Nr. 14943. Jahrg. Ausgabe Nr. 75 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic B, Reichsmart voraus zahlbar. Unter Rreuzband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Reichsmart. für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. lung und Aleingarten sowie bez Beilage Unterhaltung und Wiflen und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich aweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: .Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Geile 80 Bfennig. Reklamezeile 5. Reichsmart.., Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Bfennts ( zulässia zwei fettgedruckte Worte). fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche bas erfte Wort 15 Bfennig. tedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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Da aber Briand den Trennungsstrich in überraschend scharfer Weise gezogen hat, sind die Herren im Begriff, felbft Péret, der seine ganze Hoffnung auf sie gesezt hatte, die Gefolgschaft zu verweigern. Paris, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Bei der Beratung| tat sich überall in den bittersten Ausdrücken fund. Auch die Andes provisorischen Budgetszwölffels für den Monat April in der französischen Hammer ist es heute abend zu lebhaften Diskussionen über die von der Regierung für die Kriegführung in Marotto und Syrien geforderten Kredite gekommen. Ein von dem fozialistischen Abgeordneten Baron eingebrachter Antrag auf Herabfehung dieser Kredite rm 1 Million ist trotz des Einspruches des Ministerpräsidenten Briand mit 268 gegen 265 Stimmen an genommen worden. Dieses Abstimmungsergebnis, das den größten Teil des Kartells gegen die Regierung vereinigte, tann unter Umständen weittragende Rüdwirkungen auf die morgen nachmittag in der Kammer beginnende Diskussion der Regierungsvorlage haben, zumal die Aussichten der Regierung auf eine Mehrheit für die Regierungsvorlage äußerst pessimistisch beurteilt werden. Von Krise zu Krise? Briand wieder in der Zwickmühle. де Unser Bariser Korrespondent schreibt uns: Die innenpolitische Lage Frankreichs hat sich seit der Rückkehr Briands aus Genf noch verworrener gestaltet, als sie es vorher schon war. So unbedingt das Vertrauen ist, daß die verschiedenen Linksparteien dem Ministerpräsidenten in außenpolitischer Beziehung entgegenbringen, so bitter werfen sie ihm feine Taktik in der Innenpolitik vor. Sie hat besonders auf die bürgerlichen Gruppen des Linksfartells eine geradezu zerfehende Wirkung gehabt. Was gegenwärtig die parlamentarische Lage am stärksten charakterisiert, ist die Furcht der zuin Nationalen Block gehörenden Elemente, von Briand hereingelegt" zu werden. Diese Furcht hat sich besonders gesteigert, seit der Ministerpräsident in jener tragischen Sigung, in der sein Innenminister MaIvy ohnmächtig zusammenbrach, der Rechten den Satz entgegenschleuderte: Was Sie mit Ihrer heiligen Einigkeit" wollen, verstehe ich unter den gegenwärtigen Umständen nicht. Diese Einigkeit, sie war im Krieg und nur im Krieg, wo es sich um die Befreiung des Landes handelte, verständlich, notwendig, aber heute erscheint sie mir unmöglich, da die Linke, die am 11. Mai gefiegt hat, auch das Recht besitzt, das Ruder in den Händen zu behalten." Diese Erklärung fezte alle, die in Briand den Mann gesehen hatten, der bereit sein würde, der Kartellherrschaft endgültig durch die Bildung eines nad) rechts neigenden Konzentrationsministeriums ein Ende zu machen, in Berblüffung. Sie stand nicht nur zu der Taktik, die Briand selbst innenpolitisch eingeschlagen hat, in Widerspruch, sondern flang fast wie ein ironischer Kommentar zu seinem eigenen, neuen Kabinett. Auf der Rechten hörte man aus ihr eine brutale Ablehnung der Mitarbeit des Nationalen Blocks, und die Enttäuschung, die man darübr empfand, Strafantrag in Kottbus. Zusammen Strafen na ch Grevesmühlener Muster. 11 Jahre 3 Monate Gefängnis. Koffbus, 29. März.( WEB.) In dem Landfriedensbruchprozeß von Finsterwalde beantragte die Staatsanwaltschaft gegen den Angeklagten Wurdel ein Jahr drei Monate Gefängnis, gegen die Angeklagten Walter Unger, Frau Poeh, Paul Müller, Albert Freitag. Dito Gerlach, Frizz Notdurft und Jakobi je neun Monate Gefängnis, bei letzteren unter Anrechnung von 2% Monaten Unterfuchungshaft, gegen die Angeklagten liefch, Harke, Franke und Tesch je acht Monate Gefängnis, gegen die Angeklagten Neumann und Wirt je sieben Monate, Blume fünf Monate, Kurt Müller und Otto Neumann je vier Monate Gefängnis, gegen die übrigen Angeklagten Freisprechung. Sämtlichen Angeklagten find mildernde Umstände zu gewähren. Das Urteil ist morgen früh 11 Uhr zu erwarten. Mussolini macht Auslandspropaganda. Gute Ratschläge an die übrige Welt. Anläßlich des siebenten Jahrestages der Gründung des Faschismus hat Mussolini wieder einmal eine große Rede" gehalten, an der man gleichgültig vorübergehen könnte, menn nicht darin folgende Stelle vorkäme, die durch die offiziöse Agentur Stefani ins Ausland gedrahtet wurde: Ich bin stolz, euch zu sagen, Kameraden, daß wir alle, und ich an erster Stelle, dem, was im Auslande gesagt und gedruckt wird, feine Bedeutung beimessen. Es ist vollkommen logisch, daß die internationale Welt der Demokratie und des Liberalismus, der Freimaurerei und Plutokratie ohne Bater land gegen uns ist. Den Verantwortlichen im Auslande sagen wir: ihr müßt durch dasselbe hindurchgehen, durch das wir hindurchgegangen sind. Wenn ihr leben wollt, müßt ihr ein Ende mamen mit geschwägigen Barlamentaris. mus, und der Erekutivgewalt Vollmachten geben." Wenn Mussolini mit besonderem Eifer betont, daß ihm alles gleichgültig fei, was im Auslande über ihn und den Faschismus gebrudt und gesagt wird, so verrät er damit nur eine seiner größten I Die Linte hat feineswegs größere Lust, den Vorschlägen des neuen Finanzministers zuzustimmen. Sie sind zum Teil nichts anderes als eine Wiederholung von Lösungen", denen die Kammer schon mehrmals das Schicksal der Ablehnung hat zuteil werden laffen. So friselt es in allen Eden, und die gewiegtesten Propheten des Palais Bourbon fündigen bereits für die kommende Woche einen neuen Ministersturz an. Aber niemand vermag zu fagen, welche Entwicklung dann eintreten soll, und alle, zu welcher Partei fie auch gehören mögen, versichern, wie gut es wäre, wenn fich die Krise verhindern ließe. Der Wille der Linken ist vor allem, daß die Regierung auf eine Erhöhung der Warenumsatzsteuer ver zichtet. Ein derartiger Ausgang des gegenwärtigen Wirrwarrs würde wahrscheinlich bedeuten, daß Briand nicht nur von der Minister präsidentschaft, sondern auch aus dem Ministerium des Aeußern verschwindet Kommt es nämlich zur Strife, so entsteht dadurch wieder eine beträchtliche Verzögerung in der Verabschiedung der notwendigen Finanzgefeße, und die Gefahr einer neuen Inflation zur Schaffung der Mittel für die im Mai fällig werdenden furzfristigen Schatzscheine würde dringend werden. Briand aber hat bereits erklärt, daß er im Falle einer Krise unter feinen Umständen in ein Kabinett eintreten würde, dessen Finanzpläne auf eine neue Inflation hinauslaufen. Innerhalb der radikalsozialistischen Fraktion, wie auch in den Reihen der Sozialisten, gehen die Ansichten über die zu befolgende Taftit weit auseinander. Man ist in allen Lagern dennoch„ krisenmüde", und sieht trotzdem keine Möglichkeit, die Krise zu verhindern, wenn der Finanzminister bei seiner jetzigen Auffassung bleibt. Warten wir ab, was die neue Woche bringt. Péret droht mit Rücktritt. Paris, 29. März.( WTB.) In der heutigen Vormittagssigung des Finanzausschusses der Kammer erklärte Finanzminister Béret, nach zwei oder drei Tagen werde ein neuer Frankensturz eintreten und er fönne nicht auf dem Posten bleiben, wenn die Beratungen der Finanzgesetze nicht morgen in der Kammer beginnen würden. Sorgen. Um gefehrt ist ihm das Urteil des Auslands, wie wir aus unzähligen Einzelfällen wissen, außerordentlich pein lich und der beste Beweis dafür, wie unaufrichtig seine selbstbewußte und herablaffende Behauptung ist, liegt in der Tatsache der stren gen 3ensur, die besonders hinsichtlich der Auslandsmeldungen in Italien ausgeübt wird. Wie wäre es sonst zu erklären, daß z. B. Grandi in Genf am Abend der sozialistischen Protestversammlung, in der Redner aus allen großen europäischen Ländern das Regime Mussolinis gebrandmarkt hatten, die italienischen Bressevertreter zu sammenberief und ihnen einschärfte, ja teine 3eile über dieses traurige Vorkommnis" zu berichten? daß er nunmehr persönlich und so offen international- faschistische Im übrigen fann man Herrn Mussolini nur dafür dankbar sein, Propaganda treibt. Bisher hatte er behauptet, daß der Faschismus eine rein italienische Angelegenheit sei. Jetzt, wo er als Ministerpräsident den anderen Ländern die Befolgung der faschistischen Methoden empfiehlt, wird er sich nicht mehr beklagen dürfen, wenn das Ausland ein Urteil über den Faschismus fällt, der nicht mehr allein eine inneritalienische Angelegenheit, sondern eine internationale Gefahr darstellt. Farinacci tritt zurück. Faschismus, Farinacci, fündigte in einer Rede, die er gestern Rom, 29. März.( WTB.) Der bisherige Generalsekretär des in Mailand gehalten hat, an, daß er sein Amt als Generalsekretär niederlegen werde. Farinacci wird morgen nach Rom zurückfehren, um zusammen mit der bisherigen Parteileitung Mussolini seinen Rücktritt mitzuteilen. Ueber die Nachfolge sind die Blätter noch nicht einig. Die einen glauben, daß Unterstaatssekretär Italo Balbo die Parteileitung übernehmen wird, während andere von einem Drei oder Fünfmännerfollegium reden, an deffen Spize der Abgeordnete Augusto Turati stehen wird. Ein englisches Pfund 143% Franken. Die Notierung des franzö fischen Franken an der Londoner Börse stieg gestern bis auf 143% für das Pfund. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3. Reichstag und Reichsetat. Die Bedeutung der rechtzeitigen Verabschiedung. Der Reichstag hat am Sonnabend die Beratung des Reichsetats für das Jahr 1926 beendet. Damit ist ein Ziel erreicht worden, an das nur wenige geglaubt haben. 3 um den Etat vor dem Beginn des neuen Etatsjahres, 1. April, ersten Male feit dem Jahre 1911 ist es gelungen, Sozialdemokratie einen erheblichen Teil des Verzu verabschieden. Wenn das diesmal gelang, so darf die dienstes dafür beanspruchen. Getragen von der Berantwortung für das parlamentarische System hat sie es für ihre Pflicht gehalten, nicht nur alle Widerstände zu beseitigen, Das war um so eher möglich, da sie in dem zuständigen Aussondern auch positiv bei der Erreichung des Ziels mitzuwirken. dem Genossen Hugo Heimann wird deshalb von allen schuß, dem Haushaltsausschuß, den Vorsitzenden stellt. Diesem, Parteien des Reichstags das Verdienst zuerkannt, durch seine in jeder Richtung hin vorbildliche Geschäftsführung das meiste zur rechtzeitigen Annahme des Etats beigetragen zu haben. Die Bedeutung dieser Tatsache wird von der Deffentlichfeit bisher nicht voll empfunden. Und auch in unseren Kreisen ist sicherlich die Erwägung anzutreffen, daß es sich doch nur um eine rein parlamentarische Maßnahme handelt, die ohne schauung ist falsch. Das Budgetrecht ist eines der größere Bedeutung für das werftätige Bolt ist. Diese Anwichtigsten Rechte des Parlaments. Mit der gaben bestimmt das Parlament nicht nur den Kurs der Bewilligung der Einnahmen und der Festsetzung der AusPolitit, sondern tontrolliert zugleich die Verwaltung. deshalb, wie in England, das Parlament große Macht hat, achtet es peinlichst darauf, daß weder Einnahmen festgesetzt, noch Ausgaben geleistet werden, solange sie nicht die budgetrechtliche Grundlage erhalten haben. Erst wenn in Deutschland der gleiche Zustand hergestellt ist, wird das Budgetrecht in den Händen eines selbstbewußten Parlaments zur Waffe gegen die Bureaufratie werden können. Um dem Reichstag die uneingeschränkte Ausübung des Reichsverfassung, daß alle Einnahmen und AusBudgetrechts zu sichern, bestimmt Artifel 85, Abs. 1 der gaben des Reichs für jedes Rechnungsjahr veranschlagt und in den Haushaltsplan eingestellt werden müssen. Der Haushaltsplan wird vor Beginn des Rechnungsjahres durch ein Gesetz festgestellt". Diese Bestimmungen der Verfassung finden ihre Ergänzung durch die Reichshaushalts= ordnung vom 31. Dezember 1922. Sie beſtimmt in Baragraph 2: ,, Das Rechnungsjahr beginnt mit dem 1. April und schließt mit dem 31. März. Es wird benannt nach dem Kalenderjahre, in dem es anfängt." Paragraph 22 besagt: Der Entwurf des Haushaltsplans foll dem Reichsrat spätestens am 1. November, dem Reichstag spätestens am 5. Januar vor Beginn des Rechnungsjahres für welches er gelten soll, zur Beschlußfassung vorgelegt werden." Und Da der Reichstag von diesen Rechten seit langem feinen Gebrauch gemacht hat, ist nicht nur sein Ansehen in der Oeffentlichfeit wesentlich geschwächt wor= den, sondern vor allen Dingen auch seine Stellung gegenüber der Regierung und der Bureaukratie. Ihre Macht wurde in den letzten Jahren nicht zuletzt auch dadurch vergrößert, daß ohne etatrechtliche Bindung gewirtschaftet wurde. wenn insbesondere in den Jahren 1924 und 1925 die Geldflüssigkeit des Reichstasse zu Subventionen an die verschie= densten Bevölkerungsgruppen verwendet wurde, so wurde ein solches Verhalten dadurch erleichtert, daß eine gefeßliche Bindung der Ausgaben nicht bestand. Wäre der Etat rechtzeitig fertiggestellt gewesen, so wären sowohl etatswidrige Etats ist deshalb die wichtigste Einschränkung der Ausgaben erschwert, als auch die zu hohen Einnahmen nicht aufrechterhalten worden. Die rechtzeitige Erledigung des Allmacht der Bureaukratie, die der Reichstag bisher getroffen hat. Zugleich ist damit die Vorausseßung geschaffen für eine zwed mäßigere und sparsamere Verwendung öffentlicher Mittel. Die bisherige Verzögerung der rechtzeitigen Etatserledigung hatte zweierlei Ursachen. Einerseits hinderten der Krieg und die Nachkriegszeit jede ordnungsgemäße Finanzgebarung. Andererseits aber war auch die Art der Etatsberatung im Reichstag unzweckBarlaments im demokratischen Staat. Solange der Reichsmäßig und stand nicht im Einklang mit der Rolle des tag nichts zu sagen hatte und die Regierung unabhängig von ihm war, fonnte man es begreifen, daß die Etatsberatung lediglich zur Kritik benutzt wurde. Nur selten einmal sprach ein Redner über den Etat selbst. Woche um Woche, Monat um Monat zogen sich auf solche Weise die Etatsberatungen hin und ertöteten innerhalb und außerhalb des Parlaments sowohl das Interesse an seinen Verhandlungen wie auch jede eigene gefeggeberische Initiative. Nach der Einführung des parlamentarischen Systems aber hatte diese Art der Etatsberatung die Berechtigung ver loren. Trotzdem fiel es dem neuen Reichstag sehr schwer, feine Etatsberatungen feiner veränderten berfassungsrechtlichen Stellung anzupassen. Die Verhandlungen über ben Etat für 1925 wurden erst Ende Januar 1926 abgefchloffen, also zu einer Zeit, in der/ des Etatsjahres bereits abgelaufen waren. Ein derartiger Etat hatte keinen sachlichen Wert und ein Parlament, das so grbeitet, natürlich feinen seiner rechtlichen Stellung entfprechenden Einfluß. Zugleich wurde dadurch der unglaubliche Zustand hervorgerufen, daß dem Reichstag mei Haushaltspläne für zwei Rechnungsjahre gleichzeitig vorlagen. Das rief endlich den Willen her nor, solche Zustände zu verhindern und den Etat für 1926 rechtzeitig zu erledigen. Das Rundschreiben gibt meiter eine nette Justration zu| gedacht. Dom Pedro war jener brasilianische Erfaiser, der eine dem regelmäßig wiederholten Geschrei der Kommunistischen ihm vom Lande angebotene Ehrenrente ablehnte und als ein Partei, daß die Sozialdemokratie an der Stabilisierung des facher Privatmann weiter lebte. Kapitalismus arbeite und die Lösung der Krise auf Kosten der Arbeiter persuche. Es heißt in dem Rundschreiben: Zur Wirtschaftstrise wurde verabsäumt, rechtzeitig mit einem Aftionsprogramm der Partei herauszukommen. Dieses Programm lag bis jetzt noch nicht vor, obwohl eine„ politischwirtschaftliche Rommission" bes Zentralfomitees, in der alle führenden rechten Fraktionsmacher der Bergangenheit igen. fich feit Dezember abmüht, ein folches Brogramm zu fchaffen. Die Kommunisten wissen also nicht, was sie wollen. Sie vermögen es nicht zu sagen. Dafür toben sie mit lauten Tönen gegen sozialdemokratische Wirtschaftspolitit. Auch in der Erwerbslosenfrage wird den Zentralekommu niften vorgeworfen, daß sie nur auf Annäherung an SPD. und ADGB. bedacht wären: Diese völlige Vernachlässigung der Maffen bewegung wird sich an der Partei schmer rächen. Die Er werbslosen, die von der Kommunistischen Partei Förderung ihrer Interessen erwarten, sehen zwar, daß im Barlament die Kommunisten rabitalere Forderungen stellen, als die GPD., sobald aber die Frage gestellt wird: Belche Körperschaft soll nun ernsthaft die Interessen der Erwerbslosen täglich vertreten, heißt es: Wendet euch an die Gewerkschaften! Leicht war diese Aufgabe nicht. Da der Haus haltsausschuß die Beratung des Etats erst am 29. Januar beginnen fonnte, standen nur etwa zwei Monate zur Berfügung. Diese Zeit wurde von fast allen Abgeordneten für zu turz gehalten. Trotzdem reichte sie aus, da nach einem vom Borsigenden ausgearbeiteten Arbeitsplan verfahren wurde. Es wurden nämlich alle Erörterungen ausgeschaltet und in die zuständigen Fachausschüsse verwiesen, die nicht in unmittelbarer Beziehung zu einer Etatsposition standen. Auch wurde die Redezeit beschränkt. Das wurde zwar zuerst unangenehm empfunden, bürgerte sich indeffen so gut ein, daß sie nur selten voll ausgenugt wurde. Schließlich wurde für die Beratung eines jeden Einzeletats eine bestimmte Stundenzahl festgelegt und bestimmt, daß Abend und Nacht fizungen eingelegt werden, falls eine Ueberschreitung des Kontingents eintrete. Dadurch sind fünf Abendsizungen notDie Opposition in Berlin, Ruhrgebiet, Niedersachsen usw. mendig geworden. Wie genau der ganze Arbeitsplan inne- forderte eine Kampagne innerhalb der Gemertgehalten wurde, geht aus der Tatsache hervor, daß 122 Befchaften für einen Reichserwerbslosentongreß, den ratungsstunden vorgesehen waren und 123 Beratungsstunden die Bartei, wenn der ADGB. ablehnt, selbst einzuberufen gebraucht wurden. Infolgedessen fonnte die Beratung des hätte. Natürlich würde diese Forderung, die in feiner Weise gegen Etats im Haushaltsausschuß des Reichstages am 20. März unsere Gewerkschaftsarbeit verstößt, fabotiert oder offen abgelehnt, abgeschlossen werden. Da inzwischen auch das Plenum des weil das Zentralfomitee in Wirklichkeit teine aftive Erwerbslosen Reichstags fleißig gearbeitet hatte, ließ sich das gesteckte Ziel bewegung will. Es besteht die Gefahr, daß wilde Erwerbslosen ausschüsse entstehen, wie es schon im Ruhrgebiet geschah und daß die RapD. fich der Sache bemächtigt. erreichen. Die Haltung der Partei zur SPD. ist, wie schon erwähnt, der Schlüssel zum Verständnis der Politik des rechten Der Reichstag hatfich damit nicht nur selbst einen Dienst erwiefen und Zeit für seine gesetzSchließlich werden die Zentralkommunisten als angeberische Initiative gewonnen. Er hat auch die Grundlage gelegt zu einer positiven Beeinflussung der Bergehende Sozialdemokraten angesprochen: waltung und zu ihrer wirklichen Kontrolle. Er hat ferner die formellen Boraussetzungen geschaffen für die gründliche Ordnung der Reichsfinanzen, die neben der Regelung der Einnahmen auch die Regelung der Ausgaben vorausfeßt. Für die Durchführung einer Berwaltungsreform, die eine Ersparnis der öffentlichen Ausgaben bringen foll, ist nämlich vor allem eine ordentliche Etatwirt schaft erforderlich. Entlarvung. Zum Kampf in der kommunistischen Partei. Die Kommunisten find lebhaft damit beschäftigt, sich gegenfeitig zu entlarven. Vor uns liegt ein vertrauliches Rund schreiben der linken Opposition in der Kommunistischen Partei, Semperidem gezeichnet. Darin wird den Zentralekommunisten norgeredet, daß sie die schlimmsten Opportunisten und Arbeiterperräter sind. In diesem Rundschreiben heißt es: Jeder Hinweis und jede Berbindung der Tagesarbeit mit den revolutionären Sielen unserer Partei ist gefchwunden. Die Barter betreibt Steinarbeit, auf dem Boden der gegebenen Berhältnisse, aber ohne jebe Beziehung mit den Endzielen. Die repolutionären Bofungen erstarren zu leeren F1os. teln, bte an Gedenktagen der Revolution mit hohlem Bathos hinausgeschmettert, in der gewöhnlichen Tagesarbeit als Ultralinfer Blödsinn verlacht werden. TO Die politische Arbeit der Bartet fonnte bei einer folchen Grundeinstellung nur von dem einen Gedanken getragen sein: Wir nähern uns rasch der Sozialdemokratischen Partei." Das zeigt sich in erster Linie in der völligen Verkennung der Auf gaben, melche die Partet im November und Dezember hätte erfüllen müssen. Die Erwerbstojen bewegung wurde in sträf ficher Weise vernachlässigt. Eine wichtige Epoche? Im Verlag des Preußischen Statistischen Landes amis erscheint alljährlich statistisches Material zur Auswertung für Kalender usm. Darunter befinden sich die Veränderlichen Tafein für Zeitrechnung und Himmelserscheinungen", die ein Profeffor bearbeitet. | Zentralfomitees. Diese Politik geht weit über Brandler hinaus. Der Rampf gegen die SPD. als Partei ist ab gedämpft, aus der Theorie und Praxis des fleineren Uebels" ist längst die Blod politit geworden. Die Politik der Partei besteht faft nur noch darin, den SPD.- Führern untertänigft mitzuteilen, was getan werden müßte, was aber natürlich nur von der großen Arbeiter partei der SPD., nicht aber von der KPD. allein gemacht werden fann. Aehnlich ist es mit dem ADGB. Der ADGB. muß ist die stehende, schon lächerlich gemachte Phrase unserer Propaganda. Wenn sich Kommunisten untereinander so entlarven", wer wird sie ernst nehmen bei ihren Entlarvungsmanövern gegen die Sozialdemokratie? Pietät. In der Hugenberg- Preffe. Mit dem Grafen Westarp und Herrn Everling hat auch die Hugenberg- Bresse wieber Mut befommen zu nationalistischer Propaganda. Als ihre Leser in Massen zur Einzeichnung für das Boltsbegehren gingen, schmieg fie fein stille. Jezt erzählt der Nacht- Tag" von den Segnungen der Monarchie, von der Pietät einer Republit gegen ehemalige Fürsten nicht in Deutschland, aber in Brasilien. Der letzte Kaiser von Brasilien, Dom Pedro II., muß herhalten. Bon Dom Pedro II. hätte der Nacht- Lag" feinen Befern, die über die Habgier deutscher Fürsten empört maren, auch während der großen Einzeichnungsbewegung ruhig erzählen dürfen. Sie hätten das recht gut verstanden. Die gesamte republikanische Presse hat in dieser Beit Dom Pedros oft genug Karfreitags- Skandal. Mit Rücksicht auf die protestantische Bevölkerung Berlins ift für den Karfreitag ein polizeiliches Berbot aller öffentlichen Aufführunbehandeln. Das seit dem 15. Mai 1913 für die Karwoche bestehende gen erlassen worden, soweit fie nicht religiöse oder legendäre Stoffe Tangnerbot wurde infofern gemilbert, als an den ersten brei Tagen der Woche das Lanzen unbeschränft bis zur Polizeiftunde frei Diese veränderlichen Tafeln enthalten aber auch eine unveränderliche, nämlich die Zusammenstellung der seit einigen der gegeben, am Donnerstag aber nur bis abends 10 Uhr gestattet ist. Es ist nicht recht einzusehen, wie rechtgläubige Brotestanten ein wichtigsten Epochen innerhalb der christlichen Zeitrechnung perfloffenen Sabre"( fo steht es ba). Aus diefer Tabelle erfährt man beispiels. Mergernis daran nehmen können, daß Andersgläubige, denen der Freitag vor Ostern nichts weiter bebeutet als einen arbeitsfreien Tag, meise, daß seit der Entdeckung Ameritas 434 Jahre, seit der Er findung der Gasbeleuchtung 143, feit Entdedung des Radiums 29 unb Neigungen entspricht, fei es nun eine fidele Landpartie ober ein diesen Tag zu der Erholung und Zerstreuung benutzen, die ihren feit der Neuerrichtung des Deutschen Reiches 55 Jahre verflossen flotter Shimmy. Geradezu standalös aber erscheint das generelle find. Die Erfindung des Geschüßes und Bulvers, die Einführung Berbot aller öffentlichen Aufführungen, die nicht religiöse oder legenher Schuhblattern und die Zerstörung Jerufalems stehen hier Jahr däre Stoffe behandeln. Es führt zu der ungeheuerlichen Konsequenz. Mir Jahr friedlich bei einander. Bergeblich aber sucht man nach der baß der herrliche Film,„ Das Blumenmunder", deffen zur Großen französischen Revolution, von der an doch gewissermaßen Andacht stimmende Schau für jeden wahrhaft religiös Empfindenden auch eine wichtige Epoche datiert, ganz zu schweigen etwa pom beutschen Bauerntrieg oder gar halten Sie sich fest, Herr Brodie denkbar schönste und erhabenste Feier bedeutet, am Karfreitag feffort von der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeiter nicht gezeigt wird, mährend der elenbeste, fitfchigste Schmarren agiert werden darf, beffen Stoff" ber palizeilichen Anforderung entspricht. nereins, die ja immerhin eine neue Epoche( feine ganz unmichtige. Bir erwarten bestimmt, daß ble Hauptstadt des Deutschen Reiches Herr Brofeffor!) infofern einleitete, als sie bas organisierte Brole in Butunft nicht noch einmal genötigt wird, auf Grund einer der tariat auf den Kampfplan der Zeit rief. Aber das braucht man in Wilhelminischen Aera entstammenden Polizeiverordnung der euro. einem statistischen Bureau ichließlich nicht zu wissen. Wissen aber päischen Kulturwelt zum Spott zu dienen. müßte man bart, daß im Jahre 1914 ein Weltfrieg begann, der von epochaler Bedeutung" war. Man weiß es auch. In der Tafel ber Epochen zwar fehlt er. Dafür findet sich an anderer Stelle eine ganze Seite mit etwa 50 Schlachtengedentiagen aus 1914 bis 1918. Ja, im eigentlichen Kalendarium zeigt sich sogar noch die Erftürmung Don Düppel 1864, die Eroberung von Alfen 1864, die Schlacht bei Königgräz 1866, Gravelotte 1870 und selbstverständlich Sedan. Jahr für Jahr sind sie da, diese Daten, in treuer Verstaubtheit! Der Schreiber dieser Zeilen hegt seit Jahren die Hoffnung, daß man bies tonservierte Gemüse boch endlich durch frisches Obst ersehen merbe. Reine Spur! Wer es nicht etwa auf andere Weise zufällig erfahren hat, der erfieht auf den Beränderlichen Tafeln für das Jahr 1927" mit felnem Bort, daß wir seit 8 Jahren in einer Res publit leben. Der Sturz aller deutschen Monarchien, die Brotlama tion ber Republit, die Weimarer Berfaffung- bas alles verändert bie unveränderlichen wichtigen Epochen im Preußischen Statistischen Landesamt nicht! Die liebe Sonne scheint an schönen Frühlingstagen natürlich auch dann, menn man in den Bureaus alle Jalousien bicht macht. Und die wichtige Epoche ab 1918 hat wirtlich begonnen, meine Herren! Bielleicht nehmen Sie auch fernerhin feine Notiz davon. Aber eine andere Epoche muß in die unveränderlichen Berän berlichen Tafeln: bie des elettrischen Staubsaugers. Es ist bie wichtigste neuere Erfindung für zahlreiche Amtsstuben der deutschen Republit. Schauspielervorstellung. Am 1. April, nachmittags 3 Uhr, findet tm leinen beater eine Schauspielervorstellung von Das Grab mal bes unbefannien Selbsten flatt Starten im Bureau bes Bezirksverbandes ber Genojenschaft beutscher Bühnenangehöriger, Reithfis. 