Nr. 117 43. Jahrg. Ausgabe A fr. 59 Bezugspreis: hentlich 70 Bfennig, monatli B. Reichsmart Doraus zahlbar Unter Areuaband für Deutschland. Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburs 4.50 Reichsmart, file bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Gieb. luna und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint mochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adrese: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Nonpareille. geile 80 Bfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgedrudte Wort 25 Pfennig ( auläffia zwei fettgedruckte Worte, fedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengefuche das erfte Bort 15 Bfennig, tedes weitere Wort 10 Vfennig. Worte über 15 BuchStaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linbenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Donnerstag, den 11. März 1926 Kritische Zuspitzung in Genf. Brasilien fordert kategorisch einen ständigen Ratssitz. V. Sch. Genf, 10. März.( Eig. Drahtber.) Die Situation ist plöglich außerordentlich kritisch geworden. Die nichtoffizielle Besprechung der zehn Rats mächte am Nachmittag beim Generalsekretär Sir Erik Drummond dauerte bis nach 8 Uhr abends. Deutsche und Polen nahmen natürlich nicht daran teil. Die lange Diskussion nahm einen sehr dramatischen Verlauf und führte zu einem Ergebnis, das, wenn es endgültig bliebe, eine wahre internationale Ratastrophe bedeuten würde. Wie nicht anders zu erwarten war, gab der schwedische Bertreter Genosse llnden nicht nach und lehnte entschiedener denn je die Bergrößerung der Zahl der permanenten Ratssize ab. Er wandte sich deshalb scharf gegen die spanische Forderung. An fich war diese Stellungnahme vorauszusehen, und man hatte sich bereits im Lager der Engländer, der Franzosen und der Italiener darauf mehr oder minder schweren Herzens eingerichtet. Besonders die Franzosen sind schon seit gestern sehr gedrückt, und fürchten, daß der ,, diplomatische Sieg Deutschlands über Frankreich", wie diesen Aus gang die poincaristische Presse ausbeuten würde, nachhaltige Rüdwirkungen in Frankreich haben würde. Auch Chamberlain war bereits nachgiebiger und vertrat die spanischen Wünsche nicht mehr mit dem gleichen Eifer wie vordem. Gogar Quinones de Leon, der spanische Botschafter in Paris und Ratsmitglied, hatte in einem heute nachmittag im ,, Journal de Genève" erschienenen Brief die spanische Forderung zwar eingehend begründet, jedoch unter sorgfältigster Bermeidung jeder Austrittsbewegung für den Fall ihrer Nichterfüllung. Angesichts des schwedischen Widerstandes, der von den neutralen Nationen lebhaft unterstützt wird, schien der Fall bereits im Sinne Deutschlands entschieden zu Jein, wobei wir dahingestellt sein lassen, ob dieser ,, diplomatische Sieg" der deutschen Delegation dem deutschen Balfe mehr Nußen als Schaden auf die Dauer eingebracht hätte. Denn ohne es zu wollen und zu wünschen, hätte Deutschland Jeinen Eintritt in den Völkerbund unter Umständen vollzogen, bie mit einem demütigenden Rückzuge Chamberlains und Briands verknüpft gewesen wären. Aber nun ereignete sich etwas unerwartetes: der brafilianische Bertreter Mello Franco erhob sich und ver langte offiziell einen ständigen Ratssig für fein Land. Er erklärte, daß ihm die Verpflichtungen, die andere Mächte in Locarno übernommen hätten, ganz Indessen fühlte sich der spanische Vertreter verpflichtet, die Erklärung Mello Francos zu unterstreichen, ohne jedoch mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen, daß auch er gegen den deutschen Ratssitz zu stimmen beabsichtige. Jedenfalls wird jetzt mit der Möglichkeit start gerechnet, daß sogar zwei Staaten durch ihr Beto die ganze Locarno- Politik und damit auch den ganzen Völkerbund in Stücke schlagen! Es ist wohl nicht uninteressant, in diesem Zusammenhang festzustellen, daß Brasilien zwar durch die Locarno- Berträge nicht gebunden ist, daß es aber bei der Rundfrage, die das Kabinett Marg im Herbst 1924 bei den Ratsmitgliedern veranstaltete, um deren Stellungnahme zu dem Eintritt Deutsch lands fennenzulernen, eine Antwort erteilte, in der es hieß, daß es im Prinzip mit einem permanenten Ratssig für Deutsch land einverstanden sei. Kein Mensch fonnte damals annehmen, daß hinter diefer üblen Formel( im Brinzip) der Hintergedanke stecken könnte, Vorbehalte von dieser Art im entscheidenden Augenblick zu machen, und auch für Brasilien einen permanenten Ratssitz zu beanspruchen. Allgemein wird bedauert, daß die heutigen Berhandlungen in Abwesenheit Briands geführt worden sind. Denn, so wird vielfach zum Ausdruck gebracht, der brasilianische Bertreter hätte niemals gewagt, so rabiat in Gegenwart eines Mannes von der internationalen Autorität Briands aufzutreten. Wenn überhaupt noch eine Hofnung auf Beilegung dieses verhängnisvollen Zwischenfalls besteht, jo liegt sie in der Rückkehr Briands am morgigen Lage und in dem Gefühl, daß eine solche Berstörung der Ergebnisse der europäischen Politik zu finnlos wäre, als daß die Welt sie begreifen oder gar dulden würde. Spaniens Anspruch. Stille Vereinbarungen seit dem Jahre 1921? Genf, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Der spanische Delegierte Quinones de Leon hat in einem Brief an das" Journal de Geneve" betont, daß die Kandidatur Spaniens für einen ständigen Siz ganz unabhängig von der Aufnahme Deutschlands schon 1921 aufgestellt worden sei. Damals hätten Frankreich und Großbritannien dafür geſtimmt. Seitdem habe die stillschweigende Bereinbarung bestanden, daß Spanien den ständigen Siz erhalten solle, sobald aus irgendeinem Grunde die Zusammenfeßung des Rates eine Aenderung erfahre. Dieser Augenblid sei jetzt ge= fommen, und deshalb bestehe Spanien auf der Erfüllung feines wenn ihm der ständige Sih verweigert werden sollte. Vorwärts- Verlag G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Boftschecktonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstr. 3. Um den Abbau der Steuern. Forderungen der Sozialdemokratie. Der Reichstag hat nach zweitägiger Debatte das Steuermilderungsgesetz der Regierung, sowie die Anträge der Parteien zur Steuersenkung dem Steuerausschuß überwiesen. Er wird am tommenden Mittwoch feine Beratungen beginnen, deren Berlauf und Ergebnis durchaus ungewiß sind. Denn im Gegensatz zu der freundlichen Aufnahme, die die ersten Ankündigungen der Reichsregierung über die Milderung des Steuerdrucks gefunden haben, macht sich jetzt sowohl in den Rechtsparteien, als auch bei den Regierungsparteien eine scharfe Kritik bemerkbar. Bei den Deutsch nationalen ist sie rein demagogisch, in ihrer Presse sogar persönlich gehässig gegen den Finanzminister Dr. Reinhold gerichtet. Diese Herrschaften fönnen es nicht ertragen, daß nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung Steuern ermäßigt werden, nachdem sie im Gefolge des deutschnationalen Finanzministers alle Anträge auf Steuerermäßigung niedergeftimmt haben. Vor allem aber paßt ihnen auch nicht, daß die Umsatzsteuer ermäßigt werden soll, während die Einkommensteuer und die Ertragssteuern unverändert bleiben. Dabei werden fie unterstützt von einigen Regierungsparteien, die bei dieser Gelegenheit ihre Sonderwünsche durchzusetzen trachten. Auf der anderen Seite stehen die Kommunisten. Ebenso wie die Deutschnationalen haben sie zahllose Anträge eingebracht, deren rein agitatorischer Charakter von ihnen nicht bestritten wird. Sie sehen in der Beratung von Stenerfragen nicht in erster Linie die Möglichkeit, das Los der arbeitenden Massen zu erleichtern, sondern nur eine willfommene Gelegenheit, jeder Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, ohne nach der Wirkung ihrer Politik zu fragen. Deshalb haben sie, obwohl Handlungen des neuen Finanzministers überhaupt noch nicht vorliegen, einen Mißtrauensantrag gegen ihn eingebracht. Zu 50 Proz. fanden sie dabei die Unterstützung der Deutschnationalen, die fich der Stimme ent hielten. Die Sozialdemokratie hat den Mißtrauensantrag abgelehnt. Nicht um die Regierung zu stüßen, oder um dem Finenzminister ihr Bertrauen zu befunden, sondern lediglich deshalb, weil der Reichstag bzw. die Parteien durch ZuStimmung oder Ablehnung der Finanzpläne Gelegenheit zu einer positiven Stellungnahme haben werden. nistische Demagogie wird deshalb die Sozialdemokratie Eingeteilt zwischen die deutsch national fommubei den bevorstehenden Steuerberatungen feine leichte Aufgabe haben. Aber wie bisher, so wird sie auch diesmal fich nur von fachlichen Erwägungen leiten lassen und alles tun, ist ihr die Zustimmung zu dem vorliegenden Gesezentwurf um die Intereffen der werktätigen Massen zu schützen. Daher gleichgültig seien. Diese Verpflichtung, Deutschland in Wunsches und würde sich in seiner Würde verlegt fühlen, der Regierung nicht möglich, da es neben der Herabfegung den Bölkerbund aufzunehmen und ihm einen ständigen Siz zu gewähren, mögen Frankreich, England, Belgien usw. ruhig erfüllen. Brasilien aber wisse nichts davon, habe sich zu nichts verpflichtet und habe daher freie hand. Mello Franco forderte für sein Land, d. h. für sich selbst, einen ständigen Siz und erklärte, daß, wenn ihm dieser nicht gewährt würde, er dann von dem gleichen Einspruch gegen Deutschlands Recht Gebrauch mache, wie es Undén gegen jede Erweiterung des Bölferbundsrats tue. Wenn der Brasilianer auch noch nicht formell angekündigt hat, daß er gegen Deutschlands Ratssitz stimmen würde, so waren feine Worte gar nicht anders zu verstehen. Obwohl alle anberen Vertreter entsetzt waren über die Folgen dieser Erflärungen und versuchten, den wilden Mann aus Brasilien umzustimmen, ist ihnen das troß der ausgiebigen Aussprache bisher nicht gelungen. Der Gedanke, daß das ganze Werf von Locarno in letzter Stunde durch einen Staat zerschlagen werden könnte, der 6000 Kilometer von Europa entfernt liegt, ist so toll, daß der gesunde Menschenverstand diese Borstellung nicht zu erfassen vermag Der Standpunkt des Herrn Mello Franco beweist übrigens, daß selbst, wenn man den spanischen Wunsch erfüllt hätte, damit nichts gewonnen gewesen wäre, sondern daß die Brasilianer dann erst recht für sich das gleiche ,, Großmachtsvorrecht" in Anspruch genommen hätten. Dieser neue Zwischenfall bildet übrigens eine geradezu flaffische Rechtfertigung der Haltung, die die sozialdemo= tratische Regierung Schwedens von Anfang an eingenommen hat, indem sie ihre Stimme gegen jede Bermehrung der permanenten Ratssitze erhob. Genosse Undén hat feinen Standpunkt mit einer Konsequenz vertreten, die um so bewunderungswürdiger ist, als er von Chamber= lain im Stich gelassen wurde. Der brasilianische Vorstoß beleuchtet blißartig die Folgen des schweren Fehlers, den Chamberlain begangen hat, als er sich verpflichtete, für Spaniens Wünsche einzutreten. Quinones de Leon dürfte durch diesen Vorstoß von Mello Franco unangenehm überrascht worden sein, denn dadurch wird die Forderung Spaniens ad absurdum geführt und ihre Aussichten auf Verwirklichung sind infolgedessen noch mehr gesunten. Die Einzeichnungen am Mittwoch. Die Einzeichnungen zum Boltsbegehren haben gestern, wie zu erwarten war, nachgelassen. Die vorliegenden Ergebnisse laffen darauf schließen, daß die gestrigen Eintragungen etwa die Hälfte der Einzeichnungen vom Dienstag ausmachen. Es liegen vor: Dienstag 12 092 Dienstag 13 787 Dienstag 15 010 den. Bezirken: Prenzlauer Berg. Mittwoch 6610 Bisher eingezeichnet 63 705 Friedrichshain. Mittwoch 7668 Wedding. Mittwoch 8020 Bisher eingezeichnet 71 110 Bisher eingegeichnet 79 315 Es trugen fich in( abgerundeten) Prozentfäßen der sozialdemofratischen und kommunistischen Wähler bis Dienstag abend ein in 71,5 Proz. Berlin Mitte. Tiergarten Reinickendorf 58,5 Proz. 58,0 Neukölln Köpenic 4 . 70,5 4 " Treptow Weißensee. Friedrichshain 64,0 Kreuzberg. Prenzlauer Berg 62,5 Wedding Schöneberg Evandau 69,0 • " . 67,5 " Tempelhof 53,0 51,5 " " 4 " Pankow 51,5 " 63,5 • " Charlottenburg 49,5 " Wilmersdorf. 47,0 " 625 " 7 Lichtenberg 45,5 " .* 60,5 60,0 39,0 " " 30,5 17 M Steglig Zehlendorf Hieraus ergibt sich, daß in Groß- Berlin erst vier Bezirke zwei Drittel der Zahl der sozialdemokratischen und kommunistischen Stadt verordnetenwähler überschritten und fünf Bezirke die Hälfte noch nicht aufgebracht haben. * In der Beilage befindet sich ein Verzeichnis der Ein tragungsstellen in Berlin. Wir bitten alle Leser, es aus. zuschneiden und bis zum Schlusse der Einzeichnungsfrist auf zubewahren! der Umsatzsteuer auch die Herabsetzung der Vermögenssteuer vorsieht. Most größer freilich ist der Gegensatz zwischen den Absichten der Sozialdemokratie und den Absichten derjenigen Regierungsparteien, die eine noch weitergehende Verminderung der Belastung des Besizes, vor allem durch Ermäßigung der Einkommensteuer, erstreben. Die Sozialdemokratie hat sich bisher an dem Wettlauf der Parteien zur Steuersenfung nicht beteiligt. Das ist keine Billigung des bisherigen Steuersystems, insbesondere teine Billigung der unsozialen Berteilung der Steuerlasten und der Schonung des Großbefizes. Das letztere aber ist mehr ein Problem der Berwaltung und der Ausführung der Gesezze, als der Gesetzgebung selbst. Für die Sozialdemokratie steht deshalb auch jetzt die Frage im Vordergrund: Können die Steuerlaften ermäßigt werden, ohne daß die sozialen Anforderungen an das Reich eingeschränkt werden müssen? Nur soweit das möglich ist, wird die Sozialdemokratie ihre Zustimmung zur Ermäßigung von Steuern geben können. Angesichts der großen Notlage weiter Kreise der deutschen Be= pölferung würden sonst die Nachteile einer Steuerermäßigung größer sein als ihre Vorteile. Außerdem darf die Steuersenkung weder das mühsam hergestellte Gleichgewicht im Haushalt des Reiches gefährden, noch die Durchführung eines großen Wohnungsbauprogramms erschweren. An diesem Standpunkt kann die Sozialdemokratie um so eher festhalten, als die Senfung der Lohnsteuer ohnedies geseglich vorgesehen ist. Unter dem Einfluß der Sozialdemokratie ist im vergangenen Sommer das Gefeß zustandegekommen, das den Ertrag der Lohnsteuer auf 100 Millionen Mark monatlich begrenzt. Wird dauernd dieser Betrag überschritten, so muß eine Ermäßigung der Lohnsteuer eintreten. Auf Grund dieses Gesetzes ist die steuerfreie Grenze zum 1. Januar 1926 von 80 auf 100 m. monatlich erhöht worden. Sobald bei besseren Wirtschaftsverhältnissen der Ertrag der Lohnsteuer über 100 Millionen Mark monatlich steigt, muß erneut eine Ermäßigung der Lohnsteuer eintreten. Mit ihr ist also ohnedies im Laufe des Jahres 1926 zu rechnen. Hält jedoch die Regierung an der Senfung der Vermögenssteuer feft und findet sie darin die Billigung der Mehrheit des Reichstags, jo muß jet be= reits ein Ausgleich dafür durch Ermäßigung der Lohnsteuer erstrebt werden. Diese Ermäßigung der Bermögenssteuer ist durchaus unbegründet. Die Säge der Vermögenssteuer sind so niedrig, daß sie eine fühlbare Belastung nicht darstellen. Im Mittelpunkt des Programms des Reichsfinanzministers steht die Ermäßigung der Umsatzsteuer von 1 Proz. auf 0,6 Proz. Dieser mit der Gentung der unsozialsten Massensteuer eingeschlagene Weg findet grundsäglich die Billigung der Sozialdemokratie. Sie verlangt darüber hin aus die Herabsetzung der Umsatzsteuer auf mindestens Proz, damit ein größerer Anreiz zur Senfung der Preise gegeben ist. Es muß aber gleichzeitig Sicherheit dafür getroffen werden, daß die Gentung der Umsatzsteuer auch zu einer Ermäßigung der Preise führt. Ferner ist der Gefahr vorzubeugen, daß der den Ländern und Gemeinden durch die Sentung der Umsatzsteuer etwa entstehende Steuerausfall als Anlaß zur Erhöhung der Hauszinssteuer benutzt wird. Eine Begrenzung der Miete auf 100 Pro 3. und ein Berbot der weiteren Steigerung der Hauszinssteuer zu Finanzzweden ist deshalb erforderlich. Auch muß dem Standal der Steuerfreiheit der Großlandwirtschaft ein Ende bereitet werden. Neben anderen Maßnahmen wird man hierfür in erster Linie die Offenlegung der Steuerlisten in Aussicht zu nehmen haben.. Nur wenn in diesem Rahmen die Interessen der großen Maffen des Boltes gewahrt werden, wird die Milderung der Steuerlaft wirtschaftlich belebend wirken. Von der Stellungnahme der Regierung und der Regierungsparteien zu diesen Forderungen der Sozialdemokratie wird deshalb ihre end gültige Entscheidung abhängen. Demokraten und Volksbegehren. Ein Beschluß des demokratischen Reichsausschusses. am Mittwoch in einer den ganzen Tag in Anspruch nehmenden Der Demokratische Reichsausschuß hat sich Sigung mit der Stellung der Demokratischen Partei zur Fürstenabfindung befaßt. Die Haltung der Reichstagsfraktion wurde vertreten durch den Parteivorsitzenden Koch, die Haltung des Staatsbürgerlichen Ausschusses für das Volks begehren durch den Landtagsabgeordneten Nuschte. Nach längeren Erörterungen faßte der Demokratische Parteiausschuß folgenden Beschluß: partei hat zwar prinzipiell dem Rompromiß zugestimmt, hat aber, wie der Lotal- Anzeiger" berichtet, davon Abstand genommen, einen Beschluß auf Frattionszwang zu fassen. Durch diese Tatsachen sowie durch den Beschluß des Demofratischen Parteiausschusses wird die Aktion der demokratischen Organisationen im Lande für das Boltsbegehren begründet und unterstützt. Der Borstand des Jungdemokratischen Berbandes Bayern hat in seiner Vorstandsfizung einstimmig beschloffen, sich dem staatsbürgerlichen Ausschuß zur Förderung des Voltsbegehrens anzuschließen. Er fordert seine Mitglieder und Anhänger im Lande auf, sich in die Listen für das Boltsbegehren einzutragen. Der Umfang der Erwerbslosigkeit. Abnahme der männlichen, Zunahme der weiblichen Unterstügten. Die Zahl der erwerbslosen Hauptunterstüßungsempfänger hat in der zweiten Hälfte des Februar teine nennenswerte enderung ergeben. 3war ist bei den männlichen Haupt unterstügungsempfängern gegen den 15. Februar eine Verminderung von 1772 338 auf 1750 757 eingetreten. Dem steht aber bei den weiblichen Hauptunterstützungsempfängern eine 3unahme von 286 054 auf 306 050 gegenüber. Die Ge famtzahl der Hauptunterstützungsempfänger ist non 2058 392 am 15. Februar auf 2056 807 im 1. März zurüdgegangen. Das bedeutet eine Abnahme von 1 pro mille. Die Zahl der zuschlagsberechtigten Angehörigen meift für den gleichen Zeitraum einen starten Rüdgang auf, und zwar von 2 330 875 Der Kompromißantrag zur Frage der Fürstenabfindung auf 2279 518. Während der Januar eine Zunahme ber Hauptist jetzt beim Rechtsausschuß des Reichstags eingebracht mor unterstügungsempfänger um 54 500 gebracht hatte, zeigt für den den. Der Entwurf meist nach einer Ueberprüfung durch das Reichs ganzen Monat Februar die Zahl der männlichen Hauptjustizministerium und nach einer nochmaligen Besprechung der unterſtügungsempfänger eine 2 b na hme um 2300, bei den weib. Barteiführer teine materiellen Aenderungen auf. Der Kompromißlichen eine Zunahme von 49 000, so daß die Gesamtziffer eine antrag wird am Freitag im Rechtsausschuß des Reichstags vom geringe Zunahme von 2030 646 auf 2056 807 Unterstützte aufweist. Abg. Schulte- Breslau( 3tr.) begründet werden. Das Abfindungskompromiß. Keine Zurücknahme von Unterschriften. Amtlich wird mitgeteilt: Es ist die Frage aufgetaucht, ob eine beim Boltsbegehren im Abstimmungsverfahren abgegebene Unter schrift vom Unterzeichner zurüd gezogen werden tann. Wie wir auf Anfrage beim Reichsministerium des Innern erfahren, ist eine solche Zurücknahme der einmal abgegebenen Unterschrift e ben sowenig zulässig wie bei einer Wahl die Stimmenabgabe zurüdgezogen oder geändert werden fann. Die restlose Enteignung hat bereits begonnen! Bei armen Invaliden. Bundesorgan der vertriebenen Deutschen aus Elsaß- Lothringen, In den Elsaß- Lothringischen Mitteilungen", dem ist in der soeben herausgegebenen Märznummer folgendes zu lesen: Im Armenhaus zu Mayen an der Nette( Regierungsbezir? Roblenz) muß der Invalide Fint leben. Er ist 84 Jahre " Der Parteiausschuß spricht dem Vorsitzenden und der Reichs- a It, Mitfämpfer der Feldzüge 1866 und 1870 und infolge der polititagsfraktion den wärmsten Dant aus für die unermüdliche und er- schen Verhältnisse als eine Folge des Krieges aus Elsaß Loth folgreiche Tätigkeit, die sie zur Verbesserung des Gefeßringen vertrieben worden. Auf wiederholte Eingaben des entwurfes für die Fürstenabfindung entfaltet haben. Hilfsbundes für die Elsaß- Lothringer im Reich bewilligte der PräDie Boltsbewegung, die durch die maßlofen Anfident des Reichsentschädigungsamtes diesem armen, alten Manne fprüche der Fürsten entfesselt wurde und deren sich als erfte die Demokraten angenommen haben, hat zwar nicht alle Ziele erreicht, aber einer erträglichen Regelung die Wege geebnet. Der Parteiausschuß stimmt dem neuen Rompromiß der Regierungsparteien über die Fürstenabfindung zu. Für den. Fall, daß die verfassungsmäßige Mehrheit für diesen Entwurf infolge des Widerstandes der Rechten nicht erreicht werden sollte, behält sich der Parteiausschuß die Regelung der Frage durch den Bolfsentscheid vor." eine Beihilfe aus dem Härtefonds in Höhe von 250 m., damit er mit diesem Betrag die Bedürfnisse seiner alten Tage an Taschen er mit diesem Betrag die Bedürfnisse seiner alten Tage an Taschen geld und kleineren Beschaffungen bestreite. Was tut die Armenverwaltung der Stadt Mayen an der Nette? Sie beschlagnahmt diesem Mitfämpfer um Deutschlands Einheit den Betrag von 200 m." Das geschieht zu derselben Zeit, wo die Fürsten unerhörte Forderungen an das deutsche Volt stellen. Dieser Invalide Fint ist von Haus und Hof vertrieben, er, der 84jährige, arme und verlassene Kämpfer von 1866, Kämpfer von 1870, wird in der deutschen Republit enteignet, aber die Deutschnationalen und die bürgerlichen Parteien haben angesichts solcher Fille noch den Mut, dem Bolle zuzumuten, folle 2% Milliarden Mart für seine davonge laufenen Fürsten opfern. Dieser Beschluß weicht erheblich ab von der eindeutigen Aufforderung der demokratischen Parteileitung, das Voltsbegehren nicht zu unterstützen. Er nimmt zwar nicht ausgesprochen Stellung für das Boltsbegehren wer fich aber die Entscheidung der Fürstenfrage durch den Volksentscheid oor behält, der muß die verfassungsmäßigen Vores auslegungen dafür schaffen, daß der Bolts entscheid möglich wird. Der Vorbehalt des Demo Pratischen Parteiausschusses bedeutet zugleich die Rotmen bigfeit der Unterstügung des Boltsbe gehrens durch die Demofrafen. Diese Unterstügung ist um so notwendiger, als burchaus noch nicht feststeht, daß alle Regierungsparteien im Blenum für das neue Kompromiß eintreten werden. Die Bayerische Boltspartei hat ihre Widerstände nicht aufgegeben und die Fraktion der Deutschen Bolts Große Abende. Konzertumschau von Kurt Singer. Welch schöneres Lob fann es für einen Dirigenten geben, wenn man unter dem Einbrud eines dargestellten Wertes den Führer vergißt. Solche Zurüdhaltung ist felten; mir attestieren es Selmar enromig nachträglich, daß er die Werther- Aufführung bei Kroll schlicht, warm und fachlich geleitet hat. Daß eine Leidenschaft Don der Bühne auf das Publikum nicht überströmte, ist nicht feine Schuld. $ In der Stille mag nicht jeder Künstler lange leben. Wenn es mahr ist, daß sich nur in der Stille die Talente entwickeln, dagegen die Charaktere in dem Strom der Zeit, so ist zu fürchten, daß die Künstler, die fich gar zu genial fühlen und gebärden, von der Zeit ftrömung sehr schnell zu Glanzleistungen. weitleuchtender Art emporgerissen, dann aber wieder in die Stille ihrer eigenen, nicht mehr hochgeblähten Talente und Begabungen zurüdgeworfen wer den. Wenn ein Erich Kleiber sich so entwickeln möchte, wie es fein Talent ihm vorschreibt, so täme er im Laufe einiger Jahre zu großer Bedeutung. Wenn er so an das Licht der Deffentlichkeit brängt, wie es sein leidenschaftlicher Ehrgeiz ist, so