flt.137* 43. �ohrg. Ausgabe A Nr. 69 vezuftSvretS: WSKentlick» TO TBfenai«. mosaMck l— Zieichsmart ootaus»adldar. Unter flteutbanb für EeutfAlonB, Saniin. Saar- tina SRcmelatbict. Ctltcrcefd), Litauen. Luiembut» *j0 Reichemart. für bos übrig« Kuslonb 5-50 Reilhemart pu Monat. wer.Uormürt«* mit der Sonnt»«». b«ilaae.ZZolt und Zeit' mit.Sieb- lun, und Rleln««rtcn* sowie der keila«,»Untcrbailnn« unb Wissen' Knb ifrauenbeila««.ffrauenftunmc' «ifdictnl wochentssalick»weimal, Sonata«» unb Montaa» einmal, Selearamm-Ülbresset �»tialbemotret Berlin' Morgenausgabe Devlrnev Volksblatt (lO Pfennig) Aszetssenvret?-: Die« i« f p a 1 1 f< c Slonpareill» «eil« SO Dlenni». Reklame, eil» 6.— Reickismark...Klein««n, einen' das lettaebnickte Wort 25 Pfenai« kiuILslia»wei kettacbrulkt« Worte». icdr»«eitere Wort 12 Pfennig. Ctcllenaelucki« da»«rsse Wort 15 Pienni«. iede» weitere Wort 10 Psennia. Worte über 15 Buch- fiaben»Llilen für iwei Worte. Arbciiomarkt Zeile 00 Psennia. Lamili«n»n,ei«en für Abonnenten »eile«0 Psennia. Lneeiaen für M« nüchss« Ruanner BiUIftn 6!» 4 Mi Übt nachmittaa» im Bnuviacichäft. Berlin TW 00. Linden» Krabe 5. abaeaeben werben. Geöffnet von SH Ute früh bis S Ute nachm. Zentralorgan der Sozialdcmokrati feben partei Dcutfchlands Reöaktion und Verlag: SerUn EW. 68, üindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Das durchlöcherte Steuerprogramm. Luther-Reinhold auf dem Rückzug. Die Vorgänge im Steuerausschuß des N: i ch s t a g s haben begreiflicherweise großes Aufsehen er- regt und zu politischen Kombinationen der verschiedensten Art geführt. Die ursprüngliche Absicht der Reichsregie- r u n g war, durch die Senkung der Umsatzsteuer um vier Zehntel eine Erleichterung der allgemeinen Wirtschafts- läge infolge Senkung der Preise, Förderung der Ausfuhr und Steigerung des inneren Bedarfs herbeizuführen. Daher schlug die R e i ch s r e g i« r u n g die Senkung der Umsatzsteuer vor und nicht eine Senkung der veranlagten Steuern, z. B. der Einkommensteuer. Daher wehrte sie sich auch von Anfang an dagegen, daß statt der Ermäßigung der Umsatzsteuer eine Er- Mäßigung anderer Verbrauchssteuern vorgenommen werde. Wiederholt haben infolgedesien Dr. Luther und Dr. Rein- h o l d die Senkung der Umsatzsteuer in dem von der Regierung vorgesehenen Ausmaß als den wesentlichsten Teil ihres Wirt- fchaftsprogramms bezeichnet. Run plötzlich ist das alles nicht mehr wahr. Was bis gestern als die große neue Idee der Reichsregierung verkündet wurde, ist begraben, und alles, was bisher als falsch und widersinnig bekämpft wurde, wird nun gepriesen, als ob man das bereits seit Wochen getan hätte. Herr Dr. Luther, der so oft in den letzten Jahren gegen soziale Forderungen den starken Mann gespielt hat, ist über Nacht seiner besseren Ueberzeugung untreu geworden und hat unter dem Druck gröbster Steuerdemagogie sein und Reinholds schönes Pro- gramm in die tiefften Taschen seines Eewandes versenkt. Wenn jetzt statt der Senkung der Umsatzsteuer auf 0,6 Proz. eine solche auf nur 0,75 Proz. vorgeschlagen wird. so ist das nicht nur ein Unterschied im Grade. Die Erfahrung hat vielmehr gelehrt, daß je nach dem Grad der Senkung der Umsatzsteuer die Wirkung ganz verschieden ist. Und während man hoffen tonnte, daß eine erheblick>e Senkung der Umsatzsteuer zu einer Ermäßigung der Brcise und zu einer Belebung der Wirtschaft führen werde, ist von einer geringen Senkung der Umsatzsteuer eine solch« Wirkung nicht zu er- warten. Roch schlimmer aber ist, daß der Rückzug der Regierung erzwungen wurde durch diz völlige Aufhebung der Wein st euer und der Schaumwein st euer und der Verschiebung der Erhöhung der Biersteuer bis zum l. Januar 1927. Denn den Winzern bringt die Aushebung der Weinsteuer keinen Nutzen. Sie entzieht ihnen aber die bisher aus Reichsmitteln gewährten Unterstützungen unb Kre- dite und verstärkt die Konkurrenz der Auslandswcine, schädigt sie infolgedessen. Die Beseitigung der Erhöhung der Biersteuer gar, die von dem Braugewerbe längst einkalkuliert ist, wovon ihre glänzenden Gewinnziffern beredtes Zeugnis ablegen, ist nur durch die parteipolitischen Bedürfnisse der Bayerischen Volkspartei hervorgerufen. Es ergibt sich also, daß die Reichsregierung ihrem eigenen Programm den Krieg ange- lagt hat. Sic zog aus mit der Absicht, die Wirtschaftskrise durch Steuersenkungen zu überwinden. Und sie ist jetzt im Begriff, heimzukehren mit Geschenken an einzelne Gruppen der Wirtschaft, hat dabei aber ihr allgemeines Ziel vollkommen preisgegeben. Bei dem Zusammenprall jach- licher Erwägungen mit bestimmten Gruppeninteressen haben die letzteren den Sieg davongetragen. Well die bürgerlichen Parteien nicht den Mut haben, den aufgeputschten Winzern zu sagen, daß die Aufhebung der. Weinsteuer ihnen keinen Nutzen bringt, wird diese Steuer einfach beseitigt. Weil die Bayerische Volkspartei den Mächtigen im Braugewerbe die hohe Dividende weiter garantieren möchte, zieht die Be- seitigung der Weinsteuer die Beseitigung der Erhöhung der Biersteuer nach sich. Um das Loch zu stopfen, das dadurch in die Reichskasse gerissen wird, soll die Senkung der Umsatz- steuer im geringeren Maße vor sich gehen. Sondcrinteressen werden aus solche Art über das Eemeininteresse gestellt. Das ist als Standpunkt der Sozialdemokratie auch dem Reichskanzler Dr. Luther in einer Besprechung, die gestern abend auf seinen Wunsch abgehalten wurde, zur Kenntnis gebracht worden. Es wird sich zeigen, ob sich die Regierung weiter von den Regierungs Parteien führen lassen will, statt selber zu führen. Ein solches Berfahren ist schon an und für sich bedenklich, aber wenn die Regierungsparteien nicht einmal über die Mehrheit verfügen, wirkt es geradezu katastrophal. Vonvärts-Verlag G.m.b.H., öerlin EW. 68, Linöenstr.Z P»MSeckk«nt»: B«rli» 31 53«- BanNonto: Baak der Arbeit«,. Angestelt«» bn» Beamte,,. Wallftr. 63; Di»t,Bt».Scs-ll!Sast. Depisiteatasse iinbensir. 3. Die Silligungsformel. Reichstag und Genfer Tagung. Ueber die B i l l i g u n g s f o r m e l, die die Regierungs- Parteien zur Genfer Frage im Reichstag«ingebracht haben, wurde erst in den späten Nachmittagsstunden eine endgültige Einigung erzielt. Der Antrag lautet: Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und die Haltung der deutschen Abordnung in Gens. Er bedauert den den berechtigten deutschen Erwartungen nicht entsprechenden Ausgang der Genfer Verhandlungen. Der Reichstag erwartet von der Reichsregierung die als- baldige Erwirkung von Garantien dafür, daß die Rückwirkungen des Vertragswertes von Locarno, insbesondere im besetzten Gebiete, mit größter Beschleunigung einer den berech- tigten deutschen Forderungen Rechnung tragenden Lösung zugeführt und sobereltsvordemElntritt Deutschlands in den Völker- bund die Erklärungen wirksam werden, die zwischen den am Vertrag von Locarno beteiligten Mächten in Gens über Aufrechterhaltung und Fortführung der Locarno-Politik vereinbart worden sind. Der Antrag ist von den Vertretern des Zentrums, der Volkspartei, der Demokraten und der Bayerischen Volkspartei unterzeichnet. Die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages hat dieser Billigungsformel zugestimmt. Bevor die villigungsformel von den Regierungsparteien im Reichstag eingebracht worden ist, wurde sie der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion i m U r» text vorgelegt. Die Fraktion gab dem Arnrag unter der Voraussetzung ihre Zustimmung, daß in ihm, wie es in dem Urtext nicht der Fall war, direkt vom Völkerbund gesprochen wird. Die Regierungsparteien erklärten sich mit dieser Acnde- rung einverstanden, so daß die Fraktion im Plenum für die Billigungsformel stimmen wird. Der weitere Verlauf der gestrigen Reichstagssitzung bot keine besonders aufregenden Momente. Keinem Redner gelang es, das Haus von der etwas schläfrigen Nachmittagsstimmung zu befreien, in die Graf W e st a r p es hineingeredet hatte. In keinem Augenblick mögen mehr als 40 bis 50 Abgeordnete im Saale gewesen sein; oft aber waren es weniger. Es sprachen noch Kaas(Z.). v. Rheinbaben(Bp.), Stoecker sKomm.). Graf B e r n st o r f f(Dem.) und Graf Lerchen- feld(B. Vp.). Heute beginnt die Debatte um 11 Uhr mit dem Grasen Rsventlow(25511.), dem Genosse Breit- scheid folgt. Man hofft, schon gegen 2 Uhr nachmittags zur Mftmunung zu kommen, Zu dieser haben die B ö l k i s ch e n einen Antrag ein- gebracht, der der Regierung das„Bertrauen des Reichstags" ausspricht. Es ist anzunehmen, daß das Haus diesen Antrag. der ein kindisch-unwürdiges Manöver ist, durch Uebergang zur Tagesordnung erledigen wird. Aeußerstenfalls könnte aber die Regierung selbst um Ablehnung b'tten, da sie auf eine „Vertrauenskundgebung" von dieser Seite verzichte. Die Millionen gegen Zürftenmilliaröen. Fast 7 Millionen in 19 Wahlkreisen. Gestern abend wurden zu den bisher vorliegenden Er- gebnissen von 10 Wahlkreisen(Berlin, Westfalen-Süd, Köln- Aachen, Düsseldorf-Ost, Düsseldorf-West. Pfalz, Dresden- Bautzen, Leipzig, Württemberg, Baden) sechs weitere bekannt. Vergleicht man die Zahl der Eintragungen mit der Zahl der Stimmberechtigten und der Zahl der bei der letzten Reichs- tagswahl am 7. Dezember 1924 auf Sozialdemokraten, Unab- hängige und Kommunisten, so ergibt sich folgendes Bild: Pro» ber Stimmen. ttnbt ber SSrojentfab der inroiii SPD..USP. ffiablftel« ffi 2,raniin*,n Slimmberechllaten u, flommunülm "«> Nlr-gungen vom 7. De». 1924 am 7. De» 1 024 entfallen sind k. Bommern... L05S5g 18,f> 74 ö. Dvvcln.... 147330 18,7 144 12. Thüringen... 562 623 40.0 121 21. Koblenz-Trier. 119 056 16,1 144 80. Chemnitz-Zwickau 577 165 50,0 129 83, tzessen-Darmstadt 325 756 38,3 130. Rechnet man das Ergebnis in den bisher gemeldeten Wahlkreisen— 4 872 396— zu den hier ausgeführten hinzu, so ergibt sich eine Gesamtzahl von 6S097S5 Eintragungen in 16 Kreisen. Es stehen noch 19 Wahlkreise aus, in denen bei der letzten Reichstagswahl für Sozialdemokraten, Kommunisten und Un- abhängige zusammen 6 627 027 Stimmen abgegeben wurden. Es ist sicher damit zu rechnen, daß diese Zahl zumindest erreicht, wahrscheinlich aber zum Teil wesentlich überschritten wird. Man kann demnach mit e'ner Gesamtzahl der Eintra- gungen von rund 13,5 Millionen rechnen! Teilergebnis aus Ostpreußen. Königsberg. 22. März.(WTB.) In den vier ostpreußischen Regierungsbezirken wurden bisher 132 672 Eintragungen für das Lollsbegehreu gezählt: einige Bezirke steh« jedoch noch aus. Der Prozeß MatteoSi. Randbemerkungen zum bisherigen Zeugenverhör. (Don unserem nach Ehieti gesandten Berichterstatter.) Ehieti, 20. März. Die Verhandlung war ganz von dem Verhör der von dem Vertreter der Anklage vorgeladenen Zeugen ausgefüllt. Bei der durch das Urteil der Doruntersuchung bedingten B e- schränkung des Anklagebereichs kann sich das Berhör nur um den materiellen Tatbestand drehen, sowie um die Art und Weise der Verhaftung der Angeklagten und um die Aus- findung der Leiche. Wir haben also im wesentlichen die Augenzeugen der Vergewaltigung des Opfers, dann die Po- lizeibeamten, denen es oblag, der Verdächtigen habhaft zu werden, und die Leute, die die Leiche fanden. Also nichts„Sensationelles". Trotzdem ein sensations- lüsternes Publikum: auf den reservierten Plätzen an achtzig Weibsbilder, die sich an den Angeklagten nicht satt sehen können und in stummer Ovation an ihren Zügen hängen. Nicht ein Schaudern, ja nicht einmal ein Intervall des Ernstes und der Sammlung kam über dieses Publikum, als die Knaben Vazzotti und Mascagna die grauenhafte Szene beschrieben. Nur den Abgeordneten Farinacci ergriff eine plötzliche Kampfgier, als wolle er wettmachen, was er im Schützen- graben verpaßt. Er suchte die Kinder in Widersprüche zu verwickeln. Wie konnte Matteotti einen Fußtritt in die Scheibe des Autos getan haben, wenn er durch den Knuff in den Magen ohnmächtig geworden war.„Er hotte eben wieder Atem geschöpft," sagte der Kleine ruhig. Weiter sucht die Verteidigung die kleinen Zeugen zu verschüchtern, indem sie darauf hinweist, daß der eine von einem Stoß in den Magen, der andere von einem Stoß in den Leib spricht. Das Perhör hinterläßt einen, bitteren Geschmack, wie man auch nicht ohne Widerwillen auf die Herren Beamten blicken kann, die der Gewalstat aus der Ferne beiwohnten und ihrer Bürgerpflicht damit genugtatcn, daß sie sich sagten, es könnte sich um einen Scherz, um eine Kinoszene oder um die Verhaftung eines Verbrechers handeln. Jedesmal, wenn ein Zeuge auf die Gewalt zu sprechen kommt, die von den fünf Individuen am Lungo Tevere Analdo da Brescia an Matteotti verübt wurde, deutet Poveromo seine Freude durch ein freches Erin- sen an... Sehr animiert wird die Verhandlung beim Verhör des amnestierten früheren Angeklagten Aldo P u t a t o. Ein kümmerliches Lürschchen, grüßt er herzlich seine Gefährten im Käfig und tritt dann gestert mit dem faschistischen Gruß vor den Präsidenten. In seiner Eigenschaft als Angeklagter hatte er ausgesagt, von Panzer! als eine Aussage Pove- romos erfahren zu haben, daß Matteotti im Auto v e r- schleppt, dann getötet und begraben worden wäre. Jetzt zieht er die Aussage zurück: nicht Poveromo, sondern Dumini hätte Panzert informiert: nicht getötet wäre Matteotti, sondern gestorben! Poveromo, den ja die ganze Sache nichts angehen sollte, will absolut das Wort, und sein Verteidiger hat große Mühe, ihn halbwegs ruhig zu halten. Der Präsident hält dem Putato entgegen, daß er selbst gesagt hätte:„Das Verbrechen schien mir noch ernster, als ich erfuhr, daß man den Kadaver nackt ousgezo- gen hatte." Wie kann man einen natürlichen Tod als Verbrechen bezeichnen? Es entsteht ein Tumult, bei dem der Oberstaatsanwalt ausruft:„Das ist kein gemeiner Prozeß." worauf Farinacci entgegnet:„Heute ist es ein gemeiner Prozeß," natürlich, ohne darin die Wahrheit einzuschließen, die in unserer Sprache der Doppclsinn des Wortes enthält. Es folgen zwei Polizeikonfidenten, die bei der Verhaftung Violas behilflich waren. Einer von diesen, Giunchedi, der nicht den Eindruck geistiger Normalität macht, will von Viola die folgenden Worte gehört haben:„Wenn es zum Prozeß kommt, werde ich sagen: laßt mich einen Augenblick mit dem Ministerpräsidenten sprechen." Mit leicktem, zartem Schritt geht die Verhandlung über die Aussage des Polizeikommissärs Iantuffi weg, der Dumini ain Abend des 12. Juni beim Bahnhof Termini in Rom verhaftet hat. Gleich nach der Verhaftung äußerte Dumini den Wunsch, mit deni General de Bono zu sprechen. Dieser wurde gerufen und erschien. Bei der halbstündigen Unterredung zwischen dem Generaldirektor der Polizei und dem eben Ver° hafteten war niemand zugegen. Nachher ließ de Bono durch den Milizgeneral Sacco das Gepäck Duminis in das Ministerium des Innern bringen, obwohl der Polizeibeamte ihm vorstellte, daß die Dienstvorschriften ihm, dem Polizeibeamten, die Bewachung des Gepäcks zur Pflicht machten. Nach einer bis anderthalb Stunden wurde das Gepäck dann diesem zuständigen Beamten wieder übergeben und in seiner Gegenwart geöffnet: er hatte den Eindruck, daß es vorher nicht geöffnet worden wäre. Die Bedeutung dieser Episode dürfte den Geschworenen kaum zum Bewußtsein ge- kommen sein: jedenfalls hat sich in diesem Sinne niemand Mühe gegeben. In bezug auf die Richtllmen der Verteidigung ist während des Zeugenverhörs zu der schon in unserem ersten Nerichl hervorgeyokenen eine neue gekreken. Wenn man ein- mal die Vorunlersuchung als parteiisch und verdrehend ab- lehnen will— welche Ablehnung so beleidigende Formen an- nahm, daß sie der Präsident energisch zurückweisen mußte—, so will man weiter den straferhöhenden Umstand, daß das Verbrechen an einem Abgeordneten und um seiner Fraktion als solcher willen vollbracht worden war, ausschalten. Farinacci bat wiederholt erklärt, es handle sich um eine„äußerst feine" Unterscheidung. Das spinnwöben- seine Gewebe des Gedankenganges konnte ein Blinder nnt dem Krückstock fühlen: jedem Polizeibeamten wurde die Frage vorgelegt, ob die Bewachung Matteottis dem Abge ordneten oder dem Parteisekretär galt, und jeder sagte treu lich, sich in das„äußerst Feine" hineindenkend: dem Partei sekretär, dem Umstürzler. Der Leiter der römischen Geheimpolizei sagte sogar, daß Macomo Matteotti«seiner Nation unheilvoll und verderblich gewesen" ist, ehe er Abgeordneter war. Der ganze Verlauf der Verhandlungen gestaltet sich mehr als eigenartig. Wer ihm beigewohnt hat, ohne etwas über die Vorgeschichte zu wissen, der mußte zu der Auffassung kommen, daß hier gegen einen gewissen Matteotti verhandelt wur�e, der aus irgendeinem Grunde sich dem Arm Entlastungszeugen zu entziehen für gut fand. Denn von den Enlastungszeugen haben wir kaum etwas anderes gehört, als Angriffe auf den Mann, dessen Abwesenheit doch bei dem besten Willen nicht ihm zur Last gelegt werden kann. Schließlich kehrten auch die Verdächtigungen, daß Matteotti in Paris Faschistenmorde organisiert hätte, daß man von dort aus Attentate auf das italienische Regie- rungsoberhaupt plante, in einem endlosen Geplapper eines gewissen Tuckert wieder, der erklärte, immer in Paris Waffen getragen zu haben, denn„die Zelten waren ernst". Die mit Ausfällen auf die französische Rechtspflege gefvickte endlose Erzählung ermüdete alle, außer den Erzähler. Aber neben der Beschimpfung des Toten haben wir die Verherrlichung der Angeklagten gehabt. Don Volpi(wegen Desertion und betrügerischen Bankrotts vorbestraft), daß „das Land ihm große Dankbarkeit schuldet" für seine Taten Siegen die Umstürzler. Volpi ist an Apotheose im Gerichts- aal gewöhnt. Als im Jahre 1921 gegen ihn wegen der Ermordung des Sozialisten Jnversetti vor- gegangen wurde, hatte er unter seinen Entlastungszeugen, die über seinen moralischen Wert aussagten, niemand Ge- ringeren al» den heutigen Ministerpräsi- dentenk * Ehtekt, 22. März.(MTB.) 3tn Prozeh gegen die MSrder Mattcollis verlas der vorfihends die an die Geschworenen gerich- kelen Fragen. Die Hauptfrage belrisfi die unmittelbare Mithilfe beim Mord, bei dem erschwerend in» Gewicht fällt, daß es sich um einen Abgeordnelen handelt. Außerdem verlas er die von der Verteidigung gestellten Fragen. Der Generalflacrfs- onwalt hielt daraus ein Plädoyer, in dem er erklärte, daß alle An- geklagten der Teilnahme am Morde schuldig seien, daß das Alibi nicht genüge, ferner daß pollilfche Beweggründe und eine her- auesorderung sowie eine vorsähllche TStnnz nicht in Betracht kämen.(!) Er forderte dann die Geschworenen auf, nach Recht und Gerechtigkeit zu entscheiden._ Die Beschlagnahme in Marienbad. Die Verhandlungen zwischen dem staallichen vodenamt und dem Tepler Slift sind zescheitert. ES wird infolgedessen zur Veichlagnahme der Gäder- objekie von Marienbad, soweit diese Eigentum de» SiitteZ Tepl find, geschritten werden. Die» soll bereil» in nächster Zeit goschehen. polnische kullnrautonomie in der Tschechoslowakei. Die Prager Kammer nahm einen Vertrag mit Polen an, in dem der polnischen Minderheit die den Deutschen verweigerte Kulwrautonomie gewährt wird. Die deutschen Redner verlangten, daß das, was den 70(X>0 Polen gegeben sei, den Millionen Deutschen nicht verweigert werdm dürfe. Oürgerblock-Kanzler GeßlerZ Teutschnatiouale Diskusstone». Die deutschnational-oölkische„Vergisch-Märkische Zeitung" veröffentlicht folgenden Alarmruf: Aus unbedingt zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß aus- gerechnet(!) deutschnationale Abgeordnete sich be- mühen, dem Demokraten und Reichswehrmimster Dr. Gehler den Weg zum Reichskanzleramt freizumachen. In unbegreiflicher Vertennung der politischen Gesamtlage scheint man in den betreffen- den Kreisen ganz vergessen zu haben, was dieser Reichswehrminister aus Anlaß der Reichspräsidentenwahl zugunsten seines Partei- freundes Helpach fertiggebracht hat. Es ist dringend erforderlich, daß die deutschnational« Parteileitung sich sofort ernsllich um diese Vorgänge bekümmert. Die„Deutsche Zeitung" nimmt diesen Ruf auf und zeigt sich gleichfalls sehr aufgeregt. Herr G e ß l e r habe sich schon zu einer Zeit, da Herr Schiele noch Reichsinnenminister war, im Reichstag über die sogenannten vaterländischen Verbände in wegwerfender und höhnischer Art geäußert. Kurz und gut, di« vaterländischen Verbände erlauben es nicht, daß Geßler Reichskanzler wird: Die DNVP. legt, wie wir wissen und mit Genugtuung aner- kennen, großen Wert darauf, gute Beziehungen zu den vaterlän- dischen Verbänden und der ganzen völkisch- nationalen Bewegung zu erhalten, und müßte daher über die Stimmung und die politische Einstellung in diesen Kreisen unterrichtet sein. Sollte man sich wirk- lich mit dem Gedanken tragen, was wir im Augenblick weder für möglich noch fü/ tunlich halten würden, eine Umbildung des Kabinetts vorzunehmen, die den Deutschnationalen den Wieder- eintritt in die Regierung ermöglicht, so könnte sich allerdings, wenn man ernsllich daran denkt, Herrn Geßler zum Führer des Kabi- netts zu machen, der eigenartige Fall ergeben, daß sine solche so- genannte nationale Regierung sich einer st arten völkisch- nationalen Opposition gegenübersieht. Das Ganze ist eine recht finstere Geschichte. Wir wissen nicht, ob Brutus Otto Geßler wirklich schon den Dolch gegen Cäsar Hans Luther schleift oder ob er noch schläft, und es nur die Senatoren find, die da konspirieren. Sicher ist nur, daß es im deutschnationalen Lager recht geheimnisvoll zugeht. Schein-Schulzes Toö. Nicht Vergiftung, fondern Lungen««ud Rippenfell- cntzundung. Di« Leiche'des vor einigen Tagen verstorbenen und in die Frankensälscherafsäre verwickelten Arthur Schulze ist am Montag unter Leitung eines Gerichtsarztes auf Anweisung der Staatsanwaltschaft in der Jrrenansllllt Herzberge bei Berlin obdu- ziert worden. Die Sektion ergab, daß Schulze keiner Der- g i f t u n g zum Opfer gefallen ist. Magen und Darm wies«, keinerlei giftige Stoffe auf. Dagegen wurde festgestellt, daß Schulze an Lungen, und Rippenfellentzündung verstarb. Nach dem Urtell der Aerzte ist das Auftreten der Entzündungen nicht rechtzeitig festgestellt worden, da Schulze angeblich durch seine Tobsuchtsanfälle eine geordnete ärztliche Untersuchung ver- hindert hat. Der Polizeipräsident teilt mit: Im Zusammenhang mit dem Tode des Lithographen Arthur Schulze ist in verschiedenen Zei- tungen behauptet worden, daß Schulze 16 Tage im P o l i z e r» g e s ä n g n i s gewesen sei. Diese Behauptung ist unrichtig. Schulze wurde am 16. Februar, 8,30 Uhr nachmittags, ins Polizei- gefängnis eingeliefert, und am 18. Februar, 6 Uhr nachmittags. noch Moabit obttansporttert. Schulze hat auch im Polizei- gefängnis nicht die Aufnahme von Speisen verweigert, sondern er hat ohne weiteres die Gefängniskost zu sich genommen. Weder dem Bureau-, noch den Stationsbeamten ist Schulze durch absonder- liches Gebahren aufgefallen Er ist auch nicht schon bald noch seiner Unterbringung im Pollzeigefängnis, wie behauptet wird, von einer schweren Neromkrists befallen worden. Schulze hat sich am 17. Februar zum Arzt gemeldet, ist untersucht und erhielt die erbetene Bettruhe verordnet. Im Krankenbuch ist von der Hand des Gefängnisarztes ringe- tragen: Arthur Schulze bittet um Bettruhe: bewilligt. Am nach st en Tage, den 18. Februar, sst Schulze dann nach Moabit abtransportiert worden. Sem Tod ist am 17. März eingetreten. Es ist demnach eine gewaltsame und jeder Grundlage entbehrende Konstruktion, wenn eins Korrespondenz behauptet, daß das Ableben Schulzes ein eigenartiges Licht auf die sanitären Ver- Hältnisse im Polizeigefängnis werfe. Die sanitären Der- höltnissc im Polizeigefängnis sind durchaus einwandfrei. �änüer unü Zürstenabfinüung. Mecklenburg- Strelitz mit dem Regierungs-Kompromist einverstanden. Der R e ch t- a u s s ch u ß des Reichstages trat gestern während der Sitzung des Plenums zusammen. Der Borfltzende, Abg. gab von einer Erklärung der Regierung von Meck- lenburg-Strelitz Kenntnis, daß der kompromißvo, schlag dieser Regierung als eine annehmbare Lösung der Auseivauder- sehung mit den Fürsten erscheine. Der Borsitzend« gab ferner Kenntnis von dem sozialoen, akratischen Antrag, den p r e u ß i s che n Finanzmini st er um Stellungnahme darüber zu ersuchen, welchen Einfluß die Annahme des Kompromisses auf den zwischen der preußischen Regierung und dem Hause Hohcnzollern abge- scblossenen Vergleich ausüben würde. Der Borsigende fragte, ob noch andere Fragen dem Herrn Finanzminister vorgelegt werden sollten.