Nr. 83 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 42 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic B Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adrese: Sozialbemokrat Berlin Real sid Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Geile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedrudte Wort 25 Bfennis ( auläffia awei fettgedrudte Wortes. febes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für amet Borte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Die Beschlüsse lauten: a) Die Unterstützungsfäße in der Erwerbslosenfürsorge werden mit sofortiger Wirkung erhöht: 1. für Hauptunterstützungsempfänger ( verheiratete wie ledige) um 10 vom Hundert; 2.. für alleinstehende Erwerbslofe unter 21 Jahren um 20 vom Hundert. b) Die Höchstsätze der Erwerbslosenfürsorge werden in den Orts flaffen A, B und C um 10 vom Hundert erhöht. Es lag dem Ausschuß ferner ein Antrag André( 3tr.) vor, der verlangte, daß als dritter Abjazz den obigen Beschlüssen folgende Bestimmung beigefügt werden solle: Die Unterstüßung darf 75 vom Hundert des vor Eintritt der Erwerbslosigkeit tariflich vereinbarten Lohnes nicht übersteigen. Genosse Dißmann nahm scharf gegen den Antrag Stellung, da er geeignet sei, die Beschlüsse des sozialpolitischen Ausschusses erheblich einzuengen. Nur um den Erwerbslosen fo= fortige Hilfe zu bringen, haben die sozialdemokratischen Mitglieder fich veranlaßt gesehen, auf den Boden der Beschlüsse des fozialpolitischen Ausschusses zu treten. An diesen dürfe nun aber nichts mehr geändert werden. Durch den Antrag André werde überdies eine un erträgliche Nachschnüffelei nach den Lohnverhältnissen der einzelnen Unterſtügung empfänger herbeigeführt werden. Um der begierung eine Brüde zu bauen, lief vom Abg. Erfing ( 3tr.) der geschäftsordnungsmäßige Antrag ein, die Abstimmung über die ganze Frage bis Freitag zu vertagen. Gegen die Stimmen der Linksparteien wurde dieser Antrag an genommen. Die Unterstützungsfätze in der Erwerbslosenfürsorge werden in den Ortsklassen A, B, C mit sofortiger Wirkung erhöht, 1. für Alleinstehende unter 21 Jahren um zwanzig Prozent, 2. für Allein stehende über 21 Jahre um zehn Prozent, 3. für alle übrigen Hauptunterstützungsempfänger, sofern sie bereits acht Wochen nacheinander unterstützt worden sind, ebenfalls um zehn Prozent. Die Höchstgrenzen sind nicht geändert worden. In der Berücksichtigung der Kinderzahl tritt feine Aenderung ein. Ausschusses von der Regierung akzeptiert worden. Danach tritt In der Kurzarbeiterfrage ist der Beschluß des Sozialpolitischen Unterſtügungssag für den Kurzarbeiter beträgt für den dritten, feine Differenzierung nach Ledigen und Verheirateten ein. Der Unterstügungssag für den Kurzarbeiter beträgt für den dritten, Kurzarbeiter als Bollerwerbsloser erhalten würde. vierten und fünften ausgefallenen Arbeitstag den Tagessay, den der Die Regierungsparteien werden noch eine Entschließung ein bringen, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß die entsprechenden Verwaltungsmaßnahmen so durchgeführt werden, daß tein Mißbrauch getrieben werden kann. Der Plan der Reichsregierung, eine Erhöhung der Erwerbslofenunterstüßungssäge zu hintertreiben, ist damit gefcheitert. Unser nachhaltiger parlamentarischer Kampf hat die Regierungsparteien gezwungen, die Notwendigkeit einer Erhöhung der Unterstügungssäge anauerfennen. Die Regierung hat nunmehr ebenfalls die Konsequenzen daraus ziehen müssen. Auch in der Frage der Kurzarbeiterfürsorge ist die Regierung gezwungen worden, die Forderungen des Sozialen Ausschusses zu übernehmen. Die vorgesehene Erhöhung der Unterstützungssäge entspricht nicht in vollem Umfange unseren Forderungen. Bei der großen Not der Erwerbslosen und Kurzarbeiter bedeutet Ein Kompromiß der Regierungsparteien. aber auch die hier vorgesehene Erhöhung eine Linderung Nach Schluß der Plenarsizung fanden Besprechungen zwischen ihres Motstandes. Es bleibt nur zu bedauern, daß die dem Reichskanzler, dem Reichsfinanzminister, dem Wirt Regierungsparteien von einer Erhöhung der Höchstsäße abschaftsminister und dem Arbeitsminister einerseits und den Versehen wollen. Dieses Verhalten ist mit den sonst so gern von tretern der Regierungsparteien andererseits statt. ihnen in den Vordergrund geschobenen bevölkerungspolitischen Zwischendurch wurde auch eine Kabinettsfizung eingeschoben. Die Gesichtspunkten ganz unvereinbar, bedeutet doch die NichtBerhandlungen hatten den Zwed, eine Einigung zwischen der erhöhung der Höchstfäße eine Benachteiligung der arbeitsRegierung und den Regierungsparteien in der Frage der Er lofen kinderreichen Familien. merbslosenfürsorge und der Kurzarbeiter Ber forgung herbeizuführen. Nach mehrstündigen Erörterungen fam eine Verständigung zustande. Die Regierungsparteien werden daher in der Sitzung des Reichshaushaltsausschusses am Freitag einen gemeinsamen Antrag einbringen, der auch bereits die Billigung der Reichsregierung gefunden hat. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Beschlüsse des Ausschusses in diesem Falle nur ein Gutachten darstellen, da die erwähnten Fragen im Wege der Verordnung geregelt werden sollen. Dieser gemeinfame Antrag bejagt folgendes: Erwerbslosigkeit Angestelltenversicherung Ein sozialdemokratischer Antrag. Die erwerbslosen Angestellten, die der Angestelltenversicherung angehören, müssen nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen die zur Erhaltung der Anwartschaft auf die Versicherung erforderlichen Beiträge freiwillig weiterzahlen. Dieser Zustand ist für die unter der Erwerbslosigkeit leidenden Angestellten auf die Dauer unerträglich. Schon im November v. J. hat deshalb der Af 2- Bund den Reichsarbeitsminister ersucht, von der Ziffer 5 des § 170 des Angestelltenversicherungsgeseßes Gebrauch zu machen und zu bestimmen, daß die Zeit der Erwerbs losigkeit auf die Erhaltung der Anwartschaft angerechnet wird. Bisher hat sich jedoch das Reichsarbeitsministerium noch nicht dazu entschließen können. Die sozialdemokratische Reichs tagsfrattion hat deshalb jetzt einen Antrag eingebracht, der von dem Reichsarbeitsminister fordert, endlich die ihm zustehende Befugnis zugunsten der stellenlosen Angestellten zu benußen und festzufeßen, daß für die Zeit der Stellungslosigkeit eine Anrechnung von Beitragsmonaten zur Erhaltung der Anwartschaft stattfindet, ohne daß Beiträge entrichtet zu werden brauchen. Grevesmühlen Nr. 2. Das Terrorregime der Schwarzen Reichswehr. г Vor dem Schweriner Landgericht spielt sich jeßt die Neuauflage des Grevesmühlener Prozesses gegen das Reichsbanner ab. Die Zahl der Zeugen beträgt jetzt über 80. Zunächst werden noch einmal die Polizeibeamten vernommen, die im ersten Prozeß die Rechtsradikalen schmer belastet hatten. Sie halten ihre Aussagen nicht nur aufrecht, sondern verschärfen sie zum Teil noch. Fragen der Verteidigung er geben, daß seinerzeit illegitime Berbände vom Truppenübungs plag Oberderf in Thüringen nach Grevesmühlen transportiert rben, wo fie in einer Malafabrit und in einer öffent. Dunkel bleibt zunächst auch der Sinn der angekündigten Entschließung, die die Regierungsparteien einbringen wollen, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß die entsprechenden Verwaltungsmaßnahmen so durchgeführt werden, daß kein Mißbrauch getrieben werden kann. Sollte mit dieser mysteriösen Redewendung gemeint sein, auf dem Vermaltungswege zum erheblichen Teil die Erhöhung der Unterstüßung wieder beseitigen zu wollen, so wird sich die sozialdemokratische Reichstagsfraktion gegen solche Absichten mit aller Entschiedenheit wenden. lichen herberge Quartier bezogen und ein wahres Terrorregime errichteten. Diese schwer bewaffneten Banden gingen so weit, am hellen Tage politisch Andersgerichtete zu überfallen. Die Bolizeibeamten befundeten, daß die Banditen in der Nacht, in der die Krawalle stattfanden, die Hauptstraße von Greves= mühlen absperrten und sich zum Sturm auf ein Versammlungslokal sozialdemokratisches sammelten. Sie feien so aufgetreten, als läge die Regierungsgewalt in ihrer Hand. Der= Staatsanwalt und Gericht haben bekanntlich in erster Instanz die Aussagen der Polizei besonders als objektiv unrichtig bezeichnet? Das Verhalten des Vertreters der medlenburgischen Regierung und des Staatsanwalts in der zweiten Instanz, der mit Ausschluß der Deffentlichkeit drohte, wenn weitere Fragen über das Wesen der illegitimen Berbände gestellt würden, deuten darauf hin, daß sich auch diesmal Verbände gestellt würden, deuten darauf hin, daß sich auch diesmal das Gericht weniger als Reichsbehörde denn als politische Instanz besonderer Art fühlt. Zwischenfall in Lodz. Verhaftungen bei einem Begräbnis. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3. Bosticheatonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Der Weg über den Brenner. Faschistische Kinderei und Alterserscheinungen. Lugano, 17. Februar. Unter den Studenten der Staatswissenschaften der römischen Universität hat sich eine Berbindung gebildet, die sich selbst den Namen einer„, imperialistischen Burschenschaft" beigelegt hat. Als Studentenmüße für die Fakultät der Staatswissenschaften" wird die schwarze Müze mit dem römischen Adler und dem Liktorenbündel eingeführt, ohne Rücksicht auf diejenigen Studierenden, die sich etwa unter diesem Parteiabzeichen nicht wohl fühlen könnten. In dem offiziellen Kommuniqué über die Neugründung ist zu lesen: bares Beispiel der Disziplin und Selbstaufopferung sein. Ehe wir „ Die neue imperialistische Burschenschaft wird ein wunder offiziell den faschistischen Staat unter den fremden Nationen vertreten, werden wir jungen und kräftigen Kämpfer der Studentenphalang in jedem Sommer, nach Voll-bringung unserer Pflichten an der Hochschule, die heiligen Grenzen überschreiten und für einige Monate, fern von unseren Bergen und unserem Meer, unsere Pflicht als Faschisten erfüllen." Wenn man sich bei diesem Programm etwas denken fann was freilich bei faschistischen Programmen nicht obligatorisch ist, so soll es doch wohl bedeuten, daß die jungen Leute ihre Ferien im Ausland verleben werden, um da faschistische Werbearbeit zu vollbringen. Das fann eine sehr harmlose Betätigung werden. Bisherige Ver fuche im Ausland, namentlich in der Schweiz( man dente an Bajel!) haben gezeigt, daß der faschistische Knüppel außerhalb der italienischen Luft nicht recht Wurzel schlagen will. Uns will es scheinen, als ob die Studenten ihrem Lande beffer dienten, wenn fie ins Ausland gingen, um sich zu belehren. Wissen ist auf die Dauer eine größere Macht als nüppel und Rizinusöl. Während die Presse Ordre bekommen hat, in Sachen der Deutschen heze milde Saiten aufzuziehen, geht das Giftgebräue da weiter, wo es eigentlich unheilvoller ist, nämlich in der Volksschule. In einer römischen Gemeindeschule ist den zehnjährigen Schülern ein Diktat folgenden Inhalts zugemutet worden: Bedeutung der Rede S. E. Mussolini in der Kammer. Deutschland hat Italien beleidigt und bea schimpft, durch Schmähartikel und Karikaturen in deutschen Zei tungen; es hat die Italiener verleumdet, indem es behauptete, daß die in unseren Grenzen eingeschlossenen Bewohner Südtirols in jeder Weise verfolgt würden; es hat Italien beschuldigt, den betreffenden Bewohnern ihre Nationalität nehmen zu wollen und hat versucht, sich zu rächen, indem es den Deutschen verbot, italienische Waren zu kaufen und Reisen nach Italien zu machen; außerdem hat Deutschland dunkle Drohungen geschleudert und hat gezeigt, daß es die Verschiebung der Brennergrenzen verlangt. Durch den Mund seines Duce hat Italien dargetan, wie groß sein Edelmut gegenüber dem besiegten Deutschland gewesen ist, wie es dessen Sache in allen internationalen Tagungen und Verfammlungen vertreten hat; es hat dargetan, wie groß sein Intereſſe für Desterreich gewesen ist, dem es in der Hungersnot geholfen hat und durch den Verzicht auf die Italien geschuldeten Summen und hat mit leuchtender Klarheit gezeigt, daß das Werk der Regierung im Ober- Etschgebiet nur das der reinen und einfachen Italianisierung ist; d. h. der gleichen Behandlung aller vor dem Gesetz; es hat der deutschen Presse geantwortet, daß, wenn Deutschwaren ein gleiches tun werde; es hat schließlich verkündet, daß die land die italienischen Waren bontottiert, Italien sofort den deutschen italienische Trifolere, wenn sie vom Brenner entfernt werden sollte, weiter vorwärts getragen werden würde und niemals zurück. Es liegt uns fern, diesen Erguß kommentieren zu wollen. Es sei nur daran erinnert, daß das, was von italienischer Seite geschehen ist, um Desterreichs Not zu mildern und was sicher zu den Ruhmesseiten Italiens gehört den verachteten, mit jedem Atemzuge desavouierten de mo= fratischen Regierugen ausging! Don Die Wut gegen diese Regierungen äußert sich übrigens im faschistischen Italien als eine beständige Beschimpfung des eigenen Landes, die jeden Italiener verlegen muß. Um die Wirksamkeit der faschistischen Bahnmiliz herauszuftreichen, wird jetzt eine Statistik veröffentlicht, nach der die Bahndiebstähle im Jahre 1920 die Zahl von 17 600, mit einem Schaden von 22,8 Millionen, die be 2,2 Millionen Lire Schaden erreicht hätten. Lodz, 18. Februar.( WTB.) Hier kam es gestern anläßlich des Begräbnisses des ftadtbekannten lintssozialistischen Boli tifers Rychlinsli zu Zwischenfällen. Als sich der Kondult, an welchem sich viele Arbeiter beteiligten, vom Trauerhause in Bewaffneten Ueberfälle auf Züge die Zahl von 1205 mit wegung fezte, gab die Polizei unerwartet Anweisung, daß der Bug entgegen dem festgefeßten Blane seinen Weg nicht über die Hauptstraße der Stadt, die Betrifauer Straße, nehmen dürfe. Als diesem Befehl nicht Folge geleistet wurde, nahm die Polizei unter den im Trauerzuge Einberschreitenden eine Reihe von Berbaf tungen vor. Unter anderem wurden einige hervorragende Mitglieder der sozialdemokratischen Partei und trotz dreimaligen Bor zeigens feiner Legitimation der der deutschen Arbeiter. partei angehörende Sejmábgeordnete 8erbe festgenommen. Der Zwischenfall hat in der Stadt großes Aufiehen erregt. Daß im Durchschnitt in Italien im Jahre 1920 an jedem Tage zwei bis drei bewaffnete Ueberfälle auf Züge der Staatsbahnen stattgefunden haben sollten, ist eine so ungeheuerliche Behaup tung, daß die italienische Nation dagegen eine Berleum dungsanflage anstrengen sollte. Damals gab es in Italien noch eine Bresse, die Tatsachen berichten und kommentieren fonnte. Glaubt man wirklich, daß sich ein moderner Staat feelenruhig in derartige Zustände gefügt hätte? Warum fehlt in der Statistik das Vahr 1922? Wohl, um den Abstieg von 748 bewaffneten Ueberfällen im Jahre 1921 aus 97 im Jahre 1923 wirkungsvoller zu gestalten. Wer glaubt, daß solche Statistiken dazu geeignet sind, das Nationalgefühl zu heben, der täuscht sich wirklich. Der normale Italiener fühlt nicht das mindeste Bedürfnis, fein eigenes Land als eine Räuberhöhle dargestellt zu sehen, die nur durch eine in keinem anderen Lande der Welt benötigte Polizei gebändigt und verwertet werden kann. Eine solche Taktik mag Wasser auf die Mühle dieser Polizei bringen, aber wahrhaftig nicht aus die des nationalen Selbstgefühls. Wü persönlich glauben nicht, daß es den fremdsprachigen italienischen Staatsangehörigen schlechter geht, als den italienisch sprechenden Nicht-Faschisten. Jtalianisiert werden ist nicht schmerzlicher als f a s ch i st i e r t werden. Darin kann das ganze nichtfaschistische Italien dem Südtirol die Bruder- Hand reichen. Eines sollte der Faschismus doch endlich ein- sehen: man kann nicht das eigene Boll im eigenen Lande demütigen und entmündigen, um es im Ausland zu erhöhen und ihm eine imperialistische Mission zuzusprechen. Man mache sich nur die Jämmerlichkeit der Rechtspflege klar. Seit dem 4. November sitzen Z a n i b o n i und E a p e l l o und 12 sogenannte Komplicen im Gefängnis, darunter zwei Frauen. Gegen alle soll wegen Verbrechens gegen die Sicher- heit des Staates vorgegangen werden. Alles, was man Zaniboni zur Last legt, ist von dem Polizeispitzel Quaglia ausgeführt worden; gegen Capello liegt überhaupt nichts vor. Alle diese Menschen— natürlich mit Ausnahme des Quaglia, der sich auf höheren Auftrag berufen könnte— behält man im Gefängnis, obwohl z. B. Capello Diabetiker ist und sicher weit weniger„Haft- fähig" als seinerzeit Marinelli, der nach der Amnestie die Klinik verließ, um sofort die Oberinspektion über das Der- waltungswesen der faschistischen Partei wieder aufzunehmen. Die heutige Rechtsvraxis bedeutet tatsäcklich den Abbau eines geschichtlichen Ruhmestitels Italiens. Die gesamte be- griffliche Grundlage des öffentlichen Rechts und des Privat- rechts, sowie die unentbehrlichen Garantien der prozessualen Regeln sind in Italien zuerst formuliert worden. Merkt man denn gar nicht, wie das faschistische Regime in ganz Europa. in der ganzen Kulwrwelt den italienischen Namen herabsetzt durch die tragische Farce des Matteotti- Prozesses und durch die Posse des Attentats? Es heißt, daß Mussolini der Lächerlichkeit des Kaniboni« Prozesses durch eine Amnestie vorbeugen werde. Das macht sich großmütig und erspart einen ungeheuren Skandal. Es fällt einem da der Schulaufsatz des kleinen Mädchens über den Löwen ein:„Der Löwe ist großmütig und gelb". Unsere Löwen haben eine gelbe Großmut, in der Farbe der Streik- breche? und der Rechnungsträger.... 5s ist keiner öa! Der Rechtsausschuh des Reichstages berät über den An- trag auf Enteignung der Fürstenhäuser. Der Antrag ist von den Kommunisten gestellt. Er soll begründet werden. Der Vorsitzende fragt nach der Wortmeldung für die Begründung. Es ist keine Wortmeldung da. Es ist nur e i n Kommunist im Ausschuß. Er schweigt. Der Sozialdemokrat Rosenfeld begründet den Antrag. Der einzige, der letzte Kommunist oerschwindet. Es kommt zur Abstimmung. Zur Ab- stim�tung über den kommunistischen Antrag. Wo sind die Kommunisten? Es ist keiner da. Man setze den Fall, die Sozialdemokraten im Rechts» ausschuß hätten einen Antrag gestellt, wären vor seiner Be- gründung davongelaufen, und hätten die Begründung den Kommunisten überlassen. Man setze den Fall, von ihnen wäre bei der Abstimmung keiner da gewesen. Man setze den Fall, die„Rote Fahne" hätte darüber ge- schrieben. Sie hätte geschrieben: Eine Führerclique sabotiert den Kampf um die Fürstenenteignung! Diese Schurken sind Fürstenknechtet Sie haben sich gedrückt, well sie infamen Arbeiterverrat begehen wollen! In fetten Lettern hätten wir über der„Roten Fahne" gelesen: Die Sozialdemokraten end- gültia entlarvt! So wäre es gewesen, wenn man den Fall setzt, unsere Abgeordneten hätten so leichtfertig ihre parlamentarische Pflicht erfüllt wie die kommunistischen. Es war aber der andere Fall. Es waren die K o m- m u n i st e n, die so gehandelt haben. Gestern ging es im Rechtsausschuß des Reicbstages um die Enteignung der Fürsten. Wo waren die Kommunisten? Es war keiner da. flusstbuß für nationale Aufklärung. Ans dem FemeanSschusi des Landtags. Der Ausschuß des Landtags zur Untersuchung der Beziehungen Deutschnationaler zu den Fememördern entwickelt sich immer mehr zu einem wirtlichen Ausschuß zur nationaler Aufklärung. Langsam zwar, aber sicher enthüllen sich die Fäden, die zwischen organisiertem Unternehmertum über die freundwilligen deutschnationalen»Gewerkschafter" zu den Putschorganisationen laufen. Dr. M e i ß I n g e r, der durch seine Aktennotiz berühmt ge- wordene Syndikus der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände. spielte zwar gestern im Untersuchungsausschuß eine merkwürdige Rolle. Arrogant und empfindlich, wenn eine Frage der Abge- ordneten das heilige Geschäftsgeheimnis der Arbeit- geberpolttik bedroht«, war er auch sonst verschlossen und sagte nur, was er mußte. Obwohl etwa zur gleichen Zeit, nämlich Im Juni vorigen Jahres, der Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften sich gegen die Beibehaltung der Technischen R o t h i l f e ge- wandt hatte, glaubte er nicht mit Unrecht in den Behrens und Meyer Leute zu finden, von denen er auch ein« andere„ge- werkschaftliche" Meinung über diese Frage hören konnte. Behrens hatte allerdings bestritten, daß bei der Zusammenkunst im Weinlokal am 9. Juni l92ä überhaupt von der„Teno" die Rede gewesen sei. Dies« Gegenüberstellung vollkommen entgegenge- letzter Aussagen zeigt, daß nach einer so langen Zeit Irrtümer Uber tatsächliche Begebenheiten leicht vorkommen können.>„.ilen ahnlichen Widerspruch muß man in einer anderen Angelegenheit verzeichnen. Nach Angabe des Dcutschnationalen Meyer hat dieser unmittelbar bei der Aufnahme des Darlehens seinen Kollegen Behrens verständigt, daß er das Geld für den Feme- mörder Schultz in Anspruch nehme. Behrens will aber erst viel später, nämlich nach Ablauf von zwei Monaten, erfahren hoben. daß das Geld überhaupt für Schultz in Betracht kam. Diese und ahnliche Widersprüche lassen immer stärker die Vermutung austauchen, daß es nicht allein die blinde Hand des Zufalls war. dl« da» sür„Kartoffelschulden" besttmmte Geld der Arbeitgeber in die chände des Schultz kettete. Es gehören ja nur ganz wenig« Irrtümer dazu, um ein« solch« Darstellung«nt- stehen zu lassen, die immer mehr, je länger man darüber redet. wie eine kühne Gedankenkon struktur, nicht aber wie ein nackter Sachoerhalt sich ausnimmt. Die Geheimnis» lrämerei, mit der zum Beispiel der Abg. Meyer die Spender des ominösen Ausschusses für nationale Austlärung»er- schweigt, kann doch nur den Schluß zulassen, daß es auch hier manches zu verdecken gibt, was die Beziehungen zu reaktionären Organisationen aufklären könnte. Deutschvölkisch« beschweren sich über«in« ,.F« st st« l tu n g" des»Sozialistischen Pressedienstes", der erklart hat, daß die Be- Ziehungen der Fememörder bis weit in die Reihen der Deutsch- nationalen hineinreichen. Im Ausschuß aber wachen die Vertreter der Deutschnationalen und der Deutschen Boltspartei darüber, daß ja kein« Frag« gestM wird, die über den eng gesteckten Rahmen des Berhandlungsthemas hinausgehen und die Fäden entwirren könnten, die von den reakttonoren Politikern zu den reaktionären Geheimorganisationen lausen. Dies« Bestrebungen zur Verheimlichung sprechen mehr, als lang« Zeugen- aussagen! Die Reichsfinanzen im Faoaar. Besitzstcucrermäsiigung aus Ueberschüffe« der Masse«- steuern. Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben im Januar bieten ein verhältnismährg günstiges Bild. Es sind ins- gesamt 6S4 Millionen Mark aufgekommen. Aber es zeigt sich gleich. wohl der Einfluß der Wirtschaststrise. denn der Januar 19S5 brachte über 100 Millionen mehr, chinzu kommt noch, daß sich im Mönch Januar verschieden« Zahlungstermine häufen, so daß die Ergebnisse der nächsten Monate weit ge- ringer sein dürsten. Am beachtenswertesten ist das Auskommen der Lohnsteuer mtt 105 Millionen Mark. Es weist gegenüber dem Dornwnch nur«in« Senkung von 8 Millionen auf. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß der Ertrag der Lohnsteuer zum großen Teil noch aus dem Dezember stammt. Daher konnte sich«inersetts die neu« Ermäßigung(Existenzminimum 100 Mk. statt 80 Mk.) vom 1. Januar ab nur in geringem Maße auswirken und daher haben andererseits Erwerbslosigkeit und Kurz» arbeit den Lohnsteuerertrag noch nicht zu stark beeinflußt. Immerhin mußte man auch sür den Dezember mtt einer durch- schnittlichen Erwerbslosenzifser von 1 Million rechnen, wozu noch die gleiche Zahl an Kurzarbeitern hinzukommt, die ebenfalls für die Lohnsteuer vollkommen ausfallen. Die Zahl der Lohasteuerpslich- ligen Hot sich also schon im Monat Dezember um mindest«»» 10 Proz. verringert, so daß der normale Ianuarettrag mindesten, IIS Milli- onen betragen hätte. Aus der Umsatzsteuer sind rund 40 Millionen Mark, aus Zöllen und Berbrauch» steuern rund 10 Millionen Mark mehr aufgekommen als im Bormonat: bei der Umsatzsteuer sind hierin die letzten Viertelsahrszahlungen für das Jahr 1925 ent- halten, bei den Zöllen die halbjährlichen Abrechnungen aus dem Zollagerverkehr. Au» ähnlichen Gründen sind bei der E i n k o m- men- und Körperschastssteuer 150 MWonen mehr aufgekommen als im Dezember, da hierin ebenfalls die im Januar fälligen Bierteliahr» Zahlungen entHallen find. Di« Beurteilung des letzten Monatsergebniste» im vergleich mit den bisher abgelaufenen 10 Monaten des Rechnungsjahre» 192S/2S wird durch nachstehende Uebersicht erleichtert. Das Aufkommen betrug in Millionen Mark: «ugu« ISN 4- Cntrtt» «.} Jannat ISN di»— �weniger» Zmwar 1928 ae« 5?orani-1iI. Vraz. Vr», fflt 10 Monat« LobnNeuer...... 105 ,« 1 207 20-f 207 Umsatzsteuer..... 146 22 1 198 19-1-8 Beiördeiungösteuer... 24 4 282 4+ 13 Zölle u. Verbraiiitiistenern 199 29 1 649 27+ 9.9 Masienbelastung.... 464 70 4 330 70+ 320 Besitzbelastuna.... 200 80 1 616 80— 14 Gesamtertrag 664— 6 946—+ 306 Diese Uebersicht zeigt zunächst, daß der prozentual« lliUeil der Massenbelastung an dem Gesamterträge der Reichssteuern sowohl im Zanvar als auch im Durchschnitt der lehle« 10 Monate 70 Prozent erreicht hat. Sodann geht vor allem daraus hervor, woher dl« Ueberschüsie der Reichskasse stammen. Obgleich der Voranschlag durch eine zweimalig« Aenderung dem tatsächlichen Eroebni» Immer mehr angepaßt worden ist, ist er gleichwohl von der M a s s« n b e- lastung noch um 320 Millionen Übertrossen worden. Di« Besitzbelastung jedoch ist um 14 Millionen dahinter zurückge»- blieben. Die Schliebensche Ihesanrieruagspolittk bestand also in der-' Ansammlung von lleberschüssen an» der Massenbelastung und nicht au» der Besitzbelostung. Nicht di« Wirtschaft, sondern di« Arbeiter« schoft hat Grund, den deutschnationalen Finanzminister deswegen anzuklagen. Nun will der neue Finanzminister Dr. Aeinhold die Ueberschüsie seines Vorgängers zu Steuerermäßigungen be» nutzen. Er will also die Mehrerträge der Massenbelastung der Wirtschaft in Form von Sleuererleichleruagen zuleiten, aastall damit die 7kot derjenigen Opfer der wirtschaslskrise zu lindern, die dieje Ueberschüsie talsächlich ausgebracht haben. Nunösunktheater unö Voltsbühne. Die Funkstund« beabsichtigt imGroßenSchauspielhaus ein eigene» Rundfunktheater einzurichten, dos nicht nur den ongeschlosienen Hörern dramatische Werk« vermitteln will. sondern gleichzeitig auch sür«inen ganz billigen Preis dem all- gemeinen Theater Publikum zugänglich gemacht werden soll. Es steht noch nicht fest, ob dieses Theater ein eigenes Ensemble erhält, es slloen aber Gastspiel» anderer Bühnen dort stattfinden. Gegen diese Pläne hat die Berliner Voltsbühne sowie die beiden Zentralen der großen Besucherorganisationen, der Verband der Deutschen Bolksbühnenvereine und der Bühnenvolksbund ein« gemeinsame Eingabe an den preußischen Minister für Wissenschast. Kunst und Dolksbildung gemacht. Darin wird der Minister, dessen Zu- stimmung die Rundsunkgesellschaft für die Einführung neuer Unter- nehmungen bedarf, ersucht, Einspruch dagegen zu erheben, da die Durchführung dieser Pläne«ine Bedrohung des Berliner Theater. wesens und vor allem der soziol-lulturellen Theaterpfleg- der Besucherorganisationen bedeuten würde. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, daß bei der Der- Pflanzung anderer Berliner Bühnen in das Große Schauspielhaus angesichts der ganz anderen akustischen und sonstigen Derhällnisse des Riefenroumes nur minderwertige Leistungen zustande kommen würden und es ratsamer wäre, wenn der Rundfunk seine Aus- nahmen unmittelbar in den Theatern vornehmen würde. Insbesondere wird auf die Gefahren hingewiesen, die ein Rund- funktheaterbetrieb für die regulären Theater hervorrufen würde. Nicht nur. daß die Theater in ihrem Betrieb gestört würden, es müht« auch durch die Unterbietung der sonstigen Berliner Ein- trtttspreise eine verderblich« Konturrenz entstehen. Ganz besonders für die Besucherorganisationen. die gegen mäßiges Entgell auf gemeinnütziger Grundlage die Massen zur ernsthaften Kunstpfleg« erziehen. Der Minister wird deshalb ersucht, den Plan des neuen Rund- funltheater» nicht zu genehmigen oder wenigstens gewisse Siche- rungen zu schaffen, die di«.Gefahren de» Unternehmens herab- mindern. Als solch« werden vorgeschlagen: 1. Der, Leitung des Rundfunktheater» einen Ausschuß mit entscheidender Stimme bei. zuordnen, dem neben Vertretern des Staate» auch Dertreter der Berliner Bühnen und der Besucherorganisationen angehören. 