Abendausgabe Nr. 100 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 50 Bezugsbedingungen und Anzeigenvreife Find in der Morgenausgabe angegeben Rebaition: SW. 63, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-29% Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 10 Pfennig 1. März 1926 Vorwärts= Berliner Volksblatt Berlag unb ngetgenabteilung: Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH Berlin S. 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Märzsturm gegen Fürstenforderungen. Die reaktionären Behörden demaskieren sich weiter.- Es muß Ordnung geschaffen werden. Der Märztampf beginnt. Am 4. März werden die Einzeichnungslisten für das Boltsbegehren aufgelegt. Bolts recht oder Fürstenrecht- in dietem Zeichen wird im März 1926 eine große Auseinandersetzung zwischen den Fürsten und dem deutschen Volke geführt werden. Die Auseinander. fehung geht nicht nur um die Vermögenswerte, die die Fürsten nach der Revolution der Republit entziehen wollen. Sie ist richt nur eine Frage des trodenen Rechtes, wie verknöcherte deutsche Juristen das Recht auffaffen. Sie ist eine politische Auseinandersegung. Die deutschen Fürsten haben noch nicht gelernt, daß sie das Unglück des deutschen Voltes gewesen find. Sie haben nichts gelernt aus der großen Boltsbewegung 1848, nichts gelernt aus der deutschen Revolution von 1918. Sie mögen glauben, daß nach 1918 wieder eine Periode der Reaktion möglich sein werde, wie nach 1848. Sie mögen glauben, daß das deutsche Bolt fich wieder in Ergebenheit und Schafsgeduld unter das Joch von einigen Dugend Landesvätern beugen merde, wie in den Jahren der drückendsten Reaftion nach 1850. Aber die Zeiten einer monarchistischen Restauration in Deutschland sind vorüber. Die Fürsten selbst magen es heute nicht, ihre Hand nach den Kronen auszuStrecken. Heute greifen fie nach Besiz, nach Ländereien, Forsten, Schlössern, Kapitalvermögen. Sie rechnen nicht auf den Willen des Voltes, sie wissen nur zu gut, daß das deutsche Bolk aus jahrhundertelangen Erfahrungen mit ihnen gelernt hat. Sie rechnen auf den Beistand eines überalterten reaftio= nären Juftizapparates, der ein formales Recht handhabt, dessen Grundlagen das Rechtsgefühl des Bolkes längst nicht mehr anerkennt. In diesen Nebel von Fürstenhoffnungen und reaktionärer Justiz muß ein scharfer Märzwind hineinblasen. Das Bolts begehren muß ein starker Ausdruck des freiheitlich republikani schen Wollens des Volkes gegen Fürstenforderungen und alle reaktionären Pläne werden. Die beften republikanischen Traditionen im deutschen Bolte bewahren den berechtigten Ingrimm des Volkes gegen die Mißwirtschaft, die Tyrannei, die Habgier und das BlutSaugertum der deutschen Fürsten. Von Friedrich Schiller an, der dem kleinen Tyrannen seines Vaterlandes sein ,, In Tyrannos" entgegenschleuderte, hat ein jeder Freie, der im Reich der deutschen Geister etwas bedeutete, die Sache der Freiheit des Volkes gegen die deutschen Fürsten geführt. Die Landesväter", die ihre Landestinder" als Ranonenfutter an andere Staaten verkauften, denen die Sache des deutschen Boites nichts galt, und die fich Napoleon im Rheinbund anschlossen, die ihre Länder bedrückten und ausfaugten, um ein verschwenderisches Leben zu führen das waren nicht die geliebten Fürstengestalten, die eine speichelleckerische Geschichtslegende dem Volfe vorführen möchte. Die Sache des deutschen Volkes war bei den degtschen Fürsten in schlechten Händen. Als das Volk im Befreiungsfriege von 1813 die äußere Freiheit erftritten hatte, brachen die deutschen Fürsten ihre in der Stunde der Not dem Bolte gegebenen Versprechungen auf das schändlichste. Auf die Auf die Freiheitsfriege folgte nicht die deutsche Freiheit, von der die Freiwilligen geträumt hatten, die 1813 ins Feld zogen, son dern de Metternichsche Reaktionsperiode. Die, die dem Baterland die äußere Freiheit erftritten hatten, wurden beargmöhnt, verfolgt, eingeferfert. Das schwarzrotgoldene Symbol der freien Deutschen war verpönt, wer es am lichten Tage trug, mußte gewärtig sein, in die Kerket der deutschen Reaftion geworfen zu werden. Die gerechte Empörung und der Ingrimm gegen die schändliche Wirtschaft der deutschen Fürsten hat den März um von 1848 herbeigeführt. Was damals nicht erreicht Sturm murde, das hat nach dem Ende des Weltkrieges das deutsche Bolf errungen: die demokratische Republik unter den schwarzrotgoldenen Farben. Heute wollen die deutschen Fürsten, denen die Revolution mehr Langmut gezeigt hatte, als nötig war, die Republik langsam unterhöhlen. Ein neuer Märafturm muß ihnen zeigen, daß ihre Zeiten für immer vorbei sind. # erhalten heute folgende Abschrift eines Antwortschreibens veröffentlicht fie eine Anzahl von Schreiben von Gutsbehörden, einer pommerschen Gutsbehörde an den Sozialdemokratischen die sich offen weigern, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachParteivorstand: zukommen. Regin bei Gr. Rambin, Kr. Belgard( Pommern). Die Aufforderung zur Nichtausführung eines ReichsgeAn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. feges durch die Pommersche Tagespost" ist eine Sache für sich. Berlin, Lindenstr. 3. Der Tatbestand des 8 110 des StGB.- öffentliche AuffordeWir erhielten von Ihnen per Einschreiben zugesandt die fogerung zum Ungehorsam gegen die Gesetze- ist in diesem Falle nannten Eintragsliften- Entwurf eines Gefeges über unzweifelhaft gegeben, und wir nehmen an, daß die preußische Enteignung der Fürstenvermögen. Regierung das meitere veranlassen wird. Seit wann haben Sie, die Sozialdemokratische und die mit Ihnen laufende Kommunistische Partei das Recht, selbst im neuen Deutschland der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, ein derartiges Ersuchen an eine Gemeindebehörde oder an einen Gutsbezirt zu stellen. Unsere vorgesetzte Behörde ist das Landratsamt, und nur allein dieses hat das Recht, in Wahlsachen anzuordnen und zu verfügen. Wir verbitten uns in Zukunft ganz energisch solche Belästigungen durch Ihre Partei. Die Listen hätten Sie lieber im dunklen Berlin am besseren Drt laffen sollen, ficher hätten Sie damit den Hintern Ihrer noch immer mitlaufenden Leute flüger gemacht als hier in Pommern den Kopf der treudeutschen Bauern und Landarbeiter. Ihr Anschreiben wanderte ins Feuer. Die Listen stehen hier zu Ihrer Verfügung und Abholung bereit. Die Gemeinde und Gutsbehörde Regin. gez. Nähring. Ein Beispiel unter vielen. Diese offene Berlegung der Dienstpflichten durch Behörden der Republik findet bei der reaktionären Presse ungeteilten Beifall. Die Bommeriche Tagespo ft" fordert die Gutsbehörden in Pommern auf, den Beispielen der Dienstverweigerer zu folgen. Sie redet den Gutsbehörden vor, sie hätten das Recht, die Einzeichnungslisten in den Papierforb zu befördern. In einem Bravo" überschriebenen Artikel " " Die reaktionären Tendenzen, die sich in der Verwaltung immer noch breit machen, treten jetzt flar hervor. Durch das Boltsbegehren ist eines schon erreicht. Die republik. feindlichen reattionären Behörden demastieren sich Sie verweigern die Durchführung der Reichsgesetze, die Durchführung ministerieller Anordnungen. Wir nehmen an, daß das preußische Ministerium des Innern diese Demastierung zum Ausgangspunft eines großen Reini gungsfeldzuges machen wird. Entweder sind die Behörden, die offen fabotieren, so unfähig, daß sie die Reichsgesetze und ihre Verpflichtungen nicht tennen dann ist es höchste Zeit, daß sie vom Amte entfernt werden. Oder sie kennen die Gesetze und ihre Verpflichtungen, fommen ihnen aber aus politischen Gründen böswillig nicht nach, dann müssen sie unverzüglich disziplinarisch bestraft und entfernt werden, und so weit in ihrer Haltung Berstöße gegen das Strafgesetz enthalten sind, müssen sie der Bestrafung zugeführt werden. Die reaktionären Gutsvorstände und ihre Hintermänner werden die Durchführung des Boltsbegehrens nicht durchtreuzen tönnen. Sie erreichen nur eins: mit Empörung sieht die Bevölkerung, daß in der Republif Behörden versuchen, Fürstenpolitik zu treiben. Der Märzfturm des Voltsbegehrens dreht sich auch gegen fie. Gegen Fürstenhabgier und gegen Fürstenknechte! Gedächtnisfeier für Friedrich Ebert. 50 000 Teilnehmer im Treptower Park.- Am Grabe Eberts. Ein echter Trauertag mar aud) äußerlich der geftrige Sonntag| Bentrumsorganisation: Bir Männer Dom Bentrum wollen mit Regen und tiefhängenden grauen Wolken. Dennoch, mer es sich vorgenommen hatte, ging trotzdem hinaus auf den grünen Plan von Treptow, zu der Stelle, an der Friz Ebert dereinst zu den Maffen gesprochen hatte. Galt es doch, seinem Andenken eine Weihe stunde zu bereiten. Das Reichsbanner, das den Rahmen für die Feier bildete, marschierte in mächtigen Rolonnen an, insgesamt nicht viel weniger als 18 000, vorweg Spielleute und viele Fahnen. Auch Parteiabordnungen und Jugendabteilungen mit roten Bannern rüdten an. weit größer aber war die Volksmenge, die sich der rüdten an. großen Spielwiese im Treptewer Part zubewegte. Sie ftrömte in großen Spielwiese im Treptower Barf zubewegte. Sie strömte in das weitgezogene Karree ein, das das Reichsbanner gebildet hatte, hielt sich aber vielfach, um ein wenig Schuß gegen die Witterungs. unbilden zu bekommen, in den den Platz umziehenden Gängen auf und säumte die weite Wiese dicht an dicht. Nach zuverlässiger Schäßung fonnte man mit insgesamt 50 000 Teilnehmern rechnen. Schußpolizei sorgte für freie Paffage. Vor der Rednertribüne hatten die Parteibanner, darunter das Treptower, unter dem Friz Ebert so manchesmal geftanden hatte, Aufstellung gefunden. Auf der Tribüne sah man neben den Bartel- und Reichsbannerfahnen auch den schwarzrotgoldenen Führerwimpel des Windhorst bundes, sowie die Fahnen des Republikanischen Studenten. bundes und der demokratischen Jugend. Kurz nach 4 Uhr eröffnete der Arbeiter- Sängerbund GroßBerlin, 12. Bezirk" mit dem prächtig vorgetragenen Lied" Sturm" von Uthmann den Weiheaft. Dann bestieg als erster Redner der bemokratische Reichstagsabgeordnete Nuschte das Bodium:" Be „ Gemeinsam gedenken wir heute der im Weltkrieg gefallenen Söhne, Bäter und Brüder und des vor einem Jahr dahingegangenen ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Er ist ein spätes Opfer Der Märzfturm des deutschen Boltes richtet sich nicht mur des Weltkrieges geworden und das Wort Freiligraths gilt gegen die Fürsten, sondern gegen alle Reaktionäre, die mit für ihn: Ihn fällte nicht das offene Schwert, ihn fällten die Rüden den Fürsten in der Republik im Bunde stehen. Er richtet sich und Tüden!" Wo wir stehen, ist geschichtlicher Boden. Hier sprach gegen die reaktionäre Justiz, deren Dienstleistungen für die Friedrich Ebert in den legten bangen Tagen des großen Bölfer Fürsten nicht mehr im Einklang mit dem allgemeinen Rechts- ringens. Bon heißer Liebe für sein Bolf erfüllt, hat er in unermüdempfinden stehen. Er richtet sich gegen alle reaftio licher Arbeit versucht, Einheit, Frieden und Versöhnung zu erreichen, nären Behörden, die unter dem Deckmantel der Loyali um den Hunger abzuwehren. Wie grausam wurde ihm dafür geLoyali- licher tät gegenüber ber republikanischen Verfaffung der Republik lohnt. Seine eble Tat wurde entstellt und daraus eine furcht und die Verfassung von innen heraus unterwühlen möchten. bare Hege und Berleumbung gegen ihn gemacht, die legten Endes Die unverschämten Versuche von unteren Behörden in dieses edle Herz vorzeitig zerbram Und so rüdhaltlos er die Bateragrarischen Gebieten, entgegen der Reichsgefehgebung unter landsverteidigung betrieb, ein so glühender Freund war er der Berlegung ihrer Dienstpflichten die Durchführung des Bolts Sicherung des Weltfriedens. Bir fönnen den teuren Toten nicht begehrens zu verhindern, sind durch die Erlaffe der Reichs beffer ehren, als daß wir geloben, für Freiheit und Glück unferes regierung und der preußischen Staatsregierung nicht aus der Bolles, aber auch für den Frieden in der Welt zu arbeiten." Welt geschafft worden. Sie gehen immer noch weiter. Wir Als zweiter Redner sprach Dr. Kellermann, der Leiter der Berliner Friedrich Ebert Treue übers Grab hinaus wahren. Für uns ist Ebert der republikanische Staatsmann von großem Ausmaß. aber auch der liebenswerte Mensch, der treue Sohn seiner Es war schönen Heimat am Redar. Mögen uns auch Weltanschauungs. gegenfäße getrennt haben, wir achten in ihm doch den reinen edlen, den im Grund fittlich- religiösen Menschen. Wir haben stets seine Ruhe, Besonnenheit