Abendausgabe Nr. 148 43. Jahrgang Ausgabe B Nr. 74 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redattion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Montag 29. März 1926 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Niederlage des Nationalen Blocks. Paris stimmt gegen Millerand und Mussolini. Paris, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Jm ehemaligen Parifer Wahlkreis Millerands fand am Sonntag eine Nachwahl zur Kammer statt, die unter der Parole für und gegen den Faschismus und Kommunismus von beiden Seiten mit größter Schärfe durch. geführt wurde. Im ersten Wahlgang hatte der Nationale Blod einen großen Vorsprung; an zweiter Stelle folgten die Kommunisten, dann die Radikalen und Sozialisten. Für die Stichwahl hatten die Sozialisten ihren Kandidaten zurückgezogen und empfohlen, gegen den Faschismus zu stimmen. Bei der Nachwahl siegte die kommunistische Lifte mit rund 63 000 Stimmen, während der Nationale Blod es nur auf 61 700 brachte. " Der Bezirk, in dem gestern in Paris gewählt wurde, um faßt etwa ein Drittel der Hauptstadt, wobei die Pleinbürgerlichen Viertel und die Arbeiterviertel sich ungefähr die Wage halten. Das Ergebnis bedeutet einen Sieg für den Kommunismus, sondern eine Niederlage für die Reaktion. Oder, wie es der„ Quotidien" heute morgen ausdrüct: Stimmte Paris gestern für Lenin? Nein! Aber gegen Mussolini!" Da die Radikalen und die Sozialisten für den ersten Wahlgang feine gemeinsame Liste aufzustellen vermocht hatten, so erhielten sie vor vierzehn Tagen weniger Stimmen als die Kommunisten, die selbst um 12 000 Stimmen hinter den beiden Vertretern des Nationalen Blocks zurückblieben. Einer dieser beiden Nationalisten war der intime Freund und Mitarbeiter mille rands: Paul Reynaud. So ging legten Endes der Kampf für oder gegen den ehemaligen Präsidenten der Republit, der seit einem Jahr immer mehr im faschistischen Fahrwaffer segelt. Ein Opfer der Geschichte. Kein nugloses Grab. Lugano, 25. März 1926. Um den Prozeß Matteotti, nun er einen vorläufigen AbAngesichts der Gefahr, die ein Sieg der Faschisten im schluß gefunden hat, richtig einzuschäzen, muß man vor allen gegenwärtigen Augenblid bedeutet hätte, gaben nicht nur die Dingen vor Augen behalten, daß das ganze ihm zugrunde Sozialisten, sondern auch die Radikalen die Parole aus, liegende Ereignis sich über zwei verschiedene Phasen des herrdaß es im zweiten Wahlgang darauf ankomme, mille schenden Regimes erstreckt: die terroristische und die rand zuschlagen. Praktisch bedeutete dies die Aufforde- legalitäre. Als Matteotti ermordet wurde, wollte der daß diese Anweisung restlos befolgt wurde. Das nationa: zeigen, was er sich leisten konnte, wie gefährlich es war, ihn rung zur Stimmabgabe für die Kommunisten, und es scheint, Faschismus eine Kraftprobe liefern; er wollte den Gegnern listische„ Echo de Paris" überschüttet auch heute morgen Herriot zu reizen. Reinerlei Vorsicht, sondern unbedingtes Zutrauen und seine Freunde mit Vorwürfen, weil sie, die bisher unter auf die einschüchternde Macht seiner Gewalt. Die Rechnung der Knute Léon Blums gestanden" hätten ,,, nunmehr unter erwies fich als falsch. Der moralische Abscheu des ganzen die Knute Marcel Cachins geraten" wären. Wenn nun die Landes erschütterte die Grundlagen des Regimes und zwang Pariser Rechtspresse weiter behauptet, Paris sei auf diese Art seine Führer zu Zugeständnissen, zwang sie zu dem, was nicht ,, dem Bolschewismus verfallen", so ist das eine bewußte und in ihren Plan gehörte, zur Verhaftung der am meisten be= groteste Uebertreibung. Von den 63 000 Wählern, die für lasteten Schuldigen. die Kommunisten gestimmt haben, ist höchstens die Hälfte kommunistisch gesinnt, wobei der Kommunismus für sie nur der Ausdruck einer allgemeinen unzufriedenheit mit der Teuerung, der Inflation und der Unfähigkeit des Parlaments, eine flare Mehrheit in der Finanzfrage zu bilden, ist. Die übrigen siegreichen Stimmen sind Stimmen des Kartells der Linken. Der englische Wahlerfolg. Condon, 29. März.( EP.) Wie schon gemeldet, behauptete die Arbeiterpartei im Wahlkreis Bothwell das Mandat des verstorbenen Genossen Robertson mit Genossen Sullivan. Der fonservatie Kandidat erhielt 8740 und der liberale 1276 Stimmen, die Arbeiterpartei hat ihre frühere Stimmenzahl um 3277 vermehrt. Die Wahlfämpfe drehen sich hauptsächlich um den Bericht der Kohlen. kommission, den die Arbeiterpartei bekämpft. Ihr Sieg ist ein Beweis dafür, daß der Bericht bei den Grubenarbeitern teine günstige Aufnahme gefunden hat. Damit begann jenes Martten mit den Schergen und ihren direkten Auftraggebern, das vor den Assisen pon Chieti seinen Abschluß gefunden hat. Jeder Schuldige, jeder Mitwiffer stellte eine Gefährdung des Regimes dar. Jeder hatte erwartet, daß der Faschismus ihm Treue halten würde und sagen: ich habe das Berbrechen gewollt; es ist eine Episode der Revolution und gehört nicht vor die Richter. Aber das Regime hatte inzwischen eingesehen, daß es einer solchen Belastungsprobe enicht mehr gewachsen war. Es mußte der öffentlichen Meinung ein Zugeftändnis machen, es mußte dem Verbrechen ein wenigstens halbwegs gefeßlich scheinendes Nachspiel folgen lassen. Aber die Herren Angeklagten hatten nicht die geringste Lust, ihre Haut zum Ausfliden des Re gimes herzugeben. Die Mutter Duminis sagte ganz offen: Das ist gegen die Abmachung. In einem geheimen Brief, den ihm die Familie in den Aermel eines Paletots eingenäht hatte, schreibt eine Schwester an Dumini: ,, Die Mutter meint, Du müßtest Dir eine tüchtige Summe hinter legen lassen, wenn Du freikommst, denn Dein Name ist in den Kot gezogen. Dem Soldaten der Revolution. Deutschland zu pflegen. Das gleiche werde er von seiner Reise nach eine tüchtige Menge Geld aufzuwiegen. Man spricht von Kranzniederlegung auf Wilhelm Liebknechts Grab. Eine stille Feier, aber eine Feier voll Andacht war die Kranzniederlegung auf dem Grabe Wilhelm Liebknechts durch Parteivorstand und Redaktion des„ Borwärts". Schon in den frühen Morgenstunden war das Grab geschmückt mit einem Kranz roter Rofen, aber auch feine Büste mar non Proletarierhänden mit bescheidenen Schneeglöckchen, roten Tulpen und Levkoien Besteckt. Für den Parteivorstand Sie verfolge den 3wed, die wirtschaftlichen Beziehungen mit Brag fagen fönnen... Er lege fich zwar Rechnung davon ab, daß sein Besuch in Berlin vielfach falsch ausgelegt werden würde. Man dürfe aber nicht überrascht sein, wenn zwei Länder, die die gleiche Sprache und die gleiche Kultur befäßen, ganz besonders herzliche Beziehungen unterhielten. ** Genfer Nachklänge. In Polen und Spanien. Der Auswärtige Ausschuß des Sejm hat am Sonnabend mit 17 gegen 5 Stimmen Strzynski das Vertrauen ausEs handelte fich darum, eine tüchtige Menge Rot durch einer Geldforderung Duminis in der Höhe von zwei Millionen Lire. Natürlich wäre die Regierung mit einem schlanken Freis spruch in der Boruntersuchung am billigsten davongekommen, aber dieser Ausweg war verrannt, einmal durch die Rücksicht auf die öffentliche Meinung im Ausland, dann deshalb, weil der Freispruch der Angeklagten jeden Tag die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen andere Beteiligte und somit einen neuen Standal ermöglicht hätte. Also galt es, eine juristische Formel zu finden, die einem der schwersten Berbrechen, die das Strafgesetz vorsieht, durch eine unbedeutende Strafe eine scheinbare Sühne folgen läßt. Man mußte den die AhnCrispien und Stelling die Büfte mit einem Kranz mit gesprochen und in einer Resolution die Regierung aufgefordert, Mord an einem Abgeordneten so ahnden, daß sich die Herren " der Inschrift„ Dem Soldaten der Revolution". Genosse Adolf Braun, der unter Liebknecht Redakteur am Bormärts" war, legte für die Redaktion des Vorwärts" einen Kranz nieder, der„ Dem Führer und Lehrer" galt. Es ist geweihte Erde, der Friedrichsfelder Friedhof. Zu feinen Toten gehören die besten Namen deutscher Partei- und Gewerkschaftstradition. Nicht weit von dem großen Führer und Kämpfer liegen sie: Ignaz Auer, Paul Singer, Hugo Haase, Luise Zieß und Legien. Ihnen allen galt ein stiller Gruß und heißes Gelöbnis, das in den roten Schleifen und Frühlingsblumen von Liebknechts Denkmal leuchtet. Dr. Ramek in Berlin. Reden beim Festessen. Reichstanzler Dr. Luther gab am Sonntag abend zu Ehren des österreichischen Bundeskanzlers ein Essen. In seiner Ansprache gedachte Dr. Luther der starken und wechselseitigen Kulturströme, die feit alter Zeit verbindend und befruchtend zwischen den beiden Staaten geflossen sind und Wiens als eines der fruchtbarsten Ausgangspunkte deutscher Kultur. Er erinnerte an den großen Gedanken der Rechtsangleichung, die Handel und Wandel in den beiden Staaten möglichst unter die gleiche rechtliche Norm stellen will. Der Reichskanzler wies schließlich darauf hin, daß sich in den letzten zwei Jahren für beide Länder die allgemeine Lage zweifellos gebeffert habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Entwicklung sicher und stetig zum Heile beider Staaten fortschreite. In seiner Erwiderung betonte auch Bundeskanzler Dr. Ramet, daß die Wirtschaft der beiden Länder den Tiefpunkt einer schweren, Genesungs- und Anpassungsfrise bereits durchschritten haben. Die Beziehungen zu den fremden Staaten hätten sich bedeutend gebessert; wenn die Hoffnung nicht trüge, näherten wir uns unaufhaltsam einem von„, allen guten Europäern" ersehnten Zustand eines auf wahrer Bölferverföhnung verankerten europäischen Friedens. Ramek an Frankreich). Paris, 29. März.