flt. 177 ♦ 43. Jahtg. Musgabe A Nr. HS BezvflSvretS: «Nk-M« 70 Vltnai«, wtarnam* t— Reick!»mart voraus»oblbar. Unter»reusdnild für Deulicklon». Sanei«. Saar- unt,»rmelsebiel. Oekerreicki. Litauen. Luremtur, «LS Reick! sviart. für das lldrise « uoiand 5, S0 Reicksinart vro Monar. Der.Bonvilrt«' mit der Tonuta««- deilaae.Volk und Keit' MI!»Sied» wn» und«leinaarteu' low,« der Deilaae.Unter dalrun« und Wissen' und lsrauenbeilaae.ffrauenüimm«' erscheint wochentiialich»weimai. Sonutaa» und Montaus«inaial. Deleeraurm-Adresse: .e,,i»ld«»,kr,I Berti«* Morgenausgabe Derlinev VolKsblatt (10 pksnnig) Anzet'qenvrrise: Ol«» i u i v, I i!» e Zi-nv-relss» teil« M Pfenni». RcName>ejI» S.— Zicichsmart...Kleine ckajeißt?* das fettacdrnckte Wort 2i Dtenni« ftuläsiia zwei settaedruckt» Dorret. jedes weiter« Dort 12 Picnnia. Eteüeuaefuche das eriie Wort IS Viennia.>«de» weitere Wort 10 Pfenniß. Borte über 13 Buchstaben»asten für zwei Wort«. Ardeitsmarkt Keile 80 Biennia. Oamilienanzeiaen tiir Abonneirtru Seile 40 Pfenni«. Anseiaen für die nächste Nummer müssen bis 4>S llbr nachmittaa» im Bauvraetchäkt. Berlin ED 88. Linden- strasse I. abaeacben werden. Deiiifnet von 8� Ubr früh bis 3 Ubr nach-n. �entrslorgan cker So�ialäemoKratifcKen Partei VeutfcblanÄs Neüaktion unü Verlag: Serlin Ew. öS, Linüenstraße Z Fernsprecher: Tönhoff 292—297. Freitag, den 1«. April»«ü« vorwärts-verlag G.m.b.H., öcrlin SW. öS, �inüenstr.Z Postscheckkonto: Berlin 37 5Z«- Bankkon«»! Bank der Arbeiter. A-ftest-sttea and Beamten. Waüstr. 83: Oiskonto-Sesellichast. Tcpoiitenkosse Lindenstr, 3. fin öle Arbeiter aller tänöer! Maiaufruf der Juternationale. Das Cxekutiokomit« der Sozialistischen Arbeitcr-Zntcrnationole erläßt zum 1. Mai folgenden Aufruf: Wieder naht der Tag, der mehr als jeder anders bestimmt ist, uns aus der Not und Bedrückung unserer Zeit zu erheben zu den großen Zukunftshoffnungen der'.nternakionalen sozialistischen Arbeiterbewegung. Die Not der A r b e i ts l o s i g? e! t hat als Folg« des Welt- kriegcs ein Ausmaß erreicht, wie es.die Geschichte früher niemals kannte. Millionen und Millionen Menschen versallen in immer tiefere Zicrclendung, weil die kapitalistische Gesellschastsordnung sich als unfähig erweist, ihnen das eleinentarste Menjchcnrecht zu sichern: Mrbeit! In zwei Feldlager ist die Welt geteilt. Die einen, die im Namen de» Prosits die Vermehrung der täglichen Arbeitszeit fordern und sich nicht schel'en. damit den Frevel der Vermehning der Arbeitslosen zu verüben. Die anderen, die den großen Kampf für den Achtstundentag führen, in dem Bewußtsein, daß jeder Schritt vorwärts in diesem Kamps auch die Schmach der Arbeitslosigkeit einschränkt. So wird heute jeder, der die Ratifikation öer Washingtoner Konvention. über den Achtstundentag noch weiter hemmt, nicht nur als Feind des allgemeinen Fortschritts der sozialpolitischen Gesetzgebung, son> dern im besonderen als Feind der Arbeitslosen gekennzeichnet werden müssen. Täglich und stüttblich leiden wir unter den Folgen des letzten Krieges. Aber die Hoffnung, daß die Menschen au» dem Unheil. das nun mehr als ein Jahrzehnt auf ihnen lastet, gelernt haben, hat sich nur wenig erfüllt. So schwächlich die Ansätze zu-n'Frieden sind, so stark treten die neuen Tendenzen zuin Kriege hervor. In Moiokko und in Syrien fließt Blut. Die Intervention aus- wörtiger Mächte verschärft den blutigen Bürgerkrieg in China. Der italienische Faschismus droht offen mit gewaltsamer Erpansion. Ein Wettrüsten setzt ein. das alles übertrifft, was die Well vor dem großen Kriege gekonnt. Immer ungeheuerlichere Mittel der Zerstörung und Verwüstung werden ersonnen und die kapita- listischen Staaten verwenden einen Großteil der Steuern des Volkes zum Ankauf immer modernerer Zerftörungsmittsl. Einen Lichtpunkt bietet der Beschluß der Abrüstung, den die Sozio- listen Dänemarks im Abgeordnetenhaus durchgesetzt. Die Hojiming auf die Ueberwindung des militärischen Wahnsinns ist einzig gegründet auf die erstarkende Macht der Arbci- t e r k l a l s v in allen Ländern. Zu rücksichtslosem Kampf gegen öen Militarismus, gegen üen Imperialismus, gegen üen Krieg ruft die Arbeiterklasie aller Länder der erste Mail Die Bedrückung durch den Faschismus ruft die Arbeiterklasse zur immer besseren Organisation ihres Widerstandes auf. Der Prozeß von Chieti ist zum Symbol der Skrupellosigkeit der Feinde des Proletariats geworden. Aber Giacomo Matte- otti w-rd in den Herzen der Arbeiter weiterleben und sie an- feuern, seinem Beispiel der Arbeitsfreude und Opferwilligkeit für die große Sache des Sozialismus zu folgen. Die Sozialistische Arbeirer-Internotionale will aber auch in einem äußeren Symbol das Andenken ihres großen Märtyrers ehren und hat daher de- schloffen, Hiacomo Matte otti im Dolkshaus zu Brüsiel ein Denkmal zu setzen, in der Ueberzeugung, daß die Zeit nicht allzufcrn sein kann, wo sein Denkmal auf dem Boden des vom Faschismus befreiten Italien den ihm zukommenden Platz finden wird. In hartem Ringen kämpfen die Arbeiter in ollen Landern der Reaktion. Aber ganz besonders aufreibend und schwer ist der Kampf in jenen Ländern, wo die Demokratie vollständig unter- drückt ist, wo nicht nur da» Versammlungsrecht und die Preise- freiheit beschränkt,, sondern nicht einmal aus dem Parlament die Anklage gegen dos Gewaltregime an die Oeffentlichkeit kommen, die Masien erreichen kann. Diese Länder bedürfen in noch weit höherem Maße als alle anderen der Bekundung der internationalen Soli- darität der Arbeiterklosse. Die Exekutive der Sozialistischen Arbeiter- Internationale hat daher beschlossen, zür Erfüllung dieser Aufgabe einen besonderen Fonds zu schaffen. Er wird den Namen führen: Matteotti-fvnüs Znternalionaler htlssfonds für die Arbeiterbewegung in den Ländern ohne Demokratie. Sie ruft die einzelnen Parteien auf, am 10. Juni, wenn sich der Todestag Matteottis zum zweitenmal jährt, den Grundstein zu diesem Fonds zu legen. Den Genossen in den Ländern, in denen die Mtion der Arbeiterklasse um so viel schwerer ist, wollen wir wenigstens materiell in ihrem Kampfe beistehen, wollen die Opfer des Kampfes vor dem tiefsten Elend schützen. Am 1. Mai wollen wir nicht nur Klarheit verbreiten über die Not und Bedrückung, in der die arbeitenden Masien leben, sondern ihnen auch zum Bewußtsein bringen, daß ihre ganze Zukunfts- Hoffnung begründet ist in dem Aufstieg der klassenbewußten Arbeiter- bewegung. Die Enischlosienheit und Unermüdlichkeit der kämpfen- den Arbeiterklasie wird um so größere Früchte tragen, je mehr verwirklicht wird die organisatorische Einheit. Darum rufen wir bei der Maiseier den Arbeitern aller Länder zu: Schafft die Voroussehungen des Sieges durch zielbewußte Organisationsarbelt. rüttelt die Gleichgültigen auf, werbt für die sozialistischen Arbeiterparteien! Ans zum Kampf gegen kapitalistische Ansbentnng und reaktionäre Unterdrückung! Auf zum Kamps für die neue Gesellschaftsordnung des Sozialismus! Ueberfall auf Vanüervelüe. Faschisten attackiere» den Spaziergänger. Brüsiel. 15. April.(Eigener Drohlbericht.) 2m Anschluß an eine Faschisten Versammlung, in der maßlose Hehreden gegen die Minister und die Sozialistensührer geHallen wurden, begegneten die Anhänger Mussolini» zufällig dem einsam einhergchendea Außenminister Vanderoelde. den sie sofort umringten. beschimpften und sogar tällich angriffen, vanderoelde , wurde von hinten der Hut odgertsien: außerdem erhielt er mehrere Schläge ans die Beine. Der Außenminister verteidigte sich energisch and wußte sich die saschlstischen Rohlinge mit seinem Spazierstock vom Leibe zu hallen, bis die Polizei eingriff. Die Arbeiterschaft ha» bereits Abwehrmaßnahmea getroffen Neue süüstaroische Negierung. Spaltung der kroatischen Bauernpartei wahrscheinlich. Belgrad, 15. April.(WTB.) Das Kabinett Usunowilsch hat demissioniert. Der König unterzeichnete die Demission und genehmigte die Zusammensetzung des neuen Kabinetts Ufunowitfch. Stephan R a d i t I ch ist aus dem Kabinett ausgetreten und wird durch Trifunowitfch ersetzt werden. E» treten serner aus dem Kabinett aus Paul Raditfch und Krayatsch, die oorläusig durch zwei Mitglieder der Raditsch-Partci ersetzt werden. In der Regierung verbleiben Postminister Schuperina und der Forstminister Nikitsch. Di« übrigen Minister beholten ihre Portefeuilles. Da Schuperina und Nikitsch gegen den Wunsch Stephan Raditfch» und der Leitung der kroatischen Bauernpartei im Kabinett verblieben sind, hält man Spaltung der Partei für»»«»eidlich, die möglich«- weise annähernd 20 bis 50 Abgeordnet« auf die Seite Schuperinas und Rikitfchs bringen wird. Bei einer Sitzung der Raditfch-Partei kam es zu heftigen Szenen, die eine derartige Entwicklung zu bestätigen scheinen. Gesang im Unterhaus. Dreizehn Arbeiterparteiler ausgeschloffen. London. 15. April.(WTB.) Bei der die ganze Nacht durch dauernden Kommissionsdebatte übe: die Sparsamkeit»- vorläge der Regierung trat um 6 Uhr morgens eine Lage ein, die zur Ausschließung von 13 Mitgliedern der Ai- beiterpartei führte, weil sie«ine ganz neue Obstruktions- Methode in Anwendung brachte. Bei der Abstimmung über den von der Arbeiterpartei eingebrachten Bertagungsamrag blieben Lans- bury, Wheatley und els andere Mitglieder der Arbeiterpartei in der Halle vor der Abstimmungstür zurück, wo sie über c l n e h a l b e Stu.nde unter Spaßen und Gesängen verblieben, wodurch die ganze Sitzung aufgehalten wurde. Der Vorsitzende der Kommission und die Minister berieten längere Zeit und entschlosien sich schließlich, den Sprecher des Unterhauses aus dem Bett zu hole«. Unter lärmendem Widerspruch der Arbeiterpartei stellte Reoille Cham- berloin den Antrag, die 13 Mitglieder der Arbeiterpartei von der Sitzung auszuschließen. Die Arbeiterpartei griff daraus zur selben Taktik. Nachdem eine weitere halbe Stünde verlassen war, gab der Sprecher den Stimmzöblern die Anweisung, das Abftimmungs- ergebnis bekanntzugeben. Es ergab sich, daß der Antrag Chamber- lain» mit 163 gegen 76 Stimmen angenommen war. Die 13 aus. geschlossenen Mitglieder der Arbeiterpartei wurden daraus ousge. fordert, den Saal zu verlasien. und die Beratungen wurden wieder ausgenommen. versäumte Pflichten. Kein Kindcrschult in der Landwirtschaft. Das im Jahre 1903 verabschiedete Gesetz zur Regelung der Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben(Kinderschutzgesetz) hat die Forderung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, die Kinderarbeit in der Landwirtschaft und in h ä u s- lichen Betrieben einzubeziehen. unberücksichtigt gelassen. Bis heute ist nichts geschehen, diese Versäumnis nachzuholen, obwohl der Reichstag bei Verabschiedung des Kinderschutz- gcsetzes den Reichskanzler durch Beschluß ersuchte, eine all- gemeine Erhebung über die Kinderarbeit in der Landwirtschaft zu veranstalten. Die Erhebung fand zwar am 15. November 1904 statt, das gesammelte Matena! wurde auch in einer Denkschrift des Reichs- Ministeriums des Innern fein säuberlich verarbeitet, die Denkschrift selbst aber niemals der Oeffentlichkeit zugänglich ge- macht. In ihren oerdienswollen Untersuchungen über die landwirtschaftliche Kinderarbeit hat Dr. Helene Simon die erschütternden Ergebnisse dieser Denkschrift mit verarbeitet und dadurch wesentlich dazu beigetragen, daß die Frage eines ausreichenden Kinderschutzes in der Landwirtschaft in der sozialpolitischen Diskussion wieder mehr in den Vordergrund getreten ist. Die Forderung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion nach einem Verbot jeder Lohnarbeit schulpflichtiger Kinder auch in landwirtschaftlichen Betrieben, wie es ein im Reichstag eingebrachter Antrag vor- sieht, findet in den Untersuchungen von Dr. Helene Simon die stärkste Stütze. Lasten wir zunächst einige Tatsachen aus jener amtlichen Erhelmng sprechen Die amtliche Erhebung vom 15. November 1904 umfaßt die Volksschüler, die vom 15. November 1903 bis 14. No- vember 1904 im Haushalt oder in der Landwirtschaft und ihren Nebenbetrieben gegen Lohn,, auch Naturallohn, bc- schäfligt waren, soweit es sich nicht um den Unterhalt im Elternhaus handelt. Nicht erfaßt sind also die eigenen Kinder in landwirtschaftlichen Mittel- und Kleinbetrieben, die Kinderder Bauern. Die Ausfertigung der vorgelegten Fragebrgen besorgten die Lehrer an den Volksschulen. In 180 342 Schnlklassen mit 9 296 579 Schülern wurden 1 769 803 in der Landwirtschaft gegen Lohn beschäf- tigte Kinder ermittelt, d. s. 19 Proz. aller Schüler dieser Schultlasten im Reich. Davon waren 1 073 364 Knaben und 696 439 Mädchen. Die Altersgliederung war folgende: 276 100 Knaben und 168 771 Mädchen unter 10 Jahren. 369 137 Knaben und 238 333 Mädchen von 10—12 Jahren. 428 127 Knaben und 289 335 Mädchen ü b e r 12 Jahre. ' Von 126 010 Kindern konnte Winterarbeit be- richtet werden, davon wurden 41,6 Proz. über3Stunden täglich und drei Tage wöchentlich beschäftigt, und zwar 17,6 Proz. bis zu 4 Wochen, 10,3 Proz. bis zu 13 Wochen und 13,7 Proz. mehr als 13 Wochen. Die Sommerarbeit beanspruchte 1 552 376 Schulpflichtige, davon wurden 64 Proz. über 3 Stunden täglich und drei Tage wöchentlich beschäftigt, und zwar bis zu 4 Wochen 36,6 Proz., bis zu 13 Wochen 14,5 Proz., bis zu 26 Wochen 7,9 Proz. und mehr als 26 Wochen 5,0 Proz. Von den 446 575 zeitweise über 6 Stunden am Tage beschäftigten Schülern arbeiteten bis zu 4 Wochen 34,5 Proz., bis zu 13 Wachen 28,4 Proz., bis zu 26 Wochen 26,1 Proz. und mehr als 26 Wochen 11,0 Proz. 38 482 Kinder arbeiteten 7 Tage in der Woche, a l s o a u ch amSonntag. davon 20 179 bis zu 26 Wochen. Die Ergebnisse dieser amtlichen Erhebung aus dem Jahre 1904 haben leider auch sürdieGegcnwartnochvolle Geltung. Eine vom Deutschen Kinderschutzverband i m Jahre 1922 veranstaltete private Erhebung bestätigt dos in vollem.Umfange. Die Umfrage erfolgte mit Hilfe eines Fragebogens, der an Lehrer, Geistliche, Arbeitgeber und Ar- beilnehmer und deren Verbände, Landrats-, Gemeinde- und Wohlfahrtsämter, Ärantenkasten, Kreisärzte, Gewerbeaufsicht und freie Wohlfahrtspflege ging. Trotz erheblicher Wider- stände gelang es, auf diesem Wege umfangreiches Material zusammenzutragen. Man gewinnt auf Grund dieser Er- Hebung die Ueberzeugung, daß die Kinderarbeit zu- genominen hat. In den Vorschlägen des Deutschen Kinderschutzvcrbandes und des Deutschen Verbandes für Schulkinderpflege wird ebenfalls einleitend festgestellt, daß auf Gcund der vorliegenden Berichte eine zunehmende Erwerbsarbeit der Kinder festzustellen ist, die für die körperliche, geistige und sittliche Entwicklung unseres Nachwuchses von außerordentlich schwerwiegendem Schaden ist und daß ernste volkswirtschaftliche Nachteile damit Hand in Hand gehen. Die Vorschläge der beiden genannten Organisationen um- fasten„Grundsätze zur allgemeinen Regelung der Kinder- arbeir..Vorschläge zur Erweiterung des Gesetzes betr. Kinder- arbeit in gewerblichen Betrieben" und„Grundsätze zur Rege- lung d« Kinderarbeit auf dem Lande". Auch die Gesellschaft für soziale Reform und der Deutsch« Derein für ländlich« Wohlfahrts- u*d cheimatspslege haben durch einen Ausschuß Borschläge zur gesctzlicl�n Regelung der Kinderarbeit in der Landwirtschast ausarbeiten lassen. Es dürfte sich in diesem Stadium zunächst erübrigen, auf Einzelheiten der hier gemachten Vorschläge kritisch einzugehen. Jetzt kommt es vor allen Dingen darauf an. daß ernsthast an' die gesetzgeberische Lösung der Aufgabe herangegangen wirb. Ueberflüssig zu sagen, daß Kinderarbeit meistens ihre Ursach» in den unzureichenden Einkommensverhältnissen der Na» milie Hot. Auch hier wird in einem Teilproblem aufbauender Sozialpolitik das Ganze der sozialen Frage sichtbar. Es ist die Aufgab« des Staates, nnt den Mitteln der Sozial» Politik dafür zu sorgen, daß soziale Einsicht und Voraussicht immer stärker das gesellschaftliche Produktionsverhältnis be» stimmen. Das ist zugleich echter wirtschaftlicher Wiederaufbau. Deshalb darf auch nicht länger mit dem Ausbau des Kinderfchutzgefetzes gewartet werden. Ein Dementi öes Neichsarbeitsministeriums. Zur»eue» Aktennotiz der Arbeitgebervereinigung. In der Abendausgabe des„Vorwärts" vom 14. April veröffentlichten wir einige interessante Stellen aus dem Rund» schreiben der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände über das Washingtoner Uebereinkommen über den Acht- stundentag. Das Rundschreiben wirft ein bezeichnendes Licht auf die Methoden der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber» verbände in ihrem Kampfe gegen die gesetzliche Wiederein- führung des Achtstundentages und die Ratifizierung des Washingtoner Uebereinkommens. Ausdrücklich wird in diesem Rundschreiben, wie wir nachgewiesen haben, auf Erklärungen des Reichsarbeitsministeriums Bezug genommen. Der durch seine Aktennotiz berühmt gewordene Syndikus der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Meißinger, immer noch wohlbestallter Geschäftsführer dieser Vereinigung, hat in diesem Falle nicht mitgewirkt. An der Besprechung im Reichsarbeitsministerium war die Der- einigung der Deutschen Arbeitgeberverbände durch die Herren Dr. T ä n z l c r und Dr. Erdmann vertreten: der erstere ist auch der Unterzeichner des von uns zitierten Rund- fchreibens. Zu diesem Rundschreiben erklärt nun das Reichs- arbeitsministerium in einer Zuschrift an uns, daß es der Vereinigung der Arbeitgeberverbände über die Ergebnisse der Londoner Arbeitszeittonferenz keinerlei vertrau» liche Sonderinformationen gemacht hat. Die Mitteilungen an die Vereinigung deckten sich inhaltlich mit denen, die den Vertretern der Gewerkschaften und auf der Pressekonferenz am 23. März gemacht worden sind. Bei keiner dieser Gelegenheiten hätte das Reichsarbeitsministerium um vertrauliche Behandlung der von ihm gegebenen Er» läuterungen zu den Ergebnissen der Konferenz gebeten. Im übrigen, erklärt das Reichsarbeitsministerium, wird der Ent- wurf des Arbeitsschutzgesetzes in den allernächsten Tagen den beteiligten Kreisen zugehen, so daß alsdann eine wirkliche Unterlage für die Beurteilung der Absichten des Ministeriums gegeben ist. Das Reichsarbeitsministerium stellt also fest, daß die Mit» teilungen an die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberver» bände sich inhaltlich mit denen decken, die den Vertretern der Gwerkschaften abgegeben worden sind. Damit lehnt das Reichsarbeitsministerium ab. als Kronzeuge für die Aus- legungskünste der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberver- bände zu gelten. Luch in� diesem Falle zeigt die Geschichte der zweiten Aktennotiz die Schwere der bevorstehenden Kämpfe um die gesetzliche Wiedereinführung des Achtstundentages und die Ratifizierung des Washingtoner Uebereinkommens. Das für die allernächsten Tage angekündigte Arbeitsschutzgesetz wird klarstellen, ob das Reichsarbeitsministerium nicht nur Republikanische Erziehung. Don Oberrealschuldirektor Dr. A. KuntzemÜller- Freiburg i. 8r. C» ist zwar«ine alt« Erfahrung, daß bei der Erziehung der Jugend di« Lehrerpersönlichkeit die Hauptrolle spielt und da» Lehr- buch nur Nebensache ist: trotzdem wird auch der geschickteste Lehrer in bestimmten Fällen ohne Lehrbuch nicht auskommen können und, wenn dieses versagt, sich großen Schwierigkeiten gegenüber sehen, die sein« Lehr- und Erziehungzlätigkeit unter Umständen sebr zu hemmen vermögen. Beispiele hierfür liegen gerade aus der Nach. kriegszeit, wo vielfach veraltete Lehrbücher mit in Kauf genommen werden mußten, zur Genüge vor. Man sollte eigentlich meinen, daß heute— im achten Jahr der Republik— diese Ueberganaszeit längst vorüber sei und brauchbare Lehrbücher fpr alle Zweige der Wissenschaft zur Verfügung ständen. Leider ist dem nicht so. leider gibt es auch heute noch«ine Reih« Verleger und Verlagswerk«, die noch wie vor„unseren Kaiser' weiter regieren lassen und von der Republik nichts wissen— wollen, vor mir liegt ein„Uebungsbuch zu v. Sandens deutscher Sprachlehr« für höhere Schulen, bearbeitet von Brofessor Paul Beer', in stebenter Auflag« 1924uaenbergs. AvereScn-Hymne. Denn auch da» rumänische Faschittenkabinett de» Generals Averescu von der europäischen Rresi» im ollgemeinen recht ablehnend empfangen wurde: über den..Berliner Lokal» Anzeiger' kann es sich nicht beklagen.