Nr. 10143. Jahrg. Ausgabe A nr. 51 Bezugspreis: Böchentlich 70 Pfennig, monatlia B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreusband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich. Litauen, Luremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Aleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotcat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfvaltiae Nonpareille seile 80 Bfennia. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 25 Bfennis ( auläffia zwei fettgedruckte Worte). jebes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Bfennig, tebes weitere Bort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Borte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Die Fürsten haben mit ihren maßlosen Ansprüchen, ihrem Mangel an Verständnis für ihre eigene Situation und für die Notlage des deutschen Volkes diese Bewegung felbft hervorgerufen. Die Sizungen des Rechtsaus= schusses des Reichstags und ihr Ergebnis meit davon entfernt, im Bolle das Bertrauen zu wecken, daß der Reichstag das Recht des Boltes wahrnehmen werde weitesten Kreisen die Beherzigung gewedt und gefräftigt, daß das Bolf felbst seine Stimme erheben muß. Aus den Sizungen des Rechtsausschusses hat das Bolt erfahren, was ihm von Erkönigen, Erherzögen, Erfürsten, Erstandesherren zugemutet wird. Es hat erfahren, wie die Rechtsparteien die Fürstenansprüche über die Volksrechte ftellen. Mit Ingrimm sieht es den Feldzug der Fürsten gegen das Bolt. In den Reihen der Demofratischen Partei und des Zentrums wächst die Zahl derer, die Das Boltsbegehren unterstützen werden. Die Zentrums arbeiter im Industriegebiet fordern von ihrer Partei ener gische Haltung. Die Stimmen aus ihrem Lager wachsen, die fich für entschädigungslose Enteignung aus fprechen. Die Bewegung wächst. Am 4. März beginnt die Einzeichnung. Hohenzollern und Habgier. Sie wollen nehmen, aber nicht gebeu. haben in Die Stellung der Demokraten. früheren Offizieren mitgeteilt wurde, daß die Berhältnisse des Ertaisers teine Unterstützung früherer Offiziere gestatteten, da er selbst nur das Notwendigste zum Leben habe. Man vergleiche damit die Lebenshaltung des Schloßherrn von Doorn! Die Hohenzollern wollen vom armen deutschen Volte nehmen geben wollen sie niemanden, weder armen Arbeitern, noch früheren Offizieren. Demokratische Kritik am Rechtsausschuß. Die demokratische Reichstagsfraktion hat sich mit dem Er gebnis der Beratungen des Rechtsausschusses beschäftigt. Heber ihre Beratungen wird folgender Bericht ausgegeben: „ Die demokratische Reichstagsfraktion nahm in ihrer Fraktions: fizung am Montag einen Bericht des Reichstagsabgeordneten Frei herrn von Richthofen über die Frage der Fürstenabfindung entgegen. Diesem Bericht zufolge sind zwar einige Verbesserungen des ursprünglichen Kompromißentwurfs erzielt worden, die aber den Forderungen nech nicht gerecht werden, die die Deutsche Demokratische Partei erheben muß. Wenn nicht aus den im Gange befindlichen Verhandlungen wesentliche Berbesse. rungen hervorgehen, wird sich die Fraffion in einer ihrer nächsten Sigungen darüber schlüssig werden, ob sie ihren Anhängern eine Beteiligung am Boltsbegehren empfehlen soll." In den Reden der demokratischen Abgeordneten kam deutlich zum Ausdruck, daß die Mißstimmung im Lande größer ist, als man angenommen hatte, daß die Haltung der Fürstenhäuser und die Tatsache, daß Millionen von Renten befizern, Auslandsdeutschen und Kriegsopfern auf legale Weise ihr Vermögen eingebüßt haben, eine außer gewöhnliche Lage geschaffen hat. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallftz. 65: Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3. Bethlens Verzweiflungspläne. Wie Bethlen zu seinem Geständnis kam. Teleky's Rettung. Propaganda in England und englische Hilfe. Budapest, Ende Februar. Graf Bethlen will sein Spiel noch immer nicht verloren geben, trotzdem er sich schon nach allen Seiten hin unmöglich gemacht hat. Horthy hat sich seit der Einmengung des Grafen Emmerich Karolyi ganz auf dessen Seife geschlagen, trotzdem aber wagt er es nicht, offen gegen Bethlen aufzutreten, weil dieser gedroht hat, in seinem Fall Horthy und seine ganze Gefolgschaft mit fich zu reißen. Kaum war diese Gefahr beseitigt, wurde Bethlen von den geheimen Gesellschaften bedroht. Das war gefährlicher. Denn diese leitet auch noch aus dem Gefängnisse heraus der ,, Landespolizeichef" Nadossy. Dieser aber war wütend auf Bethlen, weil der den französischen Polizisten zu viel Entgegenkommen bewiesen und nicht, wie er versprochen hatte, die ganze Untersuchung in brei Wochen erledigen ließ. Eine Warnung für Bethlen sollte es sein, daß vor dem parla mentarischen Untersuchungsausschuß Windischgräß fid weigerte, für die Unschuld der Regierung einzustehen. Bethlen erschrat so sehr über diese Drohung, daß er einige Tage später sich vor dem Untersuchungsausschuß zu dem Eingeständnis bequemte, Windischgräß habe ihn schon vor drei Jahren von bequemte, Windischgrät habe ihn schon vor drei Jahren von feinen Fälscherplänen verständigt, Bethlen habe das nur schon vergessen. Doch auch diese Gegner hat Bethlen nicht nur beschwichtigt, sondern sogar den Freundschaftsbund mit ihnen vollformen erneuert. Ift es Bethlen gelungen, diese Schwierigkeiten zu überminden, so hatte er mehr Pech mit der Rettung" feines Betters, Freundes und allergetreuesten Vertrauten, des Grafen Baul Zeleti. Dieser Mann war nicht nur der Mittelsmann bei den bayerischen Monarchisten, sondern leistete Bethlen auch große Dienste bei den Engländern. Als Graf und angeblich bedeutender Geograph genoß er in der engfischen Aristokratie ziemliches Ansehen, und der Völkerbund delegierte ihn in die engere Mossulkommission. Da solcherart Teleki Gelegenheit hatte, in engere Beziehung zu maßgeben- i Lage anfing, fchmierig zu werden, Teleki zu seinem Nachfolger a. abgeben englischen Kreisen zu treten, wollte Bethlen, als feine machen, um, wenn die Wogen sich wieder geglättet, wieder felbst das Ministerpräsidium zu übernehmen. Telefi, der bis dahin parteilos gewesen, trat dieserhalb rasch in die Regierungspartei ein und wurde auch dort schon als zukünftiger Ministerpräsident umschmeichelt. Eine Entschließung der hessischen Demokraten. Die Neue Badische Landeszeitung" gibt den Darmstadt, 1. März.( Mtb.) Der Borstand der Demokratischen Bescheid wieder, den ein armer Arbeiter in Liegnik Partei Hessen befaßte sich in einer gestern in Frankfurt a. M. abgeauf die Bitte um ein Darlehen von der Adjutantur des Erhaltenen Gizung mit der Frage:" Bolts entscheid zur fronprinzen in Dels erhalten hat. Er lautet: Fürsten abfindung". Nach ergiebiger von einheitlichem Wollen getragenen Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen:„ Der Landesvorstand betrachtet die bis jetzt in der Frage der Fürstenabfindung gefundene Kompromißlösung als nicht ausreichend. Falls es nicht gelingt, die Grundfäge für die Abfindung im Sinne des Ausgleichs an die vom Reich den Kriegsanleihezeichnern gewährte Entschädigung zu verwirklichen und bei der Belegung des Sondergerichts nicht die berufs juristischen, sondern die staatspolitischen Gesichtspuntie in den Bordergrund zu stellen, wird sich der Landesverband Hessen für eine sonstige bindende Lösung auf entschädigungslose Enfeignung Die petuniären Berhältnisse des Kronprinzen find entgegen allen unwahren und törichten Nachrichten in der Deffentlichkeit der art schwierige, daß irgend welche Mittel für bie Gewährung von Darlehen und für Unterstützungen nicht zur Berfügung stehen. Tatsächlich befindet sich der Kronprinz wirtschaftlich in einer viel schwierigeren Lage als jeder fleine Grundbesiger oder pensionierie Offizier." " Die Neue Badische Landeszeitung" setzt hinzu:„ Eine beffere Propaganda für eine dem Bolfsempfinden entsprechende Fürsten abfindung läßt sich nicht denken als dieser Bescheid des Schloßherrn von Dels." Der Erkronpring folgt mit diesem Bescheid nur den Spuren feines Vaters. Der ließ im Jahre 1922 durch das Hofmarschallamt in Doorn im Berliner Lokal- Anzeiger" eine Auslaffung veröffentlichen, in der offiziell einigen Faschistenprovokation in Jnnsbruck. Durch italienische Eisenbahner. Bien, 1. März.( WTB.) Die amtliche Nachrichtenstelle meldet: Eine Abteilung italienischer Eisenbahner, die in Innsbruck dienstlich beschäftigt ist, ließ sich gestern auf dem dertigen Hauptbahnhof photographieren, wobei als Hintergrund eine aufgepflanzte italienische Trikolore mit dem Bild Mussolinis benußt wurde. Alle Teilnehmer hatten das Zeichen des Fascio angelegt. Gegenüber dem ruhigen Einspruch deutschöfterreichischer Eisenbahner erfolgte eine scharfe Erwiderung der Italiener. Doch gelang es dem besonnenen Eingreifen des Stationsvorstandes, einen täflichen 3usammenstoß zu verhindern. Norwegische Regierungskrise. Regierungsflucht der Liberalen. zurückgetreten. Bei der Behandlung der Adresse, die die Thronrede Oslo, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Regierung ist beantworten soll, hatten Bauernpartei und Rechte Borschläge ein bracht, die abgelehnt wurden, ebenso wie ein Mißtrauensvotum der Arbeiterparteien. trat Die Regierung zurüd, weil die drei Vorschläge zusammen eine starke Mehrheit des Storthings hinter sich hatten. Der tiefere Grund für die Regierungs. trise ist in der Opposition zu suchen, die sich gegen das Schieds. gerichtsablommen mit Dänemart ergeben hat. Da diese Oppofition besonders von Fischerei und Schiffahrt gemacht wird, um beren Wahlstimmen die Liberalen mit der Rechten lämpfen, bemußten die Liberalen die Gelegenheit, von der Regierung abzutreten, obwohl sie mit den Arbeiterparteien zusammen den Bertrag hätten ratifizieren fönnen. Mit der Reubildung der Regterung wird die Rechte beauftragt werden. Sie fann gufammen mit der rechts cinfeßen. Sobald erkennbar ist, daß der Reichstag eine Lösung im Sinne diefer Refolution nicht findet, werden unsere Parteifreunde aufgefordert, sich in die ausliegende Cifte für das Vollsbegehren einsuzeichnen. Doch der Jubel dauerte nicht lange. Bor furzem erhielt Teleti bei seiner Anwesenheit in München am 19. Januar das Ministerpräsidium ein Telegramm aus Berlin, wonach beobachtet worden sei, so daß die Gegner genau informiert feien, mit wem Telefi dort verkehrte. Ebenso sei er furz dorauf in Berlin beobachtet worden, und man wisse auch, daß er dort mit Schulz verkehrt hat. Da nun Teleki seit Beginn her in der Frankfälscherface verwickelt ist und aus diesen Beobachtungen sich leicht der Schluß ergab, daß Telekis deutsche Reise nur den Zweck hatte, die Spuren zu verwischen, die von den ungarischen Frankfälschern zu ihren deutschen Helfern führen, war guter Rat teuer. Um nun einer Forderung der Franzosen nach einem Verhör Telekis stehenden Bauernpartei eine Regierung bilden, die im Parlament zuvorzutommen, meldete sich dieser freiwillig bei der Polizei über eine Mehrheit von drei Stimmen verfügt. Wirth in Bayern. zur Aussage, wobei selbstverständlich ein Protokoll aufgenommen wurde, das möglichst entlastend für Teleki mar. War schon damals Telefis Nachfolgerschaft unmöglich gemacht, fo fam es aber noch ärger. Es stellte sich nämlich Landesparteitag des bayerischen Zentrums. heraus, daß Teleki in der Mosfulkommission die Engländer München, 1. März.( WTB.) Am Sonntag wurde in München verraten hat. Teils geschah dieser Berrat den Türken zuder zweite aus allen Teilen Bayerns gut besuchte Banbespartei liebe, die ja mit den ungarischen Rasseschülern in engster tag der deutschen Zentrumspartei in Bayern, rechts Berbindung find, tells aber oder vielmehr hauptsächlid;, meil des Rheins, in Anwesenheit des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth, dieser Berrat höchst einträglich war. Herr Graf Telefi bes bayerischen Landtagsabgeordneten Dr. Weismantel und bekam nämlich für diesen Verrat von den Amerikanern einen eines offiziellen Vertreters des Pfälzer Zentrum s abgehalten. Direktionssiz in der Standard Oil Company! Kaum war dies bekannt geworden. änderte sich sofort die Nach den Berichten des Landesvorsitzenden, machte, bei feinem Haltung des hiesigen englischen Gesandten. War dieser Erscheinen lebhaft begrüßt, Dr. Wirth längere Ausführungen, in bis dahin einer der märmsten Berteidiger Bethlens gewefen, denen er sich für den Sieg des republikanischen Gedankens und die erklärte er nun ganz offen, daß, wenn nur orthy bleibe auf dieser Grundlage zu erstrebende deutsche Einheit und Freiheit als Garantie für die Aufrechterhaltung des jetzigen Regimes, einsetzte und dabei auch auf sein derzeitiges Verhältnis zur Zenletzten Endes nur darum handle, das Zentrum zu stärkster Aktivität Auf der ganzen Linie nahm er allein den Kampf auf. Jeden Doch Bethlen gab das Spiel noch immer nicht verloren. trumspartei zu sprechen fam. Dr. Birth erklärte dazu, daß es fich man fich mit einem Fall Bethlens ganz gut abfinden könnte. anzuspornen und die verantwortliche Führung in die Hände von Rat, selbst seiner getreuesten Anhänger, weist er zurück, weil Männern zu legen, die durch keinerlei Rüd sicht, wie sie er in jedermann einen Verräter wittert. Von den Engländern beispielsweise Stegerwald als Führer des Deutscheinbar im Stich gelaffen, hat er aber als fühner Spieler Gewerkschaftsbundes bisher genommen chen nun erst recht fein ganzes Spiel auf die Engländer gesezt. habe,/ behindert seien, die allgemeinen politischen Ideale Den englischen Gesandten und die englische Regierung auch mit aller gebotenen Energie durchzusehen. Die selbst bestärkt er mit allerlei Geheimberichten geschicktester Ausführungen Dr. Births waren von der Ber. Art neuerlich in der Ueberzeugung, daß Ungarn nicht nur fammlung mit begeisterter Zustimmung aufge von hafenkreuzlerischen, sondern auch von einem kommunistifchen Umsturz bedroht und er, Bethlen, der einzige Schußz gegen diefe Gefahren fei. Bu gleicher Zeit aber mobilisierte er die an den ungarischen Geschäften interessierte englische Finanzgruppe und hat die Breffepropaganda in England ungemein verschärft. nommen worden. In der Aussprache vertraten sowohl der Landesvorsitzende wie andere Rebner ben Standpunkt, daß die Arbeit Dr. Wirths für die Befestigung ber deutschen Republit fatträftig zu unter stügen fel. Die englische Finanzgruppe, die noch vor Jahren Lord| fter ausschiffen, und schiedlich den Herrn Bethlen als funfelNewton zufammengebracht, hat sich nun nicht bloß bei der nagelneuen, unschuldsvollen Außenminister bringen. Damit englischen Regierung energisch für Bethlen eingesetzt, sondern wird alle Welt befriedigt. Bethlen gestürzt, das Kabinett auch die Bank von England selbst ins Treffen geschickt. So gestürzt, und doch alles beim Alten. Schlau, sehr schlau, aber ließ deren Direktor Norman dem Gouverneur der ungari vielleicht zu schlau. schen Notenbank, dem gewesenen Finanzminister Popovics, fagen, daß im Falle eines Sturzes von Bethlen man geanungen wäre, den ungarischen Landwirten die schon bewilligten Kredite zu entziehen. Winzer und Arbeitslose. Die„ Deutsche Tageszeitung" spielt mit dem Feuer. Die Winzer an der Mosel haben unter dem Drud der wirtschaftlichen Not, die nicht nur auf ihnen, sondern auf ganz Deutschland lastet, eine Revolte gegen Reichsbehörden verArbeit für den Volksentscheid. Die Deutsche Tageszeifung" redet von den Mofelwinzern, nicht von den Arbeitslosen. Für die Not, die Verzweiflung, die aufgespeicherte Wut der Arbeitslosen hat sie bisher keinerlei Verständnis aufgebracht- ebensowenig wie die deutschnationalen Volksboten im Reichstag. Die deutschen Arbeitslosen, in ihrer Eristenz bedroht, auf eine fümmerliche Unterstützung angewiesen, mit der sie nicht leben und sterben können, haben die entsehliche Not mit bewunderungswürdiger Geduld, Ruhe und Disziplin getragen und tragen sie noch. Sie sind keine Moselwinzer, es hat von ihnen nicht Raub, Flammen und Vernichtung gegeben. Das Rezept der Mosel winger gegen die Notlage ist schlecht, sehr schlecht. Wollte das Millionenheer der Arbeitslosen in Deutschland dies Rezept anwenden, dann wären die Aussichten auf eine Besserung der Wirtschaftslage auf lange Zeit dahin. Die Deutsche Tageszeitung", die für das Rezept der Winzer soviel Berständnis aufbringt, und mit diesem Rezept droht, um die Regierung agrarischen Bollplänen gefügig zu machen, treibt Der englischen Pressepropaganda aber, die auch bisher schon äußerst fostspielig war, steht mun Bethlen jede Summe zur Verfügung. Ihr eigentlicher Leiter ist der bekannte englische Finanzdiplomat Sir William Goode. Ursprünglich war er von der Reparationsfommission nach Wien entfendet. Sehr bald aber fand er es lohnnder, in ungarische Dienste zu treten, und min bezieht er schon seit ziemlich langer Zeit von der ungarischen Regierung direkt ein sehr hohes Gehalt. Ihm zur Seite steht ein ganzes Pressebureau. Seinem Einfluß hat auch Bethlen die beiden jüngsten ihm günstigen Artikel in den Times" zu danken, sowie daß er, Bethlen, wurden, den Bezirksorganisationen der Partei u. a. zwei Millionen ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. in der einflußreichen Finanzzeitschrift" Banker" feinen ganz verlogenen Standpunkt widerspruchslos darstellen konnte. Alle diese Umstände machen sich nun auch schon in der Haltung des englischen Gesandten geltend, der in den jüngsten Tagen wieder von Bethlen als einem unentbehrlichen Manne spricht. Verläßt sich Bethlen solcherart vollkommen auf die pofitive Hilfe der Engländer, so verläßt er sich aber nicht minder auf die Indolenz des französischen Ministerpräsidenten Briand. Wohl wissend, daß dieser kein Freund der scharfen Worte ist, sondern das geschmeidige Diplomatisieren einer energischen Tat vorzieht, hält er es für gewiß, daß Briand ihn weder vor Genf noch in Genf selbst scharf brüsfieren wird. " In dieser Voraussetzung hat er sich nun entschlossen, selber nach Genf zu gehen. Nannte man ihn dort immer den Verführer", will er jetzt noc; einmal seine berühmten Verführungsfünfte spielen lassen. Ob es ihm gelingen wird? Ob nicht der schmähliche moralische Defekt, mit dem er jetzt nach Genf gehen wird, ihn doch unmöglich machen wird? Mit Ausnahme der weißen Terroristen und der bei den Geld äschungen fompromittierten Leute wartet ganz Ungarn, ob Europa sich endlich aufraft, Ungarn von der Fälscherbande, die es jetzt terrorisiert, zu befreien. Während so Ungarns Volk in Erregung der Genfer Entscheidung harrt, bereitet sich Bethlen in seiner Art für Genf vor. Sein erstes war, daß er die Verhandlungen des parlamentarischen Untersuchungsausschusses fast staatsstreichartig abschloß, und in ebensolcher Weise allen Debatten im Parla ment vorbeugen will, wobei überdies alle oppositionellen Abgeordneten tagtäglich in lebensgefährlicher Weise bedroht werden. Damit aber nicht genug, hat Bethlen neuen Frieden mit den geheimen Gesellschaften dazu benützt, um im ganzen Lande die weißen Terroristen wieder zu mobilisie ren. Jene Desperados, die zu Beginn des jetzigen Regimes das Land in Schrecken hielten, in den letzten Jahren aber von der Bildfläche verschwunden waren, erscheinen wieder allüberall, und führen in der Provinz auch schon wieder das große Wort. Ihr Motto lautet: Für Bethlen! Der von Bethlen ausgegebene Befehl aber lautet: Borläufig ruhig, aber en garde bleiben, und mit Pogromen und anderen Gewalt aften nur dann einfegen, wenn es in Genf schief geht. Bethlen will damit dem Völkerbund beweisen, daß es ohne ihn un möglich sei, in Ungarn die Ruhe aufrechtzuerhalten. Allerdings rechnet Bethlen, der ebenso schlau wie gewalttätig ist, auch mit der Möglichkeit, daß man ihm von Paris aus dennoch den Weg nach Genf verlegen wird. Für diesen Fall hat er sich mun eine ganz eigenartige Rettung auserfonnen Der ihm treu ergebene Oppofitionelle Raffan arbeitet seit einigen Tagen höchft eifrig an einem Sturze Bethlens. Dieser Sturz foll den jezigen Wohlfahrtsminister Baß zum Nach folger Bethlens machen, einige zu arg tompromittierte MiniArmin- Wegner- Feier. Eine Armin T. Wegner gewidmete Morgenfeier fand am Sonntag in der Komödie" statt. Das Wesen dieses Dichters erläuterte Otto Grautoff, als einen aus dem erbärmlichen Chaos der Gegenwart zur reinen Menschlichkeit emporstrebenden, den alten deutschen Mystikern verwandten Gottsucher. Das Kriegs: erlebnis, das Wegner in einer seiner entsetzlichsten Erscheinungen, den Armeniergreueln, entgegengetreten war, hatte die dichterische Kraft in ihm zum Mitleid und zur Güte gelenkt, hatte ihm zugleich die Abgründe der tierisch- göttlichen Natur des Menschen offenbart. In den Gedichten, die dann Armin Wegner selber las, zeigte der Dichter seine starke hymnische Ergriffenheit, die ihn, im Gegensatz zu den meisten der jüngeren Generation, immer als Meister plastischer Gestaltung, niemals als einen jener in Symbolen schwelgenden Ewigkeitsdichter zeigt, denen ein unflares Gefühl alles, Wesenheit nichts ist. Das 3wiegespräch im Bett" ist eine poetische Auseinandersetzung zwischen Dichter und Weib, zwischen schaffendem und empfangendem Element, eine tiefe lyrisch dramatische Offenbarung. Der dann von ihm gelesene Anfang einer Novelle„ Sturm auf das Frauenhaus" behandelt ein Armeniermaffater ebenfalls mit dramatisch bewegter, farbiger Lebendigkeit. Diese Tragödie aus dem nahen Often leitete über zum Theater, dessen pulsierendem Leben Wegners Kunst sehr nahe zu stehen scheint. nennt, obwohl sie von lebenden Menschen, allerdings mit den Bes Der Borstand der Sozialdemokratischen Partei hat bisher neben 300 000 Eintragungslisten und 30 000 Begleitschreiben, die in 40 000 Kuverts an die Städte, Gemeinden und Gutsbezirke verfandt Broschüren, 850 000 platate, 100 000 Sondernummern der Frauenwelt", eine Sondernummer des„ Mitteilungsblattes" in doppelter Auflage, Referentenmaterial und Rededispofitionen in einer Auflage von je 20 000 Stüd, fowie 13 illustrierte Entwürfe für Flugblätter und Handzettel für die erforderliche Propaganda überfandt. Die hierzu erforderlichen Ausgaben erfahren eine wesentliche Erhöhung durch die von den Bezirksorganisationen aufzubringenden Beträge. Darunter fallen insbesondere die Ausgaben für Porto und die Kosten der Versammlungstätigkeit. Für beide Posten muß jeder der 32 Bezirke Taufende von Mark ausgeben. Außerdem sind für 3nferate und für besondere Aufgaben noch bedeutende Mittel zur Verfügung zu stellen. Diese riesigen Kosten fönnen natürlich nicht durch die Mitgliederbeiträge gedeckt werden. Alle Parteiangehörigen müssen deshalb für weitere Kampfmittel forgen. Das ist möglich durch Zahlung von Sonderbeifrägen, durch 3eichnung auf Sammellisten, besonders aber durch Geldsammlungen bei denen, die in den Forderungen der Fürsten eine Unverschämtheit erblicken und mit uns bereit sind, durch die Unterestüßung des Boltsbegehrens und Bolfsentscheides die entfchädigungslose Enteignung der Fürsten durchzuführen. Sorgt für weitere Kampfmittel! anstaltet. Ihr Wirtschaftspartikularismus glaubte die be= fondere Auswirkung der allgemeinen Not im Weinbaugebiet mit der Heugabel abwenden zu können. Man kann die Revolte psychologisch verstehen. Wer sich aber bemüht, sie zu verstehen, der muß Verständnis auch für die Not derer aufbringen, auf denen der Druck der Krise am schwersten lastet- für die Not der Arbeitslosen. Die Deutsche Tageszeitung" schreibt über die Winzer revolte von der Mosel: gleiches wohlwollendes Verständnis für VerzweiflungsausWir wünschen nur, daß die Deutsche Tageszeitung" brüche zeigt, wenn es sich nicht um Moſelwinzer, sondern um Arbeitslose handelt, daß sie die Forderung: Hilfe, schnell zupadende Hilfe! nicht nur für die Mofelwinzer, fondern auch für Arbeitslose und Kurzarbeiter erhebt. Wir sind es jedoch gewöhnt, daß die Deutsche Tages8eitung" nicht nach schnell zupadender Hilfe ruft, wenn es sich um die Verzweiflung von Arbeitslosen und Kurzarbeitern handelt, sondern nach Polizei und Staatsgewalt, und daß sie den Versuchen, hier zu helfen, in den Weg tritt. Um das Besoldungssperrgesetz. Die Regierung möchte es verlängern. Die Reichsregierung hat trotz des scharfen Einspruchs der Beamtenschaft nunmehr doch dem Reichsrat einen Geseßentwurf vor. bis zum 31. März 1927 vorsieht. gelegt, der die Verlängerung des Besoldungssperrgefeges Sperrgesetz ist längst reif zur Beseitigung. Solange es Das Vorgehen der Reichsregierung muß überraschen; denn das besteht, fann jeder Versuch der Länder und Gemeinden, etwas zur Verbesserung der Besoldung der Beamten zu tun, jederzeit durchfreuzt werden. Bei dem zunehmenden Widerstand gegen die Ver längerung der Sperrbeſtimmungen wird die Regierung faum darauf rechnen dürfen, mit ihrer Vorlage durchzubringen. Aller Voraus ficht nach werden Sozialdemokraten, Demokraten, Rommunisten und in diesem Jahre auch die Deutsch natio. nalen gegen die Verlängerung des Sperrgesetzes stimmen. Mit Rücksicht auf die scharfe Notlage der Beamten schaft hat die sozialdemokratische Fraktion des preußischen Landtags einen Antrag eingebracht, der das Staatsministerium ersucht, den auf den 1. März festgesetzten Anfangstermin für die Rüdzahlung von 3insfreien Gehaltsvorfüffen an Beamte, Angestellte und in den Staatsbetrieben Beschäftigte der Gruppen I bis VI auf Verlangen weiter zu stunden. Der Antrag wurde am Montag dem Beamtenausschuß des Landtags überwiesen. ,, Selbst der Wurm krümmt sich, wenn er getreten wird. Menschen greifen in der Verzweiflung zur Gewalt. Wenn sie das Ende unabwendbar vor Augen sehen, dann packt sie der Grimm gegen ihre Beiniger und fie schlagen blindlings um fich. nur einmal noch alt die aufgespeicherte But ent. Die Zwischenlösung" der Hauszinssteuer. laden können, mag tommen, was auch immer molle! Ast menschliche Vernunft erst in ein solchers Stadium gekommen, dann helfen auch keine Vorstellungen über Folgen und 3wedlosigkeit mehr. Dann fann nur eins den Aufruhr mensch licher Natur besänftigen: Hilfe, schnelle zupadenbe Silfe! Der Aufruhr der Moselwinzer sollte für Regierung und Bolts boten ein Menetetel sein, mit Flammenschrift in das Gewiffen einer unzulänglichen Staatsweisheit geschrieben. Man hat die Geduld so lange mit Füßen getreten, bis sie explodierte, und ist nun erstaunt, daß es dabei Raub, Flammen und Bernichtung gab." ernannt. Leila, nunmehr