Nr. 93 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 47 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatli B Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Kleingarten sowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adrese: Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille seile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Pfennig, fedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worie. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Pfennig. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Donnerstag, den 25. Februar 1926 Enteignung der Fürstenvermögen. Das Eintragungsverfahren für das Volksbegehren- Anordnungen des Preußischen Innenministeriums. Der preußische Minister des Innern veröffentlicht soeben einen 1923 ergangenen und veröffentlichten Runderlaß über die DurchRunderlaß, der die erforderlichen Anordnungen zur Durchführung des vom Reichsbund für Siedlung und Pachtung seinerzeit führung des vom Reichsminister des Innern zugelassenen Bolts betriebenen Eintragungsverfahrens für ein Boltsbegehren auf Er Legehrens 3ur Enteignung der Fürstenvermögen" gänzung des Reichssiedlungsgesetzes. Dieser Erlaß ist damals fämtbekanntgibt. Der Erlaß enthält die zur Durchführung des Volks- lichent Landgemeinden und Gutsbezirten zur forgjamen Aufbegehrens notwendigen Anweisungen an die nachgeord bewahrung zugegangen. neten Behörden, denen der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes entnimmt: Gegen die Erteilung mündlicher Auskunft aus den bei den Landräten usw. vorhandenen amtlichen Materialien über Abgrenzung der Stimmbezirke, Zahl der Stimmberechtigten, Einwohnerzahl des Kreises usw. bestehen keine Bedenken. Die Geſtattung der Einsicht in die letzten Wählerverzeichnisse und die Erteilung von Abschriften hieraus ist nicht zulässig. Zweck des Eintragungsverfahrens. Nach Zulassung des Volksbegehrens schließt sich nunmehr das Eintragungsverfahren an. Es geht in der Weise vor sich, daß die Stimmberechtigten, die den von den Antragstellern vor- Aufrufe( plakate) von Parteien usw., die sich für oder gegen gelegten Gesezentwurf unterstützen wollen, sich in Listen ein- den von den Antragstellern vorgeschlagenen Gesehentwurf austragen, die während der Eintragungsfrist 4. März bis einschließ- sprechen, dürfen feinesfalls zum Gegenstand einer lich 17. März bei den Gemeindebehörden ausliegen. Die Ein- amtlichen Veröffentlichung gemacht werden, da eine tragung verfolgt den Zweck, festzustellen, ob die gesetzlich vorgeschrie- behördliche Beeinflussung des Verfahrens zu verbene Mindestzahl von Stimmberechtigten gültige Unterschriften dafil meiden ist. abgibt, daß der vorliegende Gefeßentwurf dem Reichstag unterbreitet wird. Wenn dies festgestellt wird, ist die Reichsregierung verpflichtet, den begehrten Gesetzentwurf mit ihrer Stellungnahme beim Reichstag einzubringen.( Artikel 73 der Reichsverfassung.) Form der Durchführung. Der preußische Minister des Innern ersucht in dem Erlaß alle beteiligten Behörden, die Vorbereitungen für die Durch führung des Eintragungsverfahrens sofort in die Wege zu leiten und weist dabei auf folgendes hin: Stimmkreise, Abstimmungsleiter und Abstimmungsausschuß. Die Reichstagswahlkreise gelten als Stimmfreise. Für jeden Stimmfreis ist ein Abstimmungsleiter und ein Stellvertreter zu ernennen und ein Abstimmungsausschuß zu bilden. Für die Ernennung der Abstimmungsleiter und die Bilbung der Abstimmungsausschüsse gelten die allgemeinen Borschriften der Reichsstimmordnung(§ 97, 24, 26, 29). Die Abstimmungsleiter und ihre Stellvertreter werden durch die in der RStO. bezeichneten Behörden ernannt, und zwar, sofern zu dem Stimmkreis außer preußischen auch Gebietsteile eines an deren Landes gehören, nach Anhörung der beteiligten Landesregie rungen. In Stimmtreifen, die einen preußischen Regierungsbezirt allein oder in Verbindung mit außerpreußischen Gebietsteilen umfaffen, erfolgt die Ernennung durch die Regierungspräsidenten. In Stimm freisen, die mehrere Regierungsbezirke derselben Broninz allein oder in Berbindung mit außerpreußischen Gebietsteilen umfassen, ohne fich auf Gebietsteile emer anderen preußischen Provinz zu erstrecken, geschieht sie durch die Oberpräsidenten. Die in Betracht kommenden Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten werden ersucht, sofort die Ernennung in die Wege zu leiten und öffentlich bekanntzumachen. Bemerkt wird, daß eine Bestellung von Verbandswahlleitern und Verbandswahlausschüssen nicht in Frage fommt, da für solaje Organe im Rahmen des Ein tragungsverfahrens fein Raum ist. Eintragungsschein. Einen Eintragungsschein erhält auf Antrag: Dienststellen haben auf größte Sparsamkeit bedacht zu sein. Alle bei der Durchführung des Eintragungsverfahrens beteiligten Eintragungsliften, Eintragungszeit. Die Ausrüstung der Gemeinden mit den für die Eintragung gültigen Eintragungslisten, unter limständen auch mit Anhänge oder Einlegebogen, ist Sache der Antragsteller. Sie haben erflärt, daß sie Eintragungslisten an sämtliche Gemeinden des Reiches versenden werden; auf Verlangen ist der Empfang durch die Gemeindebehörde zu bestätigen. Den Abstimmungsleitern werden unmittelbar Bordrucke der Eintragungslisten, die dem vom Reichsminister des Innern zugelassenen Muster entsprechen, zur Kenntnisnahme vom Preußischen Minister des Innern zugesandt werden. Die Gemeindebehörden haben unverzüglich nach Eingang der Bordrude in ortsüblicher Weise bekanntzugeben, wo, an welchen Tagen und zu welchen Tagesstunden die Unterschriften in die Listen eingetragen werden können. Weitere amtliche Bekanntmachungen fommen nicht in Betracht. Die Eintragungstage und Eintragungsstunden find so zu legen, daß alle Eintragungsberechtigten der Gemeinde die Möglichkeit haben, innerhalb der Eintragungsfrist fich in die Liften einzutragen. Dabei sind die beruflichen Berhältnisse der Einwohnerschaft funlichst zu berücksichtigen. Auch an den Sonn- und öffentlichen Ruhetagen, die in die Eintragungsfrist fallen, foll Gelegenheit zur Eintragung gegeben werden. Jn größeren Gemeinden fönnen zur raschen Abwicklung des Geschäfts mehrere Räume bestimmt und mehrere Cintragungsliffen gleichzeitig ausgelegt werden. Bei bestehendem Bedürfnis kann eine entsprechende Einrichtung auch für die im§ 39 RSIO. bezeichneten kranken- und Pflegeanstalten getroffen werden. Zulaffung zur Eintragung. Zur Eintragung ist zuzulaffen, wer in die zuleit( zweiter Wahlgang der Reichspräfidentenwahl 1925) abgeschlossene oder laufend geführte Stimmliste oder Stimmtartet eingetragen ist, es sei denn, daß das Stimmrecht inzwischen verlorengegangen ist oder während der Eintragungsfrist ruht. Andere Personen dürfen zur Eintragung nur zugelaffen werden, wenn sie einen Ein I. Ein Eintragungsberechtigter, der in eine Stimmliſte oder Stimmfartei eingetragen ist, 1. wenn er während der ganzen Eintragungsschein befizen. tragungsfrist aus zwingenden Gründen außerhalb des Ortes sich aufhält, in deſſen Stimmliste oder Stimmkartei er eingetragen ist; 2. menn er infolge eines förperlichen Leidens oder Gebrechens in seiner Bewegungsfreiheit behindert ist und durch den Eintragungsschein die Möglichkeit erhält, einen für ihn günſtiger gelegenen Eintragungsraum aufzusuchen. II. Ein Eintragungsberechtigter, der in eine Stimmliste oder Etimmfartei nicht eingetragen oder darin gestrichen ist, 1. wenn er während Ruhens des Stimmrechts nicht eingetragen oder gestrichen war, der Grund aber nachträglich weggefallen ist; 2. wenn er Auslandsdeutscher war und seinen Wohnort nach Ablauf der Frist zur letzten Auslegung der Stimmliste oder Stimmkartei in das Inland verlegt hat; 3. wenn er nachweist, daß er bei der letzten Auslegung Der Stimmlisten oder Stimmfarteien ohne sein Verschulden die rift zur Einlegung eines Einspruches gegen die Stimmlifte oder Stimm fartei versäumt hat; 4. wenn er nachweist, daß er erst nach der zuletzt vorgenommenen Abstimmung stimmberechtigt geworden ist. Inhaber von Eintragungsscheinen übergeben diesen Schein; die Gemeindebehörde sammelt diese Eintragungsscheine und verwahrt fie, bis der Erfolg des Eintragungsverfahrens feststeht. Allgemeines. Bevor die Unterschrift in die Eintragungsliste cingetragen wird, hat der die Unterschrift entgegennehmende Beamte in der vor= erwähnten Liste oder Stimmfartei in der für den Vermerk der erfolgten Stimmabgabe bestimmten Spalte eine entsprechende Eintragung zu machen( am besten durch Vermerk der laufenden Nummer, unter der sich der Berechtigte in die Eintragungslifte einzeichnet). Zu verwenden ist hierbei in jeder Stimmliste oder Stimmkartei dieselbe, und zwar die nächstoffene Spalte. Luther und Stresemann nach Genf. Einmütige Kabinettsauffaffung. Die Reichregierung erörterte in der gestrigen kabinettsjigung die mit der bevorstehenden Genfer Tagung des Völkerbundes zufammenhängenden Fragen, wobei sich volle Einmütigkeit der Auffaffung ergab. Der Reichstanzler Dr. Luther und der Reichsaußenminister Dr. Stresemann werden sich als Vertreter des Reiches nach Genf begeben. Locarno rafifiziert. Wie Foreigne Office mitteilt, hat der englische König die Urkunde, durch die die Locarno- Berträge ratifiziert werden, unterzeichnet. Es ist beabsichtigt, den Vertrag demnächst in Uebereinstimmung mit seinen Bestimmungen beim Völkerbund in Wegen der von den Gemeindebehörden noch weiter zu beachtenden Vorschriften besonderer technischer Art permeift der Breußische Minister des Innern auf einen am 7. März| Genf zu hinterlegen, Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedkonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Englands Wirtschaftsfrage. Die ökonomischen Auffassungen der Parteien. Von Arthur Henderson. Das britische Parlament hat seine neue Session bes gonnen, und gleich zu Beginn hat die Arbeiterpartei den Angriff auf die Regierung eröffnet. In der Diskussion traten die programmatischen Unterschiede, die die drei Parteien des Landes voneinander scheiden, deutlich in Erscheinung. Gegenstand der Diskussion war die Frage, ob die wirtschaftliche Prosperität und eine vernünftige Lebenshaltung für alle gesichert werden können ohne eine Aenderung der Grundlagen der Industrie durch öffentliches Eigentum und demokratische Kontrolle über die wichtigsten Produktionszweige". Die Dis fussion war nicht bloß eine Gegenüberstellung theoretischer Prinzipien, denn es lag genug praktisches Material zur Beleuchtung dieser Frage vor, sowohl in den gesetzgeberischen Plänen der konservativen Regierung, als auch in den Vorschlägen der Arbeiterpartei und der Lloyd- George- Gruppe der Liberalen. Landwirtschaft, Kohle und elektrische Kraft sind die drei hauptsächlichen Produktionszweige, bei denen ökonomische und politische Fragen auf dem Kampftanniens Gefolgschaft leisten? Davon hängt die politische platz der englischen Parteipolitik ineinander übergehen. Welcher Partei wird die ländliche Bevölkerung Groß- BriEntwicklung der nächsten Generation ab. Ein Bündnis der der Arbeiterpartei größere Möglichkeiten eröffnen, als jeder industriellen Arbeiterschaft mit dem landwirtschaftlichen würde anderen Partei. Würden die Liberalen auf dem flachen Lande Anhang finden, so könnte dies ihre Gruppe in eine Partei verwandeln.. besizer und Großpächter, hat ihre fefte Stüße in der Träg Die fonservative Partei, die Hochburg der Großgrunds heit, Unwissenheit und Furcht der Landarbeiter und des kleinen Landadels. Aber die englische Landbevöl ferung erwacht. Sogar die fonservative Regierung mußte vorgeben, sie habe ein agrarpolitisches Programm. Die Konservativen sahen sich genötigt, gleich von vornherein stützungen in irgendeiner Form aufzugeben, jenes Hilfs ihr beliebtes Heilmittel- Schutzölle oder staatliche Untermittel, das auch von ihren Gesinnungsfreunden in allen drücklich an:„ Schutzzölle auf die Getreideeinfuhr würden den Ländern bevorzugt wird. Ich führe ihr Geständnis ausVersprechungen der Regierung zuwiderlaufen und auch der Politik der anderen politischen Parteien." Das ist ein Maßftab für die Stärke der Opposition. Die Richtlinie der Konfervativen ist: das System der Ansässigkeit dadurch zu fördern, daß sie den kapitalsarmen Landwirt unterstützen und den jenigen Hilfe anbieten, die ein kleines Grundstück erwerben wollen. Andererseits beruht der ganze Aufbau der Agrarpolitik der Arbeiterpartei auf dem Gemeineigentum an dem landwirtschaftlich bearbeiteten Grund und Boden. Herr Lloyd George ist jetzt derselben Meinung. Alle Pläne für den Verkauf, die Verteilung und den Transport der landwirtschaftlichen Produkte, für den landwirtschaftlichen Kredit, das Versicherungswesen, Unterricht, Forschung und Drainierung des Bodens durch die Gemeinden werden der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft die Ausschöpfung der höchsten ökonomischen Entwicklungsmöglichkeiten erst dann gestatten, wenn das private Eigentum an länd Iichem Boden abgeschafft wird und die Gesellschaft die Funktionen der Eigentümer übernimmt. Die ökonomische Reorganisation dieses wichtigsten Produktionszweiges ist daher zu einem der Hauptprobleme der britischen Politik geworden. Englische Journalisten fanden unlängst ein gutes Feld für Anspielungen und Prophezeiungen über eine Annäherung zwischen den Liberalen und der Arbeiterpartei, als jüngst sowohl Snowden als auch Lloyd George für das öffentliche Eigentum am ländlichen Grund und Boden im Unterhaus eintraten und man später bemerkte, daß sie miteinander sprachen. Soll ich nun noch einmal die Wahrheit über diese Angelegenheit feststellen, um sie unseren Genossen auf dem Kontinent zu erläutern? Kein Beauftragter der Parlamentsfraktion der Arbeiterpartei und kein Vertreter der Parteierekutive stand jemals direkt oder indirekt in irgend einer Beziehung zu Besprechungen über eine solche Allianz. Die ganze Diskussion über die Möglichkeit eines solchen Bündnisses wurde ausschließlich von den Liberalen in deren Zeitungen geführt. Die Arbeiterpartei wird in einen flaren, energifchen Kampf um die Majorität bei den nächsten Wahlen eintreten. Wenn es der Arbeiterpartei nicht gelingt, Die Majorität zu erlangen, wird die Partei die Unterstützung der Liberalen nicht erkaufen um den Preis eines Verrats an ihren Prinzipien, der Aufgabe ihrer Ideale oder der Preisgabe ihres Programms, das in ihren Statuten und den Entschließungen ihrer Kongresse niedergelegt ist. Die Politik des Herrn Lloyd George bedarf erst noch der Bestätigung durch die Liberale Partei. Bis jetzt haben wir allerdings mehr von Ablehnung als von Zustimmung gehört. Und schließlich ist die Agrarreform nicht der einzige Punkt im Programm der Arbeiterpartei. Ein derzeit weit dringenderes politisches Problem ist die Frage nach der Zukunft der Kohlen- und elektrischen Industrie. Hier veranlaßt der Zusammenbruch der kapitalistischen Unternehmungsform sogar eine fonser pative Regierung, die grundsätzliche Frage nach der Organifation und Kontrolle dieser großen Industrie zu untersuchen. Daß mehr als tausend voneinander getrennte und fonfurrierende Unternehmungen in den mehr als dreitausend englischen Kohlengruben in Betrieb sind, hat den Bergbau in einen Zustand des Chaos und des Zusammenbruchs gebracht. Die Grubeneigentümer fönnen weder den Bergarbeitern einen zum Lebensunterhalt ausreichenden Lohn, noch den Konsumenten Kohle zu einem angemessenen Preise versprechen, und die Anziehungskraft dieser Industrie auf die englischen Kapitalisten, die Neigung, ihr Kapital dort zu investieren, ist verschwunden. Im Mai wird die Nation vor der Entscheidung der Frage stehen: Zusammenbruch oder Reorganisation. In der Zwischenzeit schleppt sich die Industrie auf den Krüden der Staatsunterstüßung weiter. Die Grubeneigentümer würden es vorziehen, ohne Staatshilfe auszukommen, jedoch dafür die Arbeitszeit der Bergarbeiter zu verlängern und gleichzeitig den Arbeitslohn herabzusetzen. Gin Kampf auf Leben und Tod mit dem englischen Bergarbeiterverband wäre demnach ihr Beitrag zum ökonomischen Fortschritt und zum industriellen Frieden. Die Regierung muß sich davor hüten, sie zu ermutigen, obwohl sie mur zu gerne die Steuerzahler von der Bürde der Staatsunterstützung befreien möchte. So lange die Industrie unorganisiert ist und die Unterstützung wie Regen vom Himmel fällt, fowohl auf Preußen fördert die Bauwirtschaft. 