2. Das Rundfunktheater ist gebunden, seine Preise nach den im»«rliner Theaterleben allgemein üblichen Grundsätzen«inzurichten und soll nicht Mittel des Rundfunk, zu einer Herabdrückung der Preis« de- nutzen, die sür die berufenen Organe der Th-aterpslege verderblich würde. Ueber diese Borschläge der Besucherorganisationen hinaus er. scheint e» un« zweckmäßlg. daß die Teilnehmer de» Rund- sunt», etwa nach den Grundsäßen der Volksbühne, zur M j t« i r- k u n g herangezogen werden. Insbesondere die Arbeiterschaft hat ein großes Interesse daran, daß sie durch ihr« Vertrauensleute den berechtigten Wünschen der Masse gehörigen Nachdruck verleiht. Ein unbekannter Srief üer.Mouche' über Heines Tod Die grausige Matrotzengruft, in der Heine jahrelang dem Tode entgegenstechte, ist verklärt durch die Lieb« und Sorgsall eines ge- hcünnisvollen Frauenwesens. das der schwerkranke Dichter in stam- melnden Briefen und glühenden Gedichten verherrlicht Hot. Er nannte sie noch dem Zeichen ihre» Siegels—„Mouche": st« selbst nannte sich Elise Krinitz, später Camille Sölden und war wahrschein. (ich als Kind�der Liebe in einem Prager Palais geboren. Ihr oben- teuerliches Schicksal, dos sie nach Poris führte, verstrickte sie in mancherlei Liebesaffären. So ist sie auch dem jungen Prager Dichter Alfred Meißner, der«in Freund Heines war, nahegetreten, und in seinem Nachlaß wurde«in interesianter Brief von ihr aufgesunden. d«n Erich Locwenthal jetzt zum erstenmal in der„Literarischen Well" veröffentlicht. Sie wendet sich am 2. Mörz 1556 an Meißner unter dem Eindruck von Heines Tod. denn sie fühll„in diesem Augenblick, wo mich ein unersetzlicher Berlust bctrossen, dos innige Bedürfnis, niit Dir, der ihn! auch geliebt, mit Dir. einem der wenigen Menschen. die ihn wahrhaft gekannt und gewußt, welch ein Göttersohn in der ganzen Bedeuiung des Wortes er war, mich einig« Augenblick« zu unterhalten'"„Mittwoch vor acht Tagen." schreibt st« weiter. „haben wir ihn nach Mont Martr« zu seiner kühlen Ruhestätte be- gleitet, und jetzt kann ich Dir nur noch über seinem Grab die Hand reichen. Zlch— mehr als mein Leben liebte ich diesen Sterbenden! Ich war ihm nahe— wie der Schmerz dem Tod« nahe ist. Trostlos hat mich der seinige gelassen! 14 Tage sind es heute, daß ich zu ihm ging, hoffend, ihn besser als den Tag vorher zu finden— denn es ist merkwürdig, wie bei solchen Krankheiten langer Dauer man sich selbst täuscht. Seit drei Tagen litt er an heftigem Erbrechen. doch da er zuweilen ähnliche Krisen, wenn auch nicht so anhaltender Art, hatte, dachte ich immer, trotz der innern Angst, welche mich zuweilen befiel, diese wäre ebensolch«ine Krise, durch die unge- beuren Dosen Morphine, welche er zuletzt nahm, hervorgebracht. Böller Hossnung, ihn wiederzusehen, ihn, den Freund! eilte ich zu ihm, und klingelle sehr saust, um, im Fall er schlies. ihn nicht zu wecken. Ach— den Gedanken an seinen Tod hatte n i e mein Herz gesaßt. Es war surchtbar, als ich das Wort hörte, und erst begriis ich es nicht. Mir war, als waren di« Menschen aus einmal mahn» sinnig geworden. Doch zuletzt begriss ich alles! Und ich begriss auch. daß er von seinen achtiährigen Qualen endlich befreit. Er hatte mich einmal gefragt, ob ich den Mut haben würde, ihn nach seinem Tod« zu sehen— und da trat ich herein, kniet« neben der teuren. teuren Leiche und küßt« ihr die schon marmorkalt« Wange. Denselben Morgen um 5 Uhr war unser Hein« gestorben. Oh nein— nicht gestorben, nur zurückgekehrt zu dem sonnigen Olymp— sein wahre» Vaterland! Ach! so sckön wie dies« Leiche habe ich nie das Leben gefunden. Er schlief so sonst und mtt solch einem stolzen, edlen Ausdruck auf den Zügen! Es schien ihm alles so gleich geworden! Ach— mir wurde es bei diesem Anblick— so sterbewohl! Nun ist es aus. Doch ich fühle mich überwälligt von Kummer, fast täglich sah ich ihn in den letzten Zeiten seines Lebens. Er hatte mich so lieb, er spielle mit mir wie mit einer Puppe; ach. nun höre ich nicht mehr die süßen Wort«. Seine arme Frau hat er verlosten, auch mich— mich, deren einziges Glück war. zu seinen Füßen zu liegen und mir einzubilden, ich sei seine Sklavin.. Au» l»' mit dem Varon! Aus Wien wird geschrieben: Wenn noch jemand an den demotratisch-republikanischen Grundfesten Oesterreichs gezweisell haben könnte— Wien liefert den schlüssigen Gegenbeweis. Der Adel ist geletzlich abgeschcsst. Schön. Aber kann das Gefetz in die Kasseehäuser, kann es zu den Droschken. chauffeuren vordringen? Kann es eine alle Tradition erschüttern? Eine bange Frage.... Roch vor zwei Iahren war jeder, der mit dem Kutscher Dme» renzen irgendwelcher Art hatte, zuerst ein„Baron" und erst im wetteren Verlaus der gemütlichen Unterhaltung ein„nötiger Vettel- bua". Aber Baron war er hast! Dieses Wort:„Der Herr Baron werden schon wisien" ist ausgestorben. Kein Kellner, kein Kutscher, kein Dienstmann odell-inen mehr In langen Wiener Togen hat memand, auch in den dramatischsten Augenblicken nicht. Jjerr Baron zu mir gesagt. Ueberhaupt. man kommt sich schrecklich«nt- titelt vor. Ein einzigesmal, als«in Schornsteinseger, sprich Rauch» angkehrer, aus der Straße vers-hemstch mit seinem schwarzen Be- seh an mich anstreifte, rief er begütigend:„Obacht. Herr Direktors" — Dom Baron zum Direktor— welch ein Sturz! M. Pr. Radiolechaische» von der Kölner Frelhettsseier. Da, geglückte Experiment, die Besreiungsseier Köln» in der Mitternacht de» 1. Februar durch andere Sender verbretten zu lasten, hat auch zu einigen interessanten Beobachtungen geführt. So wird au, Schweden berichtet, daß dort die Feier im ganzen Lande ausgczeich- net zu hören war, indesien hörte man die schwächeren Staiionen mit kürzeren Wellen besser als die starken, di« auf langen Wellen senden. Die meisten Hörer in Schweden haben den Hamburger Sender gehört, ohne irgendwie durch Störungen behelligt zu wer» den, auch über Berlin, Breslau. Münster und Königsberg war die uebertragung tadellos. Dagegen klagen Hörer, die Königswuster» hausen aufgenommen haben, daß atmosphärische und Telegraph» störungen den Genuß zettweise stark beeinträchtigt haben. Und ein Hörer in Wärmland, der mehrer« Stationen ausnahm, berichtet, daß die kurzwelligen merkbar bester zu hören waren. Bieleseld ohne Lkadllheoler. Di« Bielejelder Stadtverordneten. Versammlung lehnt« die Borlage des Theaterausschusies. welche die Rückkehr von der zehnmonatigen zur achteinhalbmonatigen Spiel- zeit und den Abbau der Großen Oper, sowie die Herabsetzung de» städtischen Zuschusie» aus höchsten» 300 000 Mark vorsah, mit sämt- lichen bürgerlichen gegen di« sozialdemokratisch«, und tommunisti- scheu Stimmen ab und beschloß die völlig« Schlleßung de» Theater«. Für die Erhaltung der Baulichkeiten und an Vensionsgeldern für städtische vrchestermttglieder ha: die Stadt 114 000 Mark zu.zahlen. Z« der Stetfllchea fcnislMWlefliet WHg-SHSrecht-Sfr. 7».it,«in««u»ti«lluva .Italienische«rchtteN»r,«tq»»n,e, h«»».rock" er. öffnet. Sie ist Sei freie« eintritt werktäglich von S bis 9 Uhr geöffnet. Polens Mspruch auf stänöigen Ratsfitz Briands Befürwortung.— Chamberlains Reserve.— Schwedens Widerstand» Entgegen optimistischen Nachrichten aus London, die in maßgebenden Berliner Kreisen all�u schnell Glauben gefunden hatten, scheint die Frage einer beträchtlichen Erweiterun g des Volterbundrates in der Richtung, daß außer Deutschland auch Polen und vielleicht Spanien und Brasi- lien ständige Sitze im Völkerbundsrat erhalten sollten, noch keineswegs erledigt zu sein. Als Botschafter v. ch o e s ch am Mittwoch im Auftrage der Reichsregierung B r i a n d sondierte, erhielt er vom französischen Minister- Präsidenten eine Antwort, die keinen Zweifel daran läßt, daß Polens Wünsch« nach wie vor in Paris befürwortet werden. Die Argumentation Briands ist recht eigenartig: er meinte, daß die Gewährung eines ständigen Ratssitzes an Polen für die gute und loyale Ausführung der Locarno-Ver- träge notwendig fei. Durch seine politische Bedeutung und geographische Lage sei Polen an den großen europäischen Fragen interessiert, und es wäre bester, wenn es seine Jnter« essen selbst verteidigen könne, als wenn es ihre Wahrung einer anderen Macht anvertrauen müßte. Es mag schon sein, daß der französischen Regierung die Rolle des ewigen Befürworters polnischer Ansprüche in g e« wissen Fällen lästig ist und daß sie durch lue Gewährung eines ständigen Ratssitzes an Polen ihre Handlungsfreiheit gegenüber Warschau wieder erlangen möchte. Aber in den m e i st e n Fällen ist Polen doch nur der Sekundant Frankreichs, und das dürste wohl der überwiegende Grund sein, weshalb Frankreich den polnischen Anspruch unterstützt. Aber gerade deshalb muß auch jener An- sprach bekämpft werden: es muß eben verhindert werden, wie Lord G r e y in einem offenen Brief an die „Times" sehr richtig bemerkt, daß das Dorkriegssystem der „Gruppierungen" seine Fortsetzung im Völkerbundsrot findet. Selbst wenn Briand mit der Unterstützung der pol- nischen Wünsche keine unfreundliche Absicht gegen Deutschland hegte, sondern lediglich eine an sich begreifliche Bündnispflicht gegen Polen erfüllte, so würde dennoch die Wirkung einer solchen Haltung im deutschen Volk« ganz unvermeidlich eine andere sein. Man würde mit der ostentativen Schaffung eines politischen Gegengewichts gegen Deutschland im Dölker- bundsrat einen Akt der Unfreundlichkeit und des Mißtrauens gegen Deutschland erblicken, der geeignet wäre, die ganze moralische Bedeutung des Beitritt» Deutsch- lands zu gefährden und die neue Acra des Völkerbundes, die mit dem Eintritt des besiegten Deutschlands eingeleitet werden sollte, mit dem Makel des Argwohns und der Engherzigkeit von vornherein zu belasten. Briand meint vielleicht, er würde dem polnischen Bundesgenossen eine große Freud« bereiten. wenn er ihm zur Erfüllung seines Wunsches perhülfe, es mag ihm aber gesagt werden, daß er damit vor allem einem Teil des deutschen Volkes ein« große Genugtuung verschaffen würde: nämlich den Gegnern des Völkerbundes, den Deutschnationalen und K o m m u n i st e n. die schon heute in schadenfrohen Erwartungen über einen solchen „Hereinfall" der Locarno-Partcien schwelgen. Die Reichsregierung hat gut daran getan, ihren Pariser Botschafter zu beauftragen, lediglich eine Sondierung vorzu« nehmen, ohne die tonbitionelle Drohung auszusprechen, daß Deutschland feine Anmeldung wieder rückgängig machen könnte. Denn solche heiklen Fragen soll man Neber mit Be- hutsamkeit behandeln als mit vorzeitigen Krastausdrücken, die die Dinge oft nur verschlimmern. Auch ist die moralisch« Position Deutschlands in dieser Frag« völlig einwandfrei und sein« diplomatische Position durchaus günstig. Sogar gewisse französische Blätter verschiedenster Richtungen, wie das fortschrittliche„Oeuvre" und das gemäßigte„Journal des Dcbats". die dem polnischen Zloty unzugänglich sind, wenden sich gegen den polnischen Anspruch, dessen Verwirklichung den Anfang vom Ende des Völkerbundes bedeuten könnt«. Vor allem wächst der Widerstand in England. Am gestrigen Tage hat der Außenminister Chamberlain auf einem Frühstück der ausländischen Press«, an dem auch deutsche Iour- nolisten zum erstenmal seit Kriegsende als Ehrengäste teil- nahmen, eine bedeutungsvolle Rede gehalten, in der er auch das aktuelle Thema behandelte. Dabei führte er aus: Es gebe e i n Problem, da» die Sorge vieler Personen in diplomatischen Kreisen sei und tatsächlich weit über die diplomatischen Kreise hinaus das Jntereste in Anspruch nehme,- nomlich die Stellung de» Völkerbundsrate». Glauben Sie nicht. betont« Chamberlain. daß ich Ihnen ein« Erklärung abgeben will, die ich noch nicht im Unterhause gegeben Hab« und die ich tat« sächlich dem Unterhause noch nicht geben kann. da die britisch« Regierung— wie ich glaub« sehr mit Recht— noch keine endgültige Entschließung über diese Frage gefaßt hat. Alles, was ich im Augenblick sagen kann, ist, daß man diese» Problem nicht im Lichte der Kriegsverhältniss« betrachten und nicht fragen darf, wie wir ein« besonder« Gruppierung von Mächten verewigen und eine mutmaßliche internatio» nale Rivalität ausgleichen können. Wenn wir un, dem Problem auf diesem Wege nähern, dann gibt es kein« Lösung. Dia einzige Frage, die man sich zu stellen hat, ist, wie der Rat am besten die Eignung erhalten kann, die ungemein verantwortungsvollen Aufgaben zu erledigen, die ihm jetzt obliegen und die noch verant- wortungsvolleren Ausgaben, die sicher in der einen oder anderen Richtung jetzt oder später an ihn herantreten werden, fernir, wie wir den Völkerbund und den Rat so organisieren können, daß et die Kraft ha», den Frieden zu bewahren und daß sein« Gutachleu und Entscheidungen moralische Aulorilät haben. Es handelt sich darum zu bewirten, daß sie von den Nationen angenommen werden, zu deren Vorurteilen sie im Widerspruch stehen, deren Ein« flüssen sie vielleicht entgegenstehen, die ober doch im Jntereste de» Friedens und des internationalen Einvernehmens hoffentlich dazu gebracht werden, dem Rat das zuzugestehen, was sie einer anderen an einem Streit beteiligten Partei nicht zugestehen könnten. Die Entscheidung des Völkerbundsrates wird in keiner Form beeinflußt oder gelenkt werden durch einen Versuch, eine Partei innerhalb de» Rates zu schaffen. Da» wäre die völlige Verleugnung alle» besten, was wir erreicht haben. Sie wird nicht diktiert werden durch irgendeine« Wunsch, ein« M e h r h« i t für diese oder jen« Auffassung herzustellen. Ein« Entscheidung des Rate» mit Stimmenmehrheit ist nach unserer Verfostung in nahezu jedem Falle, und ich glaube, ich kann ruhig jagen, in jedem wichtigen Falle, überhaupt keine Entscheidung. denn Einstimmigkeit ist erforderlich. Aber es ist nicht die Aufgabe des Rates, aus Mehrheüsentscheidungen hinzuarbeiten. Sein« Ausgabe ist es, Differenzen auszugleichen und den Boden für ein« Einigung zu finden in der Ammosphäre von Genf und im Geiste der Kameradschaft und der Zuversicht, der unter den Delegier- ten entstanden ist. Sie werden im Rat zusammenkommen, nicht um ein« gewaltsame Lösung zu sinden. sondern um eine. Lösung zu finden, die von allen Beteiligten gern und frei akzeptiert werden kann. Chamberlain schloß mit dem Ausdruck der Hossmrng, daß der Geist von Locarno die Presse aller Länd«r erfüllen werde» damit sie trotz der Schwierigkeiten des Tages das Auge auf die großen Ziele gerichtet halte, von denen Weltfrieden und Zivilisation abhängen. Dies« Redewendungen sind so abgewogen, daß man sie satzweise verschieden deuten kann. Die einzige konkrete Erklärung liegt in dem Satz, daß die britische Regierung sich noch nicht festgelegt habe und daß sie daher nicht einmal bei der kammenden Debatte im Unterhaus Farbe bekennen werde. Alles Uebrige ist vieldeutig, und man ist darauf angewiesen, zwischen den Zeilen zu lesen. Im ganzen müssen allerdings diese Erklärungen den Ein- druck erwecken, als bekämpfe die englische Regierung den polnischen Anspruch, denn anders wäre die Verwahrung gegen eine„Gruppierung von Mächten" im Lölkerbundsrar kaum /w verstehen, ebenso sein Hinweis auf eine Gefährdüng der Aktionsfähigkeit des Rates, die doch nur als Folge einer zahlenmäßig und politisch unangebrachten Erweiterung ein- treten könnte. Andere Sätze wiederum könnten so ausgefaßt werden, als bemühe sich Chamberlain das deutsche Mißtrauen zu mildern. Zweifellos wird Englands Widerstand, der in Kund- gebungen von Vereinigungen und fast übereinstimmenden Prefseäußerungen zum Ausdruck kommt, nicht nur durch fran« Mschen, sondern auch durch spanischen Druck erschwert. Eine sehr stark« Waffe liefert aber dem britischen Kabi- nett die entschlossene Ablehnung der Erweiterung des Rates durch Schweden. Schweden hat bekanntlich eine rein f o z i a l i st i f ch e Regierung, der es mit einer wirtlichen Völkerbundspoütik feit jeher ernst ist und die die Gefahr einer Verwäfferung des Välkerbundsrates klar erkannt hat. Alle wahren Freunde des Völkerbundsgedonkens in der Wlt stehen dabei hinter der schwedischen Regierung, nicht im Jnteresie Deutschlands, sondern im Interesse der Zukunft des Völker- bundsgedankens überhaupt. vle Vernehmung Schutzes. « Keine Haftentlassung. Korrespondenz BS. meldet: Der in di« Budapester Fälscheraffäre verwickelt« Artur Schulz« ist gester» dem im Präsidium tätigen Amtsgerichtsrat Struckmann zur weiteren Vernehmung vorgeführt worden. Schulze gab dabei nur die Tatsachen an. die im wesentlichen schon bekannt sind. In Budapest habe er sehr bald gemerkt, daß etwa» vorbereitet werden sollte, was er nicht verantworten konnte. Er habe sich des- halb von vornherein passiv verhalten und versucht, Ungarn mög- lichst schnell wieder verlassen zu können. Da» sei ihm nicht leicht geworden, weil er mertt«, daß er von gewisien Leuten ständig he- r dachtet wurde. Es sei ihm dann auch gelungen, unbelästigt nach Deutschland zurückkehnn zu können. Schulz« bestritt auch dem Amtsrichter gegenüber«nergisch, daß er sich irgendwie strafbar ge- macht habe. In der Angelegenheit sind inzwischen von der Polizei auch noch ander« Personen vernommen worden, deren Namen bisher noch nicht bekannt gegeben werden. Der Inhaftierte wird heute vom zuständigen Untersuchungsrichter beim Landgericht II ver- nommen. Schulze hatte einen Antrag auf Haftent» l a s s u n g stellen lassen, der aber abgelehnt worden ist, weil in Anbetracht der politischen Bedeutung diese» Falles die Derant- wortung nicht von der Polizei, sondern von der zuständigen Staats- anwaltschaft getragen werden müsse. Keine Amnestie für Kußmann unü Knoll. Das gegen den früheren Staatsonwallsasiesior Dr. Kuß- mann und den Kaufmann Knoll«ingelettet« Versahren wegen Derösfentlichung amtlicher Schriftstück« aus der Barmat-Unter- suchung. bzw. wegen Aktenbeseitigung war bezeichnenderweise durch Beschluß de» Schöfsengericht» Lerlin-Müte aus Grund de» Amnestie- gesetzes eingestellt worden. Gegen dies« Anwendung der Amnestie hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde beim Landgericht eingelegt. mit dem Erfolg daß diese» nunmehr die Anwendung der Amnestie in diesem Fall al» nicht gegeben erachtete, da da» Vorliegen politischer Motiv« zu verneinen sei. Dr. Kußmann und Knoll werdn sich also vor dem Schössengericht wegen der ihnen zur Last gelegten Straftaten zu verantworten haben, doch steht der Ter- min zu dieser Verhandlung bisher noch nicht fest. Ein französischer Polizeichef in Serlin. Zur«Vernehmung des Ffrunken-Tchulze. Paria, 18. Februar.(ffllB.I Der Kommissar der»urcte «enerele Doulcet hat sich gestern abend nach Berlin be- geben, um al» Vertreter der Pariser Polizei der weiteren Ver- nehmung des verhasteten Arthur Schulze, der in die Budapester Fälscheraffäre verwickelt ist. beizuwohnen. Einem Vertreter de» „Mattn* erklärt« Doulcet. er glaub«, daß Schulz« an der Affäre nur ziemlich pasiiv beteiligt gewesen sei. Dr. Weih' Mission in Paris— Abreise nach Brüssel. Pari». 18. Februar.(WTBI Nach viertägigem Aufenthalt kn Pari» verläßt heute der Leiter der Berliner Kriminalpolizei, Dr. Weiß. Paris. E« ist da» erstemal fett dem Kriege, daß eine leitende Persönlichkeit de» deutschen Palizeidicnstcs mit den leitenden französischen Polizeistellen Fühlung genommen hat. Der Zweck derReise war in erster Linie, den französischen Polizeibehörden, denen naturgemäß die Aufklärung der ungarischen Frank- fälschungen außerordentlich am Herz«» liegt, die Versicherung� zu geben, daß die Berliner Kriminalpolizei, die sich seit Auftauchen der ersten Nachrichten über dies« Fälschungen mit der Angelegenheit befaßt habe, alle» tun werde, um die französische Polizei zu unter- stützen. Darüber hinaus hat Dr. Weih die grundsätzlich« Frage einer möglichst engen Zusammenarbeit zwischen der Berliner und der französischen Kriminalpolizei besprochen. Hieraus kam auch die Frage«ine» Nachrichtenaustausche» in kriminalposizeilichen Angelegenheiten zur Erörterung. Dr. Weiß begibt sich heut« nachmittag noch Brüssel, um dort in derselben Weis« Fühlung zu nehmen." Gegen Sprachenürosselung. Eine Rede deS Genosse« Dr. Ezech. Prag, 18. Februar.(Eigener Drahtbericht.) In der Donnerstag- sitzung des Abgeordnetenhauses, die sich nach den Stürmen in den vergangenen Tagen etwas ruhiger gestaltete, erklärte der Vize- Präsident de» Hause», daß die bedauernswerten Exzesse u n. würdig seien und vom Präsidium beschlossen sei. im Jnteresie der positiven Arbeit und der Würde de» Parlaments in Zukunst gegen solche Exzesse mit aller Entschiedenheit vorzugehen. Diese Er« klärung de» Vizepräsidenten war von lärmenden Zwischen- r u f« n der Opposition begleitet. Im Verlaus der Debatte über tue Erklärung des Außenministers Dr. Benesch ergriff auch der deutsch« Sozialdemokrat Dr.(tzech dos Wort zu einer längeren Erklärung, in der es u. o. heißt: „Die gegenseitige Beeinflussung von Außen- und Innenpolitik war in diesem Land« Immer«ine so starke, daß ihre völlig« Scheidung nachgerade zur Unmöglichkeit geworden ist. Das haben wir zuletzt anläßlich de» Abschlusses de» Locarno- Vertrages ge- sehen, au» welchem die herrschenden tschechischen Kreise gewisse Folgerungen politischer Natur zu ziehen versuchten, indem sie die bedingungslos« Unterwerfung der Minoritäten unter die Herrschaft diese» Vertrages forderten, ohne für sich die sich aus diesem»ertrag ergebenden Konsequenzen abzuleiten, die geeignet wären, eine Wandlung in der Behandlung der nichttschechischen Völker de» Staates herbeizuführen. Da» können wir auch in der Fassung der Durchführungsverordnung zum Sprachengesetz wahr- nehmen. Wohl versucht man aus tschechischer Seit« der Durch- sührungsverordnung den harmlosen Anschein einer rein internen Maßnahme zu geben. Sie hat aber in der nichttschechischen De- rölkerung de, Staates ein« gewaltige Erregung hervorge- rufen. Sie hat auch im Ausland ein- Stimmung ausgelöst, die g«. wisse außenpolitische Wirkungen nach sich ziehen wird. Die Durch- sührungsverordnung wird als ein wahrer Faustschlag von der gesamten deutschen Levalke- rung empfunden. Sie hat«ine mächtig« Bewegung hervorgerufen und die größte Ueberraschung und Bestürzung au»gelöst.' Der Redner teilt« dann mtt. daß der setzige Ministerpräsident früher«in« Erklärung abgegeben Hot. wonach vor Erlassung der Sprachenverordnung mit den deutschen Dolksvertretern ver- handelt werden würde. Das gegebene Miaisterwort sei gebrochen worden. Genosse Dr. Czech fährt fort:„Dir aber antworten darauf, daß wir auf der Cinlilsungde»Mini st erwort, beharren, daß wir jede Maßnahme, die mtter dem Bruch von bindenden Zusagen der Regierung zustande gekommen ist. al, für un» unverbindlich betrachten. Au» dieser Situation gibt es nur einen einzigen Ausweg: wiberrus dieser Verordnung. die in jeder Zeile den Geist nationaler Unduldsamkeit atmet und die Recht« der nichttschechischen Bevölkerung mtt Fußen tritt. Darum lehnen wir uns ossen gegen diese Verordnung aus und werden sie nie anerkennen. Wir werden nicht, unversucht lassen, um sie zu beseitigen."— Während der Rede Dr. Czech» kam es zwischen den deutschen und tschechischen Sozialdemokraten wiederholt zu heftigen Zusammen st äßen. Zälscbungsöebatte in Wien. Bethlenö ausweichend« Auskünfte. Wien. 18- Februar.(WTB) In der heutigen Sitzung des Nationalrats wurde eine dringliche Anfrage des sozialdemokratischen Abgeordneten Eisler und Genossen wegen der sogenannten S r> tolfälschungen in Wetzelsdorf verhandelt. Die Anfragesteller richten an die Bundesregierung die Frage, ob ihr betonnt fei. baß Graf Bethlen im Untersuchungsausschuß der ungarischen Natio- nalversammlung die Behauptung ausgestellt habe, daß eine Gruppe ungarischer Banknotensälscher in Wetzelsdorf bei Graz unter Mithilfe de» Landeshauptmanns Rintelen und ein diesem nahestehender Beamter eine Banknotendrucke rei erworben und dort mit Unterstützung des Landeshauptmanns Rintelen falsch« Banknoten herbestelle Hab». Weiter wird gefragt, warum diese Banknotenfälscher nicht angegeben worden seien. E« entspann sich eine stellenweise sehr stürmisch« De- b a t t e. in deren Verlauf Bundeskanzler Dr. Ramek erklärte, er Hobe sofort noch Erscheinen de» diesbezüglichen Artikel» d«r Arbeiter den österreichischen Gesandten in Budapest beaustragt, vom Minister- Präsidenten Bethlen Aufklärung zu verlangen. Bethlen Hab« die streng« Vertraulichkeit der Sitzungen des Unterfuchungsau». schuss«, hervorgehoben(!) und auf ein von der ungarischen Re- gierung veranlaßt«» Kommunique oerwiesen, in dem vor Nach- richten, die angeblich au» diesen Ausschuß stammen, nachdrücklich gewarnt wird(!) Aus dem gesamten Aktenmaterial, der In der Zeit«ingtleiteten gerichtlichen Untersuchung der Angelegenheit er- gaben sich keinerlei Anhaltspunkte für di« StichhaUigkeit der gegen den Landeshauptmann Rintelen erhobenen Deschuldi- gungen. Bezüglich des zweiten Punkte» der Anfrag« verwie» der Bundeskanzler darauf, daß auf Grund eines Gesuches der im Ausland« be- findlichen Beschuldigten aus Antrag der StaatsanipaUschast die gnadenweise Einstellung des Strafverfahrens verfügt worden sei, was von der tschechoslowaUschen Regierung mitgeteilt worden sei, ohne daß sie eine Gegenvorstellung erhöben hätte. Der sozialdemokratische Antrag auf Einsetzung eine» 7gl!edrigen parlamentarischen Ausschusse» wurde schließlich abgelehnt. ver ilalievlsche Botschafter Gras Bo»dari soll, der„B. Z." zu- folge, aus seinen Posten nur provisorisch zurückkehren, obwohl offiziöse Agenturmeldungen aus Rom kürzlich feine Abberufung be- stritten hatten. Al» sein Nachfolger wird jetzt der bisherige Gesandte Italiens in Buenos Aires, ein zuverlässiger Faschist, genannt. Ebenso soll nach der„B. Z." der itolienische Generalkonsul in Berlin, Gras Anselmi, ausscheiden. Dieser war zwar Faschist der ersten Stunde, hat sich aber beim Major R e n z e t t i. dem okkullen Vertrauensmann Farinaccis in Berlin, mißliebig gemacht. Auf Renzettis Treibereien ist auch das Ausscheiden Bosdari« zurück. zuführen. Auf den Posten Anselmis reflektiert kein anderer als— Renzetti selbst. Im Krakauer Gefängnl» sind die politischen Sträflinge in»inen Hungerstreik«ingetreten. Beranlasiung da,u gab der Tod eine« Mitgesangenen. Kalnza mit Namen Di« Häftlinge behaupten, daß Kaluza keine» natürlichen Tode» gestorben sei. Kein engNsch-'kaNentsche» Abkomme«. Im Unterhau» erwidert« Chamberlain aus die Frage, ob bei seinen Besprechungen mit Musso- lini Angelegenheiten, welche die britsschen Verpflichtungen im nahen Osten betreffen, erörtert worden seien: Zur Beruhigung des Frage- stelters wall« er sagen, daß weder von der einen noch von der ande- ren Sette neue Verpflichtungen«ingegangen eher angeregt würden, Gewerkschaftsbewegung Landwirtschaft und Erwerbslosenfürsorge. Selbft Deutschnationale für Einbeziehung der Landwirtschaft. Um die Frage der Einbeziehung der Landwirtschaft in die Ermerbslosenfürsorge ist ein heißer Kampf entbrannt. Während der Deutsche Landarbeiterverband und mit ihm unsere Partei die Auffaffung vertritt, die Einbeziehung ist notwendig, weil es auch in der Landwirtschaft eine Arbeitslofigkeit gibt und sich alle Kreise des Bolkes an der Aufbringung der Mittel zur Unterstützung der Arbeitslosen beteiligen müssen, vertreten die landwirtschaftlichen Unternehmer den Standpunkt, daß eine Einbeziehung der Landwirtschaft in die Erwerbslosenfürsorge nicht verantwortet werden könne. Man bestreitet das Vorhandensein einer Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft und sagt, die Landwirtschaft trage ihr Teil zur Steuerung der Arbeitslosigkeit schon dadurch bei, daß sie auch während der Wintermonate eine ganze Reihe von Arbeitern beschäftigt, die, streng genommen, wegen Arbeitsmangel entlassen werden müßten. Der Standpunkt der landwirtschaftlichen Arbeitgeber ist nicht ohne Wirkung auf die Regierungsstellen geblieben. In verschiedenen und besonders in der 5. Ausführungsverordnung zur Verord nung über die Erwerbslosenfürsorge ist vorgesehen, daß landwirtschaftliche Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen von der Beitragszahlung entbunden werden können. hebung über Lohn und Arbeitsverhältnisse in den verschiedenen Ländern soll näher getreten werden. Von den Vorbereitungsarbeiten für den vom 18.