.9943. Jetyrs. Ausgabe A nr. 50 Th lof my Bezugspreis: bentfic 10 Biennis monaina Reidsmart soraus abiber. Unter Kreusband für Deutician, Danzig Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5.50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit mit Sieb lung und Kleingarten fowie bes Beilage Unterhaltung und Biffen" und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich zweimal 6 Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Pfennig Die Anzeigenpreise: infpaltige Ronpareille Belle 80 Biennia. Reflamezetle B- Reidsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 25 Bfennis ( aulafka amet fettgedruckte Worte). febes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Bfennig jebes weitere Wort 10 Bfennig. Borte über 15 Buch Haben sählen für awei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 40 Pfennig. Knarigen für bie nate Nummer maffen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, LinbenRraße 8, abgegeben werden. Geöffnet son 8% Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Sonntag, den 28. Februar 1926 Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftichetants: Berlin 37 538 Bankfonts: Bank ber rbeiter, angestellten and Beamten. Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Friedrich Ebert, dem Führer. பஞ் Zur ersten Wiederkehr seines Todestages. Heute vor einem Jahre durcheilte die Belt die Trauer funde, daß der erste Präsident der deutschen Republit, unser Freund und Genoffe Friedrich Ebert, feinem Leiden erlegen war. Ein großes Leben, das gleichermaßen der Ge schichte unserer Partei wie der Geschichte Deutschlands angehört, war vollendet Ms Deutschland geschlagen, die Monarchie gestürzt, der Raiser geflohen war, hatte diefer Mann das Steuer des Staats ergriffen. Wie fam er dazu? Nie hatte er sich in prahlerischen Reden dem Bolt als Führer empfohlen. Nie hatte ihn eine diftaturmütige Gefolgschaft als den starten Mann, den Heiland, den Retter gepriesen. Als Gleicher unter Gleichen war ber Sattlergeselle Ebert in der Sozialdemokratischen Partei herangewachsen, durch flaren Tatsachenfinn, nüchterne Festigkeit, unbeirrbare Energie in der Verfolgung des einmal als richtig Erkannten hatte er sich Bertrauen erworben in der Partei und weit über die Kreise der Partei hinaus. Als der letzte faiserliche Ranzler, Prinz Mag, feine Mission verloren geben mußte, legte er sein Amt in die Hände Eberts. Der Arbeiter und Soldatenrat bestätigte ihn als Boltsbeauftragten. Die Nationalversamm Iung wählte ihn zum ersten Reichspräsidenten, und als seine ursprünglich vorgesehene Amtszeit nahe dem Ablauf war, bat ihn der Reichstag, sein Amt weiter zu behalten. Und als er in den Sielen gestorben war, huldigte ihm das republi tanische Deutschland und die ganze zivilisierte Welt. Und dieser Mann, der soviel Bertrauen fand, soviel Berehrung genoß, war alles eher als ein Blender, nichts war ihm ferner als Phrase und Bose. Nichts und niemandem verdankte er seinem Aufstieg als dem inneren Wert seiner Persönlichkeit, seiner eigenen soliden Kraft. Männer machen die Geschichte diefer Satz ist falsch und richtig zugleich. Der mit übernatürlichen Kräften begabte Führer, den die Vorsehung einem Bolf in seiner Not sendet, ist nur Legende. Der ganze Mann am rechten Plaß, der, um geben von Gleichgerichteten, Gleichgesinnten, scheinbar Unmög liches vollbringt, ist geschichtliche Erscheinung. Wir haben sie in Friedrich Ebert erlebt. Ebert als Schreckbild Immer wieder vor Augen ftand, daß Millionen an völligem Mangel an Nahrungsmitteln, an atutem Hunger elend zugrunde gingen! Benn nur der Rern der Boltstraft gerettet wurde aus der drohenden Zer Lucky Störung, menn mur etwas übrig blieb, was Wiederaufbau und Neuentfaltung verhieß! Wenn nur die Pläne der aus wärtigen Gegner, Offupationen zu verewigen, fie auszudehnen und das Reich zu zerreißen, vereitelt wurden! Wieviel politische Klugheit, wieviel ausdauernde Geduld, wieviel echter Staatsmannssinn hat dazu gehört, in so ungeheurer Bebrängnis auch nur diese defensiven Ziele zu sichern! Wer hat denn noch ein flares Bild der Lage, in der sich Deutschland im Herbst 1918 befand? Ein Millionenheer, wie es die Welt noch nie gesehen, nach verlorenem Krieg auf dem Rüdmarsch. Ein Feind, durch die grausamen Leiden der vier blutigen Jahre zu finnlosen Rachegefühlen angeftachelt, auf unaufhaltsemem Vormarsch. Daheim ein Bolt, dem man mir noch bis vor wenigen Wochen den Sieg vorgegaufelt hatte und bas plötzlich aus feinen Träumen erwacht. Kein Brotim Lande. Das alte Reich, die alte Rechtsordnung in voller Auflösung. Ein Teil der halbverhungerten Arbeiterschaft von bolschewistischen Fieberträumen geschüttelt, aus dem Abgrund bolschemistischen Fieberträumen geschüttelt, aus dem Abgrund nach den Sternen greifend mit der sicheren Aussicht eines neuen neuen Sturzes, der dann das Ende vom Ende werden mußte. Was in den sechs Jahren seit damals bis zu Eberts Tode aus dieser Hölle wurde, das ist ganz gewiß fein Barabies. Aber mur franke Phantasten konnten glauben, daß ein Barabies unter solchen Umständen erreichbar sei. Ebert war tein Bhantast, er mußte, daß kein Aufstieg zu höchften Bielen möglich war auf einem Boden, der unter den Füßen wantte. Es galt erst, neuen Grund zu legen! Es ist nichts erreicht worden"? Ja, wenn wirklich nichts erreicht, wenn nur manches verhindert worden wäre, auch das wäre schon Verdienst gewesen. Wenn nur der Zerfall des Reiches verhütet wurde, der mehr als einmal eine taum vermeidbare Tatsache schien! Wenn nur Deutschland und blieb es trotz Spartatus und Ludendorff! Männer und Aber Deutschland wurde demokratische Republit Frauen erhielten gleiche politische Rechte, alle Vertretungsförperschaften in Reich, Land und Gemeinde wurden auf das Prinzip der freien Bolkswahl gestellt. Landarbeiter und Gefinde wurden aus Feffeln einer halben Hörigkeit befreit, der Achtstundentag zum erstenmal staatlich anerkannt und eingeführt. Wir wissen sehr wohl, daß der Stampf um die sozialen Rechte des arbeitenden Bolts, um eine sinnvolle Organi fation des wirtschaftlichen Lebens noch nicht beendet ist, fonbern erst begonnen hat, daß der Achtstundentag für breite Schichten verlorengegangen ist und wiedererobert werden muß, daß die Republit in allen thren Gliedern noch der Er Ebert- Gedächtnisfeier heute 4 Uhr nachmittags wir füllung mit wahrhaft republikanischem Gelfte bedarf wissen, wie unendlich viel noch zu tun ist, und predigen es alle Tage. Dennoch bleibt die Redensart, es sei nichts erreicht worden, ungerecht und undankbar. Eben jetzt geht das Bolt zum erstenmal baran, in direkter Abstimmung jedes Mannes und jeder Frau eine Ent scheidung zu treffen, die für seine Zukunft wichtig ist. Ist bas nichts? Oder ist es nicht vielmehr der Beweis dafür, daß das deutsche Bolt endlich Herr über sein eigenes Schicksal geworden ist? Man mag in dem Kampf gegen die Fürsten mit Recht nur eine Borprobe noch wichtigerer Entscheidungen erbliden, die einer näheren oder ferneren Zukunft vorbehalten find. Es gibt feinen realisierbaren Vorschlag zur Berbesserung unserer sozialen und wirtschaftlichen Zustände, der nicht durch das freie, gleiche Wahlrecht zu den Bolksvertretungen oder, wenn nicht durch dieses, dann durch das unmittelbare Stimmrecht des Boltes seibst verwirklicht werden tönnte! Es gibt für die Erfüllung des Volkswillens teine anderen Grenzen mehr, als die der Erkenntnis auf der einen Seite, die der realen Möglichkeiten auf der anderen. Die Tore sind aufgestoßen zu einer neuen Zeit. Und zugleich hat Deutschland, das als Monarchie vom Haß und von der Berachtung der Welt unter die Füße getreten war, sich als Republit seine Stellung unter den Völkern wiedergemonen. Auch da ist nicht alles erreicht, doch die Wendung zum Besseren für jeden erkennbar, der nicht mit der Tatsachenblindheit des Fanatismus geschlagen ist. All das, was aus Not und Gefahr trotz alledem heraufwächst, als Zeichen ungebrochener Kraft und Verheizung einer besseren Zukunft, ist nicht denkbar ohne die wegweisende Arbeit Friedrich Eberts. Als die Fürsten davonliefen, ihre Baladine sich in alle Winkel verfrochen, als selbst mancher Vernünftige, Beherzte verzagte und feinen Ausweg mehr sah, da war es ein Mann aus dem arbeitenden Bolt, ein Sozialdemokrat, der die Führung übernahm und vollbrachte, was fein General, fein Minister der alten Zeit, tein Führer einer bürgerlichen Partei zu vollbringen imStande war. Und nie ist Größeres mit schlichterer Selbstverständlichkeit vollbracht worden. Welcher Gegensatz zwischen der letzten Zeit des Kaiserreiches und der ersten Zeit der Republit! Dort die mit barbarischem Brunt und Getöse einherschreitende Impotenz. Hier der ruhig sichere, aufbauende Wille ohne Repräsentation in einfacher Natürlichkeit. Daß fich ein einftmaliger Sattlergefelle, ein Sozialdemo tabenten Herrschergeschlechts hundertfach versagt hatte- bas trat, hundertfach bewährte, wo der letzte Sproß eines deist für die Anbeter des Gestrigen, die Nußnießer des alten Systems eine vernichtende Tatsache. Sie möchten sie darum nicht wahr haben, aber es hilft ihnen alles nichts! Golange Ebert lebte, fonnten sie ihn schmähen und verleumden. Jetzt, wo er als eine ihrer unvergänglichen Gestalten der Gelichte angehört, prallt jeder Pfeil der Schmähsucht auf die Schüßen zurück und wirft sie nieder in ihre eigene Erbärmlichkeit. Für uns aber ist Friedrich Eberts Werf Symbol und Berheißung. Mit diesem Führer an ihrer Spike trat ble ein, und sein Ruhm strahlt auf sie zurück. Ebert hat sein deutsche Arbeitertlasse in die Arena der Geschichte Wert vollbracht, vor ihr liegt noch unendliche Arbeit, unermüdlicher Kampf. Er aber war einer, der ihr voranging! Am letzten Tag des Februar denken wir des toten Präfidenten. Morgen aber beginnt ein neuer März, der zu neuen Taten ruft. Drum hinaus aufs Feld, nicht nur zur Huldigung für den Dahingegangenen, fondern auch zur Sammlung für den Märztampf der ersten freien deutschen Boltsabstimmung! bewahrt blieb vor einem finnlosen Gemeber feiner eigenen auf der Spielwiese in Treptow. der bitt Sepurmung Bürger um sinnlose Ziele! Benn nur uns erfpart blieb, mas Es lebe die Republikl Dem Gedächtnis Friedrich Eberts. Kranzniederlegungen in Heidelberg. Im Auftrage des Borstandes der Sozialbemotra. tischen Partei Deutschlands wird heute Parteisekretär Amann in Heidelberg am Grabe Eberts einen Kranz mit Wid. mung und roter Schleife niederlegen. Die Widmung spricht dem unvergeßlichen Führer die dankbare Erinnerung der Partei aus. Die Breußische Staatsregierung läßt durch den Heidelberger Bürgermeister Walz einen Strang mit Schleife in den Heidelberger Bürgermeister Walz einen Kranz mit Schleife in den preußischen Farben niederlegen. Die Deutsche Demokratische Partei wirb zur Erinnerung an den hochverdienten ersten Reichspräsidenten der deutschen Republik am Todestage Friedrich Eberts an seinem Grabe auf dem Heidelberger Bergfriedhof einen Kranz mit einer Schleife in den Reichsfarben niederlegen lassen Volkstrauertag. Amtliche Kundgebung der Reichsregierung. Reichspräsident und Reichsreglerung veröffentlichen folgende Rundgebung: In stiller Trauer gedenkt das deutsche Bott am heutigen Tage jeiner Brüder, die in dem größten aller Kriege thr Leben gaben für die Berteidigung der Heimat. Für uns find sie in den Tod gegangen. An den Gräbern unserer Gefallenen, die sich für uns alle opferten, foll die Swietracht schweiDie Steuerveranlagung 1926. Einkommens, Umsatz, Vermögenssteuer. S Der Veranlagung der Einkommen, Körperschafts- und Bermögenssteuer kommt in diesem Jahre eine ganz besondere Bedeutung zu. Es ist seit langer Zeit die erste ordnungsgemäße Beranlagung. Sie ist infolgedeffen auch der Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte, verlangt deshalb eine sehr forgjame und genaue Nachprüfung der Angaben der Steuerpflichtigen. Die Aufgabe der Finanzbehörden ist um so schwieriger, da das Einkommen und Körperschaftssteuergesetz vom August 1925 viele neue Bestimmungen enthält und zugleich mit dem Reichs bewertungsgesetz eine völlig neue Grundlage für die Vermögenssteuer geschaffen worden ist. Die Veranlagung zur Einfommen- und Körperschaftssteuer wird außerdem verbunden mit der Beranlagung zur Umfaß steuer, da beide Steuern sich gegenseitig ergänzen und die Kontrolle über die Angaben erleichtern. In den Aus führungsverordnungen des Reichsfinanzministers vom 17. Februar wird es daher als Ziel betrachtet, daß jeder Steuerpflichtige zu den großen Veranlagungssteuern gemeinsam von demselben Be amten veranlagt wird. mjaft euer alle Steuerpflichtigen mit einem Umfaß über Zur Abgabe einer Steuererklärung find verpflichtet: Bel der 6600 m. im Stalenderjahr 1925. Bei der Einkommensteuer 1. alle Steuerpflichtigen mit Einfommen über 8000 m. jährlich, 2. alle Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn an hand von Geschäftsbüchern ermitteln. mur dann verpflichtet, wenn sie hierzu vom Finanzamt besonders Alle übrigen Steuerpflichtigen find zur Abgabe der Erklärung Anwendung, well auch für ble Lohnsteuer ble erhöhten Sahe erst Dom 1. Januar 1926 ab gelten. Uebersteigt das Einkommen diese Freigrenzen, so beginnt die Steuerpflicht. In diesem Fall bleiben aber vom Einkommen bestimmte Beträge für den Steuerpflichtigen selbst und für seine Familien. angehörigen von der Steuer frei. Da die im§ 52 des Einkommensteuergefeßes hierfür aufgestellten Beträge erst nach dem 1. Ottober 1925 in Kraft getreten sind, hat der Reichsfinanzminister durch Berordnung vom 17. Februar 1926 folgende Freibeträge aufgeftellt: 1. für den Steuerpflichtigen selbst, sofern sein Einkommen 10 000 m. jährlich nicht übersteigt, 550 M., 2. für die Ehefrau und jedes minderjährige Kind eine Ermäßigung des Anfangssteuerfages von 10 Broz. um je 1 Broz. Wenn das Einkommen 2000 m. jähr lich nicht übersteigt, wird vom dritten Rinde ab eine Ermäßigung von je 2 Proz. gewährt. Zweierlei Recht. Fürftenforderungen und Inflationsopfer. Der Hypothekengläubiger- und Sparerschutzverband, Orts. gruppe Raftenburg, bittet um Beröffentlichung folgender Ausführungen: " Obgleich uns die Hohenzollern stets sympathisch waren, tönnen mir nicht umhin, auf die Zeitungsberichte nachstehendes zu erwidern: bte der Rechtsparteten, über bas Treiben der AbfindungsMit größter Naivität entrüften sich die Zeitungen, namentlich gegner betreffs der Fürstenabfindung. Merkwürdigerweise sind die Entrüsteten gerade diejeni. bei ben Hohenzollern Raub nennen, ist an uns Bermögen um 75 bis 97% Broz uns enteignet haben. as sie oder mindestens unfere bereits taltblütig vollzogen. gen. Mahnend steht vor uns das deutsche Leid, das heilige Opfer aufgefordert werden. Zur Bereinfachung der Veranlagung soll dies gen, die uns Gläubiger und Sparer durch das einseitige Abf. der im Kriege Gebliebenen, die starben, damit Deutschland lebe. Aus dem Leid wuchs immer des deutschen Volkes höchste Kraft. Benn heute die Flaggen halbmast wehen, wenn große Scharen fich zu würdigen Gedächtnisfeiern still vereinen, soll der Entschluß in uns sich festigen, im Glauben an Deutschland das Wort zu verwirt. lichen: Nimmer wird das Reich zerstöret, Wenn Ihr einig seid und treu!" Berlin, den 28. Februar 1926. Der Reichspräsident. von Hindenburg Die Reichsregierung. Dr. Luther. Zur Technik des Volksbegehrens. Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichsminister des Innern hat auf Anregung des Deutschen Städtetages zur Erleichterung des Außendienstes in den größeren Städten bei Durchführung des Boltsbegehrens den Gemeinden über 20000 Einwohnern freigestellt, die Prüfung der Eintragungsberechtigung nicht bei der Eintragung selbst, sondern erst nachher binnen drei Tagen vorzu nehmen, so daß bei der Eintragung zunächst nur die Identität der Person geprüft zu werden braucht. Eintragungsberechtigte, die aus einer Gemeinde mit fortlaufend geführter Stimmfartei ver zogen find, fönnen einen Eintragungsschein von der Gemeinde behörde ihres neuen Wohnorts erhalten. Für das Prüfungsverfahren tann, wenn die Stimmlisten und Stimmfarteien der letzten Reichswahl nicht mehr brauch bar sind, ein neueres, für eine spätere öffentliche Wahl( Landtags. mahl, Provinziallandtagswahl) aufgestelltes Wahlverzeichnis zu grunde gelegt werden. us Von den Wolgadeutschen. Delegierte in Berlin. Der Präsident des Zentraleretutiotomitees der Republit der Wolgadeutschen, Schwab, und der Direktor der Wolgadeutschen Bant, Iwanow, treffen dieser Tage in Berlin ein, um verschiedene Berhandlungen mit Reichsstellen zu führen, so auch über die Ein. fegung eines wolgadeutschen Wirtschaftspertreters in Berlin. Dem Gedächtnis Friedrich Eberts! Aufgewachsen aus dunkler Gaffe, in Millionen- Mitte von Brüdern. lichthungrig, zukunftsgläubig gleich dir, bist du gegangen gemeinsamen Schrift auf gemeinsamer Straße mit dem grauen Heere der Arbeit. Wie könntest du sterben, da doch die Millionen Brüder leben, dir verbunden durch Tat und Beispiel! Dein Sterbliches mag zerfallen und hinstäuben in die rasende Zeit. Unverweht bleibt dein Bild in unserem Gedächtnis, und dein Werk: Opfer um Opfer für ein Bolt in Not und windender Qual Nicht Rosen auf dein Grab und flüchtigen Schmud! Aber im Kreis herumgestellt unfere harten, nüchternen Gesichter. aufgeredt zur Sonne und zum fünftigen Tage einer jungen Welf, dich zu grüßen als ihren ersten Boten, foter Kamerad Präsident. Karl Bröget Das Wunder. Bon Paul Glasenapp. Ein kleiner, sandiger Borgarten war es, gehörte zu einem einstödigen, ärmlichen Häuschen und mochte sich schämen vor den anderen. So recht als ein Wunder stand inmitten dieses Gärtchens eine Hyazinthe, rofa aufgeblüht. Sie leuchtete neugierig und fed in die fandige, öde Umwelt hinaus, als wollte fie fagen: Da bin ich nun! Ich kann nicht dafür, daß ich gerade hier stehe und blühe. Stände ich in einem funstvoll angelegten Garten, niemand würde sich um mich fümmern, jeder über mich hinwegsehen. Ja, ja, die Umgebung macht alles! Hier bin ich ein Wunder, das wie etwas Außergewöhnliches, unerwartetes angestaunt wird. Im Garten der anderen wäre ich nur eine Nummer!" Und ein funkelnder Sonnenstrahl aus Frühlingsgewöll liebtofte die einsame Blume in der Wüste des Gärtleins. Da ging die Tür auf und ein kleines, blondhaariges Mädchen trat in das Freie. Es machte fich emfig mit Spaten und Harte und weise erfolgen; die Regel foll hier eine schäzungsweise Beranlagung aber bei Steuerpflichtigen mit geringen Einkommen nur ausnahms auf Grund von Durchschnittsfäßen und an Hand der Umfaßsteuer unterlagen sein. Die Abgabe der drei Steuererklärungen hat gleichzeitig in der Beit vom 11. bis 27. März 1926 zu erfolgen. Eine besondere öffentliche Aufforderung wird in der ersten Märzwoche ergehen. Die Finanzamter haben Anfang März allen in Frage kommenden Pflichtigen die für fie maßgebenden Muster zuzusenden. LohnSteuerpflichtige werden nicht veranlagt, wenn ihr Arbeitseinkommen 6000 m. jährlich nicht übersteigt und wenn ihr sonstiges Einkommen nicht mehr als 500 M. betragen hat. Sollten diese Herren da„ oben" fich so plöhlich vom Saulus zum Paulus verwandelt haben und es ihnen, wie bei dem Apostel, von den Augen wie Schuppen gefallen fein, dann müßten fie auch ihr wieder gut machen. Erst dann würden sie befugt sein, sich Gewiffen entlasten und das uns angetane Unrecht wegen Befizentziehung zu ereifern. fassung sein Recht zu gewährleisten und feiner darf durch AusnahmeOb Fürst, Mittelstand oder Arbeiter, jedem ist nach der Ber gesetze vernichtet werden. Man hat dem Bolte an uns gezeigt, wie man Ent. eignungen macht, da darf sich feiner wundern, wenn weitere Berstöße gegen Recht und Gerechtigkeit vorkommen; benn momit man sündigt, damit wird man gestraft." Die abgegebenen Steuererflärungen follen mit möglichffer Befchleunigung geprüft und verarbeitet werden. Die beschleunigte pflichtigen, damit für diese die nach äußerlichen Merkmalen be Durchführung der Beranlagung liegt auch im Intereffe der Steuer rechneten Borauszahlungen zur Einfommen und Körperschaftssteuer auf Grund der 2. Steuernotverordnung möglichst bald fort- boppelte Maral der Rechsparteien zugunsten der Fürsten ist Die Entrüstung der enteigneten Inflationsopfer über die fallen und durch die Vorauszahlungen auf Grund eines Steuerbescheides ersetzt werden können. Für die nicht buchführen. nur zu berechtigt. den Landwirte find bereits im Herbst 1925 Durchschnittssäge für die Einkommensteuerveranlagung aufgestellt worden. Für die nicht buchführenden handwerker und Klein. gewerbetreibenden fönnen für das Jahr 1925 folche Durch Schnittssäge noch nicht zugrunde gelegt werden. Ihre zukünftige Festsetzung soll jedoch schon jetzt vorbereitet werden. Hier erwächst den Steuerausschußmitgliedern eine wichtige Aufgabe, da ihre Verwendung als Sachverständige die Tätigkeit der Steuerausschüsse beim Erlaß der Steuerbescheide wirksam unterstützt. Die Aufstellung bestimmter Werbungskostenpauschsätze für Aerzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte und Dentisten durch eine besondere Verordnung wird in Aussicht gestellt. Die Finanzamter werden ermächtigt, für eine Reihe anderer freier Berufe und für Hausbefizer ähnliche Pauschfäße aufzustellen. Die Einkommenffeuer wird nicht festgefeht, wenn die jährlichen Roheinnahmen bei einem ledigen Steuerpflichtigen 1100 m. nicht übersteigen. Dieser Betrag erhöht sich für die Chefrau um 100 m., für das erste Kind um 100 m. usw. Hier sind die Vorschriften des § 50 des Einkommensteuergefeges vom 10. August 1925 bestehen geblieben. Die Abänderungen durch Artikel II des Gefeßes über die Senkung der Lohnsteuer vom 19. Dezember 1925 finden teine weißen Stäbchen zu schaffen, grub ein Beet rings um das Blümlein und stellte einen Baun auf, zierlich und fein. Ein leeres Töpfchen war zur Hand; mit dem ging es vom Brunnen zum Beet drei- und viermal und tränkte die Hyazinthe. Die redte sich stolz beglückt in die Höhe und leuchtete und duftete, daß das Mägdelein hell aufjauchzte. ,, Das ist mein Garten, meiner ganz allein!" rief es der Mutter zu, die in die Ti trat. Und das Antlitz der arbeitsmüden Frau leuchtete wider von der Glückseligkeit ihres Kindes. Als des Abends Leute von der Arbeit heimfamen, blieben fie vor dem Gärtlein stehen und in ihre Augen trat ein Glanz. Wenige Augenblicke blieben fie stehen vor einem Wunder, das sich vor ihren Alltagsaugen auftat, und ihre Seelen wurden eingefangen von der Leuchtkraft einer töftlichen Freude, dem feltenen Gefchent für mübe Herzen. Unsere Kinder spielen mit Geld! ( Auch eine Betrachtung zur Abfindung der Fürsten.) Jahrelang haft du im Schweiße deines Angesichts Pfennig um Pfennig gefpart: wie wuchs das bißchen Kapital fo langfam! Und immer wieder gab es Rückschläge: hier eine Krankheit, dort gar der Tod und das Gespenst der Arbeitslosigkeit stand auch in Friedenszeiten hart vor der Tür.... Bie lange dauerte das, bis tausend Mart auf der Spartaffe Ingen. Nur mit Lift war das anzustellen, daß eben doch mit der Zeit aus tausend, zweitausend breitaufend wurden. Nun fonnte es schon nicht mehr so schlimm mit dem Alter werden. Auch das Reich jorgte ja, wenigstens in bescheidenem Umfange, liebevoll" für eine alten Arbeiter, nach dem es ihnen zuerst eine ganz anständige Summe für unendlich viele Versicherungen abgezwadt hatte. Immerhin: es half auch mit und die feine Summe auf der Sparkasse ließ allerlei Sorgen vergessen. o Rücktritt des Botschafters in Rom? Italienische Meldungen. Die italienische Nachrichtenagentur Informatore della Stampa" erfährt aus diplomatischer Quelle, daß der deutsche Botschafter in Rom, v. Neurath, in nächster Zeit ab berufen werden würde, Der Botschafter würde nach Berlin reisen( das ist inzwischen ge schehen), und die italienische Agentur behauptet, daß er nach Rom nur noch zurüdtehren würde, um seinen Abschiedsbesuch zu machen. Diese Meldung einer Agentur, welche ihre Informationen gewöhn ich aus parlamentarischen Kreifen und aus den Ministerien erhält, ist bereits von dem Momento" in Turin, dem Organ der fafchiftenfreundlichen fatholischnationalen Bartet, ver öffentlicht worden und, soviel mir wiffen, ist fie in der italienischen Presse bis jetzt nicht bementiert worben. In der späten Nachtstunde, da uns diese Meldung zugeht, ist es nicht mehr möglich, an amtlichen deutschen Stellen fich darüber zu erfundigen. Es ist aber feineswegs ausgefchloffen, daß es sich bet dieser Meldung um ttalienische Regierungswünsche handelt. Unsere Kinder( pielen mit Geld... unsere Kleinrentner be trachten mit farkastischem Lächeln ihre Millionenscheine, unsere Kriegstruppel gehen betteln! Aber unsere fürstlichen Mätressen er. halten pro Jahr 6000 m.( sechstausend Mart) Jahresrente. Und das ist schließlich für die Wiedergeburt Deutschlands das wichtigste... R.R. Eine Friedrich- Ebert- Gedächtnisbüfte. Zum Gebächtnis des erften Reichspräsidenten erscheint an feinem heutigen Todestage eine fleine Büste, die nach dem feinerzeit von Prof. Robert Bednorz, Breslau, hergestellten Originalporträt Eberts( des einzigen zu feinen Lebzeiten entstandenen plastischen Bildnisses, bas seinerzeit bie Reichsregierung angebauft hat) neu geschaffen worden ist. Die Büfte soll nicht nur als Erinnerungswert weiteste Berbreitung finden, fondern sie ist auch zu gleicher Zeit in den Dienst der Friedrich. Ebert- Stiftung infofern geftellt, als von jedem verkauften Stück ein namhafter Betrag diefer Stiftung zufließt. Um dieſe Swede zu fördern, haben sich führende Persönlichkeiten der republi fanischen Parteien und Berbände zu einem Aufruf zusammengefun den, der demnächst der Deffentlichkeit belannigegeben werben wird. bei Wien übergefiedelt ist, gab im Blüthner Saal Proben Die Schule Hellerau, bie feit einiger Zelt nach Bagenburg ihrer Lehrmethode. An einer Kindergruppe wurden Ulebungen zur Entwidiung des Gefühls für Dynamit, Selt, Raum und Form, sowie fleine Kompofitionen der Kinder gezeigt. Eine Gruppe Er wachsener führte gymnastische und rhythmische Ererzitien vor. Alles und inwieweit es auch zur förperrhythmischen Kultur beitragen zielt auf Anregung und Berfeinerung des musikalischen Gefühls. Ob tann, bleibt zweifelhaft. Jedenfalls sind diese Uebungen nur für Mufitalische berechnet, für Gehörmenschen. Die neue Kunst der förperrhythmischen Bewegung aber ist die Mufit der Unmuftfalischen; sie soll und fann die Begleitung der Töne legten Endes entbehren. Das Gefühl für Körperrhythmik und das Gefühl für fönnen in einer Person vereinigt fein, brauchen es aber nicht zu die Rhythmit des Tones find zwei grundverschiedene Dinge. Sie fein und sind es nur selten. Daß aus dem Zusammenwirten der beiden Künste ein neuer Stil sich bilden fönne, wie die Hellerauer meinen, ist ein Irrtum. Diese Methode het ausschließlich musikpäda gogische, aber feine tanzfünstlerischen Werte. Sie will Musikstüde gifche, aber feine tanzfünstlerischen Werte. Sie will Mufirſtüde in förperrhythmische Bewegungen umjehen und bringt den Körper. rhythmus in eine besonders enge Abhängigkeit von einer Runft, deren Führung er sich heute gerade zu entziehen ftrebt. Als tech in Betracht Einige eigenartige Schwünge und schöne Sprünge fielen auf. Im allgemeinen aber läßt die angestrebte Freiheit und Schülerinnen fann nur eine fleine Minderzahl laufen, nicht eine Leichtigkeit der Bewegung noch viel zu wünschen übrig. Von den einzige fann gehen. 