Nr. 171 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 87 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic B- Reichsmart voraus schlbaz Mnter Rreuaband für Deutschland, Danzig. Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Reichsmart, für das übrige Rusland 5,50 Reichsmart srs Monat, Der Borwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied. luna und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Wissen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint mochentäglich aweimal Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: Beaialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille Beile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettacbrudte Bort 25 Brennis Cauläffa awei fettaedrudte Worte), febes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Mort 15 Bfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buch taben zählen für zwei Worie Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Summer milffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linben Rraße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292–297. Dienstag, den 13. April 1926 Die preußische Verwaltungsreform. Konferenz der Regierungspräsidenten.- Severing über den Schutz der Verfassung. Der Amtliche Preußische Bressedienst meldet: Im preußischen| bau der Zahl der Polizeibeamten ergebe. Das brächte die RotMinisterium des Innern fand eine Renferenz sämtlicher preußischer wendigkeit mit fich, aus einer Anzahl von Orten die staatlichen Ober- und Regierungspräsidenten statt, die unter dem Vorsiz des Polizeien fortzunehmen und sie nur dort zu belassen, wo auch in preußischen Minister des Innern tagte. Butunft staatliche Polizei bleiben würde. Dieses Herausziehen der Der 3 med der Zusammenkunft, die durch eine Begrüßungs- Bolizei würde sich aber ganz allmählich vollziehen und auf eine ansprache des Minifters Severing eröffnet wurde, war eine Reihe von Jahren verteilen, da die augenblicklichen Verhältnisse Aussprache über die einen plöglichen Wechsel in der Polizeibelegung nicht gestatteten. Nötig aber sei es schon jezt, auf den Ausbau der tommu nalen Bolizei hinzuwirken. Sobald das Reichsrahmengesetz beamtengesetz dem Landtage vorgelegt werden, das die Rechte für die Polizei vorhanden sei, würde das neue Polizeiber Polizeibeamten endgültig regele. Die Neuordnung der Randjägerei sei ebenfalls in ihren Grundzügen vollendet. Mit einem Hinweis auf die im September d. 3. stattfindende Bolizeiausstellung schloß Ministerialdirektor Abegg feine Ausführungen, an die sich ebenfalls eine Ausspruche fnüpfte. Frage der preußischen Verwaltungsreform. 3mei Referate, die von dem Regierungspräsidenten Berge mann( Düsseldorf) und von dem Regierungspräsidenten Krüger ( Lüneburg) erstattet wurden, bildeten den Mittelpunkt und brachten die Wünsche und Gedanken der Bertreter der Provinzbehörden zu dem Stand der Berwaltung und Berwaltungsreform zur Sprache. In den Ausführungen der Referenten fam starfer Zweifel an dem Gelingen einer großen Verwaltungsreform zum Ausdrud, deren Behandlung durch den Landtag und die Fraktionen des Barlaments in den Jahren seit der Staatsumwälzung nicht als Förderung, fondern eher als Berschleppung bezeichnet wurde. Aufgabe der Regierung sei es, eine Bereinfachung des Berwaltungs zuges durch verwaltungstechnische Maßnahmen herbeizuführen, die ohne Parlament und Gesetze möglich seien. Denn die Grundzüge der preußischen Verwaltungsorganisation seien durchaus gut, es gelte jedoch die Mängel der Methode abzustellen. Um das Bertrauen der Bevölkerung zum Berwaltungsapparat, zu den Bertretern der Staatsregierung in den Provinzen zu stärken, müßte die Staatsregierung mehr dazu über gehen, die Obliegenheiten der Provinzbehörden zu peritärten, ihre Selbstverantwortung zu erhöhen. Die Richtlinien, innerhalb deren die Verwaltungsbehörden zu arbeiten hätten, würden vom Staatsministerium im Benehmen mit dem Barlament festgesezt. Innerhalb dieser aber müßten die berufenen Stellen der Selbständigkeit der Mittelbehörden Spielraum laffen, um ihre Stellung nach außen hin zu stärken. Gerade die Notwendigkeit des engen Busammenarbeitens der Provinzbehörden mit der Bevölkerung ließe den Plan, die eine oder die andere Instanz( den Regierungs- oder Oberpräsidenten) fortfallen zu lassen, bedenklich erscheinen. Mißstände seien dadurch geschaffen, daß sehr häufig ein Neben und Durcheinander von Reichs- und Landesbehörden festzustellen sei, da das Reich fich bemühe, seine Kompetenzen zu erweitern und sich auch im Lande draußen nachgeordnete Behörden zu schaffen. In der Aussprache stimmten den Grundgedanken der gehaltenen Referate fast alle Redner zu. Immer wieder wurde von den Vertretern der Provinzen betont, daß die Erhaltung der Regierungsbezirte sowohl im Interesse des Staates wie der Bevölkerung notwendig sei. Minister Severing dankte in einem Schlußwort den Regierungspräsidenten für ihre Ausführungen und Anregungen und betonte, daß er nach wie vor entschlossen sei, die Frage der Verwaltungsreform vor Die gefeggebenden Körperschaften zu bringen. Aufgabe des Parlaments sei es, zu diesen Fragen im bejahenden oder verneinenden Sinne Stellung zu nehmen, damit nach der einen oder anderen Richtung der Weg für die Maßnahmen der Staatsregierung frei würde. Der Miniffer versprach, das Parlament noch in diesem Jahre vor diese Entscheidung zu ffellen. Nach der Aussprache über die Frage der Berwaltungsreform berichtete dann Ministerialdirektor Dr. Abegg über den Stand der Polizeiorganisation und der Verhandlungen mit den Inferalliierfen. Es sei im großen und ganzen mit den interalliierten Mächten jetzt Einigkeit erzielt, wodurch sich ein notwendiger Ab. Minister Severing führte nach der Aussprache aus, daß er es begrüßen würde, wenn auch heute schon Klarheit über den endgültigen Zustand der Polizeiorganisation und der Bolizeibelegung geschaffen werden tönnte. Aber das sei schon aus politischen Gründen heute leider noch nicht möglich. So entschieden er sich stets gegen einen übertriebenen Bessimismus gewandt habe, so sehr müsse er auch vor einem allzu großen Optimismus warnen. Nach seiner Ueberzeugung feien wir aus dem Gröbsten noch nicht heraus. Die starte Arbeitslosigteit würde auch im Sommer und im nächsten Herbst noch nicht überwunden sein. Auch Ausschreitungen politischer Gruppen müßten in Rechnung gestellt werden. Deshalb Fönne man nicht daran denken, aus heute mit Polizei belegten Gefahrengebieten die Polizei herauszuziehen, denn ihre Anwesen: heit bedeute schon ein gewiffes Barrungssignal. richtete an die Ober- und Regierungspräsidenten die Bitte, nach wie vor die wirtschaftlichen und politischen Vorgänge mit größter Aufmerffamteit zu verfolgen. Er überschätze gewiß die Wirksamkeit der sogen. Behrorganisationen nicht. Aber bei der regen Tätigkeit auf beiden Flügeln bestände stets die Gefahr, daß einmal die Flinten von selbst los gingen". Die Rechtsverbände juchten den Vorwand für ihr Wirken in dem ftändigen Hinweis auf die drohenden Gefahren von links, mährend umgefehrt die Rabitalen auf dem linfen Flügel mit der Butschgefahr von rechts argumentierten. Er glaube nicht an eine ernste Gefährdung des Staates durch diese Tätigkeit. Der Minister Die Voraussetzung für diese Zuversicht fei die Erhaltung einer tüchtigen, verjaffungsfreuen und bercilen Polizei. Er erwarte von den Provinzbehörden, daß sie mit ruhiger und vorsichtiger Entschloffenheit ohne jede Nervosität, aber mit der notwendigen Entschiedenheit bei gegebenen Anlässen auftreten würden. im nur Der Minister behandelte dann noch eine Reihe von Einzelfragen, u. a. die Frage der Kreisblätter. Er denke nicht daran, die verfassungsmäßig gewährleistete Pressefreiheit auch geringsten anzutaten. Wenn aber amtliche Kreisblätter fortführen, in verlegender Weise die Reichs- und Staatsregierung zu beschimpfen und herabzusetzen, wie es in den letzten Jahren häufig geschehen sei, ohne daß von den Behörden eingeschritten würde, dann seien solche Fußtritte verdient. Solchen Blättern müßten unter allen Umständen Aufträge amtlicher Art entzogen werden. Von dieser Regelung dürfte es kein Abweichen geben. Mit einem nochmaligen Dank für die wertvollen Anregungen, die aus der Bersammlung tamen, schloß der Minister die Sigung, die sich bis ir die Abendstunden hingezogen hatte. Eine neue Locarno- Konferenz? Marottofront unterbrechen. Man beabsichtigt also, die Bertreter der Riffabylen während der Berhandlungen stets unter dem Drud einer Sauerweins Vorschlag, falls die Studienkommission drohenden Offensive zu halten. Es bleibt abzuwarten, ob diefes scheitern sollte. Mittel ausreichen wird, um Abd el Krim zur Annahme der franAmsterdam, 12. April.( WIB.) In einem„ Locarno- zösisch- spanischen Forderungen zu zwingen, die nicht nur vol1 Los von Genf" überschriebenen Artikel des Telegraaf fritt ständige Entwaffnung und bauernde Milizkon der Leitartikler des„ Matin", Sauerwein, dafür ein, daß für den trolle, sondern auch die Entfernung Abd el Krims aus Fall, daß in der Frage der Bölkerbundsratsfige feine Ueberein- dem Rif fordern. Französische Meldungen über Marokko sprechen ftimmung zu erreichen sei und auch der Grundfah der Einstimmigkeit zwar von Kriegsmüdigkeit Abd el Krims, aber nach englischen Infor nicht eingeschränkt werden könne, die fieben Locarno- mationen scheint dessen Position noch feineswegs so erschüttert Mächte unverweilt zusammentrefen, um die Bestim- zu sein, daß er zu einem Frieden um jeden Preis bereit wäre. Nach mung aus dem Locarno- Abkommen zu streichen, daß die Ber- den letzten Melbungen allerdings foll die Anfündigung der bevor träge erst nach Eintritt Deutschlands in den Bölferbund wirkfam ftchenden Berhandlungen eine Reihe von Stämmen bewogen haben, werden. In zweiter Linie follten dem Bölferbundsrat ganz oder sich jetzt zu unterwerfen, um günstigere Sonderbedingungen zu teilweise die Schiedsrichterlichen Befugniffe genommen und einem erhalten. tnternationalen Gerichtshof übertragen werden. Der Marokkofrieden. Aufstellung der Paris- Madrider Bedingungen. Paris, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Im Außenministerium wurden am Montag die endgültigen Friedensbedingungen festgelegt, bic Frankreich in linbereinstimmung mit Spanien den Aufständischen des Rifs stellen wird. Die Berhandlungen werden, fo wird mitgeteilt, ju teiner Weise die Borbereitungen zur Offensive an der Die Eröffnung der Friedensverhandlungen, der die franzöfifchen militärischen Kreise nur mit Widerwillen zuge stimmt haben, wird, wie von der spanischen Front gemeldet wird, von den spanischen Militars heftig mißbilligt, doch glaubt man hien, daß dieser Widerstand feinen Einfluß auf die bereits getroffene Entscheidung ausüben wird. Auf der anderen Seite wird mitgeteilt, daß Spanien die Absicht habe, Ansprüche auf die internationalifierte Ianger. 3one zu erheben. Auch diese Bestrebungen dürften taum Aussicht auf Erfolg haben, da nicht nur Frankreich, sondern auch England sich jeder Abänderung des Statuts von Tanger energisch widersetzen. Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bostichedtonto: Berlin 37 536 Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Ballitz. 65: Diskonto- Gesellschaft. Depokitenlaffe Lindenstr. 3. Mussolini in Nordafrika. Er fährt nach Tripolis und meint Tunis! Es ist das unentrinnbare Schicksal aller Diktatoren, daß fie nach der Errichtung ihrer Alleinherrschaft im Innern von imperialistischem Größenwahn ergriffen werden und dabei ihr Land und sich selbst ins Unglüd stürzen. Die Weltgeschichte, besonders in neuerer Zeit, weist zahlreiche Beispiele solchen Cäsarenwahnsinns auf und es gibt keine Ausnahme gegen die historische Regel, daß im Innern erfolgreiche Despoten der Versuchung nicht widerstehen fönnen, ihre Ruhmsucht und Machtgier nach außen zu tragen; und alle, alle find schließlich fatastrophal gescheitert. Wilhelm II. fopiert, wird diesen Weg bis zum bitteren und Mussolini, der bewußt Napoleon I. und unbewußt Wohlverdienten Ende gehen müffen. Man kann nämlich ein modernes, fultiviertes Bolt auf die Dauer nicht über den Verlust seiner inneren Freiheit hinwegblicken lassen, wenn man ihm nicht wenigstens die Illusion eines Zuwachses an außenpolitischem Prestige verleiht. Und es ist bezeichnend, daß in allen Reden Mussolinis in letzter Zeit die Behauptung machiftellung in der Welt erst durch den Faschismus begründet gewissermaßen als Leitmotiv wiederkehrt, daß Italiens Großworden sei, daß sich das neue Italien im Gegensatz zum früheren parlamentisch- demokratischen Regime von niemandem auf der Welt beeinflussen lassen werde und daß das alte imperium romanum, das römische Weltreich, durch den Faschismus seine Wiedergeburt erleben werde. Die brutale Italianisierungspolitik gegenüber den deutschen und südslawischen Minderheiten paßt durchaus in den Rahmen dieses imperialistischen Programms, ebenso die drohenden Kriegsreden, die Mussolini Anfang Februar im Barlament gegen Deutschland wegen Südtirol hielt. Aber die Brennergrenze spielt in diesem Programm doch nur eine untergeordnete Rolle. Auch gegenüber Südslamien, an der Adria, sind die Ausdehnungsmöglichkeiten für Italien beschränkt. Ueberhaupt ist die Verfolgung territorialer Biele in Europa ein viel zu gefährliches Beginnen, besonders feitdem der Bölkerbund besteht. Das hat Mussolini anläßlich der Beschießung Korfus im Sommer 1923 erfahren müssen und daher beschränkt sich sein Bestreben einstweilen auf eine Aushöhlung des Völkerbundes, um dieses läftige Hindernis für spätere Zeiten aus dem Wege zu räumen. Dagegen sucht der italienische Diftator den imperialistischen Drang des Faschismus auf tolonialem Gebiete zu befriedigen. Hier knüpft er nicht nur an die Tradition des imperium romanum, sondern auch an das Wert an, das Crispi am Roten Meer im Jahre 1898 und Giolitti an der Tripolisfüfte im Jahre 1912 eingeleitet haben. ( Damals allerdings war Mussolini als Chefredakteur des ,, Avanti" der schärfste Gegner diefes Kolonialfeldzuges und propagierte den Gedanken, die für Lybien be= stimmten Militärtransporte durch Sabotage atte an den Eisenbahngeleisen zu verhindern!!) Zweifellos entbehrt die Lage Italiens in der Kolonialfrage nicht einer gewissen Tragit. Wenn der Kolonialgedanke überhaupt berechtigt ist der Sozialismus verneint grundfäßlich diese Berechtigung, aber die kapitalistische Gesellschaftsordnung hat sie praktisch längst bejaht so müßte Italien, das eine stetig wachsende Bevölkerungszahl aufweist und das jährlich Hunderttausende in fremde Länder als Auswanderer hinausschiden muß, viel mehr Kolonien besigen als 3. B. Franfreich. Italien befindet sich hier in einer ähnlichen Lage wie Deutschland schon vor dem Kriege. Jaurés hat einst nach dem Zwischenfall von Agadir den Gedanken entwickelt, daß Deutschland das Mißgeschick gehabt hätte, zu spät als Großmacht in Erscheinung zu treten, weil es seine nationale Einheit erst lange nach England und Frankreich verwirklichen fonnte; und als es dann als Großmacht seine Ansprüche geltend gemacht habe, sei die Welt in kolonialer Hinsicht zum größten Teil bereits zwischen anderen älteren" Mächten verteilt gewesen. Genau das Gleiche gilt für Italien, das ebenfalls erst 1870 feine nationale Einheit der wirklichen konnte und noch später als Deutschland dazu überging, die letzten übriggebliebenen Brocken Afrikas kolonisieren. Italien mußte zu diesem Zweck einen Krieg gegen die Türkei vom Zaun brechen und eroberte schließlich nach verlustreichen Kämpfen die unfruchtbare Küfte von Tripolis und die endlosen Sandwüsten in deren Hinterland. ชน Damit sind aber die kolonialen Bedürfnisse Italiens in feiner Weise befriedigt. Hingegen ist, unmittelbar an die Rolonie" Tripolis anschließend, wenige Dampferstunden Don Sizilien entfernt, das meite, landwirtschaftlich fruchtbare und an Industrierohstoffen( Kali) reiche Gebiet von Tunis, das seit 1881 unter französischem Protektorat steht. Diesem Land, das übrigens doppelt soviel italienische Kolonisten zählt als franzöfifche, gilt seit jeher die foloniale Sehnsucht Italiens und es ist ganz unvermeidlich, daß der Faschismus dieser Sehnsucht Italiens träftigeren Ausdrud verleiht als die früheren italienischen Regierungen. Tumis, seit 45 Jahren ein Gegenstand des Argwohns auf französischer und des Neides auf italienischer Seit«, droht nun unter Mussolini zu einem äußerst gefährlichen Zankapfel zwischen den beiden„lateinischen Schwestern" zu werden. Der Faschismus wird sich im Innern nur dann behaupten können, wenn ihm im Gegensatz zu den früheren italienischen Re- gierungen die Erreichung dieses bestimmten Zieles in ab- iehbarer Zeit gelingt. Das fühlt Mussolini sehr gut und deshalb hat er in kaum mißverständlicher Form die Parole „T u n i s" zum offiziellen Bestandteil der faschistischen Politik erhoben. Seine jetzige„Inspektionsreise" nach Tripolis dient diesem kaum mehr versteckten Ziel. Bereits auf der letzten Jahresfeier des„Marsches auf Rom" im September 1925 hatte Mussolini, wie erinnerlich, das Jahr 1926 als das „napoleonische Jahr" des Faf chismus bezeichnet und seinen Scharen ein rätselhaftes Rendezvous an einem noch geheimzuhaltenden Ort für das nächste Jahr gegeben. Dann folgte ein wilder Pressefeldzug gegen Frank- reich, in dem immer wieder auf die Notwendigkeit für Italien Hingewlesen wurde, ein großes Kolonialreich auf Kosten Frankreichs zu gründen, das mit seinen Kolonien nichts anzufangen wisse. Dieser Feldzug ist nur ganz vorübergehend durch die Polemik gegen Deutschland wegen Südtirol unterbrochen worden. Dann lud Mussolini das neue faschistische Parteidirektorium und die Partei- sekretäre im Hafen von Ostria auf dem Schlachtschiff„Caoour" ein. und hielt vor ihnen, ehe er die Afrikareise antrat, eine wilhelminische Rede:„Unsere Zukunft liegt auf de m Wasser... Ihr müßt die Bedeutung der Marine kennenlernen... Wir sind das Volk des Mittelmeeres.." Am Sonntag, in Tripolis gelandet, sprach er von den �unsterblichen Spuren Roms" und sagte:„Es ist das Schicksal, das uns zu diesem Lande treibt." Wenn auch die sehr nervösen Kommentare der französischen Presse, ohne Unterschied der Partei, die offiziösen Kreise in Rom neuerdings veranlaßt haben, die Begleitmusik der foschi- stischen Blätter etwas zu dämpfen, so wird man sich weder in Frankreich noch anderswo über den wahren Sinn der„neuen Flotten- und Kolonialpolitik" Italiens täuschen lassen. Musso- lim hat sich in- ein kolonial-imperialistisches Abenteuer ein- geschifft und da gibt es kein Zurück, selbst, wenn er es wollte. Wen einmal der Cäsarenwahnsinn ergriffen hat, der muß ihn bis zum bitteren Ende auskosten. Wir in Deutschland aber dürfen uns durch die an sich richtige Tatfache, daß der musscünisch« Imperialismus unvermeidlich zu einer französisch-italienischen Spannung— wenn nicht gar zu Schlimmerem— führen wird, von unserer bis- berigen polttischen Linie nicht abbringen lassen. Das Ziel der deutsch- französischen Verständigung darf nicht dem Hasardspiel einer deutsch-italiemschen Annäherung gegen Frankreich geopfert werden, wie es neuerdings sowohl von faschsstischer wie auch vru deutschnationaler Seite empfohlen wird. Bielmehr sollte die internationale Gefahr d«sFaschismus ein Grund mehr für die deutsch« und die französischen Dernokratie sein, solidarisch vorzugehen. Ander- seits sollte die französische Republik angesichts der faschisttschen Aspirationen in Nordafrika die große Zugkraft bedenken, die die Lockrufe nach einer aktiven deutsch-italienischen Freund- schast aus wette Kreise des deutschen Volkes ausüben könnten: und daß das beste Mittel, diese Lockruf« zu übertönen und die deutsch- französische Solidarität in der Abwehr de« Faschismus zu fördern, in evrer aktiven Freundfchaftspolitik gegenober der deutschen Republik liegt. �iae neue Rede mit»tieferer Sedeatung". XripoIU. 12. April. fAgenzia Stesani.) In einer neuen Red« führte Mussolini u. o. aus: Jtä will, daß die Schwarzhemden in die Kolonie kommen, um hier Dienst zu tun. denn ich will sie der kleinlichen Lokalpolitik entziehen, um sie mit der harten Wirklichkeit in Fühlung zu bringen. Als vor einigen Monaten Gouverneur de Dono, dem ich heute mein« brüderlich« Freund- �pril liegt über öen Weckern. Don Wakther G. Ofchilewski. Wenn man von Oldorf, einem kleinen, stillen Waldstädtchen. durch die nebeloerhängt« Schlucht zum Waldauer See will, muß man an einer zart ansteigende» Hügelkette vorüber, die jetzt ocker- gelb und griindetupst gegen den stahlblauen Aprilhimmel liegt und imr Stufe ist zu einem größeren Steinpkateau. zu einem höheren Waldgebirge. Der Reichsdienst der deutschen Presse meldet: In der vergangenen Woche haben Besprechungen zwischen den Führern des Stahlhelm- und Wikingbundes mit dem „Hochmeister" des Jungdeutschen Ordens stattgefunden, die. wie uns berichtet wird, offenbar den Zweck haben sollen, ein gs- m einsames politisches Programm für die drei Verbände auszu- arbeiten. Die Besprechungen werden in dieser Woche sottgesetzt. Wie es heißt, wünscht Herr Mahraun ein Aufgehen der beiden genannten Verbände im Iungdeutschen Orden und soll angeblich auch berett sein, in seinem anttbolschewistijchen Programm eine ge- wisse Milderung vprzunehmen. Es wird auch darüber gesprochen, daß er«ine Remsion feiner Pläne bezüglich einer deutsch-franzö» fischen Annäherung nicht mehr strikt ablehne. Für die beiden Ver- bände Stahlhelm und Wikingbund soll bei diesen Verhandlungen der Gesichtspunkt maßgebend sein, daß im Gegensatz zum Iungdo ihr« Mitgliederzahl in der letzten Zell beträchtlich— man spricht von 60 Proz.— zurückgegangen sein soll. Die Nachricht wirkt einigermaßen erheiternd.„Hoch- meist«" Mahraun führte noch bis in die letzte Zeit hinein einen erbitterten Federkrieg gegen die Stahlhelmer und Wikinger, von denen er sich verraten und verkauft glaubte. Mtt ebenso großem Aufwand betrieb er seine Propaganda für westliche Orientierung und gegen die Option nach dem Osten. Und das alles soll heute nicht mehr wahr sein? Alan darf neugieng sein, was bei dieser Art von Politik herauskommt. �anöbunü und volksentsthekö. Parole: Stimmenthaltung. Auf ein« Tagung d« Kreislandbund« des westfälischen In- dustriebezukes, die am Sonnabend stattsand, betonte der Vorsitzende des Rheinischen Londbundes in seinem Referat, daß er vor einer Beteiligung an einem Volksentscheid über die Furstenenteig- nung warne. Diese Warnung steht zwar in sonderbarem Widerspruch zu den vielen Mahnungen an das Reich, seine Ausgaben einzuschränken: sie steht auch im Widerspruch zu der neuen Propaganda des Londbundes und seiner Jugendorganisationen, man möchte für die landlos gewordenen Bauernsöhne Siedl ungs- l a n d bereitstellen— ober aus solche kleinen Widersprüche kommt es bekanntlich den Führern dieser Bewegung nicht an. Was sie wünschen, das ist die strenge Kontrolle darüber, wer für die Fürstenenteignung stimmt. Und diese Kontrolle wollen sie durch- führen, indem sie die Parole der Stimmenthaltung ausgeben, um diejenigen feststellen zu können, die von ihrem verfassungsmäßigen Recht auf Stimm abgab« Gebrauch machen. Bekanntlich haben große Teile der Bauernschaft sich für das Volksbegehren eingetrogen. obwohl diese Eintragung öffentlich war. Der Landbund wird mtt sein« Stimmenthaltungsparole ebensowenig Erfolg haben wie mtt der unsachlichen und verhetzenden Agitation, die er gegen das Volksbegehren getrieben hat. Interessant ist übrigens die Feststellung des Vorsitzenden des Rheinischen Londbundes, daß der Gedanke, mtt Hilfe der Reichs- getreidestell« die Getreidepreise zu heben, abwegig sei. Der Landbund dankt also berett» für die Hilfe, die er selbst von der Regierung gefordert hat, und die ihm, trog der schweren Be- denken fast aller Parteien, gewähtt wurde. Der Reicheernähnings- minister H a s l i n d e hat bei seinen Freunden, deren Gunst er mit seinen Maßnahmen erwirken wollte, we n i g Glück. Dl««aklonalfozlan'Nlche Arbelterparlel Satte kür Montagabend in Köln»« einer öff-nilichen Versammlung eingeladen, ,n der der baheriltbe ParleifSbrer Hermann Esser reden sollte Die Plakate Wimmellen von niedrigen Vescbimp- iungen der sozialistische» Parteien. Der Kölner Bolizeipräsideni hat. da infolge der durch dies« Beichimv'ungen hervorgerufenen Erregung in der Kölner Arbeiterschaft mit Störungen der Versammlung gerechnet werden mußte, die Versammlung aus Grund der Bestimmungen deS Allgemeinen Landrecht« verboten. Dl« griechische wahlkomödle hat natürlich den Diktator Pangalo« zum Siaat»prSsidenten gemacht. vie Reise nach Tripolis. Europa seufzt:„Es bleibt mir nicht»«spart. Stets stött«in wilder Hitzkopf meine Kreise. Einst litt ich schwer an einer Tangerfahrt, Dafür geht heul' nach Tripolis die Reife. Wie unter Wilhelm liegt auf den Gewässern Schon wieder irgendeine Zukunft'rum. Daß sich die Herren absolut nicht bessern? Ich trog' den Schoden— nebst dem Publikum. Da» hält Paraden ab und macht Manöver, Das schwingt dos scharf« Schwert und renommiett: Da» haucht den Nachbar an: Ick bün dt öwerl Der aber rümpft die Nase höchst pikiert. Da» prahlt mtt Dreadnoughts und Torpedobooten, Das schwelgt in einem dauernden Hurra. Erst brüllt man Reden und dann schickt man Roten. Urplötzlich ist die Kriegserklärung da. Die armen Völker bleiben auf der Streck« Und sind am End« matt und todeswund. Doch sust zuvor verschwinden im Versteck« Die Männer mtt dem ungeheuren Mund. Seh' ich das Heute, graut es mir vor morgen. Es dämmern wieder große Zeiten jetzt." Europa seufzt:„Was Hab' ich doch für Sorgen!" Europa seufzt und... Wussolini hetzt. _ Henning Duder st adt. Tagung studeuNscher wirtschosisorganisationeu. Vom 15. bis 18. d. M. findet in der Aachen« Technischen Hochschule eine Arbeits- besprechung der in der Wittschaftshttfe der deutschen Studentenschaft zujammengeschlosienen deutschen Wirtschastsorganisationen aller Um- versitäten und Hochschulen statt. Im Vordergrund der Beratungen sieben die Stüde ntenstiltung des deutschen Voltes, die Darlehns- kasse der deutschen Studentenschaft und die Frage des Baues der Stvdentenhäus«. An der Tagung nehmen etwa 100 Professoren und Studenten aus allen Teilen des Reiche» teil, außerdem sind Vertreter des Reiche» und der Länder sowie zahlreiche in- und ausländisch« Gäste geladen. Ein Ehrenlog Slasunows. Vor einigen Togen wurde im staat- lichen Kanseroatorium in Leningrad ein Jubiläum des Kompv« nisten Glosunow gefeiert: er ist 20 Jähre als Direktor des Konser- vatorium» tätig. Zahlreich« Delegationen d« Musikoerbänd«, d« Operntheoter usw. beglückwünschten den Jubilar. Di« Sowjstpress» erwähnt dabei, daß Glasunow selnerzett zum Direktor des Kons«- vatorinms gewähtt worden sst, während d«artige Posten sonst in der Vorkriegszett durch Ernennung besetzt wurden. Z« Xheattr In bn ftönlggröher Jlrahe finbel am GonnaSinb, nacht« II'/« Uhr. eine Schauspi-Iiroori'.ellung von LonStaleS llustspitt. R r S Sheney» Snbe' statt. Konzettchreulk. Sigrid O n« g i n wirkt im Konzert Bruno Valwr» am 17.