flg. 143» 43.?abrg. Ausgabe tX Nr. 75 BezunSvretS: WölbintliS TO Vkenn!«. monaMH D.- Reichsmark voraus»all Idar. Unter»reii,ban0 kür Deutschland. Daiui» Saar- uul> Zürmelaibier. Oesterreich Litauen Lurembur« <,S0 Reichsmark, iilr das lldria» Ausland s.dv Reichsmark uro Monat. Der.DorwSrts' mit der Sonnraa». beilaae.Volk und Seit* mit.Siedln na und(tleinaarieu* lowie der Beilaae»Unterhaitun« und Willen* und-sraucndeilaae.lTrauenstimme* erscheint wochentäalich eweimal, Eonntaa» und Montaa» einmal. Telearamm-Adrell«: .«»«ialdemokrat Verl!»* Morgen ausgäbe Berliner VolKsblntt �10 Pfennig) Anzetgcnvrctle: Die e l n l v a l t I«« Ronvareill«. «eile 50 Pfennia. Reklame, eil« B.- Reichsmark.„Slcioe Au, einen* das kettaedruckte Wort 25 Pfennia t,ulilsna zwei kettaedruckte Worte», jode» weiter« Wort 12 Pfennig. Stcllenaesuche das erste Wort 15 Pkennia. tede» weitere Wort 10 Pkennia. Worte übet 15 Buch. staden jälilen für»wei Wort«. Arbeitsmarkt Seile 50 Pkennia. ikamilienanseiaen kür Abonnenten Seile 40 Pfennia. Anginen für die nächste Nummer mästen bis 4� llbr nochinittaas im Dauvtaelchäft Berlin SW 55. Linoeu- straste 5, abaeoeben werden. EeBsfnet von Slh llbr ftüb bis S Uhr nachm. Zcntralorgan der Sozialdemokrat» feben parte! Deutfcblands Neöaktion und Verlag: Herlin SA). HL, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhoff LSÄ-ÄS7. Konstantin Zehrenbach gestorben. Ehrung im Reichstag. 5 r e i b u r g l. vr� 2S. März.(Eigener Drahlberichl.) heuke nachmittag kurz vor 3 Uhr ist Reichskanzler a. D. Fehrenbach verstorben, nachdein schon in der Nacht der Todeskampf eingesetzt halte. Die Beisetzung Fehrenbachs erfolgt am Montag in den frühen Nachmittagsstunden aus dem hiesigen Friedhof. sloilstantin Fehrenbach war, am 11. Januar 1852 in Wcllendingen im badischrn SchwarMaCb als Sohn eines Volksschullehrers geboren. Nach Absolvierung des Gym- iiasiums in Freiburg studierte er zunächst Theologie, wandte sich aber dann dem Studium der Rechtswissenschaft zu. 1882 ließ er sich als Rechtsanwalt in Freiburg nieder. Seit 1884 war er ununterbrochen an zahlreichen Stellen im öffcnt- lichcn Leben tätig, so als stellvertretender Obmann des Stadt- verordnctenvorstandes und als Stadtrat in Freiburg, als Kreisabgeordneter und Abgeordneter der Stadt Freiburg ir> der Zweiten badischen Ständekammer, 1903 kam er in den Reichstag. In den breiten Lichtkreis der Reichspolstik ist aber Fehrenbach eigentlich erst als Sechzigjähriger getreten. Am 3. Dezember 1913 beriet der Reichstag Interpellationen über die Vorfälle in Zaber« im Elsaß, wo das Militär durch eigene Schuld in Konflikt nnt der Bevölkerung gekommen und mit schärfsten Mitteln gegen sie vorgegangen war. Nach herausfordernden Erklärungen des Kriegsministers v. Fol- k e n h a y n nahm ein bis dahin ziemlich unbekannter Zenlrumsabgeordneter das Wort und verlieh der Entrüstung, die die Mehrheit des Hauses erfüllte, in so kraftvoller und dabei formvollendeter Weise Ausdruck, daß ihm tosender Bei- fall des Zentrums und der Parteien links von ihin dafür dankte. Das war Konstantin Fehrenbach. Dieser erste Eindruck blieb, wurde aber durch die folgende rasche Laufbahn des Redners nicht gesteigert. Fehrenbach war und blieb der Mann, der es wie wenige verstand, in denkwürdigen Situationen Worte zu finden, die ihnen nach dem Gefühl eines großen Teils der Zuhörer gerecht wurden. Seine Begabung als Sprecher und sein süddeutsch echt demo- kratischer Sinn machten ihn als Präsidenten des Reichstags und später der Rationalversamm- lung zu einer würdigen Erscheinung. Immer fand er das Wort der Stunde— freilich fand er nicht immer den Eni- f ch l u ß. den der geschichtliche Augenblick forderte. Als erster bürgerlicher Reichskanzler der Republik— seit Juni 1920— versprach er, nicht gegen die Arbeiterschaft regieren zu wollen, und bemühte sich, trotz des volksparteilichen Einschlags seines Kabinetts, dieses Versprechen zu erfüllen. In der Außen- Politik aber erlitt er Schiffbruch: er vermochte nicht, das Londoner Ultimatum abzuwenden, und so übernahm W i r t h von ihm eine schwere Erbschaft. Später, als Vorsitzender der Zentrumsfraktion hat er, feinem Temperament gemäß, alle Richtungen und Strö- mungen seiner Partei zusammenzuhalten versucht und wo er konnte, Gegensätze ausgeglichen. Als sich Wirth grollend vom Rechtskurs des Zentrums trennte, blieb Fehrenbach sein Führer oder wenigstens sein repräsentativer Sprecher. Da- durch kam er in Widerspruch mit sich selbst. Mit dem Kampf gegen den Militarismus hatte er seine Laufbahn in der Reichspolitik begonnen, er hatte seitdem als einer der besten Zentnimsdemokraten gegolten: wie wenig er zu einem Bundesgenossen der Westarp und Hergt taugte, fühlte er wohl selbst. Und so mag er den Zusammenbruch der Rechtskoalition als eine Besteiung empfunden haben. Konstantin Fehrenbach war es nicht gegönnt, feine Partei auf die Wege von Weimar zurückzuführen, wie er es wohl gerne gewollt hätte. Ob sein Nachfolger im Vorsitz der Zen- trumsfrattion mich diesen Willen haben wird? Das Zentrum, das in den letzten Iahren so viele seiner Führer ver- loren hat und das seinen besten volkstümlichsten Mann in die Wüste gehen ließ, steht jetzt vor einer schwierigen Entscheidung. • Als die Nachricht von dem Tode Fehrenbachs im Reichstage bekannt wurde, gedachte der Präsident Genosse L ö b e des Per- storbenen mit folgenden Worten: .Meine Damen und Herren! Ich habe die traurige Pflicht, Ihnen zu verlünden, daß eines der angesehensten Mitglieder dieses Hauses seine Augen für immer geschlossen hat. Konstantin Fehren- bach ist zu den Großen seiner Partei versammelt, zu Peter'Spahn, Trimborn und den anderen. Unser tiefstes Mitgefühl.gilt auch der Zenirumspartei�die so viele ihrer besten Mitglieder in der letzten Zeit verloren hat. Aber das ganze Volk trauert um ihn. denn dem Volte zu dienen, ein Sohn des Voltes zu fein, das war von früh an sein Ziel gewesen. Schon als Zweiunddreißig. jähriger ist er in den Stadtrat seiner Vaterstadt eingetreten. Er wurde dort aus den Prösidentenftuhl berufen, auch in der 2. badischen Kammer und in der Nationaloersammlung war er Präsident. In jähr- zehntelauge parlamentarische Geschichte ist sein Name tief ein- gegraben. In der schwersten Zeit des Krieges hat er den Platz im Reichstag eingenommen, den vor ihm Kämpf inne hatte. Als das Schicksal Deutschlands unabwendbar war. hatte er sich fest und entschlossen der neuen Staatsform zur Verfügung gestellt und der Republik gedient. In der schwersten Zeit hat er den Mut zur Verantwortung beHallen, selbst!n einer Zeit, wo so wenig Verantwortungsgefühl übrig war. Als er aus den Platz des Reichskanzlers berufen wurde, nach dem er sich niemals gedrängt hatte, schien es, als ob er seinen goldenen Humor verlieren sollte. Aus jener trüben Zeit stammt das Biw, das Lepos uns von ihm hinterlassen hat Aber auch diese Zeit hat ihm die tiefe Bc- schcidenhett seines Wesens nicht rauben können, und ich bin ihm persönlich zu größtem Danke verpflichtet. Als er sein Kanzleramt verlies, hat sich der Siebzigjährige von neuem zur Verfügung gestellt, als ihn feine Partei an ihre Spitze rief.„Ich will mich nicht nieder- legen, bevor mein Haus nicht bestellt ist."' Mit diesem Bekenntnis ist er aus diesem Hause gegangen. Wenn immer sein Name genannt wird, so wird man ihn mit Achtung und Dankbarkeit nennen. Sic haben sich meinen Worten angeschlossen ich danke Ihnen." Dr. Namek in Serlin. Offizieller Besuch des österreichischen Bundeskanzlers. Zu mehrtägigem Aufenthalt trifft Bundeskanzler Dr. R a m e k, der Vorsitzende der deutschösterreichischen Bundesregierung, am heutigen Sonnabend morgen in Berlin ein. Die Unselbständigkeit Deutschösterreichs, das unter schwe- rem Zwang gehalten wird, trägt allein Schuld, wenn s o selten offizielle Besuche leitender Staatsmänner unseres Bruderlandes, und umgekehrt, zu melden sind. Ginge es noch dem ÄMllen des deutschösterreichischen B o l k e s, so wäre seine Regierung längst eine deutsche Länderregierung, deren Vertreter ständig im Reichsrat säßen wie seine Ab- geordneten im Deutschen Reichstag. Ginge es auch nur nach dem Gefühl des Volkes der rein deutschen Republik an der Donau, so müßte eine der ersten Handlungen eines neuen Regierungschefs— solange der gegenwärtige staatsrechtliche Zustand besteht— sein Besuch bei der Reichsregierung in Berlin sein. Man kann Herrn Ramek nicht einen Vorwurf daraus machen, daß h ö h e r e G e w a l t die staatliche Be- tonung eines Verhältnisses hindert, das längst zwischen den Völkern besteht. Selbst ein so wenig anschlußfreundlicher Politiker wie der Führer der Ehristlichsozialen in Deutschösterreich, Alt- bundeskanzler Dr. Ignaz S e i p e l, hat erst in diesen Tagen wieder in einem Interview erklärt, daß eine Bolksab- stimmung über die Anschlußfrage in Deutschösterreich eine nahezu hmidertprozentige Mehrheit dafür ergeben würde. Aber das S e l b st b e st i m in u n g s r e ch t ist dem K.Millionen-Volke immer noch versagt. Immerhin ist seit dem vorigen Sommer wenigstens der Sicht- oermerkszwang zwischen den Deutschen dies- und jenseits von Pasiou aufgehoben, und hüben wie drüben wird still, aber eifrig an Borbereitungen für die Annäherung und spätere Bereinheitlichung der Gesetze und der öffentlichen und kulturellen Einrichtungen für den Augenblick gearbeitet, in den die Hindernisse fallen werden. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. B e n e s ch war vor kurzem in Wien, und die Reden und sonstigen Aeuße- rungen bei dieser Gelegenheit sind in der Wärme des Tons erheblich über das gewohnte Maß hinausgegangen. Es gibt Bermutungen, daß man die Erschütterung des Gefügcs der kleinen Entente irgendwie durch eine Einbeziehung Deutsch- österreichs ausgleichen wolle. Die kaum lebensfähige, nur durch fremde Finanzhilfe über Wasser zu haltende Alpen- republik, ist selbstoerständlicy zu jeder Abmachung und Kom- binatiori bereit, die den Frieden in Mitteleuropa sichert. Niemals aber würde das Bolk Deutschösterreichs irgend- eine Politik dulden, die auch nur im entferntesten den An- schein hervorrufen könnte, als wäre sie eventuell gegen das Deutsche Reich gerichtet! Dr. Ramek besucht auf der Rück- reise von Berlin nach Wien die Führer der tschechoslowakischen Republik in Prag. Wir können nur wünschen und begrüßen es. wenn— nach früheren bösen Zeiten— zwischen Prag und Wien gute Beziehungen hergestellt werden, wie wir sie auch zwischen Prag und Berlin wünschen. Bon dem Charakter der Beziehungen B e r l i n- W i e n ist überbaupt nicht zu reden. Wir sind e i n Volk, wir sprechen eine Sprache, wir teilen in vieler Hinsicht dasselbe Los, und darum wird ein amtlicher Bertreter Deutschösterreichs in Berlin niemals als ein Fremder von Disttnktion betrachtet werden, sondern als der Repräsentant eines Volkes, das seinen stärksten Wunsch immer mit den Worten ausspricht: Wir wollen heim ins Reich! vorwärts-verlog G.m.b.H., öerlin SV. öS, Lindenllr.Z Pestlch-ckkont»:«erlio 37 555- BanRants: Bant der«rbklter.«naestellte» »»b Beamten. Baüstr. 65; Dielonta-Scsclllchaft. ScpoBttntalTe Linbenstr. 3. Der Steuerabbau. Wo ist der„Steuerraub"? Die Steuerkrise ist gelöst. Heute Sonnabend, spätestens aber Anfang der nächsten Woche, wird das Steuermilderungs- gesetz, wenn auch in wesentlich veränderter Form, vom Reichstage verabschiedet werden. Die in dem Gesetz vorge- sehencn steuerlichen Veränderungen bzw. Milderungen können also rechtzeitig zum 1. April in Kraft treten. Dieses Ergebnis ist erzielt worden, nachdein durch die Verständigung zwischen den Regierungsparteien und der Sozialdemokratie eine trag- fähige Basis gefunden worden war. Die neue Vorlage trägt einen wesentlich anderen Charakter als die ursprüngliche Vorlage der Reichsregierung. Diese war auf dem richtigen Leitgedanken aufgebaut, daß der Betrag, den die Reichskasse entbehren könne, verwendet werden müsse zur Senkung einer ein- z i g en Steuer, nämlich der Umsatzsteuer, verbunden mit der völligen Beseitigung der fälschlich Luxussteuer ge- nannten Herstellersteuer. Auf diesem Wege sollte der Versuch gemacht werden, die Preisgestaltung zu beeinflussen, Pro- duktion und Absatz anzuregen und die Milderung der Krise von dieser Seite her zu erreichen. Daneben spielte die Aen- derung der Kapitalverkchrssteuer zur Erleichterung von wirt- schaftlich notwendigen Fusionen, sowie die übrigen Maß- nahmen nur eine untergeordnete Rolle. Durch das Kompromiß der Reichsregierung mit den ich der l. seitigung der W e i n st e u c r und die Verschiebung der Er- höhung der B i e r st e u e r eingelassen. Damit ist der Be- trag, der für die Ermäßigung von Steuern überhaupt zur Verfügung stand, eingeschränkt worden. Da ferner die seit Wochen unveränderte hohe Zahl von Erwerbslosen er- höhte finanzielle Anforderungen an die Reichskasse stellt, so kamen auch aus finanziellen Gründen Bedenken gegen das ursprünglich in Aussicht genommene Maß von Steuer- senkungen. Für die von der Sozialdemokratie gewünschte Ermäßigung der Umsatzsteuer auf Proz. war somit eine Mehrheit nicht zu erreichen, zumal die Deutschnntionalen die Senkung der Umsatzsteuer plötzlich überhaupt ablehnten. Den volkswirtschaftlich richtigen Gedanken der Steuer- reform durchzusetzen, war deshalb die Sozialdemokratie nicht imstande. Angesichts dieser Lage mußte sie den Versuch machen, die Steuerreform wenigstens so zu beeinflussen, daß sie nach der sozialen Seite hin verbessert werde. Sie bekämpfte deshalb mit aller Entschiedenheit die deutschnationale Absicht, die großen Einkommen und Ver- mögen zu schonen, und versuchte in Verhandlungen f o l- gcnde Forderungen durchzusetzen: 1. ausreichendere Fürsorge für die Erwerbslosen, insbesondere durch Berlängerung der Unterstützungsdauer um 13 Wochen und Wiedereingliederung der ausgesteuerten Er- werbslosen in die Erwerbslosenfürsorge: 2. Begrenzung der Miete auf 100 Proz. bis zum 1. April 1927; 3. keine allgemeine Senkung der Vermögens- st e u c r; 4. Einführung einer Sekt st euer, Beseitigung der Salz st euer und Ermäßigung der Z u ck e r st e u e r. Diese Forderungen konnten zu einem erheblichen Teil durchgesetzt werden. Die verlängerte Unterstützungsdauer für die Erwerbslosen nebst den dazugehörigen sonstigen Abänderungen der Er- werbsloscnfürsorge wird wie bisher nach näherer Verein- barung zwischen den Parteien und der Regierung in den nächsten Tagen auf dem Verordnungswege angeordnet wer- den. Die Erhaltung der F r i e d e n s m i e t e auf ein weiteres Jahr ist zugestanden worden. Rur soweit in einzelnen süd- deutschen Ländern die Mindeftbeträge für den allgemeinen Finanzbedarf und den Wohnungsbau noch nicht erreicht find, kann die Miete über 100 Proz. hinausgehen. Es handelt sich dabei aber nur um ein Ueberschreiten von wenigen Prozenten und in wenigen Fällen. Für Preußen, Sachsen und andere wichtige Industriestaaten werden die 100 Proz. nicht über- sä/ritten. Auch die allgemeine Verminderung der Ver- mö g e n s st e u e r konnte vermieden werden. Es ist gesetz- lich festgelegt, daß das Mindestaufkommen der Vermögens- steuer, das auf 400 Millionen geschätzt war. auch wirklich erreicht werden muß, und daß gegebenenfalls eine Nach- erhebung in Höhe des fehlenden Betrages erfolgt. Die Sekt- steuer wurde nach dem sozialdemokratischen Vorschlag be- schlössen. Die Aushebung der S a l- st e u e r tritt am 1. Avril 1926 in Kraft. Die Z u ck e r st e u er wird in den nächsten Monaten fühlbar ermäßigt werden, und zwar in dem Maße, wie sich der Ertrag des Branntweinmonopols steigern läßt. Die sozialdemokratische Rsichstagsfraktion billigte die End- Zustimmung zu dem Steuermilderungsgesetz unter der Be- dingung, daß die vorstehenden Zugeständnisse darin enthalten sind. Sie verkannte dabei keineswegs, daß das abgeänderte Steuermilderungsgesetz, voltswirtschaftlich gesehen, keimswegs ideal ist und daß eine erhebliche Senkung der Umsatz st euer zweckmäßiger wäre als die jetzt beschlossenen Maßnahmen. Durch die ausreichendere Für- sorge für Erwerbslose, durch die Sicherung der Friedensmiete auf ein weiteres Jahr— was noch vor wenigen Wochen von allen bürgerlichen Parteien abgelehnt worden ist— und durch die Erhallung der Vermögenssteuer in voller Höhe sowie durch die Beseitigung der Sal-steuer, die künftige Ermäßigung der Zuckersteuer und die Einführung einer Sektsteuer aber ist jedenfalls der soziale Charakter der neuen Vorloge ver» bessert und diese für die Sozialdemokratie annehmbarer ge- macht worden. Es ist nicht verwunderlich, daß die K o m m u n i st e n. wie üblich, von„Steuerraub" schreien und die Sozialdemokratie der Teilnahme daran bezichtigen. Aber was wird diesmal eigent- lich„geraubt"? Wenn sich die kommunistischen Arbeiter diese Frage vorlegen, so kommen sie zu folgendem Ergebnis:„Ge- raubt" wird ein Viertel Prozent Umsatzsteuer, deren völlige Beseitigun g' von den Kommunisten verlangt wird.„Geraubt" wird die W e i n st e u e r. deren Beseitigung die Kommunisten ebenfalls beantragt hatten.„Geraubt" wird die Erhöhung der Biersteuer, für deren völlige Aufheb'ing die Kommunisten ebenfalls eintreten.„Geraubt" wird die Mög lichkeit, die Miete über IlK) Proz. zu steigern.„Geraubt" wird die S a l z st e u e r, die seit 1867 bestand und deren Auf Hebung seit vielen Jahrzehnten angestrebt wurde.„Geraubt" wird auch die beabsichtigte Verminderung der Vermögens' steuer. Diese Beispiele genügen wohl zur Jllustrierung der konu munistischen Wahrheitsliebe. Im übrigen aber schlagen sich die Kommunisten auch sonst ins Gesicht. Die„Rote Fahne" steht nämlich bereits die Deutschnationalen wieder in der Re- gierung. Für die Arbeiterschaft bedeute das Alarm! Denn: „Die Deutschnationalen würden nicht nur Hemmungelos durch Steuern und Zölle die preise aller Lebensbedürfnisse in fchwlndelhasle höhe treiben, nicht nur jede Forderung der Erwerb». losen, der Beamten und Arbeiter verhöhnen, noch mehr an die Panzerwagen und Maschinengewehre appellieren, son- dern auch den Volksentscheid mit Gewalt verhindern. Und weil die Sozialdemokraten der Verwirklichung dieser gefährlichen Absichten der Deutschnationalen entgegentreten, deshalb Steuerraub und Fluch und Schande? Dafür wird selbst die„Rote Fahne" in ihren eigenen Reihen vergeblich Ver- ständnis suchen, zumal jeder sachlich Denkende ohne Mühe ein- sieht, daß die S o z i a l d e m o k r a t i e mit ihrer Absicht, eine Steuerpolitik mit sozialen Wirkungen zu betreiben. Erfolge erzielt hat. Die Virkungen öer Steuerherabse�ung, Neinhold über das Kompromist. Am Freitag abend führte der Relchsfinanzminister Dr. Rein- hold vor der Presse aus: Das Steuersenkungsprogramm der Re- glerung fei von dem Gedanken diktien gewesen, der Wirtschaft durch Ermäßigung der Steuerlast Erleichterung zu bringen. Der Reichstag habe Aenderungen in den Einzelheiten vorgenommen, jedoch sei«ine Verzettelung, die sich in kleine Steuer- nachlasse verlor, vermieden worden. Der tiefste Stand der Krise sei überwunden. Man könne die Hoffnung haben, daß die am 1. April 192k In Kraft tretenden Steuererleichterungen den Impuls zur Besserung der Wirtschaftslage kräftigen würden. Im einzelnen gab dann Staatssekretär Dr. Popitz einen Ueberblick über die voraussichtliche Auswirkungdes Steuer- abbous. Infolge der Herabsetzung der Umsatzsteuer von 1 Proz. auf 0,7S Proz. sei mit einem Ausfall von 302 Millionen Mark zu rechnen. Der wahrscheinliche Ausfall für das Steuerjahr I92K dürfte 27S Millionen Mark betragen. Die Abschaffung der Luxus st euer bewirke für das Steuerjahr einen Ausfall von 190 Millionen. Dadurch, daß gerade wie bei der Umsatzsteuer noch Zazöwgstennine usw. In das neue Steuerjahr fallen, ergebe sich tatsächlich nur ein Ausfall für das Steuerjahr 192S von 92 Millionen Mark. Bei der W e i n st e u e r(Cinnahmeschätzung für das ganze Jahr 75 Millionen) ergibt sich«In Ausfall von 49 Millw nen. Durch die Suspendierung der Bier st euer entsteht ein Weniger von 49 Millionen Mark im Aufkommen, durch die Ab- schaffung der Salzsteuer(Jahresschätzung 17 Millionen) ein Weniger von 12 Millionen, durch die Aenderung in der Sektsteuer ergibt sich ein Fortfall von 7 bis 8 Millionen, dem steht gegenüber ein Auf kommen aus der Banderolensteuer ab!. Juli 1926 von 5 bis 6 Millionen. Der Aufall wl'd also demnach sehr wah schcinlich für das Steuerjahr 1926 450 Millionen Mark belraaen. Dazu tritt ein weiterer Ausfall durch die Aenderung der F u s i o n s st e u e r. S9 Proz. des Auskommens aus der Fusioncsteuer s'nd an die Ge meinden abzuführen zur Linderung der Arbeitslosennot infolge des Fusionierungs- und Rcitioncilisierungsprozesses. Die hierfür erforderliche Summe wird auf 29 M'll'onen Mark geschätzt, so daß stch das Mindererträgnis auf 479 Millionen Mark steigert. steigert. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung des Reichsf-nanzmlnilleriums, die bei bessernder Wirtschaftslage ohne Zweifel sich in dem Auf kommen günstiger darstellen wird, gilt nur für das Jahr 19 2 6. Für das Steuerjahr 1927 wird mit einer günlligeren Entwicklung zu rechnen sein, da die Ueberfübrung aus der Fusionssteuer an die Gemeinden wegfällt und die Biersteuer am 1. Januar 1927 in Krafl tritt. Bemerkt wurde noch, daß die Gemeindegetränke st euer am 1. April 1927 wegzufallen hat. Bis dahm ist es den Gemeinden nicht möglich, die Gemelndegetränkesteusr neu einzuführen oder zu erhöhen. Bezüglich der Vermögenssteuer glaubt das Reichsfinanz- Ministerium, daß mit einem Aufkommen von 499 Millionen zu rechnen ist. Der Scbluftste'n üer Einze'etats. Haushalt der Allgemeinen Finanzverwaltung. Der Haushalt der Allgemeinen Finanz vermal» t u n g ist kein Etat im Sinne aller übrigen. Er enthält nicht den Finanz- und Wirlfchaftsplan einer bestimmten Verwaltung, die ihre mutmaßlichen Einnahmen und Ausgaben aufstellt und sie dem Reichstag unterbreitet, um nach erfolgter Genehmigung auf Grund der so gegebenen Richtlinien ihre Aufgaben durchzuführen, sondern er bildet gewissermaßen den Schlußstein zu allen übrigen Etats und erst durch Ihn werden die 19 anderen, lose aneinander- gereihten Einzeletats zu einem festgefügten Reichshaushaltsplan. Der Haushalt der Allgemeinen Finanzverwaltung umfaßt in Einnahme und Ausgabe oll die Positionen, die in den anderen Etats nicht aufgeführt werden können, weil sie nicht zu dem speziellen Aufgabenkreis und Arbeitsgebiet einer einzelnen Verwaltung gehören. sondern das Reich Im ganzen betreffen, hierhin gehören auf der Einnahmen feite im besonderen alle Einnahmen aus Steuern, aus der Ausgaben feite alle Ueberweifungen an die Länder. Gemeinden und Gemeindeverbände sowie die Reparations- Zahlungen zur Erfüllung des Londoner Abkommens, soweit sie nicht durch dritte, sondern aus dem Reichshaushalt zu bestreiten sind. Da diese Posten ziffernmäßig sehr hohe sind, ist der Haushalt der Allgemeinen Finanzverwaltung mit seinen 393Z Millionen Ausgaben und seinen 72SS Millionen Einnahmen der bei weitem größte aller Etats. Außer aus Steuern wird das Reich in 1926 noch eine größere Einnahme<133,4 Millionen) aus Münzprägungen beziehen. Es ist eins weitere Prägung von 299 Millionen Mark in Silber- münzen beabsichtigt, und zwar je zur Hälfte in Zwei- und Fünf- Markstücken. Daneben wird wegen der außerordentlich vielen Münz- fälschungen voraussichtlich die Einziehung der Fünfzigpfennigstücke aus Aluminiumbronze und deren Ersatz durch eine Reinnickelmünze vorgenommen werden müsien. Die Kosten der Prägung werden auf 67,5 Millionen geschätzt, denen ein Erlös aus der Silber- Prägung und aus der Berwertung der eingezogenen Fünfzigpfennig. stücke in höhe von 291 Million« n Reichsmark gegenüber- steht. Der Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben in höhe von rund 133)4 Millionen Mark soll zur Verstärkung der Betriebsmittel der Reichshauptkasie Verwendung finden. Unter den Ausgaben nehmen die auf Grund de» Finanz» ausgleichsgesetzes vom 19. August 1926 erfolgenden Ueberweifungen an die Länder mit 2337 Millionen Mark die erste Stelle ein. Außerdem fließen den Ländern für Zwecke polizeilichen Schutzes aus Reichsmitteln noch 199 Millionen Mark zu. Zur Entschädigung fremder Behörden für die Mitwirkung bei der Verwaltung der Rcichsabgaben sowie für Sonderentschädigungen, die auf Grund verschiedener Ersetze an Bayern, Württemberg und Baden zu zahlen sind, werden 32,7 Mil- lionen benötigt. Zur Erfüllung des Londoner Abkommens muß ein Vctrag von 496 Millionen bereitgestellt werden. Das Gesetz über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 (Auswertungsgesetz) bedingt zugunsten von Anstalten und Ein- richtungen der freien und kirchlichen Wohlfohrtspslege, die Ausgaben der öffentlichen Wohlfahrtspflege zu erfüllen haben, die Einsetzung eines Betrages von 12,5 Millionen Mark. Für die Schaffung von Wohnungen auf Rechnung des Reiches für Beamte, Ange- stellte und Arbeiter der Reichsverwaltungen(außer Reichspost und Reicksbahn) wird ein Betrag von 9 Millionen Mark angefordert. Der Haushalt der Allgemeinen Finanzverwaltung wird vom Finanzministerium bearbeitet und ausgeführt. Er ist daher aui� der einzige aller Etats, der keine Personalausgaben enthält. Ablehnung üer yausz'nsleuer. Zufallsmrhrheit im Landtag. Za der gestrigen Sitzung des preuß schen Landtages wurde das kl auszins st evergefetz in driller Lesung erleUgl. 