100 Millionen stehen zur Verfügung. Die preußische Regierung wird in diesen Tagen erhebliche Beträge für die Inangriffnahme der Arbeiten der diesjährigen Bausaison bewilligen. Auf Veranlassung der sozialdemokratischen Fraktion beschäftigte sich der Hauptausschuß des Preußischen Landtages mit folgendem Antrage: Das Staatsministerium wird aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zur Verminderung der Ermerbslosigkeit zu treffen und zu diesem Zweck im befonteren 1. einen namhaften Teil der im Haushaltsplan für 1926 vorgesehenen Mittel für öffentliche Bauten schon jetzt zur Verfügung zu stellen, 2. für die Finanzierung des Wohnungsbaues vorschußweise einen Betrag von 50 000 000 R. den Kommunal. verbänden zur Verfügung stellen. Der Hauptausschuß hat sich mit dem Antrag am Sonnabend beschäftigt und einstimmig seine Annahme befchloffen. Er wird nun an einem der nächsten Tage erneut im Plenum beraten werden und hier zweifellos auch zur einstimmigen Annahme tommen. Inzwischen hat nun die Regierung bereits alle Schritte getan, um den Antrag zu erfüllen und folgendes beschlossen: Im Borgriff auf den Haushaltsplan für 1926/27 werden den staatlichen Behörden sofort 12 millionen Reichsmart für Instandsegungsarbeiten und 13 millionen Reichsmart für die Fortführung bzw. Inangriffnahme staatlicher Neubauten zur Verfügung gestellt. Außerdem werden zur Förderung des Wohnungs neubaues als Borschuß auf die Erträgnisse der Hauszinssteuer den Gemeinden 50 millionen Reichsmart und den Regierungspräsidenten 25 millionen Reichs mart sofort zur Verfügung gestellt werden. ferner der Rechtsanwalt Herold, an den fich Grütte- Lehder wegen feiner Verteidigung gewandt hatte, ohne daß jedoch eine Mandatsübernahme zustande fam. Bei den Bernehmungen dieser 3eugen handelte es sich insbesondere um die Erörterung eines Briefes des völkischen Reichstagsabgeordneten v. Graefe- Goldebee an Rechtsanwalt Herold, und zwar sollte dieses Schreiben nach der Behauptung des Baters Grütte- Lehders ein Schuldbekenntnis des Herrn v. Graefe in der zur Untersuchung stehenden Angelegenheit enthalten. Wie wir erfahren, hat jedoch Rechtsanwalt Herold diese Behauptung mit dem Hinweis beftritten, nahme für Grütte- Cehder gebeten habe, ohne zu der Sache selbst daß v. Graefe ihn in diesem Brief lediglich um die Mandatsüberirgendwie Stellung zu nehmen. Die Bernehmungen durch die Rriminalpolizei dauern fort, und zwar dürfte in den nächsten Tagen Oberstleutnant Ahlemann selbst gehört werden, der bislang fich geweigert hatte, den Beamten der Abteilung IA Rede und Antwort zu stehen und der sich nur der Staatsanwaltschaft gegenüber äußern wollte. Der preußische Personalabbau. Annahme des Einstellungsgesetes im Beamtenausschuß. den Entwurf über die Einstellung des Berfonalabbaus Der Beamtenausschuß des Landtags nahm am Mittwoch in Preußen einschließlich der Bestimmungen zur weiteren Ver minderung der Berfonalausgaben in der Staatsberwaltung an. Die Vertreter der Sozialdemokraten hatten ihre Dppofition aufgegeben, nachdem der Vertreter des Finanzministeriums die Erklärung abgegeben hatte, die Bestimmungen sollten nicht bedeuten, daß sich der Finanzminiſter in allen Fällen gegen eine Vermehrung des Personalbedarfs, wenn fie fachlich begründet sei, wenden werbe, sondern er befage nur, babe. Es ist anzunehmen, daß das Gesez Anfang März vom Landtag verabschiedet werden wird. die Unternehmer, die mit Gewinn arbeiten, wie auf solche, die die der preußische Staat zur Verminderung der Erwerbslosigkeit im daß der Finanzminister das Recht der fachlichen Prüfung Berluste haben, so lange betrachtet die Arbeiterpartei die Unterstützung als eine bloße Prämie für die Desorganisation und die Unproduktivität. den Bergbau aus einer fohlen fördernden in eine fohlen Der Vorschlag der Arbeiterpartei geht dahin, verwendende Industrie umzuwandeln. Die Produktion von Rohle soll mit einem weitgehenden, das ganze Land umfaffenden Plan für eine den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Borbehandlung der Kohle und die Erzeugung elektrischer Kraft verbunden werden. Dieser Plan bezweckt die vollständige Zusammenfassung der Kohlenindustrie, der Kraftversorgung, des Transports und der Erzeugung der Nebenprodukte zu einem einzigen nationalen Produktionszweig unter ber Kontrolle einer öffentlichen Körperschaft, die sich aus Fachleuten zusammensett. Der Plan der Liberalen tritt für das öffentliche Eigentum an den Bergregalen und die zwangsmäßige Bereinigung oder Gruppierung der Kohlengruben in großen Gebieten, weiter für ein nationales System der Erzeugung und Verteilung elektrischer Kraft ein, beides in Form pri vater Unternehmungen. Die Regierung Baldwin behandelt die Frage der elektrischen Kraft als ein isoliertes Problem und schlägt vor, eine halb öffentlich- rechtliche Körperschaft zu schaffen, die das Recht haben soll, Verbindungen zwischen den großen ökonomisch produzierenden Kraftstationen und den Verteilungsstellen herzustellen und für große Gebiete die bestehenden modernen Stationen und weitere, die erforderlich sein werden, zwedmäßig zu fombinieren. Bor allem handelt es sich darum, eine Anzahl von fleinen Betrieben, die mit übermäßig hohen Roften produzieren, zu schließen. Das Gemeinsame in allen diesen Borschlägen ist ein hohes Maß staatlichen Einflusses auf die Unternehmungen von Privatfapitalisten. Die wirtschaftliche Lage und die Propaganda der Arbeiterpartei veranlaffen die tapitalistischen Parteien, weitreichende Sozialisierungspläne ins Auge zu faffen und Projekte eines reorganisierten Rapitalismus vorzuschlagen, bei denen die Staatsmaschine benutzt wird, den Willen der fapitalistischen Inter effenten zu bezwingen. Aschermittwoch. Konzertumfchau von Kurf Singer. Oster Frieb begann sein legtes Sonntagskonzert mit einer noblen Borführung der Mozartschen Nachtmusik, in der nur das Tempo des legten Sages allzu üppig. allzu modern in die Halme schoß. Als Erstaufführung brachte er das Cellokonzert Opus 36 Nummer 2 von Hindemith. Diefer junge begabte Musiter arbeitet mit taninchenhafter Fruchtbarkeit. Man merkt das leider an der Flüchtigkeit und Belanglosigkeit seiner Einfälle, an der Non chalance, mit der er Gebilde formlos zu Papier bringt. Diese Kammermufit mit obligatem Cello ist kein Meisterstück. Der zweite und vierte furze Satz enthält zwar Derbheiten und Bigigkeiten des instrumentalen Klingens, die auch in der Abhängigkeit von Stra winsty noch für den Augenblic reizvoll sind. Wenn das Musizieren aber losgehen soll, wenn Hindemith zeigen fönnte, daß er ein Musikantenherz auf dem rechten Fleck hat, dann wird er recht banal und läßt sogar Geschmack vermissen. Das gilt sowohl von dem rhapsodischen, belanglofen Anfangsfag, wie von dem dritten, der fo etwas wie Rlagegesang darstellt. Das ist nicht mehr empfundene, sondern gemachte Papiermufit. Jedes Cellofonzert von Golter mann oder Grühmacher enthält mehr Gold an Empfindung und mehr Grüße. Hindemith wird von seinem zu schnell errichteten Thron des Alleskönners bald herabsteigen müssen, um wieder einen neuen musikalischen Aufstieg zu zeigen. Talent genug hat er. Er forge, daß seine Karnevalslaune niemals in einer Aschermittwoch stimmung für die Zuhörer endet. Efrem Rurg bemühte sich um das sehr schmere Wert, das er auswendig spielte, mit Einsatz einer großen artistischen Persönlichkeit. In der Hochschule für Mufit zeigt Bruwer, daß er bas Dr. chefter der jungen Leute zu einem wertvollen Faktor des Ensemble spiels erzogen hat. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, baß es sich bei diesen Spielern um wirtliche Talente auf dem Weg zur Reifung handelt, verwunderlich jedoch, wenn man beachtet und weiß, wie schwer sich Eigenbegabungen vom solistischen Handwerk megbrängen laffen zur Gesamtleistung. Werte von Juon und Schrefer standen auf dem Programm, und der Pianist Bern stein wurde zu seinem temperamentvollen, raffigen Spiel( Liszt's Dies- irae- Bariationen) schwungvoll begleitet. In dem gleichen Saal Ponzertierten die Berliner Lieberfreunde unter ihrem Chormeister Alfred Göpel. Das Programm war einheitlich, fast zu einheitlich. Die Stimmung der vergetragenen Gesänge hielt eine gleichmäßige Linie. Es ist höchst beachtenswert, wie sicher und frei diese 50 Männer fingen, es ist zu loben, daß sie dynamische Effette herausstreichen und durch den Ausdruck ihres Singens ver raten, wie sehr sie mit dem Borgetragenen erlebnishaft verbunden find. Aber diese gefühlsmäßigen Interpretationen von Liebe, Grab, Frühling, Leid, Freude, Fremdheit und Weh stumpfen allmählich ab; aus den seelischen Gefilden, die uns Lenz und Blumen und Rosen und Liebe schaffen, wird zu leicht ein uniformiertes Singen. Die Erziehung eines Chores, wie ihn die Berliner Liederfreunde auf die Beine stellen, muß auch in der Richtung fontrapunktischer Arbeit geleitet werden. Erst dann wird zu erkennen sein, ob zu der gefunden Liedempfindung eine musikalische Höherentwicklung treten Das sind zusammen also 100 millionen Reichsmart, Baugewerbe bereitstellt. Hoffentlich wird nun auch für die Bergebung der Bauaufträge bzw. für die Gewährung von Hauszinssteuer. der Bauwirtschaft zuzuführen. hypotheken seitens der in Betracht kommenden staatlichen und tom. munalen Behörden alles getan, um dieses Geld beschleunigt Der Landfriedensbruch des Frontbanns. Die Rädelsführer von Alt- Landsberg. Wegen der Zusammenstöße am vergangenen Sonntag in Ali Landsberg wurden, wie wir bereits mitteilten, in der Umgegend Berlins mehrere der Tat verdächtige Personen festgenommen. Gleich falls erfolgte in It Landsberg die Verhaftung von zwei weiteren Berdächtigen, die nach den Ermittlungen mit den Vorgängen in engſtem Zusammenhang stehen mußten. Es fand im Berliner Polizeipräsidium eine Gegenüberstellung der Verhafteten statt. Hierbei wurde als Haupträdelsführer das Front bannMitglied, der 46 Jahre alte Schlosser Franz Langner aus Lichtenberg festgestellt. Als weitere Hauptbeteiligte fommen fein 21jähriger Sohn Kurt, ebenfalls Schlosser, der 33 Jahre alte Kaufmann Karl Neumann und der 24 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Blum aus Mahlsdorf in Frage. Da die Unter. ſuchung noch nicht ganz abgeschlossen ist, find in At- Landsberg noch ein Kommissar und mehrere Kriminalbeamte mit weiteren Ermittlungen dort beschäftigt. Sämtliche Verhaftete sind Mitglieder des berüchtigten Frontbann. Das Verfahren gegen Ahlemann. Vernehmungen durch die Kriminalpolizei. Korrespondenz B. S. teilt mit: Das Berfahren, das von der Staatsanwaltschaft vor einiger Beit gegen Oberstleutnant a. D. Ahlemann wegen der Behaup tungen Grütte- Behders über ein geplantes Attentat gegen Minister Severing eingeleitet worden war, hat der politischen Polizei Anlaß au umfangreichen Vernehmungen gegeben, um diesen Anflagen auf den Grund zu gehen. In den letzten Tagen ist u. a. der Stief. pater Grütte Lehders, Oberpostsekretär Grütte, gehört wor den, der die Darstellung seines Sohnes zu verteidigen scheint, sowie fann. Man sege also in jedem Programm zu den Werfen von Kreuzer, Hummel, Schubert und Lachner auch einen Messensatz oder ähnliches. Unter den Stimmen fielen ein paar Kontrabäffe besonders auf, die allerdings gelegentlich das Melos in den zarten Tenorstimmen zuschütteten. Im Grotrian- Steinweg- Saal foll ein Konzert vor drei Menschen stattgefunden haben. Eine ähnliche Jammerstimmung des leeren Saales beim Konzert von Hans Scheulen und Bruno Stürmer. Wozu solche Konzerte? Warum nicht die Rückkehr zum Haustonzert? Der Pianist Stürmer erwies sich als ein leidenschaftlicher, treffsicherer Künstler, Hans Scheulen fehlt noch manches zur Bollreife, doch sind die technischen Borbedingungen für eine gute Entwicklung gegeben. Emmi Leisner bewies im Bortrag ber Schumannschen Dichterliebe aufs neue ihre eminente fünstlerische Gestaltungsgabe. Der volle, tlangreiche Alt ist ge blieben, die Höhe beginnt zu schreien. Das Wesenhafte und innerlich Belebte ihres Bortrags ersetzte auch dieses Manto. Im Namen des Königs!" Bon Theo Hanns. Unversöhnlicher Groll lebt heute noch in den Herzen von tausend und aber tausend Volksgenossen, die das Unglüd hatten, mit den jenigen Paragraphen des Strafgesetzbuches Bekanntschaft zu machen, die eingesetzt waren, für den besonderen Schutz der geheiligten Perfonen auf den Thronen und Thrönchen im lieben Vaterland zu forgen. Die Aburteilungen wegen Beleidigung des Raisers wurden mit verzeichnete nur noch Ausnahmefälle. Der gewöhnliche Sünder der Länge seiner Regierungszeit immer zahlreicher. Die Bresse verschwand fang und flanglos, Im Namen des Königs" auf Jahre und Monate in die staatlichen Besserungsanstalten, um immer mit verbesserter monarchischer Gesinnung von dort zurückzukehren. wärts. Und wenn sie wirklich mit ihrem Fortschreiten zu zögern Die Kurve der Majestätsbeleidigungsprozeffe ging stetig auf. schien, fand die Person, die es am meisten anging, bestimmt eine passende Gelegenheit, frisches Del ins Feuer zu gießen. Wilhelms II. zeigt die ständige Zunahme der Berurteilungen Eine Statistit aus den ersten sieben Jahren ber Regierung wegen Mißachtung der hohen Majestät. Im Jahre 1889 wurden gezählt 488 Aburteilungen 508 1890 1891 1892 1893 1894 1895 Jn fieben Jahren also. 524 525 591 622 598 3851 Aburteilungen in Sachen Wilhelms II. Aber es gab auch Seiten, wo innerhalb meier Monate 563 Personen wegen Majestätsbeleidigung denunziert und davon 521 au insgesamt 812 Jahren Gefängnis verurteilt wurden! Die Bedenken der Finanzminister. Uneinigkeit über das Programm des Reichsfinanzministers Amtlich wird mitgeteilt: Am 24. Februar tamen die Finanz= minifter und Bertreter der Länder im Reichsfinanzministerium zu einer Besprechung über das Finanz- und Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung zusammen. Der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold hob in einer einleitenden Rede die befannten Hauptpunkte des Programms hervor. Der preußische Finanzminister sicherte dem Reichsfinanzminister vertrauensvolle Mitarbeit der Länder bei seiner Amtsführung zu, eine Erklärung, der sich sämtliche Finanzminister anschlossen. In der eingehenden fachlichen Aussprache wurden von cinigen Ländervertretern wegen des eingeschlagenen Weges im cinzelnen Be benten geäußert, während über das nach dem Programm der Reichsregierung zu erreichende 3iel Einigkeit herrscht. Die starke Betonung der Einigkeit über das Ziel der Reichsregierung soll den Eindruck der Uneinigkeit über des Programm des Reichsfinanzministers verbergen. Das Steuerabbauprogramm Dr. Reinholds stößt auf Widerstand bei den Finanzministern der Länder. wäre für die Deffentlichkeit interessanter, diese Bedenten im einzelnen und ihre Begründung fennen zu lernen, als die Stilisierungsfünfte der amtlichen Rachrichtenstelle. Es Krieg im Frieden". Ein polnischer Angriff um das vor drei Tagen von Litauern besetzte Waldstück von Vorgaje hatte Erfolg. Die Litauer, von überlegenen polnischen Streitfräften angegriffen, unter ihnen brei Grenzpolizeibeamte, in polnische Gefangenräumten das Geländeſtüd. Sierbei fielen at Litauer. unter ihnen drei Grenzpolizeibeamte, in polnische Gefangeni haft. der martantesten Vertreter der französischen Schwerindustrie, ist Robert Pinot, der Vizepräsident des Komitees des Forges, einer Pinot war während des Krieges Mitarbeiter des Munitionsam Mittwoch morgen an den Folgen einer Operation gestorben. ministers Albert Thomas. Wieviele Unglüdliche, Narren und Landstreicher die Gefängnisse während der dreißigjährigen Regierungszeit des legten Kaisers wegen diefes Deliftes bevölkert haben, läßt sich nur ungefähr bestimmen. Die Annahme, daß die Zahl der Lebenstage Wilhelms nicht die Jahre erreichen werde, die arme Menschen einer Bagatelle wegen aus ihrem Leben haben streichen müssen, dürfte der Wahrheit nahetommen. Das Schwinden der Autorität des Mannes auf dem Throne fonnte auch durch die Emfigkeit des Staatsanwalts nicht aufgehalten werden. Die Zustände im Kaiserreich wurden immer ähnlicher denen des Römischen Reiches zur Zeit des Niederganges. Kein Mensch war sicher vor einer Denunziation wegen Majestätsbeleidigung. Das Lumpentum nuzte erfolgreich die Heimtüde der Paragraphen. Alte Ramellen wurden oft aufgewärmt, um einem mißliebigen Mitmenschen eine empfindliche Strafe anhängen zu laffen. Es ist bekannt, daß Eltern ihre Kinder und umgekehrt, daß diese ihre Eltern denunzierten! Geriffene Landstreicher aber ver schafften sich durch ein paar einfältige Bemerfungen über ihren Landesvater das ersehnte Winterquartier auf Staatstoften. Das Rechtsgefühl vieler guter Patrioten ging durch die unwürdige Inszenierung dieser Brozeffe zum Teufel. Ueber die Majestätsbeleidigungsepidemie der wilhelminischen Zeit sagte einst Bebel im Reichtage: Unter den Berhältnissen, unter denen heute Majeftätsbeleidigungsprozesse zustande tommen, find sie ein Monument von unserer Zeiten Schande." Denft daran beim Boltsentscheid! worden. „ Das Leben für den 3aren"- ohne Zar. Der Text der berühmten Oper„ Das Leben für den 3aren von Michael Glinta ruffischen Bürgerhelden dieses Namens, der im 17. Jahrhundert die ist zur Aufführung auf den Sowjettheatern vollständig unggearbeitet Erhebung der Ruffen gegen die siegreich in Rußland eingedrungenen Die Oper führt jetzt den Namen Minin", nach dem Bolen organisierte. Die Mufit ift unverändert beibehalten worden. Oper fein Leben für die Rettung des Baren opfert, ist in dem um Die große Baßpartie des Jwan Sussanin, der in dem alten Text der gedichteten Text in zwei Partien geteilt. Einen Teil der Arien usw. fingt Minin, andere sind einer anderen in der Oper vorkommenden begeistert von der neuen Form. Das Bestreben, fie den Verhältnissen Berfon zugeteilt. Bis jetzt hat nur in Batu eine Aufführung dieser umgedichteten Oper stattgefunden. Die Presse ist indeffen feineswegs anzupassen, wird zwar theoretisch gebilligt, doch ist die Kritik der Meinung, daß die prattische Durchführung des Planes starte Mängel aufweise. Die Schule Fellerau, die jekt ihren Sib in Larenburg bei Wien hat beranstaltet am 26. im Blüthnerfaal eine Aufführung. Mitwirkende: eine Heuerauer Kindergruppe und Stubierende der Schule Hellerau. Eine Corinth- Erwerbung der Nationalgalerie. Eines der bedeutendsten Bilder der Corinth- Ausstellung, das Trojanische Pferd", 1924 gemalt, iit in den Besiz der Berliner Nationalgalerie übergegangen. Frau Charlotte Berend Corinth hat in threm und ihrer Stinder Namen dieses Bert, bas fie bisher leibweise zur Verfügung gestellt hatte, der Galerie zum Geschent gemacht. Diese Gabe tommt der Nationalgalerie um so willtommener, als fie fich bisher aus Mangel an verfügbaren Mitteln den Wunsch hatte berfagen müssen, das wertvolle Spätwert des Meisters zu erwerben Die Wahlreform. Die Vorlage des Reichsinnenministers. Die Vorlage zur Aenderung des Wahlsystems ist vom Reichsinnenministerium soweit fertiggestellt, daß nur noch verschiedene untergeordnete Arbeiten an der Verlage erledigt werden müssen. Auch diese Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß, wie der„ Soz. Pressedienst" erfährt, wenn irgendmöglich, die Vorlage noch vor den Osterferien dem Kabinett zugeleitet werden kann. In den Grundzügen sieht die Vorlage folgende Systemänderung Dor: Es werden Wahlgebiete in der Größe der jegigen großen Wahlkreise geschaffen. Diese Wahlgebiete zerfallen dann in Stimm freise; auf jeden Stimmtreis entfallen etwa 250000 Seelen. In jedem der Stimmkreise wird nur ein Kandidat von jeder Partei aufgestellt. Im Wahlgebiet werden dann die Stimmen aller Kandidaten ein und derselben Partei des Gebiets zusammengezählt und etwa durch 60 000 oder eine höhere Ziffer geteilt. Die Mandate fallen auf diejenigen Bewerber der Partei, die am besten abgeschnitten haben. Die Rest stimmen des Wahlgebiets werden für das ganze Reich zusammengerechnet. Es wäre also nur mit einer fleinen Reichsliste für die Parteiführer zu rechnen; ferner fönnen Wahlgebiete mit hohen Reststimmen unter Umständen noch mit einem Mandat bedacht werden. Das neue System wäre also ein Verhältnissystem, aber doch se geartet, daß die politischen Persönlichkeiten mehr hervortreten und von den Wählern wirklich gewählt werden; es will soweit als möglich dem zweifellos starken Bedürfnis der gesamten Wählerschaft, nicht nur Parteien, sondern auch Persönlichkeiten zu wählen, Rechnung tragen. Vorschriften für das Abfindungsgericht Entscheidungen im Rechtsausschuß. Der Rechtsausschuß des Reichstages nahm gestern bei Be ratung des Kompromißgesetzes über die Fürstenabfindung die §§ 4 und 4a in folgender Fassung an: § 4. Das Reichssondergericht stellt, wenn es dies nicht für unerheblich hält oder wenn nicht beide Parteien darauf verzichten, auf Grund von Reichs- und Landesrecht( Gefeßes oder Gewohnheitsrecht) die Rechts- und Eigentumsverhältnisse fest. Es nimmt die Auseinandersehung nach Billigkeit unter Berüdsichtigung der Vorschriften in§ 5 Dor. lichen Ausgleich zu versuchen. Im übrigen bestimmt es sein § 4a. Das Reichssondergericht hat zunächst einen güt Verfahren nach freiem Ermessen. Er fann Beweise erheben und Gerichte um Rechtshilfe ersuchen. Insoweit sind die für die ordentlichen Gerichte in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten geltenden Borschriften entsprechend anzuwenden. § 5 enthält nun die Vorschriften, auf Grund deren das Reichsfondergericht zu urteilen hat. Hier entspann sich eine sehr ausgedehnte Debatte. Abg. Dr. Rosenfeld( Soz.) beantragt, daß vom Reichssondergericht als Eigentum des Landes im voraus festzustellen und anzuerkennen seien: 1. Alle Bermögens ftüde, die von Mitgliedern ehemals regierender Häufer auf Grund von völferrechtlichen, staatsrechtlichen oder sonstigen öffentlich- rechtlichen Titeln, insbesondere in den Zeiten der absoluten Monarchie erworben worden sind. 2. Alle Vermögensstüde, die auf Grund privatrechtlicher Titel erworben worden sind, wenn der Erwerb erfolgte gegen eift ungen, die nur kraft der staatsrechtlichen Stellung Wahlbeteiligung bei Männern und Frauen. erworben worden sind, wenn der Erwerb erfolgte gegen Leift unEine amtliche Statistik. Um die Wahlbeteiligung in den verschiedenen Lebensaltern zu ermitteln, ist auf Veranlassung des Reichsministeriums des Innern für die Reichstagswahl vom 4. Mai 1924 das Material aus vier charakteristischen unteren Verwaltungs. bezirfen ausgewertet morden, und zwar aus der Stadt Nürnberg, der vorwiegend industriellen Hauptmannschaft Borna i. S., dem Landkreis Hanau mit seinen teils in der Industrie, teils in der Landwirtschaft tätigen Einwohnern und den überwiegend ländlichen Kreis Lauenburg i. P. Die Wahlberechtigten bis zum 75. Lebensjahre wurden in 15 Altersstufen zu je 5 Jahrgängen, die über 75 Jahre alten zu einer Altersstufe zusammengelegt. Die Wahlbeteiligung ist bei den Frauen bis auf einen Fall( zweite Altersstufe in Borna) in allen Stufen durchweg geringer als bei den Männern. Sie steigt von 82,9 Proz. der Wahlberechtigten bei den Männern und 80,8 Proz. bei den Frauen in der ersten Altersstufe( 20 bis 25 Jahre) allmählich an und erreicht bei den Frauen mit 85,7 Broz. in der fünften Altersstufe( 40 bis 45 Jahre), bei den Männern mit 91,4 Broz. in der siebenten Altersstufe ( 50 bis 55 Jahre) den Höhepunkt. Sie hält sich bei den Männern bis etwa zur 10. Altersstufe( 65 bis 70 Jahre) auf beträchtlicher Höhe ( sie ist in dieser Altersstufe zum Teil noch höher als bei den 20 bis 35 jährigen) und fällt erst dann steil ab. Die Wahlbeteiligung der Frauen läßt nach dem 45 Lebensjahre bereits mertlich nach, entspricht schon in der achten Stufe( 55 bis 60 Jahre) mit 81,6 Proz. etwa der Wahlbeteiligung in der ersten Stufe, fällt dann beträchtlich bis zur 10. Stufe( 65 bis 70 Jahre) und sinkt in der letzten Altersstufe mit 58,4 Proz. auf nahezu die Hälfte. der regierenden Häuser bewirft werden konnten oder wenn der Borbefizer das regierte Land oder eine dem regierten Lande angehörige öffentliche Körperschaft war, oder wenn der Erwerb erfolgt ist mit Mitteln einer öffentlichen Kaffe oder gegen Hergabe von Vermögensstücken, die nach diesen Grundfäßen selbst als staatliches Eigentum zu gelten haben würden. Ein Erwerb mit öffentlichen Mitteln liegt auch vor, wenn die Mittel nur darlehnsweise zur Verfügung gestellt und später zurückgezahlt worden sind. 3. Gegenstände, deren Besitz für das Land aus Gründen der Geschichte, der Kultur, der Boltsbildung oder Volksgesund heit von Bedeutung ist, ferner Theater und zur ständigen öffentlichen Besichtigung freigegebene Schlösser, Museen, Sammlungen, Parkanlagen und dergleichen. 4. Land- und Forstbesib, soweit dieser für die finanzielle Leistungsfähigkeit des Landes oder für die Durchführung der staatlichen Aufgaben( Siedlung, Landabgabe und Kleinbauern, Städte erweiterungen, Schaffung von Erholungsheimen und dergleichen) von Bedeutung ist. Ferner solle als§ 5a eingefügt werden: Soweit nicht nach den Bestimmungen der vorherigen Paragraphen Bermögensstüte Eigentum des Landes werden, ist das Eigentum auf das Land zu überfragen gegen Gewährung einer Rente. Die Höhe der Rente ist zu gewähren unter Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte: 1. Höhe der freien Vermögen der Familie, 2. Wert des nach§ 5a an das Land zu übertragenden Eigentums, 3. Wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes, 4. Rüdgang der Lebenshaltung des gesamten deutschen Volkes, 5. Möglichkeit des Uebergangs zu einem bürger lichen Beruf. Unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte fetzt das Reichsfondergericht für jedes am 9. November 1918 lebende Mitglied eine Rente nach Billigkeit fest. Abg. Freiherr v. Richthofen( Dem.) betonte, daß er in den Grundzügen dem sozialdemokratischen Antrage nicht ablehnend gegenüberſtände. Er behalte sich aber vor, in der zweiten Lesung einen Vermittlungsantrag einzubringen. Demokraten für Fürstenenteignung. Ein Hamburger Beschluß. Hamburg, 24. Februar. In einer allgemeinen Mitglieder. versammlung der Deutschen Demotratischen Bar tei in Hamburg sprach Reichstagsabgeordneter Johannes Büll über die Abfindungsansprüche der Fürsten. Zum Schluß einer lebhaften Debatte, in der eine Reihe von Rednern die re steinen Antrag an, der die Eigentumszuteilung flarer präzisiert. lose Enteignung der Fürstenvermögen und des halb den Boltsentscheid, während andere Redner Entscheidung durch ein Sondergericht oder durch einfaches Reichsgesetz verlangten, wurde schließlich folgender Antrag fast einstimmig Abg. Dr. Bell( 3) erklärte, es müsse unbedingt in zweiter Lefung eine ummißverständliche und flare Formulierung gefunden werben, die für das Reichssondergericht entsprechende Barschriften des Landes oder des Fürstenhauses zu gelten haben. darüber festlegt, welche einzelnen Vermögensstüde als Eigentum angenommen: „ Für den Fall, daß der ursprünglich demokratische Gesezent murf bei den Verhandlungen der Koalitionsparteien nicht die ent sprechende Berücksichtigung, die er verdient, findet, daß insbesondere die rein politische Entscheidung wieder in die Hände von Berufs juristen gelegt wird, beschließt die Demokratische Partei Ham: burg, sich bei der Reichsleitung der Deutschen Demokratischen Partei für Boltsbegehren und Boltsentscheid auf ent schädigungslose Enteignung der Fürsten einzuseßen." Um die Befriedung Oberschlesiens. Calonders Aufgaben. Raffowih, 24. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Präsident der Gemischten Kommission für Oberschlesien, Calonder, empfing am Mittwoch Bertreter der polnischen und deutschen Preise, um seine Auffassung über die Verhaftungen in Polnisch- Oberschlesien darzulegen. Er bestätigte die Erklärungen des polnischen Staatsanwalts, nach denen die Strafuntersuchungen fich nicht gegen den Deutschen Bolfsbund als solchen richten. Der Volts. bund sei eine für den Minderheitsschuß im Sinne der Genfer Sonvention unverlegliche Organisation, die stets in loŋaler und korrekter Weise ihre Aufgaben erfüllt habe. Calonder fuhr wörtlich fort: Es wird sich also in Wirklichkeit um Strafverfolgungen handeln, die gegen bestimmte Ber sonen gerichtet sind. Die verhafteten Personen, darunter einige Angestellte des Bolksbundes, werden beschuldigt, Berbrechen gegen den polnischen Staat begangen zu haben. Die Beurteilung biefer Strafprozesse ist einzig und allein Sache der zuständigen pol nischen Gerichte. Weber die Gemischte Kommission noch ihr Bráfident find fompetent, fich mit dieser Angelegenheit in einem prozeffualen oder Beschwerdeverfahren irgendwie zu befassen. Dagegen besteht ein allgemeines Aufsichtsrecht des Bräsibenten der Gemischten Kommission, das sich auf die richtige Aus. führung des ganzen Vertrages und auch auf alle Fragen, die das Berhältnis der zwei Vertragsstaaten zu ihren Minderheiten in Oberschlesien betreffen, erstreckt. Es erfaßt auch die gespannte Gituation, die durch die strafrechtliche Verfolgung von Minder heitsangehörigen wegen politischer Verbrechen entstehen. Dieses Auffichtsrecht übt der Präsident auf diplomatischem Wege aus, und zwar durch Vermittlung des von einem jeden der beiben Regierungen bei der Gemischten Kommiffion aftreditierten Bertreters, der den Titel Staatsvertreter trägt. Die dem Artikel 585 entsprechenden diplomatischen Bemühungen zur Beruhigung und Befriedung Oberschlesiens geben eine sehr wichtige Aufgabe des Bräsidenten, die sich naturgemäß formell und inhaltlich den jeweils auftauchenden Fragen anpassen muß. Soweit es sich um Angelegenheiten strafrechtlicher Natur handelt, beschränkt sich diese diplomatische Attion auf Anregungen, melche die Souveränität der Berichte in feiner Weise antaften. Diese diplomatische Funktion hat der Präsident im Einverständnis mit ben übrigen Mitglieden der Gemischten Kommission in einem früheren ähnlichen Fall, nämlich in bem gegen zahlreiche Angehörige der polnischen Minderheiten Deutsch- Oberschlesiens gerichteten soAbg. Dr. Wunderlich( D. Vp.) fündigt für die zweite Lesung präzisiert. Nach weiterer ausgedehnter Debatte wurde darauf in erster Lesung der sozialdemoftratische Antrag zu§ 5 mit dreizehn gegen sieben Stimmen bei vier Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Kompromißantrag. Nach meiterer ausgedehnter Debattte wurde darauf in 1. Lesung angenommen: 1. Bei der Zuteilung der Vermögensstüde ist zu berüc fichtigen, ob die einzelnen Vermögensstücke von den Mitgliedern der Fürstenhäuser seinerzeit auf Grund eines Privatrechts genannten Infurgenten Strafprozeß nach folgenden Gefichtspunkten ausgeübt: 1. Vermeidung unnötiger Verhaftungen unter mög lichfter Abkürzung der Präventiohaft. 2. Möglichste Beschleunigung des ganzen Verfahrens zu dem Zwed, damit die Angeschuldigten möglichst bald unter Antlage gestellt oder von der Anklage entbunden werden und daß die Angeklagten möglichst bald von dem zuständigen Richter ver urteilt werden können. 3. Unbeschränkte Deffentlichkeit aller Gerichtsverhandlungen, damit die Gründe der Berurteilten der nationalen und internationalen öffentlichen Meinung voll und ganz zugäng lich seien. 4. Rücksichtnahme auf die Familien der Angeschuldigten und auf die allgemeine Lage der Minderheiten. Präsident Calonder schloß seine Ausführungen mit einer Mahnung an die Presse, die hegerische Kampfesweise endlich einzustellen. Es bedarf feines besonderen Hinweises, daß er damit in erster Linie die polnischen Hezblätter gemeint hat. Kompromiß oder Kampf? titels oder insbefondere in den Zeiten der absoluten Monarchie, auf sonstige Weise erworben worden sind, namentlich auf Grund des völker, staats- oder sonstigen öffentlichen Rechts oder gegen Leistungen, die sie nur fraft ihrer Souveränität bewirken fonnten. 2. Gegenstände, auf deren Besitz ein Land aus Gründen der Kultur oder Wolfsgesundheit Wert legen muß, Theater einschließlich Theaterjundus und zur ständigen öffentlichen Besichti gung freigegebene Schlösser mit Inventar, Museen, Sammlungen, Archive und Bibliothefen, Partanlagen und dergleichen erhält das Land auf seinen Antrag in der Regel zum Eigentum. eine Entschädigung zu gewähren ist, richtet sich nach freiem Ob und inwieweit für solche Gegenstände oder Einrichtungen Ermessen, insbesondere aber danach, a) ob sie bereits vor der Staatsumwälzung des Jahres 1918 der Deffentlichkeit zugänglich oder nußbar gemacht waren, b) ob fie im ganzen oder teilweise veräußerlich sind oder nicht, c) ob ein Nutzungswert vorhanden oder wie hoch er ist, d) ob oder in welchem Umfange mit der Unterhaltung Lastent verbunden sind. 3. Bei der Zufeilung von Land- und Forstbesih an die vormals regierenden Häuser find die Größe des Landes und seine staatlichen Notwendigkeiten( Siedlungsmöglichkeiten, Städteerwelterungen, Schaffung von Erholungsstätten und dergleichen) ausschlaggebend in Betracht zu ziehen. übertragen, wenn dies zur Erreichung eines billigen Ausgleichs oder 4. Bermögensstücke der einen Partei sind auf die andere zu einer billigen Entscheidung erforderlich ist. 5. Bei der Bemessung der den Fürstenhäusern zuzusprechenden Bermögensstücke, Kapitalien oder Renten ist die wirtschaftliche und finanzielle Lage beider Parteien zu berüdsichtigen. Hierbei soll einerseits durch Zuweisung aus der Masse der vorhandenen Vermögenswerte den vormals regierenden Häusern eine würdige Lebenshaltung gewährleistet werden, andererfeits aber berücksichtigt werden, daß die allgemeine wirtschaftliche Lage des deutschen Volkes infolge des Krieges und der Nachkriegszeit eine gegenüber den früheren Verhältnissen sehr wesentlich herabgedrückt ist, und daß die Ausgaben in Wegfall gekommen sind, die sind, daß fie Träger der Staatsgewalt waren. ben vormals regierenden Fürstenhäusern früher dadurch erwachsen A 6. Soweit an Vermögensstüden der vormaligen Fürstenhäuser Gebrauchs oder Nuzungsrechte an Dritte verliehen oder zugesichert worden sind, sind diese Rechte in geeigneter Weise sicherzustellen. 7. Bei der Aufwerfung von Ansprüchen hat das Aufwertungsgesetz vom 16. Juli 1925 mit der Maßgabe Anwendung zu finden, daß für Ansprüche auf Kapitalsabfindungen, die für die Ueberlaffung von Gebäuden und Grundstücken an ein Cand den früher regierenden Häusern zugestanden sind, die für die Aufwerfung von hypothefarisch gesicherten Kaufgeldern maßgebenden gefehlichen Bestimmungen auch dann Plah greifen, wenn die Ansprüche auf kapitalabfindungen hypothekarisch nicht gesichert sind. zustehende 3ivillisten und ähnliche Renten( Kronfideifomißrenten, Krondotationsrenten u. a.) fallen ohne Entschä 8. Den Mitgliedern der vormals regierenden Häuser früher digung fort. ein angemessener Ausgleich für die aus der Uebernahme von Ver9. Den Ländern ist aus der vorhandenen Vermögensmaffe forgungsansprüchen ehemaliger Hofbediensteter entstehenden Lasten zu bewilligen. §6 wurde in folgender Faffung angenommen: Wenn durch Spruch des Reichssondergerichts oder in einem vor dem Reichsfondergericht abgeschloffenen Bergleich ein Land zur Zahlung von Rapital oder Renten verpflichtet wird, so ist die empfangsberechtigte Partei verpflichtet, diefe Beträge und ihre Erträgniffe bis zum Ablauf des Jahres 1950 nur für die privatwirtschaftlichen Bedürfnisse des vormals regierenden Hauses oder zu wohltätigen oder fulfurellen Zweden zu verwenden. Die Verbringung eines ausgezahlten Kapitals ins Ausland ist nur mit Genehmigung des Landes zulässig. Bei Zuwiderhandlung gegen diese Verpflichtungen fann das Land eine zu zahlende Rente oder ein zu zahlendes Kapital ganz oder teilweise einbehalten oder ein bereits bezahltes Kapital ganz oder teilweise zurückfordern, oder die Verpflichtung zur Zahlung über entscheidet das Reichssondergericht. von Renten oder Kapital für erloschen erflären. Streitigkeiten hierDer Ausschuß vertagte sich dann auf Donnerstag. vorlage begonnen und den Bericht seiner Finanzkommission entgegengenommen hat, fennzeichnete der rabitalfoziale Senator is bonne mit ungewöhnlicher Schärfe die von dem Senat mit Der Wiederaufnahme der von der Kammer abgelehnten Steuermaßnahmen begangene Berlegung der Verfassung und verlangte, daß der Senat sich auf die Verabschiedung der von der Kammer votierten 1600 Millionen Mehreinnahme beschränke und dieser die Initiative für die Deckung des Defizits überlassen soll. Bon einem großen Teil der Linken mit demonstrativem Beifall unterstützt, antwortete Lisbonne dem Ministerpräsidenten Briand und warnte ihn vor den verhängnisvollen Folgen eines endgültigen Bruches mit den Linksparteien. In beiden Häusern des Parlaments, erklärte er, sei eine genügend große Anzahl wirklicher Repu blikaner vorhanden, die bereit seien, ihre Pflicht gegenüber dem Lande zu erfüllen. Aufgabe der Regierungen sei es, fie zu einer tragfähigen Mehrheit zusammenzuschweißen. Vorläufig sei das noch möglich, morgen vielleicht schon nicht mehr. Die Abstimmung über den Lisbonneschen Antrag wurde bis zum Schluß der Generaldebatte zurückgestellt. ant Die Finanztommiffion der Kammer trat Mittwoch abend zusammen, um ein Referat ihres Vorsitzenden Malon über die am Dienstag von ihm mit der Regierung ge= ampflogenen Verhandlungen entgegenzunehmen. Sie hat eine von Malvy vorgeschlagene Enischließung angenommen, in der sie ihr Bedauern darüber zum Audrud bringt, daß die Regierung im widerspruch mit der Verfassung dem Senat einen anderen Text unterbreitet habe als den von der Kammer anRegierung, Kammer und Senat in Frankreich. Paris, 24. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die beiden ra bital ozialen Gruppen von Kammer und Senat haben ihre Dienstagabend erfolglos abgebrochenen Besprechungen am Mittwoch wieder aufgenommen, ohne daß es ihnen gelungen wäre, das Terrain für die angestrebte Berständigung in der Finanzfrage zu finden. Den Stein des Anstoßes bildet nach wie vor die Doumeriche Bahlungssteuer, die die radikalfoziale Fraktion der Kammer in ihrer gegenwärtigen Form bekämpft, und deren Modifikation Doumer ebenso entschieden ablehnt. Die Situation hat dadurch eine Verschärfung erfahren, und man spricht seit Mittwoch abend von der Möglichkeit eines Konfliktes zwischen Kammermehrheit und Regierung. Ein am Mittwoch morgen in den Wandelgängen der Kammer kolportiertes Gerücht von der Demission des Vorsitzenden und des Berichterstatters der Finanzkommission der Kammer hat bisher eine Bestätigung nicht gefunden. Man schließt daraus, daß die Bemühungen um eine Verständigung noch feineswegs aufgegeben sind. Die sozialistische Partei ist an diesen Verhandlungen in feiner Weise interessiert, nachdem die bürgerliche Linfe unter Bruch der getroffenen Vereinbarung die gemeinsame Front verlassen hat. Im Senat, der am Mittwoch die Diskussion der Finanz genommenen. Völkerbundsdebatte im Oberhaus. London, 24. Februar.