Str. 91 43. Jaheg. Ausgabe A nr. 46 Bezugspreis: Bentlich 70 Bfennig, monafta B- Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit ber Gonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied Lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Biffens und Frauenbeilage Frauenftimme Morgenausgabe Vorwärts erfcheint wochentäglich aweimal, 20 Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( zulässig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Bfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Nachdem erst vor einigen Tagen die Regierung durch den Mund von vier Ministern ihr Wirtschaftsprogramm dem Reichstag mitgeteilt hat, nachdem bereits am Jahresschluß der Reichsverband der deutschen Industrie eine umfangreiche Denkschrift veröffentlicht hat, legen nunmehr die freien Gewerkschaften( Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Allgemeiner freier Angestelltenbund, Allgemeiner Deutscher Beamtenbund) ihre Ansichten über die Gegenwartsaufgaben deutscher Wirtschaftspolitik" der Deffentlichkeit dar. Die Einleitung dieser Denkschrift bringt die Begründung dieser für die fünftige Wirtschaftspolitik außerordentlich wichtigen Kundgebung. Sie lautet: " Die unterzeichneten gewerkschaftlichen Spitzenverbände haben immer darauf hingewiesen, daß ihre sozialpolitischen For derungen auf das engste mit der Gestaltung der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik und mit dem Gesamtaufbau der Gütererzeugung und Güterverteilung zusammenhängen. Wir haben deshalb stets für die Arbeit nehmerschaft das mitbestimmungsrecht auf allen Gebieten der Wirtschaftsgestaltung beansprucht und dementsprechend pro grammatische Forderungen für die Wirtschaftspolitik erhoben. Ob gleich also unsere wesentlichen Forderungen der Deffentlichkeit nicht unbekannt sind, nehmen wir die vom Reichsverband der deutschen Industrie fürzlich veröffentlichte programmatische Dentschrift Deutsche Wirtschafts- und Finanzpolitit" zum Anlaß, unsere Stellung zu den brennenden wirtschaftspolitischen Gegen martsfragen zusammenfassend darzulegen. Solange noch die privatkapitalistische Wirtschaftsordnung be steht, wird es stets wirtschaftliche Klassen geben, die um die relative Größe ihrer Anteile am Ertrag der Arbeit gegen einander fämpfen werden. Bir halten diese Kämpfe für un vermeidlich, weil irgendeine angeblich neutrale wissenschaftliche Berständigung in dieser Frage nicht gegeben ist. = Aber unbeschadet dieser Erkenntnis glauben auch wir, daß für die Lösung einzelner Fragen der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik die gemeinsame Arbeit aller Kreise er screbenswert ist zum 3mede der Ueberwindung der gegenwärtigen Krise und der Entfaltung der pro buttiven Kräfte der deutschen Wirtschaft. In diesem Sinne unterbreiten wir unsere Forderungen allen für die deutsche Wirtschaft und die deutsche Politik verantwortlichen Stellen in der Ueberzeugung, Wege zu weisen, auf denen die Gesundung der deutschen Wirtschaft beschleunigt und gefördert werden kann. ordnung, sondern darüber hinaus als Träger sozialer Funt tionen betont. Dementsprechend werden die bekannten Forde rungen erhoben, wie ausreichende Besoldung der Beamten, angemessene Versorgung der Kriegsopfer, Aufrechterhaltung und Ausbau der sozialen Fürsorge und des Schulwesens, Offenlegung der Steuer listen, Abbau der Umsatzsteuer, Reform des Einkommensteuertarifs zur Entlastung der unteren Stufen, Verwendung der Hauszinssteuer für den Wohnungsbau, Steuerfreiheit der öffentlichen Betriebe, Ersparnisse am Beamtenapparat der Heeres- und Marineverwaltung, Befreiung der Länder von den Fürstenabfindungen. Das allgemeine Verlangen nach Reform der öffentlichen Verwaltung mündet in einem Appell zum Einheitsstaat." Der Fortschritt in der Richtung zum Einheitsstaat ist schon aus Ersparnisgründen zu fördern." Bei den sozialen Abgaben wird jedoch Rückschritt aufs schärfste abgelehnt. Die Sozialversicherung diene dem Schuße der mensch lichen Arbeitskraft und sei daher im Gegenteil ständig auszubauen. Fordere die Denkschrift der Industrie, daß die sozialen Abgaben der jeweiligen Wirtschaftslage angepaßt werden müßten, so sei dem gegenüber darauf hingewiesen: daß es dem Prinzip einer Bersicherung widerspreche, die Leistungen abhängig von Konjunkturen zu machen. Insbesondere wird eine Arbeitslosenversiche rung verlangt. Hoher Cohn und achtstündige Arbeitszeit sind für die Gewerkschaften nicht nur soziale Forderungen, sondern auch der kräftigste Antrieb zur Rationalisierung. Lohn erhöhungen zwingen unrationell arbeitende Betriebe, zugunsten einer Zusammenfaffung der produttiven Kräfte auszuscheiden. Auch aus diesem Grunde wird daher Ausgestaltung des Tarif in stems, des Tarifrechts, des Schlichtungswesens, gefeßliche Durchführung des Achtstundentages und Ratifizierung des Washingtoner Abkommens gefordert. Im Kapitel Bant- und Kreditwesen wird es begrüßt, daß die Reichsbant die Lage des Geld- und Kapitalmarktes nicht mehr durch schematische Kreditbeschränkung, sondern durch entsprechende Handhabung des Diskontsages regeln will. Ein niedriger Binsfuß sei erwünscht, dürfe jedoch nicht fünstlich herbeigeführt werden, da er zu unbegründeter Bevorzugung einzelner Kreditnehmer führe und dem 3wange zur Abstoßung von Warenvorräten entgegen wirte. Die Reichsbant müffe eine planmäßige Kreditver teilung nach volkswirtschaftlichen Gefichtspunkten anstreben und mit Hilfe der öffentlichen Bantinstitute die Spanne zwischen Soll und Habenzinsen herabdrücken.- Handels politisch wird der Abbau der Zölle In der Uebersicht über Entwicklung und derzeitige Lage der deutschen Wirtschaft wird es in bewußtem Gegensatz zur Dentschrift auf Rohstoffe und unentbehrliche Lebensmittel sowie der Ein- und des Reichsverbandes der deutschen Industrie als Uebertreibung Ausfuhrverbote gefordert. Bei Handelsvertragsverhandlungen sei bezeichnet, wenn man von einer 3 erstörung der Grundlagen unserer Wirtschaft" spreche. Die gegenwärtige Krise au beachten, daß jede 3ollermäßigung im eigensten Inter offenbare nur eine ernste Störung des Produktions- effe der deutschen Wirtschaft liege. prozesses, die ausgehe von Störungen in der 3irfulation, von einer falschen Berwendung des Sozialprodukts". Während die Denkschrift des Reichsverbandes das jährliche Boltseinfommen mit 43-48 milliarden Mark angibt, also nur mit zwei Dritteln des Borkriegswertes, kommt die Denkschrift der freien Gewerkschaften auf Grund eingehender Berechnungen auf 52-60 Milliarden, also unter Berücksichtigung der Geldentwertung annähernd auf die Höhe der Vorfriegszeit. Diese Schätzung wird nach der Gewerkschaftsdenkschrift bestätigt durch die Hebung des Produktivitätsgrades der deutschen Wirtschaft, die aus dem Zahlenmaterial über Brotgetreide- und Kartoffelernte, Warenumfah, Außenhandel, Steinkohlenverbrauch usw. hervorgeht. Aus dem Unterschiede in der Schätzung des Bolfseinkommens er gibt sich ein Unterschied in der Errechnung der Steuerlast, die die Industrie mit 25 bis 30 Broz, die Gewerkschaften mit nur 17 bis 21 Proz. des Volfseinkommens beziffern. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß Berechnungen des amerifanischen National Industrial Conference Board die Steuerbelastung Belgiens, Frankreichs, Italiens und Englands mit annähernd dem gleichen Prozentsaz angeben. Der Dawes- Plan wird als FortSchritt gegenüber Bersailles anerkannt und der Anschluß Deutschlands an den Bölkerbund als nächster Schrift auf dem Wege zur Völlerverständigung gefordert. Ohne Sicherung einer friedlichen Außenpolitit wäre jedes Wirtschaftsprogramm auf Sand gebaut. Die Sozialpolitik des Staates. Auf dem Gebiete der öffentlichen Finanzwirtschaft picb bie Stellung des Staates nicht nur als Hüter der Rechts Rationalisierung und Betriebsdemokratie. Die Rationalisierungsfrage sei meistens mehr eine Organisations als eine Geldfrage. Der Industriedenkschrift gegenüber wird hervorgehoben, daß die Fortschritte in Typifierung und Normung nicht vom guten Willen des Käufers, sondern von der guten Qualität und dem niedrigen Preis des Produktes bestimmt werden. Die Durchführung der Rationalisierung müsse unter Mitwirkung der Betriebs- und Wirtschaftsräte geschehen. Sie sei oft nicht eine Angelegenheit des Einzelbetriebs, sondern des Gesamtgewerbes. 198 In weiteren Abschnitten wird eine Produktions- und Berbrauchsstatistit, eine Reform des Kartellrechts mit Kartellaufsichtsamt und Förderung des Genossenschaftswesens verlangt. Wir bringen an anderer Stelle Auszüge aus den wichtigsten Teilen der Denkschrift, die einen wertvollen Beitrag zur Stellung der Arbeiterschaft im Kampf um die Wirtschaftsgefundung darstellt. Es ist zu begrüßen, daß der Allgemeine Deutsche Ge werkschaftsbund, zusammen mit den übrigen freien Gemertschaften, die Forderungen der organisierten Arbeiterschaft gegenüber den Ansprüchen der Induſtrieführer mit außer ordentlicher Klarheit formuliert und die Wünsche der Arbeiter fchaft zur Geltung gebracht hat. Die Unternehmer sind nicht die Wirtschaft" schlechthin, als die sie sich so oft aufspielen. Eine Wirtschaft ohne Verbraucher und ohne Arbeitskräfte ist undenkbar. Eine verantwortliche Wirtschaftspolitit muß daher auf die Wünsche dieser großen Bolfsgruppen mindestens ebensofehr Rüdficht nehmen wie auf die Wünsche der zu | fälligen Besitzer der Produktionsmittel, und das um so mehr, als gerade die Arbeiterschaft von der gegenwärtigen Krise auf das schwerste betroffen wird. eine gründliche Durcharbeitung der schwebenden WirtschaftsDas Programm der Gewerkschaften zeichnet sich durch probleme aus. Es beweist, daß eine auf Senkung des Reallohns gerichtete Politik sich gegen die gesamte Wirtschaftstätigkeit des deutschen Volkes wenden muß. Es stellt zahlreiche Irrtümer richtig, die in der Beurteilung der gegenwärtigen Krise und ihrer Ursachen von den Unternehmern gemacht wurden. Keine wirtschaftliche Frage, die in der Diskussion der letzten Monate angeschnitten wurde, bleibt unberücksichtigt. Und die Kritik ist durchaus keine Arbeiterschaft, aufbauend in den Wirtschaftsprozeß ein= negative, sondern sie zeugt von dem starken Willen der zugreifen und ihr Teil dazu beizutragen, daß die Krise fo rasch als möglich überwunden wird. Eine = keit der Rationalisierung der Wirtschaft. Man Vor allem bejaht die Denkschrift die Notwendig fann nicht die Preise senten und die Löhne steigern wollen, ohne die durch Krieg und Inflation vernachlässigte deutsche Produktion und Warenverteilung einer gründlichen Reorganisation mit dem Ziele der allgemeinen Kostensenkung zu unterziehen. Grundsäßlich stimmen also hier die Gewerfandere Frage aber ist es bereits, welchem Ziel die notwendige schaften mit den industriellen Unternehmern überein. Rationalisierung dienen soll. Die Unternehmer sehen in ihr allein ein Mittel, den drohenden Ruin vieler Unternehmungen abzuwehren oder den Profit zu steigern. Anders die Gewertschaften. Diese fordern vielmehr, daß die Rationalisierung der Produktion zu einer Verbesserung der Lebenshaltung des ganzen Boltes führen soll. Sie lehnen baher den Druck auf die Löhne mit derselben Entschiedenheit meisen. Die starken Gegensätze, die sich hier zwischen der Aufab, mit der sie die Beseitigung der sozialen Abgaben zurückfaffung der Gewerkschaften und derjenigen der Unternehmer auftun, sie beweisen am besten, daß und warum eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Unternehmern und Gewerkschaften und entbar ist. Das schließt gewiß nicht aus, daß man unter Wahrung der Gleichberechtigung also etwa im Reichswirtschaftsrat- über die Rationalisierung und ihre Durchführung berät und nach Formen sucht, in denen die Mitwirkung der Arbeiterschaft an der Rationalisierung der Wirtschaft dem gemeinsamen Willen nukbar gemacht wird. In den großen sozialpolitischen Fragen aber bleibt die Kluft zwischen den Anschauungen der beiden Parteien so offen wie nur je. auf die Forderung der Gewerkschaften antworten werden. An Es ist anzunehmen, daß die industriellen Unternehmer der Art ihrer Antwort wird man erkennen, ob ihnen die Notwendigkeit, dem deutschen Volke die Lebensmöglichkeit zu sichern, höher steht, als der Wille, den Profit zu erhalten und zu erhöhen. In jedem Falle wird die organisierte Arbeiterschaft um die Durchsetzung ihrer Forderungen fämpfen müssen. Die Unternehmer haben sich nicht damit begnügt, ihre Forderung nach niedrigeren Löhnen theoretisch zu begründen, fie haben in zahllosen Fällen den Versuch unternommen, unter Ausnutzung der Krise und der Notlage der Arbeitenden, die Löhne zu fenten. Dieser Unternehmerpolitik werden die Gewerkschaften sicher nicht nur Denkschriften entgegenstellen. Sie werden vielmehr, gestützt auf die Macht der Drganisation, den gewertschaftlichen Kampf auf sich nehmen müssen. Daß sie bei einem solchen Kampf das mora lische Recht und die wirtschaftliche Vernunft auf ihrer Seite haben, dafür ist die Denkschrift, die in überaus fachlicher und verantwortungsbewußter Form die Forderungen der Ar beiterschaft ausspricht, ein starker Beweis. Die Erwerbslosen. Nur noch geringe Steigerung bis 15. Februar. Bon den einzelnen Landesarbeitsämtern laufen im Reichsarbeitsministerium die Meldungen über die Erwerbslosenzählungen vom 15. Februar ein. Obwohl die endgültige Ziffer noch nicht festgestellt ist, gestatten die bisherigen Mitteilungen bereits einen allgemeinen Ueberblick. Danach wird die Gesamtziffer für das Reich eine, wenn auch geringe Steigerung über zwei millionen hinaus bringen. Nur für einzelne Bezirke ist ein Rückgang zu verzeichnen. Im allgemeinen ist die Steigerung so gering, daß faft von einem Stillstand gefprechen werden fann l�ilfstruppen für Wilhelm. Tie Kommunisten helfen den Dentfchnationale«. Die Deutschnationalen im Rechtsausschuß des Reichstags sind eifrig bemüht, den deutschen Fürsten ungeheure Werte zu erhalten. In der Sitzung vom Dienstag beantragten sie, den Fürsten„bisher unbestrittenes oder anerkanntes Privat- eigentum" zu belassen. Die Wirkung der Annahme des Antrages wäre gewesen, daß Titel, die ein Land bisher an- erkennen mußte, weil sie nach formalem Recht Eigen- tum begründeten, hätten respektiert werden müssen, auch wenn sie auf einem Mißbrauch für st l icher Gewalt beruhten. Die Herrschaften Flatow-Krojanke, Schwedt, Wusterhausen, die Schmalkaldener Forsten, die deutsche Fürsten auf Kosten deutscher Länder sich in den Formen des Rechtes, aber gleichwohl widerrechtlich, ange- eignet haben, wären dann den Fürsten verblieben, Wie verhielten sich die K o m m u n i st e n gegenüber dem Attentat der Deutschnationalcn auf die Taschen des Volkes? Sie enthielten sich der Abstimmung, ebenso wie am Freitag bei dem Antrag der Deutschnationalen, die Aus- einanderfetzung mit den Fürsten dem Reichsgericht zu über- tragenl Wenn Wilhelm der Letzte noch Orden zu verleihen hätte, würden die Kommunisten Anwartschaft auf die Rettungsmedaille haben, denn sie würden, wenn die sozialdemokratischen Abgeordneten nicht auf dem Posten wären, mit den Deutschnationalen im Bunde das Fürstenvermögen retten. » Der Rechtsausschuß des Reichstags setzte am Dienstag die Beratung über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung mit den stüher regierenden Fürstenhäusern fort. Behandelt wurde§ 2 des Kompromiß-Gesetzentwurfs der Regierungsparteien. Dieser Paragraph behandelt die Zuständigkeiten des geplanten Reichssondergerichts. Nach dem Kompromiß soll das Reichssondergericht zuständig sein: 1. für a l l e Auseinandersetzungen, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes nicht bereits durch ein nach der Staotsumwälzung 19l8 erlassenes Gesetz, ergangenes rechtskräftiges Urteil, gefällten Schiedsspruch, Vertrag oder Vergleich endgültig erledigt sind: 2. für Streitigkeiten über die Gültigkeit oder Aus- l e d i g u n g eines die Auseinandersetzung betreffenden Gesetzes, Urteils. Schiedsspruchs, Vertrags oder Vergleichs: 3. für die N i ch t i g k e l t s- und Restitutions- klagen gegen ein die Auseinandersetzung betreffendes rechts- kräftiges Urteil(Z 578 ff. der Zivilprozeßordnung) sowie die Klage auf Aufhebung eines die Auseinandersetzung betreffenden Schiedsspruchs(§ 1041 der Zivilprozeßordnung): 4. für Streitigkeiten aus Aufwertungsansprüchen: 5. für Streitigkeiten, die sich daraus ergeben, daß eine Partei die Nichtigkeit eines über die Auseinandersetzung beschlossenen Ver- trags oder Vergleichs geltend macht: 6. für Streitigkeiten, die sich daraus ergeben, daß eine Partei mit Rücksicht auf eine wesentliche Veränderung der Verhältnisse die anderweitige Festsetzung der bei einer Sluscinandersetzung be- stimmten wiederkehrenden Leitungen verlangt: 7.. für Streitigkeiten gemäß§§ 6 und 7 dieses Gesetzes. Zu Nr. 1 beantragte Abg. Dr. Barth(Dnat.), daß das Reichs- sondcrgericht zuständig sein soll„für alle Streitigkeiten, betreffend die Auseinandersetzung hinsichtlich derjenigen Vermögenswerte, bei denen ein Miteigentums.