«vril mit—»ilStlm Knrtwinaler dtrigiert nach(ein« Rückkehr an» Smettka Montag da» S. Philharmonische Konzert. Auricher Sejchlüsse. Matteotti-Denkmal und Matteotti-Fonds.— Demokratisierung des Völker-- bundes.— Keine Verhandlung mit Moskau. Zürich, 12. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Exekutiv« der sozialistischen Arbeiterinternationol« beendete am Montag In acht- stündiger Verhandlung ihre Züricher Tagung. Bar ollem beschloß sie, als Demonstration gegen die Freilassung der Mörder Mottottis diesem großen Märtyrer des Soziolis- mus ein Denkmal zu errichten, das im Dolkshaus zu Brüssel aufgestellt werden soll, in der Erwartung, daß die Zeit nicht allzu fern sei. wo in dem vom Faschismus befreiten Italien selbst ein Denkmal Matteottis errichtet werden kann. Die Exekutiv« beschloß ferner, ei»en besonderen Matteotti-Fond zu stiften, der als internationaler Hilfsfond für die Arbeiterbewegung der Länder ohne Demokratie dienen soll. Die angeschlossenen Parteien werden aufgefordert, am Iii. Juni, wenn der Todestag Matteottis sich zum zweiten Male jährt, den Grundstock zu diesem Fonds zu legen. Der M a i a u f r u f. der die Probleme der Arbeitslosigkeit, des Achtstundentages und des Kampfes gegen den Krieg in den Vordergrund rückt, wird auch dieser Beschluß gegen den Faschismus und die Reaktion enthalten. Die Kommission, die zur Beratung der Fragen des Völker. bundes, der Abrüstungskonferenz und der Mrtschoftskonferenz eingesetzt war, legte folgende Entschließung vor, die einstimmig an- genommen wurde: In der Ueberzeugung. daß der Weltsrieden für die Erreichung der Ziele der sozialistischen Arbeiterinternationale, für dl« Befreiung der Arbeiterklasse von der kapitalistischen Herrschast und für die Errichtung der sozialistischen Republik eine unumgängliche Voraus- fetzung ist, erinnert die Exekutive an die Resolutton des Marfeiller Kongresse? über die international« sozialistische Friedenspolitik. Die SAI. hat damit ihre Stellung zum Völkerbund bestimmt. Sie fordert, daß der Völkerbund allumfassend and demotraklficrt werde. Alz sich in, März die Gelegenheit bot, einen entscheidenden Schritt zur Vervollständigung des Völkerbundes zu tun, wurde sie nicht genutzt. Dieses bedauerliche Ergebnis war eine Folge der Methoden der Geheimdiplom otle und weiterhin dadurch verursacht, daß man die Bölkerbundsversammlung nicht jene Rolle spielen ließ, die ihr noch dem Dölkerbundspakt zukommt. Es ist von höchster Bedeutung, daß der Völkerbund nicht noch einmal in die Gefahr kommt, eine derartige Niederlage zu erleiden. Die Völkerbundsversammlung im September muß Deutschland ohne Aufschub in den Völkerbund ausnehmen und ihm einen dau» ernden Ratssitz geben. Es muß gefordert werden, daß die demokratischen Tendenzen im Völkerbund stärker zur Geltung ge- langen und daß insbesondere t die vollversammlang in Zukunst nicht mehr dem Rat untergeordnet wird, daß sie im Gegenteil bei wichtigen Angelegenheiten die Initiative übernimmt: ihr obliegt es vor allnn. in der Septembertogung die vorhandenen Schwierigkesten zu über- winden: 2. die Ratssitze durchweg durch Wahlen besetzt werden. Wenn es zu schwierig erscheinen sollt«, im gegen- wärtigen Augenblick dieses Prinzip in seiner ganzm Streng« durchzuführen, wenn die Mächte, die gegenwärtig«inen dauernden Rotssitz innehaben, auf ihr Borrecht nicht oerzichten. da es nicht angängig sein kann, Deutschland dieselbe Stellung wie Großbritannien, Frantreich, Italien und Japan zn verweiaern. solll« sein Eintritt dennoch nicht um den Preis sicherer Ausnahmen vom Prinzip der Wahl geschehen, dem man im Gegenteil ein» immer strenger« Anwendung geben muß, um Rivolttöten und Kämpfe um Einfluß und Gleichaewich» zu vermeiden, in deren Folge das Ansehen und das Dirken des Völkerbundes geschwächt würde. Die Frage der Demokratisierung des Völkerbundes bleibt auf der Tagesordnung der Internationale. Die Exctutwe wird in ihrer nächsten Sitzung sie einer Neuprüfung unterziehen. Es ist nötig. die Voltsmassen darauf aufmerksam zu machen, daß die friedlichen Beziehungen zwischen dem Völkerbund, wie sie die Sozialdemokratie versteht, ihren wahren Schutz nicht in den Rüstungen, in milstärischen Bündnissen und der Geheimdiplomatie finden können, sondern nur in einer Völkerbundspolstik, die die Regelung aller Sonfllkle durch schiedsrichlerliche oder ander« friedliche Methoden sichert. Die Exekutive betont die gebieterische Notwendigkeit, zu einer schnellen Einigung über das größtmöglich« Ausmaß der Abrüstung zu kommen. Sie stellt fest, daß der neulich unternommene diplomatisch« Versuch, den Willen der Völker, dt« von der Last der Rüstungen befreit werden wollen. Genüge zu leisten. das Problem des Weltmilitarismus nur leicht gestreist hat. Di« Exekutive stellt weiter fest, daß eine Politik der ilsternationalen Zusammenarbeit nur insoweit mit Erfolg betrieben werden kann. als die Demokratien sich entschließen, im Völkerbund die entscheidende Organisation für die Lösung der internationalen Probleme zu sehen. Die Exekutiv« beschließt, eine Kommission zu wählen, die da» Problem der Abrüstung so zu prüfen hat. wie es dem Völkerbund vorliegt. Sie erhebt schon heute Protest gegen die in gewissen Kreisen vorhandene Aus» legung des Völkerbundpaktes, noch der die ange- schlössen«» Rationen nicht das Recht haben sollen, in dem Aus- maß, das sie für nötig hasten, abzurüsten. Die Internationale muß die gesamte Tätigkeit des Völkerbundes aufmerlsam verfolgen: sie muß die Ausmcrksamkeit der angeschlossenen Parteien auf dt« Nütz- lichkest der Verstärkung des sozialistischen Einflusses in allen Or- ganen des Völkerbundes lenken. Sie muß sich schließlich auch bemühen. in jeden, Falle die U c b e r e! n st i m m u n g zwischen den Parteien herzustellen, um die Annahme der Enischließungen, die nach ihren Wünschen formuliert wurden, durch die Völkerbundsver- sannnluno herbeizuführen. Die Exekutive erstinert daran, daß die Sozialistische Partei Deutschlands gemäß der Marfeiller Resolution eine energische Aktion geführt hat, deren Ergebnis die deutsche Re- gierung bestimmte, den Eintrist in den Völkerbund nachzusuchen Die Exetutiv« hosst, daß auch die Arbcster Amerikas und Rußlands, an die die Zateraotlonale .„ gleichzeitig einen Appell gerichtet hat. fordern werden, daß ihre Regierungen ein« internationale Völker- bundsvolitit verfolgen und so immer mehr die Idee eine» well- umfassenden und demokratischen Organs für die Bewahrung des Friedens verwirklicht wird. Der Antrag der Unabhängigen Arbeiterpartei Englands(JLP.). daß die SAI. sich an die Kommunistisch« Internationale in der Frage der Bildung einer ollumfassenden Internationale ivenden möge, wurde noch einer eingehenden Diskussion mit 247 gegen 3 vertreten« Stimmen(JLP. und USP. Polens) abge- lehnt. Der Exekutive log außer dem Borschlag der JLP. und der ablehnenden Antwort der Labour Party ein ausführliches Memo- randum des Sekretärs der SAI. vor. Die Exetutiv« beschloß, auch dieses Memorandum der Oeffentlichkeit zu übergeben. und behandelte dann eine Reihe von Fragen, die einzelne Länder betreffen. Sie nahm u. a. einen Bericht der bulgarischen Sozialdemokratie über den Kampf für die Amnestie entgegen, in dem konstatiert ist. daß die Aktion, für die sich die Sozialdemokratie inst aller Kraft eingesetzt hat, schon wesentlichen Erfolg zu verzeichnen hat. Die nächst» Sitzung des Bureaus wird in London am 17. Mai 1926 zusammentreten. Am Schluß der Tagung wiederhost« Hende-'on die Einladung der englischen Labaur-Porty cm die Sozisiisisths Arbeiter-Internationale, ihren nächsten internatio- nalev Kongreß im Jahre 1927 in London abzuhallen. Di« Einladung wurde einstimmig angenommen. die pleite üer Deutscbnation alen volksparte! Stadtrat Wege saniert fic. Den Berliner Deutschnationolen ist der Erfolg des Volks- begehren» gewastig in die Glieder gefahren. Wenn über 50 Proz. der Wahlberechtigten sich in die Listen eingetragen haben, dann kann man beim besten Willen nicht mehr leugnen, daß die Berliner Bevölkerung von den heißgeliebten Landesoätern nichts mehr wissen will. Die Deutschnationolen haben in Berlin einmal davon geträumt, dauernden Einfluß gewinnen zu können. Das war in der Inflationszeit, als ihnen die Scharen der Inflation?- opser zuströmten und die Bedrohung der Sozialdemokratie durch die Kommunisten ihr« Hoffnungen aus Besiegung ihres stärksten Gegners steigerte. Die Zellen find dahin. Die deutschnationale Welle ist lange verebbt. Daß sie m den Massen keinen Fuß hat fassen können, zeigt der klägliche Zustand ihrer Organisation. Ihr Parteiorgan macht Pleste. Nicht mal dazu haben die Herr- schaften Geld, um in Berlin«ine Zeitung am Leben zu erhalten. Jetzt läßt der Schatzmeister, der Stadtrat Wege, einen neuen Bettelbrief an die Mitglieder los, der in der Geschichte Partei- politischer Organisationsarbell seinesgleichen sucht. Di«„Rote Fahne' ist in der Lage, ihn zu verösfenllichen. Herr Wege entdeckt, daß „nur der Terror' Kommunisten und Sozialdemokraten die Erfolge bei der Fürstenhetze ermöglicht habe. Jammernd gesteht er, daß die D e u t sch n o t i o n a l e n kein Geld für ihre Partei geben wollen: .Ein Appell zur Hergabe freiwilliger Spenden reicht nach unseren Erfahrungen nicht aus, kann auch unseren vielfach in schwieriger Lage befindlichen Freun- den nicht zugemutet werden(!!).' Merkwürdig! Der Sozialdemokratie sind während des Kampfes um die Fürstenabfindung die Mittel ou s ollen Kreisen der Bevölkerung zugeflossen. Die Arbeiter(offen- bar befinden die sich nicht in„schwieriger Lage') opfern ihren letzten Pfennig, um ihre politischen und gewerkschaftlichen Organisationen aufrechtzuerhalten, weil sie wissen, daß solche Opfer im Kampf um den Fortschritt notwendig sind. Die deutschnationolen Bürger, denen kann man„freiwillige Opfer nicht zumuten'. Die können nur Steuerkämpfe führen und interessieren sich nur dafür. daß sie m ö g l i ch st w e n i g zu zahlen hoben. Aber Opfer! Dafür ist der Bürger nicht da! Genial und dem Format des Herrn Stadtrat Wege entsprechend ist die Idee, wie er die bedrohte Parteiorganisation in Berlin sanieren will. Er fordert zur Zeichnungn von Anleilscheinen zu 5, 10 und 20 M. auf. 10 Pro;. Rabatt werden sofort gewährt. Und dann werden die Anteilscheine ausgelost und zum Rennwert zurückgezahlt, aber nur an diejenigen, die dann noch Mit» g l i e d e r der Deutschnationalen Volkspartei sind. Eine nette Partei, die mit solchen Anreißermethoden lumpige S. 10 und MM. burch Versprechung von Lotteriegewinnen den deutschnationalen Bürgern mühsam aus der Tasche ziehen muß. Wie schade, daß man beutzntage in der dreimal verfluchten Demokratie gezwungen ist, eine Parteiorganisation zu unterhalten und Opfer zu bringen. Wie- viel bequemer war das doch früher, wo die Sicherheit der Kassen- schränk« von Wilhelm garantiert sorgten. D! e Sorgen, die sie jetzt haben, hallen die armen Deutschnationalen damals wenigstens ui-bt. Sorgen wir dafür, daß sie in Berlin bald g a r k e i n e Sorgen mehr haben. �eim �um Neich! Ter Wun ch des SaargebietS. Socrrbrückea. 12. April.(WTB.) Der Landesrat nahm heute zu den neuen Steuergesetzen dör Regierungs- kam Mission Stellung. Vor Eintritt in die Tagesordnung gaben die Vertreter der einzelnen Fraktionen kurz« progrom- motifche Erklärungen über ihre Stellung zu den Veränderungen in der Regierungskommission ob. Sämtliche Parteien sprachen im Anschluß daran nochmals die Forderungen aus, die die Saarbevölkerung an die Regierungskommission zu stellen habe. Sie gipfelten im wesentlichen in dem Wunsche: Wahrung unserer Rechts und Vorbereitung der Rückkehr des Saargebiet» zum deutschen Baterland durch Anpassung der Gesetz- gebung auf allen Gebieten an die deutsche. Bezüglich des neuen Präsidenten der Regierungskommission, des Kanadiers Stephens, wurde einstimmig erklärt, daß bis- her wenig Grund vorliege, ihn zu rühmen. Man müsse vielmehr vorläufig noch Zurückhaltung beobachten Auch die Tatsache, daß zum französischen Mitglied der Regierungskommission der bisherige Generalsekretär Rorize, der Reffe des abgedankten Rault, ernannt wurde, sei wenig begrüßenswert. Denn man dürfe annehmen, daß er ganz im Sinne seines Oheims wirken werde. Immerhin, so wurde betont, seien zwar keine neuen Männer in die Regierungskommission eingezogen, doch sei ein Mann geschie- den, Victor Rault, der das westlich orientierte System verkörperte, das mit seinem Weggange hofseilllich für immer gebrochen sei. der Spritweber-prozeß. Der Fall des Krimmaltommisfars PcterS. In die sachlichen Verhandlungen ist man im Epritweber-Prozeß noch nicht«ingetreten. Die Sensation wird wohl anch morgen noch ausbleiben: denn Spritweber selbst soll erst dann zu seinen.stech- Nischen Darlegungen' das Wort erhalten, wenn über die Persönlich- ketten der Angeklagten Peter» und Beyer Klarheit geschaffen sein wird. Ob er bei diesen Darlegungen aber sachlich zu. sein beabsichtigt, wie es der Vorsitzende ihm zur Bedingung gemachi hat, darüber hat er sich nicht geäußert. Man glaubt, daß Spritweber nicht die Absicht hat, besonders schonend zu verfahren, und manches auskramen will, das noch den einen oder anderen Beamten belasten wird. Vorläufig steht Reichssinanzanit gegen Kriminalpolizei. In den kömmenden Prozessen figurieren ober auch Zollbeamte. Diese Prozesse werden sich über ein ganzes Jahr erstrecken. Sollten aber jetzt neue Enthüllungen lommen, so werden auch noch neue Prozesse zu gewärtigen sein. Daher die Spannung. mit denen man Webers Aussagen entgegensieht. Gestern wurde nur P e t'e r s P e r s ö n l i ch k e i t durchleuchtet. Er soll als Leiter des Sprildezemats W. im Polizeipräsidium die Schiebungen des Webers nicht gebucht, sondern gegen entsprechend« Entschädigung beide Augen zugedrückt habe». Er bestreitet das. Es fragt sich nun: hat sein Lebenszuschnitt seinem GeHall entsprochen? Wenn nicht, wo nahm or das Geld her zu seiner kostspieligen Lebensführung? Und schließlich: ist er. seinem Geisteszustand gemäß. für seine Handlungen verantwortlich zu machen, wenn er sich wirk» lich hat bestechen lassen? Die Beweisousnayme des gestrigen Tages war der Erörterung dieser Fragen gewidmet. Peters ist 54 Jahre all. Sdhn eines Kommerzfenrots und ge- hörte bis 1904 der K a l s« r l i ch« n Armee an. die er als O b e r» leutnant oerließ, um In da- Berliner Polizeipräsidium einzutreten. Im Kriege«rlill er einen Schädelbruch, der erhebliche Störungen seiner Hirnfunktion zur Folge gehabt haben soll. Seine Kollegen beobachteten im Dienste eine eigentümliche Vergeßlichkeit. Widersprüche w seinen Verordnungen. Ohnmachtsanfalle. Mau nannte ihn den verrückten Peters. Der medizinische Sachverständig«, Dr. S t ö r m e r. nennt ihn einen schweren Rourastheniker und hall es für möglich, daß die Schädeloerletzung ein« Charakter- Veränderung und«ine Verringerung der mora- tischen Widerstandskraft herbeigeführt hat. Der Angeklagte Peter» bestreitet, einen luxuriösen Lebenswandel geführt zu haben. Seine groß« Wohnung in Lichterfelde, die 5000 M. Friedensmiete kostete, will er während der Inflationszeit fast umsonst gehabt haben. Di« teueren Möbslkäuf« für sein« spätere Wohnung am Koijerdainm will er mit der Abstandssumme von 6000 bis 7000 M. bezahlt hoben, die er für seine Lichterfelder Wohnung erhallen hatte. Der Anklagevertreter läßt einen Brief verlesen, den Peters an seine Frau geschrieben hat. Es hieß darin:„Dos Landessinanzamt wird Arrest auf die Möbel legen. Schaff« schleunigst Geld und Wertsachen weg.... Wollen Deaulieus bezeugen, daß wir die Möbel schon seit 1919 haben? Sieh zu. daß Du mir e i n i g e Leute besorgst, die mir namhafte Summen geliehen haben und die dos beschwören.' Di« Erklärungen de» Angellagten zu diesem Briese fallen wenig befriedigend aus: er will sie unter seelischem Druck gemacht hoben. Das verheimlicht« Guthaben bei ber Bank erklärt Peters durch seinen Wunsch, um die Steuerhinter- Ziehung herunizu kommen. Schließlich wird noch der llmstond erörtert, daß Peter» bei seiner Fahrt noch Badenweiler«in« Schlafwagenkart« 1. Klasse benutzte, die aus Webers Namen lautete. Er will sie für Weber bestellt und von ihr Gebrauch gemacht haben, well dieser an der Fahrt verhindert gewesen war. Sem günstiger Tag für Peters., Heute sollen die Zeugen zu diesem Fragenkomplex vernommen werden. Rettungslose verjuüung. I« der Deutsche» Adrlsgenosseuschaft. Es ist weit gekommen, und die allein echten Arier werden die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn sie in der „Deutschen Tageszeitung' lesen: „Die Hauptsack)« aber ist, daß das Blut des Ahnenträgers rein ist von indischer und farbiger Beimischung. Ein« Konzession bat die Deutsch« Adelsgenossenschaft gemocht, um das Mut von Leuten, die durch.Mischung mit farbigem und jüdischem Einschlag«mfremdet waren, wieder zu rei- n i g« n: sie gesteht einem Ahnenträger, der in der sechsten Generation nur«inen fremden Ahnen hat. zu, sich In die EDDA ausnehmen zu lassen, um das verdorben« Blut wieder in den nächsten Generationen zu bessern. Dies Prinzip wird damit begründet. daß noch dem Mendelschen Gesetz der fremde Einschlag verschwunden sein muß.' Eine Berufung auf das M e n d e l s ch e Gesetz? Schon faul für echte Völkische. �tmenüolas Toüesurfache. » Neue Widerlegung aller Beschönigungen. Rom. 12. April.(WTB) Das Organ Amendolas„II Mondo', dessen Druckmaschinen am Tage de» Alleiitats auf Mussolini teil- weise zerstört wurden, konnte heute wieder erscheinen. Das Blatt widmet ein« Reihe von Artikeln dem Andenken Amendolas und bringt ein« Erklärung des Bruder« Amendolas gegen die Mitteilung der„Agenoe Havas'. Der Bruder Amendolas erklärt, daß der Jnhall dieses Haoastclegramms nicht der Wahrhell entspreche, und daß Amendola die Erklärungen, die ihm Havas in den Mund gelegt habe, niemals abgegeben habe. Strolchtaten auch in Genua. Rom. 12. April.(WTB.) Wie d:e„Stompa' meldet, ist der „Laooro' von Genua, das Organ der Mehrhsitssozialisten ovy Genua, auf mehrere Tage verboten worden. Nachträglich wird noch bekannt, daß In Genua am Tage des Attentats auf Mussolini«ine Reihe von Prioatwohnungen durch Faschisten geplündert und zerstört wurden. �ine flffäre in Rennt. DePortierung eines Deutschenführers wegen eines DuellhaudelS. Reval. 12. April.(OE.) Die Verbannung de» deutsch-baltischen Politikers T u r m o n n geht auf einen rein persönlichen Konflikt Turmaims mit dem französischen Geschäftsträger Dobler zurück. Di« Zeitungen bringen darüber spallsnlang« Artikel, die viel« sensationelle, ober unrichtige Einzelhelten enthasten. Wahr ist nur. daß Dobler in einem durchaus nichtpolitischen Konflikt Turmann Satisfaktion verweigert hell mit der Bemerkung, daß er sich mit einem„B o ch e' nicht duelliere. woraus Turmann ihn mit einer tätlichen Züchtigung bedroht haben soll. Di« estnisch« Regierung hat Turmann nach der Insel Worms deportiert, um den Geschäftsträger vor etwaigen Angriffen zu schützen. Turmann hat die ganze Angelegenhell dem Doyen de» diplomatischen Korps unterbreitet. Dobler verläßt übrigens in nächster Zeit seinen Posten. Wie verloutet, wird im Zusammenhang mit dieser Affäre der Kommandant der estnischen Seestreitkräfte, Baron von Salza, zurücktreten: er hiaite Turmaim bei dem Konflikt als Kartellträger gedient. Der Schutz Pekings. Militärpolizei soll die Ordnung aufrecht erhalten. llekiag. 12. April.(WTB) Em Abgesandter Wupeisu« ist in Peking eingetroffen, er hat mll Lutschunglin, dem Ober- kommendieeenben der.nationalen' Kräste, verhandelt. Lutschunglin verpflichtete sich, noch der Räumung der Hauptstoht durch die „nationalen' Truppen die Ordnung durch M i l i t ä r v o l i z« i bis zu der Ankunft Wupessus aufrechtzuerhalten. Gewerkschaftsbewegung Behrens und Meyer. Sie bleiben chriffliche Gewerkschaftsführer. Köln, 12. April.( TU.) Die christlichen Gewerkschaften Deutschlands, Geschäftsstelle Westdeutschland, teilen über den Fall der Abgeordneten Behrens und Meyer innerhalb des Zentralverbandes der Landarbeiter mit, die Abgeordneten hätten auf die Weiter. legt werden. Sofern im bortigen Bert außer den 3ellulofefarben| teres Berständnis, startere staatliche Hilfe für das auch Delfarben zum Sprißen Verwendung finden, ist darauf zu Erwerbslosenheer. Er verstehe die Klagen der Eisenbahner und halten, daß mur mit solchen Delfarben gesprigt wird, die nach den anderer Arbeitnehmerfategorien. Wir müßten mit aller Macht besonderen Bedingungen über Lieferung von Anstrichfarben für versuchen, die Exportindustrie zu heben und im Inland zu geordFahrzeuge feinen Bleigehalt befizen. Wir ersuchen um fofortigen neten Zuständen zu kommen. Severing verteidigte sich dann gegen die Bericht, ob die Absaugeanlagen in dortiger Werkstatt in Betrieb ge- Borwürfe von rechtsradikaler Seite, die ihn für den Verlust des Ruhrnommen sind, bzw. wenn mit ihrer Fertigstellung und Betrieb- tampfes verantwortlich machen wollen. Der Ruhrkampf sei gar nahme zu rechnen ist." nicht verloren gegangen, weil die wirtschaftliche Beute des Einfalles äußerst gering gewesen sei. Schließlich bat er die Gewerkschaften, sich auch in Zukunft, wie während des Ruhrkampfes, zur Zusammenarbeit mit ihm zur Verfügung zu stellen und appellierte er deutlich auf die neuen Umtriebe der Separatisten an, die die wirtschaftliche Depreffin zu ihrem 3wede mißbrauchen wollen. Am Schluß der Versammlung wurde ein Neutonstituierung des Gewerkschaftsausschusses vorgenommen. Im wesentlichen wurden die bisher gewählten Vertreter wiedergewählt. Aus der umfangreichen Körperschaft wird ein Arbeitsausschuß von Landarbeiter verzichtet, um der Untersuchung über die gegen fie SPD.- Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre! an sie, allen separatistischen Umtrieben zu begegnen. Dabei spielte erhobenen Beschuldigungen freien Lauf zu lassen. Der Vorstand des Zentralverbandes habe sich nun erneut mit der Angelegenheit Heute abend 7 Uhr beschäftigt und zum Ausdrud gebracht, daß die Untersuchungen den findet in den Sophienjälen", Sophienstraße 17/18, eine Sachverhalt bestätigen, wie er von den Angegriffenen felbft bekanntgegeben worden ist(?). Die parteipolitische Ausschlachtung habe aber dazu geführt, daß sie in einem Teil der Bresse einseitig und Funktionär- Konferenz unfachlich dargestellt wurde. Der Gesamtverband der christlichen aller SPD.- Betriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre statt. 20 Mitgliedern gebildet, der demnächst zusammentreten soll. Gewerkschaften fonnte dagegen feststellen, heißt es, daß beide Abgeordnete die schriftliche Bestätigung der zuständigen Staatsanwalt. schaft( 1) in Händen haben, daß gegen sie überhaupt fein Verfahren feitens der Staatsanwaltschaft eingeleitet ist(!). Diese Feststellung ist deshalb mefentlich, weil das Berliner Polizeipräsidium feinerzeit bekannt gab, daß die Borgänge an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet worden seien. Bekanntlich hat das Berliner Bolizei. präsidium, wird weiter mitgeteilt, seinen Bericht veröffentlicht, ohne die Angegriffenen vorher gehört zu haben. In einem Schreiben an den Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften teilt der Vorstand des Zentralverbandes der Landarbeiter nun mit, daß er die Untersuchung gegen seine beiden Borsitzenden als abgeschlossen betrachtet und fie einmütig um die Wiederausübung ihrer Borstandstätigteit ersucht habe. Abgeordneter Behrens hat seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Die Hauptgeschäftsstelle des Gesamtverbandes der christlichen Gewerffchaften läßt erflären, daß sie angesichts diefer Sachlage teinen Anlaß fieht, auf die Angelegenheit in der Deffentlichkeit noch Anmerkung der Redaktion: Jede Organisation wählt sich die Leute zu Führern, die sie dazu für besonders geeignet hält. Wenn der chriftliche Zentralverband der Landarbeiter es für durchaus einwandfrei hält, daß seine Vorsitzenden bei der Vereinigung weiter zurüdzutommen. Tagesordnung: 1. Die foziale Lage der Arbeiterklasse und der Bolfsentscheid. Referent: Genoffe S. Aufhäuser, M. d. R. 2. Unsere Agitation in der nächsten Zeit. Einlaß nur gegen Parteiausweis und Funktionärtarte. Regen Bejuch erwartet Das Betriebsjefretariat. Die„ Opposition" als Vorspann der Gelben. Bei den Betriebsrätewahlen im Siemens- Konzern. Die Betriebsrätewahlen in den Werner Werfen der Siemens u. Halste A.