( Eẞ.) Bundeskanzler Dr. Ramet hat dem Biener Korrespondenten des„ Temps" ein Interview gewährt und barin erklärt, daß die österreichische Politik in aller Deffentlichkeit geführt werde. Die österreichische Regierung verfolge den geraden Beg und halte sich genau an die bestehenden Verträge. Sie wolle vor allem für ihre Staatsangehörige annehmbare Lebens bedingungen schaffen. In diesem Sinne sei seine Reise nach Berlin, die in erster Linie ein Höflichkeitsbesuch wäre, aufzufassen. bei den jüngsten Genfer Debatten mit der Unterstützung Frankreichs zunächst einen ständigen Ratssitz verlangte, so geschah dies wohl nur, um dann wenigstens einen nichtständigen Sitz zu erhalten und dabei noch den Anschein zu erwecken, als zeige man Bescheidenheit und Entgegenkommen. Das abermalige Verlangen nach einem stän digen Sitz dürfte dem gleichen Zweck dienen, wobei allerdings gesagt werden muß, daß es nicht sonderlich sympathisch berührt, daß Polen dieses etwas plumpe Manöver wiederholt. einen ständigen Ratssitz für Polen zu kämpfen. Diese Forderung ist wohl mehr ein taktischer Zug, denn ernst gedung gefallen ließen. Das war feine Kleinigkeit. Auf Mord meint. Denn hoffentlich bildet sich kein polnischer Politiker ein, steht lebenslängliches Zuchthaus. So hat die Voruntersuchung daß es möglich sein wird, im September jenen ständigen Ratssitz zu aus dem Mord Totschlag, der Bertreter der Anklage in Chieti erhalten, der im März Polen abgeschlagen wurde. Wenn Polen aus Totschlag Körperverlegung mit tödlichem Ausgang gea macht. Aber auch dabei wäre noch zu viel herausgekommen. Also mußte man den straferhöhenden Umstand, daß die Tat parlamentarischen Funktionen begangen worden war, ausan einem Mitglied des Parlaments und auf Grund seiner schließen, mußte, außer den allgemeinen mildernden Umständen, die gegenseitige Mitschuld annehmen und mußte den Tod nicht allein von den Mißhandlungen, sondern von einer Nebenursache ableiten, nämlich einer Zuberkulose, an der Matteotti gelitten haben soll. Uebrig bleiben für die drei Berurteilten fünf Jahre, elf Monate und 20 Tage, von denen vier Jahre für die Amnestie und 21 Monate für die Unterfuchungshaft abgehen. Rettoreft zwei Monate und 20 Tage. Es flingt wie ein schlechter Wiz, aber es ist blutige Wahrheit. In San Sebastian hielt der spanische Außenminister Yanguas eine Programmrede über die Stellung Spaniens zum Bölkerbund, in der er betonte, daß das politische Ideal Spaniens dahin gehe, daß es überhaupt teine ständigen Sie im Bölkerbundsrat gäbe, sondern nur solche Size, die von der Verfammlung nach freiem Ermessen bestimmt werden. Yanguas er. flärte, daß Spaniens Forderung, gleichzeitig mit Deutschland einen permanenten Sitz zu erhalten, teine Spike gegen Deutschland enthalten habe, denit Spanien habe diesen Wunsch bereits 1921 zum Ausdruck gebracht. Andererseits habe ihm Dr. Luther in Genf versichert, daß die deutschen Bedenken lediglich grundfäßlichen Charakter getragen hätten und nicht auf einer Boreingenommenheit gegen Spanien beruht hätten. Danguas fügte hinzu, daß es für den Geist ven Locarno nur vorteilhaft sein fönnte, wenn eine neutrale Macht einen ständigen Sitz im Rat haben würde und im Falle ven Konflikten zwischen den Locarnomächten eine Vermittlerrolle spielen würde. Bratianu löst die Kammer auf. Große Tumulte. Bufareft, 29. März.( TU.) In der Kammer fam es aus Anlaß der Rücktrittserklärung der Regierung Bratianu zu äußerst heftigen Tumultszenen. Der Führer der Opposition, Madgearu, übte scharfe Kritik an der Politik der liberalen" Regierung, die an dem gegenwärtigen niedrigen Stand der rumänischen Währung schuld sei. Diese Angriffe riefen bei den Liberalen heftigen Proteft hervor. Bfuirufe übertönten minutenlang den Redner, der schließlich auf das Weitersprechen verzichten mußte. Hierauf verlas der Ministerpräsident den Erlaß über die Auflösung der Kammer sowie die Abdankung der Regierung. Nach Berlefung des Dankschreibens des Königs an die Regierung Bratianu durch den Kammerpräsidenten Orleanu wurde die Tagung geschlossen. Jezt kann das Ausland nicht sagen: seht, die Berbrecher find straffrei geblieben; für ein Wiederaufnahmeverfahren genügt es nicht, einen weiteren Schuldigen zu finden. Anbererfeits hat man sich die großen Kosten erspart, und die unverkennbare Gefahr, Dumini und den Seinen auf die Hühneraugen zu treten, und hat die Schande der Ehrungen verhindert, die sonst den Freisprüchen von Faschisten folgen. Sofort wird nämlich niemand in Freiheit gefeßt, auch die Freige( prochenen nicht, denn Biola muß eine Strafe von drei Jahren Malacria steht unter Prozeß wegen Unterschlagung. Die Zuchthaus wegen eine Einbruchsdiebstahls abbüßen und Apothese der Berbrecher und des Berbrechens, um deretwillen mancher nach Chieti gekommen war, ist somit unterblieben. Was ist zum Prozeß nachzutragen? Es war wahrhaftig fein Sensationsprozeß: es war ein Schauspiel mit schlechter Regie, banal und gemein, hinter deffen Kulissen sich vielleicht ein wirkliches Drama abspielte. Nicht etwa in der Seele der Angeklagten; die ist nicht von dem Format, daß in ihr Platz märe für Tragit, aber vielleicht in der Seele des Präsidenten und des Staatsanwalts, die beide in dieser Auseinanderfehung zwischen Justiz und Parteiräfon sich als Abtrünnige fühlen mußten an ihrer großen Mission, aus Dienern der Ge rechtigkeit zu Bedienten von Interessen herabgewürdigt. Während der Prozeß schwebte, soll Order aus Rom gekommen sein, schnell zu machen. Nun er vorbei ist, wird der Befehl kommen, nicht mehr über ihn zu sprechen. Es war in der Tat ein fümmerliches Turnier, das in Chieti vorgei führt wurde Borte, Worte, Worte, nichts dahinter, teine Ueberzeugung, fein Gebante, fein menschliches Empfinden, I entwurf, der dem Boltsbegehren zugrunde gelegt worden Auf je 10 Mitglieder einer Straßenzelle, jedoch auf nur 5 einer tein Anstand, teine Logik. Und dabei der innere 3miespalt, ist, steht zu diesen Grundsägen in schroffem Widerspruch. Betriebszelle sollte ein Delegierter zur Stadtversammlung Düsseldorf nämlich die Möglichkeit, von den Geschworenen alles zu er- Der Reichsausschuß spricht daher der Fraktion sein volles Vertrauen kommen. reichen, meinetwegen die Bejahung der Frage, daß Matteotti aus. Er ist mit ihr darin einig, daß in dieser schwierigen Frage eine Der erbitterte Widerstand der Mitgliedschaft verhinderte den es war, der seine fünf Mörder gewaltsam verschleppt hat, und Lösung gefunden werden muß, die die allgemeine Berichamlosen Statutenbruch und Spaltungsversuch. die von oben gewünschte Verhinderung sofortiger Freilassung. ar mung des deutschen Boltes und die Pflicht aller So daß Farinacci gleichsam seine eigenen Worte zurüd Boltsgenossen, die Folgendes verlorenen Krieges macht werden, beweist der in Hamburg tatsächlich getätigte WahlDaß alle diese Dinge einheitlich und auf Befehl des 3.-K. ge schlucken mußte, aus der sicher unbegründeten Angst, die Ge- mitzutragen, in vollem Maße berücksichtigt, aber macht werden, beweist der in Hamburg tatsächlich getätigte Wahlschworenen tönnten sie ernst nehmen. auch den in der Berfassung der deutschen Republit gewährleisteten Schutz des Privateigentums und den christlichen Rechtsgrundfäßen Rechnung trägt. Der Reichsausschuß ist überzeugt, daß die Fraktion mit allem Nachdruck dahin streben wird, eine beiden Notwendigkeiten entsprechende Lösung zum schleunigen Abschluß zu bringen." Das einzige, worin die Verteidigung der Angeklagten wirklich, Erstaunliches geleistet hat, ist die Schamlosigkeit. Der Rechtsanwalt Troilo hat sich nicht geschämt zu sagen, daß außer der Mutter und Gattin Matteottis aufrichtige Tränen um ihn nur von Dumini geweint worden feien. Derselbe Redner sprach auch aus dem Leben dessen, der sein Beterland verleugnet", den Anspruch auf Rechtsschutz ab. Und wie sie den Toten zu besudeln suchten, so besudelten sie sich selbst, denn die Beschreibung, die de Cicco vom kleinen Italien" machte, dem der vorfaschistischen Zeit, stellt so ziemlich das gemeinste dar, was man von dem verkommensten Balkanstaat sagen könnte, was sich aber zu sagen der vor= tommenste Bürger eines solchen Staates schämen würde. Etmas Jämmerliches war die Rede von Farinacci Er bedauerte, daß ihm die Prozedur( sic!) verbiete, als Zivilpartei die Opposition unter Antlage zu stellen, verhöhnte dann Mateotti, dessen letzten Worte gewesen seien:" Hilfe, Hilfe"( aber er starb doch an Lungenblutung, unter Leuten, denen sein Tod das Herz zerriß!) und vertrat die Forderung, den an der Körperverlegung Schuldigen die schwere Provotation zuzubilligen. Matteotti hat gestanden, daß er an der Ermordung Bonfervizis beteiligt war, daher der Schmerz, daher die But, hier die Pro volation, hier der Grund zum Fauftschlag, der die Zungenblutung auslöfte." So stempelt man den, der wehrlos unter Mörder gefallen ist, zum Mordgesellen, weil man seinen Mund auf ewig geschlossen weiß. Was follen wir weiter in diesem Schlamm wühlen? Als ein nuglofes Opfer der Geschichte" wäre, nach den Worten dieser Leute, Matteotti gefallen. Die Herren fennen teine Fruchtbarkeit, die nicht aus dem Schlamm stammte. Für sie ist nutzlos, was sich nicht in Geld und Gut, in Amt und Würden, in Autos und Bankdepots umseßt. Und da ist freilich ein Grab in einem Waldwinkel ein nußloses Grab, und nuglos das Sterben dessen, den Mörderhände nackt in dieser Grube verscharrten. Aber ein Bolt und eine Nation haben ideelle Reichtümer, die nicht in Banten deponiert werden fönnen, und fein Wahrspruch der Geschworenen fann über sie zur Tagesordnung übergehen. In anderen Zeiten wird man den Prozeß Matteotti im Ernst abhalten. Aber das ist nicht das Wichtigste. Wie der Leib unseres Toten in der Grube an der Quartarella in gewaltsamer Berrentung gepreßt wurde, um dann den Grabraum zu finden, der jedem Loten zukommt, fa wird auch, nach der gewaltsamen juristischen Berrentung von Chieti, der strafenden Gerechtigkeit der Raum werden, der ihr ziemt. Wichtig ist, daß das ganze Bolf den Reichtum diefes Todes erfaßt, daß die fittliche Sonnenfinsternis ein Ende habe, in deren Dunkel es nuglos erscheint, wenn ein Mensch in den Tod geht für seine Ueberzeugung. Nichts gelernt! Reichsausschuß des Zentrums zur Fürftenabfindung. Der Reichsparteiausschuß des Zentrums hat sich mit der Frage der Fürstenabfindung beschäftigt und folgenden Befchluß gefaßt: " Der Reichsausschuß der deutschen Zentrumspartei stellt nach eingehender Berhandlung der Frage der Auseinanderseßung über die Fürstenvermögen einstimmig fest, daß die Reichstagsfraktion als zunächst berufene Instanz der Partei in dieser Frage den Weg gegangen ist, der den Grundsäßen der Partei entspricht. Der Gefe B Die große Kundgebung von vielen Hunderttausenden von Zentrumswählern, die sich für das Boltsbegehren eingezeichnet haben, ist auf die Leitung der Zentrumspartei ohne Wirkung geblieben. Sie hat aus dem Voltsbegehren nichts für den Boltsentscheid gelernt. Wieder ehrlich? Everling aus dem Mauseloch. In dr Kreuz- Zeitung" betätigt sich Herr Everling wieder als Fürstenanwalt. Das Volksbegehren ist vorbei, er ristiert es wieder, feinen Monarchismus zur Schau zu tragen, und beginnt mit dem Beheruf: miebe ,, Wie wird die Geschichtsschreibung einer wieder ehrlich gewordenen Zeit über den Ausgang dieses Boltsbegehrens urteilen?" Wieder ehrlich gewordene Zeit? Das Bolt ist mit seiner Forderung gegen die Fürsten auf dem besten Wege, aber die Mirarchisten? 