-., M i tv c r w g l tu n g s- oder Mit- Nutzungsrecht des Landes verfasiungsrcchtfich gegeben war, ckder bezüglich deren das Privateigentum strittig ist, dagegen nicht zuständig für bisher unbestrittene» oder anerkanntes Privateigentum". Dieser Antrag wurde abgelehnt! Abg. Dr. Hofenfeld(Soz.) beantragte demgegenüber, daß das Reichssondergericht für all« Auseinandersetzungen zuständig sein soll, auch wenn sie bereits durch Gesetz, rechtskräftiges Urteil, Schieds- spruch, Vertrag oder Vergleich endgültig erledigt sind. Da der sozialdemokratische Antrag die Frage der Rück- Wirkung berührte, die im Kompromißentwurf im 8 7 behandelt wird, wurde die Abstimmung über Nr. 1 und Nr. 7 des Z 2 des Kompromißentwurfs wie über den sozialdemokratischen Antrag bis zur Beratung des§ 7 des Entwurfes zurückgestellt. Die übrigen Nummern des Z 2 des Kompromißentwurfes wurden in obiger Fassung vom Ausschuß in erster Lesung angenommen. Annahme fand ferner Z 3, wonach Anträge auf Einleitung eines Verfahrens nur bis zum Ablauf von 6 Monaten nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zulässig sind. Volksbegehren gegen Zürstenaufwertung. Tie bayerischen Bauern machen mit. Dem„Reichsdienst der deutschen Presse" wird aus München berichtet Die Propaganda für das Volksbegehren zur Fürstenenteignung, die am Sonntag mit einer großen Dersammlungsaktion der Sozialdemokratischen Partei im bayerischen Oberland« schlagfertig eingesetzt hat. findet in diesem angeblich vollkommen monarchistischen Reichsteil eine überraschend günstige Aufnahme. Die Stimmung ist viel lebhafter als bei den letzten Reichs- tags- und Reichspräsidentenwahlen. Besonders bemerkenswert ist die starke Anteilnahme der Bauern. An mehreren Orlen zeigt sich, daß die Wähler des Bayerischen Bauernbundcs, der im Reichstag durch seine Fraktionsgemeinschaft mit der Wirtschaftspartei gebunden ist. ihre alte demokratische Grundgesinnung nicht verleugnen und zusammen mit den ländlichen Arbeitern bei den Kundgebungen für das Volksbegehren mitwirken. Zentrumsführe? gegen Zeatrvmsarbeiter. Köln, 23. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der erweiterte Ausschuß der Kölner Zentrumspartei, ein Gremium von etwa 250 Personen nahm in einer sehr lebhaft verlaufenen Versammlung Stellung zur Fürstenabfindung. Reichs- und Land- tagsabgeordnete des Zentrums wandten sich entschieden gegen den von Sozialdemokraten und Kommunisten geforderten Volksentscheid, da die Enteignung den sittlichen Gesetzen widerspreche. Von Zentrumsarbeitern wurde gegen diese Auffassung lebhaft Ein- spruch erhoben. Jedoch blieben diese Redner, die sich zum Dolmetsch tausender Kölner Zentrumsarbeiter machten, in einer hoffnungslosen Minderheit, weil der Ausschuß mit seinen siebenmal gesiebten Vertretern kein objektives Bild der Meinung der Kölner Zentrumsanhängerschast darstellt. Nach längerer erregter Debatte wurde gegen die Stimmen der Opposition einer Ent- schließung zugestimmt, in der zur Regelung der Fürstenabfindung ein Reichsgesetz gefordert wird, das sich aufbaut auf den Entschei- düngen eines vom Reichstag eingefetzten Schiedsgerichts. Be- reits früher getroffen« Vereinbarungen zwischen den Ländern und den ehemaligen Fürstenhäusern sollen der Nachprüfung und Entschei- dung des Schiedsgerichts unterliegen. Mit dieser Auffassung über die Fürstenabfindung hat sich die größte westdeutsche Organisation der Zenlrumspartei in stärksten Gegensag gesetzt zu den von der„W e st deutschen Arbeiter- z e i t u n g", dem Organ der katholischen Arbeitervereine West- deutschlands, bisher oersochtencn Ansichten gestellt. Es ist kaum an- zunehmen, daß die katholischen Arbeiter des Rheinlands sich bereit finden werden, dem Versuch, durch ein faules Komprgmiß die Fürstenabfindung zu erledigen, zuzustimmen. Pfarrer �ell. Er stellt Strafantrag und läßt stch versetze«. Das Gewissen des evangelischen Pfarrers Hell von Perlach bei- München ist zweifellos gut. Aber trotzdem siichet er keine Ruhe, seit er die Mcuchelbanden des Freikorps Llltzow nach Perlach berief, um die Roten unschädlich zu machen. Seinem Rufe sind die Lützower gefolgt. Zwölf Arbeiter von Perlach, nach dem Zeugnis der dortixen Polizei lauter„brave Leute", sind von den Lützowern „umgelegt" worden, nachdem Hell dies« Helden in den friedlichen Ort berufen hatte. „Lachen links", das republikanische Witzblatt, hatte nach dem Münchener Prozeß gegen die Mörder der Arbester den Pfarrer Hell und einen der Freischärler karikaturistisch den Lesern vorgestellt und einen entsprechenden Text hinzugefügt. Dadurch fühlt sich der Pre- diger der christlichen Liebe gekränkt. Er hat, wie wir erfahren, gegen den Verantwortlichen des„Lachen links", Genossen Wendel, Prioatklage wegen Beleidigung vor dem Münchener Gericht erhoben. Aber dieser Appell an Münchener Richter genügt ihm nicht, um seinen Seelenfrieden wiederzuschafsen. Er hat sich, wie die Hugen- berg-Presse meldet, an die protestantische Pfarrei Tauberzell bei Rotenburg versetzen lassen. Die Liebe seiner Gemeinde zu ihm war inzwischen so stark geworden, daß er vorzieht, sich ihr zu ent- winden. In Tauberzell, so hofft er, werden die Schatten der zwölf Ermordeten nicht so lebendig sein wie in Perlach, von wo sie in den Tod geführt wurden von denen, die Hell zu seinem Schutz gerufen hatte!_ Ungenügende Notstandshilfe. Beschwerden des besetzten Gebiets. Köln, 23. Februar.(Eigener Drahtbericht.) Der Verband der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebietes hat durch seinen Vorsitzenden, den Kölner Oberbürgermeister Dr. Adenauer. eine Eingabe an die Reichsregierung und die preußischen Ministerien des Innern und der Finanzen gerichtet, in der die Ge- meinden der besetzten Gebiete ihren Unmut über den durchaus u n- befriedigenden Verlauf der im Vorjahre vom Reichstag beschlossenen Hilfsaktion für das besetzte Gebiet zum Ausdruck bringen. In der Eingabe wird daraus hingewiesen, daß die Reichs- regierung in den ersten Monaten des Jahres 1324 den bedrängten Gemeinden des besetzten Gebietes Sonderanteile an den Reichs- und Staatssteuern überwiesen habe, jedoch seien d ese Sonderüberweisungen im Mai 1924 eingestellt worden. Im April 1925 habe die Reichsregierung auf Grund einer dringlichen Aussprache im Reichstagsausschuß für die besetzten Gebiete sich bereit erklärt, über die zurückliegenden Ansprüche des besetzten Gebietes eine Pauschalregelung mit den beteiligten Ländern zu ver- einbaren und auch für die sortlaufende Sonderbelostung des besetzten Gebietes Mittel bereitzustellen. Vom Reichstag wurde zu diesem Zweck eme Summe van 75 Millionen bewilligt. Leider habe die Verteilung dieser 75 Millionen bei den Gemeinden des besetzten Gebietes peinliche Ueberraschung hervorgerufen. Das Reich habe von dieser Summe zunächst 30 Millionen für die Fertigstellung seiner eigenen Besatzungswohnbouten genommen. Der Rest von 45 Millionen wurde den Ländern, und zwar ein Betrag von 30 Millionen Preußen überwiesen Don diesen 30 Millionen hat Preußen wiederum rund 4,2 Millionen für seine eigenen staatsfiskalischen Schäden abgezogen. Der Restbetrag ist dann an die Gemeinden und Gememdeverbände verteilt worden. Diese Verteilung ist allerdings nach geheimge- haltenen Richtl nien erfolgt, so daß da» Ergebnis in den beteiligten Kreisen größtes Mißtrauen und Unzufriedenheit hervorgerufen hat.� Noch befremdlicher ist jedoch die Feststellung, die in der Eingabe gemacht wird, daß die Betröge den beteiligten Stadt- und Landkreisen nicht etwa als Zuschüsse, sondem in der Hauptsache als Darlehen gegeben worden sind. Die Denkschrift kommt zu dem Schluß, daß die in der Oessentlichkett so stark unter- strichene Hilfsaktion für die besetzten Gebiete ein in höchstem Grad unbefriedigendes Ergebnis gehabt habe. Das sei um so bedauer- licher, als sowohl von den Vertretern der Reichs- und Staatsregie» rung als auch vom Reichstag und Preußischen Landtag die Hilfe für das besetzte Gebiet stark betont worden ist. Der Vorstand des Verbandes der Stadt- und Landkreise der besetzten Gebiete richtet daher an die Reichs- und Staatsregierung die dringende Forderung, nunmehr deü Gemeinden' und Gemeindeverbänden de» besetzten und des' inzwischen" geräumten• Gebiete» mit wirklich durchgre'fend»n Maßnahmen zu Hilfe zu kommen, vor allem dadurch, daß den Ge- meinden Mittel zur Durchführung von Notstandsarbeiten zur Verfügung gestellt werden. Neuregelung oberschleslscher kommunossragea. Da» Preußisch« Staatsministerium hat dem Staatsrat den Entwurf eines Gesetzes über die Reuordnung der kommunalen Verfassung Und Verwaltung in Gemeinden und Kreisen der Provinz Oberschlesien zugehen lassen. Im Zusammenhang damit sind gleichzeitig Eingemeindungs- fragen von größerer Bedeutung in den Städten Beutben, H nden- bürg. Gleiwitz und Ratlbor ihrer Regelung entgegengeführt worden. Wie Zürstenvermögen entstanden. Die unerhörten Forderungen der ehemaligen deutschen Fürsten- . Häuser machen wieder ein Stück deutscher Kulturgeschichte lebendig, das so beschäniend und entehrend für die Geschichte unseres Landes ist, daß inan lieber darüber schweigen möchte. Da unsere verflossenen hohen und allerhöchsten Herrschaften jedoch den Kampf um die Wahrung ihrer„heiligsten Güter" mit so bemerkenswert geringem Feingefühl ausfechten, sehen wir keine Veranlassung, geschichttiche Tatsachen mit wohlwollendem Stillschweigen zu übergehen. Es ist zu dieser Zeit gewiß nicht unangebracht, daß wir uns einmal wieder des Handels mit lebenden Menschen erinnern, dem eine Anzahl unserer früheren deutschen Fürstenhäuser einen nicht unwesenttichen Teil ihres Reichtums verdanken und aus dem die Mittel für den Bau manches lchönen Schlosses geflossen sind, um das heute die Nach- kommen jener Fürsten erbittert kämpfen. Es ist das Verdienst des früheren liberalen Reichstagsabgeord- neten Friedrich Kapp, des Vaters des Putschisten, über dieses für uns gewiß nicht uninteressant« Kapttel deutscher Geschichte um- fangreichcs Material gesammelt und unter dem Titel„Der S o l- datenhandel deutscher Fürsten nach Amerika" im Jahre 18(54 herausgegeben zu haben. Das gesammelte Material stammte aus den Dokumenten des englischen Staatsarchivs, aus eng- tischen Parlamentsberichten, den Korrcspondenzakten der bctvefien- den fürsttichen Personen und sonstigen amtlichen Quellen und muß daher wohl als durchaus glaubwürdig angesprochen werden Wir erfahren also aus diesen Dokumenten wertvolle Einzel- hellen darüber, wie die Landesväter einer ganzen Anzahl deutscher Kleinstaaten ihre geliebten Untertanen für bares klingendes Geld an fremde kriegführende Mächte als Kanonenfutter verkauft haben. Die gelleferte Ware liehen sie sich pro Kopf nach damaliger Rechnung mit 30 Kranen Banko Werbegeld und dazu 37 i4 Kronen Subsidien, die auf Jahre hinaus geleistet werden mußten, ferner bei dem unver- meidlichen Abgang pro Leiche nochmals 30 Kronen be- zahlen, wobei drei Verwundete gleich einem Toten gerechnet wurden. Außerdem steckten die Fürsten noch manchmal die Differenz zwischen der eigenen landesüblichen niedrigeren Soldatenlöhnung und der- jenigen des die Truppen mietenden kriegführenden Landes m Ihre eigene Tasche. Dieses feine Geschäft stand in seiner schönsten Blute während des Nordamerikanische» Freiheitskrieges(1773—1783). England wollte zur Niederwerfung des Ausstandes in Nordamerika nicht gern seine eigenen Landeskinder verwenden. Es holt« das auch aar nicht nötig, denn die deutschen Fürsten rissen stch ärmlich daruin, ihre Untertanen als Kanonen- utter für englische Dien st e gegen Bezahlung an- zubieten. Sie liebten alle ein glänzendes Hofleben nach fran- zösischem Muster, selbstverständlich aus Kosten ihrer armen au». aepreßten und oerschuldeten Länder und ergriffen darum mit Freu- den die günstige Gelegenheit, durch den Verkauf von männlichen Einwohnern ihrer Länder ihre reduzierten Kassen etwas aufzufüllen. Die treuen Untertanen lieferten ihnen aus ihren zerschossenen Knochen die Mittel zu standesgemäßen Vergnügungen, zu der verschwende- rischen Mätressenwirtschaft, die an jedem Hof eine Selbstverständlich. keit war. So entstanden viele der Schlösser, deren Pracht wir heute noch bewundern können. Deutschland hatte zu dieser Zeit ohnehin schon den traurigen Ruhm, Truppenlieserungsland für die ganze West zu sein. Von Rußland bis Spanien, von den Niederlanden bis zur Türkei gab es im 17. und 18. Jahrhundert kaum noch einen Krieg ohne deutsche Hilfstruppen. Im österreichischen und spanischen Erbfolgetrieg kämpften deutsch« Hilsstruppen gegen Bezahlung sogar auf beiden Seiten. Bei Beginn der englisch-nordamerikanischen Feindselig- leiten überboten stch die deutschen Fürsten, die also schon immer mit einem ausgezeichneten Geschäftssinn begabt gewesen sind, unter An- wendung servilster Höflichkeit gegensettig in Anpreisungen ihrer Truppen. Selbst mehrmalige Abweisungen Englands schreckten einige von ihnen nicht davor zurück, immer wieder mit ihrer Ware an den Markt zu kommen. Im ganzen sind es im Lause des Krieges die Fürsten von sechs deutschen Kleinstaaten gewesen, die auf Grund offizieller Verträge mit England gegen Bezahlung Truppen nach Amerika lieferten, und zwar Braunschweig. Hessen-Kalsel, Hanau. Waldeck, Ansbach und Anhalt-Zerbst. Sie lieferten ins- J-esamt 29 166 Mann, von denen nur 17 313 wieder zurückgekehrt ind. 11 853 Männer im besten Lebensalter haben also für die Geldgier ihrer Fürsten fern der Heimat ihr Leben lassen müsse nl Die Einkünfte der ein- zelnen Fürsten aus diesem Geschäft waren enorm. Auch Bayern und Württemberg hatten England ihre Soldaten wiederholt angeboten und sich sehr um Berücksichtigung bemüht: doch wurden beide wegen des schlechten Zustande» ihrer Truppen zurückgewiesen Die Hohenzollern hielten sich zwar von diesem Geschäft fern, aber nicht wegen irgendwelcher moralischer Bedenken, sondern ganz ein- fach deshalb, weil der damalige preußische König Friedrich ll. seine Leute für feine zahlreichen Feldzüa« selbst dringend gebrauchte. Uebrigens wurden die Fürsten beim Zusammentreiben der Menschenherde, die sie zum Verkauf bringen wollten, von der Kanzel herab freundlich unterstützt. In Waldeck forderten die Geistlichen in der Kirche die jungen Leute aus, sich anwerben zu lassen. Di« brutalen An- Werbungsmethoden der damaligen Rekrutierung mit ihren lieber- rumpelungen und grausamen Bestrafungen bei der Widersetzlichkeit sind ja zur Genüge bekannt. Sehr schön ist auch die Rolle, die der Bischof von Würzburg bei einer Meuterei der Ansbacher Soldaten auf dem Wege zur Verschiffung in Ochsenfurt gespielt hat. In einem amtlichen Schreiben an den englischen Gesandten Eressener heißt«»: .Der Bischof von Würzburg schickte«in Korps Husaren und ein Dragonerregiment. Das hals!" Es wäre auch Unrecht, einen schönen, echt landesväterlichen Zug des Herzogs von Braunschweig hier unerwähnt zu lassen. Er richtete nämlich die ausdrückliche Bitte an den zuständigen englischen Mi- nister, dieser möge seine in Gefangenschaft geratenen Truppen nicht nach der Heimat auswechseln lassen, damit ihm durch ihre Schilde. rungen vom Kriegsschauplatz das weitere Rekrutierunasgeschäst nicht verdorben würde Tatsächlich mußten die gefangenen Vraunschweixer mehr als fünf Jahre unter großen Entbehrungen in der Inter- nierung verbleiben. Heute aber verteidigen die Nachkommen und Erben dieser Fürsten den Besitz der Schlösser und Riesenvermögen mit der Phrase ihres guten Rechts. Sollte das Volk ihnen nicht die richtige Antwort geben können? Elli Radtke-Warmuth. Hollands schönstes Gebnrkskagsgefchenk. Die vom Deutschen Zweig der IMernationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit eingeleitet« Baumspende für die zerstörten Gebiete N o r d f r a n k r e i ch s, die den französischen Kameradinnen anläß- lich und zur Ehrung des 60. Geburtstages Romain Rolland» überreicht wurde, hat in Frankreich ein allgemeines warmes Echo gefunden. Romain Rolland begründete seine Bitte an die„VolontS" vom 1. Februar um Veröffentlichung des Schreibens der deutschen Frauen zwar mit dem Zweifel, daß die große Tagcspresse diese, wenn auch nur bescheiden« Tat des neuen Deutsch- land würdigen würde. Aber die Presse war besser als ihr Ruf. Der offizielle Empfang der deutschen pazifistsschen Frauen durch den Bürgermeister im Rathaus von Arras, die Uebergabe der Spende, die Gedanken, die den Reden der Vertreter der Stadt und denen der deutschen und französischen Frauen zugrunde lagen. machten auf die anwesenden Journalisten einen tiefen Eindruck. Die französische Presse aller Richtungen brachte Berichte. Die Bäume sollen auf einem Kinderspielplatz gepflanzt werden, der m't einem neuen Komplex städtischer Gebäude(Mütterberatungs- und Milch- Verteilungsstelle, Kindergarten usw.) aus ehemaligem Schützengraben- terrain noch in diesem Jahre angelegt werden wird. Romain Rolland hat dem Deutschen Zweig der Internationalen Frauenliga mit folgenden Worten gedankt:„Keiner der Briefe, die ich dieser Tage erhielt, hat mich so ergriffen wie der, den Sie im Namen der Sektion der IFFL. an mich richteten. Man hätte mir kein schöneres Geburtstagsgeschenk machen können. Der Gedanke, in den zerstörten Gebieten Bäume pflanzen zu wollen, ist edel und ergreifend. Am 29. Januar war eine kleine Gruppe ausländischer und französischer Freunde um mich oersammelt. Ich habe ihnen Ihren Brief vorgelesen. Uns ollen ist sein Inhalt zu Herzen ge- gangen. Bitte, übermitteln Sie den großmütigen Gebern unseren tief empfundenen Dank und möge diese brüderliche Geste in Frank. reich eine Welle der Sympathie für da» pazifistische Deutschland hervorrufen. Ich hege die innige Hoffnung, daß die Zeit des langen hundertjährigen Kampfes zwischen unseren beiden Nationen vorüber ist und daß die Er- eignisse sie zur Einigung zwingen werden. Ich verkenne keineswegs die Gefahren der Zukunft.' Aber ich sehe sie wo anders. Jeder Tag hat seine Mühe und seine Aufgabe! Wir werden die unsere gut erfüllt haben, wenn es uns gelungen ist, die zwei größten Rassen des Westen, zu versöhnen.