-G., bei der die Kommunisten wie im Borjahre eine Oppositionslifte aufstellten, haben folgendes Ergebnis gehabt: Borjahre 13) Betriebsratsmitglieder und 4( 3) Ergänzungsmitglie Es erhielt die freigewerkschaftliche Liste bei den Arbeitern 17( im der; die Liste der Werksgemeinschaft( Gelbe) 2( 1) Betriebsratsmit. glieder und 0( 1) Ergänzungsmitglied; die Liste der Opposition 5 ( 10) Betriebsratsmitglieder und 2( 2) Ergänzungsmitglieder. Bei den Angestellten erhielt die freige wertschaft. liche 5( 4) Betriebsratsmitglieder und 10( 8) Ergänzungsmit des erhielt 1( 1) Betriebsratsmitglied und 4( 5) Ergänzungsmit glieder. Bei den Angestellten ist noch besonders zu bemerken, daß im Borjahre eine völkische Liste aufgestellt war, welche ein Mandat für den Betriebs- und Angestelltenrat erhalten hatte. Diese Wahl zeigt mit aller Deutlichkeit, daß die kommunistischen Außenseiter den Gelben zu einem Mandat im Betriebsrat verholfen lassen, daß ihnen der Ausschluß aus der Kommunistischen Partei haben. Diese wildgewordenen Spießbürger haben schon durchblicken nicht allzu wehe tut, da fie damit rechnen, bei den Moskowitern bald wieber in Gnaden aufgenommen zu werden. Die freien Gewerkschaften fönnen mit dem Erfelg, den sie bei dieser Wahl erlangten, vollständig zufrieden sein, da die Belegschaft, wie es die Zahlen aus dem Vorjahre ja beweisen, von dieser sogenannten Oppofition deutlich ab gerüdt ist. Verbandstag der Sattler. Hamburg, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Als erster der alljährlich in Hamburg stattfindenden Verbandstage wurde am Montag im Gewerkschaftshaus der 3. ordentliche Verbandstag des Deutschen Gattler, Tapezierer und Portefeuiller Verbandes durch den Vorsitzenden des Verbandes Blum eröffnet. Als Vorsitzender des Verbandstages wurden Blum Berlin und Dregelius Hamburg gewählt. Der Ver bandstag lehnte dann verschiedene Anträge, die jedem einzelnen Dele gierten das Recht zur Vorlage von Entschließungen und Anträgen geben sollte, gegen eine fleine Minderheit ab. B Anschließend erstattete der Verbandsvorsitzende Blum- Berlin den Bericht bes Borstandes. Er wies einleitend auf die Schwie rigkeiten der letzten Zeit hin. Ihre Uleberwindung sei nur möglich gewesen durch die tatkräftige finanzielle Unterstügung ausländischer im Gewerbe auch heute dadurch, daß die Unternehmer immer noch Bruderorganisationen. Außerordentlich erschwert werde die Lage an den Inflationsmethoden und Gewinnen festhalten wollten. Die Preise der Produktionserzeugnisse in der Lederindustrie seien deshalb viel zu hoch. Von einer Stabilität der Mitgliederbewegung fönne leider nicht gesprochen werden. Der Redner jetzte sich dann Diese Zustände fönnten jetzt als überwunden angesehen werden fommunistischen Umtrieben sehr starf zu leiden hatte. und damit sei für die Organisation der Weg zu neuer Arbeit freigemacht. wenn die Hauptgeschäftsstelle des Gesamtverbandes der christlichen glieder. Die Liste des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverban. warenindustrie auseinander, wo die Organisation unter den Gewerkschaften dazu nichts weiter zu bemerken hat, dann spricht und Meyer, aber entschieden gegen den Zentralver band und die Hauptgeschäftsstelle. Bielleicht ist die Hauptgeschäftsstelle aber so freundlich, der Deffentlichkeit mitzuteilen, was den Zentralverband jetzt noch von einer gelben Organisation unterscheidet. Meizinger bleibt, Behrens und Mener bleiben; das Geschäft tann also mit dem Gegen der Hauptgeschäftsstelle des Gesamtverbandes der chriftlichen Gewerkschaften weiter betrieben werden. Reichsbahndirektion und Unfallverhütung. Zu unserem Bericht mit dieser Ueberschrift in Nr. 148 des ,, Vorwärts", erhielten wir von der Reichsbahndirektion Berlin eine Erwiderung auf den Vorwurf, daß im Eisenbahnausbesserungswert Grunewald durch ungenügende Schußvorrichtungen und Antriebsmethoden sich die Unfallziffer erhöhe. Die Direktion erflärt hierzu u. a.: Für das Eisenbahnausbesserungswert Grunewald ist eine Abfaugevorrichtung zum Schuße der Arbeiter gegen die schädlichen Einwirkungen des Farbensprißverfahrens bereits vor einiger Zeit be schafft worden. Die Inbetriebnahme der Vorrichtung hat fich indessen verzögert, weil einzelne Teile derselben noch nicht geliefert sind. Die Schutzvorrichtungen gegen die bei dem Sprißverfahren auftretenden Farbnebel befinden sich noch im Stadium des Versuches. Die Unvollkommenheiten, die auch den neuesten Absaugevorrichtungen anbaften, und an deren Beseitigung ftändig gearbeitet wird, haben auch uns bisher eine gewisse Zurüd baltung bei der Beschaffung solcher Borrichtungen auferlegt. Die für das Eisenbahnausbesserungsmert Grunewald beschaffte Borrid tung wird nunmehr, sobald sie fertig geliefert ist, in furzer Zeit aufge stellt werden. Rückblick auf Ruhrkampf und Inflation. Die Gewerkschaften im besetzten Gebiet. Koblenz, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag nachmittag tagte in Koblenz eine Vollversammlung des Ge wertschaftsausschusses für die besetzten Gebiete, die als ein Abschluß der Tätigkeit des Ausschusses in den letzten vier Jahren gedacht war. Durch die Anwesenheit des Reichsministers Marg, des preußischen Innenministers Severing, des Oberpräsidenten Fuchs, des Reichskommissars für die besetzten Gebiete, Freiherrn v. Langwert Simmern und anderer hoher Berwaltungsbeamter und Delegierter der am Rhein liegenden deutschen Staaten befam bie Tagung eine besondere Bedeutung. Der Bezirkssekretär Genosse Meyer( Düsseldorf) vom ADGB. gab einen umfassenden Tätigkeitsbericht des Gewerkschaftsausschusses, der in den letzten Jahren der Inflation, des Ruhreinbruchs und der Wirtschaftsnot ein ungeheures Werk zu bewältigen hatte. In seinen Ausführungen streifte er die Separatisten unruhen, denen die Arbeiterschaft, geführt von den Gewerkschaften, den wirtsamsten Widerstand entgegenstellte, der pas five Widerstand und feine Organisation durch die Gewerk fchaften zeigten, daß vor allen Dingen die Eisenbahner ein großes vaterländisches Wert zu verrichten hatten, was ihnen aller Das Bleimertblatt" wird den in unseren Betrieben beschäftigten Arbeitern, für die es bestimmt ist, in der Regel ausgehändigt; vereinzelt ist es ihnen auch durch Aushang oder durch Umlauf befanntgegeben worden Unsere Eisenbahnausbesserungswerte haben Anweisung, auf die strenge Durchführung der Bestimmungen der $$ 6 und 10 der Bekanntmachung vom 27. Juni 1905, betreffend Be triebe, in denen Malerarbeiten usw. ausgeführt werden, zu achten. Gegen den Vorwurf, daß die verantwortlichen Stellen die Unfallverhütungsvorschriften gleichgültig behandeln, muß entschieden Berdings wahrung eingelegt werden." Die große Zahl der gemeldsten Unfälle habe ihren Grund darin, baß jämtliche die Arbeiter treffenden schädigenden Einwirkungen, auch solche ganz unbedeutender Natur, gemeldet und von Amts wegen schriftlich behandelt werden müffen. So tomme es, daß in jedem größeren Betriebe eine verhältnismäßig hohe Zahl ohne jede nach teilige Folge für die Betroffenen verlaufener Vorgänge als Unfälle" nachgewiesen werden. In feinem Falle ist in der letzten Zeit zu unserer Kenntnis getommen, daß Nichtbeachtung der Unfallverhütungsvorschriften durch die Aufsichtsorgane im Rangierdienst und bei der Bahnunterhaltung die Ursache von Unfällen gewesen wäre. Die Mehrzahl aller Unfälle, im Werkstättendienst rund 70 Broz, find auf eigenes Berfchulden der Betroffenen zurüdzu führen. Wir machen im Interesse unserer Arbeiter dauernd darüber, daß in jedem Betriebszweige alles geschieht, um Unfälle von dem Personal fernzuhalten." Unser Gewährsmann bemerkt hierzu: Diese vorsichtig gehaltene Berichtigung bestätigt, was im Vor wärts" behauptet wurde. Wenn man aus dem Stadium der fort währenden Versuche nicht herauskommt, jo liegt es eben daran, daß die praktischen Hinweise der betreffenden Arbeiter unbeachtet bleiben. Den Werkstättenarbeitern sollte man aber zum Schluß nicht auch noch die alleinige Schuld der ins ungeheuerliche geftiegenen Unfälle zur Last legen. Gerade durch das unerhörte Antreibersystem wird der hohe Prozentsaz der selbst zugegebenen Unfälle bewirkt." Im übrigen fönnen wir feststellen, daß die Veröffentlichung der Beschwerde im Vorwärts" die folgende Berfügung an die Eisenbahnausbesserungswerte im Berliner Direktionsbezirk unter dem 1. April veranlaßt hat: ,, Betrifft: Farbsprißverfahren. Soweit die zum Farbfpritverfahren erforderlichen Absaugeanlagen in dortiger Werkstätte noch nicht fertiggestellt sind, ist das Sprißen mit großer Vorsicht und in Räumen, die von anderen Arbeitsstellen abgeschlossen find, vorzunehmen. Es ist hierbei streng darauf zu achten, daß bei dieser Arbeit von den betreffenden Bediensteten die ihnen überwiesenen Respiratoren auch tatsächlich angewerde. heute schlecht gelohnt ausschuß stets auf seinem Posten gefunden. Leider habe der WirtDie Sorge um die Wirtschaft haben den Gewerkschaftsschaftsausschuß und die in ihm vertretenen Arbeitgeber für die Mitwirkung der Gewerkschaften nicht immer das nötige Verständnis gezeigt. Meyer schloß mit der Versicherung, daß auch die Zukunft den Gewerkschaftsausschuß vor große Aufgaben stelle. Die Ver gangenheit, die durch diese Tagung einen gewissen Abschluß finde, ermuntere zu weiterer Arbeit, denn es sei unleugbar, daß es mit der deutschen Wirtschaft und Außenpolitik aufwärts gehe. Bezirkssekretär Kaiser von den Christlichen Gewerfschaften schloß sich diesen Ausführungen an und betonte, daß es das große Verdienst der Gewerkschaften sei, an der Errichtung Deutschlands aus dem Zusammenbruch und an der Abwehr der feindlichen Loslöfungspropaganda mitgewirkt zu haben. Gehrhardt Berlin vom Hauptvorstand sprach über die Lohn- und Tarifpolitit, sowie über die Streit bemegung in den letzten drei Jahren. Der Bericht über den Stand der Berichte findet eine gemeinsame Aussprache statt. Rasse, den Riedel Berlin erstattete, und der Bericht der Rebattion des Verbandsblaties schlossen sich an. Ueber die Berichte findet eine gemeinsame Aussprache statt. Branche Glas- und Messingreiniger ist jeder BerufsBetriebs- und Gewerkschaftsfunktionäre! Auf Beschluß der follege verpflichtet, die rste egitimationsfarte des Deutfchen Verkehrsbundes für das Jahr 1926 bei sich zu führen und auf Berlangen vorzuzeigen. Wir ersuchen alle Funktionäre der Betriebe, die Glas- und Messingreinigungsarbeiten durch Reinigungsinstitute vornehmen lassen, sich von den Reinigern die Legitimations. farte vorlegen zu lassen. Wer nicht im Besitze der Legitimationsfarte ist, gilt als unorganisiert. Kollegen Funktionäre! Achtet in den Betrieben darauf, daß Glas- und Messingreinigungsarbeiten nur von organisierten Reinigern ausgeführt werden. Deutscher Verkehrsbund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Branche: Glas- und Mesfingreiniger. Tagung des französischen Gewerkschaftsbundes. Baris, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Nationalfomitee tes Allgemeinen Französischen Gewerkschaftsbundes( CGT.) ist am Montag vormittag in Paris zusammengetreten. Auf der Tagesordnung steht vornehmlich die allgemeine Lage in Frankreich im Hinblid auf die sozialen Reformen und die finanzielle rise, die Frage der ausländischen Handwerker sowie das Problem der Arbeiterwanderung, mit der sich die vom 18. bis 23. Mai in London stattfindende Internationale Gemertschaftskonferenz zu befassen haben wird. Die Vormittagssigung war ausgefüllt von dem Bericht des Verwaltungssekretärs des Komitees über die moralische und materielle Lage des Bundes. Der Redner ftetig wachse und daß die Stärke der dem Bunde angeschlossenen zeigte, daß der Einfluß des Verbandes in Paris wie in der Provinz Gewerkschaften in ständigem Steigen begriffen sei. Der englische Bergbaukonflikt. London, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Ausschuß des Bergarbeiterverbandes des Distrikts Yorkshire beschloß am Montag unter Borsiz des Präsidenten des britischen Bergarbeiter. verbandes, Herbert Smith, den Vorschlag, den die Erefutive am Freitag der Bergarbeiterfonferenz unterbreitet hatte und sich gegen eine Zerschlagung des nationalen Lohnabfommens, gegen eine Verlängerung der Arbeitszeit und gegen jegliche Lohnherabjegung richtet, anzunehmen. Herbert Smith sprach die Hoffnung aus, daß die Bergarbeiter dem Rufe des Verbandes Felge leisten werden, falls es zum Kampfe tommen sollte. Er betonte, daß das Ergebnis der Abstimmung im Distrikt Yorkshire von entscheidendem Einfluß auf die übrigen Bergarbeiterdistrikte sein werde. Der Reichsminister für die besetzten Gebiete, Marg, führte aus: Die Tagung der Gewerkschaften bildet zweifellos den Abschluß einer fchweren Krisenepoche. Noch stehe man den Ereignisfen nahe, aber schon fehe man, welch ungeheures Ge schehnis hinter uns liege. Die jüngste Vergangenheit des Rheinlandes aber zeige, daß auch ein waffenloses Bolt eine ungeheure mittwoch, 6½ Uhr, in Meifels Feftfälen, Neutolin, Jonasitt. 22. Bezirks Macht darstellt und Meyer habe recht, wenn er den Erfolg der Abwehr den Gewerkschaften zuschreibe. Durch Zuruf wurde Marg auf die Not der Eisenbahner hingewiesen; er gab zu, daß unter seiner Kanglerschaft Berordnungen herausgefom men seien, die für die Arbeiterschaft schwerste Folgen gehabt haben. Aber er huldige dem wirtschaftlichen Optimismus und glaube, daß Deutschland über dem Berge sei. Schon diskutiere man eine Revision des Dames- Planes. Der preuſtische Innenminister Severing erkannte die Tätigkeit der Gewerkschaften im Rheinlard und Bestfalen in vollem Umfange an Nicht nur die Macht der Gewerkschaftsbewegung habe das große Werk der Befreiung vollbracht, sondern auch die Disziplin der organisierten Arbeiterschaft, die der Schulungsarbeit der Gewerkschaften zu danken sei. Unter stürmischer Zustimmung der Anwesenden forderte er noch stä re Bollwertige Nahrungsmittel Werbewoche ber AbA.- Jugendgruppe. Seute, Dienstog, 18. April, 81 fammentunft aller Funktionäre der Jugendgruppe, 7½ Uhr, im Jugendheim des Ortsbureaus, Belle- Alliance- Str. 710. In diefer Bersammlung werben vor allem unsere Berbeveranstaltungen nochmals besprochen. Jeder Jugendfunktio. när ist zum Erscheinen verpflichtet. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Bezirk Reutöln: Morgen, verfammlung. Sutmacher! Morgen, Mittwoch, 6 Uhr, im Gewerffchaftshaus, Gaal 1 Generalversammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Freie Gewerkschaftsjugend. heim Dieftelmencrftr. 5. Bir feien aus Jean Rousseaus Berten.- Frankfurter lee: Jugendheim, Lifter Str. 4/5, 1 Trp. Bortag:„ Die Abfammung des Seute, Dienstag, 7% Uhr, tagen bie Gruppen: Landsberger Blak: JugendMenschen". Lichtenberg: Jugendheim Doffeftr. 22. Lefeabend: Bummel durch Europa" don Mark Twain. Treptow: Jugendheim Wildenbruchstr. 53/54. Distuffion Alber Entstehung des Bolksliedes. Spandau: Jugendheim Linden ufer 1. Musik- und Lieberabend. Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frik Starftäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanftalt Baul Ginaer u. Co.. Berlin S 68 Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen. find Maggi's Suppenwürfel. In der gleichen Beise, wie die erfahrene Hausfrau in der Küche ihre Euppen fodt, werden Maggi's Suppen im großen aus den besten Rohstoffen und den nötigen Zutaten mit peinlicher Sorgfalt hergestellt. Darum fameden fie auch so gut, z. B. Erbs, Eiernudeln, Neis, Tomaten, Blumentohl und biele andere. 1 Bürfel, ausreichend für 2 Keller, 13 Bfg. PAG MAGGISSUPPEN MAGGI MAGGISSUPPEN Reis 2 Teller Nr. 171 43.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Eine Schule Arbeit der Der Borwärts" hat ein Mitglied feiner Redaktion nach Bad Dürrenberg zur Wirtschaftsfdule des Deutfchen Meta II. arbeiterverbandes geschickt. Das Institut, über deffen Eröffnuna wit feinerzeit berichteten, ist die erste von einer Gewerkschaft errichtete Internatsschule in Europa. Die Heimschule der Metallarbeiter. zimmer. Eine große Bibliothek liefert den wissenschaftlichen Grundstoff für die Schülerarbeiten, eine Regelbahn, ein Billardzimmer und Turngeräte dienen der Abwechslung und der Erholung. Die Kursusteilnehmer müssen ihre Betten selbst herrichten, müssen Zimmer und Rorridore fegen, bei Tisch die Bedienung machen und auch im Garten helfen. Abends vereint sie oftmals ein heiterer Bortrag, eine Vorlesung oder eine musikalische Darbietung im Speisesaal. Belehrende Ausflüge in die Umgebung füllen die Zeit am Sonntag aus. Der Hauptvorstand des DMV. plant in der nächsten Be't jogenannte Führerkurse, an denen nur beamtete Berhandlungsführer, Gerichtsvertreter teilnehmen sollen. Die Dauer Funktionäre, Bahlstellenleiter, Bevollmächtigte, Außendienstbeamte. dieser Lehrgänge ist auf etwa fünf Monate festgesetzt. Ein Schulvormittag. " Ueber den erzieherischen Wert des Unterrichts im Internat äußert sich Genosse E. Graf in der Sozialistischen Bildungsarbeit" folgendermaßen:„ Das aber wird wohl faum jemand bestreiten können, daß Internatserziehung der Bildungsarbeit in den üblichen Abendkursen überlegen ist.. Die Ab. geschlossenheit des Internats, losgelöst von den individuellen Sorgen und Nöten des Alltags, erlaubt eine sonst nie erreichbare Ronzentration und planmäßige Schulung Der geistigen Kräfte und ermöglicht eine Uebertragung des so fruchtbaren Prinzips der gegenseitigen Hilfe auf die Erziehung und Entfaltung, ermöglicht auch erst infole des täglichen dauernden Zusammen= lebens eine wahre geistig sozialisierende Arbeitsgemein schaft... Jedes Internat ist oder wird zu einer Weltanschauungsschule. Eine bestimmte Weltanschauung ist entweder die ausgesprochene Grundlage, oder sie wird der Erfolg des Internats." Früh um 7 Uhr geben die Glocken das Aufstehenzeichen. Erst eine Stunde später gibt's Kaffee und Gemmeln Ibis dahin hat Mit ernstem Wollen war der Hauptvorstand des Deutschen Metallarbeiterverbandes bisher bestrebt, feine Mitglieder, besonders die Funktionäre, für den Kampf mit dem Unternehmertum, der ein Kampf der Weltanschauungen ist, zu schulen und zu bilden. In unzähligen Kursen und Lehrgängen sind die Lehrer des Verbandes, an ihrer Spize Genosse Engelbert Graf. an die Wissenhungerigen herangegangen, haben ihnen Aufklärung, Schulung, Bissen schlechthin vermittelt. Solange geschah das nur in Bildungskursen, die in den einzelnen Verwaltungsstellen des Verbandes in sogenannten Wanderkursen, zeitlich und örtlich begrenzt, abgehalten wurden. Die Schüler, zum größten Teit höhere" Funktionäre, wurden zwar auf einige Zeit von der Arbeit freigestellt, fie blieben aber sonst in ihrer persönlichen und gesellschaftlichen Umgebung, gebunden an die Sorgen und Nöte des Au tags. Der Kontakt mit den Lehrern und der Lehrmethode riß jeden Tag mit dem Verlassen des Schulraumes ab, bei seiner Wieder herstellung ging am fommenden Tage ein groß Teil geistiger Arbeit verloren. Diese Mängel waren natürlich den Verantwortlichen der Schulen befannt, ohne daß sie die Möglichkeit hatten, sie sofort abzustellen. Seit Mitte März ist es anders geworden mit der Bildungsarbeit bei den Metallarbeitern. In Bad Dürrenberg, einem Dertchen, das sich um eine alte Saline im mitteldeutschen Lande gruppiert, ist das frühere Kurhaus zu einem Internat, einer HeimSchule umgewandelt worden. Das befannte Leunawert, alle. Merseburg, Bitterfeld, das Gebiet, von dem seinerzeit die kommunistischen mitteldeutschen Unruhen ausgingen, wo der Ungeist eines Hölz Triumphe feierte, liegen in unmittelbarer Nähe der Schule. Bon hier aus wird jetzt wenigftens für die Metallarbeiter die Kultur des Geiftes ihren Zug in deutsche Lande antreten. Zunächst sind dreiwöchige Lehrgänge für Verbands funktionäre. Betriebsräte, Aufsichtsratsmitglieder, Vertrauensleute, geplant. Die Schüler eines Kursus werden immer aus einer Branche genommen: Schwereisenindustrie, Automobilbau, Werften und die anderen Gruppen der Metallindustrie schicken ihre Leute nach Dürrenberg in die Wirtschaftsschule". Hier stehen achtzia Betten in schönen, luftigen Zimmern bereit. In ihrem Tun und Lassen unterstehen die Schüler der Leitung der Schule, die Genosse Engelbert Graf, der alte erfahrene Fachmann für Arbeiterbilduna. innehat, fast vollkommen. Selbst in der Freizeit werden die Schüler zwar unmerfbar, aber doch bewußt im Sinne der Schulgrundsäke beeinflußt. Zwei große Schulzimmer liegen im Erdgeschoß; sie sind mit allen Neuerungen ausgestattet. Durch einen gemeinsamen Speisesaal geht es auf eine Veranda und von dort in den Garten. Neben träftiger, einfacher Beföstigung haben die Böglinge auch alles andere fostenfrei, fie erhalten sogar noch für die Unterhaltung ihrer Angehörigen eine Entschädigung bis zu 80 Proz. des Tariffohnes. Im ersten und zweiten Stockwerk liegen die Wohnzimmer, jedes in individueller Ausmalung hergerichtet, Das einstige Kurhaus, jetzige Wirtschaftsschule des Metallferner gemeinsame Waschräume, ein Lesesaal, die Lehrer. 8] Yamile unter den Zedern. Bon Henri Bordeaux. ( Berechtigte Uebersehung von J. Kunde.) dle Der Kapitän ich wollte sagen der Briefter- war gefommen, um unseren Brautstand zu fegnen. Er warf einen Blid des Zornes auf die Schönheit Damiles und auf mein Glück. Aber der Trunk des Festes hellte seine Mienen auf; maltete er doch in einer der reichsten Häuser Bescherres seines Amtes. Ich steckte den dünnen Goldring, der unser ewiges Ver. Löbnis symbolisierte, an Vamiles Finger. Wie es Brauch, fchentte ich ihr auch ein Armband und einen goldenen Reif, der ihr Haar auf der Stirne festhalten sollte. Ueber diesen Schmuck entzückt, dankte sie mir mit dem süßesten Blick ihrer Augen. Wann findet die Hochzeit statt?" erfundigte sich der Priester. Der Frühling war gefommen; selbst im Gebirge stellt er sich mit Anfang des April ein. Die Bäume in den Obstgärten blühten. Aber die Hänge des Libanon waren weiß bis zu den Zedern, wie man vom Balkon des Hame sehen fonnte. Wenn es da oben feinen Schnee mehr gibt," erflärte der Scheif. Diese Entscheidung verlegte die Heirat auf den Monat August oder vielleicht September. Raschim- el- Hame hatte es nicht eilig: bis dahin würde die Ernte eingebracht sein. Es war einer der vornehmen Herren dieses Landes und würde marten, bis die Ernte eingebracht war. ,, Das ist sehr lange," bemerkte Butros, der rasches Handeln liebte und langes Warten nicht schätzte. Ich blickte auf Vamile, die weder ein Bort der Zustimmung noch der Mißbilligung fand; sie lächelte. Es schien, als ob das, worüber entschieden wurde, uns nichts anginge. Sie hatte feine Eile, sie war ruhig. Und ich wagte es nicht, Butros, meinen Bruder, zu unterstützen, denn ich fürchtete, fie zu verstimmen. Vielleicht hatten die Bücher von Antura mir den schlimmen Dienst erwiesen, sie hatten mich gelehrt, nach zudenken, anstatt dem Instinkt der Kraft und des Herrschens, deffen Betätigung glücklich macht, mich hinzugeben. Vielleicht ift es notwendig, daß die Männer mehr Autorität befizen, um die Frauen zugleich mit dem Gefühl der Furcht den Reiz empfinden zu lassen, daß sie erobert und unterworfen merden. Bielleicht... aber man ist, was man ist, und ich யாம் arbeiterverbandes in Dürrenberg. GF liebte Damile so, daß ich keinen 3wang auf fie ausüben konnte. Der Zeitpunkt unserer Bermählung war also festgesetzt. Er war abhängig von der Glut der Sonne und nicht von der unsrigen. Jeden Morgen stürzte ich beim Erwachen auf den Balton, um unseren Bundesgenossen am Himmel zu beein fluffen: Sonne, Sonne! Beeile dich, dein Werk zu beenden! Schleudere deine heißesten Strahlen auf die weißschimmernden Berge, zünde sie an wie Wälder und laß ihre Lava als töstliches Waffer in unsere Felder und Gärten fließen Jeden Tag arbeitete sie an ihrem Werf; aber es war ein strenger Winter gewesen und der Schnee reichlich gefallen. Er mich nur langsam; schmolz allmählich an den Hängen des Libanon, aber trotzte noch auf dem Kamm und frönte den Gipfel des Kornet- es- Suada, auf dem wir stehen und den ich so oft feitdem verflucht habe. Endlich, an einem flaren Augustmorgen, lief ich überglücklich sprang wie eine Gazelle zu Hames Hause. ,, Vamile, es gibt keinen Schnee mehr! Es gibt keinen Schnee mehr!" Meine Braut war erstaunt, daß ich um einer so gewöhnlichen Ursache willen in diese Aufregung geriet. Ich hatte sie über den Siegeszug der Sonne nicht auf dem laufenden erhalten. Und sie selbst merkte nicht den Zufammenhang zwischen dieser Mitteilung und dem Zeitpunkt unserer Verheiratung. ,, Es ist wahr," sagte sie, nachdem sie einen Blick ihrer schönen, meerblauen Augen nach den Bergen geworfen hatte, es gibt feinen Schnee mehr, außer in einer Schlucht da droben." In den Schluchten gibt es immer Schnee," versetzte ich erregt ,,, bas tommt nicht in Frage!" Ich gebe dir also recht," versetzte sie lächelnd, um mir willfährig zu sein. " Wir wollen es deinem Bater sagen." Warum? Er wird es schon sehen." Ich erklärte ihr endlich den ganzen Wert dieser Wahrnehmung. Sie gab ihn freundlich zu; aber ich hatte auf viel größeren Jubel bei ihr gehofft. Bei uns gewährt man den Brautpaaren ziemlich viel Freiheit; die Familie überwacht sie nicht ängstlich. Wir verständigten also den Scheit davon, daß der Schnee auf dem Libanon verschwunden sei. Er wollte fich selbst davon überzeugen. Nun also! Nach dem Bedernfeft verheiraten wir Euch." Dieses Fest findet am 6. August statt, aber ich ahnte nicht. daß es meinem Glüde, das ich schon fest zu befizen wähnte, perderblich werden sollte... Aber wer ist, wenn er liebt, seines Glüdes sicher? Dienstag, 13. April 1926 der Stubendienst und das sportliche Morgentraining tüchtig Hunger gemacht. Punkt 8 Uhr beginnt der Unterricht. Wenn es der Unterrichtsstoff irgend erlaubt, wird von dem dozierenden Vortrag und der sich gewöhnlich anschließenden Fragestellung Abstand ge nommen Das Lehrerfollegium geht neue Wege: Man läßt die Schüler arbeiten, der Lehrer gibt nur die Anregungen, wirft hier ein Wort, einen Saz, einen Gedanken hinein, mürfelt auch einmal die Meinungen und Ansichten der Schüler absichtlich durcheinander und läßt sie den so entstandenen gordischen Knoten nach eigenem Bermögen lösen. Eine Gewerbegerichtsverhandlung wird infzeniert. Ein entlassenes Betriebsratsmitglied flagt gegen seinen Chef wegen ungerechtfertigter Entlassung. Den Unter. nehmer spielt der Lehrer für das Arbeitsrecht an der Schule, Genosse Dr. Fränkel. G- nosse Eichler, Sefretär für das Betriebsrätewesen beim Hauptvorstand des DMV., tritt in der Rolle des entlassenen Drehers auf. Die Schüler sind die Beisitzer des Gerichts, rechts fitzen die Arbeitnehmer, lints die Arbeitgeberbeifizer. Der „ Entlassene" trägt ruhig, im Bewußtsein seines Rechts, seine Klage vor, während der Herr Kommerzienrat" bei jedem ihm unbequemen Bort nervös hochfährt und alle Spißfindigkeiten hervorframt, die fich irgendwie anbringen lassen. Nach langem Hin und Her wird dem Kläger der Eid für eine bestrittene Aeußerung zugeschoben und die Beisiger( also die Schüler) haben zu beschließen, ob der Eid zugelassen werden soll. Jekt seht eine ebenso lebhafte wie fruchtbare Disfuffion ein. Eine Partei sucht der anderen die Unhaltbarkeit ihres Standpunkts flarzumachen. Schließlich, nach wiederaufgenommenet Verhandlung, stellt der Lebrer den Schülern die Aufgabe, eine schriftliche Urteils ausfertigung zu schreiben und darin nach den gewonnenen Eindrücken Recht zu sprechen". Mehr als das trockene Durchhecheln der Gefeßesparagraphen lehrt ein solcher Anschauungsunterricht den Schülern die praktische Anwendung des Gesezes. In der Wirtschaftsschule des DMV. wird nicht Formaljuristerei oder trockene Wirtschaftstheorie gelehrt; im lebendigen Zusammenarbeiten zwischen Lehrern und Schülern werden die Lernenden unterwiesen. * Es ist flar, daß die Schule keine Dottoren oder Universitätsprofessoren erziehen will und kann. Aber der Zustand soll nach bester Möglichkeit beseitigt werden, daß unsere Funktionäre den Unternehmersyndizi im Wissen machtlos gegenüberstehen. Bei den gegenwärtigen Verhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern entscheidet nicht mehr der gute Wille den Erfolg, sondern das Wissen. Jetzt ist es so, daß der Herr Syndikus feine Uebersei es auch nur formaler Art zeugung, dafür aber viel Wissen die leberzeugung zuungunsten des Wissens überwiegt. Die zu den Verhandlungen mitbringt, während bei dem Arbeitervertreter neue Wirtschaftsschule will nicht nur das Wissen, sondern, soweit das noch nötig ist, auch die Ueberzeugung verbreitern und festigen. M. J. Führung