„Pater Averescu', so behauptet der nach Bukarest entsandte Hugenberg-Jünger, wird der Diktator vom rumänischen Volke genannt, und eine Auslese von Meiner« hat er sich um sich geschart. Ein wahrer Hymnus wird angestimmt auf den Innenminister Oktavian G o g a, der In der weiteren Oeffentlichteit freilich bisher nur als hemmungsloser Förderer der pogromistischen Ausschreitungen in der Bukaiester Studenschaft bekannt geworden ist. Geradezu grotesk aber muß auf jeden Kenner der Verhältnisse im Königreich Groß-Rurnänien wirken, was über den neuen Kriegsminister, General Ludovic M i r e e s e u, gesagt wird. Wortwörtlich heißt es da: ander die Sätze:„Artige Kinder warten geduldig'— „Kaiser Wilhelm herrscht'. Ein artiges Kind muß leden- falls die deutsch« Republik sein: sonst könnt« e» nicht ge» schehen, daß trotz ihre» Alters von über sieben Iahren Kaiser Wil- Helm noch.herrscht'. Wie lange wird sie e» sich noch gefallen lassen. daß ihre Schulsugend mit derlei oerstäubten Requisiten, die längst in die Rumpelkammer gehörten, behelligt wird? Die lang« soll dieser Unfug, der nachgerade zu einem Skandal ausartet, noch dauern? O du gutmütige deutsche Republik! Eine Tanzwoche. Der neue Stil, der den Kunsttanz unserer Tag« beherrscht, hat auch auf den sogenannten Gesellschaftstanz eingewirkt Seitdem der argentinische Kajchemmentanz Tango, in Poris„salonfähig' gemocht, die europäischen Tanzböden eroberte, hat sich hier eine Revolutwn vollzogen. Die verschiedenen Steps— anfangs als„Schiebetänze' befehdet—, der Fox: rot. Boston. Eharleston bezeichnen Etappen des Weges. Eharakteristifch sür den neuen Tanz ist ersten» die Freiheit, die er in der schöpserischen Ausgestaltung von Einzelheiten den Tanzenden gewährt, und zweiten» die Notwendigkeit, durch gegen» festige Einfühlung in die rhythmische Bewegung sich auf die Inten» tionen des Tanzpartners harmonisch einzustellen. Also, wenn man will: zugleich Frsihest und Solidarität. Das Tanzen wird heute ernst genommen. Es ist ein« Kunst und fast eine Wissenschaft geworden. Die Ausstellung„Der Tanz", die die Genossenschaft deutscher Tanzlehrer unter der künstlerischen Leitung von Paul Mürich und Julius Klein- s ch m i d t während der letzten Wach« in den Räumen der Gesellschaft der Freunde veranstaltete, zeugt« von diesem Ernst. An steben Nach- Mittagen und Abenden fanden zwischen Tanztees und Gesellschaft»- tänzen Vorführungen verschiedener Tanz» und Gymnastikschulen. Bortrage, ein Turnier und anderes statt. Alle» unterhaltend, da» meiste lehrreich, weniges mißlungen. Zum Mißlungenen rechne ick, di« historischen Rekonstruktionen alter Tanze, dt» am Dienstag gezeigt wurden. Ihnen mangelte jegliches Stilgefühl. Di« Königin der Tänze. die Menuette, wurde, ungelenk und unempfunden, von Kindern und — schrecklich zu sagen— in Ballettschuhen vorgeführt. Die charakte- ristische geschraubte Würde, das Pavoneggiando elnes„Renatssance- tanze»' kam ebenfalls nicht heraus, obwohl ble Pas historisch richtig gebracht wurden Erst mit dem Altwiener Walzer begann Leben und stilistische Echthest und die modernen Tänze— Paso dobl«. Boston. Foxtro», Blues. Tango, Eharteston— gaben sehr interessant« Bilder. Zu den Nieten der Leranstastung zähst« auch— am Freuaa abend— di« Aufführung von Moliöres„Gelehrten Frauen' durch die Schauspielschule de» Deutschen Theater». Noch de meinleitenden inftnik- nven Vortrag de» Prof. Gregor! über„Schauspielkunst und Tanz' hatte man etwas anderes erwartet. Molitre hat ein« ganze Reihe von Stücken geschrieben, die dem Ballett viel näher stehen al» dem redenden Schauspiel. E» wäre lehrreich und dem Charakter der Per. anstastung angemessen gewesen, wenn man eins von diesen gewähll hätte. Den Mittel- und Gipfelpunkt der Woche bildet« et« Tanzturnier, da» am Mittwoch stattfand. S» ging um den Wanderpret» der Ge- „Inzwischen(1925)'— der General war vorher Divisionskom» mandeur in Ezernowitz und Chef des Karpathenjogerkorps gewesen■> —„waren die Verhältnisse in Bessarabien so ernst geworden. daß der König eingriff und nach kurzer Zeit Mircescu mit der Füh. rung des Armeekorps in Kischinew beauftragt«. Schon nach wenigen Monaten horten sich die Bessarabier beruhigt. Ohne Gewalt, mit Verständnis und Humor hat der General in Bessarabien die lang ersehnt« Ordnung hergestellt.' Ja, so ein richtiger General von echtem Schrot und Korn ver- steht die Dinge eben doch anders als irgendein hergelaufener Zivil- bonzel Vor allem, wenn er, wie geflissentlich betont wird, vorm Kriege acht Jahre Militärattache im wilhelminischen Berlin ge- wesen ist. Der wackere Leser des„Lokal-Anzeigers' denkt so: wie ober liegen die Tatsachen? Seit Mircescu im Herbst des ver- gangenen Jahres zum Nachfolger des Generals Victor Rudeano, eines ausgesprochenen Gamoschenknopsee, der nur mst dem Kom- mißstiefel zu regieren verstand, berufen wurde, hat sich»n dem gefolterten Bessarabien so gut wie nichts geändert Die skandalösen Kriegsgerichtsprozesse von Kischinew vom November 1925 und vom Frühjahr 1928 erregten über die rumänischen Grenzen hinaus helle Empörung und sind auch heute noch lange nicht vergessen. Wurden doch allein im Fall Tatar-Bunar 85 fast oller Rechtssicherheuen beraubte Angeklagte zu insgesamt über 459 Iahren Zwangs- arbeit auf haltlose Anschuldigungen hin verurteist, und als Richter figuriert« der Oberst M a c s m, der nach der bürgerlich- demokratischen Zeitung„Facta' vom 23. November 1925 123 rumänische Bürger ohne kriegsgerichtlich« Verhandlung hatte füsilieren lassen. Ein« brutale Militörzensur herrschte: Jede ireie Meirnmas- äußerung, jede öffentliche Versammlung war durch einen rigoros durchgeführten Belagerungszustand unmöglich gemacht. Täglich wurden Menschen mißhandelt oder getötet. Der.Lokol-Anzeiger' hat recht: In Bessarabien herrschte in den letzten Monaten Ruhe,— die Ruhe eines Friedhofe«. Wie aber die Bevölkerung Bcssarabiens über das System Mircescus, der damals noch der liberalen Regierung Bratiami diente, gedacht hat, bewies sie bei den Gemeindewohlen im Frühjahr 19�6' Tmtz beispiellosen Terror» erhiellen in Kischinew di« Oppositionellen 5195 und die Liberalen nur 1341 Stimmen. In der Tat: Nach den Auffassungen des„Lokal-Anzeigers' zeigte Mircescu„Verständnis, Milde und Humor'. Wir kennen die Sympathien der Mannen um Hugenberg, Harnisch und Hussonz für Staatsstreiche und Staatsstreichler. Und so glauben wir ihnen ihr« Zuneigung zu Männern vom Schlage eines Averescu, eine« Goga und eines Mircescu._ Reicksrat und Gesetzgebung. j�rageder wiederholten Vorlage nach ReichstagsanUö'nng. Der R e i ch s r a t faßte In seiner Donnerstagsigung zu der Frage, ob nach Auflösung des Reichstags ein« wieder» holte Vorlegung von Gesetzentwürfen on den Reichs- rat notwendig ist oder nicht, aus Grund des Beschlusses seiner Slusschüsse folgende Entschließung:„Wenn der Reichsrat gemäß Ar» tikel 59 der Reichsverfassung der Einbringung einer Gesetzesvorlag« der Reichsregierung zustimmt, so will er damit nur seine Zustim» mung zu der alsbaldigen Einbringung im Reichstag erklären. Zur erneuten Einbringung in einem neuen Reichstag bedarf es daher der erneuten Zu st i m m u n g des R« i ch s r a t s. Diese kann in vereinfachter Form geschehen, indem dem Reichsrat lediglich ein Verzeichnis der dem Reichstag unverändert zu überreichenden Vor- lagen eingereicht wird. Dem Reichsrat bleibt es dann überlassen rn entscheiden, ob er erneut der geiamten Vorlag« ohne weitere.»- i- stimmen oder Einzelheiten vorher noch einer eingehenderen.Vera- a unterziehen will.'_ Ein deutsch- dänischer 5chledsv:rkrag dürft« innerhalb der nächsten t4 Tage in Sellin verembart werden. Der po'aische Ralloualhero» ist und bleibt Fosts P> lsu d iki. gerade weil er>eit lanaem nicht mehr aktiver Marschall ist. Al< er s?St eben nach zweiiägigem Aufenlbalt in Düna nach Dar' San zurückkehrte, wurde er auf allen Babndöfen von großen igott»» mengen begrüßt. Auf dem Bahnhof in DatiSau hatten sich 1000 O'siziere aller Grade und eine viellaulendlöpfige Menge emge» funden. nossenschaft deutscher Tanzlehrer und zeigte in allen drei Klassen zum Teil ganz hervorragend« Leistungen. Was die Sonderllaste(m der ruhigen Bewegung des„getretenen' Tanzes noch mehr als im raschen Wirbel) bot, überschritt schon die Grenze des Gesellschaft»» und nähert« sich dem Kunsttanz. Namentlich der Eharleston de» Siegerpaores Waldmann-Tanlewski war stt der souveränen Beherrschung und Koordination der Schritte, in der Sttlreinheit, in dem harmonischen Aesamteindruck und in dem eleaant ausklingenden Schnörkel der Schlußcttitüde eine Leistung, die stch auf jeder Tan.V bühne hätte sehen lassen können. Diese Tanzwoch«— der Name„Ausstellung' ist irreführend— war ein dankenswertes und im allgemeinen wohlgelungene« Unter- nehmen. Da der neue Gesellschaststan.) wegen der Freiheiten, die er den Tänzern gewährt, leicht in willkürliche Hopserei ausartet. ist es von Nutzen, geleaentlich lein eigeiilliches Wesen in vorbildlicher Form zur Schau zu stellen. Lluch andere Fragen, z. B. die sehr aktuelle und wichtige„Tanz und Theater', könnten hier ihrer Lösung genähert werden. Dringend zu wünschen ist, daß. wie in dieser Woche, so auch in etwaigen späteren, grundsätzlich alles ferngehalten wird, was irgendwie nach„Sport' riecht. John Schtkowskl. Skn deutsche» Zussllul für Zeilaagskunde. Dem Hauptausschuß des Landtags machte der Kultusminister am Donneretag die Mit- teilung. die Verhandlungen unter den großen Presseorganisationen zur Errichtung eines deutschen Instituts für Zestungskund« seien nunmehr so weit gediehen, daß die Begründung der Deutschen Gesellschost für Zeitunaswtssenschoft und der Aus» bau des an der Unioersttät Berlin bestehenden Seminars zu einem Institut als unmittelbar bevorstehend bezeichnet werden können. Der Minister begrüßte dies um so mehr, als in der Gesellschaft und in dem Institut Vertreter der Wissenschaft, der P r« s s e und der Regierung miteinander arbeiten werden und dieses Zu. sammenwirken eine gedeihliche Entwicklung dieses wichtigen Zweiges der Wissenichast oerbürge. Im Einvernehmen mit den Presieorgant- sationen sei als Direktor des neuen Instituts der jetzige Pressereserent des Kulturministeriums, Dr. M o h r in Aussicht genommen, der sick, in seiner langjährigen beruflichen und wissenschaftlichen Tätigkeit als ein besonderer Fachmann aus dem Gebiet der Zeltungskunde er- wiesen habe. _ cebensgesährllche firkranlona Ellen» Sey». Tie Sekamite Ijired'ich« Schristltellerin Ellen Key ist so ich»«- erfrontt, daß stündlich mit ihrem Ableben ,u rechnen ist Vrosefior Merz dach«, der München« Aflensorsch«, ist im 83. Leben», jähr«««storben. BIuirumsitübniiignL. Sonntag, den 18., 10 Uhr norm., finden amtlich, Rübtungen Im Scucn Museum(Pergaman)— Dr. Köster— und im '"JLi*£.1® riedrich-lstuseum(italienifcht» und lvanische« Barock) --- Dr. Wir,— statt. Zulaßkarten tür da» Reu« Mulsum ztil M. utt» för da» Kailer- fsttedrtch.Wufeum zu b0 Pi. stnd vor Beginn der ssühnmgen wonnen habe. Gewisse Interpretationen, die, wie ich jetzt erfahr«, an meine Rede geknüpft worden sind, in der ich aus die Internationale Be- deutung der polnischen Armee hingewiesen hatte, wirken etwas be- luftigend. Der Gedankengong, den ich bei dieser Gelegenheit aus- führte, war folgender: Es gibt jetzt zweierlei Grenzarten: die einen, die bereits international geregelt und gesichert sind, die anderen, die leider der Möglichkest von Verwicklungen unterworfen bleiben. Das letztere gill für Polens Ostgrenzen. Denn die dortigen Grenzen beruhen nicht auf international gesicherten Vertrogen, sondern ledig- lich auf Verträgen, die zwischen den benachbarten Staaten allein ge- schlosien und bisher nicht in internationaler Form garantiert wurden. Ich sprach dann über die Abrüstungskonferenz, über den Sicher« heitspokt und über den Völkerbund. Ich stellte fest, daß Sowjetruß. land sich— im Gegensatz zu Deutschland— hartnäckig weigere, dem Völkerbund beizutreten, an der Abrüstungskonferenz teilzu- nehmen und sich dem internationalen Echiedsgerichtsversohren an- zuschließen. Infolgedessen hört das europäische Friedens« und Sicherheitssystem, das auf den Völkerbund und aus den Locarno- Verträgen begründet ist, an der östlichen Grenze Polen» aus. Die west. und mitteleuropäische Zivilisation hat sich in jahrelanger diplomatischer Arbeit dieses Friedenssystem geschaffen und es liegt nicht an ihr, daß es nicht noch wester ausgedehnt werde. Wenn ich also die Ostgrenze Polens als die Grenze dieser Friedensorganisation bezeichnen muß, so stelle ich damit nur eine Tatsach« fest— eine Tatsache, die bedauerlich ist. aber an der wir nicht schuld sind, sondern ausschließlich diejenigen, die auf die wiederHoll an sie gerchteten Ausforderungen, an der Friedensorganisation aller übrigen«uro- päischen Völker teilzunehmen, nur ablehnende und zum Teil prooo- zierend beleidigende Antworten erteilen. Auf meiner 3000 Kilometer langen Reife kreuz und quer durch Polen war ich auch bi» zu einer Brücke gekommen, die die Grenze zwischen Polen und Rußland bildet, und hatte don eine polnische und eine sowjetrussische S ch i l d w a ch e gesehen. Don dem Be- danken ausgehend, den Ich soeben entwickell habe, Hab« ich diese Schildwach« ol» Symbol einer lolsächlichen Loge genommen und erklärt, daß der polnische Soldat ein« Mission zum Schutze der gesamten für den Frieden organi» siecten europäischen Zivilisation zu erfüllen habe. Diese Meinung halt« ich natürlich ausrecht, denn sie stellt lediglich eine Tatsache fest, an der allein die schroffe Ablehnungs- Politik Sowjetrußlands gegenüber dem Völkerbund schuld ist. Und es braucht nach dem Vorhergesagten nicht besonder» betont zu werden, daß diese Aeußerung sich in keiner Weise gegen Deutsch- land richten konnte, das nach dem Abschluß des Paktes von Locarno und durch seine grundsätzlich erklärte Bereitwilligkeit, dem Völker« bund beizutreten, in den Augen aller Mitglieder des Völkerbundes schon jetzt integrierender Bestandteil der großen europäischen Friedensorganisation ist." Die Hintermänner ües Küstriner Rutsches. Ter Fall Jahnke vor dem Feme-Ausschust. Der Femeausschuß beschloß in seiner gestrigen nichtöffentlichen Sitzung von der Vereidigung sämtlicher Zeugen Abstand zu nehmen, soweit sie über die Darlehnsangelegenheit Meyer-v. Zenqen ausgesagt haben. Im übrigen soll die Vereidigung im Einzelfalle vorbehalten bleiben. In der öffentlichen Rachmittagssitzung wurde lediglich der amt- liche Bericht über das Ergebnis der polizeilichen Er- mittlunzen im Falle Jahnke entgegengenommen. Ministerialrat Schönner vom preußischen Innenministerium er- stattete folgenden Bericht: Im Oktober 1923 ist von einer amtlichen nichtpreußiichen stelle dem preußischen Ministerium des Innern ein Bericht eines mst Namen nicht genannten Gewährmannes zu- aelestet worden, der, fosest er sich mst Jahnke befaßt, folgendes besagt: Am 17. und IS. September 1323 fanden in Berlin Verhandlungen von Organisationsvertretern in der vessauer Straße 6 sDeulschvölkische Arelheit»- parte!) stall, die einberufen waren auf Betreiben von Major Luchrucker und Zahnte. Major Buchrucker forderte zum Losschlagen auf, stieß aber bei den übrigen Organisationsvertrelera auf Mißtrauen. Buchrocker und Zahnkc sagten, sie handelten mit Zustimmung von Ludeadorss und Hitler. Abg. v. Graes« ist darauf gemeinsam mit Buchrucker und Zahnte nach München ge- fahren. Lndendorfs und Hitler hüllen sich sedoch kühl verhallen, sie hätten nicht obgeralen, aber eine abwar- tende Stellung eingenommen. Als Grund zum Los- ichlazcn hätte Buchrucker die Entlassung der Schwarzen Reichswehr angegeben. Bei einer Fühlungnahme mit dem Landral von Dewitz in Pommern habe man keine Gegenliebe gefunden. Der Mitlelsmaun fei Ober- leutnant Schulz gewesen. Bei den Verhandlungen wurde starkes Mißtrauen gegen Zahnte geäußert. Zn Zahnte sah man einen Strohmann de» Zustizrats Elaß vom Alldeutschen Verband. Zahnte habe sich als nicht orientiert er- wiesen und versagt. Bei den oben erwähnten Verhandlungen und später wurden Vereinbarungen für drei Möglichkeilen getrosse«: l. putsch in Bayern, 2. putsch der Schwarzen Reichswehr unter Führung von Buchrucker. Z. Ausrufung einer Diktatur Seeckt. Am 28. September soll die Parole ausgegeben worden sein, im zweiten Falle nicht mitzumachen. Au diesem Bericht bemerkt Ministerialrat Schönner: Jahnke war damals noch nicht Abgeordneter und vom Berliner Polizeipräsidium wurden Ermittlungen eingeleitrt. Diele ergaben nur, daß es sich um den am 17. Februar 1890 in Gneien geborenen Landwirt Kurt Jahnke handelte. Bor dem Kriege war er in Amerika. Wie ver- lautet, soll er sick während des Krieges in Amerika für Deutschland betätigt haben. Nach dem Krieg« von Amerika zurückgekehrt, soll er von Reidbsslellen beim Ruhrabwehrkamps in leitender Stellung beschäftigt worden sein. Nähere Angaben darüber können von hier nicht gemacht werden: voraussichlsich wird der damalige Rdchsinnenminiflcr zu näherem Ausschluß in der Lage sein. Die au» Anlaß der Fememordermittlungen iortgesührten Erhebungen bestätigen, daß Jahnke mit dem Vorsitzenden des Christlichen Eifen- bahnero-rkanSe», Kutsche, mit dem Abg. Behrens und Ober- leutnant Schulz im Herbst 1922 mehrfach Besprechungen ge- habt hat Es verlautet ferner, daß Zahnke tatsächlich auch mit Zufllzral Elaß und dem Abg. o. Graes« bekanntgeworden ist. lieber den Inhalt jener Besprechungen Ist nähere» nicht ermistelt, wie auch über dl« Beteiligung Iobntes an der Organisation der Schwarzen Reichswehr oder am Küstriner. Putsch oolizeilicherseil» bisher näheres nicht hat festgestellt werden können. Auf ein« Frage des Abg. Dr. Körner(Volk.) erklärt Ministerialrat Schönner. die nichtprcußische Stell«. d!t dem Innenministerium den Bericht zuge- leitet hat. sei seines Wissens nach keine bayerische Stelle gewesen. Ob der mchrpreußischen Stelle der Gewährsmann bekannt ist, könne er nicht angeben. Abg. Riedel(Dem.): Ist Jahnke selbst polizeilich vernommen worden? Ministerialrat Schönuer: Nein. Das Ergebnis der ersten Ermittlungen war zu einer Vernehmung nicht ausreichend und vom 27. September 1924 ab war er Abgeordneter und man tonnte ihn daher nicht mehr polizeilich laden. Abg. Riedel(Dem.): Wie sind die Ermittlungen über feine Tätigkeit in Amerika angestellt worden? Abg. Roth(Dnat.): Ich beanstande dies« Frag«. Abg. Riedel(Dem.): Wie ich von dem damaligen deutschen Botschafter in Amerika Graf B e r n st o r f f weiß, hat Zahnte über feine Tätigkeit In Amerika hier in Deutschland dauernd vollkommen wahrheilswidrige Behauptungen verbreitet und nur diese Behauptungen sollen dazu gesuhri haben, daß er während de» Ruhrkampfe» auch dlc Unterstützung amtlicher Stellen für gewisse Betätigungen erhielt, die nach Meinung weiter Kreise zum küstriner putsch geführt haben. Abg. Roth(Dnat.): Ich beanstande die Frag«, weil sie nicht zum Beweisthema gehört. Durch einen Beschluß der Mehrheit des Ausschusse» gegen die Rechte wird die Frage des 2lbg. Riedel zugelassen. Ministerialrat Schönuer antwortet, daß polizeiliche Er» mittlungen hierüber nicht stattgefunden haben. In dem Berich! sei nur gesagt, es„oerlaute", daß Jahnke sich in Amerika für Deutschland betätigt Hab«. Damit ist die öffentliche Sitzung beendet und der Ausschuß setzt seine nichtöffentlichen Beratungen fort. vie Zeftstelluag im 5all Oehrens'Meper. Die nichtöffentliche Sitzung mußte mehrere Mole unterbrochen werden, da die zwischen dem deutschnationalen Feststellung»- o n t r a g und dem Antrag des Berichterstatters bestehenden großen Differenzen ausgeglichen werden sollten. In der Desamlabstimmung wurde schließlich der abgeändert« Antrag mit 13 gegen«ine Stimme angenommen, wobei sich die Deutschnationalen chre Stelwnanahme Im Plenum als von der Zustimmung der Fraktion abhängig vorbehietten. In der übernächsten Woche soll in einer nichtöffentlichen Sitzung Beschluß über die Beweisanträge im Falle Jahnke gesaßt werden. Der Feslstellungsanirag geht davon aus. daß Oberleut- nont Schulz im Frühjahr 1924 von dem Vorsitzenden des Zentralverbandes der Landarbeiter, dem Abg. Meyer, für den Verband der Landoolkgenossenschaften angestellt worden sei. wobei «in« Kenntni» von den späteren Anklagen gegen Schulz nicht vorhanden gewesen sei. Es wird festgestellt, daß lm Frühjahr 1923 zunächst nur eine Feme- Mordanklage gegen Schulz vorlag, während die anderen 7 Verfahren erst länger« Zeit nach seiner Lerhajtung eingeleitet wurden. Das Darlehn der Vereinigung der Arbeitgeberver- bände lei ohne Wissen de» Vorsitzenden, de» Herrn o. B o r I i g. gegeben worden. Nach der Meinung de» Auslchusie» glaubte Herr v. Zeugen, mst diesem Darleheu und der dafür er» teilten Quittung Einfluß auf den Landarbeiterver» b a n tl gewinnen zu können. Da» Darlehen wurde bei seiner Fälligkeit nicht sofort zurückgezahlt, sondern auf Veranlassung de» Abg. Behrens an den Abg. Meyer weitergeleitet, hler stellte der Ausschuh fest, daß weder Behrens noch Meyer die sachliche Berechtigung dieser Meilerleilung geprüft haben, obwohl in der damali- gen Zeil mehrmals wegen der Rückzahlung des Darlchn» angemahnt worden fei. Die Rückzahlung sei erst nach der inzwischen eingetreienen öffentlichen Erörterung der Angelegenhest erfolgt. Das Darlehen und die weiter von ihm gesammelten Geldbetrag« Hab« der Abg. Meyer für den Unterfuchungsgsfangenen Schulz verwendet: eine Verwendung für einen Fluchtversuch sei nicht festgestellt. In dem bisherigen Untersuchungsergebnt« seien auch andere Beziehungen zwischen der Arbeitgebervereinigung, den genannten deutfchnationolen Abgeordneten und Fememördern oder Fememordverdächtigen nicht festgestellt worden. Die entscheidende Stelle im Beschluß hat folgenden Wortlaut: „Die Hingabe des Geldes an Meyer(für Schuh) erfolgt« auf dessen Behauptung hin, daß Herr von Zengen ihm das Geld zur Unter- srützuug des in Untersuchungshaft befindlichen Oberleutnants o. D. Schulz zugesagt habe. Tatsächlich war dies nicht der Fall. Weder Behrens noch Meyer haben bei Weitergab« des Geldes an Meyer die Frage geprüft, ob diese Weit ergab« des Darlehns an Meyer sachlich be- recht igt war und dem Willen des Darlehns- geders entspxach. Insbesondere haben beide es unteriossen. sich bei Herrn von Zengen in dieser Hinsicht zu erkundigen. Für eine solche Erkundigunq lag deshalb Anlaß vor, weil Herr Ma- Uchte fest bei seiner Ansicht verharrte, daß das Darlehen der Der- sorgungsstelU und nicht Herrn Meyer gegeben sei und weil ferner Herr von Zengen kurz vor oder nach der Auszahlung de» Geldes an Meyer mehrfach persönlich und durch seinen Mstarbeiter Herrn v.. d. Lind« die Rückzahlung des Darlehns angemahnt hatte. Meyer Höste seine Berechtigung zur Erhebung des Darlehns, so sehr er auch persönlich von ihr überzeugt gewesen ist, trotzdem auch des- halb nachprüfen müssen, weil Herr von Zengen ein früheres Darlehnsgesuch des Meyer für Schulz im Mai 1925 ausdrücklich mst der Begründung zurückgewiesen hall«, daß die Arbeitgeber- Vereinigung für diesen Zweck kein Geld hergeben könne." Weiter heißt es:..Der Abgeordnele Meyer hat das Darlehen auch dann noch behalten, als ihm im November 1925 infolge einer Unterredung mst Herrn von Zengen nunmehr ob- solut klar sein mußt», daß seine Annahme über den Zweck des Darlehns irrig war. Der Abg. Meyer ist über diese Unterredung infolge seiner Weigerung, vor dem Aus- schuß weiter zu erscheinen, nicht vernommen worden. Der Abg. Behrens hat die Weitergebung des Darlehns an Meyer in einem von ihm unterzeichneten Rundschreiben an die Mstalieder de» ZdL. vom 19. Dezember 1925 über die Angelegenhest nicht erwähnt." . Es wird dann festgestellt, daß Meyer einen Teil de« unrecht- mähig für Schulz erhobenen Goldes bis heute nicht zurückge- zahlt hat. Dar ein paar Tagen gab der Christliche Zentral» oerband der Landarbeiter bekannt, daß die Lb- geordneten Meyer und Behrens chre Dorstandsämter wieder angetreten haben, weil sich ibr Verhalten in der An- gelegenheit des für den Fememörder Schulz verwandten 5(XK)»Mark-Darlehens der Arbeitgeberoerbände als einwand- frei erwiesen habe. Selbst der volksparteiliche Abgeordnete E i ch h o f f nannte im Untersuchungsausschuß diesen Beschluß übereilt und bedauerte ihn, weil man erst hätte abwarten sollen, zu welchen Ergebnissen der Ausschuß kommen würde. Die in diesen Worten liegende Voraussicht, daß das Ergebnis des Ausschusses für die Abgeordneten Meyer und Behrens weit weniger ehrenvoll sein würde als die Erklärung ihres Verbandes, hat sich am Donnerstag erfüllt. Beachtenswert ist, daß die Feststellung des Ausschusses so gut wie ein- st i m m i g getroffen wurde gegen die einzige Stimme des kommunistischen Vertreters, dem die Feststellungen nicht weit Senug gingen, aber mit den Stimmen der vier »eutschnationalen. die damit diesem Votum gegen ihre Partei» und Fraltionskollegeu zugestimmt haben. Warschau— prag-tvien. TkrzynstyS Verträge mit Benesch. Prag, 15. April.