3ft Herr Everling, der glaubte, Fürsten anwalt und Rechtsausschußmitglied zugleich sein zu fönnen, der rechte Mann, um über Ehrlichkeit zu urteilen? Oder die Monarchisten, die den Raub der Fürsten am Bolte begünftigen möchten, und es nicht wagen, ehrliche Monarchisten zu sein, wenn der Zorn des Volkes sich erhebt. Ist man wieder ehrlich, wenn man aus dem Mauseloch hervorfriecht? Kommunistische Einheit. Von innerem Kampf zerriffen. Die Kommunistische Partei, die den Arbeitern einreden will, daß man durch Zersplitterung der Arbeiterbewegung zur Einheit gelange, ist selbst von innerem Kampfe zerfreffen. Die linke Opposition" gibt unter dem Titel„ Kommu nistische Politit, Distusfionsblatt der Linken", ein Blättchen heraus, für das der kommunistische Reichstags abgeordnete Heinrich Schlagewerth verantwortlich zeichnet. Darin wird folgender" Kurzer Situationsbericht" über den Stand des kommunistischen Parteistreits gegeben: Die linte und flare Opposition im Reiche wächst. Alle Versuche, sie mit organisatorischen wie politischen mitteln zu erledigen, sind als gescheitert zu erachten. Die linte Oppofition beginnt, über lofale Beschränktheit hinaus zuwachsen und ein internationaler Faktor zu werden. In Westdeutschland führt die Entwidlung bereits zu einer Opposition, die Massencharakter annimmt. Die Bezirke Niederrhein und Ruhr dürften den Rechten und ihrem zentristischen Anhang noch ernste Schwierigkeiten machen. Aber auch in den meisten anderen Bezirken wächst die Oppofition. Die Arbeiter fühlen instinktmäßig das Wesen des neuen Kurses heraus. So hat Thälmann längst aufgehört, der politische Führer der Hamburger Organisation zu sein. Die brutale und heimtückische Politik Tittels ist nicht im stande, den Widerstand der linken Genoffen in Thüringen zu brechen. Korrupte Gestalten greifen zu den schäbigsten Mitteln. So versuchte der Polsekretär Kreuzberg am Niederrhein ein doppeltes Wahlrecht einzuführen. modus. Hier tam auf je 30 Mitglieder einer Straßenzelle je ein Delegierter, dagegen je einer auf 10 Mitglieder einer Sammelzelle und je einer auf 3 Mitglieder einer Betriebszelle. Genossen, räumt auf mit dem Statutenbruch und den Spaltern." Ginheit der Arbeiterbewegung? Mit fommunistischen Methoden wird die Arbeiterbewegung nur gespalten und geschwächt. 90 Gedenkfeier in Oberschlesien. Am Tage der Abstimmung. Breslau, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) In Oppeln, der Hauptstadt der neuen Provinz Oberschlesien, fand am Sonntag in Gegenwart des Reichsinnenministers Dr. Rülz und des preußischen Innenministers Severing eine große Gedenkfeier aus Anftatt. Die Gedenkrede bei der Feier im Stadttheatersaal hielt der laß der fünften Wiederfehr des Abstimmungstages in Oberschlesien ehemalige Abstimmungskommissar Landrat Dr. Urbanet. Reichsinnenminister Dr. Külz erklärte in seiner Ansprache: Das Unrecht an Oberschlesien, wie der ehemalige britische Premierminister Macdonald die Zerreißung Oberschlesiens nannte, ist heute überall in der Welt als Unrecht erkannt. Noch stets hat die Geschichte ein solches Unrecht gefühnt. Bei der anschließenden Feier auf dem unter großem Beifall zu einer vieltausendföpfigen Menge:„ Einen Blaze vor dem Rathaus sprach Innenminister Severing Siegestag ber 3ben begehen wir heute. Bor fünf Jahren haben die Oberschlesier unter den erschwerendsten Umständen ihrem Willen Ausdruck gegeben, bei Deutschland zu bleiben. Dafür bankt ihnen heute die preußische Staatsregierung. Das Unrecht, das man Oberschleften zugefügt hat, wird von der Weltgeschichte einſt berich tigt werden. Aber nicht ohne Kampf wird dies geschehen. Dieser Rampf, der nicht mit barbarischen Waffen geführt werden darf, ist der Kampf der europäischen Idee, der geführt wird mit den Waffen des Geistes." Severings Hoch auf das in der deutschen Republik geeinte Bolt wurde begeistert aufgenommen. großes Fefteffen in der oberschlesischen Provinzialhauptstadt ſtatt, Im Anschluß an die offizielle 2 b ftimmungsfeier fand ein bei dem noch einige bedeutsame politische Reden gehalten wurden. Der oberschlesische Oberpräsident Dr. Proste erinnerte daran, daß nach der ersten Abstimmung die deutsch- oberschlesische Bevölkerung noch in einer zweiten Abstimmung sich auch besonders zu Breußen bekannt hat. Er verfichert im übrigen, daß die oberschlesischen Behörden ben Minderheitsschuß nicht nur nach dem Genfer Recht, sondern auch nach göttlichem und menschlichem Naturrecht durchführen würden. Minister Severing erinnerte daran, daß Oberschlesien mit der Räumung dem Westen Dorangegangen sei. Das Bekenntnis zu Preußen nahm er als eine Bürgschaft der Zugehörigkeit zu Deutschland an. Ihm werde allerdings eine Berwaltungsreform entsprechen müffen, die biesen Namen wirklich verdiene. Dazu werde schon die Finanznot zwingen. Die Sorge der Reichs- und Staatsregierung gelte bem Dften und Weften im gleichen Maße. Aus den weiteren Ansprachen ist hervorzuheben, daß der frühere Leiter der deutschen Propaganda in Oberschlesien, Dr. Lutachet, der Toten des Abstimmungstampfes gedachte und auch den Parteiführern dankte, die im Abstimmungstampf ihre Sonderintereffen zurückgestellt hätten. Der befannte Zollfriegsheßer und Zollfriegsgewinnler, Generaldirektor Stähler, versuchte, durch Zwischenrufe einen Mißtlang in den republikanischen und friedensfreundlichen Ton der Feier zu bringen. Er hielt dann auch eine furze Ansprache auf den Selbstschuß, der bei der Bollendung seines kannte deutschnationale Märchen an, daß der Selbstschutz ganz OberWertes leider gehemmt worden sei. Damit zielte er auf das be= Schlesien hätte befreien fönnen, wenn die Berliner Regierung daran nicht gehindert hätte. Er fand eine wirksame und vornehme Zurüdweisung durch den Selbstschutzführer General Höfer felbft. Theater gegen die Geschlechtskrankheiten Daf. Ralfelbait, wieso die Geſellſchaft nun wieder in den Bebler eines Londoner Blattes erklärte er, baß er vorerst nicht weiter auf die Geschlechtskrankheiten einzudämmen, aber nicht die Tragödie| zum Erfolg verholfen hätten, als seiner Person. Dem Berichterstatter Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtstrantheiten" hatte gestern die Presse ins 3entraltheater zur Uraufführung eines Bühnenwerts von Ernst Lastowiti geladen, das die Gesellschaft unter Umständen für ihren Kampf und ihre Aufklärungstätigkeit benutzen will. Dlaf", die Tragödie eines Sportlers, zeigt in acht Bildern, was für ein Brack aus einem blühenden steghaften Menschen werden kann, wenn er sich die Syphilis geholt und nicht vernünftig behandelt hat. Olaf versagt bei entscheidenden Kämpfen plötzlich und unerklärlich, nachdem er zu den schönsten sportlichen Hoffnungen berechtigt hat. Der Arzt stellt eine vernachlässigte Syphilis fest, aber der junge lebenshungrige Mann läßt sich von einem Kurpfuscher turieren, heiratet, macht seine Frau unglücklich und geht selbst zugrunde. Er wird wahnsinnig. Ein Einzelschicksal. Die Tragödie dieses einzelnen soll zum Mahn- und Weckruf für die vielen werden, an denen die Syphilis ihr verheerendes Werk verrichtet. Das möchte der Verfasser gern. Er möchte, aber es gelingt ihm nicht. Ein Tendenzstücd braucht nicht cller künstlerischen Mittel bar zu sein. Eine Tendenz hat ihren Zweck verfehlt, wenn teine Massen da sind, die sie sich vorsezen laffen. Nur mit Mühe wird sich ein Publikum finden, das für Laskowskis Tragödie Eintrittsgeld bezahlt. Bor soviel Harmlosigkeit legt der Theaterkritiker den Bleistift entwaffnet beiseite. Und der Arzt? Es soll hier nicht von den ärztlichen Szenen des Stüds gesprochen werden, gegen die vom medizinischen Stand punft aus allerhand einzuwenden wäre. Das ist nicht von Belang. Der Arzt legt gegen die ganze Behandlung des Problems Bermahrung ein. Es steht da ein sonderbarer Kollege auf den Brettern. Troß seiner ausdrücklichen gegenteiligen Behauptung benimmt sich Troß seiner ausdrücklichen gegenteiligen Behauptung benimmt sich der Herr Professor auf der Bühne wie ein Schulmeister, Richter und Rächer. Bon ungefühnter Schuld ist die Rede und von einem Geständnis des Erkrankten und vom Gewissen, das hätte sprechen sollen. Du lieber Himmel, wenn sich der Geschlechtsarzt im Leben so ausspielen würde, dann könnte er bald einpaden. Der Spezialist für Haut- und Geschlechtskrankheiten hat ja gar nichts Feierliches an sich. Ein Mensch ist er und stellt berufsmäßig seine Diagnose. Und weil er, voller Taft hinter Geschäftigteit verborgen, tein Auf hebens von der Sache macht, sind seine Batienten