, wie sie mich an einen Baum banden, mich stalpierten und den Scheiterhaufen in Brand steckten, daß es hell aufloderte, aber die Helle war die Bogenlampe des Anhalter Bahnhofs. ifto. Abt. 124a Maglsborf- Süb. Mittwoch, den 17. februar, abends 8 Uhr, bei Diep. Uhlandstr. 18, Vortrag: Hohenzollernabfindung". Referentin Liesbeth Riedger. 31. Abt. Donnerstag, ben 18. Februar, abends 7 Uhr, bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, 2. Rurfusabend: Die Berfaffung". Referentin Clara Bohm- Schuch. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. Donnerstag, den 18. Februar, 7% Uhr, im See. bad, Refidenaftr. 128, Frauenabend. Einheitsverband sozialistischer Sandel und Gewerbetreibender, Donnerstag, den 18. Februar, abends 8 Uhr, Monatsfigung bei Schil Ting, Rungestr. 30( Solarbeiterverband). Wichtige Tagesordnung. Varteigenössische Gäste willkommen. EFEFTRFEE Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Gruppe Mitte. Seute, Mittwoch, ben 17. februar, abends 8 Uhr pünktlich, im Rathaus, Eingang Jüdenstraße, Referent Genoffe Ruttner über Simmer 100, Kreismitgliederversammlung. ,, Satire, eine Waffe ber Unterdrüldten". Junafozialisten. Gruppe Tiergarten: Nächste Rufammenkunft Mittwoch, den 17. februar, abends 8 Uhr, in ber Borwärtsspedition helmshavener Git, e mitommen, Anschließend Belpredjuna einer für Sonntag, den 21. februar, Bortrag des Genoffen Lepinsti ülber Staatsauffassung". Gäfte geplanten Fahrt. Gruppe Brenzlauer Berg: Donnerstag, ben 18. Februar, abends 7 Uhr, im Jugendheim Danziger ett 62. Baraden. Neben bez großer Dichtung her, Chansons und fonftige fred beiten von Hermann Neiße, Ala. bund. Mehring, Ringelnak( Walther G. Ofchilewski). Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 7. Abt. Am Sonnabend ist plöklich und unerwartet unfer Genoffe, Balt wirt Wilhelm Dams, Schlegelftr. 9, im 65. Lebenslahr verstorben. Ein äfcherung am Freitag, den 19. Februar, abends 8 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Rahlreiche Beteiligung erwartet die Abteilungsleitung. 35. Abt. Am Freitag verstarb infolae einer Operation gans unerwartet unsere Genoffin Sermine Sabath im Alter von 55 Jahren. Cinäicherung am Donnerstag, den 18. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baum schulenweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Mittwoch 17. Februar 1926 Unterhaltung und Wissen Der frühe Pflüger. Noch rüttelte des jungen Morgens Hand Bergebens an den Pforten dieser Erde, Da ging ein Pflug schon durch das dunkle Land, Gemächlich schritten Bauer hin und Pferde. Dem Tag entgegen stiegen fie bergan, Es flatschten auf der Tiere Bug die Zügel Jegt hob vom Himmel schwarz sich das Gespann, Dann sant es, langsam schwindelnd, hinterm Hügel. Im Often aber wuchs ein blaffer Spalt, Durch den des Lichtes erste Boten quollen. Es tam der Tag mit siegender Gewalt, Rot blühten auf die frischgebrochnen Schollen. Und als schon durch des Himmels offnes Tor Die frischen Morgenwinde brausend stoben, Stieg wiederkehrend das Gespann empor, Bom Dampf der Aderpferde zart umwoben. Langfam entwuchs der Tiefe Mann und Roß. Doch da sie ruhten auf dem Hügelkamme, Berwandelte den Dunst, der sie umfloß, In lichtes Gold der Sonne erste Flamme. Paul Mochmann. Florentinischer Karneval. Bon Max Barthel ( Schluß.) ,, Die Sache ist gut," sagte der Buchhändler, als sich die Zuschauer verlaufen hatten. Die Sache brummt. Dreißig Lire, Schäße ich." " Siebenundzwanzigeinhalb," sagte Ballus. ..Siebermndzwanzigeinhalb durch vier macht fieben," rechnete der Türke aus. ..Sechs für uns und den Rest für den armen. Ausländer," sagte der Journalist. Er hat seine Sache gut gemacht." ,, Du am besten," versicherte der Gelobte. Dann wurde das Geld verteilt. Ballus hatte etwas über neun Lire und ließ fich mit den anderen Kameraden durch den bewegten Strom des Karnevals treiben. Am Hause Dantes sammelte sich die Kumpanei, um dem gläubigen Volte noch einen Aft von der Komödie der Rührung vorzuspielen. Aber dieser Aft wurde nicht bis zum Ende gespielt. Der Journalist hielt gerade seine groß. artige Rede, die nur so von Menschenliebe triefte, hatte noch nichts geerntet als lautes Gelächter, als zwei Wagen mit vier jungen Mädchen vor dem Redner anhielten und sich durch eine gut gefüllte and ficher gezielte Handvoll Konfetti vorstellten. Der pathetische Mund des Journalisten schloß fich plötzlich zu einem dumpfen Gur geln, das im lauten Beifall der vielen Leute und dem hellen Beiber. gelächter sehr bald erstarb. Der Redner war als Journalist an die sonderbarsten Dinge gemöhnt, aber so schnell hatte ihm noch fein Mensch den Mund ge schlossen. Wie ein chinesischer Zauberer sprudelte er endlich das bunte Papier heraus, war fofort Herr der Situation, als er die Mädchen erblickte und mit dem Konfetti einer wißigen Rede den Wurf vergalt. Nun begann eine richtige Schlacht mit buntem Schnee wirbelnden Papieres, den vielfältigen Auf und Ab weiblichen und männlichen Gelächters, die Narrenpritsche gelinden Spottes fnallte hin und her, die Komödie der Rührung war ausgespielt. Ein anderes, viel schöneres Spiel begann. Die vier Bettler maren feine Bagabunden mehr, sie waren junge Männer, Hebten das Abenteuer und nahmen mit großem Stolz die Einladung der Mädchen an, in die Wagen zu steigen und mit großem Bomp durch Den Karneval zu futschieren. Die Pferde zogen an. Die zwei Wagen ratterten nach belebten Straßen, und an einer Piazza taufte der Journalist Süßigkeiten, Blumen, Konfetti und Papierschlangen. Als er das letzte Geld ausgegeben hatte, mußte Ballus zahlen, und im anderen Wagen wetteiferten der Buchhändler und der Türte um die Krone der Freigebigkeit. Die Mädchen waren sehr vergnügt, lachten und lehnten fich manchmal leicht an ihre Kavaliere. Das Mädchen, das den Mund des Journalisten mit Konfetti verschlossen hatte, machte alles mieder gut und verschloß jezt denselben Mund mit einem flüchtigen Ruß. In einer Stunde war alles Geld ausgegeben und der Karneval hatte erst richtig begonnen. Einmal glaubte Ballus unter den Zuschauern Mafalda und Gemma entbedt zu haben, aber sehr schnell vergaß er seine Entdeckung, denn das Mädchen rechts von ihm, fie hieß Gina, drüdte zärtlich seine Hand und sah ihn schmachtend an. So hatte ihn Mafalda noch nie angeblickt und auch die Gemma nicht. In einer bunten Wolfe von Lärm und Gelächter rollten die zwei Wagen dahin. Der Journalist wurde zuerst nüchtern. „ Hofball bei Zille." Ma Ein Zilletyp, der auf diesem Ball nicht vertreten sein dürfte. 317 „ Das ist teine Maste?" fragte sina und zeigte auf die abge tragenen Kleider. Das ist euer Smoking und Frad? Bagabondi! Bagabondi!" sagte sie mit so entsetzlichem Hohn, wie ihn nur die Menschen kennen, die von ganz unten aufgestiegen sind. Mit einem Sat sprangen Ballus und der Journalist aus dem Wagen. Der Türfe und der Buchhändler sprangen mit verbugten Gesichtern nach. Hinter ihnen keisten die Mädchen. Die Tippel. brüder rannten die stille Gasse entlang. „ Berdammt! Verdammt!" fluchte der Journalist. Was ist los? Was ist los?" fragten der Türke und der Buchhändler aus einem Munde wie vorher die zwei Mädchen. „ Der Teufel soll Florenz holen!" fluchte der Journalist. Und die verdammten Weiber dazu. Sie haben uns für reiche Eng. länder gehalten, die sich zum Spaß als Bagabunden verkleidet haben." Dann tnirschte er nech andere Flüche, so grauenvolle und plastische, wie sie nur das Leben eingibt und wie sie der Herr Staatsanwalt so gern beschlagnahmt. Nach dieser Begebenheit zerschlug sich die Arbeitsgemeinschaft der vier Männer aus leicht begreiflichen Gründen sehr schnell. In der Albergo fam es zu einem großen Krach zwischen Mafalda und Ballus. „ Mit solchen Mädchen fährst du am hellen Tag durch die Stadt," schrie Mafalda.„ Du Maler du. Du bist ein schöner Maler. Haft ihnen wohl die Baden rot angemalt, eh?" Mit was für Frauen?" fragte Ballus unsicher zurüd. " Du Holländer, du Narr, du Maler, du Kind," ereiferte fich Mafalda.