Nr. 8943. Jahrg. Ausgabe A nr. 45 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatli B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Bormärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblaft 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille zeile 80 Pfennig. Reflaniezeile 5. Reichsmart. Aleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch Staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Dienstag, den 23. Februar 1926 Das Programm der Ratstagung. Nur laufende Angelegenheiten Genf, 22. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Tagesordnung für die am 8. März beginnende Tagung des Völkerbunds rates enthält, soweit sie am Montag bekannt geworden ist, noch feine der Fragen, die mit der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund in Verbindung stehen. Auffallend ist, daß an der Spitze der Tagesordnung die Neu wahl der Regierungsfommission des Saargebiets und deren Präsidenten steht. Daraus scheint hervorzugehen, daß man diese Neuwahl noch, ohne die Mitwirkung des deutschen Ratsvertreters erledigen will. Die Mossulfrage findet in dieser Ratssigung ihren for mellen Abschluß, indem der Rat von dem auf 25 Jahre verlängerten Mandatsvertrag zwischen Großbritannien und dem Irak Kenntnis nimmt. Zum Sicherheits- und Schiedsgerichtsproblem liegen zwei zu sammenfassende Berichte des Generalsekretariats vor, von denen der Rat Kenntnis nehmen und sie an die Herbstversammlung des Bölferbundes weiterleiten wird. Das erstemal wird sich der Rat nicht mehr mit Danzig zu befassen haben. Dagegen liegen über Oberschlesien zwei Be= schwerden vor, eine aus Polen, die andere von der Vereinigung der Polen in Deutschland. Die periodischen Berichte der ständigen Rommiffionen erwecken höchstens insofern Interesse, als in die Berichterstattung über die Lage in Ungarn die FrankfälscherAffäre einbezogen werden könnte. Bom Berwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts ist an den Völkerbundsrat ein Begehren eingegangen um ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofes darüber, ob die Internationale Arbeitskonferenz mit dem Abfluß des Abkommens über das Verbot der Nachtarbeit in den Bäckereien ihre Befugnis überschritten habe. Pariser Besatzungsforgen. Die Angst vor Zugeständnissen an Deutschland. Paris, 22. Februar.( Eigener Drahibericht.) Die Kölner Rede des deutschen Außenministers findet in einem großen Teil der französischen Preffe eine sonderbare Interpretation. Man will in ihr Anhaltspunkte dafür gefunden haben, daß das diplomatische Spiel Deutschlands darauf hinausläuft, die deutsche Graf Aldrovandi- Marescotti. Bosdaris Nachfolger in Berlin. Die bevorstehende Abberufung des italienischen Botschafters in Berlin, Bosdari, bestätigt sich), ebenso die Nachricht, daß der bis herige Botschafter Italiens in Buenos Aires, Graf Aldrovandi Marescotti, zu seinem Nachfolger bestimmt worden ist. Dieser befindet sich bereits auf dem Wege nach Europa. Der römische Be richterstatter des„ Berliner Tagesblatts" teilt mit, daß Aldrovandi, der früher in Sofia war, als ein Balkanspezialist gilt. Man fann es dahingestellt sein lassen, ob das der Grund ist, der ihn in den Augen Mussolinis als für den Berliner Posten besonders geeignet erscheinen läßt. Vor allem dürfte er wohl seine Ernennung der Tatsache verdanken, daß er Mitglied der faschistischen Partei ist, während Bosdari es beharrlich vermieden hatte, den Beitritt zur herrschenden Partei zu vollziehen. Der in Paris erscheinende„ Corriere degli Italiani" versieht die Nachricht der Ernennung Aldrovandis mit folgendem intereffanten Kommentar: „ Graf Aldrovandi war viele Jahre hindurch der Kabinetts chef des Außenministers Sonnino. In der Zeit der italienischen Neutralität nahm er an den Verhandlungen zwischen Italien auf der einen, Desterreich- Ungarn und Deutschland auf der anderen Seite teil, die mit dem Bruch des Dreibundes, wenige Tage nach der Unterzeichnung des Londoner Geheimvertrages, endeten. Jener Londoner Vertrag zählte bekanntlich zwar nicht Fiume zu den italienischen Städten, schenkte dafür Italien die Lase von Giarabub, die Grabmäler der Genussis sowie die endlose Wüſte der Ober- Giuba, und zwar ohne die Brunnen, die sie fruchtbar machen sollen | Pariser Besagungssorgen. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostschecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Ostoberschlesien. Eine Staatsrettungsaktion und ihre Hintergründe. Aus Oberschlesien wird uns geschrieben: Ueber die Haussuchungen und Verhaftungen, die am 12. Februar in Ostoberschlesien einsetzten, sind die Leser des Zustimmung zum Eintritt Bolens in den Völkerbundsrat von ,, Borwärts" schon telegraphisch unterrichtet worden. Es bleibt neuen französischen 3ugeständnissen auf anderen übrig, die politischen und sozialen Hinter= Gebieten, und vor allem ven einer Abkürzung der Besatzungsgründe dieser Attion etwas genauer aufzuzeigen. fristen für das Rheinland, abhängig zu machen. So läßt sich der Petit Parisien" aus Berlin melden, daß man in der Wilhelmstraße sehr wenig erbaut sei von den Berichten, die die diplomatischen Vertreter Deutschlands über ihre letzten Schritte in den alliierten Hauptstädten erstattet hätten und man sich davon Rechenschaft gebe, daß die deutschen Argumente gegen den Eintritt Bolens auf außerordentlich schwachen Füßen ständen. Deshalb habe man von Berlin aus die Jeee eines Kompro misses lanciert, das eine vorzeitige Räumung der zweiten und dritten Zone zur Grundlage haben soll. Der Intransigeant" spricht von einem deutschen Versuchsballon und von der Absicht der deutschen Regierung, durch die Befreiung des Rheinlandes dem Ver trage von Versailles den Todesstrß zu geben. Auch der" Temps" vertritt die Auffassung, daß das gegen die Erweiterung des Völker: bundsrats gerichtete deutsche Manöver in erster Linie darauf abziele, den Alliierten das Versprechen einer vorzeitigen Räumung des Rheinlandes abzuzwingen. Deutschland versuche auf diese Weise seinen Eintritt in den Völkerbund zum Gegenstand eines neuen Ruh handels zu machen und den Geist von Locarno einseitig im Dienste der deutschen Interessen auszubeuten. Gegen Bündnisse- Für Zusammenarbeit. Amerikas Weltpolitik. Philadelphia, 22. Februar.( WTB.) In einer Rede anläßlich der heutigen Erinnerungsfeier für George Washington erklärte Staatssekretär Kellogg, der Grundsay Washingtons, mit ausländischen Mächten feine dauernden Bündnisse abzuschließen, sei der Eckstein der auswärtigen Politik der Vereinigten Staaten geworden. Dieser Grundsatz bedeute nicht Isolierung oder mangelnde Bereitschaft zur Mitarbeit in nicht politischen Fragen, er bedeute vielmehr, daß die Bereinigten Staaten zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß politische und militärische Offensiv oder Defenfiobündnisse mit dem Grundgedanken der ameritanischen Staatsordnung und mit den Interessen des Volkes un vereinbar find. Tauschgeschäft zu machen, das ebensowenig mit dem Selbst. bestimmungsrecht der Völker wie mit strategischer Notwendigkeit etwas gemein hatte, nunmehr im Auftrage Mussolinis mit Luchsaugen nach allen Aeußerungen der deutschen öffentlichen Meinung spähen wird, die geeignet wären, die Heiligkeit" der Brennergrenze anzuzweifeln. Der Ueberfall von Alt- Landsberg. Wo bleiben die Behörden? Ulf- Landsberg, 22. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Bei dem Ueberfall der Hakenkreuzler handelt es sich um einen geplanten und verbereiteten Streich. Die Angreifer, 60-80 Mann, stammen zum größten Teil aus Neuenhagen. Einwohner versichern, daß sie sich am Tage vorher verabredet hätten, man müsse wieder jemand ausheben und den jungen Leuten Bewegung machen. Obgleich der Tatbestand ziemlich klarliegt und eine Reihe der Haupttäter bekannt ist, scheinen die Behörden die Untersuchung sehr lässig zu betreiben. Bisher ist noch keiner der Haupttäter verhaftet worden. Die Lässigkeit der Behörden gegenüber den Burschen, die diesen Ueberfall geplant und vorbereitet Wären haben, erregt Verwunderung und Entrüstung. es Reichsbannerleute gewesen, so wären fie längst unter der Be schuldigung des Landfriedensbruchs verhaftet worden. Es muß hier bei den Behörden nach dem Rechten gesehen werden. Nach Zengen Tänzler. Rücktritt des Geschäftsführers der Arbeitgeberverbände, Der bisherige Geschäftsführer des Deutschen Arbeitgeberverbandes, Dr. Tänzler, der im Zusammenhang mit den an den Christlichen Landarbeiterverband zur Unterstützung des Femes mörders Schulz ausgezahlten 5000 m. eine Rolle gespielt hat, wird am 1. Juli ebenfalls aus seiner bisherigen Stellung aus. Im Jahre 1919 war Graf Aldrovandi der Berater Gonninos während der Versailler Friedens verhandlungen, immer auf der Grundlage des Londoner Geheimabkommens. In einem bestimmten Zeitpunkt dieser Verhandlungen, und zwar im Mai 1919, schien Aldrovandi einem Vorschlag feineswegs abgeneigt zu sein, der dahin ging, Südtirol Defterreich zu belassen, um dafür Italien den Besik von Dalmatien zu fichern. Mit diesem Vorschlag hoffte man Wilson zu bescheiden. ruhigen, der gegen die Zuteilung Fiumes an Italien energisch opponierte. Nach dem Rücktritt Sonninos bekleidete Aldrovandi verschiedene diplomatische Posten zweiten Ranges. Bielleicht entfendet die italienische Regierung den Grafen Aldrovandi nach Berlin mit Rücksicht auf jene Reminifzenzen aus dem Jahre 1919." Diese Worte des Pariser Antifaschistenblattes sind natürlich ironisch gemeint. Immerhin wird es nicht ohne Interejie fein, Bu beobachten, mie derselbe Diplomat, der im entscheidenden Augenblid ber Friedensverhandlungen bereit war, mit Südtirol ein Die polnischen Behörden gehen von der Auffassung aus, daß es in Polnisch- Oberschlesien eine von Berlin aus finan zierte staatsfeindliche Organisation gibt, die für eine gewaltsame Rückkehr des Landes zu Deutschland die Stimmung vorbereiten soll. Die am letzten Freitag abge= schlossenen Haussuchungen und Verhaftungen haben nichts ergeben, was jene Vermutung rechtfertigen könnte. Die Behörden sind aber so nervös geworden, daß jede Kritik an ihrem Vorgehen in den Zeitungen zu sofortiger Beschlagnahme führt. So wurde der sozialistische Volkswille", den man in deutsch- bürgerlichen Kreisen verdächtigt, in polnischem Fahrwasser zu segeln, nicht weniger als dreimal beschlagnahmt. Vollkommen frei ist dagegen die polnische Presse in ihrer Heze gegen die Deutschen und in ihrer Aufforderung zu allen möglichen Gewaltmaßnahmen gegen sie. Tief zu bedauern iſt es, daß sich auch der alte Führer der polnischen Sozialisten in Oberschlesien, Binistiewicz, von dem allgemeinen Fieber anstecken ließ und daß sein Organ die Auflösung des Deat chen Bolksbundes, der Kulturorganisation des Deathchtums, fordert. herrscht, hat ihren Grund zwar nicht in irgendwelchen staatsDie Nervosität, die in polnischen Kreisen Ostoberschlesiens gefährlichen Unternehmungen der Deutschen, wohl aber in einem unverkennbaren Stimmungsumschwung zu gunsten des Deutschtums, der im ganzen Lande eingesetzt hat. In Orten, wo man sonst deutsch nicht sprechen durfte, hat die Bevölkerung zahlreiche Anträge auf Errichtung von Minderheitsschulen gestellt. Deutsche Theatervorstellungen finden stärksten Zulauf, während selbst das gute polnische Theater in Kattowig vor leerem Hause spielt. Zugleich zeigt sich auch eine Stärkung der deutschen freien Gewerkschaften und der deutschen Sozialisten gegenüber den polnischen. Die in Ostoberschlesien geschaffenen polnischen Organisa tionen haben sich niemals aus eigenen Mitteln erhalten können, sondern waren stets auf die finanzielle Unterstützung des Staates angewiesen. Nun, da infolge der schweren Finanzkrise die alten Quellen versiegen, droht ihnen der 3ufammenbruch. Die von den polnischen Sozialisten und der Nationalen Arbeiterpartei aufgezogenen Genossenschaften machten damit den Anfang, indem sie mit mehr als 32 Filialen und einer Schuldenlast von 1 Million Zloty zusammenbrachen, in dem Augenblick, in dem ihnen die staatlichen Kredite entzogen wurden. Solche Eindrücke mögen auch für die Haltung Biniskie wicz entscheidend gewesen sein, der jetzt zum Eintritt in die polnische Einheitsfront auffordert, da die polnische Organisation zerstört, die polnische Presse ohne Leser sei. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Warschauer Zentrale der PPS. feineswegs mit der Haltung der polnischen Sozialisten in Oftoberschlesien einverstanden ist. Wiederholt haben Vermittlungsversuche zwischen deutschen und polnischen Sozia= listen geschwebt, die jedoch bisher zu feinem Resultat führten. Der Stimmungsumschwung in Ostoberschlesien ist zweifellos auf wirtschaftliche und soziale Berhält niffe zurückzuführen. Infolge der Wirtschaftsfrise gibt es im Lande 80 000 Arbeitslose. Dabei verschärft sich die Krise von Tag zu Tag, und immer neue Betriebe werden stillgelegt. Mittlerweile haben zahlreiche polnische Staatsbürger Arbeit und Existenz im deutschen Oberschlesien gefunden, und sie haben sich davon überzeugt, daß dort die Wirtschaftslage immer noch verhältnismäßig besser ist, und daß die Löhne dort immer noch erheblich höher sind als im polnischen Teil Oberschlesiens. Mit den Versprechungen, die während des Abstimmungskampfes gemacht wurden, läßt sich eine solche Lage schwer vereinbaren. Dazu kam der deutsch- polnische Wirtschaftsfrieg, der sich besonders in Polnisch- Oberfchlesien verheerend auswirkte und die Bevölkerung zu der Ueberzeugung brachte, daß ohne Zusammenwirten mit Deutschland ein Wiederaufbau der polnischen Wirtschaft nicht gut möglich ist. Die Hoffnungen auf andere Absatzmärkte sind bis heute nicht verwirklicht worden. Nimmt man dazu, daß verschiedene Fälle behördlicher Korruption aufgedeckt worden sind, daß das polnische Schulwesen viel zu wünschen übrig läßt usw., so begreift man die Mißstimmung in der Bevölkerung, man begreift aber auch, daß eine gewaltsame ihr zu begegnen. Es ist vorauszusehen, daß infolge der Verfolgungen die Sympathien für das Deutschtum nur noch wachsen werden. Als Nachfolger wird der frühere Regierungspräsident in Marien- Aktion gegen das Deutschtum das allerschlechteste Mittel ist, werder, Dr. Brauweiler, genannt. Brauweiler wurde erst fürzlich von der preußischen Staatsregierung wegen seiner Einstellung zur Republik von seinem Amtenthoben, Reichstagsabgeordneter Fehrenbach, der Vorsitzende der Zentrums frattion, hat vor einigen Tagen in Berlin infolge von lleberanstrengung einen förperlichen Zusammenbruch erlitten, von dem erin Freiburg i.B. Erholung sucht. Bon solcher Einsicht scheint der Wojwode Bilsti, ein verständiger Mann, nicht ganz fern gewesen zu sein. Weil er nicht so wollte, mie die polnischen Nationalisten, wurde er bei der Regierung der Begünstigung des Deutschtums angeflagt. Er mußte nach Warschau reisen, um sich von diesem Borwurf zu reinigen. Als er zurückkehrte, setzte die große Staatsrettungsaktion ein. Es ist begreiflich, daß auch unter den deutschen Sozialisten Oftoberschlesiens starte Erregung herrscht. Auch sie find von der Staatsrettungsaktion betroffen worden und stehen mit auf den Prostriptionslisten, die von der polnischen Nationalistenpresse aufgestellt werden. Das alles fann fie aber nicht beeinträchtigen in der Erkenntnis, daß deutsche und polnische Arbeitnehmer im Kampf gegen das Rapital und gegen Mißstände der Verwaltung zusammengehören, und daß es nur der Sache des gemeinsamen Gegners dient, wenn der nationalistische Zantapfel unter die Arbeiter geworfen wird in einer Beit, in der ihr Zusammengehen notwendiger ist denn je. Demnächst soll mit den Warschauer polnischen Sozialisten eine Verständigungstonferenz ftattfinden, die zunächst die gegenseitigen Beziehungen in Oftoberfchlesien bereinigen und dann auch einen Plan zur Regeling der nationalen Minderheitenfrage ausarbeiten soll. Ein Erfolg diefer Konferenz ist im Interesse des schwer heimgesuchten Landes dringend zu wünschen. Die Voraussetzung für ihn aber ist, daß die vorhandene und von den polnischen Sozia listen Oberschlesiens geschürte Rampfftimmung schon zuvor nach Kräften abgebaut wird. Hier eröffnet sich für die Rentrale der PPS. in Barschau eine Aufgabe, durch deren Lösung fie fich an der internationalen Berständigung ein erhebliches Berdienst erwerben tann. Landbund und Deutsche Zeitung". Eine Ohrfeige für deutschentionale Demagogie. Die Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht folgende Entschließung des Schlesischen Landbunds gegen die„ Deutsche Zeitung": " Die heute in Breslau persammelten Führer der Kreisorgani. fationen des Schlesischen Landbundes haben mit Entrüftung von dem Artikel der Deutschen Beitung" vom 3. Februar d. 3., in dem die Hoffnung ausgesprochen wird, daß der Schlesische Landbund sich ..nächstens erleichtert nach einem neuen Führerum. sehen wird, Kenntnis genommen. Sie verbitten sich derartige, die Organisation beleidigende Einmischungen der Deutschen Zeitung" in die Angelegenheiten des Schlesischen Landbundes, und treten geschlossen hinter ihren bewährten und um die Landwirtschaft hochverbienten Borsigenden, Herrn Freiherrn von Richthofen- Boguslawig, dem sie wegen seines auch bei der Niederlegung des Reichstagsmandates wiederum bewiesenen auf. rechten, geraden Sinnes erneut ihres unbedingten Bertrauens verfichern." Der Mandatsverzicht Richthofens war ein Protest gegen die Locarno- Demagogie der deutschnationalen Reichstagsfraktion. Die Betonung des aufrechten, geraden Sinnes" bes ehemaligen Abgeordneten von Richthofen in dieser Landdes ehemaligen Abgeordneten von Richthofen in dieser Landbündlerentschließung ist eine neue Ohrfeige gegen die unauf bündlerentschließung ist eine neue Ohrfeige gegen die unauf richtige Wintelpolitit der Deutschnationalen gegen Locarno. Es entbehrt nicht des Reizes, daß die„ Deutsche Tageszeitung", die die Demagogie gegen Locarno wader mitvertritt, biefe Entschließung abbrudt. Hierdurch erkläre ich mich bereit, ber Evangelischen Johannis.| Stiftung in Spandau unter selbstschuldnerischer Bürgschaft des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes in Hamburg nach Maßgabe des als Anlage 1 beigefügten Entwurfes einer Schuldurkunde ein weiteres jährlich in Bierteljahrsraten mit Schuldurkunde ein weiteres jährlich in Bierteljahrsraten mit 6% Broz. zu verzinsenden und mit 3 Proz. auf Grund eines noch aufzustellenden Tilgungsplanes unter Zuwachs der ersparten 3insen zu tilgenden Darlehns von 57 344 Gramm Feingold- das find zur zeit ungefähr 160 000 Reichsmart gegen erftitellige gefamt hypothefarische Belastung der in der Schulburtunde näher bezeich neten Grundstücke zu gewähren..." Es folgen die weiteren for malen Bedingungen und die Unterschrift des Direktoriums der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Auch Das Johannisftift ist der Sig bestimmter fulturpolitischer und politiser Rampforganisationen. die Evangelisch- Soziale Schule", die sich die Bekämpfung des Marrismus zum Ziel gesezt hat, ist im Johannisstift untergebracht. Das Geld der Angestelltenversicherung fann unter feinen Umständen den politischen Organisationen irgendwelcher, auch nicht tulturpolitischer Art zur Verfügung stehen; denn sonst müssen alle Verbände und Organisationen, auch die, die eine andere politische Richtung als die des Johannisftifts vertreten, Kredite der Angestelltenversicherung beanspruchen können. Das Reichsarbeitsministerium tut gut daran, wenn es fi einmal etwas eingehender um die Kreditgeschäfte der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte fümmert. Bor allem wäre es 3eit, daß der unheilvolle Einfluß des DHB. befeitigt wird. 3ulässigkeit der Enteignung nicht entgegen, da saz 2 Saiz 2 des Artikels 153 den Ausschluß einer Entschädigung durch ein Reichsgefes zuläßt und demnach für eine durch Reichsgeseh orgenommene Ent. eignung das Erfordernis einer Entschädigung fiberhaupt nicht zwingend vorgeschrieben ist.... Die Herstellung von Ruhe, Ordnung und Sicher heit im Innern( z. B. Berhinderung antirepublikanischer Umtriebe durch Enteignung. Red. des„ Borw.") dient dens Wohle der Al gemeinheit und eine zu diesem Zwed vorgenommene Enteignung fann daher nicht als unzulässig angesehen werden. Ob der mit dem Gesetz erstrebte gemeinnützige 3wed in dem erhofften Umfang tatfächlich erreicht wird, ist ohne Belang. Wesentlich für die Zulässigkeit einer Enteignung fann immer nur sein, daß ein dem Wohle der Allgemeinheit dienender 3wed erstrebt wird und wenigstens teilweise erreichbar erscheint.... Der Einwand, daß die Zulassung einer Enteignung... in Fällen der vorliegenden Art zu einer Aufhebung jeder verfaffungsmäßigen Gewähr für das Eigentum der Staatsbürger führe, trifft nicht zu. Die Gewähr für das Eigentum wird von der Verfaffung nicht unbedingt geleistet, fie fan nicht nur im Wege einer Verfassungsänderung gänzlich befeitigt werden, sondern fie gilt überhaupt nur mit den sich aus den Vorschriften des Absatz 1 Saz 2 und des Absatz 2 des Artikels 153 ergebenden Beschränkungen. Es ist ein allgemein anerkannter Grundjaz, daß das Wohl der einzelnen Staatsbürger hinter dem Allgemeinwohl zurüdstehen muß... Soweit dabei das Wohl der Allgemeinheit in Betracht kommt, sind von der Verfassung feine Unterscheidungen gemacht, auf welchem Gebiet die Forderung des Wohles geschehen soll. Sie fann daher auch auf dem Gebiet der allgemeinen Wirtschaft liegen..." Nach alledem wird das Reichsgericht, ohne seinen Standpunft zu verlassen, den Boltsentscheid über die FürstenFürstenenteignung und Verfassungsänderung erteignung nicht als verfassungsändernd ansehen können. Ein Urteil des Reichsgerichts. Ich habe den Reichstag... absolut hereingelegt. Jetzt habe ich sie in der Hand, und feine Macht der Welt foll mich davon abhalten, so viel herauszuziehen, als möglich ist. Diese Worte Wilhelms II., die nach der Annahme einer Die Hunde sollen zahlen, bis sie blauwerden!" Flottenbaunovelle durch den Reichstag fielen( Beblik Trügschler: 3wölf Jahre am deutschen Kaiserhof", S. 159), sollten an die Spize aller Erörterungen über die Fürsten enieignung gestellt werden. Heute verfucht man das Bolf, hereinzulegen", indem man behauptet, der Bolfsentscheid über die Fürstenenteignung enthalte eine Verfassungsänderung. Nach Artikel 76 der Reichs verfaffung fei daher die Zuftimmung der Mehrheit der Artifel 109 ber Reichsverfassung( Alle Deutschen sind vor dem Stimm berechtigten erforderlich. Der Boltsentscheid soll mit Gesetz gleich") unvereinbar sein. Diese Vorschrift ist aber nur eine Richtlinie für den Gefeggeber, die Billfürafte ver: hi: ten soll und dort Ausnahmen erleidet, wo die Benachteifi gung einzelner im Interesse der Gesamtheit erfolgt. Artifel 153 beftimmi deshalb: Eine Enteignung fann nur zum Bohle der Allgemeinheit und auf gefeglicher Grundlage vorge nommen werden. Sie erfolgt gegen angemeffene Entschädi Jede Gr teignung bedeutet danach eine Ungleichheit vor dem gung, for eit nicht ein Reichsgesetz etwas anderes bestimmt." Geleg und durch das Gefeß. Die Verfassung gestattet jedoch Enteignungen mit oder ohne Entschädigung, wenn lie nur g'ini ohle der Allgemeinheit auf gefeßlicher Grundlage vor genommen warten. Rückkehr des Regierungsdirektors Dr. Weiß. Die Pariser Verhandlungen über die Frankfälscheraffäre. Bevorstehende Auslieferung Holzmanns. Dr. Beiß, ist wie die BS.