3n der Schluhabstimmung wurde das Gesetz dagegen mil 19i gegen 193 Stimmen der Rcgieeungeparlelen abgelehnt. Dieses Ergebnis wurde mit großem Tumult ausgenommen. Die Ablehnung des Hauseinssteuergesetzes war das Er- gebnis einer Zufallsmehrheit. Roch kurz� vorher waren die Regien'.ngs�arieien geschloffen ausmarschiert nid hatten die notwendigen Mehrheiten für eine ander? Vorlage erzielt. Durch die vorzeitige Abreise einiger Abgeordneten hatten es die Rechtsparteien in der Hand, die Ablehnung der Hauszinssteuer zu erzwingen, und sie machten dmon auch einen Gebrauch, von dem sie offenbar durch ihr �u- sammenwirken mit den Kommunisten eine Regierungskrise zu erreichen g'aubten. Die preußische Staatsregie- rung ist sofort nach dieser Beschlußfassung zusamm?nge. treten und hat nach einer vorliegenden Erklärung dazu fol» gend? Stellung eingenommen: Die abgelehnte Borlage bedeutet nur die Durchführung de» Reichsfinanzausgleichs, wie er im vorigen Sommer unte/ der Führung des Kabinetts Luther-Schlieben vom Reichstag beschlosien wurde In der Begründung der damaligen Novelle zum Finanzausgleich war ausgeführt, daß die Länder aus der hauszlnssteuer eine Mil- liarde für den allgemeinen Finanzbedarf der Länder und Gemeinben — als Ersatz für die Kürzung der Ueberweifungen aus der Ein- kommens- und Körperschaftssteuer und zur Bestreitung der ge- stiegenen Wohlfahrteausgaben— und 499 Millionen für die Neu- bauförderung bekommen sollten, also Preußen 699 Mil lio- nen für den Finanzbedars des Landes und der Gemeinden und 249 Millionen für die Neubauförderung. Preußen wollte mit der i?tzt abgelehnten Vorlage nur 449 Millionen für die Neubauförderung bereitstellen. Die Vorlage hätte dem Staate gegenüber dem bisherigen Zustand ein Mehr von nind 25 Millionen, den Gemeinden für Zwecke der Wohlfahrtspflege ein Mehr von' 59 Millionen und der Neubauförderung ein Mehr von rund 99 Millionen gebracht, diente also nur in geringem Maße sis- talischen Zwecken, in überwiegendem Maße aber dem Zweck der Wohlfahrtspflege und der Neubauförderung. Die Vorlage hätte außerdem wesentliche Bcrbesierungen gegenüber dem jetzigen Zustand herbeigeführt, vor allem«ine Herabsetzung der Hauszins st euer von 28 auf 15 Proz. der Friedensmicte für allen früher unbelasteten hausbesitz und gewerblichen Besitz und eine weitere Erleichterung für den gewerblichen Besitz insofern, als die Steuer bei diesem jn Zukunft nach dem Gsbäudesteuernutzungs» wert bemessen werden sollte, endlich aber erhebliche E r m ä ß i- Kinöer, Gott und Teufel. von Heinrich Lersch. Detter Franzel hatte gelogen. Die Großmutter rief ihre fünf Enkelkinder zusammen, ging mit ihnen in die Werkstatt und machte ihnen klar, daß der liebe Gott furchtbar traurig sei. wenn seine lieben Kinder lügen, und daß er sie strafen würde, hier auf Erden schon. Franzel. den die Predigt am meisten angehen sollte, hörte am wenigsten zu. „Franzel, du. sa du wirst es schon spüren!" drohte die Großmutter ihm ausdrücklich an. „Och, da bin ich nit bang für, der Papa soll dem wat anders sage, wenn de mich wat tun will!" zuckte Franzel gleichmütig die Schultern. Da zeigte die Großmutter auf das Schmiedefeuer, das gerade hochgestocht wurde und in großen Flammen und schwarzem Qualm aufrauschte. In so ein Feuer würden die Lügner geworfen und von vier Satanen festgehalten, erst von vorn gebraten und dann von hinten und von rechts und von links rundherum gebacken. Und wenn der Lügner dann gar wäre, dann käme der Oberteufel und risse ihm mit glühenden Zangen(die Großmutter zeigte auf eine gewaltige Krampzange) die leckeren Stücke Fleisch aus dem Leibe und fräße sie bis auf die Knochen auf. Da könnte ihnen kein Papa und niemand auf der Welt helfen. Franzels Brüderchen Pauli wurde von Mitleid gepackt und sagte unter Schluchzen und Weinen:„Dann geh ich auf die Bullewej (Polizei)!" „Das nutzt alles nichts, der Oberteufel ist die Polizei vom lieben Gott, und die Polizei von der Straße darf gar nicht in die Hölle hinein! Also, wer noch einmal lügt, den holt der leibhaftige Ober- teufel in die Hölle!" So schilderte die gute Großmutter des Lügners Schicksal, und betroffen zogen die Kleinen davon. „Du, Omal" rief Franzel seiner Großmutter noch,„kannst du mich nli sagen, wo die höll eigentlich ist?" „Die Hölle ist mitten in der Erde, ganz mitten drinl" erläuterte- die Oma. Das war morgens zwischen 11 und 12. Rachmittags komme ich m den Garten hinter der Schmiede und höre Kinderstimmen. Sehe Franzel und Manni, wie sie sich schubsen. ober Franzel behauptet seinen Platz, von dem Manni ihn ver- drängen will. Franzel stampft heftig mtt den Füßen, springt auf einem Fleck. spuckt, trampelt und lacht. Mannt steht neben ihm und schaut sich die Trampelei genau an. spuckt gleichfalls und sogt:„So Franzel. jetzt laß mich mal, jetzt kann ich-»» auch" „Du? Du? 5? ein! Du kannst e» nicht!" triumphiert Franzel und rast in seliger Bejesjeatzeit weiter. Manni fängt wieder an. ihn von dem Flecken wegzudrücken: als er ihn verdrängt hat. steht Franzel abseit» und höhnt Ihn:„hä! Dat nützt dich garnix, bloß wo ich steh, da is dä fiese Deuoel'" Manni sieht ihn staunend an, ober Franzel schüttelt verneinend den Kopf. „Doch! Auch wo ich steh!" ruft Manni. „Enä! Bloß wo ich steh!" entgegnet Franzel. „Edoochl" schreit Manni, und seine Stimme zittert vor Eni- täuschung. Ehe diese? Strest zur Keilerei wird, hat Franzel mich entdeckt und ruft: „Onkel Hein! Dä Manni meint, wo er stand, wär der Deuveli Bloß wo ich steh, da is hä!" llärt er mich auf. „Warum ist er denn nicht da, wo Manni steht?" erkundige ich mich, ohne den Zusammenhang zu begreifen. Franzel sieht gar verächtlich zu Manni hin und fragt mich, lässig mit den Ellbogen auf Mann! weisend:„Onkel Hein, hat der gelogen? hat der Manni gelogen? Enä, aber ich! Und die Oma hat gesagt, wer noch einmal lügt, der kommt in die höll bei dä fiese Deuvel. Und da Hab' Ich Oma gefragt, wo die höll is. und Oma hat gesagt:„Mitten in de Crd". Und da Hab' ich gewart, bis ich noch einmal gelügt hat, und da Hab' ich et schnell getan. Nu komm ich in de höll, und dä fiese Deuvel will mich holen! hier unter meine Füß, da steht dat Aas un will mich kriege, aber ich tret ihm auf den Kopp und spuck ihm, un gleich krieg ich mich eine spitze Stang un stech ihm kaputt, wemi hä nur mit dem Kopp aus die Erd heraus kömmt. Aber wart nur, du fiese Deuvel. wenn ich et kann, dann mach ich noch Pipi un heut abend, dann mach ich em noch eine dicke Haus AA auf den Kopp!" Ilm den StaatssekrelSr der schönen Künste. Zur Bereinheit- lichung der preußischen Kunstverwaltung und zur Verhütung der vielen Reibungsflächen, die sich, wie die letzten„Fälle" gezeigt haben, bei dem jetzigen Zustande allzu oft ergeben, ist die Einsetzung eines„Staatssekretärs der schönen Künste" gefordert worden. Dieser müßte die jetzt bei sieben Ministerien verzettelten Kunstongelegenheiten in einer einhest- llchen Behörde verwalten. Gegen diese Neuerung, für die viele Gründe sprechen, ist geltend gemacht worden, daß hier neue Aus- gaben entständen. Dem ist aber keineswegs so. In Wirklichkeit wird die Einsetzung eine»„Generaldirektors der Schlösser und Gärten", wie sie jetzt geplant wird, wenn die Unterstellung de» früheren Kronautes unter endgültige staatliche Verwaltung beim Abschluß der Auseinandersetzung mit dem früheren Königshause durchgeführt wird, genau soviel kosten wie ein„Staatesekretör. Legt man die verschiedenen Kunstbehörden der sechs Ministerien zusammen, wie das in Frankreich. Belgien u. a. der Fall ist. so könnte eher eine Kostenersparnis herauskommen. Sachlich wichtiger aber ist, daß«in solcher Staatssekretär die politisch« Berantwortung für die sogenannt« Kunstpolitik gegenüber dem Parlament und der Oesfentlichkeit übernähme— jene Verantwortlichkeit, die heute m tnisslichen Frage» die einzelne» beteiligte» Mmisteriea«»ander zuzuschieben allzu leicht geneigt sind. Und aufhören würde die Zusammenkopplung der Kunstangelejjenheiten mit den Fragen von Kirche und Schule: auch da wäre die Kontrolle durch die Oefsent- lichkeit und den Landtag leichter, wenn ein eigener politischer Be- amter als Staatssekretär die Verantwortung für Kunst trägt. Iva» ein allrömlscher Fußabdruck erzählt. Bei den Aus- grabungen des altrömischen Soldatenlagers zu Eaerleon in Eng- land hat man einen merkwürdigen Fund gemacht. Es ist ein Lager stationiert war. Die Sandale, die der Knabe vor mehr als 1699 Jahren trug, ist auf dem Zieael ganz deutlich abgedrückt, und aus den Maßen läßt sich mit Sicherheit darauf schließen, daß es sich um einen halbwüchsigen Knaben handelt. Ja, bei genauerem Zusehen erblickt man sogar die Spuren einer hundepsote, die sich aus dem Ziegel abzeichnen. Die Archäologen erklären sich diesen merkwürdigen Fund aus folgende Weise: Ein Pserdejunge der Legion oder ein anderer von den halbwüchsigen, die mit dem Heere in das fremde Land gekommen waren, hatte den Auftrag erhalten, die im Lager verfertigten Ziegel mit dem Fabrikzeichen zu stempeln, und als rechter Junge konnte er der Versuchung nicht widerstehen, auf die weiche Masse zu treten und seinen Fußabdruck so für die Ewigkeit zu erhalten. Wahrscheinlich lungert« bei ihm ein Re- gimentshund herum, und auch dieser tapple mit seiner Pfote auf oen Ziegel. So erschließt sich nach so vielen Hunderten von Jahren aus diesem Funde uns ein amüsantes Bild aus dem allrömifchen Lagerleben. Gefängnis für den kurzen Rock. Die athenischen Gesetzgeber gegen den kurzen Rock haben ihr erstes Opfer festgesetzt. Bor wenigen Tagen wurde zum erstenmal eine junge Dame verhastet, die gegen den Erlaß der griechischen Regierung gesündigt hatte, nach dem die Röcke der Damen nicht weiter als 36 Zentimeter vom Boden entfernt sein dürfen. Ein Polizeibeamter verhaftete eine 20jährifle Schöne auf der Hauptstraße von Athen, weil seinen forschenden Blicken die Länge oder vielmehr Kürze des Rockes ver- dächtig erschien. Die Sünderin wurde sofort dem Polizeigericht vorgeführt, nach sorgfältiger Messung für schuldig befunden und zu 24 Stunden Gefängnis verurteilt. Der Urteilsspruch wurde von der dichten Zuhörermenge, die sich in dem Berhandlungszimmer eingefunden hatte, mit Gelächter aufgenommen.— Und das geschieht in Hellas, dem heimallonde der Aphrodite! Staatiopee. Da der Umbau de» Opernbaufes Unter den Linden nun- webt b-Ublosien ist. hat die Leitung der StaatSoper von der beabiichtigten Neuinlzenierung de».P a r f t f a l" Abband genommen. Da» Werk wirb daher tu diefem Jahre(vom Karfreitag bi» Ostermontag) zum letzte» Wale in der bisherigen Ausstattung erscheinen. Saddhiskfche, Hau» SerNo-Zrahvau. Am 29.. abends S lldr: Vortrag Ober:»Buddhismus- und Frageoeantwortung. Hörwillige sind willkommen Vi« ge'ammelleu werte Cent«», von den im TtaatSverlag st, Moskau w L0 Banden erscheinenden gesantmellen Werten Lenin» find bi« jetzt 14 herausgekommen. L» befinden sich darin die Arbeiten Lenin» zur Revolution 190&I06, zur»Revolution der LomaeoA« 1917". tttc virtlchajtSpollUk und zur«»»»nalititslrag» flunfen zugunsten der Sozialrentner. Klein. xentner und K r i e g s l n o a l, d e n und der Erwcrvs- lasen srw'e der k l e i n e n E> n r m m e n die zu z!?ark Die Ablehnung ist ni6)t aus sachlichen Giiinden erfolgt. Jede Negierung mußte eine entsprechende Borlage zur Durchführung der leichrgesetzlichen Bestimmungen bringen. Die Ablehnung stellt die Einführung der Verbesserungen vorläufig in Frage. Sie ist außerdem nur durch eine Zusarlsmehrhett herbeigeführt Morden. Eine Gesetzeelücke entsteht nicht, da ein Z w i s ch e n g e s e tz, dessen Geltung nicht beschränkt ist, in der vorigen Woche vom Landtag verabschiedet wurde. Die Regierung wird einen Weg finden, um bis zum Ii Juli eine dem Reichsrecht entsprechcilde Regelung herbeizuführen. Lei dieser Sachlage würde die Regierung ihre Pflicht gegenüber dem Land? verlehcn, wenn sie zurü?irelen und eine Krise herausbeschwören wollt?, um so mehr, als der Landtag noch gestern der Regierung s-in Vertrauen vollerl hat. Die Ablehnung der Vorlage hat demnach nur die Wir- klmz. daß die im neuen Gesetz vorgesehenen Erleichte- rungen für die große Masse der Sozial- und Kleinrentner rorläufig nicht in Kraft treten können gegen den Willen der Negierung, aber mit Willen der Kommunisten! Auch der Ge- merbestand kann sich bei seinen famosen Sachverwaltern, den Nechlsxarieien. dafür bedanken, wenn eine Reihe von Härten der bisherigen Hausunssteuerregelung noch bis auf weiteres bestehen bleibt, dank der demagogischen Politik jener Parteien, die Opposition um jeden Preis treiben und jede parlamentarische Situation ausnützen, um der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten, auch dann, wenn ibre eigenen Parteigänger unter einer so'chen Haltung zu leiden haben. Die preußische Regierung bandelt nur v fl i ch t g e m ä ß und korrekt, wenn sie innerhalb der durch das Reichs- gefetz gegebenen Frist die Neuregel-ng der Hauszlnssteuer vorbersstet. Sollte inzwischen die Bautätigkeit nicht in dem Tempo in Gang kommen, wie es die Annahme der u-uen Bor- l'-ge bewirken konnte, so werden sich eine große Schar von Arbeitslosen und nicht minder auch die Unternehmer des Baugewerbes und seiner Hills'ndustrien bei der gestrigen Opposistonsmshrheit von der Wirtschaftspartei bis zu den Kom- munisten dafür bedanken dürfen. Nationalllberale verlet'enkelt. Tie LandtagSabstimmung gegen Strciemann. Am Donnerstag hat die Volkspartei ebenso wie die Deutschnationalen im Preußischen Landtag einem kommu- nistischcn Antrag zugestimmt, der Regierung das Vertrauen zu entziehen, weil sie 1. Strefemanns Politik unterstütze und 2. die Fllrstenenteignung nicht eifrig genug betreibe. Diese Zustimmung scheint im Lager der Volkspartei selbst nicht das erwartete„Verständnis" gesunden zu haben, denn die„Ra- tionalliberale Korrespondenz" sieht sich bemüßigt, zu ihrer Erklärung das Folgende auszuführen: Das Batum der Deutschen Volkspartei bezieht sich auch im vor- liegenden Falle selbstverständlich nur auf den Tenor des Antrages und nicht auf seine Begründung. Diese Tatsache ist schon früher bei ähnlichen Gelegenheiten ausdrücklich festgestellt worden. Die Stellung der volksparteilichen Lanklag-sraktion zur deutschen Außenpolitik ist insbesondere durch die Erklärungen der beiden Fraklions-' redner Dr. Wie wer und Dr. Leidig so eindeutig Im Sinne der Skresemannschen Politik dargelegt worden, daß hierüber wirklich jeder Zweifel auggeschlosseu sein sollte. Die„Nationalliberale Korrespondenz" redet sich beraus und herein. Denn es waren ja gerade die Abgeordneten W i e m e r und Leidig, die sich bei der umstrittenen Ab» stimmung der Stimme enthielten. Es ist also „jeder Zweifel ausgeschlossen" daran, daß gerade die Red- n e r der Fraktion die Haltung der Fraktion für albern und gewissenlos hielten und sich darum von ihr ausschlössen. Tie SteNung der Koalitionsparteien. Die Sitzung des Interfraktionellen Ausschusses, an der die Mitglieder des Kabinetts teilnahmen, erreichte 6 Uhr 20 Minuten ihr Ende, eine Londtagsauslösung, von der vielfach gesprochen wurde, kommt nicht In Frage: die letzte Entscheidung liegt natürlich beim Kabinett. Es wurde daraus ver- wiesen, daß ja die unbefristete Zwischenlösung vorliegt, und daß eine eventuelle Berlängerung der in dieser festgelegten Bestimmungen über den 1. Juli hinaus möglich ist. Auch an den bisher g e- trofsenen Dispositionen wird nichts geändert. Der Landtag wird am Sonnabend bis zum 20. April in die Osterferien gehen. Die Regierungsparteien werden sich, wie VdZ. hört, nach den Osterferien, wenn auch das Steuerkompromih des Reichstages endgültig vorliegt, mit den Fragen beschäftigen, die sich aus dem Reichsfinanzausgleich ergeben._ Ein gerügter Richter. Wie Beschlagnahmeverfügungen entstehen. Die Beschlagnahme des republikanischen Witzblattes „Lachen links" durch den Amtsrichter von Bostel-Burchardt in Lünen(Wests.), über die wir seinerzeit berichteten, hat jetzt ein Nachspiel gefunden. Nachdem bereits die Straf- kammer in Dortmund als Beschwerdeinstanz diese völlig unbegründete Maßregel glatt aufheben mußte, hat auf eine persönliche Beschwerde der betroffenen Redaktion über Herrn v. Bostel-Burchardt der Oberlandesgerichts-Präsident in Hamm folgende Antwort erteilt: Dem Amtsrichter von Bostel-Burchardt habe ich wegen der unsorgsäingen Behandlung der zum Gegenstand der Beschwerde gemachten Angelegenheit meine Mißbilligung ausgesprochen. Für eine Annahme, daß Uebereifer aus politischen Be- weggründen vorliege, haben die angestellten Ermittelungen keinen Anhaltspunkt ergeben. gez. Jockwer. Die Beschwerde der Redaktion war darauf gestützt, daß der Amtsrichter weder seine örtliche Zuständigkeit noch das Vorliegen des erförderlichen Strafantrages geprüft hatte (beides war nicht gegeben), und daß er überdies die gesetzlichen Tatbestände der von ihm angezogenen Strafbestimmungen (§ 186 StGB, und§ 8 Ziffer 1 des Republikschutzgesetzes) in seiner Verfügung dermaßen ignoriert hatte, daß er die wichtigsten— im vorliegenden Fall nicht zutreffenden— Tatbestandsmerkmale völlig beiseite ließ. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts-Bräsidenten muß dieses skandalöse Verhalten des Amtsrichters zugestehen. Sie sieht freilich darin nur mangelnde Sorgfalt, politische Beweggründe vermag der Oberlandesgerichts-Präsident nicht zu erkennen. Woher auch?„Lachen links" ist ein republikanisches Witz- blatt und Herr von Bostel-Burchardt ein Richter, der von der Republik sein GeHall bezieht!_ Zasihijlenurteil Als Verräter Das in Berlin erscheinende italienische Faschistenblättchen „Gogliardetto" hat lange zu den Mitteilungen des„Vorwärts" über die Faschistenpläne in Deutschland geschwiegen, lllach mehreren Wochen erklärt es in seiner Nummer vom 20. März, daß ihm dies« Angriffe ganz gleichgültig seien. Indessen speit es Gift und Galle gegen die„Renegaten und Verräter", von denen es annimmt, daß sie hinter unseren Mitteilungen stehen. Der von der Direktion, d. h. vom Major R e n z e 1 1 i unterschriebene Artikel schließt mit einer fürchterlichen Philippika gegen die„Verräter": „Verrat ist das Schlimmste, was es auf Erden gibt. Der Verräter wird von Gott und den Menschen ver- flucht. Wer zum Verräter wird, um seinen eigenen Ehr- geiz zu befriedigen, um seinem Vaterlaiche zu schaden, begeht das übelste, niederträchtigste Verbrechen, das es gibt!" Major Renzetti kann von Glück reden, daß er in Deutschland und nicht in Italien lebt, sonst wäre er reif für die Anwendung des Gesetzes zum Schutze der Allerheiligsten Person des„Duce". Denn gibt es eine schlimmere Anklage gegen Mussolini als diese Kennzeichnung des Verrates? Mussolini ist ja der P r o t o t y p d e s Verräters, er ist der Mann, der, jahrelang an der Spitze der sozialistischen Bewegung Italiens stehend, plötzlich, buchstäblich über Nacht zu ihrem erbittertsten Gegner wurde, nur,„um seinen eigenen Ehrgeiz zu befriedigen". Und er hat seinem Vaterlande mehr moralischen Schaden zugefügt als irgendein anderer Italiener. Der gegen die„Verräter" geschleuderte Bonnfluch prallt mit voller Wucht gerade auf den Mann zurück, in dessen Diensten das Berliner Faschistenblättchen steht. Mit welchem- Zynismus Mussolini zum Verräter wurde, das zeigt besonders drastisch ein Dokument, das wir aus einem kürzlich erschienenen italienischen Buch entnehmen, das der jozialistische Schriftsteller Robert M a r o a si dem Andenken Matteottis gewidmet hat. Es wird darin ein Brief abgedruckt, den Mussolini am 13. August 1914 an den Verfasser richtete. In diesem Briefe heißt es: Lieber Marsavi, Ich bin glücklich, wahrhastig glücklich, in der„Scintilla" deine rührende Verteidigung des Sozialismus und des internationalen Sozialismus zu lesen. Nach Meinung einiger Beschränkten soll dies alles längst Pleite sein. Nichts ist blödsinniger und falsch. Man behauptet— und es ist lächerlich.— man behauptet und man täuscht sich vor, zu glauben, daß der Sozialismus in SO Iahren die Verbrüderung der Völker verwirklichen könnte, die das Christentum nach zwei Jahrtausenden vom Tage an, wo der Wanderer aus Nazareth seinen unsterblichen Ruf der Menschheit hinausschrie, nicht erreichen konnte. Es ist grotesk! Die sozialistische Internationale hat sich nie ver- pflichtet, den Krieg zu verhindern: sie hat sich darauf beschränkt, Sozialfragen im Sergbau. TaS Unglück auf Zeche Oberhausen.— Tie Stillegungen. Esten, 26. März,(Eigener Drahtbericht). Der Deutsche Förder- maschinisten-Verband teilt mit: Das Unglück auf Zeche Ober- Hausen hat in Anbetracht aller Nebenumständ« eine merkwürdige Aehnlichkeit mit dem Unglück auf Zeche Matthias Stinnes. Auch hier ist die Menschenförderung mit einseitiger Last vor sich gegangen. Der herabgehende Korb war mit Menschen überlastet, während der heraufgehende vollständig leer war. Diesem Umstand ist auch wohl die Ueberschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit zuzuschreiben, da der heraufgehende Korb ohne jede Gegenbelastung war. Die Arbeitergruppe der Arbeitskammer im Ruhrbergbau hatte bei dem Oberbergamt Dortmund angefragt, wieviel Zechen ganz und wieviel Zechen teilweise in den letzten zwei Iahren stillgelegt worden sind. Das Oberbergamt Dort- mund teilt nun zu dieser Anfrage folgendes mit: Die Zahl der still- gelegten Zechen betrug Ende Februar 1S26 38 mit 33 118 Arbeitern und Angestellten, die Zahl der eingeschränkten Zechen betrug zu dem gleichen Zeitpunkt 62 mit 33 021 Arbeitern und Angestellten. Dazu kommen 11 Kokereien mit 1102 Arbeitern und 7 Kokereien, die eingegangen sind, mit 432 Arbietern. Der Eonsulmann in Göerfurt. Schwindler oder Inhaber eineS MordauftraqS 7 Das In Oderfurt oerhaftete und angeblich zu einem Attentat gegen den preußischen Innenminister Gen. Seoering(nicht gegen Rcichsminister Külz) verpflichtete Mitglied der Geheinwrganisation C o n s u l ist nach den Feststellungen der Polizei wegen Betrug und Diebstahl vorbestraft. Es besitzt also die Oualisikation, Mitglied der Consul-Organisatton zu sein. Die bisherigen Ermittlungen der Polizeibehörden haben nähere Einzelheiten darüber, ob das Attentat wirklich geplant war, oder der Verhaftete bei seiner Vernehmung gelogen hat. noch nicht er- geben. Die Berliner Kriminalpolizei steht mit der tschechischen Polizei in Verbindung und es ist zu erwarten, daß«ine nähere Aufklärung über die Angelegenheit bald erfolgt. Für den Fall, daß sich der Auftrag der Organisation Consul, den Minister Seve- ring zu töten, bestätigt, dürste das Reich die Auslteserung des Verhafteten beantragen. v)er wirü Gesanüter in Wien! Stegerwald?