„ Die vier Mädchen, mit denen ihr gefahren seid, kennt man doch in ganz Florenz. Sie sind sehr liebenswürdig, folange Haft du noch Geld?" fragte er Ballus, der zwischen zwel die Lire tanzen.. Mädchen faß „ Mein. Und du?" Verdammt, feinen Soldo mehr," fluchte der Journalist. Was ist das für eine Sprache?" fragte Gina. Holländisch!" antwortete Ballus. " O Olandesi?" antmortete Gina. Und was für eine ausge„ Eine ausgezeichnete Maste?" fragte mißtrauisch der Journalist, " Eine wundervolle Maste," lachte Gina. Wir glaubten zuerst, ihr wäret Engländer." zeichnete Maste habt ihr heute gewählt." " Das ist Nein," fagte Ballus mit faltem Gesicht. Wir find feine Eng. länder und unsere Maste ist teine Berkleidung, Gina. unser Straßenanzug. Auch unser Frad und Smoting. Wie du willst, ragazza. Der Journalist winfte mütend ab. Eine Stunde lang hatte er nach Jahren den Helden spielen können, ben glänzenden Gesell. schafter und Kavalier. Und nun sollte abgeschminkt werden? Male. betto, das Leben ist nicht schön. Die zwei Mädchen erstarrten. Sie waren geschminkt und hatten viel Ret aufgelegt, aller Ballus schien es, als würden ihre Gesichter unter der Farbe ganz weiß. Auch die Augen, die so füß gelächelt hatten, wurden falt und finster. Gina beugte fich zu ihrer Freundin, zischelte einige Gefunden leise und aufgeregt und dann richteten sich zwei Mädchengesichter auf, zwei Gefichter der Medusa mit steinernen Zügen. Gina ließ den Kutscher aus dem Strom ber anderen Wagen fahren und an einer stillen Gaffe halten. Der andere Wagen folgte auch. Da mußte Ballus seine Niederlage eingestehen. Aber da er noch sehr jung war und vor einem Mädchen nicht erröten tonnte, verließ er sehr bald die Stadt Florenz. An den Carnevale dachte er nicht gern zurüd. In Empoli erlebte er einen anderen Carnevale, ein heidnisches Feft mit fingenden Kindern, brennenden Scheiterhaufen und sprühen den Feuern. Und auf so einem Scheiterhaufen, auf dem der ganze Unrat der Welt verbrannt werden sollte, warf auch Ballus die Bettlergeschichte unter dem Haupt der Medusa und wanderte fröh lich in den aufblühenden Frühling hinein. Der wahre Fridericus Rex. Aeußerungen, Briefe und Bemerkungen Friedrichs II. Wohl auf die meisten historischen Persönlichkeiten läßt sich der Schillersche Saz anwenden: Bon den Parteien Gunst und Haß Für den verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte." Breußentönig Friedrich II. trifft diese Feststellung nicht zu. Das fagen wir gleich: das angebliche Bild Bild seiner Persönlichkeit wurzelt tief in der Borstellung des Deutschen, und zwar so, wie es Schule und Schrifttum ihm fertig gemissermaßen finemato graphisch serviert einprägten, und wie er es fritiflos bewundernd hinnahm. Kommt die Rede auf Friedrich II., dann denkt er sofort automatisch an den alten Friz", den„ Bater seiner Soldaten", an den Philosophen von Sanssouci", den Schüger aller Religionen, Beilage des Vorwärts Künsten und Wissenschaften", kurz an das Ideal eines Staatsmannes. Gleich eingangs sei hier die Bemerkung gestattet, daß feinesmegs beabsichtigt ist, die Persönlichkeit dieses Herrschers einer tendenziös herabsezenden Kritik zu unterziehen; es soll lediglich jedem die Möglichkeit gegeben werden, das von parteiischer Seite gelieferte Anschauungsmaterial" zu ergänzen, abzuwägen und dadurch das konventionelle Bild im Sinne der historischen Gerechtigkeit nachzuprüfen und entsprechend zu berichtigen. Die Persönlichkeit eines fünstlerisch Schaffenden manifestiert sich in seinen Werfen. Das individuelle Bild eines Politifers tönnen wir uns am besten aus seinen Briefen und Memoiren rekonstruieren, Aeußerungen, in denen die Person nicht hinter dem Werke verschwindet, sondern sich als Mensch dem Menschen erschließt. Wie Wilhelm II. ein Bielredner( Schwäger) war, so könnte man Friedrich II. als einen Vielschreiber im guten Sinne bezeichnen. Auch in anderer Beziehung zeigen sich Familieneigentümlichkeiten der friedfertigen Hohenzollern gleichermaßen aus geprägt: wie fein Nachfolger wollte schon Friedrich stets den Frieden und bereitete den Krieg. Da diese Unternehmungen indessen meist glücklich verliefen und aus fremden Taschen bezahlt wurden das Blut der Landesfinder rechnete ja nicht mit, so hatten die königlich- preußischen Untertanen nichts gegen Majestät einzuwenden, und sonnten sich in deren Ruhme. Genau wie später jeder preußische Leutnant einen guten Teil der Goethe und Kant entgegengebrachten Würdigung für sich reklamierte. Lassen wir nun den immerhin bedeutendsten Hohenzollern felbft sprechen und bemühen wir uns, zu erkennen, daß er auch nur ein Mensch war, dem durch Herkunft, Erziehung und durch den Einfluß seiner Umgebung Grenzen gesetzt waren, die selbst ein stärkerer Wille nicht hätte überschreiten können. Jm Juni 1740 schrieb der König an das Generaldirektorium: Alle Religionen seindt gleich und güht, wan nur die leute, so sie profefiren, Erlige leute seindt, und wen Türfen und Heiden fähmen und wollten das land pöpliren, so wolen wir sie Mosqueen und Kirchen bauen." Aus dem gleichen Monat stammt die viel zitierte Sentenz:„ Die Religionen müssen alle tolleriret werden und mus der Fiscal nuhr das Auge darauf haben, daß keine der andern Abruch tuhe, den hier muß ein Jeder nach seiner Fasson selich werden. Das flingt alles sehr schön. Wie erklärt sich aber dann folgende Randbemerkung zu dem Gesuch des Schuhfuden Meyer Benjamin aus Magdeburg, welcher die strafwürdige Bitte um Bewilligung der Bürgerrechte dieser Stadt tat: Der Jude Sol Sich vohrt aus Magdeburg Baquèn oder der Comandant wird Ihm heraus Schmeißen. Auf das Gesuch des Generalleutnants von Dierede, welcher für feinen Schwager von Grävenig die Erlaubnis, eine Bürgerliche(!) zu heiraten, erbat, schrieb der Boltstönig: Fui mohr Er so mas Dohrschlagen fan." Die gleiche Bitte eines Grafen Maruschka findet folgende Beant wortung: Ich befümre mir nicht um Seine amours( Liebschaften) • In einem Briefe vom 24. Februar 1781 an d'Alembert schreibt ber König: Unsern Deutschen ist das Uebel eigen, das man Wortdurchfall nennt; eher würde man sie stumm als sparsam mit Worten machen.."( Was vorahnend und zutreffend wohl auf den Nachfommen gemünzt war!) Ein Schreiben vom 8. September 1782 an ben gleichen Empfänger enthält die bedeutsamen Worte: Stets wird fich das Boll, das überall die große Anzahl ausmacht, durch Ber trüger und durch Schurken regieren lassen; und die Zahl der Weisen. mirb allezeit nur aus wenigen einzelnen Köpfen bestehen." Am 22. Januar 1784 schrieb der König an den Profeffor Myller, welcher eine Sammlung alter deutscher Gedichte herausgegeben hatte: Meiner Einsicht nach find Solche nicht Einen Schuß Pulver mert. In meiner Büchersammlung wenigstens würde ich solches elendes Zeug nicht dulden, sondern herausschmeißen!" Charakteristisch für Friedrich II. find seine Worte an Jordan, geschrieben am 24. Februar 1741: Ich bin jetzt auf meine Sicherheit bedacht und bereite alles vor, um den nächsten Feldzug mit Erfolg führen zu können... Ich liebe den Krieg um des Ruhmes willen. ( Die Invaliden feiner zahlreichen Ruhmesfriege" hätten wohl gern an Stelle ihrer Holzbeine die ganze gloire" für gesunde Glieder ein getauscht!) Die Schreden des Krieges, welche Friedrich wie zu seiner Obersten Kriegsherrn" wenigstens in unmittelbarer Nähe der Ehre erwähnt werden muß im Gegensatz zu unserem ehemaligen Schlachtorte tennen lernte, veranlaßten manche Reflexionen, die er beffer vor seinen Unternehmungen angestellt hätte: ,, 10. Juli 1745. Ich wünsche gar sehr, daß dieser Wahnwiß, der jetzt in Europa herrscht, einmal der Vernunft Plaß machte, und daß diese ehrgeizigen und galligen geheimen Berbindungen, die die Bolitik( der andern natürlich!) beherrschen, endlich einmal mit dem menschlichen Blute, das sie vergießen lassen, gesättigt wären Zu seinem Setretär Darget äußerte er im Jahre 1745:„ ünftig Breite ich eine stage mehr or suber um mich auffen betrachteten, Hohenzollern sich von jeher bedroht und angegriffen wurde dieser Vorfah nicht eingehalten!) Das Berlangen nach Ruhm( 1) und mein Borteil( sehr ethisch!) haben mich zu meinem ersten Kriege, mein Eifer für Frankreich zu dem zweiten bewogen." In den Geschichtsbüchern lieft man's anders! Ueber Kunstfragen, Shakespeare, Goethes Göz und den GeSchmad des deutschen Publikums urteilt der König sachverständig im Jahre 1780:" Um fich davon zu überzeugen, wie wenig Geſchinad unsere öffentlichen Schauspielhäuser begeben. Man wird dort die in unfere Sprache übersezten erbärmlichen(!) Stüde Shakespeares aufführen und die ganze Zuhörerschaft vor Freuden außer sich sehen, wenn sie diese lächerlichen Poffen anhört, die würdig der Wilden von Kanada find. Da erscheint jetzt noch ein Götz von Berlichingen" auf der Bühne, eine abscheuliche Nachahmung dieser schlechten englischen Stüde; und das Parterre applaudiert und verlangt mit Bea geisterung die Wiederholung solcher geschmaclofen Blattheiten." Auf Grund aller vorstehenden Aeußerungen wir man sich leicht ein charakteristisches, wahrheitsgetreues Bild der Persönlichkeit Friedrich II. machen können. Anschließend daran dürfte sich allgemein die Erkenntnis Bahn brechen, daß die Geschicke einer Nation felbft in der schlechteften Republik beffer gewahrt find, als in den Händen ( und unter den Launen) des besten Fürsten! Dr. Frizz Lochner( Berlin). Was find Nova- Sterne? Eigentlich bedeutet das Wort: neue Sterne, aber in Wirklichkeit sind es aufflammende Himmelsgebilde, die die Sternfarte stören. Solche haben seit Jahrhunderten immer wieder die Menschen erschreckt. Heute aber, da in allen Kulturländern Tag und Nacht der ganze Himmel von einer gelehrten Fernrohrwache überwacht wird, werden solche jedes Jahr festgestellt. France teilt in dem neuen Kosmosbändchen Harmonie in der Natur" folgendes darüber mit: Ein einfacher und bescheidener Stern beginnt plößlich heller zu leuchten; in Monaten oder binnen einem Jahr erreicht er ein Mehrfaches an Helligkeit, dann sinkt er wieder in das Dunkel zurüd, aus dem er gefommen war. Stumm und weit scheint sich da ein ferner Weltbrand, eine Himmelsfatastrophe abzuspielen, fet es, daß Sterne zusammenstoßen oder, wie der im Jahre 1924 verstorbene Aftronom Seeliger annahm, daß ein Stern in einen Nebel eindrang und infolge der dabei entwickelten Wärme aufflammte. Jedenfalls bedeutet die ferne, ferne Flamme draußen in der Sternennacht Bernichtung und vielleicht Tod und erweckt Verständnis in uns für den dunklen kosmischen Staub, der ununterbrochen auch auf unsere Erde niederregnet, wie Bolarforscher ihn oft fanden. Sei kein Tor beuge vor nimm ' Dr. Schröder's AUFBAUSALZ Wissenschaft und Nährsalzfrage. 