( Tul.) Im Oberhaus nahm gestern Viscount Cecil in Ermiderung des Antrages des Lord Parmoor, der sich gegen die Erweiterung des Völkerbundsrats aussprach, zur Völkerbundskrise Stellung. Cecil führte aus, das Bestreben anberer Mächte, im Rat einen ständigen Siß zu erhalten, sei nicht erst mit Deutschlands Gesuch um Aufnahme in den Bölkerbund entstanden. Jedoch müsse er sich Chamberlains Meinung anschließen, daß über die Vermehrung der ständigen Ratssitze besser später beraten werde. Nach Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund sei die Zeit geeigneter, über die Verfassungsänderung des Bölkerbundsrates zu sprechen. Gewerkschaftsbewegung Freizeit für die Jugendlichen! Hauptausschuß für Jugendpflege und Leibesübungen. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses wurde festgestellt, daß in Preußen von etwa 5 374 360 Jugendlichen ungefähr 2 167 650, also 40 Proz., von der staatlichen bzw. geförderten Jugenpflege betreut werden, während in Berlin von 457 581 Jugendlichen nur 68 710, etwa 15 Broz. der Jugendlichen von der Jugendpflege erfaßt sind. Das erschwerende Moment der Jugendarbeit bildet die völlig unzulängliche Freiheit der Jugendlichen. Hinzu kommt jetzt noch die Arbeitslosigkeit, die dazu führt, daß durch den damit verbundenen Ausfall an Beiträgen viele Jugendgrimpen nicht aufrecht erhalten werden können. Aus der Debatte ging hervor, daß den sozialpolitischen Verhältnissen, von denen ja hauptsächlich Grad und Wert der Jugendarbeit mitbestimmt werden, die nötige Aufmerksamkeit zugewandt wird. Die folgende von den Vertretern der freien Gewerkschaften beantragte Entschließung fand im Hauptausschuß einstimmige Annahme: " Der Hauptausschuß für Jugendpflege und Leibesübungen vertritt erneut die Forderung des Reichsausschusses deutscher Jugendverbände nach einer aureichenden Freizeit der Jugend und fordert die gesetzliche Durchführung von drei Wochen bezahlter Ferien für erwerbstätige Jugendliche ( einschließlich Lehrlinge) unter 16 Jahren und 3wei Wochen bezahlter Ferien für die erwerbstätigen Jugendlichen( einschließlich Lehrlinge) zwischen 16 und 18 Jahren. Der Hauptausschuß bedauert das Fehlen einer Statistik, die einen Ueberblick über den der Jugend zurzeit gewährten Urlaub gestattet, und hält aus der praktischen Erfahrung des Hauptausschusses die Notwendigkeit einer solchen Statistik für durchaus erforderlich. Der Hauptausschuß empfiehlt erneut, mit allen Kräften dafür einzutreten, daß der Jugend während ihrer Urlaubseit Gelegen heit gegeben wird, sich körperlich, geistig und seelisch zu erholen, sei es in Einrichtungen, 3 B. Jugendheimen usw., oder durch Veranstaltungen( Wanderungen u. a.), die von Berbänden, Städten oder Selbstverwaltungsförperschaften schon ge troffen find oder von diesen, vom Reich oder von den Ländern noch zu treffen sind." " Die Entschließung ist ein neuer hörbarer Ruf nach Freizeit. Bedauern fand die Tatsache, daß die Statistik noch recht unvollfemmen ist. Es fehlt noch immer an einem genaueren Einblick in die Arbeitsmarktlage der Jugendlichen, wie auch eine Uebersicht darüber, welchen Anteil die Jugendlichen in der gesamten Volkswirtschaft darstellen. Hoffentlich findet der Wunsch nach einer besseren Jugendlichenstatistik bei den in Frage kommenden Stellen Gehör. Das Wohlfahrtsministerium möge bei der Zuleitung von Zuschüssen nicht nur die Zahl sehen, sondern sich noch von anderen Gesichtspunkten bestimmen lassen. Gerade die Ausführungen, aus denen der schwere Kampf und das mühselige Ringen der Jugendbünde um Gewinnung weiterer Jugendlichen ersichtlich sind, mögen dazu beitragen, den für Berlin vorgesehenen Fonds zu vergrößern. Greift auch die Stadt stark ein, so darf Berlin dennoch nicht von den Landesbehörden übersehen werden. Es verdient vielmehr die weitestgehende Unterstützung. Selbstherrliche Methoden in den städtischen Markthallen. Wiederholt find uns Beschwerden der Arbeiter und des Betriebsrates der städtischen Markthallen zugegangen über selbstherrliches Vorgehen und Entscheidungen der Direktion. Dem Leiter der Markthallen, Direktor Morawski, scheint die Einrichtung der Betriebsräte und vor allem der Mantel tarifvertrag für die städtischen Arbeiter ein Dorn im Auge zu sein. Neuerdings hat es diesem Herrn der Sommerurlaub Der Arbeiter angetan. Seit mehr als 20 Jahren erhalten die städtischen Arbeiter, auch die Markthallenarbeiter, Erholungsurlaub. Der Betrieb hat es in diesen 20 Jahren ermöglicht, daß die Urlaubsperiode der Markthallenarbeiter in die Zeit vom 1. April bis 15. Oftober fiel. In dieser Zeit haben sich irgendwie Mängel oder Nachteile für den Betrieb nicht gezeigt. Auf einmal erscheint dem Direktor Morawski das, was bisher war, nicht mehr möglich. Er verfügt einfach, ohne vorher mit dem Betriebsrat Fühlung zu nehmen, daß in den Monaten Juli, August und September Erholungsurlaub nicht mehr gewährt wird. Das bedeutet. daß der Urlaub entweder auf einige Monate zusammenge= drängt wird und dann zweifelsohne erhebliche Schwierig feiten im Betriebe entstehen, oder der Direktor M. hat die Abficht, den Sommererholungsurlaub der Arbeiter auf den Winter zu verlegen. Die Belegschaft und die Organisation bestreiten dem Direktor nicht das Recht, über seinen eigenen Urlaub frei zu verfügen. Was den Urlaub des Personals der städtischen Markthallen betrifft, so find Betriebsrat und Organisation dazu geschaffen, um die Interessen der Arbeiterschaft wahrzunehmen, wie diese es wird ihm das begreiflich gemacht werden. wünscht. Wenn der Direktor das noch nicht begriffen hat, so Ein tariffcheuer Herr im Hause. Vom Zentralverband der Fleischer( Drtsverwaltung Berlin) wird uns gefchrieben: Seit längerer Zeit bemühen wir uns, im Fleischereibetrieb von Paul Huzelmann, Berlin R., Schererstr. 8, für die dort Beschäftigten die Lohn- und Arbeitsbedingungen auf tariflicher Grundlage zu regeln. Herr Huzelmann, der durch eine tarifliche Regelung seinen Profit geschmälert glaubt, wirft trop wiederholtem Hinweis auf sein unsoziales Verhalten lurzerhand jeden, der schon im Interesse der Erwerbslosen eine tägliche Arbeitszeit von 11 bis 13 Stunden nicht mitmachen will, brutal auf die Straße. Da des weiteren den dort Befchäftigten zugemutet wird, in einem unheizbaren Raum in Logis zu gehen, ist der Betrieb für organisierte Arbeitnehmer gesperrt. Jahresversammlung der Stukkateure. Die Fachgruppe Stuck- und Gipsbau des Baugewerksbundes hatte am Dienstag im Dresdener Kafino ihre Jahresmitgliederver sammlung. Den Jahresbericht gab der Leiter der Fachgruppe Genosse Sched. Die Arbeitsmöglichkeit war bis zum November vorigen Jahres leidlich gut, nahm aber dann bis zu einem noch nie gekannten Umfange ab. Im Januar dieses Jahres waren etwa 40 Proz. der Branchenangehörigen erwerbslos. Diese große Arbeitslosigkeit veranlaßt, sich entgegen den Tarifbestimmungen nicht auf dem Nachweis eintragen zu lassen, um nicht wochenlang arbeitslos zu sein. Dies muß entschieden unterbunden werden. Der Redner schilderte dann die Umstände, die zu dem siebenwöchigen Bauarbeiterstreit im Juli geführt haben. Die Stuffateure standen noch eine Woche länger im Kampf, wodurch es ihnen gelang, eine weitere Lohn sehen war, durchzusetzen. Der Tarifvertrag von 1923 mit Nachtrag erhöhung, als beim Abschluß des Bauarbeiterkampfes vorgevon 1924 behielt für das Geschäftsjahr seine Gültigkeit, da er von beiden Parteien nicht gekündigt wurde. Der Redner teilte weiter mit, daß es jetzt endlich gelungen sei, die Unterstützungsdauer für erwerbslose Rabizpuzer, Spanner und Träger durch Verhandlungen beim Landesarbeitsamt auf 26 Wochen zu ver= längern. Es fanden im Geschäftsjahr 15 Sigungen der Gruppenleitung, 12 Mitgliederversammlungen, 3 Streifversammlungen und 1 Baudelegiertenversammlung statt. Die Mitgliederzunahme beträgt im Laufe des Jahres 227 Personen. Mit einer Aufforderung 311 weiterer reger Organisationsarbeit schloß der Redner seinen Bericht. Nach einer längeren Disfuffion, in der an der Tätigkeit der Gruppenleitung eine Kritik nicht geübt werden konnte, wurde die Neuwahl der Gruppenleitung vorgenommen. Mit Ausnahme von zwei nicht wieder kandidierenden Mitgliedern wurde die bisherige Gruppenleitung wiedergewählt. Hehlerei kein Grund zur fristlosen Entlaffung. Ein Angestellter einer Möbelhandlung hatte einem in diesem Geschäft tätigen Arbeiter, der auch dem Betriebsrat angehörte, Möbel unter dem üblichen Preise verkauft und den Erlös für sich behalten. Außer den ungetreuen Angestellten hat die Firma auch den Arbeiter ohne Zustimmung des Betriebschlerei schuldig gemacht, denn er habe wissen müssen, daß er rats fristlos entlassen mit der Begründung, er habe sich der von dem Angestellten gestehlene Waren gekauft habe. Der Arbeiter bestritt, Hehlerei begangen zu haben. Er ist im Strafverfahren freigesprochen worden und das Gewerbegericht hat seine ohne Zustimmung des Betriebsrats erfolgte Entlassung als unberechtigt anerkannt und ihm die geforderte Weiterzahlung des Lohnes zugesprochen. Infolge der von der beklagten Firma eingelegten Beru fung hat das Landgericht das Urteil des Gewerbe gerichts bestätigt mit der Begründung: „ Die gegen den Kläger ausgesprochene fristlose Entlassung ist nach§ 96 BRG. unwirksam, da ein diese nach§ 123 der Gewerbeordnung rechtfertigender Grund nicht gegeben ist. Es fonnte hierbei dahingestellt bleiben, ob die von der Beklagten vorgetragenen Tatfachen, wenn sie erwiesen wären, den Tatbestand der Hehlerei er. füllen würden. Die gesetzlichen Entlassungsgründe aus wichtigem Grunde für gewerbliche Arbeiter sind, abgesehen von dem hier nicht vorliegenden Fall des§ 124 a Gew.-D., im§ 123 Gew.-D. erschöpfend aufgezählt. Hehlerei gehört nicht zu ihnen. Ziffer 2 des§ 123 Gew.-D. zählt unter den Eigentumsdelikten, die die friſtlose Entlassung rechtfertigen, lediglich Diebstahl, Entwendung, Unterschlagung, Betrug auf. Die Hehlerei fann nicht dem Diebstahl analog behandelt werden, sie ist auch nicht die Entwendung der angezogenen Stelle. Entwendung ist vielmehr der Strafbestand des§ 370 3iffer 5 des Strafgesetzbuchs." Die italienischen Arbeiter gegen die Faschisten. Mailand, 24. Februar.( Eigener Drahtbericht.) In der Maschinenfabrit Officina meccanica in Riva fanden die Wahlen zur Fabrifkrankentasse statt. Die Liste der Freien Gewerkschaften erhielt die Mehrheit, so daß kein einziger Kandidat der faschistischen Liste gewählt wurde. Das ist der beste Beweis gegen die angebliche Billigung des fafchistischen Regimes durch die Arbeiter. Freilich wird das den Rossini nicht hindern zu behaupten, er vertrete die große Mehrheit der italienischen Arbeiterschaft. Was aber die italienischen Arbeiter von diesen täuflichen Subjekten denken, das beweist wieder einmal diese Wahl. Der Minimallohn in Rußland. In Rußland bestimmt bekanntlich der Staat den Minimallohn. Die Höhe des Minimallohnes wird je für drei Monate vom Volfsfommissar der Arbeit festgesetzt. Nach der Verordnung des Volkskommissars vom 14. Januar d. I.(„ Trud“ vom 27. Januar) ist für Januar/ März 1926 die Höhe des Minimallohnes je nach der Monat feſtgeſetzt. Teuerungszone auf 7 bis 10 Rubel( d. h. 15 bis 21,6 M.) pro Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Heute, Donnerstag, 5 Uhr, Jahresgeneralversammlung bei Petsch, Landsberger Str. 31. Jahres bericht, Neuwahlen. Die Fachgruppenleitung. Berband der Lithographen, Steinbruder und verwandten Berufe. Generalversammlung der Gesamtmitgliedschaft Berlin heute, Donnerstag, 5 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Ohne Mitgliedsbuch fein Zutritt. Es ist die Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen. Jugendgruppe des ZDA. Heute, Donnerstag, 7% Uhr: Gruppe Treptow: Wir besuchen gemeinsam die Treptower Sternwarte( Filmvorführung: Freies Bolk"). Gruppe Wedding- Gesundbrunnen: Vortrag: ,, Das Fordsystem und seine Anwendung in Deutschland". Referent: Ewolingky. Morgen, Freitag, 7% Uhr: Gruppe Often: Vortrag: ,, Gewerkschaft und Berufsschule". Referentin: Dr. E. Barschat. Gruppe Südost: Vortrag: Körperkultur". Referent: Frig Weigelt. Gruppe Südwest: Vortrag. Guppe Spandau: Heimabend. Berantwortlich für Politik: Ernk Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Verlagsanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Das Seheimnis Tiegt im Rohtabat Gintauf Telegramm aus Telegramm. Anfunfts Str.... zuban munich: 4400 Deutſcher Reichstelegraph München. lavalla 193 + München. Dem Balen übergeben ben 5026, AN 5. Uhr.... rmle Deutic 7.00. um... Uhr. 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Bor Jahrhunderten mögen die Rehberge dem über seine Mauern nicht weit hinausgedrungenen Berliner als eine ganz flattliche Bodenerhebung gegolten haben. In alter Zeit soll auf der Höhe der Neh berge eine Kirche gestanden haben, die an der Stelle eines früheren älteste Weg von Berlin nach Tegel, der durch die Jungfernheide über Heiligtums der Heiden von den Christen errichtet worden war. Der die Rehberge führte und noch im 17. Jahrhundert der heilige Bilbugsweg hieß, wird mit einem vermuteten Tempel des Wendengottes in Verbindung gebracht. Die Rehberge lagen inmitten des großen Waldgebietes, das sich im Norden Berlins aushat. Von der Jungfernheide erstreckten sich die Dünen der Rehberge oftwärts bis über die heutige Müllerstraße hinaus. Im Zuge dieser Straße führte einst der alte Ruppiner Heerweg über die Rehberge durch den Wald. Später wurde die fortschreitende Entwaldung den Rehbergen verhängnisvoll, weil von den bloßgelegten Dünen der Regen die Erde herunterwusch und den troden gewordenen Sand der Wind entführte. Lange Zeit mußten die Rehberge für die Berliner Hausfrauen den Scheuersand hergeben, den die Sandfuhrleute dort holten und nach Berlin brachten. Auf dem Wedding entſtand noch im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts sogar ein Berein felbftändiger Sandfuhrleute, die den Rehbergen ihren Broterwerb zu danken hatten. Wenn aber ein ordentlicher Wind von den RehSchon einmal fonnte die dünenähnliche Hügelkette der Rehberge in einer Zeit drückenden Arbeitsmangels dazu dienen, Arbeitsdehnte und einmal bis zum heutigen Oranienburger Tor gereicht gelegenheit zu geben. Schon im Jahre 1848 ließ der Magistrat in den Rehbergen, die damals noch in fehr viel größerer Aus dehnung als heute beffanden, Erdarbeiten ausführen, um die Not der Arbeitslosen etwas zu lindern. In den bewegten Wochen und Monaten, die auf den 18. März 1848 folgten, fiel den Massen der dort beschäftigten Erdarbeiter öfter bei Straßenkundgebungen eine ausschlaggebende Rolle zu. Von den Kreisen fatter Bürger, die ihre Ruhe haben wollten", wurden den Rehbergern", wie der Berliner im abgekürzten Verfahren diese Erdarbeiter nannte, feine freundlichen Empfindungen entgegengebracht. Die Bezeichnung Rehberger" war, vom Bürgertum gebraucht, geradezu als Schimpf mort beabsichtigt. Donnerstag, 25. Februar 1926 bergen nach Berlin zu blies, brauchte fein Sandfuhrmann seine Pferde anzuspannen, um Sand nach der Stadt zu bringen. Der Wind trug selber den Sand in die Stadt und überschüttete mit ihm den Wedding. In den jetzt zur Einebnung bestimmten Teilen der Rehberge an der Jungfernheide wurde die Entwaldung in neueſter Zeit durch die Not der hinter uns liegenden Kriegsjahre noch beschleunigt. Der ohnedies nur noch bescheidene Baumbestand wurde durch Diebstähle ganzer Stämme so arg gelichtet, daß an manchen Stellen völlige Kahlheit das Ergebnis war. Neues Leben blüht aus toten Dünen. Bor dem Kriege trug Hagenbed sich mit dem Plan, dort einen Tierpart anzulegen, aber der Krieg machte einen Strich durch die Rechnung. Jeht will die Stadt Berlin auf dem zur Jungfernheide gehörenden Gelände eine Spiel- und Sportplatanlage mit Partumgebung schaffen. Der östlich der Müllerstraße liegende Teil der Rehberge wurde in den Jahren 1909 bis 1913 mit zum Schillerpart genommen, den die Stadtverwaltung damals auf unfrucht19] HE Die Erdarbeiten auf den Rehbergen. Onkel Moses. Roman von Schalom Asch. Onfel Moses nickte seinem Neffen zu, als wollte er ihn begütigen, und, indem er wieder seine Blicke nach allen Seiten warf, rief er: Boys, heute ist Sonntag, ein heißer Sonntag, schneidet die Winterröcke zu, schlagt etwas heraus, aber ordentlich!" Damit verließ er den Laden; seine großen, glänzenden, gelben Schuhe fnarrten. Die Familie" atmete erleichtert auf, als sie des Onfels Rücken fah. Borsichtig traten die Leute vor den Laden und sahen, wie sich der Onkel in ein Mietauto setzte, das ihn vor der Tür erwartete. Ein Lächeln erschien auf den Lippen... Alle mußten, wohin der Onkel fuhr, und warfen hämische Seitenblide auf Sam; sie stießen einander an und flüsterten, indem sie mit den Augen auf Sam deuteten: " „ Er hat geglaubt, er würde ihn beerben!" Einer fachte, die Hand vor dem Munde, und deutete mit der Fußspize auf. Sam. Du Narr, er fann doch noch zwölf Kinder haben. Du glaubſt, er bringt es nicht fertig? Genau so wie der alte Petrit daheim." Hast du den Naden gesehen?" brummte ein anderer. Sam fühlte die Blicke, die ihm folgten, und verstand, was das Lachen bedeutete. Er sah sich um. Sein Blick und fein Geficht nahmen den Ausdrud des Onfels an. Er fah dem Onkel tatsächlich ähnlich. Scharfe Augen, eine spige Nase und ein starkes, männliches Kinn. Die Leute erschraten vor ihm und taten, als sprächen sie vom Geschäft. Sam spudte aus und trat vor die Tür, um dem Ontel nachzuschauen, welcher schon lange verschwunden war. Nervös grub er die Zähne in die Lippen, feine Hände ballten sich zu Fäusten und ein Fluch drang durch seine starten, weißen Bahne. Es war in seinem vierzehnten Jahre, da ihn der Onkel nach des Baters Tode als Waise nach Amerika gebracht hatte. Sam war des Onfels treuer Haushund. Der Onkel verwendete ihn einfach zu allem, hatte ihn zu seinem Leibsflaven, zu seinem Spürhund gemacht. Sam hatte bei den Landsleuten, die beim Onkel arbeiteten, spioniert und dem Onkel angegeben, wer von ihnen ihm treu war und wer nicht. Er hatte für den Onkel Dinge ausgeführt, für die er hätte ins Gefängnis fommen und sein Leben lang darin bleiben fönnen; als man die aus der fünften Avenue gestohlenen Waren, die Röde und die Hofen, fand, auf denen des Onfels Firmazeichen aufgenäht war, und die Sam im Reller versteckt hatte damals hatte Sam alles auf sich ge | nommen, und mit Mühe und Not war es gelungen, ihn vor Unglüd zu bewahren. So oft irgendeine Unannehmlichkeit vorfam, nahm sie Sam auf sich. Als man den Ontel wegen des polnischen Mädchens, das schwanger geworden war, plößlich zum Attorney des Polizeidistrikts rief, so oft die Sache mit der Frau in dem galizifchen Restaurant geordnet" und ihr eine Monatsrente gezahlt werden mußte alle diese Dinge erledigte Sam. Er fonnte das Leben für den Onkel