- 21. Mai in London stattfindenden Welt Wanderungstongreß wurde Kennt nis genommen. von Auf das letzte Schreiben des Allrussischen Gewerk fchaftsrates foll folgende Antwort erteilt werden: " Der Vorstand des JGB. nimmt Kenntnis von dem 6. Januar datierten Schreiben des Generalrates des Allrussischen Gewerkschaftsbundes, in dem mitgeteilt wird: 1. daß ihm der von der Ausschußfizung des JGB. vom 4. und 5. Dezember angenommene Beschluß schriftlich mitgeteilt wurde; 2. daß er seine dem JGB. in seinen Briefen vom 29. Januar und 19. Mai 1925 vorgelegten Borschläge aufrecht erhält; 3. daß er erklärt, feine Aktion für die Errichtung einer einigen Gewerkschafts- Internationale fortseßen zu wollen. des Allrussischen Gewerkschaftsbundes auf die Aufforderung, sich dem Der Vorstand des JGB. stellt sonach fest, daß der Generalrat 3GB. anzuschließen, keine günstige Antwort erteilt hat. schluß des Alrussischen Gewerkschaftsbundes der nächsten AusschußAngesichts dieser negativen Antwort wurde beschlossen, den Befizung des JGB vorzulegen." Ein Brief des Generalrates der englischen Gewerkschaften, in dem die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Ausschuß des JGB. die Möglichkeit finde, ohne unangebrachte Verzögerung auf den Beschluß der letzten Sigung betr. die Beziehungen zu den Russen Angesichts dieser Situation gewinnt ein Beschluß große Be zurückzukommen, joll wie folgt beantwortet werden: deutung, der am 20. Januar auf Betreiben der SPD., des Zentischen Gewerkschaftsbundes, in dem der Wunsch ausgesprochen wird, " Nach Kenntnisnahme des Briefes des Generalrates des Britrums und der Demokratischen Partei im oberschlesischen der Ausschuß des JGB. möge seinen Beschluß vom Monat Dezember Brovinziallandtag angenommen wurde. In dem Beschluß 1925 noch einmal in Erwägung ziehen, gibt der Vorstand des JGB. heißt es, nachdem vorher eine Reihe von Abwehrmaßnahmen zur Linderung der Wirtschaftsnot empfohlen wird, wörtlich: der Ansicht Ausdruck, daß er nicht die Machtvollkommenheit hat, die Beschlüsse des Ausschusses abzuändern. ,, Die Arbeitslosenversicherung unter Einbeziehung der Landarbeiter im Reichstag bald zur Verabschiedung zu bringen." Diesem Beschluß traten alle im oberschlesischen ProvinzialLandtag vertretenen Parteien mit Ausnahme der KPD. bei. Unter den Angehörigen der bürgerlichen Parteien befinden sich auch zahl reiche Landwirte. befizer August Hillbrandt( deutschnational), Herrschaftsbesitzer Bir nennen beispielsweise: Bauernguts Graf Hans Prasch ma( Borfizender des oberschlesischen Landbundes), Landwirt Walter Thomas( deutschnational), Ritterautsbefizer Rudolf v. Wazdorf( Vertreter des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes). Wenn solche prominenten Personen die Einbeziehung der Landmirtschaft in die Erwerbslosenfürsorge für notwendig erachten, kann der Standpunkt der freigewerkschaftlich organisierten Bandarbeiter nicht mehr als einseitig und unberechtigt bezeichnet werden. Die Regierungsstellen werden nicht umhin fönnen, die Frage nochmals einer besonderen Prüfung zu unterziehen. Vorstandssihung des JGB. Die Antwort an die Ruffen. ( JGB.) Auf der am 11. und 12. Februar in Amsterdam abge= haltenen Borstandssigung des Internationalen Gewerkschaftsbundes murde folgender Bericht der Revisionsfommiffion über die Finanzverwaltung des JGB. im Jahre 1925 zur Kenntnis genommen: ,, Unterzeichnete haben die vom Buchhalter ordnungsgemäß aufgestellte Bilanz für das Jahr 1925 sowie die Bücher und Belege geprüft und festgestellt, daß sich der Habensaldo vom 31. Dezember 1924 im Betrage von 113 524,24 Gulden auf der Rechnung des Jahres 1925 um einen Netto- Ueberschuß von 986,23 Gulden vermehrt hat, so daß sich der Havensaldo per 31. Dezember 1925 auf 114510,47 Gulden stellt." Nach Besprechung der Verhältnisse in den Ländern, in denen die ersten Anfänge einer Gewerkschaftsbewegung wahrzu nehmen find, gelangte folgender Antrag zur Annahme: Der Vorstand richtet an die angeschloffenen Landeszentralen das dringende Ersuchen, im Jahre 1926 durch freiwillige u mendungen einen Fonds zusammenzubringen, dessen ausschließ ficher 3wed es ist, die Gemerffdjaftsbewegung in den zurüd gebliebenen Ländern finanziell zu unterstüßen und die unorganisierten Ausländer in Ländern mit besonderen Verhältnissen den Gewerkschaften zuzuführen. Zu anderen Zwecken dürfen diese Gelder feine Verwendung finden." leber den unterbreiteten schriftlichen Bericht des Trust fomitees fand eine eingehende Aussprache statt, ebenfalls über den Wunsch der gemerfschaftlichen Landeszentrale Englands, daß auf eine Uebereinstimmung der Löhne in der Schiffbau industrie hingewirkt werden soll. Einer eingeleiteten Er scheidung vor dieselbe Kammer des Gewerbegerichts gebracht, die aus diesem Anlaß mit Beisigern aus dem Bäckergemerbe besetzt war. Der Wortführer der Bäckermeister vertrat wieder den Standpunkt, daß der dritte Weihnachtsfeiertag wie ein Werktag zu entlohnen sei, weil es in der betreffenden Berordnung heißt: " Von drei unmittelbar aufeinanderfolgenden Feiertagen gilt der dritte als Werktag." Das Gericht sah sich nicht veranlaßt, von seinem Standpunkt im Vorprozeß abzugehen. Es erkannte dahin, daß der dritte Weihnachtstag mit dem tarifmäßigen Sonntags= lohn zu bezahlen ist, denn es wird durch kein Gesez be= stimmt, wie eine Arbeit zu entlohnen ist. Die betreffende Verordnung sagt nur, daß am dritten Weihnachtstage gearbeitet werden darf, wie an jedem Werktage. Wie die Arbeit zu entlohnen ist, das unterliegt der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, im vorliegenden Falle den Bestimmungen des Tarifvertrages. Hoffentlich ist die große Aktion der Bäckermeister gegen tarif mäßige Sonntagsentlohnung damit beendet. Die Mecklenburger Metallindustriellen vor die Front. Der Metallbund beider Mecklenburg hat der Bezirksleitung des Deutschen Metallarbeiterverbandes Stettin das bis zum 28. Februar laufende Lohnabkommen gekündigt. Die Metallbündler verlangen, daß der bisherige Spizenlohn von 63 auf 58 Pf. ge= fürzt wird. Da schon vorher in der gemischt- gewerblichen InMetallbündler nicht zurückſtehen. Dieser Abzug von 5 Bf. bedeutet dustrie Mecklenburgs ähnliche Anschläge versucht wurden, wollen die bei den Metallarbeitern, daß der Erfolg des vorjährigen Streiks, der eine Lohnaufbesserung von 5 Pf. brachte, mit einem Federstrich erledigt werden soll. Verhandlungen haben noch nicht statt gefunden. Sie dürften, wenn die Metallbündler auf ihrem Antrag bestehen, sich äußerst schwierig gestalten und das Wirtschaftsleben Mecklenburgs wieder ernsthaft erschüttern. bundes der nächsten Ausschußfizung des IGB. zu unterbreiten." Der Vorstand beschließt, das Gesuch des britischen GewerkschaftsDer nächste Internationale Gewerkschaftston greß wird vom 15. bis 20. August 1927 in Paris abgehalten werden. Der am 3. Sonntag im September zu veranstaltenden Feier des 25jährigen Bestehens der internatio gandawoche mit der Losung: Zurück in die Gewerkschaften nationalen Gewertschaftsbewegung soll eine PropaKampf für den internationalen Achtstundentag" vorausgehen. Die Forderung auf Festlegung des internationalen Acht it undentages soll während des ganzen Jahres in den Border- Straßenbaugewerbe seit Wochen mit den Arbeitnehmerorganigrund gestellt werden. zum Das Anti- Kriegs- Komitee, bestehend aus dem Vorstand des JGB. und den internationalen Sekretären der Berg arbeiter, Fabritarbeiter, Metallarbeiter und Transportarbeiter, wird am 18. März in Amsterdam zusammentreten. Hieran wird sich die nächste Vorstandssigung anschließen. In diesem Jahre soll nur eine internationale Sommerschule, und zwar in Uccle bei Brüssel, abgehalten werden. Die erste der geplanten internationalen Studienreifen für Gewerkschaftsführer hat Belgien zum Ziel. Es werden nur Teilnehmer zugelaffen, die von gewerkschaftlichen Landeszen tralen oder internationalen Berufssekretariaten angemeldet werden. Schiedsspruch für die Schwerindustrie. kein Lohnabbau. Tarifgewerkschaft der rheinisch- westfälischen Eisen- und Stahlindustrie Effen, 18. Februar.( Mib.) Heute vormittag wurden in der die Verhandlungen über die von der Arbeitgeberseite geforderte Hera bjegung der Löhne fortgesetzt. Die Berhandlungen selbst blieben ergebnislos, jedoch wurde im Anschluß an diese eine Schlichtungskammer gebildet, die unter dem Borsiz des Schlich ters für den Bezirk Westfalen folgenden Schiedsspruch fällte: 1. Die tarifliche Lohnregelung bleibt auch vom 1. März 1926 an weiter in Kraft. 2. Diese Regelung gilt unfündbar bis 1. September 1926 und kann von diesem Zeitpunkt an mit eintägiger Frist jeweils zum Monatslegten gekündigt werden. 3. Erklärungsfrist für beide Bar teien ist der 23. Februar 1926. Der Bäckerlohn am dritten Weihnachtsfeiertag. Wie mir in Nr. 64 des Vorwärts" berichteten, hatte das Gewerbegericht den Streit der Bäckermeister mit den Gehilfen wegen der Bezahlung des dritten Weihnachtsfeiertages, der auf einen Sonntag fiel, dahin entschieden, daß für diesen Tag der tarifmäßige Sonntagslohn zu bezahlen ist. Die Bädermeister, welche die Führung in diesem Streit hatten, haben diese Entscheidung nicht für allgemein gültig ange. sehen und deshalb noch einen 3 meiten Einzelfall zur EntStreik der mitteldeutschen Steinsetzer. Braunschweig, 18. Februar.( WTB.) In Mitteldeutschland find die Steinfeß- und Straßenbauarbeiter in den Streif getreten. Der Arbeitgeberverband für das mitteldeutsche Steinseh- und Straßenbaugewerbe teilt hierzu mit: Die Einigungsverhandlungen, welche der Arbeitgeberverband für das mitteldeutsche Steinseh- und fationen führt, müssen zunächst als gescheitert betrachtet werden. Der Wirtschaftskampf richtet sich auf den Abschluß eines Tarif= vertrages, wie auf Festlegung der Arbeiterlöhne für die tommende Bauperiode. In Mitteldeutschland wird zurzeit ein Steinsehstundenlohn von 1,15 m. gezahlt. Der Arbeitgeberverband hat die Reichsarbeitsverwaltung ersucht, einzugreifen. Wie die Unternehmer die Preise abbauen. geberverbände von Handel und Industrie des HandelskammerKarlsruhe, 17. Februar.( Eigener Drahtbericht,) Die Arbeit Bezirts Karlsruhe forderten von den Angestellten die Zustimmung zu einer 10 prozentigen Gehaltsherabsegung. Ver schlechterung der Urlaubsbedingungen und Verfürzung der Kündigungsfristen. Eingeleitete Verhandlungen mit den Angestelltenverbänden führten, obwohl diese zu einem Ent Daraufhin erfolgte in einer ganzen Anzahl von Betrieben die gegenkommen in der Urlaubsfrage bereit waren, zu feinem Erfolg. massenkündigung von Angestellten, insgesamt rund 1000. Das Vorgehen des Unternehmertums ist um so rüdsichtsloser, als es sich um einen glatten Tarifbruch handelt. Der belgische Metallarbeiterstreik beendet. La Louvière, 18. Februar.( WTB.) Die Metallarbeiter des Zentrums haben, ebenso wie die von Charleroi die Vermitt Iungsvorschläge des Ministerpräsidenten angenommen. Man erwartet, daß die Arbeif allgemein fommende Weche wie der aufgenommen wird. Freie Gewerkschaftsjugend. Gonntag vormittag 10 Uhr Besichtigung und Führung durch den Preußischen Landtag. Teilnahme nur geftattet gegent Rarten, die von der Jugendzentrale, Engelufer 24-25, 1 St., Zimmer 7, fostenlos verabfolgt werden. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Raritädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderet und Berlagsanstalt Vaul Ginaer u. Co.. Berlin GW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". A.WERTHEIM Billige Lebensmittel Leipziger Platz Königstraße Rosenthaler Straße Blumenkohl 10 Pr. Margarine 58 pl. Kopf von an Wirsingkohl holländ., Pfund 8Pf. Rotkohl holländischer, Plund 8 Pf. Sellerie..... Pfund 15 Pt. Schwarzwurzeln Pfund 30 Pf. Blut- Orangen 60 pf. Dubend 1.20, 90, Eẞ- u. Kochäpfel Pfund 12 Pf. Tafeläpfel.... Pfund 24 Pt. Schönerv. Boskoop Pid. 28 Pt. Apfelsinen Dod. 80, 60, 40 Pt. • Plund Kokosfett 1 Plund- Tafel 66 Pt. Molkerei- Butter 1/2 Plund- Paket 90 Pf. IM Tafelbutter..... Plund 205 Schweizerkäse ohne Rinde Schachtel 55.85 Pf. Harzerkäse Kiste, 1 Pfund 65 Pf. Tilsiterkäse Pid. 68 Pf. voll- 115 Inhalt fett Plund Stangen- Limburg. Allgäu 78 Pf. Schweizerkäse feine Qualit. 150 Kiste ca. 45 Kalif. Äpfel Pid. 45Pt Pid. brutto Pfd. 45 Pf. Pfd. brutto 1550 gefroren 80 Suppenhühner' friss 125 Hasen gestreift und ausgeworfen, Pfund 95 pr. Moritzplatz Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Leicht verderbliche Artikel können nicht zugesandt werden Frisches Fleisch Grüne Heringe Pflaumen 35 Pl. Rumänische, Plund Pfund 10 u. 15 Pf. Kaliforn. Pflaumen Ptd. 48 PL ohne Kabeljau, Dorsche Kopf 18. Schellfische Pfund Bratschollen.... Pfund 18 Pf. Zander... a. Rücken 78 Pf. ..Pfund 90 PL. tellt, Plund Plund mit Kalbskamm u. Brust .. Pfund 70 Pl. Kalbskeule u. Rücken fa a. de 80 Pf. Hammelvorderfleisch Schweinebauch u. Rücken B. 1 M Liesen Pid. 95 PL. Gehacktes Pfd. 70 Pf. Kaẞler Rippspeer u. Kamm 125 la Gefrierfleisch Rider Pfund 50 Pt. Landleber- und Rotwurst.... Pfund 115 Grobe Mettwurst. Pfund 135 Gekochte Mettwurst Pfd.[ 50 Rinderkamm Brust .... ( Braunschweiger Mettwurst Art Pfund 170 Feine Leberwurst Plund 170 Blut- Orangen Originaliste ca. 150 Stück 1250 Gefüllter Schinken Pland 135 Filetwurst Pfund 150 Fetter u. magerer Speck Jagdwurst...... Pfund 150 Zervelat u. Salami 185 Kosove( Sächsische Blut- und Leberwurst Plund 60 Pt. Fleischwurst.... Plund 150 Schinkenspeck In Pfund 190 Rosenthaler Speckwurst und Landleberwurst... Pfund IM Piund Kaffee hall frisch gebrannt, aus eigener 240 280 Rösterei, Konsum, Konserven • Dose 1/1 Dose 1/1 Schnitt- u.Brechbohnen 68 Pr. Kalif. Pfirsiche halb. Frucht 2 M Spinat.. 46 PL. Norweg. Sardinen Dose 45 Pr. Kohlrabi I mit Grün. 53 PI. Kronenhummern Junge Erbsen 65 PT. ( nur Scheren u. Schwänze 12 D. Kaiserschoten...... 225 im eigenen Saft Apfelmus......... 58 PL Birnen halbe Frucht.... los Konfitüren . 375 Rindfleisch 2. Pfund- Dose 125 Rind- u. SchweineGulasch fleisch, 1Pid. Dose 63 PL 2- Pid.- Pflaumen, Jo- 1M Himbeeren 140 Elmer hannisbeeren ( deutsche Ware) Pfund 145 Straße Moritzplatz 1 holst. Plund Mettwurst( Braunschweiger Art)....... Plund 140 Abteilung Frische Blumen Leipziger Straße Blühende Krokus...... Topt 38 Pt. Blühende Primeln Topf 38 Pt. 48 Pt. Blüh. Tulpen u. Hyazinthen 68 Pl. Topf Lebende Hechte Pfund 110 135 Lebende Karpfen.. Pfund 130 Bücklinge große, Plund 35 u. 28 Pr. Bücklinge Kieler.. Pfund 55 Pf. Sprotten Pland 34 PL. Kiste 40 PL Flundern ger., Pid. 35 u. 45 PL. Seelachs geräuchert, in 48 Pi. Stücken, Pfund Backobst gemischtes, Pld. 52 pr. Kaliforn, Backobst Pid. 72 PL Amarik. Ringäpfel Pid. 78 Pl. Kaliforn. Birnen Pfund 98 PL. Kaliforn. Pfirsiche Pfund 130 Kaliforn. Aprikosen Pfund 140 Kakao stark 1/4 Plund- Paket 17pt. Pralinenbrote. 100 Gr.- Stück 35 200 Gr.Stück Kart. 70 Pf. Borkenschokolade 55 Pf. 30 PL. Blockschokolade Pralinenmischung Haushalt) Plund IM 1- Pfund- 140 Paket Besondere Gelegenheit! Preise für Flasche einschl. Steuer ohne Glas Mosel 1918 Margaux gepflegter Bordeaux 130 1922 Zeller schwarze Katz 125 Vermouth Cordelio in 145 Wein vom Faß wein nur Königstraße, Preise per Liter einschließlich Steuer ( Plaschen bitte mitzubringen) 1923 Wöllersteiner Berg milder Tischwein[ 15 Roter Johannisbeerwein SUB 115 Spanischer Rotwein Tarragona Lohfarben SUB, voll 160 Griechischer Muskat sehr süß und würzig 220 Malaga Dunkel tettsus.. 220 Rioja Clarete 140 Weinbrand Kronen".. 450 Jeden Freitag Stoff- Reste und Abschnitte u. Sonnabend Nr.$3 ♦ 43.Fahega«s 7. Seilage ües vorwärts Lrettag, 1�. Februar 1H2S Berlin gegen öie Mfinöung der hohenzollern. Die Linke der Stadtverordnetenversammlung fordert die Enteignung. Der in der Berliner Etadtverordneienverstlmmlung von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachte Protest- antrag gegen die chohenzollernabsindung wurde gestern mit einem AbSnderungsotttrag der Kommunisten durch die Linke angenommen. Die Rechte hatte vor der Abstimmung wieder den Saal verlalsen, aber sie vermochte hiermit die Veriamm- üing nicht beschlußunieihig zu machen. Angenommen wurde auch ein kommunistischer Dringlichtestsantrag, der gegen die N i ch t b e st ä. tigung des zum Stadtrat gewählten Kommunisten Rebe protestiert«. Für diesen Antrag stimmte auch die sozialdemo- kratischc Fraktion. Gegen Ende der Sitzung kam es bei Beratung des sozialdemokratischen Protestantroges gegen die D u r ch l ö ch e- rung des Mieterschutzes zu einem Auftritt, wie er in dem Stodtvervrdnetensaol noch nicht erlebt worden ist. Knüppel-Kunze erging sich in so heftigen Angriffen gegen das.�üdenvoll", daß Stadtverordneter Bamberg, das an Iahren ästest« Mitglied der BersamnAung, ihm das Wort„Schweinehund" ins Gesicht schleuderte. Mit Mühe konnte der Vorsitzende Degner verhindern, daß die Sitzung In allgemeinem Tumult endete. » Zu Beginn der gestern abgehaltenen zweiten Sitzung der Stadtverordneten in dieser Woche erfolgte die Eiafuhnrng der ueugewühllen unbesoldeteu SladlrSle durch den Oberbürgermeister Löß. Neben unseren Genossen Ahrens. Frau Wcyl, S ch l i ch t i n g und Dr. Treitel sind es die Stadträte Benecke, Busch. Katz, Frau Kaußler Dr. Richter, Wege und Gäbel. Die Cinführungsworte des Oberbürgermeisters begleiten die Kommunisten mit den lauten Rufen: Rebe! Wo ist Rebe? Wo Ist der Zwölfte? Der Kommunist Rebe Ist be- tanntlich als einziger Stadtrat nicht bestätigt worden. Während der B e r e i d i g u n g der Stadträte auf die Verfassung erhoben sich alle Stadtverordneten von den Plätzen. Rur die Kommunisten blieben sitzen, obwohl als einziger neuer Stadtrat gerade der Kommunist Gäbel den Eid ganz nachsprechen muß.— Bor Eintritt in die eigentlich« Tagesordnung verlas der Vorsteher Ge- ftaf) einen Dringlichkeitsontrag aller Parteien, der den Magistrat um Mitteilung über die großen Aalerschlagungen bei den Steuerkayen der Dezirke Mitte. Kreuzberg und Lriedrichshaln eisucht wird. Die Kommunisten haben dazu eine umfangreiche An- frage eingereicht. Der Kümmerer Karding betonte namens de» Magistrats, daß die Unterschlagungen nicht bei den Steuerkossen, iondern bei den Leronlagungsabteilungen erfolgten. Mit ver. 'chärften Kontrollmaßnahmen ollein ist solchen Verfehlungen nicht beizukommen, trotzdem soll natürlich jeder gangbare Weg«inzu- schlagen versucht werden, der Besserung verspricht. Sobald weiter« Ermittlungen vorliegen, wird der Magistrot den Stadtverordneten Mitteilung zukommen lassen.— Das den Kommunisten aus der letzten Sitzung zustehend« Schlußwort in der Aürfienabfiadungvfrage hält Cd). Die Rechtsparteien leisten sich wie am Dienstag wiederum hon Scherz, den S i tz u n g s s o a l Z u verlassen. In der Abstimmung wurden die sozialdemokratischen und kom- »m nistischen Anträge angenommen. Di« Abstimmung über den Antrag betreffend Zuweisung von 20 000 M. an die Barteien, die den Volksentscheid emaeleuet haben, war namentlich. Der Antrag wurde mit 147 gegen 37 Stimmen abgelehnt. Di« Errichtung von 200 Fernsprechhäuschen durch die Ol'erposrdirektion wurde, nachdem Genosse Schmidt namens des Ausschusses die Annahme empfohlen Halle, zugestimmt.— Die Somarit« ran st alten in Fürstenwalde' hallen den Antrag auf Gewährung eines hypothetarischSti Darlehns von 80 000 3W. zum Bau eines Altersheimes für SO Ehepaare gestellt. Di« von christlicher Nächstenliebe triefenden Aussührunaei dcr volksparteilichen Stadtverordneten Frau Dr. Mayer gaben unserer Genossin lodenhage« Gelegenheit, der Rechten mit aller Deutlichkeit zu sagen, daß es den Bürgerlichen mit der Förderung der privaten Wohlfahrtspflege nur daraus ankomme, die städtische Wohlfahrtspflege zu ersticken. Der Aueschußantrag, den Antrag abzulehnen und den Magistrat um Errichtung eines Mersheims in Amalienhof bei Spandau zu ersuchen, wird von der Linken angenommen.— Die Versammlung gab in ihrem weiteren Verlauf die grundsätzliche Zuftimmuug zum Bau eines Planetariums an der Nord- Westseite des Zoologischen Gartens.— Der Antrag der Kommunisten auf Gewährung einer Wirtschoftshils« von 50 M. an die erblindeten Arbeiter und Arbeiterinnen wurde angenommen. In schneller Reihenfolge wurden dann«ine ganze Anzahl Dorlagen des Magistrats ohne Debatte in erster und zweiter Beratung ange- nommeii.— Zur Begründung des kommunistischen Protestes gegen die IlichlbestStiguug des unbesoldeten Stadtrate» Rebe(KPD.) erhält Stadtverordneter Schwenk das Wort: Es besteht kein Streit darüber, daß die Kommunisten einen Anspruch haben, gemäß ihrer Fraktionsstärke im Magistrat vertreten zu sein. Der Oberpräsident hat ohne Angabe von Gründen die Bestätigung des von den Kommunisten vorgeschlagenen Redakteurs Rebe vertagt. Es ist unerfindlich, woraus der Oberpräsident seinen Einspruch gründen will. Allerdings ist Rebe während des Krieges wegen an- geblichen versuchten Krtegevcrrate« zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Es war das aus Anlaß seiner Unterstützung der von dem Stockholmer Fricdenskomitee eingeleiteten Frie- dcnspropaganda im Jahre 1917. Rebe hat damals dasselbe getan, was tausende andere Deutsche taten. Der Redner erwähnte die I u st i z m o r d c an den Matrosen Reichpietsch und Köbis, die kürzlich von unserem Genossen Dittmann aufgedeckt wurden. Wir sind allerdings der Meinung, fuhr Schwenk fort, das die damals aus diesem Gründe verhängte Zuchtbausstraie für Rebe eine Ehren st rase gewesen ist.(Lebhastes Sehr richügl links.) Die Strafe ist dura» die Amnestie der Doltsbeaustragten erlassen worden, und so kann eben die Nichtbestätigung nicht ausrechter- kalten werden. Auch der Mogistrat sollte sich dem Protest an- schließen.— Ohne weitere Aussprache wird der Protest von der Linken gutg'eheihen.— Den Antra gunsir er Fraktion. der gegen den weiteren Abbau der Mieterschutzgesetz- g e b u n g durch die Reichsregierung protestiert, wurdc vom Genossen Weinberg eingehend begründet. Weinberg betonte, daß die Wohnungsverhältnisse kaum in einer Stadt trostloser sind, als tn Berlin. Er zerpflückte eingehend den Gesetzentwurf zur Ab- änderung der Mieterschutzgesetze und bat um die Annahme des sozialdemokratischen Protestes. Verbunden mit diesem Antrage wird ein Demonstrattonsantrog des Deutschsozialen Kunze. Kunze provoziert einen Rodau. Im Verlaus der Schimpf- und Hetzrede des Kunz« kam es zu immer lebhasteren Protesten und Zwischenrufen. Kunze provoziert« offensichtlich die Linke, besonders unsere Parteigenossen. Als er am Schluß seiner.Rede" davon sprach, daß es nicht eher besser in Deutschland werden würde,«he mcht das international« Iudenvolk so behandelt wurde, wie ihm zulomme, erhob sich bis in die Reihen der Demokraten hinein ein ohrenbetäuben- der Lärm. Aus den Zurufen dcr empörten Stadtverordneten ist die Stimme des Alterspräsidenten der Versammlung, des 78jährigen Stadto. Bamberg(Dem.) deutlich vernehmbar, der dem Kunze mehrmals Schweinehund. Sie Schweine- Hund! zuruft. Kunze selojt geht sichllick, befriedigt von diesem Erfolg seines Auftretens auf seine» Platz, während sein Partei- genösse kruczkowski. ein M-gn'lralsbeanller aus dem Bezirk Zeiedrichshain, in«inen heftigen Wortwechiel mst Demokraten und Sozialdemokraten gerät. Im Verlaus dieser Auseinandersetzungen drehte Ärucztowski seinen Gegnern den Rücken zu und hob seine Rockschöße hoch. Diese �Herausforderung beantworteten einige Stadtverordneten der Linken damit, daß sie auf K r u c z- kowski eindrangen und ihn zum Rückzug nötigten. Einig« andere Mitglieder der Versammlung treten dazwischen. Dcr Dorsieherstellvertreter Degner hatte inzwischen feinen Platz verlassen und damit die Sitzung unterbrochen. Erst allmählich trat wieder insoweit eine Beruhigung ein. daß der Sitzungsleiter leinen Platz wieder einnehmen und die Berhandlungen sortgesetzt werden konnten. Nach weiteren Ausführungen eines Redner» der Rechten wurden schließlich die Beratungen und die Abstiinmung über den sozialdemo- tratischen Protest gegen den Abbau der Mieterschutzgesetze oertagt. vle Uaterjchlagungen bei den öezirksämtero. Weitere Ermittelungen der Kriminalpolizei. Zu den Steuenntterfchlagungen beim Magistrat erfahren wir, daß noch den Ermittlungen der Kriminalpolizei die Stadtrnspcktoren Gerhardt und Schulz noch am 12. d. M. in einem Lokal ge- sehen worden sind, in dem sie früher öfter Billard spielten. Nun ist. wie bereits mitgeteilt wurde, schon an demselben Tage m einem V-Zug nach Köln Gerhardts Paß mit seinem Lichtbilde gesunden worden. Der Paß steckte in dem Sitzpolster, so daß es aussehen mußte, als ob er dem Fahrgast au, der Tasche gefallen wäre. Bei dem Paß lag auch noch ein srischgeschriebener Zettel, nach dem ein Koffer als Reisegepäck ausgegeben sein sollte. Es ist das aber kein Schein, wie ihki die Eisenbahn über Gepäckaufgabe« ausstellt. Ein Zweifel darüber, daß Gerhardt die Bersolger irreführen wollte, kann jetzt nicht mehr bestehen. Er muß entweder selbst den Paß und den Zettel an demselben Tage, an dein er später noch in Berlin gesehen worden ist, in das Abteil eingc« frfjmuggelt haben oder ihn durch einen Helfershelser haben ein« schmuggeln lassen. Der Desraudant hielt sich wohl noch für sicher, bi« Ansang Februar der Magistrat die Angelegenheit der Staats- anwalischast unterbreitete und diese dann die Kriminalpolizei zu den Ermittlungen veronlaßte. Das �iau», in dem Gerhardt wohnte, wurde seitdem beobachtet, weil man vermutete, daß er. wie er e» früher getan hotte, spät abends oder nachts noch einmal zu seiner Frau zurückkehren werde. Das geschah aber nicht. Als Schulz zur Verantwortung gezogen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, weil das Belastungsmaterial geven ihn nicht ausreichte, war Ger« Hardt schon einige Tage verschwunden. Es hieß, daß die Frauen der Flüchtigen von ihnen mittellos zurückgelassen worden seien. Das scheint ober noch den neuesten Ermittlungen nicht zu zu- treffen. Besseres Wetter. Das große Tirsdruckgebiet, das sich seit Dienstag von Island noch Ostnordost bewegt, führt eine Anzahl Ausläufer mit sich. Der kräftigste dieser Ausläuser hat in der Mitttoochnacht und am Don- nerstog oormittaa Mitteleuropa erreicht und einen kräftigen Boro- meter stürz sowie ausgedehnte Niederschläge in gan* Deutschland zur Folge gehabt. Der oufgesullte Ausläufer ist nach Osten gezogen. Es ist mit einem neuen erheblichen Ansteigen des Barometers und besserem Wetter für die nächsten Tage zu rechnen. Schon im Lause de» Donnerstags war ein starker Barometeranstieg zu verzeichnen. Wir kommen In oen Bereich einer Westströmung mit verhältnismäßig sehr hohen Temperaturen. Für den jzreitag sind kein« Ntederschläge, jedoch zeitweise Aufklärung zu erwarten. Der Wintersport ist nahezu völlig beendet. Selbst Höhen, wie der Brocken, verzeichneten am Donnerstag früh eine Wärme von 3 Grad. Die Wossertuppe in der Rhön meldet eben- falls 3 Grad Wärme, Schreiberhou, Flinsberg und Krumhübel sind völlig schneefrei. Allein mst dem Kamm der Schneekoppe werde» noch 3 Grad Kälte gemessen: hier liegt eine etwa 30 Zentimeter starke Schneedecke. Atter auch der Anstieg zur Höh« ist schon schnee- frei. Aus den Bayerischen Alpen, wie Obersdors, Portenkirchen, Tegernsee und Berchtesgaden wird schwacher Frost gemeldet. Der Wintersport ist aber auch hier als beendet anzusehen. Mit neuer Kälte wird kaum noch gerechnet. Liebestragödie in einem Hotel. Eine Liebestragödie spielte sich kürzlich nachts in einem Hotel am Stuttgarter Platz in Charlottenburg ab. Hier kehrt« ein junges Paar ein, das gleich auf seinem Zimmer blieb. Als«s am Vor» mittag nicht» von sich hören und sehen ließ, sah man nach und fand es tot im Zimmer liegen. Der Mann lag in seinen Kleidern mit einer Sck>ußloafse in der rechten Schläfe vor dem Bette. Seins Begleiterin lag, ebenfalls angekleidet, auf dem Bette. Sie hatte eine Schußwunde in der rechten Kopfseite. Der Mann hielt die Pistole, aus der die Schüsse abgegeben waren, noch in der Hand. Die Kriminalpolizei des 129. Reviers, die benachrichtigt wurde, stellte die Toten fest als einen 36 Jahre alten Kraftwagen- sührer Fritz Michel ans der Zehlendorfer Straße zu Lichterfelde und eine 21 Jahre alte aus Litterseld gebürtige Gertrud M a d e r, die in Lichterfeld« Unter den Eichen in Stellung gewesen sein soll. Bei dem Mädchen fand man«inen nicht unterschriebenen, aber wohl von seiner Hand herrührenden Brief an die Angehörigen u, Gnkel Moses. Romas voa Schalom Asch. Aber gerade Tilli wollte zugegen sein, wenn der Onkel fSii.e. Cjtt chrer Phantasie hatte sie sich schon ausgemalt. wie sie vor dem Onkel eine Kinovorstellung geben werde. Der Onkel war ja so reich, daß alle Kinos in ganz New Dort und alle Eiscremesalons wohl ihm gehörten! und wenn er wollte, konnte er in alle Kinos gehen oder sich in einen Eiscremesalon fetzen und dort soviel Eiscreme essen, wieviel sein Herz begehrte, mit hundert Waffeln und Bäckereien(anders konnte sich Cilli den Onkel nicht vorstellen): und wenn der Onkel Cillis Kino- Vorstellung sieht, dann gibt er ihr bestimmt eine Karte, und wenn sie die vorzeigt, so öfs'nen sich ihr