Abendausgabe fir. 12443. Jahrgang Ausgabe B Nr. 62 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise And in der Morgenausgabe angegeben Redaffion: SW. 68, Ciudeustraße 3 Serniprecher: Dönhoff 292-29% Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Montag 15. März 1926 Serles and Anzeigenabteilung: Gefchäftszeit 0-5 Ubr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenffraße 3 Fernfprecher: Dönhoff 292–297 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands 1000000 Einzeichnungen in Berlin! Glänzende Fortschritte im Reiche.- Das Volk gegen die Fürsten. Die Eintragungen zum Bolfsbegehren hatten in Berlin am Sonnabend und vollends am Sonntag fo bedeutende Steigerungen, daß bis Sonntag die Gesamtzahl der bisherigen Eintragungen bereits die Million überschritt Am Freitag waren 68 630 Perfonen eingetragen worden, am Sonnabend wurden 80 581 und am Sonntag 217 277 neue Unterschriften gebucht! Die Gesamtzahl der Eintragungen fileg hiermit auf 1 091 684. Der Sonntag brachte allen Bezirken ganz außerordentliche 3u nahmen, auch den Bezirken des Westens und des Südwestens. Fani Verwaltungsbeziele, die Bezirke Wedding Prenzlauer Berg Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, haben jetzt jeder allein bereits welt über 100 000 Unterschriften aufgebracht. Wir laffen hier die Einzelziffern für die beiden letzten Tage aus ben Bezirken und die bisher erreichten Gesamtzahlen folgen: Sonnabend Sonntag Mitte 5214 15 769 Ziergarten 4.688 15186 Wedding 9 434 21 290 Prenzlauer Berg 8317 21512 Friedrichshain 9 391 21 368 Kreuzberg 8.371 21 239 Charlottenburg 4615 16 893 Spandau 2.215 4937 Wilmersdorf 1728 7 212 Zehlendorf 323 1.202 Schöneberg 3275 10 885 Stegli 1733 6779 Tempelhof 1355 3771 Teuföllu 6 860 19 310 insgesamt 72 254 67 133 127 639 103 452 119 544 118 261 63 250 28 612 23 986 3 885 45445 22296 16 311 104 405 2141 4764 31 845 Copenid 1235 2789 18 079 Cichtenberg 4616 6 732 54 050 Weißenfee 1 216 3592 15 654 1813 5507 22 55% 1996 6559 27.968 Treptow Dantow Reinidendorf Groß- Berlin 80 581 217 277 1 091 684 Glänzende Ergebnisse im Reiche. Von der Wafferkante. Hamburg, 15. März.( Eigener Drahtbericht) Die Wafferfannte hat gestern ihren größten Schlag gegen die Fürsten geführt. Jn den Bormiffagsffunden des Sonntags waren die Eintragungslotale überfüllt. Gegen Mittag gingen an mehreren Eintragungsftellen die Zeichnungslisten aus, so daß Erfah beschafft werden mußte. Während am vorigen Sonntag in Hamburg 33000 Unterschriften aufgebracht wurden, waren es gestern 82 000, Altona brachte 12 000 und Wandsbet 2000 Eintragungen auf. Im Großhamburgischen Städtegebiet hatten fich bis Sonntag abend über 300 000 Wahlberechtigte eingetragen. Davon entfallen auf Hamburg 243 000, auf Altona 42 000 und auf Wandsbet 8000, der Reff auf die fleineren Orte. Hamburg und Altona wettelfern jeht um das befte Ergebnis. Hamburg hat 31,4 Proz. der Wahlberechtigten zur Eintragung gebracht, Altona 30,3 Proz, dafür hat Altona aber 92,1 Proz. der bei der Reichspräsidentenwahl abgegebenen fozialdemokratischen und fomStand des Volksbegehrens in Berlin. 1 500 000 1 450 000 1 400 000 1 350 000 1 800 000 1 250 000 1 200 000 1 150 000 1 100 000 950 000 900 000 850-000 800 000 1 050 000 14. Märg: 217000 1 000 000 13. Rara: 80 000 12. März: 69 000 750 000 11. März: 92 000 700 000 650 000 10. Söz: 74 000 9. März: 122 000 600 000 550 000 500 000 8. März: 130 000 7. 9: 165 000 6. 90: 56 000 450 000 400 000 850.000 800 000 250 000 200 000 150 000 100 000 5.90ärg: 50 000 50 000 Sara: 36 000 0 4 muniffischen Sfimmen, Hamburg 91,2 Pro3. aufgebracht. Es ist| 5800 eingetragen. In Altenburg fand am Sonnabend eine also sicher, daß die Wafferkante für das Boltsbegehren mehr Slimmen ftellen wird, als die beiden Parteien bel der Reichspräsidentenwahl aufboten. Cübed, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Eintragungen zum Boltsbegehren steigen in Lubed von Tag zu Tag. Am geftrigen Sonntag haben sich im Stadtgebiet über 5600 Personen eingetragen, darunter zahlreiche Frauen. Insgesamt wurden bis Sonntag abend Im Stadtgebiet 26 218 Einzeichnungen vollzogen. Rechnet man ble 4000 aus dem Landgebiet hinzu, so haben wir bereits 31000 in tragungen oder 35 Broz der Wahlberechtigten zu verzeichnen. Ein großes Ergebnis. verzeichnen. Ein großes Ergebnis. Thüringen. Jena, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Nach dem Berlauf des zweiten Eintragungssonntags darf Thüringen den Anspruch darauf erheben, mit in der ersten Reihe zu marschieren. Die Ziffern find besonders am Sonntag unter Auswirtung einer allerorts lebhaft betriebenen Agitation enorm gestiegen. Man darf fagen, daß von den rund eine Million Stimmberechtigten in Thüringen fich bis jebt rund 30 bis 35 Pro3. eingetragen haben. Das ist nahezu die Zahl der Stimmen, die im zweiten Wahlgang zur Reichs präsidentenwahl für Mary und Thälmann zusammen abgegeben worden sind. In einzelnen Orten ist diese Stimmenzahl bereits be. trächtlich überschritten worden. An der Spize marschiert ohne Zweifel der Landkreis Sonneberg, deffen Heimindustrie feit langer Zelf von einer ver heerenden wirtschaftlichen Depression heimgesucht wird. Hier sind Eintragungsziffern von 85 bis 90 Broz der Stimmberechtigten feine Seltenheit. Das Gesamtresultat dürfle dahin lauten, daß sich etwa 73 Broz. der Stimmberechtigten für das Boltsbegehren ausgesprochen haben. In der Stabt Sonneberg beträgt die Zahl der Einge tragenen rund 6000. Davon find am Sonntag durch regen Schlepp bienft rund 1000 Stimmberechtigte zur Eintragung veranlaßt worden. In den übrigen Städten wurde ebenfalls eine lebhafte Agitation ent faltet, bie reiche Früchte trug. In Erfurt fonnte die Zahl der Eine tragungen von Freitag bis Sonntag abend von 16 000 auf rund 25500 gesteigert werden. In Jena ließen sich am Sonntag 4200 Leute eintragen, so daß die Zahl der Eingetragenen 14500 beträgt. In Gotha haben sich 6000, in Arnstadt 4800, in Saalfeld machtvolle Kundgebung statt, an der sich über 6000 Menschen beteiligten. Es trugen fich über 1000 Leute ein. Im Landkreis gibt es zahlreiche Orte, in denen die Zahl der Eingetragenen 60 bis 70 Prozent der Stimmberechtigten beträgt. Am Sonnabend und Sonntag fetzte auch eine lebhafte Gegenagitation der Rechtspartelen gegen das Boltsbegehren ein. Jedoch veranlaßten die in den Flugblättern verbreiteten niedrigen Berleumbungen und Schmähungen noch eine große Menge von Stimm berechtigten, ihre Eintragung vorzunehmen. Köln 80000 Glänzende Resultate auf dem Lande Köln, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) In Köln waren die Eintragungen zum Bollsbegehren am Sonntag sehr start. Nach den bis zur Stunde vorliegenden Meldungen ist die 3ab1 80 000 überschritten. Glänzend ist die Beteiligung in den Bandorten des Kölner Bezirks. Hier haben eine ganze Reihe von Orten bie Stimmenzahl, die von Kommunisten und Sozialdemokraten bei den legten Reichstagswahlen abgegeben murben, bereits um 100 Broz. überschriften. In anderen Drten ist schon über die Hälfte ber a hlberechtigten zur Einzeichnung erschienen. In dem fleinen Industrieort Ireisborf find bisher amei Drittel ber Wahlberechtigten in den Einzeichnungslisten eingetragen. München holt auf. Münden, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Endlich hat auch in München die Zahl derjenigen, die sich in die Listen zum Volts. begehren eingezeichnet haben, eine erfreuliche Höhe ertlommen. Während am Freitag abend die Liften erst eine Gesamteintragungs. zahl von 30 599 erreicht hatten, brachte der Samstag einen Zuwachs opn 10 694 und der Sonntag dann die Reforbziffer für München in Höhe von 23 777. Insgesamt haben sich also hisher in München 65 070 Berfonen eingezeichnet, b. h. rund 16 Broz. der Wahlberechtigten. Rekordsonntag in Breslau. Breslau, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Breslau stellte am geftrigen Sonntag in der Beteiligung zum Bolisbegehren einen Reforb an abgegebenen Stimmen auf. Die Gesamtziffer der Einzeichnungen der Stadt Breslau beträgt 96 000. ( Weitere Melbungen auf der dritten Seite.) Schweden rettet den Völkerbund. Undén führt und verzichtet. Die Haltung der deutschen Delegation in Genf ist noch| Herr Luther hat immer wieder betont, daß sich Deutschland gestern hier als logisch unb forrett bezeichnet worden. in den Streit im Bölterbunde nicht einmischen könne, solange Hoffentlich ift fie das auch heute noch. es nicht sein Mitglied sei. Deutschland ist eingeladen worden, nach Genf zu kommen und seinen Eintritt in den Bölkerbund zu vollziehen. Zugleich aber hat sich herausgestellt, daß beabsichtigt mar, die 3usammensetzung des Rates grundsäglich zu ändern, indem neben Deutschland auch anderen Mächten ständige Rats fige verliehen werden sollten. Herr Luther und Herr Stresemann haben auch immer erklärt, baß ihr Verhalten teineswegs den Zwed verfolge, eine beftimmte Wacht dauernd vom Rat fernzuhalten. Dieser 3med wäre ja fomieso nicht erreichbar: denn normalerweise gibt es im September Renwahlen, und dann kann Deutschland nicht verhindern, daß Bolen in den Rat ge Die deutsche Delegation hat sich gegen diese Absicht erwählt wird. folgreich gewehrt. Von der Schaffung neuer ständiger Ratssige ist nicht mehr die Rebe. Ebenso ist ein Projekt, den Rat um einen nicht ständigen Sig zugunsten Polens zit er zu weitern, am deutschen Widerspruch gescheitert. Die deutsche Delegation hat also mit ihrer grundsätzlichen Auffaffung gefiegt. Nun haben aber England und Frankreich Bolen versprochen, ihren Einfluß aufzubieten, um es in den Rat zu bringen. Dieses Bersprechen tann jetzt nur noch dadurch eine gelöst werden, daß entweder eine Macht ihren Raissig zu gumften Polens aufgibt oder daß alle nichtständigen Mitglieber zurücktreten und eine Neuwahl vorgenommen wird. Diesem Plan fann sich die deutsche Delegation nicht wider feßen, ohne ihre bisherige forrefte und logische Haltung auf zugeben. Als eine Macht, die bereit wäre, zugunsten Botens zu verzichten und damit den Völkerbund zu retten, ist Schweben genannt worden. Es wäre tief bebauerlich, wenn Schweden damit vorübergehend aus dem Rat natürlich nicht aus dem Bölkerbund ausfcheiden würde. Denn gerade durch sein Berhalten im Genfer Konflikt hat sich Schweden als das wür bigste Mitglied des Bölferbundes erwiefen, und fein bis dahin wenig bekannter sozialdemokratischer Außen minister, Genoffe Undén, ist in diesen Tagen zum Rang einer führenden Persönlichkeit im Rat der Staatsmänner auf gestiegen. Kein Zweifel aljo, daß der Austritt Swebens aus dem Rat ein Berluft wäre. Aber ihn zu verhindern, hat Deutsch. land fein Recht. Ebensowenig hat es das Recht, die Neuwahl aller nichtständigen Ratsmitglieder zu verhindern. Gerade Die ganze Frage ist also jetzt wirklich nur noch, ob Bolen erst im September oder schon im März in den Böllerbund tommnt. Aus diefer Frage tönnte die deutsche Delegation aber feinen Streiifall machen, ohne sich selbst ins Unrecht zu sehen. Die Rechtspreffe stellt die Thefe auf, daß es Deutschlands Biel sein müsse, Bolen unter allen Umständen fernzuhalten, und daß es eine Niederlage Deutschlands bedeute, wenn Polen dennoch in den Rat täme. Diese These ist falsch, und wenx die deutsche Delegation fie annehmen wollte, wäre ihre Haltung nicht mehr logisch und nicht mehr forrekt. Indes nehmen wir an, daß sich die deutsche Regierung ihre Haltung nicht von denen vorschreiben lassen wird, deren Bunsch es ift, die bisher von ihr betriebene Außenpolitik mit einer Ratastrophe enden zu laffen. Wir nehmen an: morgen ist die Krife überwunden und Deutschland im Bölterbund. Die schwedische Lösung. V. Sch. Genf, 15. März.