wagen und wäre für ihn nicht bloß ins Gefängnis gegangen, wenn es nottat, sondern hätte für ihn auch gemordert. Und all das hatte er getan, weil er hoffte, dereinst Onfels Nach folger zu werden. " Seine Treue zum Onfel war nicht geheuchelt. Sie entsprang feiner Bergötterung des Mannes, den er sich zum Borbild, zum Ideal genommen hatte, dem er einst ähnlich sein wollte. In seiner Bergötterung des Onkels und der Treue zu ihm lag die Treue zu sich selbst und seiner eigenen Zukunft, wenn er der ,, Onkel" sein würde. Und mit einem Male sollte alles zunichte werden! Der Onkel ging Hochzeit halten, mit dem Fragen, der Tochter von Aaron Gorgel"; die hatte ihn nun in der Hand. Und sie wird mit ihm Kinder haben eines, zwei, drei, alles wird den Kindern zufallen. Sie wird es schon dazu bringen, daß fie Kinder hat, und, wenn es notwendig ist, wird sie ihm ein fremdes Kind unterschieben, um nur ja zu erben. Sie versteht ihr Geschäft; das sieht man schon jett. Allmählich setzt sie in das Geschäft ihre Leute: ihre jüngere Schwester, die ist Buchhalterin; ihren Bater Aaron Melnit, der zu Hause Gorgel" hieß, den macht sie zum Raffier, und was follte nun aus Sam werden? Es fann noch ein Tag fommen, da Sam, des Onkels treuer Sam, vor die Türe gesetzt wird! Sam gedachte der Gelegenheiten, da er beim Onkel hätte Geld machen können. Sein Better Manes, welcher vor Sams Ankunft des Onkels rechte Hand gewesen war, hatte ihm mehr als einmal geraten: Hör, Sam, für morgen laß Gott sorgen; du forge für heute. Was du auf der Bank haft, das gehört dir. Alles andere ist- Luft. Du kennst den Ontel nicht. Wenn er alt wird, wird er sich ein junges Mädchen nehmen. Merke dir, was ich dir jetzt fage!" Sam fielen diese Worte von Manes wieder ein. Manes war älter und erfahrener als er, und er hatte auf seinen Rat nicht gehört. Er hatte sich auf den Onkel verlassen, hatte alles bekommen wollen jetzt hatte er es! ,, Am Abend werde ich zu Manes gehen. Er mit seinen Berbindungen bei Advokaten und Tammany- Hall- Richtern wird schon einen Ausweg finden. Der Onkel darf das Schneidermädel nicht heiraten, er darf sich nicht mit dem | Wie es in Zukunft werden soll. barem Sandboden entstehen ließ. Zur Berbesserung des Bodens und zur Befestigung der noch nicht weggewehten Dünenreſte wurden viele tausend Kubikmeter verrotteten Mülls benutzt, die in der Nähe auf einer Abladestätte in Jahrzehnten sich angehäuft hatten. Die höchste Erhebung der Rehberge wurde noch mit einer stüßenden Steinmauer umgeben, und dort oben entstand der als Schillerhain" bezeichnete Teil des neuen Partes. Dort wurzelt auch die Schiller eiche, die als junger Baum aus Marbach, dem Geburtsorte Schillers, herbeigeholt wurde. susti Für die in den Schillerpart hineingenommenen Bobenerhebungen ist erst durch ihn der Betterbestand gesichert worden. Hoffentlich wird man auch in der Jungfernheide bei den Einebnungen noch genug von den Rehbergen übriglaffen, so daß aud dort nicht die letzten Reste von ihnen verschwinden. Im Schillerpart bleibt erhalten, was von den Rehbergen in seinem Gebiet liegt. Und hier werden fte aufragen", geschützt und gepflegt bis in fernste Zeiten. Achtung, Stadtverordnetenfraffion! Heute, Donnerstag, nac mittags 4 Uhr, Stadtverordnetenversammlung. Da die zur Beratung stehenden Punkte äußerst wichtig sind, darf kein Mitglied der Fraktion fehlen. " Aaron Gorgel" verschwägern, der hier ein großer Herr werden soll. Das wäre für alle ein Unglück; die ganze Kusminer Sippe ist in Gefahr... Sam zögerte, ob er diesen Schritt hun sollte. Seine Treue gegen den Onkel brachte es noch nicht fertig, ihm etwas Böses anzutun. Er vergötterte den Onkel zu sehr, er liebte ihn, und alles, was der Onkel tat, fand feinen Beifall. Sam verstand alles, was der Ontel tat, und war stolz darauf. Sogar des Onkels Absicht, Mascha zu heiraten, hatte ihm gefallen, und wäre es nicht gegen seine eigenen Intereffen gegangen, so hätte er wahrscheinlich dem Onkel dabei Hilfe geleistet. Aber Sams Ansprüche an seine Zukunft waren reif geworden, und er war bereits soweit Mann, daß er seine Sentiments opfern fonnte: ,, Daß ihn die Best, den Alten er wird Rinder haben!" das stand ihm vor Augen, wenn er an seine Zukunft dachte. Haß gegen den Onkel fühlte er nicht. Sein Haß und 3orn richteten sich gegen den jungen Fraßen, gegen Mafcha, gegen ihren Vater Aaron Melnit, welche sich in den engen Kreis der Familie hineingestohlen hatten. Sie sah er als Ronkurrenten an. ,, Man müßte dem Fraßen, der Braut des Onkels, die Frau vom Restaurant schicken, samt den fünf Kindern, die der ,, Alte" ihr geschaffen hat. Sie kann sich dann mit dem Frazen aussprechen. Wird das eine Hochzeit sein, wenn die Frau vom galízischen Restaurant am Hochzeitstage auftaucht! Die Braut wird bereits angekleidet sein, um unter den Baldachin zu treten, und da wird die andere ihre Kinder vor ihr in Reih und Glied aufstellen: ,, Du willst meinen Mann heiraten, den Bater meiner Rinder!" O, das wird eine Hochzeit sein in Gedanken foftete der Bursche bereits seine Rache aus. Und der Onkel? Der Onkel wird im Frad dastehen, das wird ein Standal werden! Sam fühlte einen Augenblick Mitleid mit dem Onkel. Er zauderte, aber bald stand wieder seine eigene Zukunft vor seinen Augen. Er dachte an Rofa, feine eigene Braut, und biß sich auf die Lippen: " ,, Hol ihn der Teufel; er wird Kinder haben, der Alte!" Mit diesen Rachegedanken trat er wieder in den Laden. Sein Gesicht nahm die strenge, befehlshaberische Miene an, welche er dem Onkel abgelernt hatte. Sein Kinn wurde breit, und unter der langen, spitzen, starten Nase zogen sich die Falten, vor denen die Landsleute solche Furcht hatten. Und unter der Nase schnarrte er, den Onkel nachmachend: ,, Mäntel schneiden, so viele es ausgibt, Boys!" Der Sonntag in Melnits Geschäft hatte begonnen. ( Fortsetzung folgt.) Räuber und Erpresser. Sechs Jahre Zuchthaus für den jugendlichen Täter. Ein immerhin seltener Fall, in dem ein unbescholtener junger Mensch sich in der Not gleich zur Ausübung eines der schwersten Verbrechen hinreißen ließ, gelangte vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zur Aburteilung. Wegen schweren Raubes und räuberischer Erpressung mußte sich hier der erst 23jährige Haus diener Paul Kurzhals verantworten. Kurzhals war zuerst auf dem kleinen Anwesen seiner Eltern im jezt polnischen Gebiet beschäftigt. Durch die Umwälzungen des Krieges wollte er sich in seiner ehemaligen Heimat nicht mehr wohlgefühlt haben und er sei schließlich auch ausgewiesen worden. Anstatt nun aber seinem eigentlichen Berufe, als Landarbeiter nachzugehen, trieb es den jungen, fräftigen Mann zu seinem eigenen Berderben in die Großstadt. Nach kurzer Beschäftigung als Fausdiener in einem Berliner Hotel kam Arbeitslosigkeit und mit ihr die Not. Leider ließ sich der Angeklagte in dieser Zeit zu ganz verwerflichen Taten, zwei leberfällen auf Frauen, hinreißen. An der Stelle, wo er Almosengelder empfangen hatte, in dem Haus, das ihm in der Nähe Berlins Arbeit und Obdach gegeben hatte, fetten seine verwegenen Streiche ein. Als Kurzhals von dem Almosenverteiler Dittmark in der Hochstraße eine Unterstügung von 10 Marf erhielt, fiel ihm ein Schrank auf, der auf dem Korridor stand und die Kasse enthielt. Hier vermutete der Angeklagte jedenfalls eine größere Geldfumme und er beschloß, diese zu rauben. Am hel len Tage, zu einer Zeit, wo er mit Sicherheit annehmen konnte, nur Frau Dittmart allein anzutreffen, sprach er in der Wohnung vor. In seinen Händen befand sich ein Batet, das an die Hausfrau gerichtet war und um deffen schriftliche Empfangsbestätigung er diese bat. Ohne Argwohn ließ Frau D. den Burschen in ihr Wohnzimmer eintreten, um den Inhalt des Pakets festzustellen, da sie sonst nicht quittieren wollte. Zu ihrem Schrecken fanden sich wertlose Lumpen in dem Karton vor und sie forderte den Angeklagten nun auf, ihre Woh nung fofort zu verlassen. Da stürzte sich Kurzhals von hinten auf die Frau, drückte ihr die Rehle derart zu, daß sein Opfer die Be finnung verlor und zu Boden fiel. Dann steckte der rohe Bursche der Bedauernswerten noch ein Taschentuch als Knebel in den Mund und schleifte ihren Körper auf den Flur. Darauf erbrach der Angeklagte den Schrank, fand aber nur 8 Mart und 50 Bfennige als Beute vor. Frau Dittmart hatte aber fo viel Geiftesgegenwart, als ihr für Momente die Befinnung wiederkehrte, daß sie mit den Füßen gegen den Boden und an die Wände stieß. Schließlich wurden Hausbewohner aufmerksam und suchten in die Wohnung einzudringen. Wohlweislich hatte Kurzhals aber die Sperrfette vorgelegt, so daß einige Beit verging, die der lleberraschte zur Flucht benutzte. Man verfolgte ihn aber bis in seine Wohnung, die einige Häufer entfernt war, und holte Polizei. Der Beamte fand zunächst eine verschlossene Tür und hörte in dem Zimmer des Angeflagten einen Schuß fallen. Dieser hatte in der Zwischenzeit sämtliche Gashähne aufgedreht und die Waffe gegen fich gerichtet, um sich das Leben zu nehmen. Seine Ber wundung war aber nur unbedeutender Natur. Der Angeflagte ließ sich dann widerstandslos verhaften. den harten Betonboden auf. Die Feuerwehr schaffte die Ber unglückten nach dem Urban- Krantenhaus. Hier wurden bei dem 30 Jahre alten Bruno Rautenberg aus der Pestalozzistr. 52 in Charlottenburg eine schwere Wirbelsäulenverlegung und Quetfchungen festgestellt. Zwei weitere Arbeiter, der 53jährige Ewald Poething aus der Sebastianstr. 82 und der 53 Jahre alte Georg Lindner aus der Tellstr. 5 in Neukölln tamen mit leichten Verlegungen( Rippenbrüchen, Verstauchungen und Hautabschürfungen) davon. Eine Untersuchung des bedauerlichen Unfalles ist eingeleitet. Auf eine Anfrage im Krankenhaus erfahren wir, daß es den Verunglückten verhältnismäßig gut geht. große Geflügel- und Kaninchenausstellung in der alten Autohalle eröffnet. Die Ausstellung ist veranstaltet von der Kleintierzuchtabteilung der Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg und für Berlin und vom Klub deutscher Geflügelzüchter und ist mit erstklaffigem Material, das auch auf der Ausstellung selbst direkt zum Kauf steht, beschickt. Der geschäftliche Erfolg der Meffe mar bisher ein durchaus zufriedenstellender, da auch sehr vie! Publikum vom Lande selbst die Messe besuchte. Ebert- Gedächtnisfeier des Reichsbanners. Für entschädigungslose Enteignung der Fürsten! 4 Uhr nachmittags auf der durch den Magdeburger Prozeß befonders Oeffentliche Kundgebungen Donnerstag, den 25. Februar, abends 7%, Uhr: Redner: Pfarrer Steglitz: Oberrealschule Elisenstraße. Bleier. Hohenschönhausen: Schulaula Roedernstraße. Redner: Hermann Lempert. Freitag, den 26. Februar, abends 7%, Uhr: Biesdorf- Nord: Schillerfäle, Königstraße. Redner: Eduard 3achert, M. d. L. Sonnabend, den 27. Februar, abends 7% Uhr: Biesdorf- Süd: Lokal Döhring, Köpenider Straße.- Redner: Franz Künstler, M. d. R. Die gesetzliche Miete für März 1926. Wie der Amfliche Preußische Preffedienst mitteilt, triff in der Berechnung der gefehlichen Miete für den Monat März 1926 gegenüber dem Vormonat feine enderung ein. Es bleibt bei dem Februar- Sah in Höhe von 84 bzw. 80 Pro3. Die nächste Zeilerhöhung der Miete wird, wie bei den Verhandlungen über den Wohlfahrtsetat im Hauptausschuß des Preußischen Landtages vom Wohlfahrtsministerium mitgeteilt wurde, aller Wahrscheinlichkeit nach 3 um 1. April erfolgen, damit bis zum Juli der Weg zur Friedensmiete nicht in einem Sprung gemacht werden muß. Raffehund- Ausstellung. Im Rahmen der Grünen Woche" veranstaltete der Deutsche Schäferhund- Berband" in der alten Autohalle eine Ausftellung ven Raffehunden, nachdem an derselben Stelle am Sonnabend und Sonntag eine Jagdhundschau stattgefunden hatte. Es waren Hunde der meisten Moderaffen vertreten. Merkwürdig übrigens, wieviel Hunderassen es gibt. Auch ein paar Vertreter von Rassen, die ehemals hoch notierten, find vorhanden. Zwei sonderbar ge stußte Budel, ein paar Spitze und vier Bernhardiner, allerdings nicht langhaarige, sondern von dem furzohrigen und furzhaarigen Schlag. Neufundländer sind nirgends zu sehen, nur zwei Bertreter ihrer nächsten Berwandten, der Setter", prachtvolle Tiere. In der Hauptfache beherrschen Schäferhunde, Dobermänner und Airdells die Ausstellung, meistens äußerst gepflegte und perfeinerte Exemplare, manche Schäferhunde mit Anzeichen der Ueberzüchtung, nervös und reizbar. Eine Abteilung bringt Doggen, deutsche, dänische und Ulmer, und eine Abteilung retnraffige, fehr massive Bulldoggen, auch Windhunde, allerdings faum ein echter Barfoi, find vertreten. Daneben eine Ausstellung von Bierhunden: Malteser, Balasthündchen, Zwergpinscher, Rehpinscher und 3werg die anderen stabilen Hunde, in einfachen Käfigen untergebracht, die Besizer haben ihre Lieblinge in Häuschen hineingefezt, die mit Riffen und Deckchen ausgestattet find. 3wergbulldoggen und fran zösische Bulldoggen, ein paar drahthaarige Terrier, Scotch- und Irish- Terrier, neben einigen langhaarigen und Zwergdadein, vervollständigen die Ausstellung. In dem zweiten Fall hatte er die Wohnung von Leuten aufgesucht, bei denen er furze Zeit als Landarbeiter in Stellung war. Auch hier befand sich die Frau allein zu Haus. Der Eindringling fragte zuerst nach einem gewissen 3., der ihm angeb Tich 300 M. Schulden sollte. Als ihm bedeutet wurde, daß ein Mann dieses Namens nicht bekannt sei, richtete der Angeklagte sofort einen Revolver auf die Frau und wollte das Geld von ihr haben. Der Angegriffenen gelang es schließlich, in einen hinteren Raum zu flüchten, die Tür zuzuwerfen und jo auf den Boden des Hauses zu gelangen, wo sie aus der Dachluke heraus um Hilfe rief. Kurzhals vermochte hier zu fllichten und fpurlos zu entkommen. Erst später, als er wegen der anderen Tat verhaftet wurde, gelang es der Polizei; ihn auch dieses Verbrechens zu über führen. Das Gericht konnte sich bei der Roheit und Geipize in allen möglichen Farben und Größen. Sie sind nicht, wie fährlichkeit, die der junge Mensch schon bei seinen ersten Fehltritten an den Tag gelegt halte, nicht entschließen, ihm mildernde Umstände zuzubilligen. Nach dem Antrage des Staats anwalts wurde der Angeklagte zu einer Gesamtstrafe von 6 Jahren Zuchthaus, Aberfemmung der bürgerlichen Ehren rechte auf 10 Jahre und der Zulässigkeit von Polizeiaufsicht ver. urteilt. Geflügel und Kaninchenschau. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 25. Februar. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold veranstaltet am Sonntag, den 28. Februar, dem Togestage des ersten Reichspräsidenten, eine Ebert Gedächtnisfeier. Die Veranstaltung findet um bekanntgewordenen Treptower Spielwiese statt. Die republikanischen Parteien und Gewerkschaften sind zur Teilnahme an der Feier eingeladen worden. Die Führer der drei republikanischen Parteien werden Gedächtnisansprachen halten. Feuer in den Deutschen 3nduftriewerfen in Spandau. Geftern nachmittag brach in den Deutschen Industriewerten, in Spandau ein größerer Brand aus, der die Spandauer Feuerwebr, die durch die Fabriffeuerwehr Unterſtügung fand, mehrere Stunden lang angestrengt beschäftigte. Das Feuer fam in der Schmiede durch Blazen eines Delftandanzeigers am Delteffel zum Ausbruch. Mit großer Schnelligkeit griff das Feuer auf das Dach über. Die Feuerwehr gab etwa 2 Stunden lang aus 3- C- Rohren Waffer. Die Aufräumungsarbeiten zogen fich bis zum Eintritt der Dunkelheit hin. Der angerichtete Schaden beträgt etwa 10000 M. Ein Konzert der Schülerhöre veranstaltet bas Bollsbil. dungsamt Prenzlauer Berg heute, Donnerstag, den 25. Februar 1926, abends 7, Uhr, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23. Es werden fingen die Chöre vom Sophiengymnafium( Leiter Wilhelm Ford), von der Defar- Raffel- Realichule( Leiter Ludwig Doffe), von der Schinkel- Realschule( Leiter Georg Bader), vom Königstädtischen Lyzeum( Leiter Dr. M. Schipke) und von der Königstädtischen Oberrealichule( Leiter A. Krengel). Das Orchester, das fic gleichfalls aus Schülern des Bezirks Prenz lauer Berg zufammenießt, wird von Alfred Krengel, der Massenor bon Dr. M. Schipke dirigiert. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 7. Märg, nachmittags 3%, br, im großen Saal der Bhilharmonie lekte Veranstaltung ( Kriegertänze, geistliche und höfifche Tänze, Bolkstanze). Breis der Karte Internationale. Boltstänze und Bolkslieder. Alte und neue Tänze" 1,20 m. Sonntag, den 14. März, borm. 11, Ubr, im Großen SchauSpielbaus vierte Proletarische Feierstunde( Märzfeier). Bur Aufführung gelangt das Chorwerf Beltenwende" von Franz Rothenfelder. Preis der Karte 1 M. Sonntag, den 21. März, nachmittags 3 Uhr, im Staatlichen Schiller Theater Charlottenburg nächste Theaterborstellung Beer Gynt" von Henrik Ibsen, mit der Mufit bon Edward Brieg. Preis der Karte einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel 1,20 M. Wir bitten die Kreise, Ende dieser Woche die Karten für diese Theaterin den bekannten Berkaufsstellen zu haben. aufführung vom Bureau abzuholen. Karten für alle Veranstaltungen find Der Brand auf Zeche Nadbod. Das preußische Oberbergamt in Dortmund teilt zu dem Brand auf Reche Radbod folgendes mit: Der Brand im Füllort auf der vierten Sohle der Zeche Radbod hat einen größeren Umfang angenommen. Er fonnte bis jetzt mit den gewöhnlichen Mitteln troß angestrengter Arbeit nicht ge= öscht werden. Die vierte Sohle, die die unterste Bausohle der Bethe sift, muß daher unter Waller, gefeßt werden. Diese Arbeit iſt im Gange. Berlufte an Menfchenleben find nicht zu beklagen. Die gefamte Belegschaft der Beche beträgt 3000 Mann, von denen burch den Ausfall der letzten Sohle mei Drittel vorlaufig arbeitslos merden. Das reftliche Drittel soll auf den oberen Sohlen wieder beschäftigt werden, sobald der Brand mit Sicherheit gelöscht ist, was in einigen Tagen der Fall sein wird. Die vierte Sohle hofft man in wenigen Wochen in Betrieb nehmen zu können, Jugendveranstaltungen.. Heute, Donnerstag, den 25. Februar, abends 7½ Uhr: Schönhanfer Borstadt I: Schule Jbsenstr. 17. Bottrag: Rörperkulture, Tenkungsmethoden von Sozialismus“. II. Teil. Sübweft: Jugendheim Lindenstr. 3. Bortrag: Rapitalistische, AbSchöneberg III und Westen: Jugend heim Hauptstr. 15. Bortoag: Bub und Mädel". Schmargendorf: Jugendheim Berbaer Blak. Borttag: Freiligrath". Ertner: Jugendheim Rundfiedlung. Vortrag: Der deutsche Bauerntrieg", II. Teil. Melteren Ronferens ber fozialistischen Arbeiterjugend am 27. bruar, 18 Uhr, im Jugendheim Lindenstr. 