„,. Abg. v. Richthofen(Dem): Unsere Anfraaen werden durch den sozialdemokratischen Antrag in vollem Umfange gedeckt. Vors. kahl: Ich stelle fest, daß der Ausschuß das Erscheinen de- preußischen Finanzministers wünscht. Abg. Reubauer(zur Geschäftsordnung): Ich erhebe Wider- spruch dagegen, daß der Ausschuß tagt, während die Plenarverhandlung fortdauert. Vors. kahl: Auf Wunsch des Reichskanzlers und des intcr- fraktionellen Ausschusses habe ich mit dem Reichstagsprasidenten Rücksprache genommen und gefragt, ob dem Ausschuß be, der Zwangslage, in der er sich befindet, gestattet würde, ausnahmsweise während der Plenarsitzungen zu tagen. Der Reichstagspräsident hat dies genehmigt.., Dr.»osenseld: Meine Freunde warm bereit gewesen, auch während der Plenarverhandlungen zu tagen. Wenn aber«in Ab» geordneter. Widerspruch erhebt, muß dem stattgegeben werden. Wir befinden uns keineswegs in einer Zwangslage. An das Plenum kommt die Fürslenauseinandersetzung doch jedensalls erst nach denOsterserien. Das geschieht auch dann, wenn der Ausschu» einig« Tage vor dem Wiederzusammentritt des Reichstage» nach den Ferien seine Berawngcn aufnimmt. Wir wünschm, daß der Ausschuß während der Ferien tagt. Abg. Richthofen erklärt für die Demokratm und Abg. Wcgmann für das Zentrum: Wir wollen die Sache endlich zu Ende führen und wünschm daher, daß auch während des Plenums getagt wird. Abg. Dr. Barlh(Dnat.): Wir stimmen den sozicldemokratlschen Anregungen zu.. m. Abg. Landsbevg: Jedes Mitglied des Reichstages hat das Recht. daß ihm die Anwesenheit in den Plenarsitzungen ermöglicht wird. Wenn ein Mitglied des Ausschusses Widerspruch erhebt, können wir einfach nicht tagen, wenn die Plenarverhandlung stattfindet. Der Ausschuß beschließt alsdann, gegen die Stimmen der R'- glerungsparteien, die Sitzung zu vertagen, und da das Bl-num heute erst um 11 Uhr beginnt, bereits um 5-10 Uhr die Generaldebatte fortzusetzen._ 3 ni Bildungsous'chuh des Reichstage» wurde die erste Lesung de» G-sev-S zum Schutz« der Jugend gegen Schmutz- und Schündschriften zum Abschluß gebrachi. In§ 7 siebt die Negier iiiigkvorlaae vor. daß die von den betreffeuden Vnl'Lndeu im Jahr« 1923 a u f g e st« l l t e Liste der Eck nn dichriiten nach einer Nachprüfnng durch die Oberprüsstell« al» gült'g onz>» sehen ist. Ter Satz wurde mit großer Stimmenmehlleir gestrichen. Die srauzösischm Schulde» an England. Im Unterbaus kam Lloyd George aus di- alliierten Schulden zu sprechen und erklärt« unter Heiterkeit des Hauses, die Franzosen hättm«ine neue kluge Methode entdeckt, die Zahlung ihrer Schulden zu umgehen. Jedesmal nämlich, wenn die Rechnung vorgelegt werde, wechselten sie ihren Kassierer. Es bestehe keine Aussicht, daß Churchill von Frankreich etwas bekommen werde. Au neuen Ufern. Im Dlklthner-Saal wnzt« Gret Palueea ein Programm, das nicht weniger als neun neue Nummern enthielt. Fortschrelten auf dem Weg zu den neuen Ufern des abstrakten Stils, auf dem Weg der Etilstrmge, Stilreinheit, Stilschlichthcit. Der Tanz der Palucca wird immer mehr linienartig, holzschnittartig, hart asketisch. Verliert bis auf den letzten Rest alles Schwimmende, Weiche, Wolkig«. Parallelismus straff gespannter Vogen, scharfer Winkel. Eine Technik, di« auf der Tanzbuhn« unserer Tage nicht ihresgleichen hat, der kein tänzerischer Ausdruck unerreichbar ist, die neue unerhörte Schwierigkeiten sucht, um sie scheinbar spielend zu bewältigen.(Nebenbei bemerkt: solches wirkt hier nicht als effekt- suchende Akrobatik, sondern gehört zum ureigenen, künstlerischen Charakter der Palucca, der etwas Agresstoes, Kampflustiges, Sieg- frohes hat.) Keine Spur billiger Pantomimik, kein einziger sinnlich einschmeichelnder dekorativer Schnörkel. Alles reine Raumgestaltung in zielbewußter, zielsicherer Meisterschaft, in langsam suchendem Ab. tasten(„Geführt"), in schraubenartigem Bohren(„Gebunden"), in Durchstoßen(„Fließen") Durchschneiden, Durchrollen(„Mächtig"). Die feine zarte Lyrik des Palucca- Tanzes kommt im neuen Programm nicht zum Ausdruck. Das Ganze ist auf kraftvolle Spannung und herben Schwung gestellt. Rücksichten aufs Publikum gibt es nicht. Aber das Publikum ging mit. Selbst mit den schwierigsten, gewagtesten Nummern. Der Beifall wuchs und steigert« sich zur Extase. Es gibt heute Tanzkünstler und Tanzschulen, die im sicheren Ausbau, in der ruhigen Pflege der modernen künstlerischen Errungen- schaften ihr Ziel sehen, die reife Früchte ernten und darbieten. Die Schule der Jutta K l a m t, die mit ihrer Tanzgruppe im Theater am Nollendorfsilatz eine Matinee gab, gehört nicht dazu..Sie ist die revolutionärst« unserer Tage. Das Er- reichte� befriedigt sie nicht, sie sucht immer wieder neue Ziele, strebt unablässig zu neuen Ufern. Nicht Ernten einzubringen, sondern unermüdlich zu ackern und zu säen und bisher unbebautes Land urbar zu machen, ist ihre Sache. Eine undankbare Aufgabe, wenn man Publikumsersolg« erzielen will. Eine hohe, ideale Einstellung, ein nicht genug zu preisendes Tun. wenn man den Entwicklungsgang der Kunst im Auge hat. Der erste Teil des Progranmis bewegt« sich in gewohntem Gleise: Drei Gruppentänze, unter denen die klar gegliederte, gut gestufte, motivenreiche„Rhapsodie" hervorragte, und zwei kleine Soii von So Bischer, technisch glänzend In den weitausgreifenden Schwüngen eines„Marsches" und Im Aufstreben und hilflosen Niedersinken einer„Studie". Jutta Klamt selber war durch«inen Unfall verhindert ihre Einzeltönze zu bringen. Sie wirkte aber am zweiten, wichttgeren Teil des Programms mit. Hier, in den Szenen aus dem Bewegungsspiel„Bindung" betraten wir Neuland. Zunächst der Versuch, körperrhythmische Bewegungen mit den Schwingungen der menschlichen Stimme zu verbinden,«in Experiment, das für die Zukunft der Tanzbühne von grundlegender Bedeutung ist. Kein eizenllicher Sprechchor, sondern ein tanzender Reigen, der die Bewegungsrhythmik durch einzelne Worte, Rufe, Laute skandiert. Die Wirkung, bei aller zunächst besr-mdenden Neu- hell, sehr Port. Ausbau mit größeren Gruppen und Hinzufügung männlicher Stimmen wünschenswert. Dann In einer späteren Szene ein Beispiel des in Rußland gepflegten Maschinenstils. Gegenspiel der im eintönigen Takt bewegten, von schwingenden Geräuschen begleiteten Malchin« und der schwer, lastend daherschreitenden Gruppe der Arbeiter. Motive, di« zur Gestaltung eines ganzes Tanzdramas fruchtbar zu machen wären. Dazwischen und zum Schluß Gruppen- tanzszenen, von denen besonders die letzte, schönste.„Bindung, in mannigfacher Bewegung, Teilung, Ballung des etwa zwanzig Personen umfassenden Ensembles einen starken Eindruck hinterließ. Das leider nicht sehr zahlreich erschienene Publikum spendete den Vorführungen, die zu den interessantesten und bedeutungsvollsten der gegenwärtigen Tanzsaison gehören, reichen, wohlverdienten Beifall._____ John S ch i t o w s t i. Funkstündsiches. Es gibt eben Immer noch Menschen, denen der rechte Sinn für Humor fehlt. Solch« Leute entdeckten in der letzten Nummer der.Funkstunde" mit Entsetzen eine ganze Seite mit .Urteilen aus dem Publikum"— diesmal aber nicht etwa über da» neueste Allheilmittel, das laut Anerkennungsschreiben nach Bedarf jung, schön, dünn oder dick macht, Husten und Heiserkeit kuriert und außerdem alles klebt, leimt und kittet, sondern über den Sende- roman.Die Katastroohe". Wer gewissenhaft war, las daraufhin die Fortsetzung in derielben Nummer, um sein Urteil eventuell doch noch zu berichtigen. Diese Lektüre war für den, der ohne Empfinden für Humor ist, gewiß keine Kleinigkeit. Zuerst stolpert« er über Sätze wie:„Diese Blicke waren die erste Glut, die dem großen Brande voraufgeht. Blicke schwelender Leidenschaft": dann gab er sich aber«inen Ruck, nicht als„Literatur-Aesthet", sondern einfach vom Standpunkt„der großen Masse der Rundfunkhörer" besagten Roman zu werten. Die Liebe-szene zwischen Sigrid und Otto schien ihm da immerhin ganz stimmungsvoll, weil die beiden sich keine Banali- täten sagen, da sie überhaupt nicht miteinander sprechen:„denn ihre Muttersprache war verschieden". Aber, nein, wo» doch die Liebe tut; bereits am nächsten Tage, auf der nächsten Seite der Funk. stunde, unterhalten sich diese selben sprachlosen Menschen fließend und mühelog etwa hundert Zeilen lang. Da sag' mir eins, man soll ke!u_ Wunder glauben. Der Humorlose glaubte es nicht, schrie .Blödsinn" und warf das Heft beiseite. Eben weil er humorlos ist und darum das Ganze falsch oerstanden hat. Wie bereits der Roman, ist natürlich auch die Seite anerkennender Urteile über ihn eine gut gelungene Erweiterung der hllmortstiichen Ecke. C» sollen nun noch weitere Zuschriften au» hcm Publikum veröffenllicht werden, jedesmal in seitenlanger Zusammenstellung. Man wird zum Beispiel da er- fahren, daß Kunstwerke wie:.Puppchen, du bist mein Augenstern". möglichst als Posaunensoli, gar nicht oft genug gebracht werden können, daß hingegen Kammermusikwerte das langweiligste, un- verdaulichste Zeug seien, das nicht einmal der Hund Ffti. der sonst die Kopfhörer immer dulde, ertragen wolle. Urtelle über die Funk- prominenten werden folgen, die in der Forderung ausklingen, diese Lieblinge des Volkes überhaupt nicht mehr rezitieren oder singen, sondern nur noch ihre täglichen Lebensläufe vortragen zu lassen, einschließlich Mitteilung ihres Atters, der Haar- und Augenfarbe. der Leibgerichte und derAngabe. ob verliebt, verlobt oder— leider!— schon verheiratet. Und eines Tages erscheint eine Extranummer der „Funkstunde" die nichts enthäll als das Bekenntnis des Leser- krelses, daß diese Zeitschrift di« geistreichst« aller Zeiten sei, die Staatspensiou. Wossgang Freiligrath, Ferdinands im Hunsrück hausender, demnächst Mjährlger Sohn. Hat erhalten vom preußischen Staat Aus Empfehlung des höchsten geistigen Kullusberaters Zum SOjährigen Todestag seines berühmten Vaters Ems alljährliche richtigge- hende donoris causa gestiftete Pension Von 300 Emm: Teterete, teterete, Teteremtemtemtem! Damit aber noch nicht genug. Hat das Deutsche Reich besonders beschlossen Und auf Wolfgong, Ferdinands Sohn, hausend km Hunsrück, aus« gegossen Und ausgeschüttet. (Wodurch es sich höchstwahrscheinlich selbst zerrüttet?) Eine abermalige jährliche richtigge- hende bonorn causa hochherzig gestiftete Penston Von wiederum— potztausend!— 300— sage und schreibe dreihundert Emm! Teterete, teterete, teterete! Teteremtem, teteremtem, trimmtem! _ Karl Henckell. Die.Deutsche kunstgemrinschast". eine neu begründete Der- einigung gemeinnützigen Charakters, will im Zusammenwirken mit den Künstlern den Erwerb von Kun st werken erleich- t e r n. indem sie gute Kunstwerke aus einer ständigen Ausstellung bereithält und zugleich monatliche Zahlungsmöglich- teilen einrichtet, durch die ein Kunstwerk allmählich, längstens im Verlauf von zwei Jahren, als Eigentum erworben werden kann. Auch wer zunächst noch von dem Erwerb eines Kunstwerkes ab- sehen tnuß, möge durch seinen Beitritt die wertvollen Aufgaben de? Deutschen Kunstgemeinschaft fördern helfen. Die näheren Einzel- Helten sind in der Ge s ch ä s t s st e l l e, Berlin C. 2, Schloß, zu erfahren. BerWiklgnng. In dem Artikel„Der Sohn Thomas Manns"(gestrige Abendnummer) steht im letzten Zlbsatz eine im Sinn entstellte Zeile. Sie muß heißen:.Fräiilein von Eyck ist die uns innliche Sinnlichkeit. Fräulein Oswald ist die sinn- liche Unsinnlichteit."_ Mary Mffwan tu der vottsdülwe. Am Sauntag. dem ZS. ffiär«, vormittag» 11'/, Ubr. tanzt Mary Digman für die volttbMne E. B. im Theater am Sülowpla». EinlaRarte« 1,50 M„ Nichtmitzlledec der Volksbühne zahlen au der Kasse 50 Ps. nach. Leber„Reazelllche Sllderardettea-' spricht am Sl. abend, S Mr. im HSrs-at de« alten Kunltgewerbemuieum«, Prinz-�ttbr-cht-SIr. 8. Geheimer Sana: Dr. Peter Brmkmann, HeUbrou». Der Vortrag todct mit Lichtbit der» statt. Zn der Samödl« findet Donnerstag, aachs.< Uhr,«tue Schauspiele»« Vorstellung von»Viktoria" statt. Ein öeutscher Richter. Tprmger aus Pöllwitz alS Großmeister im Jungdo. Mehrfach schon hat der Name des Amtsgerichtsrats Dr. Springer in der Oeffentlichkeit erwähnt werden müssen. Er ist der Verfasser jenes Urteils, das einen R e ch t s r a d i- k a l e n von der Anklage des Hausfriedensbruchs— begangen in einer Wahloersamnüung, die von der Sozialdemokratie ein- berufen war— freisprach mit der Begründung, daß Besucher von öffentlichen politischen Versammlungen gar nicht die Ab- ficht hätten, sich ernsthaft zu unterrichten, daß infolgedessen auch dem Angeklagten nicht anzukreiden sei, wenn er wäh- rend des Schlußworts des Referenten im Saal Klavier spielte und dadurch einen Heldensang der„Vater- l ä n d i s ch e n" provozierte, wodurch das Schlußwort unmög- lich gemacht wurde. Ein Mann, der als Richter ein solches Urteil hinausgibt, mutz von besonderer Art sein. Wir haben nunmehr erfahren, daß dieser Springer von Pöllwitz gleichzeitig„Groß- meister im„Jungdeutschen Orden" ist und als solcher ein be- sonders strenges Regiment führt. Diese Doppeleigen- s ch a f t als Richter und„Großmeister" läßt allerdings das freisprechende Urteil gegen den völkischen Rüpel mehr als verständlich erscheinen. Aus der Jungdo-Tätigkeit des iferrn Amtsgerichtsrats werden uns erbauliche Dinge mitgeteilt, von denen wir einige als Zeichen dieser Zeit registrieren: Zur„Brüderschaft" Polkwitz gehört auch die„Gefolgschaft" Ober-Zauche. Dort war zu Ansang des vorigen Jahres ein Landwirt Mager als„Gefolgschaftsführcr" tätig. Seine Gefolgschaft bereitete für den April einen geselligen Abend vor. Der„Groß- meister". Amtsgerichtsrot Springer, aber verbot diese Veran» staltung, was zur Folge hatte, daß Mager und eine Anzahl jüngerer Ordensbrüder ihren Austritt aus dem Jungdo erklärten. Darauf berief Springer eine Dcrsammlung der Ausgetretenen ein, in der er etwa folgendes erklärte: Er könne den Austritt nicht anerkennen. Es liege dazu kein Grund vor Wenn die Austrittserklärungen nicht zurückgenommen würden, so würden die Wider st rebenden vor das Ordensgericht gestellt und aus dem Orden aus- gestoßen werden, damit sie der Stahlhelm nicht ausnähme, mit dem hierüber ein Abkommen bestünde. Dann bliebe ihnen nur das Reichsbanner übrig, und der Jude Sch... spende ja schnell einmal 200 M. für solche Zwecke. Außerdem würde er, Springer, dafür sorgen, daß die Namen der Ausgestoßenen im Polkwitzer Stadtblatt veröffentlicht würden! Er hatte mit diesen Drohungen allerdings wenig Erfolg. Denn der größere Teil der Ausgetretenen lieh sich nicht einschüchtern, sondern blieb dem Jungdo fern. Einer von ihnen reichte sogar eine Klage gegen den Jungdeutschen Orden ein, um vor Gericht feststellen zu lassen, daß er als Ausgetretener nicht mehr vor ein„Ordensgertcht" geladen werden könne, und daß des- halb der— tatsächlich erfolgte nachträgliche— Ausschluß aus dem Orden zu unrecht erfolgt fei. Das Berliner Landgericht I hat über diese Klage Anfang Februar dieses Jahres perhandelt und der Jungdo hat den Klageanspruch anerkannt. Danach ist der Jungdeutsche Orden und sein Großmeister in Pöllwitz nicht mehr Im Zweifel darüber, daß jedes„Ordensgericht" gegen einen freiwillig Ausgetretenen eine unverschämte Anmaßung darstellen würde. Trotzdem sandte der M u st e r r i ch t« r von Polkwitz an einen Lehrer in Ober-Zauche unter dem 17. Februar 1926 folgenden Schreibeb rief: Nach der Meldung des Defolgschastsmeisters Röhr in Ober- Zauche haben Sie Ihren Austritt aus dem Jungdeutschen Orden erklärt. Nach der vom Orden anerkannten Rechtssprechung des Oandgerichis Berlin habe ich kein Recht, Sie nunmehr noch wegen Bruche» Ihres Treugelöbnisies vor das Ordensgericht zu stellen. Ich habe jedoch, da nur triftige Gründe für Ihr Ausscheiden bisher nickst bekannt geworden sind, das Recht, Sie. so oft ich das für nötig halte, unter Namensnennung aus erziehlichen Gründen den Ordensbrüdern als warnendes Beispiel für Wort- und Treu- brüchlgkeit zu bezeichnen, da Sie ja dem Jungdeutschen Orden unter Anrufung Got'es unverbrüchliche Treue gelobt und sich feierlich zu den Ihnen durch unsere Verfassung auferlegten Pslichten bekannt hatten. Ich nehme cm, daß Sie sich bei Ihrem Austritte des Ernstes dieses Schrittes und seiner möglichen Tragweite nicht voll bewußt geworden sind und gebe Ihnen daher hiermit Gelegen» heit, bis zum 26. Februar 1926, abends 6 Uhr, Ihren Austritt mir gegenüber mündlich oder schriftlich zu rechtfertigen(zu sprechen bin ich täglich zwischen 1 und 2 Uhr in meiner Wohnung Wallstraße 18). Sollte dies nicht geschehen, so nehme Ich an, daß Sie mit der von mir an Ihrem Austritt im Ordensinteresse zu übende» Kritik von voraherein einverstanden sind. Ergebenst Dr. Springer, als Großmeister der Bruderschaft Polkwitz des Jungdsutschen Ordens. Nach dem Wortlaut dieses Schreibens ist sich der Groß» meister und deutsche Richter vollkommen klar darüber, daß er an ein ausgetretenes Mitglied des Ordens keinerlei An» sprüche mehr hat. Trotzdem wagt er einen solchen Brief zu schreiben, der bei jedem anderen Sterblichen sicher als ein Versuch der Nötigung im Sinne des Strafgesetzbuchs ausgelegt werden würde. Als Jurist und spitzfindiger Urteils- künder weiß Springer sicher auch, daß dieser Brief straf- bareBeleidigungendes Empfängers enthält und daß jedes Unterfangen, den Slusgetretenen„als warnendes Bei- spiel des Wort- und Treubruches" darzustellen, eine strofrecht- lich zu fassende Beleidigung enthalten würde. Roch interessanter als diese juristischen Nebenersckeinungen aber ist das Z u g e st ä n d n i s. daß der R i ch t e r d e r R e> publik, Springer aus Polkwitz, der völkischen O r g a- nisation„Jungdeutscher Orden" unter Anrufung Gottes unverbrüchliche Treue geschworen" hat. Da wir annehmen dürfen, daß er auch den Amtseid auf die Reichsverfassung leistete, so hat er also zwei Eide auf s i ch genommen, von denen der eine ihn mit dem anderen in Konflikt bringen muß. Seine eifrige Betätigung als Groß- meister läßt uns vermuten, daß er auf den Jungdo-Eid mehr Wert legt als auf den Amtseid. Deshalb ist die Frage an das preußische I u st i z m i n i st e r i u m zu richten, ob es noch länger dulden will, daß der einer völkischen Organisation cid- lich zur„unverbrüchlichen Treue" verpflichtete Richter in Ge- fahr kommt, sein Amt weiter zu Richtersprüchen mißbrauchen zu können, wie das in dem eingangs erwähnten Urteil über die Zulässsgkeit des Hausfriedensbruchs in öffentlichen Bersamm- lungen zum Ausdruck kam. Wir erwarten, daß die Antwort auf diese Frage baldigst und unzweideutig erfolgt! Abrüstungskonferenz am 10. Alol?„Observer" will wissen, daß die vorbereitende Abrüstungskonferenz zum 10. Mai nach Gens einberufen worden ist. Mit Ausnahme Rußlands feien alle Mächte, einschließlich Amerika» und Deutschlands, eingeladen worden. /lerztliche /lnklage. Siechtum als Folge der Arbeitskrisc. Allmonallich zweimal liest man in Deutschland die Beröffent- lichungen des Reichsarbeitoministcriums, die seit geraumer Zeit von nicht weniger als 2 000 000 unterstützten Erwerbslosen berichten. Wieviel Elend diese Zahlen bergen, sagen die knappen und dürren Berichte der Bureaukratie nicht. Deshalb mag ein L r z t- l i ch e s Gutachten zeigen, w i e katastrophal die Auswirkungen der Krise auf die Arbesterschaft und deren Angehörige sind. Es handelt sich um den Bericht des Stadtarztes Dr. Jüng- ling in Sagan, den dieser im Februar 1926 an die Stadtver- waltung gerichtet hat. Wir geben ihn seiner Wichtigkeit wegen ohne jede Kürzung wieder: „Die im Jahre 192S besonders im Textilgewerbe dauernd herrschende Arbeitsknappheit hat in den chauptfabriken der Stadt Sagan dazu geführt, daß fast das ganze Jahr hindurch verkürzt gearbeitet worden ist. Diese dauernde Kurzarbeit war bei den ohnehin s ch l ech t bezahlten Textilarbeitern von katastrophaler Wirkung aus die cebenshastung. Verschlimmert wurde die Lage noch durch den nach wie vor sehr großen Wohnungsmangel, der zur Ueberfüllung der meisten Wohnungen der Arbeiterbevölkerung wie zur Benutzung gänzlich ungeeigneter Räume zum Wohnen führte. Damit ist der Ausbreitung der Tuberkulose wie aller anderen ansteckenden Krankheiten Tür und Tor geöffnet und die feuchten, lichtlosen und schlecht zu lüftenden Wohnungen tragen wesentlich zur Entstehung der Rachitis und Sasmophilie(Krämpfe) bei. Die genannten Krankheiten des Kindes- alters haben nach sachärztlichem Urteil in Sagan erschreckend zugenommen. Auch ich habe in den Säuglings- und Klein- kindersprechstunden den Eindruck gewonnen, daß etwa zwei Drittel der mir dort vorgestellten Kinder in Gefahr sind, rachitisch zu werden, es schon sind, oder Zeichen überstandener Rachitis vom Ouadratfchädel und Rosenkranz bis zu schweren Vor- krümmungen an sich tragen. Die Mehrzahl aller Kinder ist so zart, daß ihre Widerstandskraft gegen ernstere Erkrankungen, besonders Tuberkulose, nur sehr gering sein kann. Meine Ratschläge für eine zweckmäßigere Ernährung der Kinder werden häufig von den Eltern mit dem Hinweis auf die soziale Lage für undurchführbar erklärt, auch wenn es sich um sehr einfache Maßnahmen handelt. Die Kinder müssen essen, was wenig kostet, nickst was ihnen zuträglich ist. Bei der ausgebreiteten Arbeitslosigkeit trifft man auf derartige Ver- Hältnisse nicht nur in der Arbeiterbevölkerung, sondern auch in vielen Familien des Mittelstandes. So erklärt sich, daß zur Einschulung bestimmte Kinder von einem Gewicht von IZ bis 16 Kilogramm (Normalgewicht für Kinder von 3 bis 4 Jahren) keine Seltenheiten sind. Auch die Crößenentwicklung ist wesentlich unter dem Normalmaß. Die bereits eingeschulten Kinder dieser Kategorie sind dauernd müde, s ch l a s s und kommen schlecht fort. Die Ihnen gebotene eintönige Kost ekell sie an und die ungenügende Nahrungs- aufnähme befördert weiteres körperliches wie geistiges Zurück- bleiben. Auch hier stößt in der Elternsprechstunde mein Rat einer abwechslungsreicheren ausgewählten Kost oft auf fast unüberwind- liche Schwierigkeiten durch die finanziellen Verhältnisse. Auch jetzt finden sich immer wieder Kinder, die, ohne gefrühstückt zu haben, oder ohne zweites Frühstück zur Schule gehen müssen. Bei anderen besteht das Mittagessen aus Brot und Kaffee. Die Bekleidung ist vielfach jämmerlich und bietet keinen Schutz gegen die Winterkälte. Kinder, die nur ein Hemd und ein Paar Strümpje besitzen, sind keine Seltenheit, andere müssen im kalten Winter in Holzpontofscln gehen. Auch dies fördert das Zurückbleiben der Kinder. Unter den Kindern, die diese Ostern die Schule verlassen, stnd nicht wenige von der Größe eines lljährigen. dem Gewicht eines lojährlgeu» Es nimmt daher nicht wunder, wenn eine beträchtliche Zahl der Abgehenden das Schulzisl nickst zu erreichen vermochten, sondern aus einer tieferen Klasse(bis herunter zur 4. Klasse~ 4. Schuljahr, Normalalter am Ende dieses Schuljahres~ 10 Jahrs) entlassen werden muß. Aber auch die Kinder, die das Schulzisl zu erreichen vermögen, sind trotz de? herabgesetzten Ansprüche den Anforderungen der Schule durchaus nicht alle völlig gewachsen. Das beweist mir u. a. die große Zahl der unter Kopfschmerzen und ähnlichen Be- schwerden leidenden Schüler und Schülerinnen der oberen Bolls- schulklassen, ebenso auch die, wie ich feststellen mußte, sehr große Zahl der Haltungsschwachen jeden Grades. Selbst die Gewährung einer Erholungskur genügt nicht immer zur Erzielung einer dauernden Festigung der Gesundheit der Kinder. Bei meinen monatlichen Nachuntersuchun- gen der von der Stadt Sagan im Torjahr in Erholungsheime Ebermaper überflbteeibungen imStrafrecht Bortrag im Berliner Anwaltsverein. In der gestrigen Sitzung des Berliner Anwaltsvereins, die von zahlreichen Juristen, Professoren, Richtern und Rechtsanwälten sowie vielen Parlamentariern besucht war, sprach Oberreichsanwall Ebermayer über den 17. bis 19. Abschnitt des neuen Strafgesetz- erckwurfs, in welchem die Tötung. Körperverletzung und Freiheitsberaubung behandelt werden. Die meisten Erörterungen des Oberreichsanwalts bewegten sich auf rein fachjuristischem Gebiete. Für unsere Leser haben seine Aus- führunqen über das Abtreibungsdelikt dos größte Jnter- esse. Er solidarisiert« sich im wesentlichen mit den Ausführungen des neuen Entwurfs und seiner Begründung. In der Frage der Straf- barkeit bringt der Entwurf keine wesentlichen Aenderunaen, wohl aber für das Strafmaß, dessen heutige Höhe auch der Obcrreichs- anwast als völlig untragbar bezeichnete. Drei häufig gegen die Sirafbarkeit der Abtreibung angeführten Argumente suchte er in folgender Weise zu entkräften: Der Embrio sei nicht Körperteil der Mutter, über den sie frei oerfügen könne, sondern selbständige Lebenseinheit. Die Tatsache, daß nur ein ver- schwindender Bruchteil der Abtreibungen vor den Richter komme, gab er zu. Er meinte aber, daß auch bei anderen Delikten nicht immer die Strafe dem Derbrechen auf dem Fuße folge. Hierbei übersieht er jedoch, daß gerade bei der Abtreibung die Entdeckungs- Möglichkeiten für Dillenbesitzer und Proletarier sich wie eins zu hundert verhallen. Zur Aufrechterhalwng seiner dritten These, daß ärztliche Eingriffe nicht ohne Gefahr seien, bezog er sich auf einen Aufsatz von Dr. K a u t s k y in der„Gesellschaft" und auf eine Re- solution der Wiener sozialistischen Aerzte gegen die gönzliche Fr«- gäbe ärztlicher Eingriffe. In R u h l a n d wäre die Tätigkeit der Kurpfuscher strengstens verboten, Unterbrechungen der Schwanger- jchaft dürften nur in staatlichen Kliniken stattfinden. Gar nicht stichhaltig erscheint die Begründung, daß sich be, völliger Freigabe der Unterbrechung der Schwangerschaft«m Spezialistentum für Abteibungen bilden»pürde, dessen Preise für die„arme Proletarierfrau", mit der man so gern argumentiere. unerschwinglich seien. Hierbei tritt, was der Oberreichsanwall zu erwähnen vergaß, klar zutage, wie ohnmächtig die objektivst« und beste Rechtsprechung