11, Bimmer 14 Er hat keine Aufwertungs- und Abfindungsforderungen gestellt, er wollte sich nicht auf Kosten des Rolfes bereichern. Er war in dieser Hinsicht das Gegenteil der Hohenzollern, Wittelsbacher, Wettiner und so meiter. Eben barum hat ihn der Nacht- Tag" auch erst nach dem Schluß des Boltsbegehrens entdeckt. Dom Pedro hat in diesem Punkte vornehme Gesinnung offenbart. Das aber ist Voraussetzung für Pietät. Wo aber ist die vornehme Gesinnung bei den deutschen Fürsten? Die Beisetzung Fehrenbachs. Teilnahme von Reichsregierung und Reichstag. Freiburg i. Br., 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem herrlichen, im ersten Frühlingsschmud prangenden Friedhof der Stadt Freiburg, in der Konstantin Fehrenbach seine politische Laufbahn als Stadtverordneter und Stadtrat begann, fand am Montag nachmittag 2½ Uhr die Beerdigung Fehrenbachs statt. Die Stadt Freiburg hat die Bestattung ihres Ehrenbürgers durch einstimmigen Beschluß des Stadtrates auf städtische Kosten vornehmen lassen. Alle städtischen und staatlichen Gebäude hatten auf Halbmast geflaggt. Um 12 Uhr mittags traf der Sonderzug mit dem Reichskanzler und den Reichsministern sowie dem Präsidium des Reichstags und zahlreichen führenden Persönlichkeiten des politischen Lebens aus Berlin Staatspräsidenten und den Oberbürgermeister zum Sterbehaus, um ein. Sie begaben sich nach kurzer Begrüßung durch den badischen den Angehörigen Fehrenbachs das Beileid der Reichsregierung noch persönlich zum Ausdruck zu bringen. Auf den Friedhof wurden nur Trauergäfte mit Einlaßkarten zugelassen. In der Friedhofstapelle, wo Offiziere und Mannschaften der Feuerwehr den Ordnungsdienst versahen, hing zu beiden Seiten des Sarges die schwarzumflorte badische und Reichsflagge. Ungeheuer groß ist die Zahl der am Sarge niedergelegten Kränze, darunter auch der der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die firchliche Feier vollzog Erzbischof Dr. Friz, der das Leben des Berstorbenen in seiner Bielseitigkeit nach der religiösen und der poli tischen Seite hin beleuchtete. Als Vertreter der Reichsregierung sprach Reichskanzler Dr. Luther. sprach Reichskanzler Dr. Luther. Nach ihm sprachen der badische Staatspräsident Trunk und der Präsident des badischen Landtages Dr. Baumgartner. Für den Reichstag gedachte dessen Präsident 2ö be in formvollendeter Rede der Berdienste des Berstorbenen um Bolf und Vaterland. Der Oberbürgermeister Dr. Bender von Freiburg stattete dem Ehrenbürger den Dank der Stadt Freiburg ab. Für den Bundesvorstand des Reichsbanners legte Dr. Birth einen Kranz mit schwarzrotgoldenen Schleifen nieder. Das Reichsbanner Freiburg hatte in ansehnlicher Stärke beim Einlaufen des Berliner Sonderzuges Spalier gebildet und auch an der Beerdigung teilgenommen. Von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion sah man unter anderem die Genossen Hers mann Müller, Breitscheid, Dittmann, Schöpflin und Meier Freiburg. Ferner namen teil an der Beerdigung Bertreter der badischen Landtagsfrattionen, parlamentarische Vertreter aus anderen Ländern Deutschlands und des Auslandes sowie Bertreter einer großen Anzahl firchlicher und weltlicher Organi Bertreter der fationen, denen der Berstorbene angehört hatte. Universität Freiburg und der örtlichen Landesbehörden waren eben falls erschienen. Während der Feier in der Kapelle fang der Männergesangverein Freiburg, dessen Ehrenpräsident der Verstor bene seit langen Jahren war, den Bardenchor. berichtigt der barin genannte rno Frante, daß er feine Ein enthüllter Enthüller. Zu diesem Arfifel in unserer Nr. 72 Rebattionstätigteit ausübe. Seine eifrige Schimpfschreiberei gegen bie Sozialdemokratie bestreitet er nicht. Das fann er auch um so weniger, als er jene Schreiberei, die wir in Nr. 72 behandelten, an alle möglichen Blätter gegen 10 M. Honorar verschickt hat, Dieses Gelb wird der jegige Sozialistentöter auch von der Fahne" erhalten müffen, die das Zeug freudig abgedrudt hat. Roten schüre erschienen ist, statt, an der folgende Mitglieder des Aufsichtsrates teilnahmen: Intendant Richard Dornseiff. Dr. Ludwig Fulda, Generaldireftor Gerft, Generalfetretär Dr. Neftriepte, Oberspiel leiter Albert Batry, Präsident Guftap Rideit, Ministerialreferent Ben Schnigler, Oberregierungsrat Dr. Joachim Tiburtius, Präsident Dr. Ludwig Seelig, Berlagsdirektor Georg Springer, Ministerialrat Lea Ballauer. Die Broschüre bedeutet eine glänzende Rechtfertigung der beiben Besucherorganisationen, deren Berechtigung auch von der Bühnengenaffenschaft im Berlauf der Verhandlungen anerkannt wurde. Sie ist durch die Geschäftsführung der Breußischen Landes. bühne( Berlin SW. 68, Rochstraße 59) gegen Boreinsendung von 1 Mt. zu beziehen. Infernationale Werkbund- Ausstellung in Berlin? Der Deutsche Wertbund hat fürzlich auf einer Sigung seines Borstandes und Ausschusses in Hannover beschlossen, eine große Internationale Ausftellung vorzubereiten. Als Ort fommt Berlin oder eine Stadt im Rheinlande in Frage, als Zeitpunkt etwa 1929 oder 1930, da die wirtschaftliche Lage vorläufig die Durchführung sehr erschweren mürbe. Daraufhin hat sich nun der 1. Borsigende des Wertbundes, Geheimrat Riemerschmidt in Köln, mit dem Reichsminister Dr. Küls als dem Leiter des zuständigen Ministeriums in Berbindung gefeat. Dr. Külg versicherte, daß die Reichsregierung dem Plan großes Intereffe entgegenbringt, und versprach, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Die deutschen medizinischen Fakultäten gegen die Bufarefter Universität. Der Senat der Universität Butarest hat fürzlich ben #befremdlichen Beschluß gefaßt, die Mediziner rumänischer Staats angehörigkeit, die in Deutschland oder Defterreich studieren, Schärfer zu erfaffen. Die Tagung aller deutscher medizinischen Fakultäten hat nun, wie die Deutsche Medizinische Wochenschrift" meldet, einmütigen Protest gegen diese unterschiedliche Behandlung erhoben, die hiernach die bei uns studierenden Rumänen gegenüber den rumänischen Studenten in anderen Ländern erfahren sollen. Der Fakultätentag wandte sich besonders gegen die Motivierung, die ber rumänische Kultusminister diesem Beschluffe gegeben hat, wonach die deutschen Fakultäten den rumänischen Studenten das Bestreben des Examens erleichtern, weil sie an der Tüchtigkeit der Aerzte nicht interessiert seien und sogenannte„ Baltandiplome" ausstellen. Demgegenüber stellen die Fakultäten fest, daß die deutsche Doktor. prüfung, auch wenn fie mangels eines deutschen Reifezeugniffes unter Berzicht auf die ärztliche Approbation abgelegt wird, nach ieber Richtung hin vollgültig ist. Der Umbau des Opernhauses. Der eben erfolgte Beschluß des preußischen Landtags, für den Umbau des Berliner Opernhaufes eine meitere Million zu bewilligen, muß alle Kunstfreunde mit fchmerer Besorgnis erfüllen Gegen die Ergänzungsbauten, wie sie die Bauabteilung des Finanzministeriums durchführen will die Gesamtkosten find vorläufig auf 3,6 millionen berechnet, was ja spätere Mehrtoften nicht auszuschließen pflegthaben die zuständigen Sachverständigenausschüsse fich ausgesprochen. Wenn das Ministerium sie trogdem durchführen will, wäre es Pflicht gewesen, die Pläne zum mindesten der Fachwelt zu unterbreiten, eder sie zu veröffentlichen. Nichts danon ist geschehen. Millionen werden ausgegeben, um eine Anflidung auszuführen, die hinten das Opernhaus verbreitert, mas baulich einfach bedeutet, daß ber alte Organismus zerstört, ein neuer aber nicht gefchaffen wird, daß vorn die Faffade wie eine Baumaste stehen bleibt und hinten das Gebäude und der Plaz zerstört werden. Dieser Umbau, gegen den sich jeder mendet, der von den Plänen weiß, ist ohne aus reichende Kontrolle der Fachleute und der Deffentlichkeit vom Land. tag angenommen worben. Die preußische Boltsvertretung war nicht gut beraten, als sie diese Million bewilligte. Das deutsche Theater und die fulfurellen Besucherorganisationen. Nachdem die Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger in der Zeitschrift Der neue Weg" die kulturellen Besucherorganisationen Deutscher Voltsbühnenverband und Bühnenvolks bund angegriffen hatte, fand im Aufsichtsrat der Breußischen Landesbühne eine weitgreifende Aussprache über das deutsche Theater und die tulturellen Besucherorganisationen, die als Bro Beflchfgung hiftorlicher Wohnräume im Berliner Schloß. Wie der Amtlice Breußische Preffedienst mitteilt, werden vom 4. April an( Diterionntag) auch die im ersten Etod nach der Spree und der Schloßp azieite au gelegenen Räume des Berliner Elosses, die von Friedrich II. und bem lesten König als Wohnung benust wurden und bisher der Deffentlichkeit nicht zugänglich waren, für die Besichtigung neigegeben werden. Diese im Laufe der Jahrhunderte in ihrer inneren Ausgestaltung vielfach geänderten Näume, mit beren Entstehung die besten Namen aus der Berliner Baugeschichte( Schlüter, Nabl, Schinkel, Langbans) verknüpft sind, find anhand historischen Inventar ausgestattet worden. Eingang zur Besichtigung der ber alten Stizzen und Beschreibungen soweit wie möglich wieder mit dem Wohnräume durch das Bortal III unter der Schloßtuppel gegenüber dem Railer- Bühelm- Dentmal Eine Reöl Oesterreichs Sanierungserfolg—«ach Der christlich-sozial« BundeskanAler der deutschösterreichischen Schwesterrepublik hatte gestern nachmittag die Vertreter der reiche« deutschen und deutsch-österreichischen Presse zu sich geladen und hiell ihnen dort die folgende Ansprache. Die positiven Wege, die unsere Volkswirtschaft aus her Enge und Not herausführen sollen, suchen wir In zwei Richtungen. Wir haben in den letzten Jahren«in gar nicht unbeträchtliches Quantum kurzfristiger Kredite aus dem Auslände bekommen. Jetzt müssen wir trachten, diese Kredite in lang- f r i st i g e umzuwandeln, weil nur dadurch unserer Wirtschaft ein Arbeiten auf weite Sicht, vor allem eine systematische Jnvestitions- tätigkeit ermöglicht werden kann. Ebenso wichtig, wenn nicht noch wichtiger, ist für uns die Schaffung einer handelspolitischen Lag«. die uns erlaubt, die unbedingt notwendigen Einfuhren durch hinreichende Ausfuhren industrieller und gewerblicher Er- Zeugnisse zu finanzieren. Damit ist es uns i m A n f a n g e, als man unsere Lebenskraft ebenso wie die Aufnahmefähigkeit unseres inneren Marktes unterschätzte und gewisse feindselige Stimmungen aus der Kriegszeit noch nachwirkten, sehr schwer geworden. Nach und nach hat sich aber die Lage immerhin gebessert. Wir stehen und nach hat sich aber die Lage immerhin gebessert. Durch eine zäh und energisch geführt« handelspolitische Kampagne ist es uns gelungen, eine stattliche Anzahl von Handelsverträgen, darunter auch schon einige richtige Tarifverträge zu schließen, das gegen uns geübte Verbotssystem weitgehend zu beseitigen und mst wenigen Ausnahmen die Meistbegünstigung zu erlangen. Gerade jetzt stehen wir in einem wichtigen Abschnitt der handelspolitischen Aktion, wir führen nach allen Richtungen Verhandlungen, um die bisherigen Verträge zu ergänzen und zu verbesiern, und es erfüllt mich mit Genugtuung, feststellen zu können, daß auch bei unseren VerHand- lungen mit Deutschland stets das richtige Verständnis und das richtige Gefühl gewaltet haben. Wir hoffen, daß durch alle diese neuen Vereinbarungen der Güterverkehr insbesondere mit unseren Nachbarn sich wesentlich stärker entwickeln, daß neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden und die Arbeits- lofigkeit, die schon in den letzten Wochen glücklicherweise etwas ab- genommen hat, sich noch weiter vermindern wird. Meine Herren! Ich habe Wert darauf gelegt. Ihnen in kurzen Zügen die materiellen Ergebnisse unserer im Vertragsverhältnis zum Völkerbund vollbrachten Sanierungsarbeit zu schildern. Lassen Sie mich aber auch mit einigen Worten auf die politische Bedeu- t u n g dieser Sanierungsarbeit hinweisen. Oesterreich war im Sommer 1322 insolg« der außerordentlichen Zerrüttung seiner Stoatssinanzen auch in seiner Unabhängigkeil bedroht. Es schien zu nichts mehr zu taugen, als zu einem Gegenstand« der außenpolitischen Erwägungen anderer Staaten. Dieser Zustand der Unsicherheit ist beseitigt. Es ist mit Händen zu greisen, daß wir uns heut« außenpolitisch und international in ganz anderer Lage al» bei Beginn der Sanierungspolitik befinden. Wir haben, um die« zu erreichen, allerdings einen Teil unserer Souveräni- tat durch die Abmachung mit dem Völkerbund preisgeben müssen, die diesem«in befristetes Recht auf die Kontrolle unserer Finanzen einräumte. Aber auch diesem sozusagen kleineren Hebel, i Rameks. allen Richtungen„freie Außenpolitik.� diesem freiwillig eingegangenen V-rhällnisie einer gewissen AS« hängigkeü vom Völkerbund sind wir eben dadurch, daß wir unseren Verpflichlungen gegenüber Genf mit Gewissenhaftigkeit nachkamen. entwachsen. Sie wissen, daß die vom Generalkommissiar Dr. Zimmer- mann in den letzten Jahren ausgeübte tiefgreifende und umfassend« Kontrolle mit Anfang dieses Jahres zu bestehen aufgehört hat, und daß fortab nur die für den Dienst der Anleihe hingegebenen Pfänder, das Tabakmonopol und das Zollgefälle, unter Kon- trolle stehen. In formaler Hinsicht wird das Ende der Kontrolle Mitte dieses Jahres gekommen sein, wenn wir dem Völker- bund den Rechnungsabschluß für 1925 vorgelegt haben werden. Aon da an sind wir wieder im Vollbesitz auch unserer finanziellen Souveränität. Nach der soeben gegebenen Schilderung wird es begreiflich er- scheinen, daß wir dem Völkerbunde mit dankbaren Empfindungen gegenüber stehen, so wie man ja auch in Gens niemals«ln Hehl daraus gemacht hat, daß die österreichische Aktion und ihr Erfolg zur Stärkung der internationalen Geltung des Völkerbundes beigetragen haben. Wir selbst verdanken es dieser Aktion und unserer durch ste gefestigten finanziellen und wirtschaftlichen Lage, daß wir eine nach allen RIchlungen hin von Bindungen frei« auswärtige Politik machen und die in diesem Augenblick wichtigste nationale Aufgabe» die uns oblag, erfüllen tonnten: die Aufgabe, das äst er« reichische Volk lebensfähig und zukunftsfähig zu erhalten. Es ist überflüssig zu betonen, daß unsere auswärtig« Polttik durchaus friedlich ist, daß wir ein möglichst gutes Ver- hältnis zu allen unseren Nachbarn wünschen und darüber hinaus an der Befestigung des Friedens in ganz Europa und an der Schaffung einer versöhnlichen Stimmung unter allen Nationen und Staaten aus das stärkste interessiert sind. Aus diesem Gesichtspunkte haben wir den Abschluß des Pakles von Locarno begrüßt, der Deutschland» wiedergewonnene Weltgeltung zugleich mit einem weithin sichtbaren Zeichen des europäischen Friedenswillens verknüpfte. Als bei der letzten außerordentlichen Tagung des Völkerbundes Deutschlands Ein- tritt in diesen und in den Rat vollzogen werden sollte, haben wir es in Oesterreich als selbstverständlich betrachtet, daß der österreichisch« Bundeskanzler bei einem so wichtigen und feierlichen Akt sein Land persönlich vertreten müsse. Ueber die letzten Cr- cignisse in Genf ist hier kaum der Platz zu sprechen. Es ist wohl sicher, daß im Herbst geschehen wird, was jetzt insolge eines Zu- sammenwirkens ungünstiger Umstände unterblieb, und daß zu unserer mitfühlenden Freude und Genugtuung Deutschland dann auch In diesem Areopag der Nationen die ihm gebührende Roll««in- nehmen wird. * Nachdem der Bundeskanzler geschlossen hall«, stellten zahlreich« Pressevertreter im Privatgespräch noch viele Fragen an Dr. Ramek, bei deren Beantwortung er jedoch naturgemäß nichts Aufsehen. erregendes gesagt hat. Es ist bekannt, daß das verbof der vereinl- gung Deutsch-Oesterreichs mit dem Deutschen Reiche durch einmüligeu Beschluß des völkerbundraies ausgehoben werden kann. Aber es tft begreiflich, daß die Republik Oesterreich, die überdies im Völkerbund» rat nicht vertreten äst, angesichts der noch in letzter Zeit betonten An« schlußgegnerfchaft mehrerer Ententestaaten für die nächst» Zukunft nicht beabsichtigt, einen dahingehenden Antrag an den Rat zu richten. Gestern abend ist Dr. Ramek mit den ihn begleitenden Der« tretern der Wiener Regierung nach Prag abgereist Eine Ehrung für Severing. Sechs Jahre preußischer Innenminister. Am 23. März jährte sich zum sechsten Male der Tag, an dem Genosse Severing die Zügel des preußischen Innenministeriums er- griffen und— unbeirrt durch alle Anfeindungen und Verleumdungen — dieses schwierigst« und verantwortungsvollst« aller preußischen Aentter zum Heil und Nutzen der Republik verwaltet hat. Die preußische Landtagsfraktion brachte bei dieser Gelegen- hell ihre enge Verbundenheit mit dem Genossen Severing zum Aus- druck, indem sie ihm seine von Professor Kolbe gefertigte Porträt- büste, ein Kunstwerk von hohem Range und schönster Lebhastigkett des Ausdruckes, in Bronze überreicht«. Deutfthnationale Zinanztünste. Bazilles Haushaltsplan. Aus Stuttgart wird uns geschrieben: Dem württembergischen Landtag ist vor einigen Tagen der Staatshaushaltsplan für 1326 und 1927 überreicht worden. Er verrät auf den ersten Blick seine Herkunft. Der deutschnationale Finanzminister Dr. Dchlinger schlägt eine Herabsetzung der staatlichen Kata st er steuern von 8 aus 5� Proz. vor. wodurch der Ertrag dieser Steuer von 29,5 Millionen auf 21 Millionen Mark zurückgeht. Diesen Steueraussall, der durchaus der Industrie und der Landwirt- schaft zugute kommt, will die Regierung dadurch decken, daß sie den Jahresertrag der Gebäudeentschuldungssteuer(M i« t z i n s st e u e r) von 1S.7 Millionen auf 35,6 Millionen steigert. Davon sollen nur 15.6 Millionen dem Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden: der Rest wird zur Deckung allgemeiner Staatsausgaben verwendet. Die Regierung Bazille-Dehlinger vollbringt mit diesen Finanzplänen wieder ein Meisterstück. Da die land- und forstwirt- schaftlichen Gebäude in Württemberg von der Mietzinssteuer befreit sind, so müssen diese 35.6 Millionen Mark in der Hauptsache von der steuerlich ohnehin überlasteten städtischen Bevölkerung aufgebracht werden. Industrie und Land- Wirtschaft erfahren aber gleichzeitig eine fühlbare steuerliche Eni- lastung. Für Herrn Bazille ist die Gebäudeentschuldungssteuer heute das .Kernstück der steuerlichen Deckungsvorschläge", dieselbe Steuer, die der Staatspräsident, solange er Oppositionsführer war. ieidenschast- sich bekämpfte und als unmoralisch bezeichnete. Das deutschnationale Finanzgenie Dehlinger macht sich die Belancierung seines Haushalts noch besonders leicht durch ein« völlig unzureichende Ueberweisung der Reichssteueranteile an die Gemeinden, die nirgends so schlecht behandelt werden wie in Württemberg. Um das Maß voll zu machen, überwälzt der Staat weitere Millionenlasten für die Schulen ebenfalls aus die Gemeinden, die nicht mehr wissen, wie sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auskommen sollen. Die Sozialdemokratie wird in der bevorstehenden Generaldebatte zum Staatshaushalt die Finanzkünste der württembergischen Regierung wirksam beleuchten. Moröbube oöer Schwwüler? Tie Untersuchung über daS geplante Severing-Attentat. Die weitere Untersuchung des geplanten Attentats gegen den preußischen Mini st erSev«ring liegt nunmehr ausschließlich in den Händen der Oppelner Polrzei. Die noch Dppeln ent- sandten Berliner Beamten stnd inzwischen wieder zurückberufen worden. An zuständiger Stelle steht man auf Grund der in den letzten Tagen angestellten Ermittelungen aus dem Standpunkt. daß der von bestimmter Seite geäußerte Verdacht.«» Handel» sich bei der ganzen Sache um einen aufgelegten Schwindel, nicht haltbar sei. wenngleich«ine restlose Aufklärung erst nach einer Vernehmung des in der Tschechosiowatei festgesetzten Lehrer, Gruschczyg durch deutsche Beamte möglich sein wird. Diese Untersuchung muß vor allen Dingen klären, wer der Empfänger des Brisfes sein sollte, da Gruschczyg hierüber bisher keine Angaben gemacht hat und da andererseits die Kuhhirten, die den Brief auf- gefunden haben, den Briefumschlag fortwarfen. Ein Luslieferungs- ont'-ag seitens der deutschen Behörden wird vielfach als ziemlich aussichtslos angesehen. Dagegen rechnet man damit, daß Gruschczyg. der ohne Paß in die Tschechoslowakei eingereist ist, aus diesem Grunde von der tschechischen Polizei nach der Grenze abgeschoben wird und alsdann festgenommen werden kann. Die Oppelner Polizei hat inzwischen Feststellungen über da» Vorleben de» Gruschczyg gemacht. Danach hat dieser früher zunächst eine Zeitlang de»' oberschlesischen Selbstschutz angehört und war alsdann Mitglied«iner Reihe anderer rechtsstehender Verbände, wobei er ziemlich regellos von einem Verband zum anderen überschwenkte. Auch mit den oberschlesischen Stellen der deuts hvölkischen Freiheitspartei hat Gruschczyg in Beziehungen gestanden, deren Art jedoch noch nicht vollkommen geklärt ist. Diese Spuren werden jedoch verfolgt. Schlägerei völkischer unü KommirNen. Eine völkische Versammlnng gesprengt.— Sechs Verletzte. Leipzig, 23. März.(WTD.) Die nationalsozialistische Partei hatte für heute abend im Zoologischen Gartest eine groß« Kundgebung gegen den Sowjetismus angesetzt, bei der Pros. Gregor»den sollte. Gleich nach Eröffnung der Versammlung fiel ein Schuß, woraus die Menge auseinanderstob. Im Saale wurden viel« Mobeistücke zer- trümmert. Auf der Straße kam es zu schweren Schlägereien zwischen Kommunisten und Rationalisten. Bis fetzt sind sechs verletzt«. darunter ein Polizeibeomter. sestgestellt. völkische pleite. Bettelbriefe und Zlnlcthe«. Aus Dresden wird uns geschrieben: Eine fürchterlich« Pleite ä«igt der„Hakenkreuz-Verlag" und das..Deutschschriftenhaus" in Hellera'u bei Dresden an. deren verantwortlicher Letter Bruno Tanzmann in einem Schreiben an seine Gläubiger«in er- schütterndes Vild vom Niedergang der völkischen Bewegung in Deutschland entwirft. Da» Unternehmen, das bei Abschluß der In- slationszeit nicht nur schuldenfrei gewesen ist. sondern sogar über »inen größeren Devisenbestand verfügt«, verlor die gesamt«„Slus- londskunbschast" in Oesterreich und in Sudetendeutschland und offen- sichtlich auch die Mehrzahl seiner.�nlandskundschoft" trotz aller Zeitschriften und.�akenkreuzsahrweiser". Dom.Jahrweiser 1326". einem Hakenkreuz-Kalender übelster Qualität, lagern noch 46 030 bi» 50 000 Stück in Hellerau. ohne irgendwie Verwertung zu finden. Run erhofft das Unternehmen die Rettung aus seiner Finanznot durch die Herausgabe einer neuen völkischen Dichtung, genannt �Känigslied" von Heinar Schilling. Nach dem Urteil des„berühmten nationalen Vorkämpfers" Dr. Max Maurenbrecher soll dieses Werk so wunderbar sein, daß„selbst Richard Wagners.Ring" wie ein rührseliges 13. Jahrhundert vor ihm verblaßt". Trotz dieser«armen Empfehlung haben sich jedoch anstatt der erwarteten 43333 lediglich 243 Subskribenten gesunden, darunter der deutsch« Kronprinz und— A d o l f H i t l« r. So mußte der völkische Verlag zu„Dar- lehen" und„Bürgschaften" übergehen, um 30 033 Mark Kredit zu erlangen. Er tröstet sich in seinem Bettelschreiben mit der a l l g e- meinen völkischen Pleite der letzten Zeit. So habe die Zeiwng „Friderieus" eine Anleihe von 100 333 M. aufgenommen und die„Deutsche Zeitung" hätte schon vor dem Kriege 5 Gold- Millionen Schulden gehabt.