wird auch ein heute noch stürmisch begeistertes Bublikum die Grenzen feiner Runft bald fennengelernt haben. Es ist auch nicht praktisch, wenn er zuviel birigiert. Aus der schönen Eindrucksfähigkeit gewisser Ge bärden wird sehr schnell ein Schematismus. Die berühmt geworbene linte Hand beginnt maniriert zu werden, man fennt den tiefgründigen Blick in die zweiten Geigen hinein und das Aufwärts schleudern der Arme. Zu einer wahrhaft großen Freude einer Dirigierleistung gegenüber gehört auch ihre relative Seltenheit. Wenn Kleiber zehn Konzerte in der Staatsoper dirigiert und zehn öffentliche Generalproben dazu, wenn er außerdem im Rahmen der Boltsbühnenkonzerte mehrfach zu hören ist, so scheint uns das be reits weit über die Bebeutung seiner Leistung hinauszugehen. Bozu aber das Podium der Philharmonie aufsuchen, wenn die Entwist lung zum Großen hin sich in deren Rahmen viel besser einstellen fann? In der Generalprobe ist der Saal halbleer, das Konzert scheint zum größten Teil ausverschentt. Die Bugtraft Kleibers wird weichen, wenn er sich ins Massendirigieren einläßt. Die Stelle, an der er großartig wirkt, ist das Pult des Opernhauses. Er bleibe dort, um so mehr, je weniger er uns vorläufig als Konzertdirigent zu fagen hat. Die Tannhäuser- Ouvertüre schmettert er mit einem bemerkenswerten Temperament, nicht frei von brutalen Klang wirtungen, heraus. Doch fasziniert dieser Schwung, bleiben felbft die Benuspartien gefühlsarm. Die Begleitung des Gaftes Mori3 Rofenthal zum Lisztschen Es- Dur- Konzert ift edig und unsicher. Rosenthal spielt dieses Wert mit virtuosem Elan und höchster Atturateffe. Zum Glanz der Oberfläche gefellt sich faum der Geist der Tiefe. Aber vielleicht ist das Werf selbst nicht tief genug angelegt, um einen Meister wie Rosenthal zu inspirieren. Die„ Eroica unter Kleibers Leitung wurde zwar nicht zu einem von innen her geläuterten, erlebnisschweren Einbrud, aber sie wirkte trop des Mangels an gerader Linie, troß aller persönlichen Interpunktionszeichen und Klangirritationen. Eine authenische Auslegung der Eroica" wird es ja wohl faum geben. Aber auch diese dramatische | Wilhelm II. ist nicht vertrieben, er ist feige davongelaufen, er hat noch 30 Millionen, den gesamten Silberschat und ein Schloß in Holland bekommen. Der 84jährige Invalide Wilhelm Fint in Mayen figt im Armenhause, er weiß nicht, wo er sein müdes Haupt hinlegen soll, und in demselben Augenblick, wo er für die kurzen Jahre, die er noch zu leben hat, sage und schreibe 250 M. Abfindung erhält, werden ihm fofort 200 m. tonfisziert! Denkt an das Boltsbegehren! Manier muß als Ausdruck einer nach Persönlichstem brängenden Musitantenfigur hingenommen werden, ob wir sie billigen oder nicht. Georg Schumann, von langer Strankheit genesen, dirigierte die Missa solemnis in der Philharmonie, Händels Israel in Aegypten in der Sintatademie. Der Zuftrom an Hörern war_groß Wenn in der Missa solemnis die fachliche Fundierung des Chores über manche Unebenheiten schnell hinweghalf, so war im Händelschen Oratorium Geist und Wille, Wirtung von Dirigent, Orchester und Chor gleichmäßig zu preisen. Mehr und mehr geht Schumann aus feiner früheren, an Temperamentlosigkeit grenzenden Ruhe heraus, er weiß mit schlichten, echten Mitteln die mannigfachsten Differenzierungen im Klang der Chöre zu erzielen und versucht heute, im Alter, mehr als in seiner früheren Periode, die Stimmen zu großen und schönen Wirkungen aufzurufen. Selbst das Phyfische muß in den Schlag auf Schlag folgenden Chören Händels überwunden werden. Daß dies gelang, und daß dabei die fontemlativen Chöre zu einem innigen, die dramatischen zu einem erregten Ausdrud drängten, soll mit Respekt verkündet werden. Bon den Solisten enttäuschte Emmi Leisner durch die Gaumigkeit ihres Gesangs, während Walter aus seiner Stimme noch immer edlen, stilvollen Ton zu ziehen weiß. Oberst Kaupisch. Keine Wiederverwendung. Entgegen Preffemeldungen über eine Wiederverwendung von Oberst Raupisch, bem früheren Kommandeur der Schutzpolizei in Berlin, erfahren wir von zuständiger Stelle, daß erstens nicht daran gedacht wird, ihn wieder zu verwenden, zweitens nicht beab. fichtigt wird, die Stelle eines Generalinspizienten der Schupo zu fchaffen. Fehrenbach schwer erkrankt. Freiburg, 10. März.( WTB.) Nachdem im Befinden des ehe. wieder eine Verschlechterung eingetreten. Der Patient leidet infolge maligen Reichstanzlers Fehrenbach bis zum Ende voriger Woche eine Besserung eingetreten war, ist seit Anfang dieser Woche unzureichender Nahrungsaufnahme an erheblichem Kräfte. Derfall Wie TU. meldet, hat Fehrenbach das Bewußtsein verloren. Sein Zustand wird von den Aerzten als sehr ernst bezeichnet. Auf Zengens Spuren. Neues Objekt für die Arbeitgeberfaffen. Der deutschnationale Brunnen- Berlag in der Dessauer Straße in Berlin hat jezt die angekündigte Broschüre Dittmanns Ent hüllungsschwindel", für die der Exsozialdemokrat Emil Kloth als Berfaffer zeichnet, herausgebracht. Wer in ihr irgendetwas Neues oder gar Originelles erwartet hat, wird bitter enttäuscht. Denn in ihr ist nur Kloths hinlänglich bekanntes Geschimpfe auf die Sozial. demokratie beider früherer Richtungen zusammengetragen. welcher Sachfenntnis und Strupellosigkeit dabei verfahren worden ist, zeigt die Angabe auf Seite 51 der Broschüre, in der der frühere bayerische General und Reichstagsabgeordnete Häusler, der dem Zentrum angehörte, zum Sozial. demokraten gestempelt mird! Mit Die deutschnationalen Partei- und Arbeitgeberorganisationen entfalten bereits eine fieberhafte Agitation für das Machwert; denn fie wiffen, was sie dem Ehrenmann Kloth schuldig sind. Aber sonst wird die Schreiberei, trog der Nachahmung der äußeren Aufmachung der Dittmann- Broschüre, feinen Hund hinter dem Ofen hervorloden. Der Landfag von Lippe wählte am Mittwoch zum Regierungsmitglied an Stelle bes bisher driftlichen Gewerlichafters Biefemeier, ber wegen feines Hebertritts zu den freien Gemerlichaften fein Amt im Präsidium niedergelegt hatte, den Demokraten Schulrat Geife aus Lage in Lippe. Die Landes. regierung führen jegt der Sozialdemokrat Drale, der Wirtschaftler Sterde und der Demokrat Geise. durch den Vortrag von Gesängen Schuberts und Händels, an dem großen Eindrud hatte Bittor E. Wolff, der Begleiter, wesent lichen Anteil. 1291. 1292. 1293. Abfindungsansprüche eines Fürsten. 1294. 21s meine Vorfahren noch Raubritter waren, hatten sie die Macht, jeden Kaufmann zu überfallen und ihm seine Waren abzunehmen, oder ihn in Schuldknechtschaft zu tun, bis ein Lösegeld gezahlt wurde. Ich verlange Abfindung dafür, daß uns der Staat heute die Einnahme entzogen hat. 1295. Als meine Borfahren Marfgrafen wurden, hatten fie das Recht, jede Braut in ihrer Markgrafschaft nach der Trauung zu entjungfern, bevor sie ihrem Ehgemahl zugeführt wurde. Heute muß ich mir teure Mätreffen halten und jede Liebesstunde aus meinen Privatvermögen bezahlen. Ich verlange eine Abfindung dafür. 1296. Als meine Vorfahren Herzöge wurden, fonnten sie ihre Einnahmen dadurch vergrößern, daß sie Seldaten an das Ausland Derkauften. In den populären Konzerten der Philharmoniker meldet sich ein neuer Geist, die Programme werden abwechslungsreicher, das Publikum meldet sich wieder, wenn auch noch nicht so start, wie es dem Wert dieser Institution entspricht. Am legten Dienstag war der populäre Abend auf das Thema„ Die tomische Oper" gestellt. Dr. Leopold Schmidt hatte ein von Cherubini über Mozart bis Goetz und Smetana führendes, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das er als alter Theaterkapellmeister mit den ich Bhilharmonikern sehr geschickt absolvierte. wobei ihn bekannte Sänger der Städtischen Oper selbstlos unterstüßten. Die einzelnen Nummern verflocht er ineinander durch turze und prägnante stilistische Erläuterungen. Solche lehrreichen Abende sollten in ihrer Berbindung von Theorie und Praxis den Besuchern der popu lären Konzerte öfter geboten werden. fame Aelteftes aus Altem heraus und vergreift sich dabei, Marta Unsere Zeit stemmt sich gegen das Lied. So sucht der Streb. Basca, musikalisch sehr lebendig, für das Balladeste nicht stimm. start genug, dürfte die Lisztschen Schmarren Loreley", Fischerfnabe und In Liebesluft" schnell wieder zu den Atten legen, und Lola Artot wird wissen, daß die irischen Lieder mit Triobegleitung, foweit sie überhaupt von Beethoven sind, dem Genius feine Ehre machen. Dieses Triviale und Aeußerliche von Melodie und Begleitung ist in schwachen und schnellen Stunden auf höherem Befehl vom Meister hingeschrieben worden. Mayer Wahr, Wittenberg und Grünfeld übernahmen das Atkompagnement und be. geisterten mit ihrem immer wieder ernsten und fünstlerischen Zu fammenspiel viele Hunderte, die an Schubert und Schumann ihre Freude haben. Udo Dammert ist ein junger Pembaurschüler, ber in Choral und Fuge van Frand zeigte, daß er ein griffsicherer, musikalischer, erlebnisstarter Bianist ist, und katharina Good. son wußte in einer Mozartschen Klaviersonate persönliche Anmut mit technischer Geschicklichkeit so zu vereinen, daß man das Gefühl hatte, einer entwidlungsfähigen Persönlichkeit unter den Pianisten begegnet zu sein. Serta Dehmlow entzückte ihre Anhänger Ich verlange eine Abfindung dafür. 1297. Als ich 1914 nach Belgien einrüdte, tonnte ich, wenn Luft hatte, durch ein Fernrohr luftigen Bombardements, Sturmangriffen und Fliegertämpfen zusehen. Außerdem habe ich ein Generalsgehalt bezogen und an Heereslieferungen verdient. Republit ift für den Friedensschluß verantwortlich. Jch verlange eine Abfindung dafür. Die 1298. Im Frieden tannte ich jeden Dichter, Wissenschaftler oder Sozialdemokraten, der mich fritisieren wollte, ohne weiteres ins Gefängnis werfen. Die Richter nehmen zwar in einem solchen ich muß mir einen teuren Anwalt nehmen und ihn selbst bezahlen. Falle ohne weiteres die„ vaterländischen Intereffen" wahr, aber Die Fememörder machen es auch nicht umsonst. Ich verlange eine Abfindung dafür. 1299. 1300. 1301. -Gruppe am 21. und 28. März( Matinee) im heater am Rollen Tänze und ein Bewegungs'piel werden von Jutta lamt und boriplet gezeigt. Bum eritenmal wird neben moderner Geräu muit auch die menschliche Stimme in verfchiedenen Klangfarben und Rhyth misierungen als Begleitung zum Tanz verwandt. Die Berneinung des Theaters. Ueber dieses Thema spricht am 10., 84, Uhr, im ubertiaal, Bülowftr. 104. Prof. Cichenwalb pom Stuffischen Bissenschaftlichen Institut zu Berlin( früher Mostau) in beutscher Sprache. Freie Aussprache Ludwig Hardt spricht im Schiller- Saal Sonnabend, 8 Uhr, Sohlen, Märchen und Schwänte, Sonntag, 8 Uhr, Seine. Briands fünftiger Kurs.. Minifter Malvydas rote Tuch für die Reaktion. Paris, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Bon dem neuen Ministerium Briand läßt sich einstweilen nur das eine sagen, daß die Schnelligkeit seiner Konstituierung einen Reford darstellt. Briand, der offensichtlich in erster Linie von dem Gedanken beherrscht mar, so rasch wie möglich nach Genf zurüdzukehren, hat bei der Auswahl seiner Mitarbeiter auf jede politische Dosierung verzichtet. Er hat, wie bereits gemeldet, im ganzen nur drei Portefeuilles neu bejeßt. Aber auch diese Modifitation gibt über die politische Beschaffenheit des neuen Rabinetts nur geringen Aufschluß. Briand hat sich zwar der ausgesprochen fartellistisch gerichteten Mitglieder des ge ftürzten Minifteriums entledigt, ihre Nachfolger aber haben der Freude der Reaktion über die Ausschiffung der als herriotistisch" verschrienen Chautemps, Renoult und Daladier einen starken Dämpfer aufgefeßt. Die neuen Minister Maloy und Lamou reug waren in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende und Berichterstatter der Finanzfommiffion, wenigstens in der ersten Phase des parla mentarischen Kampfes um die Sanierungsmaßnahmen, die schärfsten Gegner der Regierungsvorlage, und menn fie auch zuletzt sich zu einem Rompromiß mit Doumer bereitgefunden haben, so hat doch das von ihnen gezeichnete Gegenprojekt der Kommiffion das mit den finanziellen Konzessionen des Herrn Doumer start vorbelastete Kabinett Briand zu Fall gebracht. Malvy besonders, den seinerzeit Clemenceau gleich Caillaug durch den Senat wegen angeblichen Hochperrats zu langjähriger Verbannung hatte ver. urteilen lassen, ist für die gesamte Rechte ein rotes Tuch, und seine Betrauung mit dem Ministerium des Innern dürfte die Reaktion dem neuen Kabinett Briand faum versöhnlicher stimmen. dings wäre es verfehlt, daraus auf einen ausgesprochenen Lints furs des neuen Ministeriums schließen zu wollen. Denn die Berufung Berets zum Finanzminister ist ein unzmeideutiger Beweis dafür, daß Briand für das auch in den nächsten Wochen noch immer im Vordergrund der politischen Debatte stehende Finanzproblem auf die Unterstützung der gemäßigten Mittelgruppen zählt. Die tschechische Koalition wankt. AllerAufgaben des Reichsinnenministers. Programmreden im Reichstag. Der Reichstag beriet gestern über den Haushalt des Minister überhaupt nicht geantwortet. Wie steht es mit dem Aus Innern. die Erhöhung einiger Ausgaben für wissenschaftliche und fünftlerische Berichterstatter Abg. Schreiber( 3.) Der Ausschuß beantragt 3mede, ferner mehrere Entschließungen zur Berwaltungsreform, und zur Bereinfachung der Verwaltung, zur Unterſtügung der notleiden den Künstlerschaft, zur Förderung des Turn- und Sportwesens und an Stelle der Technischen Nothilfe eine andere Sicherung der Notstandsversorgung, vor allem durch ein wirksames Schlichtungs- und Schiedsverfahren und durch den Abschluß von Notstandsverträgen bei besonderer Sicherstellung der Arbeits- und Existenzbedingungen der mit lebenswichtigen Arbeiten Beschäftigten und schließlich die Beseitigung aller verfassungswidrigen Hemmungen bei der Durchführung des Boltsbegehrens. Reichsinnenminister Dr. Külz gibt von seiner grundsäglichen Einstellung zu den Arbeiten feines Amts folgende Darstellung: Das Ziel fei, den Staat zu feftigen auf der Grundlage der Berfaffung. Daraus ergebe sich auch das Problem des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern. Berfassungsgemäß sei Deutschland ein Bundesstaat. Föderalismus und Unitarismus feien teine Gegenfähe. Die Staatlichkeit der Länder fei historisch gegeben, fie müsse sich aber eingliedern in das Energiezentrum des gewesen, wie jetzt. Bei den jeßigen Umschichtungen in der Welt. Reichs. Nie zuvor sei eine solche Zusammenfassung so notwendig muß jedes Land ins Hintertreffen geraten, das nicht alle seine Kräfte immerlich zusammenfaffe. Das Unglück von 1918 habe uns erst äußerlich, aber noch nicht innerlich zusammengeschlossen. Ohne zwingende Notwenditeit dürfe die Verfassung nicht geändert werden. Die republikanische Staatsform fei gesichert, aber sehr langsam entwickelten sich alle Deutschen zu Staatsbürgern. Bei der Kritik des mentarismus haben, daß wir ihn in Zeiten der Not bekommen hätten Parlamentarismus vergißt man, daß. auch Monarchien den Parlaund daß er ungeheure Aufgaben zu lösen habe. Die Abgeordneten müßten sich als Vertreter des Volkes und weniger als Bertreter der Parteien fühlen und in enger persönlicher Fühlung miteinander arbeiten. Es tomme nicht auf die Reform des Wahlrechts, sondern auf die Tätigkeit der Abgeordneten an. Der Bedarf an Regierungsfrisen sei gededt.( Sehr richtig!) Ohne Treue der Beamten zu dem Staat sei eine Festigung der Staatsautorität nicht möglich. Dazu gehöre ein gutes Funktionieren des staatlichen Organismus. Ein Ausgleich zwischen den Infereffen von Reich, Ländern und Gemeinden und eine Vereinfachung der Verwaltung fei notwendig. Den Sozialdemokraten wird sie läftig. Prag, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Die in der tschechoflomatischen Regierungsmehrheit, der sogenannten„ allnationalen Roalition", bestehenden Gegensäge beginnen wirksam zu werden. In einer Konferenz der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Barteiinstanzen wurde hervorgehoben, daß die Agrarpartei die innerpolitische Lage durch ihre ultimative Forderung nach festen ( statt der gleitenden) Getreidezöllen außerordentlich verschärft hat und daß Ministerpräsident Swehla immer mehr unter den Einfluß Festigung des Staatsgefühls, Kulturpolitik zu treiben, das fejen die der Rechten gerate. Hinter dem Rücken der tschechischen Sozial- großen Aufgaben des Innenministeriums. Nach dem Rückschlag des demokraten verhandelt er mit den slowakischen Klerikalen fulturellen Lebens durch den Krieg müßten jetzt alle Zweige der über deren Eintritt in die Regierung. Lebhafte Klage wurde dar. Wissenschaft, der Erziehung und der geistigen und körperlichen Bilüber geführt, daß der agrarische Unterrichtsminister die fortschritt- dung, aber auch die internationalen wissenschaftlichen Beziehungen lichen und sozialistischen Beamten aus dem Unterrichtsministerium gesundheitsamtes, die vom Reichstag planmäßig gefördert werden gefördert werden. Hierhin gehören auch die Arbeiten des Reichsbeseitigt und die Reform des Schulwesens auf Wunsch der müßten. Der Alkoholverbrauch muffe energisch bekämpft, eine wesentKleritalen hintertreibt. Es wurde darauf hingewiesen, daß die liche Einschränkung des Altoholverbrauchs erzielt werden. Eine reaktionäre nationaldemokratische Partei diese Borgänge Ueberzahl von Schantstätten fei vom llebel, die Konzessionierung mit Freude begrüßt und daß auch die tschechischen Nationalsozialisten neuer Schantstätten müsse schärfer gehandhabt werden. Immer immer mehr einem Bürgerblod zuftreben. Infolgedeffen wird größere Teile der deutschen Jugend erkennen, daß Turnen und Sport im Parlament mit der Möglichkeit eines Austritts der tichechi geeignetere Mittel zur förperlichen und fittlichen Ertüchtigung find, schen Sozialdemokraten aus der Regierung gerechnet, modurch die als Shimmy und Jazzbandtänze.( Beifall.) Regierungstoalition ihre Mehrheit verlieren würde. Man spricht daher von der Möglichkeit einer Demiffion des Kabinetts und der Ausschreibung von Neuwahlen. Allerdings ist auch damit zu rechnen, daß noch im letzten Augenblick die jetzt drohende Parlamentstrije vermieden wird. Fälschersuche in München. Durch französische Polizisten. München, 10. März.( WTB.) Zu der Blättermeldung, daß in München ein Delegierter der Bank von Frankreich und ein franzö fischer Polizeiinspektor von Budapest kommend eintrafen, um auf. zuklären, ob das für die falschen Tausendfranknoten verwendete Papier aus München stamme ober durch eine Münchener Persönlichkeit beschafft worden sei, wird von maßgebender Stelle bestätigt, daß die franzöfifchen Persönlichkeiten in München ein getroffen find. Sie haben der Polizeipirettion ihre Wünsche bezüg lich der Erhebungen vorgetragen, denen entsprochen werben wird. Dagegen seien die Angaben, in welcher Richtung die Er. hebungen angestellt werden sollten, unrichtig. Im gegenwärtigen Zeitpunkt fönne aber hierüber nichts gesagt werden. Die Verschiebung der Druckplatten. Budapest, 10. März.( WTB.) Auf eine ihr in der Frankfälschungsaffäre gemachte Anzeige hin nahm die Polizei den Studenten der Medizin Wladislaus Szenden in Gewahrsam, der bei feinem Berhör geftand, im Jahre 1923 von einem Befannten ein nerfchloffenes Batet zur Aufbewahrung erhalten zu haben. Als die Frankfälschungsaffäre bekannt wurde, öfnete er aus Neugier das Batet und fand darin zwei Frantflische es, die er bei einem Freunde in der Provinz deponierte. Darüber, von wem er die Klischees erhalten und wenn er sie weitergegeben hat, verweigerte Szenden jede Auskunft. Barmat im Lazarett. Korrespondenz BS. teilt mit: Julius Barmat ist am geftrigen Mittwoch vormittag vom Untersuchungsgefängnis nach der Cha rité übergeführt worden, wo ihn Beh. Rat Kraus einer eingehenden Untersuchung unterzog. Die Feststellungen des Geh. Rats Kraus werden der Kammer im Laufe des Donnerstag über. mittelt werden. Julius Barmat wurde nach der Untersuchung wieder nach Moabit zurückgebracht, wurde aber hier in das Laaarett des Untersuchungsgefängniffes eingeliefert, während er bekanntlich bisher in einer Belle untergebracht war. Winzer und Weinsteuer. Im Reichstag ausschuß für die Notlage der Winger erklärte ein Vertreter des Finanzministeriums, daß die Reichs. regierung unter feinen Umständen in eine völlige Aufhebung der einsteuer einwilligen könnte, weil da durch der Fonds zur Unterstügung der Winzer, der aus Mitteln Der Beiniteuer gespeist wurde, wegfallen würde und eine andere Möglichkeit, Mittel für diese Zwecke bereitzustellen, der Regierung nicht verbleibe. Der frühere Breslauer Bürgermeiffer Dr. Hans Trenfin ift in der vergangenen Nacht im Alter von noch nicht ganz 60 Jahren gestorben. Als aufrechter Demofrat von mahrem, fozialem Empfinden genoß er auch in der Arbeiterschaft viele Sympathien Es ist zu hoffen, daß die Aufnahme in den Bölferbund die geistige Zusammenarbeit mit anderen Nationen fördert und auch das fulturelle Schicksal unserer deutschen Minderheiten erleichtert. Dem Reiche liege jebe fulturelle Unterdrückung der in feinem Staatsgebiet wohnenden Minderheiten fern. Der Minifter versicherie zum gebiet wohnenden Minderheiten fern. Det Minister versicherte zum Schluß, daß er seine ganze, Kraft in den Dienst dieser Arbeit stellen werde.( Beifall.) Abg. Sollmann( Soz.): Benn wir uns die für den Kulturetat vorgesehenen Summen im einzelnen ansehen, dann finden mir, daß die Ausgaben für Ruldafür mur 18 Millionen eingejezt. Was will das bedeuten gegenturzwede noch außerordentlich gering find. Im ganzen find über einem Gesamtetat des Reichs von 9 Milliarden Mart!( Hört, hört! bei den Soz.) Das ist die gleiche Summe, die die Reichswehr für Kraftwagen und Pferde braucht. Für die Technische Nothilfe find 2 850 000 m. eingefeßt, für das Reichs gefundheitsamt nur 1330 000 m. Zur Förderung der Bolksgefund heit sollen 500 000 ausgegeben werden, dagegen braucht die Reichsmarine für Pferdehaltung und Kraftwagen 650 000 m.!( hört, hört! bei den S03.) Wir unterstreichen alles, was der Minister über die Förderung der Wissenschaften gefagt hat. Im Gegensatz dazu die Förderung der Wissenschaften gesagt hat. Im Gegensatz dazu steht aber die Tatsache, daß die deutschen Hochschulen noch immer einen ganz entschiedenen und brutalen alien char after tragen.( Sehr wahr! bei den Soz.) Unter den 31 000 Studenten der preußischen Universitäten befinden sich im ganzen 425 Kinder von Arbeitern.( Hört, hört!) Raum 1,3 Proz. der deutschen Studenten enfftammt der deutschen. Arbeiterschaft! Aus den Kreisen der selbständigen Gewerbetreibenden fommen 8327 Studenten! Das macht den Klaffencharakter der Universitäten ganz deutlich, die doch aus den Mitteln des ganzen Boltes unterhalten werden. Wir haben vom Minifter nur allgemeine Andeutungen über die Berwaltungsreform gehört. Aehnliche Worte hat im vorigen Jahre auch der damalige Minister Schiele ausgesprochen. Ich hoffe, daß nunmehr diese Bersprechungen Wirklichkeit werden, und daß die Vorlagen vor den Reichstag kommen. Wir erwarten auch, daß endlich die Forderung verwirklicht wird, die wir schon in der Nationalversammlung erhoben haben, nämlich die Schaffung einheitlicher Grundlagen für die Laufbahn aller Reichsbeamten. Im Ausschuß hat der Minister Richtlinien für seine Beamten politit vorgelegt, denen wir zustimmen fönnen. Heute hat er sich nicht ganz so flar und energisch wie damals ausgesprochen. Ich würde es bedauern, wenn von der ersten Frische und Energie schon einiges abgeblaßt wäre.