— Warum? Der deutsche Gesandte in Wien, der ehemalige Zentrums- abgeordnete Pfeiffer, liegt schwer krank danieder. Er lebt noch, ober schon wird für ihn ein Nachfolger gesucht, und manche Leute glauben ihn sogar schon gefunden zu haben in der Person des Herrn Adam Stegerwald. Sicher würden weite Kreise Herrn Stegerwald ohne Bedauern aus der inneren deutschen Politik scheiden sehen. Aber sein« Ernennung zum deutschen Gesandten in Wien scheint uns ein zu kostspieliges Mittel zu diesem an sich nützlichen Zweck. Im übrigen trifft es sich sehr nett, daß am Donnerstag im Femeunter- suchungsausschuß des Preußischen Landtages der demokratische Abgeordnete Riedel Mitteilungen davon machen konnte, daß bei dem Fememörder Schulz die Photographie einer bekannten polltischen Persönlichkeit mit einer sehr freundschaftlichen Widmung gefunden worden ist. Herr Riedel hat in der Aus- schußsitzung die betreffende Persönlichkeit nicht genannt. Aber man hat inzwischen erfahren, daß die Photographie niemanden anders darstellt als eben Herrn Stegerwald. Und darum nach W i««> 7 � über Mussolini. gebrandmarkt. zu erklären, daß sie sich dagegenstellt. Und diese O«?vsitton— eine gewaltige— hat sich in allen Nationen Luft gemacht. Ich verweise dich auf den„Avonti" von gestern, den 12., auf der dritten Seite, wo das Verzeichnis der Versammlungen steht, dl» die Sozialdemokratische Po ei in ganz Deuljchland anberaumt hak Man soll bedenken, doZ die Krisis bereits am 28. Juli b»- gönnen hat und daß kaum fünf Tage nachher der Kaiser den Kru» erklärte. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diese hastige Eni scheidung auch in Anbetracht des Feldzuges der Sozialisten gegen den Krieg, getroffen wurde: eines Feldzuges, der einen bedeutend größeren Umfang hätte nehmen können. Die Znkernatlonale liegt in der Ralur der Dinge, sie gehört zu den unvermeidbaren Ereignissen. Vielleicht bringt gerade dieser Krieg durch das viele vergossene Blut„das Rad in Schwung" Ich grüße Dich mit Freundschaft. gez. Mvssollal. Diese Zeilen schrieb Benito Mussolini als Chefredakteur des „Avanti" am 13. August 1914. Er verteidigte dann die so- zialistische Internationale gegen die Angriffe derer, die ihr vor- warfen, versagt zu haben und er sprach die Hoffnung aus, daß der Krieg wenigstens das eine Gute haben würde,„das Rad in Schwung zu bringen". Bierzehn Tage später ging derselbe Muffolini zu den Gegnern des italienischen und des internationalen Sozialismus über, indem er die Leitung eines mit französischem Geld« gegrm» deten nationalistischen Blattes, des„Popolo d'Jtalia", übernahm und seitdem die Sozialisten, die Kampsgenossen von ehedem, beschimpft«, verleumdete und ermorden ließ. Wie sagt das„Gagliardetto" so hübsch über die„Renegaten und Verräter"?„Verrat ist das Schlimmste a u s E r d e n. Der Verräter wird von Gott und den Menschen verflucht." Benito. Gott schütze dich vor demem Freunde, dem Major Renzetti! Mussolini„säubert* weiter. (T ontarinis Rücktritt bestätigt. Rom, 26. März.(WTB.) Die Agenzia Stefani bestätigt den Rücktritt Contarinis und die Ernennung des seitherigen italienischen Gesandten in Wien, Bordanaro, zu seinem Nach« folger als Generalsekretär im Ministerium des Aeußern in Rom. * ContarinI, der Unterstaatssekretär Im italienischen Ministerium des Aeußern, war der leitende Berufsbcamte M der Zentrale der italienischen Diplomatie. Seine Stellung entsprach ungefähr der, die gegenwärtig Herr von Schubert in der Wilhelmstraße bekleidet. Contarinis Entfernung fällt in das Programm der„Reinigung" des italienischen Diplomatenpersonals von allen nicht absolut sicheren Faschisten. Die Ermordung des Gen. MüUer-Mö'üling. Lauge vorher geplant, schliestliil, vollführt. Linz, 26. März.(Eigener Drahtbericht.) Wie das sozialdemo- kratische„Tagblatt" meldet, hat vor einigen Tagen bei dem Polizei- omi in Steyr ein eben aus der Strasanstatt Entlassener die Anzeige erstattet, daß einige Hakenkreuzler im Jahre 1924 die Absicht ge- habt hätten, den sozialdemokratischen Gemeinderat und Obmann des Schutzbundes, Müller, in Mödling zu ermorden. Eine ent- sprechende Mitteilung wurde dem entlassenen Sträfling von einem Mitgefangenen während seiner Hast gemacht. Tatsächlich i st Müller im vorigen Jahre bei einer Hakenkreuzlerdemonstration erschossen worden. Der Sträfling gibt ferner an, er habe damals aus der Strasanstatt in einem Brief an eine sozialdemokratische Funktionärin nach Wien Mitteilung von den Plänen gemacht: der Brief sei aber nicht weiterbefördert, dagegen der Briefschreiber von dem Letter der Strafanstalt bestraft worden! Die Untersuchung ist bereits eingeleitet. Keine Mehrheit für psrets Steuerpläne. Opposition links— Abweisung rechts. Pari». 26. März.(Eigener Drnhtbcricht.) Die Finanzkom» Mission hat am Freitag einen Bericht des Finanzministers über die gegenwärtige finanzielle Lage entgegengenommen. Der Minister bezeichnete die Erhöhung der Umsatz st euer als einzige Möglichkeit, der Staatskasse sofort Einnahmen zu verschaffen. Die Erhöhung soll nur vorübergehender Natur sein und lediglich für das laufende Finanzjahr gelten. In der Zwischenzett beabsichtigt die Negierung, die Borarbeiten zur Einführung einer Produktions« abgab« zu beenden, die im nächsten Jahr an die Stelle der Um- iatzsteuer treten soll. Energisch verwahrte sich der Minister gegen den Vorschlag auf Erhöhung sämtlicher Steuern um 10 Prozent. Der Vorsitzende der Finanzkommission äußerte seine großen Be» denken, in der Kammer eine Mehrheit für die Pläne des Fi- nanzministers zu finden. Tatsächlich hat die Opposition gegen die Erhöhung der Umsatzsteuer nach dem ablehnenden Beschluß der Sozialisten eher zugenommen, da auch die große Mehrheit der Radikalsoziaten und der republikanischen Sozialisten dagegen sind. Die Rechte verspürt aber wenig Lust, in der Finanzfrage für dos Kabinett Briand in die Bresche zu springen, zumal der Mi- nisterpröstdent nicht gewillt scheint, ihre Unterstützung durch den Rücktritt des Innenministers Malvy zu erkaufen. ZranM�e Marineboupläne. Paris, 26. März.(Eigener Drahtbericht.) Der französische Marineminister L c y g u e s hat in der Kammer einen Gesetzent- wurf eingebracht, der den N e u b a u einer Anzahl von Kriegsschiffen vorsieht. In der Begründung der Vorlage wird ausgeführt, daß Frankreich für die Erhallung seines Kolonialreiches eine mächtige Kriegsmarine braucht, weim es nicht auf den Rang einer Groß- macht verzichten wolle. In der Zeit vom Juli 1926 bis Juli 1930 solle» folgende Schiffe auf Stapel gesetzt werden: 1 Kreuzer, 3 Torpedoabwehrboote, 4 Torpedoboote,. 7 Unterseeboot« und 4 Hilfsschisse. Die HeereSresorm. Paris. 26. März.(Eigener Drahtbericht.) Die Armeekom- Mission der Kammer hat den Genossen Paul Boncour zum Berichterstatter über den Gesetzentwurs zur Neugestaltung der Landesverteidigung ernannt. Gleichzeittg wurde«ine besondere Unterkommisston eingesetzt, die ihn bei der Abfassung des Berichtes unterstützen soll, damit dieser' sofort nach den Osterferien im Parlament eingebracht werden kann. Parlament in Südwestafrika. Das Amtsblatt in Pretoria gibt die Einsetzung eines Bollzugsausschusses, einer beratenden Kam» Mission und einer gesetzgebenden Versammlung für Südwestafrika bekannt, entsprechend der 1925 angenommenen Verfassung Südwest. afrika». OeVsrMaftsbeVegung Die Sozialpolitik üer /lrbeitgeberverbänüe. «Dem Volke muh das trockene Brot erhalten bleiben." In seiner Berteidigungsrede des notwendigen Hebels der Vereinigung der Zlrbeitgcberverbönde vor deren Mitgliedern konnte der Geheimrat v. B o r s i g nicht ganz an der Erwerbs- losigkeit und der Kurzarbeit vorübergehen. Er hielt sich allerdings nicht erst bei den Ursachen auf und den etwaigen Maßnahmen zu ihrer Linderung und Beseitigung, vielmehr diente ihm diese Erscheinung als Ausgangspunkt zur Rechtfertigung des bereits in der Meißnerfchen Aktennotiz niedergelegten Standpunktes der Vereinigung zur Sozialpolitik im all- gemeinen und zum Rcichsarbeitsministerium bzw. feiner Schlichtungspraxis im besonderen. „Diese katastrophale Lage des Arbeitsmarktes stellt vorläufig gerade die Vereinigung vor große Aufgaben. Sie wissen, welche große Rolle in der öffentlichen Erörterung in der letzten Aeit die Erwcrbsloscnfürsorge und die Kurzarbeiterfürsorge gespielt hat. Sie wissen weiterhin, von welch außerordentlich großer Beden- tung auch heute in der Zeit des Ueberiluises an Arbeitskräften die behördliche Fe st segung der Löhne durch»er- bindlich erklärte Schiedssprüche sein kann und ist. Faktisch wird da dos Gesetz von Angebot und Nach- frage hinsichtlich der Arbeitskrast restlos durch die Praxis der Schlichtungsbehörde beseitigt,(«ehr richtig!) Da es sich aber hier um ein Naturgesetz handelt, dos die Menschen nicht erfunden haben und an dem die Menschen meines Erachtens nichts ändern können, kann eine solche Praxis letzten Endes für die Wirtschaft nur�verderblich sein." Kein vernünftiger Mensch wird dem Herrn Geheimrat Dr. Enist von B o r s i g einen Vorwurf daraus machen, daß er die Arbeit- geberintereffen vertritt, zumal er an der Spitze der Unter- Nehmerorganisation steht. Auch diese oder jene Uebertrcibung wird man hinnehmen und sie, wenn notwendig, auf ihr Niveau zurückführen. Wenn sich v. Lorsig ober ein Manuskript niachen läßt, müßte er es immerhin zuvor daraufhin ansehen, ob es einigermaßen exakt und nicht derart salopp ab- gefaßt ist, wie es sich in den Sätzen, die von der Praxis der Schlichtungsbehörden handeln, so. furchtbar peinlich be- merkbar macht. Nicht für uns, die wir an der Praxis der Schlichtung-- behörden mindestens ebensoviel auszusetzen haben wie die Arbeit- geberverbände. Doch selbst der unverblümte Haß gegen die ganze Schlichtungseinrichtung, gegen einen o e r b i n d- l i ch e n Schiedsspruch, der etwa die Eisenbahnerlöhne um einen Pfennig, teilweise um zwei Pfennige erhöhen wollte, darf nicht einmal bei einem cholerischen Unternehmersyndikus soweit gehen, wie hier in der Rede des Herrn v. Borsig. Was ober das .Naturgesetz" betrifft, worüber der Repräsentant der Arbeit- geberverbände philosophierte, so fällt zunächst dabei auß daß die Unternehmer sich nur in K r i s e n z e i t e n aus dieses ökonomische Gesetz zu berufen pflegen, bei g ü n st i g c r K o n j u n k t u r aber, wenn die Arbeitnehmer versuchen müssen, das, was ihnen an ihrem Existenzminimum weggenommen wurde, wieder herauszuholen, unter Verleugnung dieses Gesetzes, über Erpressungsver- suche der Gewerkschaften schreien. Das jetzige Bekenntnis des Herrn von Borsig und seiner Getreuen zu diesem„Nalurgesetz" erleuchtet blitzhell die Begriffe der Sozialpolitik im Unlernehmerlager. „Meine Aussassung, meine Herren, und damit glaube ich auch die Ihre auszusprechen, ist die, daß die beste Sozialpoli- tlk allemal in einer möglichst weitgehenden Förde- rung der Wirtschaft besteht, denn die Sozialpolitik kann ihre Mittel ja nur aus der Wirtschaft erhalten. In diesem Punkt findet man leider auch heute noch bei den Bertretern der Gewerk- schaften wenig Verständnis." Solange die Unternehmer unter der Wirtschaft nur sich selber, ihre Betriebe und ihre Interessen verstehen, werden sie rergeblich auf dieses„Verständnis" warten. Daß die Arbeitnehmer mit zur Wirtschaft gehören, wird ihnen leider jetzt besonders deutlich gemacht, wo sie unter den Folgen der Unternehmerwirtschost zu leiden haben. „Die Arbeitnehmer glauben einfach nicht, daß in der deub schen Industrie heute im allgemeinen gar keine oder sehr geringe Gewinne erzielt werden. Weiterhin sind die G e- werk schaften vorläufig nicht von ihrer Meinung- abzubringen, daß Lohnerhöhungen automatisch zu einer Steigerung der Kaufkraft der Massen und damit zu einer Gesundung der Wirtschaft führen. Daß Lohnerhöhungen nur insoweit möglich sind, als durch sie eine Verteuerung der Produktion nicht ein- rritt, ist ihnen nicht klarzumachen. Diese Haltung der Ge- w e r k s ch a s t e n ist wiederum nur verständlich, wenn man an- nimnil, daß sie ohne weiteres davon ausgehen, daß zurzeit in den Preisen noch eine so hohe Gewinnquote stecke, daß man nur diese Gewinnquote zu verkleinern brauche, um bei gleichbleiben- den Preisen den Lohnanteil des Arbeiters zu erhöhen." Will Herr v. Borsig etwa behaupten, daß die Kaufkraft der Massen durch Lohnkürzungen gesteigert wird? Bon den Entbehrungsgewinncn, die in den wohlfristerten Bilanzen ziemlich versteckt sind, wollen wir hier nicht reden, sind jedoch nach wie vor der Meinung, daß es des Schweißes der Edlen lohnre, die Gewinnquote, anstatt durch Lohndrückerei zu ver- gräßern zu suchen und die Neubildung von Kapital auf diesem Wege herbeizuführen, durch fortschrittlichere Maß- nahmen anzustreben, die nicht mehr unbekannt und mit Erfolg erprobt sind Die folgende Trockenbrottheorie des Herrn v. Borsig scheint uns nicht der richtige Ersatz dafür zu sein. „Weiterhin geht die Grundcinstcllung der Gewerk- schaften dahin, daß die gesamten Aufwendungen inner- halb des Rahmens der Sozialpolitik sigemlich gar nichts kosten, weil sie in Form erhöhter Arbeitsleistung wieder herein- kämen. Daß das ein Irrtum ist, mindestens in einer Zeit wie der heutigen, ist ihnen nicht klarzumachen. Es ist für meine Empfindung ungefähr dasselbe, wenn ich sage, deshalb, weil Butterbrot"nahrhafter ist als Trockenbrot, muß auch der, der die Butter nicht bezahlen kann, Butterbrot essen, damit er dadurch m die Lage gesetzt wird, soviel inehr zu arbeiren, daß er dann später diese Butter wird bezahlen können.(Heiterteit und Bravo!) Die Folge wird sein, daß er, weil er sich heute Butter gekauft hat, morgen nicht einmal das trockene Brot wird kaufen können. (Sehr richtig!) Und da ist es denn die— allerdings nicht sehr dankbare— Aufgabe der Vereinigung, dazu zu helfen, daß de in deutschen Volke wenig st cns dieses Brot erhalten bleibt." Wir wollen hier nicht in gleich bildlicher Form die Frage auswerfen, wer dem Volke nach der Butter auch noch die Mar- garine vom Brot genommen hat, sondern uns mit der Fest- ft e l l u n g begnügen, daß in Ergänzung des hohen Zieles der Bereinigung die Gewerkschaften die Aufgabe haben, dem Volke zu dem trockenen Brot die nötige Butter zu verschaffen. Das ist positive Sozialpolitik! Schieüsspruch für Sie Serl'ner Metallsnöuftrie. keine Kürzung der Transporlarbeilerlöhne. Bekanntlich haben die Berliner Metallindustriellen versucht, die Stundenlöhne der Transportarbeiter um 10 Proz. herabzudrücken. Da Verhandlungen mit den Herren sie in ihrer Absicht nur um etwa einige Prozent geringeren Abzug wankend machen konnten, mußte sich der Schlichtungsausschuß mit der Angelegenheit befassen. Er kam zu einem Schiedsspruch, wonach die bisherigen Löhne bis .?l. Mai beibehalten werden sollen und von da ab beiderseits gc- kündigt werden können. Es bleibt nun abzuwarten, oder der VBMI. es fertig bringt, diesem Schiedsspruch seine Zustimmung zu versagen.- Einigung im EinzelhanSel. Beibehaltung der Handelshilfsarbeiterlöhne. Am Donnerstag, den 25. März, nahmen die HandelShilkS- arbeiler in einer stark besuchten Funktionärkonserenz zu der Ver» längerung des Lohnverirages Stellung. Pollmeier vom Demschen Verkebrsbund bericbtet? über die Verhandlungen mir den Arbeitgeber». Die im August 1925 vereinbarte SicherungS» k l a u f e l, die beide Parleien berechngte, während der Vertragsdauer in Verhandlungen cinrutrcien, falls die Reichsinderziffer sich um 5 Proz. verändert, glaubten die Arbeitgeber diesmal für sich in An'pruch nehmen zu lönnen. Nach längerer Aussprache kam es zu einer V e r st ä n d i g u n g, daß die bisherigen Löhn« bis zum 2. Juli 1926 verlängert werden, mit tltä.iigerKündigungS'rist. Die Funktionäre stimmten nacb einer eingehenden Dislussion der Verlängerung des Lohnvertrages zu. Tarifverlängernug für Akkordmaurcr. Der Verband der Vaugeschäsle Kroß-BerlinS hatte den Vertrag der Akkord in aurer und Akkord st ei»träger ,um 31. März gekündigt Am DienSlag. den 23 März, wurde über den Neuabickluß eines Beitrages für Akkordmaurer und und am 21. März über einen iolitien für Akkoltsieinliäger ver» bandelt. Jni Anschluß an die allgemeine Ve'prechung wuide vei? einbort. daß die bisher bestehenden Tarifverträg« für die genannten Berufsgruppen vorerst bis zum 2V. April 192S verlängert werden. Aniang April iverden erneute Verhandlungen gepflogen. Deuiswer Bauqewerksbund, Baugcwcrk'chafi Berlin. Verband der Akkordmaurer Groß-BerlinS. Betriebsrätewahlen im Nuhrbergbau. Bochum, 26. März.(Eigener Drahtbericht.) Von 217 noch in Betrieb besiildlichen Zechen des Ruhrgebietes liegt das Betriebsrats- Wahlergebnis von 79 Schachtanlagen vor. Es erhielten Stimmen: Freie Gewerkschaften 64 95 7(1925: 39 576), Christliche Gewerkschaften 2216«(23 375), Hirsch-Dunckersche 1987 (1912), polnische Berufsvereinigung 198(314), Syndikalisten 1665 (1248), Gelbe 1752(491)._ Weitere Entlassungen bei Krupp. Essen. 26. März.(Eigener Dcahtbericht.) Die Firma Krupp hat beim Dcmobilkommissar die Entlassung von weiteren 2599 Werls- angehörigen zum 29. März beantragt. Nachdem bereits am 23. März 1999 Arbeiter zur Entlastung gekommen find, wird sich die Gesamt- zahl der im März entlassenen Werksangehörigen der Firma Krupp- Essen auf 4499 belausen._ Die Sparkasse der Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten A.-G., Berlin, wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Ahr und 5—7 Uhr, Sonnabends von 9— 1 Uhr geöjsnet. Transportarbeiter der Berliner Melallbetriebe! fiveiiafl, 2. April vormittag, 9»', Uhr. im arohrn Lnal de«haIt»- hoalM, Snnclefcr 24 25, wiiStipr Del-mrrtrnmitolielxr.Vollprrlammlunq aller Metalltran-poriaibelter. 1. Die Lobnpertraqsriindimiiia durch die Uirte nehmer und das bi-hcriae Veihandjunis. 2. Dirkuffian. Alle nach dem Zteg!«- ment ilnti ittslieuchtiflien Dclcgic'ten Huben pünktlich nnd»ollZählia ,n er- scheinen. Mitulicdeau-mei« sowie Dclcaierten- und?unNionärkar!rn diene« als Lcqitimation und sind»ouwiocn. Ohne Ausweis kein Zutriit. Die«e he Anwesenheitsbesirciniuunq isi der Cualkontrolle ans�nlländ'uen. Betriebe ohne Dcleaiertrn haben die Dahl umachend»oraunehmen»ad mit einer Wahl- bellätiaun« ,u»ersehen. Kein Betrieb darf nn-crtret-n sein. Deutscher Berkchrsbund, Sektion V. Achtung, Zimmerer! Berbandskainceoden! Heute. Sonnabend, morgen, Sonniaa. und am Montag Beiiirksversammlungen. Es ist Pflicht eines jeden Kameraden, die Beii' Isvcrsammlunaen au besuchen. S ei» Sewerlp' attsjugend. Mcabit: Heute Jugendheim Bremer Ecke ffliclcf. stranc...Lustige Tiroler Geschichten". Pcraiilmortiich für Politik: Richn'd Bernstein: Wirtschaft: A'tnr Taternn»! Gcwcikschaflzbewegung: IZr. Egkora: Feuilleton: Dr. John Stikowski: Lokale» und Eonstiacs itrih«arstädt: Anaciacn: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Berlaa: Boiwärls-Berlaa G. m. b. S. Berlin. Druck: Borwärls-Buchdruckerel und Perlaasanstalt Paul Sinacr u. Eo. Berlin SW 5b Lindrniteahe Z. Hierzu 2 Beilagen nah..Unterhaltung und Sisiea". � v. -- i-*•.*.* ""aW ■Damen-Wäsche- Trägerhemden«« Wäschestoff, mit Stickerei reich jaroietf, 1,95 Nachthemden gute« Hemdentuch, m.Motiv».Hohlsaum reich ausgef. 165 295 Hemdhosen Windelform, ans gut. 7 5 Wäschestoff, m. schöner Stickcreigarnier., 3,90 nl Prinzessröcke, gutes Hemden- 9 J 90 tnch, mit schönem Stickereieinsatz.. iden-{ 4 25«U DÄNEN-BLUSEN I Vollvoilelumper 250 8 M mit Säumchen nnd Knöpfen garniert.................... 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Selbst die einst mit so großem Bei- fall ausgenommenen Berliner Brunnenkuren in den Morgenstunden in den Parkanlagen haben darunter bedeutend gelitten. * Trotz der auf vielen Krankheitsgebieten noch vorhandenen ärzt- lichen Meinungsverschiedenheiten, die man ohne weiteres auf die steuzeitliche emsige Forschung zurückleiten kann, besteht aus langer und praktischer Erfahrung kaum ein Widerspruch über den Wert natürlicher alkalischer Mineralwässer zur Durchführung und Be- schleunigung des Heilverfahrens. Die Chemie hat auch hier bahn- brechend gewirkt und mit den Fortschritten der Analyse vermeintliche Wunderwirkungen auf einfache Naturvorgänge, die sich freilich in Jahrhunderten und Jahrtausenden entwickelten, zurückgeführt. Des- halb muß im Interesse der Kranken der von den wirtschaftlichen Schlägen der letzten Jahre erzwungene gewaltige Rückgang der sogenannten Trinkkuren, bei dem es sich um viele Millionen von Litern handelt, bedauert werden. In lernte salus— in der Quelle liegt das Hell. Es wieder möglichst vielen wenig Bemittellen zugäng- lich zu machen, die aus den Schätzen der Natur neue Kraft und Schönheit holen, den überanstrengten Leib auch innerlich leicht und schmerzlos von Schlacken reinigen wollen, ist eine ebenso dankbare hygienische Aufgabe wie die weitestgehende Gewährung von Lust und Licht. Ich blick' in der Ferne. Und wie mir's gefallen, Ich seh in der Näh' Gefall' ich auch mir. Den Mond und die Sterne, Ihr glücklichen Augen, Den Wald und das Reh. Was je ihr geseh'n, So seh ich in allen Es sei, wie es wolle, Die ewige Zier, Es war doch so schön! _(©oeiftc, Kaust n.) Niesenumsatze beim Berliuer Postscheckamt. Unter den Trägern des Postfchcckwcsens steht an hervorragender Stelle das Postscheckamt in Berlin, das allein im vorigen Jahre bei mehr als 9S Millionen Buchungen rund 2S Milliarden Mark umgesetzt hat. Durch den Postscheckverkehr ist der einst so beliebte Geldbriefträger nahezu verschwunden. In steigendem Maße erfreut sich der billige und bequeme Postscheckoerkehr großer Beliebtheit: er ist ein unentbehrlicher Faktor im Wirtschaftsleben geworden, der andauernd noch seine Stellung festigt und seine Geltung vermehrt. Der Beitritt zum Postscheckoerkehr ist sehr einfach und bequem. Man braucht nur zu seinem Postamt zu gehen und dort einen Antrag auszufüllen, der am Schalter erhältlich ist. Nächst Oesterreich ist Deutschland das an natürlichen Mineral- quellen reichste Land im europäischen Kontinent. Die eigenartige, vielgestaltige Beschaffenhest unseres Bodens bringt es zuwege, daß noch an tausend und mehr Stellen mineralhallige Quellen aus Kalk, Ton und Moor erbohrt werden könnten, wenn man ernsllich daran dächte und es sich vor allen Dingen lohnte. Gibt es doch selbst in unserer engeren märkischen Heimat gewisse Gebiete, in denen auf mäßigem Flächenraum, meist in der Nähe von Wald und Seen, dutzendfach Quellen sprudeln, und sogar auf Mt-Berliner Boden hat man in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erfolgreich Soolquellen gebohrt. Das Beste und Einfachste für die Gc- sundheit braut eben allzest die Natur. Dicht daneben steht leider des den meisten modernen Menschen angeborene Pech, das viele Gute nicht so ausnützen zu können, wie man wohl möchte. Bon jeher hat die leidende Menschheit gefühlt und gewußt, daß auch der Menschenleib seine Starrheit abstreift, wenn in der Natur das ge- waltige Wiedererwachen beginnt. Wir lassen uns alljährlich die Brust durchwehen vom Frühlingssehnen, lassen uns predigen von Frühlingskurcn, zieht aber der Herbst ins Land, zcrflattern