5. Die führenden Physiologen Professor Dr. Albu und Neuberg schreiben: „ Es hat sich erwiesen, daß die Salze durchaus keine unwesentlichen und passiv mitgeschleppten Begleiter der organischen Nährstoffe sind; sie spielen vielmehr eine eminent aktive Rolle bei der Ausnutzung der Gesamtnahrung und gerade der anorganischen Nährstoffe. Wenn auch in ganz anderer Richtung als der letzteren, sind auch die Salze Träger von Energie, welche im Körper in Bewegung umgesetzt wird. Diese Erkenntnis ist eine der reifsten Früchte... PRISE TAOLICH * Dr. SCHRODER'S AUFBAUSALZ Groß- Kur M. 3.-, Klein- Kur M. 1.20 GANZES LEBEN JUGEND In allen Apotheken und Drogerien zu haben. Generalvertretung: „ Vita" Vertriebs- Handelsges. m. b. H., Berlin SW 48, Besselstr. 19, 1. Stock, Ecke Charlottenstr. Telephon: Dönhoff 349 Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Lessing- Tb. 8 Uhr: 8 Uhr Der Kaufmann Gastspield Saltenvon Venedig Morgen 8 Uhr burgs Bühnen KronDer Hantmenn prinzessin Von Venedig Staats- Theater Kleines Th. Opernhaus 7: La Traviata Opernhaus am Königsplatz 814 Uhr: Ein Spiel von Großes Schauspielhaus Fair Bun Dich CHARELL- REVE TÄGLICH 84 Th. a. Hollendorfpl 8 Uhr: Neues Th. am Zoo Aliabend! 8 Uhr: Guido Zentralverband der Angestellten Wieder haben wir eine traurige Pflicht zu erfüllen. Unser Kollege Max Schüler ist am 15. Februar nach langem schweren Leiden entschlafen. Er gehörte- nach vorheriger Mitgliedschaft im Verbande der Lithos aphen und Steindrucker seit 1907 unserer Organisation an. Als Revisor der Ortsgruppe, als Mitarbeiter in der Fachgruppe Sozialversicherung und als Mitglied der Ortsverwaltung hat er sich in jahrelanger treuer Zusammenarbeit die Achtung und Freundschaft weiter Kollegenkreise erworben. Das Vertrauen der Mitglieder berief ihn zum Reviser des Gesamtverbandes. Auch hier hat er die gewerkschaftliche Erfahrung von Jahrzehnten mit Erfolg in den Dienst unserer Bewegung gestellt Wir verlieren in Max Schüler einen rührigen Funktionär, dem wir ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren werden Zentralverband der Angestellten Der Verba dsvorstand. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Die Einäscherung findet Freitag, 19 Februar, Uhr nachm., im Krematorium Wilmersdorf, Fehrbelliner Platz, statt. Zahlreiche Beteiligung der Mitgliedschaft wird erwartet. Plöglich und unerwartet veritarb am Sonnabend nach längerer Krant heit mein lieber Mann, unfer guter Bater und Großvater, der Gastwirt Wilhelm Dams im 65. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an mit ber Bitte um ftilles Beileid Witwe Wilhelmine Dams nebst Kindern Berlin, Schlegelite. 9 Eindscherung: Freitag, abends 8 Uhr, im Arematorium Gerichtstr. Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands Geschäftsstelle Groß- Berlin. Wir erfüllen hiermit bie traurige Pflicht, den Tod unseres Kollegen Julius Fischer Bezirk Hallesches Tor, verftorben am 13. Februar, bekanntzugeben. 1742 Ehre feinem Andenten! Die Beisehung erfolgt Donnerstag, ben 18 Febr, nachm. 2 Uhr, in Ma rendorf. Eisenacher Str., Heilig- Kreuz Kirchhof. Die Ortsverwaltung. Herrnfeld METROPOL Intimes Th 8 U. Zwei groß Schlager: Thielscher Famil. Schmock חי Stöpsel KleinePreise: Parkett1-2M. Park.- Paut.3-4 M. Orchest. Faufenil 5 d. Sessel 6 M varkauf ununterbrochen Klabriaspartie Kleine Friedenspr Central Theater Uhr Der Fremde 8 O Das Kabarett der Funkfreunde Eintr. 1, 2 u. 3 M. Theater am Trauerfpenden Deutsche Werke Aktiengesellschaft, Berlin Art The ert preiswert Paul Golletz. vormals Robert Meyer Mariannenstr.3. Amt MorinoL 103 03 Grundeigentum Sodald Park MOPE Gebäude SPARKASSE Betriebsanlagen Landkreises Bilanz per 30. September 1925 OSNABRUCK Schiffe, Fuhrpark und Autos. Werkzeugmaschinen Besitztelle 100 Dockanlagen, Hellinge und Nebenanlagen Modell, Formen und Werkzeuge MARK Vorrichtungen und Lehren Mobiliar und Utensilien. Quittungs-, Rabatt- Patente und Schutzrechte u. Reklamemarken im Bau befindliche Neuanlagen gegen Nachahmung Beteiligungen gesetzl gesch. fe: tigt seit 45 Jahr. als Spezialität Conrad Müller Schkeuditz- Leipzig. Beteiligungen an den Nachfolgegesellschaften Deutsche Industriewerke A- G., Spandau Deutsche Kraftfahrzeuge A.-G. Haselhorst Deutsche Stahl- und Walzwerke A- G., Stenburg Deutsche Spinnereimaschinenbau A.- G.. Ingolstadt Deutsche Präzisionswerkzeug A.-G., Amberg. 7 996 000, 5 000 000, 3 999 000, 2960 000, 500 000, Radio- Devisen, Schecks, Wechsel, Bank- und Scheckguthaben apparat mit Detek- Debitoren tor, Kopfhörern und Warenbestände Montagematerial, Hinterlegungen zusammen nur 12 M. Avale Radio Vertrieb Ratzlerstraße 12, Verderhaus II. Am Gannabend, den 13. februar, verstarb unser langjähriges Mitglied, der Kollege Dreher Gustav Wruck, Steglig. Alsenstraße 5 Ehre seinem Audenten! Branchenkommisson d. Dreher im Deutschen Metallarbeiterverband Einäicherung Donnerstag, 18. Feb, nachmittags 4 Uhr im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 8ahlreiche Beteiligung wird erwartet.[ 120/20 Genoffe Richard Eichberg Kaifer- Friedrich- Str. 202 11 ift bereits vor acht Tagen verstorben. Die Beerdigung hat bereits ftattgefunden. Die Abteilung wird sein Andenten in Ehren halten. Neukölln, 82. Abteilung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Schwarzbledigloffer! Aktienkapital 93 904.24 3727343,95 Schuldtelle Aktien Lit. A. 28 000 000, Aktien Lit. B. Reservefonds Erneuerungs Rücklage Kreditoren Darlehen Reichsfinanzmin sterium Vortrag per 1 10. 24. Uebergangsposten Gewinn- und Ver ust- Konto per 1924/25 Kautionen Avale 1 000 000.Reichsmark 6 000 648,66 6 604 360,-20 455 000, 1998 709,31 8364.51 17 773 918 64 275 976,02 53 116 937,14 Reichsmark 29 000 000, 5 800 000, 294564 16 1 140 177.61 10 00 000, 3 763 840,21 360 995.84 469 405,16 108 409.32 93404,24 3727 543,-5 53 116 987,14 Gewinn- und Verlust- Rechnung per 30. September 1925 General- Unkosten Abschreibungen auf: Aufwendungen Reichsmark 4 975 696,24 Gebäude 134 782,47 Betriebsanlagen 153 784,25 58 978,67 Dockanlagen. Hellinge und Nebenanlage Model e, Formen und Werkzeuge Vorrichtung n und Lehren 32 778, Mobilar und Utensilien 1696.78 4.39 Werkzeu maschinen Im Bau befindliche Neuanlagen Gewinn Unsere Branchen- Bertrauensmänner fonferenz findet Umstände halber erit Gewinn- Vortrag aus 1924 am Donnerstag, den 25. Februar, statt. Brutto- Gewinn. Die Ortsverwaltung. 120/19 Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarren geschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 A. Beheim- Schwarzbachs Kottbusser Tor Kaufmännische Privatschule Kottbusser Str. 6 Tägl.8 ( Inh. F. Eggert) Metropol Theater Tags U.- Stg. 3U Neukölln, Anmeldung, Ganghoferstr. Tägl. 8 Uhr Schauspielhaus Tod u. Liebe Die offizielle Th. in d. Lützowstr. Nawette Sagen Sie alles ab anginn neuer rjahres- und Jahres Tägi. 8 Uhr. No und Berliner Str. 82( Privatwohnung) was Sie im Lehrgänge Fernsnr.: Neukölln 1063 8U: Im weißen Roß'I Regie: Viertel Schiller Theater 8: Wallenst. Lager Fran Operette in 3 Akten Lempke's Die Piccolomini Residenz- Th Preise 1 M. bis 10 M. 8 Uhr: Städtische Oper Die Durchgängerin Charlottenburg 7% Uhr: Der fllegende Holländer Abonn- Turnus I Deutsches Theater 8 Uhr: Juarez und Maximilian m Claire Rommer Thalia- Theater Un Der a.te Dessauer Anneliese von Dessau Il Teil Gustav Charlé Barnowsky- Sühnen Theater Königgrätz.Str. T.:Hasenheid.2110 8 Uhr: Einen Jux will sel. Witwe Admiralspalast Musik v. Dr.R.Hirsch Volksfümliche Preiss 1-4 M Im Vorverkauf Theaterkasse Tärlich 8 Uhr Bote& Bock Werth. 20% Ermäs Kaller- Revue MonatFebr hindern könnte, die EliteSänger mit ihrem Rose- Theater Achtung! Pracht- Programm zu besuchen! er sich machen Uhr Amausi Welle 505 Eintritt 0,50-2,50 M Komödienhaus fel: Norden 6304 8 Uhr: Kurt Vespermann Der Garten Eden Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Die Tribune Tel: Wilhelm 5363 8 Uhr: Lene, Lotte, Liese Die neuen Herren Kammerspiele Mony Wessely 8 Uhr Josefine Dora Oskar Sabo Die letzte Georg Baselt Geliebte Die Komödie Theat.d. Westens Karfürstendamm 206/7 8 Unr Gesellschaft 11.15 Uhr 3 Uhr: Gastspiel Tanzgruppe Mary Wigman Ab morgen tgl. 8: Spiel Das u. die Liebe Nacht vorstel ung Berlin r Theater Blauer Vogel" Messalinette alle Plätze 3 und 5 M 8 Uhr Deutsches der Starke Casino- Theater Täglich 8 Uhr Neu! New! Der große Erfolg Helenes Liebesabenteuer und das bunte Programm! Komische 8% Oper 84 Von A- Z Kleine Preise 50 Pfg. bis 4.5) Mark WINTBRIEN Die Revue der Trianon Theater Kans.- Theater Liliputaner Zentr 2591 8 Uhr: 8 Unr: Paganini Sadie vom Th.a. Kurfürstendamm 8 Uhr Broadway Die Nacht Ein lust. Stück a. d. der Nächte am. Geschäfts'eben Th.a.Schiffbauerdamm Walhalla- 8 Uhr: Lustspielhaus Th. Weinbergsweg Der fröhliche Weinberg Täglich 8: Marschall Vorwärts Mus ausg. v Uts Tonkünstl.- Orch. Circus Busch Tgl.7 d. or Cire- Progr.a Die Gorillabrant SCALA Rastelli und 10 weltere VarietéSensationen 8 Uhr: Dicky Wallner- Theater 8 Uhr Kolportage im sensationellen Februar- Spielplan Sonntag 3, Uhr: halbe Preise Rauchen gestattet Reichshallen- Theater Abends 8 U., Sonntag nchm. 3 U. Stettiner Sänger Nachm halbe Preise volles Abendprogramm! Dönhoff- Brettl 10 Nummern! Tanz und Urfidelitas! Neue Welt A. cholz:: Hasenhelde 108-114 Mittwoch, den 17. Februar, sowie täglich: den Bockbierfester Albem 8 Kapellen/ Neue Dekorationen 30 bayer. Madi Ausstoß d. berühmten Bergschloß- Jubil.