( Ruf lints: Er ist schon zu lange Miniſter!) Auch nach seiner Auffassung sollen die Beamten sich mit dem Staat immerlich verbunden fühlen. Sch glaube, daß die Beamten, die noch immer, 7 Jahre nach der Umwälzung, tein inneres Berhältnis zu dem Staat, der. fie bezahlt, gefunden haben, dem Gepanten des Berufsbeamtentums den stärksten Schaden zufügen. Der Minister sollte seinen guten Worten nicht nur im Reich, sondern auch in den Ländern Nachdrud geben. Wir müssen vom Reichsminiffer des Innern verlangen, daß er feinen Einfluß auch auf die politiche Gewalthandhabung in den Ländern geltend macht. führungsgefeg zum Artifel 48 der Reichspertönnen wir uns unter feinen Umständen einlassen. Es sind schon fassung? Auf eine weitere Hinausschiebung dieses Gefeßes titels 48 die Wahlreform dem Bolt aufoftroniert werden solle. por Monaten Gerüchte aufgetaucht, daß auf Grund des. A ra Wir haben jeg ernste Mitteilungen erhalten, wonach noch immer in maßgebenden Kreisen mit diesem Gedanken gespielt wird.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bir ersuchen den Minister, flar und unzweideutig sich zu dieser Frage zu äußern. 532 Wir laffen feine Zweifel darüber, daß wir die Aufzwingung einer Wahlreform auf Grund des Artikels 48 geradezu als verbrecherischen Aft, als eine Revolution von oben ansehen und dagegen die entsprechenden Maßnahmen auch außerhalb des Parlaments ergreifen werden. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich erwarte, daß der Minister in einer offiziellen Erklärung diese Pläne weit von fich meist und ich hoffe, daß er das auch im Namen des Reichs tanziers und des Reichspräsidenten tun wird. Gegen eine Neueinteilung der Wahlkreise und technische Berbesserungen mera den wir uns nicht wenden; aber wir werden alle Mittel anwenden, um zu verhindern, daß man Millionen das Wahlrecht nehmen will. Wir dürfen auch keine Berringerung der Zahl der Mitglieder des Wir halten die Kritik an dem jetzigen Wahlrecht für übertrieben. Reichstags anstreben. fleinste Parlament. Die Berringerung der Abgeordnetenzahl würde Deutschland hat von allen Ländern das zur Ueberlastung der Abgeordneten führen, die jetzt schon viel arbeiten. Das wäre auch eine Sparsamkeit am falschen Plaz. Bet Reichstag nur eine Ausgabe von 6½ Millionen. dem Gesamtetatoon 7 Milliarden erfordert der des Parlaments sprechen, nicht den Wut finden, über den Abbau Es ist fennzeichnend, daß alle die Herren, die soviel über den Abbau der Bielheit der deutschen Parlamente zu reden. Diefelben Leute, die den Abbau der Volkskammer verlangen, fordern ein neues Oberhaus, also ein neues Parlament, wie es die Deutschnationalen in ihrem Antrag tun. Sie wollen damit wieder das alte preußische Herrenhaus aufleben lassen. Dieser Antrag bea deutet eine Kampfanfage gegen die Demokratie, einen Versuch, den Grundgedanken der Demokratie, wonach die Staatsgewalt vom Volk ausgeht, zu durchlöchern.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die monarchistische Opposition hat begannen, fich auf dem Boden des heutigen Staates zu stellen. Es kommt ihnen viel weniger auf die Staatsform, als auf den Staatsinhalt an. Sie wollen darin die Herrschaft der Besitzenden stabilisieren. Diese Entwicklung zur Anerkennung der Staatsform ist natürlich, aber man täuscht sich doch sehr darüber, wenn man glaubt, daß die Massen allein die formelle Demokratie und die republikanische Staatsform erstreben. Es kommt für Sie darauf an, in diesem Staat den entscheidenden Einfluß zu gewinnen. Mit Scheinrechten und Scheindemokratie geben die Maffen fich nicht zufrieden. Die deutsche Republik fann im zwanzigften Jahrhundert nur als Soziale Demokratie bestehen. Solange die Klaffenunterschiede da sind, folange gibt es eine Bolts gemeinschaft nur in der Theorie( Sehr richtig bei den Goz.) Auch in den Schichten der katholischen Arbeiter gewinnt die Era fenntnis immer mehr an Boden, daß der Mammanismus und Kapitalismas im fchärfiten Widerspruch zur fatholischen Weltauf fassung steht. In der Westdeutschen Arbeiterzeituna". dem Hauptorgan der katholischen Arbeiterschaft, ist das wiederholt scharf zum Ausdrud gefommen. Geistliche haben dort ausgeführt, daß sie bisher zu menig gegen den fapitalistischen Geist getan haben. Diese Töne sozialer Kritif merben nicht wieder perstummen, sondern ihren Einfluß im Parteileben ausüben. Um die Entscheidung zwischen Kapitalismus und Sozialismus fann fich auf die Dauer feine der Parteien herumdrüden, sie müssen Stellung nehmen für oder gegen die soziale Demokratie. Zu der Frage: Unitarismus oder Föderalismus sagen wir, daß die je gige Gliederung des Reichs so unnatürlich mie möglich ist und daß sie nicht für alle Zeiten so bleiben fann. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die deutsche Landkarte fortwährend verändert. Wir hatten schon 289 selbständige Staaten, nach den napoleonischen Kriegen war ihre Zahl auf. 39 gesunken, der Krieg von 1866 hat Kurhessen und Hannover beseitigt, nach dem Jahre 1918 haben sich die Thüringischen Staaten zusammen geschlossen. Es ist außerordentlich erfreulich, daß die Deutschen, die ihre innenstaatliche Selbständigkeit verloren haben, sich sehr schnell damit abfanden. Wir werden alle Entwicklungstendenzen fördern, die zum deutschen Einheitsstaat führen. Wir mollen nicht warten, bis Kriege und revolutionäre Ereignisse staatliche Beränderungen schaffen, sondern die sollen durch den Willen des Volkes erfolgen. Die Grenzpfähle in Deutschland sind nicht vom Bolle, sondern von den Dynastien aufgerichtet worden. Seit dem Sturz der Dynastien haben die Grenzpfähle in Deutschland nichts mehr zu suchen. Im Einheitsstaat der Demokratie wird sich aber auch erst die Selbstverwaltung der Gemeinden herausbilden. Heute fehlt as beides, die starke Staatsgewalt und die Selbstverwaltung. Der Dichter der deutschen Republit, Ferdinand Freiligráth, hat dem deutschen Volte das Ziel gewiesen, ein Reich der Freiheit aufzubauen. Diefe Aufgabe steht noch vor uns, und wenn wir für die soziale Republik fämpfen, so geschieht das in dem Glauben an das große demofratische und soziale Deutschland der Zukunft.( Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Berndt( Drat.) vermißt in der Ministerrebe eine Be gründung für die Verzögerung des Reichsschulgesetes und die Betonung des Wortes christlich". Wir verlangen den 18. Januar als Nationalfeiertag und die Wiedereinführung der schwarzweißroten Fahne. Die jetzige Reichsverfassung bedürfe dringend einer Revifion in föderalistischem Sinne. Der Reichspräsident müſſe die ihm zukommende einflußreiche Stellung erhalten. Der Reichsrat muß zu einer Art Oberhaus ausgestaltet werden. wir fimmen der Forderung zu, daß sich jeder Beamte innerlich mit dem Staate verbunden fühlen und den Symbolen der Republik die schuldige Achtung erweisen müsse. Die Forderung aber meisen mir zurüd, daß jeder Beamte Anhänger der republikanischen Staatsform sein solle. Wir wollen die Weimarer Verfassung nicht durch Gewalt, sondern mit den in der Berfassung selbst gegebenen Mitteln ändern. Abg. Freiherr v. Kardorff( D. Bp.) wendet sich gegen den Plan, den Reichstag aufzulösen um ein neues Wahlrecht zu schaffen. Das würde e glatter Verfassungsbruch sein. Die Gewalt des Reichspräsidenten müsse nach amerikanischem Muster erweitert werden. Abg. Bert( Komm.) führt aus, daß die Sabotage des Boltsentscheids über die Fürstenenteignung fortgefekt werde. Der bayerische Innenminister habe eine fommunistische Broschüre für die Fürstenabfindung verboten, weil darin das alle Hederlied zitiert wurde. Abg. Pehold( W. Bgg.) bezeichnet es als eine Selbstverständlichkeit, daß die Beamten sich auf den Boden der gegebenen Tat fachen stellen, aber man sollte von ihnen nicht verlangen, daß sie Dieser Einfluß ist ja leider noch sehr gering, er ist umgekehrt vielfach noch viel stärker. Der bayerische Minister des Innen hat gegenüber den Kommunisten ausgeführt, daß eine Bartei, die zugestandenermaßen ihre Ziele durch Hochperrat zu erreichen fuche, an den Vorrechten des Staates nicht teilnehmen fönne. Damit wird also eine große Partei außerhalb des Staates gestellt. Ein solcher Standpunti widerspricht der Reichsverfassung. Auch in anderen Ländern kommen solche Dinge vor. In Tübingen ift ein. Student der Philosophie wegen der Einladung zu einem Sen Hohlchulen leider noch Leute, die es an der nötigen fommunistischen Vortrag auf zwei Jahre von der Universität pere.Hochachtung vor dem heutigen Staatswesen fehlen lassen. wiesen worden.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auf eine Gegen 7 Uhr wird die weitere Beratung auf Donnerstag Reihe von Fragen, die wir im Ausschuß gestellt haben, hat der nachmittag 1 Uhr vertagt. auch tepublitaner denken. Es gebe unter den Lehrern an Der Eisenbahnerprozeß gegen die Reichsbahn. Die Begründung des Landgerichtsentscheids. Die Schlichtungsordnung befagt in§ 5 Ziffer 4: Kommt vor der Schlichtungskammer te ine Einigung zustande, so macht die Kammer den Parteien den Borschlag für den Abschluß einer Gesamtvereinbarung( Schiedsspruch). wird er von beiden Parteien angenommen, so hat er die Wirkung einer schriftlichen Gesamtvereinbarung. Das gleiche gilt, wenn der Schiedsspruch auf Grund gefeßlicher Borschrift oder einer Bereinbarung bindend ist." Bekanntlich sind die Eisenbahnerverbände mit ihrer Klage auf Feststellung der Gültigkeit der Verbindlichkeitserklärung des Einund Zwei- Pfennig- Schiedsspruches von der 1. Zivilkammer des Landgerichts I in Berlin abgewiesen worden. In der nunmehr vorflegenden schriftlichen Begründung wird zunächst die Ablehnung des von der Reichsbahngesellschaft gestellten Aussehungsantrages motiviert, wonach einmal das ordentliche Gericht an Entscheidungen des als Sondergericht fungierenden Reichsbahngerichts nicht gebunden ist, weiter aber es sich nicht um einen unter§ 44 Abs. 1 § 6 3iffer 3 lautet: Die Berbindlichkeitserklärung des Reichsbahngefeßes fallenden Streitfall dreht, sondern um eine erfest die Annahme des Schiedsspruches." arbeitsrechtliche Gesamtstreitigkeit zwischen zwei Tarifparteien. Eine Vereinbarung, bei der die Bertreter der Reichs Die fachliche Entscheidung des vorliegenden Rechtsftreits hängt davon ab, wie man sich zu der Frage der Anbahngesellschaft mitgewirkt haben, fann nicht wohl als ein im Gegenjazz zu dem Charakter einer Vereinbarung stehender Zwang aufwendbarkeit der Schlichtungsverordnung gefaßt werden. 30. Ottober 1923 im Bereiche der Reichsbahngesellschaft stellt, die Inwieweit das Verhältnis der Berfonalausgaben bei durch das... Reichsbahngefeß vom 30. August 1924, das der Reichsbahn zu den Allgemeinausgaben der Reichsbahn mit dem Reichsbahnpersonalgesetz vom gleichen Tage und durch die Gesell- Urteil und seiner Begründung etwas zu tun hat, ist unverständlich: fchaftsfagung ihre Regelung gefunden hat( RGBl. I S. 272 ig). denn diefes Berhältnis läßt sich beliebig erhöhen bzw. vermindern, Alle drei Rechtsquellen hängen in der Weise miteinander zusammen, je nachdem die sächlichen Ausgaben erhöht oder vermindert werden. daß das Reichsbahngefeß als das verfassungsmäßig zustande geAbgesehen davon, daß das Urteil dem Boltsempfinden ins fommene Grundgeseh in seinem§ 1 Abs. 2 die anliegende Gesellschaftsfagung für einen Bestandteil dieses Geficht schlägt, zeigt feine Begründung, daß es recht anfecht bar ist. Gefeßes Doni erklärt, und im§ 19 Abs. 3 vorschreibt, daß durch ein besonderes Reichsgesetz( Reichsbahnpersonalgesez), das gleichzeitig in Kraft treten jolle, die bisherigen gefeßlichen Vorschriften über die Rechts- und Dienstverhältnisse der Bediensteten mit den Bestimmungen dieses Gesetzes in Uebereinstimmung zu bringen" feien. Das Gericht entnimmt aus Bestimmungen dieser drei Gesetze die Sonder- und Der Die Arbeitgeberverbände hinter verschloffenen Türen. Wird der Augiasstall vollends gereinigt? Berlin, 10. März.( RD.) Am Freitagnachmittag beginnt die ordentliche Mitgliederversammlung der Bereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände. Entgegen dem sonst geübten Brauch wird die Versammlung zum erstenmal unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfinden. Am Freitagvormittag geht der Haupttagung eine Sigung des größeren Ausschusses voraus. Wie Wahltörperversammlungen im DMB. Alle Mitglieder, die für die Freiheit und Unabhängigkeit ihrer Organisation, für ihre Kampffähigkeit gegenüber den Unternehmern, für ihre innere Gefchloffenheit find, befuchen die Wahlkörperversammlungen und ftimmen für die kandidaten der Amsterdamer Richtung. Ausnahmestellung der Reichsbahngesellschaft hinsichtlich des allgemeinen Schlichtungsverfahrens. Ausgangspunkt ist der§ 19 Abs. 2 des Reichsbahngefeges felbft. Er erklärt die auf dem Gebiete des Arbeitsrechts usw. allgemein geltenden Gesege und Verordnungen zwar grundsäßlich für vorliegend wirtfam, aber nur insoweit, als sie nicht ihm selbst oder der Sagung widersprechen. Solche wider sprechenden Borschriften sind nach Auffassung des Gerichts der§22 des Gesetzes selbst und der§ 15 der Sagung. 22 Abs. 1e bestimmt, daß die von der Gesellschaft zu erlassende Berfonalordnung unter Beachtung der Bestimmungen dieses Gefees die Besoldungs- und Lohnverhältnisse der Angestellten und Arbeiter regeln soll, soweit sie nicht perein bart werden.§ 15 der Sagung überträgt dem Berwaltungsrat die Aufgabe, die Geschäftsführung der Gesellschaft zu überwachen und legt im Zusammenhang damit in seine Hand die Ent scheidungsbefugnis über die Besoldungs- und Lohnordnung. Dem§ 22 des Gesezes liegt der Gedanke zu grunde, daß die Besoldungs- und Lohnverhältnisse zunächst im Wege freier Vereinbarung geregelt werden sollen, hierbei wird die Beklagte niemals die ihr durch§ 2 vorgeschriebene besondere Geschäftsführung unter Wahrung der Intereffen der deutschen Bolkswirtschaft aus dem Augenmerk laffen. Falls aber der Versuch, zu einem beiderseitigen freiwilligen Abkommen zu gelangen, nicht zum Ziele führt, tritt nach§ 22 der Erlaß einer Lohn ordnung unter Beachtung der Bestimmungen des Gefeßes felbft und des§ 15 der Sagung an Stelle der freien Vereinbarung. Für eine Anwendung des Art. I§ 6 der Schlichtungsverordnung der Mitgliederversammlung diese heiflen Angelegenheiten nung ist dann tein Raum. Der in den Bestimmungen des Gesetzes vorgesehenen, auf freiem Willensentschluß beruhenden Bereinbarung" tann eine 3wangsvereinbarung nicht gleichgesetzt werden. Nicht nur die Herstellung, sondern darüber hinaus und zugleich im Rahmen jener Befriedigung liegt auf der Beklagten die Reparationslast, mit der ihr Unternehmen dinglich behaftet ist. Vgl. S. 14 des Entwurfs zum Reichsbahngefeß. Zur Erreichung dieses Sonderzweds hat man die Beklagte gebildet, aus der Reichsverwaltung herausgenommen und verselbständigt. Nur die Berwaltungsorgane, Vorstand und Verwaltungsrat, ver mögen zu beurteilen, wie sie dem besonderen Erfordernis des§ 2 des Gesetzes, unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Arbeitsfriedens(§ 6 der Schlichtungsverordnung), am ehesten genügen fönnen. Ein Unternehmen, bei dem die Personalausgaben 65 Broz. aller Ausgaben ausmachen und das außerdem mit einer Schuld Don feltenem Ausmaß belastet ist, läßt sich nicht ohne weiteres in das allgemeine Schlichtungsverfahren hineinpreffen mie jebe beliebige andere Unternehmungsform. Bie auch die Frage der Lohnregelung mit der Ueberwachung der Geschäftsführung und der Entscheidungsgewalt über sonstige Angelegenheiten verquidt morden ist, ergibt sich insbesondere aus der systematischen Zusammenfaffung der im§ 15 aufgezählten, im Zusammenhang zu regelnden und gegeneinander abzustimmenden Einzelfälle. Da die Beklagte hinsichtlich der Regelung von Lohnfragen mie überhaupt ihrer sonstigen Geschäftsführung unabhängig gestellt worden ist, verträgt sich mit ihrer besonderen Stellung im deutschen Wirtschaftsleben eine Bestimmung wie der§ 6 der Schlichtungsverordnung unter feinen Umständen. Nur durch ihre in den Verwaltungsrat delegierten Mitglieder und durch Anrufen des Sondergerichts bei Verlegung des§ 2 des Gesetzes wegen Gefährdung und Störung des Arbeitsfriedens vermag die Reichsregierung den über§ 6 der Verordnung erstrebten Erfolg zu erreichen. Hiermit scheitert das Verlangen des Klägers an Sondernormen des Reichsbahngejezes und der dazu erlassenen Sagung. Infolge ihres zwingenden Charakters ist es unerheblich, daß sich die Betlagte zunächst auf den Weg der gütlichen Regelung im Schlichtungsverfahren begeben hat, auch ist die Vereinbarung eines Schiedsgerichts im Sinne der 3PD. in dem Berhalten der Reichsbahn nicht zu erbliden." Die allgemeine Auffassung, daß es sich bei dem Landgerichtsurteil um einen Fehlentscheid handelt, wird durch die Begründung gestüht. Im Grunde genommen dreht es sich um die Frage, ob der Schiedsspruch eine Zwangsver einbarung ist. Nur wenn eine Vereinbarung zwischen der Reichsbahngesellschaft und den Arbeitervertretern über die Regelung des Arbeitsverhältnisses nicht erzielt werden kann, ent scheidet nach§ 22 des Reichsbahngefeßes der Generaldirektor. Oetker- Pudding uns von unterichteter Seite mitgeteilt wird, ist dieses Arrangement mit Rücksicht auf die öffentlichen Erörterungen über gewisse Bor gänge innerhalb der Arbeitgeberverbände getroffen gewährungen, bei denen neben der Affäre des Feme ausschuß erstreckten und zu Personalveränderungen im Bureau der Verbände führten. Man hofft offenbar in Kreisen des Vorstandes der Vereinigung, die Frage der Kreditgewährungen, bei denen neben der Affaire des Feme mörders Schulz, in erster Linie auch der vielbesprochene Fall Erdmann eine Rolle spielen dürfte, ausschließlich in der Sigung tes großen Ausschusses behandeln und alsdann mit einer fertig formulierten Erklärung vor die Hauptversammlung treten zu können, die dann nach Berlesung dieser Erklärung einfach zur Tagesordnung übergehen könnte. Tatsächlich sind denn auch auf die Tagesord nicht gefeßt, vielmehr umfaßt sie nur Fragen der allge meinen Lohn und Wirtschaftspolitit. Bie weiter mitgeteilt wird, plant jedoch eine Gruppe der Arbeitgeber einen Borstoß in der Frage der verschiedenen Krebite, der, wie uns berichtet wird, u. a. den Zweck haben soll, festzustellen, ob alle durch die genannten Vorgänge belasteten Persönlichkeiten in entfprechender Weise zur Rechenschaft gezogen worden sind. uns Zu dieser Mitteilung jei nur bemerkt, daß der Aftennotiziar Dr. Meisinger noch immer an leitender Stelle der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände steht. Dreht es sich darum, den Gegen faz zu den Arbeitnehmerverbänden in shrofffter Form zu deutlichem Ausdruck zu bringen, dann muß dieser Herr Dr. Mei Binger auf seinem Boften bleiben und den neuen Mann, den Präsidenten Brauweiler, mit den bisherigen Praftiten im Arbeitgeberverbandsbureau genau vertraut machen. Soll jedoch die erfehnte Atmosphäre des Vertrauens hergestellt werden, dann wird Dr. Meisinger dem Herrn v. Bengen folgen müssen. Ein System. mechfel. wechsel wäre nur möglich nach einem vollständigen PersonenDie Berliner Kraftdroschkenführer. Die Kraftdroschtenführer der Settion Berufskraftfahrer des Deutschen Bertehrsbundes hatten am Dienstag im Gewerf schaftshaus ihre Jahresbranchenversammlung. Genosse Hen1, der den Geschäftsbericht gab, schilderte noch einmal die ungesunde Ent widlung des Berliner Kraftdroschtenverfehrs, die den Kraft broschfenführerberuf zum schlecht bezahltesten in Berlin degradiert hat. Der Redner ging dann weiter auf die Gegenteiligen Meinungen ch, die die Besiger und die Fahrer von der Besserung der Lage des Kraftdroschtengewerbes haben, und über die in der letzten öffentlichen Versammlung eingehend gesprochen worden ist. Hen betonte aber auch weiter, daß die Entwicklung der Organisation mit der Zu nahme des Kraftdroschkenverkehrs nicht Schritt gehalten habe. Wenn es der neu zu wählenden Branchenleitung möglich sein soll, in diesem Jahre eine vernünftigere Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erringen, dann müssen die leider noch bestehenden Lücken in der Organisation aufgefüllt werden. Bei den Neuwahlen zur Branchenleitung wurden an Stelle der ausscheidenden Mitglieder, die jetzt nicht mehr Kraft. broschte fahren, Kraftdroschfenführer gewählt, fo daß die gesamte Branchenleitung aus Kraftdroschtenfahrern besteht. Die neue Branchenleitung wurde beauftragt, dahin zu wirken, baldmöglichst eine andere Entlohnung durchzusehen. Das jetzt bestehende Prozentunwesen muß eingeschränkt und den Fahrern wenigstens ein fester Grundlohn gewährleistet wer den. Die Branchenleitung versprach, dahin zu wirken, forderte die Versammelten aber nochmals auf, für die Organisation rege zu werben, um diesen Forderungen auch Nachdruck verleihen zu fönnen. GALA 5133 Rein Sugenberg- Missionar. Wir erhielten die folgende Berichtigung: Die in der Nr. 113 des Vorwärts" aufgestellte Behauptung, ich hätte in einer Versammlung des Vaterländischen Angestelltenvereins Siemens Werte Verwaltungsgebäude erklärt, von der Telunion an gestellt zu sein, ist un to a br. Wahr ist vielmehr, daß ich gesagt habe, früber einmal, nämlich in den letzten Inflationsfahren, hauptamtlich bei der Telunion tätig gewesen Dr. Erich Schmidt. zu sein. Absatzkrise der Stinnes- Zechen. Gelsenkirchen, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Die StinnesZechen, die bisher zu den besten des gesamten Bestbezirks gehörten, find in eine ernste Absazkrije geraten. Wie die Verwaltung mitteilt, ist die Firma Stinnes durch Unterbieten der englischen Kohlenfirmen ihres Hauptabnehmers, Schweden, verluftig gegangen. Da auch Dänemark und Holland sämtliche Bestellungen zurückgezogen haben, ist der gesamte Auslandsverkehr eingestellt. Von der Krije werden am schwersten betroffen die Schächte Stinnes I- V und Bereinigte Belheim. Die fofortige Stillegung einer oder mehrerer dieser Zechen ist noch nicht beabsichtigt, doch wird sich die Einlegung mehrerer eierschichten nicht vermeiden laffen, da ungefähr cbgefeßt wurde. Die Beche Preußen I der Aachener Bergbau75 Prozent der Förderung dieser Schächte auf dem Auslandsmarkt 28. wird zum 15. April ſtillgelegt. Rund 1000 Arbeiter fommen zur Entlassung. Lohnabbaukampagne in Bayern. Baugewerbeverband hat das bisherige Lohna brom. München, 10. März.( Eigener Drahtbericht.) Der bayerische men mit den Organisationen der Bauarbeiter auf den 31. März gekündigt und zugleich den Antrag gestellt, im neuen Abkommen einen Lohnabbau zwischen 10 und 20 Prozent pro Stunde zu vereinbaren. Außerdem stellte der Arbeitgeberverband den Antrag, eine große Reihe von Orten in eine niedri gere Lohntlasse einzustufen, so daß sich ein weiterer Lohnabbau bis zu 13 Proz. ergeben würde. Entsprechend den zentralen Bereinbarungen haben die Berhandlungen über diese Anträge noch vor dem 20. März stattzufinden. In der bayerischen Papierindustrie wurde ein neues Lohnabkommen getroffen, demzufolge die bisherigen Löhne bis 31. Dezember d. 3. in Gültigkeit bleiben. Der bisherige Spitzenlohn für Fabritarbeiter betrug 62, Pf. pro Stunde. Die seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen über Lohnund Tarifftreitigkeiten im bayerischen Erzbergbau und in den Hüttenbetrieben sind endgültig gescheitert. Der Minister für soziale Fürsorge hat nunmehr eine Entscheidung über die Berbindlichkeitserklärung der Anträge der Arbeitnehmer zu treffen. Die Schiedsfprüche sehen eine Lohnverringerung vor, der die Arbeitnehmer bei den gegebenen Verhältnissen niemals zustimmen fönnen. Zur Beilegung der Differenzen in der bayerischen BrovinzMetallindustrie, die daraus entstanden, dahie Arbeitgeber einen Lohnabbau von 10 Proz. forderten, begann am Mittwoch im Sozialministerium die Verhandlungen, die bis zur Stunde zu teinem Ergebnis geführt haben. Metallarbeiteraussperrung in England? Die ftreifenden Metallarbeiter beschlossen die Fortjehung des Streits, wonach die von den Unternehmern angekündigte Gesamtaussperrung aller Metallarbeiter in ganz England ab morgen Freitag zu erwarten ist. Achtung, AEG.- Rabelwerk Obetspree! Morgen, Freitag, 4 Uhr, bei Heidemann Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Der FraktionsvorHand. Achtung, Bezirksamt Friedrichshain! Seute, 7½ Uhr, in Schmidts Festfälen, Fruchtstr. 