froh. Das sollten die Geschlechtskranken wissen, daß sie sich nicht zu schämen brauchen und nichts Peinliches bei einer solchen Untersuchung ist. Dann würden sie rechtzeitig zum Arzt gehen, nicht wenn es erft zu spät ist. Im Ufa- Film Falsche Scham" hat die Gesell. schaft zur Bekämpfung der Geschlechtsfrantheiten eine glückliche Hand gehabt. Der Film ist intereffant- findet also sein Bubli fum zeigt die schweren Gefahren, die aus unterlassener Behand lung drohen, warnt vor Leichtsinn und nimmt den Erfrankten die Angst vor dem Arzt, Daher wird der Füm die Aufgabe erfüllen, Rätselhaft, berfällt, mittelalterlich inquisitorisch zu werden und mit der Moral und mit spießigen Sittlichkeitslehren zu tommen. Es ist endlich an der Zeit, Geschlechtsfrankheiten als das aufzufassen, was sie sind, nämlich als Krankheiten wie andere Krankheiten auch, und ihnen das Anrüchige und Berächtlichmachende zu nehmen. Bange machen gilt nicht. Die Syphilis ist kein Lafter, sondern im schlimmsten Falle ein Unglück. Ernst Degner. Gortis neuer Roman. Magim Gorki hat seit furzem in Neapel Aufenthalt genommen, um dort die Fertigstellung seines Landhauses in Torento, das ihm zum dauernden Aufenthalt dienen soll, abzuwarten. Tagsüber bleibt er zu Haus und ist unermüdlich an der Arbeit. Die Abende verbringt er stets in den Theatern und in der Gesellschaft von Tatjana Pawlowa, die zurzeit mit ihrem Ensemble in Neapel gastiert; sie hat die gute Gelegenheit benutzt, um Gorki als Regiffeur für die Neueinstudierung des Nachtasyls" zu gewinnen. Gorki ist mit Eifer an der Arbeit, seinen neuen Roman Jslegovatel"( der Forscher) zu beenden, der in Rußland im Rahmen der Gofisdat- Ausgaben in dem Berlagshaus der Sowjets erscheinen soll. Der Roman stellt eine Art internationale Chronit dar, die vom Jahre 1890 bis auf die Gegenwart reicht. Der Weltkrieg und die russische Revolution werden im Rahmen des Gesellschaftslebens om fünstlerischen Standpunkt aus betrachtet. Im Wechsel der Milieuschilderung wird auch Italien als Schauplatz der Handlung dienen, das Gorfi, wie er versichert, mehr liebt als anderen Länder. Nach Beendigung des Romans gedenkt Gorfi, ein Drama zu schreiben, das er bereits zum großen Teil sfizziert hat. Ein Arbeiter als literarischer Preisträger. O'Cafen, ein Ire, der sich als Chauffee- und Dodarbeiter ernährt, hat sich durch die Stüde, die er in seinen freien Stunden geschrieben hat, in England einen Namen gemacht und ist jetzt mit dem Hawthornden- Literaturpreis ausgezeichnet worden. Der Preis, der seinem Inhaber 2000 Marf einbringt, wird jährlich für das beste schöngeistige Werk verteilt, das von einem Autor unter 40 Jahren geschrieben wurde. Lord Oxford und Asquith stellte persönlich den preisgekrönten Arbeiter der Bersammlung von Literaten vor, die sich in der Londoner Arbeiteranzug trug und darüber eine wollene Jade gezogen hatte, Aeolian- Hall eingefunden hatte. O'Cafen, der seinen gewöhnlichen faß bei dem feierlichen Alt neben Lord Orford. Lord Oxford führte in seiner Ansprache aus, in der zeitgenössischen englischen Literatur sei fein Feld fe vernachlässigt wie das der Bühnenliteratur. Deshalb sei ein Wert, das ein hoffnungsvolles Talent verrate und neue Ausblicke eröffne, mit ganz besonderer Genugtuung zu begrüßen. Als ein solches Stüd bezeichnete er das für den Preis gewählte D'Cafensche Stüd Juno and the Bancod", das er als das ein druckvollste Drama bezeichnete, das man in England seit 20 Jahren gesehen habe. Das Stüd ist auch bereits mit großem Erfolg im Dubliner Abbey- Theater aufgeführt worden. Der preisgekrönte Arbeiter, der begeistert begrüßt wurde, stattete feinen Dank für die Ehrung im gaelischen Dialekt seiner irischen Heimat ab. Er jehe in dem Preis mehr eine Ehrung der Schauspieler, die seinem Stüd der Straße und auf den Docks arbeiten werde, um Zeit zu haben, fich weiter schriftstellerisch zu betätigen. Denn ich muß offen ge stehen," erklärte er, daß meine Tagelöhnerarbeit nicht entfernt feviel Schweiß getostet hat wie die Ausarbeitung meiner beiden Bühnenstüde. Lateinschrift in der Türkei. Die Modernisierung oder beffer Europäisierung der Türkei macht reißende Fortschritte. Nach der Verwaltungsreform die verbunden war mit einer großartigen Umgestaltung des öffentlichen und privaten Rechtes( rechtliche Gleichstellung der Frau, gefeßliches Verbot der Vielmeiberei, Einehe) die der kapitalistischen Wirtschaft alle bisher verbauten Wege weit öffnete und dem patriarchalischen Mittelalter im Osmanenreiche ein schnelles und gründliches Ende bereitete, beginnt nunmehr auch die äußerliche Umwandlung. Daß der Fez, die traditionelle Kopfbedeckung des gläubigen Muselmannes, schon vor einiger Zeit abgeschafft und damit einer wichtigen europäischen Exportindustrie das Licht ausgeblasen wurde, ist bekannt. Nun tommt die Kunde von der Abschaffung der türkischen Schriftzeichen und ihrer Ersetzung durch Lateinbuchstaben. Eine besondere Studienkommiffion wurde beauftragt, Vorschläge über die Transkriptionsmöglichkeiten der sehr modulationsreichen türkischen Sprache in die nüchternen Schriftzeichen der alten Römer auszuarbeiten. Wenn nun die Türfen noch ihre Minaretts abtragen und Nackttanzrevuen mit obligaten Jazzbands arrangieren, hat die europäische Kultur wieder mal über den Osten triumphiert. Dreiviertel Millionen PS. durch Ebbe und Flut. Ein Plan zur Ausnügung der Ebbe und Flut im allergrößten Stil ist, wie in Reclams Universum" mitgeteilt wird, in Kanada ausgearbeitet worden. Seit langem spielt ja die Energiegewinnung aus den gewaltigen, durch die Flut emporgehobenen Wassermassen eine Hauptrolle in dem Problem der Erschließung neuer Kraftquellen angefichts der Abnahme der Kohle- und Erdölvorräte. Der größte bisher beobachtete Unterschied zwischen Ebbe und Flut von nicht weniger als 21 Meter ist in der Fundy- Bai zwischen Neufchottland und Neubraunschweig vorhanden. In einer Seitenbucht soll nun ein Elektrizitätswert durch die Gezeitenfräfte betrieben werden, das fortlaufend bis zu Dreiviertel Millionen PS. erzeugt und einen großen Teil der Neuenglandstaaten mit billiger elektrischer Energie trotz ungeheurer Schwierigkeiten auch nach dem Urteil deutscher versorgen wird. Die technische Durchführung dieses Projektes ist Ingenieure nicht zu bezweifeln; in bezug auf die Anlagekosten und lich ungünstigeren 3ahlen als die Amerikaner. die Rentabilität kommen freilich unsere Sachverständigen zu wesentMafifchronit. Generalmufifdirektor Erich Kleiber wird mit Einverständnis des Ministeriums einer Einladung des Teatro Colon in Buenos Aires im August und September d. 38. folgen, um die zwölf großen Orcheſterfonzerte der dortigen Saison zu leiten. Gefichtspunkte aus untünstlerischen Motiven bezichtigt zu sein glaubte, wurbe Der Streitfall Seeler- Kerr, in dem Seeler der Preisgabe künstlerischer in einer eingehenden Aussprache in einer für beide Parteien befriedigenden Weise beigelegt. Dem Sanger der Zreiheit! Die Freiligrath-Morgenfeier, die das Reichsbanner gestern mittag in dem von Professor Max Reinhardt dankenswerter- weise hergegebenen Deutschen Theater abhielt, kann getrost als die stärkste künstlerische Weihehandlung bezeichnet werden, die sich in dem Winter dieser Stadt um das Gedenken des großen deutschen Freiheitsapostels gerankt hat. Das wachte, weil kein Sprecher aus der Bübne stand, der nicht von der Gewalt der Stunde gepackl und hingerissen, sein Größtes, sein Bestes gegeben hätte. Robert Breuers bcdeutiaine Beredtsamkeit zeichnete das Bild des Dichter? liebevoll und mit hohem Schwung: Freiligraths Wert beruht in der Gwitterung der Zukunft unseres Volkes. Deshalb wirkt er heute noch so stark. Er lebt ewig in uns, weil er wie ein ewiger Po- saunenbläser in das Herz des Volkes stößt. Er, der erhabene. Visionär und der in der Kraft seiner Rede berauschende Freiheit',- apostel ist aber auch im edelsten Sinn ein deutscher Mann, Künder heimatlicher Treugedanken. Dann sprachen Elisabeth Lennartz, Lud- wig Wüllner und Alfred Beierle Gedichte von Freiligrath und Her- wegh. Mit Staunen wurde man gewahr, wie Wüllner, der so innig Goethe und Schiller zu ehren versteht, hier in Freiligraths Wesen tief sich versenkte, dank seiner edlen Sprachgcwalt, gewisser- maßen den revolutionären Dichterphilosophen entdeckte. Elisabeth Lennartz beherrscht, sachlich und spröde, und dennoch stark er- greifend. B e i e r l e aber gab wieder sein unruhiges, heißes Herz. Dumpf grollte sein« schwarze, schwere Anklage, golden ließ er die Zukunft voraus leuchten. Aber seine Farbe ist rot wie die unsere, imd das Blut der deutschen Freiheitsmärtyrer düngt die Wurzeln seiner Kunst. Dem Künstler und dem Menschen galt der starke Beifall. Im zweiten Teil kam ein Zweiakter von E. von K e y s e r- l i n g:„B e n i g n« n s Erlebnis" zur Aufsührung, ein Stück, das dramatisch wenig, menschlich-seelisch viel gibt: Das Sterben eines jungen Wiener Revolutionekämpfers aus dem Jahre 1848, der in das Haus eines Aristokraten gebracht wird und hier sein Leben ver- haucht. Dies« zwei Akte sind also eigentlich ein letzter Akt. Benigne. die junge Tochier, müht sich um den Todgeweihten, von dem ihr, der in den engen Äraie des Alter« Gebannten, der Lebensfremden, der süße, berauschende Duft starken Erlebens zuweht. Paul Henkels gab den alten kaiserlich-österreichischen Grandseigneur, eine ganz wunderbare Studie, in Geste, Maske und Sprache vollendet. Be- nigne, die Tochter, war Marie Paudlcr, an dem Lager des im Sterben fiebernden Revolutionärs aus lange unterdrücktem Weibtum erwachend. Rührend in dem Liebreiz ihrer reifenden Menschlichkeit. Veit Harlan, der sterbende Student und Revo- lutionär, war ein unehelich Geborener, der aus der Tiefe kommt. In ihm Atem, Bewußtsein und Sprache des Volkes, derbe, hart und mitleidslos, wie ihn das Leben gemacht. Roch