- Bock Heute Spez.: Bayer. Weißwürstl Anfang 7 Uhr Einlaß 6 Uhr Voranzeige! Donnerstag, den 18. Februar: Großes Schweineschlachten Wir bleiben weiter billig! v. 1 bis 8 M. Philharmonie 8 Uhr: Sinfonie Konzert des Philharm. Orch Dirig: Prof. Prüwer 6 Sinf. Tschaikowsky, Sol.: H. Holst Adolf Hoffmann Episoden und Zwischenrufe aus der Parlaments- und Minifterzeit. Breis 1 Mart. Borto 5 Pfennig. Vorräfig in allen BorwärtsAusgabestellen. Gewinn- Auszug 5. Klasse 26. Preußisch- Süddeutsche Klassen- Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find awei gleid bobe Ge winne gefallen, und zwar je einer auf die Rofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen 1 und 2 11. Ziehungstag 15. Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 5000 MH. 184688 10 Gewinne zu je 3000 Mt. 51684 142867 168824 171953 285790 16 Gewinne au je 2000 m. 14239 50246 82264 115143 170886 183751 202198 260306 26 Gewinne au je 1000 m. 5917 8421 20546 40370 50662 72481 84290 140386 154597 237303 248074 250228 276732 74 Gewinne zu je 500 m 27239 28183 28611 31699 47505 61661 71026 83441 87320 87612 90883 92013 103986 105617 114088 117999 123082 130024 133750 136965 142842 144202 158999 163945 164191 177273 190943 194533 213398 226720 23352b 252567 255006 262426 275732 278777 291943 196 Gewinne ju je 300 m. 13011 16319 19316 23093 24431 24827 27910 29484 32559 33549 35617 38766 38838 49077 54526 59371 65398 66596 69999 77462 80396 83181 83413 89069 89389 89629 94627 98942 101791 101915 103474 105714 109031 110423 112506 113271 117314 126605 126903 128699 128935 129279 131033 131242 133655 136274 139701 142579 143755 148893 151918 153195 154452 155715 158523 158564 158842 161623 163396 174872 176661 182278 182487 183858 188315 188805 188840 192710 192855 198751 199510 200578 202301 212559 213569 215288 220789 224585 226153 235125 237192 240176 248635 249135 253649 264760 266693 273223 279562 280161 282591 284145 287687 287931 291556 295364 296318 299728 12. Ziehungstag 16. Februar 1926, vormittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 75000 t, 231982 4 Gewinne au je 25000 r. 164584 198144 8 Gewinne ju je 5000 mt. 36487 69132 121366 251436 8 Gewinne zu je 3000 r. 39016 70944 270857 287780 10 Gewinne zu je 2000 m. 93311 125452 167751 235145 298860 32 Gewinne zu je 1000 m. 4247 32757 51241 62243 100461 110726 120381 133692 143909 151039 153110 164966 172203 250189 278518 294904 74 Gewinne zu je 500 m. 9037 10622 11904 20677 22044 29158 34055 54092 59970 65823 68972 74250 77928 81225 108651 129029 130427 143927 148474 154141 166477 178540 186341 190001 190527 195183 200405 228665 236123 254038 268762 270262 279561 279930 283266 285146 289541 230 Gewinne zu je 300 mt. 1002 3216 3451 4005 6466 7421 14662 15566 20900 26135 28731 32618 34991 36368 40560 40586 40593 40772 45507 46658 49466 52852 57466 57876 62904 63319 70905 73931 79109 82923 88598 90165 90687 92234 92244 94780 101353 104444 110206 112089 114276 115818 118948 119365 125097 126259 126621 128816 129938 130172 136836 138350 141527 143843 144723 145134 148544 148950 149985 154743 157525 158159 16'179 164997 169034 171393 172415 173194 174222 174530 177069 190442 184509 187022 191843 192121 192954 193094 193765 196948 198954 202212 207493 208051 208551 209386 217124 223381 228911 235148 237804 237945 240801 243275 246495 247596 248205 249422 250540 250712 263157 263749 266373 267835 270222 275350 276805 277095 281392 285235 287174 288561 290276 293012 294674 Berlin, im Januar 1926. Erträgnisse 36.60 255,30 Deutsche Werke Aktiengesellschaft 390 995,68 469 405.16 5836 097.08 Reichsmark 36 995,84 5475 101,24 5856 097,08 Die vorstehende Bilanz und Gewinn- und Verlust- Rechnung haben wir nachgeprüft und mit den ordnungsmäßig gerührten Büchern in Uebereinstimmung befunden. Berlin, im Januar 1926. Deutsche Revisions- und Treuhand- Aktiengesellschaft. gez. Dr. Adler. gez. ppa. Böhm. räuter- Franzbranntwein K Ueberall erhältlich KLEINE ANZEIGEN OPP& JOSEPH des Vorwärts sind Berlin W. In der Gesamtauflage besonders wirksam und trotzdem schr billig! ☐ KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 12 Pi. Das fettgedruckte Wort 25 Pf.( zulässig zwei fettgedruckte Worte). Stellengesuche das erste Wort( fett) 15 Pf.. jedes weitere Wort 10 Pf. Worte über 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis42 Uhr nachmittags in der Hauptexpedition des Vorwärts, Berlin SW, Lindenstraße 3, abgegeben werden. 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Angenommen werden die sozialdemotratischen Anträge: die Reichsregierung zu ersuchen, auf die Reichsbahnverwaltung einzuwirken, daß 1. die Leistungen aus der Arbeiterpenfions fasse der Deutschen Reichsbahn eine den heutigen Leuerungsverhältnissen entsprechende allgemeine Erhöhung ers jahren; 2. die Unterschiede in den Leistungen an die Alt- und Neurentner zu beseitigen und die Altrentnerbezüge den Bezügen der Neurentner gleichzustellen. ferner, die Reichsregierung zu ersuchen, im Interesse des um seine Existenz ringenden niederschlesischen Kohlenreviers dahin zu wirken, 1. daß die Reichseisenbahn mit sofortiger Wirtung weitaus größere Kohlenmengen dem niederschlesischen Revier entnimmt als bisher, 2. daß umgehend die Tarifföße für den Eisenbahntransport niederschlesischer Rohle bedeutend ermäßigt werden. Der deutschnationale Antrag: Die bestehende Differenzierung in den Frachten zwischen Fabritkartoffeln und son. ftigen Kartoffeln aufzuheben, und die getrockneten oder gedörrten Kartoffeln, zu Futterzweden bestimmt, aus Riasse E in Staffe F zu versetzen, wird mit 2 Stimmen Mehrheit angenommen. Zustimmung findet ein sozialdemokratischer Antrag, die Reidsregierung zu ersuchen, bei der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft darauf hinzuwirken, daß die engekündigte Beseitigung der Fahrtvergünstigungen für Schwerfriegsbeschädigte unterbleibt. Ein deutschnationaler Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, auf die Reichsbahn dahingehend einzuwirken, daß die Bahn hofswirtschaften angewiesen werden, frische Milch zum Berlauf an die Reifenden bereit zu halten, wird einstimmig ange nommen. Auch die von den Parteien vorgelegten Anträge auf Husbau und Elektrifierung verschiedener Eisenbahnstrecken werden angenommen. Einige fommunistische und ein deutschnationaler Sintrag werden abgelehnt Der Haushalt des Rechnungshofes des Deutschen Reichs, ebenso der der Reichsschuld wird ohne Aussprache angenommen. Es folgt die Beratung des Haushalts des Reichsjustiz minifteriums. Abg. Korsch( Komm.) berichtet über die Berhandlungen des Ausschusses, der den Antrag stellt, die Kosten für den Staatsgerichtshof zu streichen. Abg. Hanemann( Dnatt.) erklärt, der Schaffung besonderer Arbeitsgerichte merde die deutschnationale Fraktion energischen Biderstand entgegensetzen. Bei der künftigen Reform werde der Heranziehung des Laienelements gebührend Rechnung getragen sein, cber es sei falsch, jetzt eine solche Teilreform vorzunehmen. Der edner polemistert gegen den republikanischen Richter hund und verteidigt das Verfahren gegen den Landgerichtsdirektor rohner. Bu verlangen sei, daß die Ernennung der Staatsanwälte unter Mitwirfung der Richterfollegien erfolge. Abg. Dr. Levi( Soz.): | Rolle zu spielen fuchen, sich als Vertrauensmänner der Dominialarbeiter aufspielen, bei den heutigen politischen Verhältnissen solange wie möglich an dem politischen Leben nicht teilnehmen dürften. ( Stürmisches hört, hört!) Bei dem anderen wurde als strafperschärfend angesehen, daß er eine Borstrafe megen Hehlerei erlitten habe und Rädelsführer bei dem Land arbeiterstreit gewesen sei. Die wirtschaftliche Bedrängnis, die ihn zum Kartoffeldiebstahl verleitet habe, habe er selbst verschuldet. Er habe sich nicht entblödet, dem Dominium, das durch den Streit selbst geschädigt worden ist, noch Kartoffeln zu stehlen. Drei Monate Gefängnis seien dafür angemessen.( Lebhafte zurufe: Wie heißt der Mann.) Der Richter heißt Springer. Allerdings trat später Begnadigung ein. Aber der Einzelrichter bleibt doch weiter Richter. Schuld an solchen Urteilen ist nicht allein der einzelne Richter, fondern das ganze System. Einzelrichter sein heißt, daß er Termine anberaumen kann wie er will, die Deffentlichkeit erfährt nichts davon. Er fann folche Urteile in dem Dunkel des Amtszimmers sprechen. Es ist gesagt worden, wir würden mit der Zeit gute Einzelrichter be fommen, solange aber die Richter so geschult werden wie bei uns, werden wir Einzelrichter, die wirklich Recht sprechen, nicht erziehen. Was jetzt vorgeht, das ist eine Vivisettion am lebenden Körper des Voltes.( Sehr richtig bei den Soz.) Bizepräsident Bell bittet den Redner seine Ausdrucksweise zu mildern.( Lebhafter Widerspruch Lebhafte Klagen haben die Berteidiger zu führen. Man verweigerte ihnen die Einsicht in die Akten, die bescheidenen Rechte des Angeklagten werden dadurch noch weiter beschränkt. Die Untersuchungsrichter sehen in den Berteidigern oft nur einen Begünstiger der Angeklagten. links.) In den letzten Wochen haben zwei Untersuchungsrichter in Effen und Breslau die Aften der Verteidigung beschlagnahint. Es ist nicht zu verstehen, daß die Reichsjustizverwaltung fich auf den Standpunkt stellt, das seien Angelegenheiten der Landesverwaltungen. Wenn auf Grund der bestehenden Gesetze diese Zustände nicht geändert werden können, dann ist das Reichs just i 3 ministerium dazu berufen, diese Geseze zu ändern. Der Angeklagte und fein Verteidiger müssen frei sein von den fie beschränkenden Maßnahmen der Untersuchungsrichter.