— Schöne Zustände! Knoppstbost unü �ngejlelltenverstcherung. Nach der Aufhebung der Toppelverficheruug. Nachdem für die Bergbauangestellten die Doppelversicherung in der Knappschaft und in der Angestelltenversicherung ausgehoben ist. kommt e» darauf an, zwischen diesen beiden Trägern der Ver. sicherung ein wirklich«, Gegenseitigkeibs verhält- nis zu schassen. In der Regierungsvorlage war nur vorgesehen. daß die erworbenen Anwartschaften beim Uebertritt von der einen in die andere Versicherung aufrechterhallen bleiben. Die sozial- demakratischtl Fraltion verlangte bei den Ausschußberatungen des Reichstags in den l«tzt-n Tagen, daß die»sitragszeiten gegenseitig auf die Wartezeit angerechnet werden solle». Angesicht- der verschiedenen Wartezeiten und Leistungen wurde schließlich ein sozialdemokratischer Dorschlag angenommen. der dahingeht, daß je vier Beitragsmonat« in der Angestellten. Versicherung gleichgesetzt werden einem Beitragsmonat in der Pen. sionskasse der Knappschaft. Der weiter» sozialdemokratisch, Antrag. auch umgekehrt einen Beitragsmonat der Knappschaft beim Ueber- tritt In die Angestelllenoersichsrung vier Bettragsmonaten derselben gleichzustellen, wurde von den bürgerlichen Parteien abgelehnt. DI« Wanderversicherung ist demnach für die An- gestellten ganz einseitig geregel». Für Mitglieder der Arbeiterpensionskasse in der Knappschaft, die später außerhalb des Bergbaus Angestellte werden, sind die Beschlüsse d«» sozialen Ausschusses noch ungünstiger. Für sie gelten lediglich die Bestim- mungen der Wanderversicherung zwischen der allgemeinen An. gestellten- und Invalidenversicherung. Eine Anrechnung der in der Albeiterversicherung geleisteten B-Itragsmonate auf die Wartezeit in der späteren Angestelltenoersicherung findet überhaupt nicht statt. Ein diese» Unrecht aushebender Antrag der Sozialdemokratie wurde abgelehnt. Die weiteren Beschlüsse de» Ausschusses geben den Mitgliedern der Knappschaft die Möglichkeit, nach dem Ausscheid«, ihr» erworbe- nen Anwartschaften durch Zahlung«iner Anerlennungs- gebühr aufrechtzuerhalten oder aber sich freiwillig weiter z v v« r f i ch e r n. Der sozialdemokratisch» Antrag, wonach bei den aus dem Bergbau ausscheidenden Aibeitern und Angestellten di« spätere Pflichtversicherung in der Invaliden, oder Angestellten- Versicherung der Zahlung einer Anerkennungsgebühr gleich zu er. achten ist. ist ebenfalls von den bürgerlichen Parteien geschlossen abgelehnt worden. t Der sthlafenüe Richter. Ein Grund zur Revision. Bisher hatte das Reichsgericht angenommen, daß das Schlafe» eines Richters während der Verhandlung keinen Revisionsgrund darstelle. Im Gegensatz dazu hat der 1. Strafsenat de, Reichsgerichts diesen Standpunkt jetzt aufgegeben und in einem konkreten Falle u. a. grundsätzlich ausgeführt, daß da» Schlafen eines Richters während der Verhandlung einen Revisionsgrund abgeben könne, wie ans§ 338 der Straf« Prozeßordnung herzuleiten sei. Ein Gericht sei dann nicht als vor« schriftsmäßig besetzt anzusehen, wenn einer der Richter nicht fähig sei. die Vorgänge in der Hauptverhandlung wahrzunehmen. Daher können auch Blinde und Taube nicht als Richter tätig sein. Dasselb« müsse für Richter gelten, welche in so tiefen Schlaf verfallen seien, daß sie die Vorgänge in der Hauptoerhandlung nicht mehr wahr» nehmen. Irieüensverhanölungen in Ehina. Der sowjetfreundliche General Lutschunglin ziehtsich zurück Peking, 29. März.(MTB.) Der Oberbefehlshaber der hiesige« Kuomintschutruppen L u t s ch u n g l i n gibt bekannt, daß er den Rückzug der Notionalarmee auf der ganzen Linie angeordnet Hab«, weil er glaube, ohne weiteren Kampf zum Frieden gelangen zu können. Dt« Armee werde sich während der Friedensverhand« lungen ruhig verhalten. Bis dahin übernimmt Lutschunglin tu« volle Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ordnung in Peking. Lutschunglin erklärte, durch die Verkürzung der Der- bindungslinien sei die Stellung der Nationalarmee stärker denn je geworden. Die Stahlhelm« schießen. Zu diesem Bericht in Nr. 70 vom 24. März schreibt uns oic Jungdoleitung. daß der Leutnant a. D. Schmidt. Jauer. nicht„Hochmeister de» Jungdeutschen Ordens" sei und ihm niemals angehört habe, Gegen die Srlegsschuldlllge. Die im„Weltbund für Völker« freundichast" orpanisierlen amerikanischen Kircben erklären in einem nach Deutschland aerichteten Schreiben; Die Untersuchung der KriegSschulbfrag, sei gegenwärtig noch nicht auSstchiSrci« und könne di« Besserung der internationalen Beziebungen gefährden. Jedoch glaube heut« kein geistig gesunder Mensch noch an di« alleinig» Schuld einer Nation. Jeder Wiste heut,, daß die Vor« bedingungen de« Weltkriege« durch viele Nationen geschaffen seien. Da« völkerbundgrundstück. Gemäß dem Beschluß der außer» ordentlichen BundeSiagung kaufte der Generalsekretär de« Bundes »in große« Grundstück für 1 130 000 Schweizer Franken. Hierauf soll da« neue Gebäude für das Generalsekretariat und den Ber« sammlungssaal errichtet werden. Der Streit zwischen Chile und Pen, um da» Tacua-Arica-Gebißt, in dem»in« Volksabstimmung statifinden sollte, ist dadurch bei« gelegt, daß auf den Vorschlag der Vereinigten Staaten Bolivien da» umstrittene Gebiet und damit einen Zugang zum Stillen Ozean erhält. Gewerkschaftsbewegung Albert Thomas über die Londoner Konferenz. Baldige Ratifizierung zu erwarten. Bauarbeiter als Bautontrolleure einzustellen. Der im Juft vorigen Jahres vom Reichsarbeitsminister an die Landesregierungen versandte Entwurf einer Berordnung zum Schutze der Bauarbeiter wurde als vollkommen unzureichend bezeichnet und die Landesregierungen aufgefordert, diesem Entwurf ihre Zustimmung zu versagen. Schließlich wurde die Schaffung von Bauarbeiterschußfomitees als unerläßliche Borbedingungen zur Verbesserung des Bauarbeiterschutzes gefordert. Die Eisenbahner und die Reichsbahnklage. Der Reichsdienst" meldet: Die deutschen Eisenbahnerverbände haben sich in den lezten Tagen mit der Frage ihrer weiteren Stellungnahme in der Angelegenheit der Durchführung der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches beschäftigt. Die Eisenbahner stehen auf dem Standpunkt, daß eine erkennbare Besserung der Blaze erscheine, daß zunächst das Urteil des Reichsbahngerichts als Betriebslage bei der Reichsbahn eingetreten sei und es daher am der von der Deutschen Reichsbahn allein für zuständig befundenen Instanz abgewartet werden soll.(?) Die Eisenbahner werden also den Spruch des Reichsbahngerichts abwarten, falls der Termin des Zusammentritts sich nicht solange hinauszieht, daß inzwischen die Termine für eine Revision im ordentlichn Verfahren verstreichen. * Auch die BS.- Korrespondenz bringt eine längere Meldung über den Rechtsstreit zwischen den Eisenbahnerverbänden und der Reichsbahn, allerdings anderen Inhalts. Nach dieser Meldung steht der Entschluß der Verbände noch aus. Wir geben diese Meldungen nur unter Vorbehalt. Es war uns nicht möglich, in den Abendstunden nach Erhalt der Meldungen noch einen Vertreter des EinGenf. 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Am Montagnachmittag hat Direktor Albert Thomas vom Internationalen Arbeitsamt den Pressevertretern eine orientierende Aufklärung gegeben über den Verlauf der Arbeitsministertonferenz in London und die Bedeutung der auf der Konferenz getroffenen Vereinbarungen zum Washingtoner Arbeitszeitabkommen. Thomas erklärte sich von dem Ergebnis der Konferenz um so befriedigter, als er der Ronferenz nicht ohne gewisse Befürchtungen entgegengesehen hatte. Die fehlgeschlagene Ministerkonferenz in Bern vom Ottober 1924 hatte ihn steptisch gemacht: außerdem galt es nicht als ausgeschlossen, daß man bei Interpretationsversuchen des Arbeitszeitabkommens zu einem sozialen Locarno", d. h. zu einem Sonderfommmen einer Staatengruppe, gelangte, das schwer in den Rahmen eines Abkommens hineinzubringen gewesen wäre. Diese Befürchtungen haben sich dann aber glücklicherweise nicht betätigt. Es konnte vielmehr eine fast restlese Einigung der Auffassung erzielt werden. Man gewann dabei allgemein die Ueberzeugung, daß heute im großen und ganzen die Arbeitszeit in allen europäischen Ländern um 8, 8½ bis etwa 9 Stunden pro Tag herumpendelt. Die scheinbaren Differenzen liegen zumeist darin, daß die Länder mit einer umfassenderen Festlegung der 48- Stunden- Woche dafür mehr leberstunden haben, während z. B. Deutschland, das noch eine größere Anzahl von Tarifverträgen mit 52 bis 54 Arbeitswochenstunden befizt, daneben viel weniger Ueberstunden aufweist. Besonders unterstrich Thomas die Verständigung über die Arbeitszeit der Eisenheitsverbandes zu sprechen. Wir halten es jedoch für ausgeschlossen, bahner und über den Begriff„ Landeskrise" nach Artikel 14 des Abkommens. Die Konferenz hat der Auffassung beigepflichtet, daß die internationale Regelung des Arbeitsverhältnisses allen anderen Verpflichtungen vorauszugehen habe, wie das im Bölkerbund z. B. bei der Aufstellung des österreichischen Finanzprotofolls auch festgelegt worden sei. Die Bedeutung des Londoner Arbeitszeitabkommens liege darin, daß, nachdem die wichtigsten Industrieländer Europas sich nunmehr darüber verständigt haben, die Ratifikation des Washingtoner Abkommens rasch vor sich gehen werde. Eine Verpflichtung, diese Ratifikation an einem bestimmten Zeitpunkt vorzunehmen, sind die in London vertretenen Staaten ( Deutschland, England, Frankreich, Belgien und Italien) nicht eingegangen; doch sind in allen diesen Staaten die Vorbereitungen für die Ratifikation so weit fertgeschritten, daß man in Kürze auf ihre Berwirklichung wird rechnen können. Jedenfalls fönne nach dem Londoner Abkommen feiner der vertretenen Staaten das Washingtoner Abkommen mehr ablehnen. Für Bauarbeiterschuh. Eine Konferenz des ADGB. für das Rhein- Maingebiet. Köln, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Im Kölner Volkshaus tagte am Sonntag eine start besuchte Bauarbeiterschutz tonferenz für die Provinzen Rheinland, Westfalen, HessenNassau und die Freistaaten Lippe und Hessen. Die Konferenz befaßte sich mit den wichtigsten Fragen des Bauarbeiterschutzes, der immer noch stark vernachlässigt wird und auch bei den Regierungen noch nicht die notwendige Beachtung gefunden hat. Ueber die Aufgaben der Baukontrolleure bei der Bekämpfung der Berufsgefahren fprach Genosse Sachse vom Vorstand des ADGB. Er fonnte in feinem Vortrag eine Reihe erschütternder Zahlen über Unfälle im Bauarbeiterberuf anführen. Genosse Jansen- Düsseldorf be handelte die Zusammenfassung der Bauarbeiterschußbestrebungen nach Bezirken. Für Rheinland- Westfalen wird ein Landeskomitee für den Bauarbeiterschuh mit dem Sig in Dortmund gebildet, für den Freistaat effen ist eine solche Kommission bereits geschaffen. In mehreren Entschließungen wurden die Wünsche der Versammlung niedergelegt. Die Gemeinden und Kreise wurden aufgefordert, zur Eindämmung der baugewerblichen Berufsgefahren ausreichendes Personal bereit zu stellen und vor allem erfahrene daß die Eisenbahnerverbände den Spruch des Reichsbahngerichts irgendwie für bindend ansehen können. Es kann sich höchstens darum handeln, die Reichsbahn zu zwingen, Farbe zu bekennen. Unterliegt sie vor dem Reichsbahngericht, dann wird sich zeigen, ob sie sich dem Schiedsspruch unterwirft. Notschrei russischer Arbeiter in Worms. Die Erwerbslosen ,, fürsorge". Man schreibt uns:„ Wir sind eine Gruppe ehemaliger russischer Kriegsgefangener in der Stadt Worms am Rhein und ihrer Umgebung. Unsere Gruppe zählt gegenwärtig 25 Mitglieder. Die meisten sind verheiratet und haben Kinder, denen sie Nahrung und Kleidung beschaffen müssen. Dies wird uns jetzt unmöglich gemacht. Wir sind zum größten Teile Handwerker: Tischler, Maler, Bauarbeiter und dergleichen. Als wir noch Arbeit hatten, zahlten wir wöchentlich 2,80 m. an die Krankenkasse, 2,60 m. Steuer, 2,20 m. Invalidenversicherung und 70 Pf. für die Arbeitslosen= fürsorge. Im ganzen bezahlten wir also wöchentlich an Abgaben 8,30 M. und waren in dieser Hinsicht den deutschen Are beitern völlig gleichgestellt. Wir waren infolgedessen überzeugt, daß im Falle von Arbeitslosigkeit wir dieselven Rechte auf Unterstügung haben werden, wie unsere deutschen Genossen. Wir befanden uns jedoch im Irrtum. Als wir stellungslos wurden, weigerten sich die städtischen Behörden, uns irgend= welche Unterstützung zu gewähren. und Gesuche blieben ohne Erfolg. Als Russen war uns Alle unsere Klagen die Beschäftigung bei den öffentlichen Arbeiten der Stadt unmöglich gemacht. Es wurden an uns feine Karten verteilt, die allein das Anrecht auf Unterbringung bei den öffentlichen Arbeiten geben sollten. Den Unternehmern, die uns bei sich beschäftigen wollten, wurde mit hohen Geldstrafen gedroht. Wir hungern schon feit einigen Wochen. Wenn wir in nächster Zukunft teine Arbeit oder Unterstützung bekommen, sehen wir uns dem Hungertode ausgeliefert. Unsere Lage ist hoffnungslos. Wir wollen hoffen, daß dieser Appell an die zuständigen Behörden in Worms seine Wirkung nicht verfehlt. Die Bureaukratie darf nicht soweit gehen, mit Menschenleben Schindluder zu treiben, auch dann, wenn es sich um ehemalige Kriegsgefangene handelt. Die Kartonnagefabrikanten auf dem Kriegspfad. Gegen die Verordnungen des Reichsarbeitsministeriums. Es ist in den letzten Monaten wiederholt vorgekommen, daß Unternehmerkreise die Anordnungen des Reichsarbeitsministeriums nicht ausführen. Einen neuen Beweis dafür liefert der Mißbrauch der Anordnung über Kurzarbeiterfürsorge durch den Zentralverband deutscher Kartonnagefabri tanten. Der Verband weist in einem Rundschreiben vom 15. März seine Mitglieder unter Berufung auf die Anordnungen des Reichsnicht etwa aussehen zu lassen, sondern zu entlassen, und zwar arbeitsministers an, bei schlechtem Geschäftsgang die Belegschaften noch vor dem 1. Mai, da andernfalls die Arbeitnehmer noch Anspruch auf Ferienbezahlung auf Grund des§ 38 des Tarifvertrages hätten. Um die Rechtslage flarzustellen", empfiehlt der Verband, die Arbeitnehmer bei der Entlassung ausdrücklich auf das Erlöschen ihrer bisherigen Urlaubsansprüche hinzuweisen, damit die Unternehmer bei späterer Wiedereinstellung vor der Feriengewährung geschützt sind. Die Anordnung des Reichsarbeitsministers betont dagegen, daß bei Entlassungen von Arbeitnehmern an Stelle von Werksbeurlaubungen oder Arbeitsaussetzung der Arbeitgeber dem Arbeiter gegenüber die Verpflichtung übernimmt, die Entlassenen bei Besserung der Wirtschaftslage bevorzugt wieder einzustellen und ihnen den Genuß der Vergünstigungen zu erhal ten, die durch längere Zugehörigkeit zum Betrieb erworben wurden. Was gedenkt der Reichsarbeitsminister gegen die Sabotage seiner Anordnung durch den Kartonnagefabrikantenverband zu tun? Die Pfändbarkeit der Notstandsarbeiterlöhne. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst aus einem Runderlaß des Wohlfahrtsministers( III. R. I. 1101) mitteilt, ist die Vergütung der Notstandsarbeiter nach§ 9 der Bestimmungen des Reichsarbeitsministers über öffentliche Notstandsarbeiten vom 30. April 1925 nicht der Erwerbslosenunterstützung gleichzusehen. Die Notstandsarbeiterlöhne stehen daher auch nach Ansicht des Reichsarbeitsministers dem Arbeitslohn freier Arbeiter hinsichtlich der Pfändbarkeit gleich. In welchem Umfange jedoch die Pfändung möglich ist, wird sich nach den allgemeinen Bestimmungen über die Pfändbarkeit zu richten haben. Die Entscheidung dieser Frage wird den Gerichten überlassen bleiben müssen. Tariffündigung im Metallgewerbe des Saargebiets. Saarbrüden, 29. März.( Mtb.) Die beiden Bergarbeitererganisationen sowie die beiden Metallarbeiterverbände( freier und christlicher) des Saargebiets haben heute der Direktion der französischen Saargruben den am 15 Dezember in Kraft getretenen Lohntarif gekündigt. Die Kündigung erfolgte, da die Teuerung seit Dezember um 5,6 Proz. gestiegen ist und infolge der Frankenentwertung die in den letzten Tagen allein 8 Proz. beträgt mit einer weiteren Verteuerung der Lebenshaltung zu rechnen ist. Der Internationale Ausschuß des JGB. für Arbeiterbildung wird am 17. April in Brüssel eine Tagung abhalten. Sie dient der Errichtung eines Internationalen Verbandes der Arbeiterbildungsorganisationen. Der Konferenz werden u. a. Spencer Willner von der American Federation of Labour und Genosse Bramsnaes, Finanzminister von Dänemart, betwohnen. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Sierzu 3 Beilagen und ,, Unterhaltung und Wissen". Wir erheben Einspruch gegen eine solche Behandlung und richten unseren Protest an alle, die noch nicht von ihrem Gewissen und Berlaasanstalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SW 68 Lindenstrake 3. und Menschlichkeitsgefühl verlassen sind." Underberg Semper idem. gründles Ba Albrecht Gegründet 1846. Underberg Albreakt Rathome in Thelabers iger Fabrian Semper iden Dar is veralegal Underberg Das Publikum, welches meine Ware kaufen will, verlangt nicht immer ausdrücklich ,, Underberg", sondern Boonekamp oder echten Boonekamp und glaubt, besonders im letzteren Falle, dass ihm dann mein Fabrikat ,, Underberg" geliefert werden müsse. Diese Auffassung ist irrig. Das Wort„, Boonekamp" ist Freizeichen und kann deshalb von Jedermann gebraucht werden. Darum bringe ich seit dem 14. Oktober 1916 mein Fabrikat, dessen Zusammensetzung streng gewahrtes Geheimnis meiner Firma ist, nur noch unter der Warenbezeichnung Underberg in den Verkehr. Die Warenbezeichnung„ Underberg" und der Wahlspruch ,, Semper idem" sind mir gesetzlich geschützt. Unter diesen Bezeichnungen darf daher nur mein Fabrikat feilgeboten oder verkauft werden. Ausserdem sind mir auch Ausstattung, Etikett und Vignette meines Fabrikats( vergl. nebenstehende Abbildung) geschützt, und zwar sowohl in ihrer Gesamtheit, wie in den charakteristischen Einzelheiten. Die Fabrikation des ,, Underberg", welcher aus den edelsten Kräutern und feinstem Weinsprit hergestellt wird, erfordert viele Monate. Derselbe ist deshalb nicht mit anderen Bitterfabrikaten, speziell mit solchen, welche aus Essenzen hergestellt und in 1-2 Tagen trinkfertig sind, zu vergleichen.„ Underberg" bildet eine Klasse für sich. Sein Wert liegt in der einzig dastehenden, anerkannt vorzüglichen Qualität, die seit der Gründung im Jahre 1846 stets dieselbe geblieben ist, getreu seinem Wahlspruch Semper idem Bei Magenverstimmungen und Verdauungsstörungen hat sich ,, Underberg" seit beinahe 80 Jahren als wirksamstes Hausmittel bewährt. Underberg" sollte in keiner Familie fehlen. Man verlange stets ausdrücklich ,, Underberg". H. Underberg- Albrecht in RHEINBERG( Rhld.) Lager: Berlin SW 48, Friedrichstr. 237. Telephon: Lützow 3073. Gegründet 1846. fr. 149 43.Jahrgang foot of e gainnolepildus ni 1. Beilage des Vorwärts 20 Wohnungen zu 3 Zimmern Bacl, elektr Licht. helauert Geht man heute durch die Bezirke der Außenstadt, fällt einem als erstes die rege Bautätigkeit auf, die dort entfaltet wird. Bei vielen Wohnungsuchenden werden sich da die Hoffnungen, erneut beleben, und auch mancher, der in dem Besitz einer eigenen Wohnung ist, mird erleichtert aufatmen. Wie hoch sind nun die Mieten dieser neuen Wohnungen? Davon hängt ja legten Endes alles ab. Und leider, das muß gleich eingangs gesagt werden, stellen fich die Mieten für diese Wohnungen so hoch, daß sie der Mann mit schmalem Einkommen nicht bestreiten kann. 12000 neue Wohnungen. Im Jahre 1926 werden in Berlin voraussichtlich 12 000 ohnungen hergestellt werden. Diese 3iffer ist sehr niedrig im Bergleich zu der Zahl der in Berlin fehlenden Wohnungen, die in den amtlichen Stafiffifen auf 100 000 angegeben sind. Nach dem Be völkerungszuwachs und der Zahl der Eheschließungen entsteht in Berlin ein jährlicher Bedarf von 16.000 Wohnungen, so daß also trog der Steigerung der Bautätigkeit in diesem Jahre noch nicht einmal soviel Bohnungen gebaut werden als nötig mären, um die zukommenden Wohnungsuchenden unterzubringen. Daraus ergibt fich, daß die Wohnungsnot in Groß- Berlin sich immer noch im steigenden Stadium befindet. Den Hauptteil an der Förderung der Bautätigkeit fällt der Wohnungsfürsorge gesellschaft Berlin zu. Die Aufgabe der Gesellschaft ist die gemeinnügige För derung des Wohnungs- und Siedlungsmefens. Eine eigene Bautätigkeit entfaltet fie nicht, vielmehr überträgt sie gemeinnützigen Gesellschaften, zu denen auch die städtischen Gesellschaften gehören, den Wohnungsbau unter Zahlung von Zuschüssen. Bestimmt find diese mit den Zuschüssen der Wohnungsfürsorge hergestellten Wohnungen für Minderbemittelte, Kriegsbeschädigte und finderreiche Familien. An Ausländer dürfen sie nicht abgegeben werden. Mit 47] Onkel Moses. Roman von Schalom Asch. Schlojme, wohin gehst du? Ich lasse dich nicht gehen!" fchrie Chane Rosa und faßte Schlojme beim Rock. Marsch, marsch, nach Hause. Juden, kommt!" Und die Landsleute marschierten hinaus, um des Onfels Werkstätte zu stürmen. 6. Sam erwartete diie Landsleute und hatte alle Vorbereitungen zu ihrem Empfang getroffen. Er hatte den Better Prat, und durch seine Bahldienste für diese Partei war er gut Manes, den Agitator, aufgesucht. Der war ein heißer Demo Freund mit dem Richter, mit den Polizeikommissaren und allen Spizen" feines Distrikts. So oft es in der Verwandt fchaft irgendwelche unangenehme Affären gab, lief man zum Better Manes. So suchte ihn auch Sam auf. Manes hielt freilich nicht viel vom Onkel und hatte auch wenig von dem reichen Oheim; doch als er hörte, daß des Onkels Geschäft in Gefahr fei, und daß die" Sozialisten" den Onkel ruinieren wollten, da erwachte in ihm das verwandtschaftliche Empfinden. Die ganze Verwandtschaft des Onkels war stolz auf dessen Vermögen und hielt es für eine Ehre, etwas für den Onkel tun zu können. Manes eilte sofort zum Polizeichef und erzählte ihm von den Ruhestörern". Der Polizeichef schichte eine Batrouille, um die Landsleute zu empfangen. " Als Schlojmele, der Botengänger, und die Landsleute vor die altpertraute Werkstätte des Onfels tamen, in der sie Tag um Tag, feit fie in Amerika waren, gesessen hatten, da trat ihnen eine Straßendirne entgegen, welche plötzlich irgendwo cufgetaucht war, und umarmte Schlojmele. Schlojmele erschrat. Er wollte sich aus den Armen des Beibes befreien und mit den Landsleuten in die Werkstätte hinaufgehen, um die Arbeitswilligen mitzunehmen. Doch die Frau hielt ihn am Aermel fest und schrie: Polizei, Polizei, er hat mich beleidigt!" Plötzlich waren Polizisten mit Knütteln in den Händen da, Detektive in Zivil und verdächtig aussehende Weiber, welche die alten Juden an den Bärten und Schläfenlocken zogen. Was ist geschehen?" fragte ein Polizeisergeant. " Er hat mich beleidigt. Er hat mir ein schändliches Anerbieten gestellt," rief die Dirne und hielt den armen Schloj mele beim Rod, dessen Schläfenloden vor Angst zitterten. Das war das Signal. Sofort fausten Knüttel auf die Köpfe der Landsleute nieder. Einige begannen davonzulaufen und ließen eine Schläfenlode oder ein Stück Bart in den Händen der Straßendirnen; andere famen mit zerbeulten Köpfen davon; wieder andere, unter ihnen Schlojmele, wurden Der neue Dienstag, 30. März 1926 Wonungsbau. > nugen von privaten Bauunternehmern gebaut, zu denen aus allgemeinen Mitteln nur ein Zuschuß in Höhe von 6000 m. für eine Ginzimmerwohnung aus der Hauszinssteuer gezahlt wird. Die monatliche Miete beträgt hier für eine Zweizimmerwohnung 65 M., wo noch hinzukommt, daß der Mieter einen Baukostenzuschuß zu zahlen hat in der Höhe von etwa 1000 m. pro Zimmer. Nun Höhe von 100 m. zu erfolgen, so daß der Mieter einer Zweiwird zwar Ratenzahlung gewährt, aber diese hat monatlich in der aimmerwohnung 100 m. Bautostenzuschuß und 65 M. Miete den ihr für das Jahr 1926 zur Verfügung stehenden Mitteln tann die Gesellschaft den Bau von 4800 Wohnungen betreiben. Davon entfallen auf Neukölln 1312, Pantom 748, Reinickendorf 622, Spandau 610, Lichtenberg 348, Weißenfee 263 und Röpenid 145. Der reſtliche Teil entfällt auf die westlichen Stadtbezirke. Ein erheb. licher Teil der Wohnungen ist in der Bollendung begriffen und steht der Besichtigung jederzeit offen. Auskunft und nähere Be zugsbedingungen fönnen von den Bezirksämtern eingefordert werden. Bei allen diesen Wohnungen ist vom Mieter ein Baufostenzuschuß nicht zu zahlen. Die Miete beträgt für eine Einzimmerwohnung mit Zubehör 45 bis 60 m. monatlich, für eine Zweizimmerwohnung mit Zubehör 60 m. und für eine Dreizimmer- zent der Bevölkerung unerschwinglich ist. Kein Wunder, daß ein wohnung 90 m. monatlich. Zu teuer! Das sind Mietfummen, die der Arbeiter bei seinem jetzigen Eintommen nicht bezahlen kann. Aber diese Wohnungen sind noch nicht die teuersten. Da werden noch eine ganze Reihe von WohNeue Wohnungen in Berlin 1922-1925 8-423 Gebrauchsfertig Zugang an Wohnungen abgenommene Dauerneubauten in Dauerneubauten Z 4027 3460 3052 2626 2356 2248 2736 1922 23 24 1925 1922 23 24 1925 blutig geschlagen, auf die Polizeistation geführt, begleitet von Polizisten und Straßendirnen, von Schimpfworten und Schlägen. Eine Viertelstunde später mar nichts mehr von den Landsleuten zu sehen, und vor der Werkstätte des Ontes Moses mar es still und ruhig; nur da und dort lag eine abgerissene Hutkrämpe oder ein Aermel im Straßenschmutz. Onkel Moses war im Geschäft, als sich dieser Borfall ereignete. Er sah den Vorgängen draußen zu. Seine Lands leute, feine Kameraden aus der Kindheit waren es. die dort draußen vor seinem Geschäfte unbarmherzig geschlagen wurden. Es war Schlojmele, der Dorfgeher, sein Chederkamerad, der, blutig geschlagen, auf die Polizeiftation geführt wurde, derselbe Aaron Schachliner, Onkel Moses' einstiger Lehrer, ein Mann Schlojmele, mit dem sich Onkel Moses noch heute duzte; Reb vor dem man noch heute Ehrfurcht hatte, wurde an den Schläfenloden geriffen. Andere Freunde und Verwandte hatte Ontel Mofes nicht, außer denen, welche so unbarmherzig vor feiner Tür behandelt wurden; er begriff nicht, wie das gekom men war. Nie hatte er sich vorstellen können, daß so etwas geschehen könnte. Es war ihm, als befände er sich selbst mitten unter den Landsleuten, die da geschlagen wurden. Ganz Kusmin war dabei. Onkel Moses lief zu Sam, welcher bleich und mit bebenden Nasenflügeln dastand. Was geschieht hier bei mir? Was tuft du? Wer hat dir das befohlen? Stop! Augenblicklich stop!" 1 Sam fah ihn an. In seinen Augen lag etwas, was der Onfel in niemandes Augen gesehen hatte. Nur die andern hatten es bisher in des Onfels Augen gesehen: " Onkel, mischen Sie sich nicht ein, please." Wer hat sich nicht einzumischen? Ich bin hier der Herr." Wenn Sie der Herr sind, all right; zahlen Sie mir meinen Geschäftsanteil aus, und ich werde selbständig ein Geschäft führen, wie ich es perſtehe." Der Onkel erschrat. Zum erstenmal fühlte er es flar, daß eine Macht ihm über den Kopf gewachsen war. Er fürchtete sich, allein zu bleiben, erschrat vor der Energie und der Kraft, welche aus Sams Augen und Antlig sprühten und fühlte feine Schwäche. Aber, was tuft du, Sam? Du läßt Menschen schlagen?" Der Onkel unterdrückte seinen Zorn. „ Geschäft!" Das war das einzige Wort, welches Sam antwortete. ,, Aber, Landsleute, Verwandte?" ,, Es gibt keine Verwandtschaft, es gibt feine Landsleute mehr, sie sind Angestellte, Arbeiter. Ich werde nicht mit ihnen in die Schul gehen und mich nicht mit ihnen hinfezen, um mir Geschichten aus der Heimat anzuhören. Ich kenne feine Berwandtschaft, bei mir muß gearbeitet werben." 