3. Thema: Die pädo gogischen Aufgaben der Jugendbeiräte". Referent: Genoffe Lösche. Werbebezirk Brenzlauer Berg. Morgen, Freitag, Hamburg- Film- Abend. Beginn 28 Uhr. Gänger erscheinen um 7 Uhr. * Funktionärschulung. 2. Sculumgstag Sonntag, 28. Febritar, vormittags 10 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Thema: Einführung in die allgemeine wiffenfchaftliche Literatur". Referent: Genoffe Marquardt. Erscheinen ber Bibliothekare, Berbebezirksleiter und Abteilungsleiter ist Pflicht. Unter starter Beteiligung des Publikums fanden im Rahmen Protest gegen die Luftbarkeitssteuer. der„ Grünen Woche" in der alten Autohalle die Gebrauchsprüfungen Selbst Notstandsvorstellungen werden besteuert! des Deutschen Schäferhund- Verbandes( DSB.) statt. Es wurden Ererzitien und Dressurprüfungen gezeigt, die man in dieser BollEine Versammlung der Berliner Barietédirektoren protestierte endung bisher faum gesehen hat. Die Borträge des Reichsver gestern gegen die Höhe der Luftbarkeitssteuer, die nicht den Gast bandes landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine und die Borführungen E trifft, sondern eine Art Umsatzsteuer bedeutet. Der. Vorsitzende des des Deutschen Schäferhund- Berbandes im Bortragsfaal der FunkInternationalen Barietédirektorenverbandes Milos verlangte mehr halle waren von Publikum und engeren Interessentenfreisen start Einsicht von den Behörden. Er wies darauf hin, daß besucht. In den Nachmittagsstunden entwickelte sich auf dem Messe überall im Deutschen Reiche die Varietés, Kabaretts, Tanzstätten und gelände selbst ein Verkehr, der dem des Sonntags an Lebhaftigkeit Rinos infolge der hohen Luftbarkeitssteuer und Nebensteuer zu- fast gleich fam. Am 26. Februar, vormittags 10 Uhr, wird die jammenbrächen und ungezählte Tausende von Arbeit nehmern, vom Artisten bis zum Reinigungspersonal, brotlos gemacht würden. Die dem Reichsverbande angeschlossenen Unternehmungen hätten im Jahre 1925 zirka 400 Millionen Goldmark an Luftbarkeits- und Raumsteuer abgeführt, außerdem ruhten auf dem Gewerbe noch insgesamt 36 verschiedene Steuerlaften im Betrage von 1,1 Milliarde Goldmark. Die Bergnügungsindustrie müffe also mit 1,5 milliarden Steuerleistungen etwa ein Fünftel des gesamten Reichsbedarfs im vorigen Etatsjahre aufbringen. Die Eintreibung der Steuer geschieht auf eine für die Unternehmer verhängnisvoll rigorose Weise. Als die Hockersteuer für die Silvester nacht im Charlotttasin o, die am 4. Januar fällig war, nicht bezahlt wurde, tam am 5. der Mahnzettel mit 10 Broz. Aufschlag, am 6. der Pfändungsbefehl mit einem solchen von 30 Broz. und einer Bollstreckungsgebühr von 20 Proz. In der Ratete" wurde wegen einer Steuerschuld von 300 m. der Weinkeller persiegelt, wäh. rend die Vollstreckungsbeamten im Zuschauerraum saßen und auf Einnahmen warteten. Dem„ Eulenspiegel" pfändete man die gesamte Einrichtung, während der Direttor im Sterben lag. Fledermaus" und" Roland von Berlin" find unter den erhöhten Steuerfäßen und Geldstrafen zusammengebrochen. Es kommt auch vor, daß Steuern irrtümlich doppelt erhoben werden sollen. Dabei ist mehr Lustbarkeitssteuer eingekommen als veran Der Vorsitzende der Internationalen Artiſtenloge fchlagt war. Konorah sprach von der Absicht, 30 Gratisvorstellungen mit erwerbslosen Artisten zu geben gegen einen Zuschuß von 5000 M. Dieser Zuschuß ist vom Magistrat Berlin abgelehnt worden, und die Artisten veranstalten nun Notstandsvor stellungen für 60 Pf. Eintritt; aber selbst von diesen 60 Pf. erhebt die Gemeinde noch 20 Pf. Lustbarkeitssteuer pro Karte. Er verlangte Abbau der Steuer zugunsten der Angestelltenschaft, deren Gagen ungleich länger. im Rüdftande blieben als die Steuern. Absturz in die Baugrube. Gin schweres Unglüd ereignete sich gestern mittag gegen 12 Uhr beim Bau der Nord- Südbahn in unmittelbarer Nähe des Beim Herausnehmen eines Eisenträgers Hermannplages. ftürzten durch zu frühzeitiges Löfen der einen Seite drei Ar. beiter etwa fechs Meter in die Tiefe und schlugen auf Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianift. 37/38. Sof 2 Tr. Gauvorstand. Achtung, Spielleute! Fr., b. 26., 7 Uhr, Antreten fämtlicher Spielleute Plas vor dem Spreetunnel in Treptow aur Generalprobe. Bernau. So., b. 27., 7% Uhr, Lofal Bellevue UnterhaltungsArbeiter- Sport und Kultur- Ditskarten Reinidenborf. Sigung aller Dele gierten um 28 Uhr im Jugendheim Reinidendorf- Oft, Amendeftr. 79. Jeder Berein muß unbedingt vertreten fein. Außer dem üblichen Tagesprogramm: kapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funk6.05 Uhr abends: Dr. Richard H. Stein:„ Einführung zu der Uebertragung aus der Staatsoper am 26. Februar". 6.45 Uhr abends: HansBredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Dr. Schröter: Moderne Bildtelegraphie unter besonderer Berücksichtigung des Systems von Karolus. 7.15 Uhr abends: Dr. Karl Heinz Knnert: " Wie wahre ich meine Rechte aus Reichsanleihen?"( Zum Ablauf der Anmeldefrist des Altbesitzes am 28. Februar). 7.45 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Literatur. Her abend. Eintritt 50 Pf. Erwerbslofe frei. rische Persönlichkeit". 8.30 Uhr abends: Der Roman als Funkmann Kasack: Deutsche Frauendichtung. Die Frau als schöpfespiel. 16. Fortsetzung. Die Katastrophe". Originalroman für die " Funkstunde" von H. J. Gramatzki( als Funkspiel bearbeitet). 9-10 Uhr abends: Nach Feierabend. Dirigent: Bruno SeidlerWinkler. 1. Suppé: Ouvertüre: Flotte Bursche( Berliner Funkorchester). 2. a) R. Hoppe: Ein rheinisches Mädchen bei rheinischem Wein, b) R. Schrader: Mein Rheinland, c) H. Brandt: Vom Rhein der Wein( Bernhard Bötel Charlottenburg, Tenor). 3. Bruch: Ouvertüre zu der Oper, Die vom städtischen Opernhaus Loreley"( Berliner Funkorchester). 4. a) Humperdinck: Am Rhein, b) O. Klose: Rheinfreuden( Bernhard Bötel). 5. a) Eysler: Frühling am Rhein, Walzer, b) Fétras: Sommernacht am Rhein, Walzer( Berliner Funkorchester). 6. a) Meiẞler: Stolzenfels am Rhein, b) W. Berger: Am Rhein( Bernhard Bötel). 7. Hannemann: Rheinischer Sang, Rheinliederpotpourri( Berliner FunkTagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. orchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik ( Rapées Jazzsinfoniker, Dirigent: Ernö Rapée). Königswusterhausen, Donnerstag, den 25. Februar. 3-3.30 Uhr nachm.: Lektor Mathes- Wimermark: Schwedisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. König: Das Wesen und die Entstehung der Tuberkulose. 4-4.30 Uhr nachm.: Geb. Ober- Regierungsrat Professor Lentz: Seuchenübertragung und Seuchenbekämpfung. 4.30-5 Uhr nachm.: Dr. Max Winckel: Die Entstehung und Bestandteile unserer Nahrung. Berband Bollsgesundheit, Ortsverein Berlin. Donnerstag, 25. Februar, 8 Uhr, in der Schule Ifflandstr. 9( Nähe Jannowigbrüde) fpricht Genoffe Herb. Fiebrandt über: Meine Erlebniffe in der Jugendfürsorge". Freitag, 26. Februar, im Jugendheim. Goßlerstr. 61. Diskussionsabend der Jugend über: Aleiberreform". Einleitung: Herb. Hoppe. Freie Aussprache. Gäste herzlich willkommen. Säbischer Studentenverein e. B., Friedrichstr. 115 I( Oranienburger Tor). Donnerstag, 25. februar, 8 Uhr, hält in unseren Räumen ber Chefredakteur der Boffischen Zeitung, Frik Goek, einen Bortrag über das Thema: Die Entwicklung der deutschen Breffe und ihr Verhältnis zu den Juden". Gäſte milltomunen. Arbeiter- Radio- Klub Deutschlands e. B., Abt. Webbing. Donnerstag, 25. Fe bruar, 8 Uhr, bei Marzahn, Utrechter Str. 29. Es werden fämtliche Funk freunde gebeten, au erscheinen. Da wir umziehen wollen. Deutsche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin. Die nächste Berfammlung findet Donnerstag, 25. Februar, 8 Uhr, im Astanier", Anhaltstr. 11, ftatt. Distuffionsabend zum Kolonialproblem". Referenten: H. v. Gerlach, Brof. Paul Deftreich, Dr. Behberg. Deutscher Arbeiter Theater- Bund. Gruppe Webbing: Jeden Dienstag' und Donnerstag, 8 Uhr, bei Nak, Magstr. 12. Gruppe Mitte: Eiche den täglichen Bersammlungskalender. Gruppe Brenzlauer Berg: Jeden Donnerstag, 8 Uhr, bei Rappel, Schivelbeiner Str. 30. Gruppe Moabit: Jeden Montag, 8 Uhr, bei Schula, Emdener Ede Siemensstraße. Gruppe Charlottenburg: Jeden Dienstag und Freitag, 8 Uhr. bei Bronikowsin, Nehringitt. 2. Gruppe Tegel: Jeben Freitag, 8 Uhr, bei Fischer, Schlieperftr. 35. Gruppe Reu horf- West: Am 6. Mära bei Braak, Wacholder Ede Alirſtraße. falln: Jeben Freitag, 8 Uhr, bei Müller, Reuterstr. 11. Gruppe Reiniden Steglig, Marienborf und Spanbau: Siehe täglichen Bersammlungskalender. Gruppe AURO- SOLIDIN das wirksame Gicht- und Rheumamittel Die erstaunlichen Erfolge des AURO- SOLIDIN sind von zahlreichen bekannten Aerzten hervorragend anerkannt. AURO- SOLIDIN hilft sicher und schnell. Warten Sie nicht auf den nächsten schmerzhaften Anfall, machen Sie sofort einen Versuch! Packung 2- und 5.50 Mark( Hersteller Hunnius Erben, Hildburghausen) in Berlin: Elefanten- Apotheke, Leipziger Straße 74, Dönhoffplatz. 3] Donnerstag 25. Februar 1926 Unterhaltung und Wissen Die Antwort. Beilage des Vorwärts Die Demofrafie zeichnet sich durch unerfäftliche Gier nach Reichtümern und materiellen Dingen aus unter Bernachläffigung alles Uebrigen um des Geldes willen. Doorn, 17. 1. 1926. Wilhelm I. R. Zwei Freunde. Bon Marim Gorki Hebertragen von Gertrud Haase. ,, um und...?" ,, Nun, lange hat er's so getrieben..." Und was geht dich das an?" Bei der schroffen Frage seines Kameraben rüdte der Pfiffer von ihm weg und antwortete fleinlaut: Ja, halt so, es fiel mir gerade ein. Ein Bauer ohne Pferd ist eben erledigt." hör, was ich dir sage," begann der Schnadler ftreng und schaute dabei dem Pfiffer scharf in die Augen, laß diese Ge schichten! Diefe Quatscherei hat teinen Sinn. Berstanden? Bas geht dich der Gevatter Michail an?" ,, Er tut einem halt leid," entgegnete der Pfiffer und zuckte die Schultern. Leid? Tun wir denn jemandem leid?" ,, Davon ist teine Rede." ,, Nun, dann halt's Maul, wir müssen bald gehen." „ Bald?" No, freilich." Der Pfiffer rüdte ans Lagerfeuer heran, stocherte mit dem Stod darin, wobei er von der Seite den Schnackler ansah, der sich von neuem über seine Arbeit gemacht hatte, und sagte leise und bettelnd: Romm, wir wollen's lieber fein laffen." Du bist doch ein nieberträchtiger Kert!" rief ber Schnadler ärgerlich voll Zorn aus. Ja, weiß Gott," fagte leise und überzeugend der Pfiffer.„ Bedent doch, es ist gefährlich. Bier Berst weit wird man sich mit dem Gaul schleppen müssen. Und wenn die Tartaren ihn nicht nehmen, was bann?" ,, Das ist meine Sache." Bie du willst, aber beffer wäre es, wenn wir's laufen ließen. Es ist ja so schon halb tot." Der Schnadler schwieg und seine Finger bewegten sich hastiger. Wieviel friegt man überhaupt dafür im besten Fall?" fuhr ber Pfiffer leise und hartnädig fort. Jetzt ist doch so eine gute Zeit zum Klauen. Gleich ist's voll dunkel. Gehen wir doch lieber den Graben entlang, bis wir bei Dubenta heraustommen. Paß mal auf, da finden wir was handliches." Die eintönigen Worte des Pfiffers, die mit dem Rauschen bes Baches verschmolzen, schwebten den Hang entlang und ärgerten den geschäftigen Schnackler. Er schwieg mit zusammengebissenen Zähnen und vor Erregung zerbrachen die Ruten unter seinen Fingern. Jegt bleichen die Beiber die Linnen." Das Pferd schnaubte und fing an sich zu bewegen. Im Schatten der Nacht fah es noch mißgeftalteter unb täglicher aus. Der Schnadler sah es an und spudte ins Feuer. „ Das Federvieh ist jetzt auch draußen. Auf den Teichen find die Gänse. Hast du dich bald gang ausgeseicht, du Scheißfert?" fragte wütend der Schnackler. ,, Um Himmels Billen, ärgere dich nicht über mich, Stephan, schicken wir's zum Teufel. Komm!" Hast du heute schon was gefressen?" schrie ber Schnackler. ,, Nee,..." antwortete der Pfiffer verwirrt und erschroden über das Schreien. Nun, dann hol dich der Teufel, verirodne meinetwegen. Mir ist's murscht, was bu machst." Der Pfiffer fah ihn schweigend an. Der andere legte die Ruten auf einen Haufen, band sie in ein Bündel zusammen und schnaubte wütend. Bom Bagerfeuer fiel ein Lichtschein auf sein Geficht mit dem struppigen Schnurrbart, das rot und böse war. Der Pfiffer hatte sich abgewandt und seufzte schwer auf. „ Ich spud drauf, sag ich dir, mach was du willst," begann wieder bösartig und mit heiferer Stimme der Schnackler. No, no," machte leise der Pfiffer. Und ich sage dir, wenn du weiter so quengelst, tu ich nicht mehr mit. Dann ist's aus, ich lenne dich jetzt. Jawoll!" Ja, tomisch ist der Mensch." Ich will nichts mehr hören!" Der Pfiffer frümmte sich und fing an zu husten und als er fertig war, sagte er, schwer nach Atem ringend: Barum red' ich denn? Weil's eine gefährliche Sache ist." " Schon gut!" schrie aufgebracht der Schnadler. " Er hob die Ruten auf, marf sie sich auf die Schultern, nahm ben halbfertigen Korb unter den Arm und stand auf. Der Pfiffer stand ebenfalls auf, fah feinen Kameraden an und ging mit leisen Schritten zum Pferd. ,, D, la la, o la la, mur feine Angst," hörte man seine hohle Stimme im Grund. Brr, brr, wart's ab! So, jetzt geh,... geh zu! Hüh, dummes Vieh!" Der Schnadler jah zu, wie sein Kamerad sich beim Pferd zu schaffen machte, wie er ihm den Lappen vom Maul abnahm und der Schnurrbart des verwilderten Diebes bebte. Ru tomm!" jagte er und ging weiter. " Ich tomme," rief der Pfiffer zurück und sie schlugen fich durch die Büsche und gingen den Graben entlang durch die nächtliche Dunkelheit, die ihn bis zum Rand erfüllte. Das Pferd hinter ihnen brein. Dann hörten sie das Waffer hinter sich plantschen, daß das Murmeln des Baches verstummte. Sieh, der dumme Kerl, nun ist er im Bache gestolpert," sagte der Pfiffer. " Der Schnadler rogte ärgerlich und schwieg. In der schwarzen, verschwiegenen Stille des Grundes raschelten leise die 3meige von dorther, wo das rote Häuschen Kohle des Lagerfeuers noch am Boden glühte, wie ein riesiges Auge, bös und hämisch. Der Mond ging auf. Sein magischer Schein füllte den Graben mit dunftigen Schleiern. Überall fielen Schatten und der Bald erschien dichter und die Stille in ihm noch gewaltiger und brüdenber. Die weißen Stämme der Birken, versilbert vom Lichte des Mondes, standen wie Bachsterzen vor der dunklen Band der Ulmen, Buchen und Sträucher. Die Kameraden gingen schweigend in der Tiefe des Grabens. Das Gehen war beschwerlich, ihre Füße glitten aus und versanten tief im Moraft. Der Pfiffer atmete hastig und in seiner Brust pfiff, röchelte und quietfche es, als trüge fie eine alte, roftige Wand uhr in sich. Der Schnadler ging voran. Der Schatten seines langen Körpers fiel auf den Pfiffer. 1998 VOLKS ENT HEID Rec 500 RELAN Rechni 110070805. 250000 65000 7400 RECHNON6 D 766 37004 0000 500 DAS DEUISCHE REST EINE REPUBLI Sieh an, da kommt das ganze Throngewächs Mit der quittierten Rechnung angeschlenkert. Natürlich vorneweg Wilhelmus Rex, Der mich erst neulich wieder angestänkert. ,, Da soll man gehen," fing er plöglich beleidigt brummend an, aber wohin gehen, was suchen, du liebe Zeit!" Der Pfiffer feufzte und schwieg. Zudem ist die Nacht fürzer als ein Sperlingsschnabel. Bir tommen ins Dorf, wenn's schon hell ist. Und wie gehen wir denn? tommen ins Dorf, wenn's schon hell ist. Und wie gehen wir denn? Wie die Herrschaften spazieren wir daher." ,, Es fällt mir schwer, mein Lieber," sagte leise der Pfiffer. ,, Schwer?" rief spottend der Schnackler. Siehst du, und marum?" DOOL RECHNU 2006 1953 RECHNUNG 175000 900 8500 1540000 45320 2000 .800 Und wenn ihr noch so mit dem Säbel rasselt, Hier hilft kein Sonders, nur ein Volksgericht! Jetzt wird gehandelt und nicht mehr gequasselt! So dumm, wie ihr ausseht, bin ich doch nicht. Physikalische Gesetzlichkeit. Ueber dieses Thema sprach der berühmte Berliner Physiker Mar Bland im Auditorium maximum( größter Hörsaal) ber Universität vor einem überaus zahlreien Publikum. Die Gefeßlichkeit, die Regelmäßigkeit der Aufeinanderfolge physikalischer Borgänge ist eine Annahme, die wir machen müſſen, menn mir nicht überhaupt auf eine Wissenschaft von der Natur verzichten wollen oder, wie es Helmholz einmal ausgedrückt hat, die ,, Das Atmen fällt mir so schwer," antwortete der franke Dieb. Begreiflichkeit der Naturvorgänge ist die Voraussetzung dafür, daß Das Atmen? Und warum fällt es dir schwer zu atmen?" ,, Bon der Krankheit, meine ich." ,, Du lügst, das fommt von deiner Dummheit!" Der Schnackler blieb stehen und wandte sich zum Gesicht des Kameraden und indem er mit dem Finger um dessen Nase fuchtelte, fügte er hinzu: Bor lauter Dummheit fannst du nicht schnaufen, verstanden!" Der Pfiffer ließ tief den Kopf finten und sagte schuldbewußt: Ja, so ist's." Er wollte noch mehr fagen, mußte aber husten. Mit zitternden Händen ftüßte er sich auf einen Baumstumpf und huftete lange, wobei er mit den Füßen auf einer Stelle stampfte und mit zurückgeworfenem Kopf den Mund weit aufsperrte. Der Schnadler betrachtete gespannt sein Gesicht, das eingefallen, fahl und grünlich im Mondlicht aussah. Alle Geister wedst du im Wald," sagte er endlich finster. Und als der Pfiffer sich ausgehustet hatte, den Kopf hob und wieder frei atmete, sagte er befehlend: Ruh aus, wir wollen uns hinfeßen." Sie setzten sich auf die feuchte Erde in den Schatten eines Strauches. Der Schnadler drehte sich eine 3igarette, rauchte fie an und indem er in die Glut sah, sagte er: ,, Wenn wir daheim etwas zu effen hätten, fönnten wir um fehren und nach Haus gehen." ,, Das ist richtig," nickte mit dem Kopf der Pfiffer. Der Schnackler fah ihn von der Seite an und fuhr fort: ,, Aber da wir daheim nichts haben, müssen wir weiter." „ Ja, wir müssen wohl," seufzte der Pfiffer. Aber wir fönnen auch nirgends hingehen, denn es hat doch feinen Zwed. Wir sind dumm, daran liegt's, wir sind faudumm!" Die trodene Stimme des Schnackler durchschnitt die Luft und schien eine große Unruhe im Pfiffer wachzurufen. Er stocherte in der Erde, stöhnte und mirrte eigentüumlich. ,, Aber freffen möcht ich schredlich," endete der Schnadler be. ( Schluß folgt.) harrlich seine vorwurfsvollen Worte. Erziehung im akademischen Hörsaal. In einem talifornischen Kolleg haben zwei Studenten es unternommen, ihre weiblichen Kommilitonen zu erziehen. Die Studentinnen hatten die Gewohnheit angenommen, fich während der Vorlejungen mit Puder und Schmint stift der Schönheitspflege hinzugeben. Die beiden Studenten pflanzten Seifennapf