( Eigener Drahibericht.) In dex 36 Stunden vom Sonnabendabend bis zum Montagmittag hat sich die Situation zwar nicht geklärt, aber das Gesamtbild ist infofern etwas frennblicher, als umumterbrochen eine Lösung gesucht und über einen tontreten Borschlag eifright hin und ber verhandelt wird. Den ganzen Sonntag über fanden Ver handlungen statt, in deren Mittelpunkt undén stand. Sonntagmittag war Unden bei Luther und Stresemann, ebenso begab sich Bandervelde mit feinem getreuen Mitarbeiter Rolin zu der deutschen Delegation. Eine ursprünglich für Sonntagmittag angefegte offi 3löse Ratssigung wurde im legten Augenblick auf Wunsch Undéns auf Montagvormittag vertagi. Am Sonntagabend begab sich Brend 25 zu Stresemann. Ebenso spelften Luther und Stresemann mit Unben| zusammen. Dieses Essen und die anschließende Unterhaltung 30g sich bis über Mitternacht hinaus. Es war nunmehr llar, daß die sogenannte fchwedische Lösung" jetzt allein im Vordergrund stand. Diese Lösung ist hier schon vor zwei Tagen erläutert worden. Sie besteht darin, daß Schweden auf seinen provisorischen Ratssig ver. zichtet, um der Vollversammlung die Möglichkeit zu geben, irgend eine Macht, d. h. in diesem Falle natürlich Polen, in den Rat mit provisorischem Sig hineinzuwählen. Die Borgeschichte dieses Vorschlages geht auf die Donnerstagsigung der Ratsmächte bei Drummond zurüd. Undén vertrat feinen bekannten Standpunkt, der nicht nur von seinem Lande allein, sondern von den meisten fleinen Staaten gebilligt wird: Ablehnung jeder Erweiterung der Zahl der Ratsmit glieder, gleichviel ob mit permanentem oder provisorischem Siz. Es wurde ihm darauf derart zugesetzt, insbesondere ließ sich Chamberlain zu so scharfen Aeußerungen gegen undén hinreißen, daß daraus bekanntlich ein Preffezwischenfall entstand. Schließlich erklärte Undén:„ Meine Instruktionen sind flar, mein Standpunkt bleibt unveränderlich. Das einzige, was ich für Sie tun fann, ist, wenn mich meine Regierung dazu ermächtigt, daß ich auf meinen Sig verzichte, damit Sie Polen hineinwählen, ohne daß eine Ratserweiterung erfolgt." Dieser Gedanke wurde aufgegriffen und ist seither gereift, obwohl er offiziell noch nicht bekanntgeworden ist. Denn zunächst mußte ja die Stocholmer Regierung Unbén dazu ermäch tigen. Das war auch der Grund, weshalb Undén die Verschiebung der für Sonntag, abend angesetzten Teebesprechung der Ratsmächte beantragte. Die Ermächtigung der Stockholmer Regierung scheint am Sonntag abend eingetroffen zu sein. Nun machten sich plößlich gegen die schwedische Lösung deutsche Widerstände geltend, die zwar gefühlsmäßig er flärlich, aber äußerst bedenklich waren. Zweifellos ist es ein Standal, daß die großen Mächte, vor allem England, nur weil sich Chamberlain durch seine Unfähigkeit in eine se unmögliche Situation hineingeritten hat, auf das kleine Schweden eine Bression ausübten, die fich bis zum Grobwerden steigerte. Und daß es nicht besonders angenehm für Deutschland wäre, wenn gerade diese Macht, die am treueften den Standpunkt vertreten hat, den es selbst bisher eingenommen hat, fich opfern müßte, um einen Bafallen Frankreichs in den Böllerbund sofort hineinwählen zu lassen. Das liegt auf der Hand. werden wir das weitere sehen." fanden, und bis 2 1hr mittags angebauert hat, ist zur Stunde| Bersprechens nach seiner Rüdtehr im Senat, in dem Boincaré tmmer nichts bekannt. Alle Ratsmitglieder verweigerten die Auskunft. Nur Bandervelde sagte:„ Das Wort hat der telegra= phische Draht", eine deutliche Anspielung auf die regen Anfragen gewisser Delegationen bei ihren Regierungen. Man spricht davon, daß alle Mächte mit provisorischem Siz, also nicht nur Schweden, gleichzeitig zurücktreten und sich zur Wahl stellen würden. Eine solche Lösung ist aber aus verschiedenen Gründen unwahr. scheinlich, und zwar unter anderm, weil die Gegenseite genau weiß, baß es feineswegs sicher sei, daß Bolen gewählt würde. Denn obwohl Graf Strzynfti eine sehr geschickte und tattvolle zurückhaltung zeigt, ist in weiten Kreisen des Bundes eine starke Verstimmung gegen Bolen als den Stein des Anstoßes vorhanden. noch eine große Rolle spielt, auf eine unüberwindliche Opposition- zu ftoßen, die schließlich zur Ablehnung der Locarno- Berträge führen würde. Der englische Außenminister hat sich zwar im Unterhaus weniger festgelegt, aber in Genf zeigt er sich mit Briand entschlossen, die Erteilung eines Ratsfizes an Polen noch in dieser Tagungsperiode zu erwirfen. An fich hätte die Möglichkeit bestanden, Polen vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund in den Rat aufzunehmen, wenn fich Schweden nicht grundsäglich gegen die Erweite. rung des Bölterbundsrates ausgesprochen hätte. Dieser Standpunft ergab sich aus der Erkenntnis, daß die einmal begonnene Erweiterung des Rates zu unendlichen Konsequenzen führen und der Außerdem hat Benesch, wie es heißt, seinen Sitz für Sep- Bölkerbundsrat schließlich zur Völkerbundsversammlung werden tember einer anderen Macht der Kleinen Entente, nämlich Jugo- mürde. Der schwedische Außenminister mar von seiner grundsätzlichen flavien, versprochen. Und schließlich ist ein Berzicht Brasiliens Haltung, die von allen Parteien Schwedens geteilt wird, trop fortum so unwahrscheinlicher, als man gestern abend noch in der Umgesetzter Einwirtungen aus allen Kreisen nicht abzubringen, und fo gebung Chamberlains abermals große Besorgnisse wegen des Herrn ergab sich nach endlosen Verhandlungen die Frage: Wie ist eine Mello Franco zeigte, der sich abermals auf Grund neuer Instruftic- Entscheidung herbeizuführen, die Deutschlands Standpunkt prinzipie nen aus Rio de Janeiro hinsichtlich eines Anspruches Brasiliens auf wahrt, der schwedischen Haltung praktisch Rechnung trägt und dera einen permanenten Ratssig unnachgiebig zu zeigen drohte!. französischen und englischen Bersprechen an Polen gerecht wird. Beratungen in Schweden. Stodholm, 15. März.( WIB.) Die Mitglieder des Aus wärtigen Ausschusses find zu einer Sigung einberufen worden. • Auf der Suche nach dem Kompromiß. Genf, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Zeit drängt! Am Dienstag abend muß Briand von Genf abreisen, um am Donnerstag vor der Kammer und dem Senat die Erflärung seiner Regierung ab. zugeben. Die Aufnahme Deutschlands soll bis dahin vollzogen sein. Drud gefeßt. Er beschloß, ohne daß die Vorausseßungen einer EiniSo hat der Völkerbundsrat sich am Sonnabend selbst unter gung über bie Ratsfrage erfolgt wäre, bie nächste Bollver fammlung auf Dienstag 11 Uhr festzulegen, und zwar mit der Tagesordnung: Deutschlands Aufnahme in den Völker bund. Dieser Beschluß war immerhin ein gutes Zeichen, und eine Warnung an die hiesigen Pessimisten. gibt sich aus den verschiedenen Auffaffungen und Lösungsmöglich. Der Sinn des in Aussicht genommenen Rompromisses erfeiten, die in den Verhandlungen der letzten Tage zur Debatte standen. Was die deutsche Delegation betrifft, so fonnte seit der AbBei dem Bemühen, die Lösung dieser schwierigen Frage zu finden, hat sich nicht allein die deutsche Delegation der sozialistischen Initiative bedient. Vielmehr zeigten überhaupt Sozialisten die verschiedensten Möglichkeiten einer Einigung. Anfänglich stellte Undén in llebereinstimmung mit den übrigen skandinavischen Ländern Jeinen Ratssitz zur Verfügung, um so die Aufnahme Bolens ohne zahlenmäßige Erweiterung der Ratsmandate zu ermöglichen. Er ließ sich bei dieser Haltung von dem Gedanken leiten, das Werk von Locarno sichern zu helfen und der Idee des Böllerbundes zu dienen, ohne sich dabei etwas zu vergeben; da s schwedische Mandat läuft an fidh im September ab und es ist schon jeẞt fo gut wie sicher, daß eines der skandinavischen Länder im September wieder in den Kat hineingewählt wird. Auch Ban. dervelde nahm eine ähnliche Haltung ein wie sein schwedischer Gesinnungsfreund, so daß zunächst u. a. auch die Frage erläutert murde, ob nicht schon jetzt, statt im September, fämtliche nichtständigen Sitze neu gemählt werden sollten. Auf diese Lösungsmög lichkeit scheinen die Kämpfe um das Kompromiß hinauszulaufen. Polens Aussichten. Paris, 15. März.( BIB.) Der Bertreter des„ Nem Dort nicht mehr der geringste Zweifel darüber bestehen, daß Deutschland fanmiung gebracht werden sollte, eine Mehrheit für die Zu die Frage der Erweiterung des Bölterbundsrats vor die Vollver. vor feinem Eintritt in den Böllerbund unter feinen Umständen sich laffung Bolens erzielt werde. Die britischen Dominions feien für eine Veränderung des Rates festlegen würde. Dieser Stand- lajung Bolens erzielt werde. Die britischen Dominions seien allem Anschein nach gegen die Zulassung Bolens ebenso wie viele andere fleine Nationen. Die Franzosen suchten mit allen mitteln zu verhindern, daß die Angelegenheit vor die Böllerbundsversammlung gebracht werde. Aber leider fommt es darauf nicht mehr an. Deutschland hat lehnung der belgisch- englischen Kompromißformel am Freitag abend Herald" in Genf berichtet, es jei feineswegs sicher, daß, wenn fich bisher auf das geschriebene Recht geftügt, indem es fagte: 2ẞir lehnen es ab, Bindungen bezüglich einer Bermehrung der Ratsfige im voraus einzugehen. Erst müssen wir im Rat felbſt ſizen, dann punkt wurde insofern positiv gestaltet, als sich die deutsche DeWird aber nun ehne Zutun Deutschlands durch ein Votum berlegation schriftlich bereit erflärte, nach dem Eintritt Bollversammlung Schweden im Fat burch Bolen erfezt, dann jetzt Deutschlands in ben Böfkerbund alle Ansprüche auf Ratssie in einer fich Deutschland formell ins Unrecht, wenn es gegen diese Kommission mitzuberaten. Der Reichsaußenminister hat diesen Bor Lösung Einspruch erhebt. Und dieses Unrecht wäre um fo flagran- fchlag denn noch dahin erweitert, daß Deutschland seine Bereit. ter, als Deutschland sagen würde: Gegen bas Prinzip einer solchen schaft zu feiner Mitarbeit auch aufrecht erhält, wenn das Lösung haben wir an sich nichts einzuwenden, nur soll sich nicht Ziel dieser Kommission, Erweiterung des Rates im Dezember, in einer gerade Schweden, sondern eine Ententemacht, wie z. B. die Tschecho- Entschließung der Völkerbundsversammlung ausdrücklich fest. gelegt wird. Es ist sogar anzunehmen, daß die deutsche Delegation einen entsprechenden Borschlag felbft stellen wird, sobald ihre Auf- zweiten Wahlbezirk von Paris für zwei verstorbene Abgeord flowalei, opfern. Damit deckt man seine Karten auf, gibt zu, das Deutschlands bisherige Haltung sich nicht aus prinzipiellen Gründen her- nahme erfolgt ist. geleitet hat, sondern lediglich aus politischen Gründen, um Bolen aus dem Rat fernzuhalten. Es ist alfo klar, daß Deutschland so nicht operieren fann. Vertagung der Vollversammlung. Auf Mittwoch. V. Sch. Genf, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Nach der offiziellen Ratsfizung wurde bekannt, daß die Bollfigung des Bölferbundes, die ursprünglich auf Dienstag angefeht war, auf Mittwoch verschoben worden ist. In der deutschen Delegation fimmt man über die Möglichkeit nach, auf der Grundlage der schwedischen Lösung" wieder mit besonderen Modalitäten, die für Deutschland annehmbarer wären, den Ausweg zu finden. Ueber diese Modalitäten, die den Gegenstand der offiziösen Ratsbesprechung bildeten, die bei Drummond stattDer Automatenfreund. Bon Mag Bernardi. Täglich um 6 Uhr abends treffe ich ihn. Ich habe ihn Auto matenfreund getauft. Wenn ich aus der U.