die Türen aller Kinos und aller Eiscremesalons, und sie bekommt alles, was sie wünscht. Und jetzt muhte Cilli allen ihren glückseligen Phantasien entsagen und sich mit einem Bück durch den Türspalt in den.Parlour begnügen, wo der Onkel sitzen wird: und das nur dann, wenn man es ihr erlauben wird. Slaron Melnits Frau Rosa erinnerte sich ihrer Jugend. Sie wollte dem Onkel gefallen. Sie war stolz auf ihr Kind Mascha, das soviel Würdigung in den Augen des Onkels gefunden hatte, und durch das alle glücklich werden sollten. Ihres Kindes Wert und Liebreiz war ihr eigener. Sie kramte aus dem Kasten alles hervor, wovon sie meinte, es würde den Lugen des Onkels ihr« Armut verschleiern. Rosa stammte aus einem guten Bürgerhaus« und als Tochter eines guten Bürger- Hauses wollt« sie auch vor dem Onkel erscheinen. Sie putzte rmd verschönerte ihr Heim, ihre Kinder und sich selbst. Die Nachbarinnen begrifftn die W�tigkeit des Besuches und halfen mit allem aus. was sie besaßen. Sie liehen Rosa die Armut ihres eigenen Hauses. Die eine lieh ihr ein geschnittenes Kristallglas, ein Hochzeitsgcschenk. das auf den Tisch gestellt wurde- eine andere ein Service: eine dntte zwei neue Sesiel. Denn' alle hatten schon von dem großen Glück gehört, da» den Melniks erschienen war. hallen gehört, daß der Onkel den Lohn um voll« fünf Dollar wöchentlich, ihrem ältesten Kind«, einem Mädchen zuliebe, erhöht hatte und sie selbst besuchen würde; da wollten alle ihnen helfen, das große Glück. Onkel Moses Gunst, zu erhaschen. Aaron Melnik betrachtete seine Frau, seine Kinder, sein Heim. Er traute seinen Lugen nicht. Seit er in Amerika war, hatte er scmc Frau noch nie so schön, so«ich geschmückt, seine Kinder noch n» so sauber uod stur Heim no& nie so«ich und traulich gesehen. Und er war Onkel Moses für dieses Glück dankbar. Alles hatte er ibm bereits verzieben, verziehen die Unter- jochung und Erniedrigung. Er fay nur das Gute, das ihm der Onkel getan. Er hatte ihm den Lohn um volle fünf Dollar wöchentlich erhöht: er. der Onkel, hatte Interesse für eines seiner Kinder, eines seiner Kinder hatte Gunst in seinen Augen gefunden, und der Onkel wollte in eigener Person zu ihm tn die Wohnung kommen. Aanm Melnik wurde«in glühender Anhänger des Onkels, er sah nur gute Seiten an ihm und war ihm ehrlich dankbar für das Gluck, das er ihm geschenkt hatte. Die„Familie�. Bruder Berl und sein« Frau, kam auch. um den Onkel zu empfangen. Melniks Schwägerin hatte sich wie zu einem Theaterbesuch mit allen abgetragenen Festtagskleidern ihrer Kinder geputzt. In den modernen jugendlichen Kleidern sah sie höchst tomisch aus. Der Hut mit den großen Federn und das traurige mütterliche Gesicht! Das kurz geschnittene Kleid und die Schuh« mit den hohen vertretenen Absätzen, in denen Genendel wie auf Stelzen ging, hatten so viel von Theaterkostüm an sich, daß man Mitleid bekommen mußte, wenn man die Frau ansah. Alle hatten von dem großen Glücksfall gehört, und all« wollten sich an dieser Sonne des Glücks wärmen.... Schon jetzt wurden Aaron und feine Frau Rosa umschmeichelt. Und Rosa, ja sogar Aaron, waren gar nicht zufrieden, daß die„Familie" ihnen jetzt«inen Besuch abstattete: denn sie waren der Ansicht, der Onkel gehöre schon jetzt nur ihnen. Ihr Onkel war es— und da kommt die „Familie", um auch von dem Honig zu lecken, der nur ihnen gehört. Der Onkel ließ lang« auf sich warten. Als ob er ihnen das Glück nicht gönnte, ließ er es erst sauer werden.... Im Warten verschmierten die Kinder ihre Kleider, und dte Nachbarinnen wurden müde, sick die Augen nach dem Onkel auszuschauen.... Man fragte einander: Wo bleibt er? In den Augen der„Familie" glommen schon die Flammchen des Triumphes auf, und die Schwägerin raunte bereits mit unterdrücktem Lachen ihrem Mann ms Ohr: „Als ob er wirtlich nichts Besseres zu tun hätte, als nur herzukommen!" Aber zum Aerger aller Feind« kam der Onkel doch. Auf einmal war er zusammen mst Sam in der Küche. Dort bsiev er stehen und wollte nicht weiter gehen: wie um allen nicht , das Vergnügen zu machen, daß er den„Parlour" anschaut«, setzte er sich auf den ersten besten Stuhl in der Küche, ohne I Rock und Hut abzulegen, und blickte, den Stock in der Hand, in der Küche alle Landsleute und die„Familie" an, welche furchtsam vor ihm standen; dann sagte er halb zu sich selbst: „Es ist allright hier, meine Landsleute wohnen recht schön." Cr war mit sich selbst zufrieden, daß er seinen Landsleuten die Möglichkeit bot. ordentlich zu leben, anständig zu wohnen und sich anständig zu kleiden. Diese Zufriedenheit machte ihn bester. Er sagte sich, daß er eigentlich ein guter Mensch sei. und das gab ihm seinen Humor wieder. Er begann zu lächeln, erhob sich und trat in den„Parlour". Der gefiel ihm noch besser- er sah die schönen Stühle und den schönen Tisch, auf dem Obst und Bäckerei serviert waren, grifft noch der Obstschale, und alles war hocherfreut, daß der Onkel sich dediente. Aber der Onkel nahm tem Obst, sondern betrachtete die gläserne Obstschale und sagte halb zu sich: „Kristallglas, allright." Dann ließ er sich die Kinder zeigen. Aaron stellte sie chm vor. Er betrachtete sie. „Und wo ist Mascha?' Aber Mascha war nirgends zu finden. Sie haste sich irgendwo oersteckt. Dater. Mutter, die ganze„Famstie" liefen. sie zu suchen. Keiner wußte, wo sie war. Endlich wurde sie bei einer Nachbarin gefunden. Der Vater schleppte sie bei der Hand, und Onkel Berl schrie ihr nach: „Dummes Mädel, geh hinein? Was machst du hier? Der Onkel sst doch da.. „Mascha, du bringst mich ins Unglück." sagte der Vater flehend. Mascha trug ihr neues Kleid, eine neue Schürze, ihre lanaen. schwarzen Zöpfe waren zurückgeworfen, ihre Wangen Jllühten, sie grub ihre kleinen, weißen Zähne in die jungen kippen und brummte: „l ckon't vont to«so bim.*(Ich will ihn nicht sehen.) Der Onkel betrachtete sie lange und sprach dann lächelnd: „Tdio is the girl(Dres ist das Mädchen), welches mich „Biest" genannt hat?" „Ein dummes Mädel, sie weiß ia nicht, was sie redet." suchte Onkel Berl Mascha zu entschuldigen. „Rotbinx. I like it So. dafür, daß du mich„Biest* genannt hast, habe ich dir Schokolade mstgebracht. Sam!" Sam reichte stumm dem Onkel ein« Schokoladenschachtel. D«r Onkel gab sie Mascha. „So, das hast du für das„Biest". Mascha wollt« das Geschenk nicht annehmen. „Nimm es doch, nimm es doch, was fällt dir ein?" drängten all«.(Fortsetzung folgt) in Bitterfeld, in dem es milleilt, daß es mit Michel gemeinfam] aus dem Leben scheiden wolle. Die Leichen wurden beschlagRahmt und nach dem Charlottenburger Schauhause gebracht. Das technische Amerika. Genoffe Löbe spricht vor den Kaufleuten. In Berein junger Kaufleute von Berlin" sprach im großen Saal des„ Brüdervereinshauses" in der Kurfürstenstraße Reichs. tagspräsident Genoffe Löbe über das Thema„ Amerika, das Wunderland der Technik". In seinem sehr lebendigen, farbenreichen Vortrag behandelte ber Redner die ins bedrückend Grandiose entwidelte Technit Ameritas. Er schilderte den ungeheuren Verkehr des New Yorker Untergrundbahnnezes, die unendlichen Scharen der Autos, die die Avenues durchrafen, und den atemiosen Trubel dieser gehezten Fünf millionenstadt, für die jede Sefunde Cents, wenn nicht Dollar bedeutet. Amerita verlor in einem Jahr mehr Leute durch Autounfälle, als es im Weltkrieg an Soldaten eingebüßt hat.( 53 000 zu 50 000.) New Dort kann sich den Lurus leisten, in feinen Mauern 35. Nationen ihre eigene Kultur entwickeln zu lassen. Es gibt in New Yort mehr Italiener als in Rom und mehr Deutsche als in München. In der New Yorker China Stadt gibt es chinesische Bürgermeistereien, Bostämter und Bolizeihäuser. Chicago, das an den fumpfigen Ufern des Michiganfees liegt, erstrect sich weniger in die Höhe wie New Port, fondern mehr in die Breite. 35 Kilometer lang dehnt sich die Stadt an den Ufern des Michigansees aus. Aber auch in Chicago beginnt man schon in die Höhe zu bauen. 99 Fuß lange Betonsäulen sind durch den Sumpf auf festeren Untergrund gestoßen worden, um das Bauen in die Tiefe zu ermöglichen. Aus den Wassern des Michiganfees holt man Land heraus und besiedelt es in groß zügigster Beise. Für 350 Millionen Dollars wurde Land gemonnen, 180 englische Meilen weit sind Straßen, Wohnhäuser, Bahnhöfe, Schulen usw. angelegt. Genosse Löbe schilderte sodann einen Besuch in den Ford- Werken in Detroit und gab einen Eindrud non der ganzen Größe dieses Weltwerks, als er feststellte, daß Ford täglich 7600 Wagen verschiedenster Typen baut, eine Produktion, die schon in jüngster Zeit auf 9000 gesteigert worden ist. 17% Mitlionen Kraftwagen sind in Amerifa im Gebrauch. Auf mehr als Jede zweite Familie kommt ein Wagen In den riesigen Chikagoer Schlächtereien, in denen nach 25 Minuten das lebende Schwein zum genußfertigen Fleischstück verarbeitet wird, ist das laufende Band ebenfalls Prinzip geworden. Bedauernswert jedoch auch jener Mann, der die zweifelhafte Aufgabe hat, in der Stunde siebenhundertmal den tödlichen Stich nach dem Tier zu führen. Der Redner hat biese Mechanit des laufenden Bandes auch in einem New Dorfer Raufhaus beobachten können, wo dieses System rationellster Arbeit auf die taufmännischen Betriebe ausgedehnt war. Hier fahren täglich 65 amerikanische Güterwagen und 7000 bis 9000 Postautomobile die Waren an die Kunden. Dieses Kaufhaus, das die Farmer im Westen und im Süden der Staaten versorgt, hat eine Rundschaft von 9 Millionen Farmern. Nachdem Genosse Löbe das amerikanische Alkoholverbot, fowie die Lohn- und Lebensverhältniffe des amerikanischen Boltes gestreift hatte, zog er die Quintessenz seines Bortrages. In Amerika ist eine unerhörte Entwicklung im Fluß. Wenn Europa biefer gewaltigen Ueberlegenheit gegenüber als ernsthafter Wirtschaftsfaktor überhaupt in Betracht kommen will, so müssen vor allen Dingen die 3oll und Pasgrenzen fallen. Die Solidarität aller Kontinente ist unbedingt erforderlich, aber vor allen Dingen eine europäijdje 301lunion. Dem Redner dankte der stürmische Beifall des dichtgefüllten Saales. Auch ein Arzt". Er war so finderlieb". Ein Seitenstüd zu den Scheußlichkeiten des Schuldieners Resler bildet der Kaufmann Baul Lange aus Lichtenberg, der lich als ein gemeingefährlicher Lüfffing erwiesen hat. In der Seit von Oktober bis Dezember vorigen Jahres trieb er sein Unwesen unter der Maste eines Arztes und machte sich in zahlreichen Fällen an minderjährige Kinder und auch an Erwachsene heran. Zunächst erfundigte er fich bei dem Portier, in welcher Wohnung tinderreiche Familien sich befinden und nach dem Namen der Kinder. Dann meldete er sich dort mit den Worten:„ Ich bin der Mediginalrat Dr. von Berg und tomme im Auftrage des Magi ftrats, um ihre 10jährige Tochter zu umersuchen. Es handelt sich um eine ganz neue Sache, über die wir Erhebungen anstellen wollen." Zögerten die Mütter, so drohte er ihnen mit einer Straf verfügung, so daß er sein Ziel stets erreichte. Die Kinder mußten sich ausziehen und wurden von ihm in schamloser Weise untersucht". In einem Falle war das Kind nicht zu Hause. Die Stüge, ein junges Mädchen, sagte ihm, er würde das Kind am nächsten Tage treffen. Der angebliche Medizinalrat wollte sich ouch entfernen, drehte sich dann aber um und erwiderte: Ich muß Sie auch untersuchen." Das junge Mädchen war so einfältig, der Aufferderung Folge zu leisten. Endlich gelang es, den Unhold zu entlarven. Bei einer Geschäftsfrau hatte er das gesuchte Mädchen nicht angetroffen und fam am nächsten Tage wieder mit der Frage:" Ist ie jezt da?" Er ging dann auch sofort durch den Laden hindurch nach dem hinteren Zimmer. Die Frau hatte aber Verdacht geschöpft und sich inzwischen erkundigt, so daß sie ihn festnehmen lassen wollte. Als er das merfte, lief er davon, wurde aber verfolgt und ergriffen. Als Lange sich jezt vor dem Schöffengericht mitte megen einer Reihe von Strafhandlungen gegenüber Minderjährigen und wegen Amtsanmaßung zu verantworten hatte, stellte sich heraus, daß ber 53 Jahre alte Angeklagte, der verheiratet und Vater von vier Rindern im Alter von 14 bis 21 Jahren ist, bereits 17 Berstrafen hat. Die Anflage beftritt er nicht, aber er habe alles im Dämmerguftand getan. Landgerichtsdirektor Gay I hielt ihm entgegen, daß diese Dämmerung dann doch wohl etwas zu lange gedauert habe. Ich bin wohl kinderlieb veranlagt, aber die Anklage geht mir dech zu meit." Borf.: Nun, Sie find wohl doch etwas zu finderlieb gewesen? Der als Sachverständiger vernommene Gefängnisarzt aus der Stadtnogtei hat bei dem Angeklagten irgendeine Form der Geiftesstörung nicht feststellen tönnen, erklärte jedoch, daß er ein genaues Gutachten ohne längere Beobachtung nicht abzugeben vera möge. Deshalb hielt es das Schöffengericht für notwendig, den Angeklagten auf fechs Wochen zur Beobachtung in eine öffentliche Jrrenanstalt zu überweisen. Kindesmord. Einen Kindesmord sucht die Kriminalpolizei aufzuklären. Am 9. d. M. wurde auf der Beune- Promenade in Steglitz in der Nähe von Dahlem ein Paket gefunden, das die Leiche eines neugeborenen Knaben enthielt. Es ist festgestellt, daß das Kind gelebt hat und erdrosselt worden ist. Die Mutter ist noch nicht ermittelt. Die Leiche war eingewidelt in einen Rod aus blaugrauer Leinwand mit feinen weißen Bunftstreifen, drei aufgefeßten Blenden und auffallend breitem Saum. Ferner in ein Stüd eines einfachen weißen Damenhemdes mit dem Zeichen E. P. in roter Stiderei und ein Stück des Rönigsberger Tageblatt" vom 1. Januar 1921. Der Rod sieht aus als ob er als Arbeitsrod, vielleicht von einer Hausangestellten getragen wäre. Mitteilungen zur Aufklärung an die Kriminalpolizei des Bolizeiamts Stegliß in der Grunewaldstraße. Deutschöflerreicher in Berlin. Am Sonnabend, den 20. Februar trifft um 9.20 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof ein Sonderaug mit ungefähr 500 Mitgliedern des Deutic öfterreiifchen Sugbundes auf der Durchreise zum Bundestag des Reichsbanners in Hamburg ein. Die Desterreicher werden von einer Abteilumg bes Reichsbanners empfangen und burch Reichstagspräsident 25 be begrüßt Dann erfolgt der Marich nach den Schloß Bellevue, wo für die Verpflegung der Defterreicher Sorge getragen ist. Um 12.30 Uhr erfolgt mittelst Sonderauges bie Beiterfahrt ber Scuzbündler nach Hamburg, wo sie gegen 5 hr nachmittags eintreffen. i Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 19. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: amm. 19.[ 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau. 7 Uhr abends: Dr. Fritz Götte: Wirtschaftskrisen". 7.25 Uhr abends: Einführung zu der Oper Lucia Schule( Bildungskurse). Abteilung Astronomie. Dr. A. Marcuse: Eine Wanderung durch das Weltall. Die großen Planeten Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun". 8.30 Uhr abends: Rezitation. 1. Leo Tolstoi: Wie viel Erde braucht der Mensch. 2. Leo Tolstoi: Die drei Einsiedler. Gesprochen von Alfred Beierle. 9 Uhr abends: Das obligate Instrument. 1. Mozart: Arie aus. Il re pastore"( mit obligater Violine: Nikolas Lambinon). 2. Händel: Arie aus„ Cäcilienode"( mit obligater Flöte: Erich Schröder). 3. Händel: Arie aus Almira( mit obligater Oboe: Willi Sigismand). 4. Spohr: a) Zwiegesang, b) Wiegenlied( mit obligater Klarinette: Martin Busse). 5. Hindemith: Gute Nacht, aus Die Serenaden( mit obligater Bratsche: Willi Fiala)( Rose Walter, Sopran). 9.30-10 Uhr abends: Heiteres. 1. a) Kálmán: Lied des Prinzen aus der Operette„ Das Holland weibchen", b) Dellinger: Auftrittslied des Don Cäsar, aus der gleichnamigen Operette ( Kammersänger Albert Kutzner, Tenor). 2. a) Oehlschlegel: Serenade, b) Bransen: Frühlingsschmerzen( Theodor Mackeben. Klavier; Konzertmeister Kauffman, Violine; Ernst Wassing, Cello). 3. a) V. Herbert: Du Geheimnis der Nacht, b) R. Stolz: Tief berauschte mich dein Haar( Kammersänger Albert Kutzner). 4. a) Toselli: Serenade, b) Friml: Ueber die Prärie( Theodor Meckeben, Ferdy Kauffman, Ernst Wassing). Am Flügel: Theodor Mackeben. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). Königswusterhausen, Freitag, den 19. Februar. di Lammermoor" am 20. Februar. 7.50 Uhr abends: Hans- Bredowdung der Vokale und Konsonanten. 3.30-4 Uhr nachm.: Frau 3-3.30 Uhr nachm.: Graef: Praktische Uebungen in der BilMathes- Wimermark. Stockholm: Schwedisch für Anfänger. 4 bis 4.30 Uhr nachm.: Frau Dr. Hedwig Heyl- Berlin: Hauswirtschaftliche Erziehung. 4.30-5 Uhr nachm.: Frl. Margot Grupe: Die Frau als Pflegerin häuslicher Kunst: Erziehung zu häuslicher Kultur" 7.30-7.40 Uhr abends: Geh. Med.- Rat Professor Dr. His: Wie schütze ich mich vor Erkältungen? 7.40-8.10 Uhr abends: Prof. Dr. Baetzner: Nutzen und Schaden des Wintersports. 8.10 bis 8.15 Uhr abends: Dr. Giulini: Reichsgesundheitswoche. Arbeitersport. Fußball am 21. Februar. Bezirk Norden: Arbeiter- Turnverein Vantom gegen Belten in Bantow, Andreas- Hofer- Plak. Arbeiter Sportverein 24 gegen Adler 08 in der Chri ftianiastraße. Bader 20 gegen Teutonia auf dem Ererzierplak Schönhauser Allce. Eisenspalterei Eberswalde. gegen Nordiska in Eifenspalterei bei Seegermülle gegen Bernau in Seegermühle. Helvetia gegen Adler 12 auf dent Ererzierplas Echönhauser Allee. Union gegen Minerva in Bankom, Marimilianftraße. Fichte- Nord gegen Spandau 25 in Reinidendorf, Gemeindesportplak. Alemannia gegen Pankow 08 in der Christianiastraße. Boruffia gegen Hertha in Reinidendorf, Lindauer Straße. Einigkeit gegen Staafen in Repernid. Tegel 24 gegen Sania in Tegel. Siemensstadt gegen Briefelang in Giemens Bezirk stadt, Ererzierplas. Bittenau gegen Sportverein 22 in Bittenau. Often: Stralau gegen Adlershof in der Goklerstraße. Treptower Ballspielklub gegen Reuthen im Blänterwald. Fichte- Gildoft gegen Luftig- Fidel auf dent Fichte- Turnplak. Treptow. Verein für Bewegungsspiele gegen Alt- Glienide in Röpenid, Friedhof. Frisch- Frei gegen Oberfpree in Niederschöneweide, Gasanstalt. Lichtenberg II gegen Neuenhagen in Lichtenberg. Stadion. Vormärts 20 gegen Tasmania in Hohenschönhausen, Sommerstraße. Weißensee gegen Sadowa felde, Sartellplag. Lichtenberg I gegen Germania, am Bahnhof Stralauin Weißenfee. Rennbahn. Lichtenberg III gegen Brandenburg 02 in Friedrichs. Rummelsburg. Sparta gegen Tasdorf in Lichtenberg, Sauffstraße. Astania gegen Friedrichshagen int Röpenid, Grüne Trift. Romet Retschendorf gegen in Fürstenwalde. Neuköln Bezirk Südwesten: gegen Schönebeg int Neukölln, Grenzallee. Brandenburg gegen Woltersdorf in Brandenburg a. d. 5. Ludenwalde gegen Berolina in Ludenwalde. Nowawes gegen Zehlendorfer Ballspiel- Club in Romames, Bark Babelsberg. Kreuzberg aegen Fichte 21 auf bem. Tempelhofer Feld. Wilmers. dorf gegen Ludenwalde II in Wilmersdorf, Württembergische Straße. Lantwik gegen Stern in Lantwik. Sertha gegen Rolzenburger Sportverein in Luden walde. Charlottenburg orgen Vittoria in Charlottenburg. Jüterbog gegen Britannia in Jüterbog. Neuköllner, Ballspielklub gegen Ludenwalde V auf dent Tempelhofer Feld. Ludenwalde III gegen Teltow in Ludenwalde. Botsdant gegen Mariendorfer Enoritlub in Boisdam, Bornstedter Feld. Bflichtspiele: Wader 24 gegen Joachimsthal. Regin gegen Amateure. Rathenow 2 gegen Nauen 1. Alemannia 2 gegen Sowjet 1. Arminia 1 gegen Eintracht 25. Berliner Sportverein 16 gegen Merkur. Johannisthal gegen Britannia. Beginn der Spiele nadimittags 3 Uhr. Borher untere Mannschaften. Vor mittags Schüler- und Jugendspiele. Deffentliches Schauturnen der Freien Turnerschaft Schmargendorf am Sonnfag, den 21. februar, in der Turnhalle des Heinrich- von- Aleift- Gymnasiums, Schmargendorf, Cranger Straße, unter Mitwirkung umliegender Brudervereine. Beginn 2 Uhr nachmittags. Zur Dedung der Unkosten 30 Bf. Eintritt: Anschließend gemütliches Beisammensein beim Sportgenossen Willi Megner, Breite Straße 3. Freie Turnerschaft Wilmersdorf. Sonntag. den 21. Februar, abends 6 Uhr. veranstalten die Turnerabteilungen mit den Tambour- und Musikkorps in der Aula der Oberrealichule am Seepark einen Runstabend. Erwerbslose Jugend liche, auch folche, die dem Verein nicht angehören, fönnen gegen Ausweis im Bereinsheim in der Württembergischen Straße aut diefem Abend Freitarten erhalten. Um efwa 8 Uhr Marsch mit Musik zum Raffcetochen im Bereinsheim. Eintritt 50 Bf.* ,, Nord- Ost Rampfabend. Gonntag, 21. Februar, 6 Uhr, veranstaltet die Sportliche Bereinigung Nord- Dit" in ihrem Kampfring. Christburger Str. 7, einen interessanten Kampfabend im Ringen und Jiu- Jitsu. Arcisschule, Arbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Kreis. Die Anabenklasse e Buiter- Schulentleſſungsfeier. Rinderturnwarte und Interessenten werden veranstaltet amt 1. März in der Turnhalle Bouchéstr. 75 von 6-8 Uhr abends gebeten, dort zu erscheinen. Mit dem„ Stahlhelm" zur Abschiedsfeier. Seltsames vom Transport der ostpreußischen Schuhpolizei. Die Bolts- Zeitung" berichtete in der gestrigen Abendnummer über seltsame Vorfälle, die sich beim Abmarsch und der Ueberfahrt der oftpreußischen Schutzpolizeiformationen, die als Ersatz für die nach dem Ruhrgebiet beorderten Hundertschaften in die Reichshauptstadt überwiesen sind, ereignet haben sollen. Es handelt sich um überaus eigentümliche Dinge, die dem Blatt zum Teil aus Ostpreußen gefchrieben wurden und die eingehendster Nachprüfung der zuständigen Norden 3: 3% 4% Uhr wichte 18- Fit 201 Stellen bedürfen. = Arbeiter Handball am 21. Februar. Reinickendorf- W., Sharumeberitrake: 10-11 Uhr Fichte- Nord Il- Fichte 3 II; 11-12 Uhr Fichte- Nord I- FTGB.Wedding, Sportler. Fichteplak Mariendorf: 2-3 Uhr Fichte- Sild B- Wedding, Turner: 3½- 4½ Uhr Fichte- Süd A- Fichte 8. Schöneberg, Dominicus. Sportplak: 14-244 Uhr Schöneberg II- Fichte 13 II: 21-8 Uhr Schönebera I- Fichte 3 1. Egerzierplak Schönhauser Anee: 11-12 Uhr FTBG.Norden. 2- FTGB.- Süden. Waffersportplay Blökensee: 10-11 Uhr Fichte 4 ocqen Wilmersdorf. Fichteplak Treptow: 2.20-3.20 Uhr Fichte 16- FTGB.I- Fichte 22 1. Walblauf der Leichtathletik- Bereinigung bes 1. Rreifes( ATSB.) ant 28. März, nadmittags 3 Uhr, in Zehlendorf, Wolfsschlucht. Meldungen ohne Startgeld werden nicht angenommen. Eislaufabteilung der AWJ. Der Uebungsabend findet in diefer Woche ant Freitag im Sportpalast statt. Treffpunkt sämtlicher Teilnehmer abends 48 Uhr vor dent Eingang. Sämtliche Arbeiterfportler und sportlerinnen find eingeladen. Anleitungen und Unterricht wird. fostenlos erteilt. Anfragen find zu richten on W. Söder. D. 17, Benmeſtr. 4. Altersricgenturner Groß- Berlins. Freitag, 26. Februar, 8 Uhr, Sufantmenturnen der Geübteren in der Turnhalle Brinzenstraße. Geturnt werden alle Uebungen in den einzelnen Stufen zu dem Wetturnen am 28. Februar. Dazur ist das Erscheinen ber Kampfrichter durchaus notwendig. Ferner turnen Sie Hber 60 Jahre alten Turnaenoffen in einer Barrenriege au dem amt 14. Märs stattfindenden Sollensportfeit sowie eine Riene im Reulenschwingen. Arbeiter- Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag. 21. Februar, 142 Uhr, rach Kielemal bei Dräger. Start Mariannenvlak, Ede Waldemarstraße. Gäte willkommen. Boranzeige! Sonnabend, 6. März, Maskenball in den Brachtfälen, Inhaber Frmer, Am- Treptower Park 27. Nach den Bericht der Volks- Zeitung" marschierte die bisher in Alienstein stationierte Abteilung unter Borantritt der Stahlhelm tapelle durch die Stadt. Auf dem Vorplatz des Bahnhofs Allenstein habe man eine kurze Abschiedsfeier veranstaltet. Wie Augenzeugen berichten, fangen die republikanischen Polizisten Lieder mie ridericus Rex, wach auf!"," O Deutsch land hoch in Ehren" und„ Der Gott, der Eisen wachsen ließ". Die ganze Beranstaltung soll wie eine Demon stration der ,, Baterländischen Verbände" gewirkt haben. Der Transport der oftpreußischen Polizisten nach Berlin, der auf dem Dampfer Tilsit" vonstatten ging, habe sich unter geradezu skandalösen Umständen pollzogen. Der große Transport wurde in einem einzigen Dampier, zujammengepfercht. 500 Mann Pferde inid Material Freie Schwimmer Charlottenburg, Kanu- und Seaclabteilung. Freitan. wurden in dem viel zu kleinen Fahrzeug untergebracht. Die Be. Februar, 18 Uhr Mitgliederversammlung bei Rippel, Rire de Grit, amten mußten rund 40 Stunden im Zwischended auf Strohschütten notmenbfo. amten mußten rund 40 Stunden im Zwischended auf Strohschütten fragen Anbetracht der wichtigen Tagesordnung tit vollzähliges Grideinen fampieren. Sie lagen eng zujammengepfercht, Deden wurden nicht Die Ausdünstungen drangen durch den schwachen Bretterboden nach zur Verfügung gestellt. Die Pferde hatte man unter Deck geschafft. Die Ausdünstungen drangen durch den schwachen Bretterboden nach aben und belästigten die Beamten. Hygienische Vorkehrungen waren gestellt, die Mannschaft jedoch hatte weder Sanitätspersonal noch führer R. Felbyer. nicht getroffen worden. Für die Tiere war ein Veterinär bereit einen Arzt zur Verfügung. hier um einen Standal handeln, der schärfstes Eingreifen erforderlich Sollten diese Angaben auf. Wahrheit beruhen, so würde es sich machte. Verantwortlich für die Mißstände auf dem Transportschiff ,, Tilsit" wären die Transportleiter, verantwortlich für die antirepublikanische Demonstration und gröbliche Pflichtverletzung in Allenstein das Allensteiner Schutzpolizeikommando. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 21. Februar, pünktlich 2 Uhr nachmittags. im Staatlichen Schiller Theater, Charlotten hura. Kapitän Braßbounds Belehrung". Komödie von Bernhard Shaw. Breis der Karte einschließlich leiderablage und Theaterzettel 1,20 R. Sonntag, den 7. März. pünktlich 3, Uhr nachmittags, im Großen Saal der Philharmonie: Leyte Veranstaltung internationaler Vollstänze und Volslieder. Der deutsche Tanz( Kriegertanz, geistliche und höfifche Tänze). Preis der Karte 1,20 M.- Sonntag, den 14. März, bor mittags 11%, 11hr, im Großen Schauspielhaus: 4. Proletarische Feierstunde. aufgeführt wird das Chorwerk Weltenwende" von Franz Rothenfelder. Preis der Karte 1,00 M. Die Kreise werden gebeten, die Karten für die 4. Feierstunde vom Bureau abzuholen. Starten für alle Veranstaltungen find zu baben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses. Lindenstr. 3, 2. Hof II, Zimmer 8, in der Vorwärts"-Buchhandlung, Lindenstr. 2, Zigarren geschäft Horsch. Engelufer 24/25, Tabatvertrieb GFG., Inselstr. 6, Berband der Graphischen Hilfsarbeiter, Alte Jakobstr. 5, bei den bleuten der Streisund Abteilungs- Bildungsausschüsse, in den Vorwärts"-Speditionen. Der Bau des Weltalls. Bruno H. Bürgel spricht im Auftrag der Deputation für Echulwesen, Kunst und Bildung des Bezirksamts Brenzlauer Berg zit diesem Thema am Freitag, den 19. d. D., abends 1, 8 Uhr, in der Aula der Königstädtischen Oberrealschule Pasteurstraße 44/46. Lawinenkatastrophe in Nordamerika. Heber 100 Tofe.. Nach einer Meldung aus Salt Lake City( Nordamerika) hat in der Nähe von Bingham( Utah) eine gewaltige Lawine mehrere Dörfer berschüttet. 75 Leichen find bis jetzt aus den Trümmern der Häufer geborgen worden. Infolge des Unglücks herrscht in der ganzen Gegend eine allgemeine Verwirrung. Man nimmt an, daß sich die Zahl der Toten auf über 100 beläuft Während in der unmittelbaren Gefahrzone eine Flucht vor der Lawine unmöglich war, fonnten sich in der näheren Umgebung von Bingham Tausende von Personen, die die Gefahr rechtzeitig erkannt hatten, in Sicherheit bringen. 40 Häuser sind völlig zerstört, eebuso die weit berühmte Mormonenfire. Ein Vorort ist völlig verschwunden. Die Katastrophe fam so schnell, daß den Menschen keine Zeit blieb, fich zu retten. Ein in der Nähe gelegenes Kupferbergwerk entsandte fofort sämtliche Arbeiter zur Hilfeleistung. Die Bergungsarbeiten find außerordentlich schwierig, da nach dem Niedergange der Lawine an mehreren Stellen Feuer entstand. Die Ursache der Katastrophe wird auf das nach dem starken Schneefall der letzten Tage plötzlich cinseßende Tauwetter und einen darauf folgenden vierundzwanzigstündigen Schneefall zurüdgeführt. Folgenschwerer Erdrufsch in Hamburg. In der Nähe der Hammer Kirche gerieten plöglich 600 Subifmeter Erde und Steinmassen in einer Ausdehnung von 20 Metern in utfen. Dadurch sind drei an dem Abhang gelegene Häufer start gefährdet. Die Baupolizei ordnete die Räumung der ges fährdeten Bohnungen an. Personen find nicht zu Schaden gekommen. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Vbt. Charlottenburg: Freitag, 19. Februan, im Susenbheim Saefeferite. 