3.6. Da fam der große Krieg und fraß alles auf, so radital, baß auch nicht der fleinste Spargroschen mehr übrig blieb. Ueberflüssig, noch viel darüber zu schreiben: jeder hat es an feinem eigenen Leibe, an seinem eigenen, unter so mühsamen Umständen erfparten Alters fonds erlebt. Glücklich, die sich mit Humor darüber hinwegfinden: Ich soll arm sein?! Ich habe Billionen zu Hause!" Aber eine ganz eigenartige, tiefschmerzende Stimmung ergreift mich jedesmal, und mit unendlich viel Geld spielt.... Da rollen die 50- ẞfnische Borschule für den modernen Tanz tommt die Methode kaum wenn ich meine fleine Tochter fehe, wie sie auf dem Boden fit Etücke, da rollen die 200- Mart- Stüde( Einigkeit und Recht und Freiheit steht so schön darauf) und mit einer wahrhaft teuflischen Luft greift sie tief in den hochgehäuften Geldhaufen und läßt ver. gnügt Tausende von Mark durch ihre unschuldigen Finger gleiten. Unsere Kinder spielen mit Geld! Wist ihr, was das heißt?! Unsere Kinder spielen mit unserem Schweiße, mit unserer Arbeit, die mir jahrelang unter glühender Sonnenhize, in Not ungezählter Stunden unseres vergangenen Lebens! Regen und Wind vollbracht hatten, unsere Kinder spielen mit der ebenfalls mit Geld spielen, daß diese teuflischste Ausgeburt eines Berhüt es das allmächtige Schicksal, daß unsere Kindesfinder wahnsinnigen Kapitalismus Mode werde! Ebert- Allee in Alfona. Zur Erinnerung an den ersten Präsidenten ber Deutschen Republit bat bie bisherige Lauenburger Straße in Altona ben Ramen Ebert Allee erhalten. Prof. Heinrich Teffenow halt am 1. März, 8 be abends, einen Bor trag über Straßen und Blaze im Hörsaal der Staatligen Kunstbibliothel, Pring- Albrecht- Str. 7a. Die neuen Sätze für Erwerbslose. Die Tagung des Verwaltungsrats. Der Reichstag hat eine Erhöhung der Unterſtüßungssäge in der Der Reichsetat im Ausschuß. Erwerbslofenfürsorge beschlossen. Diese Erhöhung soll betragen Dispositionsfonds des Reichspräsidenten. für ledige Erwerbslose über 21 Jahre 10 Pro3., für ledige Erwerbs. lose unter 21 Jahren 20 Pro3. Die Erhöhung der Haupt. unterstüßungsläge für verheiratete Erwerbslose tritt jedoch erst ein, wenn diese Erwerbslosen während acht Wochen ununterbrochen unterstützt worden sind. Für diese acht Wochen gelten die Säße der Anordnung vom 17. Dezember v. 3., veröffent licht im Vorwärts" vom 18. Dezember 1925. In den Ortsklassen D und E treten feine Veränderungen ein; das gleich gilt für die Familienzuschläge und die Höchftunterstützungssäge. Nach einer Anordnung des Reichsarbeitsministers tritt die neue Regelung am 1. März d. J. in Kraft. Auf Grund dieser Regelung betragen die neuen Unterstützungsfäße: Jm Wirtschaftsgebiet I( Offen) 1. für Perfonen über 21 Jabre -I 10 Millionen Ausfallsbürgschaft für die Kaliindustrie? In der Sonnabendsigung des Haushaltsausschusses des Reichs- Die Genoffen Hoch und Schmidt- Köpenid wandten sich gegen tags entspann sich zunächst eine längere Debatte über den Dis diesen Antrag, weil man Maßnahmen, die für den Stickstoffpositionsfonds des Reichspräsidenten, der nicht im bezug erforderlich waren, nicht ohne weiteres auch auf die StaliEtat des Reichspräsidenten, wo er hingehört, sondern im Etat des industrie anwenden könne. In der Kaliindustrie würden gute Ge Finanzministeriums ausgebracht ist. Der Fonds beträgt 3½ Mil- winne erzielt, die es der Industrie ermöglichten, einen langfristigen lionen, und zwar find bestimmt 2,8 Millionen zur Unterstützung an Kredit zu gewähren und auch etwaige Ausfälle in Kauf zu nehmen. für sonstige laufende und einmalige Zuwendungen". Bon fozial. Generaldirektor Rost erg, habe vor einiger Zeit in der Deutschen ehemalige Kriegsteilnehmer und deren Hinterbliebene und 700 000 m. Der Führer der machtvollsten Gruppe in der deutschen Kaliindustrie, zifitation der Zuwendungen verlangt, die aus dem folle die Aufgabe haben, den Arbeitern beizubringen, daß sie ohne demokratischer und kommunistischer Seite wurde eine genaue Spe. Bergwertszeitung" einen Wirtschaftsdirektor gefordert. Letzterer 700 000- Mart- Fonds gewährt werden. Die Reichsregierung lehnte beiten müßten, damit die deutsche Wirtschaft gerettet werde. Wenn Lohnerhöhung täglich eineinhalb Stunden mehr und intensiver arindessen solche genaue Spezifitation eines Dispositionsfonds des in den Orten der Drteflaffen Reichspräsidenten vor der Deffentlichkeit ab und beschränkte fich darauch dieser Standpunkt des Herrn Rosterg für die Sozialdemokratie A auf, einige Zuwendungen namhaft zu machen( Schiller- Stiftung, müsse dem Kalisyndikat doch empfohlen werden, seine großen Be in der Beurteilung der Wirtschaft nicht allein ausschlaggebend ist, Künstlerverbände u. a.) und zu erflären, daß mit den Zuwendungen stände im Hinblid auf den bisher erzielten guten Gewinn billiger feinerlei politische oder pfeudopolitische 3wede abzugeben, dann würde der Landwirtschaft beffer geholfen werden. verfolgt und in der Hauptsache nur faritative Bereinigungen bedacht werden. Die Kommunisten beantragten darauf Streichung des ganzen aufmerksam. Man fönne nicht ohne weiteres derartige von den InGenosse Herh machte auf die etatsrechtlichen Bedenten Titels. Der Antrag wurde abgelehnt. tereffenten unterbreiteten Anträge annehmen. Die Regierung müsse eine beffer ausgearbeitete Borlage dem Reichstag vorlegen. Dann fönne der Ausschuß erneut dazu Stellung nehmen. 3m Sinne des Antrages Dr. Herh wurde der deutschnationale Antrag zurückgestellt. B C 7,95 5,20. 9,15 · . 2. " unter 21 Jahren 6,00 . 8,55 5,60 bom Beginn der 9. Woche: 12,00 11,25 10,50 14,95 13,95 3m Wirtschaftsgebiet II( Miffe) 8. für einen Mann nebst Frau 4. für eine Familie mit 2 Kindern. 16,00 1. für Berfonen über 21 Jahre. Beim Kapitel Reichsfinanzhof" wurde auf Anfrage mit in den Orten der Drtaflaffen geteilt, daß bei dieser Behörde anhängig waren 1925: 3825 Sachen A gegenüber 2689 im Jahre 1924. Unerledigt blieben im Jahre 1925: 731 Sachen gegenüber 321 im Jahre 1924. Auf das Mitglied sind im Durchschnitt 138 Sachen entfallen. Die Zahlen find ständig gestiegen. B C . 10,70 10,00 2. unter 21 Jahren. bom Beginn der 9. Woche: 7,10 6,60 9,25 6,15 14,00 18,10 12,20 17,55 16,40 8. für einen Mann nebst Frau 4. für eine Familie mit 2 Kindern. 18,70 3m Wirtschaftsgebiet III( Weffen) Zum Kapitel„ Landesfinanzamter" Bezeichnend war es, wie die Rapazitäten der Wirtschaft" im Ausschuß in dieser Sache wieder operiert haben. Im Borjaal des Ausschusses faßen die Interessenten mit legte die Regierung eine Uebersicht über die Ergebnisse des Buchlebten Tagen, die wieder einmal die große Notlage beweisen fertigen Vorschlägen und Statistiken aus den prüfungsdienstes im ersten Halbjahr 1925 vor. Diese Uebersicht in den Orten der Ortsflaffen weist ein Mehr an Steuern und Strafen von 46 Millionen nach. follten. Damit tamen die Bertreter der Parteien, besonders ber A Anschließend daran verlangte Genosse Herh eine stärkere Uebernahme Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei in den Ausschuß Don qualifizierten Buchprüfern als Beamte. und hielten ihre wohldurchdachten wissenschaftlichen" Vorträge über Davon hänge eine größere Wirksamkeit des Buchprüfungsdienstes ab. Der Abbau bei die Notlage dieser Industrien. ber Reichsfinanzverwaltung dürfe die zugedachte Uebernahme von Buchprüfern in den Reichsdienst nicht gefährden. B C 1. für Personen über 21 Jahre . • 11,50 10,70 9,90 2. unter 21 Jahren • 7,60 7,10 6,90 bom Beginn der 9. Woche: 8. für einen Mann nebst Frau • 15,10 14,05 18,05 4 für eine Familie mit 2 Kindern 20,10 18,85 17,60 Am 16. und 27. Februar tagte im Reichsarbeitsministerium das Plenum des Berwaltungsrais des Reichsamts für Ar. beitsvermittlung. Die Bertreter der Arbeitnehmer der Arbeitnehmer erhoben schärfsten Broteft gegen die mangelnde Berücksichtigung der Beschlüsse des Berwaltungsrats bei der Anordnung über die Kurz arbeiter fürsorge. Die neu festgefeßten Unterstügungsfäge wurden als voll. tommen unzulänglich bezeichnet; mit Nachdrud wurde eine baldige grundlegende enderung des Unter ftügungssystems und eine wesentliche Erhöhung gefordert. Die Bertreter der Arbeitnehmer verlangten, daß der Aus fchuß für Erwerbslosenfürsorge des Berwaltungsrats baldigst einberufen wird, um sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Der Berwaltungsrat beschäftigte sich dann noch eingehend mit den Fragen der produttiven Erwerbslofen fürfarge und der Behebung des Arbeitermangels in der Band. wirtschaft. Dabei tamen die ganzen Probleme einer um. faffenden Arbeitsmarktpolitit zur Sprache. Die Ergebnisse der Beratungen des Reichswirtschaftsrats über die Not der Angestellten wurden zur Kenntnis genommen. Es wird Sache des Reichsarbeitsministeriums fein, dem Reichstage baldigst eine Gefeßesvorlage, die mindestens dem fast ein. ftimmigen Botum des Reichswirtschaftsrats entspricht, zugehen zu laffen. Dem vorgelegten Gefeßentwurf über die Amtsdauer der Bei fizer der Verwaltungsausschüffe von Arbeitsnachweisämtern stimmte der Berwaltungsrat einmütig zu. Der Zwed dieses dem Reichstage nunmehr zugehenden Gesezentwurfes ist, die Neuwahlen zu vereinheitlichen. Der Verwaltungsrat setzte zur Borbereitung und nötigenfalls Entscheidung anfallender Fragen zwischen den Plenarsizungen drei Ausschüsse ein, und zwar für Arbeitsvermittlung, für Berufs beratung und für Erwerbslosenfürsorge. Die Vertreter der Arbeitnehmer verlangten, daß die Beschränkungen in der Einberufung des Plenums aufgehoben werden und der Berwaltungsrat wieder regelmäßig nach den Vorschriften des Gefeßes einzuberufen ist. Das murde zugefagt. Briands große Rede. Anschlag in ganz Frankreich beschlossen. Paris, 27. Februar.( Elgener Drahtbericht.) Die Kammer hat am Sonnabend nachmittag mit 365 gegen 49 Stimmen den öffentlichen Anschlag der Rede Briands vom Freitag beschloffen. Gegen den öffentlichen Anschlag haben außer einigen Abgeordneten der Rechten lediglich die Kommunisten gestimmt. Die Rede Briands wird allgemein als ein Martstein auf dem Wege zur Schaffung eines neuen Europa empfunden. Man hält fie für eine große Tat, wie sie nur wirklich hervorragenden Staatsmännern zu vollbringen beschieden ist. Bergebens versucht die Oppositionspreffe, die Bedeutung der Rede herab. zumindern mit der Unterstellung, daß jedes Wort Briands darauf abgeffellt gewefen fel, die Geschäfte der Linken zu besorgen und fie, die der Konffift um die Löfung des Finanzproblems zersprengt hat, wieder um fich zu scharen. Der Quotiden" bezeichnet die Tatfache, daß ein franzöfifcher Ministerpräsident auf der Tribüne des Parlaments in folchen Ausdrüden von Deutschland zu sprechen gewagt hat wie Briand, als ein welthistorisches Ereignis. Die Finanzreform. Paris, 27. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der Senat hat am Sonnabend nachmittag die Doumersche Zahlungssteuer mit 248 gegen 38 Stimmen angenommen. Die Regierung hatte bie Vertrauensfrage gestellt. Geht Tirard endlich? Paris, 27. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Dem franzöfifchen Obertommiffar und Borsigenden der Interallierten Rheinlandtom. mission, Tirard, wird die Absicht zugeschriebenn, am 1. März feine Entlassung zu nehmen. Tirard trägt sich in der Tat schon seit längerer Seit mit Rücktrittsgedanken. Das Verschwinden Tirards, des Förderers der SeparaDas Verschwinden Tirards, des Förderers der Separatisten und untertänigen Dieners der Befagungsfoldateska, gehört zu den innerlich zwangsläufigen Folgen von Locarno. Furcht vor dem Untersuchungsausschuß. Der Maharadscha von Indore hat auf den Vorschlag der anglo- indischen Regierung, eine Rommiffion zu ernennen, die seine Beteiligung an der Ent führung der Tänzerin Muntaz Begum und der Ermordung thres Begleiters untersuchen sollte, sich veranlaßt gesehen, zugunsten seines Sohnes abzudanten Staatssekretär Popih erwiderte, daß je mehr Regierungrats ftellen vom Sparausschuß gestrichen würden, es der Berwaltung um so unmöglicher würde, gute Buch- und Betriebsführer in Beamten ftellen überzuführen. Es gehe für eine große Berwaltung nicht an, sich um jede Beamtenstelle bitteflehend an den Haushaltsausschuß zu Betriebsführung den allergrößten Wert. In den letzten Wochen habe wenden. Das Ministerium lege auf die Kontrolle der Buch- und amter ftattgefunden, die sich vor allem mit der Frage befchäftigt eine Ronferenz mit den Präsidenten der Finanz habe, wie die eigenen Beamten am besten auszubilden wären und wie man gute Angestellte bekommen könnte. Nähme man diesen die Aussicht, in Beamtenstellungen hineinzutommen, so erschwere man der Berwaltung die Vervollkommnung der neuen Einrichtung. Von den im Etat des Finanzministeriums ausgebrachten Bau Dorhaben wurden vom Sparausschuß Ab striche in Höhe pon 1,8 millionen vorgeschlagen und angenommen. Don 1,8 millionen vorgeschlagen und angenommen. Auch fand folgende, von dem Demokraten Dr. Fischer eingebrachte Entschließung Annahme: Die Reichsregierung zu erfuchen, bis zur dritten Lesung das durch die Positionen E9 Tit. 1 bis mit 50 beschriebene Bau programm einer Nachprüfung dahin zu unterziehen, daß durch Ersparnis in der Art der Ausführung höchstens eine Gesamt ausgabesumme von 7 millionen Reichsmart in Betracht kommt." Auch die im Etat der Finanzverwaltung für neue Bauvorhaben ausgebrachten 9 Millionen wurden vorweg genehmigt und die Regierung ermächtigt, alle bisher bewilligten Bauvorhaben sofort in Angriff zu nehmen, um möglichst schnell möglichst viele Arbeiter zu beschäftigen. Roßmann. Die Pensionslaft des Reiches beläuft sich für 1926 auf Ueber den allgemeinen Pensionsfonds berichtete der Genosse rung von 198,4 millionen. Hierzu tritt eine Pensionslast von rund 1 555 485 000 m.; das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steige 400 millionen bei der Eisenbahn und 200 Millionen bei der Post, so daß die Gesamtpensionslaft 2 155 000 000 m. beträgt. Der Haushalt für 1914 wies lediglich eine Pensionslast von 145 millionen aus, was 6 Proz. der damaligen Reichseinnahmen gleichtam, während jeht die Pensionslast 42 Proz. der tatsächlichen Reichseinnahmen ausmacht. bei den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen unmöglich. Eine Berminderung dieser Last sei, so bemerkte Genoffe Rohmann, Dagegen sei eine Entlastung zu erftreben durch Wiedereinstellung der Bartestandsbeamten. Die Offizierspersorgung bean [ pruche 231 millionen Marf; das sei eine auch politisch Schwer tragbare Last. Die Durchschnittspension eines Offiziers beläuft sich auf 4748 m., die einer Offiziers mitme auf 2957 m. im Jahr, während die Durchschnittsrente eines Kriegs. beschädigten auf 364 M., die Durchschnittsrente einer Kriegermitme auf 448 m. im Jahr bemessen ist. 4330 Offiziere beziehen eine Pension von über 6000 M. im Jahr; 30 575 Offiziere eine solche unter 6000 m. Nach dem Zusammen. bruch im Jahre 1918 seien diese Offizierspensionen namentlich aus den Kreisen des Zentrums und der Demokratie start angefochten worden mit dem Hinweis, daß der neue Staat gar nicht imftande fein werde, dauernd Pensionen für Behntausende von Offizieren der alten Wehrmacht zu zahlen. Damals fel es Noste gewesen, der für banft worden. Die Sympathie für den Pensionsfonds set erst recht die Offiziere eingetreten sei; durch den Kapp- Butsch sei es ihm ge nicht gewachsen, feit befannt geworden war, daß 17 fürstliche Pensionsempfänger rund 90 000 m. im Jahr beziehen. Die Sozialdemokratie, so fündigte Genosse Roßmann an, behält ich vor, die Frage des Entzugs der Pensionen und ihre Kürzung gerichts, das den Offizieren die Pension aus der Kriegsstelle zu einer Prüfung zu unterziehen. Das Urteil des Reichsversorgungs Am Schluß der Beratung dieses Etats erklärte die Regierumg, daß sie bereit sei, gemäß dem Beschluß des Sparausschusses die Monatsgelder der Altveteranen von 20 m. auf 25 m. zu erhöhen. Sodann verhandelte der Ausschuß über einen Antrag berpricht, bedeutet für das Reich eine jährliche Belastung von 20 Mildeutschnationalen Frattion, die Regierung zu ermächtigen, eine Ausfallsbürgschaft in Höhe von 10 millionen( 6 millionne für Kali und 4 millionen für Phosphor beim Düngergeschäft) zu übernehmen. Diefe Summe foll als Garantie zur Verfügung stehen, um etwa 50 Proz. des Ausfalls beim legten Bezieher zu beden. Beranlaßt wurde dieser Antrag, well der Haushaltsausschuß am 18. Dezember vorigen Jahres eine ähnliche Aftion für das Stickstoffgeschäft gebilligt hatte. Der neue Antrag wurde damit begründet, daß für eine gleichmäßige Düngung der landwirtschaftlichen Probuftion gesorgt werden müffe. lionen Mark. Eine längere Erörterung entspann sich über die Ehrenzulagen für Inhaber militärischer Orden und Ehrenzeichen, die dem Reich eine Ausgabe von 700 000 m. foften. Den Löwenanteil daran bezieht Bayern, das im Kriege die meisten Orden verteilt hat, die mit finanziellen Zuwendungen verbunden find. Bon fozialdemokratischer Seite wurde betont, daß für das Reich fein Zwang bestehe, diese Kosten zu übernehmen. Die bürger. liche Mehrheit trat aber für die Weitergewährung der Ehrenzulagen ein. Damit war der Haushalt des Reichsfinanzministeriums erledigt. Am Montag beginnt die Beratung des Haushalts des. Reichsinnenministeriums. tehren, sondern durch einen Mann ersetzt werden solle, der den polnischen Chauvinisten genehm ist. Im Interesse der deutsch- polnischen Verständigung hoffen wir, daß eine solche Verschlechterung unterbleibt, und daß die Verständigungsfreunde in der polnischen Regierung, vor allem die Sozialisten, dafür sorgen! Teleki vor der Verhaftung.. Polnische Polizeibomben. Aufklärungsarbeit der Sozialistischen Sejmfraktion. Dem Berliner Tageblatt" wird aus Warschau gemeldet: Hier verhandelt, der auf Befehl des Boligelobertommillars wird jetzt gegen den kommunistischen" Redakteur Trojanowiti enjti eine Bombe angefertigt batte. Diese war aber in der Redaktion vorzeitig explodiert, wobei Trojanowski schwer verlegt wurde. Auf Befehl ber Bolizel hatte er sich in die Than Die Fälscher als Erpresser. tommunistische Partei eingeschlichen und die Bombe hergestellt. Nach der Aussage eines Zeugen sollte die Bombe gegen Budapest, 27. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Der durch den damaligen Ministerpräsidenten Grabfti geworfen werden. Sehr neue Aussagen des Grafen Emmerich Karoly in der Fälscheraffäre interessant waren die Ausführungen des polnisch- sozialistischen Abg. schwer belastete ehemalige Ministerpräsident Graf Teleki dürfte Bragier als Zeugen. Er hatte von dem Sejmtlub der PPS. den dicht vor der Verhaftung stehen. Er hat heute in den WandelAuftrag erhalten, über die Bombenexplosion Nachforschungen anzugängen des Parlaments gefagt, auch er besitze einen Schlager stellen, da sofort Gerüchte im Umlauf waren, daß die politische Polizei und werde davon Gebrauch machen, wenn er es für nüglich damit im Zusammenhang stehe. Die Sozialdemokraten wollten des halte. Dies wurde als eine Drohung gegen den Ministerpräsidenten wegen eine.Interpellation einbringen. Es wurde ihnen aber Graf Bethlen aufgefaßt für den Fall, daß er die Berhaftung Teletis mitgeteilt, daß die Regierungsfreise die Affäre vertuschen möch. nicht verhindere. ten. Bon der Polizei wurde ihnen gedroht, daß die politische Polizei im Falle der Einbringung dieser Interpellation politische Repressalien gegenüber der sozialdemokratischen Partei ergreifen und Geheimnisse in die Deffentlichkeit bringen würde, die die Bartei sehr kompromittieren würden. Die BPS.- Fraktion hat sich aber hierdurch nicht schreden lassen. Abg. Bragier ist fest überzeugt, baß die politische Bolizei von früheren Bombenanschlägen, 3. B. auf die Universität in Stratau, auf das fozialdemokratische Bezirks. fomitee in Warschau, auf das Bezirkskommando in Tschenstochau, gewußt habe, daß also diese Bombenattentate auf Befehl ge. wisser Beamter der politischen Polizei verübt worden feien. Bei allen diesen Bomben sei die Zusammensetzung die gleiche gewesen wie bei der Bombe Trojanowskis. Diese Aussage Pragiers ruft das größte Aufsehen hervor. 03.01 as Der Wojewode von Oftoberschlesien, Bilsti, geht am 1. März auf Urlaub und es heißt, daß er nicht mehr auf diesen Boften zurüd. Budapester und Haager Fälscherprozeß. Budapest, 27. Februar.( TU.) Auf Grund der Aussagen Schulzes in Berlin wurde die Untersuchung der Frankenfalfcheraffäre hier wieder aufgenommen( war alfo schon be endet!! Red.). Die Polizei verhörte abermals den ehemaligen Minifterpräsidenten Grafen Teleti, dann den Grafen Karolni und den Generaldirektor der vaterländischen Spartaffe Ernyei. In der Hauptsache sollte festgestellt werden, wie es möglich war, daß auf 150 Stück falsche Tausendfrankenscheine eine fleine Bank ein Darlehen gab. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß ein lombardiertes Paket ins Depot genommen wurde, ohne daß die eineinen Banknoten kontrolliert worden waren. Der Haager Staatsanwalt forderte den Präsidenten der Staatsanwaltschaft in Budapest auf, ihm gewisse Daten noch vor Beginn der für Donnerstag anberaumten Haager Schlußverhandlung gegen die dort verhafteten Ungarn zutommen zu lassen. Dem Wunsche der Haager Staatsanwaltschaft wird entsprochen werden. Gewerkschaftsbewegung „ Klaffenkampf." Das Wirtschaftsprogramm der Roten Jahne". Die Denkschrift der freigewerkschaftlichen Spizenverbände über Gegenwart saufgaben deutscher Wirtschaftspolitit ift, soweit wir sehen fönnen, von der gesamten sozialdemokratischen Partei preffe in längeren Auszügen veröffentlicht und anerkennend be sprochen worden. Die großen bürgerlichen Blätter fanden sie be achtenswert"," positio"," fleißig". Die Industrie und an delszeitung" witterte in der Berechnung des jährlichen Bolts einkommens von 52 bis 60 Milliarten im Gegensatz zu den Schäßungen der Reichsverbandsdenkschrift von nur 43 bis 48 Milliarden einen„ bedenklichen Optimismus", demgemäß auch die errechnete Steuerlast von 17 bis 21 Prez. gegenüber der des Reichsverbandes von 25 bis 30 Pro3. als zu günstig" erscheine. Aber ganz weit draußen zur Linken und Rechten besprach man die Denkschrift mit der üblichen gewöhnlichen rabulistischen Rethorit. Wirtschaftliche Quackjalber!" rief die„ Deutsche Tageszeitung", euer Gewerkschaftsprogramm würde die deutsche Wirtschaft gänzlich zum Ruin bringen" Rlaffentampf, Klaffentampf"! schrie aus dem anderen Lager die„ Rote Fahne", ihr reformistischen Gewerkschaftsführer wollt ja nur„ Don der Unterstützung des wilhelminischen Imperialismus zur Unterstügung des englischen Imperialismus". Man frägt sich unwillfürlich: ist solcher Blödsinn in einer Arbeiterzeitung möglich? Aber da steht es schwarz auf weiß. Und daneben noch eine Fülle ähnlicher Geiftesprodufte. Es wäre in der Tat ein müßiges Beginnen, mit Blättern dieses Schlages und solcher Höhenlage eine Auseinandersetzung über die Gegenwarts aufgaben deutscher Wirtschaftspolitik zu führen. Wir möchten nur feststellen, daß alles, was die Rote Fahne" zur gewerkschaftlichen Denkschrift sagte, nichts weiter ist als hohles Schellengebimmel. So nennt sie das Bekenntnis der Dentschrift zum Klaffenkampf nur ein„ Lippenbetenntnis", um so zu orateln: „ Klassentampf nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern als täg. liche Tat der Gewerkschaften auf dem Boden der realen Tatsachen, das muß die Grundlage jedes Wirtschaftsprogramms und aller Gewerkschaftsarbeit der Arbeiterklasse sein." Klaffentampf als tägliche Tat! Bas ift Raffen tampf? Die„ Rote Fahne" erläutert den Begriff so: Lohntampf ist Klassenkampf. Kampf um bessere Arbeitsbedingungen ist Klassen fampf." Ein Stüd nur, ein wichtiges Stüd davon, die Definition ist unvollständig. Aber in dieser Definition Klaffentampf als tägliche Tat? Jeden Tag um höhere Löhne streifen? Jeden Tag um beffere Arbeitsbedingungen streiten? Wenn aber die Rote Fahne" mit dem Worte„ Kampf" nicht„ Streit", unter tägliche Tat" nicht jeden Tag" meint, was meint sie dann eigentlich, was soll dann ihr hohles Klappern für einen Sinn haben? Es wäre für die Moskaujünger weit nüßlicher, statt hier mit ber Stange im Nebel herumzufuchteln, sich dafür einzusehen, daß den Bauarbeitern in Rußland nicht durch die Sowjetbehörden der Achtstundentag geraubt und ihnen nicht der Zehnstundentag ohne die bisherigen Zuschläge für Ueberstunden aufgezwungen würde. Die, vornehme ACG. Bor turzem gingen Berichte über die glänzende Geschäftslage der AEG. durch die gesamte Breffe. Tatsächlich wurde in einem Teil der MEG. Betriebe mit Hochdrud gearbeitet. Namentlich in der Transformatorenfabrit in Oberschöneweide mußten, um ben Lieferungsverpflichtungen nachzukommen, neben erheblichen Berstärkungen der Belegschaft, auch Ueberstunden in umfang reichem Maße geleistet werden. Jeßt nach Erfüllung der dringendsten Aufträge sezt man ur. plöglich, obwohl noch genügend Aufträge vorhanden sind, Kurzarbeit fest, verbunden mit einem zehnprozentigen Abbau jämtlicher Uffordlöhne. Man hält es nicht einmal für notwendig, von diesem Lohnabbau der Belegschaft oder der Betriebsvertretung vorher irgendeine Mitteilung zu machen. Kann man vornehmer handeln? Die Berdienste in diesem Betrieb sind nicht höher als in gleich wertigen Betrieben Berlins. Dieser Betrieb, der noch umfangreiche tommunale Aufträge zu erledigen hat, wird hier mit doppelt der Aufmerksamkeit der Deffentlichkeit hinsichtlich seiner Lohnpolitit empfohlen. Der Belegschaft aber sagen wir, daß sie dieser rigorosen Maßnahme durch restlosen Zusammenschluß in ihrer Gewerkschaft leichter zu begegnen in der Lage sein wird. Die Berliner Töpfer. Donnerstag in den Reſidenzfeſtſälen ihre Jahresmitgliederversamm Die Fachgruppe der Töpfer des Baugewerksbundes hatte am lung. Der Fachgruppenleiter John, der den Jahresbericht gab, ging zunächst auf die beiden Lohnbewegungen im Berichts. jahr ein. Die erste Bewegung, der sechswöchige Streit im April und Mai, endete mit einem guten Erfolg. Es wurde eine Er. höhung der Attorde um 20 Broz, der Tariflöhne um 20 Pf. erzielt, wozu laut Abmachung nach sechs Wochen eine weitere Er. höhung um 5 Broz. bzw. 5 Pf. fam. Die zweite Lohnbewe. gung im Oktober, die gemeinsam mit dem Verein der Töpfer geführt wurde, hatte teinen vollen Erfolg. Sie brachte nur eine geringe Erhöhung der Löhne und Aftorde. Zum 1. November murde für die Löpferträger ein Tarif abgeschlefsen, so daß deren Löhne auch wieder tariflich geregelt sind. Die Ausgestaltung der Arbeitsvermittlung durch den Arbeitsnachweis fonnte infolge der Neuwahlen der Fachausschüsse des Landesarbeitsamtes noch nicht geregelt werden. Die Verhandlungen mit dem Landesarbeitsamt find auch bis jetzt noch nicht abgeschlossen. Im Laufe des Jahres wurden in der Fachgruppe der Töpfer 200 neue Mitglieder aufgenommen, so daß zurzeit etwa drei Viertel der Der Berliner Ofenfeger im Baugemertsbund organisiert find. Redner ging dann noch auf die organisatorische 3er Splitterung der Töpfer ein, die sich besonders nachteilig bei der letzten Lohnbewegung im Ottober ausgewirkt habe. forderte die Versammelten auf, in diesem Jahre alle Kräfte aufzubieten, die der Splitterorganisation Angehörenden von der Netwendigkeit des einheitlichen gewerkschaftlichen Zusammenschlusses im Baugewertsbund zu überzeugen. Nach einer furzen, fachlichen im Baugewerksbund zu überzeugen. Nach einer kurzen, sachlichen Diskussion wurde die alte Fachgruppenleitung einftimmig wiedergewählt und durch zwei neue Mitglieder ergänzt. Ehebruch kein Entlassungsgrund. Er Bei bem Boftamt eines Bororts ist ein Bosthelfer be schäftigt mit seiner Frau lebt er in Unfrieden. Er fängt ein Liebes. verhältnis mit einem Mädchen an und nimmt fie in seine Wohnung als Haushälterin, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte. Eines Tages findet man das Mädchen in der Wehnung des Pofthelfers als Leiche. Sie hat sich durch Einatmen von Gas selbst den Tod gegeben. Barum, das ist nicht aufgeklärt. Bei der ärztlichen NJsrael GEGR.1815 BERLIN C SPANDAUERSTRASSE* KÖNIGSTRASSE Großer Teppich- Verkauf zu extra billigen Preisen Marke Mossul Haltbare Axminster- Qualität in hübschen 135 Perser- Mustern 200cm 31.- 24045.- 200 × 67.32583.- 35099.- 300x135.Marke Schiras Besonders gute Kammgarn- Qualität in Perser- Mustern 27566.- 2383.- 325115.275 360 cm..... 320cm Vorwerk- Teppiche Tournay und Kaschar mit unbedeutenden Fehlern oder aus Bahnen zusammengesetzte Teppiche welt unter dem regulären Preise Tournay- Velours Marks Kirman mit Fransen, durchgewebte haltbare Qualität Untersuchung der Belche wird festgestellt, daß sich das Mädchen im sechsten Monat der Schwangerschaft besand. Der Mann rech net nach. Sechs Monate? Solange tannte er das Mädchen noch gar nicht. Also muß noch ein Dritter im Spiel sein. Sollte dieser Umstand vielleicht bei dem Entschluß des zur Schwermut neigenden Mädchens, sich selbst den Tod zu geben, mitgewirkt haben? Doch folche Erwägungen fennen die lieben Nachbarn nicht. Sie weifen mit Fingern auf den Ehebrecher und schreiben ihm die Schuld an dem tragischen Ende seiner Geliebten zu. Auch das Lokalblättchen berichtet über den Fall. Die Postverwaltung hält den Mann für unmürdig, in ihrem Dienst zu bleiben. Da er Betriebsobmann ist, fann er aber nicht ohne Zustimmung der Mehrheit der Belegschaft entlassen werden. Die Zu ftimmung wird verweigert. Die Postverwaltung beantragt deshalb beim Gewerbegericht, die Zustimmung zur Entlassung zu erteilen. W Auch das Gewerbegericht versagt die Zustim mung mit der Begründung: Der Beklagte gibt zu, mit dem vera storbenen Mädchen Ehebruch getrieben zu haben. Das wäre für seine Frau ein Grund gewesen, die Scheidung zu beantragen. Er würde dann als der allein Schuldige anerkannt und auf Antrag der Frau auch bestraft worden sein. Die Frau hat bisher nichts gegen den Mann unternommen. Demnach kann das Gericht nur die Frage prüfen, ob ein unfittlicher Lebenswandel" des Beklagten vorliegt, der als wichtiger Entlassungsgrund gelten fönnte. Doch nur dann, wenn das Verhältnis des Beklagten mit der Verstorbenen derart hätte, fönnte man sagen, er habe durch unfiltlichen Lebenswandel gewesen wäre, daß er ein öffentliches ergernis" erregt Grund zur Entlaffung gegeben. Dafür aber hat die Poftverwal tung feinen Beweis erbracht. Es hat sich auch nicht erwiesen, daß der Beklagte an dem Selbstmord des Mädchens schuld ist. Die Zustimmung zur Entlassung konnte demnach nicht erteilt werden. Verschlechterung im rheinisch- westfälischen Kohlenbergban Bochum, 27. Februar.( Eigener Drahtbericht.) Die Arbeitsmarktlage im rheinisch- westfälischen Steinkohlenbergbau hat sich durch die auf einigen Zechen des Thyisen Ronzerns durchgeführten Wertbeurlaubungen von etwa 3200 Mann erheblich verschlechtert. Falls in den nächsten Wochen nicht eine Besserung des Kohlenabfages eintritt, ist mit der endgültigen Entlassung dieser Arbeiter am 1. April zu rechnen. Eine weitere Verschlechterung brachte der auf, 3eche Radbod" ausgebrochene Grubenbrand, durch den zunächst die ganze Belegschaft von annähernd 4000 Mann arbeitslos wurde. Schon find weitere Einschränkungen angekündigt, sodaß auch für die Folgezeit mit einem weiteren Ansteigen der Zahl der erwerbslofen Bergarbeiter gerechnet werden muß. Die Belegschaftsziffer des gesamten rheinisch- westfälischen Steintohlenbergbaues betrug am 26. Januar 388818 gegen 396008 am 24. Dezember. Der Belegschaftsrüdgang stellt sich danach innerhalb Monatsfrist auf über 7000 Mann. Die Zahl der Feier Abjagmangels 153 838, b. h. arbeitstäglich 25 640 und wegen Be schichten betrug in der Zeit vom 14. bis 21. Februar wegen triebsstörung 585 oder 98 arbeitstäglich. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A- G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend pon 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 5. Bellage.) Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternns; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lofales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderei und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW 68. Lindenstrake 3. Sierzu 5 Beilagen, Unterhaltung und Wissen" und Aus ber Filmweit. Damenkleidung Jumper aus gestreiftem Flanell mit Knopfgarnitur Jumper aus bedrucktem Crêpe marocain.... Kleid Wollstoff aus vorzüglichem Kleid karierte Wasch4.90 idem.weißer seide m. weißer Garnitur 29.00 Frühjahrs- Mantel imprägnierte Wolle... 