36a, Bersammlung aller Arbeiter, Angestellten und Beamten des Bezirksamts. Fürftenabfindung Boltsbegehren Bolfsentfcheid". Referent: Stadtrat E. Brildner, M. b. 2. Arbeiter, Angestellte, Beamte, erscheint vollzählig und bringt eure Frauen mit. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Reichsbruderei! Heute, 3% Uhr, bei Hennig, Alerandrinenstr. 44, Versammlung aller SPD.- Genossen. Eympathisierende fönnen eingeführt werden. Vortrag des Genoffen E. Ruben über: ,, Die politische Situation Bölkerbund". Aussprache. Rahlreichen Besuch erwartet Der Fraktionsvorstand. Achtung, Bezirksamt Friedrichshain! Morgen, Donnerstag, 7 Uhr, in Schmidts Festfälen, Fruchtstr. 36a, Berfammlung aller Arbeiter, Angestellten und Beamten des Bezirksamts. Fürftenabfindung Beltsbegehren Boltsentscheid". Referent: Stadtrat E. Brüdner, M. d. 2. Arbeiter, Angestellte, Beamte, erscheint vollzählig und bringt eure Frauen mit. Der Frallionsvorfland. Freie Gewerkschafts- Jugend. Seute, Donnerstag, 11. März. tagen folgende Gruppen: Frankfurter Allee: Jugendheim Rigaer Str. 103. Tanz- und Lieberabend. Lichtenberg: Jugendbeim Partaue 10. Diskussionsabend: Birt fchaftsgeschichte". Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. 3. Fortfegung des Tempelhof: Reihenvortrags: Ein Gang durch die Wirtschaftsgeschichte". Jugendheim Lnzeum Germaniaftr. 4/6. Discussion: Gewerkschaftliche Brobleme". Sütoften: Gruppenheim Reidenberger Str. 66. Bortrag: Das Arbeitsrecht". Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim). rohsinn und Seiterkeit". Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. ( Boltshaus). Distuffionsvortrag: Jugendheim Lindenstr. 1. Spandau: ,, Was ist Rapitalismus?" Vortrag: Die wirtschaftliche Bedeutung bes Locarno- Bertrages". Jugendgruppe des 3b. Seute, Donnerstag, 7 Uhr: Gruppe Treptom: Jugendheim Bilbenbruchstr. 53( Rinderhort). Mitgliederversammlung, an Philosophie". Gruppe Tempelhof: ichließend Arbeitsgemeinschaft über Jugendheim Schule Germaniaftr. 4/6. Liederabend. Gruppe Hermannplak: Jugendheim Sobrechtstr. 34. Bortrag: Gozialismus und Kirche". Gruppe Charlottenburg. Bortrag mit Regitationen: 1848". Berantwortlich für Bolitit: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: t. Ektorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Aris Raritäbt: Anzeigen: Tb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderet und Berlaasanstalt Baul Ginaer u. Co.. Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen, Unterhaltung und Biffen", ( LoSunro Wass 86 WICHSMADEL Das beste und spartame Preis Dose 75 Pfennig. Dose 1,40, 1 Dose 2,50 Mark Erhältlich in allen einschlägigen Geschäften. ,, Wichsmädel"-Werke, Dresden- Berlin, Fernsprecher: Moritzplatz 11 360 Das, was sie gern essen, soll man Kindern möglichst oft geben. Oetker- Puddings! Nichts essen sie lieber als die bekannten 40 4 Sie schmecken gut, sind äußerst nahrhaft und sehr preiswert. Es gibt vielerlei Sorten: Gala- Schokoladen- Puddingpulver Puddingpulver nach holl. Art MakronenPuddingpulver Schokol.- Speise m. Makronen Rote Grütze Götterspeise usw. In allen einschlägigen Geschäften nur in Originalpackung( niemals lose) mit der Schutzmarke ,, Oetker's Hellkopf" zu haben. Verlangen Sie ebendaselbst die beliebten Oetker- Rezeptbücher, wenn vergriffen, umsonst und portofrei von Dr. A. Oetker, Bielefeld. flc. 117 ♦ 4Z. Jahrgang 1« Seilage des Vorwärts vonaerstag, 11. März 1926 . lieber SOOO obdachlose Menschen nächtigen täglich im städtischen Obdach. Die Zahl der Obdachlosen in Berlin ist damit noch nicht erreicht. Mieter und Hauswirte des nordöstlichen Teils Berlins beschweren sich, daß auf den Bodentreppen der in der Nähe des städtischen Obdachs liegenden Häuser fast täglich Obdachlose über. nachten. Leider ist bei der gegenwärtigen Wirtschaftskrise kaum zu erwarten, daß sich dieser Zustand in kürzester Zeit bessert. Vanöerarbeiter vor Sem Kriege. Wie kann dem wenigstens in Zukunft abgeholfen werden? In den Grundsätzen der Reichsfürforgeverordnung vom 4. Dezember 1924 heißt es im � 1 Absatz 2:.Die Fürsorge soll den hilssbedürsligen tunlichst in den Stand sehen, sich und seinen unterhaltsberechtigten Angehörigen den Lebensunterhalt selbst zu beschaffen.- Sind die Obdachlosen, die in der Mehrzahl aus Wanderarmen bestehen, hilfsbedürftig und bei einer geeigneten vorwiegenden Fürsorge fähig, für die Beschaffung ihres eigenen Unterhalts Sorge zu tragen? Um diese Frage zu de- antworten, wäre zunächst zu prüfen, welche Ursachen der Hilfs- bedürftigkeit� zugrunde liegen und wie der Gesundheitszustand der Fürsorgebedürftigen ist. Es ist zu prüfen, ob sie durch irgendeinen Vorgang erwerbsbeschräntt oder gar arbeitsunfähig oder durch Unterernährung nur vorübergehend erwerbsbeschränkt wurden. Wie ist ihr geistiger und sittlicher Zustand und vor allem, wie sind die wirlschaftlichen Verhältnisse und unter welchen seelischen Einflüssen sind sie aufgewachsen? Dys Ergebnis dieser Prüfung ergibt die nötigen Unterlagen, um eine zweckmäßige Wanderarmenfürsorge einzuführen. Nicht außer acht zu lassen ist dabei folgendes: Die Kreise, aus denen sich die Wandcrarmen rekrutieren, sind heute ander« als früher, und ihrer Verarmung liegen ganz ander« Ursachen zu- gründe, als in der Vorkriegszeit, wo ihre Armut im Verhältnis zu heute viel leichter zu beheben war. Es gab damals so manche Ge- legenheit, um ihre bescheidenen Bedürfnisse auch ohne Betteln zu befriedigen. Fast in jedem Orte befanden sich Kleinmeister, die die Gelegenheit sehr gern ausnutzten, zugereiste Aushilfsarbeiter zu be- schäftigen, selbst. wenn es nur einige Stunden am Tage waren. Viele Gemeinden waren sogar auf diese Arbeiter angewiesen, wenn sie die notwendigsten Arbeiten, die in ihrem eigensten Interesse lagen, ausführen lassen wollten, und die Arbeiter erhiellen in der Regel hierfür Nachtlager und Veroflegung. und oft noch einiges Geld. So konnten sie sich ein- Zeit lang über Wasser halten, ohne zu betteln und konnten sogar aus eine unentgeltliche Schlafgelegen. heit verzichten. Gewiß hatte Mutter Grün in. der warmen Jahres. zeit sehr oft solche Gälte zu beherbergen, aber meistens waren es professionelle Tippelbrüder, die mehr aus Gewohnheit, weniger aus Not, diese Schlafgelegenheit wahrnahmen. In den meisten Fällen hatten st« aber dt« Mittel, um in einer Herberge auf einem Stroh- sack für 10 Pfennig oder in einem frisch bezogenen Bett für 25 Pfennig übernachten zu können. vle Großftaüt als letzte Zuflucht. Durch die Entwicklung der Handindustrie zur Großindustrie und hauptsächlich durch den Einfluß der Kriegsereignisse auf den gesamten Wirtschaftsmarkt, sind die Kleinmeister in der Provinz zum großen Teil ausgestorben und wo sie noch zu finden sind, haben sie ge- nügend Arbeitskräfte am Orte zur Verfügung. Am schlimmsten wirkt sich diese Entwicklung ober auf die Landarbeiter aus, die in der Mehrzahl auch in der Zeit, in der die Landwirtschaft in ihrer Hauptbeschäftigung ruhte, am Orte genügend Beschäftigung fanden, um sich zu, ernähren. Sie werden bei Arbeitsmangel von der Land- Wirtschaft abgestoßen und müssen, well selbst die Gemeinden aus Mangel an Mitteln nicht in der Lage sind, diese Arbeiter beschäftigen zu können und auch aus Mangel an Wohnraum abwandern. Von Ort zu Ort wandernd, von der Gemeinschaft ausgestoßen, fast aller INillel bar. in der Hoffnunq, hier oder dort Arbeit zu finden, landen sie meistens in einer Großstadt, um zuletzt im Obdach Unterkunft zu suchen und das Heer der Arbeitslosen zu vermehren. Durch die lange Arbeitslosigkeit und damit verbundenen Entbehrungen sind sie mit wenigen Ausnahmen körperlich und auch moralisch fast vollsländig heruntergekommen und der Verelendung nahe. Das städtische Ob- dach in Berlin beherbergt täglich rund 4000 männliche und weibliche dieser Wanderarbeiter. Ist die Zusammenballung einer so großen Zahl von Menschen, die fast jeden sittlichen Halt verloren haben und infolge ihrer Energielosigkeit leicht zu strafbaren Handlungen zu verleiten sind, schon bedenklich, so ist es geradezu unerträglich, daß unter diesen Umständen männliche und weibliche Personen in einem Gebäude umergebracht werden. Schon das Zu- und Abwandern dieser oft in Lumpen gehüllten Gestalten in einer belebten Gegend erregt Aufsehen und ihr Einfluß aus die schulpflichtige und vor allem auf die halbwüchsige Jugend darf nicht unterschätzt werden. Noch schlimmer aber wirkt sich dieses Leben und Treiben in den Kaschemmen aus, die in unmittelbarer Nähe des Obdachs liegen, wo die Aermsten das Wenige, was sie haben oder erbettelten, in geistige Getränke und Tabakwaren umsetzen. Hinzu kommt die Unmöglichkeit, die Leute in einem einzigen Arbeitsnachweis, und noch dazu in einem industrearmen Bezirk, zu vermitteln. Dieser Zustand kann nicht mit Palliativmittelchen beseitigt, sondern hier muß ganze Arbeil geleistet werden. Das Obdach muh dezentrall- siert werden, es muß wanderarbeilsstätten, die in mehreren Stadt- teilen zu errichten wären, weichen. Neben den Wanderarbeitsstätten für männliche Personen muß eine solche Stätte für weibliche Per- sonen, und anschließend ein Heim für obdachlose schwangere Frauen in Berbindung mit einer Säuglingsfürsorgestell« und einem Säug- lingsheim. in dem besondere Fürsorge- und Erziehungsmaßnahmen vorgesehen sind, geschaffen werden. Durch diese Aufteilung des Obdachs ist den einzelnen Bezirken die Möglichkeit gegeben, nicht nur für 290 bis 250 Personen Obdach, sondern auch Arbeit zu schaffen, die je nach der örtlichen Beschaffenheit sogar im eigenen Interesse geleistet werden kann. Auch die sürsorgerische Betreuung, Arbeitsvermittlung, Schutzaufsicht usw., sind bedeutend leichter durchzuführen und bieten Gelegenheit, Menschen, die ihre Willenskrast ver- loren haben, wieder als nützliche Glieder der menschlichen Gesellschaft heranzubilden. Man wird einwenden, daß eine Einrichtung wie das städtische Obdach seiner Größe wegen bedeutend billiger arbeitet als kleine Anstalten. Dieser Einwand kann nur gelten, wenn diese Wanderarbeiterstätten genau so wie das jetzt bestehende Obdach Beherbergung, Morgen- und Abendbeköstigung unentgeltlich abgeben. Wie aber das Beispiel anderer Städte beweist, können Wander- arbeiterstätten sich bei einer zweckmäßigen Bewirtschaftung auch in Berlin fast selbständig erhalten. 1° Das städtische Obdach erhält einen jährlichen Zuschuß von rund 1 Million Mark. Zweifellos wird sich dieser Betrag zunächst um das Doppelte erhöhen, wenn das Obdach in mehrere Wanderarbeits- stätten zergliedert wir?, und wenn für zweckmäßige Arbeitsgelegen- heit, wie sie bereits in der privaten Fürsorge anzutreffen ist, Sorge getragen wird. Später werden nur noch geringe Zuschüsse erforder- lich sein, und der Ueberschuß kann zu anderen kulturellen Zwecken Verwendung finden. Trotz wiederholter Anregungen, de» jetzigen Zustand des Obdachs zu beseitigen, ist leider fast nichts getan worden. Angesichts dieser gegenwärtigen Obdachlosenkatastrophe wird Berlin nicht anders können, als jo schnell wie möglich zu dieser Anregung Stellung nehmen müssen. E. Rosemann, Stadtrat.' verein der Freidenker für Feuerbestattung. An alle Ge- nossinnen und Genossen, die Mitglieder des„Vereins ver Freidenker für Feuerbestattung' find, ergeht das dringende Ersuchen, die Versammlungen, die im Lause dieser Woche noch stattfinden, unter allen Umständen zu besuchen.— Wie der Verlauf der letzten Bezirksversammlungen bewies, hat die KPD., wie überoll üblich, sich den Verein zum Tummelplatz kom munistischer Pnrteipolitik ausersehen. Die Beiträge der Mitglieder sollen nicht allein für sreigeistige Aufklärung, sondern für Rußlanddelegationen und„Rote Hilfe' verwendet werden. Dieses Beginnen muß entschieden abgewehrt werden. Da- her besucht zahlreich die Versammlungen! Sls ©ntel Moses. Roman von Scholom Asch. Mascha wurde traurig und nachdenklich. Charlies Worte ließen sie wieder über ihre Lage nachdenken. Auch sie er- innerte sich an Kusmin und sah wie im Traum ihre Kindbeit, da sie beim Großvater aufwuchs. Sie bat einen allen Juden, der ihr Lebkuchen gab; was später war. hatte sie ganz vergessen und erinnerte sich erst wieder an die chopkinsstreet, wie sie zum Fleischer gelaufen war, damit er ihr Fleisch auf Borg gebe! ,.Pa arbeitet'— und dann dachte sie des Onkels und ihrer gegenwärtigen Lage. Sie wurde traurig und hob ihre dichten. dunklen Brauen und ihre vollen Traubenaugen zu Charlie auf: „Und du möchtest nicht in Amerika geboren sein?' „Nein,' antwortete Charlie,„ich bin.glücklich, daß ich ein New Porker bin, in der Fremde geboren mit der Sehnsucht nach Rußland, gleich allen in der Fremde Geborenen hier. Und wir alle, die wir hier in der Fremde sind, wir werden Amerika zu einem schönen, freien, großen Amerika machen. Jeder wird das Schönste seines Landes bringen und Amerika damit beschenken. Sie bringen es auf dem Schiffe aus ihrem Heimatlande mit. Die Italiener, die Russen, die Tschechen, die Ungarn, die Skandinavier und die Araber— alle, alle bringen das Schönste ihres Landes mit, die Sehnsucht ihrer Kindheit, und werden sie Amerika schenken. Der eine bringt seine Schönheit, seine Kunst, seinen Glauben. Andere bringen ihr klares Denken und ihre Aufrichtigkeit. Das Schönste und Beste der ganzen Welt, es wird sich sammeln, und wir werden das große, das freie, das neue Amerika fein!' „Und was wirst du. Charlie, Amerika geben?' fragte Mascha lachend. „Ich? Ich werde Amerika das schenken, was alle Kinder des jüdischen Bolkes ihm geben, die aus Rußland kommen. O, wir schulden Amerika sehr viel, und wir müssen ihm viel geben. Amerika hat uns alles gegeben. Es hat uns anders gemacht als unsere Ellern waren. Wir sind. Amerika tief verschuldet für die Freiheit, welche es uns geschenkt hat.. Und wir werden ibm das geben, was die Juden Rußland gegeben haben— unseren revolutionären Geist müssen wir Amerika geben, unseren ewigen Protest, unsere Unzufriedenheit. Wir sind es Amerika schuldig, anders zu sein als unsere Eltern. Als unsere Eltern herkamen, wurden sie Sklaven in Amerika; wir müssen sie befreien. Wir alle sind Sklavenkinder. Waren dem» unsere Ellern nicht Sklaven? Mein Vater, dem Vater. Und hat dich dein Vater nicht seinem Brotherrn überlassen, wie man ein Sklavenkind hingibt?'' „Stop, denn ich...' rief Mascha errötend. Ihre vollen Traubenaugen füllten sich mit Tränenperlen. Doch im selben Augenblick war sie entschlossen, Charlie nicht merken zu lassen, daß er ein« wunde Stelle in ihr berührt hatte. Und um ab- zulenken, fragte sie: „Hast du Geld, Charlie?' „So gegen einen Dollar.' Charlie wußte genau, wieviel Geld er besaß, doch er wollte als reicher Mann auftreten. „Und ich einen halben. Das wird reichen.' ..Wofür?' „Ich möchte den Abend lustig verbringen, wir sind doch in Coney Island.' „Das ist recht,' rief Charlie freudig. „Also, geh dich anziehen, ich gehe auch. Wir treffen uns draußen.' Schnell eilte Charlie in feine Kabine. Erst jetzt erinnerte er sich, was er gesagt halle, und war verlegen, mehr durch Maschas Lächeln als über die ungeschickten Reden, die er geführt hatte. 10. Tausendundeine Nacht. Nach dem Bade fühllen sich beide frisch und voll von Energie. Sie waren zu allem bereit. Charlie wollte keine Vorschläge machen, er fühlle sich besangen, well er Mascha an den Onkel erinnert hatte. Doch Mascha brachte es bald dazu, daß Charlie alles vergaß. Mit ihrer weichen Stimme, in der die mädchenhafte Fraulichkeit klang, welche Maschas Wesen erfüllte, begann sie: „Du, Charlie, vor allem gib mir das Geld für den Omnibus zum Aufheben, das übrige Geld wollen wir für einen lustigen Abend ausgeben. Wenn du mir das Fahrgeld nicht gibst, dann geben wir am Ende noch alles aus und haben kein Geld für die Heimfahrt.' Mit diesen Worten nahm sie von ihrem Gelde ein Fünf- centstück, band es, kokett zu Charlie hinüberlächelnd, in ihr Taschentuch und steckte den Rest Charlie in die Tasche: �.Hier, für die Bummelkasse.' „Was willst du sehen?' „Einerlei. Ich will einen feinen, lustigen Abend haben.' „All right, komm! Bist du nicht hungrig? Ich muß die Wahrheit sagen, ich bin schrecklich hungrig, sagte Charlie ver- legen. „Ich auch,' lachte Mascha,„doch bitte, sei sparsam. Ich will mein Vergnügen haben.' »Also, was?.'. � jl_.,.._7".____ 1_ „Cracker-jacks.' Charlies Magen verlangte jedoch nach etwas Soliderem, und daher schlug er Frankfurter vor. Schließlich einigten sie sich auf beides, sie aßen auf der Straße, während sie sich durch die Menschenmenge drängten, die auf dem Gehsteig dahin- strömte, und lachten einander ins Gesicht. Dann kamen sie zuerst zu den„Sieben Weltwundern'. Da war eine Kuh mit zwei Köpfen zu sehen, die aus Indien kam; zusammengewachsene Zwillinge, Mädchen aus China; dann zwei Liliputaner: einer ein Japaner, der andere ein Neger; das dickste Mädchen der Welt, welches mehr als fünf Zentner wog; ein Mann mit einem Löwenkopf: ein Mädchen mit grauen Haaren; eine Negerin, welche auf allen vieren wie ein Bär kroch, und schließlich ein wilder Indianer, den ein Schiffskapitän erst vor kurzem entdeckt hatte. Mascha und Charlie bezahlten ihre fünf Cents und besahen sich die„Sieben Weltwunder", welche man eigens für sie von ollen vier Enden der Welt hergebracht hatte. Was die Natur Außerordentliches hervorbringt, mag es auch auf den entfern- testen, verstecktesten Inseln sein, das wird nach Coney Island gebracht und für fünf Cents gezeigt. Coney Island schien ihnen dos Zentrum der Welt zu sein. Bei einem anderen Zelt wurde ägyptische Zauberkunst angepriesen, die der Kalis von Aegypten trieb; und als Zeichen, daß das Versprechen wahr sei, hob der große dunkelhäutige Kalif von Aegypten einen Chinesenjungen empor, legte ihn auf einen Fächer und ließ ihn dann in der Luft schweben. Doch alles, was der Kalif von Aegypten zu zeigen hatte, das zeigte er vor dem Zelt öffentlich vor allen Leuten. Diejenigen, welche ihren Nickel bezahlten und eintraten, sahen innen nichts Neues mehr. Für weitere fünf Cents kamen Mascha und Charlie nach China und sahen eine chinesische Prinzessin in tiefem Schlaf, mit kleinen, verkrüppelten Füßchen, an denen kleine vergoldete Pontöfs-.chen steckten. Und als sie noch einen Nickel ausgaben, da kamen sie ins Reich von Aladins Wunderlampe, wo der große, kräftige Aladin, ein gebräunter Araber mit Ohrringen und roten, wulstigen Lippen, leibhaftig vor ihnen stand. Aus ihren Kinderträumen, aus ihren Kinderbüchern wurde er jetzt lebendig. Er stand vor ihnen, Aladin aus-dem Märchen von Tausendundeiner Nacht, rieb an der Wunderlampe, und in der Luft schwebte ein Tisch mit Gold und Silberzeug gedeckt. Aladin nahm einen Krug und goß Wein aus ihm in«inen Becher. Aladin rieb an der Wunderlampe, und eine weiße Taube schwebte herbei und setzte sich auf seine Schultern, und raunte chm ein Geheimnis ins Ohr, eine Botschaft aus einer verborgenen, verzauberten Welt.(Fortsetzung folgt) Das Volksbegehren in Berlin. Besorgt rechtzeitig Eintragungsscheine. Recht unerquickliche Szenen spielten sich gestern oft in den Wahl. ämtern ab, die weder dem Publikum, noch den Beamten und Angestellten der Stadt erwünscht sind. Oft ist ein Umzug seit der letzten Wahl die Schuld. Sofern am neuen Wohnsitz die Wahlkarte des Betreffenden noch nicht vorliegt, darf man ihm dort keinen Eintragungsschein ausstellen. Das wird oft quittiert mit der Bemerfung man wolle nur fabotieren". Die Angestellten der Wahlämter find aber zumeist nur vorübergehend Eingestellte, die die Not der Zeit am eigenen Leibe spürten und deshalb in jeder Weise das Boltsbegehren unterstützen möchten. Rücksichtnahme auf die Ange stellten und Beamten dürfte also nur für die schnellere Abwicklung des Verkehrs dienlich sein. Die Tatsache der Nichteintragung verlangt eben viel Schreiberei, weil die gesetzlichen Vorschriften verlangen, daß jeder zur Zeit der Präsidentenwahl Wahlberechtigte an feinem einstigen Wohnort wählt oder dort den Eintragungsschein zu empfangen hat. Es ist deshalb festzustellen, daß jeder, der zur Zeit der Präsidentenwahl nicht an seinem jegigen Wohnort gewählt hat, sich einen Eintragungs schein von seinem damaligen Wohnbezirt zustellen lassen muß. Ferner melden sich jetzt viele zur Eintragung, die sich bis dahin wenig um die Wahlen gefümmert hatten und somit auch nie feststellten, ob sie überhaupt in der Wählerliste berzeichnet waren. Jezt müssen sie ihre Nachlässigkeit büßen, da sie nun die Scherereien mit dem Wahlamt haben. Auch diese Wahlberechtigten sollten sich jetzt rechtzeitig auf ihre Pflicht befinnen. Borbedingung ist dabei, daß sich jeder mit den nötigen Aus. meispapieren, aus denen Name, Geburtstag und Wohnsitz einwandfrei ersichtlich ist, bewaffnet. Ferner noch zur Beherzi gung, daß dieses nicht auf die legten Tage verschoben wird. Die Wahlämter sind schon jetzt mit Arbeit überlastet. Bon einem Amt des Ostens wird uns mitgeteilt, daß z. B. am Montag 300 Eintragungsscheine ausgestellt wurden und etwa 150 Personen vorläufig wieder zurückgewiesen werden mußten, weil sie das schon oben Erwähnte nicht beherzigt hatten. 3wischen 300 und 450 bemegt sich hier der tägliche Besuch. Auch soll man soiche Dinge nicht auf die letzten Tage verschieben, will man nicht Gefahr laufen, daß man infolge des Andranges die Eintragungsfrist versäumt. Jeder Wahlberechtigte hat das Recht und die Pflicht, sich einzuzeichnen. Nur soll er sich rechtzeitig um die Erledigung der Formalitäten fümmern. Lichtenberg. Seit Sonntag ist hier eine stetige Zunahme der Einzeichnungsbegehrenden zu verzeichnen. Vor dem Einzeichnungslotal Gemeindeschule Siegfriedstraße 209 wird eine sehr geschickte und wirkungsvolle Plakatpropaganda der Parteien fehr geschickte und wirkungsvolle Plakatpropaganda der Parteien des Volksbegehrens betrieben. Auf einem Blafat ist ein geschwollener Aufruf Wilhelms des Fahnenflüchtigen aus dem Großen Hauptquartier an seine Soldaten" abgedruckt, in denen er fie zur Pflicht ermahnt, und darunter steht: Sie taten ihre Pflicht. Was tatest Du? Du türmbest!" Die Einzeichnungsbeteiligung war hier in Anbetracht der Ungünstigkeit dieses Straßenzuges recht rege. Pfaffstraße 8/9, Gemeindeschule, ist die Orientierung sehr schlecht. Der Eingang zum Boltsbegehrzimmer liegt fast dunkel. Immerhin zeigt ein Bapplafat zur Not den Weg. Auch hier ist fteigende Beteiligung festzustellen. Gemeindeschule Kron prinzenstraße 10 herrscht ein sehr reger Betrieb. Das Lofal ift gut gekennzeichnet. Eine Steigerung des Eitzeichnungsbetriebs ist zweifellos festzustellen. In der Gemeindeschule Scharn meber Straße 17 herrscht Hochbetrieb. Im Verlauf von 1% Stunden murden rund 220 Einzeichner festgestellt. Das Einzeichnungszimmer liegt günstig zu ebener Erde. Hier hängt an der Eingangstür der Schule die Bekanntmachung über das Volksbegehren. Alles in allem: es geht auch in Lichtenberg unaufhaltfam vorwärts. Die Front gegen den Fürstenraubzug wird fein Terror und feine Sabotage mehr brechen fönnen! Ertner und Umgebung. Die Einzeichnungslisten liegen allein im Gemeindeamt zu Ertner aus. Kein Zettel oder Plakat ist dort angebracht, das darauf hinweist. Schließlich ist dies auch nicht in einem Ort von 6000 Einwohnern notwendig. Jeder weiß hier Bescheid, weiß, was der andere zu Mittag focht, weiß also auch, wohin er zu gehen hat, um seinen Namen in die Listen eintragen zu lassen. Gleich am Eingang, im Kassenraum, liegen die Listen aus. Der Raum ist nicht groß, vor dem Tisch, der das Heiligtum, in das sich nur beamtete Persönlichfeiten begeben dürfen, für das Publikum verschließt, haben ungefähr zehn Personen Plaz. Es ist vier Uhr am Nachmittag. Der Raum ist überfüllt. Frauen, die gerade vom Einkauf tommen, warten, bis sie an der Reihe sind. Sie tragen Pakete mit Brot oder Krämerware, manche haben ein Kind auf dem Arm. Der Beamte ist sehr freundlich, er zeigt jedem genau und verbindlich, wo er sich eintragen muß. Nachher, am Abend, wird am Eingang zum Gemeindeamt ein Blafat angebracht, gleichfalls am Bahnhof. Die Resultate find günstig. Bis Mittwoch nachmittag haben sich 540. Perfonen eingeschrieben. Man erwartet, daß die Zahl meit die 1000 übersteigen wird, da sich unter den bisher Eingetragenen viele Bürgerliche befinden, sogar Mitglieder der Rechtsparteien. Am Sonntag wird das Reichsbanner Umzüge veranstalten und für die Eintragungen werben. Nicht so günstig sind die Resultate in der 11mgebung. Fangschleuse und Gottesbrück haben feine eigenen Abstimmungslokale, man muß nach Grünheide gehen, man hofft, daß auch hier die Zahl der Einzeichnungen steigen wird. Jedenfalls müßte jeder sofort seine Pflicht erfüllen und nicht die Einzeichnung mit den Worten:„ Ich habe noch acht Tage Zeit" auf die lange Bank schieben. Beleuchtet die Turnhalleneingänge! Troß unserer wiederholten Mahnung, die Eingänge der Einzeichnungsturnhallen wenigstens notdürftig zu beleuchten, liegen eine ganze Anzahl der Einzeichnungsstellen in den Abendstunden stod= dunkel. Gestern ist es zu mehreren Unfällen after Leute gekommen, die in der ägyptischen Finsternis nicht aus noch ein mußten und auf den Treppen der Turnhalleneingänge hinstürzten. Rann man der Bevölkerung die Sache nicht ein wenig erleichtern? Die Untoften dieser Erleicherung wären lächerlich gering. Hoffentlich genügt dieser Hinweis, um endlich dem llebelstand der dunklen Eingänge abzuhelfen. Seltsamer Unterricht. 