und politische Klugheit bewundert. sein großes Bemühen, die Autorität des Reiches nach innen und außen zu wahren und zu mehren. Um so schmählicher ist es, daß gerade jene, die ouf die Wahrung dieser Autorität stets den allergrößten Wert legten, die Autorität des Reichspräsidenten Ebert mit ben schmutzigsten Mitteln befämpft haben. Unter dem Dach der Republik wollte er das deutsche Bolt einigen. Ihm ist es gelungen, das deutsche Volt vor dem Chaos zu bewahren und aus den Trümmern das Reich neu zu bauen." Als letter Redner sprach der Borfizende des ADGB., Reichs. tagsabgeordneter Genoffe Peter Graßmann: In beredten Worten haben die Vertreter der republitanischen Parteien das Andenken unfres Ebert geehrt. Ich will Eberts als des Parteimannes, des Vertreters des vierten Standes gedenken. Unsere Partei hat mit der mußten aber auch, daß er ein Fähiger und ein Berufener war. Er Hergabe Eberts als Reichspräsident das größte Opfer gebracht. Bir hatte in der Bartei von der Biete auf gedient. Er war durch die Gewerkschaft gegangen. Eine ganz glänzende Befähigung war ihm eigen, offenbar ausweglose Situationen zur annehmbaren Lösung und scheinbar unvereinbare Gegenfäße zu einem Ausgleich zu bringen. Das sind die Fähigkeiten, die ein Staatsmann braucht. Das größte Berdienst Eberts war es aber, daß er unmitte bar nach dem Zusammenbruch gemeinsam mit den andern von dem Arbeiter und Soldatenrat gewählten Boltsbeauftragten alle Kräfte eingefeht hat, um das Volk vor dem Hunger, dem Chaos und allen ihren entfehlichen Folgen zu bewahren. Als in der Nationalversammlung in Weimar die Frage des Reichspräsidenten atut wurde, da konnten wir feinen anderen wählen als ihn, ber fich in der schwersten Strife to glänzend bewährt hatte. Wer Gelegenheit gehabt hat, mit ihm zusammen zu sein, der mußte immer wieder die abfolute persönliche Bescheidenheit bewundern, die sich ideal vereinte mit der Wahrung der Würde eines großen Amtes. Und getreu dem großen französischen Sozialisten Jean Jaurés, der da gesagt hatte: Man fann nur dann ein guter Internationaler fein, wenn man zuerst mit beiden Beinen im eigenen Boltstum steht", verstand er es glänzend, ble Rechte seines eigenen deutschen Boltes energisch zu wahren, und dennoch den vieltausendfachen Beziehungen gerecht zu werden, die unser Volt und jedes Bolt mit allen anderen Böllern der Erde unlöslich verbindet. Sein Wirken ist besonders dort im Ausland anerkannt worden, wo man uns auch über den Krieg hinaus unfreundlich gesinnt blieb, und wenn in dieser BeBeamtentum und Republik. ziehung so manches beffer geworden ist, hat Friz Ebert das größte Der Reichsminister des Innern über Rechte und Pflichten Berdienst daran. Wenn wir also heute mit gesenkten Fahnen das Andenken dieses Mannes ehren, so tun wir es in dem stolzen Bewußtsein, daß wir Sach walter eines großen Erbes sind, das er uns hinterlassen hat. Ein Jahr ist unser Ebert tot, aber mögen auch noch so viele Jahre über jeinen Tod hingehen, wir werden ihn nie vergessen. Der Jugend im besonderen, und nicht nur der sozialistischen, sondern auch der bürgerlich- republikanischen bleibt es vorbehalten, pie Berwaltung des Erbes eines Tages zu übernehmen. Wir wollen uns stark machen, die demokratisch- soziale Republit, wie sie Ebert uns hinterlassen hat, unter allen Umständen, allen Angriffen von rechts und links zum Trotz, zu erhalten, zu festigen und auszubauen, zum Wohl von Bolt und Reich. Dafür wollen wir uns jederzeit einsetzen und wenn es sein muß auch mit unserem Leben." Mit furzen Worten gedachte schließlich der Gauvorsitzende des Reichsbanners Fritz Koch der im Weltkrieg gefallenen Toten. Salvengleich rollten dann als Trauerfalut ununterbrochen dumpfe Trommelwirbel über die gebannt stehende Menge. Die Tambour chöre, 300 Mann start, spielten: Ich hatt einen Kameraden!" Der flotte anfeuernde Reichsbannermarsch folgte und beschloß die Feier. Im strömenden Regen erfolgte in musterhafter Ordnung die Auflösung und der Abmarsch der Reichsbannerleute und die Heimkehr der Zuhörer. der Beamtenschaft. Im Haushaltsausschuß des Reichstages, in dem Montag früh die Beratung des Haushalts des Reichsministeriums des Innern aufgenommen wurde, faßte der Minister auf eine Frage des Referenten feine Stellungnahme zum Bamtentum sofort in folgenden Forderungen zusammen: 1. Die Erhaltung des Berufsbeamtentums öffentlich rechtlicher Art ist auch für die Republik staatsnotwendig. Dazu gehören eine materiell, persönlich und dienstlich gesicherte Stellung des Beamten und der Rechtsanspruch der Pension und Hinterbliebenenversorgung. 2. Der Beamte soll die republikanische Staatsform bejahen und fich dem Staate innerlich verbunden fühlen. 3. Beamte, welche die Republik und ihre Symbole schmähen und verächtlich machen, machen sich unwürdig des Dienstes am Bolle 4. Ohne die Freiheit der Meinungsäußerung zu beschränken, foll der Beamte in der Krifit der Regierungsmaßnahmen und der Bolfsvertretung maßvoll sein, Taft und Würde bewahren. 5. Ein neues Beamtenrecht soll den Pflichtenkreis der Beamten nach neuzeitlichen Begriffen regeln und seine Rechte so sichern, daß auch der Schein jeder Willtür vermieden und die persön lichen und dienstlichen Verhältnisse des Beamten überall durch flare Es war alles in allem eine würdige und erhebende, mächtig Rechtsansprüche gesichert sind. wirkende Gedenkfeier für den ersten Reichspräsidenten. Am Grabe Friedrich Eberts. Heidelberg, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag nachmittag um 4 Uhr fand auf dem hiesigen Bergfriedhof an der Grabstätte Friedrich Eberts eine schlichte Gedent feter für den Verstorbenen statt. Aus Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg hatten fich 1500 Reichsbannerleute eingefunden. An dem Grabstein nahmen die Fahnenträger und die Delegierten der Freien Republikanischen Studentenvereinigung Aufstellung. Die badische Regierung hatte den Minister des Innern, Genossen Remmele zu der Feier entsandt. Bon der Familie Eberts war Genosse Frig Ebert erschienen. Die eigentliche Gedenfrede hielt im Auftrage des Bundesvorstandes des Reichsbanners Regierungs. referendar Rolb. Im Namen des Parteivorstandes sprach der Be zirkssekretär Amman Heidelberg Gedenkworte über den Toten, der für unser Bolf alle Zeit ein leuchtendes Borbild war und noch heute sei Ain Bormittag legte der Gesandte des Reiches bei der hessischen Regierung Dr. David im Auftrage der Reichsregierung einen Kranz mit einer schwarzroigoldenen Schleife an dem Grabe nieder. Auch die preußische, badische und hessische Regierung ehrten ben Toten durch eu.: franzspende mit schwarzrotgoldener Schleife. Ein Gedenkstein auf der Haardt. Elberfeld, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) ( Eigener Drahibericht.) Am Sonntag wurde auf der Haardt hoch über dem Wuppertal unter starter Beteiligung des Reichsbanners und reicher Anteilnahme der Bevölke rung ein Gedentstein für Friedrich Ebert errichtet. Der Weihe vorauf gingen zwei große Blafendemonstrationes, in denen der Bundespräsident des Reichsbanners, hörfing, und die Abgg. Erkelenz und erl. Magdeburg sprachen. Im Anschluß an die Bersammlungen bildeten sich nehrere Süge, die mit Trommelflang zu dem Gedenkstein zogen, der dann vom Burdespräsidenten Hörfing enthult wurde. Erkelenz zeichnete den Berstorbenen bei dieser Gelegenheit als den großen Boltsführer. Er verdiene, der erste Bürger der Deutschen Republik genannt zu werden. Im Auftrage des Oberpräsidenten der Rheinproving sprach dann noch der Regie rungspräsident von Düsseldorf, Borgmann, Borte des Ge. denkens und der Anerkennung. Der Gedenkstein ist ein Granitfindling aus dem Fichtelgebirge, über 100 3entner schwer, rund 3 Meter hoch und in seinem unteren Teil über 1 Meter breit. Das im Durch schnitt 55 Zentimeter große Relief wurde nach einem von Profeffor Lederer begutachteten Entwurf des Elberfelder Bildhauers Roepmann in einer Düsseldorfer Bronzegießerei hergestellt. Der Gedenkstein trägt die Inschrift: Dem ersten Reichspräsidenten der Deutschen Republik Friedrich Ebert, 28. Februar 1926. „ Pique- Dame." ( Städtische Oper.) Wenn ein Mann von der musikalischen Kultur Bruno alters aus dem Staub der Opernregale die" Bique Dame" von Tschaikowsky hervorholt, um damit einen Trumph auszuspielen, jo muß man, auch wenn sich alles Empfinden von 1926 dagegen wehrt, nach Gründen suchen. Diese Gründe find spezifisch musikalischer Art; fie liegen in einem Heer von potpourriartig angeordneten Lieblichkeiten, in einer Mischung von ruffischer Schwer mut und franzöfifchem Parfüm, einer Arienfreude auf der Bühne, einer finnlich deutlichen Orchestersprache, einem Ausflug ins Märchenland der Zauberflöte, einer bis zum Weichlichen gehenden GefühlsSchwärmeret überall. All das, Romantik und Behmut und Ran tilene, Parfüm und Liebe, altes Lieb aus Goldschnittbüchern und Balladen, bas reizt Walter, den Romantiker, der in seinem Operngeschmack beim Jahre 1890 stehengeblieben ist. Bugegeben, daß er auf dieser Harfe zart und fein gute Mufit zu spielen weiß. Aber blieb ihm die Monotonie dieses Orchesters und seiner schalen Leitmotivik fern, blieb ihm die ewig laue nivellierte Rhythmit lange angenehm, fühlte er durch die Szenen der anmutigen Gefänge hin. durch nicht auch die Langatmigkeit gleichgültiger, die Kraßheit finematographischer, die unechte Realiſtik ſchicksalgewollter Szenerie hin. durch? Wie fern liegt uns solche Geisterei, wie findlich bleibt die Binchologie eines Spielerinps, der sich so in Liebe verzettelt! Das hat Buschkin nie geschrieben und Modest Tschaikowsky hat dem Bruder hier nur der lyrischen Bointen zuliebe einen Bären auf gebunden. Gewiß: die erste Liebesszene zwischen Hermann und Lifa hat dramatischen Glanz. Die Ravatine am Waffer beginnt edel; aber die meisten Rührstücke haben einen einzigen Ton, den mir auf der Bühne nicht mehr gutheißen. Ist die Lyrit aber noch von gesellschaftlichem Kleinformat und Niveau, so wird das Drama unecht, hohl, fnallig. Hier verfagt Tschaikowity ganz. Seine Theatergeste ist Mache, seine musikalischen Konflikte toben sich in Konfetti aus. Er spannt das Droma nicht, sondern entspannt es. retardiert, läßt die Szene stillstehen. Der Sänger schlägt den Theatermann tot und Wesenhaftes, etwas was über die Bathé tique" und den Onegin" hinausginge, fehlt der Partitur. Bezeich nend genug, daß das hübscheste Chanson der Oper aus Gretrys Richard Löwenherz" stammt. Die beiden geisterhaften Szenen der Gräfin find überhaupt das Beste, das aus dem Opernschema her. ausstrebt und eigenes, charakteristisches Profil zeigt. Ein Aufschwung ven Leidenschaft auch im Schlußbild, bem Spieleraft. Bielleicht ging das alles noch hin, wenn die Handlung nicht so infam er. 3mungen wäre. Hier steigen noch die ehrbaren Ritter über Balfons, inien vor Frauen, nennen sie Engel, drohen mit Revolvern, be gegnen fchaufelnden Leichen. Wie schnell lösten sich die Konflitte Der Liebe, wenn die Oper nicht so lange dauern müßte. Wie rasch fönnte Hermann die drei geheimnisvollen Karten fennenlernen, mie überflüffig find die Selbstmorde bet jo flaren Gefühlsverhält niffen. Diese fleinen und großen Torheiten erkennt man so schnell; aber auch ein Walter Schüht vor Torheit nicht. Auch eine sehr gute Aufführung fonnte diefes Drama, bas aus lauter Interpunttionen au bestehen scheint, nicht zu einem eindrucksvollen Sprach- und 25 6. Ein Beamtenvertretungsgesetz soll den Beamten einen mitbestimmenden Einfluß auf die Gestaltung seiner persönlichen Angelegenheiten sichern. 7. Ein Dienst strafgesetz wird dafür sorgen, daß Berfehlungen und lebergriffe von Beamten in einem strengen, aber mit den nötigen Rechtsgarantien für den Beamten ausgestatteten Berfahren gejühnt werden. 8. Die gesamte Beamtengesetzgebung wird zweckmäßigerweise in fteter Fühlungnahme mit den Bertretungsförpern der Beamten schaft selbst durchgeführt. 9. Die Fortbildungsmöglichkeiten der Beamten müssen erweitert und weitherzig gehandhabt werden. 