unendlich viele Lustschlösser im Nebel..,, Jungbrunnen einst unü heute. Lukas Eranach ist der Meister des berühmten Gemäldes vom Jungbrunnen, aus dem die Gebrechlichen und Alten nach kurzem Bade gesund und verjüngt heraussteigcn. Ein holder Traum vom Wiederjunawerden, an den die Menschen jahrhundertelang geglaubt haben, und doch nur ein Symbol auf die Verjüngungstraft der Natur und auf gute Lebensbedingungen. Die ältesten Berliner werden sich eines ähnlichen halben Wunderglaubens erinnern, der einem heute mächtig entwickelten Berliner Stadtteil, dem Gesundbrunnen, seinen Namen gegeben hat Auf der Jagd da oben an der Brunnen- und Excrzierstraße, wo damals noch viel Wald stand, hatte ein höfischer Arzt, nicht ein preußischer König, wie es in der Hohenzollernschen Geschichtssälschung heißt, ein harmloses Mineral- quellchen neben der Pankc entdeckt. Der König ließ den Quell fassen, auf den Namen seiner Frau taufen und darüber ein Holzhäuschcn errichten. Ganz Berlin pilgerte natürlich nach dem Quell u>td trank von seinem„Heilwasser" für einen Dreier oder Sechser. Bald hatte sich dem Holzhäuschen auch eine Bierkneipe und ein Vergnügungs- garten zugesellt. Heute ist von all den Herrlichkeiten, die unsere Voreltern so entzückten, nichts mehr an Ort und Stelle vorhanden. Die Quelle war lange Zeit versandet, das hölzerne Häuschen litt an hochgradiger Altersschwäche. Einzelne seiner bunten Teile sollen in das Märkische Museum gewandert sein. Was man in der näheren und weiteren Umgebung Berlins noch an geschäftlich ausgewerteten Mineralquellen findet, beispielsweise in Rüdersdorf. Müggelheim und in Splhmühle am Bötzfee bei Strausberg, will unter den lltach- wehen des Krieges und der Inflation nicht mehr recht auf die Beine kommen, wie es auch vielen bekannten Sprudelbädern außerhalb der Mark so ergeht. Das ist entgegen dem Wohle tranker Mitmenschen die ernste und soziale Seite der Sache. Der mit Kurpark, Trink- hallen, Gradierwerk, Röinerbrunnen usw. schön angelegte Mineral- quell in Alt-Buchhorst am Möllensee hinter Grünheide, bei dem früher während der Badesaison 5(1 junge Mädchen nur mit dem Spülen, Füllen und Fertigmachen der Versandflaschen beschäftigt waren, ist sogar schon seit elf Jahren nicht mehr im Betrieb. Der Kurpark wurde bald nach der Revolution für das Publikum, das einst zu Tausenden sich an den Anlagen erfreute, völlig gesperrt, well Wanderflcgel, nicht zu verwechseln mit Wandervögeln, wüsteste Ausschreitungen begangen und sinnlose Beschädigungen angerichtet hatten. Was nutzt aber dem anständigen Publikum, das die Ab- sperrung außerordentlich bedauert und um die am See gelegenen Anlagen einen weiten Umweg machen muß, ein„Kurpark", der längst keiner mehr ist? Was nutzt ihm ein schöner Garten, wenn andere drin spazieren gehen? Vielleicht entschließt sich doch noch der Besitzer, im kommenden Sommer die Sperre wenigstens Versuchs- und zeitweise wieder aufzuheben. Was im Frieden ohne Aergernis möglich war, müßte unter Ausweisung von Skandalmachern und Naturoandalen auch jetzt möglich sein. Zu teuer! Leichthin hört man nicht selten:„Das Wasser, das Ihr aus dem Boden nehmt, kostet doch nur das Anlagekapital." Wenn es doch so wäre! Alles wird auf maschinellem Wege verrichtet. Heute ver- Lin Idyll aus dem Löcknitztal «, Gnkel Moses. Roman von Schalom Asch. „Nun, was sagst du, diese Schnorrer, ha, die Verwandt- schast. Das ernährt man für seine sauer verdienten Groschen. Wenn das eine Tochter verheiraten mußte, die Aussteuer beschaffen, Frau und Kinder nach Amerika bringen, da ist alles zum Onkel gekommen. Wir haben dem Pack geholfen, ihnen zu essen gegeben, und jetzt streiken sie. Da hast du es, Amerika! Und wer? Der Sohn der Schnorrerin. Charlie, der ist ja ein ganzer General bei der Gewerkschaft geworden. Hast du so etwas schon gehört?" „Mama, was ist geschehen?" „Hast du denn nichts gehört? Die Landsleute streiken doch, sie kommen nicht zur Arbeit, und Charlie ist ihr Führer." Während dieses Gesprächs schob sich ein Kopf in die Tür. Mutter und Tochter erkannten Sams bleiches, energisches Gesicht mst den erschrockenen bittenden Augen. „Mama, schließ die Tür," rief Mascha erbleichend.„Wo- hin die Schnorrer schon überall kriechen, das Geschäft genügt ihnen nicht, da kriechen sie noch in das Schlafzimmer." Die Mutter warf Sam die Tür vor der Nase zu.... 5. Der Streik der Landsleute. Ein Wunder tvar geschehen, die Landsleute von Kusmin, Onkel Moses' Verwandtsclzaft, waren in den Streik getreten. Zuerst"begriff der Onkel gar nicht, was geschehen war. Als er sah wie die Landsleut« mitten am Tage sich erhoben, die Arbeit' hinlegten und die Werkstätte verließen, glaubte er, ein Unglück sei geschehen.■ „Was ist geschehen? Wohin geht ihr? D'e Landsstute stahlen sich aus der Werkstätte wie Diebe r-nd schämten sich, dem Onkel in die Augen zu sehen. Einer nach dem andern schlichen sie fort. Der Onkel hielt Schlojme. den Botengänger, an. der ein guter Bekannter aus der Heimat war. .'Schlojme. wohin gehst du?"...« „Ich weiß nicht. Ich habe Auftrag, zu gehen, also gehe ich." „Was bin ich eig-ntlich, bin ich ein Fremder?" schrie der Onkel.„Bei mir wird gestreikt? Für all das Gute, was ich euch getan habe? Das Geschäft wird doch nur euch zuliebe erhalten, und bei mir wird gestreikt! Gut, gut, ich will ihnen schon zeigen, was strecken heißt." Ohne zu antworten, verließen die Landsleute die Werk- stätte und versammellen' sich in der Chewra Ansche-Kusmin, m derselben Schul', deren Vorsteher der Onkel war, Es hatte lange gedauert, bis es der Schneidergewerkschaft gelungen war, Onkel Moses' Werkstätte zu organisieren. So lange der Onkel der„inside man" war, waren alle Versuche erfolglos. Die Landsleute vermochten nicht, sich gegen den Onkel zu erheben, sie konnten sich gar nicht vorstellen, wie sie imstande wären, dem Onkel etwas Schlechtes anzutun. Er ist doch unser Brotgeber, antworteten sie auf alle Einwände. Doch als Sam nach der Heirat des Onkels ihr Herr geworden war, seit Sam sie seine Hand fühlen ließ, wuchs die Unzufrie- denheit immer mehr und schuf eine Kluft zwischen den Lands- leuten und dem Onkel. So gelang es Charlie und einigen professionellen Agitatoren der Gewerkschaft endlich, heimlich die Werkstätte des Onkels zu organisieren, insgeheim einen Landsmann nach dem andern, bis endlich, ganz unerwartet für den Onkel und seine Getreuen, der Streik ausbrach. Anfangs war Kusmin sehr kampfesfreudig. Als es sich darum handelte, Streikpostn vor der Werkstätte des Onkels aufzustellen, rissen sich alle um dieses Amt. Erwählt wurden dazu Schlojme. der Votongänger, Iossel, der Fuhrmann, und ein paar Juden, die früher Fischer und Flößer gewesen waren, Leute, die imstande waren, auch selbst zuzuschlagen, wenn es notwendig war. Sie steckten Vrot und gesottene Kartoffeln in die Taschen und bezogen Schlag sechs Uhr früh ihren Posten vor der Werkstätte des Onkels. Dort standen sie und wachten. Ein paarmal kam der Onkel auf sie zu unü versuchte mit ihnen zu verhandeln: „Was soll das Stehen für einen Zwcck haben?" „Wir wissen es nicht. Wir haben Auftrag, zu stehen, so stehen wir," antworteten die Juden. „Aber was wollt ihr? Läßt mich doch hören, was ihr wollt." „Wir wissen gar nichts. Charlie, alles Charlie.... Wir sind einfache Soldaten, wir haben Auftrag zu stehen, also stehen wir," antworteten die Juden im Soldatenton, dessen sie sich noch von der Zeit her erinnerten, da sie daheim beim Militär Wach? gestanden waren. „Was, hat euch Charlie nach Amerika gebracht? Hat euch Charlie Arbeit verschafft, Brot gegeben? Das ganze Jahr geht ihr auch zu Charlie, all right!" „So ist es besohlen." „Warum steht der Onkel hier und diskutiert mit ihnen? Wer find sie denn? Onkel, herein!" Sam zog ihn beim Aermel, mit jener Frechheit, die er sich dem Onkel gegenüber angewöhnt hatte, seit Mascha das Kind geboren haste. „Laß mich, ich will mit ihnen sprechen." „Onkel," schrie Sam,„ich wünsche, daß der Onkel herein- geht. Mst ihnen darf nicht gesprochen werden, es gibt keine Verwandtschaft, es gibt keine Landsleute. Mit kommt kein Verwandter mehr über die Schwelle." „Alles Charlie. Wir wissen gar nichts," antworteten die Laüdsleute. Charlie war der Abgott: Charlie kam jeden Abend in die Chewra Ansche-Kusmin und hielt Reden vor den Landsleuten: Charlie brachte andere Redner mit-, Charlie lief zu den Zei- tungen: Charlie trieb Geld auf: Charlie war der zweite Moses, der gekommen war, die Lwndsleute von Onkel Moses, dem Pharao von Aegypten, zu erlösen. In der Chewra Schulchan-Aruch Ansche-Kusmin waren die streikettden Landsleute versammelt. Kusmin ruhte, und es ging zu wie in der alten Heimat an den Halbfeiertagen. Es ist nicht Sabbat, und es ist kein Feiertag— es ist ein Wochen- tag, und es wird nicht gearbeitet. Daran war Kusmin nicht gewöhnt. Der Streit dauerte bereits acht Tage. Der erste Enthusiasmus war verflogen, und Kusmin verspürte bereits Sehnsucht nach der Werkstätte. Hunger verspürte noch keiner, jeder hatte, seit die Organisierung erfolgt war. für den Streik etwas zur Seite gelegt, und etwas hatte auch die Gewerkschaft mit Mühe zusammengebracht. Doch Kusmin konnte nicht müßig gehen. Die Ueberlegung ließ ihnen keine Ruhe, der „Zweck bohrte im Gehirn und nagte am Herzen wie ein Wurm. „Was soll der Müßiggang für emen Zweck haben?" fragte einer leise den andern. „Und was für einen Zweck erfüllst du beim Onkel in der Werkstätte? Das trockene Stückchen Brot— das ist der Zweck." „Na, ja. vielleicht, schließlich ist es Auftrag der Gemeinde und die Gemeinde weiß, was sie tut." Doch Kusmin blieb inzwischen nicht müßig. Der eine bereitete sich während dieser Zeit ein Plätzchen in der andern West vor, indem er einen Tag lang Psalmen sagte, ein anderer, welcher mehr gelernt hatte, studierte ein wenig die Mischna: die ganz Ungebildeten machten ein Spielchen bei der Tür der Schul', und die Aelteren machten ihnen Vorwürfe:„An einem heiligen Ort!" Die Jüngeren antworteten darauf:„Es ist ein Streiklokal." Kusmin ging frank und frei umher und hatte nichts zu tun; Kusmin lernte in dieser Zeit Frau und Kinder näher kennen, für die die Männer, wenn sie arbeiteten, keine Zeit hatten: Kusmin ging in dieser Zeit spazieren, beschäftigte sich mst der Hauswirtschaft, flickte die eigenen Kleider, aber Kusmin war nicht zufrieden. „Um Gottes Willen, Josef, warum dauert das so lange? Was soll es für einen Zweck haben?" (Fortsetzung folgt.) 50-Millsonsn-fwlelke üer Staüt Serlkn. Infolge der Unmöglichkeit, für die außerordentlichen Ausgaben de» Kämmereiverwaltung Anleihemittel flüssig zu machen, war der Magistrat seit der Währungsreform von 1323 gezwungen, den größten Teil der unaufschiebbaren Bauten aus ordentlichen Haushaltsmitteln zu bestreiten. Ein Teil der 1925 vorgesehenen Arbeiten hat dabei infolge der Verschlechterung der Finanzlage noch nicht aus- geführt werden können. Im Haushalt 1326 kann die ordentliche Verwaltung die großen einmaligen Ausgaben keinesfalls tragen. Der Magistrat muß wieder dazu übergehen, sie dem außerordentlichen Haushalt zuzuweisen und die Ausführung von der Beschaffung von Anleiben abhängig machen.— Der inländische Markt ist sür Jnhaberanlcihen in mäßigem Umfang wieder aufnahmefähig geworden. Der Mogistrat hat seine sechsprozentige Goldanleihe von 1324 in den letzten zwei Monaten zum großen Teil absetzen können.— Unter Berücksichtigung der im Haushaltsplan 1925 vorgesehenen. aber noch nicht ausgeführten Ausgaben, der bei der außerordent. lichen Verwaltung 1926 eingestellten Ausgabe» und der für die Fertigstellung dieser Bauvorhaben voraussichtlich im Rechnungsjahr 1927 notwendigen Mittel, liegt für die Kämmereioerwaltung ein Anleihebedarf für folgende Zwecke vor: 1. Für Bureaudienstgebäude....... 8 35") 000 M. 2., Gymnasien. Realgymnasien..... 3 060 000, 3., Siudienanstalten und höhere Mädchen» schulen............ 3 163 000, 4. m Krankenanstalten......... 8 073 000, 5.. Badeanstalten.......... 6157000» 6. m Tiefbau sBrückenbau, Straßenbau, Straßendurchbrüche)........ 6831300 m 7., Feuerlöschwesen.......,, 185 000, 8.„ Berufs- und Fachschulwesen..»,. 450 000 m 9.» SicdlungS- und Wobnungsweken.,. 10 000 000, 10.. Kapital- und Schuldenverwaltung.. 4 500 000» 11.» Gesundheitewesen........ 1 500 000, 12. Zur Abrundung und Disagio...... 4 605 700, zusammen....50 000 000 M.' Die einzelnen Bauvorhaben sind in einer llebersicht erläutert. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich zum Teil mit diesen Prosekten bereits beschäftigt, soweit dies>wch nicht geschehen ist, werden der Versammlung noch besondere Vorlagen zugehen. Zur Deckung dieses Anleihebedarfs ist in Aussicht genommen, eine In- lands-Inhaber-Anleihe in Höhe von 50 Millionen Mark mit einer Verzinsung bis zu 8 Proz. pro Jahr und einer Tilgung bis zu 216 Proz. zuzüglich der ersparten Zinsen aufzunehmen unter Vor- behalt auch einer vorzeitigen Zurückzahlung. Die Finanz- und Steuerdeputation hat in der Sitzung vom 23. März 1326 zu- gestimmt. Der Magistrat hofft, daß' etwa die Hälfte dieses Be- träges im Jahre 1926 untergebracht werden wird und bittet die Stadtverordnetenversammlung daher um folgende Beschluß- fassung: „Die Versammlung ist mit der Aufnahme einer Inhaberanleihe in Höhe von 5 0 Millionen Mark für Zwecke der Kämmerei- Verwaltung zu einem Zinssatz bis zu 8 Proz. und einer Tilgung bis zu 21b Proz. zuzüglich der ersparten Zinsen einverstanden und er- mächtigt den Magistrat, die näheren Bedingungen der Anleihe im Einvernehmen mit der Finanz- und Steuerdeputation festzusetzen.� Eme Kundgebung der Not. Die Sozial- und Kleinrentner fordern ihr Rechlt Wie ein Hohn aus das schöne Wort vom„ruhigen Lebensabend' Ivirkte der Anblick einer Versammlung, die am Freitag vom »Zentraloerband der Arbeitsinvaliden und'Wit- wen' im Berliner Stadthaus(Klosterstraße) veranstaltet wurde. Sozialrentner und Kleinrentner, alte Frauen und Männer, von denen manche schon so schwach waren, daß sie geführt werden mußten, aber auch jüngere Leute, die durch Unfall oder Krankheit früh ihre Arbeitssähigkeit eingebüßt haben, füllten den weiten Raum des Lichthofs. Das graue Elend sprach aus dieser Schar aufgebrauchter und hilfloser Menschen, die gekommen waren, in gemeinsamer Kundgebung darüber zu klagen, daß man ihnen den„ruhigen Lebensabend' durch kleinliche Maß- nahmen verbittert. Als Vertreter des„Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen' gab Stadtverordneter R o h d e den Beschwerden der Hilf- losen beredten Ausdruck. Nicht immer entspricht die Berliner Fürsorge den Leistungen, die durch Gesetz den Hilfsbedürftigen zugesichert sind. Weil es in Berlin an einer Einheillichkeit der Bc- Handlung fehlt und jeder Verwaltungsbezirk machen darf, was er will, haben sich Zustände entwickelt, unter denen in manchen Bezirken die Fürsorgeberechtigten schwer leiden. Den Invalide» rcntnem sollte das bißchen Mehreinnahme, das die Rentenerhöhung ihnen brachte, nach einer Ministerialoerordnung nicht auf die öffentlichen Fürsorgeleistungen angerechnet werden. In manchen Bezirken hatte man es aber sehr eilig, die Steigerung einzurechnen. Die gehobene Fürsorge, die nach den Reichsgrmidsäben den Rentnern zugedacht war. ist in Berlin nicht durchgeführt. Man versteht es. daß die Sozialrentner erbittert sind, wenn sie hören, wie z. B. ein Polizeihund bewertet wird. Für die Futterkosten eines Polizeihundes sind monatlich 50 Mark festgesetzt, während sie selber in dem teueren Berlin mit ganzen 42 Mark ihren Lebensunterhalt bestreiten solle». Wenn die Stadt Berlin ihre Alten außerhalb in fremden Anstalten unterbringt, reichen 42 M. nicht. Da muß sie pro Tag 2,30 M.. pro Monat 69 M. an die Anstalten zahlen. Die in einzelnen Bezirken gemachten A b- züge von derMärz-Rente widersprechen der amtlichen An- ordnung. Vielfach wird in kleinen Gemeinden mehr geleistet als In Berlin. Die Stadt Berlin rcchnetauch geringe Nebenein- künfte an. die noch durch ein bißchen Arbeit verdient werden. Man klagt auch sehr über die Rücksichtslosigkeit, mit der oft An» gehörige, die selber kaum den nötigsten Lebensunterhalt haben, zur Unterhaltspflicht herangezogen werden. Genosse Rohde verlangte für die Berliner Fürsorge eine zentrale Regelung mit zentral geltenden Richtlinien. Soziale Rücksichten müssen in der Fürsorge maßgebend sein, ein Recht aus Fürsorge muß ge- währleistet werden. Än einer Zeit, wo ein Ludendorff und viele tausend andere Offiziere unerhört hohe Pensionen beziehen, soll man den Rentnern nicht ihre paar Groschen schmälern und ihre Not noch steigern. Der Redner schloß mit der Forderung, daß die A n- erkennung des Adels der Arbeit in besserer Für- sorge für die Arbeitsinvaliden sich ausdrücken muß. Es ging in dieser Aersammlung von Alten und Müden nicht stürmisch her, aber vft ergriff eine starke Bewegung die Zu- Hörer, wenn der Redner in treffenden Ausführungen sich gegen dos ihnen zugefügte Unrecht wandte. Eine Aussprache fand nicht statt. und trotz Aufforderung nahm auch keiner der anwesenden Vertreter der Berliner Wohlfahrtspflege das Wort. Aber hoffentlich wird, was sie mftanhören mußten, nicht ohne Wirkung bleiben. Was solle« die Kindereien—? Die von der Stadt getroffenen Maßnahmen, erwerbslose Jugendliche in Gemeinschaftsräumen zu sammeln und ihnen ein ka m e ro d s cha stli ch e« Beisammensein mit anregender Beschäftigung zu ermöglichen, haben an- scheinend bei den meisten Jugendlichen das rechte Verständnis gefun, den. Daß Ausnahmen vorkommen, war zu erwarten, doch niemand beurteilt nach ihnen die Gesamtheit der Jugendlichen. In E h a r- lottenburq haben, als in dem Berufsschulhaus an der Rosinen. straßc diese Zusammenkünfte der Jugendlichen begannen, ein paar »noerständige Teilnehmer einen lärmenden Auftritt herbeigeführt. Es war ihnen wohl darum zu tun, vor den anderen ihre.Forsche' zu zeigen, indem sie gegenüber den Leitern des Beisammenseins sich ungehörig betrugen. Diese Manier ist bei älteren Schuljungen besiebt, aber Jugendliche, die ins Leben hinausgetreten sind und schon ihren Mann stehen müssen, lehnen solche Kindereien ab. Es gibt freilich Menschen, die— selbst wenn sie die Schuljahre längst hinter sich haben— von der Schuljungenmanier nicht loskommen können. Bei dem Vorfall in Charlottenburg hat es sich in erfreu- sicher Weise gezeigt, daß die Mehrzahl der Jugendlichen keine Lust hat, ihre Zusammenkünfte stören zu lassen. Die Veranstaltungen sind kein Unterricht und an ihnen teilzunehmen wird niemand genötigt. Wer aber daran teilnehmen will, der muß sich in die Ordnung einfügen, deren Schutz dem wahrhaft Freien als selbstverständlich gilt. Die Störer wurden osfenbar von kam- munistischen Drahtziehern dirigiert. Aber auch beim Jungsturm der Kommunisten wird man Störer gewiß nicht dulden, sondern sie an die frische Luft setzen. Werbewoche der SAJ. heute, Sonnabend, den 27. Marz, abends 7'/- Uhr: Abi helmhoitzplah: Scbulaula, Senefelber Str. 6,7» Werbe» abend. Programm: Musik, Sprechchor, Rezitationen, Politische Revue. Eintritt frei. Abt. warschauer Viertel? Scbulaula. Petersburger Str. 4- DegrußungSabend. Programm: Musik, Vorlesung, Rezitarionen. Reigen. Emtrit» 30 Pig. Abk. Töpenick: Aula der Doroiheenschule, Freiheit. Werbefeier. Programm: Gesang, Musik. Re,irasionen. Aniprache, HanS-Sachs- Spiel. Jiigendlickie frei. Erwachsene 2o Pig. Abt. Neu-Lichteaberg: Turnhalle der Schule Lückstr. 60, Früh- lingsfeier. Schulentlassungsfeier«: Abk Friebrlchshain: Schulaula Koppenstr. 76.— Abl. Osten, Detersburger Viertel: Schulaula Straßmonvstr. 6, Eintrill 30 Pia.— Abl. Osten, Fraukfnrler viertel: Schulaula Riaaer Str. 3.— Abk. Marieudors: Schule Dorfstr. 7, Emsührungsabend. Morgen, Sonntag, den 28. März, abends 7Vz Uhr: Werbebezirk Prenzlauer verg l: Werbeumzug. Treffpunkt �3 Uhr Wörtherplatz, Fahnen und Muiilinstrumenle dürfen nicht vergeffen werden. Abends 7 Ubr Werbeieicr im Jugendheim, Tanziger Str. 62, Programm: Musik. Rezitationen Auiführung der.PolirisvenNevile', Wcrbebezlrk Kreuzberg: Werbeumzug. Treffpunkt 1/s2 Uhr Fontanepromenade. Fabnen und Musilinstrumente nichi vergeffen. Werbebezirk Schöneberg: Werbeumzug. Treffpunkt 3 Ubr Grüne« wald» Ecke Goltzstr. Abends 8 Uhr: Haiiplstr. 15. Lichibildervortrag. Werbebezirk Neukölln: Treffpunkt zum Weibeiimzuq mit Kreuz- berg 1 Uhr Hermannvlay sApotbeke). Rote Fahnen mithringen. Abt. Balienplatz: Jugendbeim Rigaer Str. 102/103, Schul- entlaiiungsfeier mit besonderem Proaramm. Abt. ssriedenau: Treffpunkt zum Werbeumzug Uhr Friedrich- Wilhelm-Plotz sTenkmal). Nachzügler 3 Uhr Grunewald- Ecke Goltz» straße. Musikinstrumente nicht vergesien. Genossen, schickt Eure Linder zu diesen Veranstaltungen; Ungerechtfertigte Angriffe gegen einen Nichter. Bestätigung einer Gefängnisstrafe. Die schwersten Beschuldigungen, die einem Richter gemacht wer- den können, hatte der Architekt HubertLehmann gegen den Vorsitzenden einer Abteilung des Berliner Gewerbegerichts, Ma- giftratsrat Dr. L., erhoben, indem er ihn in Eingaben an den Ober- bürgermeister und an die Staatsanwaltschaft der bewußten Rechtsbeugung und der Anstiftung zu Mißhandlungen bezichtigte. Die Staatsanwaltschaft Halle den Smeh umgedreht und Lch- mann wegen wissentlich falscher Anschuldigung unter Anklage gestellt. Das Schöffengericht hatte den Angeklagten auch zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Dagegen halte Lehmann Berufung eingelegt und wollte vor der Strafkammer des Landgerichts I den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen an- treten. Es wurden auch zahlreiche Zeugen vernommen, und es ergab sich, daß Lehmann als Inhaber einer Bausirma ein ständiger Gast vor dem Gewerbegericht war, da er ständig von seinen Bauarbeitern wegen Lohnforderungen verklagt worden ist. In fast alle» Prozessen wurde die Unternehmerfinna zur Zahlung verurteilt. Die Strafkammer kau, aber tzu der Ueber- zeugung, daß sich aus der Verhandlung nicht das geringste ergeben habe, was die ungeheuerlichen Vorwürfe gegen den Richter recht- fertigen könnte. Der Angeklagte Halle besonders Dr. L. den Vor- wurs gemacht, daß er die Kläger in einem Termin veranlaßt habe, mit ihren Forderungen unter 300 M. heninterzugehen, damit das Urteil gegen Lehmann sofort rechtskräftig würde. Auch das erwies sich als unwahr. Nur einmal hatte ein Beisitzer einem Arbeiter ge- raten, die Forderung herabzusetzen, um so schneller zu seinem Recht zu kommen. Darin erblickte die Strafkammer keine Rechtsbeugung, andern im Gegenteil einen vernünftigen Rat. Obwohl der Ange- klagte mit größter Leichtfertigkeit feine Vorwürfe wegen der Rechtsbeugung erhoben hatte, konnte ihn das Gericht in diesem Punkte nicht verurteilen, da er möglicherweise subjektiv das Emp- finden des angetanen Unrechts gehabt haben könne. Wegen Be- leidigung konnte eine Verurteilung auch nicht erfolgen, da von Dr. L. kein Strafaillrag gestellt worden war. Dagegen konnte dein Ange- klagten nachgewiesen werden, daß er mit der Behauptung, Dr. L. habe die klagenden Arbeiter aufgefordert, ihren Arbeitgeber zu ver- irügeln, bewußt die Unwahrheit behauptet habe. Der Richter habe vielmebr alles getan, um Ausschreitungen der über Lehmann empörten Arbeiter zu verhindern und sie mit Ordnung?