- Bahn steige, um auf den anderen Zug zu warten, steht mein Freund schon da. An dem Bartesaalhäuschen lehnt er und blidt starr vor sich hin. Bier Meter vor ihm steht ein Schokolade- Automat. Zwischen ihm und dem Automaten haften und drängen Leute. Ich stehe abseits und erwarte meinen Zug. Marte aber auch auf den dumpfen Blechton, der stets so prompt aus dem Automaten Ichhallt. Bong! Mein Freund ist an der Arbeit. Er leistet aber nur halbe Arbeit er spart sich das Hineinwerfen eines Groschen, er zieht mur den Hebel. Zieht, hält einen Moment gespannt inne und läßt dann losschnellen. Bong! Es fommt eben nichts heraus. Dann mendet er sich langsam um. Müde, enttäuscht, abgestumpft. Sein und mein Zug fährt ein. Am nächsten Abend 6 Uhr fehen wir uns pünktlich wieder und dasselbe Schauspiel wiederholt fich unbarmherzig. Einmal war ich so naiv, an einen pflichtgetreuen Beamten diefes Automaten zu denken. Ich bin aber ganz davon abgefommen. Aber eine wahre Teufelsidee fam mir, eine ganz fatanifche! Ich richtete es ein, daß ich vor 6 Uhr beim Automaten stand, in der Hand hielt ich ein 10- Pfennigftüd. Ich wartete. Da hörte ich den Zug kommen. Noch einmal blickte ich mich scheu um und dann -fling- flang- hüpfte mein Groschen in die gebrannte Manbelspalte. Rasch trat ich zurück. Da tam mein Freund. Alles wie sonst. Er ließ die Menge paffieren, starrte auf den Apparat und schlängelte sich langsam hin. Mir schlug das Herz. Ich sah, wie er den Griff zog es war eine Sensation für 10 Pfennig! Herrlich! Er hielt den Griff noch fest Tsch fragg! jekt ließ er ihn losschmellen Er stand wie eine Salzsäule. Ich auch. Plötzlich fuhr seine Hand blitzschnell aus der Tasche und wieder zurüd. Ebenso schnell. Dann wandte er sich ganz langfam um. Fast ein wenig mantend fam er auf mich zu. Sollte er? Nein, auf die Bant setzte er sich dort. | Unser Zug fuhr ein. Es fümmerte ihn nicht. Auch mich nicht. Ich sah sein Geficht: Aft, nicht verlebt- aber verhofft. Ein Muges Antlig, doch übermüdet von vielen Enttäuschungen. Tiefe Furchen hatten es deutlich eingegraben. Nur feine Дeuglein waren jekt poll Feuer und Streitbarfeit, voll Siegesfreude! Und nun legte sich ein Lächeln, ein beseligtes Lächeln uni ben verbitterten Mund jo mie vielleicht Erfinder zu lächeln vermögen, mem fie Die Auffassung der Gegenseite ergab sich nach der deutschen Ablehnung ebenso flar aus den Erflärungen Briands und des Genossen Baul Boncour gegenüber dem Sonderforrespodenten des 503. Breffedienst. Sie ftellten fest, daß Frankreich bis an die Grenze feiner Ronzessionen gegangen sei und in der Sache teine meiteren 3ugeständnisse machen würde. Es zeigte sich, daß die französische Delegation auf die Erteilung eines Ratssizes an Polen in dieser Session bestehen würde. Diese Haltung| iit zurückzuführen auf eine unberechtigte handlungsweise Briands in Locarno, Er überwand damals den Widerstand der polnisen Delegation gegen die Annahme der Locarno- Berträge nur durch das Bersprechen eines ständigen Rats. figes, für dessen Erfüllung sich auch Chamberlain aus den gleichen Gründen verbürgte. In diesem Sinn hat sich der französische Außen minister in den Auswärtigen Ausschüssen der Kammer und des Senats festgelegt, so daß er befürchtet, ohne Erfüllung dieses auf ihrem Sterbebette noch das Perpetuum mobile gereimt zu haben glauben. Behagen, geschwellte Lebensfreude lag in dem Manne. Endlich! Endlich! Er hatte es ja gewußt, er hatte ja daran geglaubt, unentwegt. Tage, Monate, vielleicht Jahre! Und er hatte ja recht behalten! Er!! Einen Moment glaubte ich etwas wie Reue über diesen Frevel an einer Menschenseele zu verspüren. schüchtern, verzagt Da zog er die Schachtel hervor, nicht zitternd und scheu, nicht mit lässiger Gebärde riß er die fleine Pappschachtel auf, fchmiß den Dedel auf den Bahnsteig, schüttete sich die Zuckermandeln in die Hand, zerfnüllte den zierlichen Bapp farton und marf ihn mir vor die Füße. Er, der sich früher die Kirschterne in die Hand spudte, um fie gelegentlich in einen Abfallforb zu werfen. Bie er mich anblickte und dabei trachend die braunen Mandeln mit den Zähnen fnacte! Wie er schmazte und fraß! Mich gering schäßte! Er, der plötzlich Befißende, Ueberlegene! Ich sah den Typ des Emporfömmlings, des zu rasch reich Gewordenen wehe, wenn er zur Macht gelangen würde. Ein neuer Zug fuhr ein. Er erhob sich, stieß mit dem Fuß nach der zertnüllten Bappschachtel, drängte sich in den Wagen. Ich mit ihm. Da saß er mun und starrte vor sich hin. Was dachte er? An den nächsten Abend? An den Automaten? Hatte er noch mehr folcher Spielfästen? Größere, fompliziertere, menschliche an denen er rüttelte, schüttelte-? Armer Teufel! Nachwahlen in Frankreich. Schwächung des Kartells. Paris, 15. März.( Eigener Drahibericht.): Nachmahlen im nete zeichneten sich am Sonning durch geringe Wahlbeteili gung aus. Eiwa 40 Prozent der Wahlberechtigten blieben der Bahl fern. Ein endgültiges Ergebnis, fonnte noch nicht erziel: Während bei den allgemeinen Wahlen am 11. mai 1924 die gemein. merden, so daß am fommenden Sonntag Stich wah I stattfindet. fame Liste des Lintsfartells etwa 50 000 Stimmen auf sich vereinigte, erzielten jetzt Sozialisten und Sozialrabitale, die getrennt marschierten, 15 500 b3m. 11 500, zufammen alfo 27 000 Stimmen oder 23000 weniger als bei den letzten Wahlen. Die Liste des nationalen Blods brachte es auf 47 500 gegen 50 000 in Mai 1924. Am besten schnitten die Kommunisten ab, die mit 38 000 nur um 2500 hinter den letzten Wahlen zurückgeblieben find. Eine Senatswahl im Departement Bogesen zur Ersetzung des rechtsstehenden Senators Meline hat zum Siege des Bonapartisten Flanette geführt. Er selbst erhielt 523 Stimmen, seine beiden Gegenfandidaten der bürgerlichen Linken 300 bzw. 175. | ungesehen bleibt, müffen fich zu einem disziplinierten Körper einer Zweieinigkeit verschmelzen, wenn die augenfällige Wirkung nicht darunter leiden soll. B. Sch. Gustav Conradi geftorben. Einer der ältesten und beliebtesten deutschen Schauspieler, Gustav Conradi, ist in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag furz vor Bollendung seines 76. Lebens jahres gestorben. Conradi hat nicht nur in Deutschland alle Fächer des fomischen Bühnenfünstlers gespielt, sondern auch meite Kunst reisen unternommen. Am Deutschen Theater in Moskau und Petersburg wirfte er oft als gern gefehener Gast. Am Ende des vorigen Jahrhunderts wanderte Conradi nach America aus, um dort Lorbeeren und Reichtümer einzuheimfen. Das ging nicht so leicht, und der Rünstler mußte fich in einen regelrechten Tagelöhner verwandeln. Er war Straßenarbeiter und Kellner und übte noch ein Dugend anderer, nicht gerade einträglicher, aber vor der letzten Not bewahrender Berufe aus. Schließlich gelangte er doch wieder zur Kunst, und die Amerikaner schlossen ihn ins Herz. Der Wander fomödiant fehrte nach Deutschland zurüd. Er wurde Mitglied des Darmstädter Hoftheaters. Er mußte gehen, weil er in einer Bühnenimprovisation die übermäßige Liebe des Großherzogs für Die lustige Bitme" allzu farfaftisch verspottete. Der Großherzog hatte sich nämlich in diese Operette jo pernarrt, daß ihm keine andere Borstellung mehr gefiel. Als Patriarch des deutschen Bühnenklubs, der verwöhnt und verhätschelt wurde, fonnte Guftav Conradi seinen Lebensabend beschließen. Er starb nach kurzer Krankheit. M. H. Wieder will ich dir helfen. Im nächsten Jahr vielleicht und denten der deutschen Akademien und großen wissenschaftlichen Ber= dann mit Pfefferminz. Aber es ist das fast zu süß. Weltenwende." Am Sonntag sprach im Großen Schau[ pielhaus der Florathsche Spredchor Rothen. Felbers Beltenwenbe". Die Darbietung erweckte beson deres Interesse dadurch, daß der Versuch gemacht wurde, Sprechchor und Gesangchor, es war in diesem Fall der ausgezeichnete Schubert Chor unter Sascha Horenstein, zu einer fünft lerischen Einheit zufammenzuführen, was auch zum großen Teil gelang. Die Beltenmende" Rothenfelders ist nicht eigentlich ein Sprechchormert, dazu fehlte ihr zumeist das dramatische Auf und ab, die vorwärtsdrängende oder in den Abgrund führende Leitidee, fondern zumeist eine inrisch abstrafte Dichtung von großer gebant. licher Tiefe und sprachlicher Schönheit. Die vorzüglichen Einzelsprecher( 5) einrich Bitte, Ferdinand Hart und Wolf Irug) wurden ihrer Aufgabe voll gerecht, auch der Sprechchor brachte das Wert rhythmisch und sprachlich, soweit er es erfühlen fonnte, gut zur Geltung. Das in Abstrafte gekleidete Gedanklich tiefe fonnte er begreiflicherweise nicht restlos erschöpfen. Das Zu sammenwirten mit dem Schubert Chor trug zur Steigerung bes Birtung erzielt Bertes in hohem Maße bei, es murde fo einmal eine ergreifende nur müßte bei späterem Zusammenarbeiten von Gesangchor auch auf die bildmäßig wirtende Einfügung ge achtet werden, Sprechchor und Gesangchor, soweit letterer nicht wissenschaft. Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft hielt in Mitgliederversammlung der Notgemeinschaft der deutschen der Universität München ihre dritte Mitgliederversammlung ab, an der Bertreter der Reichsregierung, der Bundesstaaten, die Präfibände, die Rektoren der Universitäten und andere führende Wissenschaftler, sowie Parlamentarier des Reiches und Bayerns teilnahmen. Auf der Tagung wurde eine Entschließung angenommen, in ber an das Reich und die Länder die dringende Mahnung gerichtet wird, bei der Bemessung der Ausgaben für die Wissenschaftspflege weder die Zahlen der Borkriegszeit noch deren Verhältnis zu den Gesamtausgaben des Reiches und der Bundesstaaten zum Maßstabe zu nehmen. Weiter wird eine Nachprüfung der der Wissenschaft gewährten Mittel gefordert. Insbesondere wird ersucht, für das Etatsjahr 1927 das der Notgemeinschaft bewilligte Extraordinarium von drei Millionen Mart, das den Forschungen auf dem Gebiete der Volksgesundheit, des Volkswohls und der nationalen Wirtschaft dient, wieder einzustellen. Sprechchor der Wolfsbühne e. V. Morgen, Dienstaa, beginnen die Broben wird nunmebr zeimal wöchentlich, und zwar jeweils am Dienstag und zur" Faust" Aufführung, wozu alle Mitglieder erscheinen müssen Gebt Freitag 7 1hr in der Schule, Weinmeisterstraße 16/17. Anmeldungen von männlichen Mitgliedern sind noch erwünscht. Schauspieler- Nachtvorstellung des Duell am Cibo. Anlaßlich der Schau Benebmigung ber Intendang ber Lotabberband des Staatstheaters und der fpielertagung vomt 17: bis 19. Märg in Berlin beranft lten mit freundlicher Begirisverband Grog.Berlin am 18. März eine Schauspieler- Rachisorstellung von Rebfisch Komödie Duell am Lido". Starten in Bureau des Bezirks verbandes der Genossenschaft, Reithft. 