im Sterben müht er sich, dem Aristokratenkind den Sinn seines Opfere, ihm selber viel- fach noch geheimnisvoll, zu deuten. Heinrich Sckroth diskret und vornehm wie stets. Aber auch die übrigen, Martha Hart- mann. Jaro Fürth, Martin W o l f g a n q und Käte B u r g h e r, darf man nicht vergesten, weil alle mit Inbrunst sich Hingaben. Dichterworte weihten ein« Zeit voller Unrast. Spiel wurde hier Leben, Kunst wurde Bekenntnis. Zuschauer erschauerten vor der schmerzlich-süßen tödlichen Kraft der ewigen Idee Freiheit! Wenn die Volksbühne nicht ihren Hunderttausend diese» Stück erobern kann, dann soll es Reinhardts Kammerbühne ihren Tausend tun. In dem put� gefüllten Haus, das überfüllt hätte fein können, sah man bie� Bürgermeister Schneider und Mielitz, Polizeipräsidenten Grzesinski, die Polizeiobersten Hauvt und Heimannsberg, die Senatepräsidenten Grohmann und Freymuth. Die Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener hatte in Hoher Verehrung für Fieiligrath der Feier telegraphisch vollen Erfolg gewünscht. vle huaöeliebhaber auf öem KelegspfaS. Zum Kampf gegen die Hundesteuer. Der Ausschuß für Hundefragen hielt am Sonntazt vormittag im Zirkus Busch eine Protestversammlung gegen die geplante Erhöhung der Hunde st euer ab. Gewiß läßt sich manche» gegen die Erhöhung der Steuer vorbringen, und gruno- sätzliche Befürworter einer Steuererhöhung wird es wohl nur wenige geben. Aber diesmal handelt es sich um eine Vorlage, die not- wendig erscheint, um Mittel zur U n t e r st ü tz u n g n o t l e i. dendcr Menschen zu schassen, und selbst der, dem der Hund der einzige Freund ist, wird wohl zugestehen, daß die Sorge für hnugernde Kinder doch noch wichtiger ist. als die für die viel seltener darbenden Vierfüßler. Zudem nahm der Ausschuß sür Hundefragen eine etwas seltsame Stellung ein: Der Besteuerung von Wach- und Ziehhunden, also von Tieren überwiegend Un- bemittelter, wollte er gern z u st i m m e n. Das charakterisiert diese Protestkundgebung, der wir, so sehr wir wünschen, daß der vier- beinige Freund manche» armen Einsamen, nichr den zu hohen Steuern zum Opfer fallen möge, in dieser Form nicht zustimmen können. Zu der gestrigen Versammlung gehen uns noch folgende Aus- führungen zu: Ob es eine kluge Taktik der Hundeliebhaber ist, wenn sie etwa» von der jetzigen Majorität der Stadtverordnetenversammlung er- reichen wollen, in so unqualisizierbarer Weise, wie es gestern in der Protestoersammlung de« Ausschusses für Hundefragen im Zirkus Busch geschah, gegen diese Majorität Stellung zu nehmen und die Hundesteuerfrage auf das Politische hinüberzuspielen, das muß doch stark bezweifelt werden. Die Redner brachten gegen die Erhöhung der Steuer neue Argument« in ihren Vorträgen nicht vor. Allen diesen gefühlsmäßig Eingestellten muß folgendes gesagt wer- den: Es ist unbedingt notwendig, daß der Etat der Reichshaupt- stadt balanciert, d. h. daß die Ausgaben durch entsprechend« Ein- nahmen gedeckt werden. Gesetzlich' sind in den Gemeinden nur sehr wenig Steuerquellen offen. Außerdem ist zu be- rücksichtigen, daß unsere Wirtschaftslage eine weitere Belastung der Wirtschast mit Steuern nicht verträgt. Wer aber in der heutigen Zeit, in der große Massen nicht einmal das Notwendigste zum Leben haben, in der Lage ist, die Kosten für die Haltung eines Hundes auszubringen, zumal die meisten Hunde aus Liebhaberei ge- halten werden, der wird auch in der Lage sein, die Steuer sür den Hund tragen zu können. In einer Zeit, in der Selbstmorde über Selbstmorde aus wirtschaftlichen Gründen erfolgen, muß man z u- erst aus den Menschen und dann erst auf den Hund Rücksicht nehmen. In einer weiteren Anzahl Briefe wird entschiedener und sehr empörter Protest dagegen erhoben, daß die Versammlung zu einer Hetze gegen die Sozialdemokraten mißbraucht wurde und es wird— vielleicht nicht mit Unrecht— die Permutung ausgesprochen, daß sich hinter diesen Protesten auch noch andere Ab- sichten verstecken, als die der zur Schau getragenen Tierliebe. Ten Spielkameraden erschossen. Die Unvorsichtikeit.«in geladenes Gewehr in Zimmer zu stellen, in denen sich Kinder aushallen, hat gestern wieder einen tödlichen Unfall herbeigeführt. Der Cutspächter Schubert aus Luisenhof bei Oranienburg wellte aus seinem Z-Milli- meter-Tcschir.g aus Ratten schießen. Plötzlich wurde er abgerusen und stellte das geladene Gewehr ungesichert in die Ecke des Zimmers. in dem sich die Kinder befanden. Kaum hatte er sich entfernt, als der Spielkamerad seines Sohnes, der sieben Jahr« all« Schüler L., die Waffe ergriff und auf den kleinen Schubert anlegt«. Plötzlich trachte ein Schuß und die volle Schrotladung drang dem kleinen Schubert in den Kopf, seinen sofortigen Tod herbeiführend. Der Schmerz des Vaters war grenzenlos, als er fein einziges Kind tot daliegen sah: er erlitt einen Wutanfall und konnte nur mit größter Müh« davon abgehalten werden, den Spielkameraden seines Kindes durch-inen Schuh niederzustrecken. Das neue Strafrecht. Vortrag Prof. Radbruchs in der Freien sozialistischen Hochschule. Prof. Dr. R a d b r u ch hatte als Reichsjustizminister einen Eni- wurf zu einem neuen Strafgesetzbuch ausgearbeitet. Durch den Austritt der Sozialdemokratie aus der Regierung ist dieser in den gesetzgebenden Körperschaften nicht zur Beratung gelangt. Aber gerade jetzt, wo Strafrecht, Strafprozeß, Gerichtsverfassung und Strafvollzug im Mittelpunkte des Streites der Meinungen stehen und um die Neugestaltung dieser so lebenswichtigen Institute heftige Kämpfe ousgefochten werden, waren die Darlegungen des Schöpfers des bis jetzt besten Entwurfes zu einem neuen Strafgesetz- buch von ganz besonderem Interesse. In seinem Vortrag in der Freien sozialistischen Hochschule führte Pros. Rodbruch am Sonnabend etwa folgendes aus: Anatole France hat das vielleicht geistreichste und erschütterndste Wort über die Scheingerechtigkeit des Strafrechts innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft geprägt. Er sagt«:„Das Gesetz in seiner inneren Gleichberechtigung verbietet dem Reichen wie dem Armen unter Brücken zu schlafen, aus der Straße zu betteln und Brot zu stehlen." Denselben Gedanken bringt auch ein Sprich- wort aus dem Ende des 17. Jahrhunderts zum Ausdruck. Es lautet: „Zu Müßiggang gehören entweder groß« Zinsen oder hohe Galgen." In Wirklichkeit binet das Strasrccht der kapitalistischen Gesellschaft Vorteile allein den Besitz,«»den. Ihre L a st e n fallen auf die Besitzlosen. Die materiellen Güter stehen bei ihm in höherem Ansehen als die der Persönlichkeit. Gewalttätigkeit entehrt gemäß der Moral des heutigen Rechtsgefühls in geringerem Maß« als ein Angriff gegen den Besitz. Da» Vermögen des Besitzenden erfährt vielfachen Schutz, das der Besitzlosen, die Arbeitskraft, entbehrtdagegen seglichen Schutzes. Und dies geschieht trotzdem die Kriminalstatistit wie die Krimtnalsoziologie bereits seit langem festgelegt haben, daß die Ursachen de» verbrechen» weniger in den persönlichen Eigenschasten des Individuums als In den sozialen Verhältnissen zu suchen sind. Di, Lücken der Sozialpolitik werden aber an dm Opfern des Etrafrechts geahndet. So erscheint der Satz begründet, daß in einer klassenmäßig geschichteten Gesellschaft nur ein K l a i s e N st r a s r e ch t möglich ist, daß hier alle Gerechtigkeit des Strafrechts nur eine relativ« sein kann. Die Frage ist: Wie soll diese relative Gerechtigkeit ausschauen? Bei der Lösung dieses Problems nutzen keine fozicKogischen Konstruk- tionen. Die Antwort ist nur in dem geltenden Recht und in den Entwürfen zu einem neuen Strafgesetzbuch zu suchen. Sind aber dort Tendenzen zw einem sozialen Strnfrecht festzustellen od«r nicht? Wo stehen wir und wohin steuern wir? Seit mehr als zwanzig Jahren wird an einem Entwurf zu einem neuen Strafgesetzbuch gearbeitet. Sollte ein neue» Strar- gesetzbuch endlich Wirklichkeit werden, so wird die» das dritte deutsche Strafgesetzbuch sein. Die Entstehung de« ersten reicht in die Zeit Karls V. zurück. Die Karolina, so hieß e». datiert vom Jahre 1532. Sein Strassystem enthielt die furchtbarsten Leib- und Lebens st rasen. Ihr Katalog zeigte Lierteilen. Rädern, Derbrennen, Ertränken, Pfählen, bei lebendigem Leibe Legraben, Abhocken der Ohren, Ausreißen der Zunge. Prügelstrafe. an den Pranger stellen usw. Der oberste Grundsatz lautet«: zwischen der Tat und der Bestrafung eine gewisse Gleichheit herstellen— so sollte der Brandstifter am Feuer zugrunde gehen, dem Meineidigen wurden die Schwurfinger abgehackt. Die Todesstrafe bildete die natürliche Krönung der~■ peinlichen teibenstrasea. Aus diesem System ist dann die heutige Freiheiis- und Geld strafe hervorgegangen. Sein Abbau begann mit der Gründung des ersten Zuchthauses, eines«esserungshause» für Dirnen, Arbeitsscheue, Landstreicher. Di« Niederlande und die Hansastädte hatten im 1«. Jahrhundert dm Weg gewiesen. Hier waren die ersten Borzcichen sür die zukünftigen Sicherungsmaßnahmen gegeben._, Die Freiheits- und Geldstrafe eroberte aber allmählich das ge- samt? Strafsystem. Bom früheren System bleibt nur die Todes- strafe übrig, zu der von der Freiheitsstrafe aus keine Brücken führen. Aber auch letztere erlebt in den letzten Jahrzehnten«ine Abbröckelung mit der Tendenz des Abbaues des Strasrechts über- Haupt. Am schärfsten war der Kamps gegen die kurzfristige Freiheitsstrafe— sie erwies sich nicht allein als völlig nutzlos. sondern direkt als schädlich. Auf vierfach« Weise sollte für sie Ersatz geschafft werden. Durch die bedingte Begnadigung— die heutige Bewährungsfrist, durch die Seldstrase. die seit 1921 an Stelle der Freiheitsstrafen unter drei Monaten treten kann, durch das Jugend- gerichtsgesetz, das in geringfügigen Fällen ein Absehen von der Strafe gestattet, und schließlich durch ein Absehen in gleichen Fallen von der Erhebung der Anklage— Emmingers Verordnung. Aus dieser Linie bewegte sich auch der Entwurf von 1922. der der Teil- nähme der Sozialdemokratie an der Regierung sein Entstehen ver- dankt,. Di« Todesstrafe fehlte hier nach dem Muster Oesterreichs. Die Stelle der Z u ch t h a u» st r a f e hatte das st r« n g e G c- s ä n g n i s eingenommen. Ehrverlust war fallen gelassen, es sollte der Lynchjustiz der Gesellschaft nicht Vorschub geleistet werden. Der neue Entwurf vom Jahre 1924, der jetzt dem Reichsrat vorliegt. enthält auf» neue Todes- und Zuchthausstrafe, wie Ehrverlust. Im übrigen aber bewegt auch er sich auf der Linie des Abbaues des Strasrechts, ja mehr noch, diese Tendenz ist in ihm sogar verstärkt. Die Uebertretungen— das Polizeiunrecht, das im Empfinden der Menschen sich vom Kriminalunrecht der Verbrechen stark unter- scheidet— werden in ein besonderes Buch verwiesen. So ist der erste Schritt zu seiner Abkoppelung in ein besonderes Reichspolizei- gesetzbuch gemacht.