- strafen bedroht. Wenn Lehmann nach der Verhandlung außerhalb des Saales verprügelt worden sei, so trage der Richter keine Schuld. Die e-trafkammer bestätigte daher die vom Vorderrichter erkannte Mindeststrafe von einem Monat Gefännnis wegen wissentlich falscycr Anschuldigung. Eine Umwandlung in eine Geld- strafe erschien dem Gericht nicht am Platze, da Lehmann bereits wegen desselben Vergehens vorbestraft ist. Die Berufung Lehmanns wurde daher auf seine Kosten verworfen. Der Ausbau des Sportplatzes Schönhauser Allee. Anfang April werden auf dem alten Exerzierplatz in der Schön- hauser Allee, der vom Bezirksamt Prenzlauer Berg in einen Sport- platz umgewandelt worden ist, die vier ersten Tennisplätze eröffnet. Wie uns mitgeteil, wird, ist der Bau von fünf weiteren Tennisplätzen im April geplant. Die Plätze werden Vereinen. Schulen und einzelnen Svielern zu mäßigen Preisen zur Verfügung gestellt. Dabei werden Schulen, Vereine und Privatpersonen, die im Jahresabonnement spielen, besonders berücksichtigt. Der Bau des neuen Sportgebäudes auf dem Platze, das mft Brausebäder� AnNeideräumen, Klubzimmern und Erfrischungsräumen für Sportler ein guter Aufemhallsraum werden wird, acht ebenfalls der Voll- endung entgegen. Für Kleinkinder befindet sich an der Gaudi,. straße ein Spielplatz mit einer Planschwiese im Bau. mft dessen freie Sozialistische Hochschule Sonnabend, 27. März, V'/j Uhr abends, im Sitzungssaal des ehern. Herrenhauses, Leipziger Str. 3, Vortrao des Genossen Prof. Dr. G. R a d b r u c b- K'el: VeMen und Strafs In sazia'isüsciier Masssnn Ciatrlttshar,«]] ruin Preise von SO P,. sind jn haben an der Abend- ktsse sowie Bureau d'S Beilrksaurschusses, Llndenstr. 3. It. Hof 2Tr,Zinirner8,in derVorwäm-Uuchnindlung.U-deniir 2,lni Zigarren- desenäft Mörsch, En'elufer?t/23, im Tabakm'rleb OECI, Inselstr. 6, beim Verband der graphischen Hilfsarbeiter. Rittcrstr. 1 und in den ,Vorwärts''-Speditioncn. Fertigstellung Mitte Mai zu rechnen ist. vm die Kind» den Ge- fahren der Straßen zu entziehen, ist eine wettere Ausgestaltung des Platzes in Aussicht genommen. Für Erwachsene ist ein verdeckter Aufenthaltsraum geschaffen. Die Vergebung der Plätze erfolgt durch das Jugendamt, dem ein Beirat aus Vertretern der Sport- organisationen beigegeben ist._____ Genossenschafisaufban. kommunistische Wahlniederlagen. Die Wahlen der Vertreter zur Generalversammlung der Kon- sumgenossenschaft Berlin und llmgegenh im März vorigen Jahres brachten belannllich der kommunisthchen Liste eine schwere� Niederlage: die Zahl der kommunistischen Vertreter erfuhr gegenüber der früheren Generaloersammlungszusammensetzung eine Verminderung von 191(einschließlich 16 U«P.) aus 123(euffchließlich 1 USP.): das bedeutete einen glatten Vertu st von 68 Mandaten oder einem reichlichen Drittel der früheren Fraktionsstärke. Im Gegen- saß hierzu stieg die sür die Liste Genossenschastsaufbau� abgegebene ....................... besonders»W.. Delegierten um 53, nämlich von 583 aus 530 herabgesetzt wurde. An, besten kommt die Verminderung des kommunistischen Eins! sses und die Stärkung der Position der Fraktion Genossenschaftsaufbau bei Berechnung des prozentualen Anteils der beiden Fraktionen an der Zusammensetzung der Generaloerjammlung zum Ausdruck: Kam- mumsten(einschließlich USP.) 1924 33 Profc, 1925 23 Proz.: Ge- nossenschaftsaufbau 1924 67 Proz., 1925 77 Proz. Am schmerzlich- sten war es für die Kommunisten, daß durch ihre Niederlage ihre Mandatsziffer auf weniger als ein Viertel der Gesamtvertretung sank, während die Fraktion Genossenschastsaufbau sich di« Drei- oiertelmajorität errang. Dadurch mar es möglich, jene im Interesse der Genossenschaft notwendigen Anträge jiur Annahme zu bringen, für die das Statut eins Dreioiertelmajoritat vorschreibt; die Sabotageversuche der Kommunisten blieben bei dem sich im Besuch der Generalversammlunycn zeigenden starken Pflichtgefühl der Ge- nossenschaftsaufdauverträer zur Ohnmacht verurteilt. Immerhin--- eine Hoffnung verblieb der KPD. noch: die Genoffenschast eröffnet bei ihrer erfreulichen Entwicklung ständig neue Verkaufsstellen, für die Vertreter gewählt werden muffen. Erreicht» die KPD. bei diesen Nachwahlen Erfolge, dann kannte es ihr gelingen, die Dreiviertel- Majorität der Fraktion Eenossensdiaftsaufbou zu erschüttern. An Bemühungen, dieses Ziel zu erreichen, haben es nun die Kommu- nisten nicht fehlen lassen; bei den Ergänzungswahlen arbeiteten sie mit den schmutzigsten Methoden, in» dem sie die Mitglieder mit Flugblättern überschütteten, die die un- sinnigsten Beileumdungen und Verdrehungen enthielten. Außerdem zwingt die kommunistische Parteiorganisation jedes Parteimitglied, ob Mann oder Frau, zum Eintritt in die Genossenschaft(dies geschieht freilich nicht, um die Ecnosseiilchaft zu fördern, sondern der Hauptzweck ist, Stimmen für die Wahlen zu bekommen.) Mer alle Liebesmüh blieb vergeblich. In den drei Bezirken 17 6, 178, 173 gaben die Komnm- nisten von vornherein das Kampfield auf; ihre„Aktivität' brachte nicht einmal eine Vorschlagsliste zustande. Im Bezirk der 181. Ab- ?»bestelle mußte ihre mit Mühe und Not zusammengestellte Vor- hlagsliste für ungiiltig erklärt werden, weil man a.ch Nichtmit- glieder als Kandidaten vorgeschlagen Halle. In diesen vier Bezirken fielen die 12 Mandate kampflos der Fraktion Genossenschost-ausbau zu. Nur in den Bezirken der 177.(Lange Straße) und 182. Ab- gabestells(Alle Schönhauser Straße) kam e, zu einem Wahlkamps Für die 182. Abgabeslelle am 7. März 1S26). Und das Ergebmsi' In diesen beiden Bezirken, in denen die Struktur der Levölter. ng den Kommunisten noch di« günstigsten Aussichten erössnete, erreichte die Liste Genossenschastsaufbau mehr als doppelt so viel S t i m m e n a l s d i e d e r K o m m u n i st e n. von 6 Mandaten er- hielt sie vier, die KPD. nur zwei. Das G-lamtergebnis der im Laufe eines Lahres notwendig gewordenen Ergänzungswah- len ist also, daß die Vertretcrzahl der Fraktion Genossen» schastsaufbau sich um 16 auf 423 erhöhte, die K o m- munistcn nur eine Zunahme um zwei aus 125 Manuale verbuchen konnten. Die Dreioiertelmajorilät der Genossenschast». aufbaufraktion hat domll eine Stärkung erfahren. Auch in den kommenden Monaten werden sich wieder in ver- schiedenen Bezirken Ergänzungswahlen notwendig machen. Der Ausfall wird um so günstiger sein, je mehr sich die Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei der Konsumgenossenschost Berlin, der leistungssähige». auf dem Boden der Gemeinwirlschaft arbeitenden Berbraucherorganisatwn, anschließen und sie, getreu dem Parteipro- gramm und die Aufrufe der freien Gewerkschaften befolgend, in jeder Hinsicht fördern._____ Trauerfeier für Wilhelm Ulrich. Vor einigen Tagen erhielten wir die Kunde von dem tragischen Tod eines unserer rühngste» Genossen in Oberschöneweide. Ml- Helm Ulrich war von feiger Hand meuchlings niedergeschlagen und unmittelbar darauf seinen Wunden erlegen. Gestern standen wir an der Bahre des Toten. Zum letzten Geleft waren viel« Genossen herbeigeeilt. Ilnübersrbbar war der Zug. stattlich die Zahl der Banner und Fahnen. Zum Krematorium in Baumschulenweg ging der Zug. Dumpfer Trauerwirbel der Reichsbanncrtambonrlorps dröhitte durch die Straßen. Nur ganz Wenige der großen Trauer- schar tonnte die kleine Kapelle aufnehmen. Ihren letzten Gruß brachten alle Organisationen, Partei, Gewerkschaften, die Kollegen- fchaft, am Grabe des jahrzehntelang in der Arbeiterbewegung Tätigen dar. Genosse Domdey sprach Worte des Trostes für Gattin und Kinder. Genosse Künstler rief dem Parteigenoffen den Scheidegruß zu. Ulrichs edle und reine Gesinnung ließ ihn im politisd)sn Kampf nur mit geistigen Waffen kämvfen. Echmerzbewegt stehen wir an der Bahre dessen, der von feiger Hand niedergestoßen wurde. Schmerz erfüllt uns, wenn wir daran denken, daß es ein Angehöriger der Arbeitcrklaffe war, der in d e n Rechtsorganisationen gegen eigene Klassen» genossen mit brutaler Gewalt kämpfte. Der Betrtcberat des Kabelwerkes Oberipree sprach dem Kollege» den Abschledsgruß. Er konnte mitteilen, daß die Direktion des Kabelwerks von dem Mordbuben abrückt. Weithin in den Abend dringt der Klang der Arbcitcrsänger:«Das Banner muß stehen, wenn der Mann auch fällt.'_ 3000 Mark Velohnunq. Der große Wortzcichcndiebstohl auf dem Postamt 36 beschäst'gt noch weiter die Ermittlungsbehörden. Für di« vollständige Auf. klärung und die Wicderbeschaffuug der gestohlenen Wertzeichen hat die Oberposldirektion eine Belohnung von 3000 Mark aus» gesetzt. Sie ist für Mitteilungen aus dem Publikum bestimmt. Dabei kommen besonders auch Arbeiter in Betracht, die in den frühen Morgenstunden auf dem Weg« zur Arbeit die Gegend des Görlitzer Bahnhofs zu postieren pflegen. Dielleicht hat einer von ihnen am Donnerstag früh in der angegebenen Zeit gesehen, daß jemand mit einem Paket aus dem Postamt 26 an der Ecke der Forster und Wiener Straße Herausgekommen oder daß«in Paket aus den Rä"men des Amtes Herausgorcidft worden ist. Mitteilungen nimmt die Kriminalpostdienststell« in der Königstraße 61 entoegen. Der verhaftete Schaffner bestreftet nach wie vor jede Beteiligung an dem Diebstahl.» Grosser Tachstußlbrand in NeukgA«. � Ein sehr gefährlicher umfangreicher Dachstuhlbrand beschäftigte gestern abend drei Züae der Groß-Berliner Fcuerwebr in Neu» k ä l l n in dem Hguse W e i ch s e l st r a ß e 9. Gegen �10 Uhr bemerkten Hausbewohner des zweiten Flügels einen starten B-and- geruch Sie alarmierten die Feuerwehr, die auf den Ruf«Mittel- feuer' mit drei Zügen an der Brandstelle erschien. Bei Eintreffen der Feuerwehr schlugen aus den Bodenluken bereit» belle Flammen heraus. Ueber die Treppenhäuser wurde mft 3 G-Rohre» gegen das State vorgegangen. Gegen Vfll Uhr war die Hauptgefahr beseitigt, und dl« Feuerwehrleute tonnten mit der Ablöschung und den Ausräumungsarbeiten beginnen, die sie bis in die späte Nacht fortfetzten. Die Entstehungsursache ist bisher noch unbekannt. Sexualität und Kriminalität. Im Rahmen der Vortragsreihe„Ausdrucksformen der Sexualität' sprach im HSckel-Saal des Instituts für Sexualwissenschaft Kriminalkommissar Lehnert zum Thema..Sexualität und Krimi- nolstöl*. Bei der großen Rolle, die der Geschlechtstrieb im Leben des Menschen spiell, wird er zur Triebfeder in den mannigfaltigsten verbrecherischen Handlungen. Selbst dort, wo er für den oberslächlichen Beobachter anscheinend seine Hand nicht im Spiele hat. lauert er in Wirklichkeit im Hinterhalt. Leuchtet man in die psychosexuellen Mechanismen tiefer hinein, so stößt man immer wieder unerwartet aus seine Auswirkungen. Der Bortrogende gab einen kurzen geschichtlichen Ueberblick der verschiedenen Ausdrucks- sonnen der Sexualität in den religiösen Kulten, in den Hexen- Prozessen, in der Inquisition und deckte dann ihre Bedeutung als direkte und indirekte Ursache von Verbrecben auf. Bei Diebstählen, Täuschungen. Körperverletzungen. Meineiden und dergleichen mehr ist es immer wieder die Sexualilät des Menschen, die chn zum Ber- brecher werden läßt. Sieht man von den direkten Sittlichkeitsver- brechen und von senen auf fetischistischer Grundlage ab, so kommt man zu der großen Reche von verbrecherischen Handlungen, die sadistische Elemente ausweisen. Der Referent wollte hier den Be- griss Sadismus sehr weit gefaßt wissen. Doch wem, man ihm auch darin nicht folgen konnte, so hatte er zweifelsohne recht, wenn er dem Sadismus bei der Begehung von Verbrechen eine so große Bedeutung beimaß. Sehr interessant waren seine Ausführungen über Brandstiftungen, die in sehr vielen Fällen von krankhaft ver- anlagten Menschen verursacht werden. Er glaubte besonders-scharf über die Presse zu Gericht sitzen zu müssen, die durch ihre breiten Ausmalungen der Brandstiftungen suggestive Persönlichkeiten zu neuen Brandstiftungen veranlassen— so sollen zum Teil auch die Berliner Brandstiftungen zu erklären sein. Froh« Abende für Arbeitslose veranstaltete das Volks- bildungsamt Friedrichshain an drei Abenden, die einen außerordentlichen Zuspruch zu verzeichnen hatten. Frau Käthe Hof- bauer-Ahrens(Gesang). Lucie Seidler-Winkler(Violine), Dr. Felix Günther(Flügel) und Werner Bernhardt)(heitere Rezitationen) boten leicht«, freudige Kunst in munterer Weise dar und verstanden es außerordentlich gut. das Publikum in den Bann der Darbietungen zu ziehen. Außerdem hatten sich bereitwilligst Mitglieder des Arbeitergesangvereins„F i ch t c- G e o r g i n i a' zur Verfügung gestellt. deren Sangeskunst und Sangesfreudigkcit gute Schulung der Sänger bezeugte. Vor allem verdienen in diesem Rahmen die Leistungen des Ebert-Manz-Quartetts Anerkennung, die bewiesen, daß auch in den Arbeitermännerchören Gipfelleistungen erzielt werden. Die insgesamt rund IdOO Zuhörer folgten dem Ge- boten«« tu allen drei Veranstaltungen mit regem Interesse. 5« Feier des UZSHrlge» Eeslehett» der ArNsteologe veranstaltet die Loge beut« abend w denrth. Tllorgenieier am Soankag. vormittags 11*/, Uhr. Im Deutschen Theater, veranstaltet vom Kau B-andcnburg deS Reichsbanner» schwarz. Rol-iSold. verspricht dank der Mitwn lung hervorragender Künstler ganz besonder» weihevoll zu werden. Sämtliche Mitwirkenden— u a. Ludwig M ü 1 1 n e r, Eülahet L e n n a r t S, Alfred Leierte, Paul H e n ck e l S. Maria P a u d l e r. Martha Hartman», Käl« Burgherr, Heinrich Schroth. Lara Fürth, Veit Harlan, Martin Wolsgang— haben sich selbstlos in den Dien st der Feier gestellt. Die Führer der republikanischen Parteien und viele ossizielle Persönllchleite» haben ihr Erscheinen zugesagt. Wider Lodenwuchrr and Wohtmtmsaol lautet da» Thema, über da» Kenolse Bfarrer Tie. Dr Pi e ch o w S ki am Sonntag, den 28. März. abends S Uhr. in der Philipp-Welaochthon-Kirch« in Reuköll», Krauold- Itratze 16. predigt. Oberammergaorr polsioaisp'ele. Der Bund religiöserSoziä- I i st c n ocranllaltet unter Mitwirkung seines Kemischten ChoreS am Montag, den SS. März, abend» T/, Uhr, eine Luhtbildvorsührung der be- kannten Oberammergauer PalsionSipiele. und zwar in Neukölln im großen Vcmeindefaal, Hertbastr. 9. Der EiiUriU ist frei. Freiwillige Sammlung zum Besten der Neuköllner VolkSspeisung. MMWii m SrsilMlm WellnMl am Sonnlag. den 28. AlSrz. vorm. tl Uhr: Eharlotkenburg: Staat!. Schiller-Theater, Grolmanstr. Friedenau: Aula de» RsalgymnastumS Homuthstraße Lankwitz: Aula de» Realgymnasium» Kaulbachstroß« Pankow: Aula de» Lyzeum» Görschstraße 42 Trepkow: Aula de» Realgymnasiums Neue Krugallee 6 Mitwirkende: Winne» und Iugendchar.Harmonie"/ Männerchor.Lieder. tafet Berlin-Weir"/ Ttännerchor.TerivcUiof/ Männerchor.SPD Pankow" Mannerchor„Odersptee".— Orgeliptri/ Must./ Sprechchor t'~et: Lehrer Wilhelm Schmiicker. Frau Regierungorat Hedwig Bachen- heim. Otto Weier. M d. K. lliellor Mag«reuziger. Arthur Lriopien. W d. Zi. IMB etat ritt«körten stad an der Kaste erhältlich. 12 Todesopfer des Grubenunglücks. Die mahrea Ursachen der Sakaflrophe. Das Preußische Oberbergamt teilt mit: Da» Seilfahrt- Unglück aus Zeche Oberhausen Hai mehr Tote gefordert, als zuerst übersehen werden konnte. Dagegen hat sich die Zahl der Schwerverletzten vermindert. Es sind insgesamt zwölf Berg- leute tot, zwei schwer und 1kl leicht verletzt worden. Sämtliche Verletzten und Toten sind geborgen. Bei drei Verletzten besteht Lebensgefahr. Die amtliche Untersuchung, an der sich der Unfall- ausfchuß der Grubensicherhcitskommission und die Betriebsvertretung beteiligen, hat bisher über die Ursache des Uebertreibens nichts ergeben. Demgegenüber wird dem Sozialdemokratischen Pressedtenst aus Obcrhausen folgendes gemeldet: Am Freitag nachmittag wurde im Verfolg der Untersuchung nach der Ursache des Seilsahrtsuuglücks auf Zeche Oberhausen I/JI von dem Unfallausschuß der Grubensicherheitskommission der Bergbehörde und der Staatsanwaltschaft festgestellt, daß das Unglück durch U e b e r- treiben des Korbes eut st anden ist. Der noch unter Tage zur siebenten Sohle gehende Korb war entgegen den bisherigen Mel- düngen mit 4S Mann besetzt, während die zulässige Höchstbe- lastung nur 4l) Mann beträgt. Eine Untersuchung der in Frage kommenden Fördermaschine soll im Anschluß an die bisherige Untersuchung durch Maschmensachverständlge erfolgen. Erst sie dürfte Klarheit über die Ursache des Unglücks bringen. Schon jetzt kann festgestellt werden, daß die Fördermaschine entgegen der von der Bergbehörde vorgeschriebenen Soilfahrthöch st geschwindig- teil von 3 Sekunderunetern eine solche von 10 bis 11 Sekundenmeter gefahren ist. Der Motor-Todesfahrer. Am Dmmerstag gegen Mitternacht fuhr der Reisende Helmut Gruber aus Heidenau bei Dresden mit seinem Motorrad in voller Fahrt auf der Landstraße in einen Trupp junger Männer, die auf dem Nachhauseweg von einer Turnerversammlung begriffen waren. Zwei Turner. Erich Wenk aus Dohna und Gerhard Boshme aus Heidenau, waren sofort tot. der Motorradfahrer selbst wurde so s ch w e r v e r l- tz t. daß an seinem Aufkommen ge- zweifelt wird. Bier schwerverletzte Turner wurden ins Johanniter-Krankenhaus zu Heidenau eingeliefert. Es ist fest- gestellt worden, daß der Motorradfahrer in einer Kurve mit großer Schnelligkeit auf der linke» Straßenseite gefahren ist und daß es ihm nicht mehr möglich war. rechtzeitig die rechte Seite der Straße zu gewinnen. � Flugzeugabsturz über Buenos Aires. Zwei Militärflugzeuge. die über Buenos Aires flogen, stürzten über einer Vorstadt von Buenos Aires ab. Sechs Personen wurden getötet. Sozialiftisthe flrbeiterjugenö Gr.-Serlin d»-It-n S«n-hmi»unacn. Di- neuen Wt-ilunpen. die keinen AusweisP«ageiutfcu>e, feine und i 1 hochmoderne Ausführung. 141 Blond la CItevreaU'Spaa- b.Ma�d� Die gofen Uwera.StrQmpfe, d si-z la Qualität, passend rum SAuh. B and Kleid.......... von Mk. 1 an W. Potsdamer Streue SO (an der KurlDnteutrJ V. Scblliftra.vx 10 NW. Tumutmue 41 NW. WUsneckcr Str. U ki Bnmnrntlnwe 97 «nzfoer Sirauc N. Friedlichstreste ISO N. MOlierstrouc J O. AndiceutrcnK 90 SO. Oranieiutrasse 2a SO, Wrangelsir es sc 49 C Snlüdinerti ts Neukölln. Bergstr. SO J1 Clurioüenb. Wllmersd. Str. t22(US Potsdam. Brnniirnlniiget 9b 94 Bus der partes. »Wilhelm Liebknecht, der Soldat der Revolution." Unter diesem Titel gibt der Bezirksverband Groh-Berlin der Sozialdemokratischen Partei eine lesenswerte Schrift aus der Feder des Genossen Paul Kompffmeyer heraus. Der 100. Geburtstag des„Alten"(29. März) ist der äußere Anlaß, sein bahnbrechendes Wirken für die Arbeiter- klaffe nicht nur, aber vor allem der deutschen, wieder ins Gedächt- nis zu rufen. Besonders die jüngere Generation, die unter gün- stigeren Sternen für den Sozialismus wirken kann, wird sich stärken und aufrichten an dem Beispiel derer, die Pionierarbeit im politi- schen und sozialen Kampf der Aebester leisteten. Die herrliche Bro- schüre ist zur weitesten Berbrestung bestimmt. Ihr Preis ist deshalb auf nur 10 Pf. festgesetzt. Karl Frohmes goldene Hochzeit. Der langjährige Reichstags- abgeordnete von der Wasserkante und Vorkämpfer der norddeutschen Arbeiterbewegung Karl Frohme konnte vor einigen Tagen dos fel- tene Fest der goldenen Hochzeit feiern. Genosse Frohme steht im 77. Lebensjahre. Möge unser alter Kampfgefährte noch recht viele Jahre mst seiner Gattin vereint sich guter Gesundheit erfreuen. Parteiveteranen. Unsere Nürnberger Parteiorganisation veranstaltete letzthin eine Feier zu Ehren der seit vierzig und mehr Iahren für die Partei tätigen alten Genossen. 2S2 solcher Iubilare wurden gezählt, die 40 bis SS Jahre im Dienste des So- zialismus stehen, deren ältester ein Genosse Werthmllller ist, den Bebel 1867 in Nürnberg durch eine Rede gelegentlich des Kon- gresses der Arbeiterbildungsvereine für den Sozialismus gewann, und der heute 86 Jahre zählt! Gute Partelerfolge in München. In der Generalversammlung unseres Münchener Ortsvereins konnte über reges Leben und gute Fortschritte in der Organisation berichtet werden. Auch die Auflage der„Münchener Post" ist stetig im Ansteigen. Die Arbeiterjugend hat eine große Anzahl von Vorträgen und Diskussionsabenden, wissenschaftlichen Führungen und Wanderungen veranstaltet, ebenso leisteten die Jungsozialisten intensive Arbeit und beteiligten sich eifrig an den vom Bildungskartell eingerichteten Kursen. Die Zahl. der weiblichen Parteigenossen konnte trotz der wirtschaftlichen Not gesteigert werden: die Frauenabende waren gut besucht. Das Wirken des Vereins Arbeiterwohlfahrt und des der Kinderfrcunde wurde als segensreich empfunden. Ein ganzes Dorf sozialistisch! An der Grenze Preußens liegt im Anhaltischen das kleine Dorf Wenndorf, das nur von 8 Fa- milien bewohnt wird, die sämtlich unser Parteiblatt lesen. Alle 21 wahlberechtigten Einwohner gaben bei der letzten Wahl ihre Stimme für die Sozialdemokratie ab: alle Wahlberechtigten haben sich jetzt auch in die Liste für das Volksbegehren eingetragen. Bürgermeister wähl in Radeberg(Sachsen). Genosse Otto U h l i g, der erste Innenminister des Freistaates Sachsen und jetzige Bürgermeister von Radeberg, wurde in geheimer Wahl mit 11 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen auf sechs weitere Jahre zum ersten Bürgermeister gewählt. Das Kollegium setzt sich zu- sammen aus 7 Sozialdemokraten, 5 Kommunisten und 9 Bürgerlichen. Die Kommunisten hatten vor der Wahl in langen Reden er- klärt, daß sie Uhlig ihre Stimme nicht geben könnten, weil er die Erwartungen der linksoerichteten Arbeiter nicht erfüllt habe: Uhlig nenne sich zwar Sozialdemokrat, in Wirklichkeit sei er ein Vertreter der jeweilig herrschenden Gesellschaftsordnung(!). Die Radeberger Arbeiter hatten sich jedoch in einer Versammlung für die Wahl Uhligs erklärt. Unter diesem Druck haben dann wohl 4 Kommunisten für unseren Genossen gestimmt, während einer es nicht überwinden konnte, sich zu den Bürgerlichen zu schlagen! EtitleBbmgn) für diele Ststcil swd Verl«- 633. GS. Sinöt-ftroge 3. parteknachrichten fägk für Groß-Serlin Ret* n da» vcgtztsfclcetaitct Z. Kot. 2 Tre». recht». ia richte» 4. Ärti« SJtc-jImitt Der». Sämtliche(SemilTiraicn und Genolsen deteiligen iich an der Areiowcrbeoeranstaltunq der Arbeiterjuaend. Gruvve Prent- lauer Bern I, am Sonntoa, 28. Märt, abends 7 llbr. Danziser Str. 82. Musik, Rezitationen, Auffüdrun» der„Politischen Revue". heule, Sonnabend, den 27. ZNärz: 84. Nbt. Die Genossinnen und Genossen werden qebetcn. sich dtt dem Be- Srükunpsabend der Arbeiterjuaend in der Sckmlaula Petersburger Str. 4 m beteiligen. Anfang 7% Ubr. Eintritt 30 Pf. Karten noch an der Knsse erhältlich. �. v., 44. 9rbt. 5 Ubr Abre-bnuna der Be�ir?sfgssi«''er beim Genossen Schmöllns?!). Naunnnftr. 4L Sammellisten und Marken mithrinaeu. Theaterkarten können aboebolt werden. 47. �bt. Sämtliche Sammellissen müssen sofort abgeliefert werden. Die Ve-tirkskassierer müssen ebenfalls am Sonntaa. 28. März, vormittags, beim Kassierer Iaeobi. Köpenicker Str. 170, abrechnen. Dss Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 27. M3rz.. AnCer dorn üblichen Ta�esprofirsnun: 4.00 Uhr nachm.:„Planderstando an Bord". WerbeTeran- etaltung. 4 30—6 Uhr nachm.: Heiteres. 6.40 Uhr abends: Hans- Bredcrw-Scbnle CBildunffsknrso). Abteilnnp Sprachunterricht. Esperanto(Direktor Julius GlückV 7 05 Uhr abends: Medizinisch- hygienische Plauderei(San.-Bat Dr. Paul Frank). 7.30 Uhr abends: Reg.-Rat Dr. Ernst Knndt;„Deutsche Ausiranderungsprobleroe'. 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung; SchauspieL Spielzeit 1925/26. Leitung; Alfred Braun. 12. Veranstaltung.