durch das Kriminalmuseum. Es ist ein Museum verbrecherischer Leidenschaften, dunkler Triebe der menschlichen Seele, ein Arsenal, in dem die Berliner Kriminalpolizei die Werkzeuge zusammentrug, die sie den Berbrechern abnahm. Nur wenigen, die wissenschaftliches Interesse für diesen Stoff haben, ist der Zutritt gestattet, sonst liegen diese Räume im Polizeipräsidium still und verlassen da, und hin und wieder wird eine Führung für die Presse veranstaltet, damit sie in die Tätigkeit der Kriminalpolizei Einblick gewinnt. Alles, was die Polizei dei. Verbrechern im Kampf abnahm, ist hier sorgfältig nach Kategorien geordnet: Einbruchswertzeuge, Waffen, Falfifitate von Geldscheinen und Münzen, gefälschte Karten und Würfel, Rouletts, Instrumente, die eine franke Liebe verwendet, und das Entsehlichste: Photographien der Opfer von Luftmorden, Bilder von zerrissenen Leibern und Gliedmaßen. Das Museum in seinem jeßigen Zustand ist erst ein Anfang, viele Stücke, die sich ehemals dort befanden, sind, wie Oberregierungsrat Dr. Weiß bei der Führung der Berliner Bresse gestern ausführte, in anderen Spezialfammlungen eingegangen. Immerhin gibt die Sammlung einen Ueberblick über die Tätigkeitsgebiete der Berliner Polizei, zeigt die Erfolge ,, die sie im Kampf gegen das Verbrechertum errang. Der Tanz unter den Zedern. An diesem Tage wandert ganz Bescherre zu den Zedern, ebenso die Bevölkerung von Ehden und all den Dörfern, die, wie Weintrauben über den Ufern des Kadischa hängen. Zweioder dreitausend Menschen verleben den Tag im Schatten der alten Bäume; die Messe wird im Freien zelebriert; man frühftüdt im Grünen, tanzt den„ Dabke" und fehrt abends bei Sonnenuntergang heim. Damals gab es feine umfassungsmauer und die Menge zerstreute sich ungehemmt im Wald. Unser Patriarch, der den Sommer im Gebirge verlebt, hielt menn es ihm sein hohes Alter gestattete, persönlich den Gottesdienst ab. In jenem Jahr hatte er seine Pflichten dem ,, Kapitän" übertragen, der mit seiner ganzen Kinderschar erschien. Sufia, die Aeltefte, gebärdete sich seit meiner Verlobung sehr traurig, worüber sich die grausame Damile freute. Ein heißer Tag hatte das Fest begünstigt. Und es gab an den Flanken des Libanon feinen Schnee mehr, auch nicht in den Schluchten.... Kaum, daß eine gewisse Frische unter den Zedern zu spüren war, deren Schatten faft so dunkel ist wie das Haar der Töchter von Bescherre. Ich spreche nicht von dem Blondhaar Namiles. Dieser Schatten war so wohldafür zu danken, die ihre Aeste über unseren Häuptern wie tuend, daß man den Wunsch empfand, den riesigen Bäumen schützend ausstreckten. Sie kennen die Zedern. Sie werden nicht verwundert sein, wenn ich sie mit den Schuhgöttern vergleiche, von denen die lateinischen und griechischen Schrift fteller sprechen und mit denen mich die Lazaristen von Antura bekanntgemacht hatten. Dem Gouverneur des Libanons, der sie durch diese Mauer schirmte, bin ich, obwohl er dem Ritus der Maroniten nicht angehört, für seinen Eifer dankbar. Aber man muß sie gesehen haben, wenn sie von einem Kreis Kinder umringt sind; dann lernt man sie in ihrer väterlichen Majestät fennen. Es war, als lächelten sie aus der Ferne vergangener Jahrhunderte und böten sich willig dem Spiel dieser vielen kleinen Arme dar, welche doch kaum diese gewaltigen Stämme zu umspannen vermochten. Nach der Messe lagerten mir uns, um unsere Speisevorräte zu verzehren, auf den Wiesen am Ausgang des Waldes, mo man die fahlen, violetten Bergwände sieht, die in der Richtung des Passes liegen, der nach Baalbek führt. Unsere Pferde, die in der Nähe angebunden waren, mieherten bismeilen und schlugen mit den Hufen aus. Wir hatten unsere Roffijes abgeworfen, Butros und ich, ebenso wie der Scheit. ( Fortsetzung folgt.) Schulanfang. Bürgersteig geschleudert wurde. Willi Gellert und fein Begleiter murden von dem Wagen erfaßt und unter ihm begraben. Fußgänger befreiten die Verunglückten und brachten sie sofort nach dem Urban frantenhaus, wo Gellert furz nach seiner Einlieferung an den Folgen feiner Verlegungen starb. Werner Ihlenfeld kam mit leichteren Berlegungen davon, so daß er nach Anlegung eines Notverbandes im Urbanfrankenhaus in die elterliche Wohnung gebracht werden konnte. Ein weiterer schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete fich fast um die gleiche Zeit im Südwesten Berlins in der Halleschen Straße. Hier geriet der 7 Jahre alte Schüler Gerhard Weber unter ein Brivatautomobil. Mit schweren Verlegungen wurde er zunächst nach der Rettungsstelle Gitschiner Straße und von dort nach dem Urbantrantenhaus transportiert. Aerzliche Hilfe war auch hier vergebens. Das Kind starb kurz nach der Einlieferung. Die Schuldfrage ist noch nicht geflärt. „ Drum prüfe, wer sich ewig bindet.. Eine Chetragödie. Die Ferien, die diesmal jo recht vom Wetter begünstigt waren, find vorüber und der vielgenannte Ernst des Lebens tritt vor allem für die Kinder in Erscheinung, die sich den Anfangsgründen des Wiffens widmen müssen. Aber auch die reiferen Schüler, die eine Bersehungszenfur nach Hause brachten, stehen vor neuen Aufgaben. Mer Gelegenheit hat, Kinder verschiedenen Alters zu kennen, wird vielleicht auch die Beobachtung gemacht haben, daß bei Beurteilung der Leistungen der Kinder vielfach ein überstrenger Maßstab angelegt wird. Ein genügend" erscheint als die Anerkennung von Leistungen, die nach dem Laienurteil sich als völlig ausreichend darstellen. Bon pädagogischer Seite hört man wohl die Ansicht ver. treten, daß es den Eifer schädigen würde, wenn mit dem Lobe zu verschwenderisch umgegangen würde. Aber wiederum ist es doch auch ein pädagogischer Grundsaß, daß man gute Leistungen und Jichtbares Streben anerkennen muß, um anfeuernd zu wirken. Wer immer nur mit genügend" bedacht wird, gerät leicht in die Ver- Der 29jährige Omnibusschaffner P. lernte die 22jährige Fabrit juchung, die Dinge gehen zu lassen wie sie wollen fein Streben arbeiterin N. fennen und verheiratete sich mit ihr. Er mertte zwar verflüchtigt sich. Wenn bei einer Bersegung eine große Zahl ven bereits vor der Heirat, daß sie an Unfällen litt, maß jedoch diesem Schülern in der Zenfur die Bemerkung findet, daß sie sich in der Umstande teine besondere Bedeutung bei. Auch für ihren früheren höheren Klasse sehr zusammennehmen müßten, um die Berfegung Lebenswandel interessierte er sich nicht. Das Unheil mar aber bald zu rechtfertigen, so fällt eine solche Bemerkung noch in gleicher Beise da, als das junge Ehepaar bei den Eltern des Angeklagten sein geauf Schüler wie Lehrer zurüd. Viele Eltern, die dem fleinen Bemeinsamen Leben begann. Zunächst ging alles gut. amten- und Kaufmannstande angehören, legen sich Opfer auf, um den Kindern eine höhere Bildung zu geben, und sie werden leicht an den Leistungen ihrer Kinder irre, wenn nicht mehr als ein„ genügend" herauskommt. Den Faulpelzen foll wahrhaftig nicht das Wort geredet werden; aber den begabten und fleißigen Schülern möge man nicht aus falschem pädagogischen Prinzip die Anerken nung versagen, die sie verdienen. Die Berliner Notstandsarbeiten. Cuisenstädtischer Kanal und Entwäfferungsarbeiten. Die Strede des Notauslasses am Engelufer von der Adalbertstraße bis zum Kaiser- Franz- Grenadier- Platz ist fertigge stellt. Die Bauarbeiten des Notauslasses am Luisenufer vom Oranienplatz bis Kaiser- Franz- Grenadier- Blah sind zur Hälfte fertiggestellt. Auf der ganzen Strede von Kaiser- Franz- Grenadier. Blaz, Annenstraße, Neue Roßstraße, Roßstraße, Breite Straße bis Schloßplay find die Arbeiten für den großen Sammelfanal nunmehr im vollen Gange. Die Arbeiten für die an der Spree gelegene Ausmündung des von der Köpenicker Brücke bis zur Schillingsbrücke führenden Notauslaffes find soweit fortgeschritten, daß mit der Ausmauerung des Mündungsbauwertes begonnen werden kann. Im übrigen mird der Streckenausbau dieses Notauslaffes in furzer Zeit erlebigt sein. Von dem Notauslaß Kottbusser Tor, Stalizer Straße, Elisabethufer zum Landwehrkanal wird die Strede am Elisabeth ufer bis auf den Bau eines Dückers und der Ausmündung dem nächst vollendet fein. Auf dem übrigen Teil in der Stalizer Straße ift nach Umlegung der Straßenbahngleise und teilweiser Befeltigung des Straßenpflafters mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen morden. Als aber der Ehemann dann Nachtdienst machen mußte, begam Gertrud olf und das Berliner Sinfonie- Orchester. Leitung Dr. Ernst 301L Eintrittspreis 40 Pf. Karten find ua im Boltsbildungsamt, Markusstr. 49, und im Saalbau erhältlich. Ein Oeldampfer explodiert. Dreiunddreißig Personen getötet. " Eine entsegliche Schiffstatastrophe ereignete sich im Hafen von Port Arthur in Tegas. Ein Deldampfer flog fonen getötet und 20 Personen schwer verlegt aus bisher noch nicht geklärten Gründen in die Luft, wobei 33 Perwurden. Das Großtantschiff Golf of Benezuela" mit einem Fassungsraum von 4000 Tonnen, der ungefähr 50 000 Delfäffer aufzunehmen vermochte, anferte seit einigen Tagen im Hafen pon Port irthur. Am Sonntag morgen brach plöglich ein Brand im Vorderschiff aus, der sich mit unheimlicher Geschwindigkeit ausbreitete. Bald stand der ganze Dampfer in hellen Flammen und löste eine Explosion nach der anderen aus. Weißglühende Stahlplatten, die durch die Explosion vom Schiffstörper losgerissen wurden, Balfen, Kisten, die Luft und wurden mehrere hundert Meter weit fortgeschleudert. darunter Körper entfeßlich verstümmelter Menschen wirbelten durch Zu dem Anschlag auf den D- 3ug Berlin- München, der am 6. April zwischen Lochhaufen und Basing verübt wurde, wird mitgeteilt, daß die Reichsbahndireftion München die Belohnung auf Ergreifung des Täters Don 2000 Mt. auf 5000 M. erhöht hat. Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin auch die Frau ihre Nachtspaziergänge". Er arbeitete, fie gab sich dem Weine und der Liebe hm. Just eine Viertelstunde vor seiner Rückkehr ging fie ins Bett. Manchmal tam sie auch zu spät. Bei den leisesten Borwürfen trümmte fie fich in hysterischen Anfällen und schlug um fich. Die stille Wohnung des alten Ehepaares und des arbeitsamen, nüchternen und soliden Mannes wurde zur Hölle. Ale Ermahnungen fruchteten nichts, alle Bersprechungen der Ehefrau waren umsonst. Als es dann eines Tages einen äußerst heftigen Auftritt gab, in dessen Verlauf auch die Frau ihren Mann mit einem Rüchenmesser bedrohte, während er sie mit einem ungeladenen Revolver von sich hielt, mußten zwei Grüne und ein Arzt as will die SAJ.?" zur Beruhigung der Tobenden geholt werden. Jetzt fam sie in eine Nervenheilanstalt. Acht Tage später zog sie zu ihren Eltern zurüd, zeitweilig wohnte fie möbliert und unterhielt nach wie vor Herrenbekanntschaften. Der Mann aber besuchte sie hin und wieder. Sie schrieb auch Briefe an ihn, in denen sie ihn zu sich bestellte. Er zahlte ihr das Koftgeld und machte ihr Geldgeschente, fuchte sie zu ftraße 46. Bortrag: Das Boltslied". beftimmen, wieder mit ihm zusammenzuziehen, trug fich mit dem Ge banken, ein möbliertes Zimmer zu mieten. Bald schien sie damit einverstanden, bald wollte sie nichts davon hören, er fonnte aus ihr nicht flug werden. Kurz vor Weihnachten hatte er ihr 40 Mart gegeben. Am 20. Dezember trafen fie sich, verbrachten in Gesellschaft von Betannten ihre Zeit im Café bis zum Schluß der Polizeistunde. Schon im Botal hatte er ihr Vorwürfe wegen ihres Ehebruches gemacht und ihr bessen Strafbarkeit vorgehalten. Sie meinte, bann werde sie eben abfigen. Er bat fie, ihn in ihr Zimmer mitzunehmen. Sie lehnte es ab. Bor dem Haustor fragte er fie, ob sie nicht wieder zufammenziehen könnten. Sie lehnte das wieder ab. Noch zweimal wiederholte er bie Frage und erhielt die gleiche Antwort. Da holte er den Revolver heraus, den er immer bei sich trug und schoß alle fechs Kugeln ab, glücklicherweise traf teine einzige. Nun stand er wegen diefer Tat vor dem Richter. Rechtsanwalt Dr. Schwindt plädierte auf Freispruch. Das Gericht ertannte megen versuchten Totschlages auf jedhs Monate Gefängnis Blum": Do., b. 15., 8 Uhr, bei Alua. Danziger Str. 71. Bollversammlung. und stellte Bewährungsfrist in Aussicht. Gymnastik- Rurfus heute, Dienstag, 7% Uhr, im Jugendheim Sinbenftr. 3. Rarten für ben Vortrag der Freien Sozialistischen Sodschule" am Gonn abend, 17. April, im Jugendfekretariat zu haben. Breis 50 Bf. Erwerbsloje 20 Bf. Dr. Rennen- Bien spricht über: Der geistige Arbeiter in ber gegen. märtigen Gefellschaft". Gleichfalls Konzertkarten bes Jungen Chor" für Sonnabend, 24. April. Eintritt 1 9 Beginn der Dienstag- zbeitsgemeinschaft in ber Rochftraße: 18 Uhr. Heute, Dienstag, den 13. April, abends 7½ Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2. Einführungsabend mit Borfrag: Warum bin ich in der GAZ.?" Webbing/ Norb: Schule Müllerlir. 48. Cinführungsabend. Rordoft I: Jugendheim Neue Rönigftr. 21. Bortrag: Rorbost II: Jugendheim Danziger Str. 62. Berle proletarischer Dichter. Rosenthaler Borstadt: Schule Elisabethkirchstr. 19. Aus fprache: Unsere Kleidung". Schönhauser Borstadt I: Sdule Jbfenftr. 17. Einführungsabend: Mufi, Sans- Sachs- Sviel ufm. Prenzlaner Varilabt: Sene International". Schule Danziger Str. 23. Aussprache: ,, National felber- Biertel: Saule Eberswalder Str. 10. Bortrag: Das Auswanderermesen". Halensee: Schule Joachim- Friebrich- Str. 35/36. Mitgliederversamm Yung. Rehlenborf: Südschule, Wilhelmstraße. Bortrag: Das proletarische Rind in der bürgerlichen Gefellschaft". Reinidendorf- Dit: Seebad", Residenz Rofenthal: Schule Schillerstraße. Mitgliederversammlung. Ricberschönhausen: Schule Blankenburger Str. 69/70. Aussprache: Unser Wandern". Marienborf: Alte Schule, Dorffte. 7. Vorfrag: Rörpetfultur". Sasenheide: Badeanstalt Bärwaldstr. 64. Bortrag: ,, Bub und Mädel". Die Arbeiten für das Radialsystem IV. der Umbau einer Tonrohrleitung in der Rochstraße und der Bau des Notauslasses Durch die Reinidendorfer Straße, Gottschedstraße und Ererzierstraße, zwischen Wiesenstraße und Uferstraße sind etwa zur Hälfte fertige gestellt. Auch die Arbeiten für die Radialsysteme I und II merden eifrig gefördert. Der Bau des an der Annenstraße, Ede Neanderftraße, beginnenden und im Bumpmert I, Reichenberger Straße, endenden Ranals ist bereits beträchtlich fortgeschritten. Die porerEine mexikanische Studienkommision in Berlin. wähnten Bauarbeiten stehen unter der einheitlichen Leitung der Bestern abend furz nach 11 Uhr trafen auf dem Lehrter zentralen Stadtentwässerung. Es finden hierbei zurzeit Bahnhof, von Hamburg tomumend, bie Mitglieder der nach etwa 750 Arbeiter, bavon etwa 560 Motstandarbeiter, Beschäftigung. Deutschland entsandten merikanischen Studientommission in Berlin Zu diesen tommen für Pflaster, Straßenbahn-, Transportarbeiten ein. Sie wird etwa acht Tage in Berlin bleiben. Auf dem Bahn1. noch weitere 100 Leute. Auch der Ausbau der Entwässerungssteig hatten sich zum Empfang und zur Begrüßung der Gäfte Ver anlagen in den Bezirksämtern mit Hilfe von Notstandarbeitern wird treter des Auswärtigen Amtes, der Stadt, der Industrie- und meiterhin eifrig gefördert. Es handelt sich hierbei einstweilen in der Handelstammer, des Reichsverbandes der deutschen Industrie, sowie Hauptsache um einzelne fleine Bauwerfe, bei denen jegt insge. Bertreter der merikanischen Gesandschaft und Handelsgesellschaft einfamt 450 Arbeiter, davon 360 Notstandsarbeiter, beschäftigt werden. gefunden. Für Dienstag ist eine Besichtigung des im Bau befindlichen Zu diesen tommen für Pflaster, Straßenbahn, Transportarbeiten Großfraftwertes Stralau Rummelsburg vorgesehen. viw. noch etwa 50 Mann. Es steht zu erwarten, daß in der nächsten Ferner ist ein offizieller Empfang durch die Regierung und die Beit nach Beendigung verschiedener Vorbereitungsarbeiten noch mit städtischen Körperschaften beabsichtigt. Im Berlauf des sehr reicheiner Erweiterung des Arbeitsbereiches und einer weiteren Steige haltigen Programmes an Besichtigungen usw., soll auch ein Besuch rung der Zahl der Notstandsarbeiter zu rechnen ist. der Siemens u. Halste A.-G. und der AEG., sowie des Berliner Flughafens auf dem Tempelhofer Feld erfolgen. Am Dienstag, den 20. April, treten die megifanischen Gäfte wahrscheinlich ihre Weiterreife an. Lichtenbergs neuer Bürgermeister. Lichtenberg hat endlich einen Bürgermeister. In der Bezirkspersammlung am 9. April führte der Berliner Bürgermeister Scholz Den endlich bestätigten Genossen Dr. Siggel mit herzlichen Worten in fein Amt als Bezirksbürgermeister ein. Nach den Ausführungen des Berliner Bürgermeisters muß man annehmen, daß Lichtenberg Gelegenheit gegeben werden wird, aus seiner Aschenbrödelrolle herauszukommen. Verkehrs- und Wohnungswesen, soziale Einrich tungen u. a. forbern dringend ganze Arbeit. Hoffen wir, daß Lichtenberg um die Worte des neuen Bürgermeisters zu ge brauchen endlich seinen Platz an der Sonne erhält. Die erste Amtshandlung Dr. Siggels war die mun folgende Bereidigung und Amtseinführung bes zum befolbeten Stadtrat gewählten Genoffen Friz Thurm, den die meisten Berliner Genoffen als langjährigen Leiter des 17. Kreises tenen. Der Vorsteher der Versammlung, Genoffe Gustav Tempel, widmete beiden Genossen anertennende Worte. Gaebel( Komm.) protestierte gegen die immer noch nicht erfolgte Bestätigung des unbesoldeten Stadtrats Romalte und fritisierte scharf die Arbeitsweise des Oberpräsiden ten, die er als eine Provokation und als Hohn gegenüber der Selbstverwaltung bezeichnete. Der Borsteher schloß sich diesem Brotest an, es sei wirklich nicht zu verstehen, warum im Dezember gewählte Stabträte noch nicht bestätigt feien. Es wurde dann die Ausdehnung des Ortsgefeßes betreffend Müllbefeitigung auf die Ortsteile Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf beschlossen, eine Angelegenheit, bie fehr notwendig war, von verschiedenen Siedlern aber scharf befämpft wurde. Nach Bewilligung der Kosten für die ins Waffer gefallene Eisbahn erfolgte die feste Anstellung bes Stadtarztes Dr. Georg Löwenstein, der in der furzen Belt feiner Lätigteit es verstanden hat, sich die größte Achtung zu erwerben. Taubftumme im Gerichtssaal. Ein origineller Taubftummonproges tam vor einigen Tegen im Zivilgericht in Wien zur Berhandlung. Gegenstand der Rage war ein betonflitt. Beibe Barteien waren taubftumm. Desgleichen die Jeugen, auch die Zuhörer" maren louter Laub famme. Der einzige Sprechende war außer dem Gerichsschreiber noch ber Richter. Deshalb fonnte er fich auch mit den Prozeßbe teiligten nicht verständigen. So mußte eine Dolmetscherin die Bermittlerin spielen. Sie war Rind taubftummer Eltern, mor aber von der Natur der Sprache nicht beraubt. Die Berhandlung vollzog fich im allgemeinen lautlos, wenn auch unter starter Teilnahme der um jo berebter geftitulierenden Zuhörerschaft". Der Richter vernahm bie Baugen, so gut er es fonnte und erklärte, daß er die Urteils. bertimbung auf schriftlichem Wege vollziehen würde. Der megitanische Geschäftsträger, Miguel Fernandez de la Regata, hat im Auftrage der Studienkommission an den Reichsminister des Aeußern, Dr. Stresemann, ein Schreiben gerichtet, in dem er der deutschen Reichsregierung die herzliche Begrüßung der Teilnehmer dieser ersten megitanischen Er furfion übermittelt. ,, Romeo und Julia" ohne Anfang. Jest wijen wir, mas der Rundfunt ist: Kunst um der Kunst haben, ist unwesentlich. Wer ahnte zum Beispiel gestern, daß, tro willen. Hauptfache ist, daß sie da ist; daß die Hörer etwas davon Funtstundenprogramm, troz Anzeigen in den Tageszeitungen, die Sendespiele„ Romeo und Julia" nicht um halb neun, sondern schon umat Uhr beginnen lassen würden? Folglich erlebten alle, die um halb neun Uhr fich die Kopfhörer aufftülpten oder ihren Lautsprecher einschalteten, die unangenehme Ueberraschung, daß sie den Anfang des Spiels verfäumt hatten. Die Namen der Sprechen den waren auch nicht mehr feststellbar, denn die im Programm angegebenen ftimmten wohl nicht reftios. Sicher war Grete Jacobsen nicht die Julia. Immerhin besaß auch diese Julia Gestaltungskraft für ihre Rolle. Ueberhaupt war die Belegung im allgemeinen gut, zu loben ist besonders der Vertreter der Romeo- Rolle. Aber ist gerade dieses zarte Liebesdrama zum Nurhörspiel geeignet? Gerade an den Höhepunkten, die eine Bewegung off weit stärker als das Wort erfüllt, mußten die Darsteller verjagen. Wegen eines gefährlichen Kellerbrandes wurde die Feuerwehr nach ber Lindenstraße 35 gerufen. In dem Lagerfeller ber Brennaborwerte, in dem eine größere Anzahl von Fabr. rädern und Zubehörteilen lagerte, war aus bisber noch unbekannter Urfache Feuer ausgebrochen. Nach etwa eineinhalbstündiger Löschtätigteit gelang es, das Feuer niederzulämpfen. Ein weiteres Ghabenfeuer beschäftigte die Webren von Niederichöneweibe und Umgegend in der Nähe des reibabes blershof. Sier war ein großer Schuppen, in dem Stroh untergebracht war, in Brand geraten. Tros des schnellen Eingreifens der Feuerwehr brannte der Schuppen nieber. Fabritbrand in Weißenfee. Ein gefährlicher Fabritbrand be fchäftigte am Sonntag morgen mehrere Stunden lang drei Lösch züge der Berliner Feuerwehr in dem Hause Goethestraße 14 in Weißensee, mo in der Küchenmöbelfabrit von Jaebe im vierten Stockwert Feuer ausgebrochen war. Das Feuer wurde furz nach 4 Uhr morgens bemerkt und die Wehren alarmiert. Bei deren Eintreffen standen die Räume, in denen größere Vorräte non fertigen Küchenmöbeln standen, in hellen Flammen. Unter Leitung des Bans rats Meyer wurde aus drei Rohren Wasser gegeben. Die Mann fchaften hatten unter starter Qualm und Higeentwidiung sehr zu leiden. Die Aufräumungsarbeiten zogen fich bis gegen 10 Uhr vormittags hin. Als Entstehungsurfache wird unvorsichtigkeit vermutet. Schwere töbliche Verkehrsunfälle. Ginem tragischen Unglüdsfall fiel gestern nachmittag gegen 5 Uhr der 14 Jahre alte Schüler Billi Gellert aus der Gneisenaustraße 70 zum Opfer. Gellert und fein Schulfreund Berner 3hlenfeld aus der Gneisenaustraße 62 befanden sich Bollstonzert des Bezirksamts Friedrichshain. Seitere Mufit" bringt auf einem Spaziergang. An der Kreuzung neifenau und ein Drajefterfonzert, bas am Dienstag, den 13. Abril, abends 8 1hr, im Schleiermacherstraße fties plöglich eine Autodraschte mit Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/28, som Boltsbildung sinem Privatauto zufammen, so daß der eine Wagen auf den lamt Friedrichshain veranstaltet wird. Mitwirkende find Frau Charlottenburg: Mittwoch, 14. April, 7 Uhr, in der Aula bes GophieCharlotte- enzeums, Charlottenburg, Scharrenftr. 25. Frühlingsfeier. Mufl vorträge, Regitationen, Reigentänze. Tolitische Revue. Eintritt fret. Werbebezirk Ostbahn: Donnerstag, 15. April. 8 Uhr, im Jugendheim Fried richsfelbe, Berliner Ede Calokitraße. Munttionärversammlung mit dem Vortrag: Bie behalten wir bie neuen Mitalieber?" Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsftelle: Berlin G. 14. Sebaftianftr. 87/38. Sof 2 t Ziergarten. Ramerabfchaft Stephan: Bollvesfammlung amt Di., b. 13., 8 Uhr, bei Hübner. Brenzlauer Berg. Do., d. 15., 8 Uhr. Momatsverfammlung der Ram. Falfe" bei Grohn, Milafir. 5. Ram. Robert Friedrichshain. Do., d. 15., 6% Uhr, Auftriner Blag. Esperantonerband( Gruparo), Berlin, Dienstag, 18. April, 8 St, Ron ditorei Dobrin, Sadefcher Matit: Monatsverfammlung. Die Freunde ber internationalen Kleinarbeit. Donnerstag. 15. April, pünktlich 8 Uhr, im Borwärtsgebäude, Lindenstr. 3( Juristisches Spredhaimmer), Bufammenbunft. Genoffe Dr. Abolf Back wirb über das Thema forechen: Die hiftorifde Entwidlung ber internationalen Aleinarbeit". Jeber, ber für internationale Rufammenarbeit und Bölterverständigung Intereſſe hat erwünscht. ift au biefer Veranstaltung herzlich eingelaben. Recht zone Beteiligung ist Sieterbund des Berwaltungsbezirks 12( Steglik) c. B. Donnerstag, 15. April, 8 Uhr, in Restaurant Rum Sindenburg", Berlin- Lichterfelbe. wendigkeit der deutschen Mieterbewegung gegenüber ben machtvollen über die Not. Sindenburgdamm 115. Deffentliche Berfammlung. Vortra firebungen des Sausbesikes auf Aufhebung der Mieterſchungelege. Sport. Die Franzosen weiter in Front. Die vierte Nacht am Kaiserdamm. Die erste poltstümliche Nacht( ermäßigte Eintrittspreise) bescherte den Beranstaltern am Montag einen stärkeren Befuch als in den ersten Tagen. Bei den Nachmittagswertungen gab nach dem 8. Epurt Bohl wegen Sehnenzerrung das Rennen auf. Sein Partner Martin fährt als Ersagmann weiter. Nach der Bertung ergab sich, daß die Franzosen die Führung mit 240 Buntien innehalten. 2. Koh Miethe 30 Buntie 1 Runde zurüd. 3. Beedman Eaton 145, 4. Gottfried Junge 136, 5. Frederic Lorenz 80 Punkte 2 Runden zurüd. 6. Standaert Hahn 67, 7. Debaets Hürtgen 51 Punkte 3 Runden zurüd. 8. Linari Binda 69, 9. Buŋfie Bauer 64 Punkte 4 Runden zurüd. 10. Longardt.Behrendt 57 Bunfte. Die Zehnuhrnachtwertung. Standaert bas Feld. 2472,830 Kilometer find bisher bedeckt Beim Gongschlag, der die zehnte Abendstunde anzeigt, führt ( Stundenergebnis 31 440 Kilometer). Im ersten Spurt gewinnt Beed m a nn vor Louet, Bauer und Behrendt, während im zweiten überlegen Gottfried vor Linari, Hürtgen und Miethe siegt. 3m dritten ist Eaton der erste Mann. Louet, Bauer und Junge sind Rennen wegen eines Sturzes, der fich nach dem zweiten auf den Plägen. Nach Ausfahren des dritten Spurts wird das Spurt in der Zielfurve ereignete, auf 20 Minuten neutralisiert. Bauer belegt den ersten Platz im vierten Spurt gegen Longardt, Hürtgen und Frederid, während der vorlegte wieder eine sichere Angelegenheit Gottfrieds vor Debaets, Frederick und Hahn bildet. Gleich nachdem entwickelt sich eine wilde Jagd, die aber feineswegs Beränderung bringt. Den darin fallenden letzten Spurt gewinnt och vor Lorenz, Louet und Debaets. Der Stand des Rennens nach der Zehnuhrnachtwertung ist folgender: 1. Sergent- Louet, 248 Buntte. 2. Koch- Miethe, 36 Btt 1 Runde zurüd: 3. Beedmann- Eaton, 155 Bunfte. 4. GottfriedJunge 147 Puntte. 5. Frederic Lorenz 86 Puntte. 2 Runden zu rück: 6. Standdaert- Hahn, 68 Buntte. 7. Debaets- Hürtgen, 59 Punkte. 3 Runden zurüd: 8. Bauer Buniſe, 73 Buntte. 9. Binari- Binda, 72 Buntie. 4 Runden zurüd: 10. Longardt- Behrendt, 61 Buntte. Martin Erfazman. Rennen zu Strausberg am Montag, den 12. April. 1. Rennen. 1. Karl Ferdinand( E. Bebr), 2. Nordlight( W. Duabe), 8. Chilos( Schwarz). Teto: 48: 10. Plas: 13, 11, 17: 10. Ferner liefen: Gaudium, Prinzeß Friedel, Rofenteufel, Mutwillig. Moosrofe. 2. Rennen. 1. Magnolie( Vincenz), 2. Stolberg( D. Schmidt), 3. Dzema( Quguenin). Toto: 29: 10. Blas: 10, 10:10. Ferner lief: Gits. 3. Hennen. 1. Kornblume( E. Eichhorn), 2. Dftfels( St. Ebler), lief: Florfina. 