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) zeife. Aus früheren Zeiten besteht noch ein Abscheu vor dem Ein anderes Kapitel bilden die LandesperratsproDelikt des Landesverrats. Wir müssen uns aber daran gewöhnen, daß der Begriff des Landesverrats fich gründlich gewandelt hat. Nicht nur der, der die Geheimnisse des Staates verrät, wird heute des Landesverrats beschuldigt, sondern schon der, der darauf aufmerksam macht, daß 20 junge Leute sich zusammensetzen und sogenannte vaterländische llebungen veranstalten, soll ein Landesverrat fein! Jn neun Zehntel der Landesverratsprozesse handelt es sich um Fälle, die befanntgegeben worden sind, weil sie mit den deutschen Gefehen in Widerspruch stehen. Aber weil die Betreffenden angeb. lich einen falschen Weg gegangen sind, und die Engländer oder Franzosen davon Mitteilung erhalten haben, sollen fie Landesverrat begangen haben! Es ist jetzt nicht schwer, jeden Menschen bei uns mit dem Worte Landesverrat zu belasten. Ich ersuche die Regierung um Auskunft, ob es richtig ist, daß im Jahre 1925 wegen Landesverrats 940 Jahre Zuchthaus verhängt worden sind.( Lebhaftes Hört, hört!) Weber zwei Jahre haben wir jetzt die Emminger- Ber: Was es mit solchen Zuchthausurteilen auf sich hat, wissen mir aus ordnung. Die Erfahrungen haben dafür gesprochen, daß die Eindem Falle Bandt. Mit der inzwischen erfolgten Begnadigung führung des Gütenerfahrens im Zivilprozeß das Prozeßverfahren dem Falle Bandt. Mit der inzwischen erfolgten Begnadigung felbst nur verzögert. In der Strafrechtspflege verlangen wir drei ist dieser Fall nicht erledigt. Das Reichsjuftizministerium hat geglaubt, ihm noch nachträglich einen Stoß versezen zu können. Ein Reformen. Zuerst haben wir Beschwerde zu erheben gegen das Berfahren bei Durchführung der Untersuchungshaft. Gnadenakt soll die Strafe tilgen, die Justizverwaltung darf aber Seit 7 Jahren führen wir darüber Klage. Wir hoffen, daß das nicht einen Mann, den sie aus dem Zuchthause entläßt, vor der gegenwärtige Juftizministerium die Erfahrungen aus dem Falle Deffentlichkeit noch nachträglich infamieren. Die Reichsjustizver fle zur Beranlaffung nehmen wird, um eine Reform der Unter- waltung hätte doch nicht daran vorübergehen dürfen, daß Wandt ein fuchungshaft vorzunehmen, die oft schlimmer wirkt, als die schlimmste Gesuch um Einleitung eines Wiederaufnahmeverfahrens eingereicht Berurteilung. Die Berurteilung bedeutet seelisch den Abschluß eines hatte. Ein anderer Fall: bestimmten Kompleres. Wer aber in Untersuchungshaft fißt, ist in 13lliger Ungewißheit über seine fünftigen Aussichten auf Wochen und Ronate hinaus.( Sehr wahr bei den Soz.) Er wird völlig unvor bereitet über Nacht in Haft geholt, feine wirtschaftliche, gesellschaftliche und materielle Eristenz aufs schwerste geschädigt durch ein Berfahren, das aller gesetzlichen Sicherheiten entbehrt. Es muß verlangt werden, daß die Untersuchungshaft nur durch ein Verfahren verhängt werden kann, daß ebensolche gesetzliche Sicherheit enthält, wie das Strafverfahren. Ber in Untersuchungshaft fißt, befommt feine genügende Gelegenheit, fah auf die Hauptverhandlung vorzubereiten, die Länge der Unterfichungshaft, die oft gleichzeitig verhängt wird, kann den Ruin der Gristenz bedeuten. Ich weise demgegenüber auf England hin, mo fich, zur Ehre der englischen Richter sei das festgestellt, ein Richter fitbit Stellung gegen das unbillige Verfahren bei der Berhängung Der bei uns herr der Untersuchungshaft genommen hat. shende Zustand ist einfach unmenschlich. Ich nenne den Fall Höfle nicht wegen seiner materiellen Seite. Er mag schuldig gewesen sein, aber er war nicht so schuldig, daß er die Untersuchungshaft verdiente, die ihn getötet hat.( Sehr wahr.) Er ist teils aus Dummheit, teils aus Gewiffenlosigkeit zu Tode gemartert worden. Der zweite Sammelpunft unserer Beschwerden richtet sich gegen das System der Einzelrichter. Mittwoch, 17. februar 1926 Selbst im feinen Desterreich wären solche Fälle der Justiz wie bei uns nicht möglich, weil die dortige Presse nicht eher ruhen würde, bis Abhilfe geschaffen ist. Auch die deutsche Preffe sollte ihre ganze große Macht gegen diese Art Justiz einsehen. Die Massen, die Jahr für Jahr das große Unrecht leiden müssen, haben nur einmal im Jahre die Gelegenheit, von hier aus die Stimme des Rechtes zu hören. Der Tag, an dem hierüber Recht gesprochen wird, wird zu einem Tag des Gerichts über die Gerichte. Wir verlangen auch von den bürgerlichen Gerichten, denen wir als Gegner gegenüberstehen, daß sie wirkliches Recht sprechen. Reichsjustizminister Dr. Mary: Das Ansehen und die Autorität unserer Richter und unserer Rechtsprechung zu fördern, ist unsere Pflicht, denn eine intakte und allgemein angesehene Rechtsprechung ist eine der festesten Grundlagen unseres Staatswesens. Dieser guten Absicht dient man aber nicht durch solche Berallgemeinerungen, wie sie Dr. Levi vorgebracht hat. Er hat ganz allgemein schwere Borwürfe gegen den Richterstand gerichtet, die unbegründet, auch von ihm nicht begründet sind und die ich entschieden zurückweisen muß.( Hört! hört! und Zuruf der Kommunisten: Das ist Euer Reichsbannerkamerad Mary!) Selbst wenn die vom Abg. Dr. Levi angeführten Ausnahmefälle stimmen follten, wäre daraus ein allgemeiner Vorwurf gegen die deutsche Justiz nicht herzuleiten. Die Reichsjuffizverwaltung wird gegen alle ihr unterstellten Beamten vorgehen, die fich Pflicht- und Rechtswidrigkeiten 31schulden kommen laffen. Wo ein Richter politische Andeutungen in die Urteilsbegründung bringt, würde ich das entschieden mißbilligen. Im Falle Wandt war es die Pflicht des Reichsjustizministeriums, die Autorität der Rechtsprechung zu schüßen und darum habe ich bei der Begnadigung von Wandt erklärt, daß ich das Reichsgerichtsurteil gegen ihn für richtig halte.( Unruhe bei den Soz.) Scharf und entschieden muß ich widerspruch erheben gegen die durchaus unbegründeten Angriffe, die Dr. Levi gegen den Staatsgerichts. of zum Schutze der Republik gerichtet hat. Wir werden uns im Rabinett demnächst mit der Frage der Aufhebung des Staatsgerichts hofs beschäftigen. Die von Dr. Levi angeführten Urteile laffen sich bei einer fo fnappen Darstellung gar nicht nachprüfen. Er hat nicht einmal mitgeteilt, ob Berufung gegen die Urteile eingelegt worden ist. Im Falle Bullerfan ist zwar eine sehr harte Strafe verhängt worden, aber nach der Ueberzeugung des Gerichts hat er einen so schweren Berrat wichtiger Lebensintereffen des deutfchen Volkes und Reiches begangen, daß das Urteil durchaus angemessen war. Die Einrichtung des Einzelrichters mag ja 31 manchen Mißständen geführt haben, aber allgemein fann diese Kritik nicht zutreffen, denn die Zahl der Berufungen hat fich vermindert Wenn es möglich sein wird, werden wir allmählich zu den alten Berhältnissen wieder zurückkehren und mehr Richter einstellen. Die Reform der Untersuchungshaft wird die Gesetzgebung schon in nächster Zeit beschäftigen. Abg. Schulte( 3.) weist die Angriffe des Abg. Dr. Levi auf den deutschen Richterstand zurüd. Zurückzuweisen ist auch der schwere Angriff, der im Rechtsausschuß gegen die Richter in der Form gerichtet wurde, daß erklärt wurde, man traue ihnen als Schiedsrichtern nicht die nötige Objektivität zu bei Entscheidungen über die Abfindungsstreitigkeiten. Wenn manche Urteile in Abfindungsprozessen Befremden erregten, so lag das nicht an den Richtern, sondern an den gesehlichen Bestimmungen, an die das Gericht gebunden war. Wir bekämpfen den Beutschnationalen Antrag Everling auf Simultanzulassung der Rechtsanwälte an allen Gerichten.( Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Kahl( D. Bp.): Die scharfen Angriffsreden gegen die deutsche Justiz würden wohl nicht in jedem Jahre wiederkehren, wenn nicht etwas Wahres dahinter steckte. Wir verteidigen keinen Richter, der bei seinen Entscheidungen die Unparteilichkeit vermissen läßt. Die gewerbs- und gewohnheitsmäßige Herunterziehung der deutschen Rechtspflege richtet aber großen Schaden on. Die Politik fann heute bei der Rechtsfindung nicht ausgeschaltet werden, aber jede parteipolitische Einstellung muß dabei ausscheiden. In der Bermengung der Rechtspflege und Barteipolitik gibt der Reichstag ein schlechtes Beispiel mit der Einsetzung so vieler Unterfuchungsausschüsse, die mit der ordentlichen Rechtspflege follidieren. Auf dem diesjährigen Juristentag werden wir untersuchen, ob hier nicht eine Aenderung notwendig ist. Wir brauchen eine Vereinheitlichung des Rechts, nur ein Reichsgericht statt der vielen Oberlandesgerichte. Die Strafrechtsreform sollte schleunigst vem Reichsrat verabschiedet werden. Wir sollten auch eine Vereinheitlichung der Geseze versuchen und mit den vielen Gelegenheitsgesetzen aufhören.( Beifall.) Um 7 Uhr wird die Weiterberatung auf Mittwoch, 1 Uhr, vertagt. Jugendveranstaltungen. Atung Abteilungstaffierer! Sente Mittwoch, von 5-7 Uhr Abrechnung der Beiträge. Der Unteroffizier Wiefe war im Jahre 1916 gefangen In einem italienischen Gefangenenlager genommen worden. ftedte er einem von den Jtalienern verurteilten Kameraden drei Zigaretten za. Er wurde deswegen von den deutschen Offizieren bei dem italienischen Lagerkommandant den unziert.