„Der böse Geist Lumpacivagabundus' oder„Das liederliche Kleeblatt". Eauberposse mit Gesang in drei Aufzügen von Nestroy. Berliner 7'unkorchester. Dirigent; Bruno Seidler-Winkler. Stellaris, Feenkönig; Fortuna, Beherscherin des Glückes, eino mächtige Fee; Brilläntine, ihre Tochter: Araorosn, eine mächtige Fee, Beschützerin der wahren Liebe: Mystifax, ein alter Zauberer; Hilaris, sein Sohn; Fludribus. Sohn eines Magiers: Lumpacivagabundus, ein böser Geist; Leim, ein Tiscblergeselj, Zwirn, ein Schneidergcscll, Knieriem, ein Scbnstergesell(vagierende Handworksburschen); Pantsch, Wirt und Herborgsvater in Tlra; Fassel, Oberknecht in einem B ranhause; Nannette. Tochter des Wirts; Sepherl, Hannerl, Kellnerinnen; ein Hausierer: ein Tischlergesell: ein Spaziergänger: Strudl, Gastwirt zum goldnen Nockerl in Wien; Hobelmsnn. Tischlermeister in Wien: Peppi, seine Tochter; Anastasia Hobelmann, seine Nichte; ein Fremder; Gertraud, Haushälterin in Hobelmanns Hause; Reserl, Magd daselbst; Hackauf. Fleischermeister in Prag; ein Maler; erster, zweiter Bedienter bei Zwirn; erster und zweiter Geselle bei Zwirn; Herr von Windwachel; Herr von Lr.ftig; Herr von Papillon: Signora Palpiti; Oamilla, Laura, ihro Töchter; Wirt und Wirtin in einer Bauernschenko unweit Wien; ein Reisender(Stelaris). Zauberer. Magier und ihre Söhne. Nymphen. Genien. Furien. Musikanten. Gäste. Volk. Bauern. Hausknechte. Kinder. Bediente. Frauen. Brauknechte. Handwerksleute verschiedener Zünfte. Die Handlung spielt teils in Ulm, teils in Prag und teils in Wien. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst. Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10.30—12 Uhr abends: Tanzmusik(FunktanzkapeUe. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Sonnabend, den 26. Mörz. 3— 3.30 Uhr nachm.: Prof. Amsel und Oberschullehrer Wester- mann; Einheitskurzschrift. 3.30— 4 Uhr nachm.: Frl. K. Delins: Das ländliche hauswirtschaftliche Lehilingswcsen als Grundlage für die fachlich hauswirtschaftliche Ausbildung. Seine Bedeutung in wirtschaftlicher und erzieherischer Hinsicht, 4— 4.30 Uhr nachm.: Dipl.-Gartenbnuinspektor Günther: Die Düngung und das Verjüngen alter Obstbäume. 4.30—5 Uhr nachm.: Gewerbeobersohnl- lehrerin Fr. Hetty Waith er; Heber ein unentbehrliches Nahrungsmittel. 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Berlin. 82.»L Sttftlik. Sie SeattfofaSm rechnen die Srfrfen Vit SuflendmeÜ)« abends beim Genossen Tschickardt. Stubenrauchttlad 1, ab. U». Abt. tUpeuick.«V? Ubr Schulentlassunasfeier in der Dorokbeenschnle. Die Genossinnen und Genossen werden von der Arbeiteriuzend gebeten, beftimmt »u erscheinen. Die Bibliotbek der Partei ik wieder eröffnet. Bücher- oasgabe Montag und Donnerstag von 5—7 Ubr bei Schlag, ftiefcei Straße. Morgen, Sounkag. deu 28. März: 38.«dt. Achtung, Genossinnen und Genossen! Sugendfeier abends TA HJir in der Schulaula frankfurter Allee 37. Eintritt 40 Pf. �Wir bitten um zahl- reiches Erscheinen. Ansprache des Genossen Richter. M. d. L. 8t. Abt. Ebarlottenburg. Vormittags llllt IlHr Aufführung des revullikani- schon Werbefilms..Sklaven des 20. Jahrhunderts"(Nie wieder Krieg! im Germania-Palgft. Wilmersdorfer Str. b3/äo. Eintritt 50 Pf. Wir hittrn um»ahlreiche Beteiligung. IM. Abt. Treptow. Nachmittags Uhr gemütliches Beisammensein für unsere Parteiaenossen und deren Angehörige im Lokal Ritschke. Am Treptower Park 28. Vorträg«, Tan». Eintritt gegen Lösung der Steuer- karte von 10 Pf. _ So,i-liftische Arbeiterinaend, Ortsgruppe Bernau: Sonnabend, W W 27. Mär». 8 Uhr. im Gesellschaftsbaus(Inhaber Madisch), Kaiser- ssZ W strasse. ffrühlinqsfeier. Lickubildervortraq:.Linein in die So»ia. 1Z W listisch« Arbeiterjugend". Mrissk. Rezitationen. Anspach«: Willv Rir- fZ M dorf-Berlin. Zugendspiel:„Kommen wird der Tag". Eintritt 30 Pf. g Vereinigung sozialdemokratischer Studenten. Sonntag. 28. Mär», bei günstigem Wetter gemeinsame Wanderung. Treffpunkt: vormittags 9 Uhr am Stettiner Vorortbahnhof._ Vorträge, verekne und Versammlungen. Reichsbanner.Schwarz-Rot-Gofd". SeschäktsÜelle: Berlin S. 14. Eebaüianlir. 37/38. Lok 2 Tr. Tewpelhof. Sonntag, d. 28.. nachmittags 314 Uhr. republikanische Kundgebung in Tempelhof. Maitteuffelstr. 12. Ansprache: ffron» von Put Sanier._ « verein der Freidenker für ss-nerbefiattung. 2«. Bezirk ReiuiSenburf: Sonn- tag. 28. Mär», vormittoos 10 Uhr. findet in der Aula der Sumboldt-Realschule in Tegel die ssr-id«n!-r. Jugendweihe des 20. Bezirk» statt. Mitwirkende: ssreier Volkschor T-ael, Pfenffer-Quartett. Weiherede: Genosse ff. Sachileben, Rezi- totionen. Einlaßkarten am Saoleingana und bei den ffunktionären des Ber- eins sowie brim Genossen Radtke. Tegel, Schlieperstr. 78 IT. Bund freier Menschen, Landesverband BarNu-Brandenburg. Dienstag. 30. März. 7lb Uhr, Landesverbandsoersammluiia im Läcielsaal. Gesckästlicke Mitteilungen. Alt- Nummern des„vorwärts" sucht die Gesellschaft fstr Sozialsorschuna. ssronkfurt a. M.. BSt-rtaallee 17. Wir verweisen auf di« Anzeig« in vor- liegender Nummer.... Ostereier werden in diesem Iahte nur spärlich gelegt, weil die Osterhasen mit Rück ü cht auf die allacnieine Geldknappheit verkürzte Arbeitszeit eingeführt haben. 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Jahrgang 38(1921): Rr. L 8. 15, 8 19, 41, 51—08 199, 209. 226, 23 Z.£05, 310. 326, 827, 349, 350, 378, 425, 439, 410, 453, 466, 580, 608, Jahrgang 38(1922): Ztr. l. 4. 14.»2. 83, 70, 83, 118—118, 140. 187, 21 l. 366. 267, 269, 295-305, 317, 818, 350. 355-357, 530, 584, 597. Angebote mit Preisangabe erbeten an Gesellschaft für Sozialsorschung E. B. Franksutt a M.. Bittoriaallce 17. �etsildeNen Slahlinstratz.. äiväeebetten Milz uM». Kat. 650 fr EUenniSbelfabr. Suhl Thür Meten von uns Stau&Zi ■saugerj -'OrioN' "X&zser tstln, VeMyruxtejv Ggefäum. Berlin W66.£Biozigerstr. 122-123. Direetion der Diseonto-Gesellsehan Berlin. Unsere Kommanditisten werden hierdurch auf Montag, den 12. April 1926, nachmittags 4 Uhr, zu der diesjährigen ordentlichen Ceneralversammlung nach unserem hiesigen Geschäftshause, Unter den Linden 33 V, eingeladen. Verhandlungsgegenstände- 1. Vorlage der Bilanz und Gewinn- und Verlust-Rechnung sowie der Berichte der Geschäftsinhaber und des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 1925. Beschlußfassung über die Ge nehmigung der Bilanz, die Gewinnverteilung und über die der Verwaltung zu erteilerde Entlastung. 2. Aenderung der Satzung:(Art. 5: Einfügung einer Bestimmung betreffend Umwandlung von Namens-Anteilen in Inhaber- Anteile.— Art. 31: Aenderung der Voraussetzungen der Teilnahme an der Generalversammlung und der Ausübung des Stimmrechts). 3. Wahlen zum Aufsichtsrat. Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist jeder Kommanditist, zur Stimmenabgabe bei den zu fass nden Beschlüssen sind nur diejenigen Kommanditisten berechtigt, deren Anteile mindestens acht Tage vor Berufung der Generalversammlung im Aktienbuche der Gesellschaft auf ihren Namen eingetragen sind, und welche ihre Ante'le— oder Decptscheine der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassenvereins— spätestens am vierten Tage vor der Generalversammlung entweder bei einem Notar oder bei der Direetion der Disconto-Gesellschaft in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamburg oder dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein A.-Q. in Köln, oder bei einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannten Banken an anderen Plätzen, sowie für die dem Effekten-Giro-Verkehr angeschlossenen Bankfirmen bei der betreffenden Effekten-Qiro-Bank, also in Berlin bei der Bank des Berliner Kassenvereins oder bei den sonstigen im Reichsanzeiger Nr. 68 vom 22. März 1926 veröffentlichten Stellen unter Beifügung eines doppelt ausgefertigten, arithmetisch geordneten Nummernverzeichnisses gegen Besehe nigung bis zur Beendigung der Generalversammlung hinterlegen. Berlin, den 22. März 1926. Direetion der Disconto-Gesellschaft. Die Geschäftsinhaber: Dr. Salomonsohn. Dr. Russe). Urbig. Solmssen. Mosler. Schlieper. Th. Frank. Boner. KRKLEIfflTBROCKHÄUI Preis H. 23,- Zu beziehen durch J.H.V.DletzNacbf. G.m.b.H. Berlin SW. 68, Lindenstrafie 2 (Abteilung SortlmenO and tinui Vonrlrä-AnsgadesUUea icfondcr» «lilcssm sind die KLEINEN ANZEIGEN in derGesaml- audage des „Vorwirls" und trotzdem nmiiun räütcr-Franzliraiintweln Ueberau erhältlich OPP& JOSEPH Berlin W. Fehlt es Ihnen an Energie im Geschäft? Nehmen Sie deshalb frühmorgens im Frühgetränk(oder in warmem Wasser eine halbe Stunde vor dem Frühstück) eine Messerspitze voll Kru- schen-Salz. Nehmen Sie Kruschen-Salz und Sie werden sich frisch, voller Energie und Elastizität fühlen. 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Baheimerüer Strosse 2.— Pfaizuurg 4074 und 3-«> Nr.1»5 4 4Z.Fahrga«g 2. Beilage öes vorwärts £*'V Soüaabeüö, 27. März 192» öamrHung öes Reichstags. Erledigung der zweite« Etatsberatung. Im weiteren Verlauf der zweiten Beratung des Haushalts der allgemeinen Finanzocrwaltung in der gestrigen Reichs� t a g s s i tz u n g begründet Abg. Ulihka tZ>) eine Entschlietzung zur Einleitung einer schnelleren Hilfsaktion für die aus den abgetretenen Eebieten Verdrängten. Abg. Philipp(Dnat.) begründet einen Antrag, wonach die Rs- gierung einen Gesetzentwurf zur Abänderung des An- leihc-Ablösungsgefetzes vorlegen soll. Danach soll für die Markanleihen der Gemeinden bei der Anleiheablösung als Mindestauslosungsbetrag an Stelle des Fünffachen ein höheres Mehrfaches des Nennbetrages der Anleiheablösungsschuld festgesetzt werden. Abg. Schmidk-Köpenick(Soz.) richtet die Anfrage an das Finanzministerium, warum der kleine (christliche) Zcntralverband der Landarbeiter, der im besetzten Gebiet etwa l4l1v Mitglieder, darunter nur 300 Land- nrbeiter, zählt, noch Im Jahre 1923 nachträglich vom Reichs- finanzminifterjpchliebeu 150 000 3)5. erhalten hat. (Hört, hört! bei den Soz.) Angeblich habe sich dieser Verband bei der Abwehr des Ruhreinbruchs so tapfer verhalten und bei den Ab- Holzungen in der Pfalz Schaden erlitten. In Wirklichkeit hat dieser Verband nennenswerten Zöiderstand damit leisten können, seine Mit- glieder und Angestellten haben ja auch während des Ruhrkampjes ihre Bezüge erhalten. Die freien Gewerkschaften, die ihre Pflicht m vollem Maße getan haben, sind niemals mit solchen Anforderungen gekommen. Man hat es noch nicht einmal für not- wendig gehalten, sich bei denen, die ihre Schuldigkeit getan habe», nach diesem Verbände zu erkundigen, man hätte sonst erfahren, daß er im Gebiet der Pfalz, wo die AbHolzungen erfolgt sind, gar nicht vertreten ist. Namens meiner Fraktion erkläre ich, daß wir darin cineparteiischeHandlungdesMinistcrsSchliebcn sehen.(Beifall bei den Soz., Unruhe rechts.) Abg. Dr. Leber(Soz.): Die Deutschnationalen sind immer nur dann aufwcrtungsfreund- lich, wenn sie nicht in der Regierung sitzen. Wir sind erstaunt darüber, daß die Deutsch nationalen, die doch jetzt Oppositioffi geworden sind, so lange mit ihren neuen demagogischen Aufwertungsanträgen ge- wartet haben. Der Abg. Philipp hat sich darüber beschwert, daß die Lander von der Möglichkeit, mehr aufzuwerten, keinen Gebrauch machen. Wir haben uns über diesen Punkt schon im Aufwertungs- ousschuß unterhakten und dort vorausgesagt, daß kein Land auf den Gedanken kommen würde, über das Gesetzmäßige hinauszugehen. Wir haben damals schon gesagt, daß die Bestimmungen, wonach die Länder höher auswerten können als das Reich, nichts weiter sei als A u g e n v e r b le n d u n g für die. die an eine weitere Per- dejserung der Auswertung geglaubt hatten. Aehnlich liegt es mit der Aufwertung bei den Gemeinden. Sie können bis zum Zehnsachen gehen, aber es war damals schon klar, daß keine Gemeinde das tun würde. Dos lassen ihre Finanzen auch gar nicht zu, der Finanzausgleich hat ihnen nicht die nötigen Mittel dafür gc- geben. Wir werden aus diesem Grunde auch den Punkt 1 der deutsch- nationalen Entschließung ablehnen. Ueber die weiteren Punkte dieser Entschließung liege sich reden. Auf keinen Fall aber können wir dem ersten Punkte zustimmen, der nur aufs neue die Gemein- den belasten und sie in ihren sozialen Ausgaben beschränken würde.(Beifall bei den Soz.) Abg. Frau Remih(Soz.) verlangt die Bereitstellung größerer Mittel für V o l k s f ü r s o r g e. Der Reichsarbeitsministcr sollte bald die Richllinien der Ocsfentlich- keit übergeben, nach denen sich die Krankenkassen zu Arbeitsgemein- fchaften zusammenschließen können, zur Bekämpfung der Volks- seuchen, der Tuberkulose usw. Die Versicherungsträger müssen in die Lage versetzt werden, das Heilverfahren schneller durchführen zu können. Vor allen Dingen muß aber etwas Grundlegendes geschaffen werden zur Bekämpfung dersurcht- b a r e n W o h n u n g s n o t. Die Versicherungsanstalten haben zwar schöne Einrichtungen für das Heilverfahren, wenn die Kranken aber wieder in die furchtbare Wohnungsnot zurückkehren, dann müssen die Folgen der Heilbehandlung bald wieder schwinden. Es müßte auch mehr zur Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaues ge- schehen. Die Menschen können nur in gesunden Wohnungen ge- deihen. Wir verlangen weiter die Beseitigung der U n- gleichheitdcrKindergeldbezüge zwischen der Invaliden- Versicherung und der Angestelltenversicherung. Zur Förderung der Volksgesundheit muß endlich einmal eine ganze Arbeit geleistet wer- den.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Nach unwesentlichen Bemerkungen der Abgg. höllein(Komm.) und Behrens(Dnat.) erklärt Abg. wunderlich(DDp.) sich zugleich im Namen des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei gegen den Anleiheabläsungsantrag der Deutschnationalen. Abg. v. Richthosen(Dem.) sieht in dem Antrag der Deutschnatio- nalen den Versuch, das zu verleugnen, was sie seinerzeit als Regie- rungspartei getan haben. Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Dr. Philipp(Dnat.), Dr. Best(Volk.), Dr. Schreiber(Z.) und Dr. Roß(Z.) erklärt_ Abg. Schmidt-Köpenick(Soz.): Der Abg. Behrens hat behauptet, daß die 150 000 M. dem Zentralverband der Landarbeiter für seine Wirtschaftshilfe gegeben worden seien. Das R e i ch s f i n a n z m i n i st er i u m dagegen hat mir mitgeteilt, daß der christliche Landarbeiterverband die Summe erhalten"habe als Abfindung für die Verluste, die er durch die Wald- Verwüstungen der Franzosen erlitten habe. Warum schweigt die Regierung jetzt zu diesem Fall? Sie hat wohl allen Anlaß, jetzt darüber zu schweigen! Es handelt sich für mich nicht um Herrn Behrens und seinen Verband, sondern um die Rein- heit der deutschen Arbeiterbewegung! Allerdings hat Herr Behrens, der bisher nichts anderes getan hat, als bei den Ar- beitqebern herumzuschnorren, kein Recht, den freien Gewerkschaften und der Sosialdemokratie irgendwelche Vorhaltungen zu machen. (Lebhaste Zustimmung bei den Soz., Lärm rechts.) Abg. Frau Arendsee(Komm.) verlangt eine bessere Berücksichti- gung�der �?�°"°Dnat.) erklärt noch einmal, daß der christliche Landarbeiterverband die 130 000 M. für seine Wirtschaftsorganisation erhalten habe Bei dem Ztuhrkampf Hab- diese große Verluste er- litten. Die Sozialdemokraten sollten doch jetzt soviel Schamgefühl haben, nicht darüber zu reden.(Zurufe link».) Etwas Schamgefühl muß der Mensch doch haben!(Große Heiterkeit. Rufe: Ausgerechnet Behrens!) Abg. Keil(Soz.) stellt als Berichterstatter fest, daß der vom Abg. Schmidt-Käpenick erwähnte Fall bereits den Haushaltungsausschuß beschäftigt habe. Die Beratungen im Ausschuß sind damit abgeschlossen worden, daß die Regierung um Aufklärung über die Verwendung der Fonds er- sucht wurde, die ihr in den letzten Iahreo zur Verfügung standen. Diese Aufklärung ist die Regierung bis jetzt schuldig geblieben. Da- nach bestehe also die Erklärung des Vorsitzenden des Hausholtungs- ausschufses. mit der er die Beratungen abschloß, zu Recht, daß die Regierung den ihr zur versügung gestellten vetrag von Rlllliooen Mark nicht eh« angreljeu darf, bis die verlangten Anskünfte er- teilt find. i... i.,. Damit schließt die Aussprache. Der Haushalt wird angenommen. Bei der Beratung des Gesetzes über die Feststellung des R e i ch s- Haushaltsplanes für1926 wendet sich Abg. Sleinkopf(Soz.) gegen einen deutschnationalen Antrag, der eine Aenderung der Schlüsselungsgrundsätze bei den obersten Reichsbehörden und bei den oberen Beamten verlangt. Das Gesetz wird unter Ablehnung des deutschnationalen Antrags angenommen. Es folgt die zweite und dritte Beratung eines Gesetzentwurfs zur Abänderung des Gesetzes über Einstellung des Personal- a b b a u e s und Abänderung der Personalabbauoerord- n u n g. Der Ausschuh beantragt, daß einige Artikel am 31. Juli 1926 mit der Maßgabe außer Kraft treten sollen, daß erworbene Rechte bestehen bleiben. Diesem Antrag wird nach kurzer Beratung z u g e st i m m t. Bevor das Haus die dritte Lesung des Reichshaushalts beginnt. wird uni 4!4 Uhr die Sitzung auf eine Stunde unterbrochen, um den Aellestenausschuß Zeit zu wichtigen Beratungen zu lassen. * Gegen 5Vi Uhr wird die neue Sitzung eröffnet. Inzwischen hat sich die Nachricht von dem Tode des Abg. Fchronbach(Z.) verbreitet. Dos Haus ist stark besetzt.. Präsident Lobe eröffnet die Sitzung mit einer Ansprache, die wir an anderer Stelle wiedergeben. Die Rede des Präsidenten Lobe wurde von den sichtlich er- grifsenen Abgeordneten aller Parteien stehend angehört. Nunmehr beginnt die dritte Lesung des Reichshaushalts. [. Stücklen(Soz.): Im Entwurf des Haushalts waren keinerlei Beförde- rungs st eilen vorgesehen. Das Kabinett hatte sich auf den Stand- punkt gestellt, daß in diesem Jahr an dem Beamtenaufbau nichts geändert werden solle. Dieser Beschluß des Kabinetts wurde damit durchbrochen, daß der Reichspost eine ganze Anzahl neuer Stellen, darunter auch Beförderungsstellen, zugestanden wurden. Unter diesen Umständen wäre es nicht zu vertreten gewesen und hätte eine große Ungerechtigkeit bedeutet, wenn man aus dem Vorgehen bei der Rcichspost nicht auch Vollwährungen für die anderen Ministerien ge- zogen hätte. Der S p a r a u s s ch u ß, in dem alle Parteien ver- treten sind, hat deshalb einmütig Borschläge gemacht, die für eine ganze Reihe von Beamten eine wesentliche Ver» b e s s e r u n g bedeuten. Wir wissen, daß nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten, aber immerhin kann eine große Anzahl Beamte in höhere Gohaltsklassen aufrücken, und vor ollen Dingen war es mög- lich, eine große Zahl von Diätaren, die teilweise 10 bis 13 Jahre diätarifch beschäftigt waren, endlich in Planstellen zu überführen. Die Hausholte des Reichspräsidenten und des Reichs- k a n z l e r s werden ohne Aussprache angenommen. Beim Haushalt des Innern führt Abg. Meyer-Frankcn(Komm.) Beschwerde über dos Vorgehen der bayerischen Polizei gegen die kommunistische Bewegung. Ein Antrag, die verfassungsmäßige Ordnung in Bayern wieder- herzustellen, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Zuerst ist das Abstimmungsergebnis zweifel- Haft, die Auszählung ergibt 209 Nein-, 130 Ja-Stimmen. Bei der Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministe- riums weist Abg. Husemaan(Soz.) auf die beträchtliche Steigerung der Arbeitsleistung in der r h e i- n isch. westfälischen Eisenindustrie hin. Hier merkt man nichts davon, daß die von der Regierung während ihrer Preis- stnkungsaktion angekündigten Maßnohmen durchgeführt worden wären. Im Gegenteil, wir haben sogar noch eine Steigerung der Preise zu verzeichnen. Zahlreiche Zechen wurden bereits stillgelegt. im vorigen Jahre wurden 73 000 bis 80 000 Arbeiter abgelegt. Weitere Stillegungen sind angekündigt, man spricht bereits von der weiteren Verminderung um 20 000 Arbeiter.(Hört! hört d.d. Soz.) Der Redner bespricht einen Bericht einer llltagerkohlenzeche, die erhebliche Teile ihrer Produktion zu Briketts verarbeiten muß und dazu Pech gebraucht. Allein von November bis März d.I. sind die Preise für Pech um 70 Prozent gesteigert worden. Diese Preissteigerung geht von der V e r k a u f s v e r- cinigung in Essen aus, an der die Kohlenzechen beteiligt sind. Die schwer um ihre Existenz ringenden Magerzechen werden durch diese außerordentliche Preissteigerung für Pech außerordent- lich geschädigt. Dem Reichswirlschastsministerium sind diese Zu- stände bekannt, was hol es bisher getan, um ihnen ein Ende zu bereiten? Leider kann der Reichskohlenrat und die Kohle n- gemein Wirtschaft nicht in diese Dinge hineinleuchten, weil sie nur Kohle und Koks, aber nicht die Nebenprodukte des Kohlen- bergbaues unter ihre Kontrolle sollen. Die Kohlenförderung hat jetzt fast die Höhe von 1913 erreicht. Wenn wir nicht die un- geheure Absatzkrise hätten, dann wäre die Förderung der Vor- triegszeit schon weit übertroffen. Es durfte jetzt nicht weiter in der Aufschließung neuer Braunkohlengruben vorgegangen werden. Die Zahl der Arbeiter im Ruhrkohlenberabau ist heute niedriger als 1913: ungeheure Arbeitseinschränkungsn sind vor sich gegangen und mein Fraktionskollege Robert Schmidt hatte nur allzu recht mit seiner Bemerkung, daß die Arbeitermassen viel eher Veranlassung hätten nach Hilse zu rufen, als die Agrarier vom Lande. Das Reichswirlschastsministerium hat auf zwei Eingaben der vier Lergarbeiterverbände bisher noch nichts veranlaßt. Es darf nicht nur die sogenannten Wirtfchaftsführer hören, sondern mehr als bisher auf die Stimme derjenigen, die die Arbeit im Bergbau leisten und im Dienst der Allgemeinheit stehen.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Beim Haushalt des Reichsarbeitsministeriums verlangt Abg. Zanschek(Soz) die Einstellung von 1 Million Ma r k. die zur Verhütung von Uusällen im Bergbau verwendet werden sollen. Angenommen wird ein gemeinschaftlicher Antrag der Sozial- demokraten, Zentrum und der Demokraten, die Ausgabea für unter- stützende Erwerbslosensürsorge von 40 auf 200 Millionea uod für produktive Erwerbslosenfürsorge von 60 aus 100 Millionen Mark zu erhöhen. Zustimmung findet auch der sozialdemokratische Antrag auf Einstellung von 1 Million Mark zur Förderung der Unfalloer- hütung im Bergbau. Beim Haushall des Reichswehrministeriums kommt Abg. Stücklen(Soz.) auf die Mllteilung zurück, die er als Be- richterftotter über die Industrieerzeugnisie A.-G. gemacht hat. Cr verliest ein Werbeschreiben der Firma, die für ihre Be- mühungen eine Vergütung von 2 Proz. bezog, und er erklärte dann, General von Feldman n war bei mir und hat erklärt, daß er und der General Ziegler keine Aufträge hereinholen, sondern daß sie nur beratend tätig seien. Der Gesellschaft käme es nur darauf an, daß die Behörden gut beliefert werden und daß die Be- Hörden davor behütet werden, von anderen Firmen benachteiligt zu werden. Diese wir gemachte Erklärung unterbreite ich hiermit dem Hause. Beim Iuskizetai bespricht Abg. Dr. Rofenseld(Soz.) einige Fälle aus der letzten Zell, die erneut bemeisen, daß in Deutschland noch immer eine einseitig« Partei, und Klassenjustiz gegen die Republik und gegen die Arbeiter» klasse herrsche. Di- Republik duldet es nthtg. haß monarchistische Richter ihr Amt mißbrauchen, ja, daß sie sogar republikanische Richter zu beseitigen suchen. Das ist«in Zu- stand, der auf die Dauer unerträglich ist.(Sehr wahr! bei den Soz.) Es gibt Fälle in der deutschen Justiz, in denen man nicht anders als von einer bewußten Pflichtverletzung der Richter reden kann. Sie treiben Mißbrauch mit dem hohen Amt, dos die Republik ihnen anvertraut hat. Wir werden nicht aushören, die Oefseiülichteit zu alarmieren gegen die heutige Partei- und Klassen- justiz. Unsere Krllik wird in diesem Hause nicht eher verstummen. bis eine andere Rechtspflege in Deutschland eingetreten ist.