(Eigener Drahtbericht.) Der polnisch« Außen- minister ist am Mittwoch abend nach einem zweitägigen Aufenthalt in Prag nach Wien weitergereist. Er hatte in der Hauptstadt der Tschechosiowäkei mit den verschiedensten politischen Persönlichkeiten Aussprachen über die verschiedensten Problem«. Das praktisch«,,.' Ergebnis der Reise ist ein Austausch-der Ratifikationsurkunden des tschechisch-polnischen Schiedsvertrages, sowie der Urkunden der zwischen Polen und der Tschechoslowakei abgeschlossenen Verträge über juristisch« und flnanzielle Fragen. Der Schiedsvertrag geHort in den Rahmen jener Verträge, die die. Tschechoslowakei zum Zwecke der Erledigung von Differenzen im Weg« der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit mst den europäische» Staaten abschließt. Der Vertrag über juristische und finanzielle Fragen, der am 20. April in Kraft tritt, klärt«ine Reihe bis jetzt strittiger Fragen und regelt verschiedene au, der Teilung des Teschener Gebiet» sich ergebende Rechtsfragen, sowie Fragen der Staatsbürgerschaft und de» Minderheiten. schütze». Vor der Abreise des polnischen Außenministers wurde außerdem ein poinisch-tschechisches Flugablommen unterzeich. net. DI« polnisch-tschechoslöwakischen Handelsvertragsver- Handlungen sollen soweit gediehen sein, daß der sofortig« Ab- schluß möglich Ist. Skrzynski in Wien. Am gestrigen Donnerstag ist Skrzynski in Wien»ingetroffen und dort um so freundlicher aufgenommen worden, als längst bekannt ist, daß Polen nicht beabsichtigt. Deutschösterreich di« Heimkehr ins Reich zu verwehren.— In Wien wird jetzt der Schiedsver- trog mst Polen unterzeichnet. Rußlanü annektiert. Polargebiete nördlich Sowjetruhland. Moskau. 15. April.(Meldung der Tslegrophen-Agentur der Sowjet-llnion.) Das Präsidium des ZeMralexekutiokomstees der Sowjetunion beschloß, alle bereits entdeckten Länder und Inseln, sowie Gebiete, die noch entdeckt werden und die Im Augenblick der Veröffentlichung diese» Dekrets keinen durch die Regierung der Sowjetunion anerkannten Bestandteil irgendwelcher ausländischer Staaten bilden, als sowjetrussische» Gebiet zu erklären. Dieser Beschluß bezieht sich aus Gebiete, die im nördlichen Eismeer nördlich der Küste der Sowjetunion b i s zum Nordpol liegen, und zwar innerhalb de» Meridians 32 Grad 4 Minuten 35 Sekunden östlicher Länge von Greenwlch, der an der Ostseite der Waida-Ducht entlang über Kap Kekurski verläuft. und des Meridians 1S8 Grad 49 Minuten 30 Sekunden westlicher Läng« von Greenwich der die Diomedes-Inseln Ratmanoff und Krusenstern in der Behringsstroße trennt. vie Kämpfe vor Peking. Ruckzug der Nationaltruppen. Peking, 15. April.(MTB.) Eine Brigade der Nationalarmee hat sich heut« nachmittag ergeben, nachdem di« Widerstandskrast der Verteidigung in der Gegend von Tungscho gebrochen war. Di« Nationaltruppen wandten sich in der Richtung auf Peking zur Flucht und kamen im Innern der Stadt demoralisiert an. Lutschunglin übergab hierauf Dengschihschen di« Kontrolle über die Stadt. Dieser setzt« den Führer der alliierten Truppen in einem Telegramm die Lage auseinander und erklärte, es fei uitter den gegebenen Verhältnissen zwecklos, die Stadt zu belogern. Da latervatlonole Kongreß für moralische Erziehuvg, der in Rom stattfinden sollt«: wurde bis auf weitere» vertagt. Massenprotest der Angestellten. Gegen den Raub der Sonntagsruhe. Ver Zentralverband der Ange st eilten hatte zu qestern abend nach dem Lehrervereinzhans eine öffentliche Der- fammlung einberufen, um gegen die beabsichtigte Beseitigung der Sonntagsruhe im chandelsgewerbe zu pro- testiere». Der große Saal des Lehrervereinshauses erwies sich als zu klein, um alle Erschienenen ausnehmen zu können, so daß leider viele wieder umkehren mußten. Genosfc Udo, Mitglied des Houptoorstairdes des ZdA., ging eingangs seines Referates kurz auf die«onntagsarbeit der Ange- stellten in der Vorkriegszeit ein, die erst durch Verordnung vom ö. Februar 1919 nach der Revolution vollständig beseitigt wurde. Der Gesetzgeber hatte unzweifelhaft die'Absicht, keine Aus- nahmen von der Sonntagsruhe zuzulassen. Die bayerische Regierung war aber, wie schon so oft, die erste, die sich durch ihre Verordnung vom 17. August 1921 über die reichsgesetz- tiche Verordnung der Sonntagsruhe hinwegsetzte und für Orte mit weniger als zehntausend Einwohner» für 24 Sonntage im Clahie«onntagsarbeit bis zu drei Stunden zuließ. Das Neichsarbcitsministerium hätte nun gegen Bayern energisch vorgehen müssen, es tat aber das Gegenteil und erließ streng vertrauliche Richtlinien, in denen l e g a l i- s i e r t wurde, was Bayern getan hatte. Nachdem nun in Bayern die Sonntagsruhe durchbrochen war. regte es sich auch in Württemberg mit dem Erfolg, daß auch für diesen Landesteil Ausnahmen in der Sonntagsruhe zugelassen wurden. Die Reichsregierung legte dem Sozialpolitischen Ausschuß des Reichswirtschaftsrates einen Gesetzentwurf vor, nach dem an 14 Sonntagen im Jahre die Geschäfte im ganzen Reiche drei bis vier Standen offen geholten werden könnten. Der Vertreter der Preußischen Regie- rung betonte damals, daß man damit eine Handhabe fchaifcn wolle, um gegen Bayern vorgehen zu können. Der bayerische Regierungs- Vertreter war aber gegenteiliger Auffasiung und vertrat die Ansicht, daß die Offenhaltung der Geschäfte an mir 11 Sonntagen im Jahre den Bedürfnissen der bayerischen Bevölkerung nicht genüge. Der Sozialpolitische Aasschuß lehnte mit Einschluß des bayerischen Vertreters den Gefetzentwurs a b. Nunmehr bereitet das Reichsarbeitsministerium ein Arbei- terschutzgesetz vor, das ebenfalls eine Durchlöcherung der Sonntagsruhe vorsieht. Der Wirtschaftlichen Verein!- gung scheint es aber daran gelegen zu sein, noch vor der Verab- schicdung dieses Gesetzes erhebliche Verschlechterungen in den Arbeitsbedingungen der Arbeiter und Angestellten des Handelsgcwerbes einzuführen. Sie hat unter dem 27. Januar d. I. ini Reichstage eine» Gesetzentwurf eingebracht, nach dem die Arbeiter und Angestellten des Handelsgewcrbcs an allen Sonn- tagen bis zu fünf Stunden beschäftigt werden können. Die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat daiaufhin einen Gegenantrag eingebracht, der die vollständige Sonntagsruhe für das gesamte Reich fordert. Ungeachtet der parlamentarischen Erledigung dieser An- träoe gilt es aber, daß die Angestellten endlich die Gefahr erkennen, die ihnen droht, und sich in dem sreigewerkschaft- tlchen Zentrolverband der Angestellten zusammenschließen. Nur durch den festen gewerkschaftlichen Zusammenschluß allar An- gestellte» wird es möglich sein, das sich immer frecher gebärende Unternehmertum in die Schranken zu weisen.(Lebhafter Beifall.) Nach einer sehr regen Diskussion, in der die Ausführungen des Referenten unterstrichen wurden, fand folgende Entschließung ein- st i m-n sg e Annahme: Der von der Wirtschaftlichen Bereinigung im Reichstag ein- gebrachte Antrag auf Abschaffung der Sonntagsruhe ist eine Provokation sämtlicher Angestellten, insbesondere der im Handelsgewtrbe beschäftigten. Auch das im Reichsarbeitsministerium vorbereitete Arbeitsschutzgesetz bedroht die sozialen Rechte derAnge st eilten und erregt berech- tigtes Mißtrauen gegen den„Schutz der Arbeit", wie ihn das Reichsarbeitsministerium aufsaßt. Gegenüber diesen Angriffen seitens Arbeitgebertum und Regierung werden die Angestellten sich zu schützen wissen durch erhöhte Wachsamkeit und Kampfbereit- schaft. Die Angestellten haben erkannt, daß eine wirksame Abwehr des Angriffes auf die Sonntagsruhe nur durch solidarischen Zu- sammenschluß im freigewerkschaftlichcn Zentralvcrband der Ange- stellten gewährleistet ist..„ �.. Die heute von den kaufmännischen Angestellten Berlins erneut erhobene Forderung auf unbedingte Ausrechterhaltung der Sonntagsruhe bedeutet neben der Forderung des Acht- stundentags den selbstverständlichen Anspruch der Angestellten auf Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben der Gegenwart. Eine aufgeklärte Angestelltenschast kann und will auf diesen Anspruch nicht verzichten. Hinreichende Freizeit ist die erste Grundlage sozialen Fortschritts. Im Interesse der Volksgcsundheit. der beruflichen Ertüchtigung und des kulturellen Aufbaus fordern die Angestellten: Aorf mit jeder Sonntagearbeit! Alle Kraft für völlige Sonntagsruhe! verbanöstag der Sattler. Hamburg, 15. April.(Eigener Drahtbericht.) In der nicht öffentlichen Sitzung des 3. Lerbandstages der Sattler und Tapezierer wurde zu den bevorstehenden Tarifbcwcgungen Stellung genommen, die u. a. den Ausbau von Bezirkstariscn sowie eines Reich smanteltarifs fordern. Werk- und Be- triebsgemeinfchaften werden abqelehnt. Auch soll auf die Bildung von S ch l i ch t u n g s i n st a n z c n und T a r i f ä m t e r hingewirkt werden.„ Am vierten Verhandlungstag sprach der Vertreter des ADGB. S p l i e d t über die Sozialpolitik und wirtschafts- politische Tätigkeit des ADGB. Der interessante Vor- trog fand allgemeinen Beifall. Mit großer Mehrheit wurde dann einem Antrag zugestimmt, der zum Ausdruck bringt, daß der Ver- bandstag sich mit der Tätigkeit des ADGB. auf dem Gebiete der Wirtschafts- und Sozialpolitik einverstanden erklärt und sich die Ausführungen des Referenten zu eigen macht. Anschließend wurde in die Statutenberatung sowie in die Beratung der vorliegenden Anträge eingetreten. Nach längerer Aussprache wurde u. a. eine Erhöhung der Bei- träge entsprechend den Vorschlägen der Statutenbcratungs- kommission beschlossen. Die Beiträge bewegen sich zwischen 25 Pf. und 1,20 Mk. pro Woche für einen Stundenoerdienst von 25 bis 90 Pf. Entsprechend der Erhöhung der Beiträge wurde auch eine Erhöhung der Unterstützungssätze durchgeführt. Die Einführung einer Kurzarbeiter- und Umzugsunterstützung wurde abgelehnt. Die Streikunter st ützung wurde nach der Vorlage des Verbandsvorstandes angenommen. Die neuen Beiträge sollen mit dem 15. Mai. die neuen Unterstützungssätze mit dem IS. November in Kraft gesetzt werden. Eine heftige Debatte entwickelte sich, als die vorgeschlagenen organisatorischen Aenderungen der Verbands- l e i't u n g beraten wurden, nach deren Annahinc der kommunistisch eingestellle Verbandsausschuß als erledigt gelten muß. Die kommunistischen Delegierten aus Offenboch wehrten sich mit aller Entschiedenheit gegen diese Aenderung. Sie erklärten, daß das ein Sonderrecht gegen Kommunisten sei. Sowohl vom Verbandsvorstand als auch von einigen anderen Rednern wurde zum Ausdruck gebracht, daß davon nichl die Rede fein könne, daß vielmehr durch diese Aenderung das demokratische Prinzip in der Organisation mehr zum Durchbruch kommen soll. Demgemäß wurde sodann beschlossen, daß die Verbandsleitung sich aus dem geschäftsführenden H a u p t v o r- stand und dem erweiterten Vorstand zusammensetzt. Der geschäftssührende Vorstand zählt 8 Mitglieder, von denen die Beisitzer durch die Berliner Verwaltungsstelle gestellt werden. Der erweiterte Vorstand wird durch II r w a h l e n in den ein- zelnen Gauen gewählt. Er besteht aus 9 Mitgliedern, so daß die GesaiNtoerbandslcitung aus 17 Mitgliedern zusammengesetzt ist. Damit ist der bisher bestehende Ausschuß, der seinen Sitz in Offen- dach hatte, fortgefallen. Die Rechte des früheren Ausschusses gehen an den erweiterten Vorstand über. Dann wurde die Neuwahl des Verbandsoor- st a n d« s vorgenommen. Mit großer Mehrheit und gegen die Stimmen der kommunistischen Delegierten wurden die bisherigen Mitglieder des Verbandsvorstandes wiedergewählt und serner als Beisitzer die von den Berliner Delegierten vorgeschlagenen Kandidaten. Damit war der Verbandstag am Schluß seiner Tagung angelangt._ öalüwin geeist in den Sergbaukonflikt ein. Smith und Cook nach Brüssel abgereist. London. 13. April.(Eigener Drahtbericht.) Der englische Mini« sterprästdent Baldwin hat am Donnerstag in die Kohlenkrisx ein- gegriffen. Seine erste Besprechung mit den Bergarbeitern hatte zu- nächst jedoch nur rein informatorischen Charakter. Die Bergarbeiter- sührer haben bei dieser Gelegenheit die Situatton dahingehend cha- rakterisiert, daß nach ihrer Ausfassung die Verhandlungen auf einen toten Punkt angelangt sind. Als einziges neues Mo- ment ist festzustellen, daß der Ministerpräsident in Uebereinstimmung mit dem Bericht der Kohlenkommission sich gegen die Forde- rungen der Unternehmer noch bezirksweiser Regelung der Löhne der Bergarbeiter entschieden zu haben scheint. Wenn auch diese Frage gegenwärtig im Vordergrund steht, so ist doch nach übereinstimmender Auffassung die ernsteste Schwierigkeit weder in dieser Frage, noch in der über die Arbeitszcitregelung, sondern in den Meinungsverschiedenheiten über die zukünftige Lohn- höhe zu erwarten. Als Ergebnis der Bemühungen der Regierung dürfte eine neue Zusammenkunft zwischen den Unternehmern und den Bergarbeitern am kommenden Dienstag oder Mittwoch statt- finden. Die Unternehmer haben am Donnerstag die Anweisungen auf Ablauf des gegenseitigen Lohnabkommens zum 1. Mai in die Bergbaubezirke oerjandt. Da sich nach der Unterredung mit Baldwin gezeigt hatte, daß bis nächsten Dienstag keine weitere Entwicklung in der Kohlensragc in London zu erwarten ist, haben der Sekretär der Bergarbeiter Cook und der Vorsitzende des Bcrgarbeitcrverbairdes Smith am Donnerstag nachmittag London verlassen, um an den Besprechungen der Internationale der Bergarbeiter in Brüssel teilzunehmen. Tie Bergarbeiterinternationale berät. Brüssel, 15. April.(Eigener Drahtbericht.) Das Internationale Bergarbeiter-Komitee setzte am Dannerstag seine Beratungen fort. Bon den Engländern waren inzwischen der Kassierer des englischen Bergarbeiterverbandes R i ch a r d s o n eingetroffen, der über die Lage in England einen ausführlichen Bericht erstattete. Die fach- lichcn Beratungen über die durch die Internationale zu leistende U» t e r st ü tz u"n g s a k t i o n wurden bis Freitag ausgesetzt, da die englischen Delegierten bestimmt am Donnerstag abend ankommen. (Gewerkschaftliches flehe auch 2. Beilage.) Sifrflit'mort'irfi fflt Politik: Stufio-b Pcrnfkin: Wirtschaft: A-tur Satfrnn»; Vewrrlschoftobctvcauna: 3. Stein»; lscuilleton:#. 6. Lösch»: Sofalc« uno(ccnnioc» Kr:» RatHäbl; Piuciacn; Td«Stocke: sämtlich in Kerlin. Berlaa: Borwärts-Berlaand 2.60 Sonder-Mischung pm 3 00 Olympia-Mischung pul 3.40 Globus-Mischung P d 3.80 Residenz Misch. Pfund 4.20 Elite-Mischung. Pfund 4.60 Zitronen du»*. 35 p*. Apfelsinen ots o.j». o.« 0.38 Blut-Orangen oÄ» 0.55 Kaliforn. Aepfel Pfd. 0.45 Kiste ca. 4S Pfund brutto 15,75 Eß-u. Kochäpfel Pfund 0.20 Ananas trisdies.. pumd 0.95 Bücklinge jä groÖG, Piund �r* Seelachs �-,�0.45 Flundern~rÄd 0.38 Sprotten«uie.. Pfund 0.52 VollbQcklinge feine, pm. 0.58 AalegcrJuch.,pid.2.45 Bd. 0.80 Dän.Taffelbuller4M Pfund 2.06 o. I 98 Naturbutter'jpm.-Paket 0.90 Molkereibutter prd-pak 0.95 Margarine.... Pfund 0.56 Kokosfett 1 Plund-Tafel 0.68 Kuchen (Sfreuirl), Stflck P»- Bienenstich... stuck 0.45 Brezeln..... stuck 0.50 Mandelkränze. stuck 0.50 Bismarckkränze suick 0.50 > Apfelstrudel... stuck 0.50 Mohnstangen.. stück 0.50 Haushalt-Artikel Weide Wacliskeritseife sl 0.23 Obcrtcmieeife"S)�0r- 0.25 PilBeeiselfc 0.55 lermelfe 0.50 Kernseife m,«a er., stock 0.33 Elaletelfe Dote c. z ptd 0.90 Sllbersiife Dom ca. z m 0.90 Netz-Wischtücher Ordne Seife dom ca. z pw. 0.80 FelnSOlla. Z-Ptund-Paket 0,13 Hoffnunn-Stdrke J'TpId. 0.30 BabRermassi �0.50 �,0.90 Slalllspäne Paket ca. 2tO Gr. 0,30 Blitzblank"3 Ä 0,25 ZlndMIzer...... Paket 0.18 «•tan«« Vorrail Stadt 20 PL Bosn. Pflaumen p«— 32«. Frisches Fleisch e n Iß U/nl�onnrinft Pc.nrt N"» chW M chW** W 4� S* Reis Bruch..... Pfund 0 18 Weizenmehl... Pfund 0.22 Haferflocken.. Pfund 0.24 Weizengrieß Hartgrieß .Piund 0.27 .. Pfund 0.30 Schnitt-Nudeln 0.38 Schokolade 200 or.-Tatei 0.45 Teegebäck.... Pfund 1.40 Sandgebäck....Pfund 1.00 Oominosteine?etü»t.Pick. 1.40 MON DAN! i 0.33 BackpulverBii. 0.08 Puddingpulver Paket 0.08 u. 0.12 Soßenpulver p-ket 0.07 Feinkost-Pudding Schachtel 0.25 Vanille-Zucker p-ket 0.06 Konserven Dom Dom Vi junger Spinat...... 0.45 Pflaumen ohne steine.. 0.75 Karotten � 24 0.35 Preiselbeeren...... 0.75 Stangen-Brechbohnen 0.65 Mirabellen......... 1.10 Sellerie in Scheiben 0.58 Reineclauden....... 1.10 Junge Erbsen miticiiein 0.75 Apfelmus-.. 4 ptund-DoM|.|0 lein. Vi Dose 1.05 sehr ieln 1.45 Oelsardinen. XIuhdoM 0.45 Gemischtes Gemüse Rindfleisch fm ebenen San 1.20 mltlellein 0.95 fein 1.20 GulaSCh 0.63 �"»TÄTsd 2.90 Apfel-Gelee. pVbJkwÜU. 2.50 Konfitüren 0%;........ 95 n. 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Schweinebauch. nw-d Im Liesen«ous- belucher und de» Personal».— Die Kommunisten hatten beantragt, den Erwerbslosen Schulräume zu Versammlungen un» entgeltlich zu überlassen. 5m Namen der sozialdemo- kratischen Fraktion sprach Genosse Kayser. Er betont,, daß die Vozialdemo traten die Gewerkschaften als die berusenea Vertreter der Erwerbslosen betrachten und daß deshalb unsere Fraktion den Zusatzantrag stelle, daß die Anträge auf kostenlose Ueberlassung der Schulräume von den Gewerkschaften ausgehen müßten, wenn sie Berücksichtigung finden sollen Der Redner der K o in m u n i st e n entdeckt«,„daß die Sozialdemokraten die Gewerkschaften als Vertreter der Erwerbs- losen betrachten". Unser Genosse Heitmann sagte dem kommuni- stischen Neuling auf gewerkschaftlichem Gebiet, daß die Sozialdemo. kratie grundsätzlich aus dem erwähnten Standpunkt stehe und nicht davon abzugehen gedenke. Die kommunistischen„Erwerbs- loseufreunde" brachten es fertig, mit den Deutschnationalen gemeinsam für eine nochmalige Rückoerwelsung an den Ausschuß zu stimmen, d. h. die Sache zu verschleppen. Erst unsere Frok- tion ermöglichte durch ihre Zustimmung zu dem Antrag die schnelle Erledigung. Der Erwerbslosenausschuß hatte der Versammlung empfohlen, zu beschließen, die Bezlrtswohlsahrtsämter anzuweisen. b_en Erwerbslosen, die länger ol» 1Z Wochen arbeitslos sind, Sonderbeihilfen zu gewähren, um Ihre Existenzmöglich- keit zu sichern. Ebenso sollte die Versammlung beschließen, daß der Magistrat beim Reichsarbeitsministerium vorstellig werden soll, um zu erreichen, daß den arbeitslos gewordenen Kriegsopfern nicht mehr die Renten auf die Erwerbslosenunterstützung angerechnet werden. Die Aussprache darüber war sehr lebhaft, namentlich, als die Deutschnationalen. ihren Renommlerarbeiter vorschickten. der von den Komnninistcn mit Zurufen reichlich bedacht wurde. Genosse Urich sagte den Herrschasten von rechts und link» einige bittere Wahrheiten. Er hielt Ihnen vor. daß sie überall da ver- sagen, wo den Erwerbslosen wirklich geholfen werden kann. Sie dekümmern sich nur erst dann um die Erwerbslosen, wenn sie deren Rot agitatorisch ausnutzen können. Auch die Erwerbslosen werden da» noch erkennen. Sie werden aber auch erkennen und haben schon gemerkt, daß die sozialdemo- kratlsche Fraktion wirklich mit großem Ernst überall da zu finden ist, wo den Erwerbslosen wirklich geholfen werden kann. Genosse Urich stellte ausdrücklich fest, daß die Kommunisten ihren Antrag wegen der Aenderung der Eni» lafsungspapiere der am Streit beteiligten Notstandsarbeiter in den R e h b« r g e n im Ausschuß zurückgezogen haben, weil sie .in direkten Berhandlungen mit dem Bezirksamt Wedding zu einem befriedigenden Ergebnis gekommen seien". Urich machte diese Fest» stellung deshalb, weil die Kommunisten mit dieser Angelegenheit immer noch aus den Dummenfang gehen. Als Vorsitzender des Erwerbslosenausschusses und Berichterstatter erklärte Genosse heil- mann im Schlußwort, daß, entgegen den Plenarverhandlungen, die Lusschiißsstznngen immer sachlich verlausen! er bot um An- nahm« der Aiisschußempsehlunqen'. was denn auch geschah. An den Magistrat wurde in der Erwcrbslosenangeleaenheit ferner noch da» Ersuchen gerichtet, die Bezirksämter anzuweisen, auch den unver- heirateten Erwerbslosen M i e t b e i h i l s« n zu g e- währen._ Gin kommunistisches Manöver! Don der Zentrolkommlsston für Arbeitersport und Körperpflege wird un» geschrieben: Die ZK. hat ihren Berbänden empfahlen, sich an der Aeichsgesundheitswoch« in würdiger Form zu beteiligen unter Beobachtung der für das Zu. sammemvirken mit bürgerlichen Verbänden bestehenden Richtlinien. Di« verbände haben in diesem Sinn« gehandelt. Eine Ausnahme davon macht wieder einmal der Berliner Kartelloerbond, der unter kommunistischem Einfluß steht. Er hat den kindlich anmuten» den Einfall, gehabt, die Gewerkschaften, die Sozialdemokratisch« Par. tei und einige andere zu den Kommunisten im Gegensatz stehend« Or- ganisationen in seine Gefolgschaft bringen zu wollen, um sie für eine kommunistische Gegendemonstration zu miß. brauchen. Dabei mußt« man vorher