( hört, hört!) Deswegen wurde er bestraft und in feinem Merger fagte er, die deutschen Offiziere wollten einen Fluchtverfuch unternehmen. Deswegen wurde ihm im Jahre 1925 vom Rammergericht Berlin eine Strafe von 12 Jahren Zuchthaus zudiftiert und der Mann fit!( Stürmische Zurufe links: Unerhört!) In einem anderen Falle hat der Angeklagte den Befagungstruppen in Karlsruhe Mitteilungen rein wirtschaftlicher Art gemacht, sie waren in einem Briefe von 40 Beilen Länge enthalten. Für diesen Brief erhielt der Mann von Reichsgericht eine Zuchthausstrafe von 12 Jahren zudiftiert.( Stürmische Pfui!-Rufe.) Auch im Falle Bullerjahn scheint das Reichsgericht sich nicht die Mühe einer sorgfältigen Bortrag: Entstehung der Erde". Beweiserhebung gemacht zu haben. Bullerjahn hat geleugnet, die Indizien reichten zur Verurteilung megen Landesverrats nicht aus. Aber drei Zeugen beriefen sich auf die Erzählung eines ungenannten Mannes, wonach Bullerjahn der Täter sei. Diefen Zeugen verbot die vorgefeßte Behörde die Aussage über die Persönlichkeit dieses unbekannten Mannes. Sie durften nur über die Tatsache der Erzählung ausfagen. Bullerjahn stand also einem Unbekannten gegenüber und wurde zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.( Lebhaftes Hört, hört!) Derartige Urteile, die auch rein juristisch nicht zu halten sind, müffen von der Reichsjustizverwaltung unterfucht und auf ein erträgliches Maß zurüdgeführt werden. Ein besonderes ernſtes Rapitel bildet die politische Justiz. Die Fememorde werden ja an anderer Stelle untersucht werden. Aber jetzt schon muß darauf hingewiesen werden, daß zwei Regie rungen im Reich und Preußen erklärt haben, sie wünschten die öffentliche Verhandlung beim Berliner Fememordprozeß, trotzdem erklärte der Landgerichtsdirektor, daß die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit auszuschließen sei. Auch die ganze Art der Führung dieses Prozesses und die Entlassung von Angeflagten während der Verhandlung sprechen dafür, daß poli tische Erwägungen bei der Entscheidung des Gerichts mitgesprochen haben und nicht die Frage, wie nüße oder wie schade ich dem Staat.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Arbeitsersparniffe bei der Justiz sind gewiß erwünscht, aber lieber eine langfame und gute Justiz, als eine schnelle aber schlechte Justiz. Ich erwähne den Fall eines Parteigenossen von mir: Der Redakteur Fiebig unferer Plauener Parteizeitung soll sich dadurch schuldig gemacht haben, daß er ein Gedicht über den sächsischen Suftiaminister veröffentlichte, durch das dieser sich beleidigt fühlte. Ein amtsgerichtlicher Strafbefehl verhängte deswegen über in 3 Monate Gefängnis, ohne Berhör, ohne Berfahren, ohne Berfeidigung.( Hört, hört!) Ein zweiter Fall: Ein Soldat in Sotsdam soll sich bei einer Uebung nicht vorschriftsmäßig benommen haben, der Mann erhält ohne jede Berhandlung 2 Monate Gefängnis megen Ungehörigkeit im Dienst.( hört, hört!) lngefähr das Schlimmste, was ich seit Jahrzehnten gehört habe, ist aber der folgende Fall: er richtet sich gegen 2 schlesische Arbeiter, die an einem Streit wegen des Deputats beteiligt waren. Sie haben 16% Zentner Kartoffeln im Werte Don 57 Mart gestohlen und famen deswegen vor den Einzelrichter. Der eine Arbeiter war beim Militär im Jahre 1918 bereits mit 2 Jahren Buchthaus wegen Diebstahl bestraft worden. Er befand sich also im Rüdfall. Diesem Manne wurden mildernde Umstände nicht zugute gehalten. In dem Urteil wird gesagt, daß er Lohn- und Deputat betommen habe. Aber er habe den Diebstahl am hellichten Tage ausgeführt, ihn also mit der denkbar größten Dreistigkeit begangen". Er sei deshalb mit Zuchthaus zu bestrafen Für die Mindeststrafe von emem Jahr Zuchthaus liege also tein Grund vor. Als Sühne für die Tat sei eine Strafe von 1 Jahr 3 Monaten als angemessen zu bezeichnen. Dazu tommen noch 10 Jahre Ehrverluft.( Stürmisches Es hat die Pflicht der Nach prüfung, ob die Borschriften der hört, hört!) Diese 10 Jahre Ehrverlust beruhen nach dem Urteil auf Strafprozeßordnung erfüllt werden. Gehen Sie doch andere Staaten der Erwägung, daß folche unlauteren Elemente, die eine politische an, mit denen wir auf gleicher Kulturhöhe zu stehen glauben! Der Staatsgerichtshof wird fein Ruhmesblatt in der deutschen Rechtspflege hinterlassen. Man fann ihn von dem Vorwurf der parteilichen und willkürlichen Rechtsprechung nach einer Richtung, nämlich nach links, nicht verschonen, während er die Leute von der Rechten ganz anders behandelte. Was hat das Reichsjustizminsterium gegen die parteiliche Rechtfprechung bisher getan? Heute, Mittwoch, den 17. Februar, abends 7% Uhr: Webbing Schule Antonstr. 48. Bortrag: Arbeiterjugend und Gewert. schaften". Selmbolsplay: Schule Eberswalder Str. 10. Bortrag: Gemeinfchaftserziehung". Rosenthaler Borstadt: Schule Gipsstr. 23a. Vortrag: ,, Mark Twain". Rorbring: Schule Scherenbergftr. 7. Rum Andenken des 70. Todestages Heinrich Heines." Baltenplak: Jugendheim Nigaer Str. 102. Friedrichshain: Jugendheim Dieftelmeyerftraße 6-7. Vortrag: Jugend und feguelle Frage"( evtl. 23. februar). Often( Frankfurter Viertel): Jugendheim Rigoerstr. 102. Bortvag: Entstehung dez Erde". Quisenstatt: Edule Stallschreiberstr. 54. Bortrag: Jugend und Gewerkschaften". Güboft( Reichenberger Viertel): Jugendheim Reichenberger Straße 66. Bortrag: Nikotin und Alkohol". Friebrichshagen: Jugendheim Scharnweberste. 105a. Aussprache: Die Schule der arbeitenden Jugend". Friebrichsfelde: Jugendheim Bevliner, Ede Galoßstraße. Aussprache: Unfere Kommune". Reu- Lichtenberg: Jugendheim Vestalozzi- Enzeum, Brinz- Albert Straße 44. Bartrag: Sexuelle Frage". Berbebezirk Neukölln. 18 Uhr im Jugendheim Canner Straße Werbebezirksfunktionärsikuna. Eehr wichtige Tagesordnung. Bildungskurse: Werbebezirk Tiergarten: Schule Stephanplak. Thema: Die Jugend in ber Gefellschaft". Referent Genosse G. Bothur. Werbebezirk Westen: Jugendheim Schöneberg, Rubens, Ede Sauptftrake. Thema: Einfilhrung in den Sozialismus". Referent Genoffe E. Bemmann. Brieftasten der Redaktion. stritten werden follte. so müssen Sie dem Schuldner den Eid zuſchieben. Be R. B. 16. 1. Es bleiben 20,40 M. fteuerfrei. 2. Der gezahlte Lohn ist maggebend. A. B., Tegel. Nein. Ruhrentschädigung. Wenden Gie fich an das Deutsche Rote Kreuz( Wbt. Flüchtlingsfürsorge), Fasanenstr. 33. währungsfrist. Nur dem Gericht gegenüber und auch nur dann, wenn Ihr Sohn danach gefragt wird. Frau E. St., Kallberge. Da Ihr Mann sich wieder verheiratet hat, jo wird die Höhe des zu gewährenden Unterhalts nach ben Grundsägen der Billigkeit bestimmt. Eine zweite Alage auf Chefcheidung tönnen Sie nicht anstrengen. A. G., Sarz. 1. 50 Papiermart 3 Goldmart. 25 Pro3.= 0,75 Goldmart. 2. Wenn der Empfang des Darlehens be113. 1. Ueber die Höhe läßt sich nichts Bestimmtes sagen. 2. 2 Broz. v. 2. R. R. 101. Ihr Sohn hätte 30 M. zurückerhalten missen, da er nur von 160 M. ( 610 M. ift für 1924 steuerfrei) Lohnsteuern au entrichten hatte. Alter Leser 42. 1. und 2. Nur dann, wenn die Aufwertungsstelle dem Antrage des Gläubigers entspricht. Weifen Sie auf Ihre wirtschaftliche Lage hin und verlangen Sie Serabsehung des Bundertfakes. 3. Die Verzinsung erfolgt vom 1. Januar 1925 D. G. 22. 1. und 2. Stein. 29jähriger Vorwärts"-Abonnent, Grausfiraße. Nach unserer Anficht find Sie Reichsdeutscher, da Sie am 10. Januar 1930 außerhalb Bolens gewohnt haben und nicht wieder nach Bolen zurüdgefehrt sind. A. F. Ja. Röpeaid. 1. Nein. 2. Ja. Es tritt der Steigerungsbetrag der Angestelltenversicherung hinzu. ab. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Für Deutschland. Bechselnd bewölft, einzelne leichte Hegenfälle, warm. Ueberall warm, wechselnd bewölft und leichte Strichregen. Die erste Großbankbilanz. Die Berliner Handelsgesellschaft 10 Proz. Dividende. Die Boltsfürsorge, Gewerkschaftlich- Genoffenfchaftliche Berfiche rungs- Affiengesellschaft, Hamburg, tann für das Jahr 1925 über ein fehr günstiges Ergebnis berichten. Die Sahl der einge gangenen Anträge belief sich auf 206 716, gegen 68 980 im Jahre 1924. Für Sterbefälle murden rund 470 000 m. ausgezahlt, am gemeinwirtschaftliche Unternehmungen seit der In flation etwa 10 millionen Mart Hypothefen gewährt und weitere rund 7 Millionen Mart feft zugesagt. Der Gesamtver ficherungsstand belief sich am Jahresschluß auf 529 242( Wolf) und 16 882( Leben). Auf die Abschlüffe der Berliner Großbanten mird die Arbeiter gefunden. Den Ausgleich brngt das neue fchon behandelte Konto schaft in diesem Jahre besonders zu achten haben. Die Berliner Borschüsse auf Waren und Barenperfchiffungen mit 28,24 Millionen. Großbanken ftanden im Mittelpuntt jener farglofen Rredit. Die Verschiebungen innerhalb der einzelnen Ronien durch die Auslandskredite sind sehr interessant In dem Guthaben der Die landwirtschaftlichen Genossenschaften im Januar. Nach der Gemährung an Rongerngemattige mie Stinnes und Kundschaft ist der Anteil ausländischer Celber gegen bas Statistit des Reichsperbandes der deutschen landwirtschaftlichen Ge Stumn, die den Großbanten, me nicht direkt schwere Berluste, fo Borjahr verdoppelt. Die Handelsgesellschaft felbft hat unter noffenschaften waren am 1. Februar 1926 vorhanden: 107 Zentral doch verluftbringende Festlegung großer Kapitalien