Str. 87 43. Jaheg. Ausgabe A nr. 44 Bezugsvrets: Böchentlich 70 Bfennig monati B, Reichsmart doraus sablbaz Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Saav und Memelgebiet, Defterreich. Litauen. Luremburg 4.50 Reichsmart. Hir das übrige Rusland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit mit„ Gied lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wiffen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich ameimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreke: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille Beile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 fennts ( auläffia awei fettgedruckte Borte), febes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche bas erfbe Wort 15 Bfennig, lebes weitere Wort 10 Bfennig. Borte über 15 Buch ftaben aählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Bfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für bie nädte Stummet müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linben Brake 8, abgegeben werben. Geöffnet son 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Sonntag, den 21. Februar 1926 Reichsbannertag in Hamburg. Hunderttausend Kameraden beim Bundesfest. or zwei Jahren ist die erste überparteiliche Organisation zum Schutz der Republif ins Leben gerufen worden. Sie entsprang ganz naturgemäß der Initiative einiger farblickender und energischer Sozialdemokraten, wie überhaupt das Reichsbanner seinen Vorläufer in den mutigen Sá.( Sicherheitsabteilungen) hat, die die bayerische Sozialdemokratie in der schlimmsten Zeit des Münchener Putschismus ins Leben ge rufen hatte. Die Uebertragung dieses bayerischen Vorbildes auf das ganze Reich und auf überparteilich republita nische Grundlage erwies sich als eine der nüglichsten Taten seit dem Kriegsende. Der Gedante fand lebhaften Anflang auch in bürgerlich- demokratischen Kreisen und, obwohl zunächst nur zögernd und vereinzelt, sogar beim Zentrum, vor allem in den Windthorstbünden. Der Aufruf zur Gründung des Reichsbanners wirfte auf Millionen von Republikanern, namentlich bei der Jugend und auf dem Lande, wie ein auf rüttelndes Signal. In Scharen strömten die Republikaner zur neuen Organisation und bewirkten allein durch ihren Zusammenschluß eine sofortige und fühlbare Ernüchte rung bei den Rechtsverbänden aller Art, die bis dahin das rung bei den Rechtsverbänden aller Art, die bis dahin das Feld allein beherrscht hatten und deren Uebermut infolgedessen feine Grenzen mehr fannte. Innerhalb kürzester Zeit war die immer frecher gewordene Propaganda für die kaiserlichen Farben Schwarz- Weiß- Rot zu rückgedrängt durch eine intensive, begeistert durchgeführte und begeisternd wirtende Propaganda für die Farben Schwarz Rot Gold, für die Farben der Republit. Was das Reichs. banner im ersten Jahr seines Bestehens allein auf dem Ge biete der Popularisierung der republikanischen Flagge geleistet und erreicht hat, fann nicht hoch genug gewertet werden. Nur grundsägliche Steptiker, die die ungeheuer praktische Bedeutung sogenannter Aeußerlichkeiten" verkennen, werden dieses Verdienst des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold nicht würdigen fönnen. fabrern, die den ganzen Weg per Rab zurückgelegt haben, ver. treten. Ferner ift Magdeburg, in dem im vorigen Jahr die erfte Gründungsfeier ftattgefunden hat, mit etwa 150 war rotgoldenen Fahnen vertreten. Die Ankunft der Oesterreicher. Der Platz vor dem Hauptbahnhof in Hamburg i festlich geschmüdt und wird durch viele hundert Bolizeibeamten abge sperrt, so daß sich der Anmarsch der Kameradschaften ungestört vollin dem prachtvoll und wirkungsvoll geschmückten Gewerkschaftshaus. ziehen tann. Das Hauptquartier der Festleitung befindet sich Hier fommen die Kameradschaften zusammen, um sich ihre Quartiere anweisen zu laffen. Bereits in den frühen Morgenstunden feßten die Anmärsche ein. Mit dem Berliner Frühzug, der gegen Mittag eintraf, tam der Borsitzende, Oberpräsident Hörfing aus Magde. burg mit dem Bundesschazkanzler Crohn und anderen Bundesbe amten an, die vom Bundesvorstand Hamburg festlich begrüßt wurden. Im Laufe des Nachmittages und Abenos, tamen die übrigen Kameradschaften teils in Sonderzügen oder den fahrplanmäßigen D- 3ügen an. Für nachmittags hat die Volksfürsorge den Bundes vorstand und die Leiter der Gaue zu einer Besichtigung dieser großartig am Alfterufer gelegenen Zentralverwaltungsgebäude, das großen deutschen Volksversicherungsanstalt eingeladen. In dem übrigens die einzige schwarzrotgoldene Fahne am Alfterufer zeigte, wurden die Gäste empfangen und durch sämtliche Räume geführt. Giner der wichtigsten und wirkungsvollsten Augenblice war es, als bahnhof, begrüßt von den brausenden Hochrufen der Menge und abends der Ertrazug mit den österreichischen Kameraden im Haupt Hochrufen bewillkommneten die österreichischen Brüder. Auf dem von den Weisen eines Mufitforps, einlief. Tausende von Heil- und Blaß vor dem Bahnhof sprach Bundeskanzler Crohn den Billtommsgruß. Darauf erwiderte Präsidialmitglied des österreichischen republikanischen Schußbundes, Pichler, der auf die Einheit von Deutschland und Desterreich hinwies. Wir wollen zurüd zum Reich, wir wollen zu der deutschen Republik und zum deutschen republikanischen Bolt und in diefem Sinne grüßen wir Sie und banken Ihnen allen für den herzlichen Willkommensgruß! Dar auf ertönte die ergreifende Weise des österreichischen Arbeiter. liedes. Nach der Begrüßungsfeier marschierten die Desterreicher in ihre Quartiere ab. Eine Ansprache von Otto Braun. Vorwärts- Verlag 6. m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenste.3 Boftichedtonte: Berlin 87 536 Banffonts: Bank der Arbeiter, Angeftelten und Beamten, Ballfte. 65: Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Bindenfte. B. Reaktion und Feme. Ergebuiffe der Untersuchung im Landtagsausschuh. Fünf öffentliche Sigungen hat bisher der Ausschuß des Breußischen Landtages zur Untersuchung der Beziehungen zwischen Fememördern, deutschnationalen Abgeordneten und Arbeitgebern abgehalten. Als seinerzeit der Barmat- Ausschuß feine 54 Sigungen begann, da stand es für die Moralisten der Rechtsparteien bereits fest, daß Barmat ein Schieber und jeder seiner persönlichen Freunde ein forruptes Individuum war. Noch ehe jedoch der Femeausschuß des Landtagsausschusses es auch nur auf fünf volle Verhandlungstage gebracht hat, glaubt die Rechtspreffe ihren Freunden versichern zu fönnen, die Untersuchung stehe vor dem Fiasko. manche Ergebnisse der Zeugenvernehmung der Reaktion derart Ist es wirklich so? Oder sollten nicht vielmehr schon jetzt unbequem fein, daß man lieber schleunigst Schluß machen und die öffentliche Aufmertfamteit an andere Dinge fesseln, fie von dem Standal ablenten möchte, der in dem Sizungszimmer des Landtags offenfundig wird? Gründungsbeschlusses seine Aufgabe etwas inapp gefaßt. Um Gewiß, der Ausschuß hat durch die Formulierung seines Doppelarbeit zu vermeiden, hat er von vornherein seine Arbeit auf einen ganz kleinen Teilausschnitt aus dem Treiben der reaktionären Feme und ihrer Hintermänner beunter die Lupe nehmen, von dem man weiß, daß er irgendwie schränkt. Wie leicht hätte man es, wollte man jeden Agrarier die Schwarze Reichswehr begünstigt und mit besonderem Schneid jene Kommandos" unterstützt, deren ruchloses Treiben Fememörder, deutschnationale Abgeordnete, Arbeitgeber ein Schmach fled am fulturellen Leben des Volkes ist. Schulz- Behrens Bengen abzufchweifen. Das übrige Material diese Themenstellung verhindert, allzu weit von dem Fall bleibt der großen Untersuchung im Reichstag vorbehalten, die demnächst beginnt. Was aber schon jetzt bekannt wird und nur sozusagen als Abfallprodukt der Untersuchung herausfommt, das ist allein schon wert, als Rennzeichen einer durch Krieg und Inflation verwilderten Moral, im Lager der Unternehmer, eines fleinen rechtsgerichteten Flügels der chriftlichen Gewerkschaften und der rechtsgerichteten Barlamentarier der Nachwelt erhalten zu bleiben. * Bor Jahresfrist fonnte das Reichsbanner in Magbe burg, in der Stadt seiner Geburt und am Sig seiner Bundesleitung, den ersten Jahrestag feines Bestehens feiern. Dieser Tag gestaltete sich zu einer mächtigen Heerschau und lenkte die Aufmerksamkeit auch des Auslandes auf das Bestehen einer organisierten freiwilligen Schußtruppe der Republit. Seitdem hat es an örtlichen Tagungen ähnlicher Art nicht gefehlt und fcher Ministerpräsident Otto Braun, preußischer Bohlfahrts Teilbilder, die zeigen, wie ungeachtet aller Klagen über die fast jede größere Stadt im Norden und Süden, im Westen und Often des Reiches hat mächtige Rundgebungen des Reichs banners erlebt. find in Hamburg eingetroffen Reichstagspräsident 28 be, preußi Sur Tellnahme an der zweiten Bundesfeler des Reichsbanners minifter Hirtfiefer, Oberpräsident horsing, Reichstagsabgeordnete Sollmann, Haas, Ministerpräsident a. D. Bud, Reichstagsabgeordneter Graßmann, Borsitzender des ADGB., und Dr. Struwe. Um 8 Uhr 34 min. lief der endlos lange Nachdem aber diese erste Arbeit der Propaganda ihre Berliner Zug, ber ungefähr tausend Kameraben brachte, ein. volle Wirkung getan und die Reichsbannerbewegung ihre Wur- Eine Demonstration von ungeheurer Bucht und erschütternbem zeln fast in jedem deutschen Dorfe geschlagen hat, hat die Ernst fand auf dem Platz der Republik in Altona zu Ehren des Bundesleitung des Reichsbanners die Kameraden aufgefordert, preußischen Ministerpräsidenten Braun statt, der in Altona Quartier der Not der Zeit entsprechend, ihre auswärtigen Veranstaltungenommen hat. Durch eine etwa 1½ Rilometer lange Fadelträger. gen einzuschränken und ihre materiellen Kräfte für den reihe schritt der preußische Ministerpräsident Braun, begleitet von zweiten Bundestag aufzusparen, der heute in Samdem Reichstagspräsidenten Löbe und dem Oberpräsidenten Hörfing burg stattfindet. Der Erfolg dieser Parole tommt am zu dem Rathaus. Dort versammelten sich sämmtliche Fackelträger deutlichsten in einer einzigen Zahl zum Ausdrud: Hundert zu einem Lichtermeer. tausend Kameraden sind in der alten Elbestadt aus ellen deutschen Gauen, einschließlich Deutschösterreichs, ausammengeströmt und demonstrieren für die Republik, für den Einheitsstaat, für soziale Gerechtigkeit und für den Frieden. Ihnen gilt der Gruß der gesamten deutschen Sozialdemokratie, die mit dem Reichsbanner millionenfach verknüpft ist und die feine Erfolge als die eigenen feiert. Frei Heil!" B Das Heer der Republik. Hamburg, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die zweite Bundesgründungsfeier des Reichsbanners Schwarz Rot- Gold, die am 20. und 21. Februar in Hamburg stattfindet, ist zweifellos die großartigste und mächtigste republikanische Rundgebung, die der deutsche Nordwesten an der Waffertante bisher gesehen hat. Nicht weniger als 20 Sonberzüge aus allen Teilen des Reiches sind vom früheren Morgen bis in den späten Abend nach Hamburg gerollt, darunter drei Sonderzüge aus dem Gau Magdeburg, drei aus Hannover, einer aus Berlin und einer auch aus Desterreich. Ferner find Sonderzüge gekommen aus Braunschweig, aus Kiel, Rostod, Holstein und Flensburg. Damit nicht genug, sind eine große Anzahl Dele gationen des Reichsbanners aus allen Teilen des Reiches ge tommen, so aus München, Nürnberg, Hof i. Bayern, Weiden in Bayern, Dresden, Görlig, Breslau, Stuttgart, Halle, Leipzig, Chemniß, Rönigsberg i. Br., aus dem öftlichen Westfalen. Wie im vorigen Jahre haben es sich auch eine große Anzahl von Reichsbannerfameraden nicht nehmen lassen, sowohl zu Rad wie zu Fuß nach Hamburg zu kommen. So find aus Haßfurt a. M. zehn Reichsbannerkameraden 10 Tage lang zu Fuß nach Hambarg gegangen. Andere sind aus dem Gau Magdeburg auf Laft autos herangelommen. Der Gau Magdeburg ist allein mit 300 R a b. Bom Altan des Rathauses hielt Ministerpräsident Braun eine Ansprache an die Bersammelten, die in der Erklärung gipfelte, daß das Reichsbanner nunmehr das Stadium der Ver. teidigung überwunden habe und zur Offensive gegen seine Feinde übergehen müsse, die noch viel bescheidener werden müßten, als bisher Es gelte für die deutsche Republik die Köpfe und die Herzen des deutschen Boltes zu erobern. Hier muß die freie deutsche Republik so feft verantert werden, daß die Frage, ob Republik oder Monarchie, überhaupt nicht mehr gestellt werden kann. Der heutige zweite Bundestag ist eine wichtige Etappe zu dem großen, dem einigen großdeutschen Baterland. Braun schloß mit einem dreifachen begeistert aufgenommenen Fret Heil." Nach ihm sprach der Reichstagspräsident 28 be, der seine Republit. In den Vororten fanden nunmehr 10 großartig verlaufene Worte austlingen ließ in einem Frei Hell" auf die großdeutsche Bersammlungen statt, in denen die aus allen Gauen Deutschlands herbeigeeilten Kameraden gefeiert wurden. Die Besatzungsstärke im Rheinland. Brüssel, 20. Februar.( TU). Amtlich wird gemeldet: Bor der Räumung betrug die Zahl der Besakungstruppen 73100 Fran30fen, 12000 Engländer und 14000 Belgier. Seit dem 1. Februar ift die Truppenzahl uuf 59000 Franzosen, 7600 Engländer und 7500 Belgier reduziert worden. Heute wissen wir aus den Verhandlungen, daß an allen Eden und Kanten Geheimfonds vorhanden sind, aus denen ben Zeugenaussagen im Landtagsausschuß nur interessante die Reaktionäre ihre finanzielle Unterstützung beziehen. Dar über wird noch viel zu sagen sein. Borläufig ergeben sich aus Ichlechte Wirtschaftslage manche Kreise aus dem Vollen Schöpfen können. Durch vertrauliches Bettelschreiben gründeten die Unter nehmer den„ Arbeitszeitfonds". Er betrug etwa 250 000 m. ie wurde er verwandt? Herr v. Bengen legte ein überaus beredtes Schweigen an den Tag, als ihm vorgehalten wurde, daß 196 000 Mart davon allein an jenen Herrn Karl Erdmann für seine literarische Propaganda gezahlt wurde. Er bestritt nicht, daß das mit der Bespigelung von Kommunisten Bureau des Oberstleutnants Kienzl aus der gleichen Geld und mit der Bildung nationaler" Betriebszellen betraute quelle Unterstüßung erfuhr. 3000 Mart wurde den nation nalen Arbeitervereinen geschenkt. Die 5000 Mart, die Behrens und Meyer für Schulz verwandten, waren ebenfalls bereits aus den Büchern der Arbeitgebervereinigung gestrichen, als unter dem Druck der öffentlichen Kritik die Rüdzahlung erfolgte. Kleinere Fonds finden sich überall, wo eine so ,, nationale" Sache gepflegt wird, daß man über sie nicht gern spricht. Herr v. Oppen hat solche Fonds, der deutschnationale mener hat einen, überall stehen die Gelder zur unbeschräntten Berfügung. Die evangelisch- soziale Schule zu Spandau stellt sich eben alles als eine solche Sammelstelle dar. Ueber der Verwendung dieser Gelder schwebt dasselbe Schweigen, das eine deutsche Justiz über die Fememordprozesse legt. Sollte das wirklich nur Zufall sein? Oder sind nicht in vielen Fällen die Empfänger die gleichen Personen reise, wie diejenigen, in denen terroristische Gedanken und Pläne gepflegt werden? Die Lager der Putschisten waren es ja, in denen der Fememord verübt wurde. Es brauchte desnicht Fememördern, sondern nur Freunden der nationalen wegen längst nicht jeder ein Fememörder zu sein, und man fann daher sehr wohl unter Eid aussagen, daß die Gelder Bewegung zuflossen. Wo sich die Kreise der Nationalisten von denen der Freunde der Geheimorganisation unterscheiden, das ist oft beim besten Willen nicht immer erkennbar. Und noch weniger läßt sich in der Regel feststellen, an welcher Stelle die nationalistische Romantit sich zu jener strupelfreien und rücksichtslosen Feindschaft gegen den politisch Andersdentenden verdichtet, die die Atmosphäre des Fememordes entftehen läßt. Schlimmer müssen die Zustände, die sich in der Femeuntersuchung herausstellten, auf die politischen und sozialen Auseinandersehungen innerhalb der einzelnen Gemertschafts- I rei, die die Achtung vor dem Leben des Nächsten vernichtet richtungen auswirken. Im Gegensatz dazu, was andere gern möchten, haben wir immer einen Unterschied gemacht zwischen der Gesamtheit der christlichen Gewerkschaften und dem kleinen rechtsgerichteten Flügel, der unter der Führung der Behrens, Meyer und Genossen steht. Um diesen legteren, besonders um den Zentralverband der Land arbeiter handelt es sich, wenn die soziologischen Rüd wirkungen der Arbeitgeberpolitik eines v. Zengen innerhalb der Arbeiterschaft tritifiert werden. Hier im christlichen Landarbeiterverband- wählen Proletarier ihre Vertreter in die Deutschnationale Volkspartei, die Partei der Arbeiterfeinde. Diese politisch- parla mentarischen Exponenten einer irregeleiteten Gemertschaftspolitik gingen so in der engen Gemeinschaft mit ihren deutschnationalen Freunden auf, daß es feinen Unterschied mehr gibt. Niemand jindet etwas dabei, wenn man sich von den industriellen Arbeitgebern Geld pumpt. Bon großagrarischen Freunden nimmt man für nationale Boltsaufklärung" bereitwilligst Spenden entgegen. Ein Direktor des pommerschen Landbundes, Herr Malettke, wird der würdige Repräsentant in den Wirtschaftsunternehmungen des Arbeiterverbandes. Entläßt man eine Stenotypistin, so findet sie Beschäftigung beim Fememördersyndikus, Herrn Rechtsanwalt Dr. Sa d. Mit Herrn von Oppen, zu dem es aus gewerkschaftlichen Gründen für die christlichen Landarbeiter nach der Meinung des Herrn Behrens feine Brüde gibt, findet man sich zu sammen, wenn dem Oberleutnant Schultz Geld zu befferer Gefängnislost beschafft werden soll. Und so ziehen sich die Fäden gesellschaftlicher Freundschaft vom Arbeiterführer bis in die dichteste Nähe der Leute, die ihre große Aufgabe eben in der Pflege der putschistischen Geheimorganisationen sehen! Kann man glauben, daß das alles wirklich nur zufälle find? Am deutlichsten begründet sich der Zweifel in der Tatfache, daß ein früherer Oberleutnant und Führer der Schwar zen Reichswehr, Herr Schulz, mit der Organisation der fogenannten Landvoltgenossenschaften des 3en tralverbandes der Landarbeiter betraut wurde. Läßt nicht der Name und der politische Ruf des Organisators weitgehende Schlüffe auf den Charakter der Genossenschaften zu?-Aus dem Zusammenbruch zahlreicher Genossenschaften des Reichs landbundes weiß man doch, daß es in der Landwirtschaft zahlreiche Genossenschaften gibt, deren wirtschaftlicher 3med nebenfächlich ist neben dem politischen, gleichgerichtete Kräfte zusammenzufassen. Neben dem Bezug landwirtschaftlicher Arbeitskleidung lohnt auch der genoffen fchaftliche Einkauf uniformartiger Anzüge und fräftiger, zu Landarbeit und Geländeübungen gleich geeigneter Stiefel Betrachtet man die Sache unter diejem Gesichtspunkte, zieht man ferner das Borleben des Oberleutnants Schulz in Be tracht, so drängt sich doch geradezu die Vermutung auf, daß diefer feine Hauptaufgabe darin sehen mußte, Gesinnungs freunde tameradschaftlich zu sammeln und genossenschaftlich zusammenzuschließen. Hat aber diese Art Genossenschaftspflege noch irgend elmas mit dem Gedanken der unpolitischen wirtschaftlichen Organisation der Verbraucher gemein, oder ist sie nicht nur ein neuartiges Betätigungsfeld für diejenigen Kreise, in denen die Femeromantik zu graufigen Taten muchs? Noch stehen mir vor mancher offenen Frage Der Aus blid aber meitet sich mit jeder neuen Bernehmung Bielleicht ist den Leuten, die durch ihre reaffionäre Rofitit Teile der Arbeiterschaft ins Lager der politischen Rechts. parteien hinüberletten wollten, nicht fehr wohl bei dem Gedanken, daß man bald ganz flar fehen wird. Bir tönnen ihnen das nachfühlen. Aber der politische Rampf wird erst dann ein Rampf der freien Meinungen und der freien Kräfte sein, menn er geläutert wird von jener unterirdischen putschistischen Wühle. Ein Lebenswerk. Bon Paul Gutmann In dieser Zeit, wo die Luft angefüllt ist mit dem Getöse täglicher Minderwertigkeit blüht uns ein Bunder auf, dessen teilhaft zu werden feiner verabsäumen sollte. Wenn auch das Lebenswert des malers Lovis Corinth von der Kunstkritik bereits hinlänglich gemür. digt ist, so kann der Chronist, der so vieles Unzulängliche zu bemän geln hat, an diesem großen Ereignis, wie es die Ausstellung in der Rationalgalerie darstellt, nicht ohne Lob und Ergriffenheit vorübergehen. Hier hat ein Mann einfacher Herkunft, ein Mann des Boites, in zäher Arbeit von fast einem halben Jahrhundert, diesem felben Volf ein fünstlerisches Geschent gemacht, wie es in solcher Fülle und Großartigkeit nur in weiten Zeiträumen wiederzukehren pflegt. Das und die verblendeten Haß zur politischen Antriebskraft werden läßt. Die Beseitigung dieser Schladen veralteter Staatsund Gesellschaftsauffaffung ist das höchste Ziel wahrhaft demofratischer Politik. Es zu erreichen, wird nicht schmer sein, wenn alle, die für die Reinheit des politischen Lebens eintreten, den Kampf gegen den Putschismus ohne Rücksicht auf deffen bewußte Freude und unbewußte Helfer durchfechten. Darin ist die Arbeit des Landtagsausschuffes ein hoffnungsvoller Anfang. Deutschnationale Konsequenz. Die Fraktion zu 50 Prozent. Gestern hielten die Fraktionsredner der Deutschnationalen im Reichstag bei der Beratung des Etats des Arbeitsministeriums zwei große Reden. Zunächst sprach der deutschnationale Abgeordnete Ra de ma dher über die Sozialversicherung. Nach der sozial. reaktionären Rede von Rademacher erhob sich sein Parteifreund 2ambach und erklärte, Rademacher habe nur seine persönliche Ansicht ausgesprochen, die von seinen Fraktionsfreunden nicht geteilt werde. Rademacher Der Direttor von Blohm und Boß, Abgeordneter Got, hielt eine unglaubliche Rebe über die Schlichtungsausschüsse. Nach dieser Rebe vertrat seine Parteifreundin Frau Be h m den entgegengesetzten Standpunkt und erflärte alles für falf, was Got gefagt hatte. Sie bedankte sich bei den Schlichtungsbehörden für die Hilfe, die sie den Heimarbeitern geleistet hätten." Rademacher desavouiert von Lambach, Gof desavouiert von Frau Behm das ist doch noch Konsequenz und einheitliche Politik! das ist doch noch Konsequenz und einheitliche Politik! Neue Fememorde? Küftriner Mordprozeß am 15. März. = Deutschnationale und Verfassung. Anträge zur Verschlechterung der Reichsverfassung. Die Deutschnationalen haben im Reichstag einen Antrag zur Revision der Reichsverfassung eingebracht. Sie wollen den Artikel 54 der Reichsverfassung aufheben, oder doch so abändern, daß die Macht der Regierung und des Reichspräsidenten gegenüber dem Reichstag gestärkt wird, und sie wollen neben den Reichstag ein Oberhaus, oder einen Senat, wie sie es nennen wollen, stellen, dessen Mitglieder nicht im Wege allgemeiner und direkter Wahlen be stellt werden. Die Anträge haben feinerlei Aussicht, eine Mehrheit im Reichstage zu finden, geschweige denn eine verfassungsändernde Mehrheit. Sie sind eine Demonstration und dienen der deutschnationalen Propaganda bei den eigenen Anhängern. Die Tendenz ist nicht Reform der Verfassung, sondern Revision nach rückwärts. Reform der parlamentarischen demokratischen Verfaffung ist möglich unter dem Gesichtspunkt, die Funktion von Regierung und Parlament au einem immer effektiveren Ausdruck des Bolkswillens zu gestalten. Der Versuch, Vorrechte von Körperschaften und Personen zu erweitern, die nicht aus dem Volkswillen hervorgehen, ist nicht Reform, sondern Verschlechterung. Die Stärke der Regierungsgewalt in der Demokratie geht nicht aus ihren Vorrechten hervor, sondern aus ihren millens. Die Stärke ist eine Frage der Funktion, nicht eine Persönlichkeiten, ihrer Politik und der Stärke des Volfs= Frage des Vorrechts. Die Schaffung von Borrechten, weit davon entfernt, die Demokratie lebendiger zu gestalten und lediglich zu einer Bersteinerung führen. die Funktionen der Regierung effektiver zu machen, würde Die Forderung der Deutschnationalen nach einer Stärfung der Regierungsgewalt gegenüber dem Parlament iſt anderen Erwägungen entsprungen. Sie geht aus von der Tatsache, daß Hindenburg Reichspräsident ist. Würden ihm stärkere Rechte gegenüber dem Parlament gegeben, so hoffen die Deutschnationalen, durch ihr Einwirfen auf ihn ein Parteivorrecht gegenüber dem Reichstag zu gewinnen. Wäre eine Persönlichkeit Reichspräsident, die weiter links steht als die Mehrheit des Reichstags, so würden die Deutschnationalen diesen Antrag gewiß nicht stellen. Er steht auf den zwei Augen Hindenburgs. Er ist schlechteste Opportunitätspolitik und befigt feine ernhaft der Prüfung bedürfende grundsägliche Bedeutung. Der Landsberger Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Braune hat in den letzten Tagen im Berliner Untersuchungs. gefängnis die dort inhaftierten Fememörder zweds Nachprüfung der Meldungen über noch nicht bekannte Feme morde in der Rüstriner Gegend vernommen. Es handelt sich vor allem um Mitglieder der Femegruppe des Feldwebels Klapproth, der zwei oder drei neue Fememorde nachgewiesen merden sollen. Auch die Femegruppe Büsching, deren Führer immer noch nicht ermittelt ist, foll in diese neue Femeaffären per Der andere Antrag der Deutschnationalen läuft auf die widelt sein. Vor allem der Fall des Feldwebels Hermann, der am 27. September 1923 auf Fort Gorgas bei Rüftrin bei dem Absicht hinaus, den alten Bundesrat wieder einzuführen. In Waffenreinigen versehentlich" getötet worden ist, fommt der Begründung des Antrages durch Graf Westarp in der hier in Frage. Der unter dem Attenzeichen Schibur und Ge- Kreuz- Zeitung" wird ausdrücklich Bezug genommen auf noffen" demnächst vor dem Landsberger Schwurgericht aufgerollte die bayerischen Bestrebungen, die föderalistischen Elemente große Küstriner Mordprozeß wird am 15. März feinen in der Verfassung zu verstärken. Auch hier handelt es sich Anfang nehmen. nicht um die Erwägung, wie die Funktionen von Regierung, Barlament und Reichsrat reibungsloser und zweckmäßiger gestaltet werden könnten, sondern um Opportunitätspolitik. Der deutliche Hinweis von Graf Weftarp auf den demokratischen Reichsinnenminister läßt erkennen, daß der Antrag Schwierigkeiten zwischen der Demokratischen Partei und der Bayerischen Volkspartei, zwei Regierungsparteien, größern soll, wie gerade in der Frage des Föderalismus bei der Regierungsbildung startervorgetreten find. Bayerische Bauernbundkrise. München, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der rechts. stehenden banerischen Presse murde gegen den niederbayerischen Bauernbundführer Kübler in letzter Zeit ein heftiger Feldzug geführt, und zwar megen deffen Reise nach Most au im Jahre 1923 und seiner Haltung auf dem damaligen sogenannten Belt bauerntongreß. Diese Treibereien haben zu einer neuen Berschärfung der Gegensäge zwischen dem rechten und bem linken Flügel im Bayerischen Bauernbunb geführt, der als Roalitionspartei der bayerischen Regierung angehört. Am Sonnabend tagte zur Beilegung der Differenzen in München der Landesporstand des Bauernburdes. Die Beratungen endeten bamit, daß Rübler bis zur völligen Klärung seiner Betätigung in Mostau aus dem Bauernbund austrat Durch diesen freiwilligen Schritt Rüblers, der zusammen mit seinem Freunde Gandorfer befonders in Niederbayern über eine große Anhängerschaft verfügt, ist zunächst eine endgültige Spaltung der Partei des Bauernbundes vermieden. aneinander mit einer Kette an den Füßen verbunden auf einer Steinbant fauern, sind von einer suggestiven Kraft des Erlebens, die an die visionären Figuren des Signorelli im Dom zu Orvieto etinnern. Die Todfeindschaft der durch die Sinnlichkeit aneinander. gefesselten Geschlechter, bas Beib mit dem Blid eines Raubtieres und der Mann, dumpf hinbrütend in seiner gelähmten Stärke, ist auf diefem über die Zeit hinausragenden Werf ins Symbolische gefteigert. Alter und Krankheit zerstörten nicht das Genie dieses Malers, fie steigerten es ins Bisionäre. Wie im Krampf zaubert die beinahe gelähmte Rechte Landschaften und Blumen zu einem neuen chaotischen Dafein voll rasender Farbenglut und Efftafe. Nur im Traum auden derartig phantastische Lichter über einer märchenhaften Schöpfung auf. Dieser Mann stammt aus Tapiau, fast an der Grenze Litauens, einem Städtchen mit wenig Häusern und viel Rindvieh auf der Beide, mie es in großen Flächen auf einer feiner absichtlich naiv gehaltenen Schilderungen zu sehen ist. Er ist ein Sohn des Boltes, ber die unermüdliche Arbeit des Boltes, seine Urfraft, seinen Triumph in einem mächtigen Farbenrausch gedichtet hat. Wert, das hier zu einer überwältigenden Schau vereinigt ist, bedeutet ein nationales Ereignis. Es ist unverständlich, daß die Berwaltung der Nationalgalerie den Eintrittspreis für die Corinth- Ausstellung so hoch, nämlich auf amei Mart, bemeffen hat. Dringend zu wünschen wäre es, wenn durch Herabjegung des Preises auch der breiten Masse Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung, menigstens am Sonntag, geboten würde. Eine kultivierte Abendunterhaltung. Schauspielhaus. Was an dieser Ausstellung von Berten der Malerei, die das erfte und zweite Stockwerf der Galerie ausfüllen, auch dem Un fundigen zuerst emponiert, ist der unerhörte Umfang ber Arbeit. Hier hat ein Athlet fich zeitlebens abgemüht, die sichtbare Belt mit Binsel und Farbe zu bewältigen, mit einer Ausdauer und, sagen wir, einem Training, wie es die heutige Menschheit vorzugsweise an Bogern, Ringern und Wettfahrern bewundert. Was ist ein Sechsfagerennen um die gleiche Rennbahn im Vergleich zu diesem Halb. jahrhundertstreben nach der Darstellung der fichtbaren Lebensfülle! Wie bei der sportlichen Leistung der Anfang noch die Mühe verrät und erst auf der Höhe des Trainings Leichtigkeit und Sicherheit erreicht wird, so ist dieser Maler im Beginn seiner Tätigkeit ein ängstlicher Realist, der an der Zufälligkeit der Erscheinung haftet. Noch ist die Farbe trocken, noch sind die Bewegungen steif, wenn auch die Schärfe der Beobachtung bereits bewundernswert ist. So zeigen die Bilder aus der Münchener Zeit noch die Mühe der Lehrjahre. Mit welcher souveränen Leichtigkeit aber beherrscht der Meistermann. Eben erst hat er im Schauspielhaus den Dftpolzug" auf Leopold Jeßner, der Staatstheaterintendant, ist ein vielseitiger