10. Die gesamte Arbeit des Beamten muß sich unter den beiden großen Gesichtspunkten vollziehen:" Die Beamten find Diener der Gesamtheit, nicht einer Partei; alle Arbeit ist Dienst am Gemeinwohl." Auf die Deutschnationalen wirkte die Mitteilung dieser Richtlinien wie eine Bombe. In erregten privaten 3wiegesprächen, wie in leidenschaftlichem Ginreben auf den Minister machte sich ihre Empörung Luft. Dr. Külz hat ins Wespennest gegriffen. Der Fall Jürgens. Ein Richter in politischen Prozessen. Der jetzt verhaftete Landgerichtsdirektor Jürgens, der früher Richter in Raffel und in Stargard gewesen ist, ist sicher lich der unwürdigste Mann, der jemals einen deutschen Richtertalar getragen hat. Sein Fall ist ganz außerordentlich, und sicher alles andere als typisch. Mag man auch an vielen Richtern mit Recht jene Eigenschaften des Geistes und des Herzens vermiffen, die jeden auszeichnen sollten, der Recht spricht, so bleibt doch der gemeine Verbrecher als Richter ein unerhörter Einzelfall. 11 Dennoch ist dieser Einzelfall ein schwerwiegender Beitrag zum Standal der deutschen Justiz. Wie war es möglich, daß ein solcher Mann als Richter amtieren fonnte?! Wenn die Behauptungen der B. 3. richtig sind, wonach Jürgens sich schon während des Krieges zahlreiche Verbrechen zuschulden tommen ließ und nur durch Amnestie vor der verdienten Strafe gerettet wurde, dann bleibt aufzuklären, wie dieser Mann nachher noch andere in das Gefängnis schicken konnte, in das er selber gehörte. Der Verbrecher Jürgens hatte aber auch in zahlreichen politischen Prozessen, als Untersuchungsrichter des Staatsgerichtshofs, seine Finger im Spiel, in Prozessen, die 1 fich gegen Kommunist en richteten. Er hat dabei zweifellos gegen Personen gewirkt, die moralisch turmhoch über ihm standen! Diese Personen als möglichst ges fährlich, als möglichst verbrecherisch erscheinen zu lassen, lag im Plan seines eigenen Verbrechens: hat er doch seinen Versicherungsbetrug auf die wissentlich falsche Beschuldigung aufgebaut, Kommunisten hätten zur Rache für seine richterliche Tätigkeit bei ihm einen Einbruch verübt! Der Gedanke, daß das Ergebnis politischer Prozesse durch einen gemeinen Verbrecher als Richter ungünstig beeinflußt worden sein tann, ist ganz unerträglich! Es wird also genau nachzuprüfen sein, ob und in welchem Maße die Rechtsprechung durch diesen verbrecherischen Richter und seine gemeinverbrecherische Absichten zuungunsten von Angeklagten beeinflußt worden ist. Hier die raschefte Korrektur eintreten zu laffen nach dem Grundsah: im Zweifelsfall für den Angeklagten ist eine Ehrenpflicht der Justiz, die sich von selbst versteht. 150 Die Fahnen am Fahnen am Königsfarg. Ein rätselhaftes Gedicht. Hugenbergs Tag" veröffentlichte gestern zur Gefallenenfeier ein Gedicht von Hans 3appe„ Die Fahnen am Königssarg", das folgendermaßen anhebt: Gleich stummen Rufern steh'n sie um das Grab. Und seid'ner Glanz den heil'gen Dämmer füllt, Der wie mit bitt'rem Flor des Adlers Flug verhüllt: Sie fanten nach der Schlacht, o Herzeleid, in stille Gruft hinab. Ueber dem Gedicht ist eine Zeichnung zu sehen, einen Sarg darstellend, über den sich Fahnen senken. ... Leider erfährt der bis aufs äußerste gespannte Leser nicht, me I cher König in dem besagten Sarg resp. Grab liegt. Ift Friedrich Barbarossa gemeint, der zwar nicht geradezu im Krieg gefallen, aber doch während eines Feldzugs ertrunken ist? Ober Ottofar, der Böhme? Oder wer sonst? Wann fiel ein König in der Schlacht? Schließlich galt die gestrige Feier doch den Gefallenen des legten Krieges. Und so wird das Gedicht nur noch rätselhafter. Denn im letzten Krieg sind zwar unseres Wissens sehr viele Sozialdemokraten gefallen, aber kein einziger Rönig. Ja, es waren wirklich nur Untertanen", die gefallen sind. Die Könige aber lebten weiter, blieben vergnügt und forderten Abfindung. Ludendorff zitiert den ,, Vorwärts". Kennt er auch den Zusammenhang? General Erich Ludendorff sendet der ,, Medlenburger Warte" folgende Zeilen: Deutschland wird völkisch sein oder es wird nicht sein. So fagte ich vor einigen Jahren. Diese Ueberzeugung bricht sich in unserer seelischen, völkischen, politischen und wirtschaftlichen Not immer schärfer durch. Nun heißt es, nicht wieder fünf Minuten vor zwölf die Waffen weglegen, sondern es heißt, den völlischen Rampf mit alleräußerster Tatkraft zu führen und die Werkzeuge dazu bereit. zustellen. " General Ludendorff macht sich damit einen bekannten und vielzitierten Satz aus einem Leitartikel des ,, Borwärts" zu eigen, der lautete: Wehe dem Bolt, das seine Waffen fünf Minuten zu früh an die Wand stellt." Dieser Saz war im Oftober 1918 geschrieben und richtete sich gegen die überstürzte Waffenstill. st a nds bitte des Generals Ludendorff! Der Satz selbst ist dem General Ludendorff sicher bekannt. Gollte ihm seine Bedeutung bis zum heutigen Tag nicht aufgegangen sein, so wäre das eben fein glänzendes Zeugnis für feine Intelligenz. Sollte er aber seine Bedeutung kennen und ihn dennoch gebrauchen, so müßte man daraus bei ihm auf den gänzlichen Mangel jenes ursprünglichen Gefühls schließen, das bei anderen Menschen Scham genannt wird. Handlungsgebilde umformen. Die farbschöne Dekoration Baset.| reichen Beifall. Die Mitwirkenden aber schienen in besonders ge tis und eine das musikalische Vorrecht nie antaftende Regie hobener Stimmung zu sein. Wußten sie doch, daß sie vor den Tietjens werden die" Pique Dame" nicht zu unserer Herzens- Augen der größten Meisterin threr Kunst sich produzierten: Marg dame machen. Von den Darstellern nenne ich die liebliche Lotte Wigman wohnte der Matinee bei. John Schitowsti. Lehmann, den gesanglich hochgemachfenen Dehmann, die außerordentliche naturalistische Kunst der Schulz Dornburg, den elegischen, etwas starren Guttmann, die offene Geste Bauin anns. Das Publikum quittierte mit Beifall. Kurt Singer. Die Geraer. ( Bierte Tanzmatinee der Boltsbühne.) kunft im alten Berlin. Erst nach den trostlosen und unfruchtbaren Jahren des Dreißigjährigen Krieges machte sich in Berlin, das Damals ein schmutziges, unbedeutendes und verelendetes Land städtchen war, der Beginn einer fünstlerischen Entwicklung bemerfbar. Aber nicht bodenständiges Schaffen gab hier den Anstoß, sondern der in Holland erzogene Kurfürst Friedrich Wilhelm, der befonders in wirtschaftlicher Hinsicht diesem Lande feine Bewunde rung entgegenbrachte, berief holländische Künstler und Architekten nach Berlin. Die ganze Anlage der Stadt, die Befestigungen, der neuangelegte Luftgarten mit feinem geradlinigen, reichlich langweilig wirkenden Aufbau sind typisch für diesen holländischen Stil, den ein nüchternes, praktisch denkendes Volk schuf. Doch auch holländische Maler der Rembrandt- Schule tamen, vorübergehend in die Stadt, und Namen wie Bovert Flint und Wilhelm von Hondhorst haben auch heut noch ihren Klang. Auf dem Gebiet der Bildhauerei aber wurde Bleibendes erst von Schlüter um die Wende des siebzehnten I Jahrhunderts geschaffen. Das etma mar der Inhalt des Vortrages, den im Auftrage der Wolfsbühne Prof. Madowsti im Hörsaal des Kunstgewerbe Museums als Einleitung einer aus drei Abenden bestehenden Vortragsferie über Die Kunst im alten Berlin" hielt, und der durch zalfreiche eindrucksvolle Licht. bilder erläutert wurde. Daß indessen Prof. Mackowski den Stil des Vortrages fichtbar an das Vorbild leider noch nicht allerorten felig entschlafener Geschichtsbücher anlehnte und immer wieder aufs nachdrücklichste auf den„ Segen, der auf dem Balten des großen Kurfürsten gelegen hat" und auf seine Ruhmestaten" hinwies, ist lichen Zeitfenntnis des Redners doch einen bedenklichen Mangel an weniger zu loben, vor allem, da es trotz der unbestreitbar gründgeschichtlicher und vor allem an kulturhistorischer Objektivität verriet. Ein reiches, vielleicht zu reichhaltiges Programm. Drei Kammertänze, eine aus elf Tänzen bestehende spanische Suite(„ Saudades do Brazil" von Darius Milhaud) und, nach der Bause, der" Barabau" des Bittorio Rieti. Leiterin und erste Tänzerin Yvonne Georgi Musikalische Begleitung Alfred Schlee, Edgar Reider, Albert Bittner. mit tausendfach nüanzierten beschwörenden, etstatischen ArmIn der Erinnerung haften: eine„ Arabische Suite" der Georgi schwüngen, mit lebendiger Liniensprache des mehenden Gewandes. Das mächtige Bathos eines Kammertanzes( Musik Rachmaninoff) in wundervoll flarer Aktion der beiden gegenspielenden Gruppen. Dann zarffarbige, duftige Bisionen, Hellblau, Rosa, leuchtendes Drange. Alles durchflossen, durchglänzt, durchzuckt von strahlenden Silberblißen; Sorocaba", früher ein Solo der Georgi, jezt als Gruppentanz arrangiert, von weicher, zarter Kühle; Botofago", ein Solo des Julian Algo, technisch vollendet, schmissig, tem peramentvoll gebracht;„ Leme", Bas de Deur Georgi- Algo, in feinster gegenseitiger Einfühlung und flingender Harmonie; die bekannten Georgi- Solo Ipanema" und Tijuca". Bühnenbilder und Kostüme, von Hans Blante geschaffen, linear und farbig von überirdischem, stimmungszartem Märchenzauber. Die Kompositionen im Charakter der Georgi: start afzentuierter Ansaß, dann schwe bende, oft etwas zu sehr in die Breite gehende Führung und auflodernde Gipfelung in suggestiver Schlußattitude. Wechselnde Dynta mit mit fraffen Uebergängen, nervös, aber immer intereffant, geift reich, packend. Der Tanz der Georgi hat im letzten Jahr mehr und mehr hochtänzerischen Charafter angenommen. Die Fülle deforativer Bewegungsformen macht ihn eleganter und sinnlich reizvoller, ohne seine feelische Ausdruckstraft zu vermindern. In einigem Abstand an sie heranreichend Julian Algo, der, seit wir ihn im Herbst sahen, sich überraschend entwickelt hat, in der Kraft und federnden Leichtigkeit der Sprünge und Schwünge. Der Rest der Eleinen Gruppe rasch zu einem einheitlichen Organismus zusammenfasser des Buches Der Genius im Stinde", Dr. F. G. Hartlaub, Di geschweißt, dem noch manche Ballettspuren anhaften, der aber auf dem besten Wege ist, ein vortreffliches, technisch sauberes modernes Ensemble zu werden. Auf den ersten, fünstlerisch wertvolleren Teil des Programms folgte Rietis grotestes Tanzspiel„ Barabau". Eine derbe, tolle Farce in szenisch und tänzerisch origineller Aufmachung mit luftigen Solound Gruppentänzen, mit Bewegungs- und Gesangschor. Ein fideler, amüsanter Austlang der Matinee. Das Publikum, das den Raum des Bülow play Theaters bis in die oberen Räume hinauf füllte, spendete Tes. Die Akademie der Küne veranstaltet im Frühjahr wiederum eine Ausitellung von Berfen der Malerei und Bildhauerfunst, zu der freie Einfendungen zugelassen find. Die Eröffnung wird Ende April, spätestens Anfang Mai erfolgen. Für die Einlieferung der Kunstwerke ist die Zeit bom 29. März bis 8. April feftaefekt. Die Ausstellungspaviere tönnen bon der Akademie der Künfte, Bari er Blat 4, gegen Erstattung der Verwal tungsgebühr von 0,50, M. bezogen werden. Kunfloorfräge im Zentralinilifut für Erziehung und Unterricht. Der Ber rettor der Mannheimer Sunithalle, hält am 3., 4. und 5., abends 8 Uhr im Großen Saal des Zentralinftituts Lichtbildvorträge über Bildende Runit". Am 3. lautet das Thema: Alte und neue Kalenderfunft", am 4:„ Das magilaje Element in der Renaissance", am 5.: Die Stunit feit dem Expreffionismus". Karten zu 1. Mark fir den Abend find erhältlich in der Geschäftsstelle des Zentralinftituts, Potsdamer Str. 120( Sturf. 9918/19), und an der Abendkasse. Im Rahmen der Berliner bende findef am 5. Mara, abends 8 Uhr, im Herrenhaus, Leipziger Str. 3, ein ammermusitabenb ftatt Mitwirkende: Hilde Bent( Gesang), das van- Baar Duartett, am Flügel: Luise von Brud Angrenzende Minderheiten. Lstoberschlesische Polizeiaktion und Prager Sprachen« Verordnung. Nicht das politische Verhältnis der Deutschen Republik zu ihren Nachbarstaaten, aber die Gefühlsstimmung des deutschen Volkes im Eigenstaat gegenüber den Nachbarstaaten wird wesentlich beeinflußt durch das Vorhandensein und die Be> Handlung deutscher Minderheiten in diesen Staaten, ganz be- sonders in unseren slawischen Nachbarländern Polen und der Tschechoslowakei. In Polen leben noch rund 1,2 Millionen Deutsche— aber zum größten Teil nicht in geschlossener Siedlung, sondern zer- splittert und getrennt in die Deutschen des.Lorridors", von Vromberg-Graudenz, von Lodz, Ostober- und Südostschlesien. Hiervon waren die Deutschen des Lodzer Gebiets bis zur Wiedererrichtung Polens am Kriegsende russische, die Deut- schen von Bielitz-Biala österreichische Staatsbürger, ebenso wie die gesamten 3l4 Millionen Deutschen der Tschecho- slowakei. Alle diese Deutschen, deren Wohnsitze nicht vorher Reichsdeutschland und Preußen gewesen sind, stehen dem reichsdeutschen Volk naturgemäß etwas ferner; es gibt MMo- nen Reichsdeutscher, die vor der Errichtung der Nachfolge- staaten so gut wie nichts von diesen Auslandsdeutschen gewußt haben. Hieraus kann man wohl erklären, daß jede Miß- Handlung der deutschen Minderheit im ehemals preußischen Westpolen sofort besonders starken Widerhall in Deutschland findet, obschon die Zahl dieser Deutschen bedeutend niedriger ist als die der Sudetendeutschen. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden sla- wischen Republiken liegt darin, daß in Polen das polnische Volk die Minderheitsvölker viel stärker überwiegt als in der Tschechoslowakei die Tschechen. Dieser Unterschied kann auch begründen, daß die Tschechen den Minderheitsvölkern ent- schieden mehr gesetzlich festgelegte Sprach- und Schulrechte eingeräumt haben als die Polen; freilich sind unter den Minderheitsvölkern der Sudetenrepublit 3l4 Millionen Deutsche von unanzweifelbar hohem Kulturniveau und die zum größten Teil in geschlossener Siedlung an den Staats- grenzen wohnen. Wäre dieser Staat wirklich die„neue Schweiz" geworden, als die seine Gründer ihn angekündigt hallen, dann würde er die beste Sicherung dieser Grenzstriche nicht darin sehen, daß man den alteingesessenen Bewohnern nach dem imperialistischen Grundsatz entgegentritt:„Mögen sie mich hassen, wenn sie mich nur fürchten!"— Aber weit entfernt von solcher— allerdings neuartiger— Aenderung der Auffassung bemüht man sich seit Jahr und Tag, durch die Beamtenpolitik und jetzt wieder durch die Sprachenverord- nung, diese Grenzgebiete zu t s ch e ch i si e r e n. Das wird nicht nur gegen die Deutschen prakttziert— als ob es über- Haupt möglich wäre, daß 7 Millionen Millionen Menschen, die geschlossen beisammen wohnen, entnationalisieren könnten, noch dazu, wenn diese Minderheit in langer Grenze an ein gleichnationales Kst-Millionen-Reich stößt!— die Slowaken. die doch Beinahe-Tschechen sind, klagen gleichfalls darüber, daß der Staat gegen sie benutzt werde, und die Polen in der Tschechoslowakei finden mit ihren Beschwerden in Warschau stets ein sehr lautes Echo. Die Ukrainer in Karpathorußland aber stehen erst recht in scharfer Opposition. In Polen, wo man allerdings im Minderheiten recht bisher nicht weit über die schönen Verheißungsworte der Der- sassung hinausgegangen ist. befaßt sich jetzt ein Ministerkomllee mit Minderheitsfragen und will sie, nach Erklärungen des Ministers W a s i l e w s t i gegenüber unserem deutschen Lodzer Parteiblatt, wirklich durch Verbürgung der k u l t u- rellen Selb st Verwaltung für die zerstreut lebenden und durch schrittweise Einführung der Gebietsauto- n o m i e an die geschlossen siedelnden Minderheiten— Deutsche und Juden sind die ersteren, Ukrainer und Weißrussen die 'weiten— lösen. Trotzdem die Polen 18 von den 29 Millio- nen der Staatsbevällerung darstellen, wollen ihre Links- Parteien, vor allem die Sozialisten, anscheinend ernstlich das Verhältnis des Staates zu seinen Minderheitsoölkern bessern, zu den 1,2 Millionen Deutschen, und je 3 Millionen Ostjuden, Ukrainer und Weißrussen. Wir sollten übrigens endlich auch der polnischen Minderheit die feierlich versprochenen Schulen reben: wie wenig bisher dafür und wieviel dagegen geschehen ist, lehrt eine materialrciche Eingabe des polnischen Landtags- �'-geordneten B a c ze w s k i an das preußische Staatsmini- sterium, die seit einem halben Jahr unbeantwortet ge- blieben ist. Es ist im' Interesse der Völkerverständigung überaus be- dauerlich, daß von den tschechischen Staatsparteien— das sind alle bis auf die Kommunisten— solche Absichten, das Verhältnis des Staates zu den Nichttschechen zu bessern, nicht '»'kanntgegeben werden, im Gegenteil, durch die jüngste Sprachverordnung solcher Besserung gerade entgegengewirkt wurde. Gewiß, die Minderheitsoölter des Tschcchenstaates t) a b e n bestimmte Rechte, die die Minderheitsvolker Polens schmerzlich entbehren— aber die jüngsten Neuwahlen des Staatsparlaments mit ihrer Schwächung der Staatsparteien und national gemäßigterer Minderheitsparteien zugunsten der Kommunisten und Chauvinisten sollten doch auch die Führer eines Staates zur Einkehr bringen, der vielleicht weniger als so manche nachdenklichen Polen, um seine staalliche Zu- knnst in fernerer Zeit bangt. Eine andere Erwägung müßte für die tschechische Linke bestimmender sein: Innerhalb der iekigen Rcgierungskoalition gibt es dauernd die schärfsten Krisen denn zu wesensfremd sind die hier zusammenge- Wannten Parteien und nur das Bedürfnis nach Erhaltung des tschechischen S t a a t s ch a r a k t e r s eint sie. Aber ist denn der Begriff des Staates als eines nationalen Herr- schoftsinstrument über andere Völker nicht vielmehr alther- aebrackt und reaktionär als eine kostbare und unbedingt fest- zuhaltende Neuerwerbung? Wenn die tschechische Linke sich dazu aufschwänge, auch.m S ta atsbe griff revo ut-onar zu fein, wie sie es gegen Rom und W.en gewesen ist. wenn man sich bereiterklärte und verpflichtete, die Politik der ..neuen Schweiz" zu machen, so konnte man sicher M't n.cht- schechischen Linksparteien zusammen den Staat weiterfuhren. der für die anderen nicht mehr eine Fremdherrschaft bedeuten würde! �unögebun'aen in Suöeten�eutfHlanü. Prag, 1. Mär,-(Eigener Drahtbericht.) In den deutschen Gebieten des Staates demonstrierten gestern 6« massenhaft bsiuchte Volksversammlungen gegen die Sprachenverordnung, die unter Bruch des Versprechens des Ministerpräsidenten erlassen worden ist. ohne daß sie dem, Derfassungsousschuß vorgelegt worden war (fast überall schlössen /sich trotz Verbot an die Versammlungen Auf- Märsche zum Sitz d�.,. politischen Verwaltungsbehörden an. denen die Entschließung überreicht wurde Ansprachen im Freien verhin. Internationale Die Konferenz der deutschen, belgische Auf Veranlassung der französischen Partei fand am 2K. und 27. Februar in Brüssel eine Zusammenkunft mit Vertretern der belgischen und deutschen Sozialdemokratie statt. Für die franzö- sische Partei waren erschienen Bracke, Cayrol, Barthe und Grumbach: für Belgien de Broucker«, Pierard und van Roosbroeck, für Deutschland Breitscheid, Hilferding und Robert Schmidt. In eingehenden Beratungen wurden die Fragen und der Stand der zwischen den Ländern bestehenden Handelsbeziehungen besprochen. Mit Genugtuung konnte weitestgehende Uebereinstimmung der Ansichten fest- gestellt werden. Der Verlauf der Konferenz bestärkte die Teil- nchmer in der Ansicht, daß über gelegentliche Konferenzen hinaus eine dauernde Fühlungnahme der Parteien aufrecht- erhalten werden müsse, um die parlamentarischen Aktionen und das Eintreten für die gemeinsamen Ziele ihrer Wirtschaftspolitik stets wirkungsvoller zu gestalten. Ueber den Verlauf der Konferenz wurde folgende gemein- same Mitteilung gemacht: Die Wirtschaftskonferenz der Delegierten der sozialistischen Par- teien Deutschlands, Belgiens und Frankreichs, die am 25. und 27. Februar in Brüssel tagte, um die durch die gegenwärtigen Vcr- Handlungen über die Zoll- und Handelepolitik aufgeworfenen Fragen zu prüfen, hat sich auf folgende allgemeine Prinzipien ihrer Aktion geeinigt: Die Delegierten der drei vertretenen Parteien sind der Ansicht, daß diese Politik vor allem darauf bedacht sein muß, die normalen Wirtschaftsbeziehungen zwischen ihren Nationen in einer Weise zu sichern, die die Interessen der Arbeiter und Verbraucher wahrt, die Höherentwicklung der internationalen Produktivkräfte gewährleistet und auf die endgültige Festigung des Friedens hinwirkt. Denn der Friede kann nur dann dauerhaft sein, wenn zu gleicher Zeit mit seiner juristischen und politischen Organisation auch seine ökonomische Organisation verwirklicht wird. Die Konferenz, in der Ueberzeugung, daß normale wirtschaftliche Beziehungen erst dann endgültig möglich sein werden, wenn die oer- schiedenen Staaten die Stabilität ihrer Währung wieder hergestellt haben, proklamiert nichtsdestoweniger die Dringlichkeit einer Politik der wirtschaftlichen Verständigung und der Zusammenarbeit ihrer drei Länder zur allgemeinen Durch- führung von Handelsverträgen, die zur rationellen Organisation der Produktion und der Arbeit beitragen, ohne die die Verwirklichung sozialistischer Reformen nicht ins Auge gefaßt werden kann. Die Konferenz ist überzeugt, daß es vor allein notwendig ist. jene Illusion zu zerstören, als ob die Völker abgeschlossen von den anderen leben und ihre Bedürfnisse auf Grund einer engherzig nationalistischen Wirtschaftspolitik befriedigen könnten. Der agressive Protektionismus, der nach dem Krieg in Europa herrschte, und die politische und wirtschaftliche Zerrissenheit Europas noch verschärfte, muß von den sozialistischen Parteien energisch bekämpft werden. Der Zustand gegenseitiger wirtschaftlicher Abhängigkeit und Durchdringung, in dem sich die Nationen befinden, schafft die Notwendigkeit von Handelsverträgen, durch die sich die Völker mlk dem Gedanken der europäischen Zollunion vertraut machen sollen als einer Etappe auf dem Wege zu einer internationalen Wirtschaftspolitik. Das u n in i t t e l b a r e Z i e l der auf der Konferenz oer- tretenen Parteien ist die Durchführung einer umfassenden Handelsvertragspolitik, die auf folgenden Grundlagen beruhen muß: l. Dl« allgemeine Anwendung der Klausel der Meist. begünfligung. 2. Die Herabsehung der Schuhzollschranken. Handelspolitik. n und französischen Sozialdemokratie. 3. Den Verzicht aus alle Mahnohmen, die die Aeslsehung o-er- schieb euer Preise sür das Zu- und Ausland herbeiführen. 4. Die Aushebung noch bestehender Ein. und Ausfuhr- verböte für bestimmte Waren, eulsprechend dem Entwurf, der gegenwärtig der internotionoleu Wlrlschostskommission des Völker- bundes vorliegt. S. Die Verträge müssen l an gs r i st l g und die I a r i s e g e. Kunden sein, ausgenommen besondere Fälle, die in den ver- trägen vorzusehen sind. 6. Abschaffung des Paßzwanges. 7. Vereinbarungen über die Bedingungen des Verkehrs zu Wasser und zu Lande. ö. Verständigung über die Ein- und Auswanderung. g. Gegenseitige Anerkennung des Markenschotzes und der her- kunflsbezeichnung. Die Konferenz fordert mit Nachdruck, daß jedes der drei Länder das Washingtoner Abkommen über den Achtstundentag und die übrigen unter der Leitung des Internationen Arbeits- amtes beschlossenen Arbeiterschutzabkommen anwendet und ratifiziert. Sie verlangt die Hinzuziehung von Vertretern der Arbeiterorganisationen zu den Handelsoertragsverhand- lungen als Sachverständige und Delegierte. Die Konferenz stellt dse allgemeine Tendenz der Industrie auf Bildung von inkernakionalen Karlellen und Konzernen fest. Diese Kartelle können ein Mittel zur Rationalisierung der Produktion und des Handels sein, stellen aber infolge ihrer wiri- schaftlichen Machtentfaltung ein- e r n st h a f t e G es a h r für die Arbeiterklasse und die Verbraucher im allgemeinen dar, wenn sie ausschließlich der privaten Initiative überlassen bleiben. Deshalb fordert die Konferenz in der nachdrücklichsten Weise, daß sie nur unter der Kontrolle und mit Zustimmung der Re- 'gierungen und der Parlamente abgeschlossen werden können. Auf diese Weise muß die Entstehung einer gefährlichen Monopolstellung verhindert werden, die zu einer Einschränkung der Produktion und damit zu Preissteigerungen und zur Arbeitslosig- keit führen würde. Die Kontrolle der Regierungen und her Parlamente muß sich auch erstrecken aus die E i n s u h r k o n t i n g e n t e, die zwischen den verschiedenen Ländern und Industrien vereinbart werden, um den Abschluß von Handelsverträgen zu erleichtern: diese Kontrollo soll hinzielen auf ein« bessere Verteilung des Absatzes und der Rohstoffe, auf die Förderung der internationalen Arbeitsteilung und auf die Verhinderung von solchen Produktionseinschränkungen, die lediglich kapitalistischen Profitzwecken dienen. Die auf der Konferenz vertretenen sozialistischen Parteien geben ihrer Ueberzeugung von der Notwendigkeit Ausdruck, daß durch eine Ausdehnung der Einflußnahme des Völkerbundes aus die wirt- schosllichen Probleme eine fortschreitende Entspannung der internationalen wirtschasts- politischen Gegensätze herbeigeführt werden kann. Die französische und deutsche Delegation geben ihrem Entschluß Ausdruck, sich für den raschen Abschluß eines endgültigen deutsch-französischen Handelsvertrages einzusetzen. Die sozialistischen parlamentarischen Fraktionen werden alles, was in ihren Kräften steht, tun, um gemäß den angeführten Richtlinien die im Wege stehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Die Konferenz bringt die von chr einstimmig beschlossene Rc- solution der Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale zur Kenntnis. derte die Gendarmerie, das Singen des Deutschlandliedes oder der .Wacht am Rhein", die hierzulande deutschnationale Parteiliedcr sind, wurde mit Verhastung und Bestrafung geahndet. Krisenmesse in Leipzig. Geringe Geschäftstätigkeit. Leipzig, 1. März.