—* fflrrt Palncca gibt am 18.?? Z r z im?ItItbn«r-Tggt ibre» ewzige» diesjährigen Berliner Tanzabend. Ta» Programm bringt neun neue Tänze. Zugunsten der oostetdende««nnsttchllee findet beute, Mittwoch, abend» S Mr. da« zweite K o«i ii m f e st der Bereinigten® I« n I,• schulen für freie und angewandte Kunst in den Räumen der Kunstakademie. Tdailotienbura. Hardenbei gstr. ZS. statt. VI« Aasstestnng ühre- der Meister der deutschen stnast de» Z2ö auf 0,5 Proz. herabgesetzt werden soll. Die Affäre Knhmonn wird am 15. April vor dem Großen Schöffengericht Berlin. Mitte aufgerollt werben. Neben Kulmann wird sich Hauptmann a. D. Knall wegen Uebernahme und Weiter- Verbreitung der Kußmann zur Last gelegten„strajbaren Luezuge aus Aktenbündeln" zu verantworten hoben. In der Stadt Brannschweig fallen zu Ostern 72 Lehrer durch die schwarzweißrote Regierung« b g e b a u t werden, da der Etat der Regierung ein Millionendefizit outweist. Die Re« gierung will an der VoltSickule sparen, nachdem sie dem Herzog von Braunichweig und der Kirche gegenüber zu freigebig peweienist. Fokker» Vertreter wurde in Rumänien wegen Spionqgeoerdachts verhaftet. Lohnprogramm der Gewerkschaften. Aus der Denkschrift der Spitzenverbände. Dem Lohnprogramm des Reichsverbandes der deutschen Industrie, das diefer in seiner jüngsten Denkschrift entwickelt hat, stellen die drei Spizenverbände der freien Gewerkschaften in ihrer an anderer Stelle unseres Blattes eingehend erwähnten Gegendenfschrift:„ Gegenwartsaufgaben deutscher Wirtschaftspolitik", das gemertschaftliche Lohnprogramm gegenüber. Nach einer grundfählichen Einleitung wird zunächst die in der Reichsverbands: denkschrift aufgestellte allgemeine Behauptung als falsch bezeichnet, daß nominelle Lohnerhöhungen teine Stärkung der Kauffraft bedeutete. Die Stellung der Gewerkschaften wird dann in folgenden Sägen( Abschnitt IV, Lohn und Arbeitszeit) dargelegt: „ Die Gewerkschaften sind der Auffassung, daß der Friedensreallohn als obere Grenze für die Bemessung und Bewertuna der Löhne nicht maßgebend sein kann. Sie gehen darin einig mit der Denkschrift( der Unternehmer), daß ein höherer Reallohn im allgemeinen nur mit gleichzeitiger Steigerung der Produktivität erreicht werden kann. Die Produktivität wird jedoch nicht ausschlaggebend beeinflußt durch die physische Anstrengung des einzelnen Arbeiters, sondern hängt in erster Linie ab von rationeller Betriebswirtschaft und planmäßiger Wirtschafsführung. Beides ist jedoch nur möglich, wenn die Aufnahmefähigkeit des inneren Marktes entsprechend erweitert mird. Erst die Absazsteigerung auf dem inneren Martt schafft ferner für die deutsche Industrie die Voraussetzung, mit durch Spizenleistung verbilligten Waren eine genügende Exportfähigkeit zurückzugewinnen. do Lohnerhöhungen stellen einen wichtigen Antrieb zur Rationalisierung der Wirtschaft dar. Wenn sich Lohn erhöhungen auf sämtliche Betriebe eines Wirtschaftszweiges er ftreden, was durch Tarife zu sichern ist, so zwingen fic unrationell arbeitende Betriebe, die die Lohnerhöhung nicht tragen können, auszuscheiden zugunsten einer Zusammenfassung der produktiven Kräfte, an der am meisten wirtschaftlich arbeitenden Stelle. Steigende Löhne sind deshalb ein ffarter Motor des wirtschaftlichen Fortschrifts. Die produktionspolitisch günstige Wirkung hoher Löhne ist ab hängig von ihrer Geltung für sämtliche Betriebe eines Wirtschaftszweiges. Deshalb und zur Vermeidung von Lohnunterbietungen unter dem Drud der Arbeitslosigkeit halten wir mit allem Nachdruck am Tarifvertragsprinzip fest, das heißt die Lohnfeftfegungen müssen kollektiv und für alle Betriebe eines WirtschaftsDie Wahlen im Holzarbeiterverband. Die„ Erfolge der kommunisten. Am 16. Februar fanden die Wahlen der Bezirks- und Branchentommissionen des Deutschen Holzarbeiterverbandes statt. Die Kommunisten erheben in der„ Roten Fahne" ein lautes Sieges: geschrei und bezeichnen die Ergebnisse als beachtenswerte fommunistische Erfolge. Dazu liegt nun wirklich gar feine Beranlassung vor. Der einzige Erfolg, dessen sie sich mit Recht rühmen können, ist der im Bezirk Norden, wo es ihnen gelang, auf ihre Liste eine Mehrheit von sech s Stimmen zu vereinigen. In der Branche der Musikinstrumentenarbeiter ist die Kommission aus gleichen Teilen von Amsterdamer Gewert schaftlern und Kommunisten zusammengesetzt. Daß fie in der Kommission ein bis zwei Size mehr haben als im Vorjahre, ist lediglich zuführen, die von den fommunistischen Rednern in der ſehr ſchlecht besuchten Versammlung in niedrigster demagogischer Weise auf das Schuldkonto der Richtung Amfterdam gewälzt wurde. Es ist nur schade, daß die Arbeitslosigkeit in den fommunistisch geleiteten Gewerkschaften nicht um einen Deut geringer ist. Wie gering der Kranz der fommunistischen Erfolge in Wittlich feit ist, beweist, daß sie sogar in den Bezirken, die seit Jahren in Fommunistischer Hand find, die Wahlausgänge als„ Erfolge" buchen. Erheiternd wirkt der Bericht, den sie über den Bezirk Südosten Schöneberg geben. Die„ Rote Fahne" schreibt: In dieser festen Hochburg der Amsterdamer unterlag die Opposition mit nur wenigen Stimmen." Das ist buchstäblich wahr. Die Kom munisten unterlagen und hatten nur sehr wenige Stimmen. Unsere Genossen haben alle Ursache, mit dem Ausgang der Wahlen vom 16. Februar zufrieden zu sein. Die geringen Mißerfolge bedeuten nichts, da ihnen auf der anderen Seite Erfolge gegenüberstehen. So gelang es z. B. im Bezirk östliche Bororte, die Kommission fast bis zur Hälfte mit unseren Genossen zu besetzen. Im Bezirk Wedding und Moabit, wo die Kom Spikelwirtschaft im Osram- Konzern. Bom Deutschen Metallarbeiterverband wird uns geschrieben: Die Belegschaft des Osram- Werks in der Helmholzstraße hatte am 27. Oftober 1925 eine Betriebsversammlung nach der Schulaula Levezzowstraße einberufen, die sich mit der Aussper rung der Glasarbeiter in Weißwasser befaßte. Es sollte festgestellt werden, welche Auswirkung diese Aussperrung auf den Betrieb hatte. zweiges einheitlich und verbindlich erfolgen. Dieses Brinzip schließt die Bezahlung nach Leistung nicht aus. Jedoch müssen ge- Der Betriebsratsvorsitzende hatte das Referat übernommen, gab nügend hohe Grundlöhne sowie für den Zeitlohn wie für den den Bericht über die Streitbewegung und kam danach auf die Or= Affordlohn einheitlich für alle Betriebe eines Wirtschaftszweiges ganisationsverhältnisse in der Arbeiterschaft zu sprechen. follektiv vereinbart werden. Die Vereinbarung der Lohngrund- Er streifte auch ganz kurz die politischen Verhältnisse, z. B. die lagen, des wichtigsten Teiles im Arbeitsvertrag, fann nur die Auf- Stadtverordnetenwahlen und Locarno, die zu der Zeit die Deffentgabe der zu follettiven Regelungen des Arbeitsvertrages durch das lichkeit in Aufregung hielten. Gesez berufenen Tarifparteien sein. Die Versuche einzelner Unternehmer, mit den Belegschaften bzw. den Betriebsvertretungen Wertvereinbarungen abzuschließen, bedeuten eine Verleßung des Tarifvertragsgedanfens und find daher abzulehnen. Sie entspringen dem unlauteren Wunsch, Ausnahmebedingungen für einzelne Betriebe zu erzielen; die dem Interesse der Gesamtwirtschaft zuwiderlaufen." Die Einwände des Reichsverbandes gegen Schlichtung und Berbindlicherklärung, weil sie einen 3wang darstellten, die sich in Wirklichkeit nicht nur gegen das Schlichtungswesen, sondern gegen den Tarifvertrag wenden, werden zurückgewiesen und die Tariffeindlichkeit verschiedener Arbeitgeberverbände festgestellt Der achtstündige Arbeitstag für dessen Forderung soziale und fulturelle Momente ausschlag gebend find, wird gegen die Anschuldigung der Unternehmer verfochten, er beeinträchtige die Produktion, da er in Wirklichkeit eine Förderung der Produktion und der Produktivität der Arbeit bedeutet. Die vom Reichsverband der deutschen Industrie geforderte betriebliche Regelung der Normalarbeitszeit wird grund fäßlich abgelehnt. Zusammenfassend fagen wir über Lohn und Arbeitszeit: Die Erhöhung des Cohnniveaus ist nicht nur fozial erwünscht, sondern auch als Antrieb zur Rationalisierung und als Voraussetzung der Markterweiterung für die Gesamtwirtschaft dringend notwendig. Wir fordern Ausgestaltung des Tariffystems. des Tarifrechts und des Schlichtungswesens; gefehliche Durchführung des Achtstundentages und Ratifizierung des Washingtoner Abkommens." Die Denkschrift der Gewerkschaften fann wohl zur Klärung beitragen, was zwar nicht gering anzuschlagen ist, allein zur Durchfezung unserer Forderungen fommt es nach wie vor auf die GeSie zu schlossenheit unserer gewertschaftlichen Organisationen an. verstärken, muß Aufgabe aller Gewerkschaftsgenossen sein. munisten seit Jahren ihr Unwesen treiben, blieben wir nur mit fechs Stimmen hinter den Kommunisten zurück und haben unsere Stimmenzahlen gegenüber dem Vorjahre verdoppelt. In anderen Bezirken und Branchen, die in unserer Hand sind, wurden die Mehrheiten ebenfalls erheblich größer, der kommunistische Einfluß ist zum Teil ganz zurückgedrängt. Während dieser Ausführungen erhob sich ein gewisser Braun, Häuptling der Gelben im Wert, und rief in den Saal:„ Ich stelle fest, das ist hier eine rein politische Versammlung." Als der Betriebsratsvorsitzende am anderen Morgen seine Quittung über die Saalmiete der Betriebsleitung vorlegte, wurde ihm die Erstattung vorläufig vorenthalten, da der Firma zur Kenntnis gekommen sei, daß in der Versammlung politische Fragen besprochen worden seien. Am 17. Februar hatte die Belegschaft wieder eine Bersammlung, die sich mit der Verkürzung der Arbeitszeit zu befassen hatte. Es sollen in der Woche 5 Tage gearbeitet werden. Für Februar sollen die Sonnabende freibleiben, während für März die Montage dazu benutzt werden sollen. So will es die Firma. Die Bersammlung entschied sich einstimmig für den freien Sonna bend auch im März. Die Angestellte des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Frieda Gladosch, die zu dieser Versammlung erschienen war, hielt ein Referat über„ Gewerkschaftliches". Auch über den Verlauf dieser Versammlung war die Firma am nächsten Morgen, furz nach 8 Uhr, schon eingehend unterrichtet. Die Wortwendungen, die die Refe rentin gebraucht hatte, scheinen dem Rechtsbeistand der Firma nicht gefallen zu haben. Borhaltungen und Belehrungen wurden auch dem Arbeiterratsvorsitzenden zuteil. Selbst einem Gewerkschaftsvertreter wird das Recht abgefprochen, in einer Betriebsversammlung über Gewerkschaftliches zu reden; er sei nur berechtigt, der Betriebsvertretung Rat zu erteilen. So münscht es die Betriebsleitung. Die Arbeitervertretung ist anderer Meinung. Aber für die Firma müssen die Kosten für die Unterhaltung der Spizel wieder herausspringen. Deshalb sucht fie unter nichtigen Gründen sich von den Saalunkosten zu drücken. Der Schiedsspruch für die Nordwestliche gilt. Dortmund, 23. Februar.( WTB.). Der am 18. Februar unter dem Vorsitz des Schlichters für die Provinz Westfalen gefällte Schiedsspruch für die Metallindustrie der nordwestlichen Gruppe ist von allen beteiligten Drganisationen an genommen worden. allen Die Einladung zur Arbeitsministerkonferenz. Berlin, 23. februar.( RD.). Von englischer Seite ist gemeldet worden, die Einladung zu der in London stattfindenden Konferenz der Arbeitsminister fei abgegangen. Bis heute nachmittag 5 Uhr war die Einladung in Berlin noch nicht eingetroffen. Wenn man die Verhältnisse im Gewerbe berücksichtigt und die Tatsache nicht übersieht, daß rund 15.000 Arbeitslose vorhanden sind, Streit der Bauanschläger bei der Firma Gebr. Raabe, bei denen die Kommunisten natürlich die intensivste demagogische Agitation betrieben haben, so fann man auf Grund dieser Wahl- Tischlerei, Usedomstraße 31. Seit dem 20. Februar 1926 ergebnisse vertrauensvoll an die Wahlarbeiten zum 9. März heran- stehen die Anschläger dieser Firma wegen Affordabzügen im Streif. Wir ersuchen die Bauanschläger um strengste Solidarität. Zu gehen, an welchem Tage die Generalversammlungsdelegierten gewählt werden. Wenn jeder Genosse seine Pflicht gleich bitten wir die Bauarbeiter des Baugeschäfts von Richter tut, wird es möglich sein, die Zusammensetzung der Generalversammbarauf zu achten, daß feine Fenster auf dem Bau angeschlagen u. Schädel, Beamtenbauverein Pankow, Bau Binzstraße, lung zu halten und selbst noch zu unseren Gunsten zu verändern. Tänzler ging, Meisinger bleibt. werden. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes. Deutscher Berkehrsbund, Sektion III, Abt. Straßenbahn, Hochbahn, Omni, bus, Industriebahn. Morgen, Mittwoch, 7 Uhr, Gewerkschaftshaus, Gaal 4, Mitglieder- Jahresversammlung. Metalltransportarbeitermitglieder des Deutschen Berkehrsbundes. Sonntag, 7. März, vormittags 94 Uhr, in den Residenssälen, Landsberger Str. 31, Delegierten Vollversammlung. Alle Betriebe müssen durch ihre Delegierten Die aus der Wahl hervorgegangenen Delegierten müssen im Besik einer erhalten. Soweit Wahlen der Delegierten noch nicht erfolgt sind, mitisen fie vollzählig vertreten fein. Auf je fünf Bundesmitglieder entfällt ein Delegierter. Legitimationstarte fein, die fie vom Geationsbureau, Engelufer 25/25, Rimmer 38, fchnellstens vor sich gehen. Ohne Delegiertenlegitimation und Mitgliedsausweis tein Cinlaß. Die Sektionsleitung. Berlin, 23. Februar.( RD.) Im Zusammenhang mit dem Rücktritt mehrerer Persönlichkeiten aus den leitenden Kreisen der Arbeit gebervereinigung dürfte es bei der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände in der nächsten Zeit, wie wir hören, zu einer Umorganisation von ziemlichen Ausmaßen fommmen. Der Posten des zuerst im Zusammenhang mit den Femegeldern zurückgetretenen Herrn von Zengen wird nicht neu besetzt und die Propaganda stelle foll überhaupt aufgelöst werden. Ihre restlichen Aufgaben werden voraussichtlich durch die von Herrn von Madensen geleitete Presseabteilung mit erledigt werden. Im übrigen dürfte auch in anderen Abteilungen ein weitgehender Personalabbau vorgenommen werden, doch sind bisher Kündigungen noch nicht ausgesprochen. Ob sich dieser Bersonalabbau nur auf die unteren Angestellten erstrecken wird oder auch leitende Bersönlichkeiten betrifft, ist noch nicht geklärt. Gerüchte über das Ausscheiden des Dr. Meisinger werden bestritten. Dr. Meißinger hat die Aufgabe zugewiesen erhalten, den Nachfolger Dr. Tänzlers, Präsi Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret bent Brauweiler, in fein Amt einzuführen. Herrenmaßschneider. Mitgliederversammlung am Freitag, 26. Februar, 6 Uhr, in den Arminsälen, Rommandantenstr. 58/59. Bericht und Beschlukfaffung über das Ergebnis der zentralen Berhandlungen in Leipzig. Nur Mitglieder, welche mit den Beiträgen nicht über 4 Wochen im Rüdftande find, haben Zutritt. Die Branchenkommiffion. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Krik Karstäbt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Februar Februar 3 Reste Tage 24 25 26 Ferner Sonder- Angebote Angestaubterunter Hemden und Damen- Wäsche, Beinkleider, aussergewöhnlich billig... Stück von 95PL an Herren- Wäsche weise Oberhemden mic Pikee- od. Damaststreifeneinsatz,, m. Klappmanschetten Bettwäsche angestaubt, besonders 575 95 Pf. darunter Kopfkissenbezüge, Grösse ca. 80x80 cm..... Stück von an Stubenhandtücher angestaubt, darunter Brellhandtücher..... Stick von an Wischtücher einzeln, blau und säumt und gebändert..... rot kariert, geStück von Kaffeeservietten reinlein. Damast, m.Hohlsaum, vollweiss gebl., ca.36x36, Stack 35PE PL an 58 PL. 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Felgende Geschichte hat sich in einem Großbetrieb der Der- siner Metollindustrie in einem Verwaltungsgebäude, in welchem girka 4000 Stehkragenproleten beieinandersigen und ihren Geist sür den deutschen Kapilalismus leuchten lasten, abgespielt. Ein Teil dieser Leute trägt das Hakenkreuz, den Stahlhelm oder die Nadel mit dem offenen ,£5' auf ihrem abgeschabten Rock. Der Betrieb ist durch den Plan einer Feme-Moritot, die an Stresemonn verübt werden sollte, berühmt geworden. Gott sei Dank, ist die Zahl der Hakenkreuzjünglinge nicht allzu groß. Da sigt der Allgewaltige hinter seinem Glaskasten. Er ist groß, schlank, dunkelblond, er trägt einen graumelierten Spitzbart und ist deutschvölkischer Gesinnung. Es war an einem schönen September- tage. Ts tritt der Angestellte, nennen wir ihn Krause, in die Geiste»- schmiede seines Abteilungschefs ein Er bittet höflichst um seinen schon mehrfach zurückgestellten Urlaub. Der Chef:»Nein, das geht noch nicht, kommen Sie nochmal im nächsten Monat wieder.� Der Angestellte tritt ab. Ende Ottoberl Der Angestellte Krause tritt bei seinem Chef ein:»Ich möchte mir die ergebenste Anfrage erlauben, kann ich im November in Urlaub gehen?* Der Chef:»Wann wollen Sie denn gehen?* Krause stark errötend:»Ich möchte am 6. November 1925 an einer Familienfeier in Kottbus teilnehmen.* Der Chef:»Fahren Sie in Gottes Namen. Kommen Sie aber einen Tag vorher noch zu mir, damit ich disponieren kann.* Am 5. November, morgens 10 Uhrl Krause betritt das ab- geschlossen« Gemach seines Chefs. Der Chef:»Na, Krause, was wollen Sie schon wieder?* Krause:»Ich wollte Sie nur daran erinnern, daß ich morgen meinen Urlaub antrete.* Der Chef springt auf:»Wer hat Ihnen den Urlaub erteilt? Sie unverschämter Mensch, belästigen Sie mich nicht dauernd mit Ihrem Urlaub!* Krause:»Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Sie mir den Urlaub Ende Oktober bewilligt hotten. Im übrigen verweise ich Sie darauf, daß mir der Urlaub tariflich zusteht und ich ihn im Iu- tereste des Geschäfts mehrmals zurückgestellt habe.* Der Chef:»Was gehn mich Ihre Novembergesetze und Tarif- vertrage an? Für mich existiert so etwa» nicht. Hier haben Sie unverschämter Mensch meine Antwort!