wisien, daß die genannten Or- Sanisationen es ablehnen würden, sich mißbrauchen zu lassen. Es at den Anschein, oi» ob die Einladung nur aus dem Grunde erfolgt sei, um sich für die Heranziehung der kommunistischen Organisationen einen Freibrief zu verschassen. Jedenfalls hat die Zentrolkommlssion nicht nur nichts mit dielen Machenschaften zu tun, sondern sie w o r n t ausdrücklich ihre Aichänger, sich an diesem Mißbrauch der Reichsgesundheitvwoche zu beteiligen. Unterredung mit Gevatter Storch. Berlin ist Heil widerfahren, und zwar gleich an zwei Stellen. In Charlottenburg, auf dem Dachfirst des Hause» Kaiserdamm 20, ließ sich an einem dieser schönen Abende«in Storch zur Ruhe nieder und verweilte noch dort, als die übermüdeten Besucher des Sechs» tagerennens den anderen Morgen um sechs der Untergrundbahn zu- strebten. Die ganz« Nacht stand er aus einem Bein und erst bei der ausgehenden Sonne machte er große Morgentoilette. Der zweite Storch stolzierte am Morgen auf der Spielwiese des Schillerparks im Berliner Norden gravitätisch einher. Ein Anblick, der die mor- gens zur Arbeit gehenden Männer und Jünglinge mit Staunen und — heiligem Schrecken erfüllte. Nach einigen Bemühungen gelang es. ein« Unterredung mit Ge» vatter Storch zu erhalten, der mit lebhaftem Klappern feinen Ein- druck über die Steinwüste Berlin mitteilte. Di« dringende Bitte, doch mit auf die Redaktion zu kommen, lehnte er leider ab. Er müsse sofort vcn diesen froschlosen Wiesen abreisen, die Verpflegung hapere sehr, auch sei er kein Redaktionsmaitäfer. Bei der furchtbaren Woh- nungsnot könne er es dazu nicht verantworten, die Gemüter noch mehr mit Zukunftssorgen zu erfüllen. Auch habe sein Kollege vom Kotserdamm bereits rechtliche Schwierigkeilen mit dem Wohnungsamt gehabt, denn bei den Einzimmerwohnungen, und wenn, sie noch so hoch lägen, kämm gleich die behördlichen Schwierigkeiten, sie seien noch nicht eingetragen und zu beschlognahmefreien Wohnungen gc. höre«in Schiebereinkommen...Es muh nrch vieles besser werden," klapperte er,.bis Ich mich hier als heiliger Bogel fühlen kann." Aus tlf Frage, wohin die Reis« ginge, bemerkte er:.Nach Mecklenburg!" Aus die leise Andeutung, ob er sich vielleicht al» schwarzwelßroter Vogel dort wohler sühle, bemerkte er, daß er international sei und da» Kleid nicht die Gesinnung mache. Di« Augren der.Deutschen Ztg." hätten ihn umsonst mit Fröschen aus dem schwerindustriellen Sumps zu kapern gesucht: er klappere daraus. Leider lieh er sich nicht länger im Gespräch festhalten, er stolzierte noch einmal auf und ob. hüpfte aus einem Bein und segelte dann elegant in die Luft. Den guten Reisewunsch beantwortete er noch, einen Krei» über die Tautsch« Kolonie am Schillerpark ziehend, mit der lauten Mahnung: Baut Wohnungenl Baut Taut! Baut Taut! Auch der andere Storch hat Berlin verlassen, so daß der ominös« Storchenbesuch leider nur eine schöne Episode geblieben ist. Heinrich Stlarz in Gewahrsam genommen. Seit mehreren Wochen wird bekanntlich vor dem großen Schössengericht Berlin-Mitte in der Sache Heinrich Sklarz verhandelt. Die lang« Verhandlungsdauer, die nicht zuletzt durch die Winkelzüge des Angeklagten, der ein schwerer Psychopath Ist, selbst verursacht wurde, hat ihn sehr mitgenommen. Er erlitt vor einigen Tagen»inen Nervenzusammenbruch, der die Beendigung der Verhandlung in Frage stellt. Ind.e» steht in wenigen Tagen der Schluß der Beweisaufnahme bevor. Sklarz erklärte aber, daß er vcrhandlungsunsähig sei. Da» Gericht berief deehald zur gestrigen Sitzung ein Konzilium von sechs Aerzten. Während fünf der Sach- verständigen sich für die Verhandlungeunfähigkeit Sklarz aus» sprachen, erklärte ihn Prof. Dr. Seele rt für verhandlungsfähig. Das Gericht machte sich die letzter« Ansicht zu eigen und beschloß. den Angeklagten zur unbehinderter Fortführung der Perhandlung in Gewahrsam zu nehmen. In der Begründung führte der vor- sitzende, Arnlsgerxinsrat K e ß» c r aus, daß die aus dem Angeklagten lastende seelische Depression nicht zuletzt durch seine eigene un- [achgemäße Lebensweise herbeigeführt worden sei. 5n er Zwilhastzelle de» Untersuchungsgefängnisses würde ihm die Mög, lichkeit geboten werden, unter ärztlicher Ueberwachuna«ine svch- gemäße Lebenswelse zu führen. Al» Protest gegen diesen Beschluß de» Gericht» legte darauf Sklarz's Verteilnger Rechtsanwalt Dr. Luliusburger die Verteidigung nieder. Ganz unabhängig von der Persönlichkeit des Herrn Sklarz wäre zu dem Beschluß des Gerichts folgende» zu sagen: Pom rechtlichen Stand» vunkte au», ist die persönlich« Freiheit auch eine» Angeklagten ein derart kostbares und durch die Reichsverfassung gewährleistete» Gütz daß die Freiheitsberaubung, die vom§ 230 StPO. für ähnliche Fälle vorgesehen wird, nur als äußerstes Mittel angewandt werden darf. Ob dieser äußerste Fall hier vorliegt, erscheint zwelfelhafti Aber auch psychologisch unhalkdar erscheint die Maßreoel. Der geringe Appetit und die Echlaslostgkeit de» Angeklagten sind wohl nichts anderes gls Folgeerscheinungen der durch die Gcrichtsver- Zamile unter den Zedern. Ilj von yenrl Vordeavx. (Berechtigte Uebersetzung von 2. Kund«.) Die ganze Volksmasse hatte die Teppiche verlassen und bildete eine weite Runde rings um die Tänzer. Nur die Gruppe des Moslems beendete in Ruhe ihr Mahl, als wäre ihr unsere Feier ganz gleichgültig. Da bemerkte ich. daß Butros einen Plan verfolgte. Er hatte sich gestellt, als lächle er über die Beachtung, die seine Schwester dem violetten Kavalier zuteil werden ließ: aber in seinem Stolze verletzt, hatte er sich eine Rache ausaesonnen, und ich sah sie kommen, diese Rache. Mit einer Sicherheit ohnegleichen führte er den Tanz genau der Stelle zu, wo die Beia und 8ltka und ihr Gefolge saßen. Die Langsamkeit des Marsche», das scheinbare Zurückweichen bei jedem Schritt tonnte irreführen: Der Tanz avancierte trotzdem. Bald muhte Butro» al» erster auf den Teppich und die Speiseplatte treten. Wirrwarr in die Gruppe bringen. Und er verfolgte seinen Plan mit ver- bluffender Keckheit. Cr tat, als gäbe er sich seiner Inspiration hin und vergäße die Erde. Seine Augen verloren sich in den hohen Zweigen der alten Stämme. Ich und noch ein anderer hatten ihn verstanden. Während der rote Kavalier die Brauen runzelte, und in heftigen Zorn auszubrechen drohte, denn Butros Fuß mußt«, wenn er sich nicht entfernte, die Früchte seines Desserts zer- stampfen, sprang der violette Kavalier, nachdem er den Blick Pamilcs noch einmal gesucht hatte, ohne Hilfe der Hände empor und gab ruhig seinen Dienern den Befehl, die Teppiche und Körbe aufzuheben. Um Raum zu lassen, wich er dann einige Schritte zurück, wie wenn er an unseren Spielen Anteil nähme und sich mit uns vergnüge. Sein Gefährte, den diese Schwarbe empörte, wagte trotzdem nicht, ihm Dorbaltungen zu machen. Ich wandte mich nach meiner Verlobten um: auch ste hatte sich Rechenschaft über die Gefahr gegeben und ich glaubte am Rand ihrer schmalen Lippen«in rasch unter- drücktes Lächeln des Dankes wahrzunehmen. Butros. der nach seiner Berechnung sein Ziel erreicht zu hasten wähnte, war überrascht, daß er nur aus Rasen trat: er ließ sich herbei, niederzublicken. Er war von dem nur allzu leicht errungenen Siege so enttäuscht, daß er den„dabte" jäh abbrechen ließ. Man glaubte ihn müde. ihn. der die Ermüdung nicht kannte. Er hatte mit dem Stolz der Beis von Atta gerechnet, denn er wollte«inen Streit berauf- beschwören. War das Terrain nicht gut gewählt? Konnte I es gebilligt werden, daß Fremdling« das Fest unter den Zedern störten? Er hatte die öffentliche Meinung für sich und durfte ungestraft ihren Zorn entfesseln. Run aber hatte die Feigheit des Erbfeindes die Gelegenheit zunichte gemacht. Dieses plötzliche Abbrechen des Tanzes verriet außerdem deutlich feine Absicht und der Schelk Raschid-el-Hame. sein Vater, der Zurückhaltung anbefohlen hatte, würde es nicht ruhig hinnehmen, daß man seinem Gedeih zuwiderhandelte. Da rettete Tamile diese peinliche Situation. Sie sprang in den leeren, von den jungen Männern verlassenen Raum. Diese hatten sich ärgerlich und grollend entfernt, weil sie die Derstimmung ihres Führers nicht ver- standen. Sie gab den Musikern ein Zeichen, lächelte ihnen zu und begann nach ihrer schwermütigen und eintömgen Kantilene zu tanzen. Sie haben ein junges Mädchen in Bescherre tanzen sehen und Ihre Ucberraschung nicht ver- schwiegen, weil ich Ihnen sagte, daß sie nicht würdig sei. 'Zamiles Magd zu heißen. Das war aber trotzdem die Wahrheit. Wer nicht gesehen hat. wie sie an jenem Tage unter den Zedern tanzte, kann das nicht verstehen. Ihr Bild leuchtet noch in meinen alt gewordenen Augen. Sehen Sie sie nicht darin? Dann sollen meine Worte versucyen. sie Ihnen zu zeigen. Zu dem langsamen Rhythmus präludierte sie ent- sprechend. Die Schritte, die sie aussührte. glichen denen des „dabke", nur streift« sie kaum den Rasen und beschädigte ihn nicht: so leicht war sie und schnellte in die Hähe. ohne sich von der Erde abzustoßen. Sie tanzte nicht, wie es üblich war, sie schien nur einer inneren Kaden.) zu folgen, welche ihr Gesetze vorschrieb. Während des Laufens lösten sich die Aermel ihrer flatternden Tunika und zeigten die weißen, bloßen Arm«, deren Schnee mir hätte gehören sollen; sie streckken sich bald gegen die Erde, als wollten sie alle Blumen zu ihr rufen, bald erhoben sie sich über ih�en Kopf und machten die Taille schmal, wie die einer Amphora. Zuweilen flirrte ein Sonnenstrahl durch die Zweige, erhaschte sie und drückte ihr seine Lichtküsse ans. Ihr rechtes Handgelenk um- spannte das goldene Armband, das Ich ihr bei unserer Ver- lobung gegeben hatte. Und auf der Stirn trug sie auch den Goldreif, der ihre Haare über den Wurzeln fesselte. Die in langen Zöpfen zusammengehaltene Haarflut flog auf, so daß die Goldzschinen gegeneinander stießen und mit ihrem Ee- klinget den Triumphmarsch begleiteten. Ihr« Züge spannten sich: die physische und geistige Anstrengung machten sie hart, aber der Ambrateint verwandelte sich zu einer Patina von rotem Gold, wie sie der Abend den Steinen Baalbeks verleiht. Die leidenschaftlich erregten Augen hafteten an keinem Objekt; sie folgten einem unbekmmten Traum. Nach und nach aber nahm der Tanz an Geschwindigkeit zu. Sie bewegte sich in Drehungen und Balten so blitzschnell und sicher, daß sie an Seeoögel im Sturm erinnerte. Dann unter« brach sie unvermittelt ihren wilden Laus wie unsere arabischen Rosse, deren Galopp ein leiser Druck der Hand anhält; regungslos stand sie da und es schien, als schwebe st« über der Erde; so gestreckt war ihr Leib und so gestrafft ihre Beine. Ich erinnerte mich, daß nach der Bibel— aus welcher wir einige Bruchstücke in de? Schule zu Antura auswendig lernten— Absalom, König Davids Sohn, auf der Flucht vor seinem Later schwebend hängen blieb am Zweig eines Baumes, wo Ihn Ioab, der ihn verfolgte, mit drei Pfeilen durchbohrte. Tamile, dle sich in die Luft im Schatten einer der größten Zedern reckte— ihr aufgelöstes Haar war von königlichem Diadem gekrönt— erschien in dieser Der- sammlung von Zeugen fernster Vergangenheit wie da« Symbol der Jugend, der Schönheit und der Liebe. Und in einer seltsamen Ideenverbinduna schien sie mir jenem Absalom zu gleichen, der das Entsetzen vor dem nahen Tode empfindet. Haben wir nicht Bisionen aus der Ferne und konnte ich damals ahnen, daß der Ort ihres Triumphes eines Tages auch der ihrer Qual sein wird? Die Zuschauer tiberschütteten sie mit reichem Beifall. Sie «Igte sich unempfindlich dafür und man hätte sie für ein ~esen überirdischer Art halten können, wenn nicht Schweiß- tropfen aus ihrem Fleisch pertten und ihre Schläfen benetzten. gleich Rinnsalen, welche die Schneeschmelze sprudeln machst Dieser Schweiß, der ihre Ermattung kunogab. rührte mich. stimmte mich weich. Ich hätte gewünscht, daß sie mir er- laubte. ihn abzutrocknen. Um sie zu beglückwünschen, nähert« ich mich ihr. Sie sah zu dem violetten Kavalier hinüber: vielleicht drückte er ihr leise seine Huldigung für den Tanz aus. Da wandte ich mich sofort von ihr ab. Aber zu meiner qroßen Verwunderung schritt Ihr Bater auf die Beis von Akka zu und bewillkommnete sie mit der Höflichkeit eines Grandseigneurs. Ohne Zweifel wollt« er mit orientalischer Diplomatie— wir verstehen es, unsere» Feinden freundliche Mienen zu zeigen— den schlechten Eindruck verwischen, welchen Butros Drohung hervorgerufen hatte. Omar-Bei-el-Hussein empfing ihn liebenswürdig, um nicht zu sagen, unterwürfig: aber ich habe mir nach der furchtbaren Tragödie, die ich durchlebte, seit langem ge- schworen, gerecht zu sein. ?'Fortsetzung folgt.) Handlung bedingten Nervenanspannung. Sollte etwa beabsichtigt sein. im Unteefuchungsgcsangniz»ine künstliche Ernährung und«ine gewaltsame Zuführung von Schlotmittcln vorzunehmen? Gewöhnlich beschließt das Gcrichl bei einer langen Dauer des Prozesses zwecks Verhütung eines Nervenzusammenbruchs des Angeklagten 5)aftent- lassung. Haft als Mittel gegen einen Ziilammenbruch� ist doch etwas Neues und vielleicht Niedagewesenes. Es steht zu befürchten, das; durch die Massnahme des Gerichts das Gegenteil dessen erzielt wird, als bezweckt wurde. Der Wunsch des Gerichts, die langwierige und kostspielige Verhandlung zu Endo zu führen, in ollen Ehren. Trotz- dem erscheint die Massnahme doch mehr als bedenklich. Verzweiflungstat einer Mutter. Ml Ihren vier Kindern in den lad gegongen. .~ I» ihrer Wohnung in der liauptstraße ISS in Schöneberg wurde gestern mittag die-töjährige Ehefrau Eise Engel geb. Düirzel in ihrer im Ouergebäude gelegenen Wohnung zusammen mit ihren vier Kindern Georg, Fredi, ch c r m a n n und Edith, die im Alter von 15, 14, 11 und 10 Jahren standen, durch Leuchtgas vergiftet bewußtlos ausgesurtdcn. Der Arzt der Rettungsstelle konnte bei allen fünf Personen nur noch den Tod feststellen. Das Motiv zur Tat ist nach den Ermittlungen der Polizei in Nahrungssorgen zu suchen. Frau Engel betrieb mit ihrem Manne zusammen vor dem Kriege ein gutgehendes Friseurgeschast, dos oerkaust werden mußte, als der Mann zum Heeresdienst eingezogen wurde. Die Frau bezog mit ihren vier unmündigen Kindern in der Hauptstrahe die aus Stube und Küche bestehende Behausung und hatte Mühe, sich und die Kinder zu ernähren. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden noch grösser, als der Mann arbeitsunfähig aus dem Kriege zurückkam und dauernd im Siechenhaus in Buch untergebracht werden musste. Als man gestern gegen l Uhr durch den starken Gasgeruch auf die Wohnunq der Frau aufmerksam wurde und Be- omte des 172. Reviers sich Zutritt verschafften, fand man die Mutter auf dem Ruhebetss drei der Kinder in den Betten und den ältesten Knaben auf dem Fußboden liegend bereits tot auf. Allem Anschein nach ist der Tod schon während der Nacht eingetreten. In einem binterlassenen Briefe teilte Frau Engel mit, daß ihre Kinder im Waisenhaus keine Ausnahme finden könnten, dass sie selbst trotz aller Bemühungen nicht imstande sei. alle zu ernähren und dass sie deshalb mit ihnen in den Tod gehe. Auch an ihren Vater sandte sie eine Postkarte, durch die sie ihn von ihrem ocrzwciselien Entschluß in Kenntnis setzte. Die Leichen der Fron und der Kinder wurden beschlagnahmt und. nach dem Schouhause gebracht. �ttflizirrtum uaü Wieüeraufnahmeverfahre«. Skatk ll Jahre Zuchthaus— 6 Jahre. Vor dein Landgericht l stand gestern ein Mensch, der bereits länger als fünf Jahre im Zuchthaus stgt. Man las dies aus seinem Gesicht. Ein wenig ungewohnt schienen ihm die vielen fremden Menschen und dieser Saal, in dem er vor fünf Iahren den Richter- spruch entgegennahm, der ihn zu 11 Jähren Zuchthaus verdammte. Er hatte das Wiederaufnahmeverfahren zur Herabsetzung der Strafe' beantragt und diesem Verlangen wurde stattgegeben. Ein seltener Fall, dem folgende Geschichte zugrunde lag: Än 7. März 192Z wurde der Verwalter eines Geschäftshauses an der Mexandcrstrasse durch Hilieruse aus dem Schlaf geweckt. Er fand den käjährigen Wächter gefesselt und mit einer Strippe an das Geländer der Treppe gebunden. Der aite Manu erzählis, daß er von sieben Einbrechern überfallen worden sei, daß diese ihn darauf gefesselt und betäubt hätten. Unweit von ihm fand man sein Taschen- tuch und ein leeres Fläschcheiv-das nach Ehlorosorm roch. Die .»iscrnen Türen, die in die Geschäftsräume führten, waren g«östnet-, �die Kassen darin erbrochen. Die Einbrecher hatten Ware im Werte von 120 000 M. erbeutet. Der Wächter verlor kurz nachdem er von dem nächtlichen Ereignis erzahlt hatte, die Besinnung und o e r» schied bald daraus im Krankenhaus. Die Obduktion ergab, daß er an einem S ch l a g a n f a l l gestorben sei. Der Arzt gab sein Gut- achten dahin ab, daß der Tod des alten Mannes durch den Schreck verursacht sei. Die Diebe, mit Ausnahme eines einzigen, wurden bald ausfindig gemacht und wegen schweren Raubes, der den Tod eines Menschen zur Folge hatte, zu schweren Zucht- houvstrafen verurteilt, darunter auch der Schlächter Schulz, ein viel vorbestrafter Mensch zu II Jahren Zuchthaus. Alle Angeklagten hottei, aber schon in der Voruntersuchung behauptet, d-iß der Wächter mit ihnen unter einer Decke gestanden und das Tor für sie geöffnet habe. Das Gericht schenkte ihnen jedoch keinen Glauben. Im Jahre 1025 wlirde die Polizei endlich des letzten Komplizen der Verurteilten hobhast. In der Hmipwer- Handlung gelang es diesem eine ganz« Reihe von Momenten geltend zu machen, aus denen die Teilnahme des Wächters am schweren Einbruch sich als im höchsten Maße wahrscheinlich her- ausstellte. Er besuchte verdächtige Lotale, war Spieler, befand sich gerade damals in grossen Geldnöten, tonnte ein Mitglied der Ein- brecherbande, usw. Die Vermutung, daß er Opfer der Einbrecher geworden fei. mußte daher von der Staatsanwaltschaft fallen ge- lassen werden. Das Gericht oerurteilte den Angeklagten allein wegen schweren Einbruches zu 5 Jahren Zuchthaus. Damit war aber das frühere Urteil, das auf schweren Rand lautete und den Tod des Wächters auf Konto der Einbrecher setzte, als Fehlurteil anerkannt. Die Notwendigkeit eines Wiederausnahmauerfahr««» war gegeben. So stand der Angeklagte gestern erneut vor dem Sc« richt. Er wurde durch Rechtsanwalt Dr. P i n k u» vertreten, der sich ebenso wie der Staatsanwalt für eine Herabsetzung der Straf« aussprach. Auch das Gericht stellte sich auf den Standunkt. daß es sich damals Allein um einen schweren Einbruch gehandelt habe und setzte die Strafe auf sechs Jahre Zuchthaus fest. Der Angeklagte hat daher nur noch vier Monate zu ver- büßen Aber wer weiß, ob dieser vielfach vorbestrafte Mensch nicht nach seiner Befreiung sehr bald ins Zuchthaus zurückkehren wird? Nicht ganz verständlich ist es jedoch, daß das Wiederanknahmever- fahren nicht auch hinsichtlich der Komplizen de, Schulz stattge- sunden hat.__ Groftc repoblikamsche Kundgebung im Bezirk Weddiug. Am 17. und lk. April begeht der Kreisverein Berlin-Wedding des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold das Fest feiner Gründung. sowie Nagclong seiner Fahne. Sonnabend, den 17. April, findet als Anstalt ein großer Fackelzug sämtlicher Berliner Kreise statt. Sonniag. den 18. April, nachmittags 3 Uhr. gross« republi» l a n i s ih e Kundgebung auf der großen Spielwies« des Schillerparkö vor den Terrassen. Anschließend vereinigen sich die Teil- nehmer der Kundgebung in den Sälen de? Schultheiß-Patzenbofer» Ausschankes, Chausseestr. 64 undiea-n Birkenwerder in Ebeeswaide. Staaken aepen Hansa- Kode nnouendors.— Inn Osten fmF die Abteilunasmeister in Srealau und Lichtenberg III bereits test- aaftell;. Nur in der Sruvpe st lisgt die Entlcheiduno»och, wischen her loa- Sich ton derq und Tasmania. die lld> am Gonntaa auf dem Svonvlati in d-r Gonlerstrane sum Wiederbolungssviel rreffen. Beide Perein« verfitaen über eine äusserst flinke Mannschaft, so dass der Sieger durchaus noch nicht feststellt. Hertba bat jedoch ein kleines Plus für stch, ta sie bereits des äfteren auf dem S.'ralauolass aesviel: baben und sich desbalb auf dem kleinen Plass bell er.»«• I fammenfinden werden. Tasmania bat seine Stärke in der äusse.st ballsicheren i Perteidiouna. In Trevtow. im Plänterwald. sieben sich Treptower Pallspiel» ' klub und Adler sbof im lebten Seriensviel aegenüber. Neuenbaacn«rbälr den ! Besuch vom Berliner Sportverein 16.. Britannia spielt auf d-nn Kattellviass in - lkriedrichsfeldc. Treschowallee. aeaen Lichtenberg l. Svar-a fäbrt tu Branden- dura 02 nach Lichtenberg. Eitelstrasse.- Bezirk Südwest: Luckenwalde I aeaen Walicesdorf in Luckenwalde, tzreutbera oeoen Lerolina auf dem Temvelbofer Seid. Wilmersdorf aegcn ffrisch-Auk in Wilmersdorf. Zährinaer Ecke Würitem- bergischch Strasse. Viktoria aeaen Lautwiss in Tempelhos, verlänoert««aiiertn- Auausta-SIrasse. Nowawes aeaen Potsdam in Nowawes, Pari Babelsbera.— Pflichtspiele: Ardeiter-Sportverrin 24 aeaen Elstal in der Ebr-siianiaftrasse. Alemannia aeaen Nordiska ebenfalls in der Ebriftianiastrasse. Narbenom oearn Siemenssjgdt in Ratbenow. Einiakeit«eaen Sowjet in Zepernick. BeUcnrr Ballipielklub aegen Teael 24 in Velten. Viktoria aeaen Sacker 24 in Ebers- Walde. Wolteesdorf bei Erkner aeaen. lnisch-Trei in Woltersdorr.«t.-ziienicke gegen Askania in Alt-Slienick«. am Äiesbera. Vorwärts 20 aeaen Kichte-Südoit In Sobenschönhausen. Sommerstrassc. Obers pree aeaen Lichtenbera ll in der Wnhlbeid?. Verein für Beweaunassplele aeaen Sadowa in Köpenick, am j?r'.ed- bvk. Ketschendorf aeaen Merkim in«etschendorf. Tasdo-f aeaen Notcr Stern in Tasdorf. Zeuiben gegen Eoncordia in geutben. sBnodrichsbaaen. argen Iobannistbaler Sallspiciklub in Iriedrichsbaaen.— Beginn der Spiel» nach mittags 4 Uhr. Vorder unter« Mannschaften. Bonmtiaas auf allen Pläh.'N Iuaend» und Schülerfpiele. Arbeiter. Nadsah-er, Bund..Solidaritäf. Touren für Sonntag. IS. Avrtl: Be». 2. Ortsa«. Schinebeeg: Nedliss. Baumblüte. Start 7 Ubr Stubenrauckt» ftrassc Sa— Ort cor. Wilmersdoef: Stahnsdorf Start 1 Ubr Wikheimsaue.