(Eigener Drahtbericht.) Wie nicht anders zu erwarten, hat der Beginn des Geschäftes auf der Leipziger Messe enttäuscht. Anstatt der 12000 Aussteller, die zur letzten Frühjahrs- messe kamen, waren nur etwa 10S00 erschienen. Die größten Lücken weisen hierbei Textil- und Schuhiittmstrie aus, während sich auf den übrigen Gebieten das Fehlen von Ausstellern weniger be- merkbar macht. Die Messe war zwar am Sonntag von einem Strom von Besuchern überschwemmt, aber die Käufer halten sich außerordentlich zurück. Vom Ausland her sind zahlreich« Besucher erschienen, ohne daß man jedoch den Eindruck hat, daß sie mit den deutschen Preisen und Zahlungsbedingungen zufrieden sircki. Der schlecht« Geschäftsgang ist aus der allgemeinen Lag« zu erklären. Was die Meßleitung und die Tätigkeit der Aussteller an- belangt, so Ist wieder das Möglichste getan worden, um alle An- sprüche befriedigen zu können. Besondere Beachtung fand auf der Technischen Messe die neue Ausstellung für die E n e r g i e w i r t s ch a f t im Rahmen der Textilmesse, die erstmalig veranstaltete Gesamtaus st ellung für das Gebiet der Kunstseidenindustrie, auch das neue Meßhaus am Ring, das in Form eines Hochhauses gebaut Ist und in dem sich besonders die Sportarttkelindustrie zusammenge- funden hat, fand lebhafte Beachtung. Die Konzentration der einzelnen Branchen hat damit auch auf der diesjährigen Messe weitere Fortschritte erzielt, was naturgemäß eine bedeutende Erleichterung für das Einkäuferpublikum darstellt. Allgemein wird festgestellt, daß die Aussteller relativ wenig Neuheiten zu bieten haben. Auch auf der Reklamemesse konnte man beobachten, daß eigentlich durchschlagende Neuheiten fast gänzlich fehlten. Die wetteren Aussichten des Geschäftes werden allgemein sehr vorsichtig beurteilt. Dos schlechte Wetter, das in Leipzig seit Sonntag, wie üblich zu Messebeginn, eingetreten ist, wird wahr- scheinlich die Folge haben, daß ein Teil der Besucher die Tätigkeit auf der Messe noch erheblich abkürzt. ..vowossbirsk". Dos Bräsibnim des Zentralen Vallzugskomitees der Union der Sozialissische» Sowjetrepubliken hat beschlossen, die Stadt Nowo-Nikolajewsk in„Nowosibirsk" umzubenennen. Vie Aufklärung der Fememorde. Anfrage» im Untersuchungsausschust. Im Femeausschuß des Landtages sind eine ganze Reihe Anträge zur Vernehmung einzelner deutschnationaler Abgeordneter und einer Reihe von Privatpersonen eingegangen. So soll nach einem Antrag des Demokraten Riedel der deutschnationale Land- tagsabg. I a h n k e u. o. gefragt werden, ob er Gelder, die ihm zur Betätigung im Ruhrtampf übergeben waren, für die Zwecke der am Kü striner Putsch beteiligten Schwarzen Reichs- wehr verwendet und ob er im Zusammenhang mit dem Küstriner Putsch wiederholt an Sitzungen teilgenommen hat, in denen nicht nur dieser Putsch besprochen und vorbereitet, sondern auch über die Beseitigung von Stresemann und Severins ge> sprachen worden ist. Wahlerfolg des Linkskartells. Mehr Stimmen als 1025. Parl». 1. März.(Eigener Drahtberichl.) 3n der Ersatzwahl zur kommer im Departement Marne hol die Linke einen neuen Sieg errungen. Der rodlkalsozlale Kandidat Marchandea«. Bürgermeister von Reims, und der S o z t a l i.st Deal sind mll 40 260 bzw. 38 638 Stimmen gewählt worden, während die beiden Gegenkandidaten der Rechten nur 26 663 bzw. 26 427 Stimmen erlangten. verglichen mit den Wahlen des lt. Mai 1924. hat die Linke gestern bedeutend an Stimmen zahl gewonnen. Der Spitzenkandidat der Kartelllsle erhielt damals 37 ISO Stimmen der de» Rationalen Blocks 29 927 Stimmen. Die Linkspresse begrüßt den Sieg als ein Zeichen dafür, daß das Kartell, da» in der Sammer in den letzten Wochen kläglich auseinandergefallen ist, im Lande noch immer lebendig ist und gegenüber den Wahlen von l924 sogar beträchtlich an Anhängern gewonnen hat. Zu der Rachwahl zum Parlser Gemelnderak, in der gestern Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Kommunisten und dem der Radikalsozialen war. ist der erslcre mit 4309 gegen 30tS Slimmcn durchs Ziel gegongen. Bei der hauplwahl im Zohre 1925 war der Kandidat der Radikalsojialen mit 7l60 gewählt worden, während der Kommunist es nur auf 3376 Stimmen gebracht halte. Die rechts- stehende.victoire" meint dazu, wenn diese Wahl an sich auch nur geringes Interesse habe, so müsse sie doch zu denken geben, denn sie zeige, daß der Enthusiasmus, mit dem die Wahl Tordieu« vor 14 Tagen als Zeichen dosür begrüßt wurde, daß die Linke ab- gewirtjchastet habe, erheblich versrüht gewesen sei. Gewerkschaftsbewegung Arbeitsgerichtsgeseh. ein berufsmäßiger Prozeßvertreter. Sonnabend sprach im Bürgerfaal des Berliner Rathauses vor den Beisigern der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte Obermagistratsrat ölbling, der erfte Borsigende des Gewerbe und Kaufmannsgerichts Berlin, über das Arbeitsgerichtsgesetz. Der vorliegende Entwurf beabsichtigt eine einheitliche Ausgestaltung der Arbeitsoerichte. Der unparteiische Vorsitzende soll beibehalten merden, ebenso die Billigkeit und Schnelligkeit des Verfahrens. Wenn der Entwurf die Schaffung von Arbeitsgerichten in jedem Amtsgerichtsbezirk vorsteht, so bedeutet das ein Uebermaß an derartigen Gerichten. Der Anwalt, der als Prozeßpertreter vorgesehen ist. ist entbehrlich, dagegen muß irgendeine Ber tretung zugelassen werden. Der jezige 3ust and hat fich als zwed mäßig erwiesen. Das vorgesehene Zusammenmirfen von zwei Instanzen bei der Verwaltung und Aufsicht ift abzulehnen. Als Berufungsinstanz müßte das Oberlandesgericht bestimmt werden, da dann eine Gewähr für ausreichende Be fchäftigung des Gerichts, für eine tiefere Durchdringung des Stoffes und für eine wissenschaftliche Rechtsprechung gegeben ist. Bei der Regelung des Verfahrens ist der Formalismus vollkommen unan gebracht Das obligatorische Güteverfahren, das in dem Entwurf vorgesehen ist, verlängert nur den Prozeß. Dacegen hat sich das fakultative Güteverfahren bewährt. Notwendig ist, daß die Vollstredbarkeit gesichert ist. Daher muß die Klausel im Entwurf, die vorsieht, daß die Vollstreckbarkeit unterbleiben muß, wenn durch sie nicht wieder gutzumachender Schaden angestiftet werden kann, beseitigt merden. In Bezug auf die Revision muß ebenfalls eine ondere Regelung, wie im Entwurf vorgesehen, getroffen werden. Dringend erwünscht ist die Rückvermeifung des Einigungs. mesens an die Arbeitsgerichte. Zu begrüßen wäre auch eine Wiedervereinigung des Schlichtungswesens mit den Arbeitsgerichten. Die Ernennung von Beisigern, wie fie der Entwurf bestimmt, ist ebenfalls nicht angebracht. Die Selb ständigkeit der Arbeitsgerichte muß erhalten bleiben, sie dürfen nicht zu Nebenstellen der Amtsgerichte merden. Der Vortrag brachte eine Fülle kritischer Einzelheiten, denen auch mir zum großen Teil beistimmen fönnen. Affordtarif- Kündigung im Berliner Baugewerbe. Der Berband der Berliner Baugeschäfte hat zum 31. März den Akkerdtarif mit dem Baugewerksbund und dem Berband der Affordmaurer gekündigt. Dieser Vertrag wurde im März vorigen Jahres nah langwierigen Berhandlungen, die fchon im Jahre 1924 begannen, abgeschlossen und dadurch die Akkordmauerei endlich tariflich geregelt. Trozdem die Kündigung ohne Angabe des Grundes erfolgte, ist der 3 weck der Kündigung flar. Die Unternehmer wollen die im Affordtarif festgelegten Grundlöhne verschlechtern. Sie glauben, infolge des Rebeneinanderbestehens pon zwei Organisationen ihre Biele durchsetzen zu können, dürften sich aber in dieser Annahme fehr irren. Die im Baugewertsbund organisierten Afford. maurer nahmen am Sonntag im Dresdener Kasino zu der Tariffündigung Stellung und gaben ihrer Meinung in folgender, einftimmig angenommener Entschließung Ausdruck: " Die am 28. Februar im Dresdener Kasino tagende Berfamm fung der Fachgruppe der Affordmaurer des Baugewerksbundes Berlin nimmt Kenntnis von dem Kündigungsschreiben des Verbandes der Baugefchäfte Groß- Berlins betreffs Altordtarifvertrag. Gie verpflichtet die Organisationsleitung, bei eventuellen Beratungen über einen Vertragsabschluß über den 31. März hinaus teiner lei Berschlechterungen des jetzt bestehenden Vertrages fer es bezüglich der Lohn- als auch der Arbeitsbedingungen ftimmen. Den Attordmaurern wird zur Pflicht ge= macht, bei lebernahme von Arbeiten, die nach dem 31. März begonnen werden, sich unbedingt an den bisherigen Ber trag zu halten." зизи Wir wenden uns daher an die verbrauchende Bevölkerung Berlins mit der Bitte, unseren Kampf um Arbeit zu unterstützen. Es kann der Bevölkerung nicht gleichgültig sein, unter welchen Bedingungen die von ihr konsumierten Waren hergestellt werden. Wir ersuchen darum, in allen Fleischereien danach zu sehen, ob die tariflichen Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Uebertretungen der Arbeitszeit bitten wir dem Zentralverband der Fleischer, D, Zorndorfer Straße 32, mitzuteilen. Der Betrieb der Firma Paul Huzelmann, N, Schererstraße, ist für organisierte Gesellen gesperrt. Tarifftreit in der Schuhindustrie. Die Arbeitgeberverbände der deutschen Schuhindustrie haben den bestehenden Reichstarifvertrag zum 28. Februar gekündigt und für die Erneuerung eines solchen den Gewerkschaften Abänderungsanträge überreicht Diese Anträge verlangen die Serabsezung bzm, milderung pon tariflichen Seziallasten, die mit Rücksicht auf die schwierige Wirtschaftslage untragbar geworden feien. Die Gewerkschaften haben ihrerseits ebenfalls Abänderungsvorschläge zum Tarifvertrag den Arbeitgeberverbänden überreicht und u. a. Lohnerhöhungen gefordert. Die Arbeitgeberverbände der Schuhindustrie haben Ber. handlungen mit den Gewerkschaften als aussichtslos abgelehnt. Das Reichsarbeitsministerium hat die Parteien nunmehr zu Schlichtungsverhandlungen eingeladen. Gegen die Freizügigkeit der Landarbeiter. Was die Bayerische Bauernkammer wünscht. " In dem Kampf gegen die Freizügigkeit der Landarbeiter dürfen auch die landwirtschaftlichen Arbeitgeber Bayerns nicht fehlen. Einen Beweis hierfür bringen die Mitteilungen der Bayerischen Bauernfammer" Nr. 4. In einem Aufsatz, der sich mit dem kommenden Arbeitslosenversicherungsgesetz beschäftigt, wird wörtlich ausgeführt: 3u fordern ist weiter, daß die oberste Landesbehörde berechtigt wird und durch diese der Vorstand der LandesarbeitsLosenfasse ermächtigt werden kann, bei teilweisen Betriebsstillegungen oder einschränkungen in der Industrie, im Gewerbe und Handel Vorschriften dahin zu erlassen, daß zuerst jene Ar beitskräfte, die aus der Landwirtschaft zugewandert und für landwirtschaftliche Arbeiten noch geeignet sind, zu entlassen sind, fowie daß im Falle eines nachgewiesenen Notftandes der Landwirtschaft hervorgerufen durch einen Mangel an Arbeitsfräften während der Anbau- oder Erntezeit industrielle und gemerbliche Betriebe verpflichtet werden können, frühere landwirtschaftliche Arbeitsträfte ganz oder teilweise für die Beftellungs- und Erntezeit zu entlaffen." Wir können zu solchen Ausführungen und Forderungen nur immer wieder dasselbe sagen: Die deutsche Reichsverfassung sichert in dem§ 111 jedem Deutschen das Recht der Freizügigfeit zu. Die Landwirte sollen den Landarbeitern ausfömmliche Löhne und anständige Arbeitsbedingungen sichern. dann werden sie nicht auf solche vorsintflutliche Einfälle kommen. Bas aber soll mit den Landarbeitern geschehen, die wegen ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit gemaßregelt, oder die von billigeren ausländischen Arbeitern verdrängt werden? Die sollen wohl zur höheren Ehre der Bayerischen Beuernfommer verhungern? Rückgang der Erwerbslosenziffer in Baden. In der Zahl der Hauptunterstügungsempfänger in Baden ist zum erstenmal feit längerer Zeit ein fleiner Rüdgang eingetreten, und zwar verminderte sie sich von 83 336 am 10. Februar auf 80 809 am 17. Februar. Dieser Rückgang erklärt sich durch die Beendigung des Werfurlaubs in verschiedenen Branchen. Der Achtstundentag in Buenos- Aires. Das Landesamt für Arbeitsfragen der Republit Argentinien hat foeben Zahlen über die Arbeitszeit in der Stadt Buenos- Aires veröffentlicht. Danach betrug die durchschnittliche Arbeitszeit im Jahre 1914 täglich 8 Stunden 40 Minuten. In den Jahren 1914 bis 1916 wurde die Arbeitszeit etwas verlängert, um dann schritt weise abzunehmen, bis sie im Jahre 1920 genau 8 Stunden täglich betrug. Von dieser Zeit an sind Veränderungen faum mehr ein getreten. Die Statistiken umfassen insgesamt 115 362 Arbeiter und 30 831 Angestellte. Die Bersammelten ließen auch in der Diskussion flar erfennen, daß sie sich jeder Verschlechterung energisch widersegen werden. In der Versammlung wurde von dem anwesenden Borsizenden des Verbandes der Atfordmaurer mitgeteilt, daß die dort organisierten Afkordmaurer in einer überfüllten Bersammlung zur Tariffündigung Stellung gesperrt: Deutscher Hof, Ludauer Straße; Engelhardt nommen haben und einer ähnlichen Entschließung ebenfalls einmütig zugestimmt hätten. Der Verband der Berliner Baugeschäfte findet also trop des Bestehens zweier Organisationen eine zur Abwehr jeder Berschlechte rung gefchloffene Front der Affordmaurer. Die Steinträger, die im Baugewerksbund und im Verein der Steinträger organisiert sind, und deren Tarif ebenfalls zum gleichen Termin gefündigt worden ist, werden am nächsten Sonntag in einer gemeinsamen Bersammlung zu der Kündigung Stellung nehmen. Aus dem Fleischergewerbe. Man schreibt uns: In feinem anderen Berufe wird mit der Arbeitszeit der Arbeitnehmer derart Schindluder getrieben, wie im Fleischergewerbe. Arbeitszeiten von 12 bis 14 Stunden am age find teine Seltenheiten. Mangel an Arbeitnehmern herricht aber durchaus nicht. An tausend arbeitslose Fleischergefellen sind zurzeit allein auf dem Städtischen Arbeitsnachweis eingetragen. Obwohl die Preisgestaltung für Fleisch und Wurstwaren eine vermehrte Einstellung von Arbeitsträften durchaus zuläßt, werden so gut wie gar teine Gefellen eingestellt, ftatt dessen aber die Arbeitszeit bis ins unendliche ausgedehnt. 