und das vernünftigste Gesetz sind, wenn nicht entsprechende sozialpolitische Maßnahmen getroffen werden. Die Existenz der Duellparographen. die sich auch m den neuen Entwurf hinübergerettet haben, suchte der Oberreichsanwalt, abgesehen von unbestreitbare» rechtstechnischeu Gründe«, bannt verschickten Kinder muß ich feststellen, daß der erreichte gule Erfolg nicht standhält, sondern von ZNonat zu Monat sich deutlich verringert. Die gleiche Beobachtung, wie ich auf körperlichem, machten die L e h r c r der betressenden Kinder auf geistigem Gebiet. Ihnen allen ist nur durch wiederholte Zuwendungen gründlich auf- zuHelsen. Bei den derzeitigen Verhältnissen ist das aber unmöglich, da zurzeit in Sagan nicht einmal olle dringend kräftigmigsbedürf« tigen Kinder auch nur einmal berücksichtigt werden können. Die Aussichten dieser Kinder für das Berufslebeu sind trübe, ihrer geringen teistungsfähigkeit entsprechende geringe Erfolge im Lebenskämpfe und frühzeitige Invalidität werden ihr Los fein. Sic bedeuten daher für die Allgemeinheit weniger einen Kraflzuwechs als eine Vermehrung der sozialen Lasteu. Was für die Kinder gilt, trifft auch für Jugendliche und Erwachsene zu. Die größte hiesig« Krankenkasse berichtet von einer außergewöhnlich hohen Krankenziffer, die das 2�fache der Lorkriegsziffer betrage und deren weiteres Anwachsen zu erwarten Ist. Die Zahlen fallen um so mehr ins Gewicht, wenn man beachtet, daß sie vor dem hohen Anwachsen der Erwerbslosigkeit errechnet worden sind, daß also nicht der bekannte Hancj der Erwerbslosen zur Krankmeldung sie mitverursacht hat. Da die betreffende Kasse alle Berufe und Schichten umfaßt, sprechen ihre Angaben dafür, daß der Gesundheitszustand der Bevölkerung ganz allgemein ein schlechter ist. Das bestätigen die Mitteilungen der hiesigen Aerzte. Auch sie finden, besonders bei den Kindern und Frauen, einen hohen Brozenlsah von Unkerernährung und stellen fest, daß sich Gesundheit und Ernährungszustand der Bevölkerung, und zwar auch des Mittelstandes, und besonders be- drohlich in den letzten Monaten gegen das Borjahr deutlich ver- schlechtert habe. Der Arzt wird nur in dringenden Fällen in Anspruch genom- men, da auch für den Kassenpatienten jeder Krankheitsfall mit Aus- gaben verbunden und der Verdienstaussall durch Krankheit kaum zu ertrogen ist. Der Arzt sieht oft ein erschütterndes Elend. Ein Kollege äußerte sich wörtlich: „Not und Elend erscheinen in den letzten Monaten wieder beson-! dcrs groß und fo manchem(ich schätze d0 Pro;, der Kassen- j praxis) hätte ich besser helfen können, wenn ich aeben dem Rezept noch ein Säckchen Lebensmillel hätte mitgeben können." Besonders erschreckend ist die Zunahme der Tuberkulose. In gleicher Weise bestätigen dies die praktischen Aerzte, die leitenden Aerzte der Krankenhäuser, die Fachärzte. So spricht die Kinder- ärztin von einer deutlichen Zunahme der aktiven Tuberkulose im Kindesalter gegenüber dem Borjahr, der Facharzt für Halskrank- Helten von einer solchen der Kehlkopstuberkulose. Der� bisherige Leiter der Tubcrkulosefürsorgcstelle erklärte mir, daß seine Tätig- keit sehr stark dadurch behindert werde, daß er immer wieder aus die ungeheure Notlage der betreffenden Famisie stoße,, so doß seine Ratschläge bezüglich der Pflege und Ernährung fast wie Hohn wirken mußten. Ist so der schaffende Dvölkerungstell von Rot und Krankheit erhöht heimgesucht, so ist die Lage der Alten ganz erschütternd. Soweit sie noch Angehörige haben, sind diese durch die eigene Not fast völlig unfähig zur Unterstützung, ja oft bildet die Rente bei .gemeinsamem Haushalt einen wichtigen Teil des Familieneinkom- mens, besonders bei größerer Kinderzahl. Der alleinstehende Alters, invalid« sieht sich gänzlich auf die Hilfe Fremder angewiesen nni! diese Hilfe ist infolge der allgemeinen Lage sehr spärlich, Als einziger wahrer Helfer wird der Tod erschnk. Es gehört zu meinen täglichen Erlebnissen als Arzt dieser Kresse von noch durchaus lebensfähigen Alten zu hören:„Ich will nicht geheilt werden, sondern sterben, was nützt mir das Lehen, wenn es doch nur Not bringt." M't Geld und Lebensmitteln könnte ich viel mehr helfen als mit Medizin Zusammenfassend muh gesagt werden, daß sich der Ernährungs- wie der Gesundheitszustand der Gesamtbevölkerung der Stadt Sagan im vergangenen Jahre und besonders in den letzten Monaten er- schreckend verschlechtert hat und daß ein erneutes Anwachsen der Volkcseuchen, besonders die Tuberkulose, bereits erfolgt und für die nächste Zu- kunft erhöht zu befürchten ist. Als Grund find die steigende Not der Bsoölkening infolge Arbeitsmangels und die schlechten Woh> nungsverhällmsse anzusehen. Die Folgen müssen den Arzt wie den Sozialpolitik«? mit der größten Sorge erfüllen. Abhilfe ist nur durch großnigige Hilfsmaßnahmen zu schaffen." Dieser Bericht ist eine erschütternde Anklag« gegen die heuligen Zustände und die Politik unseres kapitalistischen Unter- nehmertums. Wir glauben, uns jeden weiteren Kommentars ent- halten zu müssen, um die Sprache der Tatsachen nicht abzuschwächen! plausibel zu machen, doß die zum Beispiel von einem Boxer began- genc Körperverletzung nicht auf eine Stufe zu stellen sei mit der in ständigen Ehrbegriffen wurzelnden des Duellierenden. Der Ober- reichsonwalt führte weiterhin aus, daß es Sache der persönliche« Ueberzeugung sei, wie man sich zur Todes st rafe stellen wolle. Im ganzen bringe der neue Entwurf eine begrüßenswert« Herabsetzung des gesamten Strafrahmens und bilde eme geeignet« Grundlage, auf der weile? gearbeitet werden müsse. Der wissen- schaftlichen Kritik und der parlamentarischen Behandlung müsse und werde es gelingen, weitere Verbesserungen des Strafrechtes durch- zusetzen. In der Diskussion kritisierten die Rcchtsanwälle Iustlzrat 2 ö w e n st e> n und Dr. Alsberg, doß der Entwurf des neue» Strafgesetzbuches in vielen Fällen noch zu schwere Strafen vorschlage und der Geist der Freiheit und Humanität, insbesondere auch i* den Fällen des Hochverrots, nicht genügend zur Gellung komme. völkische Regierungsstützen. Bei Beratung von Anträgen über die Not der Erwerbslose» kam es im Haushallsausschuß des thüringischen Landtags zu großen Auseinandersetzungen über die Deckungsfrage. Dabei entwickelten die Nationalsozialisten, wie üblich, sehr in der Ferne liegende Programmpunkte. Bon linker Seite aufgefordert, doch mal endlich konkrete Vorschlägt zu machen, wie man sich die Deckung für.die zur Linderung des Erwerbslosenelends notwendigen Gelder denkt, fixierte der Führer der Norionalsozialisten. Abg. Marschner, folgenden festzuhaltenden Antrag: „Zur Deckung der eben beschlossenen Ausgaben für die Er- werbslosen und zur gesicherten Durchführung der beschlossenen diesbezüglichen Maßnahmen beantragen wir: Die in Thüringen ansässigen Bankgeschäft« und Darlehnsiassen (Staatsbank und Stadtsparbanken und Kassen, welche zur Ver- waltung von mündelsicheren Geldern zugelassen sind, sind ausgeschlossen) haben als einmalige Umlage pro Hauptge- schäft 10000 Reichsmark und pro Filiale S000 Reichsmark binnen 14 Togen nach Beschluß dieses an die Staatskasse zu zahlen." Unmöglich, die sauren Gesichter der bürgerlichen Parteien, nach- dem dieser.Antrag verlesen worden war, zu schildern. Auf das Schicksal dieses primitiven Antrages kann man angesichts der Tat« fach«, daß die Nationalsozialisten Stützen der bürgerlichen Regierungsparteien find, gespannt sein. L Zum Washingtoner Mtftunöentagabtommen. Die Anslegungen der Arbeitsminifter-Konferenz. In der letzten Sonnobend-Abendausgab« des.Vorwärts"' haben wir bereits die von WTB. aus London übermittelten Beschlüsse der Arbeitszeitkonferenz wiedergegeben. Nachdem inzwischen die deutsche Delegation zurückgekehrt ist, verbreitet.RD." den deutschen Text der authentischen Auslegungen. Obgleich er sachlich natürlich dos gleiche besagt, ist er doch klarer gefaßt als die Uebertragung aus dem englischen Wortlaut und überdies für unsere Verhältnisse maßgebend. Wir geben deshalb die deutsche Fassung der Londoner Beschlüsse i m Wortlaut wieder: .Artikel 1. Es besteht Einverständnis darüber, daß das Uebercin- kommen auf alle gewerblichen Betriebe anzuwenden ist. gleichviel, wie groß die Zahl der beschäftigten Personen ist. aus- genommen die in Ariikel 2 bezeichneten Familienbetriebe. Es besteht Einverständnis darüber, daß der Dienst der P o st. der Telegraphie und der T e l e p h o n i e im eigentlichen Sinne nicht unter das Uebereinkommen fällt, daß aber Bau-, Unterhaltungs- und Jnstandsetzungsarbeiten hinsichtlich der Post-, Telegraphen- und Telephonanlagen darunter fallen. Artikel 2. Es besteht Einverständnis darüber, daß Arbeits- zeit die Zeit ist, in der der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber zur Verfügung steht, und daß sie nicht die Ruhepausen umfaßt. während deren der Arbeitnehmer nicht zur Verfügung des Arbeit- gebers steht und die gemäß Artikel 8 bekairntgemacht sein müssen. Artikel S. Es besteht Einverständnis darüber, daß die Bestim- mungen des Artikels SaufdasBaugewerbeangewendet werden können. Artikel 6.(a) Der Ausdruck Arbeitsbereitschaft darf nicht zu weit ausgedehnt werden. Er findet nur Anwendung auf Pförtner. Wächter. Feuerwehrleute und andere Arbeitnehmer, deren Arbeit nicht der Gütererzeugung im engen Sinne dient und deren Beschäftigung ihrer Art nach lange Zeitabschnitte umfaßt, in denen von den Arbeitern weder eine wirkliche Arbeit noch eine angestrengte Aufmerksamkeit oerlangt wird, sondern während deren sie an ihrem Platz bleiben müssen, um im Bedarfsfalle eingreifen zu können. Artikel 6(d) Es besteht Einverständnis darüber, daß es zur Zuständigkeit der Gesetzgebung jedes Landes gehört, für die nach Artikel Kb zu leistenden Ueberstunden eine ch ö ch st z a h l fest- zusetzen. Es besteht Einverständnis darüber, daß die Verpflichtung, die das Uebereinkommen zur Zahlung eines Lohnzuschlags aus- spricht, sich lediglich auf die in Artikel Kb vorgesehenen Ergänzungs- stunden bezieht. Es besteht Einverständnis därübcr, daß der Mindcstbetrag für den Lohnzuschlag von 25 Proz., der im Artikel 6 vorge- sehen ist, zwingend vorgeschrieben ist. Woche von 5 Tagen. Um die Arbeitszeit in einerWocheauf 5 Tageoderin 2 Wochen auf 11 Tage verteilen zu können, ist es zulässig, einen Plan über einen längeren Zeitraum als die Woche in ähn- licher Weise aufzustellen, wie dies in Artikel 5 vorgesehen ist. Dabei wird vorausgesetzt, daß die durchschnittliche Arbeitszeit 48 Stunden in der Woche nicht überschreitet. wöchentlicher Ruhckag. Es besteht Einverständnis darüber, daß Arbeit über 48 Stunden wöchenllich hinaus, die ihrer Art nach an dem wöchentlichen Ruhe- �qg notwendig ist(soweit sie nicht unter die Artikel 2c, 3, 4 und 5 des Abkommens fällt), entweder als Arbeitszeit, die unter die landes- gesetzlichen Vorschriften über den wöchentlichen Ruhetag fällt oder als Arbeitszeit, die unter die Bestimmungen des Artikels 6 fällt, zu behandeln ist. Eisenbahnen. Es besteht Einverständnis darüber, daß die Eisenbahnen unter das Uebereinkommen fallen. Soweit Artikel 5 und Ar» tikel 6a für die Bedürfnisse der Eisenbahnen nicht genügen, können die notwendigen Ueberstunden nach Artikel 6b zugelassen werden. Rachholung ausgefallener Arbeitszeit. Es besteht Einverständnis darüber, daß, wenn Staaten die Nach- holung der infolge von Feiertagen ausgefallenen Arbeitszeit 48 Stunden wöchentlich hinaus gestatten, diese Arbeitszeit unter die durch Artikel 6 vorgeschriebene Höchst zahl von Uebcr- stunden fällt und daß für sie der in diesem Artikel vorgeschriebene Ueberstundenzuschlag bezahlt werden muß. A u s g e- nommen ist die Nachholung allgemeiner nationaler Feiertage und bezahlten Urlaubs. Artikel 14. Erstens. Es besteht Einverständnis darüber, daß die Regie- nmg den Artikel 14 in seinem Wortlaut in die Landes- gesetzgebung aufnimmt. Zweitens. Ferner ist man dar- über einig(von feiten des Vertreters von Großbritannien nur vor- läufig), daß von Artikel 14 nur im Fall einer Krise Gebrauch ge- macht werden darf, die die nationale Wirtschaft so stark trifft, daß die Lebensmöglichkeitcn der Bevölkerung bedroht sind. Dagegen kann eine Wirtschafts- oder Handelskrise, die nur einzelne Wirt- schaftszweige betrifft, nicht als eine Gefährdung der Staatssicher- heit angesehen werden und daher die Außerkraftsetzung des ratifi- zierten Abkommens nicht rechtfertigen." Der Kommentar des Reichsarbeilsminiflers. RD. berichtet: Wie wir von unterrichteter Seite hören, steht man an zuständiger Stelle auf dem Standpunkt, daß die E r g e b- nisse befriedigend sind und daß mit der Unterzeichnung der authentischen Auslegungen des Washingtoner Abkommens für die gesamte Sozialpolitik ein gewaltiger. Schritt vorwärts getan ist. Das Washingtoner Abkommen wird im Zu- sammcnhang mit den authentischen Auslegungen für Deutschland durchaus tragbar angesehen. Außerdem besteht kein Zweifel daran, daß m den an der Konferenz beteiligten Hauptindustrieländern das Abkommen ratifiziert werden wird. -» Wie jedes Gesetz ouslegungssähig ist, so sind natürlich auch die formulierten Ergebnisse der Londoner Konserenz der Arbeitsminister deutungsfähig. Eine endgültige Beurteilung ist daher erst möglich, wenn die Gesetzesvorlage der Reichsregierung über die Arbeitszeit im Rahmen des angekündigten einheitlichen Arbeitsschutzgesetzes vorliegt und die Anwendung der Ergebnisse der Londoner Kon- ferenz nach allen Richtungen hin prüfbar ist. Soweit sich jetzt schon übersehen läßt, ist die Auslegung des Artikels 6 in erheblichem Um- fange mit dem Wortlaut des Artikels 6 des Washingtoner Abkommens unvereinbar. Der Artikel 6 sagt: .Die Behörden können durch Verordnung für einzelne Gewerbe oder Berufe zulassen: a) dauernde Ausnahmen für Vorbereitungs- oder Hilfsarbeiten. die notwendigerweise außerhalb der für den Betrieb allgemein fest- gesetzten Arbeitszeit vorgenommen werden müssen, oder für ge- wisse Gruppen von Arbeitern, deren Arbeit ihrem Wesen nach Unterbrechung erfährt; b) vorübergehende Ausnahmen bei außergewöhnlicher Häufung der Arbeit. Derartige Verordnungen dürfen erst nach Anhörung der be- teiligten Arbeitgeber und Arbeiterverbände, falls solche bestehen, er- lassen werden. Sie müssen für jeden einzelnen Fall die Höchstzahl der zulässigen Ueberstunden vorschreiben. Diese Ueberstunden müssen mindestens um 25 v. H. höher bezahlt werden." Aus diesem Wortlaut ergibt sich ganz eindeutig, daß die hier zugelassene Ueberschreitung des Achtstundentages oder der 48- Stunden-Woche als Ueberstunden anzusehen sind, die in a l l e n Fällen mindestens um 25 v. H. höher bezahlt werden müssen. Im Gegensatz zu dieser klaren Vorschrift des Washingtoner Abkommens ist die Konferenz der Arbeitsminister dahin überem- gekommen, daß die Zahlung eines Lohnzuschlages sich lediglich auf die im Artikel 6b vorgesehenen„E r g ä n z u n g s st u n d e n" beziehen soll. Die im Washingtoner Abkommen zugelassene Arbeitszeit schließt selbstverständlich auch die Sonntagsarbeit mit ein. Das gilt auch von der Arbeitszeit, die unter die landcsgesetzlichen Vor- schriften über den wöchentlichen Ruhetag fällt. Die Londoner Ver- einbarungen über den„wöchentlichen Ruhetag" lassen darüber die notwendige Klarheit vermissen. In der Auslegung zum Artikel Ka wird näher bestimmt, was unter Arbeitsbereitschaft zu verstehen ist. Mit keinem Wort ist gesagt, daß darunter auch bestimmte Arbeitsleistungen bei der Eisenbahn fallen sollen. In dem Sonderabschnitt über Eisen- bahnen wird jedoch der Artikel 6a ebenfalls für anwendbar er- klärt, was nach der Vereinbarung der Arbeitsminister bedeuten würde, daß solche dauernden Ueberschreitungen des Acht- stundentages oder der 48-Stunden-Woche ohne Bezahlung zu- lässig wären. Wir haben bereits nachgewiesen, daß diese Aus- legung mit dem Wortlaut des Artikels 6 des Washingtoner Ab- kommen? nicht im Einklang steht. In dem Abschnitt Nachholung ausgefallener Arbeitszeit bestimmt der Schlußsatz, daß die Nachholung der durch allgemeine nationale Feiertage und bezahlten Urlaub ausgefallene Arbeitszeit nicht unter die durch Artikel 6 vorgeschriebene Höchstzahl von Ueberstunden fällt und auch kein Ueberstundenzuschlag zu zahlen ist. Auch diese Auslegung findet im Washingtoner Abkommen keine Stütze. Was die Auslegung des Artikels 14 anbelangt, so wird diese dem Wortlaut des Artikels 14 nicht gerech.t Das Washing- toner Abkommen spricht von der Möglichkeit einer Außerkraft- s e tz u n g nur im Falle eines Krieges oder anderer Ereig- nisse, welche die Landessicherheit gefährden. Wir möchten zum Schluß den dringenden Wunsch aussprechen. daß das Reichsarbeitsministerium sofort den Arbeitsschutzgesetzent- wurf daraufhin prüft, inwieweit seine Vorschriften mit dem Washing- toner Abkommen im Einklang stehen und alsdann für seine sofortige Veröffentlichung sorgt. Die letzte Entscheidung über die Auslegung des Washingtoner Abkommens haben die im IZ.Tetl des Versailler Friedensvertrages vorgesehenen Stellen zu treffen. Vorstoß üer berliner Metallinöustriellen. Am 22. März fanden Verhandlungen zwischen dem Verband Berliner Metallindustrieller und den im Metallkartell verbundenen Organisationen statt. Die Arbeitgeber haben den Ta r i f v e r t r a g für die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen gekündigt, der durch Schiedsspruch vom 36. Oktober 1S25 und dessen Verbindlichkeitserklärung ab 16. November 1925 zustande gekommen war. Ihr Geheimnis, weshalb sie den Tarif kündigten, gaben die Unter- nehmer erst in der Verhandlung preis: 19 Proz. Lohnobzug. Dies- mal war es, entgegen allen früheren Gewohnheiten, der in letzter Zeit als Scharfmacher in der Metallindustrie hervortretende D i r e k- tor Merker, der die Absicht der Lohnkürzung des VBMI. ver- trat. In stundenlangen Verhandlungen wurden die Arbeit- g e b e r von den Derhandlungsführern der Arbeitnehmer immer wieder aufgefordert, doch einmal anzugeben, worauf sie die Lohnkürzung stützen. Sie möchten doch einmal die Lohnsumme angeben, durch die die Betriebe„belastet" werden. Der Herr Direk- tor K ö t t g e n, das Paradepferd der Mctallindustriellen, versagte aber bei der Unterstützung des Herrn Direktor Merkcr genau so, wie dieser. Warum? Weil die Herren eine sehr schlechte Sache zu ver- treten hatten. Leere Redensarten brachten die Arbeitgeber vor, weiter nichts.„Das Geschäft ist trostlos'; durch den Druck der ge- lernten Arbeiter um höhere Löhne seien auch die Löhne der„un- produktiven" Arbeiter gegen die Vorkriegszeit viel zu hoch. Deren Löhne müßten daher unter allen Umstünden herab- gesetzt werden; nicht um die Arbeiter zu ärgern, sondern u m d i e alten Firmen aufrechtzuerhalten und für die Arbeiter Arbeit zu beschaffen. Die Aufträge, die sie hereinholten, seien nur kurzfristig und deshalb komme man auch mit dem Acht- stundentag nicht mehr aus. Herr K o t t g e n bedauerte, daß die Organisations- Vertreter jetzt, wo zum erstenmal nach langer Zeit wieder ver- handelt werde, dem Abbau der Löhne so heftigen Wider- stand entgegensetzten. Er betonte dann, daß die Herabsetzung der Löhne nicht die ausschlaggebende Rolle bei der absoluten Lohnsumme spiele, es sei aber unter allen Umständen Geld notwendig, 'tflei um Verbesserungen durchzuführen. Alles in allem klang aus den Verhandlungen heraus, die Löhne müssen gekürzt werden oder die Wirtschest geht zugri.' �*■— nehmer galten nichts. Offenbar zugrunde. Alle Einwände glauben die Herren, der kein Arbeit- Mensch außer den Berliner Meiallindustriellen habe irgendeine Ahnung von der Wirtschaft. Auch für die gelernten Arbeiter hat dieser Vorstoß der Metallindustriellen eine ganz besondere Bedeutung. Die Meiallindustriellen wollen die Wirtschaftskrise aus- nutzen, um das Lohnniveau der Berliner Metallarbeiter noch tiefer herabzudrückcn. Die Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen haben samt den gelernten Arbeitern in letzter Stunde die Front zu schließen, um den Angriff der Arbeitgeber abzuwehren. Die Metallgewaltigen wollen den Berliner Metallarbeitern den Hungerriemen noch enger schnüren. Deshalb mit doppelter Kraft: An die Arbeit und stärkt die Organisation, denn nur so wird es uns gelingen, in ein- heitlicher Kampffront den Versuch der Metallindustriellen abzu- wehren!_ Achtung! /lEH.-Konzern. Am Freitag, den 19. März, ist unser Kollege Wilhelm Ulrich vom KWO. durch Faschistenhand erschlagen worden. Wir fordern die Belegschaften des gesamten AEG.« Konzerns auf, sich in voller Anzahl an der Bei- fetzungsfeier zu beteiligen. Die Aufstellung des Zuges erfolgt in Oberschöneweide, RathauS-Platz(gegen- über dem Haupteingang des KWO.) Nähere Nachrichten folgen noch. Gesamtbetriebsrat AEG. Zum beendeten Streik bei Massary. Vom Deutschen Tabakarbeiterverband, Zahlstelle Berlin, wird uns geschrieben: Am 19. März haben mit der Betriebsleitung Verhandlungen Über die Beilegung des Konflikts stattgefunden. Es ist eine Einigung insofern erzielt worden, als die Firma den Lohnabbau von 36 Proz. für die Akkordpackerinnen zum größten Zeil zur ü ck- genommcn hat; soweit ein kleiner Abzug noch erfolgt, wird dieser zum größten Teil dadurch ausgeglichen, daß den Wkordpacke- rinnen gewisse Arbeitserleichterungen geschaffen werden. Soweit die anderen Arbeitnehmer in Frage kommen, erhalten sie 5 bis 8 Proz. über den jeweiligen Tarif. Maßregelungen finden nicht statt. Die Arbeiterschaft wird restlos eingestellt, das alte Arbeitsverhältnis gilt als nicht unterbrochen. Die Arbeitsaufnahme erfolgt am Montag, den 22. März 1926. Die Sperre über den Betrieb ist mithin hiermit aufgehoben. Daß dieser Kampf mit einen derartigen Ergebnis beendet werden konnte, ist dem guten Organifationsoerhältnis der Kollegenschaft zuzuschreiben. Der Kamps hätte vermieden werden können, wenn die Firma Massary nicht so diktatorisch vorgegangen wäre. Die Firma soll sich gesagt sein lassen, daß die Kollegenschaft auch in Zukunft auf dem Posten sein wird.> verschleierte öetriebsftillegung. Kündigungsschutz der Dekriebsratsmitglieder. Dem Korrespondenten für Auslandsverkehr und Betrieberats- Mitglied H. von der Firma N. in S. bei Hannover wurde Mitte Mai 1924 ebenso wie dem größten Teil der Arbeiter und Angestell- ten zum 39. Juni gekündigt, mit.der Begründung, daß eine Still- legung des Betriebes beabsichtigt werde. Die Zustimmung des Betriebsrats ist nicht eingeholt worden. Deshalb und weil noch seiner Ansicht eine Betriebsstillegung weder beabsichtigt noch erfolgt sei, begehrte H. die Forlzahlung seines Gehalts von monatlich 239 M. für die Zeit vrm 1. Juli 1924 bis zur Erlangung einer neuen Stellung. Das Landgericht'Hcnnover wies die Klag« ab, das Ober- landesgericht Celle erkannte nur einen Anspruch auf Gehaltszahlung bis Ende Juni 1925 an, während das Reichsgericht die Be- klagte in vollem Ilmfange oerurteilte. Ällgemelnes Interesse beanspruchen die folgenden Entschcidunasgründe der hoch- sten Instanz: Der Arbeitgeber ist nach Z 96 des Betriebsrätegssetzcs bei Kündigung eines Mitglieds der Betriebeoertretung von der Zu- stimmung der letzteren entbunden, wenn er seinen Betrieb stillegt und infolgedessen Betriebsratsmitglieder entläßt und ent- lassen muß. Bon einer Betriebsstillegung nach Sinn und Geist des Gesetzes kann aber nur dann die Rede sein, wenn diese ihren Grund und ihre Rechtfertigung darin findet, daß der llnterneh- mer die Erzeugung von Sachwerten für eine wirtschaftlich nicht unerhebliche Zeitspanne einstellt und damit die Erreichung des Betriebs, und Gemeinschaftszweckes unmöglich macht. Unter die Ausnahmeoorschriften kann es aber schlechterdings nicht fallen, wenn der Unternehmer sämtliche Arbeiter entläßt, um n a ch wenigen Tagen den Betrieb mit einem Teil der bisherigen Arbeiter oder mit anderen wieder aufzunehmen. Damit wäre der Umgehung des Gesetzes Tür und Tor geöifnet und in den rechts- und sozialpolitischen Schutz der Arbeitnehmer Legen willkürliche Kündigungen Eine der Interessen...... m Gesetzgeber sicher nicht gewollt. Im gegebenen Falle kann von einer Betriebsstillegung im Rechtssinne nicht die Red« sein, son- dern nur von einer Betrtebsunterbrech ung, einer die Auf- Hebung des Kündigungsschutzes nicht rechtfertigenden Arbeits- pause. Möglich ist, daß die vorzeitige schnelle Wiedereröffnung eines Betriebes infolge einer nicht vorhergesehenen plötzlichen Aende- rung der Verhältnisse erfolgt. Das kommt aber vorliegend nicht in Betracht. Es war von vornherein nur eine vorübergehende Schließung des Betriebes auf etwa acht Tage gedacht, es war der Versuch, die lerechtigten Umstellungsmatznahmen zur v e r m e i. d u n g aller, insbesondere der aus dem BetriebsrätLgesetz sich ergebenden Schwierigkeiten und zur Wahrung völliger Handlungsfreiheit der Firma in das Gewand einer Still- l e g u n g zu kleiden.(A. Z. III 425/25.) Eisenbahnerbewegung in Frankreich. Paris, 22. März.(WTB> Aus fast lämilitben Städten der Norddepartements Frankreichs werden Lohnkundgebungen der Eisenbahner gemeldet._ Sftel«®«D«I[diofts.5BBCBb. Snit», Dlenzta«, TM Uhr. tflflen foT-Kitd« ©tupatn: Landedirp-r-platz: Iunendhrim Diestelmeverstr. ä. Varlra»: ,.B«sen des Nnpitalismiis«.