auf der Höhe des Mannesalters Form und Farbe. Fleisch quillt und leuchtet, die Muskeln bersten schier vor verhaltener fahren lassen, eine literarisch sehr belastete Angelegenheit, in der Kraft, die Materie, wie Eisen und Stoffe, ist in ihrer Struftur fast ein einziger Darsteller spielt, und gestern brachte er eben dort die erfühlbar. In diesem Rausch des Könnens wirst der Athlet starfe Ilraufführung einer durchaus mondänen Komödie, die bestimmt männliche Rörper, wie den eigenen, oder strogende weibliche Forteiner für ein fünftlerisches Experiment ansehen wird. Um das men, wie die feiner Frau, und die findliche Rundheit des Säuglings spielerisch auf die Leinwand. Die Arbeit wird zur Inbrunst, das Leben ist eine Orgie. Wie ein Eroberer steht er da, ein Mensch der Steinzeit, mit dem nackten Weib in seinem Arm, als hätte er es erfämpft, die Finger noch in das blühende Fleisch verkrampft. Seine Frau mit dem Säugling an der Brust ist ein Hymnus auf alles Beugende, auf das überquellende Leben. Alles Kranthafte, nervöse, Zwiespältige, das die Jugend heute so anzieht, ist diesem Urmenschen aus Ostpreußen fremd. Wo er das Leiden, wie die Passion Christi oder den geblendeten Simson darstellt, flingt immer der Triumph des lieberminders durch. Wo soll man anfangen, wo aufhören! Ebenso groß wie in feiner Aftmalerei ist er im Borträt, jo por allem in dem erstaunlichen Bildnis des Dichters Renserling aus der Mün. chener Galerie. Nicht alles ist voltommen und an manchem stört diese oder jene Einzelheit. Aber selbst der höchste Maßstab der Kunst läßt sich an sein Werk anlegen, wie an das dramatisch bewegte Diefe beiden nackten Menschen, der robuste Mann und das leidenschaftlich sinnliche Beib, die da " Duell am Bido" von Hans J. Rehfifch entbrannte fein Bremierenlärm, man war völlig einverstanden, es errang einen foliden Publikumserfolg. Der Dreiafter ist dem Kopf eines flugen und erfahrenen Bühnentechnikers entsprungen. Der Autor wird fit fich in Anspruch nehmen wollen, er hätte die Komödie mit dem Herzen geschrieben. Das wäre ein Irrtum. Bon Menschenliebe, von Edelmut und anderen schönen Tugenden ist viel die Rede, und buddhistisch fonfutsische Anschauungen geistern mystisch durch has Stud. Aber das empfinden wir nur als Beimert, als Beiwert eines ganz auf Spannung gestellten Dramas. Diese pridelnde Er wartung bringt die Hauptfigur hinein, der Baron Cederström, der fein Baron ist, sondern ein fast genialer Hochstapler mit etwas übertrieben hohen Geistesfähigkeiten. Ein Energiebold. An falter Berstandesschärfe und Gelaffenheit beinahe ein Sherlok Holmes. Aber sehen Sie, er hat eine schwache Stelle, das ist die Geliebte, Ellen, das Bürgermädchen mit dem problematischen Gefühlsleben. Als die ihm von einem Kosmopoliten, einer Art weltmännischen Fabelwesen, in seiner Abwesenheit weggeschnappt wird, da flappt Der Eine Diskussion über die zwedmäßigste Berfaffung in der Demokratie, über die Frage, mie Regierung und Parla ment funktionieren müffen, um den Bolfswillen möglichst effektiv zum Ausdrud zu bringen, fann sehr interessant und fehr fruchtbar fein. Darum aber geht es den Deutschnatio nalen nicht. Es geht ihnen nicht einmal darum, eine Aftion gegen Ausbau und Bertiefung der Demokratie zu unternehmen. Sie stellen Anträge zur Revision der Berfassung lediglich aus fleinlicher Opportunitätspolitif. In Griechenland hat man eine Anzahl Politifer auf: eine ferne Insel perfchifft, und die Marine funft ihre Regje rungstreue. Also dicke Luft. er fraftlos zusammen. Seine fnisternde Energie ist fertgestoben. Die problematische Ellen ha taber auch den Kosmopoliten auf dent Gemiffen. Er erkennt, daß er sein überirdisches Kosmopolitentum um ein Nichts aufzugeben willens gewesen ist. Ellen entpuppt fich nämlich als ein gewöhnliches und höchft fümmerliches Beibesideal. Darin werden sich die Nebenbuhler einig. Und statt der Geliebten gewinnt jeder einen Busenfreund. Das alles ergibt eine anregende und wohltuend vornehme Abendunterhaltung. Mehr nicht. Perchans Bühnenbild paßt sich der fultiviert gemählten Tonart der Komödie an. Die Halle des eleganten Hotels am Lido machte einen pompös prächtigen Eindrud, revuemäßige Augenweide. Auf diese Uebereleganz und vornehme Gelassenheit mar Je ßners. Inszenierung im ganzen eingestellt. Den Erfolg hat Rehfisch dem Cederström des Rudolf Forster und dem Kosmopoliten des Fritz Koriner aufs Konto zu schreiben. Friz. Kortner, ein unheim licher, in seiner Ruhe ein von Energie schmelendes Wesen, mit den läffigen Bewegungen eines vollendeten Diplomaten. Rudolf Forster ein lebendes Bild flattriger Unftetigkeit und fraftloser Zerbrochen heit. An dem Erfolg des Abends hatten außerdem teil Lucie Mannheim, Anton Bointner und Eugen Burg. Ernst Degner. Volksbühne:„ Sturmflut" von Alfons Paquet. Das zehnfach gebildete, die ruffische Revolution und ihre piel fachen Berirrungen und Verwirrungen dramatisierende Schauspiel des weltgewandten und mortgewandten Schriftstellers wurde von Erwin Piscator inszeniert. Es taten sich zusammen zwei Idealisten und zwei Ideologen, die der Meinung sind, daß mit sehr viel technischem Aufwand auch ein erschütterndes Drama gemacht merden kann. Das theatralische Rechenerempel des Dichters und des Regiffeurs ging nicht vollkommen auf. Die Ursache hierfür soll am Drama auf der Bühne und dem Drama auf der Filmleinemand viel Montag noch geprüft werden. Vorläufig werde festgestellt, daß dem Teilnahme bezeugt wurden. Der Mischling aus Kino und Sprech bühne scheint also die Neugier gelockt und die schon etwas verfalfte Form des ehrwürdigen Gudfaftentheaters etwas gelodert zu haben, M. H. Ein Elle- Caster- Schüler- Abend findet am 26. Februar ftatt. Die Dich. erin wird selbst aus ihren Berken lesen. Friedrich Hollaender spielt Stompofitionen zu ihren Dichtungen. Heinrich Fischer hält die einlei tende Rede. Hans Poelzig hält am Montag, 8 Ubr, einen Bortrag über Festbauten in der Staatlichen Kunstbibliothek, Prinz- Albrecht- Str. 7a. Hindemiths neues Cellofonzert op. 36 gelangt im Ronzert des Berliner Sinfonie- Drchesters unter Leitung von Dstar& rieb am 21. Febr. im Blüthnersaal zur Erstausführung. Die letzten Kostümbälle. Der Steimann ball wird in den Gesamträumen des Roo am 24. Februar in einem phantastischen Milien statt. finden. Der Gefin beball der Bühnengenossenschaft wird gleichfalls. im 300( am 27. februar) gefeiert. Eine neue afritanische Forschungsreise. Prof. Frobenius trat eine neue Forschungsexpedition nach Aegypten, Nubien und dem Roten Meer an, die an seine früheren Reisen im Nordwesten Afrikas anknüpit. Frobenius erhofft davon bedeutende Ergebnisse, die ein neues Licht auf die Geschichte Aegyptens und Rubiens werfen werden. Aufwertung für Kapp- Rebellen. Privatklage von Lüttwig und Bischof gegen das Reichswehrministerium. Die deutschen Fürstenhäuser verlangen von der deutschen Republik Abfindung und Aufwertung. Gerichte der Republik stehen den Fürstenhäusern bei ihren Forderungen bei. Monarchistische Offiziere, die einen Beruf daraus machen, täglich die Republik zu bespeien, erhalten von der Republit Benfion. Fürsten, die während des Krieges in hohem militärischen Rang standen, erhalten von der Republik hohe Offizierspenfionen. Der Egtronprinz Rupprecht v. Bayern, das Haupt der bayerischen Putschisten, nimmt Pension als Generalfeldmarschall von der Republik. Bei solcher Generosität melden sich nun auch die Führer des Kapp Putsches. Der Meineidsgeneral Lüttwizz und sein Gehilfe Bifchof fordern vom Reichsmehrministerium Gnadengehalt und Aufwertung. Der folgende nüchterne Gerichtsbericht zeigt, was KappRebellen heute in der Republik noch möglich ist: General v. 2üttwig, der militärische Führer des KappButsches, und der ebenfalls am Rapp- Unternehmen beteiligte einstige Butsches, und der ebenfalls am Kapp- Unternehmen beteiligte einstige Kommandeur der Eisernen Brigade im Baltitum, Major Bischof, haben gemeinsam das Reichswehrministerium auf Auswertung des von ihnen nach ihre Pensionierung im Jahre 1920 beanspruchten Gnadengehalts für ein Bierteljahr verklagt. Dieser aus verschiedenen Gründen recht intereffante 3ivilprozeß wurde nach der im vorigen Jahr erfolgten Amnestierung der beiden Offiziere anhängig gemacht und beschäftigte am Sonnabend zum ersten Male die 26. Zivilkammer des Landgerichts I unter Borsitz von Landgerichtsdirektor v. Wedel. Pallow. Die beiden Offiziere stellten sich auf den Standpunkt, daß ihre Pensionierung bereits vor dem Kapp= Putsch erfolgt sei, und daß sie deshalb Anspruch auf ein Bierteljahresgehalt hätten. Der Einwand des Reichswehrminifteriums, daß dieser Anspruch verwirkt sei durch ihre Flucht nach Zusammenbruch des Kapp- Butsches, daß sie sich also unerlaubt vom Heere entfernt oder gar Fahnen flucht begangen hätten, treffe nicht zu, weil sie als pensionierte Offiziere das Recht hätten, ihren Wohnsiz nach Gutdünken selbst zu wählen. Ueberdies feien sie, wie ihr Rechtsbeistand darlegte, nur irrtümlicherweise in dieses Unternehmen hineingezogen worden. Auch der Hinweis, daß derartige Ansprüche innerhalb von vier Jahren geltend gemacht werden müßten und andernfalls verjährten, fomme nicht in Frage, weil ja bis zu ihrer Amnestierung eine Beschlagnahme ihres gesamten Vermögens statt gefunden habe, und das Reichswehrministerium daher berechtigt gewesen sei, vorübergehend die Gehaltszahlung zu verweigern. Die Berjährungsfrist laufe also erst seit der Freigabe der Bermögen nach erfolgter Amnestie. Sowohl General v. Lütimiz, wie Major Bischof verlangen vorläufig 50 Proz. des in Goldmark umgerechneten Betrages, der im Jahr 1920 ein Bierteljahresgehalt eines Generals bzw. eines Majors ausmachte. Der Bertreter des Reichswehrministeriums bestritt demgegenüber jeglichen Rechtsanspruch der beiden Offiziere, vor allem auch die Tatsache einer bereits vor dem Kapp- Butsch erfolgten Benfionierung. Weiter machte er den Einwand der Berjährung geltend, da die Zivilfläger auch trotz der Ber mögensbeschlagnahme die Möglichkeit gehabt hätten, ihren angeb lichen Anspruch gelten zu machen. Es handelt sich nicht um eine Gehaltsfrage, sondern um eine Bersorgungsangelegenheit. Der Vor. fizende wies feinerseits darauf hin, daß im Falle des Vorliegens ministerium berechtigt gewesen sei, die Gehaltszahlung an die Kläger einer unerlaubten Entfernung vom Truppenteil das Reichswehrzu verweigern. Zur eingehenden Prüfung des ganzen Sachverhaltes, bei dem Dor allen Dingen das militärische Berhältnis des Generals v. 2üttmiz und des Majors Bischof zum Heere während des Rapp Butsches geflärt wer den mußs, sowie zur Prüfung der Zulässigkeit des Rechtsweges überhaupt wurde dann vom Gericht ein neuer Termin zur Weiterverhandlung in Aussicht gestellt." Um zu würdigen, was diese Ziviltlage bedeutet, muß man sich die Rolle von Lüttwig während des Rapp- Butsches ins Gedächtnis zurückrufen. Als der damalige Reichswehrminifter Kenntnis von den hochverräterischen Plänen erhielt, stellte er Lüttwiß zur Rede. Lüttwizz machte sich in dieser Unterredung der offenen Meuferei schuldig. Er wurde sofort seines Amtes enthoben. Darauf begab er sich zu den Ehrhardt- Truppen und zog mit Ehrhardt, an der Spike der Kapp- Truppen, in Berlin ein. Er war der mili tärische Oberbefehlshaber der Rebellen, Rapp machte ihn zu feinem Reichswehrminister". Lüttwiz hat seinen Treueid schmählich gebrochen. Er ist ein Meuterer und Rebell. Man nannte ihn damals nicht anders als den Meineidsgeneral. Dieser militärische Führer der Kapp- Rebellen gegen die Republik verlangt heute von der Republit ein Gnadengehalt und vorläufig Aufwertung auf 50 Prozent. Durch seinen Rechtsbeistand läßt er heuchlerisch versichern, er sei ,, nur irrtümlich" in die KappAngelegenheit hineingezogen worden. Bis zur Amnestierung war sein Vermögen beschlagnahmt. Die Republit hat den Kapp- Rebellen gegenüber eine Langmut und eine Schonung bewiesen, die gerade ihnen gegenüber nicht am Blaze war. Nicht genug, daß durch die Amnestie die Beschlagnahme des Privatvermögens von Lüttmik aufgehoben worden ister will heute au a) noch ein aufgewertetes Gnadengehalt. Er tlagt gegen die Republik, wahrhaftig, er flagt, flagt vor einem Gerichtshof der Republit. Und das Gericht der Republik beschließt, es müsse die Verhandlung vertagen, um die Stellung des Lüttwiß zum Heer während des KappButsches zu untersuchen! Man weiß nicht, worüber man mehr staunen foll, über die maßlofe Unverfrorenheit von Lüttwizz oder über die Haltung dieses republikanischen Gerichtes. Dieser Fall hat seine Bedeutung für die deutsche Justiz. Im Volke ist das Vertrauen zur Justiz schwer erschüttert. Es argwöhnt eine Begünstigung antirepublikanischer monarchistischer Tendenzen durch die Justiz. Um so größer ist das Bertrauen auf der anderen Seite. Ohne dies Bertrauen hätte ein Lüttwig, der Meineidsgeneral, niemals gewagt, vor einem Gericht der Republik gegen die Republik auf Gnadengehalt und Aufwertung zu flagen! Es wird Zeit, daß die Pensionen und Pensions ansprüche, die von der Republif an ehemalige Offiziere gezahlt oder an sie gestellt werden, einer gründlichen Nach prüfung unterzogen werden. Es fönnte sonst ein einträgliches Geschäft werden, gegen die Republik zu puntschen. Auf der Suche nach Schulh. Behrens als„ rasende Furie!" Der Femeausschuß des Preußischen Landtags jeßte amamten, daß Schulz nicht da ist; dann gingen fre hinunter, haben Sonnabend die Beweisaufnahme fort. Nach dem Assessor aber, glaube ich, Herrn Behrens noch angerufen. Am Malettte, über dessen Aussage wir im Abendblatt berichteten, nächsten Morgen 9% Uhr famen die Beamten wieder und nahmen wurde der Haupttassierer des Zentralverbandes der Land- eine Durchsuchung nach Sachen von Schulz vor. Sie fanden aber arbeiter, Heinrich Sched, vernommen. Ihm sagte der Abg. nichts; es war auch nichts da. Auch Schulz war nicht da. Mein Meyer im August, daß die 5000 Mart ihm zuständen für Aus- eigentlicher Borgefeßter fagte mir, Schulz sei verreift. Ich habe lagen usw. für Schulz, während Malettke ihm erklärte, sie seien für meiner Kollegin, Fri. Hartwig, erzählt, daß Kriminalbeamte die Versorgungsstelle. Später sagte dann Behrens, das Geld am Abend vorher da maren und nach Schulz fragten. Ich habe ihr aber nicht gesagt, daß Schulz ausgerüdt jei. Schulz war am stehe Meyer zu, dem es darauf ausgezahlt wurde. Kriminalfommiffar Stumm vom Berliner Polizeipräsidium er- Nachmittag des Tages, an dem abends die Kriminalbeamten tamen, flärt auf eine Frage: Als sich gegen Schulz der Berdacht verdichtete, noch da, ging aber bann weg. Ich habe ihn nicht wiederkommen daß er an Mordsachen beteiligt war, stellte sich heraus, daß seine sehen und sagte daher den Beamten, er sei nicht da. polizeiliche Wohnanmeldung nicht stimmte. Er wohnte Abg. Obuch( Romm.): Es wird die Deffentlichkeit intereffieren, wo Sie jetzt beschäftigt find? Zeugin: an einer anderen Adresse, nämlich da, wo sich die Organisation der Landarbeiter befindet. Dieses Haus wurde dann unter Aufsicht Beim Rechtsanwalt Dr. Sad! gestellt. Als Rafael verhaftet worden war, sollte auch Schulk ver( Große Bewegung.) In der Gegenüberstellung beider Zeuginnen haftet werden. Er wurde aber bei der Durchsuchung im Hause nicht erklärt Beugin Fri Hartwig: Meine Kollegin hat mir nur gesagt, gefunden. Abg. Dr. Deerberg( Dnat): Wenn jetzt der Beweis er- daß Beamte da waren und Herrn Schulz sprechen wollten. hoben werden soll, ob Schulz im Zimmer des Abg. Mener mar, während die Durchsuchung stattfand, stelle ich den Antrag, daß auch Schultz vernommen wird. Auf die Frage des Abg. Riedel an den Kriminattommiffar Stumm: Ist Ihnen bekannt, daß diejenigen Orte bzw. Güter, von den Einzahlungen auf das Konto Ausschuß für nationale Aufflärung" ausschließlich erfolgt sind, die Brennpunkte der Schwarzen Reichswehr in Küstrin und Frankfurt a. d. Oder waren?" erwidert der 3euge: Auf den betreffenden Gütern befanden sich zeitweise Landarbeiter tommandos, die von ihren militärischen Dienstleistungen vorübergehend entlassen wurden. Unter diesen Landarbeiterkommandos verstehe ich Teile der Schwarzen Reichswehr. In der Nachmittagssigung wurde die Stenotypistin Hartwig vernommmen, die bei der Durchsuchung der Räume des Zentralverbandes nach Schulz zugegen war. Sie erklärt, Schulk an diesem Tage nicht gesehen zu haben. Ihre Kollegin habe ihr er= zählt, daß, Schulz am Abend norher gesucht worden ist, worauf er verschwand. Dr. Tänzler, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgebervereinigung, befundet als Zeuge u. a., daß das Darlehen gegeben worden sei, um gute Beziehungen mit den chriftlichen Verbänden zu unterhalten. Abg. Behrens habe ihm noch im Dezember geschildert, daß das Darlehen für wirtschaftliche Zwede seiner Organisation des Zentralverbandes verwendet worden sei. Später habe sich allerdings der Abg. Meyer eingeschoben. Der Zeuge selbst hatte den Eindrud, daß es sich um eine innerorganisatorische Ausein andersetzung handelte, die Verhältniffe bei einer Organisation wie der des Chriftlichen Landarbeiterverbandes seien ja nicht leicht zu übersehen. Der Zeuge lehnt jede Verantwortung für die Bereinigung der Arbeitgeberverbände ab und schiebt fie v. 3 engen, mener usw. persönlich zu, wenn das Geld für Schulz verwendet ſein sollte. Auf eine Frage des Genossen Badt gibt der Beuge zu, daß er selbst ange nommen habe, das Geld sei für Schulz verwandt worden. Zeuge Georg v. Madensen, Leiter der Pressestelle bei der Arbeitgebervereinigung, bezeichnete ebenfalls als 3wed des Darlehens, ein besseres Berhältnis mit den Gewerf shaften herzustellen. Später sei ihm dann besonders die Aeußerung v. Jengens aufgefallen, wenn er gewußt häfte, daß die Angelegenheit Schulh einen derartigen Staub aufwirbele, hätte er das Darlehen nicht gegeben. Man habe Diese Bemerkung fei eine Bestätigung der früheren Benbachtungen bes Zeugen gemefen. In der ganzen Frage fänne es sich aber nicht um die Unterſtügung eines Fememörders handeln. Zu der Zeit, Juni 1925, jei der Name des Herrn Schulz mit Femeangelegenheiten als die Berhandlungen geführt worden feien, also vom März bis lediglich von der Beschuldigung gesprochen, daß Schulz an der Rüstriner Angelegenheit beteiligt sei und sich deshalb in Unterfuchungshaft befinde. Als die Presseangriffe Anfang Ottober einfegten, in denen von„ dunklen politischen Zweden" als Berwendungszweck des Darlehens die Rede war, hat mir Herr v. d. Linde gesagt, Zengen habe ihm erklärt:„ Die 5000 m ftehen mit der Angelegenheit Schult in Berbindung Abg. Kuttner( Soz.): Das ist um so eigenartiger, als mener zum ersten Male am 19. November das Geld abgehoben hat. Das mar also lange nach den ersten Presseangriffen. Zeuge v. Madensen erklärt noch, daß er schon im Juli, als er non der Berwendung für Schulz noch nichts mußte, feine Be. denten gegen das Darlehen zum Ausdruck brachte, weil er es nicht für richtig hielt, auf diesem Wege einen irgendwie gearteten Einfluß auf Gewerkschaften auszuüben. Abg. Kuttner( Soz.): Können Sie Ihre frühere Befundung noch aufrecht erhalten, daß Bengen selbst gesagt hat, das Geld sei für die Berteidigung und Verpflegung des Schulz bestimmt? Zeuge: Von mir aus betrachtete ich die Dinge so, wie ich sie darlegte. Heute morgen aber sagte mir Bengen, daß er in unserer Unterredung im Januar nicht Schulz, sondern Malettte als Empfänger des Darlehns bezeichnen wollte. Nach meiner Kenntnis der politischen Auffassung 3engens fällt für mich die Auffassung weg, daß das Darlehen von ihm als Selbstzwed etwa die Berwendung für Schulz haben sollte. Auf weitere Fragen befundet der Zeuge noch, daß Zengen auf Borhaltungen im legten Bierteljahr 1925 mehrfach er. flärt hat, daß die Vorwürfe unbegründet seien und das Darlehen tatsächlich für wirtschaftliche 3mede gegeben sei. Abg. Kuffner( Soz.): Das hat Sie persönlich wohl nicht befriedigt? Jeuge( zögernd): Das ist meine persönliche Sache. Nächste Zeugin ift die 19jährige Stenotypistin Frl. Bogunoffe, die seinerzeit Angestellte des Abgeordneten Mayer im Zentralver hand der Landarbeiter war. Sie arbeitete mit Frl. Hartwig zu fammen für Oberleutnant Schulz in einem gemeinsamen Arbeitszimmer. Abg. Obuch( Komm.): Heute früh haben Sie uns aber mehr ausgefagt? Beugin Hartwig: Das habe ich mir so ausgemalt. Der lärmende Behrens. Auf Befragen erklärt Kriminalfommissar Stumm: Mir is seinerzeit berichtet worden, daß an dem Abend, als die Beamten auf der Suche nach Schult waren, fie zuerst ab geschredt wurden durch das sehr bestimmte Auftreten des Herrn Abgeord neten Behrens, der den Kriminalbeamten begegnete und durch sein Auftreten einen einfachen Kriminalbeamten wahrscheinlich eingeschüchtert hat.( Burufe.) Ich muß sagen, daß mir selbst von den Abgeordneten auch schon verschiedentlich Einwände bei Erfüllung meiner dienstlichen Obliegnheiten gemacht worden sind. Hierauf wird Kriminalsekretär Falit als Zeuge gehört. Er befundet über seinen Auftrag, die Berhaftung des Schultz noch am Abend durchzuführen, folgendes: Ich hatte schon Tage vorher den Auftrag, nach Schultz zu fahnden und, nachdem auch Haftantrag Dorlag, ihn festzunehmen. In der Rathenower Straße stellten wir seit längerer Zeit sich nicht hatte sehen lassen. Wir gingen dann es waren noch drei andere Beamte mit fest, das Schulz dort nach dem Hause Luisenstraße 38, mo fich die Räume der Organisationen des Zentralverbandes der Landarbeiter befinden. Dort sollten wir zuerst vom Hausverwalter am Eindringen verhindert werden, feßten uns aber durch. Von einem Hausbewohner erfuhren wir, daß in einem 3 immer, das zwei Ausgänge hat, eine Person wohnte. Ich postierte daher einen Beamten auf der Hintertreppe. Schließlich tam der Abgeordnete Behrens dazu. Er stellte sich als Reichstagsabgeordneter vor und verbat fich das Eindringen bei Nachtzeit. Wir gingen dann in das Zimmer des Abg. Behrens. Behrens läutete den Polizeipräsidenten oder eine mir sonst vorgesezte Stelle an. Was da besprochen wurde, meiß ich nicht. Ich selbst setzte mich dann mit meiner norgesetzten Stelle auf dem Bolizeipräsidium telephonisch in Verbindung und bekam den Auftrag, die Durchfuchung fofort einzustellen und mich bis zum Morgen auf die Observation des Hauses, d. h. auf seine Beobachtung von außen, zu beschränken. Wir haben dann auch das Haus bis zum Morgen beobachtet, so daß es niemand verlassen oder betreten fonnte, ohne daß wir es gesehen hätten. Abg. Riedel( Dem.): Warum haben Sie den Auftrag, der Berhaftung des Schulz nicht ausgeführt? Hat Sie Behrens in seiner Eigenschaft als Abgeordneter bzw. fein Telephongespräch gehindert daran? Jeuge: Rein, fondern der Hinweis meiner vorgefeßten Dienstftelle, nachdem ich noch einmal die Sache dargestellt hatte. Von pem der Hinweis ausging, meiß ich nicht; wahrscheinlich vom Ab= affiftent Georg Rühl vernommen. Er jagt aus, als Schulz verteilungsleiter. Der Zeuge wird entlassen und als nächster der Kriminal. haftet werden sollte, sei den Beamten gefagi morden, seine Bphnung sei auf 3immer 14 Dann habe eine Dame ihm gesagt, er wohne in der Rathenower Straße. Man sei dann dorthin ge fahren. Hier sei man aber wieder nach der Luisenstraße verwiesen. worden. Wer die Auskunft gegeben habe, daß er in der Rathe nomer Straße wohne, fönne er nicht sagen. Der Zeuge schildert dann weiter, wie der Abg. Behrens fich in heftiger Weise an die Beamten gemandt habe. Er habe sie aufgeregt angeschrien: Wer find Sie? Was wollen Sie?! Ich bin der Reichstagsabgeordnete Behrens! Die Beamten hätten das Polizeipräsidium angerufen und schließlich von dort die Weifung erhalten, sie sollten sich auf Beobachtung beschränken. Abg. Kuttner( Soz.) befragt den Zeugen eingehend nach dent Berhalten des Abg, Behrens. Zeuge: Er benahm sich wie eine Furie! ( Heiterkeit). Ich war einfach platt.( Erneute Seiterkeit.) Er ließ mich überhaupt nicht zu Worte lommen. Eine Antwort er gar nicht ab! Auf weiteres Befragen erklärt Kriminalassistent Rühl, daß der erste Einfall in der Luisenstraße nachmittags gegen 5 Uhr stattfand. Zeuge Abg. Meyer erklärt, daß er Schulz an dem betreffenden Tage nicht gesehen und überhaupt an diesem Tage nicht im Bureau mar. Beuge Abg. Behrens hat Schultz gleichfalls nicht gesehen; er fam erst abends gegen 9 Uhr ins Bureau. Von dem Nachmittags= besuch der Beamten weiß der Zeuge nichts. Er schildert dann den Berlauf des spätabendlichen Eindringens der Beamten. Es sei zu einer erregten Auseinandersetzung auf der Treppe mit den Beamten gekommen, die gewaltsam eingedrungen feien. Behrens habe sich beim Polizeipräsidenten beschwert, aber dort die Auskunft erhalten, daß die Beamten ihren Auftrag ausführen müßten. Der Beamte habe nach Schulz gefragt. 3h, so sagt Behrens, antwortete, ich wisse nicht, nb Schultz da sei. Nach Rücksprache mit feiner vorgesetzten Behörde hat der Beamte dann getan, mas er für richtig hielt." Zeuge Kriminalassistent Rühl betont bemgegenüber, daß sich der Zusammenstoß mit Behrens unten an der Tür abgespielt hätte. Die Beamten seien nicht gewaltfam eingedrungen, sondern hätten gewartet, bis jemand herunterfommt. Es folgt die Vernehmung des Kriminalassistenten Kreng. Der im wesentlichen die Aussagen seines Kollegen Rühl bestätigt. Damit ist die Bernehmung der Kriminalbeamten und der Steno. typiftinnen beendet. Der Ausschuß vertagt die Weiterverhandlung Bors.: Ist Ihnen erinnerlich, daß Kriminalbeamte im Bureau nach Schulz fragten? Zeugin: Ja; es war im Frühjahr, und zwar eines Abends 9 Uhr. Die Herren legitimierten sich als Kriminalbeamte und wollten Schulz sprechen. Er war aber nicht da, so piel ich weiß. Db er fortgegangen war, weiß ich nicht mehr. Ich sagte den Beauf Montag sischen Vereinbarungen über Borderafien gesprochen. Demgegenüber betont die französische Presse, daß es für Frankreich in erster Linie darauf habe ankommen müssen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Na ch bar ländern, die wiederholt zu gefährlichen Konflikten Anlaß gegeben hätten, zu regeln. Das 2b. tommen bedarf, da es sich um ein unter Mandat stehendes Gebiet handelt, der Gutheißung durch den Bölkerbund. Die mittlere Bagdadbahn türkisch! Englische Gegnerschaft gegen den franko- türkischen Vertrag Paris, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Frankreich hat, wie perlautet, in dem soeben mit der Türkei abgeschlossenen Vertrag dieser eine nicht unbeträchtliche Grenzberichtigung im Nor. den Syriens zugestanden, wogegen die Türkei ihre früher er hobenen Ansprüche auf die Gegend von Aleppo und andere unter franzöfifcher Mandatsverwaltung stehende Gebiete aufgibt. Eine der Angestellte und Erwerbslosenfürsorge. Entsprechend bem sehr weittragenden Folgen des Abkommens scheint die llebertragung des Eigentumsrechts der abwechselnd burch syrisches und türkisches Bunsche des Reichstags hat der Reichsarbeitsminister nunmehr auch diejenigen höher bezahlten Angestellten zum Bezuge Gebiet gehenden Strede der Bagdadbahn an die Türbei zu der Erwerbslosenunterstügung, zugelaffen, die in den fein. Hiergegen macht sich bereits in England eine lebhafte Bro letzten zwei Jahren vor Eintritt ihrer Unterſtügungsbedürftigkeit teft bewegung fund; in Londoner Kommentaren zu dem Abkommen nicht sechs, sondern nur drei Monate eine angestelltenversiche wird bereits von einer offenen Berlegung der englisch- franzörungspflichtige Beschäftigung ausgeübt haben. Bewerkschaftsbewegung Zurück zum Achtstundentag. In den städtischen Krankenpflegeanflatten. Der Stadtverordnetenausschuß beschäftigte sich geftern mit ver schiedenen Anträgen unser Frattion, die bie Arbeitsbedin gungen städtischer Angestellter betreffen. Der wichtigste davon ist die Wiedereinführung des ungeteilten Achtstundentages, bzw. der 48- Stunden- Woche in den städtischen Krantenpflegeanstalten. Der Ausschuß beSchloß, daß der ungeteilte Achtstundentag in allen Jrrenan. ftalten wieder eingeführt wird. Für die Krantenanstalten und Hospitäler wurde gleichfalls die 48 stündige Arbeitswoche festgelegt, jedoch soll über die Berteilung der Arbeitszeit eine Berständigung herbeigeführt werden zwischen den Leitungen der Anstalten und den Betriebsräten und Beamtenausschüssen. Weiter wurde einstimmig beschlossen, daß sämtlichen Arbeltnehmern der städtischen Krankenpflegeanstalten, die mit der Kranten pflege und Desinfektion beschäftigt und die in den Rüchen tätig find, fostenlos Sug und Arbeitskleidung gewährt wird. Ferner wurde mit Mehrheit der Antrag angenommen, daß die Berfügung des Magistrats vom 15. Juli 1924, der die Wiedereinführung des Rost. und Logiszwanges bei Einstellung von Arbeitnehmern in städtischen Anstalten vorsteht, aufgehoben wird. Diese Beschlüsse, die einen Erfolg unserer Genoffen darstellen, unterliegen noch der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung, die sich am tommenden Donnerstag damit beschäftigen wird. Es fann jedoch feinem Zweifel unterliegen, daß die Stadtverordnetenversammlung den Beschlüssen des Ausschusses beitreten wird. Hospitaliten als Schwerarbeiter. Jm Dienfte des Magiftrats. In den Hofpitälern sollen solche Bersonen aufgenommen werden, die infolge Altersschwäche oder Slechtums nicht mehr in der Lage sind, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es sind auch solche darunter, die noch einen Rest von ArbeitsfäbigPeit besigen und fich in Garten, Küche und Wirtschaft müglich zu machen versuchen. Rein vernünftiger Mensch wird gegen diese Art der Betätigung der Hospitaliten etwas einzuwenden haben. Im Hospital Fröbelstraße ist man jedoch, seitdem das Berfo. nal durch die Personalabbauverordnung in der rücksichtslofeften Weise verringert worden ist, dazu übergegangen, dieses durch Hospitaliten zu erfeßen. Dabei handelt es sich nicht etwa um stundenweise oder gelegentliche Arbeit, sondern um eine Tätigkeit, die jahrein, jahraus täglich während 8 bzw. 9 Stun den pro Tag ausgeübt wird. Wir stellen fest, daß vier Patienten als Tischler und Anstreicher, drei Vatienten als Heizer, ein Patient als Maurer und Heizer, zwei Patienten zur Bedienung der elettris betriebenen Küchenmaschinen, zwei Batienten als Bureauhiifsarbetter und ein Patient als Pförtner beschäftigt werden. Man stelle sich vor, daß jemand wegen banernber Mr. beitsunfähigtett in ein Hospital eingeliefert wird unb barn täglich neun Stunden vor dem offenen Feuer als Heizer arbeiten muß. Dabei ist zu beachten, daß diese Arbeitnehmer meder gegen Krankheit, noch Unfall versichert werden können und baß man ihnen teinerlei Berantwortung auferlegen tam Bride Ronfequensen fich barous ergeben fönnen, liegt Bar| biele Berjammlungen unbedingt zu befuen, benn in blefen auf der Hand. Die Berwaltung des Hofpitals Jomohl als auch Berjammlungen foll Stellung genommen werden zur Sahlftellenversammlung und zu den Vorstandswahlen das Bezirksamt Brenzlauer Berg haben dies auch erKameraden! Seit vier Jahren ist die Leitung der Zahlfannt und beim Magistrat der Stadt Berlin, wie wir erfahren stelle Berlin in den Händen der Kommunisten. Unsere Organisation haben, dringend beantragt, die Genehmigung zur Einstellung ist fast noch die einzige Gewerkschaftsorganisation Berlins, in der von Bersonal zu erteilen. Der Magistrat hat dies bisher die Kommunisten noch nach Belieben schalten und walten können. Das darf nicht so weitergehen! Was in den übrigen Organisationen mögabgelehnt und damit leider wieder einmal bewiesen, daß er lich war, muß auch bei den 3immerleuten möglich sein, sozialen Notwendigkeiten verständnislos gegenübersteht. d. h. die Herrschaft der Kommunisten zu brechen. Darum besuche jeder Anhänger der Amsterdamer Richtung diese Versammlungen und sorge dafür, daß nur Anhänger obengenannter Richtung zur Zahlstellenversammlung geschickt werden und als Kandidaten zur Vorstandswahl aufgestellt werden! Die Boll und Schwerarbeit leistenden Hospitaliften erhalten eine Bezahlung von etwa 10 Mart pro Monat; sie sind also billi Post- Abonnenten D amit die regelmäßige Zustellung des Dotwärts" im nächsten Monat keine unliebfame Unterbrechung erleidet, bitten wir unsere Post- Abonnenten, das Bezugss geld für den kommenden Monat zu bezahlen, sobald die Post mit der Einziehung beginnt. Für Abonnementserneuerungen nach dem 24. erhebt die Post eine Verspätungsgebühr von 20 Pfennig. Vorwärts- Verlag 6. m. b. H. ger als angeftelites Berjonal. Alles andere ft anscheinend der Magiftrat gleichgültig. Diese Zustände find standalos und müssen unter allen Umständen sofort beseitigt werden! Erfolg der Sattler. Die Amsterdamer Cifte gewählt. Bel der Wahl der Verbandstagsdelegierten im Verband der Saffler, Tapezierer und Portefeuiller, die gestern in Berlin stafffand, flanden fich zwei Ciften gegenüber: die Amfterdamer und die Mostaner, die als Oppofifion" firmierte und an deren Spitze der 1. Bevollmächtigte der Zahlstelle, der kommunift Mag maller ftand. Die Kommuniften boten alles auf, um durchzubringen und agifierten insbesondere unter den Arbeitslofen mit den betannten Mitteln, wobei zu bemerken ist, daß 60 Proz. der Mitglieder gegenwärtig arbeitslos find. Trotz diefes den kommunisten günftigen Umstandes flegte die Amsterdamer cifte, wenn auch mit fnapper Mehrheit. Abgegeben wurden 2002 Sfimmen wovon 3 ungültig waren. Auf die Amsterdamer Lifte entfielen 1019, auf die Mostauer 980 Stimmen. Sämtliche Kandidaten der Amsterdamer Lifte find gewählt. Bimmerer Berlin! Heute und morgen finden in einer großen Zahl von Bezirken der Zahlstelle Berfin und Umgegend des Zentralverbandes der Zim merer Deutschlands Bezirksversammlungen statt. Es ist nun Pflicht eines jeden Anhängers der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale, NJsrael GEGR.1815 BERLIN C⚫ SPANDAUERSTRASSE KÖNIGSTRASSE Grosser Gardinen- Verkauf zu extra billigen Preisen kariert, ca. 150 Halbvorhänge Etamine Halbvorhang Friese mit 1.35 Mull gestreil Etamine 0.70 125 M. 0.95 Halbvorhang gewebter Tall 2.80 Madras dunkelgrundig, en 130 cm breit weifarbig 2.90 bis 1.65 4.50 Etamine mit 3.20 Halbvorhang hohem Fries.. Halbvorhang Etamine mit Filet- antique- Ornamenten.... Halbvorhang Etamine mit breitem Filetfries u.Klöppelspitze 6.50 Halbvorhang mit großen Handfilet- Ornamenten........ 