32.00 Frühjahrs- Mantel 17.50 6.50 Kleiderstoffe aus reinwollenem Rips 34.00 Wirkwaren Blusen u. 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Unmittelbar nach 4 lbr pollzog fich ftill unb mur von den wenigften gefehen, Jener fymboliche Aft, ber boch jebem, der ihm beiwohnte, unver geßlich lein wird. In dem Augenblic, als nach einer Abschiedsfeler im Arbeitsgimmer des Bräsidenten der Sarg die Haustür der Bräfidentenwohnung paffierte, ging die Flagge des Reichs präsidenten nieder. Der Flaggenmast blieb leer. Es mar oorbel. Bertreder aller Kontingente der deutschen Reichswehr und Marine eröffneten den Zug. Unmittelbar bahinter tam ber Sarg, überbedt von den Farben Schwarz- Rot- Gold. Als ber Rondutt in die Straße Unter den Linden einbog, war es, als ob der Buls der Hunderttausende, bie bier stundenlang geharrt, ausfette. Run Jaben, nun wußten auch fie, daß der erste deutsche präsident Genoffe be war es, der vor dem Haus des deutschen republitanische Präsident niemals wiederkommen würde. Reichstags. Boltes im Kreis der Mitglieder des Reichstages, der Diplomaten und der vielen ausländischen Parteigenoffen Friedrich Ebert die legten Borte nachrief. Und dann ertönte jenes schlichte wunderbare beutfche Boltslieb, bas bisher noch immer alle ouseinanderDonnerstag, ben Mauern entließ, der, wie bem Bolt und bem Reich auch ihr ble 5. März, als bie Reichshauptftabt ben Mann als Loten aus thren Zufumft gerettet hatte. Riemand dachte wohl in lenen erregten Lagen baran, daß im Grunde genommen des Deutschen Reiches erfter Bräfident auch des Reiches Hauptftabt hätte gur Rube bestattet werden müffen. Run war es kchon vor Eberts Labe von ihm selbst anders befchloffen worden und man rüttelte nicht mehr an feinem legten Wunsch. Nach Heidelberg, feiner Geburts und Heimatstadt ging die letzte Fahrt. Es war nur ein furzer Weg hol, aber bas tonnte niemand ahnen, daß sich dieser Weg im von der Wilhelmstraße bis zum Botsdamer Bahn Namen des Berblichenen zu einem Triumphaug für die Idee der Republit, die er bis zum letzten Atemzug vertreten hatte, gestaltete, legte Ghre erwiesen. sei. mmungenginuibnu REG Roch am 22 Februar bes vorigen Jahres ahnte man nichts. Da standen wir auf dem Domplat in Magdeburg unter den 120 000 Reichsbannerleuten, die fich, etn unüberwinblicher Ball, Dor bet Republif and threm Bräfibenten aufbauten, und hörten tief er schüttert das Treugelöbnis zu biefer Republik und ihrem ersten Präsidenten. Der Gruß von Hunderttausenden flog nach Berlin in bas stille Arbeitsgemach Friedrich Eberts. Niemand wußte, daß Gruß und Belöbnis einem fterbenden Ronn galten, der in ihnen furz vor dem Erlöschen seines Lebens doch noch die große beglückende Gewißheit hervorbrechen jab, daß er nicht vergebens gearbeitet hatte. Am Dienstag, den 24. februar 1925, brachte der„ Borwärts auf seiner ersten Selte ble Nachricht, die wie ein Betterftrabl ein Schlug: Reichspräsident Ebert Idymer erfrantt. Eine Blinddarm operation. Und dann: Die Nachricht von ber ploßchen schweren Ertrantung des Reichspräsidenten wird in den weitesten rellen des deutschen Boltes Bestürzung und tiefe Teilnahme weden." Am Schluß der Mittellung aber bieß es: Im 42 lbr morgens wird uns gemeldet, daß die Operation günftig verlaufen if Die eigen Optimisten sagten befriedigt:„ Warum soll sie denn auch nicht günftig ablaufen? Blinddarmoperation ift etwas Alltägliches!" Das war am Dienstag früh. Am Dienstag, ben 24. februar, abends börte man genaueres über die Operation, die als Schwierig bezeichnet wurbe Es lag eine Berwachung und auch schon eine Meine Berforation ( Durchlöcherung) des Darmes vor. Trotzdem, fo bieß es, ift es gelungen, die Operation noch gerade im leßten Augenblid vor der größten Gefahr vorzunehmen." Das fennzeichnete den ganzen gefährlichen Ernft der Situation. Aber die Morgenausgabe bes Borwärts vom 25. fonnte sich auf ihrer ersten Seite bereits wieder den wichtigsten Tagesfragen zuwenden und berichtete im Innenteil, daß das Befinden weiter zufriedenstellend fel. Am Mittwoch abenb und Donnerstag früh lauteten ble Nachrichten welter durchous be friedigend. Riemand abnte Unbell and ble beutschen Sozialisten und Republitaner atmeten befreit auf. Blöglich aber brach diefes Karten haus leerer Hoffnungen aufammen. Am Donnerstag, den 26. februar, abends melbete der Borwärts":„ Eberts Zustand ernst!" Es war eine allgemeine Bauchfellentzündung hinzugefommen. Die Aerzte, fo hieß es, hoffen, daß der Reichspräsident dant feiner träftigen Ronfritution ben tritischen Tag überstehen werde. Seine träftige Ronstitution! Die war einmal. Die hatte der Reichspräsident langjam Nero für Nero dem zähen unermüdlichen Ringen gegen die erbärm lichste Reaktion der Welt opfern müssen. Noch einmal fladerte die Hoffnung auf. Am Freitag morgen fonnte eine leichte Befferung in dem Befinden des Reichspräsidenten festgestellt werden. Am Sonnabend morgen fonnte von einer weiteren Befferung berichtet werden. Am Sonnabend abend, den 28. Februar, erschien der Bor märts mit einem schweren schwarzen Trauerrand und dem Bild des Reichspräsidenten: Reichspräsident Ebert ist seinen schweren Leiden erlegen." Er war am Vormittag, ohne bas Bewußtsein wiedererlangt zu haben, sanft entschlafen. An feinem Lager weilten Frau und Kinder, der Schwiegerlohn Dr. Janice sowie Staatssekretär Dr. Meißner. Die Gedenkworte für den Toten begannen mit der Ueberschrift:„ Ein Sohn des Boltes. Führer in schwerster Beit." Die Trauer des Volkes. Unb was mun tam, war so groß, gewaltig und erschütternd, daß die Well den Atem anhielt. Bereits in der Nacht zum Sonntag murde ber tote Präsident unter militärischen Ehren aus dem Sanatorium des Westens in feine Wohnung beimgeholt. Das Reichsbanner mit seinen Behntausenden säumte den Weg und hielt ihn frei. In der büfteren Blut der Fadein neigten sich die Fahnen fchwarzrotgolden vor dem toten Präsidenten, dieselben Fahnen, die noch vor wenigen Tagen fich ihm zu Ehren in Magdeburg in die Lüfte schwangen. Dann folgten Tage der Borbereitung für den 1.J. FRIEDRICH EBERTS strebenden Deutschen auf Minuten geeinigt hat: h hatt einen Kameraben!" Weiter ging der Bug und überall, wo er passiert war, schloffen fich die barrenden Vereine an. Rot, glutendes Rot warfen dazwischen. Die farbigen Banner der Gewerkschaften folgten, auch bie Bartelflaggen über die Straße. Schwarz- Rot- Gold weit und breit die der Handwerkervereine, von denen nicht wenige dem Toten die Ehrenvolle Heimfahrt. Bo ging es unter den Rängen ber Trauermärsche tab bem bumpfHallenden Wirbet der Trommeln zum Potsdamer Bahnhof, wo der Sarg für furge Seit auf hohem Katafalt aufgestellt wurde. Die Züge marschierten vorbel. Die Treptower Bartelorganisation mit dem roten Banner zuerst, denn Friedrich Ebert hat viele Jahre mit feiner Familie in Treptow, Defreggerstraße 20, gewohnt. Dann wurde der Garg vom Bobest genommen und in die Bahnhofshalle getragen. Die Söhne Eberts und die bewährten Kampfer an feiner Sette gaben das Geleit. Um 6,35 Uhr hebt der diensttuende Beamte ble Signalfcheibe. Der Bug fett fich langfam in Bewegung. Friedrich Ebert verließ Berlin für immer. Um 8 Uhr erft famen die legten Züge der Trauernden am Bahnhof vorbei. Am Abend veranstaltete die Partei brei große, würdig verlaufene Bebentfeiern. Bereits in den Tagen zwischen Tod und leberführung hatte die fozialdemokratische Stadtverordnetenfrattion, einen Antrag einge bracht, eine bedeutende Straße nach Friedrich Ebert zu benennen. Die Straße, durch die er heimzog, die ehemalige Budapester Straße, heißt heute Friedrich Ebert Straße Auf derfelben Biele in Treptow, auf der Ebert einft zu ben Maffen gesprochen, werden wir heute wiederum stehen und seiner gedenten. Es ist aber gleichzeitig heute der Tag des Gedentens für alle deutschen Zoten des Weltfrieges. Auch Ebert und seine Frau hatten dem Krieg zwei blühende Söhne geopfert, und schließlich ift er felbft gefallen wie ein Feldherr des alten großen Stils im Angesicht des Feindes, bis zum letzten Atemzug treu der Pflicht. Wir werden auf der Wiese von Treptom fteben und die Häupter entblößen. Wir werden wieder die Schmerzlichen Worte formen: Ich hatt' einen Rameraben!... Leb wohl, Kamerad Ebert!" Aber unser letter Gebante muß der Zeit, ber Zutunft und unferem Bolt gehören: Hoch die Republif! ишкийде wwwwww Die Affäre des Landgerichtsdirektoes. Jürgens, das Opfer feiner Frau? Die Untersuchung der Stettiner Polizeibeamten und der Stargarder Kriminalpolizei gehen noch weiter, ohne daß bisher ein Abschluß der Ermittlungen festgestellt werden tonnte. Vor allem richtet sich das Interesse der Kriminalbeamten auf den Einbruch, der in der Wohnung des Landgerichtsdirektors in der Jobst straße verübt worden war. Es hat so den Anschein, als ob die Stargarder Polizei bereits furz nach diesem Diebstahl Berdacht geschöpft hat, denn man bewachte damals das Haus, und als etwa eine Woche später in einem Stallgebäude ein Brand ausbrach, murde eine sehr eingehende Untersuchung geführt, an deren Ende man allerdings wiederum zweifelhaft wurde, denn man glaubte bamals, daß die Angehörigen eines furz vorher verurteilten Mannes einen Racheaft versucht hätten. Dagegen wird Frau Jürgens faft von allen Selten be. ( aftet, während man dem Landgerichtsdirektor ein günftiges Zeugnis ausstellt. Die Ansicht der Kreise, die mit dem Ehepaar in Berührung gekommen sind, geht dahin, daß Landgerichtsdirektor Jürgens von dem Treiben seiner Frau selbst wohl nichts gewußt hat, und daß er andererseits, als ihm Klagen zu Ohren tamen, zu schwach gewesen ist, energisch einzugreifen. Frau Jürgens mietete Frau Jürgens mietete zum Beispiel, ohne ihren Gatten zu fragen, in der kleinen Stadt eine Etage mit fieben 3mmern, blett fich zwei Hausmädchen nd trieb persönlich einen Aufwand, der mit dem Einmen ihres Batten, das damals 660 m. monatlich betrug, niemals in Einklang zu bringen war. Frau Jürgens errichtete für ihren Mann bei der Stargarder Stadtbant ein Ronto, über das sie allein verfügte, und es ist bezeichnend, daß der Landgerichtsdirektor, ob. wohl das Banffonto doch auf seinen Namen lautete, niemals felbft Abhebungen oder Einzahlungen vorgenommen hat. Jürgens hat, wie von bestunterrichteter Seite behauptet wird, immer einen gewissen Abscheu vor geschäftlichen Dingen gehabt und hat auch die Abrechnungen, die ihm von dem Bankinstitut geschickt wurden, felbft nie unterzeichnet. Die finanzielle Bedrängnis wurde aber in der legten Zeit so groß, daß Frau Jürgens faft bei allen Geschäftsleuten in der Stadt mehr oder weniger große Schulden hatte. Sie griff schließlich zu dem verzweifelften Mittel, Scheds ohne Dedung auszugeben, und bezeichnend für die Lage der Frau war es, daß bei der Stadtbant folche Sched's vortamen über Beträge von 5 bis 20 m. Der Leiter der Stadtbant machte fchließlich Landgerichtsdirektor Jürgens auf dieses Treiben feiner Frau aufmerffam und Jürgens versprach, nach Möglichkeit dafür sorgen zu wollen, daß seine Gattin derartige Manipulationen unterließ. Die Gesamtschulden der Familie in Stargard beliefen fich auf etwa 5000 bis 6000 m. Gegenwärtig ist die Polizei bemüht, festzustellen, ob Frau Jürgens wirklich wertvolle Schmudgegenstände besessen hat, da sie bekanntlich nach dem Einbruch in ihrer Stargarder Wohnung die Versicherungsgesellschaft dafür in Anfpruch genommen hat. Die zahlreichen früheren Freunde des Ehe paares find im Laufe des gestrigen Sonnabends über diesen und andere Puntte bereits vernommen worden, doch dürften die Er mittlungen frühestens in der nächsten Woche zum Abschluß gelangen. Fünf Jahre Freie Schulgemeinde. Eine Feierstunde in den Pharusfälen. Die Freie Schulgemeinde Berlin- Webbing be steht nunmehr fünf Jahre. Aus diesem Anlaß lub fie alle ihre Freunde am Donnerstagabend zu einer Fest versammlung in die Pharusfäle in der Müllerstraße. Der Saal war voll besetzt. Die Erschienenen wurden vom Genossen anger begrüßt. Genoffe Schröter führte dann in seiner Feftrede näher in den Sinn des festlichen Tages und den Geift der Bewegung, die es zu feiern galt, ein. Er beleuchtete den Kampf um die weltliche Schule fomohl in politischer als auch kultureller Beziehung, er Schilderte die Hartnädigkeit, mit der dieser Kampf gegen die dunklen Mächte der Reaktion heute noch notwendigerweise geführt werden müffe, er forderte weiterhin start fte Attivität der Elternchaft, ohne die der Gedanke der weltlichen Schule, die eben eine Lebensschule sein folle, niemals Vollendung finden tönne. Genoffe Schröter warnte vor der Ansicht, daß die freie Schule irgendwie einer bestimmten Bartei dienstbar fein fönne, das fel weder möglich noch notwendig. Wenn selbständig dentende und frei fühlende Kinder erzogen würden, wüchse ohnedies ein Geschlecht heran, das in der Lage sei, die Not des Boltes flar u fehen und Mittel zu finden, die zu deren Beseitigung beitrügen, und der Verlauf des Abends bewies deutlich, daß die Freie Schulgemeinde Wedding mit ihrer Arbeit bereits weit mehr erreicht hat, als die Propagierung eines schönen, aber legten Endes doch nur theoretischen Programms. Der Beifall wollte nimmer aufhören " fabrizieren. Wor Reiber werben 0, 50 mb an 11. pre| Sind geboten, eine Durchschnittsichürze foll 2 bis 2,40 t. bas Dußend an Arbeitslohn an den Zwischemneister gewährt werden, für Herrenhofen 75 bis 80 Pf. pro Stud. Daß dabei der in dem Gesez vorgesehene Heimarbeiterschutz illusorisch ist, bedarf feines näheren Beweises. Die meisten Diskussionsredner standen auf dem gesetzlich qualifiziert werden müßten. Das Ziel muß jedoch sein, Standpunkt, daß die 3 wischenmeister als Arbeitgeber daß Heimarbeit und zwischenmeister überhaupt aus unserer Wirtschaft verschwinden und daß die Herstellung von Waren durch die Fabrikanten in Eigenbetrieben erfolgt. Bis dieses Ziel erreicht ist, muß wenigstens darauf gesehen werden, daß unter den Streitigkeiten der Zwischenmeister mit den Fabrikanten die be tlagenswerten Heimarbeiter nicht zu leiden haben. Umlage für die Grundvermögenssteuer. Für März höchstens 2 Proz. der Friedensmiete. Die Miete für März ist, wie wir bereits mitteilten, nicht er. höht worden. Neben der festen Miete hat der Mieter aber noch eine den Monat Februar 1926 beträgt die Umlage 100 Broz, für den Umlage für Grundvermögenssteuer zu zahlen. Für Monat März 1926 jedoch nur 50 Proz. der Grundvermögens teuer. Diese 100 Broz. und 50 Broz. der Grundvermögenssteuer werden nach dem Maßstabe der Friedensmieten umgelegt. Der Umlagebetrag beläuft sich für Februar auf höchstens 4 Pro3. für März auf höchftens 2 Pro3. der Friedensmiete. Es wird jedoch davor gewarnt, dem Vermieter ohne weiteres 4 Broz bgm. 2 Broz als festen Satz zu zahlen, weil wahrscheinlich in den allermeisten Fällen der genau errechnete Umlagebetrag erheblich geringer fein wird als 4 Bros. bzw. 2 Broz der Friedensmiete. Benn zum Beispiel die Friedensmiete 100 m. monatlich beträgt, dann wären nach dem heutigen Saz 84 M. Miete plus 2 M. Mietsumlage zu zahlen, zusammen also 86 M. Der Prozeß v. Lühow. Der Angeklagte erläutert den Prügelbegriff Trommeffeuer". Auf eine Frage des Rechtsanwalts Dr. Stemmler nach der Rittagspause erwiderte der Staatsanwalt furz, daß er feine Anträge zu stellen babe. Es ist daraus zu folgern, daß die Staats. anwaltschaft die Anflage in sämtlichen 75 Fällen aufrechterhält. Su Anfang der geftrigen Berhandlung tam es zunächst zu einer Auseinanderseßung zwischen den Berteldigern v. Lugows und dem Sachverständigen Dr. Placzet über den Widerspruch, der darin liegt, daß v. Lützow von sich behauptet habe, er sei geschlechtlich normal, während Medizinalrat Dr. Störmer fein schriftliches Gut achten, das er für den Untersuchungsrichter erstattet hat, mit den Worten beginnt: Der Angetlagte o. Lugow ist unzweifelhaft homosexuell Das Gericht lehnt jedoch fämtliche Anträge der Berteidigung, die sich auf diese angeblichen Wider Sprüche beziehen, ab. Die Beweisaufnahme wandte fich nun einem zu. Der Angeklagte v. Lügen erflärte, daß er zu dieser wichtigen wichtigen neuen Abschnitt, dem Prügeln der Borschüler, Frage zunächst seinen Standpunkt darlegen müsse. Die Vorschüler feien ein ganz anderes Element in einer Erziehungsanstalt als die größeren Schüler. In Boffen sei ihm aufgefallen, daß im Unterricht der Borschule start geschlagen wurde, und er habe Strafregister eingeführt. Die sämtlichen Barschüler ftanden auf 5 in der Benjur und demnach hätten alle Schüler figen bleiben müssen. Deshalb habe er zu Strafen greifen müffen. Er babe aber nicht mechanisch bet jeder Bler" oder Fünf gefchlagen. Es sel sein Grundlag geDas jogenannte Trommelfeuer bebeutete nicht eine schwerere mejen, die fleinen Jungen fo milbe wie möglich zuschlagen. oder schmerzhaftere Büchtigung der Kinder, fondern es sollte nur in dem fleinen Jungen das Gefühl ermeden, daß er geschlagen fei. Das Trommelfeuer sei ein schnelles Schlagen aus dem Handgelent. Es wurde dann eine Reihe von Jungen, vorwiegend Bor. schüler, vernommen. Diese Zeugen machen, ebenso wie der größte Teil der an den vorhergehenden Tagen vernommenen ehemaligen Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 28. Februar. Zu Uhr vorm.: Morgenfeier. 12 Uhr mittags: Uebertragung aus dem Plenarsitzungssaal des Reichstages. Gedenkfeier. 1,30-2.30 Uhr nachm.: Die Stunde der Lebenden. 1. A. Schönberg: a) Traumleben, b) Schenk' mir deinen goldenen Kamm, e) Mädchenlied, d) Waldsonne, e) Erhebung( Nora Pisling- Boas, Sopran; am Flügel: Theophil Demetriescu). 2. F. Poulene: Ausflüge. Im Auto Pferd-Im Boot- Im Flugzeug Im Autobus- In der Droschke zu Fuß Im Postwagen( Theophil Demetriescu, Klavier). 3. Strauß: a) Breit' über mein Haupt, b) Die Zeitlose, c) Du meines Herzens Krönelein, d) Ach Lieb, ich muß nun scheiden, e) Heimkehr( Nora Pisling- Boas). 4. E. v. Dohnanyi: Aus dem Winterreigen: Widmung Sphärenmusik Morgengrauen Um Mitternacht( Theophil Demetriescu). 3 Uhr nachm: Major D. Dr. Claessens: Unsere Kriegsblinden. 3.30 Uhr nachm.: Goldhärchens Hochzeit aus Goldhärchen und Funkheinzelmann", von Hans Bodenstedt, erzählt vom Funkheinzelfür das, was von der Bühne herunter geboten wurde. Der Sprechchor aus der Schule in der Pantstraße brachte in aus. gezeichneter Stimmschulung den aus dem Englischen überseßten Psalm der Arbeit zum Vortrag, ein großes Schüler orchester, das die Schule in der Gothenburger Straße gestellt hatte, erfreute durch mehrere Musikvorträge. Mit Begeisterung murben natürlich auch die theatralischen Darbietungen, die bei vielen hübsches Talent, bei allen aber große Freude am Spiel erkennen ließen, aufgenommen. mann. Neben anderem gab es, dargestellt von Kindern der Gemeindeschule am Leopoldplak, das Spiel zu fehen Bom Schulmeister Neunmal gescheit, das einen Teil einer von den Kindern selbst vorgenommenen dramatischen Be arbeitung eines Schelmenromans darstellte. Schwer zu sagen, wo die Freude größer war: bei den Kindern auf der Bühne oder bei den Eltern und Freunden im Saal. Bestimmt aber, daß der Abend einen prächtigen Beweis bot für die positive erfolgreiche Arbeit der Freien Schulgemeinde Berlin- Wedding. Die Angemeffenheit der Hotelzimmerpreise. Nach einer Mitteilung, die der Reichswirtschaftsminister fürzlich an sämtliche Landespreisprüfungsstellen hat ergehen lassen, sind viel fach Klagen über die Unangemeffenheit der 3immer. preise in den Hotels bei dieser Reichsbehörde eingelaufen. Die mittleren und örtlichen Preisprüfungsstellen sind nunmehr angewiesen worden, zu prüfen, ob insbesondere der Fortfall der Reichs. beherbergungssteuer am 1. August und der tommunalen Bohnsteuer ab 1. Oftober eine entsprechende Berücksichtigung bei der Bemeffung der Zimmerpreise in den Hotels gefunden hat. Ueber das Resultat diefer Feststellungen soll der Landespreisprüfungsstelle für den Freistaat Breußen bis 1. April d. J. Bericht erstattet werden. Die Nachprüfung ist in der Tat sehr notwendig, denn Don einer wefentlichen Ermäßigung ber Bimmerpreise in den Hotels verspürt man vielfach noch recht wenig. Die Notlage der Zwischenmeifter. Die Spizenorganisation der 3 wischenmeister im Be. leidungsgewerbe, der neugegründete Reichsverband des Lohngemerbes der Deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, hatte zu Sonnabendnachmittag eine Rundgebung im Saalbau Fried richshain veranstaltet, um vor der Deffentlichkeit seine Notlage und seine Forderungen zu vertreten. Die beiden Referenten Drews und Hochfeld legten dar, daß in dem Hausarbeitsgejeg eine Stellung für die Zwischenmeister nicht verantert sei. Die 3wischenmeister be fchäftigen aber 98 Proz. der Heimarbeiter, die Fabrikanten nur 2 Broz. Es muß auch den Zwischenmeistern die Tariffähigkeit ge währt werden, denn von ihrer Bezahlung hängt legten Endes auch die Bezahlung der Heimarbeiter ab. Zum Beispiel bekommen heute bie Zwischenmeifter für die Arbeit von ein Duhend Damenhemden 1,20 bis 1,80 mt., für das Dugend Herrenoberhemben, bie pro Stüd zu 6 Mart und darüber vertauft werden, 3,60 bis 4,80 Mr. Arbeitslohn, den Zwischenmeistern des Erzgebirges, die ragen herstellen, wird das Angebot gemacht, das Dußend für Marsch Der Gabler des Angeklagten, einen durchaus frischen und offenen Ein brud. Ein 12jähriger Knabe, der viermal von dem Angeklagten ge prügelt worden ist, erklärt: Ich habe mich in der Anstalt immer mohlgefühlt und würde auch jezt gern wieder hingehen. R.-A. Dr. Ballentin: Sind dir Schläge lieber oder Arrest? Beuge: Schläge. Verteidiger: Weshalb? Beuge: Das ist nicht so hat es mir sehr gut gefallen, denn wir hatten Freiheit im Spiel langweilig.( Heiterkeit.) Ein weiterer Zeuge sagte aus: Eigentlich Die Hiebe waren auch nicht so schlimm, wenn sie auch Striemen hinterließen; denn Vater schlägt viel fräftiger. Sunge hat sechsmal Prügel bekommen. Nach den Schlägen wurde der Junge, wie er weiter angab, auf den Schoß genommen und geftreichelt. Der fleine Klaus R. meinte, daß die Schläge nicht so chlimm waren, aber einmal sei er ungerecht geprügelt worden. Die Jungen hätten sich verabredet, sich, wenn der Dr. v. Lühow ans Bett tomme, schlafend zu stellen, um feinen Schmeicheleien au entgehen, da es ihnen unangenehm war. Auf die Frage, weshalb, erwiderte der Zeuge: Weil er so aus dem Munde roch. Beuge: Ja. Vorf.: Warst du auch einer? Beuge: Nein. Zwischen ( Große Heiterfeit.) Bors.: Hatte er sogenannte Lieblinge"? durch wurden mehrere, jegt 18- und 19jährige ehemalige Schüler bernommen. Der eine beschwerte sich über die viele Prügel. Einmal habe er Schläge bekommen, weil er Aepfel vom Baume ge ftohlen habe. Es gab 25 Hiebe, die abgezählt wurden. Nach dem Echlagen nahm von Lüßow den Jungen auf den Schoß und ftreichelte ihm Haar und Bange. Der Junge sträubte sich aber da gegen, weil er sich als Sechzehnjähriger für dieſe Hätscheleien schon zu groß fühlte. Die Berhandlung wurde dann auf Montag früh 8 Uhr vertagt. Die Frauen und der Volksentscheid. Eine Konferenz der Kretsleiterinnen und Funt. tionärinnen, die in den Sophien- Sälen stattfand, beschäftigte sich mit der Frage der Frauenbeteiligung am Volksentscheid. Zu diesem Thema hielt Genoffin Todenhagen das Referat. Sie mies darauf hin, daß es Pflicht jeder Frau sei, ihren Namen in die Listen für das Boltsbegehren zu sehen, wenn ihr das Wohl ihrer ( amten Bolte nötig. Die Sozialdemokratie ist zwar die Urheberin Famille am Herzen liege. Hier sei umfaffende Aufklärung im gedieses Unternehmens, aber weit über den Rahmen der Partei hinaus handelt es sich hier um eine Angelegenheit des ganzen Boltes, gleich, welches politischen und religiösen Glaubens der einzelne fei. Unsummen haben uns die einstigen Herrscher, denen mir unsere Berelendung danken, schon gefoftet, Milliarden wollen fie noch weiter aus dem hungernden Bolf herauspressen; Ländereien und Schlösser, die unsere unterernährten Kinder, unsere Schwachen und Alten den notwendigen Erholungsort bieten tönnten, begehren fie für sich. Hier ist umfassende Aufklärung in allen Volksfreisen nötig, besonders unter den Frauen, bei denen in manchen Schichten nur zu leicht eine falsche Sentimentalität Play greift. Keiner dieser abgesetzten Könige und Fürften wird hungern, denn neben ihren Privatvermögen haben es alle längst verstanden, Summen aus der Republik herauszuholen, die gereicht hätten, zahllose Familien vor dem wirtschaftlichen Elend zu bewahren. Jetzt muß es genug sein. Die Frauenkonferenz und die Frauenwoche, die als Propagandaaltion für die Fürstenenteignung jetzt stattfindet, muß alle Frauen aufweden, daß sie ihre Pflicht wissen und tun: sich nach Kräften einfeßen für den Boltsentscheid! Margarete Wengels fiebzigjährig! Unfere in der Berliner Parteibewegung und namentlich in der Berliner Arbeiterinnenbewegung befannte und verdiente Genossin jahr. Genoffin Wengels gehört zu denen, für die das Wort„ Leben Margarete Bengels vollendet heute ihr siebzigstes Lebens. heißt lämpfen" besondere Geltung hat; denn ihr ganzes Leben war fteter Kampf. Kampf um des Lebens Notdurft, Kampf um den Aufstieg des Proletariats, Kampf um die Befreiung der Frau aus geistiger Knechtschaft, Kampf um eine von allen Schlacken der Reaktion gereinigte Schule für die deutsche Arbeiterjugend I das war und ist Inhalt und Zwed ihres Lebens. Dieser ständige Kampf Schärfte ihre Waffen, die sie noch heute zu ge brauchen weiß. Am 29. Februar 1856 in Krefeld( Rheinland) als viertes Rind einer armen Weberfamilie geboren, mußte Margarete schon in zartester Jugend die Proletariernöte austoften. Das noch schulpflichtige Kind wurde in die harte Fron des Kapita fismus gespannt. Herangereift, fchloß Margarete einen Ehebund mit dem gleichgesinnten Genoffen Robert Wengels, der später durch sein Wirken im alten Reichstagswahlkreis Berlin IV bekannt geworden ist. Als das Schandgesetz gegen die Sozialdemokratie mit ganzer Schwere auf der Arbeiterbewegung lastete, hielt Margarete Wengels fich nicht furchtfam beiseite. Schulter an Schulter mit bewährten Genossen nahm sie den Kampf auf, und der findigen" Polizei schlug sie so manches Schnippchen. Darum durfte Genossin Bengels dann auch für einige Beit die sichere Staatspension" beziehen und in stiller Abgeschiedenheit fich auf weitere Kämpfe vorbereiten. Als fie der Freiheit" wiedergegeben wurde, blieb ihre Lebensauf. gabe und ihr höchftes Ziel die Aufrüttelung der Prole. farterfrauen. Im Jahre 1896 wurde Margarete Wengels Don den Berliner Genoffinnen zur Vertrauensperson für Berlin gewählt. Der Weltkrieg schlug auch ihr schwere Wunden zwei ihrer Söhne fielen als Opfer. Beharrend im Kampf für ihre Ideale suchte Genessin Wengels den bitteren Berlust zu überwinden. heute roirft fie besonders auf tommunalem Gebiet. Einige Jahre hat sie der Stadtverordnetenversammlung als Mitglied an gehört, als Bezirksverordnete ist sie im Bezirk Friedrichshain noch heute auf dem Posten. Im Groß- Berliner Bezirksvorstand der biet allezeit Beachtung und Anerkennung. Der alte kampfes. SPD. finden ihre reichen Erfahrungen auf organisatorischem Ge mut ist der noch rüftigen und geistesfrischen Rämpferin bis in ihr Greifenalter hinein erhalten geblieben. Möge er ihr weiter erhalten bleiben. 4 Uhr nachm.: Einfüh.ung zu der Oper Hans Heiling" am 1. März. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 7 Uhr abends: Dr. Gerhard Schacher: Die wirtschaftliche Bedeutung der Randstaaten( Litauen, Lettland und Estland). 7.30 Uhr abends: Siegfried Jacobsohn: Einführung zu dem Sendespiel Gyges und Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 10. Veranstaltung. Gyges sein Ring". 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Schauspiel. und sein Ring", Tragödie in fünf Akten von Fr. Hebbel. Musik von Walther Bransen. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Kandaules, König von Lydien: Werner Krauß; Rhodope, seine Gemahlin: Fritta Brod; Gyges, ein Grieche: Lothar Mathel; Hero: Rose Lichtenstein; Lesbia: Edith Fritz; Thoas: Ferdinand Bonn; neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sport- a ch f.( frühere Vorwärtsbuchhandlung), Lindenstr. 2, ihr SchauKarna: Meinhard Maur; Volk. Anschließend: Bekanntgabe der Zu Eberts 1. Todestag hat die Buchhandlung 3. H. W. Dieß nachrichten, Theater- und Filmdienst. fenfter dem Tag entsprechend ausgeftaltet. Aus schwarzem HinterMontag, den 1. März. grund, von zwei Lebensbäumen eingerahmt, tritt wirkungsvoll das erstmalig hier ausgestellte, von dem Berliner Maler Peter Paul Conrad gemalte Porträt des Reichspräsidenten Ebert in Lebensgröße, hervor. Dieses Originalgemälde ist sicherlich eines der wenigen, wirklich lebenswahren Bilder unseres verstorbenen Ge nossen. Auch der hier schon besprochene Reichsdruck sowie andere Bilder Eberts find dort erhältlich. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Fran. 4.30 Uhr nachm.: Novellen von Hans Land: 1. Der Kastellan. 2 Gedämpfter Jubel. Gesprochen vom Dichter. 5.15-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy kurse). 6.35 Uhr abends: Abteilung Landwirtschaft. Br. Dürigen: Kauffman. 6.35-7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( BildungsDie Zucht des Großgeflügels( Gänse, Enten, Puten)". 7 Uhr abends: Abteilung Sprachunterricht. Französisch( Professor O. Colson). 7.30 Uhr abends:( Hochschulkurse). Abteilung Kunstwissenschaft. Geh. Reg.- Rat Professor Dr. Waetzold: Deutsche Meister in der Nationalgalerie. Adolf Menzel. 8-10 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung: Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 29. Veranstaltung. Die romantische Oper Hans Heiling. von Heinrich Marschner. Mit Ueberleitungsmusik von Clemens Schmalstich. Dirigent: Georg Czéll von der Berliner Staatsoper. Die Königin der Erdgeister: Dorothee Manski: Hans Heiling: Max Spilcker; Anna, seine Braut: Grete Stückgold; Gertrude, ihre Mutter: Therese Rothauser; Konrad, burggräflicherweise überraschend hochwertige, künstlerische Leistungen. Leider zeigt Leib- chütz: Karl Jöken: Stephan, Schmied des Dorfes: Bernhard Köhler Erdgeister, Bauern und Bäuerinnen Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle. Leitung: KonzertKönigswusterhausen, Montag, den 1. März. meister Franz v. Szpanowski). 