— Uraukf-ltrr«Nee: Iuaenddeim Tilsiter Str. 4 5, 1 Trv. Portraa:„Mut:«r Erda", mit Lichtbildern.— Lichtende, Zugendheim Dosse- strotze 22. Diskusslansvartran'„WobltStiakeitseinrichtunqen der Unternehmer- fchast".— Treptow: Aumnddcim Wildenbruch str.&Z/M. Porlra«!„Vom Ut- »»ael bis mm Verkehrsfluß, eua" fForlletzung).— Spandau: Zus«ndheim Linden- Ufer 1. Musik, und Liederabend. Berontmortlich für Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft: B:t», Sater»»»-. »ewerkfchaftsbew»«una: Fr. Stzkor»! Feuilleton: Dr. Zoh» Schlkowaki: Lokale» und Sonitioe» Tr,tz«arstödt: Bnieiaen: Td.»laete: sämtlich in Berlin. Verlu«: Pormiirts.Perlaa D. m. b. Berlin. Driuk: Porwäris-Buchdruetcrel und Verlansanfialt Paul Sinacr u. Co. Berlin EW«5 Lindenftrah» Z. Si«r,u 2 Beilanca und..Unterhaltunn und«isten-. Ein altes, wahres Wort: das Beste ist das Billigs Die besten und deshalb billigsten Suppen bereiten Sie mühelos aus MAG Gl* kochfertigen Suppen-Würfeln.-- 1 Würfe! für 2 Teller nur 13 Pfg. Große Sortenauswahl. ftr. 137 ♦ 4Z.�ahrgaag 1« Heilage ües Vorwärts vieastag, 25. März 1926 teÄrc� <5?<7 Hat man diese Alten vergessen in der Hast des Alltags? Weiß man es nicht, wo die Not in grauen Stuben hockt, aus leeren Ecken. schwarzen Mäulern ungeheizter Oefen grinsend? 0, man denkt an sie, wirkt für sie, unermüdlich helfend, das Aeußerst» fernzuhalten. Es sind runde Summen, die aus dem Säckel der Stadt und de« Staates in die zittrigen Hände gelangen, abgesehen von den Renten, dem Zehrpfennig eines arbeitsreichen Lebens. Viel zu wenig ist es, au to unendlich viele aufgeteilt Und wenn dann auch für die allerbefcheidensten Ansprüche gesorgt Ist, wenn e» dazu langt, immer wieder den grollenden Magen zu befriedige», selten reicht e, für Heizung und für Licht. Vle Helme entstaaöea. vor etwa zwei Jahren, in den Nöten der JnflaSonsfolge», ent- standen die Rentnerheime, erst wenige, dann mehr, eins oder zwei im Bereich der Bezirksämter, und dehnten sich unter dem steigenden Zuspruch. An«inen Raum, in dem die Bezirksämter je ihr« ersten Schützlinge sammelten, ist längst eine Flucht von Zimmern ange» schlössen worden, denn aus den ersten 20, 30 sind 100, 120 geworden. Verschieden ist ihre Geschichte, wie sie geworden sind, gleich waren überall die Schwlerigkeilen. Räume zu heimischen Stätten zu wau- deln, wohltuende wohnlichkelt hineinznzanbern. Zu dem von der Nachlaßverwaltung gestellten Mobiliar, Tische, Stühle, Sofas, Bil> der, kam da ein Sessel, dort Blumen und Geschirr, für die Küche Töpfe und Löffel hier, von Prioathand gespendet. Rührig sind über» all Hilfsbereite tätig, die in einem selbstlos gewählten Pflichtentreis nicht müde werden, immer neu» Mittel und Möglichkeiten für An- nehmlichkeit und wohliges Behagen ihrer Pfleglinge zu schaffen, Sonderwünsche erfüllen ju können. Wie beleben sich die zerfurchten Wangen der Bet'euten, wenn sie erzählen von den überraschenden Zugaben zu Wärme und Licht, von Richtigkeiten im Lichte de» All- tag«, die an diesen Stätten zu Ereignissen wuchsen. Sie erzählen, wie man zu dem programmäßigen Kakao einmal belegte Brote, dann ein Würstchen, dann wieder Gebäck gereicht hat. Man entsinnt sich schlichter Feiern diesem oder jenem zu Ehren; eine goldene Hochzeit in solcher Gemeinschaft, im vergangenen Jahre abgehalten, ist immer noch, noch lange wohl Gesprächsstoff für die Abendstunden. Sie haben schon alle ihre Erlebnisse, die Heime und die Menschen als ihre Gäste— auch unfreundliche. Es kommt aber selten vor, daß Zwietracht den Ton stört, den gleiches Wünsche» i» gegenseitiger Rücksichtnahme gestimmt hat. Gespräche aus vergangeuer Zeit. Wen» es< Uhr ist, sind die Pünktlichen schon da, st« suchen dann und bedächtig ihren Stuhl, ihr Sofaplätzchen, legen die Hände i» Schoß und warten auf den Nachbar für die Abendstunden. IDenn es 5 Ahr ist, haben sich die lisch«»msäumt mit plaudernde» Alten, weißen, grauen. In wenigen Händen klappert noch da» Strickzeug zu den stockenden Reden, mit denen man Zueinander dt« Brücke schlägt. Da ist ei» Alter, mit wallendem Weißhaar, mit flinken Auge» im«ingefallenen Gesicht,«r weiß viel zu erzählen für den kleinen Kreis, der sich um chn schließt. Do ist ein ganz Alter. neunundachtzig, er liest Gedichte. Gedichte,»ach sreudezlllernde» Stunden erdacht, von schaffensfreudigen Händen säuberlich geschrie» den— lange ist es schon her und der Hauch einer fremden Zeit weht au» ihnen. So wunderlich zeitsremd all die gebückten Gestalten an- muten, so zaubern auch ihre Reden Gestalte» und Dinge voll fremder Eigenart de, längst vergessenen herbei. Man hört förmlich den guten alten Omnibus durch die holprigen Straßen Berlins klappern; die Hasenheide wird wieder zum Ausflugsort, der die Berliner des Sonntags vor die Stadt lockt«, funzlige Lampen beleuchten trüb« winklig« Straßen mit niedrigen Häusern und dunklen Höfen, ein« Zeit wacht au«, wo noch Taler. Groschen und Dreier das Wort führ- ten, Geschehnisse werden lebendig, von denen sie in ihren Kämmerchen und Stube» träumen. Das sind meistens die Frauen, die solche Schätze der Erinnerung ausbreiten— und da sie in der Ueberzahl sind, schaffen sie diese Atmosphäre, dt« ihnen für die Abendstunden die Wangen rötet.-- Ach, damals! Wo sich, wie in den meisten Heimen, ein Rauchzimmer befindet, lagern dick« Wolken über den weißen Köpfen, Tabakdüft« verbreitend. Weise Fürsorg« hat dieses Zimmer mit kleinen Tischen ausgestattet, so für drei, vier Mann zu einem soliden Dauerskat. Wenn auch die Karten nicht mehr— wie damals— auf den Tisch krachen, wenn auch die Finger nicht mehr so recht die Karten halten wollen, von vier bis neun, unent- wegt— Grand— achtzehn, zwanzig, zwei— Eichel sticht— sind die Tische besetzt, die Karte» i» Bewegung. die Tasse Kakao als hähepoatt. Wenn sich dt« Tür zum Nebenraum öffnet, wenn dann durch de» Tabaknebel eine Frauenstimme ruft:.Wichelm, komm!"' dann ist es halb sieben, dann gibt es Kakao, guten Kakao, mit Milch sorgfältig zubereitet. Noch einmal:.Wilhelm T heißt soviel, daß der duftende Trank schon in den Taste» dampft..Romme gleich!— Sie geben, Herr B.!' Herr B. gibt, Herr O. gibt nochmal. Willem gibt dann auch noch schnell— und mittlerweile ist dann der schön« Kakao kalt geworden. Was sind auch die paar Stunden, wo man die Sorgen eines langen Tages bei so einem richtigen Grand mit Vieren ver- gessen machen kann..Sie spielen aus, Herr Nachbar!� Vielen anderen, besonders den Damen, ist der dampfende, schön gesüßte Kakao bedeutend lieber. Vorsichtig wird er getrunken— nur nicht zu hastig, keine zu großen Schlucke, damit die eine Taste für das mitgebrachte magere Brot reicht. Wen» die leeren Tasten verschwun- den sind, von manchem sehnsüchtigen Blick hinausgeleitet, nimmt man schnell die gewohnt« Beschäftigung wieder aus. je noch»er- anlagung, Lust und Gelegenheit. Sie kennen sich alle, die an diesen Stätten als Gäste einkehren, denn mit wenigen Ausnahmen findet man sich allabendlich zusammen, zu denselben Gruppen und Grüpp- chen. wie am Vorabend, immer mit demselben Nachbar zur Linken, mit derselben Nachbarin zur Rechten. Bleibt der eine Platz mal leer, dann tauchen zögernd Vermutungen auf: er hätte doch sicher etwas gesagt— sie ist doch sonst schon immer um fünf da, und gesagt hat sie doch auch nichts— Vermutungen, die sich mit der eigenen Un- sicherheit für das Morgen kreuzen. Wie können aber dam, die Alten aufgebrocht zürnen, wenn so ein Vermißter doch noch spät erscheint. Die Anteilnahme am Leid des anderen ist hier die Medizin, die das eigene Leid stillt, zumal auch hier— gerade hier, wo man sich nicht mehr gegen das Schicksal auflehnen kann, die Charakterunterschiede die Rolle für diese Gemeinschaft diktieren. » Wie unendlich wohl wt es doch, alles hinausreden zu können, was der graue Kummer da drinnen täglich zusammenballt, um auch Platz zu haben für dos zagende Lächeln, da» io de» Abenstunden einer von de» Starken hineinlacheu will. Kleinstaötifthes. Genau so lächerlich wie wir den Provinziale» finde», erscheine» wir ihm. Die Kleinstadtdom« fühlt sich in der Mode von gestern, die wir dem Augenblicksgeschmack entsprechend umgemodelt haben, äußerst wohl und freut sich, wenn sie uns kurz berockt und behaart daherkommen sieht. In diestr Beziehung Ist ihr« Logik ein« weitaus gesündere! Der sehr kurze Rock deutet auf Jugend und ihr gebühret er mit Stecht— in Gottes Nomen lastet ihn noch jene trage«, die sich au»„wirtschaftlichen' Gründen ebenfalls dazu zähle« müsten— ober damit Schluß! Dasselbe Gesetz gilt für den Bubikops. Die Jugend(ernfchließllch der obenerwähnten Muß-Jungen) steht mehr oder minder schön damit aus und es besteht letzten Ende» immer noch die Mögllchkett, wem, es dem Herrn Bräutigam nicht gefallen sollte, den Haaren chre normale Länge wieder zu geben. Nach all dem getrauen sich die„Unbefugten' schon garnicht mehr und unter- lasten es wolstweislich. Ansonsten haben sich die Kleinstädter aller- ding» die meisten unserer Lasterchen angeeignet, vor allem natürlich den Shimmy, wobei die Kavaliere mit stabilen Schuhfohlen den Trommler kräfttgst unterstützen— die Mädels rauchen, trinken ein Likörchen und kokettieren bisweilen. Letzthin machte ich ein„Der- gnügen' mit: Das war— für mich wenigstens— wirklich ein Vergnügen. Für den Provinzialen gibt es da zweH Hauptfreuden. Den Tanzsaal und das Bierfüfett. evtl. noch den Schießstand. Was an einem solchen Abend an Wärme absorbiert wird, davon kann sich der Großstädter überhaupt keinen Begriff machen. Da ist erstens die Jugend: Sie-tanzt und tanzt— natürlich im Schweiße chres Angesichtes; dann der Vater, er trinkt und trinkt— und schwitzt und erst der Onkel, der trinkt und schießt und schwitzt teils deswegen, teils dieferhaid. Und nur die Ballmutter, die treue Seele, die einer braven Kluck« gleich als Einzige am leeren Tische ausharrt, sie tanzt nicht, sie trinkt nicht, sie schießt nicht— und sie schwitzt dennoch. Bei ihr ist'» wiederum die Festesfreude mit allen vorhergegangenen Erregungen und nicht zu allerletzt das Festtagsgewand, das wohl der Zeiten Sturm getrotzt, aber dennoch hier und da ein wenig knapp geworden ist. Mit hochgeröteten Wangen wacht sie ängstlich darüber, daß da» Töchtertein nicht allzuviel und dann möglichst auch mit dem Richtigen tanzt. Dos zärtliche A neinanderschmiegen muß zu einem ersprießlichen Ende führe«—, nur unter dieser Voraussetzung duldet sie überhaupt diese Verrenkungen. Sinnenreiz, Nervenkitzel, und wie die schönen Sächelchen alle heißen mögen, sind für die gute Dame Blech, und Blech— ist wertlos! Ist da» wirklich nicht ein gesunder Standpunkt? Eine überraschend« Ausklärung fand«in angeblicher Hausdieb- stahl in Schönebera. Ein Kaufmann zeigt« vor einigen Tagen an, daß ihm leine Wirtschafterin davongelaufen sei und ihm einen großen Posten Ware gestohlen habe. Die Beschuldigte wurde ermittelt und vorläufig festgenommen. Sie gab zu, daß sie den Schreibtisch auf- geschlossen und 6 0 Mark herausgenommen habe, weil sie auf eine andere Weise ihren Monatslohn, der soviel betrug, von dem Arbeitgeber nicht habe bekommen können. Den Warendiebstohl 41] Gnkel Moses. Roman von Schalom Asch. Die Beziehungen zu der Restaurateursfrau, welche an ihn Ansprüche wegen ihrer Kinder gestellt hatte, hatte Onkel Moses selbstverständlich abgebrochen. Er begann, sein Heim zu lieben, hing an seiner Frau und wurde ein durch und durch moralischer Mensch. Er liebte die Reinheit seines Hauses und konnte gar nicht mehr verstehen, wie er einmal hatte anders leben können; wenn er seines srüheren Lebens gedachte, so schüttelte er sich wie in der Erinnerung an einen bösen Traum. Ja. Onkel Moses begann, seinen Angestellten und allen seinen Landsleiter Moral zu predigen. Allmählich wurde er eine Art Richter und Patriarch unter seinen Lands- leuten. Sie vertrauten ihm die intimsten Geheimnisse ihres Lebens an und fragten ihn um Rat. Onkel Moses wurde aufgebracht, wenn es Ereigniste unmoralischer Art gab, rief den Schuldigen vor sich und sagte ihm seine Meinung. Er stiftete Frieden zwischen Eheleuten und ermahnte sie, es künftighin zu keinem Zwist mehr kommen zu lasten. Und jeder Frau, der er Moral predigte, sah er tief in die Augen.. * Onkel Moses kam zeifig aus dem Geschäft heim. Er konnte es im Geschäft nicht aushalten, seit Maschas Stunde näher kam. Zu Haufe traf er Aaron und Rosa, welche, seit Mascha schwanger war, die Herren in Onkel Moses' Hause geworden waren. Es war geradezu ein Wunder, wie sehr sich das Der» hältnis des stets verprügelten Juden zu dem allmächtigen Onkel geändert hatte, seit seine Tochter dessen Frau geworden war. Der ehemalige Arbeiter hatte nicht nur sede Furcht und jeden Respekt vor dem Hausherrn verloren, sondern Aaron fühlte sich bald mehr Herr im Hause, als der Onkel selbst. Und über Rosa war über diesen Punkt gar nicht erst zu reden Seit ihr Maschale den Onkel geheiratet hatte und seit ihr Maschale in andere Umstände gekommen war fühlte sie sich nicht nur als Herrin im Hause, sondern begann sich auch in geschäftliche Angelegenheiten einzumischen, und wurde ein sehr wichtiger Faktor in dem diplomatischen Koro« im Geschäfte des Onkels. Roch ehe Onkel Moses Zeit gefunden hatte, sich niederzusetzen und nach Mascha zu fragen, begann Rosa bereits ihr beliebtes Thema, mit welchem sie in der hetzten Zeit den Onkel unaufhörlich belästigte: „Der Schnorrer ist wieder dagewesen, der galizisch« Schmierfink. Er hat nach dir gefragt. Ich versteh« nicht, Moses, warum muß der gerade Hausadministrator sein? Was ist das, bist du denn mit ihm oerheiratet? Oder hast du dich mit ihm verschwägert, daß du ihn bei dir halten mußt?" � „Schwiegermutter, lasten Sie mich in Ruhe. Was macht Mascha. Hat sie etwas gegessen? Ist Doktor Goldstein hier gewesen? Ich wünsche, daß er jeden Tag kommt. Haben Sie gehört. Schwiegermutter— jeden Tag!" „Schwiegervater," Onkel Moses wendete sich zu Aaron, „rufen Sie ihn an, den Doktor." „Wozu brauchen wir den Doktor? Sei nicht närrisch, Moses. Mascha geht es gut, quäle sie nicht mit Doktoren. Doktor Goldstein wird schon kommen, wenn man ihn braucht." „Rein, ich will, daß er jeden Tag herkommt," sprach der Onkel halb zu sich und giny auf den Fußspitzen die Treppen empor, wo sich das Schlafzimmer befand. Doch bald blieb er mit freudiger Miene auf de? Treppe stehen und stammelte in freudigem Schreck: �Langsam. Mascha, please, lauf nicht;" ohne e» zu wol- len, breitete der Onkel unruhig die Arme aus, als wäre er bereit für jeden Zufall. Mascha kam die Treppe hinab. Sie war nicht so vor» sichtig, wie es der Onkel wünschte. Seinen fragenden, freu- digen Blick beantwortrte sie nicht. Ohne chn anzusehen, ging sie weiter ins Eßzimmer ihrer Eltern. Onkel Moses ging ihr nach und sprach hinter ihr her: „Mascha, mein Kind, wie geht es dir heute? Ich habe Doktor Goldstein rufen lasten." Jbch brauche keinen Doktor. Dater, setz' dich dort weg!" .Liebste Mascha, was liegt dir daran?" „Lleane. quäle mich nicht!" ein Blick traf ihren Mann. „Setz dich da weg!" Gehorsam setzte sich der Onkel weg. Auch Mascha hatte sich geändert, feit sie geheiratet hatte. Der Onkel schien ihre ganze mädchenhafte Zärtlichkeit aus- gesogen und etwas von seiner männlichen Brutalität in sie eingehaucht zu haben; dies war an ihrer beiden Gesichtern zu erkennen. Ebenso wie in des Onkels Gesicht menschliche Hilflosigkeit strahlte, so war in dieser Zeit in Maschas Gesicht die mädchenhafte Zärtlichkeit gänzlich erloschen. Sie war stärker und voller geworden wie eine schöne reife Frucht; doch ihre Augen blickten schreckhaft, als hätte sie Angst vor etwas, das in ihr entstand; ihr Gesicht aber schien bereit zum Schutze ihrer selbst. Ihre große, starke Erscheinung und ihr entschiedener Blick Drückten Herrschaft aus. Die Schwangerschaft vertiefte und verstärkte noch den Eindruck ihrer gebieterischen Herrschaft, den sie um sich ver- breitete, den Ausdruck einer schwangeren Stammesmutter, welche weiß, daß sie Leben auf die Welt bringt. Onkel Moses hatte, seit sie schwanger war, Ehrfurcht und Achtung vor ihr, wie vor etwas Religiös-Geheimnisvollem. Mysteriösem. Ein unbegreiflich zärtliches Gefühl gegen sein eigenes Fleisch und Blut, gegen sein zweites Ich hatte ihn ergriffen, welches in tiefer Verborgenheit in dem Mädchen lag, das sie in sich barg und dem sie Leben schenkte; aber auch eine geradezu religiös-mystische Furcht, vor dem, was jetzt in Mascha vorging, vor dem Unverständlichen, Unbe- wußten, das in ihr entstand, vor dem Wunder Gottes, der durch sie Leben schuf. Das hatte Onkel Moses schwach gemacht und ihn unter- tänig zu ihren Füßen gezwungen. Das und noch etwas. Onkel Moses hatte eine große Sehnsucht nach Reinheit, seit er Mascha geheiratet hatte. Es war. als hätte er sich von allen häßlichen Empfindungen gereinigt, die ihm aus seinem früheren Leben geblieben waren. Und Mascha, die junge, unschuldige Mascha, welche er erzogen und zu seiner Frau gemacht hatte, Mascha, war für ihn das Symbol der Reinheit. In ihr hatte er sich von seinem ganzen häßlichen und sündhaften Leben gereinigt. Nicht nur sie selbst, auch das Zimmer, in welchem sie wohnte, die Gegenstände, wi lche st« berührte, die Kleider, welche sie trug, sie erweckten in ihm die Empfindung der Reinheit. Diese Berührung mit der Reinheit hatte ihn angesteckt: er war erpicht auf Sauberkeit und hatte Sehnsucht danach. Das war es. was ihn zu Maschas Diener, was ihn schwach und menschlich machte. Doch ein ganz anderer Trieb jagte Mascha. Auch sie war mit etwas in Berührung gekommen— und die Folgen waren ganz andere. 2. Jede Berührung, jede gewaltsam abgerungene Zärtlichkeit. rief bei ihr zunächst Ekel und dann Gleichgültigkeit hervor. Sie tat alles, was von ihr verlangt wurde, weil es ihr schien, daß sie damals, als sie zum Onkel gegangen und ihn gebeten hatte, sie zu heiraten, sich zu allem einverstanden hatte; und sie hielt sich für ein Opfer. In der ersten Zeit nach ihrer Hochzeit lag noch ein stiller Leidensschein auf ihr — der Schein eines Opfers, der sie edel und schön machte. Doch der Onkel zerriß nach und nach diesen Heiligenschein und verlöschte ihn.(Fortsetzung jolgt.) Uugnefe f!e entschieden— tmb, wie die wetteren Snnitttungen ergaben, mit Recht. Ihr Arbeitgeber selbst hatte dies« Waren bei einer Pfandleihe versetzt und bei der Versicherungsgesellschaft mit dem Antrag auf Entschädigung angezeigt, daß ihm diese Sachen, Wäsche, ein Pelz, Anzüge und Silberzeug, gestohlen worden seien. Jetzt wurde auch der saubere„Bestohlene festgenommen. /loch ein notleidender Landwirt! Der Schirm als verräker. Nichts kamt das fortwährende Jammern und Klagen über die Not der Landwirtschaft, mit dem die deutschen Grohgrundbesitzer dem deutschen Volk seit Jahrzehnten in den Ohren liegen, besser»6 »dsuräum führen, als der folgend« Prozeßbericht. Der Staatsanwalt traf mit seiner Charakterisierung des gefledderten Gutsbesitzer» das Richtige. Vor der Strafkammer des Landgerichts I erschien eine gewisie Frieda R., die ihr ganzes Leben lang gestohlen hat, und auch schon in das Zuchthaus hat sie diese Eigenschaft gebracht. Da» letztemal waren die Gegenstände ihrer Sehnsucht die w o h l g« f ü l l t e Brieftasche und die goldene Uhr eines auswärtigen Landwirtes gewesen. Ein kühner Griff bei der gemeinsamen Autofahrt hott« beide auch in ihren Besitz gebracht, jedoch hatte die Angeklagt», als sie damit plötzlich aus dem Auto sprang und dem stark bezechten Landwirt entwich, In der Eile ihren Schirm ver. gessen. Das war ihr Unglück, denn es befand sich ihr Name darauf, was zu ihrer Ermittlung und Verhaftung, leider aber nicht auch zur Wiederherbeischaffung de« Geldes und der Uhr führte. Daß die Brieftasche des Landwirtes gerade sehr gut gespickt war und über 3000 Mark enthielt, gereichte ihr dann aber zum Glück. Der be» stohlene Gutsbesitzer hatte sich hier in Berlin ein größere» Dar- l« h e n besorgt, um dringende Gutsschulden zu be» zahlen. Statt damit ober sogleich nach Empfang de» Darlehens zu beginnen, hatte er eine lehr vergnügte Bummelfohtt durch die Stätten der Perliner Lebewelt angetreten, die mit einem Sekt» frühstück begann, in Gesellschaft netter Damen durch Ströme von Sekt führte und zuletzt in einem eleganten Tanzlokal endete. Der Staatsanwalt war daher der Meinung, daß ein Mann, der sich dringend Geld borgen muh, dann aber, statt die Schulden zu be- zahlen, es mit vollen chänden um sich wirst und vergeudet, nicht sehr schutzbedürftig ist. Da die Angeklagte überdies auch oem Landwirt vorher gesagt habe, er solle die Brieftasche ordentlich wegstecken, also anscheinend der Versuchung aus dem Wege habe gehen wollen, brauchte die Strafe nicht allzu hart zu fein. Statt mit der eigentlich verdienten Zuchthausstrafe kam Frieda R. deshalb mit einem Jahr Gefängnis davon. Nochmals der Lall Stentzel. Im vorigen Jahre ging, wie erinnerlich, durch die gesamte Presie da» denkwürdige Weddingurteil, in dem die brotlosen ttünstler. Dichter usw. mit Landstreichern und ähnlichem Volk im Linn« de» Gerichts auf eine Et»s« gestellt wurden. Da hatte man ta dokumentiert: brotlos« Kunst ist strafverfchärfendl Und der.Ver» drecher* Stentzel sollte für doppelt detailliert« Verschuldungen zu- »rst 6 Monate Gefängnis erhalten. Drei wegen Paßvergehen«: »enn da» polnische Konsulat hatte ibm die Bescheinigung verweigert, tie nach deutschem Reglement allein den Paß ermöglicht. Dieser Prozeß hat sich bis in dieses Jahr hingezogen und hat nun in der Lchluhverhandlung zumindestens in der Ausweisungsangelegenheit Kit einem völligen Freispruch geendet— statt drei Monate. Bmmerhin brachte der Prozeß in Erinnerung, daß die deutsche kleinstädterei noch besteht: denn wer in Leipzig wohnen darf, dem ist e» in Berlin noch lange nicht erlaubt. Die Gefängnisstrafe, die hm hier erspart wurde, hängt wegen Paßvergehens allerdings noch Iber ihm und daher ist der Fall Stentzel noch nicht zu Ende. Die Psychologie dieser Strafe wird indes durch die Schwierigketten der Pahbefchaffung interessant beleuchtet. Nach der Lag« der Ding« »70 hie es für ihn, als hilflosen Einzelnen, unmögllch sein, die Vor- schrtfien zu erfüllen, die in der Beschaffung der Papiere gegeben varen. Da» hartnäckig« polnische Konsulat hatte sogar auf An- fragen de» Rechtsanwalt» nicht reagiert. Jetzt hat durch vermitt- iung der Völkerbundsabteilung da» Polizeipräsidium selbst mit der polnischen Regierung verhandelt und Stentzel einen vorläufi- zen Polizei ausweis beschafft. Den Paß, den er auch jetzt »och nicht hat, erhält er nach Beseitigung der letzten Formalität. vi« Strafe, von der jetzt ein Monat zu büßen bleibt— auch dafür war mehr angesetzt—, diese Strafe bekam er, weil seinerzeit das polnische Konsulat nicht den Schein ausstellen wollte, der ihm allein einen Ausweis ermöglicht hätte. Die Schwierigkeiten» die Stentzel daite, erhellen aber die Lage, die sich durch die Einführung des Völkerbundspasies für die Beteiligten ergibt. Der internationale Pah des Völkerbundes wird daher— denn solche und ähnliche Schwierigkeiten formaler Art dürften sich de» öfteren ergeben— bei seiner gesetzlich geregelten Einsührung auch die Begleitumstände berücksichtigen müssen, die ihn für den Empfänger erst erreichbar machen— ohne Komplitationen—, sonst bleibt er letzten Endes ein Gnadenakt. Für Stentzel wollen wir hoffen, daß ihm als Pech- vogel eines Jnteregnums, vorläufig noch einmal die Gnade leuchtet, baß aber für alle übrigen staatenlosen Paßverbrecher— landflüchtig durch die Umgruppierung der letzten Zeit— die internationale Regelung im praktischen Ausbau der Vorschriften recht bald ver- pvirklicht wird._ Verspätete Vorlegung des StadihauShaltplanS. DI- Stadtverordnetenversammlung hat ihre nächste Sitzung am Donnerstag um%5 Uhr. Zu den 58 Ver- Handlungsgegenständen der Tagesordnung gehört auch der Stadt- baushaltplan für 102 6, der setzt endlich vorgelegt wird. Er ----.,—------_...