Nr. 163. Erscheint täglich außer Montag». Preis pvänmnevanbo: Btertel- sährlich 3,30 Mari, monatlich l,io Mr., wöchentlich M Psg. frei in's Haus. Einzelne Nummer s Psg. Sonntags-Nummer mit Muitr. Sonntags-Beilage„Neue Welt" 10 Psg. Posl-Abonnement: 3,30Mr. proQuartal. Unter Jtreuz- band: Deutschlanv u. Oesterreich- Ungarn 2 MI., sür das übrige Ausland oRk.pr.Monat. Tingetr. w der Post-ZeitungS-PreiSlist« für is»» unter Nr. 7 US. 12. Jahrg. Jnsertions-Sebühr beträgt sür die funfgespaltene Peiitzeile oder deren Raum 40 Psg., sür Vereins- und Vcrsanimlungs- Anzeigen 20 Psg. Znseraie für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags t» der Expedition abzegebeu werden. Die Expediiio» ist au Wochen» tagen bis 7 Uhr Abends, an Eonn- und Festtage» bis» Uhr Vormittags geössnet. kernsprecher: Amt 1, Ur. lSSS, Teiegrainui- Adresse! «Kozialdemoltrat Kerlin!' Berliner VoWsblalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: 8V.1S. Aeuth-Straße 2. Spedition: LV.!9, AZenty-Straße Z. Parteigenossen! Auf unserem letzten Parteitage in Frankfurt a. M. wurde Breslau als der Ort bestimmt, in welchem unser nächster Parteitag stattzufinden habe. Nachdem es nun unseren Breslaner Genossen gelungen ist, ein geeignetes Lokal zu beschaffen, so hat die Parteileitung in ihrer letzten Sitzung beschlossen, den diesjährigen Parteitag auf die Tage vom «. bis IS. Oktober I8S3 nach Breslau zu berufen. Das Lokal, in welchem der Parteitag tagen wird, der Beginn der Borversammlung, sowie die Tagesordnung werden später rechtzeitig bekannt gemacht. Parteigenossen! Es ist der erste Parteitag, seitdem wir eine sozialdemokratische Bewegung in Deutschland haben, der im Osten des Reiches stattfindet. Dieser Umstand und der weitere, das in Breslau„ruht was sterblich war von Ferdinand Lassalle", dem Begründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und unserem großen Vorkämpfer, sie werden unseren Genossen ein Ansporn sein, dafür Sorge zu tragen, daß der nächste Parteitag eine würdige Vertretung der sozialdemokratischen Partei Deutschlands sein wird. Daß die geographische Lage Breslaus den Genossen im Süden und Westen des Reiches bei derBeschickung größere Opfer aus- erlegt, wie wenn ein Ort in Mitteldeutschland gewählt worden wäre, darf kein Grnnd dafür sein, nunmehr den Parteitag spär- licher zu beschicken. Es handelt sich für die Partei um die Ent- scheidung und Beschlußfassung über höchst wichtige Fragen,— es sei hier nur an die Agrarfrage erinnert— und diese Ent- scheidungen können nur von einem Parteitag getroffen werden, auf dem alle Partei-Orte entsprechend ihrer Stärke in unserer Bewegung vertreten sind. Wir richten deshalb an die Parteigenossen das Ersuchen, überall rechtzeitig die Vorbereitungen zur Beschickung des Partei- tages zu treffen und besonders auch die an den Parteitag zu richtenden Anträge einer recht genauen Prüfung zu unterziehen. Parteigenossen! In Breslau ruhen unsere verstorbenen Gs- Nossen und Vorkämpfer Ferdinand Laffalle, Paul Reiuders, Julius Kräcker und Max Kayser, �n Breslau sollen in diesem Jahre für die Weiter-Entwicklung unserer Partei entscheidende Beschlüsse gefaßt werden. Parteigenossen, tragt dafür Sorge, daß der nächste Parteitag sich seinen Vorgängern würdig an die Seite stellt. Berlin, den Id. Juli ISSS. Mit sozialdemokratischem Gruß Ter Partci-Vorstand. Feuilleton. lNaihdruil verbale».! Kerttner Warztage. Eine geschichtliche Erzählung von Michel Deutsch. 64 Mit einem wehmüthigen Blick auf den Verivundeten verschwand Herr Kasimir in dem Korridor des Rathhauses. Florian hatte die Hand des Freundes ersaßt. Haus war anfs tiefste ergriffen. Mit aller Macht zog es ihn fort zu den kämpfenden Genossen— aber wie konnte er diesen Clcrbenden verlassen, dem seine Gegenwart das Scheiden leicht zu machen schien? Er fühlte es förmlich, wie diese verlöschenden Augen auf ihm ruhten, als ob sie in ihm noch einmal die ganze Menschheit liebevoll umpfingen. Jetzt schien es Hans, als ob die Lippen des Scheidenden sich bewegten. Er legte seinen zurücksinkenden Kopf höher und neigte sein Ohr zu ihm herab. „Sieg... Hoffnung... Volk"... glaubte Hans zu verstehen—„Lotte... Testament.. Dann unterbrach ein rauhes Gurgeln seine Worte und ein Zittern und Zucken ging durch den hageren kleinen Körper. Einen langen, innigen Bruderknß drückte Hans auf die von Blut und Todcsschweiß bedeckte Stirn. Dann fühlte er, wie Florian's tand sich sanft von der seinigen löste.— Der stille chwärmer war zu den Todten gegangen. In wilder Erregung fluthete das Volk an den beiden — dem Todten und dem Lebendigen— vorüber, während die feindlichen Geschütze Salve auf Salve spieen. Mitter- nacht schlugs von den Thürmen— der Tag des Herrn war hereingebrochen über die Stadt des frommen Königs, der seine Landeskinder mit Kartätschen und Granaten zusammenschießen ließ. Und plötzlich, wie auf geheimes Zeichen, erdröhnten in gewaltigem ein Chor die Glocken der Kirchen und riefen ihr ehernes Sturm- lied so mächtig in die Mondnacht hinaus, als ob sie die Feste des Himmels von grund auf erschüttern wollten. Das gellende Getön riß Hans aus seiner Trauer Parteigenossen! Nachfolgend veröffentlichen wir die Programmvorschläge, welche die A g r a r k o m m i s s i o n dem Parteitag zur Be- rathung unterbreitet und die hiermit zur Diskussion der Partei- genossen gestellt werden. Die Agrarkommission sah flch genöthigt, um ihren Vor schlügen eine zweckmäßige Form zu geben, dieselben in den zweiten Theil des bestehenden Parteiprogramms einzuarbeiten. Die Ab- änderungen und Zusätze der Kommission sind durch fette Schrift hervorgehoben. Die Agrarkommissson wird unmittelbar vor dem Parteitag noch einmal zu einer Berathung zusammentreten, um an der Hand der geübten Kritik und der etwa gemachten Abänderungs vorschlüge zu prüfen, ob und welche Abänderungen sie noch an ihrem Entwurf vornehmen und dem Parteitag zur Annahme empfehlen soll. Der zweite Theil unseres Parteiprogramms soll nach den Vorschlägen der Agrarkommission folgende Fassung erhalten: Ausgehend von diesen Grundsätzen fordert die Sozialdemo- kratische Partei Deutschlands zur Demokratistrnng nlle: öffentlichen Einrichtungen in Reich, Staat und Gemoiude, für die Hebung der sozialen Lage der arbeitenden Klaffen«nd für die Derbeffernng der Anstände in Gewerbe, Landwirthschaft, Handel«nd Uerltehr, im Rahmen der bestehenden Staats»«nd Grfellfchafto- ordnnng zunächst: 1. Allgemeines gleiches direktes Wahl- und Stimmrecht mit geheimer Stimmabgabe aller über 20 Jahre alten Reichs-An« gehörigen ohne Unterschied des Geschlechts sür alle Wahlen und bstimmungen. Proportional-Wahlsystem; und bis zu dessen Einführung gesetzliche Neueintheilung der Wahlkreise nach jeder Volkszählung. Zweijährige Gesetzgebungs-Perioden, Vornahme der Wahlen und Abstimmungen an einem gesetzlichen Ruhetage. Entschädigung für die gewählten Vertreter. Aufhebung jeder Beschränkung politischer Rechte außer im Falle der Ent- mündigung. 2. Direkte Gesetzgebung durch das Volk vermittelst des Vorschlags- und Verwerfungsrechts. Selbstbestimmung und Selbstverwaltung des Volks in Reich. Staat, Provinz und Ge. meinde. Wahl der Behörden durch das Volk, Verantwortlichkeit und Haftbarkeit derselben. Jährliche Steuerbewillignng. 3. Erziehung zur allgemeinen Wehrhasligkeit. Volkswehr an stelle der stehenden Heere. Entscheidung über Krieg und Frieden durch die Voksvertretung. Schlichtung aller internationalen Streitigkeiten auf schieds- gerichtlicheni Wege. 4. Abschaffung aller Gesetze, welche die freie Meinungs- äußerung und das Recht der Vereinigung und Versammlung ein- schränken oder unterdrücken. 5. Abschaffung aller Gesetze, welche die Frau in öffentlich- und privatrechtlicher Beziehung gegenüber dem Manne benach- theiligen. empor. Mit Gewalt richtete er es war ihm, als sei ein Stück sich vom Boden auf— von seinem Ich dahin- gegangen. Tann aber faßte es ihn wie grimme Begier nach Vergeltung. „Das ist Dein Sterbegeläut, Du Edler," sprach er bei sich.„Wohlan denn, es soll ein Siegesgeläut werden." Zwei junge Burschen, die den Gefallenen erkannt hatten, traten auf Hans z». „Sollen wir ihn fortbringen?" fragten sie. „Bringt ihn nach der Roßstraße," bat Hans,„ins Gasthaus zur„Silbernen Ente". Während die beiden den Todten hinwegtrugcn, stürmte zans ins RathhauS, an die Seite der Genossen. Wie er ie verlassen hatte, so fand er sie wieder: ein jeder aus einem Posten, Auge und Büchse gleichsam in eins ver- chmolzen und gespannt nach dem Feinde gerichtet. Ohne zwingendes Kommando, aus tiefinnerstcm Drange, that zcder dieser Todesmnthigen seine Pflicht. Hans trat an seinen Platz, den man offen gelassen, und steckte das halbe Dutzend Patronen ein, das für ihn bereit lag. „Det war'n Schluck Wasser nf'n Dnrscht, det Säckchen Pulver," meinte sein Nebenmann. „Wär's nur zehnmal so viel gewesen," versetzte Hans, seine Büchse aufnehmend. Er warf einen prüfenden Blick nach der Straße. Wie angewurzelt stand er da und starrte auf das jäh veränderte Bild, das der Kampfplatz darbot: Die Rathhaus-Barrikade, dieses trotzige Bollwerk, das der Grimm des beleidigten Volkes errichtet, war in Grund und Boden geschossen. Und da, zum Greifen nahe, stand die verstärkte Batterie, während die Garden dicht hinter der Geschützlinie hielten und mit Ungeduld das Signal zum Angriss zu erwarten schienen. Und dieses Schauspiel vor Augen, hatten die Wackeren da, denen zur Vertheidignng nicht viel mehr als ihre Fäuste geblieben, mit eisernem Muthe stand gehalten! Wie auch immer die Würfel des Sieges fallen mochten: seine Ehre hatte das Volk von Berlin auf diesem Punkte des Schlacht- selbes glänzend gewahrt. 6. Erklärung der Religion zur Privatsache. Abschaffung aller Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln zu kirchlichen und religiösen Zwecken. Die kirchlichen und religiösen Gemeinschaften sind als private Vereinigungen zu betrachten, welche ihre Angelegen- heilen vollkommen selbständig ordnen. 7. Weltlichkeit der Schule. Obligatorischer Besuch der öffent- lichen Volks- und Fortbildungsfitzul»«. Errichtung ans- reichender gemerblicher und landwirthfchaftlicher Fach- schnUn, Mnsterwirthfchaften«nd Nersnchsftatione«; Ab- Haltung regeimässiger landntirthfchaftiicher Unterricht»- Kurse. Uncntgelllichkeit des Unterrichts, der Lehrmittel und der Verpflegung in allen öffentlichen Unterrichtsanstalte», auch in den höheren Bildungsanstalten für diejenigen Schüler und Schülerinnen, die kraft ihrer Fähigkeiten zur weiteren Ausbildung geeignet erachtet werden. 3. Unentgeltlichkeit der Rechtspflege und des Rechts- beistandes. Rechtsprechung durch vom Volke gewählte Richter. Berufung in Strafsachen. Enschädigung unschuldig Angetlagtcr, Verhafteter und Verurtheilter. Abschaffung der Todesstrafe. S. Unentgeltlichkeit der ärztlichen Hilfeleistung einschließlich der Geburtshilfe und der Heilmittel. Unentgeltlichkeit der Todten- bestattung. 10. StufeuweiS steigende Einkommen- und Vermögenssteuer zur Bestreitung aller öffentlichen Ausgaben, soweit diese durch Steuern zu decken sind, n»d drmentsprrchendr Keseitignng aller Ertrag«»(Real-) Steuern(Gewerbe-, Ka«v-, Grundsteneru n. s. i».). Selbsteiuschähnngspflicht. Erbschaftssteuer, stufenweise steigend nach Umfang des Erbguts und»ach dem Grade der Verwandtschaft. Abschaffung aller indirekten Steuern, Zölle und sonstigen wirthschaftspolitischen Maßnahmen, welche die Interessen der Allgemeinheit den Interessen einer bevorzugten Minderheit opfern. 11. Abschaffung aller mit dem Grundbesttz wer» bu«denen bcliörd lichen Fnukttouen und Privilegien (selbständige Gutsbezirke, Porrechte in Pertretung«- körpcrschaste», Patronatsrrchte, Fideikommiffe, Steuer- Vorrechte u. s.«».). Entschädigungvlose Aufhebung jeglicher Art«och bestehender Grbnntrrthänigkeit»nd der au» derselben herstammenden Lasten«nd Pflichten. 12. Erhaltung und Permehrung des öffentliche» Grnndeigenthums(Staats- nud Gemrinde-Gigenthumo jeder Art, Allmend u. s. m.j, insbesondere Urber- führung des Kestbe» der todten Hand(Korporations-, Stift«, igs- und Kirchenguter), der Rralgrmeinden, der Wälder, der Wafferkräfte n. s. m. in öffentliches Eigen- thnm unter Kontrolle der Uolksvertretung. Einführung eines Uorkaufsrechts der Gemeinde» bezüglich der zur Zwangsversteigerung liommeudr» Güter. 13. Kewirthschaftung der Staats- und Gemeinde- länderrien auf eigene Rechnung,-der Perpachtnug a« Genoffruschafte» von Landarbeitern und von Kleinbauern oder, soweit sich beides nicht als rationell er- weift, Verpachtung an S-lbstbewirlhschaft«r unter Ausstcht de» Staates oder der Gemeinde. 14. ztaatskredit an Genoffenschaft«», die alle Sc- thriligten nmfaffe», oder an einzelne Gemeinden für Von neuem erdröhnte der Mund der Geschütze, Balken, Sparren und Steine flogen vom Boden auf. Hans wandte sich um und rief die Genossen, die zunächst standen, zusammen. „Sind alle Eingänge verschlossen?" begann er. Sie waren verschlossen, wie man von allen Seiten bestätigte. „Und wenn sie uns hier auf den Hals kommen— wohin geht der Rückzug?" fragte er gleichsam prüfend. Der Rückzug?— Nein, den hatten sie nicht bedacht. Ausharren bis zum Ende, siegen oder sterben— das war ihre Losung gewesen. Mit freudigem Stolz blickte Hans auf das tapfere Häuflein. „Wenn Ihr alle so denkt," sprach er voll innerer Be- wegnng,„dann müssen, müssen wir siegen." „Besser in Freiheit sterben, als in die Knechtschaft zurückkehren," rief ein alter Granbart im schlichten Tage- löhncrkittel, der beim Kirchban am Petriplatz Handlanger- dienste that.„Sie haben uns gefoppt, dreißig Jahr' und mehr— ich mag's nicht länger tragen." „Recht habt Ihr, Vater," sprach Hans und drückte die Hand des Alten, der zum ersten Mal den Mund geöffnet hatte.„Wir haben die heilige Pflicht, die Faust, die uns würgt, von uns abzuschütteln." „Hab' mich redlich sür sie geschlagen," fuhr der Alte fort,„an der Katzbach unter Blücher, und bei Leipzig, nud bei Waterloo, und sie haben's uns bitter gelohnt, galle- bitter. Und drüben bei den Potsdamern, da steht mein einziger Sohn— grüßt ihn von mir, wenn ich falle. Bracke- witz heiß' ich." Der Znrnf der Wachtposten, die an den Fenstern aus- ausgestellt waren, unterbrach den Alten. „Die Garde kommt!" klang es jäh, und ein wüthendes Kleinfeuer bestätigte die Worte. Die Büchsen flogen empor, alles stürzte an die Fenster. Die Batterie war zuriickgc- gangen— sie hatte diesen Haufen Gestein überwunden, an dem der Ruhm der preußischen Bajonnete zu zerschellen JelM»mlnfö«wß. K-»«»»meIiorattsn«, aller Ar», E,,». Wasser»»g«nd Kewässeruirg. Uedrvnahm« der Kossen Nir Kan und Instandhaltung der öffentlichen Ucrkehrsmittrt(Kahne», Straße». Wege, Wassevliinfe), sowie fiir Deiche und Dämme auf de» Staat oder das Reich. t5. Nerstaatlichung der Dypotheken-«nd Grund- schulden nnter Derabsehnng de» Zinsfußes anf die Höhe der Selbstkosten. 16. Derstaatlichnng der Rlobilien-«nd Immobilien- Nerstchrrnng(Feuer-, Hagel-, Wasserschaden-, Dieh- Drrstchevnng«. s. w.)«nd möglichste Ausdehnung der Urrstcherung auf alle vrrstcherungsfähigen Ketriebs zweige. Staatliche Hilfeleistung bei Uothständen infolge verheerender Ratnrcreiguisse. 17. Unbeschränkte Anfrechterhaltnng und Erweiterung der bestehenden Waldnukungs-«ud Meiderechte «ttter Gleichberechtigung aller Gemeindeangehörigen. Freies Jagdrecht anf eigenem und gepachtetem Kode». Verhütung, gegebene» Falles volle Entschädigung für Wild-«nd Jagdschaden. Zum Schutze der Arbeiterklasse fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands zunächst: 1. Eine mirksame nationale und internationale Arbeiterschutz- Gesetzgebung auf folgender Grundlage: a) Festsetzung eines höchstens acht Stunden betragenden Normal-Arbeitstages. l>) Verbot der Erwerbsarbeit für Kinder unter vierzehn Jahren. o) Verbot der Nachtarbeit, außer für solche Jndustrieziveige, die ihrer Natur nach, aus technischen Gründen oder aus Gründen der öffentlichen Wohlfahrt Nachtarbeit erheischen. A) Eine ununterbrochene Ruhepause von mindestens S6Stun- den in jeder Woche für jeden Arbeiter. e) Verbot des Trucksystems. Suchgemäß« Ausdehnung der Arbeit, rschuK-Geseh- gebung anf die Landwirthschaft. 2. Neberwachnng aller gewerblichen Betriebe. Erforschung und Regelung der Arbeitsverhältnisse in Stadt und Land durch ein Reichs- Arbeitsamt, Bezirks- Arbeitsämter und Arbeits- kammern, sowie durch ein landwirth schaftliches Reichs- amt, Bezirks- Landwirthfchaftvämter«nd Landwirth- schaftskammer«. Durchgreifende Fürsorge für die Gesnndheits- Verhältnisse der Arbeiter in Stadt und Land. 3. Rechtliche Gleichstellung der landwirthschastlichen Arbeiter und der Dienstboten mit den gewerblichen Arbeitern; Beseitigung der Gesinde-Ordnungen. 4� Schlichtung von Streitigkeiten au« dem Arbeits- vrrhältniß durch obligatorische Gewerbegerichte sowohl für gewerbliche als für laudwirth schaftliche Arbeiter, Dirirstboten nvd Heimarbeiter, sowie für Handlungsgehilfe». s. Sicherstellung des Koalitionsrechts. 