165 M. zu entrichten hat. Da die Abzahlung des Baukostenzuschusses in zwei Jahren erfolgt sein soll, so bezahlt der Mieter zwei Jahre lang in jedem Monat dieje enorme Summe, die für 80 ProTeil der Wohnungen, die bereits im November 1925 bezugsfertig waren, jeht noch leersteht. So in der Kaiser- Friedrich- Straße in Bankow in einem Häuserblock mit 91 Wohnungen etwa die Hälfte. Die neuhergestellten Wohnungen haben allerdings gegenüber den alten Mietfasernenwohnungen den Vorzug der hygienisch besseren Bauart. Vom vierstöckigen Haus ist man auch jetzt noch nicht abe gegangen, aber es kommen in Forffall die Quergebäude und Seitenflügel, die ja in den Mietfasernen die Brutstätten der Proletarierfrankheiten sind. Die Höfe sind groß und gartenähnlich angelegt, und auch an einem Spielplatz für die Kinder fehlt es nicht, was heute um so höher einzuschäzen ist, da bei dem steigenden Verkehr die Straße immer gefährlicher wird. Die Wohnungen selbst find weit und geräumig, möglichst so gebaut, daß jede Wohnung eine Sonnenseite hat. Elektrische Beleuchtung, Bad und Kammer hat selbst die Einzimmerwohnung. Diesen Anforderungen entspricht 3. B. die„ Gartenstadt Atlantic" am Gesundbrunnen, die nach dem Bauprogramm 550 Wohnungen baut und von denen jetzt 340 bis auf die Auspuharbeiten fertiggestellt sind. Die Wohnungen können schon jetzt gemietet werden, wozu allerdings die nette Summe von 1800 M. Mieteporauszahlung erforderlich ist, die in Raten abgezahlt werden kann. Ber tann diese Wohnungen mieten? Darüber tann fein 3meifel bestehen: der Arbeiter mit seinem niedrigen Einkommen fann es nicht. Er wird knapp die Miete bezahlen können, und mo nimmt er den Baukostenzuschuß her? Die erleichterten Zahlungen in Monatsraten ändern nichts an der Tatsache, daß monatlich, je nach der Größe der Wohnungen, immer noch 100 bis 180 m. gezahlt werden müssen. Das monatliche Einkommen eines unge lernten Arbeiters in der Berliner Industrie beträgt etwa 140. Nicht viel höher ist das monatliche Einkommen der unteren Angestellten und Beamten, das im besten Falle 220 M. erreicht. Für diese Gruppen tommen also diese Wohnungen gar nicht in Frage. sondern vielmehr nur für die, die ziemlich did in der Wolle fizen. Bei diesen ist aber die Wohnungsnot nicht sehr groß, denn mer Geld hat, hat sich schon längst eine neue Wohnung beschafft. Um die neuen Wohnungen für jeden bezugsmöglich zu machen, muß eben zum Mittel der allgemeinen Lohnsteigerung gegriffen werden. Es hat feinen Zwed, Wohnungen zu bauen, die leerstehen, sondern der Zweck soll doch der sein, die herrschende Wohnungsnot zu mildern und zu beseitigen. Der Onkel versuchte noch einen Einwand. " Aber, Sam, bedenke " " Onkel, I'm tired of it!" unterbrach ihn Sam, ich habe meine Art, das Geschäft zu führen, und der Onkel hat seine Art gehabt. Ich wünsche nicht gestört zu werden. Und idy will dem Onkel die Wahrheit sagen es wäre vielleicht besser, wenn wir auseinander gingen. Ich will endlich beginnen, auch für mich etwas zu tun. Ich habe schon zu lange für einen anderen gearbeitet. Ich will nun anfangen, auch ein wenig für mich auf eigene Verantwortung zu arbeiten. Der Onkel schwieg. Er wurde bleich und traurig. Er fühlte Einsamkeit rings um sich. Es war ihm, als sei ganz Er wollte Mascha den Kummer erzählen, der ihn betroffen Rusmin auf die Straße geworfen und er mit. Wortlos verließ er das Geschäft und ging nach Hause. hatte, und hatte Sehnsucht nach einem guten tröstenden Wort. Er wollte sein Kind sehen, es tüssen und sich seiner freuen, so wie stets, wenn er Merger gehabt hatte, in seinem Familienleben die Ruhe wiederfinden. Doch er fand das Kinderzimmer, wo sich Mascha mit dem Kinde aufhielt, verschlossen. Rosa gab ihm einen Wint: ,, Mofes, laß sie jetzt allein. Sie ist erregt." Durch die Tür hörte er Mascha. schluchzen. ,, Warum meint sie? Was ist geschehen?" Der Onfel erschrat. ,, Sie weint wegen der Landsleute; sie hat gehört, daß sie geschlagen wurden. Sie wird sich bald beruhigen. Mascha, Mascha, dear, please, Mascha!" bat der Onkel an der Tür. Mascha antwortete, nicht. Sie lag im Kinderzimmer, den Kopf in des Kindes Kissen gepreßt, und meinte bitterlich. Sie haßte jetzt alles, nicht nur ihren Mann und Sam, auch ihr Kind, das durch fie beide entstanden war, haßte sie. Sie haßte sich, daß fie sich ihnen für ein Stück Brot verkauft hatte, haßte ihre Eltern, daß sie sie dazu getrieben hatten. Ihre Jugend erstand vor ihren Augen mit der Armut in der Hopkinsstreet, und Mascha schien es, daß sich seither nichts geändert hätte; auch sie gehörte zu den Landsleuten, welche in der Werkstatt des Onkels fronten und in Sams Gemalt Sams Hände gegeben worden, als Erbe des Onkels. In dem übergegangen waren. Zusammen mit ihnen war sie in Kampf der Landsleute gegen den Onkel sah sie ihren eigenen Kampf. Auch sie wollte sich befreien von Onkel Moses und von Sam. Auf der Straße vor der Werkstätte des Onkels war auch fie geschlagen worden. Sam hatte sie für den Ontel zusammen mit allen übrigen Landsleuten geschlagen. Ja, auch sie wollte streiken, helfen, den Kampf, den großen Kampf zu gewinnen, sich zusammen mit allen Landsleuten vom Onkel und von Sam zu befreien.. ( Fortsetzung folgt.) Ein Frühlingssonntag. Der Himmel verhüllte am frühen Sonntag schon sein Gesicht und so schien es, als ob der Sonntag mit der Sonne nicht recht ins Einvernehmen tommen wolle. Trotzdem zogen sie schon am frühen Morgen hinaus, die Wanderfrohen und Frühlingsdurftigen, denn der Regen war warm und ab und zu zeigte sich lichtes Blau. Mittags fam auch die liebe Gonne hervor und so war es fein Wunder, daß fich der Jubel der trillirierenden Vogelwelt mit der Freude un zähliger Menschen vermengte, die zum großen Teil schon fich bunter angezogen hatten. Die Farbenfreude des Frühlings steckte die Menschen an, vor allem die Frauen und Mädchen, die noch viel mehr mit der Natur verwachsen sind. So war gestern schon ein wenig Ofterstimmung, die mit der zunehmenden Wärme( mittags 15 Grad Celsius) immer mehr zunahm. Der schöne Frühlingssonntag lockte zahlreiche Ausflügler ins Freie. Natürlich hatten sämtliche Verkehrsmittel den Witterungsfo tragifcher, als die Fran zurzeit zu einer Hochgelsfeierlichkeit Derreift ift. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung des Borfalles beschäftigt. Der Tod des Wächters Jauert. Kein Berbrechen sondern Unglüdsfall. ein Einatter non der 3 meiten Bundesgründungsfeter des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold am 20. und 21. Februar in Hamburg voraus. Ein gewaltiges Bild, diese hunderttausend Reichsbannerleute. Stadtrat Genosse Wilt hielt eine Ansprache. Viel zu menig hat bisher die deutsche Republik von sich reden gemacht, zu menig sich im Bilde den Volksgenossen, die allabendlich zu Millionen die verschiedensten Kinotheater befuchen, gezeigt. Diese Borführung Die Obduktion der Leiche des Wächters Jauert wurde gestern soll zeigen, daß der Film in der Tat eine wirkjame Propaganda für Don Prof. Strauch im Schauhause vorgenommen. Es wurde feft- die Befestigung der Republik ist, schon um den reaktionären Filmen gestellt, daß die Kugel, ein 7,65- millimeter- Nidelmantelgeschoß, im die Filme von ausgesprochen republikanischer Tendenz entgegenzulinten Augenwinkel eingedrungen war, ihren Lauf schräg nach oben stellen. Dem ganzen Bolte, der heranwachsenden Jugend, muß der nehmend, das Gehirn zerschmettert und so den Tod herbeigeführt Geist der neuen Zeit, des Pazifismus im Film vor Augen geführt hat. Die Möglichkeit eines Unglüdsfalles, die die merden. Bereits ist ein neuer Großfilm in Vorbereitung. Dieser Kriminalpolizei von vornherein mit in Betracht gezogen hatte, wurde Film, der ein wirklicher republikanischer Film werden soll, wird bis dadurch bestätigt. Bei der Untersuchung der Waffe des Wächters in die entferntesten Provinzdörfer wandern, um für den republikanidurch einen Sachverständigen ergab es sich, daß sie durch unsachschen Gedanken zu merben, und weit hinaus über Deutschlands Grenzen eine verbindende Brücke schlagen, die uns der Völkerverföhnung näherbringt. Der Stein im Wege. umschlag in den letzten Tagen noch nicht registriert. So schnell Jugendweihen der Groß- Berliner Arbeiterschaft Fringt das eben dort in den Bureaus nicht durch, und eigentlich sind die Berliner in dieser Beziehung ja auch so wenig verwöhnt, daß sie es kaum noch verwunderlich finden, zur Arbeits- wie zur Erholungsstätte mie im Heringstransport befördert zu werden. Aber follten, sollten nicht wirklich diese braven, duldsamen Geschöpfe gerade tafür endlich von den Berkehrsanstalten belohnt werden? Vielleicht car am nächsten Sonntag schon?! Aber bitte, nicht nur einmalig, cls Aprilscherz! Bielleicht läßt die Untergrundbahn dann, statt mie an diesem Sonntage am frühen Nachmittag auf zwei Züge nach Wilhelmsplatz einen nach Reichskanzlerplatz oder Stadion einzu. setzen, die umgekehrte Reihenfolge mindestens eintreten! vielleicht schließlich kann man ja menigstens darauf hoffen fahren die Straßenbahnen nach Grunewald mit Anhänger. Die 78 3. B., die von Roseneck die ganze Stadt durchquert, bot bei Einbruch der Dunkelheit gestern einen geradezu phantastischen Anblid. Da sie nur alle Viertelstunden verkehrt, selbstverständlich ohne Anhänger, so maren sehr bald nur noch Akrobaten imftande mitzufahren, die sich funftvoll irgendwie außen an die Bahn fleben konnten. Da die also nun an diesem Sonntag auf ihre Rechnung gekommen sind, wird für uns andere Nichtakrobaten, nicht wahr, am nächsten Sonntag geforgt? gar Wiederbeginn des Flugverkehrs. am 2. April( Karfreitag), vormittags 9 Uhr und mittags 12 Uhr im Großen Schauspielhaus Mitwirkende: Berliner Bolfschor, Leifung Dr. Jander, an der Orgel Willi Jaeger/ Cello- Trio: Armin Liebermann, Frih Hoppe, Karl Lenzewifi/ Der Sprechchor der Proletarischen Feierffunde, Leitung Albert Florath/ Einzelsprechet Heint. Witte Weiherede: Artur Crispien, M. d. R./ Dr. Richard Lohmann gemäße Behandlung am Berschlußstück und am Schlagbolzen Defekte aufwies, die ein normales Laden der Waffe nicht mehr möglich machten. Als Jauert in der Unglücksnacht die Waffe schuß fertig machen wollte, wurden ihm diese Mängel zum Verhängnis. um die Kugel in den Lauf zu bringen, flopfte er mit dem Verschluß ftüd auf einen harten Gegenstand, während er fich gleichzeitig über die nach oben gerichtete Mündung beugte. Das Gefchoß ging porzeitig los und führte so den Tod des Mannes herbei. Die Richtung der Geschoßbahn und die Verschrammungen am Ver schlußstück bestätigen diese Annahme. Um ganz sicher zu gehen, wird der Lauf auseinandergeschnitten und seine Züge mit denen der im Gehirn der Leiche gefundenen Kugel verglichen werden. Der Mann mit den beiden Frauen. Wie fie ihn fennzeichneten. Eine Doppelehe im wahrsten Sinne des Wortes führte der frühere Bostbeamte und jezige Kaufmann Otto Fischer. Während der Bigamist im allgemeinen die rechtmäßige Gattin längst vergessen hat und sich nicht im geringsten um sie fümmert, lebte Fischer noch lange Zeit mit feiner ersten Frau zusammen, nachdem er bereits chne gültige Scheidung eine zweite Frau heimgeführt hatte. Auf die Berufung de: Staatsanwaltschaft hob die Große Straffammer des Landgerichts I das Urteil des Schöffengerichts, das den Kraftwagenführer Karstädt von der Anklage der fahrläffigen Tötung freigesprochen hatte, auf. Karstädte ist ein alter erprobter Fahrer, hatte aber das Ped), in der Levezomstraße einen Bierwagen anzufahren und den Mitfahrer, der gerade im Begriff stand, von der Straßenseite aufzufteigen, zu überfahren, so daß der Bedauernswerte auf der Stelle tot war. Der Angeklagte hatte die Schuld an dem Unfall auf einen Stein, der auf der Straße gelegen habe, gefcheben. Sein Laftkraftwagen habe ein so empfind fiches Steuer gehabt, das auf das geringste Hindernis reagiert habe. Er will in einem genügenden Abstand an dem Biermogen vorbeigefahren sein, dadurch aber, daß ein Vorderrad an den Stein anstieß. ei das Steuer nach rechts geschleudert worden, so daß er trok fofertiger Anwendung der Hand- und Fußbremse den Anprall nicht mehr aufhalten fonnte. Die Meinungen der Sachverständigen gingen auseinander. Das Gericht kam zu der Entscheidung, daß der Angeklagte in einem zu geringen Abstand an dem haltenden Bierwagen vorbeifahren wollte. Darin liege seine Fahrlässigkeit. Wenn der Stein, der nachher von einem seiner Mitfahrer auf der Straße gefunden wurde, mirklich in der Fahrbahn gelegen hahen sollte, dann fei es wenig wahrscheinlich, daß dadurch ein Transportfraftwagen Don 80 Zentner Lastgewicht bei ausreichendem Abstand derartig qus der Bahn geschleudert werden konnte. Das Gericht hob daher das freisprechende Urteil auf und erfannte gegen R. megen fahrlässiger Tötung auf fechs Monate Gefängnis. Schwerer Automobilunfall bei Zehlendorf. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich gestern abend furz nach 6 Uhr auf der Potsdamer Chaussee zwischen Zehlendorf und Nitolassee 3mei Wander burschen, die Zimmerleute Heinrich Tödter und Frizz Wittzel, hatten soeben Zehlendorf verlassen, um ihren Weg nach Potsdam fortzusetzen. Kurz hinter Zehlendorf baten sie den Chauffeur eines nach Richtung Potsdam fahrenden Lastkraftwagens, sie mitzunehmen. In diesem Augenblick nahte aus entgegengefeßter Richtung ein Personentraftwagen und überfuhr beide Wanderburschen. Tödter trug einen fomplizierten Oberschenkelbruch und innere Berlegungen, Wittzel einen schweren Schädelbruch davon. Beide fanden im Sanatorium Waldfrieden Aufnahme, wo sie bedenklich danieder liegen. Die Schuldfrage ist bisher noch nicht gerlärt. Nach einer Winterpause von drei Monaten beginnen sich die Flieger wieder zu rüsten. Die neue Flugfaison wird am 6. 2 pril eröffnet und man wird fast alle Reiseziele jetzt auf dem Luftwege erreichen können. Die Deutsche Luft- Hansa", die aus dem Aero Lloyd und der Junkers- 2.- G. entstanden ist, hatte aus diefem Grunde die Presse zu einer Besichtigung ihrer modernen Flughafenanlagen auf dem Tempelhofer Felde geladen. Die Entmicklung, die sich hier vollzogen hat, ist in die Augen fallend. An stelle der einfachen Holzbaracen erheben sich jetzt mächtige Hallen aus. Eisen und Beton, der Startplatz ist zum Teil fest belegt, getont und geglättet und die Luftverkehrspolizei hat im Umkreis eines Signalturmes mit Sirenen und Lichtfignalen einen regelrechten Dienst eingerichtet, der dem auf den Straßen nicht unähnlich ist. In der Eröffnungsansprache eines Borstandsmitgliedes der LuftHanfa wurde betont, daß der zivile Luftverkehr für Deutschland die einzige mögliche Form der Bflege des Luftfahrtgedankens sei. Deswegen sei es zu begrüßen, daß das rege Interesse aller Länder und Kommunen es gestattet habe, den deutschen Luftverkehr auf eine breite Basis zu stellen. Man hatte Gelegenheit, den ganzen in Berlin befindlichen Flugzeugpart zu besichtigen und erhielt ein Bild von der umfangreichen Organisation dieses Flughafens. Besonderes Inter effe erregten die beiden zurzeit noch im Bau befindlichen neuen größen Hallen. Der Rundflug über Berlin, der darauf begann, versammelte fast alle Typen der modernen Berkehrsflugzeuge( die dreimotorige Junkers G 23, die fleinere F 13 und die Hochdecker gezeigt habe. Diese Widersprüche der Ansichten suchte der Vorsitzende bannstraße 11, wurde Sonntag abend der 51 Jahre alte KaufDornier Komet III und Albatros- Fokker). Bei dem Gedanken, daß dieselben Maschinen in wenigen Tagen nach fast allen Hauptstädten Anfang und besonders dann, wenn man sich nur selten sähe, sehr Rettungsstelle sofort hinzugezogener Arzt fonnte nur noch den vor des In- und Auslandes starten werden, empfand man etwas von dem weltumfassenden Geist des modernen Luftverkehrs. Man dachte an die zurzeit in Paris tagenden Berhandlungen, die Deutschland bie Gleichberechtigung in der Luft bringen sollen, denn die Luftverkehrsgefellschaften aller europäischen Staaten haben sich heute bereits zufammengeschlossen in der International Air Traffic Association( Jata), beren Mitglieder die Luft- Hansa im August zu einer Tagung in Berlin zu begrüßen hofft. Reichsbahn und Jugendfahrten. Wie die Deutsche Reichsbahngesellschaft mitteilt, find die Anträge zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung nach den vorgeschriebenen Mustern für Donnerstag, Freitag und Sonnabend vor Dstern und Pfingsten sowie die ersten 4 Tage der Sommerferien bis spätestens Dienstag, den 30. März. bezw. Dientag, den 18. Mai, bezw. Dienstag, den 29. Juni 1926, abends 6 Uhr, unter Angabe der genauen Teilnehmerzahl und des Zuges bei dem Bahnhofs vorstand des Abgangsbahnhofs zu stellen. Für die Anträge fommen mur die Berliner Fernbahnhöfe: Anhalter, Botsdamer, Lehrter, Stettiner und Görliger Bahnhof fowie die Stadtbahn Fernbahnhöfe: Schlesischer Bahnhof für die Fahrt von der Stabt Fahn nach dem Often, und Charlottenburg, für die Fahrt von der Stadtbahn nach dem Westen in Frage. Alle anderen Bahnhöfe dürfen Anträge nicht entgegennehmen. Für den Berliner Stadt, Ring- und Vorortverkehr tönnen Jugend- und Schillerfahrten wie an den übrigen Tagen durchgeführt werden. Unglücksfall oder Selbstmord. Die Feuerwehr murde gestern nach Friedenau, Fehlerstraße 1, Ede Südwestforfo, gerufen. Dort war aus der im ersten Stodmert Defindlichen Wohnung des 53 Jahre alten Ingenieurs Alfred Leuthoff starter Gasgeruch gedrungen. Die Feuerwehrlente fanden den Wohnungsinhaber im Bette liegend bewußtlos auf. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. An dem Gasmesser maren beide Berschlußschrauben entfernt, so daß man zu der Bermutung neigt, daß Leuthoff vielleicht einer Unvorsichtigteit zum Opfer gefallen ist. Das Gas, das in beträchtlicher Menge entströmte, fand den Weg in die darüber befind liche Wohnung. Ueber dem Schlafzimmer Leuthoffs liegt das Schlaf zimmer der 33 Jahre alten Ehefrau Frida B., die bei ihren Eltern wohnt. Auch sie wurde in bereits bewußtlosem Zustande im Bette liegend aufgefunden. Glücklicherweise hatte eine Sauerstoffbehandlung hier Erfolg, und nach einiger Zeit gelang es, Die Bewußtlose ins Leben zurückzurufen. Der Tod des Ingenieurs Allerdings behauptete er vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte, daß er, wie man es schon oft gehört hat, sich für geschieden gehalten habe und daß er nach seiner zweiten Heirat nur deshalb bei der ersten Frau geblieben sei, weil er noch fein neues Heim gehabt hatte. Es war jedoch schlecht damit in Einklang zu bringen, daß eine Scheidung nach den Angaben des Angeklagten schon vor etwa acht Jahren erfolgt sein sollte und daß er während dieser Zeit, allerdings angeblich getrennt von Tisch und Bett, mit seiner ersten Frau zusammengelebt hatte. Dreiviertel Jahr nach seiner zweiten Heirat war Fischer für seine erste Frau verschwunden und erst nach längerer Zeit fonnte sie ihn in Karlshorst wieder aufstöbern, wo sie dann zu ihrem grenzenlosen Erstaunen von der zweiten Heirat erfuhr. Gestern standen sich nunmehr die beiden Frauen vor Ge richt als Beuginnen gegenüber. Ihre Aussagen boten ein nicht unbekanntes Bild. Die ältere Gattin schilderte ihren Mann in den schwärzesten Farben, als schlimmen Schürzenjäger und brutalen Menschen. Die andere bezeichnete den Angeklagten aber als einen anständigen, soliden und fleißigen Mann, der sich in der Zeit nach der Heirat, als sie noch getrennt leben mußten, bei feinen Besuchen in Leipzig und auch später in dem Zusammenleben immer sehr nett durch die Bemerkung aufzuklären, daß bekanntlich viele Ehen im glücklich seien. Fischer, der übrigens auch als ein Psychopath von ärztlicher Seite bezeichnet wurde, erhielt sechs Monate Gefängnis. Zwei Sendespiele. Bor ungefähr fünfhundert Jahren schrieb ein Johann von Saß am taiserlichen Hofe zu Prag sein Drama Der Adermann und der Tod". Und heute noch wirkt diese Dichtung ungeheuer start. Ein großer Gestalter spricht hier über Probleme, die uns alle bewegen. Warum der Tod? Warum die sinnlose Bernichtung blühenden Lebens? Der Adermann schleudert diese Fragen dem Tod, der ihm fein junges Weib geraubt hat, ins Gesicht. Er bringt feinem Schmerz ringt sich der Ackermann zur Bejahung des Lebens, bis zu Gott vor, aber auch dieser gibt keine Antwort. Und aus Ein großes Berdienst des Rundfunks, daß er dieses Werk als Sendezu seinem hymnischen Preis empor! Seine Kraft ist unbesiegbar. Spiel am Sonntag übertrug und es damit Hunderttausenden bekannt machte. Die drei Darsteller erschöpften die gemeißelte Schönheit biefer Sprache, die Wucht dieser Gedanken, in einer Zeit geprägt, da das neue, große Lebens- und Naturgefühl von Süden her Europa eroberte. Frig alt als Tod von schneidender, ironischer Schärfe, scharf jedes Bort standierend, von tötender Rälte, raußneds Engel von überlegener Weisheit, ein herrlicher Gestalter des Wortes, und Loos als Aldermann in zermühltem Schmerz, ein Schrei, mild und erschütternd. Ift Der Adermann und der Tod in jeder Beziehung für die Uebertragung durch seine starke Berinnerlichung, durch das Fehlen einer bemegten Handlung geeignet, se gilt dies meniger für Nestroys umpazivagabundis. dieser Zauberpoffe, die am Sonn abend als Sende piel gegeben murde. Die afuftische Uebertragung tann nicht den ganzen Reichtum an Situationstomit, die sich in den Bühnenvorgängen zeigt, miebergeben. Hier flaffen Süden, die auch die geschickteste Regie nicht überbrüden fann. Man bekommt nur eine Ahnung von dem, was die Bosse tatsächlich ist. Immerhin bleibt noch genug Biz übrig. Immer wieder lacht man über die alten Biße, die ihre Durchschlagskraft noch nicht eingebüẞt haben. Zu einer weiteren gelungenen Bormittagsveranstaltung hatte der Kreisverein Charlottenburg des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold nach dem Germania- Filmpalast in Charlotten burg zur Borführung des pazifistischen Films Stlaven des 20. Jahrhunderts" eingeladen. Der Film, der unter der Regie Karl Heinz Wolfs gefurbelt und bereits im Jahre 1920 uraufgeführt murde, führte den Zuschauern erneut Schreden und Grausen des Krieges in furchtbarer Wahrheit vor Augen. Dem Hauptfilm ging Gesundheit, Kraft bis ins hohe Alter hinein zu erhalten, ist nur denkbar bei vernünftiger Lebensführung, 群 zwedmäßiger Ernährung und viel Bewegung in reiner Luft. Ganz besonders tommt es auf die Ernährung an. Der volle Gegen der Gesundheit kann nicht durch geheimnis. volle Mittel und Wunderkünfte, sondern nur durch eine richtige Ernährung gewonnen werden, die den Rörper erhält und täglich verjüngt. Das sind die Worte eines bekannten Arztes und Profeffors. 