16b( Bestend), Feier des einjährigen Bestehens der Abteilung, Seiterer Abend. Gonntag, 21. Februar. Banderung mit Bewegungsivielen nach Bernan- Liepnikfee. Abfahrt vont 800 7.46. Charlottenburg 7.53, Westend 8.04. Richtung Gesundbrunnen. Abt. Gesundbrunnen: Heute Lein Gruppenabend; am 21. Februay Fahrt voit Strausberg- Rüdersdorf nach Ertner. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Arbeiter Photographie. Der unter diefer Spigmarke argendiate Lichtbildervortrag Bildmäßige Amateurphotographie" findet am 7 den 22. Februar, 8 Uhr, im Jugendheim des Oftens. Große Frankfitrier Str. 16-17. ftatt. Eintritt ist frei.. Abt. Friedenau: Freitag, 19. Fe bruar, im Heim Offenbacher Str. 5a, Vortrag: Leibes- und Gefundheitspflege durch die Kommune und die Naturfreunde". Gäste willkommen. Webbing: Sonntag, 21. Februar, Wanderung Friedrichshagen- Müggelberge. Treffpunkt 7 Uhr Lehrter Stadtbahnhof. Gäste willkommen. Abt. Jiu- Jitsu- Federgewichtsturnier in Reukölln. Die Erste Neuköllner Jiu- Jitsu Bereinigung veranstaltet am Sonnabend, 20. Februar. 7 Uhr, in der Turnhalle des Raiser- Friedrich- Realgmmnasiums. Raiser- Friedrich- Str. 208, ein gine Jitsu Turnier im Federgewicht, um den besten Jiu- Jitsu- Rämpfer feftaustellen. Berliner Arbeiter- Schachflub. Sonntag. 21. Februar, vormittaas 10 Uhr. Tommt die 7. Runde der C- Gruppe zum Austrag. Es spielen folgende Ab. teilungen: Friedrichsfelde- Westen bei Daberfom, Gudrunftr. 1: Weißenfee gegen Wedding bei Galles, Lehderstr. 122; Südwest-- Humboldthain bei Schult, Mariendorfer Str. 5; Friedrichshain- Osthafen bei Stotfroff. Rinaer Str. 95... Abt. Schillerpart spielt Freitags von 8--11 Uhr Müllerstr. 126, bei Bener. Freitag, 19. Februar, 1. Bortrag über Spielführung: 2 Gimultaniviel des Schachfreundes Ditiendorf an 10 Brettern. 3. Bligturnier. Gäste willkommen. Die Bundesmeisterschaften im Wintersport des Arbeiter- Enrn und Sportbundes, die am 20. und 21. Februar, in Oberwiefenthal( Erzgebirge) stattfinden follten, müssen megen ungünstiger Scheeverhältnisse um eine Woche verschoben werden, finden also am 27. und 28. Februar flatt. Alle Meldungen behalten ihre Gültigkeit. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaſtianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Gauvarftand. Sum Empfang der Defterreicher treffen sich unfere Rameraden mit Fahnen Go., b. 20., vorm. 9 Uhr, in der Schöne berger Straße, an der Schöneberger Brüde. Spielleute Instrumente mite bringen! Alle Sambura- Fahrer müffen spätestens 3 Uh Lehrt. Sauvihhf.. fein. Woffersport- Abt.: Sonntag, den 21, vorm. 9 Uhr, Arbeitsdienft auf dem Bootsplan. Wendenschloß, Marienstr. 122. Sandwerkszeug ist mitau hringen. Mitte: So., d. 20., vorm. 9 Uhr, alle Rameraden( auc Spielleule mit Instrumenten), die es ermöglichen lönnen, Schöneberger Straße, au der Schöneberger Brüde, zum Empfang der Ofterreicher. Ziergarten: Go., b. 20., Hamburg- Fahrer 24 Uhr Lehrt. Fernbhf. Fahrtarten bei Ram. Smoralski. Besten bei Ram. Sedler. Reuzberg: Rum Empfang der österreichischen Rame raden treten fämtliche Kameraden mit Tambourkorps So., d. 20., vorin. 8½ Uhr, Schöneberger Straße, an der Schöneberger Bride, an. Treptow mit fämt lichen Untergruppen: Samburg- Fahrer treffen sich Go., d. 20., nachm. 2% Uhr, Bhf. Treptow. Rechaialer 3 Uhr Lehrt. Bhf. Meinekescher Männerchor Berlin 1900. Die heutige Uebungsstunde fält wegen Berhinderung des Chormeisters aus. Nächste Uebungsstunde findet erft am Freitag, den 26. Februar. abends pünktlich 8 Uhr, statt. Arbeiter Abstinenten- Bund, Bezirk Tegel. Freitag, 18. d. M., im Jugendheim Sauptstraße, Rufammenkunft. 5 Jahre Berliner Sunderennflub. Offizielle Feier Sonnabend, 20. Fe bruar. 8 Uhr, in den Kammersälen, Teltower Straße 1-4. Einlaßkartent bei Otto Baumgärtner, Berlin- Friedenau, Büsingftr. 6, Rheingau 2084. Gonntag eine Besichtigung der Gärtnerei Otto Blak. Charlottenburg. In Gartenbirektor Lesser unternimmt für die Humboldt- Sochschule an diesem großen Mengen blithen jekt bort Snazinthen, Mieder, Azaleen, Hortensen, Simmien a. a. Treffpunkt 10 Uhr vormittags Stadtbahnhof Jungfernheide. Karten auch bei der Führung erhältlich. Bolkskraft- Bund, e. B. Mittwoch, 24. Februar, 8 Uhr, fpricht in der Aula Georgenstr. 30 Johannes Runge über Die Notwendigkeit und Bedeutung der Leibesübungen mit Borführungen einer Damengruppe. Geschäftliche Mitteilungen. Bie lange trägt man ein Baar Schuhe? Das hänat gang davon ab, wie man fie behandelt. Bor allem darf man zum Buken feine minderwertige Schuhereme benugen. welche das Leber angreift. Wer dagenen zur Schuh pflege die bekannte Schuhcreme Erdal verwendet, der wird finden, daß bie Schuhe viel länger fchön bleiben als bisher. Deshalb gebrauchen auch die Sausfrauen in ganz Deutschland teine andere Suhcreme soviel wie Erdal mit dem roten Froid. nach Regenschauern wechselnd bewölkt und wärmer. Wetterbericht der öffen' lichen Wetterdienststelle für Berlin.( Rachdr verb.) In Bestdeutschland erneute Eintrübung, in Mitteldeutschland Aufheiterung, Für Deutschland, in Ditbeutschland nad leichte Regenfälle, überall warmer, sur in Ostpreußen noch Temperaturen bei Null. EXTY Das Grundwasser in Niederschönhausen. Nur Großzügigkeit kann wirklich helfen! Die Frage der Entwässerung in Niederschönhausen ist seit Wochen Gegenstand aufgeregter Diskussionen der Einwohner Niederschön hauſens sowie des gesamten Bezirks Pankow. Bereits im Frühjahr 1925 wurde in der Stadtverordnetenversammlung eine Anfrage bezüglich der Wasserkalamitat in Niederschönhausen gestellt. Wir haben uns das Gelände und die Häuser in Niederschönhausen angesehen und können feststellen, daß in etwa 75 Häusern Wasser in den Kellern, und zwar bis 80 Zentimeter, steht. Hervorgerufen wer den diese Uebelstände durch die starken Niederschläge, die früher, solange in diesen Gebieten Ackerbau betrieben worden ist, nicht besonders nachteilig wirtten. Gegenwärtig werden von den Einwohnern alle möglichen Sündenböcke für diesen llebelstand gesucht. STADT BEILAGE DES fonzeffionierte Familienfhule im Sinne des§ 1 der T preußischen Staatsministerialinftruftion vom 31. Dezember, 1889. Nur diese Anstalten dürfen noch grundschulpflichtige Kinder in be schränkter Zahl aufnehmen, ohne daß es der Beibringung eines amts( freis) ärztlichen Zeugniffes bedarf. Grundschulpflichtige Kinder ( 6. bis 10. Lebensjahr) dürfen ausnahmsweise in besonderen Fällen in Familienschulen, Schulzirkeln, ähnlichen Schuleinrichtungen oder im Wege des Einzelunterrichts on Stelle der Grundschule ihre Vorbildung erhalten.(§ 4. des Grundschulgejeges.) In solchen Fällen muß jedoch durch ein amts( freis) ärztliches 3eugnis der Nachweis geführt werden, daß diese Kinder aus gesundheitlichen Gründen eine öffentliche Schule nicht besuchen können. Diese freis ärztlichen Zeugnisse sind für jedes Jahr zu erneuern, falls eine weitere Befreiung eintreten soll. Ueberall gleiche Zeit! Der Magiftrat ven Berlin hat der Berliner Einheitszeit G. m. b. 5."( Berliner Straßenbahn und Siemens u. Halske) die Genehmigung zur Ausführung einer städtischen Zentraluhrenanlage erteilt. Diese neue Anlage sezt fid) das Ziel, eine wirklich einheit fiche und richtige Zeit gleichmäßig und gleichzeitig in allen Ortsteilen Berlins zu verbreiten. Ermöglicht wird der Blan dadurch, daß die umfangreichen und modernen Anlagen der Reichsbahn, der Hoch und Untergrundbahn und der Berliner Straßenbahn Ausgangspunkt der Zeitverteilung für die öffentlichen Uhren Berlins find. Nach der Fertigstellung dieses neuen Wertes wird es in ganz Berlin nur noch eine richtige Zeit, nämlich die Berliner Einheitsgeben. Es gibt drei Möglichkeiten, Niederschlagwässer zu be seitigen: Verdunstung, Berfiderung und natürlichen Abfluß. Daß bei der jetzigen Jahreszeit nicht mit einer Berdunstung gerechnet werden fann, ist selbstverständlich. Die Verfiderung ist nur foweit möglich, als die Bodenbeschaffenheit das Wasser aufzunehmen in der Lage ist, und hier liegt des Budels Kern. Der ganze Norden Berlins hot eine Tonschichtlagerung, die Siderwässer nicht durchläßt. Man fann dies besonders in den Vororten Blantenburg und Karom beobachten. Dort ist durch das viele Anlegen von Kesselbrunnen, b. H. Brunnen, bei denen große Zementrohre in die Erde gelassen werden, die Tonschicht durchstochen, und man kann das Wasser aus den unteren Erdschichten als Trinkwasser benutzen. Durch dieses Durchschlagen der Tonfchicht ist in den erwähnten Orten bas Grundwasser abgefenft worden, da das Sickerwasserzeit durch das Zerschlagen der Tonschicht die Möglichkeit hat, in das fogenannte untere Stockwert zu gelangen. In diesen Orten fann man die Wahrnehmung machen, daß frühere Teiche vollständig ausgetrodnet sind. Wir haben vor nicht allzu langer Zeit in der Umgegend Berlins in Hohenneuendorf folcher Basserschäden kennengelernt. Ein Teil der Sachverständigen führte dies darauf zurück, daß durch das Legen der Wasserleitung die vorerwähnten Kesselbrunnen außer Betrieb tamen und daß dadurch der Kreislauf des Waisers nicht mehr wie früher möglich mar. Ja man glaubt sogar, daß das Wasser des unteren Stockwerks durch die Resselbrunnen also die durchbrochenen Tonschichten nach oben gedrungen sein kann und daß somit ein Berjidern der NiederSchlagwässer nicht mehr stattfinden konnte, sondern im Gegenteil dieses Siderwasser noch durch das Wasser des unteren Stockwerks Speisung erhielt. auch das Auftreten UTI RK VORWÄRTS Schulelend in Neukölln. Für 250 Volksschüler feine Schule. Die Eltern der Steblung am Dammweg, Köllnische Heide und Kölnische Allee waren am 16. Februar 1926 im„ Barwinkel" verfammelt, um zu den geradezu unerhörten Schulzuständen für dieſen Bezirk Stellung zu nehmen. Genosse Polenske hatte hierzu dos Referat übernommen. Beim Bau der Siedlung am Dammweg war ursprünglich sofort die Errichtung einer Rotschule geplant. Das ist dann unterblieben. In der Zwischenzeit ist das Gelände zu beiden Seiten des Bahnhofs mehr und mehr bebaut worden. In den zahlreichen Laubenfolonien, sowie in dem Gebäudeteil der Köllnischen Allee wohnen zahlreiche Schulpflichtige Kinder, so daß zurzeit etwa 250 Bolfsschüler vorhanden sind, die teilweise stundenmeite Wege bis zur nächsten Schule zurückzulegen haben. Im Etat für das Jahr 1925 waren erhebliche Mittel für den Bau einer Bolksschule am Danmweg eingefeßt, Materialien für den Bau angefahren und die auf dem Grundstück wohnenden Laubentolonisten entfernt worden. Es war die Zuficherung gegeben, daß im Laufe des Sommers 1926 die Schule in Betrieb genommen werden könne. Bider Erwarten hat der Berliner Magistrat die Mittel gestrichen, so daß in absehbarer Zeit mit dem Bau der Schule nicht begonnen werden kann. Die Bewohner der Eiedlung und der Loubenkolonien, die zum übergroßen Teil Proletarier sind, find nicht in der Lage, ihren Kindern Fahrmöglichkeiten zu geben und die Kleidung der Kinder so auszustatten, daß sie ohne Gefahr für ihre Gesundheit die weiter Wege zur Schule zurüdlegen fönnen. In einer sehr heftigen Debatie fam der lln wille der Bevölkerung über die Rüdfightslosig teit des Magistrats in schärffter Weise zum Ausdrud. Ein Ber treter des Bezirksamtes Neukölln erklärte, das vom Bezirksamt alles getan worden sei, um den Bau der Schule zu fördern. Die Bersammlung nahm einstimmig im Sinne des Referats eine Ent. fchließung an, die alle in Frage kommenden Behörden zugänglich gemacht werden soll. Sie war sich ferner darüber einig, alle dentbaren Schritte zu unternehmen, um das Schulelend zu beseitigen, eventuell müffe man zum Mittel des Schulstreits schreiten. Troß Zunahme der Kraftfahrzeuge auch Zunahme der Pferde. Am 1. Dezember 1925 hat eine Zählung der Pferde stattgefunden, und es ist interessant festzustellen, daß die Zahl der Pferde in dem genannten Tage 45 934 Pferde, während man an demselben Berlin nicht ab, fondern zugenommen hat. Berlin besaß an Tage ein Jahr vorher nur 44663 Pferde zählte. Die jest in Berlin bestehende Uhrenanlage ist ein Privatunter nehmen der Normalzeit Gesellschaft m. b. 5. Unter diesem Namen ging das Unternehmen während der Inflations zeit durch Aktienerwerb in den Besiz des Fuld- Konzerns Frank. furt a. M. über. Die Normalzeit- Gesellschaft verwendet ein sog. Reguliersystem, das die Aufgabe, eine einwandfreie, richtige Zeit zu ver breiten, nach dem heutigen Stand der Technit nicht mehr befriedigend löft. Die angeschlossenen Uhren sind mit Gehwert ausgerüstet und bedürfen sämtlich eines besonderen Aufzugs. Sie werden nur in gewissen Zeitabschnitten von einer Zentralftelle aus richtiggestellt. Die Verwendung mechanischer Uhren an wichtigen Stellen ist immer ein Nachteil, weil Uhren dieser Art gegen Temperaturänderungen, flüsse sehr empfindlich sind. Uhren nach dem Regulierungssystem Verschmutzungen, Feuchtigkeit, Erschütterungen und ähnliche Einfind in der Tat für die Zwecke der Eisenbahn ungeeignet und des halb auf denjenigen Bahnhöfen, wo sie früher einmal vorhanden Wohlfahrtsbrlefmarken. Am 14 Februar hat die Opferwoche waren, durch die neuzeitlichen elettrisch betriebenen Uhren erfegt wurden, die nicht so fehlerhaft find wie bie mechant der Deutschen Nothilfe ihren Abschluß gefunden. Der Martenverlauf schen Uhren. Die Regulierung nach dem Normalzettfyftem fest jedoch findet jedoch nach wie vor in ben bisherigen Vertriebsstellen bei den Bezirksarbeitsgemeinschaften, den Organisationen der freien voraus, daß jede einzelne Uhr auf Bereifung einreguliert ist und es ergibt fich daraus für die Gesamtanlage von Haus aus eine gewiffe, Bohlfahrtspflege, beim Berliner Ausschuß der Deutschen Meihilfe, ihrer Größe nach ständig wechselnde Zeitdifferenz, wenn auch sonstige Boftstraße 16, Zimmer 35, und neuerdings auch in allen Filialen Fehler in der Anlage nicht auftreten. Diese Zeitdifferenzen, die der Städtischen Sparkassen, den Filialen des Konsumvereins in durch den ungleichmäßigen Gang öffentlicher Uhren hervorgerufen Berlin und Umgegend und in den Filialen der Firma Loejer u. Wolff ftatt. Der Bertauf wird also noch nicht eingestellt, mie in ver werden, führen vor allem im Verkehrswesen zu vielen Störungen. Aus diesem Grunde sah sich die Berliner Straßenbahn bereits 1924 fchiedenen Anfragen aus dem Bublifum angenommen wird. Biel veranlaßt, mit Siemens u. Halste wegen Herstellung einer Uhren mehr ist die Genehmigung zum Verlauf der Wohlfahrtsbriefmarken, anlage in Unterhandlungen zu treten, die für die 3mede der die zuerst mur bis zum 28. Februar befristet war, vom Reichspor Straßenbahn geeignet sein sollte. Von einer Zentraluhr aus follten minister bis zum 15. April verlängert worden. Die Gültiga die Uhren an den Endhaltestellen und Kreuzungspunkten bireft geeitsdauer der Marten im Poftverfehr im In- und fteuert werden. Da die Siemens u. Halste A.-G. schon früher mit Ausland läuft bis zum 31. mai. dem Magistrat über Errichtung einer modernen Sentraluhrenanlage für Berlin verhandelt hatte, so wurde im Einvernehmen mit dem Magistrat diese Angelegenheit wieder aufgegriffen und es fam zur Gründung der Berliner Einheitszeit G. m. b. 5.", mit dem Grundgedanken, alle Verkehrsmittel Berlins hieran zu inter effieren. Dies mar um so leichter, als die Siemens u. Halste A.-G. schon seit langem für den Eisenbahndirektionsbezirk Berlin sämtliche Bahnhöfe mit Uhren ihres Systems ausgerüstet hat, die von einer auf dem Schlesischen Bahnhof installierten Zentrale betrieben merden. Die Reichsbahn erflärte sich damit einverstanden, daß das neue Uhrenne an das Netz der Reichseisenbahn angeschloffen wird. Da auch die Hoch- und Untergrundbahn mit Uhren der Siemens u. Halske A.-B. versehen ist, so wird erreicht, daß damit sämtliche Berliner Verkehrsmittel nach dem Taft einer Uhr laufen. Zur Einrichtung einer neuen Uhrenanlage für Berlin fehlen der Stadt zur zeit die Mittel. Daher fam der Vertrag mit der Berliner Einheitszeit( BE3.) zustande, nach dem die Herstellung der Gesamtanlage auf Kosten der BE3. geschehen soll, während die Stadt auf die Dauer der Vertrags ihre öffentlichen Uhren gegen eine sehr geringe Ver gütung an dieses Nez anschließen kann. Die erforderlichen Mittel sollen durch Brivatuhrenanschlüsse aufgebracht werden, d. h. die. BE3. soll sich durch die Einnahmen aus den Privatanschlüssen selbst bezahlt machen. Mit Rücksicht darauf, daß die hier geplante, mit allen Sicherungen arbeitende Uhrenanlage ein eigenes Leitungsnetz bedingt, find zunächst größere Aufwendungen erforderlich. Nach 15 Jahren foll nach dem Bertrag die Gesamtanlage in den Befig der Stadt übergehen, ohne daß die Stadt irgendwelche Aufwendun gen für das bestehende Leitungsnej zu leiften hat. In dem fraglichen Gebiet in Niederschönhausen ist durch Anlegung zweier Bafferwerte, und zwar Niederschönhausen und Rosen thal, das untere Wasser abgezogen worden. Nach Bildung der Stadtgemeinde Berlin erfolgte in den Jahren 1922 und 1924 aus betriebs. technischen und Sparsamkeitsrücksichten die Stillegung dieser Berte. Gegenwärtig werden die Gutachten, die vor Anlegung der Baffermerte aufgestellt worden sind, als Beweis dafür erbracht, daß das phere Stodwert mit dem unteren in keiner Verbindung steht Tatsache ist aber, daß, folange die Wasserwerke in Betrieb waren, ein berartig hoher Wasserstand, wie er gegenwärtig zu verzeichnen ft, nicht vorhanden war. Die älteren Gemeindevertreter erinnern fich jedoch, daß auch während der Zeit, in der die Wassermerfe in Betrieb waren, bei starten Niederschlägen Beschwerden in bezug auf Grundwasser geführt worden sind. Ob min audy hier durch die Anlegung der beiden Wasserwerke eine Berbindung der beiden Stockwerke stattgefunden hat, fann nicht festgestellt werden, fondern find nur Mutmaßungen. Tatsache ist, daß das Waffer vor handen ist, und hier erwächst auch der Stadtgemeinde die Pflicht, den vorhandenen Wohnraum zu erhalten. Es bleibt nur noch die Möglichkeit, die Niederschlagwässer durch natürlichen Abfluß zu regulieren. Die den Ort durchziehenden Gräben find hierzu nicht geeignet, da ihre Sohlen höher liegen als die Kellersohlen der Häuser. Die frühere Gemeinde NiederSchönhausen hat versucht, das Wasser, das über die Dächer durch die Dachrinnen auf die Straßen geleitet wird, und das Niederschlag. waiser auf den Straßen in die vorhandenen Gräben abzuführen. Diese Abführungsleitungen, die nur geringes Gefälle befizen, werden in die zu hoch liegenden Gräben geführt und können natürlich das Niederschlagwasser nur bis zur Sohlenlage der Kanäle abführen. Das Waffer unterhalb der Kanäle bleibt jedoch in der Erde stehen, und fo bleibt Restwaffer in den Kellern zurüd. Hier fann also nur helfen, baß ein natürlicher Abfluß derart angelegt wird, daß er tiefer liegt als die vorhandenen Kellerjohlen. Das Bezirksamt Banton hat einen Plan ausgearbeitet, wonach ein Kanalin der Nähe der Lindenstraße in die Pante geführt werden jou. Messungen haben ergeben, daß, wenn das Wasser nach diesem Ausflußpunkt geführt wird, ein genügend startes Gefälle vorhanden ist und die Tiefenlage des Kanals selbst für die tiefst gelegenen Punkte noch eine genügende Entwässerung verbürgt. Reben diesem wasserundurchlässigen Kanal will man eine Drai nage anlegen, die noch eventuelle Siderwässer aufsaugen soll. Es ist eine alte Erfahrung, daß die Niederschlagmässer durch derartige Anlagen am besten, radikalsten und auch für immer beseitigt werden. Aufgabe der Stadtgemeinde ist es allerdings nunmehr, endlich auch etwas zu tun, denn seit der Anfrage in der Stadtver ordnetenversammlung und jeßt ift bald ein Jahr verflossen, ohne daß etwas Bositives geschehen ist. Der Streit, ob die Stillegung her Wasserwerke schuld ist oder wer sonst schuld haben mag, fann ben Niederschönhausener Einwohnern nicht helfen. Auch die Bewilligung von so geringen Mitteln wie 150 000 Mart mie es bisher geschehen fann teine Abhilfe fchaffen; es muß vielmehr die ganze Summe bewilligt werden, wenn die fraglichen Woh nungen nicht verfommen sollen. Daß auf die Dauer dieser Zustand nicht geduldet werden kann, dürfte auch dem Magiftrat einleuchtend sein. Wird der gesamte Betrag, der für die Anlage gefordert wird, bewilligt, so besteht auch die Möglichkeit, daß der Kanal gleich an mehreren Stellen in Angriff genommen werden fann. Wir fönnen uns sehr wohl denken, daß man die Zuführungsleitungen der Nebenmaligen Herrschern umgegangen. Es gelte jegt, Berfäumtes nach straßen, die das wasserreichste Gebiet durchziehen sollen, vorerst nicht in den Kanal münden läßt, sondern in ein großes Gammel. beden leitet, dies dauernd auspumpt und somit möglichst rasch das jezige Kellerwaffer abzieht. Dies ist aber, wie gefagt, nur möglich, wenn die Gesamtkosten des Kanals fofort bewilligt werden. -O Wir erheben die Forderung, daß der Magistrat endlich, bevor noch größere Schäden entstehen, die Notlage einfieht und helfend ein greift, denn an Wohnraum haben wir wahrlich feinen Ueberfluß. Die gefegliche Grundschulpflicht. Gegen die Fürftenabfindung. In einer startbesuchten öffentlichen Kundgebung in Mahlshorf am Mittwoch referierte Genosse Franz v. Putitamer über die Forderungen der deutschen Fürsten. Noch nie wären die empörten Boltsmassen in so großer 3ahl bem Rufe der Partei gefolgt, wie jetzt, wo es gelte, gegen die weggejagten Fürsten und deren maßlose Forderungen Stellung zu nehmen. Der Rebner erläuterte dann an Hand von frassen Beispielen die Raffgier der Fürsten und ihrer Hintermänner, die noch durch eine nur zu willige Justiz unterstützt werden. In Desterreich sei man nicht so nobel mit den ehe zuholen. Er richtete dann den dringenden Appell an alle Anwesenden, auch an die Kleinbürger und deren Barteien, mit der Arbeiterschaft zusammenzustehen und dem Volksentscheld auf entschädigungslose Enteignung zur Annahme zu verhelfen. Nach einigen anfeuernden Worten des Borfizenden Genoffen Albert Schmidt und dem Appell zur Mitarbeit in der Partei unb im Reichsbanner brachte die Bersammlung ein Hoch auf die Sozialdemokratische Partei aus. Die Rundgebung war durch Vorträge des Arbeitergesangvereins Freiheit" eingeleitet und beendet worden. Die von nichtamtlicher Seite verbreiteten Meldungen über die Freimilchgewährung an Kinder der Erwerbslosen. Mit Rücksicht gefeßliche Grundschulpflicht geben zu Irrtümern Anlaß. Die Be auf die außerordentliche Notlage der Erwerbslosen ist von girtsschuldeputation 1 bis 6 teilt hierzu folgendes mit: Nech Ar. den städtischen Körperschaften beschlossen worden, an Rinder von Er. fitel 145 der Reichsverfaffung besteht allgemeine Goul- werbeisfen Freimti in erheblicher Drenge gu gewähren. Es pflicht Ihrer Erfüllung dient grundfäßlich die Volksschule mit follen erhalten: Kinder bis zu zwei Jahren einen Liter, Rinder Bis mindestens acht Schuljahren Nach§ 2 des Reichsgrimdschulgesetzes zu sechs Jahren einen halben Liter täglich. Der Gefundheitszustand vom 28. April 1920 find die bestehenden öffentlichen Vorschulen der belieferten Rinder ist regelmäßig burch die fergie ber zuständigen und Vorschultlaffen aufgehoben, ebanja die privaten Vorschulen und Gäuglings- und Kleinkinderfürsorgestellen zu überwachen, die aud Borschulflaffen. Nur vereinzelten Anstalten ist für die pöllige im Einzelfalle die Gewährung von Nährpräparaten statt Mild) au Durchführung der Auflösung noch ein Auffub gewährt. Eine ordnen tönnen. Für die Durchführung der Attion find zunächst non ber preußischen Regierung genehmigte Privatschule gilt als 150 000 Rentenmart bereitgestellt morben In der Städtischen Jugendbühne Neukölln( Städtisches Licht spielhaus, Bergstr. 147) wird am Sonnabend, den 20. Februar, nachmittags 3 1hr, der Kulturfilm der Decla Lieblinge ber Menschen" vorgeführt. Eintrittskarten für Kinder zum Preise Don 15 Pfennig und für Erwachsene zum Preise non 30 Pfennig sind im Bureau der Abteilung Jugendpflege, Rathaus 2 Treppen, Zimmer 259, zu haben. Sie haben ganz rechi! Die landwirtschaftliche Messe und Ausstellung Grüne Woche wird morgen, Sonnabend, 20. Februar, vormittags 10 Uhr, in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm eröffnet. Es ist die Ausstellung für Landwirtschaft/ Forstwirtschaft Jagd/ Imkerei/ Fischerei/ Gartenbau/ Ländliche Bauwirtschaff Kleingartenwesen Jagdhundschau( 20.- 21. Fbr., 10-6Uhr) Rassehundschau( 22.- 23. Fbr., 9-6 Uhr) Geflügelschau( 26. bis 28. Februar) Kaninchenschau( 26. bis 28. Februar) Qualitäts- Holzmarkt ( Auktion am 22. Februar, 10 Uhr) Reit- und Fahrturnier BERLINER MESSEN Eintrittspreise für alle Veranstaltungen( ausgenommen Reit- und Fahrturnier) 1,50 Mark. Bei Lösung der Eintrittskarten an den Schaltern der Stadt- and Ringbahn, der ersten Vorortzone und der Hoch- und Untergrundbahn sowie bei den Schaffnern der Straßenbahnlinien 53, 72, 75 und 93 wird frele Hin- und Rückfahrt zur Ausstellung gewährt Geöffnet von 10-7 Uhr, Sonnabends und Sonntags von 10-9 Uhr Aus den Bezirken. 4. Bezirk Prenzlauer Berg. houfes unter allen Umständen im Intereffe ber Boltshygiene gu| befriedigend, fo daß alle Aussicht besteht, am Aufbau der Rolonne erhalten sei, und auch den Reden des Stadtrats Stog und des im nächsten Jahre einen Schritt weiter zu tommen. Der KaffenDemokraten Professor Ritter flang der feste Wille durch, diefes berigt, welcher gebrudt vorlag, zeigte, daß die Kolonne nicht fo Bert nicht zerstören zu laffen, sondern weiter auszubauen. Unser unterstügt wird, wie es eigentlich im Interesse der Allgemeinheit Antrag betr. Berlegung der Kriegsbeschädigtenfür notwendig wäre. Zum Teil sind hieran leider auch Arbeiterorgani forgestelle in der Oranienstraße, in geeignetere Räume, be fationen beteiligt; hoffentlich ist im nächsten Jahre bessere Untergründet vom Genossen Schwarz, fand einstimmige Annahme. tügung feftzuftellen. An Diensten stellte die Kolonne 5678 und Gleichfalls murde ein Antrag der bürgerlichen Bereinigung betr. Transporte nach Krankenhäusern und zum Arzt 327. Bon den Mitbefferer Beleuchtung der Belle Alliance- Straße gliebern haben sich 8756 baran beteiligt. Um eine genaue Statistit mit bem 3ufaß angenommen, auch die Urbanstraße und das zu erhalten, müssen Dienste jeder Art nur an die Geschäftsstelle ge= Planufer besser zu beleuchten. Eine Dom Genoffen Robinson meldet werden. Außerdem stellt die Kolonne noch Sportplazwachen begründete Anfrage betr. der Unterschlagungen des und Freibadmachen und beteiligte sich auch an Demonstrationen, wo Stadtinspettors Gottfried Schulz nicht zu verste fich in den Dienst der Allgemeinheit stellte. In der Einiwechseln mit unserem befannten Parteigenoffen und früheren Stadt gungsfrage stellte sich die Kolonne auf den Boden der Beschlüsse, verordneten beantwortet der Bezirkstämmerer Dr. Brunow ba welche auf dem Bundestag und der Kreisleiterfonferenz gefaßt hingehend, daß der Umfang der Schädigung infolge der raffinierten murben. Im allgemeinen war man der Ansicht, daß zwei Arbeiter. Art der Ausführung sich nicht sofort feststellen ließ. Feft stehe jedoch, famariterorganisationen ein Unding feien. Die Wahl des Borstandes daß eine große Schulb daran, daß die Berfehlungen nicht che: gab die einmütige Wiederwahl bis auf den zweiten Borsitzenden entdeckt wurden, bie Leichtgläubigfeit des Bublifums und Jugendleiter. Die Hauptversammlung zeigte den Willen zur trage, das Zahlungen an einen Beamten bes Steueramtes ftatt an einmütigen Zusammenarbeit. Die Steuertaffe leistete. 16. Bezirk Köpenid. Sn der Bezirksverordnetenversammlung am 10. Februar wurden bie neu bzw. wiedergewählten unbefoldeten Stadträte von dem ftellvertretenden Bürgermeister, Genoffen Fröhlich, eingeführt und verpflichtet. Der Borsteher Genosse em niz drückte den ausgefchiedenen Stabträten, vor allem dem Genoffen Fröhlich für feine langjährige fommunale Tätigkeit den Dant der Verjammlung aus. Auf Vorschlag eines zur Wahl eines ftellvertreten ben Bürgermeisters eingefeßten Ausschusles wurde Genoffe Weber mit 38 Stimmen der SPD. und KPD. zum ftell. vertretenden Bürgermeister gewählt. 15 Stimmen fielen auf den Demotraten Flieth. 