3. Friedchen( Müschen). Zoto: 44: 10. Blag: 17, 18: 10. Ferner 4. Renne it. +3 Lump( Grabsch), † 3. Märchenzauberin( Balle). Toto: 22:10. Blaz: 1. Torquato( Staubinger), 2 Stephanie( M. Jenzicht 12, 19, 8, 7: 10. Ferner liejen: Messina, Segentana. Laotoon. 5. Rennen. 1. Landbrost Dertel), 2. Porta Bestfalica( Boffmann), 3. Madi( A. Edler). Toto: 21:10. Blag: 12, 12, 11:10. Ferner liefen: Felfenrole, Graf gold, Maas, Geliabe. 6. Rennen. 1. Silberim( B. Ludwig), 2. Landolo( Huguenin), 3. Westfale( Baden). Soto: 41: 10. Blat: 14, 20, 17: 10. Ferner liefen: Magier, Böslau, Sturmpacht, Libelle, Lori, Neltar. ( St. Derfchug). Eoto: 63: 10. 7. Rennen. 1. Calberon( Begelt), 2. Fenelon(. Beue), 3. Benus TV Plas: 15, 17, 15: 10. Ferner liefer Seewarte, Botr, Favilla, 2a Mamora, First Fruit, Schirmher Parteinachrichten Clusendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68. gindenftraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirksjekretariat. 2. Sot, 2 Trev. rechts. an richten 4. Rreis Prenzlauer Berg. Die Billetis zur Malfeier sind am Mittwoch, der 14. April, abends zwischen 6 und 7 Uhr, beim Genossen Burg, Prenzlauer Ace 189, abzuholen. Jede Abteilung muß beftimunt einen Bertreter entfenden. 11. Rzeis Schöneberg Friedenau. Beitungskommissionsfigung Dienstag, 13. April, 8 Uhr, in der Spedition Belziger Straße. Heute, Dienstag, den 13. April: 137. Abt. Reinidenbozf.Best. 7% Uhr Junktionärsigung im Bolfshaus, Scharn meberstr. 114. 33. Wht. Die Bezirksfilhrer haben noch heute die Bücher für die Büldjerkreis. abonnenten abzuholen vom Raffierer Paul Ben, Benmestr. 25, Morgen, Mittwoch, den 14. April: Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Tagesordnung: Sozialdemokratie und Bolfsentscheid. Die Notwendigfeil der Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen Partei. 1. 6t. 7 1hr in der Schulaula, Auguftstr. 68. Referentin Dora Fabian. 2. Abt. Zahlabenb 7% Uhr bet Ohngemach, Kommandantenftr. 88. Referent Billy Rogge. 3. Abt. 8 Uhr im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Referent Wilhelm Richter. Neuwahl des ersten Abteilungsleiters. Alle Genossen find verpflichtet, zu erscheinen. 1. bt 7 Uhr im Seichen faal ber 5. Oberrealschule, Ricine Frankfurter Etraße 6. Borttag: Der Altoholismus und feine Folgen". Referent Dr. Georg Löwenstein, 5. t. 7 Uhr im Stofenthaler Sof, Rosenthaler Str. 11/12. Referent Pfarrer Bleter. 8. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 23. Referent Stadtrat Simmer. mann. 7. bt. 75 Uhr in Cornis Feftfälen( früher, Colibrisäle), Gartenfte. 6. Referent Abolf Buschid. Borwärtslefer find herzlichst mitfoptmen, 8. Abt. 8 Uhr im Rationalhof, Bülowstr. 37. Referent Otto Meier, M. d. L. Gäfte herzlichst willkommen, 9. Abt. 7 Uhr in Artushof, Berleberger Str. 29. Referent Rurt Heinig. Sympathifierende und Borwärts"-Lefer herzlichst willkommen. Die Be girlsführer müssen einladen. 10. t. 7 Uhr im Zeichen faal der Schule Alt- Moabit 23. Referent Paul Jubrian 11. bt. 7 Uhr bei Berger, Levegomftr. 21. Referent Bruno Lache. Sympa. thifierende, Borwärts".Leser, Reichsbannertameraden find herzlichst eingeladen. 12. Abt. 7% Uhr bei Schmidt, Wiclefstr. 17. Referent: Bernhard Göring. Gäste herzlichst willkommen. 13. Abt. 7½ Uhr in Artushof, Berleberger Str. 29. Referent Kurt Seinig. 14. Abt. 8 Uhr Bahlabende bei Gottschalot, Buttbuffer Str. 24; Start, Butte buffer Str. 14; Bant, Graunstraße, Ede Lorgingstraße. 15. Abt. 7% Uhr bei Golbbach, Binetaplag 7. Referent Dr. Siegfried Rosen. feld, M. d. L. ,, Borwärts Leser und Gäfte herzlichst willkommen. 16. bt. 7 Uhr bei Religer, Hussitenstr. 34. Referent Regierungsrat Richard ABoldt. 17. Abt. 74 Uhr Bahlabende in den bekannten Lokalen. 18. bt. 7 Uhr in der Schulaula Pantstr. 17. Referent Dr. Mag Brie 19. Abt. 714 Uhr Graus Schule, Gotenburger Straße. Referent Franz Rünstler, M. b. R. e Genoffinnen und Genossen müssen erscheinen. Borwärts" Leser und Eympathiserende herzlichst willkommen. 20. st. 7 2hr Bahlabende in ben bekannten Lotalen. Alle Genossen müſſen vertreten fein. 21, bt. 7 Uhr Sahlabend in den bekannten Lokalen. Die Bezirksführer laben ein. Rarten zur Maifeier und Maizeitung müssen sofort abgeholt werden. 22. 2bt. 71 Uhr Bahlabende bei Schwarz, Fehmarnftr. 1; Radzan, Brüsseler Straße 43; Barnsch, Müllerstr. 26. 23. Abt. 7% Uhr Bablabende bei Lewandowski, Ticke und Taube. 24. bt. 7 Uhr Bahlabende. Gruppe 1a Schmidt, Marienburger Straße; Gruppe 1 Rothner, 3mmanuelfirchstr. 4; Gruppe 2 Winter, Chriftburger Straße, Ede Binsstraße; Gruppe 3 Restaurant Schweizerhäuschen, am Ringbahnhof Weißenfee. 25. Abt. 7 Uhr Sahlabende bei Gott, Raeftnet unb Baronsti. Borträge in allen Botalen. 26. und 28. f. 75 Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 23. Referent Frang Rogle,. b. 9. Borwärts"-Lefer und Sympathisierenbe find herzlichst eingeladen. 27. 961. 74 Uhr 8ablabende bet Mehlberg, Gaubnitz. 6; Bogdanowis, Sonnenburger Str. 1: Lenhfer, Kopenhagener Str. 87. 29, 961. 7 Uhr im Altersheim, Danziger Str. 62. Referent Stadtver. ordneter Albert Sorlik. Gäfte unb Borwärts" Lefer herzlichst willkommen. 30. 161. 7 2hr im Ledigenheim, Pappelallee 15. Referent: Bürgermeister Dr. Oftromstt. 31. bt. 7 Uhr Schulaula Schönfließer Str. 7. Referent Franz von Putttamer. Gäfte herzlichst willfommen. 32. Abt. 7 Uhr Sahlabenb. Gruppe Kluge bei Heinrich, Lange Str. 97/98. Vortrag: Freidenferbewegung. Referent Genosse tüdert Alle anderen Gruppen in ben bekannten Lokalen. 33. Abt. 7 Uhr Zahlabend. Wegner, Stralauer Allee 31; Soffmann, StraLauer Alee 17; Rienis, Simon.Dach- Str. 25. Referate in allen Lokalen. ( Wohnungswesen.) 34. bt. 71 Uhr in ben Commeniusfälen, Memeler Str. 67. Referent Wolfgang Schwarz. 35. bt. 7 Uhr Bablabende: Topper, Rigaer Str. 85; Bombe, Voigtstt. 25; Bortomii, Greinerstr. 32; Schule Gamariterftr. 20. 36. bt. Die Rahlabenbe fallen aus. Dafür Monatsversammlung in der Schul. Aula Straßmannstr. 6. Referent Adolf Hoffmann. Sympathiserende und Borwärts" Lefer hetalichst millkommen. 37. 6. 75 Uhr Sahlabende. 1. Besit! Septe, Ebertnstr. 6; 2. und 3. Bezirk Gerasch Cberinfin. 10; 4., 5., 6. Bezirk Köhler, Matternftr. 14. Die Bezirksführer werden erfucht, schon abends 7 Uhr bei Gerasch, Ebertyftr. 10, sweds Abholung von Material fich einzufinden. 38. Bt. 7 Uhr Bahlabende in den bekannten Lokalen. 39. bt. 7 Uhr im Jugendheim, Lindenstr. 3. 2. Sof, 3 Tr. links. Bortrag: Weltwirtschaftliche und weltpolitische Rusammenhänge. Referent Erwin Barth. Alle Mitglieber milffen erscheinen. 40. t. 7 Uhr im Restaurant Bum Kreuzberg", Mödernstraße, Ede Kreuzbergstraße. Referent Dr. Walter Fabian. Neuwahl des Abteilungsleiters. 41. bt. 7 Uhr Gruppenversammlungen. 1. und 2. Gruppe Schmidt, Teltomer Str. 18. Bortrag: Die Wirtschaftskrise und ihre Ursachen. Refe rent Genoffe Bardeleben. 3. und 4. Gruppe Schuster, Chamissoplaz 4. 5 und 6. Gruppe Suge, Bergmannftr. 93. 7. und 8. Gruppe Mende, Oneifenauftr. 6. 42. Abt. 8 Uhr Sahlabende. Wiersdorff, Urbanstr. 6; Buhr, Blücherstr. 38; Bogeler, Mittenwalder Str. 16; Geehat, Willibald Aleris- Str. 5; Höhle, Bergmannstr. 69. Ohne Grund darf diesmal niemand fehlen. 43. Wbt. 138. Bezitt 8 Uhr bei Menbler, Dieffenbachstr. 54. Referent Ernft Neumann. 44. bt. 7 Uhr in der Schulaula Reichenberger Str. 44/45. Referent Genoffe Gottfurcht. 43. bt. 7 Uhr Sahlabende in den bekannten Lokalen. 45. Abt. 8 Uhr Gruppenversammlungen. Minnich, Laufiher Str. 45; Matschenz, Forster Str. 9; Liebich, Wiener Str. 58: Wiensters, Reichenberger Str. 104. Bortrag: Männer- und Frauenstaat. Referentin Sedwig Schwarz. Bor. bereitungen zum Boltsentscheid. Die ausgefüllten Bezirkslisten sind bei ben Abteilungsleitern abauliefern. 46. bl. 7% Uhr bei Burchardt, Görliger Cir. 52. Referent Stadtrat Dr. Gilberstein. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 47. t. 7 Uhr Werbeabend der Stadtbezirle 82, 83, 97 bei Bolschläger, Abalbertstr. 21. Alle anderen Bezirke besuchen ihren Zahlabend. Referent Dr. Rocder. Borwärts" Leser und Sympathifierende find herzlichst ein. geladen. 48. bt. 7 Uhr in Glefings Festfälen, Baffertorftr. 68, Bortrag: Wege zur Förderung des internationalen Gedankens. Referent Bilhelm Floerle. Charlottenburg. 51. Abt. 7½ Uhr bei Schellbach, Bestend, Königin Elifabeth. Straße 6. Bortrag: Deutschlands Stellung in der Weltwirtschaft. Referent Otto Bista. Gäfte und ,, Borwätis"-2efer herzlichst willkommen. 52. Wht. 8 Uhr bei Büttner, Raiferin- Augusta- Allee 81. Bortrag: Das Gemeinde. bestimmungsrecht. Referent Genosse Hoheisel. 54. Abt. 8 Uhr im Jugendheim, Rofinenstr. 4. Bortrag: Steine statt Brot. Referent August Gebert. Gäfte herzlichst willkommen. 56. Abt. 7 Uhr Gruppen. verfammlungen. 2. Gruppe Justowiat, Solgendorffftr. 20. Vortrag: Das Gemeindebestimmungsrecht, Referent Giegfried Charlinfti. Wahl des 57. Abt. 7% Uhr gemeinsamer Zahlabend. 1. und 2. Gruppe bei Thunad, Wielandstr. 4. Referent Rechtsanwalt Dr. Tichauer. 58. Abt. 714 Uhr im Sigungsfaal, Ranteftr. 4, porn 4 Tr. Bortrag: Bedeutet Gemeindebestimmungsrecht Trodenlegung? Referent Dr. Druder. Neuwahl des Borstandes. Raffierers. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr bei Grucza, Hubertusbader Str. 8. Bezirks- und Straßenführer laden ein. 68. Abt. Salenfee. 8 Uhr bei Sandmann, Bestfälische Str. 42. Referentin Margarete Schenkalowsty. Die Bezirksführer müssen einladen. Gäfte herzTichit willfommen. Wilmersdorf. 69. 61. 8 Uhr bei Andreas, Bfalsburger Str. 55. Referentin Gertrud Hanna, M. b. 2. Alle Mitglieder müffen erscheinen. 70. Abt. 8 Uhr bei roths, Soffteinische Str. 60. Referent Redakteur Stein. Sympathiflerende und Borwärts".Sefer herzlichst willkommen. 71. Abt. 8 Uhr bei Jonas, Durlacher, Ede Bruchfoler Etraße. Referentin: Liesbeth Riedger. Alle Mitalieber müffen erscheinen. 72. Abt. 7% Uhr Zahlabend bei Schäfer, Auguftaftr. 81. Bortrag: Wirtschaftstrife und Sozialismus. Referent Dr. Don Ungern- Sternberg. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr in der Gemeindeschule. Der Borstand und bie Funktionäre tagen bereits um 7% Uhr abends daselbst. Die Bezirks führer laden ein. 74. ht. Bebleuborf. 7% Uhr bei Midley, Botsdamer Str. 25. Referent Stadtrat Hermes. Schöneberg. 77. Abt. 7% Uhr Rahlabende. 1. Bezirk Milde, Nollendorfstr. 16. 2. Bezirk Jirgens, Barbaroffaftr. 5a. 3. Bezirt Seugner, Grunewaldstr. 36. Bortrag: Die Organisation des Böfterbundes. Referent Sarl Litie. 4. Be air Bill, Martin Luther Str. 69. Bortrag: Reichswehr und Partei. Refe rent Dr. Schulginger. 78. 61. 7 1hr Sahlabende. 1. Bezirk Bandite, Wahnstr. 35. Referent Gen. Elenbed. 2. Bezirk Röllmer, Hauptstr. 8. Referent Gen. Stetter. 3. Bezirk Rönia, Feuria, Ede Brinz- Georg- Straße. Referent: Gen, Hagemann. 4. Bezirk Rofenthal, Ebersstr. 66. Referent Gen. Rathmann, 79. Abt. 7% Uhr Sohlabende. 1. Bezirk Arndt, Baugener Str. 10. 2. unb 3. Bezirk Grunow, Geßlerstr. 13. 4.- 6. Begir! Groß, Sedanstr. 17. Referent Genoffe Echwerfenz. 7. Bezirk Sachfendamm bei Bodfaus, Sachfendamm, Ede Reichardtstraße. Bortrag: Wirtschaft und Sozialdemokratie. Referent Genoffe Becker. 8. Bezirk Siebelung Lindenhof, Achtenhagen, Röblingstraße. Alle Mitglieber milsien erscheinen. Sympathi fterende, Vorwärts".Lefer und Gäste sind herzlichst eingeladen. 80. bl. 71 Uhr im Selmholk- Gnmnasium. Rortrag: Elternbeiratswahlen und meltliche Schule, Referent Rektor Kreuziger. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr Sahlabende. 1. bis 3. Beatr Rlabe, Sandfernftraße 60/61. Bortrag: Bartei und Presse. Referent Genoffe Billberg. 4. bis 6. Beairt Baginsti, Taunusstrake, Ede Stubenrauchstraße. Refe rent Genoffe Wendt. Bolitische Aussprache. Elternbeiratswahlen. 82. Abt. Steglik. 7 Uhr Rablabenbe in ben bekannten Sokalen. 83. Abt. Lichterfelbe. 8 Uhr Rablabend bei Brettschneider, Berliner Str. 123b. Referent Arno Scholz. Durch Genossen eingeführte Gäfte herzlichst millZommen. 83. Abt. Sichterfelbe.Beft. 8 1hr Rahlabend im Lotal Reinh. Schmidt, Hinden. burgdamm,& de Roonftraße. Referent Mar Matthes. 84. Abt. Paulwik. 7 Uhr bei Lehmann, Raiser Wilhelm- Str. 29/31. Steferent: Theodor Kogur. 85. 6. Tempelhof. Sahlebenbe 8 Uhr: 8. und 4. Desirt: Brimus. Zur Sinde", Werber- Ede Friedrich- Karl- Straße. Referent Genoffe Rah. 1. Beairt: Wiele, Dorfftr. 1. 7. Bezirk: Sappelt. Gottlieb- Dunkel- Str. 11. 86. 61. Marienborf. 7 Uhr in der Schulaula Röniaftrake Referent: Robert Schmidt, Reidsminifter a. D. Jeder Genoffe fann Gäfte mitbringen. 88. Sbt. Bitenrade, 7% Uhr Schule Roonirake. Mitgliederverfammlung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen ist Pflicht. Reutann. 30. st. 7% Uhr Mitgliederversammlungen in foloenben Lokalen: 13. Bezirk: Rüdiger, Lohmühlenftr. 36. 15. und 26. Bezirk: Jahn, Fuldaftrake 45, 16. und 25. Bezirk: Janide. Janfaftr. 11. 17. und 24. Bezirk: Lehmann, Tell- Ede Weferftrake. 22. 23. nnd 36. Bezirk: Schittler, Weichfelftr. 5. 84. und 43. Bezirk: Kleiner, Münchener Str. 53. 35. Bestrt: Steckfafino, Weidselstr. 8, 91. t. 7 2hr im Restaurant Bergfchlokhöbe( frither Rarlsgarten), Rarisaarienfir. 6/10. Referent: Bitzger moifter Milhelm Reimann. Alle Mitglieder miiffen erfcheinen. Borwärts. Tefer und Göfte heralichft willkommen. 92. bt. 7 Uhr Sahlabenbe: Beatrře 14, 29. 30 bei Gauter, Sarzer Str. 88. Bortrag des Genossen B. Brendel über: arum Alaffenkampf?" Beairte 27, 32. 28, 33 bei Emald, Elbs. Ede Beserstraße. Boriraa. Beairie 81, 44, 45, 55 bei Wolff, Raifer- Friedrich- Str. 173, Ede Rofequeritraße. Bortrag des Genossen Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 13. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: Dr. Biechowski über: Das Befen der Religion". Bezirke 46, 47, 59 bef Dehn, Richardstr. 108. Bortrag. Besirle 72, 73 bei Gohneider, Roseftr. 7. Bortrag. Sn allen Bezirken nach dem Bortrag wichtige Organisations. und Bropagandafragen. Erscheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. 93. Abt. Die Rahlabende fallen aus. Dafilr Mittwoch, 21. April, Werbeveranstaltungen, aun noch Einladungen an die Genossen er. gchen. 94. Abt. 7 Uhr Rahlabende: Bezirke 51. 52 im Lotal Stelling, Gelchomer Str. 11. Beşirle 64, 65, 66, 67, 77, 78 im Lotal Günther, Schillerpromenade 11. Bezirke 68, 76 im Lofal Schröder, Steinmekitz. 52. 95. Abt. 7% Uhr bei Grieger. Leffingftr. 9. Vortrag: Bohnungsnot und Sausainssteuer". Referent: Stadtrat Conrad. Gäfte herzlichst pillLommen. Die Bezirksführer laden ein. 96. Abt. 7% Uhr bei Wolf, Kirchhofstr. 41. Referent: Carl Felgentreu. 97. t. 7½ Uhr Sahlabende: Bezirfe 79, 89, 92 bei Aukti, Leineftr 1. Referent: Baul Benafd. Beairfe 90, 91 bei Selmfe, Barthestr. 48 ,,, Sturmede". Referentin: Luife Rähler. Bezirke 104 bis 106 bei Krüger, Emfer Str. 85/86. Referent: Otto Albrecht. 98. Abt. 7% Uhr bei Teich, Knesebed. Ede Bendastraße. Referent; Viltor Kriger. 99. Abt. Briz- Budow. 8 Uhr im Lokal Lindenpart", Brik. Chauffeeſtr. 19. Referent: Gustav Edhardt. Snmpathifierende und Vorwärtslefer herzlichst willfommen. 101. Abi. Treptam. T½ Uhr Einzelzahlabende. 1. und 2. Bezirk: Bortrag des Genossen Stadtrat Rißner: Die Fürsorge in der Gemeinde" bei Stephan, Gräfte. 1. 3. bis 5. Beairt: Dettinger, Riefholaftr. 83/34. Bortrag: Schule und Elternbeiratswahlen". 102. Abt. Baumschulen meg. 7 Uhr bei Borgmann, Baumschulen. Ede Riefholaftraße. Referentin: Marie Juchaca, M. d. R. 103. Abt. Oberfchönemeide. 7½ Uhr bei Jmberg, Wilhelminenhofstr. 34, Generalversammlung. Jahresbericht. Reuwahl der Funktionäre. Belche Schritte find zu unternehmen, um die Straßenbahngesellschaft zu ver anlaffen, ausreichende Berkehrsverhältniffe für Oberschöneweide herbeizuführen? 101. Abt. Rieberschönemeibe. 7% Uhr Restaurant Schmidt, Berliner Str. 97/98. Referent Bermann Krüger. 105. Abt. Ablershof. 7 Uhr im Feuerwehrdienstgebäude, Selchomper Str. 4. 106. Abt. Johannisthal. 7½ Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Referent Sans Wonwood. Borwärts" Leser und Sympathisierende sind herzlichst eingeladen. 108. bi. Capenid. 8 Uhr int Stadttheater. Referent Bittor Schiff. Bormärts" Refer und Gäste herzlichst miftommen. 109, Abt. Friedrichshagen. 8 Uhr bei Scholz, Friedrichstr. 81. Bersammlung mit Gästen. Bortrag des Genoffen Schmauß. 110. Abt. Grünan. 8 Uhr im Lotal Werner, Copenider Str. 120. Referent Martin Stein. 111. Abt. Bohnsdorf. 8 Uhr Bahlahend bei Seimann, Waltersdorfer Straße. Lichtenberg. 114. Abt. 7 Uhr bei Bieched, Croffener Str. 14. Referent Bilhelm Mietbte. 115. bt. 7 Uhr bei Geipfe, Kronprinzenstr. 47. Referent Bruno Theek. Gäste haben 8utritt. 116. bt. 7% Uhr im Gesangssaal der Mittelschule, Marktstr. 12/18. Referent: Karl Siegle. Gäste willkommen. 117. t. 7% Uhr in der Schule Lückstr. 60. Gemeinfamer Zahlabend. Referent Stadtrat Schlichting. 118. Abt. 7% Uhr Gruppenverfammingen in den bekannten Lotalen. Gruppe Werk bei Sirsch, Bürgerheimstraße. Einladen. 119. b. 716 Uhr bei Ronrad, frither Rurkomsti, Pfarrstr. 74. Referent Dr. Siegfried Rawerau. 120. Abt. Friedrichsfelbe. 7 Uhr bei Tempel, Brinzenallee 30. Vortrag: Die gegenwärtigen Aufgaben der Sozialdemokratie. Referent Baldemar von Butttamer. 121. bt. Rarlsharft. 8 Uhr bei Sausmann, Restaurant 3ur Rennbahn", Trestow- Aller 94. Vortrag: Als deutscher Gewerkschaftler in Amerika. Referent F. 3. Furtwängler vom ADGB. 123. Abt. Saulsberf. 8 Uhr bei Boroth, Marzahner Str. 81. Mitgliederverfammlung. Referent Erich Steuer. 123a. Abt. Raulsdorf- Süb. Der Zahlabend fällt aus und findet am Mittwoch, ben 21. April, ſtatt. 124. Abt. Mabisdorf. 736 Uhr Funktionärsigung bei Breidau. Der Zahlabend fält aus. Am Mittwoch, den 21 April, Mitgliederversammlung. 125. Abt. Weißensee. 7% Uhr in der Borussia- Braueret, Berliner Aller 220. Referent Hermann Lempert. Gäste milfsen eingeführt werden. 128./130. t. Bantaw. 1. Gruppe: Majeromitich. Raiser- Friedrich- Ede BerHiner Straße. Referent Rubig. 2. Gruppe: Meek. Lindenpromenabe Ede Berliner Straße. Referent Mühlmann. 3. Gruppe: Dreier, Riffingenstraße 4. Referent Genosse Schmidt. 4., 5., 7. Gruppe: 7 Uhr im Jugendheim, Breitestr. 32. Referent Helmuth Lehmann. 6. Gruppe: Reumann, Mendelstr. 17. Referent Genoffe Flatau. 8. u. 9. Gruppe: Restaurant Dohnte, Wollantstr. 31. Referent Stadtrat Rosemann. Seinersdorf. 7% Uhr Bahlabend bei Baran, Kaiser- Wilhelm- Straße. 131. Abt. Rieberschönhausen. 75 Uhr im Lokal Bilhelmshof, Raiser- WilhelmStraße 64. Referent Wilhelm Banda. 132. Abt. Blantenburg. 7% Uhr bei Klug, Dorfftr. 2. Vortrag: Aufbau GroßBerlin und Verwaltung. Referent Genoffe Burdhardt. 133. Abt. Buchhola. 8 Uhr bei Roffad, Sauptfte. 71. Referent Eric Fraentel. 134. Abt. Bum. 8 Uhr im Lotal Göpfert, Am Bahnhof. Referent Robert fenbel. Sympathifterende Lönnen eingeführt werden. 135. bt. Rerom.& Uhr Bablabenb bei Slir, Bantgrafenstraße. 135. Abt. Reiuidendorf Dt. Die Mitgliederverversammlung fält aus. Terutin wird erneut belaunt gegeben. Die Karten aur Maifeier find umgebend beim Genoffen Sonnenburg, Wilfeffr. 2, von den Bezirksführern ab zuholen. 137. Abt. Reinickendorf- Weft. 7% Uhr für die Bezirke 1, 2, 3, 5 Sahlabend bei Mattern, Eichbornftr. 94. Referent Stadtrat Willi Kühne. Für die Bezizle 4, 6, 7, 8 im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Referent Eduard Rachert, M. d. 2. Gäste willkommen und laden die Bezirksfilhter hierzu ein. Str. 17 Gde Beithstraße. Gäste find herzlichst ein139. Tegel 8 Uhr bei Otto Gchade, Ber Referent Stabtrat Fabiunte. Verschiedenes. geladen. ordnung: Unfere diesjährige Maifeier. 143. Abt. Waidmannslust. 8 Uhr Rahlabend bei Dreißig, Waidmannstr. 4. Referent Guftan Sädide, Stadtverordneter Eichwalbe. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Lindner, Bahnhofftr. Tagesordnung: Abrechnung vom 1. Quartal, Stellungnahme zur Maifeier. 19 Einheitsverband sos. Sanbel- und Gewerbetreibenber und sonstiger Berufe. Unfere Monatsverfammlung findet am Donnerstag, ben 15. April, abends 8 Uhr, bei Schilling. Rungestr. 30, statt. Bollzähliges und pünktliches Erscheinen dringend erbeten. Der Vorstand. 3.45 Uhr nachm.: Stunde mit Büchern. Arno Holz Lebenswerk. Eine zehnbändige Ausgabe von Arno Holz Schaffen. 4.30 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. 140. Abt. Borsigwalbe. 7 1hr Rahlabend bei Boitschach, Ernfüftr. 1. TagesLeitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 5-6 Uhr nachm.: Hermann- Löns- Feier. 1. Einleitande Worte( Dr. H. Graul). 2. Mümmelmann. 3. Der Grasgarten( Hanna Fueß, Rezitation). 6.35 Uhr abends: Walter Bernhard Sachs: Die deutschen Schlangen, ihr Nutzen und Schaden". 7 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Englisch( R. Herdman Pender). 7.30 Uhr abends: Forschungsreisender Dr. Artur Berger: Frühlingstage in Japan. 8 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Oper. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Spielzeit 1925/26. 35. Veranstaltung. Unter musikalischer Leitung des Komponisten: Sohwarzschwanenreich". In drei Teilen von Siegfried Wagner. Hulda: Ingeborg Holmgreen; Liebhold: Hans Depser: Ursula, Liebholds Schwester: Dorothee Manski; Oswald: Max Spilcker; das Aschenweibchen: Emma Vilmar- Hansen; Gefängniswärter: Bernhard Köhler; Versucher: Josef Heller. Schauplatz Böhmen. Zeit: 17. Jahrhundert. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Dienstag, den 13. April. 3-3.30 Uhr nachm.: C. M Alfieri und Frl. van Eyseren: Spanisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm: Legationsrat Dr. Südhof: Einleitung. Allgemeine Uebersicht über das Deutschtum im Auslande. 4-4.30 Uhr nachm.: Legationarat Dr. Südhof: Das Deutschtum in den abgetretenen Gebieten. Deutsch- Oesterreich. 4.30-5 Uhr aachm.: Dr. Bornstein: Zeitgemäße Ernährungslehre. 5-5.30 Uhr nachm: Frau Hanna Richter: Die ersten Handlungen des Kindes. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 19. Abt. Am 8. April verstarb unser langjähriger bewährter Genoffe Georg Frenbitter, Golbiner Str. 28. Ehre feinem Andenten. Einäfcherung ant Donnerstag, 15. April, nachnittags 3% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße, Rege Beteiligung wird ermartet. 31. Abt. Unfer Genosse Willi Baffermann, Uederminder Str. 4, ist am Donnerstag, 8. April, verstorben. Einäscherung Donnerstag, 15. April, nach mittags 5% Uhr, im Strematorium Gerichtstraße. Bir bitten in rege Be beiligung. 45. bt. Unfer Genoffe Bruno Rolle, Reichenberger Str. 96, ift verftorben. Einäicherung am Mittpoch, 14. April, nachmittags 5% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Wir erwarten rege Beteiligung. 91. Abt. Reukölln. Unser altes Mitglied Genoffe Wilhelm Fischer, Safenbeide 80/87, ift an einer Vergiftuna, die er fich in seinem Beruf angezogen hat, verstorben. Einäfcherung am Mittwoch, 14. April, nachmittags 4 Uhr im Rrematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung ersucht der Barftand. Wellerbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Meist heiter und ohne nennenswerte Regenfälle. Am Tage wärmer. Für Deutschland: Ueberall heiter und troden, nur in Nordostdeutschland stärkere Bemöllung. Wärmer. Sefira CONSTANTIN 4Pf Aus Friedenszeit if diese Cigarette rühmlicht bekannt. Dank der verbilligten feften Packung kann sie in alter Güte geliefert werden. CIGARETTENFABRIK CONSTANTIN HANNOVER ArbeiterSport auch der Kartellverband Groß Berlin für Sport M Nochmals„ Stadtamt für Leibesübungen". und Körperpflege, gez. Debliläder, zu den UnterZu dem folgenden Auffak des Genoffen Dr. Mosbacher zeichnern des Aufrufs gehört, haben wir bei der 3entraltom bemerken wir, daß er fich im wesentlichen mit den Forderungen bedt, die von der EVD.- Stadtverordnetenfraktion bei der Be ratung der Gahungen des Stadtamtes für Leibesübungen" aufSeftellt wurden. Die tommunistischen Sportfreunde" haben diese Erwägungen im Berein mit den Rechtsparteien nicht anerkannt. Die Redaktion. Die am 18. März d. J. von der Berliner Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Satzungen des„ Stadtamtes für die Leibesübungen" enthalten einige Punkte, welche die in dem vergangenen Jahrfünft mühsam errungene organische Einheit des städtischen Gesundheitswesens bedenklich zu bedrohen scheinen und somit einen höchst unerfreulichen Rückschritt bedeuten. Wenn in dem ersten Abschnitt der Satzungen( Arbeitsgebiet) ,, Die Pflege aller die förperliche Ertüchtigung und die allge= meine Boltsgesundheit fördernden Leibesübungen" genannt werden, so dürften bereits bei den Worten ,, allgemeine Volks gesundheit" dem verwaltungstechnisch erfahrenen ärztlichen Fachmann lebhafte Befürchtungen aufsteigen. Zumal wenn er an das bei jedem neuen Amt vorhandene Ausdehnungsbedürfnis denkt, zu dem dieser Wortlaut der Sagungen die gefällige Handhabe bietet. Diese vielleicht zunächst mur theoretisch erscheinenden Bedenten werden jedoch sofort praktisch gesteigert, wenn im folgenden Absatz unter den von dem Stadtamt zu verwaltenden Einrichtungen auch die Bade anstalten" aufgeführt werden, die man erst vor einiger Zeit aus fachlichen Erwägungen heraus dem Jugendamt fortgenommen und finn- und zweckentsprechend der Gesundheitsverwal: tung unterstellt hatte. Noch befrembdlicher ist es, wenn zu den Aufgaben der Zentralverwaltung Einrichtung orthopädischer Turnfurse", im Einvernehmen mit der Deputation für Gesundheitswesen und Unterstügung solcher Kurse von Vereinen gerechnet wird. Der letzte Absatz ist schon an und für sich höchst seltsam. Will man wirflich privaten Vereinen solche Kurse überlassen und sie darin unterstüßen? Soll das von Laien verwaltete Stadtamt tatfächlich orthopädische Kurse an Apparaten ufm., wie sie in den orthopädischen Kliniken üblich find, in eigene Regie übernehmen? Gefrönt aber werden diese Uebergriffe in das Fachbereich der Gefundheitsverwaltung durch§ 2 Abs. 10: Einrichtungen von unente geltlichen sportärztlichen Beratungsstellen in allen Bezirfen." Man fragt sich tatsächlich, wie es möglich gewesen ist, daß der GesundheitsDerwaltung mit ihrem ärztlichen Magistratsmitglied an der Spige diefe Herausreißung wichtiger gesundheitlicher Aufgaben aus ihrem ureigensten Arbeitsgebiet zugemutet werden konnte! Die Dorgesehene Mitwirtung" der Gesundheitsdeputation ist, wie jeder Kenner einer Verwaltung weiß, in feiner Weise ausreichend. Die nichtmedizinisch geschulten Laien, die an der Spize des neuen Stadtamtes stehen werden, bieten in feiner Weise eine Gewähr dafür, daß die ihnen übertragenen gesundheitlichen Aufgaben in der für das Wohl der Bevölkerung erforderlichen Weise ausgeführt werden. Wozu gibt es denn eigentlich städtische Gesundheitsämter mit einem Stab von sozialhygienisch vorgebildeten Aerzten, menn man ihnen nicht gesundheitliche Aufgaben überträgt? Es ist unbedingt zu wünschen, daß sowohl die in der kommunalen Gesundheitsverwaltung tätigen Barlamentarier wie die städtischen leitenden ärztlichen Berwaltungsbeamten energisch auf die Bumeifung der genannten gesundheitlichen Aufgaben an die Gesundheitsverwaltung bringen. Es bleibt dem neuen Stadtamt für Leibesübungen, selbst wenn ihm diese Aufgaben entzogen werden, immer noch mehr als genug zu tun übrig. Dr. Mosbacher, Abteilungdirettor im Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin 3. D. Radrennen des A.R.B.