(Das Polizeiunrecht soll nur durch Geldstrafen gutgemacht werden. Die Freiheitsberaubung verbleibt allein als Vor- bcugerccht, als Warnung für diejenigen, die trotz der Geldstrafe die Uebertretuno wiederholt haben.) Reben dem Abbau der Freiheitsstrafe geht der Neuaufbau durch Schaffung der Maßnahmen zur S i ch e- r u n g und Besserung. Die Gemeingefährlichen, vermindert Zurechnungsfähigen und llnzurechnungsfähsgen sollen laut Richter- spruch iu Heil- und Pflogestätten untergebracht werden können, die Trinker in Trinkerheilanstalten, die unverbesserlichen Cewohnheits- Verbrecher in besonderen Verwahrungshäusern. Sie alle verbleiben hier bis zu ihrer Heilung oder Besserung. So entsteht eine Zwei- spurigkeit der strafrechtlichen Mahnahmen. Einerseits bleibt die Strafe als Bergeltungsstrafe bestehen. Die beiden Grundsätze — keine Schuld ohne Strafe und keine Strafe ohne Schuld— verdorren in ihrem uberlieferten Recht. Die Strafe bleibt ein U e b e l, die Vergeltung üben soll. Diese Grundsätze gestatten nicht, sie zu verlängern, wem: eine Besserung noch nicht eingetreten ist, sie zu oerkürzen, wenn der innere Gesundungsprozeß bereits voll- zogen ist. Andererseits kommen die Besserungs- und Sicherungs- maßnahmen zu ihrem Rechte. Diese fordern ihre Einsetzung auch dann, wenn allein schon die Gefahr besteht, daß das Individuum schuldig werden könne, und ein Absehen von der Strafe dort, wo sie aus erzieherische» Gründen unzweckmäßig erscheint. Sie sehen eine vergleichende Behandlung verschieden oder gleich gefährlicher Per- sonen vor. Die Absicht ist nicht, ein Uebel um des Uebels willen zuzufügen, selbst wenn die Zweckmaßnahme vom Individuum als liebet empfunden würde. Sie setzen die Möglichkeit u n b e st i m ni- ter Richtcrurteile voraus. Hier entsteht aber die Frage: Ist denn unter solchen Umständen die Strafe überhaupt noch notwendig? Der Entwurf beantwortet sie negativ für die kleine Kriminalität. Gegenüber Dirnen, Landstreichern und Bettlern will er nur Der- Währung wissen. Hier sind die Anfänge zu einem R e i ch s v e r- wahrungsgesetz gegeben. Die Strafe, und zwar die ver- schärfte, bleibt aber neben den Sicherheitsmaßnahmen für Gewöhn- heitsverbrecher bestehen. Zwar erhält der Richter das Recht, von der Freiheitsstrafe abzusehen oder sie unter Umständen zu erlassen, wo der Zweck durch die Verwahrung, nämlich der Besserungsoor- gang, bereits erfüllt ist. Welcher vernünftige Richter würde aber da noch die Strafe in Anwendung bringen? Die gleiche Tendenz des Abbaues der Strafe oerfolgen auch die „Grundsätze zum Bollzug von Freiheitsstrafen" aus dem Jahre 1923. Das Stufensystem soll dem Gefangenen die Mög- lichkeit geben, die Freiheit aus innerer Kraft heraus wieder zu erobern. An Stelle der Strafe tritt die Ertüchtigung. Wird dieser Grundsatz durchgesührt, so bleibt als einzige Strafe nur die Geldstrase. Diese wird eine Ordnungsstrafe. Ist aber unter solchen Umständen nicht das Wort Strafe überhaupt zu streichen? Der Entwurf zum neuen italienischen Strafgesetzbuch, vom Sozialisten Enrico Ferrj geschaffen, kennt es nicht mehr. Er spricht überall von„Sanktionen",— von sichernden Mahnahmen. In Wirklichkeit aber verwandeln diese sich bei der Vollstreckung wieder in ein Strafübel. Solange die Denkweise der Menschen keine andere geworden ist und sie von vcrgeltungsinstintten beherrscht sind, ist dos Aufgeben der Vergeltungsftrafe durch das Strafgesetz-- buch nicht zu erhoffen. Die sozialistische Ausfasiung von Per- brechen und Strafe geht von der Voraussetzung aus, daß diese Per- geltungsir stinkt« ausgehört haben, ihre Herrschaft über die Menschen auszuüben: daß das Verbrechen als sozialer Erscheinung, für das das Individuum nur eine soziale Berantwortung trage» kann, nur Erziehungs- und Sicherungsmaßnahmen zur Folge haben darf. Der Entwurf des neuen Strafgesetzbuches gibt die Möglichkeit einer allmählichen Zurückdrängung der Vergeltung»- strafe durch Sicherung»- und Erziehungsmaßnahmen, je nach der Stufenweise der Aendcrung unseres Bewußtseins. Die sozialistische Ausfassung fordert zwar nicht allein eine Rc- form des Strasrechts, sondern eine Ueberwindung des S t r a f r e ch t s überhaupt. Jedoch im Augenblick, wo es sich darum handelt, an Stelle eines Strafgesetzbuchs, das bereits seit zwanzig Iahren als veraltet anerkannt ist, ein neues von sozialem Gehalte erfülltes zu schaffen, entsteht noch ejnc wettere schwierige Frage: Das soziale Sirafgesetzbuch verlangt Schutz des Per- brechers vor ihm selb st, vereint mit dem Schutz der Gesell- schast gegen ihn. Die liberalen Bedenken besagen: wie schützt man aber den Verbrecher vor der Gesellschaft? Wird hie un- bestimmte Strafzumesstingsfreiheit in unserer tlassengeschichtcten Ge- sellschaft bei einem Richterstand, der zu unzähligen Klagen Anlaß gibt, nicht eint Gefahr bedeuten? Der Richter der Zukunft wird in erster Linie Sozialbeamter sein müssen, feine Aue- bildung wird sich von der des Zivilrichters in hohem Maße unter- scheiden müssen. Die Wotansjünger am Kurfürstendamm. Vor einigen Tagen mußten kurz vor 1 Uhr nachts in einer Litörstube am Kurfürstendamm zwei wackere Zecher festgestellt werden, die ihre Zeche nicht bezahlen wollten oder konnten. Als die vom Wirt gerufenen Schupobeamten erschienen und die Herren nach ihren Personalien befragen wollten, ergriff der ein« von ihnen einen Stuhl und ging damit drohend aus die Beamten los. Als man endlich dazu kam� die näheren Angaben zu erhalten, stellte sich zur allgemeinen Ueberraschung heraus, daß der Stuhlschwinger und schwer angesäuselte Zechbruder der— völkische Landtag»- abgeordnete Kaiser war, der mit einem gleichgesinnten Cchnststeller die allen Germanen nachahmte:„Sie tranken immer noch eins!" Nur daß er dafür in dieser kapitalistischen Zeit auch mit schnödem Mammon zahlen sollte, war überaus peinlich. Werbearbeit der Arbeiterjugend. Aus den Häusern proletarischer Viertel, in denen, eng ein- gepfercht, Menschen hausen, in denen enge Räume das Minen er- schweren, klingen lachende, jauchzende, trotzige Lieder. Aus sungen Kehlen steigen die Kampjgesänge der Arbeiterschaft an den Stein- wänden empor. Dringen in die Wohnungen und zwingen die Menschen an die Fenster. Valtone und schnell geöffnete Fenster sind dicht besetzt. Arbeiterjungen und-mädel marschieren mit Ge- sang und ihren Fahnen durch die Straßen. Sie wollen all die Jungen und Mädel, die jetzt Ostern die Schule oerlassen haben, in ihre Reihen aufnehmen. So mancher von den jetzt Schul- entlassenen schreitet schon mit. Er fühll es, in dieser Organisation, mit der er Sonntags aus Wanderungen hinausziehen kann, wird ihm die Lehrzelt leichter werden. Die Arbeiterjugend von Neukölln und K r e u z b e r g hat gestern in gemeinsamer Kundgebung sür ihre Organisation geworben. Ein festliches Pild, all die Reihen der Jungen und Mädchen in Wanderkittel und farbenfreudigen Kleidern. Mit flatternden Fahnen und frischen Liedern ging es durch die de- lebten Straßen. Manch Schimpfwort aus den„roten Lappen" wird mit einem herzlichen Gelächter beantwortet. An den beiden Seiten des Zuges werden Handzettel verteilt, sie laden ein zum nächsten Heimabend. Frohsinn, Jugendsreude, Spiel und Tanz erwarten dort den Schulentlasienen., Auch die Arbeiterjugend des Bezirks Schönebera ver- anstaltete anläßlich der Werbewoche der SAI. am gestrige» Sonn- tag nachmittag einen imposanten Werbeumzug durch die Straßen des Westens. Unter Absingen von Liedern formierte sich an' der Ecke der Grunewald- und Goltzstroße ein langer Zug, dessen Weg von großen Scharen Neugieriger umsäumt war. Am Abend fand ein übersüllter Lichtbildervortrag statt. Auch die Bezirke P r e n z- lauer Berg und B a l t e n p l a tz machten durch Straßenumzüge sür die Sache der sozialistischen Arbeiterjugend Propaganda. Zu dem mutmaßlichen Wächtermord an der Putlihbrücke. über den bereits berichtet wurde, erfahren wir, daß bisher noch keine genauen Anhaltspunkte für die Person des Täters gefunden worden sind. Es haben sich auch nur wenige Zeuge» gemeldet, die etwas wahrgenommen haben wollen. Das ist in erster Linie darauf zu- rückzuführen, daß in den Straßen dieser Fabrikgegend des Nachts fast gar keine Pasianten verkehren. Die Angaben der ermittelten Zeugen werden noch nachgeprüft.