0 Man ist von den Gegnern in bezug auf die Sabo tage des Boltsbegehrens ja wirklich nicht verwöhnt worden, daß sie aber neuerdings ihre Propaganda in die Schulen verlegen, um die Kinder und damit auch die Eltern gegen das Boltsbegehren aufzubringen, stellt denn wohl doch ein Kuriosum bar. In der 174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166a, brachte es so ein trefflicher dieser nationalen" Pädagogen fertig, den Kindern der Klasse 2D große Borträge über die Würde= losigkeit der Fürstenenteignung, die er einen glat ten Raub nannte, zu halten. Wenn wir zutreffend berichtet worden find, und wir haben nach unseren Informationen feine Beranlassung, daran zu zweifeln, bezeichnete dieser Lehrer in dem felben Zusammenhang die deutsche Republik als einen Raubfta a t". Er erzählte auch, daß die Hohenzollern sich ihr Vermögen durch ihre Tüchtigkeit erworben hätten ,, soweit sie es nicht schon besaßen, als sie im 15. Jahrhundert in die Mark einzogen immerhin eine fleine Geschichtsfälschung. Mit derselben Wahrheitsliebe und demselben Taft behandelte dieser Lehrer mit den Kindern politische Tagesfragen schon vielfach, wobei sein besonderes Interesse dem Dawes Gutachten galt, über das er die Kinder einen Aufjab(!) schreiben ließ. Sein spezieller Haß gilt selbstverständlich den " Sozialdemokraten, von denen er Ehrenfache! be. Die Veruntreuungen beim Bezirksamt Kreuzberg. hauptete, daß sie in erster Linie für ihre eigene Tasche arbeiten würden. Man sollte nicht nur die Fürsten enteignen. Ebenso wichtig ist, es, daß unsere Jugend von Erziehern solchen Geistes enteignet wird. Beinflussung der Eintragung auf dem Lande. Uns wird geschrieben: Auf dem platten Lande besteht verschiedentlich eine Einteilung nach Gemeinde- und Gutsbezirken. In einzelnen Fällen ist der Gutsbesitzer gleichzeitig auch Gemeindevorsteher. Im allgemeinen regelt fich auf den Dörfern die Eintragung zum Volksbegehren nach den Verhältnissen bei den letzten Wahlen. Die Zahl der Eintragungsstellen ist jedoch wesentlich niedriger als die der sonst üblichen Wahllokale. Zudem ist die Auslegung der Listen und die Bekanntgabe der Einzeichnungsstellen meistens sehr spät erfolgt. Bon verschiedenen sonst unbeteiligten Rittergutsbesitzern ist iegt aber feine Mühe gescheut worden, um diesmal für ihre Angestellten und Arbeiter eigene Einzeichnungsstellen ein zurichten. Man will dadurch natürlich nur eine Kontrolle ausüben und auf diese Weise die Beteiligung am Boltsbegehren illusorisch machen. Da es bei dieser gerechten Sache auf jeden einzelnen anfommt, muß für Abhilfe der Mißstände schleunigst Sorge getragen werden. Deffentliche Kundgebungen Tragödie eines abgebauten Beamten? Zu den Beruntreuungen bei der Wohlfahrtskommission des Bezirksamts Kreuzberg erfahren wir, daß der Vorsteher Mar Dyrenfurth gestern mittag in seiner Wohnung in der Alten Jakobstraße von der Kriminalpolizei festgenommen wurde. Er ist in vollem Umfange geständig. Wie er sagt, wurde er durch seine bedrängte wirtschaftliche Lage zu den Veruntreuungen veranlaßt. Bis zum Jahre 1924 war der jetzt 61 Jahre alte Mann als Bureauhilfsarbeiter beim Magistrat beschäftigt, wurde dann aber abgebaut. Während seiner Bureautätigkeit hatte er hauptsächlich die Angelegenheiten der Wohlfahrtskommission bearbeitet und mußte damit gut Bescheid. So übertrug man ihm das Amt des Vorstehers, das er ehrenamtlich ausübte. Für seine Bemühungen, für Beleuchtung und Hergabe eines Raumes wurde er mit 25 Mart monatlich entschädigt. Außer dieser Arbeit be= tätigte er sich als Provisionsreisender, doch waren es immer nur furzfristige Stellungen, die ihm nur geringes Gehalt einbrachten. Um seiner Notlage ein Ende zu bereiten, veruntreute er nach und nach 3000 Mart, die sich aus kleinen Beträgen in Höhe von 3 Mart bis 20 Mart zusammensetzten. für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten hatten hatte, weil sie in jenem Monat schon dem Hoſpital zugeführt Heute, Donnerstag, den 11. März: Prenzlauer Berg( 26. und 28. Abt.): abends 7½ Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Redner: Dr. Kurt Rosenfeldt, M. d. R. Schöneberg- Friedenau: abends 8 Uhr in Friedenau, Bürgerſaal des Neukölln( 97. Abt.): abends 7% Uhr im Lokal von Kren, HermannRathauses, Am Lauterplay. Redner: Franz Künstler, M. d. R. Glienice( Nordbahn): abends 8 Uhr bei Bark. Abmarsch abends straße 178. Redner: Bezirksverordneter Willy Großmann. Glienice( Nordbahn): abends 8 Uhr bei Bart. Abmarsch abends 7.20 ab Bahnhof Hermsdorf. Redner: Bernhard Krüger. Morgen, Freitag, den 12. März: Miffe: dbends 7% Uhr in den Musiker- Sälen, Kaiser- WilhelmMitte: dbends 7% Uhr in den Mufiter- Sälen, Kaiser- Wilhelm Straße 31. Redner: Dr. Siegfried Weinberg. Prenzlauer Berg( 29. Abf.): abends 7% Uhr in der Aula der Senefelder Schule, Senefelder Straße 6. Redner: Stadtverordneter Richard Krille. Reichsadler", Königstraße. Redner: Reichsadler", Königstraße. Redner: Staaten: abends 7% Uhr im Gasthaus Wolff. Redner: Stadtrat Hermes. Wannsee: abends 7% Uhr im Wannsee: abends 7% Uhr im Josef Ernst. Wilmersdorf: abends 8 Uhr im Biftoriagarten, Wilhelmsaue 113/114. Redner: Ministerialrat a. D. Faltenberg und Bohm- Schuch, M. d. R. tamer. Clara Lichterfelde: abends 7% Uhr in der Oberrealschule, Ringstraße, Ede Hindenburgdamm. Redner: Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Neukölln( 94. Abt.): abends 7% Uhr im Rarlsgarten( Bergschloßhöhe), Karlsgartenstraße 6-11. Redner: Franz von Butt Baumschulenweg: abends 7% Uhr in der Aula des Lyzeums, BaumDer schulenstraße. Redner: Erich Ruttner, M. d. L. Männerchor Oberspree leitet die Kundgebung mit Gesang ein. Grünau: abends 7% Uhr im Lokal Ehrhardt, Jägerhaus, Bahnhofstraße. Redner: Bezirksverordneter Hermann Lempert. Lichtenberg: abends 7% Uhr in der Aula der Mittelschule, Martstraße 10/12. Redner: Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. Niederschönhausen: abends 7% Uhr im Schloß Schönhausen, Lindenstraße 11. Redner: Karl Litte, Bezirksverordneter. Reinickendorf- Off: abends 7% Uhr im Restaurant Schüßenhaus, Residenzstraße 1/2. Redner: Ministerpräsident a. D. Fröhlich. Hermsdorf: abends 8 Uhr im Restaurant Bellevue, Am Bahnhof. Redner: Stadtverordneter Adolf Hoffmann. Das abgelehnte Angebot der Hochbahn. Begründung der städtischen Beschlüsse. leber den Gegenvorschlag der Hochbahn haben die gemischte Deputation und der Magistrat gestern beraten.( Wie im Abendblatt bereits furz mitgeteilt mit dem Resultat der Ablehnung des Borschlags. D. Red.) Die Vertreter der Stadt waren einmütig der Auffassung, daß das Gegenangebot nicht annehmbar sei. Ueber den Betrag von 1100 m. 7% prozentiger Stadtanleihe für jede Aktie von 1000 m. fann die Stadt nicht hinausgehen. Dies Angebot bedeutet bei über 113 Millnonen Mart Aktienkapital einen Preis von rund 125 Millionen Mart, der mindestens bei der allmählichen Tilgung voll zu zahlen sein würde. Ihren eigenen Befiz fann dabei die Stadt, wenn sie sich nicht selbst betrügen will, nicht anders einsehen, als den privaten Befiz, den sie erwirbt. Dazu tritt die Uebernahme der mit 120 Proz. einlösbaren Obligationen der Hochbahn, also ein Betrag von weiteren 14,4 millionen. Insgesamt ist diese Last im Berhältnis zu der bilanzmäßigen Bewertung der Gesellschaftsaktiven so hoch, daß die städtischen Vertreter sie nicht verantworten fonnten. Das Angebot der Stadt erreichte, wie seinerzeit flargestellt wurde, die Grenze des für das städtische Interesse Tragbaren. Die städtischen Gremien haben anschließend über die Finanzierung und Führung der AEG.- Bahn verhandelt. Sie haben sich entschlossen, die Finanzierung nunmehr unabhängig von den Verhandlungen mit der Hochbahn vorzunehmen und sie ohne ausländische Anleihe im wesentlichen auf die Mittel der städtischen Werke, namentlich der Straßenbahn, zu stellen. Bon dem Gefambbetrag, der sich durch die Aenderungen beim Alexanderplatz auf 50 Millionen erhöht, werden je 10 Millionen aus den Ueberschüssen der Straßenbahn für die Jahre 1926 und 1927 entnommen werden, 5 Millionen aus den ellberschüssen der Elektrizitätswerte. Weitere 7 Millionen fönnen aus der soeben zum großen Teil untergebrachten sechsprozentigen Inlandsanleihe der Stadt von 1924 aufgebracht werden, 1½ Millionen find bereits aus dem Erlös der Beteiligung an der Reichsgetreidestelle beschafft. Die dann noch ungededten 16 Millionen werden aus den Zuschüssen und Darlehen der produktiven Erwerbslosenfürsorge aufgebracht werden. GleichGleich zeitig wurde die Linienführung für die AEG. Bahn auch hinsichtlich ihres nördlichen Teiles gut geheißen. Die erforderlichen Gemeindebeschlüsse sollen schon in der kommenden Woche gefaßt werden. 4 Don Entgegen anders lautenden Nachrichten, die von einer anonymen Anzeige an das Bezirksamt Kreuzberg sprechen, ist festzustellen, daß die Beruntreuungen durch die Revision des zuständigen Sachberaters bei dieser Behörde herausgekommen sind. Dieser Beamte stellte bei Nachprüfung der in jener Wohlfahrtskommission geführten Listen über die Auszahlung von Unterstützungen fest, daß eine alte Frau im Dezember v. J. zu Unrecht Zuwendungen erwar, wo sie dann am 10. Januar gestorben ist. Bei Vorladung ihrer Tochter, an die laut Listenausweis das Geld gezahlt worden sein soll, ergab sich nun überraschenderweise, daß diese im Monat Dezember gar feine Unterstützung Dyrenfurth erhalten hatte. Nun schöpfte man im Bezirksamt Berdacht und ließ durch mehrere Beamte alle Unterstügungsfälle der legten Wochen bei den Empfängern nachprüfen, wobei fast überall Differenzen zwischen den in den Listen eingetragenen Beträgen und den tatsächlich gezahlten Geldern zu ungunsten jener Unterſtügungsberechtigten festgestellt werden konnten. Nach den bisherigen Ermittlungen ist Dyrenfurth allein verantwortlich. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchung hält man es jedenfalls für ausgeschlossen, daß er etwa Mitschuldige hat. Das Bezirksamt Kreuzberg läßt zurzeit die Unterstügungslisten, sowie die Quittungen und Bücher der Kommission zunächst bis zum April 1925 zurüd einer Revision unterziehen. Ebert- Feiern der Jugend. Unser aller brennendes Interesse gehört dem Boltsentscheib. Selbstverständlich aber gedachte man trotz der packenden Ereignisse diefer Lage oft auch des Mannes, der mithalf, die Zeit herbeizu führen, in der das Volk selbst über sein Schicksal bestimmen fann und soll. Friedrich Ebert hatte seinen ersten Todestag, anschließend veranstaltete man überall Gedent feiern aus diesem Anlaß, fleine und große, schlichte und mehr fünstlerisch betonte, immer aber sehr würdevolle Feiern, in denen die Erinnerung an Ebert ein Bekenntnis der Treue zu seinem Werk war. Auf dem Heidelberger Bergfriedhof hatte sich eine ftattliche Trauergeminde versammelt, in ihr auch mit ihren Fahnen viele deutschr Studenten. Als sie einen Kranz auf die Erde niederlegten, sprachen sie ein stilles Gelöbnis. Dem sei entnommen: „ Friedrich Ebert ist nicht tot. Friedrich Ebert lebt in uns. Wir deutsche Jugend und deutsche Studenten Leben ihn weiter. Wir tragen das Wir stehen als Lebendige auf seinem Grabe. schwarzrotgoldene Banner, das ihm entfiel, durch alle Stürme, durch alle feindliche Scharen zum neuen Morgenrot. Friedrich Ebert, du hast uns gelehrt, Bolf zu leben. Dein Herz war Bolt. Bolt gebar dich. Unterm Volt schläfft du. Nicht in falter Prachtgruft des Marmors. In dem Herzen des Volkes stehen deine größten Denkmäler. Wir senken in Trauer unsere bunten Studentenfahnen über dein Grab: Wir sind auch Volf. Wir wollen nicht nur Trauergemeinde sein, die bloß einen Kranz auf ein Grab niederlegte, wir wollen eine Wertgemeinschaft sein, die dem deutschen Geist an deutschen Hochschulen einen Weg bahnt zum neuen Staat des neuen Boltes, dessen Fundamente Friedrich Ebert herbeitrug." Freudig gibt man diese Worte wieder. Biele, sehr viele sind an unseren Universitäten reaktionär, traditionsverdummt, volksMancher wächst da auch in der feindlich. Biele, aber nicht alle. studentischen Jugend heran, der zur Demokratie, zur Republik, zum Bolf hält. Mancher, in dem ein freier, willensunterstützter Geist, wie er in seiner Steigerung Ebert zur Führung befähigte, wirkt und lebt. Diesen Geist lebendig werden zu lassen, versuchte hier in Berlin in einem anderen, ganz anderen Kreise und vor viel jüngeren Menschen noch Genosse Landgerichtsrat Dr. Seligsohn, der über den ersten Präsidenten der deutschen Republik vor Mitgliedern der Deutsch- jüdischen Jugendkameradschaft" sprach. Knader im Bezirksamt Reinickendorf. Mit der Portolasse mußten sich Geldschrankeinbrecher begnügen, die in der vergangenen Nacht das Bezirksamt Reinidendorf in der Hauptstraße heimsuchten. Sie schlossen eine Hintertür mit einem Dietrich auf und erbrachen im ersten Stoď zwei Geldschränke. Die schwere Arbeit lohnte aber nicht recht. Die Verbrecher fanden nur die Portofaffe, die etwa 40-50 m. enthielt. Der Prozeß Lühow. Nach der vorgeftrigen Bause sollte gestern die erste Nebenklage ausgetragen werden: der Fall des angeblich mit 105 Schlägen geprügelten Sohnes des Großschlächters, der eigentlich das ganze Lüzow- Verfahren heraufbeschworen hat. Während der beiden letzten Verhandlungstage schien mitunter über dem Gerichtsfaal Jo etwas wie die schwüle Atmosphäre eines mit sexuellem Unfug erfüllten Knabenalumnats zu liegen. Trotzdem erklärte auch gestern noch der größte Teil, nichts Unfittliches bemerkt zu haben. sonders belastend waren während der Voruntersuchung die Ausfagen der Knaben F. und S. gewesen. Beide wollten besonders oft und hart gezüchtigt worden sein. Sie glaubten auch eine ganze Reihe Wahrnehmungen gemacht zu haben, die im Sinne der Anklage gedeutet werden konnten. In der Gerichtsverhandlung schwächten fie jedoch einerseits ihre Aussagen start ab, andererseits erschien ihre Glaubwürdigkeit in einem zweifelhaften Licht. Etwas Neues erfuhr Wie vorauszusehen, hat die gemischte Deputation und der man auch über Lühows Prügelsystem. Er bearbeitete in Magistrat Berlin einstimmig das Gegenangebot der Hochbahngesell- bestimmter Reihenfolge Gesäß, Oberschenkel und Waden. Der allschaft abgelehnt. Es ist interessant, festzustellen, daß auf diese Tat- gemeine Eindrud ist, daß eine viel zu ungesunde Atmofache hin der Kurs der Hochbahnattien an der Beriphäre im Heim geherrscht hat; es wurde zuviel geliner Börse gefallen ist, was darauf schließen läßt, daß die prügelt und zuviel gefüßt. Jedenfalls war von dem Börse ihre Bewertung nicht so vornimmt, als ob eine dauernde modernen Landeserziehungsheim in dieser Anstalt feine Spur. siebenprozentige Berzinsung gesichert sei. Die Kurse sind wohl mit Absicht so in die Höhe getrieben worden, um von der Stadt für die Attien einen möglichst hohen Preis herausschlagen. Die Stadt aber, die Vertreterin der Allgemeinheit, sollte den Ertraprofit bezahlen, der mit der Kurstreiberei erstrebt wurde. So begreiflich das Interesse der Stadt für die Hochbahnaktien ist, es findet seine Grenze an den Berpflichtungen, die die Stadt als Kaufpreis übernimmt, wenn diese Verpflichtungen für die Stadt untragbar sind. Die Aktionäre verlieren durch die Ablehnung des loyalen Angebots der Stadt nur Geld. Das wird ihnen hoffentlich eine Lehre sein Forman Schnupfen Wirkung frappant! Unsere Versammlungen. Der Versammlungserfolg blieb auch den gestrigen Berfamm- Parteinachrichten lungen treu. Ueberall, wo unsere Redner und Rednerinnen sprachen, fanden sie mit ihren Ausführungen sehr starken Anklang und es ist zu erwarten, daß die noch abseitsstehenden durch diese Agitation veranlaßt werden, die Einzeichnung vorzunehmen. In der Schulaula in der Schönfließer Straße sprach Reichstagsabgeordneter Gen. Crispien, der ausführte, daß Berlin um se mehr auf dem Posten sein müsse, als es in erster Linie den Ausfall in den Gebieten, die noch nicht die politische Reife mie die Großstädte besitzen, decken müsse. Wenn wir die politische Reife haben, dann fönnen wir in viel umfangreicherer Weise als es jetzt geschieht das Mittel des Bolfsentscheides für Erreichung unserer 3iele benutzen. Es liegt an unserem politischen Können und Wissen, das durchzusehen, was wir wollen. Rompromiß, das jetzt im Reichstag vorbereitet wird, soll nur dazu dienen, den Elan des Boltsentscheides abzu fchwächen. Die Legende von den Fürsten, die nur Gutes gewollt haben, ist dant unserer rückständigen Schulbildung heute noch Gemeingut des Volfes. Das verdient die schärffte Bekämpfung. Wir wären Narren, wenn wir unsere Todfeinde so ausstatten würden, daß sie in der Lage sind, uns wieder zu Untertanen zu machen. Darum den Fürsten feinen Pfennig. Mit starker Anteilnahme folgten die Zuhörer den Ausführungen des Redners und der brausende Beifall am Schluß bewies, daß sie den Redner verstanden hatten. Das Ein frecher Raub in einem Juwelierladen, wie er einzig in der Berliner Kriminalität dasteht, wurde gestern abend gegen 7 Uhr in der Danziger Straße Ede Schönhauser Allee verübt. Unter dem Viadukt der Hochbahn ertönten furz nacheinander zwei heftige Detonationen. Zahlreiche Straßenpassanten, die zu der Zeit vorübergingen, stoben panifartig nach allen Seiten auseinander, da eine größere Explosion vermutet wurde. Wie sich aber nachher herausstellte, waren von bisher noch unbekannten Tätern zwei größere Feuerwerksförper, fogenannte Kanonenschläge abgebrannt worden, die die Detonationen hervorgerufen hatten. In der großen Aufregung schlugen dieselben Täter das Schaufenster des gegenüberliegenden Juweliergeschäftes Bonned in der Schönhauser Allee 45 mit einem Feldstein ein, raubten den gesamten Inhalt des Schaufensters und entlamen in der allgemeinen Aufregung. Die Höhe der geraubten Sachen steht noch nicht fest, doch handelt es sich um größere Werte. Die Kriminalpolizei hat sich sofort mit der Sache befaßt, konnte jedoch bis zur Stunde die Täter noch nicht ermitteln. Großfeuer in einer chemischen Fabrit. In der chemischtechnischen Fabrit von Colimann G. m. b. G. am Sachsendamm 16/21 in Westend fam gestern nachmittag furz nach 5 Uhr ein sehr gefähr licher Brand zum Ausbruch. Die Firma betreibt die Bermer tung von Filmre sten. Wahrscheinlich infolge Kurzschluß geriet ein größerer Posten Filmstreifen in Brand, die explosivartig aufIoderten. Hierbei erlitten drei Arbeiter schwere Brand munden am Kopf und an den Händen. 3 Züge der Feuerwehr, die zur Löschung des Brandes herbeigeeilt waren, hatten mehrere Stunden lang angestrengt zu tun. Bei der Freiligrath- Morgen- Feier, die das Reichsbanner Schwarz- RotGold am fommenden Sonntag, den 14. vormittags 11%, 1hr, im Deutschen Theater veranstaltet, wird Robert Breuer die Gedenkmorte fprechen. Karten( zum Preise von 3.- und 5.- Mt.) find im Gaubureau des Reichsbanners, Sebastianstraße 37/38, erhältlich. Der deutsche Meister im Bruffschwimmen und Inhaber samt licher Weltreforde im Brustschwimmen, Rademacher Magdeburg, hat bei seinem ersten Start in den Vereinigten Staaten bei einem Sportfest der Universität in Newhaven seinen eigenen Weltrekord über 400 Meter um nicht weniger als 15 Sekunden gedrückt, und zwar von 6 Vein. 5 Set. auf 5 Min. 50,2 Sela Außerdem stellte er beim gleichen Sportfest drei neue amerikanische Reforde über 300, 400 und 440 yards mit 4: 0,6, 5: 22,4 und 5: 53,2 auf. Ausscheiden der deutschen Sechstagefahrer in New York. Die deutsche Mannschaft Golle Miethe mußte aus dem New Yorfer Sechstagerennen ausscheiden, da Golfe bei einem Sturz sich Verlegungen zugezogen hatte und Miethe feinen neuen Partner findenkonnte. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjekretariat. 2. Sof, 2 Trev. rechts, an richten 2. Kreis Tiergarten. Freitag, 12. März, 6% Uhr, Straßendemonstration mit Mufit. Treffpunkt: Im Kleinen Tiergarten am Kriegerdenkmal. Die Genofsinnen und Genossen werden ersucht, sich zahlreich au beteiligen. 3. Kreis Wedding. Alle Genoffen unseres Kreifes, die Mitglieder des Vereins der Freidenter für Feuerbestattung sind, erscheinen vollzählig heute, Donnerstag, 11. März, 7½ Uhr, zur Mitgliederversammlung in der Schulaula Bank Ecke Böttcherstraße. Delegiertenmahl zur Reichsgeneralversammlung. Der Kursus über internationale Bolitik beginnt am Freitag, 12. März, erst um 8 Uhr. 6. Kreis Kreuzberg. Alle Genossen unseres Kreises, die Mitglieder des Vereins der Freidenber für Feuerbestattung sind, werden erfucht, heute, Donnerstag, 11. März, 7½ Uhr, in den Sohenstaufenfälen, Rottbuffer Damm, zur Mitgliederversammlung zu erscheinen. Delegiertenwahl zur Reichsgenevalversammlung. Sonnabend, 13. März, pünktlich 5% Ubhr, Fontanepromenade, Am Urban. Abmarsch zum Bropagandaumzug mit 14. Areis Neukölln. Donnerstag, 11. März, 7 Uhr, im großen Gaal von Erbes Festfälen( Kliem), Safenheide, Mitgliederversammlung des Vereins der Freidenker für Feuerbestattung. Delegiertenwahl, Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. Mufit. 17. Kreis Lichtenberg. Freitag, 12. Mära, Demonstrationsumzug fitr das Bolksbegehren. Abmarsch 7 Uhr von der Mittelpromenade Frankfurter Allee, an der Jungstraße. Die Abteilungen marschieren ge= fchloffen auf. Fahnen und Transparente find mitzuführen. Anschließend öffentliche Rundgebung in der Aula der Mittelschule Marktftraße 10/12. 20. Kreis Reinidendorf. Die Abteilungen Reinickendorf- Oft,-Beft, Borfigmalde und Tegel beteiligen fich an der öffentlichen Kundgebung am Freitag, 12. März, 7% Uhr, im Restaurant Schühenhaus, Reinidendorf- Oft. Resi denzftr. 1/2. Die Abteilungen Sermsdorf. Waidmannsluft, Wittenau, Rosenthal beteiligen fich an der öffentlichen Rundgebung am Freitag, 12. März, 72 Uhr, im Restaurant Bellevue, Hermsdorf, am Bahnhof, Nordeingang. Heute, Donnerstag, den 11. März: 19. Abt. Die Genoffinnen und Genossen beteiligen fich heute 6½ Uhr an der Freidenberversammlung. 38. bt. Die Liften aur Elternbeiratswahl aus den Bezirken 156, 159, 188, 187 find umgehend dem Genoffen Müller einzusenden. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 11. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.45 Uhr nachm.: Gert Hartenau- Thiel: Auf der Krokodiljagd. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.40 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik. Prof. Dr. H. Großmann:„ Moderne Waschmittel". 