- Korrespondenz meldet am Mon Der Chef der Berliner Kriminalpolizei, Regierungsdirektor tag nachmittag von Brüssel, wohin er sich in der vorigen Woche von Baris aus begeben hatte, nach Berlin zurückgekehrt. Dr. Weiß hatte in Paris Besprechungen in der Angelegenheit der ungarischen Frankfälscher. Aus den Mitteilungen, die ihm über den Stand der untersuchung gemacht wurden, ist besonders von Intereffe, daß man in Baris bisher feinerlei Unterlagen für die Behauptung besitzt. wonach Brinz Windischgrät in der Frage der Franffäßchungen Beziehungen zu befannten politischen Kreifen Deutschlands gehabt habe. In Brüffel beschäftigte sich Dr. Beiß auch mit dem Fall des von den deutschen Behörden gesuchten und dort verhafteten Russen Michael Holzmann. Mit der Entscheidung des belgischen Gerichtes über den von deutscher Seite gestellten Auslieferungsantrag ift bereits für heute zu rechnen. Irgendwelche rechtlichen Schwierig. einer feiten sind nach Lage der Dinge niht zu erwarten, so daß einer glatten Genehmigung der Auslieferung nichts in Wege stehen dürfte, Das Beamtenbesoldungs- Sperrgesetz. Abermals Verlängerung? Versicherungsgelder für Rechtsverbände. Das Beamtenbesoldungs- Sperrgefeß, das am 30. März abläuft, Die Kreditgebarung der Meichsversicherungsanstalt. foll, wie verlautet, abermals verlängert werden. Nach der Die Kreditgebarung ber Reichsversiche. En einem Urteil vom 4. November 1925( Juristiche Meinung des Reichsfinanzministers, der fürzlich in seiner Bes rungsanstalt gab wiederholt Anlaß zu unlieblamen Er Bodenfchrift 1926, S. 142 ff.), das die Verfassungsmäßigteit fprechung mit den Beamtenorganisationen zur Frage des Sperrs örterungen. Nur durch die tharje Kritik bes AfA- Bundes des Auswertungsgesetzes bejaht, wird über die Enteignung Ginn mehr, wenn die Länder wieder ihre finanzielle Selbständig Gefeßes Stellung nahm, hat das Gesch in dem Augenblick feinen gelang die Abschaffung des Vermittlerunwesens. unter cnbcrem folgendes ausgeführt: feit haben. Damit hat sich der Minister indirekt bereits für eine Damit sind jedoch nicht die Mißstände in der Kreditgebarung Die gefeßliche Grundlage, die Absatz 2 Gaz 1( bes Artifels 153) Berlängerung der Geltungsbauer ausgesprochen. der Anstalt gänzlich beseitigt. Während versicherten Ange für eine zulässige Enteignung erfordert, ist hier, wo die Enteignung stellten in vielen Fällen ein Darlehen verweigert wird, fommt unmittelbar durch ein Reichsgefeh geschieht, in dem Gefeß selbst entflüssig geworden. Es ist Zeit, daß das durch die Entwicklung über. Das Besoldungssperrgesetz ist durch den Finanzausgleich überdie Anstalt anderen Kreditfuchern auffallend bereitwillig enthalten. Daß eine Enteignung nicht nur durch einen Berwaltungsalt holte Gesetz verschwindet. gegen. Das beweist u. a. folgender Brief, den das Direktorium auf Grund eines ihn rechtfertigenden Gesezes, sondern unmittelbar der Reichsversicherungsanstalt am 24. Dezember 1925 an den durch ein Gefeß selbst erfolgen tann, ist vom Reichsgericht bereits Borfizenben des Kuratoriums der Evangelischen Johannis wiederholt ausgesprochen worden. Der Mangel einer ben vertürzten Stiftung, Spandau, Schönwalder Allee, schrieb: Gläubigern zu gewährenden angemessenen Entschädigung steht der Der Oberreichsanwalt Dr. Ebermayer wird mit Erreichung der gefeßlichen Altersgrenze von 68 Jahren am 15. April d. J. aus dem Reichsdienst ausscheiden. Das Mädchenhaar und das Maffengrab. Start Haas in die Stellung fam, hatte bas Bataillon geftürmt, der die nie spielerisch dekorativ oder schauspieleriſch pantomimiſch wirken. Bon Mag Barthel. Der Grenadier Karl Haas com Regiment 124 fuhr an einem Frühlingsabend aus dem Urlaub in die Front zurüd. Zehn Tage lang hatte er die Freiheit schöner Tage und Nächte erlebt, zehn Tage lang waren die fleinen Wolfen am Himmel unschuldig und nicht Gewölf zerplagender Schrapnells, zehn lange Tage fonnte man aufrecht durch die Straßen gehen. Rein Granatenüberfall donnerte in den Frieden; der Mebel vom Fluß war richtiger Nebel und kein Giftgas; die Menschen lebten menschlich in wohlgeordneten Zimmern mit Stühlen, Betten, Tischen, Bildern, Schränken und Teppichen. Es gab flares Waffer, helle Fensterscheiben, mehende Gardinen, schöne Mufit, Blumen, fachende Mädchen, ernste Frauen und spielende Kinder. Wie goldene Rugeln tanzten diese zehn Tage vorüber. Auch die Nächte waren voller Süße. Am letzten Urlaubstage hatte der Soldat, als er am Fluß fpazierte, ein Begräbnis erlebt. Der Friedhof lag nahe am Waffer, und Karl stieg, als die Gloden läuteten, nach den Gräbern, schloß fich unbewußt dem fleinen Zuge der Männer und Frauen an, die nach dem Grabe wandelten. Rarl tannte den Toten nicht; er fannte nur den Tod, den Schüßengrabentod, den Schlachtentod und konnte es zuerst gar nicht faffen, daß eines einzigen Menschen wegen soviel Trauer fei, soviel Gloden geläutet und soviel Kränze gebunden wurden. Der Tod in der Front war anders, herrischer, brutaler. Mit einem Schlage feulte er zwanzig und breißig Menschen in den Unterftänden zusammen, heulte in weitherantommenden Granaten, flapperte in den Maschinengewehren, zwitscherte in den Boften schüffen, knallte in den Handgranaten, donnerte und blitte in den Minen und fam als Bombenniederfall, Typhus oder Giftgas. Noch ehe die Männer und Frauen ihren Toten begraben hatten, verließ der Soldat die Trauergemeinde, lief wieder planlos nach dem Fluffe zurück und dachte an das Leben, dachte an seine Geliebte. Das Mädchen, das ihn sehr liebte, war noch jung und hieß Elsa. Als nun der Abend tam und den letzten Ruß mit sich brachte, die legte Umarmung und den allerlegten Seufzer, als die bittere Abschiedsstunde den zwei Menschen schlug, da meinte das Mädchen. ,, Ach," flagte fie, wann fommst du wieder? Rönnte ich dich festhalten! Rönnte ich dich unlösbar mit dem Leben verbinden!" Karl hatte, als das Mädchen so flagte, die Hand in ihrem Haar. Und als er die große Trauer der Geliebten fah und ihre Rede hörte, da zuckte sein Mund, da zudte seine Hand und riß einige Haare aus der vollen Krone. Elsa schrie leise auf, aber Karl lachte. ,, Du tannst es," sagte er ,,, bu fannst mich an das Leben binden. Mit deinem Haar bindest du mich fest, bis ich wiederkomme! Und ich tomme wieder zu dir. Ich fomme. Du kommst wieder," fagte bas Mädchen ganz befreit, ja, und mit meinem Haar binde ich dich fest. An mich. An das Leben." An all das dachte der Grenadier, den der Zug durch die linde Nacht an die Front brachte. Am nächsten Tage war er in Frankreich. Die ersten zerschossenen Häuser und Dörfer tauchten auf, armselige Trümmerhaufen, verwüstete Felder. Und an den Wegen und an den Dörfern lagen viele Gräber. Soldatengräber, deutsche und französische. Das Regiment 124 lag in den Argonnen. Einen Tag, bevor Kampf ging um die Tote Tochter", einen verdorrten Höhenzug im Meuriffontal. Nun lag der fahle Höhenzug graufig im grellen Licht, die Gräben waren eingeebnet, die Gräber für die Gefallenen waren fchon gefchaufelt. Karl Haas tam gerabe noch zur rechten Zeit, um aus den zerschoffenen Unterständen und Sappen mit anderen Kameraden die Toten zu bergen und in Zeltbahnen in das Tal zu schleppen. Zweiundfiebzig Soldaten vom Bataillon wurden an dem einem Tage begraben. Rarl mußte, als er die Toten schleppte, an das Begräbnis in der Heimat denken, an die hilflose Trauer der fleinen Gemeinde, an die die vielen Blumen. Unbegreiflich schien ihm jetzt jenes Begräbnis, Gloden, an ben ihnen und ich ichen Tag, an die range gräbnis, bas so feierlich war wie das letzte Kapitel eines gelebten Romans. Dann sah er das Massengrab und die zweiundsiebzig Toten vor sich, die von den Maschinen des Krieges grausam zugerichtet und nur noch blutiges Fleisch, zerstückelte Glieber und eine einzige Metzelei waren. Nein, das waren teine letzten Kapitel, das waren frag mentarische Anfänge, leidenschaftliche Ueberschriften, schwärmerische und tragische Stizzen und Gedichte in Profa. Das war nicht zu Ende gelebtes Leben, das waren zerschlagene Blumengärten ohne Herbst und Reife. Für die zweiundfiebzig Mann vom 124. Regiment wurde ein einziges Grab geschaufelt. Ein Maffengrab. Da lagen fie nun, einer neben dem anderen, blutig verkrampft oder puppenhaft starr, eine mohtausgerichtete Reihe, damit der himmlische Feldwebel beim letzten Appell seine Freude habe. Die Soldaten aber, die ihre Brüder be Appell seine Freude habe. Die Soldaten aber, die ihre Brüder begruben, hatten teine Freude daran. Auch an diesem Grabe wurde gesungen. Es läuteten aber feine anderen Glocken als die einer fernen Schlacht bei Berdun. Karl gestellt, wollte verzweifeln. Da erinnerte er sich, als die ersten Haas, vom schönen Leben in der Heimat an den Abgrund des Todes Schollen dumpf auf die Toten fielen, daß er ja mit dem Leben unlösbar durch das Haar seiner Liebsten verbunden war. Und da jammerten ihn die Gefallenen, deren Mädchen umsonst auf Frieden und Heimkehr hofften. Damit aber die Toten ein letzter Gruß des Lebens berühre, die unzerreißbare Rette an die Quelle allen Dajeins, an die Geliebten und die Frauen ihren falten Leib streife, darum nahm der Grenadier Karl Haas bas zarte Papier, zwischen dem das fallen, einige Strähnen Lichtes vom ewigen Feuer der Welt. feidene Haar seiner Freundin ruhte, und ließ es in das Maffengrab Coheland- Gymnaffit. Die Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerkohe land" in der Rhön, die seit kurzem auch in Blüthnerja al Proben ihrer Lehrweise( hoden- Langgaard) und ihrer Lehrerfolge. Das Ziel ist, die Körperbewegung frei und fließend zu machen und ben Schülerinnen das Bewußtsein des Wesentlichen der Bewegung zu vermitteln. Nicht Tanz, sondern Gymnastit wird geübt. Senkrechte Haltung des Brustkorbes über dem Becken bildet die Grundlage. Der Körper wird gewöhnt, jebe Bewegung zu motivieren und jede Bewegung deutlich austlingen zu laffen. Er fühlt sich im Raume sozusagen zu Haufe. So bildet fich eine überraschend reiche Menge rein abstrafter Bewegungsformen, Diese Bewegungsformen lassen sich zwanglos zu musikalischen Rhythmen in Beziehung setzen und es entstehen dann schlichte, aber sehr fruchtbare Anfäße zu tänzerischen Schöpfungen, die in der Vorführung um fo sympathischer wirften, als bei ihnen jede effekt. suchende Aufmachung vermieden ward. J. S. Typenhäuser gegen Wohnungsnof. Während bei uns wieder und immer wieder über die furchtbare Wohnungsnot debattiert wird und über Projekte zu ihrer Behebung, findet die einzige Methode zur schnellsten Wohnraumbeschaffung taum die gebührenbe Beachtung: nämlich die Massenherstellung von typifierten Häufern. geführt. Mit dem Erfolg, daß nicht nur die Realmiete erheblich In den Bereinigten Staaten von Nordamerika tft fie längst durch niedriger ist als bei uns, sondern auch ber pro Kopf zur Verfügung ftehende Wohnraum größer. So zahlt im allgemeinen der Be wohner des amerikanischen Typenhauses für einen Durschnittswohn raum von 5 Zimmern nur rund 15 Proz. seines Lohnes, während der Anteil der Miete am Lohn für den deutschen Durschnittsarbeiter schon jetzt, da wir den Friedensmietzinssatz noch nicht erreicht haben, mehr als das Doppelte beträgt. Uebrigens erhält man in Amerita für den genannten Betrag schon vielerorts ein Einfamilienhaus, be Jonders in den großen Industriestädten, während bei uns immer noch die Mietstaserne auch für Neubauten Trumpf ist. Der Einwand, Typenhäuser könnten nur von Großfirmen oder vom Staat mit Investierung gewaltiger Mittel gebaut werden, ist nicht stichhaltig. Es tommt lediglich darauf an, möglichst viele Grundbestandteile der Häufer: Türen, Fenster, Treppen, Holz- und Eisenträger, Dielen Maurermeister ist dann imftande, das Wohnhaus unter Benügung ufw. zu normen und in Maffenfabritation herzustellen. Jeber dieser Materialien zu errichten, weil es sich im wesentlichen bann vollzieht sich der Häuserbau in den Bereinigten Staaten ähnlich: die nur noch darum handelt, die Mauersteine einzufügen. In der Tat meisten Baufirmen find fleinen und mittleren Umfanges, genau wie fie die Hauptmaffe des Materials genormt eintaufen und unver in Deutschland. Sie fönnen jedoch billig und schnell arbeiten, weil arbeitet verwenden. Gewiß haben so hergestelle Bauten feinen Ewigkeitswert. Aber darauf fommt es auch nicht an. Die Hauptfache ist die praktische Bekämpfung der Wohnungsnot und dazu ist die anterikanische Baumethode die anteritanische Baumethode die gleichfalls der tot entsprang -ganz gewiß geeignet. Staatsoper. An der Richard Strauß ode, welche beute beginnt, wird ber Meister persönlich vier seiner Werte dirigieren, und zwar am 23. b'e Calome", am 25. Intermezzo", am 27. Ariabre auf Ragos", unb am 28. Frau obne Schatten". Die Salome" und die Färbersfrau in der Frau ohne Schatten fingt Barbara Remb. Als Bacchus in der Ariadne auf Nogos" wird Alfred Biccauer von der Wiener Staatsober anfheten, der auch als„ Cavaradossi in Tosca" am 1. März und als Herzog" in" Rigoletto" am 3. März gastieren wird.a eu, M. b. R., über Slaaf, Birtimait und Kunst. Der Jm Verein für Deutsches Kunstgewerbe spri st am 24. Dr. Theobor Bortrag findet im oifaale des alten se u n it gewerbe Museums, Brinz- Albrecht- Str. 7 a, ftatt. Beginn pünktlich 8 Uhr abends. Lugwig Hardt( pricht 27. und 28. Februar 8 Uhr in der Berliner Segellion. Ginziges Auftreten in diefer Salfon Wilsons Irieöensfuhlerim�anuarl�lö Aus den Privatpapieren des Obersten House. Das Verhältnis zwischen dem Präsidenten Wilson und dem Obersten House steht wohl in der Geschichte fast einzig da. Gewiß hat jeder Staatsmann mindestens einen persön- lichen Vertrauten, der ihn freundschaftlich berät. Fast immer aber bekleidet ein solcher Vertrauensmann eine amtliche Stellung. Beim Obersten House lag der Fall insofern eigen- artig, als er zwar jahrelang der intimste Freund und einfluß- reichste Berater des demokratischen Präsidenten war, ohne jedoch im amerikanischen Staatsdienst irgendeinen Posten zu bekleiden. In dieser äußerlichen Unabbängigkeit des Obersten House von der amerikanischen Staatsmaschinerie lag aber gerade seine besondere Stärke: er war eben der Vertraute Wilsons schlechthin und genoß infolgedessen nicht nur im eigenen Lande. sondern auch in Europa das stärkste Ansehen. In London hatte man dies bester erkannt als in Berlin. Bereits in den hochol'iziösen Mis' onen. die House vor dem Krieg in Europa ausführte, trat diese unterschiedliche Einschätzung und BeHand- lung, namentlich zwischen London und Berlin, sehr deutlich ?utaqe und, wie sich später herausstellte, sehr zum Schaden Deutschlands. Die instinktive Abneigung eines Herrschers ..von Gottes Gnaden" gegen den Erwählten einer Volksab- stimmung und seinen Vertrauensmann gehört zu den zahllosen diplomatischen Sünden des alten Regimes, die sich später so schwer gerächt haben. Im Londoner Verlag Ernest Venn Lted. sind dieser Tage zwei starke Bände von„Privatpapieren des O b e r st e n House" erschienen, die der Geschichtsprofestor an der Universität Pale Charles Seymour im Auftrag von House herausgibt. Die Lektüre dieser Dokumente ist spannend und lehrreich. Wir lassen hier einige Auszüge aus dem Kapitel der R e i s e folgen, die House im Austrage Wilsons im Januar 1916 nach Europa unternahm, um die Möglichkeiten einer amerikanischen Friedensver- m i t t l u n g zu sondieren,.fiouse war zunächst in L o n d o n, wo er sich etwa 19 Tage aufhielt und mit zahlreichen Person- lichkeiten Konferenzen hatte, über die er fortlaufend den Prä- sidenten unterrichtete. Seine Absicht, nach Berlin weiterzu- fahren, wurde vom Außenminister Edward Grey gutgebeißen, obgleich selbst der deutschfeindliche Botschafter Amerikas in London Page davon abriet. Fast obne Aufenthalt begab er sich über Paris, Genf und Basel n a ch B e r l i n. Am 26. Ja- nuar in der Frühe trifft House in Berlin ein und begibt sich zur amerikanischen Botschaft, wo er Quartier nimmt. Aus seinen Tagebuchnotlzen über seine verschiedenen Unterredungen sei solaendes entnommen: „27. Januar 1916. Die wichtigsten Leute, die ich heute gesehen habe, waren von Gwinner von der Deutschen Bank und S o l f, der Staatssekretär für die Kolonien, die beide zum Frühstück kamen. Solf ist der anständigste und weitherzigst« aller amtlichen deutschen Persönlichkellen, vor allem vermutlich, weil er einen großen Teil seines Ledens außerhalb Deutschland« verbracht bat. Er saate nur vertraul'ch,„auch nicht zur Weitergabo an den Botschafter Gerard oder sonst wen", daß sich ein Gegensatz ent- wickle zwischen dem Kanzler lBethmonn Hollweg) esne�seits und von T i r p i tz und von Faltenhayn andererseits hinsichtllch des Unterseebootkrieges. Einstweilen habe der Kan-ler noch die Oberhand, aber Faltenhayn schwenke immer mehr auf Tirpitz' Solle ab und Solf sei über den Ausgang dieses Kampfes fm Zweifel. Er ersuchte mich dringend, daß ich mit dem Kanzler ebenso offen spreche wie mit ihm und daß ich ihn über die Gefahr eines Bruches zwischen den Bereinigten Staaten und Deutschland unterrichte, für den Fall, daß Tirpitz' Ideen sich durchsetzen sollten. Dann sprach ich mit von Gwinner. Ich fand ihn einigermaßen vernünftig, weit mehr als mich Garard hatte erwarten lasten. Auch er wünscht den Frieden und gibt sich keinen Illusionen dar- über hin, wie er erreicht werden könnte. Der Staatssekretär von Jagow hat uns für Sonnabendabend zum Esten eingeladen. Aber wir lehnten ab, well ich der Meinung bin, daß es das Beste ist, keine Einladungen außerhalb der Bot- schaft anzunehmen. Ich wünsche nicht, auf irgendeine Art m i t Tirpitz zusammenzukommen, und das würde jenseits meines Einflusses liegen, wenn ich anderswo eingeladen wäre. Ich fühle, daß Tirpitz fast allein verantwortlich ist für Deutschlands Grausamkeiten auf dem Wasser. G e r a r d erzählte mir heute von seinem Gesprächmitdem Kaiser. Der Kaiser billigte nicht die Versenkung der„L u- s i t a n i a" oder das Töten von Frauen und Kindern. Er war der Meinung, daß der U-Bsot-Kommandant das nicht hätte tun dürfen. Er nimmt diesen Standpunkt zwar jetzt ein, aber er mutz doch die Absicht der Versenkung wohl im voraus gekannt haben. Er war zu Beginn seines Gesprächs mit Gerard sehr kriegerisch, doch wurde er vernünftiger, je mehr die Diskussion fortschntt. Der Kaiser sprach vom Frieden, wie und durch wen er gemacht werden sollte. Er erklärte:„Uch und meine vettern Georg und Nikolaus werden den Frieden machen, wenn die Zeit dazu reif ist." Gerard sagt, daß, wenn man ihn reden hört, man glauben würde. daß das deutsche, dos englische und das russische Volk nur lauter Bauern auf einem Schachbrett wären. Der Kaiser gab zu verstehen, daß gewöhnliche Demokratien wie Frankreich und die vereinigten Staaten niemals einen Anteil an einer solchen Frieden»- konserenz haben dürsten. Seine ganze Haltung ließ darauf schließen. daß der Krieg ein königlicher Sport sei, der eingeleitet werde durch erbliche Monarchen und nach deren Willen beendet werde. Der Kaiser sagte Gerard. er wisse, daß Deutschland in seinem Hechte sei. denn Gott sei aus seiner Seite: und Goti würde nicht aus Deutschlands Seile sein, wenn es im Unrecht wäre: und es wäre eben, weil Gott auf Deutschlands Seile sei. daß die Deutschen imstande gewesen wären, ihre Siege zu erringen. Ich fragte Gerard, oh der Kaiser verrückt sei oder ob er lediglich posiere... Ich frage mich erstaunt, w i e l a n g e ein Teil der Erde fortfahren wird, sich von solchen Herrschern regieren zu lassen." Logis-äzerweise müßte jetzt Wilhelm in Doorn davon über- zeugt sein, daß Deutschtand im Unrecht gewesen sei, da es schließlich von Gott verlassen wurde, der doch sonst niemals Deutschlands Niederlage zugelassen hätte. Denn Wilhelm ist doch bekanntlich, auch nach dem Zeugnis seiner intimsten Ge- treuen, wie des Potsdamer„Hofpredigers" Vogel, frommer und bibelfester denn je. Aber seltsamerweise ist Wilhelm nach wie vor von der Güte seiner Sache durchdrungen. Seine Art, mit„Gott" in allen Lebenslogen zu operieren, mit dem Argu- ment„Gott" so umzuspringen, wie es den jeweiligen Verhält- nisten entspricht, in Sieg und in Niederlage, auf dem Thron und im Exil ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine einzige Gotteslästerung. Der§all Vulle-Kube-flhlemann. (?'n Brief Grütte-Lehdcrs an den Unterfuchunasausschusz. Anklagen gegen Justizdeamte und völkische Politiker. Der Feme-Untersuchungsaueschuß des Preußischen Landtages setzte am Montag seine Verhandlungen zunächst in nichtöffent» licher Sitzung fort. Der Vorsitzende Abg. Göbel(Z.) gab einige Schreiben bekannt, die bei ihm eingegangen waren. Dar- unter befindet sich ein solches des bekannten Grütte-Lehder. Das Schreiben hat solgenden Wortlaut: „3m Auftrage der Abgeordnelen Vulle und Kube habe ich im November l!)ZZ den Spitzel Dammers erschossen, welcher im Begriff stand, einen vom Abgeordnelen Ahlemann ausgegangenen Attentats- plan am preußischen Innenminister Severing für Gel» zu oerraten. Mit Beschluß vom 11. Dezember 1925 bin ich wegen politisch motivierten Mordes zu acht Iahren Gefängnis verurteilt worden. Die Anklage vor dem Schwurgericht vertrat erst der Staats- anwalt Dr. Jäger, welcher auch das Ermlttlungsoer- fahren gegen den Abgeordneten W u l l e und meine diesbezüg- lichen Vernehmungen kellet. Ich habe den ganz bestimmten Eindruck, daß Oberstaatsanwalt Dr. Iäger die Schuld völkifcker Abgeordneter ungern erwiesen sehen würde und er die Klarstellung vorsichtig hintertreibt. Eine Rückfrage bei dem Justizministerium wird beskätiaen, daß Ober- staatsanwall Dr. Jäger vom Justizministerium zur Einleitung des letzt schwebenden Ermittlungsverfahrens beauftragt werden mußte, weil er von sich aus nicht gegen die Abgeordneten Wulle und Kube vorging, trotz der sehr belastenden Bekundungen in der Ver- Handlung vom 11. Dezember 1925. Während und vor der Verhandlung war von meinen Ver- teidigern wiederHoll beantragt worden, völkische Abgeord- n e t e vor Gericht zu laden, um die Frage der Begünstigung und Anstiftung zum Morde klarzustellen. Im Sinne des Ober- staatsanwalts und gegen meinen Wllen ist die Ladung der Abgeordneten abgelehnt worden. So gab man den besonders schwer belasteten Abgeordneten Wulle, Kube und Ahlemann Zeit, ihre Rechtfertigung zu überlegen und in jeder Hin- ficht vorzubereiten. Aus meine Frage gab der unier Eid vernommene Zeuge Dr. H e i n tz im Verhör zu, er wisse durch Dammers von dem Attentat, welches der Abgeordnete Ahlemann gegen den preußischen Innenminister Severing hat vor- bereiten lassen. Angesichts solcher Bekundung hat sich der Oberstaatsanwalt nicht veranlaßt gefühll. den Zeugen über d'ese bedeutsame Angelegenheit weiter zu hören. Der Oberstaats- anwalt h a t geschwiegen! Er hat nach dieser Richtung hin keinerlei Ermittlungen angestellt. Dem Oberstaatsanwalt ist bekannt, daß die genannten Abge- ordneten lediglich durch unwahre oder zurückhaltende Aussagen ge- wisser Zeugen bisher geschützt olleben. Als ich jetzt mehrere Zeugen schriftkich ersuchte, die Wahrheit zu sagen und die Abgeordneten nicht länger durch Lügen zu schützen, da verfügte Oberstaatsanwalt Dr. Zager sosort die Zurückhaltung dieser Briese! Vor der Verhandlung ließ der Oberstaatsanwalt einen Kassiber beschlagnahmen, besten InHall die Abgeordneten Wulle, Kube und Ahlemann belastete. Diese Tatsache hat der Oberstaatsanwalt in der Hauptverhandlung verschwiegen. Ich habe den Verdacht, daß dieses Belastunasdokument verschwunden ist. Der Oberstaatsanwalt sagt nämlich, das Schriftstück set nicht mehr da, es sei vielleicht In Leipzig: was darin stände, Wiste er nicht. Ich teilte schon mit, daß die von mir der Anstiftung zum Morde bezichtigten Abgeordneten Wulle und Kube absichtlich nicht zur Verhandlung geladen wurden. Diese Unterlassung motiviert der Oberstaatsanwalt jetzt damit, daß er sagt, ich hätte ja In der Verhandlung ausdrückl ch erklärt, nicht„angestiftet" worden zu sein: daraus könne er tausend Eid« leisten! Das wären Meineide: denn auf die Frag« des Oberstaatsanwalts, ob die Ab- geordneten„die Tat als eine politische guthießen und wollten", habe ich erwidert:«So ist es!" Zehn Tageszeitungen haben Frage und Antwort genau so veröffentlicht. Meine Verteidiger haben die Anstiftung durch Abgeordnete zum Ausgangspunkt ihrer Plädoyers gemacht, doch Oderstaatsanwalt Dr. Jäger will das Gegenteil beschwören. Meinem Empfinden nach sagt er das, um mich einzuschüchtern, mich so weit zu binden, daß ich die nachträgliche Fälschung des Sachverhalts stillschweigend dulde. Als in der Vernehmung vom 13. Februar' ein solcher Versuch, mich zu beeinflussen, gescheitert war, sagte Herr Dr. Jäger:„Ach. was Sie aussagen, kann mir ja auch ganz piepe sein: wer wird Ihnen denn glauben?" Unter Leitung des Oberstaatsanwalts Dr. Jäger verspreche ich mir von dem Verfahren gegen den Abg. Wulle nichts. Es würde mich nicht wundern, wenn das Verfahren bei nächster Gelegenheit ganz eingestellt wird. Ich bitte den Untersuchungsausschuß, Vor- stehendes als die Ursache der Resultatlosigkeit des Ermittlungsver- fohrens unterbreiten zu dürfen. Keinesfalls will ich aus dieser Sache eine„Affäre" machen, bei der ich eher Schaden als Nutzen zu gewärtigen hätte— sondern ich wünsche dem Rechtsausschuh das als Beitrag zu dem Ermittlungsgut über politische Morde ohne weiteres zu überreichen, um mich vielleicht später darauf berufen zu können, wenn die Mitschuld völkischer Abgeordneter auch an anderen Missetaten offenbar werden sollte. Ganz ergebenft Robert Grütte-Lehder." Der Zlusschuß behielt sich eine Beschlußfastung über dieses Schreiben für spätere Zeit vor. Das Arbeitsprogramm des �usfthusses. Sodann trug der Bertchterstatter. Abg. kuttner(Soz.). den In- hall der polizeilichen Ermittllingsakten im„Falle Abg. Meyer sDnat.)