> Eine Ausstellung der coheland-wertstätlen im Deutschen Lyzeum-Klub zeigte neben bandgewebten Dckorationsswf'sen Körbe von bizaren Formen, die aber oft mehr wie«in« kunstgewerbliche Spielerei anmuteten. Interessanter und künstlerisch wertvoller sind die Stoffe, die in ihrer abgestimmten Buntheit und den wunder- vollen Leuchtfarben zu Dekorationszwecken außerordentlich geeignet scheinen. Vor Fenster gespannte Stoffbahnen bewiesen, daß das verhältnismäßig schwere Lcincnmaterial trotzdem stark transparent wirkt, so daß von der Farbigkeit auch nichts verloren geht, wenn man die Stoffe gegen das Licht verwendet. Gerade das aber macht sie wertvoll, da die meisten Stoffe in solchem Falle farblos wirken ,'tt� ml unaeeilMet finb. Zerstörung eines polnischen Munitionslagers. In Pinst find ausgedehnte Werkstätten und große Magazine der polnischen Kriegsmarine, in denen fich das Material für die Luftflotte befand, vollständig niedergebrannt. Der Schaden beträgt mehrere Millionen 3loty. Man vermutet Brandstiftung. Gewerkschaftsbewegung Reichsbahndirektion und Unfallverhütung. Auch die Aufsichtsbehörden verjagen.. Die Charlottenburger Liederfafel veranstaltet am Mittwoch, den 31. März technischen Fortschrittes ist auch das Sprißverfahren. Das in der Schulaula Scharrenstr. 28, ein Freikonzert für Arbeitslose. Groß- Berliner Parteinachrichten. 5. Kreis Friedrichshain: Sizung des Bildungsauschusses am Dienstag, den 30 März, abends 62 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19. Pünktliches Er fcheinen notwendig. 74. Abt. Zehlendorf. Die Einführung unserer fulentlaffenen Jugend fine morgen, Dienstag, den 30 März, abends 8 Uhr, und nicht, wie irrtümlich gemeldet, Sonntag, in der Südschule statt. Die Genosfinnen und Genoffen werden gebeten, bollzählig daran teilzunehmen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 79. Abtlg. Schöneberg: Unser Gen. Julius Proch ist im Alter von 51 Jahren plöglich verstorben. Bestattung am Dienstag, den 30. März, nachmittags 32 Uhr auf dem Mathias- Kirchhof Marienhöhe( hinter der Siedelung Lindenhof). bitten um rege Beteiligung. Treffpunkt: nachmittags 22 Uhr bei Groß. Sedanftraže 17, Sport. Eröffnung der Olympiabahn. Wir Die Reichsbahn befizt in ihren Eisenbahn- Ausbesserungswerken eine Abteilung Lackierer, Maler und Anstreicher. Eine Neuerung Besprigen entwickelt durch die herumfliegenden Farbenpartifel derartige Staub- und Rußwolten, daß die Arbeiter zeitweilig ihr Gegenüber nicht erkennen und naturgemäß auch gefundheitlich schwer geschädigt werden. Es ist geradezu unglaublich, daß in der betreffenden Abteilung( Werk Grunewald) keine Absaug Dorrichtungen vorhanden sind." folgt, daß der Lohnzuschlag in allen Fällen zu gewähren tft, mo Bronzestaub auftritt. Sicher haben die Tarifparteien nicht die Absicht gehabt, die Arbeiterinnen nur gegen den von der Hand, aber nicht gegen den von einer fehlerhaften Maschine verursachten Staub zu schüßen. Absehung eines Arbeiterratsvorsitzenden. Auf Antrag der Firma C. Lorenz A.-G. hat die Kammer 8 des Gewerbegerichts beschlossen, den Arbeiterratsvorsitzenden M. wegen grober Pflichtverlegung seines Amtes zu entheben. Die grobe Pflichtverletzung hat das Gericht darin erblickt, daß W. in Abwesenheit des Generaldirektors dessen Zimmer betrat, als Damit hat die Scheuerfrau dort mit Reinmachen beschäftigt war. W. zwar einem Verbot zuwider gehandelt, aber er glaubt Grund zum Betreten des Zimmers gehabt zu haben, denn er sagt, er habe nachsehen wollen, ob man am Telephon im Direftions= abhören könne. Dieser Verdacht sei nicht unbegründet gewesen, denn früher habe eine Einrichtung zum Abhören der Gespräche tatsächlich bestanden, sie sei aber damals auf Verlangen des Arbeiterrats befeitigt worden. Daß die Direktion auch sonst das Bestreben habe, den Arbeiterrat zu behorchen, gehe daraus hervor, daß die Stenotypistin, die die Schriftfäße des Arbeiterrats zu Papier bringt, von der Direktion beauftragt sei, ihr Duplikate der Schriftsäge zu liefern. Der§6 des Bleiweißgesezes, der u. a. besagt, daß Arbeiter, welche mit Bleifarben oder anderen Gemischen in Bezimmer die im Arbeiterratszimmer geführten Telephongeſpräche rührung kommen, auf die ihnen drohenden Gefahren hinzu weisen sind und ihnen gleichzeitig ein Abdruck der in Frage femmenden Bestimmungen auszuhändigen ist, steht nur auf dem Papier. Der§ 10, der den Arbeitgebern zur Pflicht macht, mindestens einmal halbjährlich die Arbeiter auf die etwa vorhandenen Bleierkrankungen untersuchen zu lassen, wird umgangen. Seit April 1924 hat feine Untersuchung des betreffenden Personals stattgefunden. Die Gewerbeaufsichtsbeamten fümmern sich nicht um diese Zustände. verMit derselben Gleichgültigkeit behandeln die antwortlichen Stellen die Unfallverhütungs- Vorschriften. Seit dem 1. Januar d. I. sind im Eisenbahn- Ausbesserungswert Grunewald 60 protokollarisch erfaßte Unfälle zu verzeichnen. Die Ursachen liegen an den ungenügenden Schuhvorrichtungen und an den ungeheuren Antreibermethoden der Werf leitungen. Diese Nichtbeachtung der Unfallverhütungs- Vorschriften macht sich in der letzten Zeit auch start bemerkbar bei dem RanMan gier personal und in der Bahnunterhaltung. follte erwarten, daß die Arbeiterschaft und insbesondere die Vorarbeiter, Rottenführer usw. schon im eigenen Interesse sich der artige Verstöße gegen die Unfallgefehgebung nicht zuschulden tommen lassen. Es wird die höchste Zeit, daß die gefeßgebenden Körperschaften des Reiches und der Länder ein Gesez zustande bringen, das sich dem Unfallgesez Amerifas nähert. In dieser neuen Unfallgesetzgebung ist bestimmt, daß verantwortungsvolle Leiter nicht laffungen, wenn sie sich bei der Durchführurg der Unfallgesetzgebung nicht durchsetzen. Mit dem gestrigen Tage hat nun auch die Olympia- Radrennbahn ihre Saison eröffnet. Sechs Dauerfahrer, und zwar Mäller, Kruptat, Lemanom, Dobe, van Ruysse feldt und Feja hatten für die drei Rennen hinter Motoren, die bei fliegendem Start vorgenommen wurden, über 15, 20 und 40 Kilometer ihre Meldung abgegeben. Im Rennen 11 Heil Sportjahr 1926" über 15 kilometer siegte der sympathische Möller. Auch im 20- Kilometer- Rennen " Preis von Karlshof" fiegte Möller. Ban Ruyssefeldt war der Mann im Großen Eröffnungspreis" über 40 Kilometer. Er befam beim Start den ersten Platz zuge= sprochen und hielt diesen trog kräftiger Angriffe Möllers bis zum Schluß. Fliegerrennen für Berufsfahrer und Amateure füll- nur Gehaltstürzungen zu gewärtigen haben, sondern auch Entten das Programm weiter aus. " Resultate: A 11 Seil Sportjahr 1926, 15 Rilometer. 1. Möller, 12 Min. 56,3 Get.; 2. van Runssefeldt, 50 Meter: 3. Krupkat, 210 Meter; 4. Dobe, 360 Meter; 5. Lewanow, 760 Meter: 6. Feja 3900 Meter zurück. Preis von Rar Ishof, 20 Kilometer. 1. Möller, 16 Min. 46,2 Gef.; 2. van Runffefeldt, 160 Meter; 3. Krupkat, 530 Meter; 4. Feja, 790 Meter; 5. Dobe, 860 Meter; 6. Lewanow 1920 Meter zurüd. Großer Eröffnungspreis, 40 Rilometer. 1. van Runffefeldt: 35 Min. 17,1 Get.; 2. Möller, 30 Meter: 3. Kruptat, 80 Meter: 4. Feja, 280 Meter: 5. Lewanom, 820 Meter: 6. Dobe, 8380 Meter zurüd. Malfahren, 1200 Meter( EndTauf). 1. 3euffen; 2. Gola: 3. Errleben; 4. Schwab. Ausschei dungsfahren. 1. Gtola: 2. Linfener; 3. W. Rrilger; 4. Reinas. 20- Runden Bunttefahren für Amateure. 1. D. Blant ( B. R. C. 89) 16; 2. Aüht( Concordia) 18: 3. Naft( Sport 88) 6; 4. Wette ( Concordia) 6 Puntte. Huschte gewinnt die Fernfahrt Berlin- Kotibus- Berlin. Die Straßenfernfahrt Berlin- Kottbus- Berlin über 249,8 kilo. meter fonnte Richard Huschke in 8 Stunden 15 Minuten 11 Sefunden für sich entscheiden. Weitere Resultate: Berufsfahrer: 2. Belloni; 3. Seinrich Suter; 4. S. Nebe: 5. Ostar Tick: 6. Geisborf: 7. R. Geiffert; 8. Schindler( Chemnik): 9. Raftor Rotter; 10. Rarl Rohl; 11. Paul Rohl. Sertenfahrer: 1. S. Conrad( Arminius), 8 Stunden 26 min. 15 Eet.( Brotest); 2. E. Marsinfin( Germ. 83); 3. C. Berner( Biktoria); 4. E. Schulz( Friedenau); 5. Guqau( Frankfurt): 6. W. Schliep( Boftsportverein); 7. E. Wolff( Pfeil, Charlottenbura): 8. Ratting( Rugvogel Buchhola): 9. S. Walter( Gattelfeft): 10. S. Wikad( Frankfurt); 11. Bener( Erfurt). Altersfahrer( 100 Rilometer): 1. lewica( Boftsportverein), 3 Stunden 35 Min. 33 Set.2. Mar Aue( Union): 3. G. Richter( Zugvogel). Um den kleinen Mifa- Preis von Berlin. Zu dem von der Deutschen Radfahrerunion für ihre Jungmannschaften veranstalteten Rennen über 35 Kilometer Berlin- Pots= dam Berlin fanden sich 93( 98 gemeldet) Fahrer am Start ein. Resultate: 1. 5. Schwengler( Möwe 1910) 1 Stunde 12 min. 20 Get:: 2. W. Dobrowolsti( Opel 1925); 3. W. Preuße( Minerva 1924); 4. R. Röllner ( Möme 1910); 5. W. Beck( Minerva 1923); 6. Maek( Nelfon 1924): 7... Buchwald( Endspurt 1911); 8. B. Schwenaler( Möwe 1919); 9. H. Marniz( Erelfior 1918); 10. F. Wendt( Erelsior 1918). Rennen zu Strausberg am Sonntag, den 28. März. 1. Rennen. 1. Allg. Deutsch. Sportverein Luna( Wi. Heuer), 2. Florfina, 3. Fricdchen. Toto: 26:10. Platz: 17, 20:10. Ferner liefen: Allotria, Aarau, Laokoon. 2. Rennen. 1. Heinz Stahls Giramete( Kränzlein), 2. Baltazar, 3. Madi Toto: 19:10. Blab 14, 26, 27: 10. Ferner liefen: Benus IV, Geewarte, Karrara, Donnerwetter, Attade II, Cyrus, Arnarchist II, Adol phus. Jongleur. 3. Rennen. 1. R. v. Slibenstos Stattliche( Sturzawa), 2. Gilda, 3. Mans. Toto: 40:10. Blat 19, 47, 47: 10. Ferner liefen: Adalbert v. Wiesenthal, Thu's nie, Buccina, Ulster, Trabant( gef.), Csikos( gef.), Capua, Sport- Welt, Lebedame. 4. Rennen. 1. Abteilung: 1. A. Rosenbergs Dioscur( Dertel), 2. Barchemin, 3 Crédulité. Toto: 31: 10. Blag: 14, 16, 20:10. Ferner liefen: Coeur d'Almace, Juanita III( gef.) Antin, Le Challenge, Gnaden frist( gef.), Siri, Blautopas. 2. Abteilung: 1. A. Lewy's Mellarofa Plaz: 14, 19, 21:10. ( Bauer), 2. Dobrun, 3. Fechterin. Toto: 86:10. Ferner liefen: Bartle Cruiser. Mamlasz, Trampeter, Samburch, Riß me quid, Etummer Teufel, Centrifugal. 5. Renner. 1. G. Ehrenfrieds Herzog( Wolff). 2. Bolaca. 3. Mär chenprinz. Toto: 147: 10: Plat: 80, 80, 77: 10. Ferner liefen: Maitrant, Depression, Marotte, Alegro, Kornblume, Geldulf, Bolkenschieber, Erdfertel. 6. Rennen. 1. ptm. Hesses Teisi( H. Scholz), 2. Formint. 3. Dau benton. Toto: 37:10. Plap: 18, 34, 77: 10. Ferner liefen: Malherbe, Sebe, Raspidr, Semele, Adria, Cutamidcarwem, Prolog, Mar Fly, Bella done, Lotr, Alleluja, Rosee. ZOO Städtische Oper Neves Tham Z WINTERGARTEN Charlottenburg 7 Uhr: Allabendl. 