8u einer zwedmäßigen Ernährung gehört das allbekannte Biomalz. Das ist ein wohlschmedenbes, billiges Räbemittel, weit und breit geschägt und beliebt. Ga träftigt ben Rörper ungemein Schlaffe, wells Blige verschwinden, die Ge fichtsfarbe wirb frischer ab zaloz, bez Saint Die Witwe des Genossen Paul John, des fürzlich verstorbenen Bürgermeisters vom Bezirk Prenzlauer Berg, vergiftete sich mit Leuchtgas in ihrer Wohnung in der Göhrener Straße 9. Sie wurde mit einem Krantenwagen abgeholt und starb bald nach dem. Das Motiv zu dem unseligen Schritt dürfte in dem Kummer um den verlorenen Gatten zu suchen sein. Durch Unvorsichtigkeit vergiftet. In seiner Wohnung, Kochmann Nikolaus Abraham tot aufgefunden. Ein von der nächsten einigen Stunden eingetretenen Tod feststellen. Die Ermittlungen haben ergeben, daß Abraham einer Unvorsichtigkeit zum Opfer gefallen ist. Der Gashahn war mur halb geschlossen und mahrscheinlich ist A. beim Schlafen der Einwirtung des Leuchtgases erlegen. wegen des Baus der Untergrundbahn bis auf weiteres für den Sperrung des Koffbuffer Dammes. Der Rottbusser Damm ist burchgehenden Fuhrwerksverkehr gesperrt. Der Anliegerverkehr bleibt bestehen. Ein neuer Bothmer- Prozeß. Am Mittwoch, den 7. April, beginnt vor der Großen Botsdamer Straffammer der Berufungs. prozeß gegen die Gräfin Bothmer, die am 15. März d. J. zu zwei Monaten und 14 Tagen Gerängnis verurteilt worden ist. „ Galny und die Drei." Das reizvolle Spiel im Rabarett der Komiter fonnte ehrenvoll sein 50. Jubiläum feiern. Walter überzeugen, daß fast alles noch so frisch war wie am ersten Tag. Kollo dirigierte diesmal persönlich und man fonnte fich davon Bielleicht nicht mehr ganz so munter, aber man foll gerecht sein und von abgehafteten Darstellern nicht Unmögliches verlangen. ufer 28, nach Berlin S. 42, Ritterstraße 126, Ede Das Bureau der Boltsfürsorge ist von Berlin SD. 16., EngelQuisenufer 38, perlegt. Englischen und französischen Unterricht. Im April beginnen neue Anfängerkurse file Rinder( Nachmittagsunterricht) und für Ermachfene( Abendunterricht). Anmeldungen von Montag, 29. März. bis Sonnabend, 3. April, Don 5-8 Uhr, bei Genoffin Sek, W 50, Spichernftr. 16, Gartenhaus 3 Treppen. Teilnehmer mit Borkenntniffen können jederzeit Mittelturfen beitreten. Anmeldung auch schriftlich. Eine neue Kabelverbindung nach New York. " # Für den Telegrammperfehr mit Nordamerita, Merito, Mittelamerita, Beftin bien, sowie mit Asien und Australien via San Franzisko hat die Deutsch Atlan tische Telegraphengesellschaft vor furzem eine Kabelverbindung von Emben über London nach New Yort hergestellt, der bisher nur Telegramme mit den Wegangaben Dia Commercial" und via Western Union" zugeführt werden durften. Bon jeßt an fönnen außer den Commercial- und WesternUnion- Telegrammen auch andere Telegramme über diesen Rabelweg befördert werden. gramme gibt es von jetzt an zwei Beförderungsgelegen Für diese neu zugelassenen Teleheiten von Deutschland zu gleichen Wortgebühren und gleichen Bedingungen, nämlich den schon bestehenden Funkweg Nauen( Eilvese)-New Yort und den neuen Kabelmeg. Die Absender müssen wenn sie feinen bestimmten Beförderungsweg, wie„ via Transund Schönheit Bei blutarmen, blaffen, mageren, in der Ernährung heruntergekommenen Berfonen macht sich eine Hebung des Appetits, des Gewichts und infolgedesjen eine mäßige Rundung der Formen bemerkbar, ohne daß lästiger Fettanfag die Schönheit der Formen beein trächtigt. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Man verlange nur das echte Biomalz, nichts anderes, angeblich Ebensogutes". Achte genau auf das Etikett. " Preis einer Dofe Biomala 1.90 Mr., mit Eisen( zur Stärkung für Blutarme und Bleichfüchtige) 2.30 Mt., mit Ralf extra( aur Stärkung für Lungenleidende) 250 Mt., mit Lebertran 2.50 Mt., mit Lecithin 5.- Mt. Biomalz- Schokolade je 100- Gramm- Safel 60 Pf. und Biomalz- Bonbous, bestes Linderungsmittel bei Susten und Heiserteit, vor züglicher Geschmad, je Beutel 30 Bf., Dose 50 Bf. Drudfachen Loftenfrei von Gebr. Batermann, Teltom- Berlin 10. rabio ober via DAT ufm., vorschreiben wollen Don jett an auf jedem Telegramm felbft angeben, ob es auf dem Funkmege oder auf dem Kabelwege befördert werden soll. Hierzu sind folgende Angaben zu benußen: für den Funkweg Funtweg" oder„ anten", für den Kabelweg Kabelmeg" oder„ fil". Ohne solche Angaben, die gebührenfrei sind, werden die Telegramme nicht mehr angenommen. „ Glückauf zur letzten Fahrt." 91 Die Trauerfeier auf Zeche Oberhausen. Bieder wehen im Ruhrgebiet die schwarzen Trauer. flaggen auf den Zechentürmen für zwölf Bergleute, die bei dem Seilfahrtunglück auf Zeche Oberhausen starben. Schon mehrere Stunden vor der Beisehungsfeier, die um 4 Uhr nachmittags im Zechenhof von Oberhausen I und II stattfand, marschierten in den Straßen Oberhausens die Vereine und die Tausenden der mit trauernden zu einem gewaltigen Trauerzug auf. Im Zechenhof selbst find die zwölf verunglückten Knappen in der Totenhalle aufgebahrt. An der Torauffahrt grüßt ein in schwarzen Flor gehüllies Trans parent GIüd auf zur legten Fahrt die Wackeren, die in Ausführung ihrer Pflicht den Tod erlitten. Rings um die Giebel der Torhäuser glühen die Lichter der zahlreichen Grubenlampen. Zahlreiche Abordnungen von Knappen, Vereinen, die leidtragenden Hinterbliebenen der Berunglückten, die Vertreter von Reichs- und Staatsregierung, der Kommunen, der Wirtschaft sind auf dem Bechenvorhof versammelt. Ehrwürdiges Schweigen ruht über der tausendföpfigen Menge. Puntt 4 Uhr ertönte der Trauerchoral, dem mehrere Gesangsvorträge folgten. Kurz vor 5 Uhr fetten sich unter den Klängen des Chopinschen Trauermarsches die acht Leichen wagen mit den braunen Holzfärgen, die herrlichen Blumenschmud zeigen, in Bewegung zu den einzelnen Begräbnisstätten in Fliegen busch, Borbed, Dellwig, Frintrop und Lirich. Unmittelbar hinter den Leichenwagen folgten die Angehörigen. Den einzelnen Trauergruppen schloß sich in vollkommener Ordnung vor der Zeche der Bug der Vereine, Korporationen und der politischen Berbände an. Die Straßen in der Umgebung der Zeche bis meit an die einzelnen Friedhöfe wurden umfäumt von Tausenden aus der anteilnehmenden Bevölkerung. Der Rundfunkfongreß in Genf. An dem in Genf von den wichtigsten Rundfunt- Organisationen Europas veranstalteten Kongreß nahmen Vertreter von 20 euro päischen Ländern teil Die Versammlung stimmte den feitenden Grundsägen für die Festsetzung der Berteilung der Wellen längen für die verschiedenen Sendestationen zu. Der ausgearbeitete Blan der Verteilung der Wellenlängen wird nun von den einzelnen Rundfunk- Organisationen vom Gesichtspunkte der örtlichen Bedürf niffe und Eigenheiten in den verschiedenen Ländern geprüft. Jeder Abänderungsvorschlag soll von der Technischen Kommission geprüft werden. Der Abänderungsvorschlag wird dann den verschiedenen europäischen Regierungen zur Genehmigung unterbreitet. Der Plan teilt die Sendestationen in folgende zwei Kategorien ein: 1. Stationen, die einen Anspruch auf besondere Wellenlängen haben, die auch für große Entfernungen guten Empfang ficher ftellen. Jedes Land wird mindestens eine derartige Wellenlänge zugeteilt erhalten, während für gemisse Länder mit Rücksicht auf die Größe der Bevölkerung und ihre geistigen Bedürfnisse mehrere besondere Wellenlängen vorhanden sind. 2. Stationen mit schwacher Energie, die für lokale Sendungen bestimmt sind und gemeinsam mit anderen fchwachen Sendeftationen gleiche Bellenlänge haben fönnen. Wellen unter 200 Metern werden von dem Plan nicht berücksichtigt. Die technischen Sachverständigen, die den Plan ausgearbeitet haben, waren bemüht, für die Stationen eine Aenderung der gegenwärtig verwendeten Bellenlängen nach Möglichkeit zu vermeiden, um vom internationalen Gesichtspunkte aus zu einer befriedigenden Lösung zu gelangen. Es wurden drei Spezialfommissionen ernannt, die mit dem Generalsekretär der„ Union" und dem Internationalen Amt für Rundfunkwesen zusammenarbeiten sollen. to Enfdedung einer Falschmünzerei in Hannover. In ber letzten Zeit gelangten in Hannover zahlreiche falsche Dreimart. stude in Umlauf; die Bemühungen der Kriminalpolizei führten zu der Feststellung, daß sich im Nordwesten der Stadt eine Falsch münzerei befand. Der umfangreiche Betrieb wurde aus. gehoben und die Beteiligten in Haft genommen. In der Ruderregatta der Universitäten Cambridge and Orgford fiegte Cambridge mit fünf Längen Vorsprung. Die offizielle Seit be trug 19 Minuten 29 Sefunden. Deutsch- französische Fußballtämpfe. Beuple" fündigt für die Osterfeiertage große Fußballtämpfe zwischen Pariser Mann. schaften und Arbeitermannschaften aus Roln und Neunkirchen an Das Blatt bezeichnet die vorgesehene Beranstaltung als eine Rundgebung pazifistischen Geistes. Eine fünftöpfige Befflerfamilie verbrannt. In der Nähe von St. Veit an der Glahn brach in dem Wirtschaftsgebäude eines Bauern. hofes Feuer aus, das so rasch um sich griff, daß eine aus Mann, Frau und drei Kindern bestehende Bettlerfamilie, die in dem Wirt fchaftsgebäude übernachtete, in den Flammen umtam. Der Brand ist offenbar dadurch entstanden, daß der Bettler mit brennender Pfeife eingeschlafen mar. Arbeiter Sport Gymnastik. Die folgenden Ausführungen find die fortfehung des unter aleicher Ueberschrift in der vorigen Arbeitersportbeilage erschienenen Auffages des Areissportmarts Genoffen Erich Bippert. 7 Uhr abends. Ein imposantes Bild dürften die beiden Fest. züge abgeben, die am 1. Feiertag, nachmittags 2 Uhr, vom Treptomer Part und vom Humboldthain sich in Bewegung setzen. Am Königstor, wo die beiden Festzüge zusammentreffen, werden unsere Motorfahrer des Bundes Aufstellung nehmen. Der Aufmarsch zum Sportplay Friedrichshain wird in Achter- Stirnreihe vor sich gehen. Frühjahrswaldlauf der Arbeitersportler. Die vielen Arbeitersportler, die sich am Sonntag nachmittag am Restaurant Wolfsschlucht an der Krummen Lante in ansehnlicher Zahl am Start zum Frühjahrswaldlauf eingefunden hatten, durften dem Wettergott dankbar sein. Startschuß auf Startschuß ertönte und hintereinander gingen die träftigen Gestalten auf die Reise". 1000, 2000, 3000 und 5000 Meter waren zu bewältigen und einige recht gute Zeiten wurden herausgeholt. Der 5000- Meter- Weg führte rechts um die Krumme Lante herum, über teilweise recht schmieriges, hügeliges Gelände. Die furzen Strecken gingen lints in den Wald hinein, hinüber in einer Schleife zum Schlachtensee und zurüd. Am Start, wie auch unterwegs, hatten sich viele Zuschauer und Spaziergänger eingefunden. Wenn auch zuerst in der Ausgabe der Startnummer nicht alles flappte, entschädigten die guten Leistungen für vieles und mit der Organisation, die in Händen des Sportvereins Schöneberg lag, fonnte man immerhin zufrieden sein. Ergebnisse: Die Fußstellung bei Uebungen aus dem Stande hat einige zweckmäßige Aenderungen erfahren. Wir unterscheiden als Hauptftellung die Grund-, Lauf und Seitgrätschstellung. In jedem Falle müssen die Füße parallel zueinander gestellt werden. Die Grundstellung Haden und Fußspizen zu= sammen" hebt sich vorteilhaft von der Grundstellung im alten Freiübungssystem, we die Fußspizen in einem Winkel von 90 Grad geöffnet waren, ab. Bei der Grundstellung im alten Freiübungsfystem ruhte das Körpergewicht im wesentlichen auf den Ballen der großen Zehen. Die Ballen der fleinen Zehnen und die äußere Sohlenmustulatur wurde hierbei sehr vernachlässigt. Bei der gym nastischen Grundstellung ruhi das Körpergewicht auf dem ganzen Fuß. Sämtliche Ballen und Zehen arbeiten daran, den Rörper im Gleichgewicht zu erhalten; die Stellung stärkte die gefamte Sohlemmustulatur. Langsame und schnelle Kniebeugen werden zweckmäßig nur in dieser Stellung geübt. In der Laufstellung find die Füße eine Fußbreite auseinander, parallet zueinander gestellt, das heißt, die Füße sind genau nach vorn gerichtet. Ins besondere bei Uebungen in der Laufschule, gehen und laufen am Ort, auf richtige Fußstellung zu achten. Die Fußstellung bei der aufstellung, das heißt, die Füße sind troh weiter Grätschstellung( Grünau). 3. Deuch( Roland). 4 Müller( Roland). 5. Bühlow( Neukölln). Seitgrätschstellung ist die gleiche, wie bei der Grund- und genau nach vorn gerichtet. Ülebungen, wie Rumpftreisen, Rumpfbrehen und Rumpfdrehbeugen werden bedeutend wirksamer durch die Stellung der Füße nach vorn. Die Dehnung der betreffenden Muskeln ist in der gymnastischen Stellung bedeutend ergiebiger, als in der alten Stellung, weil in letzterer Stellung die Beine schon nach außen gedreht sind, und somit die Drehung und gleichzeitige Dehnung der Beinmustulatur durch die Uebung nicht mehr vorgenommen werden tann. Eine Probe in der gymnastischen Stellung beweist am besten die aufgestellte Theorie. Ein Wort zur Kleidungsfrage. Während vor taum zwanzig Jahren bei den lebenden nur der Kopf und die Hände frei waren und bei den Frauen teilweise sogar das Tragen von Korsetts und Schuhen mit hohen Abfäßen während der llebungen erft ver boten werden mußte, ist heute bei den Männern die kurze Hose oder Badehose und bei den Frauen ärmelloses Trifot und turze Sporthole ober Badeanzug vorherrschend. Die Fußbekleidung besteht aus leichten Sportschuhen mit Cromleder. oder Gummisohle. Strümpfe und Strumpfbänder sind sehr schädlich. Um eine Erkältung zu vermeiden, sollen die Sporthemden oder Jacken nach den llebungen angezogen werden. Mit durchschwiztem Hemd umherzulaufen fann Erkältungen zur Folge haben. Werden die gymnastischen lebungen im Freien geübt, so wird die Kleidung natürlich der Witterung angepaßt. Jedenfalls ist es genau so falsch, im Freien bei niedriger Temperatur ohne leberkleidung zu üben, wie in den Hallen mit derselben. Bleibt trotz energischem leben im Freien ein Kältegefühl bestehen, so muß sich der lebende wärmer fleiden. Durch allzu große Kälte wird die Elastizität der Muskeln sehr start vermindert, es treten Muskelrisse, Zerrungen usw. auf. Es ist Pflicht der Trainingsleiter, Wert auf langsame Abhärtung zu legen und empfindlichen Naturen die richtige Anleitung zu geben, wie sie ihren Körper widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse machen tönnen. Die behandelten Fragen stellen die allgemeinen Grundfäge der neuzeitlichen Rörpergymnaftit dar. Sie sollen zur Distuffion und zur praktischen Anwendung in den Arbeitersportvereinen anregen. Ofterveranstaltung der Arbeiterradfahrer. Zu dem Gaumettbewerb des Arbeiter- Radfahrer- Bundes „ Solidarität Ostern im Saalbau Friedrichshain sind die Meldungen überaus zahlreich eingegangen. 250 Fahrer werden aktiv an den Wettbewerben teilnehmen, insgesamt sind 25 Reigenmann fchaften, 11 Runstfahrer und 6 Radball. und Bolo mannschaften gemeldet. Rege vertreten ist auch die Jugend! 7 Jugendmannschaften werden um die Gaubundmeister schaft tämpfen. Erfreulich ist, daß auch unsere weiblichen Mitglieder immer mehr den Wert des Saalsports für die Körperpflege.er. tennen. Die Gaue entfenden 4 D a menriegen. Im Farben reigen werden Gau Sachsen und Brandenburg um den Meister titel tämpfen. Im Achter Runstreigen dürfte wohl die Mannschaft Blauenscher Grund fein gefährlicher Gegner für Lucen walde werden. Hart wird es bei den Rabballspielen her gehen, da fich hier 4 ebenbürtige Mannschaften gegenüberstehen. Das Programm der Borfämpfe umfaßt nicht weniger als 22 Num mern, beginnend am 1. Osterfeiertag um 8 Uhr früh. Das Hauptprogramm des Abends umfaßt 25 Nummern, beginnend um mEinzelläufe. Fratten 1000 meter: 1. Reichard( Roland) 5,29. 2. Graßnid Jugend männlich 2000 Meter: 1. Rurth( Fichte 5) 7.10. 2. Ricardt( Schöneberg). 3. Gräber( Moabit). 4. Bruchstein( Fichte- Südost). Jugend 08/09 3000 Meter: 1. Stomenat( Schöneberg) 10,43. 2. Fischer( Wedding). 5. Weniger( Fichte 7). 4. Bankmann( Moabit). Jugend- Mannschaftslauf 3000 meter: 1. Moabit 30 Bunfte. 2. Fichte Weft 48 Buntte. 3. Ablershof 49 Punkte. 4. Röpenid I 72 Bunkte. 5. Schöneberg 76 Punkte. 6. Neu- Schulzendorf 82 Buntte, 7, Trep tom 84 Punkte. 8. Fichte- Südoft 86 Punkte. 9. FTGB. Norden 89 Bunkie. 10. Schwimmverein Borwärts 99 Bunkte. Männer 5000 Meter: 1. Bawerens ( Schönow) 21.19. 2. Sartlieb( Ereptom). 3. Blankenburg( Moabit). Männer 5000 Meter Anfänger: 1. Eggert( Adlershof). 2. Boldt( Fichte- Sub). 8. Friema ( Wilmersdorf). Turner 5000 Meter: 1. Leuthold( Fichte- Nord). 2. Günther ( Fichte 16). 3. Wels( Fichte 8). Aeltere Sportler 5000 Meter: 1. Rlemmstein ( Moabit) 25,40. 2. Sonnenburg( Moabit). 3. Richter( Neukölln) und Richter ( Schöneberg). Mannschaftslauf, offen, 5000 meter: 1. Moabit. 2. Gudoft. 3. Neukölln. 4. Sparta. 5. Eiche( Tegel). Anfänger: L. Schöneberg. 2. Moabit. 3. Fichte. 4. Wilmersdorf. 5. Schöneberg II. Turner: 1. Schwimmverein Bormärts. 2. FIGB. Norben II. 3. Fichte 12. Kreistag des Arbeiterjamariterbundes. Sämtliche Bor turzem hielt der Kreis Brandenburg in Ludenwalde seinen vierten ordentlichen Kreistag ab. Nach den Begrüßungsansprachen des Genossen Duntel, Kreisvorsitzender, und des Vorsitzenden der Luckenwaldere Kolonne, Billwod, tamen die geladenen Gäste, Andreß Dom Hannemann vom Ortsausschuß, Rüter Berlin vom Reichsstädtischen Wohlfahrtsamt, banner, Jänide, Borsitzender der Ortsfrankenkasse, und die Genofsin Lorenz als Vertreterin der Arbeiterwohlfahrt, zu Wort. Der Geschäftsbericht des Kreisvorsitzenden ergab, daß im verflossenen Jahr gute Fortschritte gemacht sind. Es wurden im Laufe des Jahres 12 neue Kolonnen gegründet. Der Kreis hat sich an der Frankfurter Olympiade mit 80 Samaritergenossen und-genossinnen beteiligt. Ein besonders gutes Zusammenarbeiten bestand mit der Arbeiterwohlfahrt. neugegründeten Rolonnen befamen anatomische Lehrtafeln, Trag. bahren, Uebungsbinden usw. toftenlos. Einige Kolonnen führten Ridge, daß fich nicht genügend Aerzte zur Verfügung stellen, so daß einige Mate Berliner Aerzte in der Provinz die Prüfung ab hatten mußten. Aus den vorliegenden Statistiten war 31 ersehen, daß die Kolonnen des Kreises nicht weniger als 11 589 HilfeLeiftungen und 1385 Transporte ausgeführt haben. Zu erwähnen sei noch, daß beim Großdeutschen Tag des Reichs. banners in Berlin im Auguft vorigen Jahres 487 Samariter arbeiteten. Es wurden an diesem Tage nicht weniger als 686 Hilfeaus den verschiedensten Kolonnen völlig einheitlich zusammenleistungen gewährt, ein Zeichen dafür, daß der erste Kreis des mußte festgestellt werden, daß einzelne Kolonnen von den Behörden, Arbeiterfamariterbundes allen Anforderungen gewachsen ist. Leider Barteien und Gewerkschaften nicht so unterstützt wurden, wie man es erwarten müßte. Der Vortrag des Herrn Dr. Salomon, Luckenwalde, über Gewerbehygiene wurde von den Dele. Verlauf des Kreistages war ein recht guter. Anschriften an: gierten und Gästen mit der größten Aufmerksamkeit gehört. Der Arbeiterfamariterbund E. V., Kreis I( Brandenburg), Nowames, Husarenstr. 9. Mehr Staatshilfe für den Sport! Die 3entraltommiffion für Arbeitersport und Rörperpflege, ber Deutsche Reichausschuß für Leibesübungen und der Verband für deutsche Jugendherbergen haben an den Reichstag den Antrag gestellt, die Reichsmittel für Spiel, Sport, Turnen und Zu Ostern Farbige Schuhe Unser Umsatz bringt uns naturgemäß alle Vorteile des Groß- Einkaufesauch eine der Ursachen unferer anerkannten Billigkeit. LEHMANN STEGUIZ ய 12.90 ચીનની Braune Herren- Halbschuhe 1190 prima Boxcalf, auf echtem Rand genäht, neueste halbrunde Form, Gummi- Abeats, eleganter Straßenschuh Braune Herren- Stiefel prima Rindbox, mittelbranne Farbe, halbepitze Form, weiß gedoppelt. 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Beim Staat Preußen hat bisher nur ein allgemeiner Fonds für Jugendpflege bestanden. Handballstädtefpiele. Infolge der allgemeinen Verbreitung des Handballspiels immer. halb des Arbeiter- Turn- und Sportbundes wird auch der Drang nach Spielen mit auswärtigen Mannschaften immer stärter. Bielè unferer Berliner Mannschaften fahren nach allen Richtungen Deutschlands und viele Auswärtige fommen nach Berlin. ber nicht nur das Gemeinschaftsgefühl unserer Turner und Sportler soll dadurch gestärkt werden, sondern auch in technischer Beziehung foll all denen, die da meinen, wir wären nicht leistungsfähig genug, bas Gegenteil bemiesen werden. Aus diesem Grunde veranstaltet der Kreisturnspielausschuß am 1. Osterfeiertag auf dem Adler 12". Blaz, Berlin N., Christianiastraße von 2 Uhr ab Werbespiele Außer dem Städtespiel Berlin- Breslau stehen fich noch die Jugendmannschaften F. L. Groß- Berlin( Wedding)-Magdeburg und die Frauenmannschaften Neukölln- Fichte gegenüber. Biele unserer Sportinteressenten werden wohl schon mehr oder weniger vom Handballspiel gehört, bisher aber noch nie ein solches gesehen haben; fie sind hierdurch zum Besuch dieser Veranstaltung eingeladen. Alles nähere wird noch in dieser Zeitung bekanntgegeben. Stadion- Sportfeste 1926. Der Stadion- Ausschuß tagte fürzlich und genehmigte folgende Termine für Sportfeste: 13. Jumi: Reichsarbeitersport tag des Kartellverbandes. 20. Juni: Internationaler Länderkampf der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik und des Schwimmflubs" Poseidon". 27. Juni: Berliner Sportklub. 1. August: Zürich Berlin, Bund Deutscher Radfahrer. 15. Auguft: Wettfampf des Arbeitersportfartells. 29. August: Hauptausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege. 12. September: Rund um Berlin, Bund Deutscher Radfahrer. Es wurde eine Frist für die Ansehung weiterer Termine bis zum 15. Februar festgesetzt. Bon da an behält sich der DRA. freie Hand für weitere Vermietung Dor. Die dringend notwendigen Erneuerungsarbeiten mußten aus Mangel an Mitteln unterbleiben. So wird auch voraussichtlich das Dach der Hauptumkleideräume, das wasserdurchlässig ist, nicht erneuert werden. Die Gesamteinnahme des vergangenen Jahres betrug 78 000 m., die Unterhaltungskosten 90 000 M., allein für Wasserversorgung mußten 9000 m. ausgegeben werden. Der in früheren Jahren von der preußischen Regierung gezahlte Zuschuß murde im vergangenen Jahre nicht gewährt. An eine Erneuerung des Figurenschmudes fann auch nicht gedacht werden. Der Kunst ausschuß der Stadt Berlin hat in Aussicht gestellt, bei Erteilung meiterer Aufträge auch an diesen Kunstbedarf zu denken. Die Deff. nung des Stadions für Frauen wird an allen Tagen beibehalten. Der Preis für Jahres- lebungsfarten mit 10 M., für Fördererfarten, die für den Besuch aller Beranstaltungen gelten, mit 50 m. bleibt bestehen. Jugendfonferenz der Turnerfparte. Das Orchester des SB. Welle spielte luftige Beifen. Die Jugendlichen boten recht gute Leistungen. Eine fleine humorvolle Abmechslung brachten Wasserscherze und ein Schaufpringen. Das Springen zeigte einige sehr gute Sachen. Auch in den Schwimmtonfurrenzen wurden durchweg recht annehmbare Zeiten erzielt. Den Abschluß der Veranstaltung bildeten zwei Wasserballspiele. Borwärts Berlin- Lichtenberg hatte die Freien Schmim. mer Neukölln als Gegner. Nach einem flotten Kombinationsspiel tennte Neukölln mit 4: 1 in Halbzeit gehen. Nach der Pause holte Borwärts auf und schoß dreimal erfolgreich. Neukölln ließ etwas nach und fam nur noch einmal zu Schuß. Resultat: 5: 1 für Freie 1 Rompi enifponn fich beim Freiftischwimmen. Sier gerieten die alten Gegner Götfe- Reutöln und Raluza- Breslau aufammen. Ropf an Ropf ging dez 5 Bahnen Lange Rampf bis ins Riel, das Götte durch fanelleren Anschlog cher erreichte. Dritter wurde Frohn- Neukölln. Beit: 1,12%, 1.13, 1,15%. Drei Konkurrenzen foäter traten Some und Götfe- Reukölln zum Rüdenschwimmen an, zu dem noch Klingeberger- Breslau Zam. Dieser wurde Erster auf der 5 Bahnen langen Strede. Reit: 1,27. 8weiter Götte 1,30%. Die Lagenstafette über 4X5 Bahnen Lonnte Breslau ganz überlegen gewinnen. Reit: 5,46, 6.01. Den Abschluß des flott abgemidelten Brogramms bildete ein Baherballspiel, das in einigen Momenten nicht ganz in Sänden des Schiedsrichters mar. Bet Halbzeit batten die Breslauer mit 2: 2 gleichgezogen. Am Schluß konnten die Neuköllner mit 5: 4 fiegreich das Wasser verlassen. Lurich gegen Eberswalde. Einer Einladung des BC. Eberswalde folgend, weilte die Bormannschaft des GC. Lurich fürzlich in Eberswalde. zeigen sich start verbessert, besonders im Feders Referenten- und Vorständekonferenzeichtgewicht überraschten einige„ Neulinge". am Mittwoch, den 31. März, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25( gr. Saal) Genoffe Wilhelm Diffmann vom Parteivorstand spricht über: Sozialdemokratie und Volksentscheid. Angesichts der bevorstehenden Agitation für den Bolfsentscheid ift die Anwesenheit aller Referenten der Partei sowie auch der Abteilungs- und Kreisvorstände erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Bezirksvorstand. Schwimmer Neukölln. Im zweiten Spiel tonnten die Freien Schwimmer Norden den SV. Charlottenburg mit 4: 2 abfertigen. Es war ein gelungenes, sehr gut aufgezogenes Fest, das bei den Besuchern einen durchaus guten Eindruck hinterlassen hat. Ergebniffe: Knaben- Stafette 4X50 Meter beliebig: 1. Freie Schwimmer Charlottenburg 2,44. 2. Freie Schwimmer Norden 2,51. 3. Borwärts Gruppe Norden 2,583. Brustschwimmen für Vereine ohne Winterbab; 50 Meter, Knaben: 1. Neuer 47%. 2. Altschweig 55. 3. Jagnah 59%. Alle drei vom Waffersportverein Rathenow. Riegenschwimmen: 1. Freie Schwimmer Neuföln( Mädchen) 7½ Buntte, 2. Freie Schwimmer Norden( Mädchen) 6% Ptt. 5% Bunkte. 3. Spandauer Schwimm- Union( Rnaben) 6% Punkte. Alle übrigen Teilnehmer Bruststafette 4X50 Meter für Bereine ohne Winterbab: 1. Rathenow I 3,42. 2. Rathenom II 4,19%. Mädchen- Rüdenschwimmen 50 Meter: 1. Raiser, Borwärts- Lichtenberg, 50%. 2. Ralbe, Freie Schwimmer Neukölln, 53%. 3. Rörs, Freie Schwimmer Norden, 55%. Knabenschwimmen, 100 Meter beliebig: 1. Eur, Berliner Schwimmverein, 1,31%. 2. Pawlowski, Freie Schwimmer Charlottenburg, 1,36%. 3. Weiß. Freie Schwimmer Neukölln, 1 39%. 4. Garsta, Freie Schwimmer Norden, 1,433. Bruststafette 4X50 Reter, Knaben: 1. Freie Schwimmer Neuölln 3,11%. 2. Freie Schwimmer Norden I 8,17%. S. Freie Schwimmer Charlottenburg 3,20%. Mädchen: 1. Welle 3,55%. 2. Freie Schwimmer Neukölln II 4,04%. 