11. Die Enteignung der Witwe Kurt Eisner's. Die Witwenrente durch die Juflation erledigt". Die Witwe des ermordeten Ministerpräsidenten Eisner erhielt seinerzeit vom Bayerischen Landtag eine Rente von 3000 m. für sich und 3000 m. für ihre Tochter zugesprochen. Seit dem Inflationssommer 1923 erhält Frau Eisner feine Rente mehr das Porto überstieg den Papiermarkbetrag. Die Rente ist niemals aufgewertet worden! Das bayerische Finanzministerium hat sie vielmehr durch folgende Attennotiz ,, erledigt": Wie bereits hervorgehoben, habe der Landtag nach der Katastrophe vom Februar den Hinterbliebenen des damals to blich Derunglüdten(!) Ministerpräsidenten Eisner sowie dem bamaligen Minister des Innern Auer eine Entschädigungsrente zuer fannt; diese Renten seien fortbezahlt worden, bis im vorigen Jahre die feinerzeit bewilligten Säge durch die Gelbentwertung un zureichend und an sich gegenstandslos geworden seien. Im Fall Eisner handele es sich lediglich noch um die Witwe und um feine Tochter; die übrigen Kinder seien bereits versorgt. Das Finanzministerium sei der Anschauung, daß ehne Rücksicht auf die Frage der Entwertung die Bieberan. weisung eines Bezuges für die Hinterbliebenen des Eisner wohl nicht in Frage tom me." Dementsprechend ist die Rente der Witwe bes Eisner" gestrichen worden! Die bayerische Regierung ist um den Mörder Eisners, den Grafen Arco, fehr besorgt gewesen. Er ist begnadigt und befigt Vermögen. Er wird für die Entschädi gung der Hinterbliebenen des Ermordeten nicht in Anspruch genommen. Der Mörder ist begnadigt und lebt in Wohlstand die Witwe des Ermordeten ist sehr arm und ist vom bayerischen Staat entschädigungslos enteignet worden. Diefelben Leute, die diesen niedrigen Streich gegen die Witwe des Ermordeten billigen, entrüften fich fittlich über Berlangen nach der Enteignung der Fürsten. Sie schreien, wenn die hohen Pensionen der kaiserlichen Offiziere nicht noch mehr erhöht werden. Boher nimmt die bayerische Regierung das moralische Recht zu einer Rundgebung gegen das Volksbegehren, nachdem sie selbst durch einen Federstrich einer armen Witwe die Witwenrente enteignet? Eine Erklärung Borsigs. Die Vorgänge in der Arbeitgebervereinigung. Herr o. Borsig, der Borsigende der Bereinigung Deut fther Arbeitgeberverbände, nimmt Anstoß an der Tatsache, daß mir in einer Kritik seiner Ausführungen von schweren Berfehlungen" in der BD. gesprochen hatten. Gegen über dem uns vorliegenden Bericht, den wir für zuverlässig halten mußten, erklärt er, daß feine Ausführungen wörtlich folgendermaßen gelautet haben: Die Fehler, die begangen worden sind, sind von den Be arbeitern der einzelnen Refforts begangen vorden. Herr Dr. Tänzler glaubte aber als leitender Geschäftsführer die Berontwortung dafür übernehmen zu müssen, daß diese Fehler begangen werden fonnten..." Bir geben von dieser Erklärung Kenntnis, obgleich sie an unseren Schlußfolgerungen nichts ändert. Die Meinung, ob es fich um eine Verfehlung, um einen Fehler, um ein Fehlerdhen oder gar nur um einen Schönheitsfled der Arbeitgebervereini gung gehandelt habe, ist ja selbst im Arbeitgeberlager geteilt. Denn megen einer Bagatelle brauchte Dr. Tangier seine Berantwortung nicht so schwer zu empfinden, wie er es mit feinem Abgang bofumentiert hat. Wir verzeichnen daher gern, daß in den Augen des ersten Borsigenden der Arbeit gebervereinigung die Hergabe von Darlehen zum Zwed der Beitergabe an den Häuptling der Fememörder an eine Gewerkschaft und die literarischen Korruptionsverfuche des Herrn von Zengen nur einen Fehler", nicht eine Ber: fehlung bedeuten! Diese feine Unterscheidung ist für Borsig bezeichnender, als wenn er geschwiegen hätte! Ein Stahlhelm- Staatsanwalt. Ein Beitrag zum Kapitel„ Deutsche Juftiz". Der Sonntag des Volkes. Rekordeinzeichnungen im ganzen Reiche. Das war der Sonntag des Boltes, der Sonntag des Pro| Untertanen machen wolle, werden heute erkennen, daß sie sich teftes gegen die Bürdelosigkeit und die Habgier der deutschen verrechnet haben. Sie selbst haben dazu beigetragen, den Fürstenhäuser! In Berlin und im Reiche überall ist die monarchischen Gedanken in Deutschland schwer zu erschüttern. Bevölkerung in Massen zu den Eintragungsstellen geströmt Ihre Habgier, ihre Gleichgültigkeit und Verständnislosigkeit Die Zahl der Eintragungen hat alles übertroffen, was an gegenüber der schmeren Not des ganzen Boltes, ihre Würdevorhergehenden Tagen erreicht worden war. Das Ergebnis lofigkeit, die sie in so unerhörten Ansprüchen in der Zeit der der Einzeichnungen in den beiden größten Städten des Reiches allgemeinen Not getrieben haben, ihre ganze unfürstliche in Berlin und in Hamburg ist ein wuchtiger Protest Haltung hat dem Volfe blizartig die Augen geöffnet. Hinter gegen die Ansprüche der deutschen Fürstenhäuser. den Dekorationen des alten monarchischen Systems, die Bis zum Mittwoch, dem letzten Tag der Einzeichnungs- Fürstenparteien und Fürstenpresse in Deutschland wieder auffrist, müssen die Eintragungsziffern noch gemaltig anschwellen. richten möchten, sind die deutschen Fürsten erschienen als das ,. Die Bewegung geht weiter! was sie wirklich sind, als die Nachfahren der Raubrifter und Bolfsbebrüder von ehedem, die nicht Diener des Bolkes sein, sondern sich am Volfe bereichern wollen. Ein Boltsbegehren ist nicht eine allgemeine Wahl. Die Einzeichnung in die Liste für das Boltsbegehren ist nicht im gleichen Maße durch das Wahlgeheimnis geschützt wie die Stimmabgabe bei der geheimen Wahl. Es ist ein anderes, feinen Namen in eine Lifte einzutragen oder einen Stimm zettel in geschloffenem Kuvert in die Wahlurne zu werfen. Im so höher muß der Erfolg des Boltsbegehrens gewertet werden, der sich jetzt schon überblicken läßt. Ueber eine Million Wahlberechtigte haben sich in Berlin in die Listen eingezeichnet, haben mit ihrer Namensunterschrift die Enteignung der Fürstenhäuser gefordert, und haben damit ein startes Bekenntnis für die Republik, gegen den monarchischen Gedanken abgelegt. Die Reichshauptstadt ist und bleibt republikanisch und mit ihr der politisch rege Teil des deutschen Volkes! Das Ziel des Boltsbegehrens, die gefeßlich vorgeschriebene Zahl von Unterschriften aufzubringen, damit der Gesezentwurf dem Reichstag zur Beschlußfassung und dem Bolte zum Volksentscheid vorgelegt werde, ist längst erreicht. Die Zahl von rund 4 Millionen Stimmen ist im Reiche weit überschritten. Vielleicht sind heute schon mehr als das Doppelte der gefeßlich vorgeschriebenen Unterschriften auf den Listen eingezeichnet. Das Ziel des Boltsbegehrens war aber nicht allein, die gefeß lich vorgeschriebene Zahl von Unterschriften aufzubringen. Es galt, in dieser großen, das ganze Bolt erfassenden Bewegung zu demonstrieren gegen die finanziellen Ansprüche und die Sahinter stehenden politisch reaktionären Hoffnungen und Bestrebungen der deutschen Fürstenhäuser. Dies politische Biel des Boltsbegehrens ist glänzend erreicht worden! Eine große Bewegung hat das ganze Bolt erfaßt. Es weht ein große Bewegung hat das ganze Bolt erfaßt. Es weht ein frischer Bind in Deutschland, vor dem die Nebelgestalten der monarchistischen und reaktionären Hoffnungen in fich zusammengefunken sind. Das Bolt hat sich erhoben, um fich zusammengefunken sind. Das Bolt hat sich erhoben, um durch die Einzeichnung für das Boltsbegehren den monarchisti schen Jllusionären, die an eine Restauration in Deutschland glaubten, feine wahre Gesinnung ins Gesicht zu schreien und durch Namensunterschrit zu beträftigen. Wer heute noch den monarchischen Gedanten in Deutschland angesichts dieser Haltung der Fürsten und der Empörung des Bolles zu verteidigen wagt, der befigt wahrhaft traurigen Mut. Der Sonntag des Bolles hat dem monarchischen Sput von gestern und heute einen tödlichen Stoß versetzt! Bezirk Solingen: 65 Proz. Solingen, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Weit über die Hälfte aller Wahlberechtigten haben sich am Sonntag in die Listen eingetragen. Ungefähr 65 Proz. der Wähler der letzten Reichstagswahl haben für das Boltsbegehren ihre Stimmen abges geben. Auch heute noch stehen lange Ketten in den Einzeichnungs lofalen. Es handelt sich um bie Städte Solingen, Ohligs, Bald, Höhscheid und Grafrath. Gute Beteiligung auch in Mitteldeutschland. Hannover, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Der gestrige Sonntag murde hier der Haupttag für die Einzeichnungsbewegung zum Boltsbegehren. Von der ersten Einzeichnungsstunde bis zum Schluß hielt in allen 45 Einzeichungslokalen der starte Andrang an. Die Zahl der Eingezeichneten, die am Sonnabend abend 66 359 betrug, stieg bis Sonntagabend auf 98 934. Es ist also für Sonntag allein eine Steigerung von über 49 Proz. zu verzeichnen. Magdeburg, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) In Magdeburg haben sich bis zum Sonntag 59 139 ahlberechtigte für bas Boltsbegehren durch Unterschrift erflärt. Wahlberechtigt waren bei der letzten Wahl in Magdeburg 208 000 Einwohner. Halle, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Bis Sonntag a bend steigerte sich die Zahl der Einzeichner auf 35 000. Das find 27 Proz. aller Wahlberechtigten. In der benachbarten Industriegemeinde Ammendorf betrug die Cinzeichnerzahl bis Sonntag 4300, das sind 58 Proz alfer Cinzeich nungsberechtigten. Ostpreußen. Königsberg( Pr.), 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Der geftrige Sonntag brachte einen großen Zuwachs von Eintragungen. An den Eintragungslokalen staute sich die Menge. Infolge der Es war am Anfang der großen Eintragungsbewegung, als ein deutsch nationaler Abgeordneter im Hauptausschuß des Reichstages als Glaube und Hoffnung seiner Partei aussprach, daß das deutsche. Bolf im Herzen monargilah gesinnt und daß der monarchije Geturzen Eintragungsfrist müffen viele unverrichteter Sache umtehren. danfeim Vordringen sei. Es ist sehr still geworden im Insgesamt zählt Stönigsberg bisher 32600 Eintragungen Lager der deutschen Monarchisten, seitdem die Einzeichnungen( 17,5 Bro3. ber Wahlberechtigten bei der letzten Reichstagswahl.) Im Stadtkreis Insterburg haben sich bisher$ 860 Ber für das Boltsbegehren begonnen haben. mehr von den illusionären Hoffnungen auf die Wiederaufrich- fonen eingetragen( 16,5 Proz. der Bahlberechtigten). tung der Monarchie in Deutschland, nichts mehr von jenen Behauptungen, daß das deutsche Volt sich von der Republik abwende. Man hört nichts Soweit das Ergebnis des Boltsbegehrens fich heute fchon überblicken läßt, ist es eine starte Rundgebung der republitanischen Gesinnung des deutschen Boltes. Nicht der monarchische Gedanke, der demokratisch- republilebt in allen Schichten der Bevölkerung, in den Barteien, die tanische Gedante ist in stürmischem Vorwärtsschreiten. Er als Partei es bisher nur zu einer vernunftgemäßen Anerfennung der Republik gebracht haben. Er hat die Parteidisziplin dort gesprengt, wo Barteien von Bernunftrepubli. fanern sich nicht mit flarer Entschiedenheit und heißem Wollen stellt haben. Frankfurt a. M., 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Am gestria gen Sonntag wurden in Frankfurt a. M. 460 Listen ausgefüllt, das find 30 360 Eintragungen am geftrigen Sonntag allein, im ganzex also 93 130. Dazu kommen etwa 2000 Liften, die angefangen in den Bezirken liegen. Bielefeld, 15. März.