„ Solidarität". Daß Radrennen auch ohne Sensationsmache und ohne die übliche Reklame abgehalten werden können, bemies der ARB. Solidarität" am Sonntag in aller Frühe im Treptower Bart. Der 1. Bezirk des Gaues 9 hatte seine Mannschaften und auch die, die es noch werden wollen, nach der großen Stadionwiese in Treptow eingeladen, wo ein Stundenmannschaftsrennen und ein 20- kilometer- Rennen rings um die Wiese stattfinden sollte. Raum, daß die ersten Sonnenstrahlen über die Baumkronen lugten, fanden sich schon die ersten Wettfahrer am Startplatz ein. Nach und nach füllte sich der Startplatz merklich und viele tamen, die bereits im Vorjahre mittonfurrierten, aber auch eine große Schar von Anfängern. Den Rand an der flachen Böschung umrahmten viele Sportbegeisterte und Schaulustige, die es sich trotz der früh angesetzten Stunde nicht nehmen ließen, den Rennen, die in ehrlichem, wahrem Wetteifer ausgetragen wurden, beizumohnen. Kurz nach 8 Uhr schien es, als wollte der Himmel seine Schleusen öffnen, um die mit größter Mühe und Sorgfalt vorbereitete Beranstaltung zu Wasser zu machen. Aber der Himmel hatte noch Einsehen. mission angefragt. Es wurde uns mitgeteilt, daß die Mitunterzeichnung ebenfalls abgelehnt wurde. Fälschungen der„ Roten Fahne". Erklärungen des Bundesvorstandes und der 3. Zu den Vorgängen auf dem Bundestag des Arbeiterschach bundes teilt uns die Zentralfommission mit: Die Bersicherungsanftalt abgeführt und bleiben die Bereine weiter im Genuß der Unfallentschädigung. Jedoch werden nur solche Ver eine berücksichtigt, die für das erste Vierteljahr 1926 ihren Kartellbeitrag, pro Mitglied über 17 Jahre 10 Bf., gezahlt haben. Die Bezirksfartellvorfizenden müssen für die fofortige Abführung der Beiträge( nach Abzug der 50 Proz. für das Bezirkskartell) an den Genossen Heinrich Metzdorf, Charlottenburg, Schloßstr. 33, Sorge tragen. Für eventuelle Reflamationen Unfallverlegter sind die Bezirksfartelleiter verantwortlich. Der Geschäftsführende Ausschuß. gez. Dehlschläger. Fußballrefultate vom 11. April. Bezirk Rorden: Beltener Ballspielflub mußte fich im Spiel gegen Adler 12 mit 4: 5 gefchlagen bekennen. Der Traum der Abteilungsmeisterschaft ist für Belten zu Ende. Adler 08 hatte gegen den Arbeiter- Sportverein 24 trok bes hohen Resultats feinen leichten Stand. 7: 2 war das Ergebnis. Union- Bankow hatte gegen Alemannia nichts zu beftellen. Mit 9: 1 blicb Alemannia Sieger. Fichte- Gesundbrunnen und Boruffia lieferten fich einen aussenlichenen Rampf. Fichte fonnte mit 2: 1 als glüdlicher Sieger den Blak verlassen. Amateure, die in der Serbftrunde beachtliche Leistungen vollbrachten, laffen in der letzten Reit start nach. Auch gegen Birkenwerder unterlagen fie mit 3: 5. Spandau 25 fertiate die Steinfurther Sertha ficher mit 4: 0 ab. Im Often cab es amei Entscheidungen um die Abteilunasmeisterschaften. Stralau, die bereits vier Fahre lana die Abteilungsmeisterschaft inne bat, gewann aegen den Trentower Ballspielflub ficher mit 5: 0. Die Meisterschaft in der Abteiluna ift Stralau mun nicht mehr zu nehmen. Lichtenberg III gewann gegen seinen Hauptgeoner Lichtenberg I reichlich hoch mit 6: 1. Merkur- Grünau fertigte Fichte- Südost ficher mit 4: 2 ab. Mit dem alcichen Resultat trennten fich Adlershof und Alt- Glienice. Bei Brandenburg 02 fcheint das Resultat von 7: 3 traditionsgemäß au fein. Auch Oberfpree mußte fich dem befferen Spiel Brandenburas mit diesem Resultat beuoen. Astania fchickte die Tasdorfer mit 6: 3 acfchlagen nach Haus. Bezirk Südwesien: Schöneberg und Berolina trennten sich unentschieden 2: 2. Ebenfalls unentschieden 1: 1 verlief has Treffen Brandenbura aegen Arenabera. Rehlendorfer Ballspielfiub hatte Milhe, gegen Fichte 21 mit 4: 3 zu gewinnen. Rüftia- Vorwärts fertigte Bankwik mit 5: 3 ab. Mariendorfer Sportklub zoa geoen Teltow mit 0: 4 den fürzeren. Nertöner Ballspielflub unterlag gegen Fußballring mit 1: 4. Weitere Resultate: Betersdorf 1 gegen Adlereshof 3 2: 1. Ablereshof 2 gegen Mt- Glienice 1: 1 Handballmeisterschaftsspiele des 4. Bezirks Baumschulenweg. Fichte- Nord IT anh Webbing- Turner trugen das erite Spiel aus. Nord fonnte burn einen 13- Meter- Ball in Führung gehen. Ein von beiden Seiten In ihrer gestrigen Montagsausgabe beliebt es die Rote Fahne" so darzustellen, als hätte die Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege" die sozialdemokratischen Mitglieder aufgefordert, aus dem Arbeiterschachbund auszutreten.( Wir haben über die Tagung des Arbeiterschachbundes in Jena im lokalen Teil des„ Vorwärts" berichtet.) Jeder, der die Notiz gelesen hat, wird wissen, daß an den Behauptungen der Roten Fahne" fein wahres Wort ist. Wir haben vielmehr die sozialdemokratischen Mitglieder aufgefordert, dafür zu sorgen, daß das Jena des Arbeiterschachs" wieder gutgemacht werde. Die Rote Fahne" will weiter ihre Leser glauben machen, daß die 3. die Einigkeit nicht ehrlich wolle. Sie fann fich von ihren Partei: gängern aus dem Arbeitersport darüber belehren lassen, daß die 3. alles getan hat, um den Russen die Einreisemöglichkeit nach Deutschland zu erwirken. Wenn die 3. gegen die angeblich angenommene Resolution auf dem Arbeiterschachtongreß in so scharfer Weise Stellung genommen hat, so ist das in voller Absicht geschehen, meil die Rote Fahne" diese Entschließungen in einer Weise für ihre 3wede ausgeschlachtet hat, die an Demagogie nicht übertroffen werden kann. Nun aber stellt sich heraus, daß die Rote Fahne" mit ihrem Bericht vom Arbeiterschach fongreß eine nette Fälschung begangen hat. Eine Resolution in diesem Wortlaut ist mie der Vorsitzende des überhaupt nicht zur AbArbeiterschachbundes erklärt Stimmung gelangt. Es wird festgestellt werden, wie der Tatbestand ist. Bestätigt es sich, daß die Rote Fahne" den Bericht Michte- Bereinsmannschaft( Frauen) necen 13. Männerabteilung. dos die Männer vom Schachtag gefälscht hat, so fällt die ganze Verantwortung für das Vorkommnis auf sie zurück, und unser Borgehen gegen den Arbeiterschachbund würde damit als auf falschen Boraussetzungen beruhend erledigt sein. Mit der Roten Fahne" bzw. ihrem Berichterstatter wäre dann allerdings noch ein sehr ernſtes Wort zu fprechen." Nachstehend geben wir die von dem Borsitzenden des Arbeiter. Schachbundes dem Vorsitzenden des Arbeiter Turn- und Sportbundes, Genossen Gellert, gegenüber abgegebene Erklärung wieder. Ein weiterer Kommentar dazu erübrigt sich. unfaires Spiel morbe aceiat. Ein Spieler von Nord wurde verwarnt und ein Spieler von Weddine herausgestellt. Beiben Mannschaften wäre zu emp fehlen, fich die Kritik während des Gviels abaugewöhnen. Nord konnte das an Propagandawert arme Spiel mit 5: 3( Salbzeit 4: 2) für fich gewinnen. Als nächste traten die Jugendmannshaften von Groß- Berlin- Wedding TA und Fichte- Nord I an. Schon die ersten Spielphafen zeigen. bak bie förperliche Beschaffenheit beider Mannschaften start augunsten der Weddinger neinte. Es Berteidigung zu überwinden, während Wedding bold zum ersten und b's Salbaclinat trok eifrichter Bemühungen die Nordmannschaft nicht, die gegnerische zeit zum dritten Tore kommt. Beider mußte das Gviel wenen des einfekenden Regens 20 Minuten unterbrochen werden. Nach Wiederheginn bringt Wedding mit durchaus zu ritoender Lafchheit das Refirftat auf 5: 0 und fhmälert damit den propagandistischen Wert des Gvieles. Nach einem Fausthallsviel mit 44: 74 Angaben für fich entscheiben konnten, traten die Männermann fchaften Fichte- Norb I und 22 I aur Enticeihung an. Mit Anwurf der 22., der fofort einen Freimurf nach fich zoa, da Rords Gtirem at frith abaclaufen mar, entwidelte fim ein wechfelvolles, in beiden Sälften abmidelndes Gniel. Mit 0: 0 ging es in die Salbzeit. Nach 10 Minuten tonnte Norb durch einen auten Schuk in Führung geben. Ein ieder wartete auf den Ausaleich durch die 22., aber die Stürmer ließen viele Gelegenheiten vorübergehen. 10 Sekunden vor Schluk oelingt es Nord, ins leere Tor einzufenden und das Refultat auf 2: 0 au erhöhen. Vufftellung und Abnfiff eines quten und einwandfreien Spieles. Gesellschaftsspiele murden folgende ausgetragen: Männer: Fichte 3 gegen Fichte 21 2: 1( 2: 0). Fichte 5 gegen Ludenwalde 2: 1( 1: 1). Frauen: Groß- Berlin- Süden gegen Fichte 2 3: 1( 2: 1). Jugenb: Fichte 7 gegen Fichte 14 9: 0( 4: 0). In Nr. 14 der„ Roten Fahne" vom Montag, den 6. April 1926, Berlin- Adlershof gegen Leipzig- Gohlis 3: 0 im Handball. ist ein ausführlicher Bericht zu lesen über die Tagung des Arbeiterschachbundes, die an den Ostertagen in Jena stattfand. unserer Organisation wird dort berichtet über eine angenommene Unter Bezugnahme auf die Stellung des Bundesvorstandes Resolution, die mit dem Sage endet: Es lebe die erste Arbeiterund Bauernmacht, die Sowjetunion!" Weiter wird mitgeteilt, daß ein Brief an die Rämpfer in den Kasematten der Bourgeoisie" zur Abstimmung vorgelegen habe. Heute waren der Borsigende und der Bundesspiel mart des Arbeiterschachbundes in Begleitung eines russischen Genossen in unserem Bundeshaus. Alle drei sprechen ihre größte Entrüstung aus über die wissentliche Fäl schung, die durch obigen Bericht verbreitet worden ist. Aufgabe des Arbeiterschachbundes wird es fein, eine fachlich richtige Darstellung zu liefern. Nach Klärung des ganzen Falles werden wir nochmals berichten. Leipzig, 9. April 1926. Arbeiter Turn- und Sportbund. gez. Gellert. Zentralfommission. Wildung." Anrudern der Oberfpree- Bereine. Einem längst gehegten Wunsche entsprechend fand am legten Sonntag das erstemal das Anrudern bzw. Anpaddeln der Ober. Das Anrudern ist die erste Spree Vereine gemeinsam ſtatt. offizielle Fahrt der Boote im neuen Jahre. Die Mitglieder wetteifern natürlich, das ihnen zugeteilte Boot bis zum festgesetzten Tage im Februar auf den Bootplay, um sich an die Arbeit zu machen. für die Fahrt fertigzustellen. Ganz Unentwegte fommen schon zeitig Die Boote werden gewaschen, geschrubbt, gründlich untersucht und zum Schluß ladiert. Die Neulinge brennen selbstverständlich auf ihre erste Fahrt und so machten sich troß des ungünstigen Wetters Heringsdorf auf die Fahrt, um dort das offizielle Anrudern einem nicht weniger als 116 Ruder- und 25 Baddelboote nach Neualten Ruderbrauch entsprechend durch einen würdigen Kommers Treibt Wassersport! Die Arbeiter- Sportbewegung hat in den legten Jahren immer größere Ausdehnung gewonnen und gerade die Jugend bringt ihr großes Intereffe entgegen. Das ist sehr zu begrüßen, denn der Sport wedt alle schlummernden Kräfte und ist dadurch imstande, den ganzen Menschen neu zu beleben. Besonders ist der Rudersport zu empfehlen. Die Ausübung desselben in reiner Luft bringt neben törperlicher Leibesübung und wohltuender Stärtung der Lungen auch den Sinn für Naturschönheiten. Durch den im vorigen Jahre fertiggestellten Bootshauserweiterungsbau und Anschaffung neuer Boote ist der Ruderverein Collegia" e. V. in der Lage, noch Mitglieder aufzunehmen. Anmeldungen werden entgegengenommen jeden Freitag 844 Uhr im Restaurant Thunad, Charlottenburg, Wielandstr. 4. zu begehen. Dann nahm an einem langen Tisch das Renngericht seine Bläge ein. Die Starter und sonstigen armbebindeten Helfer begaben sich an ihre Pläze. Sieben Paare starteten im Mannschaftsrennen und umkreisten die 900 Meter lange Bahn in einem Höllentempo. Alle 15 Minuten erfolgte eine Wertung, in der der Erste 5, der Zweite 3, der Dritte 2 und der Vierte 1 Punkt erhielten. Oft war das Feld weit ausein andergeriffen, einige Ueberrundungen gelangen und eine Mannschaft mit einer und eine weitere Mannschaft mit zwei Verlustrunden ins Hintertreffen tamen. Sieger in dem heißen Wettfampf wurde Höft Steinide( 1. Abt.) mit 23 Buntten. Zurüdgelegt wurden 33,3 Alm., mas als gute Zeit anzusprechen ist, zumal die ebenen Kurven vorsichtig genommen werden mußten. Dann rüsteten fich 19 Radrenner zum 20- Kilometer- Rennen. 12 Schlauchreifenfahrer ließen ihren Sportgenossen mit Drahtreifen eine halbe und denen mit Wulstreifen eine ganze Runde Vorsprung. Auch dieses Rennen zeigte einige Mannschaften in guter Form. Es gab fleine Stürze, die aber alle glimpflich abliefen. Sieger murde Mummert( 2. Abt.) in der Zeit von 36,48% Minuten mit mehreren Radlängen vor A. Schmidt, dem vorjährigen Sieger, der 36,52% Minuten fuhr. Die Beranstaltung fann der ARB. ,, Solidarität als einen vollen Erfolg für sich buchen. Es ist nur zu wünschen, daß weitere Rennen dieser Art in Bälde zum Austrag fommen. Resultate: Stunden- Mannschaftsfahren. Bahnlänge 900 Meter. 1. SöftSteinride, 1. Abt., 23 Punkte, 33,3 Rilometer. 2. Lehmann- Meste. 1. Abt., Rielste, 10. Abt., und Mogel, 5. Abt.. 3 Bunkte. 5. Sarbach- Bienede, 8. Abt., Stunde zurüd, 32,4 Rilometer. 6. Behrens- Arliger, 8. Abt., 2 Runden aurlid, 31,5 Rilometer. Wertungen( nach obiger Nummernangabe): 1. Wertung: 1 por 2, 3 und 4. 2. Wertung: 2 vor 1, 3 und 4. 3. Bertung: 1 Dor 3, 2 und 4. 4. Wertung: 1 vor 2, 3 und 5. 20- Kilometer- Rennen. Schlauch reifen: 1. Mummert, 2. Abt., 36,48%. 2. A. Schmidt, 2. Abt., 36,52%. Muffizeifen: 1. Thiel, 9. Abt., 39,34%. 16 Buntte. 3. Jhme- Meste, 1. Abt., 11 Bunkie. 4. Romb. Mannschaft Eine Rote Gesundheitswoche!" Eine Anzahl tommunistischer Organisationen, wie der Rote Frontfämpferbund, die KPD. Berlin- Brandenburg, der Inter nationale Bund der Opfer des Krieges und die Internationale Arbeiterhilfe haben den Ortsausschuß des ADGB., die SPD., Be zirtsverband Berlin, das Reichsbanner, unsere Arbeiterjugend und den Reichsbund der Kriegsbeschädigten zur Teilnahme an einer Demonstration für eine Rote Gesundheitsmo che eingeladen. Die eingeladenen Organisationen haben es abgelehnt, ihre Mitglieder zur Beteiligung an tommunistischen Demonstrationen auzuforder. Es geht unter feinen Umständen, daß sich die Kom munisten hinsegen, eine„ Aktion" beschließen und dann andere Berbände verpflichten wollen, die Sache mitzumachen. Soweit sind mir noch nicht, daß mir tanzen, menn die Kommunisten pfeifen, Da Das nennt sich Sport! Schiebungen und Schwindeleien übelster Art, die ihre Ursache im Meisterschaftsfimmel und in der Kanonenzüchterei haben, sind im bürgerlichen füddeutschen Fußballverband zu ver zeichnen gewesen. In die Angelegenheit verwidelt ist der Frank furter Fußballsportverein und der Fußballklub Hanau 93. Der Frankfurter Berein hat schon vor Jahresfrist von sich reden gemacht, als nach der Arbeiter- Olympiade sein Sportrat nach Leipzig fam, um Spieler aus dem Arbeitersport für Frankfurt zu faufen. Derfelbe Berein hat jetzt mit allen Mitteln, ohne vor der bedenklichsten Korruption zurüdzuschrecken, den Versuch gemacht, einem nichtspiel. berechtigten Mitglied die Spielberechtigung zu rerschaffen. Dieses Verfahren tam vor das Verbandsgericht, wobei sich ein mehr als widerwärtiges Bild bot. Selbst die im Verbandsgericht fizzenden Juristen und Führer des Süddeutschen Fußballverbandes mußten fich feiren anderen Rat, als den beiden Bereinen, die sich gegenseitig mit Schmiergeldern und allen erdenklichen Machenschaften die Spieler abspenstig zu machen suchten, die Genehmigung zur Snanspruchnahme der ordentlichen Gerichte zu erteilen. Hanau hat das umgehend getan, und so erlebte es die deutsche Sportwelt zum erstenmal, daß ein Amtsgericht die Durchführung eines Urteils des Verbandsgerichts des bürgerlichen Fußballsports untersagte. Die letzte Entscheidung soll die Straftammer fällen. So weit hat es die bürgerliche Fußballbewegung gebracht! Unfallversicherung der Arbeitersvortler im Kartellverband. Die Unfallversicherungssumme, die der Kartellverband bisher für seine Mitglieder aus eigenen Mitteln zahlte, ist von der Versicherungsanstalt ab 1. April 1926 um fast 100 Broz. erhöht werden. Trog dieser Erhöhung hat der Geschäftsführende Ausschuß beschlossen, die Bersicherung beizubehalten. Die erforderliche Summe ift mun an Die genannten Mannschaften trafen fich am 1. Ofterfeiertag in Gohlis zu einem Freundschaftsspiel. Mit Anwurf übernimmt Gohlis die Führung und macht mehrere schöne Durchbrüche, welche jedoch durch Rörper jedesmal im Strafraum vereitelt werden. Nun Zommt Adlershof zum Ball, geht bis vor bas Leipziger Tor und wirft dem Torwart in die Hände. Das Spiel ist icht offen. Der Rampf wont hin und her. Gohlis läuft mehrmals abseits. Bei einer Plänfelei vor dem Leipziger Tor erhält Ablershof einen 13- meterWurf, der jedoch nicht verwandelt wird. Bald darauf schießt Gohlis. doch prallt der Ball hart unter der Latte zurüd. Schlieklich gelingt es bem Mittelftürmer Adlershofs, in der 25. Minute zum 1. Tore einzusenden. So acht es in die Baufe. Ablershof foielt nach dem Bechfel ausschließlich innen, drit fichtbar und kann durch Salblinks und Mitte noch ameimal einfenden. nicht recht auf bem Boften, während der sonst aute Sturm durch zu hohe Rechtsaußen greift nicht genügend ein. Die Sintermannschaft bei Gohlis ift Würfe viel gute Zorgelegenheiten vereitelt. Beide Torwarte geben ihr bestes. Gegen Schluß verfrcht Gohlis noch aufaubolen und tommit oft vor das Adlershofer Tor. Der Ball landet iedom meift im Aus oder mird vont Farmart mit großer Sicherheit gemeistert. Seine Leistungen finden bei den Zuschauern allfeitige Anerkennung. Berliner Schwimmverein Freiheit 1907" E. B. Freitag, 16. April, 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Seibel, Schönhaufer Allee 156. Sonnabend, 17. April, 8 Uhr, internes Schwimmfeft. Stadtbad Brenzlauer Berg, Oderberger Str. 56. Sonnabend, 24. April, 8 Uhr, 19. Stiftungsfest in den Brachtfälen am Märchenbrunnen( früher Echweizergarten), Am Königstor. Sportverein Moabit". Allen Mitgliedern zur Kenntnis, daß Freitag, 23. April, 7% Uer, im Artus Sof unfere Mitaliederversammlung ftattfindet. Donnerstan. 15. April, 7 Uhr, Borstandsfkuna bei Schubert. Unfere Bibliother wird am 15. April wieder eröffnet und können Bücher an allen Tagen bei Schubert, Rostocker Str. 20, entlichen werden. Ab 14. April steht uns der Sportplak Tiergarten wieber zur Verfügung. Wir erwarten, daß unfere Mitalieder fehr zahlreich dort erfcheinen. Uebungstage find: Montag ab 6 Uhr und Mittwoch ab 5 Uhr. Arbeiter- Sport- und Rulturfartell Weikenfee, 18. Beairt. Alle dem Kartell angeschlossenen Bereine haben am Donnerstag. 15. April, 7% Uhr, ihre Techniker zu einer Sikung Arbeiter. Turn- und Spielwoche zu Gallas, Lehderftr. 122, au fchiden. Vollaähliges Erscheinen wird erwartet. Tennisabteilung bes Arbeiter- Sport. und Turnvereins Weißenfee. Donnerstag, 15. April, 7 Uhr, im Lokal von Jädel, Berliner Allee 227, Abteilungsfikung. Freunde des Tennissportes find herzlich willkommen und hiermit eingeladen. Freie Kann- Bereinigung Schweiffterne"( Mital. des A.-.- u. Sp.-B.). Bootshaus Fraternitas". Röpenid, Marienstraße. Nächste Mitgliederver fammlung Dienstag. 13. April, 8 Uhr, Jdeal- Rlaufe, Neukölln, Mareschfte. 14. Ruberverein Borwärts" Berlin e. B., Berlin. Donnerstag, 15. April, 8 Uhr, Mitgliederversammlung im Bootshause. Sonntag, 18. März, 4 Uhr, Bootstaufe auf dem Bootsplak Oberschöneweide. Freie Turnerschaft Neukölln- Brik. Donnerstag, 15. April, 8 Uhr, er. öffnen wir eine Abteilung für ältere Turnerinnen( Alter über 24 Jahre). Frauen und Mädchen, die bisher nicht turnten, find uns zu dieſem ersten Abend als Gäste herzlich willkommen. Außerdem turnen von jetzt ab: die 1. Jugendabteilung Donnerstags von 8-10 Uhr in der Turnhalle Weiseftraße: bie 3. Jungmädchenabteilung Donnerstags von 8-10 Uhr in der Turnhalle des Kaiser- Friedrich- Realgymnasiums, Raifer- Friedrich- Straße. Touristenverein Die Raturßrunde"( Rentrale Wien). A Norben: Dienstag, 13. April, im Seim Sonnenburger Str. 20( Schule). Abteilungsangelegenheiten und Mufitabend. Instrumente mitbringen. Att. Lichten berg: Donnerstag, 15. April, in der Barkaue 10. Bortrag: Gemeinschaft?" Referent: R. Lude. Abt. Webbing: Dienstag, 13. April, 18 Uhr. im Seint Lütticher Str. 48. Bortrag des Genoffen Schwarzenholz mit Lichtbildern über: ,, Mit Räscher und Lupe durch Tümpel und füken". Gäste milkommen. Abt. Friedenau: Dienstag. 13. April, im Seim Offenbacher Str. 5a. Dis fuffionsabend: Soziales Wandern". Pabbelriege des T.- u. Sp. V.„ Eiche", Röpenid. Unser diesjähriges Anpaddeln findet am 18. April nach dem Birkenschlag ftatt. Start 8 Uhr. Musikinstrumente mitbringen. Sonnabend, 17. April. 8 Uhr, Monatsfikung bei C. Bewart, Rubower Str. 28. Dafelbft Aufnahme neuer Mitglieder. Sämtliche Aufchriften an die Geschäftsstelle unserer Riege: Serm. Miethling, Röpenid, Grünauer Str. 12. Berliner Arbeiter Schachflub. Abt. Dihafen: Spielabend jeden Donners tag von 8 Uhr ab bei Reller, Boffeftraße. Gößte willlommen. Nichtspieler gratis Unterricht. dion). Nächste Mitgliederversammlung Freitag, 16. April, in der IdealFreie Ranufahrez Berlin e. B. Bootshaus: Rövenid, Marienstraße( StaKlause", Nenkölln, Marefchstr. 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Dienstag, 13. April. 8 Uhr, bet Wolter. Rungestr. 17. Technischer Ausschuß ber Ruberer und Ranufahrer im 1. Sreis. Sikung Arbeiter- Sport- und Kulturfartell 13. Bezizt. Die nächste außerordentliche Kartelligung findet am Mittwod). 14. April, 8 Uhr, auf dem Fichte- Turnplak Mariendorf ftatt. Tagesordnung: Die Reichsgefundheitswoche. Das Gemeinde beſtimmungsrecht. Der 1. Mai 1926. Beatrts- Kartell- Sportfeft. Anträge und Berichte, FT. Schönhola. Soden- Abt.: Am Mittwoch, 14. April, fpielt bie 2. Mann fchaft gegen fichte 1. 2. Mannschaft, 6-7 Uhr, in Reinidendorf. Baller turm. Treffpunkt: 25 Uhr im Bereinslotal Großmacht" wird vom 20. bis 22. April in dem Lichtbildtheater Stromstr. 40 2. Besirf( Tiergarten) Arbeitersportfartell. Der Olympiafilm Die neue burch das Kartell als Berbeneranstaltung für den Arbeiterfnort cufecführt. Jugendliche haben aleid falls Zutritt. Rarten im Borverkauf au ermäsiaten Breifen sind bei den Mitaliedern der Vereine zu erhalten. An der Rafie erhöhte Breife. Anschriften für das Rartell find zu richten an G. Didow, N 87, Waldstr. 35. Bereinigung Nord- Oft" veranstaltet mit Genehmigung der Technischen Rom Ausschreibung zum Jiu- Jitsu- Turnier im Bantamgewicht. Die Sporttide miffion am Sonnabend. 17. April. 7 Uhr, in der Turnhalle Chriſtburger Str. ein Jiu- Jitfu- Turnier im Bantamgewicht( bis 115 Bfb. Rörpergewicht), offen gehend au richten an unfere Geschäftsstelle: Restaurant Boiter, NO 55, Christfür fämtliche Bereine des Arbeiter Athleten Bundes. Meldungen find um burger Str. 42. Die Rämpfe werden auf zwei Rampfmatten ausaetragen. Es scheidet aus, wer erlitten hat: 2 Niederlagen ober 1 Riederlage und 2 Unentschieben oder 3 Unentschieden. Kampfdauer 2 Runden zu 5 Minuten. SB. Sparta( Leichtathletik, Sandball, Hoden) übt jeden Mittwoch ab 6 Uhr abends im Stadion Friedrichshain". Alle Freunde des Arbeitersports find beralih miltommen. Arbeiter- Sport- und Kulturfarbell Reinidendorf. Mittwoch, 14. April, 7 Uhr, findet im Raftanienwäldchen, Refidenzstraße Ede Bantower Allee, eine wichtige Gitung fratt, au ber jeber Berein unbedingt erscheinex mus. Tages schung: Reidsgefundheitswoche fr. 171 43. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mehr Wohnungen für die Armen! Nachteile der bisherigen Wohnungspolitik.- Was muß geschehen? Herr Mar Bahr, der als demokratischer Reichstagsabgeord, der alten geschlossenen Baumeise abfommt, wie sie in neter seinerzeit jahrlang an den Beratungen des Wohnungsaus schusses mitgewirkt hat, sendet uns die nachstehenden, von sozialem Geifte getragenen Ausführungen: Die grauenhaften Schilderungen des Wohnungselends im Waldenburger Bezirk veranlassen mich, allen Barteien des Reichstags auch den Sozialdemokraten eine wesentliche Wenderung der bisherigen Wohnungspolitit dringend ans Herz zu legen. Man ist bisher von einer Wohnfläche von 70 Quadratmeter ausgegangen und von einer Bevor zugung der Einfamilienhäuser, welche dazu geführt hat, daß wahrscheinlich nur ein sehr fleiner Teil der neuerbauten Wohnungen mit darunter liegender Wohnfläche geschaffen ist. Nun wird ja zweifellos das Einfamilienhaus mit Garten als das ideale Bohnhaus anerkannt und derjenige beneidet werden, der sich ein solches zu schaffen vermag. Daß aber Deutschland in der Tiefe jcines Elends eine Wohnungspolitik treibt, deren Ergebnis darauf hinauskommt, daß von 1919 bis 1925 rund 860 000 Wohnungen geschaffen wurden unter Aufwendung von Mitteln, mit denen fich mindestens 300 000 bis 350 000 Wohnungen mehr hätten schaffen lassen, menn man auch den Bau von zwei- und dreiräumigen Wohnungen nachdrücklich gefördert hätte das wird man doch wohl als einen schweren Grundfehler bezeichnen müssen. Ich habe von Be ginn an von 1920 bis 1923 immer wieder im Wohnungs: ausschuß dies gefordert, unterlag aber stets gegenüber der Begeisterung für das ideale Einfamilienhaus. Hätten wir in den 6 Jahren, 1920 bis 1925, 300 000 ohnungen mehr geschaffen, dann wären die grauenhaften Zustände, wie sie aus Waldenburg geschildert werden, wohl beseitigt, und wir fönnten in 5 bis 6 Jahren die fehlenden Wohnungen geschaffen haben. Bisher haben wir ja noch nicht einmal den Zuwachs an Wohnungsbedarf seif Kriegsende gedeckt. Die Rückwanderer, welche bis 1920 schon 813 325 Köpfe zählten, und inzwischen die Million erheblich überschritten haben, brauchten 250 000 Wohnungen; die Eheschließungen 1914 bis 1924 brachten 5854 000 Wohnungssuchende. 12 724 360 Gestorbene machten etwa 3 200 000 Wohnungen frei. Beranschlagen wir die Wohnungsbauten 1914 bis. 1918 auf 300 000, den Gewinn aus Wohnungsteilungen auf weitere 300 000 und rechnen wir von den rund 6 100 000 Wohnungsfordernden 300 000 für Ehescheidungen ab, dann stehen den 5 800 000 benötigten Wohnungen gegenüber 4510 000 verfügbare Wohnungen. Es fehlten dann rund 1 300 000 Wohnungen. 