3. Berliner Schwimm- Union 4,11%. Der Erfolg der Neuköllner Schwimmer in Breslau. Das am Sonnabend, 20., und Sonntag, 21. Mara, ftattgefundene Schwimmfeft des Breslauer Schwimmvereins Boseidon" fab auch diesmal wieder die Neuköllner Freien Schwimmer mit recht zahlreichen Meldungen am Start. Leider blieben weitere[ portlich starke Bereine der wirtschaftlich schlechten Bage dem Feft fern. Im Gegenfak zu den Leistungen der Borjahre kann man von einem Fortschritt des Boseidon" fprechen. Am ersten Tage wurden die Wettkämpfe mit einer Freiftilstaffel über 6X2 Bahnen eröffnet. Reukölln Tag gleich in Front und konnte sicher vor Breslau durchs Riel gehen. Reit: 2,45% und 2.47. Die 20- Meter- Bahn stimmte nicht, um mit Berliner Bahnen einen Bergleich zu ziehen. benn fie war 1,50 Meter länger. Als nächste Ronkurrens wurde das Männerseiteschwimmen über 5 Bahnen ausgetragen, allerdings ohne Neukölln. Die alten Rivalen Raluza und Faulbe lieferten sich einen scharfen Rampf, ben ersterer gewann. Beibe Teilnehmer schwammen gute Retten: 1,16% und 1,18%. Die nun folgende Bruftftafette über 3X5 Bahnen holten fich ebenfalls die Neutouner unter ftetiger Führung vor Breslau. Reit: 4,51% und bas Stachfehen. Schola- Breslau buchte ben ersten Blak für feine Farben vor 4,52%. Jnt Männerbruftschwimmen von 5 Bahnlängen hatten bie Neuköllner dem Neuöllner G. Klein. Reit: 1.32 und 1,37%. Ginige interne Ronkurrenzen befchloffen den Sonnabend. Am ameiten Tage wurde mit einer Schwellſtaffel Im November vorigen Jahres hatten sich die Jugendleiter und obleute aller Sparten bereits zu einer Konferenz zusammen gefunden, um Stellung zur Jugendfrage und zur Bildung eines Kreisjugendausschusses zu nehmen. Die Turneriparte nahm nun fürzlich in einer Konferenz zu obigen Fragen Stellung. Bertreten maren neun Vereine( 1) durch 60 Delegierte, ein Ergebnis, bas durchaus nicht befriedigen tann. Die Berhandlungen, von Jugendlichen geleitet, zeigten die Notwendigkeit, die Jugendfrage in Butunft weit ernsthafter zu behandeln. Der Kreisjugendleiter der Turnerspatte erläuterte einleitend die Aufgaben des Arbeitersports fprünge, erreichte Arabel- Reuton die meisten Bunite( 87%). Ein recht harter über 6, 4 und 2 Bahnen das eft benonnen. Auch hier fienten die Mentollnes über Breslan. Reit: 8,01%, 304. Die ameite Neuköllner Mannschaft tam in 3,07 ein. Die Kronen- und Jugendwettkämpfe maren auch spannend und er rangen reiden Beifall. Beim Springen für Männer, 3 Bflicht und 2 Ril Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 30. März. Außer dem üblichen Tagesprogramm: gegenüber der bürgerlichen Sportbemegung und ben in legter Zeit Don Unternehmerseite start propagierten Wertiportpereinen. Die lepteren find eine besondere Gefahr, da hier die Arbeiter und Angestellten in eine direkte Abhängigkeit van der Betriebsleitung gebracht und an der Wahrnehmung ihrer gemertschaftlichen und politischen Aufgabe gehindert werden. Hier wird der Grundstod zu einer gelben Arbeiterbewegung gelegt. Aufgabe der Ronferenz fei es, die beffere Organiaftion der Jugendlichen in die Bege zu leiten, um diesen Bestrebungen erfolgreich entgegentreten zu fönnen. Neben dem Kreisjugendausschuß follte auch in jedem Berein ein Jugendausschuß mit attiver Teilnahme der Jugendlichen gebildet werden. Bum Kreisjugendtreffen wurde beschweig der Liebe". Karl Bröger: Die 14 Nothelfer". 4.30-6 Uhr Schloffen, dasselbe der besten Agitationsmöglichkeit halber in den Bezirken abzuhalten. In Aussicht genommen ist dafür der 7. und 8. August d. J., die näheren Bekanntmachungen werden durch den Kreisjugendausschuß erlassen. In den Kreisjugendausschuß murde die Genossin Halante( FTGB.) als Vertreter der Turnersparte gewählt. Die Berichte der Vereinsvertreter zeigten, daß die Be megung gut vorwärts geht. Lehmann wies besonders auf die Notwendigkeit hin, bei den jetzt zur Schulentlassung fommenden Jugendlichen mit der Agitation einzusehen. Die Konferenz leistete gute pofitive Arbeit. Zu münschen ist, daß sich in Zukunft auch die nicht auf der Konferenz vertretenen Vereine an der Lösung der Aufgaben beteiligen und baldigst die Bildung von Jugendausschüssen Dornehmen. 1. Kreis- Kinderschwimmfeft. Nach der großen Schwimmhalle des Stadtbabes Bed. bing in der Gerichtstraße pilgerten mit dem Badepaket unter dem Arm am Sonntag fleine und große Jugendliche, um an dem KreisKinderschwimmfest teilzunehmen, dem ersten und auch dem lekten Hallenschwimmfest in dieser Saison. Rathenom, 3ossen, Potsdam, Oberschöneweide hatten unter fundiger Führung die Jugendlichen nach dem Norden Berlins entsandt. Festlich war die Halle geschmückt. 3.45 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern: Neue Lyrik. F. W. Bischoff: Die Gezeiten. A. M. Renner: Einer unter Euch". Franziska Martienssen: Landschaft, Menschen, Ich. Gottfried Benn: Spaltung". Franziska Mann: Wege hinauf. Gertrud Wenckstern: Feyn gülden Zierat". Herwarth Walden: Im Genachm.: Konzert. 6.40 Uhr abends:" Dr. Friedrich Springer: Die Tinte, ihre Geschichte, Zusammensetzung und Verwendungsart". 7.05 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.35 Uhr abends: Theodor Kappstein: Deutsche Humoristen der Vergangenheit. 8.10 Uhr abends: Prof. Dr. Adolf Markuse:„ Der Sternenhimmel im Monat April". 8.30 Uhr abends: Serenaden. Dirigent: Dr. W. Buschkötter. 1. J. Brahms: Serenade D- Dur für großes Orchester: Allegro molto Scherzo Allegro non troppo Menuetto Scherzo: Allegro Rondo: Allegro. 2. P. Tschaikowsky: Serenade für Streichorchester: Pezzo in forma di sonatina Walzer Elegie Finale( Tema Russo). 3. W. Braunlebhaft, fels: Serenade für kleines Orchester: Leicht bewegt ausgelassen Anschließend: ruhig. Berliner Funkorchester. Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten, Theater- und Filmdienst. Königswusterhausen, Dienstag, den 30. März. 3-3.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann: Einheitskurzschrift. 3.30-4 Uhr nachm.: Studienrat Heering: Der Einfluß der vertieften Berufsauffassung und der sozialpädagogische Gedanke. 4-4.30 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. Ziertmann: Die Kunstgewerbeschule. 4.30-5 Ubr nachm.: Frl. Hildegard v. Gierke: Naturkundliche Entdeckungsreisen im Garten. 8.30 Uhr abends: Uebertragung aus Berlin. Sm Bantamgewicht lämpfte Kragel- Zurich( 105 Bfd.) gegen Grambich- Eberswalde( 110 Bfb.). Rragel ftellte sein können erneut unter Beweis und zwang Grambsch in der 4. Runde zur Aufgabe. Es folgten 2 Rämpfe im Feber. gewicht. Rimmermann- Zurich( 114 Bfd.) mußte in der 2. Runde wegen allzugroßer Ueberlegenheit feines Gegners Beiß- Eberswalde( 112 Bfd.) aufgeben. Beis befigt nach wie vor eine große Schlagkraft, die noch manchem Gegner aunt Berhängnis werden dürfte. Auch Scholz- Eberswalde( 114 Bfd.) zwang Bichert. Burich( 114 Bfd.) in der 2. Runde zur Aufgabe. Jm Leichtgewicht fonnte Czeiha Zurich)( 118 Bfd.) Kroll- Eberswalde( 118 Bfd.) in der 2. Runde zus Aufgabe amingen. Caeiba, ein brillanter Borer, der schnell landet, ebenso aurüdgeht und gut budt, hat kaum einen Gegner zu fürchten. Der Lurichmann Schubert, ein Anfänger, schlug Grunz- Eberswalde( 122 Bfd.) flar nach Bunften. Im Schlukkampf zwang Esbruch- Eberswalde( 134 Bfd.), ein fehr harter Schläger, bem aber noch bessere Technit au wiinschen ist, feinen Gegner Wehrmann- Lurich( 185 Bfd.) schon in der ersten Runde zur Aufgabe. Resultat nach Bunktwertung: 6: 6. In allernächster Zeit bort die Zurich- Mannschaft in Rathenow und Herzfelde. Fußballrefultate vom 28. März. Trok bes mother niedergegangenen Regens konnte der arbkie Teil der Spiele zum Austrag kommen. In Belten gelang es dem Beltener Ballspielflub, die Bernauer mit 8: 2 geschlagen nach Hause au schiden. Selvetia mußte fich von Nordista mit 4: 0 geschlagen bekennen. Fichte- Gesundbrunnen verlor gegen Alemannia mit 0: 2. Teuionia gelang es, feinen Widersacher Wacker 20 mit 3: 2 niederauringen. Adler 08 befestigte seine Führerstellung durch einen 7: 4- Sieg gegen Abler 12. Spandau 25 gewann gegen Union mit 3: 1. Das Spiel Staaten gegen Einigkeit wurde beim Stande 1: 3 wegen Unfall abgebrochen. Amateure wurde von Tegel 24 mit 2: 5 geschlagen. Soch gewann Bankow 08 mit 14: 1 gegen Bittoria. Birkenwerder gegen Briefelang 7: 0. Jm Dften fonnte Stralau gegen Luftig- Fidel mit 2: 0 fiegreich bleiben. Tasmania und Strausberg trennten fich unentschieden mit 1: 1. Merkur, die in Tekter Reit fehr aufgekommen waren, gelang es, gegen Alt- Glienice mit 3: 0 au gewinnen. Oberspree fiegte gegen Fichte- Südost sicher mit 5: 2. Ea dowa konnte gegen Sertha 22 nichts bestellen. Mit 14: 0 gefchlagen verließen fie den Plak. Die Namensvettern Berliner Sportverein 22 und 16 trennten fich mit dem Refultat 1: 2. Brandenburg 02 gewann gegen Britannia hoch init 7: 1. Anapp mit 2: 1 gewann Friedrichshagen gegen Romet. Bor wärts 20 und Treptower Ballspielklub spielten unentschieden 4: 4. Johannisthaler Ballspielfib mußte sich von Weißenfee mit 0: 2 gefchlagen bekennen. Adlershof gewann gegen Beuthen mit 5: 0. Das Propagandafpiel Frisch- Frei gegen Lichtenberg III endete mit dem Siege von 2: 0 der Bichtenberger. Gübwest. Brandenburg a. 6. S. falua die Rehlendorfer mit 6: 0. Kreuzbera gewann gegen Schöneberg mit 2: 0. Woltersdorf und Neukölln- Brit trennten sich 4: 4. Fußballring wurde von Budenwalde hoch mit 0:10 gefchlagen. Eintracht 25 schlug Rustig- Borwärts ficher mit 7: 2. Fichte 21 murde von Rowawes mit 0: 6 gefdlagen. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7% Uhr, Sigung des großen Turn- und Sportaussouffes, Schule Weinmeifterstraße. Erscheinen aller Turn, Sport und Spielwarte des Gesamtvereins erforderlich. Arbeitersporttartell 19. Bez. Pankow. Mittwoch, 31. Mära, 18 Uhr, in des Aula Wollantstr. 131, Vortrag mit Lichtbildern des Herrn Dr. Hodann: ,, Mit Rudsad von Aachen bis Afrika". Eintritt frei. Gerätewetturnen bes 1. Areises. Als legte Sallenveranstaltung und gewiffermaken als Prüfung der geleisteten Winterarbeit findet am 2. April( Karfreitag), nachmittags 3% Uhr, in der städtischen Rentralturnhalle Prinzen ftcake bas Kreis- Gerätewetturnen statt. Sum Betturnen felbft treten aus fedem Bezirk die besten Zurner und Turnerinnen an, die aus den Ausfcheidungstämpfen am 28. Februar als Sieger hervorgingen. Auch die BroDina ift gut vertreten. Sebem Freund der Turnfunft tann deshalb der Besuch empfohlen werden. Brogramm 50 Bf. Jugendliche, Arbeitslose 20 Bf. Raberverein Borwärts, Berlin, E. B. Mitgliederversammlung Mitiwoch. 31. Mära. Bortrag: Sport und freie Gemetfchaften". Arbeiter Radfahrer- Bunh Salibarität. Gauleitung: Am Mittwoch, 31. März, pünktlich 8 Uhr, im total von Arndt, Berlin B, Baugener Str. 10, Sigung ber gefamten Beitung. Gaunorsband, Gaufportausschuß, die Bezitte 1, 2, 21, Attionsaus uk Quartierausfduk. Berkehrsausschus, Agitationstommiffion milffen unbedingt pertreten fein. GB. Sparta. Mittwoch, 31. März, aukerordentliche Mitgliederversamm Inng bei Surt, Weberftr. 46. Erscheinen unbedingt Pflicht. Wtersriegen- Rufammenturnen Sportgenossen, Altersriegenturner! Ant 8. Mai findet das Altersriegen- Rufammenturnen in der Räthestraße ſtatt. Es find a biefem med ganz befondere Borbereitungen getroffen worden, um jebem in turnerifcher wie in gefelliger Beziehung gerecht au werden. Auch ift biesmal fir genügenb Stäumlichkeiten gesorgt worden. Nach dem Turnen Sigung: Bericht aus Beipsia aur terstiegenpartie. Gefelliges Beifammen. fein bei Guftan Benrisa. Schönebera. Cbersitt. 68. Freie Zurnerschaft 2ihtenberg- Friebrichsfelbe. 1 Futballabteilung: Am Razfreitag perdient bas Spiel Lichtenberg gegen Ohrbruf( Thüringen) auf bem Lichtenberg- l- Vias am Bahnhof Etralan- Rummelsburg, Annaftstraße, große Aufmerksamkeit, ha fich hier awei aute technische Mannschaften gegenüberstehen. Dem großen Fußballspiel geht ein Jugend- Brovagandafpiel voraus. Freie Tuzueridaft Lichtenberg Friebrichsfelbe. Mittwoch, 31. Mära, erite Turnstunde der Bereins- Frauen- Abteilung 1926" in der Turnhalle des JahnReal Gymnasiums in ber Schreiberhauer Straße von 8-10 Uhr. Männer und Jungmädchen haben feinen Sutritt. Anschließend bei Ritter, Schiller. ftraße 26, Gründungsfikung. In der Turnhalle der Pfarrstraße von 8-10 Uhr Borturnerftunde für Männer und Jugend. Berliner Arbeiter- Schachflub. Abt. Lichterfelbe- Lantmik: Spielabend jeden Dienstag 8 Uhr bei Rattinn, Lichterfelde, Bäteftr. 7. Für Anfängen unentgeltlicher Unterricht. Gäfte teberzeit willkommen. Sportverein Moabit. Für die schulentlaffene Jugend veranstaltet der Sportverein Moabit am Donnerstag, 8. April, in der Turnhalle Siemens. ftraße 20 einen öffentlichen Turn- und Sportwerbeabend. Die gesamte schul entlassene Jugend fowie deren Eltern find au dialer Beranstaltung eingeladen. Wir fordern bie Arbeiterfchaft auf die Jugend auf diefen Werbeabend auf. mertfam zu machen. Das Turnen dauert Den 8-10 Uhr. Die Zurnzeit der Jugendabteilung des SB. Moabit ist jeden Donnerstag, 8-10 Uhr, Turnhalle in der Siemensstraße. Touristenverein Die Raturfreunde"( Rentrale Bien). Abt. Webbing: Dienstag. 30. März, im Seim Lütticher Str. 48. Bortrag des Genaffen Adolf Lau über Seinrich Seine. Gäste willkommen. Abt. Friedenau: Dienstag, 30. März, im Heim Offenbacher Str. 5a. Ofterfahrtbefprechung. Abt. Lichtenberg: Osterfahrt. Rarfreitag früh 6,02 Uhr bis Biefenburg. Sonnabend nacht 11,43 Uhr bis Belzig. Ab Schlesischen Bahnhof. Für beide Fahrten Rüldfahrfarten bis Wiefenburg. Abt. Norben: Dienstag, 30. Mara, 8 Uhr, im Seim Sonnenburger Str. 20. Schule. Lichtbildervortrag: Auf Scheffels Spuren". Ofterfahrt durch die Rehdenicker Forft. Biertägige Fahrt. Meldung im Seim. Wetterbericht der öffentlichen Wetterd'enfistelle für Berlin.( Nadr. verb.) Beiterhin warm bei füb. bis füdöstlichen Winden, meist starter bewölkt; leichte Regenfälle. Für Deutschland. Beiterhin warm, überall stärfer bewölkt; in Wefts unb Mitt, Deutschland verbreitete Regenfälle. Sefira CONSTANTIN E 4Pf Aus Friedenszeit if diese Cigarette rühmlicht bekannt. Dank der verbilligten feften Packung kann sie in alter Güte geliefert werden. CIGARETTENFABRIK CONSTANTIN HANNOVER Nr. 149 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Gewerkschaftsbewegung Unglückliche Liebe. Moskau um eine Enttäuschung reicher. Bor einiger Zeit machte in der fommunistischen Preffe die vom Organ der Roten Gewerkschafts- Internationale in Fettdruck verbreitete offizielle Meldung die Runde, wonach die m egitanischen Gewerkschaften mit der RGI. in Fühlung getreten feien und diese auch zur Teilnahme am nächsten merikanischen Gewerkschaftfongreß eingeladen hätten. Die Gelegenheit wurde natürlich mit Bergnügen benutzt, um das Sprüchlein vom abnehmenden Einfluß der Amsterdamer Internationale und dem Siegeszug der RGI. herzusagen. Ueber die amerikanischen Gewerkschaftsführer, die von den Kommunisten noch kurz vorher als blutige Berräter an der Sache der merikanischen Arbeiter und Lakaien des amerikanischen Kapitals betitelt wurden, hörte man von diesem Augenblick an von den Kommunisten kein Wort mehr, hingegen entdeckten diese plötzlich, daß die merikanischen Gewerkschaften eigentlich gar nicht so übel organisiert seien usw. Dies alles unter der Spigmarke„ Für die Einheit der Gewerkschaftsbewegung". Unter dem gleichen Titel veröffentlicht nun die Internationale Presseforrespondenz( Nr. 26) plöglich einen mit dunkeln Andeutungen gespickten Artikel, der zeigt, daß die ganze Angelegenheit eines der agitatorischen Manöver ift, von denen die RGI. lebt. In dem Artikel wird zunächst gesagt, daß die RGI. sich um die Gewerkschaftsbewegung Merifos ganz anders gesorgt habe, als der IGB.", und zwar deshalb weil sie den Merikanischen Gewerkschaftsbund( Crom) zur Teilnahme an den Arbeiten des zweiten Kongresses der RGI nach Moskau eingeladen hat". Diese ganz ungewöhnli he Leistung wurde aber offenbar mit schwarzem Undant" belohnt; denn die Crom nahm die Einladung wohl an und entsandte drei Delegierte; diese trafen jedoch am Bestimmungsort nicht ein". Daß der Grund kein Eisenbahnunglück war, geht aus einem Brief der Crom hervor, in dem ohne Umschweife gelaat wird, daß sie vorläufig nicht die Absicht habe, sich einer der bestehenden Internationalen anzuschließen und feinem ihrer Delegierten den Auftrag gegeben habe, irgend jemand zu ihrem Rongreß einzuladen". Die RG3. antwortete mit dem innigen Wunsch, daß der Kongreß der Crom, der in einigen Wochen stattfinden wird, feinen Einheitswillen zugunsten der einzigen Internationale zum Ausdruck bringen möge, die die Arbeiter aller Kontinente um sich sammelt". Ferner wird der eigene ernsthafte Wunsch nach Einheit in einem neuerlichen Geschimpf über die merikanischen Führer befundet. Die Mitgliederzahlen der Crom, über die sich die Kommunisten früher so aufrichtig freuten, sind nun plöglich mit allem Vorbehalt aufzunehmen. Endlich muß Gompers, den die RGI. auch im Grabe nicht ruhen läßt, als Sündenbod her. halten:„ Der Beschluß der Crom ist von der Denkweise des ver storbenen Samuel Gompers beeinflußt, der im jezigen Vorsitzenden des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes und des Pan- Amerifanischen Arbeitgeberbundes, William Green, und im Sefretär des lettern, Santiago Iglesias, würdige Nachfolger gefunden hat." Wie leicht sich doch verschmähte Liebe in Haß verwandelt! Was Agrar er sich erlauben. Eine Auslegung auf Grund des Preßgefehes. Der Reichsverband der Deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgebervereinigungen E. B. schickt uns eine Berichtigung zu einem Artikel, der in der Morgenausgabe vom 19. Februar unter der Ueberschrift Landwirtschaft und Erwerbslosenfürsorge" erschienen ist. In dem Artikel wurde mitgeteilt, daß der oberschlesische Provinziallandtag am 20. Januar einen Beschluß gefaßt hat, in dem gefordert wurde,„ die Arbeitslosenversicherung unter Einbeziehung der Landarbeiter im Reichstag bald zur Verabschiedung zu bringen". I Das treffe nicht zu, behauptet der Reichsverband. Der Beschluß des Provinziallandtages laute vielmehr: a) Die Arbeitslosen versicherung im Reichstag bald zur Verabschiedung zu bringen. b) Bis dahin unter Einbeziehung der Landarbeiter die Unterstügungssäge für die Arbeitslosen wesentlich zu erhöhen und die Kurzarbeiterunter stüßung einzuführen." Jeder Mensch mit fünf gesunden Sinnen wird sagen, daß diese angebliche Berichtigung unsere Meldung bestätigt. Der Reichsverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeber: vereinigungen E. V. weiß es aber besser. Er legt den Beschluß folgendermaßen aus: „ Eine Einbeziehung der Landarbeiter in die Arbeitslosenversicherung wird also nicht gefordert. Bunft b ist unseres Erachtens so aufzufassen, daß auch allen Landarbeitern bei der jezigen Erwerbslosenfürsorge bei eintretender Erwerbslosigkeit Unterstügung zu zahlen ist. Hiermit würde der oberschlesische Provinziallandtag nur der im Gegensatz zu der Ansicht des Reichsarbeitsministeriums stehenden Auffassung des preußischen Wohlfahrtsministeriums entgegengetreten sein, daß den von den Beiträgen zur Erwerbslosenfürsorge befreiten Landarbeitern feine Unterſtügung zu zahlen ist. Oder Punkt b ist so zu verstehen, daß die geforderte Erhöhung der Unterstützungsfäße auch den ländlichen Arbeitslosen zugute kommen soll. Eine andere Aus legung ist nicht möglich." Da haben wir die Unverfrorenheit der Agrarier in Reinfultur. Sie erklären, daß sie gar nicht daran denken, Beiträge für die Erwerbslosenfürsorge zu zahlen. Daß sie aber nicht nur die Unterſtüßungen, sondern noch höhere Unterstützungen und auch die Kurzarbeiterſtüßung fordern. Allerdings steht dieser unverschämten Auslegung des Beschlusses des Provinziallandtages von Oberschlesien der Punkt a entgegen, über den sich der Reichsverband ausschweigt. Es ist ihm offenbar sehr peinlich, daß diesem Beschluß auch der Braschma, der Rittergutsbefizer Rudolf von Wahdorf, Vorsitzende des Oberschlesischen Landbundes, Graf Hans Vertreter des Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes, und die deutschnationalen Provinziallandtagsabgeordneten Bauerngutsbesizer August Hillbrandt und Landwirt Walther Thomas zugestimmt haben. Dienstag, 30. März 1926 die SPD. gewesen, die in der Weimarer Verfassung die Beamtenrechte fest verantert hat. Reicher Beifall lohnte den Redner. Die Versammlung war ein voller Erfolg; mehrere Neuaufnahmen waren das äußere Ergebnis. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: verfassung vom 11. August 1919 verheißene Neuregelung des Die Bersammlung verlangt, daß die im Artifel 128 der ReichsBeamtenrechts einschließlich der besonders vorgesehenen Schaffung von Beamtenvertretungen mit größter Beschleunigung in die Tat umgesetzt werden. Besonders muß die öffentlich- rechtliche Stellung der Beamten gewahrt bleiben. Ebenso ist eine Trennung des Rechts der sogenannten Hoheitsbeamten von dem der sogenannten Betriebsbeamten unter allen Umständen zu verhindern. Entsprechend der Stellung des deutschen Berufsbeamtentums ist vielmehr an der bisherigen öffentlich- rechtlichen Grundlage des Beamtenrechts festzuhalten und ein für alle Beamten einheitliches Recht unter Sicherung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Belange der Beamtenschaft zu fordern. Gegen den Abbau des Sozialministeriums in Bayern München, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Die seit drei Tagen in München tagende Landeskonferenz der christlichen Gewerkschaften Bayerns, an der auch der Sozialminister Oswald und die Arbeitervertreter der Bayerischen Volkspartei im Landtag teilnahmen, erhob in einer einstimmig gefaßten Resolution schärfsten Einspruch gegen die beabsichtigte Beseitigung des Sozialministeriums. Eine beachtliche Ausgabenverminde rung trete durch diesen Abbau nicht ein, dagegen sehe die christliche Arbeitnehmerschaft in ihm eine unerhörte Brüskierung der Arbeitnehmer, gegen die sie sich mit allen erlaubten Mitteln zur Wehr sezen werde. Passive Resistenz der österreichischen Staatsarbeiter. Wien, 29. März.( Eigener Drahtbericht.) Die Betriebsräte der Staatsarbeiter hatten ver einigen Tagen Forderungen gestellt. In worauf am Sonntag die Vertreter der Organisation die Verhandlun den Verhandlungen zeigte sich die Regierung aber durchaus ablehnend, gen abbrachen. Am Montagmittag fand eine Sigung der Vertreter der Staatsarbeiter statt, in der beschlossen wurde, an die Gemerkschaftskommission heranzutreten und am Donnerstag in den einzelnen Staatsbetrieben mit der passiven Resistenz einzufeßen, falls die Regierung nicht ein eigenes Verhandlungsfomitee einsetzt. Durch die passive Resistenz wird zunächst die Wiener Staats. druckerei und das Münzamt betroffen werden. Diese Berichtigung" schickt uns der Reichsverband„ auf Grund des Paragraph 11 des Pressegesetzes". Berechtigt zu einer der artigen Berichtigung wäre nur das Präsidium des Provinziallandtages. Der Reichsverband der deutschen land- und forstwirtschaftFreie Gewerkschafts- Jugend. Heute, Dienstag, 7% Uhr, tagen die Gruplichen Arbeitgebervereinigungen E. V., der vorläufig noch nicht das pen: Granbau: Jugendheim Lindenufer 1. Diskussion: Das Fordsystem und Arbeiterschaft". Landsberger Plak: Jugendheim Diestelmenerstr. 5. ,, Bir Aufsichtsrecht oder die juristische Vertretung des Provinziallandtages lefen aus Gerhard Sauptmanns werfen". Lichtenberg: Jugendheim Dosse besitzt, hat gar nichts zu berichtigen. Wenn wir von dieser Straße 22. Fortfegung des Reihenvortrages Wirtschaftsgeschichte: MittelTreptow: Jugendheim Wildenbruchstr. 53/54. Diskussion: Be Berichtigung Notiz nehmen, so geschieht dies nur, um die Unvertriebsverhältnisse". Frankfurter Allee: Jugendheim Tilsiter Str. 4-5. Borfrorenheit der Agrarier ins rechte Licht zu rücken. trag: Die gewerkschaftlichen Jugendzeitungen". Für die Rechte der Beamten. Der SPD.- Verbandsausschuß der Post- und Telegraphenbeamten und Anwärter hielt am vergangenen Freitag eine öffentliche Versammlung für Beamte ab, die gut besucht mar. Der Genosse Reichstagsabgeordneter Billy Steintopf sprach über das Er Beamtenrecht und die Sozialdemokratie". unterzog vor allem den Entwurf zum neuen Beamtenstrafrecht einer genauen und fachlichen Prüfung. Dieser Entwurf will dem örtlichen Vorsteher eine Strafgewalt bis zur Hälfte des Monatseinkommens geben, während sie jest mur bis zu 60 diefes Betrages bestrafen dürfen. Auch über Ruhestandsbeamte sollen Disziplinarstrafen verhängt werden dürfen. Diesem Entwurf wird die sozialdemokratische Fraktion also manchen Giftzahn auszubrechen haben. Auch betonte Steinkopf, daß es leider immer noch nötig fei, ängstliche Beamten gemüter darauf hinzuweisen, wie gerade die SPD. für die Erhaltung des Berufsbeamtentums eintrete. Das beweist unser Parteiprogramm, unsere Zeitschrift„ Der freie Beamte". Auch ist es gerade alter". Verband der Maler. Heute, Dienstag, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Ladiererversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Neuwahl der Settionsleitung, 3. Berbandsangelegenheiten. Die Sektionsleitung. Achtung, Steinträger! Am Mittwoch, 31. März, 5 Uhr, in den Andreas Feftfälen, Andreasstr. 21, gemeinsame Bersammlung der Steinträger des Baugewerksbundes und des Vereins der Akkordsteinträger. Bericht von den Verhandlungen über den Abschluß des Akkordtarifvertrages Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Berein der Affordsteinträger Groß- Berlin. Silfs- Transport- und Eisengießereiarbeiter der Metallbetriebe im DMB. Donnerstag abenb 7 Uhr im Metallarbeiter- Reftaurant( Inhaber Nentmia. intenftr. 