3-3.30 Uhr nachm.: Universitätsprofessor Dr. Litt ,, Leipzig: Schule. Staat, Weltanschauung. 3.30-4 Uhr nachm.: Universitätsprofessor Dr. Lütt, Leipzig: Organisationsfragen. 4-4.30 Uhr 4.30-5 Uhr nachm.: Frl. Hesse: Frühlingsarbeiten im Hühnerhof. nachm.: Prof. Dr. Schoenichen: Naturschutz und Heimerziehung. Vorarbeiten für den Nachwuchs. 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Berlin. Jubiläumsausftellung im Lettehans. Seit fechzig Jahren besteht der Lette- Verein, dem einft von seinem Gründer, Adolf Lette, die Aufgabe gestellt wurde, das weibliche Geschlecht zur Erwerbsfähigkeit zu erziehen. Daß der Verein diese Aufgabe auch heute noch gut erfüllt, beweist die Ausstellung von Schülerarbeiten, die jetzt anläßlich seines fechzigjährigen Jubiläums in den Räumen des Lettehauses am Bittoria- Luise- Plaz stattfindet. Was die Schülerinnen der ver. fchiedenen Berufsklassen hier in durchschnittlich dreijähriger Lehrzeit erreichen, ist erstaunlich. Entwürfe und Ausführungen aus den Mode, Butz, Photographie- und Kunstgewerbeschulen zeigen stellendie Ausstellung feine Arbeiten derselben Schülerinnen aus ver schiedenen Jahrgängen ihrer Ausbildung, was ohne Frage eine außer ordentlich interessante Uebersicht geben würde. Auch alle anderen laffen der Schule sind in dieser Ausstellung vertreten, in der präh. tig eingebundene Bücher die lockende Aufmachung geistiger, sicherlich geschmackvolle" Torten und Speisen die leiblicher Nahrung repräsentieren. Statistische Darstellungen werden von den faufmännischen Schülerinnen gezeigt, mitroffopische Präparate, wissenschaftliche Zeich nungen und Photographien von den wissenschaftlichen Klaffen. Der Besucher nimmt aus dieser beachtenswerten Ausstellung ohne Frage den Eindruc t, daß die jungen Menschen, die der Lette- Berein nach abgeschlossener Ausbildung ins Leben entläßt, dann auch be. fähigt find, ihre Frau" zu stehen. poftfcheck- Nummer 48743 Berlin Ein Autobusbrand, bei dem durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr die Explosion des Benzinbehälters glüdlicherweise per. hindert wurde, ereignete sich gestern nachmittag um 5 Uhr in der Hauptstraße in Schöneberg. Der Wagen IA 12802 der Linie 5 geriet infolge Fest rennens der Antriebbremse in Brand. Die alarmierte Feuerwehr löschte den Brand. Von den Fahrgästen wurde glücklicherweise niemand verlegt. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. Es handelt sich offenbar um einen Wagen älteren Systems, und die Direktion sollte darauf achten, derartige betriebsunfichere Wagen aus den Bertehr zu ziehen. Der Funkball in der Hafenhelde, der gestern abend für prosaische Gemüter in den Riesenhallen der Neuen Welt", für phantasiebegabte Berliner aber auf den grünen Matten der bayerischen Alpen stattfand, ergab derbes Gemisch Don vieltausendstarker Menschenmenge, faft gefährlicher Hize, Enge und ungewöhnlich dumpfer Höhenluft, lautem Musitspiel, Gefang und Bejodel und pausenlosem Getanze, Gehopse, Geschiebe und Gedränge. Zwischen hinein gab es luftige, fünstlerische Darbietungen und das feierliche Ereignis der Einweihung einer Funkstation auf der Zugspize. Als man morgens um fünf Uhr den Sprung in den frischen Tag tat, hatte man nur Schönes und Angenehmes in der Erinnerung an des Boltes großer Radionacht. Die Eröffnung der Dental- Ausstellung durch den Berbands. vorfizenden Berthold Schneider versammelte eine stattliche Zahl von Ausstellern, darunter inländische, wie auch ausländische Firmen. Mit Bergnügen tonnte man feststellen, daß sich diese Veranstaltung, die diesmal zum vierten Male stattfand, innerhalb der lezten Jahre bereits um das Fünffache vergrößert hat. Der Besuch der Ausstellung bietet für den Fachmann, wie auch für den Laien vielerlei Intereffantes. Man findet hier sämtliche zahnärztlichen Einrichtungsgegenstände, Medikamente, Instrumente und überhaupt alles, was auf dem Gebiete der Zahnheilkunde von Bedeutung ist. Eine Reife wertvoller Berbefferungen und Neuerungen( so unter anderem die Diamant- und Rupfer- Schleifmaschine) legen Zeugnis darüber ab, daß die deutsche Zahntechnik hervorragendes zu leisten vermag. Zirkus Hagenbed in Berlin. Im Norden Berlins, in der Müllerstraße, fand unter großem Andrang des Publikums die Er. öffnungsvorstellung statt. Das große und vielseitige Programm bewies, daß das Unternehmen nicht nur eine große Raubtierdressur schau ist, sondern auch auf artistischem Gebiet gutes leisten fann. Erwähnt seien die sieben Königstiger, die 8 Berberlöwen und die 20 Eisbären, fowie die 4 großen indischen Riesenelefanten, die von den Dompteuren Friz Fischer, Herbig und Ernst Schuh vorgeführt wurden. Als selten schöne Dressur gelten die 6 andalusischen Schimmel. Auch Herold, der italienische Bollbluthengst, der in allen Gangarten ven Jean Bono geritten wurde, fand großen Beifall. Als gute Schleuderbrett- Akrobaten zeichneten sich die sieben Agustinos besonders aus. Auch das spanische Clowntrio Hermanus Bar raceta fand großen Applaus. In ihrer Entkleidungsszene am hohen Trapez gefiel Ellen Wissel Levator. Auch der Erschupo" Buchna a la Breitbart gefiel trop bedrohli.her Konkurrenz. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonnabend, den 13. März abends 7%, br, im ebemalgen Herrenhause, Letpatger Str. 8, weiter Bor trag der Freien sozialistischen Hochschule. Vortragender Prof. Lederer. Heidelberg, Thema Die Krise des Britischen Welt. reiches. Preis der Karte 50 Pf. Sonntag, den 7. März, nachmittags pünktlich 3% Ubr, im großen Saal der Philharmonie, Bernburger Str., legte Veranstaltung Internationale Voltstänge und Voltslieder. Alte und neue Zanze( Ariegertänze, geistliche und hösische Tänze, bolkstümliche Tänze). Preis der Karte 1,20 M. Sonntag, den 14. März. ift das Ronto, auf das man freiwillige Beiträge für den energischen Abwehrkampf gegen die Babsucht der Fürsten einzahlt. Bezirksverband Berlin der SPD. g. A.: Alex Pagels. vorm. pünktlich 11%, br, im Großen Schauplelhaus, Rarite, ierte Proletarische Feierunbe Aufgeführt wird das Chorter! für alle Veranstaltungen sind in den bekannten Bertausstellen zu haben. Weltenwende von Franz Rothenfelder. Preis der Karte 1 R. Starten Das Rabarett der Funffreunde im Metropol Bartet hat für Monat März den beliebtesten Rundfuntfänger Billets zu einem ganz hervorragendes Programm geboten wird. Gaftspiel gewonnen und weitere 10 Attrattionen verpflichtet, so daß ein Jugendveranstaltungen. Alle Jugendgenoffen beteiligen fich an der Ebert- Gebächtnisfeier heute, Sonntag, nachmittag 4 Uhr auf der großen Spielwiese in Treptow. Heute, Sonntag, den 28. Februar: LEFFEFFLE FEITHITHITHITHIUMPHLET Fauition& rschulung 2. Schulungstag sormittags 10 the im Jugendheim Lindenftr.& Thema: Einführung in bie allgemeine wiffenfchaftliche Biterature". Referent: Genoffe Marquardt. Erscheinen ber Bibliothebare, Werbebestrtsleiter und Abteilungsleiter in Bicht. Reukölln V: Besichtigung des Antikriegsmuseums. Treffpunts: 10 ur Sermannplah, Apotheke. Werbebezirk Kreuzberg: 7 Uhr Jugendheim Lindenstr. 3. Feler zum Gedächtnis der Revolutionsgefallenen. Barteigen offen find betalich eingeladen. Berbebezirk Schöneberg: 8 Uhr Jugendheim Hauptftr. 15( Maison de sante). Friedrich- Ebert- Gedächtnisfeier. Alle Abteilungen des Werbebezirks beteiligen fich an der Feier. Werbebezirk Renton: 6 Uhr Ueben im Selm Rogatite. 58. e Genoffen, die mitmachen, müffen bestimmt und pünktlich erscheinen. Schöneberg 1: Jugendheim Baupt- Ede Rubensstraße. 6 Uhr Funktionärt Morgen, Montag, den 1. März, abends 7% Uhr: Achtung, Abteilungsleiter! Die Märafeteriarten müffen anbedingt ab gebolt werden. Karten zuz Broletarischen Feierstunde am 14. Mära find sum ermäßigten Breise im Jugendfekretariat erhältlich. Belmbolarlag Bankwig: Beim Genoffen Wenzel Funktionärverfammlung. Schule Eberswalder Str. 10. Sigung der Arbeitsgruppe. Werbebezirk Neulonn: Jugendheim Nogatstr. 53. Berbebestrfs- Bornandokung wichtige Tagesordnung. Lichtenberg- Mitte: Der Kurfus Die Entwicklung bes Rapitalismus, te ferent Bruno Neumann, fällt umständehalber aus, Geschäftliche Mitteilungen. Rehn Damenvorträge Eber Franenleben hätt Debar Boeller, Direktor ber Boltslichtheilanfbalt, vom 1. bis 12. Mära. Näheres fiebe Inserat la heutiger Nummer biefer Zeitung. 3m März weit unter Breis verbauft bie Firma Teppich- Bursch, Spandaner Straße 82, einen Baggon Qualitätsteppiche. Es ist au raten, von diefem felten günstigen und ganz enorm billigen Angebot recht bald ausgiebigen Gebrauch zu machen. 3m Tepptd- Spestalbaus mit Befeare. fett 44 Sabren ane Dranienfe, 158, Amit Ende rächfter Woche Schluß des Sonderverkaufs einer großen Bartie Tisch und Diwandeden, darunter eine Anzahl mit geringen Webefehlern. Die Firma unterhält Beine Filialen, worauf befonders hingewiesen sei. Der Lenz beginnt. Und damit tritt an unfere Damenwelt immer erneut die Frage heran: Was bietet die Frühjahrsmode an Neuheiten? Diefe Frage wird durch das bekannte Kaufhaus Fr. Hahn am Aleganderplan, Bandsberger Straße 60/63, durch seine Anpreisungen in geschmackvollen Frühjahrsneuheiten leicht gelöft. Die Firma bietei wieber nur in anerkannt beften Qualitäten eine reiche Auswahl in Damen- und Rinderbekleidung, Seiden- und Wollstoffen. In den Abteilungen Leinen- und Baumwollwaren, Wäsche, Trifotagen, Herrenartifel, Teppiche und Gardinen unterhält das Kaufhaus Fr. Sahn am Alexanderplay große Lager, die sich durch Qualität und Preiswürdigkeit ganz besonders auszeichnen, wofile ja der gute Ruf diefes feit 100 Jahren bestehenden Hauses bürgt. Das Frühjahr febt hurra vor fetnem Eingua, leber ist nun auf die Ev gänzung und Geneaerung ber Kleibung und bes Schuhwerks bedacht. Wie alljährlich, bat bas Schuhhans Leifer auch in diesem Jahre eine ganz besonders reichhaltige Auswahl entzückender Frühjahrsmodelle herausgebracht, die größte Beachtung verdienen. Grau, blond und beige Chevreau werden bevorzugt fein. Eine ganz aparte Reuheit ber Damenmode bildet der hochgeschlossene Pumps in verschiedenen Barianten. Für den Herrn ift der Favorit, der braune HalbSchuh mit beige Rarcoeinfat, fchon für 18,50 m. erhältlich. Die 60 Schaufenfter bes Schuhhaufes Beifer bieten im wahrsten Sinne des Wortes eine ideale Modenschau. Durch schärffie Anspannung aller Rräfte, durch äußerste Ralfu lation und nicht aulest burch bie befondeve Leiftungsfähigkeit der eigenen Lugusidhubfabri! Bann das Schubhaus Leifer bie Neuheiten der Frühjahrsmode u fo niedrigen Breifen anbieten, daß einem leben der Rauf des Modeschuhs möglich fein wird. Großer Frühjahrsverfant in ben Ronfektionshäusern Bestmann( 1. Gefchäft: Berlin B, Mohren ftr. 37a; 2. Geschäft: Berlin RO, Große Frankfurter Str. 115). Eine Senfation: Seiben und feidenartige Mäntel in ben herrlichsten Aus führungen. Wir verweisen auf das heutige Infecat. Sport. Bogfämpfe im Sportpafaft In der Borschule bes Sportpalastes fanden am Freitag abend wieber& ipfe ftatt. Der Besuch war sehr gut, und der ge botene Sport and wett über dem Durchschnitt. Die Rämpfe wurden burchweg hart geführt. Sturt 5 asse( 116 Bfund) war mit Alwin Baulte( 115 Bfund) gepaart. Beide waren sehr gut und schlugen hart. In der zweiten Runde mußte Saffe mehrere rechte Schwinger einsteden, die ihn jedoch nicht zu erschüttern vermochten. Der Ka'npf ging über alle vier Runden und endete un entschieden. Als zweites Paar trafen sich im Mittelgericht der flinte Brandel ( 145 Pfund) und Bongehr( 152 Pfund). Es standen sich zwei durchaus gleichwertige Gegner gegenüber, die mit allen Finessen fämpften. Brandel war wenig angriffsfreudig, um vielleicht einen Sieg über feinen Gegner zu erreichen. Nach vier Runden endete der Rampf ununtschieden Die Mittelgewichtler Antonowitsch ( 142 Pfund) und Raube( 140 Bfund) lieferten sich einen flotten und spannenden Rampf. Antonowitsch zeigte vorzügliche Beinarbeit und schlug viel aus der Verteidigungsstellung. Raube war hart im Schlagen, leider nicht flint genug und etwas unter Luftmangel leidend, fonnte feine Entscheidung herbeiführen. Den Schlußfampf lieferten sich Schell und Peter. Auf beiden Seiten wurde erbittert gefämpft. Schell, der erst fürzlich gegen Young Spars erfolgreich lämpfte, war sehr gut in form. Beter war nicht minder gut, gab gut zurüd und war auch hart im Rehmen. Es war der chönste Rampf des Abends, und wiederholt wurde den Rämpfern Starter Beifall zuteil. Wetterbericht ber öffentlichen Betterdienststelle für Berlin.( Wachbr. verb.) Barmer, wollig, gettmetle mägige Regenfälle. Für Deutschland. Jm Nordwesten startere, in Mittel- und Norddeutschland mäßige Regenfälle. In Westdeutschland etwas fübler, in Ostdeutschland warmer. Hut Ausfellund A.WERTHEIM und Blumentuft Damen- und Kinder- Hüte Moderne Glocke m. Olgolo- Kop: 875 Viska Stumpen- Hut gehäkell 975 Stroh- Glocke mit Oigolo- Kopf 1150 Frauenhut Band- Kopf, flotte Garnit. 1150 Viska Stumpen- Hut gehäkelt 1375 Großer Band- Hut.... 1650 Frauenhut Kronenrethergesteck 2450 Großer Kinderhütchen aus Gauffrd.. aus Gauffré... 290 Kinderhütchen Phanero 390 borde, Bandgarn. buntem Strohkopt mit Band garniert 285 Kinderhütchen aufgeschlagen, mit 675 Liseret- Hut aufgeschlagen Liseret- Hut aufgeschlagen mii Bandrosette 390 Zwelfarbiger Band- Hut 575 • Alle Hüte in verschiedenen Formen Ungarnlert Liseretformen schwarz a brean a 275 4 fach genäht Frauenformen Kunstseiden- Rand 450 schwarz Strohhutformen Kunstsenkopf 590 schwarz u. farbig Kleine Formen mit Strohkopf 690 Eleg. Frauenformen 975 und Seidenrand atarblg Alle Hüte in verschiedenen Formen 10 Hutgarnituren Kronen- Reiher( Malb- Bando) 10 stellg 375 cm hoch Kronen- Relher geband 15 sell 490 Kronen- Reiher geband, sell 825 mit Perlmutt15 cm hoch Blüten Charakter, einfarb 50 PL. 65 PL. 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Parb. 490 ca. 130 cm breit, Meter Kasha- Bordure Neuhell, ca 180 cm breit, Meter 540 Rips- Epinglé Kleider a. Mäntel 590 1. ca. 100 cm brelt, Meter ca. 130 cm breit.. Meter Polo- Diagonal Phantasie- Kasha ca. 180 cm breit, Meter 875 925 Streiten, 85 cm breit, Meter breit, Mtr. Kunstseide 215 Kunstseiden- Trikot 140m2 15 Armure- Crêpe 100 m Meter 290 cm br., Bastseide mit Druckmustera 275 ca. 80 cm breit, Meter gestrel fod, kariert, Waschselde( sm Baumwolle) 225 Glorine glacé hellgrund., Kunsts. 390 doppeltbreit, Meter am breit. .Meter Voll- Volle Swetzer, wall, a 1 Woll- Musselin moderne DrackFrotté Streifen und Karos, ca. muster. Meter 155 175 160 190 Marocain- Bordure ca. 100 cm 225 100 cm breit. Meter Foulardine eg. Seldenimit, bedr ca. 100 cm breit, Meter brell, Meter Eolienne Selde mit Wolle, Meter 425 Satin Grenadine, Mr. 850 Ninghal chinesische Rohselde, gute 690 Qual, ca. 85 cm brelt, Meter In allen Farben 825 Crêpe Georgette 100 cm br., Mr. ( Lyoner Fabrikate), aut 1450 Borduren Crepe de Chine Pond, Mir. Das So und nicht anders muf Ihr neues Frühjahrskleid soll Ihr neuer Mantel aussehen, jugendlich fesch und in den zarten, aparten und vornehmen Farben, wie sie jetzt modern sind. Und eins dieser Kleidungsstücke muß es wer. den, wenn Sie sich auch in dieser Saison wicder für wenig Geld modern kleiden wollen. C& A BRENNINKMEYER Königstr. 33 Am Sht.Alexanderplats Chausseest.113 Balm Stettiner Bahnhof Oranienstraße 95 Die neue Ecke 99 RUSEC Höchste Eleganz Frühjahrs- Complet, die schicke Neubelt: Prinsch kleid a. Mantel, schneiderisch- kunstvolle Glocken formen prima Ripsware, moderne Farben Mantel halb auf Seide nur Die Pastellfarbe Is Trumpl. 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Persil bleibt Persil Zu Eberts Todestag finden Sie eine große Auswahl von Ebert- Bildern in allen Größen, ebenso Plaketten, Postkarten in der Sortimentsbuchh. J. H. W. Dietz Nachfl. ( frühere Vorwärts- Buchh.) SW 68, Lindenstr. 2 Großer Massenverkauf zu fabelhaft billigen Preisen! Teppiche Gardinen Läuferstoffe, Brücken, Vorleger Brücken Wolle. Vorleger mit Franze. Teppiche 200 X 300 • . von 24 M. an von 650 M. an • von 185 M. an Läuferstoff 67 cm breit • von 150 M. an Besichtigen Sie Stores, Dekorationen, Bettdecken, Diwan- u. Tischdecken Nur einige Beispiele: weiß, ganz neue Muster Diwandecken extra schwere Qualität 15 M. Gardinen 4 serien: 5, 10, 15, 20 M. Musterung Madras Künstler- Gardinen mit reicher Diwandecken la Woll- Moquette.. 31 M. 650 und 950 M Tischdecken wunderb. Muster 750 u. 12 M. Stores in größter Auswahl von 190 M. an Madras Uebergardinen moderne AusTischdecken la Woll- Moquette 19 M.| Bettdecken für 2 Betten 7, 12, 18 M. führung mit Perlen. zwangslos unser Lager! 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Indeffen wütet das Feuer weiter, greift infolge des starten Luftstromes, der die Grubenbaue durchzieht, weiter um sich und gefährdet somit auch die oberen Sohlen. Der Luftstrom fann nicht eingestellt werden, da die Ansammlung der Schlagwetter erst recht die Grube gefährdet So gesehen, entsteht die Gefährdung der ganzen Beche, auf der zurzeit nicht weniger als 4000 Bergarbeiter beschäftigt waren. Sie werden arbeitslos. Die auf diese Art stillgelegte Beche Radbod hat aber auch nach anderer Richtung hin eine große Bedeutung. Am 25. November 1917 wurde eine Ferngasanlage zur Bersorgung der Stadt Münster i. B. mit Rofereigas in Betrieb genommen. Jahreslieferung bis zu 20 000 000 Rubitmeter. Ferngasleitung hat eine Länge von etwa 30 Rilometer. Sommer leider zu führen hatte, settens der Arbeitnehmer babel nicht in die Debatte geworfen worden wäre, unter der Behaup tung, daß diese Forderungen in mittelbarem oder unmittelbarem Zusammenhang mi jenen beflagenswerten Unglüdsfällen stånden. So wurde die Grubensicherheitstommission zum Tummelplag für gewerkschaftliche und politische Kämpfe, was noch unterstrichen wurde durch die auffallende Tatsache, daß man es für richtig gefunden hatte unter völliger Verkennung der Bestimmung in der Reichsverfassung, daß der Reichstag Untersuchungsausschüsse ernennen fann, noch eine Reihe von Reichstagsabgeordneten in diese doch rein preußische Kommission zu entsenden, die noch dazu aus. gewählt wurden lediglich nach ihrer Parteizugehörigteit. Die Bergarbeiterorganisationen sind Herrn Andre darauf die Antwort nicht schuldig geblieben. Mit aller Deutlichkeit geht aus den Ausführungen des Herrn Andre hervor, daß ihm die Borfchläge für eine beffere Grubensicherheit ein Dorn im Auge find. Die Zechen Radbod in Hamm L. B. und Baldur in Dorsten gehören der Bergmertsgesellschaft Trier. 93 Broz ber Ge. werkschaftstuge der Gesellschaft Trier befinden sich im Besitz des Röln- Neueffener Bergwerksvereins in Effen. Das Grubenfeld der Beche Radbod in Hamm umfaßt 11 000 000 Quadratmeter, das der Beche Baldur in Dorsten 24 530 000 Quadratmeter. Die Beteili gungsziffer beim Rohlensyndikat beträgt jährlich 2 500 000 Tonnen Rohlen und 410 000 Tonnen Rots. Die Erzeugungsziffern der Sechen Rabbob and Balbur bellefen fich auf: Die 1920 1981 • 1922 1924. Seit dem 25. November 1918 wird auch die Stadt Hamm L.. mit Gas versorgt. Jahresleistung bis zu 13 000 000 Rubikmeter. Die durch den Grubenbrand gefährdete Beche Radbod wird falls die Kohlenförderung eingestellt wird, die beiden Städte nicht mehr mit Gas versorgen Lönnen. Für die beiden Städte bedeutet das eine ernste Gefahr. Die Zeche Radbod und ihr leitender Direftor, Bergaffeffor Andre, baben die Deffentlichkeit wiederholt beschäftigt. Durch eine Schlagwetter- und Rohlenstaubexplosion am 12. November 1908 verunglückten auf der Zeche Rabbod 348 Bergarbeiter tödlich. 21 Bergarbeiter wurden schwer verletzt. Herr Direktor Andre gilt in Bergarbeitertreisen und ihren Organisationen als ein Scharfmacher erster Gute. Als Mitglied der Grubensicherheitsfommission für den Oberbergamtsbezirk Dortmund stemmte er sich stets mit aller Gewalt gegen die Berbelle rungen und den Ausbau der Grubensicherheit. In der deutschen Bergwertszeitung" vom 16. Dezember 1925 nahm er zur Gruben. ficherheit folgendermaßen Stellung: Wir haben in Preußen dagegen das Grubensicherheitsamt und die Grubensicherheitskommissionen, eingerichtet durch Erlaß des Handelsministers vom 18. Januar 1922( Ministerialzeitschrift 1922 S. 44 u. ff.). Welch ein Unterschied in der Zusammensetzung und Arbeit der beiden Rörperschaften in Amerita und bei uns! Dort alles freiwillig, aus sich selbst heraus entstanden und großzügig. Bei uns wird ein behördlicher Apparat aufgezogen, Landtag und Minister werden in Bewegung gefeßt, und alles wird hübsch paragraphiert und geordnet. Das ist die äußerliche Aufmachung. Aber auch innerlich bestehen noch ganz gewaltige Unterschiebe, und die sind für mich noch wesentlicher. In Amerika eine weber politisch noch tommerziell eingestellte Arbeitsgemeinschaft von Arbeitgebern und anderen, die der Sache wegen mitarbeiten wollen, und bei uns gerade das Gegenteil! Das erhellt schon aus der einfachen Tatsache, daß die Arbeitnehmermitglieder in der Dortmunder Rommission nicht etwa noch werttätige praftische Bergleute sind, sondern die beiden Schriftleiter der gewerkschaft. lichen, örtlichen Kampf und Hezzblätter.(!!!) Benn auch einer der beiden heute nicht mehr verantwortlich zeichnet, zur Zeit feiner Ernennung bis vor furzem hat er es jedenfalls noch getan. Da ist es denn ganz erklärlich, daß die Verhandlungen in den Unter fuchungsausschüssen und der Kommission selbst recht oft vom Bege abirren und zu Auseinanderseßungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern führen, die viel toftbare Zeit erfordern und den idealen 3med, den die Bäter der Grubensicherheitsfommission bei ihrer Schöpfung ficherlich im Auge gehabt haben, völlig verfennen. Es gibt faum eine gemerfschaftliche Forderung, die bei den langen Berhandlungen, die die Dortmunder Rommiffion in diefem 22] Onkel Moses. Roman von Schalom Afch. Mistres Fleischmann nahm Mascha untern Arm und lächelte sie an, da sie nicht wußte, wie fie fie ansprechen sollte. Das ist meine Braut, Mistreß Fleischmann, ftellte Onkel Moses Mascha vor. heraus. Mascha wurde bleich vor Schred und brachte fein Wort An den Tischen, wo die nackten Frauen in den Badetoftümen laßen und Karten spielten, erhob sich ein Summen und Brummen wie in einem Bienenstod. 4. Manes, ber Agitator. Ontel Moses ging ernsthaft daran, in den Ehestand zu treten; er trug Aaron Melnit auf, eine prächtige Berlobung vorzubereiten und sämtliche Kusminer einzuladen. Es sollte Bier und Branntwein nach Herzensluft geben auf des Ontels Rechnung. Der Onkel ſelbſt ging wie ein glücklicher Bräuti gam umher. Es war ein Vergnügen, zu ſehen, wie er sich benahm, wie er Brautgeschenke kaufte und sie jedermann zeigte. Dis Kusminer Landsleute freuten sich darüber, daß der Dutel in den Eheftand trat; fie betrachteten es als ein freudiges Ereignis in der eigenen Familie. Nur Aaron gönnten sie das Glück nicht. Aber andererseits dachten sie, es fei besser, daß einer von der eigenen Sippe in die Goldgrube tomme, als ein Fremder. Da ist es doch leichter, etwas her auszuschlagen. So taten sie mit Aaron, feiner Frau und feinen Kindern füß, als tönnten sie nur durch sie das höchste Erdenglück erreichen. Doch inzwischen war Sam, des Dntels Reffe, nicht un tätig. Am Abend des Sonntags, an welchem der Onfel mit Mascha ausgefahren war, besuchte Sam seinen Better Manes, um mit ihm Rats au pflegen, wie das Unglüd einer Heirat des Onkels zu verhüten wäre. Manes war der einzige Rusminer, welcher in Amerika dasselbe Leben führte wie daheim. In der Heimat war Manes eine eigenartige Bersönlichkeit gewefen. Er hatte mit dem ganzen Städtchen Krieg geführt, mit dem Rabbi des Städtchens, dem Rotschild des Städtchens, dem Bucherer des Städtchens, ihr ganzes Tun und Treiben bekämpft und sein eigenes Leben gelebt. Manes hatte in der Heimat mit chrift lichen Burschen verkehrt. Roblenförderung 909 641 Tonnen 981 995 1182 545 1 187 885 Rofsberstellung 295 678 Lonnen 276 016 276 905 187 271 An Ammoniat wurden in denselben Jahren erzeugt: 974, 971 und 1004 Tonnen. Teer: 11 496, 11 373 und 11 761 Tonnen. Bengol: 2582, 2483 und 2673 Tonnen. Ueber Nacht hat sich die Situation für die Zeche Rabbob ver ändert. Die Entstehungsurfache des Grubenbrandes ift zurzeit noch nicht befannt. Wird die Deffentlicheit die Ursachen, ble folche Folgen gezeitigt haben, bald erfahren? Sonntag, 28. Februar 1926 darauf aufgestellt, welche finanziellen Folgen fich aus ber Räumung von befeßten Gebietsteilen ergeben fönnen. Somett hernach Er ( parniffe im Baufe des Rechnungsjahres zu machen sein werden, soll die erteilte Ausgabeermächtigung nicht in Anspruch genommen werden. Der Etat enthält ferner im Gegensaß zu allen anderen Etats im wesentlichen nur Perfonalausgaben, fächtiche nur insofern, als sie durch die Verwaltung selbst entstehen. Die eigentlichen materiellen Mittel des Ministeriums find beim Etat der Kriegslaften ausgeworfen. Nur bei den Einmaligen Aus gaben" find in zwei Titeln materielle Mittel für die Aufgaben des Ministeriums angefordert. Es werden verlangt 2 Millionen Mart zu fultureller Fürsorge im belegten Gebiet". In 1925 waren für diese Fürsorge 3 Millionen Mart eingelegt. Mit Rücksicht auf ble Räumung von besetzten Gebietstellen bat die Reichsregierung ge glaubt, den Titel um 1 Million Mart vermindern zu lönnen. Außerdem werden erstmalig zur Berfügung des Reichsministers für die belegten Gebiete 200 000 Rt. angefordert. Der Etat in feiner Gesamtheit schließt ab mit einer Ausgabe Don 9,6 Millionen Mart. Auf die beiden Hauptabteilungen entfallen 819 000 Mt., auf das Reichstommiffariat in Roblenz 276 000 Rt., auf die Reichsvermögensverwaltung 6 352 000 Mt. Hierzu tommen bie einmaligen Ausgaben mit 2,2 Millionen. An planmäßigen Beamten werden im ganzen beschäftigt 1140 Beamte, und zwar in ber politischen Abteilung 17, in der Ber waltungsabteilung 27, im Reichstommiffariat 12, in der. Reichsvermögensverwaltung 1084. Schuh erwerbsloser Angestellter. in Gutachten des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats. Der Sozialpolitische Ausschuß des Borläufigen Reichswirtschafts rats ftimmte mit 2 gegen eine Stimme folgenden Leitfäßen zu: 1. Arbeitgeber, bie mehr als fünf Angestellte beschäftigen, find verpflichtet, alle offenen Stellen, die für eine Be legung mit versicherungspflichtigen Angestellten in Betracht tommen, bel öffentlichen oder sonstigen nicht gewerbsmäßigen Arbeits nachweisen des Begirts anzumelden. Ist ein in Anspruch ge nommener Arbeitsnachweis nicht in der Lage, für die Belegung ber Stellen geeignete Borschläge zu machen, so bat er die Meldung nach Maßgabe der Bestimmungen über Angestelltenpermittlung weiter zugeben. Der Arbeitgeber ist auf Berlangen des Landes. arbeitsamts verpflichtet, diesem eine vertrauliche Auskunft darüber zu geben, an welchen Arbeitsnachweis er bie Meldung erstattet hat. 2. Meltere Angestellte im Sinne dieses Gefeßes find ver cherungspflichtige Angestellte belderlei Geschlechts, ble bas 40. Lebensjahr vollendet haben. Das Ministerium ohne Minister. Das Reich& minifterium für die befehten Gebiete. Das Reichsminifterium für bie belegten Geblete ift das ffing fte aller Minifterien. Es wurde durch Berordnung des Reichspräfidenten vom 24. August 1923 errichtet, als der Ruhrkampf auf der Höhe stand. Bis zu feiner Errichtung wurden die then zugewiefe nen Aufgaben tells vom Reichsministerium des Innern, tells von für die befetten Gebiete nimmt eine Sonderstellung unter dem früheren Schagminifterium bearbeitet. Das Reichsminifterium allen übrigen Ministerien ein. Es wird als„ fünftig megfallend" bezeichnet und ist das einzige, das nicht nach fachlichen Zuwerbslosen- Fürsorgestellen, Kriegsbeschädigten- Fürsorgestellen usw.) ständigteiten, fonbern rein territorial abgegrenzt ift. tändigkeiten, fonbern rein territorial abgegrengt ift. Eine folche Abgrenzung erschwert natürlich sein Arbeiten sehr er. heblich, da es zur Durchführung seiner Aufgaben in alle möglichen anderen Refforts eingreifen muß. Das Ministerium bat ferner nur einmal, gleich nach feiner Errichtung in der Berson des früheren Oberpräsidenten& ads. Roblenz eine Spitze in einem eigenen Minister gehabt. Selt Fuchs nach mur 3% monatiger Amtsbauer, als das zweite Rabinett Stresemann zurüdtrat, aus seiner Stellung schelden mußte, ift bas Minifterium nacheinander von den Zentrumsministern Höfle, FrenAls Stell fen, Brauns und Marg nebenamtlich verwaltet worden. Auch der Staatsfetretärpoften ist seit längerem unbesetzt. vertreter des Reichsministers ist mit dem Gehalt eines Staatsfetretärs ein Generalreichstommiffar" eingelegt. Diele Zustände find im Reichstag wiederholt von mehreren Barteiten als un halt bar bezeichnet worden, und man hat in Anträgen die alsbaldige Belegung ber Stelle des Ministers gefordert. Die Reichsregierung laffen; sie wird voraussichtlich jezt nach Locarno noch weniger als hat aber auch im Etat 1926 dieses Bertangen unberücksichtigt gevorher geneigt lein, bas Minifterium auszubauen. Auch der Haushalt des Miniftertums unterscheidet fich grundfäßlich von allen anderen Etats. Er ist ohne Rücksicht Er war der einzige Jude im Städtchen gewefen, welcher Tauben hielt. Unrecht fonnte er nicht vertragen, ob es nun gegen ihn oder gegen andere ging; doch nie tam er mit einer Rlage por ein ordentliches Gericht, sondern er batte seine eigenen Gerechtfame, wo er der Richter war und das Unrecht fühnte. Ganz Kusmin hatte noch den Streich in Erinnerung. welchen Manes dem Bucherer Joel gefpielt hatte. Als Manes vom Militär heimfehrte, fand er das ganze ber reichste Mann in der Stadt. Alle Häuser waren ihm ver Städtchen Rusmin dem Wucherer Joel verschuldet. Joel war pfändet, alle Hochzeitsgeschenke lagen in einem großen Raften Last der