( Eigener Drohtbericht.) In Bielefeld- Stabt und kommainistischen Wähler der letzten Wahl in die Listen zum haben sich bis zum Sonntag abend 85 Broz, ber sozialdemokratischen Boltsbegehren eingetragen und rund 30 Broz. aller Ein. tragungsberechtigten. Ungefähr das gleiche Bild ergibt sich für die meisten Städte und Dörfer des nördlichen Bestfalens. In den ländlichen Kreisen hat allerdings erst am Sonnabend und Es handelt sich diesmal nicht um ein Racheurteil, sondern an die Seite des Boltes gegen die Ansprüche der Fürsten ges Sonntag der Zustrom richtig eingesetzt. nr um einen Gerichtsreferendar, einen angehenden Staatsanwalt. In einem Beleidigungsprozeß wegen einer Holzerei wischen Stahlhelmleuten und Roten Frontfämpfern in 3 widau hielt er folgende Anklagerede: „ Die Tat des Angeflagten muß politif beleuchtet werben. Der Angeflogie als Anhänger bes Roten Front tämpferbundes handelt mur nach den Richtlinien seiner Organisation, wenn er die Mitglieder des Stahlhelms angreift. Der Stahlhelm aber ist doch eine begrüßenswerte Gr. fcheinung, die fich zum Ziele feßt, die Nation gefundheitlich zu ertüchtigen. In unserer schweren Zeit muß es doch anerkannt werden, Der monarchische Gebanfe in Deutschland hat einen schweren Stoß erlitten. Die enthronten Fürsten und ihr An hang, die geglaubt haben, daß das deutsche Volt in Schafs geduld und Knechtsgesinnung sich wieder zu ihren ergebensten Kulturarbeit im Grenzgebiet. Die Sozialdemokratie für deutsch- dänische Verständigung. Eutin, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Auf einer Bezirts. Braunschweig, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) In der Stadt Braunschweig find insgesamt 34100 Unterschriften er folgt. Bei der letzten Reichstagswahl wurden für die Sozialdemo fratische Partei 31000 Stimmen abgegeben. schrieben hat, bin ich der Ansicht, daß der Ausschuß am besten auf Herrn Kube verzichtet, menigstens in dieser Sache. Bie wir uns nachher zu seiner Ladung im Falle Grütte- Lehder steller, bleibt dem Ausschuß überlassen. Abg. Körner( Bölf.): Ich wollte nur feststellen, daß der Brief menn fich Menschen bemühen, enblich aus den Händen fonferenz der Sozialdemokratifchen Bartei fonnte über den guten des Abg. Kube ohne meine Kenntnis abgegangen ift. internationaler Stiaventnechte herauszutommen und zu nationaler Selbstbefining zurüdzukehren. Die Kreise, zu denen der Angeklagte gehört, versuchen programmäßig, diese Be strebungen zu unterbinden, wie die Vorgänge der legten Tage genügend bewiesen haben. Deshalb müssen berartige Straftaten mit schwerster zuläffiger Strafe geahndet werden." Die internationalen Sflaventnechte sind die Herren Luther, Stresemann und Hindenburg. Ein Gerichtsreferendar darf sie in einer Amtshandlung so infam beleidigen. Der angehende Staatsanwalt riecht, was in der deutschen Justiz vor sich geht. Er paßt sich an. Rechtsprechung, von solchen Leuten geübt, ist feine Rechtsprechung mehr. Stand der Organisation, über gute Beteiligung an der Eintragung zum Boffsbegehren berichtet werden. Nach dem politifchen Referat des Abgeordneten Gen. Eggerstedt nahm die Konferenz folgende Entschließung zur Regelung der Schulfrage in Nord. les mig einmütig an: Die Sozialbemokratische Partei begrüßt das, von preußischen Regierung durch Verordnung gegebene Minderheitenabtommen für Nordschleswig. Ste erblickt barin, wie in dem deutsch- dänischen Abkommen der Sozialisten beider Länder, eine Borbedingung für das freundnach barliche Zusammenarbeiten zwischen Deutschland und Dänemark. Die Sozialdemokratie weist deshalb alle Angriffe, die gegen bas Abkommen gerichtet werden, zurüd und spricht, als stärkste Organisation der Proving, dem fogenannten Schleswig- Holsteiner- Bund bas Recht ab, Brotesterflärungen im Namen der Schleswig- Hol Steiner zu erlaffen. Feme- Ausschuß. Rube von seinen Parteigenossen verleugnet. Abberufung des Landrats von Engel. Wo bleibt Disziplin and Strafverfahren? Der Amiliche Preußische Breffebienst meldet: Das preußische Staatsministerium hat ben Landrat von Engel ( Landkreis Einbeck) ab berufen und zum Regierungsrat bei der Regierung Rassel ernannt. Die Abberufung erfolgte, weil Land rat von Engel trotz der bereits erfolgten Bekanntgabe der Zulassung des Boltsbegehrens in einer Berfügung an die Gemeindebehörden am 23. Februar 1926 die öffentliche Auslegung ber von den Antrag Stellern gemäß dem Gefeß über bas Boltsbegehren ben Geer in unflätiger Form zu feiner Borlabung Stelling nimmt. Ich meinden unmittelbar zugesandten Eintragungsliften als unzulässig verboten hatte. Der Femeuntersuchungsausschuß des Preußischen Landtags setzte heute vormittag feine öffentlichen Verhandlungen fort. Der Bor. hende, Abg. Szillat( Soz.), verlas zunächst ein Schreiben. bes volfischen Reichstagsabg. Rube an den Ausschuß, in dem glaube, jebe Bemerkung, die ich an diesen unqualifizierbaren Brief fnüpfe, würde die Wirkung beeinträchtigen. Ich stelle lediglich fest, daß der Reichstagsabg. Rube von uns geladen ist auf Wunsch feines Bartetfreundes Körner und daß Abg. Körner Sultan Mitrasch geftorben? Rach in Paris oorflegenden Met uns austrüdlich erffärt hat, er würde bie Vermittlung mit dem bungen aus Syrien foll ber ihrer ber effiönbifchen Drulen, Sul. Abg. Stube übernehmen und würde baffir forgen, daß diefer und tan Attrasch, seinen schweren Bericigungen har eine frangchebie übrigen nättilde bgeordneten hier eriopeinen. Fliegerbombe erlegen fein. Nog nitner( Seg.): Rachdem Herr Stube biejen Brief ge Der Borfigende verliest dann eine 2 ustunit ber Bolizei. behörde von Betschau des Inhalts, daß Oberleutnant Schult gutsbesikerin Selma Riebenow und in der Hotelwirtschaft Langemak fich in der Zeit von 1920 bis 1925 verfchiedentlich bei der Ritterin Beischau aufgehalten hat. Es habe sich dabei aber immer nur um vorübergehenden besuchsweisen Aufenthalt gehandelt. Stach einer erregten Geschäftsordnungsdebatte wird der 29jährige Geschäftsführer Rast vernommen, der darüber Auskunft geben soll, welche Genossenschaften während der Tätigkeit des Schulz vom Zentralverband der Landarbeiter gegründet worden sind und welcher Art die wirtschaftliche Betätigung war, und welche Mitgliederliffen von diesen Genossenschaften geführt worden sind. Der Zeuge meist darauf hin, daß er bereits am Freitag von der Politischen Abteilung der Kriminalpolizei barüber vernommen worden sei. Zusammenstoß in Düsseldorf. Prügelei zwischen Schupo und Kommunisten. Köln, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) In dem Düssel Dorfer Stadtteil lingern fam es am Sonntagabend zu cinem meren 3usammenstoß zwischen einer tommu nistischen Demonstration und Schußpolizei. Ein Teilnehmer ber Demonftration fopierte den ehemaligen Raiser is felb grauer Uniform. Er rief u. a: Ich fenne teine Barteien, ich will nur euer Geld! Die Suspolizei griff ein, und es tem su einer regelrechten Schlägerei, mobei es auf beiden Seiten zahlreiche Berlegte gab. Erst nachdem die Polizei auf brei Laftwagen Serv startungen herbeigerufen hatte, war die Säuberung der Straße mag fis. Eine Anzahl der Beamten erhielt fémere Murfs, Sib h Stigmunden Gewerkschaftsbewegung 4. Verbandstag der Landarbeiter. Zu den heute beginnenden Berhandlungen des 4. Berbandstages des Deutschen Landarbeiterverbandes hat der Berbandsvorstand einen gedruckten Geschäftsbericht herausgegeben. Der über 100 Seiten ftarte Bericht erstreckt sich über die Jahre 1924 und 1925. Er enthält nicht nur trodene Angaben über die reinen Drganisations arbeiten, sondern er geht auch ausführlich auf die Tätigkeit des Berbandes auf lohn, fozial und wirtschaftspolitischem Gebiete cin. Auch dem Kampf der Landarbeiter um die Erhaltung ber freizügigteit, den landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbänden, bem deutschnationalen Zentralverband der Bandarbeiter und dem gelben Bandarbeiterverband find biverse Seiten gewidmet. Die Mitgliederbemegung ergibt folgendes Bild: Ende 1923 1924 1925 und auch in einer anderen Richtung bewegen. 101 503, 179 656, 167 098. Bruns vom DGB., Sabath von der Berliner Gewerffchafts. Lommission. Bom Reichsverband landwirtschaftlicher Klein- und Mittelbetriebe sprach Lübte. Genoffe Schneeberger vom österreichischen Berband erzählte von den Schwierigkeiten der Organisation, beren Führer von den Arbeitgebern entlassen und verfolgt wurden; nur durch Eintreten der Partei tonnten schwerste Schädigungen des Landarbeiterstandes vermieden werden. Aus Bolen sprach der Genosse Nowifi, der eine Zusammenarbeit bei Beschaffung der 55 000 Saisonarbeiter forderte und gegen bie unerhörten Bressalten der Landarbeiter durch die polnischen Boje moden protestierte. Ferner sprachen die Genoffen Schwar für die Schweizer, Petersen für die dänische und Rislat für bie memelländische Organisation. Die Wirtschaftsschule der Metallarbeiter. Der Eröffnungsaft. Dürrenberg, 15. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Deutsche Metallarbeiterverband vollzog am Sonntag die Einweihung feiner Wirtschaftsschule in Bad Dürrenberg. AnObwohl fich hier die Mitgliederzahl im Jahre 1925 etwas verringert wesend waren Vertreter der Bezirksleitungen und Betriebsräte des hat, bleibt, gemessen an Ende 1923, dech ein ganz bedeutsamer Fort Verbandes, der Behörden, des ADGB., der AfA und des Allgemeis Schritt bestehen. Der Fortschritt ist um so höher einzuschäßen, als nen Deutschen Beamtenbundes. Nach einer Besichtigung der Schule feftsteht, baß es gerade der Deutsche Landarbeiterverband ist, der und ihrer Einrichtungen führte Genoffe Dißmann u. a. aus, daß bie gemertschaftliche Arbeit unter ganz besonderen Schwierigkeiten die Gewertschaften nie nadie Interessenvertretungen ihrer mit. betreiben muß. Die Schwierigkeiten ergeben sich vor allem aus dem glieder waren, sondern sich stets für allgemeine ful. beträchtlichen Biebererstarten ber Reattion auf dem turelle Forderungen ihrer Angehörigen einfegten. Der Lande und aus der großen Indifferenz, mit der heute noch Krieg hat außerdem neue Aufgaben gebracht, die gegenwärtige starte Landarbeiterschichten der Organisation gegenüberstehen. Die Organisation wird verwaltet in 5958 3ahlstellen, Rrise neue Fragen aufgeworfen. In großen Teilen 154 Rreisverwaltungen, 17 Gauleitungen und der der Wirtschaft befinden wir uns in einer rasend schnellen Umwäl Sentrale in Berlin. Somohl bei den Zahlstellen als auch bei zung, die mit den Fragen der Lohn und Sozialpolitit verbunden den Kreis und Gauvermaltungen hat ein nicht unerheblicher Abfind. Notwendig ist, daß die Gewerkschaften an der Neuord. bau der Berwaltungsstellen Plaz gegriffen. Es war nicht möglich und auch nicht nötig, den Verbandstörper mit der schaftlich im Elend Lebenden zu erfaffen, sie aufwärts zu führen. nung mitraten und mittaten. Es heißt nun, die wirt. ous ber Inflationszeit übernommenen