vor die Wahl gestellt, nimmt den einen zum Batten, den andern zum Liebhaber, und die Komödie endet da, wo fie anfing. Diese Handlung, nach orientalischen Motiven, ist zwar reichlich naiv, aber sie ist von zahlreichen amüsanten und wißigen Einfällen umrantt. Paul Hendels als Regisseur hat es verstanden, das Märchenhafte durch eine Fülle komischer Bühnenbilder, die an das Kasperletheater erinnern, herauszubringen. Der Ritt auf den Pappefeln und die Gerichtsszene riefen laute Heiterkeit hervor. Borzüglich war das Marionettenhafte durch die Bewegungen fämtlicher Darsteller versinnbildlicht. Anni Mewes als Leila mar eine entzückende lebende Puppe. Leonhard Stedel als Taschenspieler Wafif und Paul Hendels als Räuber Atif zeigten äußerst charakteristische Leistungen. Mit echt orientalischer Berschmiztheit gab Kühne den ungerechten" Richter. Raul Lange ats Sultan war von erschütternder Komit. Anhaltender Beifall riefen Darsteller und die beiden Dichter vor die Rampe. Pauí Gutmann. Wann fiel ein König in der Schlacht? Das mysteriöse Sinnbild, das der Hugenberg- ,, Tag" am Ge. denktag für die Gefallenen des Weltkrieges veröffentlichte: Die Fahnen am Königsfarg" ruft geschichtliche Erinnerungen wach. Der lehte da Aber er iſt nicht gefallen im Kampf gegen den Landes. deutsche König, der im Kampf gefallen ist, war Adolf von Naffau. feind, sondern im schimpflichen Bürgerkrieg. Schon die Art einer Wahl war bezeichnend nicht nur für seine Zeit, sondern auch für den monarchistischen Gedanken. Nur einer ungeheuren Rorruption verdankte er seinen Aufstieg zum Königsthron. So beftach er den Erzbischof von Köln, indem er ihm eine Fülle von Reichsbesig überschrieb und dann obendrein die für die damalige 3elt enorme Summe von 25 000 m. in Pfändern überließ. In der Groteske„ Wasif und Akif", die er ein Buppenspiel wegungen von Puppen, dargestellt wird, hat er gemeinsam mit Lola Landau ein fleines, scherzhaftes Kabinettstück geschaffen. Der Borhang geht auf, und wir erbliden vor einem helleren Hinter. grund drei schwärzlich sich abhebende starre Figuren, die bei geisterhafter Musik den Sinn des Ganzen als ein die Flüchtigkeit des Lebens Adolf von Nassau wußte, weshalb er den rheinischen Erz darstellendes Scherzipiel mit Worten erläutern. Wafif und Atif, bischöfen so freigibig Reichseigentum überantwortete. Wie fie, war ein Räuber und ein Taschenspieler, besitzen ohne Wissen des andern auch sein Hauptinteresse an der Wahl die Aussicht, das Reich gründdasselbe Weib, was dadurch möglich ist, daß der eine seinen Beruflich plündern und sich auf Kosten anderer bereichern zu können. bei Nacht, der andere tagsüber ausübt. Beide reisen auf Eseln durch Adolf war ein kleiner Graf. Seine Stellung als König bot dann die Wüste, um in Jerusalem beim christlichen Osterfest zu rauben und natürlich die beste Gelegenheit, feine Heeresmacht“ zu vergrößern! zu stehlen. Im Gespräch machen sie die zufällige Entdeckung, daß Schon bald nach seiner Krönung im Jahre 1292 fam er mit seinen eigentlichen Abfichten heraus. Er hatte es neben Thüringen auf jeder das gleiche Weib besitzt. Sie beschließen, Leila, die Treulose, Sachsen abgesehen. Er verband sich zu diesem Zweck mit einem zu verprügeln. Aber die Liftige weiß beide so zu lenken, daß feiner der reichsdeutschen Granden, den man Albrecht den Uhartigen seine Autorität verlieren möchte, indem er dem Gegner das Prügel nannte und der mit seinen Söhnen auf dem Kriegsfuß lebte. Der recht einräumt. Leila erfindet einen Ausweg. Sie verspricht, dem. Historifer Lamprecht sagt darüber:" Der König ftritt mit einem jenigen zu gehören, der die größte Gaunerei verübt. Der eine stiehlt Derwerflichen Bater den unnatürlichen Rampf gegen die Söhne. Der einem Kaufmann einen Beutel mit Geld und bringt es. fertig daß oberste Friedenswahrer im Reich führte Gesindel über Gesindel nach der Kaufmann, übrigens in einer famosen Gerichtsszene, perurteilt Thüringen; empörte Volkslieder fonnten ihn als Henter brandmarken, deffen Heer entmanne und schände." Natürlich wollten sich wird, und Richter und Dieb die Beute teilen. Der andere bringt die mitteldeutschen Fürsten den Raub nicht gefallen laffen. Und da sogar bei Nacht in das Schlafgemach des Sultans und knüpft dessen in dieser Zeit, in der das große Kazbalgen der Fürsten um ihre Lieblingspagen auf. Der freche Räuber wird an seinem zurüd. Beute mit so tiefer sittlicher Entrüstung verfochtenes" Privateigen gelaffenen Leibgurt erkannt und soll gehängt werden. Er wird vom tum" stattfand, der eine dem anderen nichts gönnte, tam bald eine Sultan begnadigt und wegen seiner Kühnheit zum Polizeiminister große Fürstenverschwörung gegen den König zustande. Die Stellung Der Hauptausschuß des Landtages nahm in seiner Abendligung am Montag die sogenannte 3wischenlösung der Hauszins steuer an. Danach sollen vom 1. April ab für die folgenden dret Monate 36 Pro3. der Friedensmiete erhoben werden( bisher 28 Proz.). Die von der Regierungsvorlage vorgeschlagenen 40 Proz. sollen erst am 1. Juli in Kraft treten. Der Vorschlag wurde mit 15 gegen 14 Stimmen angenommen. Es wurde nur einer enderung insofern zugestimmt, als die Bestimmungen, die ber fo zialen und wirtschaftlichen Notlage Rechnung tragen, bereits ab 1. April in Kraft treten sollen. Adolfs wurde schwieriger und schwieriger. Um so mehr, als sich der Erzbischof von Mainz, deni der Nassauer vor der Wahl Thüringen versprochen hatte, betrogen fühlte und von ihm ab wandte. An der Spize der Verschwörer stand Albrecht von Defter reich, der selbst gern König werden wollte. Es blieb fein anderer Ausweg: Adolf, der gern im Kleinkrieg den Kleinen ihr Eigentum" geraubt hätte, mußte sich jetzt den Großen zum Kampf stellen. m 2. Juli 1298 fam es zu Bollheim am Donnerstag zur Schlacht Am und Adolf verlor mehr als sein Eigentum": jein Leben. So die Geschichte des lehten deutschen Königs, der in offener Feldschlacht fiel. Er starb im schimpflichen Kampf gegen seine eigenen Landsleute, er ging im Raubkrieg unter. Die heutigen Nachkommen dieser Könige und Fürsten haben es bequemer. Sie fizen in Doorn oder sonstwo am friedlichen Herd, nachdem sich das Bolt im jahrelangen Ringen verblutet hat, und lassen sich das Privateigentum", deffen Herkunft die Geschichte des Königs Adolf von Nassau so trefflich illustriert, von den deutschen Gerichten zu. sprechen. " Bolksliederabend. Eine besonders schöne Darbietung im Chor. gefang war der Volksliederabend, den der Männer und Jugendchor Harmonie, Charlottenburg, gemeinsam mit dem Frauenchor Frohsinn, Charlottenburg, in der Hochschule für Musit veranstaltete. Es wurden ausschließlich wirkliche Bolfslieber ron den Chören zum Vortrag gebracht. Drei Schubert- Lieder, die Bruno Manteufel, ein Mitglied des Männerchors, mit an sprechender, allerdings für Solovorträge noch nicht völlig hinreichend durchgebildeter Tenorstimme sang, waren in dieser Umgebung viel leicht nicht ganz am Blaze, da sie von dem eigentlichen Charakter des Abends immerhin etwas abwichen. Doch die drei Chöre blieben dem Titel der Veranstaltung treu; ohne den Ehrgeiz, durch die Aus. führung besonders tunstvoll aufgebauter Gefänge zu glänzen, brachten sie die verhältnismäßig anspruchslosen Boltsweisen in überaus sauberer und flangschöner Ausführung zu Gehör. Erstaunlich gutes Material in allen Stimmlagen fiel oor allem im Männerchor auf, der wie der Jugendchor unter Mar Schaarschmidts Leitung fteht. Doch auch der Frauenchor leiftete unter der Führung seines Chormeisters G. Efchrut Ausgezeichnetes. Den reichsten Beifall aller dings hatte der Jugendchor, dessen zum Teil anscheinend eben erst fchulpflichtige Mitglieder mit soviel Frische und echtem Mufitverständnis fangen, daß einem das Herz im Leibe lachte. Tes. Im Renaissance Theater beginnen die Vorstellungen von Holländers Revue Paterna magica" von Mittwoch ab täglich um 9 Uhr. Moriz Seeler, der Leiter der Jungen Bühne, bat gegen Alfred err einen Beleidigungsprozeß angestrengt. Den Tatbestand der Beleidigung erblidt ber Aläger in den in Nr. 85 des Berliner Tage blatts" veröffentlichten Aeußerungen Kerrs, nach denen Seeler gegen mate rielle Zuwendungen fünstlerische Gesichtspuntte preisgegeben haben soll. Die Nordpoler edition des Raritans Byrd. Der Kommandeur Bord triit, wie aus New York gemeldet wird, Ende März seine Norbpolerpedition fügung gestellt, der Brennstoff für eine Fahrt von 10000 Meilen mitnimmt. an. Die Regierung hat ihm den 3500- Tonnen Dampfer Chantier zur Ver Byrd wird ein breimotoriges Flugzeug mitnehmen. Das erste Reiseziel ift die Kingsbay auf Spißbergen. Die Fahrt geht von dort nach Rap Morris Jeffup auf Grönland, von wo der Endflug nach dem Nordpol stattfindet. Dobring. Der Matrosenankläger wollte Severing dienen. Jer Hauptankläger gegen die Matrosen im Sommer 1917, der damalige Marinehilfstriegsgerichtsrat Dr. Do bring, der unter dem alten System sich strupellos in dessen Dienst stellte und furz nach der Erschießung der beiden Matrosen das Eiserne Kreuz erhielt, hat sein Anpassungsvermögen auch in der Republik auszunuzen versucht. Am 11. November 1921 hat er an einen Sozialdemokraten, der sich in einem Angestelltenverhältnis in einem Reichsministerium befand, einen Brief geschrieben, der in seinem wesentlichen Teil folgenden Wortlaut hat: „ Es ist Ihnen bekannt, wie sehr das Volk in allen Kreisen über die unzulängliche Verfolgung des Schieber- und Wuchererunwesens murrt. Weiter wird Ihnen bekannt sein, daß bereits Bayern in seinem Polizeiministerium eine eigene Abteilung für diese Zwecke einge richtet hat und sich damit besonders populär gemacht hat. Mir liegt daran, meinerseits dem Minister nach dieser Rich tung an die Hand zu gehen und so einen Krebsschaden anzufassen, für dessen Beseitigung das Volk dem Minister dankbar fein würde. Hierzu würde es meiner funlichst schleunigen Ernennung zum Ministerialrat im Ministerium des Innern und der Vollmacht an mich, eine derartige Abteilung zu orginisieren, bedürfen. Meine Fachkenntnisse auf diesem und polizeilichem Gebiete find Ihnen bekannt, ich bin überzeugt, daß derartige Fach- und Behördenkenntnisse notwendig find, um dem Minister zweckmäßig beratend zur Seite zu stehen. Ich hoffe dabei, daß, wenn Ihre Vermittlung Erfolg hat, Sie und Herr B. sich nicht weigern werden, in beamteten Stellun gen dieser Abteilung mir zu näherem gemeinsamen Ziel Beistand zu leisten. Herr Dobring wollte also mit der Wurst nach der Specfeite werfen. Er bot dem Adressaten eine beamtete Stelle an, wenn dieser dafür sorge, daß er selber Ministe rialrat im Ministerium des Innern werde. Der Minister, dem Herr Dabring als Staatsretter zur Seite treten wollte, war Genosse Severing. Der Herzenswunsch des Herrn Dobring ist allerdings nicht erfüllt worden. Sollte sich eine amtliche Stelle für den Brief interessieren, so fann er im Original zur Verfügung gestellt werden. Er charakteri fiert den Mann. Mißbräuchliche Kreditwirtschaft. Das Geld der Reichsversicherungsanstalt für deutsche nationale Parteizwecke. Der„ Borwärts" hat vor einiger Zeit aus der Feder des Genossen Aufhäuser eine Schilderung über die Verwendung von Mitteln der Reichsversicherungsanstalt für deutschnationale Barteizwecke gebracht. Dazu erhalten wir vom„ Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband" eine Berichtigung. Sie entspricht zwar in keiner Weise den Anforderungen des Preßgesezes, wir drucken sie aber doch in ihrem wesentlichen Teil mit Bergnügen ab, weil sie nur die Richtigkeit unserer Behauptungen bestätigt. Es heißt in ihr u. a.: Was plant der Faschismus in Deutschland? Völlige Umwandlung der diplomatischen Vertretungen. Bildung von" Fasci". Heranziehung von Offizieren. Zu welchen Zwecken? Mit der Abberufung des Grafen Bosdari von seinem Ber.| Bartei ist, und der infolgedessen einstweilen auf seinem Posten liner Botschafterposten wird die faschistische Regierung gleichzeitig bleiben dürfte, da Mojar Renzetti mit seinen Diensten zufrieden ist. eine völlige unwandlung ihres diplomatischen und konsularischen Personals in ganz Deutsch land vornehmen. Es wird eine regelrechte Faschisierung der italienischen Bertretungen in Deutschland an Haupt und Gliedern durch geführt werden, die am deutlichsten in der Tatsache zum Ausdruck tommt, daß außer Bosdari nicht weniger als vierzig Personen entfernt und durch neue, zuverlässigere" Kräfte ersetzt werden sollen. Insbesondere dürfte von dem bisherigen Stab der Berliner Bot schaft nicht viel übrig bleiben, da der hauptsächliche Vertrauensmann der Faschistenregierung, Major Renzetti, in seinen geheimen Spigelberichten jeden denunziert hat, der auch nur im leisesten Verdacht stand, dem„ Duce" nicht genügend ergeben zu sein. Renzetti felbft setzt gegenwärtig alle Hebel in Bewegung, um seine bisherige inoffizielle Stellung in eine offizielle umzuwandeln und bisherige inoffizielle Stellung in eine offizielle umzuwandeln und macht Stimmung für seine Ernennung zum Berufstonful in Berlin an Stelle des bisherigen Inhabers dieses Postens, Anselmi, dessen Abberufung er bereits durchgesetzt hat. Er läßt gegenwärtig innerhalb der italienischen Kolonie in Berlin durch Freunde und Gönner eine Adresse an die Regierung in Rom unterschreiben, in der seine Ernennung zum Konful befürwortet wird. Verschiedene Italiener, denen diese Adresse vorgelegt wurde, wagten es nicht, aus Angst vor Repreffalien, ihre Unterschrift zu verweigern, obwohl überall bekannt ist, welche zweifelhafte Persön lichkeit besagter Renzetti ist. Gleichzeitig mit dieser Reorganisierung der italienischen Bertretungen geht ein großzügiger Aufbau der faschistischen Organisationen. in Deutschland vor sich, wobei aus durchsichtigen Gründen ins. besondere Offiziere in Vertrauensstellungen eingesetzt werden sollen. Es handelt sich dabei um ein System, das die faschiflische Regierung bereits in anderen Ländern erprobt hat. So hat 3. B. Mussolini zum Generalkonsul Italiens in Paris den Gen darmerieobersten Marchetti ernannt, der während des Krieges Leiter der Spionageabteilungimita. lienischen Großen Hauptquartier war. Als er jah, daß fich die Franzosen bies gefallen ließen und anscheinend die wahre Absicht nicht merften, ernannte er zum Bize konsul in Paris gleichfalls einen früheren Offizier der Spionageabteilung. Mussolini nimmt nun an, daß er dieses Spiel in größerem Maß stabe auch in Deutschland fortsegen kann, indem er unter den verschiedensten Vorwänden und Titeln ebenfalls Offiziere und Polizeiagenten nach Deutschland entsendet. Es wird den bayerischen Partikularisten ganz besonders schmeichelhaft erscheinen, daß die Organisierung des Faschismus auf bayerischem Boden unabhängig von den sonstigen faschistischen Abteilungen in Deutschland erfolgen foll. Zum Leiter der fafchiftischen Organisationen in Bayern mit Sitz in München ist ein aftiver Major Gramaccini 1. Die Unterstellung Aufhäusers, daß der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband über die Firma Johannesstiftung sich selbst das Darlehen der Reichsversicherungsanstalt verschafft habe, entspricht nicht den Tatsachen. Wahr ist, daß der Hypothefartredit ernannt worden, der, im Gegensatz zu seinem Kollegen Renzetti, dem Evangelischen Johannesstift unter der selbstschuld. nicht dem Generalsekretariat für die Faschisten im Auslande, dem nerischen Bürgschaft des Deutschnationalen Handlungs. Abgeordneten Bastianini, untersteht, sondern unmittelbar der Direkgehiffenverbandes gewährt worden ist. 2. Die Behauptungen, daß das Johannesstift von dem Deutschfion der Faschistischen Partei in Rom, d. h. dem Abgeordneten nationalen Handlungsgehilfenverband aufgetauft sei, oder, mie Farinacci, untergeordnet ist. Danach scheinen den italienischen es an einer anderen Stelle des Artikels heißt, daß das Johannesstift Faschisten in Bayern ganz besondere Aufgaben obzu: eingegangen fei, entsprechen ebenfalls nicht den Tatsachen. Wahr liegen, die wohl im Zusammenhang mit der Nähe der Brenner. ist vielmehr, daß das Evangelische Johannesstift auch heute noch grenze stehen. feit seiner im Jahre 1858 erfolgten Gründung als Anstalt der Inneren Mission unter eigener Berwaltung besteht und sich als falche betätigt. 3. Es entspricht ferner nicht der Tatsache, wenn behauptet wird, daß das Johannesstift heute unter der alten Firma einen ver. änderten, in seiner politischen Zielrichtung reichlich undurch sichtigen Betrieb darstellt, und wenn es als politische Rampforganisation bezeichnet wird. Wahr ist vielmehr, daß das Johannesstift nach wie vor an feine Sagung gebunden ist, die alle seine Aufgaben und Ziele unter den Gesichtspunkt der öffent lichen Wohlfahrtspflege, der religiös- fittlichen Erziehung und missio narischen Betätigung stellt. 4. Die Behauptung, daß die mit dem Evangelischen Johannesstift verbundene Evangelisch- soziale Schule partei politisch eingestellt ist, entspricht ebenfalls nicht den Tatsachen. Wahr ist vielmehr, daß die Evangelisch- soziale Schule auf bibli scher Grundlage zu allen Weltanschauungsfragen der Gegenwart Stellung nimmt. 5. Schließlich entspricht es nicht den Tatsachen, daß das Poli tische Kolleg mit dem Johannesstift in Verbindung steht. Wahr ift vielmehr, daß das Politische Kolleg vorübergehend leer. ftehende Räumlichkeiten des Johannesstifts benugt hat. Das Mietsverhältnis ist bereits vor einigen Monaten gelöst. Diese Berichtigung bestätigt also die Richtigkeit unserer Veröffentlichung, wonach der Deutschnationale Handlungsgehilfenver band die selbst schuldnerische Bürgschaft für das von der Angestelltenversicherung an das Johannesstift gewährte Dar lehen übernommen hat. Das Johannesstift wird aber nicht behaupten wollen, daß ein Handlungsgehilfenverband ein finanzielles Risiko von 160 000 m. übernimmt, ohne irgendwelches Inter esse an dem Unternehmen oder dem Grundstück zu haben. Die formal felbständige Berwaltung des Johannesstifts ändert durchaus nichts an der Tatsache, daß seine Geschäftsstelle mit der des DHV. auf demselben Grundstück räumlich eng Der Daß der DHB. seine Geschäfte oder finanziellen Beteiligungen nicht direkt als Verband tätigt, sondern sie über die ihm angegliederten juristischen Gesellschaften wie„ Rapitalschap" usw. leitet, haben wir in unserem Artikel bereits dargelegt. bunden ist. An die neutrale Haltung der Evangelisch- sozialen Schule gegenüber dem Ratholizismus und vor allem gegenüber den freien Gewerkschaften, der Sozialdemokratie und dem Margismus glaubt der Berichtiger wohl selbst nicht. Und daß das Politische Kolleg in den leerstehender Räumlichkeiten" ausgerechnet Dozenten Dom Schlage des Herrn Spahnjunior oder anderer Rechtsradi. faler beherbergt, ist doch auch nicht ganz zufällig. Es bleibt also schon dabei, daß hier Kredite der Angestellten versicherung an eine einseitig fultur und parteipoli tifch eingestellte Institution gegeben wurden, für die der auch nicht ganz neutrale Deutschnationale Handlungsgehilfen verband in felbft loser" Weise die Bürgerschaft übernommen hat. Im übrigen ist die finanzielle Berschachtelung der ganzen Institution durch die vorstehende Berichtigung gewiß nicht durch fichtiger gemacht morden. Baldwin vertröstet das Unterhaus. Der englische Ministerpräfi. dent bat am Montag das Unterhaus, fich noch einige Tage wegen ber Ratsfrage zu gebulben. Stoch im Laufe der Woche hoffe er, bem Unterhaus eingehend mitteilen zu fönnen, mit welchen Richt linien Chamberlain nach Genf gehen würde. Der Major Gramaccini ist bis heute Mitglied der Jnteralliierten Militärfontrollfomiffion in München. Er ist im Mündjener Generalfonfulat dem Generalfonful Grafen Barbaro beigeordnet, einem Faschisten der ersten Stunde, und arbeitet im engsten Sonneg mit diesem und mit einem politisch. journalistischen Abenteurer, namens Robert de Fiori, dem es vor Jahren gelungen war, Fühlung mit der bayerischen Sozial demokratie zu gewinnen, der aber inzwischen auf dem Umwege über das tschechische Generalkonsulat bei den italienschen Faschisten gelandet ist. Das Konfulat in Stuttgart wird schon jetzt von einem ehemaligen Hauptmann Bitale geleitet, der der Bertrauensmann der Faschistischen Locarno in der Kammer. Briand über undurchführbare Bestimmungen von Versailles Man muß an den Frieden glauben." Paris, 1. März.( Cigener Drahtbericht.) Die Locarno- Debatte in der französischen Kammer brachte am Montag eine neue Intervention Briands. Auf den Vorwurf Marins, daß die Regierung in Locarno zahlreiche aus dem Friedensvertrag fich ergebende Rechte Frankreichs, darunter die Forderung auf Be strafung der deutschen Kriegsschuldigen, habe fallen lassen, ant wortete Briand, daß schon lange, bevor er die Regierung übernommen habe, der Beweis dafür erbracht worden sei, daß gewisse Bestimmungen des Vertrages abfolut undurchführbar seien. Der Vorwurf, daß England sich in den Verträgen von Locarno die Rolle eines Schiedsrichters angemaßt habe, entbehre jeder fubftantiellen Begründung. Für die Bündnispolitik, wie sie der Abg. Marin auffaßte, jei allerdings in der Aera des Völkerbundes fein Blaz mehr; denn allen seit dem Kriege abgeschlossenen Ver trägen liege die Idee der gegenseitigen Hilfe zugrunde, und Frankreich fel heute nicht mehr in direktem Kontakt mit Deutschland; denn es jei von ihm durch eine de militarisierte 3one getrennt, die unter die Kontrolle der Signatarmächte von Locarno gestellt sei. Es sei ein Irrtum zu glauben, daß die Teilung der Bölfer in Gruppen der Sieger und Besiegten in Frankreichs Intereffe llege. Eine solche Politik der Bündnisse müffe früher oder später zu neuen blutigen Konflikten führen. Eine derartige Bündnispolitik mürbe zweifellos auch Deutschland nicht untätig gelaffen haben. Schon seien Berständigungsversuche im Gange gewesen, deren Realisierung Frankreich in eine sehr gefährliche Situation gebracht haben würde, und daß die Verträge von Locatno in den meitesten Kreifen des franzöfifchen Boltes rückhaltlose Zuftimmung gefunden hätten, bewiesen ja zahlreiche Sympathiefundgebungen, die die Regierung von den Berbänden der ehemaligen französischen Rämpfer erhalten habe. Zwischen einem unter dem Drud der Gewalt unterzeichneten Vertrag und einer freien Vereinbarung zwischen zwei Nationen bestehe ein großer Unterschied, der einen der Hauptvorteile der Berträge von Locarno ausmache. Die Räumung vor Köln sei mit der ausdrücklichen 3uftimmung ter militärischen Sachverständigen erfolgt, und sie habe erfolgen müssen, nachdem Deutschland auf dem Gebiete der Abrüftung feinen Berpflichtungen bis auf drei oder vier noch zu regelnde Einzel fragen erfüllt habe. Durch den Eintritt Deutschlands in den Völker = Auch der italienische Konful in Köln ist ein Major a. D. Emilio Gherardi, deffen Abberufung ebenfalls nicht geplant ist, da er dem Leiter der faschistischen Organisation für das gesamte Rheinland, einem Diplomfaufmann Mario Rognoni, freie Hand läßt. Ein besonderes Augenmerk richtet das Generalsekretariat für die faschis stischen Organisationen im Auslande auf das rheinisch we ft. fälische Industriegebiet; einesteils, weil die Zahl der dort lebenden italienischen Arbeiter noch immer recht erheblich ist, wenn auch nicht so sehr wie vor dem Kriege; anderseits wegen der Bedeutung fortlaufender genauer Informationen wirtschafts licher Art aus dieser Gegend. Der Leiter des Faschismus für das gesamte Westfalen, Ifidoro Martini, hat seinen Siz in Dortmund; dort laufen auch alle Fäden der Handelsspionage u. dgl. in seine Hand. Ihm find faschistische Organisationen in Düsseldorf und Duisburg untergeordnet. Der Vorsitzende des Düsseldorfer Fascio ift en Leutnant 3. S. Murolo. In Duisburg ist der Borsitzende ein gewiffer Boccalon, aber die Hauptarbeit wird von dem Sekretär der Organisation, Ezzelino Sguazzini, geleistet, der als aftiver Propa gandist der faschistischen Ideen von Ort zu Ort, von Zeche zu Zeche reift, um namentlich die italienischen Bergarbeiter für die faschistische Bewegung zu gewinnen. In Sachsen endlich betreibt Major Renzetti eifrig einen Personalwechsel im fonfularischen Dienst, weil ihm die bisherigen Bosteninhaber nicht dienstbeslissen genug dem Faschismus gegenüber erscheinen. Aus diesem Grunde hat er schon jetzt einen Hauptmann Bonaiti nach Dresden delegiert, dessen Tätigkeit noch unklar ist, der aber nach allem Vorhergesagten zweifellos ebenfalls als faschistischer Beobachter und Organisator unter irgendeiner falschen Flagge am Werke sein dürfte. Es ist hier schon vor mehreren Wochen auf den geplanten Ausbau des italienischen Faschistenapperates in ganz Deutschland hingewiesen worden. Damals hat sich Major Renzetti, auf deffen besondere Rolle wir schon hingewiesen hatten, wohl gehütet, unseren Behauptungen direkt entgegenzutreten. Er begnügte sich damit, an die Tägliche Rundschau" und an die Frankfurter Zei tung" Bufchriften zu richten, in denen er seine Deutschenfreundlichkeit beteuerte, seine Aufgaben als rein kultureller und wirtschaftlicher Art hinstellte, den politischen Charakter der faschistischen Abteilungen im Auslande bestritt und die geplante Verwendung bisheriger Offiziere der Militärkontrollkommission in politischen Diensten leugnete. Er holte sich damals eine deutliche Abfuhr von der Frankfurter Bei tung", die keine Neigung zeigte, auf den Schwindel der„ unpolitischen" Fasci einzugehen und die auf die Erfahrungen hinwies, die man bereits in Frankreich mit diesen pseudo- unpolitischen Organisationens gemacht hatte. Die jüngsten Kundgebungen Muffolinis, feine Reden, sein Interview an den Petit Parifien" zeigen nur zu deutlich, daß dieses kranke Hirn nunmehr mit allen Mitteln einen antideutschen Kurs betreibt. Die Abberufung des Grafen Bosdari wäre allein schon ein genügendes Symptom. Aber die vollständige Säuberung" des diplomatischen und konfularischen Personals in ganz Deutschland, die Entfendung von vierzig. neuen, dem Faschismus restlos ergebenen Kräften, die Heranziehung von Offizieren und Polizeiagenten in größerer Zahl zeigt deut lich, wohin die Reise geht. Zum Glück ist das Deutsche Reich ein souveräner Staat, der sich nicht willenlos folchen Ernennungen zu fügen braucht, sondern in jedem einzelnen Falle sein Veto gegen Persönlichkeiten einlegen fann, deren Miffion zu berechtigten Zweifeln Anlaß gibt. Die deutschen Deffentlichkeit steht der Person des neuen Botschafters Italiens, des Grafen Aldrovandi, vorurteilslos gegenüber, troß seiner ihm nachgerühmten Ergebenheit für Mussolini. Aber diese Gefühle der Objektivität würden sich naturgemäß in dem Augenblid ändern, mo unzweifelhaft feststünde, daß der Botschafterwechsel zugleich das Signal für einen allgemeinen Wechsel personeller und fachlicher Art bildete, und daß anstatt der bisherigen forrekten und normalen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien ein Syftem der politischen Intrige, des wirtschaftlichen Kundschafterdienstes und sogar der mili tärischen Spionage einfegen sollte! bund und dessen Egekutivorgane laufe Frankreich keine Gefahren. Wenn Deutschland wirklich den Vertrag verletzen wolle, so werde es Frankreich gerüstet sehen, und die französische Regierung fühte sich start genug, um in diesem Eventualfall feine Niederlage befürchten zu müssen. Um den Frieden zu haben, müsse man vor allem an ihn glauben, nicht blind, aber ernsthaft und mit voller Aufrichtigkeit. Die Behauptung, daß die Verträge von Locarno Frankreich mehr Schaden als Nuzen brächten, jei im höchsten Grade ungerecht. Immerhin habe die Debatte über die Verträge das Gute, daß sie der ganzen Welt zeige. daß Frankreich ernstlich den Frieden wolle und feine Hintergebanten habe. Nachdem es ElsaßLothringen wieder erhalten habe, habe Frankreich feinerlei Anfprüche mehr und nur noch den einen Wunsch, in Frieden leben und arbeiten zu können.