Zinsen, welche Joel den Einwohnern aufbürdete. bei Joel, dem Bucherer. Rusmin ftöhnte unter der schweren Alle arbeiteten für ihn, und menn Joel am Morgen von Haus zu Haus ging, um seine Zinsen einzutreiben, da legte sich ein fonnte diesen Zustand der Ungerechtigkeit nicht ertragen und chwerer Schatten auf alle Einwohner von Kusmin. Manes beriet mit dem Gendarmen Jerzej, was zu tun wäre. Joel hatte eine Magd in Dienst, die wußte, wo alle Pfänder auf bewahrt waren. Diese Magd aber hielt treu zu Joel und mollte das Bersted der Pfänder nicht verraten. Da verfchaffte ihr manes einen von seinen Kameraden als Bräutigam. Dem wurde ein Anteil als Mitgift zugesagt, und sein liebe volles Drängen brachte die Magd dazu, das Geheimnis zu verraten, daß Joel die Pfänder in einer großen Lade ver wahrt habe und die Schlüssel stets unter das Kopffiffen lege. Der Bräutigam überredete nun die Magd, ihm bei Nacht leise die Tür zu öffnen. Raften aus dem Zimmer, legte ihn auf einen Wagen und Zur Nachtzeit bolte Manes mit Rameraden den ganzen brachte ihn zum Fluß. Die Schuldscheine sandte er jebem Schuldner ins Haus. Die Armenpfänder, Silberleuchter, Cheringe, Dhrgehänge und dergleichen gab er jedem zurück, da auf einem Bettel an jedem Pfand( Joel war ein gewiffen hafter Mann), der Name des Eigentümers aufgeschrieben war. Die goldenen Uhren nahm der Gendarm Jerzej als feinen Anteil, und das Bargeld, welches sich in der Lade be fand, tonfiszierte Manes. Der Magd, welche die Haustür geöffnet hatte, gab er ein paar hundert Rubel als Mitgift. perheiratete sie mit ihrem Berlobten, und im ganzen Städtchen herrschte eitel Freude. Die ganze Stadt tanzte auf der Hochzeit.bes Paares. Den leeren Raften brachte Manes in der nächsten Nacht auf einem Wagen zu Joels Haus und stellte ihn vor der Haustür auf. So hatte Manes mit einem Male ganz Kus forger von Familienangehörigen vorzuschlagen. Die Arbeitsnachweiſe 3. Die Arbeitsnachweise sind verpflichtet, bei der Stellenvermitt tung in erster Linie geeignete ältere Angestellte und Ber haben den Fürsorgebehörden( Wohlfahrtsämtern, Jugendämtern, Er unter eingehender Schilderung der Lage folche Fälle mitzuteilen, in denen ältere Angestellte oder Bersorger von Familienangehörigen drei Monate hindurch erwerbslos gewesen find. 4. Ein Arbeitgeber, der mehr als fünf Angestellte beschäftigt, in feinem Betriebe gearbeitet hat, nur unter Einhaltung einer darf einen älteren Angestellten, der mindestens fünf Jahre hindurch Randigungsfrist son mindestens drei Monaten fr den Schluß eines Ralendermonats fündigen. Hat der Angestellte auf Grunb eines beim Infrafttreten dieses Gefeßes bestehenden Ber trages Anspruch auf eine Abfindungssumme, so wird die dieser Abfindung rechnerisch grunde gelegte Frift auf diese Ründigung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrift oder im EinzelRündigungsfrist angerechnet. Die gefeßlichen Bestimmungen über friften bleiben hierdurch unberührt. falle für den Angestellten günftigere Regelungen der Kündigungs 5. Arbeitgeber, die den Bestimmungen der Siffer 1 schuldhaft zuwiderhandeln, werden in jedem Falle mit einer Gelb. trafe bis zu 500 m. beftraft. außer Straft. Bor Erlaß der Berordnung hat die Reichsregierung 6. Dieses Gefeß tritt durch Berordnung der Reichsregierung eine Aeußerung des Reichswirtschaftsrats über die Lage des Arbeitsmarktes unter besonderer Berücksichtigung der älteren Angestellten einzuholen. Retchsregierung unmittelbar zu überweisen. Der Ausschuß beschloß ohne Biberfpruch, fein Gutachten ber min von dem schweren Joch des Bucherers Joel befreit. Die Rusminer Landsleute erzählten einander noch jetzt diefes Bunder der Befreiung und segneten Manes Hand. Als Manes nach Amerita fam( er mußte wegen des Diebstahls bei Joel flüchten), hielt er es nicht lange in ber Wertstätte bet Ontel Moses aus. Manes war der erste, welcher sich von der Wertstätte des Ontels Moses befreite und in Amerita dasselbe Leben führte mie daheim. Er erfaßte bald die amerikanische Atmosphäre und fah ein, wenn er lebte, wie es das Gefeß vorschrieb, würde er nicht vorwärtstommen, und wenn er warten würde, bis andere, beffere Gefeße entwußte sich Rats. Er begriff bald, es sei in Amerika sehr ftünden, würde er inzwischen auf dem Friedhof liegen. Manes wichtig, gute Freunde, eine Menge guter Freunde zu haben, Don denen einer dem anderen beifteht. So wurde Manes glieb aber war er in der Society zur Bekämpfung des bald Mitglied einer Reihe von Societys"; das tätigste MitAlkoholverbotes". Und jetzt hat Manes Iren zu Freunden unr Juden mag er nicht er wohnt im Irenviertel, nicht weit von den Dirnenquartieren. Er ist ein fleiner Bauunternehmer, hat einige polnische Maurer und Zimmermaler, und feine guten Freunde beforgen ihm Aufträge. Geht dabei nicht alles wie gewünscht, so wendet man sich an den Vor fihenden einer Society" oder an den politischen Führer des In allen Fenstern seiner Wohnung hängen Bilder feiner Distrittes; dafür ist Manes, wenn es Wahlen gibt, all right". Parteifreunde. Manes läuft bei den Landsleuten umher und agitiert. Manes macht Wahlversprechungen. Manes ist in Halstuch um und bezieht seinen Boften. Mehr als einmal voller Tätigkeit. Am Wahltag bindet er ein grünes, irisches tommt es darauf an, Gegner mit handgreiflichen Argumenten zu überzeugen, und für diesen Teil der Bahlarbeit ift Manes der beffe Agitator im Diftrift. Wenn es notwendig ist, wird Manes von einem Wahlbiftrift in den an deren gefchickt, um die Distuffion mit der Fauft zu führen. Der Führer des Diftriftes hat ihm den Namen Agitator" gegeben, im Klub der Antiprohibitionisten, der sich an der Straßenecke befindet, wo die Bilder aller früheren politischen Führer hängen, ist Manes als der befte Agitator berühmt. Am Abend des Wahltages, noch ehe die Wahlrefultate befannt werden, behängt Manes bas ganze Haus mit Reifig und Lampions, und er samt Frau und Kindern halten große Knarren in den Händen und schnarren die Gegenpartei hervor... ( Fortsetzung folgt.) 95 Hengenabgabe vorbehalten 1 Tablett vernickett, groß 95M JANDORF: WOCHE 95 Belle- Alliance- Str. Gr. Frankfurter Str. Brummenstr. Kottbusser Damm Wilmersdorfer Str. 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A. F. Kahlbaum Aktiengesellschaft In der Generalversammlung vom 25. Februar 1926 Ist de Dividende für das Geschäftsjahr 1924/25 auf 10% des Stammaktienkapitals festgesetzt worden. Es entfallen auf die Gewinnastellscheine für 1924/25 der Aktien Nr. 71 546-74 670 je Rm. 2 69 046-71 545 2 501-3540 3542-4373 4375 4 581 4583-10 622 10 624-28 538 28 740-68 745 28 539 Elalösungsstellen sind: unsere Kasse in Berlin, sowie die Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Deutsche Bank, Commerz- und Privat- Bank A.- G Dresdner Bank, in Berlin, Breslau, Frankfurt a M., Hamburg und München, die Mitteldeutsche Creditbank fa Berlin, Prankfurt a. M., Hamburg und München. C. A. F. Kahlbaum Aktiengesellschaft Berlin, 957Z thef oder flach... 4 Meter Einsatz 4 Meter Spitze Maschinenklöppel, Doppel Pf. 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Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lofferte Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Rummer Hub swet aleid bobe Ge winne gefallen. und war je einer auf die 2ofe gleiches Rummer in ben beiden Abteilungen 1 und 2 22. Siehungsfag 28. Februar 1926, Es wurden Gewinne über 150 Mark gezogen 2 Brämien su je 500000#, 2 Gervinne zu je 1000 Mt. 285623 4 Gewinne ju je 3000 m. 7304 239510 8 Gesinne zu je 2000 r. 19369 42134 101961 221332 10 Gewinne su je 1000 gr. 6148 104007 139092 159521 194228 58 Gewinne zu je 500 m. 5694 17599 38413 58411 61573 82124 72195 82561 89672 96988 143213 147460 152481 153588 158214 168687 185262 190107 197968 212148 213015 216890 224376 241274 249070 251163 268299 269630 287106 100 Gewinne te 300 m. 7863 28807 36517 45774 46504 56269 68633 68958 71791 76775 77925 85654 86647 91762 98571 107862 108415 111716 125416 134412 137160 143481 143670 144093 145522 150078 171198 172954 175290 180140 180351 185743 189467 189784 189987 190336 192610 202644 205803 207678 209916 212821 225699 228781 239470 242061 245839 254441.288625.293303 Bekanntmachung. Mit Wirkung vom Montag, den 1. März 1926 ab, ist folgende neu eingeführte Cohnftufe X bei der Berechnung Der Beiträge zu berücksichtigen: Arbelt geter- nebmer Kranten geld pro Raler bertag DR. 额 。 2. beitrag anted auteil 802. Arbeitsverbienst für ben Ralenbezing 932. Beitrag Stufe Grund für ben Boden Saleu Lohn dertag 302. 302. über 8,50 X 9 0,585 4,11 1,37 2.74 4,50 Teppiche nur bewährte Qualitäten in den neuesten Dessins Ständige Ausstellung moderner Fensterdekorationen 11 Mobel elpeise herren clchlaf Zimmer, bekannt gut und billig. Yeugebauer CHARLOTTENBURG Wilmersdorfer Str. 128 Ecke Schiller h Kein Laden 1.Etage Besichtigen Sie mein reichhaltiges Lagen Preisabbau! Schützt Eure Bücher! Alle für diese Stufe in Betracht tommenden Berficherten find von den Arbeitgebern un er Angane des Bochenentgelte Bücherschrank in Eiche Der Raffe binnen 3 Tagen zu melden. Beschluß des Vorstandes vom 23. Gebruar 1926 8ehlendori, den 24. Februar 1926. Allgem. Ortstrantentaffe für Zehlendorf und Umgegend. Ichwarz. 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Hemdenerang.... 1,95, Hemdhosen Windelform, & us gutem Hemdentuch, mit Stickerei reich garniert form, guter Wäschestoff. reiche Stickereigarn. 165 165 245 23 Prinzessröcke Jumper 390 Nachthemdates Hemdenmit Hohl€ 295 345 saum und Motiv reich ausgeführt.. Hemdhosen Windelform gutem aus kunstseid.Trikot, in vielen modern. Farben Schlüpfer aus gutem kunst seidenen Trikot, in grosser Farbenauswahl 50 Kleiderstoffe Sportflanell 110 Tuch, Covercoat, 390 gute Qualität Schotten doppe tbrei.... viele Muster ........ Meter aparte Streifen, ..Meter Musseline Wolle Skostum- Stoffe ca. 140 cm breit, grau gemustert... Schotten aparte Farbenstellungen garn ......... Meter reine Wolle, Meter Gabardine, ca. 140cm brt., schwere Qual, Mti. 125 Kostümstoffe390 65 Eolienne Balde 395 reine Wolle, ca. 180 cm br., mod.Frühjahrsfar b., Mtr. doppeltbrelt, in vielen Farben... 195 Rips Wolle mit Seide, .Meter reine Wolle, ca. 180 cm breit, elegante Qualität, moderne Farben... Meter 245 Diagonale Wolle, 80 ca. 130 cm breit, in den neuesten Farben -Schotten 30 Gabardine reine Wolle, ca. 130 cm breit, eleg. Qualität, Mtr. Seidenstoffe 195 Bastseide ca. 80 cm breit. naturfarben, Meter 80 4.8⁰ Wolle 590 imprä gniert, ca.130 cm br., furKostüme u. Mäntel, Sportfarb., Mt.. 650 62 ..Meter Abb. 4 Eleganter Tagalpico.hut mittelgross, resche Ripsgarnitur 50 und Nadel... Kleine Liseretformen mit Bandgarnitur( siehe Abb. 4) 235 Damen- Strümpfe Mako... Seldenflor 95, mit Donpelsohle, Hochterse u. Naht, Paar SeidenPa.Kunstseide for oder Mako, in modernen Strassenfarben, Paar Fli d'ecosse Strapazierqualität 195 295 ......... Paar ****** Herren- Socken Schweißsocken 45PL gran, gut verstärkt... Baumwollstoffe Herren- Socken 260 Musselin Baumwolle Herren- Trikotagen Bemberg- Adlerseide 360 Zephir Einsatzhemden gebleicht, m. schön.gestrefit. Einsätzen, 2,45, 165 wascheent. uni and kariert....... Bastseide moderne Muster bedruckt, ........ Meter Unterbeinkleider 245 Helvetia- Seide makotarbig, in allen Grössen.......... Garnituren Jacke und Beinkleid, teine Baumwolle, farbig. ********** 90 49 Damen- Spangenschuhe 1050 u.Pumps, in Schwarz, WienerFabrikat. Damen- Schuhe Para prenose Form, anterioritat 1250 Pumps, schöne mit Druckmuster, ca. 85 cm breit Meter nene moderne ........ Meter Taffet reine Belde, doppeltbreit, in vielen neuen Farben.... Foulard neueste Muster.. Meter reine Beide, ca. 85 cm breit, Meter für Blusen u. Oberhemden, einfarbig und gestreift...... 390 Vollvoile bedruckt, moderne Muster.. 550 Crêpe marocain bedruckt, grosse Musterauswahl 675 Crêpe moderne treifen.. **** für Blusen und Kleider, 750 Vollvoile bedruckt, Meter Pt. einfarbig, nahtlos Herren- Socken Jacquard, modern gemustert....... 55. 145 70 Damen- Trikotagen Pt. 88. Hemdchen we Pi. Meter 110 Meter 125 145 ca. 100 cm breit. in vielen Mustern.............. Meter Crêpe Georgette 850 Crêpe ca. 100 cm breit, in grosser Farbenauswahl... Meter Sandalen 290 390 490 Crêpe Georgette 950 braun leder, bie samer Ledere., Gr.25-30 bedruckt, neue Frühjahrsmuster.. Meter ca. 100 cm breit, moderne Schotten.. .Meter ca. 100 cm breit, moderne Streifen unu Karos... Meter ca. 70 cm lang.......... weiss, tein gewirkt, 55PL. Büstenhalter 95PL Punco Hemdhosen Baumwolle, weiss, tein gewirkt... 145 Damen- Handschuhet, 95 PL mit moderner weitarbiger Auinabt.. Damen- Handschuhe, 165 Schwedisch, imitiert mit keiner moderner Manschette Damen- Handschuhe weiss und tarbig Glacé, 195 2.90 HERMANN TIETZ 40 Nr. 99 43.Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Das Vordringen der Kunstseide. Weltwirtschaftliche Umschan: einen verschärften Konkurrenzfampf. einem auffallenden Modewechsel eine gewiffe Abfapftodung mit Während mehrere deutsche Kunftsetbenfabriken im vergangenen| einem auffallenden Modewechsel eine gewisse Absatzftodung mit Jahr ihre Tore schließen mußten, schreitet der größte Kunstseiden- starf sinkenden Preisen im Gefolge. Viel wichtiger ist aber eine fonzern Deutschlands, die Vereinigte Glanz stoff A.-G., weite Folge der Schutzölle. Wie Pilze sind in England die für mehr als die Hälfte der deutschen Produktion verantwortlich in letzter Beit auch unter Mitwirkung ausländischen, vor allem holländischen Kapitals, neue Gründungen für Kunstseide erfolgt. ift, gemeinsam mit dem englischen Courtaulds- Trust, der wiederum Wie es im Jahrbuch des Manchester Guardian Commercial" heißt, 90 bis 95 Proz. der englischen Kunstseidenproduktion und dank seiner ist seit September taum eine Woche vergangen, ausländischen Beteiligung etwa die Hälfte der Weltproduktion unter mindestens eine Neugründung. Aus diesem Grund ohne seiner Kontrolle hat, zu der Errichtung einer neuen Großfabrit in befürchtet der Courtaulds- Konzern eine Uebertapitalisierung und der Nähe von Köln. Wie wir bereits berichteten, soll die Fabrit beschleunigt errichtet und in Betrieb genommen werden. Diese Be schleunigung wurde in der Presse auf mannigfaltige Weise gedeutet. Unter den verschiedenen Deutungen spielen italienische und englische Neugründungen eine Rolle, die einen verschärften Kontur. renztampf erwarten und eine lebertapitalisierung der Kunstseidenindustrie als naheliegend erscheinen laffen. Mit Rücksicht auf diesen Ronkurrenztampf soll die monopolartige Ausdehnung des Glanzstoff- und Courtaulds- Konzerns gefördert werden, vielleicht auch im Hinblick auf tommende neue internationale Berständigungen. Auch sonst find aber in der Kunstfeldenindustrie in der jüngsten Belt weittragende Beränderungen eingetreten, weshalb ein kurzer Ueberblick über die Weltlage der Kunstschäftliche Lage ist gegenwärtig, nach sehr gutem Geschäftsgang im seidenindustrie von Interesse ift. Die Weltproduktion an Aunfffelde. 3war gibt es teine verläßlichen Statistilen über die Meltproduktion an Runstfelde; es läßt sich jedoch aus den übereinstim menden Schäßungen eine ganz gewaltige Ausdehnung der Kunstseidenproduktion in den letzten Jahren feststellen. Vor dem Kriege begonnen, hat sich die Kunstseidenindustrie während des Krieges, mit Ausnahme Deutschlands, nirgendwo entwickelt. ll m so größer war der Aufschwung nach dem Kriege. Die erste zur Verfügung stehende Statistit aus dem Jahre 1923 berichtet bereits über eine Jahresweltproduktion von 44 mil lionen Rilogramm. Im Jahre 1924 stieg die Produktion auf 62,8 millionen Rilogramm, davon entfielen auf die Bereinigten Staaten 16,2, England 10,8, Deutschland 10,8, Italien 8,4, Frank reich 5,6, Belgien 4,3, die Schweiz 1,8, Holland 1,5, Defterreich 1,2 Millionen Kilogramm. Für das Jahr 1925 wurde nach damaligen Schägungen auf Grund der erfolgten Betriebserweiterungen eine Ausdehnung der Produktion um 45 Broz. porhergesagt. Eine jüngst erschienene Statistit im Jahrbuch des Manchester Guardian Commercial" für 1925 stellt die Weltproduktion für 1925 gegenüber 1924 mm Pfunden folgendermaßen zusammen: Länder Bereinigte Staaten England Deutschland Italien Frankreich 1925 1924 38 750 000 23 947 000 W 23 672 000 18 480 000 12 333 000 8 874 800 51 000 000 28 000 000 26 000 000 24 500 000 14 560 000 10 000 000 Belgien Unter Berücksichtigung der Produktion einer Anzahl anderer Länder ergibt sich für 1924 eine Gesamtproduktion von 141 164 400 Pfunden, für 1925 von 170 000 000 bis 175 000 000 funden. Auf Grund dieser Statistik stände Italien noch an vierter Stelle in der Kunstseidenproduktion. Dem jüngst erschienenen Bericht feines größten Kunstseidenkonzerns zufolge nähme Italien mit 13% Mil lionen Kilogramm im Jahre 1925 bereits den zweiten Blah in der Weltproduktion ein. Im vorjährigen Bericht dieses Riesentruſts war noch davon die Rede, daß Italien auch die Erzeugung der Bereinigten Staaten bald überflügeln fönne. Die Kunffseidenproduktion in den verschiedenen Ländern. An der Spize der funftseidenerzeugenden Länder stehen, wie aus der obigen Statistik hervorgeht, die Bereinigten Staaten Auch hier steht eine gewaltige Ausdehnung der Produktion bevor. Der größte Konzern, die American Biscose Company errichtet ein neues Wert in Parkersburgh mit 10 Millionen Pfund Leistungsfähigkeit im Jahr und beabsichtigt, die Leistungsfähigkeit auf 56 Millionen Pfund zu steigern, also auf mehr als die gejamte Jahresproduktion Ameritas 1925. Die Dupont Kunst. feidengesellschaft, die fürzlich mit der deutschen Köln- Rottweil in Interessengemeinschaft getreten ist, besitzt eine Leistungsfähigkeit von 8 bis 10 Millionen Bfund und möchte ihre Produktion im Jahre 1926 verdoppeln. Die durch die italienische Snia Biscofa errichtete Industrial Fibre Corporation ist in den Besiz des amerikanischen Kapitals übergegangen und soll ihre Erzeugung im Jahre 1926 um 50 Borz. steigern. Im vergangenen Jahre wurde in Amerika auch von der deutschen Bemberg- Glanzstoffgruppe eine Kunstseiden. fabrik für die Herstellung von feinen Garnen und Stoffen errichtet. In England, wo die Produktion bisher überwiegend unter der Kontrolle des Courtaulds- Konzerns stand, blieb im Jahre 1925 die Produktion meit unter der Nachfrage; diese konnte nur durch beträchtliche Einfuhr befriedigt werden. Im Laufe des Jahres wurden dann Schußzölle auf Kunstseide eingeführt, zunächſt mit dem Erfolg, daß die Einfuhr vor Inkrafttreten der 3ölle mächtig anwuchs. Dieser Umftand hatte später in Berbindung mit Fritz Massar In Deutschland verfügt die Bereinigte Glanzftoffgruppe über 50 Broz. der Erzeugung. Die größten Betriebe befinden sich in Oberbruch bei Aachen und in Sy do wsaue bei Stettin. Außerdem bestehen noch eine Anzahl von Werten im Aachener hat außer der erwählten amerikanischen Fabrit auch in der TschechoBezirt, im Riefengebirge, in Obernburg a. M. usw. Diese Gruppe flowakei( Lobosit) und Desterreich( St. Pölten) eigene Fabriken. Ein anderer deutscher Großfonzern ist der Küttner Konzern in Birna. Unter den übrigen zahlreichen deutschen Kunstseidenfabriken sollen mur die Spinnstoff- Fabrik in Zehlendorf bei Berlin und der Köln- Rottweil- Konzern mit einer Anzahl von Fabriken erwähnt werden. Das Spinnstoffwert Glauchau in Sachsen und eine Kunst werden. Das Spinnstoffwert Glauchau in Sachfen und eine Kunststoffabrik in der Nähe von Breslau befinden sich im Bau. Die geJahre 1925, ziemlich gedrückt. In der italienischen Stunftſelbenindustrie gibt es jekt 16 Attiengesellschaften zur Kunstseidenfabritation, von denen allein fieben im vergangenen Jahr gegründet wurden. Sie haben zu fammen ein Artientapital von 1625 millionen Lire und verfügen über 23 Fabriten. Der leitende Trust Snia Biscofa mit airta einer Milliarde Aktienkapital erhöhte feine Produktion folgendermaßen: 1921 3400 Kilogramm pro Tag, 1922 5900, 1924 20.000, 1925 Januar 28 000, 1925 Durchschnitt 43 000, und hat die Absicht, die Produktion des laufenden Jahres auf 100 000 Rilogramm pro Tag zu steigern. Neben der Snia Biscofa bestehen noch brei Großtonzerne. Societa Generale della Biscosa, La Goie de Chatillon und Seta artificiale Baredo die 1924 täglich 20 000 Rilogramm zu produzieren vermochten. Die mächtige Ausdehnung der italienischen Kunstseidenindustrie ist fast gänzlich auf die niedrigen Löhne und den Mangel einer sozialen Gelek gebung zurückzuführen. Es werden überwiegend Kinder, oft bereits mit 12 Jahren, beschäftigt. Die Herstellung feiner Waren fann zwar mur mit einer geschulten, gut entlohnten Arbeiterschaft erreicht werden, weshalb die italienische Fabrikation überwiegend nur geringere Qualität herstellt, mit diesen aber, dank der niedrigen Breisstellung, die auch noch durch die Lireentwertung begünstigt wurde, jede Konkurrenz schlägt. Deshalb stieg auch der Italienische Kunstseidenerport im letzten Jahr von 5,6 auf 8,5 Millionen Kilo gramm. Faft zwei Drittel der inländischen Erzeugung wird demnach ausgeführt. In erster Linie nach England( vor Einführung der Schußzölle), dann aber nach China und Britisch- Indien, Das bereits mehr Runstseide aus Italien einführt als aus England. In Frankreich nahm die Kunstseidenerzeugung ebenfalls einen großen Aufschwung. Es gibt bort etwa 19 Stunstfeldenfabriken und 15 weitere befinden sich im Bau.( Bei Berücksichtigung der fleineren Fabriten sind sogar 50 Kunstheidenfabriten im Betrieb.) Die Givet Gruppe steht an erster Stelle. Die Kunstseiden produktion Frankreichs ist der Menge nach heute bereits größer als seine Naturseidenerzeugung. Der Verbrauch ist jedoch noch unvergleichlich größer und fann vorläufig nur durch Einfuhr gedeckt werden. Tron des hohen Schutzzolles von 20 Fr. pro Kilogramm hat sich die Einfuhr von Kunstseide in den letzten vier Jahren verzehnfacht. 00880 Die Herstellung von Kunfffefde. Bezüglich des technischen Prozesses zur Herstellung von Kunstseide find in letter Seit einige wichtige Aenderungen em getreten. Bei dem größten Teil der Weltproduktion wird das Biscofeverfahren angewandt. Bon 62,8 Millionen Rilogramm 1924 wurden 58,2 mit diesem Verfahren hergestellt. Außerdem wird Kunstseide noch mittels des Nitrocelluloseverfahrens erzeugt. ( Chardonneverfahren), und zwar 1,9 millionen Kilogramm 1924. Dieses Verfahren war das ältefte, wurde jedoch verdrängt. In Deutschland bedient sich die Kunstseidenfabrit Schwegingen heute noch dieses Verfahrens. Dann das Zellulose Acetatverfahren ( 1,8 Millionen 1924) und endlich das Kupfer- Ammoniafverfahren ( 0,9 Millionen Rilogramm 1924). Dieses lettere Berfahren ist zur Herstellung feinster Sorten geeignet; in Deutschland wird es von den Werfen von Martin Hölfen und J. B. Bemberg in Barmen angewandt. Der Rohstoff für das Kupferammoniafverfahren ist Bellstoff aus Baumwolle, bei den ersteren drei Verfahren wird aber als Rohstoff fast ausschließlich Zellulose aus Holz verwendet. Die Gebrauchsfähigkeit der Kunstseide ist durch ihre verhältnis mäßig geringe Haltbarkeit, vor allem ihre Empfindlichkeit bei der Wäsche, beeinträchtigt. In beiden Punkten fonnten im vergangenen Jahr Verbesserungen erzielt werden. Wichtiger aber war noch die vermehrte Verwendung der Abfälle und die erhöhte Bedeutung eines neuen Faserstoffes aus der Kunstseide: genannt Bi ftra. Diefer wird aus Kunstseidengarn, das in furze Sonntag, 28. Februar 1926 Stücke geschnitten und dann wie Bolle gefämmt und gesponnen wird( gewöhnliche Kunftfeide wird weder gefämnt noch gesponnen!) hergestellt, ist gegen Feuchtigkeit widerstandsfähiger, hat dabei einen schöneren Glanz und ist billiger als gewöhnliche Kunstseide. Daher ging die Entwicklung zur Herstellung dieser neuen Textilfaser. Die Snia Viscofa fündigt die Einführung eines neuen Faserstoffes namens Sniafil" an, der von Schaf molle taum zu unterhöher stehen, wurde ein neues Verfahren eingeführt, das zwar kost. scheiden sein soll. In den Ländern, wo die Arbeitslöhne relativ spieliger ist, jedoch weniger menschliche Arbeitskraft erfordert. Kunstseide als Konkurrent der anderen Tertilrohstoffe? Textilstoffe verdränge oder aber diesen eine sehr empfindliche Vielfach wird davon gesprochen, daß die Kunstseide andere fagen; heute ist dies jedenfalls noch nicht der Fall. Die KunstKonkurrenz bereiten würde. Die Entwicklung läßt sich nicht vorherseide macht selbst nach ihrem Aufschwung in den letzten zwei Jahren erst 1,15 Broz der Gesamtmenge der in der internationalen Bekleidungsindustrie verbrauchten Rohstoffe aus. Wichtiger noch ist aber der Umstand, daß Kunstseide nur in seltenen Fällen allein, in den meisten aber vermischt mit Baumwolle, Wolle oder Naturseide verwendet wird. Auch pflegen die Wollstoffe in gemeine Ansicht der Baumwoll-, Woll- und Seidenproduzenten ist der Regel nur 20 bis 30 Prog. Kunstseide zu enthalten. Die alles, daß die Einführung der Kunstseide ihren Umfaß nicht herabgesetzt, sondern im Gegenteil gefördert hat, einmal, weil die Beimischung von Kunstseide die Kleidungsstücke verschönert und deshalb leichter verfäuflich macht, zum zweiten, weil die Haltbarkeit der Stoffe infolge dieser Beimischung geringer, und daher per Konsum größer ist. Bei Naturseide hat die Beimischung von verbilligt und die Preise der Kauffähigkeit der verarmten Bevölke Kunstseide den Umfaß deshalb erhöht, weil dadurch die Seidenstoffe rungen angepaßt werden konnten. Wichtig ist die tapital. mäßige Berflechtung der Kunstseidenindustrie mit der Baumwoll, Boll- und Seidenindustrie. Vor allem ist das in Italien und Frankreich der Fall. So wird in Italien an den neu zu errichtenden Fabriten die Baumwollindustrie beteiligt, in Frant reich aber ist die Byoner Naturseidenindustrie Hauptinhaber auch der südfranzösischen Kunstseidenindustrie. A. H. Der Berliner Arbeitsmarkt. Noch immer Zunahme der Erwerbslosigkeit.- Eut laffungen weiblicher Arbeitskräfte. Die Arbeitslosigteit weist in Berlin immer noch eine steigende Tendenz auf. Bemertenswert ist, daß im Gegensatz zum früheren Verhältnis infofern eine Beränderung einder weiblichen Kräfte entfällt, wogegen bei den männlichen getreten ist, als dieses Mal die Steigerung allein auf das Konto ein, wenn auch geringer Rüdgang der Arbeitsuchenden zu verzeichnen ist. Zu umfangreichen Entlassungen von weiblichen Arbeitskräften tam es unter anderem in der Metallindustrie, der Bellstoff- und Papierherstellung und verarbeitung, fowie im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe. Die zahlenmäßige Entlastung des Arbeitsmarktes von männlichen Arbeitskräften ist in der Hauptfache auf die verstärkte Inangriffnahme von Außen und Bau arbeiten zurückzuführen, wobei auch Notstandsarbeiten einbe 80gen find. . Es waren 244 488 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 242 815 in der Borwoche. Darunter befanden sich 166 734( 167 149) männliche und 77 754( 75 666) weibliche Personen. Unterstüßung bezogen 132 135( 131 332) männliche und 49 227 ( 46 609) weibliche, insgesamt 181362( 177 941) Personen. Am 26. Februar 1926 maren bei Notstandsarbeiten 2616 Personen beSchäftigt. Bei Arbeiten der Stadtgemeinde Berlin wurden em 26. Februar 1926 außerdem 11 309 Personen beschäftigt. Böß über die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der Oberbürgermeister von Berlin, Gustav Böß, entwidelt in einer fleinen soeben erschienenen Schrift wie helfen wir uns? seine Gedanten über die Wege zum wirtschaft1tchen Wiederaufstieg".( Berlag 2. Mener, Berlin Die Ansichten des erfahrenen Kommunalpolitikers dürfen um fo mehr auf Beachtung rechnen, als sie in der vorliegenden Form eine Entgegnung auf die beiden bekannten Programmschriften der Wirtfchaft" darstellen. Gleichzeitig ist die Bößsche Broschüre eine recht ernst zu nehmende Streitschrift gegen die Finanzpolitik des Reiches und der Länder, wie auch gegen die Pläne zur preußischen Berwaltungsreform. Der Hauptinhalt der kleinen Schrift( 78 Seiten) ist der Berteidigung der fommunalen Selbstverwaltungsfreiheit und des städtischen Wohnungsbauprogramms gegenüber den staatlichen Reform- und Einschränkungsabsichten gewidmet. Der Arbeitslosigkeit soll durch Inangriffnahme eines um fangreichen Bauprogramms in den Großstädten( Untergrundbahnen, Wohnungen, Straßenbauten, Wasserbauten) im Wege der produktiven Erwerbslosenfürsorge abgeholfen werden. Hierfür liegt bereits ein Programm des Deutschen Städteteges vor, in dem insbesondere furzfristige Kredite für die Kommunen, weitere Auslegung des Begriffs der Notstandsarbeiten( auch Straßen- und Gebäudereparaturen sollen hierzu gezählt werden), Wiedereinführung von Reichs- und Staatszuschüssen und Erhöhung der„ Grundförderung für öffentliche Rotstandsarbeiten gefordert werden. Weiter enthält dieses Programm u. a.: Einführung einer Kurzarbeiterunterstützung, FRITZI MASSARY 38 Zigarette DIE UNVERGLEICHLICHE Erdumfang: 40 000 Km Umsatz allein in dieser Marke im Jahre 1925 са 600 Millionen Stck ( umspannen hintereinander gelegt den Aequator Jetzt besser denn je!* Urfeilen Sie selbst! Berlängerung der Unterstüßungsdauer, Einschränkung der Berts| Erwerbslosenversicherung in threr berzettigen Form( bie eine Aus- und bedungsfähige Devisen zusammen stiegen um 40,9 auf 1780,5 beurlaubungen, Heranziehung der ausgesteuerten Erwerbslosen zu fchaltung der Gemeinden bedeutet) scharf ab, während er den Grund- Millionen, so daß die umlaufenden Reichsbanknoten mit 76,8 Proz Notstandsarbeiten. gebanten der Bersicherung als gesund begrüßt; man müsse nur zu(+ 5,9 Broz.) gededt find. Um ihren Geldreichtum loszuwerden, einer maßgebenden Beteiligung ber Gemeinden tommen, hat die Reichsbant vom 27. Februar ab ein neues fleines Dieses sind die wichtigsten Brogrammpunkte, die geeignet sind, mitmittel eingesetzt: sie hat die am 11. Januar von 50 auf 66% manchen veralteten Borstellungen vom Wert der gemeindlichen Prozent erhöhte Be leihungsgrenze für Goldpfand Wirtschafts- und Sozialpolitit aufzuräumen, und die briefe weiter auf 75 Pro3. erhöht. Hoffentlich tann und auch da, wo man ihnen nicht folgen tann, manche Anregung bieten. wird fich die Reichsbant noch auf großere Mittel besinnen, be Benn Böß im Abbau der Barlamente, der Zurüddrängung der vor es für die deutsche Bolkswirtschaft zu spät ist. Parteimaschine und im weiteren Berfonalabbau eine wesentliche Entlastung des öffentlichen Haushalts fich verspricht, so wird man ihm darin nicht folgen tönnen. Interessant ist, wie der Verfasser fich mit großer Schärfe gegen die Bureaufratte der Syndizi in der Industrie wendet. 