8 Uhr: Guido Pique- Dame Thielscher Los 3 Codonas Abonn- Turnus III Deutsches Theater Norden 10334-38 8 Uhr: n Stöpsel KleinePreise: Parkett1-2M. Park.- Faut.3-4 M. Orchest.Fauteuil 5 M. Sessel 6 M. Vorverkauf ununterbrochen Dienstag, den 30. Mord Kammerspiele$ 75. Norden 10334-38 814 Uhr Josephine Die Komödie Th. in d. Lützowstr. Tägl. 8, Uhr. Lempke's sel. Witwe Musik v. Dr.R.Hirsch Bismarck 2414, 7516 Volkstümliche Preise 1-4 M. 3. Unr Viktoria Im Vorverkauf Theaterkasse Wertheim 20% Ermäßigung Stg. nach. 4U. Kindervor. tg. 3 Haulemännchen Elite- Sänger Tägl Kottbuser Str. 6 Sonntag 8 Uhr Ber neue Schlager 3 Uhr ,, Berliner Luft" Dazu das lustige Belprogr. Hochturner in höchster Vollendung im Rahmen eines abwechslungsreichen Varieté Spielplans. Arbeit bei der Reichsbahn. = Der Deutsche Eisenbahnerverband hatte kurz nach der Gewährung des 100 millionen kredits des Reiches an die Reichsbahn an die Reichsbahngesellschaft eine Denfschrift gerichtet, in der verschiedene Borschläge über eine sowohl wirtschafts- wie fozialpolitisch möglichst zweckmäßige Vermendung der Gelder dargelegt waren. Im Anschluß an diesen Schritt des Deutschen Eisenbahnerverbandes tam es zu Verhandlungen zwischen der Deutschen Reichsbahngesellschaft und den Eisenbahnerorganisationen. Das Ergebnis der Berhand lungen besteht darin, daß für die Oberbau- und Gleisarbeiten 15 millionen von den 100 Millionen verwendet werden, woburch eine große Zahl von Arbeitern Beschäftigung finden wird. Die 15 Millionen reichen natürlich für die dringend notwendige Umgestaltung des Streckenoberbaues bei weitem nicht aus. Der ganze Oberbau des deutschen Eisenbahnsystems muß um= gebaut werden, da er der Last der modernen schweren Lofomotiven, den neuen, schwerere Lasten fassenden Güterwagen und der Schnelligkeitssteigerung nicht mehr gewachsen ist. Hand und Maschine. Eine Lüde im Tarifvertrag. Die Hilfsarbeiterinnen in der Steindruckerei haben nach dem Tarifvertrage einen Lohnzuschlag von 8 Pf. pro Stunde zu beanspruchen, wenn sie mit der Hand bronzieren oder wenn sie an einer Druckmaschine arbeiten in deren unmittelbarer Nähe mit der Hand bronziert wird. Dieser Lohnzuschlag ist dadurch begründet, daß die Arbeiterinnen Milch trinken müssen, um den gesund heitsschädlichen Wirkungen entgegenzuarbeiten, die durch das Ein atmen des in der Luft herumfliegenden Bronzestaubes verursacht werden. In einer Steindruckerei, wo mit der Maschine bronziert wird was normalerweise ohne Staubentwicklung vor fich geht. hatten die Arbeiterinnen an der Druckmaschine bei Bronzearbeiten seither die 8- Pfennig- Zulage erhalten, diese ist ihnen aber dann entzogen worden und eine Arbeiterin, die sich damit nicht einverstanden erklärte, wurde entlassen. Sie flagte beim Gewerbegericht und berief sich darauf, daß die Arbeiterinnen durch den Bronzestaub zu leiden hätten, weil die Der Lohnzuschlag sei hier Bronziermaschine mangelhaft arbeite. also ebenso berechtigt, wie beim Bronzieren mit der Hand. Die Klage wurde abgewiesen mit der Begründung: Im Falle der Klägerin hätten zwar die gleichen Verhältnisse geherrscht, durch welche der Lohnzuschlag beim Handbronzieren begründet ist, aber im Tarif sei nur von Bronzieren mit der Hand die Rede. Das Gericht sei nicht befugt, dem Tarif eine ihn erweiternde Auslegung zu geben. Wenn sich im Tarif eine Lücke finde, so sei es Sache der Tarifparteien, diese Lücke zu beseitigen. Dazu ist zu sagen: Das Gericht hat sich allzu ängstlich an den Wortlaut des Tarifs gehalten, anstatt sich durch den Sinn der Tarifbestimmung und den Willen der Tarifparteien leiten zu laffen, der zweifellos der ist: Durch den Lohnzuschlag sollen die Arbeiterinnen in die Lage gesetzt werden, sich ein notwendiges Mittel gegen den gesundheitsschädlichen Bronzeftaub zu kaufen. Daraus Röhren Pumpen Fer Ersatzteile, Preisliste gratis! Roblank.. Pumpenfabrik. Berlin N 65, Reinickendorfer Straße 95. Sonntag nachm. 3% U. halbe Preise Inferieren Rauchen gestattet! Reichshallen- Theater Allabendl. 8 U., Sntg. nchm. 3U. bringt ERFOLG KrauseStettiner Sänger Pianos Das neue Programm Nachm. halbe Preise. Volles Abendprogr. Dönhoff- Brettl D. große Frühlingsprogr. m. prachtvoll. Ausschm. d.Lok. Tanz, Stimmung, Konz. zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße 2. politischer Redakteur Zum baldigen Antritt, spätestens zum 1. Juni, für Das Volt" Landesorgan der SPD. Thüringens, Jena, gesucht. Bewerber muß die Thüringer Landespolitik und die Kommunalpolitit bearbeiten und die Bertretung des Hauptschriftleiters übernehmen fönnen. Bewerbungen find bis 6. April zu richten an den Vorsitzenden der Preßkommission, Dr. Paul Kieß, Jena, Spitzweidenweg 7, 11 Im Bayernɓof Potsdamer Straße 10 Demgegenüber behauptete der Vertreter der Firma, eine Einrichtung zum Abhören von Telephongesprächen bestehe nicht. W. hätte die Möglichkeit gehabt, sich in loyaler Weise davon zu überzeugen, denn es wäre ihm nicht verwehrt worden, in Gegenwart eine vertrauenswürdigen Mannes des Botenmeisters W. das Direktionszimmer zu dem gedachten 3med zu betreten. habe aber absichtlich die Zeit gewählt, wo der Botenmeister noch Bielleicht habe er die Absicht gehabt, nicht anwesend war. Schriftstücke und Akten des Generaldirektors zu durchstöbern, um Material für seine verheßende Tätigkeit zu gewinnen, denn W. sei tommunistischer Stadtverordneter, er nehme im Betriebe die Interessen der Kommunistischen Partei wahr und er sei wahrscheinlich auch der Schriftleiter der fommunistischen Betriebszellenzeitung". Wenn ein solcher Mann heimlich in das Direktionszimmer gehe, so tue er das gewiß nicht in harmloser Absicht. " Daß W. derartige Absichten gehabt hat, dafür fonnte die Firma feinerlei Beweis beibringen. Es lag also nichts weiter gegen W. vor, als daß er zwar verbotswidrig, aber doch aus einem an fich berechtigten Grunde das Direktionszimmer betreten hat. Eine Handlung, die wirklich nicht so schwerwiegend ist, daß man deshalb einen Arbeiterratsversizenden abfeßen müßte. Die französischen Gewerkschaften gegen die Inflation. Paris, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Der Generalsekretär des französischen Gewerkschaftsbundes Jouhour hat am Donnerstag auf dem Kongreß der Eisenbahner in einem längeren Vortrag die Stellung der Gewerkschaften zu der gegenwärtigen finanziellen Lage Frankreichs auseinandergesezt und die Gtabilifierung der Währung gefordert. Die französische Arbeiterflaffe, führte er aus, sei stolz, daß fie für das Wert des Friedens und der Bölkerversöhnung gewirkt habe. Trotz der jüngsten Ereig niffe in Genf werde die französische Arbeiterschaft weiterhin in diesem Sinne tätig sein. Gegenwärtig stehe eine neue Aufgabe, die der Wiederherstellung der finanziellen Lage, vor der französischen Arbeiterflaffe. Die Gemerffchaften forderten die Stabilisierung der Währung aus der Erkenntnis heraus, daß es nicht möglich sei, während des Sturzes einer Währung die Anpassung der Löhne an die Lebenshaltungskosten zu erzielen. Er forderte die Arbeiterschaft und insbesondere die Eisenbahner auf, das Volksvermögen gegen die internationale Hochfinanz zu verteidigen. Gerade die Cage beren ber französischen Eisenbahngesellschaften in die Eisenbahner werde immer schwieriger, wenn ein großer ( Es ist Hände amerikanischer und englischer Finanzleute fomme. überall dasselbe: die sogenannten Wirtschaftsführer" widersetzen sich den notwendigen Finanzmaßnahmen aus turzsichtigen, gewinnsüchtigen Motiven, bis die Volkswirtschaft in eine Katastrophe hineingestürzt ist.) Teil Es Der Rüdaang der Arbeitslosigkeit in Defterreich hat sich auch in der zweiten Märzhälfte in überaus rascher Weise vollzogen. werden gegenüber dem Höchststand Ende Februar 28 000 Arbeitsloſe weniger gezählt. Der Rückgang beträgt demnach 12 Prozent. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen ist bereits unter 200.000 gesunten. Dieser Rückgang ist namentlich auf das starte Einsetzen der Bautätigkeit zurückzuführen. Im allgemeinen sind die Aussichten in den meisten Branchen wesentlich günstiger und man rechnet in der nächsten Beit mit einem weiteren beträcht lichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Deutscher Bertmeister Verband, Be irksverein 23, Chemische Industrie. Des Rarfreitags wegen findet die Generalversammlung nicht am 2. April 1926, sondern am Freitag. den 9 April 1926. abends 7 Uhr, in Haverlands Festsälen, Neue Der Vorstand. Friedrichstraße ftatt. Um vollzähliges Erscheinen bittet Zentralverband der Maschinisten und Seizer. Die Auszahlung der außer ordentlichen Unterstützung für unsere arbeitslosen Kollegen zu Ostern, in Höhe von 4.- bis 20.- mt, je nach Zugehörigkeit zum Verband, erfolgt am Mittwoch, Sonnabend, den 3. April, bleibt unser Bureau geschloffen den 31. März. in der Zeit von 9 bis 1 Uhr in der Raffe unferes Ortsbureaus. Am Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: Fr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schifomski; Lokales und Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeiaen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Bormärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin EW 68, Lindenstraße 3. sind eröffnet Braustübl und Herrenstübl Nach erfolgtem Umbau resp. Neubau im August: Putzwolle, MinnesängersaalFrauenhof- Elisabethsaal Verkäufe Möbel Patentmatraßen Brimissima", Mictallbetten, Auflegematragen," ChaiseStargarderstraße longues. Walter, achtzehn. Spezialgeschäft. Möbelkredit und bar an jedermann fleine Anzahlung. Gärisch, Stralauer plak 1. Schlefifcher Bahnhof. Musikinstrumente Bianos preismert. Lint. Brunnenitraße 85. Klaviermacher Fahrräder Brandenburgstraße 4. Opelfahrräder, Wittferräder, Mifaräder. 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