( Außerordentlich starker Beifall auf den Bänken der Linken und der Mitte.) Die Nachmittagssigung wurde eröffnet von dem den gemäßigten Republikanern angehörigen Oberst Picot, der sich in einem für einen ehemaligen aktiven Offizier bemerkenswerten Pathos für die Friedenspolitik des Kabinetts Briand einsetzte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die Verträge von Locarno in der Stanmer einftimmig gutgeheißen würden. Ihm folgte der sozialistische Abgeord nete Spinelse, der einleitend daran erinnerte, daß die Millionen, die auf dem blutgetränkten Schlachtfelde gefallen seien, dafür getämpft hätten, daß die Menschheit von der Geißel bes Krieges für immer befreit werde. Eine wirkliche Konsolidierung des Friedens fönne nur erreicht werden mit Hilfe des Bölferbundes. Er fei die einzige Juffifufion, die aus dem Bertrag von Versailles zu wirklichem Leben entstanden sei. So wenig mie die Besehung des Rheinlandes die Sicherheit Frankreich zu garan leren vermöge, ebenso wenig werde die Schaffung der entmilttari flerten 3one ein dauernder Schuß fein, solange diefe nicht unter der Kontrolle des Bölkerbundes stehe. Die Winzer an der Aar veranstalteten am Sonnabend eine große Maffenfundgebung, an der u. a. der zuständige Regierungspräsident, ein Vertreter des Oberpräsidenten und der Land. rat teilnahmen. Die Versammlung verlief ruhig. Die Winzer legten ihre Wünsche und Forderungen in einer Entschließung nieder, die fich insbesondere gegen den deutsch- spanischen und deutsch- italienischen Handelsvertrag wenden. Anschließend fand im Landratsamt Ahrweiler eine amtliche Besprechung mit den Bertretern ber Winzer über deren Forderungen statt. Gewerkschaftsbewegung Die Spaltung der Internationale. Purcell, der kommunistische Zellenbauer. Bekanntlich ist bis zum nächsten internationalen Gewerkschaftsfongreß der Engländer Purcell Vorsitzender des Internationalen Gewertschaftsbundes. Er ist besonders dadurch bekannt geworden, daß er als Mitglied der letzten englischen Rußlanddelegation am Tage feiner Antunft in Mostau in begeisterten Borten den tiefen Eindruck schilderte, den die großen Veränderungen in der Lage der russischen Arbeiter auf ihn gemacht hatten. Die Kommuniften gehen gern mit Purcell krebsen, den sie als Sozial. demokraten hinstellen. Purcells Initiative ist es auch zuzu schreiben, daß jenes russisch- englische Einheitskomitee zustande fam, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die internationale Gewerkschaftseinheit herzustellen. In Sachen der Gewerkschaftseinheit ist Purcell allerdings ganz besonders geeignet. Wie wir einem Artikel des Amster: damer sozialdemokratischen Organs Het Bolt" entnehmen, hat Purcell bereits vor sechs Jahren im Sinne der Einheitsfrent" gewirkt. Damals gab es noch keine Rote Gewerkschaftsinternationale", es gab alfo auch teine Spaltung. Die mußte erit pollzogen werden. Zu diesem Behuf fand am 16. Juli 1920 eine Konferenz zwischen englischen, russischen und italienschen Gemertder Kontrolle der Arbeiten des Sezers gar nicht beteiligt gewesen fein. Aus diesen Gründen sei die Forderung des Klägers auf Weiterzahlung seines Lohnes berechtigt. Demgemäß wurde die Firma verurteilt, die geforderte Lohnfumme zu zahlen. Der Antrag der Firma, das Gericht möge die Zustimmung zur Kündigung des Kläners erteilen, wurde abgewiesen, mit der Begründung, gegen den Kläger sei nichts weiter erwiesen, als daß er die Angelegenheit als Quatsch bezeichnet habe, mit dem er nichts zu tun haben wolle. Das sei kein Grund zur Kündigung. felt der Organisation war durch die Wirtschaftsverhältniffe bedingt, I perftoßen. Uebrigens würde fa der Kläger, der Druder set, an fegar zeitweise bestimmt. Die Wirtschaftskrise hat auch das Bäderund Konditorgewerbe erfaßt. Die geschwächte Kauffraft der Massen bringt auch für das Bädergewerbe verminderten Umfaß mit fich, besonders aber für das Konditorgewerbe, für das die Arbeitslofen als Ronsumenten völlig ausscheiden. Deshalb ist auch die Arbeitslosigkeit in diesen Berufen start gestiegen. In der 3uder waren und Schokoladenindustrie stieg die Zahl der Arbeitslosen durch die infolge der 3o1lgefehe unterbundene Exportmöglichkeit. Bergrößert wurde die Arbeitslosenzahl weiter durch die Berufskollegen, die in der Industrie Beschäftigung gefunden hatten und nun von dieser durch die Krije wieder abgestoken wurden. Zu Ende des Berichtsjahres waren auf dem Arbeitsnachweis 1649 Arbeitslose eingetragen, gegen 300 im Auguft des Jahres. Zurzeit sind es 1900 Arbeitsloje. Tarifkündigung in der Rheinschiffahrt. Mobilmachung der Unternehmer. Die Arbeitgeberverbände und der Verband der PartikulierSchiffer in der Rheinschiffahrt haben die bestehenden Vereinbarungen über Lohn- und Arbeitsbedingungen zum 31. März gefündigt. Nach den wiederholten Versuchen der Arbeitgeberverbände, die jetzt be stehenden Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, Versuche, die bisher von den Organisationen des Rheinschiffahrtspersonals, dem Deutschen Bertehrsbund und dem Zentral. verband der Maschinisten und Heizer, abgewehrt werden konnten, fann mit Sicherheit auf einen GeneralTroß der Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Widerstandes der Unternehmer war es möglich, die Löhne in allen drei Branchen entsprechend der Preisgestaltung zu erhöhen. Es hat sich als richtig erwiesen, daß man sich von der fogenannten Preisfenfungsaktion der Regierung, die von den Unternehmern nur als Erfolg versprach. In den mehrfachen Verhandlungen über die Borwand gegen geforderte Lohnerhöhungen benutzt wurde, feinen neuabschlüsse der Manteltarife in den einzelnen Branchen konnten alle von den Unternehmern geforderten Berangriff der Unternehmer geschlossen werden. Das Rheinschlechterungen abgewehrt werden. Es ift bedauerlich. Schiffahrtspersonal ist aber nicht gewillt, eine weitere Berschlechterung daß einzelne Berufsangehörige fich durch höhere als die im Tarif der Lohn- und Arbeitsbedingungen hinzunehmen. Es wird im vorgesehenen Mindestlöhne zur Ueberstundenarbeit verGegenteil den ihm aufgezwungenen Kampf aufnehmen. pflichten. Dies ist um so mehr bedauerlich, da für das NahrungsIn den nächsten Tagen werden die Vertreter der Schweizer, und Genußmittelgewerbe der uneingeschräntte gefehliche belgischen, holländischen stundenarbeit nicht verpflichtet sind. Auf die Nicht deutschen Arbeitnehmerorganisationen der Rheinachtung der gefeßlichen Bestimmungen ist es hauptsächlich zurück- schiffahrt zu einer Besprechung zufammentveten, um zu dem zuführen, daß an Stelle des Sechsuhranfangs auf jeden Fall größere Kreife ziehenden notwendig werdenden Kampf in der Rheinschiffahrt gegen die Rheinschiffahrtunternehmer Stellung zu nehmen und entsprechende Beschlüsse zu schlechterungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Rheinfassen. Das Arbeitgebertum wird mit seinem Verlangen, Berschiffahrt unter allen Umständen herbeizuführen, diesmal wohl auf den stärksten Widerstand stoßen. schaftlern statt. Von den Russen nahmen daran teil 2osowsky Achtstunden tag besteht, die Berufskollegen also zur Weber franzöfifchen, und Tomsfi, von den Italienern D'Arragona und von den Engländern Robert Williams und Purcell. D'Arragona hat seitdem allerdings umgelernt. Zum Schluß dieser Konferenz wurde eine Resolution angenommen, zu der Williams und Purcell folgende Einleitung vorschlugen: Die gegenwärtige inoffizielle Konferenz der revolutionären Führer der gewerkschaftlichen Kampfbewegung Großbritanniens, Rußlands und Italiens spricht dem JGB. die Fähigkeit ab, den Klaffenkampf zu leiten und die internationale Bourgeoisie durch die Diktatur des Proletariats zu stürzen. Sie beschließt daher, eine erweiterte Konferenz der revolutionären Gewerkschafter zur Gründung einer wirklichen Gewerkschaftsinternationale einzuberufen, die durch keinerlei Berbindungen mit dem tapitaliftischen Völkerbund und mit sogenannten Arbeiterführera behindert wird, die während des Weltkrieges Sozialpatrioten und Chauvinisten maren und auch heute noch diefelbe Politik fortführen. Die Konferenz verurteilt aber gleichzeitig jeden Versuch der Abfpaltung son den bestehenden Klaffenfampforganisationen und schlägt allen, die auf dem revolutionären Klaffenstandpunkt stehen, vor, hartnädig und systematisch mit allen der Arbeiterklasse zu Gebote flehenden Mitteln innerhalb der Organisationen im Sinne der kommunistischen 3nternationale zu wirken. Aus dieser Entschließung geht zunächst mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit hervor, wer die internationale Gewerkschafts= bewegung gespalten hat. Aber über diesen Puntt fonnte es ja niemais einen ernsthaften Streit geben. Intereffant ist diese Resolution vor allen Dingen auch noch deshalb, weil aus ihr mit aller Klarheit hervorgeht, daß der angebliche Sozialdemokrat" und Vorsitzende des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Amsterdam, Purcell, int Birtlichkeit Kommunist ist und als solcher innerhalb der englischen Gewerkschaften und innerhalb des Internationalen Ge merfschaftsbundes seine Aufgabe im tommunistischen Bellenbau sieht, und zwar, wie er 1920 selbst fagte ,,, im Sinne der Kommunistischen Internationale". Purcell ist also nicht Sozialdemokrat, sondern Kommunist. Er ist nicht Berfechter der Amfterdamer Gewerkschaftsinternationale, sondern er sieht seine Aufgabe darin, innerhalb dieser Gewertschaftsinternationale fommunistische Bellen zu bauen, d. h. den JGB. zu bekämpfen und ihn, wenn möglich, zu fprengen. Sein angeblicher Wunsch nach der Einheitsfront, er, der den Grundstein zur Spaltung gelegt hat, ist nichts anderes als nach der bekannten Methode von Lenin mit den Mitteln des Berschweigens, der Lüge und Hinterlift, bie internationale Gemertschaftseinheit zu befämpfen. Die Tatsachen, die wir hier mitteilen, sind zwar ungeheuerlich, aber nicht neu. Ihre Kenntnis verdanten mir einem Artikel Losowskys in der Roten Gewerkschaftsinternationale" vom Mai des Borjahres. Da die Kommunisten gegenwärtig besonders start wieder in„ Einheitsfront" machen, ist es gut, diese Tatsachen mieder in Erinnerung zu rufen. Notstandsarbeiten des Reichsverkehrsministeriums. Kanäle und Flußregulierungen. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit wird das Reichsverkehrsminifterium mit Genehmigung des Haushaltungsausschusses des Reichstages eine Reihe großer öffentlicher Arbeiten unternehmen. Unter diesen Arbeiten befindet sich u. a. die Bettund Schleusenerneuerung des Kaiser- Wilhelm- Kanals, die Elberegulierung bei Niederwartha, die Kanalisierung der Wefer von Minden bis Bremen, die Instandsehungsarbeiten am Rhein- Herne und Dortmund- Emstanal, sowie der Bau einer Anzahl Schlepper, Kräne usw. Nachdem die Fortführung der Bauarbeiten am Mittellandfanal einige Zeit geruht hat, sollen nunmehr die Arbeiten ab 1. April wieder aufgenommen und der nächste Bauabschnitt bis zum Walzwerk Peine in Angriff genommen werden. Jahresversammlung der Bäcker und Konditoren. Der Amsterdamer Borstand wiedergewählt. Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Rahrungs- und Genußmittelarbeiterverbandes hatte am Sonntag im Gewerkschaftshaus ihre Jahresgeneralversammlung, die sehr gut besucht war. Der Borsigende der Berliner Zahlstelle, Genosse Schu. mann, der den gedrudt vorliegenden Geschäftsbericht für das Jahr 1925 erläuterte, betonte eingangs feiner Ausführungen, daß er diese hauptsächlich zur Anregung der Diskussion mache. Er wünsche eine Kritik an der Tätigkeit der Zahlstellenleitung, die aber fruchtbringend sein solle und nicht zerseßend sein dürfe. Die Tätig. seit dem 5. Juni der Fünfuhranfang getreten ist. Nicht schuldlos an der Einführung des Fünfuhr tag, die mit Hilfe der Deutschnationalen die damalige Reglerung anfanges sind aber auch die kommunistischen Abgeordneten im LandBraun mit dem Handelsminister Siering ftüraten, an deffen Stelle nachher Dr. Schreiber tam, der den Forderungen der HandStelle nachher Dr. Schreiber tam, der den Forderungen der Handwerksmeister nachgab. Genoffe Schumann ermahnte aum Schluß die Bersammelten, angesichts des wachsenden Widerstandes der Unternehmer die regste Agitation zur Stärkung der Organi-. sation zu entfalten und die Ideale der Organisation hochzuhalten. In dem vom Kaffierer Barth erläuterten, gedrudt vor 218 948,04 m. balancierend angegeben. Bechenbeiträge nebft Er liegenden Kaffenbericht sind die Einnahmen und Ausgaben mit werbsfofenmarten wurden im Berichtsjahre 231 575 geleistet. In der Diskussion wurde auf den Geschäftsbericht und die Tätig teit der Zahlstelle wenig eingegangen. Man zog hauptsächlich gegen die Tattit der Amsterdamer Gewertschaften los, die angeblich feine Klaffenfämpfer mehr feien. Man befritelte weiter die Reise der Gewerkschaftsdelegation nach Amerika, in welchem Lande die Gewerkschaften weit entfernt seien von dem laisenkampfcharakter" der ruffischen Gewerkschaften. Es gab einen großen fünftlichen Entrüstungssturm, als sich ein Anhänger der Richtung Amsterdam gegen diese AufKenntnissen schilderte. Troßzdem sich die Opposition alle Mühe gab, faffungen wandte und die ruffischen Arbeitsverhältniffe nach feinen Kenntnissen schilderte. Trotzdem sich die Opposition alle Mühe gab, den reformistischen" Borstand zu stürzen, gelang dies nicht. Bon den 838 abgegebenen Stimmzetteln waren 438 für die von den Funktionären aufgeftellte Lifte. Die Opposition" brachte es auf 350 bis 360 Stimmen, die übrigen Stimmen waren zersplittert. Unsolidarisches Verhalten. Weshalb ein Betriebsrat entlassen wird. und Tarifkündigung im rheinischen Braunkohlenbergbau. Köln, 1. März.( TU) Die Bergarbeiterverbände haben das Bohna blommen im theinischen Braunkohlenbergbau zum 1. April d. J. gekündigt. Maurerstreik in Paris. Paris, 1. März.( Eigener Drahtbericht.) Auf gemeinsamen Be schluß der verschiedenen Gewerkschaftsverbände des franzöfifchen Baugewerbes haben die Maurer in Baris und Umgebung am Montag morgen die Arbeit niedergelegt und am Nachmittag zahlreiche Bersammlungen abgehalten. Diese Kundgebungen galten der Durchführung des Achtstundentages und der Angleichung der Löhne ant die Teuerung. Das erstemal seit der Spaltung haben die fommunistischen, die autonomen und die konföderalistischen Organisationen sich zu einem gemeinsamen Borgehen geeinigt; die Kanalarbeiter haben sich ihnen angeschlossen. Eine Entscheidung über den Eintritt in den Generalstreif ist noch nicht gefällt worden. 1 Bezirksversammlungen des ZDA. Mittwoch, den 3. März: SPD.- klavierarbeiter! Ausammenkunft eller SPD. Klavierarbeiter und Anhänger Mittwoch, 3. Mara, abends 8 Uhr, im Mittelzimmer, Reichenberger Hof Reichenberger Straße 147. Tagesordnung: Geht die Birtschaftskrise in der Klavierindustrie ihrem Ende entgegen? Nenn: Bürgerfäle, Beraftr. 147. Beginn 8 Uhr. Die Rrise des Fa milienlebens( Crwerbsarbeit und Cheproblem)". Referentin: Kollegin Gertrud Elleri Raulsdorf, Biesdorf, Mahlsborf: Restaurant Bech, Raulsdorf, Hönower amerikanische Wirtschaft". Straße 5. Beginn 8 Uhr. Deutsche Wirtschaft Rorboften: Union- Festfäle, Greifswalder Referent: Rollege Curt Swolinafn. Straße 222, Beginn 8 Uhr. Lidibildetoortrag: Cine Winterreise durch SildDie Buchdruderer Langenscheidt hat ein Mitglied firol zum Gardasee". Referent: Kollege Erich Bredow. des Betriebsrats ohne Zustimmung des lehteren fristlos ent Iaffen, mit der Begründung, der Betreffende habe das Geschäft dadurch geschädigt, daß er von einem Seger verlangt habe, er( der Gezer) folle weniger arbeiten, als er normalerweise hätte leisten fönnen. Der Entlassene flagte beim Gewerbegericht. Dort wurde nun sein Verhalten in einer mehrstündigen Verhandlung einer eingehenden Prüfung unterzogen und folgender Tatbestand festgestellt. Ein Seger Sch. hatte das Mißfallen seiner Kollegen erregt. Sie beschuldigten ihn des unsolidarischen Berhaltens und behaupteten, er habe, um sich bei der Geschäftsleitung beliebt zu machen, bei Storrefturarbeiten eine fürgere Arbeitszeit auf dem Kontrollzettel angegeben, als er tatsächlich für die betreffenden Arbeiten gebraucht habe, ober, falls er wirklich in der furzen EFEKTERY Beit fertig gewerben sei, fönne die Arbeit nicht einwandfrei ausgeführt sein. Es fam aus diesem Anlaß zu einem Streit zwischen Den Setzern. Um diesen Streit zu schlichten oder fefne Ursache zu befeittgen, fud der Betriebsrut die Streitenden ver fein Forum. Da soll nun Der Kläger den Seher Sch., wie dieser behauptet, aufgefordert haben, feine Arbeitsleistung einzuschränken und fich der geringeren Leistung seiner Kollegen anzupaffen, da es ein Gebot der Solidarität sei, daß die Stärkeren auf die Schwächeren Rüc ficht nehmen. Achtung, Bergmann, Geestraße! Seute nachmittag 4 Uhr bei Kroll, Utrechter, Ede Hennigsdorfer Straße, wichtige Versammlung aller Parteigenoffen. Jeder Genosse muß erscheinen. Der Fraktionsvorstand. SPD. Stellmacher! Heute abend 7 Uhr bei Hummel, Sophienstr. 5, michtige Bersammlung. Dez Fraktionsvorstand. Achtung, Zimmerer! Berbandskameraben, erscheint heute abend 7 Uhr Mann für Mann mit euren Frauen in der allgemeinen Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, großer Goal! Es gilt Proteft zu erheben gegen das heutige ridständige Gniem betr. Wohnungsbau und gegen den Schwinder des Fehlens en Baufacharbeitern. Arbeitslofe fowie in Arbeit stehende Rollegen, auf zur Brotestversammlung! Mitgliebsbuch legitimiert. Der Borfland. J. A.: W. Reppschläget. Jugendveranstaltungen. Funktionärversammlung Mittwoch, den 3. b. M., pünktlich abens 7% Uhr, Der Kläger bestritt diese Angabe ganz entschieden. Er fagte, in der Schulaula Rochftr. 15. Thema: Aufgaben der SAJ." Referent Gees habe sich nur darum gehandelt, den Seher Sch. vor den Folgen zu nosse Mar Westphal. warnen, die eintreten tönnten, wenn er über die Arbeitszeit un Abteilungsmitgliederversammlungen heute abend 7% Uhr: wahre Angaben mache oder die Arbeit nicht einwandGesundbrunnen: Schste Gothenburger Str. 2. Wedding- Norb: Schule frei ausführe, um sich dadurch einen Vorzug por feinen Rol- mullerstr. 48. Rorboft I: Jugendheim Neue Königstr. 2. Nordost II: Rosenthaler Borstadt: Schule Elisabeth- Rirchlegen zu verschaffen. Da der Kläger nicht Sezer, sondern Drucker Jugendheim Danziger Str. 62 Straße. Brenzlaner Vorstadt: Schule Danziger Str. 23. Senefelder- Viertel: und deshalb an dem Streit persönlich gar nicht interessiert lei, habe Schule Eberswalder Str. 10. Hasenheide: Badeanstalt Bärwaldstr. 64. er schließlich die Betriebsratsfigung mit der Bemerkung verlaffen, Schöneberg 1: Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße. Schöneberg II: Wilmersdorf: Jugendheim Hildegardstr. 4. der ganze Streit sei nichts weiter als Budenquatsch, man folle Jugendheim Hauptstr. 15. Marienborf: Alte Schule, Dorfdamit ein Ende machen, er, der Kläger, müffe jetzt an feine Arbeit Lidterfelbe: Jugendheim Albrechtstr. 14. Straße 7.-Steglig 1: Jugendheim Albrechtstr. 47. Neukölln 1: Jugendheim gehen. Gander, Ecte Hobrechtstraße. Neukölln V: Jugendheim Schierkestr. 44. Ablershof: Sugendheim Roonstr. 16. Reinidendorf- Ost: Jugendheim Refidenaftr. 46. Buchholz: Lokal von Roffad: Sauptstr. 71. Niederschönhausen: Schule Blankenburger Str. 69. Spendan: Jugendheim Lindenufer 1. Schönbanfer Borstadt I: Schule Ibsenste. 17. Borttag: Seruelle Fragen", 4 Tell. Often( Frankfurter Biertel): Jugendheim Rigaer Str. 102. Funt tionärigung. Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Plaz 1. Bortrag: ,, Dichter ber Märzrevolution 1848". Diese Darstellung wurde auch vom Vorsitzenden sowie von einem anderen Mitgliede des Betriebsrats bestätigt, die im übrigen versicherten, es habe sich nicht darum gehandelt, den Seher Sch. zur Einschränkung seiner Arbeitsleistung zu veranlassen. Das Gericht unter dem Vorsiz des Magistratsrats Mebes tam zu dem Urteil: Selbst wenn man die Angaben des Zeugen Sch. als richtig unterstelle, so liege fein Grund zur friste lofen Entlassung des Klägers vor, denn sein Berhalten verstoße nicht gegen die guten Sitten. Auch wenn die Angabe des Zeugen Sch., seine Arbeiten sollten nach dem Willen des Betriebsrats von seinen Kollegen tonttolliert werden, zutreffend wäre, dann würde eine solche Kontrolle nicht gegen die guten Sitten bilbervortrag:„ Unsere Fahrten". Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Licht. Verantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lofales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstvake 3. Bierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". DUNLOP RIESENLUFT- UND ELASTIK- REIFEN Nr. 101 ♦ 4Z.7ahegtmg 7. Seilage ües vorwärts dkenstag, S.MSrz 1020 Auch In BerNn gibt« diesen Werweltswinkel, allerdings nicht so ausgeprägt wie in London, in dem Stadtviertel Whitechapel. In jedem Detektivroman oder Abenteurersilm spielt Whitechapel die Rolle des finstersten Lerbrecherwinkels der Welt. Vermummteclben Charakter tragen wie in anderen Londoner Straßen. WHitechapel-Road ist die Hauptstraße, hier und in den Seitenstraßen leben die Ostjuden, bilden fast wie im Getto eine Gemeinschaft, ifoliert von ihrer Umgebung. Die Straße ist ziemlich breit, ungefähr wie die Kantstraße und mit Holz belegt wie fast alle Londoner Straßen. Selbst die Häuser sind groß und mordern. Whitechapel- Road unterscheidet sich äußerlich nicht von den anderen Londoner Straßen, nur hin und wieder findet man ein kleine», gichtbrüchige» HSuschen. da« an die romantisch« Vergangenheit erinnert. Am An. sang der Straße steht die Whitechapel-Church, eine neuere Kirche mit einem Riesenturm. Das Charakteristische dieser Gegend ist aber weniger die Hauptstraße als ihre Umgebung: Die kleinen Reben- gössen. Die Geschäfte sind hier klein und unscheinbar, sie wirken ge- drückt, als ob sie sich ihrer Existenz schämten. Der Eingang ist un- wahrscheinlich schmal, und dos Schaufenster gibt ihn, hierin nicht» noch. Bor allem weiß man hier aber nicht, daß auch Glasscheiben gereinigt werden können. Die Schaufenster zeichnen sich durch Un- durchsehbarkeit aus und hinter der Scheibe führen allerhand billig« Sachen«in disharmonische» Dasein. Von Limonade, billigen Bonbons. Knoblauchwurst bis Band, Knöpfe und Petroleum kann man dort alles haben. Die Geschäfte rechnen nur mit kleinem Um- NebenstraDea voa Whitechapel, saß, well die Verdienste hier sehr beschelden find. Kaust man für einen Schilling, ist man ein hochangesehener Mann. Oft trifft man in diesen Geschäften Derkäuser,— alte Männer mit Propheten» bärten oder alle Frauen mit Perücken, die man nur in den kleinen Gettostädten Polens findet,— die kein Wort englisch kennen. Der- long« man etwa» in englischer Sprache, dann wird ein Kind geholt. da» übersetzen muß. Neben diesen kleinen Geschäften sieht man ober auch große Warenhäuser, modern eingerichtet und großzügig geführt. Eine eigene weit. Alle», wa« vor dem Kriege au» dem Osten emigrierte, Haupt» sächlich nach den Pogromen in Rußland in den Jahren 1905/06, und nicht noch Amerika ging, blieb in Whitechapel. Hier ist e» mög- lich, zu leben, ohne die englische Sprache zu beherrschen, denn hier hört man mehr Russisch. Polnisch und vor allem Jüdisch als Englisch, ver emigrier«« Ostjud« findet deshalb hier Arbeit. Unterkommen und fühlt sich in seiner alten Gemeinschast gebunden. Im Lause der Jahr« hat sich Whitechapel zu einer großen, jüdischen Kolonie ausgebildet mit eigenen Zeitungen, Theatern. Verlagshäusern. Hotel, und Restaurant». Ueberall über den Restaurants und Hotels fällt die Ueberschrist„Koscher* auf, überall sieht man die Firmenschilder in hebräischen Buchstaben, ebenfalls die Auszeichnungen der Artikel und die Inhobernomen. Eine Welt mit einer eigenen Kultur und Gesetzlichkeit hat sich entwickelt. Merkwürdig, daß hier im Osten Londons«ine ostjüdische Kultur, allerdings etwas englisch gefärbt, entstehen konnte. Was totsächlich Bedeutung gewonnen hat, ist die Presie und da» Theater, das bis vor einem Jahr auf hoher, künst- lerischer Stufe stand. Trotzdem Whitechapel«inen so schlechten Ruf in der Welt besitzt, sind doch von hier einige Leute hervorgegangen, auf die die Bewohner stolz sind, unter anderen der bekannte eng- »Ische Schriftsteller und Dramatiker Israel Zangwill. der Filmschau- fpieler Charlie Chaplin und der Boxer Kid Lewis. Eigentümliche Typen gibt es hier in Whitechapel, oft bereit» in Novellen, Feuilletons und Romanen geschildert. Menschen, die vom Osten gekommen sind und sich nicht akklimatlsieren wollen, die in ihren allen Träumen und Idealen weller leben. Intellektuelle. künsllernaiurea. Auch der Missionar gehört zu den Typen der Straße. Meisten» sind es Juden, die au» sozialen Gründen Christen geworden sind. Jetzt suchen sie ihre früheren Glaubensgenosien zum Christen. tum zu bekehren, sie verteilen Propagandaschriften und bieten jedem Geld an. der ihren Reden zuhören will. Auch der Tramp ist eine bekannte Type Whitechapel», aber er erscheint erst bei Anbruch der Nacht. Vie Nacht. Mit Einbruch der Nacht ändert sich das Bild der Straße. Recht- zeitig schließen die Warenhäuser und die kleinen Geschäfte. Ossea bleiben nur die cebensmlltelhaadlungen. Restaurant» und Tabak. geschäsle. voneben aber tritt ein fliegendes Slroßengeschäst in Szene. Wagen mit Obst, Büchern. Seife, Parfüm», Krawatten und ähnlichen Dingen erscheinen aus der Bildfläche. Die meisten dieser Händler haben keine Erlaubnis zu handeln. Wenn ein Schutzmann kommt, läßt er den Kunden mit der War« in der Hand stehen und Gnkel Moses. Roman von Schalom Usch. In diesem Jahre ist Manes auf der Höh«. Der ganze Distrikt gehört ihm. Der Richter gehört seiner Partei an, der Distriktsanwalt ist sein Mann, alle„Spitzen* sind feine Leute: kurz, die ganze Stadt gehört zu ihm. Deshalb fühlt seinen Landsleuten ist fein Ruhm in diesem Jahre besonder» groß. Wenn einer von den Kusminern eine Unannehmlichkeit mit der Polizei oder dem Gericht hat. so geht er zu Manes, und Manes bringt die Sache In Ordnung. Manes besaß wirklich ein gewisses Gerechtigkeitsgefühl. Von Natur aus konnte er kein Unrecht ertragen. Die Welt- ordnung, in welcher er lebte, war so beschaffen, daß nicht immer ihre Einrichtungen mit der Gerechtigkeit Hand in Hand gingen. Nicht immer war es leicht, dem Gesetz zu entsprechen. und nicht immer war das Gesetz gerecht. Deshalb hielt auch Manes den Weg seiner Partei, guten Freunden zu helfen imd sich ihrer anzunehmen, für viel naheliegender und der Gerechtigkeit mehr entsprechend als den toten Buchstaben des Gesetzes. Und Manes war auch ein wahrhaft treuer und er» gebener Diener seiner Partei, weil er sie für die beste und gerechteste hielt. Für den Richter, den Führer seiner Partei — überdies ein Jude—, welcher Manes stets die Hand reichte, wenn er ihn auf der Straße traf und ihm„Hallo, Agitator!