6. Uebernahme«nd Vereinheitlichung der gesammten Arbeiterversichening durch das Reich mit maßgebender Mit- Wirkung der Arbeiter an der Verwaltung. Ueichsgesehliche Ausdehnung der Uerstcheruug anf alle im Lohn- oder' Dieustvrrhältniß stehenden Verfonen. Berlin, Juli 13gS. Der Parteivorstand. Die parlamentarische Wurstigkeit. Paris, den 12. Juli 1895. Die französische Sprache hat sich seit 15 Jahren mit einem neuen Worte bereichert, dem je rn'en foutisrne, dem Ich- pfeife- drauf oder der„Wurstigkeit". Das Wort hätte schon viel älter sein können, denn es bezeichnet wunderbar gut den Geist des modernen Kapitalisten Dieses Thier hat in seinem Leben nur einen Gedanken, nur e i n Interesse: sein Vermögen. Es tröstet sich leicht über den Verlust seiner s�rau, seines Sohnes, seines Hundes, aber es tröstet sich uienials über den Verlust seines Geldes. In keiner Zeit sind in den bürgerlichen Zeitungen solche Orgien des Patriotismus getrieben worden, wie in den letzten Jahren; und doch ist das Vaterland das letzte, worum sich der Kapitalist kümmert. Um einen halben Prozent mehr zu verdienen, borgt er sein Geld den Feinden seines drohte. An den kleinen Gewaffen war es jetzt, dem be- gonnenen Werke die Krone aufzusetzen. Mit wüthenden Hurrahrnfen und Trommelwirbeln gingen die Garden im Sturmschritt durch die Bresche. Noch einmal krachten die Büchsen der Bürgerlichen in ihre Reihen, und Dachziegel, Holzsparren und Pflastersteine sausten von den Dächern auf sie nieder. Aber jetzt ivichen sie nicht mehr zurück: während die nachrückenden Kolonnen nach den Dächern und Fenstern Feuer gaben, stürzten die vorderen, mit Beilen und Hämmern versehenen Mannschaften sich ungestüm aus die Eingänge der beiden Eckgebände»nd des d'Heurense'schen Hauses. Bewaffnete Hansen ivarfen sich ihnen entgegen und suchten sie ab- znwehren, aber zu wuchtig trat die Uebermacht der An- greiser diesmal ins Spiel. Die schwach vertheidigte Scharrn- straße war von der Brüderstraße her genommen, und neue Kompagien traten ins Gefecht ein. Es war nicht mehr möglich, diesen massigen, breit dahin fluchenden Ansturm von Bewaffneten zurück zu drängen. Schwächer und schwächer war das Schützenfeuer geworden, nur aus der Walther'schen Wohnung kamen noch einzelne Scküsse. Ein wildes Hand- gemenge entspann sich, die Waffen der Wilden die Keulen, Piken und Fäuste>naßen sich im Nachtkampf mit Bajonneten und Kolben. Inzwischen waren die Garden in die Häuser am Platze eingedrungen. Von wilder Rachsucht entflammt, warfen sich ganze Soldatenschwärme in das Innere der Wohnungen, alles erbarmungslos niedermachend, was ihnen nur in den Weg kam. Die stundenlang verhaltene Wuth raste sich ans in einem grausigen Blutbad, einem furchtbaren Dank- und Freudenopser, das dem grinsenden Mordgötzen Moloch dar- gebracht wurde. Die Räume des d'Heureuse'schen Gebäudes und des Rathhauses, deren Feuer zuerst verstunimt war, boten vom Keller bis zum Boden hinauf eine ununterbrochene Reihe von Greuelszenen dar. Verwundete wurden ab- gestochen, Leichen geschändet, und was an Lebenden sich betreffen ließ, ward entiveder sogleich füsilirt oder unter entsetzlichen Mißhandlungen nach den Kellern des Schlosses geschleift. Selbst die im Rathhaus wohnenden Beamte», die sich während des Kampfes durchaus neutral verhallen hatten, wurden als Hochverräther abgeführt. So laut sie auch dagegen protestirlen, es half ihnen nichts: in den Augen der Potsdamer Sieger war das bürgerliche Kleid, das sie trugen, Verbrechen genug, um ihren Protest mit Bajonnelsticheu und Kolbenstößen zum Schweigen zu bringen. tFortsetzung folgt.) t Vaterlandes, selbst dann, wenn er weiß, daß sie es brauchen, um sein Vaterland zu bekämpfen. Er verschafft sich die genußreichsten Vortheile aus dem Unglück seines Vater- landes: so verdoppelte und verdreifachte die Bank von Frankreich die Dividenden ihrer Aktionäre, während der deutsch-französische Krieg das Land verheerte. Nie gab es in Frankreich eine gewinnreichere Spekulation, als die Anleihe von 5 Milliarden, mit der die Kriegsentschädigung gezahlt wurde. Thiers, der geriebene Gauner, hatte die Anleihe in Höhe von 80 Fr.(für 100) und zu 6 pCt. emittirt(vor das Publikum gebracht); die Rententitel stiegen in wenigen Tagen von 80 anf 100 bis 112 Fr. Die Bourgeois der ganzen Welt fielen wie die Aasgeier über Frankreich her, um seinen Ruin zu vollenden; die Anleihe wurde achtmal überzeichnet— fünf Milliarden waren gebraucht, die Kapitalisten boten 40 Milliarden! Tie entzückten Kapitalisten verliehen Thiers den Titel: „Vater des Vaterlands"— niemals hatte ein Patriot in das„Nationalvermögen" seines Vaterlandes ein solches Loch gemacht. Dem Kapitalisten ist alles„Wnrst", ausgenommen seine Rente; deshalb ist die Staatsschuld über alle Revo- lutionen und über alles nationale Unglück gestellt. Frank- reich war 1871 besiegt, zweier Provinzen beraubt, ein Drittel seines Gebiets war vom Feinde be- setzt, aber der Rentier, gleichgiltig für all' dieses Elend, zog regelmäßig seine Rente, ohne auch nur einen Centime abzulassen. Diese Gleichgiltigkeit für alles, was nicht Geld und Prosit ist, welche das Privatleben des Kapitalisten be- herrscht, findet sich auch in seinem politischen Leben. Der Kapitalist, der Dcputirter oder Senator geworden ist, denkt nur daran, Minister von irgend etivas zu werden— Minister der öffentlichen Arbeiten, der Finanzen, der Künste — es ist ihm ganz gleich. Er hat es nicht nöthig, die für das Amt erforderlichen Fachkenntnisse zu besitzen. Wir haben Marinemiuister gehabt, die nie einen Fuß auf ein Schiffsverdeck gesetzt hatten, und Ackerbau-Minister, die ein Haferfeld nicht von einem Maisfeld unterscheiden konnten. Sind sie einmal im Amt, so ist es ihnen ganz „Wnrst", was aus den Angelegenheiten wird, mit deren Verwaltung sie betraut sind. Sie haben nur einen Ehr- geiz: im Ministerium zu bleiben. Sie verleugnen ihre Ueberzeugnng aus der Zeit, wo sie Opposition waren, sie begehen alle Fehler und Verbrechen, die sie früher der Regierung vorwarfen, und erklären, daß die veränderte Stellung eine Aendcrnng der Ansichten zur Pflicht machte; ie vergeuden die Fonds des öffentlichen Schatzes, die ihnen nichts kosten— es ist ja das Geld anderer Leute—; und je mehr sie vergeuden, desto vergnügter sind ihre Kreaturen und desto mehr Stützen erwerben ie sich. Der Typus des Ministers der„Wurstigkeit" ist unser jetziger Kabinetschef, Herr Ribot. Er folgt wie ein Wetterhahn jedem parlamentarischen Windzug; und wie der Wetterhahn bleibt er stets an seinem Platz. Dieser ehe- malige Staatsanwalt des Kaiserreichs, der nnter Napoleon die fulminantesten Anklagereden gegen die Republikaner hervordonnerte, steckte sich später in die Livree der Or- leanistcn, und als er sah, daß eine monarchische Restauration unmöglich geworden war, und daß die alten Parteien von der Republik aufgesogen wurden, warf er sich der Republik an den Hals und wurde begeisterter Republikaner. Die Minister'der vorigen Legislaturperiode hatten eine eigeuthümliche parlamentarische Taktik. Die Gleichartigkeit (I'homoKonöitö) war bis dahin die Charaktereigenschaft der Ministerien gewesen; wenn ein Minister ein Gesetz vor- legte oder eine Meinung vertheidigte, sprach er im Namen des Gesammtkabinets; kam er in die Minorität, so fiel das ganze Ministerium mit ihm. Das hatte jetzt aufgehört: jeder Minister war unabhängig geworden— es war die Anarchie in der Regierung. Allein diese Anarchie hatte den Vortheil, daß ein im Parlament geschlagener Minister einfach seine Entlassung gab und ein anderer an seine Stelle trat— das Ministerium blieb am Platz. Man nannte das„einen Minister ausschiffen"(debarqner), oder„Bällast auswerfen". Diese Methode des„Aus- schiffens" bewirkte jedoch eine solche Verwirrung, daß man ans sie verzichtete und wieder zur alten Methode der Minister-Solidarität zurückkehren mußte. Und wie es die orthodoxe Lehre des Parlamentarismus erheischt, hat die Niederlage jedes einzelnen Ministers den Rücktritt des ganzen Ministeriums zur Folge. Herr Ribot hat sich zum Apostel eines neuen parla- mentarischen Evangeliums> gemacht. Bei Berathung des letzten Budgets hatte der Finanz- minister Ribot gar keine Meinung bezüglich der Einnahmequellen und der Ausgaben des Staatshaushaltes, er wollte alles, was die Kammer wollte. Wenn ein Deputirter einen neuen Kredit verlangte, antwortete er: „Aber Sie schaffen ein Defizit!" Wenn der Deputirte sich davon nicht rühren ließ, sondern auf seinem Verlangen be- stand, so erwiderte Ribot voller Gemüthsrnhe:„Sie wollen diese Vermehrung der Ausgaben; ich will sie auch; um so schlimmer, dann werden wir ein Defizit haben!" Und das Budget kam„ins Gleichgewicht" mit einem Defizit von mehreren Millionen; aber Ribot war die Sache„Wnrst", als ob es sich um einen Staat auf den Mond gehandelt hätte— er blieb Minister. Leider ließ diese sinnreiche Sorglosigkeit in Budget- dingen sich nicht auf alle Fragen anwenden, und Ribot, dieser Aal, wie man ihn genannt hat, welcher der Hand, die ihn fassen will, stets zu entschlüpfen weiß, hat bei ver- schiedenen Gelegenheiten seine Neutralität aufgegeben und eine Meinung sich bilden müssen, die er vor dem Parlament zu vertheidigen hatte. Es passirte ihm dann, daß er in die Minorität gerieth. Man glaubte, er würde seine Ent- lassung geben, allein es war ihm„Wurst" er klebte nur um so fester auf der Ministerbank. Vor jetzt einem Monat beantragte er einen neuen Kredit; er schwur bei seiner Vaterlandsliebe, daß er dieses Geld uothwendig brauche zur Sicherung des Kolonialdienstes. Die Kammer verwarf den Antrag. Lächelnd wie eine Tänzerin, die ihr erstes Sträußchen zugeworfen bekommt, verbeugte er sich und blieb auf seiner Ministerbank kleben. Seit Jahren ist man mit einer Umänderung der Ge- tränkestencr beschäftigt: nämlich die Steuer auf Wein, Bier und Apfelwein zu verringern und die auf Alkohol zu erhöhen, indem man das Vorrecht des Brennens eigenen Gewächses abschaffte, d. h. das Recht, den Ertrag der eigenen Ernte steuerfrei zu destilliren. Während der letzten Wochen hatte man über die Frage im Parlament tüchtig drauf los debattirt; es war sehr heiß, lalso gerade die richtige Zeit, sich mit Getränken zu beschäftigen. Ribot, der Mann der großen Brenner, hatte einen. Gesetzentwurf eingebracht; er hielt seinen Erfolg für sicher und rechnete noch obendrein darauf, sich dadurch etwas von dem Glorienschein geben zu können, der ihm so vollkommen fehlte. Zu Bordeaux hatte er marktschreierisch seinen Gesetzentwurf ausposaunt in einer langen Rede, in der er die Sozialisten heftig angriff und sie anklagte, Hetzer und Aufwiegler zu sein, unfähig, eine nützliche und praktische Reform vorzuschlagen. Mitleidslos zertrümmerte die Kammer seinen Gesetz- entwurf, auf den nur 130 gegen 280 Stimmen fielen, während sie den Antrag des Sozialisten V a i l l a n t an- nahm, welcher die Rektifizirung des Alkohols durch den Staat bestimmt, wodurch das Staatsmonopol der Alkohol- fabrikation angebahnt ist. Ribot, den das nicht im ge- ringsten rührte, lächelte vergnügt über seine Niederlage und blieb Minister. Als Ribot Minister wurde, brachte er ein Gesetz ein, das den Arbeitern der staatlichen Eisenbahnen und Werkstätten im Nainen der heiligen Interessen des Vater- landes den Streik verbieten sollte. Dieser Entwurf rief eine so große Gegenagitation der Arbeiter im ganzen Lande hervor, daß die eingefleischten Reaktionäre im Senat nicht wagten, ihn zur Diskussion zu stellen. In der ver- gangenen Woche interpellirte Janrös Ribot und fragte ihn, ivas er zu thun gedenke: ob er den Gesetzentwurs fallen lassen oder aufrecht erhalten wolle. Ribot erwiderte in einer Rede, die so lang war, wie er selber,— es ist seine Spezialität, lange zu reden, um nichts zu sagen,— er beantwortete aber nicht die Frage. Das Gesetz ist ihm „Wurst"; er läßt es schlafen bis zum jüngsten Gericht. Ribot und die Parlamentarier des neuen Schlages waschen sich die Hände und das Gewissen in Unschuld, waschen sich rein von allem, was da kommen mag, wie weiland Pontius Pilatus; es ist ihnen alles„Wurst". Und solchen Menschen vertraut die kapitalistische Bourgeosie die Vertheidigung ihrer kostbaren Gesellschaftsordnung an! _______ Gallus. politische Mebeellchk. Berlin, 15. Juli. Zu dem Rösicke'schen Brief an seine Wähler im ersten anhaltischen Wahlkreis schreibt die„Nationalliberale Korrespondenz": „Die Nachricht, daß Herr Rösicke sein Reichstagsmandat für Dessau-Zerbst„niedergelegt" habe, scheint sich nicht zu bestätigen. Bisher ist wenigstens a» die amtlich zuständige Stelle, an den Reichstag selbst, eine Rücktriltserklärung seitens des Herrn Rösicke nicht ergangen. Wie es scheint, hat der Brief an die Wähler von Dessau-Zerbst nur bezweckt, diese selbst zu einer Er- klärnng über das Maß ihrer Uebereinstimmung mit ihrem Ver- treter im Reichstag zu veranlassen." Auf uns hat der Brief einen solchen Eindruck nicht gemacht. Es wird nunmehr an Herrn Rösicke sein, das weitere zu veranlassen, resp. zu erklären.— Dr. v. Rottenbnrg, der Unterstaatsfekretär im Reichsamt des Innern und Vorsitzender der Kommission für Arbeiter- statistik, hat, wie die„Kreuzzeitung" entgegen der Meldung der„National-Zeitung" versichert, bis jetzt weder seine ntlassung erhalten noch»achgesucht. Er trage sich allerdings mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand mit der Absicht, zurückzutreten. Die„Deutsche Tageszeitung". das Organ des Bundes der Landwirthe und aller Zünftler im Lande, bemerkt hämisch zu diesen Rücktrittsnachrichten: Von unserem politischen Standpunkte aus müssen wir da- gegen das Scheiden des Herrn von Rottenburg aus seinem Amte mit Befriedigung begrüßen. Als Vorsitzender der Kommission für Arbeiterstatistik hat Herr v. Rottenburg es nicht verstanden, sich den Ruf eines weitstchligenPolitikers zu erwerben. Herrv. Rotten- bürg war auch als ein Gegner der Organisationspläne des f andwerks bekannt. Ob die Wandlung, die in diesem Sommer aus öhere Anregung in der Behandlung der Handwerker- frage seitens der Regierung vor sich gegangen ist, auf die Ent- ivickliing der Kränklichkeit des Herrn von Rottenburg von irgend einem Einfluß geivesen ist, darüber ist uns nichts bekannt.— � Vom untergehenden Handwerk. Der Verein für Sozialpolitik hat drei Bände„Untersuchungen über die Lage des Handwerks" erscheinen lassen, in denen die Ver- Hältnisse der Handwerker in einem großen Theile � von Deutschland kritisch beleuchtet werden. Auch diese wissen- schaftlichen Untersuchungen zeigen, wie der Handwerkerstand durch das Großkapital in Fabrik und Handel allmählich erdrückt wird. Der Herausgeber selbst, Prof. Karl Bücher, giebt dies in der Vorrede zu den von einer ganzen Reihe jüngerer Nationalökonomen abgefaßten Einzelstudien zu, und faßt das Ergebniß in folgende Sätze zusammen: „Bereits die jetzt vorliegenden Untersuchungen offenbaren einen Verwitterungs- und Umbildungsprozeß innerhalb des allen Bestandes unseres Gewerbes von emer Tiefe und Ausdehnung, wie er wohl nur von wenigen geahnt werden konnte. Das Vor- dringen des kapitalistischen Betriebs macht sich in den verschie- densten Gewerbezweigen geltend; aber nicht überall nimmt es denselben Ausgangs- und Angriffspunkt, nicht überall zeitigt es die gleichen Erscheinungen. Was der alltägliche Sprach- gebrauch als„Konkurrenz des Großbetriebes" bezeichnet, findet sich in seiner einfachsten Form, völlig gleichartiger Produktion in ?iabrik und Handwerk, verhältnißmäßig selten. Viel hänsiger legt der Sitz der Konkurrenz, welche die alten Betriebsweisen und die kleinen selbständigen Existenzen vernichtet, anf dem Ge- biete andersartiger Produktion oder ist gar in der Sphäre des Güterumlaufes zu suchen. Ueberall finden wir zwar das gleiche Ergebniß, aber nicht überall dieselbe» Ursachen und Vorgänge. Eine neue Bestätigung der den Sozialisten längst be- kannten Thatsachen. Wir werden ans die Arbeiten noch näher eingehen.— Allerunterthäuigst petitioniren die deutschen Hand- w e r k e r an den deutschen Kaiser, ihnen aus der Roth- läge zu Helsen. Sie schreiben: Die Verhältniffe des deutschen Handwerkerstandes können nur dann zum besseren sich wandeln, wenn demselben durch Ein- führung der obligatorischen Innung und Handwerkerkannnern eine festgefügte Organisation und eine legitime Vertretung und zwar auf der Basis des Befähigungsnachweises gegeben wird. Nur durch letzteren und eine gesetzliche Fest- legung der Grenzen zwischen Handwerk und Fabrik wird es ermöglicht werden, die Ucbergriffe des Großkapitals und der Großindustrie anf gewerbliches Gebiet hintanzuhalten. Die Schaffung und Erhaltung eines wirthschnftlick» ge- sunden und daher leistungsfähigen gewerblichen Mittelstandes ist abhängig neben anderen davon, daß die Gefangenen- arbeit aufs äußerste eingeschränkt, der Hausirhandel vermindert bezw. verboten, die Konsumvereine und Waarenhänser auf- gehoben und das Detailreisen, sowie die Wanderlager und Filialgeschäste verboten und den Forderungen der Bauhand- werler an Neubauten ei» gesetzliches Borzugsrecht eingeräumt wird. auch von feiten, die es früher aufs lebhafteste In der sicheren Ueberzeugung, daß alles Mühen und Streben der deutschen Handiverker erfolglos bleibt, wenn sie hierbei nicht eurer Majestät allmächtigen Schutzes theilhaftig werden, rufen wir für den schwer bedrängten, tief dariederliegenden, dem gänzlichen Ruine nahen Handwerkerstände euerer kaiserlichen und könig- lichen Majestät Hilfe an." Mögen sie petitioniren. Auch der deutsche Kaiser ist nicht im stände, dem von der kapitalistischen Konkurrenz erdrückten Handwerk auf die Beine zu helfen.— Zum Hammerstein-Skandal meldet ein Straßburger Blatt, daß die Frankfurter„Kleine Presse" ihrerseits Klage gegen Herrn von Hammerstein erhoben hat, weil dieser die Angaben der„Kleinen Presse" als lügnerisch und verlä umderisch bezeichnet hat. Auf diese Weise soll verhindert werden, daß Herr von Hammerstein die Per- folgung der von ihm selber angestellten Klage aufgiebt. Bürgerliche Blätter fürchten, auch dieser Versuch, den Edlen zu stellen, werde fehlschlagen, denn er werde wohl dem undankbaren Vaterlande den Rücken kehren, um möglichst fern von Madrid sich des güldenen Lohns für seine Verschwiegenheit zu erfreuen. Herr von Hammerstein soll bekanntlich im Besitz von Materialien sein, durch die zahlreiche konservative Politiker arg kompromittirt werden könnten.