7 Uhr abends: Berufsberater Bruno Ziesler: Die meistbegehrten Berufe für männliche Berufsanwärter". 7.25 Uhr abends: Maler Artur Segal: Die Entwicklung der Malerei in den letzten zwanzig Jahren. 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Literatur. Hermann Kasack: Deutsche Frauendichtung( Das 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart)". Ilse Fischer- Ramin, Rezitation. 8.30 Uhr abends: Der Roman als Funkspiel. 18. Fortsetzung. Die Katastrophe." Originalroman für die Funkstunde von H. J. Gramatzki( als Funkspiel bearbeitet). 9-10 Uhr abends:„ Nach Feierabend". Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. 1. a) Fucik: Einzug der Gladiatoren, Marsch. b) Translateur: Wiener Praterleben, Walzer( Berliner Funkorchester). 2. Meyer- Helmund: a) Zauberlied, b) Ballgeflüster( Willi Weiß, Tenor). 3. SchubertBerté: Potpourri aus der Operette Dreimäderlhaus"( Berliner Funkorchester). 4. a) E. Eysler: Küssen ist keine Sünd', aus der Operette Bruder Straubinger", b) R. Stolz: Im Prater blüh'n wieder die Bäume, c) Schutz- Buch: Heut' ist ja noch heut( Willi Weiß). 5. Offenbach: Ouvertüre zu der Operette Orpheus in der Unterwelt"( Berliner Funkorchester). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle, Leitung: Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Donnerstag, den 11. März. 3-3.30 Uhr nachm.: Frau Lektor Mathes- Wimermark: Schwedisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. König: Tuberkulose als Volkskrankheit. 4-4.30 Uhr nachm.: Oberregierungsrat. Prof. Dr. Lentz: Seuchenübertragung und Seuchenbekämpfung. 4.30-5 Uhr nachm.: Dr. Max Winckel: Die Milch. 8.30 Uhr abends; Uebertragung aus Berlin. 44. 25. 28 5 2hr treffen i bie Mitglieder aus allen Stadtbezirken bei Eifert, Oranienftr. 196, aur Handzettelverteilung. Um 7% Uhr Verfammlung der Mitglieder des Freidenkervereins für Feuerbestattung in den Hohenstaufenfälen, Rottbusser Damm. Das Erscheinen ist Pflicht. 73. Abt. Schmargendorf. Die Bezirksführer forgen für Verbreitung der noch bei Bahr liegenden Sandzettel für die Freitagversammlung im Bittoriagarten, Wilhelmsaue, und der Flugblätter gegen Fürstenabfindung. 81. Abt. Friedenau. Unsere Mitglieder beteiligen sich restlos an der öffent lichen Rundgebung im Bürgerfaal des Nathauses Friedenau, Am Lauter, play, 7 Uhr. Jungsozialisten. Gruppe Charlottenburg: 7% Uhr im Jugendheim Rosinen. straße 4, Versammlung. Thema: Soziallogit der Familie". Referentin; Käthe Kern. Gruppe Neukölln II: 8 Uhr im Jugendheim Schierke, Ecke Jifestraße. Diskussion über die Bedeutung der Familie für das Proletariat, Freie Schulgemeinde und Kinderfreunde Schöneberg. 8 Uhr Elternabend im Lokal von Rosenthal, Ebersstr. 66. Bartrag: Das Wesen der weltlichen Gemeinschaftsschulen". Referent: Genoffe Jenfen. Morgen, Freitag, den 12. März: 116. Abt. Sichtenberg. Sämtliche Mitglieder treffen sich 6½ Uhr vor der Schule Wühlisch Ede Sonntagstraße. Fahnen mitbringen. Abmarsch zur Demonstration nach der Frankfurter Allee. Anschließend öffentliche Berfammlung in der Schulaula Marktstr. 10/12. Jungsozialisten. Gruppe Prenzlauer Berg: 7% Uhr im Jugendheim Danziger Straße( Baraden). Lese- und Diskussionsabend über: Die Krifis der europäischen Demokratie". Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, Bezirksgruppe Berlin. 26 Uhr ordentliche Sigung im Sportrestaurant zu Neukölln, Berliner Str. 60( beim Rathaus). Genoffe Dr. Karsen:„ Die Wiener Schulen". Genoffe Marste: Das Berliner Ortsgefek über die Berufsschulen". Lehrer an Berufs- und Fachschulen versammeln fich um 46 Uhr. Frauenveranstaltungen. 31. Abt. Seute, Donnerstag, 11. März. holen fich die Genoffinnen 5% Uhe die ,, Frauenstimme" zur Verteilung von Goldschmidt, Stolpische Str. 36, ab. Morgen, Freitag, den 12. März: 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Abteilungsleiterinnen treffen sich 6½ Uhr im Schweizergarten. 24. Abt. Die Genoffinnen nehmen an dem Runstabend im Schweizergarten, 7 Uhr, teil. 25. Abt. Die Genoffinnen beteiligen sich an dem Kunstabend, 7% Uhr, im Schweizergarten. 30. Abt. Der Frauenabend findet nicht am Freitag, 12. Mära, fondern am Freitag, 26. Mära, statt. Am Freitag. 12. März, nehmen die Genoffinnen restlos an der Rundgebung im Seizergarten, 7½ Uhr, teil. 111. Abt. Bohnsdorf. 7% Uhr findet sei Heimann, Waltersdorfer Str. 100, Frauenabend statt. Vortrag des Genossen Arno Solz. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 25. Abt. Unfer Genosse Schumacher, Allensteiner Str. 48, ift, 71jährig, verstorben. Beerdigung am Donnerstag, 11. Mära, nachmittags 2 Uhr, Georgenfriedhof, Weißensee, Roeldestraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäfts ftelle: Berlin 6. 14, Sebaftian str. 87/88. Sof 2 Tr. Prenzlauer Berg. Sonntag, b, 14., nachmittags 1% Uhr. Abmarsch von Danziger Straße zum Umzug. Friedrichshain. Sonntag, b. 14., nachmittags 2% Uhr, Küftriner Plak mit Mufit und Fahnen. Schöneberg- Friedenau. 8ur Demonstration Co., b. 13., 5 Uhr, Bahnhof Großgörschenstraße antreten. Spielleute müffen pünktlich zur Stelle fein, da Abmarsch pünktlich erfolgt. Nachzügler 6 Uhr Sauptstraße, Untergrundbahnhof. Baumschulenweg. Go., d. 18., 6 Uhr, Demonstration gegen Fürstenabfindung. Treffpunkt: Köpenicker Landstraße Ede Baumschulenstraße, Ober, Nieder schöneweide, Johannisthal. Go. b. 13., 8 Uhr, Monatsfihung bei Mäthel. Vortrag. Vorstand und Gruppenführer 7 Uhr. Lichtenberg nebst Untergruppen, Der Umzug Do., d. 11., fällt aus, dafür findet Turnabend wie üblich statt. Umzug Fr., d. 12., Antreten Lohahn, Jung Ede Oderstraße. 6% Uhr pünktlich Abmarsch. Go., d. 13., Fadelzug in Raulsdorf. Um 7 Uhr Restaurant Hübner. Pankow( Kreis). Go., d. 13., 6% br. Bankow Marktplag. Ale Mannschaften, auch Tambourkorps, zum Umzug. Sonntag früb 6% Uhr Antveten Nordbahnhof. Fahrt nach Gr.- Schönebed. Oranienburg. Do., d. 11.. 8 Uhr, Bersammlung im Schützenhaus, Niederbarnim- Rord. Sonntag, b. 14., Bflichtveranstaltung fämtlicher Ortsvereine in Gr. Schönebeck, Cintreffen fpg. teftens 11 Uhr im Lokal Gaßmann, Gr.- Schönebed. Berband Bolksgesundheit, Ortsverein Berlin. Donnerstag, 11. März, 8 hr. in der Schule Sfflandstr. 9/11( nahe Jannowigbrücke) fpricht Genoffin Dr. med. Räte Held über: Serzleiben und ihre Berhütung". Freitag, 12. März. Diskussionsabend der Jugendgruppe im Heim Goßlerfte. 61. Referent: Genoffin Elfe Beck. Thema: Bursche und Mädel in der Jugendbewegung". Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Berlin- Mitte. Gruppe Karl Bieb.. tnecht: Elternversammlung am Donnerstag. 11. März, 6 Uhr, im Kindergarten Blumenftr. 77. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Freitag 12. Mräz, 8 Uhr, Reichensaal der 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruchstraße 53, 3 Trp. ,, Gemeinschaftsunterricht im 5. Schuljahr"( Schulleiter Domden mit einer Klasse). Eintritt frei. Arbeiter Radio- Klub. Ortsgruppe Wedding: Sigung jeden Donnerstag, 8 Uhr, im Lofal Hewel, Pafewalker Str. 3. Es merden fämtliche Funkfreunde gebeten, wegen der Ausstellung zu erscheinen. BESONDERS PREISWERTE ANGEBOTE Persia 2 seitig Stambul mit Fransen, mechanisch gewebter Smyrna.. 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Ruppiner Str. 48, Turnhalle. Schwedter Str. 232/234, Turnhalle. Elisabethkirchstr. 19/20, Turnhalle Bergstr. 58, Humboldt- Gymnasium, Turnhalle. Hannoversche Str. 20, Konferenzzimmer. Bflugftr. 12, Turnhalle. 2. Bezitt: Tiergarten. Lüzomstr. 84 D. Turnhalle. Derfflingerstr. 18 a, Turnhalle Steinmenstr. 79, Turnhalle Winterfeldtstr. 16, Turnhalle Ballasstr. 15, Turnhalle. Culmftr. 15, Konferenzzimmer. Gerhardstr. 4/5, Konferenzzimmer. Bochumer Str. 8 c, Turnhalle Lemezomstr. 26, Turnhalle. Bochumer Str. 8, Turnhalle. Roftrder Str. 32, Turnhalle Siemensstr. 20, Lehrerinnenzimmer. Wiclefftr. 53/54, Turnhalle Balbenferstr. 20/21, 3immer 7. Bremer Str. 18/20, Turnhalle. Havelberger Str. 12, Restaurant Sum Babstredy. Quizomstr. 115, Turnhalle Turmstr. 86, Konferenzzimmer. Stephanstr. 3, 3immer 1 und 2. 3. Bezirk: Wedding Demminer Str. 27, Turnhalle. Ramlerstr. 5, Restaurant Tamme. Butbusser Str. 3, Schule, Zimmer& Gleimstr. 65, Restaurant Schulz Swinemünder Str. 77, Restaurant Fließ. Huffitenstr. 4/5, Restaurant Beiß. Wattftr. 16, Schule, Zimmer 1. Hussitenstr. 22, Restaurant Zippel. Brunnenstr. 79, Restaurant Döhling. Aderstr. 67, Turnhalle. Neue Hochstr. 10, Restaurant Leinhos. Fennstr. 50, Restaurant Füllgraf. Schönwalder Str. 25, Restaurant Erdmann. Müllerstr. 163, Restaurant Edart. Sparrftr. 20, Restaurant Sell. Tegeler Str. 18/20, Ronferenzzimmer. Trifftr. 49, Restaurant Utnehmer. Fehmarnstr. 6, Restaurant Zimmer. Amfterdamer Str. 7, Restaurant Hinge. Dftender Str. 39/40, Schule, Bimmer 64. Seeftr. 95, Restaurant Ludwaldt. Friebenstr. 31, Turnhalle. Dieſtelmeyerstr. 5/6, Turnhalle. Balisadenftr. 37, Friedrich- Wilhelm- Hospital, Bureon. Große Frankfurter Str. 23, Schule, Zimmer 10. Krautstr. 43, Turnhalle. Mühlenftr. 49/50, Turnhalle. Naglerstr. 3. Turnhalle. Hohenloheftr. 10, Turnhalle. Mt- Stralau 34, Turnhalle. Friedrichsfelder Str. 24, Restaurant Schröter. Roppenſtr. 84, Turnhalle. Rüdersdorfer Straße 4/5, Turnhalle. Fruchtstr. 38, Eingang Memeler Str. 38, Lurnhalle. Memeler Str. 24/25, Turnhalle. Warschauer Str. 32, Restaurant Fichtenan Bromberger Str. 13/14, Turnhalle. Simplonftr. 34, Restaurant Hagen. Litauer Str. 18, Turnhalle. Borhagener Str. 114, Restaurant Nobiling Tilfiter Str. 4/5, Turnhalle. Edertstr. 16, Turnhalle. Petersburger Str. 4, Turnhalle Frankfurter Allee 37, Turnhalle Belleftr. 12, Schule, Zimmer 10. Rigaer Str. 81/82, Schule, Zimmer 76. Samariterftr. 19/20, Schule, Ronferenzzimmer. Bettenfoferstraße 20/24, Turnhalle. Gollnowstt. 28, Restaurant Amboft. Friedenstr 16, Turnhalle. Georgenfirchftr. 2, Schule, Konferenzzimmer. Wilhelm- Stolze- Str. 16, Restaurant Beber, Straßmannstr. 6, Turnhalle, Hausburgftr. 20, Turnhalle. Ebertnftr. 19, Restaurant Dit. 6. Bezirk: Kreuzberg 93ilhelmftr. 117, Turnhalle. Tempelhofer Ufer 20, Turnhalle. Hagelberger Str. 34, Turnhalle. Gneisenauftr. 7, Turnhalle. Wilmsstr. 10, Turnhalle. Bergmannstr. 60/65, Ronferenzzimmer. Dieffenbachstr. 61, Turnhalle. Dieffenbachstr. 51, Turnhalle. Briger Str. 17/18, Turnhalle Naunynftr. 63, Turnhalle. Waldemarstr. 77, Turnhalle. Reichenberger Str. 44/45, Turnhalle. Manteuffelstr. 7, Turnhalle. Lauftzer Blag 9, Turnhalle. Görliger Str. 51, Turnhalle. Reichenberger Str. 67/70, Turnhalle Mafferiorftr. 31, Turnhalle. Stallschreiberstr. 54/ 54a, Ronferenzzimmer. 7. Bezirk: Charlottenburg Joachimsthaler Str. 31/32, Turnhalle Schillerstr. 26, Turnhalle. Berliner Str. 72/73, Rathaus III. Stod, Feftfaat. Rochtüche Rudolf- Birchow- Krantenhaus, Wefteingang, Simmer 64 Raiferin- Augufta- Allee 74, Turnhalle. Lütticher Str. 47/48, Schule, Turnhalle. Müllerstr. 48, Schule, Zimmer 1. Schulstr. 99/100, Turnhalle( Eingang Reinidenberfer Str. 36). Hennigsdorfer Str. 10, Restaurant Kneppenberg. Utrechter Str. 30/31, Turnhalle. Nazarethkirchstr. 40, Restaurant Bluth. Weddingstr. 5, Restaurant Benig. Blantagenstr. 15, Schule, Zimmer 20. Banfftr. 20'22, Schule, Kinderhortzimmer. Wiesenstr. 66, Turnhalle. Banfftr. 47, Turnhalle. Ranfftr. 42, Restaurant Kreylin. Straße 4a, Schule, Kinderhortzimmer. Brinzenallee 8, Turnhalle. Christianiaftr. 4, Turnhalle Gothenburger Str. 2, Turnhalle. Ulferftr. 13, Restaurant Remniz. Chriftianiaftr. 39/40, Turnhalle 3echliner Str. 4, Schule, Zimmer 1 4. Bezirk: Prenzlauer Berg Bozowstr. 40, Zimmer 13. Allensteiner Str. 23, Restaurant Lottleben. Olivaer Str. 11/16, Barade 1, Ronferenzzimmer. Mandelftr. 2, Gemeindeschule, Zimmer 4 Behlauer Str. 8, Turnhalle. Christburger Str. 14. Turnhalle. Danziger Str. 62, Barade 10, Eingang Dieftermegstraße. Schönlanter Str. 11, Barade 3. Greifswalder Str. 24/25, Turnhalle Mendelssohnftr. 16, Restaurant Hundt. Weißenburger Str. 4a, Realschule, Zimmer 61. Choriner Str. 74, Turnhalle Schönhauser Allee 166 a, Turnhalle Prenzlauer Allee 227/228, 3immer 40. Weißenburger Str. 63. Reftaurant Szillat. Christburger Str. 7, Turnhalle. Tresfomftr. 45, Restaurant Herzberg. Danziger Str. 23, Turnhalle. Oberberger Str. 57/59, Gemeindeschule, Zimmer 7. Eberswalder Str. 10, Turnhalle Lychener Str. 107/108, Turnhalle. Bappelallee 41/42, Gemeindeschule, 3immer 1. Greifenhagener Str. 58/59, Gemeindeschule, Zimmer 1. Lychener Str. 8, Restaurant Hoffmann Dunderstr. 65'66, Gemeindeschule, Zimmer 4 Stargarder Str. 32, Restaurant Ladewig. Schliemannftr. 39, Restaurant Rochhaus. Senefelderstr. 6, Gemeindeschule, Zimmer 8. Greifenhagener Str. 20, Turnhalle. Scherenbergftr. 7, Konferenzzimmer. Dunderstr. 64, Konferenzzimmer. Schienelbeiner Str. 48, Reſtaurant Hodelmann. Schönfließer Str. 7, Turnhalle. Ibsenstr. 17, Gemeindeschule, Zimmer 5. Driesener Str. 22, Gemeindeschule, Simmer& Schönhauser Allee 134 b, Restaurant Botrzeba. Kopenhagener Str. 74, Restaurant Gliefdhe. Sonnenburger Str. 20, Konferenzzimmer. 5. Bezirk: Friedrichshain. Lange Str. 90, Restaurant 3ange. Krautstr. 49. Turnhalle. Strausberger Str. 8/9, Turnhalle Dantelmannstr. 26/28, Turnhalle Rastanienallee 13, Turnhalle 8. Bezirk: Spandau. Moltteftr. 38, Turnhalle. Lutherstr. 8, Bolfsschule. Földerichstr., Turnhalle Nonnenbammallee 95/96, Bezirksamtsbureau. Staaten, Hauptstr. 12. Batom, Schule. Clabom, Bezirksamtsburequ 9. Bezirk: Wilmersdorf. Für Grunewald und Grunewald Forft: Herthaftr. 18, Rathaus Grunewald, Zimmer 3. Für Schmargendorf: Berfaer Blat 1, Rathaus Simmer 23. Für Wilmersdorf: Schmargendorf, 1. Stodwert, Joachim- Friedrich- Str. 35/36, Turnhalle. Rifolsburger Play 5, Turnhalle Uhlandstr. 92/93, Turnhalle. Roblenzer Str. 22, Turnhalle. 10. Bezirk: Zehlendorf. Behlendorf, Anhaltinerstr. 4, Wahlamt. Dahlem, Rönigin- Luise- Str. 49, Amtsstelle. Rifolasfee, Hohenzollernplay 5, Rathaus. Wannsee, Rönigstr. 42, Rathaus. 11. Bezirk: Schöneberg. Hohenstaufenstr. 49. Boltsschule. Frankenstr. 10, Berufsschule. Berchtesgadener Str. 10/11. Boltsschule. Barbaroffaplak 5. Chamiffofcule. Hauptstr. 15, Maison de santé. Kolonnenftr 22/23, Fichtefchule. Kolonnenstr. 22/23, Uhlandſchule. Feurigftr. 57, Volksschule. Rudolf Wilde Plag, Neues Rathaus, Ausstellungshalle. Friedenau, Rathaus. Homuthstr., Rheingau- Reformrealgymnasium. Rubensstr. 8, Bolksschule. Augufte Bittoria- Krankenhaus. Siedlung Lindenhof, Klubzimmer. 12. Bezirk: Steglit Steglit, Rathaus, Zimmer 1. Plantagenstr., Schule, Lehrerzimmer. Lichterfelde, Rathaus, Saal 2anfmig, Rathaus, Saal. Für Tempelhof: 13. Bezirk: Tempelhof. Hohenzollernftr 16, Restaurant Blame. Dorfstr. 42, Bezirksamtsgebäude, Zimmer 30. Friedrich Wilhelm- Str. 21, Restaurant Brendel. Für Mariendorf: Rathausstr. 69/72, Berwaltungsgebäude, Zimmer 11. Für Marienfelde: Dorfftr. 53, Berwaltungsgebäude, Zimmer 5. Für Lichtenrabe: Dorffir. 35/36, Berwaltungsgebäude, Zimmer 18. 14. Bezirt: Neukölln. Weserstr. 12/13, Gemeindeschule. Elbestr. 11/12, Gemeindeschule. Bobbinstr. 52/56, Gemeindeschule. Mißfarbene Zähne Meiseftr. 19/20, Gemeindeschule. Leffingftr. 38/39, Gemeindeschule. Thomasftr. 20/21, Gemeindeschule. Richardstr. 47, Gemeindeschule. Mariendorfer Weg 69/70, Gemeindeschule. Siedlung am Dammweg, Restaurant Bärwintel. Für Briz: Chausseestr. 48. Für Budow: Dorfstr. 6. Für Rudow: Neuköllner Str. 35 15. Bezirk: Treptow. Für Treptow Nord: Bouchéftr. 75, Schule. 3 Für Treptow Mitte: Neue Krug- Allee, Rathaus, Zimmer 60. Für Treptom Süd: Baumschulenstr. 89, bei Borgmann. Für Oberschöne weide mit Buhlheide: Luisenstr. 33, Dris. amtsftelle, Zimmer 26. Für Niederschöneweide: Grünauer Str. 1, Drtsamtsstelle, 3immer 12. Für Johannisthal: Königsplatz 1, Dienftgebäude, Zimmer 1. Für Adlershof: Radideftr. 14, Drtsamtsstelle, Zimmer 9. Für Alt Glienide( alter Ortsteil): Köpenider Str. 42, Drtsamtsstelle, Zimmer 2. Für Faltenberg: Rofeftr. 20, Schulbarade. 16. Bezirk: Köpenid. Für Altstadt: Rathaus, Zimmer 29. S A Für Dammoorstadt: Raiser Friedrich Str., 3. Bolksschule, Turnhalle. Für Kiezoorstadt: Amtsstr., 1. Bolksschule, Turnhalle. Für Köllnische Borstadt: Glienicer Str. 4/5, Bolksschule, Turnhalle. Für Krantenhaus Köpenid: Im Krantenhaus. Für Friedrichshagen: Kirchstr., 1. Boltsschule, Turnhalle. Für Rahnsdorf: Fürstenwalder Str. 46, Drisamisftelle. Zimmer 2. Für Wilhelmshagen Heffenmintel: Frankenbergstr. 22, beim Bezirksvorsteher Pfauder. Für Grünau: Mittelstr. 10, Ortsamtsftelle, Zimmer 1. Für Bohnsdorf: Dorfplatz 5, Ortsamtsstelle, Zimmer 2. Für Schmödig: Berliner Str. 11, Drtsamtsstelle, Zimmer 4. Für Müggelheim: Dorfstr. 5, Drtsamtsstelle. 17. Bezitt: Lichtenberg. Scharnweberstr. 19, Schule. Kronprinzenstr. 10, Schule. Bühlischstr 20, Kinderheim. Holteiftr. 7/9, Schule. Wordenftr 3, Schule. Möllendorfftr. 6. Rathaus. Siegfriebftr. 209, Schule. Pfarrstr. 8/9, Schule. Friedrichstr. 71, Schule. Lüdstr. 60, Schule. Marktstr. 10/11, Schule. Türrschmidtstr. 25, Stadthaus. Brinz- Albert- Str. 44. Lyzeum Hubertusstr. 4, Krankenhaus. Für Friedrichsfelde: Rummelsburger Str. 64, Schule. Wilhelmstr. 29, Schule. Für Karlshorst: Gundelfingener Str. 10/11, Schule. Auguste- Bittorio- Str. 35, Schule. Für Biesdorf: Dorfstr. 67, Amtsstelle. Rövenider Str. 26, Restaurant Diez. Anstalt Buhlgarten. Für Marzahn: Dorfftr. 19, Stadtgebäude. But Hellersdorf: Für Kaulsdorf: Abolfitr. 25, Schule. Jägerstr. 57/58, Restaurant Krad. Für Mahlsdorf: Walderfeestr. 39, Schule. Köpenicker Aflee 1, Amtsstelle. Köpenicker Allee 59, Schule. 18. Bezirk: Weißenfee. Albertinenftr. 6, Rathaus, großer Sigungsfaal Roeldeftr. 169/171, fleines rotes Schulhaus. Bernfafteler Str. 78, Gemeindeschule. Für Hohenschönhausen: Hauptstr. 50, Berwalhmgsgebäude, Bimmer 1. Für Malchow: Gemeindeschule. Für Faltenberg und Wartenberg: Geschäftszimmer des Bezirksvorstehers Reichert in Faltenberg. Für Bantow: 19. Bezirk: Pankow. Breite Str. 1, Schule. Schulstr 29, Schule( Turnhalle).. Kaifer- Friedrich- Str. 57/58, Schule( Turnhalle). Für Pantow und Niederschönhausen: Bozantstr. 131, Schule( Turnhalle). Für Niederschönhausen: Rathaus Niederschönhausen, 3immer 24. Blankenburger Str.( Encang Buchholzer Str.), Schule. Bismarcftr. 11, Schule( Turnhalle). Für Rosenthal II: Hauptstr. 94, Ortsamteftelle. Für Blantenfelde mit M81fersfelde: Blankenfelbe, Hauptstr. 13, Gastwirtschaft Raab. Für Buchholz Berliner Str. 24, Drtsamtsstelle. Für Heinersdorf: Kaifer- Wilhelm- Str. 55. Ortsamtsstelle. Für Blantenburg: Dorfstr. 4a, Ortsamtsstelle. Für Karom: Dorfstr. 3, Drtsamtsstelle. Für Buch mit Lindenhof: Schönerlinder Chauffee, Drtsamts. stelle Buch, Barcde. 20. Bezirk: Reinidendorf. Für Reinidendorf West: Auguste Vittoria Allee, 2. Gemeindeschule. Für Reinickendorf Dst: 3 Lindauer Str., 1. Gemeindeschule, Turnhalle. Lette- Allee, 3. Gemeindeschule. Hausotterplag, 4. Gemeindeschule. Für Rosenthal Schillerstr., Schule. Für Wittenau: Rathaus, Vorzimmer zum Sigungsfaal. Für Hermsdorf. Lübars, Waidmannsluft: Dienststelle Hermsdorf, Oraniendamm. Für Frohna u: Dienststelle, Speeft. Für Heiligenfee und Schulzendorf: Dienststelle Heilinensee. Für Tegelort Insel Echarfenberg, Ronradshöhe, Jörsfelde: Scharfenberger Str. 30. Restaurant Schwan. Für Tegel mit Gutsbezirt Jungfernheibe, Saat wintel. Schlok Tegel, Tegel Forst Nord: Tegel, Beitftr. 5, Rathaus, Zimmer 44. entstellen das schönste Antlitz. Obler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide Schönheitsfehler werden in vollkommen unschädlicher Weise beseitigt durch die Zahnpaste Chlorodont, wirksam unterstützt durch ChlorodontMundwasser. Achten Sie auf das herrlich erfrischende Pfefferminzaroma, das frei von jedem tranigen oder seifigen Beigeschmack ist Chlorebent esht barks meldt de und ist daher mit Recht von Millionen als tägliches Zahnpflegemittel im Gebrauch Ilr. 117 ♦ 43. JahTgoüg 2» dolwerstag, II. März 1»s» Umsatzsteuer, Reichsstnanzen unö wirtsthastslage Wie wirkt der Abbau der Umsatzsteuer? ftebm der Lohnsteuer ist die Umsahsteuer gegenwäriig die wichtigste und ertragreichste Reichssteuer. Als Kricgssteuer im Jahre 1916 mit dem niedrigen Satz von 0,1 Proz. eingeführt, wurde sie 1918 auf 0,5 Proz. erhöht. Am 1. Januar 1920 erfolgte die Er- höhung auf 1 Proz., der 1922 und 1928 weitere Erhöhungen bis auf 2% Proz. folgten. Am 1. Oktober 1924 setzte der Abbau der Umsag- steuer ein. Sie wurde zunächst aus 2 Proz. ermäßigt. Am 1. Januar 1925 erfolgte die Ermäßigung auf IVi, am 1. Oktober 1925 auf 1 Proz. Im Rechnungsjahr 1924(April 1924 bis März 1925) brachte die Umsatzsteuer einen Ertrag von 1798 Millionen, in den ersten zehn Monaten des Rechnungsjahres 1925 einen Ertrag von 1198 Millionen. Sie bleibt also nur um wenige Millionen hinter dem Ertrag der Lohnsteuer zurück, der sich in der gleichen Zeit auf 1207 Millionen Mark belief. Die Umsatzsteuer wirkt aber weit unsozialer als die Lohnsteuer. Die Lohnsteuer knüpft an das Einkommen an und ist besonders in ihrer gegenwärtigen Form nach der chöhe des Einkommens abge- stuft. Zlußerdem bleiben niedrige Einkommen(z. B. bei Ledigen 100 M. monatlich, bei Verheirateten mit 4 Kindern sogar 240 M. monatlich) vollkommen steuerfrei. Die Lohnsteuer nimmt also sowohl auf die Höhe des Einkommens wie auch auf die Größe der Familie Rücksicht, trägt also sozialen Erfordernisten Rech- nung. Und da nach dem jüngst verabschiedeten„Gesetz über die Der- einsachung der Lohnsteuer" auch Vorsorge getroffen ist, daß zuviel entrichtete Lohnsteuer nach einem vereinsachten Verfahren zurück- erstattet wird, so ist das System der direkten Besteuerung des Lohn- einkommens gerechter als die rohe Form der indirekten Belastung durch die Besteuerung des Umsatzes. Als 1916 die eigentliche Umsatzsteuer eingeführt wurde, wurde sie von der Sozialdemokratie heftig bekämpft und abgelehnt. Man erklärte sie als indirekte Steuer und„Mastenverbrauchssteuer größten Stils, die auch vor der Belastung der allernotwendigsten Lebens- mittel nicht haltmache, und als eine rohe Steuer, weil sie nach nichts weiter als dem Umsätze, nicht nach dem Gewinn, nicht nach der volkswirtschaftlichen Bedeutung, nicht nach der Notwendigkeit, nicht nach der Entbehrlichkeit eines Umsatzes frage". Wenn die Sozial- dcmokratic trotzdem in der späteren Inflationszeit die Erhöhung der Umsatzsteuer billigte, so nur deshalb, weil sie ein kleineres Uebcl war als die brutale Znflationsstcuer. Die Sozialdemokratie hat aber nie einen Zweifel daran gelassen, daß In normalen Wirtschasts- zeitcn eine hohe Umsatzsteuer wirtschaftlich ruinös und sozial v e r- verblich wirken müsse. Das ergibt sich zunächst aus der rohen Form der Ilmsatzsteuer. Da sie von jedem Umsatz erhoben wird, den die Ware von der Produktion bis zmft letzten Verbraucher zurücklegt, so wirkt sie zweifellos stark verteuernd. Sie erschwert infolgedessen die Kon- kurrenzfähigkeit deutscher Waren auf dem Weltmarkt und schädigt den Export. Sie schränkt aber auch den Jnlandsverbrauch ein. Dazu kommen die verhängnisvollen sozialen Wirtungen der Umsatz- steuer. Sie muß auch von dem Allerärmsten mitbezahlt werden und läßt kein noch so notwendiges Nahrungsmittel frei. Der ursprüng- lich vorgesehene Weg der Rücker st attung der Umsatz- steuer an Minderbemittelte und Kinderreiche hat sich als fast unmöglich erwiesen, so daß er nie praktisch ge- worden ist. ' Es ist allerdings»nvcrkennbar, daß die Beseitigung einer Ber- brauchssteuer ander» zu beurteilen ist als ihre Einführung. Bei der Einführung einer neuen oder der Erhöhung einer bestehenden Ver- brauchssteuer erfolgt stets eine Verteuerung der Waren. Denn die Verbrauchssteuer soll abgewälzt werden. Bei der Abschaffung oder der Ermäßigung einer Verbrauchssteuer kann eine Senkung der Warenpreise eintreten, sie ist aber nicht sicher, sondern hängt von den jeweiligen M a r k t v e r h ä l t n i s s e n, der Zoll- und chandelspolilik sowie der Kartelloerhältmsse ab. Die etappenweise Ermäßigung der Umsatzsteuer von 2% Proz. am 1. Oktober 1924 auf l'/j Proz. am 1. Januar 1925 und auf 1 Proz. am 1. Oktober 1925 hat sich keinesfalls voll in den Warenpreisen ausgewirkt. Sie hat jedoch zweifellos zur Entlastung der Wirtschaft beigetragen, viel- leicht auch ein Anziehen der Preise verhindert, so daß die Kon- sumenten doch einen gewissen Nutzen davon hatten. Ob die jetzt für den 1. April 1926 in Aussicht genommene Senkung der Umsatzsteuer auf 0,6 Proz. eine stärkere preisverbilligende Einwirkung haben wird als die bisherigen Senkungen mag zweifelhaft sein. Sie hängt in erster Linie davon ab, ob durch wirtschaftspolitische Maßnahmen ebenfalls ein Druck auf die Preise ausgeübt wird. Immerhin wird man auch diese Ermäßigung der Umsatzsteuer als einen___ Schritt zur Gesundung der wirtschastsvechältnisse und zur Herstellung sozialerer Steueroerhältnisie ansehen mästen. Das wird besonders dann der Fall sein, wenn die Senkung der Umsatzsteuer die Stabilität der Reichsfinanzen nicht gefährdet und notwendige soziale Ausgaben nicht verhindert. Beides ist nicht an- zunehmen, zumal die Erfahrung lehrt, daß die Ermäßigung des Satzes der Umsahsteuer keinen entsprechenden Steucrausfall zur Folge Hot. Das geht ganz deutlich aus der folgenden Aufstellung hervor. In ihr sind, um einen zutreffenden Vergleich zu ermög- lichen, die jeweiligen Zahlungsmonate zu entsprechenden Quartalen zusammengezogen.' ES brachte die Umsatzsteuer: «telginin«(+) oder —.,,? Minderung(—) de» Steuersatz In Million, yiullommens gegen in den Monaten Februar— April I»24.. Mai— Juli...... August— Oktober.... November 1925— Jan. 1924 Februar— April.... Mai— Juli...... August— Oktober.... November 1925— Jan. 1926 2V/o 2V/0 1% /n 3'/,% 2 IV,% IV/o v.