195, gegenüber Verbandshaus) Funktionärtonferenz. Tagesordnung: berige Berhandlungsergebnis. Alle Betriebsräte des DMB., in deren Be Die Tarifkündigung unseres Tarifs durch die Unternehmer und das bistrieben die Branche der Hilfsarbeiter feinen Bertrauensmann hat, werden aufgefordert, einen Bertreter zu entfenden. Mitgliedsbuch des DMB. legitimiert. Branche der Hilfsarbeiter im DMV. Rarfreitags wegen findet die Generalversammlung nicht am 2. April, fondern Deutscher Werkmeister.Berband. Bezirksverein 23. Chemische Inbrie. Des am Freitag, 9. April, 7% Uhr, in Haverlands Festsälen, Reue Friedrichstraße, Der Borstand. ftatt. Um vollzähliges Erscheinen bittet ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Zu Ostern! Zur Osterbäckerei verwendet man nur das reine Kokos Speisefett Palmin auch zum Kochen und Braten gleich vorzüglich geeignet. Palmin nur echt in Tafelpackung mit dem Schriftzug Schlinck Scone Parzellen bei Strausberg u Buch vert qm.1. an Belfch, Lutherfr.18. Rollend, 6281. Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und billig! Feinschnitt ist Trugschnitt Es ist zu wenig bekannt, daß bei Pfeifentabak die Schnittbreite von großem Einfluß auf Geschmack und Qualität ist. Gute überseeische Tabake müssen ,, am Blatt brennen", wie der Fachausdruck lautet. Es wäre deshalb ein großer Fehler, wenn wir erstklassige Rohtabake zu Feinschnitt verarbeiten würden. Feingeschnittener Tabak brennt zu heftig, erzeugt übermäßige Hitze, beißt auf der Zunge und die Qualität kommt infolgedessen nicht zur Geltung. In die lange Pfeife gehört Grobschnitt, In die Bruyère- Pfeife Krüll- oder Marineschnitt, aber niemals Feinschnitt. Zigarettentabak ist kein Pfeifentabak. Bei unsern rein überseeischen Marken Kiepenkerl Madastra Piet Hein abst ist die Schnittbreite genau der Mischung angepaßt, um die Qualität vollkommen zum Ausdruck zu bringen. Den bisherigen Feinschnittrauchern empfehlen wir unsere leichte holländische Mischung Piet Hein. Ein einziger Versuch überzeugt. 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Di« laute Welt sollte nicht in das Geheimnis seines Lebens hineinhorchen. „Gerda!� Seine Stimme toste den Namen, feine Hände falteten stch. Das holz im Kamin knisterte leise, unwirklich. .Wie oft Hab' ich den Namen in die Abendluft gehaucht und in die Stille gelauscht, ob nicht Antwort käme. Wenn ich sie ge- funden in Erdenferne, dann kamen bleiche Finger und nahmen Stück um Stück von ihrem hohen Bilde, bis sie zu Fleisch erstarrte, und ich fühlte, daß sie in anderen Armen lag und unter eines anderen Küsten bebte. Ein Stöhnen drang oft zu mir her,«in Sträuben gegen seine L'ebe. Ich sah sie zuerst bei einer größeren Abendgesellschaft. Sie stand an einer Säule, da, blonde Köpfchen müde an den Marmor gelehnt. Sie sah In da» bunte Gewoge tanzender Paare. Ich bat um einen Tanz. Als ich den Arm um ihren Nacken legte, war'» mir, als müßt ich ste an mich reißen und ihr sagen: Dich Hab ich gesucht! Ich hielt Im Arm« mein Glück. Ein wesenloses Geben lag in ihren Augen. Wir sprachen ganz besonnen ein paar Säße. Sie sagte, daß ste aus Düsteldorf sei und nur zu Besuch hier weile. Nichts mehr. Dann verabschiedete ich mich und ging. Aber ein Bangen kam, als könnte sie leis wie ein Nachtsput entschweben. Ich ging in die Winternacht. Da wurde die groß« Sehnsucht meines Leben» geboren, nach Sternen. Aus der Nacht wuchs ihr Bild. Des Himmel» nachtgestirnter Mantel lag um ihr« Schultern. Selig lehnte ich mich an den Saum, wie e, die stillen Berge tm Ich rief nach Ihr so oft in sehnsuchtsschwangeren Nächten, daß ihre Lllienhände Trost mir brächten!" Mein Freund sprach mit seltsam ferner Stimme. Einen Augen- blick gähnte lautlose Dämmerung ins Zimmer. „Das Dunkel oerschlingt mich, zünde Licht an!" Es flammte auf und gab uns Wirklichkeit. Er strich mit der Hand durchs wirre Haar und über die Stirn, als müßte er alle» Traumhaft« ab- streichen. Dann sagte er ruhig und klar: „Wochen hörte ich nichts von ihr. Mein verstand zerfaserte da« Erlebnis der paar Minuten. Ich hatte fcilr wohl sonderbare Abhängigkeiten vorgetäuscht. Schließlich wußte ich bei meinen literarischen Träumereien gar nicht mehr, wa» ins real« und was ins künstlerische Bewußtsein gehört«. Do erhielt Ich«Inen Brief von ihr Sie hatte Bücher von mir gelesen. Es war ein Brief, in dem kein Wort von Liebe stand, ober in.grenzenlos«? Hingabe an meine Werke, an mich geschrieben war. Sonderbarerweise stand keine Adresse in dem L-ref. heute Weih ich das Warum.... Um ste zu treffen, kündigte Ich schon für die nächste Woche einen Vortragsabend in Düsteldorf an. Der Abend kam. Auf meinem Tisch lagen zwei Rosen. Ich konnte aber die Geliebte nicht im Saal errtdecken. Allerdings war der Saal Halboerdunkelt, da auf meinem Tisch zwei Kerzen brannten. Ich los aus eigenen Werken, mehr weiß Ich nicht. Nach der Borlesung kamen ein paar Freunde zu mir, dann kam ste. Die Lichter im Saale tanzten. Ich küßte ihr« Hand—— küßte den Goldreif an ihrer rechten Hand. Traum und Wirklich. keit woben ineinander. Ich tonnte nicht begreifen, daß ste oer, heiratet war. Sie stellte mir ihren(Betten, einen Offizier, vor Cr sprach vornehm und bat mich, den Rest de» Abends in seinem heim zu oerbringen. Ich sagte zu und bemerkte gequält, mir grau« doch vor den kalten hotelwänden. Das Auto wartete unten. Der Herr Gemahl war begeistert von meiner Kunst. Ich kämpfte mit den Tränen, daß mein Traum so häßlich in die Wirklichkeit hinüberNang. Dann fühlt« ich«ine weich« Hand zitternd auf meinen Händen. Der Offizier wohnt« mit seiner Gattin in einer kleinen Villa der Dorstadt. Wir stiegen aus. Mich fror. Ich sank in«inen Sessel, Schlafen und nicht wieder erwachen... In unendlicher Ferne hörte ich den große» schönen Mann mit seiner Frau sprechen. Ich fühlte, wie scdesmal Blutwcllen an mein Herz brandeten, aber e, war, als löge ich tief begraben unter grünem Rasen. Ich lag lange in Ohnmacht, hernach konnte ich di« Bitte de« Offiziers, fein Gast zu sein, nicht abschlagen. So tastete ich hinter einem tanzenden Licht her, das ein Diener vorintrug. Eist spät am Morgen erwacht« ich. Auf dem Tisch« standen zwei Rosen. Ich schloß die Augen wieder und wollte nicht wach sein. Da hörte Ich Stimmen, man hotte einen Arzt konsultiert. Der Offizier bat mich, noch einige Tage sein Gast zu sein, bis ich ganz genesen sei. Er verabschiedete sich, er hatte Dienst. Der Doktor sprach von Ueberanstrengung, von Nerven. Ich war seelisch zu- sammcngebrochen. Der erst« tiefe Riß in mir, an dem ich ewig kranken werde!" Mein Freund schlug die müden Augenlider hoch, sah mich an. als wollte er sich überzeugen, daß er Verstehen fand«. Ich nahm seine Hand. Cr sprach hastig weiter: ,.Ich Neidete mich an und ließ mich der gnädigen Frau melden. Sie kam mir entgegen, bleich, als hätte sie zur Nacht geweint. Wir tranken Kaffee. Es kam jene Ruhe über mich, die vom Begehren nicht angetastet wird. Dann führte st« mich in ihr Zimmer. Auf dem Tisch lagen meine Werk«. Sie wies stumm aus einige Flecke und sagte tonlos: Tränen! Ich fühlte ihre Arme an meinem halse, Lippen auf meinem Munde." Mein Freund schwieg. Die Heiligkeit jener Stund« wollt« stch nicht in abgegriff«ne Wort« fügen Ich verstand ihn. „Mittag» kam ihr Gatt« zurück. Wir speisten zusammen und ich bot. mich verabschieden zu dürfen. Ein Zittern lief durch ihren Kdrper, dann ging ste HInou». Nach einer Weile kam ste wieder und entschuldigte sich leichthin. Der Offizier ging bald fort. Da mein Zug nachmittags fuhr, verabschiedeten wir un», sehr herzlich. Ich errötete in dem Bewußtsein, ihn betrogen zu haben. Ich stieß da» Weib zurück, wehrte den verlangenden Lippen. Ich mußte gehen, wollt« ich ihr nicht ganz erliegen. Wie welker Flieder an der Laub«, so lehnte ste an mir. Ich mußt« niederknien und ihr sagen: Gerda, ich habe dich lieb, nur dich! Dann ging ich. Ihr Schluchzen klang hinter mir her. Ich wandte mich um. ste lag zerbrochen auf dem Teppich. Unten auf der Treppe begegnet« mir der Gatte. Ich hört« seine Worte nicht, fand mich nicht wieder in dem Aufruhr meiner Seele. Die Dlutsprobe. (Sic deoilchvaNaval« ReiA»(ag»fTaftion«ah« einen Antrag an, daß sie nnt tdnblfilige arisch» wesiaite» z» INiiglieder» habe« darf.) Genosse dr. Moses, öer einzige praktizierenöe)lrzt Oes Reichstags, untersucht Sie Seutschuotionaten flbgeorSneten auf Semikolken. Wie ein Sterbender kam ich zu Hause, zerschlagen, lebensmüde. Der Arzt schüttelte den Kopf. Am anderen Morgen ein Briefl Don dem Gatten. Si« hatte olle» gestanden, als er sie schluchzend auf dem Teppich gesunden. Ich lächelte nur Ich war ja längst tot, wenn da» herz auch noch pochte. Ich schrieb ihm mit zitternden Händen, im Bett. In den nächsten Tagen kam wieder«in Brief, von ihm. Er schuldigt mich nicht an, erwartet aber, daß ich nie wieder in da» Leben seiner Frau trete, spricht vom großen Künstler... Dielleiht war ich der einst. In mir ist alle» tot. Manchmal bricht namenloses Weh aus mir. So werd ich einst verbluten müssen. Es ängstigt mich. Ich möchte vorher sterben..." So starb er freiwillig, in Schönheit. heute haben wir ihn begraben. Cin Jubiläum. Der Sonfekklonsarbeikerslreik im Zahre lSSS. In der sozialen Bewegung der Lohnarbeiterllosse«wachen zum selbständigen Leben durchweg zuerst bessergestellte Schichten de» Pro- letariat». Sie können noch über ihre soziale Lage nachdenken und ihnen kommt dann der scharfe Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat klar zum Bewußtsein. Es war ein Ereignis von ge- waltiger sozialer Tragweite, als in England John Burns zuerst die Dockarbeiter gewerkschaftlich organisiert, und w aussichtsreiche Lohnkämpf« führte. Don nicht geringerer sozialer Bedeutung aber war d« Streit der Konsektionsarbeiter und Arbeiterinnen Deutsch- land», die bis 189(5 In ganz unmenschlichen Verhältnissen vegetierten. Deutsche Sozialdemokraten haben sich das geschichtliche Verdienst er- worden, die größte sozial« Elendsschicht Deutschlands in Bewegung gesetzt zu haben. Schon im Dezember 1899 sprach Johannes Timm In einer öffentlichen Versammlung über die von den Ar. bcitern und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie zu stellenden Forderungen. Am LS. Oktober 1891 tagte in Berlin eine von den Städten Berlin, Stettin, Breslau, Frankfurt a. M., Danzig. Erfurt und Kottbu» beschickte Konferenz der Konsektionsarbeiter. Am 22. und 2S. August 1894 befaßte sich der Verband der Schneider und Schneiderinnen auf seinem Kongreß in Erfurt mit diesen Fragen. Am 13. Januar 1895 tagte eine Konferenz der Konsektionsarbeiter in Berlin und im Mai 189S trat der Verband der Schneider und derinnen mit der messerscharfen Anklageschrift de» Genossen nne» Timm„Da» Sweating-System in der deutschen Konsek- tionsindustne" hervor. Durch zahlreiche Versammlungen wurde end- lich die breite Mass« wachgeirommelt und empörte sich über di« so- zialen und hygienischen Mißstände dieses sogenannten„Schwitz- E y st« m»". Der sozialdemokratisch« Angriff gegen die kapitalistische Aus- beutung erfolgte mit einer solchen hestigkeit und einem io durch- schlagenden Erfolge, daß selbst di« notionalliberale Partei, die reinste Verkörperung de» Kapitalismus, die Fahne der Groß-Konfektionäre verlieh. Am 9. Februar 1896 war in 14 überfüllten Versamm- lungen der Streik gegen die Groß� Konfektionäre proklamiert worden. SO 000 Schneider und Schneiderinnen traten in den Ausstand. Die Entrüstung über das gesundheitsmärderische„Schwitz-Sysiem". da» von den Groh-Konfektionären treibhausartig gefördert wurde, war allgemein. Zwischen Arbeiter und Unternehm« hatte sich«ine Schicht von Zwischenmeistern,(oaenannten„Sweatern, geschoben, di« in schamlosester Weise die Näherinnen ausbeuteten. Die Arbeiterinnen mußten damals noch für folgende' „Eine anständig«, eine» M-tsich— arten oder gar handgreiflich! Abserttaung bei Empfangnahme und Abliesern der Ardeiten. Bei --------—------ ja mi„jj, Schnei Ioham de» nationalliberalen Abgeordneten von heyl über die Maßnahmen ein. welch« die Regierung zum Schutze für Gesundheit und Sittlichkeit und gegen die Ausbeutung d« Arbeiterinnen durch da» Truck- System zu«greifen beabsichtige, heyl schildert« die Sweater, dia nicht Sachverständige, sondern Leute aus allen Berufen: Droschken-- kutscher, Dienstmänner, Gärtner usw. seien, di« das Elend rückstchts- los ausbeuten. Berliner Mäntelnäherinnen verdienten 4 bis 5 M.. bei besser« Leistungsfähigkeit S bis S Mk.. ab« ste feien 7 bis teien, um ste zu Anschneidenden Maßnahmen aufzupeitschen. Auch Genosse Dr. Adolf Braun, der Redatte»»? de»„V o r w ä r t s", unterstützte den Streit wirtsam und machte da» Blatt durch zahl- reiche Artikel zum Kampforgan der Konsektionsarbetter und-arbeite» rinnen. riß ___________..,.W Handelsministers von Berlepsch gegenüber den Opfern des Sweating. Systems. In seinem Auftrage bemühte sich der Geheimrat König um eine persönliche Aussprach« mit dem Streitleiter Johanne» Timm. Neu und eigenartig war auch die Stellung der Polizei. Als die Streikenden große Ballen zugeschnittener Ware, di« an Streik. brecher zur Verarbeitung weitergegeben wurde, ins Wasser warfen, drehten sich d,e Schutzleute um und grisfen nicht ein einen fortgesetzten Kleinkrieg gegen die Errungenschaften des Massen- ausstand«». Der„Vorwärts ist daher noch bis in den April hin- ein mit Berichten über diese Lohnbewegung gefüllt, die sich über ganz Deutschland erstreckte. In Berlin erhielt die Bewegung am 21. März 1896 einen gewissen Abschluß durch«ine Milgliederver. sammlung de» Schneideroerbandes, in welcher der Streikleitung ein. stimmig das Dertrauen ausgesprochen wurde. An d« kontradik- torischen Enquete üb« di« sozialen Verhältnisse der Konfettionsar- better. deren Ergebnisse zum Teil w die Dnöffentlichungen d« Reichskommission für Arbeiterstatisttk übergingen, wirkte auch Prof. Werner Sombart mit- D« Konsektionsarbeit erstreik leitet« gewiss«maßen ewe neue Phase in der sozialen Geschichte Deutschlands«in. Dies« durchweg von Sozialdemokraten geführte Streit gewann unsere Partei die größten Sympathien in allen Teilen de» deutschen Dolte«. die nicht d« direkten wirtschaftlichen und geistigen Hörigkeit des Kapitalismus verfallen waren. Mft Recht tonnte d«„Vorwärts" üb« diese Bewegung schreiben:..Wir haben in der Geschichte der sozialen Kämpi» Deuifchland» schon Arbeit»«inktellungen zu verzeichnen, die in gleich« Weise das öffentliche Int«esse«regten, wie der Streik der Kan» fcktionsschneid« und Näherinnen Deutschlands. Noch nie haben stch aber in Deutschland die öffentlich« Meinung, die Presse aller Par- teien. ja. selbst die ob««n Organ« der Regierung so ruckhaltlos auf die Seite der Arbeiter gestellt, wie in dem gegenwartigen Kampf« der Arbeiter in der Konfettion. Wir müssen schon ins Ausland gehen, um vergleichbar« Erscheinungen zu finden, wir müssen auf England, den Dockarbefterstreit. zurückkommen, um ähnlich« Bar- gang« anzuführen."_ Vögel ol» Höheabewohn«. In Kolumbien sowie in den Anden von Ecuador und Peru lebt der Kondor in hohen von ZflOO di» 5000 Meter sowie auch die haubenent«. und in Reu-Granada die Bekassine. Fern« beobachtet man in Tibet in höhen bis zu 5900 Meter noch mehrere Raubvögel. Wildgänse und Steinhühner. D« «ztfi««•£\KhAnfi*mnfitt«rTr tahtttl tr ItT Wtttl bis der -Uli jCUJU JUCIV�IUU� 0"--— JT--- zu 4700 Meter hoch vorkommt, während in Kolumbien Wied« Regenpfeif« noch in höhen bis zu 4000 Meter angetroffe» wird. Selbst d« Kostbri pflegt sich in jene« Ländern m hohen von mehr als 4000 Met« aufzuhalten. Sander« Büch« auf einen lag. Gin« statistisch« Berechnung hat ergeben, daß in Deutschland im Laus« des letzten Jahres etwa 26 000 Bücher erschienen, was«in« Produltion von nahezu 100 Büchern am Tage gleichkommt. Jedenfalls kann stch de? Deutsche nicht beklagen, daß«» ihm an Lesestoff mangelt, eh« wohl an dem nötigen Geld, stch da» täglich erscheinende«Schechundert auch schassen, und an Zeit.«» zu lesen. MINIMAX- PERKEO Schaumlöschverfahren Wir machen hiermit bekannt, daß mit dem heutigen Tage die Perkeo- A.- G. für Schaumlöschverfahren, Berlin, in den Besitz des MinimaxKonzerns übergegangen ist. Schaumlöschapparat hergestellt wird, der alle Nachteile der bisherigen Verfahren vermeidet Er steht ständig ungefüllt, vermag nicht einzufrieren, erzeugt bis 5 Kubikmeter Schaum in einer Minute und zwar solange, wie man will, d. h. wie man oben das Schaumpulver zuschüttet Zur Speisung desApparates ist nur Wasserleitungszufluss und ein einziges Schaumpulver erforderlich, das aus luftdicht verschlossenen Blechbüchsen oben in den Apparat hineingeschüttet wird. Besonders hervorzuheben sind die für den Brandfall unen behrliche Möglichkeit der Aenderung der Konsistenz des Schaums, die geringen Kosten für Ausbildung des Personals und die Möglichkeit zur Benutzung billiger Chemikalien. Das Schaumlöschverfahren ist unbedingt erforderlich für Tanks, Schiffe mit Oelfeuerung usw. und eine große Anzahl von Fabrikationsbetrieben, von denen wir nur die Fabriken und Lagerungen von Benzin, Benzol, Schwefelkohlenstoff, Benzinwäschereien, Destillationsanlagen' für Teer, Petroleum u. dergl., Extraktionsanlagen jeder Art, Nebenbetriebe der Gasanstalten, alle Arten von Lackund Oel- Fabriken, vor allem aber die vielen chemischen Fabriken und Betriebe, in denen derartige Flüssigkeiten und Stoffe aufbewahrt, erzeugt und verwendet werden, hervorheben wollen. Wir machen bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß neuerdings seitens der Minimax- A.- G. ein tragbarer Drucksachen und Beschreibungen stehen auf Verlangen zur Verfügung. Hiermit sind alle Patentstreitigkeiten, die zwischen der Perkeo- Gesellschaft einerseits und den Minimax- Gesellschaften andererseits schwebten, erledigt. Beide Verfahren werden in Zukunft, vereinigt in unserer Hand, von uns vertrieben werden. Es werden von uns in Zukunft nach den Bedürfnissen der jeweils vorliegenden örtlichen Verhältnisse und der Art der Brandobjekte beide Verfahren Perkeo oder Minimax geliefert werden. Alle Anfragen auch wegen Vorführung sind ausschließlich zu richten an die MARKE Unter den Linden 2 MINIMAX A. G. METALL GOLDSTÜCK WEINBRENNEREIEN Stück A. Hanai REINER WEINBRAND Boldstück Deutscher Weinbrand Stück Ritöre Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Opernhaus SUhr: Intermezzo Deutsches Theater Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Zar und Zimmermann Schauspielhaus 8 U.: Herodes und Mariamne Norden 10334-38 8 Uhr: Lessing- Tb. 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen D. fröhliche Mord Weinberg Schiller- Theater Kammerspiele Kleines Th. 8: Kyritz Pyritz Städtische Oper Charlottenburg 8 Uhr: Norden 10334-38 8 Uhr Josephine Tägl. 8 Uhr: Das Grab des unbekannten Soldaten Don Pasquale Die Komödie Th. a. Nollendorfpi. 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Preßguß A.-G., Saarlouis- Bhf. Nr. 149+ 43. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Die falsche Preispolitik. Der Staubsauger als Wirtschaftsbarometer. Das große Sterben( der Industrie). ift nicht die Folge der stelbemußten Bolitik irgendeiner Stelle, weder der Geld noch der Barengläubiger, es ift vielmehr das Ergebnis einer unfere tatfächliche Lage Derkennenden Geschäftsführung von feiten weiter Areise von Sandel und Industrie. Der Berfall ist nicht durch ein Runmehr beginnt das Spiel des Unternehmerverdienstes, die finnlose Einschaltung überflüssiger Zwischenglieder. Die beiden Großfirmen der Elektroindustrie, verkaufen ihren Brogramm" herbeigeführt worden, sondern durch die vor Staubsauger zuerst an eine Tochtergesellschaft. Die Tochtergesell hergehende falfde Geschäftsführung der Unterschaft verkauft den Staubsauger an die Bertriebsabteilungen nehmungen." Ein ungenannter Bantier in einem Leitartikel der Köln. Sta." E ist tein Ult, es ist bittere Wahrheit: der Staubsauger ist heute tatsächlich ein Wirtschaftsbarometer. Am Preise wie an der Herstellungsmethode des Staubsaugers kann der Zustand unserer Broduktionsorganisation und die Behandlung des Marktes durch den Unternehmer täuschungsfrei abgelesen werden. Es werden heute in Deutschland die typischen elektrischen Staub. fauger mit eingebautem fleinen Elektromotor von fünf Fabriten hergestellt. Die beiden größten Staubsaugerproduzenten find Siemens- Schudert und die AEG. Der Preis ihrer Produkte bewegt sich zwischen 135 Mart( Siemens- Schudert) und 120 Mart ( UEG.). In jenen beiden Unternehmungen erfolgt die Herstellung der Staubsauger im Bandsystem. Die Herstellung beginnt 3. B. bei Siemens- Schudert mit der Entnahme der roh gegoffenen Einzelteile aus dem Lager. Die Bearbeitung der Rohlinge ist untergeteilt und wird durch Spezial maschinen unterstützt. In einer anderen Abteilung beginnt gleichzeitig in verwandtem Arbeitsgange die Montage des Elektromotors. Der fertig bearbeitete Rohling trifft mit dem montierten Elettromotors zusammen; es beginnt die Montage des Staubsaugers. Der Arbeitsgang bleibt fließend", bis der fertige Staubsauger im Karton verpackt ist. Der gesamte, hier geschilderte Arbeitsgang beansprucht etwa drei Stunden. Barum toftet aber ein Staubsauger, dessen Herstellung am fließenden Bande drei Stunden beansprucht, im Verkauf 120 bis 135 Mart? Das liegt, wie unsere Schilderung beweist, nicht an dem Lohnanteil im Preise des Produktes. Er ist auch dann noch ganz minimal, wenn man die Herstellung der Aluminiumrohlinge und die Erzeugung der Grundteile des Elektromotors noch hinzurechnet. Das Rohmaterial eines elettrischen Staubsaugers toftet nicht mehr als etwa 7 bis 8 Mart, bie erstellungskosten ( Löhne) erhöhen diese Summe auf etwa 16 bis 18 M. Dazu tommt dann der Zuschlag für die allgemeinen Untoften. Die Höhe der allgemeinen Unkosten bestimmen die industriellen Großunternehmungen nach einem Schlüffel, auf den fie fich unter einander geetnigt haben. In Berlin bestimmt der Verband Der Berliner Metallindustriellen die Untoftenquote. Sie liegt heute fo, daß der Staubsauger die Fabriten von Siemens- Schudert und die der AEG. zu einem Preise verläßt, der um etwa fünf zig Mart herum liegt! Jmmer weitere Subventionen! Rach einer Melbung der Frankfurter Zeitung" aus dem rheinisch- westfälischen Industriebezirf stehen die Verhandlungen über cine Unterstügungsaktion für den Eisenerzbergbau im Siegerland furz vor den Abschluß. Betanntlich hat bereits die Reichsbahn besonders niedrige Tarife(„ Notstandstarife") für fiegerländisches Erz gefchaffen, um den Abfah durch Berbilligung der Transportkosten nach den rheinisch- westfälischen Hüttenwerfen hin zu beleben. Nun soll eine direkte Hilfsaftion zur Unterstützung der Eisensteingruben derart durchgeführt werden, daß aus Reichs mitteln je Tonne versandtfertigen Erzes ein 3ufchuß von 2 Mart an die Bergwertsunternehmungen gewährt wird! Sicher lich ist es der im Erzbergbau beschäftigten Bevölkerung des Sieger Landes unbedingt zu gönnen, daß ihr die alten Arbeitsmöglichkeiten an den Gruben erhalten bleiben. Es ist aber ein Unding, daß man eine Produktion, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr als gänzlich unwirtschaftlich herausgestellt hat, fünstlich am Leben erhält, indem man den Unternehmern die Sorge um die Erwirtschaftung des Gewinns abnimmt und damit die Gesamtheit belastet. jener Großfirmen. Aus dem Staubsaugerpreis von 50 Mart ist so ein Preis von siebenzig Mart geworden. Die Bertriebsabteilungen verkaufen den Staubsauger mit einem wischengeschalteten Gewinn von 10 bis 20 Mart an den Grossisten und den Einzelhandel. Der Einzelhandel schlägt auf den von ihm übernommenen Staubsauger feinerseits wiederum fünfzig Prozent des Breises auf, den er an die Vertriebsgesellschaft oder Vertriebsabteilung der Staubsaugerproduzenten zu zahlen hatte. So kommt der Staubfauger im Ladengeschäft und im Warenhaus heute auf 120 bis 135 Mart! artig organisiert, daß die Herstellung eines Staubsaugers als Die Tatsachen sind eindeutig flar. Die Fabritation ist so groß. Arbeitslohn beanMaffenartikel mur wenige Stunden an Arbeitslohn sprucht. Unkosten und Gewinn des Fabrikationsbetriebes werden entsprechend fräftig auf jenen Kostensah hinzugeschlagen. Und dann beginnt das eigentliche privatkapitalistische Jonglierspiel. Aus einem billigen Produkt wird ein teurer Gegenstand gemacht. Preis. vereinbarungen schützen dabei womöglich noch vor Verbilligung. Und der Einzelhändler wird durch Abmachung gezwungen, darauf zu verzichten, etwa mit zwanzig Mart, ftatt mit vierzig für einen Staubsauger! zufrieden zu sein.( Daß diese Preispolitik der überlasteten werktätigen Hausfrau die Beschaffung des nüßlichen Haushaltsgegenstandes in vielen tausend Fällen unmöglich macht, daß auf solche Weise der Absatz und damit die Beschäftigungsmöglichkeit um ebensoviel tausendmal drei Stunden gehemmt wird, ver ſteht sich am Rande. Die Red.) Zusammenfassend ergibt unser Beispiel: Dienstag, 30. März 1926 Steigender Gasverbrauch! Die Berliner Städtischen Gaswerke im Jahre 1925. Die Berliner Städtische Gaswerte A.