— Bürgerliches Gesetzbuch. Die Redaktionskommission für das Bürgerliche Gesetzbuch hat am Sonnabend ihre Berathungen verlagt; sie wird anfangs September wieder zusammentrete», um bis Ende September den endgiltigen Wortlaut des Gesetzbuch- cntwurfs zweiter Lesung festzustellen. Sie hat ihre Arbeiten, wie in Bestätigung früherer Mittheilungen berichtet wird, so weit ge- fördert, daß die Erreichung dieses Zieles zur festgesetzten Zeit keinem Zweifel unterliegt. Anfang Oktober wird die Gesammt- kommission wieder zusammentreten, um den Entwurf des Ein- führungsgesetzes festzustellen.— Tie Fälschung der Emser Depesche wird, mehr oder weniger rückhaltlos, jetzt von einem sehr großen Theil der unabhängigen Presse zugegeben. Nur den Ausdruck „Fälschung" wollen die meisten noch nicht gebrauchen— die Dinge uud Menschen bei ihrem richtigen Namen zu nennen, ist in unserer Zeit des moralischen Verfalls außer Mode gekommen. Daß Deutschland nicht das un- schuldige Lamm war, welches 1870 vom französischen Wolf überfallen ward, daß im Gegentheil von deutscher Seite der Krieg gewünscht und auf den Krieg losgedrängt wurde, und daß die„Redaktion" der Emser Depesche von sehr wesent- lichem Einstuß auf den Gang der Dinge war, das wird jetzt ziemlich allgemein als historisch feststehend an- erkannt— bestritten. Die nationalliberalen Fälscher des Liberalismus, der Schienen und überhaupt des öffentlichen Lebens vertheidigen natürlich die Depeschenfälschnng, erklären sie sogar für eine nationale Großthat, und rufen den Zorn des Himmels, der Polizei und der Staatsanwälte auf unser Haupt herab, weil wir der Fälschung die patriotische Maske abgerissen und den Fälscher an den Pranger gestellt und ihm das Brandmal des Verbrechens auf die Stirne gedrückt haben. Ten Denunzianten sei beiläufig bemerkt, das Kaiser Friedrich der Dritte den Fälscher der Emser Depesche genau so beurtheilt hat wie wir.— Für die Schaar derer, die sich die bequeme Lesart zurecht gemacht haben, die gefälschte Depesche habe bei der französischen Kriegserklärung keine Rolle gespielt, sei folgendes Telegramm, das die„Münchener Neuesten Nachrichten" heute in Originalaestalt verössent- lichen, zum Abdruck gebracht. Es ist das Telegramm, welches am IS. Juli zuerst die französische Kriegserklärung anzeigte. Es lautete: Paris, 15. Juli. Heute um 1 Uhr wurde dem Senate und dem gesetzgebenden Körper gleichzeitig die erwartete Regie rungsmittheilung gemacht. Dieselbe läuft ans die Kriegs- e r k l ä r u n g an Preuße» hinaus. Diese Kriegserklärung ist. wie es in der Mittheilung heißt, beschleunigt worden durch ei» Zirkular an die BertreterPreußens im Aus- lande, welches 1. einen Affront des Bot- schafters Benedettt gegenüber den, König von Preußen behaupte; 2. die Untersagung der Thron kandidatur des Prinzen von Hohenzollcrn verweigere; 3. dem Prinzen von Hohenzollern die Freiheit wiedergebe, die Krone von Spanien anzunehmen. Das fragliche Zirkular ist die E m s e r Depesche. Haust Du tneinen Heinrich, so hau' ich Deinen Heinrich— denken die geschorenen Jrrenpfleger, und schlagen aus Leibeskräften los auf die gescheitelten Alexianer in Bremen. Und es wird nun zu einer zweiten Auflage des Aachener Prozesses kommen. Die Bürgerschaft von Bremen hat folgenden Beschluß gefaßt: „In Erwägung, daß die hiesige Presse in den letzten Wochen über die städtische Krankenanstalt verschiedene Artikel gebracht hat, die in die weitesten Kreise der Bevölkerung Ausregung und Beunruhigung getragen haben, erachtet es die Bürgerschaft für geboten, dem lebhaften Wunsche des Publikums nach Ausklärung über die streitigen Angelegenheiten Rechnung zu tragen. Sie ersucht deshalb den Senat, ihr eine Mittheilung über die thatsächltchen Berhältniss». die in der Krankenanstalt und in bezug auf das Pflegepersonal herrschen, zugehen zu lassen. Und die Bielefelder Austaltsleitung hat gegen den Direktor Scholz, der die Anklagen fpezialisirte, die Beleidigungs klage eingereicht. So werden wir dem nächst die protestantischen Heinriche auf der Anklage dank sehen— Verzeihung, zunächst auf der Zeugenbank.— Junkerliches Christenthnm. Die mecklenburgischen Stände haben schon manches fertig gebracht, was für andere Sterbliche schwer verstäudlich ist. Jetzt haben sie, nach einem Bericht der„Volks- Zeitung", beschlossen, daß der Tod im Duell kein Grund zur Versagnng des k i r ch- lichen Begräbnisses sei. Andererseits aber soll das kirchliche Begräbniß streng untersagt bleiben bei Selbstmördern, selbst wenn sie notorisch geisteskrank gewesen sind.— Das ist echtes junker- liches Christenthum. Da bekanntlich die Junker weit öfter in Gefahr kommen, in Raufhändeln ihr kostbares Leben zu verlieren, als einen Selbstmord zu begehen, so ist für sie eine Ausnahme gemacht worden. Tie armen Teufel aber, die aus Roth oder selbst im Wahnsinn freiwillig ans dem Leben scheiden, mögen auch fernerhin in der Kirchhofs- ecke verscharrt werden. Sie sind ja keine Junker.— „Konservative Sozialdemokraten" hatte das „Leipziger Tageblatt" in Leipzig entdeckt. Wir berichteten in der Sonnabendnummer die Notiz, wobei uns aber eine kleine Ungenauigkeit unterlief. Unser Leipziger Organ schreibt: Zur Angelegenheit der dcutsch-katholischen Gemeinde bemerkt der„Vorwärts", daß an der Spitze der Gemeinde Herr Findel stehe. Das ist ein Jrrthum. Herr Findel gehört seit tinigen Jahren dem Vorstände nicht mehr an. Was das„Leipziger Anders als diesem Kopf die Lesen des 1894 er Stadt Bochum.< bewegung folgende Tageblatt" alS„konservative Kundgebung" bezeichnet, erledigt sich für uns, wie wir bereits bemerkten, ganz einfach dadurch, daß für uns Religion Privatfache ist, und hat mit dem„Boden der bestehenden Ordnung", den unsere Parteigenossen in der Ge- meinde nach dem„Tageblatt" damit betreten haben sollen, gar nichts zu thun.— in Menschenköpfen malt sich in elt. So möchte man ausrufen beim Handelska mfm e r b e r i ch t s der üs finden sich da über die Arbeiter- dem innersten Pulsschlag eineS Kapitalistenherzens entsprungene Sätze: Die sozialdemokratische Agitation hat, leider unterstützt durch das Verhalten einzelner Professoren, Geistlicher und sonstiger wohlmeinender, aber mit den wirklichen Verhältnissen zu wenig vertrauter Personen, selbstverständlich auch im ver flossenen Jahre ihr Treiben unermüdlich fortgesetzt und besonders in den größereu Städten immer weitere Arbeitskreise in ihr Netz gezogen. Indessen haben die Führer dieser Richtung wenigstens ein- gesehen, daß bei den gegenwärtigen ungünstigen wirthschaftlichen Ver- Hältnissen, trotz welcher stch die Arbeitslöhne im ganzen unverändert auf der Höhe des Vorjahres gehalten haben, die Waffe der Arbeitseinstellung mit Vorsicht angewandt werden muß. So sind, abgesehen von dem Berliner Bierboykott, im deutschen Reichsgebiet größere Streiks unterblieben. freulich ist es auch, daß selbst die in maßgebenden Kreisen hier und da in den letzten Jahren hervorgetretene anti- kapitalistische Stimmung und das über das rechte Maß hinaus- gehende Liebäugeln mit sozialistischen Bestrebungen neuerdings einigermaßen gedämpft erscheint. Pläne, wie die Ein- richtung obligatorischer Arbeiterausschüsse und die Ver leihung korporativer Rechte an die Gewerkvereine dürften vorerst von der Tagesordnung der öffentlichen Debatte verschwinden. Man sieht ein, daß derartige Maßnahmen nur dazu dienen würden, die sozialdemokratische Vergiftung in immer ausgedehntere Kreise zu tragen, und wird daher jede derartige Maßnahme darauf prüfen, ob sie der Sozialdemokratie Vorschub zu leisten geeignet ist. Welchen Trost muß der Mann empfinden, daß die Unterstützung der Sozialdemokratie durch Professoren und Geistliche sich nunmehr im Rückgang befindet. Wenn setzt die Sozialdemokratie nicht zu gründe geht,-- dann dürfte das Bochumer Kapitalistenherz zu der Einsicht kommen, daß unsere Partei auf eigenen Beinen marschirt.— Italien. In Rom wurde gestern das Fest der freiung" Roms, die am 10. September 1870 als Nachwirkung der deutschen Siege über Napoleon erfolgte, mit großem Pompe gefeiert. Unter der Diktatur C r i s p i's! Welcher Hohn!— Der 14. Juli— der 106. Jahrestag des B a st i I l e- sturms— ist in Frankreich ohne jegliche Feststimmung gefeiert worden— wie verschiedene Zeitungen ausdrücklich fest- stellen. Woher sollte auch die Feststimmnng kommen? Die Freiheit und die Gleichheit„siegte" in der französischen Revolution. Wo ist aber heute die Freiheit und die Gleichheit? Die Gleichheit äußert sich in Ausnahmegesetzen, durch welche die Bourgeoisie das Proletariat, ihren Bruder vom „dritten Stande", knebeln will— und die Freiheit besteht wesentlich darin, daß die Panama-Spitzbuben nicht im Zuchthaus sind. Unter solchen Uniständen ist die Feier der Libertö-, Egalitö- Revolntion die reinste Heuchel Komödie. Und sie wird es b l e i b e n. bis der Sozialismus die von dem Kapitalismus verfehnüen Grundsätze der„großen Re volntion" znr Geltung gebracht hat.— Auch die französische Kammer hat nun ausgelitten. Sie ist gestern in die Ferien gegangen, nachdem das Gesetz zur Regelung der Militärpflicht von Abgeordneten»och verabschiedet worden ivar. Genosse M i r m a n kann nun nicht mehr durch den Unteroffizier an der Ausübung seiner Abgeordnetenpflichten gehindert werden.— Englische Arbeiterkandidaturen. Von unserem Londoner Korrespondenten erhalten wir nachstehende Liste der für die gegenwärtige Parlamentswahl anfgestcllten Arbeiter- kandidaten. Die Liste ist noch nicht ganz vollständig— es können in letzter Stunde noch einige Kandidaturen hinzu kommen und einige auch wegfallen: S ozialdem ocratic Wahlkreis Wählte Federation S. M. Hyndman . W. Hobart G. Lansbury F. I. Jones 1892 Burnley(Lancashire) Liberal South Salford(Lancashire)Konservativ Walworth(Süd-London) Liberal Northhampton„ Jndepcndent Labor Party (Unabhängige Arbeiterpartei) I. Keir Hardie W. Parnell I. Serton Veto Curran R. Tattersall Fr. Brocklehnrst Dr. R. Pankhurst I. Johnson Bn. Tillct Ed. Hartley John Lister Rüssel Smatt Arth. Shaw Geo Barnes PH. Suoivdon Tom Mann Tom Mc Carthy I. Hobson I. Burgeß Fr. Hammill I. R. Macdonald Geo Cbriftie A. P. Dipper I. Shaw Maxwell Prof. R. Watson Rob. Smellie I. E. Wollacost Frank Smilh Ed. Marsden James Macdonald W. Small A. Haddow R. Eh. Roberlson I. L. Mahon CS South West Ham(östlich v. London) Fulham(West-London) Ashton under Lyne Burrow in Furneß Preston Bolton Gorton North Gast Manchester West Bradford Dewsbnry Haltfax Hnddersfield South Lceds Rochdale Keighley Colne Valley West Hull Cardiff oder Bristol Lelcester Newcastle on Tyne Sonthampton Hyde(Cheshire Jarrow(Durham) Bezirk Blackfriars „ Bridgston „ Camlnchie „ Tradeston . Rollot Central Dundee Falkirk Burghs Govan Stirlingsbire North Aberdeen Soz. Konservativ K> => 3 ff Liberal Konservativ Liberal ILib., 1 Kons. Konservativ Liberal Lid. Union Liberal Konservativ Liberal Arbeiterkandidaten, die von den Liberalen unterstützt werden: John Burns Baitersea(Süd-London) Soz. El. Edwards Tottenham(Nord-London)Konservativ I. Aspinwall Wigan(Lancashire)„ Ch. Maddison Mid-Hull(Yorlshire) Ev. Harford Northhampton Liberal und noch ca. 1 Dutzend. Wie ein Telegramm uns meldet, ist Hobart, der zweite aus obiger Liste, mit 813 Stimmen gegen den Kon- scrvativen Bnrgeß, der 4009 Stimme» bekam, erlegen.— Der Verlauf der englischen Wahlen läßt stch für die Liberalen sehr schlecht an. Man kann zwar aus de» Ziffern der ersten Wahltage noch keinen festen Schluß ziehen, allein bis heute haben die Liberalen schon 8 Sitze verloren, während� sie nur einen gewannen, so daß die Hälfte ihrer„Majorität" ihnen schon entrissen ist. Die noch ausstehenden Wahlen bieten aber den Unionisten entschieden günstigere Chancen als die bereits entschiedenen. Eine Unionistenmajorität, steht schon jetzt mißer Zweifel.„Der Zug der öffentlichen Meinung"— das läßt sich nicht verkennen— ist stark gegen den Liberalismus, der sich unter Rosebery gar zu jämmerlich gezeigt, und dem der alte Gladstone durch seine Weigerung, nochmals zu kandidiren, den Genickfang gegeben hat. Der alte Gladstone will sein Andenken nicht mit dem schäbigen Niedergang des Liberalismus belasten.— Die Kubanischen Aufständischen scheinen nach und nach Herr der Situation zu werden. Nach einer Depesche aus Habana haben die Insurgenten die Eisenbahn zwischen Nnevitas und Puerto Principe, sowie die Telegraphenleitungen zwischen Nnevitas und San Migusl zerstört; auch wurden die Brücken von ihnen unpassirbar gemacht._ parket-Machvichten. Den Parteigenosse» geben wir hiermit bekannt, daß in der polnischen Arbeiterversammlung am 24. Juni der Genosse M. G o sei n s k i zum Vertrauensmann für Berlin und Um- gegend gewählt ist. Bei allen Anfragen betreffend die polnische Arbeiterbewegung wende man sich daher an M. GosctnSkt, Berlin v, Blumen st r. 33, H o s 1. Ter linke Flügel der Mannheimer Liberalen hatte stch der Sozialdemokratie zu einem Bündniß bei der L a n d- t a g s w a h l in empfehlende Erinnerung gebracht. Daraus antwortete die„Volksstimme":„Die sozialdemokratische Partei schließt keine Kompromisse, sie verläßt stch ans ihre eigene Kraft. Unsere Parole lautet: Entweder Dreesbach und Geiß oder gar keiner. Entweder mit Ehren siegen oder unterliegen!" AnS dem Kreise Meseritz- Bomst wird nnS geschrieben, daß der Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen bei der jüngsten Reichstagswahl im Fehlen der den Sommer über aus- wärts beschäfligten Arbeiter seine Ursache habe. Zu der Abstimmung des Gemeinderathsmitglieds Mülle» in W i l k a u i. S. über die Kriegerdenkmals-Slngelegenheit, wogegen das„Sächsische Volksblatt" scharf Stellung nahm, wurde diesem aus Wilkau u. a. geschrieben, daß es sich um ein neues Kriegerdenkmal überhaupt nicht handelte, sondern um die wegen eines Straßendurchbrnchs vorzunehmende Wegschaffnng des alten Denkmals und dessen Neuaufrichtung auf einem anderen Platze. Wären die 300 M., die dafür(wohl von den Militär- vereinen, als den vermuthlichen Errichtern des Denkmals?) ge- fordert wurden, nicht bewilligt worden, so wäre die Beseitigung und Wiederaufstellmig des Denkmals von der Gemeinde zu be- sorgen, was mehr Kosten erfordern würde. Auch habe Müller nicht Militärvereinler für uns gewinnen, sonder» die- jenigen von ihnen, die bisher bei den Wahlen immer für die sozialdemokratischen Kandidaten stimmten, uns angesichts der be- vorstehenden Landtagswahl erhalten wollen. Auf der Höhe des Mainharder WaldeS, auf der Somien- wiese in Finstmolh, veranstalteten die Parteigenossen von Weinsberg in Württemberg kürzlich ein Parteifest. DaS Wächter'sche„Sonntagsblatt' berichtet darüber: Die Partei be- steht hier aus lauter Kleinhandwerkern und Kleinbauern, denn im ganzen Bezirk ist keine einzige Fabrik und im Umkreis von ftinf Stunden auch keine Stadt. Bon allen Seiten waren die Genossen herzngeströmt, um an dem Feste theilzunehmen. Ein deutlicher Beweis, daß man auch aus dem Lande etwas erreichen kann. Polizeiliche», Gerichtliches»e. — Wie seinerzeit ini„Vorwärts" mitgelheilt worden ist, hatte die Nnitshauptmannschaft in Pirna den dort domiziliren- den sozialdemokratischen Verein für den 8. sächsischen Reichstags- Wahlkreis aufgelöst, als der Vorsitzende dieses Vereins, Genosse T e i ch m a n n, ihrem Verlangen nicht nachgekommen war, die Mitgliederliste einzureichen. Die Amtshanptmannschaft stützte ihre Forderung darauf, daß der Berein in dem zu ihrem Amts- bereiche gehörrgen Ort Dohna Versammlungen abgehalten hatte. Der Vorsitzende hielt aber das Verlangen für ungesetzlich und kam ihm deshalb nicht nach. Die Amtshauptmannschait hatte den Stadtrath von Pirna von der Auflösung des Vereins nicht unterrichtet. Infolge dessen erklärte dieser dem Vorsitzenden des Vereins, die Auflösung treffe nicht den Stadtbezirk, folglich auch nicht die dortige Thätigkeit des Ver- eins. Demgemäß arbeitete der Verein im Stadtbezirk Pirna weiter. Nun wurde gegen Teichmann Anklage erhoben. Das Schöffengericht hat dieser Tage auf Verurtheilnng erkannt. Teich- mann soll 30 M. Geldstrafe zahlen. Begründet wurde das Urthsil mit der Behauptung, K 4 des Vereinsgesetzes räume unbedingt der Amtshanptniannschaft das Recht ein, für Versammlungen in ihrem Bereiche die ihr nöthig erscheinenden Auskünsle zu ver- langen. Nach dieser Auslegung hätte jede Ortsbehörde das Recht, Auskünfte über einen Verein zu verlangen, wenn er in ihrem Bereich eine Versammlung abhält. Natürlich wird das Urtheil angefochten. Die Beschwerde, die gegen die Auflösung des Vereins eingelegt war, ist bis heute noch nicht be- antwortet. — Ans der Vogelwiese in Zwickau hatte der Parteigenosse Müller, dem seine Freunde den Spitznamen„Nunc" gegeben haben, diesen Namen auf dem Schild an seinem Schankzelt an- bringen lassen. Die heilige Hermandad befahl ihm die Ent- fernung des Spitznamens, weil„unter dem Name» Nune eine sozialistische Idee zu erblicken" sei. Für den Fall, daß er dem Gebote nicht nachkäme, sollte Müller's Zelt geschloffen und ihm eine Geldstrafe von 20 M. auferlegt werden. Um sich nicht das Geschäft verderben zu lassen, änderte Müller, wie man uns schreibt, die Aufschrist des Schildes folgendermaßen um: Zur Rune. Max Müller". Jetzt scheint sich Zwickau und der sächsische Staat vor der neuen„sozialistischen Idee" gerettet zu hallen. Wenigstens ist die heilige Hermandad noch nicht wieder bei dem gefährlichen Zeltbesitzer gewesen, auch das ihm an- gekündigte Strafmandat hat er noch nicht bekommen. Soziale Avbvvlktlzk. Den Bau von Wohnhänsern ans dem Lande, und zwar für P o st u n t e r b e a m t e, hat der Staatssekretär des Reichs- Postamts angeordner, weil— wie es heißt— Klage geführt worden wäre, daß die Postunterbeamten an ihrem Beschäftignngs- ort auf dem Lande mitunter keine Wohnung bekommen könnten. Die Wohnhäuser bleiben selbstverständlich Eigenlhum des Reichs. Es soll möglichst darauf Bedacht genommen werden, daß zn den als ausreichend groß gedachte» Wohnungen je ein Stück Garten zugegeben werden kann. Unter keinen Umständen darf die Miethe den Betrag des Wohnungsgeldzuschusses für den betreffenden Ort übersteigen. Man hofft, daß die Maßregel„sicherlich mit Freuden" anfgenommen werde. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Eins steht bombenfest, nämlich daß durch das Wohnen in dem „reichseigenen" Hause der Postbeamte in noch größere Abhängig- keit von der Postverwallung kommt. Auf dem Gute Tornof bei Prenzlau sollen kürzlich ein Gefreiter und 12 Mann von der 7. Kompagnie des 64 Regiments fünf Tage lang für einen Lohn von täglich l.2S M. beschäftigt worden sein. Falls das zutrifft, möchten wir das Kriegs- Ministerium bitten, mitzntheilen, was das für militärische Arbeiten gewesen sind, die die Soldaten auf dem Gute zn ver- richten hatten. Etwa Gutsbesitzern Arbeitskräfte zu liefern, azu ist das deutsche Heer verfassungsmäßig nicht da. ließet die Organisation der ZltikitSvermitteluna in Sauitc» hat die sächsische Regierung eine Statistik veröffentlicht. Die Statistik erstreckt sich auf sämmtliche Orte, die niehr als 2000 Einwohner haben, und zwar betrifft sie 143 Städte und 153 Dörfer, die nach der letzten Volkszählung zusammen 2 174 734 Einwohner zählten. Von diesen 301 Ortschaften hatten im Herbst vorigen Jahres 217, also über zwei Drittel, überhaupt keinerlei Arbeitsnachweis, d. h. aveder einen öffentlichen noch einen privaten(durch Vereine ec.). In den übrigen deutsche» Staaten werden die Verhältnisse kaum besser sein. Bei der Berufs- und Gewerbezähliing in Altona wollte nian auch feststellen, wie viele S t el l en f u ch e n d e sich bei den Ges indevermiethern gemeldet und wie viele da- von Stellung bekommen haben. Nur über das letztere konnten die Gesindevermiether Auskunft geben, über ersteres nicht, da sie die vorgeschriebenen Bücher nicht gesührt hatten. Sie wurden snmmtlich in Strafe genommen. Eine Aendernng deS GewerbegerichtS- Statuts der Stadt Halle a. S. verlangen die Arbeiterbeisitzer des Gewerbe- gerichts u. a. nach der Richtung hin, daß auch d i e Arbeiter, die zur Zeit der Wahl arbeitslos sind, aber in Halle ivohuen, wahlberechtigt sind; daß bei jeder Wahl nicht nur die Ausscheidenden, sondern auch die in der Wahlperiode aus- get retenen Beisitzer durch Neuwahlen ersetzt werden. Ferner soll der Magistrat durch das Gewerbexericht ersucht werden, zu dem von der hallische» Arbeiterschaft geforderten kommunalen Arbeitsnachweis eingehend Stellung zu nehmen. Neber die WohunngSverliältnisse Kölns a. R. liegt eine amtliche Darstellung aus deni Jahre 1830 vor. Das kölnische Statistische Amt hat sie im Anschluß an die ISSOer Volkszählung veröffentlicht. Danach bestanden 7505, gleich 13,2 pCt. aller Wohnungen, aus einem einzigen Raum; 18 072, gleich 31,7 pCt., aus zwei Räumen. In 423 e i n zimmerigen Wohnungen hausten fünf, i» 202 sechs, in 15 neun, in 4 sogar zehn Personen. 1007 zwei zimmerige Wohnungen beherbergten je sieben, 504 je acht Bewohner. Im ganzen wohnten in den 18 072 zweizimmerigen Logis 70 914 Menschen, gleich 28 pCt. der ganzen Einwohnerzahl; im Durchschnitt kamen also auf ein zweizimmeriges Logis fast 4 Personen. Die AnSwandernng, das Sicherheitsventil der bürgerlichen Gesellschaft Europas, wird inimer aussichtsloser. Daß in den Vereinigten Staaten so ziemlich alle Berufe überfüllt sind, ist schon allgemein bekannt. Ebenso weiß man das von Australien. Nun sind auch C a n a d a und die südafrikanische Kapkolonie in die Reihe der Länder getreten, nach denen auszuwandern wenigstens allen Mittellosen dringend zu widerrathen ist. Dr.-Qiiarck veröffentlicht in der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung" auf deren Artikel„Keine Stegmüllerei?" eine Erklärung, worin er die gegen ihn gerichteten Angriffe zurückweist und in Beziehung aus den Kernpunkt des Streites sagt: „Es ist unwahr, daß der„Deutsche Verband Kauf- mänuischer Vereine" zur Ausgabe habe,„die Harmonie zwischen Gehilfen und Unternehmern zu wahren"; es ist unwahr, daß ich für diesen Verband„in der lebhaftesten Weise agitirte" und ihn„nach jeder Richtung hin unterstützte". In dem genannten Verband befinden sich ca. 100 kaufmännische Vereine mit ca. 80000 Gehilfen und 20 000 Prinzipalen. Die erstere Zahl wird von dem Verfaffcr der anonyinen Angriffe gegen mich bezeichnenderweise in seiner ganzen Polemik aufs sorgfältigste verschwiegen. Satzungsgemäß ist der Zweck des Verbandes„Berathung und Förderung der Interessen der deutschen kaufmännischen Vereine, der Handlungsgehilfen, sowie des gesammten Handelsstandes". Nun versuchen einige mächtige kaufmännische Vereine, in welchen sich die Gehilfen trotz ihrer Mehrzahl nicht genügend in ihrem Interesse rühre», allerdings dem Verband eine falsche, Harmonie- freundliche Richtung zu geben. Und gegen diese Versuche bin ich mit dem Frankfurter„Verein für Angestellte", mit der „Kluifm. Presse" im Verband thätig, nicht für dieselben. Weil wir auch im Verband den Klassenkampf vertreten, deshalb waren die Mainzer Verhandlungen so stürmisch. Wir setzten unfern Standpunkt in drei entscheidenden Punkten durch, wir brachten dadurch die schlummernden Gehilfen in einer ganzen Reihe von Vereinen zum Erwachen, wie die beigefügten Exemplare der„Kaufm. Presse zeigen, und es machte uns ganz besonderes Vergnügen, unfern Standpunkt den anwesenden hessischen Re- gierungsvertretern gegenüber klarzulegen, während die„preußischen" Vertreter, von denen der anonyme Verleumder fabelt, niemals angekündigt oder erwartet worden waren, diejenigen des Reichs- amts des Innern aber vorgezogen hatten, wegzubleiben, wohl in Erwartung der Dinge, die da kommen würden. sMan sieht, was es mit der Behauptung auf sich hat, daß ich für den Verband agitire und ihn unter- stützte". Ich agitire für und unterstütze die selbständige Gehilfenbewegung im Verband gegen die prinzipalfreundliche, die die Mehrzahl der Gehilfen leider entgegen einem bekannten Sprichwort noch immer vorzieht. Und dieser fortwährende Kampf ist natürlich nicht gerade mit großen Annehmlichkeiten verknüpft. „Es ist unwahr, daß ich jemals„die auf dem Boden der moderne» Arbeiterbewegung stehende Kausmannsorganisation bekämpft oder gelegentlich ins lächerliche gezogen hätte". Diese Behauptung ist vollständig aus den Fingern gesogen. Ich habe einzelne Personen in dieser Bewegung oder vielmehr nur ihre Anschauungen sachlich bekämpft, unwesentlichen Herrn Julius Türk, aber auch nur, nachdem er mich in der unqualifizir- barsten Weise persönlich angegriffen hatte. Der Hamburger Verein„Vorwärts" dagegen hat eine von feinem Vor- sitzenden gegen niich beantragte Resolution abgelehnt, nachdem er mich gehört hatte, und bei den freien Vereinigungen in Nürn« berg, Fürth, München, Stuttgart und Mannheim habe ich unter dem lebhaftesten Beifall der Mitglieder meine Anschauungen entwickelt, so daß ich jetzt in forllaufcndcr Verbindung mit einzelnen Mitgliedern derselben flehe, die mir Gehilsenmittheilungen für meine„Kaufm. Presse" machen." Die„Sächsische Arbeiter-Zeitnng" hält demgegenüber ihre Anschuldigung, daß Dr. Quarck durch seine Betheiligung an dem Verband deutscher kaufmännischer Vereine Stegmüllerei treibe, aufrecht, und zitirt einige Stellen aus der von Dr. Quarck redigirten„Kaufmännischen Presse", woraus hervorgeht, daß dieses Blatt im Jahre 1892— allerdings zu einer Zeit, als ihr Redakteur Dr. Quarck in der Sommerfrische war— die Hand- lungsgehilfen vor den„sozialdemokratischen Lockrufen" warnte, weiter, daß auch heute noch, nachdem Dr. Quarck sich offen zu unserer Partei bekennt, die„Kaufmännische Presse" es mit großer Entrüstung zurückweist, wenn die gegnerische Presse aus seiner Zugehörigkeit zu unserer Partei den zwar falschen, aber land- läufigen Schluß zieht, daß die kaufmännische Organisation, an der er sich betheiligt, im sozialdemokratischen Fahrwasser segle. Diese Haltung der„Kaufmännischen Presse" kann man sich damit erklären, daß der Frankfurter kaufmännische Verein, an dem sich Dr. Quarck betheiligt, die Parteipolitik und religiöse An- gelegenheiten statutarisch ausschließt, wie denn auch Dr. Quarck der Ansicht ist, daß die berufliche Organisation nur gewerk- schaftlich sein und keine Parteipolitik treiben kann, weil sie zur Erreichung ihrer Ziele mit Angehörigen aller Parteien rechnen muß. Dieser Standpunkt ist zwar nicht ohne weiteres zu ver- urtheilen, wie denn unsere Partei nie verlangt hat. daß sich Berufsvereine, die auch Angehörige anderer politischer Parteien haben, formell zur Sozialdemokratie bekennen sollen. Es ist Sache der Berufsvereine selbst, ob sie das lhun wollen oder nicht. Aber daß es weder unserer Partei noch solchen parteilosen Vereinen nützlich ist, mindestens eine Quelle peinlichster Mißverständnisse sein muß, wenn ein in unserer Partei hervorragender Mann wie Dr. Quarck publizistischer Leiter eines parteilosen Berussvereins ist, das scheint uns allerdings festzustehen. Die Gegner werden sortdauernd aus seiner Parteistellung ihre Argumente schöpfen, um dem parteilosen Gchilfenverei» zu schaden, und die Partei erlebt das peinliche Schauspiel, zu sehen, daß einer ihrer Vertreter bei dem Bestreben, den Verein gegen Feinde zu vertheidigen, den Vorwurf„sozialdemokratisch" für eine— Verdächtigung erklären muß. Die Bezeichnung„Sozialdemokrat" halten aber wir und alle Parteigenossen für eine Ehre, und die meisten Berussvereine betrachten es auch als keine Schande, wenn man sie so nennt. Bemerkt sei noch, daß Genosse Quarck dem Parteivorstand das Material in dieser Sache eingesandt hat. Gemevltfchafklufzes. Verband deutscher Musterzeichner. Die in fast allen größeren Städten existirenden Mnslerzeichner-Vereine bilden den seit 1892 bestehenden Verband deutscher Musterzeichner, der die Rechte einer juristischen Person und seinen Sitz in Leipzig hat. Da dieser Vereinigung immer noch viele Kollegen fern stehen, so werden diese hiermit gebeten, ihre abwartende Stellung aufzugeben und sich dem zunächst liegenden Verein anzuschließen. Jede Auskunft, alle den Verband betreffenden Drucksachen, Statuten u. f, w., erhalten Interessenten von dem Leiter des Agitationsbureaus, Emil Jander, in Breslau, Ohlauer- straße 53/54, ans Verlangen stets gern zugesandt. Zur Bauarbeiter-Vewegung in Halle a. S. Vom Aus- stand der Maurer und Bauarbeiter ist bis jetzt keine weitere Veränderung gemeldet, als daß ein Unternehmer wieder bewilligt hat. Von den Zimmerern haben etwa 40 den ge- forderten Stundenlohn von 40 Pf. erhalten. Ebenso viele streiken noch. 80—90 betheilige» sich überhaupt nicht an der Bewegung. Das ist um so merkwürdiger, als der Lohn seit dem Jahre 1890, wo er 33 Pf. betrug, bis auf 32 Pf. gesunken ist. Ein Maletstreik ist in Königsberg i. P r. aus- gebrochen. Die Malergehilfen beanspruchten bei einem Minimal- lohn von 35 Pf. für die Stunde täglich eine O'/sstmidige Arbeitszeit, statt der bisherigen IVVe Arbeitsstunden bei 33 Pf. Loh» für die Stunde. Da die Meister auf diese Forderung nicht eingingen, so legte der größte Theil der Gehilfen die Arbeit nieder. Zuzug von Steinsetzer» nach Hannover ist zu ver- meiden. Die dortigen Kameraden stehen in einer Bewegung um Lohnerhöhung. Die Unternehmer wolle» die Forderung nicht bewilligen und suchen deshalb auswärts Arbeitskräfte. Streikkosteu. Beim Böttcher st reik in Halle a. S. kanien 424,95 M. ein. Ausgegeben wurden 418,35 M. Der Zentralverein der Böttcher steuerte dazu 150 M. bei. Vierteljährliche Ncvisio» fämmtlicher Herbergen be- schloß das Gewerkschastskartell in Bergedorf. Mit der Revision ist eine dreigliedrige besondere Kommission beaustragt. Die Kieler Gelverkschaften begingen am Sonntag unter den denkbar schlechtesten Witterungsverhältnissen ihr zweites gemeinsames Gewerkschaftssest. An dem Festzuge durch die Stadt betheiligten sich 2500 Persvneri In dem geräumigen Etablissement Waldwiese dürfte sich diese jD.chl verdoppelt haben. Die Kieler Polizei hatte, entgegen dem vorjährigen Brauche, diesmal die Betheiligüng des Bildungsvercins der Frauen und Mädchen im Festznge und das Tragen rothcr Fahnen verboten. In Neunkirchen in Oesterreich haben die Schrauben- dreh er und G e w i n d s ch» e i d e r der Firma Ärevillier und Komp. durch tcn Streik alle ihre Forderungen durch- gesetzt. Gerichts-Settnug. Der Kampf gegen die Arbeiterinnenvereine wird im Zeichen der Köllerei munter fortgesetzt. Am Montag unterlag die polizeiliche Schließung des„Arbeiterinnen- Bildungsvereins für Friedrichsberg und Um- g e g e n d", welche der Amtsvorsteher Röder am 25. Mai d. I. verfügte, in bezug auf ihre Rechtsgiltigkeit der Prüfung der ersten Strafkammer am Landgericht II. Mit dieser Angelegen- heit in Verbindung stand eine Anklage wcgens Vergehens gegen das preußische Vereinsgeseh vom 11. März 1850, welche sich gegen den früheren Vorstand des Vereins, näm- lich die Vorsitzende Frau Magdale ne Swendt, gegen die Kassirerin Frau Bertha Liepe und Frau Ida Kühn richtete. Dieselben sollte», der Anklage- schrist zufolge, gegen H 8a des genannten Gesetzes verstoßen habe», indem sie in einem Vereine, der nur weibliche Personen als Mitglieder aufnahm, politische Themata erörtern ließen und dadurch den Verein zu einem politischen stempelten, welchem weibliche Personen nicht angehören dürfen. So soll in den Ver- sammlungen zum Anschluß an die sozialdemokratische Partei und zur Agitation im sozialdemokratischen Sinne aufgefordert, auch die entsetzliche Anschauung ausgesprochen worden sein, daß das weibliche Geschlecht im politischen Leben dieselben Rechte ge- nießen müsse, wie das männliche Geschlecht. In andere» Vorträgen solle, man höre, die„Kampsmittel der modernen Arbeiterbewegung" und die Anstrebung der„sozialen Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern" empfohlen worden sein. Aus Befragen des Vorsitzenden, Landgerichts- Direktors Gartz, erklärte Frau Swendt, der Verein sei begründet worden, weil sie und die anderen Mitglieder sich bilden wollten. Tie Redner habe sie vorher gar nicht gekannt. Das sozialpolitische Wissen des Ge- richtsvorsitzenden dokumentirte sich in folgendem:„Sie wollten sich bilden lassen durch Leute, die sie gar nicht kannten? Da wendet man sich doch an Leute, von denen man weiß, daß sie Bildung besitzen!" Auf Anregung des Vertheidigers, Rechtsanwalt Heine, erklärt Frau Swendt, daß die von ihr zugezogenen Vortragenden, wie sie in Zeitungsberichten gelesen, vorher in anderen Vereine» gesprochen hätten simd sie dieselben auf diesem Wege kennen gelenit habe. Die Angeklagten zu 2 und 8 erklärten nach dem uns vorliegenden Bericht, daß sie politisch noch nicht so weit vorgeschritten seien, um sofort zu verstehen, wenn der Vortrag das politische Gebiet berühre. Nach der Bekundung der drei als Zeugen geladenen Gendarmen haben in dem Vereine„alle bekannten Rednerinnen der sozialistischen Frauenvereine und auch verscbiedeue männliche Sozialdemokraten gesprochen." Donnerwetter! Der Staatanwalt beantragte außer der Bestätigung der Schließung des Vereins von feiten des Gerichts für jede der drei Angeklagten 14 Tage Gefängnitz, und zwar müsse auf Gefängniß erkannt werden, weil eine Geld- st rase die Angeklagten nicht treffen würde, da diese doch nur der Verein bezahle. Der Ver- lheidiger bestritt, daß die sozialdemokratische Partei ohne weiteres als eine politische Partei und ihre Redner als politische an- zusehen seien. Die sozialdemokratische Partei verfolge eine neue Weltanschauung, die nickt lediglich politisch, sondern hauptsächlich humaner, fast religiöser Art sei. Die in betracht kommenden Vor- träge seien keinepolitilchen gewesen. Wenn politischeAbschweifungen vorgekommen seien, so sei damit noch keineswegs erwiesen, daß der Verein ein politischer sei. Er bitte um Aushebung der Schließung des Vereins und schlimmsten Falles um eine geringe Geldstrafe, denn diese würde die Angeklagten sicher und sehr schmerzlich treffen, denn wer solle die Strafe zahlen? Der Verein sei geschlossen und habe noch Schulden hinterlassen. Der Staatsanwalt bemerkte zu den Ausführungen des Ver- theidigers, daß seines Wissens der Verein nock im Geheimen fortbestehe und noch immer neueMit- glieder aufnehme, welches profunde Wissen sowohl der Per- lheidiger wie die Angeklagten bestrillen. Das Urtheil des Gerichts lautete auf Schließung des Vereins und auf 50 M. Geldstrafe gleich 10 Tagen Gefängniß für jede der Angeklagten und zwar mit folgender Begründung: Ter Verein nahm nur Frauen auf. Die gehaltenen Vorträge waren zum Theil politisch. Schon die Themata ließen dies zum theil erkennen. Es war nicht ausgesprochener Zweck des Vereins, Politik zu treiben, doch waren die Themata so gewählt, daß man auf den Inhalt schließen konnte. Nach einem solchen Vortrage konnte man auch auf die Folge schließen. Die Angeklagten wußten das, zogen aber fortgesetzt nurPartei- R e d n e r zu. Für den Zweck der Bildung haben sie sehr wenig gethan. Wer sich bilden will, muß nach allen Richtungen Bildung suchen: in einem solchen Verein müssen Redner aller Denkungsarten zugezogen werden. Die einseilige Zuziehung von Rednern einer Partei läßt auf die Absicht schließen, diese einseitige, zur Politik drängende Bildung zu fördern. Nach diesem Urtheil erwarten wir, daß die Damen um Frau Lina Morgenstern herum aus Furcht, andernfalls von wegen ihrer Einseitigkeit aufgelöst und mit empfindlicher Geld- oder Gefängnißstrafe belegt zu werden, sich demnächst einige sozialdemokratische Redner und Rednerinnen zulegen. Wie Herr- lich weit hat es doch der Staat der Sozialreform im Jubiläums- jähre des grrrroßen Krieges in der Findung von Mitteln gc- bracht, dem nicht-universellen Bildungsstreben die nöthigen Zügel anzulegen. Ist es nicht ein Wunder, daß im öffentlichen Leben bei alledem es nur die eine Seite, nämlich die staatsfeindliche, sozialdemokratische ist, welche blüht, wächst und gedeiht! Noch einmal„der schneidige Statkvusassistent". Zu dem Bericht in der 2. Beilage der Sonntags- Ausgabe unserer Zeitung, dem wir die obige Spitzmarke vorgesetzt hatten. wird uns mitgetheilt, daß das Urtheil nicht auf.40 Mark", sondern auf 400 Mark Geldstrafe lautete und daß im übrigen noch manche andere Unrichtigkeiten untergelaufen sind. Ter Assistent Pfeiffer wohnt nicht in Rixdorf, sondern in Deutsch- Wilmersdorf. Der verletzte Gärtner hieß nicht Bardendorf, sondern Pappendorf. Nicht dieser hatte seine Frau bei sich, sondern Pfeiffer stieg mit seiner Frau in das Koupee, in welchem Pappen- darf faß und feine langen Beine bis an den gegenüber besind- lichen Sitz streckte. Wie die Verhandlung ergab, wollte sich Frau Pfeiffer in die gegenüber liegende Ecke setzen, mußte aber dabei die Stiefeln des Pappendorf mit ihren Kleidern putzen. Ihr Gatte rief:„Setze Dich nicht dahin. Du machst Dir die Kleider schmutzig. Das war aber im Moment bereits geschehen und nun fagte Pfeiffer:„Das ist ein flegelhaftes Betragen!" Pappendorf gab den„Fegel" zurück, ohne seine Beine zurückzuziehen. Ein Wort gab das andere und als dem Stationsassistenten ein „Tunimer Junge" an den Kopf geworfen wurde, hieb dieser mit seinem Stocke zu. Pappendorf ist nicht„acht Tage" arbeits- unfähig gewesen, sondern hat nur eine Schramme am Halse erhalte», die ihn in Ausübung feines Bernfes nicht shinderte. Die Flegelei lag daher auf beiden Seiten und würde kompensirt worden sein, wenn Pfeiffer statt eines Stockschlages eine Ohrfeige versetzte. Da aber ein Stock ein„gefährliches Werkzeug" im Sinne des Gesetzes ist, so mußte gegen Pfeiffer das öffentliche Versahren eingeleitet werden, welches Widerklage nnd Kompen- sation ausschließt. OepeMött und letzke Msch&chtrrn Wolff'S Telegraphen-Bureau. Wie», 13. Juli. Aus Sulden(Tirol) wird gemeldet, daß in der Ortlergruppe gestern 5 Engländer, welche ohne Führer waren, abgestürzt sind. 2 Damen sind schwer, die übrigen Theil- nehmer leicht verletzt. Kattowitz, 15. Juli. Auf der„GotteSsegen-Grnbe" zu Antonienhütte, woselbst erst im vorigen Monat zwanzig Berg- leute durch einen Grubenbrand verunglückt sind, wurden Sonn- abend Nacht drei Arbeiter durch Explosion einer Dynamit- Patrone getödtet. Als Ursache des Unfalles wird angegeben, daß ein Arbeiter sich mit der Patrone der Grubenlampe nn- vorsichtig genähert habe.