— Ortsge. Ehgrlottenbu'a: Glienicke a. d. Nordbohn. Stört 1 Übe lsglvanistr. 13. —«e>. 21, Ortsge. Nieberschönhaafea: Iggdschloss Stern. Start 8 Uhr Schön. bauler Alle« Ecke Varnholmre Strasse.— Ortsge. Reinickendorf: 9 Uhr•Statt R«llöen,strasse Ecke Bankow-r Aller.- Ortsge. Tegel t Uhr Sranienbura. Start Schlieverftr. 64.— Ortsgr. Lichtenbeg: Lante. Start 7 Uhr Berems- lokal.— Ortsgr. Weissen!««-« Uhr Ti-sensc«. Swrt Berliner Allee 227— Orisat. Pankow: Start? Uhr Salvanistr. 32.— Ortsge. Lbetschönewerdc: Schenkendorf. Start 12 Uhr..___ Tonristenncrein„Die Sahir fr» nnl«' 8. B.(Ueübalt Wiens. Abt. Gesund. hennaen: Schillerluxunn. Pank- Ecke Böttchrrstrasse.!7r«itag, 111. April, b Uhr. „Glaube oder Bermrnft?" Refrrent: Adolf Kokkmann. Sonntaa. 18. April. Wrrbebeiiirkstrefsen am Pill. Treffpunkt W Uhr Bhf. Gesundb runner.— Führer: Irin Schuvpa.-«bt. Treptow: Ircitaa. IB. April, im Keim Ellen- strasse 3. Boriraa:„(fünf Jahre Touristenverein in T-eptow". Mustkinstru. mente llnd M'tinbrinaen. Sonnabend, 17. April. Be.iirkstneffahrt nach dem Blumenthal. Treffpunkt S'A Uhr Schlellfcher Bahnhof. Kaupteingana.— Photo- geweiuschast: N antra. 1». April. 8 Uhr. im Iuaendheim Ebertpstr. 12. Kol. Lichtbildervortrag:„Der Sorfchariri und Bildausstelluna:. Berlin bei Nach.:". Säfte willkommen.— Ortsaenppe Berlin: ffrrita«, 18. April, in der Schnla ula Schänebera.»oloiulenktrrsse. Werbeabend:„Wir Naturfreunde�. Lieder lur Laple. Seiitationen. Münk. Werdelichtbilber und Schattenlichtfpiele. Eintritt 40 Pf. Beginn 7 Ubr.— Abt. Weddina- Sonntaa. 18. April. Aabrt Birken. weider— Mühlenb-ck er See(Pi>,>. Treffpunltmngs>ahres 1925 lIuli/September) find in den 15 000 deutschen Brauereien 2 795 860 Zentner Malz verbraucht worden,— fast 50 Proz. mehr als während der gleichen Monate 1924. Daraus wurden 14159114 Hektoliter Bier gebraut. — 3B Millionen Hektoliter mehr als im zweiten Viertel 1924. Im ersten Halbjahr 1925 wurden 9,7 Millionen Zentner Malz gleich 12!� Millionen Zentner Getreide und 58 444 Zentner Zuckerstosie vergoren zu 27 160 077 Hektoliter Bier: um etwa die Hälfte mehr als 1924. Wenn wir die Kampagne gegen das Ileberhandnchmcn des Alkoholismus, den Kampf um das G meindebestim- mungsrecht hiermit unterstützen, so unterschätzen mir nicht die volkswirtschaftliche Bedeutung der Alkohol- industrie und des Gast wirtsgewerbes. Wir wissen auch, was beide auf dem Arbeitsmarkle gelten: waren doch 1921 mit der Herstellung von Bier, Wein, Branntwein beschäftigt 70 5 73 Personen in 5420 Betrieben. Hierzu kommen die Hunderttausende, die im Gastwirtsgewerb« beschäftigt sind. Aber die Alkoholgeaner in Deutschland erstreben ja gar nicht die so- genannte Trockenlegung, sondern nur die Einführung des Gemeindcbcstimmungsrcchtes, d. h. das den Gemeinden vom Staat verliehene Recht, durch periodische Abstimmungen ihrer volljährigen inännlichen und weiblichen Einwohner zu entscheiden: 1. über jedes Gesuch um Erteilung einer Konzession für Ausschank und Klein- Handel von geistigen Getränken innerhalb des Gemeindegebietes: 2. darüber, ob künftlg überhaupt noch derartige Konzcjsioneu erteilt werden sollen. Somrt wird das Arbeitsfeld der in der Alkoholindustrie und i m Gastwirtsgewerbe Be- schäftigten durch Einführung des Gemeindebe- stimmungsrechts nicht verkleinert: seine E r w e i t e- r u n g nur wird vom Willen der Einwohnerschaft abhängig gemacht. lind hierfür sprechen außerordentlich ernsthafte bevölkerungspolitische Gründe. Gründe, die die Sozialdemokratie längst anerkannt hat: Schon am 18. Febniar 1925 log dem Reichstage ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion vor, der Vorlegung eines S ch a n k- stättengesctzes forderte, worin auch das Gemeindebestimnuings- recht enthalten war. Für diesen Antrag wurden nur 165. d a- gegen 199 Stimmen abgegeben. 16 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Der Antrag wurde niederaestimmt durch Deutsch- nationale(69). Deutsche Voltepartei(31), Wirtschaftliche Vereinigung <20), Bayerische Volkspartei(18), Nationalsozialisten(10). Zentrum <31), Demokraten(13). Ist der Kamps gegen den Alkoholismus ein Kulturkampf,— und er ist das unzweifelhaft, so zeigt das vorstehende Abstimmungsergebnis, welche Parteien auch in diesem Fälle Kultur. feinde waren. Die Sozialdemokratie wünscht, daß die gegenwärtig lausende IlnterschriftensammlungfürdasGemeinde- beftimmungsrecht der Kulturwelt zeigen möchte, daß das Volk die kulturelle Bedeutung des Kampfes gegen den Altoholismus erkannt hat. Zentral-Sammelstelle der Ilnterschristsbogen ist für das Reich: die R e i ch s ha u p t st e l l e gegen Alkohol. Berlin-Dahlem. Werderstr. 16,— für Berlin: der Ortsausschuß für Gemeindebe st immunas- recht Groß-Bcrlin, Berlin N.. Lmienstr. 121. Die Bewegung wird getragen von tullurfreundlichen Organisationen verschiedener politischer Richtungen. Auch die Kirchen haben sich angeschlossen. Der Kardinalbischof von Breslau hat einen Erlaß herausgegeben, wo- nach während der Abstimmungszeit in sämtlichen katholischen Kirchen stber das Gemeindebeftimmungsrecht gesprochen werden soll. Bedenkt man, daß in Berlin jeder neunte Einwohner Katholik ist, also zirka 450 000 Katholiken in Groß-Berlint allein in Betracht kommen, so ist anzunehmen, daß die Abstimmung, sofern keine organi- satorischen Fehler gemacht werden, zu einer mächtigen Kundgebung für das Gemeindebestimmungsrecht führen wird. Unter den 4 � Millionen Einwohnern Berlins find 2,5 Millionen stimm- berechtigt. Der Berliner Ortsausschuß für Gemeindebestimmungs- recht bat in jedem der 20 politischen Stadtbezirke eine Zentralstelle gebildet, die ihrerseits wieder Unterabteilungen eingerichtet haben. Komitees, die durch Vorträge u. a. m. für das Kemeindebeftim- mungsrcht werben. Dem Bureau in der Linienltr. 121 sind an einem einzigen Tage aus einem einzigen Bezirk 1100 Unterschristen ein- gereicht worden. Die Unterschriften werden gesammelt in der oben erwähnten Reichshaupsttelle in Dahlem und von dort aus dem Reichstag eingereicht. Es soll dem Reichstage— im Hinblick auf das schändliche Abstimmungsergebnis über den sozialdemokratischen An- trag vom 18. Februar 1925— bewiesen werden, daß das G e m e i n d e b e st i m m u n g s r« ch t nicht von einer kleinen Gruppe unentwegter Abstinenzler, son- de r n von Millionen Deutschen gefordert wird. Be- reit? am 26. d. M. wird einem enaeren Kreise von Reichstagsabge- ordneten über das Ergebnis der Kampagne berichtet werden, und am 27. d. M wird sich der Haushaltsausschuß des Reichstags damit beschästigen. Wer sein Volk liebt, der fordert die Einführung des Gemeinde- bcstimmungsrechts und tritt mit seiner Namensunterschrift für diese Forderung»in.___ Neue Polksbiicherei am TtcphanSplatz. Die Berliner Stadididuolhek ist dazu übergegangen, in den verschiedenen Bezirken der Rrchebanfitstadt Volksbüchereien einzu- richren. Gemeinsam mit dem Beznrtfamt Tiergorren und der Schulverwaltung ist ein» Bücherei am StevbanSplatz in der Gememdeschule eingerichtet worden. Durch geschmackvolle Farben- zusammenstellung find einige Schulräiim« in helle, freundlich« Zimmer umgewandelt worden. Annähernd 6000 Bände umfaßt die Bücherei, in der olle minderwertigen Schmöker verschwunden sind. Sie haben der neueren Literatur und den Arbeiierdrchiern Platz machen müssen. Geöffnet ist die Bolkebücherer: Montag, Donners-. tag. Sonnabend von 5— 8 und Diensrag, Freitag von 1—3'/, Uhr. Die Kosten für die Entlehnung der Bücher beträgt M Pf. für das Halbjahr. Das Schulgeld an höheren Schulen. Erhöhung und Skaffeluug. Der preußische Unterrichtsmintster Dr. B e ck e r hat kürzlich eine Statistik über den Beruf der Väter der Studenten ver- öffeMlicht: 14Proz. sind z. B. höhere Beamte, 26 Proz. Kaufleute oder Gewerbetreibende, aber nur 1,36 P r o z. A r b e i t« r und IL P r o- zent untere Beamte. Gibt es etwa 12— 14mol soviel höher« Beamte wie untere Beamte oder gar Arbeiter? Ist diese Statistik nicht ernHohnaufdieReichsverfassung. nach der für die Aus- nähme in die aus den Besuch der Universität vorbereitende höhere Schule nicht die wirtschaftliche Stellung der Eltern maßgebend sein soll, sondern nur die Anlage und die Nei- gu n g? Wenn 14 Proz. der Väter der Studenten untere Beamte, 2X14�28 Proz. Arbeiter und 1 Proz. höhere Beamte wären, würde dies mehr der Reichsverfassung gemäß sein. Die Sozialdemokratie vertritt die Ansicht, daß der Unterricht auchan den höheren Schulen unentgeltlich sein müsse, wenn aus der erwähnten Bestimmung der Rerchsverfassuna die rich- tigen Folgerungen gezogen werden. Da dies wegen der jchlech- ten Finanzlage noch nicht durchführbar ist, sind sozialdemo- kratijche Kutturpolititer für die Staffelung des Schulgel- des nach dem Einkommen der Eltern und der Zahl ihrer Kinder eingetreten. Es ist ein Triumph für uns, daß vor einigen Jahren der oolksparteiliche Unterrichtsminister B o e l i tz die Echulaussichts- behörden ermächtigt hat, Anträge auf Einführung einer solchen Star- selung zu genehmigen Natürlich bleibt diese Staffelung im Hinblick aus unsere Forderung des iinentgclllichen Unterrichts nur ein Not- behelf. Als der Berliner Magistrat vor � einigen Wochen beschloß, das Schulgeld für die höheren Schulen von 150 auf 192 M. zu erhöhen, verbesserte er die alte Stassel, weil er sich sagte, daß die Arbeiterparteien sonst nicht der Erhöhung zustimmen würden. So sollte das Jahreseinkommen, bis zu dem überhaupt kein Schulgeld erhoben werden sollte, von 2000 auf 2 5 00 M. herausgesetzt werden. Eltern mit einem Einkommen von 2500 bis 3300 M. sollten für das erste Kind und die Eltern mit einem Einkommen von 4000 bis 500t Mark für das zweite Kind nicht wie bisher drei Viertel, sondern nur die Hälfte des Schulgeldes zahlen. Bei der Erhöhung des Schul- gelbes von 150 auf 192 M. hätte aber trotz dieser teilweisen Verbesie- rung der Staffelung die Annahme der Magijtratsvorlage doch eine Erhöhung des Schulgeldes für viele Estern mit einem Einkommen von 2500 bis 8000 M. bedeutet, für manche sogar eine sehr welent- lrche. Am 38. März wies ich in der«tadtverordnelensitzuna darcmk hin, daß die Eltern mn einem Eriikomnien oom3300 bis 4000 M., die bisher für ihr zweites Kind 37,50 M. tein Bisrtel des alten Schul-! gcldes von 150 M.) zahlen, nach der Magistratsvorlage 9« M. zu zahlen hätten(die Hälfte des neuen Schulgeldes von 192 M.), also fast das Dreifache. Von dem entwickelten Gesichtspunkte aus beantragten wir So- zialdemokraten in dem Stadtoerordnetenausschuß der Magistratsoor- läge gemäß einerseits die Heraussetzuno des schulgeldfreien Einkom- mens von 2000 aus 2500 M., andererjelts aber auch die Erhöhung des Schulgeldes von 150 auf 192 M. für die Eltern, deren Einkommen höher als das Endgehall der Gruppe 12 ist. Denn sür den, der mehr als 9000 M. im Iahrejrerdient, ist es von sehr geringer Bedeutung, wenn er 42 M. mehr Schulgeld im Jahre bezahlt. Diese beiden An- träge wurden in dem Ausschuß mit 9 sozialdemokratischen und kory- munistischen gegen 8 bürgerliche Stimmen angenommen. Bei den anderen Einkommen sollte nach unseren Vorschlägen das Schulgeld in der bisherigen Höhe erhoben werden, das heißt, der alte Sog mit der alten Stasselung. Daß das zulässig ist, geht aus der Verfügung des Ministers hervor, wurde auch ousdrücktich noch von dem Magi- stratsvertretcr zugegeben.» Als wir dies dem Wunsche eines Kam- m u n i st e n zufolge zur Vermeidung von Mißverständniisen in un- jeren Antrag aufnahmen, l.e h n t e li sie ihn in einer zweiten Aus- schußsitzung, di- kurz vor der Siadtverordneiensitzung stattfand, zu unserem großen Erstaunen a b. Damit war eine Einigung der Stadt- verordnetensraktionen gescheitert: eine Aenderung der Schulgeldlätze vor dem 1. April war unmöglich gemacht. Uns blieb daher nichts anderes übrig, als in der Stadtverordnetenversammlung dem kam- munistischen Antrage zuzustimmen, nach dem die Vorlage mit den in dem Ausschuß gestellten Anträgen dem Hoiiehaltungsousschuh überwiesen wurde._ D. Erich Witte. ' Schulschwimmunterricht. �Zurück zur Natur," rief seinerzeit der aste Jean Jacques Rousseau, als die Domen und Herren aus der Blütezeit des Rokoko die Berührung mit dem Wasier als eine überwundene barbarische Unsitte betrachteten. 150 Jahre später ist dieser Mahn- ruf des damals belächetten einzelnen zum Kampfruf von Millionen hoffender und vertrauender- Menschen geworden. Langsam und sicher, zähe die alchergebrochte Meinung überwindend, hat sich die Erkenntnis in der Menschhest Bahn gebrochen, daß Kraft. Schönheit und Gesundheit nur dort ihre Heimstatt ausschlagen, wo sich die Bewegung des Menschen mit den Kräften der Natur— Sonne, Lust und Wasser— aufs innigste vermählt. Wenn wir nun auf die letzten Jahre zurückschauen, so müfTcn wir anerkennen, daß von den Behörden sehr viel getan wurde, diese Gedanken in die Tat umzusetzen. Sport- und Spielplätze wurden errichtet, es kamen die Pslichtwandertage in den Schulen, der Turnunterricht wurde aus- und'umgestaltet. und es kam vor allen Dingen die Einführung des S ch u l s ch w> m m- Unterrichts durch den Erlaß vom 3. Mai 1924(U. 6. 2765). Wenn man bedenkt, daß nach der Statistik in Deutschland jährlich rund 8000 Menschen ertrinken, wovon mehr als zwei Drittel Kinder und Jugendliche sind, so müßte diele furchtbare Zahl allein genügen, um die Forderung zu be- gründen: Jeder Mensch muß' schwimmen, können, oder besser gesagt, jedes Kind, das die Schule verläßt, muß schwimmen können. Dann wäre wenigstens in Zukunjt mit einem beträchtlichen Sinken der genannten Zähl zu rechnen. Aber die Einsührung des Schulschwimmunterrichtee ist auch>n gesundheitlicher Hinsicht ouss wärmste zu begrüßen. Bei keiner'portlichen Uebung wird das tiefe Aus- undEinatmen so geregelt, wie best» Schwimmen. Während des Schwimmens. befindet sich die Wirbelsäule ln geradezu idealer Lage, was bei unseren rachitischen und rückqratverkruinmten Kindern die denkbar beste Gymnastik bedeuket. Da» kalte Wasier bewirkt als Reaktion des Körpers eine starte Durchblutung der Haut und der Gewebe. Der Stoffwechsel wird günstig beeinflußt. Was haben die Kinder nach dem Schwimmunterricht kür einen Hunger, auch die. die sonst ihr« Stulle« zum Leidwesen der Astern wieder mtt nach Hause bringen.— Der Schulschwimmunierricht beschränkt sich nicht nur daraus, den Kindern das Schwimmen beizubringen, diese werden auch in starkem Maße dazu angehalten. sich eine derartige Schwimmfertigkeit zu erwerben, daß sie im Falle der Gefahr des Ertrinkens nicht nur sich selbst, sondern auch andere retten können. Dazu müssen sie vor allen Dingen Dauer« schwimmer werden. Für Berlin hat die Schuloerwattung Zeug- nisie bereitgestellt, die dann den Kindern je nach Leistung ausge- händigt werden. Wer 15 Minuten und darüber schwimmt, be- kommt das Freischwimmerzeugnis, wer 45 bis 60 Minuten schwimmt, das Fahrtenschwimmerzeugnis und wer die Bedingungen für den Grundschein der Deutschen Lebensretttrngsgesellschaft ersültt, bekommt das Rettungsschwimmerzeugnis. Einige Zahlen aus dem Schulschwimmunterricht des Bezirks Friedrichshain im S t a d t b a d Friedrichshain an der Schillingsbrücke 2 sollen das vorhergesagt« bekräftigen und veranschaulichen. Es unterrichten dort ständige Schwimmlehrer und Schwimm lehre- rinnen. Jeder Schule stehen 10 Uebungsstunden zu. An Nicht- schwimmern verbleiben dort am Schlüsse des Lehrganges von allen Kindern 1 bis 2 Proz. In IIb Jahren sind insgesamt im Stadtbad Friedrichshain 3137 Knaben nnd 2932 Mädchen ausgebildet worden. Von den 3137 Knaben haben erhalten das Rettungsschwimmerzeugnis........ 514 fahrtenschwimmerzeugnis......... 976 reischwimmerzeugnis.......... 956 von den 2932 Mädchen haben erhalten das Rettungsschwimmerzeugnis........ 51 Fahrtenschwimmerzeugnis......... 524 Frerschwimmerzeugnis.......... 636 Im Bezirk Friedrichshain verläßt kein Kind die Schule, dos. wenn es ärztlicherseits nicht beanstandet ist, nicht schwimmen gelernt hat. Es ist fin Interesse unseres Volkstunis zu wünschen, daß dieses Ziel nicht nur in ganz Berlin, sondern womöglich in ganz Deutsch- land erreicht wird._ Polizeilicher Tchutz für Blinde und Tchtverhörigc. Vor längerer Zeit wurde durcki Ruiiderloß de? Preußi« scben Innenministers an die Regierungspräsidenten und den Polizeipräsideiiten von Berlin die Einiübrung eines besonderen Abzeichens fürSchwerbörige. drei fchwarzePunkte in einem gelben Kreise bekannt geaeben. Neuerdings haben die großen Blindenvereine Deutschlands. Telilschösterreichs und der Schwei, vereinbart, die ihnen angeschlosienen Blinden mit dem gleichen Abdeichen auS,us!aiten, um auch ihnen im Verkehr einen größeren Schutz ,u verleibe». DaS Abzeichen wird alio von Schwerbörigen und Tauben wie von Blinden, und zwar meist in der Form einer gelben Armbinde mit d i schwarzen Punkten gelragen. Die Slraßenpolizeibeamten sind angewiesen. den durch das Abzeichen kenntlichen Schwerhörigen. Tauben nvd Blinde» auf der S:raße ihre besondere Fürsorge angedeihen zu lasieii.__ Der Keichsausschuß der gemeinnützigen verbände für Leben«. und Heilreform hätte Sonntag vormittag in den Zirkus B irf ch eine Prot est Versammlung gegen den Gesetze- entwuri zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten einberusen. Die sehr temvera- mentoolle Versammlung sollte noch einmal in letzter Stunde am die eventuellen Auswirkungen des Gesetzentwurses hjnweiien. Als erster Referent sprych vr. mecl. Arendt. Er führte aus. der Entwurf bedeute eine Zwangsmaßnahme des Staates zur Saloartan- kur. Es stimmt nicht, daß die Geichlechtstrankheiten an Ausdchnima wachsen. Das Gegenteil ist der Fall. Allerdings darf die Ver- Minderung nicht auf dos Salvarsan zurückgesührt werden. Dieses ist augenblicklich dos.Modeheilmitte! geworden wie eheni.ils die Queckfilberpräporate. Aber selbst im ärztlichen Lager sind die Stimmen über die heilsamen Wirkungen des Saloarsans aeteilt. Staatsrat H o f m a n n- Saclseld befürchtet, daß das Gesetz ein un- geahntes Denunzianten- und Spitzeltum emporzüchten könnte. In der Diskusiian betonte Dr. R ö s ch m a n n, daß man sich hüten müsie, gesetzliche Zwangsbehandlung mit Salvarfankur gleichzusetzen. war er ein alter Mann, gebredrlldi, mflde und abgespannt. Die folgenden Sorgentahrc vermehrten den Rest seiner Kraft. Schon wollte er mit dem leben abschllessen, da erstand ihm ein Retter: Vadding ist wieder aufgelebt. Frischer Tatendrang crtOllt den Verjüngten, denn er nimmt regelmässig morgens und abends Boeson das köstliche Fruchtsalz Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. General. Vertreter: Theodor Wölfl. Berlin SWll, KflnlggrSizer Strasse 93. Fcraiprebcr: Hasenbelde 3722«. 372» Zur Neichsgesuuöheitswoche. Sie Fürsorge für Schwangere. In Anbetracht des allgemeinen Interesses weiter Kreise für die Reichsgesundheitswoche dürfte es am Plag« sein, schon im voraus einige Hinweise auf Einzelheiten zu geben. � Greifen wir deshalb gleich einen wichtigen Zweig heraus: D i« Fürsorge für die schwangere Frau! Um die Mutter» schaft nach jeder Seite hin zu erleichtern, sie gefahrloser zu gestalten, wirtschaftliche und seelische Nöte von werdenden Müttern abzu» wenden, und einen gesunden Rachwuchs zu erzielen, haben die Der» llner Krankcnkassenambulatonen Schwangerenberatungs» stellen eingerichtet. Diese Stellen erfreuen sich eines regen, stets zunehmenden Besuches. In den Beratungsstellen der Lmbula. torien wird jede werdende Mutter ärztlich untersucht, und nach jeder Richtung hin beraten. Wenn ein Leiden oder eine Er- krantung vorliegt, so wird die Patientin in der Beratungs- st« l l e sofort behandelt. Dieser Umstand ist ganz besonders wichtig, da den werdenden Müttern aus dies« Weise neue Gänge, das Warten und dergl. erspart werden. In der Beratungsstelle be. kommt die Schwangere Ärampfaderbinden. Leibbinden. Arznei», Heil» und Krästigungsmittel. Dort wird ihr wirtschaftliche Unter» stützung und auch rechtliche Beratung zuteil. Es ist erstaunlicd, welche Unwissenheit auch in diesen Fragen in den weitesten Kreisen noch herrscht. Diese Unwissenheit beraubt die Frau auch derjenigen Rechte, die ihr das Gefest zuerkennt. Da in Berlin etwa SA von 100 Frauen, die überhaupt die ösfentlichen Deratunozsprech- stunden aufsuchen. Sclbstversicherte oder Familienangehörige der Berstcherten sind und demzufolge einen rechtlichen Anspruch auf dt« Dochenhilse der Krankenkassen haben, so ist es ohne weiteres klar. daß gerade die Cchwangcren-Beratungsstellen der Ambulatorien für diese Frauen zuständig sind. In diesen Beratungsstellen werden die Frauen dementsprechend auch über alle Kassenonge» legenheiten unterrichtet. I» der Ausstellungshalle bringen die Ambulatorien der Ber» liner Krankenkassen in einem geschmackvoll ausgestatteten Räume das. was ihre Schwangeren-Beratungsstellen für die werdenden Mütter leisten.' Anschauliche große Bilder von Künstlerhand zeigen in unter- hastender Weise die Tätigkeit der Beratungsstellen. Wer mit Auf- merksamkeit sich in diesem Raum aushält, der wird sicher angeregt zum lleberdcnken wichtiger Zcitfragen und ewiger Mensä�heits- Probleme. In dem Ausstellungsraum der Schwangeren-Fürsorge der Berliner Krankenkassen der Ambulatorien wird während der Gesundheitswoche bereitwillig st jede Auskunst erteilt. Die Schwangeren-Fürsorge für Frauen und Mädchen besindct sich an folgenden Stellen: Ambulatorium Klosterstr. 63/67. Sprech- stunden Montags von 2— 3; Ambulatorium Große Frankfurter Straße 137, Sprechstunden Montags von 4— 5; Ambulatorium Köpenicker Str. 143, 1 Treppe, Sprechstunden Montags von 10—11: Ambulatorium Alt-Moablt 73, Sprechstunden Dienstags von 2— 3; Ambulatorium Oranisnstr. 6. Sprechstunden Dienstags von 3— 4; Ambulatorium Neukölln, Weichfelftr.»(Idealpassage), Sprech. stunden Dienstags von 5—6: Ambulatorium Reinickendorf. Residenz- ftraß« 10, Sprechstunden Mittwochs von 1—2: Ambulatorium Neu» kölln, Weichselstr. 