— Schulz" vor. Diese Akten sind umfangreicher, als man nach der bisherigen Beweisaufnahme annehmen konnte und dürften wohl, wie uns aus parlamentarischen Kreisen versichert wird. An- laß zu weiteren Beweisanträgen geben. Abg. kullner(Soz) trug noch einen Aktenauszug über das „Konto für nationale Aufklärung" aus der weiter zu- riickliegenden Zeit vor. Es ergab sich aus diesen Aktenaufzeich- uungen, daß damals nur Einzahlungen von solchen Grund- besitzern stattgefunden haben, auf deren Gütern sich schwarze Reichswehr befand und daß nur Anzahlungen für den Ober- leutnant Schulz erfolgt sind. Der Berichterstatter meinte, es handele sich bei den Grundbesitzern, die die Anzahlung geleistet haben, um deutschnational eingestellte Gutsbesitzer. Er vertrat dann die Ansicht, daß es nicht notwendig sei, noch weitere Zeugen aus der Arbeitgebervereinigung zu hören. Dieser Auffassung traten die meisten nachfolgenden Redner bei. � Abg Obuch lKomm.) hielt dann ein mehrstündiges Referat über die„Schwarze Reichswehr", die Fememorde und die politischen Zu- sommenhänge. Er stellte weitgehende Beweisonträge in Aussicht »nd beantragte vorläufig, die Beziehungen de» Schul, zum früheren Reichsminister Schiele zu klären, sowie zum Reichslandbund, dem, wie er meint, die meisten deutschnationalen Abgeordneten angehörten. «bg. Riedel(Dem.) beantragte eine Untersuchung darüber. ob die sog. tandvolt-Genostenschnsten mit den Schwarzen. Reichswehr �ommandos idenllsch seien und ob Schulz deshalb vom Abg. Meyer nicht ausdrücklich für diese Zwecke angestellt worden sei. Den Anregungen des Abg. Riedel(Dem.) wurde stattgegeben. Der Abg. Obuch(Komm.) wird seinen erwähnten Antrag erst noch präziser formulieren. In einer öffentlichen Abendsitzung in der nächsten Woche sollen noch einige Zeugen vernommen werden» unter anderen will der Ausschuß auch nochmals dl« Zeugen Meyer und v. Zengen hören. Zum Schluß erörterte der Ausschuß die Modalitäten, unter denen demnächst im Untersuchungsgefängnis Moabit der Oberleut- nant Schulz und der Feldwebel Klapproth vernommen marhtfti(nffgn Die Ab gg. Obuch(Komm.) und Riedel(Dem.) stellten in Aus- ficht, daß sie nach Erledigung der Angelegenheit Meyer-v. Zengen- Schulz eine Anzahl weiterer Beweisanträge über die politischen Beziehungen vorlegen würden. Hieraus vertagte sich der Ausschuß auf unbestimmte Zeit. öescbwerüeftellen. Ein Erlnfj des preußische» Innenministers. Das preußische Innenministerium hat einen Erlaß heraus- gegeben, der die Beamten ersucht, Beschwerden direkt an das Ministerium und den Minister zu richten, und nicht an Beschwerde- stellen. Das Recht der Beamten, sich an Abgeordnete zu wenden, wird dadurch selbstverständlich nicht berührt. Der Erlaß— weit entfernt davon, Beschwerden von Beamten unterbinden zu wollen— soll eine rasche Erledigung berechtigter Beschwerden bewirten. Den Anlaß dczu hat eine. Reihe von Bor- gängen gegeben, in denen rechtsstehende Kreise eine Hetze gegen republikanische Beamte zu inszenieren suchten. Dt« Methode des Regierungsrats von Bachem, der die Beamten auffordert«, Ma- terial über Korruption und Amtsmißb-auch republikanischer Beamter beizubringen, ist»och im Gedächtnis. In Hörde hat der früher« Landrot des Kreises eine„Beschwerdestelle" ausgeton. Ihr Zweck ist. den neuen Landrat durch Beamte beobachten zu lasten und Material gegen ihn zu sammeln. Di« Beamten sollen durch diese Beschwerdestelle geradezu zu Spitzeln gemacht werden. Der Erlaß des preußischen Innenministers richtet sich gegen diesen Unfug, er war eine höchst notwendige Maßnahme. flufsthneiöen. Kommunistische Nullenfabrikatkon. Die kommunistische Presse berichtet am Montag in fetten Lettern und großer Ausmachung über den K v l n e r„R o t« n T a g", der am Sonntag unter riesiger Beteiligung stattgefunden haben soll. In einzelnen kommunistischen Blättern wird von 49 000 bis 50 000 Demonstranten, in anderen sogar von 90 000 Teilnehmern gesprochen. Es muß festgestellt werden, daß diese Zahlen maßlos übertrieben sind. Nach sehr vorsichtigen amtlichen Schätzungen, die sich mit den Angaben unseres Kölner Vertreters durchaus decken, betrug die Zahl der aus ganz Rheinland-Westfalen nach Köln zu dieser Kundgebung zusammengeströmten roten Frontkämpfer 8 600 bis 9000 Mann. Mit ihrer alles Maß übersteigenden Auf- schneideret schaden sich die Kommunisten selbst am meisten. Die Kölner bürgerliche Presse spottet am Montag über die geringe Be. teiligung und gibt der ganzen VeranstaUung das Prädikat„sehr mäßig"._ Kundgebung für deutsche Geifteskultur. Eine Rede des Reichskanzlers. Das Schutzkartell deutscher Geisteearbeiter veranstaltete am gestrigen Montagabend im Plenarsaal des Reichstages eine Kund- gebung für deutsche Geisteskultur. Der Vorsitzende Dr. O t t o E V e r- l i n g- Nikolassee eröffnete die Kundgebung und begrüßte zunächst den Reichskanzler Dr. Luther sowie die Gäste, unter denen man den R e i ch s m i n i st« r Külz, den Vizepräsidenten des Reickstao-s Nrot. Dr. RieKer und Gebeimrat Brot. D r. Kahl bemerkte. Dr. Everling sprach über das Thema:„A u s d e m Lager der Deutschen Geistesarbeiter". Unwersitäts- prosessor D r. Karo- Halle sprach dann über„Die deutsche Geistesarbeit im Auslande". Hierauf nahm Reichskanzler Dr. Luther das Wort, der darauf h'nwies, daß die Arbeit nach der kulturellen Seite hin vielfach durch die Not der Zeit beengt werde. Er betonte dann, daß zwar das Fehlen des wissenschaftlich gebildeten Mittelstandes keineswegs ein Fehlen der Kultur schlechthin bedeute. Das Ringen um Kulturwerte ist in den breiten Votkeßl'ichten genau Io vorhanden wie in anderen, ja, vielleicht noch leb Meiner. Aber leitende Kulturbeamte fühlt doch, daß dort, wo ein Mangel an Mittelstand vorhanden ist, auch der eigentliche befruchtende Kultur- ström fehlt. Der Reichskanzler Dr. Luther gab dann die Versicherung ab, daß vom Reiche, auch wenn die Sorge für die deutsche Kultur im allgemeinen Ausanbe der Länder sei, alles geschehen werde, um die Kultur in ihren Aufgaben zu unterstützen. „Sie Justiz/ Tie Zeitschrift des Nepnvlitanischen Richterbundes. Die dritte Nummer der so zeitgemäß entstandenen Zeitschrift „Zur Erneuerung des deutschen Rechtswesens" gelangt zur Ausgabe in einem Augenblick, wo im preußischen Landtage und im Reichstage zwischen Justiz und Volk die heftigste Fehde ausgefochien wird. Dieser Kampf ums wahre Recht, nicht um das Recht, für dessen legitimen Träger sich das deutsche Richtertum allein hält, findet in den Seiten der Zeitschrift seinen stärksten Wiederhall. Hatte in der zweiten Nummer, Genosse Prof. Dr. R a d b r u ch die Stellung der „Deutschen Iuristenzeitung" zur Ernennung Kroners zum Oberver- waltunasgerichtsrot einer gründlichen Kritik unterzogen, so seht sich in der dritten Nummer der Rechtsanwalt Ernst Fuchs mit der „Deutschen Richterzeitung" auseinander und findet gebührende Worte für deren Versuche, die Schar der Mitarbeiter der„Justiz" zu spalten. Man kann wohl sagen: die Zettschrift sorgt vorzuglich für die Regierung der Atmoshäre in der deutschen Recbtsprechung: sie zwingt, Farbe zu bekennen für oder gegen die Republik. Beachtenswert sind die Ausfuhrungen Dr. ch e i n z P« t t h o f f s über„Die rechtliche Stellung des Streiks". Aeußerst geistvoll sind die Auslastungen des Rechtsanwalts Dr. Robert Theilhabcr über die„Wertung des Menschen im Recht". In ein paar Worten zusammengefaßt gipfeln sie in folgendem:„Ueber der Sache steht der Mensch, wichtiger und heiliger als das Eigentum ist die Zlrbeits- kraft, bedeutungsvoller jür den Staat als das einseitige Wohlergehen der Gläubiger ist das allgemeine Fortkommen der Bürger. Zu- nächst ist der lebende, liebende, arbeitende Mensch zu werten, datrn erst sein vermögen und dieses erst als Ausfluß und Grundlage der Person." Ueber den Münchener Dolchstoßproz-ß stellt einer seiner«ach- verständigen, der Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Ludwig ch e r z interessante Betrachtungen an. Der Rechtsanwalt Dr. Ludwig Bendix versucht die„Irrationellen Kräfte der strasreckitlichen Urteils- tätigkeit" auszudecken. Der Oberoerwaltungsgerichtsrat Wilhelm K r o n e r rechnet scharf mit der Justizreaktion ab. Genosse, Rechts- anwalt Alfred Oborniker erwidert treffend einem der Bei- sitz er im Prozesse gegen den völkischen Jüngling Rehnlg, der den Rcichsbannerniann Schulz erschossen hat. Bei dieser Gelegenheit erfährt die Oeffentlichkeit eine Kleinigkeit, von der sie bis zum Augen- blick keine Ahnung hatte. Es stellt' sich nämlich heraus, daß dem Wiktng-Iüngling Rehnig, trotzdem er selbst in keiner Weise be- bauptet hat, daß der Schulz ihm etwas getan hätte, am Tage de, Urteils durch Beschluß de» Gerichts eine Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft zu- aebilliat worden ist. Gewerkschaftsbewegung Der Reichsmanteltarif für Gemeindebetriebe. Berlängerung bis zum 31. März 1927. Der Reichsarbeitgeberverband deutscher Gemeinden unterhält natürlich auch eine Geschäftsstelle. Und wie es bei diesen Geschäftsstellen mit ihren Syndizi oder Geschäftsführern nun einmal so geht, halten diese Herren just in der Wirtschaftskrise die günstigste Gelegenheit für gekommen, sich durch Scharfmacherei ins rechte Licht zu setzen, ihre besonderen Fähigkeiten wie ihre Unentbehrlichkeit zu erweisen. Der Entwurf eines neuen Manteltarif vertrags, wie ihn die genannte Geschäftsstelle herausbrachte, ließ in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig. Zunächst sollten aus dem Geltungsbereich des Manteltarifs eine Reihe von Gemeindeunternehmungen ausfallen, in denen die Gemeindeverwaltungen Herr im Hause sein wollten. Die Arbeitszeit sollte zwar nach wie vor durchschnittlich ocht Stunden betragen, doch sollte jeder Bezirksarbeitgeberverband sie ganz oder teilweise bis zu der in§ 9 Absatz 1 der Arbeitszeit verordnung vorgesehenen Grenze, d. h. bis zu 10 Stunden täglich, verlängern fönnen, sobald er entdeckte, daß wirtschaftliche Bedürfnisse es erfordern. Die Arbeitszeit an Einzeltagen sollte der Arbeitgeber ganz nach den Bedürfnissen der Betriebe im Rahmen des Zehnstundentages lösen. Für Wechselschicht arbeiter sollte ein Dreiwochendurchschnitt von 168 Stunden, mithin 56 Stunden wöchentlich, nicht überschritten werden. Die Sonntagsruhe sollte gelockert, der frühere Arbeitsschluß an den Vor. abenden der hohen Feste beseitigt werden. Die Bergütung für Bereitschaftsdienst sollte herabgeschraubt und ein Ueberstundenzuschlag erst von der 61. Stunde ab bezahlt werden. Der Urlaub sollte gekürzt, die sozialen Leistungen herabgedrückt, furzum, es sollte abgebaut werden. Allein es kam anders, als es diese Köche auf der Speisenkarte vorgesehen hatten. Bei den Berhandlungen am 18. und 19. Februar in Goslar Diente der bisherige Manteltarifvertrag, womit der nette Entwurf von vornherein schon erledigt war. Nach 1½ tägigen Berhandlungen fam es zu einer Berständigung. Der Reichsmanteltarifvertrag vom Jahre 1925 wird bis zum 31. März 1927 verlängert. Die geltenden Arbeitszeitbestimmungen fönnen vor diesem Zeitpunkt nicht gekündigt werden. Der Krankenlohn wird von 80 auf 90 Proz. erhöht. Ueber die noch strittigen Punkte, die die Zuschläge zur Sonntagsarbeit betreffen, die Urlaubsbedingungen und die Bezahlung der Wochenfeiertage wird noch verhandelt werden. Bis zum 27. Februar müssen die Verbandsvorstände sich entschieden haben, ob sie diesen Vereinbarungen zustimmen, was höchstwahrscheinlich geschehen wird. Obgleich die Verwerfung des unmöglichen Entwurfs an sich fein besonderer Erfolg sein mag, so darf die gelungene Abwehr der ernstlich beabsichtigten Verschlechterungen des bisherigen Manteltarifs immerhin als ein Erfolg der Organisation gewertet werden. Konflikt im Buchdruckgewerbe. Die im Deutschen Buchdruckerverein zusammengeschlossenen Buch- und Zeitungsdruckereibefizer hatten den Reichstarif für die Hilfsarbeiter gekündigt, mit der Absicht, ihn zu beseitigen, da er angeblich ganz ungesunde Verhältnisse" geschaffen haben soll. Nach längeren Verhandlungen vor dem Zentralschlich tungsamt am 16. Februar gaben die Vertreter der Unternehmer MO Unsere ihre Abficht auf, den Reichstarif ganz zu beseitigen. Sie stellten aber Anträge, die im wesentlichen dahin gingen, den Tariflohn um mehr als 20 Pro3. abzubauen und bei den Ferien bedeutende Abstriche zu machen. Die Arbeitervertreter dagegen verlangten eine mäßige Erhöhung der Tarifprozente ur.d Gleichstellung der Ferien mit den Gehilfen. Das Zentralschlichtungsamt fällte folgenden Schiedsspruch: Der bestehende Reichstarifvertrag wird bis zum 31. Mai 1926 verlängert. Erklärungsfrist bis 18. Februar 1926, abends 6 Uhr. Die Berhandlungskommission der Arbeiter nehmen nach längerer Beratung den Schiedsspruch an. Da ihn die Unternehmer jedoch des Schiedsspruches beantragt worden. abgelehnt haben, ist die Verbindlichkeitserklärung Die Berbindlichkeitsverhandlungen finden am Mittwoch im Reichsarbeitsministerium statt. Die Reichsbahn übergeht die Organisationen. Die Reichsbahngesellschaft hat, entsprechend ihrer Ankündigung, jetzt von sich aus die Ortslohnzulagen neu festgesetzt. Dadurch ist in einer Anzahl von Orten eine geringe Lohnerhöhung eingetreten. Die Organisationen der Eisenbahner haben in einem Schreiben gegen das eigenmächtige Borgehen der Reichsbahngefellschaft protestiert und gefordert, daß die Festsetzung der Ortslohnzulagen nur auf Grund des Schiedsspruchs stattfindet. Bereits bei der Anfündigung der Verwaltung, von fich aus die Ortslohnzulagen nachzuprüfen, haben wir auf das demagogische Spiel hingewiesen, das sich darin bekundet, den Eisenbahnern die Ein- und Zweipfennig- Lohnzulage vorzuenthalten und statt dessen einen Teil der ihr in dem Schiedsspruch auferlegten Verpflichtung zu erfüllen, jedoch unter Verlegung des Schiedsspruches auch in diesem Teil, durch Umgehung der Eisenbahnerverbände. Aus den Deutschen Kraftfahrzeugwerken. Es ist nichts mit dem Einheitskomitee! Am 19. Februar tagte eine Betriebsversammlung der WerksDer Borsitzende des Betriebsrats Jahny berichtete über die Verhandbeurlaubten aus den Deutschen Kraftfahrzeugwerfen. lungen mit der Wertsleitung betreffs Wiedereröffnung des Betriebes. Die Zusage derselben, daß der Betrieb späte tens am 1. März eröffnet werden sollte, wird nicht in ErBorarbeiten für die Wiedereröffnung getroffen werden, so ist leider füllung gehen. Wenn auch in einzelnen Abteilungen bereits damit zu rechnen, daß die vollständige Inbetriebnahme wahrscheinlich erst Ende März erfolgen dürfte. Inwieweit für die davon Betroffenen aus dieser Tatsache Regreßansprüche geltend gemacht werden könnten, muß erst noch näher untersucht werden. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung hatten die Kem munisten beantragt, die Frage der Fürstenabfindung und damit Wahl eines Einheitskomitees auf die Tagesordnung zu setzen. Sie hatten sich zur Durchführung dieser Absicht extra einen Vertreter aus der Münz= straße verschrieben. Derselbe erledigte sich seiner Aufgabe recht und schlecht, seinen Fähigkeiten entsprechend. Als nun aber die Kommunisten im Anschluß daran die Wahl eines Einheitskomitees verlangten, stellte ein Kollege den Antrag, diese Frage doch den politischen Parteien zu überlassen, da die Betriebsversammlung andere Aufgaben zu erfüllen habe. Bei der Abstimmung stimmten für das Einheitsfomitee fnapp 100 Mann, während im Saal noch reichlich 1000 Kollegen anwesend waren. Die langen Gesichter der Kommunisten ob dieser Abfuhr war ergöglich anzusehen, sie verlangten Wieder holung der Abstimmung, jedoch wurde ihnen aus der Bersammlung bedeutet, daß die Belegschaft von den kommunistischen Tiraden schon gerade genug Schaden gehabt hat. Die Belegschaft hat jedenfalls erkannt, daß nur durch eine zielbewußte Gewerfichaftsarbeit eine Berbesserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterschaft zu erreichen ist. Panzerzüge gegen hungrige Eisenbahner. Wozu die Reichsbahn Geld hat. München, 22. Februar.( Eigener Bericht.) Wiederholt hat mart züge herstellen zu lassen. beim Eisenbahn- Ausbesserungswert Weiden versucht, Panzer züge herstellen zu lassen. Diese Versuche scheiterter immer an dem Willen der Arbeiter, die es a blehnten, Eisenbahnzüge zu panzern. Wie uns mitgeteilt wird, hat man neuerdings wieder den Versuch unternommen, Panzerzüge herzustellen. In der Kesselschmiede werden bereits Panzerplatten her gestellt und die Züge, die gepanzert werden sollen, sind bereits gestellt. Um die Arbeiten durchführen zu können, hat sich das A. einen Werkmeister aus Regensburg geholt. Die Frage ist nur, ob sich die Arbeiterschaft mißbrauchen läßt, Waffen gegen sich selbst herzustellen. Die Panzerwagen sollen angeblich beim Bahnschutz Verwendung finden. Die Reichsbahngesellschaft will also zu den vielen Millionen, die sie bereits für Bahnschutz, technische Nothilfe und Streikorecherorganisationen verausgabt hat, weitere Riesensummen hinauswerfen. alles nur, um die Arbeiter und Beamten niederknüppeln zu können. Ein Beweis, daß sie deren Notlage kennt. Anstatt aber die Notlage zu mildern oder wenigstens den verbindlich erklärten Schiedsspruch, der nur 11 Mill. Mark Kosten verursachen würde, durchzu führen, wirft sie weitere Millionen hinaus, ohne etwas Produktives zu leisten. Offenbar ist die Reichsbahngesellschaft selbit überzeugt, daß der Hunger der Arbeiter nur bis zu einem gewissen Grade erträglich ist und daß der sich angesammelte Groll einmal spontan zum Ausdruck kommt und schlimme Folgen haben wird. Die Reichsbahngesellschaft ist offenbar der Meinung, daß sie in der Lage ist, wenn die Arbeiter einmal streifen, diese mit Panzerwagen zur Arbeit zu zwingen. Diese Rechnung wird nicht ganz stimmen. Wer von den Eisenbahnern unter solchen Umständen noch nicht sicht, wohin die Reise geht, dem wäre wahrlich nicht mehr zu helfen. Körnt es sich die Reichsbahngesellschaft, wenn die Eisenbahner geschlossen wären, erlauben, Mittel für derartige 3wede auszugeben? Sicher nicht. Es ist deshalb der Zusammenschluß aller Eisenbahner dringend not. ist. Helft mit, daß die Anschläge, die die Reichsbahngesellschaft wendig und mir rufen allen zu: Organisiert Euch, ehe es zu spät gegen ihr Personal plant, zuschanden werden. Jugendgruppe des ZDA. Heute, Dienstag, 7½ Uhr, im Jugendheim des Orisbureaus Belle- Alliance- Str. 7/10 Gigung der Jugendleitung und Arbeitsgemeinschaft der Jugendfunktionäre. Sandelslehrer Paul Roste spricht über das Thema: Die kaufmännische Jugend und ihr Beruf". Morgen, Mitt. woch, 7% Uhr: Gruppe Lichtenberg: Jugendheim Schule Goßlerstr. 61. Bortrag: Der Bauerntrica". Referent: Dr. Mar Schütte. Gruppe Neukölln: Jugendheim Nogatitr. 53. Ausspracheabend über Jugend und Arbeitsrecht". Referent: Erwin Bunzel. Gruppe Charlottenburg: Jugendheim Rosinenſtr. 4. Vortrag: Bedeutung einer Gewerkschafts- Internationale". Referent: Bruno Lache. Graphisches Gewerbe. Der Rämpfer" Nr. 2 des neuen Jahrgangs ist erschienen und ab heute bei Hennina, Alexandrinenstr. 44, abzuholen. Wir bitten unsere Funktionäre, in allen Betrieben für Abholung unbedingt Sorge zu tragen. Der Werbeausschuß. A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Die Sparkasse der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamien von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Politif: Ernst Neuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frik Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlaa G, m. b. H., Berlin. Drud; Vorwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". nder Modellhut Ausstellung ist eröffnet Ruit Trotteur aus Liseretgeflecht, mit Bandgarnitur, schwarz u. farbig 360 LOO Trotteur aus Tag Ipicot, mit flotter Bandgarnitur. hinten aufgeschlagen schwarz u. tarbig 10 25 Trotteur aus Tagalpicot, mit Bandgarnitur 950 Trotteur aus Tagalpicot, mit Bandgarnitur 9.50 Frauenhut aus Liseretgeflecht, mit fescher Bandgarnitur..550 Trotteur aus Tagalpicot, mit Bandgarnitur und Agraffe, schwarz und farbig 1175 Damen- Strümpfe Mako oder Seidenflor 95 PL verschiedene gute Qualitäten... Prima Seidenflor 175 mit 3 facher Soble....... Prima Kunstseide mit DoppelPrima Trotteur aus Tagalpicot, mit Bandschleife, schwarz und farbig 950 Damenferse u. Naht, in allen modernen schle.Hoch- 195 Spangenschuhe Waschkunstseide sogenannte Dauerseide........ 295 und Pumps, in braun, schwarz u. mod. schöne Form Poor 1250 Paar Frauenhut aus Liseretgeflecht, mit Bandgarnitur 4.9⁰ Bretonne aus Tagalpicot, mit Bandgarnitur 1150 8 Braune DamenSpangenschuhe Original Wiener Fabrikat, schöne moderne Form 15 50 Trotteur aus Tagalpicot, mit fescher Bandgarnitur... 1175 Damen- Stoff- u.Lederhandschuhe 2 Druckknöpfe Trikot' t Aufnaht, farbig, 95P Reine Seide m. verstärkt. Finger- 195 spitzen, tarbig und weiss, 2 Druckknöpte farbig und weiss, 2 DruckGlacé knople... 275 Nappa- Stepper 2 Druckknöpfe 390 HERMANN TIETZ r. 89+43. Jebrgang 1. Beilage des Vorwärts 43.Jahrgang Bahnhofstadt Berlin Dienstag, 23. Februar 1926 Für den Verkehr der Stadt- und Ringbahn find 38 Bahnhöfe. vorhanden. Außerdem ist durch die Schaffung der Gemeinde Groß Berlin die Zahl von den früher zu den Vororten zu zählenden Bahnhöfen um etwa 50 erhöht worden, so daß das jetzige Berlin insgesamt etwa 100 Bahnhöfe enthält. Auf den Gleisen der Stadt bahn( Lokalverkehr) eilen täglich in jeder Richtung etwa 350 Züge durch die Stadt. Ueber die Ringbahn verlehren täglich auf beiden Seiten je etwa 150 Züge, dazu kommen dann noch die Vorortzüge deren Zahl mit täglich etwa 450 ankommenden und abfahrenden als nicht zu niedrig angesehen werden kann. Die Güterbahnhöfe. Entsprechend der Stellung Berlins als Zentralpunkt für Indu strie und Handel hat es einen gewaltigen Güterverkehr. Jeder Eisenbahnzug durchfährt, bevor er Berlin erreicht, riesige Güterbahnhöfe. Nicht nur jeder der sogenannten Sachbahnhöfe hat seinen besonderen Güterbahnhof, sondern auch auf den Ringbahnstreden am Rande der Stadt sind solche in gewaltiger Ausdehnung au Mit der Errichtung des Fremdenverkehrbureaus in der Friedrich- Ebert- Straße hat sich die Stadt Berlin einen neuen Wirkungsfreis geschaffen. Die unleugbare Zunahme des Fremdenverfehrs lenft aber unwillkürlich den Blick auf eine Tatsache, die den Berliner Einwohner weniger interessiert, an der aber der auswärtige Befucher oder der durchreisende Fremde stärkeres Interesse nimmt. Für jede Himmelsrichtung haben wir einen besonderen Fernbahnhof. Die Reichshauptstadt zeigt damit, daß ihre Berkehrsverhältnisse auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens nicht gerade günstig liegen. Was aber in anderen Städten mit der Anlage der Zentralbahnhöfe möglich war, hätte in Berlin erst recht möglich sein müssen. Jetzt haben wir den Zustand, daß man z. B. Köln nicht nur mit den Fernzügen der Stadtbahn, sondern auch vom Botsdamer und Lehrter Bahnhof erreichen kann. Die Strecken einiger Bahnen, die heute in Berlin verschiedene Zielpunkte haben, laufen aber so dicht nebeneinander her, daß sie sehr gut zu einem Abfahrtsbahnhof zusammengeschlossen werden könnten. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen muß der Durchreifende immer noch den mühevollen Weg von einem Bahnhof zum anderen auf sich nehmen, und es tann passieren, daß durch das langsame Vorwärtstommen der Straßenbahn der Anschlußzug verpaßt wird. Früher hatte man die stille Hoffnung, daß das Tempelhofer Feld doch einmal den großen Berliner Zentralbahnhof beherbergen würde, die fort. fchreitende Bebauung mit Bohnhäusern und die Anlage des Flughafens haben aber dieser Hoffnung ein Ende bereitet. Berlin wird also weiterhin die Stadt der zehn Fernbahnhöfe bleiben. Die Fernbahnhöfe. Die Bahnhöfe find im Rahmen ihrer näheren, bisweilen auch ineiteren Umgebung tonangebend für das ganze Straßenbild. Die Straßen in ihrer Nähe sind nach den Orten benannt, die von den 17] Bahnhöfen erreicht werden. Die zahlreichen Hotels bei den Bahnhöfen haben ihre Namen dem gleichen Register entnommen. Auch der Fuhrwerfsverkehr deutet zu gewissen Tageszeiten auf die Nähe eines Bahnhofes hin. Da Berlin täglich etwa 150 Fernzüge verlassen und die gleiche Zahl auch wieder hier eintrifft, ist dieses leicht zu erflären. In den Stunden der hauptsächlichen Abfahrts- und AnAutos bei weitem höher als zu den übrigen Tageszeiten. Die funftszeiten ist die Zahl der die angrenzenden Straßen durcheilenden Straßenbahnen sind mit Reifenden, die Koffer, Rörbe und Taschen mit sich führen, so start besetzt, daß sie für die übrigen Fahrgäste in den Zeiten des Berufsverkehrs leider nur zu häufig sehr lästig empfunden werden, um so mehr, als die Straßenbahngesellschaft erst in der letzten Zeit zwei Linien eingerichtet hat, die die Bahnhöfe untereinander verbinden. In den meisten Städten empfängt den ankommenden Reisenden auf dem Bahnhof ein Bild, das häufig maßgebend für den Gesamteindruck von der ganzen Stadt ist. Neben den Regel vor dem Bahnhof einen großen freien Blah. In Berlin hat schönen, weiten und hellen Bahnhofshallen sieht der Reisende in der der Ankommende dagegen fast überall nicht nur auf dem Bahnhof selbst, sondern vor allem vor dem Bahnhof wahrlich nicht das schönste Bild. Der Schlesische Bahnhof wird sich ja nun bald, wenig stens zur Hälfte, im neuen Gewande präsentieren; bisher wirfte er aber in seiner düstern Schmußigkeit ziemlich abschreckend. Auch die umliegenden Straßen wirfen nicht gerade erhebend. Ein einigermaßen annehmbares Bild bietet sich eigentlich mir am Botsdamer und Anhalter Bahnhof, allenfalls auch noch am Lehrter. Die beiden ersten architektonisch die schönsten Berliner Bahnhöfe wirken auch in ihrer von den übrigen wohltuend abstechenden Sauberkeit etwas günstiger. Auch der Eindruck beim Berlassen dieser Bahnhöfe ist für die Stadt nicht der ungünstigste. Dem vom Westen Antommenden bietet sich dagegen auf dem Fernbahnhof Charlottenburg das Bild eines als Provisorium hergestellten Provinzbahnhofes. Der neue Bahnhof Friedrichstraße macht eine lobenswerte Ausnahme, die sich aber nur auf den Bahnhof selbst beschränkt. M Der alte, völlig ungenügende Bahnhof Charlottenburg. Onkel Moses. Roman von Schalom Asch. Bor allem forgte er dafür, daß Maschas Vater eine größere Wohnung bezog, daß Mascha selbst eine reiche Bildung betam und viel ausging. Am Sabbat und am Sonntag fam Onkel Mofes zu Aaron Melnik zu Besuch. Zur größten Berwunde rung aller feiner Leute begann Onkel Moses in der letzten Zeit eitel zu werden. Je größer und reifer Mascha wurde, defto forgfältiger färbte sich Onkel Moses das Haar; er rasierte fich peinlich fauber, tleidefe sich jugendlich und begann sogar Barfümduft zu verbreiten; all dies hatte bisher niemand an Ontel Moses bemerkt. Die Qual, welche es Onfel Moses bereitete, wieber jung zu werden, rief bei allen, die es sahen, Mitleid für ihn hervor. Hinter seinem Rüden begann man über ihn zu lachen und zu spotten, was früher nie vorgefommen mar. In Onfel Moses' Gegenwart freilich herrschte die alte Ehrfurcht, und man tat, als merte man nichts. Ontel Moses aber fah gar nichts. Er lebte ein zweites Leben, ein Phantasieleben. Es war, als hätte Onkel Mofes fein Leben verkehrt gelebt. In seiner Jugend hatte er sich nur mit Geschäften befaßt, und sein Herz war tot gewesen wie das eines alten Mannes. In feinem Alter aber wurde Onfel Moses jung und begann erst jetzt seine Jugend zu leben, die er versäumt hatte. Onkel Moses lebte gar nicht mehr für sein Geschäft, für das Ausschußtuch und für die billige Konfektion. Er lebte für ein junges Mädchen, das aufwuchs und sich vom Rinde zur Frau entwickelte. Er beobachtete jede Veränderung, die mit Mascha vorging... Wenn er sie nach einer Woche wiederfah, betrachtete er sie genau und glaubte zu erkennen, daß ihre Haare während dieser Woche dichter geworden, ihre Zähne schärfer und fester waren. Er freute sich zu sehen, wie fich ihre Figur entwickelte, ihr Wuchs emporschoß und ihr Körper fich füllte. An jedem Sabbat bemerkte er etwas Neues an ihr, entdeckte an ihr einen neuen Reiz, der vorher nicht zu fehen gewesen war. Onkel Moses wurde besser zu seinen Leuten. Seine Augen wurden flarer und traten aus dem wulstigen Fett feines Gefichtes hervor. Er lernte lächeln, und menn einmal jemand feinen Pflichten nicht ganz gehörig nachfam, so lächelte Onkel Moses statt loszufahren. Niemand begriff die Beränderung, die in ihm vorging. Aber alle fühlten und spürten, Die Ursache biefer Aenderung sei Mafcha, und sie nuzten auch Mascha zu ihrem Vorteil aus. So wie einmal die Juden Esther miger dazu benutzt hatten, um bei Ahaschwerosch eine gute Behand lung zu erlangen, so nugten die Kusminer Landsleute Mascha bei Onkel Moses. Wenn einer eine Schiffstarte für seine Angehörigen brauchte, so wurde Mascha zu Onfel Moses geschickt, um zu bitten. Wollte einer seine Tochter verheiraten, brauchte er Goldplomben oder mußte er fich operieren laffen -um alles wurde Mascha zum Onkel geschickt. Mascha schlug der Onkel nichts ab. Wenn sie vor ihn hintrat, wurden seine Augen heller, das Fett seines Gesichts versteckte sich und blieb dort, wo es hingehörte. Sein ganzes Aussehen bekam etwas Menschliches, und fein Gesicht, das sonst unverständliche Maste war, lag offen und jedermann verständlich da... Da Mascha bei Onkel Moses alles ausrichten fonnte wie einſt Eſther bei Ahaschwerosch, gaben ihr die Kusminer auch den Beinamen Esther; den Onkel Moses nannten sie Ahaschwerosch und Aaron Meinit- Mordechai.... 