9.75 Halbvorhang Examine mit 10.50 Filet- antique- Fries und Spitze Halbvorhang m. modernem Garnituren 2.60 Garnitur gewebt Tall....... 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So ift denn, wie Die Einheitsfront" flagt, das Organ der„ AUE.", die Fahne der Einigung vorläufig niedergeholt von den RAPDiplomaten. Die Einheitsfront" hält es für ein verdienstvolles, lehrreiches Bert, die Barolen untereinander zu stellen. die in den vergangenen fünf Jahren auf der ersten Seite des Zentralorgans der KPD., der Roten Fahne", erschienen sind". Sie will mun offenbar mit der RBD. in eine Barolentonturrenz eintreten. Die Februarausgabe bringt zwei Barolen Die eine Parole der„ A- Aue" lautet: Boltsentscheid Boltsbetrug" Schöner noch ist die andere: Enteignet die Bonzen!" Damit find afle RBD.- Barolen Abertrumpft, zumal von dieser Enteignung auch die RBD.- Bonzen nicht ausgenommen werden sollen Leiber gibt es teinen Weg und fein Mittel, gewiffe Leute von all dem Unfinn zu enteignen, mit dem sie unheilbar behaftet find. Wir müssen sie daher ihrem Schicksal überlassen. Es hieße jeden noch leidlich vernünftigen Arbeiter beleidigen, wenn man ihn bavor warnen wollte, ben quertöpfigen Spaltungseinheitsfrontapoftein nachzulaufen. Die internationale Konferenz der Arbeitsminifter. London, 20. februar.( WTB.) Die Einladungen an die Arbeitsminister Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Italiens und an den Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Thomas, zur Teileines wirksamen internationalen Abkommens zur Regelung der Armahme an einer Konferenz in London, die sich mit der Möglichkeit beitszeit beschäftigen soll, sind munmehr abgefandt worden. Einigung im französischen Bergban. Paris, 20. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Lohnbewegung im franzöfifchen Bergbau hat durch die Vermittlung des Arbeitsministers und des Ministers für öffentliche Arbeiten fast über all zu einer Einigung zwischen den Bergleuten und den Grubenbefizern geführt. In den wenigen Kohlen- und Eisenbezirken, in denen die Verhandlungen noch andauern, hofft man ebenfalls zu einem befriedigenden Abschluß zu kommen. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Bellage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernft Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Tb. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruderei Berlin SW 68. Lindenstraße 3. und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co. Sierzu 3 Beilagen, Aus ber Film- Welt", Unterhaltung und Wissen" und Jugend- Borwärts". 4 Serien Kleiderstoffe Qualitätswaren außergewöhnlich billig Röhrendiagonal Neshek, Rainwolle...... Rips- Epinglé parte Farben, Rainwolle... Vigoureux- toile neues Gewebe, Reinwolle Kammgarnstoffe einfarbig, gemustert.... 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Beilage des Vorwärts Der Ankauf der Hochbahn. Vereinheitlichung des Berliner Verkehrs. Das Angebot der Stadt, t mie es vorliegt, deswegen nach Ansicht aller Beteiligten im höchsten Grade entgegenkommend. Es bedeutet für die Stadt eine starte Belastung. Eine weitere Steigerung des Angebots würde den wirtschaftlichen Effekt der Ueberführung der Hochbahn in die Hand der Stadt wegen der zu hohen Belastung des Binsenbienftes gefährden. Die Hochbahnverwaltung und die Deutsche Bant wird es sich, da sie selber imftande ist, diese Erwägungen anzu stellen, deswegen auch wohl sehr überlegen, ob sie die Ber antwortung übernimmt, den Attionären dieses Angebot nicht vorzulegen. Bei einer solchen Haltung übernahme fie selber die moralische Berpflichtung, tauernd eine mindestens. gleiche Dividende für ihre Attionäre zu erwirtschaften. Conntag, 21. Febenar 1926 flegen, baß bel bem 6eitern dieses Angebots die Attien sebe bald wieder auf ihren normalen Rurs von etwa 70 Broz. zurild gehen würden. Auch deshalb glauben wir nicht, daß die Deutsche Bant das Angebot der Stadt ablehnen wird. Die Versuche, auf dem Wege über die ihr naheftehende Bresse der Stadt eine weitere Erhöhung za fuggerieren, noch auch in der Stadtverordnetenversammlung wird sich auch nur eine Stimme finden, die auf solche Anregungen einzugehen bereit ist. Das Angebot der Stadt Berfin an ble privaten Aktionäre der| Dividende die alleräußerste Grenze ber bauernden sind zmedlos amb aussigtslos. Weder im Magiftrat Hochbahngesellschaft, über das wir gestern berichtet haben, erregt in Rentabilität darstellt. der Berliner Deffentiichkeit das größte Interesse. In der Tat ergäbe fich bei einer Annahme dieses Angebots für die Bertehrsentwicklung in Berlin die bentbar günstigste Berspettive Alle im Berliner Berkehrswesen tätigen Kreise find fich darüber im flaren, daß die 8usammenfassung aller Bertebrsunternehmungen in der Hand der Stadt bie Borauslegung für eine gefunde, mar nach fachlichen Gefichts puntten vor fich gebende Entwicklung der Berliner Berkehrsverhält niffe ift und daß nur auf diese Weise die Bedürfnisse der Biermillionenstadt einwandfrei befriedigt werden können. Diese leberzeugung hat sich allen Kreisen im Laufe der Jahre so sehr ein geprägt, daß auf Grund dieser lleberzeugung in der städtischen Berwaltung und in der Stadtverordnetenversammlung der Wunsch, die Einheitlichkeit des Berliner Verkehrs durchzufezen, starter ge wesen ist, als die großen fachlich berechtigten und ver. ständlichen Bedenten, die gegen das den Hochbahnattionären gemachte Angebot gesprochen haben. Bei Durchführung der Translation würden biejenigen Aftionäre, die auf das Angebot eingehen wollen, eine städtische 7% prozentige Obligation erhalten, im Austauschverhältnis von 100: 100. Die Aktiengesellschaft felbft würde bestehen bleiben und sicher in der Dieses Angebot ist, darüber fann nach bem Gange der bisherigen bisherigen Form weitergeführt werden. Höchstens täme eine Berhandlungen gar kein Zweifel bestehen, von seiten der Stadt Fusion mit der Nordsüdbahn um eine lebertragung der bas legte Bort Es ist ein Jrtum, wenn ein Teil der Breffe städtischen Schnellbahnftreden( Wilmersdorf- Schöneberg) an fie in annimmt, daß dieses Angebot die Berhandlungen mit der Deutschen Frage. Die Durchführung einer solchen Translation, die an fich Bant eröffne Es bedeutet von der Stadt aus den Abschluß nicht unbedingt notwendig ist, würde aber von der Frage ber monatelanger Besprechungen, und erft nach Ueberwindung fehr Fusion stoften abhängt. Die Einheitlichkeit bes Berkehrs auf schwerer Bebenten haben sich Magiftrat und Stadtverordnete ent- den städtischen Unternehmungen ließe sich durch eine Dachorgan fchloffen, soweit zu gehen. Bei normaler Entwicklung des Berfation ohne Mühe und ohne große formelle Aenderungen durch fehrs tann man damit rechnen, daß die Hochbahn in der Lage ist, führen. Auch die Abaog wäre dann faft vollständig in der Hand eine Dividende von 6 Proz abzuwerfen. Für die Beur der Stadt. teilung des Wertes der Hochbahn tommt es selbstverständlich nicht Bei der Beberführung in ftabtischen Beft ergäben fich Beft ergäben sich darauf an, wie groß früher einmal mancherlei Ersparnismöglichkeiten. die Anlagetoffen der Baha waren ober heute sind. Es tommt nur darauf an, welche Rentabilität die Gesellschaft in Zukunft erwarten tann. Wenn fie in diesem Jahre eine Dividende von 7 Broj anfündigt, so ift jebem Renner klar, daß diese Dividende eine Rampfmaßnahme zur Unterstüßung der Berhandlungen mit der Stadt bedeutet. Die Hochbahn verfügt zwar über ein gutes Linienneß. Ihre Hauptstammlinie durch das Innere der Stadt wird aber in absehbarer Zelt eine städtische Ronturrenglinie im Zuge der Leip ziger Straße erhalten. Außerdem wird die Stadt unter allen Im Ständen die G. Bahn in felbständige Betriebsführung über nehmen und den Betriebsvertrag für die Nordsabbahn 1932 ablaufen lassen. Die Stadt wird auf diesen ihren Linien natürlich mur die Einnahmen zu erzielen fuchen, die zur Aufrechterhaltung des Zinsendienstes und der laufenden Kosten notwendig find. Da außer dem die Stadt über die Straßenbahn verfügt, und die Aboag Majorität ihr spätestens 1929 beim Ablauf eines früher zwischen der Großen Berliner Straßenbahn und der Hochbahn geschlossenen Vertrages, der die Entwicklung der Aboag broffeln wollte, zufällt, so ist die Stellung der städtischen Unternehmen im Berliner Berfehr auf jeden Fall führend. Es tommt hinzu, daß die eigentliche Hochbahnftrede Gleisdreied Warschauer Brücke ein sehr wunder Buntt ist und heute schon die Unterhaltung dieser für den steigenben Bertehr zu schwach ge bauten Linie ft arte Reparaturtoften verursacht. Auch zwingt der Zufluß zum Untergrundbahnvertehr die Hochbahn dauernd zu neuen Investierungen, wie z. B. jezt zum Bau der Entlastungslinie Gleisdreied- Rollendorfplat. Ein vollständiger Umbau der Bahnhöfe Hallesches Tor und Rott buffer Tor ist eine Frage verhältnismäßig furzer Selt. Es fann deswegen teinem Zweifel unterliegen, daß eine 7prozentige த 16 Onkel Moses. Roman von Schalom Usch Die Frommen unter den Bandsleuten verbrachten mirklich den Sabbat in der Rongregation" und zu Hause bei ihrer Familie. Die Jüngeren aber, welche nicht fromm waren, lud Onkel Moses ein, am Sabbat ins Geschäft zu fommen, um beim Berkauf oder bei den kleinen Aenderungen zu helfen, die bei der vertauften Kleidung nötig waren. Der Sabbat war der Tag der größten Losung. Und da die Landsleute für ihre Sabbatarbeit nicht bezahlt wurden, hielten sie die Kleinigkeiten nicht für eine Arbeit, sondern für eine Gefälligkeit gegen den Ontel. Aber am Sabbatabend tamen die Aelteren bei einem von der Familie zusammen und verbrachten den Abend mit ihren Erinnerungen an Rusmin Es wurde Bier geholt, und man hatte seine Freude an dem alten Rusmin. Die meisten unter den Rusminer Landsleuten waren in der freien Natur aufgewachsen. Rusmin lag am Ufer der Weichsel, in Zwetschgenbäume und Wiesen gebettet. Wenn der Beffach nahte, da durchzog die Luft von Kusmin jener leichte Hauch, der von weiten Feldern herweht, und machte die Herzen jung. Unter den Rusminern gab es Leute, welche die Hälfte ihres Lebens im Holzschlag verbracht hatten, es gab Flößer, welche die Flüsse und Teiche durchschwammen und im Winter das Eis aufhadten, es gab Leute, die daheim Rühe meltten, mit Milch, Grünzeug, Obst zu tun hatten. Hier aber waren sie alle von der Natur abgeschnitten und mußten ihre Tage in der staubigen Werkstätte verbringen. Ob die Sonne schien, oder ob es regnete, sahen sie nicht, sie fahen nur die vorbeirasende Hochbahn. Selten hatte einer von den Landsleuten Gelegenheit, den Himmel bei Tage zu fehen. Und entdeckte ein Rusminer einmal plötzlich an einem Binterabend den Mond, der durch eine Rize des Himmels einen Augenblid in die Efferstreet hineingudte, so war das für ihn eine ebenso große Sensation, wie wenn ein neuer Landsmann aus Rusmin gekommen wäre. So hatten die Rusminer Sehnsucht und wußten selbst nicht, wonach sie Sehnsucht hatten. Sie hatten Sehnsucht nach dem Himmel Don Rusmin, nach dem Mond, nach Feldern, nach den Baumen von Rusmin. Und wenn sie zusammentamen, fo legten fie Kusmin sozusagen auf den Tisch, an dem sie faßenbenn fie befaßen fein anderes Leben als das, das sie in der alten Heimat zurüdgelassen hatten. Für die Entwicklung Groß- Berlins tann man nur hoffen, daß ber großzügige Versuch gelingt. In der energischen und ziek bemußten gemeinnüßigen Förderung der großen Gemeindeunter nehmungen liegen ft arte Burzeln der Berliner Birk caftstraft Die Selten tommunalwirtschaftlicher Baffist tat fimb vorbel unb ble turgfichtigen Biberstände ber fogenannten Wirtschaftstreise gegen die Berliner Kommunalwirtschaft zerbrechen an den Erfolgen und an den Leistungen, die Berlin in ben letzten Jahren aufzuweisen hat. Mit dem llebergang bes legten großen privaten Unternehmens in die Hand der Stadt fönnte eine neue Beriode intensiver Arbeit und Fortemt. widlung im Interesse der Gesamtheit beginnen. Die Stadt hat die Toga entfaltet, es liegt an ihren Kontrahenten, ob sie Rrieg oder Frieden wünschen. „ Die grüne Woche." Ausstellungsgelände am Raiserdamm„ Die grüne Woche ist die erfte Die landwirtschaftliche Meffe und Ausstellung auf dem Berliner große Beranstaltung dieser Art in Berlin. Es handelt sich hier nicht Brovingstädten und auch in Berlin feit 40 Jahren unter dem Namen um eine landwirtschaftliche Ausstellung, wie sie aus vielen größeren der großen landwirtschaftlichen Woche befannt ist; lebendes Bieh, das sonst hauptsächlich im Mittelpunkt des Interesses steht, fehlt hier vollkommen, hier ist etwas Neues geschaffen worden, der Kreis der Ausstellung umschließt nicht nur Dinge, die zur Landwirtschaft gehören, wie Sämereien, Pflüge ufw, er ift bedeutend weiter gezogen, er umfaßt& B. auch die Fischerei, Forst, Imterei, Kleingartenintereffen, Jagd und Hundezucht. Der Strom leße sich von den städtischen Berten unter Stillegung der eigenen Kraftstation beziehen. In der zentralen Ber. waltung der drei großen Verkehrsunternehmungen( Untergrund, Aboag und Straßenbahn) ließen fich viele Bureaus zusammenlegen. Alle falschen Roften bes bei privatem Befiz an der Unter. grunbbahn niemals zu vermeidenden Ronturrenztampfes tönnten vermieden werden, und jedes einzelne Unternehmen tönnte zur vollsten Rentabilität gebracht werden. Die dabei gemachten Ersparnisse würden auch voll ausreichen, um eine jogtalere 2ohn- und Gehalts politit burchzuführen. Das neue Ge famtunternehmen würde außerdem eine so tarte wirtschaftliche Botenz sein, daß die Finanzierung weiterer Reubauten unendlich viel leichter sein würde. Tatsächlich hat ja auch die Er wägung, baß bei Abschluß dieser Transaktion die Finanzierung der AEG.- Bahn sich durch die Erreichung einer größeren Anleibe glatt regeln ließ, sehr dazu beigetragen, daß der Borschlag des Oberbürgermeisters in der städtischen Deputation eine Mehrheit fand. Der beste Gradmesser für die wirtschaftliche Bedeutung des städtischen Angebots ist der Börsenturs der Hochbahnattien. Bei einer zu erwartenden Dividende von 6 bis 7 Bros. fönnte der Rurs marimal 70 Broz. betragen. Monatelang hat die Hochbahn auch mit 65 bis 70 Bros. an der Börse notiert. Erst feit Beginn der Berhandlungen ist der Sturs geftiegen. 3 medtante ber Deutschen Bant find darauf ebenso wenig ohne Einfluß geleingärtnern erzeugt werden und auf ihre vermittelnde Rolle wesen, wie die Börjengerüchte über das bevorstehende Ange bot Die städtischen Obligationen, die zum Austausch angeboten werben, tönnen mit etwa 92 Broz heute geschätzt werden. Die Börse hat infolgedeffen auf das Angebot heute auch mit einer Steigerung der Hochbahnattien auf 89 reagiert. Sie gibt damit felber zu verstehen, daß thr das städtische Angebot als für die Aftionäre günstig erscheint. Es fann feinem Zweifel unterOnkel Moses war ein Rusminer Landsmann. Und ob wohl er ihr Brotherr, ihr Herrscher und ihr Machthaber war, war er doch derselbe Kusminer wie sie. Sein Leben hatte sich von ihrem nicht unterschieden. Seine Kindheit, seine Jugend, die schönsten Tage seines Lebens hatte er in Rusmin verbracht. Seine schönsten Erinnerungen waren mit dem fleinen Städt den verknüpft; und erinnerte ihn jemand an Kusmin, an einen Bekannten seiner Jugend oder an einen Platz daheim, wo er mit den Fleischerburschen gespielt hatte, so war Onkel Moses fo gerührt, daß Tränen in seine Augen stiegen. Oft erschien er plöglich bei den Kusminern, wenn sie am Sabbatabend zusammensaßen, und hörte den Geschichten aus Kusmin zu. Doch wenn Ontel Moses eintrat, verstummten die Rusminer, sie hatten Furcht, zu sprechen und taten nichts als dem Ontel schmeicheln, ihm aufwarten und zuhören. Er fühlte, daß er ihnen durch sein Kommen die Fröhlichkeit vertrieben hatte, und ging. Je älter Onkel Moses wurde, desto größer wurde seine Sehnsucht nach Kusmin. Er stellte sich oft vor, er sei noch ein junger, lediger Bursche und gehe daran, zu heiraten. Er sei in die Fremde gegangen, um sich emporzuarbeiten und Geld zu machen, und jetzt sei er daran, als reicher, junger Mann nach Rusmin zurüdzukehren und mit einem vornehmen Rus miner Mädchen Hochzeit zu halten; ein Mädchen aus einem guten Bürgerhaus mußte es fein... Sein Leben in Amerita zählte für ihn gar nicht. Er hatte gar nicht hier geheiratet, feinen Haushalt geführt, fich bloß emporgearbeitet und Geld verdient. Und jetzt erst mollte er heiraten, ein gut bürgerliches Leben führen, wie es fich für einen Mann wie Ontel Moses paßt. Doch die Jahre flogen dahin, Ontel Moses war mit Beschäften überhäuft und vergaß; doch wenn er ermadte und bereit war, das neue Leben zu beginnen, da sah er freilich ein, daß er für die Rückkehr nach Rusmin schon zu alt war.... Mascha ließ seine Hoffnungen und Träume wieder auf leben. Ontel Moses fühlte sein Mter und hatte Furcht, ein wildfremdes Mädchen zu heiraten... In seinem ganzen Leben hatte er sich ja auch nie auf Fremde verlassen. Nie hatte er zu jemandem Vertrauen gehabt, außer zu fich selbst und fich jetzt, wo er alt wurde, Liebe und Treue brauchte, auf ein fremdes Wesen zu verlassen, hatte er Furcht. Doch das junge, faum gereifte Mädchen, das ihm so stolz in die Augen fah und ihn Biest" geschimpft hatte, erwedie in ihm das Gefühl der Achtung gegenüber einer anderen Person, das Gefühl der Achtung, das Ontel Moses gegen feinen seiner Landsleute hatte, die ben ganzen Tag bei ihm zufammen maren Alles, was mur irgendwie mit der Landwirtschaft zusammen hängt, ist berücksichtigt worden. Die grüne Woche ist nicht nur Waren au fuchen, fie trägt auch demonstrativen und belehrenden Messe wie die vorhergegangenen zu dem zwed, Absatz für die Charakter, fie will gleichfalls zeigen, auf welchem Wege und durch welche Maßnahmen die Intensität der Bodenbewirtschaftung gesteigert, Schaden vermieden werden kann. Und vielleicht war dies eines der ausschlaggebenden Motive, daß in der Hauptstadt diese Ausstellung veranstaltet wurde, um gerade den Großstädter mit den Fragen der Landwirtschaft auf diesem einfachen Wege bekannt zu machen und ihm die Wichtigkeit und Notwendigkeit aller dieser Betriebe zu demonstrieren. Die Veranstaltung will ein übersichtliches Bild über alle in enger Beziehung zur Landwirtschaft stehenden Wirtschaftszweige geben. Dieses Borhaben ist gelungen. Sehr inter effant ist die Abteilung für Forstbau, der in so anschaulicher Ar vielleicht zum erstenmal in Berlin gezeigt wird. Man sieht die Unterschiede der Hölzer in der Farbe und Faserung, das Holz reines Baumgattungen und gemischter in Quer- und Längsschnitten, Samen der Bäume und neueste forftliche Maschinen. Da neben erwecken das Intereffe die Gerätschaften für Binnenfischerei, vor allem find in dieser Abteilung die verschiedenen Nezarten ausgestellt. Berücksichtigt find ferner die ländliche Wohlfahrtspflege und der Kleingarten, der sich eines ganz besonderen Interesses er freut. Schon bei der Eröffnung wies Oberbürgermeister Boß auf die wirtschaftlichen Werte hin, die von der 170 000 Berliner zwischen Stadt und Land. Bei dem darauffolgenden Rundgang sah man zahlreiche Vertreter von Behörden bei der Besichtigung der Dom Zentralfleingartenamt und vom Provinzialverband der Kleingärtner ausgestellten sehr unterrichtenden Anschauungsmaterials über die kulturelle und städtebauliche Bedeutung des Kleingartenwesens. Während der Magistrat und die meisten Bezirtsämter vorwiegend Pläne und Statistiken über die Ausdehnung der heutigen Laubenkolonien und der fünftigen 2800 Ueberdies hielt er Mascha für sein eigen Blut, für etwas, was zu ihm gehörte, für einen Sprößling seiner Familie, die bei ihm arbeitete, von ihm erhalten wurde und deren Los vont ihm abhängig war. Onkel Moses hielt alle, welche durch ihn ihren Lebensunterhalt hatten, für eine Art persönliches Eigentum, fie, ihre Frauen und Kinder. Mascha war für ihn aufgewachsen, und es war nur seine Aufgabe, es dazu z bringen, daß sie den Onkel, statt ihn zu hassen, vergötterte. Bergöttern aber würde sie ihn sicher, wenn er ihr seine Güte zeigte. Maschas Ansehen war zu Hause mit einem Male sehr gestiegen, seit man eingesehen hatte, daß der Onkel ihr zuliebe Des Baters Lohn um volle fünf Dollar wöchentlich erhöht hatte. Ihre Eltern begannen, vor ihr Ehrfurcht zu haben, es schien ihnen als sei auf Mafcha ein Strahl der Größe und Macht gefallen, welche wie eine Sonne den Onkel Moses in den Augen seiner Landsleute umglänzten. Mascha wurde num in den Augen der Familie eine Art Wunderkind, das Saubermacht hat. Die schwerste Arbeit wurde von ihr ferngehalten, und die Mutter traute fich nicht, fie anpuschreien. Mascha wurde mit einem Male ein Glückskind. Sie aber verstand gar nicht, wie das gekommen war. 11. Esther und Ahaschwerosch. Mascha wuchs im Sonnenglans der Gunst des Onfels Mofes auf. Durch fie wurde auch ihr Bater, ihre Mutter, die gante Berwandtschaft erhöht. Denn Mascha wurde das Bauberringlein, welches zu Onkel Moses' Herzen führte. In dem kleinen Mädchen lag etwas, das Onkel Moses alle feine Geschäfte und Sorgen vergessen ließ und ihn veranlaßte, nur an sich zu denken. Das zog Ontel Moses so sehr zu dem halben Rinde. Des Nachts lag er schlaflos auf seinem Bett. In seinem Kopf schwirrten Geschäfte, Kontufrenten, Gläubiger, Schuldner durcheinander. Er fragte sich vorwurfsvoll: Wozu? Für men? Warum verbringe ich mein ganzes Leben mit diesen Dingen? Sowie ihm aber Mascha einfiel, wurde es heller vor seinen Augen. Er sah sich als jungen Mann, der ein Leben und einen Willen hatte. Er sah sich in seinem eigenen Heim vor einem gedeckten Tisch, und neben ihm saß sie, die ihn liebte, die mit ihm lebte und an ihn dachte. Er wünschte nicht mehr, sie möge sein Kind sein, nein um ihretwillen behandelte er den Bater qut, erhöhte ihm den Lohn, nahm ihn aus der Werkstätte ins Geschäft herunter und fegte ihn an die Kaffe. Mascha hielt er einen Musiklehrer, forgte für ihre Ausbildung, er überhäufte sie mit Geschenken und fam jeden Sabbat und Sonntag in die Hopkinsstreet, um sie zu sehen. ( Fortfehung folgt)) Better Meingartenbelmftättengebtele jelgen, hat 5 e 20 000 aeder zählende Kleingärtnerorganisation die Aufgabe tellt, charakteristisches Material über die Aufloderung der Groß dte vorzuführen, wobei natürlich die Kleingärten als jüngstes Bied der Volksparkpolitik eine hervorragende Rolle spielen. Daneben wat die ästhetische Gestaltung des Kleingartens der 3u tunft und die bautechnische Durchbildung einfacher aber geschmad peller Lauben besonders in den Vordergrund. Künstlerische Modelle er Art erläutern sehr anschaulich die neuzeitlichen Gedanten penge. Graphische Tafeln tlären über das Wachstum bzw. ie Zusammensetzung des ausstellenden Verbandes auf. Eine umiangreiche Sammlung von tierischen und sonstigen Schäd= fingen belehrt den Großstädter über die Bernichtung so mancher beit und Hoffnung. Daneben flären Schaugläfer mit Kunstbünger über deffen Beschaffenheit und Anwendung auf. Man darf fagen, tah diefer erste Versuch, die bisher üblichen Einzelausstellungen durch eine nach ganz neuen Gesichtspunkten aufgezogene Schau zu fegen, gelungen ist, und daß durch fie manche Aufklärung geschaffen 1. rd. Zwischenspiel beim Bauernball. Der Rat der Schwiegermutter. Bresow liegt bei Werneuchen und ist ein harmlofes Dörfchen. In solchen Orten hält man an alten Gebräuchen feft. So findet Chr für Jahr ein Bauernball statt, bei dem es für alle Bür re", aber auch für die Herren( Hofbefizer) einfach Ehrenfache ist, n erscheinen. Also die Elite der Gesellschaft, aber auch die schlichten Frauen und Männer im Arbeiterrod fehlten nicht. Eine vorzügliche Torffapelle spielte zu sogar sehr modernen Tänzen auf. yerbeterte Joban the Details ber europhen Dinonispoft, We der Ratastrophe des Weltfriegs führte. Deutschlands Bündnisse find im Krieg zerbrochen, die deutsche Diplomatie beging Fehler auf Fehler. Amerita sicherte fich eine Sonderstellung außerhalb der Bündnistomplexe, um nachher sein Schwergewicht in die Bagschale zu werfen. Der Vortrag endete in einem lebhaften Bekenntnis zur europäischen Friedenseinheit. Die Hörer dankten Mendelssohn Bartholdy am Schlusse seines historischen Refumees mit Beifall. Eine Distussion fand nicht statt. Auf der Anmeldestelle. des exfentgen Im Rundfunk Sri Lehter Zeit mehren fich wieber bie Ringen der Stranger Unterhaltungsrumbfunts burch Telegraphierfender, ins besondere durch diejenigen bes Seefuntdienstes. Die Boft, bie die Frage des störungsfreien Nebeneinanderarbeitens der einzelnen Funkdienste schon seit jeher beschäftigt, bat zur Befferung der Ber hältnisse vor Jahresfrist eine Reihe Maßnahmen eingeleitet, wodurc die Verhältnisse zweifellos bereits eine gewiffe Besserung erfahren haben, zum wenigften soweit deutsche Sender beteiligt waren. Die Schwierigteiten liegen in der Hauptfache darin, daß organisatorische Maßnahmen allein nicht zum Ziele führen, daß Es erscheint Fri. Maria Podgut zur Abmeldung. Der Beamte: vielmehr technische Maßnahmen mit jenen Hand in Hand Bie heißen Sie? Die Gefragte: Maria Bodzut. Und er beginnt gehen müffen. Diese aber, insbesondere z. B. die Alenderung der zu blättern. Erst im gewohnten Rhythmus, dann etwas rascher technischen Einrichtungen an Bord der deutschen Schiffe, erfordern und schließlich ganz schnell. Man merft, es gewittert bei ihm, und erhebliche Geldmittel, und außerdem Zeit. Die Rundfunk wie bei einem wohldreffierten Dackel zudt jede Fiber. Der Gestrenge: teilnehmer, die auf den allgemein verwendeten Rundfunkwellen Sie sind ja überhaupt nicht angemeldet?( Und es prallt wie ferner auf die Königswusterhausener Rundfuntiende teinen guten Empfang erzielen tönnen, werden gut tun, ihr Gerät Donner, die Augen sprühen Blige, gleich gibt es Krach!) Die Be schuldigte: Oho! Bei diesen Worten entnimmt sie ihrem Täschchen teres dauernd die im allgemeinen um 8,30 Uhr beginnenden Abend melle 1300 m einzustellen. Auf dieser Welle werden bis auf wei einen Bettel, der sich als Anmeldeformular entpuppt. Etwas veranstaltungen des Berliner Unterhaltungsrundfunks, einschließlich unsanft entreißt er ihr den ominösen Wisch und standiert: der lebermittelung der Tagesnachrichten, etwaiger besonderer Bor Ma- ri- a Bob- zut usw.