8(Jdealpaisagc), Sprechstunden Mittwochs von 5—6: Ambulatorium Äöpenicker Str. 145. 1 Treppe, Sprechstunden Donnerstags von 10— II; Ambulatorium Klosterstr. 65/67, Sprech. stunden Donnerstags von 1—2: Ambulatorium Große Frankfurter Straße 137. Srechstunden Donnerstags von 2— 3; Ambulatorium Weißense«. Pistoriusstr. 17. Sprechstunden Freitag» von 2—3: Ambulatorium Charlottenburg, Berliner Str. 127, Sprechstunden Freitags von 2h— 3h. In den nächsten Togen werden neu« Be- ratungssprechstunden in Pankow. Wedding. Brig, Lichtenberg usw. eingerichtet. Dos Bureau der Schwangerenfürsorge befindet sich in der Köpenicker Str. 145. 1 Trepp«. Bureauzeit von 10—2. Telephon Morißplatz 16 982._ Reichsüaunertag i» Reaköll«. Dos Reichsbanner veranstaltet in Neukölln«ine groß» angelegte Bannernaglung am 24. und 25. April in den sämtlichen Räumen der Neuen Welt. Die Festonsprache hat Reichskanzler o D. Philipp Scheide mann übernommen. Waldemar Henk« nan der Staarsoper ist für den Gesongteil und Christel Richter und Ella Behrendt für die Tanzdarbietungen verpflichtet. Ein« humoristische Szene von H. Witte(Staotsoperj bildet den Ab- schluß. Im kleinen Saal ist ob 7 Uhr Tanz. Am Sonntag, den 25. April, beteiligen sich sämtliche Berliner und ein Teil der aus. wärtigcn Kaineradschaslei, an dem Umzug durch Neukölln. Im Anschluß wird in einer Schluhkundgebung Major Hauff und Äauoorsitzcnder Koch sprechen. Die Mitnahme von Hunden auf der Ttadt- und Ringbahn. Aus den Kreisen der Hundebesiäer sind in letzter Zeit lebhafte Klagen darüber laut geworden, daß die Abteile, die für Reisende mit Hunden bestimmt sein sollten, von anderen Reisenden benutzt würden, sodoß für die Hundcbesitzcr kein Platz mehr vorhanden sei. In Zu» kunft soll in jedem Zuge, und zwar am Anfang und Ende, je in einem ganzen Waisen ii>it Raucherabteilen 3. Klasse, die Mitnahme von Hunden gestattet sein. Diese Regelung, die in den Kreisen der Hundebesitzer sehr begrüßt werden dürfte, soll schon in allernächster Zeit in Kraft treten, und die betreffenden Wagen werden mit be- sonderen Schildern versehen werden. Di« Kunst, auf der Strafte zu geheu. Di« glatt« Abwicklung de» Berliner Verkehrs hängt im wesent» lichen von dem verständnisvollen Zusammenwirken oller Beteiligten ab. Man muß der Berliner Polizei zu- gestehen, daß sie ausdauernd daran arbeitet, diese« Zusammenwirken in einem Grade zu erreichen, der einmech Verkehrsunfälle auf ein Mindestmaß herabsetzt und zum anderen die schnelle und reibungs- lose Durchfuhrung des Verkehrs der Großstadt ermöglicht. Vieles hal sich nach dieser Richtung gebessert, aber wir sind in Berlin von dem gesteckten Ziele noch viel zu weit entfernt. Immer wieder muß beobachtet werden, daß das Verhalten der Fahrzeugführer und Fußgänger an den Straßenkreuzungen nicht so ist, wie es zur schnellen und sicheren Abwicklung des Verkehrs erforderlich wäre. Häufig fahren Fahrzeugführcr beim Anhalten an Kreuzungen zu weit und lasten dadurch nicht genug Raum für die Fußgänger, die vor den Wagen die Straße überschreiten wollen. Im allgemeinen wird die B a u s l u ch t l i n i e sür das Halten der Fahrzeuge die Grenze sein, wenn nicht besonder« weiße Linien gezogen sind. Ferner wird meist aus das Achtungszeichen des Beamten(Emporheben eines Annes) der Wagen schon wieder in Bewegung gesetzt, anstatt das Winken des Beamten abzuwarten, so daß die Fußgänger, die Sh noch auf dem Fahrdatnm befinden, gefährdet werden. Di« erkehrsbeomten sind angewiesen, das Achtungszeichen so lange zu geben, daß Fußgänger, die den Fahrdamm betreten haben. ungefühbdet beit anderen Bürg erzeig erreichen können. Bon den Fußgängern darf aber andererseits auch erwartet werden, haß sie aus die Derkehrsbeamten und ihr« Anordnungen achten und nicht zwischen fahrenden Wagen hindurchgehen. Das Warten bis zum AnHallen des Verkehrs kann in jedem Fall« nur von ganz kurzer Dauer sein, da die Beamten sich besonders bemühen sollen, in häusiger Folge die Fahrtrichtung zu ändern. Diese Forderungen sind im Grunde selbstverständlich, ober es scheint, als ob stc gerade därum von vielen nicht oerstanden werden. Für sie bleibt das Gehen aus der Straße eine unerreichbare Kunst. Ein wenig Nachdenken und folgerichtiges Handeln würde auch bei der Abwickelung des großstädtischen Straßenverkehrs von großem Segen sein._ ver Serliner Nahverkehr. 1448 Millionen Fahrgäste im Zahre 1925. Au» einer Denkschrift de» städtischen Verkehrsamtes ist zu ent» nehmen, daß der Beiliner Nahverkehr sich im Jahre 1925 sehr günstig entwickelt hat. Befördert wurden 1448 Millionen F o h r g a st«. Die Zunahme vollzog� sich aus den einzelnen Der» kehrsunternchmungen ungleichartig, sie war bei der Straßen- bahn erheblich, ihre Fahrgäste nahmen mit 778 Millionen 5 3,8 Proz. des Gesamtverkehrs ein. Anders bei der Stadt- und Ringbahn, die mll 421 Millionen Fahrgästen nur 29.1 Proz. vom Gcsamtverkebr aufnahm. Die Steigerung beim Omnibus ist ebenfall» beachtenswert, doch be» fördert die ABOAG erst 5,2 Proz. aller Fahrgäste im Gegensatz zu 13,2 Proz. des Jahres 1913. Den Rest von 11.0 Proz.(1913— 5,7 Proz.) bewältigt die Hoch, und Untergrundbahn. Die Straßenbahn hat ihre Linien, zahl im Berichtsjahr« von 83 auf 87 erhöht. Von Bedeutung war im Vor» jähr« die Verlängerung der Linie 95 bis nach Köpenick. Eine weiter« Anzahl von Linien brachte durch Verlängerung wertvolle Vcrbin- düngen zwischen den einzelnen Vororten. Der Oktober ist der Monat mit dem stärkste»Verkehr gewesen, nämlich mit 71,92 Millionen Fahrgästen. Die Zahl der geleistete» Waoenkllo- mcter betrug im Jahre 1925 149204 Millionen. Die Ver- kehrswünsche der Bezirke hinsichtlich neuer Straßenbahnlinien sind äußerst rege: doch wird der Ausbau des Netzes im Jahre 1926 wegen der anderweitcn finanziellen Inanspruchnahme der Straßenbahn nicht so geschehen können, wie es wünschenswert wäre. Zur Er« Weiterung des Wagenparks sind 300 große Anhängewagen in Auftrag gegeben. Die Zahl der Omnibuslinien erhöhte sich 1925 von 16 auf 19. Von dem 1925 vorgelegten Kcneralplon für das Omnibusnetz, der 20 Linien umfaßt, sind bis zum 1. März d. I. fünf Linien in Betrieb genommen. Die übrigen werden nunmehr in kürzeren Abständen nach Anlieferung der nöligen Wagen dem Ver» kehr übergeben werden können. Die ABOAG betreibt heute folgende Anßenlinisn: Spandau— Gatow— Cladow: Wannsee, Bahn- hos— Wannsee— Wilhelmplatz: Thielplatz— Zehlendorf-Mitte: Köpe» nick— Müggelheim und Friedrichshagen— Hessenwinkel. Weiter ist inzwischen eine Omnibusverbindung vom Zoo nach Schildhorn ein» gerichtet worden. Am 1. Slpril gelangt die 8,3 Kilometer lange Strecke Tegel— Hermsdorf— Glienicke zur Eröffnung. Für den Sommer sind vorgesehen eine Schnellverbindung Zeug» bau»— Grunewald und«ine Auhenlini« Zehlendors— Schlachtensee— Nikolassee— Wannse«, Freibad— Wannsee. Bahnhof— Wannsc«, WIlhclmplotz. Die Betriebslänge des Schnellbahnnetze» hat sich 1025 nicht erhöht. Der in Erscheinung getretene Rückgang de» Verkehrs hat sein« Ursache in der Tariferhöhung de» vorigen Frühjahres. Die wagentilometerischen Leistungen steigerten sich da» gegen von 25.6 im Jahre 1024 auf 32,9 Millionen im Jahre 1925. Ueber den Ausbau des Schnellbahnnetze» ist bereit» mehrfach berichtet worden. Di« Reichsbahngesellschaft wird 1926 mit der Elektrisierung ihrer Nahverkehrsftrecken fortfahren, doch losten sich bestimmt« Zeitpunkt« hierfür nicht angeben. Ein besonder» wichtiger Plan ist die Anlegung«Iner Stichbahn Iungkernheide— Siemensstadt— Gartenfeld, die von großem Wert sür die Bewinti» gung de» starten Lrbesteroerkehrs in diesen Stadtteilen sein wird. Auch ei« Kapitel Wohuungs»ot: Man schreibt uns: Anfang des Jahres 19.24 hatte ich festgestellt, daß in mein« Wohnung die Fußböden durchgefault waren und auch der Decken. putz derartig rissig war. daß sein Herabfallen zu befürchten war: Ich wandte mich wegen der Reparaturen an die Verwaltung de» Hauses, jedoch blieben meine Vorstellungen erfolglos. Am 18. Juni 1924 fiel nun tatsächlich ein greße» Stück des Deckenputze» herab. Hierdurch wurde tch am Kops verletzt. Ich erstattete nunmehr am 19. Juni 1924 Anzeige beim Amtsanwalt des Zlmtsgerichts wegen fabrläsfiger Korperverletzung. Am 26. Juni erhielt ich sedoch den Bescheid, daß die Staarsanwaltschaft die Erhebung der Klage ablehne, da„kein öffentliches Interesse" vorläge. Gleich» zeitig wandt« ich mich an die Städtische Baupolizei und bat um deren Einschreiten zur Vornahme der Reparaturarbesten. Hierauf stellt« ein Herr der Baupolizei fest, daß die Reparatur» arbeiten sofort ausgeführt werden müßten. Die Städtische Bau- polizei teilte mir in einem Schreiben vom 22. August mit. daß die Hauseigentümerin aufgefordert sei. die Mängel zu beseitigen, ich solle den Handwerkern den Zutritt zu meiner Wohnung gestatten. Ansang November erschien nunmehr ein Zimmermann auf Veran- lastung der Hausverwallerin und riß im Schlafzimmer den Fuß» boden aus. Inzwischen waren ihm sedoch Bedenken gekommen, od die Hauseigentümerin auch die Kosten tragen würde Er stellte daher die Arbeiten wieder ein. Ich sah mich infolgedessen in die Not- läge versetzt, die Reparatur des aufgerissenen Fußbodens aus mein« Kosten ausführen zu lasten, während jedoch die Reparatur der Decke sowie des Küchensußbodens unterblieb Am 1. Weihnachtsfeiertao 1925 fiel nun wieder ein etwa ein Quadratmeter großes Stück Deckenputz in der Küche herunter. Außerdem lief aus der darüber befindlichen Wohnung das Wasser durch dt« Decke, so daß nunmehr ein Herabfallen des ganzen Deckenputze» zu befürchten war. Ich wandte mich um Abhilfe sofort an die Revierpolizei, dies« lehnte jedoch jedes Einschreiten ab. da ja„keine Lebensgefahr" vorhanden und nur die Städtische. Daupallzei zuständig sei. Am 28. Dezember 1925 schrieb ich nunmehr an die Städtische Baupolizei und nahm Bezug auf mein Schreiben vom 19. Juni 1924. Auch da» hatte keinen Erfolg, so daß ich Anfang Januar nochmals persönlich bei der Städtischen Baupolizei vorsprach. Hierauf kam nun«In Beamter der Baupolizei, besichtigte die Wohnung und holte auch sofort einen Zimmermann, welcher den Fußboden aufriß. Hierbei wurde fest- gestellt, daß die Balkenlagen durchgefault waren. Auch besprach der Beamte die übrigen Reparaturen und oersprach den Fortgang der Arbeiten kontrollieren zu wollen. Am 20. Ionuer legte der Zimmermann einen neuen Fußboden, während jedoch die übrigen Arbeiten bi» heute, nach bald drei Monaten, noch nicht einmal angefangen wurden, so daß ich mich nunmehr gezwungen sah, eine Klag« beim Wohnungsamt zwecks Vornahme der erforderlichen Arbeiten ein» zureichen. Nun frage ich: Welchen Zweck hat eigentlich die Bau. polizei. wenn sie innerhalb zweier Jahr« noch nicht die Dollendung einer dringend nötigen Reparatur erzwingen kann? ?lus den öeztrten. 15. Bezirk— Treptow. Di« Bezirksversammlung behandelte in ihrer legten Sitzung zu- nächst«ine Anfrag« der Deutschnationalen betr. Unterschlagung bei zwei Bezirkssteuerämtern. In der Begründung oerlangte der deutsch- national« Redner, daß die Beamten des Bezirks die gleichen Bc- förderungsmöglichteitcn haben sollten, wie die Beamten in den Innenbezirken u. o. m. Genosse Bürgermeister G r u n o w wies unter Zustimmung der Versammlung oaraus hin. daß der Vor- rcdncr wichtige beamtengesetzliche Bestimmungen ai�her Beachtung gelösten habe. Der deutschnottonale Redner, der selbst Beamter des Bezirks ist. sollte derartige grundlegende Bestimmungen misten. Namens der Fraktion erklärte der Genosse L e p e r r, daß die Deutschnationalen heute einen sonderbaren Geschmack entwickelt haben. Sie benutzen einen Bctrugsskandoi, ausgeführt von slödli- fchen Beamten, um für die ohne Zweifel benachteiligten Beamten etwas herauszuholen� In den Stellen, wo die Deutschnationalen die Macht haben, da treibe man bewußt beamtenfeindliche Politik. Es ist kein gutes Zeichen, daß die Beamten des hiesigen Bezirks sich ausgerechnet die Deutschnationalen als Interestenoertretcr ausgc- sucht haben. Den Beamten ist nur zu Helsen, wenn sie sich mit den anderen Arbeitnehmern solldansch erklären Die übrigen bürger- lichen Vertreter rückten von den Deutschnationalen ebenfalls ab. Zur Instandsetzung des Schulgartens in Niederschöneweide wurden 1460 M. bewilligt. Dem Abschluß eines Vertrages mit dem Ver» liner Spar» und Bauverein über die unentgeltliche Ucbcreignung von Strahenland und Freiflächen im Ortsteil Falkenberg wurde zugestimmt. Don der KPD. waren nicht weniger als 7 Dringlich- kcitsanträge und eine Anfrage gestellt. Die Dringlichkeit wurde nur bei einem Antrage anerkannt, oer verlangt, daß die Erwerbslosen mit Gas bzw. Elektrizität zu ermäßigten Preisen beliefert werden. Desgleichen sollten die noch nicht bezahlten Gas- usw. Rechnungen der Erwerbslosen niedergeschlagen werden. Genosse Wilhelm R e i- mann erklärte, daß wir diesem Antrage in der Bezirksversamm- lung deswegen nicht zustimmen können, weil diese Frage doch»n- bestritten zum Aufgabengebiet der Stadtverordne- tenversammlung gehöre. Für den Bezirk Treptow allein könne selbstverständlich eine solche Regelung nicht getroffen werden. In der letzten Sitzung haben doch auch die Kommunisten anerkannt, daß vom Bezirksamt für die Erwerbslosen alles getan wurde, was nur möglich war. Der Antrag wurde abgelehnt. Vom Block der Mitte war«in Dringlichkeitsantrag bzgl. der Schließung des Bahnhofe» Spindlersfeld gestellt. Aus reiner Ver- ärgerung erhoben die Kommunisten gegen die Dringlichkeit des An- trage, Einspruch. Der Antrag kannte infolgedessen nicht zur Ver- Handlung kommen. Eine kurze nicht ösfentliche Sitzung bildete den Abschluß. Da» Volksbildungsaml Friedrichshain veranstaltete im Saaibau Friedrichshain unter der bewährten Stabführung von Dr. Ernst Iotl mit seinem Berliner Sinfonie.(Blüthner-) Orchester«inen Abend: Heiter« Musik, der den Meistern leicht geschürzter Muse. Wiener Komponisten, gewidmet war. Di« Sopranistin Gertrud Wolf, die ihre Mitwirkung al, Solistin zugesagt hatte, glänzte in der Arie aus„Der Barbier von Sevilla" als Koloratur» fängsrin und zeigte andererseits In der„Fledermaus" sich als temveramentoolle Operettendioa. Das gut durchgearbeitete Piano des Orchester» kam besonder» in der Ballettmustt aus Franz Schuberts „Rosamunde" zur eindrucksvollsten Geltung. Man sah dem zahlreich erschienenen Publikum, da» mit Begeisterung und Andacht lauschte. sichtbar an. wie ungeheuer groß gerade in unseren Kreisen dos Bedürfnt, nach wirklich guter Musik ist. SllNaaekoi'zert der acsawleo Slaolskoprlle. Die Kunltgememd« Neu- killn(VollibildunzSamt) bat die seltene und vielleicht eineigc lAelegenheit embgltiüt. die TtaalSkavelle in ibrer«SesamlSeit(cxl 180 lUJDgL) zu(jntc.T Unter Leitung de» Aeneralmulikdireltor« Scich Kleiber werden am �onniag. den IS. APrU, mütag« litt. Uhr in der„Neuen Welt", Haienbeid« 108—114 S-rke von Richard Dtrauh. Beetbooen und Lagner zu Kebör gebra.?' weroen. Karten zu einem billigen EwheitSprei« bei Bote.& Bock und bei Lerthei«._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz Rok-Gold". «ekchlktsSelle:«erNn 6.14. Seb-Nlanlir. 8738. chef t lt. Mitte: Ztilchster Tin nadend Mo., d. 1!>.."M lllir.«barlenltr. 197.— SUnliUa-VtUi 1.»am.. L Run: Manatoversaminluna ffr.. d. 18.. 7V4 Uhr, im JUflaavant Bockuiann.?! cuter. dilt Lenauftrade.—«gumschutev- megi gä.. d. 17.. TV, Uhr. Lokal Bo ranrann. ffreiliaralh-lTeicr. Vortrag »am. Vektor Furcht. Nnschlilhend aelelllaes vellanunrnfein.»arnoraden ra:t Vno»hvrw»n. erlcheint roCAtUiIia!— Ztlntgentak. So., d. 17.. 814 Uhr. Mttal.. Verl. bei Basener. Wichtia« Taeeeoldnung.—«cthentee. Mo. und Do. oben die Svielloute im Srllncn Baum von 8— ViM Uhr. Turnen Di. von Vfi—VtlO Uhr.— Seddin». 17. UN» 18. Avril arohe rrvublibnilche»und- qekning.«rtHttelcf» ftametadtn treffen tlch So. nackmittac, bei Mittler. Ufer. ftroR«.— Rum JToifcUua treten pllnftlich oit: Wedding: 8 Uhr Uter. Ecke Schönstedts! rafte. Tlernart«»: 7 Uhr Kleiner Tiergarten. Zteinickendors: 8>h OTr «amloo, Blhf. SchönhoU.—«m Sonntaa. d. l8., treten ollntt'ich an mit 8v!-lmann,,>,a und Kähnen: wedding! 1)4 Uhr Ufer- Site Martin-Ovih-Srrahe. litt«: 12 20 Uhr bei Dielt. Bovenstr. 19. Tiergarten: IZ'z Uhr»Iciner Tier- garten. Vrenzianer Berg: 12H Uhr Dan, wer Strohe Eck- Prenjlauer Alle«. Tricdklchehai»! 1214 Uhr Boltenvla». Krenzbeeg: 114 Uhr Bcunnenvlati. Reu. U8r: 2 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Echineberg.ziriedena»: U14 Uhr Wart- buraplah. Lichtenberg n-hst ll»t»rgr»»»cn: 12'4 Uhr bei Sölinow. iZranffueter Allee 232.«cihensee: 1214 Uhr bei Dallas. Scbbrr- Site Dreisswa-tcr äteoftr. «•■tarn:»ameradfchaften 12 Uhr an ihren Sammelstellen. Ahmarsch vom ihnwirefsvunki Zuoendheim 1214 Uhr. Zkeinlckenborf: 114 Uhr Brunnenvwh. — Lichtenberg nebst Uaterar»,»car So., d. 17.. 714 Uhr. Seneralverfammlung bei Duft. Temvel, Gudrun Itr. 7. Mitgl.-Au-roclse vor, eigen. Dentscher Gsnernntn.Bnnd. Vringrnov« Berlin, ffreiwg. 18. Avril. 8 Uhr, »andiwrei Dobrin. vaifescher ÄaLt: llchrr aversam inlung. Gäste roillfommcn. verein»er gretdenker sSr tsenerb-st-ttnng«.«. Be,. 1««cullll»: Alle Teilnehmer«tt Dentrnaloeinrneihung noch Spandau treffen sich Sonntag. 18. Avril. vormittag» 149 Uhr pünktlich auf Bhf. fietinonnlliofce ,ut gemein- famen Abfahrt noch dort. »-ltnekartel Schöne der»,(frei tag, U. April, 148 Uhr. wichtige Li Huna der' Ztoeder. Keuptftr. 97. Jfrel« Schulaemclnd«»Zpeuich Monatsversammlung am Freitag. 18. April, 8 Uhr. bei Rädel,»bpenick. grelhelt 5. Referent: Genosse Lehrer Mücke. ffreuRde unserer Sache find freundlichst eingeladen. Srieskaften üer �eüaktion. K. t«. Nein.— storfch» Ersuchen Sie da» BohnunqHaurt. armöh h 8 der Bekanntmachung de» Magistrats gegen den Sauswirt Nor,»gehen. Lollie sich da, Wohnungsamt nicht fstr»ustSndig halten, so muh bor«laoeweg beschritten werden. Di« Miete müssen ss» weiter»ahlen.- E.«. Veranlassen Sie Ihren Schwager, sich an das Deutsch« Rot««reu: Abteilung 11. Mllchilirqslürforge. ssasanenstr. 28, ,u wenden.—«*. 8k«. 18SJ. Den Antrag könne» Sic stellen. Wir glauben aber nicht, dast ihm entsprochen wir».— M. T. 100. Dem GUiudwer steht kein Anspruch aus Aufwertung ,u.— E. 8. 2«. Der Vertrag wird nicht genehmigt. Zr» Falle de» Tode» bat der Sohn ein Rccht auf die vohnung. v. B. 88. 1. Nein. 2. Bon keiner. Sit können sogar den Dr. Ivel, wachen. Al» Pfarrer dürften Ei, allerdings kaum van einer Kirchenbehörd« angehellt werde». 8. Kein Rwang. 4. Religionslose können In der Schute Relwums- Unterricht mitwa»en. auch wenn ss, rorber nicht aetoutt worden sind.— Schneiderin, ffraatn Sie bei der..Wertfreude". Potsdamer Sir. IM an. Sonst in den Bernssichule», erfrage» bei Ihrem Beziefsamr, Schulverwaltung. ver ncktige Weg�ur Erlangung blendend weiker Drücken Sie einen Slrang CWoroöoni-ZsIinpiJSle auf die trockene Chloroöont-Zahnbürste(Spezialbürste mit gezahntem ßorstenschniit). bürsten Sie Ihr Gebiß nun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erst jetzt die Dürste in U/asser oder besser in Chloroöont-Munöspülwasser und spülen Sie damit unter Gurgeln gründlich nach. Der Erfolg wird Sie überraschen! Der mißfarbige Zahnbelag, der sich besonders bei Rauchern unangenehm bemerkbar macht, verschwindet und die Zähne erhalten einen wundervollen Elfenbeinglanz. Das kostbare Pfefferminz-Aroma verleiht Sern Munde herrliche Frische und Wohlgeruch. 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Sm großen und ganzen haben sich die Dividenden für 1�25 auf der gleichen Höhe gehalten wie für 1924— wobei zu beachten ist, daß die Beschlußfassung im Vorjahr während einer Zeit relativ günstiger wirtschaftlicher Entwicklung ersolgte, wo man die Schwierigkeiten des ersten Stabilisierungsjahres bereits zum guten Teil als überwunden ansah. In diesem Jahr dagegen haben die Leiter der Unternehmungen bei ihrem Jahresabschluß erkennen müssen, daß die Probleme der deutschen Wirtschast zu ihrer Lösung eine weit längere Zeit erfordern, als man bisher geglaubt hatte, und daß die bisherige Wirtschaftspolitik mehr eine Ueberkleisterung und Verschleierung als eine Lösung der Schwierigkeiten im Gefolge gehabt hat. Wirkungen der Ueberkapiialisierung. Zu dieser bisherigen falschen Wirtschaftspolitik der Unterneh- «nnngen gehört aber in erster Linie die bei der Goldmarkumstellung der Aktiengesellschaften vorgenommene.Ueberkapitalisa- t i o n". Weil man das Goldmarkkapital in fast allen Fälle» der- artig hoch bemessen hat, daß eine„angemessene" Verzinsung durch Dividenden, die entsprechend der allgemeinen Zinserhöhung höher als die Vorkriegsdividenoen fein müßten, nicht zu er» zielen ist, deshalb sind zahlreiche Aktiengesellschaften in eine schwierige Lage gekommen. Sie standen vor der schwierigen Wahl, ob sie den Großteil des Geschäftsertrags, anstatt ihn im eigenen Betriebe weiter gewinnbringend zu verwenden(bzw. zur Rückzahlung drückender Schuldenlasten zu benutzen), zur Erhöhung ihres An- sehen?, aus„Prestigegründen" also, lieber zur Dividenden- Zahlung verwenden sollten. Diese Entscheidung ist den Gesellschaften vielfach sehr schwer gefallen. Nur einer beschränkten(aber allmählich wachsenden) Anzahl von besonders leistungsfähigen und beim Kapitalistenpubli- kum besonders bekannten Firmen wurde, durch die Bewertung ihrer Aktien auf der Börse, ein ganz eindeutiger Weg gewiesen. Diese „erstklassigen" Gesellschaften können es sich heute ohne weiteres erlauben, ihre Erträgnisse i n den eigenen Betrieb zu stecken und keine Dipjfiende zu verteilen— weil sie nämlich deshalb keine Zkurseinbuße mehr zu befürchten haben. Ihre Aktien werden trotz ollem ständig gesucht und gut bezahlt. Dem Aktienbesitzer und -käufer genügt die Vorstellung, daß er die Papiere eines besonders aussichtsreichen, hochqualifizierten Unternebmens in seinem Geld- schrank Hot, von dem er sich für lange spätere Jahre hohe Gewinne verspricht: er glaubt also auf Gegenwartsgewinne vcr- zichten zu können. Surfe dividealoser Papiere. Diese Tatsache muß man sich vor allem vergegenwärtigen, wenn man die Dividendenhöhe von jetzt und früher oergleicht. Der Verzicht aus die Dividendenausschüttung ist heute in fast ebenso vielen Fällen ein Zeichen von Stärke, wie, bei anderen Gesellschaften, «in Zeichen von Schwäche. Zum Beweis fei angeführt, daß(nach den Crgebnisien eines Stichtags) von 165 Industrie- und Schiffohrtsgesellschasten, deren Aktien an der Berliner Börse gehandett werden und deren Abschlüsie sür 1925 bereits bekannt sind, nicht weniger als 68 d i v i d e n d e n- los bleiben. Don diesen 68 Gesellschaften sind gber nur 17 als .invalide" zu bezeichnen— sie werden zurzeit wegen besonderer Ursachen überhaupt nicht mehr notiert oder ihre Aktien notieren unter 29 Proz. des Ztominalwertes. Weitere 4l Gesellschaften stehen bei einem Kursstand zwischen 29 und 74 Proz.