und Spiegel vor sich auf und rasierten sich in aller Gemütsruhe. mir fie zu begreifen fuchen. Bei dem Aufsuchen physikalischer Gesetze handelt es sich immer darum, einen Zusammenhang zwischen meßbaren Größen aufzufinden, und deshalb ist der Fortschritt der Physik aufs engste mit dem Fortschritt der Meßtechnit, der Vervolltommnung und Berfeinerung der Instrumente verknüpft. Die Vorgänge in der Natur sind zwiefacher Art, sie sind entweder umfehrbar oder nicht umfehrbar; Beispiele der ersteren sind die meisten Bewegungen, ein zur Erde fallender Körper gewinnt dabei Geschwindigkeit, durch die er wieder in die Höhe steigen fann, wie es bei einem schwingenden Bendel ja auch tatsächlich geschieht; Beispiele der letzteren find Reibung und Wärmeleitung, wenn die Temperatur zweier Körper fich ausgeglichen hat, gibt es eine Strömung, die zu neuer Ungleichheit der Temperaturen führt, nicht. Diese Zwiespältigkeit der Naturvorgänge spricht sich auch in den Formeln, durch welche die physifalischen Geseze dargestellt werden, deutlich aus. Um aber zu einem einheitlichen Weltbild zu gelangen, müssen auch die Naturvorgänge einheitlich aufgefaßt, die Geseze der einen Art auf die der andern zurückgeführt werden. Das tann geschehen, indem die Gefeße der nicht umfehrbaren Vorgänge als statistische aufgefaßt werden, die nur als Durchschnitt vieler Einzelfälle, also nur im groben, gelten, während im fleinen, bei den Einzelfällen, Abweichungen von ihnen vorkommen. Man muß also annehmen, daß im Geschehen der Molefüle und Atome die strenge fausale Gefeßmäßigkeit der umtehrbaren Borgänge herrscht. Die Temperatur 3. B. drückt sich durch die Energie der Bewegung der Moleküle aus; herrscht nun in einer Flüssigkeit gleichmäßige Temperatur, so ist die durchschnittliche Ge schwindigkeit der Moleküle mohl anzugeben, feineswegs aber haben alle Moleküle im einzelnen die gleiche Geschwindigkeit. Für die Zufammenstöße und Bewegungen dieser fleinsten Teilchen müssen wir die tausale Gefeßmäßigkeit der umfehrbaren Borgänge annehmen. Zum Schluß ging Bland auf den gegenwärtigen Zustand der Phyfit ein, die sich in einer Sturm- und Drangperiode befindet, in der altgewohnte Anschauungen verlassen werden müssen, weil sie mit den Tatsachen der Erfahrung nicht mehr in Einklang zu bringen find. Bekennzeichnet wird diese Periode vor allem durch die Relativitätstheorie und die Quantentheorie. Die erstere, die, wie P. nachdrücklich hervorhob, bisher mit feiner Erfahrungstatsache in Miderspruch steht, fann sehr wohl der klassischen Phnfit zugerechnet werden, denn sie bedeutet einen vollendeten Ausbau derselben, der ihre Gesetze tlar und durchsichtig gestaltet, die Erhaltungsgeseze in schöner Symmetrie aus dem Prinzip der kleinsten Wirkung ableitet, diesem umfaffendsten Gesetze der Physik. Im Gegensatz dazu bedeutet die Quantentheorie einen Bruch mit der klassischen Phyfit, ohne daß es bisher allerdings gelungen ist, sie auf allen Gebieten zu verdrängen und zu ersetzen. Entstanden ist die Quantentheorie auf einem bestimmten Gebiet, dem der Wärmestrahlung, und sie hat sich dann auch bei einer ganzen Reihe anderer Fragen bewährt. Aber auf manchen Gebieten ist ihr die klassische Physik überlegen geblieben, Bt. vor allem bei der Erklärung der Interferenzerscheinungen. LenMin 5s do16 Moson Culpreciinks Theater, Lichtspiele usw. Großes Rose- Theater Sebauspielhaus 34 Uhr: August der Starke Sur Casino- Theater Dich CHARELLREVUE Täglich 8 Uhr Neu! Nen! Der große Erfolg Helenes 84 Liebesabenteuer TÄGLICH 84 Central Theater und das banje Programm 8. Der Fremde Admiralspalast Uhr Berlin'r Theater Täglich 8, Uhr: 8 Uhr Messalinette Haller- Revue Metropol Theater Achtung! Tägl. 8 Uhr No no Nanette Th. a. Nollendorfpl. 8 Uhr: Die offizielle Frau Operette in 3 Akten Preise 1 M. bis 8 M. 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Februar 1926, nachmittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 4 Gewinne zu je 5000 Mr. 120813 134474 10 Gewinne zu je 3000 m, 152986 170275 181812 222246 245702 14 Gewinne zu je 2000 r. 178810 220179 223798 227240 232660 235891 281864 34 Gewinne zu je 1000 r. 20491 31272 49091 57003 72364 82894 92618 93344 107343 139988 145572 160585 160719 168873 220240 250511 256952 116 Gewinne zu je 500 mr. 4391 4999 5749 7690 27078 30306 30761 33282 36458 41484 44107 48605 65367 73072 74901 77943 91527 94320 96667 100235 127334 129761 130481 131925 132926 136991 140929 144189 144556 152546 161309 162059 163472 168837 169794 184947 186374, 197077 200794 200874 206622 208482 208722 223167 224397 235149 245416 252761 257125, 262733 266043 268423 269109 271604 280152 280648 283040' 296520 202 Gewinne zu je 300 mt. 433 3738 13775 15112 17150 18691 19277 21626 28430 31261 33218 33612 36496 38078 38175 39993 42728 44072 45167 45282/48897 52017 54295 57213 59376 67457 67846 71322 73414 76768 77457 85697 86750 86850 88890 89259 89424 90979 92416 95517 98480 99109 99997 105011 112423 112890 116191 123614 125742 127888 127913 138075 140549 140577 145708 147960 151212 156682 160398 165535 169622 181876 186964 195658 196124 197071 206851 207017 210659 211054 212648 215133 219923 220156 222927 231571 233741 234995 240404 241737 252545 253831 254887 256142 257765 258020 259075 260679 261495 261720 263316 267673 269255 269924 272501 272904 273646 287100 288407 289310 298958 19. Ziehungstag 24. Februar 1926, vormittags Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Gewinne zu je 10000w 231517 4 Gewinne zu je 5000 r. 222479 246904 10 Gewinne zu je 3000 W. 49474 79281 119356 128573 147611 14 Gewinne zu je 2000 m. 67840 120591 150730 224138 228320 250947 253818 38 Gewinne zu je 1000 m. 40710 48232 60399 82137 88225 100966 113332 128302 136258 163624 168003 178269 188408 205728 209030 211636 222168 249425 253179 68 Gewinne zu je 500 r. 27661 54009 60444 60466 76391 76526 91455 103030 106398 108387 112779 122619 128788 133421 134732 150676 162539 171090 179189 197935 218375 219630 222564 230911 232888 236309 241931 249829 251144 254930 274448 278624 98682 299528 196 Gewinne zu je 300 m. 6846 7122 9206 11065 11685 12868 15505 18149 18940 19221 23636 27894 29373 30161 31160 36569 41398 43186 43821 45333 50162 55276 55863 63767 64412 73815 77844 83916 87175 88815 90374 99598 101320 101976 105832 109506 115974 117966 119562 126736 128084 130548 136840 139335 139542 140928 144412 146528 153293 155017 160677 169998 176840 178546 184895 184957 185067 185477 187089 187990 190403 190803 192533 194756 195472 197286 198993 201385 206928 208294 220524 223785 226039 226399 226927 229091 232285 234674 236768 239342 245861 249813 252100 252262 253116 258438 262206 270371 274139 279336 281136 281499 284061 284996 289048 290164 295279 296545 99 9 99 Rehfeld, Badstraße 34: Romplette 1.74 450, 2.07 Schlafzimmer 295,-, 375, 99 2.70 Speifezimmer 365,-, 475,- 590, Herrenzimmer 345,- 450, 9 Rot- u. 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Die Webernahme durch die öffent dem die aus ihnen erstellten Anlagen in Betrieb gekommen find. liche Hand genügt aber nicht allein. Die öffentlichen Betriebe Borläufig belaften sie die Wirtschaft der Werke mit Bauzinsen. In arüffen auch auf der Höhe der Leistungsfähigkeit sich be- dieser Seit ist es verfrüht, von einer weiteren herab finden, d. h. fie müssen die Wirtschaft und die Bevölkerung mit ihren sehung der Elektrizitätstarife zu reden. Wenn aber die Erzeugnissen oder Dienstleistungen gut und billig versorgen. gegenwärtige Bauperiode zum Abschluß gekommen fein wird, dann Erst durch tatsächliche überlegene Leistungen, nicht dürfte die Zeit gefommen sein, an eine neue Ermäßigung des durch die bloße Berstaatlichung oder Kommunalisierung bekommt Strompreises heranzugehen, um immer weiteren Schichten des die sozialistische Wirtschaftsidee ihren praktischen Sinn. Broletariats die Benugung der elektrischen Energie mit alien Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt die Berliner Städtischen ihren Annehmlichkeiten zu ermöglichen. Gas, Wasser und Elektrizitätsmerte, so wird man feststellen fönnen, Dr.- Ing. W. Majerezit. daß fie in jeder Beziehung auf der Höhe ihrer Aufgabe sich befinden. Die Zunahme des Kleinverbrauchs. Die stärkste Entmidlung von allen Berliner städtischen Untertarifs. Preußens Elektrizitätswirtschaft. Gegen private Monopole. Beffere Stromversorgung. nehmungen weisen die Elektrizitätsmerte auf. Die ver Die heftigen Angriffe, die von einem Teil ber bürgerlichen faufte Energiemenge stellte sich im Jahre 1925 auf 662 Millionen Presse gegen die Elektrizitätspolitik Preußens gerichtet wurden, Kilowattstunden gegenüber 459 Millionen Kilowattstunden im Jahre gaben dem Handelsminister Dr. Schreiber Beranlassung, vor 1924. Das bedeutet einen 3 uwachs von 44 Proz, ein Wachs: Bertretern der Presse die Ziele der staatlichen Elettri tum, das alles übertroffen hat, mas felbst die erfahrensten Glet zitätswirtschaft darzulegen. Er wies darauf hin, daß be trizitätsmirisojaftler sich vorgestellt haben und das höchstens in gereits vor dem Umsturz von 1918 der Staat Preußen Energies missen amerikanischen Elektrizitätsunternehmungen eine Barallele findet. Das Interessante an dieser Entwicklung aber ist, daß sie über wirtschaft getrieben und sich an privaten Unternehmungen maßgebend wiegend den Kleinabnehmern zuzuschreiben ist, unter denen beteiligt habe. Das geschah unter dem Gesichtspunkt, etwaige primiederum das Proletariat einen wesentlichen Bestandteil bildet. pate Monopolbestrebungen in der Energiewirtschaft zu Im Jahre 1925 find rund 85 000 Kleinabnehmer neu an die Elet. durchtreuzen. Die Ziele der preußischen Elektrizitätspolitik frizitätsmerte angefchloffen worden. Unter diesen befinden sich sind diefelben geblieben, mie sie damals formuliert wurden. Die piele Kleingewerbetreibende, wie Handwerker, Zadengeschäfte, neuen Beteiligungen stellen feineswegs eine außergewöhnliche Friseure, Restaurateure usm., es sind darunter aber auch zahlreiche Expansion der Staatsinteressen dar, noch sind sie von dem Be Bohnungen von Arbeitern, Angestellten, Beamten, Kleinrentnern und dergleichen. Gerade die proletarischen Stadtgegenden zeigen fireben geleitet, ein staatliches Energiemonopol zu schaffen. die stärkste Bermehrung im Elektrizitätsverbraud, ein Beweis, daß zu den früheren Aufgaben der staatlichen Energiewirtschaft ist jetzt die elektrische Energie, bisher nur ein Lurusgegenstand der bes der 3 mang zur Rationalisierung getreten. Bir hatten fizenden Klaffen, jetzt auch den minderbemittelten vor dem Kriege über 4000, heute noch über 3000 stromerzeugende Shiten der Bevölkerung erreichbar geworden ist. Betriebe. In einer so großen Zahl von Unternehmungen fann Das ist die Wirkung des billigen Grundgebühren natürlich die Stromerzeugung nicht rationell erfolgen. Die Ratio zwei Richtungen. Einmal tommt es darauf an, die drei wichtigsten nalisierungsbestrebungen Preußens bewegen sich vor allem nach Kraftquellen Steinkohle, Braunkohle, Wasserkraft- in gleichem Maße zur Stromerzeugung heranzuziehen, um gegen etwaige Stöffärfere Ausnutzung der vorhandenen Betriebsanlagen rungen unter allen Umständen gesichert zu sein. Diesem Bestreben im Jahre 1925 gegenüber dem Borjahre. In der elektrotechnischen entsprang unter anderem die Beteiligung bei den Siemens Eletiri Fachsprache ausgedrüdt, heißt das: die Benuzungsdauer der Anschen Betrieben. Zum anderen tommt es darauf an, die lagen ist gestiegen. Dies ist ein Umstand von grundlegender Wichtig feistungsfähigen Großtraftwerte einander nahezu feit für die Wirtschaftlichkeit des Elektrizitätsunternehmens. Da nämlich die elettrische Energie, im Gegenfag zum Gas wie zum Baffer, night speiderfähig ist- ftuntulatotenbatterien find immer nur ein unwirtschaftlicher Notbehelf, so muß die Anlage ftets auf eine Leiftungsfähigkeit eingerichtet werden, wie es dem Doraussichtlichen höchst bedarf des Jahres entspricht. Es muß aljo auch ein dem höchstbedarf entsprechendes Anlagefapital auf gemandt merden. Nachdem dieses aber einmal investiert ist, haben die Elektrizitätsmerte das größte Intereffe, es auch so viele Stunden hindurch als möglich auszunuzen. Denn das Anlagefapital erfordert einen bestimmten Rapitaldienst, bestehend aus Berzinsung, Tilgung und Abschreibungen. Wird die vorhandene Anlage nun mehr und mehr Stunden im Jahre ausgenußt, b. b. wird mehr und mehr elektrische Energie erzeugt, so verteilt fich der Kapitaldienst auf mehr und mehr Kilowattstunden, oder mit anderen Worten: der auf die einzelne Kilowattstunde entfallende Anteil an Kapital dienst wird immer fleiner, die Kilowattstunde wird immer billiger. Zahlerunäßig stellten sich diese Dinge bei den Berliner Städtischen Elektrizitätswerten folgendermaßen: Noch eine andere erfreuliche Erscheinung, die ebenfalls durch den Grundgebührentarif verursacht ist, haben die Eleftrizitätswerte im legten Jahre zu verzeichnen. Es ist die bedeutend Großer Umjah. Meiner Ruhen. bringen, um durch gegenseitige Hilfe und Stromaustausch die billigste und medmäßigste Form der Stromerzeugung zu finden. Diese Absicht war für die Beteiligung am Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswert maßgebend. Der Minister fonnte barauf hinweisen, daß andere Länder, wie Bayern, Baden und Thüringen, ebenso wie Sachsen in der staatlichen Stromerzeugung viel meiter gegangen sind. Die Gründung eines preußischen Elettrotrustes tommt vorläufig, da die Beteiligungen noch zu jungen Datums find, nicht in Frage. Unseres Erachtens bedürfte es einer derartigen Begründung der staatlichen Energiepolitit gar nicht, wenn die tapitalistische Preise sich bewußt wäre, wie sehr gerade die Stromerzeugung den monopolistischen Bestrebungen des privaten Kapitals ausgesetzt ist. Aus lauter Dividendensorge macht man dem Staat Vorwürfe in einer Frage, die das Schidial des gesamten Bolkes berührt. Es wird auf die Dauer gar nicht angehen, daß Preußen fich darauf beschränft, nur die dünn besiedelten Gegenden Deutschlands mit Strom zu versorgen. Dadurch wird die Stromlieferung zu teuer, gerade für diejenigen Kreise, denen billige Stromquellen zu einer Steigerung ihrer Produktion helfen können, insbesondere für die Landwirtschaft Früher oder später muß zu einem Zusammenmirten aller beteiligten Kreise tommen, um eine vorteilhafte Belieferung auch des platten Landes mit billigem Strom zu erreichen. Das wäre wirkliche Produk. tionspolitit, wenn auch nicht was feiner bedauern murde Die Werke hatten im Jahre 1925 eine eigene höchstleistung, ohne den Bezug von Fremdstrom, von fast genau 200 000 Kilowatt. Diese Leistung wurde im Jahre 1925 rund 850 Stunden länger ausgenutzt, als dies im Jahre 1924 mit der damaligen Höchstleistung der Fall mar. Die eigenen Berte erzeugten alfo 200 00 Kilomait mal 850 Stunden gleich rund 170 miffio nen Kilowattstunden im Jahre 1925 mehr, als fie hätten tun fönnen, wenn die Benugungsdauer nicht gestiegen wäre, Reffortpolitik. Ueberbies hat der Staat mindestens den gleichen fondern auf dem niedrigen Niveau des Jahres 1924 stehengeblieben Anspruch auf eine im Augemeinintereffe liegende wirtschaftliche Bemäre. Dieje 170 millionen Kilowattstunden mehr find produziert tätigung, wie irgendwelche privaten Dividendenjäger. Wenn man worden, ohne daß für sie ein zusäglicher Aufmand an Rapital oder an Berfonal erferberlich wurde. Sie dem Handelsminister einen Bormurf machen fönnte, so ist es find nur mit den direkten Betriebskosten( Kohlen, Del ufm.) belastet höchstens der, daß er die gesamtmirtschaftlichen Inter und bedeuten somit eine wesentliche Berbefferung des mitteffen bei seinem Elektrizitätsprogramm noch nicht genügend Ichaftlichen Ergebniffes und damit auch des finan betont. Tate er das, so würde mancher Widerspruch mahrschein ziellen Ertrages der Elettrizitätsmerte. Die Berlich von vornherein versiummen. befferung aber rührt allein her von den Kleinabnehmern, beren verstärkte Etromeninahme durch den billigen Grund. gebührentarif ermöglicht murde. So zeigt sich das Wort Großer Umfag fleiner Rugen auch bier in Gültigteit, nur ge mandelt entsprechend den wirtschaftlichen Gesetzen, die für das Clef. trizitätswefen maßgebend find. Landmaschinenindustrie und Landwirtschaft. Donnerstag, 25. Februar 1926 stalten törperschaftlich angeschlossen ist und sich seinerseits mieder in drei Fachverbände( Motorpflüge und Zugmaschinen; Mähmaschinen; Milchperarbeitungsmaschinen) und 19 Fachgruppen( z. B. Säe, Drill, Hadmaschinen; Kartoffelfulturgeräte) glichert. Der 3 med des Zusammenschlusses soll dabei, mie auf der am Dienstag ftottgefundenen ersten Tagung des Verbandes nachdrücklich von dem Geschäftsführer des Berbandes, Ingenieur Rußbaum, festgestellt murde, feineswegs eine Kartell- oder Ringbildung sein, die in diesem Wirtschaftszweig auch gar nicht am Blaze wäre. Seine Aufgabe ist lediglich eine allgemeine Interessenvertretung, zumal im Hinblick auf die Beeinflussung der staatlichen Wirtschaftspolitif, und die Zusammenarbeit mit der heimischen Landwirtschaft( bzw. deren Verbänden) in einer Art„ Arbeitsgemeinschaft". cr zwischen den Firmen und Gruppen der Landmaschinenindustrie und Nun hat tatsächlich schon eine solche Arbeitsgemeinschaft" der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft"( DLG.), der führenden und tatkräftigen Wirtschaftsorganisation der Landwirtschaft, bestanden. Ferner war in der ATL.", der Arbeitsgemeinschaft Technik in der Landwirtschaft" beim„ Verein Deutscher Ingenieure bisher schon eine weitere Verbindung zwischen Technik und Landbau gegeben, wie übrigens auch durch die Tätigkeit des Reichscrnährungsministeriumis( Motorpflugfredite!) eine Berbindung zwischen staatlicher Agrarpolitik und Maschinenindustrie. Der neugegründete Landmaschinenverband hat aber hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft weitere 3iele: sucht, wie die Wahl des Reichslandbundpräsidenten, Abg. Hepp, zum Referenten auf der ersten Tagung zeigt, jezt auch den Anschlus an den Reichslandbund selbst. Angesichts dieser Tatsache ist es zu verstehen, daß in der bereits ermähnten Rede Nußbaums forgfältig die Erwähnung aller Gegensäglichkeiten in der Interessenlage von Maschinenindustrie und Landwirtschaft, wie sie z. B. auf Im Gegenteil zeichnete sich die Rede, in der die natürliche Soli dem Gebiet der Außenhandelspolitif vorliegen, vermieden wurde. darität zwischen Lieferant und Abnehmer start unterstrichen wurde, durch eine schutzollfreundliche Haltung aus. Diesen Gedankengängen wird man ebensowenig zustimmen fönnen, wie der Behauptung, daß die Löhne in der Landwirtschaft gegenüber 1913 um 35-40 Broz., ihrem inneren Werte"(?) nach sogar um 45 Broz.