7 Stimmen waren ungültig. Dann berichtete Genoffe Huhnfleisch über die Beschlüffe des Haushaltsausschusses. Nach längerer Distuffton wurde der Haus halt nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Zu diesen Beschliffen gehörte auch eine Entschließung, der die Bersammlung einstimmig zustimmte, in ber gegen ein Schreiben des Magiftrats an bas Bezirksamt schärffte Berwahrung eingelegt wird. In diesem Schreiben, das auch sämtlichen Bezirtsämtern zugestellt wurde, lehnt der Magistrat in einem Tone, ben die Versammlung als Mißachtung auffaßte, eine angemessene Aufwandsentschädigung für die tommiffa. rischen Bürgermeister ab. In einer anderen Entschließung wird die Bermehrung der durch die Stadt errichteten Krippen, Rinder. garten, Horte und Kinderheime, sowie der städtischen Bflegeanstalten für Bailentinder gefordert. Ferner wurden die Anträge angenommen, in denen die Erhöhung des Ehrenfoldes der Feldzugteilnehmer von 1864/66 und 1870/71 von 25 m. auf 100 m., sowie die Auszahlung einer einmaligen Ber gütung von 3000 m. aus Borbehaltsmitteln an den tommissarischen Borfizenden des Bezirksamtes gefordert wird. Ein Antrag, für die Angehörigen der politischen Gefangenen 5000 m. zu bewilligen, wurde abgelehnt; ein Antrag, die Kündigungsfrist für biezirfsversammlung und der Selbständigkeit der Bezirksamter unter Laubentolonisten auf 6 Monate zu verlängern, angenommen. Feerner wurde nach einer Berichterstattung durch den Genossen aberholt der vor allem betonte, daß die größte Aufgabe Die Arbeitsschaffung" fei folgender Ausschußbeschluß angenom folgender Ausschußbeschluß angenom men: In Anbetracht der täglich steigenben Teuerung und der gewaltig einsehenden Wirtschaftstrife wolle die Bezirksversammlung beschließen: Das Bezirksamt wird ersucht, den Magistrat zu veran laffen, bei Staat und Reich darauf zu bringen, daß Mittel zur Ber. fügung gestellt herden, die es ermöglichen, jeben länger als 4 Wechen Erwerbslosen einen Sonderzuschuß von 50 Mart zu gewähren; Lebensmittel und Heizmaterial zur Verfügung zu stellen. Ferner ist es bringend notwendig, die Erwerbslofenuntergüzung unt 50 Broz. zu erhöhen. Die Bedürftigteitstlausel hat in Fortfall zu tommen, denn ihre Anwendung ist bei der Zwangs beitragsleistung ungerecht. Die wichtigste Aufgabe von Reich und Staat ist jedoch Beschaffung von ausreichender Arbeitsgelegenheit zu tarifmäßigen Löhnen. Außerdem wird das Bezirksamt gebeten, feine Bemühungen bezüglich Beschaffung und Berteilung von warmer wintertleidung und Brennmaterialien für die Erwerbslofen fortzufeßen und fle auch weiterhin durch Sonderunter ftügung für Mietschulb vor Ermiffionen zu bewahren. Für die Be fchaffung billiger Lebensmittel ist Sorge zu tragen. Eine Reihe anderer Anträge mußten der vorgerüdten Stunde wegen vertagt werden. 6. Bezirt- Kreuzberg. In der letzten Bezirksversammlung teilte der Borsteher mit, baß die Fraktion der deutschen Voltspartei aus der Fraktionsge. meinschaft mit den Deutschnationalen ausgeschieben fei. Dann murde ein tommunistischer Antrag wegen der Fürsten abfindung behandelt. Die Rechtsparteien hatten den Saal verlassen. Genoffe Dr. Bitte erinnerte bei dieser Gelegenheit Herrn Pfarrer och baran, daß er 30 Jahre seiner Gemeinde gepredigt habe, daß eher ein Ramel durch ein Nabelöhr gehe, als daß ein Reicher in den Simmel fomme, und da nun Herr Pfarrer Stoch sicher molle, daß Milhelm und alle Erlauchten" in den Himmel tommen, müsse er fich als tonfequenter Mann, der er immer sein molle, an die Spize Dr Bewegung für entschädigungslose Enteignung der Fürften stellen Bon ben Binjen ber erfparten Milliarden törmen alle Schuffinder hinreichend gespeilt werben. Mit einem Appell an die Bernunft der Kreuzberger Bevölkerung schloß Genosse Witte. Das auf Initiative bes verstorbenen Bürgermeisters Dr. Rahle geschaffene Gefund hettshaus im Alten Urban scheint bem Magiftrat ein Dorn im Auge zu sein. Troßdem selbst der Stadtmedizinalrat Dr. Drygalsti tas Haus als ungeeignet zur Unterbringung von Kranten be zeichnete, da es meder Heizung noch Babe und Abortanlagen hat, besichtigte es fürzlich eine Rommiffion des Magiftrats unter Führung des Bürgermeisters Dr. Scholz eingehend auf seine Eignung als Krankenhaus. Das Ergebnis der Besichtigung ist bis jezt noch nicht bekannt. In den Ausführungen unseres Frattions rebners Genoffen Sidert, der einen Antrag zu begründen hatte, daß die äußerst fegensreiche Einrichtung des GesundheitsTagalpicotkopf, kunst seid.Rand, Bandgarnit 690 Trotteur Tagal picotkopf, mit Kunst seidenrand Oberhemden weiß, mitPikee- Falten. einsatz und Pikee- Um schlagmanschetten, ungewaschen Weiche Herren- Hüte moderne Formen und Farben 790 Kaffeeservice Porzellan, für 6 Personen, mit hübschen Dekoren Jubiläum. Genoffe M. Fellez, wohnhaft Berlin- Schöneberg, Sponhol frake 56, beging am 12. Februar fein 25jähriges Dienstjubiläum, ift feit biefem Tage Refet des Vorwärts" und Mitglied des GPD. Sinfendungen für diese Stabrik find Bezlis 68. Sindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets en das Beztekstetretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 11. Kreis Schöneberg Friebenan Sonnabend, ben 20. februar, abenbs 7½ Uhr, in der Schulaula Offenbacher, Ede Laubacher Straße. Nähe Sildwenttorio, Borführung des Films Unser Ronfum". Wir bitten unsere Genoffinnen und Genoffen, fich mit ihren Angehörigen recht rege zu be teiligen, Eintritt für Erwachsene 50 Pf. 13. Rreis Tempelhof. Seute, Freitag, den 19. Februar, abends 7% Uhr, im Enaeum Mariendorf, an Bahnhof( Barade), Aceismitgliederversammlung. Bortrag: Das Beidelberger Programm". Referentin Clara Bohme Schuch, M. b. 9. Alle Genoffinnen und Genoffen müffen erscheinen. Heute, Freitag, den 19. Februar: 5. h. Reubin. 8 Uhr außerordentliche Funktionärsikung bei Bflanz, Bring- Bandjern- Str. 63. Alle Bezirksführer, Raffierer und Bezirksführe rinnen müssen unbebingt wegen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. Morgen, Sonnabend, den 20. Februar: Die Bezirksversammlung am 17. b. M. zählt zu den Dauerfizungen mit wenig positiven Ergebnissen. Ein Lichtblid in biefem Dorado bedeutete ein Antrag unferer rattion Parteinachrichten der vom Genoffen Reuter begründet wurde. Der Antrag lautet: Eine Reihe von Zeitungsmeldungen widersprechender Art über angebliche oder wirkliche Abfichten des Herrn Oberbürgermeisters Dam. des Magistrats, eine Aenderung des Gefeßes über die Bildung der Einheitsgemeinde Groß- Berlin vom 22. April 1920 herbeizuführen, haben zu einer starten Beunruhigung der Bevölkerung geführt. Es wird dem Magistrat die Absicht unterstellt, eine Aenderung des Gefeßes in dem Smne auf Einschränkung der Rechte der Be das im Gesez vorgeschriebene Maß herbeiführen zu wollen. Die Bezirksversammlung wendet sich entschieden dagegen, dak etma jest Berfuche gemacht werden, durch eine verfrübte und in den Verhältnissen feineswegs begründete Aenberung des Gefezes eine Verschlechterung der Bezirke herbeizuführen. Die Bezirksver fammlung ist vielmehr der Meinung, daß die fünftige Entwidlung in vieler Beziehung eine Erweiterung der Rechte im Rahmen des Gefeßes zur Folge haben muß. Unter allen Umständen lehnt fie aber jede Derfrühte Attion ab und spricht die Erwartung aus, daß die maßgebenden Instanzen der neuen Einheitsgemeinde nach den schweren Jahren der Inflation zunächst erst einmal die möglichkeit der Einarbeitung und der Entwid. lung geben. Die Bezirksversammlung wendet sich insbesondere an den Berliner Magistrat und an die Stadtverordnetenverfammlung mit dem dringenden Erfuchen, vorläufig die Frage der Aenderuna des Gesetzes auf sich beruhen zu lassen. Sie ersucht auch das Bezirksamt, in diesem Sinne bei allen in Frage tommenden Instanzen verftellig zu werden." Interessant mar in der Debatte, baß der Deutschnationale Stein, um feine sonst geiftig bedeutungs lofe Rolle im Bezirksparlament zu Derbeden, eine Barallele mit dem Selbstverwaltungsgesetzgeber Stein aus der preußischen Ge fchichte in Namensbeziehung brachte. Diele Profanierung bes Namens Stein gab Genossen Reuter zu einer verdienten fatirisch durchsetzten Abfuhr Beranlaffung, der der Wortführer der Deutschnationalen mit plumpen Anzapfungen des Genossen Reuter zu be gegnen versuchte. An die Antwort, die er hierauf erteilt befam, dürfte er nicht gern zurüddenten. Den größten Raum ber Tagung 47. t. 7% Uhr bei Schweifarbt Nachf., Röpenider Str. 166, wichtige Funk tionärfikung. 122. bt. Biesterf. Freie Chulgemeinde: Unterhaltungsabend bei Borath, Marzahner Str. 81. Resitationen, Lieber aur Saute, Mufit, Bücherners Lofung. Eintritt frei. Gäste willkommen. 6. 123 L Raulsbarf- Süb. 7% Uhr im Sägerheim wichtige Mitglieder Derfammlung. 21. St. Betriebsobmanner, Genoffen und Funktiondre, bie noch feine Sammellisten zum Bollsentfcheib haben, fannen fich dieselben abholen beim Genoffen Fenger, Plantagenfte, 7, und beim Genoffen Kroll, Utrechter Str. 21. gungfozialisten. Gruppe Mitte: Beute, Freitag, pünktlich 8 Uhr, in bet Gdule Gipstr. 23a, Mitgliederverfammlung.-Gruppe Rorben: Heute, Frei tag, den 19. februar, im Jugendheim Orthftr. 10( Ledigenheim), abends 8 Uhr pünktlid, left Genoße Mendelssohn aus Werken jüngerer Arbeiter bichter. Gruppe Reulon I: Heute, Freitag, den 19. Februar, abends 7½ Uht, im Jugendheim Rogatite. 11-12, 3. Bortragsabend über Berfaffungsgeschichte". Referent Erwin Marquardt. Arbeitsgemeinschaft bez Rinderfrennbe, Gruppe Tiergarten. Sonntag, ben 21., Fahrt nach Safelhorft. Treffpunkt morgens 7 Uhr am Bahnhof Butliftcake. 30 Bf. Fahrgeld. Bei fchlertem Better fällt die Fahrt aus. Am Dienstag, den 23. februar, im Seim Märchen oder Lieberabend, Jugend beim: Biclefftr. 6, Simmer 6. Jugendveranstaltungen. nahmen Anträge der fommunistischen Graftion ein, die niemand ernst nehmen tonnte. In praktischer Beziehung wurde durch Annahme der Vorlagen des Bezirksamtes die Eingemeindung des nach Erfner, die Schaffung von 3entralfriedhöfen für Niederbarnimer reis Wafferwerfsgrundftuds Grünau, Schmödwig, Bohnsdorf, Rauchfangswerber und für Rahnsdorf, Wilhelmshagen und helfenwinkel befchloffen, abenso bie Bereitstellung von Watteln zur Herrichtung bes Sportplages an der Marienstraße, die Beschaffung eines Reprobuftions. im Bureauhaus Bellevue zur Vorbereitung der Wahl eines Stabt apparates für das Jugendamt und Herstellung einer Müllgruberg: Bas if Demotrafie? rates wurde ein siebengliedriger Ausschuß eingefeßt Die Arbeiterjamariter 1925. Die Arbeiterfamariterfolonne Berlin hielt Ende Samar ihre Hauptversammlung im Gemertschaftshause ab. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung war der Bundesvorsigende anwesend. Den Gefäftsbericht gab der Borsitzende Joh. Bieger. Aus dem Bericht war zu entnehmen, daß die Kolonne eine sehr rege Zätigteit im verfloffenen Jahre entfaltet hat. Die Folgen der Inflation hat die Kolonne gut fiberstanden, so daß sie augenblidlich feft fundiert ist. Das war nur möglich unter Aufbietung aller Kräfte, wobei zu berücksichtigen ist, daß sämtliche Borstandsmitglieder ehrenamtlich tätig find. Die einzelnen Abteilungen arbeiten 495 Billiger Achtung Abteilungsleitee! Solt die Karten sur Marsfeier ab, bermittels bte Brogramme. Shtung, bteilungsfallerer! Sente, Freitag, von 5-7 Uhr Abrechnung. Heute, Freitag, den 19. Jebruar, abends 7% Uhr: Rabid II: Gemeindefdule am Cephanplas. Bortrag: le unb ble bürger Moabit: Schule Balbenferfte. 20. Bortrag: GAS und Religion". de Barbernagelbewegung Webbing: Lebigenheim Schönftebiftr. 1 Bor Storhaft 1: Sugenbheim Neue Rönigftz, 21. laht: Schule Bisaftr. 25. Bortrag:„ Erd- und Feuerbestattung". Ausfprache: Bas ift Salliehen, Snonofe und Suggestion?" Mosenthaler Bor Beigen fee: Jugend Roaldeftr. 157. Bortrag: Arbett unb Erholung". Dilen ( Strelouer Gierten): Jugendheim Goßlerstr. 61. Aussprache: Barum, müffen mir uns freigemerafili organifieren?" Barschauer Biertel: Jugendheimt Silfiter Sit. 4. Bortrag: Bir und die Gewerkschaften". Sübolt( Räpenidez Bierkel): Jugenbheim Wrangelftr. 128. Bortrag: Die gegnerische Jugend bewegung Charlottenburg: Jugendheim Rofinenftr. 4. Bortrag: Dittatur nber Demokratie?" 4 Balensee: Zugenbheim Schule Joachim- Friedrich- Str. 85. Bortrag: Geschichte der Arbeiterbewegung". 2. Teil. Schöneberg I: Jugend heim Rubens, Ede Sauptstraße. Bortrag: Luftige Geschichten", Stenlik II: Jugendheim Solfteinische Str. 3. Bortrag: GAZ. und JSB." Ablershof: Jugendheim Roonftraße. Bortrag: Altohol und Ritotin". Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Bortrag: Freiligrath und Herwegh". Johannisthal: Rathaus Rönigsplak. Bortrag: Seguelle Fragen" Riebez oneweiber Schule Berliner Str. 81. Bortrag: Sinn bes Lebens". Reinidenbart eft: Jugendheim Seidelftraße. Bottrag: Reformtleidung". Tegels Sugenbhai ahnhoffit. 15. Boring: Gemeinschaftserziehung" Berbebegirl Rentals: 18 Uhr im Seim Canner Straße Werbebezirksver anftaltung. Erscheinen aller in Bflicht. Frühstücksservice 245 Porzellan, file 2 Personen, verschiedene Dekore Freitag und Sonnabend Kohlenplätten poliert. bei JANDORF Damenkonfektion haltbarer Kleiderröcke Stoff, mit Knopfgarnier., auch große Weiten 3.75 Kasaks aus kunstseidenem Trikot, fesche 3.95 Fassons, viele Farben. неце Waschkleider Fassons Kleiderstoffe Musseline imit, neue bübsche Fantasiemuster, Meter 0.88 Krepp- Schotten neuzeitige Farbstellungen, Meter 1.25 StehLeiter 7 Stufen. Schuhwaren web 2.65 mit Linoleumsoble 95 Reinw.Popeline br doppelt Damen- Pantoffel 0.95 Reinw. Gabardine ca.130 cm, marine u.schwarz, Mtc. 2.95 mit Kordelsohle. 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Emminger fest, daß es sich bei den von ihm in seiner Etatsrede vorgetragenen Fällen nicht um " alte Ladenhüter" gehandelt habe, sondern um solche Fälle, die Stück für Stück auf das Konto des vergangenen Jahres zu jezen sind. Es müsse bei dieser Gelegenheit noch einmal festgestellt werden, daß die Urteile des Reichsgerichts wegen Landesper rats unerträglich sind schon deshalb, weil sie im Widerspruch ftehen nicht nur mit den Rechtsgefühlen der breiten Massen, sondern auch mit den Erklärungen der Reichsregierung und des Reichswehrminifteriums. Der Reichswehrminister hat in Dußenden Fällen erklärt, daß er die Spielereien der Geheimbünde für gefährlich hält, und daß der, der solche Spielereien berichte, keinen Landesverrat begehe. Das Reichsgericht fehrt sich aber nicht daran. Ohne die Rechtsprechung des Reichsgerichts hätten die Geheimbünde niemals eine solche Ausdehnung nehmen fönnen, weil das Reichsgericht jeden, der darüber spricht, wegen Landesverrats ins Zuchthaus schickt. Dugende von Urteilen sind ergangen und Hunderte von Zuchthausstrafen verhängt werden. Im Falle Wand, ist die Methode des Reichsgerichts doppelt gefährlich gemesen. Selbst dem Verteidiger ist die Abschrift des Urteiles verweigert worden. Hier im Reichstag war die einzige Möglichkeit gegeben, die Deffentlichkeit gegen das ungeheuer liche Urteil gegen Wandt aufzurufen. Wenn wir diesen Fall nicht von dieser Stelle aus besprochen hätten, dann fäße Bandt heute noch im Zuchthaus. Auch hierbei handelt es sich nicht um einen alten Ladenhüter", sondern ich habe den Fall, dessen Einzelheiten ich gar nicht behandelte, deshalb vorgebracht, weil am 19. Dezember 1925 das Reichsgericht den Antrag der Verteidigung auf Wiederaufnahme des Verfahrens verworfen hat. Wandt ist verurteilt worden, weil er geheime Dokumente veröffentlicht habe. Die Verteidigung weist nach, daß diese Dokumente schon lange vorher veröffentlicht waren. Jetzt aber sagt das Reichsgericht, nicht die Veröffentlichung selbst, sondern ihre äußere Form für Bekanntgabe des Aktenzeichens war für das Urteil entscheidend. Daraus ist zu entnehmen, daß das Reichsgericht sein Unrecht erkannt hat, es aber trotzdem aufrecht zu erhalten jucht: Dem Herrn Reichsjustizminister hatte ich zum Vorwurf gemacht, daß er wie ein Staatsanwalt dem Freigelassenen noch üble Worte nachzusagen sucht. In diesem Zusammenhang hat der Minister einen Satz gesprochen, der verdiente in ehernen Lettern über das Gebäude der deutschen Justiz geschrieben zu werden. Das Justizministerium hat die Autorität der Gerichte zu wahren. Das ist der Standpunkt, den wir fennen, so lange es eine Justizdebatte gibt, alljährlich hören wir dieselbe Rede, daß die Autorität der Gerichte gewahrt werden müsse. Ich aber sage: Wir fennen eine andere Autorität, das ist die Autorität des Rechtes und der Gerechtigkeit und wenn zwischen beiden ein Widerfruch entsteht, dann muß die Autorität des Gerichts zurückstehen. Der Reichsjustizminister wählt aber ben anderen Weg und dadurch läßt er den Unschuldigen schuldig erscheinen. Der Reichsjustizminister wandelt eben in den Pfaden der Tradition seiner Borgänger. Wir aber erwarten, daß, wo Unrecht getan ist, die Möglichkeit zu einer Aenderung gegeben wird.( Beifall b. d. Soz.) Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Korsch( Komm.) werden die einzelnen Kapitel nach den Beschlüssen des Ausschusses angenom men, also auch der Streichung der Kosten für den Staatsgerichtshof zugestimmt. Es folgt die Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministerium s. Abg. Hoch( Soz.). berichtet über die Verhandlungen des Ausschusses. Es sollen neu eingesetzt werden: 20 Millionen Mark für Wochenhilfe; 500 000 m. als Beihilfe für Zwecke der Ausbildung von Personen, die auf Grund gesetzlicher Bestimmungen zur Vertretung der Arbeitnehmer berufen werden; 10 000 M. Reichszuschüsse für Berufsberatungsund Lehrstellenvermittlungseinrichtungen außerhalb der Arbeitsund Lehrstellenvermittlungseinrichtungen außerhalb der Arbeits: nachweisangestellten- und-beamten und Berufsberatern; 40 000 W. zur Gewährung von Beiträgen und Beihilfen an gemeinnüßige und unparteiische Rechtsauskunftsstellen, den deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge, die Archivgemeinschaft der Wohlfahrtspflege, das Bureau für Sozialpolitik und die H E R 40 Mengenabgabe vorbehalten MA Eine der dringendsten Aufgaben des Arbeitsministeriums fei, die Arbeiter und Angestellten, die der Erwerbslosigkeit überliefert find, vor dem Zusammenbruch ihrer Eristenz zu bewahren. Zentralftelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen. Mit allem| Es ist unerträglich, daß 2 Millionen Menschen teine Arbeit haben, Nachdruck müsse verlangt werden, daß das Reichsarbeitsministerium während zu gleicher Zeit andere Arbeiter länger als 8 Stunden zu rechter Zeit und schnellstens die ihm obliegenden Arbeiten erfüllen arbeiten. Die Unternehmer haben ja seinerzeit behauptet, daß die fönne. Eine ganze Reihe von Beamten des Reichsarbeitsministe- Verlängerung der Arbeitszeit neue Arbeit schaffen werde. In Wirkriums arbeite weit über das Maß ihrer Kräfte hinaus. Der weitere lichkeit hat gerade dadurch die Arbeitslosigkeit eine Form angenomAusbau der Verwaltung müsse also soweit vorgenommen men, die nicht mehr überboten werden kann. Unsere Auffassung werden, wie es die Lage der Finanzen gestatte. hat recht behalten und wir fordern aufs eindringlichste die Wiederherstellung des Achtstundentages.( Sehr wahr! bei den Soz.) Wir perlangen auch, daß endlich das Washingtoner Abkommen ratifiziert werde. Heute macht man die Arbeiter arbeitslos, aber Mittel für ihre Unterstützung sind angeblich nicht da. Im Ausschuß sind jetzt erst 155 Millionen für Rüstungsbauten bewilligt worden, aber die Ausgaben für erhöhte Erwerbslosenunterstügung sollen nicht tragbar sein. Die Haltung der Regierung in der Erwerbslosenfrage fann überhaupt nicht gerechtfertigt werden. Wir wünschen, daß uns endlich die Vorlage über die Arbeitslosenversicherung zugeht. Die Unternehmer wenden sich allerdings dagegen, sie wollen nicht, daß die Opfer der kapitalistischen Politik unterstützt werden. Was wir bisher über das Arbeitsgerichtsgesetz gehört haben, hat uns nicht gerede beruhigt. Wir wenden uns vor allem dagegen, daß die Rechtsprechung in die Hände der Berufsrichter gelegt wird und Anwälte zugelassen werden. Wir brauchen nicht juristische Spitfindigkeiten, sondern soziale Recht fprechung.( Sehr richtig! bei den Sez.) Weiter müßten die Löhne der noch in Arbeit stehenden Arbeiter, Angestellten und Beamten wesentlich erhöht werden. Es habe sich bei den Ausschußberatungen ergeben, daß die Reichsfinanzverwal tung immer dann dazwischen getreten sei, sobald es sich darum handelte, den Erwerbslosen zu helfen. Im Ausschuß sei versucht worden, die Ausgaben für sozialpolitische 3mede als besondere Belastung hinzustellen, das jei zurückgewie en worden, denn wenn den Opfern der Wirtschaft nicht durch soziale Fürsorge geholfen wird, dann würden sie der Armenfürsorge zur Last fallen. Die Sozialpolitik müsse mit aller Energie weitergeführt werden, dabei folle das Reichsarbeitsministerium den Anregungen folgen, die im Sozialpolitischen Ausschuß gegeben worden seinen. Die im Etat eingesetzte Summe für die Erwerbs Ausgaben, tofenfürsorge jei viel zu niedrig. die jetzt schon auf monatlich etwa 65 Millionen geschätzt werden, sind höher, als der gesamte Jahresbetrag des Etats. Wir dürfen also feine Zahlen einsetzen, die unter allen Umständen überschritten werden. Besonders dringend sei der den Krankenkaffen zu gewährende Beistand. Der Zersplitterung der Kaffen müsse ein Ende gemacht werden. Wünschenswert sei es, die Krankenversiche rung für ihre eigentliche Aufgabe zu erhalten und nicht dem Drängen mancher Aerzte nachzugeben, die ihre eigenen Vorteile zu wahren suchen. Wir müssen genaue Statistiken über unsere Sozialversicherung erhalten, aber auch Berichte über den Stand der sozialen wünschen, daß das Reichsarbeitsministerium auf internationaler Gesetzgebung in anderen Ländern. Wir haben alle Ursache zu Grundlage nicht nur Fortschritte erzielt, sondern sie auch bei uns verwirklicht. Den bei der Beratung des Reichsarbeitsberichts geäußerten Wünschen müssen auch die entsprechenden Taten folgen. ( Lebhafter Beifall.) Abg. Karsten( Soz.): Ein stärkerer lleberwachungsdienst der Arbeitsstätten ist notwendig. Mit dem Glauben muß aufgeräumt wer den, als ob der Arbeiter ein Stück Vieh sei. Namentlich in der Landwirtschaft scheint ein solcher Glaube zu herrschen, denn gerade von dort kommen Klagen über Mißhandlungen. So wurde erſt fürzlich aus Schlesien berichtet, daß ein Gutsbesizer einen Arbeiter und seine Frau auf das brutalite mißhandelt hat.( Hört! hört!) Wir fordern den Ausbau aller Einrichtungen, die es den Arbeitern ermöglichen, solange wie möglich im Besiz ihrer Gesundheit zu bleiben. Das angekündigte Arbeiterschußgesez muß dieser Forderung Rechnung tragen. Wenn der Arbeiter aber frant geworden ist, dann ist dafür zu sorgen, daß seine Gesundheit so schnell wie möglich wieder hergestellt wird. Den Be strebungen, auf Kosten der Arbeiter Ersparnisse zu machen, ist mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Wenn die Krankenkassen die rückständigen Beiträge der Unternehmer hätten, dann würden sie in der Lage sein, ihre Aufgaben beffer zu erfüllen. Die Unternehmer ziehen zwei Drittel der Beiträge vom Lohn ab; wenn sie sie nicht an die Krankentaffen abführen, dann grenzt das an Diebstahl. In die Krankenversicherung müssen auch alle die Leute einbezogen werden, die bisher noch nicht darin waren. Eng verbunden mit dieser Frage ist die Lösung des Wehnungsproblems. Die Denkschrift der Unternehmer verlangt die Beseitigung der Reste der Wohnungswirtschaft. Wir verlangen dagegen, daß die Miet3inssteuer endlich ihrem Zwecke zugeführt wird, zur Erbauung neuer Wohnungen.( Sehr richtig! bei den S03.) Das Reichsarbeitsministerium ist eins der wichtigsten Miniſterien, aber es ist bezeichnend, daß gerade in einer Zeit, wo es besonders viel zu tun hätte, der demokratische Oberbürgermeister von Berlin, Herr Böß, auf der Tagung der demokratischen Kommunalpolitiker seine Auflösung wünscht. Es wäre zweckmäßig, der Selbstherrlichkeit, die diese Kommunalpolitiker fordern, entgegenzutreten. Wir sind durchaus für Selbstverwaltung, aber sie darf nicht Selbst. zweck, sondern muß Mittel zum Zweck sein. Die Denkschrift des Reichsverbandes der Industrie über die wirtschaftliche Lage ist zu einem guten Teil an die Adresse des Reichsarbeitsministeriums gerichtet. Sie hätte von dieser Seite eine en er= gische Zurudweisung verdient. Das ist leider nicht ge fchehen.( hört! hört! bei den Soz.) Bezeichnend für die Stellung des Reichsarbeitsministeriums ist ja auch die Aftennotiz des Dr. Meisinger, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, über die Unterredung, die er mit dem Direttor im Ministerium Dr. Siegler hatte. Siegler habe danach erklärt, daß das Reichs arbeitsministerium durchaus im Sinne der Unternehmer handeln werde, es werde weiter die Verabschiedung des Arbeitszeitgesezes in die Länge ziehen.( Hört! hört!) Das Reichsarbeitsministerium hat dazu erst Stellung genommen, als die Gewerkschaften sich aufs schärfste gegen diese Aftennotiz wandten. Es hat die Angaben des weder die Notiz ist doch wahr, dann wäre das Ministerium als Dr. Meisinger bestritten. Es gibt danach zwei Möglichkeiten, entUnternehmerministerium gekennzeichnet. Oder Dr. Meisinger hat gründlich geschwindelt. Immerhin ist auch möglich, daß die Behauptungen des Dr. Meisinger nur zu einem Teil wahr sind, daß also das Arbeitsministerium nur zum Teil mit den Forderungen Es haften ihr noch viele Mängel an, die nicht zu bestehen brauchten. der Unternehmer einverstanden ist. Leichtverderbliche Artikel sind vom Versand ausgeschlossen Wurstwaren Rot- u. Leberwurst Pra 60Pt. Hausm.- Leberwurst Pid. 100 Speckwurst.... Pfand 100 Berl.Mettwursterd.95Pt. Jagdwurst..... Pfand 135 ff. Leberwurst Pfund 145 Bierwurst...... Prund 165 Obst, Gemüse Wirsingkohl holl., Prd 8Pt. Rotkohl holländisch, Pid.8Pt. Möhren Pfund 7Pt. Sellerie grosse Knollen, Pfd. 15Pt. Apfelsinen..Dutzend48Pt. Zitronen..... Dutzend38Pf. Boskop- Renetten Pfand 35Pt. 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N Es ist auf die Dauer unerträglich, die Arbeiter, die viele Jahre lang Beiträge gezahlt haben, mit den bisherigen unzulänglichen Renten abzuspeisen. So bezieht ein Arbeiter, der seit dem Jahre 1890 Beiträge gezahlt hat, im besten Falle 35 M. Rente. Allerdings stehen einer gefunden Sozialpolitik die Unternehmer feindlich gegenüber. Sie haben mit ihren Behauptungen über die hohen fozialen Lasten Verwirrung in der Deffentlichkeit anzurichten ver sucht. Diesem Umstande ist es zu danken, daß das Reichsarbeitsministerium eine Dentschrift über die soziale Versiche rung 1924/25 veröffentlicht hat. Es ergibt sich daraus, daß die Unternehmer unwahre Zahlen genannt haben. Trotzdem ist das Geschrei über die angeblich hohen Soziallasten noch nicht verstummt, Wir hätten gewünscht, daß das Reichsarbeitsministerium fich nicht auf die Abwehr beschränkt hätte, sondern zum Angriff übergegangen wäre, der in einer großen Reform der sozialen Gesetzgebung bestehen mußte. Schr groß ist die Verschwendung auf dem Gebiete der sozialpolitischen Organisation, auf deren Gebiet sich bald tein Mensch mehr auskennt. Es herrscht eine starte 3er. splitterung. Warum müssen die Unternehmer an drei bis Billige Lebensmittel Frisches Fleisch ..Pfund Suppenfleisch 60P. Ochsenschmorfleisch..Pfund 98Pf. Fehirippe mit Brust... Pfand 70Pf. Ochsenrouladen. Hammelvorderfleisch... Pfand 78. Schweineschinken Pfand 110 Eisbein mit Spitzbein...... Pfund 72P Rasslerkamm Schulterblatt. Pfund 110 Pfand 105 ..Pfund Kalbskamm Pra 66P- keulen 80Pt. Liesen. 94PL. Pfund 125 Rindertalg Rindertale selbst ausgelaseand 60Pf. Gefrierfleisch m. Pa. Ochsenbrust. Pland 48Pf. Frische Schweinsköpfe Pfund 54Pf. Pa.Ochsen- Schmorfleisch P. 80P. Gehacktes.......... K. ... Pfund 70PL. Nivodont- Zahnpasta Tube STOS 40P. In unserer Parfümerienabteilung Riesenselfes 35P. St. 1 Feine stolz", St. 3.100 Garantie125 23P 3.65 Zahnbürsten 25,35,50. ca.125 g Toiletteselfe RE St. Stck. 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Ein fo großer Apparat wie bisher, braucht nicht aufrecht. erhalten zu werben, mit einem viel leineren fönnten viel größere Wirtungen erzielt werden.