3wei Tote bereiteten sich zur Reise in die andere Welt vor. Der eine war Onkel Moses' Bater, der alte Meinit, der andere Onkel Berl. Beide bereiteten sich zur Reise nach Rusmin vor, um dort zu sterben. Onkel Bert hatte nichts auf dieser Welt zu tun. Er fühlte, daß der Palast, welchen er sich in der anderen Welt erbaut hatte, für ihn fertig stand, und diese Welt ihn nicht mehr wollte. Er wurde frant, spuckte Blut und fonnte nicht mehr arbeiten. Seine Roftgänger" hatte er verloren die Kinder hatten geheiratet. Onkel Berl und feine Frau bemerkten eines Tages, daß sie ohne Kostgänger" waren und daß eigentlich niemand da war, um das„ Haus" zu erhalten. Onkel Berl wollte unbedingt in die Heimat reisen, seine lezten Tage im Beth- Hamidrasch von Kusmin verbringen, Pfalme auffagen und auf dem Friedhof von Kusmin begraben werden. Der architektonisch schöne Anhalter Bahnhof. finden. Dazu kommen noch die großen Verschiebebahnhöfe wie Wuftermark und Seddin. Die Zahl der Güterzüge, die täglich in und um Berlin verkehren, ist gewaltig. Täglich fommen etwa 120 Ferngüterzüge an und 120 fahren ab. Der Berfehr zur Berbindung der weiter draußen liegenden Berschiebebahnhöfe mit den Innenbahnhöfen sowie zur Berbindung dieser Bahnhöfe untereinander be läuft sich auf etwa 300 Züge pro Lag und Richtung. * Der gesamte Eisenbahnverkehr innerhalb Berlins und in feiner allernächsten Umgebung erreicht also jeden Tag die respektable Höhe Don rund 1500 3ügen in jeder Richtung, also etwa ein Zug in jeder Minute. Diese Zahl ist ohne Ueberhebung als gewaltig zu bezeichnen. Und wenn berücksichtigt wird, daß sich dieser große Betrieb auf einem verhältnismäßig furzen Gleiseweg abwickelt, fann man die Bedeutung Berlins als Zentralpunkt des deutschen Eisenbahnverkehrs ermessen. Im Rahmen des ganzen Eisenbahn direktionsbezirks Berlin liegen etwa nur 800 Kilometer Gleise, davon etwa 500 für den Stadt-, Ring- und Vorortverkehr. Die Abstell gleise auf den Güterbahnhöfen betragen in ihrer Gesamtlänge aller dings noch ein Bielfaches. Sie sind aber nicht zu den eigentlichen Verkehrswegen zu zählen. von ihnen Abschied, fie meinten wie bei einem Begräbnis, Die Landsleute baten beide um Verzeihung für Unrecht, das fie a nihnen begangen, wie man es bei Verstorbenen tut. Was ist es denn für ein Unterschied zwischen uns? Wir alle werden heimfahren, alle werden wir dorthin fahren, wohin fie fahren!" fo rief ein Kusminer, ein alter Mann, der auch nach dem Friedhof von Kusmin Sehnsucht hatte. Reb Berl, grüßet alle dort!" grüßet sie laut. Wenn ihr bort meine Leute sehet, Reb Mordechai, fo Leget Fürbitte für uns ein," rief eine Frau und schluchzte Die Toten" selbst waren sehr lustig. Sie fühlten gar nicht, daß sie sterben fuhren. Ontel Berls Augen leuchteten, und er fuhr sich zufrieden durch den Bart. Sein Aussehen war das eines Menschen, der daran ist, ein Glück zu erlangen, das er sein ganzes Leben lang erwartet hat, eines Menschen, welcher jetzt den Lohn für die Mühe seines ganzen Lebens empfängt. Ruhe und stille Heiterkeit sprachen aus allen feinen Bewegungen. Auch der alte Melnit mar lustig, er trant jedem zu und wizelte: ,, Wenn ich deinen Vater, den alten Chaim, drüben in der anderen Welt treffe, wird er mich natürlich fragen: Was treibt eigentlich mein Sohn in Amerika? Ich werde ihm antworten: Dein Sohn frißt Schweinefleisch und entweiht den Sabbat, deshalb wirft dich dein Grab immer wieder heraus. Dann wird er schon über dich tommen und dich bei Nacht erwürgen. Du wirst schon noch dein Teil bekommeno, wirst du noch dein Teil bekommen!" Und alle Landsleute lachten herzlich über den„ Toten", der Wize machte. * Seine Frau Genendel aber sagte, ihr Kusmin" sei dort, wo ihre Kinder feien, und wenn es nach 120 Jahre so weit Geleite zu geben; es sah aus, wie ein wirkliches lentes Geleite. Die Landsleute tamen zum Schiff, um den„ Toten" das wäre, da wolle fie bort liegen, wo ihre Kinder wären. Die Kinder weinten, fielen dem Bater um den Hals und baten So schieden denn Mann und Frau noch bei Lebzeiten ihn um Verzeihung: Berl tehrte nach Kusmin zurüd, um zu sterben, und seine Bater, vergib uns, wenn wir etwa nicht recht gegen bich Frau blieb in Amerika. gehandelt haben. Ontel Den zwei„ Toten" zu Ehren versammelten sich sämtliche Kusminer Landsleute am Abend nor Abgang des Schiffes bei Onkel Berl, um von den Toten" Abschied zu nehmen. Die amei Toten", der alte Melnik und Onkel Berl, faßen am Tisch obenan und tranten den Landsleuten Lechajim" zu; ihre Familien, Töchter, Schwiegersöhne und Entel nahmen Bater, wir werden did; nie vergeffent. Solange du lebst, werden wir dir Geld schicken. Lange werde ich euer Geld nicht benötigen." Ontel Berl lächelte ruhig und gut. Bleibt gefund, liebe Kinder, und denkt an Gott. ( Fortfegung folgt) Nationalistische Denkmalsfeier. Ju der Technischen Hochschule. Im Lichthofe der Technischen Hochschule in Charlotten burg fand gestern mittag die Einweihung des Dentmals für die im Weltkriege gefallenen Hochschüler statt. Es war eine faum verhüllte nationalistische Demonstration. Die Reichsfahne erblickte man nicht. Dafür aber alle möglichen studentischen Vereinsftandarten, Wichs" garnituren und das übliche Zeremoniell studentischer Aufzüge. Die Ansprache des Festredners, des Geheimrats Sesselberg, schwelgte in sehr eindeutigen Kriegsverherrlidhun gen. Immerhin erwartet man von einem akademischen Referenten mehr als von einem Kriegervereinspräses. Das alte, herrliche Ideal der Freiheitskriege soll, so ist Seffelbergs Wunsch, in unserem Bolte wieder lebendig merden. Man versteht die Anspielung. Die großen Zerstörungen beim deutschen Rückzug aus Frankreich, die in ihrer Gesamtheit heute faum noch jemand zu verteidigen magt, waren ihm( einschließlich des Rückzuges) eine der genialiten Operationen, die es je gegeben hat. Heldischer Geist müffe in uns einziehen. Und dann die übliche Fanfare am Schluß.... bis einst der Tag kommt! Bewahrt den heiligen 3orn über die Demütigungen, den heiligen 3orn über die Peinigungen, denen unser getretenes Volf ausgesetzt war, im Herzen! Bewahrt die Flamme!. Ein Bertreter der Studentenschaft stellte fest, daß„ die eherne Behr auseinandergebrochen sei". Deutschland sei zum Eflaven erniedrigt. Aber auch das Denkmal ist dieser Gesinnung angepaßt. Ein Feldsoldat, im wilden Sprung, die Handgranate in der erhobenen Faust, bereit, Tod und Verderben um sich zu sehen. So symbolisiert eine deutsche Hochschule ihre Kulturaufgaben. Aber die Angehörigen, die Väter, Mütter und Bräute, saßen dabei und machten sich keinerlei Gedanken über diese Ungeheuerlichkeit. Apfelsinenrevanche. Wir sind wohl dagegen gefeit, daß man uns irgendwelcher Sympathien für den blindwütigen Terror in Mussolinien verdächtigt. Mussolinien ist nun allerdings nicht Italien, sondern das Gegenteil davon. Die alldeutsch- völfische Deutsche Zeitung" des Herrn Claß bringt auf der ersten Seite um nun auch etwas für die nationalen Belange" zu tun eine fettspaltige lleberschrift Rampf den Südfrüchten!" Seltjam, daß die Barden des Nationalismus immer unfreiwillig- fomisch wirken. Was soll diese treudeutsche Apfelfinenrevanche? Was haben die armen italienischen Bauern und ihre gefährlichen Apfelfinen mit Mussolinis Gewaltmethoden zu tun? Das ist keine Politif, das find bösartige Rinterlichen, durch die praktisch absolut nichts erreicht wird, Bontott? Benn's hoch tommt, wird ein Früchtehändler mit nationaler" Kundschaft seine Süditaliener" spanisch anstreichen. Die Illusion ist vollkommen. Und der bärtige Oberlehrer mit der Hakenkreuznadel auf dem Busen wird die Messinafrüchte hinunterschlucken in dem erhebenden Gefühl, wieder einmal Germaniens Würde gewahrt zu haben. hatte am Der Der Prozeß gegen den Prügelpädagogen. Mehrstündiger Vortrag des Angeklagten v. Lükow. Im weiteren Verlauf des ersten Verhandlungstages gegen den Angeklagten Freiherrn v. Lützow wurde der Antrag der Verteidigung, den Sachverständigen Dr. Bloczet nicht zuzulassen, abgelehnt. Dann erst konnte der Anklagebeschluß vorgelesen werden. Dr. Freiherr Kurt- Lüder von Lühow, geboren 1883 in Neiße, wird angeklagt, in den Jahren 1918 bis 1924 in Haubinda, Berfa, Butow und 3ossen als Erzieher mit seinen minderjährigen Schülern, und zwar in 75 Einzelfällen, davon zum Teil mit Schülern unter 14 Jahren, unzüchtige Handlungen vorgenommen, und diese in 72 Fällen vorfäßlich körperlich mißhandelt zu haben. Alsdann ersuchte der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Feußner, dessen vornehme, ruhig sachliche Verhandlungsleitung allseitig großes Lob findet, den Angeklagten von Lügow sich zur Anklage zu äußern. Der Angeklagte erklärte, daß er sich gleich über die einzelnen Fälle aussprechen möchte. Vorf.: Zunächst möchte das Gericht ein Bild über Ihren Werdegang haben und dann etwas hören über Ihre allgemeine Einstellung zu den Erziehungsfragen. Wir haben hier feine Entscheidung pädagogischen Inhalts zu treffen. Selbstverständ lich müssen die pädagogischen Fragen erörtert werden, aber sie sind nicht Selbstzwed. Der Angeklagte von Lützow hielt hierauf einen mehr stündigen Vortrag, der vom Vorsitzenden nicht unterbrochen wurde. Nur von Zeit zu Zeit flüsterten die Ver= teidiger dem vor ihnen stehenden Angeklagten ein Stichwort zu, so daß er in fließender Rede sich über alles verbreitete, was ihm erwähnenswert erschien. Er ging dabei aber auf die ihm zur Last gelegten Prügeleien und sittlichen Verfehlungen fast gar nicht ein. Nur ganz zum Schluß streifte er die von ihm angewendete Prügelpädagogik mit wenigen Borten. Zunächst sprach er von seiner Entwickelung. Von seiner Jugend habe er wenig zu jagen. Die Erziehung war die in seinen Kreisen übliche, durchaus normale. Zuerst Erziehung, durch Hauslehrer und lehrerinnen, dann Besuch des Gymnasiums und schließlch, entsprechend der Tradition der Familie, Unterbringung im Kadettentorps in Oranien stein. Von hier habe er ausscheiden müssen, als er am Sedans tage einen schweren Higschlag erlitt. Er habe die Landwirtschaftsschule absolviert, die Universität besucht und Landwirtschaft und Naturwissenschaft studiert. Das Doktoreramen habe er magna cum laude gemacht. Nachdem er Assistent an verschiedenen landwirt schaftlichen Instituten gewesen war, erhielt er Stellung an der Landwirtschaftlichen Winterschule in Schwiebus und wurde nichr und mehr auf das pädagogische Gebiet geleitet. Er nahm nachher eine Stellung bei der Rheinischen Mission in Mörs an, wo er zwei Jahre mit Befriedigung tätig gewesen war. Dort habe er die Bekanntschaft mit den Kreisen gemacht, die für sein späteres Leben ausschlaggebend wurden, nämlich mit den Deutschen Bibelkränzlern, einer Jugendbewegung, mit der er fünfzehn Jahre in enger Fühlung geblieben sei. Dort habe er tiefen Einblick in die Kinderfeelen bekommen. Das Ließsche System sei ihm das Vorbild gewesen für sein eigenes Lander ziehungsheim in Budow. Er habe aber hier ein ganz anderes Schülermaterial gefunden, da das Budower Heim mehr eine Art Presse war. Bei Dr. Liek wurde gelehrt, jeden Jungen mit Achtung und Vertrauen zu behandeln und so die Liebe der Knaben zu Reine Teuerungszulagen für städtische Arbeiter. Die Stadtverordnetenversammlung 28. Januar beschlossen, daß allen Arbeitern der Kämmereibetriebe und den Zeithilfen des Magistrats, die schon früher beim Magistrat beschäftigt waren, oder jetzt zwei Monate und länger reschäftigt sind, dieselbe Teuerungszulage gewährt werden sollte, die den Beamten und Hilfsangestellten der Gruppen 1-6 schon zuteil geworden ist. Jetzt teilt der Magistrat den Stadtverordneten zur Kenntnisnahme mit, daß er diese Teuerungszulage nicht gemahren zu können glaubt. Er begründet das so:„ Die Fessehung der Löhne der städtischen Arbeiter erfolgt unabhängig von der Regelung der Bematenbesoldung. Im Laufe des Jahres 1925 find die Löhne der städtischen Arbeiter im Gegensatz zu der Beamtenbesoldung mehrmals erhöht worden. Anträge der Gewerkschaften auf Gebildung genossen haben, zur Verwendung fommen. währung der den Beamten vor Weihnachten gezahlten Notzumen dungen an die städtischen Arbeiter haben mir bereits im Dezember abgelehnt. Auch im Reich und Preußen find entsprechende Anträge der Arbeitnehmer abgelehnt worden. Aus vorstehenden Gründen und mit Rücksicht auf die gespannte Finanzlage der Stadt haben mir beschlossen, die Gewährung einer einmaligen Teuerungszulage an die födni, en Arbeilnehmer abzulehnen." wobei ihnen von Offizieren Instruktion erteilt wird. Auch wird den Ostpreußen Gelegenheit gegeben, sich durch eigene Anschauung ein Bild ihres fünftigen Tätigkeitsfebes zu machen. Für den Berfehrsdienst kommen die neuen Beamten vorläufig nicht in Frage, da hierfür nur alte erfahrene Beamte, die eine ganz spezielle Aus Gegen die Auflösung einer Volksschule. Im Verwaltungsbezirk Wilmersdorf wird die Auflösung der Volksschule I( Giefelerstraße) erwogen. Hierzu schreibt uns der Elternbeirat: " Troß feierlich gegebenen Versprechens der Bezirksbehörde, Der Beschluß des Magistrats bringt den Arbeitern eine Ent- Boltsschule I unter allen Umständen als vollausgebautes Schultäuschung. Beifall wird er bei den rechtsstehenden Parteien finden, system bestehen zu lassen, wird beabsichtigt, diese Schule zu Ostern die dem Verlangen nach einer Teuerungszulage für die städtischen dieses Jahres aufzulösen und ihre Schüler und Schülerinnen auf die Mrbeiter von vornherein ihre Zustimmung versagt haben. Auf die Bolksschulen in der Koblenzer und der Pfalzburger Straße zu ver Minderheit, gegen die jener Beschluß der Stadtverordnetenverteilen. Die in dem Gebäude ebenfalls befindliche Berufsschule soll jammlung zustandegekommen ist, stüßt sich der jetzt ablehnende Ma- nach dem in der Babelsberger Straße gelegenen Schulgebäude vergiftrat. legt werden. Die freiwerdenden Räume der Volksschule sollen die bisher in der Viktoria- Luisen- Schule und im Fichte- Gymnasium untergebrachten Mittelschulen beziehen. Man begründet diese in das gesamte Schulleben tief einschneidenden Veränderungen, die bei teiner der betroffenen Schulen auch nur die geringffe Gegenliebe gefunden, sondern im Gegenteil heftigen Widerstand ausgelöst haben, mit Sparmaßnahmen, die auf dem Gebiete des Schulwesens durch Erhöhung der Klassenfrequenz auf Drängen des Berliner Stadttämmerers gemacht werden sollen. Diese Spar maßnahmen( die, nebenbei bemerkt, zunächst durch den Umzug der Die Verkehrszählung auf der Stadt- und Ringbahn. Nach dem jetzt vorliegenden Ergebnis der Berkehrszählung am 12. Dezember v. J. wurden auf der Berliner Stadtund Ringbahn und den Vorortbahnen insgesamt 1143 083 Rejsende gegenüber 1 238 640 Reisenden bei der Bählung am 6. Mai befördert. Das Ergebnis ist mithin um 8 Proz. niedriger. Den stärksten Rückgang weist der Wochen fartenverfehr infolge der erheblichen Zunahme der Arbeitslosigkeit auf. 3mei Drittel des Verkehrs entfallen auf die Stadt- und Ringbahn; mur etwas über ein Drittel auf sämtliche Vorortbahnen. Unter den Bahnhöfen weisen wie immer Friedrichstraße und Alexanderplat mit rund 100 000( abgefahrenen und an gekommenen) Personen den stärksten Verkehr auf. Es folgen der Schlesische Bahnhof und der Potsdamer Ringbahnhof mit je rund 80 000 Personen, dann der Bahnhof Charlottenburg und Gesundbrunnen( 60 000). Auf den Vorortbahnen steht. Niederschönemeide Johannistal mit 40 000 Personen an erster Stelle. Bählungstage benußten 16 Broz. der Reisenden die zweite, 84 Proz die dritte Wagentlaffe. Nur 43 Proz. fuhren auf Einzelfarten, 57 Proz. auf Beitfarten. Auch diese Zählung bewies, daß auf die Zeitfarten aller Art täglich durchschnittlich nur zwei Fahrten ausgeführt werden. Der oftpreußische Schupstransport. Am Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 23. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: | DDIT gewinnen. Die Bildung wurde nicht durch Ausmendiglernen, fonts dern durch gemisse Unterrichtsmethoden beigebracht. Die Erziehung der Kinder zur Sittlichkeit soll durch die Gewöhnung des Sehens bewirft werden. Das sei ein Grundsatz gewesen, den er Dr. Lietz übernommen habe. Die Vorwürfe, die man ihm mache, gingen gerade von Schülern aus, die er bei bedenklichen Handlungen abgefaßt habe. In der Kleinstadt Buckow habe man all das nicht verstehen können, und so hätten sich Gerüchte entwickelt, so daß er schließlich von der Schulbehörde eine Mahnung erhielt. Er habe auch die Unterrichtsmethode nicht so durchführen können, wie er es bei Lietz kennen gelernt habe. Aus all diesen Gründen sei er nach Boisen gegangen, wo er sich auch vergrößern fonnte. Auch in Bossen habe ihn das schlechte Schülermaterial gezwungen, von den erzieherischen Grundsägen des Dr. Lietz abzuweichen. Den Schülern habe das Pflichtgefühl gefehlt, und er habe schärfer werden müssen. Diese Schüler habe er nicht mit der gewohnten Milde behandeln können und war daher gezwungen, andere Maßregeli anzuwenden.„ Diese Kinder, die Heimliches taten, wollten gar nicht die innere Gemeinschaft mit mir haben. Ich habe mich zuerst durch den Schein blenden lassen und üble Erfahrungen gemacht. So ent wickelten sich schon in Buckow und dann in Bossen erhebliche Differenzen." Es sei zu 3usammenstößen mit den Lehrern gekommen. Man habe eine Konferenz einberufen, und Dr. Lippmann habe ihm eine Erflärung vorgelesen, die ihn als minderwertig und unfähig für die Erziehung hinstellte. Damals fei aber noch nicht die Rede von fittlichen Verfehlungen gewesen. Der Schulrat habe einen Frieden zustande gebracht, und er habe auch eine ihm harmlos erscheinende Erklärung unterschrieben. Es habe nicht lange gedauert, da sei es zu neuen schweren Angriffen gekommen. Es habe sich hinter seinem Rüden ein Konsortium gebildet, um ihm das Heim zu rauben. Nun sei von der Regierung eine drei tägige Untersuchung eingeleitet worden, die aber zu seinen Gunsten ausfiel. Es habe sich nichts über sittliche Verfehlungen er geben, und nur das Du" jei geblieben. Im Jahre 1924 habe sich der Zustand der Schule noch mehr verschlechtert. Eine Lehrerin habe es nicht verstanden, Disziplin zu halten, und der Mathematiklehrer fonnte nicht in das richtige Verhältnis zu den Kindern kommen, so daß in der Schule große Unordnung herrschte und Ausschreitungen vorfamen. Da habe er scharf durchgreifen müssen. In verschiedenen Landerziehungsanstalten wurde nach der englischen Methode die Prügelstrafe angewendet. Als bann aber die Hezze gegen ihn weiter ging, habe er eingesehen, daß er die Prügelstrafe einschränken müsse. Die ganze Heze der letzten Zeit sei durch ein Fräulein Schulz eingeleitet worden, die fristlos entlassen worden war. Er habe wegen der Verbreitung der Gerüchte gegen Fräulein Schulz Beleidigungsflage einreichen wollen und ebenso gegen Frau Matschke, die behauptet hatte, daß ihr Sohn 105 Schläge bekomment habe und stundenlang mit verschränkten Armen Strafe stehen mußte. Jetzt sei auch auf Betreiben von Fräulein Schulz die Elternschaft der Vorschule scharf gegen ihn aufgetreten, und es fam zu Eingaben an die Regierung, um ihm die Vorschule zu nehmen. Das seien die Eltern gewesen, mit deren Kindern er gar nichts zu tun hatte. Alle anderen Eltern hätten zu ihm gestanden. Damit endigte der Angeklagte seine Rechtfertigungsrede, und die Berhandlung wurde auf Donnerstag früh 9% Uhr vertagt. Schulen, durch Einrichtung von Zeichentlassen, Werkstätten usw. einen Kostenaufwand von rund 100 000 m. machen werden) lassen sich auch ohne die nirgends, auch nicht von Berlin geforderte Auflösung dieser ältesten, in dichtestbevölferter Gegend liegenden Schule durchführen. Man braucht nur die beiden Mittelschulen nach der Babelsberger Straße zu verlegen und an jeder Volksschule eine bis zwei Klassen einzuziehen. Dann vermeidet man die schweren Schädigungen für Kinder, Elternschaft, Lehrer. und Stadtfädel und zerstört nicht rücksichtslos die unerfehlichen materiellen und ideellen Werte, die die Auflösung einer so alten Lehranstalt im Gefolge haben muß. Aus diesen Gründen wendet sich der Elternbeirat an die Deffentlichkeit, verlangt unter allen Umständen das Fortbestehen der Volksschule I und lädt alle Eltern zu der cm 25. d. M., abends 8 Uhr, in der Aula der Biftoria- LuisenSie stattfindenden Elternversammlung ein. Wie wir hören, hat zwar das Bezirksamt sich bereits mit dieser Angelegenheit beschäftigt, doch hat die Bezirksschuldeputation noch nicht dazu Stellung genommen. Ein feltenes Jubiläum. Heute begeht unser einundachtzigjähriger Genosse Albert Tiet in Bergfelde mit seiner einundachtzigjährigen Ehefrau Luise, geborene Albrecht, das feltene Fest der diamantenen hochzeit. Seit sechzig Jahren lebt das Ehepaar in bester Gesundheit zusammen. Gen. Tiek gehört seit Jahrzehnten der Partei an, deren eifriges Mitglied er heute noch ist. Sie bewohnen in Den alten Leuten geht es jegt nicht besonders. Bergfelde bei Hohenneuendorf, Stolpischestr. 7, ein fleines Bimmer, vielleicht könnten ein paar Spenden ihre Lage etwas verbessern. Hoffentlich ist es dem greisen Baar noch vergönnt, das Fest der eisernen Hochzeit zu feiern. Sven Scholander bringt in seinem 3. Liederabend am 27. Februar im Meistersaal deutsche, schwedische, franzöfifche und javanische Volkslieder zur Laute zum Vortrag. Ein grauenvoller Mord in Hannover. Haarmanns Geist geht wieder um. Das Opfer mar diesmal ein junges Mädchen. Und der Mörder? Ein Lehrling, der vielleicht unter Umständen selbst ein Opfer Haarmanns hätte werden fönnen. Die tredene, aber gerade deshalb um so graufigere Nachricht lautet: Der im Hause Andreasstraße 11 wohnhafte Mechanikerlehrling 3.45 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern: Alexander Moszkowski: Panorama meines Lebens" und" Venuspark". Rudolf Presber:" Der Tisch des Kapitäns. Fritz Skowronnek: Lebensgeschichte eines Ostpreußen. Deutscher Humor aus fünf Jahrhunderten", gesammelt von W. Fraenger. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.50 Uhr abends: C. Gelhard: All- Wilhelm Bische brachte in der Nacht zum Montag ein Mädchen gemein Wissenswertes über den Hund". 7.20 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 8-10 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Operette. Leitung: Gornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 28. Veranstaltung. Drei alte Schachteln". Musik von Das preußische Innenministerium hat sich, wie uns mitgeteilt Walter Kollo. Operette in vier Bildern. Dirigent: Bruno Seidlerwird, telephonisch an den Regierungspräsidenten in Allenstein Winkler. Der Schusterjunge, später Geselle, als Beobachter:*** gemandt und um Aufklärung der in der Presse behandelten VorUrsula Krüger: Bozena Bradski; Charlotte, ihre Schwester: tommnisse beim Abmarsch des für Berlin bestimmten ostpreußischen Violetta Schadow; Hans Klaus Kersting: Franz Baumann; Schupotransports ersucht. Danach fann von einem Abmarsch der Cornelius Hasenpfeffer, Sergeant: Robert Koppel; Auguste, Schupoleute unter Borantritt einer Musikkapelle keine Rede sein. Susanne, Angelika, Hermine, Freundinnen von Ursula Krüger: Köchin bei den Geschwistern Krüger: Claire Waldoff; Brigitte, Zu antirepublikanischen Demonstrationen ist es nach Mittei- Gertrud Zwicky, Else Jaep, Gertrud Burke. Eva Frank; Rittlung des Regierungspräsidenten nicht gefommen. meister v. Tresckow: Leopold Lewinsky. Offiziere, Damen, SolDie Beamten hätten lediglich Marschlieder gefungen. Weiterhin Weiterhin daten, Schulkinder. Ort der Handlung: Potsdam. Zeit: Anfang gingen von Lnd und Osterode Schupoabteilungen ab. In dem des vorigen Jahrhunderts. Zwischen dem ersten und zweiten Bild einen Ort ging der Abzug völlig still vor sich, in dem anderen liegt ein Zeitraum von zehn Jahren. Anschließend: Dritte Bemarschierte eine fechsköpfige Reichswehrkapelle in Zivil voran. AusSchreitungen sollen auch hier nicht zu verzeichnen gewesen sein. Die gerügten Mängel des Transports unterliegen noch näherer Nach prüfung der zuständigen Behörden. Die Ausbildung der ostpreußischen Schußpolizeibeamten, die nun allmählich mit dem Polizeidienst in der Großstadt vertraut gemacht werden müssen, erstreckt sich vor allem auf den Unterricht über die örtliche Gestaltung Groß- Berlins. Zu diesem Zweck werden bie 500 Beamten, die auf etwa sechs verschiedene Polizeibezirke verteilt sind, in Lastkraftwagen durch die Straßen Berlins gefahren, kanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr Königswusterhausen, Dienstag, den 23. Februar. abends: Tanzmusik( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). 3-3.30 Uhr nachm.: Professor Amsel und Oberschullehrer Westermann: Einheitskurzschrift. 3.30-4 Uhr nachm.: Schulrat schule gegen Ende des vorigen Jahrhunderts. 4-4.30 Uhr nachm.: Dr. Thomae: Die leitenden Gedanken in der PflichtfortbildungsMinisterialrat Dr. Ziertmann: Die Entwicklung der allgemein bildenden Schulen und der Berufs- und Fachschulen. 4.30-5 Uhr nachm.: J. L. Stern: Wiegenlieder für die Kleinsten. in die elterliche Wohnung. Dort ermordete er es und versuchte ihr die Glieder vom Rumpf zu trennen. Durch das Benehmen des jungen Mannes aufmerksam gemacht, fand der Bater bei der Durchsuchung der Wohnung die fürchterlich zerstümmelte Leiche vor. Die Persönlichkeit der Getöteten fonnte noch nicht feſt. gestellt werden. Der Mörder wurde sofort festgenommen. Ob den jungen Menschen etwa Haarmanns Gelüste geschüttelt und zum Mörder gemacht haben? Zwei Arbeiter im Hüttenwerk verbrannt. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Hüttenwerk von Raiser in Oranienburg. Die dort beschäftigten Arbeiter übte und Bludsdorf waren damit beschäftigt, vor dem Schachtofen Schlacken zu tippen. Blöglich erfolgte aus dem Innern der Schlacken heraus eine beftige Explosion, die Kleider der Arbeiter wurden von der herausschlagenden Stichflamme erfaßt und fingen iofort an lichterloh zu brennen. Bevor es den herbeieilenden Kollegen gelang, die Flammen zu erstiden, hatten die Unglüdlichen am ganzen Körper schwere Brandwunden erlitten, sodaß sie in boffnungslosem Zustand nach dem Krankenhaus übergeführt wurden. Ueber die Ursache der Explosion ist sofort eine Untersuchung eingeleitet worden. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Beitweise aufbeiternd, noch einzelne Schauerregen, mild. Mild, in Norddeutschland Schauerregen. KAFFEE HAG ist feinster Bohnenkaffee Kaffee Hag- Probierstube Berlin, Kurfürstendamm 26a Für Deutschland. wohlschmeckend und bekömmlich Arbeiter port Schulen des Arbeitersports. Für den gesamten Sportbetrieb ist das Vorhandensein geeigneter Lehrfräfte eine wesentliche Voraussetzung. Der bürgerliche Sport steht in dieser Beziehung ziemlich günstig da. Fast alle Sportlehrer und Aerzte sind gesellschaftlich an die bürgerlichen Kreise gebunden und daher nicht nur Mitglieder, sondern auch tätige Funktionäre in der bürgerlichen Sportbewegung. Wo es noch fehlt, greift das Unternehmertum unterstützend ein, indem es befähigte Sportler in gehobene Stellungen unter der Vorausjegung befördert, im örtlichen Sport- oder Turnverein die Leitung zu übernehmen. Der Arbeitersport hat selbst in der Nachkriegszeit wenig Buftrom aus den intellektuellen Kreisen erhalten und ist daher nach mie vor auf Selbsthilfe angewiesen. Im Jahre 1912 wurde in dem neuerbauten Bundeshaus des Arbeiter Turnund Sportbundes in Leipzig auch eine Turnhalle ein gebaut, die trotz ihrer Kleinheit( 6 X 14 Meter) doch stolz die Bundesturnhalle genannt wurde. Hier am Sitz des Bundes murde die Bundesschule gegründet, in der zunächst für die Kreisturnwarte ein Kursus abgehalten wurde. Die Kriegszeit brachte leider eine Unterbrechung. Im November 1920 wurde die Bundesschule aufs neue eröffnet, es wurden Lehrgänge für Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Fußball, sowie gesonderte Lehrgänge für Turnerinnen und Sportlerinnen abgehalten. Gleichzeitig wurden Musterklassen an der Bundesschule für Turner, Turnerinnen und Kinder eingerichtet, später auch für Schwimmer und Fußballer, zu denen die Leipziger Vereine die Teilnehmer stellten. Zweck dieser Musterklassen ist, eine Kerntruppe von Arbeitersport Tern zu schaffen, die einesteils durch Mustervorführungen innerhalb des Bundesgebietes Anregung gibt, andernteils als sportärztliches Studienmaterial und zum Erproben der verschiedenen Systeme der Leibesübungen dienen soll. Für das Jahr 1926 find folgende Lehrkurse geplant: 31. Mai bis 12. Juni für Leichtathletit, 14. bis 26. Juni für Schwimmen, 1. bis 7. August für Fußball, 19. September bis 2. Oftober für Kinderturnen, 17, bis 30. Oktober für Männer und Frauenturnen, 7. bis 14. November für Jugendleiter. Die Teilnehmer sind von den Vereinen ( pätestens vier Wochen vor Beginn des Lehrganges zu melden. Außer dieser Bundesschule sind noch Kreisschulen für den 1. Kreis in Berlin, 5. Kreis in Altenburg, 7. Kreis in Nürn berg, 9. Kreis in Frankfurt a. M., 17. Kreis in Wiener- Neustadt ( Desterreich), sowie 17 Bezirksschulen vorhanden. Der Bund gibt eine periodische illustrierte Zeitschrift„ Der Borturner" mit vorzüglichem Lehrmaterial, sowie die Bundesschulnach richten allmonatlich heraus. Auch Lichtbilder und Filme aus dem Sportgebiet werden leihweise abgegeben. Die Kreisschule des 1. Kreises( Provinz Brandenburg), hat für den Arbeitersport Groß- Berlins besonderen Wert und sei daher furz besprochen. Die Anmeldungen für den neuen Betrieb find recht zahlreich eingelaufen, so daß ein guter Erfolg erwartet werden darf. Für die Männer- und Jugendklasse haben sich 60 Teilnehmer, für die Turnerinnenklasse gar 70 Teilnehmerinnen gemeldet, so daß Streichungen notwendig find, falls es nicht gelingt, geeignete Turnhallen und Lehrkräfte für eine zweite Klasse zu finden. Neu eröffnet ist eine Klasse für Schwimmer, die auch Ergänzungssport in der Turnhalle pflegt. Leichtathleten und Fußballer dürften bald ebenfalls mit Lehrilaisen folgen. Zur finanziellen Durchführung der Lehrtätigkeit wird ein beson derer Beitrag von 25 Pfennig von allen Kreismitgliedern über 14 Jahre erhoben, was eine ziemlich starte finanzielle Belastung der Bereine bedeutet. Die Tätigkeit dieser Arbeitersportschulen wird durch sportärztliche Untersuchungen auch für die Wissenschaft mertDolles Material ergeben. Es wird möglich sein, die Einwirkungen, Borteile und Nachteile der verschiedenartigen Leibesübungen fest zustellen und der einseitigen Körperausbildung durch zweckentsprechenden Erziehungssport entgegenzuwirken. Aus dem Zusammenwirken von Aerzten, Künstlern und Sport fern wird sich die Möglichkeit ergeben, ein von Uebertreibungen freies, dem Wohl der Gesamtheit dienendes System von Leibesübungen zu schaffen. Gute Fortschritte der FTGB. Das Jahr 1925 hat dem Arbeitersport manchen guten Erfolg gebracht. Der foeben fertiggestellte Jahresbericht der Freien Turnerschaft Groß- Berlin fann von einer erheblichen Mitglieder unahme berichten. Die Zahl der Männermit glieder rhöhte sich von 309 am Anfang des Jahres 1925 auf 548 am Ende des gleichen Jahres, die Zahl der Frauen stieg von 119 auf 226, die männliche Jugend von 135 auf 197, die meib= liche Jugend von 127 ab 202. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Mitg ieder über 14 Jahre von 690 auf 1173. Die Zahl der Kindermitgliede stieg von 650 auf 1253. Der Verein eröffnete drei neue Turnbezirke, und zwar im Norden: Turnhalle Putbusser Straße 22, 3entrum: Turnhalle Gartenstr, 107a und Rosenthal: Turnhalle Kastanienallee. Sehr gut entwickelt hat sich das Frauen und Mädchenfurnen. Für Frauen über 30 Jahre wurde eine besondere Turnabteilung im Norden Berlins in der Ruheplazstraße 5-7 eröffnet, auch in anderen Stadtgegenden dürften bald derartige Abteilungen eröffnet werden. Beim Kinderturnen hat die Zahl der Mädchen( 747) die der Knaben( 506) meit überflügelt. Interessenten des Arbeitersports fönnen an folgenden Stellen über die Turnzeiten der FTGB. Auskunft erhalten: Bezirk Süden: Turnhalle Boedhstr. 17/20. Bezirk Norden I: Turnhalle Graunstraße 12. Bezirk Norden II: Turnhalle Schönfließer Str. 7 ( Dienstag und Freitag 8-10 Uhr). Bezirk Norden III: Turnhalle Butbuffer Str. 22. Bezirk Osten: Turnhalle Straßmann Bezirk Wedding: Turnhalle Bankſtr. 19( Leffing Straße 6. Gymnasium, Dienstag und Freitag 8-10 Uhr). Bezirk Süd osten: Turnhalle Forster- Ecke Reichenberger Straße( Dienstag Bezirk Best en: Turnhalle Culmstr. 15( Dienstag 8-10 Uhr). Bezirk Zentrum: Turnhalle Gartenstr. 107a( Montag und Donnerstag 8-10 Uhr). Bezirk Rosenthal: Kastanienallee( Dienstag und Freitag 8-10 Uhr). 8-10 Uhr). Berliner Arbeiter- Schachklub, Abteilung Charlottenburg! Die Veranstaltung der Abteilung war ein voller Erfolg, da zahlreiche Gäste erschienen waren. Schachfreund Vogt spielte gleichzeitig gegen 28 Gegner. Nach 3½ftündigem, an den letzten Brettern harträdigem Rampfe waren alle Partien erledigt. Resultat: + 24-3 1. Einige neue Anhänger für unsere Sache maren gemonnen. Die Abteilung spielt jeden Dienstag von 8-1 Uhr bei Gottschalt, Bismardstr. 57 Ede Kaiser- Friedrich- Straße. Kampfabend Norden"-Nord- Ost 06". Einen sehr gutbesuchten Kampfabend im Ringen und Jiu- Jitsu veranstaltete die Sportliche Vereinigung Nord Dit 06" gegen den SC. Norden" in der Turnhalle Christburger Straße. Im Ringen wie auch im Jiu- Jitsu gab es guten Sport zu sehen; die kämpfer beider Arbeitervereine stritten hart um die Punkte. Der Abend wurde mit Jiu- Jitsu Demonstrationen eingeleitet, die von Stirnemann( ND.) als Angreifer und Wolff( NO.) als Verteidiger trefflich vorgeführt wurden. Ein Sportgenosse gab dazu die notwendigen Erklärungen. Die Ringtämpfe folgten. Es wurde in fieben Gewichtsklassen, vom Fliegen- bis zum Schwergewicht, gerungen. Es ist schwer zu sagen, welcher Verein die besseren Ringer in seinen Reihen hat, da viele Unentschieden" gefällt werden mußten und Norden" fnapp mit 16:12 Punkten siegfe. Besonders erbitterte und harte Kämpfe lieferten sich Buschke( N.) gegen Gminski( NO.) und Krüger( N.) gegen Richter ( D.), die im Hin und Retourkampf unentschieden endeten. Im Jiu- Jitsu standen sich in Zwiebler( ND.) gegen Scheidel( Zurich), sowie Flick( NO.) gegen Rahn( Libertas) durchaus gleichwertige Gegner im Ring gegenüber. Nach je 10 Minuten trennten sich beide Paare unentschieden. Ergebniffe: Einleitungskampf Sinz( ND.) gegen Meinide( ND.). Sieger: Meinide nad 5 Min. 5 Get. Fliegengewicht bis 105 Bfd.: Nölte( N.) gegen Kroll( NO.). Sieger: Nölte nach 2 min. Bantamgewicht bis 115 Bfd.: Gabel( N.) gegen Schöne( ND.). Sieger: Schöne nach 8 min. 55 Gef. Federgewicht bis 125 Vfd.: Wuschte( N.) gegen Gminski( NO.). Unentschieden. Leichtgewicht bis 135 Bfd.: Ariger( R.) gegen Richter( ND.). Unentschieden. Mittelgewicht bis 145 Pfd.: Gräbert( N.) gegen Knoblauch( NO.). Unent schieden. Halbschmergewicht bis 155 Bfd.: Eichenberg( N.) gegen Duscha( NO.). Unentschieden. Schwergewicht über 155 Vfd.: Patrias( R.) gegen Gehrle Retourkämpfe: Nölte gegen ( 90). Sieger: Patrias nach 7 Min. 20 Get. Rrol. Gieger: Rölte nach 5 Min. 10 Set. Die übrigen 6 Rämpfe endeten nach 10 Minuten unentschieden. Jiu- Jitsu( 2 Gänge zu 5 Min.): 3miebler ( NO.) gegen Scheidel( Sur.). Nach 10 Minuten unentschieden. Flic( NO.) gegen Rahn( Lib.). Nach 10 Minuten unentschieden. Einigung zwischen Reichsbanner und ATSB. Der Vorstand des Reichsbanners hat nach eingehender Aussprache mit der Leitung des Deutschen Arbeiter Turnund Sportbundes folgenden Beschluß gefaßt: Innerhalb unseres Bundes dürfen Sonderorganisationen, wie Turn-, Wassersport, Radfahrsport- Abteilungen und dergleichen, nicht geduldet, also auch Wettkämpfe auf diesem Gebiet nicht ausgetragen werden. Dagegen ist es erwünscht, in Orten, wo feine republifanischen Turn- und Sportvereine fich befinden, innerhalb des Reichsbanners für die körperliche Ausbildung der Kameraden selbst zu forgen. In Wassergegenden ist es nötig und erforderlich, die Farben der Republik( schwarzrotgold) so viel als möglich zu zeigen und dafür die organisaterischen Maßnahmen zu treffen. Die radfahrenden Kameraden eines Ortes fönnen zusammengefaßt werden, um zum Propaganda, Ordner- und Nachrichtendienst verwendet zu werden." Damit dürfte der Streit um den Sportbetrieb im Reichsbanner geklärt sein. Die Notwendigkeit, auf dem Wasser die Farben der Republik mehr als bisher zu zeigen, ist im Vorwärts" oft betont worden. An den Arbeitersportlern wird es nun liegen, ob den schwarzweißroten Demonstrationen der bürgerlichen Vereine auf den märkischen Gewässern nur vom Reichsbanner entgegengetreten wird. Bürgerliche Zopfigkeit. Die ganze Rückständigkeit des bürgerlichen Turnbetriebes und die politisch und gesellschaftlich reaktionäre Einstellung der bür= gerlichen Sportfreise spricht aus einer Verfügung, die der Bundesturnrat des Deutschen Turnerbundes in Dester. reich auf Antrag des Turnausschusses erlassen hat. Danach ist den Trägerinnen der Bubifopf- aartracht die Teilnahme am Wiener Bundesturnfest 1926 als Turnerinnen verbeten. Als Eintritt zahlende Zuschauer werden die Bubiköpfe gerade noch ge duldet. Einsprüche gegen dieses Berbot hat der Bundesturnrat mit echt deutscher Mannesentrüstung zurückgewiesen.„ Die lange Haartracht sei bei den Deutschen von jeher ein Zeichen fraulicher Würde gewesen, und sie, die echt deutschen Turner, könnten sich eine Thus nelda, eine Königin Luise oder Goethes Mutter nicht im Bubikopf vorstellen." Ein anderes Vorbild für die sporttreibende Frau des Jahres 1926 haben diese völlischverbohrten Sportler nicht. Sie ge ruhen aber gnädigst, reuigen Sünderinnen entgegenzukommen, wenn sie Buße tun und dem Bubitopf abschwören. Wenn auch bis zum Bundesturnfest das Haar noch nicht in Thusneldalänge wieder vorhanden sei, so genüge doch der Wille, sich von der undeutschen Mede" abzukehren, um zur Teilnahme berechtigt zu sein. Wir haben nichts dagegen, daß die bürgerlichen Sportverbände jede fortschrittliche Regung in ihren Mitgliederkreisen brutal unterdrüden. Maßnahmen, wie die oben gekennzeichneten, sind besser als vieles andere geeignet, den Mitgliedern begreiflich zu machen, daß sie in den bürgerlichen Vereinen nur Anhängsel reaftionärer Drahtzieher find. Radpolospiele. ,, Welle" Schwimmfeft. Das Stadtbad Friedrichshain an der Schillingbrüde erwies fich als zu flein, um die Zuschauer zum Schwimmfest des Schwimmvereins Welle" alle zu fassen. Zur Einleitung des Festes sprach eine Schwimmerin, im Wasser liegend, einen Prolog. Die Jugend führte einen gut geschwommenen Fahnenreigen vor. Große Anziehungskraft üben seit langem die von den Frauen des Vereins geschwommenen Figurenliegen aus. Der Wert des Schwimmens für das weibliche Geschlecht wird hierbei sehr gut vor Augen geführt. Die Schwimmfonfurrenzen boten alle recht lebhafte Momente, es ist auch hier gutes Material vorhanden. Be sonders in dem Jugendschwimmen fonnte man sehen, mit welchem Eifer um den Sieg gerungen wurde. Teilweise erreichten die Jugendlichen sehr gute Zeiten. Die Wasserballspiele brachten in der Jugend ein überlegenes Spiel der" Belle"-Mannschaft den Friedrichshagenern gegenüber. Bei Friedrichshagen fehlt allerdings die lebungsmöglichkeit. Resultat: Welle 10: 1. Die Männermannschaften führten ebenfalls Friedrichshagen und Belle zusammen. Beide Mannschaften leisteten reichlich förperliche Arbeit; der Schiedsrichter mußte wiederhelt mit Strafwürfen eingreifen. Das Resultat ergab eine Zahl von 8: 8. Besonders zu erwähnen find noch die Vorführungen über die Schwimmlehre und das Rettungsschwimmen. Ferien und Ferienheime! Dem größten Teil der Hand- und Kopfarbeiter sind heute die sperrt, meil es ihnen einfach unmöglich ist, die Kosten in derartigen Tore der privaten Erholungsstätten während der Ferienzeit verHäusern zu erschwingen. In dieser Hinsicht eine Aenderung herbeizuführen, Naturfreunde e. G. m. b. 5. Thüringen zur Aufgabe gehat sich die Ferienheim Genossenschaft stellt. In der kurzen Zeit ihres Bestehens hat die Genossenschaft auf diesem Gebiete schon Hervorragendes geleistet. Sechs Ferien- und Wanderheime sind geschaffen worden, die gegen ein geringes Entgelt den erholungsuchenden Arbeiter aufnehmen. Einige weitere Projefte sehen ihrer Verwirklichung zum Frühjahr entgegen. Die Verpfle gung ist so geregelt, daß ein jeder je nach seinen Verhältnissen leben fann. Nur gering sind die Kosten, welche an die Genossenschaft zu entrichten sind. Neben einem einmaligen Geschäftsanteil von 10 M. ist ein Einschreibegeld von 1,50 M. und für Groß- Berlin ein laufender Erinnerungsbeitrag von 50 Pf. pro Quartal und Mitglied zu leisten. Die Mitgliedschaft braucht nur der Haushaltungsvorstand zu erwerben. Die Vorteile in den Heimen kommen dann auch der Ehefrau und Kindern bis zu 16 Jahren zuyute. Eine Feriensparkaffe gibt den Mitgliedern Gelegenheit, für die Ferienzeit die not mendigen Mittel zurückzulegen. Jetzt ist es an der Zeit, für die kommenden Ferien alles vorzubereiten und die Mitgliedschaft zur erwerben. Interessenten wollen sich wenden an Wilhelm Grothe, Bettenkoferstraße 10. Bei schriftlichen Anfragen bitten wir Rüd porto beizufügen. Fußballresultate vom 21. Februar. Bezirk Norden: Spandau 25 ist durch das Spiel gegen Fichte- Nord end. gültig aus der Epikenreihe gedrängt. Bantom 08 fonnte gegen Alemannia ein Unentschieden 0: 0 herausholen. Allerdings ließ der aufgeweichte Boden tein technisches Spiel zu. Adler 12 konnte gegen Selvetia nur Enapp mit 3: 2 fiegreich bleiben. Belten schlug den Arbeiter- Turnverein Bantom hoch mit 9: 0. Mit 8: 0 gemann Einigkeit gegen Staaten. Nur mit großer Mithe konnte Adler 08 gegen Arbeiter- Sportverein 24 mit 2: 1 gewinnen. Teutonia vermochte gegen Wader 20 bis zur Bause mit 2: 1 zu führen. In der ameiten Hälfte errang Wacker noch 2 Tore und gewann dadurch mit 3: 2. Sanfa fonnte gegen die führenden Tegeler mit 3: 2 fiegreich bleiben. Siemens stadt gewann gegen Brieselang sicher mit 2: 0. Minersa gewann gegen Union mit 3: 1 Bezirk Often: Das Hauptspiel der Gruppe A fah Stralau gegen Adlershof mit 2: 0 als Gieger. Bei Adlershof fehlte dem Sturm im entscheidenden Moment der Torschuß. Allerdings ließ der Torwart von Stralan es zu keinem Erfolg kommen. Das Spiel Fichte- Südost gegen Luftig Fidel war bis zur Vause vollkommen ausgeglichen. Erst nachher schnürte Fichte den Gegner ein und gewann 6: 1. Auch Oberfpree fonnte erft in der zweiten Hälfte gegen Frisch- Frei mit 2: 1 fiegreich bleiben. Astania schickte Friedrichshagen mit 4: 1 gefchlagen nach Haus. Soch gewann Sparta gegen Tasdorf mit 7: 2. Treptow gegen Reuthen 6: 2. Berein für Bewegungs fpiele fonnte Alt- Glienice, die in lekter Reit febr aufgekommen waren, mit 7: 0 abfertigen. Lichtenberg I batte in Germania leinen Gegner. 15: 0 Taufele Sas. Resultat. Jm Gefellschaftsspiel schlug Merkur den Berliner Sportverein 16 mit 3: 1. Johannisthal unterlag gegen Britannia mit 2: 5. Im Südwesten schlug Stern die Lantmiker mit 4: 1. Neukölln blieb mit dem hohen Resultat von 6: 1 über GSchöneberg fiegreich. Eine unerwartet hohe Niederlage bekam Charlottenburg von Biftoria. 1: 9. Lautete es an Schluß. Nowawes gewann gegen Zehlendorf mit 3: 0. Nur knapp konnte Wilmersdorf gegen Ludenwalde II mit 2: 1 gewinnen. Kreuzberg fertigte Fidyte 21 mit 4: 2 ab. Eine 0: 5- Niederlage holte fich Ludenwalde V vout Neuköllner Ballspielflub. Ausschreibung zum Waldlauf des Sporvereins Moabit" ant 14. März 1926. Start und Riel: Wassersportplak Blößensee. Männer: etwa 5 Rim. a) Für affe. b) Anfänger. c) Erstlinge. d) Schwimmer, Fußball- und Sodenspielen usw. Jugend: Jahrgang 08/09 etwa 3 Rim. Jahrgang 10/11 etwa 2 Alm. Der Lauf wird als Einzellauf mit Mannschaftswertung ausgetragen. Je drei Mann eines Vereins werden als Mannschaft gewertet, gleidhniel melcher Rlaffe fie angehören. Jugendliche Schwimmer, Fußball- und Sodenspieler usm. starten in ihren Jahresklaffen. Als Anfänger gelten Sportsgenossen, welche bei einem Mittel- oder Langstredenlauf noch keinen der brei ersten Bläke belegt haben. Als Erstlinge gelten Sportsgenossen, melche noch an feinein Wettkampf teilgenommen haben. Start: Nachmittags 3 Uhr. Startgeld beträgt 20 Pf. Jeder Verein hat einen Kampfrichter au stellen; dieselben müssen um 2 Uhr im Umfleidelokal fein. Umkleidelobal: Waffersportplak Blökenfeez Fahrverbindung: Straßenbahn Linie 14. Omnibus Linie 28. Ringbahnhof: Beuffelstraße. An allen drei Stellen find Ordner. Meldungen find bis 10. März an den Genossen W. Schuler, Quikow str. 105, zu richten. Ausschreibung zum Straßenlauf Eichwalde- Schenkendorf. Am Sonntag, 11. April, findet aum fünften Male der Straßenmerbelauf Schenkendorf Eich walde über Königswusterhausen, Bildau und Zeuthen statt. Eingellauf und Mannschaftslauf, Stafetten 10 Läufer mit beliebigem Bechfel. Die Laufftrerfe beträgt 12 Rim. Start: nachmittags 3 Uhr in Schenkendorf. Meldeschluk: Sonnabend, 3. April. Startgeld für Mannschaften.1 M., Einzelläufer 30 Bf. Die Sfizze der Laufftrede und alles weitere geht den Bereinen sofort nach Eingang der Meldung zu. Meldungen find au richten an Frana Seller, Bildau, Kr. Teltow, Schwarzkopffitr. 90. Berliner Arbeiter- Schachklub. Abt. Mitte: Spielabend jeden Mittwoch bei Bertheim, Lothringer Str. 65, Ede Gormannstraße. Anfängerkurse werden nach Bedarf eingerichtet. Freie Turnerschaft gichtenberg- Friedrichsfelde. Mittwoch, 24. Februar, Turnhalle in der Schreiberhauer Straße, 8-10 Uhr, Rusammenturnen aller Teilnehmer( Männer und Frauen) zum Bezirkswetturnen. Kampfrichter erfcheinen mit. Sportliche Vereinigung Sichtenberg- Friedrichsfelbe 04. B., Mitalieb des AABD. 26. Februar in der Turnhalle Lichtenberg. Bürgerheimstraße, öffent licher Rampfabend im Ringen und Heben. Die 2. Mannschaft im Seben mird Jm gegen die 2. Mannschaft der Sportvereinigung Nord- Weft antreten. Ringen treten sich die 1. Mannschaft der Vereinigung und bie A- Mannschaft des Sportklubs Berolina Neukölln gegenüber. Anfang 7½ Uhr. Vor einiger Zeit wurden die Serienballspiele des Radfahrerbundes" Solidarität" in Lantwig ausgetragen. Gemeldet hatten 3 Dreier und 3 Zweier- Radpolomannschaften und eine Zweier- Radballmannschaft. Die Radballspiele fielen infolgedelsen aus. Sämtliche gemeldeten Mannschaften waren zur Stelle. Die Spiele wurden flott ausgetragen, nur müssen die Mannschaften sich mehr Technik aneignen. Die Dreiermannschaft der Ortsgruppe Stegliz hatte ihren schlechten Tag, da der Torwart verschiedene Bälle durchgehen ließ. Marienfelde I hat im Zweierspiel enttäuscht, bruar, 7½ Uhr, Bortrag einer ruffischen Aeratin im Gesanassaal der Goule da trotz langjähriger Spieltätigkeit gar feine Form gezeigt wurde. Adlershof I wird ihrer zweiten Mannschaft den Bezirksmeister schwer streitig machen fönnen. Die Resultate im Dreierradpolo waren: Adlershof II 16 Tore 8 Punkte; Adlershof I 8 Tore 4 Bunfte; Stegliz 1 Tor 0 Punkte. Im Zweierradpolo: Stegliz 11 Tore 6 Punkte; Marienfelde I 9 Tore 4 Punkte; Marienfelde II 7 Tore 2 Punkte. Zum Bezirkssaalsportfest am 21. März in Kliems Testfälen, Hafenheide, starten im Dreierpolo Adlershof I gegen Adlershof II, im Zweierpolo Steglitz gegen Marienfelde I. Nach Toué sprich am Abend vor dem Einschlafen: Freie Turnerschaft Reukölln- Brig ladet alle Genoffen zur Turnfahrt in die Alpen der ,, Neuen Welt", Safenheide, am Sonntag, 28. Februar, ein. Ball auf der Alm. 3 Kapellen. Anfang 4 Uhr. Eintritt 1 M. Leichtathletik- Bereinigung bes 1. Areises A.-T. 1. Sp. B. Freitag, 26. Fe Weinmeisterftr. 16/17: Sportärztliche Beratung in der Sowjet- Union". Freie Turnerschaft Wilmersdorf, 1. Kreis, 4. Bezirk. Wir bitten fämtliche Brudervereine des Bezirks, den 19. und 20. Juni d. 3. für uns freizuhalten, da wir an diesen Tagen unser 20.Stiftungsfest begehen wollen. Arbeiter- Athleten- Bund Deutschlands. Sonntag, 28. Februar, Besichtigung der Anlagen der Berliner Konsumgenossenschaft. Treffpunkt: Frankfurter Allee Ecke Appodienstraße bei Dehmig, vormittags 9 Uhr. Mannschaftskampf im AAB. Freitag, 26. Februar, 8 Uhr, findet in Char lottenburg, Turnhalle Bestalozziftr. 40, der Serieuringkampf in der A- Klaffe zwischen Nord- West" und Roter Stern" statt. Touristenverein ,, Die Naturfreunde"( Zentrale Wien). Abt. Lichtenberg: Donnerstag, 25. Februar, im Jugendheim Partaue 10, 7% Uhr. Bortrag: ,, Mit jedem Tage geht es mir in jeder Hinsicht besser und besser. Ich nehme täglich Biomalz, und es geht mir tatsächlich immer besser und besser." Biomalz ist ein außerordentlich wirksames, dabei billiges Nähr- und Kräftigungsmittel. Man blüht dabei förmlich auf. Preis einer Dose Biomalz 1.90 Mt. Zu haben in Apoth. u. Drogenholg. Drudfachen toftenfrei von Gebr. Patermann, Teltow- Bln. 10. Rartenlesen". Gäste wiltommen. b. Bebbing: Dienstag, 23. februar, Bortrag, des Genossen Marsch über Reifeerlebnisse in Spanien" im Heim Bütticher Str. 48. Gäste milliommen, Abt. Friedenau: Dienstag, 23. Februar, im Seim Offenbacher Str. 5a Bortrag: ,, Erlebnisse auf einer Balze durch Südeuropa". Gäfte willkommen. Abt. Rorden: Dienstag, 23. Februar, im Seim Sonnenburger Str. 20, 8 Uhr. Bortrag: Wandernde Pflanzen Gäste mill tommen. Abt. Brenzlauer Berg: Donnerstag, 25. Februar, 7 Uhr, Danaiger Straße 62( Barade 2). Sichtbildervortrag über Wilhelm Busch in Wort und Bild Freunde unserer Bemegung berzlichit eingeladen. Musilgemeinschaft bes Werbebegirls Rorben: Mittwoch, 24. februar. 7% Uhr, Uebungsstunde beim Genoffen Lehmann in der Gaudnftr. 23. Arbeiter- Sportfartell Friedrichshain. Donnerstag, 25. februar, 7 1hr, Berfammlung Comeniusfäle, Memeler Str. 67. Thema: Die Werksportvereine. cine Gefahr für die gefamte Arbeiterbewegung". Sonntag, 7. März, 10 Uhr, Berbeneranfaltung Concordia- Lichtspiele, Andreasstr. 64. U. a. der Film: Die neue Großmacht". Eintritt 50 Bf. Aufführungen an Rirchmann melden bis Freitag, 26. februar. Dienstag, 28. Februar, Ausgabe der Blafate und Eintrittstarten von 8-10 Uhr Borbagener Str. 114. Montag, 1. Mära Rartellfigung. Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets an das Bezirksfekretariat. 2. Sof, 2 Tren. rechts, au richten 3. Areis. Webbing. Am Sonntag, 28. Februar, vormittags 11 Uhr, findet im Pharuskino, Milllerstr. 142, eine Vorführung des Films Freies Bolk" fiatt. Cintritt 50 Vf. Alle Genoffinnen und Genoffen find herzlichst eingeladen. Am Dienstag, 23. Februar, 7 Gigung des Bildungsausschusses bei Scholz. 6. Kreis. Kreuzberg. Dienstag, 28. Februar, 7 Uhr, bei Biehler, Dieffenbachstr. 76, Sigung der Obleute des Saalfchutes. Jede Abteilung muß vertreten fein. 7. Rreis. Charlottenburg. Dienstag, 23. Februar, abends 7 Uhr, in der Aula des Realgmnasiums, Schillerstr. 26, Areisfunktionärversammlung. Bortrag: Das Heidelberger Programm." Referent: Franz Künstler, M. d. R. Alle Geneffinnen und Genoffen müssen erscheinen. 14. Areis. Neukölln. Mittwoch, 24. Februar, 7% Uhr, Sigung des engeren Rreisvorstandes im Parteibureau. 20. Rreis. Reinickendorf. Donnerstag, 25. Februar, 8 Uhr, Sigung der Funktionärinnen in Reinidendorf- Ost, Berwaltungsgebäude, Hauptstr. 46, Zim mer 60. Wichtige Tagesordnung. Jede Abteilung muß vertreten fein. Bezirksarbeitsgemeinschaft Jozialdemokratischer Beamten und Lehrer. Mitimo, 24. Februar, abends 6 Uhr: Sigung im Jugendheim, Lindenstr. 3. 2.$ of 3 Tr. L Sämtliche Kreis- und Bezirkswerbeausschiffe müssen vertreten sein. Die nichtvertretenen Ausschiffe gelten als ein. gegangen und werden neu befeßt. Die Beamtenzenzrale. J. A.: Hermann Bäger. Heute, Dienstag, den 23. Februar: 16. bt. 7½ Uhr bei Döhling, Brunnenste. 79, wichtige Funktionärtigung. 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr bei Stuhlmann, Dorfftr. 50, MitgliederversammIung. Bortrag: Fürstenabfindung Bolfsentscheld." Referent: Willi Großmann. Die Genoffinnen und Genossen müssen vollzählig erscheinen. 96. Abt. Neukölln. 7% Uhr bet Lohann, Bipperstr. 18/19, Funktionärsigung. 109. bt. Friedrichshagen. 8 Uhr öffentliche Versammlung in Schröders Gesellschaftshaus, Friedrichstr. 187. Reichstagsabgeordneter Dr. Löwenstein spricht über: Das wahre Geficht der Hohenzollern, ihre Einstellung zur fulturellen Entwicklung des Boltes, besonders der Schule." Alle Genofsinnen und Genossen müssen für einen guten Besuch der Versammlung Sorge tragen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch: 3. bt. 7% Uhr Bahlabend bei Schulz, Stallschreiberstr. 29, und bei Emil Arilger, Engelufer 23. 4. Abt. Die Genoffinnen und Genossen beteiligen sich an der Mitglieder Derfammlung des Vereins der Freidenfer für Feuerbestattung um 7 Uhr im Rosenthaler Sof". 5. Abt. Die Genoffinnen und Genossen, die Mitglieder des Bereins der Freidenter für Feuerbestattung sind, befuchen die Mitgliederversammlung bes Vereins int Rosenthaler Sof" Rosenthaler Str. 11/12. 