3um Preisabbau fordert er die Einführung einer Wirtschaftsaufficht, die nicht in der Hand der ordentlichen Ge richtsbarteit- ble Maßnahmen der Kartellaufsicht, Preisüberträgen nicht mehrenthalten. Die neue Luther- Regierung hat, machung usw. durchführen tann; dem pofitiven, programmatischen Teil der Schrift hat Böß einige Untersuchungen vorausgeschickt, bie fich auf die Lage der Wirtschaft und auf die Reichsfinanzwirt fchaft felt 1924 beziehen. Der Berfuch, Klarhelt in die verwickelten Tatbestände ber Reichsfinanzen feit 1924 au bringen, bedeutet, trog größter Zurüdhaltung des Kritifers, eine geradezu vernichtende, la beschämende Kritif an der Art, wie das Reichsfinanzministerium, unter Ausschaltung der maßgebenden Instanzen, nämlich des Reichs tags, in felbstherrlicher Weife brauflosgewirtschaftet hat, jo baß es felbft heute noch unmöglich ist, für das Jahr 1924( 1) endgültige Bahlen über fämtliche Einnahmen und deren Berwendung vorzu legen. In einer durchaus begrüßensmerten Weise vertritt Böß die An sicht, daß die nahezu allgemein vorhandene engherzige Auslegung des Begriffs der produttiven Anlagen überwunden werden muß: zu den Bauten, die im startsten Maße produttiv" find, gehören die Bertehrsbauten( Bahnen, Straßendurch brüche, Straßenreparaturen), deren Ausführug täglich Taufenden von Menschen eine Zeitersparnis bringt, Nerven und Gesundheit schont und gleichzeitig für die Wirtschaft" eine Entlastung von über flüssigen Koften bedeutet. Neben den Berkehrsbauten sind, wie Böß an Hand einiger höchst instruktiver Zahlen darlegt, die Elektrizitäts. bauten der Städte und Kommunalverbände und die städtischen Gas werke in erster Linie dazu berufen, den Zwecken der Wirtschaft ( Großabnehmer von Kraftstrom!) und der Wirtschaftlichkeit ( Ausnutung der Kohle!) zu dienen ihr Betrieb ist teine Angelegenheit der„ Unternehmergroßmannssucht der Kommunen, wie man das in Kreifen der Industrie so gern hinftellt, sondern eine simple Notwendigkeit im Dienste des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und des Allgemeinintereffes. Auch die gesteigerten Ausgaben für fulturelle 3wede werden von BoB energisch und warmherzig gegen die Kritik der Unter. nehmerschaft und ber staatlichen Organe verteidigt. Rultur. aufwand rentiert sich immer, wenn auch erst nach län gerer Zeit. Auf ben geringen Aufwand, der heute für Kulturzwede ausgegeben wird, können die Städte nicht verzichten." Im weiteren widerlegt Böß, geftüßt auf eine umfangreiche Statistit des Deutschen Städtetages, die allgemein verbreitete Ahficht, daß die Städte an der Ausweitung ihres Aufgabentreises und in einer felbftherrlichen Ausgabenpolitie weit unwirtschaftlicher als Reich und Länder vorgegangen feien. Selbst unter Berücksichtigung der sehr start gestiegenen( weil den Gemeinden aufgezwungenen) Ausgaben für Wohlfahrtszwede bleibt die Erhöhung der Aus. gaben in 1925 gegen 1913 noch hinter der Steigerungs. iffer von Reich und Ländern zurüd. Entsprechend ist die Steuerlast der Gemeinden nur 50 Broz. höher als im Frieden, während( abzüglich der Ueberweifurgen") die Reichssteuern um rund 100 Broz., die Landessteuern( Preußen) um rund 150 Proz Dermehrt worden sind. Bei der Besprechung der allgemeinen Wirtschaftslage fehlt es in einigen Buntten an der notwendigen Klarheit und Bestimmtheit einigen Buntten an der notwendigen Klarheit und Bestimmtheit Die Heranziehung der Produktionsziffern allein, ohne Berücksichtigung der Borgänge, die den wirtschaftlichen Erfolg betreffen( Be winn- und Konturszahlen, Attienturfe usw.), fann fein flares Bild von der wirtschaftlichen Situation vermitteln. Auch erscheint uns andererseits die Schäzung, wonach die Produktion der deutschen Wirtschaft noch um volle 20-25 Broz, hinter der Friedensproduktion zurückbleiben soll, als viel zu peffimistisch. Der Reichsbankabschluß zum 23. Februar zeigt eine noch ge ringere Inanspruchnahme durch die Wirtschaft und eine noch Im Hinblick auf die Tatsache, daß die Fürsorgetätigtelt der Geft ärtere Fluffigteit als in der Borwoche. Die gesamte meinden stets neben und nach Ablauf der Erwerbslosenunterstügung Rapitalanlage bat ben Reforbtiefstand von 1505 millionen helfend einzugreifen hat, lehnt Böß die Pläne zum Aufbau der erreicht. Der Wechselbestand ist weiter um 54,7 millionen auf 1266,1 Millionen gefunden. Von öffentlichen Stellen find 9,6 Millionen weiterbegebene Wechsel zurückgefloffen. Darlehen gegen Verpfändung von Wertpapieren fanten von 9,3 auf 5,1 millionen. Entsprechend ist der Bahlungsmittelumlauf verringert, der Gold. und Devisenbestand erhöht. Der Umlauf an Reichsbanknoten fant um 102,6 auf 2317,3 millionen, der an Rentenbankscheinen um 68,1 auf 1235 millionen. Die fremden unbeschäftigten Gelder der Kundschaft ftlegen um 130 Millionen und überschreiten damit, wohl ( 1002,6 millionen). Die Gelber werden nicht verzinst; deutlicher fann die heutige Verkehrslähmung zwischen Bant- und Produktions wirtschaft mohl nicht gefennzeichnet werden. Golb wurde durch Wichsmädel".Werke, Dresden- Berlin, Fernsprecher: Moritzplatz 11 360| Umwandlung von Devisen für 54,1 millionen neu beschafft. Gold [ Lofnar Wafs WICHSMÄDEL sum erften tale feit bie Reichsbant existiert, eine milliarde Das beste und spcrfonitted Preis Dose 75 Pfennig, Dose 1,40, Dose 2,50 Mark Erhältlich in allen einschlägigen Geschäften. Frühjahrs- Neuheiten Die von der Mode bevorzugten Neuheiten sind eingetroffen, die Preise bekannt billig! Damen Bekleidung| Kinder- Bekleidung Kleiderstoffe Reinwollene Karos modeeme Farbenstellungen 3.20 2.80 1.95 Meter Reinn ollener Rips 130 cm breit meter 6.90 4.80 alle modernen Farben Bordürenstoffe die große 5.70 Mode. Reine Wolle, 130 cm be., Meter Handdruck, ca. Woll- Musseline 80 cm breit, große Musterauswahl. 2.90 2.50 1.95 Mater. Seidenstoffe reine Germania- Seide Seide piele moder. 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Aber auch hier scheint auf jede attive Maßnahme ver sichtet zu werden. Man begnügt sich offenbar, obwohl die betreffenden Erklärungen schon vor der Abfaffung des früheren Entwurfes be fannt waren, mit der Berficherung der Handwerkerverbände, daß Preisfestlegungen und die Bekanntgabe von Berkaufspreisen nicht mehr stattfinden sollen. Es foll lediglich eine Beschwerbe und Schiebsstelle für das Publikum geschaffen werden. Die Breisabbautomödie der verschiedenen Luther- Regierungen ist damit um einen neuen Aft reicher. Langsame Arbeitsaufnahme im Baugewerbe. Da die Bitte rung in den weitaus meisten Gegenden Deutschlands in der zweiten Hälfte des Monats Februar günstig blieb, zeigt das Baugewerbe neue Belebung, doch waren die Einstellungen und Arbeitsaufnahmen nicht einheitlich und tamen vorläufig als Entlastung für den gesamten Arbeitsmartt noch nicht in Betracht. Meist handelte es sich um fleinere Arbeiten, Reparatur und Innenarbeit oder um Be endigung angefangener Bauten. Schleswig- Holstein, Thüringen, Westfalen, Württemberg und der Bezirk München verzeichneten teine Veränderung der noch ungünftigen Lage gegenüber der ersten Februarhälfte. In Berlin blieb der Abruf von Kräften noch hinter bem Zugang zurüd; ähnlich wie Berlin berichten eine Anzahl ober Schlesischer und bayerischer Bezirte. Die Staatliche Porzellan- Manufaktur Berlin hat wiederum in ihrem Fabrikverkaufslager, Wegelnstraße 1( am Bahnhof Tiergarten), Borzellane aller Art, wie Tafelservice, Kaffee und Tee geschirre, Dessertteller, Runstgegenstände usw. zum Verkauf gestellt, werden. Es ist befannt, wie gewissenhaft die Manufaktur zu fortieren pflegt, daher befinden sich auch jetzt wieder unter den Borzellanen viele schöne Dinge, die Liebhaber der alten Zeptermarke erfreuen werden. die fleiner Fabrikationsfehler wegen mit Nachlaß abgegeben Kaufhaus Fr.Hahn 100 Jahre 1825-1925 Damen Seidenhüte mod. Sormen, Band 4.90 2.90 and Goldflickerel.. Damenhüte Bandtopf u. 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Petersburger Plak 4. Aler. 9734. Güboften: Launter Blak 14/15. pl. 894. Norboften: Immanueltirchstr. 24. Alex. 9736. Carmen- Sylva- Str. 57, Gillmann. Moabit: Wilhelmshavener Str. 48. Sanfa 4095. Suttenstr. 67 bet Bitterling. Webbing: Müllerstr. 84. Ede Utrechter Str. Sanfa 4004. Charlottenburg V: Guls, Dronfenfte. 12, 1. Garth. III. Charlottenburg VI: reptom Schillerfte. 65. B. IV. Diberik: Dittfeld, Buchhandlung am Bahnhof. Crtner: Boite. lafenfte. 9. Fichtenau: teente. Bismardite. L Kaltenberg: Salamann, Faltenberg, Batenftabite, 10. Fredersdorf- Petershagen: Otto Bilinski. Frebersdorf. Arndtstraße. Rofenthaler und Oranienburger Borstadt: Wattstr. e. Friebenan: Betermann. Rheinte. 28. Gde Rönneberg Sumboldt 7875. Straße. Rheingau 9054. Friebrichshagen: ittena Det. Binben- ee 14. Frohnan: Adolf Ruries, Sermsdorf Schloßfte. Grünau: Bfnet. Röpenider Str. 105. Salenfee, Grunewald, Gidhtamp: Fran Road, Rios! Benriettenplan. Brivalwohnung: Ratharinenit 4. 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Bucholz- Blankenburg: Wagner, Blankenburg Burg- Rönigswusterhausen: Gener. Betsbamer Str. 9. wallstraße 63. Köpenid, Hirschgarten, Mahlsborf- Güb: 661ag. Röpenid. Rieger Str. 6( Saben). Cablaw, Sensia, Rieberlehme, Rene Mable, Rezusborf: Jätel. Cablow, Mühlenweg 59. Caputh: Fri Dau, Krughofftr. 28. Charlottenburg I: Gefenheimer Str. 1. Steinpl. 156. Sobannisthal: Behmann. Ralfer- Bithelin- Ste. 8. Karlshort: Bernbt, Riost, Bahnhofola Raulsbort: Boat, Breberetite. 19. Sitenberg I: Sichtenberg, Bartenbergfte, L. Sidibe. 1536. Bichtenberg II, Rummelsburg Cirales: Borbogener Straße 62. ez. 9787. felbe 8103. New ftraße 15. Tel.: Sichterfelde 5108. Bichterfelbe- eft: Berndt. Stegliger Str. 18. Lighter- Cibenber 2 ubwla Salsfefte. 86. Tegel, Tegelert: Spies, Tegel, Schlteperite. 52. Rablsborf: 23 ilhelm Rura, 58nower Str. 177. Seltow: Häfet, Ritterstr. 29. Marienbort: August Leip. Chauffeeftr. 29, Tempelhof: Sarsdorf. Werberstr. 81 p. pt. Marienfelbe: Greulid). Berliner Str. 143. tempelhof: Randler, Sohenzollernforfo 5. Trebbin: Göring. Bahnhofstr. 62. Reuenhagen: Benate: Rite. 71 Treptow: Rekler. Grackstr. 50. Renton I: Nederftr. 2. RentBW 5707. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Renfun: Siegfriebftr. 28/29. Reukölln 5706. Bannfee: Gd mibt. Rleine Geefte, 16. Reutölln III: Winter, Sobrechtstr. 40, D. I Weißenfee: Reintnecht, Moldeftt. 175 v. I. Beißenfee 978 Rentöln- Beit Mittes. Brik. Chauffeefte. 82. Steut. 2550. Bilbau, Soherlebme: Rub. Lettow. Soherlehme, Ren- Schulzenborf: The Im Ruhl Brunoftr. 77, Chauffeeftt. 66. Rieberschöneweibe: ctebrid Stantemit. Spreeftake 4, B. I. Rewawes: Rat! Resbnberg. Eisenbahnftr. 10. Oranienburg: Seint. Boenbarbt, Stralfunder Str. 6. Dberfchönewelbe: Robert Bau! Wilhelminenhofite. 44a. Bantow: Rismann. Mahlenfte. 70. Botsbam: Reiniger Waldemarstr. 27 v. II. Rabnsborf: urbanfat. Rahnsdorf Mühle. Sohen. Bollernfte. 136. Reinidendorf- Of, Schönbola: Albert Bable. Brovinaftrake 56( Baden). Reinidenberi- Belt: Bendt. Scharnweberste. 114, Bolts haus, Rofenthat: tar Desmet. Schillerite. 13. Kubow: Otto Raifer, Baltersdorfer Chauffee. Ribersbotl, Ralfberge. Tasbott: bolt Goerte, Ralfberge, Rhebenftr. 15. Sabawa, Raulsbert- Gab: Senfchte. Raulsdorf- Sub, Waldfeaße 66, margenbart 1: Sebab, Breite Str. 3. Camargeabert II: Frau Gröber, Cunoftr. 60. Bilmersdorf I: Schubert, Wilhelmsaue 27 Sof I. Wilmersdorf II: Düring, Düffelborfer Str. 7, Saben. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Sulae Bilhelmshagen, Wilhelmftr. 81. Bittenau: Ribe!! Sauptftr. 65. Moltersdorf: Frik Erdmann Cicendamm 22. Rehlenbort. Glachtenfee. tolasice: Rehlendorf. Teltower Straße 8. Rehlendorf 1853 Reuthen, Miersdorf: Tb. Behling. Bahnstr. 2. Roffen: Witt, Bahnhoffte. 25. Sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Werle werden geliefert. Sonntags find die Geschäftsstellen gefchlofen. Die mit einem verfehenen Ausgabestellen find nad mittags von 2-6 Uhr unter der angegebenen Nummer telephonisch au erreichen. Sonntag 28. Februar 1926 Unterhaltung und Wissen Bellage des Vorwärts aus Der Schmuggler. Bon Viktor Sangueffa. Gestern habe ich ihn wieder getroffen, den Schufter- Loni " meinen Führer und Gefährten bei einer Schmugglerpartie über die ungarische Grenze. in Litern! Als wir uns das erstemal sahen, da war der Schuster- Toni ein großer Herr. Er saß in einem ungarischen Dorfwirtshaus, Heß Wein aufmarschieren, und debattierte über wirtschaftspolitische Fragen. Die Zeitungen berichteten damals über die großen Schwierigkeiten, die das Zustandekommen eines Handelsvertrages zwischen Desterreich und Ungarn den Diplomaten bereite. Der Schufter- Toni hatte diese Schwierigkeit schon längst auf seine Art gelöft: Er faufte in Ungarn Eier, Butter und andere Lebensmittel, brachte sie über die Grenze und hatte in Desterreich fichere Abnehmer, die ihm dafür Stoffe und Leder gaben, Waren, die er wieder in Ungarn mit Gewinn eintauschen tonnte. Das Risiko, daß ihm die Waren an der Grenze abgenommen werden fonnten, ließ sich der Schuster- Toni natürlich gut bezahlen. Leider ist ihm aber dabei doch ein Rechenfehler unterlaufen: er hatte nämlich die mögliche Wirkung eines Infanteriegeschosses in seine Kalkulation nicht aufgenommen. Darum ist der arme Schuster- Tont heute kein großer Herr mehr und fann feinen Wein mehr auf marschieren laffen, doch davon später! Kurzum, als wir uns das erstemal sahen, schlug der Toni eben mit seiner sehnigen Fauft, deren Finger von der vielen Arbeit ganz breit waren, schwer auf den Wirtshaustisch und entschied mit diesem Argument eine taktische Frage. Es handelte sich darum, über welchen Weg eine Schmugglerfompagnie in der Nacht nach Defter reich gelangen sollte. Ich liebe die Nacht. Und Abenteuer haben seit jeher eine große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Ich beschloß daher, mich den Schmugglern anzuschließen, obzwar ich eigentlich nichts schmuggeln wollte. Als ich dem Schufter- Toni meine Bitte vorgetragen hatte, traf mich zuerst ein langer, mißtrauischer Blid. Bas böln's denn ibri trag'n?" fragte er in dem sonderbaren Deutsch der burgenländischen Kroaten, in dem jedes w" wie„ b" flingt. Ah, nig. 3 mecht halt mr a so über die Grenz'," sagte ich. San's leicht an ung'rischer Sozt, der bas auf Wien aufi mecht'?" fragte etmas naiv der Schuster- Toni. Ohne ihm über mein politisches Bekenntnis erschöpfend Aus. funft geben zu müssen, gelang es mir endlich, ihn von meiner Harmlosigkeit zu überzeugen. „ Na, so fumman's halt so umma fechse zum B....... er G'moanwald. von burt geh'n ma weg. Wenn's aften aber briebn fan, nacha mißn's aber a an Litern zahl'n," lautete der Bescheid des Schmugglerführers, und ich war endgültig bei den Schmugglern aufgenommen. Es gab damals unzählige Methoden, Waren über die ungarische Grenze zu bringen. Die beste, weil ungefährlichste, war die der Bestechung. Natürlich erforderte fie großen Kapitalsaufwand, denn der Grenzsoldat oder Unteroffizier, der seine Stellung und eine empfindlich Strafe ristiert, muß entsprechend entlohnt werden, und das ist mur möglich, wenn der voraussichtliche Gewinn hoch genug ist, um diese bedeutenden Spefen zu ertragen. Die gefährlichste, aber billigste Art der Schmuggelei ist, die Waren auf gut Glück über die Grenze zu tragen. Wird man aber dabei erwischt, so find in der Regel die Waren verloren, und man tann noch von Glüc reden, wenn es einem gelingt, fie rechtzeitig von sich zu werfen und wenigstens felbft zu entlommen. Die Fälle, in denen Schmuggler die Flucht mit dem Leben bezahlen mußten, find häufig - und beinahe jebe Grenzgemeinde hat ihre Totenfifte. In den Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren haben die Schmuggler eine bedeutende Rolle bei der Versorgung Wiens mit Lebensmitteln gespielt. Ein österreichischer Politiker erklärte sogar einmal freimütig: Bären die Schmuggler nicht gewesen, so wäre Wien, trotz der zentralen Bewirtschaftung, verhungert!"- Aber nicht nur Lebensmittel, auch viel interessantere Dinge gingen den verschwiegenen Weg der Schmuggler über die Grenze Als in Ungarn der Kommunismus ausbrach, flüchteten zahlreiche Ariftofraten auf den Schmugglerwegen ins Ausland und nahmen ihre Suwelenschäße mit, und als Bela Kun gestürzt wurde, gab es wieder viele politische Flüchtlinge, die der ungarischen Reaktion zu ent fommen fuchten. Auch Szamuely, der ungarische Tscheka" führer, flüchtete über die Grenze; er beging, als ihn österreichische Ben darmen anhielten und auf ihre Wachstube bringen wollten, Selbst. mord. Bela Kun und seine Genoffen hingegen, die ihre Herrschaft zum Teil dem Schreden verbantten, ben Szamueln mit seinen Rotgardisten im Lande zu verbreiten wußte, befinden sich heute wohl und geborgen in Rußland. Um sechs Uhr war ich beim P...... er Gemeindewald. Es dämmerte bereits start, als die ersten Schmuggler, darunter auch der Schuster- Toni. dort eintrafen. Jeder hatte auf dem Rücken eine große, mit Tragbändern versehene Rifte. Dieses unbeholfene Transportinstrument, das den Rüden bei langen Märschen empfind lich drückt, ist wegen seiner harten Wände das Einzige, in dem man Eier tragen fann, ohne allzuviele zu zerbrechen. Bir mußten noch auf die anderen warten, die in den einzelnen Dörfern Waren" einkauften. Nach einer Stunde etwa, während der geraucht und geplaudert wurde, waren wir fomplett", und ich staunte über die Stärke des Schmugglerzuges. Es waren ungefähr vierzig Personen, darunter viele Frauen, alle hochbepact. Die Frauen hatten außer ihren Tragfiften auch noch große Taschen in den Unterröden, in denen sie Butterftrißeln, in Bergament ver padte Fettflumpen und ähnliche Lederbissen" trugen. Ueber unendlich fotige Felder, deren lehmige Erde sich filomeise an die müden Füße heftete, ging der Marsch, stunden- und stunden. lang. Unser Weg führte an schlafenden Dörfern vorüber, die sich wie große, dunkle Befen mit vielzadigen Rüden am Boden zu bucken schienen. Manchmal trug der Wind eine Rauchspur von ihnen zu uns herüber, oder mir erkannten ein einzelnes, beleuchtetes Fenster. Besonders diese einsamen Lichter wirften schön. Ste brachten etwas Hoffnungsvolles in diese trostlose, anstrengende Wanderung, bei der einem der Schmuß an den Boden zu fesseln schien. Die Gegend wurde hügelig, der Wald häufiger, wir tamen in die Nähe der Grenze. Eine furze Raft wurde angeordnet und jene Schmuggler bestimmt, die mit wenig Waren vorausgehen follten, um eine Art Vorpatrouille zu bilden. Ihre Aufgabe be. stand im Gegensatz zu der des Restes der Leute darin, die Aufmerksamkeit der ungarischen Grenzorgane, falls folche in dieser FRIEDRICH EBERT Nacht die Gegend inspizierten, auf sich zu lenten, und sie so lange zu beschäftigen, bis der Hauptzug der Schmuggler die gefährliche Bone paffiert hatte. Burden sie erwischt und verloren sie dabei ihre Waren, so wurden ihnen diese von den anderen reichlich vergütet. Der Lärm aber, der bei ihrer Festnahme entstehen würde, hätte den anderen Schmugglern zur Barnung gebient. patrouille hatte sich bereits auf den Weg gemacht, als an uns die Endlich waren die tattischen Vorbereitungen zu Ende; die BorReihe tam. " Auf! In Gottes Namen! Tjemo poj!" rief der Schufter- Toni, wobei das Auf und das„ Tjemo poj"( was in froatischer Sprache Beh'n ma!" bedeutet) sich auf uns alle zu beziehen schien, und das In Gottes Namen!" wahrscheinlich eine spezielle Aufmunterung für mich fein sollte, denn ich war, obzwar nicht belaben, von dem ungewohnten, anstrengenden Weg herzlich müde geworden und lehnte fizend und schläfrig an einem Baum. Die Schmuggler halfen sich gegenseitig, die Kisten auf den Rücken zu heben. Die jungen Burschen zeigten sich galant und halfen mit Borliebe den Mädchen und Frauen. Derbe Scherze fielen, verhaltenes Richern wurde hörbar. Dann begann wieder der Marsch. Einer hinter dem anderen, stiegen wir zuerst einen bewaldeten Berg hinab. Unten war eine Straße, die wir jedoch nicht betraten, sondern wir bogen gleich nach der Gelte ab und gingen im Wald wieder bergauf.. " Wann's uns mir jetzt nit derwisch'n, in zehn Minuten fan mer bei die Desterreichal" teuchte eine Frau hinter mir. Langsam, viel zu langfam ging's bergauf. Wenn man in einem Wald spazieren geht, so hat man teine Ahnung, wie laut die dürren Zweige trachen tönnen, auf die man unversehens tritt. Auf diesem verschwiegenen nächtlichen Weg flang ihr Brechen wie ein Gefchrfignal, überall aus dem Dunkeln fonnte die ungarische Grenzwache hervorbrechen, und die verstand feinen Spaß! Nach einer Viertelstunde, die fein Ende zu nehmen schien, tamen wir auf den Rüden des Berges. Im Tal sah man den ersten österreichischen Ort- Kirchschlag. Der Himmel im Often begann schon lichter zu werden, als wir den Abstieg vornahmen. Wir waren schon nahe der Ortschaft, als wir in unserm Rücken, Im Walde, schrilles Pfeifen hörten. In weiter Entfernung knallte ein Schuß. Mir scheint, die W.....dorfer habn's heut der. wischt," meinte der Schufter- Toni, besweg'n hams uns a Ruh' lassen", ergänzte ein anderer. Kurz danach hielt uns der österreichische Poften an und ließ uns paffieren, als er sich davon überzugt hatte, daß es sich um einen Lebensmitteltransport handle. Wir waren sieben Stunden lang, meistens über fotige Felder, in dieser Nacht marschiert. Die meisten der Schmuggler hatten Riften geschleppt, deren Gewicht ungefähr dreißig bis fünfzig Kilogramm betrug. Die Frauen, die auch in ihren Kleidern Waren unterbringen fonnten, dürften noch stärker belastet gewesen sein. An einem solchen Weg, vorausgesetzt, daß sowohl der Hin- als auch der Rückweg gut gelingt, und daß der Schmuggler beim Verkauf seiner Waren nicht zu start ausgenügt wird, verdient er ungefähr 200 000 bis 300 000 St., er ristiert aber nicht nur die Waren, sondern unter Umständen auch sein Leben. Das Schießen auf Schmuggler war dazumal an der Tagesordnung. schmuggeln zu können. Viele schmuggeln im Taglohn, oder erhalten Dabei sind nicht alle fo glücklich", auf eigene Rechnung eine Pauschalvergütung, die natürlich weit geringer ist als die des selbständigen Unternehmers, wie z. B. der Schuster- Toni einer war. Heute gehört jenes Gebiet, in dem der Schuster- Toni mit seinen Leuten geschmuggelt hat, zum Burgenlande und ist österreichisch geworden. Als ich den armen Schuster- Tont gestern wieber traf, ba sah er Seine Augen, die früher so brutal und verwegen traurig aus. ausgesehen, hatten mun einen flebrigen Glanz, sein Gesicht war abgezehrt ,. feine Hände zitterten, auf einen Stod geftügt, hintte er des Beges. Biffen's," sagte er, at han halt ta Glid g'habt. Zuerst hams mi zwaamal dermischt, des hat viel Göld' toft, und beim dritten Dtal, da bin i davon g'laufen, und ba bat mi einer in d' Hüften gefchoffen. Aber die Kutta Kati, die hat thre ganze Aussteier ' berschmuggelt. Schad', daß i nimma geh'n ta, i hätt' mein Schad'n scho' wieder einbracht!" Der Schuster Toni hatte den Krieg als Infanterist mitgemacht und war heil zurüdgefommen. An der Wiener Lebensmittel front war er verwundet und arbeitsunfähig geworden, und noch immer wollte feine Unternehmungsluft nicht erkennen, daß eine billige Grenzerfugel ein teures Menschenleben entscheidend beein fluffen fann. Wannst aber nachher amal glet wärst berschoff'n wordn?" fragte ich den Toni, in der Abficht, ihn von seinem Kalkulations. fehler zu überzeugen. " No, nachher fumn't i auf fan Fall mehr G'schäfter mach'n", lachte der Schuster- Toni. Ja, der Tod ist kein Geschäft, der Tob ist halt der Bankrott des Lebens," meinte ich, und bot dem Toni eine Zigarre, die er bantend annahm. Er fragte sich nachdenklich hinter dem Ohr und meinte dann: .Recht habn's scho, es is halt a Elend. Aber wann jehn im Fruhjahr die Eia im Ungrischen billig wern, laffet fi' wida was verdena. Schad', daß i net mehr geh'n ta.1" Glücklicher Schuster- Toni! ". Wann erschienen die ersten drehbücher? Während die Einwohnerverzeichnisse der Städte erst nach und nach im Laufe des 18. Jahrhunderts cuftauchen, und zwar gleichzeitig mit der um diese Reit in den verschiedenen Städten eingeführten Häuserzählung und Häufernumerierung, erschien das erste Adreßbuch dennoch bedeutend früher. Nach den Forschungen Bogengs erschien bereits im Jahre 1595 in London ein Verzeichnis dessen Abdruc noch im Britischen Museum aufbewahrt wird das zunächst die Namen der Einwohner der City enthielt, worauf 1640 eine weitere solche Namenslifte folgte. Rehn Jahre später gab es in London ein Geschäft, in dem ein Adrehbuch auflag, das jeder für 10 Sixpence bemußen konnte. Wolfgang Freiligrath. Eine Anflage. In delnem Dichterhimmel, Freiligrath Magst du das schier Unfaßliche erfahren: Dein Sohn in Not! Was fümmert auch den Staat Ein Greis wie er von achtundsiebzig Jahren? „ Der Baragraph bestimmt. Es tut uns leid! Wir zahlen nichts. Sie haben noch zu leben!" Es hat die Armut aus Barmherzigkeit Dem Alten Brot und Unterkunft gegeben. 