�lich vorgelegt steht auf der Tagesordnung erst an 2S. Stelle, wird aber wohl vor- weggenommen werden. Man wird in dieser Sitzung wahrscheinlich riim Haushaltplan nur die Rede des Kämmerers hören und dann ie Reden der Fraktionen auf die nächste Sitzung verschieben, die erst nach Ostern stattfinden soll. Do das neue Rechnungsjahr am 1. April beginnt und eigentlich zu diesem Zeltounkt derneue Haushalt- plan bereit» festgesetzt sein müßt«, so beantragt der Magistrat einen N o t b e s ch l u ß. Die Haushaltwirtschost für 1926 soll vorläufig— bis zur Festsetzung des Haushaltplans— so geregelt werden, daß laufende Ausgaben für das Vierteljahr April- Juni bis zu einem Fünftel vom Jahresausgabenbetrag des noch im- genehmigten Haushaltplan» geleistet werden können. Für einzelne Lusgobepoften, die gröhtenteu» sogleich zu Beginn de» neuen Rech. uungsjahres geleistet werden müssen, wird ein höherer Betrag der vorläufigen Ausgab« zugelassen, die Hälfte oder auch drei Viertel und manchmal sogar da» Ganze der Jahresausgabe. Der Magi- ftrat ersucht die Stadtverordnetenversammlung um Zustimmuno zu dieser vorläufigen Regelung. Solche Nocheschlüsse sind schon seit mehreren Jahren immer wieder erforderlich geworden, well der Haushaltplan zu spät vorgelegt wurde und die Stadtver- ordnetenversammlung dann mit der Prüfung und Festsetzung nicht rechtzeitig fertig werden konnte. „Wohltätiges Christentum." Man schreibt uns: Kleine Kätnerhäuser mit Stroh gedecki, daneben moderne Villen mit dorischen Säulen, Autogaragen und gsit gepflegten Gärten, Sommerrestaurants aus Holz, Gutshäuser im Etil' der fünfziger Jahre. Scheunen und Ställe, manche verfallen, andere neu errichtet, all«» ist gut in die Landschaft eingefügt. C l a d o w macht den Eindruck eine» Dorfe», das sich zum Villenort entwickeln möchte. Steigt man, vom Anlegeplatz kommeich, den Neinen Hügel hinan, gelangt man zur evangelischen Kirche, etnem kleinen, nüchternen, grauen Bau. Etwa» Puritanische» kommt in diesen kahlen Flächen, in diesem anspruchslosen Turm zum Aus- druck. Daneben liegt da» Pfarrhaus, umstanden von alten Bäumen. Es ist wie alle Dorfhäufer gebaut, ein breites Ziegeldach lagert auf niedrigen Mauern. Aber bald entdeckt man, daß der! Schein trügt. Das Dach hat sich gesenkt, der gelbe Stuck bröckelt ab,' die Zieg eist eine liegen stevenweise bloß, der Staketenzaun hat seine Haltung verloren, die Türschwelle ist vermorscht Doch dieses äußere Bild zeigt noch Komfort, ist schön und wohltuend, wenn nian es mit dem Innern des Hauses vergleicht. In allen Zimmern hängen d i e Tapeten in Fetzen, zeigen die Wände Risse und die Decken keine Spur von Stuck. Wanzen und Ratten haben sich das Haus als angenehmen Aufenthaltsort ausersehen. Und hier wohnt der Pfarrer von Eladow, einem Ort. der nicht gerade zu den unvermögenden In der Umgebung Berlins zähll und der jährlich über 10 000 M. Kirchensteuer aufbringt. Das Pfarrhaus wird allgemein Werbewoche der SAJ. yetite, dlenstag, den 23. März, abends 7V, Uhr: Werbebezirk Osten: Wer beumzug mit Fackeln durch den Osten. Treffpunkt llbr Valtenplatz. Abt. Reinickendorf-West: Werbefeier im Jugendheim Schorn« weberstr. ll4. Einführung Sabende für Schulentlassene: Nordost Ii: Jgdh. Danziger Str. 62.— Südost®. v. n ft. B: Jgdh. Wiangelstr. 128.— Llchterselde: Jgdb. Albrechisir. IIa.— Steglitz I: Jgdh. Albrechisir. 47.— wilmersdorl: Jgdh. Hilde.mrd- sir. 4.— Neukölln l: Jgdh. Sander- Ecke Hobrechlstr.— Nofenthol: Schule Schillerftr. Morgen, Mittwoch, den 24. März, abends 7'/, Uhr: Abt Ober- a. Niederschöneweide: Früblings'eier, Sckmlaiika, Niebericköneweide. Bertiner Str. St, Musik, Rezitationen, Ansprache. Aufführung des Osterspazierganges aus dem.Fauff. Einsührungsabcnde für Schulentlassene: Aalkenberg: Jgdh. Straße am Falkenberg.— Lichkcvberg-Niitte: Jgdh. Dosscstr. 22. von Bausachverständigen als baufällig, menschenunwürdig und ge- sundhcitsschädlich bezeichnet. Aber man tut nichts, um dem Uebel abzuhelfen. Seit Jahren sind keine Reparaturen vorgenommen worden, well es sich nicht lohnt. Der Pfarrer mit seiner kinderreichen Sfamille muß in dem Stall welter wohnen. Selbstverständlich, daß eine Arbeitskrast In dieser Umgebung leiden muß, daß Unreal- Mäßigkeiten in seinem Bureaubetrlcb vorkommen. Die kirchliche Behörde diszipliniert darauf den hochgradig nervösen Mann, ohne nach den näheren Umständen zu forschen, trotz des Protestes der Gemeinde. Und das Ganze kann man werktätiges Christentum nennen._ Rundfunksteuer! Wie jetzt bekannt wird, hatte die Hauplsteuerverwalttmg von Berlin mit Rücksicht auf die große Ebbe in der Kasse den Borschlag gemacht, eine Rundfunksteuer In der Weise einzuführen, daß unter gewissen Bedingungen von den Rundfunkteilnehmern 1 M. m o n a t- (ich an die Steueroerwaltung abzuführen wären. Der Stadtkämmcrer Karding hatte diesen Lorschlag unter Um- gehung der zuständigen Deputation direkt dem Magistrat unter- breitet. Glücklicherweise lehnte dieser den Vorschlag ab. Nunmehr wird sich die Steuerdeputaiion mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben. Wenn auch die Geldnöte der Stadt Berlin anerkannt werden müssen und wenn auch weiter zugegeben werden muß, daß es für die Stadtverwaltung sehr schwer ist. neue Einnahmequellen zu er- schließen, so würde sich bei Einführung dieser Radiosteuer alsbald herausstellen, daß das ein Fehlgriff war. Ganz abgesehen davon, daß die Post sicherlich kein Interesse daran hat, diese Steuer zu unterstützen, würde gerade sie in doppelter Hinsicht geschädigt werden. Einmal überlegten es sich dann viele Leute, nunmehr Rundfunkteilnehmer zu werden, zum anderm aber schafften viele Rundfunkteilnehmer, die mit jedem Pfennig rechnen müssen, ibre Geräte ad. Endlich aber gäbe es bestimmt viele Radiofreunde, die mit Innenantennen und primitivsten Geräten weiter am Rundfunk teilnähmen, ohne die Rundfunkgebühren oder die Steuer zu be- zahlen. Man oeranlaßte also damit die Leule, eine Gesetzesüber- tretung zu begehen, die unter Umständen mit Gefängnis geahndet wird. Gerade die Berbilltgung der Rundfunkgebühren hat die Zahl der Schwarzhörer außerordentlich vermindert und niemand dürfte ein Interesse daran haben, diesen Zustand wieder zu stören. Hinzu kommt noch, daß die Tendenz dahin geht, die schon ver- billigten Gebühren noch weiter herabzusetzen. Also das Gegenteil von'dem soll erreicht werden, was die Stadtverwaltung plant. Dann aber bleibt noch die Frage offen, wie diese Steuer erhoben werden soll. Wahrscheinlich stände die Steuereinnahme in gar keinem Der- hältnis zu den Berwaltungsgebühren. Die Rundfunksteuer wäre sicherlich eine der unpopulärsten, die es geben könnte. Wieder eine leerstehende Wohnung. In der H o h e n st a u f e n st r a ß e steht seit einiger Zeit«ine Zweizimmerwohnung leer. Früher wurden die Räume von einem alten Ehepaar— der Mann ist stebzig und die Frau sechzig Lahr alt— bewohnt, das im Nebenhause ein Papiergeschäft auf- gemacht hatte. In der Inflation oermietete es aus Not feine Woh- nung möbliert und wohnte in einer kleinen Kammer neben feinem Geschäft. Da nach den gesetzlichen Bestimmungen fede Wohnung einem Mieter entzogen werden kann, der sie länger als sechs Monate nicht bewohnt, wurde eines Tage» dem Ehepaar von dem Wohnungs- amt erklärt, es hätte den Anspruch auf seine Wohnung verloren. Der Aftermieter mußte darauf die Wohnung räumen. Die alten Leute, die in derselben Zeit ihr Papiergeschäft verkauften, sahen sich gezwungen, ihre Möbel bei einem Spediteur unterzustellen und möbliert zu wohnen. Es war ihnen unmöglich, die alte Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 23. MSrz. Außer dem übliohen Taite»proRT»rain: 8.48 Uhr nachm.: Stande mit Büchern. Die Rassen: jnlias Meier-Oreefe�.Dostojewskij. der Diohler". Leo Schestow:.Dostojewski] and Nietsehe" nnd.Tolstoi and Nietsche".„Dostoiewslrij am Ronlette", heransgegehen von Rene FülSp-Miller nnd Dr. Fr. Eckstein..Lebenserinnerungen der Gattin Dostojewskijs. herausgegeben von Reni nnd Dr. Eckstein. Dr. Hans Prager:.Die Weltanschauung Dostojewskijs*..Sulamith" von Alexander Knprin. 4.80 Uhr nachm.: Zur ünterhaltnng. 5—8 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Pankkapelle. Leitung: Konzertmeister Perdy Kauffman. 6.85 Uhr abend«: Forschnngsreisender Dr. Artnr Berger:.Der Silherfuoh» und seine Zucht", 7 Uhr abends: Hana-Bredow-Schnle(Bildungskurse). Abteilung Sprach- untemoht. Englisch CR. Herdm&nn Pender). 7 30 Uhr abends: Karl Robert Blum:.Die kulturelle Weiterentwicklung de» Films". 8 Uhr abeads: Sendespiela. Abteilung: Oper. Spielzeit 192Ö/26. Leitung: Corneli» Bronageest. 82. Veranstaltung..Joseph in Eegypten"l Oper in drei Abteilungen von E. N. Mehul. Dirigent; Cruno Seidler-Winkler. Benjamin: Emmy y. Stetten: Jakob: Aomelis Bronsgeest; Joseph: Eugen Tranaky; Nsphtali; Edm.- Hippler; Ruhen: Max Camp hausen; Utobai: Louis van den Sande Simeon: Max Spücker. Offizier. Chor der Brüder, Chor der Mönner. Chor der Frauen. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachriohten, Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Pilmdien«. 10.30—12 Uhr abends: lanz- mnsik(Eflm SobaobmeLters Otiginal-Xanzkapelia). Königswusterhausen, Dienstag, den 23. Marz. 8— 3.80 Uhr nachm.: Prof. Dr. Amsel und Oherschunohrer Westerraann: Emheitskurzsohrift. 8.30—4 Uhr nachm.: Stud.-Rat Heering: Das Wachsen des Erziehungsgedankens neben dem Wirtschaftsgedankon. 4— 4.30 Uhr nachm.: Ministerialdirektor Dr. Ziortmann: Die MaachinenbaoacUule. 4.30—5 Uhr nachm.: Frl. H.' von Gierke; Naturkundlioha Entdeckungareisea in der Ktuih*. 8.80 Uhr abends: üebertxagung ans Berlin. Wohnung wieder zu erhalten. Durch den Bertauf ihre» Geschäftes und durch Aufwertung einer Hypothek waren sie wieder in der Lage, die Miete für diese Wohnung zu bezahlen, st« wollten auch Reparaturen ausführen lassen, die in dem Wohnzimmer nötig sind. Die Wände müssen neu gestrichen oder tapeziert werden. Die Wohnung ist bis heute nicht vermietet worden, da keiner die Kosten für die Ausbesserung des Wohnzimmers tragen will. Man sollte glauben, daß bei der heutigen Wohnungsnot und der unge- heuren Länge der Dringlichkeitslisten nun jeden Tag mehrere Woh- nungfuchende geschickt werden würden. Von Mitte Januar bis letzt haben nur acht Wohnungsuchende die Wohnung angewiesen erhalten. Und alle acht waren nicht in der Lage, die Kosten für den Anstrich der Zimmerwände zu übernehmen. Bielleicht ober sind tatsächlich im Schöneberger Stadtbezirk die Wohnungfuchenden so fetten wie in anderen Bezirken die leerstehenden Wohnungen. Sozialistische Arbeiterjugend gegen Schmutz und Schund. Bor den Gruppenvorsitzenden der Sozialistischen Arbeiter- jugend Groß-Berlin hielt am Sonnabend Genossin Hedwig W a ch« n h e i m ein Referat zum Kampf gegen Schmutz und Schund. Sie berichtete über die mannigfaltigen Bestrebungen zur Bekämpfimg jener Volksübel, die geeignet sind, manchem jungen Menschen recht falsche Begrssse von Kunst und Ltteratur. von Wort und Bild, beizubringen. Erörtert wurden besonders die Novelle zum Lichtbildgesetz und die Gesetzentwürfe zum Schutz der Jugend bei Lustbarkeiten und Schutz der Jugend vor Schmutz- und Schundliteratur. Mit aller Deutlichkeit wurde zum Ausdruck gebracht, daß die organisierte Arbetterjugend selbständig gegen diese Verfallserscheinungen unserer heutigen Kultur auszukämpfen habe. Auch die Bestrebungen einer staatlichen Bekämpfung von Schmutz- und Schundliteratur durch Gesetzesmaßnahmen wurden einer kritischen Würdigung unterzogen. Man nahm folgende beachtenswerte Entschließung an: .Der Entwurf eines Gesetzes zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund bedeutet eine Gefahr für die frei« Entfaltung von Kunst- und Wissenschaft. Der Begriff von Schmutz und Schund wird im Gesetzentwurf nicht festgelegt, sondern der Auslegung von Sonderprüfstellen überlassen, die von den Landesregierungen zu- lammengesetzt und deren Beisitzer jeweilig von den beamteten Vor« sitzenden ausgewählt werden. Die Entscheidungen jeder Landes- stelle getten für das ganze Reich. Damtt wird der politischen und kulturellen Reaktion, die sich m gewissen Landes- rcgierungen breitmacht, die Möglichkeit gegeben, das polt- tische Schrifttum und Kunst und Literatur der neuen Zeit zu knebeln. Nicht d« staatliche Beschränkung der Freiheit von Buch und Presse fordert die Jugend, sondern die Erziehung zur guten Literatur und wahren Kunst. Wir wollen der Jugend beides zuführen und fordern dazu die öffentliche Hilfe.' volks-Sonzerk. Auf Veranlassung des Bezirksamte« Thailotten- bürg konzertierte im Staatlichen Schiller-Theater das Orchester arbeitsloser Mitglieder des Deutschen Musikerverbandes. Kapellmeister Willy K a p p e l t war ihm wie stets ein gewandter Führer. Doch hätte bei einem elnhett- licheren Programm das beachtenswert sauber« Spiel des Orchesters noch wesentlich günstiger gewirkt. Der Egmont-Ouveriür« und Sckubert» H-Moll-Sinsonie die Mignon-Ouvertüre, dann im»weiieit musikalischen Teil u. a. Schumanns Abendlied in Orchester-Bc- arbeitung und die„Rosen aus dem Süden' folgen zu lassen, mag bei einem ausgesprochenen Propagondakonzert sich vielleicht alz un- erläßlich erweisen, um die Vielseitigkeit der Orchester-Musiker dar- zutun: für diese EonntagsMatinee war es indessen nicht die glück- lichste Zusrmrnenstrli'—o. Immerhin fanden die einzelnen Dar- bietungen bei den Hörern die verdiente günstige Aufnahme. Be- sonderen Beifall erregten aber die Borträge Bruno Schönlanks. der nach dem ersten musikalischen Teil aus eigenen Werken las. Der stimmungsvollen Lyrik feiner Gedicht« folgten die wuchtigen Rbnth. men des Sprechchorwerkes„Großstadt', und zum Schluß erzählte er zwei Märchen von der Einigkeit der Menschen, von der eben heut nur die Menschen wissen. Tote Dinge müssen da Wunder tun. um in den Menschen die Erkenntnis zu wecken, daß sie nicht ein- zelne, sondern Teile eines großen Gan-en feien. Doch nicht Biller- keit darüber klang ans Schönlanks tiefempfundenen Dichtungen. sondern der tröstliche Glaube an eine baldige, bessere Zukunft, die alle Schaffenden der Menschheit einen wird. Reichs- Selfenmesse. Vor dem Eingang der„Neuen Welt', Hasenheide, wehen zwei große schwarzrotgoldene Fahnen. Die Reichs- Seifenmesse, die erste ihrer Art, hat hier ihren Einzug gehalten. Die Ausstellung selbst verdient wie in früheren Jahren allgemeine Anerkennung. Der Aufbau ist gefällig gegliedert und weiß das ausgestellte Material ins rechte Licht zu rücken. Sämtliche Toilettenartikel sind vorhanden. Haiishattsgegenstände, deren die Hausfrau täglich bedarf, um in der Küche ihres Amtes walten zu können, sind in mannigfachen Ausführungen zu finden. Erwähnt fei schließlich noch der Aufbau dreier Schaufenster, die in auffallen- der und wirksamer Art das Schaufenster darstellen wie es war, wie es ist und wie es fein soll. Die Messe bleibt noch am Montag und Dienstag von 3 bis 10 Uhr geöffnet. Zreie 5chp1gen'elnbe Berga- Tl-rgarlen. Dl« Kngenbiveiie der Kinder der 210. und 254. Schule, Waldenlrrltrahe, findet am S an n t a a. ben 28. März, vorm. 10 Uhr, im Ufa-Pala ft. Ecke Turm- ltnd Slrcmlirahe. statt. Karten a t M. find zu haben bei BcrcwSll, Beussel- stratze 67, Ouergeb. 8 Tr„ und bei Teßmann, Stephanstr. 81, v. 1 Tr. Schweres Eisenbahnunglück bei Riesa. S Tote, 8 Schwerverletzte. Die Dressestelle der Relchsbahndirrtllon»eilt mit: Ilm 2.15 Uhr uachmlllag« sind auf Bahnhof wnelkn Itz der Strecke Elsterwerda-Riefa im Reichsbahndlrekllonsbezirk vresten zwei Güterzüge mit perloueubeförderuug infolge falscher Einstellung der Fahrstraße zusammengestoßen. E, wurden dabei drei persouen gelölet, acht£etfonen schwer und drei lelchi verletzt. Der Betrieb wurde ausrechl erhallen. Sech» Morde an einem Tage bat«in Makler in G i o ck i o n in Kalifornien in einem Anfall von sinnloser Wnt begangen. Er schoß sein« Frau, deren Schwester, die Ganin«in«S AnwaUS. serner ein verwandtes Ehepaar nnd deren Tochler nieder. Tann raste er im Auto durch bis Straßen und stürzte stch während der Verfolgung durch die Polizei in einen Abgrund hinab. parteinachrichten einleadnayen für diele Rubrik lind Verl«» SS.«. SiBbcnUtai« l für Groß-Serlin iKt* ca da»»ejltUltfreramt. kk. iof, t tr«». rechts, u richte» 8. Rrtl« Octbbnt,«iettria«. 28, mar», TU llbr. ettuntg d««II. bunnsausfcfcuffe« bei Scholz,«bolffti. 12. 7. fluis ChaitoUenburfl. Die ffunliionärlnnen der 87. nnb 33. SlbteNuna, ber Aibetterwohlfohrt und der Kinderfreund«»erden für Donnerstaa, 28. März,» lllir, zu elnez Eikung nach t»«a Rutlniui«,«iSunsszimmer 1, 8 Seien. tela KeuOTn.Bilk.«bleilunao'e'.tezl Obleute der«lternielrSt-I«1» Sonnabend. 27. März, muffen die noch fcdlenden eisten mit den Namen der Eltern, die Kinder in der Schul« haben, im Partelbureau Neckarstrahe ebotteitn meiden. Heute. Dienskag. den 23. März: 18,«t. Treffpunkt aller Senosflnnen und Eenolken zur Teilnahme an der Liniifcheruua des verllorbenen Elenoffe» SUehr vormittaas 11 Übe bei Loldbach. Binetaplad 7. 28.«bt. Di« ssunktionär, müssen mnaehend dl« SommeMstea, Deltrafls. ... mo: ien Vrcf diUye r. ulw. beim Ecnosfcn Wolter. Mcbcr Str. 37. abrechnen. 181.«bt. Nieralslfuucmelix. 7 Uhr bei Thiele. Berliner Straft« SS. Siftuna de« Bildunaeauoschulle«. Um 8 Uhr Sizuna de« Borftande» mit den SenoMnnen der W«�:icch!-Iouim:llion und mit den Um«llnttliche« Erscheinen sied trinaend aederea. antgflebmerfermmftmgen und Zschlab�nd« morgen, ZMNwoch: ».«dt. 7� Udr Abladend wl So KU EmL SttSon. Saatlufrt, nah bd 64uU. Stallschieiberstrafti. ft.«dt. 7H Mir flofilabtnb« t» folqenben Sotelen: Büttner, CAmebter Strafte 23. SlidteAt, Stlerantnftr. 4. D-br-dlaw. SminetnünbeT Str. IL Dcdlift, SdliMbttr Str. 227. SorbcIcStn, ztdeinsberqer Str. 4». 7.«dt. 7� Ubr stol, labend« bei Kribt. Strelifter Str. Si.$BB, Vera- itraft« 71. Dam,. SchlcaeMr.#. Beitau. Bfluflftt. L Diele. Bönen str. 18. i.«dt. 8 Übt im Ziationalbof. Dülawlir. 87, Dortra»:„Boltlit und Wirt. fchaft in Amerika". Rcfercut: Surt Sein!«. >.«dt. 7� Udr!�dl- und Didutierabend bei Sufendackt. Periederaer Str. 84. Bortra«:..Die Bolkofllisor««. ibre writschaftli»« und sozial« Bedeutung". Referent r Eenofs»«orl Sckuft. ».«dt. 7>4 Udr Mitoliebcrverfammliitt«. IL«dt. VA Udr dei s-dmibt. Mclefitr. 17. ffunktt-nftrüftuna. 14.«dt. 8 Udr in der Schule Putdulsrr Str. L Bortrag!..Da« vrogramm". Rtfetent;©uftat» Erkdardi. IL«dt. 7ii Udr bei©olddach. Binewolaft 7. Sa,iall«nu,". Referent:©enofse San, Wonmod. "----"-rftr. 11." Seideiberger Vortrag:.Lulturrrodleme de, �W.,____________»»_______________ nraob. IL«dt. 7H Udr bei Müller. Uferstr. 12 Ecke Martin-Opift-Straft«. Vortrag: ..Pan-Suropa". Refeteni: Willy Wödus. IL«dt. 714 Udr in der©tauen Schule,©atdenburger strafte. Vortrag: „Politik und Kultur in Somietruklaud". Referent: Dr. Schwarz. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 80.«dt. 714 Udr in der Koloniessr. 148. Bortrag:„«lironomische Plauderei". Referent:©e nasse Pallerodorkf. IL«dt. 714 Udr im Echraderdau,. Malpiaanetitr. 14/18. Ertrag:„lsreilig. raid". Referent: Dr. Mar Brie. 14.«dt. 714 Udr im«Ne:sdetm Danziger Str. 82. Bortrag: �Senk nnd der Bdlkerbiind". Referent: ssranz van Puttkamer. ZL«dt. 714 Udr im S'aldau ffrledrlchadain. Kleiner SaaL Bortrog:„Die Senfer Traadbie". Referent: W-liaang Schwarz. V.«dL TH Udr In den SchSnhaufer isessfäleu. Schdndanser Allee 128. Dar» trag:..Da, Seidelderger Parieivraaramm". Referent: Srnst Rüden. IL«dt. 7-4 Udr bei Büttner. Schwebte? Sir. 23. Vortrag:..Do, Seidelderger Parleiorooramm". Referent: Erich iiroenkel. 38.«dt. 714 Udr fiadladendr in folgenden Lokalen: Bezirke 813 dl» 88»: Podss. Lnchener s-r. 188. Bezirke 818 dl» 819: Schrdder, Bavrelassee 84. Beiirk« 824 l>>, 827: Soffmann. Lnchener Sir. L Bezirke 847 bis 855: Silgenfeld. Earmen-Snlva-Str. 5. Bezirke 8CC bis 859: Seitler. Kanzow- firaft, 1». ZL«dt. Der"adlabend findet erl!«n Mittwoch. IL März, in de» d«kannte» Lokalen liott. IL«61. 714 Ude in Schmidt,©efeksschaftswu,. ffrnchtfkr. 88». Vertrag: „Religion und Sozia l: SM u,". Referent: Dr. Krifche. BorwSrtolefer nnd ©iiss, wiükonimen. Die Bezirkdildrer laden«in. IL«dt. 714 Udr in den Eomenindälen. Memeler Str. 87. MiiENederner. fammlung, verbunden mit Borttag de,©enossen Wsch«,©«sang. Rezita, tioncn und Reigtn der Jugend. Wir Kitt«» um recht reg« Beteiiiaung. >L«bL 7 Udr in der©chulaula SamariterNr. 28. Dieser«b«nd wizd dauvt- sii»Nch der Zugend gewidmet. Vortrag de, Genossen Bruno TdeeL IL«bL 714 Udr in der Schulaula straftmannssr. 8. Vortrag:..Zugend und Sozialdemokratie". R«f-rent:©enosse«ldrecht.©esang. Reziiaiionen. Reigen der Zugend. S, wird vollzkldlige» Erscheinen der©enosse» und deren ffwmen erwartet,©iiss« d erzlich st wisskommen. 87.«dL 714 Udr In der Paftendofer Brauerei. Lanbebengee«TT et. Serterer «5enb. Auegefiidrt von der Znaendaruvve Lonbsberger BierteL«He ©enossinnen und Genossen müssen unbedingt erscheinen. 8L«bL 714 Udr in Schmidt»©esessschastehaue. lsruchtftr. 88». Bortrag: „LbUerdundsfragen". Referent: Redakteur Steiuer. 38.«dL 714 Udr in der Zurillischen Svrech stunde. Einbenfre. L_ Bortrag: „Der PSIkerbund". Referent: Ott» Bach.—«chtungl 814 Udr ebenda ZunktienSrssdllng.«drecknuna der SammeMften. �. «L«bL 8 Udr in den Blllchersiilen. vlücherKr. 81. Bortrag:..Sezialdem«. kratie und Steligion". Referent: Stadtrat Setmea. Die BezirkefÜdrer laben ein._ 4L«IL 714 Udr dei Rad«. Mchkftr.». Bortra«:„Sie mm Bauordnung von Berlin". Referent: Regierungsrat«ldrecht. 4L«dL 714 Udr I» der Schulaula fforstrr Eck« Reichenderger Sinaftl. vor, trag:„Die wli fchaftliche Lage". Referent: Selmntd Ledman». Mit- teilungen de,«bteilungeleitung. Säfte, durch©enosse» eingefüdrL der«. liÄft oiHIomincn. 4L«dL 714 Udr dei Burckdardt.©»rlifter Str.«. MifgllederuerfammTung. «dteilungsangelegendeiten. All«©eoosflnne» nnd©enosse» müssen UN. bedingt erscheinen..«.. «7.«IL 714 Uhr bei Rowack. M-ntenffelstr. 8. Bortrog:.Di,«edre» de« Bolkodegehren, und der kommend, Bolkseuischeid. Referenz: Karl Setzfchold. ed-el-Uend»-«.«.«dt. 714 Ut, dei Triller. BerNchinvnftr. 7. zur Mrderuug de» iniernoUonolen Gedanken,, uiefttent.©enaffe lflaetke. — bL«iL 71» Uhr Aahlabende. L©tuppe:©Fgert. Wallftr. � 90. 9.©nippt: Reimer, ffiilmetdiotfct Straße 21..�7' Kruppe: Bohne. Schloftftr. 45.- bL«bL 714 Uhr dei Iookowiack, Soltztudarffftr. U. Vortrag:.Die preußisch« Justiz." Referent: Dr. Sillgfodn.— b7.«bL 714 Uiir©eneralversammluna der«dleiwng bei Tdunack. Wielandstr. 4. Taaeeardnung:-TälinLU-de-lcht und Wahl de,«bicilungtootftanbe».* Preßkommissionsb-richt(©-uost- H. Sühn.) Sugeudfr-g-n(©enosse Drucker). Wielandstr. 4. g. Wahl de« Abieilunnevornande,.— rs.«»>.• uijr»oibiiwk. fommlung. Bortrag:.Der Stand der«rbeit-g-f-hgedung. Referent: tl.«bt. �°ff?!ede»-n. 8 Uhr im 9ial, kellet,«m Lauterplatz, i�sellsi�ft� , immer. Bortrag: Internationale sozialistisch« FriedenspolUiL Refe- rent: Arttir Eritpien, M. d. R. 8L«bi. Steglitz,«iaderfrennde. Mittwoch, 24. März. 714 Uhr. bei Thiel. Albrechistr. 87. wichtige Elternnersammlung. Bortrag:.Da» Werde» und Wirken dee Kindeefreund« und der SAJ. Referent: Iugendgenoss» Schuldig. Bezirksfüheer find besonders eingeladen. 8L«bt. aBotienbotj. 714 Uhr in der Schulaula Känigstraß«. Bortrag: „Märzgedankru." Referent: Erich«uttner, M. d.«,' «7.«dL Lichtenbeeg. 71» Uhr bei Brunn, Türrschmidtlk. 40. kiortrag: .Die Revolution von 1848." Referent: Otto Meier. M. d. L.«lose. Eitelstraße, Ecke Rupprechtstraße. Vortrag:»Dl« Revolution»on 1848. Referent: Waldemar von Puttkamer. 138.«bL»einickendors-vst. Di» Bezirkokasf�er�werde». h�tt ddn�nd «rsuchk, iasfierer. rechnen. Säumige______------------„-------..•_- abend« in folgenden Lokalen: L bi, 3. Bezirk: Lehman», Sauotstr. 56; 4. dt« 8. Bezirk: Seebad, Jugendheim: 7. bi» 10. Bezirk: Steindach. Schillerp romenad» 43: IL bt» 14. Be„rk: Kunze, Seefit. 28; 18. dl, 18. Bezirk: Neumann, Provinzstraße, Eck« Pankower Alle«._ 1««bL Waitwannolnst. 714 Uhr bei Dreißig, Waidmannstr. 4. Vortrag: .Bereinigt« Staaten von Europa." Referent: Wilhelm Richter. Arauenveranstallungev: S.«KL Diendag. den 2L Diät», 714 lyr. bei Sie*. BotfuMit,»• Bot» »mo- Der moderne SozloIUmu,.* Referent: Karl Litte. *4. Vbl' Reulb»». Mittwoch, den 24. Mär», 714 Uhr, dei Günther, Schiller. pconunabc 11. Portrag: �cünlultur." Referent:©enosse©otthelf. ©äst« willkommen. � Znngsozialisten«rnppe SSden- S«lt-. Dtenotag. den 28. März. 8 Udr. k» der Juristischen Sprechstunde. Llndenstr. L Bortrag: �oziosa�e." «rd.tt.°g?wcins�tt�de.�°Kinderfrennde.©rnp» SiegNtz.� Jeden Dien.tog 4 di, 8 Uhr Spielnachmittag im Zugendheini, Albrechistr. 4.(Stadtpark). Sterdetafel üer Grok'öerliner partel'Grganil'atton� "m! a?end>.... nachmittags-»w»»»»—., �— Im. DK bitten um rege Beteiligung........ h),.A t�r, tl.«dt. Am Donner, log. den iL März,«rschied psktzliq durch Serz. schlag im 45. Ledensiahr« unser©enosse Otto Schmidt.— Binäfchttung om Niltwo». den 24. März, abend» 814 Uhr. im«rematorium©erichtstraft». Wir bttten. um�L Sonntag, den 21. März, oerstard unser kanglähriger©«. '8-f DU bitte« Ü» reg« Beteiligung._ vriefkasten der Redaktion. S A Marienders. Mit 880 M. wer tat porige» Jahr da«©risse»»- urfnimunTbet Manatsged-lt�adlun««» angesetzL WeNerderichl der öfim'Nchea we lerd euslslelle sür Berti«.'Nachr. Perl) Wechselnd deirö.