6. t. 7 Uhr Sahlabende in den bekannten Lokalen. Dittmann- Broschüre und Heidelberger Programm find beim Rassierer abzuholen. Freitag, 5. März, öffentliche Berfammlung. 7. st. 7½ Uhr Rahlabende bei Rube, Streliker Str. 55; D, Bergstr. 71; Dams, Schlegelstr. 9; Beiran, Pflugftr. 1; Diefe, Bopenstr. 19. 8. bt. 8 Uhr im Rationalhof, Blomstr. 37, Bortrag: Das Heidelberger Brogramm"; Referent: Alerander Stein. Neumahlen der Abteilungsleitung. 9. b. 7 Uhr bei Faber. Stephanftr. 11. Fnuktionärsisung. 8 Uhr Sahl und Diskutierabend; Zeiter: Richard Bliz. Die Bezirksführer rechnen bortfelbst bie Februarbeiträge ah. 12. t. 7 Uhr bei Schmidt. Biclefite. 17, Bortrag: Fürstenabfindung Bolfsentscheid; Referent: Paul Roste 43. 96. 7% Uhr im Artushof, Berleberger Str. 29, Bortrag: Fürftenabfindung Boltsentscheid"; Referentin: Margarete Schentalowsty. 14. 6. 7 Uhr in der Schule, Buttbufer Straße, Bortrag: Bereinigte Staaten von Europa". 15. 9161. 7% Uhr bei Goldbach. Binetaplah 7, Bortrag: Fürstenabfindung Bollsentscheid"; Referent: Karl Bitte. Gäfte find herzlichst willlommen. 17. Abt. 7 Uhr in Schreibers Gesellschaftshaus, Trififtr. 63, Bortrag: Fürftenabfindung Bolfsentscheib"; Referent: Ernst Ruben. Sympathi flerende find einzuladen. 18. Abt. 7 Uhr bei Miller, Uferftr. 12, Borfrag: Seidelberger Brogramm"; Referent: Stadtrat Hermes. 19. Abt. 7% Uhr in der Grauen Schule, Gotenburger Straße, Bortrag: Berufswahl und Berufseignung". Freunde und Empathisierende find mitzubringen. 20. 261. 7 Uhr bei Wende, Roloniestr. 15, Bortrag: Die Wirtschaftskrise und Fürftenabfindung"; Referent: Karl Segfchold. 23. 96t. 7% Uhr bei Grunwaldt, Kameruner Str. 19, Bartrag:" Fürstenabfindung Boltsentscheid"; Referent: Hermann Krüger, 24. Abt. 715 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62( Baraden), Sahlabend und Vortrag: Fürftenabfindung Bolfsentscheid": Referent: Baul Jubrian. 25. bt. 7% Uhr im Saalbau Friedrichshain, einer Saal, Vortrag: Fürstenabfindung Bolfsentscheid"; Referent: Stadtrat Schlichting. Ferner find noch nicht alle Bisten für die Elternbeiratsmahlen abgeholt. 30. " 27. 6. 7 Uhr in den Schönhauser Festfälen", Schönhauser Allee, Bortrag: Fürftenabfindung Boltsentscheid"; Referent: Pastor Frande. 38. bt. 7% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 28, Bortrag: Die Ursachen ber Wirtschaftstrife und unsere Forderungen": Referent: Josef Ernst. t. 7% Uhr 8ohlabende in folgenden Lotalen: Bezirk 813 bis 815 bei Bobft, Enchener Str. 108; Bezirt 816 bis 819 bei Schröber, Bavpelallee 34; Beairt 824 bis 827 bei Miele, Enchener Str. 2/3, Bortrag: Das Seidel Brogramm, Referent: Martin Stein: Beairt 847 bis 855 bei Bilgenfeldt, Carmen- Enlpa- Str. 5; Bezirk 856 bis 859 bei Stoltmann, Ranzomitr. 16. Alle Genoffinnen und Genossen müssen bestimmt megen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. 31. 6. 7% Uhr Rahlabenbe bei Meißner, Schivelbeiner Str. 34; Stick, Schivelbeiner Str. 22; Goldschmidt, Stolpische Str. 36. 32. Abt. Die Mitgliederversammlung findet diesmal nicht Mittwoch, sondern Freitag, 26. Februar, statt. Anzeige im Vorwärts" am Donnerstag beachten! 33. Abt. 7 Uhr in der Schulaula, Hohenlohestr. 10, Bortrag: Boltsbegehren Bollsentscheid"; Referent: Dr. Kurt Löwenstein, M. b. R. 34. Abt. 7 Uhr in den Comeniusfälen", Memeler Str. 67, Bortrag: ..Fürftenabfindung- Boltsentfcheid": Ref.: Clara Bohm- Schuch, M. d. R. Republikanischer Abend Mittwoch, den 24. Februar 1926, abends 8 Uhr, in den Flora Sälen", Halensee, Johann- Georg- Straße 19. Zagesordnung: Fürstenabfindung und Volksentscheid". Referent: Reichstagsabg. Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld. Alle Republikaner sind eingeladen. GPD. Wilmersdorf. 35. Abt. 7 Uhr bei Neumann, Samariterstr. 12, Vortrag des Genossen Schopple. 36. Abt. 71 Uhr in der Schulaula, Straßmannstr. 5, Vortrag: Fürstenabfindung Bolfsentscheib"; Referent: Dr. Kallmann. Gäste herzlich willkommen. 37. bt. 73 Uhr in der Pazenhofer Brauerei, Landsberger Allee, Mitglieder. versammlung. Alle Genoffinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. 38. Abt. 7% Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Bortrag: „ Die Bedeutung der Elternbeiratswahlen"; Referent: Lehrer Bandide. 39. Abt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag: Die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten"; Referent: Dr. Frizz Schönherr. 6 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Funktionärstzung. Alle Kommissionen müssen vertreten sein. 40. Abt. 7½ Uhr bei Reufner, Hagelberger Str. 20a, 8ufammenkunft der Funktionäre und aller für die Partei tätigen Genossen der 40. Abteilung. 41) Abt. 73 Uhr in den Blitchersälen", Blücherstr. 61, Vortrag: Fürstenabfindung Bolfsentscheid": Referent: Emil Klodt, M. d. 2. 42. Abt. 7 Uhr in Rabes Festfälen, Fichteste. 29, Bortvaa:" Fürftenabfindung Bolfsentscheid"; Referentin: Gertrud Hanna, M. d. 2. 43. Abt. 7½ Uhr in Rabes Foftfälen, Fichteftr. 29, Vortrag: Fürstenabfindung Bolfsentscheid"; Referent: Wilhelm Richter. 44. Abt. 7 Uhr Zahlabende: Bezirk 79 bei Bogel, Briger Str. 42, Referent: Genoffe Jacob; Bezirke 80, 81, 86 bei Gloger, Adalbertstr. 5, Referent: Genosse Sage; Bezirk 84 bei Gemmeder, Naunnnstr. 28, Referent: Genoffe Michaelis: Bezirke 85, 88, 89 bei Ewald, Staliger Str. 127, Referent: Genosse Wert; Bezirke 90, 91, 92 im Reichenberger Hof", Reichenberger Straße 14, Referent: Genoffe Eichberg. Tagesordnung: Fürftenabfindung Boltsentscheid". Bezirk 87 am Donnerstag, 25. februar, 7½ Uhr, bek Schiebold, Admiralstr. 5, Referent: Genoffe Barthelmann. 45. Abt. 7% Uhr pünktlich in der Schulaula, Forster Ecke Reichenberger Straße, Bortrag: Die Mieterschutzgesetzgebung, ihre Auswirkung im Ber gleich zur Filrstenabfindung"; Referent: Genoffe Barnad. Materialausgabe. Alle Genossinnen und Genossen müssen erscheinen. 46. Abt. 7 Uhr Zahlabende. Stadtbezirke 106, 107a und b bei Eichhola, Cuvrystr. 23. 108a und b und 109 bei Ballentin, Görliger Str. 72. Rahlreiche Beteiligung wird gewünscht. 47. Abt. 7 Uhr Zahlabende in den bekannten 5 Lokalen. Stellungnahme zum Bollsbegehren. Erscheinen aller ist Vflicht Charlottenburg. 53. 26t. 7% Uhr bei Triller, Berlichingenstr. 7. Bortrag über Rußland. Referent: Gregor Bienstod 55. Abt. 7% Uhr Sahl. abende. 8. Gruppe: Eggert. Wallstr. 90. 9. und 10. Gruppe: Bahne, Schloßffe. 45. Die Bezirksführer müssen hierzu einladen. 56. Abt. 7 Uhr bei Jostowiat, Solhendorffitt. 20. Bortrag: Fürftenabfindung" Boltsentscheid". Referent: Dr. Otto Rockler. 57. Abt. 7 Uhr bel Thunad, Wielandstr. 4. Vortrag des Genossen Pfarrer Bleier. Gäste tönnen eingeführt werden. Schöneberg. 77. Abt. Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Dr. Schützinger über: 7 Jahre im Machtkampf um den Staat". 78. Abt. 7% Uhr im Restaurant Werner, Ebersstr. 26. Mitgliederver fammlung der Konsumgenossenschaft der 56. Verkaufsstelle. Referent: Genosse Buchholz. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr im Rathaus, Gefellschaftszimmer. Bortrag: Fürftenabfindung Bollsentscheid". Referent: Reichstagsabgeordneter Adolf Soffmann. 83. Abt. Bid terfelde. 7% Uhr in den Lichterfelder Festfälen, Rehlendorfer Straße 5. Bortrag: Fürftenabfindung Boltsentscheib". Referent: Carl Felgentreu. 86. t. Marienborf. 7½ Uhr in der Schulaula Rönigstraße. Bortrag: Meine Eindride in Rußland". Referent: Oberstudiendirektor Dr. Sarfen. Durch Mitalieber eingeführte Gäste und Vorwärtsabonnenten haben Rufritt. Reuföln. 80. bt. 7 Uhr Vorstands- und Funktionärsikuna bei isters Sobrechtstr. 64. Borbereitungen zum Boltsbegehren. Sämtliche Beatris führer müssen erscheinen oder Bertretung fchiden. 91. t. 6% Uhr Borstandsnigung bei Ramin. Mainzer Str. 12. Um 8 Uhr ebenda funt. tionärsikung. 94. Abt. 7% Uhr bei Schröder, Steinmekte. 52. Funt. tionärigung. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. 98. bt. 7 Whe bei Rud", Ringbahnste: 34. Funktionärsinung. 104. Abt. Niederfd Bnemeibe. 715 Uhr Sikuna fämtlicher Funktionäre, Be cmten und Betriebsvertrauensleute bei Thiele. Berliner Str. 88. 118. bt. Zichtenberg. 1. Gruppenzahlabend: Möllendorfftt. 107. Reftaurant Otto Saafe, und zwar die Straßenzüge unterhalb der Echeffel- und Bor nigstraße einschließlich der lekten beiden Straßen. 2. Gruppenzohlabend: 3m Restaurant Roederftr. 60, und zwar die Straßenailge oberhalb der Scheffel- und Bornikitraße. Tagesordnung in beiden Sablabenden: Die Forderungen der Fürsten". Referenten: Genoffe Anoll und Genoffe Fisch bach. 1 128./130. t. Bankow. 8 Uhr in der Aula ber 7. Gemeindeschule, RaiserFriedrich- Str. 58, wird der Film Unser Konsum" gegeben. Eintritt 30 Pf 136. Abt. Reinidendorf- Dft. 8 Uhr im Lokal Mekker, Resibenafte. 109, Ede Bankower Allee. Bortrag: Der Marrismus als Weltanschauung". Referent: Genoffe Alfred Senke, M. b. R. Diskussion. Abteilungsangelegen heiten. Wir bitten um rege Beteiligung. 137. Abt. Reinidendorf- West. 7% Uhr im Boltshaus, Scharnweberstraße. Bortrag: Firstenabfindung Bolfsentscheid". Referent: Robert Fendel. Uebermorgen, Donnerstag, den 25. Februar: 21. Abt. Wegen der Generalversammlung der Freidenker in den Bharus fälen findet unfere Mitgliederversammlung erst am Donnerstag ftatt in Schraderhaus, Malplaquetstr. 14/16. Vortrag: Der Raubaua der Fürsten auf die Taschen der arbeitenden Bevölkerung". Referent: Rarl Bitke. Anfang: 7% Uhr. 127. Abt. Höhenschönhausen. 7½ Uhr in der Schulaula Roebern straße. Deffentliche Bersammlung. Bortrag: Firstenabfindung Boltsentscheid". Referent: Herrmann Lempert. Gorgt für guten Besuch ber Berfammlung. Jungsozialisten. Gruppe Süben: Heute, Dienstag, 23. Februar, 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Literarischer Abend. Kommunalbeamten- Werbeausschuß. Mittwoch, 24. Februar, 5% Uhr, wich tige Besprechung im Jugendheim Lindenstr. 3. Alle Bezirksämter und zentralen Berwaltungen müssen vertreten fein. Berzeichnisse der parteigenössischen Be amten find mitzubringen. Frauenveranstaltungen. 106. bt. Johannisthal. Dienstag, 23. Februar, 7% Uhr, Frauenabend bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Bortrag der Genoffin Clara Bohm- Schuch M. d. R. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 24. Februar: 17. Rreis Eltenberg. 7½ Uhr bei Seipfe, Kronpringen str. 47, Ede Scharn meberstraße. Beiterer Abend. Bortragender: Genoffe Kreuziger. Bieder aur Laute: Lisa Albrecht. 54. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr Seiterer Abend. Mitwirkende: Die Jugend, Frauenchor Frohlinn und Genoffe Favilla. Geburtstage, Jubiläen usw.: 139. Abt Tegel. Unferem Genossen Baul Domafchta zu feinem 60. Geburts tage die besten Glückwünsche. Die Abteilungsleitung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 47. bt. Unfer Genoffe Georg Baak, Raunnnftr. 44, ift am Sonntag frilh infolge eines Schlaganfalles im Alter von 38 Jahren verstorben. Einälderung am Mittwoch, 24. Februar, 7 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Gymnastik- Rurfus heute, Dienstag, 7% Uhr, im Jugendheim Bindenstr. 3. Achtung, Abteilungsleiter! Unsere Karten für die Märafeier müssen sofort abgeholt werden. Heute, Dienstag, den 23. Februar, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen: Rote Schule, Gotenburger Str. 22. Bortvag: SAJ. und Reichsbanner". Wedding/ Nord: Schule Millerstr. 48. Vortrag: Erste Hilfe bei Unglüdsfällen". Nordost I: Jugendheim Neue Königstr. 21. Bortrag: ,, Die Bartei und das Bismardiche Gozialistengefeh". Nordost II: Jugendheim Danziger Str. 62. Dichter- Abend. Schönhauser Borstadt I: Schule Zbsen ftraße 17. Bortrag: Fris Reuter". Prenzlauer Borstadt: Schule Danziger Straße 23. Bortrag: ,, Elektrizität und Großstadt". Senefelber- Biertel: Schule Eberswalder Str. 10. Bortrag: Seinrich Heine". Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Blak 1 Bortrag: Ethit". Schöneberg II: Jugendheim Sauptstr. 15. Gemeinsame Aussprache der Eltern und Jugend, verbunden mit ciner Ausstellung: Unsere Arbeit". Wilmersdorf: Jugendheim Hildegard ftraße 4. Bortrag: Marr: Lohnarbeit und Rapital" Mariendorf: Alte Schule. Dorfstr. 7. Aussprache: Unfere Gruppenarbeit". Steglik I: Jugendheim Albrechtstr. 47. Aussprache: Soziale Fragen". Jugendheim Gander. Ede Sobrechtstraße. Glaßbrenner- Abend. Jugendheim Nogatftr. 53. Erster proletarischer Dichterabend. Jugendheim Schierkeftr. 44. Vortrag: Das fommunistische Manifeft". Reinidenborf- Oft: Seebab", Residenzstraße. Bortrag: Klassenjuftia". Rofenthal: Schule Schillerstraße. Beratung über die Osterfahrt. * Neukölln 1: Neukölln III: Neukölln V: Lichtenberg- Norb: Am Sonntag, 21. Februar, hat fich int Jugendheim ein Schlüsselbund angefunden. Es ist abzuholen beim Genossen Herbst. Lichtenberg, Tierschmidtstr. 31. Gewinn- Auszug 5. Klaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferle Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Ge winne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen 1 und 2 16. Siebungstag 20. Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen r. 119987 184611 4 Gewinne zu je 10000 6 Gewinne zu je 5000 10 Gewinne au je 3000 14 Gewinne ju je 2000 242442 247484 t. 24395 124554 264167 t. 63783 99937 125080 259728 298049 Mt. 20439 25222 125335 127155 182473 34 Gewinne zu je 1000 2. 42 21689 26594 71784 97182 120232 120601 139227 151626 153301 196467 231718 235509 248907 254055 277406 281406 76 Gewinne zu je 500 m. 7197 47908 49840 71370 79315 95503 106150 114287 126716 127556 139589 155311 157878 160044 160949 164582 171739 180087 180884 200397 200423 203789 206338 206889 210539 211319 212812 225863 234465 242876 250428 253574 260149 263079 265724 287381 287941 292425 240 Gewinne zu je 300 2701 2983 11405 14218 17459 26906 30730 32956 38897 41684 42408 49659 50693 54242 54276 581058 59950 60453 60755 61468 61502 61922 62584 65075 67118 73095 74454 75751 78333 79796 87897 88734 89030 94423 95430 102708 106652 110067 115044 118240 119394 120648 124458 126588 128191 129683 131904 132176 132473 137654 137881 141802 143076 148011 148696 149328 149417 149949 151548 164194 154554 157178 160082 161391 161906 167378 170202 172424 182914 191700 193200 194582 197068, 200780 201711 207368 208506 212303 215840 219465 221897 221954 223629 224413 226241 227803 230523 231930 235623 238189 241461 242241 243790 247772 251651 252860 253222 255948 256678 257079 262539 263175 263537 263793 268303 268379 269274 269320 273085 273250 278932 274177 277567 278370 279069 280965 283593 290683 294943 296558 17. Ziehungstag 22. Februar 1926, vormittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 5000 mr. 158423 2 Gewinne zu je 3000 r. 130424 24 Gewinne zu je 2000 Mr. 4529 18802 19103 37432 63393 64536 81254 115166 150884 167907 218675 286135 40 Gewinne zu je 1000 WY. 988 17968 19611 27355 54108 61116 68295 76729 79697 130339 143465 153881 164030 199539 209305 211991 254177 260871 263606 298699 90 Gewinne u je 500 r. 16482 53690 64845 64983 67032 70760 71397 73150 81309 86232 85863 87871 89759 94545 106449 111009 111284 111740 116236 124546 126372 126422 130817 131239 132436 132730 143477 170254 171092 178651 192324 232565 234464 240630 241994 248526 262488 262724 266924 272627 274413 291947 293964 296492 299436 214 Gewinne ju je 300 mt. 888 1872 11633 14203 18009 22775 27837 29700 30279 35572 41097 43042 47839 47957 48838 54048 57546 57751 59549 63871 64298 65602 66076 69480 69518 76842 79940 86915 87357 87747 94192 99393 112210 112474 112943 116437 120419 126637 129401 129469 130672 131697 139561 141861 142951 145055 148086 148765 149978 149998 150180 152240 154305 156051 162115 162368 163324 164288 164452 164811 165360 166251 166501 169960 174761 176173 186889 202731 202813 206332 207113 208559 214262 220670 220946 223446 224364 230678 230768 232753 234732 235325 236765 239034 241454 250400 251049 252372 258000 261920 262105 263731 267065 268251 273440 274373 276854 282148 283177 287607 288667 289865 290865 295621 295817 296423 298031 Mai Juni Juli Aug Sept. Okt. Nov. Dez. Seit Eins führung Nach der Reuererhöhung vom 1.Okt.25 DIE UMSATZKURVE der ACO- SILBER beweist besser als Worte die dauernd freigende Anerkennung. Die Conftantin- Cigarette mit dem aus reinem Aluminium hergestellten Mundfuck 58 M Nr. 89+ 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Ringpolitik gegen Preissenkung. Theorie und Praxis beim Verband Deutscher Maschinenbananstalten. Die verflossene Luther- Regierung hat bekanntlich ihrer gleich namigen Nachfolgerin einen Gesetzentwurf hinterlassen, der neben den Preisabreden der Innungen auch die Ringbildung der Fabrifanten und Kartelle bei öffentlichen Vergebungen bekämpfen will. Run glaubt wohl niemand, daß das Luther- Kabinett den Unternehmern und den Kartellen wehetun wollte. Das neue Kabinett beabsichtigt jedoch, auch dem Gesetz zur Förderung des Preisabbaues jenes Begräbnis erster Klasse zu bereiten. Der Verein Deutscher Maschinenbauanstalten hätte es aljo faum nötig, wie er es in einer Dentschrift gegen die Bekämpfung der Ringbildung bei Vergebung von Lieferungen nach dem Preisabbaugesetzentwurf tut, mit Kanonen Rach Spaßen zu schießen. Preissenfung ,, Wie ich sie auffasse". | derartige Maßnahmen nötig wären! Wenn nämlich die Rationalisierungsbestrebungen der Industrie einen volkswirtschaftlichen Nugen haben sollen, dann muß entweder bei gleichen Preisen höhere Qualität oder die gleiche Qualität bei niedri Konkurrenzfähigkeit und des Absatzes nicht zu erreichen. Anders ist geren Preisen geliefert werden. Anders ist die Steigerung der auch die Senkung der Betriebskosten und durch erhöhte Beschäf tigung bei höheren Löhnen die Steigerung der Inlandskauftraft nicht zu erreichen. Dem steht aber von vornherein jedes Kartell, ob Kontingentierungs- oder Preisregelungstartell, entgegen. Gegen Uebergriffe der Rohstofffynditate gibt es fein anderes Mittel als Staatsfontrolle; die Machtstellung der Trusts aber, wo sie fein Monopol ausüben, verstößt feineswegs gegen den Grundsatz der Konkurrenzfreiheit. Wenn die Maschinenindustrie unter ihnen leidet, so hat sie die Möglichkeit, ihr politisches Gewicht für die Verschärfung der staatlichen Syndikatskontrolle Aber die Beweisführung dieser Denkschrift ist doch zur Beur- einzusehen und gegen die Machtstellung der Trusts durch Beteilung dessen, was der BDMA. über die Notwendigkeit der Preis- fämpfung der Schuzzollpolitik die Außenseiter fentung theoretisch mehrfach vertreten hat, außerordentlich konkurrenz zu fördern. Das gilt auch für den Fall, daß die Kartell interessant. Die Notwendigkeit der Breissenkung in der Theorie tätigkeit zur Schadlosmachung der Syndikats- und Trustteuerung für zuzugestehen und Betriebsrationierung und Zusammenschlüsse zu die Maschinenindustrie notwendig wäre. Wenn die Rohstoffsyndikate empfehlen, ist der VDMA. bereit. Er gefällt sich auch darin, Dumm- und Trusts bei der Bekämpfung der Ringbildung in eine Vorzugsheiten der Zoll- und Handelspolitik, wo sie ihm schaden, als stellung fämen, wie der BDMA. behauptet, so spricht das noch lange solche zu kennzeichnen und den freien Wettbewerb, wo er ihm nicht zugunsten der Kartelle und gegen die Bekämpfung nügt, zu fordern. Preissenkung und freier Wettbewerb dürfen der Ringbildung, sondern ausschließlich gegen die bisherige aber praktisch nur so herrschen, wie sie der BDMA. auffaßt, Politik der gesamten Maschinenindustrie, die Arm in Arm mit dafür ist die Denkschrift ein deutlicher Beweis. Behe nämlich jeder den Syndikaten und Trusts durch die Schußzzollpolitik die AuslandsBreissenfung und jeder freien Konkurrenz, die eine Stärkung der und Außenseiterfonkurrenz ferngehalten hat. Käufer position der Abnehmer der Maschinenindustrie beab Es ist auch durchaus abwegig, die Rationalisierung der fichtigt. Da versteht der VDMA. feinen Spaß. Da werden von Betriebe durch die Forderung der Publizität von Kartell- und dem Schutz der öffentlichen Aufträge gegen Ringbildung alle Ringvereinbarungen für gefährdet zu erklären. Im Gegenteil, eine privaten und sogar die ausländischen Bestellungen betroffen, Rationalisierung, die durch Ringvereinbarungen, die Preise festlegt den Lieferern wird die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit geraubt, und hoch hält, verfehlt ihr Ziel, weil sie zum 3wed einer die Reichsverfassung( Bereinigungsfreiheit!) wird verfünftlich erhöhten Rentabilität die Besteller gewissermaßen mit einer Letzt, die Steigerung der Qualität der Produktion wird bedroht, Rationalisierungs st eu er belädt, die die Kaufkraft der Besteller der Rationalisierungsprozeß der Industrie wird gefährdet, der herabdrückt und mit der Absagerweiterung der In Gefeßentwurf wirke preissteigernd und krisenverschärfend, für die du strie auch das Tempo der Rationalisierung hemmt. Arbeiterschaft bedeute er gar die künstliche Wiederbelebung des abgeschafften 3uchthausparagraphen gegen Streif posten und schließlich zwinge er sogar die Maschinenindustrie gegen ihren Willen zur Syndikats- und Trustbildung. Es ist schwerstes Geschütz, das da zur Wahrung der heiligsten Rechte der Maschinenindustrie aufgefahren wird. Was könnte das Gesetz bringen? Borum handelt es sich in dem Gesezentwurf praktisch? Wer Aufträge vergibt, soll dieselben Vorteile haben wie der, der sie ausführt. Wenn die Lieferanten Preis oder sonstige beschränkende Abreden untereinander getroffen haben, so soll der Besteller von diesen Abreden wissen, damit er eventuell Angebote von Außenseitern einholen kann. Wenn die Angaben Wenn die Angaben falsch oder unvollständig sind, dann soll der Besteller ein Rüd trittsrecht von der Bestellung haben oder bis 15 Proz. des Breises abziehen dürfen. Ber endlich einen anderen von der Be teiligung von Ausschreibungen abhält oder zugunsten eines Dritten ungünstigere Angebote veranlaßt, foll mit Geldstrafe oder Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. Man sieht, das Gesetz könnte tatsächlich ein Mittel zur Förderung der freien Konkurrenz bei öffentlichen Aufträgen sein und ein Mittel zur nach drücklichen Beeinflussung des Preisniveaus. Dem schweren Krebsschaden der ganzen deutschen Industrie der in der Inflationszeit treibhausartig gezüchteten Kartellwirtschaft, von der ein so mächtiger Konkurrent wie z. B. die Vereinigten Staaten durch das Shermangeset bis heute noch frei ist, könnte nachdrücklich Es bedürfte nur der richtig durchgreifenden Hand zur Ausführung des Gesetzes, um den Kartellterror und den Kartellwucher derart zurückzuschneiden, daß Kartelle auch Diener, nicht nur Verdiener an den Bestellern sind. Zweifellos liegen nun in Deutschland die Dinge heute so, daß Schutz der öffentlichen Auftraggeber. Das alles gilt in besonderem Maße für den Staat und die Gemeinden als Berwaltungsförper und als Unternehmer, wenn sie Aufträge vergeben. Heute, wo Staat und Gemeinden viel größere Besteller find als jemals in der Vorkriegszeit, muß verhindert werden, daß der gegenseitige Schutz der Industriellen durch Ringbildung den öffentlichen Bedarf zur mellenden Kuh macht. Staat Position als jeder private Besteller, weil ihnen die Heranziehung und Gemeinden als Besteller find in einer noch viel schwächeren ausländischer Außenseiterkonkurrenz aus politischen Gründen meist verschlossen ist, weil sie in den meisten Fällen zur öffentlichen Submission gezwungen sind und weil bei dem großen Umfang jeder Bestellung fich für jedes Angebot eine Ringvereinbarung durchführen läßt. Der Staats- und Gemeindebedarf unterliegt so sehr leicht einer besonderen inneren Besteuerung durch die Industrie. Man erinnere sich nur der organisierten Beutelchneiderei des Deutschen Eisenbauverbandes in der Borfriegszeit, über die wir vor einigen Wochen noch berichtet haben. Benn sich daher heute der VDMA. mit so gewaltigem Aufwand gegen die Ringbildungs- und Bublizitätsbestimmungen des Preisabbaugesetzes wendet, so verrät er mehr, als er vielleicht möchte. Er verrät, daß ihm die Position seiner Verbände und Kartelle, die künstliche, wenn auch gesamtwirtschaftsschädliche höhere Preisstellung wichtiger ist als eine wirklich vernünftige, nur auf Betriebsvollauf durch Absatzsteigerung bedachte Rationalisierung, in die niedrigste Breise und damit auch der Schutz der Besteller absolut hinein gehören. Für die Achtung, die der VDMA. sich manchmal durch seine Dentschriften erworben hat, ist diese Dent. schrift jedenfalls fein Ruhmesblatt. Arbeitsmarkt und industrielle Beschäftigung. im Januar 1925. Die Belegschaft der Hüttenwerke hat sich aber Ist die Krisis auf dem Höhepunkt angelangt? Im Bericht des Landesarbeits- und Berufsamts der Rheinprovinz, das mit Erfolg bemüht ist, die Vorgänge am Arbeitsmarkt feines Bezirtes der volkswirtschaftlichen Kritik nutzbar zu machen, finden sich folgende interessante Ausführungen: Man sucht den Horizont nach Anzeichen ab, die auf eine Mil derung der Wirtschaftskrisis schließen lassen. Wie unten ausgeführt, bietet der Arbeitsmarkt in der Rheinproving noch wenig Anhaltspunkte dafür, daß die Konjunktur sich bessert. Es ist dabei aber zu berücksichtigen, daß die Bewegungen der Wirtschaft sich auf dem Arbeitsmarkt erst mit einiger Verspätung geltend machen. Ferner dürfen folgende Gefichtspuntte nicht außer Betracht gelassen werden. Man hat sich daran gewöhnt, die Lage des Arbeitsmarktes von der negativen Seite aus, nach der Zahl der unterstügten Erwerbslosen, zu beurteilen. So be trachtet, gibt der Arbeitsmartt fein ganz richtiges Bild von dem Umfang der Wirtschaftskrisis. Mißt man den Arbeitsmarkt nicht nach der Zahl der Arbeitslosen, sondern von der positiven Seite her an der Zahl der Beschäftigten nach der Krankenkassenstatistit, so ist er nicht unbeträchtlich besser als nach der Erwerbslosenstatistik. Das liegt daran, daß die 3ahl der Erwerbstätigen zugenommen hat. Ebenso erscheint die Wirtschaftskrisis weniger scharf als die Arbeitemarktfrisis, wenn man die wirtschaftliche Tätigkeit in Industrie und Handel an der Wagengestellung der Reichseisenbahn, also an dem Güterverkehr, mißt. Sie beträgt im Dezember und Januar 97,5 Proz. im Vergleich zum Vorjahre. Die Kohlenförderung des in der des Ruhrgebietes beträgt im Januar und in der ersten Februarwoche 91 Proz. der Förderung in der gleichen Zeit des Vorjahres, da gegen ist der Arbeitsmarkt des Bergbaues erheblich mehr zurückgegangen. Die Roheisenerzeugung im Januar 1926 in Rheinland und Westfalen beträgt rund 75 Proz. der Erzeugung Nimm um mehr als ein Biertel vermindert. Für die verarbeitende Industrie fehlen die Produktionsziffern. Auch hier ist anzunehmen, daß die Beschäftigung an der Erzeugung gemessen besser ist, als nach der Statistik der Erwerbslosigkeit. Diese Unterschiede erflären sich aus einer doppelten Ursache. Einmal sind zahlreiche Personen durch die Teuerung und die Einkommensminderung gezwungen, erwerbstätig zu sein, die es vor dem Kriege nicht oder nicht mehr waren auch die Verminderung des stehenden Heeres ist hier zu nennen. Diese Personen drängen sich in den Arbeitsmarkt der Arbeiter und Angestellten und damit ganz besonders in die Erwerbslofenfürsorge hinein. Wir hatten in dem letzten Jahre ohne Zweifel eine Uebersehung des Arbeitsmarktes mit Arbeitsfräften, die zurückgebildet wird. Zum anderen zeigt sich in den Unterschieden zwischen Produktionsstatistik und der Statistik der Erwerbslosigkeit jedenfalls zu einem Teil eine Wirkung der rationelleren Betriebsführung und Ersparnis von Arbeitsfräften. So erklärt es sich, daß die Arbeitsmarktkrisis die Wirtschaftskrisis größer erscheinen läßt. Der Arbeitsmarkt steht unter dem doppelten Drud des Abbaues der Uebersetzung und der technischen und organisatorischen Rationalisierung. Dienstag, 23. Februar 1926 genommen und 1069 schieden aus, so daß die ganze Verminderung nur 22 Hauptunterstügungsempfänger ausmacht. Aus diesen Zahlen sieht man, daß auf dem Arbeitsmarkt eine ziemliche Fluktuation herrscht. Auf der einen Seite wird abgebaut, auf der anderen Seite wieder aufgebaut, immerhin ein Zeichen für eine gewisse Belebung. Der neue Zugang fommt immer noch aus der Eisen- und Stahlindustrie. Die Vermittlungstätigkeit der Arbeitsnachweise ist im allgemeinen recht gering, und wo sie etwas zu genommen hat, fällt die Steigerung nicht ins Gewicht. Die im Regierungsbezirk Düsseldorf seit dem 12. Februar neu genehmigten Stillegungen betreffen 3800 Arbeitnehmer, darunter ist Düsseldorf mit 1300, M.