( Schade, daß ihm diese Weisheit nicht verloren. Und wie ein dreiviertel ausgeölter Borer stürzt er sich Schwierigkeiten für den Empfang auf 1300 m bestehen nicht, weil aus feinen Atten tommt.) Noch aber gibt er die Bartie nicht träge und Tanzmusil, und außerdem die Vorträge und sonstigen Darbietungen der Deutschen Welle" verbreitet. Technische in wütender Verzweiflung nochmals über die unglückselige Kartothet. Ha, jetzt hat er sie. Also doch! Und nun bricht es aus feinem genügend neue Geräte für diese Bellenlänge zu haben sind und auch bie Ergänzung der vorhandenen, für 300 bis 500 m gebauten Emp vollen Herzen: Sie heißen ja gar nicht Bobzut, sondern Sie heißenfänger weder schwierig noch foftfpielig ist. Die Königsmusterhausener Badziut. Und er träumt:(... Wurde wegen Falschmeldung Doch mit der Sicherheit der reinen Unschuld lächelt sie bloß und sagt Sendungen auf 1300 m dürften meist ohne größere Störungen in ganz Deutschland zu empfangen sein. bescheiden: Nein. Nachdem er ihr nunmehr die Weiterführung ihres bisherigen Namens gestattet, fucht er zu ergründen: 1. Wieso stimmt 2. Bo registriert man die Rarte am der Name nicht überein? beften? 3. Wer schrieb die Anmeldung ursprünglich aus? .) Für unsere Frühjahrsjugendweihen merben Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung von 50 Bf. Einschreibegebühr in den nachstehenden Anmeldeftellen angenommen: Für Berlin( im Großen Schauspielhaus, am 2. April[ Karfreitag], Jugend fettetariat Groß- Berlin, Lindenfte. 3, 2. Sof, 2 Treppen( Rimmer 11), geöffnet von 9 bis 4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9 bis 7 Uhr: G. Jofeph, 3 21, Wilhelmshavener Str. 48( Spedition): A. Sönisch, N 65, Miller, Ede Utrechter Strake( Svebition); S. Mäde, R 65, Barfusitr. 13; B. Rroll, Utrechter Straße 21( Reſtaurant): Soffmann,$ 58, Enchener Str. 8( Restaurant): s. Obf. 9 39, Aderfte. 174( Spedition): B. Dobrohlaw, NS1, Swinemünder Straße 11( Restaurant): R. Anderson, 31, Stralsunder Str. 19: Sicher, W. Gilde, NO 18, Landsberger Allee 45 1: B. Dola, NO 55, ImmanuelfirchItrake 24( Spedition): Arndt, O 17, Martusfte. 36( Spebition): M. Martmann. 034, Rönigsberger Str. 37( Baden): 2. Wittichuk. O 34, Betersburger Str. 5 ( Restaurant); Starl Melle, D 34, Petersburger Blak 4( Spebition): B. Sier, Böhm, 60 38, Laufiker Blak 14/15( Spedition). 60 26, Raunanfir.( Refaurant): S. Bette, GO 36, Glogauer Str. 30, s. IV; So war es auch bei dem letzten Ball. Als aber die munteren cifen der Tanzmusit für kurze Zeit verftummten, fiel einem der cagefehensten Hofbefizer F. ein, daß er die Pause benützen könne, um schnell daheim nach den Pferden zu sehen. Zu seinem Unglüd lich er sich aber noch mehr einfallen. Als ihm in dem jonst leeren Hof feiner Befihung die einzige nicht auf dem Ball befindliche Stallmagd begegnete, gingen ihm plöglich die Augen dahin auf, daß dieses Mädchen doch eigentlich ein propres Ding fet. Diese Er tenntnis fuchte 3. durch befendere Beutseligkeit einerseits, dann aber iurch eine Handbewegung bei dem propren Ding" anderseits derart 311 unterstreichen, daß seine Herrenwürde" in den ärgsten Mißtrebit am. Die Magd, die fich kaum zur Wehr seyte, fonnte nicht schweiren. Bald wußten viele am nächsten Tag von der fleinen Begeg ung im verlassenen Gehöft. Zu allem Unglück auch der Figaro von Wresow, der Dorfbarbier. Beim Einseifen feiner Kunden forgie ter den auch getreulich für weitere Bekanntgabe an alle, die es missent 20, Baftianftr. 7: E. Gerth, 113, Greifenhagener Str. 22( 6pebition): wollten. Das lotale Lauffeuer tam so, mohl zwar nicht gewollt, auch zu gewissen schwiegermütterlichen Ohren Der Sofbefizer hatte nämlich außer Frau und Kindern auch die Frau Schwiegermutter bei sich. Die ließ nun nicht loder, war auch von der Unschuld des Herrn Schwiegerjohns überzeugt, und machte ihm immer wieder flar, daß er unbedingt gegen die Stallinagd durch eine Beleidigungsflage gegen den Dorfbarbier vorgehen müsse. Ein Sofbefizer könne fich so etwas nicht von den Leuten gefallen laffen. . war ein gehorsamer Sohn und brachte den Figaro von Wresow nor den Radi. Leider sollte dieser Entschluß der Anfang eines Dramas werden, dessen Ausgang wohl niemand vorhersah. Denn schließlich war doch nun mal etwas mit einer von den Leuten paffert. Was also tun? Herr F. wurde wieber leutjelig, flopfte Lem propren Ding" diesmal herablaffend auf die Schulter, gab ihr dann in Form einer Bitte oder besser eines Befehls zu ver ftehen, da Bes ihm lieb sein würde, wenn sie in dem Beleidigungs prozeß den Zwischenfall in der Baufe des Bauernfestes als Beugin jo darstellen tönnte, daß der vertlagte Figaro 1üge, und er, ber Sofbeliger, bie weiße Wefte behalte. Die Stallmagd war aber lug genug, ben Meineid nicht zu leisten, fonnte aber auch iesmal nicht reinen Mund halten. Das Berhängnis nahm feinen Vauf, der Hofbefizer F. wurde in Haft genommen und wegen Berleitung zum Meineid unter Antlage gestellt. Das Schöffengericht Lichtenberg hatte thn darauf zu der Mindest rafe von einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Rein Jegt hatte F. Berufung eingelegt. Sein Berteidiger hatte ihn zwar auf das Hoffnungslose feines Beginnens aufmert jam gemacht, und gab dies bei Beginn der Berhandlung fund. Trotz sem mies er noch einmal auf die Tragit biefes Falles hin, die boch ganz allein in dem Eingreifen der Schwiegermutter iege. Der Angeflagte ließ sich schließlich dazu bewegen, die Be rufung zurückzunehmen und zugleich durch seinen Rechtsanwalt bitten, bas Gnabengesuch, das bei seiner Haftentlaffung eingereicht murde, zu befürworten. Auf diesem Wege wäre es möglich, daß. mit einigen Monaten Gefängnis davontame. Das Gericht verfprach, diefem Bunsche nachzukommen. Dentisten und Zahnärzte. Der bekannte Gegensatz zwischen Dentisten umb Zahnärzten mar das Thema einer Versammlung, die der Allgemeine Dentisten verband nach den Mufiter- Festfälen einberufen hatte. Das einleitende Referat hielt Landtagsabgeordnete Genoffin Ege. Sie führte aus, daß die Richtlinien, die das Wohlfahrtsministerium für die Zulaffung der verschiebenen Arten der Zahnbehandler zu den Krantentaffen auf gestellt habe, gegen die Reichsgefeße verstoße, vor allem gegen die Bestimmungen der Gewerbeordnung und der Reichsversicherungs ordnung. Es fei festzustellen, daß dieselben Aerzte, die stets mit den Strantentassen im Streit liegen, für die Monopolstellung der Zahnärzte eintreten. Wenn die Dentisten ihre Rechte veriteten mollten, mußten fie Eingaben an das Barlament machen. Sperr gefeße verstoßen ebenfalls gegen die Reichsgewerbeordnung. Es fehlt an ahnbehandlern vor allen Dingen auf dem Lande und in den feinen Städten, in denen sich Zahnärzte nicht niederlassen wollen. Es sei festgestellt, daß nur 4,5 Broz sämtlicher Zahnärzte in fleinen Städten und auf dem Lande ihre Bragis aus üben. Der Abbau der Dentisten müsse im Intereffe der Bollsgejunb heit unterbleiben. Der Berbandsgeschäftsführer Reumann gab ein ausführliches Bild der Berhandlungen. Wenn man den Einheitsstand der Bahnbehandler schaffen molle, fo sei bie jeßige Ausbildung der Bahnarzte teine geeignete Grundlage. In der Distuffion vertrat der Geschäftsführer der Kranfenfaffenverbände, Lehmann, die Ansicht, daß der Reichsverband fich bei den Verhandlungen habe an die Wand brücken laffen Es sei das Bestreben der Zahnärzte, in her Reichsversicherungsordnung dasselbe Monopol zu erhalten wie die Merzte, die eine Henderung der Reichsversicherungsordnung nach dieser Richtung erstreben Die Möglichkeit der Dentisten, zur Raffenpraris zugelaffen zu werben, muß erhalten bleiben. Eine Enthließung proteftiert gegen bas Dezemberablommen, bas eine Bernichtung des Dentistenstandes bedeutet, vor allem eine Rechtlosmachung des Nachwuchses. Der Weg zur Katastrophe. In der akademischen Bortragsreihe fprah türzlich in der Hoch fchule für Bolitit Prof. Mendelssohn Bartholdy über Bunbrille als Friebensmittel und Kriegs. ariaden. Unter dem Beltwort Bölter und Staaten hungern im Ronturs gab der Redner eine Analnie ber diplomatischen Bebin gungen des vortrieglichen Europa, die unbedingt zu triegerischen Konflikten führen mußten. Die Sonderbündelei hat Europa ruiniert. Die Berteidiger des militaristisch- diplomatischen Vortriegssystems fagen, das alte Bündnisjoftem babe Europa 50 Jahre Frieben gebracht Bar es jebod ein wirklicher Frieben? Es war ein Frieben aus Angst vor dem Kriege, negatio im Rern. Es ist nicht genug, fomohl für den einzelnen, als auch für Boltsgemeinschaften, bem Bilen zu mehren, das Gute muß geförbert werden. Nicht Echußwälle find Festungen, nein Brüden der Völkerverständigung muffen gebaut werden. Das ist positive Kriegsabwehr. Die milligen Setretäre des milhelminischen Syftems, die Holftein, Bülows ufs. belaber nicht die Fabigteit, ben riches ye fichern. Der Rebner Für Treptow- Baumfahlenweg: B. Gallas, Baumidulenweg, Saraber frooke 16, 3 St.; B. Sak. 60. 86, Saraer Str. 117, s. 3 St.: Rekier, Steptom, Grackite. 50( Spedition). Für Schöneberg- Friebenen: Fran Alawitter. Schöneberg, Apoftel- Paulus Straße 7: A. Betrie, Schönebera. Cbersitz. 70; Rathmann, Schöneberg. Delaiger Strake 27( Spedition): G. Schaubt. Friebenau, Badefte, 9. Für Lantwik, Lichterfelbe und Steglis: Emil Riene, Richterfelbe- Olt, Serena freake 15: Rarl Schönwetter, Lichterfelbe- Beft, Sändelolah 5: Feik Semburg, Stealth, Schlokite. 103: Bilh. Chibia, Stealik. Rinafte. 7. Gartenhaus 3 St.: Selmut Rrüger, Steglik. Siemensfte. 76: Günther Felgentren, Bankwik. Chan Tottenfiz. 34: Team Ungerer, Bilmersdorf, Sanauer Str. 43, Siedlung. Für Charlottenburg( im Schiller- Theater), Grolmantrake): 3. Sinrichten, Banreuther Ste. 25s:. Samibt, Rofinenfte.( Baber): Osbar Sortie, Sidingenftr. 38; 5. Stahenftein, Niebuhrstz, 61; Borwärts- Spedition, Raife bamm 102, Gartenhaus 1 St. Für Banlow unb 19. Rrets( in der Aula bes Engenms Bankow. Görichteake 42/44): Ronfumverlaufstellen Bantow, Bouantit. 102, Berliner Str. 47 und Breite Ste. 16: Ronfumverlaufstellen Rieberschönhausen, Raifer- WilhelmStraße 79 anb Raifermea 60. 17. Reels Sichtenberg. Die Jagenbweiben finben für bie einzelnen Schulen nachfolgenber Reihenfolge tatt: Am 14. März um 1 Uhr im Cecilien neum, Stathausftraße, bie 37. Schule; am 21. März um 1 the tm Cecilien. Lyseum, Rathausstraße, bie 35. 6dule; am 28. Därg um 10 Uhe im Reform. Gymnaftum, Bartaue, bie 368. und 86b. Gaule; am 28. März um 1 Uhr im Reform- Gymnaflum, Barlane, bie 34. umb 88. Schule. Anmeldungen an folgenden Stellen: Safemit, Gärtnerfte.&, m, stilbe, Mozartstr. 7, Grofche, Bürgerheimite. 5, C. Michter, Borhagener Straße( Borwärtsspedition) und bet ben Schulleitern der weltlichen Schulen in ber Gdharnweber, Bfart, Friebrich, Leopold, Martt. unb Holteistraße, Einschreibegebühr 50 B1. Die Lebens. unbevorbereitung beginnt ende biefes Monats und wird bei bee Anmeldung belanntgegeben. 109. Abteilung Weiedrichshagen. Anmeldungen zue Sugenbwethe nimmt Fran Mahlina, Friedrichshagen, Friedrichstraße 57, entgegen. ben 28. mars, Dormittags Uhr, im Stealgymnasium, Reinidendorf- Oft, 136. biellung Reinidenberf- Oft. Die Jugendweihe findet am Sonntag, Berner Straße, ftatt. Anmeldungen auch aus ben angrenzenben Orten bes Beairts nimmt der Schulleiter ber Schule 6e in Reinidendorf- Of, Holländer ke 25, in ben Bormittagsftunden oder in der Privatwohnung, Amende trake 109, I, entgegen. 141. bteilung Rofenthal. Anmeldungen er Jugendwebe nimmt bez Genoffe Dehmel, Schillerfte, 18, entgegen. Maffenkonzerte in der Städtischen Oper. Unter dem Motto: Rinder für Rinder!" finden unter dem Ehrenpräsidium des Bürgermeisters Augustin- Charlottenburg zwei Ronzerte zum Besten armer und erholungsbedürftiger Rinder am Sonntag, den 21. und 28. Februar, vormittags 11 Uhr, in der Städtischen Oper ftatt. Die Sahl der Mitwirkenden beträgt über 1200, darunter 1000 Schulkinder, die unsere schönsten Bolfs lieber portragen werben, ber ehrergelangverein, bas Baldhornquartett, Orchestermitglieber der Städti fchen Oper, fomie der Bautenfänger Emil Rühne. Auch Boltstan 3 werben vorgeführt. Die Gesamtleitung der Chöre liegt in den Händen des Hochschullehrers Walter Moldenhauer. Starten zum Preise von 1 bis 3 M. find zu haben in der Buchhandfung von Ulrich, Charlottenburg, Am Wilhelmplak, und in der Bismard Buchhandlung gegenüber der Städtischen Oper. Betonftraßenbau in Deutschland? Der Automobilftrahenbau in Deutschland hat die Deffentlichkeit in der legten Zeit start beschäftigt. Amerita, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ist mit seinem Automobil ftraßenneß, das das Land durchädert, darin allen europäischen Ländern Doraus. Die Amerikaner mit ihren oft verblüffenden technischen Reuerungen haben auch jetzt wieber zur Herstellung von Betonftraßen eine Maschine tonftruiert und vervoll tommnet, die in ihrer Ronftruftion fehr einfach ist und dennoch eine große Leistungsfähigkeit und Berwendungsmöglichkeit aufweist. Eine dieser Maschinen ist von den Ambiwerten dieser Tage Ber. tretern von Behörden und der Bresse vorgeführt worden. Die Maschine vollführt das Stampfen, Berteilen und Glätten Die des Betons und leistet am Tage durchschnittlich 250 meter Straßenlänge. Die Maschine arbeitet zusammen mit einer Betonmischmaschine, die den Beton durch einen schwenkbaren Aus. leger in fleinen Haufen auf den Straßendamm verteilt. Sie ruht auf Fahrschienen und tann je nach Belieben vor oder rüdwärts bewegt werden. Die Maschine ist mit einem 8 PS. Benzinmotor ausgerüftet, ein zweiräbriges Fahrgestell dient zum Transport. Bis jept find über zweitausend solcher Maschinen in Amerifa in Gebrauch Gegen die Einschränkung des Straßenhandels protestierten am 18. Februar die Straßenhändler des Bezirts Moabit in gutbesuchter Bersammlung im Gesellschaftshaus, Stromstraße Bon der Polizei behörde ist geplant, den Straßenhandel in der Bremer, Jonas fowie weiteren Straßen zu unterbinden. Der Reichsverband ambulanter Gewerbetreibender hatte aus diesem Grunde die Straßenhändler zu einer Bersammlung Deutschlands eingeladen. Hier besprach der Referent Brendel eingehend die Gefahren, welche bem Gewerbe in feiner Allgemeinheit drohen. Nach eingehender Aussprache und nach Gründung eines Bezirtes im Sinne des Reichsverbandes wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der gegen die Beseitigung des Straßenhandels in den angegebenen Straßen protestiert wird. Der Reichsverband wurde beauftragt, die Billenshundgebung den in Frage fommenden Stellen ananfenben Ein gefährlicher Brand lam gestern nachmittag im Norden Berlins in dem Haufe Banfft r. 16 in einem Lagerfeller zum Ausbruch. Auf den Ruf Mittelfeuer eilten mehrere Löschzuge an bie Brandstelle. Es brannten Bapier, Stroh und Kiften. Aus zwei Robren wurde stundenlang Waffer gegeben. Noch um 8 Uhr abends war die Feuerwehr mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Großfeuer in Gofen. Gestern morgen gegen% 8 Uhr ertönte in dem Dorfe Gosen, Kr. Beestow- Stortow, Feueralarm. In dem Dachwert des von den Familien Mehliz und Fietrich bewohnten Doppelhauses brach aus bisher noch unbekannter Ursache Feuer aus. In dem leichten Dachwert, das überdies noch mit Stroh bedeckt war, fand das schnell umfichgreifende Feuer reich liche Nahrung. Den Hausbewohnern gelang es, fich in Sicherheit zu bringen, ebenso einen großen Teil des Wohnungsinventars zu bergen. Die an dem Brandort weilenden freiwilligen Feuer. wehren aus Gosen, Ertner, Wildau, Neu 3ittau und Schmod wig tonnten wenig zur Befämpfung des Brandes tum. Eine Zivilperson erfrankte schwer an Rauchvergiftung, fonnte jedoch nach Behandlung mit Sauerstoff gerettet werden. W Reit- und Fahrturnier. Bet recht mäßigem Befuch nahm am Somm abend nachmittag in der Arena der Neuen Autohalle am Kaiserdamm das Berliner Frühjahrsreit- und Fahrturnier feinen Anfang. Das Haupte intereffe nahm das Gruppen bringen zu dreien in Anspruch. Ganz auf Schauwirtung eingestellt war bie friderizianische Damenidul quadrille Bezirtsbildungsausschuß Groß- Berlin. Deute pünktlich 21, Uhr nach mittags im Staatlichen Schiller- Theater Charlottenburg: Rapitän Braß bounds Belehrung. Römödie von Bernhard Shaw. Preis der Karte eine schließlich Kleiberablage und Theaterzettel 1,20 M. Einige Karten find noch im Borraum des Theaters an der Urnezu haben. Der Frauen- Ausschuß der Konfum- Genoffenfchaft Berlin und Umgegend beranstaltet Montag, 22. b. M., 18 Uhr, in den Sophiensälen, Sophien ftraße 17/18, feinen britten Vortragsabend mit dem Thema: Baren berteilung und Barenherstellung durch die Genossenschaft". Referent ift ber alte Genossenschafter und Reichstagsabg. Beine. Den Frauen lann der Besuch dringend empfohlen werden. 8 416 Sozialdemofrafischer Männerchor Friedrichshain. Montag. 22. Febr.: Extra- lebungssturbe 7%, Uhr Fortunafale, Strausberger Str. 3. Ab Freis. tag, 26. Febr., finden die regelmäßigen Uebungsstunden auch in den Fortuna fälen statt. Erscheinen aller Sangesbrüder ist Pflicht. Architekten- und Jugenieurverein zu Berlin. Montag, 1. März, 8 Uhr, im Meiiterfaal des Meisterhauses, Köthener Str. 58, Lichtbildervortrag des Herrn Ministerialrats Geb. Oberbaurat Meyer über Entwidlung des See zeichenwesens an der Deutschen Rüfte im letzten Jahrzehnt". Gäfle wil tommen. Die Krifis der europäischen Demofrafie. But dem Thema spricht in ber Sozialwissenschaftlichen Bereinigung Reichstagsabgeordneter Genoffe Dr. Baulebi am Montag, den 22. Februar, abends 7 Uhr, im Graphischen Bereinshaus, Allegandrinenstraße 44. Das neue Hochwasser in Westdeutschland. Köln, 20. Februar.( IU.) Der Rhein ist hier von gestern abend 8 Uhr bis heute morgen 11 Uhr weiter um 90 Zentimeter geftiegen und steigt zurzeit noch 5 Zentimeter stündlich. Nach Angabe des Hafenamtes kann von einer unmittelbaren Hochwasser. gefahr noch nicht die Rede sein, auch eine Ueberflutung der Rheinufer ist im Augenblick noch nicht zu befürchten. Koblenz, 20. Februar.( WTB.) Der Rhein bei Roblenz ftelat infolge der jüngsten Niederschläge stündlich 2 bis 3 Zentimeter. Es wird erwartet, daß er noch heute seinen höchsten Stand erreichen, I aber doch nicht über die Höhe der sogenannten Leinpfade hinaus gehen wird. Der Nedar ist zum Stillstand gekommen, ebenfalls die Mahe. Saar, Mosel unb Lahn fallen im Oberlauf und steigen im Unterlauf. Die Mosel hat bei Trier in der bergangenen Nacht mit 5,18 Meter ihren Höchststand erreicht unb fällt feitdem. Entgegen anderslautenden Meldungen hat feine Ber anlaffung vorgelegen, ben Hochwasserdienst in Tätigkeit zu feken, es ist mur Dienstbereitschaft angeordnet worden. Die gestern erneut eingetretenen Regenfälle im Schwarzwald und in den Bogesen werden eine neue Belle bewirken, die hier aber erst nach Ablaufen der jeßigen Hochwasserwelle eintreten, also fein weiteres Steigen be wirken wird. ftarten Regens find der Main und feine Nebenflüsse aus den Würzburg, 20. Februar.( TB.) Infolge des anhaltenben Ufern getreten und haben eine leberichwemmung verur facht. Der Main ist start angeschwollen, der Begel zeigte hier gestern 180 und heute 230 Zentimeter. Effen, 20. Februar.( TU.) Wegen des andauernden, Regen wetters find die Nebenflüsse des Niederrheins meiter. Schwemmten Niederungen eingestellt werden. Aus Kupferbreb hin start gestiegen. Teilweise muß der Verkehr in den über. wird gemeldet, daß infolge des Hochwassers der Ruhr ber Berkehr der bergischen Kleinbahn und der Autoverfehr nach Steele eingestellt worden ist. In Mülheim a. d. Ruhr hat die Ruhr die Bromenadenwege am Rathaus unter Waffer gefeht. Das Elektrizitätswert an der Schloßbrüde hat seinen Betrieb wie beim vergangenen Hochwaffer bereits eingestellt. Bei Duisburg am Ausfluß der Ruhr in den Rhein steigt das Waffer stündlich um Steigen an. Aus Elberfeld wird beanaftigenbes Steigen 6 8entimeter. Hier zeigt auch der Rheinwasserstand ständiges ber upper gemeldet. Nachrichten über die Wafferzun ihme im Oberlauf der Wupper laffen vermuten, daß auch hier der höchfte Wasserstand noch nicht überschritten ist. Das Hochwasser der Anaer bei Angermund stehen seit zwei Tagen sämtliche Reller wiederum hat sich in der vergangenen Nacht ebenfalls verstärkt. In Rahm unter Waffer. woltenbruchartigen Regen in der letzten Zeit sind be Düffeldorf, 20. februar.( Tul.) Durch anhaltenden, teilweile reits mieder größere Streden in der Rheinniederunt durh Grundwasser überschwemmt, besonders heinabwärts. Wiesen unter Wasser. Der Rhein ist hier heute nacht um 73 Senti von Duisburg bis zur holländischen Grenze fteben fer und meter geftiegen. Spanten Südamerika. Die spanischen Luftverkehrspläne. Anläßlich des Fluges des Kommandanten Franco nach Buenos Aires gab der argentinische Botschafter in Madrid eine Erflärung über spanisch- argentinische Luftverkehrspläne ab. Er erklärte, es handle sich zunächst darum, eine Verbindung Sevilla Buenes Atre's zu schaffen, die durch Zeppe fine bewerkstelligt werden soll. Daneben seien aber von deutschen Ingenieuren noch weitere Projekte ausgearbeitet worden, so zum Beispiel eine Linie, auf der die lleberquerung des Ozeans mit Hilfe von riesigen Ganzmetallflugzeugen mit fünf Propellern und Transportmöglichkeit für 100 Perfonen in drei Tagen ermöglicht werden würde. Das zur Durch führung der Pläne Dr. Eckeners in Spanien gebildete Syndikat rechne für die allernächste Zeit mit der Erteilung der Konzession Jowie einiger Bugeständnisse der spanischen Regierung, wodurch die Gründung einer Gesellschaft zum Bau von Beppelinluftschiffen in Spanien und zur Organisation der Linie Sevilla- Buenos Aires gestattet würde. Die Nacion" glaubt zu missen, daß die erſte Zeppelinfahrt Sevilla- Buenos Aires mit der Eröffnung der Iberoamerikanischen Ausstellung zusammenfallen werde. Zunächst werde der Verkehr durch zwei Zeppeline besorgt, von denen jeder 40 Passagiere und 11 Tonnen Nutzlast aufnehmen und eine Stun dengefchwindigkeit von 110 bis 132 Kilometern entwideln werde. Die Abfahrt werde allwöchentlich von Sevilla und Buenos Aires erfolgen und die Dauer der Reife zwischen 3 Tagen 10 Stunden und 4 Tagen 6 Stunden schwanken. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets en bas Bezirkssekretariat, 2. Sol, 2 Tres. rechts, au richten 2. Areis Ziergarten. Montag, ben 22. Februat, 7% The, erweiterte Reis vorstandsfizung bei Krüger, Butligstr. 10. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, den 22. februar, 6 Uhr, Beamtenwerbe ausschuß. Wichtige Besprechung bei Wittschuß, Petersburger Str. 5. Die Abteilungsleiter merben gebeten, die Obleute zu entfenden, 7. Rreis Charlottenburg. Dienstag, den 23. Februar, 7½ Uhr, in der Aula bes Realgymnasiums, Schillerstr. 26, Rreis- Funktionär. versammlung. Bortrag:„ Das Heidelberger Programm". Referent: Reichstagsabgeordneter Franz Künstler. Alle Genoffinnen und Ge. noffen müssen unbedingt erscheinen. 9. Kreis Wilmersdorf. Die Besprechung mit den Borsigenden und Beiräten der Arbeiterjugend von Wilmersdorf, Halensee und Schmargendorf findet am Dienstag, den 23. Februar, 8 Uhr, bei Aroihs, Holsteinische Str. 60, Ale Beteiligten müssen unbedingt erscheinen. statt. 11. Rreis Schöneberg, Friedenau. Montag, den 22. Februar, 8 Uhr, AllBortrag: gemeine Funktionärigung bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Das Boltsbegehren". SPD.- Vertreter ber Betriebe unb ber Arbeiter. portvereine bes 11. Rreises werden gebeten, daran teilzunehmen. Mitgliebsbuch ist vorzuzeigen. Achtung! Engerer Borstand pünktlich 7 Uhr im gleichen Lokal. 3. Kreis. Dienstag, ben 23. Februar, Kreisvorstanbssigung um 7 Uhr bel Niendorf, Chausseestraße, Ede Streliger Straße. Pünktliches Erscheinen notwendig, ba 8immer geräumt werden muß. 14 Kreis Neukölln. Die Kreismitgliederversammlung am Dienstag, ben 23. Februar, findet nicht statt. 15. Areis Treptow. Montag, den 22. Februar, 7% Uhr, in Rieberschöneweibe, Berliner, Ede Fennstraße, im Lotal Thiele, Kreisvorstandsfigung mit ben Abteilungsleitern und bem Borstanb ber Bezirksverordnetenfraktion. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, ben 22. Februar, 7 Uhr, Kreisvorstands. fitung in der Bibliothet, Weichselstr. 28. Jebe Abteilung muß vertreten fein. Fraktion ber foz. Elternbeiräte. Dienstag, den 23. Februar, wichtige Sigung, abends 7 Uhr, in ber Bibliothet, Weichselstr. 28. Alle foz. Elternbeiräte, Ersaßleute und foz. Lehrer müssen erscheinen. Besondere Einladung ergeht nicht mehr. Die Obleute ber einzelnen Schulen milffen einlaben. Erscheinen ist Pflicht. 18. Kreis Weißensee. Montag, den 22. Februar, 7 Uhr, bei Gallas, Bor. standsfizung. Um 8 Uhr Funktionärsizung ebenba. Heute, Sonntag, den 21. Februar: 73. Abt. Schmargendorf. Die Bezirksführer und deren Selfer ab vormittags 10 Uhr, bei Bahr, Handzettel file bie Lobe- Bersammlung in Empfang nehmen und fülr Berteilung forgen. 92. Abt. Neukölln, Vormittage 10% Uhr Borstandssigung bei Wolff, Raiser. Friedrich- Str. 173, wichtige Besprechung. Zur Frauenversammlung am Montag, den 22. Februar, 7 Uhr, bei Giepert, Roſeggerstr. 17, Ede Beferstraße, laden bie Funktionäre ein. Bortrag: Die Frauen und der Boltsentfcheid." Morgen, Monfag, den 22. Februar: &. bt. Die Genofsinnen und Genoffen, die in ber Freibenterbewegung Behen, beteiligen sich an der Bersammlung in ber Binterfeldtite. 16. Am Dienstag, den 23. Februar, 8 Uhr, bei Ridert, Steinmeßftt. 86a, erweiterte Vorstandsfizung. 19. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Schrepel, Grünthaler Str. 18. 21. bt. 7 Uhr, bei Kroll, Utrechter Str. 21, Funktionärßigung. 23. bt. 7 Uhr, bet Grunwald, Funktionärfigung, 24. abt. 7 Uhr, bei Winzer, Winsstraße, Ede Chriftburger Straße, Funktio. närſigung. 28. bt. 7 Uhr, bei Büttner, Schwebter Str. 23, Sigung ber Funktionäre unb ber Beitungstommiffionsmitglieder. Büntiliches Erscheinen ist unbebingt erforderlich. $ 1. Abt. 7% Uhr, bet Goldschmidt, Stolpische Str. 86, Funktionärftgung mit den Betriebsvertrauensleuten. 44. Abt. 7% Uhr, in den Hohenstauffenfälen, Rottbuffer Damm 76, Bersamm. lung des Bereins der Freidenter für Feuerbestattung. Teilnahme un bebingt erforderlich. 45. Abt. Pünktlich 8 Uhr, bet Asbahr, Reichenberger Str. 97, Funktionär. fizung. Technische Durchführung bes Boltsbegehrens. Achtung! Abtei lungsvorstand pünktlich 7 Uhr im gleichen Lotal. Sehr wichtige Be fprechung. Jungfozialisten. Gesamtveranstaltung am Montag, ben 22. Fe. bruar, 7 Uhr, im Breußischen Landtag, Bring- Albrecht- Str. 5, Genosse Siegfried Bernfeldt- Wien spricht über: Sozialistische Jugend und bie Erziehung". Um 6% Uhr Alle Gruppen beteiligen fich baran. Gruppentonferens ebenba. Jebe Gruppe entfendet awel Bertreter. Um 6 Uhr ebenda Arbeitsausschußfizung. Jungfozialisten. Gruppe Mitte, Sonntag, 8 Uhr, im ehemaligen Bands gemeindehaus, Gophienste. 23, gemeinsamer Gingabend mit der SAJ. Gruppe Reinidendorf. Montag, den 22. Februar, 7% Uhr, im Breußischen Landtag, Beteiligung an der Gesamtveranstaltung. Der Gruppenabend fällt aus. Frauenveranstaltungen am Montag, den 22. Jebruar: 2. Reels Tiergarten. 7% Uhr, in Lokal Lausch, Bredowtraße, Bortnog bes Genoffen Häbide über unsere Schulziele". 9. Kreis Wilmersdorf. 8 Uhr pünktlich bei Rroths, Bolsteinische Str. 60, Bortrag über Konsumgenossenschaft". Referent: Genoffe Mierus. Gäste willkommen. 1. Abt. Die Genoffinnen nehmen an bem Frauenabend bet 5. Wbteilung im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11, teil. 5. Abt. 7 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Seiterer Abend. Bortragender: Genosse Maret. 6. Abt. 7% Uhr, bei Dobrolow, Gwinemünder Str. 11, Erziehungsfragen". Referent: Genosse Kurt Luce. " 8. Abt. 7% Uhr, bei Rüdert, Steinmegstr. 36a, Frauenabenb. 18. Abt. 7% Uhr, bei Müller, Uferftr. 12, Bortrag der Genoffin Sedwig Schwarz über: Fürstenabfindung Boltsentscheid". 27. Abt. 7% Uhr, bei Bogdanowicz, Sonnenburger Str. 1, Borttag: Frauen. leiden". Referent: Genosse Dr. Mener- Brodniß. Gäste willkommen. 32. Abt. 7 Uhr, in der Schule, Lange Str. 31, Vortrag: Paneuropa". Refe. rent: Genoffe Möbus. 34. Abt. 7 Uhr, im Lokal Tiedtke, Littaner Str. 5, Bortrag: ,, Die Birt. schaftskrise". Referent: Genoffin Dörre. 35. Abt. 7 Uhr, bei Beter, Schreinerstr. 36, Bortrag: Arbeiterdichtung". Referent: Genosse Barthel. 36. Abt. 7½ Uhr, im Lokal Busch, Tilsiter Str. 27, Bortrag: Schulpolitit. 41. Abt. 7% Uhr, bei Schult, Martendorfer Str. 5, Bortrag: ,, Erfte Silfe bei Unglidsfällen". Referent: Genoffin Dr. Räte Frankenthal. 42. Abt. 7% Uhr, bei Höhlke, Bergmannstr. 69, Bortrag: Die kittliche Grundlage der Erziehung". Referent: Genoffe Miethte. 47. Abt. 7 Uhr, bei Lehmann, Mustauer Str. 1 ,,, Bevölkerungspolitit". Referentin: Genoffin Gertrud Hanna, M. b. 2. Referent: Rettor Groß. " 58. Abt. 7 Uhr, bei Straube, Augsburger Str. 57, Ede Ansbacher Straße, Bortrag: Die Frau im Cherecht". Referentin: Genoffin Scheibenhuber. 74. Abt. Zehlendorf. 7 Uhr, bei Schnorre, Potsdamer Str. 3, Gemütliches Beisammensein. Reukölln. 89. Abt. 7 Uhr bei Brofe, Sanderstr. 10, Bortrag: Gefchichte ber Frauenbewegung". Referentin: Genoffin Fahrenwalbt. 90. Abt. 7 Uhr, im Jbeal- Rafino, Weichselfte. 8, Fürstenabfindung Bolts entscheid. Referent: Genosse Abraham. 82. bt. 7 Uhr, bei Lippert, Stofeggerstraße, Ede Weserstraße, Vortrag: Erziehungsfragen". Referent: Genosse Adolf Hoffmann. 95. Abt. 7 Uhr, bei Grilger, Leffingftr. 9, Fürftenabfindung Boltsentscheid". Referent: Regierungsrat Gärtig. 101. Abt. Treptow. Der Frauenabend fällt aus. Die Genoffinnen beteiligen fich an der Mitgliederversammlung. 103. Abt. Oberschöneweibe. 7 Uhr, bei Smberg, Lichtbilbervortrag: ,, Seinrich Bille und fein Wert". Referent: Genosse Birnbaum. 108. Abt. Copenid. 7% Uhr, im Stadttheater: Unsere nächsten Aufgaben". Referent: Genosse Harnisch, M. d. 2. 133. bt. Tegel. 7% Uhr, im Jugendheim, Bahnhoffte, 15, Bortrag: Birt fchaftspolitik. Referent: Genoffin Rähler, M. b. 2. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 23. Februar: 7. Areis Charlottenburg. 