« und weilerdin kalL Ke-ne erheblichen Ni-derlchiäg«. SSr Vt» L« Lüden und Osten stellenweil« eiwas Gchnee. Ueberall kaii. Ein Zrauenturnfeft. Was die.Freie Turnerschaft Groh-Berlin� an ihrem Werbe-Turn» und»Sportfest der Turne- rinnen am Sonntag den Zuschauerinnen zeigte, war das Hohe- lied der Leibesübungen. Die Leitung des Festes hatte es verstanden, für eine musterhaste Durchführung der fünfzehn auf dem Programm verzeichneten Darbietungen zu sorgen; Zug um Zug folgte eine Vor- führung der anderen, wobei glänzend«, freiwillige Disziplin, Ruhe und Ordnung herrschten. Der von Haus au» mitgebrachte Anstand, der in der Erziehung»- ule der.Freien Turnerfchaft"' zu freiwilliger Unterordnung im «trieb des Ganzen und zu schönem Pflichtbewußtsein entwickelt wurde, drückte der Gesamtveranstaltung von vornherein den Stempel auf. Wie der Name de» Festes schon sagte, kam es den Turnerinnen der Freien Turnerschaft Groß-Berlin daraus an, ihren Geschlechts- genossinnen zu zeigen, wie man in der I u g e n d und auch im v 0 r- geschrittenen Lebensalter Leibesübungen treiben kann und soll. Die Absicht ist vollkommen gelungen. Nach einem E r- öffnungslied der erstmalig auftretenden Sängerriege de» Derein« zogen Dertreterinnen der einzelnen Frauen- und Mädchen- abteilungcn mit Gesang in die groß« Zentralturnhalle. Schon rein äußerlich bewiesen die Turnerinnen ihre Abkehr vom Alther- gebrachten: keine beengende, feste Kleidung, kein.warmes" Woll- Hemd oder dergleichen; in einfachen schwarzen Badetrlkots kamen sie, viele sogar barfuß. In den Festfreiübungen, die zum Turnfest des österreichischen Arbeitcrturnerbundes vor» geführt werden sollen, in den„1 l>- M i n u t e n- F r e i ü b u n g e n für die Frau", in den allgemeinen Werbefreiübun- gen kamen dann die Uebungssysteme zum Ausdruck, mit denen der Verein seinen weiblichen Mitgliedern Erholung. Körperträstigung, Körpererziehung und-ertüchtigung bringt. Das Geräteturnen und besonders das B a r r e n t ur n e n der Frauen zielte nicht dar- auf ab, Kunstturnerinnen zu erziehen. Hier wurden Körperübungen unter Zubilfenahme von Geräten gezeigt. Warum sollen nicht Frauen, Mütter diese herrlichen Uebungen"mitmachen können? Die Turnerinnen im weißen Haar gaben gestern«ine z u» stimmend« Antwott. Einige sportlich« Konkurrenzen brachten Kampfgeist in die Halle»- der H 0 ch s p r u n g, der L a u f und ein Handballspiel waren schöne Leistungen. Eine geschickte Regie hatte zwischendurch Singspiele, lustige Spiele und Spring- seilübungen nach Musik eingestreut. Frohsinn und Lachen, Freude und kraftvolle Lebensbesahung ergaben sich dabei al» Folge systematischer, dabei leichter und angenehmer Körpererziehung». arbeit. Da« Fest wird der Freien Tnrnerschast Groß» Berlin viele neue Anhängerinnen bringen. Einige Resultat«: Sockfpr»«,! HauWle-Often 1,40 Meter. S. O. nnd©. BTeuI-Oflen 1,88 Mtr. — BtannWaftmocitnaa: L Bezirk Osten 8,40 Meter. 2. Bezirk Weddlna 435 Meier. 8. Borben 4.70 Meier. Bester DhrrtWämitt 1,35 Meter. Sand. dalli 1: 0 für Weiß.— BendeTstakettr! 10X40 Meier, eine Stirb«. L Lauf: L Borten N 1.16 Min. 2. Südost 1.18 Min. 2. Lank: L Osten 1,1« Min. 2. Silben 121,2 Min.— Rnndstasette, 80 Meter Bodnlänne, 9 Runden, 0 Siwferinne». 1. Lauf- L Borben I 2,1794 Min. L Südosten 2,1714 Min, 2. Sauf: L Osten 23 Min. L Süden 2.9H Min. Waldlauf de,.Sportvereins Moabit-. Durch das überraschend gut« Wetter begünstigt, fand am Sann- tag der Waldlauf des.Sportvereins Moabit" statt. Die Beteiligung war entsprechend rege. Die Gleichwertigkeit der Star- tenden äußerte sich in scharfen Kämpfen aus der Strecke, welch« den Läufern ihr ganzes Können abnötigte. Erst die letzten 1000 Meter brachten die Entscheidung. Der Mannschaftskamps der Männer spielte sich zwischen ASE. und„Moabit" ab, da ein Teil der ge- meldeten Vereine zum Mannschaftslaufen nicht voll antrat. Nach- stehend die Resultat«: 5000 Meter. Männer, offen kssr alle: L ffritz Blanke nbifto(Moabit) 17 87,0: 2. Bendin(©ermenborf). Crfilinrie; L Sensibel sMoadtt) 18:15.8: 2. Setfurtb(Moabit),«nfönnet: 1. friede(351ilmer&batf) 17:53,2; 2. Stoeblet Oilmrrsdotf).— Schwimmer: 1. SclffatH(Bert. Sibwimm.Union): 2. Reh- deea(Verl. Schwirnm-Union).— Jnqend WM, etwa 8000 Meter: L Rornenat (Schänedera) 13:8.6; 2. Obotf(fflr.-Berlin-Boxben).— Zuflenb 10/11: 1. Poll. witz(Moabit) 12 58: 2. ssriebrichsen(Moabit).— Zuoenb(Schwimmer) 08/09: L BekicenM tVorwärt») 12:37.8: 2. Bokirbecf(Bormärt,).— Rannschast». wertung, Männer: Moabit I 8 Punkte: AST. I 14 P.: Moabit 11 23 P.: Moabit IN 37 P.: ASE. n 42 P. Z>>«end 08/09: Moabit 17 P. lO/U: Moabit 23 P._ Hilfe für die Ireibadverelne! ' Ein notwendiger Protest. haben die ll>__ L__...... ?«legen sein lassen und die sich im.Z« n t r a l v e r b a n d Per- in er Freibadvereine" zusammengeschlossen haben. Die Dereine haben unzweifelhaft viel Gutes im Freibadwesen geleistet. Sie stellen Rettungswachen, die der Rettung Cr- trinkender dienen und die für sanitäre Hilfe jeder Art allen Frei- badbesuchern gegenüber sorgen. Die Mitglieder achten daraus, daß in den Bädern Ruhe und Ordnung herrscht, und sie unter- stützen das berufliche Aussichtspcrsonal in jeder Weise. All das ist von den städtischen und staatlichen Behörden, im besonderen aber auch von den Freibadbesuchern, immer dankbar anerkannt worden. Die Freibadvereine setzen sich naturgemäß aus der arbel- tenden Bevölkerung zusammen und sind infolgedessen finanziell nicht auf Rosen gebettet. Zur Aufrechterhaltung und zum Ausbau ihres freiwilligen Helserwerkes haben sie sich mehrfach mit der Bitte um finanzielle U n t e r st ü tz u n g an die Etadtgemeinde Berlin gewandt, leider bisher 0 h n e E r s 0 l g. Di« Lcrhandlungen. die die Vereine mit dem Magistrat Berlin führen mußten, kamen in einer P r 0 t e st v e r s a m m l u n g. die in der vergangenen Woche Im überfüllten Saale des Lehrervcreinshauses stattfand, zur Sprache. Nach einem Vortrag des Genossen B u ck von der.Zentral- kommission für Arbeitersport- und Körperpflege" über die Notwendig- ketten der Körperertüchtigung und Körperpflege unter besonderer Berücksichtigung des Schwimmen», berichtete Genosse Stein über die Berhandlungen Der.Zentralverband der Freibadvereine" hatte im vorigen Jahr« den Magistrat darum ersucht, für die Frei- bäder je einen Rettungskahn,«ine Tragbahre und einen Sanitätskasten zur Bersügung zu stellen. Nachdem die" n- gäbe den üblichen behördlichen Instanzenweg durchlaufen H—i«, antwortete endlich da»— Rettungsamt der Stadt Berlin im ablehnenden Sinne. Bei der bisherigen Einstellung des Ma- gistrats war gerade vom Rettungsamt nichts anderes zu erwarten. Daß aber das Rettungsamt den Freibadvereinen empfahl, alte, ausrangierte Rettungskähne, die aus dem öffentlichen Gebrauch zurückgezogen und auf den Müllabladeplätzen ab- gesetzt worden waren, gegen gutes Geld anzukaufen und zu reparieren, ging den mit diesem Angebot Beglückten denn doch zu weit. Die Bereine haben denn auch dieses hochherzige Angebot dankend abgelehnt. Interessant ist auch noch solgender Fall: Das Bezirksamt Köpenick hatte in verständnisvoller Anerkennung der Tätigkeit der Freibadvereine 500 M. für Rettungsutensilien be- willigt. Der Stadtkämmerer hatte diese Summe rücksichtslos gestrichen, obwohl der Magistrat vorher die Freibadvereine an ie Bezirksämter verwiesen hatte. Der.Zentralverband der Frei- badvereine" ist nach diesen ergebnislosen Verhandlungen schlichlich zu der Auffassung gekommen, daß die Freibadoereine dem Magistrat ein Dorn im Auge sind. Sie wandten sich deshalb in ihrer Protest- Versammlung an die O e f f e n t l i ch k e i t, om auf diese Weise eine Unterstützung durch die Stadtbehörden zu erlangen. In der Diskussion sprachen u. a. die Stadtverordneten Genosse Clajus, der als Geschäftsführer des Freibades Wannsee mitten in der Bewegung steht und die Freuden, aber auch die Leiden und Schmerzen der Freibadvereine genau kennt, und Kreuziger. Sie sagten nicht nur di« weitestgehende Unterstützung der berechtigten Forderungen der Frelbadverxine durch die sozial- demokratische Stodtverordnetensraktion zu. sondern wiesen ihnen auch den Weg, wie sie in Zukunft ihre Anträge Wirkung?- voller anbringen könnten. Die Versammlung nahm schließlich eine Protestresolution im Sinne des Referates des Genossen Stein an._ Gpmnostit. Die Erkenntnis, daß die Gymnastik zur Gesundung de» ganzen Menschen führt und für dauernde und gute Gesamt- leistungen die Boraussetzung ist, hat die Zahl der Gymnastiker un- geheuer vermehrt. Im folgenden sollen die verschiedenen technischen Auffassungen von der Gymnastik unter dem Gesichtswinkel der Zweckmäßigkeit betrachtet werden. .... praktischer Natur in Zu- kunst noch zu erwarten. j Eine Umstellung der amtierenden Techniker auf den neuen Lehr» floff ist daher unbedingt notwendig. Ein Festhalten am allen he- deutet Selbstausschallung aus unserer vorwärtstreibenden Bewegung. Die gymnastischen Uebungen werden vielfach noch in unzweckinäßlgec Weise mit dem allen Frelübungssystem verbunden und bei Festen. Bühnenoorführungen, beim Plag- und Hallentratning wird immer wieder versucht, die Uebungen in derselben Form den Zu- schauern darzubieten, wie es bei Uebungen nach dem alten System der Fall war. Als moderne Gymnastiker müssen wir den Dersuchen, die Uebungen in der genannten Weise zu demonstrieren, ganz energisch ablehnen. Die gymnastischen Uebungen unterscheiden sich grundsätzlich den Uebungen aus dem allen Freiübungssystem. Während die körperliche Durchbildung bei den modernen Gymnastikern in der Bewertung einer Uebung an erster Stelle. Sollen die gymnastischen Uebungen im Taktmoß oder individuell ausgeführt werden? Die Meinungsverschiedenheiten treffen in dieser Frage hart aufeinander. Die.Alten" sagen, es müßte alles nach Befehlen gehen, nur dann sehe die Uebung schön aus. Die .Iunjjen" sind vielfach von der Nichtigkeit der neuen Auffassung noch nicht vollständig überzeugt und können oft den»Alten" nicht sicher genug entgegentreten. Nur wenige haben die Willenskraft, bei den Uxbungen bis zur Gienz« ihrer Leistunasfähigkeit zu gehen; deshalb hat der Zuruf nicht den Zweck, alle Bewegungen gleichmäßig ausführen zu lassen, vielmehr sollen die wichtigsten Bewegungen in den Uebungen wir- kungsooll durch den Zuruf unterstützt werden. Aus der Erfahrung im sportlichen Betrieb kann folgendes emp- fohlen werden: Bei Massenvorführuiig hebt ein takt- mäßiges Uebea den körperlichen Wert der Uebung auf und ist daher unzweckmäßig. Mit individueller Ausführung sind die Erfolge groß. Sollte Gymnastik auf der B ü h ne gezeigt werden, so kann, weil sich der Körper des Gyinnastikers dem Auge des Zuschauer» besser darbietet als auf Sportplätzen, wo die Entfernung vom Zuschauer zum Uebcnden größer ist, nach Takt geübt werden, jedoch m>r bei Schnelligkeitsübungen. Eine gut vorgebildete Gruppe demonstriert die Ghinnastil am besten ohne Takt. Im Platz- und Hallen- betrieb find die Uebungen nach Takt zumeist unangebracht. Die gymnastischen Uebungen werden vielfach gemeinsam geübt. Es kommen also hierbei beide Geschlechter und Anfänger sowie Fort- geschrittene zusammen. Die körperlichen Unterschiede sind daher so groß, daß das Ueben im Takt für einen Teil der Uebenden eine Hemmung und dadurck) eine Verminderung des körperbildenden Werte« der Uebung bedeutet, während der andere Teil den der Uebenden eine Ueberlastung erfährt, die oft den Uebenden zuin Schaden ist, zum mindestens aber ihnen die Freude an der Gymnastik verleidet. Ein Ueben im Takt, d. h. mit Zuruf, ist unter Beachtung der Zweckmäßigkeit nur möglich, wenn gleich veranlagte Sport- treibende in Gruppen von höchsten» acht bis zehn �Uebenden zu- sammengefaßt sind. Diese Uebungsform hat den Vortell der besseren Beabächiuiigsmögllchkeit durch den Leiter und einer intensiveren theoretischen sowie praktischen Durchbildung der Uebcnden. Die Atmung während der Uebungen wird leider wenig be- achteL Immer wieder findet man übende Genossen, die krampfhoft bemüht sind, dl« Atmung während der Uebungen zu unterlassen. Noch Beendigung der Uebung stehen sie mit hochrotem Kopf da und schnappen wie ein Fisch nach Luft. Eine richtige Atmung während der Uebungen erleichtert die Herzarbelt, während ein Fest- hallen der Lust eine Pressung der inneren Organe und somit auch der Blutgefäße zur Folge hat. Erich Lippsrt. Kreissportwart des 1. Kreises. ...." i&ZS Stand der AußbaMpiele am 14. MSrz. «new Spiele ge- unent- wpnnen schieden ve» loren Punkte Stralau..... Adlershof.... j Treptower«oH-AIub., .Oberspree Frisch-Frei...... Ylchte-SUdolt..... AII-GIlenicke..... Verein für Bewegung., Lustig.Fiedel..... Aeutd'N....... Merkur....... Offen, Abfeilung A: Pertba....... Taemania...... Berliner Eporl-Perein 22 Dorwärt, 20..... Lichtenberg II..... Sadowa....... »erlinn Sport-Berew 1B Beigensee...... Zkeuenhageu..... Lichtenberg IM...... Lichtenderg I...... «ritannia....... Aekania........ Brandenburg 02...., Sparta........ Lomet......... Letfchendorf...... Germania....... Friedrichshagen..... Taad-rs........ «ei schbnsie» Fusiballwettn gingen dt« Solei« ohn» grobe Ueberraschung vorüber. Udler« schwa Wacker 20 erwartungegemäb mit 1: 0. cheloetia tnubt, sich vom veltener Ballspielklub mit 0 i« geschlagen debenn»». Nur knapp gewann Fichte-Gesuntbrunnen gegen Union-Pankow mit 1: 2. Minerva blieb durch ein 2:1 über Fichte-Nord siegreich. Arminia konnte sich durch «inen i: 2.Ei«g die Führung in der Gruppe O erringen. Amateure waren die Unterlegenen. Gin großer Tordunger scheint w Tegel»» herrschen. Sport. »«rein 22 trat mit 1: 15 Toren die veimreis« an. Erst kur, vor Schluß konnte Siemensstadt mit 2: 1 über Ginigkeil triumphieren. Spandau 05. die lang« kleit mit dem Spielen-usseßte. mußt« sich von Adler 12 mit 1: 11«elchlagen bekennen. Gin bi»»ur Kalbteit ausgealichene» Spiel lieferten sich Teutonia und Alemannia. Gilt nach der Pause ließen die Teutonen nach und konnte Alemannia mit Z: S al, Sieger den Plaß verlalsen.— Z« Osten konnte Stralau seinen Sieges, ug fortseßen. Frisch-Frei mußte sich, nachdem sie schon mit 1:0 in Führung lagen, noch mit 5:5 arschlagen bekennen,«inen harten Lampf lieferten sich Ablershol und Berein für Bewegungsspiele. Mit Glück konnte Adlershof mit 4:5 als Sieger den Plaß verlassen. Oberfpr«« konnte durch Verschulden de, Merkur-Torwarts mit 2: 1 über Merkur gewinnen. lleberlegen mit 5: 0 gewann Hertha 22 Uber Vorwärts 20. Räch hartem Kampf gelana es Lichtenberq III. über Sparta mit Z: 2 siegreich ,u bleiben. Im Gesellschaftsspiel schlug Lustig-Fidel nach fairem Spiel Lichtenberg I mit 5:2.— Im Südwesten Zeigte Brandenburg seine Ueberleaenheit über Schdne» berg mit 7: 1. Rüstig-Vorwärt» mußte sich ron Stern-Stegliß mit 0:5««. schlagen bekennen. Nach vollkommen ausgeglichenem Spiel gewann Morien. dorfer Sportklub Über Lucken wald« M mit 2: 1. Gin bracht 25 gegen Kreutberg Mehr Sicherheit für Wassersportler. Der unter dieser U«berschrist in der Arbeitersport» b e i l a g e vor 14 Tagen erschienene Aufsatz hat un» ein« Reihe von Zuschriften gebracht, die in ihrer Mehrheit über dos Ziel hinausschießen. Am beachtenswertesten erscheint die Anregung, die ein Vorstandsmitglied der ,V e r k e h r s w a ch t" macht und der wir in ihrem sachlicken Teil gern Raum geben. Selbltoerständlicy, so schreibt der Einsender, gibt es unter den Motorbootfahrern auch unliebsame Elemente, denen es an der nötigen Rücksicht auf die anderen Sportarten mangelt: aber in jeder anderen Kategorie der Sporttreibenden trifft dies auch zu. Mit dem gleichen Recht lönnte man auch vom Paddler, Ruderer lind Segler die Führung eines Nummernschildes verlangen; denn zahlenmäßig werden von diesen Booten sicherlich mehr Uebertre- tungen der wasserpolizeilichen Verordnungen stattfinden, als von allen Motorbooten zusammengenommen. Es wäre viel besser, für den Wasserstraßenverlehr ein Gebilde ähnlich dem der für den Land- verkehr geschaffenen.V e r k e h r s w a ch t" ins Leben zu rufen. Genau wie die Verkehrswacht, müßte die ,W a s s e r w a ch t� für Selbstzucht und Selbstschutz der ihr Angeschlossenen wirken. Der. trauensieute aus den Reihen der einzelnen Sportarten müßten sich die Belehrung ihrer eigenen Sportkameraden zur Aufgabe stellen. Dann wird jeder einzelne im Laufe der Zeit zur Rücksicht aus seine Mitmenschen erzogen werden. Nicht nur der Motorbootsportler, auch alle anderen Kategorien haben Erziehung zum Teil dringend nötig. Die Pollzei sollte man aber mit diesem Erzsehungswert verschone«. Dies« von fachmännischer Seite gekommene Anregung ist schon deshalb beachtenswert, weil sie die von uns gerügten Mißstände anerkennt. Sie läßt allerdings immer noch die Frage offen, wie selbst die„Walserwacht* die meist gar nicht erkennbaren Motor- bootbefitzer feststellen will. Vielleicht geht es doch nicht ohne Nummernschilder._ Achtung,«rbeitersportter de, Dsteust Da» Lichtenberger Stadion steht den Arbeitersportlern ab 15. April mit sämtlichen Plätzen zur Verfügung. Trainingstage sind Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Die Laufbahn steht uns am Dienstag und Donners- tag immer zur Verfügung. Am Sonnabend darf die Laufbahn nur benutzt werden, wenn am Sonntag keine sportlichen Veranstaltungen statksintxn Auch"st das Training Sonntags vormittag» nach Rück- sprach« mi« dem Siadionoerwulter möglich Dereine, die gewillt sind, im Stadion zu trainieren, melden sich beim Verwalter des Stadions, Telephon: Lichtenberg 1551. oder bei Erich Lippert, Berlin-LIchtenberg, Mozartstr. 7. Di« Vereine de« Ostens werden aufgefordert, ihr Training In, Stadion zu verlegen. Ein ganz moderner Spielplatz mit allen Geräten(leider noch ohne Schwimm- bassinl steht uns zur Verfügung. Bis letzt haben die Arbeitersportler drei Tage für sich allein gehabt. Soll dies« Trolningsmöglichkeit nicht verloren gehen, so muß dafür gesorgt werden, daß da» Stadion an den für uns de- stimmten Tagen stark benutzt wird. Am 25. m« T. SmH tznbet hl ftaN* da» ®a» Fabraeld beiräpi mit Melde. M» m t»■*----'«--- 4 f||..1. v, jmwmmnxmrrr ve» l» 0*4111», »««irki.Ninberspvrtiesi ftott. nett für Hin. und RNckfobvk per Sender»»« für ginver UN irr 10 Ioliren 2 über 10 Iobre 2,50 M. Folrr»elt»B weiden noch bekanntnexeden. All« verein« senden bi» 50. April Teilnebwereobl und RelduiM an Willy Rod«er. Nieder- schdnewetd«. vrißer Sir. 5. Ale Werktompf: l. Kinder bi» 12 Jahren dv-Meier-Lanf 1l Sek.. Weitsprun« mit Anlauf 2.50 Meter. Ballwritwurk 15 Mrter: 2. Kinder über 12 Iadre: lOO-Meter-Lauf 15 Sek.. Deiifvruny an» dem Siand l.50 Meter, Kunelsioßen 4 Meier, je 15 Zentimeter 1 Punkt. Al» Stafetleu bi» 12 Zabren 10X50 Meter Rundbabn. über 12 Zabr, 5X100 Mrter Nundbahn. Al« Sander- varfübrun» am Sannt»«. 27. Juni,»eint die l. Gruppe ei» Gwlnrnen. bi« 2. Gruppe Hammerfchwivae». bi« ü. Gruppe Gruppen sieüunaen. vi, Frei- übvnnen erscheinen demnäckB im Kretamitteilunaablatt. Welche Perein« künne» am 25. Juni ante Bübnenauffübrunaen«einen 1 Auch da»u baldieü Meldunpen. Arbeiterspaetler, Spiellentel Sie Stadtprupp« der Arbeiter-Turnrrspielleute Grvß-Berlin» veranstaltet am Sonnabend. 20. Mär,. 5 Übe. im Strandschloß Tegel tdren ersten Unterboltungsabend. Krrivreckriene, Barren fMSnner Teael). Frriarupnen fKnaben Taaell. Bolfatän�»«(Mädchen TegeN, rhythmische Tän»« sIuimmähchen Fichte#«). Weit streit her Spielleute Nauen und Staaten. Nachdem die beiden bnmaristischen Borführunaen„Die Kiste au» LeivZig� und da»„Feuer in der Bardierstube'. Saraus Tan». Gintritt inklusive Tan» 1 M. Gintrittsbarten bei allen EpieNeuten und an der Kasse. Freie Nnberer und Kannfahrer, 1. Kreia. Dienstaa, 25. Mär», 7*4 llbr, Aula der Walirr-Ralhenau-Schul«. NeukSNn, Boddinstr. 50—42. Filmvor- fübrun«. 1. Di« neue Großmacht. 2. Der Nuderlehrfilm. Towristenverei»„Sie Naturfreunde�(zentrale Wienl. Abt. Narbe»: Sienota». 25. MSr». 5 Uhr. im Seim Sonnenburner Str. 20, Zimmer 5. Bar trag:..Mär»".— Abt. Prenigauer Per»: Donnerota». 25. Mär», 5 llbr, im Iuvendheim in der Schuir San»i»er Str. 25. Vortrag dr» Grnossen Beb- rotter. Gäst« ber»lichst willkommen.— Mnfikgemeiafchaft de« W«rbebe,Irk» Narben: Mittwoch, 24. Mär». 7*4 llbr. wichtige Uebungsstunde beim Genossen Lebmann in der Saudystr. 2l. Alle Spieler haben unbedingt»u erscheinen.— ve»lrk Tiergarten: Sonnw«, 25. Mär», Männerfahrt nach Griner— Kienboum— Sangelsber«. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Bellevue. Mädelfahrt nach dem Kindel. Abfahrt 6,58 Uhr Bhf. Gesundbrunnen bi» Sermsdorf. Frei« Schwimmer NenkZIn G. B. Die Wettkampfmannfchaft ladet alle Mit- «lieber und Bereine»um Frühlingsfest in die Passage-Fesifäle, NeukSlln, Berg» stvaße. ein am Sonntag. 28. Mär», 5 Uhr. Billett» an der Kasse(75 Pf.1. Märkische Spiel-erriaignog, Be». Osten. Der Bortraa de, Genossen Duncker über„Proletarische Welt» und Lebensanfchauung" findet beut«. Dienetag, 25. Mär». 7*4 Uhr. bei SchSnicke. OberfchSneweid«, Wilhelminenbofstr. 21. statt. Freie Kannfahrer Berlin e. v. Bootshaus: Köpenick, Marienstraße(Sta» dion). Mitgliederversammlung am 51. MSr».„Jdealklause", Neukölln. Ma. reschstroße 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Anfragen an Artur Fechner Gckertstr. 15. Bundeatag der Sehachspieler. Pom 2.— 5. April b. 5. findet in Jena im Gewertschaftshau, der 4. Bundestag de» Deutschen Arbeiter-Schochbunde« statt. Außer den Derbandlungen findet die Austragung der vundemneisterfchaft statt, die bereits am 51. MSr» tdren Anfang nimmt. Auch Städtewettkämpfe werden auogetraoeu. Aeußerst spannend dürfte der Städtewettkampf Nürn- her«— Berlin werden. Bcrbunden ist die Tagung noch mit einer Ausstellung von Echachmaierial und Echochliteratur. Die offi»iell« Gräffnuna erfolgt Freitag. 2. April, nachmittaos 2 Uhr. Sonntag. 4. April, wirb«in Demon» IkrationRng sämtlicher Teilnehmer erfolgen. Interaatianaler Bolkam»? LeManh— Berks». Am Mittwoch, 2«. Mär». 5 tlhr, veranstaltet der 4. Kreis de» AABD. im Schwei»erqarten. Am Friedrichshain 29/32, einen internationalen Kampftag. Segner ist die kombi» nierte Ländermannfchaft Leitland» aus Riga und Mitau. Arbeiter.Nadfahrer.Bund„Solidarität". Sa» 5. Achtung, Obleute»am Ouartierausfchußl Sißung Donnerstag, 25. MSr». 5 Uhr. bei Müller, Schän» leinftraß« 5. Quorti erlisten mitbringrn. Die Iugrnd der Freie- Tnrnrrfchoft Lichtrubeea-Friedrlchafeld» vreanGoliet Sanntag. 28. MSr», 7 Uhr. im GSotiien-Lmemu. Lichtender». Nathansstraße. eine MSr»feier. Gintritt frei. Freie Turnerschaft»roß-Berlhe. Wassersportler: Donnerstag, 25. Mär». 5 Uhr. bei Kutscher. Urbanstr. 90(nahe Lermannstroßel. Bersammlung aller Mitglieder mit eigenen Booten. Auskunft erteilt Alfred Kirch. Berlin SW 29, Mittenroalder Str. 50. Kartellb«»irk 5(Friedrichahain). SämMch« verein«»nd Abteilungen boten umgehend vom Genossen Kirchmann die Werbefwgblätter für die Schulentlasse» neu ab. ?tos See Partei. Äatri Schwer gestorben. In Reichenberg ist einer deriltesten Borkämpser des deutsch-böhmischen Proletariat», Karl Schiller, im 76. Lebensjahre gestorben. Schiller war seit den siebziger Jahren in der Arbeiterbewegung rastlos tätig. Besondere Verdienste hat er sich um die Einigung der Arbeiter im Reichenberger Gebiet noch vor dem chainfelder Parteitag erworben, als er emen Verein gründete, der die Anhänger beider Richtungen vereinigte. Nach dem Parteitag in Hainfeld wurde er der Gründer des.Freigeist"' und war auch durch mehr als 3l) Jahre sein Ver- walter. Er konnte den Ausstieg des Blattes bis zuin Tagblatt er- leben. Nach dem Umsturz trat er in Pension und tonnte noch am 22. Oktober in voller Rüsttgtett seinen 75. Geburtstag seieru. Sozialististbe �rbeitersugenö Groß-öerlin. Achtnag, Abteilungsleiter! Da bi« Anträge für bi« Grlaubni» der Spiel. pg!ß< für du» Iobr 1925 einnmlcht werden müssen, bitten wir um Abliefeiuna der alte» Genehmigungen. Gymuastikkurfus beute. Vtensta«. 1% llbr. im Jugendheim Linden str. st. Heute, Dienstag, den 23. März, abend, 7% Uhr: Gefnudb rannen: Schul« Gofrn bürg str. 2. Vortrag:„Religion und Kirche". — Wedbing/Ülprd: Schul» Müllerstr. 48. lo-Minutr»-Referate.— Prratlauer Vorstadt! Schul« Da»»ig«r Str. 25.„ffreibeitadichtrr."— Searfrlde-.Piertel: Säuii» Gderswaldrr Skr. 10. Vortrag.Prvietarisch« Iunrnddeweguna".— Schä»hanser Vorstadt Ii Schul« Ibsen str. 17. Vortrag:„Körperkyltu» und Kleiduna".— Gbarlottrnbnrg! Jugendheim Rostnenstr. 5. Ostrrfabrtbefprrchun«. — Kasenheid«: Badeonstalt Bärwaldstroße. Seinrich-Zille-Ahend.— Nenkäll» V: Jugendheim Schirrlestr. 44. Bortrag:„Iucnfc und Großstodigelabrrn".— Rrinick» Udars. Ost! Iuaendbelm Seebad. Rrsth«n»Nraß«. Bortrag:„Gntwick. lun« des Mrnfchrn oan der Ur»«it".— lrarl: Iuaendbeim Bohnbofstr. 15. Aussprach«:..Unser, Ostrrfohrt".— Rleberschlnbausen: Schul« Blonkendurger Straße 50. Vortrag:„Die Nevowtion", II. Teil.— Spant an: Jugendheim Lindenufer 1. Ferdinand Freiligrath". Vorträge, vereine und Versammlungen. LRv Reichsbanner. Schwarz- Rot-Gold". WWW Geschäftsstelle! verlin S. 14. Seboftianstr. 57«. cha» 2 Tr. Friedrichsbai». Do., d. 25.. 7*4 llbr, Mit«l..vers. Frankfurt«! *•» Sof. Frankfurter Alle» 113.- Irmprlb»«. Mi., b. 24.. 7*4 llbr. verband volksgesundheit, Gau vrrliu. OessentNcher Portvag mit Licht» bildern Diensiog. 23. Mär». 7*4 Uhr. Echuloula Infelstr. 213.„Die kvlprr. lichen und seelischen Leiden der Liebe". Referent: Dr. Karl Besser. Assistent am Serualwissenschaftliiten Institut. Eintritt frei. githerNub Sarmonic-Srika. Dienstag. 3 Uhr, Ewald« Bereinshau». Ska» Nßer Straß« 126. «er band der Lnngrn. und Tubrrkulaseerkrankten Deutschland». Geschäft». stell«: Berlin N. Schönstettstr. 1. Bezirk Scköneberg: Mitgliederversammlung Mittwoch, 24. Mär». 7*4 Uhr. hei Fredde. Belzigor Str. 3. Der»rn,eitliche Vbstbaumschnitt. Vortrag in der Obst, und Gemüse» abteiluua her Deutschen Sartenbau-Gesellschoft am Donnerstaa. 25. Mär», 7 Uhr. Hörsaal 711 her Landwirtschaftlichen Hochschule. Invalidenstr. 42. Interessenten haben freien Eintritt. Srdeitervrrein für Biochemie und Lcbensrrfarm i.».». Benirt Moabit: Beratungsstund« ieden Montag im Lokal Hämmere«. Bändel» Ecke Birken- strafte 57, ab 7 Uhr abends. Daselbst Beitragszahlung und Neuaufnahmen. Nelchsbnnd der Kriegsbeschädigten. Ortsgruppe Schäneberg: 25. Mär».