gebracht hat. Sie ihren 35,29 Millionen Bantguthaben 27,3 Millionen( 25 Millionen genossenschaften, 20 850 Spar und Darlehnstafsen, 4791 Bezugs ftehen auch im Mittelpunti ber heutigen Wir: fchafts- von 41,35 Millionen im Vorjahre) Forderungen ans Aus. und Absagenoffenschaften, 3738 Moltereigenossenschaften, 10 629 frise; denn was diese an finanziellen Berlusten aus gewährten land. Die Forderungen an infändische Banten find auf die sonstige Genossenschaften, zusammen 40115 landwirts Krediten und Bechselprotesten gebracht hat und noch bringen wird, Sälfte gefunten, pon 16 auf 8 Millionen. Beachtet man die haftliche Genossenschaften Gegenüber dem Stande vom vermehrte Kreditgewährung auf laufendes Konto, im Bedfel- und 1. Januar ergibt sich in der Gesamtzahl ein Rückgang von 23 Ge fchlägt bei den Großbanten selbst bei den durch Pfänder gedeckten vermehrte Kreditgewährung auf laufendes Konto, im Bechfel- und Krebiten zu Buch. Der Mangel an Beschäftigung und Abjag in berarenbeleihungsgeschäft mit insgesamt 85 Millionen und dem noffenschaften, der sich durch 74 Neugründungen und 97 Abgänge gegenüber die Bermehrung der Auslandsguthaben ber errechnet. Die feit geraumer Zeit ununterbrochene AufwärtsentIndustrie tommt bei den Banten als Vertrauenstrije Handelsgesellschaft, so ergibt sich, daß ein Teil der hereingekommenen midlung beweisen wiederum die Moltereigeneffenschaf gegenüber der Rundschaft zur Wirksamkeit, die die Ausdehnung Auslandsgelder bei der Kundschaft im Inland t et ne Bermenten, die mit 8 Bugängen in Erscheinung treten. Der schon im der Geschäfte hemmt, ehne daß die Roften mefentlich fleiner werden dung gefunden hat. Wenn diese Beobachtung auch bei den anderen Dezember beobachtete Stillstand in der Entwicklung der Spar- und tönnen. Auf der anderen Seite müssen die Großbanten aus. Großbanfen zu machen ist, fo märe das ein Zeichen dafür, daß die Darlehnstallen hat sich im Januar dahin ausgewirkt, daß 30 Ab reichende Gewinne cusweisen, wenn ihr Krebit nicht leiden foll. Eo Abjazstodung im Gefolge der Krise schon in den letzten Moaten 1925 gängen 25 Neugründungen gegenüberstehen. Shre rückläufige Bemird das Rätselraten um bie Geheimnifie der Großbankbilanzen in Auslandsgelder im 3nland unverwertbar machte. megung hielten die Bezugs und Absatzgenossenschaften mit 20 Abgängen und nur 4 Reugründungen an. Die fonftigen Genoffen diesem Jahre besonders lebhaft sein. Die Arbeiterschaft hat an der aufchaften zählen 43 Abgänge und 33 Neugründungen, unter denen Entschleierung der Großbankbilanzen ein Intereffe, meil in ben Groß bie Elektrizitäts, Licht- und Maschinengenossenschaften mit 23 mieder bantabschlüssen wichtige Merkmale liegen aur Kritif und Beein an der Spige stehen. fluffung der 3ins- und Kreditpolitit, deren Befchaffung für die erfolgreiche Bekämpfung der Wirtschaftskrise pon entscheidender Bedeutung ist. Die Sonderstellung der Handelsgesellschaft. Für die Berliner Handelsgesellschaft ist mun in allererster Linie zu beachten, daß fie für die Berliner Großbanfen nicht als typisch angesehen werden darf. Im Gegenjas zu allen übrigen Berliner Großbanten hat fie feine Depofitentaffen, fein Depofitengeschäft, infolgedessen feinen Filialapparat und was in diesem Zusammenhang entscheidend ift, bei weitem nicht jene was in diesem Zusammenhang entscheidend ist, bei meitem nicht jene massenhaften Kosten des Fillalapparates, die heute noch außer Berhältnis zu den Geschäften stehen, die gemacht werden fönnen. Sie ist im wesentlichen eine Rundschaftsban!., die Die Gelder der Kundschaft aufnimmt und sie innerhalb der Kundschaft weitergibt. Das Rontoforrentgeschäft ist das Hauptgeschäft Weil sie teine Depofiten sammelt und nicht darauf angewiesen ist. neue Kundschaft für diefe Depositen zu gewinnen, ist auch ihr Rifito fleiner. Sie fennt das Hauptbuch ihrer Kundschaft mie ihr eigenes. Ela günftiger Abschluß. Darauf muß man achten, wenn man den Gefdäftsabschluß der Handelsgesellschaft auswerten will. Es ist ein guter Abschluß. Der Reingewinn von 2,86 Millionen( gegen das Borjahr mit Dan 2,56 Millionen ein Mehr pon 300 000.) erlaubt wie 1924 eine Dividende von 10 Broz. und einen Gewinnportrag 0,52 Millionen M.( 1924: 0,22 millionen). Die Handelsgesellschaft hat bekammtlich ihr Friedensfapital am fàriften sufammen. geschnitten unter den Berliner Großbanten; son 110 Millionen auf 22 Millionen, im Berhältnis 5: 1. Wenn fie bei geringeren Koften und Rifiten als ihre Großbanftollegen 10 Bros. Dividende perteilt und feine Geminne verftedi bat, wie die Berwaltung behauptet, fost der starte Einschnitt in das Friedensfapitol berechtigt ge mesen. Bei den übrigen Großbanten wird man beshalb darauf zu achten haben, inmiemelt das höher bemeffene Goldfapital eventuell Anlaß zu einer niebrigeren Dinidenbe mirb. An Gesamteinnahmen wurden 9.54 Millionen erzielt. gegen 10.09 milionen im Vorjahr. Danon kommen auf das Kontoforrent, bas Bedfel und Depilengeschäft 5,91( 5,54) Millionen, aut Bronisionen 3,68( 8,84) Millionen Die Gewinne aus dem Mert papier und Emiffiousgefchäft mit einigen Hunderttausend Mart( im Borjahr 704 000 Mart) find in diesem Jahre in dan Provisionen ent halten. Die Berwaltungsfoften einschließlich Tantiemen be trugen 5,03( 5,14) Millionen, danon 3,3 millionen( mehr als 4) Personaltoften, Steuern 1,87( 2,02) millionen, en fionsleistungen 0,50( 0,36) Millionen. Nach einer Erflärung der Berwaltung erklärt sich die geringere Steuerleistung 1925 aus einer Mehrbelastung des Jahres 1924 burch eine Vergleichs zahlung an den Fistus für aus 1923 noch ausstehende Steuern. Zuz Bersonalpolitif murde die intereffante Erklärung abgegeben, daß die Handelsgesellschaft 1925 nicht weiter abgebaut hat ( heute 615 Angestellte ähnlich wie im Borjahr), baß ein weiterer Abbau höchstens Neueinstellungen nötig gemacht hätte und daß eine Ueberalterung des Berfonals durch den Abbau ber jüngeren Sträfte auf die Dauer gefährlich jei. 1913 wurden 500 Angestellte beschäftigt. Ein neuer Geschäftszweig. Immerhin ist es fehr beachtlich, daß auch die Handelsgesellschaft mit bem reinen Rundengefäft nicht ausgetommen ift. Ste hat 1925 einen neuen Geschäftszweig aufgenommen, ber aber doch in der Richtung der Bedürfnisse ihrer Stundschaft lag. Boll ständig neu erscheint nämlich in der Bilanz der Posten Bar. ichüfie auf Waren und Barenserioiifungen mit 23,24 Millionen, ber die Beleihung pou Ueberjee tommen ben Frachten zum Gegenstand hat. 3n der Hauptfache erfolgten bie Geschäfte über den Baummolimport zugunsten ber beutichen Textilindustria. Sie dürften auch finanziert fein aus verfügbaren Auslandskrediten ber Stundschaft. Für die Hanbelsgesellschaft ein Ausweg von großer Bedeutung, meil fle baburch mit ihren flüffigen Mitteln weniger auf den Geldmartt und die Börje angemiesen war und trok höherer Binsgeminne und geringerer Rifiten ihre LiquiDidät hochhalten tonnte. Reu ist in der Bilanz auch der Boften tzepte mit 4.12 Mill, aber nur beshalb, weil 1924 bie Weitergabe on Bantatzepten noch nicht üblich war. Wie die Bilanzfumme( 244,91 gegen 160,88 millionen) zeigt, Die la u ist der Umfang der Geschäfte gemachien bigertonten der Handelsgesellschaft( nur Kontoforrentfundschaft) find von 131.29 Min. auf 210,89 mill, gestiegen, bie Schuldner Don 57,45 auf 75,29 Millionen, die Wechsel, Devisen und Sorten Don 35,20 auf 74.38 millionen. Dagegen find die Guthaben bet Banten und Bantiers pon 41,34 auf 35,29 Millionen Wenn mun der Abschluß der Handelsgesellschaft günstig nennen ist, darf eines dabei doch nicht übersehen werden. Ile Geminne der Banten find Industrie und Handel burch die hohe Zinsspanne abgepreßt, auch die der Handelsgesellschaft. Die Gewinne der Privatbanken fließen aus dem Zins und Provisions. monopol, durch dessen rücksichtslose Ausnutzung die Privatbanten bas Wirtschaftsleben austrodnen und lahmlegen. In diesem Sinne sind die Gewinne der Großbanken, so hoch oder fo niedrig sie sind, eine der entscheidenden Wurzeln der Wirtschaftsbes Ottoberumfages erzielt werden. Die Auftragsbestände weisen frise. Diese Kriſe tft fünftlich verschärft, über alles gesunde Maß hinausgetrieben, weil die deutsche Bankwirtschaft bisher größtenteils von den Auswirkungen der Krise durch das Zins- und Provisions wirtschaft find also gewinnreiche Bankbilanzen unter heutigen monopol verschont geblieben ist. Ein Zeichen gesunder Bolts. Berhältnissen durchaus nicht. Rußland und der deutsche Erfinderschuh. Das Reichs patentamt teilt mit: leber 11 Jahre waren in Rußland die Deutschen ihrer gewerb fichen Schutzrechte beraubt. Dieser für Handel und Industrie in Rußland und Deutschland gleicherweise schädliche Zustand soll durch zwei neue Gefeße beseitigt werden. Zunächst ift in Rußland ein neues Patentgefeh im Kraft getreten, nach welchem unterschiedslos Inländer und Aus länder Patente erwerben fönnen. Das russisch- sozialistische Recht an dem privaten gewerblichen Befih ist damit ausgeschaltet. Das Gefen Es sieht eine fchließt fich eng an das deutsche Patentgelek an. Brüfung der Batentanmeldungen auf Neuheit, Erfindungseigen fchaft und gewerbliche Verwertbarkeit var und läßt das Einspruchsverfahren zu. Gegen die Entscheidungen der ersten Instanz ist das Beschwerdeverfahren gegeben. Die Erfindung muß, wie in Amerita, von dem Erfinder felbft oder feinem Rechtsnachfolger angemeldet merden. Die Batentbauer beträgt fünfzehn Jahre. Das Batent muß innerhalb von 5 Jahren in Rußland burd) eigene Bere wertung oder Bizenzen zur Ausführung gebracht sein. Diese Frift tann um 3 Jahre verlängert werden. Die Gebühren find erst fällig. menn die burd Patent geschützte Erfindung zur Ausführung ge bracht ift, was ber Behörde binnen Einmonalsfrist mitgeteilt werben muß, andernfalls das Patent für nichtig erflärt mirb. Beiterhin ift non besonderer Wichtigkeit für Erfinder bas( im Reichsgefenblatt 1926, Teil II, Seite 3 ff. im Auszug im Blatt für Patent, Muster, unb 3eichenmesen 1926, Seite 28 ff. veröffentlichte) Gelek pom 6. Januar 1926 über die beutsch ruffifchen Regis unb Wirtschaftsperträge pom 12. Oftober 1925, bie am 12. März 1926 in Kraft treten. 