— Von den Leiche», welche von dem früheren Unglücke her noch im Aschenbornschachte derselben Grube lagen, sind heute früh drei geborgen worden. Die übrigen Leichen hofft man im Laufe des heutigen Tages zu bergen. Rom, 15. Juli. Gestern flog eine Pulverfabrik bei Tivoli (Provinz Rom) in die Luft. Es herrschte große Erregung. Drei Personen sind umgekonimen. In der Nähe platzten Fenster- scheiden und wurden viele Häuser, besonders die Villa Este be- fchädigt. Madrid, IV. Juli. In Zamora kam es infolge der Brot- theuerung zu Unruhen, bei welchen mehrere Gendarmen ver- wundet und ein Unbetheiligter durch eine verirrte Kugel getövtet wurde. Vierzig Verhaftungen sind vorgenommen worden. Hongkong, 15. Juli.(Meldung des„Reuter'schen Bureaus.") Eine japanische Streitmacht von 700 Mann ist von Tuatutia(?) in Nordformosa abgegangen, um die Schwarzflaggen in Taiwaufu anzugreifen; es dürfte am 20. d. M. zum kiampse komnien. Ein starkes japanisches Geschwader unterstützt die Laudtruppe. Nach Berichten ans Talao ist dort alles ruhig. (Depeschen-Burean Herold.) Brünn, 14. Juli. Auf dem hiesigen Nordbahnhof stieß ein Zug auf einen Postambnlanzwagen; der letztere wurde zer» trümmert. Ter Postexpeditor Isaak nnd zwei andere Post- beamten trugen schwere Verletzungen davon. Der Zusammenstoß wurde durch falsche Weichenstellung herbeigeführt. Knttenbcrg(Böhmen), 15. Jnli. In der von Erwachsenen stark besuchten hiesigen Menagerie Kliedsky entstand während einer Vorstellung eine furchtbare Panik, weil plötzlich der Ruf ertönte, daß ein Löwe ausgebrochen sei. Zahlreiche Personen wurden verletzt. Pariö, 14. Juli. Der Photograph Fromontin, welcher gestern vor dem Handelsgericht einen Prozeß gegen den Buchhändler Anchella verlor, schoß den letzteren durch vier Revolverschüffe nieder, die ihn sofort tödteten. Fromotin wurde verhaftet, er er- klärte, nicht aus Vorbedacht gehandelt zu haben. Paris, 15. Juli. Aus Roubaix wird gemeldet, daß bei Verhaftung eines Schmugglers unter der Menge eine derartige Erregung entstand, daß sie die Zollbeamten angriff. Es kanien viele' Verwundungen vor. London, 15. Juli. Ans Conrth(Irland) kommt die Nach- richt, daß zwischen Parnelliten und Antiparnelliten blutige Zu- sammenstöße stattfanden. Der Bischof richtete an die Mitglieder der Diözese einen Hirtenbrief, worin er zur Ruhe und zum Frieden crmahnt. London, 15. Juli. Soweit bis jetzt bekannt, sind bei den Parlamentswahlen gewählt: 119 Unionisten, 11 Liberale und 4 Parnelliten. Madrid, 15. Juli. Wie aus Tanger gemeldet wird, ist ein deutsches Kriegsschiff»ach Algliero abgesandt worden. Dort haben die Marokkaner die Schiffsladung eines deutschen Dampfers beschlagnahmt, welcher die Ladung gelöscht hatte, nachdem er an der Küste gescheitert war. Netv-Dork. 15. Juli. Von Port-au-Prince(Haiti) wurde ein amerikanisches Kriegsschiff mit der Ordre abgesandt, eine Flibustierexpedition, die unter amerikanischer Flagge nach Euba segelt, zu verfolgen und abzufangen. Verantwortlicher Redakteur: I. Dirrl (Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2� Hierzu rinv Beilage. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 163. Dienstag, de» 16. Inli 1893. II. Jahrg. Vartrigrnoste«! Arbeiter! Im November d. I. finden im S.. 3.. 7.. II., 13., 13.. 17., S4.» 87., 30., 33., 35., 39.«nd 48, Kommunal- Mahlbekirk III. Abtheiinng die Ergänzungswahlen für die Stadtverordneten-Versammlung statt. Wahlberechtigt ist nach§ S der Städte-Ordnung jeder in die Wählerlisten eingetragene selbständige Ein» wohner, der Preuße und 24 Jahre alt ist, seit einem Jahr in Berlin wohnt und seit einem Jahre leine Arinenunterstützung aus öffent. lichen Mitteln empfangen hat, sowie mindestens zur zweiten Steuerstnfe(660—900 Marl Ein- kommen) eingeschätzt ist. Die Fiste drr stimmfähige« Kurger liegt bis t«m 39. Juli d. J. täglich, also auch Sonntag», von 9—3 Uhr im städtischen Wahlbnrra», poststr. 16, 8 Tr., z« jeder- mann» Einsicht aus. Einmendungen gegen die Nichtigkeit der Liste können nur mährend dieser Zeit schriftlich beim Magistrat er» Hobe» werden. Ueber die Kerechtigung der gegen die Richtigkeit der Liste» erhobene« Einsprüche entschridet die Stadtverordneten-Uersammlnng. Zu einem für die Sozialdemokratie erfolgreichen Ausfall des bevorstehenden Kommunal-Wahlkampfes ist es nothwendig, daß jeder stimmberechtigte Parteigenosse und Arbeiter sich durch Ein- sichtnahme in die Listen vergewissert, daß er sein Wahlrecht aus- üben kann. Wir mahnen daher dringend zur genauesten Kontrolle der Wählerlisten,«nd richten diese Anffordernng besonders auch an diejenige« Wähler, welche wegen nicht voUbezahlter Kur»«nd VerpstegungsKoste» in städtischen Krankrnhänfern nicht in die Wählerliste aufgenommen bezw. aus derselben gestrichen sind. Der Magistrat betrachtet nämlich die Aufnahme und Be- Handlung in städtischen Krankenhäusern auch dann als eine Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln, wenn die dadurch entstandenen Kosten durch Ratenzahlungen abgetragen wird. Die Stadtverordneten-Versammlung da- gegen hat wiederholt beschlossen, daßKranken- hausschulden, welche durch Ratenzahlungen getilgt werden, nicht zum Verl» st des Wahl- rechts führen, und den Magistrat aufgefordert, d e in g e m ä ß z u v e r f a h r e n. Da der Magistrat trotzdem an seiner Auffassung festhält, so fordern wir in der Gewisihrit, daß die Stadtverordneten» Persammlung die Eintragung in die Wählerlisten brschliesien wird, diejenigen Wähler, denen ans oben bezeichneter Deranlasinng da» Wahlrecht entzogen wird, hiermit auf, beim Magistrat schriftlich Einspruch gegen die Nichtigkeit der Wählerliste z« erhebe». Wir bemerken noch, daß auch die Gewährung des Armenrechts zur Führung von Prozessen nicht als Armenunterstützung aus öffent- lichen Mitteln gilt. Parteigenossen! Zur Vorbereitung derimHerbst st a t t f i n d e n d e n K o m m u n a l w a h l e n muß z u n ä ch st die Kontrollirung der Wählerlisten organisirt werden. Die zur Wahl berufenen Kommunal-Wahlbezirke bestehen aus folgenden Stadtbezirken: Dum zweiten Kommunal- Mahlbezirk gehören die Stadtbezirke 6—19, der 144 Stadtbezirk und die Häuser Kleine Kurstr. 9, Niederwallstr. 24 und 25 sowie Spittelmarlt 14 und 14a. Zum fünften Kommnnal-Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 81—86. Stadtbezirk 39 m i t A u s s ch l u ß der Häuser: Königgrätzerstr. 121, Charlottenstr. 11— 12, Junker- straße 1, Lindenstr. 89, Markgrasenstr. 10—16 und 85—94. Dom Stadtbezirk 88 die Häuser Wilhelmstr. 42a und Zimmerstr. I. Zum 7. Konnnnnal-Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 31 bis 39 mit A u s s ch l u ß des Hauses Linkstr. 46. Dom Stadtbezirk 45: Die Häuser Frobenstr. 1—11 und 41, An der Apostelkirche 1, Kurfürstenstr. 29—46 und 139-150. Dom Stadtbezirk 46 Lützowstr. 93. Zum 11. Kommnnal-Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 63 bis 67«nd 74 bis 78 mit Ausschluß der Häuser Belle- alliancestr. 90, Gneisenaustr. 1. Zum 13. Kommnnal-Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 88—94 mit Ausschluß der Häuser Reichenbergerstr. 173, Lausitzer- straße 1, Skalitzerstr. 39 und 46 und Wienerstr. 69. Nom Stadtbezirk 87 Admiralstr. 36— 40a, Britzerstr. 23, Kottbuser- straße 7 und 3. Zum 15. Kommunal-Wahlbezirke: Die Stadtbezirke 88—85 mit Ausnahme der Hänser Adalbertstr. 85 undNaunyn- straße 59. Do»» Stadtbezirk 81 Elisabeth-Ufer 36. Dom Stadibenrk 86 Oranieustr. 24—26 und 180—183; sowie vom Städtbe,irk 95 Manteuffelstr. 42 und Oranienstr. 1. Zum 17. Kommnnal-Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 114—117«nd 183— 184, mit Ausschluß der Häuser Brandenburgstr. 17 und 64, Wasserthorstr. 25 a, Prinzcnstr. 91, liiilterstr. 19a-29 und 96-105. Znm 84. Kommnnal-Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 168—173, mit Ausschluß der Häuser Breslauerstraße 17, Fruchtstr. 9 U. 10 und 80-82. Koppenstr. 5—7 u.37, Schlesischer Bahnhof. Empfangsgebäude und Bahnanlagen bis zur Warschauer- straße. Rudersdorferstr. 44—51, sowie Koppenstr. 40. Zum 87. Kommunal» Mahlbezirk: Die Stadt- bezirke 158—156«nd 159 mit Ausschluß der fänser Gr. Franksurterstr. 48 u. 91, Markusstr. 30, Große rankfurlerstr. 92— 102a u. 126, Koppenstr. 41. Pallisadenstr.88-89. Strausbergerstr. 9 u. 35, Gr. Franksurterstr. 39—47, Weber- straße 64, Gr. Franksurterstr. 12, Koppenstr. 42—43, Palli- fadenstr. 38. Dom Stadtbezirk 146: Gr. Franksurterstr. 69, Echillingstr. 20. Dom Stadtbezirk 151: Krautsstr. la— 2 und 54a— 55a. Dom Stadtbezirk 168: Andreasstr. 41—44 u. 47, Blumen str. 34a— 41 u. 43—51. Krautsstr. 53—54. Zum 39. Kommunal- Wahlbezirk: Die Stadtbezirke 898— 899 mit Ausschluß der Häuser Prenzlauerstr. 30, Münzstr. 1—9 Rochstr. 1—6 und 15—19; Straße längs der Stadlbahn nördliche Seite; westlich von der Rochstraße inkl. Eckhaus dieser und der Nochstraße hinter den Häusern der Münzstraße; Neue Schönhauserstr. I und la; Wein- «leiste rstr. la— 8. Dom Stadtbezirk 819 die Häuser Gips- straße 18. Rosenthalerstr. 25, Do»« Stadtbezirk 813 das Haus Linienstr. 202. Zum 33. Kommunal-Mahlbezlrk: Die Stadtbezirke 886, 887, 855, 856, 868«nd 8 mit Ausschluß der Häuser Fehrbellinerstr. 58—62, Gartenstr. 26—35 und 145-155, Jnvalidenstr. 23 und 129-132, Elsasserstr. 27-30. Dom Stadtbezirk 881 die Häuser Angermündcrstr. 1, Christineustr. 1, Lothringerstr. 23—27. Dom Stadtbezirk 885 Chorinerstr. 4—6 und 73—86, Zehdnickerstr. 9. Dom Stadtbezirk 857 Ackerftr. 27—28 u. 143, Jnvalidenstr. 148 und 163, Bergstraße 31, Pappelplatz. Dom Stadtbezirk 867 Bergstraße 62. Zum 35. Kommunal» Mahlbezirk: Die Stadtbezirke 889—336 mit Ausschluß der Häuser Kastanien-Allee 36 und 70, Schwedterstr. 29, Bernauerstr. 26, Rheinsbergerstr. 79. Zum 39. Kommunal-Mahlbezirk: Die Stadtbezirke 816, 817, 879—883«nd 885 m i t A u s s ch l u ß der Sauser Auguststr. 1—2 und 89—93, Jnvalidenstr. 80—83. om Stadtbezirk 811 Artillcriestr. 13—16 und 89—93, Ziegelstraße"14— 21. Dom Stadtbezirk 815 Artilleriestr. 4a— 4o, 21 und 31—31 a, Auguststr. 4, Oranienburgerstr. 35—39 und 64—69. Dom Stadtbezirk 886 Alt- Moabit 129 und Werftstr. 21. Zum 48. Kommunal-Mahlbezirk: Die Stadtbezirke 876-878 319—386, mit Ausschluß der Häuser Pankstr. 7 und 47. Dom Stadtbezirk 313 Schulstr. 61—86. Auf an'» Werk! Die Liste« liegen bis zum 39. d. M. täglich von 9 bis 3 Uhr im städtischen Mahlbnrean, Doststr. 16, 8 Tr., zu jedermanns Einsicht ans. Für diejenigen Wähler, welche nicht in der Lage sind, die Wählerlisten selbst einzusehen. sind die nachstehend ausgeführten Parteigenossen bereit, dies zu thun: Für den 5. Kommunal» Wahlbezirk: Schulz, Prinz Albrechtstr. 3a; Schuhmacher, Kochslr. 6; Hertel, Bessel- straße 14; Hasel ostf, Friedrichslr. 234; Saß, Markgrafen- straße 102; N e u m a n n, Markgrasenstr. 23; Z u b e i l, Linden- straße 106; Müller, Wilhelmstr. 16; Pohl. Junkerstr. 12. Für de» 7. Kommnnal-Wahlbezirk: Werner Biilowstraße 59; Faber, Lützowstr. 4; Behrendt. Blumen- thalstraße 5. Für den 11. Kommnnal-Wahlbezirk: Raumann, Blücherstr. 42; Müller, Gräsestr. 31; S ch o n h e i m, Gräfe- straße 8; Löwendorf» Friesenstr. 4; Reichert, Willibald- Alexisstr. 22; Grube, Mariendorferstr. 5; Kitzing, Belle- Alliancestr. 74. Für den 13. Kommunal- Wahlbezirk: Koppen- Reichenbergerstraße 118; Schayer, Reichenbergerstraße 54; Felgentreff, Reichenbergerstr. 21; Gottfried Schulz, Admiralstr. 40 a. Für de» 15. Kommunal- Wahlbezirk: Streit, Naunynstr. 86; T h. M e tz n e r, Naunynstr. 67, II; Henke, Naunyustr. 26. Für den 17. Kommunal Wahlbezirk: Lindemann, Moritzslr. 9; Wolsdorf, Wasserthorstr. 20; Börner, Ritterstr. 15. Für den 84. Kommunal- Wahlbezirk: O w z a r e ck, Langestr. 65; Albert Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Für den 87. Kommnnal-Wahlbezirk: W. Lo'ck, Friedrichsbergerstr. 11; F. Bach. Strausbergerstr. 34. Für den 39. Kommnnal-Wahlbezirk: Wernau, Rosenthalerstr. 57; W a ß m a n n, Linienstr. 29. Für den 33. Kommnnal-Wahlbezirk: Oberschmidt, Weinbergsweg llä; W i tz e l, Ackerftr. 145; Thomas, Garten- straße 152; Mars, Kastanien-Allee 95/96. Für den 35. Kommunal- Wahlbezirk: Lietzke, Schwedterstr. 33; G a l b e r t, Fürstenbergerstr. 5; R a a b e, R u p p i n e r st r. 42; Scheper, Brunnenstr. 44; 31 o s e n, t h a l, Granseeerstr. 6. Für den 48. Kommunal- Wahlbezirk: Tausche!, Grenzstr. 4; K e r b e r, Hochstr. 30; H a s e r l a n d, Bellermann- straße 37; Wolfram, Prinzen-Allce 21; Gaßmann, Grün- thalerstr. 67; Stolzen bürg, Wicsenstr. 14. UTokolkes. Z» der«npünktlichen Bestellung einer Reichs- Post- karte, die für den betr.- Arbeiter so üble Folgen halte, wird uns noch folgendes geschrieben: Derartige„Fehlleitungen", wie der technische Ausdruck heißt, kommen täglich in großer Zahl vor. Ihre Ursachen sind einer- seits die durch ungenügendes Personal und unzureichende Räumlichkeiten hervorgerufene Hast und Ueberstürzung des Vertheilungs- geschäfts, andererseits die ebenfalls der Postverwaltung zur Last fallende häufige mangelhafte Ausbildung des bez. Per- souals. So kommt es denn, daß Briefsendungen mit genauer Straßenangabe Bestellämtern zugehen, in deren Bezirk sie garnicht gehören. Ich habe mich bereits über einige solche Fehlleitungen meiner Korrespondenz beschwert, bin aber davon zurückgekommen, erstens weil jeder einzelne Fall nicht den schuldigen Theil, nämlich die Verwaltung trifft, sondern einen Unterbeamten, auf dessen Haupt dann Verweise und Geldstrafen herabregnen, zweitens und hauptsächlich, weil Einzelbeschwerden an der Handhabung des Betriebes nicht das geringste zu ändern vermögen. Dieselben Verhältnisse, nur in zehnmal verstärktem Umfange, walten auch, was den Fernverkehr anbelangt. Würde ein Laie mal eines Abends einen Blick in einen zur Abfahrt fertig stehenden Bahn Postwagen werfen, er würde erschrecken ob des „Mistes", wie der technische Ausdruck wieder lautet, der sich dort ansammelt, und sein optimistisches Gesühl über die pünktliche Älnkunst seiner Briefe würde sich sehr bald in das Gegentheil auflösen. Hunderte und tausende von Briefsendungen werden Bahnposten zugeführt, die in ganz andere Himmelsgegenden gehen, als die Aufschrift des Briefes lautet. Auch hier ist die Hauptursache; mangelhafte Kräfte. Aeltere, aus- gebildete Beamte gehen nicht gerne in die Briefabsertigung, weil es der anstrengendste Dienst des gesammten Postbetriebes ist. Was bleibt also übrig: Die jüngsten Beamten und Postgehilfen, das heißt Lehrlinge, verrichten diesen wichtigsten aller wichtigen Betriebszweige. Zwar besteht die Vorschrift, jede einzelne Fehlleitung eines Briefes zum Gegenstand einer Rückmeldung an die schuldige Post- anstalt zu machen. Aber man bedenke, was das heißt: Das Bahnpostpersonal müßte sofort unter Hinzuziehung von Zeugen jeden einzelnen fehlgeleiteten Brief genau nach Abgangsort. Ab- gangszeit, Bestimmungsort, Adresse notiren, dies nicht aNein bei seiner Abfahrt beispielsweise von Berlin bewirken, sondern auch auf jeder Unterwegsstation, wo dieselben Ver- Hältnisse herrschen, und sich dann, nachdem es nach ca. 2—3 Tagen nach seinem Heimathsorte zurückkehrt, in seiner freien Zeit auf seinem vorgesetzten Amte einfinden und so viele einzelne Rückmeldungen schreiben, als schuldige Postämter in Frage kommen. Das fällt nur einzelnen wenigen Personen ein, die anderen sagen sich— und mjt recht: was nutzt das, anders wird es ja doch nicht. Würde aber das