6 Uhr bei Bogel, Spreeftr. 8, Rreisfunktionärinnen tonferenz. Es wird gebeten, pünktlich zu sein, ba um 7½ Uhr bereits die Funktionärsizung ist. 14., 15. 16. bt. 7% Uhr, in ber Grauen Schule, Butbuffer Str. 8, Bortrag: Religion und Sozialismus". Referent: Genosse Pfarrer Franke. 23. Abt. 7 Uhr, bei Tieße, Barfußstr. 9, Borttag: Frauenstaat unb Männerstaat". Referentin: Sedwig Schwarz. Rentölln. 94. Abt. 7% Uhr bei Günther, Schillerpromenabe 11, Bortrag: Fürstenabfindung Boltsentscheid". Referentin: Genoffin Bachenheim. 97. Abt. 7% Uhr, bei Rußli, Leineftr. 1, Seiterer Abenb( musikalische Darbietungen). Vortragender: Genoffe Theo Maret. 137. bt. 7% Uhr, im Boltshaus, Scharnweberstraße, Bortrag: Unsere Schule Referent: Genoffe Runtel. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 21. Februar. monium). 2. Mozart: Larghetto aus dem Klaviersolo( Herta Mack9 Uhr vorm.: Morgenfeier. 1. Präludium( Paul Schmidt, HarReichert, Klavier; Gerda Reichert, Violine; Heinrich Kramer, Cello). 3. a) Schubert: Seligkeit, b) Henschel: Morgenhymne ( Charlotte Lindemann von der Berliner Staatsoper, Sopran; am Schulzke). 5. Ansprache des Herrn Pfarrer Lic. Koch. 6. G. G. Flügel: Alfred Lehmann). 4. Bibelrezitation( Bibelsprecher Joh. Weiß: Gebet: Herr, den ich tief im Herzen trage( Charlotte Lindemann; am Harmonium: Alfred Lehmann). 7. Mendelssohn: Andante espressivo aus dem Klaviertrio op. 66( Herta Mack- Reichert, Gerda Reichert, Heinrich Kramer). Schlußchoral( Paul Schmidt). 11.30-12.50 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik. 1. Kienzl: Fantasie aus der Oper„ Der Evangelimanı( Fritz Wenneis, Harmonium). 2. Duette: a) Mendelssohn: Ich wollt', meine Liebe ergösse sich, b) Mendelssohn: Wohin ich geh' und schaue, c) Dvorák: Der Kranz, d) Dvorák: Der Schmerz( Maria Hailer- Hoffmann und Ursula Windt- Bosch). 3. a) Ganne: Extase, b) Moszkowsky: Près du Berceau, c) Sgobbi: Wiegenlied, c) By the Waters of Minnetonka Franz Melody( nach indianischen Motiven), arrangiert von S. Bruinier( Franz S. Bruinier, Klavier; Konzertmeister Franz v. Szpanowski, Violine; Konzertmeister Julius Berger, Cello). 4. Schartel: Vier Stücke aus Wald und Feld( Fritz Wenneis). 5. Duette: a) Schumann: Erste Begegnung, b) Schnmann: Botschaft, c) Brahms: Die Meere. d) Brahms: Wir Schwestern zwei ( Maria Halier- Hoffmann und Ursula Windt- Bosch). 6. a) Brase: Tango Romantique, b) Ocki- Albi: Petite Causerie, c) Steward Liebesbrief, d) Gillet: Marionetten( Franz S. Bruinier, Frans 8. Szpanowski, Julius Berger). Am Flügel: Theodor Mackeben 1.10 2.10 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden:„ In memoriam 1. Die toten Dichter der jungen Generation( einleitende Worte von Hermann Kasack). 2. Moritz Heimann: Die letzte Ohnmacht ( Sonja Bogs, Rezitation). 3. Gustav Sack: Prosabruchstück( Leo Menter, Rezitation). 4. Aus den Werken von Kurt Adler, Peter Baum, Hans Kaltneker, Alfred Lichtenstein, Wilhelm Runge, Reinh. Joh. Sorge, Ernst Stadler, Georg Traki( Sonja Bogs, Her mann Kasack, Leo Menter, Rezitationen). 2.20 Uhr nachm.: Schachfunk( E. Nebermann). 3 Uhr nachm.: Hans- Bredow- Schule ( Bildungskurse). Abteilung Landwirtschaft. Prof. Dr. Ludwigs: Der deutsche Pflanzenschutzdienst, Organisation und Aufgabe". 8.30 Uhr nachm.: Goldhärchen und Goldkäferchen" aus Goldhärchen und Funkheinzelmann", von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelmann. 4.30-6 Uhr nachm.: Konzert. 7 Uhr Berliner abends: Dr. Franz Lederer:" Merkwürdigkeiten an Häusern und Denkmälern". 7.30 Uhr abends: Ministerialrat Dr. Kaisenberg: Der Weg der Volksgesetzgebung. Volksbegehren und Volksentscheid". 8 Uhr abends: Einführung zu der Operette Drei alte Schachteln" am 23. Februar. 8.30-10 Uhr abends: Heiterer Abend. 1. a) Reinhardt: Lied vom süßen Mädel, aus der Operette, Das süße Mädel", b) Künnecke: Strahlender Mond, aus der Operette Der Vetter von Dingsda", c) Strauß: Ich habe einen Mann, aus der Operette„ Ein Walzertraum"( Lotte Appel, Sopran). 2. Gerke: Nocturno, op. 24( Walter Ruff, 1. Fagott; Artur Weiner, 2. Fagott; Karl Schubert, 3. Fagott; Otto GroßBruder Straubinger", b) Gilbert: Marie, o Marie, c) Granichstaedten: Wandere mein Herzchen, wandere! Lied aus der Operette Der Orlow"( Paul Harden, Tenor). 4. Giekemol: Die vier fidelen Nachtwächter, urkomisches Quodlibet( Karl Schubert, Artur Weidner, Walter Ruff. Otto Großkopf). 5. J. Nestroy: a) Chimäre, b) Aus der Posse Der Schützling", c) Aus Die Träume von Schale und Kern"( Florian Kienzl, Rezitation). 6. a) Zeller: Als geblüht der Kirschenbaum, aus der Operette„ Der Vogelhändler", b) R. Stolz: Komm in den Park von Sanssouci, c) R. Fall: Mandoli- Mandola( Lotte Appel). 7. Gerke: Polonäse( Karl Schubert, Artur Weidner, Walter Ruff, Otto Großkopf). 8. a) Stolz: Wien, du Märchen aus 1001 Nacht! b) H. Santly und H. Richman: Auf Java sind die Mädchen braun, c) R. Erwin: Warum gefällt mir keine so wie du?( Paul Harden). 9. Diethe: Potpourri( Walter Ruff, Artur Weidner, Karl Schubert, Otto Großkopf) Am Flügel: Theodor Mackeben. Anschließend: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). 140. Abt. Borfigwalbe. 7% Uhr, bet Wottschach, Ernstste. 1, Vortrag: Birt- kopf, 4. Fagott). 3. a)' Eysler: Wanderlied aus der Operette fchaftstrife. Referent: Genosse Fraenkel. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 92. Abt. Reuföllu. Unfer Genosse Auguft Serfert, Elbeftr. 16, ist ver. ftorben. Einäfcherung am Montag, den 22. februar, nachmittags 8 Uhr, im Rrematorium Baumschulenweg. Bahlreiche Beteiligung aller Abteilungsmit. glieder erforderlich. Die Abteilung wird bas Anbenten des verstorbenen Ge noffen stets in Ehren halten. Jugendveranstaltungen. Heufe, Sonntag, den 21. Februar: Selmholzplag: Jugendheim Eberswalder Str. 10. Sigung der Arbeitsgemein fchaft. Marienborf: Alte Schule, Dorfftr. 7, Seimabend mit Brogramm. Steglt I: Treffpunkt 2 Uhr nachmittags aum Spaziergang. Stegli II: Jugendheim Holsteinische Str. 2, Uebungsabend. Wannsee: Schule Char Lottenstraße, Bunter Abend. Niederschöneweibe: Schule Berliner Str. 31, Bunter Abend. Lichtenberg- Rorb: Vortragsabend, Partaue 10. Werbebezirk Kreuzberg: 7½ Uhr im Jugendheim Lindenftr. 8, Seinrich Seine- Abend. Referent Genoffe Friedrich Wendel. Barieigenoffen find herzlichst eingeladen. Werbebezirk Renföln: Jugendheim Canner Straße, nachmittags 3 Uhr Brobe aur Werbewoche; abends 8 Uhr Friedrich- Ebert- Gedächtnisfeier. Morgen, Montag, den 22. Februar, abends 7% Uhr: Cabost( Görliger Biertel): Jugendheim Reichenberger Str. 66. Bortvag: ,, August Bebel". Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a. Bortrag: Die bürgerliche Jugendbewegung". Schöneberg III: Jugendheim Haupt ftraße 15. Seiterer Abend. Westen: Jugendheim Sauptstr. 15. Aussprache: Bub und Mädel". Hermsdorf: Jugendheim Roonftraße. Bortrag: Was ist Gemeinschaft?" Often( Stralaner Biertel): Jugendheim Goßlerstr. 61. Bortrag: Jugend und Großstadtgefahren". Bildungskurse: Bebbing: Ledigenheim Schönstedtstr. 1. Einführung in die Bollsmirtfchaft. Referent Genoffe Bothur. Often: Jugendheim Rigaer Str. 108. Jugendheim Danziger Str. 62. Braktischer Sozialismus." Referent Genosse B. Theet. Brenzlauer Berg I: Einführung in den Sozialismus." Referent Genoffe R. Abraham. Zeltowianal: Schule Steglis, Ringstraße.„ Goд. Ere aiehung und Kultur." Referent Genoffe S. Schula. Reukölln: Jugendheim Schierleftr. 44. ,, Einführung in den Gozialismus." Referent Genosse E. Pemmann. Ostbahn: Jugendheim Lichtenberg. Doffeftr. 22. Geschichte bes Rapitalismus." Referent Genoffe B. Neumann. Bankow: Jugendheim Breite Str. 32. Deutsche Reichsverfassung." Referent Genosse S. Barthel. " Geschäftliche Mitteilungen. Die Darmstädter und Nationalbant, Rommanditgesenschaft auf ftien, gibt auf Reifen jeglicher Art darstellen. Diese Welt- Rirtular- Kreditbriefe find an etwa 1500 Blähen der ganzen Welt ohne weiteres Avis zahlbar, tönnen aber auf Wunsch auch nur in einzelnen Ländern oder Erbteilen sahlbar gestellt werden. Es ist also nicht mehr notwendig, bak das reifende Bublikum bis ins einzelne feine Gelddispofitionen im voraus treffen muß, da bank der Frei. gilgigkeit der Welt- Rirtular- Kreditbriefe der Reifende fich liberall, fel es im Inland oder Ausland, an allen größeren Blähen fowie bekannteren TouristenRur- und Babeorten mit Gelb verfehen kann. Die Filialen und Depofiten. Baffen der Darmstädter und Nationalbant find gerne bereit iebe gewünschte Auskunft au erteilen. wieber Belt- Rirtular- Kreditbriefe aus, bie bas ideale Geldbeschaffungsmittel Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle für Berlin.( Nachbr. verb.) Größtenteils bewölkt, obne wesentliche Niederschläge. Temperatur wenig berändert. Für Deutschland. In Süddeutschland aufllarend, im Norden meist bewölkt und stellenweise etwas Regen. Die neue 10 Pick Packung Einfach durch Zusammenlegen von 5 arbeitsgängen in einen Handlich kleines Format, bequem in der Tasche tragbar Lauber hygienische Verpackung ohne manuelle Berührung GARBATY Montag, den 22. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.30 Uhr nachm.: Novellen. August Strindberg: 1. Liebe und Brot. 2. Die sieben guten Jahre. Gesprochen von Anni Arden. 5.15-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.05 Uhr abends: C. M. Köhn:, Warum ist der deutsche Herr vielfach so schlecht angezogen?"( Werbevortrag). 6.40 Uhr abends: Zehn Minuten für die Frau. 7-8.10 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). 7 Uhr abends: Abteilung Technik. Technische Wochenplauderei( Jngenieur Joachim Boehmer). 7.20 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Professor O. Colson). 7.50 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Kunstwissenschaft Geh. Reg.- Rat Professor Dr. Waetzoldt: Deutsche Meister in der Nationalgalerie". David Friedrich". 8.30-10 Uhr abends: Orchesterkonzert. Unter Mitwirkung von Dorothee Manski, Sopran, und Kammersänger Cornelis Bronsgeest, Bariton. Dir.: Bruno Seidler- Winkler. 1. Marschner: Ouvertüre zu der Oper Der Templer und die Jüdin". 2. Marschner: An jenem Tag. Arie aus der Oper, Hans Heiling"( Cornelis Bronsgeest). 3. Marschner: Ouvertüre zu der Oper Der Vampyr". 4. Spohr: Ouvertüre zu der Oper Jessonda". 5. Wagner: a) Gebet der Elisabeth, ans der Oper Tannhäuser"( Dorothee Manski), b) Lied an den Abendstern, aus der Oper Tannhäuser"( Cornelis Bronsgeest). 6. R. Wagner: Feierlicher Zug der Frauen zum Münster, aus der Oper b) Schmerzen, c) Träume( Dorothee Manski). 8. R. Wagner: Lohengrin". 7. R. Wagner: Drei Lieder: a) Im Treibhaus, Karfreitagszauber aus der Oper Parsifal". Berliner Funkorchester. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theaterund Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Montag, den 22. Februar. า ค 3-3.30 Uhr nachm.: Lektor Mann und Studienrat Friebel: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Lektor Mann und Studienrat Friebel: Englisch für Fortgeschrittene. 4-4.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Schönichen: Warum treiben wir Naturschutz? 4.30-5 Uhr nachm.: Dr. Mathilde Wolff: Frühjahrsarbeiten im Garten. 10€ Stück 40ff IGIN VON SABA Frisch Fergaminpapier Hülle konserviert das Aroma Billig infolge Fortfall der luxuriösen Ausstattung Beliebt durch die bewährte Qualität der KONIGIN VON SABA GARBÁTY Aus der Partel. William Bromme gefforben. Aus 2übed wird uns gemeldet, daß dort Genoffen Bi fiam Bromme nach langer Krankheit im 53. Lebensjahre am Freitag gestorben ist. Bromme, der aus dem Altenburgischen and, had Me Segend eines Brotstarberfindes burime bann als Fabritarbeiter fein Brot verbienen müffen Bon dieser Seit feines Lebens hat er später( 1905) in einem leſsenswerten Buch Erinnerungen eines Fabritarbeiters" interessante Einzelheiten erzählt. Im Jahre 1908 trat er als Rebatteur in die Dortmunder Arbeiterzeitung" ein, aber schon im folgenden Jahre wurde er als Barteisetretär nach Lübed gewählt. Dort hat er sich um best Musbau ber Organffafton Me Beftigung der Bartel große Berdienfte erworben. Nach der Revolution wählten ihn die Lübecker Genossen in den Senat ihres Freistaats, in dem er aufrecht und fachtundig tätig war, bis ihn seine zunehmende Krankheit zwang, in Pension zu gehen. Nicht nur die Lübecker Genossen werden dem fleißigen und troß seiner schwächlichen Konstitution allezeit fampfbereiten Mitkämpfer ein gutes Gedenken bewahren! A.Wertheim Sonder- Angebote Leipziger Platz Königstr. Rosenthaler Str. 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Beilage des Vorwärts Sozialpolitische Generalrechnung. Aufhäuser gegen die Reichsversicherungsanstalt. In der wetteren Debatte des Reichstags weist der Abg. Hartmann( Dnat.) darauf hin, daß die Notstands arbeiten heute sehr große Mittel in Anspruch nehmen, da die Materialpreife besonders dem Wohnungsbau zu hoch seien. Es tomme hauptsächlich darauf an, den Eg port zu steigern und die Rauftraft im Innern zu heben. Abg. Frau Teusch( 3.) widerspricht Vorwürfen des Abg. Diß. mann wegen der Behandlung dieser Fragen im Reichstag. Im Dezember sei den Erwerbslosen ausdrücklich erklärt worden, daß die damalige Lösung nur vorläufig sein sollte und daß weiter. gehende Wünsche erfüllt werden sollten, sobald die neue Regierung gebildet fei. Die Sozialdemokraten und Kommunisten hätten ledig. lich eine ganz schematische Erhöhung der Unterstügungsfäße beantragt, und zwar in einer Höhe, die die Regierung für unannehmbar erklärt habe und daher aussichtslos gewesen seien. Daher hätten im Sozialen Ausschuß auch die Sozialdemokraten dem Sentrumsantrag zur Annahme verholfen. Die bisherigen Rinderzuschüsse würden durch die neue Regelung in feiner Weise be schnitten, das habe auch die Regierung im Ausschuß anerkannt. Die Lohnüberschneidung müffe allerdings möglichst vermieden merben. Die 3ndustriearbeiter in den fleineren Städten hatten meift noch eine fleine Landwirtschaft zur Mithilfe. Deshalb mußte vor allem für die Arbeiter in den größeren Städten gesorgt werden. Beffer als 10 Broz Erhöhung der Unter ftügung sei die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. Der Antrag des Zentrums im Ausschuß sei soweit gegangen, wie es nur irgend erreichbar war. Die weitergehenden Anträge der Sozial demokraten auf eine Erhöhung von 30 Broz. dienten nur der Agitation( Widerspruch bei den Sozialbemo. traten.) Durch das Rompromiß würde fofort den Erwerbslosen geholfen werden.( Beifall.) Abg. Rädel( Komm.): Frau Teusch sollte einmal ben Erwerbs lofen in Berlin vorrechnen, wie eine Familie mit 13 Mart 90 Pfennig in der Woche leben solle. Das Zentrum sei im Ausschuß umgefallen, als die Regierung erflärte, über 20 Broz nicht hinausgehen zu wollen. Die Ausschußanträge feien geradezu eine Berhöhnung der Arbeiter, zumal die Regierung zu erfennen gegeben habe, daß fie mit dem Ausbau der Erwerbslofenfürsorge Schluß machen wolle. Der Finanzminister Reinhold habe bas Geld lieber in die Wirtschaft steden mollen, b. h. dem Rapital in den Rachen werfen wollen. Nichts für den wichtigsten Faftor der Wirtschaft, der Arbeitstraft, aber alles ben Rapitalisten. Das fet die Bolitif der Regierung, obwohl fie damit Schiffbruch erfitten und die Birtschaftsfrise nicht verhindert habe. Abg. Hemeter( Dnat.) begründet eine Entschließung, wonach bie Erwerbslosenunterstützung in Sachleistungen umgewandelt werden fann, besonders in Form von landwirtschaftlichen Erzeugniffen. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erfucht, mit der Einfeßung einer bestimmten Summe für die Erwerbslosenunterstüßung bis zur britten Lesung des Haushalts zu warten, weil man dann besser übersehen tönne, wie hoch der benötigte Betrag fei Abg. Schneider- Berlin( Dem.) beantragt, ben Antrag Hemeter hem Ausschuß zu übermeifen. Abg. Schmidt- Köpenid( Soz.) lenft die Aufmerffamfelt bes Reichsarbeitsministers auf die Tatsache, bak ble Banbarbeiter Reichsarbeitsministers auf die Tatsache, daß ble anbarbeiter noch vielfach um die Erwerbslosenunterftügung gebracht werben. Besonders schlimm stehe es damit in Mecklenburg. Aba. Pfeffer( D. Bp.) bezeichnet die jetzige Art der Erwerbs fofenfürsorge als unmoralisch. Gegenüber dem Abg. Dißmann behauptet er, daß fein Unternehmer ohne zwingende Rotwendigkeit feinen Betrieb ftillege. Damit schließt die Aussprache. In einer persönlichen Be. mertung weift Abg. Dißmann( Soz.) der Frau Abg. Teusch gegen über an Hand der Zahlen nach, daß die Unterstützungen der Er. werbslosen in Berlin auch feht noch ganz ungenügend felen. Die Sozialdemokratie habe im Ausschuß für ihren Antrag gefämpft, erft als er abgelehnt wurde, habe sie für den Antrag der Regie rungsparteien gestimmt. Abg. Frau Teusch( Str.) meint, daß bas Zentrum in Austuß feine andere Stellung habe einnehmen fönnen, als fte es getan habe. Den Beschlüſſen der Ausschüsse wird darauf unter Ablehnung offer anderen Anträge zugestimmt. Sie befagen folgendes: a) die Unterstützungsfähe in der Erwerbslofenfürsorge werben mit fofortiger Wirkung erhöht 1. für Hauptunterfügungsempfänger( ver. betratete wie ledige) um 10 Pro3 2. für alleinstehende Erwerbslofe unter 21 Jahren um 20 Proz b) die Höchftfähe der Erwerbslofenfürsorge werden in den Orfsflaffen A, B und C um 10 Proz. erhöht. Außerdem wurde eine Entschließung angenommen: die Reichsregierung zu erfuchen, in der beabsichtigten Verordnung über Kurzarbeiterunterstützung folgende Punkte zu berücksichtigen: 1. den Beginn der Unterstübungstage nicht nach Ledigen und Berheirateten zu differenzieren, 2. die Kurzarbeiterunterstützung beträgt für den 3., 4. und 5. ausgefallenen Arbeitstag den Tagesfah, den der Aurzarbeiter als Bollerwerbslofer erhalten würde, 3. in eine Prüfung darüber einzutreten, ob in Betrieben, in denen Kurzarbeit nicht durch den Ausfall voller Arbeitstage durchführbar ift, nicht auch dann die Unterstützung eintreten fann, wenn die umgerechneten Stunden die erforderliche Zahl von Arbeitstagen ergeben, wobei die besonderen Arbeitsverhältniffe der Angeftellten zu berücksichtigen find. Der Antrag e meter wirb bem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Es folgt die Eingelberatung des Haushalts bes Reichsarbeitsministeriums. Bei Rapitel 2, Sozialver ficherung. Abg. Aufhäuser( Soz.): Das Reichsarbeitsministerium hat in seiner Dentschrift leider versicherung mit 2,348 Milliarden aufgeführt. Um fie aber richtig nur die absolute Zahl an Aufwendungen für die Arbeitswürdigen zu können, muß man in Rechnung stellen die höhere Bert des Gelbes. Dann ergibt es sich, daß von einer Steigerung der sozialen Lasten nicht geredet werden kann. Man muß auch bie foziale Belastung der Wirtschaft in Ber bindung bringen mit der gesamten Lohnfumme, und weiter feststellen, wie groß der Anteil des Lohnes an der deutschen Broduktion ist. Das hat das Reichsarbeitsministerium leider nicht getan. Wir haben uns nun die Mühe gemacht, das nachzuholen und festzustellen, wieviel die soziale Belastung der Wirtschaft beträgt. Wir sind dabei auf einen Sah von 1 bis höchstens 1% Bros. gefommen. ( Hört, hört!) In einer Subfabrit, die hochwertige Baren verfertigt, haben mir festgestellt unter Zugrundelegung der genauen Raltulation, daß auf einem Paar Stiefel eine foziale Belaffung von 11 Pfennigen liegt.( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Blaubt man, daß diese Stiefel billiger werden mürden, wenn man die foziale Belastung von 11 Bfennigen beseitigt? In der Dentschrift wird eine Nachprüfung der Leistungen der Krantentaffen angeNachprüfung der Leistungen der Krantentaffen ange tündigt und das hat genügt, um die Deutsche Volkspartei im Aus schuß zu einem Angriff gegen die Krankenfaffen zu veranlaffen. Die Krankenkassen haben aber nicht der Deutschen Boltspartei, fondern dem deutschen Bolte zuliebe ihre Aufgaben erweitert. Wenn die Krankentassen auch zur Bersorgung der Bersicherten mit Heilmitteln übergegangen find, so geschah das im Interesse der Versicherten selbst. Auch die Behauptungen über bie angeblich zu hohen Berwaltungstosten der Kranfenfassen sind unbegründet. Sie betragen höchftens& Bros. gegenüber der Borkriegszeit von 10 und mehr Prozent. Demgegenüber sind die Verwaltungsfosten der Berufs. genossenschaften ganz beträchtlich höher. Der Ausgangspuntt für die Bersorgung der Versicherten mit Arzneimitteln durch die Krantenfassen war der Preiswucher, den bas Apothefentapital getrieben hat.( Sehr mahr! bei den Sozialdemokraten.) Benn die potheten mit 500 und mehr Prozent arbeiten, bann mar es eine einfache Selbstverständlichteit, daß die Krantenfaffen die Berforgung mit Hellmitteln felbft in die Hand nahmen. Sle haben dadurch auch schon Ersparniffe von 34 Millionen im Jahre erzielt.( Hort, hört! bei den Sozialdemokraten.) feinen Anlaß, den Bucher des Apothefentapibals zu unterstügen. Es Diese Ersparnisse tommen den Kranten zugute, mir haben also sehr bedauerlich, daß sich auch der Abg. Thiel als Bertreter einer Angestelltenorganisation zum Sprecher dieser Angriffe gemacht hat. Man glaubte ja, durch den von einer Ronvention ausgeübten Bontott gegen die Krantenfaffen vorgehen zu können. Den Krantenfaffen in es gelungen, fich dagegen durchzusehen. Auch die Berlagsgesellschaft der Krantentalle hat legensreich gewirft, besonders in der Berbreitung fozial bygienischer Aufklärung. Bir müssen ihnen dankbar dafür fein, daß fie in diefer schwierigen Zeit wenigstens einige solcher Aufgaben, Wir müssen sie darin unterstügen, dürfen ihnen aber nicht im die im Intereffe der Bersicherten liegen, zustande bringen fonnten. Interesse des Apothefentapitals in den Rüden fallen.( Sehr richtig! Intereffe des Apothekentapitals in den Rüden fallen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Einrichtung von Ambulatorien, besonders in Berlin wird von der Aerzteschaft bekämpft. Diese Ambulatorien bedeuten doch aber auch eine Rationalisierung. für die Wirtschaft gefordert wird.( Sehr wahr! bei den Sozialdemo warum foll fie für die Krantentaffen falsch sein, wenn sie doch sonst traten.) Wir haben die größte Achtung vor der medizinischen Wiffendie Gelegenheit gibt, frei zu werden von der Geschäftstätigkeit, die fchaft. Aber man bezeugt ihr eine höhere Achtung, wenn man ihr heute noch im ärztlichen Berufe vorhanden ist. Die Krantenfassen haben bisher nicht nur den Bersicherten geholfen, fondern auch im allgemeinen die Boltsgefundheit gefördert. Es wäre Aufgabe des Reichsarbeitsministeriums, den Angriffen auf die Krankenfaffen Reichsarbeitsministeriums, den Angriffen auf die Krantenlaffen Scharf entgegenzutreten.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei dieser allgemeinen Erörterung fann auch nicht an der Kritik der Kreditgebarung der Bersicherungsanstalten vorübergegangen werden. Schon Ende 1924 und 1925 haben wir auf diese Mißstände hingewiesen. Wir geben zu, daß das Reichs. arbeitsministerium bemüht gewesen ist, hier einzugreifen und Miß stände abzustellen. Die Berteilung der Gelder erfolgt in einer Beife, die mit sozialen Absichten in feiner Weise in Eintlang zu bringen sind. Es sind für stabtische Grundstüde 26,8 Millio nen, für landwirtschaftliche Grundstüde 47,1 Millionen, für industrielle Grundstü de 57 millionen, für den städtischen Wohnbau 23,9 Millionen Darlehen gegeben worden. Bon einer Gesamtsumme von 272 Millionen sind für Siedlungszwede ganze 9,1 millionen Mark Darlehen gegeben worden.( hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir ver langen vom Reichsarbeitsministerium, daß es schleunigst Richtlinien aufstellt, wonach das Bermögen ber Bersicherungsanstalten sozialen 3weden, zugeführt wird. Durch eine Wahlreform für das Bersicherungswesen ist dafür zu sorgen, daß in diesem Sinne die Verteilung der Kredite erfolgt. Wir haben an der Tätigkeit des Reichsarbeitsministeriums vieles auszufezen. Wir fönnen ihm aber auch die Zusicherung geben, soweit der Anfturm einzelner Barteten und der Industrie auf dieses Ministerium erfolgt, es in diesem Rampfe auf unsere Unterſtügung rechnen fann. Mit diesen Ber fuchen, das Arbeitsministerium zu beseitigen, fchlägt man den Sad, aber meint die Arbeiter. Sonntag, 21. februar 1926 In diesem Kampfe werden wir auch nicht haltmachen vor dem Handelsrebatteur des„ Berliner Tageblattes, der fich gleichfalls gegen das Arbeitsministerium gemendet hat. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Rademacher( Dnat.) behauptet unter lautem Widerspruch der Linken, das alte Kaiserreich habe eine weit wirtjamere Sozialpolitit getrieben als die Republit. Dennoch hätten sich jetzt die sozialen Laften in faum erträglicher Weise gesteigert. Die beste Sozialpolitit fei eine gesunde Wirtschaftspolitit. Diese Grundlage werde gefährdet durch eine leberspannung der nappigaftsgelet bedrohe den Bergbau mit neuen uner zialpolitischen Lasten. Das neu vorbereitete Reichsweitere ungeheure Belastungen für die Wirtschaft bringen. Eine träglichen Laften. Die geplante Erwerbslosenversicherung werde folche Bersicherung wäre auch ein Sprung ins Dunkle. Schon jetzt sei die Erwerbslosenfürsorge für die deutsche Wirtschaft geradezu eine innere Dawes- Caft. Es sei bezeichnend, baß im sozialpolitischen Ausschuß ein Antrag abgelehnt wurde, wonach die Erwerbslofenunterstügung nicht 75 Broz, des Lohnes überschreiten soll. Damit habe der Ausschuß gezeigt, daß er gar nichts gegen noch höhere Unterstützungen hat. ( Abg. Gerig( 3): Sie haben ja felbft gegen den Antrag gestimmt!) Beil mit bie 75 Broz zuviel waren. Der Reallohn der Friebenszeit ist bereits erreicht. rungsanstalt für Angestellte gegen die Angriffe des Abg. Aufhäuser. Abg. Gerig( 3) verteidigt die Kreditpolitit der Reichsversiche gungswesen, Betriebsverfassung spricht Beim Rapitel Tarifvertrags, Lohn- und EiniAbg. Beder- Hessen- Nassau( Soz.) den Bunich aus, daß die Tätigkeit der Schlichtungsausiüffe beffer als bisher fon trolliert merbe. Besonders schlimm stehe es bamit in Shlesien. Man tönne nicht behaupten, daß in Oberschlesien der Schlichtungs ausschuß so gut gewirft habe, wie es gestern ber Minister behauptete. Das Minifterium muß fich verantwortlich fühlen für die Dinge, bie fich dort abfpielen, vor allem muß es dafür forgen, daß in Oberfchlefien bie Arbeitszeit von 8% Stunden unter Tage verschwindet. Als im Ruhrgebiet Anfang 1924 burch einen Schiebs fpruch eine Bohnerhöhung erreicht rourbe, hat das Arbeitsminifterium beffen Berbindlichkeitserklärung abgelehnt, als bann ein neuer Schiedsspruch eine Berfchlechterung brachte, wurde er gegen den Willen der Arbeiter für verbindlich erflärt. Im Banf gewerbe befteht noch immer bie 52% ftündige Arbeitszeit in der Boche. Nach monatelanger Dauer wurde dort ein Schiedsspruch gefällt, ber noch immer nicht für verbindlich erklärt worden ist. Das Arbeitsgerichtsgefeh muß so schnell wie möglich vor den Reichstag gebracht werden. Wir wünschen, daß Berufsrichter bapon fernge halten werden. Wir werden alle Anträge unterstüßen, die eine Ausdehnung der Rechte der Betriebsvertretung fowie eine Erweiterung ber Demotratie in ben Betrieben zum Ziele haben.( Beifall bei den Sog.) Abg. Gol( Dnat.) behauptet, daß das Schlichtungswesen den Frieden zwischen Unternehmer före, weil es bie Bilbung des richti gen Lohnes verhinderte und an deffen Stelle einen von den Inftanzen feftgefehten willkürlichen Lohn sege. Der Unter lints). Die Rapitalrente fei ein notwendiger Bestandteil der Wirtnehmer habe fein Interesse an einem niedrigen Lohn( Widerspruch fchaft. Abg. Fran Behm( Dnat) erflärt, daß fie gerade entgegenge fetter Meinung wie ihr Parteifreund Got fel. Man fönne fich nicht vorstellen, welche Zustände fich in der Heimarbeit entwidein mürden, wenn es feine Tarifverträge mehr gäbe. Die Fachausschüsse im Schlichtungswefen müßten mit größeren Reten ausge ftattet werden. Der Tarif in der Berliner Konfettion werde von den Zwischenmeistern umgangen. Die Heimarbeiter jollten gegen bie wifftürlichen Lohnabzüge beffer geschüßt werden. Das Heim arbeitergefez müsse balb tommen. 