(zumeist 49 bis 59 Proz.) etwas unter dem großen Durchschnitt aller Aktienwerte(also die dividendenoerteilenden Gesellschaften eingerechnet). Lei 18 Aktien, auf die keine Dividende verteilt wird, ist ein Kursstand zwischen 75 und 199 Proz zu verzeichnen: sie werden also so bewertet, wie zurzeit ein sicheres festverzinsliches Anlagcpapier, das etwa 6 bis 8 Proz. einbringt. Weitere fünf Gesellschaften haben einen Kurs zwischen 199 und 159 Proz. Zu den höch st bewerteten dividendenlosen Papieren gehören Schissahrtswerte und Aktien von verschiedenen Metall-, Schwer- industrie-, Textil- und Elektrizitätsgesellschastcn. Dividenden 1924 und 1925. Don etwa einem Viertel der in Berlin börsenmäßig gehandclten Aktienwerte(abgesehen von den Versicherungs- und wirtfthast! Dividenden. Brauereiwcrten, die wegen besonderer Verhältnisse hier außer Betracht bleiben) liegen die Dividendencrklärungen für 1925 vor. Bei einem Vergleich mit den Dividenden für 1924 ergibt sich folgen- des Bild: ES verteilen 1925 gegen 1924 unveränderte höhere niedrigere � Dividenden S Bahn- und Straßenb.- Ges. 3 5— 6 Schiffahrti-Gejellschaflen 4—— 57 Banken........ 25 25 7 160 vec'cbied. Industrie-Gesellilb. 89 50 30 230 Aktien» Äesellsch. insgesamt 112 89 38 Ordnet man die Aktienwerte der vierten Gruppe(v e r s ch i e° d e n e I n d u st r i e g e s e l l s ch a f t e n), die besonderes Interesse beanspruchen, nach der Höhe der ausgeschütteten Dividenden, so ergibt sich im Vergleich mit dem Vorjahr, daß weniger„mittlere" Divi- denden und mehr ganz niedrigere und ganz hohe Divi- d e n d c n zur Verteilung kommen: Bemerkenswert ist hierbei, daß von 30 Gesellschaften, die ihre» Dioidendenstand gegenüber 1924 nicht aufrecht erhalten konnten, nicht weniger als 29 überhaupt zur Dividendenlosigkcit übergegangen sind— nach dem Prinzip: lieber keine als eine niedrige Dividende— und daß die 19 Gesellschaften, die eine niedrigere Dividende geben, ausschließlich in der vierten Gruppe— Dividende 10 bis 14 Proz.— enthalten find. Sehr viel ungünstiger wird allerdings das Bild für 1925. wenn man die im Durchschnitt der drei Vortriegsjahre(1911/13) gezahlten Dividenden mit den heutigen vergleicht(hier liegen Verglcichszohlcn nur für 129 Gesellschaften vor): Der Stand der Jahre 1911/13, in denen man eine füns- bis scchsprozentige Verzinsung„sicherer" Werte als normal ansehen konnte, ist also längst n o ch n i ch t erreicht: damals erbrachten die weitaus meisten Aktienwerte eine sehr viel höhere als die „normale" Verzinsung. Selbst weim man das oben über die „Dioidendenlosigkeit aus Prestigegründen" Gesagte in Bcrücksich- tigung zieht, wird festzustellen sein, daß die Ueberkapilalisation heute eben noch viel zu stark ist. um die Gewährung von Dividenden zu erlauben, die im Durchschnitt gleichfach, geschweige denn höher als die„normale" Verzinsung sicherer(langfristiger) Anlagen ist. Für eine solche kann man heute einen Zinsfuß vop 8 bis 19 Proz. im Durchschnitt angeben, während noch vor Jahresfrist 12 bis 14 Proz. „normal" waren Dieser Rückgang des allgemeinen Zins- fußes aber bedeutet, daß Aktienwcrte, deren Gewinnaussichten gegen den Vorjahrsstand gleichgeblieben oder»och höher geworden sind — wie das ja tatsächlich nach unseren Zahlen der Fall ist— heute mit Recht bedeutend höher als damals bewertet werden. « Während sich an dem Ergebnis unserer Dioidendenstatistik nichts Erhebliches ändert, wenn man die„großen" Aktiengesellschaften— solche mit 7 oder 19 Millionen Aktienkapital und mehr— gesondert behandelt sind bei einer Aufteilung nach Branchen ganz erhebliche Unterschiede festzustellen. Vor allekn sind es die T« r t i l w e r t e und die Aktien der Schwerindustrie, die— von einigen Ausnahmen abgesehen— durch Dividendenlosigkcit geringe Divi- denden den Durchschnitt herabdrücken. Als Gruppen mit besonders hoher Dividendenausschüttung sind(neben den hier nicht berück- sichtigten Brauereiwerten) die Eisenbahn- und S r a- ßenbahnwerte, die Bankaktien und von den verschiedenen Industriewerten jene der Zement-, Gl a s-, Keramik- und Braunkohlenindustrie zu erwähnen, ferner— wenigstens z. T— die Werte der Metall- und Maschinenindustrie, der Zellstofs- (Papier-) und chemischen Industrie. Eine wichtige Feststellung, die gerade die Arbetterschaft im Kampfe um den gerechten Lohn interessieren muh, ergeben diese Berechnungen in jedem Fall: von einer„unrentablen" Mrlschask. von der die Unternehmer so gern reden, kann heule in dieser oll- gemeinen Form keinesfalls mehr die Rede sein. Die Dividenden- ergebnisse des letzten Jahres zeigen im Vergleich zum Vorjahr steigende Tendenz— trotz der Krise!— und wo das nicht der Fall ist, liegen oftmals besondere Gründe vor, die sicherlich weder uf dem Gebiete der Lohn- und Sozialpolitik nach auf dem der Steuerpolitik zu suchen sind. Generalversammlung der.preußag* Die Generalversammlung der Preußischen Bergwerk?- und Hiittcn-Äkliengesellichast genehmigte in ibrcr Sitzung vom Mittwoch den Abschluß'ür das Geschähsjahr 1925. Dieser ergibt einen B r il t t o- II e b e r s ch u ß von 19 688 429 85 M., der sich durch den Vortrag aus dem Jahre 1924 auf 21 234 593.44 M. erhöht. Dieser Betrag bat folgende Verwendung gefunden: Für Ruhegehälter, Wartegelder, Pensionen und Unlerstützlliigeir............ 1 814 242,95 M. Berg- und Rauchschäden, Bohrungen und Unter- suchungsarbeiien........... 1 135 051,68,» Vergütung an den Preußischen Staat(1/, Proz. der Roheinnabme)........... 427 804 51. SilllegungSkosteii und VertragSablösungen... 87 575.74„ Abschreibungen............. 5 406 430,26, Rücklagen............... 7( 50 000,—„ Uiitcrstüyiingen und Belohnungen...... 200 060.—„ Reiervefonds II............ 560 000,—„ Gewinnanteil an den Preußischen Staat,.. 8 909 009,—, Vortrag aus neue Rechnung......•• 1 61348830_ Zusammen... 21 234 593.44 M Bei den Wahlen zum AufsichtSrat wurden die Herren: Bergbauptmann a. D. Brennhold, Bergral Krämer. Oder- landsorilmeistcr Dr. Frb. von dem Busche. Gcwcrtschaiis- sekretär Franz. Reichsminister a. D. 23 il seil wieder gewählt und an Stelle des ausgeschiedenen Herrn Oberfinanzrais R c m a k Herr Ministerialrat W e l l in a n n in de» Aufsichtsrat gewählt. Vasserstraßen-Politik. Die in der Weimarer Verfasiung vorgesehene Ueberführung der W o s s e r st r o ß e n in den B es i tz des Reichs ist nach zahllosen Schwierigkeiten, nach mehr als fünsjähriger Arbeit, jetzt endlich vollendet. Am Dienstag trat der Reichswasserstraßen- b c i r a t zum erstenmal zu einer Tagung zusammen, die von dem Reichsverkehrsmiiiister Dr. K r o h n c eröffnet wurde. Dr. Krohne sprach über den Ausgabentreis und die Kompetenzen des Beirats und gab einen kurzen Ueberblick über die aus der gegenwärtigen schwierigen Wirtschaftslage sich ergebenden Problenie des Verkehrs- wesens. Nach den Verhandlungen des Beirats hatte der Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt am Abend eine Sitzung des sogen. großen Ausschusses einberufen, auf der Reichsminister o. D... Dr. Go t h e i n einen Bortrag über„W irtschast und Wasser- st r a ß e n p o l i t i k" hielt. Da dieser Vortrag im wesentlichen auf eine Widerlegung einer von Staatssekretär Dr. Vogt(Reichsver- kehrsministerium) vor kurzeni gehaltene Rede hinauslief, schloß sich daran eine ziemlich lebhafte Diskussion, in der Dr. Vogt seinen Standpunkt präzisieren und im allgemeinen verteidigen. konnte. Er wies u. a. auch auf das Kernproblem der neu entstände- neu Konturrenzschwierigkeiten zwischen Eisen- bahnen und Wasser st rohen hin, das darin liegt, daß der Frachtverkehr in dem wichtigsten Massentransport, nämlich in Kohle, selbst in den Zeiten des besten Geschäftsganges gegenüber der Vorkriegszeit immer weiter zurückgeht. Im übrigen erklärte er, daß der weitere Ausbau des Wasserstraßenetze? an- gesichts der Schwierigkeit, ausreichende Frachtgütermengen für die Bahnen zu erhalten, in den jetzigen Zeiten wirtschaftlicher Not und mangelnden Kapitals nach Möglichkeit zurückgestellt werden müsse. Aus der Rede des Herrn Ministers Gothein, der für einen sofortigen weiteren Ausbau nachdrücklich eintrat, ist besonders erwähnenswert, daß er der Reichsbahn den guten Rat gab, zur Vermeidung von Tariferhöhungen die Forderungen der Arbeitnehmer, die angesichts der sinkenden Lebenehal- iungskosien gänzlich ungerechlferligt seien, nicht zu bewilligen und daß er weiterhin vorschlug, die im Dawcs-Plan vorgesehenen Hochfeiner Herren-Halbschuh mit grau eckt Nubuk-Einseix Modepamp»„- mit rcraleriem Spenngumml Ii Braan eckt Boxkalf- Spangenschuh mit l. XV- Absatx....... Feinfarbig be'ge eckt Che vi eau• Spangen in erstklassiger Ausführung. Brauner Modesdinh mit Seitengummizug und Spangendur thbruch... Blond eckt Chcvrcau- Zugpumpt mit Einsatz und Spangendur chbruch. ca Feinfarbig Modepumps, beige, haselnuk.roauve und grau, mit Spanngummi. Mond eckt Chevrean- Spangen, beliebter Mode. schuh...... Die guten Uwera-Slrümpfe zur Farbe des Schuhes passend, alle Nuancen sehr billig am Lager £>Xie A:6. BurghM 1.5 Milliarden Vorzug s'aktlen der Reichsbahn zur Beschaffung von Geldern für den Ausbau der Anlagen wenigsten» teilweise nach und nach in» Ausland zu verrausen. Nach fast dreistündiger Sitzung wurde ein Film vorgeführt, der für die Kanalisation der Weser-Werra-Strecke und den Bau eines Kanals zwischen der oberen Werra und dem Main bei Bamberg Propaganda machen soll. Dl« Lage in der Schraubeniadvstrie wurde der Generalverfamm- lung der Reichelt-Metallschrauben-A.-G. Finstcrwalde von der Per- wauung folgendermaßen geschildert: Unter der schlechten Wlrtschaftk- läge Hab« n itürlich auch die«chraubenindustric zu leiden gehabt. Der Eingang von Aufträgen hätte sehr zu wünschen übrig gelassen. und die Folge wäre ein dauernder Abbau der Beleg- s ch a f t gewesen, dle bis um SO Proz. des ursprünglichen Bestand«» von IOOO Mann aus zirka 300 Mann, verringert worden sei. In den letzten Wochen habe sich eine Belebung des Geschäfte» bemerkbar gemacht, die die Wiedereinstellung uon Arbeitern ermöglicht«. Man dürfe nicht übersehen, daß die Schraubenindustrie als chilfsindustrie von der Belebung des Wirtschastelebens später profitiert als viele andere Industriezweige, da ihr die Austräge erst dann zugehen, wenn die anderen Industriezweige an die Ausführung ihrer Aufträge herangehen. Die Gesellschaft erzielte im Jahre lägz einen Reingewinn von 309 525 M. bei einem Aktienkapital von 3 424 000 Mark. Sie schüttet eine Dividende von S Proz. au«. Zu bemerken ist. daß die Bilanz erhebliche innere Reserven enthält. Zur Lage der ZuFerinduslrie nimm! eine der größten deutschen uckersabriteii, die in der Nähe von Löwen in Schlesien gelegene uckerfobrit Fröbeln Stellung. Die Fabrik verfügt über eine eigene Raffinerie und hat auch großen Landbesitz. Trotzdein schließt sie, hauptsächlich wegen unzureichenderAusnutzuna ihrer Anlagen infolge Absatzmangels, das am 31. Anoust v. I. abgelaufene Geschäftsjahr bei einem Aktienkapital von 4 072 320 M- mir mit einem Reingewinn von 32 598,59 M. ab, der nach Zu. führung von 2000 M. an den Reservefonds auf neue Rechnung vor- getragen wird. Um die nicht zu bestreuende ungünstige Lage der Zuckenndustrie zu beheben, macht sich die Verwaltung die von den Organisationen dieses Gewerbes propagierten Forderungen zu eigen. Sie verlangt in ihrem Geschäftsbericht Zusammen. s ch l u ß der Industrie, um die A u s f u h r zu steigern, und ferner Erhö hung des Zucker. z oll s. In der Wirkung kommen diese Forderungen auf«ine Belastung des inländischen Zucker- konsums mit höheren Preisen zugunsten des Erports hinaus. Aller- dings wird die Rechnung ein großes Loch haben. Zum mmdesten ist es fraolich, ob der inländisch« Markt Preiserhöhuna-n für das wichtige Stuhrungsmlttel überhaupt tragen kann. Augen- blicklich ist die Zucksrersatzindustrle wegen der billigen Zuckerpreise aus dem Wettbewerb fast völlig ausgeschaltet. Steigen die Zucker- preise jedoch allzusehr, dann wird der Zuckerersotz von neuem als Konkurrenz in de» Markt eingreifen und dem Zucker einen erheb» lichen Teil des Konsums entziehen. Die Nachfrage wird dann sinken und trotz des erhöhten Schutzzolles wird dann der Preis im Inland« rückwärts gehen. Mit dem vorgeschlagenen Mittel ist der Industrie n chl zu helfen. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als durch billige Preise für»ine Pergrößerung des Zuckerverbrauches zu sorgen Die Zuckerindustrie muß mit Hilfe der Intensivierung der Zuckerrübenerzeugung(Steigerung de» Zuckergehalts der Rüben) und durch eine ratlonellere Gestaltung der Zuckerrüben. Verarbeitung(Anwenhing der neuesten Errungenschosten der Zuckerchem!« und der Masch'nentechnik)«ine Verringerung der Selb st tosten und damit eine Verbilliguvg des Zucker» er. streben. Hier liegt der richtige Weg für die Erz-elung eines große- ren Umsatzes In Zucker und damit für die Gesundung der Zucker- industrie. Vermehrung, aber Verkleinerung der hauehallungcn in Deutschland. Aus den vom Statistischen Reichsami verässemlichten vorläufigen Eraebn fscn der Volkszählung vom 16. Juni 1925 geht her» vor. daß sich die Zahl der Hguehallungcn in Deutschland außer- ordentlich rasch vermehrt hat. Während 1907 im heutigen Reichsgebipt 11 979 000 Hcushaltungen, 1910 in demselben Gebiet 12 7S9 000 Haushaltungen gezählt wurden, zählt« man 1922 bereit» 15329 000 Hauehaltungen. Innerhalb von 12 Jahren hat sich also die Zabl der Houshaltungen um 20,4 Proz., in 18 Jahren um 28,2 Proz. oermehrt. Dies« Vermehrung ist weir größer als die Bepölterungsver Mehrung, die von 1910 bis 1922 nur 8,2 Proz. betrug. Die Hausholtungen müssen also kleiner g e- worden sein. Die Statistik gibt denn auch an, daß im Jahre 1910 durchschnittlich 4,58 Personen aus eine Haushaltung entfielen, im Jahr 1922 dagegen im Durchschnitt nur noch 4,07 Personen. Dies« Verkleinerung der Haushaltungen war schon in den Jahren vor dem Krieg zu beobachten, aber während in den 12 Jahren von 1892 bi» 1910 die Zahl der auf eine Haushaltung entfallenden Per- fönen nur um 2,4 Proz. zurückging, erfuhr sie von 1910 bi» 1922 einen Rückgang von 10,2 Proz Verursacht ist dies« aussallend« Erscheinung einmal dadurch, daß die große Sterblichkeit währenddes Krieges viele Familienhoushaltungen stark ver, klelnert hat: zum anderen auf den großen Gcburtenauesall während de» Krieges und den starken Gebuitenrückgong in der Nachkriegs- zeit. Auf der anderen Seit« ist ober die Ehefchliehungshäusigkeit ganz bedeutend angewachsen. Di« Statistik verzeichnet für die Zeit von 1910 bis 1922 eine Zunahm« der Ehen von 22 Proz., d. h. ein» ähnlich starke Zunahme wie bei den Hauehaltungen. Zwar haben infolg« der Wohnungsnot viele Eheschließungen nicht zur Gründung eines eigenen Haushalt» geführt, jedoch sühren viele zusammenwohnenden Familien je eine eigene Hauewirtschaft und wur- den dann gesondert gezählt, anderenteil« sind auch aus Angst vor dem Verlust der Wohnung viel» stark verkleinerte Haushaltungen nicht aufgelöst worden. Bemerkenswert ist noch, daß die C'öße der Hauehaltungen in den Großstädten unter dem Durch- schnitt steht. Sie beträgt dort im Durchschnitt nur 3,54 Personen. SewerGHsstsbewegung (Gewerkschaftliches sieh« auch 4. Seite Hauptblatt.) Henerolverfammlung öer Sekletüungsarbeiter. Einstimmigkeit und Geschlossenheit. Am 13. April fand in den Arminsälen die erste Deleglertenver- sammlung des Deutschen Bekleidungsorbeiterverbandes, Ortsvcr- waltuna"Berlin, für das laufende Geschäftsjahr statt Zum erst'» Punkt der Tagesordnung: Geschäfts- und Kasjenberichl, führte Lehmann aus, daß, um größere Erfolg« zu erzielen, dieses nicht an dem guten Willen der Führer resp. der-spigenkörpers /hasten liegt» sondern daran, ob die Verhältnisse eine durchgreifend« Aende- rung zuließen. Er ging dann auf die Lohnerhöhungen und Bewegungen in den einzelnen Branchen ein Daraus war zu ent- nehmen, daß von den 27 Branchen durchschnittlich je zwei bi» drei Spv.'tteiLilarveller! Besucht die Branchenversammlunsen am nächsten Sonntag und Donnerstag! Lohnbewegungen geführt worden sind und in denjenigen Gruppen, wo die Orgonisatlonszugehörlgkcil g u t ist, auch der prozentual« Anteil der Lohnerhöhung höher ist. Zur Erledigung der Geschäfte haben stattgefunden: 5 Dele- giertenversammlungen, 20 Filialletiungssißungen, 1 kombinierte Kommifflonssitzung, 2 allgemeine Funktionäroerfammlungen, 1226 Mitgliederversammlungen, Sitzungen usw., ohne die Sitzuiigen beim Schlichtungsaueschuß. Gewerbcgericht. Verhandlungen mit Arbeit- gebern und dergleichen. Tausend« von Flugblättern sind an die indifferenten Kollegen verbreitet worden. An Briefen sind cingc- gangen 2946 und ausgegangen 27 380. An der H e i m a r b« i t s o u» st e l l u n g. die im April 1922 stattgefunden hat. wurde mitgearbeitet. Auch auf Wiederaufnahme von seinerzeit Ausgeschlossenen und das Verhältnis zur „Opposition" ging der Redner ein. Zum Schluß betonte er. daß die Unternehmer in einer ganzen Reihe von Branche» zum A n- griff übergehen wolle» aus Lohnabbau. Verkürzung der Ar- beitezeit für die Anfertigung der einzelnen Stücke usw. Hieraus gehe hervor, daß alles getan werden muß, um die Geschlossenheit der Organisation zu wobren und zu stärken. Au» dem Kassenbericht, den K o t I ch erstattete, ging hervor, daß der Mitgliederstand sich gegenüber dem Jahre 1924 um einiges ver- bessert hat und der Kassenbestand in Einnahme und Ausgabe mit 310 144,64 M. balancierte. In der Diskussion zum Gcschästsberlcht wurde die seither elnge- schlagene Linie der Berliner Filiole anerkannt. Die N e u w o h l der Filialleitung erfolgte einstimmig. Nachdem noch die Bestätigung der Branchenleitunpen und Branchen- kommissionsmttglieder vorgenommen wurde, die ebensalls bei allen Branchen einstimmig erfolgte, wurden noch ein'ge Mitteilungen bekanntgegeben, darunter die geplanten Iugendoeronftal- t u n g e n, in welcher Auskunft gegeben wird in der am?9. April 1926 abzuhaltenden Versammlung in den Räumen des Deutschen Vekleidungsarbeiterverbandes. Außerdem wurde auf die M a i v e r- a n st a l t u n g hinaewiessn, die vormittags 10 Uhr in den Germania» fälen stattsindet. Mit der Hoffnung, daß am 1. M-' d!« B t-Iebe in der Bekleid'maxindustrie stilliegen und olle Kollepen sich an der Malveranstaltung beteiligen, wurde die Versammlung geschlossen. Lohnbetvequnq der vrauereiarbeiter. Am 12. AprU nahmen die Funktionäre der Brauereiarbeiter in einer gut besuchten Versammlung lm Rosenthaler Hof Stell ng zu dem Lohnabkommen in den Brauereien. Im Dezem- der p. I. war des Lohnabkommen zum 31. des Monats gekündigt worden Die Unternehmer lehnten damals jede Verhandlung ob. Mit Rucksicht auf die allgemein ungünstige wirtschaftliche Loge und Arbeitslosigkeit wurde von weiteren Maßnahmen Abstand genom- men, so daß da» Lohnabkommen weiter lief. Di« Funktionäre glauben, daß mit Rücksicht auf den immer noch guten Geschäfts- gang in den Brauereien dieselben jetzt wohl in der Loge sind, eine entsprechend« Aufbesserung der Löhn« zu gewähren. Die Organisation wurde daher beauftragt, an die Unternehmer mit diesbezüglichen Forderungen heranzutreten. Schart« Entrüsiung rief bei den VerfommeUen die Mitteilung hervor, daß in den Verkaufestellen der Konsumgenossenschaft die Listen zur Einzeichnung für da» Gemeindebestimmungsrechl auslicgen und dort den Mitgliedern teilweise die Einzeichnung in dieselben warm empfohlen wird. Di« Versammelten erblicken durch diese Maßnahme eine einseitige Einstellung der Konlumgenosienschaft und forderten die Organisation auf, bei der Konsumgenossenschaft zu verlangen. daß die Listen sofort zurückgezogen werden, andernfalls der Austritt aus derselben in die Wege geleitet werden soll. ?er Lohukampf im rheinisch-westfälische» Vaugewevbe. Bochum. 14 April.(Mtb.) In einer hier abgehaltenen von über 200 Funktionären de» Freien Baugewerkbunde» der Provinz Westfalen besuchten Versammlung, die Stellung zu den Lohnver» Handlungen im Baugewerbe nahm, forderten die Redner eine Lohn- erhöhung für die Bauarbeiter des Rheinlandes und Westfalens. In einer Entschließung wurde an der Forderung der Lohnerhöhung für die Bauarbeiter der beiden Provinzen festgehalten. vtrbcw-ch« Ut tziWnSsttiw de» SMT.«erft, sitrHo«. ftnSea Warth« BetanfwUunacn ftoti:«bt. Cflen: Iuacndheim »immer 6). Bortroa:...zweck uni Siel unterer Arbcrt.--«6- äißottcn. SuatnMiclm N-ichenberger Str. 66. Dichteradent.- Abt. Sildwcft--: ire/TT»eLe-Alliance-Str. 7/10. We-.beorbeit.— Abt. espunie-u: 3u(»n6f>eint Lindenufer L Licdernbend.— Eltcrn. schickt tute scknrientwgene» Söhn« uitft Töchter. Bit den(anr.ndnmicken Beruf erlernen, in tue Beraniiolluuacn der gdA.-Iuqend und meldet sie im Berb-nd al» Mit«.,«der an. Buchdrucker! Di« diesmonailichen Be,irksfraktions>>«rs-mmlunl>en fitldcu in folgenden Lolalen(tait: Sonnabend. 17. jäetil, 7J4 tlbr:«. Bezirk bei Sckiarnweber- Cde ftronormsenftrafc«. 5. Bezrrk l>«> ttanlcr, Neichenderjier Str. IM. 7. ScA'.rt bei Wandt- Schöneder». Brbnstr. LS.». Bezirl bei»nftb. Neul-Mn. Sermannstr. 76. 9. BeZiri bei«eimer. WilmerÄorfer&r. 21.— Sonniao, IS.«ntll. vormütaa« 10 Uhr: L. Bezrrt ber Ikier-.» Schweden- strafte lö. 3. Btrtrf bei ÄIuo. Danrioer Str. 71. 