99 Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wie uns der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Café- Angestellten mitteilt, find die folgenden Gaftwirtsbetriebe für organisierte Arbeitnehmer ge= Hadepeter, Landsberger Allee, Ede Petersburger Straße, Inh. König; Palais des Dftens, Inh. Pfeilstifter, Barschauer Straße 34/35; Prälaten des Ostens, Gr. Frankfurter Str. 16; Restaurant Fr. Baarmann, Oberbaumftr. 1 und Wrangelstraße, Ede Cuvrystraße; Restaurant Hoppe, Rottbusser Damm 21; Paradies Café, Inh. M. Teschke, Rosenthaler Str. 26. Bezirksversammlungen des 3dA. Dienstag, den 2. März: " Often: Andeas- Rafino, Andreasstr. 3. Beginn 7½ Uhr. Wirtschaftliches und Soziales aus Amerika. Ergebnisse einer Studienreise". Referent: Dr. Otto Jferland. Charlottenburg. Berlin W 62: Restaurant Edmann, Charlottenburg, Scharrenstr. 34. Beginn 8 Uhr. Lichtbildervortrag: Boltskrankheiten und ihre Bekämpfung". Referent: Dr. med. Ludwia Jaffee. Niederso öneweide, Oberschöneweibe, Johannisthal, Baumschulenweg, Karlshorst: Restaurant Räthel, Niederschöneweide, Brückenstr. 15. Beginn 8 Uhr. Gegenwartsaufgaben der Gewerkschaften". Referent: Dr. Bruno Bröder. Ablershof, Alt- Glienicke, Grünau, Bohnsdorf, Faltenberg, Eichwalbe, Schmödwiß: Restaurant Lehngut, Ablershof, Sedanstr. 3. Beginn 8 Uhr. ,, Die internationale Angestelltenrant Raddah, Brik, Chauffeeftr. 39. Beginn 8 Uhr. bemegung". Referent: Rollege Bruno Lache. Briz, Budow, Rubow: Restau ..Streitfragen aus dem Arbeitsvertrag". Referent: Rollege Emil Schiemann. Rowawes: Restaurant Gebauer, Wallfir. 62. Beginn 8 Uhr. Wirtschaftsnot Angestelltennot!" rant Roter Adler, Botsdamer Straße. Beginn 8 Uhr. Referent: Af- Bundessekretär Rollege Bernhard Göring. Spandau: Restau ,, Deutsche Wirtschaft amerikanische Wirtschaft". Referent: Rollege Curt Swolinsky. 1918 1918 1923 . . Wirtschaft Um den deutschen Weinbau. " • • . . . • " ver= Die Zentrumsfraktion nimmt sich jetzt von neuem des deutschen Weinbaus an und verlangt von der Reichsregierung die Aufstellung Gleichzeitig eines durchgreifenden Hilfsprogramms. öffentlicht das Statistische Reichsamt jetzt die Produktionsergebnisse des deutschen Weinbaus für das Jahr 1925. Die im Ertrag stehenden Rebflächen zeigten im Vergleich zu den Vorjahren die folgende Entwicklung: 78 982 Hettar 1924 74 342 Heftar . 68 917 1925 73 274 .74 677 Die Rüdbildung der in der Inflation eingetretenen Vermehrung der Weinbaufläche um fast 6000 Hektar hat also weitere Fortschritte gemacht. Mengenmäßig bleibt der Durchschnittsmostertrag vom Heftar hinter dem Vorjahr zurück. Der Ertrag vom Heftar betrug in Hektoliter Most 10.4 Hektoliter 1924... 24,3 hektoliter . 32,6 21,7 . 10,6 1913. 1918 1928 · . . 1925. " • " Der Durchschnittswert des Hettoliters most ist um ein Beringes gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Er betrug 1911. 1912 1913. . 6647.50 . 50,80 19 M. 1923. 1924. 1925 • . • • • " • • 53,50 M. 52,45 52.70 " 17 Der Gesamtwert der Weinmost ernte wird vom Statistischen Reichsamt auf nicht ganz 84 Millionen Mark geschäßtt. Für den Weinbau werden jetzt von neuem Wünsche nach einer Hilfsaktion geäußert. Demgegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß den Winzern am Ende des Etatjahres ein Drittel des Ertrages der Weinsteuer, das dürften mindestens 26,5 mil. lionen Marf sein, zufallen wird, d. h. ein Betrag, der beinahe ein Drittel des Wertes ihrer Gesamtjahres. produktion ausmacht und jedenfalls größer ist, als die qünstigsten Reinerträge, die sie jemals erzielt haben. Wenn auch anerkannt werden muß, daß die Lage des deutschen Weinbaues außerordentlich schwierig ist, so sehr muß bestritten werden, dak irgendwelche Zuwendungen ihm nachdrücklich helfen fönnen. Der Zusammenbruch des deutschen Weinbaus ist verursacht zum Teil durch die Veränderungen in der sozialen Schichtung Deutschlands, die sich aus der Inflation ergeben haben, zum Teil durch die ungünstige flimatische Lage des deutschen Weinbau S. Beide Momente fönnen durch Subventionen für die Winzer nicht aus der Welt geschafft werden. Aus dem Kahlbaum- Pahenhofer- Konzern. Bor fünf Jahren wurde befannilich zwischen der Ostwerke- A.- G., C. A. F. Kahlbaum und Schultheiß- Bazenhofer ein Interessengemeinschaftsvertrag geschlossen, nach dem die Gewinne der Gesellschaften zusammengeworfen werden und nach einem bestimmten Schlüssel zur Verteilung gelangen follten, und zwar war bestimmt, daß Ostwerke und Kahlbaum zufammen 70 Broz. der erzieiten Gewinne, Schultheiß- Bazenhofer den Rest, 30 Broz, zugewiesen erhalten. In den Generalversammlungen der Gesellschaften wurde, wie wir schen aus Anlaß der Besprechungen der Geschäftsberichte erwähnten, eine Aenderung des Verteilungsschlüffels beschlossen. Von den Gewinnen foll Schultheiß- Bazenhofer in 3ufunft 25/70, alfo 36 Broz. erhalten und der Wenn diese Aenderung vorgenommen ist, so hat das ihre Berech= Reft soll auf die anderen beiden Gesellschaften verteilt werden. tigung in der Tatsache, daß einmal der Alkoholkonsum eine Berschiebung zugunsten des Bier es erfahren hat und daß aus dem Bierabjag höhere Gewinne erzielt werden als aus dem Spirituosenvertrieb. Beim Spirituosenvertrieb sind durch die monopolistische Gestaltung des Spritabfazes die Gewinnmöglich. feiten sehr eingedämmt, befenders in den jetzigen Zeiten des Kon fumrüdganges. Die der Allgemeinheit zugute kommenden Gewinne tönnten größer sein, wenn das Monopol in zweckmäßigerer Weise Jedenfalls vermißte man Angaben darüber, ausgestaltet wäre. wie weit der irreguläre Vertrieb von Sprit das Geschäft auf dem Spirituosenmarkt beeinflußt hat. Befferung in der Motorradbranche. Wie die Nedarsulmer Fahrzeugwerte 2.-B. mitteilt, ist im Motorradgeschäft der Höhepunkt der Krife überschritten, und wenn die bei den Außenvertretungen vorliegenden Anfragen auch nur teilweise in feste Aufträge übergehen, so ist doch ein gutes Geschäftsjahr zu erwarten. Im Ausblick auf den dadurch erzielbaren größeren Firma die Berkaufspreise schon Ende November wesentlich reduziert, Umsatz und die sich daraus ergebende niedere Untostenquote, hat die wodurch auch die Konkurrenzfähigkeit im Ausland gewachsen ist. Vor dem Kriege hat NSU. zwei Drittel der Gesamtproduktion ins Ausland verschickt, und es ist ein erfreuliches Zeichen, daß man auf dem Weltmarkt wieder Boden gewinnt. So fonnten die NSU.. Werte dieser Tage einen belangreichen Probeauftrag aus Japan buchen, und auch mit Rußland beginnt man, Geschäftsbeziehungen anzubahnen. Nach der Schweiz und der Tschechoslowakei geht bereits ein reger Export. Im Inland sei die Liebe zum Auslandfabrikat im Abflauen begriffen. Vor allem die Ersatzteilfrage erschwere den Minderbemittelten die Haltung einer Auslandmaschine. Auch lege man jetzt mehr Wert auf Gleichmäßigkeit und Ausdauer, als auf übertriebene Schnelligkeit. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges Frik Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlaa G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Ginaer u. Co. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierau 1 Beilage. Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme Wilhelm 7798. Lichtenrade: Brint. Bahnhofstr. 24a. Sauptexpedition: Berlin, Bindenstraße 3. Laden. Dön Charlottenburg II: Eisfeld. Tauroagener Str. 11. Bichtenbera III. Friedrichsfelbe: Frankfurter Alle 185. Laden.[ Schöneberg: Belaiaer Str 17. hoff 292-297. Zentrum: Aderftr. 174. am Roppenplan. Nord. 121 35. Westen: Stegliger Str. 87, Ede Magdeburger Straße. " Süben: Bärwaldstr. 47 a. b. Gneisenauftr. Safenheide 6918. Brinzenftr. 31. Sof rechts parterre. Often: Markusitr. 36. Aler 9735. Petersburger Blak 4. Aler. 9734. Südoften: Laufiker Blak 14/15. pl. 894. * Rorboften: Immanueltirchftr. 24. Alez. 9736. Carmen- Sylva- Str. 57. Gillmann. Moabit: Bilhelmshavener Str. 48. Hanfa 4095. Suttenstr. 67 bei Bitterling. Stephan 7409. Siemensstadt: Gtenael, Brunnenstr. 6, p. I. Steglik: Fro ft. Schadenrute: 2. Charlottenburg III: 3oadimi. Kaiferdamm 95. Eingang Lichterfelde- Dit, Lantwik: 5. Benael. Bantwik. Riethen. Staaten: BB1tel, Efchenw iniel 16. Rognikstraße. Charlottenburg IV: Bufenia!. Augsburger Straße 47, Portier. Charlottenburg V: Sula Dronfenftr. 12, 1. Garth. II. Charlottenburg VI: Treptow Schillerftr. 65 v. IV. Döberig: Dittfeld, Buchhandlung am Bahnhof. Ertner: Boite latenftr. 9. Fichtenau: Rraefe, Bismardftr. L Faltenberg: Salzmann, Faltenberg, Gatenstadtstr. 10. rebersdorf- Petersbagen: Otto Wilinsti. Freders. dorf, Arndtstraße. * Webbing: Müllerftr. 34. Ece Utrechter Str. Sanfa, 4094. * Rofenthaler und Oranienburger Borstadt: Wattstr. 9. Friedenau: Betermann Rheinftr. 28. Ede RönnebergSumbelbt 7875. Straße. Rheingau 9054. Friedrichshagen: Mittena wet. Linben- Allee 14. Frau Sefundbrunnen: Bastianite.?. Sumboldt 7874. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Sumb. 7805. Frohnau: Adolf 8urlies, Sermsdorf, Schloßftr. 8. Adlershof: el alter. Genossenschaftsstr. 6, parterre. Elt- Glienide: Stowronsti, Grünauer Str. 68. Baumschulenweg: Strah I. Rirfholaftr. 179. Bernau, Röntgental. Repernid, Schönbrüd, Rarow und Buch: Seinersdorf: Seinrich Brose Bernau, Mühlenftr. 5. Bergfelde: Til Sohenneuendorfer Straße. Biesdorf- Nord: W. Dannebera Biftoriaftr. 11. Biesborf- Süd: Geora Winfler Fortuna- Allee 40. Birkenwerder: Frau Root Berkfelder Str. 6. Bohnsdorf: Rarl Ruste Eichbufchste 9. Borgsdorf: Sans Toppel. Siebluna IV. Borfigwalde: Gebauer. Schubertstr. 82, v. 5 r. Buchholz Blantenbura aner Blankenburg. Burg- Ränigsmusterbaufen: E. Meyer, Sablow, Senzig, Nieberlehne Rene Mühle. Rernsdorf: Jätel Cablow, Mühlenweg 59. Caputh: Frik Dau, Krughofftr. 23. Grünau: Bühner Röpenider Str 105. Salensee, Grunewald, Eichlamp: Frau Road, Riost Senriettenplak. Brivatwohnung: Ratharinenfte. 4. Niederichönhaufen, Goldbach. Schloßallee 45. Sennigsdorf: Frau Rorbalinitt, Rathenauftr. 3. Hermsdorf: Gustav Schien. Moltfeftr. 11. Sobennenendorf: Frau Neuendorf Berliner Str. 28. Sohenschönhausen: Martha hiele, Berliner Str 133. Hoppegarten: Rauf. Soppegarten Birtenftein. Barzelle Str. 119. Tohannisthal: Lehmann Railer- Wilhelm- Str. 6. Rarlshort: Berndt, Risst, Bahnhofslak. Raulsdorf: Boat. Bredereditt. 19 wallfrake 83. Charlottenburg I: Sefenbeimer Str. 1. Steinpl. 4156 Botsdamer Str. 9. Röpenid, Sirichgarten, Mahlsdorf- Süd: Schlag Köpenid. Rieker Str. 6( Laben). * Lichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergftr. 1. Sichtbg. 1536. Lichtenbera II Rummelsburg Stralan: Straße 62. lez. 9737. ftraße 15. Tel.: Lichterfelde 5103. felde 3193. Sichter- Sübende: 2u bwia Salste fit. 36. 177. Tegel, Tegelort: Spiek, Tegel. Schlieverftr. 