1. März, nachmittags 3 Uhr mit der Tagesordnung: Aenderung Um 5% Uhr verlagt sich das Haus auf Montag, den des Reichspoftgefeßes, Fortsetzung der Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums. Senkung der Zinskosten. Ein Beschluß der Großzbanken. zusetzen, daß es mit der Höhe der bisherigen Zinsspanne nicht mehr Bet ben Brivatbanken scheint fich endlich die Erkenntnis durch weitergeht. Wie übereinstimmend berichtet wird, haben die ser des Ausgangszinses für die Kredit gewahrung, der bisher 2 Broz. über dem Reichsbankdisfont lag, um 1 Broz. vorgeschlagen. Statt 10 Broz. würden aljo 9 Proz. in der Zukunft die Basis für ben Provifionszuschlag werden. Normaler Banffredit würde dann ab 1. März 11,4 statt 12,4 Proz. foften. Gleichzeitig sollen die ver Büteten Zinsen nicht mehr gesenkt werden; nur die Höchstgrenze für Monatsgeld foll statt bei 6 Broz. bei 5% Broz. liegen. Die Banten der Berliner Stempelvereinigung sollen in Zukunft auch frei fein, geeignete Kundenwechsel auch unter dem Reichsbanksay Don 8 Proz. hereinzunehmen. Bei einigen Brovisionen wird ebenfalls eine Ermäßigung ermogen. Wir hoffen, daß dieser Schritt Wirklichkeit wird. Wir erachten ihn als den ersten greifbaren Dienst, den die Privatbanken der Wirtschaft seit der Währungsstabilisierung leisten. Daß er aus der Not erzwungen ist, ändert nichts an der Bedeutung des Schrittes. Was die Großbanten jeht tun, wird nicht genügen. Die Zinsspanne wird noch bedeutend schärfer verkürzt werden müssen. Der Beitpunkt scheint aber gekommen, wo das Schwergewicht der Wirtfchaftsgefeße sie automatisch herbelführen wird. echte Sodener Pastillen gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung Fay's Fri 24 DIE UNVERGLEICHLICHE 3. Fritzi Massary besser denn je! URTEILEN SIE SELBST! Feststellungsklage gegen die Reichsbahn. Um die Anerkennung des verbindlichen Schiedsspruches. Die Eisenbahnergewerkschaften haben durch den Allgemeinen Eisenbahner- Berband, der ein eingeschriebener Berein ist, vor dem Landgericht Berlin I unter dem 9. Februar 1926 eine Klage einge reicht, die am 4. März zur Verhandlung kommen wird. Die Klage geht dahin, festzustellen, daß der zwischen den Parteien bestehende Mantelund Lohntarifvertrag vom 11. Juli 1924 für die Zeit vom 1. Januar 1926 mit den durch den Schiedsspruch der zuständigen Schlichtungskammer vom 29. Dezember 1925 festgestellten Aenderungen und Ergänzungen zu gelfen hat." Die Klagefchrift ist ausführlich begründet. Die Kläger ftüßen sich insbesondere auf die§§ 5, 19 und 44 des Gesetzes über die Deutsche Reichsbahngesellschaft. Die drei Arbeitnehmerverbände der Eisenbahner haben mit der Deutschen Reichsbahn einen Mantel und Lohntarif abgeschlossen. Das Reichsbahngefeß vom 30. August 1924 fieht in§ 19 eine Regelung der Rechts- und Dienstverhältnisse der Bediensteten der Gesellschaft durch eine Personalordnung Dor. Durch diese Personalordnung sollen die Beschäftigungs bedingungen sowie die Besoldungs- und Lohnverhältnisse geregelt werden, so weit sie nicht vereinbart werden". Reine einzige Bestimmung des Reichsbahn- Personalgesetzes fann dahin ausgelegt werden, als sei die Deutsche Reichsbahn den arbeitsrechtlichen oder sozialpoli tischen Vorschriften und Institutionen der Reichsgefeggebung entzogen. Aus der Sagung der Reichs bahngesellschaft ist hervorzuheben, daß die Reichsbahn von der Geltung der reichsgefeßlichen Bestimmungen über das Arbeiterrecht und das Schlichtungswesen in feiner Beziehung ausgenommen ist. Bei den Schlichtungsverhandlungen am 3. Dezem ber 1925 hat der die Gesellschaft vertretende Reichsbahndirektor Fromm teinerlei Einwendungen gegen die zu ftändigkeit des Schlichters und die Zulässigkeit des Schlichtungsver. fahrens erhoben, sondern lediglich vorgebracht, weil die bisherigen Berhandlungen bezirksweise geführt worden seien, eine allgemeine Berhandlung noch nicht stattgefunden hätte, sei zurzeit noch fein Raum für allgemeine Schlichtungsverhandlungen. Es tam bei dieser Verhandlung zu einem Vergleich, wonach die drei Eisenbahnerver bände der Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft ihre Forde rungen unterbreiten und die Reichsbahngesellschaft bereit ist, mit den Berbänden in Verhandlungen einzutreten. Diese am 7. und 14. De zember 1925 geführten Verhandlungen verliefen ergeb nislos. Die Eisenbahnerorganisationen forderten dann vom Reichsarbeitsminister die Bestellung eines Schlichters. Auch dann hat die Reichsbahnverwaltung die Schlichtungsordnung anerkannt. Als dann das Schlichtungsverfahren unter dem Staatssekretär a D. Rüdlin im Gange war, erfolgte nicht nur auch jekt tetne Einwendung gegen die Zulässigkeit des Verfahrens. Im Gegenteil, die Reichsbahnverwaltung verlangte unterm 15. De zember die Ausdehnung des Verfahrens auf eine Anzahl anderer zwischen den Parteien strittiger Punkte. B nicht in der Lage, den durch den Schiebsfprach vom 23. Dezember 1925 und deffen Berbindlichkeitserklärung geschaffenen Rechtszustand anzuerkennen. Sifting SPD- Deribertomrustente! Des simpler Sternchenab in Burcan, Stubent.& 2. Se, 3 lofort erhältlich. Befonbers bie Genoffen der Mittel- unb Rieta betriebe werben ersucht, bas Raterial abzuholen. Die Rammes enthält gutes Saterial für die Fürftenenteignung gegen bie Fürftenabfinbung Ufu- Ortskartell Berlin. Storgen, Sontag, abends 74 Uhr, Reichswirtschaftsrat, formed tionsabenb für die Berliner Af- Hauptfunktionäre. Gewerbslosigkeit Benbesarbeitsamt Gemeinde Reich. Rebner Stadtrat Brühl, Stabts, Rester, Reichstagsabg. Aufbauset. Eintrittsberechtigungen bunch bis Berliner-Gewerkschaften. Bengewerksbund, Fachgruppe Stud- und Gipsben. Am Dienstag, bex 3. februar, abends 7 Uhr, im Dresdener Rafino, Dresdener Str. 96, Mit gliederversammlung. Jahresbericht, Neuwahl der Gruppenleitung, Gemert fchaftliches. Erscheinen aller Kollegen ist Bflicht! Mitgliedsbuch legitimiert. Es handelt sich also bei der Feststellungsflage um die Ent scheidung darüber, ob der Betrieb der Reichsbahn seiner Art und feiner Aufgabe nach der Geltung der Schlichtungsordnung vom 30. Oktober 1923 entzogen ist. Die Begründung der Klage macht mit Recht geltend, daß nie und nimmer bei den gefeßgebenden Organen des Reiches die Absicht bestanden bat, Steinarbeiter. Die fortfehung ber Generalversammlung findet am Mone die nur aus beſtimmten, außenpolitischen Gründen in ten, ben 22 Februar, abends 6 Uhr, im großen Gaal des Gewerkschaftsw Die Ortsverwaltung. die Form einer Sondergesellschaft gebrachte Reichsbahn dem baufes fatt Unterausfuk Weißenfee. Berfammlung ber erwerbslofen Mitglieder der Geltungsbereich der sozialpolitischen Gefek freien Gewertschaften Mittwoch, den 24. februar, nachmittags 4% Uhr, in gebung des Deutschen Reiches zu entziehen. Diesen Stand- Albrechtshof, Weißensee, Bartftr. 16. Bortrag des Rollegen Boefe über ,, Ar puntt haben das Reichsarbeits. mie das Reichsverbeitslosenproblem und Gewerkschaften. Ausfprache. Rutritt nur gegen Bor Achtung! SPD.- Metallarbeiter! seigung der Stempelfarte und Mitgliedsausweis einer freien Gewerkschaft. Mitglieder des Unterausschusses fomie freigewertschaftlich organisierte Betriebs räte ber Betriebe des Bezirts baben unter Borzeigung ihrer Legitimation Butritt. Jugendgruppe bes gb. Morgen, Montag, abends 7% Uhr: Gruppe Ber mannplag, Jugendheim Sobrechtstr. 34, Lefeabend; Gruppe Norden, Jugendheim Danziger Str. 23, Dichterabend; Gruppe Stealik- Friedenau, Schule RingMontag, abbs. 7 Uhr, in der Schulaula, Weinmeisterftr. 16/17 Brake in Glenlik, Bortrag: Die weltliche Schule". Referent Rurrt 2ude. wichtige Fraktions- Versammlung aller SPD.- Metallarbeiter. Sehr wichtige Tagesordnung.- Bollzähliges Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. tehrsminifterium fomte jämttthe Abgeordnete des Reichstags eingenommen. ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Sef&& ftstelle: Terlin 6. 14. Gebaftianftr. 87/88. Sof?£ 2. Friedrichshain: Jugendabteilung Mo., b. 22, abends 7 Uhr. Jugendheim Ebertnftr. 12. Kreuzberg: Gildoft Di., d. 23., abends 7 Uhr, Turnen, Mariannenufer la. Alle Rug- und Gruppenführer müssen erfcheinen. Reukölln- Brik: Mo., b. 21., abends 7% Uhr, Mitgl.- Berf. 1. Ram. Die Reichsbahnverwaltung beft rettet auch bie 3 ft& nbie Rotibuller Klaufe; 2. Ram. Gaalehaus, Saale-, Ede Unstrutstraße. feit der ordentlichen Gerichte für biefen Rechtsstreit umb bält bas Eisenbahn- Schiedsgericht für zuständig. Dabet breht es fich bier nicht mehr um einen Streit zwischen belben Bartelen, sondern etn fach darum, ob der Reichsbahnbetrieb unter die Schlichtungsordnung rt, eine Rechtsfrage, für deren Entscheibung bas Cifexben. Schiedsgericht zweifellos nicht zuständig f Reiniden berf: Mo., b. 22., abends 7% Uhr, fämtliche Ram. zum Saalschuk nach Oranien. burg im Schüßenhaus. Abf. Schönhola 6.04 Uhr, Rosenthal 6.09 Uhr, Bittenau 6.13 Uhr ufw. Friedrichshain: Di., b. 23., nachm. 3% Uhr, Beifekung des Bilme: s verstorbenen Ram. Richard Buk, Emmaus- Friedhof, Hermannstraße. borf: Mi., b. 24., abends 7 Uhr, vollzählig antreten Johann- Georg- Säle, Balenfee, Johann- Georg- Straße. Deffentliche Protesttundgebung gegen Fürsten abfindung. Referent Reichstagspräsident Löbe. Es wird sich bald zeigen müssen, ob die Mandver ber Reichsbahnverwaltung zur Ausbeutung und Unterbriiduna der großen Maffe des Reichsbahnpersonals und deshalb zur Safliegende Solländer"( Wagner). botage der sozialen Beleggebung Erfolg haben. Moralisch ist der Streit längst entschieden; nicht zum Ruhme der arbeiterfeindlichen Reichsbahnverreiches vom Reichsversorgungsgericht". Referent Bundessekretär Roa. waltung. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngefetchaft bat fich von einem Vertreter des demokratischen Settungsdienftes interpiemen laffen. Er hat dabei nur Behauptungen wiederholt, die er schon mehrmals in die Deffentlichkeit langiert hat. Er hat auch ins. besondere die Behauptung wiederholt, daß im Jahre 1925 durch Beschlüsse des Reichstags und Lohnschlichtungsverfahren 280 MilDie Berhandlungen am 29. Dezember 1925 führten wiederum tenen Mark Mehrausgaben persönlicher Art erwachsen feien. Auch zu feinem Vergleich, vielmehr zu dem bekannten ein ft immtgen diesmal hat er seine Behauptung ohne jede Unterlage aufEin- und Zweipfennig- Schiedsspruch, den die Eisen- gestellt. Es ist doch wirklich ein startes Stüd, wenn ber Generalbahnerverbände angenommen haben, wogegen die Reichsbahngefell- direktor der Reichsbahngesellschaft in dieser Art versucht, die Deffent Schaft die Erklärungsfrist bis zum 12. Januar ungenügt verstreichen lichkeit zu täuschen. In Wirklichkeit gelingt es ihm nicht mehr, die ließ. Die Eisenbahnerverbände beantragten daher die Verbind Deffentlichkeit zu täuschen. Die Mißwirtschaft bei der Reichsbahn Tidheitserflärung des Schiedsspruches. Bei der Berhand- ist derartig, die unsoziale Einstellung der Hauptverwaltung ist jo lung hierüber am 16. Januar fam die Reichsbahn mit dem Ein- offenfundig, daß die Reichsbahngesellschaft heute teinen Ber. manb, sie sei noch nicht in der Lage, sich zu dem Schiedsspruche zu teidiger mehr findet. Das ist das schärffte Urteil, das aus. erklären und müsse um Aufschub der Verhandlungen erfuchen gesprochen werden konnte. Dieses Verlangen wurde zurückgewiesen und die Berbindlichdefeitserklärung ausgesprochen. as ad Endlich am 29. Januar antwortete die Reichsbahnverwaltung si auf ein Schreiben der Arbeitnehmerverbände, fie sei Ihre Erkältung! Ein wirksames Heilmittel. Fast jedermann, der Ansy probiert hat, stellt die Frage, wie es tommt, daß Ansy heilt, wenn andere Mittel versagen. Der Grund dafür liegt in feiner Zusammensetzung. Ansy enthält neben anderen Bestandteilen einen Ertraft von Teer und reinem Fichtennadelöl. Diese beiden Bestandteile entwickeln Dämpfe, welche das ganze Bronchialsystem durchdringen und dabei auf die Entzündung lindernd wirken und den Schleim lösen. Die Heilkräfte der norwegischen Fichtenwälder sind ja genugsam bekannt, und es find diese heilfräftigen Dämpfe, welche Ansy in Ihr Heim bringt. Mag Ihre Erkältung auch noch so hartnäckig sein, sie weicht den heilenden Fichtennadeldämpfen von Ansy bestimmt. Mit einer Flasche drei fach fonzentrierten Ansy- Extrakt fönnen Sie zu Haus 4 Liter Hustensirup zubereiten, der für eine ganze Familie ausreicht. In allen Apotheken zu haben. Billign Reichsmanteltarif für Gemeindearbeiter. Goslar, 20. Februar.( TU.) Ueber eine Neufaffung des Reichs. manteltarifes für die Gemeindearbeiter, der am 31. März abläuft, wurde gestern zwischen dem Reichsarbeitgeberverband deutscher Ge meinde- und Kommunalverbände einerseits, und dem Verband der Gemeinde und Staatsarbeiter, sowie dem Zentralverband der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und Berwaltungen andererseits, ein Borablommen abgeschlossen, nach dem der Reichsmantel tarif 1925 im wesentlichen bis zum 31. März 1927 verlängert mird. Weitere Berhandlungen finden im März statt. Das Abtom men umfaßt rund 1200 Kommunalverwaltungen und gemischtwirt schaftliche Betriebe mit 200 000 Gemeindearbeitern. Freie Gewerkschaftsjugend. Montag, 22. Februar, abends 7% Uhr, im Jugendheim des Metallarbeiterverbandshauses, Linienftraße 83/85, 1, Portal, 2 Treppen, Februar- Sufammenkunft der meiblichen jugendlichen Mitglieder der Gewerkschaften. Die Kollegin Ellert vom Zentralverband der Angestellten spricht zu dem Thema: Die soziale und rechtliche Stellung der Frau". Wir erwarten recht zahlreiche und pünktliche Be teiligung der weiblichen Gewerkschaftsjugend. Auch die Mütter sind herzlichst eingeladen. Kinder Wo Echt Chevreau- Schnürstiefel schwarz, gewendet, Grösse 20-22 mit Fleck 1,95 Grösse 18-20 ohne Fleck Braun u. schwarz Spangenschuhe besonders günstig, gute Passform, Gr.25-26 3,90, Gr.23-24 3,50, Gr. 21-22 175 295 Kinder- Schnürstiefel 3.90 schwars Chrom- und Ross- Chevreau, prima Bodenaustührung............ 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Februaz, 4 Uhr, in Biftoriagarten, Bilhelmsaue 115-116, Fahnenmeibe. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Bappelallee 15, Bortrag bes Serrn Dr. K. Sturm: Bernard Shaw". Sarmonium: Aus„ Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer anb Kriegerhinter. Bliebenen, Ortsgruppe Norden 14. Dienstag, 23. Februar, 8 Uhr, Mitgliederverfammlung in Büttners Festfälen, Schwebter Str. 23. Bortrag über LehrArbeiter Rabio- Klub, c. B., Ortsgruppe Charlottenburg. Dienstag, 23. FFC Bruar, Rusammenkunft aller werktätigen Radiofreunde und Mitglieder bei Thunad, Wielandstr. 4. Berband Bollsgesundheit. Deffentliche Bersammlung Dienstaa, 23. februar, Tuhr, Schulaula Inselstr. 2-5. Das Gefundheitswefen in Sowjetrukland." Referent Dr. med. Lothar Wolf. Freie Aussprache. Eintritt frei. Deffentliche Vorträge im Museum für Meereskunde. Dienstag, 23. Februar, 8 Uhr, Dr. M. Schmig. Duisburg: Rehn Kriegsjahre Rheinschiffahrt". Rarfen find täglich und am Bortragsabend im Museum für Meereskunde, Georgen. ftraße 34-36, zu erhalten. Schach. Am Dienstag, 23. Februar, wird Schachmeister Ragan eine Simultanvorstellung im Schachklub ,, Springer" in der Ronditorei Rönig, Unter ben Linden 46, geben. Er wird gleichzeitia 40 Partien spielen. Beginn 8 Uhr. Reichsband jüdischer Frontsoldaten, Bezirk Oft. Dienstag, 23. Februar, 8% Uhr, im großen Gaal des Restaurants Ostbahnhof", Rüftriner Blak, Ber fammlung mit Damen und Gästen. Referent Dr. Felir Theilhaber: Jüdische Jungfront Berlin". Am 25. Februar findet im Verwaltungsgebäude der Südschen Gemeinde, Rosenstr. 2-4, ein Vortragsabend statt. Beginn 8 Uhr. Referent Serr Ledermann. Deutsd österreichische Liebertafel zu Berlin übt jeben Dienstag 8 Uhr im Bereinsheim Dresdener Str. 52, City- Sotel. Gäfte herzlich willkommen, Freidenker- Bolkshochschule. Dienstag, 23. Februar, 7% Uhr, Askanisches Gymnasium, SW., Sallesche Str. 26( am Anhalter Bahnhof). Praktische Er aiehungsfragen. Rich. Bonfong: Rinderliteratur". Verband der Hausarztvereine, Bezirk Neukölln. 22. Februar in der Sinbl Brauerei Neuföln, diesjährige Generalversammlung. Degetarier- Bereinigung 25. 8 in bez Sophien- Gules Beinmeiſterſin. 16-17, miſſenſchaftlicher Bortrag mit Sichtbilbern über Richtige Ernährung als Seilfaktor". Gäste willkommen. Berein für Feuerbestattung in Berlin von 1874, e. B. Donnerstag, 25. Fe bruar, 8 Uhr, in der Schlaraffia, Endeplak 4a, Bortragsabend. Redner: Sanitätsrat Dr. Wegscheider: Das Feuerbestattungsgefch". Rechtsanwalt Billi bald Baade: Feuerbestattung". 1. Borfikender Direktor Mag. Auerbach: Sterbekaffenversicherung". Rezitationen: Fräulein Emma Golmid und Rudolf Bettinger. Groß- Berlin. Montag, 22. Februar, 7% Uhr, im Bazenhofer, Belle- AllianceBolls Feuerbestattungs- Berein, vormals Bolts- Feuerbestattungs- Berein Straße 97, Wahl- und Distriktsversammlung. Die Staatliche Porzellan- Manufaktur Berlin hat wiederum in threm Fabrikverkaufslager, Wegelnstraße 1( am Bahnhof Tiergarten), Porzellane aller Art, wie Tafelservice, Kaffee und Teegeschirre, Deffertteller, Runstgegenstände usw. zum Verkauf gestellt. Sie fleiner Fabrikationsfehler wegen mit Nachlaß abgegeben werden. Es ist bekannt, wie gewissenhaft die Manufaktur u fortieren pflegt, daher befinden sich auch jetzt wieder unter den Berzellanen viele schöne Dinge, die Liebhaber der alten Zeptermarte erfreuen werden ** Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufiterverbandes, Berlin 027, Andieasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. 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Es ift Pflicht aller Lehrlinge a biefer Bersammlung zu erscheinen. Dienstag, den 23. Februar, nachm 5 Uhr, im Saal 1 des Gewertschaftshaufes, Engelufer 24/25: Branchenversammlung der Metalldrüder und Polierer Groß- Berlins. 2. Tagesordnung: 1. Bericht. Branchenangelegenheiten. 3.Berschiedenes. Zu dieser Branchenversammlung, wo über die Situation innerhalb der Branche gesprochen wird und deshalb wichtige Fragen erledigt werden, muß auch ber legte Rollege erscheinen. Behrlinge haben ebenfalls Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Am Donnerstag, den 25. februar, nachm. 5 Uhr: Lehrlingsversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer. Weibliche Bertrauensleute! Dienstag, den 23. Februar, abends 62 Uhr, im Sigungsfaal des Berbandshauses, Linienste. 83/85: Konferenz Tagesordnung: 1. Bortrag des Rollegen Otto Bista über: Die wirt schaftliche Lage 2. Berbandsangelegen heiten und Berschiedenes. Es ift dringende Pflicht der Kolleginnen in diefer Ronferenz zu erscheinen, da es fich um wichtige Fragen handelt. In den Betrieben, wo teine weiblichen Vertrauensleute vorhanden sind, ersuchen wir die Kollegen Betriebsräte, die Kolleginnen barauf aufmerksam zu machen und eine Kollegin zu entsenden. Achtung! Gold- u. Silberschmiede! Mittwoch, den 24. Februar.. mittags 42 Uhr, im„ Dresdener Garten", Dresdener Str. 45: Grau find uns von Kollegen u. Kolleginnen Branchenversammlung kaufen sie gut und preiswert im Photo- Spezialhaus Haller, Kottbuser Damm 98 bringt ERFOLG. Frau find uns von Rollegen u. Kolleginnen, Gewinn- Aning bringt BRPOLO. & Raffe 28 Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Tofferto Ohne Gewähr Nachbruch verboten af febe seasgene Rammer Rub wet slet bebe Ge winne gefallen, sub was je einer auf Die Zofe sleider Nummer in ben beiben Abteilungen 1 and 2 15. Ziehungstag 19. Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 10 Geminne ga je 3000 9, 60243 115780 194983 254186 290581 20 Gewinne ju je 2000 26149 52143 63525 97679 10521 147819 193076 215224 263560 287961 42 Gewinne ut je 1000 u. 12801 25599 33229 39425 42074 60929 86657 94647 108494 113422 126115 132941 147852 160952 200685 225613 235311 251614 251935 265302 297849 94 Gewinne ju je 600. 502 1881 6072 7949 8414 17711 22016 27747 30704 32613 42453 49999 52491 52952 53239 53637 61305 63069 93618 96931 105451 115242 119251 119421 127593 140529 166445 171814 184760 184974 191578 193406 201818 204382 213651 214732 229768 230601 232139 244503 252656 260422 261019 280418 283205 284496 292280 184 Gewinne ju je 300 m. 2825 3022 9502 14436 17343 21827 27063 29655 31402 31479 32649 35461 35655 42224 42830 43103 46094 48123 51965 54148 58558 58857 61608 63097 65001 65698 69851 80674 87255 87454 89298 96705 98210 102260 102720 108588 110003 111499 112947 112971 120916 124661 124831 127323 127472 129113 134221 136903 142052 142607 144182 144259 145156 145624 150262 151419 154765 160500 162275 163536 165656 170335 173369 176044 178801 181302 185148 187428 189751 197951 202029 211243 213041 215108 216494 216633 221845 225510 232232 260374 260756 267121 268114 268977 270166 271391 272853 281460 285224 291423 291740 295088 16. Ziehungstag 20. Februar 1928, sormiffags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 6 Setpinne su je 10000. 6324 9283 25750 2 Gewinne ju je 5000 r. 103155 14 Gewinne zu je 3000. 101208 114855 138125 138557 170349 225367 276747 24 Gewinne zu je 2000 r. 74512 75758 85038 162670 180037 219500 241384 242895 261174 267348 278209 286955 36 Gewinne su je 1000 r. 3204 32402 38216 52249 57699 89515 66043 73406 110576 141757 191491 197543 223789 238835 249378 254464 276.5 292838 74 Gewinne au je BOD S. 453 17540 86887 87018 59812 71210 84725 91202 95860 112483 117564 125150 129964 135789 143993 144112 157839 172191 178368 185601 190888 195441 200325 203268 208205 212859 214046. 235595 253862 262094 264653 276597 277699 284723 291898 292780 293512 234 Geune zu je 300 t. 3871 7100 13857 19585 21992 27292 28120 28770 29987 30057 33782 36752 37371 38212 40867 45553 51945 60864 62613 65794 65812 66006.71864 75336 81527 8860b 89760 93664 95086 98724 101695 101899 102293 106141 110770 113048 116745 118932 119960 125024 125443 126419 130644 132447 137199 137759 138507 140078 141132 142188 145249 148042 153361 154537 156070 156774 156813 157688 162410 164119 166530 171179 173265 177424 182330 182756 189391 191173 192837 197879 199496 200251 201825 204718 205398 205952 213684 217782 218863 220450 221476 222287 223469 224685 231910 232960 235929 236585 241232 241959 242002 244812 250384 253889 254179 254541 254864 256040 256647 257510 264461 265133 266589 268476 271967 277746 278596 285032 285289 286744 286792 288020 288338 291403 292260 292699 29562 Genoffen und Genoffinnen, Freunden und Tagesordnung: 1. Bortrag über: Bekannten so zahlreiche Beweise herzlicher Berufsberatung". 2. Diskussion. Teilnahme entgegengebracht worden, daß 3. Branchenangelegenheiten. es uns unmöglich ist, ihnen allen dafür Die Rolleginnen und Kollegen werden einzeln zu banten. Wir bitten darum, auf ersucht, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. diesem Wege unseren herzlichsten Dant entgegenzunehmen. Jm besonderen aber banken wir bem Sprecher der Freireligiösen Gemeinde, Genoffen Lenze, und der Genoffin Agnes Fahrenwald für ihre troftretchen Borte bet der Trauerfeier im Krematorium Baumschulenweg. [ 174.8 Gustav Sabath und Kinder. Am 19. Februar berstarb plöglich am Herzschlag mein lieber Mann, unser guter Bater und Großvater, ber Hutmacher Julius Graf Lichtenberg, Kronprinzenftr. 18 Um stille Teilnahme bitten Die Hinterbliebenen Beerdigung: Dienstag, na. mittags 33 Uhr, von der Halle des Zentral friedhofes in Friedrichsfelde. Am 17 Febr. verftarb nach lurzer Rrantheit mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Klavierarbeiter August Herfert im 61. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um ſtille Teilnahme tiefbetrübt an Frau Marie Herfert nebst Kindern und Enteln. Neukölln, Elbeſtr. 16. [ 16435 Die Einäscherung findet am Montag, den 22. Februar, nachm. 4%, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Die Ortsverwaltung. Danksagung. Es ist uns unmöglich, bei den überaus zahlreichen Beweisen herzlicher Teilnahme an dem schweren Berlust, der uns betroffen hat, jedem einzeln zu banken, und sprechen wir allen auf diesem Wege unsern tiefgefühlten Dant aus. [ 17/2 Ertner, den 21. Februar 1926 Familie Schreyer. Danksagung. Für die überaus zahlreiche und ehrende Teilnahme und herrlichen Kran spenden bei der Trauerfeier unferes lieben Entschlafenen sagen wir allen lieben Berwandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dant. Insbesondere danken wir dem Borstand der Ortstrantentasse Charlottenburg, ber Kollegenschaft, dem Reichsbanner der Gruppe Schöneberg. ferner dem 8dA. und der SPD. Bezirt Schöneberg. Die trauernden Hinterbliebenen Frau Klara Schüler und Kinder. Berlin W 30, Holzstraße 12. Heute nacht 1, Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein geliebter Mann, unser treusorgen der Vater der Präsident der Reichsgetreidestelle Geh. Regierungsrat Paul Merz im 48. Lebensjahre. Betty Merz geb. Weiß Resi Merz Luise Merz Berlin- Charlottenburg, den 20. Februar 1926. Rankestraße 3. Vor der Ueberführung nach Bayern findet in Berlin eine Trauerfeier statt, deren Ort und Stunde noch bekanntgegeben wird. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Billigas Orbansmittae KAKAO Gratis- Kostprobe Gratis- Kostprobe Margarine Blauband Stück Mr- Prand- 50 Pt. Käse M Mengenabgabe vorbehalten. von YOR Dr. Oetkers Rotti- Krone- Marke verschiedenen Fleischbrühwürfel, Puddings Boffkorn, Suppen Kolonialwaren Weisse Bohnen..Ptand 14Pt. Kubkäse.......... Pfund 20PL Kartoffelmehl.... Prand 16P. Dan. Gouda....... Pfand 65PL Gebrannte Gersterand 17PL Finn. Emmenthaler Linsen. Pfand 19PL Bohachtel ca. 250 Gramm... 75PL Viktoria- Erbsen..Pand 20P. Vollfetter Brie..Prand 88P Tafelreis.......... .... Pfand 20P. Edamer Käse..... Prand 92P. Fette Kalif.Backobst..Pfund 55Pt. Bosn. Pflaumen..Prand 85P Panjong- Congo- ree, P. 850 Margarine......... Ptund 56Pr Ceylon- Oranje- Poke- Tee Pid. 40 Rohschmalz, P. 88P Gold- Oranje- Tee, Prand 625 Dän. Tafelbutter, 110 Frisch gebrannter Ersatza elgener 230 Kaffee- 62PL Kaffee Regener Röst..Pfd. Done m.20% Bohnenkaffee, Pfd. Dose 225 44P Gemüse- und Obstkonserven Gemüseerbsen 52PL Brechspargel stark...... Junge Erbsen...... 65Pt. Brechspargel mittel..... 200 Gemischtes Gemüse 75PL Brechspargel aan....... 100 Gem. Gemüse mittelfein 98Pt. Brechspargel ohne Kopte. 145 Erbsen mit-Karotten... 70P. Brechspargel Abechaise. 115 Erbsen mittelf, m.Karotten 86P. Junger Spinat Erbsen fein, mit Karotten 115 Junge Kohlrabit.Beheb. 49PL Karotten geschnitten.... 35PL Brech- u. Schnittbohnen 63Pt. Junge Karotten...... 60. Tomatenpuree......... 65PL Junge kleine Karott. 75p Tomatenmark Stangenspargel extra.. 298 Pfefferlinge Stangenspargel sehr stark 290 Apfelmus 55P. Kürbis 65Pt. Stangenspargel stark.. 267 Pflaumeny, Fr.65PL, Fr. 78PL Stangenspargel mittel.. 250 Preisselbeeren....... 85PL Stangenspargel 50/60... 215 Kaliforn. Aprikosen.... 145 Stangenspargel dann... 178 Birnen, Fracht...%, Dose 45 PL Brechspargel extra...... 235 Stachelbeeren..Dose 52PL 78PL 88PL Leicht verderbliche Waren sind vom Versand ausgeschlossen. Frisches Fleisch Knoch.406 Fund Pfund Suppenfleisch Pfand 65PL PrimaSchmorfielschon noch Fehirippe und Brust. Prand 75Pt. 110 Rouladen........ Hammelkeulen.... Prand 90PT Raibskamm P 70PL- keulen 85 PL Schweineschinken.. 100 110 Schweineschulterblatt Schweinebauch 10 Eishein mit Spitsbein, Pfand 72PL Gefrierfleisch Prand Prand Pfund Pfund Pa. Ochsenbrust......... Pfand 48P FrischeSchweineköpfe P 53P Pa. Ochsenkammer54 Gehacktes. Gehacktes... Piund Pland: 70PL Pa.Ochsenschmorfleisch- 74 Gulasch ohne Knoches... Pfund 64PL .... Pland Wurstwaren Mettwurst 88, Mettwurst 88 Braunschw. 135 Knoblauchwurst... P.und 120 Holst. Plockwurst Pfand 100 Holst, Salamiwurst Ptd. 170 Holst. Cervelatwurst Pd. 1.75 Schinkenwurst..... Ptand 150 Unsere MODELLHUTAUSSTELLUNG für Frühjahr und Sommer 1926 ist eröffnet Wir zeigen Pariser Original- Modelle sowie Kopien derselben und eine grosse Anzahl unserer im eigenen Atelier angefertigten Modellhüte Leipziger Str.* Alexanderplatz Gratis- Kostprobe Gratis- Kostprobe Ton von Rusmi- Tee Kornfrank bester Ersats Kakao echt russ.Mischung für Bohnenkaffee Pfand Kabeljau Seelachs Pfund Fische, Dose Fische Pf. 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Es genügt dann, achfelzuckend mit Heinrich Heine zu sagen„ ich tenne die Weise, ich kenne das Lied, ich tenn auch die Herren Verfasser Wenn wir uns aber heute mit der Frage nach den Zusammenhängen zwischen Lohnhöhe und Krise wieder einmal befaffen wollen, so liegt der Anlaß dazu barin, daß neuerdings zwei Wirtschaftspolititer von Rang, die zwar beide auf dem Boden der kapitalistischen Wirtschaftsanschauung stehen, aber auch beide über den Verdacht erhaben find, einseitig Unternehmer interessen zu verfechten, den Rufern nach Lohnsenkung in der Praxis mit theoretischen Begründungen beigesprungen sind, die nur zu gerne von den Praktikern der Lohnsenfungspolitit aufgegriffen werden. Der eine dieser Wirtschaftspolitiker ist der englische Nationalökonom 3. M. Keynes, der in einem Auffah über die Aussichten des Dawes- Planes die Frage der deutschen Lohnhöhe berührt hat, der andere ist der Wirtschaftspolitiker des Berliner Tageblattes Dr. Felix Pinner, der in einem Aufsatz über die Wege zur Krisenüberwindung, wenn auch mit gewissen Borbehalten, für eine Sentung der Löhne als Mittel zur wirklichen Krisenüberwindung eintritt. Bir wollen uns mit den Gedankengängen dieser beiden Aufsätze auseinandersetzen. Regues, der Führer im Kampfe gegen ben wirtschaftlichen Widerfinn des Berjailler Bertrages, betont in feinem neuesten Artikel, daß das Reparationsproblem nach feiner Auffassung ein Problem des Reatlohnes der deutschen Arbeiter fei. Reparationen seien nur durch Exportüberschüsse zu erzielen, Exportüberschüsse seien auf die Dauer nur möglich bei Einschränkung der Lebenshaltung der deutschen Arbeiter. Die jetzt herrschende Arbeitslosigkeit betrachtet Keynes als das Ergebnis eines Verfuches mit der Methode der Kreditbeschränkung, die Preise und Löhne herabzusetzen. Es sei denkbar, daß diese Methode bei der Herabsetzung der Löhne teil weise erfolgreich sein werde. Das Transfertomitee brauche aber zur Berwirklichung seiner Ziele eine Kombination von niederen Löhnen und gutem Geschäftsgang. Die Methode der Kreditbeschränkung werde faum beides zugleich herbeiführen fönnen, das Komitee werde vielleicht gezwungen sein, den Angriff auf die Löhne auf direkterem Wege zu unternehmen. Eine Kampagne der Westmächte zu dem ausgesprochenen Zwed, die Lebenshaltung der Mitteleuropäer herabzudrücken, würde der kapitalistischen Sache wenig förderlich sein und könnte den Mächten der Unruheim Osten die Gelegenheit bieten, auf die sie warten. Der letzte Hinweis des Reynesschen Artikels beleuchtet flar, worum es fich für den Autor handelt. Er will nicht etwa einer herab brückung der deutschen Löhne das Wort reden, sondern er will die Siegerländer vor einer Reparationspolitit marnen, die zu dieser Herabdrückung der Löhne nach feinem Dafürhalten führen müßte und die politische Unruhen zur Folge haben würde. Diese Tendenz des englischen Rationalötonoms tönnte an sich dem deutschen Leser mur sympathisch sein, wenn nicht diese internationale Diskussion in Deutschland parteipolitisch von den Gegnern der Erfüllungspolitik und wirtschaftspolitisch von den Interessenten an der Lohnsentung ausgeschlachtet werden würde. Richtig ist an der Argumentation von Keynes ohne Zweifel, daß Reparationszahlungen durch Ausfuhrüberschuß nur möglich sind, wenn es der deutschen Produktion gelingt, durch niedrige Preise ihren Absah an ausländischen Märkten zu vergrößern. Die Frage ist nur, ob die entsprechend niedrigen Preise sich wirklich nur und ob fie fich überhaupt durch schärfsten Druck auf die Löhne erzielen lassen. Keynes eflbst weist darauf hin, daß eine Kombination von niedrigen Löhnen und gutem Geschäftsgang notwendig wäre. Diese Kombination aber gibt es nicht. Schlechter Geschäftsgang bedeutet unzureichende Ausnutung der Produt. tionsanlagen und infolgedessen höhere Produktionstoften auch bei niedrigen Löhnen. Guter Geschäftsgang, Sentung der Produktionskosten durch volle und rationelle Ausnutzung der Anlagen ist aber nur möglich, wenn neben dem Streben nach erweitertem Export ein faufträftiger innerer Martt vorhanden ist. Das heißt nur dann, wenn sich die Produktionstosten fentung durch Rationalisierung, durch Abbau ungesunder Gewinn spannen und falscher Untoften vollzieht, aber ohne eine Untergrabung des inneren Marktes, wie sie eine Lohnfentung notwendig zur Folge hat. Nicht mit unmäßig gedrückten Löhnen und entsprechend verminderter Produktion, sondern nur mit ausreichenden Löhnen und auf der Grundlage eines entsprechend erweiterten inneren Absatzmarktes fann Deutschland die Exportfähigkeit erlangen, die in der Tat notwendig ist, wenn die Gefahren, die Keynes in der Zukunft sieht, vermieden werden sollen. Indem wir betonen, daß auf keinen Fall aus der Notwendigkeit der Exportförderung ein Argument für die Lohnsenkung folgt, leugnen wir nicht, daß die Reparationsverpflichtungen mit ein Grund dafür sind, daß die deutschen Reallöhne unter dem Stand der englischen und der amerikanischen Reallöhne liegen. Die Differenz, die heute zwischen dem durchschnittlichen deutschen Lohnniveau und dem durch schnittlichen englischen Lohnniveau, von dem amerikanischen ganz zu schweigen, besteht, ist aber so groß, daß viel eher von der Mög lichkeit und der Notwendigkeit einer Berringe rung dieser Differenz zu sprechen ist, als von dem Er. fordernis einer weiteren Vergrößerung des Abstandes durch Drud auf die deutschen Löhne. Wenn wir uns nun dem Auffah von Dr. Feft ixxer zu wenden, so scheint es uns zunächst notwendig, barauf hinzuweisen, daß das von ihm wiedergegebene statistische Material unseres Er. achtens die Entwickelung der deutschen Löhne günstiger darstellt, als es der Wirklichkeit entspricht. Auch nach der Binner'schen Dar ftellung ist die Aufwärtsbewegung der Tariflöhne, die bei dem Ausgangspunkt von einer anormal niedrigen Basis an Goldmart nach der Stabilisierung, wie auch Pinner anerkennt, unbedingt erforderlich mar, feit etwa Ottober v. J. zum Stillstand gekommen und die Ausnahme, die vielleicht bei der einen oder anderen minderbedeutsamen Arbeiderfategorie zu verzeichnen ist, ift entweder darauf zurüdzuführen, daß es fich um Gewerbe hanbelt, in denen eine besonders günstige Konjunktur vorlag, wie bei den Brauereiarbeitern oder daß es fich um Gewerbe handelte, bei denen der Ausgangspunkt der Löhne noch besonders niedrig lag. Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß auch bei unveränderten Tarifftundenlöhnen sich in der jüngsten Beit vielfach die Einkommen mancher Arbeitergruppen durch Verhlechterungen der Attordbedingungen tatsächlich gesenft haben. Jedoch legen roir auf diese Einzelheiten weniger Wert. abbau, den auch Binner nur in mäßigem Umfange überhaupt für Das Entscheidende scheint uns die Frage, ob mum wirklich ein Lohn möglich hält, der richtige" Weg zur Krifenüberwindung wäre, das heißt der Weg zur Berringerung der Zahl der Arbeitslosen. Wir Auffassung wieder auf die schon in der Auseinandersetzung mit verneinen diese Frage und tommen bei der Begründung unferer Reynes betonte Bedeutung der Absahgröße, das heißt des inneren Marttes für den Produktionsumfang zurüd. . Gonntag, 21. Febenar 1926 Bersonen Rach Durchführung der Borarbeiten dürfte bie Möglichtelt zu weiteren erheblichen Einstellungen gegeben fein. Weiterhin fei noch erwähnt, daß die Stadtgemeinde Berlin am 19. Februar 1926 außerdem rund 10 147 Arbeitskräfte bei anderen Arbeiten beschäftigte, wobei selbstverständlich die Betriebe der Stadt Berlin außer Betracht bleiben. Immerhin bedeutet die angeführte Zahl teinen unwesentlichen Faftor auf dem Berliner Arbeitsmartt. Es waren 242 815 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 233 261 der Borwoche. Darunter befanden sich 167 149( 160 176) männliche und 75 666( 73 085) weibliche Personen. Unterstüßung bezogen 131 332( 128 054) männliche. und 46 609 ( 43 768) weibliche, insgesamt 177 941( 171 822) Bersonen Der Landwirtschaftsrat auf der Grünen Woche". Das Bilb, das die Ausstellung der Grünen Boche" im Haus ber Funfindustrie am Raiserdamm dem Betrachter bietet, unterscheidet sich nur wenig von dem üblichen Bild einer Massenausstellung: Stände und Rojen, in langen Linien aufgereiht, enthalten einträchtig nebeneinander die allerverschiedensten Waren. Nur da, wo lebende Tiere und Feldfrüchte ausgestellt find in einer verschwiegenen Ede hat sich ein ganzer Stuhstall etabliert bemerkt man die be fondere Note dieser Art Messe" gegenüber den herkömmlichen Induftrieausstellungen. Uebrigens fehlen die eigentlichen fanten angesichts der Beschlüsse landwirtschaftlicher Organisationen, Landmaschinen auf der Ausstellung fast ganz, da die Fabrinicht mehr gegen Wechsel zu kaufen, eine Beschidung der Messe für wedlos hielten und es vorzogen, die sonst aufzuwendenden Un tosten zu sparen. Inmitten der Haushaltungsgegenstände, Wirtschaftsartikel, Be feldungswaren und Tierpflegeartifel hat in einer geräumigen Roje die Nachrichtenstelle" des Deutschen Landwirtschafts< rates ihre Sonderausstellung über die Lage der deutschen Land wirtschaft etabliert, die aus etwa 50 graphischen Darstel Iungen über Preis-, Probuftions, Untoften- und Außenhandels entwicklung besteht. Leidre muß festgestellt werden, daß die Auslese und Art der Darstellung dieser Materialien ganz ausgesprochen einen tendenziösen Charakter trägt, während man doch- von einer halbamtlichen Stelle!- eine umfassendere und objettive Darstellung der wirtschaftlichen Daten hätte erwarten können. In ihrer jezigen Form ist die Ausstellung einseitig darauf zugeschnitten, die Notwendigkeit der landwirtschaftlichen Zölle zu„ bewelsen" und die Höhe der öffentlichen Belastung der Landwirtschaft zu manifestieren. Die Argumente, die für den Zollschutz ins Feld geführt werden, beruhen sämtlich auf der These von der„ Gefahr der passiven Handelsbilanz". Augenscheinlich ist der Deutsche Land wirtschaftsrat noch nicht auf den Gedanken gekommen, daß die von ihm zur Stügung dieser( wissenschaftlich längst überwundenen!) These herangezogenen Argumente, die die Ueberlegenheit der Auslandsware und der ausländischen Landwirtschaft in Preisgeftaltung und Warenqualität zeigen, recht zweischneidiger Natur find: Die Darstellungen über die Bevorzugung ausländi Rückgang der agrarischen Veredelungswirtschaft und die Höhe der Preisspanne zwischen Erzeuger- und Konsumentenpreisen be deuten die Aufdeckung ebenso vieler( organisatorischer) Fehler der deutschen Landwirtschaft. Die Berewigung dieser Fehler durch eine Erhöhung des landwirtschaftlichen 3ollschutes, für den hier Propaganda gemacht wird, liegt weder im Interesse der Allge meinheit noch im Interesse einer vorwärtsstrebenden und die Rauftraft ihrer Abnehmer pflegenden Landwirtschaft. Wie alle Krisen der tapitalistischen Wirtschaft, beruht auch die gegenwärtige Strife auf der Absatz stodung. Barenmenge mal Preise ift größer als die Kauftraft am Markte. Die Stocung fanm erst überwunden werden, wenn das Gleichgewicht wieber hergestellt ist. Die Erweiterung der Produktion fann erst eintreten, wenn die Rauftraft das llebergewicht hat. Da nun die Rauftraft bei Arbeitslofigteit und Lohnbrud weiter fintt, so fann das Gleichgewicht nur von der anderen Seite hergestellt werden, das heißt durch Prets. fentung. Die Preissenfung wird zunädyft erbauft durch Verluste der Warenbesizer im Augenblick der Krise. Sie fann dauernd mur aufrecht erhalten werden durch Anpassung der Produttionstosten an das gesenkte Breisniveau. Aber mir dann hat diese Anpassung der Probuftionstoften den Erfolg der Marfterweiterung, das heißt der erhöhten Beschäftigungsmöglichkeit für Arbeiter, wenn sie nicht durch Lohndruck oder Ausschaltung von Soziallaften, sonbern burch Rationalisierung des Productions- und Berteilungsprozeffes erfolgt. Denn der Lohndrud verengt das innere Absatzfeld. Die Produktionskostenminderung ist aber abhängig von der Ausdehnung des Absatzes und damit des Produktionsumfanges. Exporterweiterung gedeiht fast überall nur dann, wenn gleichzeitig das innere Absatzfelb ausgedehnt oder mindestens nicht weiter eingeengt wird. Desher Probutte durch den innerbeutschen Konsum, über den halb ist der richtige Weg zur Krisenüberwindung die Beseitigung aller den Preisabbau hemmenden handelspolitischen Maßnahmen, Drud auf die Preise und Förderung der Rationalisierung in der Produf tion und im Vertrieb. Nur eine auf dieser Grundlage erweiterte Produktion wird auch die Arbeitslosigkeit wieder aufsaugen, nicht aber eine Produktion, die durch Lohnsenkung auf der einen Seite zwar verbilligt werden mag, die aber diesen Vorteil auf der anderen Seite durch die Bertleinerung des inneren Absatzfeldes fofort wieber verliert. In Amerifa sind fith längst weite Streffe bes Unternehmertums über diese Zusammenhänge von Lohnhöhe und Abfaherweiterung im flaren. In Deutschland neigt man dazu, diese wirtschaftliche Einstellung der technisch fortschrittlichsten Amerikaner gerne zu übersehen. Wir verstehen es, daß Unternehmer um ihres Profitanteiles willen niedrige Löhne lieben. Wir müssen es aber ablehnen, Lohnfentungen als richtige Wege ber Rrifenüberwindung und der volkswirtschaftlichen Gesichtspuntte anzuertennen. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter. Bon der nächsten Ausstellung erhoffen wir frellich noch feine Imfehr- so schnell wird sich die tonservative Landwirtschaft noch nicht zur wirtschaftlichen Vernunft zurückfinden destens eine größere Reichhaltigteit des Materials bei ge-, aber doch minnaueren Quellen- und Berechnungsangaben. Wie wäre es z. B. wenn man dann umfangreiche Darstellungen über Lohnhöhe, Lohnanteil an den Gesamtunfosten, Berwendung landwirtschaftlicher Maschinen, Verbrauch elektrischer Energie, Entwicklung der Grundftückspreise, Ronkurse in der Landwirtschaft ufm. veröffentlichen würde? Dreizehn Mederlaffungen 1925 bei der Diskontogesellschaft ab gebaut. Die Diskontogesellschaft Berlin hat, wie aus einem Brospekt entnehmen ist, im Jahre 1925 dreizehn Niederlassungen, und zwar zur Einführung ven Diskontoanteilen auf der Breslauer Börse zu sämtlich in deutschen Mittelstädten von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung aufgelöst. Sie scheint also eingesehen zu haben, daß es nichts müßt, wie 1924 nur personal abzubauen, den Leerlauf des übergroßen Filialenapparats aber fortbestehen zu lassen. Man barf gespannt darauf sein, ob der demnächst erscheinende Geschäftsbericht für 1925 den Abbau der Kreditprovisionen vor. schlagen wird, den der vorjährige Geschäftsbericht wegen der Leerlaufskosten noch ablehnte. Auf dem Berliner Arbeitsmarkt ist die Verschlechterung im allgemeinen vorherrschend geblieben. Wenn sich auch das Tempo derselben in einigen fleineren Berufszweigen verlangfamt hat, bleiben diese Erscheinungen jedoch bisher noch ohne wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit mit annähernd 10 000 der Berichtswoche gegenüber 6000 der Borwoche läßt deutlich den verschwindend geringen Einfluß einzelner Befferungserscheinungen auf die Gesamtlage erkennen. Wenn auch durch das gegenwärtig offene Better auf eine Belebung der Bautätigteit, soweit ihre För derung nur von den Witterungsverhältnissen abhängig ist, gerechnet foll vorläufig 4000 Arbeiter, darunter 3000 Frauen, später die dop Die neue Kunstfeldefabrik der Ber. Glanzftoff- A.- G. Elberfeld werden kann, ist jedoch hiervon eine entscheidende Wendung für den allgemeinen Arbeitsmartt nicht zu erwarten, da die maßgeben. pelte Anzahl beschäftigen. Sie wird am Nieler Hafen bei Köln auf den Berliner Industrien noch immer nicht mit Behammer- 2.- G. für 1,5 Millionen erworben wurde. einem Grundstück errichtet, das von der Linte- Hofmann- LauchDie Linketriebseinschränkungen und Stillegungen zum Abschluß ge Hofmann- Lauchhammer- 2.- G. hatte das Gelände in der Infla langt sind. Hierbei sind auch Angestellte in hervorragendem Maße tionszeit von der Stadt Köln erworben. Die Absicht, dort mitbeteiligt. Die Zahl der stellenlosen Angestellten mit eine Baggonfabrit zu errichten, tam aus naheliegenden Gründen rund 36 000 bedeutet demnach rund 15 vom Hundert Anteil an bisher nicht zur Ausführung. der allgemeinen Arbeitslosigkeit. Hinzu kommt, daß auch die Landwirtschaft noch nicht wesentlich mit dem Abruf von Arbeitsfräften begonnen hat, jedoch dürfte durch die in Aussicht stehende lleberführung Jugendlicher in die landwirtschaftlichen Bedarfs. gebiete der unverhältnismäßig hohe Stand der Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen von rund 6500 demnächst eine Berminderung erfahren. Eine Entlastung des Arbeitsmarttes brachte die Förderung der Notstandsarbeiten durch die Stadtgemeinde Berlin. Am 20. Februar 1926 waren bei Rotstandsarbeiten beschäftigt 2273 Abschluß deutsch- russischer Kreditverträge. Die Handelsver tretung der USSR. in Deutschland hat, wie die Konjunktur- Korre spondenz erfährt, einen Kreditvertrag über 30 Millionen Mart mit den Firmen Eisenausfuhr Otto Wolff u. Co. in Köln und Maschinenund Bohrgerätefabrit Alfred Wirth u Co. Komm.- Ges. in Ertelenz abgeschlossen. Der Kredit wird in der Hauptsache für Bestellungen Don Röhren, Blechen, Drähten und Bohrgeräten ausgenutzt. Die Bestellungen erfolgen auf Grund besonderer Lieferungsverträge, die innerhalb von sechs Monaten von den Firmen und der Handelsvertretung abgeschlossen werden sollen. Die Kreditfrist be. trägt 4 Jahre Moslem 4 12 DLB BESTE CLGARETTE LN DIESER PRELSLAGE LIC 210 PERSIL Seine Vorzüge kennen Sie! Warum nutzen Sie sie nicht aus? Wenden Sie es richtig an ल und Sie sind doppelt zufrieden! Man löst Persil vor dem Zugeben kalt auf( niemals heißes Wasser nehmen!) Diese Lösung kommt in den gleichfalls mit kaltem Wasser gefüllten Kessel. 10 Die Wäsche kommt in die kalte Lauge und wird eine Viertelstun de gekocht.( umrühren nicht) Zum Schluss: Spülen! erst heiss- dann kalt! Fertig ist das Waschen! Überzeugen Sie sich bitte selbst, verehrte Hausfrau, nur Sie haben ja den Nutzen davon, niemand anders. Einzige Voraussetzung ist, daß Sie Persil allein verwenden, ohne jeden Zusatz von Seife und Seifenpulver. 1 Paket reicht für 2½- 3 Eimer Wasser. Zum Weichmachen des Wassers verrührt man vor Bereitung der Lauge einige Handvoll Henko Bleich- Soda im Kessel.- auch zum Einweichen ist Henko Bleich- Soda unübertroffen Sonntag 21. Februar 1926 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts Die Rosel. Bon Friz Müller Bartenkirchen Die Rosel war der gute Geist bei Pfettingers. Pfettingers selber mußten das nicht. So was weiß der Besizer eines guten Geiftes immer erst, wenn dieser ihn verlassen hat. Die Rosel war mehr als ein guter Geift. So ein guter Geiſt ist etwas und ist nichts. Viel zu flüchtig, viel zu wenig greifbar. Greifbar aber war die Rosel. Wer und was nicht alles hat nach ihrer Arbeitshand gegriffen. Diese Hand war immer da. Stand der Pfettinger um halb acht auf, so waren schon drei Zimmer aufgeräumt, das Brot geholt, die Zeitung geholt, der Gang gemischt, das Ausgabenbuch von gestern addiert, der Kaffee gemahlen, die Milch geholt, der Kaffee gesotten, die Butterbrote für die Kinder hergerichtet und drei Paar zerrissene Strümpfe gestopft. Im ganzen gab es bei Pfettingers siebenunddreißig Paar Kinderstrümpfe. Davon waren abends immer drei Paar zerriffen. Niedriger hat sich. der Löcherkoeffizient nie drücken lassen. Stand die Frau Pfettinger um halb sieben auf, so war auch faft alles fertig. Stand ein Kind um sechs auf, weil im Sommer schon um sieben seine Schule anfing, so war nicht viel weniger er. ledigt. Stand ein Kind um fünf auf, weil es das fällige Maifeft feit vier Uhr nicht mehr schlafen ließ die Rosel war mit einem Teil der Morgenarbeit schon überm Berg. Von einer Pfettingertochter weiß ich, daß sie einmal frant war. Nach Mitternacht warf sie das Fieber in den Kissen hin und her, so daß die Rosel aus der Kammer nebenan heraustam und sich ans Krankenbett hin fezte. Und als der dritte Fieberanfall gegen halberfünfe überftanden war, war auch das dritte Strumpfpaar glatt in Rofels Händen zugeheilt. Niemals gelang es einem Gliede der Familie Bfettinger, tatenluftig oder fiebernd irgendeinen Morgen anzu treten, wo die Rosel nicht schon etwas fertig hatte. Und wenn's nur der gemahlene Kaffee war. Alfo zählen wir zusammen: erstens war die Rosel ein guter Geist, zweitens war sie die Steigerung, die greifbare, des guten Geistes, nämlich immer fertig drittens richtig, das habe ich beinah' vergessen, meil es schwer zu sagen ist, ohne daß er rühr. felig aussieht. Bersuchen wir es handfeft: Die Rofel war der Gips der Familie Pfettinger. In jeder Familie gibt es Risse, Jahresriffe, Jahreszeitenriffe, Monatsriffe, Wochenrisse, Tagesriffe, Stundenriffe. Die Rosel hat keine Risse sehen können. Sie hat sie alle zugegipst, heimlich, flint, sauber. Ja, vor allem sauber. Denn darauf kommt es an. Ein Riß, dem man es ansieht, daß er zugegipst ist, das ist und bleibt ein Riß, so oft das Auge darauf fällt. Aber ein zugegipster Riß, dessen Ränder mit der Brille von der weiteren Umgebung nicht zu unterscheiden, das je nun, in der Sauberkeit von solcher Arbeit war die Rosel schlechterdings von niemandem zu überbieten. Ihre Küche mar nicht sauberer. Und das will was heißen. Wer zu Pfettingers zu Besuch kam, dem wurde Rosels Küche noch beim Abschied zwischen 2ür und Angel rasch gezeigt. Und noch jeder Besuch ist so fortge. gangen, wie Rosels Küche war: strahlend. Aber über aller dieser Gauberteit, der äußeren und inneren, wurde ganz vergessen, daß die Rosel selber einmal sauber war. Ein blizsauberes junges Dienstmädel war sie, als sie bei Pfettingers in Dienst tam Das Saubere behielt sie trotz der Jahre, der Blitz verlions sich mit der Bent. In Konservenbüchsen läßt er fich nicht aufbewahren. So fam es, daß die Rosel nicht heiratete, als es an der Zeit gewesen wäre. Denn in eine gute Ehe muß man blizend fahren. Für den Donner sorgt sie später felbst schon. Nicht, als ob die Pfettingers fie mit Gewalt zurückgehalten hätten. Mehr als einmal hatte die Frau Pfettinger gesagt: Rosel, mir scheint, mir scheint, der da immer abends unterm Scüchenfenster auf und ab geht den fönnte eine gewisse Rosel gut und gern zum Mann bekommen, wenn sie nur ein einzigmal das Küchenfenster halb aufmachen und nur einen Biertelsnider auf die Straße hinunter verwenden wollte." Aber die Rosel nickte nicht und machte nicht das Fenster auf. Eie hatte teine Zeit. Es war da vorher immer noch irgend etwas blant bei Pfettingers zu machen oder zuzugipsen. Und war dann da tein Topf mehr blant zu machen, tein Löffel und fein Glas, war auf der weiten Pfettingerflur fein Rißlein mehr, das man so dicht und sauber verstreichen hätte tönnen, daß es morgen wieder fest war, ein Stüd von einer Mauer dann, ja dann war es inzwischen auf der Straße unterm Küchenfenfter so dunkel geworden, daß man einen, der dort auf und ab ging, doch nicht mehr gesehen hätte. Also blieb die Rosel, was sie war: in Sauberkeit der gute Geist, die Immerfertige, der Gips der Pfettingers. So lang es diese nötig hatten, nämlich. Aber auf einmal war die Zeit da, wo sie es nicht mehr nötig hatten. Wo die Tochter verheiratet war. Wo der erste Sohn, der zweite Sohn, der dritte Sohn, der vierte Sohn sich eine Frau genommen hatte. Wo der fünfte und der sechste Sohn gestorben war. Wo der Herr Pfettinger fein Familiengrab auf dem Südlichen' bezogen hatte. Wo die Frau Pfettinger ihm nach einem furzen Bögern und einem letzten fieberhaften und zum erstenmal vergebfichen Gipsverftreichen der Rosel nachgefolgt war. Bo allein die Rofel plöglich bastand, sich abends nieberlegte, und, als fie in aller Herrgottsfrühe zur gewohnten Stunde aufstand, auf der meiten Welt für niemanden zu sorgen hatte, feinen Koffee zu mahlen, feine Milch zu holen, feinen Gang zu wischen, fein Brot zu holen, feinen Strumpf zu ftopfen es sei denn, für sie selbst, die Rosel. Das ertrug fie nicht. Und so tam es, daß die alte Rosel über Nacht doch noch einen Mann befam. Nein, der befam die Rosel. Die Rosel samt ihrem Sparkassenbuch, in dem es sich durch dreißig Bfettingerjahre immer nur angefummt und niemals abgetragen hatte. So daß man schon verstehen kann, wie der saubere Ehemann der sauberen Rosel eines Tages mit dem Gelb des Sparkassenbuchs nach Amerita sich dünn gemacht hatte und nicht wiederfam. Um diese Beit war es, daß ein Pfettingerfohn Jeine Raffeetasse ausirant und am Boden den üblichen Kaffeefatz seiner Che vorfand. Dabei erinnerte er sich dunkel nein, erinnerte er sich hell, daß der Resel ihr Kaffee niemals einen Satz in den alten Pfettingertassen zurückgelaffen hatte. Ach ja, die Rofel, bachte er. Und laut fegte er hinzu: ,, Weißt du, Frau, einmal sollten wir die alte Rosel doch befuchen." Sie stiegen über steile Treppen in eine Dachwohnung. Sie schellten. Niemand fam. Endlich tat sich gegenüber eine Tür auf. Aha, Sie woll'n zur alt'n Rof'I?" trähte eine Frauenstimme, ja mei', ba fommen G a' fpät-bie is' vorvorgestern g'storb'n Huldigung. श्री १.६. Bombinator , Unser Klub ernennt Sie zu seinen Ehrenmitgliedern und überreicht Ihnen als Zeichen seiner Anerkennung ein paar selbstgestohlene silberne Löffel." aber d' Wohnung is' no' net ausund gestern begrab'n mord'n g'räumt die tönnen S'no' sehn, wenn S' woll'n i hab' n Schlüssel tommen G' nur' rein." Stuben, die vorvorgestern noch die Rosel bewohnt hatte. Da sahen Der Pfettingerfohn und seine Frau ftanden in den anderthalb sie fich um. Nur ein wenig. Es war ihnen nicht behaglich. Und e bantten der Nachbarin balb und gaben ihr ein Trinkgeld und gingen wieder heim. Lange sprachen fie tein Wort. Endlich sagte die Frau: " Weißt du, was ich nicht verstehen fann, Mann?" Der Pfettingerjohn schüttelte trübe den Kopf. Daß ihr von der Sauberkeit der Rofel immer so ein großes Geschret gemacht habt," fuhr sie fort. Der Pfettingersohn sagte wieder nichts, so daß es schließlich von felber herausfam: Haft bu denn vorhin nicht gefehn, daß die Zimmer feit mindestens vierzehn Tagen nicht aufgeräumt waren?" Bielleicht hat sie sich vor dem Sterben nicht mehr richtig rühren können," sagte der Sohn. und die Handtücher waren richtig schmutzig " Nein, sie war bis zuletzt gesund, hat die Nachbarin gesagt und finderdid lag und die Handtücher waren richtig schmutzig der Staub auf dem Geschirr und in einer Tasse lag nach der Gaz so dick!" „ Das ist unmöglich!" „ Erlaub' mal wenn ich's selbst gesehen habe na, ich muß sagen, was die vielgerühmte Sauberteit von eurer Familien rosel betrifft Dem Pfettingerfohn stieg eine harte Antwort auf die Lippen, eine sehr harte Antwort. Aber da war es ihm, als wenn die Rosel ein letztesmal heimlich und sachte im Hause Pfettinger umginge, um einen eben aufgesprungenen Riß noch vor dem Schlafengehen geschwind zuzugipsen. „ Die Sauberkeit der Rosel vermißt du?" fagte er ruhig, ich glaub, ich fann dir das erflären." Na, da wär' ich doch begierig." „ Sie muß fie im Dienst der anderen alle ausgegeben haben, bis auf das letzte Krümelchen, so daß für sie selbst nichts mehr davon übrig blieb, ein paar Tage, eh' sie starb." Galanterie. Bogelweide, aber nicht deutsche Galanterie. Deutsche Galanterie ift Luitsche Zuht gaht vor in allen" fingt Walther von der ein Standesbegriff, etwas, das nach guter Kinderstube ausflebt, mas man tut, um sich vom Mob abzuheben. Deutsche Galanterie ist ein Widerspruch in fich, ist ein entlehntes, schlecht verstandenes Bort. angefitscht und wefensfremd. Galanterie ist immer eine Beziehung vom Manne zum Beibe. Im Deutschen aber vom Herrn zur Dame. Sie ist eine pathetische Beziehung und frei von jeder Spetu. lation. Sie bebeutet huldigung ohne Anspruch. Galanterie ist ein begrifflicher Rollektiv, ihr haftet nichts Individuelles an. Sie ist eine Kulturangelegenheit, hat also nichts zu tun mit After, Intelleft und Klaffe. Die deutsche Galanterie aber ist gebunden an Alter, Klaffe und Intellett. Man steht selbstverständlich man beachte das Wort verständlich- vor einer älteren" und Dame" auf. Von einer alten Frau fagt der Roder der Galanterie nichts. Das gehört in " das Rapitel„ Menschlichkeit ,,, Barmherzigkeit" und fo. Anmerkung: Siehe weiter unten Bettelei". Galant sein muß demnach in erster Linie es gibt also mehrere Linien der junge Herr, der mittlere fann, muß aber nicht, der ältere kommt nicht mehr in Betracht. Die deutsche Galanterie ist nicht frei von Spekulation. Der junge Mann gibt seinen Blaz in der Straßenbahn der jungen Dame nicht ganz umsonst. Man braucht da nicht gleich an die lekten Konsequenzen zu denken, allein schon der Anspruch auf ein Lächeln, ein Danteswort, das als Auszeichnung gilt, ift Forderung. Die Auszeichnung befteht in einem laut gesprochenen banke viiiiiiiiielmals, mein Herr!" Es ist wie eine stille Konvention, daß das Opfer als folches betrachtet und ebenso belohnt wird. Alles blickt auf den Deforierten und es ist fast so, als hätte er ein Kind aus dem Feuer gerettet. Der Stolz über diese Anerkennung weitet seine Brust und auch das ist ihm deutlich anzusehen. Alle sigengebliebenen Jünglinge find im Nu Lümmeln" degradiert. Niemand gibt sich die Mühe, auch nur eine Gefunde lang über das Schicksal dieser Flegel" nachzudenken, die vielleicht zehn Stunden am Ladentisch gestanden haben oder Laufjungen sind und nun ihre todmüden Beine nicht mehr spüren. Niemand denkt darüber nach, ob die Dame" diesen Titel in strengbürgerlichem Sinne verdient. Sie tommt wahrscheinlich vom Shopping oder aus einer Konditorei. Sie fährt nach Hause. mo fie, im Gegensatz zu den Lümmeln", ein zentral gebeiztes Bimmer und ein gutes Abendessen erwarten. Bielleicht geht sie heute noch zu einer Unterhaltung oder einen Ball. Der junge Mann hat gemiß recht getan, sofern er derselben Sphäre der Sorglofiafeit angehört. Im anderen Falle bedauere ich ihn. Der andere fall ift ameifellos der häufigere. Berschieben wir das Bild des humgen Mannes" ein Mein menia über die Altersgrenze, die dieser Bezeichnung gezogen ist, hinaus. etwa zum Manne in den besten Jahren. Dieser Mann ist heute vielleicht ganz gesund, vielleicht auch nicht. Im Durchschnitt hat er zumindest eine Kriegsverlegung oder eine Kriegsfrankheit hinter fich. Er hat förperliches Leid erduldet, ist nächtelang im Regen marschiert, jahrelang im Schüßengraben gelegen, hat gehungert und gefroren. Er hat Ruhr, Cholera, Typhus oder Malaria mitgemacht und überdies unermeßliches Grauen gesehen. Jetzt aber, vom Bureau fommend, ausgepumpt und schlaff, jetzt erhebt er fich elastisch, lüftet nicht etwa den Hut, nein, zieht ihn ganz tief herab, verneigt sich und läßt die fleine Richtstuerin fiken, bie noch ben Nachgeschmad der Schlagsahne auf den Lippen spürt. Gut, das ist ja ganz schön so, aber Da tommt eine alte Frau herein. Sie trägt einen Korb. Sie ift sechzig oder siebzig Jahre alt, ihre dünne graue Jacke ist verschliffen. Sie steht aus wie eine Infarnation des Seufzers, der ihrer afthmatischen Bruft entströmt. Ste findet feinen Blaz. Der jungen Dame wird es doch nicht einfallen, aufzustehen, wo boch so viele Bengels fizen. Der so galant gewesene Herr denkt: Wenn ich meinen Blak nicht vergeben hätte, tönnte jeht die Alte da fizzen." Er fommt fich mun por mie emer, der sich in der Etappe eine Medaille erIchlichen hat. * Ein neuer Knigge tut not. Der Titel„ Umgang mit Menschen" ift schön, nur muß der Atzent auf dem Worte Menschen liegen. Chrgeizige feien burch folgenden Beitrag ermuntert: Je schlechter eine Frau angezogen ist, um so hilfsbedürftiger ist sie. Das unnüßeste Mitglied der Gesellschaft ist die junge Dame". Nicht einmal das Attribut der Weiblichkeit gibt ihr einen Vorrang, denn sie hat noch teine Schmerzen erbuldet, die sie bedauernswert machen. Nichts gibt Ihr Anspruch auf Höherschägung. Ein fünfzehnjähriger Lehrling, der von der Fabrit tommt, hat mehr Recht auf Rüdsicht als fie. st. f Gesang der Kabelleger. Bon Edgar Hahnewalb Rhythmen der Arbeit verffingen, andere tingen auf. Die Dreschermelodien, die Tattschläge ber Böttcher und Schmiede, die Rufe der Zimmerleute und Lafiträger gehen unter im Dröhnen der Dampfmaschinen und Motoren, im Lärm ber Arbeitsmaschinen. Das Ming- Heng- Hanging- fleng- klang der Steinfeger schallt nur noch in entlegenen Rebenstraßen; in den Rotsförben der Asphaltierer, zitternd umflirrt von erhizter Luft, werden eiserne Rammen, geformt wie ein schlanker Basenfuß, mit langem Holaftiel, heißgemacht. Dann stehen die Arbeiter in bretter Reihe. Bechselweise der erfte, dritte, fünfte, fiebente und der zweite, vierte, fechste laffen mit jedes maligem fleinen Schritt zur Seite die Rammen auf die braune Bulverdede fallen; es flingt wie auf Samt erst und dann wie auf Gummi, bis der braune Asphaltmull gehärtet und von Hiße und Elsen hornig blant und geglättet liegt. Bei Reparaturen geben andere Arbeiter voraus; die alte Asphaltbede wird aufgeriffen, längs der Straßenbahnschienen bricht der starte Meißel, mit langer 3ange aufgefeßt, unter dem Biertatt der schweren Hämmer die Decke auf. Immer von neuem beginnend, mit einem Schlage abbrechend und wieber beginnend, wie ein gewaltsam ablaufendes Uhrwert wirbeln bie vier Hämmer; es tft ein Wunder, daß Arme und Körper ber Arbeiter in diesem Wirbel von schwerem Eisen mitschwingen und nicht zerschlagen werden. In den Bausen, während ein Kamerad das zerbrochene Gestein fortschaufelt, stehen die Arbeiter auf ihre Hämmer gestützt wie Dentmäler von Meunier; Männer mit Attentaschen unterm Arm, Frauen mit Hut und Schirm warten an der Haltestelle und betrachten verloren die sehnigen Musfein dieser schmächtigen Athleten, die die Hämmer heben und schwingen, als mollten fie ftumm und hart die Erde zertrümmern. Die Maschine mirb sie ablösen; der Arm, der den Hammer ſchwang, schüttert unter den zitternden Stößen des pneumatischen Meißels; der Rhythmus handwerksmäßiger Arbeit verhallt im brausenden. Getriebe der Großstadt. Eines Tages aber flafft ein Graben zwischen steinernen Bauwerfen. Erdwälle ziehen fich langhin; mit einem Male wird offenber, daß unter fünftlichem Geftein, unter Asphalt und Matadam die Grbe ist, Sand, Lehm, tonige Schichten, brodiges Geröll, Geologie