* Er geht auf Krause zu. versetzt ihm eine kleine Ohrfeige, die noch mehrere Tag« zu sehen war. Krause tritt ab, erhebt Beschwerde beim Betriebsrat wegen dieser Art der Behandlung. Die D i r e k.t i o n verfügt einen sofortigen sechswöchige» Erholungsurlaub, natürlich für den Herrn Chef, damit er seine an. gegriffenen Nerven wieder in Ordnung bringen kann. Die Moral von der Geichichte: Jeder höhere Angestellt« wird, wenn er im Jahre mehrmals Urlaub haben will, so verfahren, wie jener Herr Chef: er darf dann damit rechnen, daß er außerdem bald Prokura erhält oder Direktor wird. Die Angestellten fragen in Zukunft nicht mehr nach ihrem tarifmäßigen Urlaub, sonst bekommen sie«ine von ihrem Chef runter- gehauen. Die Firma spart dadurch an Gehältern und an Leute». J Männer«nd Frauen i« der BevSlkeruug Verl»«?. Die vom Statistischen Reichsamt vervffenUichten vorläufigen Ergebnist« der Volks- und Berufszählung vom 16. Juni 1925 weisen sür Berlin ein« ortsonwefend« Bevölkerung von 3931071 Personen nach. Darunter roaren 1 808 368 männliche und 2 122 703 weibliche Personen, so daß die w e i b- lichen den männlichen um 314 335 voraus waren. Zugenommen hat die Gesamtbevölkerung gegenüber der Zählung von 1919 um rund 127 300, gegenüber der Zählung von 1910 um rund 196 800. Von 1910 bis 1919 hatte, unter dem Einfluß des Krieges, die Zunahme nur rund 69 500 betragen. Die männliche Bevölkerung allein hatte von 1910 bis 1919 eine Abnahm« um 56 100, von 1919 bis 1925 eine Zunahme um 86 500. das ergibt von 1910 bis 1925 eine Zunahme um nur 30 400. Da- gegen hatte die weibliche Bevölkerung allein von 1910 bis 1919 eine Zunahme um 125 600, von 1919 bis 1925 eine Zunahme um nur 40 800, zusammen von 1910 bis 1925«ine Zunahm« um 166 400. Von 1910 bis 1925 mehrte sich die männliche Bevölkerung um nur 1,71 Proz., die weibliche aber um 8,51 Proz., die gesamt« De- völkerung um 5,3 Proz. Im Gebiet des heutigen Berlin kamen auf je 1000 männliche Personen in 1910 1100 weibliche, in 1925 aber 1174 weibliche. Die tzochbahngefellschast lehnt ab! Das Angebok der Stadt Berlin war am Dienskag vormiktag etwa nach 11 Uhr bei der Deutschen Bank und bei der Hochbahn- gesellschafk eingegangen. Die Direktion der Hochbahngesellschaft wird sogleich zu einer Aussichlsratssihung einladen, tn der sie die Gründe darlegen wird, au» denen sie ein Angebot, da» den Aktionären nicht den vollen Pari-Kur» für eine Aktie exklusive Dividende für 1925 bietet, für unannehmbar hält, was da» Geldbedürfnis der Stadt für den Vau der AEG.-Bahn betrisfl, so hat die Deutsche Bank sich «rbotm. für den Fall, daß die Verhandlungen zwischen der Stadt und Hochbahn schelter« sollten, sie auch bei Anleiheverhandlungen auf jeder anderen Grundlage zu onterstühen. die Stev erunterschlagungen beim Magistrat. 5000 Mark Belohnung. Zu den Unterschlagungen beim Magistrat erfahren wir, daß die Bezirksämter Kreuzberg und Berlin Mitte nun- mehr eine Belohnung von 5000 Mark ausgesetzt haben. Sie ist für Mitteilungen bestimmt, die zur Aufklärung der von den Stadt- inspektoren Gerhardt und Schulz begangenen Ver- untreuungen dienen und für Fingerzeige, die zur Ergreifung der beiden Defraudanten führen können. Nach einer der Kriminal- polizei zugegangenen Mitteilung sollen die Flüchtigen sich nach Hamburg gewandt haben. Ob sie zu dieser Fahrt das von ihnen in Berlin oft benutzte Privatauto genommen haben, steht noch nicht fest. Allem Anscheine nach streben Gerhardt und Schulz einem Hafen zu, wo sie versuchen werden, nach dem überseeischen Aus- land zu entkommen. Die Ermittlungen noch dieser Richtung sind w die Weg« geleitet. «Tie rote« Stadtiuspektoren." Die virtuos entwickelte Fähigkeit der Rechtspresse, die Tatsachen skrupellos auf den Kopf zu stellen, wenn der Zweck die Mittel heiligt. ist sprichwörtlich geworden. Eine neuerliche Talentprobe auf diesem Gebiet leistet sich die»Deutsche Zeitung* in ihrer Abendausgabe vom Dienstag. Unter der fetten Ueberfchrift»die Autofahrten der— roten Stadtinspektoren* berichtet da» Verleumder- blatt davon, daß Schulz und Gerhardt, die beiden Defraudanten. im Besitze eines eigenen Autos gewesen wären. Jeder- mann weiß zwar, daß die flüchtigen ungetreuen Stadt- inspektoren d e u t s ch n a t i o n o l und antirepubli- konisch bis auf die Knochen waren, daß Hugenbergs »Lokal-Anzeiger* und die nämliche»Deutsche Zeitung* die politische Kost der beiden Betrüger gewesen sind. Dem monarchistischen Organ scheinen diese erwiesenen Tatsachen völlig gleichgültig. Bei der krankhasten Sucht, alles Unsaubere der Sozialdemokratie und der Republik anzuhängen, darf die Wahrheit auch nicht die mindest« Rolle spielen. Die Herrschaften schätzen ihre Leser wirklich sau. dumm ein. Und es scheint doch, sie haben recht. «Deachemie.- Eine.Geschäftsverbindung mit der Sowjetrepublik* bildete für die»Direktoren* Artur Schymura aus Leipzig und Schwandner aus Berlin die Grundlage für ein raffinierte» Schachtel- system von Betrügereien. Beide, die jetzt als Angeklagte vor dem Schöffengericht Tharlottenburg erscheinen mußten, hatten eine deutsch-amerikanische Chemikalien A.-G.,»Deachemie*, gegründet und mit der Sowjethandelsoertretung einen Bertrag über Liefe- rung von 200 Tonnen Pottasche abgeschlosten. Die Handelsvertrewng war aber so vorsichtig nicht zu liefern, ehe sie Geld erhielt, da nach den Bekundungen des Beamten Tennenbaum die Auskünfte dahin lauteten, daß die Angeklagten nicht soviel Pfennige besäßen, als sie englische Pfunde dafür zahlen sollten. Das focht die beiden Direktoren aber nicht an, denn es war ihnen nur darauf angekommen, mit Hilfe des Briefwechsels ihr Betrugs- system weiterzuverfolgen, bis es ihnen gelungen war, jemand hineinzulegen. Zunächst verkauften sie von ihrem Lager an eine Berliner Firma 20 Tonnen Pottasche. Mit.dem erhaltenen Scheck erwarben sie einen größeren Posten Aetzkali. Obwohl sie wußten, daß der Scheck bis zur Lieferung gesperrt war. benutzten sie den erhaltenen Lieferschein, um das Aetzkali weiterzuverkaufen. In diesem Falle siel eine Firma hinein und zahlte den Betrag, womit die Angeklagten ihr Ziel erreicht hatten. Mit ihren Freundinnen wurden flugs wüste nächtliche Sektgelage veranstaltet. StaatsanwaUschaftsrat Horn kennzeichnete den Angeklagten Schy- mura. der die Seele des Schwindelunternehmens bildete, als den größten Gauner, den er je gesehen habe. Das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte Schymura zu 1 Jahr 6 Monaten Gefäng- nis und 5 Iahren Ehrverlust, Cchwandtner zu 9 Monaten Gs- fängnis._ Unter öer Spree. Der Außgängerlunnel bei Friedrichshoge«. o Der im Bau begriffen« Fußgängertunnel bei Friedrichshagen wird unmittelbar am we st lichen Ausfluß des Müggel- sees unter der zwischen Friedrichshagen und dem Restaurant Müggelschlößchen vorhandenen Farrinne geschaffen»Verden. Er erhält eine Gesamtlänge von 120 Meter, von denen auf die Treppenanlagen 40 Meter und auf das eigentliche Tunnetstück 80 Meter entfallen. Der lichte Ouerfchrntt weist 5 Meter Breite bei 2,5 Meter Höhe aus. Die Treppenanlage besteht aus je vier Treppenläusen und drei Podesten mit zusammen 50 Stufen. Der Zugang zum Tunnel auf der Friedrichshagener Seite erfolgt durä, eine 8 Meter breite Promenade durch das Grundstück Waldow- straße 4, besten größerer Teil zu einem öffentlichen Part umge- wandelt werden soll. Auf der Seite des Müggelschlößchens muß «in besonderer Zugang durch Herstellung eines Uferweges vor dem Restaurationsgrundstück geschaffen werden. Dieser Userweg führt zu dem jetzigen Fahrstand und hat Verbindung zu dem Wald- aelände, jedoch bleiben hier die Dampferanlegestellen und die Bootsstände in ihrer jetzigen Form bestehen. Der Bau des Tunnels erfolgt in zwei Hauptabschnitten, wobei jedesmal die Hälft« der Flußrinn« zur Verfügung der Schiffahrt bleibt. Für die Gründung der beiden Bauabschnitte ist ein bisher bei Turmelbauten»wch nickir ausgeführtes Verfahren gewählt worden, welches von der in Berlin bekannten offenen Bauweise zwischen Spundwänden unter künstlicher Absenkung des Grundwasserspiegels wesentlich abweicht. Das Ver- fahren stt der Gründung von Brückenpfeilern mit Hilfe von Senk- kästen unter Druckluft entnommen. Sein Hauptvorzug besteht in der absolut sicheren und gefahrlosen Durchführung. Wasterein- brüche, wie sie bei der offenen Bauweise stets zu befürchten sind. sind bei diesem Verfahren ausgeschlosten. Das Bauwerk wird an Ort u»rd Stelle über Waster aus einer künstlich geschütteten Halbinsel hergestellt und nach der Fertigstellung a b- gesenkt. Dos Absenken wird dadurch erreicht, daß das Erdreich. welches sich in der unter dem Tunnel angeordneten, unten offenen Arbeitskammer befindet, aus dieser entfernt wird, rvobei das Bau- werk infolge seines Gewichts allmählich in seine endgültige Tiefen- läge sinkt. Die Bauzeit ist auf zwölf Monate berechnet. so daß die Eröffnung de« Tunnelverkehrs im Frühjahr 1927 zu erwarten ist. Bisher ist der Verkehr an dieser Stelle durch eine Fähre bewerkstelligt worden, die jedoch den von Jahr zu Jahr steigenden Anforderungen des Ausflüglerverkehrs nicht mehr ge- wachsen ist. Die Zahl der Au» flügler ist im letzten Jahr bis auf Bierzigtausend an einem Tag« gestiegen: gleichzeitia hat auch der Sportverkehr an dieser Stelle stark zugenommen, so daß die Möglichkeit eine» Unfalls wegen der sich kreuzenden Verkehrsrichtungen nicht von der Hand zu»eisen war. Demgegenüber spielt der Wagenverkehr eine untergeordnete Rolle. Der Tunnel dient daher auch nur der sicheren Ueberleitung de» Fuß- gängerverkehrs. Für den Fuhrwerksverkehr bleibt die Fähre wie bisher bestehen._ Notstandsarbeite» in der Wnhlheide. Die Park- und Friedhofsdeputation des Bezirksamtes Treptow führt als Notstandsarbsit die Umgestaltung der Wuhlheide in einen V o l k s p a r k durch. Dos Projekt wurde im Jahre 1922 aufgestellt und von dieser Zeit an durch Notstandsarbeiter teilweise ausgeführt. Es sind von der 175 Hektar großen Fläche bisher 46 Hektar fertiggestellt, die zum Sommer der Bevölkerung zur Be- Nutzung freigegeben werden. Die fertigen Anlogen enthalten groß« Volks- und Tummelwiesen,«in Planschbecken mit Strand, eine Sport- wiese, einen Buddelplatz, serner einen Heckengarten und eine Rodel- bahn, die vergangenen Winter schon ausgiebig benutzt wurde. Don den zurzeit beschäftigten 120 Erwerbslosen wird eine große Wald- und Volkswiese hergestellt, die jung und alt als Tummelplatz dienen soll. Angegliedert an die Waldwiese wird ein Turn- und m Gnkel Moses. Römern von Schalom Asch. Dann rief Onkel Verl Charlie, seinen einzigen Sohn, bei- seit« und sprach zu ihm: »Od) habe nur eine Bitte an dich. Freilich, ich HStt« gewünscht, es wäre anders... ich kann ja nichts tun. Aber das eine versprich mir. versprich es nur mit Handschlag, daß du es halten wirst: Wenn du hörst, daß alles vorüber ist, sag« den Äadisch für mich. Versprich es mir. mein Sohn.. Die Landsleute standen beim Schiff und sahen der Szene zu: alle wußten, was der Vater jetzt von seinem Sohne verlangte, und alle erinnerten sich an ihre eigenen Kinder. alle dachten daran, wie fern und fremd ihre Kinder ihnen in Amerika geworden waren. Und die Landsleute begannen zu seufzen. Da und dort wurde heimlich eine Träne au» den Sliiaen aewischt, und einer flüsterte dem anderen zu: ' Ist denn mein Sohn besser? Oder deiner?*' Charlie, welcher in den paar Jahren zu einem großen und hageren Burschen mit zwei kräftigen Händen und einer breiten knochigen Brust herangewachsen war. stand da wie eine Statue. Er begriff, daß der Vater etwa» Heiliges und Teures oön ihm°erl°ngte. Er hatt� nickte zustimmend mit dem Kopfe doch sprach-r kem Wort. Er konnte dem Vater gar nichts sagen, denn der Vater war Die Mutter liebte�er, weil sie sich stets seiner angenommen und ihn gegen die ästeste Schwester verteidigt hatte. Doch der Vater mit seinem Beten. Lernen und seinem ewmen Fromm- sein- was konnte er für den Dater empfinden? Die Schwiegersöhne standen in einem Winkrtu�sprachen leise miteinander: sie sammelten Geld und der älteste Schwiege?» sahn, der aus Galizien, überreichte es Berl: ..Schwiegeroater. das habt Ohr. wenn es nach hundert» zwanzig Oahren nötig ein sollte, und Ohr sollt... „Für das, was nach hundertund zwanzig Oahren nötig sein wird, brauch« ich kein Geld: dafür habe ich�mir, Gott se, Dank, selbst etwas von meiner Arbeit erspart, Onkel Bert zog einen kleinen Geldbeutel hervor, den er auf der Brust trug,„aber bis es nach hundertundzwanzig Oahren so weit ist. bis dahin verlasiet mich nicht. Lange wird es bis zu den hundertundzwanzig Oahren nicht mehr dauern... das spure ich schon...*. Onkel Berl lächelte heiter.» � � �« w» feiner Frau Abschied«ahm. da verstand das alle Paar erst, was Amerika für sie bedeutet hatte. Sie hatten ihre Kinder noch Amerika- gebracht. Die Kinder hatten ihnen Amerika genommen. Aber sie selbst spie Amerika wieder aus und warf sie wie einen werllosen, nutzlosen Fetzen wieder weg. Amerika hatte sie in ihren alten Tagen getrennt. Doch aus der allen Mutter zieht es noch ein wenig Nutzen. Den alten Bater aber schickt es heim zum Sterben. „Der Tod hat uns nicht trennen können, und Amerika !iat uns getrennt,* rief Genendel und wußte nicht recht, was ie damit meinte: doch sie fühlte in sich einen großen Haß gegen das Land, welches ihr alles genommen hatte, ihre Kraft, ihr Leben und ihre Kinder, welches das ausspett, was es nicht mehr braucht... Doch bald wurde es frohfich beim Schiffe. Onkel Moses kam mit dem zweiten„Toten*. Der alte Melnik war sinnlos betrunken. Er hielt den Beutel mit dem Geld in der Hand, das er für sein Begräbnis zusammengespart hatte, klimperte mit dem Gelde und schrie den Sohn an: „Jetzt brauche ich dich zum Krenreibcn, du Pharao, König von Aegypten, samt deinem ganzen Königreich Amerika oon Hodu bis Kusch. Das Begräbnisgeld habe ich mir selber zusammengespart. Och habe es mir erarbeitet, mit eigenen Händen, bei der Grießmühle. Wozu und weshalb brauche ich dich?* „Komm, Berl. komm zurück nach Kusmink* er zog Berl beim Aermel.„Bleib gesund, Pharao*, rief er dem Sohne zu.„und ihr. Landsleute, ihr Knechte in Aegypten, gehet zurück zum Pharao in die Fron.* Als das Schiff mit den„zwei Toten* abfuhr, standen die Landsleute lange am Ufer und sahen ihm mit sehnsüchttgen Blicken nach. Gar mancher beneidete die„Toten*, daß sie ruhig dem Friedhof von Kusmin zusteuerten und nicht zum Pharao von Aegypten zurückkehren mußten. Alle waren traurig. Sogar Onkel Moses war �traurig geworden und blickte dem Schiffe mit den„Toten* nach. Oeder von den Landsleuten dachte an sein eigenes Ende, dachte an den Augenblick, da er mit dem Schiff heimkehren würde... Abseits von allen aber standen Mascha und Charlie, die beiden erwachsenen Kinder, die schon in Amerika auf» gewachsen waren. Sie glichen einander im Wuchs, als wären ihre stolzen, jungen Köpfe miteinander empor- geschossen. Ohre Schultern lagen in gleicher Höhe. Die beiden jungen Menschen begegneten einander zum ersten feit sie erwachsen waren, beim Begräbnis der Alten, Und die Ougend zag eines zum anderen. Sie sahen nicht. wie das Schiff mit den„Taten* abfuhr. Sie sprachen eifrig miteinander und lachten hell, wobei eines dem anderen weiße, junge, starke Zähne wies. Die Landsleute hörten ihr Lachen. sahen sich um. und einer sprach zum anderen: „Nun, da hast du es, Amerika! Kümmert sie denn etwas? Wissen sie denn von etwas? Der Vater fährt heim. und er steht mit einem Mädel da und lacht.* „Sie gehören ja zu einer ganz anderen Welt, ganz andere Menschen sind sie, was willst du von ihnen?* lautete die Antwort. Zweiter Teil. 1. Cr wird Kinder haben. Am frühen Morgen erschien Onkel in seinem Geschäft: er trug einen weißen Anzug und erfüllte den ganzen Laden mit Colgates Rosenparfüm, dessen Geruch er auf wette Ent- fernung ausströmte. Seine spiegelblank glänzenden, neuen. gelben Schuhe verrieten mit ihrem schweren Knarren— da geht Onkel Moses! Sein breites, dickes Gesicht glänzte, frisch rasiert, spiegelglatt wie ein Fisch, der soe«n aus dem Wasser gezogen wurde. Er nahm seinen mächtigen Panamahut ab und fuhr mit einem Batisttaschentuch über den verschwitzten Kopf und den heißen Nacken, der geradezu gekocht aussah. Die Angestellten drückten sich vor Furcht in die Ecken und machten sich bei den Anzügen, den Hosen und Röcken zu schaffen. Onkel Moses blleb mitten im Geschäft stehen, blickte sich nach allen Seiten um und betrachtete die„Familie*, die bei ihm arbeitete. Seinen Leuten schien dieser musternde Blick ein Oahr lang zu dauern. Onkel Moses winkte mit zwei Fingern Sam heran, dem er da» größte Vertrauen schenkte, und fragte: „Alles allright?* „Pes, Onkel, antwortete Sam. „Was macht Kusmin?* Onkel Moses deutete mit dem Finger in die Höhe. „Sie nähen die Winterröcke Nummer 53.* „Gut, schau dazu, daß sie vorwärts kommen. Kusmin kann ja nur schwitzen und schlafen. Schau zu. daß du aus dem Stoff etwas herausschlägst. Schneide daraus so viel Röcke, wie nur möglich, Freund, und schau, daß du was herrausschlägst.* „Allright. Onkel.* „Och bleibe heute den ganzen Tag fort. Gib acht, Sam. Alles allright?