*48 Uhr, MiÄiiedeiversammlnng in der Schloßbranerei. Hauptstr. 122. Donnerstag. Gestbästlicke Mitteilungen. Di« Darmstädter»nd Nationalbouk veröffentlicht in der heutige» Aus- gäbe ihre» Geschäftsbericht, worauf wir unser« Leser hinweisen. m En Reifen, der seinen Mcislcr lobt Ofe Weltmarke bSrgt(ür QaalHfitl MietenSie von uns«Z BerlinWÖÖ. leipziger»! raMe 122 12 3 Eduard Slissktnd's Z Rote Wein-Wochen verllnga»! bis 31. MSrsI 200000 LIterObihM-iLBorilealii* W'ii.«l!!llell!l!l!m. IMm. iL franz. Botwelnt Jontape" fradifWEiDja!agalyp3aW«.TchfilWge Sportsorm. in vielen»rarben und Qualitäten, je nach Art Gr. 7/12 von 21.—, Gr. 0/5 von SWofcn Sl lÄÄ haltbare» Stoffen..... von aöemnönlel 8.75 an a« an 2.50 an 9."-» an 2.25 (Jnferqrundbahn- 5fetfiher Bahnhof fit. 137 ♦43.�ä!>tgftft0 2. Seilage öes vorwärts dleftstog, 23. März 1226 Die Reichstagsöebatte über Senf. Gegen Völkerbnnd-Jntriguen— aber auch gegen die dentfchnationalen Intrigante«. Abg. Traf Lercheufeld(B-tyr Vp.) weist darauf hin. daß es sich bei der Frage des Völkerbundes um den Kampf zweier Ädeen mitein- ander handele, der alten Politik der Gewaltanwenduna und der Machtausnützung und der neuen Politik der Verständigung der Völker miteinander. In Versailles habe noch der reine Machtstandpunkt geherrscht. Locarno sei der Beginn zu einer all- gemeinen Friedenspolitik gewesen. Die Ereignisse in Genf hätten deshalb einen so ungünstigen Eindruck hervorgerufen. weil sich ein so starker Gegensatz zwischen den Locarno-Mächten und anderen Staaten gezeigt habe. Die bayerische Regierung hätte nicht» sehnsüchtiger gewünscht, als wenn in Genf ein voller Erfolg erzielt worden wäre, die Länder hätten überhaupt da» größte Interesse an einer erfolgreichen Außenpolitik des Reichs. Die Bayerische Volkspartei werde den Billigungsantrag annehmen, weil sie unter den gegebenen Umständen die Aortsuhrnng der bisherigen Außenpolitik für geboten erachte. Um 6)4 Uhr vertagt das Haus die Fortsetzung der Beratung auf Dienstag vormittag 11 Uhr. Nach dem Grafen Westarp nahm in der gestrigen Reichs» tagsdebatte über die Konferenz in Genf Abg. Saas- Trier Schaffung rfer Marto Sascha kagvn darin, ckatz die notwendig« Ergänzung des Reomtama- Sortiment» in einer Spezi al-Ogaretta für Dauer- raucher bestehen mußts, die also einerseits sehr teuere milde und duftige Tabake verlangte und andererseits den gerade für Dauerraucher wichtigen niedrigen Preis ermöglichte. Die Vergleichsprüfung wird zeigen, ob der Ruf der Reemtsma A.-G. als leistungsfähigste Werkstatt für hochwertige Ctgaretten berechtigt Ist und das Problem als gelöst betrachtet werden kann. Kose-Tbeater easiso-Tbeater TIglieh 8 Uhr So im Müij«! SV. Uhr: DI« Vier Walhalla "igT.»? ttLEINE ANZEIGEN Otttiatnt DetttnaorbttODtn®cftn. f&cflMnAÜot für lorsulfnle fflautcn (launeni) biEiq. RaÄ, früber Mulcck- (tröfte, lekt©OTinonulttoft» 2S/28 unh gjoiianncnltrcfte 26. »«tteBoerloafl Reue 15.75, 19.50, 82.50, prcditbone 80.—, 85.— I öarbbej. nen 39.50! Rinbttbettrn 8.751 B«tt- wäschi! 6twpb«rfenl Tlllldrckrnl Gar- btnrn! Starts I Alles facltblllial Rein« Sombotbnwte. Sinjeldflift. Sott Leib- bans Brunnenstrabe 47.• Geschäftswerkäufe Rroalbcitsbalbex Restaurant, Ssld. «rube, tauschlas, Rcllnerbebltnuna, eleoant« Sinrichtun«, bllliqe Miete.« jebem annehmbaren(Sebot oertSuf.id). Annabluna mifbrinnen. ffilt. Raenten. netbot. Sbarlattenbircb Shxnlfttßfee 105, Silbelm 3373. SSibelfpeiAet. Neue tmb«ebraucht» MSbel. Zeiljnbluna obne«uffcblc«. LtUtamstrake SS. StgffnH dl» 7.* Baten tmatraHen„Btimiflinta*. Mo, toHbelten. AuNeaematratien. Cbaite- lonftues. Waltee, Staraotbetslrofte nchfaebn. Spe.iialqefchgft._* Sebiffiene Möbel, merf den Satz!— baut Sleiser, Merandervlab. Aleranben» strafte 42.____ ZeilzaHlun». Möbel lebet Art. So» tinae An�abluna, bcmieme Sbvibluna. WSbelbaus Luisenstadt, RBeeniiet- strafte 77,78. Ecke Brucken strafte._• Taaeaaelpräch beweisen meine lonbtrren�as billigen Tennickie, etwa 180: 230. 19.—, 200: 300 25.-. 250: 350 42.-.«rücken, chimonbecTeii Ärtreiiw.t, Möbel SclCRenbeitsIönfe. Eckilakimmer 425; fflutaarbetaben 45. Ruhebetten 20. flarbfeffel 9�0. Schlassellel, Siäbtlfdis 29. Bürberetaqeren 12 Daldmart. BHb- betbeus Rnmerlintu flaftenienente 88.* Möbel- Boebel, Oranienstr. 53 sMarift. vlaft), Sfabtifgcbäube. Aeufterst nie, drige Preise für einfache und elegante Sdblafjimmet, Speisezimmer, Herren, immer, Rüchen, Bücherschränke. Schreib» tische, Büfetts, Anrichten, runbe Tücke. Etünbubten, Anlleideschrllnke, alle Dr5- ften, Sofas. Ruhebetten. Enenwell gablunaserleichterung.__* «eil Sie mite Möbel benötigen,«e- währen wir Ibnen weitgebendNen Rtc- bit beim Cinlflaf nan kompletten Wobnungselnrichtnngen. Einzelmöbeln. Rüchen, Dekorationen aller Art. Ten, picken, Bottieren, Decken, Llulerstofsen. Moabliee Rredlibaus, Turmstraft« 8l, eine Treppe._• Seltene RanfgelegenbeU! Herren» »immer„Set f. Schwergeschniftte 91« bliatbef.«cht Eiche, innen Mabagoni, 2*4 Meter breit, mit fftlttollfacelltn. grafter Diplomat, passender Tisch,»wei Stühle und Sessel mit Rindlederbe, u«, kamplet! 580,— Matt. Berliner Möbel. bans, Moril, Htischcwlft, mit Süboflen. Stalifter strafte 25. Hochbahn: RattbufTet tat.___ 295,— Marl: Eichenes Speise, immer. bahes Büfett, flreben», schwerer Rntei- »ugtisch, 5 Rindledersttible. Möbal- tpichert, glfafferttrofte 20._* Eichene AnNetdcschrönle, innen Mab». aoni. 180 breit, ovaler Rristallspiegel, Sdmbläften, 365,— Mark. Mödelwichert, Elsasserstrafte 20.* Musikinstrumente Piano, preiswert. Link Brunnenftrafte 85. RIavtcrmacher Ranzerlpiano(stlügelton) ab gabrik. stahlungserleichterung. Uebungsklatier 275,—, Harmonium r er kauft biOifift Steinmener Piano fabttk. Ortmien» strafte 168 m,___* Mietpiauos, teilweise Raufanrechnung, Scit.Mbluno. Bohrt, Hauptkirafte t. Eck« Srunewaldstrafte.> �shrrärter V/t Uhr: Zar nnd Zimmermann Abonn-Turnus II Itieafoi Norden 10334—38 VI, Uhr: DraulffUsrong Mord von naaeaclever Regie: Erich Engel KautmGrspiele Norden 10331—38 k'l, Uhr Josephine vis Komödie Bismarck 2414, 7516 8 Uhr iQeat.dJEsteas Tagt. S Uhr: Speteüi r. Arr. Kdhsrtt Nbü rm Uro Jfsstl 8 Uhr; Ratousheff's Puppssiadcn und weitere 20 UcitlertnippsD von Weltruf Trianon-IleatEi Zentr. 2391 Berlin lacht von 8 bis 12 Dealseltes IDnstl.-ThMter 8 Uhr: Pagantnl Tk.i.l!iirniistBDiliinm 8'/, Uhr: Die Nadil der Näötle Lastspielhaus 8 Uhr: Die rote Llso Wailner-Thealer 8 Uhn Holp«rtad€ Lcsslnfl-Tfl. 8 Uhr dsstsplel d Salten- burgs Bühnen D. fröhliche Kleines Th. TägU 8 Uhr: Das Grab des unbekannten Soldaten TlLinii.Lötziiwitr. Tägl. 8'/, Uhr: Lempke's sea. Witwe Mnslk r. Dr. R.Hirsch Volhltmlid* Ptelsi 1— 4 M. Int Isrruluul Tbahrkuu Werthcim 20 V, itmZIizrrz teltusi lu Allabendl. 8 Urtr: Guido Stöpsel meieiPnhi: Paitettl-lB. PuL-fatrt � M. Omeit.- Piotnii 5 U. ieuil b E Torrertsnf inmrttrtntr TAflUCH 94 Tii.a.tioilendoilpL 8 Uhr: Die offizlene Fran Operette in 3 Akten Preise 1 M. bis 8M. 1 Centrnl- Theater uhr: Eva BoDbeor llka Grüninjc Berlin r Tbeaier 8 Uhr Messalioette Metropol•«01 Tägl. 8 Uhr Ko no Kauette Th. in d. Kiostcrbtr. 8 Uhr Johannisfeser Hctropol- Varieie DasSabarel! der Funkfreumla Willi WeiD ,.]nd9Attraktiontn Eintr. 1, 2 n. 3 M. Bafiicwskj-Sehnea Tbeaier HSniöürstiz.Str. ToHasenheidZlK 8 Uhr: Mrs.Cliene;sEi!tle HouiötUennans l'el.; Norden 6304 8 Uhr Oer Oarteo EOeo Die TrtbllBe Tel; Wilhelm 6365 8 Uhr: Die neoen Herren Circus Busch ?>/, Mjnrip• lckrrqid Caglioslro Ii 10 Sildn st. pbiocsualcr Revue-Aosstaitg. D. Mann, der sich täglich anthfingt «. to übriai CirmPnigrwia Volks büh ne Theaier am esiovplati Th. an Sdüffbaoenlamn 8 Uhr: 8 Uhr; Sturmflut Der Tausch Morgen 8 Uhr; Sturmflut Morgen 8 Uhr: Der Tausch BesUenz-njeni. Rommer, Sabo Limiiurg Tmüio-Tlieaier letiteVorslellungen 8:D.altefiessaoer Premierenfaesetzg. TklLKsüinaaiianteastr. Leute Vorstellungen �Uoe, Lotte, Liese Prcmltrenbesetzg. Philharmonie 8 Uhr: �aper-Kbead c es Fhiliun&GiL Orth. Dlri&t Prot Piflvcr Momlsdie Oper j B1/« Direktion James Klein 8';, J Die Neue Revue |3evlini)(enid| Revue der Zukuoft In 16 Bild. o.a.; Japan tu allen Jähret- zelten/ Der Komponistenball/ Der Traum d Malers : Das Fest der Millionäre; | Preise 1-7,50. Ugrs«nd lUsnul 10.- j TILgL KotUisssc Str.• Bonn tag ' 8 Dlir Bjt nsna Udisjm 8 Ehr sBetrlliKr Laß" Doxa das lästige Belprodr. «IMOSIW Los 3 Codonas Roditsroer in liödtstor Voüendcno im Rahmsn eines abwechslungsreichen Varietö Spielplans. Sonntag nachm. Z'/.p. halbe Preise Rauchen gestattet! Reichshallen- Theater Abends 8 U«, Sonntag nehm. 3 U. Stettiner Sänger f.Rn: Der letzte Postillion !ii>tr.!n:d«?r»!u. Viüb fnnrin- Dünhotf-Brettl 10 Kammern: Tanz und UrfldelKaa! Prüfen Sie bitte die CIGARETTE REEMTSMA SASCHA (5 Pfg.) Indem Sie andere Fabrikate gfefehzeTttg rauchen. Durch Vergleich kommt der außerordentlich milde und duftige Charakter besondere zur Geltung. Ol« SehwtertgltelteB hol ckm> Schaffung rfer Marto Sascha kvgvm darin, ckstz ckl« notwendig« Ergänzung des Reemtema-Sortimente im einer Spezi al-Og« rette für Dauer- raucher bestehen mußte, die also einerseits sehr teuere milde und duftige Tabak« verlangte und andererseits den gerade für Dauerraucher wichtigen niedrigen Preis ermfig- llchte. Die Vergleichsprüfung wird zeigen, ob der Ruf der Reemtema A.-G. als leistungsfähigste Werkstatt für hochwertige Ctgaretten berechtigt Ist und das Problem als gelöst betrachtet wardao kann. jtose-Tbeater Casiso-Tbeater y/«_Uh_r! Me vier Tögllch 8 Uhr w rat SdUagirl Eine Nacht Im Fahrstuhl Täglich«>/. Uhr: Abschied*« Vorst ellnnseni Kaller- Kroue Achtung Welle 506 Sjanze Vorst. zo halben Pr. l.-bis8.-M. SchlnB: 29. März wuneun Sagenkeds Oas Weltiheater der Tiere HiirbBiar-Turohtenlr ätempl. 126 26 Heute 8 Uhr; Letztes Auflr. ron Tilly B«bO n. üa jtn bedts Bert ttlü». Vorverk. Werth. und Circuskasse .80 Pfg. bis 4 jfl M. i.Miltw. Sfi, unverkürzt bei halben Preisen t. Kinder Tierschan lO-SUhr Walhalla Torter/4 Uhr: Frl. Eöleospipsül Schwank in 3 Akt.| Roelllngho'l Berliner lllk-TrlO Neukölln. W Uhiwlr.74/75i An alle Tabak-Kaoer! Um dem feit vielen Jahren bestens eingeführten Bapitdn-fianlabat wei- lere treue Abnehmer m sichern, hat der Bertrieb beschlossen, eine tn gesundheit- sicher Beziehung neue Einrichtung zu treffen. Zn einzelne Rollen und Schieisen wird ein Extra, eUei eingelegt, msi'Rumm-r und Firma nersehen. Der diesen Zettel an den Dcneratnertrieb einschickt, erhält eine echt silberne 800 ge> stempelte Dose umsonst. Es ist somit die Möglich leit gegeben, daß viele Rapitän-'Rauer nach und nach in den Besitz einer solchen echten Silberdose gelangen werden, welche die beste ge- sundheitiichc Aufbewahrung verbürgt Bertaufsstelleu durch den Seneralver- trieb: E. Höcker, Berlin NO. Lichten- berger Str. 22. Xtt: Rönigsiabt 3861 KLEINE ANZEIGEN luMortllPf. fettj-ömtla Wirt JS M. (:,ltui| 2 MtjMndli Werte).— ShileetBinl» du 1. Wert(fetttedndit) 15 PI-, jedes weitotWart II W. Wort« mir mdr üi 15 tedetüa rihlcii (Jr Ivel Wort;. deeigro, vtlib:(Sr die oiditte nemimr teSmmt lied.atisettiiüJiolan 4Vj Ohr iidicittäss ij der Bicpl-tindiliee In Jerelrh, Litdnjtrih Z. ichegetn werdn.Dlmfte nhndMirtesi'etiwtdtiK l'/.IIhrbU ndiiLdlAr ■ogilvdrtdia leiste«. Verkäufe Teppiche, Diwanhecken, Tischdecken. Kettnorlegee, Läuferstoss«. prachtvolle Auswahl,«tra billige Selegenheiten. nifcher. Bolsdamerstrofte 109_• _________ Tagesgespräch d weisen'weine kontnrrenzloz billig: Teppiche, etwa 160: 230. 19.- 200: 300 25.-. 250: 350 42.-,«Tücke Läuferstoffe, Diwandecken. Sardine... Stores. Bettdecken. Bequemste Zah. lungserleichterung. Rur Elfassrr Strafte sechs, I. Etage, am Rosenthaler Platz. SrIileiiluntfZZlurlre. Wache üsv» venia getragene slackettanzilar. Taillenmäntel. Sportpaleiots. Gummi. Mäntel. Sesellschaftsanzüge, B-nchanzüge nerlautt und»erleiht spottbillig Sas. pern. Rosenthalerstrafte 4. erste Etage.- Relftzrna« lRichter-Prittiston). Sicher» hetts-Goldlüllsederhalter. Bareaud-dars-. Haus Lindner. Reulölln. Raiser» Triedrick-Strafte 36,37.__• Rauchtabak, Ucberseemischung, prima. lOOrtZraium-Palot« 20»Pfennig, 56. Gramm.Pakete 10 Pfennig franko Roch, nahm«. Mich. Männer, Reunhurg v. W, Achtung. Wasierlportler! Paddelboote Und Skullboote fertigt an Zreienstein. Walbemarftrafte 10».____» Ronfirmation.»Billigste Bezugsquelle für alle Spirituosen und Weine. Mär. lisch: Lilörjebrit. Reukälln,'Blirtnei. strafte sechs. Telephon: Neukölln 9387.* «ähmaschineeu, wenig gebraucht, dil- k». Teilzahlung. Garantie. Rleine Seteagene Herrenaarderobe. tadellos erhalttn, Eeleernheitstäufe in Pelz» waren, arofte Auswahl. hMiae Preise. Reine Lomhardware. Leihhaus Spiegel. Ebausseestrafte 7.__• venia aetraaene, teils auf Seide ge» arbeitete.«rstNafsig« Iackettanzllge. Track» anzllae. Smokinganzüge. Gebrockanziiac Eutawans. Sommerpaletois, Gabardine» Mäntel. Bauchanzüg«, für jede ssigur passend, aufterdem bochslegonte neue Garderobe zu staunend billigen Preisen im Leihhaus Lowicki. Prinzcustr. 105, eine Treppe._ Kein- Lombardware. «erleih hocheleganter Sesellfchaits. Anzüge. Leihhaus Lowicki. Prinzeu. strafte 1l»._ Leihhaus Moritzplatz 58» n erkauft Anzüge. neu und getragen f teils auf Seidel 19.50. Pvletois. Gummimäntel 13.—. Damouaarderobel Bette». Sland 29,—. Bellwäsche Dunitri 13—. Tepplchtl Sardme»! Eportpelz«. Gehpelz«. Pelz. —» Braudenburgstrafte 4. Lvelfahrräder, Witllerräder. Mifaräder. Spezialrädes 47,— aufwärts. Bequeme Teilzahlung.» siahagebisse. Silberfadien, siinn. Biet. Quecksilber Goldschmelze EHristionat, Röpenickerstrafte 39 lAdclb�rtsttaftel.' ssadrräder kauft Linien straft»- Pistolen, grofte, kaust Raiser-ssriedrich-Strafte 244 platz). Preuftner, (Hermann- » Technisch« Privotschule Dr. Aierner, Rcaierungs-Baumeister. Berlin. Zlean. derstrafte 3. Maschinenbau. Elcltro» iechntk, Hochbau. Ädeudlebrgäng», Taaeslehrgäuge. Maschinenbau, Elektrotechnik. Tages» lehrgänae, Abendlehrgänae. Technische Privatschule Stellmacher. ssriedrich» strafte 118/119.»Prospekie._• Autolairschule, Motorradkurse, Ingenieur Sckmidt. O. 112. Urnbach. strafte 17. Kölligs, adt 66.00.• Slnlagegeldei sucht Psaudleibe Lange, Woriaplatz.«schingerhaus. Gegr. IM. Vkeastog 23. Mäez192S ■""ms -'VMs'» nterhaltung und issen SeNag» ües vorwärts Der alte Mutor. Skizze voa Robert Gröhsch. Der be&rrmte Autor Meyer log auf dem Krankenbett. Di« stahl» blauen Vorhänge trauerten vor dem Fenster breit und schwer und hingen wie auf Halbmast. Die Sonn« brannte sie violett. Aus dem Bett lag ein Telegramm. Von seinem Sohne. Er tonnte nicht kommen. Hauptprob« seines neuesten Dramas und übermorgen die Premiere. Der alte Autor lächelt« bitter.»Premier«.-..* Was das wieder für ein Krampf sein mochte! Leute würden über die Bühne rennen und stöhnen: Mensch! Bruder Mensch! Na ja, auch das gab's. Aber daß gerade.sein Sohn sich an dieses undankbare Geschäft ver- plemperte! Sein Sohn, von dem er gehofft, er würde einmal die renommierte Schwankfirma seines Vaters fortsetzen.... Da auf dem Tisch« lag ein halbfertiges Manuskript. Nur zw« Episodenfiguren brauchten liebreich an die Hand genommen und durchgeführt zu werden: der Graf mit den zwei Verhällnisien und die Gräfin mit den drei Verehrern.... Eine Geschichte, über di« das Parkett wie die Ränge lachen und gerührt sein würden.... Sein Herr Sohn jedoch mußte auf der Bühne predigen, morden und stöhnen lassen— und inzwischen verdarb, verschoß und veraltete dieser schöne pikante Stoff. Ja. wenn der Kompagnon noch«den ihm sähe! Lei einer Pfeife Tabak machte der sowas.... Der alte Autor lächelt« und ein Gesicht mit englisch verschnittenem Bart huscht« vor sein Auge. Drüben an der Wand hing das Bild. Drum herum ein Lorbeerkranz mit Schleife:»Zur fünfundsiebzigsten Aufführung.� Di« Sonne sank. Di« blauen Vorhänge wurden dunkles Grau. Mit sanftem Flügelschlag« schwebte Vergangene» iu wallenden Schleiern vorüber. Ja der,,, damals.,. war« da» Zeit» der Trwmphet » Damals hatte Meyer seine dramatische Prothese gefunden. Das war der ander«. Der kannte die große Welt des Sekts der Lustern. de» Jeus, der Exzellenzen und Rouäs. Die Kritik behauptet« zwar. nur aus der einschlägigen Literatur habe er das alle» gekonnt— aber kam's darauf an? Di« Leute im Theater lachten und glaubten. ms) wahr ist im Leben immer, was geglaubt wird! Seelige Zeiten ehrlicher Arbeit waren das. Er. Mezer. schuf die Szenen der jungen Liebhaberin, der alten Jungfer, der Köchin, der umständlichen Haushälterin, der Onkels und Tanten vom Lande. Der andere zeichnet« die Bonoivants. die Exzellenzen, den Mann von Welt. Meyer knetete die Berlobungen. die Mißverständnisse zwischen Onkel und Tante, die Erbschaften und den selten ausbleibende» Sieg der Tugend. Der ander« formte di« Episoden, da sich da» Laster zu erbrechen droht, meisterte den mondän« Flirt. Entführungen, noble Passion« und Szenen, in den« der Roui sein Einglas ms glanzlose Wüstlingsaug« klemmt. Eheirrungen bei Held« wurd« vermieden: kompliziert« Ehebrüche war« nur bei unsympathisch« Nebenfigur« gefragt und gestattet. E» gab unumstößliche Sittengesetz«, die da» Publikum bestimmte. Meyer und To. verstieß« nie dagegen. So wurd« sie die älteste, bewährteste Schwank» und Lustspielfirma unserer ßiteraturperiode. Da, auf der Höhe der Konfimtwr, nach der tausendsten Auf» führung. starb der andere. Verschied mitten in der Ausarbeitung eines dreieckigen Schwankes und ließ dm Bonvivant in der verwickeltstm Lag«— er war im zweiten Akt mit drei Damen gleichzeitig verlobt— hilflos zurück. Das war ein schwerer Schlag! Meyer verlor seine zuverlässigste Stütze, fein« Stücke verlor« die elegante Bügelfalte. Die Biutwurschosen des Bolksstückes aber waren außer Mode. War's ein Wunder, daß er alle Hoffnung« auf seinen Sohn konzentrierte? Der hatte als Gymnasiast«in Lustspiel verfaßt, in dem ein« Rektorstochter mit Erfolg verführt wurde. Deswegm erhielt er eine Rüge und drei Tag« Karzer, aber Meyer schenkt« ihm den gebundenen Sudermann. Junge Talente soll man anregen und an» sporn«.... Hier wuchs Ersatz für den verstorb«« Kompagnon heran. Meyer überprüft« sein Scheckkonto und ließ den Sohn studieren. Das öffnet di« Türen zur elegant«. Welt, wo die Seid« knistert und der Smoking triumphiert. Er ließ sein« Sohn reiten. spielen, schickte ihn in feudale Badeort« und auf Auslandsreisen. Der Jung« war schwerblütig: er sollt« d« leichten, spielerisch«, graziös« Ton der mondän« Well einsaugen und das elegante Handgelenk der väterlich« Firma werd«! Den Kompagnon, der die Onkel, Tante und Köchinnm beherrschte, fand er später selbst einmal, wenn er. Meyer, die große unbekannt« Reis« zu seinem ehemalig« Geschäfts- teilhaber antrat.,.. Tja... und nun die Enttäuschung! Kommt der Jung« an» Paris zurück, der Residenz des sprichwörtlichen Leichtsinn», und nennt alle Stücke der Firma Meyer u. Co. charakterlose Schmarren! Rennt sie ein« wunderbar« Mischung von Kohl. Käs« und Bockmist! Und gräbt zwei eigene Stücke aus seiner Reisetasche, daß dem Bater wie Darmverschlingung zumute wurde. Und sowas wurde aufgeführt! Unter Krawall, Gejohl«, Trillergepfeif«, Ohrfeigen und oerwandten Angelegenheiten.... Meyer lächelle wiederum bitter. Di« Trillerpfeif« hatkn Recht. War das ein« Art, die Mmsch« mit Ringkämpfen zwischen Dater und Sohn. Geschwisterlieb«, widernatürlichen Müttern zu erschreck« und von unbekannt« Prophet« mll stundenlangen Reden antönen zu lassen, in denen Phrasen wie Menschheit, Gott, Revolution der ewig« Kehrreim blieben! Der Junge war völlig aus der Art geschlagen. Bei seinen, des Vaters Stücken, quoll« die Tränen höchstens ob des unerhörten Edelmutes wackerer Söhne. Onkels. Nichten oder Neffen, und man wußte auf den ersten Blick, woran man mll jeder Figur war. Man kannte ihre Herkunft, ihre Ellern, ihr« Familie, den Grund ihres Auf- und ihres Abtrittes. Wenn einer von der Bühne ging, dann sagte er, warum und wohin. Bei ihm jedoch, dem Jung«, kamen und gingen dunkle Burschen, ohne sich an» oder abzumelden, stürzten aus die Bühne, stammellen in abgehacktem Deutsch und rasten mit wirrem, schweißigem Haar davon. War das eine Art?! Immer blieben einige zerschunden, verzückt oder verrückt auf dem Platze. Es lehlle manchmal nur noch, daß auch der Souffleur gemeuchell oder die Souffleuse von rasenden Heilanden aus dem Kasten gezerrt und geschändet wurde. Ein Trost, daß die selige Mutter diese Darbietungen ihres Jungen nicht mehr zu erleben brauchte: sie wäre vor Scham nicht über die Straße gegangen. « Die Uhr schlug si.'ben und der alte Autor nahm seine vor- geschriebenen drei Tobletten. Tja, das war sein Sohn! Wie gut hätte es der Junge haben kann«! Sitzt mitten in der. gesuchtesten Schwankfirma und fällt so au» der Branche! Dort aus dem Tisch lag Der Störenfried. vi« Ist Mello Franc» an» vraflllea. ver du traut« VölkerbaudfamlU«. Kreise stäreud sich bemerkbar macht«. Dieser brüllte au» des Urwalds Gründen Bis Europa, stall sich zu verbünd«. Diesmal sich sogar iu Gens verkrachte. Lud die früh verwelkt« Frted«»llll« Dank« wir dem Her« au» Groß-Vrasill«. die Skizze eine» Lustspiel». Der groß« Akt. da der oerlebt« Rouä hinter der Salondam« herpirscht, war in den flüchtig« llmriss« de» Szenarismus häng« geblieben. Wer sollt« da» je vollenden? Meyer nahm dos Kontobuch vom Nachttisch, trug mll zitternder Hand die letzte Abrechnung de» Thalia-Theater» ein, rückte sein Kops kissen höher und schaukelte im Dusel eines Schwächeanfalls hintan. Dabei bewegte er die Lipp« leis und bekümmert: »Ja, mein Sohn, die Leute wollen lach« und nicht wem«. Das sind nur wenige und der« dramatischer Bedarf ist seit Schiller und Goethe für Jahrhundert« gedeckt. Bleib bei unserem Leist«, mein Sohn. Die Leute unterhalt« sich am best« mll dm alt« bewährten Figuren, die sie keim«, über die sie nicht lange nachzudenken brauchen.... Was sagst Du? Schmorrm?! Kitsch?! Bei uns wer» dm die Leute für ihr Gell» von ihr« Sorg« abgelenkt. Kunst ist, wenn die Leute klatsch« alles andere ist nur Zeitvertreib für über- kondi belle Geister, nicht» für die Leute. Kehr« um. solange es noch Zell fit. und vergiß nie, daß auf der Bühne immer ab und zn ge- g essen und getrunken werd« muß. wenn Stimmung aufkommen soll.____' • Als der Sohn ankam, war der Vater schon in jene Gefilde enteilt. wo der Lebe- wie der Biedermann auf kein Stichwort mehr wart« tonnte. Er hinterließ seinem Sohne ein korrekt geführtes Kontobuch und zwei Stoff«: einen für ein« dunklen Anzug und einen für ein Lustspiel in drei Akten. Der Anzug wurde gemacht. Die /tnfänge der Serliner SezeffZou. (Intrigen und»Lerschwörunge»'.) voa Lovis Corillkh. 5* SnfrnmnenVin« mit der derzeit!««» Eerinfii-AasiWlm« w der Sotionalfialnl« wird es unser« Leser interessteve», wie L o v l S Cor i»tb. drr svätere PrSsideut der Berliner Sezessirm, in seiner in diesen Tagen im Beriaa von&. k> i r»« l in Leipzi« erscheinenden Selbstdivgravdie die Anfangszeiten der we- zessiotten schildert. Mit Genclxuigung des Berlages aeben wir »nseren Lesern im folgenden einen Auszug daraus. Im Jahne 19vt) hatte ich mich enischlosi«, meinen Wohnsitz von Münch« nach Berlin zu verlegen. Zlls ich in dem Weinrestaurant Kurz meinen Freund« diejen Plan entwickelte, besten Schlußefiekt war.„eine Malschule für Weiber in Berlin zu errichten�, erntete ich ein allgemeines Hohngelächter. Der einzige war mein Freund Waller Leistikow, welcher dem Plan näher trat und ihn sehr ver- nünftig fand. Er half mir auch mit all« seinen Verbindungen, die er im reichst« Maße hatte, unterstützte mich, wo er nur tonnte. Möge keiner ihn einer zu groß« Selbstentäußerung bezichtig«: er Übte diese Protektion auch in einer Art idealem Egoismus. Erstens war er Landjchastler und ich Figurenmaler. Er war einer Krank- hell verfolleu. welche über kurz oder lang doch seine Kraft an weiterem Arbeilen hinderte. Dazu kam noch, daß er Kräfte suchte, wo er sie herbekam, um die Berliner Sezession, die er neu ins Leb« gerufen hatte, florier« zu lasten. Und schließlich seine wirkliche Liebe zu mir, die ihn bewog, fast sein« Hände unter mein« Füße zu legen, daß ich nicht stolpere. So war für mich alles getan, um mir einen fast sicheren Erfolg in dein neuen Ort beinahe zu ver- bürgen. Ich hielt mich zuerst einige Monate in Berlin aus: Leistikow wirkte mir einige Porträt-Bestellungen aus, die erst«, welche ich I überhaupt für Geld erhielt. Endlich siedelte ich 1S02 defimtw über, 1 Sein frühere» Atelier räumte mir Lefftikow ebenfalls ein. und es gab fast nicht», worin er mich nicht auf da» beste unterstützt hätte. Die Atelierräume war« herrlich gegm meine bescheidene Münchener Behausung. Hinreichend Platz auch für die Malschule, welche dank dem Neuen, das meinem Ruhme vorausging, tatsächlich mich bald zum »wohlhabenden� Manne machte. Demgemäß war der Verkauf von Bildern auch viel größer, als ich mir in München auch nur träumen mochte. Wie konnte es auch anders sein, da der Handel und Wandel in Verlin glänzend war. die Kausleut« intelligent und nach neuer Kunst begierig waren. außerdem der junge Kaiser gegen alles Reue eine Aversion hatte, so daß uns auch noch der Glanz der Märtyrerkrone umstrahlte. Das waren die Ansänge der Berliner Sezession. Im Jahre 1908 wurde sie ganz ruiniert. Man raufte sich auch um die Knoch«: die Geschäftslellung führt« mit sellenem Raffinement Paul Cassirer. Er hetzte alles durcheinander. Parte!