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese Bersplitterung geht nur auf Kosten der Arbeiter, die die Leid tragenden find, wenn man sich beispielsweise darum streitet, ob ein Unfall oder eine Krankheit vorliegt. Die Vorsitzenden der Ober Dersicherungsamter richten sich nach dem Kommentar der Unternehmerorganisationen, erst das Reichsarbeitsministerium mußte ihnen durch eine Verordnung das Handmért legen. Aufs schärffte protestieren mir gegen die flüchtige Arbeit der Oberperficherungsämter. Die Beifizer find gar nicht mehr in der Lage, einen Einfluß quf die Erledigung der Fälle auszuüben. Als ein Beifizer gegen die Zusammenlegung verschiedener Fälle protestierte, hat man immer noch zwei bis drei Sachen zufammengelegt. Wir werden abwarten, was das Reichsarbeitsministerium auf die gegen diese Art Rechtsprechung eingelegte Be schmerbe fagen wird. Durch die Vereinfachung der Drganisation fönnten viele Kräfte erspart werden. Selbst die Unternehmer im Lande verlangen diefe Bereinfachung, aber hier im Reichstag wehren fich gerabe die Bertreter der Unternehmer gegen die Bereinfachung der Drganisation in der Sozialversicherung. Auch das Reichs. arbeitsministerium mil ja teine Bereinheitlichung, es unter ftüßt fogar noch die weitere Zersplitterung, wie die beabsich tigte Teilung des Berficherungsamts Gleften beweist. An dieser Zersplitterung haben nur diejenigen in ein Intereffe, die Berwaltungsposten für höhere Beamte schaffen wollen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das Unfallgefeh ist nicht zur Zufriedenheit der Berlehten ausgefallen. Das hat das Arbeitsministerium selber eingesehen, es müffen also eine Reihe von Aenderungen geschaffen werden. Es find endlich auch diejenigen Gruppen einzubeziehen, die bisher davon noch nicht betroffen worden find. Im vorigen Jahre ist eine entsprechende Borlage bereits in Aussicht geftelt morden, jetzt aber wird uns B O A E Was ist S O das Ah!! und das Oh!! Ihrer Gesundheit? ,, Ihre Verdauung" Sie haben eine schlechte oder mangelhafte Verdauung also kaufen Sie sich in der Apotheke Boesonsalz"! Bereiten Sie sich mit .Boesonsalz" in einem Glase frischen Wassers jeden Morgen nüchtern sowie jeden Abend vor dem Schlafengehen das köstlich schmeckende kahlensaure Boesongetränk"! Ste werden aberrascht und beglückt sein, wie schnell und wohltuend Boesonsalz Ihre Verdauung regelt und dadurch Ihre Gesundheit fördert. Dankbar werden Sie sein und dem Boesonsalz" trea bleiben! 99 BOESON G. M. B. H. Chemisch- pharmaz. Erzeugnisse, Hamburg 5. N erflärt, daß nur eine Dentsdrift vorgelegt werden solle. Wir verlangen eine Borlage, die die noch außen stehenden Gruppen in die Unfallversicherung einbezieht. Bir wünschen weiter den Ausbau der Ber: träge mit dem Ausland, damit dort die Arbeiter nicht rechtlos gemacht find. In der sozialen Fürsorge sind die Beschlüsse des Reichstags vom vorigen Jahre bisher sabotiert worden. Es ist lediglich eine Berordnung erlaffen worden, der der Reichsrat zugeftimmt hat, in den Ländern wurden fie bisher aber nur zum fleinsten Teile ausgeführt. anständige Renten zu zahlen. Solange aber für den Bau von Es wird immer gesagt, das Reich habe nicht die Summen, um räle und Erzellenzen viele Millionen zur Verfügung stehen, Kreuzern, für die Zahlung hoher Pensionen an Gene räle und Erzellenzen viele Millionen zur Verfügung stehen, fann nicht davon die Rede sein, daß für die Rentenbezieher fein gezahlt worden, für die Arbeitsinvaliden aber ist fein Geld da. Geld da sei. 700 millionen find den Ruhrindustriellen Jeht follen die Ruhrinduftriellen ja wieder große Summen bekommen. Wir hoffen aber, daß der Reichstag jetzt dabei miffprechen wird. Allerdings die Leute, die ungeheure Summen für Lurusbälle ausgeben, haben fein Verständnis für die Not der Sozialrentner. Solange man auch den Fürst en hunderte von Millionen tie Opfer ber Krise vorhanden ist. In dieser Zeit muß Geld da feln geben will, solange fann teine Rede davon sein, daß fein Geld für für die Arbeitslofen, für die Sozialrentner und für alle Hilfs bedürftigen. Deutschland ist fein Kaiserreich mehr, wir müffen das Reich ausgestalten zu einem Lande, indem die Arbeiter wirklich Freiheit und Recht auf Leben genießen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) schiedenen Zweige der Sozialversicherung betragen in Abg. Dr. Stegerwald( 3tr.). Die Beiträge für die ver Deutschland rund sechs milliarden. Es ist zurückzuweisen, menn von der Erwerbslofenfürsorge in der Weise gesprochen wird, wenn von der Erwerbslofenfürsorge in der Weise gesprochen wird, als würde durch sie die Arbeitsunluft gesteigert. S A Z Weich und geschmeidig wie meine Haut ist das Leder der Schuhe, die mit Erdal Marke Rotfrosch gepflegt sind. Der hohe Ölgehalt der Schuhpasta verhindert das Brüchigwerden des Leders; die ausgesuchten Wachse geben Hochglanz und konservieren die ursprüngliche Schönheit des Schuhes. Verwenden Sie daher stets Erdal putzt die Schuhe, pflegt das Leder! Tatsächlich beziehen einige hundertausend Offiziere und Beamte au Pensionen mehr, als für die vielen Arbeitslosen zusammen Deutschland fann im internationalen Wettbewerb nicht wie eine ausgegeben wird.( Hört, hört!) Insel für sich allein arbeiten, es muß sich auch in sozialpolitischer Beziehung den Nachbarstaaten anpassen. An einem verständnisvollen Zusammenarbeiten der Arbeitgeber mit Arbeitnehmern fehlt es bei uns noch. Eine Arbeitsgemeinschaft hat nur zwed, wenn sie eine Gesinnungsgemeinschaft ist, was jetzt noch nicht möglich erscheint. Darum brauchen wir um so mehr eine medmäßige Ausgestaltung des endgültigen Reichswirtschaftsrats und die paritätische Zusammensegung der verschiedenen Wirtschaftstammern. Deutschland leidet unter einer Arbeitslosigkeit, wie sie bisher noch nie erlebt wurde. Wir müssen Wege suchen, wie wir durch Kredithilfe, durch Förderung der Exportindustrie und durch Einschränkung der Einfuhr unsere Wirtschaft neu beleben und Arbeitsgelegenheit schaffen können. Vor allem brauchen wir Kredithilfe für das Baugemerbe, um einmal die Zahl der Arbeitslosen zu vermindern, dann aber auch das Wohnungselend zu mildern. Dabei muß auch eine Berbilligung der Bauweise durch Normisierung und Typisierung sowie durch Ersazbaustoffe angestrebt werden. Nach diesen Gefichtspunkten beantragt das Zentrum, daß die Reichsregierung ferbert, gegebenenfalls in Anwendung des Art. 10,1 der führung solcher Maßnahmen wird auch eine Umsiedlung er Reichsverfassung Maßnahmen treffen möge, die die Wiederaufnahme der Bautätigkeit sicherstellen. Die Durch möglichen, durch die die Massenbeschäftigung ausländischer Arbeiter entbehrlich wird. Die Etatsberatung wird darauf abgebrochen und in zweiter und dritter Beratung eine Ropelle zum Tabatsteuergeseg angenommen, wonach die Bedürftigkeitsprüfung bei der fallen fou Unterstützung der erwerbslos gewordenen Tabafarbeiter fünftig wegGegen 5 Uhr vertagt sich das Haus auf Freitag, 1 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen das deutsch französische Handelsabkommen und die Forsegung der Etatsberatung. Versuchen Sie die neue ATELIER TRIAS TELE FUN KEN TELEFUNKEN- LAUTSPRECHER- RÖHRE R. E. 154 PREIS 9 MARK Lie werden überrascht sein! Die Beerdigung unferes lieben Sohnes Franz Kuchenbäcker findet Sonnabend, 20. 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Pierre erblickte ein Gesicht ein helles, breites Gesicht, das mit den Gefichtern der Winzer und Hirten der Provence feine Aehnlichkeit. hatte. Pierre sah in fremde Züge, sah einen fremden Helm und fremde Knöpfe. Das war Peter Waldmann. Für Pierre war es einfach der Feind, einfach wie der Krieg, einfach wie der Tod. Er mußte nicht, daß am Abend vorher ein deutscher Leutnant den Soldaten Peter zu sich gerufen und ihm den Befehi erteilt hatte, daß darauf Beter, wie er selbst, seinen Mantel geflickt, dann an Johanne geschrieben, daß sie die trächtigen Kühe nicht ver nachlässigen solle und endlich schmaßend seine Brühe gelöffelt hatte. Pierre mußte nichts davon, und selbst, wenn er es gewußt hätte, hätte er es nicht begriffen, denn auf jenem fleinen Bunfte einem Puntte unter Punkten par in jenem Jahre Krieg. Für Pierre mar Peter einfach der Feind, und da er plöglich auf diesen herantriechenden Feind gestoßen war, so nahe, daß er den fremden Atem auf der Stirn spürte, tat Bierre wie sein Urahn im Walde, tat wie ein Wolf, duckte sich, straffte sich, bereit, sich auf die Beute zu stürzen. Und Peter den Feind plöglich so dicht vor sich, daß er hörte, mie das fremde Herz schlug, tat wie sein Urahn im Walde, tat wie ein Wolf, streckte die Arme qus und zog die Beine an, um den Sprung besser abzumessen. 1 Sie lagen einander gegenüber. Jeder mariete, feiner wollte den Anfang machen. Die Hände beider waren deutlich sichtbar, und, ohne einander in die Gesichter zu blicken, beobachteten sie scharf die feindlichen Hände. Pierres Pfeife brannte weiter. Die Feinde lagen dicht bei sammen, ohne den Wunsch zu töten, aber in dem sicheren Bewußtsein, daß sie notwendig töten mußien lagen friedlich da und atmeten laut einander ins Gesicht. Wie Tiere beschnüffelte jeder des anderen Fell. Der Geruch war vertraut und heimisch: Geruch eines Soldaten im Schüßengraben, eines feuchten Mantels, Geruch von Schweiß, schlechter Suppe und Lehm. Die aus fernen Ländern, aus der Provence und aus Bommern auf diese frembe, niemand gehörenden Erde Gekommenen, fie: mußten: das ist der Feind er wird dich erwürgen. Sie verfuchten nicht, miteinander zu sprechen: es gibt so riele fremde Länder und so viele fremde Sprachen! Aber sie lagen friedlich beieinander, aus Pierres Pfeife stieg der Rauch auf, und Beter, der seine Pfeife nicht anzünden fonnte, denn er wußte: die fleinste Bewegung der Hand bedeutet Kampf und Tod 30g gierig, mit offenem Munde, den Rauch ein. In dieser Haltung lag eine Bitte, und Bierre verstand sie und recte seinen Kopf noch näher an den feinen. Mit den Zähnen nahm Beter die Bieise aus dem Wunde 3 des anderen. Aber auch jeẞt ließen beide teine Setunde die Blide von den vorgestredten, wie leblos daliegenden handen. Nachdem er einen Zug getan hatte, reichte Beter bie Pfeife zurüd, und Pierre martete jetzt nicht mehr seine Bitte ab, tat einen Zug und bot bie Pfeife dem Feinde. So machten fie es ein paarmal, rauchten noller Behagen thre Soldatenpfeife, zwei Feinde auf niemand ge hörender" Erde, die foste es, mas es wolle erobert werden mußte. Sie taten ihre Büge vorsichtig, langsam, sehr, sehr lang. sam. Der feinste Lichtstrahl bewegt sich Taufende von Jahren dahin, aber sie wußten, daß diese Pfeife für einen von ihnen die legte war. Da geschah ein Unglüd: die Pfeife erlosch, ohne zu Ende geraucht zu sein. Einer von ihnen war ins Nachdenken gekommen, und sein verschluckter Seufzer war schuld daran, daß die Pfeife ihr kurzes Leben nicht fortgesetzt hatte. Ob es Pierre mar, der seiner brünetten Jeanne gedachte, oder Peter, der von seiner milchhäutigen Johanne Abschied nahm? Einer von beiden... Sie wußten, ihr Feuerzeug fonnten sie nicht herausnehmen, wußten, die geringste Bewegung der Hände bedeutete Kampf und Tod. Aber einer von ihnen fand zuerst den Entschluß. War es Pierre, der die französische Republik verteidigte und der in der Rücktasche einen Feuerstein und eine lange Zündschnur mit sich trug, oder war es Peter, der Streichhölzer bei sich hatte, und der das Deutsche Reich verteidigte? Einer von beiden... Sie frallten sich ineinander und begannen sich zu würgen. Die Pfeife fiel zu Boden und versant im Lehm. Sie rangen lange, mürgten sich schweigend, wätzten sich am Boden, und die Lehm flumpen, die sich ihnen ansetten, wurden größer und größer. Dann, als feiner die Uebermacht erlangen fonnte, verbissen fie fich in ihre harten, ftruppigen Wangen, in die fehnigen Hälse, die einen vertrauten und heimischen Geruch ausströmten, und sie vermengten den gelben Lehm mit flebrigem, braunem Blute... Und wieder murden fie still, wieder lagen fie friedlich nebeneinander, doch dies. mal ohne Pfeife, tot, auf der toten, niemand gehörenden" Erde. Binnen furzem hörten die feinen Lichtstrahlen, die von den Sternen zur Erde gingen, auf, fichtbar zu sein, es wurde hell, und mie alle Tage begannen die Leute, die des Nachts lautlos, über den Lehm friechend und Minen legend gekämpft hatten, als sie die geräuschvoll zu morden, aus Gewehren und Kanonen zu schießen. In zwei Stäben trug man die Namen der ohne Nachricht verschollenen, einander so unähnlichen und doch so ähnlichen Soldaten in Listen ein, und als es wieder Nacht wurde. trochen zwei andere in die niemand gehörende" Erde, um auszu führen, was weder Pierre noch Peter ausgeführt hatten; denn in jenem Jahre war Krieg. Sonne erblickten In einem Dörfchen der Provence bemeinte Jeanne, während fie die Reben mit Schwefel bestreute, Pierre, und als sie genug getrauert hatte, ließ sie einen anderen Mann, Baul, ins Haus, denn irgend jemand mußte doch die Reben beschneiden und ihre braunen Brüste pressen, die feft waren wie die Trauben in einem guten Jahre. Und sehr weit von ihr, aber doch näher als ein Stern dem anderen, in einem Dörfchen Pommerns, weinte die milchhäutige Johanne, während sie den trächtigen Kühen Futter streute, über Beter, und da die Kühe viel Arbeit machten und ihr milchweißer Rörper ohne Zärtlichkeiten nicht leben fonnte, erschien auf dem Hofe ein anderer Mann Paul. Bei der Nachricht, daß ihre Männer die letzte Bfeife geraucht hatten, waren die zwei Frauen traurig geworden, dann aber waren sie wieder froh geworden mit anderen Männern, denn in jenem Jahre herrschte, wie in anderen Jahren, das Leben. 1919 härte die niemand gehörende" Erde, die nach Unrat und Blut stant, auf, niemand zu gehören. An einem marmen, leuchtenden Tage starben auf ihr unzählige Menschen aus bombinator ICH LASSE DICH LICHTI 13 44TAGE OHNE NAHRU Beilage des Vorwärts , 44 Tage hungern soll Weltrekord sein-. Aber doch wohl nur für Amateureden verschiedensten Ländern, und die gelde, mit braunem Blut vermengte Erde wurde Eigentum, wurde gefeßlicher Grund und Boden von irgend jemand. Bor dem Kagenforridor" gingen die Leute, die bis dahin auf dem Bauche gefrochen waren, unbesorgt, ohne auch nur den Kopf au beugen, einher. An einer Kreuzung, ta, wo der„ Kazen. forridor" zu Ende war und nach rechts und links andere Gräben abzweigten, die feine Beinamen erhalten hatten, erblickten sie zwei Stelette, die einander umschlungen hielten mie glückliche Liebende, die von einem plöglichen, heimlich von fern herbeigeschlichenen Tod überrascht worden waren. Nicht weit von ihnen lag eine fleine, Pfeife. Da liegt fie nun vor mir, eine armselige Soldatenpfeife, mit Lehm und Blut beschmiert, eine Pfeife, die im Kriege zur Friedens Pfeife" geworden war! Noch ein wenig graue Asche schimmert in ihr die Spur von zwei Leben, die schneller ausgebrannt sind als eine Brise Tabat in der Pfeife verbrennt, zwei schöne und bedeutungslose Leben. Wie aber ließe sich eine Bage fonstruieren, die das Begetieren des menschlichen Samens abwägt, auf deren einer Schale tausend mal tausend Jahre und auf der anderen die Spanne Zeit gewogen werden könnte, die man braucht, um diese kleine Soldatenpfeife geraucht zu haben? Die Erzählung eines Narren. Die„ Erinnerungen", die Graf Boni de Castellane unter dem Titel Wie ich Amerita entdeckte"( deutsch von Else Baronin Berfmann im Berlag für Kulturpolitit, Berlin) heraus gegeben hat, find in feinem Sinne fe zu werten, wie ihr Berfasser es sich wohl gedacht hatte. Trotzdem oder gerade darum sind sie zum mindesten für den Kulturpsychologen unschäßbar, denn sie geben das vollkommene Bild eines Typs, der alles andere zu sein glaubt als eben ein Vertreter dieses Typs und der sich doch immer wieder selbst verrät. Caftellane, Abtömmling alter Königsgeschlechter, verwandt und verschwägert mit den glänzendsten Familien Frankreichs, aufgewachfen und erzogen in allen Traditionen feiner Kreise, fennt feinen anderen Ehrgeiz als den, Jemand zu sein". So fann es nicht fehlen, daß er auch ein gutes Stück Lebensphilosophie gibt und da finden fich als sublimste Ergebniffe eines auf so eblem Boden ge wachsenen Lebens Erkenntniffe" wie etwa folgende: Ich wuchs feeboote, elektrisches Licht oder die Guntentelegraphie erfunden heran, ehe man Telephen, Eilzüge, Flugzeuge, Luftschiffe, Unterhatte, und wandle durch unsere Zeit rasenden Fortschritts, ohne mich von den Umwälzungen beirren zu lassen, die er mit sich bringt. Das allein genügt, um mir inmitten haftender Menschen und wechselnder Anschauungen einen besonderen Blaz zu sichern.. Die wirkliche Macht liegt einzig und allein im Charakter. Diese Ueberzeugung macht meine Originalität aus. Reich oder arm, jung oder alt, im Kriege wie im Frieben bin ich meiner Art treu geblieben." Fast unmittelbar daneben hat die 3erstreutheit des Berfassers ein Be fenntnis geraten lassen, das nicht meinem Augenblic programmati. scher Entschließungen und angeturbelten Selbstbewußtseins geboren ist, sondern sozusagen den Privatmann Castellane darstellt. Er sagt ba: Nachdem ich mit großem Gepolter von der Höhe des Erfolges auf das Trümmerfeld zerstörter Hoffnungen herabgestürzt war, ohne mir allzu wehe getan zu haben, durfte ich fortfahren, meine Gebanten faut werden zu lassen, meine Energie zu betätigen, die Aufmerksamkeit fünstlerischer und politischer Kreise zu fesseln, Neidische zu ärgern, Gefallen oder Mißfallen zu erregen und so auch weiterhin einen beliebten Gesprächsftoff zu liefern." Dies also: einen beliebten Gesprächsstoff darzustellen ist Elfhundert kleine planeten. Bon Arthur Stengel Die Frage nach der Zahl der die Sonne umkreisenden festex Körper, der Planeten, erfordert zunächst eine Scheidung in zmei nach Größe und Maßen verschiedene Arten: die Größen Blancten, furzweg nur Planeten genannt, und die kleinen Planeten, die man als Planetoiden oder Asteroiden bezeichnet. Bon den Hauptplaneten waren, schon seit den Tagen des Altertums bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts außer der Erde nur die fünf mit bloßem Zuge fichtbaren Merkur, Benus, Mars, Jupiter und Saturn befannt. 2m 13. März 1781 entdeckte dann W. Herschel in Bath( England) den eben noch mit unbewaffnetem Auge erfennbaren Uranus, der weit außerhalb der Saturnbahn freist, und am 23. September 1846 fand Galle in Berlin den von Adams und Leverrier aus Störungen des Uranus durch Rechnung ermittelten Planeten Neptun ganz nahe bei dem angegebenen Ort, und damit war der weit außerhalb der Uranusbahn sich bewegende, fernste große Körper des Planetensystems bekannt geworden. Innerhalb der Merkurbahn vermutete Rörper; alles Suchen danach bei totalen Sonnenfinsternissen ist aber man zwar bis in die neuere Zeit noch einen sonnennächsten größeren ergebnislos geblieben, und so darf man wohl als sicher annehmen, daß ein intramerfurieller Komet nicht existiert. Dagegen scheint die Neptunbahn noch nicht die äußerste Grenze des Planetensystems auszumachen; man glaubt vielmehr, veranlaßt durch Störungen von Rometen und gewisse Ungleichheiten der Neptunbewegung, daß noch jenseits des Neptun ein größerer Körper oder gar deren mehrere tie Sonne umkreisen. Bisher hat es allerdings noch nicht gelingen wollen, den sicher sehr fernen und äußerst lichtschwachen Transneptun" aufzuspüren. Man muß sich daher vorläufig mit den sieben Hauptplaneten außer der Erde begnügen. Anders liegen die Berhältnisse bei den kleinen Planeten, die sich zwischen der Mars- und Jupiterbahn um die Sonne bewegen, vorzugsweise in einer Zone, in der nach dem System der Sonnenabstände der Hauptplaneten ein großer planetarischer Körper fehlt. Ihre Zahl ist, wenigstens für die Entdeckertätigkeit, so gut wie unbegrenzt und wird faum jemals genau festzustellen sein, da die meistex von ihnen außerordentlich flein und daher ungemein lichtschwach find. Man fann aus diesem Grund auf absehbare Zeit nur mit der Zahl der bekannten Planetoiden rechnen. Den ersten fleinen Planeten entdeckte Piazzi in Palermo am 1. Januar 1801 und nannte ihn Ceres, den zweiten, die Ballas, Olbers in Bremen am 28. März 1802, den dritten, die Juno, Harding in Lilienthal am 1. September 1804 und den vierten, die Vesta, wiederum Dibers in Bremen am fünfte fleine Blanet, die Afträa, am 8. September 1845 Don Hende 29. März 1807. Danach vergingen fast vier Jahrzehnte, bis der in Driesen entdeckt wurde. Nachdem Hencke im Jahre 1847 noch die Hebe aufgefunden hatte, segte eine rege Entdeckertätigkeit ein, die sich in der Folgezeit immer mehr steigerte, namentlich seit mit dem Jahr 1891 die photographische Aufsuchungsmethode eingeführt worden war. Die erfolgreichsten Blanetenentbeder find in chrono logischer Anordnung Luther, C. H. F. Peters, Palija, Charlois, M. Wolf, Kopff und Reimmuth, unter denen Balisa und Wolf an erster Stelle stehen. Am 12. August 1923 glückte es Reimmuth auf der Sternwarte zu Heidelberg( Königsstuhl), wo M. Wolf und Kopff so viele Asteroiden aufgefunden hatten, den tausendsten kleinen Planeten zu entdecken. Ueber die von Jahr zu Jahr umfangreicher und schwieriger werdende Riesenarbeit der Bahnberechnung aller bekannten und neu hinzukommenden Planeten läßt das Astronomische Recheninstitut in Berlin- Dahlem durch die Astronomische Zentralstelle in Stiel be richten: Augenblicklich liegen die Mitteilungen über die Zeit vom 1. Juli 1924 bis 30. Juni 1925 vor. In diesem Jahr sind nicht weniger als 79 neue fleine Planeten entdeckt worden, davon 25 DON Reimmuth, 17 von M. Wolf, 9 von Beljawsty in Simeis( Krim), diesen 79 Planeten vorläufig nur für 13 berechnet werden, zu denen noch 9 früher entdeckte kommen, die die Nummer 1025 bis 1046 er. hielten. Erwägt man nun, daß seit Juli 1925 bereits wieder zahlreiche Körper aufgefunden worden sind, so fany man die Gesamtmenge der jetzt bekannten kleinen Planeten auf mindestens 1100 veranschlagen... offenbar das, was Castellane darunter versteht:" Jemand 34 7 von Albigty ebendort usw. Eine gesicherte Bahn konnte von Aehnlich wie mit seinen Erklärungen über jeinen Charakter geht es mit denen über seine äußeren Umstände, obschon er in dem Vorwort zu seinem Buche sagt: Ich werde meine Fehler eingestehen, ohne sie zu entschuldigen, aber ich werde auch trachten, die Wahrheit festzulegen, die ven so vielen Journalisten, die über mich geschrieben haben, ohne mich zu tennen, nach eigenem Gutbünten entſtellt worden ist." Man fann nicht sagen, daß er hinsichtlich des Ein geständnisses seiner Fehler sein Wort gebrochen habe. Die Scheibung bezeichnet er als das Wert des Haffes einer Dame, die er sich durch einen feiner boshaften Scherze verfeindet hatte, und der ProfitLüfternheit ber Anwälte. Seine Fehler sind vergessen, pon Schuld auf feiner Geite meiß er nichts. Ich war ein aufmertfamer Gatte, ber für seine Frau Neigung und Bewunderung empfand. Macbeth tann ich heute jagen: Das Leben ist wie die Erzählung eines Rarren, voll von Lärm und Leidenschaft, doch ohne Sinn, Mit Größe und Maße der Planetoiden sind allerdings im Vergleich mit den Hauptplaneten verschwindend gering. Am größten find naturgemäß die zuerst entdeckten, allen voran Ceres und Besta, deren Durchmesser 300 bis 400 Kilometer beträgt. Die meisten haben einen Durchmesser von meniger als 100 Stilometer, die fleinsten jogar nur einen solchen von 5 bis 7 Rilometer. Die Gesamtmaile aller bis heute bekannten Planetoiden schätzt man auf nur den neunhundertsten Teil der Erdmaffe, KAFFEE Sorte 1 P. 1.10 Sorte 2P 95 P. aus elgener Rösterel Sorte 3 Pra 85 PL. Sorte 4% P. 70 PL. feinsten Spezial- Mischg. Sorten, Pfd. BBC Freitag und SonnRester- Kaffee abend Pfd. ( gemischt) Pfd. 75 Pf. 65 PL. Gerste mit Kaffee( mi 1.10 Aus eigener Bäckerei E.G. N. Brotradarain Roggen 40 PL Gesundheitsbrot Roggen- Schrotbrot Stek. rein. Roggen Pt. 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Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 4 Gewinne zu je 5000 Mt. 152432 278921 12 Gewinne au je 3000 Dr. 8505 58238 61274 214369 214722 272810 22 Gewinne zu je 2000 M. 37733 61488 90326 117594 137659 155887 220907 247974 251252 276454 282103 30 Gewinne zu je 1000 I, 291 4631 14733 22135 42935 49308 92118 108146 177213 184282 217400 244923 245100 267742 290885 88 Gewinne su je 500 m. 20903 33490 39398 39754 44623 51367 56651 58091 72321 73380 76714 86157 88932 86482 105033 116524 124556 125059 139006 139971 147424 147506 154298 158057 159171 163179 178193 187094 188469 207788 217000 219354 220339 220954 221682 225784 231260 232181 239443 264527 265522 276362 288471 291628 176 Gewinne su je 300 Mr. 1837 2526 2591 5265 12108 13524 13884 17233 18369 20798 21752 21857 24332 28578 35051 47558 48380 49547 53600 55697 65281 68918 70157 74860 77718 81678 85457 88283 88296 93957 94524 97524 106743 108569 124393 125610 127209 127421 127683 132801 135736 140443 142218 142311 145337 146916 149180 149483 153666 156037 156942 162480 165181 168082 174050 177793 190329 191688 192701 194932 198132 200168 206099 212966 214907 215737 21786T 217990 221841 227278 236349 242617 242966 244257-250103 254955 255538 259718 265896 274957 278139 281002 283618 289193 290299 293168 297254 297289 14. Ziebungsfag 18. Februar 1926, vormiffags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 4 Gewinne zu je 5000 mt. 69538 129242 10 Gewinne zu je 3000 r. 48521 99839 185196 196993 222441 22 Gewinne zu je 2000 r. 15530 37314 38913 141777 164874 172461 186380 218237 225958 232351 251465 30 Geivinne au je 1000 t. 44488 62159 87133 118194 159849 172402 185703 198733 206453 215528 226479 237444 241745 279719 295840 78 Gewinne zu je 500 Mr. 1058 21260 24957 26566 31914 48848 49227 51515 53458 54623 89823 97853 103747 106165 106526 107551 135953 142960 143188 148632 161340 143878 164489 166978 169141 171059 173463 199400 203415 208954 223097 228544 238164 248346 277325 281306 282677 293348 296709 214 Gewinne su je 300 m. 906 5966 8661 14268 15206 15541 21035 21643 24628 27637 29225 29383 37141 37222 37482 39181 40376 45689 49584 49898 53524 53726 55280 55427 63961 64195 64765 65992 66126 68031 74045 74516 75365 77224 77385 83215 84002 85351 87153 88458 97539 100540 100806 104197 104704 109727 110054 111014 119065 120526 123306 126302 128680 130023 130803 133326 133873 136964 141539 142737 142922 149670 151203 151825 152925 158513 165274 165309 167275 170299 174394 176967 178762 181547 182978 189268 190032 195205 200432 202244 208998 216966 217150 219345 220680 222779 223649 224021 224275 231296 239583 239709 249033 252337 261877 264820 270213 270055 274962 279205 284370 285337 287115 288502 294771 294830 495076 Die Firma Zur Aufklärung! Wilhelm Hoeck- Likörfabrik- Weingroßhandlung bittet uns mitzuteilen, daß sie mit der gegründet 1892 Charlottenburg Firma F. Hoeck, Alt- Moabit, nicht identisch ist Wir weisen hiermit nochmals darauf hin, daß die Firma Wilhelm Hoeck ihre Fabrikation und den Verkauf nach wie vor nur Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 149 betreibt. Nr. 83+ 43. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Behrens, Meyer& Schulz. Das Konto zur Unterstützung des Fememörders. Im Feme- Untersuchungsausschuß des Breußischen Landtags wurde gestern der 41jährige Dr. Meisinger, Beamter der Arbeitgeber Bereinigung, vernommen. Er schildert die Zusammenfunft am 5. Juni im Beinreftau. rant Stebiler. Der 3wed war eine gemeinsame Aussprache über Fragen der Arbeitsgemeinschaft, der Lohn. statistik und über die Berhältnisse bei der Technischen Not. hilfe und über das, was in der Sachlage zu geschehen habe. In der Tür, beim Hinausgehen, trat Herr Meyer an Herrn Don Bengen heran und fragte ihn, wie es mit dem Darlehen stünde. Damals erfuhr ich zum ersten Male von einem Darlehen, um das der christliche Landarbeiter Verband, der in einer Notlage war, bat. Auf dem Rückwege richtete ich dann noch einige informatorische Fragen über die Höhe des Darlehens an Herrn D. Zengen. einer Berwendung des Geldes für die Unterstüßung des Schulz wisse er nichts; auch nichts von einem weiteren Darlehen von 5000 mt. Abg. Riedel( Dem.) wünscht Aufklärung darüber, wie es fomme, daß der Zeuge, der sonst scharf gegen die Arbeitsgemeinschaft eingestellt gewefen fet, fich ausgerechnet mit den Bertretern des christ. lichen Landarbeiterverbandes zu einer Besprechung in einem Weinrestaurant getroffen habe. Er, Abg. Riedel, stehe felt 15 Jahren auch in der Gewerkschaftsbewegung, er sei aber noch niemals von Arbeitgeber- Organisationen in ein Weinrestaurant geladen worden. ( Heiterkeit, Buruj: Das fommt auch noch!) Bon Zeuge Dr. Meihinger: Das erflärt sich zwanglos daraus, daß ich eben wegen der Berhältnisse in der Technischen Nothilfe bei den Abgg. Behrens und Meyer mich informieren mußte. Zu den Kommunisten zu gehen, hatte feinen 3wed, auch die freien Gewert schaften tamen da nicht in Frage. Auf eine Frage des Abg. Steger( 3.), ob man geglaubt habe, durch die Hergabe des Darlehens Einfluß auf die Stellungnahme des Gesamtverbandes der chriftlichen Gewerkschaften ausüben zu fönnen, erwiderte der Zeuge, eine solche fühne Hoffnung habe er nicht gehegt. Abg. Brandenburg( Soz.): Erschien Ihnen das Berlangen einer Gewerkschaft nach einem Darlehen von den Arbeitgebern nicht sehr merkwürdig? Zeuge Dr. Meisinger: Ich habe mich immerhin etwas barüber gewundert, baß man ausgerechnet zu uns fam. Das ist aber efch madsache. Abg. Obuch( Komm.): Aus welchem Fonds sind die 5000 Mr. Darlehen entnommen? Beuge Dr. Meisinger: Aus dem Dispositionsfonds! Buntt! ( Glocke des Vorsitzenden.). Borf.: Diese Art der Befundung ist für Zeugen nicht üblich. Ich bitte doch nicht zu vergessen, daß Sie als Zeuge hier stehen,( Sehr richtig! links.) Jeuge: Ich habe das Recht, mich gegen Fragen zu wehren, die offenbar darauf abzielen, die Geheimaften der Arbeitgeber aufzu decken. Borf.: Ich fann allerdings auch nicht flar ersehen, wohin die Frage des Abg. Obuch zielt. Abg. Obuch( Komm.): Ich kann vor den Geheimatten der Arbeitgeber nicht haltmachen, denn ich vertrete hier als Ausschuhmit. glied Interessen, die welt über die Bedeutung der Arbeitgeber.Aften binausgehen. Bestand nicht bei Ihnen ein Fonds, aus dem Mittel zur Finanzierung politischer Brozesse usw. entnommen werden fonnten? 