* ..Des. Onkel/ föortscfcuna totaU Kinderspielplatz angelegt, der neben Buddelplägen auch alle von Kindern ersehnten Turngeräte erhalten wird. Mit der Freigabe; dieser Anlagen ist zum nächsten Jahre zu rechnen. Neben diesen reinen Nuzanlagen werden große Flächen des Forstwaldes als Waldpark hergerichtet und alle Mittel angewandt, um den absterbenden Wald zu erhalten und zu verschönern. Bei Bereit ftellung weiterer Mittel hofft man eine größere Anzahl von Erwerbslosen in der Wuhlheide zu beschäftigen. Seit dem 15. Februar 1926 hat sich die Zahl der Rot standsarbeiter von 2147 auf 2515, die Zahl der bei den Ar. beiten der Stadt und der Werke beschäftigten Tarifarbeiter ron 9966 auf 11 020 erhöht. J. Rote Brut im schwarzen Stall." Major Lindau vom Zeugami Spandau als Zenge. Das Große Schöffengericht in Spandau hatte sich zum zweitenmal mit einer Sache beschäftigen müssen, die in der Verhandlung am 2. Oktober v. J. vertagt wurde, weil der Beschuldigte den Wahrheitsbeweis antreten wollte. Angeklagt war der frühere Werkmeister vom 3 eu gamt in Spandau, Peter Rachel, dem die Pionier- und Scheinwerferwerkstatt unterstellt war. Rachel erhielt den Bosten am 1. April v. 3. durch Vermittlung des Deutschen Bertmeisterverbandes. Seine Papiere murden vom Wehrministerium bis zum Zeugamt in allen Instanzen geprüft und für gut befunden. Einige Tage vor seinem Antritt stellte er sich dem Kommandanten des Zeugamts, Major Lindau, vor, welcher ihm hierbei auch erklärte, daß große Mißstände unter den Arbeitern herrschten, und Laß mehr Politik ge trieben als Arbeit geleistet würde. Der Beschuldigte behauptete, daß der Major außerdem zu ihm gesagt hat: Schaffen Sie mir die rote Brut aus dem schwarzen Stall heraus, ich gebe Ihnen sechs Wochen Zeit." Mit geballten Fäusten hätte er ihm auch Unterstützung hierbei versprochen. Am 15. Juni erhielt der Angeklagte plötzlich ohne Angabe des Grundes seine Kündi gung zum 30. Juni; er erflärte sich diese Entlassung damit, daß dem Gewertschaftsverbande der SPD. ange= hore, was der Major bei seiner Anstellung nicht wußte mit der Kündigung begab sich der Beschuldigte in das Reichswaffenamt zit Berlin, welches für feine Stellung die maßgebende Behörde war. Der dortige Major Bernay erklärte ihm, daß er von seiner plög lichen Entlaffung nichts wüßte, und er mit seinen Arbeiten zufrieden gewesen wäre. Die Kündigung wurde aber trotzdem nicht zurückgenommen, worauf sich K. zu dem Reichstagsabgeordneten Genoffen Schöpflin begab, der das ganze Material zur Untersuchung dem Wehrministerium meitergab. Major Lindau stellte ganz entschieden in Abrede, die Aeußerung von der roten Brut getan zu haben. Auf Grund dieser Aussage des Majors Lindau stellte das Reichswehrministerium gegen Kachel Strafantrag, daß er wider befferes wiffen eine unwahre Tatsache behauptet habe Der Beklagte führte einleitend aus, daß nicht er, sondern ma for Lindau auf die Antlagebant gehöre. Auch iekt noch behaupte er, daß die erwähnte Aeußerung gefallen ist. Die Anklage lautete nur bezüglich der Aeußerung von dem schwarzen Stall und der roten Brut. Zu der Verhandlung waren außer dem Major Lindau noch 6 Reichswehroffiziere als Belaftungszeugen geladen. Dagegen waren von 15 Ent laftungszeugen nur 4 geladen. Um den Beweis zu erbringen daß Major Lindau feine Stellung als Kommandant politisch mißbraucht habe, wollte der Beschuldigte die Anflage gegen fich noch erweitert wiffen, damit er den Wahrheitsbeweis noch durch andere Zeugen antreten( ann. Die beantragte Erweiterung des Verfahrens murde vom Staatsanwalt und dem Gericht abgelehnt sowie auf Vertagung des Termins und Laduna pon weiteren Beugen. Der Staatsanwalt Conrad hielt die Beleibi dung nach§ 187 RStGB. durch die eidliche Aussage des Majors Lindau für erwiesen und beantragte unter Bubilligung mildernder Umstände von einer Gefängnisstrafe abzusehen. Da der Beschuldigte noch pollkommen unbescholten ist, möge eine Geldstrafe von 150 M. oder für je 5 Tage 1 Tag Gefängnis genügen. Das Gericht hielt den§ 187 nicht für zutreffend, wohl habe er sich nach§ 186 straf bar gemacht, weil die behauptete Tatsache nicht als erweislich wahr anzusehen sei. Das Gericht tam zu der Ueberzeugung, daß man dem Beschuldigien den§ 193( Wahrung berechtigter Interessen) zuSprechen mußte und erkannte auf Freisprechung Es dürfte selten vorkommen, daß ein Angeklagter eine Ermeiterung des Verfahrens gegen sich beantragt. Wie ficher muh also dieser Mann feiner Sache fein. Durch den an sich erfreulichen und ehrenvollen Freispruch wird ihm auf der anderen Seite aber auch die Möglichkeit genommen, die merkwürdige Berjon des Herrn Majors Lindau vom Zeugamt in Spandau auch noch von anderer Seite zu beleuchten. Es wäre vielleicht doch ganz gut, wenn man sich munmehr den Major Lindau etwas genauer anfähe. Verlängerung des Beamtensperrgesetzes? Gegen die Abficht, das Beamtensperrgesetz zu verlängern, wendet fich in der Berliner Stadtverordnetenversammlung die fozialdemokratische Frattion mit folgendem DringTichfeitsantrag: „ Es verlautet, daß die Geltungsdauer des Beamtensperrgefeßes über den jetzt festgelegten Ablauftermin, den 31. März 1926, hinaus wiederum verlängert werden soll. Die Stadtverordnetenverfammlung ersucht den Magistrat, mit größtmöglicher Beschleunigung hierüber die erforderlichen Feststellungen zu machen und im Falle des Zutreffens der durch die Zeitungen gegangenen Nachrichten sogleich bei den oberbehördlichen Stellen im Sinne der früheren Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung die Innehaltung des jeßigen Ablauftermins als gerade für die Gemeinden dringend notwendig zu verlangen." aus Folgenschwere Explosion einer Karbidlampe. Die 16 Jahre alte Arbeiterin Emma Radolni Spindlersfeld war am Montag abend damit beschäftigt, die Laterne ihres Fahrrades mit Karbid nachzufüllen. Um besser sehen zu können, entzündete das Mädchen ein Streichholz, mos bei ein Funke in den Karbidbehälter flog, so daß der Inhalt explo. dierte. Von der hervorschlagenden Stichflamme trug das Mädchen schwere Brandwunden im Gesicht und an den Augen davon, so daß es nach dem Krankenhaus übergeführt werden mußte. Es erscheint zweifelhaft, ob es den Aerzten gelingen wird, der Unglücklichen das Augenlicht zu erhalten. Studenten gegen die Fürstenabfindung. Die linksgerichteten Studenten hatten zu einer Protest tund. gebung gegen die Fürstenabfindung aufgefordert. Es Sprach Gen. v. Buttfamer, der sich mit zündenden Worten an die bürgerliche Jugend wandte. Sie haben zu wählen zwischen Volk oder Kanaille. Ein völlisches Propagandaheft schreibt: Reinen Pfennig den Fürsten, heißt die Parole der Balfsverräter, die gern ein paar hundert Millionen an das internationale Attienkapital ver Schachern möchten." Gegen diese Gemeinheiten muß in der vierzehn tägigen Wahlfampagne mit fchärfften Mitteln vorgegangen werden. Als zweiter Redner sprach der Kommunist Mener. Er begründete das Recht der Fürstenenteignung mit dem Hinweis auf Bismards Berfahren gegen die Welfen und Hessen. Dr. Kurt Hiller gloffierte das„ Gerechtigkeitsgemeder" gemijjer bürgerlicher Barteien Versammlung, die sehr erfreulich zusammengesetzt war, steht als studentische Veranstaltung sehr vereinzelt da, und wir müffen uns freuen, daß an den heutigen Universitäten überhaupt solche Worte gesprochen werden können, Die Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 24. Februar. Außer dem üblichen Tagesprogramm: m.a 4-5 Uhr nachm.: Sendespiele. Abt. Jugendbühne. Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 7. Uebertragung. Die Ahnfrau". Ein Trauerspiel von Franz Grillparzer. 6.45 Uhr abends: Dr. Otto Krohne:„ Die Vererbung geistiger und körperlicher Anlagen beim Menschen. 7.15 Uhr abends: Dr. Hauschild: Idee und praktische Bedeutung des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates". 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Musikwissenschaft. Dr. James Simon: Die neuzeitliche Klaviermusik". 8.30 Uhr abends: Rezitationen. 1. A. Scholz: Der alte Clown 2. F. Josky: Der letzte Akt. 3. Alex. Puschkin: Der Ertrunkene. 4. E. A. Poe: Das verräterische Herz( Karl Zander). 8.50-10 Uhr abends: Kammermusik von Haydn bis Schönberg. XI. Abend. Havemann- Quartett: Professor Gustav Havemann. 1. Violine; Georg Kniestädt, 2. Violine; Hans Mahlke, Viola; A Steiner, Cello. Mitwirkend: E. Silberstein, 2. Cello. SchubertAbend. 1. Streichquartett op. posth.( Der Tod und das Mädchen) Allegro Thema mit Variationen: Andante con moto Scherzo: Allegro molto presto. 2. Streichquintett op. 163, für zwei Violinen, Viola und zwei Celli Allegro ma non troppo Adagio Scherzo: Presto Allegretto. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Mittwoch, den 24. Februar. 1 3-3.30 Uhr nachm.: Friebel und Mann: Englisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Friebel und Mann: Englisch für Fortgeschrittene. 4-4.30 Uhr nachm.: Dr. Agnes Molthan: Geschichtliche Entwicklung des höheren Mädchenbildungswesens. 4.30-5 Uhr nachm.: Anna v. Giercke: Sinn der weiblichen Berufsberatung. Das Drama im Falkenhagener Forst. Das Drama im Faltenhagener Forst, in dessen Berlauf der Förster Rußer den Buchdruder Stephan erschossen hat, ist Dienstag morgen durch einen Lokaltermin im Falfenhagener Forst weiter aufgeklärt worden. Der Zusammenstoß zwischen dem Förster und den beiden Arbeitskollegen Stephan und Ohlsen ist nach den neuesten Ermittelungen folgendermaßen vor sich gegangen: ' Bei Schießübungen im Fallenhagener Forst wurden die Beiden von dem Förster Ruzer überrascht. Sie nahmen auf den Anruf des Försters hinter Bäumen Dedung und eröffneten auf den Forst beamten das Feuer in dem Augenblick, indem er sie aufforderte, die Waffen niederzulegen. Als der Förster dann Stephan tödlich getroffen hatte, tam Ohlsen aus seiner Dedung hervor, warf die Waffe weg und bemühte sich um seinen erschossenen Freund. Ruger wollte ihn nach der Oberförsterei mitnehmen, aber Ohlsen bat, bei seinem Freund bleiben zu dürfen. Als Ruzer zurückkehrte, mar Ohlsen verschwunden. Ohlsen wurde am Dienstag morgen in seiner Wohnung verhaftet. Er behauptet, daß der Hufsförster Ruger zuerst geschoffen habe. Die Kugeleinschläge und die Aus. fagen der Dhrenzeugen widerlegten diese Behauptung. Bei einem Absuchen des Geländes, das die Polizeibeamten noch am Montag Dornahmen, wurden außer den drei bereits erwähnten Waffen hinter einem Baume noch eine vierte Pistole sowie drei BrowningMagazine gefunden. Ohlsen, wird dem Untersuchungsrichter eingeliefert werden. Zeugen gesucht! Am Dienstag, ben 9. Februar, morgens um 6.30 Uhr( Dienstag voriger Woche), berunglüdie ber Werkzeugmacher Wilhelm Gabriel in der Greifswalder Straße vor dem Haufe 201, unweit der Danziger Straße, tödlich. Er kam zwischen den Trieb magen und Anhänger der Linie 63 und wurde totgequetscht. Die Witwe des Berunglüdten steht mit zwei Kindern im Alter von 6 und 8 Jahren allein. Sie hat leine Beugen Berfonen, bie irgend welche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Abreise Adreſſe an Frau Dora Gabriel, Berlin D., 8orndorfer Str. 10. gelangen zu lassen. Eventuelle Unkosten werden gern zurüd erstattet. auf 44 Tage bestimmte Wohnung, einen Glasfaften im Krokodil". Der Hungerfünstler Jolly, der bekanntlich am 13. Februar feine Friedrichstraße 124/125, bezogen hat, fezt feine Hungerfur fort Herr Jolly, der am 13. Februar mit einem Gewicht von 118 Pfund eingezogen ist, wiegt heute, am zehnten Tage, mur noch 109 Pfund. Das Befinden schwankt verschiedentlich. Magenträmpfe maren am burtstag, ist, wie man uns mitteilt, das Befinden gut. Die 18. und 19. Februar zu verzeichnen. Heute, an seinem 25. GeNahrung, die neben der Lagerstatt des Herrn Jolly zu sehen ist. besteht aus Zigaretten und Selterwasser. Seine einzige Verbindung mit der Außenwelt besteht in einem Radioapparat. Die Kommuniffen veranstalteten am Dienstag abend eine Anzahl Bersammlungen in verschiedenen Teilen der Stadt für den Bolfsentscheid und für Reichstagsauflösung". Es sprachen u. a. die Abgeordneten Heckert, Höllein, Bied, Meyer, Hörnle und Schwent. Die Rundgebungen verliefen ohne 3mischenfall. Auch nach Schluß der Veranstaltungen haben sich feinerlei Zusammenstöße ereignet. Der Polizei waren teinerlei Zwischenfälle gemeldet worden. Ein Neftrop- Abend des Desterreichisch- Deutschen Bolfsbundes. Der Defterreichisch- Deutsche Boltsbund veranstaltet Donnerstag, den 25. Februar, Beginn 8 Uhr abends, im Saale des Ingenieurbauses( Friedrich Ebert Straße 27) einen öffentlichen Nestroy- Abend unter Mitwirkung maria Newes. Einem furzen Bortrag folgt ein überaus fröbliches der österreichischen Schauspieler Florian Kienzl und Martha Programm, bas Szenen aus Nestroys Nassischen Bossen, sowie politische und satirische Vortragsstüde bietet. Billetts bei A. Bertheim, im Schloß Bellevue und an der Abendkasse. Zu unseren Jugendweihen tellen wir mit, daß Anmeldungen für das Große Schauspielbaus wegen Ueberfüllung nicht mehr angenommen werden lönnen. Es werden noch Anmeldungen angenommen für Sonntag, den 28. März: Charlottenburg: Staatstheater, Grolmanstraße; Lantwis, Lichterfelde, Steglit: Aula des Realgymnasiums, Zanlmik, Kaulbachstraße; Friedenau, Schöneberg, Wilmers. dorf: Aula des Realgymnasiums, Friedenau, Homuthstraße; Bankow; Aula des Lyzeums, Bankom, Görschstraße 42; Treptow, Baum. chulenweg: Aula des Lyzeums, Treptow, Neue Krugallee 6. Sonntag, den 21. März, vormittags 10 Uhr, in der Aula des Neal, Die Jugendweihe für Königswusterhausen und Umgegend findet am gymnafiums in Königswuiterhausen statt. Anmeldungen werden jeden Sonntag von 2 Uhr nachmittags in der alten Schule am Amtsgericht Königswusterhausen entgegen genommen. In der gleichen Schule wird auch der Vorbereitungsunterricht erteilt. Einen Richard- Wagner- Abend veranstaltet heute, Mittwoch, das Bhir harmonische Drefter, Dirigent Prof. Brümer unter gef Weit wirkung von Maria Lorenz- Höüischer. Der Bildungsausschuß Treptow- Baumschulenweg bringt am Donnerstag, den 25. Februar, abends 7, Uhr, den republikanischen Großfum Freies Bolt" in der Treptower Sternwarte zur Vorführung. Starten zu 70 f. find zu haben in den Speditionen Stegler, Graegir. 50, und Strahl, Baumjulenmeg, Kiefholzstr., und an der Übendkasse. Gegen volksfremde Tänze und Bubikopf. Die Einstellung vieler reichsdeutscher Turnvereine gegen die modernen Tänze und den Bubikopf greift nun auch auf Deutsch. böhmen über. Auf der Dietwartetagung des Jeschten- Iser- Turn gaues in der Grenzstadt Grottau gab es, wie aus Reichenberg gemeldet wird, lange Debatten. über den Kampf gegen die nur auf das Sinnliche berechneten Tänze, durch die das deutsche Gefühls leben in feiner Tiefe und Reinheit, zerstört" murde und gegen den Bubitopf der richtiger als Stlapentopf zu bezeichnen wäre. Dem nächsten großen Gautage wird ein Antrag unterbreitet, daß Turne rinnen mit Bubitopf bei allen öffentlichen turnerischen Veranstal. tungen auszuschließen feien, Der Ausklang des Reichsbanner- Bundestages. Während in der Nacht zum Sonntag bereits die meisten Teilnehmer des Bundestages des Reichsbanners von Hamburg die Rückfahrt angetreten hatten, begaben sich die österreichischen Teil-. nehmer, etwa 400 an der Bahl, und 500 Reichsbannerleute, im ganzen mit Frauen etwa 1000 Bersenen, auf dem Dampfer Jan Molsen" von Hamburg nach Curhaven; dort fam ihnen das Motorschiff Sturmvogel" mit 30 Reichsbanner Jugendmannfchaften in weißer Matrosenkleidung entgegen. Am Bollwert von Curhaven wurden die reichsdeutschen und österreichischen Kameraden herzlich begrüßt und dann bewegte sich ein mächtiger Propagandazug durch die Straßen dieser offenbar recht nationalen" Stadt. Nach einem fräftigen, von Freundesseite gespendeten Seefischimbiz wurde gegen 4 Uhr die Rückfahrt angetreten. Am Abend fand in Hamburg mit einem großartigen Fackelzug und einem Kommers im Gewerkschaftshaus die glänzend verlaufene Demenstration ihr Ende. Die Wasserfahrt auf der sich immer mehr verbreiternden Unterelbe, dem Meer entgegen, war für die Desterreicher und für andere Landratten" ein besonders eindrudvolles, großes und starkes Erlebnis. Die„ Weftphalia" wieder in Hamburg. Der 11 000 Tonnen große Hapagdampfer ,, West phalla", der vor einigen Wochen etwa 1000 Meilen von Rap Race die aus 23 Mann bestehende Mannschaft des fintenden holländischen Frachtdampfers Altaid trop schwersten Sturmes unter größter Gefahr rettete, ist gestern nachmittag gegen 3 Uhr im Hamburger Hafen eingetroffen. Schon lange vor Ankunft des Dampfers mit seinem Kapitän Graaffs und feiner tapferen Befagung hatte sich auf den Kaimauern eine große Menschenmenge eingefunden. Der Senatspräsident und Bürgermeister von Hamburg, Dr. Petersen, begrüßte die Seehelden und fprach ihnen im Namen der Stadt seinen Dant aus. Außer dem HapagDirektorium hatten sich von Behörden und der Hamburger Handelswelt gleichfalls namhafte Persönlichkeiten eingefunden. " Rüdfehr der Polansichtskarten". Nach einer Meldung aus Oslo werden dieser Tage elf Säde Polansichtskarten" nach einer Abwesenheit von dreizehn Jahren wieder nach Normegen zurückkehren. Ein Teil dieser Post tam schon im Jahre 1913 an Bord der Fram", der Rest auf den Dampfer Maud", der im Jahre 1918 von Oslo abging. Diese Ansichtskarten 60 000 bis 70 000 Stüd haben eine weite Reise gemacht. Von Oslo die ganze Küste entlang durch das Weiße Meer, das Karameer, die Rüfte Sibiriens entlang bis nach Alaska und von dort durch das Bolareis an den Neufibirischen Inseln vorbei wieder nach Alaska und vpn dort zurück nach Oslo. Durch die Post in Oslo werden nun die Karten an die einzelnen Adressen abgeschickt werden, und zwar eingeschrieben. Die Buschsteppenbrände in Australien. Nachrichten aus Sidney befagen, daß fich fünf Buschbrände vereinigt haben; die Feuerlinie beträgt jezt hundert englische Meilen( etwa 160 Kilometer). Ein großes wertvolles Gebiet von Gebirgswaldungen sowie Schaf und Biehherden sind neuerdings bedroht. Sport. Borkampf- Abend Heros- Westen. est en am Montag einen gut besuchten Borgroßfampftag. In Erbes Festfälen in der Hasenheide veranstaltete der B. C. Die Kämpfe murden durchweg flott geführt, es gab teilweise recht guten Sport zu sehen. Im Bantamgewicht tämpfte Leinz( BSC.) gegen Dalchow( Hermes). Nach drei unentschiedenen Runden erreichte Leina in der Zufahrunde einen tnappen Bunttfieg Im edergewicht punttete 2tner( Teutonia) seinen Gegner Arnhold ( Westen), aus. In dem Treffen Bolkmar( Heros) gegen Werner ( Westen) siegte Bolfmar fnapp nach Bunften. Im Leichtgewicht betraten gleichfalls zwei Baare den Kampfring. Stor( heros), der etwas unsauber borte, blieb Sieger über Langbeder( BC. 13). Bunften schlagen. Im Weltergewicht triumphierte Witch( Westen) Malz( Teutonia) tonnte Maste( Polizei- Sp.- B.) nur knapp nady über Babst( Heros) nach Puntten. Nitschte( heros) fonnte feinen Klubkameraden Schröder troz einer Zufahrunde, die zugunsten Schröders gehen sollte, einwandfrei nach Bunften schlagen. Im Mittelgewicht blieben Praiß und Buschbaum( vom jüdischen towski( Bolizei- Sp.- B.). Der Schwergewichtler Wegener( Westen) Borflub Maccabi") Punttfieger über Bögels( BC. 13) und Gaizwang Bergt( Union- Ob.) in der 3. Runde zur Aufgabe, nachdem Bergf in der ersten wie auch in der zweiten Runde mehrmals zu Boden gehen mußte. Reit- und Fahrturnier. Es war eine sehr glüdliche Idee, in der Arena am Kaiserbamm, in der sich sonst Pferde von internationalem Ruf tummeln, auch einmal Pferde zu zeigen, die vor einem Ge schaftswagen gehen. Bei dem Einspännerfahren holte sich das Ge spann der Löwenbrauerei Böhmisches Brauhaus den ersten Preis. Er. mar ihm auch bei dem Zweispännerfahren zuerkannt worden. Das erregte all gemeinen Zubel, denn die beiden Braunen Leonore" und Ledebour", gut gefahren, zogen ihren schweren Wagen mader durch den tiefen Cand. Ebenso fam der zweite Preis der Löwenbrauerei- Böhmisches Brauhaus mit ihrem Schimmelwallach- Gespann Mag und Morik" zu. NOT 1 Jugendveranstaltungen. stellungstaffierer! Seute von 5-6 Uhr Abrechnung der Beitragsmarter, Abteilungsleiter! Solt die Karten für die Märzfeter, ab! 1 Often Heute, Mittwoch, den 24. Februar, abends 7% Uhr: Webbing: Schule Antonftrake. Vortrag: Staat, Nation und Klaffe" II. Teil. Rordring: Schule Scherenbergstr. 