1925 werden die Bauten etwa den Bedarfs. zumachs gededt haben! Nun mag man noch 300 000 Wohnungen vom Fehlbetrag abobwohl ich nicht zu sehen vermag, wo sie hergekommen ftreichen ein sollen dann fehlen immer noch 1 million Wohnungen. Bauen wir über den Zuwachsbedarf von 150 000 im Jahr 100 000 mehr, jährlich 250 000 Wohnungen, dann brauchen wir 10 Jahre, ehe mir aus dem Wohnungselend herauskommen! Bei der grauenhaften Not, die Millionen unseres Bolles germürbt und vernichtet, wird es doch wohl Zeit, daß wir uns auf das be finnen, was für unsere Kräfte erreichbar ist und nicht noch weiter bei der Verfolgung vorläufig unerreichbarer Ideale gerade die Aermsten unseres Bolles dem Elend überlassen. Nach einer im Reich, Mai 1918, fgenommenen, für Preußen 1921 veröffentlichten Statistik wurden in 2069 Gemeinden 5 802 838 Wohnungen gezählt Küche wird als ein Raum gerechnet. Danach hatten einen Raum 312 238 gleich 5,5 Broz, zwei Räume 1033 640 gleich 19,4 Proz, drei Räume 1717 889 gleich 29,6 Proz., vier Räume 1068 688 gleich 18 Proz., fünf Räume 703 249 gleidh 12,5 Proz., sechs und mehr Räume 847 142 gleich 15 Proz. der Wohnungen! Beranschlagen wir den Raum im Durchschnitt auf 16 Quadratmeter, was insbesondere für fleine Wohnungen sicher nicht zu niedrig ist, dann wohnten von der Bevölkerung rund 25 Broz. auf 18 bis 32 Quadratmeter, 30 Broz. auf 48 Quadratmeter, 18 Proz. auf 64 Quadratmeter, 12% Proz. auf 80 bis 85 Quadratmeter, nur 15 Broz.( Wohlhabende und Reiche) auf größerer Wohnfläche. Man sollte den Bau von Wohnungen unterstügen, die im Hundert brächten 5 Wohnungen von einem Raum, 25 von zwei Räumen, 50 von drei Räumen, 15 von vier Räumen, 5 von fünf Räumen, dann fäme man auf einen Durchschnitt von 46 Quadratmeter Wohn fläche, die sich einschließlich Baustelle- je nach den örtlichen Ber hältniffen mit 135 bis 160 m. je Quadratmeter Wohnfläche heut beschaffen ließen. Gibt man je Quadratmeter 100 m. 5aus3ins= Steuer darlehen und fordert, daß Hauswirt und Mieter den Rest oufbringen, dann brauchte man für 46 Quadratmeter im Durchschnitt 4600 m., tönnte also mit 1 Million Mart 3uschuß rund 220 Wohnungen, mit 1 Milliarde alfo 220 000 Wohnun gen schaffen, während man nach der bisherigen Methode faum 150 000 schaffen tann. Es müßten gerade mehrge. schossige Bauten bevorzugt werden. Bauen Gemeinden und Baugenoffenschaften diese kleinen Wohnungen nicht, so kommen gerade die Aerm sten aus dem Wohnungselend überhaupt nicht heraus. Gegen Ausbeutung und Mißbrauch läßt sich durch die Dahrlehnsbedingungen unschwer Sicherung schaffen. Auch fleine Gärten lassen sich für die Wohnungen im Mietshaus durch Wahl tieferer Baustellen leicht einrichten. Die Hauptsache aber ist und bleibt, daß eine ausreichend große Zahl fleiner Wohnungen für die Aermiten geschaffen und die jungen Leute gezwungen merden zu sparen, um bei der Heirat durch einen natürlich zu sichernden und zu verzinsenden Baukostenbeitrag eine Wohnung zu erlangen. Unter Abrechnung von 10 Broz. Zinsen für 1000 Mt. Beitrag fönnte ein junges Baar dann zwei Räume für 180 bis 200 M. Jahresmiete( in Berlin vielleicht mehr, also 250 bis 300 m.), drei Räume bei 1500 m. Beitrag für etwa 300 m. Jahres. miete haben. Ich habe bisher mehr als 1000 Wohnungen der ge= schilderten Art gebaut und kann diese Dinge einigermaßen beurBerschließen Regierungen, Reichstag, Landtag, Parteien folchen Mahnungen ihr Ohr, dann nehmen sie eine schwere Berantwortung auf sich. Das Wohnungselend ist die furchtbarste Beißel der Armen! teilen. Die Stellung der sozialen Baubetriebe. Bei der großen Wichtigkeit der Frage, die in obigen Dar. legungen von Herrn Bahr aufgeworfen wurde, haben wir den 23 er band sozialer Baubetriebe um eine Stellungnahme zu den Anregungen gebeten. Dieser Verband ist bekanntlich ber Träger einer gemeinwirtschaftlichen, auf das Bertrauen der Ge. wertschaften geftüßten Wohnungsbaupolitit. Genoffe 2. Ellinger Dom genannten Verband schreibt uns hierzu: Angenehm überrascht bin ich von dem Artikel des Herrn May Bahrinsofern, als er fich nicht für das alte städtische Bohnungsbausystem einfegt. Der Meinung, daß nur Ein familienhäuser gebaut werden sollen, bin ich selbst durchaus pigt, Borauf es antommt, ist vielmehr lebiglia, baß man von dem Berlin der Borkriegszeit allgemein üblich war den fünf stödigen Mietstasernen mit licht- und sonnenlosen Höfen und Seitenflügeln, in denen vielfach auch die Keller bewohnt sind, und daß man sich allgemein dem Flachbau mit Gärten zu wendet, wie er in England und zum Teil auch in Amerika bodenständig ist und wie er sich erfreulicherweise auch in Deutschland immer mehr durchsetzt. Mit der Größe der Wohnungen hat dies nichts zu tun. Auch in ein, zwei- eder dreistöckigen Reihenhäusern mit Garten können zwei oder dreiräumige Wohnungen gebaut werden, die dann von allen Seiten von Licht, Luft und Sonne umspült sind. Ich bedauere sogar mit Mar Bahr lebhaft, daß in den Nachkriegsjahren nicht ein viel größerer Prozentsaß solcher Wohnungen gebaut worden ist, und daß aus Mitteln der Hauszins steuer vielfach wohnungen gebaut worden sind, die man als Siedler wohnun: gen nicht mehr ansprechen kann. Zurückzuführen ist dies auf die in einzelnen deutschen Ländern völlig ungenügende Finanzierung des Wohnungsbaues mit öffentlichen Mitteln. Leute, die vier, sechs- oder achttausend Mark für den Bau einer Wohnung zuzahlen fönnen, find gewohnt, größere Ansprüche an ihre Wohnung zu stellen, als fie in Siedlungshäuschen mit 40 bis 60 Quadratmeter Wohnfläche befriedigt werden können. Da jetzt die Zahl dieser Leute wohl ziemlich erschöpft ist, wird gar nichts anderes übrig bleiben, als den Wohnungsbau in den nächsten Jahren mehr auf die Bedürfnisse der minderbemittelten Volksschichten einzustellen. Dabei möchte ich allerdings vor allzu„ billigen" und allzu fleinen Wohnungen dringend warnen; denn die Zeit, wo auch die Ansprüche der Minderbemittelfen an ihre Wohnungen wieder steigen, ist sicher auch in Deutschland nicht mehr allzu fern. Man fönnte dann leicht erleben, daß gewisse billige", das heißt unzu= reichende und den steigenden Bedürfnissen nicht mehr Rechnung tragende Wohnungen tein Mensch mehr haben will. Schon heute machen sich Anzeichen dafür bemerkbar. Es wäre auch schlimm, wenn es anders wäre. Ehepaaren mit Kindern, insbesondere erwachsenen Kindern, zu kleine Wohnungen zuzumuten, halte ich für eine Sünde an den Eltern und noch mehr an dem heranwachsenden Geschlecht. Ein gewiffes Mindestmaß an Wohnfläche sollte man auch den Aermften der Armen noch zubilligen. Um dieses Mindestmaß zu schaffen, sollte man lieber die glüd. lichen Besitzer der Alt wohnungen solange zu höheren Abgaben heranziehen, bis auch der legte Bolfsgenosse mit einer ausreichenden Wohnung versorgt ist. Mit Rücksicht darauf, daß die glücklichen Befizer von Altwohnungen heute durch die Mieterschußgefeßgebung vor dem freien Wettbewerb der Wohnungslofen auf dem Wohnungsmarkte geschützt sind, und daß sie mindestens das Zweieinhalbfache ihrer heutigen Mieten zahlen Wohnungswirtschaft hergestellt würde, halte ich dies geradezu für eine müßten, wenn die Mieterschutzgesetzgebung aufgehoben und die freie fittliche Pflicht gegenüber den Bolfsgenossen, die infolge der Mieterschutzgesetzgebung feine Wohnung befommen fönnen. Eine Erhöhung der Abgaben würde sich erübrigen, wenn auch der Teil des Ertrages der Hauszinssteuer, der heute für allgemeine Staatsausgaben verwendet wird, dem Wohnungsbau zugeführt werden könnte. Nach Lage der Verhältnisse wäre dies freilich nur möglich, wenn dem Staate zur Dedung feiner allgemeinen Ausgaben andere Einnahmequellen erschlossen oder ein großer Teil der allgemeinen Staatsausgaben abgebaut werden könnte. Auch dem Gedanken einer Wohnungs= zwangsi partasse für Wohnungslose, insbesondere für junge Leute, zur Abdeckung eines Teiles der Baukosten für ihr fünftiges Heim stehe ich teineswegs ablehnend gegenüber. Die Verstadtlichung der Hochbahn. Zusammenlegung aller Berliner Schnellbahnen. Mit den provisorischen Vereinbarungen zwischen der Stadt Berlin und der Hochbahn bzw. der hinter ihr stehenden Deutschen Bant, über die in der gestrigen Generalversammlung die Deffentlich feit unterrichtet worden ist, fommt der lange Kampf zwischen der Stadt und der privaten Gesellschaft ohne Zweifel zum end. gültigen Abschluß. Wenn auch in der gestrigen Generalversammlung der Borsigende, Geheimrat Steinthal, in geschickter Form jede Diskussion dadurch abbog, daß er den mitgeteilten Vorschlag als nicht endgültig bezeichnete und vor allen Dingen die Stellungnahme der Deutschen Bank als noch unsicher hinstellte, so fann daran doch gar kein Zweifel sein, daß die mitgeteilten Vorschläge im wesentlichen von beiden Parteien angenommen werden und daß sich in der nächsten Generalversammlung eine erhebliche Majorität der privaten Aktionäre zur Annahme des neu formulierten städtischen Angebotes entschließen wird. Bei der Wahl zwischen Krieg und Frieden wird man den sicheren Frieden dem ungewissen Ausgang eines Opfer tostenden Krieges vorziehen. Das sicherste Barometer dafür ist die Reaktion der Börse auf die Mitteilung über die Einigung. Die Kurse der Hochbahn gingen gestern auf Bari. Die Deffentlichkeit intereffiert sich weniger für die etwas kompli zierten Einzelheiten der finanziellen Auseinandersezungen zwischen zierten Einzelheiten der finanziellen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt und den privaten Aktionären. Die Kompliziertheit dieser Abmachungen ist die Folge der notwendig gewordenen Rücksicht nahme auf das Prestige der Parteien. Wichtiger sind für die Deffentlichkeit die Folgen des vorstehenden Vertrages. Es wird Aktienkapital von 171 Millionen Mart geben, in der fämtliche binnen kurzem nur noch eine Schnellbahngesellschaft mit einem Berliner Linien vereinigt sind( die Stadt wünscht auch die Wilmers. dorfer Linie einbezogen zu sehen). Die absolute Majorität in dieser Gesellschaft wird in der Hand der Stadt Berlin sein, die damit außerdem die 3 weidrittelmehrheit der Aboag Gesellschaft erhält. Aboag Gesellschaft erhält. Zusammen mit der 100pro zentigen Beherrschung der Straßenbahn durch die Stadt ergibt sich ein vollkommen einheitlicher Besitz aller wichtigen Berkehrsunternehmungen und die Möglichkeit, die verschiedenen Interessen in bezug auf Linienführung, Tarifgestaltung. Umsteigemöglichkeiten, Bermaltungsvereinfachung usw. auf einen Nenner zu bringen. Diese Entwicklung, die sicher von allen Seiten begrüßt werden wird, wäre nicht möglich gewesen ohne die Schaffung Groß- Berlins und die Heberwindung der fommunalen 3ersplitterung mit ihrer hemmenden Eifersüchtelei ber einzelnen Stadtteile. Die baburch entstehende tatsächliche Bereinheitlichung und reft. Jose Busammenfassung des Berliner Verkehrs schafft eine Finanzbafis von ganz ungewöhnlicher Stärke. Im Besitz dieser drei großen Berkehrsunternehmungen, deren Kapitalswert in die Hunderte von Millionen geht, wird die Stadt in der Lage sein, den Ausbau des Schnellbahnneges mit ganz anderer Intenfivität zu Dienstag, 13. April 1926 fördern als das bisher möglich war. Zweifellos werden auch an das städtische Unternehmen ganz andere Ansprüche gestellt werden als an die private Gesellschaft, die stets die Rüdsicht auf ihre Dividende vorschützen könnte. Für Groß- Berlin sind damit die Wege frei gemacht, um die Verkehrsverhältnisse modern und fortschrittlich und dazu in einem beschleunigten Tempo zu entwickeln. Für die gesamte Berliner Wirtschaft, nicht zuletzt für die Berliner Arbeiterschaft ist damit ein lang ersehntes Ziel erreicht und die Grundlage zu neuer Arbeit geschaffen. Die Opfer, die die Stadt dafür bringen muß, find allerdings erheblich. Ihre Höhe ist dadurch erzwungen worden, daß die Deutsche Bank in der Lage war, durch die Ausnutzung der famosen städtischen Aktienbesitzes gänzlich zu beseitigen. Gegenüber dem Schuhaftien mit tausendfachem Stimmrecht den Einfluß des starfen ursprünglichen Angebot der Stadt ist der wesentliche Unterschied der, daß die Stadt Berlin nicht sofort Kommunalobligationen in Höhe von etwa 80 Millionen Mark auszugeben braucht, sondern daß sie dazu erst nach fünf Jahren übergehen muß. Dafür hat sie allerdings in den nächsten fünf Jahren eine Extrazahlung von je 40 m. auf eine Attie von 1000 m. in bar zu leisten. Immerhin ist diese Zahlung eine schwere Last, die nur dadurch zu ertragen sein wird, daß die Stadt Einnahmen ihrer übrigen Verkehrsunternehmungen in die Wagschale werfen kann. In den Kreisen der Stadtverordnetenversammlung ist der Widerstand auf der Rechten gegen die fortschreitende Kommunalisierung" in Berlin noch ziemlich stark. ſammlung an diesen Widerständen die Vereinbarungen scheitern Es ist aber nicht anzunehmen, daß in der Stadtverordnetenverfönnen. Unter den privaten Aktionären wird auf der anderen Seite faum große Neigung bestehen, gegen eine Vereinbarung anzugehen, die den allerhöchsten Segen der Deutschen Bant gefunden hat. Mit der Berstadtlichung der Hochbahn schließt ein Kapitel jahrzehntelanger kommunaler Kämpfe ab. Es wird die Aufgabe der Stadtverwaltung sein, dafür zu sorgen, daß ein Kapitel vorbildlicher fommunaler Wirtschaftsführung eröffnet wird. Auslandsverschuldung und Dawes- Plan. Gegenüber der Forde rung im Geschäftsbericht der Diskontogesellschaft, eine Einschränkung der ausländischen Kredite vorzunehmen, vertrat in der Generalver fammlung ein amerikanischer Aktionär, der auch schon in anderen Versammlungen als Bertreter amerikanischer Intereffen aufgetreten war, die Ansicht, daß Deutschlands Wirtschaft ein Intereffe daran habe, in noch viel größerem Umfange, als es bisher geschehen ist, ausländische Kredite aufzunehmen. Er begründete dres damit, daß das Interesse des Auslandes an dem Wohlergehen Deutschlands in dem Maße wachse, in dem ausländisches Geld in deutschen Unternehmungen angelegt sei, ja man sehe schon jetzt, dah der Wunsch der ausländischen Anleihegeber, eine möglichst große Sicherheit für ihre Anleihen zu haben, zu einer Diskussion über die Frage geführt habe, ob die Last en, die Deutschland im Da wes. Gutachten auferlegt werden, auch wirklich tragbar für Deutschland seien. Diese Diskussion sei nur so zu erklären, daß, je mehr aus Deutschland durch die Dames- Lasten herausgezogen werde, desto schlechter die wirtschaftliche Situation in Deutschland sich geftalte. leber die augenblickliche Geschäftslage führte der Geschäftsinhaber Dr. Salomonsohn folgendes aus: Der Rüdgang der Binsfäße habe eine Belebung des Kontoforrentgeschäftes gebracht; außerdem sei auch dadurch ein vergrößerter Ulmiak im Effettengeschäft festzustellen. Wenn man die deutschen Zinsfäße mit den ausländischen vergleiche, so sei allerdings die Befürchtung nicht zu unterdrücken, daß die geringe Spanne zwifchen deutschen und ausländischen Zinsfäßen leicht dazu führen könne, den Zufluß fremder Gelder nach Deutschland einzudämmen. Das sei, soweit turzfristige Anlage von Geldern in Frage fomme, feineswegs bedauernswert. Die fräftigere Gestaltung des Kapitalmarktes habe zu einer Belebung des Emissionsgeschäftes geführt. Es wäre in der letzten Zeit möglich gewesen, erfolgreich inländische Anleihen unterzubringen. Doch müsse berücksichtigt werden, daß vorläufig feine grundlegende Alenderung unserer Wirtschaft zu bemerken ist, das liege einmal an der politischen Situation, ferner an der Friedenslage in der Welt und außerdem daran, daß die Wirtschaft noch nicht zu ihren gefunden alten Brinzipien zurüdgefehrt ist. Des. halb könne man vielleicht die augenblicklich festzustellende Besserung der Wirtschaftslage nur als eine vorübergehende bezeichnen, und da nach müsse man sich einstellen. Der Reichstredit für die Leinenindustrie, über den wir kürzlich berichtet haben, soll sich auf 9 Millionen Mart belaufen, die auf 15 Monate geliehen werden. Die Flachsröstereien erhalten davon von der Reichskreditgesellschaft an die beteiligten Wirtschaftskreise drei, die Spinnereien sechs Millionen Mark. Der Kredit verfolgt befanntlich den Zweck, der Flachsindustrie die Uebernahme der noch bei lichen. der Landwirtschaft lagernden Rohstoffvorräte zu ermög Bertrag zwifchen der deutschen und der französischen Kaliindustrie. Die Verhandlungen zwischen den Delegationen des Deutschen Kalisynditats und der Société Commerciale des Mines de Potasses in Lugano haben zu einer Berständigung über die Umwandlung des bisherigen geführt. Dem Deutschen Kalisyndikat bleibt Deutschland, der provisorischen Verhältnisses in einen langjährigen Bertrag Société Commerciale Frankreich mit seinen Kolonien und Protektoratsgebieten wie bisher vorbehalten. Die Lieferungen find zwischen den beiden Gruppen nach Maßgabe des wachsenden Auslandsabfages geregelt. In bezug auf die Bereinigten Staaten von Nordamerika tritt vorläufig feine Aenderung ein. Die wissenSchaftliche Tätigkeit und die Verkaufsorganisation wird in allen der Vereinbarung darf eine günstige Entwicklung der Kaliindustrie Ländern nach gemeinsamen Gesichtspunkten verstärkt werden. Bon im Interesse der beiden Länder und der Verbraucher der gesamten Welt erwartet werden. Bosse, der Leiter der deutschen Delegation für die französischen Die deutsch- franzöfifchen Verhandlungen. Ministerialdirektor Handelsvertragsverhandlungen, ist am Montag nach Paris zu tarifzugeständnisse weiterzuführen. rückgefehrt, um die Besprechungen über die beiderseitigen 3011. Bankensturm in Havanna. In Havanna fam es am Sonnfonders die Royal Bank of Canada ausgesetzt war. Es handelte abend zu einem Sturm auf die dortigen Banten, dem besich um eine förmliche Belagerung durch Tausende von fleinen Einlegern, welche sofortige Auszahlung ihrer Guthaben verlangten. Das Amerikanische Schazamt teilte sofort mit, daß 80 Millionen Dollar davon 35 Millionen durch einen Rubanischen Kreuzer nach Kuba unterwegs seien. Schaßsekretär Mellon erklärte, daß teine Ursache für einen Run" bestehe. Die Finanzlage aller Banken auf Kuba sei als gefund zu bezeichnen, und die ganze Unruhe sei durch falsche Gerüchte verursacht worden. Japan bestellt deutsches Junkmaterial. Wie die Agentur JndsBacifique aus Tolio berichtet, hat das Finansministerium beschlossen, in diesem Jahr auf Sachlieferungskonto bei Deutschland Materialien für den Bau von Radiostationen im Betrage von 3 Millionen Den zu bestellen. Riefengewinne bei Ford. Die weltbekannte amerikanische Automobilfabrik Ford hat im Jahre 1925 einen Gewinn von 94 Mill. Dollar erzielt. Man rechnet auf eine Dividende von 547 Dollar auf die Attie. Das Gesamtgeschäft des vergangenen Jahres hat die Summe von 900 Mill Dellar überschritten, Die Verbrechen des Staatsanwalts Asmus. trums nachzuweisen. Er begründet den Einspruch des Zentrums die minderbemittelten Schichten find gar nicht mehr in der Lage, thre gegen die Errichtung der fimultanen Akademie in Frankfurt a. M. befähigten Kinder bei einem Schulgeldsake von 200 m. die höheren und glaubt nicht, daß die Errichtung weltlicher Schulen verfassungs- Schulen besuchen zu lassen. mäßig sei. Die Hauptanklagepunkte. Chemnih, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Gericht beschäftigte sich mit folgendem Fall: Ein Gastwirt hatte seinem Schwiegersohn, der sich im Betriebe die Hand zerquetscht hatte und darum feine Miete in Höhe von 2,10 m. nicht zahlen konnte, einfach das elettrische Licht abgesperrt. Darauf begaben sich nier Gemeindemitglieder, darunter Angehörige des Gemeinderats und Kontrolleure des Lichtausschusses zu dem Wirt, der nach längerer Unterhaltung das Licht wieder anschließen ließ. Weil sich während des Vorganges eine größere Menschenmenge vor dem Hause angesammelt hatte, soll Nötigung vorliegen. Asmus soll mit seinem Einstellungsbeschluß das Recht verletzt haben. Erwiesen 1st. daß die Gemeindemitglieder eine Amtshandlung, ausausführten, zu der sie sich berechtigt glaubten und nur die Ordnung aufrechterhielten. Der Gastwirt wurde in keiner Weise genötigt. Der nächste Fall war selbst nach der Ansicht des Gerichts klein. Ein Kommunist Noak hatte zu einem Beamten gesagt, er schlage jedem die Knochen entzwei, der kommunistische Plakate abreiße. Es erfolgte Anzeige. Genosse Asmus nahm großspuriges Kraftmeiertum an und stellte das Verfahren gegen Noak ein. Darauf kam der Fall Göpfer. Dieser war im Juli 1923 in einen Streit gekommen, der zur Schlägerei ausartete, in dem er den fürzeren zog. Es erfolgte Anzeige und Asmus übernahm den Fall. Er beauftragte die Polizei, Erörterungen zu unternehmen. Die Polizei hat aber trotz großer Anstrengungen nichts fest stellen können. Es blieb daher nichts weiter übrig, als das Berfahren einzustellen. Dagegen erhob Göpfer zwei Beschwerden an den Generalstaatsanwalt, in denen er den Oberstaatsanwalt Asmus in der gröblichsten Weise angriff. Dem Angeklagten wird hier vorgeworfen, er habe die sachlichen Erörterungen nicht so durchgeführt, wie es nötig gewesen sei. Der nächste Fall betrifft wieder Noaf, der von einem Zaun Latten gerissen hat, um damit zu„ drohen". Hier stellte Asmus das Verfahren ein. Dann tam der lezte Fall. In Döbeln hatte eine Versammlung einen Reichswehrspitzel entdeckt und ihn verfolgt. Um nicht geschlagen zu werden, sprang der Spitzel in die Mulde, durchschwamm diese und versteckte sich. Es erfolgte Anzeige. Da aber nicht genügend Beweise vorhanden waren und die Untersuchung der Polizei ergebnislos endete, stellte Asmus das Verfahren ein. Das waren die eigentlichen Anklagepunkte, die von einer Schuld des Angeklagten auch nicht im entferntesten etwas erkennen laffen. Die Verhandlungen wurden dann auf Dienstag vertagt. Für die Zeugenvernehmungen find zwei Tage vorgesehen. Der preußische Kultusetat. Ausschußzberatung im Preußischen Landtag. Im Hauptausschuß des Preußischen Landtags führt Abg. Boeliz( Dp.) Klage, daß die Deutsche Boltspartei con der Mitarbeit im Kultusministerium ausgeschaltet sei und bemüht sich, den Minister zu veranlassen, die wertvollen Kräfte der Opposition" zur Mitarbeit heranzuziehen. Er bedauert die Erhöhung des Schulgeldes und spricht sich gegen die Errichtung weltlicher Schulen aus. Abg. Lauscher( 3.) führt bewegliche Klage über die Personalpolitik des Ministers und fucht an Hand von Zahlen die Zurüdfegung des 3 en Genosse König- Eminemünde wies an der Hand von unwiderlegten Zahlen nach, daß die Sozialdemokratie als die stärkste Partei des Landes bei der Stellenbesetzung im Ministerium, den Regierungen und der Verwaltung stärfer benachteiligt sei, als jede andere Partei. Den Klagen des Abg. Boelig über die Ausschaltung seiner Partei hielt er entgegen, daß die Volkspartei durch die leichtfertig hervorgerufene Regierungsfrise sich selbst ausgeschaltet und deshalb feinen Grund zur Klage habe. Er trat für die weitere Ausbreitung der weltlichen Schule ein. Es sei notwendig, die vom Religionsunterricht befreiten Kinder in Sammelklassen und Schulen zusammenzufassen. Er forderte beschleunigte Erledigung des Zentrumseinspruches gegen die Errichtung der Frankfurter Alfademie. Errichtung der Frankfurter Akademie. Er forderte, damit die ärmeren Schichten nicht noch mehr benachteiligt würden, für begabte Kinder sozial schwacher Eltern eine größere Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes resp. Freischulen. Ferner forderte er die strenge Durchführung der vierjährigen Grundschulpflicht und die Aufhebung der privaten Vorschulen zu dem jetzt festgesetzten Termin im Jahre 1929/30. Minister Dr. Beder machte auf die Tatsache aufmerksam, daß die Quote des Kultusministeriums am Gesamtetat auch in diesem Jahr zurückgegangen sei. Das Defizit des Finanzministeriums folle durch schematische Aufteilung bei den einzelnen Etats behoben werden und auch bei seinem Etat sollen zirka 23 Millionen gestrichen werden. Er bitte sehr energisch, sich das zu überlegen. Unter dem Druck des Finanzministeriums sei der Etat so aufgestellt, daß er sich zu seinem Bedauern habe entschließen müssen, die Erhöhung des Schulgeldes beim Staatsministerium zu beantragen. Es fäme allmählich dahin, daß die kulturellen Aufgaben der Länder zwischen Die Länder erhielten Reich und Kommunen zermalmt würden. nicht genügend Mittel zur Erledigung ihrer kulturellen Aufgaben. Die fimultane pädagogische Akademie in Frankfurt a. M. solle eroffnet werden, sowie die Rechtslage, die für ihn ganz eindeutig zugunsten der Akademie läge, geklärt sei. Für die Junglehrernot habe gunsten der Akademie läge, geflärt sei. Für die Junglehrernot habe er das tiefste Verständnis, nur seien leider seine petuniären Mittel so beschränkt, daß er nicht wisse, wo er die fehlenden Millionen hernehmen solle. Genoffin Dr. Wegscheider wandte sich gegen die Prügelstrafe. Sie kritisiert das gesamte Prüfungswesen, das den Anforderungen der heutigen Zeit nicht entspräche. In der Junglehrerfrage fordert fie eine Einigung zwischen Reich, Staat und Gemeinden. Die Abstimmungen werden ausgesetzt, der Ausschuß vertagte sich auf Mittwoch. Eine unsoziale Maßnahme. Die Schulgelderhöhung an den höheren Schulen. Nach der Auffassung der Sozialdemokratie sollen die Bildungs güter aller Boltsgenoffen gleicherweise offen stehen. Damit verträgt sich aber ein Schulgeld nicht, wie es jetzt vom Preußischen Unterrichtsministerium für die höheren Schulen in Höhe von 200 Mark an Stelle von 120 Mark im Jahre festgesetzt worden ist. Diese Erhöhung bedeutet ein Emporschrauben um 66% Prozent. Und das bei den verschlechterten Erwerbs, Geld- und Lebensver hältnissen.