2e nach bem Kriegsaus. bruch in Rußland für berfallen erffärten Schutzrechte( Batente, Gebrauchsmuster, gemerbliche Muster, Modelle und Warenzeichen) fönnen auf Antrag mit alter Briorität wieder aufleben Ferner fönnen alle Deutschen, die nom 1. Auguft 1914 bis zum intrafttreten diefes Bertrages in Deutschland ein Batent angemeldet haben, bet der Anmeldung in Rußland die deutsche Briorität derart geltend machen, daß in die Swischenzeit fallende neuheitsschädliche Tatsachen unwirksam find. Nur ein Borbenugungsrecht Dritter bleibt beltehen. Für Anträge diefer Art find bestimmte Fristen ( 6 bis 12 Monate) gefeßt. Die Krife in der Emailleinduftrie. Die Emailleindustrie litt, wie von beteiligter Seite berichtet wird, im legten Quartal 1925 je länger je mehr unter der Ungunft der Verhältnisse. Der an sich schon geringe Umfaz im Ottober hat sich im Laufe der Monate November und Dezember noch weiter vermindert. Im November fonnten nur 86 Proz. und im Dezember nur noch 81 Proz. einen dauernden Rüdgang auf. Ende Dezember find sie gegenüber dem Ende Oktober um etwa 27 Broz. gefunden. Die jetzt vor liegenden Berichte aus der Industrie über die Wirtschaftslage im war. Nur noch für 35 Broz. der vorhandenen erfs. Januar zeigen, daß die Entwicklung weiter ungünstig anlagen ist Beschäftigung vorhanden. lebermäßige Ausnuzung der Zahlungsziele, weiter zunehmende Wechselproteſte und Zahlungseinstellungen der Kundschaft tennzeichnen die Gefchäftslage im vergangenen Monat. Berschärft wurde die Not der Industrie durch die starke Zurüdhaltung, die sich der Handel beim Eintauf auferlegt. Wie weit die Beschäftigungslosigkeit in der Emailleindustrie weitere Breissenkungen zur Folge haben wird, ist im Augenblid noch nicht zu übersehen. Die Berhandlungen megen eines Zusammenschlusses der Industrie sind in den letzten Tagen von neuem aufgenommen worden. National- Film Affiengesellschaft. Die Gesellschaft hat, wie wir erfahren, ihre finanziellen Beziehungen zu Anerifa vollständig gelöst, und nur einen reinen Lieferungsvertrag mit der Producer Distributing Corporation gefchloffen. Sie stand bekanntlich bisher mit der Paramount Film Corporation in Verbindung, die legt zu den Geldgebern der Ufa gehört und die aus diesem Grunde wohl ihre bisherige Berbindung mit der National- Film aufgegeben hat. In der Generalversammlung machte die Verwaltung folgende Mitteilung: Es ist ihr gelungen, die finanzielle Seite ber neuen Brobuftion so zu gestalten, daß bei einer Reihe von Filmen bie Einnahme von pier Monaten die Produktionskosten dieser Filme einbrachte und daß sie mit diesen Einnahmen in der Lage war, neu au produzieren Teilweise betrug die Umlaufsfrist nur einen Monat. ir gehen sicher nicht fehl, wenn wir annehmen, daß diefe perringerie Umlaufsfrist für die Herausholung der Produktionstoften in erster Linie auf die aus gelblichen Gründen erfolgte Ein. rantung der deutschen Produktion beruht, die ben Beitbewerb erleichtert. Es tommt aber nadh, mie in der Ber fammlung pon der Berwaltung ausgeführt wurde, hinzu, daß das beutsche Filmpublifum in erster Linie Filme perlangt, die dem deuts fchen Geschmad angepaßt find. Die Filmbesucher sehen sich ameritanische Filme nur bann an, wenn sie bie Höchftleistungen darstellen. Das Betriebstapital für die Filmproduktion hat sich die Gesellschaft dadurch perschafft, daß fie auf ihre Grundstücke eine Hypother non girta einer million aufgenommen hat. Die Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 24 287 Mart, pon benen 20 000 Mart bem Referve tonto zugeführt werden und der Rest auf neue Rechnung porgetragen mirb. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Sefdäftstelle: Berlin G. 14, Sebastianitr. 37/38. Sof 3 r. Brenzlauer Berg: 19. Febr.. abends 8 Uhr. Nordbap: Bollverf. bei Gadekli. Echinelbeiner Str. 10; Sumannplag: Bollverf. an ber Fannter Stelle: Robert Blum: 18, Webr. Bollverf. bei Kluge, Bericht von ber Delegiertenverf.; Ballon und Rönigstor: 19. Febr., 7% Uhr. Unions eftfale, Greifswalder Strake, Bortragsabend: Sozialpolitik in ber aften und neuen Belt. Referent Dr. Slette. Friedrichshain: Bom 19. bis 22. febr, läuft ber Film Freies Bolt in den Lichtfpielen Barschauer Str. 40, Bilmersbort: Samburg- Fahrer treffen fich Do., b. 18., abenbs 8 Uhr, Turnabend, Oberreal. fale, Seepart. Barbesprechung und Kartenausgabe. Mitte: Hamburg Sabran! Die beftellten abrfarten find ab Donnerstag bei den Ramerabfchafts führern abaubolen. En., b. 20., nada.-3 Uhr. Antreten Behrt. Bhf. Schöne berg- richenan: Rem. Mer Schüler ift verstorben. Cinäicherung F nadm. 4 Uhr, Krematorium Wilmersdorf. Rege Beteiligung erforderlich. Zantmis: Da b. 18., abends 8% hr, teftaurant Spartede Kaifer- Wilhelm Strake 48, Ramezadichaftsverf, Sambura- Fahrer milffen unbedingt erfcheinen. Sempelhof. Litenrabe: Do. b. 18., abenbs 8 Uhr. Mitol.- Berf. bei Garnem an Bhf. Sichtenrade. Rceisverein Tempelhof:., d. 19., abends 8 Uhr. Turn bade Marienborf. Raiferstraße, effen sämtlicher Hamburg- Fahrer. Ripenid b. 18., fällt aus. Die Berf. ift auf Di.. and Untergruppen: Gaalfout Bitenberg mit Untergruppen: De., b. 18., Samburg.fahrer b. 23., nerfect. Empfang der fahrkarten in der Turnhalle, F. b. 19., Ruanzung in den Bautom: Kamerabschaftsvallnerf.: M., b. 17., abends 19.. Preußens Domänenbefit. Der Amiliche Breußische Bressedienst veröffentlicht eine Uebersicht des gesamten Domänenbefizes des preu Bijchen Staates, mie er sich heute nach Abzug des durch den Ber failler Bertrag abgetretenen und des auf Grund des Reichsfiedlungs gefeßes abgegebenen Gebiets barstellt. Danach betrug vor dem Kriege die gefamte nugbare Fläche an gefchloffenen Domänen pormerten runb 430 000 Settar. Dapon find auf Grund des Bersailler Bertrages insgesamt 105 000 hettar Domänenporwerts arial abgetreten worden. Außerdem hat die Staatsdomänen permaltung auf Grund bes Reichssiedlungsgefeges 31 865 hettar an gefchloffenen Domänenvorwerfen abgegeben Danach verblieben rund 293 115 Hettar. Seit November 1918 find vom preußischen Staat die folgenden privaten Güter zur Einrichtung als Domänen angetauft worden: Kaltenhof( Regierungsbezirk Schlesien) 332 Hettar: Dorotheental( Regierungsbezirf Schlesien) 326 Hettar; Teistungenburg( Regierungsbezirt Erfurt) 387 Heftar; Trebus( Regierungsbezirt Frankfurt a. b. D.) 886 Heftar; Bodum ( Regierungsbezirk Arnsberg) 293 Hettar: Reinberg( Regierungsbefannten Botolen, Go., b. 20., nedim. 24 Uhr, Antreten bf. Gizal. Stoq, aur begirt Stralsund) 121 Hettar; zusammen 2345 Heftar. Demnach Wehrt nach Lehri Bhf. beläuft sich zurzeit der gesamte Domänenbefis des preußischen Staates auf rund 295 460 ettar. Uhr, Banism- Nord, ürtifches Rett, Breite Siz. 14: b. 19., abends 7 Uhr, Niederfchönhaufen bei Alindt, Friedensplat; Bantom- Süd bei mees, Berliner Straße. Ede Lindenpromenabe. Roch Zunahme der Konkurse in der ersten Februarhälfte Wie Fahrkarten und Weitpfafetten aur Fahrt nach Bambura gelangen ab Donners der Börsen Courier" in einer eigenen Statistit jeftſtellt, ist die Zahl der Konkurse in der ersten Februarhälfte gegenüber ber entsprechen tog mittag an bie reisielter obez beren Beauftragte im Gaubureau sur us den Januarperiode gestiegen. Die Konfurse stiegen von 928 aufgabe. Rur non blefen Ramenaben erfolgt die Weitergabe an die einzelnen mitglieber nicht nepabfolat. Gauns: Hanb 1012, die Geschäftsaufsichten von 694 auf 840. Das entspricht einer bureau werben Fahrkarten und Festplatetten an Cinsel Bermehrung der Konturse um 9 Broz, der Geschäftsaufsichten um Reichshund bisher Fontfoldaten, Beair? Sib. Mittwoch, 17. februar, 21,2 Proz. Die zweite Februarmoche brachte gegenüber der ersten in Schinkels feftfalen, Bridenitz, 2. Bortragsabend. Referent Robbiner eine geringere Sunahme der Konturje( opn 503 auf 509) und eine geringe Abnahme der Geschäftsaufsichten( 401 gegen 439). Dr. SalomonstitDas moderne jilbide Cheproblem Bondsmanufchaft bez Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Donnerstag, 18. eDie Lertile, Kolenialwaren- und Lebensmittelbrandhe ftellten ben braaz, 8 Uhr. bei Cffer, Rövenider Str. 70s, gefchäftliche Siguna. Landsleute, stärksten Anteil in der Rontursentwicklung. Auch im Holzgemerbe Damen und Berren( omie Freunde der plattdeutschen Sprache find willtommen, Berein selbständiger Baubwerter jüdischen Glaubens, e. V. Ordentliche mar die Zunahme beträchtlich. Bei Eisenindustrie und handel Generalversammlung Donnerstag, 18. Webruar, 8 Uhr im Gigungsfaal bes Berwaltungsgebäudes der indilmen Gemeinde. Rofenstr. 24. sind die Konturfe zurüdgegangen. Moslem 4 1219.45 DIE BESTE CIGARETTE IN DIESER PREISLAGE