7. Bortrag: Reformtleidung". Fr.- B.: Jugendheim Rigaer Str. 102. Frig- Reuter- Abend. Stallschreiberstr. 54. Bortrag: Der Mensch der Uraeit" I. Teil. Luisenstadt: Schule Süboſt R.- B.: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Vortrag: Bub und Mädel". Lantwig: Gemeindefchule Schulstraße. Bortrag: Rehn- Minuten- Referate über: Jugendzeitschriften". Wannsee: Schule Charlottenstraße. Vortrag: GAI. und Kirche". Friedrichshagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105a. Bortrag: ,, Berliner Humor". Niederschöneweide: Jugendheim Oberschöneweibe, Luifen Straße 2. Lichtbildervortrag. Bortrag: Das gute und das schlechte Buch". Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Kreuzberg. Fr., b. 26., 7 Uhr, Ronferens der Funktionäre mit erweitertem Borstand bei fublbrilage( früher Schneekoppe), NostiaEde Arndtstraße. Bilmersdorf. Turn- und Sportübungen jeden Do. von 8-10 Uhr in der Oberrealschule am Seepart. Für Jugendliche usw. Pflichtteilnahme. Treptow( Kreis). Mi., d. 24., mit Rug 711 Uhr ab NieberGaalverweigerung. Treffpunkt: Bhf. Wildau. Spielleute haben zu erscheinen. fchöneweide- Johannisthal Fahrt nach Birbau zur Protesttundgebung wegen Lichtenberg mit Untergruppen. Do., d. 25., 6 Uhr, Pflichtantreten bei Baul Berner, Wilhelmstr. 3, aum Fadelaug. Fr., d. 26. 8 Uhr. Ruankungen in bekannten Bofalen, Rug 5 bei Brunns, Türrichmidt. Ede Leijingstraße. Reinidendorf( Kreis). Fr., b. 26., 7% Uhr, im Lofal Ramlow, Bhf. Schönhola, Bollverfammlung. Geschäftliche Mitteilungen. Macenfala ber betannten Firma. u. C. B. Bullrich, Berlin 35, an Als ältefics und bewährtestes Hausmittel darf wohl das Original Bullrichgefehen werden. Nicht allein die unübertroffene Wirfing bei allen Magenbefchwerden, fpeziell Godbrennen, und vielseitiger Berwendung in Baus und nich ber Gebrauch des BG.'s von Generation zu Generation, vererbt und es Riche, fondern vor allem die Preismürbigfelt find die Gründe bafür, daß heute baum einen Saushalt ohne dasselbe geben dürfte. Das echte Original Bullrich- Sals ift in blauen Bateten abgepadi und trägt das Bild des Erfinders. Wetterbericht der öffentlichen Welferdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Für Deutschland. Ulebetall mild, in Norddeutschland wechselnd bewölkt und Zeitweise aufheiternd, aber unbeständig mit geringen Regenfällen, mild.leichte Sirigregen. In Süddeutschland troden und vielfach heiter. 2] Mittwoch 24. Februar 1926 Unterhaltung und Wissen Zwei Freunde. Bon Maxim Gorki. Uebertragen von Gertrud Haase. „ Auch abgemagert," bemerkte der Pfiffer. „ Komm, fomm!" lockte der Schnadler. Das Pferd blickte auf, und indem es wie verneinend den Kopf Schüttelte, bog es ihn von neuem zur Erde. „ Es will nicht zu dir," erklärte der Pfiffer die müde Bewegung. „ Laß uns gehen!... Wenn man es zu den Tartaren brächte, bekäme man vielleicht an die sieben Rubel," sagte gedankenvoll der Schnafler. " Das geben fie nicht. Was haben sie denn von ihm?" „ Aber das Fell?" „ Das Fell? Gibt's denn soviel für das Fell?... Drei Rubel höchstens." Nu!" „ Ja, was? ... Was hat's denn für ein Fell? Ein alter Fußlappen, aber fein Fell." Immerhin triegt man was." Ja, das freilich." Der Schnackler schaute seinen Rameraben an und sagte im Stehenbleiben:„ Nu?" Bu mühsam," entgegnete unentschloffen der Pfiffer. Warum?" „ Da gibt's Spuren, der Boden ist weich. Man wird sehen, wo wir's hingebracht haben." Tod „ Wir ziehen ihm Bastschuhe an." Wie du willst." " Nun also. Wir treiben es in den Wald und dort warten mir im Grund die Nacht ab. Und bei Nacht führen wir es heraus und bringen es zu den Tartaren. Das ist nicht weit, vielleicht drei Werft." Gut," nicht der Pfiffer. Laß uns. gehen. Der Spaß in der Hand... Benn's nur nicht schief geht." „ Es wird schon nichts geben," sagte beſtimmt der Schnadler. Sie bogen vom Weg ab, und indem sie sich nach allen Seiten umfahen, gingen fie in den Wald. Das Pferd schaute fie an, Schnaubte, schlug mit dem Schwanz und begann von neuem das ver. blichene Bras zu rupfen. Drunten im tiefen Waldgrund war es feucht, still und voll Dämmerung. Das Rauschen des Bächleins ging burch die Stille, einförmig und traurig wie eine Klage. Von den schroffen Hängen herab hingen die fahlen Zweige der Haselnuß, Schneeballen und Geisblatt. Hier und da wirres Wurzelmert, vom Frühlingsregen blosgewaschen. Der Wald war noch tot. In der Dämmerung des Abends erschienen die leblosen Farben noch eintöniger und die per weifelte Stille in seinem Schatten gab ihm die traurig- feierliche Ruhe eines Friedhofs. Die beiden Freunde faßen lange in der feuchten Dämmerung unter den Espen, die da mit einem gewaltigen Stud Erdboden in die Tiefe gerutscht waren Bor ihnen brannte hell das kleine Lagerfeuer, an dem sie sich ihre Hände wärmten und in das sie von Zeit zu Zeit fleine Zweige hineinwarfen, um es in gleichmäßigem Brand zu halten und den Rauch zu vermeiden. Nicht weit von ihnen stand das Pferd. Das Maul mit einem Aermel von den Lumpen des Pfiffers umwidelt, hatten fie es mit dem Halfter an einen Stamm gebunden. Der Pfiffer tauerte am Lagerfeuer, schaute gedankenvoll in die Glut und pfiff sein Lied. Sein Kamerad hatte sich ein Bündel Beibenruten geschnitten, aus denen er einen Korb flocht, und schwieg, ganz in seine Arbeit versunken. Das melancholische Rauschen des Baches und das traurige Lied des unglücklichen Menschen verschmolz zu einer fläglichen Melodie, die durch den lautlosen abendlichen Bald schwebte. Hin und wieder frachten und zischten die Aeste im Feuer und es flang wie Seufzer. Run, gehen wir bald?" fragte der Pfiffer. Noch zu früh. Wenn es ganz dunkel ist, wollen wir gehen," antwortete der Schnadler, ohne den Kopf von der Arbeit zu erheben. Der Pfiffer feufzte und mußte wieder husten. No, du frierft wohl?" fragte ihn der Freund nach langem Echweigen. Nee, mir ist so grämlich zumute. " Schau, schau," sagte der Schnadler und schüttelte den Kopf. ,, Es nagt mir am Herzen..." „ Die Krankheit?" " Sie wirds wohl sein... Vielleicht ist's auch was anderes." Der Schnackler schwieg eine Weile, dann sagte er:„ Denf nicht bran!" „ An was?" " An alles!" " Siehst du", sagte da auf einmal angeregt der Pfiffer,„ ich tann nicht, nicht dran denken. Wenn ich es so anschaue", und er machte eine Handbewegung nach dem Pferd, so anschaue und sehe, auch ich hatte mal so eins. Es war zwar ein Heimtüder, aber bei der Arbeit wie der Teufel. Ich habe sogar ein Paar gehabt, tüchtig hab' ich damals gearbeitet!" „ Und was haft du dir erarbeitet?" fragte furz und falt der Schnackler.„ Das mag ich nicht an dir. Ziehst den Dudelsack auf und ftöhnst. Zu was das alles?" Der Pfiffer warf schweigend eine Handvoll furz gebrochener Veste ins Feuer und schaute zu, wie die Funken aufstoben und in der feuchten Luft erlöschten. Seine Augen zwinterten oft und über Jein Geficht huschten eilige Schatten. Dann drehte er den Kopf bahin, mo das Pferd stand und betrachtete es lange. Es stand unbeweglich, wie angewurzelt und ließ den Kopf, der burch den Bidel entſtellt war, hängen. Man muß einfacher denten", sagte rauh und eindringlich der Schnadler. Unser Leben Tag und Nacht, schon ist's vorbeihat man was zu beißen, ift's gut, hat man nichts, dann stöhnt man halt und hört mieber auf, benn es nügt ja nichts. Wenn du aber anfängst fann einem übel merden. Das kommt bei dir einen neuen Ton in seine einförmige Melodie. Dann flogen zwei Bögel auf und jagten mit scheuem Zirpen den Graben entlang. Der Pfiffer sah ihnen nach und begann leise: Was sind das für Vögel? Wenn es Stare find, dann haben fie im Wald nichts zu suchen. Die halten sich bei den Wohnungen auf. Man muß wohl annehmen, daß es Seidenschwänze sind. Die müssen es schon sein." Oder es sind am Ende Kreuzschnabel," sagte der Schnadler. " Für die Kreuzschnäbel ist es zu früh und außerdem nisten die Kreuzschnabel im Fichtenwald. Die haben hier nichts verloren. Es ist schon nicht anders, es sind Seidenschwänze!" " Nun laß fie halt." " Ja natürlich," willigte der Pfiffer ein und mußte aus irgend einem Grunde schwer aufatmen. Unter den Händen des Schnacklers rückte die Arbeit rasch vorwärts. Er hatte schon den Boden des Korbes geflochten und. machte mun geschickt die Seiten. Mit dem Messer durchschnitt er die Ruten, durchbiß sie mit den Zähnen, bog do2 nd PLATZ der REPUBLIK Das Unfaßbare... 3 und band haftig mit den Fingern, wobei er durch die Nase schnaubte, daß die Barthaare sich sträubten. Der Pfiffer fah bald auf ihn, bald auf das Pferd, das wie aus Stein gemeißelf baftand, bald nach dem Himmel, ber schon dunkel, aber ohne Sterne war. Wenn nun der Bauer fich auf sein Pferd befinnt, begann er plöglich mit sonderbarer Stimme, und es ist nicht da. Hier ist es nicht und dort nicht." Und er breitete die Arme und hob die Schultern. Sein Gesicht war töricht und die Augen zwinferten, als schauten fie in etwas Grelles, das plötzlich vor ihnen aufleuchtet. Was soll das jest?" fragte ärgerlich der Schnadler. Es fiel mir eine Geschichte ein," sagte verschüchtert der Pfiffer. ,, Was für eine?" " Ja, da ist auch einmal ein Bferb fortgekommen bei meinem Nachbar, dem Michail; das war fo ein großer Kert, blatter narbig ,, Nun und..?" Nun, sie haben's fortgebracht. Auf der Winterfaat hatte es geweidet und auf einmal war es weg. Da ist er, der Michail, wie er es merkte, daß er fein Pferd mehr hatte, platt auf die Erde gestürzt. Und wie er da heulte, ach du mein Lieber, wie hat dir der da geheult und schlug hin, als hätte man ihm die Beine abge hauen ( Fortjehung folgt.) " Deutsche Kleinstadt. Von Erich Gottgetreu. Haben Sie schon einmal ein Feuilleton über 3widau gelesen? Nein? Wie, Sie bedauern Ihre Unbelesenheit? D, Ihr Bedauern ist nicht nötig, denn Ihre Unkenntnis dient mir zum Beweis für die Richtigkeit und Wichtigkeit meiner Anflage. Warum sollen eigentlich immer nur fluge Auffäße über diejenigen Städte geschrieben werden, die einem„ intereſſant" erscheinen und aus denen zu stammen gleichsam schon eine Empfehlung barstellt? Immer nur über Berlin, Schwabing, Dresden, Baris, New York und London? Ist das nicht im höchsten Grade ungerecht? Ich selbst bin beispielsweise aus nein, ich fag' es nicht und ich protestiere im Namen aller städtisch Minderbemittelten gegen diese einseitige Bevorzugung der Schönheiten und Reichtumsprozen unter den Städten. Dichter, Ihr sinkt nicht, wenn Ihr einen Feuille Ton tiefer fingt! Die triste Kohlengrubenstadt Zwidau, von der mein Lied heute fünden soll, gehört ja wirklich nicht zu den Edelsteinen der Welt. Eng und flein und grau quetschen sich die Häuser in schmalen Straßen und Gaffen, und man braucht gar nicht erst große Studien zu machen, um festzustellen, wie überall das Elend des Hungers, Der Krankheit und des Schmuges drückt und zehrt. Unheimlich, mie die Stille der Nacht hier geistert. Nur felten geht nach neun Uhr ein Mensch noch auf der Straße, und die Gaslaternen fladern an den Straßenecken wie sterbensmatt. Nicht einmal in den Bergnügungsstätten" fommt rechte Freude auf. Ueberall stiert Daseinstrifte. Das muß wohl von der Krankheit sein", stimmte Meinlaut Wie schlimm die Wirtschaftsnot am Lebensmart der Bergder Pfiffer zu, aber nach einem furzen Schweigen fagte er, bielarbeiterschaft frißt, ist bekannt. Wer feine Rohlen gräbt, ist nicht besser dran. Bon den beiden großen Automobilfabriten am Ort Icicht fommi's auch vom schwachen Herzen." ſteht die eine augenblicklich unter Geschäftsaufsicht, während die Leitung der anderen noch hofft, wieder auf einen grünen Smeig voller beschäftigungsfruchtender Aufträge zu tommen. Viele tausend Arbeiter sind einstweilen in Ferien" geschickt worden. Wird es dem Hungernden Troft sein, daß fast an jedem Ed Gläubige, Einfältige, Kinder und Narren den Kultus irgendeiner van der Krankheit." Das Herz tommt von der Krankheit," erklärte der Schnadler. Er durchbiß mit den Zähnen eine Rute, ließ sie durch die Luft pfeifen und sagte streng: Ich bin gesund und hab' nicht so was." Das Pferd trat von einem Fuß auf den andern; ein Zweig tnadie, ein klumpen Erde rollte tlatschend in den Bach und brachte Beilage des Vorwärts Sefte pflegen? In Zwickau blüht und wuchert religiöser Kult in tausend Winkeln, das mar wohl schon so zu Zeiten Thomas Münzers. Seine" Marienkirche, in der er die Geister rüttelte gegen den ungeist der Gemeinheit, rect noch immer in der ganzen Herrlichkeit Zwickau brausten dereinst die Stürme des Bauernkrieges, und in ihrer gottstrebigen Gotit ihr Spigwerf himmelwärts. Ja, bis nach widau entbrannten die ersten Kämpfe um den deutschen Kapitalismus, nämlich als die Zwickauer Tuchweber Konkurrenz im Orient fanden, mit dem die mächtigen Fugger Geschäfte einleiteten. Und oft noch machte die Stadt von sich reden: ich habe kein Legifon zur Stelle, beim mehrtägigen Aufenthalt trifft man auch nicht gleich alle Leute, und ein Romanisches Café" gibt es nicht in Zwickau, aber außer Thomas Münzer sei gedacht der Neuberin, der famosen Schauspielerin, die mit ihrem Trüppchen lange Jahre hier herumzog, ferner Schumanns, deffen Nachlaß der Zwickauer Magistrat dieser Tage in Interlaken von den Töchtern des Komponisten taufte, des alten Schlobig, der seiner Wefensart nach auch hätte Klobig heißen tönnen, deswegen aber doch einer der ersten Orthopäden Deutschlands war, des höchft gewichtigen Meisterbogers Samson- Körner, des Malers Bechstein, der hier inmitten düsterer Realistik das Licht einer Welt erblickte, die er ganz anders sieht und malt, als dies dem Durchschnittszmidauer gefällt; des Zwidauers. Urteil über einen Bechstein:„ Das sieht scha gar nich, nemah?" Neuerdings macht auch viel von sich reden der frühere Schiffsarzt Dr. Boeters, der für die zwangsweise Unfruchtbarmachung aller jener Geistesgestörten eintritt, von denen anzunehmen ist, daß ihre Kinder von vornherein erblich belastet sind, der dabei aber für eine gute Idee mit viel falschen Mitteln und wissenschaftlich nicht ganz einwandfreien Methoden Propaganda macht. Und noch einer muß erwähnt werden: Das ist der in Mittelfachsen ziemlich bekannte Kaufmann Simon Schocken; ich weiß nicht, mie er als Kaufmann ist, wie seine Kundschaft von ihm denkt, habe feine Ahnung, wie er als Chef ist, ob seine Angestellten ihn mögen, man hört nichts Schlechtes von ihm, aber um einer Sache willen verdient sein Name schon auf alle Fälle genannt zu werden. Schoden ist der Begründer und moralische und materielle Förderer der Siedlungsgenossenschaft 3widau- Nord, die nach seinen Ideen. und Plänen eine Reihe sehr schöner Siedlungstypenhäuser um achtundeinhalbtausend Mart das Stüd ihren bisher zum Teil recht schlimm untergebrachten Mitgliedern gebaut hat: ein Häuschen nach dem anderen, im Winter wie im Sommer, ohne Architekten, überhaupt möglichst ohne Fachleute", mit denen der praktisch denkende Handelsmann immer einen erbitterten Kampf führen muß, dafür aber unter weitgehender persönlicher Mitarbeit der Hausbewohner, denn das vermindert die Bautosten eben um das Drittel der Bausumme, die nicht bezuschußt" wird, unter einer Mitarbeit also, die nicht nur aus ideellen, sondern auch aus materiellen Gründen große Freude macht. Wenn der Schoden so über den aufgewühlten Lehmboden stapft, voller Stolz mit seinem Spazierstödchen mal auf diefe von ihm ersonnene Besonderheit zeigt und mal auf jene, aufpaßt, daß auch die Stuben recht sauber sind und die Defen warm, wenn er fich freut in der Erinnerung an das ihm jüngst gezollte Lob des Reichstunstwarts- dann gleicht er im ganz fleinen dem Siedlungsbeseffenen Industriepraktiker Michael Schellenberg, und Bernhard Kellermann, der ja nun auch unter die Tendenzschrift steller sozialen Willens gegangen ist, hätte sicher viel Freude an dieser gemäßigten Idealausgabe jeiner Phantasiegestalt. Mehr Freude als bie Antisemiten, die den Schoden schon haffen, meil er Jude ist. Solchen Berbrechens wird einer, menn er etwas leistet, mur gu gern bezichtigt. Der junge Museumsdirektor Hildebrandt Gurlitt Cornelius Gurlitts Sohn, ist wirklich weder Jude noch Mitglied Ser Sozialdemokratischen Partei, mas man ihm beides pormarf, aber daß ihn die Reaktionäre nicht leiden mögen, ist schon zu verstehen. Hat er es doch sogar einmal gemagt, den Juden Aron aus Dresden neue Klaviermusif spielen zu lassen, und obendrein noch in einem Hause, das stolz fich König- Albert- Museum" nennt, und in dem er überhaupt sehr zeitfrische Vorträge veranstaltet und augenblicklich auch eine Ausstellung Wohnung und Hausrat", deren Farbbild Architekt Holberg nach den Grundsägen der Ostwaldschen Farbentheorie ordnete. Und auf Gurlitts Ausstellungsprogramm der nächsten Zeit stehen Namen wie Bechstein, Nolde, Rollwig und Barlach. Man stelle sich so etwas in 3midau vor. Nu wie siehtn scheß zun Beischbiel de Schbargasse aus? Diese Erbressifsionison mißtmer alle zum Deift schachn," faßt am Stammtisch der Garfüche einer beim Wellfleischessen seine Meinung zus fammen, was auf deutsch heißen soll, daß man die expressionistischen Rünstler alle zum Teufel jagen müßte. Aber der schöngeistige Stammtischler, der diese Worte sprach, bepöbelte in derselben Heftigteit Hinz und Kunz und jedermann. das schwer um seine Eriſtenz ringende und obendrein unschöne Ich glaube, diese häßliche Spießbürgerei mar symbolisch für Swidau, das doch Hilfe und nicht Bespeiung verbient, fymbolisch für unser sich in Mißwirtschaft zermürbendes