* zurief— für diesen Richter hätte Manes sein Leben her- gegeben In Ihm sah er die Verkörperung seines Ideals. Richter Grünfeld war sein Mann. Wenn jemand etwas brauchte ging Manes zum Richter in die Wohnung und be- sprach chit ihm den Fall eingehend. Vor ihm hatte Manes keine Geheimnisse Dem Richter sagte er die volle Wahrheit. und der Richter belehrte ihn. wie er bei der Serichtsver» handbmg aussagen sollte. Richter Grünfeld war Manes' Ideal, und da er überdies ein Jude und noch da�u ein guter Jude war. welcher an jedem Sabbat zum Gottesdienst ging, war Manes stolz auf ihn. Obwohl Manes elbst nicht fromm war und sich um Gott nicht kümmerte, gefiel es ihm doch, daß der Richter an jedem Sabbat zum Gottesdienst ging und in jüdischen Ver» einen eine große Rolle spielte. Und weil es In Amerika einen jüdischen Richter gibt, weil es in Amerika eine Partei gibt. yrie die, der Manes angehört, eine Partei, welche für einen guten Freund alles tut— deshalb liebte Manes Amerika mehr als fein Leben. America» my country"'aatt Manes stets mit Stolz zu seinen irischen Freunden. Manes war ein großer amerikanischer Patriot und im besonderen «in großer Anhänger des Richters Grünfeld, weil Richter Grünfeld zum Symbol Amerikas geworden war. In seinem Zimmer hing an einer li�and das Bild Washingtons, und an der anderen das des Richters. Und am Freiheitstage ließ Manes aus seinem Fenster ein großes amerikanisches Banner wehen und stellte auf eine Seite das Bild Washingtons, auf die andere das des Richters Grünfeld... Infolgedessen haßte Manes die neu entstandene Partei. die Sozialisten. Denn erstens sind sie keine Patrioten und richten nur Verwirrung in den Köpfen an. und zweitens agitieren sie gegen den Richter. Was sie eigentlich wollten, das verstand Manes nicht. Die Ziele der anderen Parteien waren ihm klar. Die Republikaner wollen ihre Leute durch- bringen, damit sie bei der Schüssel sitzen, aber das lassen wir. die Demokraten, nicht zu. Doch was wollen die Sozialisten? Gerechtigkeit? Wie weit komm« man denn mit der Gerechtig- keit? Und was wird schon daran sein, wenn die Wahlen ehr- lich vor sich gehen werden, wer wird denn davon Nutzen haben?„Wer wird etwas davon haben?*— sprach er in den Diskussionen und war überzeugt von seinen Worten.—„Es werden nicht die richtigen Leute hereinkommen, sondern lauter Grobaine. Und wenn ein Jude einmal Unannehm- lichkeiten hat, so wird er niemanden haben, an den er sich wenden kann. Wer hat so etwas schon gehört— Gerechtigkeit wollen sie haben?— Wer braucht Gerechtigkeit, wenn die Gerechtigkeit doch nicht helfen kann, in drei Teufels Namen!" An diesen guten Kameraden Manes wandte sich Sam jetzt, da das Unglück mit dem Onkel hereingebrochen war. Sam ging am Abend zu Manes: er traf ihn im Klub der Antiprohibitionisten. in einer Ecke des Klubfaals, wo eben- falls die Porträts von Washington und Richter Grünfeld hingen. Manes war groß, hager, trug einen glatt gestriche» nen Scheitel, seine Schläfen begannen schon zu ergrauen. ebenso wie der kurzgeschnittene Schnurrbart. Manes begriff sofort, daß etwas nicht in Ordnung war. Denn wenn Sam, eine so große Persönlichkeit, des Onkels rechte Hand plötzlich zu ihm kam, mußte etwas Wichtiges vorgegangen sein. Und obwohl Manes von Sam nicht viel hielt, weil Sam dem Onkel so treu diente und gute Freunde nichts verdienen ließ, so war Sam doch eine viel zu wichtige Person, daß sich Manes nicht über seinen Besuch gefreut hätte. „Was ist geschehen? Unannebmlichkeiten?" fragte Manes, obwohl er wußte, daß man zu ihm nur kam. wenn es Un- annehmlichkeiten gab. „Komm mit mir hinaus, dann wollen wir davon sprechen." „Hier kannst du sprechen, als wenn du zu Haufe wärest. Hier verkehren lauter gute Freunde von mir. Du kannst ruhig sprechen." ,T)er Alte will heiraten," platzte Sam heraus und schob sich näher an Manes heran. „Wer, der Onkel?" fragte Manes erregt. „Ja. Aaron Melniks kleines Mädel will er heiraten." „Er wird Kinder haben, der Alte," fiel Manes ein, indem er erbleichte. „Warum nicht, Ist er denn krank, der Alte?" Am Onkel nahmen alle Landsleute Interesse, ob sie nun zur Familie gehörten oder nicht— der Onkel war eine An- gelegenheit der Gesamtheit, genau so wie ein König in seinem Volke oder ein Vater für seine Kinder. Alle waren stolz auf sein Vermögen, und alle hofften in irgendeiner Weise aus den Onkel. „Da flejjst du ja schön drin: ich habe dir aber Immer ge» sagt: Sehe jeder, wo er bleibe. Sag' einmal, hast du dir etwas geschafft?" „Ich bin ihm immer treu gewesen, wie ein Hund, keinen eigenen Groschen besitze ich, habe es nicht über mich gebracht, einen Nickel beiseite zu schaffen: wie ein treuer Hund habe ich ihm gedient— und nun? Sie wird mich noch wegjagen, was bin ich denn für sie. wer. bin ich?" Der große starke Sam brach vor Manes in Tränen aus. Manes hatte ein weiches Herz. und. wie bereits erwähnt, ein Gefühl für Gerechtigkeit. Er hatte nicht bloß Mitleid mit dem Burschen, sondern er sah auch ein, wie sehr das Recht auf feiten Sams stand, der nicht wollte, daß der Onkel hei- ratete, damit er feine Erbschaft nicht verliere. Deshalb war er ja dem Onkel so treu gewesen und hatte ihm so ehrlich ge- dient. Manes empfand das Bedürfnis. Sam zu helfen: „Wenn ich mich recht erinnere, hat er eine Geschichte mit irgendeiner Frau gehabt?" „Er hat mit ihr drei oder vier Kinder, die er alimentiert." „Und da schweigst du. du Narr? Führe mich nur zu dem Weib. Er wird schon nicht mehr Hochzeit machen, der Alte." „Manes, tu ihm nichts Böses, er muß einem ja leid tun, der Alte," sprach Sam, während er hinausging. „Ach was, ich werde Ihm nichts Böses tun, er ist doch auch mein Onkel und schließlich ein alter Mann!" antwortete Manes gekränkt. (Fortsetzung folgt.) fährt ab. Der Runde wartet aber, weil er weiß, daß der Händler wiederkommt, wenn der Schußmann verschwunden ist. Dieser Straßenhandel endet erst gegen ein Uhr, aber auch dann bleiben die Straßen von Whitechapel belebt, hauptsächlich von obdachslosen Männern und Frauen, die ruhelos die Straßen durchziehen. Wer noch ein paar Pence in der Tasche hat, bleibt bei den Kaffee- oder Wurst wagen stehen und verschlingt gierig, was er gekauft hat, und spricht über die letzten Borereignisse. Wer aber noch ein paar Schilling befißt, flopft an irgendeine Haustür, hinter der sich ein geheimer Spielklub niedergelassen hat. Gegen drei Uhr nachts liegen auch die Straßen von Whitechapel still da, nur hin und wieder begegnet man einem Policeman, der langsam und unhörbar auf seinen Gummisohlen durch die Straßen schreitet, eine stille, große Silhouette. An den Wänden der Häuser stehlen sich ein paar Schatten entlang, fuchen irgendwo in einer Haustür einen Unterschlupf für den Rest der Nacht, Menschen, die keine drei Pence besitzen, um bei der Heilsarmee ein Bett für die Nacht zu mieten. Aber charakteristisch bleibt, daß Prostituierte in Whitechapel nachts nicht zu finden sind, diese haben ihr Hauptquartier auf dem Strand" und Piccadilly". Und weit von Whitechapel, an der Themse, in den schmalen, engen Gassen in der Nähe der Dods fann man noch zu dieser Stunde Opium bekommen, wenn man die Verstecke fennt. * Jüdisches Proletariat lebt hier, mit ein paar Pfund gilt man bereits als reicher Mann; man lebt in inniger Gemeinschaft, hilft sich, wenn es die Not erfordert, man bildet eine große Familie von beinahe patriarchalischem Charakter. Mancher verbringt hier sein ganzes Leben, eingesponnen in eine jahrhunderte alte Tradition, aber andere finden den Weg in die große Welt, sie wandeln sich zum Westeuropäer, Whitechapel ist ihnen nur eine Station auf dem Wege zum Auto und zur Villa, sie werden Engländer und verlassen Whitechapel, wo sie begannen, sie sprechen dann ein forrettes Englisch und werden vielleicht Herrscher in der Geschäfts- oder Kunstwelt. Ueberall zeigt sich dasselbe. Auch in Berlin endet der Weg mancher, die im Scheunenviertel anfingen, in einer der Straßen des Westens. John Shaiat. Die Großkraft von Rummelsburg. Gleich hinter dem Rummelsburger See, am östlichen Ufer der Spree, ist in wenigen Monaten eine Stadt aus Eisen und Beton dem Wiesengrund entsprungen. Die Köpenicker Landstraße führt mitten hindurch und ungeheure Transporte von Materialien treffen auf den Schienen und auf dem Wasserwege ein, damit das Riesenwerk des Großkraftwerkes Rummelsburg in fürzester Frist beendet werden tann. Heute zerschneiden schon die Gerippe der großen Hallen, der Maschinen- und der Kesselhäuser den Himmel Der Boden aber ist aufgerissen durch tief eingelagerte 3ement blöcke für die Fundamente und eine Unzahl Rammen bearbeiten die Pfähle, die tief in sein Inneres dringen. Die Bauarbeiten, die zurzeit erheblich zur Linderung der Ar beitslosigkeit in Brlin beitragen, schreiten lebhaft vorwärts. Schon jezt hat man einen Eindruck von den gewaltigen Abmessungen dieses Bauwerkes, das eines der größten Steinfohlen. fraftwerte der Welt werden soll. Der tägliche Bedarf an Kohle soll bei der Bollbelastung des Werkes nach seiner Fertigstellung zirka 1500-2000 Tonnen be tragen. Durch einen Stich fanal von 40 Meter Breite und 400 Meter Länge soll die Kohle in Eintausend- Tonnen- Kähnen von den verschiedenen Steinfohlenrevieren in Form billiger Abfall. tohle berantransportiert werden; auch kommt der Antransport in Spezial- Großraumgüterzügen von ebenfalls 1000 Tonnen Fassungsvermögen in Frage. Augenblicklich ist man mit dem Bau der Brücke beschäftigt, mit der die Köpenider Chauffee ben Stichtanal überschreiten soll. Durch einen Brüdentran mit einer Spannweite von zirka 130 Meter wird die Kohle aus dem Kahn gehoben, entweder nach dem Lagerplaz gebracht oder sofort durch eine elektrische Lagerbahn und Hebevorrichtung in Kübeln von je 10 Tonnen Inhalt in die Kohlenaufbereitungsanlage transportiert. Hier soll die gesamte Kohle in rotierenden Trocknern durch den Anzapfdampf der Turbinenanlage getrocknet und durch Kohlen mühlen pon bisher größter Bauart in Deutschland zu Staub ge. mahlen und in Rohrleitungssträngen mit Druckluft ftaubfrei in bie Reffelbunker übergeführt werden. In den beiden Kesselhäusern von zirka 30 Metern Höhe die Eisengerüste stehen bereits bis 20 Meter Höhe wird in je 8 Reffeln von je 1700 Quadratmeter Heizfläche durch Staubkohlenfeuerung bewährter Bauart unter Ver. mendung von Lufterhihern Hochdruckdampf von zirka 35 Atmosphären bei 410 Grad Ueberhigung erzeugt. 8 Schornsteine mit natürlichem und künstlichem Zug werden auf den Reffelhaus dächern montiert. In dem vorgelagerten Turbinenhaus wird zurzeit bereits das Dach eingededt. Hier werden die 3 HauptTurbo- Säße aufgestellt werden, die bei einem Eintrittsdampf von 32 Atmosphären 400 Grad Ueberhikung und 1500 Umdrehungen pro Minute je 70 000 Kilowatt bei 6000 Bolt elektrischer Spannung erzeugen, einschließlich der Hilfsturbinen insgesamt eine Leistung Don 240 000 Kilowatt. In je einem Doppeltransformator von ebenfalls 70 000 Kilowatt Leistung wird die elektrische Spannung auf 30 000 Volt umgeformt. An diesem Riesenbau der Stadt Berlin ist bereits jetzt schon die Zahl der daran beteiligten Firmen auf zirka 90 angewachſen: die Zahl der Neubauarbeiter auf dem Bauplatz beträgt zurzeit gegen 1600 Mann und wird sich voraussichtlich im Laufe der nächsten Monate mehr als verdoppeln. Das augenblickliche Anrollen von täglich 40 bis 50 Büterwagen vom benachbarten Bahnhof Stralau Rummelsburg, sowie ein starker Antransport per Kahn gibt Aufschluß über ben Umfang der erforderlichen Baumaterialien. Insgesamt sind bis heute etwa 2500 Güterwagen angerollt. Zum Lützow- Prozeß. Der Lühow- Prozeß schleppt sich mühselig dahin. Der Bor figende fragt die fleinen und die großen Jungen immer wieder über dieselben Dinge mit unendlicher Geduld aus. Und erhält stets mehr oder weniger die gleichen Antworten. Die tausend kleiner Leiden und Freuden, wie sie in jeder Schule, in jedem Erziehungs. heim alltäglich find, Knabenfitten und unfitten ein hervorragendes pädagogisches Material zieht an dem Zuhörer vorüber. Und man fragt sich immer aufs neue: mann fommen nun endlich die Belastungszeugen? In den vielen Belastungsfällen, die vorläufig zur Sprache gebracht worden sind, war von sittlichen Ber fehlungen des Angeklagten nichts zu merken. Die Menge tut's, meinte neulich der Staatsanwalt; im Lichte der noch zu erwartenden Aussagen der eigentlichen Belastungszeugen würden die harmlojen Handlungen des Angeklagten eine ganz andere Bedeutung erhalten. Mag sein. Das wäre noch ab zuwarten. Eins aber steht bereits jezt mit absoluter Sicherheit feft: Die Berteidigung hatte allen Grund, anzuregen, daß der Staatsanwalt von dem ihm durch den § 154 2 der Strafprozeßordnung verliehenen Rechte Gebrauch mache, das Verfahren in all den Fällen einzustellen, in denen Strafen zu erwarten sind, die neben der Strafe, die für die schwersten Fälle in Betracht tommt, nicht ins Gewicht fallen. Das geschah im Fall des Apothekers Heiser, der an einer Unzahl von Frauen Fruchtabtreibung vorgenommen hatte. Der Staatsanwalt ist aber diesmal der Anregung der Berteidigung nicht gefolgt. Weshalb? Es ist völlig ohne Belang, ob vor Gericht nachgewiesen wird, daß Lüzom in 20 oder 70 Fällen in der gleichen Weise für die eine oder andere Kleinigkeit die Jungen geprügelt, gestreichelt, getröstet und dergleichen mehr getan hat. Hier tut's die Menge nicht. Dem Steuer. zahler fann es aber unter feinen Umständen einerlei sein, ob sein Geld unnüßerweise verpufft wird oder nicht. So muß noch in diesem Stadium des Prozesses mit aller Entschiedenheit von der Deffentlich feit die Forderung aufgestellt werden, daß, menn irgendmöglich die firafrechtlich überflüssigen Fälle aus der Ber Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 2. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Lento Molto vivace Rentnernot! Nicht jene Nichtstuer, die des Tages Laft und Mühen nicht fennen, die bis in den Mittag hineinschlafen, um ihren fast alltäglichen Rausch loszuwerden und die den lieben Herrgott einen guten Mann sein lassen, sind damit gemeint. 3.45 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern: Neue Lyrik. F. W. Bischoff: Die Gezeiten". A. M. Renner:„ Einer unter euch". Für sie bedeutete dieses unscheinbare Börtchen Lebensglück und Franziska Martienssen:„ Landschaft, Menschen, Ich Gottfried Freude, weil andere für sie arbeiten und ihre Zinsen oder fetten Benn: Spaltung" Franziska Mann: Wege hinauf". Gertrud Dividenden unaufhörlich fließen. Gemeint sind die Rentenv. Wenckstern: Feyn gülden Zierrat". Herwarth Walden: Im Geschweig der Liebe". Karl Bröger:„ Die 14 Nothelfer". 4.30 Uhr empfänger, die allmonatlich zu Millionen die Kaffen des Staates und der Gemeinden umlagern, um ihre paar Pfennige abzuheben. nachm.: Quartett op. 96 von Dvorák. Allegro ma non troppo Vivace ma non troppo( Barmas- Quartett: Der„ Erste" ist noch lange nicht heran und das Geld fast restlos Prof. Issay Barmas, 1. Violine; Willi Petereins, 2. Violine; Otto ausgegeben. Jeder neue Tag wird sehnsüchtig erwartet und immer Klust, Bratsche; Fritz Dechert, Cello). 5-6 Uhr nachm.: Nach- wieber gerechnet. Nein, wie man sich einrichten muß! Ein Hundemittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister leben, jahrein, jahraus, immer dasselbe, immer mit diesem Wenigen Ferdy Kauffman. Unter Mitwirkung von Romana Hambrigk, einrichten. Margarine! Zichorienkaffee! Tag für Tag, Jahr für Sopran. 6.40 Uhr abends: Postrat Hermann Thurn:„ Die Neuorganisation des Rundfunks". 7.10-8 Uhr abends: Hans- Bredow- Jahr! Sie möchten doch auch ein bißchen Butter essen, wenigstens richt. Englisch( R. Herdman Pender). 7.40 Uhr abends: Abteilung haben sie früher geschuftet von früh bis spät! Aber geerntet haben Schule( Bildungskurse) 7.10 Uhr abends: Abteilung Sprachunter einmal richtigen Kaffee trinken. Es reicht nicht dazu! Und doch Völkerkunde. Universitätsprofessor Dr. F. Babinger: Die Welt andere! des Islam. Die Türkei. 8 10 Uhr abends: Prof. Dr. Adolf Marcuse: Der Sternenhimmel im Monat März. 8.30-10 Uhr abends: Bunte Reihe. 1. Jurek: Deutschmeister Regimentsmarsch( DietrichQuartett). 2. a) Ch. Calsau: Alle Vögel sind schon wieder da, b) Fr. Kark: Champagnerlied, c) H. Nicholls: Kleiner Marzipansoldat( Max Kuttner, Tenor; am Flügel: Ben Geysel). 8. Rhythmische Verwandlungen: 4. a) R. J. Kreutz: Der Ehrenmärtyrer, b) J. Nestroy: Gedankensplitter. c) A. Forschneritsch: 5. a) C. M. Ziehrer: Wiener Bürger, Walzer, b) R.' H. Dietrich: Aus meinem Schubladenkasten( Dr. Erich Fortner, Rezitation). Wo trinkt man am liebsten den Wein? Heurigenlied, c) R. Kronneger: Ausg'steckt is, Heurigenmarsch( Dietrich- Quartett). 6. a) Königsberger: Im goldnen Löwen war's zu St. Goar, b) Bransen: Anna Maria, c) O. Köser: Frühling am Rhein( Max Kuttner). 7. Rhythmische Verwandlungen: 8. a) R. Stürtzer: Aus dem Wiener Leben, b) F. Müller- Partenkirchen: Der Pips, c) F. Resl: Lustige G'schichten( Dr. E. Fortner). 9. St. Dietrich: Lustig und fidel, Potpourri( Dietrich- Quartett). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30 bis 12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski). 144 Königswusterhausen, Dienstag, den 2. März. Schon lange vor Anfang der Auszahlung find sie erschienen. Sie brauchen ihr Geld! So mancher von ihnen hat heute noch nichts im Magen. Männlein und Weiblein im zerschliffenen Rock, Invaliden-, Unfall. Kleinrentner, Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene. Jung und alt! Endlich geht ein Raunen, ein Stoßen durch die Menge, es wird gezahlt! Sie würden gerne verzichten, wenn sie nur arbeiten tönnten. Ein immerwährendes Gehen uns Gesichter, sie haben Geld, ach, wenn auch noch so wenig! Rommen, ein Strom von Elendsmenschen. Heute strahlen ihre Bon neuem wird gerechnet! Es muß doch bald mehr geben: Jawohl, es müßte, ihr Armen, aber Bater Staat hat andere Schmerzen. Er muß zunächst für seine Könige und Fürsten sorgen! Der Tod im Waschfah. Durch ein tragisches Geschick fam gestern nachmittag das ein Jahr alte Kind Margot der Eheleute Kurt W. in der Stettiner Straße 26 ums Leben. Die Mutter des kleinen Kindes befand sich zum Wäscheaufhängen auf dem Boden. Während ihrer Abwesenheit fiel das Kind aus seinem Bettchen in das Faß. Der von der Rettungsstelle sofort hinzugezogene Arzt fonnte nur noch den Tod feststellen. Arbeiterbildungsschule. Kurjus Paulsen: Die Teilnehmer treffen sich am Dienstag, dem 2. März, abends 6 Uhr, vor dem Eingang der Rütli- Schule, Neukölln, Rütlistraße. 4.30 bis 3-3.30 Uhr nachm.: Universitätsprofessor Dr. Litt, Leipzig: Fragen der Methode.( Arbeitsschulgedanke). 3.30-4 Uhr nachm.: Schulrat Professor Dr. Thomae, Hamburg: Die beginnende Ausgestaltung des Unterrichts auf beruflicher Grundlage. 4-4.30 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. Ziertmann: Allgemeine Bildung und Berufsbildung. Der innere Betrieb der Berufsschule I. 5 Uhr nachm.: Univ.- Prof. Dr. Litt. Leipzig: Fragen der Methode ( Arbeitsschulgedanke). 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Berlin. handlung ausgeschaltet werden. Vielleicht verlangt dieses ouch die Würde des Gerichts, indem man sich augenblicklich mitunter wie in einer öffentlichen Schulfonferenz vorkommt. Was ist das Ziel?" Was die Hohenzollern glauben machen wollen. An den Litfaßsäulen Potsdams flebte am Sonntag ein anonymes Platat, das unter dem Motto" Was ist das Biel?" gegen die Fürstenenteignung Stimmung zu machen suchte. So viel Schamgefühl besaß der Berfertiger diefes Wizblattes denn doch noch, um seinen Namen nicht anzugeben. Es ist ein gar zu peinliches Ding, für eine so schlechte Sache einstehen zu müssen. Mög. lich, daß das feltsame Druckstud in den Dunfellammern der BotsDamer Hohenzollernfamilie fabriziert wurde, möglich, wahrschein lich fogar, daß es beauftragte Arbeit honorierter Fürstenlataien ist. Drei Säße seien festgehalten. Die Wahrheit ist, daß der Staat vom Königshause Forst. und Landbesig, der nach amtlicher Schäßung 52 Millionen Mark wert ist, für 30 millionen, also wenig mehr als die Hälfte faufen will. Der Staat macht hierbei noch einen Gewinn von 22 mil lionen." Die organisierten Nacht- Wursthändler. Zu unseren Ausführungen über den nächtlichen Berliner Handel teilt man uns mil, daß sich ein beträchtlicher Teil dieser Händler neuerdings organisiert und zur Vereinigung der Berliner Nacht Burst= händler" zusammengeschlossen hat. 3 Gnges und fein Ring" im Rundfunt. Das intereffante Seb. belfche Stück, das am Sonntag abend im Rahmen des Berliner Radioprogramms zur Aufführung fam, trägt stärker als alle anderen Werte seines Dichters die Spuren des tiefen Pessimismus, aus dem es unter schweren Kämpfen geboren worden ist. Werner Rrauß sprach den Kandaules im reinsten Hebbelschen Sinn: als einen zwischen Hemmung und Entschluß wankenden König, dem die Fähigkeit zu eigen, sich im flarsten Feuer seiner Idee zu hoher Be geisterung aufschwingen zu fönnen. Lothar Müthel war als Gnges edel im Wort. Fritta Brod gab der Königin Rhodope einen um eine Nuance au ausgeprägten femininen Zug, aber fie wirfte angenehm durch ihre großen stimmlichen Qualitäten. Meinhart Mauer( Rarna) und Rose Lichtenstein( hero) stellten Menschenleben ausgeprägten Charafters. Die zur Handlung gehörige Mujit schrieb Walter Bransen, die aber vielleicht für Hebbel zu romantisch, zu wagnerhaft flang. Eine Modenschau in Moabif. Das Kaufbaus Mar Gie.fent. Turmstr. 42, bat am Montag in einer Modenschau im faTheater, Turmstraße, feinen Kundinnen die neuesten Frühjahre. fleiber gezeigt. Eingerahmt in fünstlerische Gesangs- und Tanz barbietungen stellte sich eine Anzahl Mannequins den Besucherinnen Na also, die Fürsten also werden übervorteilt. Diefe felben mit Kleidern, Kostümen und Mänteln vor, die das Bestreben der Fürsten, die sich Güter, Schlösser und Sammlungen( Flatow- Firma erkennen ließen, bei bester Qualität und kleidiamer AusKrojante, Dels, Schafsammlung usw. usw.) widerrechtlich durchführung wirklich Breiswertes zu bieten. Der überwiegende Kabinettsordre" aneigneten, die bedenkenlos zusammenstahlen, was ihnen unter die Finger fam, will man übers Ohr hauen. Ist die Dummheit oder die Frechheit des profürstlichen Anonymus eine größere? Weiter: „ Es ist nicht wahr, daß das Königshaus irgend eine Aufwertung auch nur geringsten Maßes erhält." Tatsache ist, daß die fürstlichen Volksausplünderer von 100 Broz. aufmärts bis zu 1500 Proz. Aufwertung erfahren haben. „ Der Antrag der vereinigten Sozialdemokraten und Kommu niften auf entschädigungslose Enteignung auch der restlichen 17 Broz.