Personal einer Bahn- post die Vorschrift aussühren utid auch nur einen größeren Theil der fehlgeleiteten Briefschaften— alle zu melden ist bei der Schwere und dem Umfang der zu bewältigenden Arbeit un« möglich— zurückmelden, so würde zwar die betr. Bahnpost, wie das schon geschehen ist, eine z e i t l a n g wie ein Kranker ge- mieden werden und von den Fehlleitungen verschont bleiben, dafür würden aber die übrigen Bahnposten mit dem„falschen Zeugs" desto mehr überschüttet, denn— irgendwo muß es abgesetzt werden. Wie ist nun diesen Mißständen abzuhelfen? Einzig und allein durch bessere Ausbildung des bez. Personals und durch Vergrößerung und Vervollkommnung unzureichender Räume und Einrichtungen. So lange dies aber nicht geschehen ist, muß ge- fordert werden, daß die sehlgeleiteten Berliner Briefe angesichts der wichtigen Interessen, die durch Versäumnisse oft die größten Schädigungen erfahren, mittels Rohrpost ihrem richtigen Bestellamte zugeführt werden, wie das bereits an den Sonntags Vormittagen geschieht. Im Fernverkehr müßten die der Bahnpost falsch zugehenden Sendungen, wie das bei den Ortspostanstalten für sämmtliche Briefsendungen Vorschrift ist, aus der Rückseite mit dem Brief-Stempel der Bahnpost abgestempelt werden, damit die Empfänger die recht- zeitige, pünktliche und richtige Beförderung zu kontrolliren ver- mögen und daraufhin im stände sind, Beschwerde einzulegen. Da aber auch diese Einzelbeschwerden von sehr geringer Wirkung auf den Gesammtbetrieb waren,— ist der Erfolg doch nur der. daß die gewöhnlichen Briefsendungen der häufiger Beschwerde einlegenden Firmen mittels besonderen Quittungsbuches von Betriebsstelle zu Bctriebsstelle überwiesen werden— so würde es wohl angebracht sein, wenn irgend ein öffentliches Preßorgan behufs weiterer Maßnahmen m, anderer Stelle zur Saminlimg und Einsendung fehlgeleiteter bezw. zu spät angekommener und bestellter Brieffendungen aufforderte. Wie vor einigen Jahren dieser letztere Weg mir Erfolg eingeschlagen wurde, als es sich um die Beseitigung lang- jähriger unerträglicher MißständeIin der Beförderung von Brief- sendnngcn von Berlin nach seinen Vororten bezw. nach seiner näheren Nnigebung handelte, als beim Hof-Postanite in Berlin die Briefmassen sich häuften und infolge unzureichender Kräfte ein, zwei fahrplanmäßige Züge versäumten,— so würde auch in puncto Fchlleitnngen nur hierdurch eine Wendung zum besseren zu erzielen sein. Behördliche Sozialpolitik. Ein GeinWsserichMrstatter meldet:„Eine unliebsame Ueberraschung ist den Gerichtsdienern beim Amtsgericht I zu theil geworden: Wie alljährlich war auch in diesem Jahre vorgesehen, daß den erwähnten Beamten ab- wechselnd und je nach ihrem Dienstalter ein Ur- laub von 10 bis 14 Tagen bewilligt werden sollte. Einige von ihnen ersehnten am Sonnabend den Schluß der Bureaustunden herbei, um mit der Familie den so noth- wendigen Erholungsurlaub bei Verwandten auf dem Laude an- treten zu können. Da machte ihnen eine Verfügung des Amts- gerichts-Präsidenten einen bösen Strich durch die Rechnung, Dieselbe ging dahin, daß alle Vertreter der zur Zeit erkrankten Gerichts- diener sofort zu entlassen seien und daß der ihnen bewilligte Urlaub vorläufig wieder aufzuheben s e i.'Also anstatt der Erholung verschärfter Dienst." Vielleicht giebt es auch unter diesen Beamtenkategorien noch nicht genug Sozialdemokraten. Das Interesse der Bevölkerung an dem elendesten aller Wahlsysteme bekundet sich auch in der der Presse gemeldeten Thatsache, daß zu der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Teltow- Bceskow, welche heute von den Wahlmännern vollzogen werden soll, in sechzehn Wahlbezirken überhaupt nicht gewählt wurde. weil kein einziger Urwähler es der Mühe werth gefunden hatte, sich zu dem Wahlakt einzufinden. Man versteht, daß eike ans solchem Interesse hervorgegangene„Volksvertretung" es fertig bringen kann, den agrarischen Wölfen baare 16 Millionen Mark auf den Tisch zu legen. Dem„Kleineu Journal" ist es leider nicht gegeben, das unvermeidliche mit Würde zu tragen. In einem von Schinips- worten strotzenden Artikel bestätigt es ain Montag Morgen die auch von uns gebrachte Meldung, daß einer der Kulis des Herrn Dr. Leipziger in Stellvertretung des Chefs Prügel er- halten hat, und um die Sache noch bemitleidenswerter zu machen, veröffentlichte das Blättchen eine Zuschrift der Direktion des Deutschen Volkstheaters, in der diese ihre Mißbilligung über die Ohrfeigen-Applikation ausspricht, mit der Herr Frantz den armen 3iedakteur bedacht hat. Auch mir wurden der viel- ten Redaktion des„Kl. Journals" unser tief« itleid nicht versagen, wenn der beklagenswerthe Vorfall bei all seiner Rüpelhaftigkeit nicht gar so komisch wäre. Die am AnSstellunaSpark in Treptow vorbriführestde Köpnicker Landstraße befindet sich zur Zeit in einem geradezu halsbrecherischen Znstande. Die Schienen, Schwelben je., die zum Bahnbau verwendet werden sollen, liegen so regellos umher, daß Fußgänger Gefahr laufen, Hals und Beine zu brechen. Diese Gefahr wird dadurch erhöht, daß die Laternen erst in spätester Abendstunde angezündet werden. Die vielen an der Köpnicker Landstraße ansässigen Gastwirthe klagen über einen schlechten Geschäftsgang, zu welchem die geschilderten Verhältnisse mit Veranlassung geben. Z» den neuen Bereichernngen de» Berliner Aqua- rinmS an Wurmthieren gehört auch der sog. Vielborster, dessen Erlangung mit großen Schwierigkeiten verknüpft ist. Er beivohnt nämlich eine etwa fußlange, pergamentartige, aus Sandkörnchen u. a. selbst zusammengeleimte Rühre, die wie ein Hufeisen oder ein Halbmond geformt und mit den beiden offene» Enden frei- liegend mit dem Bogentheil in den Sand gesenkt ist. Daher muß, will man Thier und Röhre unversehrt erhalten, diese frei- gelegt und ausgegraben werden. Der Wurm selbst zeichnet sich durch die merkwürdige Gliederung des Körpers aus, indem er drei völlig verschieden« Abschnitte aufweift, von denen der erste und dritte verlängerte, flache Fnßstummel mit ansitzenden Borsten tragen, woher sich der Name„Borstenflosser"(Chaetopterus) schreibt. Aus der Gruppe der freilebenden Vielborster ist ei» zweiter Gast angekommen, die glänzende Hermione, eine nahe Verwandte der als Seeraupe bezeichneten und bekannten färben- schillernden Aphrodite. Das Ermittelnngs- Verfahren gegen den Syndtfus Slnzewski zu Charlottenbnrg ist eingestellr worden. Die gerichtliche Zeugenvernehmung hat, ohne daß es zu einer Ver- nehmung des Genannten gekomnieu ist, zur Abweisung der Anzeige geführt. Eine Höllenmaschine»-Epidemie scheint auch unter dem ehrsamen Spießbnrgerthum unserer guten Stachbacstadt Spandau, infolge des„Attentats" auf den Polizeioberst Krause, ausgebrochen zu sein. ZweiMetallarbeiter von der königl. Gewchrfabrik arbeiten ganz harmlos in ihren Muße- stunden zu Hause an einer Erfindung, der Vervollkommung eines Mechanismus. Ein Langohrigcr hört zu später Abendstunde leises Hämmern und Feilen, d. h. für ihn„verdächtiges Geräusch". Zitternd in seiner Höllenangst läuft er sofort zur Polizei, die sofort eine peinliche Haussuchung vernimmt, aber statt der ver- mnthetcn Höllenmaschine eine leider noch nicht patentirte Er- siiidung vorfindet. Für die„Erfindung" dieses höllischen Ver� dacht» wollen die Arbeiter den Denunzianten gerichtlich belangen Ob's ihnen was nützen wird?— Wir glauben, der heldenmüthige Denunziant wird eher mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen dekorirt' Den, Verdienste seine Krone! Gegen den verantwortlichen„Redaktenr" der beiden in voriger Woche erschienenen Extrablätter„Attentat auf den Kaiser von Rußland" und eine„große Militärverschwörung" wird stras rechtlich vorgegangen. Als verantivortlich zeichnete ein Dienst mann namens Gebauer, dieser hat die Extrablätter für eigene Gefahr drucken und deren Vertrieb durch Hilfe anderer Dienst männer bewirken lassen. Schiffsunfälle. Am Sonntag Abend unternahm ein Herr Witte mit einem Freunde eine Segelpartie unt dem ziemlich kleinen Boote„Anna" aus dem Rummelsburger See. Gerade in der Mitte des Sees, gegenüber dem Vergnügungslokal„Bellevue" wurde das Boot mit seinen Insassen durch den heftigen West wind umgeworfen. Der Schwiegersohn des Bootsverleihers Schulz eilte sofort zur Stelle und mit dessen Hilfe wurden die beiden Segler gerettet. Auf dem Wannsee kenterte am Sonnabend ein Boot. Ein Arbeiter aus Cladow fand dabei den Tod. Vermifit werden seit Mittwoch voriger Woche drei Kinder des Arbeiters Julius Urban aus der Greisswalder flraße 214. deren Verschwinden ganz unerklärlich erscheint. Die Verschwundenen find zwei Mädchen von 13 und 6 und ein Knabe von 11 Jahren. Die Kleinen wollten am Mittwoch Vor- mittag wie gewöhnlich nach dem Fruxdrichhain gehen, um dort zu spielen. Der Vater hat alle Ort� an denen sich die Kinder sonst wohl aufhielten, abgesucht und sich bei allen Familien, die die Kinder zu besuchen pflegten, erkundigt, aber bis jetzt keine Spur von dem Verbleib der Vermißten finden können. Auch der Polizei, die sofort in Kenntniß gesetzt worden ist, ist es nicht gelungen, Aufklärung zu erhallen. Das älteste der Kinder, Ida Urban, ist 1,30 Meter groß, blond und gut cnt wickelt. Es trägt ein dunkelbraunes Kleid mit kurzen Aermeln. eine helle Tiegerschürze, graue wollene Strümpfe und hohe Änöpfschuhe. Das zweite Mädchen, Margarethe, ist 1 Meter groß, dunkelblond und ziemlich stark. Es trägt ein dunkelblaues rothbesetztcs Kleid, eine helle Tiegerschürze, grau und roth ge ringelte Strümpfe und halbe Ledcrschuhe. Der Sohn heißt Max. Er ist 1,15 Meter groß, blond und gut entwickelt und trägt ein dunkelgraues Jockel, kurze Hellgrane Beinkleider und eine Weste von derselben Farbe. Der Junge ging barfuß und ohne Kops bedeckung. Das älteste Mädchen hat ans dem Rücken eine Kreuz narbe, die von einer Operation herrührt. Das Verschwinden der Kinder ist um so räthsclhaster, als sie in der.Gegend gut Be scheid wissen. Der Selbstntord des Einjährig- Freiwilligen beim 4. Garde-Regiinent zu Fuß, Älilly Bogner, ver� setzte gestern gegen 7Vs Uhr die Bewohner der sonst so stillen Lehrterstraße bei Moabit in große Aufregung. Vor I4Tagen halte sich der Selbstmörder heimlich vom Regiment entfernt und war die Nach richt von der seltsamen Fahnenflucht durch die Presse weit verbreitet worden. Der Vermißte wurde schon seit acht Tagen zu den Tobten gerechnet, weil keine Spur zu finden war und nur noch Selbstmord übrig bleiben konnte. Gestern Nachmittag traf ihn der Sohn eines Freundes vom verstorbenen Vater in der Keith ftraße. Dieser hielt den Bogner auf offener Straße fest und veranlasste es, daß er mit ihm eine Droschke bestieg, um zur tiefbetrübteu Mutter zurückzukehren. Nach langem Widerstreben leistete Bogner Folge und trat den Heimweg zur Lehrterstr. 19 an. Schnell entsprangen beide der Droschke und suchten die im Parterregeschoß links liegende elterliche Wohnung auf. Die Mutter empfing mit thränende» Augen den längst todt geglaubten Sohn. Der Baumeister drängte, sich sofort dem Rcgiinente zu stellen. Bogner bat seine Mutter, ihm etwas Wasser zum Füße waschen zu reichen, und während dieselbe das Wasser herbei- holte, benutzte er den unbewachten Augenblick, sich in seinem Hinterzimmer zu entleiben. Drei wohlgezielte Schüsse hatte er sich ins Herz gejagt und nach einigem Röcheln trat bereits der Tod ein. Z» einer wahre» Seeschlange entwickelt sich die Ge� schichte von dem„Attentat" auf den Polizei-Obersten Krause Ueber die polizeilichen Nachforschungen erfährt die„National- Zeitung" folgendes: Nur zwei greifbare Momente waren geeignet, auf die Spur zu führen: die Kiste selbst und die Person, welche sie auf dem Postamt zu Fürstenwalde eingeliefert hat. Die Vermnthnng, daß diese Person ein junges Mädchen in Männerkleidmig war, hat sich bis zur Gewißheit ver- stärkt. Wie erinnerlich, war in der Personalbeschreibung dieses Mädchens der einzige markante Umstand der, daß es kurz- geschnittenes, dunkelblondes Haar hatte, welches im Nacken un- sauber, wie von unkundiger Hand geschnitten war. Aus grund dieser Angabe erging an sämmtliche Polizeireviere Berlins der Befehl, alle Mädchen im Aller von 13 bis 22 Jahren mit dunkel blondem, kurzgeschnittenem Kopshaar in ganz Berlin sofort fest zustellen. Daß dies keine kleine Ausgabe war, läßt sich denken, aber sie wurde von den rund hundert Polizeirevieren, die Berlin jetzt zählt, in kürzester Frist erledigt. Von den also ermittelten Blondinen waren die meisten natürlich völlig unverdächtig, nur diejenigen, deren Verhältnisse der Polizei aus irgend einem Grunde nicht klar erschienen, wurden behufs Aufklärung auf den Polizei bureaus vernommen. Auch Verhaftungen wurden bei dieser Gelegen heit vorgenommen, doch steht keine derselben mit dem Attentats versuch in Verbindung.— Eine zweite Spur des Urhebers, auf welch« die Kiste selbst hinwies, wurde ebenfalls verfolgt. Wie er- innerlich, trug die Höllenkiste mehrere Siegel mit den Buch staben C. B. und auf der Packetadresse war als Absender „C. Becker" angegeben. Daß der Name„Becker" nur ein fingirter war und keinen Aufschluß bringen konnte, lag auf der Hand. Aber nach dem Ursprung des Petschaftes, mit welchem die Kiste versiegelt war, wurde bei sämnitlichen Graveuren und Händlern mit Petschaften nachgeforscht. wurde festgestellt, daß in ganz Berlin an den hier in betracht kommenden Tagen vor Absendung der Höllenkiste drei Petschafte mit den Buchstaben C, B. verkauft worden sind. Zwei der 5iäufer wurden sofort als harmlos ermittelt, von dem dritten ftliuser fehlt leider jede nähere Beschreibung. Umsomehr konzentrirt sich aber der Verdacht auf diesen dritten Käufer. Derselbe äußerte in dem betreffenden Laden den Wunsch,„irgend ein Petschaft zu kaufen, mit dem man etwas siegeln könne". Als ihm ei» Kasten mit der ganzen Kollektion von Petschaften vorgelegt wurde, griff er aufs gerathewohl hinein und faßte ein Petschaft, das er auch gleich für seinen Zweck passend erklärte. Dieses zufällig ergriffene Petschaft trug die Buchstaben C. B, Leider ist der Verkäufer dieses Petschaftes außer Stande, irgend welche Personalbeschreibung von dem Käufer zu geben. Es ist ein eigenthümliches Geschick, daß die Verfolgung beider Spuren so nahe dem Ziele vereitelt wird, und es ist zu befürchten, daß, wenn nicht in den nächsten Tagen eine neue Wendung in der Untersuchung eintritt, diese völlig resultatlos verläuft. Ein Berichterstatter theilt mit, daß die Verdachtsgründe gegen die bisher Jnhaftirten sich nicht aufrecht erhalten ließen und die letzteren— darunter die acht Mechaniker, welche infolge einer Denunziation siftirt worden waren— entlassen wurden. Tie Thatsache, daß der Ursprung des Gasäthers, mit welchem die Flaschen gefüllt waren, bisher noch nicht ermittelt werden konnte, lasse den Schluß zu, daß der Aelher gestohlen worden ist. Zur Abwechselung wird auch wieder einnial die Neuigkeit aufgetischt, daß das„Attentat" doch einen politischen Charakter trage. So weit de» in»euerer Zeit gebrachten Meldungen über den merkwürdigen Borfall zu trauen ist, wird die Berliner Polizei, die die kleinste staatsgefährliche Versammlungsphrase prompt zur Sühne zu bringen weiß, das Attentat des Titus- kopfes wahrscheinlich zu den 25 Morden legen können, dessen Berüber immer»och nicht von ihr entdeckt worden sind. Mit einem Rasirmeffer hat sich der dem Trunk ergebene Arbeiter F. in der Probststraße zu tödien versucht. Seine Frau, der allein die Sorge für die Kinder oblag, fand ihren Ehemann am Sonntag Morgen vor der Wohnung in einer Blutlache liegen. Der Schwerverletzte wurde nach der Charitee gebracht. Ein nicht aufgeklärter Todesfall beschäftigt seit Montag Morgen die Kriminalpolizei. Der 30 Jahre alte Inspektor Georg Seyer, der in der Aktienbrauerei in Moabit in der Thurmstraße beschäftigt war, wurde in seinem Arbeitszimmer Montag Vor mittag von Arbeitern todt aufgefunden. Auf ivelche Weise er um das Leben gekommen ist, hat bisher nicht festgestellt werden können und die Leiche ist daher von dem zuständigen Polizei- revier beschlagnahmt worden. Todt aufgefunden wurde in der Nacht zum Sonntag gegen 12 Uhr ein Man» auf dem Abort im Hose des Grundstücks Besselstr. 20. Der Mann hatte noch einen Zigarrenstummel im Munde. Es scheint, daß ein Herzschlag seinem Leben plötzlich ein Ende gemacht hat. Ans Papieren, die er bei sich führte, wurde später festgestellt, daß der Verstorbene ein Kassirer Karl ReHayn ist. ZlnS dem Jmnhause z» Dalldorf ist eine Frau Seiffert entsprungen, die nur mit der allerdürfligsten Kleidung versehen in der Stacht zum Sonntag nach Berlin tief. Hier meldete sie sich selbst nachts gegen 2 Uhr bei einem Krankenhause und bat um'Aufnahme. Während sie anfangs ganz vernünftig gewesen war, gerieth sie beim Erscheinen des dicnstthuenden Arztes in große Aufregung, so daß es Mühe kostete, sie zu beruhigen und unterzubringen. Bei einer Schlägerei, die sich am Sonnabend Abend au dem Nettelbeckplatze dadurch entspann.sdaß ein Handelsmann mit einem Schutzmann wegen einer Sistirung im Streit gerieth, soll der Schutzmann einen Messerstich in den Oberschenkel erlitten haben. Der Handelsmann, sowie noch einige andere an der Schlägerei betheiligte Personen wurden schließlich unter großer Menschenansammlung zur Wache gebracht. Ein Bergmann Pietsch aus Schliebitz, welcher hier für sich und angeblich in einer Anhalter Grube verunglückte Kameraden Gelder eingesammelt hat, ist in Käthen verhaftet worden. Die Darstellungen, des Pietsch von dem Unglücksfall, dessen Opfer er und seine Leidensgefährten geworden seien, sollen auf Schwindel beruhen. Gesperrt ist für Fuhrwerke und Reiter vom 15. d. M. ab die Jungfernbrücke. Polizeibericht. In der Nacht zum 13. d. M. gerieth au' dem Güterbahnhofe der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn ein Rangirer zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen und wurde so schwer an der Brust verletzt, daß er bald daraus starb.