Deutschland überhaupt: der Kampf geht nicht gegen die Andersdenkenden, sondern gegen die Anderswollenden, er tobt nicht mehr unter ehrlichen Menschen, sonbern zwischen Fortschrittlern und grundsäglich Reaktionären, nicht nur zwischen Arbeitern und Kapitalisten, sondern auch zwischen Bürgern und Spießern, zwischen Deutschen und Teutschen. Und so ist dieses Feuilleton über eine deutsche Kleinstadt eins über Deutschland überhaupt geworden. Der Vergleich tam, als ich die graue Sachsenstadt nächtens verließ, Schwärze deckte die Erde, nur Notlichter wiesen die Lage der Schächte im Revier. Ebenso talt wie draußen war es im Zuge. Und lange Stunden später erft, als über Zwidau- Deutschland die Sonne aufging, wurde es warm, wurde es angenehm. Spät also, aber einmal doch.. Die Analysen- Quarzlampe. Unter der Quarzlampe versteht man den elektrischen Lichtbogen zwischen Quecksilber- Elektroden, das in einem Quarzgefäß eingeschlossen ist. Dieser Quecksilberlichtbegen ist vor mehr als 30 Jahren von dem Ende 1919 verstorbenen Physiker Leo Arons zuerst hergestellt worden und wird nach ihm auch öfter als" Aronslicht" bezeichnet. Namentlich in der Medizin hat das Aronslicht in der Form der seg. fünstlichen Höhensonne eine weite Verbreitung gefunden; denn das Quecksilberbogenlicht ist überaus reich an ultravioletten Strahlen, die für das Auge unerkennbar sind, fich aber durch chemische Wirkungen, auf denen auch ihre Benugung zu Heilzmeden beruht, rffenbaren. In der jüngsten Zeit hat man noch ein anderes Anwendungsgebiet dieser Strahlen gefunden, sie fönnen zur Erkennung oder vielmehr Unterscheidung von Stoffen dienen, die im Tageslicht und bei heller fünftlicher Beleuchtung vollkommen gleiches Aussehen zeigen; werden sie aber mit ultraviolettem Licht bestrahlt, so be ginnen sie zu fluoreszieren und zwar je nach den Stoffen, aus denen fie bestehen, in ganz verschiedenen Farben. Um diese schönen Erscheinungen sichtbar zu machen, muß man aber das andere Licht ausschalten, weil sonst die helle Beleuchtung die zarten Fluorefzenzfarben überstrahlt, sie also nicht zur Wahrnehmung gelangen. Es kommt also darauf an, Gläser herzustellen, die die ultravioletten Strahlen turchlaffen, das dem Vuge fichtbare Licht jedoch zurückhalten. Das ist in der jüngsten Beit gelungen, und in der Gesellschaft für technische Phyfit wurden eine Reihe derartiger schwarzer, alfe für sichtbares Licht undurchlässiger Gläser vorgeführt, die aber, weil die ultravioletten Strahlen des Aronslichtes ungehinbert hindurchgehen, zu reizvollen Fluoreszenzerscheinungen führen. Indem man solche Gläser vor einer Quarzlampe anbringt, fann Bt. man diese direkt zur chemischen Analyse benußen. Sil um Bleichen- ohnegleichen! Das herrlichste Schneeweiß erhält jede Wäsche durch Kochen mit Sil. Hervorragen des Fleckentfernungsmittel Sil spart Seife und ersetzt jede besondere Bleiche Ohne Chlor Theater, Lichtspiele usw. 8 Uhr: Volksbühne Lessing- Tb. Sturmflut Gastspield SaltenMorgen 8 Uhr 8 Uhr burgs Bühnen Königin Sturmflut Luise Staats- Theater Kleines Th. 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Madl Ausstoß d. berühmten Bergschloß- Jubil.- Boek Heute Spez.: Bayer. Weißwürsti Anfang 7 Uhr Einlaß 6 Uhr Voranzeige! Donnerstag, den 25. Februar: Großes Schweineschlachten Gewinn- Auszug & Alaffe 26. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferie Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer find awei gleich bobe Ge winne gefallen, und zwar je einer auf die Zofe gleiches Nummer in den beiden Abteilungen 1 und a 17. Ziehungstag 22. Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 6 Gewinne su je 5000. 78504 156489 231936 6 Gewinne ju je 3000 mr. 156977 198327 258063 14 Gewinne zu je 2000 r. 34025 99864 225111 242028 248583 267419 294627 30 Gewinne ju je 1000 6393 39684 42571 45263 68884 78011 105605 112195 173559 188984 199582 221732 253267 263089 268770 100 Gewinne zu je 500 BLZ 354 12942 18495 45583 56429 61379 71619 82022 96746 96870 98767 107305 108649 121793 122988 123152 131473 132663 134073 141094 144438 145038 146616 152554 152971 154596 155684 157267 157562 173664 174433 190286 205775 206270 210837 217036 219154 225653 226071 250313 250809 260768 262296 262512 282692 284539 284703 286183 288291 290401 192 Gewinne zu je 300 mr. 6246 6270 7234 9161 12915 23787 26553 30069 30363 32058 32925 38441 43922 47416 48272 54849 59644 61429 63737 66047 74531 77397 80620 84614 88573 91941 101534 108341 109175 110783 111641 112069 113072 113221 116412 118044 119024 119864 125985 135634 137739 138219 138239 144257 144915 146880 151848 152332 153331 158617 159458 159903 162532 166101 172986 173113 173708 177830 180060 184163 188141 191436 192705 194577 201052 201436 203244 208171 209951 211118 217239 217995 218172 226097 230121 236945 239858 244154 247424 247627 248198 253014 253783 258529 263426 265624 266544 268745 274579 281289 282448 286284 286433 288638 299258-299826 18. Siehungsfag 23. Februar 1926, vormiffags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 25000 L 45684 6 Gewinne zu je 5000 9, 48538 157664 164387 10 Gewinne zu je 3000 r. 22354 79572 93960 203947 292610 16 Gewinne zu je 2000 ur, 76474 98209 110188 126609 139331 206219 218258 299770 38 Gewinne zu je 1000 Y. 756 12429 31924 78686 86025 109822 118265 121527 129314 139080 207832 208238 209248 220311 235699 254304 256724 268208 276379 84 Gewinne ju je 500 m. 17937 25862 27897 31857 39497 41641 60511 69770 82790 101322 133943 142680 147479 152903 161751 168549 172900 183068 185863 186303 188532 190879 191140 194328 194729 195917 197944 201982 208263 209957 216177 218246 220837 221987 222618 234235 242354 250875 2SC420 290996 292071 296936 188 Gewinne zu je 300 m. 389 2914 9449 16876 18277 18587 19286 24778 25153 29768 30526 31503 38269 42693 44928 49185 52760 53031 58157 61461 61862 64538 69652 70012 76906 83291 84021 89350 90731 92535 931 995449 97850 101160 101369 110747 113283 115670 142459 143753 147434 150911 154667 157619 159836 161610 165340 169054 169631 170701 174201 174828 177676 178036 182373 182829 185281 187799 188363 191326 191995 197302 197858 200203 200364 201637 202634 208374 208851 210064 210571 217159 218881 221639 235236 235932 236264 239120 242244 243733 244854 245680 246418 253991 255701 255790 259328 265342 265619 273680 279894 283711 288230 291297 r nur Chauffeestraße 29/30 Untergrundbahn: Stettiner Bahnhof Berlin& Theater Central Theater Uhr: Messalinette Uhr. Der Fremde ४ 8 Komische 8% Oper 84 Von A- Z Kleine Preise f bis 5,50 Mk. MORGEN 71: EROFFNUNG CIRCUS WILH. HAGENBECK TAGL T: ERSCHAU ab 10 Uhr vormittags HOLZBAU DAMPFHEIZUNG MULLERSTR., neben Nordpark Vorverk.: WERTHEIM. CIRCUS. WINTO PARTEN Die Zwergenrevue im sensationell. Februar- Spielplan Sonntag 3%, halbe Preise Rauchen gestattet! Unser Ratalog wird auf Wunsch toftenfrei überfandt Am 22. Februar entschlief nach kurzem Krankenlager mein innigstgeliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater, der Expedient Fritz Zinke nach kürzlich vollendetem 65. Lebensjahre. In tiefem Schmers Pauline Zinke, geb. Kasper Hedwig Wolter, geb. Zinke Emil Wolter Fritz Zinke Else Zinke, geb. Hildinger Berlin 80, Kottbusser Ufer 25s. Die Einäscherung findet statt am Freitag, den 26. Februar, vorm. 11 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Beileidsbesuche u. Kranzspenden dankend verbeten. Plöglich nach glüdlich überstandener Operation verschied der Altersriegen Turner 1648b Fritz Kristoph Wir verlieren in ihm einen lieben, eifrigen Turngenossen Sein Anbenten werden wir ftets in Ehren halten. Die Altersriegen- Turner Groß- Berlins. Die Einäscherung erfolgt am Don nerstag, den 25. Febr., nachm. 3/44 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Blöglich und viel zu früh verschied unser lieber Freund und Statbruber Fritz Kristoph Unvergeßlich wird er bleiben 1649b seinen Freunden! аток ми Wollmilkatzme Paramount- Film der Ufa n der Hauptrolle: Richard Dix. Premiere: Freitag, 5, 7, 9 Uhr Ufa- Palast am Zoo Sch fuche Berbin bung mit Genoffen, der journalist ifch tätig ist, in Berlin Wien oder größeren Stadt Deutschlands, fleine fchrift. Arbei Hans Damit, Chicago Jil. 2050 Sheffield Ave. U. S. A. esonders Die Einäscherung unseres am 22 d. M. verstorbenen Genossen Fritz Zinke findet am Freitag, den 26. Februar, vorm. 11 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Vorwärts Verlag G. m.b. 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In der einleitenden llebersicht schildert die an anderer Stelle| diesem Posten auch das Einfommen aller Angestellten und Beamien bereits erwähnte Denkschrift der Freien Gemert schaften über die Gegenwartsaufgaben der deutschen Wirt schaftspolitik die Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise in Uebereinstimmung mit den Gedankengängen, die auch an diefer Stelle wiederholt zum Ausdrud gekommen sind. Dann heißt es zur Würdigung der gegenwärtigen Lage: Dagegen ist die Annahme des Reichsverbandes für das Einfommen der Selbständigen völlig willkürlich. Alein das Einkommen der selbständigen Landwirte und ihrer Familienangehörigen fchäßen wir auf etwa 6 bis 7 Milliarden. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß auch die Betriebe unter 2 Heftar, die gewöhn lich als Nebenbetriebe von Angehörigen anderer Erwerbszweige angesehen werden, ihren Besizern ein Einkommen geben. unserer Berechnung haben wir pro Heftar Nettoerträge, d. h. Roherträge unter Abzug der von außerhalb des Betriebes bezogenen fachlichen Produktionsmittel und der Landarbeiterlöhne, angenommen, die zwischen 300 und 100 m. pro Hektar liegen, und zwar mit der Größe der Betriebe abnehmend. In Bei aller Würdigung der Kriegsverluste und der Schäden der Nachkriegszeit, die weit mehr in einer sozialen Umschichtung ais in einer Berarmung der Gesamtwirtschaft ihren Ausdrud fanden, halten wir es deshalb für eine ungerechtfertigte und für die Betrachtung der Probleme verhängnisvolle lebertreibung, wenn die Denkschrift des Reichsverbandes der deutschen Industrie von einer Zerstörung der Grundlagen unserer Wirtschaft" spricht. Für die selbständigen Gewerbetreibenden gehen Nicht eine Zerstörung der Grundlagen, d. h. der produktiven Kräfte, wir aus von der neuen Betriebszählung vom 16. Juni 1925, nach offenbart die gegenwärtige Krife, fondern nur eine ernfte Stötung der es in Deutschland über 3 Millionen Gewerbebetriebe gibt. Bei des Produktionsprozesses, die ausgeht von Störungen in der Zirku den Steuerpflichtigen, die Einkommen aus Gewerbebetrieb beziehen, lation, hervorgerufen durch den Mangel an Kauftraft der großen entfiel auf einen Steuerpflichtigen nach der amtlichen Statistit des Maffe der Bevölkerung, von einer falschen Berwendung des Sozial Reichsfinanzministeriums im Jahre 1921 ein Durchschnittseinkommen produktes. Während zehn Jahren sind infolge der ungesunden Don 2342 Goldmart, im Jahre 1922 von 3192 Goldmart. Wir Berteilung des Sozialproduktes große Gütermengen von Unternehmen an, daß dieses Durchschnittseinkommen in den Jahren der nehmern unzwedmäßig investiert worden; dies Kapital ist Stabilisierung eine Steigerung erfahren hai und auch in der Gegenheute teilmeise als perloren zu betrachten, und es ist ein wart mindestens zwischen 3500 und 4000 Marf liegt. So Mißverhältnis zwischen Produktionskapazität und Ablaz gelangen wir zu unserer Schätzung von 10 bis 12 Milliarden. möglichkeit, das heißt Kauftraft, entstanden, wie es jede Krise in der Hinsichtlich des Einkommens der freien Berufe verweisen fapitalistischen Wirtschaft fennzeichnet. mir darauf, daß im Jahre 1922 von 1000 m. veranlagtem Einfommen 100 m. auf Arbeitslohn und 15 M. auf sonstige Arbeits. einfommen entfielen. Unter solchen sonstigen Arbeitseinkommen dürfte vornehmlich das Einkommen der sogenannten freien Berufe zu verstehen sein. Unfere Schäßung des Einkommens der freien Berufe auf 1 bis 2 Milliarden nimmt also an, daß sich dies Ber: hältnis außerordentlich start zuungunsten der freien Berufe der schoben hat, und dürfte eher hinter der Wirklichkeit zurüdbleiben Das Einkommen der förperschaftssteuerpflichtigen iniändischen Ermerbsgesellschaften betrug im Jahre 1922 nach der amtlichen Schäzung des Reichsfinanzministeriums-zmischen 2653 und 3178 Millionen Goldmart. Unsere Schägung dieses Einkommens nimmt aljo teine höhere Ziffer an, als die amtliche Statistik für das Jahr 1922 annahm. Auch sie dürfte also hinter der Wirklichkeit noch zurückbleiben. Der Weg zur lleberwindung dieses Mißverhältnisses und der aus ihm folgenden Absahstockungen führt in erster Linie über eine Neugestaltung der Preispolifit. > Zu den Besonderheiten des Ablaufes der gegenwärtigen Krise gehört, daß sich die Warenbefizer mit großer Hartnädigkeit dagegen wehren, durch Breissenfungen die-Boraussetzung für den Abjazz größerer Barenmengen zu schaffen. Selbstverständlich ist eine rationellere Preisgestaltung nur bei gleichzeitiger Anpassung der Produktionsfosten an das gesenkte Breisniveau möglich. Diese er abdrückung der Produktionskosten führt aber nur dann zu einer Gesundung des Verhältnisses zwischen Produktions- und Kauftraft, wenn sie nicht durch Cohndrud oder Beseitigung von sogenannten Soziallaften, sondern durch Rationalisierung des Produktions- und Berteilungsprozesses geschieht. Die heute auf vielen Gebieten Ber fuchte Exporterweiterung durch Senfung der Ausfuhrpreise bei gleichzeitiger Hochhaltung der Inlandpreise kann, abgesehen davon, daß sie auf eine Berelendung der Masse der deutschen Konsumenten hinzielt, auch deshalb nicht zur Gesundung führen, weil auf die Dauer die Produktionsfostenminderung abhängig ist von der Größe des Produktionsumfanges und weil auf den meisten Gebieten für den Produktionsumfang der innere Absagmarkt von weit größerer Bedeutung ist als der Exportanteil., Der Ausweg aus der Krise. Aus dieser Betrachtung der Gefamilage ergibt sich nun, daß wir in dem Ziel einer Berbefferung und Berbilligung des Produktions prozesses als Mittel zur Krisenüberwindung mit dem Reichsverband der deutschen Industrie übereinstimmen; aber mir müllen vor allen Dingen betonen, daß die Steigerung des Wohlstandes der Massen, die der Sinn der wirtschaftlichen Entwidlung ist, aus dieser Berbefferung des Produktionsprozesses folgen muß. Darum fordern wir die Steigerung des Reallohnes der deutschen Arbeitnehmer, die zu einer Erweiterung des Abfagmarktes und damit wieder zu einer Erhöhung des Beschäftigungsgrades führen wird. Die Rationalisierung wird aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst in einigen Wirtschaftszweigen zur reilegung von Arbeitsträften führen. In einer Wirtschaft, in der es, mie in der kapitalistischen, an einer planmäßigen Berteilung der Ar. beitsfräfte fehlt, ist die starke Ausdehnung der Abjaz- und Er zeugungsmöglichkeiten auf Grund erhöhten Maffeneinfommens und verbilligter Produktion das mesentliche Mittel, die durch Rationali. fierung freigesetzten Arbeitskräfte wieder produttiven Aufgaben zuzuführen. Wir fordern deshalb neben einer aus reichenden Arbeitslosenversicherung und Nofstandsmaßnahmen als wichtigste Aufgaben der deutschen Wirtschaftspolitit, den Ratio. nalisierungsprozeß zu fördern, die Arbeitseinkommen zu steigern und die Preise- zu senken. Auf dieses Ziel müssen ent fcheidend die einzelnen Borschläge zur deutschen Finanz- und Birt chaftspolitik der Gegenmart gerichtet sein. Aus unserer Betrachtung der Krise und ihrer Ursachen ergibt fich, daß eine Fülle falscher Entwicklungen zu forrigieren ist. Die Uebersehung großer 3meige von Handel und Industrie infolge der Inflationsfonjunttur muß verschwinden, die falsch investierten Rapitalien müssen als Berfufte abge schrieben werden, die Preispolitit muß grundsäßlich geändert werden, unzmedmäßige Einrichtungen, die sich in den Beitungen der Unternehmungen feit der Inflationszeit eingenistet und die Generalunfosten an vielen Stellen auf das Bielfache gegenüber der Borkriegszeit gesteigert haben, wie die große Zahl, leitender Angestellten und die übermäßigen Tantiemen der Aufsichtsräte in den Gesellschaftsunternehmungen, müssen abgebaut werden. Das deutsche Volkseinkommen. Bon Bichtigkeit find die bann folgenden Darlegungen über die Gestaltung des Boltseintommens: In der Reichsverbandsdenkschrift mird ein Boltseinkommen von 43 bis 48 Milliarden Mark angenommen gegenüber einem Volfseinkommen in der Vorkriegszeit von 42 bis 43 Milliarden Mark. Demgegenüber stellen wir eine Schätzung auf folgender Grund lage auf: Die Annahme des Reichsverbandes hinsichtlich des Einfommens der Lohn- und Gehaltsempfänger dürfte zutreffend sein, da ja in Wir erhalten dementsprechend einen Gesamtbetrag des deutschen Bolfseinkommens wie folgt: Milliarden 1. Einkommen der Lobn und Gehaltsempfänger Einfommen, 2. Landwirtschaftliches Landarbeiter 3. Selbständige in Handel und Gewerbe 4. Freie Berufe Goldmart 33-36 ausschließlich 6-7 10-12 5. Ginkommen der förperschaftssteuerpflichtigen inlan dischen Erwerbsgesellschaften. 