60 werden wahr die Morte des Gedichts, Erfenntnis zufunftträchtigen Gesichts, Du Mann des Bolts, an deinem eignen Samen, Anklagend: Bettlerfinder erben nichts Als ihres Vaters reinen Namen! Denn Not und Sorgen haft auch du gefannt: Es haben dich vertrieben und verbannt Der Fürsten feile Häscher und Bedränger, Und fliehen mußte aus dem Vaterland Der deutschen Freiheit hochgemuter Sänger. ... Wie würde Groll des Dichters Stirn umlohn: Schäm' dich, mein Bolt! Denn deines Kämpfers Sohn Kann hungern im Gewand der Not und dürften. Und du willst ellen zum verwaisten Thron? Dir selbst zum Spott, der eignen Not zum Hohn, Reichst du Millionen defertierten Fürsten? Henning Duberstadt. In der französischen Kammer. Bou Anna Geger. Der Einzug des Präsidenten. Kommt der deutsche Reichstagspräfibent in ben teichstag, fällt dem zufällig Borübergehenden vielleicht auf, daß die Diener fich bemühen, eine Nuance freundlicher zu grüßen als gewöhnlich. Das ist alles. Der Präsident des französischen Barlaments tammt nicht. Er hält seinen Einzug. Seine Dienstwohnung befindet sich in einem Seitenflügel bes Barlamentsgebäudes. Ein langer Gang führt von ihr zum Best bül des Hauptgebäudes. Eine Biertelstunde vor Beginn der Sigung wird das Bild in diesem Vestibül bunter. Es erscheint die republitanische Garde in ihren farbenprächtigen und wie sich das nach langen Kriegsjahren so gehört mit vielen Orden geschmückten Uniformen. Ein Offiziersruf durchschwirrt den Raum. Die Selbaten bilden Spalier vom Eingang in den Blenarsizungsfaal bis zu einer Flügeltür. Nun wird die Tür geöffnet. Das Bubfitum, das sich inzwischen hinter den Soldaten aufgestellt hat, rect Me Hälle. Es blidt in den langen Verbindungsgang zur Präsidentenwohnung Jezt flammen die zahlreichen Kronleuchter im Gang auf. Ihre Kristallgehänge funkeln. Die Hälse des Publikums werben länger. Die Haltung der Soldaten wird strammer. Ein höherer Offizier erscheint. Die Seitengewehre werden aufgepflanzt. Die Spannung des Publikums steigt. Am fernen Ende des Ganges fleht man einige Herren. Sie laufen nervös vor einer Tür hin und her. Nun fehlen nur noch zwei Minuten am festgelegten Sigungsbeginn. Nun noch eine. Jegt fam es wie ein leises Ringelzeichen aus dem Gang. Bon der anderen Seite ertönen dumpfe Trommelwirbel, die in dem Vestibül fast schauerlich hallen. Die Flügeltür öffnet sich. Langfam schreitend nähert fich eine Gruppe fchwarzgefteldeter Herren. Immer höher steigt bie Span nung. Immer fchauriger flingeln bie Trommeln. Längst haben alle Herren aus dem Publikum das Haupt entblößt. Und mun tommen sie vorbei. Zuerst zwei Herren in dem frackähnlichen Anzug der Barlamentsangestellten. Lange filberne Retten tragen fie um den Hals. Dann tommt er, der Präsident der französischen Boltsvertretung. Er ist im Frad und hält höflich den Zylinder in der Hand. An feiner Seite schreitet ein Offizier. Emige Herren mit Attentaschen Typ Staatsfefretäre bilden den Schluß des Zuges. Run find sie am Eingang des Etzungsfaales angelangt. Die Trommelwirbel brechen ab. Die Sigung tann beginnen. Edouard Herriot. Da fi er nun auf seinem hohen Präsidentenstuhl Herriot! Jeder Europäer tennt sein Bild. Aber wie wenig fanm eine Boto graphie den Eindruck seiner Persönlichkeit vermitteln. Auch das freundliche Gesicht des deutschen Reichstagspräsiden ten fennt jedermann aus illustrierten Blättern. Wer in den Reichs tag tommt, freut sich, unseren Genossen Löbe so ruhig und freundlich seines Amtes walten zu sehen, wie er es nach den Bildern er martete. Ganz anders ist Herriot. Er hat nicht den Humor unferes Genoffen Löbe, der so viel innere Sicherheit und leberlegenheit ausstrahlt. Er figt nicht mit der gleichen Gelassenheit an seinem Blaz. Eigentlich sitzt er überhaupt nicht. Er seht sich nur manch mal hin. Dann springt er auf. Jetzt legt er sich beinahe über seinen Bräsidententisch. Faft ununterbrechen flopft er mit einem Holzftab auf den Metalrand feines Tisches, um zur Ruhe zu mahnen. Die Zwischenrufe merden lauter und lärmender. Gerade hafte er sich einmal gefeßt. Nun springt er wieder auf. Beide Anne Die redt er hoch empor. Man ffiristet fuft, ba felne Lebendigfelt den fnappen Frad und alle damit vertnüpfte weiße Geftärftheit Sprengen wird. Mit der beschwörenden Gefte eines ganz an sein Bert hingegebenen Rapellmeisters gelingt es ihm endlich, den Lärm so weit zu dämpfen, daß er mit seiner lauten, träftigen Stimme feiner Mahnung zur Ruhe Nachdrud verleihen kann. Man fühlt dann sehr start das Ansehen, das er bei den Abgeordneten genießt. Die Lebendigkeit Herriots wirft nicht gemacht, nicht nervös, nicht eraftiert. Man empfindet sie einfach als ungezwungenen Ausbrud feines Temperamentes, seiner Kraft und Gesundheit. Gefundheit und innere Sicherheit, das ist überhaupt der unmittelbarste Eindruck, den man von Herriot empfängt. Er erinnert damit ein wenig an Erzberger, der in den stürmischsten Sizungen der Deutschen Nationalversammlung, wenn man förmlich die Nerven aller Barlamentarier schlottern sah, so sicher und gesund wirkte. Ist das alles?" So oder ähnlich würde sicher auch Herriot antworten fönnen, wenn ihn seine Gegner, was wir ihm nicht wünschen, mit der gleichen raffinierten politischen Regie und politischen Intrige mürbe zu machen suchten, wie das damals Helfferich und seine Gefolgschaft Erzberger gegenüber probierte. Aristide Briand. Ganz anders als Herriot wirft Briand. In Herriots Kraftmatur lebt sicher ganz ursprünglich der Drang zur praktischen Beffer geftaltung der menschlichen Beziehungen und damit der Trieb zur Bolitit. Bon Briand fann man sich vorstellen, daß er ebensogut ein Künstler hätte werden tönnen, wenn er in einem Lande aufgewachsen wäre, in dem die Politit für die meisten Menschen mehr an der Peripherie des Lebens liegt. Aber Briand ift Franzose. Sehr ist er Franzose. Und ge motß ist er ein Politiker im beften Sinne des Wortes. Er ist ein glänzender Redner, überlegen, geiftvell, witzig, eindringlich, überzeugend. Sicher beherrscht er die Stala rednerischer Künfte wie taum ein 3weiter. Er wird auch einmal pathetisch. Aber es geht ihm dann nicht, wie so häufig anderen Franzosen, denen das Temperament gleich im Anfang ihrer Rede durchgeht, und die sich dann eine halbe Stunde abmühen, um von ihrem hohen Bathes wieder herunter zu flettern. Wie fast alle Franzosen, begleitet er feine Rede mit viel mehr und mit viel eleganteren Geften, als wir das in Deutschland ge benen man ohne meiteres voraussetzt, daß sie lieber Berträge von wohnt find. Er hat Melne, faft ein wenig damenhafte Hände, son Locarno, als von Bersailles unterzeichnen. Wenn Briand in einer Rede in der Finanzdebatte versicherte, Wort, auch wenn man nicht an seine politische Bergangenheit denkt. daß er durchaus fein Doftrinär fei, so glaubt man ihm das aufs Er macht den Eindrud, als habe er den für jeden wahren Bolitifer unentbehrlichen Instinkt, die rechte Grenze zu finden zwischen der Durchsehung des eigenen Willens und zwischen der Konzession an die politischen Möglichkeiten. Beim Anhören seiner Rede und beim Beobachten threr Mirtung auf Bartament und Tribüne ift der stärkste Eindruck: Hier spricht der große politische Führer des fortschrittlichen Frankreichs. Das Publikum. Die große Sehnsucht jedes deutschen Rebners, ber politiche Bersammlungen in Baris besucht, muß wohl sein, einmal vor solchem Publitum sprechen zu können. Da muß man nicht, wie so oft bei uns, mühselig versuchen, einen Eisberg an diesem und jenem Ed. chen ein bißchen aufzutauen. Hier gehört politische Blastertheit nicht zum guten Ton. Der französische Redner hat eine viel aufgeschlossenere Zuhörerschar por fich Wie gingen auf dem sozialistischen Kongreß, der vor wenigen Bochen in Paris stattfand, die Zuhörer mit dem Redner! Es war durchaus nicht immer Zustimmung. Die Meinung war sehr geteilt. Aber wie lauschten alle! Wie reagierten sie auf jede Wendung! Wie waren sie bei der Sache! Ein großes Instrument, das Refonang gab bei jeder Berührung. Fast ebenso ist es in der Kammer. Die Stumpfheft gegenüber den Reden anderer, die bel uns faft jeden jungen Barlamen tarier bei seinen ersten Barlamentsreden der Berzweiflung nabebringt, biefe Stumpfheit gibt es hier nicht. Biel lebhafter folgen die Barlamentarier den Berhandlungen In der französischen Rammer wird zum Zeichen des Beffalls geflatscht, was bei uns befanntlich streng verpönt ift. Beifallsflatschen ist eine Angelegenheit, der sich die Franzosen überhaupt mit viel mehr Inbrunst hingeben. Es fingt nicht, wie so oft bei uns: Na, mein Lieber, heute hast du mir mal wieder einigermaßen gefallen. Wenn Renaudels maffige Gestalt sich emporrect, und wenn er mit seinen derben Fäusten zu flatschen beginnt, dann fieht es aus und hört sich an: Glänzend! Glänzend! Habt Ihr es auch alle gehört, Ihr da drüben auf der Rechten? Die Tribline. Das Bild der franzöfifchen Rammertribüne und ihrer Befucher unterscheldet sich start von den im deutschen Reichstag gewohnten. Schon äußerlich. Der Sigungsfaal bes franzöfifchen Parlaments gleicht mehr einem großen Theaterraum als etwa dem deutschen Reichstag. Die Bänke der Abgeordneten sind mit rotem Tuch bespannt. Große rote Plüschportieren verdeden die Ausgänge. In zwei Stodwerken bauen sich die Tribünen auf. Die Brüstungen sind, wie bei Theatern, mit rotem Plüsch bezegen. Eine ziemlich dichte Reihe weißer Marmorfäulen unifäumt den Halbkreis des start ansteigenden Sigungsfaales. Die Säulen gliedern die Tribünen in sehr feine Teile( pier Sippläge breit), was die Erinnerung an eine Theater. loge noch verstärkt. Auch die Pressevertreter sitzen in solchen fleinen Logen und finden es sicher bei ihrer Arbeit viel unbequemer als im deutschen Reichstag. Abgefonderte Regierungsbänte, mie fie in deutschen Parlamenten üblich sind, gibt es nicht. Man entdeckt Briand neben der etwas farblosen Bankdirektoren- Physiognomie von Doumer auf der ersten Reihe der Abgeordnetenbänte. Die neue 10 Pick Packung Einfach durch Zusammenlegen von 5 arbeitsgängen in einen Handlich bequemer Karton in jeder Tasche zu tragen Lauber hygienische Verpackung ohne manuelle Berührung Die Frangofen fnb galand und überlassen ben Damen die Borderpläge. Die Französinnen find elegant und lieben Schmud und Edelsteine. Die Mode dittiert für den Nachmittag: Mermel los und detelletiert. Was von allebem in der französischen Rammer zu schauen ift, tönnte im Lotal- Anzeiger" mehrere Spalten füllen unter der Ueberschrift: Ein glänzendes gesellschaftliches Bild. Perlen. Eine indische Sage berichtet über den Ursprung der echten Perlen, jener unvergleich zartschimmernden Schmuckstücke der Natur, die als einzige, ohne durch menschliche Kunst verändert und verbeffert zu sein, getragen werden, folgendes. Bur Zeit, da Wischmu, der Erschaffende und Erhaltende den jährlichen Monsunregen sendet, steigen die Berlmuscheln vom Grunde des Meeres empor zur Oberfläche, um mit weitklaffenden Schalen die Regentropfen aufzufangen und sie in ihrem Schoße in Perlen zu verwandeln."- Das Christentum fennt eine ähnliche Legende, Engel fangen in Muschelschalen die Milchtropfen von der Brust der Himmelsfönigin auf. Der Dritte im Bunde der Perlenerflärer, der Naturforscher, schüttelt zu alledem ein wenig den Kopf, denn das ist zwar ungeheuer pretisch, viel poetischer als die eigene Erklärung, diese hat dafür aber den Borteil, zu ftimmen und vielleicht sogar prattischen Nutzen zu zeitigen. Denn die Berlen find mun einmal nichts anderes, als Buche rungen an der Innenseite der Schale der echten Perlmuschel, die er dem ausgesprochenen 3wed, eingedrungene Fremdförper zu um mit dem Namen Avicula margaritifera belegt. Bucherungen mit hüllen und dadurch unschädlich zu machen, wie Bienen in den Stock eingedrungene Schmaroher mit Wachs umkleiden. Bei den eingebrungenen Fremdförpern handelt es sich um zweierlei, Sandförnchen und in der Hauptsache um einen schmaroßenden Wurm. Wahr scheinlich kann man durch Infizierung der Berlenbänke mit diesem Schmaroßer den Ertrag steigern. Das ist die praktische Seite dieser sonst so profaischen Feststellung, dah ob prosaisch oder nicht, muß dem Wissenschaftler gleich sein. Auch glaube ich nicht, daß jemand feine mattschimmernden Perlenkleinodien deshalb nicht weiter tragen wird, wenn es vielleicht auch etwas humoristisch ist, daß das, was man am Halse schöner Frauen schimmern sieht, und das, was be rühmte Frauen des Altertums aufgelöft tranfen, nichts anderes waren, als Tetenschreine schmarozender Würmer, unter Umständen eine feine Analogie zu feinsten französischen Lippenstiften, die mit Willy Ley. Hunde- Urin hergestellt sind. Die Entstehung einer alten deutschen Stadt. Die Forschung nach der Entstehung der ältesten deutschen Städte muß sich mit einer Zeit befassen, für die es im allgemeinen an geschichtlichen Urfunden mangelt. Eine Ausnahme bildet die Geschichte der Stadt Köln, über deren Frühzeit reichliches Quellenmaterial vorliegt, obgleich gerade ihre Entstehung bis auf die Römerzeit zurückgeht. In der Meromingerzeit( 450 bis 800 n. Chr.) entstand neben der alten Kölner Römerstadt die mittelalterliche Siedlung, aus der das spätere Röln entstanden ist. Diese Siedlungen gruppierten fich um das Merowinger Schloß und den um 870 entstandenen neuen Dom. Aus dem Zusammenwachsen der alten Römersiedlung und des neuen Marktes die neue Siedlung bestand aus einem Handwertsviertel, einem Kaufmanns- oder Hafenviertel und einem Basar oder Budenviertel hat sich das mittelalterliche Röln, die heutige Altstadt, entwidelt. Es handelt sich hier zweifellos um eine fränkische Neugründung, benn die Römersiedlung war sicherlich längst verfallen, als die Franten sie besezten und hier eine Pfalz errichteten, die nun neben dem bischöflichen Hof zum Mittelpunkt des neuen Martts angesehen werden, und je mehr der Rölner Handel sich ausbreitete, desto mehr pergrößerte sich die Marktsiedlung. Immer neue Raufleute ließen fich an dem wichtigen Handelstnotenpunkt nieder. Mit Recht behauptet Richard Roebner in seinem kürzlich erschienenen Buche über„ Die Anfänge des Gemeinwesens der Stadt Röin"( P. Haufteins Berlag in Bonn), daß die alte Römersiedlung nicht in organischem Zusammenhange mit der neuen Frankensied lung gestanden habe, daß also die Entstehung und Entwicklung Kölns nicht anders verlaufen sein als die der Marktgründungsstädte im Innern Deutschlands. Die ältesten Städte waren Marktstädte. Die Bevölkerung sekte ich aus Kaufleuten und Handwerkern zuſammen. Aus den Ru gewanderten, die ansässig wurden und zu großem Reichtum aeNeu hinzu langten, entwidelte sich ein städtisches Patriziat tommende Raufleute traten unter den Schuß der Stadt und mußten fich verpflichten, wie die geborenen Bürger die Sagungen und Bürgerpflichten zu erfüllen. Zu lepteren gehörte Steuerleistung und Kriegsdienst. Zwischen der Stadt und dem Erzbischof entwideften fich frühzettig Streitigkeiten, bei denen der König die Freiheit der Städte verteidigte. Die Einfegung des Rates machte die Bürger auch in richterlicher Beziehung bon den Schöffen, die der Erzbischof etn gesetzt hatte, unabhängig. Bürgermeister und Rat haben anrangs nebeneinander gewirkt, bis allmählich ihre Verbindung immer enger und das Bürgermeisteramt gegen Ende des 14. Jahrhunderts ein Ratsamt wurde. Die Kaufleute der ältesten deutschen Städte waren in Gilden organisiert, erwarben anfangs fönigliche Brivilegien und Jekten Schließlich das Stapelrecht für die Stadt durch. Diese Entstehungsweise der Stadt Köln fann als typisch für alle ältesten deutschen Stadtgründungen angesehen werden. Die deutsche Stadt ist ihrem Ursprung nach eine Marktstediung von Kaufleuten, die natürlich am liebsten dort gegründet wurde, wo infolge Vorhandenseins einer alten Siedlung, einer Pfalz oder eines Bischofsfizes bereits ein gewisser Berkehr vorhanden war. 10 flück 40PB CARBATY GOLD SABA Frisch Pergaminpapier. Hülle konserviert das Aroma Billig infolge Fortfall der luxuriösen Ausstattung Beliebt durch die bewährte Qualität der guten GOLD- SABA GARBÁTY Nr. 9943. Jahrgang Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik stad Berlis B.& Lindenstraße 3. 4. Beilage des Vorwärts 101. Wht. Treptow. Abends 7% Uhr Vorstandsfizung mit ben Bezirksführern in der Speditton, Gräger Straße 50. für Groß- Berlin 116. t. Lichtenberg. Abends 8 Uhr wichtige Funktionärssung bei Morr. flets an das Bezirkssekretariat Sof. 2 Trep. rechts. an richten 1. Atreis Mitte. Sigung des erweiterten Kreisvorstandes am Montag, 1. Mära, 7½ Uhr, bei Dobrohlaw, Gwinemünder Straße. Mittwoch, 3. März, 8 Uhr, im Rosenthaler Hof. Rosenthaler Str. 11/12, Bersammlung aller Parteimitglieder aus den Wohlfahrts und Jugendkommissionen, der Bezirks vorsteher, Schiedsmänner, Mieterbeifiker, Bürgerbeputierten, Bezirks- und Stadtverordneten. Referent: Stadtrat Dr, Treitel. 2. Kreis Tiergarten. Alle Genoffinnen und Genossen, die Mitglieder des Bereins der Freidenker für Feuerbestattung find, beteiligen fich an der Mitgliederversammlung am Montag, den 1. März, abends 7% Uhr, in den Arminiushallen, Bremer Straße 72. Kreis Prenzlauer Berg. Achtung! Alle parteigenössischen Mitglieder bes Bereins der Freidenker für Feuerbestattung nehmen an der Generalver. fammlung am Montag, den 1. März, abends 7 Uhr, im Ledigenheim, Pappelallee 15, teil. Donnerstag, den 4. März, abends 7 Uhr, im Ledigenheim, Pappelallee 15, allgemeine Funktionärstzung. Referent: Bürgermeister Dr. Ostrowski. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, 1. März, abends 7 Uhr, Sigung des Krets. bildungsausschusses bei Bieler. Materialausgabe. Abrechnung. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, ben 1. März, abends pünktlich 7 Uhr, Sigung der Fraktion mit den Bürgerdeputierten im Rathaus, Gigungs. aimmer 1. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, ben 1. März, abends 8 Uhr, Sigung bes Erweiterten Kreisvorstandes bei roihs, Holsteinische Str. 60. Alle Be teiligten müffen erscheinen. Die Dittmann- Broschüren müssen an diesem Abend mit dem Kreistaffierer abgerechnet werden. 10. Kreis Behlendorf. Der Rurfus des Genossen Sorlig über Grundlagen der Arbeiterbildung" fällt am Montag, den 1. März, aus. Fortlegung 13. Recis Tempelhof- Marienborof- Marienfelde- Lichtenrabe. wird rechtzeitig im Borwärts" befanntgegeben. Montag, ben 1. März, Fraktionsfigung im Kommissionfigungsfaal Tempelhof, DorfStraße 42, abends 7% Uhr. Reuc Bahnhofstr. 28. Frauenveranstaltungen: Arbeitsgemeinschaft ber Rinderfreunde. Groß- Berlin. Mittwoch, den 8. März, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof, 3 Trp. lints, Helferversammlung. Thema: Die Ueberführung der Kinder in die Ar. betterjugend." Referent: Richard Weimann. Die Arbeiterjugend wird gebeten, au erscheinen. 2. Kreis Tiergarten. Arbeiterwohlfahrt. Dienstag, den 2. März, abends 7 Uhr, im Bezirksamt Tiergarten, Klopstodſtr. 24, 8. Rurfusabend: Wohnungsnot und Boltsgefundheit. Referentin: Dora Fabian. Deffentliche Kundgebungen für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten heute, Sonntag, den 28. Februar; Sontag, 28. Februar 1926 9. Kreis Wilmersdorf. Abends 8 Uhr Kroihs, Holsteinische Straße 60, Bollsentscheid." Refe Extra- Frauenabend. Vortrag: Fürstenfindung rentin: Minna Tobenhagen, Alle Gefsinnen müssen erfcheinen. 123. Abt. Raulsdorf. Abends 7½ Uhr imotal Hübner, Wilhelmstraße, Ede Bahnhofstraße, Bortrag: Die Fraum Cherecht." Referentin: Else Scheibenhuber. * Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Tiarten. Gonntag, ben 28. Februar, mittags 12 Uhr, Treffpunkt im Kleinentergarten am Kriegerdenkmal. Am Dienstag fällt der Heimabend aus. Uhr, Jungfozialisten. Spielgemeinschaft. Mont, den 1. März, abends 7 im Jugendheim Lindenstr. 3 erfte Bre der Einzelfpieler für die März feier der Arbeiterjugend. Jungsozialisten- Gruppe Tiergarten. Näd 8usammenkunft Mittwoch, ben 8. März, abends 8 Uhr, in der wärts"-Spedition, Wilhelmshavener Straße 48: Vortrag: Die Stellung Mannes im Rulturleben." Refe rent: Genosse Silber- Charlottenburg Gäste willkommen. Achtung, SPD. Feuerwehrleute! Am ontag, den 1. März, und Dienstag, ben 2. Mära, vormittags 10 Uhr, im Jusdheim Lindenste. 8, 2. Sof Berfammlung aller Parteigenoffen. Syrathifierende tönnen durch Genossen eingeführt werden. Tagesordnung: Fürstenabfindung". Referent: Genoffe Mag Urich. Die Funktionäre erfchen eine halbe Stunde vor der Berfammlung zweds Umtauschs der Legitinionskarten. Trp., Sterbetafel der Groß- Berher Partei- Organisation Blankenburg: Nachmittags 4%, Uhr bei Klug, Dorfstraße 2. angestellte Guftan Rern, Naunynftr., im Butower Krankenhaus tur Redner: Genosse von Putttamer. Morgen, Montag, den 1. März: Schöneberg- Friedenau: Abends 7%, Uhr, im Bürgersaal des Rathauses, Am Lauterplag Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. N. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 1. März, abends 6 Uhr, im Rathaus, Reu- Pankow- Niederschönhausen: Abends 7%, Uhr, in Lindners Fölln, Fraktionsfigung. 17. Kreis Lichtenberg. Die Abteilungsleiter wollen bitte fofort die Bersamm lungsplafate und Handzettel abholen laffen: 114., 116. unb 117. Abtei. lung von der Spedition Boghagener Straße 62; 115., 118. unb 119. Abteilung von der Spedition Wartenbergstr. 1.- Montag, ben 1. März, Bezirksverordnetenfraktionsfigung abends 6 Uhr im Rathaus, Möllendorf. Die Bürgerdeputierten milffen erscheinen. Straße. 18. Kreis Beißenfee. Montag, den 1. März, abends 7 Uhr, bet Gallas, Fraktionsfigung, abends 8 Uhr ebenda Borstandsßigung. Mittwoch, ben 8. März, Mitgliederversammlung in der Germania. Die Gruppenführer laben ein. 20. Areis Reinidendorf. Montag, ben L. März, abends 8 Uhr, im großen Gigungsfaal bes Rathauses in Wittenau: Fraktionsfigung. Heute, Sonntag, den 28. Februar: B1. Abt. Charlottenburg. Eintrittskarten zur Fahnenweihe önnen von ben Konzerthaus, Pankow, Breite Str. 34. Redner: Dr. Julius Mofes, M. d. M. Dienstag, den 2. März: 44./47. bt. Am 26. februar verfb unfer Genoffe, der Krankenkaffen 67. Lebensjahre. Wir verlieren in ihr einen braven Genoffen, ben längere Krankheit verhinderte, fo tätig au fein wie er es in früheren Jahren war. Ehre feinem Andenken! Einäfcherung:) ienstag, 2. März, abends 6 Uhr, im Strematorium Baumschulen weg. Vorträge, Vereine nd Verfammlungen. Reichsbanner. Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsftelle: Ben G. 14. Sebaftianfte. 87/88. Sot 2 Tr Weißenfee. Sonntag, b. 2 nachm. 1 Uhr, Antreten bei Gallas in Bannerkleidung. Di., d. 7% Uhr Treffpunkt Turnhalle. Do., b. 4, 8 Uhr, Grliner Baum Monatsrfammlung. Bericht und Verschiedenes. Mitte. Kameradschaftsversammlurn Di., b. 2., 8 Uhr. L. Kam. Aderftraße 1. V. Ram. Bartelstr. 7. ib. 3., 8 Uhr. III. Ram. Stallschreiberftraße Alle Rad- und Kraftfahrer Difenftr. 1. Friedrichshain. Di., b. 2., 6% Uhr, Saalfchuk Andreasfäle. kuzberg. Mo., b. 1., 7 Uhr. Abt. 10 bei Mendler, Dieffenbachstr. 54. Abt.2 bei Behmann, Mustauer Str. 1. Mi.. Fontanepromenade zum Propagandanzug. Rehlendorf. Gonntag, b. 28., nachmittags pünktlich 1 Uhr, Antren in Bannerkleidung bei Schnorre zur Fahrt nach Treptow. Reine Nachauer und fein Ruspättommen! Di., d. 2., Abends 7%, Uhr, in der Schulaula Grünthaler Str. 5, 8 Uhr, Burarestaurant. Rehlendorf- Me( am Bahnhof) Mitgliederversammlung. Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. N. Ram. Trojan berichtet über den 2. Andestag in Hamburg. Besprechung unse per Bannerweihe. Steglig. Di... 2, 8 Uhr, Borstandssigung mit allen Funktionären bei Thiel, Albrecht te Ringstraße. Bantow, Streis, Mo., Wedding: Abends 71%, Uhr, in den Pharusfälen, Müllerstr. 142. Redner: Schiller- Göttingen, M. b. N. Abends 7, Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus.. 615 Uhr, Antreten fämtlicher neraben mit Fahnen und Tambourtorps Redner: Stadtverordneter Adolf Hoffmann. 1 Gruppentaffierern abgeholt werden. Dienstag, ben 2. März, beteiligen Charlottenburg: Abends 7%, Uhr, im Leibniz- Gymnasium, at Turnen aus. Alle Rameden um 7 Uhr in Bannerkleidung Saalfich fämtliche Genoffinnen und Genossen an der öffentlichen Rundgebung im Leibniz- Onmnafium, Schillerstraße. 56. Abt. Charlottenburg. Die Genossen treffen fich heute nachmittag 1½ Uhr am Bahnhof Charlottenburg zur Ebert- Feier auf der Treptower Wiese. 68. Abt. Balenfee. Die Genoffinnen unb Genoffen beteiligen fich an ber Ebert- Gedächtnisfeier des Reichsbanners. Treffpunkt: nadmittags 1% Ubr auf dem Fehrbelliner Plag. 83. Abt. Lichterfelbe. Alle Genoffen mit ihren Familien treffen ich heute abenb um 7 Uhr zur Parteifeter in Teltow, Ruhlsdorfer Plas, im Restaurant Bum weißen Schwan Eintritt frei. Borträge, Resitationen. 85. Abt. Bezirksführer holen Flugblätter und Bersammlungseinladungen Sonntag früh von der Spedition Barsdorf ab. Morgen, Montag, den 1. März: 22 bt. benbs 7 Uhr Funktionärfißung bei Balentin, Krautftr. 86. Un ber Funktionärfigung haben die Vertreter ober Stellvertreter aller Dom Bezirksverband anerkannten Ausschüsse und Inftitutionen teilzunehmen. 24. Abt. Behlendorf. Achtung, Funktionäre! Die nächste Funktionärstigung Schillerstr. 127, am Stnie. Redner: Dr. Leber- Lübeck, M. d. N. Friedrichshain: Abends 7, Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21. Redner: Dtto Meter, M. d. 2. Tempelhof: Abends 7%, Uhr, in der Aula des Realgymnaftums, Raiserin- Augusta- Str. Redner: Dito Landsberg, M. b. St. Marienfelde: Abends 7%, Uhr, im Botal Petermann, Berliner Straße 54. Redner: Rechtsanwalt Dr. Siegmund Rallmann. fchuk bei Lindner, Breite Straße. Cambourtorps übt. Die für Mi., b. 3., angefeßte Kreisvolversammlung fint umständehalber später statt. Arbeiterverein für Biochemi un Lebensreform t. B. B. Montag, 1. März 48 Uhr, Bezirksverfammlung im Lofal Biefenbagen, Scharnweberftr. 60, Dr. Bußmann spricht über deruleiben. Gäfte willkommen. Bezirks verfammlung bei Gliesche, Ropethaner Str. 74. Der Naturheilkundige Krug milftommen. mener spricht über Nervenleiten" Anschließend Fragebeantwortung. Gäste Reid sbund der Kriegsbesdibiten, Kriegsteilnehmer und Kriegerbinter bliebenen. Ortsgruppe Lichtenade Monatsversammlung Montag, 1. Märs, 8 Uhr, in Restaurant Bungerbo, Bahnhofstraße. Ortsgruppe Tempelhof: Boruffia Ede Neue Straße. Monatsverfammlung Mittwoch, 8. März, 18 Uhr, im Restaurant Hansen, finbet nicht am Mittwoch, lonbern blesmal am Montag, ben L. Mars Brit: Abends 7, Uhr, in Beders Gesellschaftshaus, Chauffee. bot. Som Ronverfationabend. Eintritt frei. Gäfte willkommen, Straße 96. abends 8 Uhr, statt. Rein Bezirtsfithcer barf feblen, Schöneberg. 77, bt. Die erfte Arbeitsgemeinschaft über Berfaffungsrecht beginnt am Montag, abends 7 Uhr bis 8 Uhr in der Wohnung bes Genoffen Alawitter, Apoftel- Paulus- Straße 7, vorn 4 Trp. Die weiteren Stunden finden an jedem Montag aur gleichen Reit und am gleichen Ort statt. Roften erwachsen den Teilnehmern nicht, leboch if leber Tell nehmer verpflichtet zur weiteren Teilnahme, Anmeldungen am erften Tage vor Beginn der Stunde.-79. bt. Abends pünktlich 8 Uhr bet Groß, Sedanftr. 17, außerordentliche Funktionärfizung. Alle Funktionäre müffen unbedingt erscheinen. 107, 6t. 7 Uhr Borstandssigung Gartenstadtstr. 19. Erscheinen unbedingt erforderlich. Uebermorgen, Dienstag, den 2. März: 12. b. bends 7 Uhr bei Schmtb, teleffte. 17, funktionärtigung 17. Abt. Abends 7 Uhr bolen bie Funktionäre bas Material vos Dole, Nordhafen 6, ab. 27. Abt. Abenbs 6 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Botalen aus. 29. Abt. Begen der Freidenferversammlung am Montag wirb bie Funktio närligung auf Dienstag, den 2. März, verlegt. 73. Abt. Schinargendeorf. Mittwoch, den 8. März, abends 8 Uhr, Mitglieder. versammlung in der Gemeindeschule Friedrichshaller Straße. Referat_bes Genoffen Biermann über Fürstenabfindung und Bolfsentfcheib." Bor ftand und fämtliche Funktionäre tagen ab 7 Uhr daselbst. Bezirksführer Taben schriftlich ein. 85. Abt. Tempelhof, Nach der öffentlichen Bersammlung haben fich bie Funt. tionäre im Restaurant Sur Linde, Friebrich- Karl-, Ede Berberstraße, einzufinden. Herren- Anzüge, Paletots, Ulster nach Maß, aus reinwollenen Stoffen, in vollendeter Paßform, Mk. 85.Leon Sonnenschein, Potsdamer Str. 33' Ecke Lützowstr. Redner: Eduard 8achert, M. d. 2. Krets Brenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrt. Die Genoffinnen laben alle ehrenamtlich in der Wohlfabetspflege tätiges Genoffinnen und Genossen au dem am Donnerstag, ben& März, im Altersheim, Danziger Straße 62, Statifindenden Lichtbildervortrag ein. 5. Kreis Friedrichshain. Kreisausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kluber. fchus. Dienstag, den 2. März, abends 7 Uhr, im Wohlfahrtsamt, Rigaer Straße 108, 2. Erp, Rentnerheim. Bortrag: Das Jugendmohl fabrtsgefes Referentin: bedwig Bachenbeim Fortschrittliche Verkehrstech. B. Bortrag Ing. Schula über Unfall. verhütung und Pinchotechnik derStraßenbahn". Donnerstag, 4. Mära, 8% Uhr, Berwaltungsaebäude ber Strokebobn. Berlin 6. Urbanftr. 167. Eintritt fret. Berliner Esperanto- Bereining Dienstag, 2. März, 8 Uhr, im NationalReichsbund beutscher Miet. Ortsgruppe Köpenid: Montag, 1. März, Th Uhr, öffentliche Mieterverfomlung in der Rörnerschule. Thema: Mieter ( chuhgesen und Fürftenabfindun. Arbeiter- Ubftinentenbund. Ortsgruppe Berlin: Sonntag, 28. Februar, 7 Uhr, Schule Steinstraße. Au Mitgliederversammlung. Ref.: Dr. Streder. Rünstlerische Beranstaltungen. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Gäste find eingeladen. Sigung Montag Arbeiter- Spart- Kartell Ndölln. Rartellbelegierte. 1 Mära. 28 Uhr, bei Fripa Marefchstraße, 3beattlaufe. Alle Delegierten der Vereine müssen erscheinent 14. Reels Renfalls Dienstag ben dira abends 7% be, Panton. Eine Hausfriu ist kein Chemiker rinnenfigung Bartetbureau, Redarfte. L Morgen, Montag, den 1. März: 2. Wbt. Abenbs 7% Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Gaal 8, Vortrag: Fürstenabfindung Bollsbegehren. Referentin: Liesbeth Riedger. 57. Abt, Charlottenburg. Abends 8 Uhr bei Thunad, Bielandstr. 4, Bortrag: Die Bedeutung der Frauenbewegung. Referentin: Minna Tobenhagen, Alle Genoffinnen müssen erscheinen. Neuwahl der Frauen letterin. 74. Abt. Behlendorf. Alle Genoffinnen werben gebeten, fich an ber Beerbigung bes Töcherchens unferer Genoffin Regler heute, Montag, nachmittags 8 Uhr, auf dem Gemeindefriedhof Spanbauer Straße zu beteiligen. 84. bt. Lankwig. Abends 7½ Uhr bei Lehmann, Kaiser- Wilhelm- Straße 29/31, Bortrag des Genossen Dr. Druder, 102.Abt. Baumschulen weg. Abends 7% Uhr bei Baß, Baumschulenstr. 72, Bor trag: Der fittliche Gedanke in ber sozialistischen Weltanschauung." Refe. rentin: Clara Bohm- Schuch. Uebermorgen, Dienstag, den 2. März: 2. Reels Thiergarten. Dienstag, ben 2. März, nachmittags 5 Uhr, pünktlich Tümper, Flensburger Straße 3, Funktionärinnenkonferenz. SCHUTZ- MARKE DE THOMPSON'S SEIFENPILVER SCHUTZ- MARKE Est im Gebrauch, also meist, wenn es soon zu spät ist, vermag sie zu erknnen, ob ein als unschädlich angepiesenes Waschmittel auch tatsächlich uschädlich ist. Das Vertrauen, das de gesamte deutsche Hausfrauenwelt dm Dr. Thompson's Seifenpulver entgegenbringt, rechtfertigen wir seit ahrzehnten immer wieder aufs neue. ustig- Tag 1. bis 6. März Die Bezeichnung Lustig umfaßt die Begriffe: PreisBettbezüge Bett- Inlette Stepp- Decken Hamdaninch, stariladi Fertige Betten Oberbett 4.95 Außergewöhnliches Angebot Satin- Oberseite Oberbetting4.95 Linon, feinfädig Grauroi mil granen Federa Kissen Oberbett ..... 12.90 Unterbett .11.20 3.95 Oberbett Kissen würdigkeit, Kissen. Qualität MonopoldaunenAuswahl. Meine bisherigen Ausstattungstage erhalten fortan die Bezeichnung Lustig- Tage Oberbett echt türkisch- rot, rotrosa, fraise oder lila 49.75 Inlett... 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Es entfallen auf die Gewinianteilschine für 1924/25 der Aktien Nr. 0001-1480 Je Rm 15, 1481-3865 9 1866-100 115 Einlösungsstelln sind: 30, 25unsre Kasse in Berlin, sowie die Dedsehe Bank, Damstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktlen, Commerz- und Privat- Bank A.-G., Desdner Bank, in Berlin, Breslau Frankfurt a. M, Hamburg a München, die Niteldeutsche Creditbank in Berlin, Frankart a. M., Hamburg und München. Ostwerke Aktiengesellschaft Engros- Lager Gegründet 1894 Expert- Lage Kein Laden Damen- Konfektion ne Treppe Extra billige Frühjahrsangebote De sparen Geld Specialist: Extrawelten a. Längen für grosse n. starke Danen James- Mäntel, Wollrips. Gabardine, fuch 12, 15, 18, 21, 28 Damen- Kostüme, Wollips. Gebaidine, Donegal 12, 18, 25, 38, 20 Bamen Mäntel, Copegai, Barbary, Loden 6, 9, 18, 25, 33 herabgesetzt PidschmãoWinter- Konfektion bis 50 let, Velon man.el, Uis.er, eine M.Mosczytz, Leanderplatz 59 Treep am A Sonnabends und Sonntags geschlossen. weit unter Preis! 