« bildet« sich. Don je hieß es:.Li« Jungen gegen die Alten. Akademismus gegm Impressionismus." Dieses Wort wurde für Berlin zum Clou. Daß ich nicht meine Hände in den Schoß legte, wird jeder verstehen. Achtzehn Maim wurden durch die geschickt« Intrig« Cosstrers kaltgestellt. Eine Aenderung im Borstand war die sichtbare Folge, mll der die treuen Freunde Liebermonns und Cassirers beglückt wurden. Auch ich war ein Genosse der Siegreich«. So wurde das Amt des Vorstandes der Angelpunkt, mll dem die Kunstwelt regiert werd« konnte. Der Vorstand wurde gebildet von Liebermonn als Präsident. Leistikow als erstem Schriftführer, mir als zweitem Schriftführer, Ludwig von Hofmann, Max Sleoogt und anderen, die als Stimmtiers wechselt«. In welcher Art sich der Vorstand die Folg« dachte, das wußte in Wirllichkell niemand. Aller Gedank« war«:„Das wird schon Cassirer besorgen." Denn mir selbst sagte Cassirer in seiner Off«. hell:„Eigentlich mach« das ganze Wesen der Berliner Sezession nur ich und Leistikow— selbst Lieb ermann hat eigentlich nichts zu sagen." So scheint im Leb« der Künstler, wie ich so oft ange- deutet habe, das Lebmseiement nicht Fleiß oder Talent zu sein, sondern im höchst« Maße die Intrige. Besonders in dresem Buche soll von der Intrige, wie ich al« Augenzeug« oft mit dabei war und sie auch selbst am eigenen Leibe erfahr« mußte, vielfach die Rede sein. E» mochte um das Jahr 1900 gewesen sein, als mein Bild: »Salome mll dem Haupt« Johannes des Täufers" einen gewalligen Erfolg errang: auch als erstes wurde das Bild von einem sehr reich« rheinischen Industriellen angekauft. Die beste Aussicht be. stand, allmählich reich zu werden! Die Mäste der Berkäufe mußte es bringen. Di« Malschule florierte, ebenso die Sezession, obgleich es da schon manchesmal haperte. Di« Begeisterung des Publikum, veß nach, die Konkurr«zausstellung brachte dieselben' Jmpressio- nistm: Manet, Monet und Renoir. Leider wurde uns zum Termin der Ausstellungsraum gekündigt. Es war, als hätten sich zwei Pläne gekreuzt, der von Liebermann und der des Besitzers de« Terrains weg« der Erbauung dos Ausstellungsraumes. Lieber» mann protegierte sein« Freund Griesebach, und da der Besitzer de» Terrains selbst Archllekt war, so hatte dieser ein« Groll auf die Sezession geworf« und kündigte ihr bei der ersten Gelegenhell den Kontrakt. Man fand aber ein günstigeres Terrain am Kur- fürstendamm und hatte bald wieder ein Heim für die Sezession eingerichtet. Es war jedoch ein Mißvergnügen bei dm sezessionisii- fchen Künstlern ausgebrochen. Selbst Leistikow, der inzwischen an der schleich«!»« Krankhell zu leiden hatte, wollte den ganzen Krempel aufsteck«, ebmfalls die anderen, welche m dasselbe Horn bliesen. Da muß ich es mir zur Ehre anrechnen, für die weitere Existenz unserer Vereinigung mit aller Energie eingetreten zu sein. Solange Leistikow- das Ganze regierte, war zwar ein Gewitter so manchesmal lln Anzug«, aber er beschwichtigte es noch immer leicht. und aus Beliebtheit zu ihm war« das nur immer vorüberaeb«de Erscheinung«. Aber im Juli 1908 erlag er doch seinem schweren Leiden. Das Begräbnis stattete Cassirer mit seinem gewohnten Organisationstalent aus. lind nun traten andere Erscheinung« her. vor. Unangenehmes verbreitete sich unter d« Mitgliedern, Stänkereien und Intrig« waren an der Tagesordnung. Bei einer Gene- ralversommlung, wo ein neuer Vorstand gewähll werden sollte, brach die erste richtige Verschwörung aus. Sonst pflegte der alte Vorstand das unveräußerliche Recht zu hob«, die Personen für d« neuen Vorstand zu wähl«, aber diesesmal kam eine ganz andere Wahl heraus, als die der Kandidat« des Vorstandes. Es kam an dm Tag, daß eine Verschwörung im Gange war. und zwar gegen Cassirer. Der Vorstand mll sein« Anhängern trat aus der Sezession aus: aber bald darauf erkannte man auch, wie dumm und kurzsichtig man gehandelt hatte. Es blieben die Ruhigen mll ihren Verschwöre« in der Mehrzahl am Platze und auch ihnen gehörte das Haus. Nun wandte Cassirer oll seine Gewcmdthell auf. um seinen Einfluß in der Sezession wieder zu erreichen. Cr verhetzte hier und verhetzte dors. Das Ende endlich war: wir trat« zurück in d« Mllgliederkreis. Der alte Vorstand kam wieder zu Ehr« und man wollte den alten Zustand, aber nicht Cassirer. Er fühlle sich schwer beleidigt— er trat definitiv aus, unter der Begründung, er wollte das Recht und die Freiheit haben, Kunstwerke nach seinem Ennest« so gut und so schlecht zu Hollen, wie er das wollte. Man bejammerte dieses Unglück allgemein. Liebermann hielt feine glänzendste Rede, die schloß:„Herr Cassirer, wenn Sie nicht meinen Wort« Gehör geben, so wende ich meine letzte Beredsamkeit an, ich bitte Sie darum, daß Sie bleib« zum Heile der Sezession." Cassirer aber trotzte selbst diesem Argument, wobei er betonte. daß Liebermann von all« Künstle« sein hochgeschätztester wäre und es ihm demnach schwer sei, einem Freunde was abschlagen zu müstm. Man einigte sich«dlich darin, daß man dem Geschäfts- führe? Cassirer einen halbjährlich« Urlaub zuwies. In diesem halb« Jahre Urlaub scheim er alle seine später« Entschlüsse ge- faßt zu haben: von Charakter aus war er absolut nicht hinierhällig, er rühmte sich sogar, alles off« zu sagen, aber merkwürdig, man achtete nie darauf, als bis es eingetreten war.— Seine Kunsthandlung blieb ein Treffpunkt aller Parteien: jeder einzelne glaubte sich besonders bevorumt, nammtlich wenn er dem Betreifenden Bilder abgekauft hatte. So konnte er seine Gunst verteil«, wie er wollte. Gerade zu jener Zell schien ich ebenfalls sehr mit ihm be- freundet zu sein._ Jm ölmtlea Sann. Ihr habt geraubt das blüh'nde Land. Uns ward der schwarze Diamant. Zum Fluch in eurer weißen Hand. Von Heilger Schönheit Lichtkultur, Habt ihr vernichtet jede Spur. Ihr banntet unser armes Haus In Rauch—, da löschte Staub und Tosen, Uns Wohllaut Luft und Färb« au», Des Himmels und der Erde Rosen. Wann herrscht der weiße Diamant, Der Freiheit froh, im grünen Land? Wann sind wir Brüder alle eins, Jm Strahlenkelch des Sonneuscheins?! Mauwill PriU» Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Bericht der persönlich haftenden Gesellschafter, Dfe»hlrelcfcea Tttmca«utim»i|,«lui mi Maat- Beben Verbinde, die vielen DUknuloeen Iber nnsere Wirtschnftsfrnxea in den tttlleb erscheinenden Broschüren»ovie in den Anfsltzen der Titespresse und der rachzeltscbriften behandeln alle, betleitet von nm'antreichem Zahlenmaterial, die eine kontinnierlicbe Crscheinunt des Jahres 1925: die troBe. alle» beherrschende virtschaftllcbe Krisi». Wissenschaft nnd Praxis versnoben, testützt anf Ziffern der Statistik, die Dlatnose unseres wirtschaftlichen Znstandes zu stellen, nm die Wete za zelten, die uns ans dieser Late zu einem sicheren WIederanfban fuhren sollen. Es ist sehr viel Interessantes nnd Wichtites in Thesen nnd Zahlen Uber diese uns alle bewetende Cntvlcklnnf tesatt worden. Zar wirklichen Heilnnt unseres krankes nnd teschwlchten Znstandes wird man aber nur das alte probate Hans- m Ittel anwenden können nnd müssen, das mit zwei Worten anstesprochen ist: Arbeiten— Sparen und Sparen— Arbeiten! Inmitten der fortdauernd flieBeadea wirtschaftlichen Fewezunc stehend, haben sich die Banken In Jahre 1925 sehr schweren Anftaben tetenübertesehen. In erster Linie hatten sie aneesichts der herrschenden Wirtschaftslage Industrie, Handel nnd Landwirtschaft mit Krediten in besonderer Weise zur Verfügung zu stehen. Daneben ' ersuchten sie, soweit das im Rahmen der allgemeinen Krlsls mflglich war. den großen Verkaufsanstnrm auf die Effcktenmlrkte in ruhigere Bahnen zu lenken. Besondere Arbeit aber verursachte die Liunidation der nm die Mitte des verflossenen Jahres beginnenden gewaltigen Zusammenbrüche großer nnd grSßter Wirtschaftskon zerue In einer für die Allgemeinheit ertrlglichen Form. Diese großen Zusammenbrüche begannen mit den Schwierigleiten in dem bekanntesten und markantesten Konzern Deutschlands, dem Stinncs-Konzem, Der Fall Stinnes Ist in einer bis zur Ermüdung ausgedehnten Welse in der Oeffentllchkeit behandelt and kritisiert worden. Der Stinnes-Konzem hatte seine Grnndlagen in der großen industriellen Entwicklung»- e poche der Vorkriegszeit empfangen. Hugo Stinnes sen. hatte ihn dann zu einer mächtigen Entfaltung gebracht. die. aufbauend auf bergbauliche Grundlagen, in weltverzweigten Kohlenhandelsinteressen ausmündete. Der industrielle Weitblick von Hugo Stinnes sen. hatte schon vor dem Kriege Schöpfungen von über die Zeit hinausragender Bedeutung vollbracht. Diese Verdienste, die in der Richtung der Rheinisch-WestfSlischen Elektrizitätswerke und der Entwicklung der deutschen Elsen- nnd Kohlenindustrie, gekennzeichnet durch die Geschichte der Deutsch-Luxembnrgischen Bergwerks- and HOtten-A.-Q. nnd der Rhein-Elbe-Union liegen, sind von bleibendem Vierte. Die Inflationszeit, die im Zusammenhang mit der Umwälzung aller ideellen nnd materiellen Begriffe eine starke Sehnsucht nach Persönlichkeiten brachte, bat den Wirtschaftsführer Stinnes in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses in Deutschland gebracht. Der außerordentlich unternehmungslustige, in vieler Hinsicht spekulative, aber weit ausschauende Geist Hugo Stinnes* hat damals eine Znsammenballung von Unternehmungen und Interessen bewirkt die für den Fall einer wenig einheitlichen und starken Führung gefahrvolle Entwicklungen enthielt Zum Unglück für den Konzern schied sein Schöpfer in dem Angenbllck ans dem Leben, als die Zeitentwickbing kategorisch zur Befolgung neuer wirtschaftlicher Richtlinien mahnte. Im Gegensatz hierzu wurde die Ausdehnung nnd Erweiterungspolitik des Konzerns fortgesetzt nnd so geriet der Konzern mit dieser Tendenz mitten in die Weben der Stabllisiernngs- und der damit notwendig verknüpften starken Deflatlons- Entwicklung hinein. Diese willkürliche, in nichts mehr folgerichtige Ansdehnnngspolitik des Konzerns wurde m- verändert mit meist kurzfristigen Kredites Im In- nnd Auslande betrieben, trotzdem längst die Parole des Abbaues anf der ganzen Linie ausgegeben war. Diese gewaltig angewachsene Schuldenlast wurde dann dem Konzern zum Verhängnis. Die deutschen Banken haben bei Eintritt der Schwierig- Weiten auf Anregung der deutschen Reichsbank bereit- wftnsst die an gewöhn beä große Verantwortung und Arbeitslast auf sich genommen, den Schulden- und sonstiges Abbau des Konzerns, den Llquidatlonsprozeß in sachlicher und ruhiger Weise durchzuführen, nm die unvermeidlichen und unabsehbaren Folgen seiner plötzlichen Zablnngseinstellnng für Deutschland nnd die Welt zn verhindern. Es ist selbstverständlich, daß die deutschen Banken dabei auch im Hinblick auf ihr Interesse an der volkswirtschaftlichen Entwicklung sich selbst einen großen Dienst getan haben. Ihre materiellen Interessen waren iedoch nicht so gelagert, daß sie irgendwie eine Veranlassung zu einer so weitgreifenden Aktion gehabt hätten. Unser Institut hat. in Gemeinschaft mit den übrigen D-Banken die Führung in dieser schweres Aufgabe übernommen, die heute als bewältigt angesehen werden kann. Unter Wahrung der Interessen der Allgemeinheit und der materiellen Interessen der Familie Stinnes im besonderen mußte das Bestreben der Banken dahingehen, die einzelnen Unternehmungen ans dem Stinnes-Konzem wieder möglichst dorthin zurückzuführen. wohin sie nach ihrem wirtschaftlichen Ursprung tendierten. Es war selbstverständliche Aufgabe der Banken, diese Aktion ohne jede ausländische Geldhilfe durchzuführen, trotzdem gerade die ausländische Finanz weit größere Kredite an Stinnes gegeben hatte, als die einheimische. Sämtliche Gläubiger werden durch diese Arbeit der Banken in vollem Umfange befriedigt nnd es wird wahrscheinlich noch ein ansehnlicher Vermögensteil für die Familie Stinnes selbst gerettet werden. Unserem Institut als Leiterin des Konsortiums sind durch die umfangreiche Tätigkeit im Interesse der Linnldatien ganz erhebliche Arbeiten, Schwierigkeiten und Unkosten erwachsen. Wir haben von dem Augenblick an, wo die schwierige Lage des Konzerns von uns festgestellt war. ebenso wie die übrigen Banken, auf Jede Entschädigung für diese Transaktion verzichtet nnd weder mittelbar noch unmittelbar irgendwelche Vorteile in Anspruch genommen. Die Erschütterungen des deutschen Wirtschaftslebens, die bei einem vollendeten Zusammenbrach des Sünnes-Konzerns eingetreten wären, würden, das kann beute rückblickend gesagt werden, von ungeheurer Tragweite gewesen sein und hätten einen Jähen Abbruch der Vertranensentwicklnng des Auslandes za unseres Stabilisierangs- und Währnngsbemühnngen nach sich gezogen. Das Eingreifen der Banken hat diese Gefahren beseitigt nnd hat darüber hinaus durch die erfolgreiche Behandlung des Falles Stinnes das Vertrauen zur deutschen Kraft und Leistungsfähigkeit zu erhöhen vermocht. Die kommende Entwicklung wird die deutsche Bankwelt auch weiterhin vor große Aufgaben stellen. Znr Bewältigung dieser Aufgaben werden alle geistigen nnd materiellen Kräfte der Banken zusammengefaßt nnd angespannt werden müssen. Es darf deshalb die an- produktive Inanspruchnahme der Arbeitskräfte im Baskgewerbe seitens des Staates, die im Jahre 1925 durch die nunmehr endlich erledigte Anfwertungsfrage in großem Maße Platz gegriffen hat. nicht mehr wie bisher erfolgen. Die Einführung des Sammeldepots, die Wiedereinführung des Termingeschäftes mit der neuartigen Organisation der Llduldationskasse sind Etappen der Umstellung oder Neuorientierung. Es ist bedauerlich, daß das Bankgewerbe k» neäaee Bedingungen viellach einer Kritik ausgesetzt ist, die seinen besonderen Verhältnissen nicht gerecht wird. Die immer wieder hervortretende Forderung auf Reduzierung der Bankbedingungen ist nicht in allen Fällen von objektiver Einstellung bestimmt. Es ist richtig, daß sich die Bankbedlngnngen den wirtschaftlichen Gesetzen und Möglichkeiten anzupassen haben. Man kann iedoch nicht verlangen, daß in einem kapitalarmen Lande wie Deutschland. in dem sich auch die Neubildung von Kapital nur sehr langsam vollziehen kann, normale Zinssätze herrschen. Wollte man in die natürliche Entwicklung eingreifen, nnd mit äußeren Mitteln eine Verringerung der Zinssätze erwirken, so würde man damit nur den Qe- sundungsprozeß der Wirtschaft hindern, da solcherart erzwungene billige Zinssätze den zur Preisverbilligung notwendigen Enttastnugsproxeü an» Warenmarkt nickt fördern können. Es darf auch nicht verkannt werden, daß der natürliche Entwicklungsprozeß seit Beginn der Stabili- aiernng eine kontinnieriiehe Ermäßigung der Zinsen ganz von selbst herbeigeführt hat. Auch die Weiterentwicklung anf diesem Gebiete kann den natürlichen Verhältnissen entsprechend nur eine allmähliche sein nnd darf auch an dem Erfordernis der eigenes Rentabilität der Banken, die Im Interesse des Vertrauens zn dem deutschen Wirtschaftsleben notwendig ist, nicht vorübergehen. Die Verdienstmöglichkeit der Banken muß eine solche sein, daß sie neben einer angemessenen Rente auf ihr Eigenkapital auch eine Kräfteansammlung gestattet, die sie befähigt, die großen Aufgaben nationaler nnd allgemeiner Art zu lösen, die ringsumher der Banken harren. Unser Institut hat sich auch im Jahre 192S hn Rahmen des Möglichen' der Abbanentwicklung angeschlossen. Die Zahl unserer Angestellten ist weiter vom Höchststand von rund 29 000 Köpfen am I. Oktober 1923 und einem Stand von rnnd 11000 Ende 192d auf rund 8300 Ende 1925 gnrückgegaagen. Nach Durchführung der schwebenden Maßnahmen werden wir am 1. April 1926 über einen Personalsland von 7500 Köpfen verfügen, der noch immer die Vorkriegszahl erheblich Obersteigt. Der Abbau hat im Jahre 1925 anch in starkem Maße die leitende Beamtenschaft betroffen. Wir haben uns bemüht, überall durch weitgehende finanzielle Maßnahmen bei den Betroffenen helfend einzugreifen. Die Ziffern unseres Hand- Inngsnnkostenkontos sind durch diese Hilfeleistungen in bemerkenswert ungünstiger Weise beeinflußt worden. Die anzustrebenden Rückwirkungen werden sich erst im lasfendea Jahr stärker bemerkbar machen. Wir können anch an dieser Stelle mit Genugtuung zum Ausdruck bringen, daß die Arbeltsfrendigkeit unserer Beamtenschaft sich veiter erheblich gehoben hat nnd der Geist der Pflichlerfüllnng in erfreulicher Weise zunimmt. Die Zahl unserer Filialen nnd Depositenkassen ist durch Schließung von 23 Zweigstellen auf 122 Filialen nnd 53 Berliner Depositenkassen zurückgegangen. Bei einer bezüglich der Ausdehnung unserer Geschälte im allgemeinen geübten Zurückhaltung haben wir iedoch dos Auslandsgeschäft in besonderem Maße ausgebaut und gepflegt. Die Entwicklung der Isteraatlonale Baak te Amsterdam können vir als eine recht günstige bezeichnen. Das Institut konnte in weitgehendem Umfange den holländisch-deutschen Wirtschaftsverkehr unterstützen und betätigte sich neben beträchtlichen Kreditgewährungen, besonders für das Warenremboarsgeschäit, anch zum ersten Male bei der Emission deutscher nnd internationaler Anleihen, so insbesondere bei der Anleihe der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt, der Osram Q. m. b. H. Kommanditgesellschaft und der Sao Paulo- Anleihe. Die Bank hat unter Befolgung einer vorsichtigen Bilanzpolitik für das Jahr 1925 eine Dividende von 6% ausgeschüttet Der auf unseren Anteil entfallende Betrag gelangt erst 1926 zur Verrechnung. Die Dentsch-SOdamerikanfsehe Baak bat zufriedenstellend gearbeitet. Sie wird aber die sich ergebenden Ueberschüsse znr nennenswerten Erhöhung ihrer offenen nnd Stärkung ihrer inneren Reserven verwenden. Die Dcntsehe Orfentbank bat schnell Ihre geschäftliche Basis in der Türkei zurückgewinnen können und befindet sich in einer aufwärtsstrebenden Entwicklung. dersulolge sie im abgelaulenen Jahre auch Veranlassung genommen bat, ihr Kapital um 1 Million Mark auf 7 Millionen Mark zu erhöhen. Die Deutsche Orientbank dürfte mit dem Jahre I93S wieder mit der Ans- schottung einer Dividende beginnen. Die Qeschäftsverhältnisse der Mercurbank in Wien litten weiter unter der wirtschaftlichen Stagnation Oesterreichs. doch wird anch hier die Ansschüttnng einer angemessenen Dividende möglich sein. Die Dnaziger Bank für Handel and Gewerbe bat sieb im Hinblick anf die schwierige Lage des Danziger Wirtschaftsgebietes größerer Zurückhaltung in Ihrer Geschäftstätigkeit befleißigt, war aber In der Lag«, wieder eine Dividende von 8% auszuschütten. Unsere Kommandfien beben unter Berteksfehti- gang der schwierigen Verhältnisse nm Effektenmarkt za- IriedensteJlend gearbeitet. Die Erträgnisze an« dem Koiaertlal- and Effektenkonto sind ungünstig beeinflußt durch die bekannte Entwicklung an den deutschen Börsen und sind auch Ip diesem Jahre ebenso wie die Im Jahre 1925 vereinnahmten Beträge auf dem Konto„Daaerade Beteiligungen" nicht znr GewinnfeststcUnag herangezogen worden. Unsere Emissionstätigkeit blieb weiterhin sehr beschränkt, doch haben wir bei der Plazierung ausländischer Anleihen wertvolle Vermittlerdienste leisten können und unsere Organisation für die Unterbringung von Hypotheken. und Rentenpfandbriefen ausgebaut, Zu den einzelnen Positionea der Bilanz und der QeJ vinn- und Verlnstrechnnng bemerken wir folgendes: Die Nostro-Qsthzben bei Banken nnd Bankflrmen bestehen zu rund 70* ans Ansiends. guthaben. Die Vorschüsse auf Waren- and Warenverschiffungen erfuhren besonders durch die Ausdehnung des Warenverkehrs in Hamburg und Bremen eine starke Erhöhung. Unter Reports und Lombards sind nur Vorschüsse verbucht, die börsen- mäßlge, gegen Wertpapiere gegebene Darlehne enthalten. Das Konto„Eigene Wertpnplore" und das Konto„K o o s o r 1 1 a I and Daanrsde Beteiligungen" enthält Erhölfungea. die Infolge der hn Jahre 1925 ausgeübten fnterventionstäügkelt entstanden sind. bzw. unseren Anteil an Gemeinschaftsgesehtftea nnd Kapitalserböhangea speziell bei der Deutschen Orientbank and der Danziger Bank für Handel and Gewerbe. Von Unseren Bürfscbaltea sind RM- 23 249 645.— in deutscher Währung und RM, 10 189 589.— In fremder Währung geleistet Das Konto Btakgobändo wird Unverändert auf- geführt Es enthält 140 eigene Grnedstücke ad Gebäude. von denen 123 reinen Bankzwecken dienen, während die restlichen 17 als Beamten häuser oder anderen Zwecken nutzbar gemacht sind. Für die durch die Besthmneagen de» Aufwertungst gesetzes eingetretenen Hypotheken verpfllehtnngen haben vir In entsprechender Weise Vorsorge getrolfea. Von der Gesamtsumme der Gläubiger in laufender Rechnung entfallen rnnd 20* nnf ausländische Guthaben. Hiervon sind rnnd 63* le ausländischer Währung gegeben. Der Umsatz voa einer Selta den Hauptbuches betrug im abgelaufenen Geschäftslahr rnnd 85 Milliarden Mark gegen rund 65 Milliarden Mark ha Jahn 1924 Unter vorsichtiger Bewertung aller Aktiva ergibt sich taut Gewinn, und Verlustkonto unter Ein- rechnnng des Gewinnvortrages per 1924 in Höhe von RM. 2 250 074,04 ein Bruttogewinn von RM. «131 529« Nach Absetznag SM. der Handlnngsunkostea m& 54 6ö3 298.68 der Steuern mit,,., 3 364 718,28 insgesamt; 60 028 016.96 verMetbt ein gelsisswlai voa a...» 9 123 512.84 dessen Verteilung wir wie folgt vorschlage«; RM. 10* Dividende«-.>» 8 000 000.— Tantieme des Anfslcbtsrats 360 000.— Zuwendungen an den Pea- slonslonds für Beamte, 900 000,— insgesamt: 6 860 C00,— so daß ab Vortrag auf neue Rechnung RM. 2 263 SU« verbletbea. Bertis, tat Hütt«ü. Die persönlich haftenden Gesellschafter Dr. Bcholm- Schwarzback. Bodenhelm er. Go Idaehmidt. HIncke. Dr. Roela. von Slmsoss. Dr. Strebe. SPD. 28. Abteilung. Mm Sonnabenb, Den 20. März, ftorb nach aualnollrnt ßethen unser(Scnoffe Johannes Croner ffranftdoftr. 37. 6clne longsährlgr Sätiqteit als Funktionär her Partei macht ihn uns nnptrgeglid). Perrblgnng Mitlmoch. den 24. März. nm 2 Uhr. nora sübifchen Frlebhof, ffieifjenfer. Neue Hollr, aus.[1710 b Danksagans JBc die zahlreiche Betelliqung hei her cherung meines lieben Mannes, un- feres guten Paters, Schmieaer- und Groß- ootere, sagen wir allen Freunden, Be- kannten, ebenso der Abt. ItOa her SPD unseren herzlichsten DanE[19/8 Berlin-Wtttenon, 19. März 1936. tDmc. Marin Mtiller nebst Rindern. Allen Rollegen. Genossen nnd guten Pefannten dl- traurig« Nachricht, daß am Sonntag, den 21. März. mein liebet Mann, unser treusorg endrr Pater und(Srnstoater Hermann Meisner inr61. Lebensjahre oon seinem langen und schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst wurde. Dies zeigen tiefbetrstht an. Elise Meisner, geb. Rolnck o. Kinder Einäscherung; Freitag, 20.MSrz.abds. V17 Uhr, im Rtem. Baumschuienwrg. Guter Sch laff ÄftS" Metallbetten für Groß und Klein, Stahl matratzen auch mit Zubehör frachtfrei an Private seit 1911. Viele Tausende Dankschreiben und Nachbestellungen. Beaueme Bedingungen. Katalog&S0 frei. Eisenmöbelfabrlk Suhl(Tta&r.) MI« BfMMfiKMMM wsolö-n.SiiherfihinieDe! Mitfmoch, den 24. Ittstc), nachmlltago Ü1/» Ahr, im„Dresdener©arten", Dresdener Stroh« 49: Branchenversammlung der Gold- und Silberschmiede. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl her Branchenlommlsfinn. 3. Berschledenes. MitgUedsbstcher find tnttznbriagca. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Äibtgogj Ösen-,»MlmSM. Miikrvoch, den 24. Mörz, vormittags 11 Ahr. Im„»osenthaler Yof". »osenthuler Sirahe 22 22: Gemeinsame Versammlung der arbeitslosen Angehörigen der Elseadreher- und Werkzeugmacher- brauche. Ohne Verband sausweis fein Zutritt. Donnerstag, den 29. Mörz, abend» Z Uhr. im grasten Saal de»©«merk. Ichaftshanse»,«ngelnfer 24/29: Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Die Tagesordnung wird In der Berjammiung heiannigegeven. Mitgliedsbuch legitimiert. Da in dieser Bersammiung wichtige Beschlüsse gesaht werden. tstdos Erlcheinen alle BerbandsfoNagm tnidefifngt bU» Achtung, Banftempnet �cht-ua' Donnerstag, den 29. März, abend» 7 Ahr, Im verbanbshsnfe. Linien- fltafec 69/83: oor Versammlung-m der Bauklempner und aller la den Znnongübetriebell beschSstigleu Sollegell. Tagesordnung: 1 Die RUnMeang des Lohn» und Manteitarifs seitens der Unternehmer zum 23. März nnd unsere Stellungnahme dazu. 2. Diskussion. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Rollegen! Die Wichtigkeit der Tagen» Ordnung macht es jedem Rollegen zur Pflicht, lN dteserBersantmIung zu erscheinen. Donnerstag, den 29. Mörz, nachm. 9 Ahr, im Saal 9 de» Gemerkschaft». Hansa»,©ngelnfer 24,29: SM- Versammlung-va sämtlicher Lehrlinge der Metall drücker-Lranche. Tagesordnung: 1. Was hoben die Junggesellen, die auslernen, zu er. warten. 2. Dlstusston. 3. Verschiedenes. Zeder Lehrling muß erscheinen. Alle Rollegen sind oerpflichtet, die Lehrlinge anzuhalten, dies- Versammlung unbe» dingt zu besuchen. wüm] bekrieSMe NW Die Betrledsrale- Zeitschrift Nr. 8 ist erschienen und taun gegen Vorlegung der Legltimationsfarie de, Betriedsrots» Obmannes in unserem Bureau, Zimmer 5 ober nach 4 Uhr im g immer 4, entgegen. CKindÄCZÄÜurig.Dso fcleinÄ Ccxco" ootec JDachzeüxii�#!�� 1��6mjie50�5 JRan kommt gjut auch. in. tetieeexv Zciteit. kuttceglelcfi'' t