Aufmachung beizubehalten, Genosse Dißmann ging dann auf das fünftige Birten der weil die Berwaltungsarbeiten fich legt in einem anderen Tempo chule ein, der ersten der deutschen Gewerkschaften. Keine Zucht anstalt soll diese Schule sein, sondern eine Anstalt, die dem großen Biel der Arbeitnehmerbewegung, bem ferneren Zusammenarbeiten tiene. Die Wirtschaftsschule werde eine neue Machterrungenschaft ber Arbeiterbewegung. Regierungspräsident Grüner bezeich nete die in der Wntschaftsschule zu leiftende Arbeit als beste Arbeit 78 160 m( eingeführt am 1. April 1925). auf Begräbnis. Förberung rechnen. Im gleichen Sinne sprach fich der anwesende am deutschen Volte. Deshalb könne die Schule auf seine befendere Landrat des Kreises Merseburg, Genosse Gust fe, aus. Genoffe Knoll vom ADGB. wies darauf hin, daß die Schule nur bas Fundament geben fönne, weiter zu arbeiten sei Sache der Schüler. Er sprach den Wunsch aus, daß die Schule in diesem Sinne wirten merde. Der Weisheit letzter Schluß sei die Schule des Metall arbeiterverbandes noch nicht. Die höchstmöglichste Leistung ist nur Genoffe durch Zusammenfassung aller Kräfte zu erzielen. Schweizer überbrachte Wünsche des Af- Bundes und des Butab, Genosse Robur die Wünsche des Allgemeinen Deutschen Benoffe Beamtenbundes. Der Unterricht wird bereits heute Montag für Beamtenbundes. Der Unterricht wird bereits heute Montag für Schüler aus der Schwerindustrie beginnen. Die Schule felbst liegt schön am Ufer der Saale auf historischem Boden Ihre Umgebung ist geschaffen zur Konzentration und für ein In sich- gehen. Aber jenseits der Schule ragen die Schlote vom Leunamert. Sie gemahnen an die vor der Tür stehenden harten Kämpfe, an die Praris und an die harte Wirklichkeit. Tagung der Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften. Rundgebung freiheitlich- nationaler Arbeitnehmer, Die Berbandskasse hat für bie Jahre 1924 und 1925 4220 235 m. an Einnahmen und 4 148 959,90 m. an Ausgaben zu verzeichnen. Von den Einnahmen wurden allein 53,25 Bro3. in ben Kreisgruppen und den Zahlstellen direkt verausgabt. Bon den Ausgaben der Haupttasse entfallen allein auf Strett. und Lohnbewegungen 180 500 m., auf Krantenbeihilfe beihilfe 40 318 m. und auf Rechtsichu 35 439. In den Jahren 1924 und 1925 wurden 837 Cohnbewegungen in 474 093 Betrieben mit 4083 158 Befchäftigten und 12 größere Streitbeme. gungen in 2620 Betrieben mit 29 170 Beteiligten ge führt. Es wurde dabei erreicht: für 347 973 Bersonen eine Arbeitszeitverfürzung von 82 103 Stunden und für 3930 F09 Personen eine wöchentliche Lohnerhöhung von 6 883 820 m. Der größte Streit innerhalb der erwähnten Zeit war der in Ostpreußen. Es waren an diesem faft 20 000 and arbeiter beteiligt. Der Kampf mußte schließlich dank der verraterifchen Haltung des deutschnationalen Sentralverbandes ber Landarbeiter und dank der kabatierenden Tätigkeit der Konununiften abgebrochen werden. Berloren ift darum der Kampf nicht. Das Ziel der Arbeitgeber im Bunde mit dem deutschnationalen Zentralverband der Landarbeiter, den Deutschen Landarbeiterverband zu vernichten, ist nicht erreicht worden Mehrere Streits find im Freistaat Sachsen entstanden burch das Berhalten des Sächsischen Landbundes, der jede Berständigung hintertrieb. Selbst die den Arbeitgebern außerordent lich entgegenkommenden Sprüche der Schlichter und Schlichtungs. ausschiffe wurden miederholt abgelehnt. o Richt unermähnt fei bie Streitbemegung der Belabergsarbeiter von Oppenheim- Diedenhelm. Mehrere Sunbert non thnen ftanden 8 Bochen lang einmütig im erfolgreichen Kampf. Der Deutsche Lanbarbeiterverband ist nach mie nor bemüht, alles für die Berbefferung der Bebenslage ber ländlichen Arbeiter fchaft einzusehen Seine Erfolge fömmten noch mefentlich größer fein, menn manche Arbeiter nicht gegen ihn, jondern mit ihm arbeiten mürben. Der Berbandstag wird mittel und Were finden, um den wei. teren Aufstieg ber freigemerfiaftlichen Band arbeiterbemegung zum Nugen und Segen der Landarbeiter ficherzustellen. Beginn des Verbandstages. In den Rammerfölen wurde heute früh die Tagung des Deutschen Landarbeiterverbandes mit einer Ehrung für den ver ftorbenen Reichspräsidenten, Genoffen Ebert, eröffnet. Ebert habe fich ftets für die Landarbeiter eingelegt und im Rampf für ihre Organisation in der vordersten Reihe geftanden; bie Bersammlung erhob fich zum Gebächtnis des Toten von den Blägen. Der Berbandsvorsitzende Schmidt begrüßte die Bertreter ber Behörden, Ministerialrat a a B vom Reichsernährungsministerium, Regierungsrat Runze vom Reichsarbeitsministerium, Dom Breußi fchen Landwirtschaftsministerium Oberregierungsrat Dr. Thalau und Regierungsrat Peters von der Reichsarbeitsverwaltung. Grüße des Internationalen Arbeitsamts brachte Genosse Donau, Theater Nenes Th. am Zoo Lichtfpicic Allabendl. 8 Uhr: nfw. Deutsches Theater Norden 10334-38 8 Uhr: Guido Thielscher חי Stöpsel Reichshallen Theater → Die Der Gemertschaftsring, wie fich die Hirsch Dunderfchen Gemertschaften jest nennen, hält leinen britten Kongres ab. Tagung murde am Sonntag mit einer Stundgebung ber freiheitlich nationalen Arbeitnehmer im Blenarjaal des Breußischen Landtags eingeleitet. Der Borsitzende, Landtagsabgeordneter Hartmann, mies in feiner Begrüßungsrebe mit Entschiedenheit zurüd, baß von gemisfer Seite auf den Begriff vaterländisch national Beschlag gelegt merbe. Reichstagsabgeordneter Guftas Schneider referierte bann iber das Thema Soziale Steuergefeggebung. Der Zeitpunkt, an dem wirklich eine Steuergeleggebung hätte einfegen tönnen, sei von der verflossenen Reichsregierung verpakt worden. Sie hätte nur eine Notsteuergesetzgebung zustande gebracht, die als Dauereinrichtung die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen nach fich zieben müßte. Die Steuerrefom des Borjahres habe wenig refor. miert. In den Berbrauchssteuern habe burchschnittlich eine Erhöhung stattgefunden. Labat. und Biersteuer feien jogar mesentlich gesteigert worben. Die Unterschätzung der Einfogar mefentlich gesteigert worben. nahmen, bie eine wesentliche Belastung des Reparationstontos zur Folge hatte, hätte vermieden werben tönnen, wenn die Borschläge der Oppositionsparteien befolgt worden wären. Redner ging dann auf die nähere Prüfung des Etatjahres 1924 ein und fam zu ber Folgerung, daß die größten Einnahmen des Staates aus den indireffen und den Lohnfteueru ftammen. Th. in d. Lützowstr. Tägi. 8 Uhr: Abends 8 U., Sonntag achm. 3U. Stettiner Sänger Lempke's Nee: Der letzte Postillion Machm. halbe Preise. Velles Programm Donnoff- Brettl 10 Nummern Tanz and Urfidelitas! Juarez und Pra- 2ferate im Städtische Oper Park- Past 3-4 M.Orchest.Maximilianil 5 A. Sessel& Kammerspiele Norden 10334-38 8 Uhr Josephine Borwärts Vorverkauf wwonterbrochen fichern Erfolg! WINTER Charlottenburg 8 Uhr: Don Pasquale GARTEN Los 3 Codonas Die Komödie Hochturner in böchster Vollendung Bismarck 2414, 7516 8 Uhr Viktoria im Rahmen eines abwechslungsreichen Varieté Spielplans. Sonntag nachm.8%, U. halbe Preise Rauchen gestattet! sel. Witwe Musik v. Dr.R.Hirsch Volkstümliche Preisa 1-4 M. Im Varverkauf Theaterkasse Wartheim 20% Ermäßigung Sty. madh. 40. Kinderver.tg. Lügenmäulchen und WahrheitsmDudch. Traueripenden jeber Art lierert preiswert Paul Golletz. oormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. Abonn- Turnus! ami Morinpl. 10803 Elite- Sänger Tagl. Kotibuser Str. 6 Sonntag 8 Uhr Der neue Schlager 3 Uhr ,, Berliner Lufi" ( Zwerchfellerschütterade Situationen) Baxa das lustige Belprogr. Kohlensäurereiches ThermalSolbad und Inhalatorium DS Lippe FLENT Teutoburger- Wald. für Frühjahrskuren geöffnet. 1925: 23662 Kurgäste Nerven Frauen; Luftweggkrankh Rheu Tägliche Konzerte Mineralpastillen in Apotheken u. Drogerien. Auskunft durch Lipp. Badeverwaltung und Reise- und Verkehrsbüros Vorsicht beim Einkauf von Die Bahnftener fei für bie unteren Lohnstufen bis z 4000 m. noch zu hoch. Die Umfassteuer müßte überhaupt beseitigt werden. Man mülfe verlangen, daß die Steuergesetzgebung fo gestaltet werde, daß die starken Schultern starf, und die schwachen Schultern schwach belastet werden. Es wurde daraufhin einstimmig eine Resolution angenammen, bie erflärt, die Steuerüberspannung habe in verhängnisvoller Weise zur Lähmung der deutschen Wirtschaft beigetragen. Unzählige Arbeitslose und Kurzarbeiter sind Opfer diefer Steuerpolitit.„ Die ungerechtfertigte Erhöhung der Verbrauchssteuern, die unzureichende Herabfegung der Umfagsteuer, die Beibehaltung der die Qualitäts arbett so start belastenben Lurussteuer, fomie die Erhöhung der Bollfäße haben dem Wirtschaftsleben schwere Wunden geschlagen und die Spanne zwischen den Befifteuern und der Maffenbelastung noch weiter vergrößert. Der Rongreß wird alle Maßnahmen des neuen Reichsfinanzministers unterstüßen, die auf eine angemessene Berteilung der Steuerlaften zwischen direkten und indiretten Steuern hinzielen. Eine Senfung von Befißfteuern ohne entsprechende der Lohnsteuer barf mit der zuletzt erfolgten Herauffehung des Sentung ber Berbrauchssteuern muß abgelehnt werden. Die Reform fteuerfreien Betrages nicht abgeschlossen sein. Gefordert wird die Berwendung ber ausschließliche Hauszinssteuern für Bohnungsbau den Mar Fürstenberg, Miiglieb des Reichswirtschaftsrats, sprach fodann über foglale Arbeitsgerichte. Der Hauptzwed bes Staates müsse sein, einer möglichst großen Anzahl von Bewohnern ein möglichst erträgliches Dasein zu ge währen. Die Zahl der Gehalts- und Lohnempfänger in Deutsch land betrage 80 Bros. Für diese Mehrheit müsse die Gerichtsbar feit eine foziale fein Die Abwicklung der Verfahren vor dem heutigen Arbeitsgericht laffe sehr zu wünschen übrig. Der weitaus größte Teil der Dinge, die von den Arbeits gerichtsbeifiker müffe vermehrt und für sie die Bezeichnung gerichten in erster Linie behandelt würden, feien Individualstreitig. feiten, bie feinen großen Aufwand erfordern. Die Zahl der Arbeits. Arbeitsrichter eingeführt werden. Die Berufungsgrenze müffe mindestens auf 500 m. heraufgefeht werden. Der Reichstag müffe das Gutachten des Reichswirtschaftsrats in vollem Umfange berücksichtigen. Auch hierüber wurde eine ben Ausführungen des Redners entsprechende Resolution angenommen. Reichstagsabgeordneter Ertelen 3 sprach fodann über t eue ringes gegenüber ben wirtschaftlichen und sozialen Fragen, bie ber Aufgaben ber Gewertschaftspolitit". Der Redner erörterte zunächst die Tätigkeit und Haltung des Gewerkschafts. Krieg und noch mehr die Nachkriegszeit aufgeworfen haben. In der Inflationszeit sei burch die Zustimmung aller Gewerkschafts vertreter zur Lohnsteuer den Reichsfinanzen ein Fundament ge schaffen worden, baß, von flugen Finanzpolitikern richtig benut, ein guter Damm gegen die Inflation hätte fein tönnen. Wie alle Rräfte und Mächte, die feit dem Weltkrieg an verantwortlicher Stelle gestanden hätten, so hätten auch die Gewerkschaften Schlappen erlitten. Teile der Arbeiter hätten sich von ihnen abgewandt. Alle worden. Die lebendige Kraft der Jugend träte nicht mehr in dem Bewertschaftlichen Einrichtungen feien geschwächt Maße in die Gewerkschaft wie früher. Deshalb gelte es, Neues zu bauen und Rites reifer au machen. Die Gewerkschaft sei eine Kraft des nationalen Aufbaues. Sie müßte fich geistig vertiefen und müßte fich auch noch mehr als bisher zu einer Stulturbewegung ausweiten und wirtschaftspolitisch stärker tonftruttiv wirken. Der Redner begrüßte die Gründung von Arbeitnehmerbanken. Zu einer guten Wirtschaft gehöre eine gesunde öffentliche und private Finanz politif, eine ben Güteraustausch fördernde Handelspolitit, eine gefunde Sozialpolitif. Alles bas müsse zusammen wirfen. Der Rebner wandte sich dann noch der Frage der internationalen Trufts zu und Jagte zum Schluß, es gebe Anzeichen einer beginnenden Gesundung, jedoch sei für eine organisierte Arbeitsgemeinschaft die Zeit noch nicht gekommen Die Spartaffe der Bank der Arhelfer, Angestellten und Beamten Berlin, Wallfie. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends non 9-1 Uhr geöffnet. Becanimde ofit: Mihab Bernstein; Birtschaft: Athur Gaternrs; Gemerfchaftsbewegung:. Estoen: Feuilleton: Dr. John Showsli; Botales und Conftiges: Frik Kartabt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Bormaris- Berlea 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderet unb Berlansanfalt Boul Sineer Co. Berlin GB 68, Sindenstraße B. Siera 1 Beilage. Sarl Marta v. 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In jeder Turnhalle lange der zweiten zu sein. Auch der himmlische Bontott war zum ersten Retten von Einzeichnern. Und bei Gott nicht etwa alle mal gebrochen, die überirdische Tendenz ließ sich als zum mindesten Sozialdemokraten. Mitglieder der Volkspartei, des Zentrums, der wohlwollend neutral bezeichnen. Die Propagandatätigkeit hatte schon Deutschnationalen standen Schulter an Schulter, um den Fürsten in den frühesten Morgenstunden die proletarischen Biertel mobil ihren Raub strittig au machen. Auch in der Schule Kaiser- Friedrich gemacht, durch die Straßen zogen die Werbetrupps, Autos mit Straße in Bantow, am Hausotterplatz in Schönholz herrschte der Agitationsplafaten belebten die Straße. Der Nachmittag gehörte gleiche große Andrang. unstreitig unseren mächtigen Kundgebungen. Auf den Höfen wurden die Säumigen eindringlich an ihre Pflicht gemahnt. Aus einzelnen Häusern wehten die roten Fahnen. Es war ein Feiertag des Boltes. Der Andrang in allen Bezirten ist imponierend gewefen. Einzelne Einzeichnungslokale mußten schon gegen 10 Uhr ihre Pforten öffnen, weil die Maffe der Bartenden ungeduldig zu werden drohte. Sicherlich ist die Beteiligung des ersten Sonntags erheblich über. troffen. Die sehr wirkungsvolle Blatatpropaganda unserer Genossen vor den Einzeichnungslokalen fand stärkste Beachtung. Aus den Einzeichnungslokalen. Jn Friedenau und Steglih war ein dauerndes Strömen auf allen Straßen, die zu den Einzeichnungsstellen führten. Die Fackel züge am Vorabend mit den eindringlich stereotypen Worten und der wie Lauffeuer durchgehenden Aufforderung: Mitgehen!", die vielen Demonstrationen am Sonntag hatten so gewirkt, daß der Sonntag zu einer großen Kundgebung des Boltswillens wurde. Schon am Morgen warteten viele mit Rudfäden vor den Lokalen, um nach der Einzeichnung ins Freie zu fahren. Man fah besonders alte, gebeugte Frauen, die ihre Rente für Kriegsanleihe gegeben, ihre bescheidene Gegenrechnung mit der Einzeichnung quittieren. In Friedenau und Steglig wurden an einzelnen Stellen über 100 tündlich ges zählt, für diese Bezirke eine stattliche Zahl. Auch die Kinder zogen umher und riefen den Alten nach:„ keinen Pfennig den Fürften!" Auch in der weiteren Umgebung Berlins war das Ergebnis als sehr gut zu bezeichnen. In Belzig, Beelis- Stadt, Michendorf, Alt und Neu Langerwisch, überall mar eine rege Beteiligung der Einzeichnenden zu bemerken; ja selbst das feudale Wilhemshorst" mit seiner vorwiegend nationalistischen Bevölte rung, und Rehbrüde, beteiligten sich an der Eintragung in den Listen mit etwa 30 Broz. der eingeschriebenen Wählerschaft. Bas schon in den früheren Tagen beachtet werden konnte, daß die Frauen die häufigsten Gäste in den Einzeichnungslokalen find, fiel auch gestern wieder auf. In einer Reihe von Lofalen im Norden, wo wir umfragten, wurde uns, übereinstimmend gesagt, daß sich mehr Frauen als Männer ein. zeichnen. Aber was noch immer fehlt, find die alten Leute. In der Schule Pappel allee zeichneten sich in der Zeit von 10 bis 1 1hr 129 Personen ein, darunter waren der Schägung nach vier über sechzig Jahre alt. In einem anderen Lofal war das folgende rührende Bild zu sehen: Ein hochbetagter Greis fommt mit seiner greisen Frau im Arm gefaßt an den Tisch heran, als wenn es zum Traualtar ginge. Er schreibt seinen Namen, reicht seiner Frau den Federhalter und führt ihre Hand langfam über das Papier. Ich muß' n bißchen helfen, Mutta kann nich mehr jo," sagt er. In dem Gefühl, ihre Pflicht getan zu haben, verlassen beide das Lokal. Nochmigen an die Einzeichnungslisten gebracht werden. Blatate mit zwei Tage liegen die Liften offen. Laufende sind um ihre Spar groschen gebracht werben; möchten alle alten Leute dem Beispiele diefes alten Ehepaares folgen! Im Bezirt Kreuzberg herrschte am Sonntag ein ungewöhn fich starter Einzeichnungsbetrieb. Rege Hausagitation betrieb das Reichsbanner, auch unsere Plakatträger vor den Einzeichnungslokalen leisteten lebhafte Propaganda. In einem Lofal wurden von 11 bis 12 Uhr rund 300 Cinzeichnungsbegehrenbe fest. gestellt, in einem anderen waren gegen% 4 Uhr weit über 200 Beronen zu gleicher Zeit in der Einzeichnungsstelle. Die Leute standen in langen Ketten und mußten zum Teil länger als eine halbe Stunde warten. Auffallend start war die Beteiligung der Frauen. Tausende kehrten um, da sie wegen der lleberfüllung der Lokale nicht zur Einzeichnung tamen. Immer wieder trifft man Personen, die vergessen, sich einen Ausweis mitzunehmen. Daran sei nochmals erinnert. Eine Einzeichnungsstelle mußte schon nach 9 Uhr öffnen, da die Massen der Einzeichner fich in den frühen Morgenstunden vor den Lokalen anjammelten. In einem Bezirt murde die doppelte Stimmenzahl des ersten Sonntags gezählt. Selbst im alten Westen, in Salenfee, Schmargen dorf, Wilmersdorf und Grunewald, wo sonst bie natio nalistische Phrase so oft zu vernehmen ist, ist der republikanischen Lat auf Schritt und Tritt zu begegnen. Entsprechend dem Erfolg steigt im Laufe des Tages auch die Werbefreudigkeit unserer Geoffen, die als Zettelverteiler, Broschürenverfäufer und Schlepper voll ,, in Form" find. Werbeautos des Reichsbanners fnattern den Kurfürstendamm hinauf. Die schwarzrotgoldenen Fahnen flattern luftig im Bind, loden die Blide der Borübergehenden, ärgern die Gegner. Mufit schlägt im Gleichmaß bumpf nach durch die breite Straße, wie die Autos längst vorbei find manchem schlägt sie ans Gewissen. Andersmo dröhnt Trommelwirbel dumpf. Reiner in der Menge weiß im Augenblid, wer die Schlegel rührt, jeder aber weiß um den Sinn der Sache. Um fieben Uhr entströmi ein dichter, frohbewegter Menschenhaufen dem Theater am Rur fürstendamm". Man hatte hier in stürmischer Weise Yvette Guil bert gefeiert, die große französische Künstlerin. Das war nicht ein Aft lächerlichen internationalistischen Snobismus gewesen, fondern wirklich ein Symbol der Versöhnung und Freundschaft, die wir alle erstreben. Und jeder, ber das erlebt hat, empfindet, daß die Bewilligung der Fürstenansprüche uns mur neue Feinde in aller Welt schaffen würde. lind mancher ging deshalb den Weg vom Theater zur Turnhalle falls er feine Pflicht nicht schon vorher erfüllt hatte. Wie in allen anderen Bezirken wurde am Sonnabend und Sonntag auch im Bezirt Tiergarten eine sehr rege Bropaganda entfaltet. Auf den Höfen ermahnten fleine Trupps mit furzen Ansprachen noch einmal die Einwohner der Häuser, die letzten Tage zur Einzeichnung in die Listen zu benutzen, und auf den Straßen murde ebenfalls sehr reichlich Propagandamaterial verteilt, und in den Unterhaltungen wurde barauf hingewiesen, wie wichtig die Einzeichnung gegen den Fürstenraub ist. In den Häusern findet man vielfach Blafate mit furzen, prägnanten Schlagworten, auf denen zum Schluß das zuständige Einzeichnungslotal angegeben ist, fo baß alles getan worden ist, um der Einzeichnung zu einem Erfolg zu verhelfen. Er blieb auch nicht aus. Denn am Sonnabend und Sonntag war die stärkste Beteiligung, die seit Einzelchnungsbeginn festzustellen ist. In den einzelnen Einzeichnungsstellen stonden Män ner und Frauen Schlange und warteten geduldig, bis auch an fie die Reihe tam, um ihr Botum gegen die Fürstenforderungen abzu geben. Moabit und Westen überall war die Beteiligung gleich lebhaft start. In Pantow, Schönholz und Reinidendorf nahmen die Einzeich nungen einen glänzenden Verlauf. Nachdem noch am Sonnabend abend große Propaganda.Umzüge der Sozialdemokratischen Partei für Aufklärung der Unwissenden gesorgt hatte und noch Säumige machrüttelten, entfalteten die Genossen am Sonntag vormittag eine noch größere Werbepropaganda. In allen Straßen, in den Häusern, überall wurden Handzettel verteilt, persönlich wurde geworben. Der Erfolg war riefengroß. Die Massen strömten bei dem fchönen sonnigen Sonntag in Scharen zu den Einzeichnungslokalen. Barteigenoffen mit Blataten versehen, erteilten auch noch einmal Freiherr von Lützow schwer leidend. Medizinalrat Dr. Störmer berichtete heute dem Gericht über das Ergebnis der von ihm gestern auf Antrag der Verteidigung unter nommenen Untersuchung des Angeklagten. Der Sachverständige hat auf Grund der von ihm vorgenommenen eingehenden forperlichen Untersuchung und Röntgendurchleuchtung festgestellt, dah Dr. v. L. schwererertranft jei, als er selbst angenommen habe. Es bestehe eine erhebliche Herzschwäche in Berbindung mit starter Nervosität. Außerdem hat die medizinische Untersuchung einen starten Eiweißbestand ergeben. Der Sachverständige hält daher eine größere Schonung des Angeflagten für bringend erforderlich, wenn er imftande sein soll, bis zum Schluß des aufregenden Brozeffes durchzuhalten, Die Demonftrationen. In den Mittagsstunden, bei herrlichstem Wetter, veranstalteten die Partei und das Reichsbanner einen Umzug. Unter Boranführung unzähliger Parteibanner und schwarzrotgoldener Fahnen und unter Vorantritt des Tambourforps follten die Säu originellen Sprüchen, wie er der Schwachen Not will wehren, der schreib sich ein aum Boltsbegehren wurden mitgeführt. An den Seiten des Zuges fammelten sich immer größere Scharen, und als in furzen Worten auf die Einzeichnung hingewiesen wurde, erntete der Redner langanhaltenden Beifall. Auf den Balkonen und an den Fenstern wurde begeistert dem Zuge zugewinft. Der Bezirk Prenzlauer Berg stand gestern im Zeichen einer machtvollen Demonstration unserer Genossen. Um 22 Uhr fammelten sich die einzelnen Abteilungen an der Danziger Straße Ede Brenzlauer Allee, um unter Mitführung vieler Fahnen und Transparente durch die Straßen zu ziehen. Mehrere starte Abteilungen des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold marschierten mit Kapellen und Fahnen dem imposanten Zug voran, die Jugend war mit roten Fahnen und Plakaten in starten Gruppen vertreten. Unter dem Jubel der Bevölkerung, die in