2 23 52-60 Die wirtschaftliche Notwendigkeit der Sozialpolifit. In ganz entschiedener Beise mendet sich die Denkschrift gegen die Auffassung, daß die sozialen Abgaben überflüssig seien. Ste fordert die Schaffung der Sozialversicherung. Die Sozialversicherung iff eine Selbsthilfe der Wirtschaft, die den Schutz der lebendigen Arbeitskraft unter Entlaftung des einzelnen Unternehmers und nicht zulezt auch der öffentlichen Mittel mohlfeiler, zweckmäßiger und burchgreifender durchführt. Zusammenfassend lauten die Forderungen zu diesem Abschnitt: Die fogenannten sozialen Abgaben dienen dem Schuße der menschlichen Arbeitskraft. Wir lehnen jeden Rüdschritt der Leistungen auf diesem Gebiet a b. stehenden Sozialversicherungen und vor allen Dingen schnellste Durch Wir fordern die Ausgestaltung der Leistungen der beführung einer ausreichenden Arbeitslosenversicherung. Bankwesen und Handelspolitif. Berhältnisse im Bant- und Kreditwesen. Aus besonderes Einer scharfen Kritik unterzieht die Denkschrift die heutigen Ziel stellt sie es hin, daß die Bankpolitik zu einer planmäßigen Kreditwirtschaft gelangt, zu der insbesondere die öffentlichen Banfinstitute heranzuziehen sind. Aus diesem Grunde wird der von der Industrie geforderte Abbau der öffentlichen Bankinſtitute abgelehnt. Zusammenfassend stellt die Denkschrift hierzu jest: Die Kreditwirtschaft ist planmäßig, nach volksmirtschaftlicher 3medmäßigkeit zu betreiben. Die Reichsbank und die öffentlichen Banten müffen durch Beeinflussung der Brivatbanken den Abbau der Spanne zwischen Soll und habenzinsen und eine planvolle Kreditverteilung anstreben, bei der die volkswirtschaftliche Rüßlichkeit in der Lenfung des Kapitalftromes mehr berücksichtigt wird als bisher. Die Forderungen der Gewerkschaften zur Handelspolitit stellen ein flares Befenntnis zum Freihandel dar: Die deutsche Handelspolitik muß den Abbau der deutschen wie der internationalen Zollmauern mit dem Ziel zum Freihandel verfolgen. In erster Linie find 3ölle auf Rohstoffe der indu friellen Produktion und auf unentbehrlichste Lebensmittel 3u beseitigen. Die fünftigen Handelsvertragsverhandlungen sind von diesen Gesichtspunkten aus zu führen, und, der Abschluß von Handels. verträgen ist in diesem Sinne zu fördern. Rationalisierung der Wirtschaft. Burde schon in der Einleitung/ die Notwendigkeit einer Rationalisierung der Wirtschaft nachdrücklich betont, so bringt die Denkschrift im einzelnen die Begründung dafür. Zweck der Rationalisierung muß die Erweiterung der Lebenshaltungsmöglichkeiten für die Gesamtheit des Volfes fein; fie fann nur erreicht werden durch eine Steigerung des Reallohne s. Hierzu werden folgende Thesen aufgestellt: Die Rationalisierung ist notwendig. Sie ist nicht nur eine Betriebs-, sondern auch eine Gewerbeaufgabe. Ihr Ziel muß Berbilligung der Produktionskosten und Preise bei gleichzeitiger Erhöhung der Löhne sein. Nur auf dem Wege über diese Steige rung der Massenfauftraft fönnen die arbeitslosen Arbeitnehmer von neuem Beschäftigung finden. Die gegenwärtig öft geübte Methode, die Rationalisierung ohne gleichzeitige Preisperbilligung und Lohnerhöhung durchzuführen, muß die Krise der Ueberproduktion erzeugen. Die Durchführung der Rationalisierung muß unter Mitwirkung Betriebs und Wirtschaftsräte und unter Bermeidung sozialer Härten geschehen. Mangels einer auch nur einigermaßen umfassenden Broder duktionsstatistit with man fich leider mit solchen Schöhungen begnügen müssen. Wir möchten jedoch betonen, daß unsere Sdrägung des Bolkseinkommens durch das Urteil der Reichskreditgesellschaft über den Produktionsumfang der deutschen Wirtschaft eine Bestätigung findet. Forderungen zur Finanzwirtschaft. Die Forderungen, die die freien Gewerkschaften zu der Finanz mirti haft erheben, lauten im einzelnen: Die Ausgabenverteilung der öffentlichen Körperschaften greift fo tief in alle Gestaltungen des wirtschaftlichen, fozialen und fultu rellen Lebens ein, daß es nicht angängig ist, mit der Forderung nach fchematischer Sparjamfeit alle notwendigen Ausgaben abzudroffein. Bir halten insbesondere für notwendig: Eine ausreichende. Besoldung der Beamten. Eine angemessene Versorgung der Kriegsopfer, tie zurzeit noch fehlt. Die Aufrechterhaltung und den Ausbau aller öffentlichen Einrichtungen der sozialen Fürsorge. Die Aufredterhaltung und den Ausbau des Schulwesens unter Beseitigung der Unzugänglichkeit der höheren Schulen für die minderbemittelten Schichten der Bevölkerung. Wir halten Ersparnisse insbesondere für möglich: Durch Vereinfachung der Berwaltung in Richtung auf den Einheits sta at. Durch Befreiung der Länder non den ungerecht. fertigten Abfindungen an Fürsten und Fürsten familien. Durch Ersparnisse am Beamtenapparat der Heeres und Marinever maltung, Streichung des Neubaues von Kriegs Schiffen wie überhaupt durch äußerste Einschränkung im Etat bes Reichsmehrminifteriums. Wir fordern auf steuerlichem Gebiet unter Hinweis auf unsere früheren Vorschläge in der Schrift„ Gegen das Steuerunrecht" in erster Linie: Offenlegung der Steuerliften. Abbau der Umfahftener. Reform des Einkommensteuerfarifs zur Entlastung der untersten Stufen und schärfere steuerliche Erfassung der höheren Eintommen. Berwendung der Hauszinssfeuer für den Wohnungsban Bur Tarifgestaltung der Eisenbahn und Bost faffen die Gewerkschaften ihre Forderungen dahin zusammen, daß sie fich den Erfordernissen rationeller Preisgestaltung anpassen müssen, und daß die Verkehrsverwaltungen in ihrer Politik den Grundgedanken verwirklichen sollen, Diener der Gesamt wirtschaft zu sein. Die Ausbildung der Arbeitskräfte ist zu fördern. Die Auslese der leitenden Kräfte ist von unfachlichen Einflüffen zu befreien. Im Zusammenhang danit stehen auch die Forderungen, die die Gewerkschaften gegen eine faliche Kartellpolitif richten: Wir fordern, daß die Preispolitik der Kartelle nicht unter der irreführenden Ueberschrift der Ordnung des Marktes und der Er. zielung stetiger Breise, in der Braris ausgerichtet wird auf eine ungesunde hochhaltung der Breife und auf ihre Bemeffung nach den Produktionsfosten leistungsschwacher Betriebe. Wir fordern zur Sicherung einer gesunden Kartellpolitik eine Reform des Kartellrechtes, die im besonderen einen Ausbau der staatlichen Kartellaufsicht enthält. Die Kartellaufsicht iſt in die Hand eines besonderen, zur lleberwachung und Berichterstat tung verpflichteten Kartelllaufsichtsamts zu legen. Zur Güterverteilung fordern die Gewerkschaften: Reine Hemmungen des noimendigen Bereinigungspro effes im Großhandel und Kleinhandel. Förderung der Genossenschaften als der ra tionellsten Instrumente der Güterverteilung. Aktive Handelsbilanz im Januar. Die Bilanz des deutschen Außenhandels ist auch im Januar, wie im Vormonat, attib. Der Ausfubrüberichuy im Januar beträgt insgesamt 68 Millionen Mart, in reinen Barenbertehr 87 millionen Mart( gegen 30 Millionen Mart im Vormonat). Es betrug die Bebende Tiere Einfuhr Ausfuhr an. 26 Dez. 25 Jan. 26 Dez. 25 in Millionen Mart 5,0 5,6 243,7 1,0 66,2 0,9 65,8 405,2 159,2 162,8 108,1 568,2 565,4 757,6 794,6 798,9 7,1 6,8 4.4 801,4 798,3 Lebensmittel und Getränke 224,4 Rohstoffe u. Halbfert. Waren 878,2 Fertige Baren. 99,7 Reiner Warenverkehr 707,3 Gold und Silber 26,1 764,7 Zufammen 783,4 Die reine areneinfuhr im Januar zeigt gegenüber dem Bormonat eine Verminderung 50 Millionen Mart; zurüdgegangen find: die Lebensmitteleinfuhr um 19, die Robstoffeinfuhr um 27 und die Fertigwareneinfuhr um 3 Millionen Mark. Bei der Ausfuhr sind nur unwesent liche Veränderungen festzustellen. Die Ausfuhr an Fertigwaren liegt im Januar um ein geringes( 3 Millionen Mart) über der Ausfuhr im Dezember. um Fri UNVERGLEICHLICHE 3.9 3$ Fritzi Massary besser denn je! URTEILEN SIE SELBST! Achtung, Munition geliefert, die Reaktion rüstet! Die Teilung Schlesiens. Beratung der Gesetzesvorlage im Landtag. Der Landtag nahm gestern nach mehrtägiger Baufe die Ballfizungen wieder auf. Bor Eintritt in die Tagesordnung gab Abg. Wulle( Völf.), von den Kommunisten mit stürmischen Zurufen Fememörder" empfangen, eine Erflärung ab, in der es u. a. heißt: In der Sigung des Feme- Ausschusses vom 22. Februar ist in ge heimer Sigung ein Schreiben des Grütte Rehber ver lefen worden, das von den ungeheuerlichsten, erlogensten Behaup tungen gegen den Reichstagsabgeordneten Rube und mich stroßt. Die Tatsache, daß der Inhalt geheimer Sizungen sofort der Bresse befanntgemacht wird, fennzeichnet am besten den Wert der sogenannten Untersuchungsausschüsse. Nachdem ich mehrmals ersucht habe, entweder gegen mich ein Verfahren einzuleiten oder aber mich gegen diese Gemeinheiten zu schützen, bin ich bis zum heutigen Tage ohne Antwort geblieben. Abg. Körner( Bälf.) beantragt, den Fall Grütte- Lehder dem Feme Untersuchungs ausuß mit zur Prüfung zu überweisen. Abg Heilmann( Sog.) stimmt dem Antrag zu, stellt aber feft, daß der Brief nicht in geheimer Sigung verlesen wurde, sondern in einer gewöhnlichen Ausschußsigung, zu der nur die Deffentlichkeit nicht zugelaffen war. Das Haus stimmt dem Antrag Körner zu und tritt hierauf in die Tagesordnung ein. Die Etats des Gefeßfammlungsamts, der Oberrechnungstammer, des Reichs und Breußischen Staatsanzeigers fowie der Münz verwaltung werden ohne wesentliche Aussprache in zweiter Lefung bewilligt. Es folgt die erfte Beratung des Gefeßentwurfs über Trennung der Provinzen Ober- und Niederschlesien. Das Gesetz regelt den Uebergang der Rechte und Pflichten der früheren Provinz Schlesien auf die Provinzen Ober- und Niederfchlesien; im einzelnen enthält das Gesetz Borschriften über die Ber: teilung der Grundstücke, Erbbaurechte und alle sonstigen Rechte der früheren Provinz Schlesien. Auch die Berwaltungsauf. gaben und Befugnisse der früheren Provinz Schlesien werden geteilt, ebenso wie die Beamten auf die beiden neuen Provinzen übernommen werden. Die Provinzen Ober- und Niederschlesien stellen je einen eigenen Landesfürsorge Berband und haben je eine öffentlich- rechtliche Lebensversicherungs- und Haftpflichtver ficherungsanftalt. Die beiden neuen Brovinzen tönnen zur Er. füllung einzelner fommunaler Aufgaben im Sinne des 3 wed. verband Gesezes miteinander verbunden werden. Der Staatsrat hat der Vorlage mit einigen Abänderungen zugestimmt. In der Debatte lehnt Abg. Franz- Oberschlesien( Soz.) die Borlage ab. Man habe Lediglich dem Agitationsbedürfnis der Rechisparteien Rechnung ge tragen. Die Schaffung einer neuen Broning lege nici im Intereffe des beutigen Boltes und der schlesischen Beväl terung. Seine Bartei molle nicht, daß eine dauernbe Feindschaft entstehe zwischen Ober- und Niederidlesien. Der Kampf gegen den Raubzug der früheren Fürsten erfordert in Berlin bedeutende Geldmittel. Zahle deshalb jeder, der nur irgend kann, schnellstens feinen freiwilligen Beitrag für den Wahlfonds der SPD. in Berlin auf Postscheckkonto 48743 an Aleg Bagels Berlin SW 68, Lindenstraße 3, ein. nicht geschädigt werden. Weiter gelte es, die Selbstvermal. tungsfragen zur Zufriedenheit der beteiligten Provinzen zu löfen. Die nationalen Minderheiten müßten im Gegensatz zur Politik des Kaiserreichs davon überzeugt merden, daß sie ihre Rechte ungeschmälert auch bei deutschen Bar. teien finden. Abg. Graf Garnier( Dnat.) versucht die Barfriegspolitik in Oberschlesien in Schuß zu nehmen. einheitliches Schlesien zu lassen. Abg. Mehenthin( D. Vp.) tritt dafür ein, ein wirtschaftlich Abg. Schulz- Breslau( Komm.) verlangt, das Gesetz im Ausschuß im Interesse der Arbeiter umzuwandeln. Damit schließt die Debatte und die Borlage geht an den Berfaffungsausschuß. Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung und Nach 6 1hr vertagt sich das Haus auf Mittwoch 12 Uhr. 3meite Kleine Borlagen. Aus der Partei. 13. Areis Tempelhof, Marlendorf, Marienfelde, Sichtenrabe. Donnerstag 25. Februar, 7 Uhr, Sigung des Bildungsausschusses im Rimmer 10 des Bolizeidienstgebäudes Mariendorf, Rathausstraße. 17. Rreis Bichtenberg Die Abteilungsobleute der Beamten nehmen an der Gigung der Bezirksarbeitsgemeinschaft am Mittwoch, 24. Februar, 6 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Hof 3 Trp., teil. Heute, Mittwoch, den 24. Februar: 10. bt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Mt- Moabit 23a Bortrag: Das Bolt und die Fürstenabfindung". Referent: Dito Meier, M. b. 2. 24. bt. Rahlabenb 7 Uhr im Altersheim Danziger Str. 62( Baraden). Bollsentscheib". Bortrag: fürftenabfindung Referent: Bilhelm Rrilger, M. b. 8. " 34. Abt. Mitgliederversammlung 7% Uhr in den Commeniusfälen, Memeler Straße 67. Bortrag: Fürftenablindung Boltsentfcheid". Referentin: Sedwig Wachenheim. 39. Abt. Mitgliederversammlung 7½ Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof part. Bortrag: Die städtischen Betriebe". Referent: Baul Jubrian. Um 6 Uhr in der Suristischen Sprechstunde Funktionär fibung. Alle Rommiffionen müffen vertreten, fein. 42. bt. Mitalieberperfammlung 7 Uhr in den Blücherfölen, Blücherstr. 61. Borirag: Fürſtenabfindung Bollsentscheid". Referentin: Gertrud Hanna, M. D. 2. 47. Abt. Mitgliederverfammlung 7% Uhr im Lokal Dubomffi, friher Schwet farbt. Röpenider Str. 166. Bortrag: fürftenabfindung Beltsentscheid". Referent: Eduard Rachert, M. d. L. 56. Abt. Charlottenburg. Mitgliederversammlung 7% Uhr bei Sostomiad. Solkenborffitr. 20. Bortrag: Fürfienabfindung Boltsentscheid". Re ferentin: Dora Fabian. 23. bt. Neufölla. Mitaliederversammlung 7% Uhr bei Ruppelt, Ralfer Friedrich- Str. 171. Bortrag: Die Bekämpfung der Brostitution". Referent: Dr. med. Georg Löwenstein. Morgen, Donnerstag, den 25. Februar: 21. bt. 7 Uhr im Schraderhaus, Malplaquetftr. 14/16, Mitgliederverfamm Jung. Bortrag: Der Raubaua der Fürsten auf die Taschen der arbeiten. ben Bevölkerung". Referent: Karl Litte. 28. bt. 7 Uhr beim Genoffen Heiles, Meker Straße Ede Brenzlauer Wee, Funktionärsisung. Gewerkschaftsbilder mitbringen. 78. Abt. Echöneberg. 8 Uhr bei Rönig, Feurig- Ede Brina- Georg- Straße, Funktionärfihung. Bünktliches Erscheinen unbedingt erforderlich. 82. bt. Steglis. Deffentliche Versammlung 7% Uhr in der Ober Boltsentscheib". realfchule Clifenstraße, Bortrag: Fürftenabfindung Referent: Pfarrer Bleier. Sorat für guten Besuch der Bersammlung. EFTER CELLOR FIT FFEE FILTE Renfalln. 90. abt. 7 Uhr bei Schittler, Beichfelitt, 5, wichtige Funktionär figung. 95. Abt. 7 Uhr Elternverfammlung bei Richter, Bring- Band fern- Str. 3 Bortrag: Das Rind und feine Erziehung zum edlen Menschen", Referent: Dr. Rurt Löwenstein, M. b. N. Wir erwarten regen Befuch der Bersammlung. Sternwarte. Einmalige Aufführung des republikanischen Großfilms Freies Boll". Rarten au 70 Bf. find noch an der Abendkaffe zu haben. Ertappte Berleumder. Dem sächsischen Landtagsabgeordneten, Genossen Wedel, war in einem Aufsatz der Grimmaer Nach richten" wiespältiges Berhalten vorgeworfen worden, meil er in der Deffentlichkeit Anschauungen pertrete, die er im meil er in der Deffentlichkeit Anschauungen pertrete, die er im Pripatleben verleugne. In dem Auffah, der aus der Telunion" stammte, war unter dem Titel Rabitale Theorie und Bragis" vom Genossen Wedel behauptet worden, daß er, obgleich er sonst die Kirchenaustrittsbewegung propagiere, furz vor der Taufe feines Kindes, um diese zu ermöglichen, in die 101. Abt. Treptow und 102. Abt. Baumschulenweg. 75 Uhr in der Treptower Ir dhe mieber eingetreten, nachher aber wieder aus. getreten sei. Das Amtsgericht verurteilte den verantwortlichen Redakteur des genannten Blattes zu 60 M. Geldstrafe. Im Urteil wurde ausgeführt, mit dieser Notiz sei gegen Wedel der Vorwurf ber Heuchelei und des schwankenden Verhaltens gemacht; die Behauptungen feien un wahr( Wedel hat nämlich gar tein Kind). Dem Berurteilten war das äußerst milde Urteil noch zu hoch und er machte in der Revisionsinstanz noch allerhand juristische Binfel aüge für fich geltend. Das Oberlandesgericht hatte jedoch kein Berständnis für den sensiblen Berleumber; es mies seine Revision ab und legte ihm jämtliche Roften des Verfahrens auf. Abg. Graf Garnier( Dnat.) erhebt Vorwürfe gegen die Zentrumspartei und insbesondere gegen den Zentrumsführer Uligta megen ihrer Bandlungen in oberschlesischen Fragen. Die beutich Parteinachrichten nationale Fraftion findet fich mit dem Brovinzial Trennungsgejeg tro fchmeriter wirtschaftlicher Bedenten ab. 2bg. Göbel( 3.) polemistert gegen den Borrebner. Abg. Urli Kreuzburg( D. Bp.) erflärt, die Bollspartei merhe bei den Ausschußverhandlungen fachlich zu der Borlage Stellung nehmen. Abg. Herrmann.Breslau( Dem.) meist darauf hin, daß für die Autonomie ein gegebenes Bersprechen vorliege. Diefes Bersprechen habe gegeben merden müssen, weil mur fe Oberschlefien bei Breußen erhalten werden konnte. Abg. Haase- Liegnis( Wirtsch. Bg.) ist der Ansicht, daß sich aus der Berwaltungstrennung von Ober- und Niederschlesien eine neue Steuerbelastung für Oberschlesien ergeben mürde. Bei einer Abstimmung in ganz Schlesien würde man erleben, daß die Mehrheit für ein unzertrenntes Schlesien stimmen würde, Abg. Dr. Hamburger( Saz.) betont, in der gegenmärtigen BorTage fomme es darauf an, baß bet ber geplanten Neuregelung der Bersicherungsanstalten die Interessen der Bersicherten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin 68. 68. Sindenitrage 3. für Groß- Berlin flets an Das Bezirtsiekretariat 2. Saf. 2 Erzo, rechts. an richten Achtung, Saffierer! Der Beschluß, daß alle Staffierer in jebem Monat eine Abschlagszahlung zu leiffen haben, besteht noch immer. Trotzdem haben bis heute 24 Raffierer großer Abteilungen und 18 fleinerer, insgefaint allo 42 Staffierer, noch nichts gezahlt, nach bem mir uns bereits am Ende des zweiten Monats im Quartal be finden. Diese werden hierdurch nochmals dringend zur Zahlung aufgefordert. J. A.: Alex Bagels. Unsere Genosinuen und Genoffen, bie Mitglieder des Bereins bez Feel benter für Feuerbestattung find, werden aufgefarbert, bie in dieser Boche stattfindenben Bezirksversammlungen recht rege au befuchen. Das Mitgliedsbuch der Freibenfer ist zur Kontrolle mitzubringen, 3. Kreis Webbing Freitag, 26. Februar, 7 Uhr, Sandzettelverbreitung non ben belannten Lokalen aus. Deutscher Metallarbeiter- Verband Ortskrankenkasse der Klempner zu Berlin Garten: Laube:: Balkon talbetten, Chaiselongues matter, StarBelanntmachung Freitag, den 26. Februar, abends Der bisherige Schriftilihrer des Bor Billige Obstbäume, Rafen, Stauden Uhr, im Gewertschaftshause, ftandes Herr Beanbelsti ist ausgeschieben. ufw. in unferen Verkaufsftellen; Bots Engelufer 24/25: An feine Stelle tft Sere Albert Höppner, damer Bahnhof. Bintstraße 8: Stettiner Bertreter der Versicherten zum Schrift- Bahnhof, Riost: Bahnhof Alerander Branchenversammlung führer gewählt worden plan. Dirdfenstraße. 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