- Gladbach mit 1650 und Solingen mit 600. Abschluß der größten Agrarhypothekenbank. Preußische Zentralbodenkredit A.-G. Berlin. Das große Interesse an Goldpfandbriefen und-obligationen und das allseitige Hervorheben der steigenden Spartätigkeit laffen leicht übersehen, um wie minimale Beträge es fich lassen leicht übersehen, um wie minimale Beträge es fich dabei handelt. Bei der größten deutschen Hypothekenbank, der Breußischen Zentralbodenkredit 2.-G., betrug der Gesamtumlauf an Goldpfandbriefen und obligationen Ende 1924 1/27, Ende 1925 14 von 1913( 69 Millionen gegen 976 Millionen). Es ist natürlich, daß die Hypothekenbanken die Förderung der Spartätigkeit wünschen. Aber der Geschäftsbericht der Zentralbodenkredit A.-G. zeigt auch für die Hypothekenbanken, was für die Kreditbanken längst erkannt ist, daß ihre eigene Geschäftspraris der Kapitalneubildung hindernd im Wege steht. Es wird nämlich heute, bei höherem Zinsfuß als vor dem Kriege für ein im Verhältnis zum Pfandbrief- und Obligationsumlauf noch 2½ mal so großes Kapital eine Dividende verlangt, die die Hypothekennehmer natürlich aufbringen müffen. Wie der Industrie und den Kreditbanken, muß man daher auch den Hypothekenbanken mit Mißtrauen begegnen, wenn sie einseitig die Steuerlaften, nicht aber auch ihre hohen Di= pidendenansprüche für die Schwierigkeiten im Wirtschaftsleben verantwortlich machen. So muß man auch die Forderung der Zentralbodenkredit A.-G. ablehnen, die Kapitalertragssteuern zu beseitigen, um die Spartätigkeit zu fördern. Einmal könnten die Hypothekenbanken die Ersparnisbildung und die Hypotheken fähigkeit der Wirtschaft fördern, wenn das Darlehns- und Emissionsgeschäft weniger hohe Aufschläge für die Dividendenzahlung erforderte. Sodann müßte der Staat den Ertrag der aufzuhebenden Kapitalsteuern so oder so aus dem Einkommen der Steuerzahler nehmen, wodurch diese dann einfach nicht zum Sparen kämen. Wie wenig es auch richtig ist, daß allein die Steuerpolitik die Blutleere der Wirtschaft verursacht, wie der Geschäftsbericht zur Begründung des mangelhaften Pfandbriefabsatzes ausführt, zeigt die Tatsache, daß im Januar dieses Jahres den Hypothekenbanken die Pfandbriefe aus der Hand gerissen worden sind, obwohl sich zu Die vorsichtig aufgemachte Bilanz zeigt einen Reingewinn von diesem Zeitpunkt in den Steuerlasten noch nichts geändert hatte. 1,30( 1924: 0,85) Millionen. Die Verwaltungskosten sind um fast 50 Pro3. höher( 968 000 gegen 678 000 m.). Der Roggenpfandbriefumlauf hat um 222 000 3entner ab, der Goldpfandbrief- und obligationenumlauf um 39,87 Millionen Mark zu genommen( Bestände: 974 439 Zentner und 61,98 Millionen Mark). An eigenen Pfandbriefen lagen Ende 1925 5,52 Millionen( 2,02) im Depot; die große Nachfrage im Januar d. 3., die auch die Kurse beträchtlich hochtrieb, führte zur restlosen Abstoßung dieser Bestände. Der Landwirtschaft wurden 21 Millionen in neuen Hypotheken zugeführt. Zu einem Zwangsverkauf der beliehenen Grundstücke fam es bei feinem der Hypothekennehmer, was die schon bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank gemeldete Beobachtung unterstreicht, daß die Lage der Landwirte immer schwärzer gezeichnet wird als sie ist. Die Dividende beträgt 8 Pro 3., gegen 6 Proz. im Vorjahr. Ueber den Prozentsatz der Entschädigung der Papier pfandbriefgläubiger aus der Teilungsmasse fann wegen der Schwierigkeiten der Nach aufwertung und der Rückaufwertung vor Ende 1926 noch nichts gesagt werden. Die Bank hofft, 1927 die Hauptauf wertungssummen den Gläubigern in Goldpfandbriefen auszahlen zu können. Erfolg der 6½prozentigen preußischen Schahanweisungen. Auf die für drei Jahre von der preußischen Finanzverwaltung ausgegebenen 30 Millionen 6% ½prozentigen preußischen Schahzanweisungen find allein bei der Preußischen Staatsbank, bei der als Hauptabnehmer der Schazanweisungen Sparkassen, Girozentralen und Landesbanken in Frage kommen, insgesamt Kaufanmel dungen für rund 76 Millionen eingegangen. Die Altbefihanmeldefrist bis 31. März verlängert. Die An meldung des Altbefizes an aufwertungsberechtigten Reichsanleihen sollte bekanntlich am 28. Februar ablaufen. Der Reichsfinanzminister hat die Frist nunmehr bis zum 31. März verlängert. Mit dem längerung ist ausgeschlossen. Auch die Anleihegläubiger, die ihre 31. März läuft die Anmeldefrist endgültig ab. Eine weitere VerAnleihen bei Banken oder Sparkassen deponiert haben, müssen für die rechtzeitige Anmeldung Sorge tragen. Die Banken und Sparkassen kennen häufig die Altbesizeigenschaft der Anleihen nicht befizcharakters. Es wird sich daher empfehlen, über die erfolgte oder haben nicht die nötigen Belege für die Begründung des AltAnmeldung sorgsam zu wachen. Die Gesamtzahl der Erwerbslosen in der Rheinprovinz ist zwar seit dem 1. Februar um rund 4500 Hauptunterftüßungsempfänger auf 265 500 am 15. Februar zurüd gegan gen. Diese Besserung liegt in den ersten Februarwochen. Gegenwärtig ist nach den Meldungen der Arbeitsnachweise die Besserung wieder zum Stillstand gekommen. Soweit eine Befferung des Arbeitsmarktes durch den Einfluß der Jahreszeit eintritt, wird sie aufgehoben durch die Verschlechterung infolge weiterer Einschrän Düſſeldorfnisse fung der Induſtriebetriebe. Im Arbeitsnachweisbezirk Düsseldorf z. B. betrug in der letzten Zeit der tägliche Zugang an Arbeit suchenden 120-150 Personen, und die Arbeitsuchenden verminderten fich etwa um die gleiche Zahl. In der letzten Woche wurden 1091 Personen in Düsseldorf in die Erwerbslosenunterſtügung auf Zum Kochen Eine tostspielige Stadtanleihe. Ein Kensortium von Privat banten veröffentlicht einen Prospekt, in dem zur Zeichnung einer 5- Millionen- Anleihe der Stadt Nürnberg aufgefordert wird. Der Zweck der Anleihe ist die Erweiterung der städtischen Straßen= bahn und der Ausbau des Schlachthofes. Die Obligationen sind mit 8 Pro3. verzinslich, der 3eichnungspreis be trägt 87 Proz. des Nennwertes der Stücke von 100 bis 2000 m. aufwärts. Die Anleihe läuft auf 25 Jahre und ist bis zum Jahre 1931 unfündbar. Auffällig ist für die heutigen Zinsverhält nisse der niedrige Zeichnungspreis, der für die Stadt Nürnberg eine mindestverzinsung von mehr als 9 Broz. bedeutet, eine Zinslast, die bedeutend höher ist als die Zinslaft der letzten tommunalen Auslandsanleihen. Die Zinslast erhöht sich noch, weil der Erlös aus der Anleihe für die Stadt Nürnberg noch um die Braten u Backen Palmin das feine, reine Cocos- Speisefett Brovisionsprozente vertiefnert ist, die die Brivat banten sich anrechnen. Ueber die Höhe dieser Provision ist nichts befannt. Es märe zwedmäßig, daß sich die Stadt Nürnberg über die den Banten für die Emission dieser sehr tostspieligen Anleihe gezahlte Provision äußert. Der 100- Millionen- Auftrag der Reichsbahn. Wie bekannt, er. möglicht eine finanzielle Bereinbarung zwischen dem Reich und der Reichsbahngesellschaft die baldige Vergebung von Reichsbahnauf. trägen im Betrage von 100 Millionen Marf. Der Reichs mirt fchaftsminister Dr. Curtius hat nun im Hauptausschuß des Reichstages mitgeteilt, daß es sich in der Hauptsache um Brückenbau und Oberbaumaterialaufträge, um Aufträge für 3ug- und Stoßvorrichtungen handeln wird. In geringem Umfang fomme auch die Bergebung von D.Wagen und 4. Klasse Wagen in Betracht. Lokomo= tiven werben nicht in Auftrag gegeben werden. In der Hauptsache wird also die Eisen- und Stahlindustrie, Bahn- und Brückenbauindustrie von den Aufträgen profitieren. Es wird darauf zu achten fein, ob die ebenfalls zum Wirtschaftsprogramm der Luther Reinhold- Curtius- Regierung gehörende Steuersentung auch eine Ermäßigung der Lieferpreise zur Folge haben wird. Nur dann fönnten die Reichsbahnaufträge auch das Höchst maß an Reubeschäftigung von Arbeitsfräften mit sich bringen. Noch kein Ende der Stilegungen. Aus dem Ruhrgebiet werden, rbwohl die Belegschaft im Ruhrfohlenbergbau im Januar erneut auf 388 818 zurückgegangen und die Zahl der Feierschichten im Ja nuar mit 384 000 gegen Dezember( 165 027) mehr als verdoppelt ist, mei neue große Stillegungsaftionen gemeldet. Die Thyssensche Bergbauverwaltung beurlaubt 3000. Bergleute und überweist sie der Erwerbslosenhilfe. Die Kruppiche Bechenverwaltung hat beim Demobilmachungskommissar in Arnsberg die Stillegung der Schachtanlage Hannibal II in Eidel beantragt. Von der Stillegung werden 1060 Bergleute und 43 Be amte betroffen. Merkwürdig ist der Widerspruch in der Auf faffung der Wirtschaftslage bei beiden Werfen. Thyssen hofft auf eine Belebung des Rohlenabsages bis Mitte März, während die Krupp- Berwaltung für diefelbe Zeit stillegen zu müssen glaubt. Gleichzeitig erfährt man über die Beschäftigung bei den Krupp Werfen, daß durch Stillegungen und Einschränkungen die Gesamt arbeiterzahl von 42 000 auf 20 000 gefunken ist und daß von diesen 20 000 noch 10 000 in Sturzarbeit beschäftigt werden. Inseratenkonjunktur 16 Proz. Dividende. Das Jahr 1925 hat wieder die in den Inflationsjahren fast vergessene Jagd hinter dem Auftrag entfeffelt. Die Kundenwerbung durch das Mittel der Reflame verlangte von jedem Unternehmen in den Handlungsunkosten zunehmend große Mittel; für Fachzeitungsverlage eine gute Konjunktur. Die F. A. Günther u. Gohn A.-G., Berlin S., amet feit 1909 zur Attiengesellschaft zusammengefaßte Druderei und Berlagsbetriebe, hat für ihr Attienkapital von 3 Millionen Mart fehr erfolgreich davon profitiert. Wie sie in ihrem Geschäftsbericht mitteilt, fann fie ihren Aftionären ein angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage recht erfreuliches Ergebnis unterbreiten". Aus einem offenen Reingewinn von 569 000 Mart werden 16 Broz. Dividende verteilt. Der tatsächliche Reingewinn ist bei Berüc fichtigung der Sonderabschreibungen und Sonderreserven beträchtlich höher. Schulden sind überhaupt nicht vorhanden. Dagegen Bantguthaben und Forderungen von über eine Million Mart. Gewerkschaftsbewegung Was Gewerkschaftsvertreter in Amerika sahen. Eine Veranstaltung des Zentralverbandes der Angestellten. In den vollbeseßten Sophien- Sälen sprach in ausführlichen Darlegungen in einer allgemeinen Mitgliederversammlung des ZDA. am 18. Februar der Kollege Wilhelm Eggert, Sefretär tm Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- Bundes, über das Thema: Was Gewerkschaftsvertreter in Amerika saben." Seinen Darlegungen lag der Gedanke zugrunde, daß man amert fanische Verhältnisse nicht ohne weiteres mit deutschen Maßstäben messen fann. Dinge, die wir für unmöglich halten, sind in Amerika felbstverständlich. Es muß unbedingt festgestellt werden, daß die amerikanischen Gewerkschaften den Gedanken des Klassenkampfes in unserem Sinne nicht tennen. Aber genau so sicher ist es, daß man beswegen die amerikanischen Gewerkschaften nicht etwa als reaktionär bezeichnen fann. Die ganz andersartige Entwicklungs geschichte der amerikanischen Wirtschaft hat natürlich auch andere Gemertschaftsmethoden mit sich gebracht. Die uns unbekannte Braris der gefchloffenen Gewerkschaft, das heißt der Organisation, die feine Mitglieder mehr aufnehmen will, hat in Amerika erhebliche Bedeutung. die Der Referent sprach über die gewaltige Entwicklung der Auto mobilindustrie. Er behandelte die bei Ford üblichen Arbeitsmethoden; er sprach von der gewaltigen Schlachthausindustrie, die etma 60 Broz. ganz Amerikas mit Fleisch versorgt und erörterte Schließlich die soziale Lage der Arbeitnehmer in den Vereinigten Staaten. Es ist interessant, festzustellen, daß der Angestellten begriff in Amerifa erst bei Arbeitnehmern mit sehr hohem Einkommen in Geltung tommt. Im übrigen bestehen für alle Arbeitnehmer- Arbeiter und Angestellte gleichen Arbeitsbedingungen. Die Lohnhöhe ist außer ordentlich verschieden. Neben sehr gut bezahlten Arbeitnehmern gibt es auch Gruppen, bet denen das Einkommen gerade zur Be streitung der notwendigsten Ausgaben reicht. Einwandfrei steht feft, daß die Kauftraft des Lohnes des amerikanischen Arbeitnehmers die des deutschen um ein Bielfaches übersteigt. Die Menge Baren, zu deren Erarbeitung der deutsche Arbeitnehmer eine Arbeitswoche gebraucht, fann in Amerika je nach der Tätigkeit des betreffenden Arbeitnehmers, in ein bis drei Tagen erarbeitet werden. murde, schloß sich eine furze Fragestellung an, in der neben einigen Dem Referat, das außerordentlich beifällig aufgenommen fachlichen Anfragen auch solche Fragen gestellt wurden, deren parteipolitische Herkunft unverkennbar war. Nach einem furzen Schlußwort des Referenten, in Verbindung mit der Beantwortung der Sie war ein neuer gestellten Fragen, schloß die Versammlung. Beweis für das außerordentlich ftarte Streben unserer Mitgliedschaft nach fachlicher Aufklärung. Bersammlungsbefuch und-verlauf ermutigen die Ortsverwaltung, auf dem beschrittenen Wege der Aufklärungsverfammlungen für die gesamte Mitgliedschaft fortzufahren. Bombenwerfer im Großhandel. instanzen die grau in grau geschilderte Lage des Großhandels vollste Berücksichtigung fand. Die Bedürfnisse der Angestellten waren bei diesen Entscheidungen leider von untergeordneter Bedeutung. Es ist dadurch erreicht worden, daß weite Kreise der Großhandels. angestellten, nämlich alle diejenigen, die nur das Tarifgehalt erhielten, zwangsläufig als Konsumenten ausscheiden mußten. Diese falsche Politik soll jezt gefrönt werden durch einen weiteren Gehaltsabbau. Die Angestellten des Großhandels nehmen in einer vom Zentralverband der Angestellten einberufenen Bersammlung morgen, Mittwoch, 6 Uhr, in Haverlands Feſtsälen, Neue Friedrichstr. 35, zu der Situation Stellung. Sie werden den Bertretern des Berliner Großhandels, die sich stolz Führer der deutschen Wirtschaft nennen, die Antwort erteilen. Zum ortsüblichen Tarif. Für das Apollo- Lichtspieltheater hatte bessen Stapellmeister Mufiter engagiert und ihnen zugesichert, daß sie zum ortsüblichen Tarif" beschäftigt würden. Als den Musikern mit 14tägiger Frist gefündigt murde, beanspruchten fie durch Klage beim Gemerbegericht eine Kündigungsfrist von nier Bochen mit der Begründung, fie seien zum ortsüblichen Tarif engagiert, also fäme für sie der vom Deutschen Musikerverband mit dem Schuhverband der Rinotheater abgeschlossene Tarif in Frage und diefer setze eine Kündigungsfrist von vier Wochen feft. Der Kapellmeister, der das Engagement der Musiker als Beauftragter des Lichtspielinhabers Feindt abgeschlossen hat bei dem er jetzt auch nicht mehr in Stellung ist und mit ihm in Klage liegt jagte dagegen, er habe, als er vom ortsüblichen Tarif iprad), nur die ortsüblichen Lohnfäße gemeint und er sei übrigens der Meinung gewesen, daß der Musikertarif eine 14tägige Kündigung vorjehe. Der Bellagte Feindt meinte, da er dem Schußverband der Kinotheater nicht angehöre, fäme der Tarif für ihn nicht in Frage, er sei durch die Abmachung des Kapellmeisters mit den Musikern nur an die tarifmäßigen Löhne, aber nicht an die übrigen Bestim mungen des Tarifs gebunden. Das Gericht trat der Auffassung der Kläger bei und ver= urteilte den Beklagten zur Lohnzahlung für die Küdigungsfrist von vier Wochen. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäfts it eIIe: Berlin G. 14. Sebaftianstr. 37/38. Sof 2 Tr. Mitte. Spielleute üben Do., b. 25., 7% Uhr, aufammen mit Rreus berg, Rosbachitrake. Tiergarten. Ram. Hansa Mi., d. 24., 8 Uhr, Mital. Berf. Lokal Berger, Jagom- Ede Levekomftrake. Wichtige Tagesordnung. Friedrichshain. Do., b. 25., 6.15 Uhr, Antreten mit Mufit und Fahnen Bhf. Frankfurter Allee. Neukölln- Brik. 1. Aug: Mi., b. 24., 8 Uhr, Rottbusser Klause Generalversammlung. Bantow. Do., b. 25., 7 Uhr, Ber liner Ede Mühlenstraße Antreten mit Tambourkorps. Marsch nach Nieder schönhausen zur Werbeversammlung. Dienstag, Bund freier Menschen, Landesverband Berlin- Brandenburg. 23. Februar, 7 Uhr, im Ernft- Sädel- Gaal. An den Relten 10, wichtige Landesperbandsversammlung. Stellungnahme zur Delegiertentagung. Anträge. BerArbeiter Rabis- Klub Deutschlands e. B., Oranienstr. 182: Tel.: Morik plak 3420. Abt. Sübost: Dienstag, 23. Februar, 8 Uhr, Bastelabend mit Layt Sprecher im Lokal Dessin, Köpenider Str. 9b. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 25, Februar, 8 Uhr, Ropenhagener Str. 9. Distuffionsabend: Funk und ARK. Abt. Schöneberg: Donnerstag, 25. Februar, 8 Uhr, bei Betrak, Sedanftr. 53. 3. Fortiehung des Detektor- und Audionturius. Abt. Zichtenberg: Freitag, 26. Februar, 8 Uhr, bei Lent, Weichfelite. 11. Mitgliederversammlung. Abt. Wilmersdorf: Freitag, 26. Februar, 8 Uhr. bei Ciffelsti, Augufiaftr. 18. Mitgliederversammlung. Nabiowerbewocher 1. bis 7. Mär Ausitellung pon Rundfunkgeräten und Borführung derfelben. Achtung, Groß- Berlin! Algemeine Mitgliederversammlung om 2. März. wahl des Borstandes. Gonntoa. 28. Februar, Besuch des Reichspoftmuseums. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Ariegerhinter bliebenen. Drtsgruppe Schöneberg: 25. Februar, 8 Uhr, in der Schloßbrauerei, Sauptftr. 122, Mitgliederversammlung. Kamerad Augenftein spricht über Fürftenabfindung und Ariegsopfer". Während weite Kreise des Handels und die Vertreter der tertilberarbeitenden Industrie, also die wesentlichsten Abnehmer des Großhandels, sich zu der im Arbeitnehmerlager schon längst vorhandenen Erfenntnis durchgerungen haben, daß eine Ge und Gehälter feineswegs zu erzielen ist, behält der GroßBerliner Arbeitgeberperband des Großhandels bic pon allen Einsichtigen als falsch erfannte Methode des Lohnbrüdens bet. Er hat für fast alle von ihm bearbeiteten Gruppen, nämlich für den Tertilgroßhandel, Kurz, Galanterie und Spiel. waren, Schuh und Leder, Elettro, Eisen und Stahl, Glas und Keramif- und für den Samengroßhandel die Gehalts 18 Uhr, in Schinkels Feitfälen, Brüdenstr. 2, Ede Röpenider Strake. Neuablommen für faufmännische Angestellte ge= fünbigt. um einen Gehaltsabbau habeizuführen. Dieser Versuch geminnt besondere Bedeutung durch die Tatsache, daß bei den Ge haltsverhandlungen im Vorjahre von den behördlichen SchlichtungsHamburger Bankdividenden. Die Vereinsbant in Samfundung der deutschen Wirtschaft mit der Niedrighaltung der Löhne burg erzielte einen Reingewinn von 1,26 Mill. gegen 1.12 Mill. im Borjahr. Auf das Aftienfapital von 10,5 mill. M. wird eine Dividende von 8 Broz. perteilt, gegen 10 Broz. im Bor. jahr. Die Vereinsbant Hamburg hat wie mehrere andere Banten im Januar d. 3. ein Attienpafet( 600 000 m.) in New York ver faufen laffen. In dem bei diefer Gelegenheit veröffentlichten Brospett murde mitgeteilt, daß die Abschlußbilanz für 1925 noch 2,5 mill. ftille Refernen enthalte. Die Liquidationsbantin Hamburg. eine Spezialbant für den Waren und Effeftenterminhandel, erzielte 236 265 Reingewinn und verteilt ebenfalls 8 Proz. Dipi dende. www TVP ELSA KRUGER ZIGARETTE 20000 MARK FÜR DIE ZWEI SCHÖNSTEN ELSA KRÜGER- BILDER! ex Jeder Schachtel der beliebten Elsa Krüger- Zigaretten liegt ein Bildchen der Künstlerin bei, die der Zigarette den Namen gegeben hat. Zusammen sind es 100 verschiedene Bildchen, die wegen ihrer Schönheit Aufsehen er regen und in ganz Deutschland viele Tausende eifrige Sammler gefunden haben. Aus diesen Bildchen sollen Sie nun 2 auswählen, die Sie für die schönsten halten. Legen Sie diese beiden Bildchen in einen Briefumschlag, auf dessen Rückseite Sie deutlich Ihren genauen Namen und Adresse vermerken müssen, und senden Sie den Umschlag als Drucksache, unverschlossen und mit 3 Pfg. frankiert bis 30. April 1926 an uns ein. Wir verteilen die zwanzigtausend Mark zu gleichen Teilen an die Einsender desjenigen Bilderpaares, das am Schluß des Wettbewerbes die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Die Feststellung der Preisträger, deren Namen von uns veröffentlicht werden, erfolgt im Beisein eines Notars. Ungenügend frankierte und verspätet eingehende Sendungen werden nicht angenommen. Georg A. Jasmatzi Aktiengesellschaft, Dresden- A. 21 Diskretion— Ehrensache. n Zwei Zreunöe. von ZNarim Gorki. llebertragen von Gertrud Haase. Der eine hieß dcr Cchncckler, der andere der Pfisfer. Ihrer Profession nach waren sie Diebe. Draußen vor der Stadt hausten sie in einem Weiler, der weitläufig in einer Mulde lag, in einer der elenden Hütten aus Lehn« und halbfaulem Holz, die wie ein Haufen Unrat aussahen, den man in den Hohlweg geworfen hatte. Stehlen gingen sie in das nahe Dorf bei der Stadt, weil es in der Stadt selbst gar zu schwierig, im Weiler aber bei den Nachbarn nichts zu holen war. Sie waren beide scheue und zurückhallende Burschen. Hatten sie einmal irgendwo ein Stück Stoff, einen Rock oder ein Beil, ein Geschirr,«in Hemd oder ein Huhn erwischt, so kamen sie lange nicht mehr in das Dorf, wo ihnen der Fang gelungen war. Aber wie schlau sie es auch anfingen, die Bauern bei der Stadt kannten sie ganz genau und drohten, sie das nächste Mal tot zu schlagen. Doch diese Gelegenheit bot sich den Bauern nicht und die Knochen der beiden Freunde blieben heil, obgleich sie nun schon seit sechs Iahren die Drohungen der Bauern mitanhörten. Der Schnackler war«in Vierziger von langer, gekrümmter Ge. statt, mager und sehnig. Er ging daher den Kopf zur Erde, die langen Hände auf dem Rücken, init weiten bedächtigen Schritten. ständig die verkniffenen scharfen Augen ruhelos nach ollen Seiten. Das Kopfhaar trug er kurz, das Kinn rasiert und über den Mund hing der dichte, schwarzgraue Soldatenschnurrbart, der ihm ein finsteres und struppiges Aussehen gab. Sein linkes Bein schien oer- renkt oder gebrochen und war so geheilt, daß es länger als das rechte war. Wenn er es beim Gehen hoch hob. so schlenkerte er es in die Höhe und zur Seite und diesem sonderbaren Gang verdankte er seinen Spitznamen. Der Pfifser war etwa fünf Jahre älter als sein Kamerad, kleiner und breiter in den Schultern. Aber er hustete häufig und hohl und sein knochiges Gesicht, von einem ergrauten schwarzen Bart umrahmt, trug eine gelbe kränkliche Haut. Seine großen schwarzen Augen schauten ständig auf alles schuldbewußt und sanft. Beim Gehen hielt er Immer die dicken Lippen gespitzt und pfiff leise irgend ein Lied, einförmig und traurig, immer dieselbe Melodie. Auf seinen Schultern hing irgend ein bunter Lappen, der ehemals ein wattierter Rock gewesen sein mochte. Der Schnacklcr dagegen trug einen langen grauen Kastan, der von einem Gurt zusammengehalten wurde. Der Pfiffer war Daiier gewesen, sein Fraund war der Sohn eines Küsters, eines ehemaligen Lakaien. Man sah sie ständig bei einander und die Bauern sagten, wenn sie die beiden kommen sahen: »Da sind wieder die Kumpane! Nehmt euch in acht!"' .0. weh, die Spitzbuben!" »Wann wird die der Teufel holen?" Aber die beiden Freunde gingen auf irgend einem Seitenweg und vermieden mit vorsichtigen Blicken jede Begegnung. Der Pfiffer hustete und pfiff sein Lied und das Bein seines Kameroden schien- kerte in der Luft, als wollt« es sich von seinem Herrn losreißen und von dem gefährlichen Pfade fliehen. Oder sie logen irgendwo am Waldesrand, im Graben oder Roggen und unterhielten sich leise, wie sie irgend etwas stehlen könnten, um nicht zu verhungern. * Im Winter geht's auch den Wölfen schlecht, denen doch der Herrgott bessere Waffen zum Kamps ums Dasein mitgegeben hat ol» so zwei Freunden, sogar den Wölfen geht's im Winter schlecht. Mager und bös von Hunger streifen sie umher und wenn man sie auch totschlägt, sie fürchten sich nicht: sie haben ja Klauen und Zähne und vor ollem, e» schlägt kein Mitleid in ihren Herzen. Im Winter ging's den beiden Freunden schlecht. Ostmals gingen sie in die Stadt, um am Abend auf der Straße zu betteln, wobei sie sich hüten mußten, der Polizei in die Finger zu geraten. Nur selten gelang es ihnen etwas zu stehlen. In den Dörfern war es mühsam zu gehen, weil es kalt war und im Schnee die Spuren zurück- blieben. Darum hatte es keinen Sinn, die Dörfer zu besuchen, die zudem bis oben verschneit und verschlossen waren. Der Winter mit seinem steten Kampf mit dem Hunger kostete den beiden Kameraden viel Kraft und wohl niemand erwartete den Frühling mit heißerer Sehnsucht als sie. Und endlich kam der Frühling! Die beiden Freunde, krank und abgezehrt, krochen aus ihrem Erdloch hervor und lchauten mit frohen Blicken über die Felder, wo der Schnee jeden Tag schneller schmolz und schon braune Stellen sich zeigten, die Pfützen in dcr Sonne spiegelten und lustig die Büchlein rauschten. In unendlicher Güte liebkoste die Sonne die Erde und die beiden Freunde wärmten sich in ihren Strahlen und fragten sich, wie schnell wohl die Erde abtrocknen würde und wann endlich man wohl wieder in die Dörfer werde gehen können, um zu mausen. Oft weckte der Pfiffer, der on Schlaflosigkeit litt, seinen Freund am frühen Morgen und rief ihm strahlend zu: .He, steh auf! Die Krähen sind da!" „Sind sie schon da?" „Bei Gott, hörst du. wie sie krächzen?" Sie kamen aus ihrer elenden Hütte hervor und schauten lange und aufmerksam zu, wie die schwarzen Frühlingsboten neu« Nester bauten und die alten wieder in Stand setzten und dabei die Luft mit Ihrem geschäftigen Lärm erfüllten. „Jetzt müssen die Lerchen kommen." sagte der Pfisfer und be- »mn an einem alten, halbverfaulten Netz zu flicken. Und die Lerchen kamen. Die beiden Freunde gingen hinaus und stellten auf einem der braunen Flecke die Netze auf. Dann rannten sie naß und schmutzig über die Felder und jagten unter das Netz die hungrigen und vom langen Flug ermüdeten Vögel, die auf der feuchten, eben erst vom Schnee befreiten Erde nach Nahrung suchten. Hatten sie dann ein paar Dögel gefangen, so verkauften sie diese für fünf oder zehn Kopeken da» Stück. Donn kamen die Brennesieln, die sie sammelten und aus den Markt zu den Gemüse- wcibern brachten. Fast jeder Tag im Frühling schenkte ihnen etwas Neues, einen neuen, wenn auch geringen Verdienst. Sie verstanden aus allem Nutzen zu ziehen: Weidenruten. Sauerampfer. Cham- pignons, Erdbeeren, Pilze— nichts kam ihnen aus. Wenn die Soldaten Schießübung machten, wühlten die beiden Freunde hinter- her in den Wällen noch den Kugeln, die sie dann für zwölf Kopeken da» Pfund verkauften. All diese Möglichkeiten ließen die beiden zwar nicht Hungers sterben, aber nur sellen genossen sie das Gefühl der Sattheit, jene» angenehm« Gefühl eines vollen Magens, der in heißer Arbeit die genossenen Speisen verdaut. Einmal tm April, als die Bäume die ersten Knospen trugen Dud die Wälder j» blauer Dämmerung lagen, aus der braunen fette» Erde ober von dcr Sonne Übergossen da» erste Grün sich zeigte. gingen die beiden Freunde auf der Landstraß« und rauchten ihre selbstgemachten Zigaretten aus schlechtem Tabak. „Du hustest aber jetzt immer mehr," warnte der Schnackler seinen Kameraden. .Da pfeif ich drauf!... Wenn mich jetzt die Sonn« ordentlich durchwärmt, leb ich schon wieder aus." .Hm. hm,... Aber vielleicht solltest du doch lieber in» Kranken- haus gehen.. „Nu. was soll ich da? Wenn ich schon sterben muß, sterb ich auch so.. „Ja. da» ist wahr..." Sie gingen an den Birken zur Seite der Straße vorüber, die die feinen Schatten ihrer dünnen Zweige auf die beiden warfen. Die Spatzen hüpften mit lebhastem Gezwitscher auf dcr Straße. „Du gehst auf einmal so schlecht," sagte nach einer Pause der Schnackler. .Das kommt daher, weil es mich immer so würgt," erklärte der Pfisfer.