(!) gestiegen feien und jetzt eine erdroffeln de Last darstellten! die Gegenüber der These des Geschäftsführers Lange nom Berein der Maschinenbauanstalten, daß die Grundlage" der deutschen Industrie entsprechend der Kapitalkraft und Absatzmöglichkeit vermindert werden müsse, wies Nußbaum darauf hin, daß die Landmaschinenindustrie nicht an einer übergroßen Produktionsfapazität leide, daß hier also abgesehen von wenigen auf den Export eingestellten Großbetrieben eine Berringerung des betriebstechnischen Ausbaus( Produktion in Fließarbeit!) verrobuftionsapparates nicht in Frage fomme. Nur Belegschaftsziffern würden sich beim Fortscheiten des mindern, wenn auch eine völlige llebernahme der amerikanischen Produktionsmethoden angesichts des geringeren und ungleichmäßigeren Absages nicht möglich sei. Das Hauptproblem der Landmaschinenindustrie besteht nach Nußbaum darin, die Kaufkraft der Abnehmer zu steigern, ohne daß er freilich hierzu neue Borschläge machte. Die Forderung, daß sofort eine Agrarenquete veranstaltet werden sollte, bildete den wichtigsten Programmpunkt zur Schaffung eines landwirtschaftlichen Intensivierungsprogramms feiner Ausführungen. Nach dem umfassenden Referat Rußbaums fonnten die beiden folgenden Redner, Reichslandbundpräsident Sepp und Professor olldad( von den Siemens- Schudert Werten), taum noch neue Gesichtspuntie herbeibringen; ihre Darlegungen bewegten sich in allvertrauten Gleisen. Aus der Diskussion, die unter Zeitmangel litt, find besonders die Ausführungen Direktor Langes Tung der Landwirte erwähnensweri, der die Notwendigkeit einer umfassenden ShuBerwendung der landwirtschaftlichen Kauftraft beim Maschinenals Boraussetzung für die richtige eintauf hervorhob. Der deutschnationale Bandtagsabgeordnete Shiftan fand bereits einen so ermatteten Hörertreis por, daß feine Barnung vor den Gefahren der Maschinenteinfuhr aus Amerita die amerikanische Landwirtschaft fönne durch Sperrung der Erfaßteillieferungen für Landmaschinen an die deutsche Landwirtschaft diesen unbequemen Konkurrenten" lahmlegen! erfolg, sondern nur ein leichtes Schmunzeln bei den Zuhörern nicht einmal mehr den verdienten Heiterfeitsermedte. Amtliche Mitteilungen über den inländischen Waggonbedarf. Der Berkehrsausschuß des Reichstages beschäftigte sich am Dienstag, den 23. Februar, mit der Lage der deutschen Waggonindustrie. Beranlassung_bot eine tommunistische Anfrage wegen der zu erwartenden Stillegung einer Reparaturwerfstätte der Eisenbahnwagen in der Nähe Berlins. Bei dieser Gelegenheit murde von einem Regierungsvertreter mitgeteilt, daß bei der Reichsbahn zur zeit 130 000 Gütermagen unbenußt stehen. Die Dichtig feit des Verkehrs betrage gegenwärtig etwa 80 Broz, der friedens. mäßigen Ziffern. Vor dem Kriege feien für ausgefallene Wagen jährlich 30 000 Baggons neugebaut morden. Hinzu kam die ebenfalls erhebliche Zahl der Waggons, die für die Erweiterung des Eisenbahnapparates gebaut wurden. Heute würde unter Be20 000 Baggons jährlich betragen. Mit Rücksicht auf die rüdsichtigung des geringeren Berfehrs der Erfagbedarf einige eingangs erwähnte hohe Ziffer werde man mit einem solchen Bedarf der Reichsbahn aber erst nach 4 bis 5 Jahren rechnen tönnen. Der Regierungsvertreter schäßte meiter, mie die Konjunktur Korrespondenz berichtet, die volle Leistungsfähigteit fämtlicher deutscher Waggonfabriten auf eine Probuttion im Werte von rund 250 Millionen Mart jähr lich. Die Aufträge der deutschen Bahnen für Erneuerungszwede ( abgefehen non den Aufträgen für die Erweiterung des Berkehrs) hätten damals einen Wert von 60 bis 80 Millionen Mart fährlich repräsentiert, d. h. fie erreichten ungefähr ein Drittel der 2e i stungsfähigtett der Baggonbauanstalten. Bon den jetzt zur Finanzierung von Reichsbahnaufträgen zur Verfügung zu stellenden 100 Millionen Mart wird voraussichtlich ein Betrag von 15 bis 20 Millionen Mart, für Neubauten von a ggons ausgeworfen werden. Es ist jedoch unmöglich, hierbei deutschen Baggonbauanstalten gleichmäßig zu berüdlichtigen, table einzelnen Fabrifen in der Regel nur ganz bestimmte Inpen her. fteilen. Inwieweit das einzelne Unternehmen mit Aufträgen bedacht werden fann, hängt also ganz von der Entscheidung über die benötigten Bagentypen ab. Die deutsche Landmaschinenindustrie umfaßt, neben elma 1500 fleineren Wertstätten, rund 500 größere Betriebe( Fabriten) mit mehr als 60 000 Befchäftigten. Bon ihrer Gesamtproduftion find im letzten Jahre etwa 75 000 Tonnen fertiger Maschinen( gegen 90 000 Tonnen in den letzten Borkriegsjahren) im Werte von etwa 70 Millionen Reichsmart exportiert worden, entsprechend 18 Broz. der gesamten deutschen Maschinenausfuhr; etwa 300 300 Tonnen Landmaschinen sind im Inland verkauft worden. Demgegenüber hat die Einfuhr an Landmaschinen im letzten Jahre 3700 Tonnen im Werte von 5 Millionen Reichsmart( gegen 2100 Tonnen und 3 Millionen da die en Reichsmart im Borjahre) betragen, und zwar hauptsächlich an Qualitätsmaschinen. Fast die gesamten deutschen Landmaschinen fabriten haben sich nor furzem in einem Berband der deut. schen Landmaschinen Industrie e. V."( LMV.) zufammengeschlossen, der dem Berein der deutschen Maschinenbauan Die Berliner Elektrizitätswerte sind noch in stärffter Enimidlung begriffen. In diesem Jahre wird das Großtrafimert Rummelsburg gebaut, wird der Ausbau der 30 000 30ft. werden die Nieder Rabelanlage weiter gefördert, spannungsverteilungsnege erweitert, werden Teile des Gleichstromneges in Drehstrom umgebaut, wird an der Vereinheit lichung der Gebrauchsspannung weiter gearbettet ufm neuerungen und Erweiterungen der Betriebsanlagen hätten niemals in einem Jahre einien so großen Umfang und ein so stürmisches Tempo angenommen, wenn nicht die technische Entwidlung der Berte infolge des Krieges und der Inflation fast ein ganzes Die Er. O Mostem 4 DLE B.E.S.TE CIGARETTE IN DIESER PREISLAGE Wirtschaftskritik im Landtag. Zweite Lesung des Handelsetats. Der Landtag begann gestern nach Erledigung fleiner Bor. lagen mit der zweiten Beratung des Etats der handels. und Gewerbeverwaltung. wählen. Bei ber fyftematischen Feindschaft des Unternehmerhims| Sungisgiaffen. Gruppe Brengloner Berg: 7 hr in Sen Baraden Dangioes gegen den Betriebsrätegedanken ift bas nicht zu verwundern. Ueberall werden Betriebsräte, die von ihren Rechten Gebrauch machen wollen, aus den Betrieben hinausbugfiert. Will das Handelsministerium er trägliche Berhältnisse in den Betrieben, dann muß es hier bem Unternehmertum etwas schärfer auf die Finger sehen. Zum Schluß verFunktionärinnen- Konferenz am Freitag, den 26. Februar, abends 8 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstraße 17/18, Parterresaal. Tagesordnung: Berichterstatter Abg. Dr. Pinferneil( D. Bp.) unterbreitet dem Haufe die Anträge des Hauptausschusses zu diesem Etat. Der Ausschuß hat aus Ersparnisgründen Abstriche von ungefähr einer Million Marf bei Teilen der dauernden Ausgaben vor. genommen. Er empfiehlt außerdem die Annahme von mehr als breißig Anträgen, die u. a. verlangen: Entschädigung der durch die Hochwasserfatastrophen betroffenen Gewerbetreibenden, Herabjegung der amtlichen Gebührensäge, Beseitigung der WegebauDorausleistung bei Neuregelung der Kraftfahrzeugsteuer, Besetzung des noch freien Sizes im Verwaltungsrat der Reichsbahn durch einen preußischen Bertreter, Umwandlung der staatlichen Elettrizitätsbetriebe in private Institutionen, fomie Förderung des Berufs- und Fachschulwesens. In einigen Entschließungen wird der Ausbau langt der Redner Zurüdmeifung einer Eingabe des Reichsverbandes des Berkehrsneßes des westfälischen Industriegebietes fomie die Beber Industrie, bie sich gegen die Regelung der Dampffeffelrevision feitigung ber frachtlichen Borbelastung der schlesischen und oftpreu wendet. Bifchen Wirtschaft durch Gewährung billiger Ferntarife gefordert. Der erste Debatteredner, Abg. Siering( Soz.) betont, daß durch die viel zu starte Steuerpolitif des Finanzminifters p. Schlieben die Wirtschaft erdrückt sei und daß durch die Hochschutzölle eine weitere Erschmerung der deutschen Wirtschaft infolge Steigerung ber Belastung der Einfuhrwerte eingetreten sei. Hülfe fann mur tommen durch einen Abbau der 3011mauern, durch Ermäßigung bestimmter Steuern, nicht aller Steuern, die die Wirtschaft zu zahlen hat. Eine Erhöhung der Vermögens, und Erb. schaftssteuer ist notwendig, während auf der anderen Selte endlich auch einmal bei den Steuermäßigungen an die Schonung der Arbeiter und Angestellten gedacht werden muß. Soll ber innere Martt fich beleben, dann muß die Rauftraft der Massen, d. h. der Arbeitslohn, steigen. Unsere Wirtschaft braucht diese Steigerung der Kauffraft der Massen auch zur Bildung pon neuem Betriebskapital. Haben die Massen nichts in der Tasche, dann tommt auch nichts in die Sparfaffen, die früher das Arsenal für die Kapitalbeschaffung waren. Wirtschaftspolitit im Intereffe der breiten Maffe muß betrieben werden. Dazu brauchen wir gute Sandels Derträge, natürlich nicht handelsverträge um jeben Preis; fo nüßt uns ein Handelsvertrag mit Bolen garnichts, wenn er uns zur lebernahme großer Kohlenmengen zwingt. Fast an allen Stellen ist die Friedensprobuftion wieder erreicht, so haben wir bei der Roheisenprobuftion 10 177 000 Tonnen im Jahre 1925 gegen Besprechung der Agitation für den Volksentscheid. Alle Kreis- und Abteilungsleiterinnen mäffen erscheinen! Abg. Brunf( Dnt) spricht die Ermartung aus, daß der Minifter feine Zusage bezüglich der Zumeifung größerer Aufträge an die Industrie durchführe. Abg. Dr. Hager( 3.) fordert baldige Berabschiedung des Haushalts. Seine Partei werbe fich aller Anträge enthalten, die neue Ausgaben erforderten. Abg. Bayer Baldenburg( D. Bp.) mendet fich gegen die Borlage zur Förderung des Preisabbaus. Abg. Frau Cudewig( Komm.) wendet sich gegen die von der Kaliindustrie beabsichtigte Gründung einer privaten Getreidestelle. Abg.& nieft( Dem.) erflärt, viel Schulb an der gegenwärtigen Wirtschaftsnot trage die verderbliche Finanzpolitif des ehemaligen Reichsfinanzministers v. Schlieben, der foniel aus der Wirtschaft herausholte, daß noch in dem Reichsfinanzetat von 1926 200 mil. fionen Üleberschüsse von 1924 auftauchten. Abg. Mohrbotter( Wirtsch. Bgg.) forbert, daß bei Berteilung von Kreditmitteln die mittleren und fleinen Betriebe befondere Berüd fichtigung finden. Abg. Wiegershaus( Bölt.) erflärt, feine Bartei erblide in ber Zusammenlegung der Betriebe eine große Gefahr. Der freie Wett bewerb dürfe nicht eingeschränkt werden. Um 45 Uhr wird die Beiterberatung auf Donnerstag 10 Uhr vertagt. über 10 916 000 Tonnen im Jahre 1913. Bei Robstahl 1913: 11 769 000 Parteinachrichten Tonnen und 1925: 12 193 000 Tonnen. Der Friedensprodut tion müssen nun endlich auch einmal Realfriedenslöhne entspredjen, zumal der Preisabbau auf dem Papier stehen geblieben ift. Der Gefeßentwurf gegen Preisabreden der Innungen scheint ein Begräbnis erster Klaffe befommen zu sollen. Etwas recht eigenartig ist die Haltung des Handelsministeriums gegenüber diesem Geset entwurf, und mir möchten Bescheid darüber haben, ob es richtig ist, daß im Handelsministerium das Preisabbaugefeß befämpft wurde. Wir verlangen ferner vom Minifterium, fich für die Rafifizierung des Washingtoner Abfommens einzusehen und alle Berfuche auf Beseitigung der Sonntagsruhe im Handels gemerbe zurüdaumeifen. Die Gemerbeaufsichtsberichte zeigen, daß die Bahl der Unfälle mieber start in die Höhe gegangen ist. Imfo notwendiger wäre die Bermehrung der Gewerbeaufsichts. beamten und Gewerbepfleger. Bir ermarten mit aller Bestimmtheit, haß im nächsten Etat endlich einmal ohne Rücksicht auf die Bünſche des Finanzminifteriums unfere Forderungen zum Ausbau der Gewerbeauflicht erfüllt werden. Die Berichte der Gewerbeaufsichtsbeamten zeigen, daß bei den Arbeitnehmeru jeht der Gedante auftommt, ihre Bertretung nicht mehr durch Betriebsräte 30 Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin GB. 68. Sindenitrage 3. für Groß- Berlin ffets an bas Bezirkslefretariat. 2. Sof, 2 Tren. rechts. an richten 3. Areis Webbing. Donnerstag, 25. Februar, 8 Uht, in ben Pharusfälen, Müllerstr. 142, Feftversammlung. Fünf Jahre Freie Schulgemeinde. Elterndhöre, Schilleraufführungen, Schülerorchester. Unkostenbeitrag ct. beten. Sonnabend, 27. Februar, 7 Uhr, im Lebigenheim, Simmer 122, Fraktionsfigung der Bezirksverordnetenfraktion. 5. Kreis Kreuzberg. Rinderfreunde und Naturfreunde veranstalten am Frei tag, 26. februar, 8 Uhr, im Jugendheim Reichenberger Str. 66 eine Elternbesprechung. Tagesordnung: Wege und Riele der weltlichen Schule". Referent: Behrer Lorena. Eltern und alle intereffierien Genoffen find herzlichst eingeladen, Arbeiterwohlfahrt: Am Donnerstag, 25. februar, fallt die Sigung mit Rüldficht auf die Sigungen der verfchiebenen Bohl fabristommiffionen aus. 44. Wht. Die Barteimitglieder, bie burch lange Arbeitslosigkeit nicht mehr in ber Lage find, ben Vorwärts zu halten, mollen fich bei Eichberg, Reichenberger Str. 6, nachmittags son 5-6 Uhr, melben. Mitgliedsbuch mithringen! Hente, Donnerstag, den 25. Februar: 54. Charlottenburg& Gruppe: 7% Uhr bei Bhamann, Selmhol trage 89, 8ahlahend. 101. unb 102. Abt. Trcptom- Baumschulenmeg 76 in ber Treptamer Sternwarte Einmalige Aufführung pes republikanischen Großfilms reies Boll. Rarien au 70 Bf. noch an der WhendBaffe. Straße 62. Borttag: Soziologische Geschichtsauffaffung Referent: Frang Pepinsti. Charlottenburg: 7% Uhr im Jugendheim Rofineuftr. 4. Bod frag: Rathenau und der Sozialismus". Referent: Genosse Druder. Rentilla I: Der Gruppenabend fällt umständehalber aus. Neukölln II: 6% Uhr im Jugendheim Schierke- Ede Jifeftraße. Literarischer Abend. Alfred Fritsche lieft aus: Klabund. Morgen, Freitag, den 26. Februar: 22. bt. 74 Uhr wichtige Gigung der Partei- und Betriebsfunktionäre. 27. 26. 7% Uhr wichtige Gigung aller Parteifunktionäre und Betriebs vertrauensleute bei Bossmann. Gleimftr. 10. 32. bt. 7 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36a, Mit. gliederversammlung. Bortrag: Der Fürstenraubzug und die Sozial bemokratie". Referent: Dr. Baul Levi, M. d. R. Mitglieder benach barter Abteilungen und Borwärtslejer haben Zutritt. Gäste können burch Mitglieber eingeführt werden. 62. Abt. Siemensstadt. 8 Uhr bei Sundheim Mitgliederversammlung. Bor trag: Biele der Gemeinschaftsschule". Referent: Genosse Dahlte. Wegen der wichtigen Tagesordnung ermarten wir das Erscheinen aller Genoñen und Genoffinnen. 63. Abt. Staaten. 7 Uhr Mitgliederversammlung. Vortrag: Die Ber faffung des Deutschen Reiches". Referent: Genoffe von Buttkamer. Ae Genoffinnen und Cenoffen müffen erscheinen. 68. Abt. Selenfee. 8 Uhr neranstaltet unfete Jugendgruppe der II, Gemeinde Schule, Joachim- Friedrich- Str. 35/36. eine Ebert- Gebentfeier. Die Partei genoffen find freundlichst eingeladen und werden gebeten, zahlreich au ericheinen. 99. bt. Brig. 7% Uhr bei Rovlom, Rubower Straße, Funktionärsikung. 108. Abt. Röpenid. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Heinen Gaal bes Stabttheaters. Das Erscheinen aller Mitglieder ist bei der Wichtigkeit der Tagesordnung unbedingt erforderlich. Arbeiterjugend und Sungfozialisten miffen reftlos zur Stelle fein. 114. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr bei Schwarzer, Gabriel- Mag- Str. 17. Bor fands- und Funktionärßigung. 124a Abt. Mahlsdorf- Süb. 8 Uhr bei Diek, Uhlandstr. 18. Funktionärsigung. * Bereinigung fozialbemokratischer Stubenten. Donnerstag, 25, Februar, 8 Uhr, fpricht nom staatspolitischen Amt für Bildung Professor Dobranikli, Generalfonful in Samburg, über: Nationalitätenpolitit in der Sowjetunion" im Sörfaal 140 ber Univerfität. Cintritt frei. Arbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutsch Lands, Bezirksgruppe Berlin. Bersammlung am 26, Februar, 7 Uhr, im Lotar von Schuls. Belle- riance- Str. 89( Nähe der Gneisenaustraße). Tagesordnung: 1. Die Biener Schulen". Genoffe Karfen. 2. Beibehaltung oder Auflösung der einheitlichen Schuldebutation und des einheitlichen Bezirksschulausfchuffes Don Alt- Berlin. Genoffe Dr. Witte. Achtung, SPD. Feuerwehrlente! Die für Freitag und Sonnabend angefekten Rotia im Bormäris" am Sonntag zu beachten. Bersammlungen fönnen umftänbebalber nicht stattfinden. Wir bitten, bie Reitungstommiffion für Groß- Berlin. Freitag, 26. februar, 7% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 1. Tagesordnung: 1. Der Rampf für unfere Bresse, Referent: Chefredakteur Genosse Friedrich Stampfer. 2. Die Aufgaben der Beitungskommiffion. Frauenveranstaltungen: 7. Abt. Donnerstag, 25, Februar, 7 Uhr, bei Röhler, Tiedstr. 28. Bor. trag: Die Kulturibee im Sozialismus". Referentin: Minna Tobenhagen. Briefkasten der Redaktion. %. 7. 1. und 3. 34. 2. Nein. Empfiehlt sich aber. 4. Mein. B. 8. 5. 1. Ja, fofern dem die gefeßlichen Bestimmungen nicht entgegen. ftehen. 2. Steffen Sie einen Antrag auf Stundung. G. 2. 67, 1 Ameifel haft. Legen Sie gegen den Bescheid Beschwerde ein. 2. Ban ber Sahlung bet Soussinsfteuer find Sie nur dann befreit, wenn sie geftundet worden ist. Abgebanter. Die freiwillige Weiterversicherung ist nur in derjenigen Ge haltstlaffe zuläffig, die dem Durchschnitt der legten 4 Pflichtbeiträge entspricht oder am nächsten tommt. In einer niedrigeren Gehaltsklasse ist die Welter Berfidherung nur bann aufäffia, wenn der Bersicherte nachweist, daß diefe Gehaltstlaffe feinem Einkommen entspricht. Es müssen in jedem Ralenderjahr mindestens 8 Beitragsmonate nachgewiefen werden. Bom 12. Ralenderjahr ab genügt ber Rachmeis non jährlich mindesteus Beitragsmonaten. Wetterbericht der öffentlichen Welterdienfiffelle für Berlin.( Rachbr. berb.) Sunächst bemöift, mild und leichte Regenfälle. Später beginnende luf lärung mit geringer Temperaturabnahme. Für Deutschland. In Nords und Dilbeutschland troden mit leichten Regenfällen, in Beft- und Süde beutschland meift heiter und troden. Ueberall mild. ELSA KRUGER ZIGARETTE 20000 MARK FÜR DIE ZWEI SCHÖNSTEN ELSA KRÜGER- BILDER! Jeder Schachtel der beliebten Elsa Krüger- Zigaretten liegt ein Bildchen der Künstlerin bei, die der Zigarette den Namen gegeben hat. 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