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Wenn der festgelegte Publikumswille wirklich vorhanden wäre, müßte es für unsere geschäftstüchtigen Firmen doch ein leichtes sein, einen Film zustande zu bringen, der garantiert Erfolg hat. In Wirklichkeit sind so immer nur die Blender entstanden. Er. folge tamen in den meisten Fällen völlig überraschend: man batte einen fleinen Film machen wollen, hätte allerdings saubere Arbeit geleistet, Einfälle gehabt und plöglich war es ein Welterfolg: Die Berrufenen". Bom Rosenkavaller" wurde gesprochen, bevor mit den Aufnahmen überhaupt angefangen worden war, wer alles engagiert fet, Strauß und Bohnen und Biene und auf einmal machte der Walzertraum" das Rennen. Das Bublifum will gar nichts Beftimmtes. Es fäßt sich nur allzugera durch etwas Neues überraschen, das Schlimme ist nur, daß es unseren guten Manuskriptschreibern so spärlich einfällt. Originell sein, heißt bei den Filmleuten experimentieren und hat einen bitteren Beigeschmad, well es angeblich teuer ift. Dabei ist jeder Film ein Risito, der Schlechte und der Gute, der Nachgemachte und der Schöpferische. Raum hat der Zille- Film( ein Experiment!) Gelb gebracht, schon wird ein zweiter gedreht, und der zweite ist teurer, well der Star nach dem Erfolg mehr verlangt und weil ja jeßt nicht mehr so gespart werden muß, da es doch kein Versuch mehr ist, sondern ein ficheres Geschäft. Und dann ist der neue Film nicht mehr auf eine Idee aufgebaut, sondern auf eine Form und auf ein sogenanntes Publikumsverlangen und beim vierten oder spätestens fechsten Film haben die Kinobesucher diese Gattung genau so über, wie sie die Aufklärungs- und Abenteurer- und Detektivfilme überbekommen haben. Die Möglichkeiten des Films find nicht begrenzt genug, als daß so etwas nötig wäre. Und wenn nur bie zweiten und dritten Filme eines Genres vom Erfolg des ersten gehren würden, ginge es noch. Aber der mutigste Manuskriptschreiber ist nicht in der Lage, Ueberlieferungen abzuftreifen, und wenn er es tut, ändert es der Regiffeur und wenn der es auch stehen läßt, dann bestimmt der Aufsichtsrat: das happy end( das gute Ende). Der Manuftript verfaller schreibt nur den Anfang feines Films. Wenn seine Menschen wirklich leben, entwickeln sie sich nach eigenen Gefeßen. Glücklicher Ausgang oder Ratastrophe liegt gar nicht mehr in seiner Hand. Aber er verbiegt die Charaktere, wozu gibt es einen göttlichen Zufall und wenn er noch so unwahrscheinlich eingeflochten wird: es muß gut ausgehen. „ Der schwarze Engel", ein erschütternder Film. Ein durch den Krieg blind Gewordener läßt feine Geliebte in dem Glauben, er sei tot, damit sie ihr Leben nicht an ihn fetten muß, er verzichtet, fie wird ihn vergessen, vielleicht glücklich sein, er glüdlich im Opfer. Was für ein Schluß. Aber was tut Gott? Sie findet ihn, löft ihre andere Berlobung und sinkt dem Blinden. In die Arme, ab. Elenden, Schluß. Und feiner merkt, daß mit diesem glücklichen Ende eigentlich erst die Tragödie beginnt. Haus Lefébre Die Filme der Woche. „ Das Blumenwunder." ( Piccadilly.) Dies war nicht nur ein föstlicher Genuß, das Wachsen, Blühen und Bergehen der zarten Kinder Floras in reichster Abwechslung zu schauen, nein, es war darüber hinaus eine Stunde der Andacht und Versenkung in die großen Geheimnisse und Gefeße des Lebens, die uns alle in gleichem Maße umfangen und beherrschen, ob Mensch, ob Tier, ob Pflanze. Bedeutsam hebt der Film an mit einem fleinen pädagogischen Hinweis an spielende Kinder, die im llebermut ein Blumenbeet zerstört haben, Respekt und Achtung vor der Pflanze zu haben, die, obwohl in Stummheit befangen, lebt und empfindet. Allerliebst wurde diese Lehre verfündet durch Maria Solveg, die, an die Botticellische Flora erinnerte. Und dann folgten in entzückenden Aufnahmen die Bunder des Wachsens und Elühens aus der Pflanzenwelt. Dann erlebten wir, wie ein Rhyth mus das Leben der Pflanze durchpulst; wie sie immer wieder auf die gleichen Reize in derselben Weise reagiert, wie die Wurzeln immer nach dem Erdmittelpunkt hinstreben und der Sproß zur Sonne, mag man noch so viel Ablenkungen einschalten; wie im Laufe des Tages, unbeeinflußt von Licht und Wetterverhältniffen, ein Sichheben und Senten aller Blätter erfolgt; wie im gegebenen Moment des Wachstums die Blüte aufsprießt und ihren gesetzmäßigen Werdegang vollendet. Alle diese Wunder find erschlossen durch die geduldige, jahrelange Arbeit, die die Badische Anilin- und Sodafabrik zunächst für rein praktische Zwede bornahm. Sie wollte durch den Film in anschaulicher Weise vorführen, wie der StickStoff das Wachstum der Pflanzen befördert. Aber aus dem Berbe film wurde etwas ganz anderes: ein Film der Aufklärung, der Schönheit und des Gefühls für Natureinheit und gefeßlichkeit. Die Aufnahmen zogen sich über Jahre hin, die Vorgänge im Leben der Pflanze, die einen Tag erfüllen, find im Film auf eine oder ein paar Sefunden zusammengedrängt. Ein Beispiel: die Aufnahme der Tabatpflanze erforderte 105 Tage und 5306 Einzelaufnahmen. Wenn man bedenkt, daß Duzende von anderen Pflanzen hier vor beit in dem Film stedt. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Hundertgeführt werden, so fann man sich einen Begriff machen, welche Artousenden wird durch diesen Film bewußt werden, wie die Pflanze wächst und den Umfreis ihres Lebens durchschreitet, gefesselt an ihren Standort und doch voll des tiefsten Lebensdranges, der sich in ihren Blüten zu wahren Wunderleistungen entfaltet. Ganz überraschend war der auf Sekunden und Minuten zusammenge drängte Wachstumsprozeß von rantenden und fich windenden Pflanzen, die unbeirrbar ihrer Eigengefeßlichteit folgen und ge radezu einen Kampf führen, um sich in ihrer Art durchzusetzen. Natürlich hätte der Kreis der Reaktionen aus dem Leben der Pflanze noch weiter ausgedehnt werden und damit die Anschauung noch pertieft werden können, daß die Pflanze empfindet und lebt wie das Tier, nur mit den für ihr Leben entsprechenden Aenderungen und Anpassungen. Die Unterrichtsfilm- Gesellschaft, die den Film verarbeitet bat, fügte außer der Einleitung Tanzszenen von Mitgliedern der Staats oper ein, die die merkwürdigen Bewegungen der Pflanzen ins Menschliche übersetzen und verdeutlichen sollten. So lieblich und charakteristisch diese Szenen waren und so sehr sie den gleichen doch fragen, ob sie notwendig oder auch nur angebracht waren. Rhythmus und das gleiche Lebensgesetz offenbarten, so fann man mich haben sie jedenfalls nicht gestört. Eine den Vorgängen des Films fich gut anschmiegende und das Charakteristische vertonende Musit hatte Eduard Rünnede beigesteuert, die sich dem Ganzen harmonisch einfügte. , Jackie, der Lumpensammler." ( Mozart- Saal.) D. 106 Ein neuer Jackie- Film. Das heißt, Neues ift nicht viel an ihm dran. Das Manuskript erzählt mal wieder von dem Waisenkinde, das in all seiner Armut und Not ein tapferer Held ist, und dem es später märchenhaft gut ergeht. Diesmal ergeben ein armer, von betrügerischen Patentanwälten um feine Erfindung gebrachter Lumpen sammler, das Pferd Hannibal, das vor 15 Jahren mal ein Derby gewann, und der nach einem Brande aus dem Waisenhaus aus. gebrochene Jackie das Dreigespann, an dem man oft seine herz liche Freude hat. Es wirkt außerordentlich ultig, wenn Jackie im Sause Ordnung schafft, auf dem Bock des Lumpenwagens figt, ein als bricht, um leere Flaschen einzuhandeln, und bei all den kauf. pfiffiger Einkäufer ist, im Weinkeller ungezählten Flaschen den männischen Kunststückchen tüchtig mit den Händen redet. Amerikanisch ist es auf jeden Fall, wenn der Batentanwalt das unterschlagene Geld zurücgibt, damit er Jadie in die Augen sehen fann. Eddi line führte die Regie. Bildlich ist alles recht gut, doch inhaltlich ist alles fammler ist als Jargonstüd gespielt. Der Text ist also von größter recht breit angelegt. Hinzu kommt eins, dieser ganze Lumpen Bedeutung. Zuweilen sind die Worte äußerst treffsicher, mitunter zu fonstruiert. Ein Film aber, der dem Legt eine derartige Bichtig feit zugestehen muß, ist auf Abwege geraten. Darum wird man diesmal nicht restlos froh, es find die Borte, die aus dem Jackie wiederholt ein Zerrbild machen. Amor im Wolkenkraker." ( Ufa- Palast am 300.) c. b. Die übliche sentimentale Liebe, Bogen und Senfationen auf einem 40 Stod hohen Neubau eines Wolfenfragers bilden den Inhalt dieses amerikanischen Films. Die erften betden Buntte bieten nichts Neues, das Herumvoltigieren auf dem Eisengerüft dieses immens hohen Gebäudes gewährt insofern Abwechslung, als es sich hier nicht um Jongleurfünfte handelt, sondern Arbeitsprozesse Dorgeführt werden. Der reiche junge Mann, den fein Bater im Boren bis zur Birtuosität ausbilden läßt, und der bereits auf einem Ball der Schmiede den stärksten Mann überwunden hat, wird Bolontär auf einem Reubau. In der einzigen Absicht, dort täglich seine Braut zu sehen, die ausgerechnet dort ihre Zeit verbringt, um ihrem Bater zu helfen. Ihr zuliebe hat der Liebhaber das Bogen aufgegeben, und ihr zuliebe flettert er in waghalsigfter Weise in Schwindelnder Höhe, Stadt und Hafen New Yort zu seinen Füßen, zwischen Himmel und Erde herum. Die Intrigen, die der von ihm niedergeborte Schmied gegen die Firma und ihn persönlich leitet. führen zu den Konflikten und Sensationen, die den weiteren Inhalt des Films ausmachen. Der Neuling besteht siegreich alle Gefahren, reitet auf einem Eisenträger bis auf die höchste Spike, während wir um sein Leben bangen, weil wir wissen, daß der Träger. abgestürzt werden soll. Erst im legten Augenblid wird das Unglüd verhütet, und der Gerettete kann sich auf den tückischen Schmied Flora- Lichtspiele Landsberger Allee 40-41 Ecke Petersburger Straße Heute und morgen: Die Lieblingsfrau des Maharadscha mit Gunnar Tolnäs. Außerdem: Buster Keaton der Matrose. Ab Dienstag: Grüß mir das blonde Kind am Rhein unter Mitwirkung des Männer. gesangquartetts Widetzki. Frankenburg Film- und Bühnenschau Große Frankfurier Straße 74 Heute und morgen: Eine Minute vor zwölf mit Luciano Albertial. Außerdem Die Feuertänzerin. Ab Dienstag: Die Kleine vom Bummel und Die vertauschte Braut. Merkur- Palast Palisadenstr. 26, a d. Strausbg.Str Heute und morgen: Hanseaten nach dem Roman von Rudolf Herzog Außerdem Harald Lloyd in Er ist seekrank". Ab Dienstag: Die vom anderen Uter Der Liebeskäfig. und Bellage des Vorwärts ftürzen und ihn nach einem lebensgefährlichen Kampf in die Liefe Schleudern. Seine Braut eilt zu seiner Hilfe herbei, und so feiern Die Beiden 40 oder 60 Stod hoch ihre Verlobung. Bemerkenswert fit an dem Film der gänzliche Mangel an Arbeiterschutzvorrichtungen fteller zeichnen sich in dem viel zu breit ausgesponnenen und daher und die absolute Willkür in der Behandlung der Arbeiter. Als Darmanchmal ermüdenden Film Richard Dig als ebenso fraftvoller wie hübscher Sportsmann und Frances Howard als das umschwärmte amerikanische Mädchen aus. Boraus ging ein luftiger Groteskfilm, in dem ein Hund die Hauptrolle spielt. Die Musit, die unter Leitung von Erno Rapée in ihrem Vorspiel besonders Hervorragendes leistete, entschädigte zum Teil für die Längen des Films. Der Stolz der Kompagnie." ( Primus- Palast.) T. Dieser Militärfilm fällt aus der Reihe der üblichen Broduktion andere militärische Angelegenheiten, aber sie erscheinen ironisiert, sie heraus. Man sieht wieder Soldaten, Offiziere Kasernenhofbrill und werden nicht ernst genommen, es fehlt die übliche Rührungsträne, der wehmütige Seufzer nach den schönen, vergangenen Zeiten. Der Bivilift ift flüger als die Offiziere und Unteroffiziere, die feinen Sinn für Situationen haben, Berwirrungen anstiften, die der andere spielend löft. Die ganze Blödsinnigkeit des Kasernenhofdrills wird gezeigt, die Vorgänge sind ironisch untermalt. Hin und wieder erscheinen Situationen, die aus Militärnovellen von Theo von Thorn die Erlebnisse eines beschäftigungslosen jungen Mannes beim Milioder Freiherrn Don Schlicht reichlich bekannt sind. Die Handlung, tär als Offiziersbursche, ist als Erzählung gedacht. Reinhold Schünzel spielt die Hauptrolle ohne Ueberbetonungen und doch mit einer leise parodistischen Nuance, die auch in der Gesamtregie zum Ausdrud tommt. Der-Regisseur Georg Jacoby stellt die Situation derart, daß eine doppelte Deutung möglich ist. Hinter der Maste der Ernsthaftigkeit verbirgt sich die Neigung zur Barodie, besonders auffällig am Schluß, als der frühere Offiziersbursche, jetzt herrschaftlicher Chauffeur, seinen ehemaligen Unteroffizier als Bortier eines Rinos wiederfindet. Echnurrbart und der finstere Blid, aber dahinter stedt nichts mehr, Roch immer der aufgemirbeite die Macht ist gebrochen. Und die Darsteller bewahren alle diese zweideutige Haltung: Faltenstein als Leutnant oder Krampers als Unteroffizier, doch ohne zu farifieren. Das Ganze ist eine neue Art, militärische Stoffe zu behandeln. Wenn man hier auch noch nicht den Willen gezeigt hat, offen zu parodieren, so ist Blödsinnigkeit von Einrichtungen hinweist, in denen viele, die nach diefe Art vielleicht noch wirksamer, da sie äußerlich ernst auf die der Bergpredigt in das Himmelreich tommen werden, das Heil für Deutschland erbliden. Daneben ein amerikanischer Film 3irtus wild. Best mit der üblichen Cowboyhandlung, dem dazu gehörigen Mord und gegriffen sein, das Tempo bleibt faszinierend. Fast alle Situationen der schließlichen Entlarvung des Läters. Aber mag das Sujet abeine ausgezeichnete Photographie. find rein bildhaft gegeben, mit Spannung geladen. Hinzu kommt F. S. „ Der Mann aus dem Jenseits." ( Tauenhien- Palaft.) Der Hauptmann der Reserve figt im Unterstand, fampfmüde, aufgezehrt von der Sehnsucht nach seiner Frau, die ihm LebensInhalt ist. Ein Sturmangriff wird befohlen. Der Hauptmann tann nicht, will nicht, ein Leutnant weist ihn auf seine Pflicht hin, die er auch erfüllt. Allgemein gilt der Hauptmann für tot. Der verwundete Leutnant lernt die Witwe des Hauptmanns fennen und fieben. Als Beide ein glückliches Baar find, fommt der Totgeglaubte heim. Run bricht in ihm das Tier durch, in Rache und Eifersucht sucht er den Nebenbuhler zu verderben. Seine Brutalität stößt die Frau ab. Der Zurüdgefeßte bringt durch einen Meineid den von der Frau Bevorzugten ins Buchthaus. Schließlich gesteht er vor einem ausländischen Rotar den Meineid ein, um die Frau zu geminnen. Seine Gier macht fie immer zurückhaltender, bis im letzten Augenbild der Freigelassene fie findet und der Rajende seine Machtlosigkeit einfieht und der wahren Liebe den Blag einräumt. Manfred Noa hat Geschmad und den feinen Sinn für die Einheit eines Kunstwertes. Darum glückte es ihm auch diesmal, den Film auf einem gewiffen Niveau zu halten und ihn nie zu einer Räuberpistole ausarten zu lassen. Filmisch recht gut und außerordentlich packend sind die furzen Erzählungen( verschüttet, als Unbekannter im Lazarett, friegsgefangen, Mordversuch an der Wache, Zwangs arbeit), die das schwere Erleben des Totgeglaubten befunden. Šie tauchen tatsächlich als Erinnerungen auf. Ebenso ist die Gerichtsverhandlung mit den unheilvollen Beugenaussagen recht wirkungs voll gestaltet. Mit dem Tegt ging man wohltuend sparsam um. Dennoch gehört der Mann aus dem Jenseits zu den Spielfilmen, die den wahren Filmfreund nicht in helle Begeisterung bringen, well dieses Genre bewußt dem Theater und dem Roman Kon furrenz macht. Es liegt immer ein leises Auftrumpfen in allem, so etwa: Was Theater und Roman fönnen, tönnen wir auch." Dabei hat die wahre Filmtunft unerreichbares, startes Eigenleben. Sie fristet ein sehr fiegreiches Dasein und braucht nicht mehr auf eine eingebildete Konkurrenz dreinzuschlagen. Schauspielerisch ist dieser Film natürlich von der ersten bis zur legten Szene höchst intereffant, zumal Wegener den Hauptmann spielt. Borzügliche Partner waren ihm Olga Tschechowa, Anton Pointner und Hans Albers. Leßterer in einer recht beluftigenden Episode. e. b. " Die Straße des Bergeffens", der große deutsche Hella- MojaFim der Pantomim Film A.-G., hat nach seiner Berliner Uraufführung seinen Lauf durch das ganze Reich begonnen. Der Film wird gegenwärtig in Berlin allein in nicht weniger als 15 Lichtspieltheatern aufgeführt, während im Reiche die Erstaufführungen in den größten deutschen Städten, wie Köln, Hamburg, Düsseldorf u. a. bereits stattgefunden haben und von den nach folgenden Aufführungen bei häufiger Terminverlängerung abgelöst werden. Die Ausfuhr der amerikanischen Filmindustrie. Die Ausfuhr der Filmindustrie brachte den Bereinigten Staaten im Jahre 1925 eine Einnahme von 75 Millionen Dollar. Nicht weniger als 68 000 Kilometer Filmstreifen wurden im vorigen Jahre aus Amerita aus geführt gegen 52 000 Kilometer im Jahre 1924. Woche bei GRUMACH lige Wecke Vorteils- Angebote in allen Abteilungen! Zum Beispiel: FOR Herren- und Damen Trikotagen Herren- Hemi, makofarbig. Einsatzhemd, weiss, feinfädig, 2.60 2.35 feintädig: Grösse 4. 5. 6... mit modernen Riseinsätzen. Gr. 4. 5, 6 Herren- Hose, makofarbig, Damen- Hemdbase: 1.20 teintadig, Grösse 2.10 weiss, fein gerippt 4. 5. 6.. Herren- Hemd, eeht ägypt. 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Asra Der Mann aus dem Jenselts Alexander Der Mann ohne platz Schlaf Weinbergs- KUB' mich noch weg einmal ufa + ++ 10 Damenvorträge mil zahlreichen Lidzbfidcra nur für Frauen und Mädchen über 16 Jahre hält auf Bunich vieler Damen Oskar Voelker Diretter ber Berliner Boltslichtbellanfalt für Frauenleiden möglichst ohne Operation Berita N, Invalidenstraße 130( Stettiner Bahnhof) Montag, ben 1. Mäes. Rönigsbant, Große Frankfurter Str. 117 Dienstag, ben 2 drs, Bharusfäle, Müllerstr. 142 Mittwoch, den 3. mars. rinshof. NW, Berleberger Straße 29 Donnerstag, ben 4. März, Schultheiß'- Ausschant, Chauffeeftr. 64 Freitag, den 5. März, Mufiterfäle, Kaiser- Wilhelm- traße 31 Montag, den 8. März. Türkisches Belt, Charlbg, Berliner Str: 58 Dienstag, den 9. März, Gesellschaftshaus, Swinemünder Str. 42 Mittwoch, den 10. März. Ballschmieber, Babstr. 16 Donnerstag, den 11. März, Bazenhofer, Fidicinstraße 2/3 Freitag, den 12. mars. Hohenstaufenfäle, Rottbusser Damm 76 Warum find so riele Frauen unterleibstrant? Kattbesar Str. 6 Bats& r und Abendkasse berg( Mart). WINTER ①GARTEN Der allen Rundfunk teilnehmern bekannte und beliebte Humorist Otto Reutter tritt am 27. und 28 Februar ( am 28. Februar auch nachmittags) persönlich im Rahmen dea Pebruar- Spielplans aut Sonntag nachm. 8, 8. haibe Preise Rauchen gestattet! Sport Dalast Sonntag, 28. Februar, u. Montag, 1. März Deutsche Els- HockeyMeisterschaft Elite- Sanger en mer: Bertiner Schltschuh- Chu erstelen mit bem FebruarProgramm aBabenblic Bombenerfolg! @britt 50 BL bis 2.50 Machm, ermes Preis volles Abd.- Progr. ( Verteidiger), Sport- Club Charlotten burg, Städtemannschatt Königsberg, Leipziger Sport- Club, Eislauf- fer ein Manchen Sport- Club Riessersee Sonntag, 28. Februar ohm. 1. und 2. Wettspiel 8.30 abends:& and 4 Wettspiel 4.30 Kunstlaufen Schnellaufen . Montag, 1. März Entscheidungs- Spiel Statritt M.1 ts M. 5. Vorverkant bat begonnen CIRCUS MULLERSTR. 146 WILH. HAGENBECK Heute 2x nachmittags 3 U., abends 7, U. Preise von 80 Pig. bis 4.50. Vorverkauf: Werth im und Circuskasse. TIERSCHAU 10-1 HOLZBAU Die DAMPFHEIZUNG Stuvkamp Lebensfreude fured Das Wasser, sei es noch so brait hinüber kommt mit Leichtigkeit Der Onkel und fühlt bei dem Sprung Das Stuvkamp Salz erhält ihn jung. Die gegenwärtige Zeit stellt an jeden Meniden ganz besonders hohe Ansprüche. Die heutige Devise: geistige Frische und gesunder Körper, wird leider nur zu wenig beachtet. Wie sie müllern" und meniendieden", so müssen Sie auch stubkampen". Was bewirkt stubkamven"? Eine gute Funktion Ihrer inneren Organe, Leber, Galle, Nieren und Magen, eine Reinigung Ihres Blutes, einen gefunden Stoffwechiel. 4 . Wie müssen Sie ftuvkampen"? Sie nebmen täglich eine Messeripige Stublamp Salg in die erste Tasse Kaffee oder Tee.. Wodurch entstehen Unterleibsleiben, wie Entzündungen. Fluß, Berlagerungen, Anidungen, Gentungen, Geschwülste? Belche Ursachen haben Rüdenschmerzen, Schmerzen tief im Areno verschaffen Sie sich diese billige Lebens Was foftet, ftuvkampen"? Täglich 3 Pfennig. fowie Schmerzen im Leib und in ben Seiten? Boburch entstehen ichmerzhafte unb allau reiche Perioden, und welche notwendigkeit? Krankheiten können baraus entstehen? Was weiß die Feau and was muß fle wissen von den fo genannten Männerleiden, welche so furchtbares Unhei noch in der Ehe anrichten? STUVKAMP- SALZ erbalten Sie in allen Apothefen und Drogerien. Bie verhütet u. wie hellt man Frauenleihen mögl. ohne Operation? Bo nicht erhältlich, wende man sich an die Eintritt 60 Bf. und 1 M. intl. Steuer. Anfang 8 Uhr. Raffeneroffnung 7 Uhr Sprechzett: 10-12 unb 4-8 Donnerstag und Sonntag gefchloffen. Generalvertretung für Groß- Berlin Phönix- Handels- Gesellschaft m. b. H. Berlin SW 68, Ritterstr. 48. Tel.: Dönhoff 8244 Nr. 99 43.Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Gewerkschaftsbewegung Eine Lücke im Betriebsrätegeseh. Sie muß ausgefüllt werden. Der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Caféhaus angestellten hat folgende Eingabe an das Reichsarbeitsministerium und das Justizministerium gerichtet: Der unterzeichnete Verband hat am 13. Oftober 1925 Straf. antrag auf Grund des§ 99 des Betriebsrätegesezes gegen das Hotel Ezelsior, Berlin. Königgräger Straße 112, und das Hotel Continental, Neustädtische Kirchstraße 6/7, wegen vorsätzlicher Zuwiderhandlung gegen§ 23 Abjag 2 und 3 des obigen Besetzes gestellt. Troß wiederholter schriftlicher Aufforderung haben die fraglichen Unternehmer seit Jahren einen Wahlvorstand für die wiederholt Arbeitnehmer, weil sie die Wahl eines Betriebsrates durchführen wollten, entlassen worden, um die Durchführung zu verhindern. Als Zeugen wurden genannt die Gewerkschaftsbeamten Georg Seiffert, Wilhelm Claus; ferner Herr Dr. Kirschner, der frühere Betriebsratsvorsitzende Herr Treumann und Herr Georg Adler. werden, daß zumindestens dieser Beschuldigte die über 400 Personen zählende Belegschaft des Hotels Erzelfior nicht nur schwer geschädigt, sondern vorfäßlich gegen die Strafbestimmungen des Betriebsrätegefeges verstoßen hat. Der unerhörte Zustand, daß Arbeitgeber in solcher Weise mit den der Arbeitnehmerschaft zugebilligten Rechten ungestraft umspringen tönnen, muß u. E. schon aus Gründen des Ansehens der deutschen Gesetzgebung[ chleunigst beseitigt werden. Wir bitten daher, dem Sinn des Betriebsrategesetzes entsprechende Anweisungen an die Staatsanwaltschaften ergehen zu laffen; ferner dringend, die notwendige Aenderung des§ 99 des Betriebsrätegesetzes durch die gesetzgebende Versammlung zu ver= anlaffen. Arbeitszeitregelung für die Schiffahrt. Sontag, 28. Februar 1926 treten. Die Unternehmer haben die Aussperrung aufge. hoben und damit den Acht st u rbentag in ihren Fabriken stillschweigend anerkannt. Zufällig erfuhren jedoch die Arbeiter, daß die Absicht bestehe, nach Biederaufnahme des Betriebes Lohntürzungen vorzunehmen. turz entschlossen verweigerten sie deshalb die Wiederaufnahme der Arbeit, sodaß nun aus der Aussperrung ein Streit gworden ist. Angesichts dieser Standhaftigkeit hat einer der Unternhmer bereits nachgegeben und es fann damit gerechnet werden, daß ie anderen Arbeitgeber diesem Beispiel bald folgen werden, umsomeh als die Streifenden die moralische und finanzielle Unterstüging der ganzen fpani. schen Gewertschaftsbeweging genießen. 30A.- Bezirksverammlungen. Montag, den 1. März: Norbweften: Restaurant Mattte, Turiste. 78. Beginn 8 Uhr. ,, Streit. Rollege Otto Burgemeister. Schöneberg, Friedenau, Berlin 30, 35, 57: Restaurant Verwiebe, Schöneberg, Ebersst. 18. Beginn 8 Uhr. Die deutsche Wirtschaftskrise und Weltwirtschaft". Rierent: Kollege Dr. Otto Suhr. Röpenick: Restaurant Autopeter, Berliner Str. 27. Beginn 7½ Uhr. Episoden ferent: Adolf Hoffmann. und Erinnerungen aus einem halben Shrhundert Arbeiterbewegung". Bern, 26. Februar.( WTB.) Der Internationale TransWahl eines Betriebsrates nicht bestellt. Im Hotel Erzelsior find Portarbeiterverband, dem nahezu alle Schiffahrtsorganija fragen des täglichen Lebens aus dem Goiete des Arbeitsrechtes". Referent: tionen Europas angehören, hat an das Internationale Arbeitsamt einen Brief gerichtet, in dem er seine Absicht fundgibt, das Verlangen zu stellen, daß auf der Schiffahrtskonferenz, die am 7. Juni in Genf, beginnen soll, die Frage der Reglementie. rung der Arbeitszeit für die Schiffahrt erörtert wird. Der Direktor des Arbeitsamtes ließ dem Verband mitteilen, daß die Geschäftsordnung der Konferenz bereits festgelegt sei und demnach mur noch die Möglichkeit bestehe, auf der Konferenz selbst einen Antrag auf Aufnahme des gewünschten Berhandlungsgegen. Da in den vorliegenden Fällen ein Strafantrag seitens der Betriebsvertretung nicht gestellt werden kann, weil eine solche seit Jahren nicht besteht, andererseits die fraglichen gesetzlichen Strafstandes in die Geschäftsordnung zu stellen. bestimmungen geradezu unsinnig wären, wenn nur eine Betriebsvertretung in diesem Fall einen Strafantrag stellen fönnte, wurde von uns Vollmacht der Mehrheit der beschäftigten Arbeitnehmer zur Stellung des Strafantrages angeboten. Am 5. Januar 1926 erhielten wir von der Staatsanwaltschaft des Amtsgerichts Berlin- Mitte-III. 8499/ 25- folgenden Belcheid: Auf den Strafantrag vom 13. Oftober 1925 gegen den Hoteldirektor Hübner, Hoteldirektor Krebs wegen Zuwiderhandlung gegen das Betriebsrätegesetz vermag ich nicht einzuschreiten. Gemäß§ 99 Absatz 5 des Gefeßes ist zur Stellung eines Strafantrages nur die Betriebsvertretung legitimiert. Da ein solcher Antrag nicht vorliegt, habe ich feine Veranlassung zu einem Ein schreiten gegen die Beschuldigten." 4 Von der Staatsanwaltschaft wird weiter behauptet, daß selbst bei Borhandensein eines rechtsgültigen Antrages eine Zuwider handlung nicht nachzuweisen ist. In bezug auf Hübner seien Beweis mittel nicht beigebracht. Zu diesem Bescheid bemerken wir, daß es also die Ansicht der Staatsanwaltschaft ist, daß gegen die genannten Firmen strafrechtlich nicht eingeschritten werden kann, daß ein solches Einschreiten mindestens nicht vor dem Jahre 2000 stattfinden fann, es sei denn, daß die Beschuldigten die Dummheit machen, doch noch einen Wahlvorstand zu benennen und somit einen Betriebsrat zustande bringen, der dann zur Stellung eines Antrages legitimiert wäre. Wenn die Staatsanwaltschaft weiter behauptet, Beweismittel feien nicht beigebracht, so verweisen wir darauf, daß die Staat anwaltschaft auf die im Schreiben vom 3. Dezember 1925 angebotenen Beweismittel und Zeugen überhaupt nicht ein gegangen ist. Der als Zeuge benannte Treumann hat als legtes Betriebsratsmitglied vor Jahren im Hotel Erzelsior einen Wahlvorstand benannt, dessen Wahlausschreiben auf Beranlassung der Direktion abgerissen wurden und dessen weitere Tätigkeit durch Entlassungen und andere Machinationen unmöglich gemacht wurde. Es kann also ohne weiteres nachgewiesen Stärke der russischen Gewerkschaften. ( IGB.) Auf der fürzlich in Moskau abgehaltenen Sizung des Bentralrats der russischen Gewerffchaften teilte Sefretär Dogadom mit, daß die Gewerkschaften der Sowjetunion zurzeit 7 800 000 mitglieder zählen. Die Mitgliederzahlen vieler Verbände nehmen sehr rasch zu; so fann der Bauarbeiterverband in einem Jahre einen Mitgliederzuwachs von 70 Proz., der Landarbeiterverband einen solchen von 40 Broz. verzeichnen. Der Arbeitslohn hat im ersten Halbjahr 1925 um 24 Broz. zugenommen, im zweiten Halbjahr ist er stabil geblieben. Die Reallöhne haben aber trozdem die Vorkriegshöhe noch nicht erreicht. Selbst in der Großindustrie erreichen die Löhne erst 96 Proz. der Vorfriegshöhe. Wenn man diese Feststellungen mit den Thesen Tomstys für den fürzlich abgehaltenen Kongreß der Kommunistischen Partei Rußlands vergleicht, so müssen sie dahin ergänzt werden, daß trotz der Zunahme der Mitgliederzahlen ein leichter Rückgang des Prozentfazes der organsierten Arbeiter festzustellen ist. Laut Tomsty betrug der Prozentsaz der organisierten Arbeiter am 1. Januar 1925 90,1 Proz. und am 1. April 1925 89,3 Proz. Am 1. Januar 1925 gab es 600 000 nicht organisierte Arbeiter, am 1. Januar 1926 870 000. Trotzdem die angeführten Prozentjäze an sich sehr hoch find, sagt Tomsfy in seinen Thesen in diesem Zusammenhang: Diese Tatsachen zeigen, daß die Gewerkschaften noch nicht imstande sind, die Ansprüche der fortgeschrittenften Arbeitergruppen zu befriedigen und diejenigen der anderen Kategorien anzupassen, d. h. daß es ihnen noch nicht gelingt, die Arbeiter in elementaver Weise anzuziehen und zu erfassen." Achtstundentagkampf auf den Balearen. ( IGB.) Der Kampf der Tertilarbeiter Mallorcas ( Spanien), die seit dem 21. Dezember 1925 wegen eines Arbeitszeitfonflits ausgesperrt sind, ist in eine neue Phase geFrühjahrs Dieser reizende Trotteurschuh in blond, hellgrau u. braun Boxcalf und Chevreau mit echtem Louis XV.Absatz....... nur 1650 Bevorzugt sind im kommenden Frühjahr feinfarbige Schuhe, besonders aus grau, blond und beige Chevreau, z. T. mit Krokodil- und Eidechsleder verziert. Das Charakteristische der neuen Mode sind hochgeschlossene Pumps mit und ohne Gummizug. 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Verbandstameaden! Dienstag, 2. März, 7 Uhr, im Die gegenwärtige Wirtschaftskrisis und ihre Auswirkung auf das Baugewerbe". Referent: Genofie Höllein, M. d. R Die Tagesordnung ist von großer Der Vorstand. daftshaus, Gaal 4( aroke Gad), allgemeine Mitgliederversammlung. erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! Wichtigkeit, beshalb Pflicht eines lebe Rameraben, restlos und pünktlich au Rentralverband der Schuhmacher, Dienstag, 2. Mära, öffentliche Schuhmacherversammlung nachmittags 5 Uhr in Böters Feftfäle, Weberstr. 17. Das Erwerbslosenversicherungsgeset. Achtung, Bergmann, Seeftragi Am Dienstag, 2. März, nach mittags 4 Uhr, bei Kroll, Utredter Ede Hennigsdorfer Straße, wich tige Versammlung aller Parteigeniffen. Jeder Genosse muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Eisenbahner! Morgen, Montag, 7 Uhr, im Böhmi. fchen Brauhaus, Landsberger Alle 11/13, wichtige Versammlung aller Parteigenoffen. Parteiausweis Igitimiert. Der Werbeausschuß. Achtung, Zwietusch u. Co.! Morgen, Montag, 4 Uhr, im Lotal von Bollfehn, Marchstraße Ede Charbttenburger Ufer, wichtige Fraktions verfammlung aller SPD.- Genoffen. Tagesordnung: Referat des Ge noffen Otto Meier, M. d. 2., über Fürftenabfindung". Rahlreichen Besuch erwartet Der Faktionsvorstand. Achtung, Osram L, Gafaen strake! Am Dienstag 3 Uhr bei Trieler, Berlichingenftt. 7, richtige Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Der Fraktionsvorstand. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Mufitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Musikerverbandes, Berlin O 27, Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Uhr. Auf Wunsch Vertreterbesuch Neuheiten Braun echt Ohevreau Pumps mit nenartig. Schnalle und nischem amerikaAbsatz Leiser Das grösste Schuh- Spezialhaus nur 23 10,90 Dieser aparte Gummizugschuh in Blond und Hellgrau mit entzückender Flechterei, Ia Chevreau, m. 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