% 1% 351. 378 422 481 494 377 380 389 292 das Vorvierteljahr + 11,8% + 14% + 3% -24«/„ + 0,8 0/0 + 2.4% -26% Vergleicht man zunächst die aufeinanderfolgenden Vierteljahre miteinander, so ergibt sich folgendes Bild: Trotz der Ermäßigung des Steuersatzes im Oktober 1924 um ein Fünftel steigt der Ertrag der Umsatzsteuer um 13 Millionen= 3 Proz. Die Ermäßigung des Steuersatzes um ein Viertel im Januar 1925 entspricht f a st genau der Senkung des Aufkommens um 24 Proz. gegen das Vorvierteljahr. Die Ermäßigung um ein Drittel im Oktober 1925 hat aber ebenfalls nur eine Senkung des Aufkommens um ein Viertel hervorgerufen. Vergleicht man die entsprechenden Vierteljahre jedes Jahres miteinander, so wird das Bild noch günstiger: 1. in den Monaten Februar bis April 19 2 4 beträgt die Um- satzsteuer 2% Proz., in den gleichen Monaten des Jahres 19 25 l'ch Proz. Trotz der Senkung des Steuersatzes zum zwei Fünftel ist das Aufkommen fast gleich, nämlich 377 Millionen gegenüber 378 Millionen: 2. in den Monaten Mai/Juli 1925 war der Steuersatz ebenfalls um zwei Fünftel niedriger als in den gleichen Monaten 1924, das Aufkommen dagegen nur um 42 Millionen oder ein Zehntel: 3. in den Monaten August/Oktober 1925 war bei einer Senkung des Steuersatzes um zwei Fünftel das Aufkommen nur e i n Fünftel niedriger als in der gleichen Zeit 1924 und 4. in den Monaten November 1925 bis Januar 1926 war-der Steuersatz von 2 Proz. in der Zeit November 1924 bis Januar 1925 auf 1 Proz., also um die ch ä l s t e gesenkt, während das Aufkommen nur um zwei Fünftel zurückging. Zusammenfassend ergibt sich also: In den ersten drei Vierteljahren 1925 verminderte sich trotz der Senkung des Steuersatzes um 40 Proz. das Aufkommen nur um höchstens 20 Proz., also die Hälfte des rechnerischen Ausfalls. Im letzten Vierteljahr dagegen betrug bei einer Senkung des Steuersatzes auf die Hälfte der Einnahmeaussall 40 Proz., blieb also nur wenig hinter dem rechnerischen Ausfall zurück. In den ersten drei Bierkel- jahren 1925 Halle die Senkung des Steuersatzes nur einen geringen Einfluß auf den Ertrag, im letzten Vierteljahr hat sie sich dagegen nahezu voll ausgewirkt. Dieses abweichende Ergebnis des letzten Vierteljahrs hat aber nicht seine Ursache in der Senkung des Steuer- satzes, sondern ist durch die Wirtschaftskrise hervorgerufen. Die Wirtschaftskrise hat zu einer starten Einschränkung des Umsatzes geführt und damit den Umsatzsteuerertrag mittelbar beeinflußt. Sie hat andererseits auch umfangreiche Stun- düngen an Umsatzsteuer notwendig gemacht. Berücksichtigt man diese Umstände, so wird man annehmen können, daß bei normaler Wirtschastslage die Senkung des Steuersatzes um die Hälfte auch im letzten Vierteljahr 1925 höchstens einen Ausfall von ein Viertel hervorgerufen hätte. Die Wirtschaftslage hat somit aus den Ertrag der llmsahsleuer einen stärkeren Ein- sluß als die Senkung des Steuersahes. Das ist auch bei der von der Regierung vorgeschlagenen Senkung des Steuersatzes auf 0,6 Proz. zu beachten. Ob und in welchem Maße sich diese Senkung im Ertrag der Umsatzsteuer auswirken wird, hängt in erster Linie von der Entwicklung der Wirtschaftslage ab. Daher ist auch der von der Regierung vorgeschlagene Sah von 0,6 proz. völlig willkürlich. Wenn die Regierung behauptet, sie könne aus finanziellen Erwägungen die Umsatzsteuer nicht auf 0,5 Proz. senken, so ist das eine ganz engherzige Anschauung, die sich nur auf den rein rechnerischen Ausfall stützt. Sie berück- sichtigt jedoch nicht, daß der künstige Ertrag der Umsatzsteuer in erster Linie von der Entwicklung der Wirtschaftslage bestimmt wird. Tritt die erwartete Besserung ein, und das ist doch der Sinn und Zweck der Senkung der Umsatzsteuer, dann wird wohl der finanzielle Aus- soll weit geringer sein als ihn die Regierung gegenwärtig errechnet. An und für sich wäre es am zweckmäßigsten, wenn man d i e Umsatz st euer überhaupt beseitigen würde. Dann könnte man mit viel größerer Sicherheit als bei einer teilweisen Senkung damit rechnen, daß die allgemeine Wirtschaftslage sich bessert und die Steuersenkung zu einer Preissenkung führt. Läßt sich aber die sofortige Beseitigung der Umsatzsteuer mit Rücksicht auf die steigenden Reporationslasten in den nächsten Jahren gegenwärtig nicht vertreten, dann muß die Senkung der Umsahsteuer aus 0.5 proz. erfolgen, damit überhaupt eine wirtschaftserleichternde Wirkung von ihr ausgehen kann.' Reorganisation üer preußischen Domänen! Anläßlich der Etatsberatung ist dem Preußischen Landtag eine Dentschrist des Domänenpächterverbandes zugegangen, die neben einer Fülle interesianten Materials über die Lage der Domänenbetriebe an versteckter Stelle einen Vor s ch l a g enthält, desien Durchführung von großer Bedeutung lstr die d e u t sch e Agrarpolitik sein könnte. Die Lage der preußischen Domänenbetriebe in Ostdeutschland entspricht im großen und ganzen der Krise des östelbischen Großgrundbesitzes überhaupt. Der Nieder- gang am Kartoffelmarkt, und der Sturz der Roggenreis«, die beide an sich noch nicht zu einer schweren Krise hätten zu führen brauchen, haben in Verbindung mit den Folgen der verfehlten Kreditpolitik der letzten zwei Jahre, die gegenüber der Landwirtschaft getrieben worden ist, zu einer Situation geführt, der gegenüber zahlreiche Betriebe lebensunfähig geworden sind. Auch die Domänenpächter sind von der Krise nicht verschont geblieben. Ein reichliches Sechstel aller ostelbischen Domänenpächter, 46 an der Zahl, hat in den letzten Jahren eine Verschuldung von über 70 Proz. des ihnen als einzige Sicherheit dienenden Inventars ausgenommen, die jetzt die Pächter daran hindert, sich die für die notwendig gewordenen Betriebsumstellungen er- forderlichen Kapitalien zu beschaffen. So sieht die Mehrzahl dieser Betriebe einem völligen Zusammenbruch entgegen, wenn nicht irgendwie eingegriffen wird. Zu solchem Eingriff hat sich die Domänenverwaltung bisher nicht entschließen können, obgleich die Verschlechterung der Lag« der Domänen ihr nicht wohl verborgen geblieben sein kann, obgleich schon vor zehn Wochen die Leitung des Domänenpächterverbandes auf die Notwendigkeit von durchgreifenden Maßnahmen zur Rettung der gefährdeten Betriebe hingewiesen hat. Man wird nicht sagen können, daß die preußische Domänenverwaltung ein Muster guter Verwaltung ist. Jetzt, wo die kritische Lage der preußischen Fmanzen eine besonders sorgfältige Behandlung des produktiven Staatseigentum» notwendig macht, sucht man nach Auswegen. Hat tnan doch in den Etat noch unbekümmert eine Pachtetm nähme eingesetzt, d�e weit über das hinausgeht, was die Domänenbetriebe bei der gegen- wärtigen Lage leisten können. Die Denkschrift des Domänen- Pächterverbandes schlägt verschiedene Sanierungswege vor. Der wichtigste Vorschlag aber, den sein Vorstand schon im Dezember vorigen Jahres gemacht hat, ist in ihr nur noch andeutungsweise erwähnt. Während alle die jetzt vorgeschlagenen Wege mehr oder weniger große Opfer des Staates erfordern, hatte er damals einen Weg vorgeschlgen, der die Aussicht bot, aus den schwch gewordenen Betrieben ein großes produktives Staatsunter- nehmen zu machen. Die übermäßig verschuldeten Betriebe sollten von einer Betriebsgesellschast des Staates und des Domänenpächterverbandes bzw. der genossenschaftlichen Domänen- dank übernommen und mit der Unterstützung der nach den Vor- schlügen von Professor Aereboe eingerichteten betriebswissenschafi- lichen Abteilung des Domänenpüchterverbandes reorganisiert werden. Dieser Plan ist von der Domänenbank zurückgestellt worden, weil in der Domänenverwaltung sich der heftigste Wider- stand dagegen erhob, der seinen ösfentlichen Ausdruck in einer recht unerfreulichen Presiekampagne in westdeutschen Zentrumsblättern fand. Statt dessen scheint man in der Domänenverrvaltung jetzt den Plan sehr ernsthaft zu erwägen, die Güter durch ihren.rein bureaukratischen Apparat zu bewirtschaften. Der Landtag wird gegenüber diesem Plane sehr vorsichtig sein müssen. Die Domänenverwaltung hat ihre linfähigkeit ziemlich gründlich bewiesen: ihr jetzt die gefährdeten Betriebe anzuvertrauen, scheint ziemlich bedenklich zu sein. Dagegen enthält der Vor- schlag des Domänenpächterverbandes in seiner ursprünglichen Form Ansätze zu einer wirklich produktiven Bewirtschastung des Domänen- besitzes und sollte bei den Etatsberatungen nicht ganz vergessen werden. Hier bietet sich eine Möglichkeit zu gründlicher R c o r g'a n i- iation der B e triebe. Sollte dieser Plan erfolgreich zur Durchführung gelangen, so würde es über den deutschen Osten hin bald eine verhältnismäßig große Zahl von gut geleiteten Muster- betrieben geben, die in der Praxis zeigen könnten, in welcher Richtung die Umstellung des landwirtschaftlichen Großbetriebes vor sich gehen muß. Große Arbeilslofigkeil— niedriger Fleischverbrauch. Der Reichsverband der deutschen Fleischwarenindustrie schreibt in seinem Bericht für den Monat Februar: Der Umsatz der Fleischwaren- ipdustrie hat sich im Berichtsmonat unter dem Druck der steigenden Arbeitslosenziffern nicht wesentlich heben können: aus einzelnen Bezirken werden weitere Umsatzrückgänge gc- meldet. Immerhin konnten bei äußerst gedrückten Preisen tvcitere Betriebseinschränkungen größeren Umsanges im allgemeinen ver- mieden werden. Die Schweinepreise hielten sich mit Schwankungen auf ihrer ungerechtfertigten Höhe, dagegen gaben die Dnrnipr'eise unter dem Druck der Verhältnisse erneut nach. Uebeveinstimniend wird gemeldet, daß die Versorgung mit kernigen, aus gemästeten Schweinen Schwierigkeiten bereit«. Die Klagen über schleppende Zahlungseingänge der Abnehmer halten an. Die Gelder müssen häufig gerichtlich eingetrieben werden und die Verluste an uneintreibbaren Außenständen sind nach wie vor groß. Sllle Betriebe sind unter dem Druck schärfsten gegenseitigen Wettbewerbs darauf bedacht, ihre Unkosten durch Betriebsrationali- sierung und Vereinfachung sowie Verbilligung der Organisation zu mindern. Der ZOO-TNIllionen-Kredit an Rußland und dle Banken. Die Verhandlungen über den 300-Millionen-Kredit, der an den russischen Staat bzw. das Außenhandelsmonopol zur Finanzierung des Ein- kaufs von deutschen Jndustrieprodukten gewährt werden soll, sind bisher wegen der unnachgiebigen Haltung der deutschen Banken in der Frage der Zinshöhe noch nicht zum Abschluß gelangt. Beteilig! sind 16 größere deutsche Banken, also neben den eigentlichen Groß- danken auch die führenden Institute der Provinz. Sie verlangen außer einem Zinssatz von 10 Proz. eine Provision in Höhe von 1% Proz. Die russischen Unterhändler bestreiten die Berechtigung einer solchen Extraprovision, die nur als R i s i k o p r ö m i e gedacht sein könne, da bei der Sicherheit des russischen Staates als Kredit- nehmer überhaupt kein Risiko entstehen könne. Dieser Auffassung wird man sich weitgehend anschließen könne». Ein Zinssatz für das große und kaum risikobringende russische Geschäft in Höhe von 11% Proz. erscheint ganz unangebracht hoch, zumal? das Reich eine Bürgschaft in Höhe von 35 Proz. der Kreditsummen und die Länder (voraussichllich) eine weitere Bürgschaft in Höhe von 25 Proz. über- nehmen werden. Bei einem Reichsbankdiskont von 8 Proz. bietet also das Kreditgeschäft nach Rußland den Banken eine V e r d i e n st- spanne von 3% Proz., die als ungeheuer groß zu be- zeichnen ist. Man kann in der Frage der Exportförderung durch Suboentioit«», staatliche Bürgschaften usw. sicherlich verschiedener Meinung sein— es dürste aber wohl nur eine Meinung darüber geben, daß Subventionen, wenn sie einmal gewährt werden, den Lieferfirmen und Exporteuren und nicht den vermitteln- den Banken zufließen sollen! Anzeichen einer Wirlschastsbeiebung Die bisher nur geringen Fortschritte in der industriellen Beschäftigungskage, deren Vor- handensein aus dem Stillstand und leichten Rückgang der Arbeitslosenziffern hervorgeht, haben sich in den letzten Tagen weiter ver- stärkt. So hat T h y s s e n 3000 Bergarbeiter, die erst vor kurzen, mit unbestimmter Dauer beurlaubt worden waren, auf den Nord- zechen wieder eingestellt, da sich die Absatzlage auf dem Kohlen markt etwas gebessert habe(totsächlich ist ein weiterer Rückgang der Haldenbestände zu verzeichnen).— Auch aus der Auto mobiliudustrie kommen, nach langer Zeit rückläufiger Be- schästlgung, erstmalig wieder günstigere Nachrichten. Die NAG. meldet, daß sie voll beschäftigt ist und weitere Arbeitskräfte ein- stellt: von der Interessengemeinschaft Daimler-Benz wird über befriedigende Entwicklung der Geschäftslage berichtet. Aehnliche Meldungen kommen aus der Röhrenindustrie und vereinzelt auch aus Sonsunrindustrien. Gegeo die Praxi» der amerikanischen Zollverwaltung, die durch ein Heer von Agenten diejenigen Firmen in Europa ton trollieren läßt, die nach den Pereinigten Staaten e x p o r tieren. wendet sich ein Protest der französischen Außenhandelsorganisationen. An die Regierung wird das Ersuchen gerichtet, diese Frage in Genf zur Sprache zu bringen und sich dafür einzusetzen, daß die vom Völkerbund in Aussicht genommene Wirtschastskonferenz damit befaßt wird. Statistik im Haushaltsausschuß. Die Ueberfrembung der Wirtschaft. Das Budget bes Arbeiters, Handwerk und Staatswirtschaft.- Abbau des Landwirtschaftsministeriums? In der Mittwochsitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt wurde die Einzelberatung bes Etats des Reichswirtschaftsministeriums erledigt. Ewurde eine deutschnationale Entschließung angenommen, die Reichsregierung zu ersuchen, Beobachtungen anzustellen und zu sammeln, welche für den Grad der Ueberfremdung der deutschen Wirtschaft Anhaltspunkte geben, und dem Ausschuß für den Reichshaushalt Auskunft zu geben. Weiter be schloß der Ausschuß auf Antrag des Abgeordneten von Raumer, die Reichsregierung zu erfuchen, die Bereinigung des Reichsminifteriums für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Reichswirtschaftsminifterium vorzubereiten. Eine längere Debatte entspann sich beim Statistischen Reichsamt. Hier kritisierte der Abgeordnete Dr. Lejeune( Dnat.) die gegenwärtige auszugsweise Veröffentlichung von Produktionszahlen in der yom Statistischen Reichsamt herausgegebenen Zeitschrift Wirtschaft und Statistit", die zu falschen Schlüffen des Reparationsagenten über die deutsche Wirtschaftslage geführt habe. Abg. Henning( Völk.) unterstützte die Ausführungen. Gen. Dr. Hilferding trat den Vorrednern entgegen und erklärte, machten wir bie beanstandeten Berechnungen nicht, so wie es unser Amt tue, so täten es die Statistiker der Entente und Amerikas ganz sicher. Man brauchte eben beide Zahlen. Der Präsident des Statistischen Reichsamts, Dr. Wagemann, flärte die wissenschaftliche Gründe auf, die zu der Praxis des Statistischen Amts geführt hätten und teilte mit, man habe in Genf allgemein anerkannt, daß die en Deffentliche Frauenkundgebungen gebeffen. Außerdem wurde befchloffer, ber Grumblage für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten Heute, Donnerstag, den 11. März: Wedding: abends 7% Uhr im Jugendheim des Ledigenheims, Schönstedtstr. 1. Rednerin: Frau Stadträtin Klara Wey L Mufit Rezitationen. Charlottenburg: abends 7% Uhr in der Aula des Schiller- Realgymnasiums, Schillerstr. 26. Redner: Pfarrer Bleier. Musikalische Darbietungen. Treptow: abends 7% Uhr in der Schule Wildenbruchstr. 15. Rednerin: Frau Marie Kunert, M. d. L. Chorgesang. Reinidendorf- Tegel: abends 7% Uhr im Strandschloß", Tegel. Rednerin: Frau Mathilde Wurm, M. d. R. Musikalische Darbietungen. Morgen, Freitag, den 12. März: Prenzlauer Berg: abends 7½ Uhr in den Prachtsälen am Märchen brunnen, früher Schweizergarten, unweit des Königstors. Rednerin: Stadtverordnete Minna Todenhagen, Frau Pels Brüssel. Gefang, Tanz Friedrichshain: abends 7% Uhr in Schmidts Festfälen, Fruchtstraße 36a. Rednerin: Regierungsrätin Hedwig Wachenheim, Irene Kirpal Tschechoslowakei. Rezitationen und Boltstänze der Jugend. = des Gutachtens beizutreten, und zwar stimmte der Ausschuß mit 13 gegen 2 und hinsichtlich der Zeugnisverweigerung mit 8 gegen dem Standpunkt des Gutachtens ungebührlichen Zeugen gegenüber 7 Stimmen zu. Jugendveranstaltungen. Uhr. Berbebezirksleiter und Bezirksvorstand: Heute, Donnerstag, 7 wichtige Sigung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof links parts Abteilungsleiter! Gebt die Monatsprogramme für April ab. Karten zur Proletarischen Feierstunde am Sonntag, 14. März, find zunt ermäßigten Breife im Jugendfekretariat erhältlich. Gleichfalls Karten zum Bortrag der Freien Sozialistischen Hochschule am Sonnabend, 13. März, int Herrenhaus. Anmeldungen zum Osterkursus bis spätestens 13. März im Jugendfekretariat. Wanderleiter Arbeitsgemeinschaft: Freitag, 12. März, pünktlich 7% Uhr, Aussprache:„ Unser Wander- und Jugendherbergswesen". Heute, Donnerstag, den 11. März, abends 7% Uhr: Schönhauser Borstadt I: Jbsenstr. 17 Uebungsabend. Südwesten: 8 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3. Ausspracheabend: Boltsbegehren Fürsten Lefezimmer: Besprechung der Osterfahrf. Reiner von den intereffierten Fahrtabfindung". Referent: Genoffe Bruno Neumann." Nachdem 10-10 Uhr im teilnehmern darf fehlen. Freitag: Im Lesezimmer des Jugendheims Linden fraße 3. 5. Fortfehung des Rurfus: Grundsäße des Kommunismus". Ref.: Genoffe Bruno Reumann. Schmargendorf: Rathaus Berfaer Plak. Bortrag: ,, Arbeiterjugend, Kirche und Religion". Berbebezirk Neukölln: Probe des Sprechchors, Der erste Tag" im Jugends heim Ranner Straße. Genofsinnen und Genossen! Betciligt euch am Sprechs hor! Erscheint pünktlich! * Berbebezirk Kreuzberg: Alle Genossen beteiligen sich an der Demonstratione der Partei am Sonnabend, 13. März. Treffpunkt 16 Uhr an der Fontane. Tiergarten: abends 7% Uhr in Artushof, Berleberger Straße 29. Rednerin: Clara Bohm Schuch, M. d. R. und Frau promenade. Fahnen und Musikinstrumente find mitzubringen. Tilanus Amsterdam. Rezitationen Chorgesang Lieder zur Laute. # deutsche Statiſtik unparteiiſch und richtig sei. Abg. Neubauer( Komm.) Nieder- und Oberschöneweide: abends 7% Uhr in der Aula Berliner Straße 31 in Niederschönemeide. Rednerin: Marie Ju cha c. M. d. R. und Frau Floßmann- Wien. Musik Rezitationen Gefang. Weißenfee: abends 7% Uhr in den Borussia- Festsälen, Berliner Allee. Rednerin: Mathilde. Wurm, M. d. R. Rezitationen Musikalische Darbietungen der Jugend. übte Kritik an den Lebenshaltungsinderberechnungen und machte Verbesserungsvorschäge. Neu bewilligt wurden 2 Millionen für eine Statistik der Finanzen der Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände. Durch diese Statistik solle auch das werbende Vermögen von Ländern und Kommunen nach ihren Anlagewerten erfaßt werden. Angenommen wurde eine Entschließung der fommunistischen Mitglieder: die Regierung zu ersuchen, eine Erhebung über den wirklichen Haushalt minderbemittelter Familien im Deutschen Reich( Arbeiter- Budget) vorzunehmen. Die Richtlinien für diese Erhebung sind dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß vorzulegen. Ferner wurde eine deutschnationale Entschließung zum Beschluß erhoben, nach der eine Erhebung über den Anteil des deutschen Handwerks an der Staatswirtschaft und an der beruflichen Zufammensetzung des Volkes veranstaltet werden sollte. Beim Kapitel Reichstommissariat für die Kohlenverteilung brachte Gen. Krähig zahlreiche Beschwerden von Genossenschaften über die Art der Belieferung mit Kohlen vor. Von der Bayerischen Bolkspartei und dem Zentrum lag ein Antrag vor, das ganze Kapitel zu streichen. Der Kohlenkommissar sei der letzte und gänzlich überflüssige Rest der Zwangswirtschaft und gehöre in den Orkus. Der Antrag wurde zurückgezogen, nachdem der Minister erklärt hatte, der Reichstohlentommissar würde noch im Laufe des Etatsjahres 1926 abgebaut werden. standen sind seit Oktober 1923 aufgelöst. Dieser Gedanke ist vielfach verlorengegangen. Ueberhaupt haben die bisherigen Erörterungen eher zu einer Verwischung als zu einer Klärung des wahren Tatbestandes geführt. Der Zweck der Denkschrift sei, restlose Klarheit zu schaffen. Der an sich reichlich unflar und geheimnisvoll anmutende Begriff Schwarze Reichswehr" stamme ursprünglich von deutschvölkischer Seite. In Uebereinstimmung mit dem Herrn Chef der Heeresleitung sind die Behauptungen, daß es sich dabei um militärische Formationen außerhalb der Reichswehr handele, Behaup fungen, die außen- wie innenpolitisch die größten Gefahren in sich bergen mußten, ffets entschieden abgelehnt worden. Der Generaloberst v. Seedt habe die von rechtsradifaler Seite gekommene Unregung der Bildung einer solchen Schwarzen Reichswehr ebenso in scharfer Form zurüdgewiesen wie die aus Kreisen der Linken fommende, fchwarzrofgoldene Bataillone aufzuftellen. Weiter ist dem Ausschuß eine Dentschrift des Reichsinnen. ministers zugegangen. Nach einer Geschäftsordnungsdebatte vertagte sich der Ausschuß. In etwa einer Woche wird voraussichtlich wieder eine öffentliche Sitzung stattfinden. Die Hausgewalt der Untersuchungsausschüsse. Femeausschuß des Reichstags. Untersuchungsbeginn. Aften und Denkschriften. Der Femeausschuß des Reichstags hielt am Mittwoch cine furze öffentliche Sigung ab. Der Vorsitzende teilte mit, daß tem Ausschuß noch nicht alles angeforderte Material zugegangen sei. Hauptsächlich fehle auch noch die Denkschrift des preu= Bifchen Innenministers, die, mie minister Severing mitgeteilt habe, sehr umfangreich sein und etwa in einer Woche gedruckt vorliegen werde. Auf die Ersuchen an die Länder um Bereitstellung von Material für die Ausschußberatungen seien zum größten Teile Fehlanzeigen erfolgt. Die Oberausschusses. Es handelt sich insbesondere um die Frage, wie man reichsanwaltschaft und das Reihstnnenministerium haben etwa 15 Bände Akten über bereits abge schlossene Fälle, die mit den Fememorden direkt oder indirekt in Der Femeausschuß des Landtags nahm in einer nichtöffentlichen Sigung am Mittwochnachmittag eingehend Stellung zu dem gemeinsamen Gutachten des Ministeriums des Innern und des Justizministeriums über die Strafbefugnisse des Untersuchungsgegenüber Zeugen, die sich ungebührlich benehmen, vorzugehen het, sowie gegen solche, die ihre Aussage verweigern. Für den ersten Fall wird in dem Gutachten die Anwendung der bestimmungen aus der Strafprozeßordnung für gegeben erachtet. Der Ausschuß war sich darin einig, daß für die Erfüllung der gesezgeberischen oder geschäftsordnungsmäßigen Aufgaben dieser Ausschuß nicht zuständig sei. Es müsse entweder eine Regelung im Wege der Gesetzgebung erfolgen oder die Angelegenheit an den Berfaffungsausschuß überwiesen werden. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachbr. verb) Aufheiterung. äußersten noch Zangfam ansteigenbe Sagestemperaturen, nadis leidten froh Rieberſchläge in Schauern, im übrigen Deutschland ziemlich heiter, vielfach leichter Nachtfrost. Outzki- Moortens co KumMin 5 Berbindung stehen und u. a. den Küftriner Butsch und den Barchimer Hausgewalt, für den zweiten Fall die Anwendung aller traf 6 Mord betreffen, zur Verfügung gestellt. Auch der Fall GrütteLehder liegt in seinem Aftenmaterial dem Ausschuß bereits vor. Ueber das Kapitel Schwarze Reichswehr" hat der Reichswehrminister Dr. Geßler eine Dentsarist unterbreitet, in der er u. a. ausführt: Mit dieser angeblichen Organisation sind auf dem Wege über die in den Jahren 1922/23 gebildeten Arbeitstrupps des Wehrkreiskommandos III wiederholt auch Dienststellen des Reichsheeres in Beziehung gebracht worden. Die Trupps aus der Not von Ausnahmeverhältnissen entEduard Süsskind' Drei Rote- Wein- Wochen vom 1. 20. März 1926 200 000 Liter Obst-, Süd- und Bordeaux- Weine gelangen in bekannter Gute zu Ausnahmepreisen zum Verkau Zucker Apfel- u. Heidelbeerwein Ltr. 0.87 Fruchtwein, Malagatyp Kirsch- u.Stachelbeerwein Johannisbeerwein Erdbeerwein gesüßt Tarragona, echt, unverschn. 99 99 99 99 99 99 99 99 " 99 99 90 Malaga, Samos, douro Portwein Mein Krankenwein, 99 Sanato" 9 ( mach mich gesand) zum Einführungspreis edel, kräftig, süß " 0.84 0.96 1.02 1.44 1.38 1.68 1.92 2.52 Ltr.2.64 Fl. 2.05 frans Montagne" Fl.0.85, Ltr. 1.08 Rotweine 99 Feinster Burgunder statt 2,50, Fl. 1.44 Feinste Bordeaux- Weine, 1919-21. staft his 5,- eur 99 1.95 Süßkinds Speziallikör 35% nur Ltr. 3.40 Ausschank vom Faß Kostproben gratis Kostproben gratis trotz meiner billigen Preise Auf alle Spirituosen D.anerkannten Qualität extra 5% Rabatt Alles inklusive Steuer ahne Glas Reine Engros- Abgabe Nur dem Privatpublikum! Likör Pabrik u. 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In der rosigen Morgendämmerung verschwindet nur allzu schnell das heilige Jerusalem, dann die nichtssagende moderne Stadt, der Stopus mit seinem Militärfriedhof, wo im Angesicht der ewigen Etadt zweitausend Kämpfer aller Bekenntnisse schlafen; der plumpe Schiefergedeckte deutsche Turm hoch oben auf dem Berg stört die Harmonie dieser heiteren Landschaft durch seine mittelalterliche Düfterheit. Unmittelbar darauf beginnt die Wüste, die steinige Einöde, diese geheimnisvoll- undurchdringliche Starrheit, dieser tiefe, unheilfchwangere Schlaf, in den dieser gottgeweihte Boden zu versinken scheint, sobald die Wohnsize der Menschen aufhören. Man könnte in der Tat, der jüdischen Ueberlieferung gemäß, annehmen, dieses Land sei seelenlos, seine Seele wäre entflohen, von dem Volke Ifrael nach den Orten seiner Verbannung entführt. Die schöne und breite Landstraße indes ist ganz erfüllt von Erinnerungen. Vormals eine römische Straße nach Neapolis, deren Pflaster noch erkennbar ist, sah sie Abraham porüberziehen und seine Herden, Jakob auf der Flucht vor Esau, die heilige Bundeslade, non den zwölf Stämmen umgeben, das eindringende Assyrien, die Gefangenen Babylons und das Kind Jesus, das mit seinen Eltern hinaufging gen Jerusalem, da das Osterfest zu feiern. Auf eben dieser Straße nimmt Paulus, der noch schwankte mit Drohen und Morden", seinen Weg nach Damaskus, Titus rüdi heran zur Zerstörung, und nach ihm erfüllen soundsoviel Eroberer, bis zur Vernichtung, die Drohungen des Herrn der Heerscharen. Und als ob dieses Land nicht genügend vom Lärm der Waffen geflirrt hätte, erbebté es wiederum vor furzem von dem Getümmel der Wagen und Reiter; englische Artillerie, arabische Reiterei setzten den deutsch- türkischen Truppen nach, vernichteten sie nach neunmonatigem Zögern völlig und stürzten sie in das Tal des Jordans, das seitdem, ein neues Tal Josaphat, den Namen„ Schlund des Todes" führt. Und unser Automobil rollt vorwärts, munter rollt es durch die Schicksalsreiche Landschaft, gelangt von Judas Erbe zu Ephraims Erbe, bei einer unirdischen Beleuchtung, in einer durchsichtigen Luft, von Schwalben umflattert, die, jubelnde, freudetrunkene Botinnen, fich von uns zum Himmel aufschwingen. Und da ist Tama, wo die Prophetin Deborah unter einer Balme Recht sprach. Gibeon. Sonne, stehe still bei Gibeon, und du, Mond, über dem Tal Ajalon." Bethel und seine Himmelsleiter. Mizpa, der Bersammlungsort der Propheten; Silo, wo ehedem die Stiftshütte stand und der Ewige zwischen den Cheruben der Bundes lade thronte, wo die zwischen den Weinbergen verborgenen Benjaminiten die um die Erftlinge tanzenden hebräischen Jungfrauen raubten. Tatsächlich blieb nichts von diesen Orten bestehen. Höchstens etliche unerkenntliche Trümmer, schwärzere Steinhaufen zwischen den Steinen, behauene Blöcke zwischen unbehauenen, weit eher eine poetische Vorstellung, eine biblische Erinnerung, als eine Wirklichkeit. Wirklich indeffen, wenn auch unfaßbar, ist der Zauber des Himmels, die Anmut des Horizonts und die so hellstrahlende Klarheit der Luft, daß das heilige Buch Sohar sie den über Judäas Boden verstreuten Atomen der Propheten zuschrieb. Aus demselben Grunde erfüllt uns gemiß auch diese Fröhlichkeit des Herzens, diese tiefe und bejeligende Liebe zu dieser lichtschimmernden, trostlosen Landschaft. Blöglich erheben sich in großer Höhe vor uns zwei Gipfel, der Carizim und der Ebal Hörner des Stiers oder des Mondes? die den heiligen Berg von Samaria frönen. Unfern der Landstraße ein weißes Baumert, der Brunnen, an dem die Samariterin einen Trunk Wasser gegen das ewige Reich eintauschte; und ein irdisches Königreich, ein zeitliches Paradies, eine zauberhafte Dafis erschließt sich am Fuße des Doppelberges, ein Tal frischen Grüns, in dem eine Stadt pon blendender Weiße, die denkbar moslemitischste Stadt, eingebettet ist, ein Gewoge jungfräulicher Kuppeln zwischen gewaltsam fich vordrängenden spizigen Minaretts. Es ist die Flavia- Neapolis, das arabische Nabulus, unter den Dertlichkeiten Palästinas die einzige, die ihren hebräischen Namen ihres römischen Namens wegen aufgab; es ist das gößendienerische Sichem der Könige Israels. Es fehlt an Zeit, die Stadt zu erforschen. Wir durchstreifen nur die Gäßchen mit den spizzbogigen Gewölben und den, wie in Jerusalem, abschüssigen Pflastersteinen, wo ein lebhafter Handel getrieben wird mit den Beduinen aus dem Transjordanland, aus gezeichnet durch ihre düstere Würde und den edlen Fluß der Bemegungen in ihren lose wallenden Gewändern und ihren wie aus Schnüren geflochtenen Kopfbedeckungen. Zwischen der farbigen Menge tauchen trotzdem viele Ueberröcke und Tarbusche aus Konftantinopel auf: Abgeordnete, Volksvertreter, Geheimagenten, denn tabulus ist, gleich dem ehemaligen Sichem, ein bedeutendes Zentrum politischer Ränke und Anschläge. Uns aber liegt nur daran, die echten Samariter fennen zu lernen, diese seltsame Gemeinde, diese von Geheimnis umwobene Handvoll Leute, die seit mehr als zweitausendfünfhundert Jahren, verleugnet und ausgestoßen von den Völkern und Religionen, in ihrer Ueberlieferung erstarrt, angeklammert an den Hang ihres Berges, leben, feinen Zusammenhang mit der Stadt, ebensowenig wie mit dem Leben haben. Von den zwanzigtausend aus den Zeiten Befpafians find nur einhundertjechzig geblieben, Abkömmlinge jener chaldäischen Ansiedler, die Salmanassar aus Kutha, Ama und Sepharvaim schickte. Sie famen an mit ihrer Sprache, ihren Göttern, ihren Priestern. Aber Löwen verschlangen sie. Weil sie nicht wissen der Gottheit des Landes zu dienen," sagte der König und schickte ihnen unter den Gefangenen Jerufalems ausgewählte Priester. Seitdem beteten sie zu dem Gotte Israels, ohne aufzuhören, ihre Götter anzubeten, und als die von den Ufern des Euphrat zurückkehrenden Juden es aus diesem Grunde den Samaritern verwehrten, an dem Wiederaufbau des Tempels teilzunehmen, errichteten sie einen eigenen auf dem Garizin, in dem sie widersprechende gottesdienstliche Gebräuche ver cinten. Heutigentags rufen fie nur Jehova an, anerkennen aber nur cinen einzigen Propheten: Moses, ein einziges Buch: die Thora und find dauernd aus der Gemeinschaft der übrigen Juden ausgeschlossen. Wir finden diese lleberlebenden an ihrer hochgelegenen, am Ende der Stadt staffelförmig emporklimmenden Zufluchtsstätte, in vielleicht dreißig, eines das andere überragenden Häusern, die durch kunstlose Stufen miteinander in Verbindung stehen. Sie sind von großer Sauberkeit, Sie Mauern mit Kalf geweißt, die Höfe gewaschen, und über das wie eine Lochstickerei durchbrochene Steingemäuer neigen fich hängende Gärten, in denen aus zerbrochenen. Krügen Nelken, Bafilifum und Minze Wohlgerüche verbreiten. Die Synagoge ist einfach, ein Hof und zwei gewölbte Räume, Don denen der eine dem rot heturbanten Hohenpriester als Empfangsraum dient, und der zweite, durch eine alte Gardine geteilte, das Allerheiligste vor den Blicken der Ungeweihten verbirgt. Drei junge Leviten holen eine Doppelrolle aus altem auf Olipenholzwalzen aufgerolltem Bergament für uns heraus, die heilige Thora, in jamaritanischen Schriftcharakteren, von der sie behaupten, sie reiche über zwanzig Jahrhunderte zurück. aus dem alten Chaldäa Diese Leviten selbst, in ihren weißen Gewändern und roten Turbanen, reichen ohne Zweifel bis in jene Zeiten zurüd. Ihre bleichen schmalen Gesichter mit den vor Feinheit wie abgenugten Zügen, den großen, wie mit Schmelz belegten Augen stammen augen scheinlich aus Babylon; ebenso fönnten ihre langgliedrigen, weichen und fäffigen, gleichsam gelenkloſen Körper den myſtiſchen Tänzern Diese drei Leviten fordern uns auf, ihr Haus zu besichtigen. Es ist voller Reiz mit seinem von einem Zitronenbaum beschatteten Hof; welche schimmernde Leuchtkraft der goldenen Bäu'ne zwischen den steinernen Würfeln! und fein Altan, auf dem die in das blaue Kleid der Fellachinnen gehüllten Frauen gedörrten Weizen auf riesigen Strohmatten trocknen lassen. Sie können uns weder Kaffee noch Wasser anbieten, da fie genötigt wären, das Gefäß zu zerbrechen, aus dem wir tranten, aber sie schenken uns ihr Vertrauen. Die Zwei am Wege. Wem wollt 3hr geben? Entscheidet Euch! 即 Sie sind heiratsluftig. Die famaritanischen Mädchen sind an Zahl geringer als die Knaben, sie finden daher keine Frauen, da die übrigen Juden es ablehnen, eine Ehe mit ihnen einzugehen. Sie fühlen sich dadurch sehr unglücklich, und der Grund ihres bekümmerten und sehnsuchtsvollen Aussehens ist mir nun tlar. Man tönnte eine Heiratsannonce in die Zeitungen einrücken," sage ich im Scherz. Ja, ja, schreiben Sie, schreiben Sie!" ruft auf arabisch der längste und schmachtendste der drei. Ach ja, schreiben Sie an die Mädchen in Europa und Amerika! Oder besser noch, wenden Sie sich; an ihre Großmut; denn wenn sie nur Geld schickten, um goldene Armbänder und seidene Kleider zu kaufen, würde ich unter den Moghebinnen ganz sicher eine Frau finden. Nicht unserer Religion wegen, sondern weil wir arm sind, schlagen fie uns aus!" Wenn Sie aber eine Fremde heiraten, leidet die Reinheit Ihrer Rasse " Er macht eine gleichgültige Bewegung. Was liegt ihm an seiner Abstammung von Kutha, Awa und Sepharvaim angesichts seines Liebessehnens!... in Rot gefleideten Greis von einem Hof zu dem anderen, von einer Oberhalb der fleinen durchbrochenen Mauer sehe ich einen ganz Terrasse zu anderen gehen, der gegen seinen filberschimmernden Bart ein kleines Mädchen preßt, an deren Häubchen Amulette flirren. ,, Sie ist frank.. im Kopf," erklärt der liebesfranke Levit; das ist unser Großvater, der Rabbiner." Ja, gemiß, ich fann mir vorstellen, mit welchem sorgsamen Eifer, melcher behutsamen Zärtlichkeit man in diesem tezerischen und entvölkerten Samarien die anderwärts so wenig beachteten kleinen Mädchen betreuen mag. Kletterei nach dem höchst gelegenen Hause. Mit der Hand berühren wir fast den heiligen Berg, den der Garizim überragt, von dem aus Josua von sechs aus den sechs Stämmen erwählten Männern den von dem Ewigen gelobten Segen verkünden ließ, während sechs andere von dem gegenüberliegenden Ebal aus über das im Tale versammelte Volt Worte des Fluches sprachen, und das Bolt mit„ Amen“ antwortete. Und zwischen den beiden Gipfeln ruhte die heilige Bundeslade. Heute ist keine Spur irgendeines Heiligtums mehr vorhanden. Aber dreimal jährlich steigen die Samariter hinan, um auf dem Gipfel des Garizim ihre Festlichkeiten zu begehen. Zu Ostern opfern fie fieben weiße Lämmer, die sie am Brandopferaltar verbrennen, tauchen ihre Hände in das Blut und negen ihre Stirne damit. Wie schade, daß Sie nicht zum Osterabend hier waren," sagt zuvorkommend der vergebliche Brautmerber. Ein Angestellter der Kinogesellschaft Bathe hat die ganze Festlichkeit gefilmt; Sie wären mit aufgenommen worden." Zitronenbäumen mit Danke dafür! Nein, wirklich, dieser geheiligte Tänzer aus Assyrien ist mir zu modern! Aber ich liebe die kleine Stadt der Ausgestoßenen. Wende ich dem Leviten und dem gefilmten Berg den Rücken, so sehe ich sie herabsteigen mit ihren Terrassen, gleich den Stufen einer von reizvollem Gewirr übermucherten Treppe, von Weinranken, durchbrochenem Gemäuer, Sonnenfrüchten, Granatbäumen mit glutenden Blüten; sehe die fleine Stadt der Gespenster weiß und still niedergleiten wie einen Milchstrom zu den Wohnstätten der Menschen, hin zu diesem lebhaften, noch immer lieblichen Nabulus, mit seinen Kuppelhäusern, den spizen Türmen, seiner islamitischen Helle in einem Gewoge von Grün. Schalom, Berge des Segens und des Fluches, Garizim und Ebal! Lebt wohl, wir fahren wieder fort; aber lange werden eure gemeihten Hörner uns verfolgen, Hörner des Stiers oder Sichel des Mondes? Beilage des Vorwärts Vier Klassen Menschen. Gehört es auch unbestreitbar zu den wichtigsten Prinzipien des menschlichen Selbstbewußtseins, daß- zum mindeſten in der Theoric alle Menschen vor Gott, dem Gesetz und anderen mehr oder minder hohen Tribunalen gleich find, so kann man fich doch nicht schaft nicht mehr standhält. Es ist nicht daran zu rütteln, daß es länger verheimlichen, daß dieses Prinzip vor dem Lichte der WissenMenschen erster bis vierter Klasse gibt. Das einzig Tröstliche dabei ist, daß diese Klaffifizierung nicht auch zugleich eine Wertung ist. Die medizinische Wissenschaft hat im Laufe langwieriger Untersuchungen über die Möglichkeit und Technik von Blutübertragungen festgestellt, daß Blut nicht nur ein ganz besonderer Saft" ist, fondern daß es sehr wesentlich voneinander verschiedene Sorten dieses wertvollen Saftes gibt, die sich nur unter ganz bestimmten Umständen miteinander vertragen, wenn sie aus einem Körper in einen anderen hinübergeleitet werden.( Bluttransfusion.) Es ist noch nicht lange her, daß man vor solchen Bluttransfusionen sehr großen Respekt hatte und sie mur als alleräußerstes Mittel anwandte. Es passierte nämlich sehr häufig, daß die Patienten nach solchen lleber= tragungen an einer Auflösung der Blutkörperchen starben. Bei den Sektionen zeigte sich dann, daß das eigene Blut durch das fremde Blut vergiftet worden war. Seltsamerweise treten folche Blutvergiftamgen sehr häufig gerade dann ein, wenn Blutsverwandte dem Patienten ihr Blut spenden. Man hat, um die diesen Erscheinungen zugrunde liegenden Beziehungen flor zu stellen, vielfältige Laboratoriumsversuche mit Tausenden von Blutproben gemacht. Dabei ist man zu dem Resultat gekommen, daß es vier Gruppen von Blutarten, gibt. Ueber die inneren Zusammenhänge dieser Blutsverschiedenheit hat man vorläufig nichts feststellen können. Bemerkenswert ist höchstens. daß die meisten Blutarmen der Gruppe II angehören. Aeußerst interessant find nun die Gesetze, nach denen Blutübertragungen vollzogen werden müssen. Die Gruppe I ist anscheinend die Wider standsfähigste, denn sie verträgt das Blut sämtlicher anderen Gruppen, dagegen ist Gruppe IV äußerst empfindlich gegen die übrigen Blutsorten, so daß Gruppe II und III nur Gruppe I Blut spenden können. Verstöße gegen diese Gesetzmäßigkeit rächen sich fofort durch die eingangs gekennzeichneten Folgen. In Amerita und England hat man diese Entdeckungen bereits in der Weise ausgewertet, daß sich jedes bedeutende Lazarett und die größeren Kliniken stets Angehörige aller dieser Gruppen vorgemerkt halten, so daß bei eintretenden Bedarfsfällen die Blutübertragung ohne weiteres vollzogen werden kann. Von Kreiseln und Murmeln. Mit dem nahenden Frühling tommen wieder die unverwüstlichen Lieblingsspiele der Straßenjugend, der Kreisel und die Mur meln, in lebung. Sie sind, was wenig bekannt sein dürfte, schon viele Jahrhunderte alt. Eines der ehrwürdigsten Spielzeuge überhaupt ist der mit der Peitsche angetriebene Kreisel oder Brumm topf", den nicht nur die alten Römer fannten: fein Geringerer als Birgil hat ihn sogar besungen! man fann Exemplare aus altägyptischer Zeit in den Museen antreffen. In ganz Europa bis nach Ostafrika und Amerika fann man ihn finden, und selbst die lärmfrohen Neger haben ihre flachen, scheibenförmigen oder aus den Bodenstücken großer Nüsse verfertigten Brummtreifel", Neueren Ursprungs, aber auch schon von stattlichem Alter, sind die Kugeln, mit denen fich die Jungen vergnügen, indem sie fle an den Wänden der Häuser unter Beobachtung aller erdenklichen Spielregeln dahimollen lassen; der Preis gebührt dem, der die meisten Kugeln einheimst. In Wien heißt dieses Spiel„ Anmäuerln". Die ältesten Murmeln bestanden aus Marmor, woher vermutlich ihr Name stammt. Sie waren von jeher ein deutsches Erzeugnis; schon 1694 bejagt eine alte Handelsnachricht, daß in. diesem Jahre 23 Tonnen und 10 Fäffer mit Marmormurmeln aus Deutschland nach England ausgeführt worden seien. Im Jahre 1743 gab es in Franken eine Fabrit, in der die fränkischen Schnipf tugeln" nicht nur aus Marmor, sondern später auch aus Ton fabrik mäßig hergestellt wurden. Diese fanden fo reißenden Absaß, daß man sich bald auch anderwärts mit ihrer Fabrikation befaßte; so nennt die Stadtchronit von Groß- Almerode im Regierungsbezirk Kaffel, wo sich große Tongruben befinden, 1798 bereits 21 Meister des Gewerbes der Knickermacherei", die die Knicker" aus glasiertem Ton herstellten. Daß auch ein deutscher Dichter, Moriz August von Thümmel, diesem Kinderspielzeug seine Aufmerksamkeit schenkte und es 1795 in feiner die„ Steinmühle" genannten Fabrik in Koburg herstellen ließ, zeigt die große Beliebtheit dieses Gegenstandes. Die Glasindustrie in Lauscha fabrizierte 1849 zum erstenmal die beson ders schmucken, mit farbigem Glasfuß spiralförmig gefüllten durchfichtigen Glaskugeln, die schnell die bis dahin unter allen Murme! n als schönste und kostbarste angesehenen, aus Achat verfertigten Exemplare zu verdrängen mußten. Zahllos sind die Namen, mit denen die„ Spielfugeln" in Lauf der Zeit bedacht worden sind: Marrel, Marmel, Murmel oder Murren in Norddeutschland, Kasters oder Kastedönnjers in Nieders deutschland, Knippel, Klicker und Schnellfäulchen in Mitteldeutschland, und Schusser, Schüsser und Schöffer in Süddeutschland. Hans. Bon Erna Büsing. Hans, dei Kanarienvogel, ist eine fleine, zmitschernde, recht bewegliche Luftigkeit. Seine schwarzen, munteren Augen find immer in Tätigkeit, fie erspähen nicht nur Brotfrumen, sondern selbst Atome von Abfällen, sobald sie für Vögel genießbar sind Hans ist stets freßbereit, daher nimmt er Brot, Kartoffelstückchen und Zucker vom Finger. Da die Menschen meistens etwas eigenartig in der Bewertung von Beweggründen sind, nennen sie seine Somit belizt Gier Zutraulichkeit, Anhänglichkeit, ja selbst Treue. Hans allerlei wertvolle, eingebildete Charaktereigenschaften. Ein Tag wurde, durch einen läppischen Zufall, zum Ereignis für Hans. Er ging spazieren und spiegelte sich plötzlich in dem blanken Messingrand seines Bauers. Da Hans durch und durch natürlich und daher nicht auf Trugbilder eingestellt ist, hielt er sein Selbstporträt für einen anderen Vogel. Sofort war er die reine leberfülle an Liebe. Er machte die hingebungsvollsten Versuche, um den Art genossen zu finden. Er lief hin und her, froch unter das Bauer, flatterte hoch, er suchte und suchte. Und immer wieder schnäbelte er sein glänzendes, aber faltes Spiegelbild. Er mar so wohlgeneigt in Freundschaft, so sehnsüchtig verliebt, daß ein fühlender Mensch sehr starke Bedenken haben mußte, Hans für immer ohne Bogelgesellschaft zu lassen. Blöglich sah Hans ein Stückchen Weißbrot. Natürlich fraß er, und da das vor dem blanken Messingrand geschah, fraß der SpiegelDas brachte Hans in Aufregung. Er vogel selbstredend auch. pickte und pickte, schimpfte zwischendurch ein grelles jiep, jiep" und gab sich nicht eher zufrieden, bis das Brot restlos verzehrt war. Dann hüpfte er schwerfällig in sein Häuschen und saß ruhig auf dem obersten Stod, die Brust herausgedrückt, die Federn gesträubt wie die Borsten einer Bürste. Er hatte seine törperliche Aufnahmefähigkeit bei weitem überschäßt. Das Ergebnis war, der ganze Hans wurde eine große Beflemmung. Und ich denke darüber nach, haben die Menschen num etwas Vogelähnliches oder die Vögel etwas Menschliches? Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Berwaltungsmitglieder! Am Freitag, den 12. März, findet feine Sigung der mittleren Ortsverwaltung statt. Achtung! Graveure, 3iseleure! Sonnabend, den 13. März, nachm. 12Uhr, imimmer28 des BerbandsGroßes Schauspielhaus Für Volksbühne Theater am 8 Uhr: Sturmflut Morgen 8 Uhr: Schiffbauerdamm 8 Uhr: Der Tausch Morgen 8 Uhr: Dich Don Quichotte Der Tausch CHARELL- REVUE hauſes, Linienſtr. 83/85, 1. Bort, 4 Sr.: TÄGLICH 84 WINTER GARTEN Erwerbslofenverfammlung. Berliner Theater Kollegen, in dieser Bersammlung zu Uhr: Messalinette Es ist Pflicht eines jeben organisierten 8 erscheinen. Achtung! Achtung! Central Theater 8. Eva Bonheur Uhr: Ilka Wahltörperversammlungen ka Grüning der arbeitslosen Kollegen. Wahlkörper X. Barnowsky- Bühnen Theater Sonnabend, den 13. März, miffags Königgrätz.Str. 122hr, imSigungsfaal des Berbands- T.:Hasenheid.2110 hauses, Cinienste. 83/85, 2 Treppen: Arbeiterinnen, Gold- und Silberarbeiter. Wahlkörper XI. Sonnabend, den 13. März, nachm. 2 Uhr, im großen Saal des Berbandshauses, Linienftr. 83/85, parterre: Schleifer, Galvanifeure, Gürtler, Graveure, 3ifeleure, Start- und Schwachstrommonfeure, Hilfsmonteure, Zigarettenmaschinenführer. Tagesordnung: 1. Beratung ber Anträge zur Generalversammlung. 2. Bah der Delegierten. Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslofen farte tein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Beleuchtungs körper aller Art nach sechs monatlicher Miete Thr Eigentum. PRaddatz& Co, 8 Uhr: Einen Jux will er sich machen Freitag 7 Uhr Zum 1. Male: Mrs. Cheneys Ende Komödienhaus Tel.: Norden 6304 8 Uhr: Der Garten Eden Die Tribüne Tel: Wilhelm 5365 8 Uhr: Die neuen Herren Th. a. Nollendorfpl. 8 Uhr: Die offizielle Frau Operette in 3 Akten Preise 1 M. bis 8 M. Neues Th. am Zoo Allabendl. 8 Uhr: Guido Thielscher in Stöpsel KleinePreise: Parkett1-2M. Park.- Faut.3-4 M. Orchest.Fauteuil 5 M. Sessel 6 M. Vorverkauf ununterbrochen W66.Leipzigerst 122-123 WalhallaTheater, Lichtspiele usw. OOC DODO Th. 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