3euge Melfinger: Für 3mede zur Finanzierung von Feme morden und für Zwede zur Unterstügung politischer Brozelle besteht bei uns tein Fonds. Abg. Obuch( Komm.): Dann wäre die Entnahme des Geldes durch Herrn n. 3engen den 3weden bes Dispositions. fonds zuwider gewesen? Jeuge: Das fann ich wohl sagen. Nachdem der Zeuge noch erflärt hat, daß ein Brotokoll über bie Unterredung im Restaurant soviel er wisse nicht vorhanden set, wird feine Bernehmung geschlossen. Abg. Obuch( Komm.) weist darauf hin, daß sich im Hause Luisen. straße 38 in Berlin, wo die Genossenschaft sich befand, eine ganze Anzahl anderer Betriebe befinde, 3. B. die Gesellschaft Deutsche Tracht" und die Gesellschaft.„ Deutsche Eiche Er fragt, wie fich Schulz bort mit Wissen des Zeugen politisch betätigt hat. Zeuge Meyer: Schulz hat überhaupt feinen Einfluß auf diese Gesellschaften gehabt, allein schon, weil er gar feine Belt bazu hatte. Ich glaube aber, daß die„ Deutsche Eiche manchem ein großer Dorn im Auge fei.( Große Heiterfeit.) Begenüberstellung Meyer- Behrens. Es folgt dann eine Gegenüberstellung der Abgg. Mener und Behrens Abg. Kuffner( Soz.): Herr Behrens hat gestern erflärt, men er gewußt hätte, daß das Darlehen für Schulk verwendet werden foll, hatte er nicht unterschrieben. Am 9. Juni ist die Unterredung im Restaurant gewefen, in der Meyer die Bufage der Unterredung im Restaurant gewesen, in der mener die Zusage der 5000 m. für Schulh von Zengen erhalten haben will. mener hat befundet, daß er Ihnen, Herr Behrens, ein oder zwei Lage nach der Unterredung im Restaurant, also am 10. oder 11. Juni. von der ihm nach feiner Auffaffung durch Zengen gemachten Busage Mitteilung gemacht habe. Wenn Sie also, wie Sie an geben, die Quittung über die 5000 m. Darlehen am 13. Juni unter schrieben haben, dann müßten Sie durch Herrn Mener schon über die von ihm gewollte Verwendung der 5000 m. unterrichtet gewesen sein. Beuge Behrens: Wie ich die Quilting unterzeichnete, war ich, meiner Erinnerung nach, noch nicht unterrichtet von Mener. Ich habe jedenfalls in dem guten Glauben unterzeichnet, daß es fich lebiglich um ein Darlehen zur Abtragung der Kartoffelschuld der Bersorgungsstelle handelt. Auf die einzelnen Daten fann ich mich nicht mehr erinnern. Vielleicht liegt bei Herrn Dr. Meisinger ein gewesen. Irrtum vor, wenn er behauptet, die Unterredung wäre am 9. Juni Auf eine weitere Frage des 9fbg. Ruttner( S03.) erflärt Zeuge Meyer: Herr v. 3enten hat mir im Restaurant gefagt, Behrens hatte schon unterzeichnet. Wenn die Quittung Don Behrens affo das Datum des 13. trägt, dann muß die Unter. redung eben erst nach dem 13. stattgefunden haben. Beuge Behrens: Die Zusammenfunft war meiner Erinnerung nach nach Unterzeichnung der Quittung.( Auf weiteres Befragen:) Der Herr Malettte ist ohne besondere Absicht zu der Zusammenfunft mitgekommen. Ob Herr Malettte mit den Herren irgend wie verhandelt hat über die Form der zu leistenden Bürgschaftsquittung, weiß ich nicht; während der Unterhaltung am Kaffeetisch ist darüber nicht gesprochen worden. Abg. Kuttner( Soz.): Dann fann Ihre Unterschrift an dem Tage der Zusammenkunft doch nicht erfolgt fein. Damit ist die Bernehmung des Zeugen Behrens beendet. Das merkwürdige Aufklärungskonto. Abg. Mener( auf eine Frage des Abg. Szillat( Soz.): Herr D. Zengen ist niemals Mitglied des Ausschusses für nationale Aufflärung gewefen. Auf Befragen durch Dr. Badt( S03.): Es ist Bunbe Cinzahlungen auf das Konto Ausius für natio möglich, baß Schulz während seiner Genoffenschaftstätigkeit im fchülfe der Genoffenschafter für zu liefernde Waren. nale Aufflärung gemacht hat. Das waren vielleicht Bor Wbg. Dr. Badt( Soz.): Das ist doch nicht gut anzunehmen; ba mare boch ein großes Stubbelmubbel entstanden. Die größten Beträge gingen gerade furz nach der Verhaftung pon Schulz ein: im ganzen 5020 Mart. Freitag, 19. Februar 1926 Zeuge Meyer: Das ist leicht möglich, daß diese Beträge noch turz nach der Berhaftung von Schulz eingingen.( Auf Befragen durch den Borsigenden): Daß Schulz mit Herrn v. Oppen bekannt war, mußte ich annehmen. Abg. Dr. Schwering( 3ir.): Sie haben Schulz also lediglich ein. geftellt, meil er Offizier, Oberleutnant war, weil er in der schwarzen Reichswehr und im Ruhrkampfe tätig gewesen ist. Sie halten also die Bestätigung in der schwarzen Reichswehr für etwas Ber dienstliches, vom vaterländischen Standpunti aus zu Billigendes? Zeuge Meyer: Allerdings ist das der Fall.( Auf Befragen durch Abg. Szilla!( Soz.) erklärte der Zeuge, daß unter der Flagge Landvolkgenossenschaft" in den Fonds des Ausschusses für nationale Aufklärung eine Genossenschaftsgelder gefloffen find. " Abg. Obuch( Komm.): Hatte Schulz von Ihnen Vollmacht, über das Konto Ausschuß für nationale Aufklärung" zu verfügen? Seuge: Schulz legte mir enit. Scheds vor, die ich unterzeichnete. war allein zeichnungsberechtigt. 3 Aus der weiteren Befragung des Zeugen durch den Abg. Obuch ( Romm.) ergibt sich, daß Meyer annahm, die 5000 m. tämen gar nicht von der Arbeitgebervereinigung, sondern aus privaten Kreifen, weil er 3engen gebeten hatte, fich in privaten Streifen umzutun. Boher Schulz wußte, daß bei der Landarbeitergenoffen schaft eine Stelle belegt werden sollte, weiß der Zeuge nicht. Er hat ihn danach auch nicht gefragt. Abg. Kutiner( Soz.): Wie Ihre Mittel zu Ende waren, Herr Zeuge, und bevor Herr v. Oppen für Schultz beffere Beföstigung im Gefängnis zu zahlen versprach. hat schon der Rechtsanwalt Sad einmal 200 m. für diesen 3wed an die Gefängnistaffe eingezahlt. Der Rechtsanwalt Sad muß doch dieses Geld irgendwo her haben? Zeuge Meyer: Ich nehme an, daß Sad die 200 m. von den 1000. Borjus genommen hat, die ich lym für die Berteidigung des Schulz gegeben habe. Abg. Kuliner( Soz.) tommt dann auf die vier größeren 3ahlungen zu sprechen, die auf das Konto des Abg. Meyer Ausschuß für nationale Aufklärung" nach der Berhaftung des Schulz eingezahlt find, nämlich am 2. April 1000 m. am 4. April 1000 0, am 23. April 500 M. und am 4. Mai 1500 m. Die bfender diefer Zahlungen find im Gegenfah zu fonftigen Zahlungen auf das erwähnte Konto aus dem Konto nicht ersichtlich. Sie, Herr Beuge, müßten doch aber wissen, woher dieje im Berhältnis zu den onftigen Einzahlungen auf das Konto großen Summen gekommen find? Beuge Meger: Aus Kreisen meiner Parteifreunde. Abg. Kuttner( Soz.): Hatten diefe Zahlungen auch etwas mit der Interstügung des Schulz zu tun? Beuge: 8um Teil, ja. Abg. Riedel( Dem.): Unter den als Einzahler auf das Ronts Ausschuß für nationale Aufflärung" aus dem Konto ersichtlichen Namen befinden sich auch einige mir bekannte Gutsbesizer, auf deren Befizungen Arbeitstommandos der Schwarzen Reichswehr zeitweise untergebracht waren. Hängt das vielleicht Das meiß ich nicht. mit den Einzahlungen auf das Konto zusammen? 3euge: Borsigender: Würden Sie, Herr Zeuge, dem Ausschuß zur Klärung der vier größeren bisher unbekannten Einzahlungen Ihre fchieben ab! Ueber die Berwendung von Geldern zu politischen Klabbe überlassen? Beuge( erregt): Das lehne ich ent. 3meden brauche ich niemandem Rechenschaft ab. ugeben. Damit ist die Befragung bes 3eugen mener vorläufig beendet, Der Ausschuß vertagt die Beiterverhandlung auf Freitag. Am Frei tag ſollen u. a. Herr v. Sengen, Malettte, v. d. Linde und evtl. Göbel als Beugen vernommen werden. Das deutsch- französische Handelsabkommen. Ein Provisorium unter bevor. Nach der Mittagspause seßte der Untersuchungsausschuß die gestern nicht beendete Bernehmung des deutschnationalen Abgeordneten Abkommens sind zwel Listen von Waren, die während eines Der Hauptbestandteil des am 12. Februar in Paris unterzeich neten Meyer fort, der befundet, daß Herr Sauer, der an sich sehr dreimonatigen Bertragszeitraumes temperamentvoll sei, in jener Borstandssigung zwar fein Mißfallen ausgesprochen habe, befonders aufgeregt jei er aber nicht gewesen. bugten Bedingungen nach Frankreich oder nach Deutschland ein Der Beuge berichtigt seine gestrige Aussage dahin, daß die Aus. geführt werden fönnen. Deutschland gewährt für die franzöfifche Sprache mit Behrens und Maletife nicht an dem Tage der Zu Einfuhr von Küchengewächsen, Schnittblumen, Kartoffeln, Hopfen fammenkunft im Weinrestaurant, sondern an einem der nächsten und Südfrüchten die Meistbegünstigung. In handelspolitischer BeTage stattgefunden habe. Auf Befragen durch Abg. Kuttner beziehung ist dabei vor allem die Tatsache wichtig, daß innerhalb von fundet der Zeuge, es sei möglich, daß er Herrn v. Bengen gefagt drei Monaten ein Kontingent von 27 000 Doppelzentnern( Roh habe, Schulz sei in den Rüstriner Butsch verwidelt. Bezüglich gewicht) an Küchengewachsen zu den Vertragssätzen des deut der Unterhaltung des Zeugen mit Herrn v. Zengen vom 9. Juni bestätigt der Beuge seine geftrige Befundung. Er habe von schen Zolltarifs nach Deutschland eingeführt werden kann und daß einem Darlehen an die Berforgungsstelle nichts Einfuhr franzöfifcher Schnittblumen zu Meist. gewußt, während v. 3engen von der Berwendung des Gelbes für begünstigungsfägen möglich ist. Die Zugeständnisse Frankreichs beSulh nichts gewußt habe. Beibe Sachen felen nebeneinander ziehen sich auf eine etwas größere Liste von Waren, deren Einfuhr hergelaufen. Als er Herrn Behrens von ber abmeichenden Ansicht entweder zum Minimaltarif ober zu ermäßigten Sägen bes über den Charakter bes Darlehens Mittellung gemacht habe, habe Marimaltarifs( bet einer Ermäßigung um 60 bis 95 Bro3.) stattfinden dieser gesagt, er wolle fich nach dem Sachverhalt ertunbigen. Abg. Kutiner erfucht, zur vollständigen Auftlärung der Frage tandwirtschaftliche Maschinen. Maschinenteile tann. Die wichtigsten diefer Waren sind verschiedene Chemikalien, den Abg. Behrens nochmals zu hören. Übg. Behrens soll aus dem Haushaltungsgegenstände; ferner Möbel( Holzmöbel) und Reichstage herbeigerufen werden. Haushaltungsgegenstände; ferner Möbel( Holzmöbel) und Schnittholz. Bei einigen der genannten Waren sind ebenfalls nur beschräntte Kontingente zugelaffen. Beuge Mener( auf Befragen durch Abg. Dr. Deerberg) führt aus, Schulz fet nicht Angestellter des Zentralverbandes, sondern der Ber forgungsstelle gewesen. Aus der Kreifen der Schwarzen Reichswehr habe er außer Schulz und später Klapproth nie mand fennen gelernt. Mit irgendeinem Berfuch zur Befreiung von Fememördern habe er nichts zu tun gehabt. Abg. Dr. Deerberg( Dnatl.): Sind Ihnen feitens der Arbeit geber außer diejen 5000 Mark jemals Gelder zur Verfügung gestellt oder angeboten worden? Beuge: Nein, niemals!( uf weiteres Fragen des Abg. Riedel): Auf mein Konto usichuß für nationale Auf. flärung" habe ich von meinen Freunden tleinere Beiträge erbeten und erhalten. Auch Herr v. Oppen hat sich bereit ertlärt, das Berpflegungsgeld für Schulh sicherzustellen. Ich habe mich für Schulz in feiner Rot eingelegt, weil ich nicht einer von den Freunden bin, von denen hundert auf ein Lot gehen. Wenn jeder Mensch gleich wegen eines Berdachtes aus der menschlichen Gesellschaft ausgestoßen werden sollte, möchte ich sehen, wieviel Brominente des öffentlichen Lebens heute noch in der menschlichen Gesellschaft ständen. Auf Fragen des Abg. Obuch( Komm.) befundet 3euge Meyer: Solange Schulz bei mir tätig war, also vom März 1925 ab bis zu feiner Berhaftung, hat er nicht politisch gemirti. Abg. Obuch( Komm.): Wer hat denn in dem Rundschreiben des Zentralverbandes geschrieben, Schult sei im Reichstag und Reichs. mehrministerium ein und ausgegangen? 9 3euge: Billeicht unser gelchäftsführender Rebakteur Böhm. Ich weiß nichts von diesen Bängen. Abg. Obuch( Komm.): Ben hat Schulz als hauptamtlichen Mit arbeiter selbständig eingestellt? 3euge Er hat eine Anzahl Beute eingestellt, unter ihnen auch Klapproth, ber, weil er ein fräftiger Mensch ift, im Lager an geftellt wurde, wo er Riften tragen mußte. eine Meift Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Borabfommmens ist verhältnismäßig gering, da es sich nur auf einige wenige Baren bezieht und zeitlich furz begrenzt ist. Trotzdem wird man das Abfommen nicht unterschäßen dürfen, weil es nach den langwierigen Berhandlungen in Baris zum erstenmal greifbare Ergebnisse bringt und so die Absicht der beiderseitigen Regierungen, zu einer ertrag läßt. Diese Bekundung des Bertragswillens ist von um fo größerer lichen handelspolitischen Regelung zu tommen, deutlich hervortreten Bedeutung, als ja die handelspolitische Situation in Europa heute einigermaßen gespannt ist. Das glit zumal im Hinblick auf die Lage Deutschlands, bas vor schwierigen Verhandlungen mit Spanien und England steht und auch gegenüber Italien noch gewiffe handelspolitische Probleme zu überwinden hat.'- In dem Inflationstande rantreich tit bas Intereffe ber Industrie an einer handelspolitischen Regelung vorläufig noch recht gering; bie beutichen Bugeständnisse beziehen sich daher faft ausschließlich auf die Inter. effen der füdfranzösischen Landwirtschaft und Gärtnerei, deren Wettbewerbsfähigteit in Deutschland gegen über den Ländern mit handelsvertraglicher Regelung( wie Holland, Belgien, Italien) start zurückgegangen ist. Die Reichsregierung glaubte, den Bünschen der füdfranzösischen Landwirtschaft und Gärtnerei, die übrigens politisch im allgemeinen der Loucheur- Gruppe ongehört, während eines dreimonatigen Uebergangszeitraumes entgegenkommen zu dürfen, da sie auf der anderen Seite für emige deuliche Industriezweige nennenswerte 3ugeständnisse erhalten fonnte. Bon besonderer Bedeutung ist, daß die dreimonatige Frift für die französischen Einfuhren unmittelbar nach der Rati Vorteile und Nachteile. erst eine einmonatige Zwischenzeit geschaffen wird, in der die Be | fitation des Ablommens beginnt, während für die deutsche Industrie arbeitung des französischen Marktes durch Rellame und Handlungsreifende erfolgen tann, so daß dann eine völlige Ausnutzung der Einfuhrerleichterungen während dreier Monate möglich ist. Das Ablommen wird heute der Reichsregierung und dem Reichs tag zugeleitet werden und wird wahrscheinlich morgen den Reichstag beschäftigen. Man wird sich faum des Eindruds erwehren können, daß trotz des zurzeit geringen Interesses der französischen Industrie an einer Erleichterung ihrer Abfagmöglichkeiten in Deutschland- die Situation zu einer endgültigen Regelung der deutsch französischen Wirtschaftsbeziehungen reif geworden ist. Reines falls sollte man durch ein übertrieben zähes Festhalten an Schulz zollforderungen( wie es tatsächlich vorzuliegen fcheint) die Berständi gung folange hinaus 30 gern, bis etwa nach einer Währungs stabilisierung der Widerstand der franzöfifchen Industriellen gegen Bollzugeständnisse noch weiter wächst. Eine solche Berzögerung iſt aber unvermeidlich, solange die deutsche Regierung die Unterhändler mit einer derart gebundenen Marshroute" abschickt, wie bisher. Augenscheinlich hat sich die Reichsregierung noch nicht zu dem Stand punti burchgerungen, daß wie es in der Begründung der Zollvorlage hieß die neugefchaffenen hohen Zollfäge als Berhand tungsobjett zu dienen haben. Vielmehr scheint man der An fchauung zu sein, daß durch die Aufrechterhaltung des proteftisniftischen Charakters ber Zölle tie deutsche Handelsbilanz gebessert werden müsse. Charakteristisch für diese Einstellung - ist etwa, baß im Reichswirtschaftsministerium Schäzungen angestellt werden, in welcher Höhe eine Mehreinfuhr aus Frankreich bzw. eine Mehrausfuhr nach dort als Folge des Abtommens eintreten werde. Selbst wenn man einmal davon abfieht, baß derartige Schäßurgen gänzlich in der Luft fchweben, wird man sagen müssen, daß die ihnen zugrunde liegende theoretische Auffassung von der Bedeutung der Handels bilang nicht balibar erscheint. Die Aktivierung der Handelsbilanz wird, sofern sie nicht durch den Drud der Aus landsverpflichtungen erzwungen wird, nur möglich sein, wenn man die Bettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie durch freiwilligen Breis abbau, besonders auf dem Gebiete ber Rohstoffprobuftion, stärft, und diesem Preisabbau steht in erster Linie bie hochschutzöllnerische Wirtschaftspolitik Deutschlands entgegen! man be Auch im Hinblid auf die Erfordernisse einer gefamteurs. päischen Wirtschaftsverständigung wird bauern müssen, daß der Auftakt zu dem endgültigen deutsch- franzö fischen Handelsvertrag, den das vorliegende Dreimonatsabfommen barstellt, fo mager ausgefallen ist. Solange man auf allen Seiten stets nur von der Notwendigkeit einer europäischen Wirtschaftsvere ftenbigung und von der Bereitschaft hierzu spricht, ohne diesen Borten auch die entsprechenden Taten folgen zu laffen, segt man fich dem Berdacht aus, als unaufrichtig zu gelten. Die Gefahr der Diskreditierung jener gesamteuropäischen Jbee ist groß genug, daß man die beteiligten Regierungen, und, mehr noch, die hinter ihnen stehenden Industriefreise, eindringlich davor warnen sollte. Ausgestaltung des staatlichen Bergwerksbesites. Das preußische Staatsministerium hat dem Staatsrat einen Gesezentwurf über die Bereitstellung von Geldmitteln für die Ausgestaltung des staatlichen Besizes an Bergwerksunternehmen zur gutachtlichen Aeußerung übersandt, aus deffen Begrünbung folgendes zu entnehmen ist: Für die Preußische Bergwerfs- und Hütten A.-G. find norgesehen 4500 00 m., banon zum neuzeitigen Ausbau von niederfächsischen Steinfohlenwerfen der jeweiligen Marktlage entSprechend 3 000 000 m., für den Ausbau des Baffermerts 3amaba in Oberschlesien 1.500 000 m. Bei der Bergwerfsgesellschaft Hibernia erfordern voraussichtlich: die Modernisie rung von Beche Shamrod III/ IV fowie das Abteufen eines neuen Schachtes etwa 4 000 000 M.; die Verbesserung der Fördereinrichfungen auf Reche Schlägel und Eisen I/ II etwa 2 000 000 m.; neue Damp effel, die Berbesserung der Steffelbefehlung, der Breßluft wirtschaft, der elektrischen Ringtabel, Bentilatoren etwa 2 400 000 Mart! die Safenanschlußbahn der Zechen General Bumenthal und Schlägel und Eisen sowie Einrichtungen zur vermehrten Abfuhr auf dem Rhein- Herne- Kanal etwa 1 600 000 m.; die Er probung und Durchführung neuer Verfahren zur besseren Ausnuzung der Kohle etma 2 500 000 m. zum 30. September 1925 auf 500 Millionen Mart geschäßt. Wo Kreditgenossenschaften in Ronkurs geraten feien, fei fast immer über die Leistungsfähigkeit hinausgehende Kredit gewährung die Ursache gewesen. Die Bantschulden der Genossenschaften bei der Dresdner Bank seien gegen das Vorjahr Genossenschaften bei der Dresdner Bank seien gegen das Vorjahr ( 35 Millionen) verdoppelt. Die Grenze der vertretbaren Berschuldung sei erreicht. Notwendig fei die Berringerung ber Bantschulden und die Schaffung einer ausreichenden Kredit reserve bei der Dresdner Bant, um in Krisenzeiten darauf zurüdgreifen zu können. Interessant sind die Durchschnitts. großen der gewährten Kredite. Bon 93 143 laufenden Krediten sind 69 647 unter 1000 Mart rund 750 Prog. 19 462 bis 5.000 8470 " 10 000 1564 über 10000 20,0 " " P " P " 8,5 " 0 19 PP 1,5 " Der Giroverband der Dresdner Bank hatte Wechsel und Sheds im Umlauf: 1924 1925 . . 1 366 810 " " " 469 665 522 Stüd im Betrage von über 229 mil. ist gegen das Vorjahr stärker gestiegen als der Wechselverkehr Die Zahl der nicht eingelösten Bechsel und Schecks felbft: bei der Berliner Abteilung von 12 784 auf 28 887 Stüd, bei der Frankfurter Abteilung von 5654 auf 14 657 Stück. Umstellungserfahrungen bei einer Waggonfabrik. Zihewige. Eine Zuschrift aus Schlawe. Der Landrat des Kreises Schlame( Bommern), Dr. Friedrich von 3igewig, schickt uns folgende Zuschrift: Zu den in Nr. 72 des„ Borwärts" vom 12. d. M. unter der Ueberschrift 3izemiz und feine beschlagnahmten Wohnungen" auf gestellten Behauptungen über eine angeblich von mir verfügte Frei gabe beschlagnahmter Bohnräume stelle ich folgendes feft: 1. Die Freigabe der beschlagnahmten Räume in Nogtow, bie angeblich eine meiner ersten Amtshandlungen gewesen sein foll, ist bis jeẞt überhaupt noch nicht erfolgt. 2. Die Freigabe beschlagnahmter Wohnungen fällt nicht unter die Zuständigkeit des Landrats, sondern unter die des Kreisausiguises. Dementsprechend beruht auch der in folgendem furz geschilderte Sachverhalt auf mehreren Beschlüssen des Kreisausschusses, und zwar sind diese Beschlüsse einstimmig, das heißt also einschließlich eines der Sozialdemokratischen Partei ange hörenden Mitgliedes, gefaßt worden. Der Sachverhalt ist folgender: Ende 1923 murden im Guts haufe in Nogtom mehrere Räume beschlagnahmt, da der Besitzer sehen war. Er ist jetzt verheiratet und hat Frau und Kind. Im damals Junggeselle und die Wohnung daher als übergroß anzuJahre 1924 erbot sich Herr von Zigewiß- Nozkow, falls ihm die beschlagnahmten Räume freigegeben würden, durch Bau eines neuen Hauses entsprechenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In gleicher Weise, wie dies bei allen Wohnungsämtern üblich ist, ging auch der Kreisausschuß in Schlame im Interesse der Beschoffung neuer Wohnungen auf diefes Angebot ein. Die Ver handlungen wegen der Baulandbeschaffung und der Beschaffenheit des neu zu errichtenden Hauses zogen sich durch das Jahr 1924 hin und gelangten erst im Frühjahr 1925 zum Abschluß, so daß der Areisausschuß durch, wie oben erwähnt, einstimmige Beschlüsse vom und vom Mai März 1925 also noch vor meinem Amtsantritt 1925 die Freigabe der beschlagnahmten Räume in Aussicht stellte, sobald das neue Wohnhaus ohne Inanspruchnahme einer bestimmten Termin bezugsfertig hergestellt werden würde. Da das Hauszinssteuerhypothet in der vorgeschriebenen Weise bis zu einem Haus zwar inzwischen im Rohbau, aber noch nicht bezugsfertig hergestellt ist, ist die vom Kreisausschuß in Aussicht gestellte Freigabe der beschlagnahmten Räume auch bis heute noch nicht erfolgt. 1 Der Jahresabschluß der Gothaer Baggonfabri!.- G. zum 30. Juni 1925 gibt einige bemerkensmerte Einblice in den Die Bergwerts A- G Redlinghaufen, die Redlinghausen, die ein Umstellungsversuch eines alten Bertes der Waggonindustrie, der Grubenfeld pon rund 21000 Hektar oder 95,4 preußische Normal technisch und betrieblich gelingen tönnte, wenn er nicht durch felder mit schäzungsweise 3,3 Milliarden Tonnen Kohle hat, ist die, überhohe Kapitalumstellung behindert wäre. am 1. Januar mit einem Attienkapital von 57 000 000 Von den drei Werten in Gotha, Fürth und Eisenach Mart ins Leben getreten. Der Grundbesig umfaßt 2178 arbeiteten die beiden ersteren wesentlich für den Bedarf von Eisen Das Eisenacher Werf war schon Hettar. Die Gesellschaft befigt eine Berkaufsbeteiligung beim bahnen und Straßenbahnen. Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikat von 6 285 000 Tonnen Kohle früher auf Laftfahrzeuge spezialisiert. Die schlechte Waggonfonjunt und eine Berbrauchsbeteiligung von 530 000 Zonnen Kohle. Die tur zwang zur Umstellung. Das Gothaer und Eisenacher Wert Erzeugung betrug im letzten Kalenderjahr annähernd 4,5 Millionen besondere die Digi- Automobile und Fahrräder, reichlich maren nach der Umstellung auf die neuen Fabrikationszweige, ins Tonnen Kohle und etwas über 900 000 Tonnen Kots. Bei dem Umfang des Unternehmens dürfte ein Betriebsfapital non beschäftigf. In Gotha wurde die Borkriegsbelegschaft zeitweise 12 000 000 m. angemessen féin. Für eine Brifettfabrik und Einüberschritten; in Eisenach mußten zeitweise sogar Nachtrichtungen zur Berbesserung der Erzeugnisse ist rund 1 Million Martchichten eingelegt werden. Das Eisenacher Werf ift laufend mit vorgesehen. Staatsaufträgen beschäftigt. Nur in Fürth hatte das Fehlen der Reichsbahnaufträge eine erhebliche Beschränkung des Betriebs zur Folge; es wurden aber auch dort neue Fabritationszweige auf- Obgleich die Zuschrift nicht den Anforderungen des Breßgesezes Von den kleingewerblichen Kreditgenossenschaften. genommen. Im ganzen ergibt sich für die betriebliche Um entspricht, auf das sich der Landrat beruft, geben wir sie loyaler In die Lage der fleingewerblichen Kreditgenossenschaften( früher ftellung fein ungünstiges Bild. Wenn zur Dedung der weise wieder. Aber es find einige Ergänzungen notwendig: 1. Wenn Schulze Delisch), die mit der Dresdner Bant als Giro- ftillen Reserven aufgelöst werden mußten, was bei einer so radineu hereingenommenen Geldmittel in der Bilanz auch alle bisherigen die Freigabe noch nicht erfolgt ist, hätte doch wohl eine Einweisung zentrale zusammenwirken, gibt eine Denkschrift zum zweiten Giro talen Betriebsumstellung unvermeidlich ist, so brauchen die Vorräte von Wohnungslosen erfolgen müssen, deren es im Kreise in großer verbandstag wertvolle Einblicke. Nach dieser Denkschrift setzte sich und eigenen Wertpapiere doch nur mit geringen Beträgen heran Zahl gibt. Ift während der Amtszeit des Dr. v. Zizewiß eine solche die Mitgliedschaft 1920( heute wenig verändert) zu 65 Pro3. aezogen zu werden, um die erhöhten Verpflichtungen zu deden. Einweisung erfolgt? Hat der Zizewitz auf Nozkow überhaupt gits felbständigen Handwerkern, Kaufleuten und Landwirten, zu Die Gewinn- und Verlustrechnung weist übrigens nach der Lage eine Belegung feiner beschlagnahmten Wohnung erlebt, oder 24 Broz. aus freien Berufen, Beamten, Angestellten und Arbeitern angepaßten Abschreibungen noch einen Reingewinn von ist es ihm gelungen, trog der Beschlagnahme den tatsächlichen Einund zu 11 Proz. aus anderen Kreisen zusammen. Die schwierige 290 394 M. aus. Aber jetzt kommt die Kehrseite. In der Vorzug eines Eingewiesenen zu hintertreiben? 2. Der Landrat ist Lage des gewerblichen Mittelstandes im Jahre 1925 murde er friegszeit war unter unvergleichlich günstigeren Umständen gleichzeitig Vorsitzender des Kreisausschusses und hat als solcher nach feichtert, soweit die Barzahlung aufrechterhaften blieb, durch nur ein Aktienkapital von 2 Millionen mit Dividende§ 137 der Kreisordnung die laufenden Geschäfte auch bezüglich der feichtert, soweit die Barzahlung aufrechterhalten blieb, durch auszustatten. Für dieses Kapital ergäbe fich aus dem Reingewinn Beschlagnahme, Freigabe und Belegung von beschlagnahmten Woh Betriebsmittelfnappheit erschwert, mo das Barzahlungsfystem ver: eine Dividende von 10 Pro 3. Troß der schon bei der Goldlaffen wurde. 3m legten Biertel des Jahres 1925 umstellung befannten schwierigen Lage der Waggonindustrie hat nungen allein zu führen. Welche Gründe haben den Landrat als frat in Sunahme der Genossenschaftsvermögen eine allgemeine die Berwaltung aber geglaubt, die durch die Inflation größtenteils Borfizenden des Kreisausschusses bewogen, von seinem Einspruchs Stagnation ein, ein 3eichen, wie der Stillstand in der weggefallenen Obligationsschulden in einer Erhöhung recht auf Roztom feinen Gebrauch zu machen, während er doch Rauftraftfteigerung der Konsumentenmaisen fich fofort in des Attienfapitals auf 7 Millionen Goldmart zu anderen Befizern gegenüber, mit Recht, nicht so zimperlich ge der Lage des Kleingewerbes auswirkt. Während das durch gunsten der Aktionäre ausgleichen" zu können. Für dieses hohe mesen ist? schnittliche Eigenvermögen der städtischen Kreditge: Rapital fehlt heute natürlich nicht nur die Dividende, sondern es neffenschaften von Anfang 1924 mit 14 000 m. bis Ende 1924 auf perteuert auch die Preiskaltulation und erschwert die Kapitalbeschaf fung. So ist die Gothaer Baggonfabrif 2.-G. wiederum ein typi 53 000 m. und bis zum 30. September 1925 auf 83 000 M. an sches Beispiel für die Kurzsichtigkeit, mit der die Unternehmersehn frieg, zeigen die Genossenschaftsbilanzen zum Ende 1925 teine Besucht nach hohen Gewinnen das Interesse an der sicheren mehrung mehr. Die Gesamtsumme der anvertrauten Gelder wird Existenz der Betriebe vernachlässigen läßt. Muſitaufträge Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend E. G. m. b. H. Vom 19.bis 27. Februar Extra billige übergibt ntan nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin 027, Andieasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbefuch K B G Backobst und Nudeltage Selten günstige Gelegenheit 182 Lebensmittel- Verteilungsstellen Verkauf nur an Mitglieder *