(?!) burch Boltsentscheid ist glatter Raub." Da haben wir's. Nicht der Mörder, nein der Ermordete ist schuldig. Also ins Zuchthaus mit denjenigen, die den Fürsten den Millionendiebstahl verwehren wollen. Die Spaziergänge" der Donkosaken. Ruffische Einbrecher. Aus ehemaligen russischen Kriegsge fangenen setzte sich eine Einbrecherbande zusammen, die nach und nach von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht wurde. Bor einigen Wochen wurden ein 37 Jahre alter Alexander Gautschow und ein 35 Jahre alter Jakob Bantom festgenommen, als sie früh morgens mit gefüllten Rucksäcken von einem Einbruch in Budom nach Berlin zurückkamen. Gestern gelang es Beamten der Fahndungsinspektion, am Schlesischen Bahnhof zwei weitere Mitglieder der Bande, ehemalige Dontosaten, Iwan Kulanzew und Stafinowski, zu ergreifen, als sie ebenfalls mit Bateten beladen von einem Ausflug" zurückkehrten. In ihren Wohnungen in der Müncheberger und Sophienstraße fanden die Beamten noch andere Sachen, die von Einbrüchen herrühren, besonders Bett- und Tischwäsche aus Damaft. Die Russen blieben nach Kriegsende in Deutsch land, arbeiteten zunächst auf dem Lande, famen dann nach Berlin und mußten jetzt die Ortskenntnisse, die sie bei der Arbeit in Bommern, Mecklenburg usm. erworben hatten, zu Einbrüchen aus. Die gestohlenen Sachen tönnen im Zimmer 79 des Polizeipräsidiums von Bestohlenen besichtigt werden. Sie stammen zum Teil vielleicht auch aus Berliner Bororten. Keine Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten? Der Kampf der organisierten Berliner Aerzteschaft gegen die Bolksgesundheit nimmt immer grotestere Formen an. So wird jegt in Nr. 8 der Deutschen Medizinischen Wochenschrift" folgende Eingabe an den Berliner Magistrat veröffentlicht: Die Facharzt. gruppe für Haut- und Geschlechtsfrankheiten bei der wirtschaftlichen Abteilung des Groß- Berliner Aerztebundes, zusammen mit dem Borstand der Berliner dermatologischen Gesellschaft hat an den Magiftrat die Bitte gerichtet, die lediglich als Kriegsmaßnahme errichteten Ambulatorien für Geschlechtstrantheiten an den städtischen Krantenhäusern Moabit, Urban und Friedrichshain aufzuheben, ba jest eine große Sahl von Fachärzten für Kaffenmitglieder und Unbemittelte in allen Stadt gegenden zur Verfügung steht." Dieses Verlangen aus rein materiellen Wünschen der Berliner Aerztefchaft ist um so unverantwortlicher, als die Behandlung unbemittelter, b. h. Patienten, bie tein Honorar zahlen fönnen, den standestreuen Aerzten auf Grund verschiedener Urteile der berüchtigten Ehrengerichte verboten ist. Hoffentlich gibt die linke Mehrheit der Berliner Stadtverordnetenversammlung auf dieses unerhörte Verlangen der berühmten Hüter der deutschen Boltsaejundheit" eine folche Antwort, daß den Herrschaften fürder. hin eine Befämpfung fozialhygienisch wichtiger Behandlungsstellen, hin eine Bekämpfung fozialhygienisch wichtiger Behandlungsstellen, die im Interesse der notleidenden Bevölkerung geschaffen worden sind, vergeht. Teil des Gezeigten bewegte sich auf einer Preisstufe, der für den Kundenkreis des Kaufhauses erschwinglich sein dürfte. Uebertriebene Eleganz war ebenio ausgeschaltet, wie geschmadlose Modetorheiten. Die Abteilung der Garlen- und Bilanzenfreunde der Deutschen Gartenbau Gefellichait veranstaltet als Einleitung für die auch in diesem Jahre wieder in dessen borzunehmende Ballonschmudprämiierung einen Ballonabend Rahmen die Herren Dbergartenmeister Böhme und K. Geisler am Donnerstag. den 4. März, abends 7 Uhr, im Hörsaal 6 der Landwirtschaftlichen Hoch Ichule, Berlin N4, Invalidenftr. 42, amei interessante Vorträge über die Pflege von Ballon und Sierpflanzen halten werden. Der Eintritt ist für jedermann frei. Genossenschaftliche Kundgebung der Konsumgenossenschaft Berlin und umgegend am Sonnabend, ben 6. März, abends 8 Uhr, in der Schulaula in Schöneberg, Belziger Straße, Ede Eisenacher Straße. Mit wirkende: Schöneberger Männerchor Freundschaft". Mitglieder, Freunde und Anhänger der Bewegung werden um zahlreiche Beteiligung gebeten. Das Schülertonzert des Bezirks Prenzlauer Berg, über das wir berichteten, wurde, wie hier richtigstellend bemerkt sei, von dem Mufillehrer Krengel nicht Brengel) geübt. Jubiläum. Am Montag, ben 1. März, feierte der Lagerverwalter Genoffe Abolf Liebold, fein 25jähriges Jubiläum in der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Ronfumverein in Spandau. Seiner vorbildlichen Pflichterfüllung in der Genossenschaftsbewegung sei bei dieser Gelegenheit befonders gedacht. Funkbildübertragung in München. Der Münchener Rundfunksender wird demnächst täglich im Anschluß an den Wetterbericht die Wetterkarte ber Bayerischen Landeswetterwarte dra bt bilblich übermitteln. ein Bildempfangsgerät( System Diedmann) anschließen lassen. Diefes fest dann selbsttätig mit Hilfe eines Stiftes die Karte auf ein Blatt Papier um. München ist die erste Stadt, die eine draht lose Bilbübermittlung einführt. Die drahtlose Berständigung mit Amerika ist durch Versuche, die am vergangenen Sonntag zwischen Berlin und New York Bei den üblichen gemacht wurden, wesentlich gefördert worden. Sonntags- Empfangsveriudhen der Berliner Funkstelle ist es ge Lungen, den Dupler- Telephonie- Berkehr London- New York, der auf elle 4000 meter stattfindet, mit erstaunlicher Klarheit au empfangen. New Yort war io laut, als wenn man in Berlin ein Stadtgespräch führen würde. Da die Lautstärke nur mit angeschalteter Erde, also ganz ohne Antenne, erreicht wurde, iſt anzunehmen, daß jeder Amateur, der fiber einen DreiröhrenEmpfänger verfügt, und einen Wellenbereich bis 6000 Meter bestreicht, diese Verfuche mit abhören kann. Neunundzwanzig Jahre Zuchthaus für Brandstiftung. Zu einem außerordentlichen friminalistischen Ereignis wurde die Schwur. gerichtsperiode in Flensburg in der vergangenen Woche. Neun Anflagen waren insgesamt erhoben, davon lauteten sieben auf Brandstiftung, die untereinander in feinem Zusammenhang stehen. Alle wegen Brandstiftung erhabenen Anflagen führten zur Berurteilung und es wurden insgesamt 29 Jahre Zuchthaus verhängt. Die Brandstiftungs- Schwurgerichtsperiede der vergange nen Woche in Flensburg ist ein Ereignis, wie es in der Kriminal geschichte Deutschlands noch nicht vorgekommen fein dürfte. Geschäftliche Mitteilungen. In dem Tennismatch zwischen Susanne Lenglen und Selen Bills am 16. Februar 1926 in Cannes Spielten beide Metterinnen mit Dunlop- Tennis bällen. Der Dunlop- Tennisball ftellt eine neue Erfindung dar. Er ist im Gegenfas zu den übrigen im Hanbel befindlichen Bällen pfropfenlos, fo daß er weber im Spiel noch durch längere Lagerung irgendwelcher Beränderung in bezug auf Elastizität, Sprunghöhe, Durchmesser und Gewicht unterworfen ist. Arbeiter Sport Ein kommunistisches Sportmanöver. Die Stadt Berlin plant auch in diesem Jahre wieder eine Sportwerbewoche. Im vorigen Jahre lehnten die Arbeiter Sportler eine Beteiligung ab, weil ihnen zugemutet wurde, mit den bürgerlichen Vereinen gemeinsam zu demonstrieren. bleiben. Schöneberg feierte seit langer Seit wieder einen Sieg. Behlendorfer Ballspiel- Club mußte fich mit 4: 1 gefchlagen bekennen. Teltom fiegte über Bilmersdorfer. Charlottenburg 30g Neuköllner Ballspiel- Klub mit 2: 0. Mit 5: 2 schlug Rüstig- Borwärts dic mit 3: 5 gegen Wader- Lankwig den fürzeren. Schmargendorf verlor gegen Jüterbog mit 0: 3. A.-Z. z. Sp.-B. Pankow. Dienstag, 2. März, 8 Uhr, findet im BereinsTotal eine Sigung sämtlicher Vereinsfunktionäre statt. Bichelsberger Ruder- Gesellschaft 1914. Dienstag, 2. März, 8% Uhr, bei Nun erhebt die Rote Fahne" ein gewaltiges Geschrei, die Sportwerbewoche solle diesmal nur mit Arbeitersportlern Bohne, Charlottenburg, Schloßstraße, Mitgliederversammlung. gemacht werden. Wir können begreifen, daß die Sportabteilung in der KPD.- Zentrale ihre Eristenzberechtigung nachweisen will, und deshalb von allen möglichen Sportvereinen, die ihr nahestehen, dicke Resolutionen in ihrem Sinne fassen läßt, die dann großspurig in dem Bolschemiftenorgan abgedruckt werden. Eine andere Frage ist allerdings, ob die Möglichkeit besteht, den Magiftrat zu zwingen, die Werbewoche nur mit Arbeitersportlern zu machen. Es dürfte in der Roten Fahne" wenigftens einen Menschen geben, der den Geschäftsgang bei den Stadtverordneten und dem Magistrat fennt, er müßte dann feinen Redaktionskollegen Auftlärung geben fönnen. Einem Beschluß der Arbeitermehrheit im Roten Hause müßte fich nämlich auch der Magistrat anschließen, foll er zur Ausführung gelangen. Wie aber, wenn der Magistrat es nicht tut? Wollen die Sportvereine dann etwa mit ihren Bogabteilungen eine Demonstration beim Oberbürgermeister veranstalten? Freie Schwimmer Charlottenburg. Monatsversammlung Dienstag, 2. März, 8 Uhr, bei Rippel, Grün-, Ede Kirchstraße. Touristenverein Die Naturfreude", Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Die Stadt Berlin unterstüßt bürgerliche Klubs ebenso wie Arbeitersportvereine und deshalb braucht sich feine von beiden Gattungen ausschalten lassen. Das Einfachste wäre, wenn sich Arbeitersportler und Bürgerliche in die Sportwoche teilen würden. Vielleicht könnten in der ersten Hälfte die Arbeiter. vereine ihre Absichten demonstrieren und in den letzten Tagen der Boche die Bürgerlichen. Wenn dabei jede Gruppe dort wirbt, wo sie glaubt, die meisten Anhänger gewinnen zu fönnen, wäre das nur flug und praktisch. Die Arbeitersportler fönnten ruhig im Friedrichs- und Humboldthain ihre Vorführungen veranstalten, wohingegen die bürgerlichen Refordklubs unseretwegen vor dem Café Wilhelma Pyramiden bauen fönnen. So ängstlich wie die Rote Fahne" und die Kommunisten sind wir nicht. Die Arbeitersportler haben nach unserer Meinung nichts zu versteden. Sie fönnen sich gegen die bürgerlichen Vereine sehr gut behaupten, auch an verschiedenen Tagen. Das ganze Manöver der KPD.- Zentrale und das begleitende Geschrei der Roten Fahne" dient nur dem 3wed, die Sozial demokraten wieder einmal zu entlarven. Dazu gehören allerdings zwei: einer der entlarven will und einer, der fich entlarven läßt. Den zweiten muß die KPD. erst noch finden. Mehr Sicherheit für Wassersportler. Bie lange noch, und auf allen Wasserläufen um Berlin üben die Wassersportler, Ruderer und Ranufahrer ihrer gefunden Sport wieder aus. Neben den wilden Fahrern, die mit ihrem meist turslosen Umherplätschern die sport- und vernunftgemäß fahrenden Wassersportler belästigen und sich und andere in Gefahr bringen, sind es besonders die motorboote, die gleich ihren Schwestern auf der Landstraße Tod und Berderben" verbreiten. Die schnellen Autoboote, mit ſtarten Motorenanlagen ausge rüftet, rafen über das Waffer bahin, hinter fich einen Wellenwinkel verbreitend, der den Ruder und Baddelbooten oft sehr gefähr lich wird. Die Herrschaften machen sich noch einen besonderen Spaß daraus, möglichst dicht an den kleinen handgetriebenen Gahr zeugen vorbeizurafen. Im Umfehen ist so ein Boot von den Wellen vollgeschlagen und das Unglück ist geschehen. Eine Feststellung des Autobootes ist in den allermeisten Fällen unmöglich, da sie schnell verschwunden sind. Auch dritte Personen vermögen aus dem cleichen Grunde nichts zu unternehmen. Einen Namen führen die Slutoboote meist nur in fleiner Schrift am Bug, als Flagge weht die nichts( oder viel) besagende schwarzweißrote Monarchistenfahne am Hed. 3u fordern ist, daß die Motorboote mit Nummer. schildern versehen sein müssen, ebenso wie es für die Motorräder Vorschrift ist. Diese Schilder sollten am Bug in der Längsachse des Bootes und am Hed( Spiegel) quer angebracht sein. Dadurch wird eine Feststellung des Bootes und seines verantwort lichen Besizers sehr erleichtert, vielleicht in den meisten Fällen über haupt erst möglich. Eine derartige Anordnung zu treffen, bedarf es nur einer Berfügung der Wasserpolizei. Ale Baffersportler Mittwoch, 3. März, Funktionärversammlung in der Schule Weinmeisterfte. 16/17. Einlaß nur gegen Borzeigung des Funktionärausweises. Abt. Wedding: Dienstag, 2. März, im Heim Lütticher Str. 48, Vortrag des Genossen Dr. Mag Schütte: Ferdinand Lassalle". Anfang 8 Uhr. Gäste willkommen. Freitag, 5. März, 8 Uhr, im Schiller- Lyzeum, gemeinsame Sprechchorprobe mit Gesund brunnen. Alle Genossen müssen erscheinen. Abt. Norben: Dienstag, 2. März, im Heim Sonnenburger Str. 20, Schule ,,, Etwas für alle". Gäste find herz lichst eingeladen. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 4. März, 7% Uhr, im Jugendheim Danziger Str. 23, Vortrag des Genossen Ganswindt über Das Denken, seine Entstehung und Entwicklung". Freunde unserer Bewegung find herzlichst eingeladen. 3. März, 7% Uhr, Uebungsstunde beim Genoffen Lehmann in der Gaudystr. 21. Musikgemeinschaft des Werbebezirks Rorben: Mittwoch, Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Mitte. Unser Spiellokal befindet sich ab Mittwoch, 3. März, bei Polzin, Gormannstr. 14. Gäste sind uns immer will tommen. Ausschreibung zum Jiu- Jitsu- Turnier im Mittelgewicht! Die Sportliche Vereinigung Nord- Ost veranstaltet am Sonntag, 7. März, ein Jiu- JitsuTurnier im Mittelgewicht( bis 145 Pfund) in der Sporthalle Christburger Straße 7. Abwiegen der Teilnehmer vormittags 10 Uhr. Beginn der Borfämpfe um 10 Uhr. Die Endkämpfe finden abends 6 Uhr bortselbst statt. Aus der Ronkurrenz scheidet aus, wer erlitten hat: awei Niederlagen ober eine Niederlage und zwei Unentschieden oder drei Unentschieden. Rampfbauer 2mal Minuten mit 2 Minuten Bause. Meldungen von Brudervereinen erbeten an die Geschäftsstelle, Restaurant Woitet, NO. 55, Christburger Str. 42. Anschließend finden fleben Einladungskämpfe im Bogen statt. Jiu- Jitsu Leht gang! Am Montag, 15. März, beginnt wieder ein Anfängerkursus für Jugend liche und Erwachsene in der Turnhalle Chriftburger Str. 7. Da wir nur eine beschränkte Anzahl zulaffen, bitten wir um zeitige Anmeldungen. 7. Bezirk. Bezirksfartellgeneralversammlung Mittwoch, 3. März, 7½ Uhr, in der Aula der Gemeindeschule Oranienstraße. 1. Werksport. Referent Baul Robel. 2. Berichte. 3. Verschiedenes. Damen- Schwimmverein Berlin 1923. Uebungsstunde jeden Mittwoch von 6-7 Uhr in der Städtischen Badeanstalt Oberberger Straße. Gigungen jeden Freitag nach dem 1. d. Monats, 8 Uhr, im ,, Raftanienwäldchen", Rastanienallee. Ruberverein ,, Borwärts", e. B., Oberschöneweide, Wilhelmstrand. Nächste befchließende Monatsversammlung Sonntag, 7. März, 4 Uhr, im Bootshause. Freie Turnerschaft Wilmersdorf. Vereinsheim: Turn- und Sportplat Wurttembergische Str. 54. Soden: Jeden Freitag 8 Uhr Sigung. Leichtathleten: geben 1. Dienstag im Monat Sisung, 8 Uhr; außerdem Mittwochs ab 8 Ulyr Sallentraining. Mufit: Jeden Dienstag ab 8 Uhr Spielabend. Fußball: Männer jeden Donnerstag ab 8 Uhr Gizung, Jugend feben Freitag ab 8 Uhr Sigung, Schüler jeden Sonnabend von 6-7 Uhr Gigung. Schach: Jeden Donnerstag ab 8 Uhr. Tambourforps: Jeden Mittwoch ab 8 Uhr. Alles im Bereinsheim. Die Turnabteilungen turnen: Abt. 1: Turnhalle Gieselerstraße, Gemeindeschule 1, untere TurnhaII e. Männer jeden Dienstag und Frei tag ab 8-10 Uhr, Jugend vorläufig mit den Männern zusammen, Anaben jeden Dienstag und Freitag von 6-8 Uhr, Mädchen jeben Montag und Donnerstag von 6-8 Uhr. Abt. 2: Turnhalle Joachim- Friedrich- Str. 35/36, re Turnhalle. Männer und Jugend jeden Dienstag und Freitag Don 8-10 Uhr, Knaben jeden Dienstag und Freitag von 6-8 Uhr, Mädchen ieben Montag und Donnerstag von 6-8 Uhr, Frauenabteilung und Jung mädchen jeden Montag ab 8 Uhr Turnhalle Gieselerstraße, Gemeindeschule, ieben Donnerstag ab 8 Uhr Turnhalle Joachim- Friedrich- Straße. Arbeiter- Sport- und Kultur- Kartell Weißensee, Mittwoch, 3. März, 18 Uhr, bei Gallas, Beißensee, Lehderstraße 122, Kartellvollfigung. Vortrag über Leibes übungen usw. Athletik- Sport- Club. Dienstag, 2. März, nach bem Baben Borftandsnigung. Freitag, 5. März, Monatsversammlung bei Lehnigt, Mühlenstraße, Ede Brommybrilde. Die Trainingstage des AGC. find im Mära folgende: Männer Montags 8-10 Uhr Rathausallee, Neue Strugallee; Donnerstags 18 Uhr Wichteplak, Baumschulenweg, Waldlauf. Jugend Donnerstag 8-10 Uhr leber mallftr. 12. Frauen Donnerstags 8-10 Uhr Riefholaftr. 46. Schüler Donners tags 6-8 Uhr Kiefholaftr. 46. Dienstags 8 Uhr Babeabend Schillingsbrüde. Sonntags 10 Uhr Waldlauf, Fichteplak. Baumschulenmeg. beginnt wieder einen Lehrgang für Anfänger. Anmeldungen Dienstag, Donners. Jiu- Jitsu- Lehrkurse. Die Jiu- Jitsu Abteilung des Sportklub Libertas 36" tag und Freitag von 8-10 Uhr in der Turnhalle Charlottenburg. Spreestr. 29, fowie im Bereinslotal Rippel, Grünstr. 10, Ede Kirchstraße. Als Rurfustag tommt nur Donnerstag in Frage. Donnerstag, 4. März, beginnt in Wilmers borf auf dem Sportplak der Freien Turnerfchaft, Württembergische, Ede Rähringer Straße, ebenfalls ein Rurfus. Anmeldungen an ben Plasmart erbeten. Rurfustag: Donnerstags von 8-10 Uhr abends. Ferner haben mir auf viel fachen Wunsch eine Bogabteilung eröffnet. Uebungsabende Dienstag, Donners tag und Freitag von 8-10 Uhr in obiger Turnhalle. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. In der Jahres- Generalversammlung wurden gewählt: 1. Bonfitender: Frik Stühm, Neukölln, Pannierstr. 13; 2. Borfitzender: Karl Rofel, N. 31, Ramlerstr. 29. Alle Anschriften der Brudervereine fowie der Arbeiterorganisationen bete. Mitwirkung usw. find in Zukunft an den 2. Borfigenden Rarl Rofel zu richten, der alle Innenangelegenheiten des Vereins bearbeitet. ermarten in dieser Angelegenheit noch für diesen Sommer ein Ein- Parteinachrichten greifen der Polizei! Aufruf an fämtliche Wasserfreunde des 9. Berwaltungsbezirks. Um auch in Wilmersdorf dem Wassersport die gebührende Achtung zu verschaffen, hat sich die Freie Turnerschaft Wilmers dorf" entschlossen, eine Schwimmabteilung ins Leben zu rufen. Schwimmer und solche, die das Schwimmen erlernen wollen, sind jederzeit willkommen. Ueber alles nähere entscheidet die zum Montag, den 15. März, abends 8 Uhr, im Turnerheim, Wilmers dorf, Württembergische Straße 54, einberufene Bersammlung. Inter effenten, welche Lust und Liebe zur Sache haben, werden hiermit zur Besprechung am genannten Tage herzlichst eingeladen. Ausfunft jederzeit bei obengenannter Adresse. An die Aerzte- und Sporflehrerschaft der Arbeiterbewegung im 1. Kreis des Arbeiterturn- und Sportbundes, Berlin- Branden burg. An Sport interessierte Aerzte, Sportlehrer und mit Sport vertraute Maffeure, die Leser dieser Zeitung sind, werden gebeten, ihre Adresse an den Unterzeichneten zu senden. Wir bedürfen ihrer Mitarbeit für unsere sich sehr start ausbreitende Bewegung. Der Sportausschußber Leichtathletitvereinigung. J. A.: Erich Lippert, Berlin- Lichtenberg, Mozartstraße 7, D. III L Inferner Waldlauf des Sportvereins Moabit. Bei gutem Wetter fand am Sonntag der interne Baldlauf des Sportvereins Moabit in ber Jungfernheide statt. Während die Sportlerinnen ihre Strede( 1000 meter) geschlossen durchliefen, wurde der Lauf für Jugendliche und Männer als Borgabelauf ausgetragen. Die Malleute hatten dabei Borgaben bis 1½ Minuten( Jugend) und 3 Minuten( Männer) aufzuholen. Für Schüler und Schülerinnen fand eine Schnitzeljagd statt, mobei es der Meute gelang, die Füchse zu fangen. Nachstehend die Resultate: Jugend( elma 3 Rilometer): 1. Bankmann( Mal) 12: 25,4 Min; 2. Mertin( 1 Minute Borgabe) 10 Meter zurück; 3. Schröder(% Minute Borgabe). Männer ( etwa 5 Kilometer): 1.. Blantenburg( Mal) 16: 23,2 min.; 2. Schol;(% Min. Vorgabe) 15 Meter zurück; 3. Bendin( Germen. dorf)( Mal); 4. Knofpe( Mal): 5. Henschel( ¼ Min. Vorgabe); 6. W. Blankenburg( ½ Min. Vorgabe). Fußballresultate vom 28. Februar. Der niebergegangene Regen machte verfchiebene take friefunfähig, fo bag biele Spiele ausfielen, Belten fonnte ben Sportverein Eisenfpalterei ficher mit 5: 0 fchlagen, Abler 08 gewonn gegen Arbeiter- Turnverein Pantom überlegen mit 9: 2. Minerna flug Fichte- Gefundbrunnen nach intereffantem Spiel perlauf mit 4: 2. Boruffa mußte fich von Bantow 08 mit 2: 4 gefchlagen be ennen. Amateure gewann gegen Siemensstadt fider mit 7: 3. 9ur Inapp flegte Tegel 24 über Birkenwerder mit 3: 2. Jm Often tommt die Niederlage Adlershofs überraschend. Luftig- Fibel fonnte mit 2: 1 fliegreich bleiben. Mit dem gleichen Resultat schlug Stralau ble Alt- Oltenider. Verein für Bewegungs spiele mußte vom Treptower Ballfple- Club eine empfindliche 2: 8- Rieberlage einsteden. Trok teilweiser Ueberlegenheit unterlag Meißenfee gegen Tasmania mit 0: 3. Retfchendorf mukte sich von Brandenburg 02 mit 1: 6 geschlagen bekennen, Lichtenberg III fonnte die Friedrichshagener mit 6: 1 gefchlagen verlassen. Erwartungsgemäß schlua Sparta die Beißenfeer Germania mit 5: 1. Der Bundesneuling Cintracht Neutöln zeigte im Spiel gegen Bertha 22, daß er fehr gutes Material befint. Mit 8: 3 trennten fich ble Gegner. Saboma und Lichtenberg II trennten sich unentschieden 1: 1. Tasmania 2 gegen Adler- MahlsDorf 12: 8. Südwesten: Berolina fonnte gegen Nowawes mit 2: 0 fiegreich Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat. 2. Hof, 2 Trep. rechts, au richten 1. Atreis Mitte. Mittwoch, den 3. März, abends 8 Uhr, im Rosenthaler Sof. Rofenthaler Str. 11-12, Bersammlung aller Parteimitglieder aus ben Wohlfahrts- und Jugendkommissionen der Bezirksvorsteher, Schiedsmänner, Mieterbeifizer, Bürgerdeputierten, Bezirks- und Stadtverordneten. Referent Stadtrat Dr. Treitel. 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, den 3. März, abends 6% Uhr, Bezirks versammlung im Rathaus, Königstraße, Stadtverordnetenfißungsfaal. Einlaßkarten ab 6 Uhr beim Genossen Fischer, Eingang Spandauer Straße. Mitgliedsbuch dient als Legitimation. 6. Kreis Kreuzberg. Mittwoch, den 3. März, abends 6% Uhr, Fontane promenade, Am Urban, Abmarsch zum Propagandaumzug. Arbeiter fänger des 6. Kreises melden sich bei der Arcisleitung aweds Einreihung in den Demonstrationszug. Gesungen wird: Ich warte Dein". 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, den 3. März, abends 7% Uhr, Maifeier ausschußigung im Jugendheim Rosinenstr. 4. Jede Abteilung muß ver. treten sein. Abteilungsleiter Material abholen am Dienstag, 2. Mära. im Jugendheim Rosinenstr. 4. Bei Bunge melden. 47. bt. Sämtliche Genoffinnen und Genoffer nehmen abends 6% Uhr an der Demonstration teil. Gammelpunkt Fontanepromenade. Die Ordner pünktlich 6% Uhr mit Armbinden. Charlottenburg. 56. Abt. 7% Uhr bei Liersch, Rantstr. 62, Funktionärsizung. 58. Abt. 7½ Uhr in der Rankestr. 4, vorn 4 Treppen, wichtige Funktio närsigung. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr Extrazahlabend bei Grocza, Hubertusbader Str. 8. Alle Genoffen müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. 68. Abt. Halensee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42, 8ahlabend. Vortrag: Wie führen wir das Volksbegehren durch?" Referent Waldemar von Buttkamer. Wilmersdorf. 69. Abt. 8 Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, Mitgliederversammlung. Vortrag: Der Völkerbund". Referent: Otto Nach. 70. Abt. 8 Uhr bei Kroihs, Holsteinische Str. 60, außerordentliche Mitgliederversammlung. Vortrag: Wie führen mi das Boltsbegehren durch?" Referent Dr. Posner. 72. Abt. 7% Uhr bei Schaefer, Augustaftr. 31, Mitgliederversammlung. Referent Richard Krille, Stadtverordneter, über: ,, Boltsbegehren und Bolfsentscheid". Schöneberg. 78. Abt. 8 Uhr 8ahlabend. 1. Bezirk: Wandtke, Bahnstr. 25. 2. Bezirk: Rillmer, Hauptstr. 8. 3. Bezirk: König, Feurig-, Ede PrinzGeorg- Straße. 4. Bezirk: Rosenthal, Ebersstr. 66. 79. Abt. 7% Uhr Sonderzahlabende. 1. Bezirk: Grunow, Geßlerstr. 13. Referent Genosse Schwerjenz. 4. bis 6. Bezirk: Groß, Sedanstr. 17. Referent Genosse Wendt. 7. Bezirk: Podszus, Sachfendamm, Ede Reichardtstraße. Referent Wilhelm Richter. 8. Bezirk: Siedlung Lindenhof im Lokal von Achtenhagen, Röblingstraße. Referent Bernhard Krüger. Thema:„ Die politische Lage und das Boltsbegehren". 82. Abt. Steglig. 7% Uhr bei Thiele, Ringstraße, Ede Albrechtstraße, Vorstands- und Funktionärsigung. Die Gewerkschaftsfunktionäre müssen eben. falls erfcheinen. 94. Abt. Neukölln. 7½ Uhr 8ahlabende in den bekannten Lokalen. Alle Mitglieder müffen erscheinen. 104. Abt. Niederschöneweibe. 6 Uhr bei Thiele, Berliner Str. 38, wichtige Sandzettelverbreitung. Alle Genoffen und die Jugendgenossen müssen sich beteiligen. 111. Abt. Bohnsdorf. 8 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße, erweiterte Borstandssitung mit Teilnahme sämtlicher Unterbezirksführer. 123. Abt. Saulsdorf. Alle Genoffen, die Zeit haben, und alle Arbeitslosen treffen fich nachmittags 2 Uhr bei Sübener, Bahnhofstraße. 141. Abt. Rosenthal. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Möller, am Bahnhof. Tagesordnung: Besprechung des Volksbegehrens. Außerdem Vortrag: Wirtschaftspolitische Fragen". Referent Paul Judrian. * 37. Abt. Flugblattverbreitung am Sonnabend, den 6. März, nachmittags ab 5 Uhr, bei Pfeiffer, Hausburgstr. 2. Die Bezirksführer werden ersucht, einzuladen. 42. Abt. Achtung, Bezirksführer! Handzettel aur öffentlichen Bersammlung am Freitag, den 5. März, liegen bereit zur Abholung bei Wiersdorff, Urbanftr. 6. 98. Abt. Neukölln, Donnerstag, den 4. März, 7% Uhr, bei Teich, Knefebedftraße 185, wichtige Funktionärsitzung. Die Bezirksführer laden ein. Frauenveranstaltungen. 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, den 3. März, abends 7% Uhr, bei Bogel, Spreestraße, Bortrag: Die Geschichte der Frauenbewegung. Referentin Hedwig Wachenheim. Die Funktionärinnen werden gebeten, eine halbe Stunde früher zu erscheinen zweds Besprechung über die Werbewoche. * Bereinigung sozialdemokratischer Studenten. Dienstag, den 2. März, 8 Uhr, im sozialwissenschaftlichen Klub, Wilhelmstr. 48, Schluß der Arbeitsgemeinfchaft über: Renners Wirtschaft als Gesamtprozeß und Sozialisierung". Anschließend gemütliches Beisammensein. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Neukölln. Der Rurfus über Basteln und Bauen fällt am Mittwoch, den 3. März, aus und findet dafür am Mittwoch, den 10. März, pünktlich 74 Uhr, statt. Jungsozialisten, Gruppe Tempelhof- Mariendorf. Gemeinsame Beteiligung an der öffentlichen Bersammlung in Tempelhof. Gruppe Süben. Dienstag, den 2. März, 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Literarischer Abend. Genosse Oschilewsti spricht über: Frauenlyrit". 19. Kreis Bantom. Außerordentlicher Frauenabend Mittwoch, den 3. März, 7 Uhr, bei Mees, Pankow, Berliner Straße, Ede Lindenpromenade. Wichtige Tagesordnung. Sport. Deutsche Eishockey- Meisterschaffen. Am Sonntag nachmittag nahmen die Eishodeitämpfe um die Meisterschaft von Deutschland ihren Anfang. Die Königsberger Städtemannschaft trat gegen den Münchener Eislaufverein an. Die Königsberger gefielen durch ihr flottes Bufammenspiel und fonnten mit 2: 0 Toren in die Halbzeit gehen. Rönigsberg blieb mit 2: 0 Toren Sieger. Dann erschienen der Leipziger Sport- Club" und der Sport- Club Charlottenburg" in der Eisarena. Geschickt vermochten die SCC. gleich zu Beginn des Spieles das Kampffeld vor das Leipziger Tor zu verlegen. Der Leipziger Torwächter ist sehr gut, fann jedoch nicht verhindern, dah die SCC.er bis zur Halbzeit zweimal ins Tor landen. Nach der Pause fchießen die Berliner noch dreimal erfolgreich. Den Leipzigern bleibt das Ehrentor versagt. Resultat: 5: 0 Tore für SCC.- Berlin. In den Abendkämpfen trat der Berliner Schlittschuh- Club" ( BSC.) gegen die Königsberger Städtemannschaft" an. Mit 5: 1 Tor für BSC. wird bei Halbzeit abgepfiffen. Nach der Bause entwickeln die BSC. ein geradezu mörderisches Tempo. Mit der außergewöhnlich hohen Torzahl von 13: 1 gehen die Berliner unter Beifall aus dem Spiel. Den Schluß des Abends bildete der Kampf des Sport- Clubs Rießersee. Das Resultat des Spiels 4: 1 für SCC.