unterm Straßenpflafter. Kinder find fofort zur Stelle und wühlen mit fleinen wollüftigen Händen im alten Urboden, jeder Knirps ein Antaus, der wieder die mütterliche Erde berührt. Elektrisches Kabel wird gelegt. Große hölzerne Trommein, ins riefenhafte bemessene Spulen mit dem Rabel werden herangerollt und auf Lagerböde in brehbare Schwebe gehoben. Hundertzwanzig Zentner wiegt eine Trommel mit zwei bis fünfhundert Meter Rabel je nach dessen Stärke. Im Graben stehen gebückt in langer Rette die Arbeiter. Sie ziehen das Rabel über hölzerne Rollen unter fich fort. Oben ftehen die Borarbeiter, wie Boften verteilt auf Streden und Krümmungen des Grabens. Alles ist bereit. Der Kolonnenführer pfeift, die Vorarbeiter heben die roten Tücher und rufen: Bu die Arbeiter fassen das Kabel die Tücher merden gesenkt und die Stimmen rufen: gleich" mit langem Rud ziehen die Arbeiter das Kabel auf sich zu. Und mit einem Male Rhythmus in allen Rörpern; die Rüden ftreden und beugen fich im gleichen Taft wie die Gliederbewegungen eines unendlichen Burmes im erdigen Graben. Die Vorarbeiter rufen im Taft; es flingt wie Gesang in Quinten, Serten und Septimen, in unbeftimmbaren Tonfolgen 8 gleich, au gleich fingt der eine; ein anderer, hell und furg beginnend, fonor und langhin rufenb dann: Su- ge- leich, zu- ge leich Manchmal hat einer eine Stimme, hell und in fich tönend mie eine Glode. Bon weitem hört man ihn fingen; um Straßenafest, Mer Youragepe meg fotenige der Kirchenthr # bertönenb und in offenen Hausfiuren wlderballend tfingt sein Ruf. Der Raum in engen Straßen wird groß und frei, eine Menschen timme bringt Fernen zum Lönen und Mauern fingen mit. Die roten Tücher schwenten auf und ab wie Fahnen. Im Graben hebt und beugt die lange Kette ihre rhythmischen Glieder, unter denen das Rabel in Krümmungen fich fortbewegt, eine stählerne Ader, die immer länger von der Trommel abrollt und sich in die Erde schmiegt. Man fizt bei seiner Arbeit und hört den Ruf, stundenlang, tagelang Erft weiß man nicht, wer da fingt; dann erinnert man fich, mon fah die Kabeltrommeln, den Graben, über den fleine Holz Gänger, ben Träger dieser Glockenstimme vorzustellen, die wie brücken zu den Haustoren führen. Und nun sucht man sich den Hirteuruf, wie Gebetfang von Minaretten in den Alltag flingt. Und bann sieht man den Vorarbeiter über dem Graben stehen, in erdiger ein Mann, dem man ansieht, daß Jade, den Zollstock in der Tasche er fnapp so viel verdient, wie zum Leben nötig ist: die gebückten mit den Kameraden das rote Taschentuch und singt ernst, aufmertRüden im Graben verdienen noch weniger. Er schwenkt im Taft fam, mit rundem Mund: 3ugleich, zugleich. Eines Tages verstummt der Gesang. Der Lärm des Alltags tobt wie immer durch die Straße, nicht mehr durchflungen von den rhythmischen Rufen der Rabelleger. Der Graben wird zugeschüttet; Kinder jeben träumerisch den gelben, reinlichen Sand verschwinden. Und dann ist alles wie vorher: Granitplatten, Asphalt, Schienen. Im Berborgenen, unter rhythmischem Gefang in die Erde gebettet liegt das Rabel. Geheimnisvolle Strömen freisen in ihm, und fern, in anderen Stadtteilen flammen elektrische Lichtwunder auf; Motoren laufen mit blauem tnisternden Bligen, Transmisfionen und Maschinen kommen in Gang, Maschinen, die schrill und feindlich uralten Rhythmus überkommener Arbeit zertrümmern. Und aus rasenden Tänzen motorischer Kräfte erſteht ein neuer, anderer; richt mehr ein Rhythmus der Stimmen und Hände; ein Rhythmus der Maschine, der Händen gebietet und fie in seine wirbelnden Touren zwingt. Das„ Kuh- Pferd ein ideales Haustier. Ein neues Haustier, das in fich die Borzüge der Ruh und des Pferdes vereinigt, ist die Elen antilope, die jetzt von den Far. mern der Renjatolonie in inner steigendem Umfange gezüchtet und verwendet wird. Ein Bierergespann dieser stattlichen fafifarbigen Tiere mit ihren spiralförmigen Hörnern und schlanken Schwänzen ist ein zugleich ftattlicher und anmutiger Anblid, und derartige Gefährte find an den Renntagen in Nairobi zahlreich zu fehen. Aber nicht nur als Rutschpferd leiftet die Antilope vortreffliche Dienste, fendern sie zieht auch mit unermüdlicher Ausdauer den Pflug und schwere Lastwagen; fie versorgt mit ihrer Milch und Butter, mit ihrem überaus schmackhaften Fleisch den Haushalt und gestattet den Züchtern, damit einen schwunghaften Handel zu treiben. In neuester Zeit hat man fogar die Antilopenböde mit großem Erfolg bei Hindernisrennen verwendet, und da ein solches Tier 50 Kilo meter ohne Mühe galoppiert und einen 6 Fuß hohen Zaun überfpringt, so wird auf dem Turf der Kenjakolonie das Elen dem Rennpferde ein sehr gefährlicher Nebenbuhler sein. Man fängt diese neuen und so überaus mühlichen Haustiere auf die Weise, daß man einen Rorral" aus ftarten Pfählen mit einer breiten V- artigen Deffnung, die mit Buschwert verkleidet ist, auf dem Beld" errichtet. Hunderte von eingeborenen Treibern umringen dann sehr behutsam die Antilepenherde und treiben die There langfam in ben Rorral hinein, dort werden ihnen Lassos um thre Hörner geworfen und fte werden an Pflöde gefesselt. Haben fie fo einen Monat in der Gefangenschaft im Rorral verbracht, dann sind die Antilopen zahm genug geworden, damit die Böcke angetref und als Sugliere verwenbel, bie e r die Michwirk fchaft ausgenutzt werden tönnen. Die Jäger schwärmen fett langem von der Feinheit und Zartheit des Fleisches der Elenantilope. Zu den Festmahlzeiten des afrikanischen Großwildjägers liefern diefe Tiere die Hauptbestandteile, und man ist begeistert von einer Elenfuppe, von Elengehirn und vom Elenroastbeef. Im Gegensatz zu dem Fleisch anderer Antilopenböcke ist das Fleisch des Elenbodes zart, faftig und hat ein überaus zartes Aroma. Die Milch der Elentuh ist fettreich und man fann daraus vortreffliche Butter und Räse bereiten; die Haut des Elens aber liefert ein dauerhaftes und vorzüglich zu verarbeitendes Leder. Als Zugtier lernt die Elenunruhig wird oder wenn man sie reizt, fann sie allerdings durch antilope bald, sicher und ruhig im Geschirr zu gehen. Wenn sie ihre Hörner recht gefährlich werden, aber das tommt felten vor. Wegen ihres willigen Wesens und geduldigen Temperaments hat die Antilope das früher verwendete Zebra vollkommen ausgeschaltet, das sehr leicht ungebärdig und widerspenstig wird. Die geschlagenen Ehemänner". Bis gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts war es in einigen Gegenden Mittel- und Süddeutschlands am Aschermittwoch üblich, die Pantoffelhelden zu bestrafen. So ging es z. B. in Mainz den Ehemännern energischer Frauen gang besonders schlecht. Schon lange vorher wurden die armen Opfer heimlich beobachtet, und am Aschermittwoch sammelten fich Scharen von jungen Leuten zu einem feierlichen Zug und marschierten mit Musik und Fahnen vor das Haus, in dem der geschlagene" Ehemann wohnte. Dort stellten sie sich auf, begannen zu pfeifen, zu schreien und den Mann in jeder Weise zu verspotten. Schließlich verlangten fie von dem Verfpotteten eine Ablösung. Konnte oder wollte er nicht bezahlen, so fing die wilde Schar ohne Zögern an, mit Steinwürfen oder Arthieben das Dach des Hauses zu zerstören, bis das Dach mindestens schwer beschädigt war. Erst dann zogen sie wieder ab, und in der Regel wurden fie für ihr wüstes Lun nicht einmal be. straft. Im ehemaligen Fürstentum Fulda lag die Ausübung des wenig schönen Brauches in den Händen des Hofmarschalls, der die Erlaubnis hatte, jeden Fall, in dem ein Ehemann im Verdacht stand, manchmal von seiner Ehehälfte Prügel zu erhalten, zu untersuchen. Stellte sich dabei heraus, daß der Mann tatsächlich zu den geschlagenen Ehemännern gehörte, so ließ der Hofmarschall durch Hofbedienstete das Dach des Hauses, in dem das glückliche" Baar wohnte, abdecken. Noch im Jahre 1769 fand eine Dachzerstörung in Fulda statt. Der Mensch der Zukunft ohne Ohren. Ist das menschliche Ohr, bas untrennbar mit dem Körper verbunden ist, in Gefahr, allmählich zu verschwinden? Diese Frage ist nicht so sonderbar, daß sie nicht ernstlich diskutiert würde. Es gibt Gelehrte, die geneigt sind, mit Ja zu antworten. Hervorragende Mediziner und Anthropologen haben, wie ein Londoner Blatt mitteilt, auf Grund ver gleichender Studien der Körperbildung des Menschen und der Affen angeblich die verblüffende Entdeckung gemacht, daß unser Ohr die verhängnisvolle Neigung hat, immer fleiner zu werden. In der Bergangenheit galt die Regel, daß das Ohr nach der Geburt stetig wuchs, und zwar in dem Verhältnis zu dem Körpermaß. Die neuesten Untersuchungen zeigen, daß es heute gerade umgekehrt ist. Dabei ist aber eine bemerkenswerte Ausnahme festgestellt worden. Sie betrifft das Dhrläppchen, das, wie ein Gelehrter sich humoristisch ausdrücte, die gütige Mutter Natur in ihren besonderen Schutz genommen hat, um den Frauen etwas zu lassen, an dem sie ihren Schmud aufhängen fönnen". Der meitverbreitete Brauch des Ohrringes, der bei den Frauen aller Völker besteht, und dem auch in vielen Ländern die Männer huldigen, ist wahrscheinlich für die Tatfache verantwortlich zu machen, daß das Ohrläppchen feine Neigung befundet, zusammenzuschrumpfen. HWITTIO 20 Besonderes Angebot!!! Grosses Lager fertiger Herren- Anzüge Anzüge für die Jugendweihe in bester Ausführung, alle Größen u. Preislagen Winter- Paletots, Ulster, Joppen zu bedeutend herabgesetzten Preisen Frühjahrs- Ulster und-Paletots in reicher Auswahl Gummi- und Loden- Mäntel einzelne Westen in allen Preislagen Hosen und sowie alle AusSportanzüge, Windjacken rüstungsgegen stände für die Mitglieder des Reichsbanners Elegante Maßanfertigung Anlaßlich unferes 20 jährigen Beftehens gewähren wir auf alle fertigen Waren, trots der billigen Preife, in der Zeit vom 22. bis 27. 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Er ist im Grunde der alte Spaßmacher, der seit dem Altertum in jeder Boltsfunft immer wieder auftaucht, aber er hat ihm die neue Form gegeben und den sozialen Ge halt, den mur der moderne Rapitalismus ausbilden fonnte. In biefem einzelnen, in dem die Not und die Berlassenheit der tausende symbolisiert ist, find gleichzeitig das Sympathiegefühl und die Güte lebendig geworden, die die ganze Klasse füreinander haben würde. Chaplin fann gewiß feinen sozialistischen Film mit ausgesprochener Tendenz geben oder noch nicht geben, wie etwa sein großer Bor. läufer Jad London, ber künstlerische Entdecker des Goldlandes Alasta, schließlich zum rein sozialistischen Roman überging. Aber wenn in irgendeinem Film, so ist in diesem Goldrausch startes proletarisches Gefühl, freilich auf die absonderliche Art, wie es Chaplin im Zusammenwirten mit den Mitteln des amerikanischen Films gestaltet. Bon dem Inhalt des Films ist nichts zu erzählen. Es ist das Boldgräbermilieu in Alaska, bas Chaplin mit 1500 Land Streichern irgendwo auf den Schneebergen Raliforniens nachgebildet hat. In diese Welt wird Charlie in seinem bekannten Aufzuge ver fchlagen. Er muß sich durchkämpfen durch die bösartigen Bufäße und Enttäuschungen, fich herumschlagen mit der Dummheit und Grausamfeit der Menschen, Spott und Sohn ertragen und zudem alle die phantastischen Abenteuer erleben und sich immer als Herrn der Lage zeigen, wie wir es von früher her bei ihm gewöhnt sind. Wunderbar sind ein paar neue Einfälle: wie er Schuhfohlen ißt, oder seinen eigenen Plattfußtang mit zwei Brötchen nachmacht. Aber nach all den Strapazen und Tüden des Geschics läßt er die volle Sonne aufgehen, die mit einem Glücksschimmer alles überstrahlt. Er macht den Wunschtraum jedes vom Goldrausch Erfaßten wahr, über Nacht ist er zum reichen Mann geworden. Aber das Gold dient ihm nur als Mittel, um die Liebe damit zu befrönen. Er bleibt, ter er mar, der Mensch auf der Wanderung nach dem Glüd. In dem Film find auch die anderen Rollen ausgezeichnet befeßt. Bor allem ist der Roloß des riesig starfen, aber im Grunde gutmütigen Goldfuchers durch Mac Swain und der gefährliche, gewalttätige durch Tom Murray ausgezeichnet charakterisiert. Georgia Sale versteht es, in diesem wilden Milieu ein Mädchen zu zeigen, das Mitgefühl und schließlich wahre Liebe für den Pechvogel aufbringt. Den Auftakt zum Film gab eine blendend inszenierte Langnummer: Claine Bauroff tanzt Goldrausch Herrn Collins Abenteuer." ( Gloriapalast.) D. Die Dänen haben es verstanden, dem im allgemeinen abgeleierten Kriminal, Detettiv- und Abenteurerroman neue Reize abzugewinnen. Der Film, der in diesem Genre auch bereits alle Möglichkeiten so ziemlich erschöpft hat, tat daher recht, Anleihen bei einem dieser bänischen Autoren, Frank Heller, zu machen. Was uns Robert Liebmann in diesem neuen Film bietet, weicht erfreulicherweise von der Norm erheblich ab, geht ins Phantastische, ja ins Broteste über. Aber dabei werden alle Grenzen der Wahrscheinlichkeit so sehr perlassen, anderseits der volle Uebergang in die Ironie und die Satire doch gemieden, daß der Zuschauer zunächst bedenklich mit dem Ropfe schüttelt. Aber immerhin, es gibt Spannung, Unterhaltung, Abwechslung genug und die Welt, in die wir eingeführt werden, ist fonderbar genug, um uns zu interessieren. Ein junger, armer Rechtsanwalt, der in sein Mündel, ein reiches Mädchen, verliebt ist, hat Gelegenheit, einen Mister Cuffler, den Präsidenten einer fo. genannten Afademie, von der Anflage auf Taschendiebstahl frei zubefammen und ihn sich zu verpflichten. Es wird bald nötig, denn der Rechtsanwalt tommt in den Berdacht des Diebstahls und findet Zuflucht und Hilfe bei Mister Cuffler. Seine Akademie ist in Wahrheit eine Lehranstalt für Taschendiebe, die hier in allen Schita. nen ausgebildet werden. Cufflers Tochter Daisy verliebt sich in den Rechtsanwalt. Mit ihrer und ihres Baters Hilfe wird bald der mahre Dieb herausgefunden. Der Rechtsanwalt besucht inzwischen die Akademie" mit großem Erfolg und kann eines Tages voll tommene Rache an seinem Gegner nehmen, der niemand anderes ist, als sein Mitbewerber um die Hand feines Mündels. Dieser Austin Bateson- ist der Inhaber einer ebenso merkwi digen Anstalt, nämlich eines mit großer Aufmachung betriebenen Wahrsageinstituts. Die Intrigen, die von den beiden Instituten gegeneinander gespon nen werden, führen zu den absonderlichsten Berwicklungen. Am Ende stiehlt der Rechtsanwalt das ihm gestohlene Geld zurück, liefert es dem Eigentümer wieder aus und entdeckt bei der Gelegenheit, daß Daisy Cuffler ihm viel näher steht als sein Mündel. Mit Stolzer Miene verläßt er die honette Scheinwelt. Der Film( Regie Joh. Guter) ist reich an hübschen Trids und abenteuerlichen Einfällen. Gespielt wird gut. Georg Alerander ist der Rechts. anwalt, der freilich mehr Ausdrud haben tönnte, Erich Kaiser. Tiß sein Gegenspieler Bateson. Ein interessantes Doppelleben führt Edgar Lichom als Präsident der Taschendiebstahlsakademie vor. Die beiden weiblichen Rollen find mit Difi Oswalda( Daily) und Elifabeth Pinajeff gut fontrastierend besetzt. Boran ging eine tänzerische Illustration von Schumanns Karneval. Auf nach Illustrien." ( Oswald- Lichtspiele.) T. Das war ein phantastisches Durcheinander in diesem ameritanischen Film. Da wußte man bald nicht mehr, ob man noch heil mit beiden Füßen auf der Erde stand, oder ob der wirbelnde Ball einem unversehens davongeschwommen und man sich nun sanft oder brausend im Aether wiegte. Die Idee, die die wahnwizigen Gechehniffe hier zusammenhält, ift fo bumm, daß es einem schmer fällt, sie überhaupt zu bemerfen, sie ist auch so unwesentlich für das Ganze, daß man ohne sie ganz gut ausgefommen wäre. In der Hauptsache dreht es sich darum, daß ein zartes Mädchen eine ausgefeßte Fürstentochtar in der Einsamkeit einer Farm heran. wächst und schließlich nach einer Fülle unbeschreiblicher Abenteuer, im Kampf gegen Intriganten aller Art, wieder in den Besitz ihres Reiches gelangt. Eine amerikanische Kindlichkeit, aber so start ins Broteste umgebogen, daß man der Sache nicht böse sein kann. Dazu kommt, daß mit außerordentlichen technischen Mitteln das Scheinbar Unmögliche möglich gemacht wird. Das Beste iſt ein Birbelsturm, der fich erhebt und eine ganze Farm mit sich fort reißt. Die Bäume trachen und fliegen los, das Haus erhebt sich und wirbelt über Berg und Tal, auf zudenden Blizen reiten rasende Menschen. Man wundert sich nur, daß die ausgezeichneten Darfteller wie Larry Semon, Dorothy Dwan und Mary Carr am Schluß diefer Hezjagd noch einen Funken Leben in sich haben. Das Ganze fehr amüsant, aber filmisch gesprochen: bedeutungslos. Nachher läuft noch eine Gesellschaftsglofie S. m. der Haus freund", aud) ameritanischen Ursprungs, aber langweilig mit Ausnahme einer prächtigen gut erfaßten Schlußfzene, die von zwei K. fich um die Frau prügelnden Männern bestritten wird. „ Der Postmeister." ( Tauenhien- Palaft.) Es foll gleich vorweggenommen werden, dieser Boftmeister, der aus Mostau zu uns tommt, wird für uns zu einem ganz großen Erlebnis. Man verfilmte Buschtins Novelle, die eigentlich sehr ein fach in ihrem Inhalt ist. Ein Rittmeister entführt die Tochter des Bostmeisters, macht sie zu seinem Liebchen. Hierüber geht der Vater zugrunde. Das ist unter der Regie von 3. Most min und . Shelia buschti mit einer großen Liebe in der Erfassung der Volksfecle verfilmt. Das ist nicht nur eine Geschichte, die um 1820, das ist wirklich eine Geschichte, die um diese Zeit in Rußland spielt. Die in Bilder gefeßte Kulturgeschichte eines Boltes. Wir sehen die Rinder- und Tierliebe des einfachen Mannes aus dem Bolte, mir gewahren die stete Herrengeste der Leute von Rang. Wie selbstver ftändlich die einfachen Leute zueinander halten, sei es, wenn sie am Krantenlager des Postmeisters machen, sei es, wenn sie von ihm Abschied nehmen, als er sich auf den Weg in die Hauptstadt macht. Dann in Petersburg die Berhöhnung des Alten durch die Offiziere. Sie tun es nicht aus böser Absicht, sie tun es aus ber leppigteit ihres Wohllebens, aus der Gedankenlosigkeit ihrer Erziehung, aus ihrer zum Schabernad aufgelegten Jugend heraus. Die pincho logischen Studien überwuchern alles, und doch finb fie nicht bloßer Sierrat, sie sind Leben. Daß diese breite Schilderung mit ihren vielen Einzelausmalungen blutwarm durchpulft bleibt, ist vor allen Dingen ein Berdienft von Jwan Mostwin, dem Boftmeister. Dabei hat der Mann nach westeuropäischen Begriffen weder ein gutes Bhotographiergesicht, noch filmische Bewegungen, aber was macht bas; so, wie er ist, als Type seines Belles, amingt er uns in feinen Bann. Wir werden den erschütternden Eindrud feines fich in Gram und Sehnsucht verzehrenden Lebens gar nicht wieber los. Glänzend ist auch W. Malinowitaja als Bertreterin der Tochter. Das gleiche ist von B. Tamarin als Rittmeister Minstg zu lagen. Bei der Figur ist man an Erfolge gewöhnt, bei dem Charafter legt man sich über alles hinweg. Wer behauptet, mur das Theater und nicht der Film kann einen dauernden Eindruck hinterlassen, wird durch den russischen Bostmeister eines Befferen belehrt. durch den russischen Postmeister eines Besseren belehrt. , Die Straße des Vergessens." ( UT. Friedrichstraße.) e. b. Fern im Süd das schöne Spanien, hatte es Hella Moja angetan, als sie sich das Manuskript zu ihrem neuen Film fchrieb. Ein junges Mädchen verläßt das Kloster, in dem es feine Jugend verbrachte. Gleich auf der Fahrt nach dem Landgut ber Mutter, lernt das junge Ding einen Kapitän tennen und lieben. Der neu anheiratende Stiefvater ist gegen die Berbindung der beiden, doch lassen sich die Liebenden, bevor der Offizier nad Marotto geht, heimlich trauen. Der junge Offizier gilt für tot, feine Bitme gibt dem Drängen des Stiefvaters nach und heiratet wieder. Da trifft fie in einem Kriegslazarett den Totgeglaubten, ber aber für immer aus ihrem Leben verschwindet und nach Marotto geht. Man muß den Mut anerkennen, der hier endlich einmal mit dem gewaltsam guten Abschluß brach Bon Heinz Bauls Regie möchte man jagen, fie tomponierte die Schauspieler in die Landschaft hinein. Der Film ift nämlich eine große Erzählung oder Aufzählung landschaftlicher Schönheiten, die manchem Betrachter einen ungetrübten Genuß bereiten. Auch ist manche interessante Schilderung von Bolts beluftigungen eingeflochten. Es tommen ziemlich viele Stelldicheins im Filme vor, fie werden auf die Dauer langweilig, aber die Orte, man spielt body eben ganz auf Umgebung, find schön. In den Hauptrollen jah man Hella Moja, Ida Wüft und Henry Stuart. Ihnen wurde für ihre Leistungen ein lebhafter Beifall gezollt. Die W IDAH Raffe von Paris EIN SPIEL VON LIEBE UND APACHEN MAY MARSH IVOR NOVELLO ROBERT SCHOLZ ISABEL JEANS REGIE: GRAHAM CUTTS W& F- FILM DER EMELKA DER GROSSE ERFOLG 純 SCHAUBURG 121 KÖNIGGRÄTZER STRASSE 121 Manon Lescaut." ( Ufa- Balafi am Zoo.) Bellage des Vorwärts Eine der berühmtesten und empfindsamsten Liebesgeschichten im Milieu des graziöfen Rototo, mit allen Künsten malerischer und stimmungsvoller Inszenierung in Bauten und Kostümen veranschaulicht und von einer äußerst schmiegsamen und delikaten Photographie ( Spartuh) aufgenommen ist dieser Film unbedingt höchstens Niveau und eine entzüdende Augenmeide. Ob er ganz bem Gehalt der Romanvorlage des Abbé Prévost gerecht wird, dessen Schluß bem guten Ende zulfebe arg verändert ist? Die sentimentale Liebesgeschichte, die der junge Ablige des Grieur mit Manon Lescaut erlebt, wird im Roman von ihm selber erzählt. Wir sehen die Liebenden mit seinen Augen. Anders im Film Hier herrscht die objektive Darstellung, ein Kulturgemälde wird entrollt, aber wir fehen die Geliebte von vornherein anders, empfinden das Aben teuernde, das Leichtfertige und das Stüd Dirne, das in ihr stedt, piel stärfer, um so mehr, wenn Lya de Putti von vornherein diese Süge allzu beutlich offenbart. Aber Literatur hin, Literatur her: eine Folge wundervoller Bilder entrollt sich vor unseren Augen, ein intereffantes Milieu erſteht vor uns. Robinson entfaltet alle Rünste, um die Abenteuer des Liebespaares, die Flucht nach Baris, ben llebergang zum reichen Steuerpachter, die Rettung des Lieb habers, Manons Leiden im Spinnhaus, thre Deportation und ihre Befreiung, um( in den Armen bes Geliebten) zu sterben, eindringlich zu geftalten Gaidarom vertörpert den gefühlvollen Liebhaber mit ſtarter Suggeftiofraft. 2ya de Butti gibt, ohne die Manon zu erschöpfen, ihrer finnlichen, verführerischen und in Tränen schmachtenden Liebe schönen Ausdrud. Mit feinem Verständnis find auch die fleineren Bartien besetzt: meisterlich die des üppigen Steuerpächters durch Friz Greiner und die des Falschspielers D. durch Siegfried Arno. „ Die Ratte von Paris." ( Schauburg.) Apachenteller, Revuen, die sogenannte Halbwelt, Millionäre, Detektive, anständige Frauen und andere Requisiten nie verfehlender Wirkung sind hier zu einem Ragout verarbeitet, das nicht einmal mit neuer Sauce serviert wird. Der Verbrecher ist reinen Herzens, ebenfalls feine Geliebte, fie find unwahrscheinlich edel und auf opferungsfreudig, ein Millionär stellt der Unschuld nach und fällt Schließlich dem Messer des Apachen, der feine Geliebte rächen will, zum Opfer. Doch fie will die Schuldige sein, stellt sich dem Gericht und wird freigesprochen. Ein neues, wehlfituiertes Leben mit dem Chering mintt in holder Ferne. Perspektiven öffnen sich. Borher noch erotische Bermidlungen mit einer nicht ganz einwandfreien Dame, die der Millionär aushält, und die den Apachen zur Abwechslung liebt. Courths Mahler Romantit und überspannte Phantasien ge heimnisvoller Kriminalromane bilden den Grundzug dieses Films. Scheinbar müssen Berbrechertneipen immer unter der Erde liegen und scheinbar ist es eine dringende Rotwendigkeit, daß Aufnahmen Don Repuen ausheljen müssen, wenn dem Verfasser absolut nichts mehr einfällt. Unbegreiflich bleibt es ferner, warum anständige Apachen immer in Ballonmüße und mit einem diden Schal bewaffnet erscheinen, das gezüdte Rachemesser tann ihnen schon eher berziehen werden. Dabei ist die Handlung des Films spannend, nur das Drum und Dran ist abgenußt, der Regisseur Graham Cutts hält sich an altbewährte Schablone. Unter den Darstellern herrscht wenig Einheitlichkeit. Robert Scholz begnügt sich mit einem raffiniert mephistophelischen Aussehen, er ftilifiert sich auf den eleganten Büterich und Berführer mit hängenden Mundwinkeln, bleibt völlig mandlungsunfähig, während Jvor Novello als Apache hin und wieder so etwas wie Seele zeigt, in der Geste fparfam ist, über ausdrudsgesättigte Bewegungen verfügt, und nur mit seinem Gewiffensbiß scheitert. Daneben einige Herrschaften, die sich mit dem mondänen Leben auseinanderzusehen versuchen und Mae Marjh als Geliebte des Apachen mit einem rührend findlichen Lächeln, mit zarten, hilflofen Bewegungen, ein Mensch neben mehr oder minder guten Schauspielern. F. S. , Europas Majestät."- Drei Vagabunden." ( Alhambra.) Der Mont Blanc- Film Europas Majestät" der Deulig ist ein Schulbeispiel dafür, mie man herrliche alpine Bilder durch über. flüffige und titschige Zwischenterte und unnötige Längen um jede Birtung und den Zuschauer, staft in ihm Sehnsucht nach den Alpen zu erzeugen, zum Gähnen bringt. Wozu muß gesagt werden, daß unter den Füßen der Bergsteiger sich ein jäher Abgrund öffnet, wenn ihn schon der nächste Augenblick zeigt? Und warum wird in aller Ausführlichkeit etwa gezeigt, wie sich die Touristen in ihre Schlafsäcke hüllen? Im zweiten Teil des Abends, dem komischen amerikanischen Film Drei Bagabunden" wurde erfreulicherweise gleich demonstriert, mie man Spannung und Interesse im Theaterbesucher aufrecht erhält. Die drei Bagabunden, um die es sich handelt, ein gutmütiger älterer Stromer Lloyd Hamilton, an Patachon erinnernd, ein kleiner heimatlofer Knabe( besonders gut, Ben Alexander) und ihr fluger Terrier tommen in ein mit amerikanischer Schnelligkeit sich entwidelndes Schwefelbad, in dem ein betrügerischer Hotelier und eine ehrenwerte Benfionsbefizerin, die um das Eigentum an der Schwefelquelle gebracht worden ist, um Existenz und Vermögen tämpfen. Alle drei werden auf abenteuerlichen Umwegen, nachdem fie dem Recht zum Siege verholfen haben, endlich heimisch. Diese mit vielen Einzelbegebenheiten ausgestattete Handlung rollt sich ohne leere Stellen luftig ab und erreicht ihren Gipfel, wenn Llend Hamilton als unfreiwilliger Bademasseur einen herkulischen Manager mit Schlägen massiert und bei einem Damenschwimmfest früppelhafte Badegäste tüftern den appetitlichen Nigen nach springen. Wenn sich schließlich die sieghafte Tugend zu Tisch jetzt, fo überwiegt im Zuschauer- was außerordentlich wohltut Heiterkeit die übliche Rührung. f. h. c. „ Die rote Maus." ( Marmorhaus.) Es fängt fehr gruselig an, denn man sieht Siegfried, Ber zeihung. Paul Richter, als Geldschranfinader. Er wird auch festgenommen, weil er die Flucht der roten Maus deckt. Das ist ein Mädel sogenannter guter Herkunft, durch ihn zur Apachin ge worden. Als er seine Strafe verbüßt, geht fie ihren eigenen Weg, wird vorerst von Filmleuten entdeckt und dann von einem Gerichts. präsidenten, der sie zu seiner Frau macht. Noch zwei Jahren taucht bann der frühere Geliebte wieder auf, es gibt diverse Bersuchungen und ein tragisches Ende, denn Billy, so heißt dieser Gentlemandieb, wird in den Rüden geschossen, stürzt vom Balton und stirbt an einer Brustverlegung. Das alles und viel ähnliches dazu hat man sdon gesehen. Man erinnere sich nur an Pola Negri als Apachin. Der Regisseur Rudolf Meinert spielt die Darsteller in hoch bramatischen Szenen vorzüglich gegen einander aus, auch sonst legt er jebe Szene mit großer Geste geschickt auf Publikumserfolg an. Und er fuchte sich recht brauchbare Schauspieler, so Paul Richter, der in seiner Rolle den willkommenen Anlaß fah. einen edlen Dieb zu freieren, Aub Egede Nissen, der die Apachin gut liegt und Margarethe Kupfer, die mal wiederum als Zimmer vermieterin erfolgreich mar. Charles Billy Kanser gefiel durch c. b. bie bekannte, ihm aber sehr gut stehende Ruhe Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne Lessing- Tb. 3 U. Der befreite Don Quichotte 8 Uhr: 8 Uhr Gastspield Saltenburgs Bühnen Sturmflut Königin Morgen 8 Uhr: Sturmflut Luise Staats- Theater Kleines Th. Opernhaus 7U: Boris Godunow Opernhaus am Königsplatz 8 Uhr: Ein Spiel von 2% Uhr: Faust. 1. Tod u. Liebe 72 Uhr: Tiefland Schauspielhaus 8 U Duell am Lido Schiller Theater v Romain Kolland 3 U: Kapitän Brass Admiralspalast bounds Bekehrung 8 U.: Charleys Tante Städtische Oper Charlottenburg 7. Uhr: Täplich 8, Uhr. Haller- Revne tan Welle 505 Berlins Aida sehenswerteste Abonn- Turnus i Deutsches Theater 8 Uhr: Juarez und 2 Revue! Sonntg.- Vorst. 3 Uhr nachmittags und 84 Uhr abds Maximilian Circus Busch Kammerspiele Tg.7 Stg 2X3+ 70. 8 Uhr 3 U. halbe Preise Die letzte mit Monte Christo 7 Schinß Manege- Sens. Nur noch kurze Zeit! Gellebic Die Gorillabraut Die Komödie wahrend d.LandKurfürstendamm 205/7 Wirtsch. Woche Unr 7 Bes r.nippolog. Sport- Programm! 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Februar: Prämiierung der ähnlichsten Freundinnen und Große Schweinebraterei auf dem Riesen- Lucullus- Brat- Apparat 31 U. KI Zurück zu 8 Uhr: Letzte Aufführungen Die neuen Herren Dienstag 7 Uhr Zum 1. Male: Der entfesselte Wotan 8 Uhr: Kolportage Th. a. Hollendorfpi. Uhr 8 Uhr: Trianon- Th Zentr 2391 Die offizielle Berlin lacht von 8 bis 12 Frau Operette in 3 Akten Preise 1- M. bis 8 M WalhallaTh. Weinbergsweg Täglich 8: fe Hönigin Cer Nacht Die mit Preisrätselauflösan, Stg. nachm 4 Uhr Die Puppenfee Philharmonie 7 Uhr Konzert Die Revue der Einakter Neues Th. am Zo Alabendl 8 Uhr Guido Thielscher ' n Stöpsel KleinePreise: Parketti- 2M. Park.- Faut.3-4 M. Orchest.des Philharm. Orch. Fauteuil 5 M. Sessel 6 M Dirig: Prof. Prüwer Vorverkauf unterbrechen MCC Schauspielbans Daire Kewen brancher Auffrischung Für Dich Damn almm CHARELL- REVUE Stuvkamp Salz TÄGLICH 84 • Metropol Theater Tägl. 8 Uhr. No no Nanette Re- Potest Las Zu haben ta allen Apotheken and Drogerien Tägliche Dosis 3 PL. 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