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) In der weiteren Debatte über den Justiz etat führt Abg. Haas(Dem.) einige bezeichnende Fälle an, in welcher Weise deutsche Richter gegen Republikaner vorgehen. Abg. Lohmann(Dnat.), Landgerichtsdirektor in Allona, be- hauptet, daß in der Zeit der Monarchie die Justiz ohne Ansehen der Person und ohne Rücksicht auf die Parteistellung geurteill habe. Das wird von der Linken mit stürmischem Widerspruch aufgenommen. Abg. Rosenseld(Soz.) weist die Ausführung des Vorredners als eine Unverschämtheit zurück und wird dafür vom Dizepräsidenien Bell zur Ordnung gerufen. Der sozialdemokratische Redner erinnert daran, daß in der monarchischen Zeit kein Sozial- demokrat Beamter sein konnte, nicht einmal als Nachtwächter wurde ein Sozialdemokrat geduldet. Die Existenz solcher Richter, wie des Landgerichtsdirektors Lohmann, beweise, wie berechtigt das Mißtrauen der Bevölkerung gegen die deutsche Justiz sei. Der I u st i z e t a t wird darauf angenommen.'Ohne Aus- spräche werden verabschiedet der Etat des ollgemeinen Pensions- sonds, des Rechnungshofes, der Post und der Kriegslasten. Beim Haushalt des Finanzministeriums wird ein Antrag angenommen. wonach für den Buch- und Detriebsführungsdienft entsprechende Mittel aufgewendet werden sollen. Gegen!410 Uhr abends vertagt sich das Haus auf Sonnabend vormittag 11 Uhr.__ Ablehnung öer hauszinssteuer. Zufallsabstimmunsi im Landtag.— Kommunistischer Auflösungsantrag. Im Landlag ersolgie gestern in einer Stunde, in der bereits einige Abgeordnete der Koalitionsparteien das haus verlassen hallen, die namentliche Schlußabstimmung zum Gesetz- entwurf der hauszinssteuer. Die Abstimmung ergab 198 Stimmen gegen 195 Stimmen für das Gesetz. Dagegen stimmte die gesamte Rechte einschließlich der wirtschaftlichen Bereinigung und der Kommunisten. Da» Gesetz ist also mit drei Stimmen Mehrheit abgelehnt. Die Bekanulgabe des Resultats verursachte im hause eine tumultartige Erregung. Die Rechte brach in stürmische Rufe:.Auslösen! Auslösen!" au». Als der kommunistische Abg. Pieck es als die Pflicht der Regierung dezeichnete, nach diesem Ergebnis der Ab- stimmung den Landtag aufzulösen, attestierten ihm nicht nur feioe Fraktionssreunde. sondern auch die Deulschuationalen mit Beifallsrufen und händeklaifchen. Daß im Landlag kein Mensch mit diesem Zufallsergebnis gerechnet halte, zeigen die vorhergegangenen Elnzelabsii«- mungen, die zum Teil einstimmig erfolgten. Sie ergaben im einzelnen: Es wird beschlossen, die Steuer wieder Hauszins st euer zu nennen. Abgelehnt wird in namenillcher Abstimmung mit 206 gegen 131 Stimmen ein sozlaldemokralischec Antrag, die landwirtschaft- lichcn Gebäude zur hauszinssteuer heranzuziehen. Gegen Sozialdemokraten und Kommunisten wird die Steuer« b e s r e i u n g der Dienstwohnungen der G c i st l i ch e n, Kirchen- diener usw. angenommen. Es wird weiter beschlossen, die Gebäude öffentlicher Körperschaften, gemeinnütziger Anstallen, fremder Staaten und andere insoweit nicht steuerfrei zu lassen, al» sie werbenden Zwecken oder als Familienwohnungen dienen. Ein volksporteilicher Antrag, bei Steuerpflichtigen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 1300 Mark die Haus- zinssteuer auf Antrag zu stunden oder niederzuschlagen, wird mit 196 gegen 193 Stimmen abgelehnt., Einstimmige Annahme finden die im 8 18 vorgesehenen um- sangreichen sozialen Minderungsbestimmungen. Der Antrag der Deutschen Dolksportei auf Begrenzung der Gültigkeit der Vorlage van zwei auf ein Jahr, und zwar bis zum 31. März 1927 wird mit 190 gegen 186 Stimmen der Re- gierungsparteien angenommen. Im übrigen bleibt es bei den Beschlüssen zweiter Lesung. Die Sitzung ist im übrigen ausgefüllt mit der Aussprache über den Wohlsahrtshaushalk. Abg. Bräucker(Soz.) weist den Vorwurf gegen die Kranken- lassen zurück, sie vergeudeten zuviel Geld in Derwallungskvsten und Verwaltungsgebäuden. Auch fei ihnen vorgeworfen worden, sie hätten Rücklage gemacht. Dazu feien sie verpflichtet, und wenn sie diese Gelder zu billigen Zinsen für den Oieubau gäben, so sei das in sozialem Interesse nur dankbar zu begrüßen. Was haben denn die Krankenkassen verbrochen, daß sie so angegriffen werden? Sie haben versucht, daß zugunsten der Versicherten und der Volks- gesundheit jährlich drei Millionen gespart werden: sie stehen nicht auf dem Standpunkt, daß der kranke Mensch ein Objekr zur Erzielung von Gewinnen sei. Beim Kapitel„Zlll gemeine Volkswohlfahrt' spricht Abg. Frau Ege(Soz.) die Frage der s o z i a l e n F ü r s o r g e- rinnen und bedauert, daß die Fürsorgerinnen nicht in genügender Zahl aus den Kreisen entnommen werden, für die sie wirken sollen, und verlangt, daß die Fürsorgerinnen so gestellt werden, daß sie nicht sewst der Fürsorge anheimfallen. Die Sozialdemokraten würden im übrigen für Förderung der Leibesübungen und des Sportes ein- treten. Notwendig für die Gesundung der Bevölkerung und der Wirtschaft gleichermaßen sei die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens: nur durch geringere Arbeits- zeit und höhere Löhne würde die innere Kaufkraft gesteigert. Abg. Skcinhoff(Dnat.) tritt den Ausführungen der fazialdemo- kratifchen Rednerin entgegen. Der Volkswohlfahrt könne man wirk- sam dadurch Helsen, wenn man dafür sorge, daß schafsende Arbeit geleistet und das Gefühl der Sclbstverantwortung des einzelne» gegen feine Familie gestärkt werde. Vor allem gelt« es, Raum zu schaffen für die freie Wohlfahrtspflege, die ehrenamtlich geleistet werde. kommunistischer Auflösungsantrag. Um%6 Uhr schlägt Präsident Bartels Bertagung vor. Abg. Pieck(Komm.) stellt den Antrag, folgenden Antrag als ersten Punkt auf die Tagesordnung der Sonnabendsitzung zu stellen: Der Landtag wolle beschließen: Der Landtag wird aufgelöst? Reu- wählen finden am 8. Mai 1928 statt. Der kommunistische Wunsch, vorstehenden Antrag als ersten Gegenstand auf die Tagesordnung der Sonnabendsitzung zu setzen. scheitert geschäftsordnungsmäßig an dem Widerspruch der Sozialdemokraten, Demokraten und des Zen- trums. Der Widerspruch dieser Parteien wird mit ungeheurem Lärm von den Kommunisten und Gelächter auf der Rechten ent- gegengenommen. Der Landtag vertagt{ich auf Sonnabend 10 Uhr vormittags: Kleine Vorlogen, virUi', i'>r-> l..: iu i öj, 1�.1,, Der Jahresabschluß öer Reichsbaak. Zn der gestrigen Generaloersammlung der Reichsbank wurde der Derwaltungsbericht für das abgelaufen« Geschäftsjahr 1325 vorgelegt. Bei dieser Gelegenheit ergriff Präsident Schacht das Wort zu längeren Ausführungen, die sich sowohl mit der Bedeutung der Bank, als Zentralnoteninstitut und Hüterin der Währung als auch mit dem privatkapitalistischen Erfolg des Unternehmens im Jahre 1325 beschäftigten. Bei der eigentlichen zwiespältigen Natur der Üieichsbank als öffentliches und als privatwirtschaftliches Unter- nehmen gehen die beiden Sachgebiete naturgemäß in großem Umfang ineinander über. Süaflliche Geschäflseiaschränkung im Interesse der Währung: Die Sreditkoutiugentieruag. Das ganze abgelaufene Jahr stand noch unter dem Zeichen der im April 1924 begonnenen Kontingentierung der Kre- dite. Der Bericht sagt hierüber: „Die im Interesse der Währung eingeleitete straffe Kreditpolitik konnte auch im Berichtsjahre zunächst nicht aufgegeben werden. Es wurden jedoch durch verschiedene weiter« Maßnahmen der Reichsbankleitung die Mängel der Kreditkontingentierung immer mehr ausgeräumt, insbesondere je nach Jahreszeit und örtlichem Bedarf weitgehende Ausgleichui»gen und erhebliche Ueberfchreitungen der Kontingente vorgenommen. Von großer Bedeutung war ferner, daß die Reichsbank sich bereit erklärte, Akzepte bestimmter«rster Banken und. Bankiers hereinzunehmen, ohne sie auf das Kontingent in Anrechnung zu bringen, das sie sich für die Kreditgewährung gesetzt hatte.".„.„J,.*.-. Zu viel oder zu weuig Kredite? � Der Bericht geht auf die Fragen der Kreditpolitik und der Zins- höhe, die während des letzten Jahres die Oeffentlichkeit dauernd be- lchäftigt haben, weiterhin nur ganz kurz ein. Insbesondere wird über die gleichsam automatisch eingetretene Aufhebung der Kon- tingentierungspolitik Ende 1925 nichts Näheres gesagt. Die Reichs- bankleitung verwahrt sich dagegen, daß sie in der Kreditgewährung und in der Aufnahrpe von Devisen, wie von mancher Seite behauptet wird, bereits zu weit gegangen fei. Andererseits stellt sie fest, daß während des abgelaufenen Jahres, trotzdem aus dem Ausland Kapitalbeträge von schätzungsweise 2% Milliarden Mark hereingekommen sind, die Reichsbank in der Gewährung von Krediten bis zur Grenz« des Möglichen vorgegangen sei. Aus dem steigenden Anteil der Wechselproteste und der ins Stocken geratenen Wechsel- und Lombardforderungen sei zu erkennen, daß die Reichsbank kein« unangebrachte Zurückhaltung geübt habe. Der Gesamt- betrag der im Jahre 1925 angekauften Wechsel und Schecks stellt sich auf 17,28 Milliarden Mark gegen 1�,83 Milliarden im Vorjahre. Außerdem wurden an Auslandswechseln und Schecks über eine Million Stück im Betrage von 3,43 Milliarden(gegen 2,49 Milliarden im Vorjahre) angekauft sowie Golddiskontbankwechsel im Betrage von 196,5 Millionen. Der Umlauf an Reichsbanknoten Hot sich während des abgelaufenen Jahres bekanMlich von 1941 auf 2969 Millionen Mark gesteigert. Währungssicherheit und Goldeinkausspolitik. Zur Frage der Währungssicherheit stellt die Reichsbank fest, daß alle airgsforderten Dcvtsenbeträge stets und in voller Höhe zur Bsr- fügung gestellt werden konnten, so daß praktisch die Goldeinlösung der Roten wieder hergestellt war. Auf die Anfrage eines Anteils- eigners wurde erwidert, daß man von der Schaffung von Gold- münzen vorläufig im praktischen Interesse noch Abstand nehmen wolle: ein Bedarf sei nicht vorhanden und die Beschaffung von Gold durch Einkauf gegen Devisen im Auslande fei Interessenten jederzeit möglich. Der Goldbestand der Bank hat sich während des ab- gelaufenen Jahres dauernd weiter vermehrt und ist von 759,6 auf 1298.1 Millionen Mark(wovon nur 96,6 Millionen im Auslande) gestiegen, womit der Stand von Ende 1913 be- trächtlich überschritten wurde. Die Vermehrung des Gold- bestandes ist angeblich deshalb notwendig gewesen, um für den steigenden Notenumlauf die erforderliche 39pn>zentige Golddeckung zu beschassen. Man sei hierin sogar noch weiter gegangen, als für die augenblicklichen Bedürfnisse notwendig war, um für unoorher- gesehene Fälle und für den im Gange befindlichen Ilmtausch von Rentenbankfcheinen gegen Reichsbanknoten vorzuforgen. Außerdem fei die Ansammlung von Gold«ine Maßnahme, die schon aus markt- technischen Gründen nur allmählich und auf lange Sicht betrieben werden könne. Die Reichsbank erkennt in diesem Zusammenhang dankbar an, daß sie in den Fragen der Gold- und Devisenpolitik bei den befreundeten ausländischen Zentralnotenbanken stets volles Verständnis und bereitwillige Mitarbeit gefunden habe. ' Die Höhe der„geheimen" Devisenreserven. Bam Devisenbestand der Reichsbank wird nämlich nur«in Teil ausgewiesen, nämlich derjenige, den die Bank zu Deckungs- zwecken reserviert. Dieser Betrag ist im abgelaufenen Jahr von 253.2 auf 492.5 Millionen Mark gestiegen. Dazu kwnmt I noch der Bestand in Auslandswechseln und Schecks in Höhe von 543,7(gegen 169,5) Millionen Mark, der nicht in den Wochenausweisen, sondern lediglich in der Jahresbilanz be- kanntgegeben wird. Die inländische Wechselanlage zum Jahresschluß stellt sich auf 1329,93 Millionen(gegen 1879,86 Millionen im Bor- jähre).— Die starke Vermehrung des Devisenbestandes wird von der Bankleitung damit begründet, daß sie zur Aufnahme aller Devisenbeträge am ossenen Markt gezwungen sei, um nicht vorübergehend eine Ueberbeweriung der Mark gegenüber ausländ- ichen Währungen herbeizuführen. Die der Reichsbank angebotenen Devisen entstammen zum größten Teil, soweit es sich nickst um liquidierte Reserven der Unternehmungen aus der In- flationszeit handelt, den Mitteln der Auslandskre- dite. soweit sie nicht direkt zur Finanzierung von Exporten herangezogen wurden. Ausscheiden der Rentenbankscheine. Aus den Beziehungen der Bank zur Rentenbank und Gald- diskontbank ist hervorzuheben, daß das Darlehen bei der Renten- dank in Höhe von 899 Millionen Mark, das sich zu Jahresbeginn noch auf 456,5 Millionen Mark gestellt hatte, inzwischen durch Ueber- tragung von Agrarwechseln aus dem Portefeuille der Reichsbank auf die Rentenbant abgedeckt worden ist. Während des Berichts- jahres sind Rentenbantscheinc in Höhe von 371,4 Millionen Mark getilgt worden. Die Mittel hierzu entstammen zu 69 Millionen aus Reichsmitteln, zu 55,6 Millionen aus dem Anteil des Reichs an: Gewinn der Reichsbank, zu 62,4 Millionen aus Grundschuldzins- zahlnngen zugunsten der Rentenbank und zu 193,4 Millionen aus der Abwicklung der Rentenbankkredite. Der privatwirtschaftliche Ertrag: 10 Proz. Dividende. Der Rohgcwinn im Jahre 1925 beziffert sich aus 181 Mil- lionen Mark gegen 397,1 Millionen im Borjahre. Der Mmdercrtrog gegenüber 1924 erklärt sich in erster Linie aus der Ermäßigung der Zinssätze für die Kreditgeschäfte und der Beseitigung der Gebühren- rechnung im Giroverkehr, außerdem dadurch.daß der vorjährige Gewinn durch einmalige größere Einnahmen verstärkt war. Bon Bedeutung ist ferner, daß die Reichsbank im letzten Jahr nicht weniger als 43,8 Millionen Mark aus ihrem normalen Geschäfts- gewinn an die öffentlichen Stellen— als Zinsbetrag für die in öffentlichen Geldern rediskontierten Wechsel— zu zahlen hotte. ' Die Ausgaben betragen insgesamt 138,3 Millionen Mark, wovon 85,9 Millionen aus die Berwaltungskosten und 49,2 Millionen auf Rückstellungen entfallen. Aus der Tatsache, daß die Verwal- tungskostcn wahrschemlich mcht in irgendwie erheblichem Umfange reduziert werden können, folgert der Reichsbankpräsident, daß bei Wiederkehr normaler Verhältnisse, d. h. bei einem Wechselportefeuille in Höhe von 799 bis 899 Millionen Mark und einem Diskontsatz von 5 Proz. ein ausreichender Gewinn für die Ausschüttung an die Anteilseigner nicht mehr vorhanden sein werde. Deshalb sei es notwendig, aus dem verbleibenden Reingewinn von 42,7 Millw NM Mark einen größeren Betrag, nämlich 9,7 Millionen Mark. dem Spezi a lre scr v e f o n d s für künftige Divi- denden Zahlungen zuzuführen, der damit auf 33,4 Millionen anwächst. Die Berteilung des Reingewinns erfolgt auf Grund des Bankgesetzes in der Weife, daß zunächst 29 Proz., d. i. 8,5 Millionen Mark, dem gesetzlichen Reservefonds zufließen, während 12,2 Mil lionen zur Tilgung der Rentenbankscheine an das Reich fließen und den Anteilseignern wieder� wie im Vorjahre, eine Dividende in Höhe von 19 Proz. bewilligt wird. An der Dividendenzahlung nehmen diesmal 122,8 Millionen Reichsbankanteilscheine teil, gegen nur 99 Millionen im Vorjahre, da das begebene Grundkapital der Rcichsbonk im Januar 1925 bis auf diesen Detrag erhöht worden ist. Der Streit um die Gewinnverteilung. In der Generalversammlung kam es wider Erwarten nicht zu einer größeren Debatte. Man war darüber unterrichtet, daß von gewisser Seite ein Vorstoß der Anteilseigner erfolgen würde, die eine reichlichere Bemessung der Dividende bei geringerer Zuweisung an die Speziolreserve verlangten. Der Sprecher dieser Gruppe, ein holländischer Bankvertreter, fand jedoch in der Versammlung keine Hilfe und sah sich angesichts der energischen und geschickten Polemik des Reichsbankpräsidcisten gezwungen, seinen Antrag auf Ausschüttung einer IZprozentigcn Dividende zurückzuziehen. » Die Befürchtungen, daß sich, infolge der Dawes-Gesetze eine Ueberfremdung der Reichsbank ergeben würde. haben sich übrigens als unbegründet erwiesen. Ende 1923 war nur ein Sechstel der Anteile im Betrage von 21, 7 5'Mil- l i o n e n in ausländischer Hand.■_ Neue Diskontherabsetzung. 3n der gesirigen Sitzung des Zenlralausschusses der Reichsbank gab der Reichsbankpräsident Dr. Schacht einen Ueberblick über die Entwicklung der Lage der Bank im neuen Zahre, bereu b e s r i e d i- gen de Gestallung das Reichsbankdirektorium veranlaßt hat. schon jetzt eiue Diskoatermäßigung vorzunehmen, da nach Lage der Verhältnisse der bevorstehende ZNonatsfchluß keine über das vor- male Maß hinausgehende Anspannung bringen wird und eine An- passung der amtlichen Geldsätze an die verhällnisse am offenen Geldmarkt erwünscht erschien. Mit Wirkung vom 27. März ist der Diskontsatz von 8 Proz. aus 7 Proz.. der Lombardsah von 9 Proz. aus 8 proz. herabgesetzt wordeu. Siemens über Sie Rationalisieruug. Anläßlich der Generalversammlung der Siemens u. Hakske A.-G. führte Herr C. F. von Siemens etwa folgendes aus: Die Gesellschaft habe außer den gesetzlichen sozialen Lasten oben- drein freiwillig für Wohlfahrtszwecke 6,9 Millionen Mark aus- gegeben, ein Betrag, der zu der ausgeschütteten Dividende von 5,46 Millionen in einem argen Mißverhältnis stehe. Herr von Siemens hält aber diese Wohltätigkeit für notwendig, weil auf ihr das Solidaritätsgefühl der Angehörigen des Siemens-Konzerns be- ruhe. Daß er aber dann kein Recht hat, über die allgemein neu sozialen Lasten zu klagen, wenn er aus Betriebsgründen seine eigene Sozialpolitik treibt, erkennt er nicht. Herr von Siemens bekannte sich als A n h ä n g e r d c r R a t i o- n a l i s i e r u n g,„soweit nicht durch übertriebene Verfolgung andere Werte zerstört würden". Das Haus Siemens habe bereits durch deq Zusammenschluß der hauptsächlichsten Glühlampenwerke nach dem Krieg und neuerdings durch eine enge Vereinigung auf dem clektromedizinischcn Gebiete gezeigt, daß es von diesen Plänen zum Nutzen der Wirtschaft Gebrauch mache. Die Schlagworte horizontal und vertikal spielten eine große Rolle. Er gäbe zu, daß die vertikale Organisation auf sinanziellem Gebiet nicht immer am schnellsten ficht- bare Erfolge brächte. Schlogwortartig könnte man sagen: verti- k a l sieht man die Erfolge in der Förderung der Technik, horizontal aus kausmännischem und Berwaltungsgebiete. Es wäre zu begrüßen, daß der Staat die Rationalisierungs- bestrcbungen unterstütze. Es dürfe aber nicht verschwiegen werden, was sie im Grunde bedeuteten: mit weniger Menschen die- selbe Leistung zu vollbringen. Es wäre eine bittere Arznei, die Arbeitslosigkeit würde sich zunächst vergrößern, aber schließlich würde durch eine Produktionsverbilligung wieder cineBe- lebung der Wirtschaft und eine allgemeine Verbesserung eintreten. Es würde jetzt häufig erörtert, durch Zusammenlegung von Be- trieben die Rationalisierung zu fördern. Man dürfe aber nicht ver- gessen, daß auch juristische Personen keine Maschinen sind. soliden« daß ihre Stärke vielfach in der Individualität läge. Wenn z. B. die Montansinnen der Siemens-Rheinelbc-Schuckert-Union sich bereit erklärt hätten» ihre ProduktionsstäÜen in die B e r e i n i g t e n Stahl w e r k c einzubringen, so bedeute dies unter Zurückstellung aller persönlichen Motive, ollein nach sachlichen Ueberlegungen in vieler Beziehung ein großes Opfer. Durch den von Rheinelbe be- absichtigten Eintritt in die Bereinigten Stahlwerke würde der mit Siemens u. Halske abgeschlossene J.-G.-Bertrag in wesentlichen Punkten undurchführbar. Die Träger der Gemeinschaft auf der Montanseite übertrügen ihre gesamten Produktionsstättcn auf eine neue Gesellschaft. Damit wäre die bisherige Parität gleich großer Produktionsgesellschasten, die in enger Gemeinschastsorbeit standen »nd ferner die Möglichkeit eines Gewinnausgleiches nicht mehr vor- handsn. Es sei aber der feste Wille und die sichere Hoffrnmg vorhanden, neue Wege zu finden, um im bisherigen Geiste die gemeinsamen Arbeiten fortzusetzen, da sie Erfolge gebracht habe. Die Schwerindustrie habe schon seit Jahren durch die Zusammen- fassung von Kohle und Eisen große Vorteile gehobt. Die Gründung der Bereinigten Stahlwerke sollte einen weiteren große,« Schritt in der Hebung der Wirtschaftlichkeit bringen. Redner hält die Grün- dung des Montantrustes für richtig. Er fei aber nicht schematisch in jeder Industrie anzuwenden', bei Eisen und Stahl wären die Ver- hält nisse hierfür sehr günstig, anders auf den Gebieten der Fcrtigindustrie. Jeder schritt müsse vorsichtig obgewogrn werden. Die Generalversammlung beschloß, den Aufstchtsrat und Vorstand zu ermächtigen, Vereinbarungen über die Umgestaltung der Ler- tragsbeziehungen und die erforderlich werdende Auseinandersetzung zu"treffen, ferner von einen« Gewinnausgleicki abzusehen wie In den Jnflationsjahren, da der Vertrag auf zirka 89 Jahre ob- geschlossen ist und ein Jahr allein daher nicht der Abrechnung unter- 'warfen werden ka>«n. » Herr von Siemens gehört zu denjenigen Unternehmern, die das Heil des Betriebes in schlecht bezahlten Arbeitern sehen, die auf die Wohltaten ihrer Arbeitgeber angewiesen sind. Wenn er an einer Stelle der Rede den Reichsarbcitsminister für die Wirtschaftskrise verantwortlich macht, so möchten wir doch darauf hinweisen, daß gerade dieser mit seinen Taten oft sehr weitgehend für die Unternehmer eingetreten ist. An der Wirtschaft;- krise ist doch zum großen Teil das Unternehmertum selber schuld, das in der Inflation sein Kapital nicht so angelegt hat, wie es gesunden Betriebsgrundsätzen entspricht. Die Gewerkschoiten wehren sich mit Recht dagegen, die Arbeiter zu Bettlern machen zu lassen, die auf die Wohltaten ihrer Arbeitgeber ongemiesen sind. Sic verlangen, daß Arbeiter für ihre Arbeit s o bezahlt wer- den, daß sie einen auskömmlichen Verdienst haben. Diesen Schutz der„Individualität", den Herr von Siemens seinen Direktoren so freudig zuerkennt, sollte er auch gegenüber den Arbeitern gelten lassen!___ Zur Gründung des wesideukschen INontonkrustes mochte Generaldirektor Haslocher in der Generalversaminlung der Rheinischen Stahlwerke, in der die Genehmigung zum Beitritt erteilt wurde, folgende Mitteilungen: Die' R o h st a h l g e m ei n s ch a f t, der die Werke ongehörei«, hat eine Beschäftigung der Werke von 65 Proz. vorgesehen. Praktisch war die Beschäftigung- wesentlich geringer. Die Geschäftslage hat sich auch in, den letzten Monaten nicht wesentlich günstiger gestaltet. Der arnerika- Nische Kohlenstrejk brachte zwar eine vorübergehende Entlastung des deutschen Kohlenmarktes, ferner ist eine noch nicht lange dauernde Belebung des Eisen markte? lestzustellen. Der � einzige Lichtblick in der ungünstigen Wirtschoftzsituatioi, der Eisenindustrie ist der baldigst zu erwartende Abschluß von internationalen Verträgen und die Hoffnung aus den Abschluß von Handelsverträgen.(Dos sagt ein Vertreter der Schwerindustrie, die durch die tatkräftige Unterstützung der Zollpolitik dem Abschluß von Handelsverträgen die größten Schwierigkeiten bereitet bot!. D. Red.) Wesentlich wird zu der Erleichterung des Abschlusses des M o n t a rrt r u st e s beitragen, wenn durch den jetzt vorliegenden Steuerkompromiß die«steiterlästen bei Fusionen.gemildert werden. Interessant ist dann noch die Mitteilung. HaskScher?, daß- die Direktoren der G r fi n d e r g e sc I l sch a s t e n durchweg übernommen werden, während in vorhergehenden Generalversammlungen von Gründergesellschaften ausgeführt wurde, daß die Zusammenlegung von Betrieben, die mit der Gründung des Montantrustes verbunden seien, ein Abbau von Arbeitern und Angestellten unvermeidlich sei. Eine gemeinnützige Kleinwohmmgsbaugesellschast in Hamburg. Die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei Ham». burgs haben am Donnerstagabend eine gemeinnützige Klein- w o h n u n g sb a u g« s e l l s ch a s t gegründet, an der auch der Hamburgische Staat verantwortlich beteiligt wurde. Die Gesellschaft wird vom Staat insofern bevorzugt, als ihr Baugelände z i n s- l o s zur Aerfügung gestellt wird und staatliche Bau- g e l d e r uiiter besonders günstigen Bedingungen erhält. Der Hamburger wenat übt für diese Vergünstigungen, die der Gesell- schast gewährt werden, im Aufsichtsrat eiiieii starken Einfluß aus. Wenn von den drei Senatsverlretern des Aussichtsrats nur zwei irgendwelchen Beschlüssen«vidersprechcn, so obliegt die endgültige Entscheidung dem Senat selbst bzw. der Finanzdeputatioi«. Ein ähnlich starker Einfluß ist den« Senat auch auf die Gesellschaften«««- sammlung eingeräumt worden, soweit es sich um eine Aenderung de? Gesellschastsvertrages oder eine Auflösung der Gesellschaft handelt. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt etwas über 299 999 Mark. Bei einer Auslösung fällt das gesamte Vermögen der Gesellschaft iiach Rückzahlung des Stammkapitals de», Hamburger Staat zu. Auf die durch diese Ncugriindung von de«, Gewerkschaften und der Sozioidemokratie ergriffene Initiative wird allgemein große Hoffnung gesetzt. <£. 3. Boges, Draht- und Kabelwerke. Wem« die durch General- versammlungsbeschluß in C. I. Bogel, Draht- und Kabelwerke, A.-G., umgetaufte Fabrik isolierter Drähte sich darauf beschränkt, bei einem Reingewinn von 678 487 M.(Aktienkapital 8 329 999 M.) eine Dividende von 5 Proz. zu verteilen, so begründet die Berivol- tung das mit dem sehr wenig slüssigen Status der Bilanz. Dieser zwingt sie, nur das Allernotweudigstc an Geld aus dem Betriebe herauszunehmen. Die Finanzpolitik sei— so wurde ausgeführt— um so notwendiger, als das Unternehmen reichlich mit Auf- trägen versehen ist und weiter Aufträge von der Reichs- postVerwaltung und durch dos Einsetzen der Bautätigkeit erhofft. Die anhaltende günstige Beschäftigung ermöglichte es dem Unternehmen, de» Arbciterabbau in sehr eiigen Grenzen zu holten. Die erzielten Preise können als ausreichend bezeichnet wer- den. Die Gesellschaft gab selbst zu, daß dos dreißiasache Stimmrecht der ein Kapital von 129 900 M. repräsentierenden Stimmrechtsaktie!« keine Berechtigung habe. Die Konsequenz jedoch, daß das dreißig- fache Stimmrecht beseitigt werden müßte, ist»och nicht gezogen. Borläusig schweben darüber ober erst„Erwägungen". Lei Zucker, Gallensteinen, Magen-, Dann-, Leber-, Nieren-, Blasenleiden, Gicht und Katarrhen E.rSffrmng der Badi-saiton«md des Kurnotels 27. Mün Bjde-n. Haus- k Urschriften durch K u rdi r e k t i o a Back Neuenahr(Sheinlandj die einzigen alkalischen Thermen Deutschlands (rein natQrliche Füllunc) Zur Vorkiir einer Trink- 11. Badekur in Seuenenr oder als Haust-ur ohne Berufsstörung Haupt-Niedenage. Brunnenvertriei A.-Q.: Abt Dr. M. Lebmann, Yorck- straSe M- Abt j. F. Heyl& Ca, CbariauenitxaSc 66, Sonnabeuü 27. M6rz?H2S Unterhaltung unö �Vlssen Seilege ües vorwärts Das Lesen. von Anlon p. Tschechow. Im Kabinett unseres Vorstehers Iwan Petrowisch Semipolatow faß der Theaterunternehmer Galomidow und unterhielt sich mit ihm über Spiel und Schönheit unserer Damen von den Brettern. ..Nein, da bin ich anderer Meinung/ sprach Iwan Petrowitsch, während er Anweisungen unterschrieb..Sosja Jurjewna ist ein starkes, ursprüngliches Talent! So lieb, wissen Sie. so graziös... so entzückend...!" Iwan Petrowitsch wollte fortfahren, brachte aber vor lauter Begeisterung kein Wort mehr heraus und lächelte nur. lächelte so wohlgefällig breit und süßlich, daß es dem Theaterunternehmer selber ganz süß im Mund davon wurde. .Ich schäße an ihr, eh, eh... die Fülle der Gefühle und das Beben der jungen Brust, wenn fie Monolog? spricht... das lodert, das lodert nur so! Bstte, sagen Sie chr, daß ich in solchen Momenten — zu allem bereit bin— zu allem.. „Eure Exzellenz, geruhen Sie gütigst die Antwort zu unter- schreiben auf die Eingabe der Polizeiverwaltung von Cherson be- züglich Semipalatow erhob sein lächelndes Gesicht und erblickte vor sich den Schreiber Merdajew. Merdajew stand, die Augen weit aufgerissen, ehrerbietig vor ihm und schickte sich an, ihm ein Papier zur Unterschrift zu unterbresten. Seinipalaww runzelte die Stirn: die Poesie war just auf ihrem Höhepunkt von der Prosa unterbrochen worden. „Dannt brauchen Sie mir doch nicht gerade jeßt zu kommen/ sprach er,„Sie sehen doch, ich unterhalte mich. Ein schrecklich un- erzogenes Volk, ohne alles Zartgefühl. Da, Herr Galanndow— Sie sagten. Gogolsche Typen gäb' es bei uns nicht mehr... und nun bitte hier! Was. ist das etwa kein Typus? Schmierig, die Ellbogen durch, schielt... kämntt sich nie... Und sehen Sie einmal, wie er schreibt! Weiß der Teufel, was das heißen soll! Ungrammatisch schreibt er, ohne alles Verständnis... wie ein Schuster! Sehen Sie nur!' .Tja/ brummte Galamidow, nachdem er einen Blick aufs Papier geworfen:.In der Tat... Sie lesen wohl nur wenig, Herr Merdajew/ „So geht das nicht, mein Lieber!' fuhr der Vorsteher' fort,.ich muß mich ja schämen Ihretwegen. Wenn Sie wenigstens lesen wollten, was...' „Lesen macht da viel!' sprach Galamidow und seufzte ohne jeden ersichtlichen Grund:»Sehr viel!' Lesen Sie nur, und Sie werden sofort merken, wie sehr Iljr Gesichtskreis sich weitet. Bücher können Sie ja überall bekommen. Bon mir, zum Beispiel... Ich bin mit Vergnügen bereit. Gleich morgen bring' ich Ihnen welche, wenn Sic'? wünschen.' .Bedanken Sie sich, mein Lieber!' sagte Semipalatow. Merdajew verbeugte sich schwerfällig, bewegte die Lippen, brächte ab» keinen Ton zustand« und ging./ Den nächsten Tag besuchte uns Galamidow in unserer Amts- stube mtt einem Bündel Bücher. Und von diesem Augenblick an datiert unser Elend. Niemals wird die Nachwelt Semipalatow sein leichtfertiges Eingreifen verzeihen. So etwas oerzeiht man ja schließ- lich einem jungen Menschen, aber einem alten, erfahrenen Wirk- lichen Staatsrat— nie. Kaum war der Theaterunternehmer da, so wurde auch schon Merdajew ins Kabinett gerufen. .Da, mein Lieber, lesen Sie!' sagte Semipalatow und reichte ihm ein Buch:»Lesen Sies aufmerksam../ Merdajew nahm das Buch mit zitternden Händen entgegen und ging zum Kabinett hinaus. Er war bleich. Seine schielenden Aeug- lein liefen unruhig umher und schienen bei den Gegenständen rings Hilfe zu suchen. Wir nahmen ihm das Buch ab und blätterten es vorsichtig durch. Es war der„Graf von Monte Christo'. »Wider seinen Willen vermagst du nichts/ sprach seufzend unser aller Buchhallcr, Prochor Ssemjonitsch Budjilda..Gib dir halt Mühe, nimm dich zusammen... sang vorsichtig an. immer nur ein wenig auf einmal; und derweil vergißt er�s wieder, so Gott will, und du kannst es werfen. Sei nur nicht ängstlich... Und. die Haupt- fache— lies und laß dich nicht ein damit! Lies und laß dich nicht ein auf ihre Geschestheiten!' Merdajew schlug das Buch in Papier ein und setzte sich hin, um zu schreiben. Aber es ging nicht mit den: Schreiben diesmal. Seine Hände zitterten, und die Augen schiellen, eins zur Decke hinauf und dos andere ins Tintenfaß. Am anderen Tage kam er mst verweinten Augen ins Amt. „Biennal Hab ich's angepackt/ sprach er..Aber verstanden habe ich rein gor nichts... lauter ausländisches Zeug../ Fünf Tage später, als Semipalatow durch die Schreibstube ging, blieb er vor Merdajews Pult stehen. .Nun, haben Sie gelesen?'—„Jawohl, Exzellenz.' „Was haben Sie denn gelesen, mein Lieber?' Nun, erzählen Sie mal!' Merdajew hob den Kopf und bewegte tonlos die Lippen. „Ich hab's vergessen, Exzellenz../ sprach er endlich. .Das heißt, Sie haben nicht gelesen, eh— eh— eh... oder unaufmerksam gelesen! Automatisch! Das darf nicht sein! Lesen Sie's noch einmal. Ucberhaupi, meine Herren, empfehle ich's Ihnen. Belieben Sic z>l lesen, alle zu lesen! Nehmen Sic. da von den Büchern bei mir am Fenster! Paramonow, gehen Sie und holen Sic sich ein Buch! Podchodzew, mein Lieber, gehen nur auch Sie! Smirnow— au 6) Sie! Alle, meine Herren, bitte!' Alle gingen, und jeder Holle sich ein Buch. Nur Budjilda wogte es. zu protestieren. Er fuchtelle mit den Händen, schüttelte den Kopf und sprach: „Mich ober entschuldigen Sie schon. Exzellenz... Lieber geb' ich's Amt auf. Ich weiß, was von oll diesen Kritiken und Er- iindungen kommt Da ist mein ällester Enkel, der heißt nun seine eigen« Mutter ins Gesicht eine Närrin, und die ganzen Fasten hin- durch schlemmt«r Milch. Entschuldiget Sie gütigst!' .Sie begreifen rein gar nichts/ sagte Seinipalatow. der dem allen Manne all sein« Derbheiten nachsah. Aber Semipalatow irrte sich: der Alte begriff's wohl. Nach einer Woche schon nahmen wir die Früchte dieser Leferei wahr. Podchodzew, der den zweiten Teil des„Ewigen Juden" las, nannte den Budjilda einen Jesuiten; Smirnow begann im angetrunkenen Zustand zum Dienst zu kommen. Auf keinen aber wirkte das Lesen so verheerend wie auf Merdajew. Er magerte ab, fiel zusaimncn, fing an zu trinken. .Prochor Ssemjonitsch!' fleht« er Budjilda an:.Ewig werde ich zg Sott für Sie betest BItteu Sie Sein« Exzellenz, daß er's mtt erläßt... Ich versteh nicht zu lesen. Tag und Nacht lese ich, ohne zu schlafen, ohne zu essen... Meine Frau hat mir vorgelesen und sich halb zu Tode dabei geschunden, aber Gott straf mich, ich kann nichts verstehen. Ilm Gotteswillcn, helfen Sic mir!' Budjilda erkühnte sich mehrere Male. Semipalatow damit zu kommen, aber der winkte nur ab, wollte nichts hören, und hielt uns allen, indem er mit Galamidow durch die Amtsstuben stolzierte, unsere Unbildung vor. So vergingen zwei Monate, da nahm die Geschichte ein Ende mit Schrecken. Eines Tages kam Merdajew wie gewöhnlich zum Dienst, aber statt sich au sein Pult zu setzen, fiel er mitten in der Amtsstube auf die Knie, fing an zu weinen und sprach: „Verzeiht mir, rechtgläubige Christen, ich habe Papiergeld ge- fälscht/ Kaiser-Wilhelm-Geöächtnisspenöe. .7la. bringt Ihr mir meine Abfindung?' »ttlar! wa bringen die llnkerschriftslisten vom Volts- bejehren!' Darauf ging er ins Kabinett, ließ sich vor Semipalatow auf die Knie ni�er-'und spracht. „Verzeihen Sie mir, Exzellenz; ich habe gestern ein kleines Kind in den Brunnen geworfen!" Er schlug den Boden mit der Stirne Und schluchzte. „Was soll das heißen?' fragte Semipalatow verblüfft. „Das, Exzellenz,' sprach Budjilda mit tränenden Augen und trat vor:„Das soll heißen, er ist vom Verstände gekommen! Hinter- sonnen hat er sich! Das hat ihr sauberer Galamidow mit seinen Er- findungeu angerichtet. Gott sieht und weiß olles. Eure Exzellenz. Wenn Sie's aber nicht hören wollen, so brauchen Sic mich ja nur zu entlassen. Lieber Hungers sterben, als so etwas auf feine alten Tage erleben." Semipalatow erbleichte und schritt auf und nieder durch die Stube. „Galamidow wird nicht mehr empfangen/ sprach er dumpf.„Und Sie, meine Herren, beruhigen Sie sich. Ich sehe jetzt meinen Irrtum ein. Ich danke dir, Alter!' Und von da ab gab's bei uns dergleichen nicht mehr. Merdajew erholte sich zwar wieder, aber etwas blieb doch nach. Heute noch fängt er an zu zittern und wendet sich ob, wenn er ein Buch sieht. tÄns i>er Sammlun«„Russisck« Erzalilcr", Lbersctit und licransgcvrbcn von Loovold Weber, mit besonderen Genebininunil des K>lnstBX>rt>Bcr5a«es ffieota D. W. Caliwev, München, entnommen.) Nächtliche heimfahrt. Von Trude E. Schulz. Die Uhr an der Untergrundbahn zeigt kurz vor Mitternacht. Müde und fröstelnd warte ich auf den Zug. Mein Gehirn nimmt sich rasch ein bißchen der Nachtruhe vorweg, auf die es noch eine ganze Weile warten muß. Dann steige ich ein— vornehm, zweiter Klasse. Das darf man sich aber nach jünfzehnstündiger Arbeit schon leisten, besonders, wenn man noch einen dreioiertclstündigen Heimweg vor sich hat. Die roten Polster nehmen mich freundlich auf. Ich lehne mich bequem i» eine freie Ecke, und während ineine Augen mechanisch die übrigen Anwesenden registrieren, verarbeitet mein Kopf die Reden, die ich eben in der Vcrsamniliing hörte. Zu Hause werde ich dann nur noch den Bericht niederzuschreiben haben. Aber die Mitfahrenden sind nicht nur da, sie sind auch laut. Es ist ja immerhin ein erfreuliches Zeichen, daß fast alle lochen. Meine beiden Nachbarn zum Beispcl über die großartig komische Rede, die der mit dem sie wahrscheinlich eben zusammen waren, gchallcn hat über das Thema:„Soll man Damen in der Bahn seinen Plag anbieten, wen» sie jung oder alt, hübsch oder häßlich, einlach oder elegant angezogen sind?" Der I._ meinte, daß man es nie tun solle, daß man sich aber jedesmal auf andere Weise drum drücken müsse. Die Beiden finden das famos und lachen recht herz- lich darüber. Ich bin wohl zu müde dazu. Mir gegenüber sitzen zwei Damen, auf die es Zwerchfell- erschütternd wirkt, daß jemand die Schnitzel nicht reiner Butter bratet.„Talg war es. Talg." schluchzt die eine lachend und wirft den Kopf beinahe auf die Knie. Und außerdem ist es sehr erheiternd für sie, daß die Toni immer wieder„Krepp marakeng" mit„Krepp georgetie" verwechselt. Toni ist eben schrecklich dumm. An einer Haltestelle steigt ein Pärchen aus: er solide Eleganz, sie billig geputzt, sehr jung und so betrunken, daß sie von ihm wie ein Kleidcrbüiwel geschleift werden muß. „Die bringt er jetzt— nach Hause," sagt eine Freundin mit Be- tonung und stubbst ihre» Freund mit dem Ellenbogen.„Morgen früh wird sie sich schön wundern," tichert der sröhlich, und dann ziehen wie auf-Verabredung beide ihre Taschenspiegel heraus und betrachten sich sehr andächtig darin. Und während ich das ullrs halb wachend und halb träumend sehe und höre, fällt mir ein Satz ein, den eben eine Versammlungs- redncrin sprach.„In dem Kraivkeichause lag in der Kindcrabtcilung für Geschlechtskrankheiten ein bildschönes Kind ohne jedes Zeichen der Ärankhest. Aber als wir fragten, ob das Kind nur deshalb hier sei, weil seine Eltern und Geschwister wegen Geschlechtskrankheit'im Krankenhaus- wären, deckte der Arzt dos Bett auf, Da sahen wir, daß das Kind nur auf dem Bauche liegen konnte: Rücken und Gefäß waren von der Krankheit bereits völlig zerstört." Ich begreife augenblicklich den grausigen Sinn nicht; nur als grammatikallschev Gebilde memoriert mein Gedächtnis den Satz, genau so halbbewußt, wie ich augenblicklich sehe und höre. Aber' dann, ganz jäh, erfasie ich seinen Inhalt. Und nun höre ich das Kind, nein, Kinder stöhnen, die mit furcht- baren Krankheiten behaftet sind, sehe andere sich schlaflos vor Hunger auf eugem Lqgcr wälzen, denke, daß vielleicht gerade jetzt in einem feuchten, übervölkerten Kellerloch wieder ein neues Wesen in die Welt tritt. Und vielleicht ist, wie auf dem Zllle-Bild, eine andere Mutter, bei der es bald wieder so weit ist, mit dem Vorjährigen unterwegs, nach dorthin, wo es doch nicht jo kalt fein kann, da ja die Fische das ganze Jahr dort leben. Irgendwo zieht vielleicht auch ein Mensch eben gedankenvoll einen festen Strick durch die Hand, und wartet dann noch bis morgen, bis nach dem Arbeits- Nachweis, weil er noch ein letztcsmol auf„das Glück" hofft, Das ganze Grauen der Welt ist auf mich losgelassen, ist gegen- wärtig, als Wahrheit, nicht mehr als Traum. Nur die Mensche», die um mich herumsitzen, sind schemenhaft geworden, aber-auch sie sehe und höre ich noch klar und deutlich, wenn auch nur im Unter- bewußtsein. Diese Stunde ist starker als ich. Was wir am Tage totarbeiten und totscrgen oder totoergnügen und wtschwotzen, um nicht wahn sinnig zu werden, zwingt sie mich zu begreifen.'hier in meiner roten Polsterecke, die mich jetzt wie ein Schraubstock festhält. Ich sehe durch eine gläserne Welt Verbindungslinien gezogen zwischen schein- bar Zusammenhanglosem, und ich muh, muß sie sehen, kann sie nicht. wie bei der täglichen Zeitungslektüre, von der nächsten fetten Ueber- schrift verdecken lassen, Meine Fahrt ist lang. Immer Neues wird lebendig, und ich kann mich nicht betrügen, daß dos Grauen, das ich durchlebe, nur -in Mitternachtsspuk sei. „Umsteigen!" ruft der Schaffner. Irgendwie wird das Bewußt- sein in mir ausgelöst, daß ich hier aus dem Zug heraus muß, Meine Beine scheinen beim Aufstehen Blei. Das Innere des Wagens ist etwas ähnliches wie ein Bilderbogen. Das Pärchen sitzt schon wieder oder noch immer mit den Taschenspiegeln in der Hand. Der Tanz in öer Sahara. Von Heinz Liepmann, Ueber die Sahara heult der Samum, der glühende Wüstenwind. Der Scheich Akbar ibn Said jagt über die Ebene, sein Kamel schreit, lauter als der Sturm, der von ferne naht; der Geifer spritzt beiden aus dem Munde, Der Mann schlägt sinnlos mit den Fäusten auf das schreiende Tier; dos Kamel rennt, rennt, stolpert, stürzt, der Mann in hohem Bogen über dasselbe in den Sand, etwas Weißes, .Kleines fliegt mit--. Der Mann reckt sich noch einmal in die Hohe; da steht er, wie eine riesige, zum Himmel gierende gsibe Wand den Samum vor, neben, über sich, es donnert und schlägt.-' reißt ihn nieder, läßt ihn erstickend gurgeln,— vorbei, Nach einer halben Stunde scheint die Somre wie stets auf das endlose totenstille Sandmeer. Unter dem Sand ruhen Mann und Kamel. Alles ist leer. Alles? Da regt sich ein weißer Fleck, em weißes Tuch, ein weißes Kleid um einen schmalen braunen jungen Körper.-•_;> Das ist ein Mädchen aus einem Araberstamme im Nordett! hat keine Eltern, man weiß nicht eimNäl ibre» Namen inst» nänAM» sie„Pilota", die„Schmächtige"; man brauchte sie zum Flechten'der, Matten und zum Walserschöpien. Eines Tages kam der Scheie!) Akbar ibn Said mit feinem Stamm aus dem Süden. Es begann ein furchtbarer Kampf um die Ooje au den„sechs Dottelpalmen". Schließlich zog Albar ibn Said weiter, verlangte aber als'Friedens- Pfand die kleine Pilota, und man gab sie ihm, froh, des stärkeren Gegners ledig zu sein. Der wilde Scheich Akbar ibn Said nahm Pilota vor sich auf sein- Kamel; 12 Tage laug ritten sie und noch hatte er kein Wort zu ihr gesprochen. Dann trennte er sich eines Abends von seinem Stamm und ritt ein Stück in die Wüste.'Als er seine Kameradenjucht mehr> sehen konnte, stiegsi, sie ab, und der Scheich Akbar ibn i»aid zwang das Mädchen, vor ihm im glühenden Wüstensand den„Tanz an die Sonne" zu tanzen. Da tanzte die kleine braune Pilota mit bloßeii Füßen und Armen den„Tanz an die Sonne", und löste ihre' schwarzen Haare, und die Spange ihres Kleides klirrte im Rhythmus der Bewegung. Sie vergaß den Mann und ihre Not, sie tanzte nur inbrünstig und schön und dachte an nichts als an die Oase an den .sechs Dattelpalmen". Er aber glotzte auf sie, die Finger krampftcn sich und sein Atem ging schwer. Und plötzlich hebt sie die Augen, und sieht ihn, und schreit, und hebt weiter die Augen, und steht eine kleine gelbe Wolke om Horizont und weiß; Das ist der Samum, der glühende Wind der Wüste, der alles erschlägt und gleich begräbt, und schreit wieder. Da sieht Scheich Akbar ibn Said die Wolke auch; er wird bleich, stürzt zu dem Kamel, wirft die kleine Pilota auf den Hals des Tieres, springt ihm aus den Rücken und— Nun liegen schwere Masten Sandes auf dem Scheich Akbar ibn Said und dem Kamel, und die kleine braune Pilota steht allein und einsam mit wirren schwarzen Haaren, bloßen Füßen und Armen in der riesiqcn gelben Flut und tanzt mit ergebenem Lächeln und ge- senkten Augen. Sie ranzt den„Tanz an die Sonne". Viele, viele Male. Bis sie dann hinsinkt, und die Geier und die Hyänen kommen und immer näher und näher kreisen. Biel später fand man ihr Skelett, und noch heute singt man in den nordarabischcn Oasen in einer uralten monotonem Melodie nachts, wenn die Feuer lohen und alles vor den Zelten träumt, von dem„Tanz an die Sonne" der kleinen braunen Pilota. Wleviel Pole glbk es? Es handelt sich nicht um den allen Witz, daß außer dem Nord- Und Südpol auch in Thüringen nach„a Pol da" sApoldo) sei. sondern um die Tatsache, daß es auf der nördlichen Hemisphäre tatsächlich fünf Pole von größter Wichtigkeit gibt. Da r ist außer dem eigentlichen geographischen Pol zunächst der„Kältepol"., Er liegt weit eiitfernt vom geographischen Nordpol in dem sonst im- bedeutenden Ort Werchojanik in der Provinz Jalntsk in Zentral- sibiricn, wo die tiefsten Temperaturen bis zu mehr als 60 Grad Celsius unter Null beobachtet wurden. Trotz dieser niedrigen Wütet- temperaturen gibt es in seiner Umgebung Wälder, auch läßt der kurze aber warme Sommer den Anbau von Getreide zu. Daneben gibt.es' den„Magnetischen Nordpol", ungefähr 2 200 KUoineter südlich voni geographischen Nordpol in etwa 70 Grad nördlicher Brette, Er wurde 1831 von Roß am Westrande der Halbinsel Boothia entdeckt, nahe der Südgrenz« des arktischen Archipels. Dann gibt es jenen wichtigen Punkt, den man den Windpal der nördlichen Arktis nennen könnte, Er ist zwar noch nicht desmitio festgelegt, doch ist er zweifellos auf Grönland zu suchen, das einen Mtttetpunkt der atmosphärischen Vorgänge und Störungen im Nordpolargebiet darzustellen scheint. Endlich ist nach der Eispol oder„Pol der relativen Ilnzugänglichkett' zü nennen. Die letztgenannte Bezeichnung stammt von dem Forschex Stephansion, der 1920 in einer Veröffentlichung der Amerikanischen Geographischen Gesellschaft einen überaus interessanten Artikel:„Das Gebiet der größten Ilnzugänglichkett in der 2lrttis" vcröfsenllichtc. Slephansson legtc�diesen Punkt dadurch fest, daß er das Gebiet, bis zu besten Grenze«chiffe vorgedrungen sind, in der Karte eingetragen Hot'und durch Einzeichnung von Linien in gleichen Abständen innerhalb dieses Gebietes schließlich zu einem Punkt gelangte, der von allen bisher erreichten Stellen am wettesten entfernt ist, und infolge- dessen sehr wohl als Pol der größten Unzugänglichkeit bezeichnet weichen kann,_______. IHltMiiMikl Beta VdMEO« AUntanderpUt» neb» AaobiSfftr Könl�-Sir. SS («Stnfiber Kefl» w Friedrich-S fr. lOSa Beta LeJpiig« StimS« Friedrich- Sir. 150 Lelpzl�er-Str. IIB Boke Maoerstraß« Unk- Str. I Beta Potsdamer Krale N SchSnhanier Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrich- Str. 100 Boke Ziegelstraße Invaliden- Str. 164 Beta BrnnnenstraSe Invaliden- Str. 117 am Stettiner Bahnhof ChauMce-Str. 73 nahe Müiierstraie Frankfurter Allee 14 nahe Tieti Günstiges Oster-Angebot! Dieser Kneifer aus bestem Nickel ohne GUUer nur...... M. 0.75 aus Gold-Doubiö ebne GUUer nur...... 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Tägl. 8 Uhr: Das Grab des unbekannten Soldaten UilolleDdorfm. 8 Uhr: Die offizielle Frau Operette in 3 Akten Preise I M. bis 8M Deulsebes KQnstl.-Tbeittr 8 Uhr: Paganini Th.a.RDrfüisleDilaniin 8V, Uhr: Die Nadil der Mddite Lustspielhaus 8 Uhr: Die rote Cleo Wallner-Thesler 8 Uhr- Kolportade lirööes Sehausnlelhaus TÄGLICH tW Tb. In d. Kiostcrstr. 8 Uhr Heimat IllEat.li.MDS TägL 8 Uhr; PizessJack Operclis r. tu?. Niidlurdl Hoslt tra Las Insel WalkaSla Th.— Walnbcrpwps Tägl 8'/, Uhr: Frfialeln EnienssJleäel Schwank in 3 Akt. von Roellinghoit Stg. nachm. 4 Uhr: Majc und Moritz M ' f H sind eröffnet Braustübl und Herrenstübl Nach erfolgtem Umbau resp. Neubau im August: Minnesängersaaf Frauenhof— Elisahethsaaf -Si PtelleDaDgeDote| l finden Im Vonrlrl»} libssteBEDÖllaDge ireuftfucnDCD Ith er Art llerect preiswert Paul Golletz. oormals Soberi Mnor. Mariannenstr.3. Amt MorigpL 10803 inferieren brlnet ERPOLO Kose-Thsater 4 U.: Schneewittchen 8V, Uhr; Die vier tdUanmeler Ty-d-Rnminanilantenstr. 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Sani 0 K Vwnitnf iBntirtmdm Volksbühne Tb. ais Sdilffliaoenlainni 8 Uhr: Der Tausch Morgen 8 Uhr: Der Tausch Tbooter an BQIowplatz 8 Uhr- Siarmtim Morgen 3 Uhr; O.Kaalnann von Vanadin 8 Uhr- JUDITH Komisftic Oper | s1/, Direktion James Klein 8'.[ Die Neue Revue iSerlinlKemdj Revue der Zukunft in 16 Bild. u. a.: Japan In allen Jahreszeiten/ Der Komponistenball/ Der Traum d Alelers : Das Fest der Millionäre. | Preise 1-7,50. Loon onil ninbsnal in.- Iwtttai Z II.(oll: Vont.llung tu halbeo Prtlitn Mi gdtr Emaitewn I Kinj ini TD.iQd.LQtzowstr, Tägl. 8'/, Uhr: Lempke's sei. Witwe Musik T.Dr.R.Hlrsch JtilstüiiiniiM Prti« 1—4 K. In»»rvertauf Tbalirhjs« Vertbiin 20% knttiOiittttz Admiralspalast Tätlich SV, Uhr Die letzten S Vorstellungen d. Kaller-Hemiß Achtung Welle 505 0. ganze Vorst. zq halben Pr. l.-bisB.-M. Heute 830üÄr abend» �>Ä6tt- <> �phU Teylor der Todes- Springer Hagenbeck M Da* Welttheater der Tiere Nürnberger E. Tauentzlenstr. Steinplatz 12 626 1 IVgSonnabandn. 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