— Am 13. d. M., nachmittazZ, fiel ein Arbeiter, als er am Schles- wiger Ufer auf einen in der Fahrt befindlichen Wagen steigen wollte, herunter, wurde überfahren und erlitt einen Bruch des Fußes.— Gegen Abend wurde unter der Eisenbahn- brücke in der Reinickendorferstraße ein Schutzmann von einem Arbeiter thätlich angegriffen und durch einen Messerstich in den linken Oberschenkel verletzt. Der Angreifer erhielt zwei Säbelhiebe über den Kopf.— Am Grünen Weg stürzte ein 17jähriges Mädchen beim Hinaussehen aus einem Fenster der iin ersten Slock belegenen Wohnung seiner Elter» auf den Hof hinab und erlitt mehrfache schwere Verletzungen.— Eine Händlerin machte den Versuch, sich zu erhängen, wurde aber noch rechtzeitig abgeschnitten.— Am 14. d. M. morgens sprang am Holsteiner Ufer ein Mädchen in die Spree, wurde aber alsbald wieder herausgezogen.— Auf dem Flur eiues Hauses in der Probststraße brachte sich ein wohnungsloser Arberter in selbstmörderischer Absicht tiefe Schnitte am Halse und an einer Hand bei. WittermigSiiberstcht vom 15. Jnli 1895. > t a t i o n e n. Swinemünde amburg. erlin.. Wiesbaden. München. Wien... aparanda. etersburg. Cork... Aberdin.. Paris... £& I E E.g.: o H.Q = K J »I- s» 753 754 756 763 764 761 751 750 765 753 e K 5» Ol Ii c= M WNW SW O S NW NW -etter Saf Söll g'ffö w§& Regen bedeckt wolkig halb bedeckt wolkig halb bedeckt Regen bzx-ckc bedeckt wolkig 14 14 14 15 17 19 12 14 14 14 Wetter-Prognose für Dienstag, 1t». Juli 1895. Etivas wärmeres Wetter mit mäßigen westlichen Winde» und veränderlicher Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Devsainnilungen. Tie Frage der Erhöhung des Lohnes und Verkürzung der ArbeUszeit unter besonderer Berücksichtigung der Ab- chaffnng der Ueberstundenarbeit beschäftigte am 4. d. M. abermals eine öffentliche Versamnilung der Maurer, die indessen unter nur mäßiger Bethciligung im Louisenstädtischen Konzert- Hause tagte. Iii anbetracht des ungenügenden Besuches nahm die Versammlung von dem Eintritt in die obige Tagesordnung Abstand. Zur Diskussion gelangte daraufhin der von der letzten Versammlung gefaßte Beschluß, das den Vertrauensmännern zugegangene Material in einem Flugblalte unter die Maurer Berlins zu verbreiten. Diesem Antrage gab die Versammlung einstimmig ihre Zustimmung. Ferner wurden die Berliner Maurer aufgefordert, eifrig für den Generalsonds der Berliner Maurer zu sammeln, um die auswärts im Streik befind- lichen Maurer thatkräftig unterstützen zu können. Die Vertrauensleute beauftragte die Versammlung, denmächst eine öffentliche Versammlung einzuberufen mit der Tages- ordnung: Sind die Berliner Maurer gewillt, gegen die Lohn- drückereien in diesem Jahre vorzugehen? Von den Bauten, auf welchen die Maurer an den Unternehmer herangetreten sind, oll, so wurde ferner beschloffen, den Vertrauensmännern sofort Kenntniß von dem Resultat des Vorgehens gegeben werden, um nöthigenfalls schleunigst das Erforderliche veranlassen zu können. Daß durch Einigkeit etivas zu erreichen ist, haben die Maurer aus dem Bau Fidicinstraße und Ecke Tempelhofer Berg bemiesen, wo eine Lohnzulage von 2V2 bis 5 Ps. erzielt wurde. Ein trauriges Gegenstück hierzu bildet, wie S ch e r f mittheilte, der Bau der evangelischen Garnisonkirche in der Blücherstraße. Dortselbst herrsche ein Dreiklassenlohnsystem und würden 45, 43 und 50 Pf. Stundenlohn gezahlt. Ueberdies seien die Arbeiter verpflichtet, in der Baubudike zu verkehren, sofern sie nicht die Arbeit ver- lieren wollen. Dortselbst sollen fast nur auswärtige, indifferente Maurer arbeiten. Alles Material ist den Vertrauensmännern zu unterbreiten. Der Zentralverein der Bureau-Angestellte« hatte am d. M. eine öffentliche Versammlnng einberufen mit folgender Tagesordnung:„Welche Aufgaben erwachsen den Bureau- Arbeitern und Arbeiterinnen im Kampfe um bessere Lohn- und Arbeitsbediiignngen?" Das Referat über dieses Thema hatte Frau Ihrer übernommen, die, nachdem sie die erbärmlichen Lohn- und Ardeilsverhälunffe der Arbeiter eingehend kritiprt hotte, zu dem Schlüsse gelangle, daß nicht eher eine Besserung dieser schändlichen Zustände eintreten werde, bis nicht jeder Bureau- Angestellte sich der Organisation angeschloffen habe. Da das Thema von der Referentin erschöpfend behandelt war, nahm die Ver- sammlung von einer Diskussion Abstand und schritt sogleich zur Neuwahl eines Gemerkschaftsdelegirlen. Der bisherige Delegirte Kollege Bauer mußte sein Amt aus Gesundheitsrücksichten nieder« legen und konnte auch in der Versammlung keinen Bericht über seine Thäligkeit in der Gewerkschaftskommission erstatten, da ihn sein Gesundheitszustand am Erscheinen verhinderte. Es wurde daher vom Bericht Abstand genommen und der Kollege Casper zum Delegirten ernannt. Eine öffentliche Versammlnng der Knpferschmiede tagte am 13. Juli im Lokale des Herrn Feind, Weinstraße 11. Ter Bericht über den Dispositionsfonds, welcher zunächst zur Ver- lesung gelangle, enthielt folgende Angaben: Mit dem Bestand von 942,46 M. betrugen die Einnahmen seit der letzten Ab- rechnung 1130,94 M., die Ausgaben beliefen sich auf 171,49 M., somit verblieben 959,45 M. in Händen des Kassirers. Noch Wohl der Kollegen Gras, Bauer und Prange zu Revisoren hielt Genosse M a t t u t a t einen beifällig aus- genommenen Vortrag über die Nothwendigkeit der Organi- sation. An den Vortrag anknüpfend verlas der Vertrauensmann Karbowicz das Ergebniß der im Monat Mai aufgenommenen Statistik über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Kupferschmiede Berlins und der Umgegend. Angesichts des Umstandes, daß der mühsam errungene Tarif von 1889 aller- wärts durchbrochen wird, kam eine Werkstatt-Vertrauensmänner- sitzung zu dem Beschlüsse, ihre Kollegen L a d n e r und Kühne zu dem Vorsitzenden des Vereins der Kupferschmiede, Herrn Fabrikant N e u m a n n sowohl.als auch zum Vorstande derJnnnug zu sende», um die Herren zu interpelliren, ob sie geneigt wären, für die Jnnehaltungdes Tarifs ihre Unterstützung zu gewähren. Die Unter- redungmitdemstellvertretenden Obermeister Kort mann sen.ist, wie L a d n e r berichtete, ergebnißlos geivesen. Herr N« u m a n n. der Vorsitzende des Vereins der Kupferschmiedereien, zeigte sich entgegenkommend und ersuchte sofort die Mitglieder seines Vereins, ihm Aufschluß über die Arbeitszeit und die in ihren Fabriken gezahlten Löhne zu geben. Die Antwortschreiben der resp. Unter- nehmer hatte Herr N e u m a n n dem Kollegen L a d n e r zur Versügung gestellt und gelangten dieselben zur Verlesung. Sie bestätigten im großen und ganzen die von den Kupferschmiede- Gesellen in den Fragebogen gemachten Angaben. Die meisten Unternehmer zahlen nach Willkür und Gutdünken, sowohl bei regulärer als auch bei Ueberstunden-, Sonntags- und Nachtarbeit. In der Diskussion wurde von einem Redner be- hauptet, in der Werkstätte, wo er arbeite, würden die Woche 100 Stunden und darüber gearbeitet; etliche der Ueberstunden werden häufig abgestritten, und für Zuspätkommen am anderen Morgen 1 Mark Strafe in Abzug gebracht, sodaß für die Ueber- stundenarbeit gewöhnlich nichts zur Auszahlung gelangt. Die Versammlung wählte sodann eine Kommission von fünf Mit- gliedern, welche in. Lause dieser Woche mit der Fabrikanten- Vereinigung und der Innung in Verhandlung treten soll. Von dem Ergebniß dieser Unterhandlunge» wird es abhängen, ob die Kupferschmiede in einen Lohnkampf eintreten. Nachdem Karbowicz zur fleißigen Sammlung für den Dis- posttionsfonds aufgefordert, theilte Kühne noch mit, daß den Töpfern 50 M. überwiesen wurden. Dieser Beschluß der Ver- trauensleute wurde gutgeheißen. D«ntsch»r S»n«fr>v»r«und. Mttqlledschast Berltn. Heute Abend s Uhr im Retlaurnnt Rötlich, Neue Friedrichstraße«4: Mitglieder versamnilung und Vorftandtsihung. National« Ilanfmännitch» Krank«», und Kterbrkals»(8. 0. 71). Dienstag, den 16. Juli abend? s V, Uhr, im Restaurant Stichler, Neue fflrüu- straßs 38; Borstandssttzung. Zirb»it»r-Kild«ng»liti«l«. Dienstag«bind von 7K— 81$ Uhr: Lektüre a%-10K NOr; N 0 r d l cd u le. Müllerstrabe 179«:«ollSthümliche Medizin (Sewerbekrantheiten, Wohnungßhvgtene.) T ü d 0 st s ch u 1 e, Waldemarstr 1«: Naiionalölonomis(praktische). Bei allen Untcraichizfächern werden neue Dheilnehmer, Damen und Herren, jeder Zelt aufgenommen. Zrrb»i»«r-Kii»g»rbund Berlin« und Umgegend, vorsthender:«d. Reu- mann. Pasewalkerstr.». Alle Aenderungen im v-rein«kalender stnd zu richten a» Friedr.«ortum, Manteusselftr.«», v.>Dr. pi-nstag.«bend»«-11 Ubr: Uebungtftunde und Ausnahme neuer Mitglieder,«esangoerei» Steineiche (Böttcher), Reue Frledrichstr. io bei«eller.- Senefelder, Rolenthaler. slraße 67 bei Wernau.- Terechtigkett-Westen. Bülowstraße 6» be» Werner.— Sängergruß. strledrtchghagen. Friedrtchstraße ts.— öclio II, Ltutenstraß« 1» bei Neumann.— Schildhorn, Usedom» straße»S.— Freiheit u.«dler«hof. Wöllstein'« Lustgarten.— Myrthenblätter, Brenztauer Alle-, bei Stein.- Jhn'scher Humor, Blumenlirabe» bei Reich.— Eintracht l. Nieder» Schön- weide, Srünauerstraße bei Strecker.— Mtlnner-Sesangv. Lorbeerkran, ll (79), Oranienstraße ico bei Schaye.—«esangverein«in takelt III, «r. Ltchterselde. Berllnerstraße bei Eberl.— Unverjagt II, Lesstng- straße 9» bei Roch.— Sängerchor der ZSpfer, Neue Fbiedrlchstr. 44 b.Rölltg.—Arbeller-Sesangverein Arditter- Matd und, Nowawe« b Pol«- dam, Wallstr. 5S b. Särtner.— Freie» Li ed, Artedrtch«berg, Frtedrlch-»arl- straße 11 bei Hein ecke.— Männerchor Nord-Ost. Landsberger Alle« 169 bei Södel.— Seiangveretn Rothe Nelke II. Ruppiner» u. Schonholierktraßen- Ecke.— AlteLinde, Admtralftr. ZI bei Schnieder.— Arbeiter-Selangv. Borwärt« IU, Malbenow, Restaurant„Zur Erholung- bei Frieselte. Alpen glocke, Große Frankfurterstraße Nr. SS bei Sold.— Si chenkranz, Aren, lau, Stetltnerstraße.„Kaisergarte»-.— Einig- keil II, Wetnstraße Nr. 11 bei Feind.— Weddtnger Harmonie, Rcinickendorserftr 9» bei Schul».— Lorwärt» VIII, Marwiß i. d. Mark, bei W. Nölte.— Wach' out, Pankow, Wollanksir. 199 det Kiemen«.— Eoncordia. Simeonstr. 9» bei«. Flick— Freie Sänger III, Heeger- mühle bei Sberswalde.— Arbelter-Sefangverein Einig,«ndreasstr. 9» bei Wille.—»esangverein Acacte(gemischter Thor), Zeughotftr. S bei Behlenbors.— Wilmersdorfer Liedertafel, Deutsch-Wtlmer»- dors, Bad.— Sesanoveretn Alton. Wittenberge, Thurmstraße 9», Zentralhalle.— Wacht aus I, Wörther- und Rpteftraßen-«cke. — Harmonie III, Rirdors, Bergstr. 149 bei Schimkäse.—«angeslust, Putbulerstr. 30 bei Reimann.— Alpenglühen, Manteufselstr.« bei Nowack. — Edelweiß l, Melchiorstr. 16 bei Slehmann.— Waldkapell«, Admiral» straße es bei Tußauer.— Eesangvereln Mqrtre, Alt, Jakobstr. es bei Diessen» dach.—«esanaverein Kreutberg, Schönleinstr. 6 bei Kraah.—»esangverein Der Enterdten, Swinemünderstr. 66, bei Franz Schmidt.— Eefang- verein Deutsche Liedertasel, Blumenstr. es bei Wtedemann.- Eefangverein Frohsinn I, Muinvielzburg, Söthestraße, Ecke Kantnraß« bei Merten«.— Sefangverew M etall arbet ter Osten, Blumenstr.«» be! Tomaichal.— Arbeiter-»esangverein Oltmp ia,«daldertstr. I bei Sauermann.— Sesangverein A d« n d r 0 t h, Deutsch»Wilmeridors, Ber» linerstraße 40„VolkSgarten-.— Wtlmer»dorfer Liedertasel, «adentcheftr. l» det Stablnsky.— Deutscher Männersang,«el» orterstr. 16 bei Schneider.— Kornblume, Große Franksurterstraß» 1»» :e> Sold.— Handschuhmacher-Sesangverein A r t 0 n III, Brandenburg a. H.. Hauptstraße, Winkel'« Salon.— Männer-Sesangveretn A d l, r« h 0 s in Ablershos. Grünauer Shausteestraße bei Schubert. Knud der gesollig»» Zirdrit«r»»r«iu» Kerlin« und>l««»«en> Alle Zuschriften, den Bund betreffend, stnd zu richten an P. S e n t, AdalberMraße«6. Dienstag. Musikverein H os fn un g.«örltßerstr.s» bei Meter. Mustkverein Münster mann, Hochftr. eea bei Wille.— Vergnügung«, oerein Nordwacht, Perlebergerstr. 98 bei Hermerschmidt.— Privat- Tbeatergesellschast Zielbewußt, Frankfurterstr. Ii bei Hermann.— Lotte: te- klub F 0 r t u n a, Söritherstr. 60 bei Stewert.— Peretn für v 0 l k» t h ü»l» ltche Kunst, Breslauerftr. 9? bei Schmidt.—»efelliger«eretn Hertha, Adalbertstr. 91 bei Roll.— Spoztalttätenveretn Normannta, Sraudenzer- straße 11 bei Fietze.— Theatcrgeselltchast Ltberte, Rctchenbergerslr. 34 bei Schaper.-- Theaterveretn Freier Wille. Jeden Dtenflag Abend im Lolale de« Herrn Möhrtng Bdmiralstr. 130... Geselliger verein Hertha, Adalbertstr. 91 bei Roll.— Geselliger Verein Anne-Mari«, Adalbertstr.»1 bei Roll.-«eselltger Berein Unter an«, Peusseistr. 9» bei Ftschcr. — Turnverein Deutsche Kraft, Etsenbahnstr. 7 bei Engelhardt. Gesang-, Jirrn- und g»s«Uig» Prrein». Di,»Hag. Männer-Sesangveretn S a nae» treue jeden Dienstag von«X— lojs Uhr bei Protz. Annen- ftraße 9.— Musikveretn„Frisch aus-, Reichenbergerstr. 64 bei Tauschke. — S.sangverein Anakreon, jeden Dienstag von 9—11 Uhr abend« tm Louisenslädlischen Klubhau«, Annenstraße 1» bei Bergner, srüher Ehrenberg. Arbeiter Zilherllub Fr e t h e t t« k län g e. Jeden Dienstag Abend» von ex bis Ii Uhr bei W Mich ter, Bülowstr.«R am Dennemttz- Platz.— Zither- klub Alpengruß, Abend« ex Uhr in den Oranienhallen, Orantenstr.«1.— Bergnügungsperetn«emülhitchkeit. Sitzung, Dienstag,« Uhr, Lange- Iraße 24, Sastwtrlh Jeralsch. Gäste willkommen.— verltner Ttleltanien- I'ühne Mheingold II.. Sitzung, Dienstag, xiv Uhr im voriiädtischen Kasino. Ackerftr. 144. nedft Fidelita«.— Geselliger«erein Brüder schalt Berlin Rord-West, Perlebergerstr. e, Restaurant Ditlmann, tagt Dienstag« abend» 9 Uhr mit daraus folgender Fideiita«.— Tambourverein fr e i. w e g, gegründet 1890. Uebungtstunde Dienstag bei w. Raddatz. «lfassersir. II.— Staiklub„Schlechte Karte-, jeden Dienstag von 0 bis 11 Uhr bei Paukt, Schlestschestraße«8. Gäste willkommen. Turnverein Gesundbrunnen. Die I. Männer-Abiheilung turnt von sx-lvx Uhr in der Turnhalle de« Lesstng-Svmnastum«, Pankstraße»— 10.— Berliner Turn genösse nschast. Dt, 9. Männerabtheilung mnit Dienstag und Freitag, abend« s— 10 Uhr, Turnhalle Skalttzerftr. 66/6?.— 4. Männerabtheilung turnt Dienstag und Freitag, abend» st— lojj Uhr. Turn- Halle Stephanstr. 3.— 6. Männerabtheilung tu rnt Dienstag und Freitag. abend« s- 10 Uhr, Turnhalle«rkerstr.»7..» Die e. Männerabtheilung turnt und Fr-Oaq in der««mewd-schur- Ctuwtnrtt.«ts.- Tl»i,e> abtheUmig turnt Dienstag und Freitag, adends s— to Uhr, Turnbahs �iarianenuser 19,— i. Lchrlingsabtheilung, Dienstag und Freirag, abends . Turnhalle Friedenstr.-z.- z, L-hrlingsabtheilung, Dienstag und Freitag, abends s bis 10 Uhr, Turnhalle Boeckhstrabe si/82— Nichte(Mitglied des Deutschen Arbeiter' Turnerbundesi » Mannerabtheilung turnt ,eden Dienstag und Freitag abend-- non bi» ,o Uhr in der«cmeindeschul- Turnhalle Stephanstr.- Turn- uerein Norden, jeden Dienstag Abends von ar bis>v uhr>n»er Turnhalle, Prinzen- Allee S.-- T h eaterveretne: Theaterveretn 8.V � Will-tagt l-d-n Dienstag Abend g* Uhr'm Märkisch-n Adintralstr. lec.- Rauchllub Dorgensret»agt bei Bari-I, Palltsadenstr um, Uhr.- Rauchklub Deut,». Flagge ieden Dienstag Abend S Uhr Wrangelstr.-2. Mauchklub Ärün« Quast« «Mitgl des Bundes) jeden Dienstag Abend S Uhr, bet AN Oftbahnhof'- Rauchriub Schmoke'S Werke, jeden Dienstag Abend a Uhr bet Drittel. witz, Falckenstetnstr 7.- Rauchllub Ruhiga Dienstag Abend«r Uhr b„ �thrend. Srafeftrabe d: Sitzung.— Rauchllub Gutgesinnt» Freund« jeden Dienstag Abend o Uhr bei Spät, Eeorgenlirchstr.«5. Lergnügungs- vcrein Brand, Dienstag, bei Slavicki, Barnimstr.-Rauchklub Grüne Eiche, bei Karl Präter, Gräsestr. 18, abends Uhr.— Arbeiter. ©tcnoöraphenüexetn Eintracht, Unterricht und Uebungsftunde Dienstag abends 8� Uhr bei Wählisch, Adalbertstr. 4.- Rauchllub..M essalina'', Dienstag Sitzung bei Wuttte, Graudenzerstraße 2.— Rauchklub„Wa ldeS- Är�,lr't Mittwochs, abends 8� Uhr bei Tilaner, Forsterftr. 22.— Nauchklub Portorico Dienstag abends 9 Uhr Manteuffelstr. 20 bei Schröter VermiMzkcs. Neber da? Brandnnglück in Brotterode bringt die „Sucile-Ztg." eine ausführliche Schilderung, der wir folgendes ent- nehmen: Das Städtchen Brotterode hatte im ganzen 842 Ge» bäulichkeiten. 