+ Man muß fich fragen, wie der preußische Staat diese ungeheuer liche Steigerung begründen will. Bayern kommt immer noch mit einem Schulgeldjaße von 45 M. aus. Bereits icht läßt sich fagen, daß nach allen uns gewordenen Nachrichten starke Abgänge von den höheren Schulen infolge dieser Erhöhung stattfinden. Namentlich Es kommt hinzu, daß zugleich mit dieser Erhöhung auch die Mittelschulen sich bei den bisherigen Sägen nicht mehr begnügen werden. Es werden also weite Schichten des Volkes wieder der Volksschule ihre Kinder zuführen müssen, die sonst sehr für die höhere Bildung geeignet sind. Die Volksschule wird also trotz aller Kultu forderungen immer wieder zur Armenschule herabgedrückt. Die nachstehenden Zahlen zeigen, wie groß die Zahl der Kinder aus den minderbemittelten Kreisen war, die im Jahre 1925 die höheren Schulen besuchten: Mittlere Beamte 66 234, untere Beamte 12 474, Arbeiter 15 450, freie Berufe ohne akademische Bildung 3719, Militärs( nicht Offiziere) 778, Kleinlandwirte 11 680, selbständige Handwerker 25 560. Also insgesamt 172 771 Eltern aus den mittleren und unteren Schichten, die diese Schulgeldsteigerung auf sich nehmen sollen oder aber gezwungen sind, ihren befähigten Kindern die Wohltat befferer Schulbildung um des schnöden Mammons willen zu versagen. Rechnet man nur die Arbeiter, unteren Beamten, die Militärs und die Privatangestellten der obigen Aufstellung zusammen, so ergibt sich, daß rund 53 000 Familien ausgeschlossen werden. Die Gesamtmehreinnahme, die sich aus der Erhöhung ergeben menn feine Abgänge stattfänden, beläuft sich auf rund würde, 23 Millionen. Die unteren und mittleren Schichten allein würden mehr aufbringen fast 14 Millionen. Und da ſage man noch, daß der Erlaß sozial" sei! Er ist eine Bremse gegen den Besuch der höheren Schulen durch befähigte Kinder der mittleren und unteren Schichten. Dazu kommt, daß die Städte bereits eine unbegrenzte Erhöhung anstreben und schon von 250 M. reden. Bei der Beharrlichkeit, mit der sie ihre Forderungen immer wieder vertreten, fann gar fein 3weifel sein, daß sie diese Forderung auch endlich durchsetzen werden. Man hört nichts davon, daß etwa die Schulgeldstaffe Iung erwogen würde, die das Schulgeld nach dem Vermögensstande der Eltern verschieden bemißt. Berlin macht ja jetzt den entsprechenden Versuch, indem es Einkommen bis 3000 M. für das Schulgeld frei läßt usw. Oh das bereits ausreichend sei, wollen wir heute nicht untersuchen. Weshalb aber kommt das preußische ministerium nicht selbst mit einer Regelung dieser Art, die auch der Verfassungsbestimmung Rechnung trüge, wonach allen Staatsbürgern die Erwerbung weitergehender Bildung bei Mangel der geldlichen Unterlage und bei Vorhandensein der geistigen Fähig feiten nicht versagt bleiben soll? Bayerische Polizeiwillkür. Sie pfeifen auf die Verfassung. Die„ Rote Fahne" meldet, daß am Sonntag eine in Augs burg faum begonnene Sitzung des Landesausschusses der Kommunistischen Partei für Bayern von Kriminalbeamten aufgehoben worden ist. Die Beamten sollen angeblich mit ge. spanntem Revolver in das Lokal eingedrungen sein und die Teilnehmer für verhaftet erklärt haben. Es befanden sich unter ihnen drei Reichstagsabgeordnete und drei Landtagsabgeordnete, die eben so wie die übrigen Teilnehmer der Konferenz bald wieder auf freien Fuß gesetzt worden sind. Z ZUBAN G.ZUBAN Zigaretten- Fabrik MÜNCHEN Der Sportwelt bieten wivals neue Zigarette Zuban- Torwart mit und ohne Goldmundstück per Stück 5 Pfennig. Diese neue 5g- Zigarette ist eine ausgesprochene Sportzigarette Fhre Wohlbekömmlichkeit beruht auf folgenden Umständen Sie ist ausschließlich aus besonders leichter und edlen maze donischen Jabaken hergestellt. Das ist keine bloße Behauptung, sondern eine Tatsache. 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An einem ruhigen, stillen, duftenden Juniabend saß ich mit einem Landsmann, meinem Kommilitonen B., auf einer Bank vor dem wohlbekannten Englischen Garten und wir diskutierten, mie es sich für zwei strebsame Jünger der Wissenschaft ziemte lebhaft über die verwickeltsten psychologischen Probleme. Wir Sprachen oder besser gesagt mir schrien laut in polnischer Sprache, als sich plöglich aus dem Dunkel einer Seitenallee ein drohendes Brummen vernehmen läßt, ein Wortschwall überschwemmt uns: Malefiz! Sakra! Verfligte Kerls!" und mir nichts, dir nichts, dicht hinter uns, hinter der Lehne unserer Bank sehen wir zwei beängstigend große, starke Lümmel, die ohne längere Einleitung mit einem Fauftschlag meinen werten Kommilitonen P. in den Sand streden. Ehe ich mich über die Bage zu orientieren und den armen Wicht B. unter der Bank hervorzuziehen vermochte, hatte ich schen einige leichtere Berlegungen am Rörper, mehrere blaue Flecken, mehrere dermatologisch sehr interessante Beschädigungen von Blutgefäßen und eine Beule von der Größe eines Borkriegshühnereis an der Stirn. Die Uebermacht war pöllig offensichtlich auf seiten der Feinde, ich verfuhr also ganz ebenso, wie Foch und Hindenburg(?) unter solchen Umständen gehandelt hätten. Ich half dem Kommilitonen P. auf die Beine, klopfte ihm auf den Nacken und setzte mich mit ihm in Kurzgalopp nach der Türkenstraße. Dort brachte ich in meinem Zimmer im dritten Stock die Streitfräfte mit Hilfe von Watte, Karbol und englischem Pflaster einigermaßen in Ordmmg. Dabei verloren mir die Zeit nicht unnüß: während wir uns mit Goulardschem Wasser wuschen, analysierten wir höchst ordentlich den ganzen Zwischenfall und seine psychologische Unterlage. Im Lande der biederen biertrinfenden Bajuvaren war damals von irgendeiner Stamumes- und Rassenanimosität, von irgendeinem Fremdenhaß nicht die Rede. Die fröhliche gute Isarstadt, in der Studenten und Maler leben, nahm die Polen ebenso herzlich auf, wie Engländer, Hindus, Russen und Franzosen. Woher also dieser nächtliche lleberfall? Woher fam diese unerwartete Explosion? Ich werde Sie nicht länger in lingewißheit halten. Hier ist das Ergebnis unserer Forschungen. Die beiden angetrunkenen Lümmel im Bark waren einfach durch den Klang, den Rhythmus der fremden Sprache gereizt worden, eine Reihe unverständlicher Worte hatte sie in der Stille des Sommerabends irritiert und in But versetzt. In ihnen hatte sich plößlich jener primitive tierische Instinkt geregt, der eine Schar dummer Bögel ein Eremplar ihrer eigenen Gattung mit den Schnäbeln deshalb zu Tode haden läßt, weil es ein flein wenig andere Federn hat. Eben dieser kategorische Imperativ eines Truthahns oder Gäufe viehs wird in der Menschenherde sehr oft geweat. Ich erinnere mich, daß zwei oder drei Jahre vor dem Kriege Pariser Firmen zur Abwechselung eine interessante Mode einzuführen versuchten: türkische Blunderhosen an Stelle der Röcke, mit anderen Worten sogenannte juppes- culottes. Nach alter Gewohnheit bekleideten die Herren Paquin und Worth einige sehr nette Modelle mit diesen Culottes und schickten sie auf die Rennen. Die Wirkung war verblüffend. Die Menge verhöhnte und verspottete die unglücklichen Gelb sterne und wies nicht nur mit den Fingern auf sie. Man drängte die jungen anständigen netten Damen zu irgendeinem Tor, zerriß ihre Kleider, drohte ihnen mit Fäusten, Stöcken fie tamen taum mit dem Leben davon, obwohl an den Ausschreitungen der eleganteste Bariser Snob teilnahm, der berühmt ist durch seine Galanterie und feine sprichwörtliche Verehrung des schönen Geschlechts. Offenbar plagt sogar eine dice Kulturschicht unter dem Druck gewisser dummer atavistischer Instintte.. Wer sich davon an seiner eigenen Haut überzeugen will, mache, ohne jemand etwas davon zu sagen, folgendes Experiment. Er gehe auf einen eleganten öffentlichen Ball in einem tadellosen Smoking, ziehe aber bei dieser Gelegenheit gelbe Halbstiefel an und binde um den Kragen seines Frackhemdes eine grüne Kramatte. Nicht inr Sticheleien, Spöttereien, Wize, Scherze, böse Kalauer werden sein pomadisiertes Haupt treffen, o nein! Die Menge wird ihn umgeben, feindliches Gebrüll wird hier und da ertönen, bis plöglich aus einer Saalede irgendein täppischer halbidiotischer Theoretiker hervorspringen und den Versammelten zu beweisen anfangen wird, daß sie ganz recht haben, daß der Herr mit der grünen Krawatte der Rasse nach unter ihnen stehe, auf ihr Verderben lauere, Mitglied einer Mafia, der Schwarzen Hand, des Gelben Dreieds*) gewesen sei. Der Unglückliche wird erfahren, daß schon seine Vorfahren verdächtig gewesen seien, daß man früher manchmal Leute mit grünen Aramatten bemerkt habe, die Umsturzbestrebungen huldigten, nichts Gutes taten, feinen einzigen großen Dichter erzeugt und in der Kunst und in der Kultur feine Rolle gespielt hätten. Eine grüne Krawatte sei eine unerhörte Herausforderung, fie müsse sofort vom Halse gerissen werden zusammen mit dem Kopf, denn nur so könne im Lande Ordnung herrschen. So lange es auch nur einen Fuß in gelbem Stiefel und einen Hals in einer grünen Kramatte unter uns gebe, werde die Teuerung nicht aufhören, die Ausfuhr der Einfuhr nicht gleichkommen, würden die Schulen gegen das Analphabetentum nichts ausrichten, werde der Wagen park der Straßenbahn nicht größer werden, würde die Industrie fich aus ihren Trümmern nicht erheben. Und plößlich werden im Ballsaal ein wilder Lärm und Tumult musbrechen, wird es Verwirrung, Schrecken, Geheul und eine Prügelet geben. Schmerzenden Herzens muß ich feststellen, daß das arme, blöde, verblendete Warschau nicht der einzige Boden für derartige Schau spiele und rednerische Leistungen ist. So oft der Wallone den Blä. men, der Danfee den Nigger, der Japaner den Koreaner bedrängt, so oft der Grieche den Türfen zu Boden schlägt, der Türke den Arme nier schindet, der Bulgare den Serben verwundet, der Tscheche den Deutschen, der Araber den Kurden niederschmettert immer hoppst gleich auf den ersten Anruf ein Springteufel, ein gemeiner heimischer Einfaltspinsel, aus der Kiste und rechtfertigt das alles auf Grund einer tiefen, eigenen patentierten Philosophie. ( Aus dem Bolnifchen von Dr. Wilhelm Christiani) ") Titel eines viel gespielten amerikanischen Detektiofilms von milber Räuberromantit, Der Ueberleger, Jski- Taschkent. Von Dmitri Stonom. Das neue Taschkent ist vulgär. Häuser ganz wie bei uns, breite Straßen, alte Kutschen mit Beipferd, Bäume mit Umzäunungen und Tafeln darauf, plumpe Ladenschilder, Bitdiken mit Selterwasser, Marktpläge. Selten, daß ein Usbet, noch seltener ein Usbekin hier porübergehen. Selbst die Teestuben sind hier irgendwie unecht, unipirtlich. Ganz anders Jsti- Taschkent, die alte Stadt. Sie ist immer dieselbe wie sie vor hundert, zmeihundert, tausend Jahren war. Europa konnte nicht, durfte sie nicht verschlucken. Selbst die Straßen: BELT Monsterprozesse. } 3 LAND- GERICHT Zum Iuftizpalait ichwanken die Ichwerbepackten Wagen mit rieligen Kilten voll Akten, Von Kutisker und Weber bis Cützow und Jürgens: Stets fichit du den Anfang, ein Ende lit nirgends. Denn mal ilt ein Schriftlatz falich abgefchrieben. Mal lit ein Zeuge ausgeblieben. mal erkrankte der Angeklagte, Worauf sich der hohe Gerichtshof vertagte, Alles ,, Im Namen des Volkes", intemalen Wir lelle weinend... die Kolten bezahlen! bahnen machen, mie im Gefühl, daß fie dort in der alten Stadt nichts zu suchen haben, an der Schwelle Isti- Taschkents haft. „ Europa" ist zu Ende. Man ist in Zentralafien. Der Often ist nicht reich an Farben. Im alten Taschkent wiegen zwei Farben vor gelb und blau. Blau ist der Himmel. Einen mittelasiatischen blauen Abgrund gesehen hat, beginnt man zu ver solchen Himmel gibt es bei uns nicht. Nur wenn man den tiefen, stehen, was der Begriff bodenloser Himmel bedeutet. Kein Wölkchen, fein Fleckchen. Nur blaue Weite, mächtige blaue Weite. Und Sonne. Nicht wie die unfrige, die manchmal hervorgudt, manchmal sich verbirgt. Der ganze Himmel, die ganze Erde sind von Sonne durch tränkt. Sie ist überall, fie tennt ihren Blaz nicht. Aus dem ganzen blauen Kelch strömen Strahlen, strömt heißes trockenes Feuer. Vor dieser Sonne kann man sich nicht verstecken. Um ein Uhr nachts iſt fic schon am Plaze und brennt, brennt bis fünf Uhr abends. Wie lebendig winden sich schmale Straßen zwischen den tönernern, fensterlosen Wänden. Hier gibt es keine Fußsteige, keine Fahr straßen. Hier ist das Reich des Tons. Wenn er in Ziegel verwandelt ist, sind es Häuser, Mauern, einfach gut eingestampft Straßen, Erde. Schuhe und Kleider bedecken sich sofort mit gelbem Anflug. Isti- Taschkent duldet keine anderen Farben. Nur die bunten Mäntel der Usbeken versuchen vergeblich gegen dieses Gesetz zu fämpfen. Was der Staub nicht bedeckt, bleicht die schonungsloje Conne aus. Wo ist der Beginn der Straßen, wo das Ende? Das tann niemand sagen. Die Straße fennt feine Gerade. Wie eine lebendige Schlange windet sie sich. Hier, scheinbar bei diesem Hause, an dem man Ton fnetet, scheint sie zu Ende zu sein. Nein. Als eine schmale, zwei Meter breite Fuge zieht sie sich weiter, wendet sich nach rechts, nach links, noch, noch. Sie hat kein Ende, wie sie leinen Anfang hat. Irgendwo unten murmelt Wasser das Blut ffi- Taschtents. Es ist trübe, gelb, strömt schnell, rauscht gleichmäßig. Mit Liebe, im vollen Bewußtsein der ganzen Kostbarkeit des Wassers in diesem Land steigen die Usbeken zu den Bächen hinab, schöpfen mit hohler Hand das Wasser, trinken, benetzen sich die Brust und gehen weiter. das ist das Material hier. Er liegt überall. Man nimmt ihn überall, man gräbt und fnetet ihn gleich hier neben dem aufzurichtenden Bau. Aus dem teueren Holz macht man nur die Türen und da die Arbeit hier nichts foítet, so arbeitet man über ihnen lange; stunden-, tagelang sitzt man über jedem Zentimeter, fägt, brennt aus, bedeckt die Oberfläche mit sonderlichen Zeichnungen. Türen, das ist kostbarkeit, das ist Lurus, der Stolz der Usbeken. Benn das Haus zufammenfällt, nimmt der Usbek vorsichtig die Tür heraus und hängt sie in den neuen Bau hinein. Ton Roch bevor der Fuß die gelbe Erde betreten hat, hört man über der Stadt einen fingenden Lärm schweben. Die frumnien Straßen sind voll von Lärm und Brausen der bunten Menge. Hier spricht man nicht, schreit man nicht, hier singt man. Der KäseverKäse in den Mund, blött, miegt sich in den Hüften, die Seligkeit fäufer fingt und spielt mit runden Kugeln, mirst schnell ein Stückchen erblüht auf seinem Gesicht Jakschi, Jakschi!( schön, schön). Der Busahändler singt, er steht an einer Riesenschüssel, schöpft mit einem großen Löffel die meiße Flüffigkeit und gießt sie zuriid in das Ge faß. Da schaut, wie schön, wie herrlich, wie herrlich fließt die Bufa." Seine Lippen öffnen und schließen sich, sie werfen ein rundes, fingendes Wort heraus, er schlägt wie eine Nachtigall, und nur wenn man hinhorcht, unterscheidet man das Wort: Musdel, Musdek!" ( Wie Eis). Bleibt man stehen, so gibt er gutmütig, wie alle Usbeken, seine Buja zu foften: ist seine Ware nicht herrlich? Die Wanderdermische in ihren hohen Ledermühen fingen Mohammed Jelber hat ihnen befohlen zu fingen. Die Bettler fingen, singend schreien die Kinder und laufen von Händler zu Händler, von Haus zu Haus. An der Moschee fit mit gefreuzten Beinen der Ajantschi, eine Art Pfalmodift. Er ruft zum Gebet, fingt, verneigt sich, und jedesmal bei jeder Verneigung streichelt er sich den Bart: Allah il Allah, Mohammed, rajul Hah!" Singend quietschen die Arbas, drehen fich ihre Räder von anderthals Menschengröße Ein Usbet reitet Beilage des Vorwärts durch die Straße. Er hat nichts zu verkaufen, aber fingen, singen muß er. Ein Kirgise reitet auf einem Esc. Seine Knie sind hochgezogen, er sayingt die Peitsche und fingt. Alle diese Töne fließen zu einer mächtigen Musik zusammen. Sie flingt aus den Teestuben, aus den Läden, zittert über der Stadt. Wo ist denn die Frau? Und faum denkt man an fie, als einem unwillkürlich ein Bittern über den Körper läuft. In schnellem Gang flizen sonderbare, geheimnisvolle und schauerliche Besen vorüber. Sie sind in graue Mäntel eingehüllt. Der Mantel bedeckt die ganze Gestalt, den Kopf, die Hände. Ueber dem Gesicht hängt ein dichtes schwarzes Nezz aus Pferdehaar Tschatschwam. Die Frau geht nicht, fie rennt. Sie drückt sich an die Tonwände und sucht möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen, kauft schnell im Laden die notwendige Ware und läuft weiter, schneller, schneller. Der Mantel weht, die grauen Bänder flattern. Man sieht die Stiefel in dicken, tiefen Galoschen flizen. Die Männer machen der Frau Plaz. Sie ist zufällig auf die Straße geraten, fie muß schneller fortgehen. Und wenn eine Bettlerin auf der Straße bleiben muß, um Almosen zu sammeln, so drückt sie sich wie eine angeschossene Krähe in eine Ecke und bedeckt die ausgestreckte Hand mit einem Lappen. Der ganze Körper der Frau muß vor dem Blick des Mannes bedeckt fein, auf der Straße hat die Frau nichts zu suchen. Ihr ist die innere Hälfte des Hauses itschkar eingeräumt. In dieser bizarren Tonstadt leben Legenden, leberlieferungen. Die von der unglaublichen Sonne beschienenen Köpfe find phan testisch. In jeder Teestube trintt man den grünen Bucharatee, raucht Tschilin eine Pfeife von ungeheurer Dimension, aus der alle rauchen und hört. Hier wird geschickt und schön erzählt. Die Maddachs ippige Phantasie hat besondere Leute gefchaffen. deren Beruf es ist, zu erzählen. Der Maddach miegt sich in den Hüften, die Sitzenden trinken bitteren Tee ohne Zucker. Der Rauch aus dem Tschilin schwebt über allem und allen und man erfährt, daß Alexander der Große bei der Rückkehr aus dem indischen Reich auf dem Scheichantur- Friedhof aus der Erde gestiegen ist, und daß er da einige Tropfen des ewigen Lebenswassers vergossen hatte, welches es aus einer unterirdischen Wunderquelle schöpfte: Auf den Stellen, mohin die Tropfen gefallen sind, find die Saurbäume gewachsen, und man kann jetzt noch ihre vertrockneten Baumstämme sehen, denn sie stehen auf dem Friedhof und sind heilig. Man erzählt, wie vor dem Moscheeturm Kufoldasch in Säde einge nähte Frauen heruntergeworfen wurden, weil sie dem Manne die Treue gebrochen hatten. Man trinkt Tee und hört. Die Legenden und leberlieferungen umspannen Jahrtausende und nähern sich unseren Tagen. Sie sprechen von berühmten Revolutionären, von aufständischen Kämpfen gegen die Emire von Buchara. Altertum und die Gegenwart haben sich hier wie sonst nirgends mit einander perflochten. Sie gehen nebeneinander und stören vorläufig nicht. Es eristiert ein Boltsgericht und ein ordentliches. Man findet in den Moscheen Volksarbeitsschulen, in denen in usbekischer und ruffischer Sprache unterrichtet wird. Und seit drei Jahren befindet fich bei Isti- Taschfent das erste, seit Bestehen von Turkistan, Fraueninftitut, das von der jungen 11sbefenrepublik eröffnet ist, und in dem über zweihundert Frauen unterrichtet werden. Die fünftigen Lehre rinnen für die Siedlungen und Dörfer. Die Stunden schwimmen vorüber, der Tag schmilzt, das hohe Gras auf den flachen Tendächern blinkt golden, die Dämmerung fenkt sich. Es wird dunkel, daß man Schwarz von Weiß nicht unterscheiden fann. Die Teeftube füllt sich noch mehr. Mufifanten fommen, die Töne der Dutars, Tamburs, Simisgs erschallen. Im Namen des gnädigen, barmherzigen Gottes." Die Trommeln fhfagen an. Die braun Gefichter beginnen zu glänzen, die schwarzen Augen zu leuchten Allah. Allah! Bistlich stehet die Batschi( tanzende Lustfnaben) in der Mitte der Hütte, ihre geschminkten Augen lächeln frauenhaft. Sie stellen sich in die Pose, heben die Hände und beginnen zu tanzen. Die schlanken, in Seide gespannten Figuren winden sich. Jeder Körperteil scheint unter dem dünnen Mantel sich besonders zu bewegen und feurig glänzen die Augen der Sizonden. Sie versuchen wie früher würdevoll die Bärte zu streichen, aber ihre Hände zittern merklich. Der Bein raubt die Besinnung. Die Musit schallt unaufhörlidh. Die Batschi ermüden nicht, sic drehen sich, stampfen mit den Füßen, tanzen.. Die Nacht fomamt. ( Aus dem Russischen übertragen von Michel Charo L) Armleuchtergewächse und Mosfitos. Es gibt wenige Tropen reifende, die nicht einmal Malaria gehabt hätten, dieses unangenehme Fieber, das durch die Moskitos verbreitet wird. Man schützt sich also, wenn man unter einem Mostitoneh schläft, nicht mur gegen die lästigen Mückenstiche, sondern auch gegen die Malaria, die man übrigens auch in Europa bekommen tann. Es ist bekannt, daß in die Reisenden pflegen sich nach Möglichkeit vor Eintritt der Dunkel der römischen Campagna und in Benedig z. B. Malaria auftritt, und heit aus der Campagna in die Stadt zu flüchten. Auch in unseren Marschgegenden war früher das„ Marschfieber", das nichts weiter ols eine milde Form der Malaria ist, eine ganz gewöhnliche Erscheinung, und die Chininflasche fehlte in feinem Hause. Schon bevor man wußte, daß die Mücken die Ueberträger der Malaria sind, hatte man beobachtet, daß die Mückenplage immer dort besonders unangenehm auftrat, wo stehende Gewässer, Teiche und Tümpel in der Nähe find. Es zeigte sich, daß die Mückenlarven in solchen Gewässern lebten und Grade vor den unangenehmen Gästen schützen. Größere Gewässer man fann durch Zuschütten der Tümpel fich bis zu einem gewissen aber zuzuschütten, ist mit erheblichen Unkosten verbunden, und darum hat man denn versucht, auf andere Weise die Larven auszurotten. Ein spanischer Forscher, Professor Caballero, hat mun außerordentlich interessante Beobachtungen, und Versuche gemacht, die von weittragender Bedeutung sein können. Er fand nämlich, daß in solchen Gewässern, in denen die sogenannten Armleuchtergewächse vorhanden fonnten erperimentell bestätigt werden. Ein Schüler Caballeros, find, keine Mückenlarven vorkommen, und diese Beobachtungen Dr. Mannar, hat nun fürzlich die Beobachtungen seines Lehrers dadurch ergänzt, daß er in der Umgebung Saragossas 300 Gewässer untersuchte, in denen keine Moskitolarven vorkommen, wenn Armleuchtergewächse vorhanden sind. Worauf die Giftwirkung der Pflanzen beruht, weiß man noch nicht, aber bei der Verbreitung dieser Gewächse und der Mücken wird es nur eine Frage der Zeit sein, daß man hinter das Rätsel kommen wird. Die ArmleuchterBasser und sehen ungefähr aus mie die grünen Schachtelhalme. gemäche oder Characeen sind Wasserpflanzen, die auch bei uns in Deutschland vorkommen; sie bilden oft ganze fußhohe Wiesen im Im System der Pflanzen nehmen sie eine ganz besondere Stellung ein; sie sind vielleicht am verwandtesten mit den braunen Meeresalgen, obwohl sie ihnen äußerlich durchaus nicht ähnlich sehen. Dr. W. Wilhelm Liebknecht und die Ehrlichen". Die Richtung Bebel Liebknecht gründete bekanntlich im August 1869 die Sozialdemo fratische Arbeiterpartei". Jm Boifsmunde hießen die Anhänger von Bebel und Liebknecht lange Zeit die Ehrlichen". Diese Bezeichnung ist auf einen Aufruf Liebknechts vom 23. Juni 1869 zurückzuführen. in dem es unter anderem heißt: Es wird sich ja zeigen, ob die Korruption, die Gemeinheit, die Bestechlichkeit auf jener Seite oder die Ehrlichkeit und Reinheit der Absichten auf unserer Seite den Sieg davonträgt." Seit diesem Liebknechtschen Aufruf sprach man in dem sozialdemokratischen Bruderzwist, den erst der Gothaer Einigungstongreß im Mai 1875 beilegte, immer von den Laffalleanern und den Ehrlichen". Aus der Partei. Genoffe Johannes Timm, der Vorfizende der bayerischen fezialdemokratischen Landtagsfraktion, feiert am 13. April 1925 feinen 60. Geburtstag. Timm ist in Schashagen bei Neustadt( Holstein) geboren. Alle Hemmnisse, die ein schweres Fußleiden seinem Fortkommen in den Weg legte, überwandi feine außergewöhnliche Energie. Unter dem Ausnahmegesetz verbreitete er mit großem Geschick den verbotenen Sozialdemokrat" und beteiligte sich in Hamburg erfolgreich an der Begründung der ersten Organisation der Schneider. In Hannover leitete er 1890 einen großen Schneiderstreit. Die Berliner Schneider wählten ihn 1891 zum Angestellten der Berliner Filiale des Deutschen Schneider- und Schneiderinnenverbandes. Hier bringt er 1896 die soziale Elendsschicht der Konfettionsarbeiter und arbeiterinnen in Bewegung. Der von ihm geleitete Streit gewinnt die Sympathien fast aller Parteien und veranlaßte gesegliche Maßnahmen zum Schuße der Heimarbeiter. Die GemertMieten Sie von uns StaubSid. Jauger Schranke Wäsche Rollen Orion Vampyr Waschmaschinen in 6 Monaten Jhr Eigentum Man verlange Jonder Prospekt! Beleuchtung Gaskocher Gasherde Körper jeder Art Bratu Backöfen haften und die Sezialdemokratie Münchens wählten 1898 Timm| zum Arbeiterfefretär. Seine rege politische Tätigkeit galt hier der Eroberung des allgemeinen Wahlrechts für den Landtag. Die demokratische Wahlrechtsreform wurde erfämpft, und 1905 30g Timm in den bayerischen Landtag ein. Um den sozial politischen und sozialkulturellen Ausbau des Münchener Gewerkschaftsvereins erwarb sich Timm große Verdienste. Von 1911 bis 1918 war er Geschäftsleiter dieses Gewerkschaftsvereins. Nach dem Busammenbruch 1918 wirfte er planvoll als Justiz minister für eine Demokratisierung der Rechtspflege. Die Attentate auf Eisner und Auer bereiteten seinem erfolgreichen Wirken ein schnelles Ende. In dem bayerischen Landtag der nachrevolutionären Zeit stand Timm wacker seinen Mann gegen den Ansturm der deutschvölkischen und partikularistisch- monarchistischen Reaktion. Möge dieser tapfere Kämpfer für die freiheitlichen und kulturellen Ideale des Sezialis mus noch lange der deutschen Sozialdemokratie erhalten bleiben. Bezirksparteitag in Leipzig. Ein Bezirksparteitag, der am Sonntag in Leipzig tagte, nahm zum Sachsenfonflitt folgende Großes Schauspielhaus Für Dich CHARELL- REVUE TÄGLICH 800 Central Theater 8 Uhr: Eva Bonheur Ilka Grüning Neues Th. am Zoo Allabendl. 8 Uhr: Guido Thielscher in PRADDATZ& Stopsel Berlin W.66. Leipzigerstr. 122-123 Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Opernhaus 8 U: Der fliegende Holländer. Opernhaus am Königsplatz Lessing- Th. 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Bis zum dritten Quartal hat der Bezirk 39 019 Mitglieder aufzuweisen, darunter 8 826 weibliche. Genosse Lipinski und Genoffe Frenzel wurden wieder als Bezirksvorsitzende gewählt, als Vertreter im Parteiausschuß ebenfalls Genosse Lipinski und die Genossin Thiel. Geschäftliche Mitteilungen. Bollwertige Nahrungsmittel um billiges Geld das ist in der heutigen Reit ein begreiflicher Wunsch. Dieser wird hinsichtlich der täglichen Suppe rest. Los erfüllt durch Maggi's Suppenwürfel. In der gleichen Weise wie die Saus frau in der Küche ihre Euppen tocht, werben Maggi's Suppen im großen aus den besten Rohstoffen mit peinlicher Sorgfalt hergestellt. Darum fdmeden fie auch so gut, und darum hat jede der vielen Sorten ihren natürlichen Eigengeschmad. 1 Würfel, ausreichend für 2 Teller föstlicher Suppe, tostet nur 13 Bf. PERFLOR ist besser als das Waschmittel, das Sie benützen. Perflor D.R.P. von flammer ist etwas noch nie Dagewefenes. Es sind die einzigen selbstätigen Seifenfloden, die es gibt. 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Die Einäscherung findet Mittwoch, den 14. April, nachm. 5% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um restlose Beteiligung ersucht Branchenkommission der Mechaniter. 19. Abteilung. Am 8. April verschied unser langjähriger bewährter Genosse Georg Freybitter im 65. Lebensjahre. Berlin N20, Golbiner Str. 28. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am 15. April 3, Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung wird erwartet. Der Abteilungsvorstand. Danksagung. Möbel- Boebel. Dranienftr. 58( Morikplak), Fabrikgebäude. Aeußerst niedrige Breise für einfache und elegante Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Rüchen, Bücherschränke, Schreib. tische, Büfetts, Anrichten, runde Tische, Standuhren, Ankleideschränke, alle Größen, Gofas, Ruhebetten. Eventuell Rahlungserleichterung. Teilzahlung. Möbel feder Art. G20 ringe Anzahlung, bequeme Abzahlung. Möbelhaus Luisenstadt, Röpenider ftraße 77/78. Ede Brüdenstraße. 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