52. Teltow: HäfeI. Ritterstr. 2). Tempelhof: Harsdorf Werberstr. 31 v. pt. tempelhof: Randler, Bohenzollerntorfo 5. Trebbin: Göring Bahnhofi tr. 62. Treptow: Rekler, Graekftr. 50. Waidmannsluft: Rohbe. Ora niendamm 10. Wannsee: Schmidt, Rleine Seeftr. 16. Weikenfre: Reintnecht, Role feftr. 175 v. I. Weißenfee 978 Bilbau, Boherlchme: Rud. Lettow. Soherlehme, Reu Chauffeeftr. 66. gichterfelbe Best: Bernbt. Stegliger Str. 19. Mahlstorf: Wilhelm Aura Sönower Str. Mariendorf: Auguft Leip, Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Greulich. Berliner Str. 143. Neuenhagen: Benate. 8ire. 71. Neukölln I: Nederstr. 2. Neukölln 5707. Reutöln II: Siegfriedftr. 28/29. Neukölln 5706. Neukölln III: infler Sobrechtstr. 40, D. L. Reutölln- Brih: Mittaa Brik. Chauffeeftr. 82. Reut. 2550. Neu- Echulzendorf: Wilhelm Ruhl Brunoftr. 77. Nieberschöneweibe: Friedrich Stentemik Spree. ftake 4, s. III. Nowawes: Razl Rrohnberg. Cilenbahnftz. 10. Oranienburg: Seint. senhardt, Straffunder Str. 6. Oberschöneweide: Robert Baul Wilhelminenhofftr. 44a. Bittenan: Ribell Sauptite. 63. 9oltersdorf: Frik Erdmann. Eirendamm 22. Bankow: Rikmann Mühlenftr. 70. Boisbam: Reiniger Waldemarstr. 27 v. II. * Rehlendorf, Glattensee: Polisice: Rehlendorf, Teltower Rahnstorf: Urbaniat. Rahnsdorf Mühle. Sohen- Strake 3. Rehlendorf 1853 gollernftr. 136. Reuthen, Miersdorf: Alb. Behling. Bahnftr. 2. Reinidendorf- Oit, Schönbola: Albert Wahle Brosins- Roken: Witt. Pahnhoffte. 25. Straße 56( Laden). Reinidenbori- West: Bendt Scharnweberite. 114. Boltshaus. Rofenthal: Mar DehmelI. Schillerfte. 13 Rudow: Otto Raifer. Waltersdorfer Chauffee. Rüdersdorf, Kalfberge. Tasdorf: Adolf Goerte Ralfberge, Rhedenitr. 15. Sabowa, Kaulsdorf- Süd: Se nichte. Raulsdorf- Süd, Waldftraße 66. Borhagener Schmargendorf 1: Rehab, Breite Str. 8. Schmargendorf: Frau Gröber. Cunoftr. 60. Wilmersdorf I: chubert Wilhelmsane 27 Sof I. Wilmersbo f II: Düring, Düffel dorfer Str. 7, Laden. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulae Wilhelmshagen, Wilhelmftr. 81. Sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen ele werden geliefert. Conntags find die Geschäf stellen geschlossen. Die mit einem versehenen Ausgabeftellen find nach mittags von 2-6 Uhr unter der angegebenen Nummer telephonisch au erreichen. Nr. 100 43. Jahrgang Beilage des Vorwärts Was ein Volkstrauertag uns fagt. 2. Inlandreisen: Rheinfahrt( Frankfurt a. M., Wiesbaden, Bingen, Koblenz, Bonn, Köln): vom 13. bis 20. Juni. Für einen Bolkstrauertag zu werben, hat schon seit mehreren An die Nordsee( Hamburg- Helgoland- Bremen): vom 1. bis Jahren der„ Bolfsbund deutscher Kriegsgräber 7. August. In den Schwarzwald( Mannheim, Sinibis, Triberg, fürsorge" sich bemüht. Auf eine Anregung, die von dem Bolks. Furtwangen, Feldberg, Freiburg): vom 22. bis 31. Auguft. Die Reisen werden vom Reichsausschuß für sozia bund ausging, trat der Ausschuß für die Festsetzung eines Bolfs- listische Bildungsarbeit organisiert, so daß der einzelne trauertages" zusammen. Das Ziel dieser Bestrebungen ist, daß der sich um nichts zu fümmern braucht. Die Teilnehmerfosten können Wolfstrauertag nicht nur gefeßliche Einrichtung, sondern all- in bequemen Ratenzahlungen beglichen werden. Alles Nähere, gemeiner Boltsbrauch wird. In Berlin veranstaltete der Ausschuß Roften, Teilnehmerbedingungen usw., enthält der illustrierte, gut ausam Sonntag sieben Gedenkfeiern. gestattete Profpeft, der gegen Einsendung von 30 Pf. durch den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, zu beziehen ist. An der Feier im Reichstagshaus beteiligten sich der Reichspräsident Hindenburg, der Reichskanzler und andere Mitglieder der Reichsregierung, Vertreter der Regierungen von Preußen und anderen deutschen Staaten, Mitglieder der Parlamente und anderer Körperschaften. Der ernst geschmückte Reichstagsfaal und alle Tribünen waren bis auf den letzten Platz befeßt. Stimmungbereitend leiteten der Rosledsche Bläserbund und der Erfsche Männergesangverein die Feier ein. Die Gedenkrede des Volfsbundvorfizenden Siems knüpfte an den Tod Friedrich Eberts an, des ersten Präsidenten der deutschen Republikt, der gestern vor einem Jahre dem deutschen Volke entrissen wurde. Dem neuen Präsidenten Hindenburg meinte der Redner Dant darbringen zu follen im Namen der zwei Millionen Gefallenen, die im Glauben an ihn, den Führer, in den Tod gegangen sind". Unter Ablehnung schwächlicher Sentimentalität" steht Siems die echte und wahrhafte Trauer in dem rechtschaffenen Gefühl innigster Dankbarkeit, aber auch starken und mutigen Borwärtsschreitens im Sinne derer, um die man trauert". Manchem könnte das wie Hoff nung auf einen Tag der Vergeltung" flingen. Das Wort blieb ungefagt, aber unausgesprochen blieb auch der Gedanke, der viele Millionen deutscher Volksgenossen erfüllt und an einem„ Bolts trauertag" nach Ausdruck ringt, der heiße Wunsch und feste Entschluß:„ Nie wieder Krieg!"" Die auf dem Herrn harren, auf den Gott der Geschichte, die rief der Redner friegen neue Kraft." Was soll dieser Hinweis auf den Gott der Geschichte"? Am Bolfstrauertag wünschen mir dem deutschen Bolt„ neue Straft". Finden muß es die Kraft, eine Wiederholung jenes grauenvollen Bölkermordens zu verhüten. In einer Anzahl Berliner Lokale fanden Gebenffeiern statt, über deren mahren Geist die folgenden Berichte am besten AusHaftbefehl gegen das Ehepaar Jürgens. Beide ichwer belastet. Am heutigen Montag ist der von der Staatsanwaltschaft in Stargard i. Pomm. mit der Untersuchung des Falles Jürgens be= auftragte Landgerichtrat Fuchs in Berlin eingetroffen und hat sich fofort mit den maßgebenden Beamten im Belizeipräsidium, Regierungsdirektor Weiß, Amtsgerichtsrat Strudmann und Kriminal. oberinsprektor Schlösser in Verbindung gefeßt. Das Ehepaar Jürgens bestreitet auch jetzt noch, sich strafbar gemacht zu haben und Jürgens hält nach wie vor an seiner Angabe fest, daß er das Opfer seiner politischen Gegner, der Kommunisten, sei. Auf der anderen Seite hat sich das Belastungsmaterial gegen das Ehepaar doch noch weiter perdichtet. Besonders Frau Jürgens erscheint durch die Aussagen der in Stargard vernommenen Geschäftsleute, der Hausangestellten und anderer Per. jonen sehr schwer belastet. Es gewinnt immer mehr die Wahrscheinlichkeit Raum, daß Frau Jürgens ihren Gatten schon bei Beginn der The über ihre Bermögenslage getäuscht hat und daß die nachfolgenden Manöver von ihr aus dem Wunsche heraus unter nommen werden sind, einmal dem Gatten weiter vortäuschen zu fönnen, daß fie über größere Einkünfte verfüge und dann durch einen großen Schlag den tausend fleinen Berlegenheiten ein Ende bereiten zu fönnen. Sehr belastend für Frau Jürgens sind nach dieser Richtung die Aussagen des Leiters der Stargarder Stadtbant, Direktor Ulbrich, von dem Frau Jürgens auf Grund der PatentMontag, 1. März 1926 verständlich ist es, daß es noch Leute gibt, die damit einverstanden sind, daß den Fürsten aufgewertet werde. Entschädigungslose Entzignung sei am Blaze. In der Diskussion erklärte der Vorsitzende des Reichsbanners in Biesdorf, Keller, daß er als Demofrat für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten sei und unbedingt für den Volksentscheid stimmen werde. Mit Vorträgen des Bies. dorfer Gefangvereins schloß die Bersammlung. Wieder ein Ueberfall auf Schupobeamte. In der Nacht zum Sonntag wurden zwei Schupobeamte in der Rigaer Straße von jugendlichen Rowdys angegriffen und schwer mißhandelt. Auf ihrem Rundgang morgens gegen 4 Uhr wurden sie von drei Nachtwächterh auf eine Rotte halbwüchsiger Burschen aufmerksam gemacht, die sich in der Gegend verdächtig umhertrieben. Als die Beamten sich ihnen näherten, stürzte sich auf ein gegebenes Zeichen die 20 Kopf starfe Bande auf fie, fájlug fic zu Boden und brachte ihnen mehrere Messerstiche bei. Einer der Beamten trug erhebliche Verlegungen im Gesicht davon, griffen zum Revolver und drohten zu schießen. Jetzt stob die Bande die von Tritten mit dem Stiefelabsag herrühren. Die Ueberfallenen auseinander. Es gelang jedoch, einen der Uebeltäter zu ergreifen. Es ist ein 21 Jahre alter gewiffer Willy Mudrascht aus der Rigaer Etraße 39. Der Festgenommene murde eingeliefert. Die Beamten mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Anträge des Staatsanwalts im Bartels- Prozeß. Der Staatsanwalt beantragte gegen Regierungsrat Bartels in seinem Prozeß wegen Bestechung eine Gefängnisstrafe von einem Jahr fünf Monaten und wegen Ürkundenfälschung drei Monate Gefängnis. Beide Strafen werden zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr fünf Monaten drei Wochen zufammen. gezogen. Die fünf Monate und drei Wochen selen auf die erlittene untersuchungshaft anzurechnen. Von einer Aberkennung der bürger. lichen Ehrenrechte sei abzusehen. Dagegen sei Bartels als unfähig zu erklären, im Laufe von fünf Jahren öffentliche Aemter zu be fleiden. Die Stadtverordnetenversammlung hat in dieser Woche ihre Sigung am Donnerstag um% 45 Uhr. funft geben werden. Die Gedenkfeier im Konzerthaus Clou lizenzen ihres verstorbenen Mannes einen größeren Kredit haben reiche Funktionen in der Partei bekleidet und allen unter dem in der Mauerstraße stand im Zeichen des Hatenfreuzes. Man fah viele schwarzweißrote Fahnen mit der Inschrift:„ Mit Gott, für Kaiser und Reich".„ Selbstschuk",„ Wifing"," Werwolf", Olympia" und wie die vaterländischen Berbände alle heißen mögen, waren vertreten. Nach einem Traueracfang des Berliner Lehrer gefangvereins sprach Generalmajor a. D. v. b. Golz, der sich bemühte, nicht allzu sichtbar rechtspolitisch zu sein, dessen Borte aber in der immer wieder betonten Berherrlichung der friegerischen Mannestugenden und des alten preußischen und„ chriftlichen" Geistes gipfelten. Diese Art von Trauerreden nimmt die gefallenen Toten allein für sich in Anspruch, um unter dem Deckmantel der Einigkeit und allgemeinen Trauer die alte Welt des Militarismus zu verherrlichen. Die Feier endete mit einem gemeinsamen Hymnus auf das germanische Schwert und die im Felde un befiegten Germanen und mit dem nochmaligen Umzug der Fahnen unter der schmetternden Musik von Preußens Gloria". Im Großen Schauspielhaus veranstaltete der Boltsbund 2tr Schaffung eines Bolfstrauertages" eine Gedenkfeier für die Gefallenen. Mit dem Trauermarsch Beethovens zogen die Fahnen der Vereine ehemaliger Soldaten ein, unter ihnen eine große Anzahl schwarzweißroter. Die Festrede hielt der Wehrkreispfarrer Lic. Irmer. Der Redner beschwor den Heldengeist von 1914, den er auch der heutigen Generation münscht. Bruderzwist sei daran schuld gemelen, daß wir den letzten Sieg nicht mehr erreichten. Der Geiſt der Gräber muß wieder in uns wach werden. Der im vollen Ornat redende und mit dem Eifernen Kreuz erster Klaffe gefchmückte Wehrfreispfarrer glaubte fagen zu fönnen, daß die Gesamtheit des Boltes den Bolfstravertag in diesem Geifte von 1914 begehen mürde. Sudiendirettor Fahrenhorst, der in den Kammers fälen sprach, wollte wohl von den Toten nur Gutes reben, aber auch er sprach von dem, heiligen Geift von 1914", der auf den Schlachtfeldern geweht hätte, bei deffem Rauschen die Helden jauzchend in den Tod geschritten" wären. Er sagte noch, man höre heute die Kriegslieder nicht mehr gern, aber ein Lied( allerdings wenig bekannt) dürfe nicht der Vergessen heit anheimfallen. In dem Lieb macht ein Refrut seiner Mutter den Vorwurf, ihm nichts von Jesus erzählt zu haben; erst im Schützengraben habe er ihn fennen gelernt. und Jesus habe ihm beigeftanden, so daß er nun gern sein Blut für König und Baterland versprige. In diesem Geist war die ganze AnSprache gehalten. In der Hochschule für Mufit", Hardenbergstraße, sprach bei der Totengedenkfeier Staatsminister a. D. Dominicus. Seine Rede blieb farblos, vermied aber nationalistische Phrafen. Dagegen spukte der Feindbund" trot Locarno in dem Prolog herum, den Herr Hugo Klebe sprach. Ausgezeichnet flangen die Goeblerschen Chöre Requiem aeternam" und„ Sei getreu bis in den Tod" sowie Blumners Ruhe sanft in ew'gem Frieden", die der Erische Gesangverein unter Leitung Baders zu Gehör brachte. Die Feier begann mit dem Beethovenschen Trauer. marsch und schloß mit dem Hohenfriedberger", gespielt von dem Adolf- Becker- Orchester. Alle diese Feiern zeigten menig von einem Geist der Verständigung, des Friedens und der Versöhnung. Eine Totengedenkfeier müßte auch ein Bußtag für die Lebenden sein, die bekennen müßten: Wir tragen die