- Berlin fann immerhin als lleberraschungsfieg bezeichnet werden. Europameisterschaft im Mittelgewicht. Am 10. März wird im Berliner Sportpalast die Europameisterschaft im Mittelgewicht zwischen dem belgischen Meister René Devos und dem deutschen Mittelgewichtsmeicher Hein Domgörgen ausgetranen. Den weiteren Kämpfen des Abends wird u. a. der deutsche Schwergewichtler Sakmann gegen den australischen Schwergewichtsmeister Bladie Miller in den Ring steigen. Eine Waffersportausstellung in Potsdam. Wie im Vorjahre wird vom Magistrat der Stadt Potsdam auch in diesem Jahre wieder eine Algemeine affersportausstellung veranstaltet. Beteiligt ab der Berein der FlußSchiffswerften Deutschlands, der Reichsverband der Matemobilindustrie, der Berband Deutscher Luftfahrzeuginduftrieller ub die affersportverbände. Die Ausstellung findet te im Baujahre auf dem Sportplatz Luftschiffhafen" statt. Er tumantelbar am fünf Kiloder Stadt gehörigen, etwa 100 Morgen große Sand- und Baffermeter langen und ein Kilometer breffen Templiner See mit 1000 Meter Wasserfront gelegen. Als Termin ft wiederum die Pfingst11. Kreis Schöneberg- friedenau. Dienstag, den 2. März, abends 8 Uhr, Beitungstommiffionsfigung in der Spedition Belziger Straße. Abteilungs. leiter, Sandzettel und Blakate abholen am Dienstag, den 2. März, nachzeit gemählt worden, so daß in die Zeitfpanne vom 8. bis 25. Mai mittags bis um 6 Uhr in der Spedition Belziger Straße. 14. Kreis Neukölln. Seute, Dienstag, 2. März, abends pünktlich 7% Uhe, beginnt in der Mädchenmittelschule, Reutölin, Donauftr. 120, ber Rurfus bes Genossen Krauß über Wirtschaftsgeschichte". Teilnehmerkarten find ani Eingang des Schullokals zu haben. Sörgebillyr 1 M. Heute, Dienstag, den 2. März: 6. st. 7 Uhr Bezirksführer Handzettel und Material abholen bet Dobroblam, Swinemüber Str. 11. 9. Abt. Handzettelverbreitung aur öffentlichen Versammlung abends von 6-7 Uhr bei Hübner, Wilsnader Str. 84. 43. Abt. 7 Uhr bei Wienziers. Reichenberger Str. 104, müssen fämtliche Ge. noffen sich einfinden zur Materialverbreitung. 19. Kreis Pankow. Am Mittwoch, den 3. März, abenbs 18 Uhr, Kreisbele. giertenversammlung im Restaurant Türkisches Belt( Mener), Breite Straße, 94. bt. Reutölln. 7 Uhr Funktionärsigung bei Schröder, Steinmegstr. 52. Erscheinen ist Pflicht. 103. Abt. Oberschönemeide. 7% Uhr bei Jmberg, Wilhelminenhofstr. 34, Mit. gliederversammlung. Thema:" Bollsbegehren". Morgen, Mittwoch, den 3. März: 3. Abt. Die Kommunale Rommission fowie alle ehrenamtlich tätigen Ge. an der Versammlung im Rofenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11/12. 11. Abt. 7 Uhr bei Berger, Levegomftr. 21, außerordentliche Mitglieber. Fraenkel. Alle Mitglieder milffen unbedingt erscheinen. noffinnen und Cenoffen beteiligen fich am Mittwoch, den 3. mars, 8 Uhr, verfammlung. Vortrag:„ Das Seidelberger Programm. Referent eri 28. bt. 8 ur außerordentlicher Bahlabend file die Agitation sum Bolte. begehren. Bezirk 237 und 239 bei Kraufe, Belforter Str. 19, Bezirk 288, 240 und 241 bei Bartelt, Wörther Str. 19, Bezirk 249b bei Richter, 5, Hagenauer Str. 3, Bezitt 245a und b bei Ruhl, Choriner Str. 49, Be zirk 244 bei Bundel, Kastanienallee 29/30, Bezirk 245 bei Mener, Oder. berger 33. bt. 7% Uhr Funktionärligung del Lojach, Benmeftr. 8. Sämtliche Funktio. näre, Betriebspertrauensleute und Elternbeiräte müffen erscheinen. Sammelliften und tassierte Beiträge mit dem Raffierer abrechnen. 39. Abt. Treffpunkt 6% Uhr mit Banner Fontanepromenade, Ede Urbanstraße. Rein Mitglied darf fehlen. Ordner Armbinden mitbringen. 45. Abt. 6 Uhr Treffpunkt. Abmarsch 6% Uhr. Die Gruppen Hohlstein, Nachzügler reihen fich unbedingt in die Abteilung ein. 44. Apt. 6 Uhr pfintilich Treffpunkt zur Demonstration Fontanepromenade. außer den üblichen Sonntagen der Himmelsfahrtstag und die beiden Feiertage fallen. Als Ausstellungsgegerende find zugelassen: Wafferfahrzeuge aller Art, vom fleinsten nu bis zum größten Kreuzer, Schiffsmodelle, Zeichnungen und zeuge; daneben die Zubehörindustrie in meefteftem Sinne ondere Bootsmotoren, Segel, Zelte, Beschläge ufm, eb imm- und Angelgeräte, Bekleidung, Optik usw. Der Melbe C muf den 25. März festgesetzt. Frühzeitige Anmeldung ist erfuera font Berlid fichtigung von Sonderwünschen nie mehr mögt. Die Geschäftsstelle der Ausstellung befindet sich im Stelos, Aufgang B, 2 Treppen, 3immer 304/5, Ferfpredag Betstom 4201. Hier fönnen auch etwa fehlende Ausstellungungen eingefordert werden. Ebenso werden weitere Austuate geen ereilt. Schnupfen entwickelt sich oft zu einem Hals- und Bronchialfatarrh, wenn man nichts dagegen tut. Machen Sie ihm ein schnelles Ende mit Forman. Die Nase bekommt sofort Luft; Anschwellung, Brenneri, Kopfschmerzen und die lästige Schleimabsonderung hören auf. Forman erhalten Sie in allen Apothefen und Drogerien. Verlangen Sie nicht in Richter, Stephan, Krüger, marfchleren gemeinfam sur Fontanepromenade. Mittel gegen Schnupfen", sondern verlangen Sie flar 46. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen beteiligen sich abends 6 Uhr aum und deutlich, Forman", eine Dose für 60 Pfennig. Propagandanmzug. Treffpunkt: Fontanepromenade, Der ElettnAltatstampf in Preußen. Die Hintermänner des Ansturms der Kommunen. Seit einigen Wochen wir» in den Blättern der Rechtsparteien ein wahrer Höllenlärm aufgeführt wegen angeblicher S o z i a l t» sierungs- oder Monopolifierungsb« strebungen der preußischen Regierung auf dem Gebiet« der E l e k t r i z i t S t s Wirtschaft. Schwerlich werden die Leser dieser Presse ein klares Bild oon dem gewinnen können, um was es sich eigentlich handelt. Ein Wirrwarr von Nachrichten, die einander widersprechen, wird mit großem Getöse in die Welt gesandt. Es heißt zum Beispiel, die Prioatindustrie müsse gegen die Sozialisierungsbestrebungen des Staates aus dem Elektrizitätsgebiete Front machen. Solche Aeuhe- rungen hat man aus dem Kreise der sogenannten„Wirtschaft" schon oft gehört. Wer aber vertritt in diesem Falle die Prioatindustrie? Das Rheinisch-We st sälische Elektrizitätswerk, oder, wie es abgekürzt genannt wird, da» RWE. in Essen. Dabei ist das RWE. gar kein privates Unternehmen. Rund drei Viertel seines Aktienkapitals von 140 Millionen Mark befinden sich in den Händen oon rheinischen und westfälischen Kom» munen und Kommunaloerbänden. Die Abneigung des RWE. gegen Preußen hat zu sonderbaren Erscheinungen geführt. Mitte vorigen Jahre» kaufte der preußisch« Staat aus der Stinnesschen Liquidationsmasse ein Paket RWE.» Aktien von 12 Millionen Mark. Nach dem Uebergang des Aktien- paketes machte der Vertreter des preußischen Handelsministeriums Anspruch aus Sitz und Stimme im A u f s i ch t s r a t, wie e» der nunmehrigen großen Altienbeteiligung des Staates entsprach. Di« Aufnahme in den Aufsichtsrat wurde abgelehnt. Die General- Versammlung, die in ihrer überwiegenden Mehrheit au» den Bürger- meistern und Landräten der beteiligten Kommunen und Kommunal- verbände besteht, machte gegen das Eindringen des Staates in da» RWE. demonstratio Front. Dieselben Kommunen und Kommunal- verbände erließen sogar vor einigen Tagen einen scharfen P r o t e st gegen die oon der preußischen Regierung beabsichtigte Elektrizität». Politik. Warum wenden sich die Vertreter der öffentlichen Körper- schaften gegen den Eintritt des Staates In das RWE., also gegen die weitere Stärkung des öffentlichen Einflusies? RWE. und Eleklrowerke. Eine andere Seite des Wirrwarr» liegt darin, daß die Rechts- Parteien plötzlich entdeckt haben, daß die Reichselektrizitäts» verwoltung, die die Elektrizitätswerke betreibt, gegen Beeinträchtigungen durch den preußischen Staat geschützt werden müßte. Die Rechtsparteien, sonst stets partikularistisch einge- chellt, sind mit einem Male durchaus reichstreu geworden. Im Jahre 1910, als da, Reichsgesetz über die Sozialtsierung der Elektrizitätswirtschaft zur Beratung stand, waren die Rechtsparteien die entschiedensten Gegner des Gesetzes. Sie haben dann auch, in Verbindung mit der elektrotechnischen Großindustrie, die Durchführung des Gesetzes sabotiert. Jetzt setzen sich dieselben Parteien für die ehedem so scharf bekämpfte Reichselektrizität ein, gegen Preußen. Zwischen dem RWE., das die Privatinteressen ver- tritt und den Clektrowerken, deren Aktien vollständig in den Händen des Reiches sich befinden, herrscht seit langem Innige Freundjchast. Beide Unternehmungen hoben zusammen in der Mitte de» vorigen Jahre» da» groß« Helmstedter Braunkohlenlager in Braunschweig gekauft. Dieser Kauf hat seine Spitze direkt gegen Preußen gerichtet; denn das Helmstedter Lager ist am nächsten dem Dersorgungsgebiet belegen, das schon jetzt dem preußischen Staate gehört. Weder da» RWE. noch die Elektrowerte können mit dem Helmstedter Lager etwa» Rechte» ansangen. Der Ruf»ach der preuhlscheu Eteftrizifafe-M.-®. Eine dreitte Seite des Wirrwarr» liegt in der von der„Wirt- fchaft* erhobenen Forderung, daß die preußischen staatlichen Elektrizi- tätsunternehmungen der Kompetenz der Regierung entzogen und in die Form einer besonderen Aktiengesellschaft gebracht werden müßten In der Sprache der Rechtsparteien heißt das, die Wirtschaftsunternehmungen des Staate» müßten von den staatlichen Hoheitsverwaltungen getrennt werden Nun verlangen auch wir Sozialdemokraten daß die staatlichen Elektrizitätsunternehmungen in die Form einer besonderen Aktien- gesellschast nach dem Muster der P r e u ß a g umgewandelt werden sollen Aber schon die alten Römer sagten? Wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht dasselbe. Was wallen wir, und was wollen die anderen? Woher koaunt der seltsame Widerspruch, daß das überwiegend kom- munale RWE. st» stark privatkapitalistisch eingestellt ist? Woher kommt die Freundschaft Zwilchen dem RWE. und den sonst so scharf bekämpften Reichselettrizitätswerten? Warum will man die preußi- schen staatlichen Elektrizitätsunternehmungen in eine Slktiengesellschaft zul.ammensassen. sie also organisatorisch fördern, während man st« gleichzeftig bitter befehdet? Woher dies« Widersprüche? Die prioalindustrie la den kommunalen werke». W« diese Widersprüche sind in Wirklichkeit gar kein« Wider- sprüche. Sie sind unbegreiflich nur für den nicht in die Zusammen- hänge Eingewechten. Di« Lösung de» Rätsels liegt in der Tat- sache, daß im Falle de» RWE. ebenso wie in dem der Elektrowerke die Besitzer de» Aktienkapilal» nicht die talsächlichen Beherrscher der Unternehmungen sind. Vielmehr werden diese Gesellschaften oon ihren Aufsichtsräten dirigiert. Man nehme einmal die Aufsichtsräte des RWE. und der Elektrowerke unter die Lupe. Der Ausiichlsrat des RWE. wird beherrscht von der rheinlsch-westsälischen Schwerindustrie. Natürlich hat die Schwer- industri« nicht'hre Vertreter direkt in dem Aussichtsrat zu sitzen, sie dirigiert aber den Aussichtsrot durch die Bürgermeister und Landräte der rheinisch-westsälischen Städte und Kreise, die von ihrem politischen und wirtschaftlichen Diktat abhängig sind. Noch schlimmer liegen die Verhältnisse bei den Eleklrowerken. Dessen Aussichtsrat wird be- herrscht von den ihm angehörenden Direktoren von Banken. Eleklrl. zilätsgesellschasten und Bergwerken, also von unmittelbaren Ver- tretern de» Privatkapital». Jetzt wird auch dem Außenstehenden vieles klar werden. Die preußische Regierung, an der die Sozialdemokratie einen so großen Anteil hat, ist dem privaten Großkapital äußerst unbequem. Daher der heftig« Widerstand gegen da» Eindringen de« preußischen Staates in das RWE. Es könnten doch vielleicht gegen die unein- geschränkte Herrschaft der Schwerindustrie ernstliche Störungsoersuche unternommen werden. Deshalb werden die Elektrowerke von ihnen geschützt; denn, nachdem das Prioatkopftal einmal die Mochtposition der Elektrowerke besetzt hat, verteidigt e» sie auch gegen all« An- griff«. Deshalb die Freundschaft zwischen RWE. und Elektrowerken. «» ist dl« Freundschaft gleichgesinnt« kapitalistisch« Gruppe». die an demselben Strange ziehen. Deshalb auch der Ruf nach der selbständigen Aktiengesellschaft der preußischen staatlichen Elektrizi- tätsunternehmungen. Denn, sind diest Unternehmungen erst dem Machtbereich des Staates entzogen, so wird man schon Mittel und Wege finden, den Aussichtsrat auch dieser neuen Gesellschaft mit den eigenen Leuten zu besetzen. Wir werden uns durch einen noch so große» Lärm der Hugen- berg-Blätter und ähnlich eingestellt« Zeitungen nicht oon dem für richtig erkannten Wege abbringen lassen, vi« Elektrizi. lät ist eine der Grundlagen der modernen Wirtschaft. Da, deutsche Elektrizllätswesen befindet sich augenblicklich in dem Zustande einer gerade zu anarchistischen Zersplitterung. Au» technischen wie au» wirtschaftlichen Gründen muß die Elektrizitätsversorgung zusammengefaßt und vereinheitlicht werden. Die Zusammenfassung und Vereinheitlichung kann aber nur Sache de» Staate» sein. Auch in England hat die konservativ« Regierung B a l d w i n ein große» Elektrizitätsprograinm zum Zwecke der Organisierung de» Etektrizitätswesens ausgearbeitet. Li« preußische Sozialdemokratie wird darüber wachen, daß das preußische Elektrizi- tätswesen nicht den Privatinteressen privater Gruppen überlassen wird. Die Sozialdemokratie wird sich bemühen, die Elektrizitäts». Wirtschaft zum Nutze» der Allgemeinheit auszubauen. » Anläßlich de» Kampfe» gegen die Eingriffe Preußen» in die Elektrizitätswirtschaft ist als interessante Einzelheit noch festzustellen, daß da» Rheinisch-We st fSllfche Elektrizitätswerk in seinem Bericht für 1924/25 die Praktiken mancher kommunaler Elektrizitätswerke in interessant« Weif« gekennzeichnet hat. Ver- brauchersreundlick im Sinn« de» Kleinverbraucher, war dieses Werk kemeswegs. Lei einem Lichlprei» oon 33!4 Pf. im vorigen Jahr e Wirt'ckiaflSlage. den«eickiluß ge- faßt, die für den 13. bi« 16. März 1926 geplante Frühjabremesso abzusagen. Di« Absage der Landmaichinenverbändo bat dabei die aus die Landwirtschaft besonder« eingestellte Rorbi'che Messe ftart berührt. Die Nordische Messe wird im Frühjahr 1927 ihre nächste Beranstaliung mit einem veränderten Programm ab- halten, da« den besonderen wirtschaftlichen Vedürsnissen der Pro» vin, Schle»w'g>Holstein und der angrev, enden deutschen und au». ländiichen Gebiete und den verändertea Zeilverhältnissen angepaßt ist. ver Schiffs- und warenv«kehr in den deutschen Höfen 1975. Im vergangenen Jahre 0 b« r st i e g der Schiffsverkehr in den beut- schen Häfen zum ersten Male wieder die Vorkriegshöhe. Während er sich 1924 aus 95 Proz. des Standes von 1913 bezifsert«, steigerte er sich 1925 aus 196 Proz. Die deutsche Flagge war mit 48 Proz. <1913: 69 Proz., 1924: 46 Proz.) am gesamten Schisssverkehr beteiligt. Der Güterverkehr in den deutschen Häsen blieb dagegen noch stark hinter seinem Vorkriegsumsang zurück. Er betrug rm letzten Jahr« erst 41 Proz. vom Jahre 1913(1924: 38 Proz.). Zur Frage d« Exportversicherunq. Die Industrie- und Handel». kammer Berlin hat durch eine Kommission da» Projekt der E x p o r t> Versicherung prüsen lassen, die zu dem Ergebnis kam. daß man den Plan nicht ablehnen solle, sondern vielmehr unter Beructsich» ttgung der geäußerten Bedenken den Regierungsentwurf aus- gestalten müsse. Es handelt sich dabei bekanntlich um ein« der Maßnahmen, die die Belebung der deutschen Warenausfuhr und damit die Stützung des Arbeitsmarktes anstreben. Die Deutsche üonllnentale Gasgesellschaft, die zu den ältesten Gaserzeugern Deutschland» mft einem wett verzweigten Interessen» gebiet auch in Berlin gehört, hat da» ihr gehörige Elettrizitäts» und Gaswert Sörnewitz an den Elektrizttätsverband Gröba ab» gestoßen. HAG der Kaffee der Gesellschaft Kaffee Hag-Probierstube Berlin, Kurfllrstendamm 26a von Feinschmeckern bevorzugt Nr. 101+43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sozialpolitische Reichstagsdebatte. Sozialdemokratische Forderungen. Die Sigung des Reichstags wird um 34 Uhr vom Präsidenten Lobe eröffnet. Der von langer Rrantheit genesene Genoffe Eduard Bern stein ist im Saal erschienen und wird vielfach herzlich begrüßt. Ein Gesezentwurf zur Aenderung des Reichspoftfinanzgefeßes, der die Mitgliederzahl des Verwaltungsrats von 31 auf 37 erhöht, und die Vorschriften der Verwendung der Ueberschüsse neu regelt, wird in erster Beratung ohne Aussprache dem Haupt ausschuß überwiesen. In der weiteren Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums verlangt beim Titel Internationales Arbeitsamt Abg. Graßmann( Soz.) Don die baldige Berlage des Arbeitszeitgefeges. Die Stellung der Sozialdemokratie und der Gewerkschaf ten Bum Internationalen Arbeitsamt wird diftiert dem Wunsche nach dem Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Völker. Wir sind der Auffassung daß überall dort, wo die wirtschaftlichen Berhältnisse der Länder fich einander anpaffen fönnen, das auch geschehen muß. Das Internationale Arbeits. amt hat schon sehr nügliche Arbeit geleistet, es wird jedoch in seiner Tätigteit gehemmt, dadurch, daß es feine Grefuttogemalt besitzt. Wir begrüßen es, daß der englische Premier sich für die Zusammenarbeit der Bolter in der Frage der Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen hat. Mitte dieses Monats wollen nun die Arbeitsminister der großen Industrieländer in London zusammenfommen, wir hoffen, daß dann endlich die Ratifizierung des Washingtoner Abfommens erfolgt. Belgien hat fich bereits für die bedingungslose Ratifizierung ausgesprochen, Frankreich will es unter der Bedingung tun, daß auch Deutschland ratifiziert. Wir bedauern es außerordentlich, daß die deutsche Sprache beim Internationalen Arbeitsamt noch nicht als dritte Amtssprache zugelassen ist. Wir bedauern dies deshalb, meil nicht nur Deutschland ein außerordentlicher wichtiger Kulturfaktor ist, sondern weil auch viele nichtromanische Länder, wie Etandinavien, Holland, Polen usm. sich bei der Zulassung der deutschen Sprache nach dem Original der Beröffentlichungen des Arbeitsamts orientieren fönnen. Es muß aber anerkannt werden, daß viele Bublikationen schon in deutscher Sprache erscheinen, und daß auch die amtliche Rorrespondenz mit uns in deutscher Sprache erfolgt. Das Internationale Arbeitsamt ist uns bisher schon zweifellos weit entgegengefommen, aber mir wünschen, einen ftändigen Einfluß deutschsprechender und deutschdenkender Beamten beim Internationalen Arbeitsamt( Sehr richtig! bei den Soz.). Wir müssen uns bemühen, daß bei der weiteren planmäßigen Belegung Don Stellen uns der Anteil zugesprochen wird, der uns zukommt. Es ist dem deutschen Ansehen allerdings nicht zuträglich, wenn wir unsere finanziellen Berpflichtungen gegenüber dem Internationalen Arbeitsamt nicht erfüllen. Wir wissen, daß wir infolge der Inflation verhindert waren, unferen Anteil zu zahlen, aber wir müssen das jezt tun, wie es der Größe und der Würde Deutschlands entspricht. ( Sehr wahr! bei den Soz.). Wir wollen alle Maßnahmen des Amis unterstützen, weil wir der Ueberzeugung sind, daß sie dem Wohle der Arbeiterschaft aller Länder dienen. Der Redner wendet sich dann gegen eine vom Ausschuß angenommene Entschließung. wonach bei den Wahlen zum Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamt die Minderheitsgruppen der Gewerkschaften ( chriftlich- nationaler oder neutraler Richtung) angemessen berüd fichtigt werden. Die freien Gemertschaften stellen die maßgebende Gruppe der deutschen Arbeiterschaft dar. Ihr Bertreter im Berwaltungsrat hat bisher schon dafür gesorgt, daß auch die Minderheitsgruppen im Internationalen Arbeitsamt zur Geltung fommen. Ueberall dort, wo Spezialfragen zu be handeln und Fachmänner heranzuziehen waren, ist auf die Minder heitsgruppen Rücksicht genommen worden, man hat ihnen auch die Möglichkeit gegeben, an Stelle des deutschen Mitglieds des Ber waltungsrats über Anträge abzustimmen. Deshalb ersuchen mir, den vorliegenden Antrag abzulehnen. Zusammenfassend stelle ich feft: Unsere Stellungnahme zum Internationalen Arbeitsamt gipfelt darin, daß alle Berlufte an Gütern, die wir erlitten haben, sich ersetzen laffen, nicht ersehen läßt sich aber der Mensch und die menschliche Arbeitskraft. Daher halten wir fest am Achiffundentag. der eine soziale und wirtschaftliche Notwendigkeit iff. Wir wollen die menschliche Arbeitskraft stützen, daher wollen wir das Internationale Arbeitsamt fördern, von dem wir münschen, daß es weiter segensreiche Arbeit leistet.( Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. Thiel( D. Vp.) behauptet, daß das Internationale Arbeits amt von einer gerechten Berücksichtigung Deutschlands noch weit entfernt sei. Bon 339 Beamten feien nur 9 deutsch, überaus zahlreich sei dagegen das französische Element vertreten. Es dürfe teine Ratifizierung erfolgen, wenn nicht eine Aenderung dieser fkandalösen Zustände erfolge. Abg. Rädel( Komm.) wendet sich gegen die Sozialdemokratie und behauptet, das Internationale Arbeitsamt leifte nichts für die Arbeiter, es diene nur zur Unterdrückung der Arbeiterschaft. Abg. Schneider- Berlin( Dem.) wünscht eine stärkere Berücksichtigung der Angestelltenfragen durch das Internationale Ar. beitsamt. Wenn auch der deutsche Einfluß auf das Internationale Arbeitsamt gering erscheinen mag, so hat es durch seine sachliche Arbeit sich bereits eine führende Stellung errungen. Beim Titel Jahresberichte der Gemerbeaufsichts. beamten erflärt Abg. Frau Sender( Soz.) daß die Reichsverfassung die Arbeitsfraft unter den Schutz des Reichs gestellt habe, aber die Organisation des Arbeiter ich uses ist bisher noch immer höchst unpolttommen burch. geführt worden. Das bemeisen auch die Berichte der Gewerbeauf fichtsbeamten. Bisher ist noch immer nicht erreicht worden, daß die Betriebe wenigstens einmal im Jahre revidiert werden. In einzelnen Ländern ist nur eine Minderheit der Betriebe revidiert worden. Bon einer durchgreifenden Drganisation der Gemerbeaufsicht fann nicht die Rede sein. Es wäre zu wünschen, daß die Berichte in einem Anhang auch über die Tätigkeit in den Handelsbetrieben Auskunft gäben. Für den Schuß der Arbeitskraft der Angestellten müßte eine besondere Stelle in Arbeitsministerium errichtet werden. Die Länderregierungen haben die Not wendigkeit eine Erweiterung des Angestelltenschußes anerkannt. Warum wird nicht dem Reichstag eine entsprechende Borlage unterbreitet? In verschiedenen Berichten wird festgestellt, daß nach der Einführung der neuen Arbeitszeitregelung eine erhebliche Steige. rung der Unfälle eingetreten ist. Eine Verkürzung der Ar. beitszeit ist notwendig, um das Leben der Arbeiter zu schützen. Es sind wohl Arbeiterschutzvorrichtungen vorhanden, aber die Frage wird nicht beantwortet, ob sie auch benutzt und überwacht werden. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Arbeitsrecht und Arbeiterschuß es müssen solche Bebingungen im Arbeitsrecht ge chaffen werden, daß der Arbeiterschus auch wirtsam werden fann. In den Betrieben mit weniger als 10 Arbeitern entbehren wir noch des Schuhes der jugendlichen Arbeiter und der Frauen. Die Betriebsräte sollten nicht nur zu den Revisionen zuge 30gen werden, ihnen müssen auch die Auszüge aus den Berichten der Revisionsbeamten rechtzeitig übergeben werden. Die Berichte der Gewerbeaufsichtsbeamten erkennen durchweg an, wie frucht bar die Mitarbeit der Arbeiterräte ist. Trozdem finden wir noch eine unerträglich Erschwerung ihrer Arbeit durch die Unternehmer. Selbst bei den Stellen, wo man das nicht er warten sollte, wird die Tätigkeit der Arbeiterräte sabotiert, so bei den Kraftfahrzeugwerken in Spandau. Benn Reichsbetriebe mit solchem Beispiel der Privatwirtschaft vorangehen, dann fann man sich über die Sabotage der Privatunternehmer nicht wundern. Ein besonders dunkles Kapitel ist der Arbeiterschutz in den Heil- und Pflegean ftalten. Das Anstaltspersonal foll feine Regelung der Arbeitszeit in Anspruch nehmen, weil es dem beamteten Bersonal, das keinen Arbeiterschutz hat, gleichgestellt wird. Wir finden infolgedessen in manchen Anstalten noch Arbeitszeiten von 80 bis 90 Stunden wöchentlich bei überaus schwerer Arbeit. Solche Zustände find unhaltbar sowohl für das Pflegepersonal felbft, wie auch für die Kranten. Wir wünschen ferner eine verstärkte Heranziehung der Arbeiter zu den Revisionen. Den aus der Arbeiterschaft hervorgegangenen Beamten der Gewerbeaufsicht ist entfprechend ihrer Befähigung der Aufstieg in höhere Beamtenstellen zu ermöglichen. Bir müssen uns immer bewußt sein, daß eine wirtfame Durchführung des Arbeiterschutzes dem Arbeitsrecht erft Leben und Geltung verschafft.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Spuler( Dnat.) erörtert Fragen der Sozialversiche rung. Es müßte möglich sein, an die Stelle der Invalidenrenten auf Antrag des Versicherten eine Kapitalabfindung zu setzen. tranfenfaffen aufgenommen werden. Bon größter Bedeutung fei Die Hausangestellten sollten nicht in die allgemeinen Drts franfenfaffen aufgenommen werden. Bon größter Bedeutung sei der Umstand, daß die Arbeitsteilung sich immer mehr entwidelt, daß der Arbeiter nicht mehr Freude an seiner Tätigkeit hat. Diese psychische Seite des Arbeitsprozesses werde zu wenig beachtet. Die Erwerbslosenversicherung müßte zu einem Teil der Krankenversicherung gemacht werden. Für Jugendliche sell ten 3mangsspartasien eingerichtet werden. Die Arbeiter fönnten deshalb nicht mehr aufsteigen, weil sie vielfach schon mit 21 Jahren den höchsten Lohn erhalten, dann heiraten und Kinder zeugen. Unter folchen Umständen reiche der Verdienst des Arbeiters allerdings nicht für das Eristenzminimum aus. Abg. Bierath( Romm.) begründet einen Antrag auf Borlage eines Gesezentwurfs, monach der Betriebsrat das Recht habe, die Durchführung aller von ihm zum Schuge gegen Unfälle und gesundheitliche Schädigungen für erforderlich erachteten Maßnahmen zu verlangen und deren Durchführung zu fontrollieren und im Falle der Beigerung des Unternehmers die Durchführung von fich aus auf Roften des Unternehmers anzuordnen. Der Arbeiterschutz müsse meiter ausgebaut werden, dann werde die Liebe und Freude des Arbeiters zur Arbeit wiederkehren. Den sozialdemokratischen Antrag auf Einschränkung der Rinderarbeit in der Landwirtschaft wür den die Kommunisten nicht unterſtügen. Abg. Schröder- Schles.