-G. per. öffentlicht ihren Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr 1925. Es ist ein erfolgreiches und in seinen Ergebnissen befriedigendes Jahr, auf das die Werke zurückblicken können. Die Gaserzeugung hat sich im Jahre 1925 um 20,24 Proz. gehoben. Sie ist von 355 Millionen Rubikmetern im Jahre 1924 auf 427 Millionen Rubit. meter im Jahre 1925 gestiegen. Dieses Ergebnis ist um so bemerkenswerter, als zahlreiche Gasabnehmer, infolge des billigen Elektrizitätstarifes, von der Gasbeleuchtung zum elektrischen icht übergegangen sind. Der Mehrabsaß an Gas wurde erzielt durch eine intensive Werbetätigteit sowie durch eine bedeutende era bjegung des Gaspreises. Der durch schnittliche Berfaufspreis des Gases ist von 17,2 Pf. für einen Kubikmeter im Jahre 1924 auf 15,3 Pf. im Jahre 1925 zurückgegangen. Interessant sind die Verschiebungen, die unter den verschiedenen Gruppen von Gasabnehmern, den Klein-. mittel- und Großabnehmern im Jahre 1925 gegenüber 1924 statt. gefunden haben. Sie geben zugleich einen gewissen Einblick in die Entmidlung der wirtschaftlichen Verhältnisse Berlins. Der nach. folgende Bergleich bezieht sich für die beiden Jahre 1924 und 1925 auf den Monat November. Die Zahl der Kleinabnehmer, das ist die Gruppe derjenigen, die einen monatlichen Verbrauch von 1 bis 20 Rubikmetern haben, ist gesunken, und zwar von 364 000 Abnehmern im Jahre 1924 auf 350 000 im Jahre 25. Diese Verminderung beruht auf dem Uebergang zahlreicher Gasabnehmer zur Elektrizität. Die Gruppe der mittleren Abnehmer mit einem monatlichen Verbrauch von 21 bis 200 Kubikmeter weist eine erhebliche Vermehrung auf, nämlich von 466 000 Anschlüssen im Jahre 1924 auf 544 000 im Jahre 1925. Dieser Zuwachs beruht auf der regen Werbetätigkeit der Gaswerke, die es verstanden haben, zahlreiche gewerbliche Betriebe wie Bäckereien, Hotel- und Restaurantfüchen, Schmieden usw. für den Gasverbrauch zu gewinnen. Die Zahl der Großabnehmer, das ist die Gruppe derjenigen, die über 200 Kubikmeter im Monat verbrauchen, ist bedeutend gefallen, und zwar von 31 300 im Jahre 1924 auf 7600 im Jahre 1925. In diesem Niedergange zeigt Beschäftigung in Berlin, während der lezten Monate des Jahres 1925, verglichen mit den entsprechenden Monaten des vorhergehenden Jahres. Die Gasabgabe für die öffentliche Straßenbeleuchtung ist von 11 Millionen Kubikmetern im Jahre 1924 auf 26 Millionen Rubikmeter im Jahre 1925 gestiegen. Damit wurde einem vielfach geäußerten Wunsche nach Berbesserung der öffentlichen Beleuchtung entsprochen. 1. Unsere Industrie ist gar nicht so technisch rüd sich der katastrophale 3usammenbruch der industriellen ständig, wie sie gern tut. 2. Der Arbeitslohn ist bei weitem nicht der ausschlaggebende Anteil im Preise des Industrieproduktes, 3. Die Industrie verdient ebenso wie der Zwischenhandel ganz rücksichtslos gegenüber dem Konsumenten, denn dieser ist unorganisiert und tann sich nicht mehren. 4. Solange folch Preiswucher wie der beim Staubsauger in Deutschland möglich bleibt, wird die Wirtschaft nicht ge funden 5. Sobald der Staubsauger im Breise finft, merden mir beffere Ronjunttur haben, denn Preisherabfegungen fördern die Kauftraft der Konsumenten und damit die kon junttur. Und was für den Staubsauger gilt, das gilt auch für Kohle und Eisen, für alle Produkte! Kurt Heinig. fhentt also, da ein großer Teil der Gruben unter der finanz mirtschaftlichen Kontrolle der Hüttenwerte steht, mieber an die Ghmerindustrie! Eine derartige Erweiterung der Subventions. politit, ohne daß eine Kontrolle der Gewinne und eine Beteiligung der Allgemeinheit am Ertrage durchgeführt würde, ist ein ganz unmögliches Beginnen. Staatsmittel sind nicht dazu da, um an Unternehmer, ohne kontrolle, hinge fchenft zu werden. Es ließe sich noch vielleicht darüber reden, wenn eine Subvention( freilich unter diretter Beteili gung des Staates) für einen Wirtschaftszweig in Aussicht ge nommen wäre, der sich in einer ganz besonderen vorüber. gehenden Notlage befindet. Das ist aber beim Siegerländer Erzbergbau nicht der Fall. Hier handelt es sich um einen ab sterbenden Wirtschaftszweig, dessen Erhaltung nur mit großen und dauernden Opfern möglich wäre und deshalb gar nicht im Interesse der Volkswirtschaft liegt. In einer Zeit, wo, dant der weltwirtschaftlichen Entwicklung, hochwertige ausländische Erze mit geringen Frachtkosten auf dem Wasserwege zu den Eisenhütten hingeschafft werden können, ist es wirtschaftlich widerfinnig, die weit schlechteren Erzqualitäten mit hohen Kosten im Inland selbst zu fördern und auf den Eisenbahnen spazieren zu fahren besonders, da hier der Anfall an Schlacken außerordentlich groß ist, so daß die Kosten für die Berhüttung( ein schließlich Abtransport der Schlacken) unverhältnismäßig groß find. Auf diesem Wege der künstlichen Aufrechterhaltung einer Produktion, die heute ihre Existenzberechtigung fast ganz verloren hat, tommen mir gewiß nicht zu dem so dringend erforderlichen Abbau der Infolge der niedrigen Notstandstarife" ist heute schon die Verfrachtung des fiegerländischen Erzes ein reines Berluftgeschäft für die Reichsbahn; fie muß hier Gelder zusehen, wodurch der not mendige Abbau der Tarife für anderes Frachtgut auf die Höhe der Untoften unmöglich wird. Darüber hinaus foll nun noch die Gesamtwirtschaft dadurch belastet werden, daß man Steuergelder ant die Bergwertsunternehmer meg. Eiſenpreise! ZUMARKE tasies; tisqqol is In unserer Strumpfabtellung Bind die Frühjahrsneuheiten eingetroffenriaet SALA ND mte 4 fügung, nämlich: Danziger Straße, Tegel, Charlottenburg, NeuFür die Gaserzeugung stehen jetzt 8 Werke zur Vertöln, Lichtenberg, Spandau, Weißensee und Oberschöneweide. Die beiden letzteren gingen aus dem Betrieb der Gasgesellschaft Niederbarnim in den der städtischen Werte über. Die Produktions verhältnisse auf allen Werfen, ausgenommen die drei zuletzt genannten, wurden im Jahre 1925 modernisiert. In Tegel und in Charlottenburg wurden moderne Großraum. öfen erstellt. Auf allen Werfen wurde die Kotsaufbereitung burch Einbau entsprechender maschineller Einrichtungen Separationseinrichtungen, Berladebrüden, Einführung von Schmal. Spurbahnen usw. verbessert. Diese Borkehrungen bedeuten den lebergang vom Hand zum Maschinenbetrieb. Die Berbesserung der technischen Einrichtungen der Gaswerke hat zu bedeutenden wirtschaftlichen Ergebnissen geführt. Während im Jahre 1924 die Aus. beute auf eine Tonne vergaster Kohle im Durchschnitt erft 381 Rubifmeter Gas betrug, brachte das Jahr 1925 eine Steigerung der durchschnittlichen Ausbeute auf 425 Rubikmeter. Die technische Erneuerung der Werke hatte auch zur Folge, daß der Personalbestand, trotz wachsenden Umsatzes, ständig ver. mindert werden konnte. Während die Gesamtzahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter zu Anfang des Jahres 1924 noch über 10 000 betrug, war sie zu Ende des Jahres 1924 auf 7700 gesunken und hatte sich Ende des Jahres 1925 weiter auf 7500 vermindert, obwohl im Laufe dieses Jahres die beiden Werke Weißensee und Oberschöneweide neu hinzutraten, was zunächst einen gewissen 3u wachs an Personal bedeutete. Die technische Umgestaltung der Betriebsanlagen hat neben der Berbesserung der wirtschaftlichen Ergebnisse aber auch finanziellen Geminne der Werke bedeutend gehoben. Die finanzielle Abgabe an die Stadt hat sich von 2,96 Millionen Mart im Jahre 1924 auf 3,24 millionen Mart im Jahre 1925 gesteigert. Die gesamten Bruttoüberschüsse sind von 20 Millionen Mart im Jahre 1924 auf 24 Millionen Marf in 1925 gewachsen. Die Leistung, die in dieser Steigerung der finanziellen Erträgniffe liegt, wird man erst richtig würdigen tönnen, wenn man die einander entgegengesetzt OSTERFEST NEUE SALAMANDER- SCHUHE, DENN SIE SIND SCHÖN, GUT U. PREISWERT BEACHTEN SIE UNSERE PREISLAGEN, esmi 1250 SEX 1450 1650 M08.1.b19 2 to sub nob ni MARKE SALAMANDER DE besonders dringenden Fällen ist der Betrieb jegt in der Bage, eine Ladeneinrichtung System Berstellbar innerhalb eines Zeitraums von 8 bis 10 Tagen in vollkommen einwandfreier Verarbeitung zu liefern. Zur Beschleunigung des Bersandes dienen weiter die neuBureaumöbel, die unmittelbar in die vor der Laderampe anrollenden geschaffenen Lagerräume für Fertigfabrikate, Ladeneinrichtungen und Waggons verladen werden. Auch die Entwicklung dieses Produt tionsbetriebes aus fleinsten handwertmäßigen Anfangen heraus bis zum gegenwärtigen genossenschaftlichen Großbetrieb legt Zeugnis davon ab, was vereinte Kraft Großes zu schaffen vermag. gerichtete Bemegung ber Einnahmen ab Ausgaben ermägt.| der Ronfumvereine, ausgeführt no bem Syftem Berstellbar". In Während nämlich die Haupteinnahmen eine Schwächung erfuhren durch Verminderung des Gaspreises und durch Berminderung des Bertaufspreises für die Nebenprodufte, im besonderen für Kots, fti egen gleichzeitig alle Personalausgaben wie Löhne, Gehälter und Pensionen. Die Steigerung der Personalausgaben ist sehr bedeutend, da trotz der Berminderung der Belegschaft die Ausgaben für das Personal von 20,0 Millionen Mart im Jahre 1924 auf 25,4 millionen Mart im Jahre 1925 811nahmen. Die Tariflöhne für ungelernte und angelernte Arbeiter und Handwerker, die im Anfang des Jahres 1924 noch zwischen 38 und 60 Pf. für eine Stunde lagen, stiegen bis Ende des Jahres 1925 auf 79 bis 96 Pf. Der Nettogewinn der Werke wird, nach Rücklage der erforderlichen Abschreibungen für die Betriebs mittel, zu nicht ganz 6 Proz. des Pacht- und Betriebsvermögens berechtigten Grund haben. Als besonders bedenklich werden Beranrechnet. Dieses Ergebnis ist zwar bei der heutigen Wirtschaftslage nicht unbefriedigend, ist aber noch feineswegs ausreichend. Der schwache Punkt in dem Gasgeschäft war im letzten Jahre, mie übrigens auch im vorletzten Jahre, der Absatz der Neben produkte, im besonderen der des Rotses. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Kots sind von 15,4 Millionen Mart im Jahre 1924 auf 14,1 Millionen Mart im Jahre 1925 zurückgegangen, obwohl die verkaufte Kotsmenge im Jahre 1925 erheblich größer war als im Vorjahre. Die Schwäche des Kotsmarktes ist nerursacht durch das Darniederliegen der Industrie, deren Aufhahmefähigkeit für Rots infolge Arbeitsmangel starf gebrüdt ift. Der große Einnahmeausfall, der eine Folge der schlechten Rofspreise ist, verhindert vorläufig eine weitere Sentung der Gastarife. Das ist, besonders im Interesse der ärmeren Bevölkerung, sehr zu bedauern. Die Gaswerte fönnen aber in ihrer Art sich der Wirkung der schlechten Konjunktur ebensowenig entziehen wie andere Gewerbezweige. Alles in Allem fann man fagen, daß die Gaswerte in der Form der Städtischen Pachtgesellschaft, in der sie seit zwei Jahren betrieben werden, einen bedeutenden Aufschwung genommen haben, der gute Ausfichten für die Zukunft eröffnet. Mjt. Die Gründe des Verluftabschluffes bei Goers merben im GeSchäftsbericht näher dargelegt. Die Umjäge meisen zwar eine Stei gerung von zirka 30 Proz. gegenüber dem Vorjahre auf; trotzdem hat sich ein nicht unerheblicher Berluft von 9352 Marf ergeben, der nur durch Heranziehung des gejeglichen Refernefonds abgebedt werden konnte. Die Ursachen dieses Verlustes liegen weiter zurüd. Bereits vor dem Kriege hat die Gesellschaft zu vier Fünftel auf Heeresgerät gearbeitet. Während des Krieges wurden die großen Anlagen in Zehlendorf geschaffen, um den gesteigerten Ansprüchen zu genügen. Durch den Friedensvertrag ist das ganze Militärgeschäft mit einem Schlage lahmgelegt worden; nicht nur die Lieferungen an die deutschen Behörden tamen in Fortfall, auch das gesamte nicht unerhebliche Auslandsgeschäft in diesen Artifeln mußte aufhören. Wenn es auch gelang, den limfag in reinen Friedensartikeln gegenüber 1914 mehr als zu verbreifachen, so war dies fein genügender Ersatz für das ausfallende Heeresgeschäft. In den Inflationsjahren war das Geschäft einigermaßen befriedigend, doch mit dem Eintritt stabiler Währung änderte fich dies grundlegend. Bereits im vorigen Berichtsjahre wurde die Zusammen. ziehung aller Betriebe in Zehlendorf beschlossen und in der ersten Hälfte dieses Berichtsjahres durchgeführt. Die Selbsttosten für alle Artikel sind aber um mindestens 30 Prog. gestiegen, während die Verkaufspreise auf gleicher Höhe blieben. Infolge der allgemein schwierigen Lage hat man im Interesse der Verbilligung der Selbstfosten einen engeren Zusammenschluß mit anderen führenden Firmen der Branche bemirtt. Bon der Interessengemeinschaft mit ber Jca, at Contessa Nettel und Ernemann hofft man eine Berminderung der Betriebstosten und damit eine Befferung der Gesamtlage. Die Handelskammern gegen das Ueberhandnehmen der Ausverkäufe. Der Einzelhandelsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstags wendet sich in einer Kundgebung gegen das Ueberhandnehmen von Sonderverkäufen, die feinen inneren beftaltungen unter nichtssagenden Bezeichnungen wie Herbst- Moche", " Wochen- Ende",„ Oster- Bertauf" usw. bezeichnet. Nach Ansicht des Ausschusses besteht die Gefahr, daß Geschäfte, die fortlaufend in Werbewoche der SAJ. Heute, Dienstag, den 30. März, abends 7%, Uhr: Abt Nordoft I: Jugendheim Neue Königftr. 21. Abt. Zehlendorf: Südschule Wilhelmstraße.-Abt. Neukölln V: Jugendheim Schierkestraße. Morgen, Miffwoch, den 31. März, abends 7%, Uhr: Abt. Helmholtplah: Schule Eberswalder Str. 10, 8immer 11.Abt. Tempelhof: Jugendheim Lyzeum, Germaniaftr. 4/6( Eingang Kinderhort) Abt. Wannsee: Schule Charlottenstraße. Genossen, schickt Eure Kinder zu diesen Veranstaltungen! marktschreierischer Weise derartige Sonderveranstaltungen anzeigen, in den Verdacht einer un soliden Geschäftsführung tommen. Der Einzelhandelsausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstags hält sich daher im wohlverstandenen Interesse der Käuferschaft wie des reellen und soliden Einzelhandels verpflichtet, gegen die leberhandnahme von Sonderverkäufen und Sonderveran staltungen aus fünstlich hervorgesuchten Gründen seine warnende Stimme zu erheben. Morgen, Mittwoch, den 31. März: 1. Ab The Sablabenbe in folgenden totalen: Goldschmidt, Stolpliche Straße 36. Meißner, Schivebeiner Str. 38, und Rit, Schipelbeiner Str. 22. 83. Abt. Lichterfelbe. 8 Uhr in den Lichterfelder Festfälen, Rehlendorfer Strake 5. Mitgliederversammlung. Bortrag: Wirtschaftliches und So ziales aus Ameriba". Referent: Rurt Seinig. Alle Genoffinnen und Genoffen müssen unbedingt erscheinen. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre, ber Eltern beiräte und des Bildungsausschusses bei Gobin, Roonftr. 2. 114. bt. Sichtenberg. 4. Gruppe: Extra- 8ablabend 7% be bei Schwarzer, Gabriel- Mar- Straße 17. Sunglozialisten. Gruppe Süben: Dienstag, 80. Märs, 8 Uhr, in ber Jurifi schen Sprechstunde, Linden ftr. 3. Aussprache über Seft 2 ber Jungfozialistischen Blätter. Gruppe Lichtenberg: Dienstag, 30. März, 8 Uhr, im Jugendheim Bartaue. Ausspracheabend. Die Gruppenversammlung findet am 13. April statt. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Gruppe Tiergarten: Dienstag, 30. Mära. im Jugendheim Wiclefftr. 6, Rimmer 6, Mitgliederversammlung. Erscheinen aller Rinder notwendig. Bir tagen von 4% bis 7 Uhr. 8u Oftern Biertagefahrt: Roffen- Rönigswusterhaufen. 3 M. file Fahrgeld und Uebernachten. Dienstag lekter Anmelbetas. Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Gymnaftil- Kurfus. Seute, Dienstag, 7% Uhr, im Jugendheim 2inbenstr. 3. Achtung. Abteilungsleiter! Da die Anträge für die Erlaubnis ber Spiel plate file das Jahr 1926 eingereicht werden müssen, bitten wir um Ablieferung ber alten Genehmigungen. Die neuen Abteilungen, bie feinen Ausweis auf Fahrpreisermäßigung befiken, fönnen solchen vom Sekretariat holen. Rarten für die proletarische Feierstunde am 2. Mai find sum ermäßigten Breise von 1 M. im Sekretariat erhältlich. -V Heute, Dienstag, den 30. März, abends 712 Uhr: Webbing- Rorb: Schule Millerftr. 48, parterre. Bortrag: Faschismus in Italien Brenalaner Barfladt: Schule Danziger Strake. April- Mitgliederversammlung. Senefelber- Biertel: Schule Eberswalder Str. 10. Besprechung der Osterfahrt. Safenheide: Badeanstalt Bärwalbftr. 64. Bortrag: Bie gestalten wir unsere Freizeit aus?" Südweft: Jugendheim Belle- Alliance Blak 2. Bortrag: Jugendschuk und Arbeitsdienstpflicht. Schöneberg II: Jugendheim Sauptftr. 15. Bortrag: RS. oder SAJ. Wilmersdorf: Jugendheim Sildenarbftt. 4. Bortrag:„ Entstehung der Arbeiterlieber". Marienborf: Alte Schule. Dorfftr. 7. Bofbandsfikung und Aussprache: ,, Unfere nächste Arbeit". Steglik I: Jugendheim Albrechtfre. 47. Einführungsabend. Renton I: Jugendheim Gander Ede Sobrechtstraße. Technit in turzen Borträgen. Berbebestek Tiergarten: In der Borwärts- Spedition, Bilhelmshavener Reugeworbenen an uns feffern?" Strake 48. funktionärverfammlung mit dem Thema: Bie wollen wir bie Unterbezirk Teltow- Beeskow: Sculentfallungsfeiern Dienstag, 30. März, 8 Uhr, in ber Edulaula in Bildau. Mittwoch, 31. Mära. 18 Uhr, in idhwalbe, Restaurant Gnavert, am Bahnhof. Licht fibervortrag: Sinein in bie 689. Donnerstag. 1. April, 18 Uhr, in Niederlehme( alte Schule, Dorf freake). Die feiern werben burch Gefang, Mufit und Reaitationen ausgefüllt. ugeben wir über 8med anb 8iele ber 63. gefproden. Die Sanierung des Sichel- Konzerns. Der in ber Inflation auf gebaute, bald nach der Stabilisierung zusammengebrochene Sichel. Ronzern hat nunmehr jeine Sanierung beschlossen. Die Gläubi ger erhalten durch 3 mangsvergleich 50 Brog ihrer For berungen in drei Raten. Die Attionäre werden durch eine Entschädigung in Attien der Schweizer Spizengesellschaft des Konzerns, Berbände. Defprecuma ber Bannerweibe. der Agfi, abgefunden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Normung im Krankenhauswesen. Zur Bereinfachung unb Berbilligung der Herstellung von Material und Einrichtungsgegenständen aller Art für Krantenhäuser hat jetzt der Normenausschuß der deutschen Industrie Normen entworfen. Die Ergebnisse, die im Beuth- Berlag veröffentlicht werden, find von um lo größerem Intereffe, als bisher auf diesem Gebiete eine Fabritation Don billigen Einheitstypen nur in geringem Umfange bestand. Das großartige Schlafwagengeschäft. Die Internationale Schlafmagen- Gesellschaft( Wagons- Lits, nicht zu verwechseln mit der deutschen Mitropa") wird für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 40 Broz. verteilen. Die Dividende für das Jahr 1924 betrug 32 und die für das Jahr 1923 23 Prog Aus der Partei. YAS Zur Strede gebracht hat bie horthy- ungarische Juftig ben Genoffen Banczat Seine Redaktionstätigteit am Sentralorgan Nepfzana"( Boltsftimme) wurde benutzt, ihn so oft und so schwer zu verurteilen, daß schließlich das gewünschte Ergebnis: Aberfennung der politischen Bürgerrechte und Berlust des Abgeordneten mandats erreicht wurde. Die Deutsche Landvolkbank Affiengesellschaft, Berlin, bie Bant des Zentralverbandes der Landarbeiter, hielt gestern ihre General versammlung ab. Die Bank ist durch die Fememordaffäre in meiten Kreisen befannt geworden. Zu ihrem Aufsichtsrat gehört das be fannte Mitglied des Landtages Rarl Meyer, der dem Fememörder Schulz die Beträge zugeführt hat, melche Direttor Balter Fortschritte der Partelorganisation In Halle tommte im Be Malette, das Vorstandsmitglied der Bant, von den Arbeitgebern richt des Ortsvereinsvorstandes an die Generalversammlung ein er erhalten hat, und ihr Aufsichtsratsvorsitzender ist der Reichstagsabgefreulich reges Barteileben festgestellt werden. Die Wahllundgebungen ordnete Behrens, welcher durch unterschrift unter die Quittung zeigten überfüllte Bersammlungslotale, die Mitgliederzahl ist im die persönliche Haftung für die Zurückzahlung der empfangenen Belebhaften Aufstieg und auch das Burteiblatte erfreut sich einer starten träge übernommen hat. Die Bant, die mit einem Attienkapital von Zunahme der Abonnentenziffer. 500 000 Mart arbeitet, hat nach der Bilanz per 31. Dezember etwas über 2 Millionen Bantschulden und gegen 400 000 Mart Bantgut. haben. Sie verfügt über Außenstände von etwas über 3 Millionen; über die Sicherheit dieser Außenstände und über ihren Eingang wurde in der Generalversammlung bezeichnenderweise nichts mitge teilt und sie hat 415 913 Mart Schulden. Sie erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Reingewinn von 10 658 m., aus dem 10 000 m. Ein Siebzigjähriger. Genoffe Georg Zorn, Bürgermeister in Fürth i. B., beging am Montag feinen 70. Geburtstag. Genoffe Born war lange Jahre Parteisetretär war lange Jahre Barteisetretär und unbefoldetes Magistratsmitglied, nach dem Kriege zum Bürgermeister gewählt wurde. dem Reservefonds überwiesen werden und der Reſt auf neue Rech- Parteinachrichten mung vorgetragen wird. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefääftstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 87/88. Sof 2 St. Reblenbort. Seurte, Di., 8 Uhr, Burgeafe Rehlendorf- Mitte Mitgl Berf. Borttag bes Sehrers Dr. Riette: Die antirepublibanischen Bereinigung fesialbemokratischer Jurißen. 30. Mära, 8 the, im Reichstags gebaube, Gaal 5, Sikung. Tagesordnung: Bolitische Juftia. Referenten: Dr. Curt Rofenberg- Berlin und Dr. Bärenfprung- Magdeburg. 1. mars, 8 Uhr, Borttag bes Genoffen 28agom über: Reformkleidung oder Berbanb sosialistischer Abstinenten. Gruppe Berlin- Südweft: Mittwoch, Rleibungsreform" im Jugendheim Belle- Alliance- Blag 1 Geschäftliche Mitteilungen. bel, biffreich ab qut folten bie menfchen fein. Sie find es aber felten, weil das Leben ihnen oft bie Stimmung verdirbt. Dies prägt fich fchlicklich in falten, Runzeln, schlechter Gefichtshaut aus. Bertreiben Sie die bösen Gäfte. Nehmen Sie Marylan- Creme, welche mit Recht..edel, hilfreich und aut genannt wird. Eine Vrobe nebft intereffanter Broschüre erhalten Sie toftenlos und portofrei, wenn Sie an den Marylan- Bertrieb, Berlin 78, Friedrichstr. 24, Ichreiben. Sirius Bilhelm Sagenbed bat bes großen Erfolges wegen fein Berliner Gaftfviel bis einschließlich Donnerstag, 1 April, verlängert und übersiedelt bann fie fünf Tage nach Botsbam. Die lekte Nachmittagsvorstellung an den Nürnberger Straße finbet morgen, Mittwoch. 3 Uhr, bei ungefülratem Abend szogramm und balben Breifen für Rinder statt. Jest tommt bie Reit des großen Kuchenbadens, ba afft es, Cinlaufen für Stepf umb Bledtuchen, Stollen, Striegel, Brekeln, Aringel und Torten. Das noch immer nicht aus dem Bollen fchöpfen. Södyt belitat und leder foll der ift die ernfte Seite der eftfolge. Denn die deutsche Sausfrau fann leider Ofertumen fahmeden. Aber auch der Geldbeutel fordert fein Recht. Es heißt o fparen, ohne bie Qualität des Ruchens zu beeinträchtigen. Und hier gibt es nur eine fune: Man bade mit Blaubanb wie Butter! Sie int billiger als Rubbutter, fchmedt wie Rubbutter, übertrifft aber beim Baden Butter in vielen Beziehungen. Denn Blaubanb hierin liegt bas Geheimnis des Erweit inniger verbinden als Rubbutter. Aus diefem Grunde gerät bas mit probe seigt, gana unübertrefflich. Bie Butter!" wirb bie abidmedende Röchin fagen. Aber fe Bann getroft hinaufligen: Beller als Butter!" Denn bie Ruchens. Und ein guter Ofterkuchen barilber find wir uns alle einig folges befeht aus ebelften Bflanzenfetten und Milch, bie fich dem Teig Blaubans angerllhrte Gebäd fets, bas Acoma bes Seins ift, wie tebe RoftReis aleichbleibende Qualität garantiert das gleidhmäkia aute Ausbaden bes ift bie halbe Ofterfreube. und unbefolbetes Magiſtratsmitglied, Mieten Sie von uns für Groß- Berlin flets en bas Bezirisjetretariat, 2. Sof, 2 Tren. vects, a richten Sinfendungen für dieje Rubri? find Berlis 68. 6, Linbenitrage&. Zur Beachtung! bis mittags 1 Uhr geöffnet. Breis griebrichshain. Mittwoch, 81. c. 7% hr, bei Wittfuck, Beters burger Str. 5, Sigung der Abteilungsmietervertreter. Bahl bes& reis abmannes. Die Holzindustrie Dortmund der Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Konfumvereine. Der am 1. Oftober 1919 von der Großeintauisgesellschaft Deutscher Ronfumvereine m. b. S. übernommene Betrieb der ehemaligen Rheinisch- westfälischen Holz. Das Begirlsfetretariatt bleibt am Diter- Sonnabent affen. Wie Cia industrie, 2. 3. m. b. 5., hat feit biefer Zeit eine ftändige Berenbungen, bie vor Diters noch griebint werben follen, mifen bis Donnersta polltommmnung erfahren. Als Bemeis der Leistungsfähigteit bes Be- il, bem Gekretariat eingefandt werben.& Decise is be Getz triebes fei erwähnt, daß er neben vielen anderen Arbeiten im ver gangenen Jahre 95 Dollständige Berteilungsstelleneinrichtungen umb noch eine Anzahl geschmackvoller, vornehmer Raufhauseinrichtungen für Textilien, Schuhwaren, Hausstandsartikel und dergleichen für die im Ausbau begriffenen Bereine herstellen fonnte. Dieser Umstand trug mit bazu bei, daß die Holzindustrie im verflossenen Jahre laufend beschäftigt mar. Mit dem jüngst vollendeten Ausbau aller Betriebseinrichtungen ist die Beistungsfähigkeit der SEG.5018industrie Dortmund erheblich gesteigert morben. Der Betrieb ist jetzt imftande, eingehende Aufträge in türzester Frist zu erledigen, insbesondere Ladeneinrichtungen für die Berteilungsstellen 7. Areis Charlottenburg. Cngere Borfanbelitung Mittwod ebenb 18 The bei Reimer, Bilmersdorfer Str. 21. 14. Streis Reutilu. Bilbungsausiak: Dienston, 80. Stra. 7 The Stad ina Tarleibureau. Hente, Dienstag, den 30. März: Wit. Die Desirtsführer milffen fofort Beiträge ab Gammelten Bei Ihren Gruppenführern abrechnen. 74. Abt. Rehlenbort. Einführungsabend file unfere fdulentiaffene Superb, 8 Uhr, in ber Sübſchule. Bollzähliges Erfcheinen aller Genoffinnen and Genofen wird erwartet. dek Auszugmehl ka 5 Pfd. 1.50 Mk. Wäsche Rollen Sis. Jauger Schranke Siqub.rim Vampyr Waschmaschinen in 6 Monaten Jhr Eigentum Man verlange Jonder Prospekt! 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