dichten Maffen die Straßen umfäumte, ging es u. a. burch die Elbinger, Landsberger, Hufeland, Greifswalder, Marienburger, Mezer und Schwedter Straße. Originelle Plakate mit Inschriften, wie er Fürsten nährt, ist Brügel mert", und Die abgebantten Fürschten sollen handeln mit warmen Würschten",„ Denkt, daß Fürsten und Mätressen woll'n auf Bolles Roften freffen", Damit ER neue Siege proflamiere, befommt er uns're Inflationspapiere u. a. löften stürmische zu stimmungsrufe der unzähligen Zuschauer aus. Sprechhöre riefen die Säumigen an ihre Einzeichnungspflicht. Denti baran!, Mitt wochist Einzeichnungsschluß!" mahnte ein großes, weithin sichtbares Blafat. Die Rundgebung war ein starter Erfolg für die Organisation Prenzlauer Berg. " In einer gut besuchten Bersammlung in Rarow referierte Genoffe Göring. Seine Ausführungen schloß er mit einem Mahnruf: Bolt mach auf!". Nach Beendigung dieser Rundgebung begaben fich ungefähr 40 Anhänger unserer Partei zu der am gleichen Ort ftattfindenden Generalversammlung des Kleintierzuchtper eins. Der Vorsitzende des Vereins, ein Demotrat, entsprach dem Antrag unferer Parteifreunde und gab unserem Redner das Wort zu einem 3ortrag über die Fürstenabfindung. Die etwa einstündige Rede murde von den Mitgliedern des Bereins wiederholt durch zustimmende Zwischenrufe unterbrochen. Es gelang, fast alle Anwesenden, darunter Kleinpächter und fleine Besizer, von der Notwendigkeit des Eintragens zum Boltsbegehren zu überzeugen. Wo trage ich mich ein? Die amtichen Bekanntmachungen, aus denen jeder ersehen fann; wo er fich zum Boltsbegehren einzutragen hat, find bereits mehrere Male öffentlich angeschlagen worden. Sie werden nun nochmals am 16. März und am 17. März öffent lich angeschlagen werden, so daß niemand darüber in Zweijci zu sein braucht, wo er feine Eintragungspflicht erfüllen soll. In den Diensträumen der Bezirksämter sind die Bekanntmachungen gleichfalls ausgehängt. Eine Liste der Eintragungsstellen hat auch Der Magistrat hat angeordnet, daß in den öffentlichen und privaten Der„ Borwärts( 11. März, Morgenausgabe) veröffentlicht. Kranten und Pflegeanstalten, in denen nach der Reichsstimmordung eigene Stimmbezirfe gebildet werden fönnen, an den brei legten Tagen der Eintragungsfrist, also am 15. März, am 16. März und am 17. März, für Krante und Anstaltsinfassen befonbere Eintragungsstellen einzurichten sind. An einem Tage sollen die Beamten auch die Eintragungen der bettlägeria Stranfen an den Betten entgegennehmen. Diese Erleichterungen werden nur denjenigen Kranken- und Bilegeanstalten zugute fommen, die eine genügend große Zahl Infaffen haben. Damit aber möglichst viele Anstalten berücksichtigt werden fönnen, hat der Magistrat ben Bezirksämtern empfohlen, für das Eintragungs nerfahren die. Borschriften der Reichsstimmordnung im weitesten Sinne auszulegen. Zu diesen Anordnungen hat der Magistrat sich entschlossen, nach dem ihm in der Stadtverordnetenfizung vom 4. März durch die Linksparteien flargemacht worden war, daß die Eintragungen aum Boltsbegehren nicht erschwert, sondern in jeder Weise erleichtert werden sollen. Die Stadtverordnetenversammlung hat ihre nächste Sigung am Donnerstag um 45 Uhr. Die wieder sehr lange Tagesord. mung bringt an erster Stelle die Anfrage der sozialdemokratischen Fraktion wegen der Ringbildung bei Ausschreibung städtischer Liefe rungen, die Anfrage der Demofraten wegen des Streits bei den Noistandsarbeiten in den Rehbergen, die Anfrage der Kommunisten wegen der Unterschlagungen von Steuerbeträgen in den Bezirken Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain. Genoffe Johannes Rühl in Fichtenau ist am 12. März im Alter von 77 Jahren verstorben. Mit ihm ist wieder einer der alten Garde dahingegangen. Unter dem Sozialistengefeß war er der fleißigsten und zuverlässigsten einer. Keine Berfolgungen fonnten feinen aufrechten Sinn beugen. Wenn es 1890 der Sozialdemofra Montag, 15. März 1926 fie gelang, den Wahlkreis Niederbarnim zu erobern, so ist das auch mit der unermüdlichen Arbeit unseres Genossen Rühl zu danken. Er war ein Greis mit der Arbeitsfreude und Begeisterung eines Jünglings. Vorbildlich war auch seine Arbeit auf dem Gebiet der sozialen Gefeßgebung, die er als Vorsitzender der Niederbarnimer Ortstrantentaffe leistete. Seine Beilegung findet am Dienstag, den 16. März, nachmittags 3% Uhr, auf dem Koloniefriedhof Schöneiche statt. Folgenschwerer Wohnlaubenbrand. Ein Kind verbrannt. Ein gefährlicher Wohnlaubenbrand fam am gestrigen Sonntag in der Nähe Grünaus zum Ausbruch, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Eine Berson wurde durc Brandwunden schwer, zwei weitere leicht verletzt. Der Ort der Brandfatastrophe befindet sich auf der sogenann ten Bullwiefe, unmittelbar hinter der Försterei Steinbinde. Die Wohnlaube in einem Ausmaß von 4 × 5 Meter wird von dem Sportwart Johann Braun mit seiner Ehefrau, seinen beiden Kindern im Alter von 7 und 8 Jahren und der Schwiegermutter bewohnt. Als sich die Bewohner gegen 8 Uhr zur Nachtruhe begaben, war Braun nicht anwesend. Wahrscheinlich sind glühende Kohleftücke aus dem Ofen gefallen und haben den Fußboden in Brand gefeßzt. Im Nu stand die Laube in Flammen. Frau B. und ihr fiebenjähriges Söhnchen konnten sich scfort in Sicherheit bringen. Ihre Mutter, die 60 Jahre alte Helene Beinert, tonnte ebenfalls noch das Freie gewinnen; sie hatte aber in schwere Brandwunden davongetragen, daß sie sofort ins Köpenider Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Das acht jährige Töchterchen Johanna, das wahrscheinlich schon durch die Rauchentwicklung betäubt war, fand den Tod in den Flammen. Die aus Grünau herbeigeeilte Feuerwehr hatte über eine Stunde an der Brandstelle zu tun. Frau B. und ihr Söhnchen, die beide nur leichte Brandwunden bavontrugen, fanden bei Bere wandten Aufnahme. Wie uns mitgeteilt wird, soll der bor. tige Feuermelber versagt haben, jo baß die Feuerwehr verspätet erschien. Ob die Meldung zutrifft, wird die Unterfuchung ergeben. Schon vor längerer Zeit machten wir auf die Ge fahren beim Heizen in Wohnlauben aufmerksam. Diese Warnung tann nur noch einmal dringend wiederholt werden. Darum nochmals: Borsicht beim Heizen in Bohnlauben. Das Bolfsbildungsamt Prenzlauer Berg veranstaltet am Dienstag, den 16. März. abenbs 8 Uhr, in der Aula der Königstädtischen Dberrealschule, Pasteurftr. 44/46, einer Vortrag mit Lichtbildern: Dr. Mar Deri spricht über„ Ritsch und Kunst". Eintritt 20 Bf. Für Mitglieder der Kulturgemeinde frei. Starten: Boltsbildungsamt Brenzlauer Berg, Danziger Straße 64( Pförtnerloge) und an der Abendkasse. Furchtbare Eisenbahnkatastrophe in Costa Rica. Ein Zug von einer Brücke abgestürzt. Zwischen Malaiuela und Cartago in Coffa Rica( Zentral. amerita) entgleiste auf der Eisenbahnbrüde über dem Virillaflus ein mit etwa 1000 Ausflüglern befehter 3ug. Ein Wagen stürzte in das Waffer. Die Zahl der Toten und Berwundeten wird auf nahezu 300 geschätzt. Nach einem in Boston eingegangenen Kabeltelegramm sind bei dem Eisenbahnunglüc 178 Menfchen getötet und 75 verlegt worden. Nähere Cinzelheiten fehlen noch. Ein neues Grubenunglück in Oberschlesien. Mie die Morgenblätter melden, ereignete fich Sonntag morgen auf der zur Donnersmard Süite gehörigen Concordia= Grube" in Hindenburg ein neues Grubenunglüd, Durch her. abstürzende Gesteinsmaffen wurden drei Bergleute abgesperrt, die trop fofort aufgenommener Rettungsversuche bis Montag 9 Uhr immer noch nicht geborgen werden fonnten. Man muß annehmen, daß die Bergleute nur noch als Leichen geborgen werden fönnen. 32 Bergleute der Karffen- Grube gereffet. Den Bemühungen der Rettungsfolonne ist es im Laufe der letzten Nacht gelungen, von ben in der Karsten- Sentrumsgrube verschütteten 34 Bergieuten 32 zu befreien. Die beiden anderen tonnten nur als Leichen Als Ursache des Unglüds wird ein tetto. geborgen werden. nises Beben angegeben, das den Zusammenbruch der vier Pfeiler verursacht haben foll. Das erste Fußballstädtespiel Berlin- Paris nach dem Kriege. Unter Anmelenheit von etwa 20000 Buidhauern fand im Stadion Colombes in Paris bas erste Fußballstädtespiel BerlinBaris nach dem Kriege statt, dem zahlreiche offizielle Persönlichkeiten beiwohnten. Die Berliner siegten mit 2: 1. Ein furchtbares Ehedrama ereignete sich in einem Hause der Rinnstraße in Cöthen( Anhalt). Eine Frau Heinig erschoß ihren auf dem Sofa liegenden Ehemann und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in den Kopf. Gruppe Reinidendorf. Achtung! Sämtliche Genoffen beteiligen fich heute( Montag) abend an der Demonstration ber Bartet. Treffpunkt: abends 6 Uhr Bahnhof Schönholz. Anfchließend abends 8 Uhr: Vortrag( wie bereits angegeben). bub Sport. bou 1. Polizei- Hallensportfeft. Das Hallensportfeft, ven dem Kommando der Schußzpolizei Ber lin und der Polizeischule Groß- Berlin veranstaltet, wies nicht weniger gästen fah man u. a. Innenminister Genoffen Severing, den als 22 hervorragende Konkurrenzen auf. Unter den vielen EhrenBolizeipräsidenten Genoffen Grzesinstt, den Vizepräsidenten Dr. Friebensburg und den Kommandeur der Schuppolizei Oberst Heimannsberg. Bräzise nahmen die Kämpfe um 8 11hr ihren Anfang. 100 Schüler der Polizeischule Brandenburg führten hervorragende Niels- Buhf llebungen, die durch Straffheit führten hervorragende Niels- Buhf- lebungen, die durch Straffheit und Erafiheit gefielen, aus. Es folgte ein Bogtampf im Leicht gewicht und ein Ringtampf im Schwer- Mittelgewicht. In drei Abteilungen wurde dann die Ausbildung in der Selbstvertei bigung vorgeführt. Schulmäßiges Einüben von Polizeigriffen, bie Griffe in ber Praris und Abwehr gegen zwei Gegner zeigten, wie sich der Schußpolizist gegen den Berbrecher chne Waffen erfolgreich verteidigen fann. Turney am Red und Barren folgten. Zum Hochsprung mit Vorgabe traten zahlreiche Bewerber an, von denen Etocinsti mit 1,80 Metern Erster wurde. Es folg. ten Tauziehen und eine 4X 2 Runden Staffel, zu der Teilnehmer aus allen Bolizeigruppen starteten. Sieger wurde die Bolizei gruppe sub in 2.58,3 Minuten. Zum Sprinter. Dreikampf in 3 Läufen über 40, 50 und 60 meter traten lechs Teilnehmer an. Größtes Intereffe fand die Polizeihunde Hindernisse, sowie praktische Aufgaben für den Diensthund( Arbeit auf den Mann), zeigten die Unentbehrlichkeit des Polizeihundes. Don der Ein Handball- Bettspiel wurde fombinierten Mannschaft Berliner Sportvereine" überraschend mit 3: 2 Toren gegen den P. G. B. gewonnen. Eine 10 x 2 Rundenstaffel und ein von etwa 100 Bolizeischülern sehr gut ausgeführter Stil laufreigen beschloffen den Abend, also analisa Rahma Rahma Rahma Rahma O सफावत why We are Rahma buttergleich Der Siegeszug der ,, Rahma buttergleich" durch alle deutschen Haushaltungen hat seine friffigen Gründe. Die Güte der„ Rahma buttergleich" beruht auf ihrer Zusammensetzung aus Frischmilch und edelsten Speisefetten und der Herstellung mit modernsten technischen und hygienischen Hilfsmitteln. Die Preiswürdigkeit bei dieser Güte ist unübertroffen. Rahma buttergleich" ist an Reinheit des Geschmacks und an Nährwert der besten Molkereibutter gleich und kostet nur 50 Pfg. das ½ P[ d.