Mitschuld!" Eine solche Feier müßte gipfeln in einem ,, Nie nieder Krieg!" Militärische Ernnerungen find überflüssig. Draußen auf dem grünen Plan in Treptow hörte man andere Töne, dort sah man die Formen einer Boltstrauerfeier andere Töne, dort sah man die Formen einer Boltstrauerfeier erstehen, die das ganze mitfühlende Bolt erfaßt. Ferienreifen ins In- und Ausland. Wie im Vorjahr veranstaltet der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit auch in diesem Jahr wieder eine Anzahl interessanter Ferien- und Studienreisen ins In- und Ausland. Diese Reisen bieten unendlich viel des Sehenswerten: herrliche Seefahrten, wildromantische Gebirgsszenerien, reizvolle Städtebilder, wertvolle Informationen, furz eine Fülle von Anregungen und Eindrücken, wie man fte nur auf einer Reise in Gesellschaft gleichgesinnter Menschen erhalten kann. wollte. Der Bankdirektor erklärte den Behörden gegenüber, daß er die Lizenzen seinerseits geprüft und für so zweifelhaft und wenig aussichtsreich geholten habe, daß er sich nicht zu entschließen vermochte, Frau Jürgens daraufhin auch nur 3000 m. Kredit einzu räumen. Wie wir weiter erfahren, wird das Ehepaar, nachdem durch die Staatsanwaltschaft Stargard der endgültige Haftbefehl ausgesprochen worden ist, voraussichtlich Ende dieser Woche auf Beranlassung des Oberstaatsanwaltes Dr. Jordan nach Stargard in das dortige Gefängnis übergeführt werden. In den nächsten Tagen aber sollen die Ermittlungen noch weitergeführt und eine Anzahl Zeugen in Berlin vernommen werden. Darunter werden auch wahrscheinlich sich Kemmunist en befinden, die von Stargard nach Berlin übergefiedelt sind. Zur Förderung des Wohnungsbous. Der in unserem Bericht über die Stadtverordnetenfigung bereits angekündigte neue Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zur Förderung des Wohnungsbaues hat folgenden Wortlaut: ,, Die Bautätigkeit war in den Baujahren 1924/1925 und 1925/1926 bei weitem nicht so rege, daß dadurch die Wohnungsnot in Berlin gelindert wurde. Im Gegenteil. Gerade in der genannten Zeit ist eine weitere Verschlechterung eingetreten. Die bisher Don den öffentlichen Organen unternommenen Maßnahmen haben sich als unzureichend erwiesen. Eine private Wohnungsneubautätigkeit ohne öffentliche Hilfe ist überhaupt nicht zu verzeichnen. Die Stadtverordnetenversammlung hält daher folgende Mindestmaßnahmen auf diesem Gebiete für dringend erforderlich: a) Eine wesentliche Erhöhung des der Stadt Berlin zu. fließenden Anteiles vom Auffommen der Hauszinssteuer. b) Die Bereitstellung weiterer städtischer Mittel für den Bau solcher Wohnungen, die zu einem erträglichen Mietsatze und ohne Baufostenzuschüsse an Minderbemittelte vermietet werden fönnen. Ein Betrag von 25 millionen Reichsmart ist hierfür in den Haushalt des Jahres 1926 27 einzustellen. c) Sentung der Baufosten; hierzu find geeignet: 1. Bekämpfung des Baustoffwuchers. Den privaten Produktions- und Handelstartellen ist ein Kartell der Bauftofffonfumenten entgegenzustellen. 2. Uebertragung der Neubautätigkeit an von der Stadt Berlin zu fontrollierende Wohnungsfürsergegesellschaften, bie im engsten Einvernehmen mit den Konsumentenorganisationen wie gemeinnützigen Baugenossenschaften und den Be rufsorganisationen des werttätigen Volkes zufammenarbeiten. 3. Bevorzugung solcher Bauvorhaben, die auf Großbaustellen den Serienbau, die Normalisierung und Typisierung der Bauten betreiben und welche die Anwendung wirtschaftlichster Betriebsführung garantieren. d) Es sind Maßnahmen zu treffen, welche geeignet sind, die neben den öffentlichen Hypotheken erforderlichen Bautapita lien zu erträglichen 3insbedingungen zu beschaffen und welche ferner geeignet sind, diese Baukapitalien der gemein müzigen Bautätigkeit für Minderbemittelte zuzuführen. Zu diesen Mitteln gehören auch die für den Hypothekentredit verfügbaren Mittel der städtischen Sparkasse, der stätischen Feuerversicherungs gesellschaft( bie auf sämtliche Neubauten in der Stadt Berlin auszuDehnen ist), des Berliner Pfandbriefamtes und der Reichsversiche rungsanftalt e) Bereitstellung billigen Baugeländes durch die Stadt und deffen gemeinwirtschaftliche Bindung durch das Erb. bau. eder heimstätten recht. Erwerb weiteren für Sieb lungszwede geeigneten Geländes durch die Stadt. f) Anweisung an alle städtischen Baubehörden und städtischen Gesellschaften. wie Wasser, Gas, Elektrizitätswerte, den gemeinnügigen Wohnungsbau für Minderbemittelte in weitgehendster Weise zu unterstüßen und durch Stundung oder Erlaß der Gebühren zu fördern. Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, diesem Beschluß beizutreten und die zur Durchführung desselben erforderlichen Maßnahmen vorzunehmen." Für die Fürstenenteignung. 1. Auslandsrelsen: Osterfahrt Brüssel- Baris, Dom 2. bis 7. April. Anmeldungen sofort erbeten! Rach Schwe. ben( Saßniz, Gotenburg, Ludvika, Besichtigung der berühmten Erzfelder, Stockholm, Rüdfahrt zwei Tage zur See nach Lübeck): Anfang Juli, 10 Tage. Nach der Schweiz( Schaffhausen, Zürich, Eine öffentliche Rundgebung für die entschädigungslose Enteig Luzern und Bierwaldstätter See, Interlaken, Bern, Basel): 25. Juli mung der Fürsten fand vorgestern in Biesdorf tord statt. Bebis 2. Auguft. 3weite Reise Brüssel- Antwerpen- Ba. merkenswert in der gut besuchten Bersammlung war, daß viele Anris: vom 14. bis 22. Auguft. Nach Brag- wien- Salz mefende den rechtsstehenden Barteien angehörten. Genosse Landburg- Berchtesgaben: 22. bis 31. Auguft. Große Getagsabgeordneter 3 a chert bezeichnete die Ansprüche der ehemaligen fellschaftsreise an die blaue Adria( München- Trieft- deutschen Fürsten als die größte Gemeinheit gegen das barbende Benedig- Gardasee München): mitte Juni, 8 Tage. Diese Ge- deutsche Bolt, deshalb habe auch die Sozialdemokratische Partei die sellschaftsreise ist ein erfter Bersuch, ein landschaftlich besonders here liches Gebiet einem größeren Kreis von Tellnehmern zu erfchließen. Eine rege Bropagande für diese Reise ift daher notwendig, da sie nur durchgeführt werden kann, wenn sich ein genügend großer Teil nehmerkreis findet, Initiative ergriffen, um durch einen Voltsentscheid den Raubgiergelüften der Fürsten ein Ende zu bereiten. Mit Kurfürst Joachim anfangend, bis zum Ende der Regierung des ausgefniffenen Erfaisers Wilhelm II. bestand die Herrschertätigkeit der Hohenzollern nur darin, das Bolf zu verstlapen und zu berauben. Schwer Unser alter Parteiveteran Gustav Tempel, der noch heute zahl Sozialistengefeß tätig gewefenen Genoffen wohlbekannt ist. begeht heute fein 40jähriges Berufsjubiläum. Sein erstes Lofal in der Breslauer Straße, Sum Ambog", war der Treffpunkt aller non der Buttfamerschen Justiz verfolgten Parteimitglieder des Ostens. Mancher Plan wurde in den Hinterräumen des Lokals geschmiedet. Gustav Tempel, der am 22. März sein 67. Lebensjahr vollendet, ist jetzt Stadtverordneter in Berlin und Vorsteher der Bezirksversammlung in Lichtenberg. Möge dem Jubilar im Interesse der Arbeiterbewegung noch lange seine Rüftigkeit und geistige Frische erhalten bleiben. Am heutigen Montag feiert der Lagerverwalter Genosse Liebold sein 25jähriges Jubiläum in der Groß- Einkaufs- Gesellschaft deutscher Konjumvereine in Spandau. Seiner vorbildlichen Pflichterfüllung in der Genossenschaftsbewegung sei bei dieser Gelegenheit ehrend gedacht. Ein Revolveranschlag wurde in der vergangenen Nacht auf eine Kontoristin aus der Sieberftr. 11/12, einer fleinen Berbindungsstraße zwischen der Jüden- und Klosterstraße im Zentrum der Stadt, ver. übt. Die Kontoristin wurde schon seit 14 Tagen von einem ihr unbe fannten Manne auf ihren Ausgängen verfolgt. Als sie in der vergangenen Nacht heimfehrte, lauerte er ihr vor dem Hause auf und gab drei Schüsse auf sie ab, die zum Glück alle fehl. gingen. Der Schütze entfam wieder unerkannt. Vom Wohn des Krieges und vom Siege des Fried ens" lautet das Thema einer bazifistischen Rundgebung, die der Bund religiofer Sozialisten anläßlich des Voltstrauertages in der Form eines Lichtbildervortra es, heute, am Montag, den 1. 3. abends 7, Uhr, in Neukölln, Herthaftr. 9( Gemeindefaal), veranstaltet. Es werden sprechen Ech: iftsteller Ernst Friedrich- Berlin und Erich Poppel. Groß- Berliner Parteinachrichten. 14. Kreis Neukölln: Dienstaa. ben 2 Märs, abends 7 Uhr plinttlich im Barfet büro Medarftr. Sigung bes Bildungsausichuffes. 85. Abt. Tempelhof: Heute Montag abend find be Handzettel unbedingt auszu tracen 86. Abt. Mariendorf: Die Dittmann- Broschüren find bis zum Dienstag, den 2. März beim Abteilungsleiter abanrednen. 106. bt Johannisthal: Dienstan, den 2 März abends 8 Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre bei Gobin, Roonftr. 2. 118. Abt. Lichtenbern: Dienstag, den 2 März abends 7½ Uhr Abteilungsfunktionär fizung bei Rothe, Frankfurter Allee Ede Gudrunftr. Dorträge Vereine und Versammlungen. Die nächste Versammlung der Abteilung Rußland des Bundes der Auto landsdeutschen findet heute abend und die der Abteilungen Englan. Frontreich. Belgien und sonstiger Fremdlandabteilungen am 2. März, 8 Uhr in Saherlands Festfälen, Berlin, Neue Friedrichstr 35, ftatt Rur Mitglieder haben Zutritt. Sport. Reit- und Fahrturnier. Am Sontag nachmittag, dem Boltstrauertage, fand in der Autohalle eine furze Ge denffeier für die gefallenen Reiter ftatt. Eine Nachbildung des Reiterdenkmals in Karlshorst war in der Arena aufgestellt, vor dem alle am Turnier teilnehmenden Reiterinnen und Reiter zu Pferde salutierten, während die Musik Ich hatt einen Kameraden" spielte. Aus den Bewerbungen gingen fiegreich hervor: Sieger- Ehrenpreis Holz- Wojenthins„ Gardes du Corps; Attiensprüfung für Zuchtmaterial Hadnen- Gestüt Lauchas" Pr. Viftus"; Championat für Jagdpferde Frau L. Beh rends ,, Meerschaum"; Große Olympiade- Reitprüfung für Reitpferde Stall Bürtners Jmperator V". Ein schon ob seiner Seltenheit fehr intereffantes Bild bot das Mehrspännerfahren. Dem Sonntagspublikum wurde überdies noch eine Ueberraschung bereitet durch die erhöhten Eintrittspreise. Trabrennpremiere in Mariendorf. 1. Rennen. 1. E. Bleis' Ronful( Sedert), 2. Rapitain Salle, 3. Jm porteur. Toto: 93:10. Plah: 21, 18, 60: 10. Ferner liefen: Bunier, Bange mann, Broschüre, Todura, Mina, Venus, Hersteller, Noordwnt, Manzanares. Rönigsadler, Binnie. 1. Gest. Briefens Freiberg( E. Elias). 2. Draga Watts, 3. Ebelbame G. Toto: 174 10. 1: 82, 18, 68: 10. Ferner Tiefen: Meister. filld, Barkas, Effi, Baltfa, Möglich, Florida, Joachim, Filie, Sureffier, Sevilla, Mogart( B. besqu., 80 Broz. zur.), Beinbrand. 2. Rennen. 3. Rennen. 1. M. Beefes Intereffent( Bef.), 2. Friebrid Ster, S. Crfter Wolterfomer. Tote: 67:10. Blak: 17, 14, 27:10. Ferner Tiefen: Moeuna, Götterbate, Landstreicher, Lenz I, Jimiene, Unheil( 3. bisqu., 80 Brez. zur.), Brinzek Fortuna. 4. Rennen. 1. Goldschmidts Baron Alatamah( 3. mins), 2. Native Forbes, 8. Craffus. Toto: 24: 10. Blag: 12, 13, 15: 10. Ferner liefen: Rammerfänger, Dompfaff I, Wainfca, Adler, Altgold, Marant I, Fafner. 5. Ren ne n. 1. Frau C. Ringius' Franlet( M. Ringius), 2. Clen, 8. Laterne. Toto: 21:10. Blog: 12, 15: 10. Ferner liefen: Langmacher, Edftein, Rarta. 6. Rennen. 1. G. Bauls Rarneval( 3. Mills), 2. Edith Worth 8. Arworthy 3. Tets: 21:10. Blag: 18, 12:10. Ferner Tiefen: Mateen, Brogres, 7. Rennen. 1. S. Mitfees Dinscott fr.( Anöpnabel fr.),& gets Ritinfchor. Mohibaner, 8. Seitte. Toto: 86:10. Blak: 41, 16:10. Ferner liefen: Doorn, Augenstern B., Jagdaöttin. Rotula, Goubfter it. Adjuntt. Yauf, 3. Cuba. Toto: 42:10. Blak: 15, 21, 13:10. Ferner liefen: Torrers, 8. Rennen 1. Verein für Traberzuchts The Ritty( S. Grube). 2. Waffer. Importation, Alpenfer, Safna, Submit L, alud, Adelet B., Johannistäfer. Theater, Lichtspiele usw. Deutsches Theater Städtische Oper 8 Uhr: Juarez und Maximilian Charlottenburg 7 Uhr: Kammerspiele Lohengrin 81 Uhr ( Lotte Lehmann) Josephine Abonn- Turnus III Die Komödie Kurfürstendamm 206/7 Neues Th. am Zoo Allabendl 8 Uhr: Guido Gesellschaft Thielscher Th. in d. Lützowstr. Tägi. 84 Uhr. Lempke's sel. Witwe Stöpsel KleinePreise: Parkett1-2M. Musik v. Dr.R.Hirsch Park.- Faut.3-4 M.Orchest.Volkstümliche Preise 1-4 M. Im Vorverkauf Theaterkasse Bote& Sock Werth.200% Ermäß. Fauteuil 5 M. Sessel 6 M Vorverkauf anunterbrochen Reichshallen- Theater Abends 8 U., Sonntag nchm.3 U. Stettiner Sänger Heu: Der letzte Postillion Nachm. halbe Preise. 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