„Die Lust ist jetzt so dick und feucht, eine fette Luft. Nu, und da fällt e» mir halt schwer, sie zu schlucken." lind er blieb stehen und sing an zu husten. Der Schnacklor stand rauchend dabei und schaute ihn mit einem unbestimmten Blick an. Der Pfisfer wurde vom Husten geschüttelt. er rieb sich mit den Händen die Brust und sein Gesicht wurde ganz blau. „Do» hat bös die Lunge gebeutelt," sagte er, nachdem er mit Husten ausgehört hatte. Und sie gingen weiter und scheuchten die Spatzen auf. „Jetzt schieben wir nach Muchina," begann der Schnackler wieder, indem er seine Zigarette sortwars und ausspuckte.„Wir wollen hinten bei den Höfen herum, vielleicht erwischen wir was... Donn gehen wir weiter durchs Dleiwäldchcn aus Kusmetschicha zu... Von Kusmetschicha biegen wir nach Markowka um... und dann heim." „Es werden dreißig Werst Weg sein," sagte der Pfisfer. „Hossentlich ist's nicht umsonst." Zur Linken der Straße zog sich ein Wald hin, einförmig und düster. Kein einziges grünes Fleckchen in den kahlen Zweigen, das dem Auge wohltat. Am Waldrand irrte ein kleines struppiges Pferdchen mit eingefallenen Flanken, dem die Rippen wie Faß- reifen aus dem Bauche standen. Die beiden Freunde blieben von ncuem stehen und schauten lange zu, wie es von einem Bein aus das andere trat, den Kopf zur Erde bog und die bleichen Gräser sorgsam mit den gelben Zähnen rupfte.(Fortsetzung folgt.) Tiere, öle Werkzeuge benutzen. Von Willy Ley. Eine der schwersten Ausgaben, wie und wo man sie auch immer anzupacken versucht, ist es. eine scharfe Grenze zwischen Mensch und Tier zu ziehen Lediglich im Gebrauch und Besitz des Feuers ist eine solche vorhanden, überall sonst, selbst In Hinsicht auf die Sprache. ist nur ein mehr oder weniger breiter Grenzsaum festzustellen. Dies gist auch für den vielgerühmten Werkzeugbeiig des Menschen. Man dorl sich hierbei, wo es darauf ankommt. Werkzeugbesitz bei Tieren festzustellen, natürlich unter„Werkzeug" nicht gleich Drehbänke und Lötkolben vorstellen, ebensowenig, wie man bei„Masse" gleich an automatische Browningpistolen denkt. Werkzeug ist es vielmehr schon, wenn irgendein Lebewesen gleich welcher Art zu irgendeinem Zweck einen Gegenstand benutzt, der nicht zu seinem Körper gehört. Wenn also z. B. ei» Affe— jeder macht es vor— mit einem«tem harte Nüsse aufhaut. Ab und zu wird solch ein emiachstes Werk- zeug auch einmal zur Waffe, indem es mit unheimlicher Treffsicher- heit irgendjemand an den Kopf fliegt. Bei den siamesischen Schützen- fischen, die Beuteinsekten mit Wasscrtropfen von Uferpflanzen her- unterspucken, und unserem Ameisenlöwen, der mit Sandkörnchen nach Insekten wirst, die seinem Sandtrichtcr zunahe kommen, ist das Werkzeug sogar ganz und gar zur Waffe geworden... Affen benutzen auch odgebrochen« Lest« und Rohre alz Werk- zeuge(und als Waffen), wenn sie damit nach Früchten schlagen. Pros. Heck erzählt sogar einen noch interessanteren Fall au» der Menschenalsonbeobachtungsstation auf Tenerissa. Dort schlug ein Schimpanse mit einem Rohr nach Bananen, und als sich ein? der Rohrstücke als zu kurz erwies, verlängerte er es durch Hineinstecken eines dünneren Endes. Noch eine andere Erfindung ist beim Nußknacken von einem anderen Tier gemacht worden. Und zwar durch den schwarzen Ararakakadu von Neuguinea, der harte Nüsse aufknackt, indem er sie mit dem Schnabel erst ansägt und dann gewaltsam ausbricht. Damit die glatte Nuß aber nicht zu oft entgleitet, umwickelt er sie vorher mit einem Blattstück. Unser Buntspecht hat«inen ähnlichen Kniff. Um Kiesernzapsen leichter auseinander hacken zu können, klemmt er sie in Astlöcher oder Holzspalten. Ost hockt er sogar noch diese Klemmen zurecht oder meißelt sie extra zu diesem Zweck in das Holz ein.— Das Merkwürdigste in dieser Beziehung liefern aber die auf Ceylon lebenden Oecophylla-Ameisen. Sie legen nämlich ihre Nester auf Bäumen an, wo sie die Blätter, ohne sie abzuschneiden, zu großen Klumpen zusammenspinnen. Dies letzte Wort Ist es, dos olle Schwierigkeiten enthält, denn die Oecophylla-Ameise kann selbst nicht spinnen. Die Sache war also rätselhaft, bis es Pros. Doslein gelang, den Bau eines Nestes bzw. das Ausbessern schadhaft ge- wordener Stellen zu beobachten. Ein« Anzahl Ameisen hielten mit Ihren Mandibeln(Kiefern) die beiden aneinander zu spinnenden Blätter fest. Dann erschiene» andere, die zwischen den Kiefern Larven derselben Art trugen. Sie drückten die würmchenähnlichen Larven mit dem Vorderende auf ein Blatt, fuhren dann über den Spalt, drückten dort wieder fest und gingen so immerfort hin und her. Doflein sah dann, wie sich der Spalt allmählich„mit einem seinen seidenartigen Gewebe füllte". Des Rätsels Lösung ist einfach, der Spinnstojs, der den erwachsenen Ameisen sehst, wird von den Larven erzeugt und die Ameisen be- nutzen ihre Kinder„als Spinnrocken und gleichzeitig als Weber- schiffcheii".— Die genaue Kenntnis der Frage der Werkzeugbenutzung durch Tiere hat auch paläontologisch noch eine gewiss« Bedeutung. Sie kann uns nämlich Aiifschluß geben über das Alter des Menschen- geschlechts. Man kennt aus tertiären Schichten nämlich die söge- nannten Eolithen(Morgenrölesteine), Steine, die bearbeitet sind. Ebensolche Steine aus späteren Schichten hat man als Zeugen urmenschlicher Tätigkeit sicher erkannt, die Eoiithen aber sind den Forschern zu alt. Man glaubt nicht, daß in so alter Zeit schon Menschen existiert haben sollen und Hot die Frage aufgeworfen, ob nicht irgendein intelligentes Tier der Berfertigcr dieser Eolithen sein könne. Ich möchte diese Frage jedoch verneinen, denn es handelt sich nicht um einfache, sondern um künstlich verbesserte Werkzeuge. Allerdings ist es sehr möglich, daß der anonyme Verfertig«? der Eolithen ein Wesen war, bei dem die Frage:„noch Asse" oder „schon Mensch" nicht beantwortbar ist. Der Riagara-Fall„lrockengelegt". Ein höchst seltsames Natur- schouspiel Hot sich während mehrerer Tage den Anwohnern und Be- suchern de» Ziiagara-Falle», und lausende von Menschen wandern hin, um dieses Naturwunder zu selben, denn der Niagara-Fall war tatsächlich im Staate des„trockenen Amerika" trockengelegt ward«». Die Ursach» diese» Naturwunders war natürlich nicht in Menschen- krästen zu suchen, die kaum ausreichen würden, um diese Erscheinung hervorzunisen, sondern in den Kräften der Natur. Ein« Eisstauung nämlich, die sich von Goat Island bis zum Festlonde hinzog, lzatte sich derartig vor die Niagara-Fälle vorgeschoben, daß der ungeheure und sonst mit gewaltigem Getös« herabstürzende Fall vollkommen versickert war. Die Stauung begann sich in den Tagen der scharje» Kalte gegen den 16. Januar zu bilden, und zwar nahm sie ihren Ansang bei Fort Day. Es kam dazu, daß sehr heftige Nordwinde herrschten, die im Niagarastrom selbst und ini Eriesee das Eis losgebrochen und es zu ungeheurer Höhe emporgeitaut hatten. Der scharfe Frost, dcr mit der großen Kältewelle im Januar über Amerika herrschte, hatte das gewaltige Wunderwerk vollendet. Bon den Taufenden von Zuschauern wollten natürlich mehrere Hundert zuin ersten Male in tollkühner Waghalsigkeit voni Festlande über dos Eis nach Goat Island wandern. Da ober die Mögllchkeit bestand, daß die Stauung in kurzer Zeit wieder behoben wird und die ungeheuren Wassennasjen aufs neue berunterdonnerten, so war Gefahr vorhanden, daß alle diese Waghalsigen in den Fluten des brausenden Stromes untergingen. Es waren darum von der Regierung in Er- Wartung dieser Ding« Schutzleute und Soldaten an den gefährdeten Stcllen'ausgestellt worden, welche die Zuschauer hinderten, ihre Der- suche in die Tat umzusetzen. Versuchen Sie die neue TELEFUNKEN- LAUTSPRECHER RÖHRE ATELIER TRIAS TELE FUN KEN R.E.154 Sie werden überrascht sein! Theater, Lichtspiele usw. Volksbühnel Großes Berkner Theater) 8 Uhr: Schauspielhaus Uhr: Messalinette Lessing- Tb. Deutsches Sturmflut Künstl.- Theater Morgen 8 Uhr: Sturmflut är Dich Staats- Theater CHARELEREVUE Opernhaus 8 Uhr: Salome TÄGLICH 84 Opernhaus am Königsplatz Theater a. Kettb. To: 7 Uhr: Mignon Kottbuser Str. 6. Schauspielhaus 8 br- Gutg. 8 ub am Lido 8 Ubr: Paganini Th.a. Kurfürstendamm 8 Uhr: Die Nacht der Nächte Th.a. Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der fröbliche Weinberg Schiller Theater Elite- Sänger. Lustspielhaus 8 Uhr: Jugend Städtische Oper Charlottenburg 7½ Uhr: Der flegende Holländer Abonn- Turnus II Deutsches Theater 8 Uhr: Juarez und Maximilian Kammerspiele 8 Uhr Die letzte Geliebte Die Komödie Kurfürstendamm 286/7 8 Unr Zum 150. Male Gesellschaft 11.15 Uhr: Nadat vorstellung Blauer Vogel" alle Plätze 3 und 5 M. Neues Programm! Residenz- Th Nur noch 2 Voist 8 Uhr: Die Durchgängerin Chicag. 25 m Claire Rommer Donnerstag, 7% Uraufführung Fopple Rommer. Sabe Versäumen 8 Uhr: Dicky Sie night Wallner- Theater unfer fabelhaftes Februar Programm Gintritt 50 bis 2.50 m Hachm. ermäß.Preise 8 Uhr: Kolportage 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen Königin Luise Kleines Th. 8 Uhr: Ein Spiel von Tod u. Liebe v.Romain Rolland 8 Uhr: Philharmonie Sinfonie Konzert d. Philharmon.Orch. Dirig: Prof. Prüwer Metropol Theater unt gefl Mitwirk. v. Tägi. 8 Uhr Lilli Bohnkevolles Abd.- Pregr. No no Nanette Mendelssohn. WIND BOORTEN Die Zwergenrevue im sensationell. Februar- Spielplan Sonntag 3% halbe Preise Rauchen gestattet! Reichshallen- Theater Abends& U., Sonntag nchm. 3 U. Stettiner Sänger Neu: Der letzte Postillion Habm. halbe Preise. Velles Programm Dönhoff- Brettl 10 Nummern! Tanz und Urfidelitas! Der Massen- Einkauf gestattet mir folgendes billiges Angebot 100 000 Liter vergoren, Fruchtweine Zucker Steuer ca. 14%, mit Heidelbeer- a. Apfelwein Ltr. M. 0.87 Fruchtwein, Portweintyp Johannisbeerwein. Thalia- Theater Stachelbeer- u. Kirschwein 8 Uhr: Der alte Dessauer Charlé, Vespermann Werckmeister, Wilfan Theater in der Kommandantenst. 8 Uhr: Lene, Lotte, Liese Molly Wessely • 4. Sint. Beethoven, Viol.-Kz. Mendelss. Statt jeder besonderen Anzeige. Die Trauerfeier für den verstorbenen Präsidenten der Reichsgetreidestelle Geheimen Regierungsrat Merz findet am Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 5 Uhr, im Diplomatenzimmer des Anhalter Bahnhofs, Zugang Schöneberger Straße, statt. Von dort erfolgt die Ueberführung nach Bayreuth, wo die Beisetzung am Donnerstag, den 25. Februar, stattfindet. Am 22. d. M. verschied nach kurzem Krankenlager unser langjähriger treuer Mitarbeiter und Kollege, Genosse Fritz Zinke im 66. Lebensjahre. Wir verlieren in dem so unerwartet Verstorbenen, der erst vor kurzem seinen 65. Geburtstag rüstig beging, einen allezeit pflichteifrigen, gewissenhaften Angestellten, einen lieben, von allen geachteten Freund und Kollegen, einen in schlechten und guten Tagen bewährten, unermüdlichen Genossen. Ehre seinem Andenken! Geschäftsleitung und Personal des Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Tag und Stunde der Einäscherung wird noch bekanntgegeben. AB 25. FEBRUAR CIRCUS WILHELM HAGENBECK Müllerstrasse, neben Nordpark HOLZBAU DAMPFHEIZUNG Neue Welf A. Scholz Hasenheide 108-114 Dienstag, den 23. Februar, sowie täglich: Bockbierfest in den bayer. Alpen 8 Kapellen/ Neue Dekorationen/ 30 bayer. Mad! Ausstoß d. berühmten Bergschloß- Jubil.- Boek Prämiferung der ähnlichsten Freundinnen 3 bare Geldpreise 75, 50 u. 25 Mk. Anmeldungen v 8-10 U. abends a. d. Kasse Legitimation ist mitrobringen. Geschwister scheiden aus. und Große Schweinebraterei auf dem Riesen- Lucullus- Brat- Apparat " 0.96 " " 1.02 " 99 1.08 Einlaß& Uhr 75 000 Liter Südweine unverschnitten mit Steuer Tarragona süß 17%..Ltr. M. 1.50 Malaga 99 16% Samos( Krankenwein) Douro Portwein süß 20%. " 99 1.74 99" " " 2.70 35 000 Flaschen Josefine Dora Rot- u. Weißweine Oskar Sabo Georg Baselt Theat. d. Westens Das Spiel Tägl.& Uhr: . die Liebe Operette von Gilbert 0,50 bis 10 Mk. Friedenspreise Serie 1 mit Steuer ohne Glas M. 0.90 Serie 2 mit Steuer ohne has M. 1.32 Serie 3 mit Steuer ohne Glas M. 1.89 Serie 4 mit Steuer ohne Glas M. 2.36 Erstklassige Spirituosen la Aquavit, 35% la Weinbrand- Verschn., 38% la feinster Weinbrand, 38% Ltr. M. 2.95 Anfang 7 Uhr Voranzeige! Donnerstag, den 25. Februar: Großes Schweineschlachten Th. In d. Lützowstr. Casino- Theater Tägi. 8%, Uhr: Lempke's sel. Witwe Musik v. Dr.R.Hirsch M. Täglich 8 Uhr New! Nen! Der große Erfolg Helenes Volkstämilche Preise 1-4. Liebesabenteuer Im Vorverkauf Theaterkasse Bote& Beck. Werth.200/ Ermäß and das bunte Programm Th. a. Hollendorfpi. 8 Uhr: Admiralspalast Die offizielle Täglich 8, Uhr: Frau 4.20 Operette in 3 Akten Haller- Revue " " 3.20 " 95 la Jam.- Rum- Versch. ca.45%" 4.45 Preise 1 M. bis 8 M. 99 la Jam.- Ram- Ver.( Teerum) ca 55%" Spezial- Likör, ca. 38% . Rose- Theater Die bek Süskind- Likere ca. 35% Süskind Privatbrand, 38% 8% Uhr: Angust Charente Weinbrand, ca. 42% der Starke 5.20 Ltr. 3.40 Achtung! 445 Neues Th. am Zoo Welle 505 9 95 " 4.75 FI. 4.25 Aliabendl. 8 Uhr: " 99 Central- Theater Kostproben gratis Guido Berlins Dr. Der Fremde Ausschank direkt vom Fan Thielscher sehens8 Uhr: Barnowsky- Bühnen Theater Königgrätz.Str. T.:Hasenheid.2110 8 Uhr: Einen Jux will er sich niachen Likör- Fabrik u. Weingroßhandlung Eduard Süsskind Hauptgeschäft: Brunnenstr.42-43 Komödienhaus Berlin N: Chausseestraße 76 Tel.: Norden 6304 % Uhr: Berlin N: Mallerstraße 144 Der Garten Eden Berlin 8: Koppenstraße 87 Die Tribune Tel: Wilhelm 5365 7% Berlin SO: Grünauer Straße 15 Zum 1. Male: Moabit: Wilsnacker Straße 25 in Stöpsel KleinePreise: Parkett1-2M. Park.- Faut.3-4 M. Orchest.Fauteuil 5 M. Sessel 6 M. Vorverkaufununterbrochen Uhr: Trianon- Th. Zentr. 2391 Berlin lacht von 8 bis 12 pie Revue Der entfesselte Wetan Steglitz: Schloßstraße 121 der Einakter Komödie von Ernst Toller Neukölln: Berliner Straße 18 WalhallaCircus Busch 7 D.gr.Circ.Preg.u. Die Gorillabraut Nur noch kurzeZeit Während Grünen Woche der Th.- Weinbergsweg Täglich 8: Grane Grane Haare Haare Die Königin beseitigt unser Haarfarbewiederhersteller Gr. hip. Weftstreit Youpla SCAL Rastelli und 10 weitere VarietéSensationen FI. M. 4.Nur eine Pissigkeit. Prel von all schädi, Bestandteilen Lästige Gesichtshaare entfernt unschädlich unser Haarentferner Mirol FI. 2.Berlin W. Ropp& Joseph, Potsdamer Str. 122. der Nacht mit Preisrätselauflösung Intimes Theater Tägi. 8 Uhr Ein undankbarer Mensch von Ernst Bittlinger Annahmestellen Ladengesch. u. Bart. Wohnung. vertehesz Lage gel.( gut. Neben verdienft). StrumpfReparaturantall Chemaig, Balance 66! werteste Revue Am Sonntag, den 21. Februar, ver. starb plöglich an Schlaganfall mein liebermann, mein lieber Bater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Deutscher Metallarbeiter- Verband KLEINE ANZEIGEN Mittwoch, den 24. Februar, miffags 12 Uhr, im Zimmer 28 des Verbandshaufes, Linienftr. 83/85: Versammlung aller arbeitslosen Maschinen-, Auto-, und Reparaturfchloffer. Mitgliedsbuch legitimiert. Jedes Wort 12 Pf. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt Fettgedrucktes Wort 25 Pf. sind, müssen bis spätestens ( zulässig 2 fettgedruckte 42 Uhr nachmittags in Worte). Stellengesuche der Haupt- Expedition des das 1 Wort( fettgedruckt) 15 Pt., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Vorwärts, Lindenstraße 3. abgegeben werden. Dieselbe istwochentags von morgens 32 Uhr bis nachm. 5 Uhr ununterbrochen geöffnet. Verkäufe Betriebsräte der Hauptgruppe VI. Untergruppen XVIII und XIX ( Rechen, Schreib- u. Nähmaschinenbau, Chirurgie, Teppiche, Diwanbeden, Tischdecken. Feinmechanik u. Optif). Bettvorleger, Läuferstoffe, prachtvolle Donnerstag, 25. Februar, abends Auswahl, extra billige Gelegenheiten. 7 Uhr, im Jugendfaal des Verbands- Fischer. Botsdamerstraße 109. hauses, Linienste. 83/85: Versammlung Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Neuwahl der Betriebsräte 2. Gruppenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Betriebsratskarte und Mitgliedsbuch legitimieren. Reikzeuge( Richter- Präzision), Sicher beits- Goldfüllfederhalter. Bureaubedarfs haus Lindner, Neukölln, Kaiser Friedrich- Straße 36/37. Bekleidungsstücke: Wäsche usw. wenig getragene, teils auf Geide ge arbeitete, eritflaffige Jadettanzüge, Frad Cutaways, Winterpaletots, außerdem Donnerstag, den 25. Februar, nach- anzüge, Gmotinganzüge, Gehrodanzüge, miffags 5 Uhr, im Zimmer 28 homelegante neue Garderobe zu staunend des Berbandshauses, Linienftraße: billigen Breifen. Gelegenheitstäufe in Branchenversammlung Sportpelen, Gehvelzen, Belamänteln, Belaiaden, Füchsen aller Art auffallend der Zigarettenmaschinenführer und billig im Leibhaus Lowidi. Brinzenftraße 105, eine Treppe. Keine Lombard Betriebshandwerker. ware. Berleib Anzilge. Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen, trake 105. ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Die Tagesordnung wird in der Berfammlung bekanntgegeben. hocheleganter GesellschaftsLeihhaus Lowidi, Prinzen Getragene Herrengarderobe, tabellos erhalten, Gelegenheitstäufe in BelaAchtung! Graveure, 3ijeleure! arenaroke Auswahl, billige Breife. Donnerstag, den 25. Februar, nachm. Reine Lombardware. Leihhaus Spiegel, 5 Uhr, in Ewalds Vereinshaus", Chauffeeftrake 7. Staliger Straße 126: Brauchenversammlung aunend billig. Nak früher Mulad aller Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Biochemie und Lebensreform. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Getragene Herrengarderoben, Gesellfchaftsanzüge für forpulente Figuren Straße, jekt Gormannstraße 25/26 und Mariannenstraße 26. Bettenverkauf! Neue 17.50, 19.50, 22,50! Prachtvolle 27.50, 35.-! Steppdeden! Tülldecken! Bettwäsche spott billig! Reine Lombardware! Einzel Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Es ist Pflicht eines jeden organisterten ftüde! Leihhaus, Brunnenstraße 47. Kollegen zu erscheinen. Achtung! Klempner Achtung! Möbel Batentmatraken, Auflegematraken. Me Donnerstag. den25.Februar, abends tallbetten, Chaiselongues. Walter, Star Restaurateur Georg Baatz beim Sigungsfaal des Verbands- aarberstrake achtzehn. Spezialaefchäft. Berlin, Naunynstr. 44. Um stille Teilnahme bitten Die Hinterbliebenen. Die Einäscherung findet Mittwoch, abends 7 Uhr, im Krematorium Baumschulenvea ftatt. hauses, Linienftr. 83/85: Möbelspeicher. Neue und gebrauchte Branchenversammlung möbel. Teilzahlung ohne Auffchlag. komitraße 95. Geöffnet bis 7. Tagesordnung: 1. Die Aus Teilzahlung. Möbel feder Art. Ge wirkung der Wirtschaftskrise. 2. Verbands- ringe Anzahlung, bequeme Abzahlung. und Branchenangelegenheiten. Möbelhaus Luisenstadt, Rövenider Straße 77/78, Ede Brüdenstraße. Gelegenheitstäufe. Schlafzimmer 425. Flurgarderoben 45. Ruhebetten 20. Sorbieffel 9,50. Schlaffeffel, Nähtische getroffen. Danksagung Mitgliedsbuch legitimiert. Klempner kalender find neu ein Für die vielen Beweise herzlicher Teil- Achtung! Chirurgie- Mechanit Achtung! 29. Bücheretageren 12 Goldmart. Mö nahme bei der Einäscherung meines lieben Donnerstag. den 25. Februar, nach- belhaus Ramerling, Raftanienallee 56. Mannes, des Gastwirtes Wilh. Dams, miffags 5 Uhr, im Barterrefaal des Gebiegene Möbel, mer?' den Sak! fagen wir hierdurch allen Teilnehmern, verbandshauses, Linienffe. 83/85: baut Gleifer. Alexanderplak. AlexanderFreunden und Bekannten unseren Dant; insbesondere dem Sprecher des Vereins Branchenversammlung Büschiofas Freidenker, der SPD- Mitte, befonders ftrake 42. 45.-, Kleiderspinden, Der 7. Abt.; dem Deutschen Bau- Gewerts- aller in der Chirurgie- Mechanit Wäschesvinden 25., Chaiselongue 22.-, bund sowie dem Bezirk Oranienburger Betstellen, Matraße 18.- Baschtoiletten, Beschäftigten. Borstadt und der Bereinigung der GastNachttische 10.-, Ausziehtische 22.Tagesordnung: 1. Berufswahl. Stühle 5.-, Rücheneinrichtung 40.-. und Schankwirte Groß- Berlin". Branchenangelegenheiten und Ber Möbelversand nach außerhalb. Sellin, Berlin, den 21. Februar 1926 Gartenstraße 26. Frau Bwe. Wilhelmine Dams nebst Rindern. Herzlichsten Glückwunsch zum Feste der diamantenen Hochzeit übersenden ihrem alten Genossen Albert Tiek ieiner Frau Bergfelde, Stolpische Straße 7. Die Genoffen der 19. Abteilung. 2. schiedenes. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Bahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Die Ortsverwaltung. Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Röcker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Besonders Weil Sie gute Möbel benötigen, ge währen wir Ihnen weitgehendsten Kre dit beim Einkauf Don tompletten Wohnungseinrichtungen, Einzelmöbeln, Ritchen, Dekorationen aller Art, Tepnichen, Portieren, Deden, Läuferstoffen. Moabiter Kredithaus, Turmstraße 81, eine Treppe. Geltene Raufgelegenheit! Schlafzimmer Beate", echt Eiche: großer Ankleidefchrank mit Rriftallfpiegel; echter Marmor: prima Drellauflagen: komplett 510,- Mark. Berliner Möbelhaus wirksam sind die Morik Sirfchowik. Südosten, Staliger Kleinen Anzeigen ftraße 25, Hochbahn Rottbuffer Tor. in der Gesamt. Auflage billig! Musikinstrumente des Vorwärts und trotzdem Jedem schmeckt FEINKOST MARGARINE 2007 Blauband FRISCH GEKIRNT Fordern Sie die ,, Blauband- Woche" zu jedem Pfund. Wichtige Kleinigkeiten sind oft ausschlaggebend. Ein schlecht geputzter Schuh zerstört den Eindruck einer sonst tadellosen Eleganz. In diese Verlegenheit kommen Sie nie, wenn Sie zur Schuhpflege immer Erdal Marke Rotfrosch verwenden, das die ursprüngliche Schönheit des Schuhes erhält. Erdal putzt die Schuhe, pflegt das Leder! Bianos, Qualitätsware aus eigener Fabrit. Flügel, Sarmoniums, aroke Auswahl in jeder Breislage. Rahlungs. erleichterung. Mar Adam, Inhaber Otto Woltersdorf, Münzstraße 16, nahe Alerandervlak. Bianos preiswert. Klaviermacher Lint, Brunnenstraße 85.. Kaufgesuche Rahngebiffe, Silberfachen. 8inn, Blet, Quedfilber, Goldschmelze Chriftionat, Röpeniderftraße 39( Adalbertstraße). Fabrräder kauft Linienftrake 10 Unterricht Technische Privatschule Dr. Berner, Regierungs- Baumeister, Berlin, Nean berſtraße 3. Maschinenbau, Elektrotechnit, Hochbau. Abendlehrgänge Tageslehrgänge. Verschiedenes Erfinder. Schnellste, billigste Aus arbeitung, Anmeldung und Verwertung von Batenten und Gebrauchsmustern. Unbemittelten Teilzahlung geftattet. Ernst Altvater, Berlin NO 43a, Georgen tirchstraße 48. Arbeitsmarkt Stellenangebote Kuvertmaschinen- Schloffer, welcher selb. ftändig Formate umstellen fowie ein ftellen kann und auch mit Reparaturen vertraut ist, verlangt Mag Krause, Alexandrinenstraße 93. Gewandte Kochdame für Roftprobenabgabe eines Markenartikels in Groß- Berliner Rolonialwarengeschäften für fofort gesucht. Damen, die bereits ähnliche Tätigkeit ausübten, erhalten den Borzug. Schriftliche Angebote mit Lichtbild und Gehaltsansprüchen unter N. 23 an die Haupterpedition des„ Borwärts". Weibliche Bureauhilic die sich als perfekte Stenotypistin. gute Rechnerin und gewandt in Kartothekarbeiten ausweisen kann, und die bereit ist, auch andere Bureauarbeiten zu übernehmen, gesucht. Erwünscht Vorkenntn. 1. d. Gewerkschaftsbewegung Ang unt. M. 23 Hauptexpediton des Vorwärts .