434 zu Wohnzwecken, zu gewerblichen Zwecken 76. Scheunen, Ställe-c. 332. Bon alledem stehen der Schätzenhof mit dem neu erbauten Armenhause(etwa IS Häuser), die sogenannte »Höh" 12 Häusern, einige Häuser an der Trist und am Aus. gange des Ortes nach Herges, so daß weit über sechshundert Gebäulichkeiten abgebrannt sind. Die Roth und das Elend, die über die Armen hereingebrochen sind, lassen sich nicht schildern — was sollen die Unglücklichen jetzt anfangen? Die Industrie ihres Ortes ist vernichtet, alle Waarenvorräthe sind verbrannt, jeder Amboß, jeder Hammer, jede Zange ist verloren, die Geschäfts� bücher der cxportirenden Kaufleute sind entweder sofort ver� brannt oder gehen in den Kellern, wohin sie gerettet werden sollten, durch die furchtbare Gluth zu gründe. Bon de» Akten des Gerichts, der Post, der Bürgermeisterei und der Pfarrei konnte nichts gerettet werden; der Pfarrer konnte aus den Kirchenarchiven nichts weiter in Sicherheit bringe» als eine Blechbüchse mit Werth papieren, der Postverwalter konnlenur die Wertpapiere erfassen und fuhr dann die letzte Post persönlich nach Klein- Schmalkalden Der Bürgermeister war zur Brandstätte geeilt, als ihm die Meldung wurde, daß es auch bei ihm brenne. Er hatte nur noch Zeit, seine Pferde aus dem Stalle zu ziehen, das Eindringen ins Haus war schon unmöglich geworden. Die Grundbuchsakten, die Hypotheken- bücher sind in einem Kellergewölbe untergebracht, ob sie noch brauchbar sein werden, steht dahin. Von der unheimlichen Schnelligkeit, mit der das Feuer sich ausbreitete, werden die haarsträubendsten Geschichten erzählt, aber was noch entsetzlicher als der unermeßliche Schaden ist: zwei hoch- bejahrte Frauen, die Wittwen Schmidt und König, beide über 36 Jahre alt, sind ein Opfer des wüthenden Elements geworden. Ob nicht auch noch einige Kid»«, die vermißt werden, mit ver- brannten, hat sich mit Sicherheit noch nicht feststellen lassen, doch sind hoffentllich die Befürchtungen, die man nach dieser Richtung hin hegt, übertrieben. Die türkische Natioualhymne. Von einem Freunde in Wilhelmshaven, der den Kanalfeierlichkeiten beigewohnt hat, wird den„Oldbg. N. f. St. u. L." folgende Episode berichtet, die sich bei der Eröffnungsfeier des Kanals in Rendsburg zugetragen hat: „Bei der Durchfahrt der Schiffe durch den Kanal wollte es sich die Nendsburger Stadtkapelle nicht nehmen lassen, auch ihrerseits zu der Verherrlichung des Festes beizutragen. Dieselbe hatte sich von sämmtlichen Schiffen, die den Kanal passirten, die National- Hymne einstudirt und wurde auch jedes Schiff mit der betreffenden Nationalhymne begrüßt. Das letzte der erscheinenden Schiffs war ein türkisches. Darob große Bestürzung bei unseren Rends- bürg« Stadtmustkanten, denn das Passiren eines türkischen Schiffes war nicht vorgesehen, auf eine türkische Nationalhymne waren sie deshalb auch nicht eingefuchst. Doch als sie in der Flagge des türkischen Schiffes einen Halbmond erblickten, kam ihnen eine glückliche Idee und schnell entschlossen ging es los: „Guter Mond, du gehst so stille u. s. w." Den lieben Türken hat die neue Nationalhymne derartig gefallen, daß sie sich sofort die Noten von der Kapelle haben kommen lassen." Immerhin ist die neue türkische Nationalhymne noch um einiges geschmackvoller als die preußische. >en heilen wird ausschließ- »ienstag, Donnerstag und Uhr abends Auskunft er- Briefkasten der Redaktion. Wir biten bet jeder Ansrage eine Chiffre(Zwei Buchstaben oder eiste Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erthetll werden soll. In Rechtsangelei lich am Montag, 3 Freitag von 7 bis 3 t h e i l t. R. B. 100. Anmeldung ist nicht erforderlich,' aber zweck- mäßig.— Scharf. In Deutschland sind die Zeugen in der Regel vor ihrer Vernehmung zu beeidigen, können jedoch auch hernach beeidigt werden.— R. L. 102. Für Miethe, nicht für Steuern haften die in die Miethswohnung eingebrachten Sachen der Ehefrau.— Petroleum. Ohne mündliche Rücksprache nicht genau zu beantworten. Briefkasten der Expedition. Schittau, Ackerstraße. Das Inserat lostet 6,40 M. Für dcnJilhalt der Inserate über- nimmt die Redaktion dem Publikum gegemiber keinerlei Verantwortung Theater. Dien st ag, den 16. Jull. Frirdr.- Wilhelmlliidtischev Park. Täglich: Ausverlaufl! Uenes Theater. Tata-Toto. Kchiller-Theater. Ehrenschuiden.fDas Schweigen. Ohne Liebe. AUrauderplatf- Theater. Liane, die zweite Frau. Uatiolial-Theater. Im Jrrenhause. Apollo- Theater. Ein Abenteuer im Hatem. Flora-Tharlotteirbnrg. Der Trou- badour. M. Ztoach's Kommertheater. Die goldene Insel. Zetiillkr-IIlester (Wallnep-TheateiO Dienstag, abends 8 Uhr; Vorletzte Vorstellung vor den Ferien: Ehren- schulden. Da» Schweigen. Ghne Liebe. Mittwoch, abends 8 Uhr: Letzte Vor- stellung vor den Ferien: Die Auge» der Liebe. Einer innst Heirathen. iteivksSBsßkenn Im prachtvollen Garten (bei ungünstiger Witterimg im Saal): Täglich: KmrWslje Soiree MApfldeutscIien Quartett- 1101 U o. CDuplEt-Sänger Anfang 8 Uhr. Entrce 30 PI. Reservirter Platz 50 Pf. Sonntags: Anfang 7 Uhr. Voll der Knilfllfder. Ensembleszene. Mational-Tlieater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Anfang 71/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Im Irrenhause. Seujationsschauspiel mit Melodramen in 3 Allen und 8 Bildern von E. B. 1. Bild: Zwei Hallunken. 2. Bild: Ein tiefes Geheimniß. 3. Bild: Der Rächer. 4. Bild: Die Geheimnisse des Irrenhauses. 5. Bild: Ein Verräther. 6. Bild: Der Plan des Teufels. 7. Bild: Die Tochter des Verbrechers. 3. Bild: Der Giftmord. Regie: Max Samst. Dirigent: Adolf Wiedecke. Morgen: Dieselbe Vorstellung. klationaltksalai«» Garten i Gr. Konzert u. Spezialitäten- Vorstellung. Abends 9 Uhr bei elektrischer Be- leuchtung: Austret. der Geschwister Uiagara aus dem über 100 Fuß hohen Thurmseil. Kassenöffnung 5 Uhr. Anfang 6 Uhr. Entree 20 Pf. Reservirter Play 40 Pf. 'l'ielil'icli-VfiikZkllnstSlltiZlZklöl' Coltökrt-i'gi'il 25/26 Chaussee-Straße 25/26. Heute Dienstag: Jubiläums-Vorstellung. Zum 25a Male: iBerlin avnüsirt sich Cancan in Lnmpen. llnm als: Panline v. Ballet. tFränkel als; Theaterdirektor Russische Steppen Tanser. Entree 30 Pf. Passage-PanoptiGim. Der DlMMt- mensch läßt auf seinem Kopfe einen Steinblock vermittelst einer Patrone zersprengen. yfoihstMapten (ehem. WeimanrP's Volksgarten) Gesundbrunnen. Kadstr. 56/57. Direktion: Max Samst. Heute, sowie täglich: Grosse« Xonzert n. Theater-Vorstellnng. Spezialitäten I. Ranges. Auftreten des Verl. Original-KomikerS Wilhelm Fröbel. Chansonetten, Soubretten, Liedersänger, Lustgymnastiker:c. Täglich: Familien-Ball. Kassenerössnung 5 Uhr.— Anfang des Konzerts 6 Uhr. kasse-xarwuts haben Giltigkeit.' Eutrre SO Pf. Entree Ä0 Pf. Gebe den prachtvollen Weimann'schen Volksgarten an Vereine wochenrags unentgeltlich ab. Mittwoch, den 17. Juli: Crohes Killhersreilüeilseß. Aktien-Brauerei Friedrichshain (Königsthor). Heute D i e n st a g: vrosses Militär- Frei-Konzert. Programm unentgeltlich. Castan's Panoptikum. Das Bärenveib. Ein Flug durch die Luft! Bestrafte weibliche Eitelkeit. W. Noack's Sommer-Thea terj Krunnenstr. 16, Täglich: Konzert, Theater- nnd Spezialitäten- Vorstellnng. Im Saale: Grosser Ball. Die goldene Insel. Operette von Anton Anno. Rodert Dill, Liedersänger. Geschwister Murre, Duetlisten. Clara Jordan, Kostüm- Soubrette. Rappo-Trio, Equilibristen. C. FrBhlich's Gesellschaftssäle und Garten Schönhauser Allee 161. Jed. Sonntag, Dienstag u. Sonnabend: Coveert, 8siemlitat.-Vor8telIxinA. Anfang 7 Uhr, Entree frei. Sonntags Ans. 4 Uhr. Programm 10 Pf. " ed. Montag: Gr. Concert. Entree frei. .ed. Sonntag, Montag, Mittwoch: Bali. Jeden Mittwoch: Kinderlest. Entree: Kinder 10 Pf., Erwachsene frei. Kaffeelüche täglich v. 2 Uhr ab geöffnet. Für Vereine u. Gesellsch. v. 200 Pers. Spezialitälen-Vorstellung frei. s2832L Mta' Sommergarten Alte iakobstr. 75. Täglich: Spezialitäten-Vorstellung. Bei ungünstiger Witterung i. Park/- Saal. Für Saison 1835/96 Säle zu Festlichkeiten u. Versammlungen. 2265«'° � Bolzmann's Gesellschafts- Säle, Lichtenbrrgersir. 16. Zur bevorstehenden Saison empfehle meine gänzlich neu aufs eleganteste renovirten, mit G as g l ü h l i ch t aus- gestatteten Säle für 20—300 Personen mit neuer großer Bühne.— Jeden Sonntag: Ball. Restaurationseinrichtung, Weißbier- kruken verkauft billig Eulenstein, Stralsunderstr. 38 II. 2U6K Fb ETilageE's Sommer-Theater Schwedterstr. 23)24. 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Die italienische Industrie-Ausstellung(Seidenspinnerei, Stroh- flechterei, Mosaikarbeiten ir.) ist den ganzen Tag über unentgeltlich zu besichtigen.— Grosser Gondel-Korso aus dem Canale gründe. Vor- führung von Rdison's Kinetoskopen. Entree 50 Pf. Ostbalm-Park Rildersdorfcrstr. 71» Am KOstriner Platz. Theater- nnd Spezialitäten-Vorstellung. Regie: R. Hintsche. Garten-Eonrrrt von der 24 Mann starken Hauskapelle unter Leitung des Musikdirektors W. Carlon's. Anfang Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Pf. Wochentags 5 Uhr. Entree 15 Pf., iMsiir ein Ans Vier nernbreicht ml Volksbelustigungen jeder Art. 4 Kegelbahnen zur PersSgung. Gute Diere. ausgezeichnete Küche zu fotiden Preise». Schweizer Garten Am Kämasther. TS glich: Am Friedrichshain. Konzert, Theater- u. Spezialitäten-Vorstellung. Troupe Latori(6 Personen), preisgekrönte Parterre- Akrobaten. Bähn und Hialde, Original- Karrikaturisten. Charles Wolff, Grotesque- Konnker. Martha Stella, Chansonett- Excentrique. 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Schwandt, Neue Iakobstr. 6. 1335b Achtung! Achtung! Große öffentliche Versammlung fllrde»tSerl.Reichstags-Wahlkreis Mittwoch, den 17. Juli, abends Uhr. in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20. Tages-Ordnnng: I. Die neueste Rechtsprechung. Referent: Genosse Dr. Herzfeld. 2. Diekussion. 3. Verschiedenes. Die Vereinsvorstände werden zu dieser Versannnlung ganz besonders eingeladen.— Frauen haben Zutritt.— Um zahlreiches Erscheinen ersucht Dci» Einberufer. ' 2. Berliner Wahlkreis. Mittwoch, den 17. Juli, abends 8v2 Uhr, im Saale der Kovlc-Lnsuonoi, Tempelhofer Berg Kolks Versammlung. 210/11 Tages-Ordnung: Die letzte Reichstags-Session. Berichterstattuug des Abgeordneten Richard Fischer. Die Angehörigen aller Parteien sind eingeladen. Freie Diskussion für jedermann. Zahlreiches Erscheinen erwarten Die Nrrtraurnsprrsonrn. Kozialdemokrati scher W ahlverein snr den 3. Kerl. Ueichstags-W ahlkreis. Mittwoch, de» 17. Juli er., abends 8>/z Uhr, bei Mö bring Admiralstrasze 18 o: GenenssB-Vensammlung. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen itSlhsin, Liebknecht. s240/2j Der Uorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Kerl. Reichstags-Wahlkreis. Donnerstag, 18. Jnli, abends 8V- Uhr, im Saale des alten Schützenhanses, Linienstr. 3: General- VerlÄininlung. Tages-Ordnungi L Vortrag des Genossen Reichstags-Abgeordneten E. Wurm über „Kapital und Arbeit". 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Ver- fchiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 21S/1 Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins sind: C., Knetsch, Hirtenstr/ 10 H., Mittchor, Kleine Hamburgerstr. 27; MW., Schmidt, Luisenstr. 5 NO., Richter, Neue Königstr. 90; Keuy» Marienburgerstr. 32; Solee,' Landsbergerstr. 41. Achtung! GtlrtBer! Achtung! Donnerstag, den 13. Juli, abends 8'/2 Uhr, im Saale des Herrn ttsnkv, Nannynstraße Nr. 27: Große öffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schöpflin über:„Die Folgen der kapitalistischen Produktion und die bürgerlichen Volksbeglücker." 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. 4. Verschiedenes. Kollegen! Zeigt durch den Versammlnngsbesuch, daß Ihr entschlossen seid. Mann für Mann für das kämpfende Proletariat einzutreten. 115/1 Oer Vcrtrsucnsmsnn. Rich. Heinrich, Wienerstr. 61 Verein d. graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. (Filiale Kevlin. Lithographen, Steindruckev n. Kernfsgenosten.) Donnerstag, den 18. Jnli, abends 8'/- Rhr, bei O o i t-, Alte Jakobftr. 75(oberer Saal): General-Versammlung. Tages-Ordnung: 96/2 1. Geschäftliches und Kassenbericht. 2. Vortrag über den ferneren Ausbau unseres Vereins. Referent: Kollege N. Schöpke. 3. Diskussion. 4. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Verwaltung. �entral-Kmiita- und Sterbekasse der Tischler imd anderer gewerbliclier Arbeiter(E. H. 3, Hamburg). Filiale Berlin D.(Moabit). Soanaliend, ien 20. Jnli, in den gesammten Räumen der Kronen- Brauerei, �Alt.Moabit.Nr. 47-49: Großes SommM Sommermchtsbatt, Kottzert, Thellier llffit SpezilllitSteit-Vorßellllttg. Anfang 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. Billets ä 25 Pf. sind in den Zahlstellen zu haben. 162/1 Die Grtsverwaitung. Die Kassirung der Beiträge findet an diesem Sonnabend nicht statt. Verdilllil aller in her MetilllilldHrie besUstigtea Arbeiter Kerlins und Jlmgegend. Mittwoch, den 17. Juli 1895, abends Uhr: Nordev-Kezirksversttmmlttvg"Um in Meyer's Festsälen, Müllerstraße 7. Tages-Oronung: 1. Vortrag des Kollegen Otto Uäther über: ,,Wol)ifahrts-Einrich- tungrn und Klassenkampf." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung laden wir sämmtliche Kollegen nachgenannter Firmen ganz besonders ein: Aktiengesellschaft S. Bergmann& Co., Arndt und Fabian, säinmtlich Fennstr. 21; Schaeffer& Oehlmann, Chausseestraße 40; Nothmann, Neue Hochstr. 20, und JUrst& Co., Chausseestraße 53. 110/3 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller in den oben angeführten Werkstätten beschästigten Kollegen ersucht Der Vorstand. Durch die Geburt eines kräftigen Jungen wurden hocherfreut Berlin, den 13. Juli 1695. 2123b Hermann u. Anna Adam. Unserm sanften Bruder Heinerich Gratuliren wir herzinniglich, Der Gedanke is nich ohne f2115b Von uns Falzgrafen u Maschinenbarone. Heinrich, die Zunge is aber salzig Sonntag früh entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, .Icksnn Fabig im 66. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bittend, zeigen dies tiesbetrübt an. Die Hinterbliebenen. Beerdigung Mittwoch nachm. 6 Uhr auf dem Kreuz-Kirchhof in Mariendorf. Ehrenerklärung. 212lb Ich nehme die gegen A. Teuber aus gesprochene Beleidigung zurück. B. GK Orts-Srankenkaffe der Gürtler. Zu der am Freitag, den 19. Julf abends 8 Uhr, Oranienstraße Nr. 51 stattfindenden Außerordentlichen Generalversammlung werden die Herren Delegirten hier durch eingeladen. Einziger Punkt der Tagesordnung Umänderung des s 13 Ziffer 3 des Statuts. Oer Vorstand. M. Teske, stellvertr. Vorsitzender. 2. Bässe werden von einem alten Gesangverein(M. d. A.-S.-B.) gesucht. Donnerstag Abend bei Tutzauer, Admiralstr. 38. 65/4 Von cisr Eeise zurück Dr. A. Freudenberg, Wilhelmstr. 20. Jeugen gesucht! Diejenigen Personen, welche am Freitag, den 5. Juli, abends zwischen 8 und 9 Uhr gesehen haben, wie eine alte Frau in der Andreasstraße von einer Droschke überfahren wurde, werden gebeten, ihre Adresse an Paul Werner� Friedrichsberg, Kronprinzenstraße 23) gelangen zu lassen. 2120b Ein Part! et mit seidenen Shlipsen, welches am Sonnabend iu der Oranien traße gefunden wurde, kann bei Elokatein, Franseckistraße 8, abgeholt werden. fAf* Achtung I*�Q Zahnersatz, auch Theilzahl., wöchentl Mark, G u ck e l. Lausitzer Platz 2, Elsasserstr. 12. ö Pfund Albrecht's 6os»Ä, Bäckerei, liefert Wrangel-Sirasse 8. Langestr. 26, Falke nsteinstr. 28. n Robert Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. KB. Um häufigen Jrrthum zu ver- meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau aus meine Ndresse zu achten. MSdsß. Kaufgelegeuheit bietet sich Brautleuten K. im Möbel- 'peicher, 1721L* Rosenthaler- Strasse 13, I. Daselbst stehen täglich zum Verkauf: neue gediegene Möbel zu außergewöhn- lich billigen Preisen, gebrauchte und verliehen gewesene Möbel zu wahr- haften Spottpreisen. Theilzahlung ge- stattet. Kleiderschränke 15, Küchen- piude, Kommoden 12, Sophas 15, Bettstellen mit Matratzen 13 Mark, Nußbaum-Kleiderschränke,Vertikoivs30, Stühle 3, Muschelspinden 40, Tru- meaux 65, Paneelsophas 75, Plüsch- qarnituren 60 Mark. Herren-Schreib- tische, Schreibsekretäre. Bussets, Kon- liffentische, Spiegel, alles staunend billig. 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Cohn, Kenthstr. 21/22; Oeffentliche Versammlung der Platz-Deputirten. 250/3 Es ist unbedingt nöthig, daß in dieser Versammlung jede Arbeitsstelle vertreten ist._ Der Vertrauensmann. Wung! Dienstag» 16. Jnli, abends 8 Uhr, bei Buske(früher Krefeld), Grenadirrstr. 33: vettentlecbe Versammlung, Tagesordnung: Der Streik bei der Firma Dewitt u. Herz. 991/2_ Der Uertranensmnnn. bbbh—— smaMMyffliinitBwwiiiM— nsisgga Mittwoch, den 17. Jnli, abends 8V2 Uhr, in den Viktoria-Käien, Hermannstraß« 50: Großer öffentlicher Vortrag der Magnetischen Gesellschaft(Zweigverein Rix darf) über«zfpn ose verbunden mit Experimenten� Referent: Magnetiseur Herr Ritamann, Wir laden jeden, der sich für Hypnose interessirt oder kennen lernen will, Damen und Herren freundlichst ein. 2114d Eintritt vollständig frei. Der Vorstand. elileine Kranken- an!» Sterbekasse bn Metallarbeiter. (E. H. 29, Hamburg, Filiale Berlin VI.) Sonnabend, den TO. Jnli 1895, in Uoackr's Festfiilen, Brunneiistr. 16: Znr Feier des zehujährigen Bestehens der Filiale: Grosse Tbeater�Vo�steilung und Sommernachts-Ball. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pfennige nach. Beim Eintritt der Dunkelheit: Crosse Kinder-Fackslpolonsise. Anfang 6 Uhr. Fackel» gratis. Entree 25 Pf. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. 119/1 Oas Komitee. NB. Die Zahlstellen bleiben am 20. Juli geschloffen, dafür wird Sonntag, den 21. Juli, vormittags von 11—12 Uhr daselbst kafsirt. Schloß Weißenfee. Sonntag, den 21. Jnli 1895: Grosses Sänger-Fest des Arbeiter■ Sängerbundes Berlins und Umgegend. MW*" 225 Gesangvereine. 3 MsikkaBen Her Freien Bereich, der M-BmfSWjiktt. Massen-Gesänge. ■�= Volks- und Kinder- Belustigungen aller Adt. um- Großes Driillttlt-Mttwerk. In den Sälen: TANZ. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Anfang d«s Konzerts friih 8 Uhr, der Gesa irgrs-A uffithrulp» nachmittags 3 Uhr.— Billet 20 Pf. Billets sind bei allen Bundesmitgliedern zu haben. Fahroerbindung: Auf allen Stadt- und Ringbahnzügen: Uordrtng: Von Warschauerstraße und Beusselstraße ab k 10 Pf., von allen anderen Stationen 20 Pf. ä Person.— Pferde-Eisenbahn: Molkenmarkt— Alexanderplatz— Schloß Weißensee.— Kremser:c. vom Königsthor. Achtung! An unsere Vereme! Es ist dringend nothwendig, daß ämmtliche Vereine, insbesondere die Ausschußmitglieder zur Generalprobe Donnerstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr, bei Lips erscheinen, betreffs einer wichtigen Mitlheilung. 16/3 0er Vorstand. amsm! Schmargendorf. Achtung! Restaurant„Sanssouci", Alfred Malitz. Wegen des schlechten Wetters findet der bekanntgegebene Sommer» nachts-Ball erst am Sonnabend, den 20. luli, statt. Die ausgegebenen Billets behalten Giltigkeit. 28881.* Um regen Besuch bittet A. Malitz(früher Annenstr. 37). jü ÖcroiiPi* Lonisenstädt. Clubhans ,6 Annenstr. 16. Amt TO 3733, Saal für 250 Personen. Meh�Te Vereinszimmer. Französisches Billard. Warme und kalte Speisen zu jeder' Beranlw ortlicher Redakteur: I. Dierl(Emil Roland) in Bedin. Druck und Verlag von Mar Babing i» Berlin. SW, Beuchstraße 2.