( Soz.) gibt dem Abg. Spuler den Rat, sich in den Sozialpolitischen Ausschuß wählen zu lassen, dann werde er sehen, wie weit ihn seine Frattien mit der Bertretung feiner Anschauungen tommen laffen werde. Die sozialdemokratische Fraktion hat schon por Monaten einen Antrag gestellt zum Schuße der Bergarbeiter. Er hat bereits die einmütige Zustimmung des Ausschusses gefunden. Wir hoffen, daß er auch hier angenommen wird, damit alles getan wird, um weitere Katastrophen im Bergbau zu vermeiden. Die Rednerin begründet dann eine sozialdemokratische Entschließung, monach die Reichsregierung ersucht werden soll, dem Reichstag einen Gefeßentwurf zur Dienstag, 2. März 1926 Gemeindebehörden noch viele Beute, die die Fürsorgeverordnung ab. lehnen, die von ihr überhaupt nichts wissen. Es bedarf noch des größten Nachdrucks der in der Wohlfahrtspflege tätigen Männer und Frauen, um die Gemeindebehörden zur Beachtung der Verordnung zu veranlaffen. Darunter leiden die Kleinrentner, die Sozialrentner, die Wöchne rinnen und die Hilfsbedürftigen aller Art. Das Reichsarbeitsministerium wollte mit den Spizenorganisationen der Wohlfahrtspflege zusammenkommen, um mit ihnen zu beraten, wie sie wieder auf die Füße tommen tönnten. Haben die Beratungen stattgefunden, wie ist ihr Ergebnis gewesen? Womit begründet das Reichsarbeitsminifterium die Bewilligung der Mittel für sie? Wie werden diese Mittel permaltet? Wie werden die Mittel verwaltet, die der Wohlfahrtspflege aus den 3öllen zur Verfügung gestellt werden. Ich bitte darum im Reichsarbeitsministerium einen Ueberblick über die Verteilung der Mittel zu geben. Ich frage weiter das Arbeitsminis sterium, ob die Absicht besteht, für die Ausstellung in Düsseldorf die Gesolei Mittel zur Verfügung zu stellen. Wenn wir überall die Wohlfahrtsetats beschneiden, dann rechtfertigt es sich nicht, für diese Ausstellung Mittel zur Verfügung zu stellen. Es gibt doch auch Motive des Tattes, um uns zu zwingen, in der jetzigen Zeit auf derartige Ausstellungen zu verzichten. Wir sind nicht der Ansicht, daß der weitaus größte Teil der Mittel an die Anstalten der ge schloffenen Fürsorge gehen muß. Ich würde es für richtiger halten, menn für die praktische Arbeit der Wohlfahrtspflege der größte Teil dieser Mittel zugeführt werde. Den Gemein den darf nicht die Möglichkeit genommen werden, Anstalten zu errichten, wenn zu gleicher Zeit den geschlossenen Organisationen das Recht zugestanden wird, die Zahl der Angestellten zu vermehren. Wir müssen die Gemeinden nicht nur durch materielle Mittel unterstügen, sondern wir müssen sie auch moralisch unterſtügen. Wir müssen die öffentliche Wohlfahrtspflege so ausgestalten, daß sie sich nicht einer Animosität der Bevölkerung gegenübersieht.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ein Regierungsvertreter erflärt, daß die Selbstver waltung der Wohlfahrtsorganisationen nicht eingeschränkt werden solle. Für die Gesolei in Düsseldorf seien weder direkt noch Die Reichsregieindirekt Mittel zur Verfügung gestellt worden. rung habe nicht die Absicht, die freie Wohlfahrtspflege gegenüber der öffentlichen zu bevorzugen, beide müßten zusammen. arbeiten. Darauf werden die Beratungen abgebrochen. Präsident Löbe schlägt vor, die nächste Sigung abzuhalten am Dienstag, den 2. März, nachmittags 1 Uhr, mit der Tagesordnung: Zweite und dritte Beratung des sozialdemokratischen Antrags auf Aenderung des Gesetzes über den Finanzausgleich, Fortsetzung der heutigen Beratung. Abg. Graefe- Medienburg beantragte, auf die morgige Tagesordnung den Haushalt des Auswärtigen Amtes zu fegen. Abg, Schulz- Bromberg( Dnat.) schließt sich dem Antrag an, da es notwendig fei, bevor die Vertreter der Regierung nach Genf reisen, noch einmal über die Locarno- Politit zu sprechen. Abg. Stoeder( Komm.) wünscht gleichfalls eine auswärtige Debatte. Seine Frattion habe einen Antrag eingebracht, wonach der Reichstag vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund noch einmal eine Aussprache über die auswärtigen Angelegenheiten führe. Präsident Löbe schlägt vor, dem morgen zusammentretenden Aeltestenausschuß es zu überlassen, in welcher Reihe die Etats des Arbeitsministeriums, der Reichswehr und des Auswärtigen Amts beraten werden sollen. Abg. Breitscheid( Soz.): Wir schließen uns dem Vorschlag des Bräsidenten an. Wir haben bereits vor 14 Tagen verlangt, daß die werde. Es ist aber auf die Anregung gerade des Abg. Beratung des Auswärtigen Amts im Ausschuß vorgenommen Stoeder zurückzuführen, daß dieser Etat zurüd gestellt worden ist.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Bei der Abstimmung wird der Antrag der Deutschnationalen und der Völkischen, den Haushalt des Auswärtigen Amts an zweiter Stelle der morgigen Tagesordnung zu sehen, gegen die Stimmen der Deutschnationalen, Bölkischen und Kommu nisten abgelehnt. Um 7 Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag mit der vom Präsidenten vorgeschlagenen Tagesa ordnung. Kampf um Severing. Deutschnationale Hegangriffe im Landtag. Bor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Pied( Komm.) unter Hinweis auf die Berhaftung des Landgerichtsdiret. tors Jürgens, daß auf die Reichsregierung dahin eingewirkt merde, daß sämtliche Berfahren por dem Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit, an denen Jürgens mitgewirtt hat, wieder aufgenommen und einer Nachprüfung unterzogen werden. Der Redner verlangt, daß sein Antrag als erster Bunkt auf die heutige Tagesordnung gefeßt wird. Dieser Antrag sei besonders dringlich, denn es handele sich darum, Leuten zu helfen, die durch die ver brecherische Tätigkeit des Jürgens ins Zuchthaus ge Widerspruch gegen den kommunistischen Antrag wird nicht erAbg. Bachem( Dnat.) beantragt hierauf, die Große Anfrage der Deutschnationalen über die Rück wirtung von Locarno gleich falls heute noch auf die Tagesordnung zu setzen. Nach den neuesten Pressenachrichten sollen auf der ersten Tagung des Völkerbundrats, bevor also über den Eintritt Deutschlands entschieden ist, die wichtigsten Fragen des Saargebietes behandelt werden. Das ist offenbar eine gewollte Brüstierung Deutschlands. Regelung der Kinderarbelf in der Landwirtschaft vorzulegen. Den Proteft der Kommunisten gegen diese Entschließung fann ich mir nur daraus erflären, daß sie sie gar nicht ge. lesen haben und daß sie feine Ahnung von den Zuständen auf dem Bande haben. Ich möchte Sie( zu den Kommunisten) mie alle übrigen Parteien bitten, das sehr gute Buch von der Helene Simon darüber zu lesen. Sie werden daraus entnehmen, daß im Jahre 1904 in der Landwirtschaft 1 770 000 Kinder arbeiteten, im Jahre 1921 hatten wir wiederum ganz ungeheure Zahlen von arbeitenden Kindern in der Landwirtschaft. Sie haben feine geregelte Arbeitszeit, sie haben auch feinerlei Schußbestimmungen. Diese Kinder arbeiten vor der Schulzeit und nach der Schulzeit, die Schule wird nach der Arbeit der Kinder eingerichtet. Sie werden mit den schwersten Arbeiten beschäftigt, besonders bei der Ernte. Die Folge ist Bertrüppelung von Kindern, Ausbreitung der Tuberkulose. Ich hatte erwartet, daß bürgerliche Graftommen seien. tionsredner sich gegen unseren Antrag wenden würden, aber daß die tommunistische Fraktion diesen Antrag ablehnen würde, das hätte ich nicht erwartet. Bir sagen in unserem Antrag, daß den Kindern auf dem Lande mindestens der Schuß zuteil werden muß, der heute für die gewerbliche Kinderarbeit besteht. Wir wollen feine graue Theorie treiben, sondern wir wollen für die Kinder auf dem Lande etwas erreichen. Es ist schon viel erreicht, wenn wir die Sicher ftellung einer elfftündigen ununterbrochenen Nachtruhe durchsetzen, wir wollen weiter die unbedingte Sicherung des ständigen Schul besuchs. Heute kommen die Kinder müde in die Schule, weil sie für den Schulbesuch Zeit in den Bausen zwischen den Arbeiten haben. Benn unser Antrag angenommen und durchgeführt wird, dann haben wir einen gewaltigen Fortschritt erreicht. Bir werden uns natürlich damit nicht zufrieden geben, sondern darüber hinaus für ein Berbot jeder Kinderarbeit sowohl im Gewerbe mie in der Landwirtschaft tämpfen. Wenn Sie( zu den Kommunisten) biesen Antrag ablehnen würden, dann würden Sie die Zustimmung der schlimmen Reaktion finden. Den bürgerlichen Fraftionen will ich aber sagen, daß sie mit der Kinderarbeit auf dem Lande nicht die Liebe zur Arbeit erzielen. Es wird in ihnen geradezu die Liebe zur Arbeit und die Freube an der Arbeit zerstört. Wenn wir eine Rationalisierung der Wirtschaft wollen, so ist dazu notwendig, daß auch den landwirtschaftlichen Arbeitern das notwendige Biffen gegeben wird und daß vor allen Dingen bis Möglichkeit eines geregelten Schulbefuchs der Kinder sichergestellt wird. Wenn mir die Gesundheit des Bolles heben wollen, dann ist die erste Bebingung dazu, daß wir die Gesundheit unserer Kinder schüßen.( Lebhafter Beifall bei den Sozialbemofraten.) Abg. Rädel( Rom.) behauptet, daß die Kommunisten desmegen gegen diesen Antrag seien, weil er sich mit der Kinderarbeit auf dem Lande abfinde. Beim Titel Sonstige Ausgaben wünscht Frau Abg. Juchacz( Soz.) die Aufrechterhaltung des Ar chips für Wohlfahrtspflege, das in langer Arbeit aufgebaut worden ist. Die Ausführung der Bflichtfürsorgeverordnung ist von der Erfüllung der berechtigten Wünsche noch meit entfernt. Ich habe in vielen Fällen feststellen fönnen, daß von einer Individualifierung der Wohlfahrtspflege noch Präsident Bartels erklärt, das sei nur möglich, wenn niemand widerspreche. Da Widerspruch erhoben wird, kann die Große deutschnationale Anfrage heute nicht behandelt werden. Es folgt die Beratung des tommunistischen Antrages. Abg. Pied( Komm.) erklärt, Jürgens habe sich zu einer dema gogischen und verbrecherischen Heze gegen die Kommunisten miß brauchen lassen. In Hannover jelen ihm während des Krieges bereits 60 Fälle von Befrug, Freiheitsberaubung und Mißbrauch der Amts. gewalt durch die Staatsanwaltschaft vorgeworfen. Als Untersuchungsrichter im Staatsgerichtshof in Leipzig habe sich Jürgens ber 3eugenbeeinflussung und Einschüchterung der Angeflagten schuldig gemacht. Db Jürgens ein deutsch nationales oder 3entrums partei. Mitgliedsbuch in der Tasche trage, sei gleichgültig. Abg. Leinert( Soz.) hält den kommunistischen Antrag für nicht weitgehend genug und beantragt leberweisung an den Rechtsausschuß. Dort müffe geklärt werden, ob auch die außen. politische Tätigkeit Jürgens und namentlich die feiner Ber gangenheit nachzuprüfen ist. Abg. Baeder( Dnat.) spricht sich auch für Ueberweisung des tommunistischen Antrages an den Rechtsausschuß aus und erklärt, daß Jürgens niemals Beziehungen zu deutschnationalen Kreisen gehabt habe. Das Haus überweist dann den kommunistischen Antrag ür gens" dem Rechtsausschuß und beginnt die zweite Beratung des Etats des Innenministeriums. Die allgemeine Besprechung eröffnet Abg. Kleinmeyer( Soz.), der sich zunächst gegen die Auffaifung mendet, als tönnten aus Ersparnisgründen ich e matisch 10 Bro t nicht die Rede sein tonn. So gibt es in Dberiblefien bei den igent beim Etat abgestrichen werden. Dann beschäftigt sich der Redner ausführlich mit der Berwaltungsreform, bie, wie für ihn aus Beispielen in der Vergangenheit hervorgeht, von der Rechten des Hauses nicht ernsthaft gewünscht werde, trog aller Widerstände aber fommen müsse. Dezentralisation und Defonzentration sollten dabei leitende Gesichtspunkte sein.. Abg. Baeder( Dnat.) wendet sich gegen die Absicht, durch Ermächtigungsgeseh 50 Landkreise zusammenzulegen. Dadurch würden feine Ersparnisse gemacht und nur die wirtschaftlichen Interessen schmer geschädigt. Das Personalsystem des Ministers Severing for. bere noch immer die schärffte Kritik heraus. Unser Kampf gegen Severing läßt an Schärfe nicht nach. Wir machen Severing zum Vorwurf, daß er die kommunistische Gefahr unter. schäßt. Den größten Vorwurf erheben wir aber deshalb, weil er die Verdienste der nationalen Organisationen und den gefunden Geist, der in der großen Maffe der Schwarzen Reichswehr geherrscht hat, verkannte.( Andauernde Zurufe der Sozialdemokraten.) Der Redner tommt hierauf auf den Ruhrkampf zu sprechen. Als er dem Minister Dormirft, wir hätten den Ruhrkampf in erster Linie durch die -Haltung des schärfsten Exponenten in der preußischen Politik, des Ministers Severing, verloren, fegt ein nicht endenwollender Entrüstungssturm auf der inten, insbesondere bei der Sozial: demokratie, ein. Im Ruhrkampf sei ein Großes jämmerlich vertan worden. Severing habe die Reichspolitit durchtreuzt. Während früher das Reich von Preußen getragen wurde, werde es jetzt von Preußen beschädigt. Unter minutenlangen stürmischen Gegenfundgebungen auf der Linken und anhaltendem Beifall der Deutschnationalen schließt der Redner: Weil wir wollen, daß Breußen feiner Aufgabe Deutschland gegenüber zurückgegeben wird, weil mir den Wideraufstieg wollen, der nur durch ein starkes Preußen möglich ist, bekämpfen wir den Minister Severing! Abg. Dr. Peuder( 3tr.) erflärt, daß die Kritif an der Personalpolitif des Ministers aus Mangel an Stoff immer mehr abnehme. Allerdings habe auch das Zentrum, wenn es sich um paritätische Mitarbeit besonders im höheren Verwaltungsdienst handelt, noch besondere Wünsche. Es sei besonders heute notwendig, die Berfönlichkeit des höheren Beamten zu werten und sein politisches Fingerspitzengefühl zu würdigen. Der Innenminister habe dankenswerterweise diese Richtlinien auch gegenüber seinen eigenen Parteifreunden befolgt. Der Redner tritt für die Farben Schwarz Rot Gold ein und wendet sich enstchieden gegen die deutschnationale Wahltaktik in Oberschlesien. Die Deutsch. nationalen in Niederschlesien hätten eine derartige abmegige Wahlagitation, wie die Deutschnationalen in Oberschlesien fie trieben, abgelehnt und damit beffere Erfolge erzielt. Es sei zu bedauern, daß die verschiedenen Organisationen in Deutschland nicht einmal für einige Jahre ihre Tätigkeit einstellten, damit wir zur Ruhe fämen. Nach 46 Uhr vertagt das Haus die Weiterberatung auf Diens tag 12 Uhr mittags. Der Arbeitsplan des Landtags. Am Der Aeltestenrat des Landtags beriet am Montag über die Ge schäftslage. In dem weiteren Tagungsabschnitt bis zum 8. März foll außer dem Ministerium des Innern noch der Wohl= fahrtshaushalt in zweiter Beratung erledigt werden. tommenden Mittwoch sollen die Abstimmungen stattfinden über die Vorlage wegen der Bestellung von Reichsratsmit gliedern und die reffierenden Abffimmungen zur Städteordnung. Neben einer Reihe fleinerer Borlagen ist noch das neue Gewerbesteuergesetz zu erledigen. Die Schlußabstimmung zur Hauszinssteuer foll erst am 18. März stattfinden. Im übrigen beriet der Weltesten ausschuß Sparmaßnahmen, ohne dabei zu einem endgültigen Be fchluß zu tommen. Beschlossen wurde, den Böllischen zur Behandlung des Falles Grütte- Lehder einen Sitz im Feme us. fchuß mit beratender Stimme zu geben. Ferner sollen die Frak tionen die Mitglieder benennen für den Interfraktionellen Ausschuß für Leibesübungen. Am 8. März joll die Bertagung bis zum 17. März eintreten. Dann will der Landtag vom 17. bis zum 27. März wieder Bollfizungen abhalten. Die Osterferien sollen am 28. März beginnen und bis zum 19. April anhalten. Der Hauptausschuß foll schon eine Woche vorher zusammenberufen werden. Der Minifter antwortete fofort unb gab gunächst seine tichi linien zur Beamtenpolitit befannt, die in unserem geffri gen Abendblatt bereits mitgeteilt murden. Sodann wies er darauf hin, daß die Zusammenfegung und die Zuständigkeit der einzelnen Reichsbehör. den in eine Zeit unübersichtlicher, fich oft jäh überſtürzender Ent. wicklung gefallen sei und daß dadurch naturgemäß nicht immer orDeffentliche Kundgebungen für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten Heute, Dienstag, den 2. März: Friedrichshain: Abends 7, Uhr in den Andreas- Festfälen, Andreasstr. 21. Redner: Otto Meier, M. d. 2. | Summen für Technische Nothiffe und für ben Reichstommiffar zur leberwachung der öffentlichen Ordnung ab, so find noch 18 mil. lionen übrig. Das ist faum mehr, als das Reich für das Sanitätswesen, Veterinärwesen und den Pferdeersaz im Reichsheer aufmendet. Das deutsche Kulturministerium ist, wie dieser Bergleich zeigt, noch immer sehr dürftig ausgestattet. Die Regierungszeit der Deutschnationalen hat innenpolitisch feinerlei Spuren hinterlassen. Wir erwarten von dem Reichsinnenminister, daß er sich zu Erperimenten gegen die Reichsverfassung nicht hergibt. Den deutschnationalen Versuchen, ein Oberhaus zu schaffen, werden wir parlamentarisch und außerparlamentarisch Widerstand leisten. Viele große Gefeßgebungspläne sind noch unerledigt. Sehr dringend ist die Borlage eines Ausführungsgefeges zum Artitel 48 der Reichsverfassung. Bir verlangen, daß dieser Gesetzentwurf fchleunigst vorgelegt wird. Hinsichtlich der Verwal tungsreform hat der Minister nur die allgemeinen Angaben miederholt, die schon von seinen Borgängern gemacht worden sind. Wir sind gespannt, ob diese schwierige Materie nun wirklich bald in Form von Gesezentwürfen vor das Parlament fommen wird. Wo bleibt das im Februar vorigen Jahres durch einen Reichstagsbeschluß verlangte Schantstättengeset? Wir werden hier für das Gemeindebestimmungsrecht eintreten und bedauern Charlottenburg: Abends 7%, Uhr im Leibniz- Gymnasium, den Mangel der Reichsregierung an Initiative gegen den AlkoholisSchillerstr. 127, am Stnie. Redner: Dr. Leber- Lübed, M. b. R. Tempelhof: Abends 7%, Uhr in der Aula des Realgymnasiums, Kaiserin- Augusta- Str. Redner: Dtto Landsberg, M. d. R. mus. Ueber die geplante Reform des Reichstagswahlrechts hat der Minister leider fein Wort gesagt. Wir bitten um Auskunft, welchen Inhalt der angeblich bevorstehende Gefeßentwurf haben soll. Man soll sich von einer Verkleinerung der Wahlkreise und anderen technischen Aenderungen nicht viel versprechen. Die Herauffeßung des Wahlalters, selbst wenn sie nur auf 21 Jahre geplant ist, werden Brih: Abends 71 Uhr in Beders Gesellschaftshaus, Chauffee- wir bekämpfen. Das Reichsministerium des Innern, das die republiStraße 96. Redner: Eduard Zachert, M. d. 2. Morgen, Mittwoch, den 3. März: Spandau: Abends 8%, Uhr in der Jubiläums- Turnhalle, Ede Morig- und Moltkestraße Redner: Reichsinnenminister a. D. Sollmann, M.d.R. Um 7 Uhr ab Meger Plaz: Demonstrationsfadelzug. Prenzlauer Berg( 27. Abt.): Abends 7, Uhr in den Schön hauser Festsälen, Schönhauser Allee 129. Redner: Staatssekretär Heinrich Schulz. Lichtenrade: Abends 7%, Uhr im Lokal von Rohrmann, Hilbertstraße. Redner: Dr. Julius Mofes, M. d. R. Neukölln( 95. 2bf.): Abends 71%, Uhr bei Lausch, Hermannstraße 199( Glashalle). Rechtsanwalt Dr. Siegfried Weinberg, Mitglied des Preußischen Staatsrats. Karlshorst: Abends 7, Uhr im Restaurant Zum Fürsten haus", Trestowallee 92. Redner: Franz Künstler, M. d. R. Buchholz: Abends 7 Uhr bei Rossad, Hauptstraße 71. Redner: Eduard 8 a chert, M. d. 2. Buch: Abends 71, Uhr im Lokal von Göpfert, am Bahnhof. Redner: Stadtverordneter Robert Rohde. ganischer Aufbau sich ergeben habe. Es müsse dahin gestrebt merden, daß eine flare Abgrenzung der Zuständigkelien zwischen den einzelnen Reichsrefforts und zwischen den verwaltungsmäßigen Aufgaben des Reichs, der Länder und der Gemeinden eintrete. Eine planmäßige Arbeitsteilung und eine Zusammenfassung der ein zelnen Verwaltungsgebiete in mur eine Stelle sei eine unbedingte Notwendigkeit. Bur Schaffung des Reichsverwaltungsgerichts und zum Gesetz über die Reichseinheit auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts habe er beim Reichsfabinett beantragt, daß es die beiden Entwürfe in einer der nächsten Sizungen verab schiede. Es muß endlich eine einheitliche Stelle geschaffen werden, welcher die einheitliche Entscheidung in allen für das öffentKurs der deutschen Innenpolitik. lich- rechtliche Leben des Reichs befenders michtigen Fragen überDer Haushalt des Innenminifteriums vor dem Reichs haushaltsausschuß. Den diesjährigen Beratungen des Etats des Reichsinnenministe. riums im Ausschuß für den Reichshaushalt tommt besondere Be deutung zu. Das Reichsministerium des Innern ist das für die Innenpolitik Deutschlands maßgebende Minifterium. Im Lauf der Verhandlungen wird es fich zeigen, ob und wieweit der Rechtsfurs, den der frühere Leiter dieses Ministeriums, Herr Schiele, zehn Monate lang gesteuert hat, von dem neuen demotratischen Minister, Herrn Dr. Külz, geändert werden wird. Vor Beginn der fachlichen Beratung fragte der Vorsitzende, aus welchen Gründen die bisher stets im Etat des Reichsinnenministeriums ausgebrachten 190 Millionen Mart Zuschuß an die Länder für Zwecke polizeilichen Schußes" ohne eine Bort der Begründung jetzt im Etat der Finanzverwaltung erscheinen, und regte unter Zustimmung des Ausschusses an, die Aussprache über diese Position unter allen Umständen beim Etat des Innenministe riums vorzunehmen. Die Regierung erklärte, daß für die Umstellung nur Gründe der Konten- Reinheit" maßgebend gewesen seien, um nämlich alle lleberweisungen an die Länder in dem einen Etat der allgemeinen Finanzverwaltung zusammenzufassen. Der Referent, Abg. Dr. Schreiber( 3fr.), sprach eine Reihe von Wünschen aus und richtete Fragen an den Minister, die dann alle in einer von ihm eingebrachten Resolution zusammengezogen wurden. Diese Resolution verlangt vom Minister: 1. Die im Reichsministerium des Innern eingeleiteten Arbeiten auf dem Gebiet der Verwaltungsreform mit größter Be fchleunigung zu Ende zu führen; 2. um eine flare Arbeitsteilung auf den Gebieten der Ber: einfachung der Verwaltung zwischen den Ministerien besorgt zu sein, dabei aber die schleunige Beendigung der Einzelarbeiten und die Durchführung ihrer Ergebnisse zu betreiben und zu überwachen; 3. in Streitfällen erforderlich werdende Entscheidungen des Rabinetts auf dem Gebiete der Verwaltungsreform mit größter Beschleunigung herbeizuführen; 4. soweit eine Zusammenfassung der Arbeiten notwendig ist, die Zuständigkeit des Reichsministeriums des Innern für die grund fäßlichen Fragen der Verwaltungsreform und des Verhältnisses von Reich, Ländern und Kommunen zu wahren, um die fachliche Einheitlichkeit der Arbeiten auf diesem Gebiete zu sichern. tragen werden fann. Das zweite Gesez soll die Wahrung der Reichseinheit zwischen Reichsgericht, Reichsfinanzhof und den ober. ften Berwaltungsgerichten der Länder durch ein paritätisches Spruchgericht vorschlagen.. Zur Prüfung der Verfassungsmäßigteit von Reichsgesehen müsse gleichfalls ein einheitlicher Weg gefunden werden. Einen diesbezüglichen Gefeßentwurf habe er foeben dem Reichsfabinett vorgelegt und er hoffe von ihm, daß er zur Entlastung der Verwaltung und Politik von strittigen Verfassungsfragen beitragen werde. Nach seiner Auffaffung fei ferner für Behörden und Wirtschaft Reformen. Die Vorarbeiten für eine eine einfache und übersichtliche Gefehgebung eine der wichtigsten Sammlung des Reichsrechts, in der die große Zahl gegenstandslos gewordener oder aufgehobener Gefeße ausgeschaltet wird, find beendigt. Ich habe dem Kabinett in diesen Tagen den Entwurf eines Gefeßes vorgelegt, der ihm für die meitere Arbeit die nötige Ermächtigung der gefeßgebenden Kör perschaften bringen solle. Das Ziel sei, die noch geltenden Bestim mungen aus 58 Bänden des Reichsgefeßblattes in etwa fünf Bände für die einzelnen Sachgebiete übersichtlich zusammenzu faffen und dabei unter Kontrolle des Reichsrats und des Reichstags die Anpassung der Gesetze an die staatsrechtlichen Verhältnisse und einige andere notwendige Bereinigungen vorzunehmen. Bon den insgesamt 10 732 Beröffentlichungen auf dem Gebiete des Reichsrechtes sind zweifellos bereits 7488 gegen stands los geworden. aber auch von dem Reft wird bei näherer Prüfung noch ein großer Teil wegfallen tönnen. Was die Ausarbeitung des neuen Reichsschulgefehentwurfs betreffe, so behalte er sich diese selber vor. Auf Grund 20jähriger Tätigkeit auf diesem Gebiete glaube er dazu befähigt zu sein. Unmittelbar nach dem Minister fam Gen. Sollmann zum Wort: Er begrüße die Programmrede, die der Minister zur Republikanisierung des Beamtentums gehalten hat und wünsche ihm die Energie und die Amtsdauer, seine Worte in Taten umzusehen. Für das deutsche Kulturministerium betragen die gesamten fort laufenden Ausgaben 21 Millionen Mari. Ziehen wir die tanische Staatsgesinnung im Bolte vertiefen soll, muß bei der Auswahl seiner Beamtenschaft befonders Dor= sichtig sein. In diesem Minifterium sind nicht nur an der Spike, sondern auch auf allen wichtigen Poften Beamte notwendig, denen der neue Staat mehr ist als ein Cippenbekenntnis. Das Ministerium muß auch mehr tun als bisher, um den Symbolen der Republit Geltung zu verschaffen. Die Reichsfarben fchwarzrotgold, ihre Geschichte und ihre Bedeutung müssen unserer Jugend nahegebracht werden. Im Verhältnis zu den Ländern fordern mir, daß bei aller Rücksicht auf deren Eigenart die Reichsverfaffung beachtet wird. Wenn in Thüringen und in Bayern die Kommunisten als außerhalb der Geseze stehend behandelt werden, wie dies der bayerische Minister des Innern im Landtag ausgesprochen hat, so sind das Berstöße gegen den Geist der Reichsverfaffung, und widersprechen der politischen Kultur. Die Arbeit des Ministers wird von uns danach beurteilt werden, mit welchem Erfolg er der republikanischen Verfassung im ganzen Reiche Geltung verfchafft. Der volksparteiliche Abgeordnete v. Kardorff erklärte, einem Teil der Bemerkungen des Ministers über die Pflichten und Rechte der Beamten tönne er zustimmen. Andererseits halte er es für zu weitgehend, wenn man verlange, daß die Beamten überzeugte Republifaner fein müffen. Der deutschnationale Abgeordnete Berndt wies auf den allgemeinen Unmut hin, der dem parlamentarisch- demokratischen System im deutschen Bolte begegne. Die Alleinherrschaft des Reichstags und der Parteien sei in Deutschland in höchstem Grade verhaßt. Die Erklärungen des Reichsinnenminiffers über die Pflichten der Beamten ftellen eine Kampfanfage gegen alle Beamten dar, die nicht überzeugte Republifaner jeien. Außerdem jei die Erklärung des Ministers verfassungsmidrig, da die Berfassung die freie politische Ueberzeugung schüße. Redner erklärte es für unerhört, daß die Schupo in Uniform an Berſammlungen für die Fürstenentschädigung feilgenommen habe. Das fei die unfelige Folge der politischen Berheizung, die in der Polizei getrieben werde. Das Reich müsse eine straffere Aufficht über die Schupo in Preußen führen. Ganz besonders erregt mar der deutschnationale Schöneberger Bürgermeister über den Beschluß der Berliner Stadtverordnetenversammlung, den Rönigsplatz in Plaz der Republi" umzubenennen. Dieser Beschluß bedeute geradezu ein pathologisches Wüten gegen jede Tradition". Der demokratische Abgeordnete koch hielt den im deutschnationalen Antrag seinerzeit ausgesprochenen Gedanken, eine vom Reichstag unabhängige Reichsregierung zu bilden, für unmöglich. Eine Herauffezung des Wahlalters auf 21 Jahre er schien dem Redner für annehmbar, aber für nebensächlich im großen Rahmen der Wahlreform. Dem Reiche müsse eine gewisse Möglichkeit gegeben sein, in den Ländern wichtige Fragen gebührend zu beeinflussen. Das jei Unitarismus. Die republikanische Gesinnung müffe bei allen öffentlichen Amtshandlungen vorausgesetzt werden. Wenn der Abgeordnete Berndt eine straffere Aufsicht über die Bolizei in Preußen verlange, so habe dasselbe natürlich auch gegenüber der Polizei in Bayern zu geschehen. Der fommunistische Abgeordnete Berh erklärte, nicht an die Ausführungen des Ministers glauben zu können, daß nun endlich einmal mit den republiffeindlichen Beamten aufgeräumt werden solle. Gerade die jüngste Zeit zeige die reaktionären Umtriebe der Beamten bei der verfuchten Sabotage des Boltsbegehrens. Vorträge, Vereine Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianstr. 37/38, Sof 2. Tr. Marien Mitte: Ram. 6 Di., d. 2., abends 8 Uhr, Bonenstr. 19. borf: Mi., b. 3., abends 8 Uhr, Mital.- Berf. bei Maaß, Chauffec, Ede Rurfürstenstraße. Bartrag des Ram. Arno Schola. Adlershof: Fr., d. 5., abends 6.10 Uhr, Bhf. Adlershof, zur Fahrt nach Treptow. Bilbau: Mi., b. 3., Mitgl.- Verf. Falls nichts weiter bekanntgegeben, bleibt Rasino Berfammlungslokal. Wichtige Tagesordnung. Der Bollscher Westen", Mitgl. 5. DAGB., hält feine Uebungsstunden nahmen erfolgen daselbst. Gäste willkommen, Dienstags von 8-10 Uhr in der Schulania Sohenstaufenstr. 49 ab. NeuaufFreidenker- Bolfshochschule. Dienstag, 23. März, 7% Uhr, Askanisches Gymnasium, Sallesche Str. 26( am Anhalter Bahnhof). Dr. Ruote: Clemente des Geelenlebens". Arbeiter Rabio- Klub, e. B., Ortsgruppe Charlottenburg. Dienstag, 2. März 8 Uhr, Zusammenkunft aller werftätigen Radiofreunde und Mitglieder bei hunad, Charlottenburg, Wielandstr. 4. Thema: Der Low- 200s- Koppler". Anschließend Basteln. Gäste willkommen. Bferdeschuß- Bereinigung über ganz Deutschland, e. B. Mittwoch, 3. März, 8 Uhr, Rollendorf- Rafino, Kleiftstr. 41, Monatsversammlung. Gäste willkommen. Bund der Kriegsverlegten. Bitwen und Waisen der tschechoslowakischen Republit, Bezirksleitung Groß- Berlin. Mitgliederversammlung am 2. März in den Hohenstaufen- Sälen, Rottbuffer Damm 76, 8 Uhr. Thema: Die bevortehenden Abbau- und die regiofen Maßnahmen in der allgemeinen Rentenverforgung. Ortsgruppe Berlin- Rozben: 8. März bei Lindenthal, Magitt. 5, Mitgliederversammlung. Thema wie das angegebene. Frank PERI RASIER CREME PEN ASIER CALME Sie können 5 Minuten länger frühstücken! Denn soviel sparen Sie an Zeit, wenn Sie" Peri- Rasiererème" benutzen. 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Fand er, daß im Wasser fein Backen fehlte, so ging er befriedigt weiter. Stand man drüben am Bergufer, so sah man zuerst das Häusl, und war es gerade Montag, so sah man die Gollerin auf dem Waschplatz bei eifrigster Arbeit. Der Waschplatz war ein fleines viereckiges Holzpodium, das vom Ufer ins Baffer hineinragte. In mondhellen Nächten fonnte einer, dem die weise Frau am Sonntag zum Eintritt in die Welt verholfen hatte, ein anderes Bild jehen. Da saß die Seenige auf dem Podium und seufzte und schmachtete nach dem anderen Ufer hinüber. Dort saß der Nig und seufzte und schmachtete herüber, stürzte sich dann ins Wasser und schoß wie ein Hecht, der nach dem Köder schnappt, nach der Nige. Die ließ sich rasch ins Wasser zurückfallen, und wenn der Nig einen Augenblid auftauchte, um zu sehen, ob er das Ziel seiner Sehnsucht auch auf dem türzesten Wege erreichte, sah er den leeren Platz. Aber noch ehe Enttäuschung sich seiner bemächtigen tennte, war Hero an der Seite ihres Leanders, und ein glückliches Baar mehr bevölkerte den See. Kniete dann die Gollerin am anderen Morgen auf der Stelle, jo mochte es wohl sein, daß sich auch ihrer Brust ein Seufzer entrang. Ein Seufzer, der aus dem gleichen Quell floß, wie die Seufzer der Nige. Ja, solch ein Wassergeschöpf hatte es leichter als die Menschen! Denn soviel die Gollerin ihrer Lebtage auch ausgeschaut hatte nach einem, der fie ins Brautgemach führen sollte, es hatte sich feiner gefunden. Im Dorfe nicht, auf den Nachbarfiedlungen nicht und draußen in der Welt schon gar nicht. Schön war fie ja gewiß nicht, ab o Liebesgott, es gibt doch so viele Abstufungen zwischen schön und dem Gegenteil, und die Gollerin war eben eine Abstufung. Eines Tages, im Mai, als Nige und Nig wieder nächtlich ihr unterhaltsames Spiel getrieben hatten und die Gellerin seufzend cuf dem Waschplate fniete, fam auf der Seestraße ein fremder Herr daher. Herr? Nun ja, wer Sinn für Romantit hatte, fonnte den Fremden wohl so nennen. Wer ihn vom Gesellschaftsstandpunkt ous betrachtete, reihte ihn ohne Gewissensbisse in die Klasse der Landstreicher ein. Kleine Kinder und furchtsame Leute machten einen weiten Bogen um ihn. Aber dieser Umweg hätte unterbleiben fönnen. Der Hut es war doch einer? saß ihm mehr fed als mild auf dem Haar, und wenn dieses auch nicht aussah, als ob ihm sein Besizer regelmäßig jeden Morgen mit Ramm und Bürste zu Leibe ging, so machte es in seiner, urwäldlichen Fülle doch einen anziehenderen Eindruck als die dürftige Mähne manches Salonlömen. Der Herr Der Herr mir sind der Romantit zugeneigt blieb vor dem Häust der Gollerin stehen, maß es wie ein König seinen Hofnarren, hatte dabei die Borstellung ven der allerkleinsten Scheidemünze, ging aber doch hinein. Es tam ihm etwas wunderlich vor, daß er nicht so empfangen wurde wie gewöhnlich auf dem Fechtgange. Die Gollerin fragte ihn nach Heimat und woher er heut schon fame. Auch nach dem Beruf er habe doch einen? Jawoll, Madame, i betreib ab und zu das honette fragte fie. Schusterhandwerk." Das ab und zu betonte er, nicht das Handwerk. Das letzte ab und zu" läge wohl schon weit zurüd, fragte die Gollerin weiter, indem sie die Stiefel des Wanderers eingehend be trachtete. Der verstand den Blid und erfundigte sich sogleich, ob wohl hier im Derf zurzeit ein Schemel für ihn frei sei. Die Gollerin öffnete eine Tür. Der Fremde erschraf, denn man sah hinter der Tür alles, was ein Schusterherz in Bewegung feßen tann. Brach läge der ganze Kram, seit der„ Vorige" immer mehr die Büchse mit der Ahle verwechselt habe, aber das Gericht lasse nun einmal nicht mit sich spaßen, wenn man auch noch so treuherzig versichere, die Rehkeule sei auf dem gesetzlich zulässigen Wege erworben. Der Fremde sah sehnsüchtig einem dahinziehenden Bogel nach, Drehte sich um und betrachtete das letzte Stück Wegs, das er ge= fommen war. Ein Gefühl, das nichts mit vier Wänden zu tun hatte, stieg in ihm hoch, schon wollte er den Urwaldkopf in den Nacken werfen, da gab im entscheidenden Moment der Magen einen Laut von sich, und dieser Laut wurde zum Triumphgeschrei, zum Triumph. geschrei der bürgerlichen Wohlanständigkeit über das Ruhelose und Ungebundene. Und so saß nun der Geselle am anderen Morgen auf dem Schemel und hämmerte, was das Zeug halten wollte. Tagtäglich ven früh bis spät. Er sah nicht auf bei der Arbeit, um feine ziehen. den Wolken zu sehen und fein Stück der blauen Ferne. Diese Gemütsverfassung fam den zerrissenen Stiefeln des Dorfes zugute; je mehr aber die Wunden der Schuhe geflickt wurden, um so zerriffener wurde des Flickers Seele. Se war der Fremde nun schon lange Wochen seßhaft geworden. Er war auch äußerlich ein neuer Mensch, und es tam nicht mehr vor wie in den ersten Tagen, daß er im„ Krug" allein am Tische faß. Die Gäste hörten ihm aufmerksam zu, wenn er von seinen Wanderfahrten erzählte, und mancher rückte ganz nahe zu ihm hin, um fein Wort zu verlieren. So war der Winter gekommen. Und wenn die Gollerin Scheit auf Scheit in den Ofen steckte und das Feuer luftig emporschlug, so dachte der Gefelle wohl, daß eine regelmäßig miederkehrende Mahlzeit doch auch etwas sei, das man nicht unbedingt zu verachten brauchte. Aber dergleichen schwache Augen blicke hatte er doch nur selten. Ja, wenn ihm die Gollerin nur mit den Scheiten warm gemacht hätte, so hätte er wohl ruhig auf seinem Schemel sitzen bleiben fönnen. Aber da saß der Bogel in der Pechpfanne. Die Gollerin hatte außer den Scheiten noch eine Leimrute ausgeftedt. Wenn a Mann im Haus is, schlaft sich's doch ruhiger!" das war ihr ständiger Morgengruß geworden. Der Geselle dachte: ruhiger? Ist das Ruhe, wenn ich nachts vom Krug heimkomme, und aus ihrer Kammer schwirren Seufzer durch das Schlüsselloch? Und warum wurde sein Frühstück von Tag zu Tag reichlicher? Barum erzählte sie ihm immer wieder, daß da droben am Berge eine alte Base von ihr wohne, steinalt und eine schöne Sach" habe sie, und es sei weiter niemand da als die Gollerin, die dereinst den nächsten Anspruch darauf habe. Warum erzählte sie ihm das, ihm, dem Hias Grundbolzner aus dem Dolomitengebiet? Da wurde ihm auf einmal angst. lich zumute. Er sah einen Käfig aus Eisenstangen, und darin saß der Matthias aus der Nähe der„ Drei Zinnen", und die drei Berg gipfel grinsten ihn an, und jeder schien zu sagen: Bist aljo glüdlich pian bliebn?!" Und es machte die gedachte Lage nicht beffer, daß die Gollerin vor dem Käfig stand und ein großes Stüd Zuder durch die Lüde schob. Bon da ab seufzten nachts regelmäßig zwei in dem Häusl. Einer auf der Ostseite und einer auf der Westseite. Die Eisenstäbe des Käfigs schienen immer dicker zu werden. Er hatte fürchterliche Gesichte, der arme Hias. Eine Das auch noch nein! ganz schreckliche Laufbahn sah er vor sich: Obmann des Berschöne rungsvereins, Beigeordneter und schließlich gar noch Ortsvorsteher. Und dann hatte er mit der Behörde zu tun. Gewiß, Behörden mußten fein, aber er, der Hias, ging von jeher der Behörde gern aus dem Weg. Das charakteristischste Gesicht aber war sein Leichen stein: Hier ruht der ehrengeachtete Matthias Grundbolzner aus Hintertug, gestorben im 88. Jahre seines Lebens. Auf Wiedersehn!" Eines Nachts, im März der Schnee war schon ziemlich geschmolzen schlich eine dunkle Gestalt durch die Tür des GollerHäusls.„ Er bleibt doch net picn!" schallte es von der fleinen Anhöhe vor dem Dorfe zurüd. Dann lief der Fremde, was die Beine nur hergeben wollten, denn er hatte die schreckliche Borstellung, daß das ganze Dorf hinter ihm her sei, ihn einhole und der Gollerin zu Füßen lege..... 231 MILLIONEN FÜR OFFIZIERS Beilage des Vorwärts diesem findet er in seinem Kasten die Bilder für Finger, Daumen, Nagel usw, oder" Gold", das ihm alle anderen Metalle birgt! Will er die Bilder für Fluß, Regen, See usw. suchen, dann hat er in dem Kasten mit der Aufschrift ,, Wasser" nachzusehen. Darum hat auch ein chinesischer Segersaal mit seinen Typenfächern an den Wänden eine schier unheimliche Ausdehnung und er wirkt auf den abendländischen Jünger der schwarzen Kunst, wenn in dem sich fein weißer Kollege zurechtfinden kann. man sich einmal so ausdrücken darf, entwaffnend. Ein Labyrinth, Begriff fehlt, gehört natürlich unter diesen Umständen zu den AllDaß in der chinesischen Setzerei einmal das Bild für einen täglichkeiten. Für diesen Fall verfügt man über meiche Blei flümpchen, in die das Bild dann in aller Eile und mit erstaunlicher Geschicklichkeit mit Hilfe eines Messers gerigt wird. Dr. Ed. St. Laffen Pflanzen sich täuschen? ordentlich fennen, weiß jeder Bilzsammler und jede Mutter, deren Daß wir uns durch Pflanzen täuschen lassen, wenn wir sie nicht Rind einmal Tollkirschen oder andere giftige Beeren gegessen hat. Aber tönnen wir auch Pflanzen täuschen? Wer ein wenig Biologie studiert hat, wird di Frage bejahen müssen, wenn er etwas nachdenkt. Er wird vor allem an unsere hübsche insektenfressende Moor. pflanze, den Sonnentau, denken. Die runden oder länglichen, rojettenförmig angeordneten Blätter find dicht mit gestielten Drüsen Offizierspensionen. bejeßt, die einen flebrigen Tropfen ausicheiden, der in der Sonne VERSORGONG 7000 000 ORDENSZULAGEN So danken fie der Republit, die sie erhält! Chinesische Zeitungen. Seit einiger Zeit erscheint eine chinesische Zeitung in Berlin. Gelbe Studenten, die in der Reichshauptstadt Borlesungen hören, haben sich zu diesem Unternehmen entschlossen, weil es nach den Worten des Tactius am Hoangho und Jangtfefiang infolge der politischen Birren unmöglich geworden ist, zu denken, was man will, und zu sagen, was man dentt!" Dieses in der Bilderschrift des Konfutse abgefaßte Berliner Journal lenkt die Aufmerksamkeit der Deffentlichkeit auf die chinesische Presse überhaupt. Erst seit zwei Jahrhunderten, das ist bei der Vergangenheit der Gelben eine lächer lich furze Spanne Zeit, existiert eine einzige Beitung in China: Rinn- Bao", wenn man den Namen übersehen soll, dann bedeutet das ungefähr: Blatt der Hauptstadt. Dieses ist für unendliche Zeiten die einzige periodische Schrift des Reiches der Mitte gewesen und noch heute marschiert das Bierhundertmil'ionenvolt auf journali stischem Gebiete durchaus im Hintertreffen. Sechs Tageszeitungen und eine illustrierte Wochenschrift, das ist alles. Peting beschränkt fich auch heute noch auf seinen„ Kinn- Bao". Ein offizielles Publi. tationsorgan, das die kaiserlichen Edikte verbreitet und auch heute noch auf handgefertigtem Papier mit in Holz geschnittenen Buchstaben hergestellt wird. Der niemals zu unterschähende Einfluß Englands im fernen Orient ist aber nicht zum mindesten auf den Umstand zurückzuführen, daß sich die englische Kolonie in Schanghai vor 50 Jahren zuerst der Presse angenommen hat. Eie gründete damals die„ North China Daily News", die zunächst zwar nur englischen Tert aufzu meisen hatte, gar bald aber summarisch die wichtigsten Ereignisse auch in chinesischer Uebersetzung gab. 3mei Jahre später begann der Cheunn Bao"( Schanghaier Journal) zu erscheinen, das erste Blatt, das ausschließlich in chinesischer Sprache geschrieben war. Ihm sind der Chin Wann Bao"( Chinesische Notizen) und der Tschung Bain Bao"( Tägliche Allgemeine Zeitung) und schließlich die weiteren auf dem Fuße gefolgt. Alle chinesischen Zeitungen sind Morgenblätter, und ereignet sich im Laufe des Tages etwas Außergewöhnliches, dann kommt ein Extrablatt heraus. Gewöhnlich bedient sich der chinesische Zeitungsperleger eines sehr feinen Seidenpapiers, das wegen seiner Durch fichtigkeit nur auf einer Seite bedruckt werden kann. Aber schon gibt es auch in China widerstandsfähigeres Papier, das den Druc auf beiden Seiten, wie in Europa und Amerita, zuläßt. Format und Anordnung des Stoffes find aber bei allen Blättern die gleiche. Beschreibt man also eine einzige chinesische Zeitung, dann hat man von allen das Bild. Diese Einförmigkeit liegt nicht nur in dem Charakter des chinesischen Volkes begründet, sie ergibt sich vielmehr folgerichtig aus den Eigentümlichkeiten der chinesischen Sprache felbst. Chinesisch schreibt man bekanntlich von oben nach unten und von rechts nach links. Darum wird oben auf dem Blatte möglichst mit dem Raum gespart und die vertikalen Zeilen find von beschränkter Ausdehnung. Infolgedessen ist die Breite der chinesischen Beitungen bei weitem größer als deren Länge und das unterscheidet Sie schon äußerlich von jedem europäischen Blatt. Sie bestehen famt und fonders nur aus einem einzigen Blatt, das in der Mitte horizontal zufammengefaltet ist. Jede dieser beiden großen Seiten numeriert sind. Der Zeitungstopf wird horizontal geschrieben über wird in acht fleine Spalten eingeteilt, die von rechts anfangend, der ersten Seite. Das chinesische Alphabet fennt bekanntlich keine Buchstaben. Jedes einzelne Zeichen bedeutet ein ganzes Wort. Daher die ungeheure Schwierigkeit, Lesen und Schreiben in dieser komplizierten Sprache zu lernen, daher die Masse der Analphabeten in dem ungeheuren Land! Kein Wunder, wirkt doch eine chinesische Druderei geradezu verwirrend auf den Außenstehenden. Bie findet nun der unglückliche chinesische Sezer, der die Zeitung herzustellen hat, die Bilder für die hunderte von Worte heraus, während doch unser Buchdrucker nur unter 25 Typen zu wählen hat? Die Sache ift so einfach nicht. Die einzelnen Worte werden in der Druckerei in Ideengruppen klassifiziert, für die ein„ Mutterwort" maßgebend ist. Auf diese Art und Weise hat sich der chinesische Setzer nicht meniger als 214 Wortklassen geschaffen, aus denen er seine Bilder herauszusuchen hat. Ein Beispiel: Das Mutterwort Hand! Unter wie ein Tautropfen glänzt. Seht sich nun ein kleines Insekt auf das Blatt, so ist es um sein Leben geschehen. Wegen des flebrigen Saftes fann das Insekt nicht davonfliegen und die Drüsen legen sich dicht um das Tier herum. Es verhungrt aber nicht zwecklos, sondern das Sonentaublatt saugt alles Verdauliche an thm aus und verwendet den verdauten Saft als Nahrung. Dann öffnet sich das Blatt wieder, die Drüsen nehmen ihre alte Stellung wieder ein und zurück bleibt nur die unverdauliche Haut des Insekts. Der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen," um mit Wilhelm Busch zu sprechen. Bringt nun der boshafte Mensch anstatt eines Injekts oder eines verdaulichen Stückes Eiweiß eine unverdauliche Substanz auf das Sonnentaublatt, so arbeitet das Blatt ganz so, wie wenn ein Insekt verzehrt werden soll. Aber die Täuschung dauert nicht lange, denn sehr bald sehen wir sich die Drüsenstiele wieder erheben, aber immerhin, wir haben die Pflanze getäuscht. Eine Täuschung der Pflanze ist es auch, wenn wir eine Ranke, z. B. die einer Erbse ,,, fißeln". Bir sehen dann, wie sich die Ranfe frümmt und einrollt, genau wie menn fie die gesuchte Stüze berührt hätte. Wir wollen nicht weiter nach bekannten Beispielen dieser Art suchen, sondern einen ganz neuartigen Täuschungsversuch mitteilen, den die Berliner Botanikerin Gerda Raydt kürzlich veröffentlicht hat. Dieser Versuch wirkt außerordentlich humoristisch, und sollte jemand einmal ein Buch über den Humor im Pflanzenreich schreiben, so wird er sich dieses Versuchs mit Vergnügen erinnern. Natürlich wollte die Verfasserin keine Humoreste schreiben, das hat sie auch nicht getan, aber eine Be merfung in ihrer Arbeit läßt doch den Schluß zu, daß sie die Komik der Situation erfaßt hat. Es ist ein Schlemihlproblem, ein Schattenproblem, das uns hier entgegentritt. Peter Schlemihl lief ohne seinen eigenen Schatten in der Welt herum und wich der Sonne aus. Die Verfuchspflanzen unserer Forscherin laufen hingegen mit einem fremden Schatten herum und suchen die Sonne, in der Hoffnung, den lästigen Schatten loszuwerden. Schon der berühmte Pflanzenphysiologe Dutrochet hatte beob achtet, daß die Blätter der Bohne, wenn auf sie ein Schatten fällt, fich diesem durch seitliche Bewegungen entziehen können. Diese Be obachtung wurde später auch von einem anderen Forscher an der bekannten Zimmrlinde gemacht. Frl. Randt bestätigt zunächst die Beobachtungen ihrer Vorgänger, aber da sie die Blattbewegungen genauer untersuchen wollte, mußte fie auf ein Mittel finnen, das bequemer und zuverlässiger war als die Anwendung eines wirklichen Schattens. Sie verfiel darauf, die Blattflächen mit schwarzem Papier zu bedecken. Auf diese Weise war es möglich, den„ Schatten" beliebig groß zu machen und sie war unabhängig von dem direkten Sonnenlicht. Es fragte sich nur, ob die Pflanze nichts von der Täuschung merkte. Nun, das tat fie nicht, sie verhielt sich ganz so, wie wenn sie einem wirklichen Schatten aus dem Wege gehen wollte. Eine an sich also zweckmäßige Bewegung wird hier zur Bosse und das empfinden wir als komisch. Man darf der Pflanze es nicht verargen, daß sie sich in dieser Weise täuschen läßt; machen es doch selbst hochstehende Tiere nicht viel besser. Jeder kennt die Geschichte von dem Efel, dem man da durch seine Störrigkeit abgewöhnte, daß man in einiger Entfernung von seinem Kopfe ein Büschel Heu so anbrachte, daß er es nicht erreichen fonnte. Das merkte der Esel aber nicht; er glaubte durch schnelles Laufen das Heu doch zu erwischen, und weiter wollte der Dr. W. Wächter. Rutscher des Eselgespanns nichts. Die Jahresringe der Bäume. Jedermann weiß, daß ein Baum Jahresringe ansett. Aber einige Einzelheiten darüber, die Dr. E. Förster im„ Kosmos" hervorhebt, dürften weniger bekannt fein Je schneller der Baum wächst, je fleiner fein Stammdurchmesser: iſt, um so stärker müssen die Jahresringe sein. Dies ist also in den ersten Jahren und in günstigen Jahren bei schnellem Wachstum der Fall, und die Betrachtung des Querschnittes eines Nadelbaumes zeigt dies deutlich. Daraus erklärt es sich auch, warum ein Baum in geschlossenem Bestand des Flachlandes anders wächst, als die Einzelbäume im Gebirge an der Grenze des Baumwuchses in Höhen von etwa 900 bis 1100 Metern. Im geschlossenen Bestand schüßt ein Baum den andern, sie fönnen schneller wachsen, sie werden schlanker. Der Durchmesser wird nach oben für jeden Meter Länge rund um 1 3entimeter fleiner. Wird aber ein Teil des Waldes niedergeschlagen, so daß der gegenseitige Schuh wegfällt, und tritt dann ein starfer Sturm auf, so ergibt sich, daß die Bäume zu schlank" gewachsen sind; der Sturm bricht sie in der Mitte ab. Anders wachsen die Bäume im Gebirge an der Baumgrenze, wo sie einzeln stehen. Da ergeben sich die gedrungenen Formen, die Betterfichten. Sie können nicht so schlank wachsen, weil die viel größeren Biegungsmomente eine viel schnellere Zunahme des Durchmessers bedingen. Sie werden auch viel mehr Aussicht auf Erhaltung haben, wenn sie gruppenweiſe wachsen. Besonders gut fann man dies be zusammengedrängt obachten, wo der Gebirgskamm ungefähr mit der Baumgrenze zufammenfällt. z. B. im fergebirge und in den anderen schlesischen Randgebirgen. - etwa 4 bis 5 Stüd dicht Der Rüdgang der Schmetterlinge. In den entomologischen Fachblättern wird öfters festgestellt, daß die Zahl der Schmetterlinge in den letzten Jahren sehr zurückgegangen ist. Solche Beob achtungen werden u. a. aus der näheren und weiteren Umgebung Berlins, aus Pommern, Schlesien usw. berichtet. Es gibt z. B. Arten, von denen man früher mit Leichtigkeit 1000 Raupen sammeln fonnte, die aber jetzt kaum noch anzutreffen sind. Die Ursache des Rückgangs wird nun im allgemeinen nicht auf die Schmetterlingssammler zurückgeführt, wenn auch einzelne Seltenheiten start durch fie beeinträchtigt sein mögen. In der Hauptfache schreibt man die Ursache natürlichen Erscheinungen zu, so der leberhandnahme von Schlupfwespen, und auch Witterungseinflüssen. Außerdem dürfte der Rückgang gewisser wildwachsender Pflanzen, die bestimmten Raupen zur ausschließlichen Nahrung dienen, mit zu der Abnahme der Falter beigetragen haben. MARKE GOLDSTÜCK WEINSBENNEREIGN Stück A. Hanai REINER WEINBRAND Boldstück Deutscher meinbrand Stück Fitöre Bertiner Theater 8 Uhr: 8 Uhr: Messalinette WINTERGARTEN Trianon- Th Zentr. 2391 Berlin lacht von 8 bis 12 Die Revue der Einakter Central Theater 8 Uhr: Eva Bonheur Philharmonie 8 Uhr: Mozart- Abend des Philharm. Orch. Dirig: Prof Prüwer von Los 3 Codonas Hochfurner in höchster Vollendung im Rahmen eines abwechslungsreichen Varieté Spielplans. Sonntag nachm. 8. U. halbe Preise Rauchen gestattet! Sport Palast Ab 10 Uhr vorm. voller Eislaufbetrieb 9 Uhr abends Das große Mieten Sie von uns Wäscherolien, waschmaschinen, diese sind in 6 Monaten Jhr Eigentum Auf Wunsch Sander Prospekt PRaddatz Berlin W66.Ceipzigerstr. 122-123 Sabine Meyen März-Programm Eduard Süsskind' Jupiter- Sinfonie u. 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Ortstrantentaffe Neutölln Seese, Borsigender. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 2. März. abends 6 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kief holzstraße, statt. Am 27 Febr. verstarb nach langem, fchwerem Leiden mein lieber Mann, unfer guter Bater, der Schrittseger Johannes Müller im 37. Lebensjahre. 17/14 In tiefer Trauer Martha Müller, geb. Kohlmeyer Bernhard Müller) Gertrud Müller Berlin, Quizomstr. 121. als Kinder. Einäfcherung am Mittwoch, den 8. März nachmittags 5 Uhr, im Rrematorium in der Gerichtstraße. Kranz penden verbeten. Nach langem, fchwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief fanft am 25. Februar, nachmittags 4 Uhr, meine inniggeltebte, undergebliche Frau, unfere berzensgute Mutter, Tochter, Schwägerin, Tante und Coufine Frau Frida Bornstein geb. Kieschke im 47. Lebensjahre. Jm Namen der Hinterbliebenen Emil Bornstein als Gatte, Irene Bornstein als Tochter, Edwin Bornstein als Gohn, Wilhelm Kieschke als Bater Neukölln, im Februar 1926. Die Einäscherung erfolgt Mittwoch, feinster Burgunder statt 2.50, Fl. 1.44 b. 8. mars, nam, 8 libt, im Stemá bis 5,-nur " 1.95 Feinste Bordeaux- Weine, 1919-21. staff Süßkinds Speziallikör 35% nur L. 3.40 Ausschank vom Faß trotz meiner Kostproben gratis/ Kostproben gratis Auf Spirituosen billigen Preise a.anerkannten Qualität extra 5% Rabatt Alles inklusive Steuer ohne Glas Keine Engros- Abgabe- Mar dem Privatpablikum! Likör- Pabrik u. Weingroßhandlung nachm. Uhr, torium Baumschulenweg. spenden danfend verbeten. Kranz ( 1661 b Benig getragene Jadetanglige, Salle Tenmäntel, Sportpaletots, Gummi mäntel, Gesellschaftsanzüge, Bauch anzüge verkauft und verleiht( pottbillig Salpern, Rosenthalerstr. 4, erfte Etage. Teilzahlung. Gardinen, Wäsche, Tris fotagen, Inlette, Deden, Einzelmöbel, Rorbmöbel. Stern, Rastanienallee 19/20. Leibhaus Morigplak 58a verkauft An züge, neu und getragen( teils auf Geide) 19,50, Baletots, Gummimäntel 13, Damengarderobe! 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