5. Bezirk iBauurschuIenwead bei Heft. B-umschuIcnftraft«.«• Bezirk ber Sin� SBiImofft. 1. 19. Bezirk bei Rittbel.«itderscköneweid« Briickenstr. 16.— Monte«. 19.«tml: l. SeAirf ein« ba!b« Stund« vor Beainn der BeAirksversammIuna rm selben Lolal.- Inflesordnuno; Die«ufstellunp der«and�aien ,ur Verband-aeneralverfamm. luna. Erscheinen aller ftollepen der Amsterdamer aid�no�m�BjUchL��� Deutsch«- Baupeweit-bund.«achqru»»« lxr«pse?. streitaa. IS. Aorit. 6 Uhr. bei P-'.sch. Landoderaer Str. 31. Mitaliederversammlun«. Mrtalred� buch leaitimier!. Da» Erscheinen aller«ollearn parteinachrichten /Ml für Sroß-S-rlia tinieabuneeu itir dtei» Siubrik smb S«.«. L Inden itraft» 3 stre, ra ob» BejtrtsiTtrttonn». t. Soi.» lt«». recht» 1» riebt«». --n W 6. greis«ebdinq. Sonntaq. 1». April. TWUkrmlt+MS«4 Uhr.»er- � « sammeln stch d««bl-ilun.t«n Brunnenpia»,«chönstedtstrafte.»um Um�n« ä S t�es Neicl'sdenners. Propa�and-�moterial rsi eins Btertslstunds vor?u>' � W marsch beim Genossen Müllei. Uferstr. U. in Empfang zu vedmsn. «. grei, zei nnaolomnii�ron. Di« allpemein« Eihnna siUlt aus. Drckllr tr essen stch dir Erxrssen. die zur Spedition Böhm aehürrn, um 7 Ubr per BiaM, Lausther Pia». Morgen. Sonnabend, den l7. Apeil: 1.«bt. Achtuna! Die am«onniaa zur Beitriluna lammenden MusblLtter stirb jcftt von Ott« Iuntl«. Artillerieste. u. abtvholen. 14. Abt. Empsana der!NuÄ>Nilt«r für d,« BeA.rt-fMrer mm Uhr. w« di« Eenoisen von 6—7 Uhr in den izahsabendlokalen. T.efipun.t zur Demonstration am Sanntaa. 13. April, nachmittaa» Uhr, bct iSott- ickaldt. Butb.iiTct Str. 24. Abmarsch nach d«m Brunnenpia» pM.I.I Uhr. 1».«dt. Die gunttionSre holen die stluadlätter nachmiito«« iV, Uhr von Schrepel ab. Um 6 Uhr Muoblattverbreituna von den beb-nntem Lakaien aus. Alle Denossen müssen erscheinen. �. 26.«dt.«l.n nachmittags 3 Uhr ab Muablattverhrelwna vom«enoisen Beinlich. Deiftenbnrprr Str. 1. aus. Erscheinen ist BNicht. 36.«ti. Bon 4 Uhr n-:chmittaas ab und Sonntaz. 18. April, von 9 Uhr vormiilags ah. VON Bus». ZiMier Sir. 27. und Wittschuft, Bete.eburgrr Strafte 6. aus gwablaltverbreiluna. Beleillpuno aller Rttelieder er. wo riet der Adleilunaavorstand..... 37. Ab», gliiablattverhretliina und Berbrertuna der..ffauenstimme na». mittaas 6 Uhr bei Piei'ier, Hausburastr. 2. Alle Tenossen sowie die Ar- Ifitciitmenb werden ersucht, sich reae ut beteiliaen. 41. Abt. Die Orurnenlel er empfanaen nachmittap» 6 Uhr bei Schult. Marien. dorler Ltr. 6. die Mugblötier.. 63.«bt. cbarlsttenbnra. IV, Uhr tzunltioniirsthuna bei Lue. Hudienstr. 2«. 74.«bt. ii-hl»ndo:s. Von 4-9 Uhr«lvadlitner abholen von Mick'en. Bots- domer Str. 26. Sonntag. 18. April. Mnablattauoaab»»an 9-19 Uhr ebenda. Alle Denosten nillsten stch beieiliaen... �. 79. Abt. Schön. be-.n. B-n 6 Uhr ad glvablätter abbalen von Graft, vedon- straft- 17. Sonntaa. 1«. April, pormitiaas 9 Uhr. von allen Bezirkslokalen aus Dluablotiverbrelli-na. S!imIIi»e Genosse» mNGen stch rastlos detell»en. 82. Ad«. StmIIH. Die BezirkskUhoer holen ab« Uhr die gliNtblättcr von Söilke. DUvpelstr. 7, ab. Sonntaa, 13. April, vormitwss 9 Uhr. Mu»- bloüverdre�iunp von den bekannten Lokalen aus. 96. Abt. SSeuJIB«. Die»tjitksfühm holen bU RturtiaHet nachmlttaas oder Sonntaq, 13. April, mor-.en».»«n Lllrtler. Drinz-Handiero-Slr.»4. ei. Einladen«ut Sethttitun«.._, Licht nbe a. 117.«dt. Sonnabend abend Borberefhinc nur Muablattverbreh. tun«. Sonntaq. 13. April, moraens 8 Uhr. �luablanverbreituna von «rllaer. Tii-rschmldtstr. 33 und«lose. Gitel- Ecke Rupotich, straft», au». — tl».«dt. Bon» Uhr ah und Sonntaa. 18. April, von 9 Uhr vor. mitiaos ah. IVluablo'tausoadl»ei Mev- Möllendork. Ecke Aithersuistrafte. Des Ernstes ters»»B»»Blen.»»>». Die Genossinnen und Heute ffT»ita«. 16. April. 674 Uhr, im guacndheim Noaatstr. 11/li. Bottreo:.�Stoal und®r»lt»una". SUfrxcutr Dr. fturt Laiven stein.— Gruppe Laukwi«, Heute. Freicaa, 18. Avrll. 6 Uhr. im Restaurant Svortecke. Kaiser-Wilbelm-Str. 43. Abschluft der«rbeitse.eme'i»- ichalt Über den Vöüerbund.— Gruppe Mitte: Heute. Areitao. 16. Aortl. 8 Uhr. in der Schule»insstr. 23». Bolitilch««ussppa»'.—»rvp»« Bonlew: Heut«. tzreita«. ssuiammenkunst im tzu«endkc>m Brcjt« S'raftr. Sonnlo-: B«!eM«uua an der Muabsa-tverbreitun« in den»ustehenden Gruppen der Bartei. 122.«dt. Biesdorf. Der Miinneraesanaoercin..Sanoesfreund« Bresdorl braeht am Sonnadenb 17.«pril, in den Schiveefälen. Biesdorf,»bmastr� 120. sein 7. SüftunasseN. Da der Verein stch«u allen Bmanstaltunoen der Ba-iel »u: Vcrfil'vn« füll», ersuchen wir die Genossen, auch der umlie<>en>en Orte. sein 7. durch Besuch der Veranstaltun« den Verein na»«räfun«u unterststften. Skerdetakel 6er Groy»Serliner partei»I-bcn»mfitÄutc* am Sonn- Pbcnb. 17. April, im Suactibfeftetc.iat ju daden. Preis 50 Pf. Erwerbslos« 20 Pf. Dr. Renner-Wien spriib! Uber:..Der qeilti?« Arbelfer in der negen- rrZnipen Eelellscheft�.— Tleichfallc. Sonzirtkarten de,„Zllpac- Thor" filr Eonnabend. 24. April. Eintritt 1 M. Heule. Freikag, den 16. April, abends 7�4 Ahr Moabit I; Tcknle Waldensir!tr. 20. SSortma:..Da, mit wollen".— Moabit II: ibein-indefchnl« am Eiepbansvla». Löns-Abend.— Nord«» 1: Iuaend» de ini Nene«Lnialtr. 21. Seinrich-Scine-Abend.— R-Ieatbaler Boiftadt: Echul, Tlpslir. A�. Ansfprache:..Ällobol und Nikotin".— Sci»ense, II: «bemeindesiliule WSrtber Sttabc. Aussprache:..Wandern".— Oklen S.r..«.: Sunendbeim Softlerstt. Ol...Arbeiterjuaend und leruell« Kraqe".— Wa. schone: Diertel: Iuaendbe.m Zilsiter Eir. l. Wilbekm-Busch-Abend.- Südost«.<«.: Juaendbeini Wraneelstr. 12«. Bortra«:..Burs»« und Mädel in der Arbeiter. iueend.— SchSurbera It Iuaendheim Rubens. Ecke KauptnraKe. Bortro-, >>11«�>>07»? rl!' p es*\na~.i,__ 1"._____ ffroße 16. Portio«:..Reichsbanner und Brbeiterciiiqend".—«Zpenickr fluaend- beim Grünauer Str. S. Lichlbildervortra«:..Die Donau".— Banmschulrn»««: Znaenddeiin Ernslsfr. 16. Vortoao:„Die B<ü>eu"un« der Kdrperkultur für die arbeitend« Iuoend".— Treptow: Iuacndheim Elsenstr. 8. Bortro«:„Wo, wir mollcn*.— Licht-nber-i.Rord: Iuaendb-im Pa- kaue 10. Ausfprrch«:„Arbelier. luoend und Kirche".— Tc«»l: �ueendbeim Kebnbofstr. Ib. B-rtra«:„Edin. Ion«»« Erfindunaen".— Spondau:?n«cndbcim Lindenufcr 1.. Slaßbrenner. Abend.— Neukölln N: Inzendbeinr Roaatilr. 53. Bortro«:„Seiuelle Fropeu". * Derbe bezirk SSöneder«: Die Iuoend«nr>ssin Moraareibe D«r,«n(Schiine. »er« I> ist noch I.-naer Krankbcit nerftviben. Di« Beeedlqun« findet«ni !srr:wa. 3 Ilbr. Bland« Hölle llatt. Dir treffen uns vünlllich V63 Übe Haupt. Ecke Müdlenliraße. Werbebeiirl Renk»!»! Sonnabend, 17. Svrif. W8 llbr, im Suocnbbeim ponne: Straße. Deleoiertenkonferen,. Saacsocbni'na:..Ilnicre Srupvenarbeit neck) der Osl«rwe:bung". 2. Neuaufteilunq de» Derbe bezirk». In Andrtocht Her wichtloen Ta«e,ordnun« ist«S Pflicht eine» ieden Dcleaicrten. pünktlich zu «rschsinen. Te bcbezfrk vberfpre«: Sonnabend. 17.«vril. im Iuerndbeim Nieder- schönewe-.de, Berliner Etr. 31. Ilunktionürpersammlun«. Alle T-irnklionäre de, Wcrbrb-zir!» müssen vertreten sein. We be bezirk Pien, lauer Sera I- Sonnabend. 17. April, fallt die ssunkiio- riörversammsuna unrstSndebalbrr aus. Sonntaa. 18. Avril. findet in Weißen- fee ein Werbeumzua ssott. Treffpunkt 4 ilbr SEcißcnfec, Anionvlaß. 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Cinienflc.«3 85: Branchenversammlung der Maschinen., Auw- und Tie- poralursch osser. „Soaejocbnuna: 1 Zahresberichi. 2. Deskulfion.& Neuwahl der Brauchen- ieitung. Ohne Mitaliedsbuch sein Zutritt. S» ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Berfammlung zu erscheinen Sanntag den lS.Aprti�narin. S'.AHr. Im Lokal oaa Hagaa, Strakanar Drücke e(nahe Iannowigdrücke): Branchenversammlung der AuIageU' und Glekkroschwelher sowie Schweiherinnen. Tageeordnung: 1. Iadresberichl der Bronchontommtssion 2 Kossenbericht 3. Diskuiston 4 Nruwahl der Branchen- tommisston. 5. Lerfchtedenc». Mitgliedebuch de« Deutschen Metall- ardeilerverdandrs legitimiert I Es ist unbedingt notwendig, daß jedes Ritglied«richtüit. Sonntag, den>«.April, norm. S'/, Ahr. In dea �Sophteniaien-, Sophien- firatze 17/1«: Branchcnversammlung aller Eisen- und Rcvoioerdreher. Aundschleifer sowie Vreherinae« Ta g»» or dnun«: l. K.'stenbericht 2 Iohresberich!. 3 Neuwahl der Branchen- loinmiiston. 4 Derfchiedene» Do der Saal um 1 Uhr gerSuint werden muß. ist vünitUches Erscheinen n» wendig Ohne Miigliedskuch kein gulrit«. Sonntag, den IS.Vptil. n»rm.e> ,»dr, im Sihnngosaai de» verband». Hanfe», Linienslrnd»»3»«: Branchenversammlung der Malzwertarbeiter. Biel-,' Vrahtkabel-, Vauzerrohr- und Papierrohrarbrtker und Wirbel. terinnen Tagesordnung: 1. Iobresterichi 2 Kaffenbericht. 3. Neuwahl der Braanchen- iettung. Zahlreicher Besuch wird erwartet Sonntag, den««.April, norm. 10vhr. im Lokni von v ü«« n e r. Schmedier Strohe 2«: Branchenversammlung der Schmiede, Tagesordnung: l Bericht 2 Reuwahl der Branchenlommiision. 3 Branchen- angelegenhetien zahlreicher Besuch wird erwartet. Sonntag, den 7«. April, narrnttkag» Ivvhr. tmZna-ndfnal»«» verdaod» hnnse», Linteastrnb»«3«5: Branchenversammlung der Cinrichler und Revisoren Tagesordnung: I. Jahresbericht Z Neuwohi der Branchenlcilung. Mitgliedsbuch legiiimiert. zahlreicher Besuch wird erwartet. Sonnlag, den t«. Aprtl. oormiltag» >0 Ahr. im Zimmer 2« de» ver- bandshanse», Linienstraba«3«3: Branchenversammlung der Ewaillierer. Tagesordnung Iahresberichl- ____ Ng: L Dislufston. 8. Neuwahl der Brand en tompiiision 4 Brauch enangelegenheiten und Berschiedene« zahlreicher Besuch wild erivartei. SkssMÄeije! wrfHj am ll»,. Die Sroneheuoersammlnng Sonnabend beginnt nicht um 5V, londern erst nm 7 Ahr. """«na! NelMMtl! �"ng! Die Branchennertarnmlnng der Metallsorme« und»eruisgenossen sind«: nicht am Dannerstag. wndern Montag. den>» April, nachm. 5 Uhr, im chewerl- ichaftshau», Engrluser 7425. Saal 4 iiati Tagesordnung: 1. Iahresderiidl der BronchenleUung 2 Rcuwaiü der Branchentommilsum. 8. Berdandsange- icgenheiten. Ol« Octanrrmalfnng. SMbMeMMWMwe Arbeiler- und AngeslellieurSte I vlen»«aa den 20 April, nbdo.« Ahr. im groben Sani»er Sophlensüt«: 3V Versammlung Tagesordnung 1 Berichterstattung von der Rrichsdetratstaau«« der Bs- trtebsrät« der Me alllndustri« in«rtpzig. Z Disluiston All, Betriebsräte, die Mitglied bec Deutschen Meiallarbeiier-Berdandes find. owi« dem Buiab pbH oder dem Dert- meiiier-Berdand onoehdren. ftnd an d>eier Betriedsrhie-Kanferenz-ieilnahmederechligi Die Mitglledsdücher der genannten Or- ganisationen towie die BetriedsratSiarlen gelten als Ausweio Denilchrr Metollarbriter.vrrband. Bund der techntlch An«, stellt.». Beamten. z»ntr»l»erdand der Angestellt«». D-ntfchrr«erimeistrr- verband. Sldois hossmoun Episoden und Zwischenrufe ans der Parlaments- und Mioisterzeit. Preis 1 wart. Port- 5 Pfennig. Vorrätig in allen Vorwärt«- Auszabesiellea. 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RM 78 675 u0S.24J Bankgebäude......... Sonstiger QrundbetlU..... Mobilien........... 203 Z--9 315 1 342 0 34' löüouüü 15 000 000- 22 722 1 68 682 31« 238 82 4« 500 000 3 500 000 _____ iz I 5'0 4 8■5«i4« PASSIVA Aktienkapital.......... Reserve............ oiäubiger in laufender Rechnung. Akrepte.......... (auüerdem; geleistete Bürgschaften RM 7« 675 005.241 Unerhobene Dividende... Uebergangsposten der eigenenStcllen umereinander...... Dr. Georg v Slemens-Wohllahrtafond Zur Verteilung verbieio. Ucberecnub Reichsmark 15. 000 003- 55 00» r<4»s- ZüSolüÜ 0- 1 239 642 37 5! 73 570 302 M IM 718 20 2.'41 317 1 632 1 7 18 2.1» 895195 1 540-85 ibO't« Gawinn- und Varlust-Rächnung am 31. Oezembvp 1925 SOLL Handlungs-Unkosten..... Steuern........... Wohilahrtseinrichtungen und Versicherungsbeiträge für die Beamten sowie Pensionen unu Abfindungen Hypoiheken-Auiwenung.... Abschreibungen Mut Mobilien,.. ,. Benkgrbäude. _ m Somt.Qrundbes Zur Verteilung verbleit». Uebenchut habbn Vorlreg von 1924,.., Zinsen und Oeb hren, Sorten und Zlnsscheinc. Wertpapiere..... Qemcinschafts-Qeschäfte. Dauernde Beteiligungen, Wechsel. Rei-hsmark 82 606 520 9009 794 8413 650 70 420 409j4J 484 523 42 2 595 2201 T 347 764)97 11230 895195 122 668.6,1,1 Reichsmark 762 221 49 118421119 89 894 014 91 1045 911 1483 601 't226|8 8681"l Menrenahgjba Hamborg er MmkrcU Bücklinge pfa. 20 Sprotten Pfd. 45 pt Seelachs geräuch. Pfd. 4© Pt Ablbecker Kieses. Flundern 45. PM, rPt Lachtherinse 15 stock 0�7 Ft Räudierlacht I70 In Stack.. Pfd. Erdbeer-, Aprikosen-, Orangen-Konfitüre Blmer e».2 Pfd. �15 Pilaumen- Konfitüre Blmer «LPfd. so Pt Wurstwaren ScliweiDSliopli.6rf.,ptd.68pt Zwiel)ellBb,-n.Boiir.PH.60pf. 30rl.Mel{ffnrsl..pfMMIIII»>Ii!jIWII>II!llIIIII!I!Wl!I>IIlII!!lIM Konserven Fr.ScöwßinßHöpiß���B GMtßs. pt= Pfund 70?! 1 «WUMWMiZ '!i Dose Stg.-Spargel otasiart. 250 Stg.-Spargel ubr itirt 233 Stg.-Spargel mittel.. 200 Stg.-Spargel».«o... I75 Kaisererbsen........ 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Birabcau Hinnt: Brandstifter DeMn Tlisatei Norden 10334—38 8 Uhr; Mord Xanmerspiele Norden 10334-38 8 Uhr; kleliieQ. Die Komödie Bismarck 2414, 7316 8 Uhr VfKlorla 8 Uhr was- um TamHensatioD nU Wasser' Wwea u. eins und 10 10 AttraHltonen Sonntags 3.30 zu ermäB. Preisen d. volle Programm Central- Theater uhr; Eva ßODheiir lika Orfioing Lesslng-Tb. 8 Uhr: Gastspiels Snlten- burgs Bühnen D. fröbiiebe Weinberg Kleines Ib. Heute 8 Uhr: Keiner Tisch tah|M m lemdjl; Croues SebiDSplelhins TÄGLICH O00 Volksbühne Tbnter au lllovplati 8 Uhr: Storni flu! Morgen 8 Uhr: Stormflui Ti an StliifflijOErilaaira 8 Uhr Rarlborongliilelit in den Irleg Morgen 8 Uhr; Marlborougfi Eicht In den KHex taHaoi Zoo AI; abend I 8 Uhr: Guido Stöpsel �liloePttiii: Prtett,-2i. Pirt.-Fail J-4 1. Ortml.- rutnll S d, lemJ 6 U Vanetief imtatndn circus Uiuie Fteite]?' r IGir Wiederaulirelai Laö�a rfö mit tem«rwoo DenenZoo-Löwen > t Bf. p. thms Prep. Utile jUlfühm; Cagllcstro Sirj. ImnabraJ. 17. fpil Premlere: Es klappert die Mühle von Sanssouci Stg. 3 Unr i aenm. z. hehl.:.Ceiffiiirier Bis SO Pro/, her. abgei. Preise und 1 Kind trei tXües'SaM&ef ) TSglich kottbusser Str.i 8 Uhr Der neue Schlager 3 Uhr .Venn Franen streiken" und der grolle Solateil. VMGAIil Preisabbau auf allen Plätzen! ElatrUI....... HM. 0,75 Loge und Temuse. rot. s,- Speisekarte Terbllllgt! Kein Weinzwang, Sonalad aadinilttao 3"2 ühr ennBOldte Preise_ AM- Rauchen gestaltet! TBC Komisitte Opcrl 1 3V« Direktion JamesKlein S1;,! Die Neue Revue ESevlinlKemdl { kerne der Zukunft In 16 Bild. I Preise 1-7.50. Iura nf Ibhniel 19.-1 Sonntag 3 Uhr volle Vorstellung zu halben Preisen u. jeder Erwachs. I Kind frei Tageskasse unume-brochen ab 10 Uhr geölfnet Reichshallen- Theater Abends 8 Uhr und Sonntags nachmittags 3 I hr �d Stctliner Sänger Parket 1 M. Logen 2 M iQVii Kidin. biibePiru. VollölbwdDresr 'A�jR Tageskasse>1—2 Uhr, * JWU Uönhotl-Brettl Varleiei- Konzern- Tanzl An an? 8 Uhr. Sonntags s1, Uhr 17 Berliner Kinos spielen ab heute den Gerhard- Lamprecht-Füm Menseben untereinander 8 Akte aua einem interessanten Hauso «nrembn-UCMsplefe BerOn, KoppcaitnB« ft Amer-licktsplcie, Wilmersdorf, UidandstraS« Sl S. T. L-lldiUalel«, Beablb Terra straSn 1» S. T. L'Ucntspleie, Friedenau, RhelnstraC« 14 (. T. L-Urktjplel«, berl«, Pstsdaner i trade SS Bettsches Theaicr, Strg'ltz, amntb sircSs IIS Flhntt*-UcJ»»»lete, Berlin, Skalltzer straSe M flera-UcbtspieJ«. Stejilt, IcnieBstraSe 1t Fl mknrg-lkhtspiale, Steglha. StMoetlrUe« Htm-TliMler,»er i n. Huenntide ll/BB KnrlBnttnBark-Udiua. Halens»* gur,Cfs»n«.TiM» kani-Utnup«le. ibarloitenburg, KaatsbaS* 54 notropalsrt Uchupl««, BerHt, ChinKtasu-ffla SB?N Pharu-Ucktsplcl*. Berlin, bUllofS'r«#« l»a Plccadlly, CmiloKcnburg, Biimsrtkjtfi#* SS »dwest-LlcMspielt, Berlin, BMCicritreBc 1t Jlldtisches LickisplePiins, NenkSiln, BergstrsB« 141 Tarme-Petast, SchBntberg. HeiigtstraBe 144 Ualnn-Tbcetir, COpcnlct. 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Musik: Potpourri a d Oper„Undlne* Lortzlng 7. Heitere Rezitationen: a).Wir Bürgermeister und Senat* H. Heine b) Die Spatzen:„Lupp der 6paiz* 8 Hans-Sachs-Spiel:„Der RoSdleb zu FQnstngen* 9 Gemcir.s. Gesang:.Dem Morgenrot entgegen" Einlaß 7'/, Uhr. Unkostenbeitrag 20 Pf. Kaufmännische Lehrlinge, jogendliehe Angestellte, besucht diese Jugendfeler der Jugend- groppe des Zentralverbandea der Angestellten! TbeaUIMs Täglich 8 Uhr: PrioiKslD Bnsd) Musik v. L. lessei Tb. In d. Klesterttr. unr Heimat Waliialla Th.— Reinientwii Tägl 8>/, Unr: Dai Tagebodi einer VerloreoeD Volksst m.Q. u T Gaetsp. A. Vllanr Berliner lllk-TrlO Neukölln. Ww Lahns'.r. 74/761 Vcrcm der Freidenker für Feuerbestattung>. Gau Berlin ladet hiermit alle Freidenker-Genossen zn der am Sonntag:, den 18. April, Toncittags 11 Uhr stattfindenden Dcnkmalt-Einwcihung unseres Verein» auf dem Urnenhain in Spandau in den Essein unter Mitwirkung: des Doppel-Quartetts vom Verein der Freidenker. Gedächtnisrede und Ansprachen. Alle Anhänger und Freunde der Feuerbestattung werden gebeten, Sonntag vormittag 10 Unr auf Bahnhof Spandau- West mit der Vorortbahn oder mit der Straßenbahn 154 auf dem Platz am Klinke- Denkmal sich recht zahlreich zur Feier einzufinden. Von dort Führung nach dem Urnenhain. Die Feier findet bestimmt um 11 Uhr vormittags statt. Der Gau-Vorstand. Nachzügler ab 2 Uhr nachmittags im .Boten Adler" in Spandan, Potsdamer Str. Straßenbahnfahrt bis Spandau, Markt mit den Linien 54, 55 und 154.[68/9 Beniarr Theater Uhr Winette ROM-Theater Vi, U.: Der Traum vom tilQck_ Casino-Theater Tä-üch« Uhr Rar vis 39. April Eine Nacht im Fahrstuhl u da.« bunte Prour Ab Sonnahd, 1 Mai D.HeCkiUuf Arbeit Krause- Pianos rar Miefe AnsbacherStr. I. •dl lirtlntmtnh Extra-Angebote ÄIS?,5. ' too ttfn&fb ÖBfle I, frt>*sr&t« 4&»— f«tst TS,-, TS» ftmOg« Sofia n * a• e|e0ant Jetzt 28.—, Kavaller.aardaroba, Frack- und Smoking-Anzüga c-5« teils auf Seide, enorm billig! 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Unser Märchen vom Glück zerrinnt, zerrinnt... ... und draußen weht Frühlingswind. _ Fred Haase. der häßliche Zwerg. Barockmärchen von Heinz Liepmann. Als man der Mutter den Knaben reichte, der aus ihrem Leibe gekommen war unter entsetzlichen Schmerzen, erkannte sie ihn. Auf- schrie sie, daß die Weiber, die vor der Türe de» Gemaches in auf- geregter Glückseligkeit über die endliche Geburt des jungen Grafen schwätzten, auseinandersuhren und sich bekreuzten. Ausschrie die Mutter ein zweites Mal und die Wehen kletterten an ihrem müden Leib empor und erstickten den dritten Schrei, daß sie daran starb. Und das war gut so. Der Neugeborene ober sah au» wie der Teufel. Seine kleine braune Gestalt war verkrümmt und oerzogen, sein Schädel ein Haufen hängender Fleischietzen und sein Leib war mager und dürr wie ein« getrocknet« Pflaume. Mario hatte ihn zwar sein Pater in feierlicher Zeremonie taufen lassen, aber der Volksmund ver- spottet« diesen frommen Namen und„Diabolo*—.Teuselchen" nannten sie in der Stadt da» Kind des finsteren Statthalter» Tesare Lridecchi, der oben in seiner Burg haust«, seit feine Frau gestorben war; verrauscht waren dt« glänzenden Fest« und die Lichter, und die vielen Diener waren in all« Richtungen zerstreut. Einen weiten Umweg machten selbst die fahrenden Sanger und die Bettler um die einsame Burg, darinnen der Statthalter sich vergraben hatte. Nie konnte er den Tod seiner blonden Frau vergessen und nie die Ursache ihst, vorzeitigen Ende». Den Knaben hatte er Kammerfrauen und Subalternen zur Erziehung übergeben, er konnte ihn nicht sehen, seit er ihn damals erschaut hatte, in jener Nacht. Der Knabe wurde älter und ein Jüngling;«in Zwerg war er mit wulstigen Lippen und mit hängenden Backen. Seine Beine waren gekrümmt, der Atem schnob ostmathlsch durch ein« allzu groß« Nase und über all« diesem, wovor sich die Menschen entsetzten, vergaßen sie seine tiefen Augen und seine leidend« Stirn. In großem Bogen schlichen die Erzieher um den jungen Grafen herum, der es nie gelernt hatte,«in jubelndes und glückselige» Kind zu sein. Aengstlich und peinooll gingen die Priester durch die Säle, in denen er ruhte und die Fenster seiner Gemächer waren stet» verhängt mit grünem Brokat. So wuchs er auf. gemieden und heimlich gehaßt, in Miß- trauen und Furcht und Ekel. Es liebte ihn keiner, kein Mensch, kein Tier, und nicht einmal eine Blume streifte ihn im Borübergehen. doch er sehnt« sich auch nicht danach, nur seine Stirn« ward weißer und blässer von Tag zu Tag. AI» er 17 Jahr« alt geworden war, starb sein Pater, der Statt- Halter Tesare Lridecchi, in finsterer Melancholie, am Schlagfluß. Noch einmal füllten dl« Gäste dl« halbverfallene Burg, Diener in grünen und silbernen Livreen servierten den hohen Herren zu der Totenfeier, aber stumm war man an der Tafel und ob man auch den edlen Weinen au» den Levantintr Bergen fleißig zusprach, so vermochte jedoch auch dieser nicht die Befangenheit der Gäste zu lösen. Dock) nicht war e» die Trauer um den Verstorbenen, lange Bergessencn, sondern es war fein siebzehnjähriger Sohn, der die Herzen und die Gemüter entsetzte. Denn gerade, als man sich zur Tafel gesetzt und der Mundschenk, der kleine Fürst Siolo, durch einen kräftigen Witz au» dem Schlafgemach de» Königs die Fröhlichkeit der versammelten Nobili gelöst und zu ergötzlichem Gespräch bewegt hatte, da erschollen plötzlich seltsame Klänge, wie von weither, durch dt« offenen Fenster des Saale«. Und lv diesem Augenblick öffneten sich die Türen und der Troß der zu dem Totenmahl bestellte» Dlencr stürzte, fast voll- zählig. ganz unehrerbietig und ohne sichtbaren Grund herein und die Leute bekreuzten sich und der Schweiß lies Ihnen von der Stirn. Da erhoben sich auch die Nobili. Berwirrt und erschrocken sahen sie durch die Fenster, die süßen Duft des Frühling« tranken, und sie sahen gegenüber, in der Kapell«, den jungen Grasen stehen. Cr stand da. neben dem aufgebahrten Dater. allein In der ganzen Kirch«, glühende Sonnenstrahlen fielen rot und schamlos über feine entsetz- lichc Gestalt und er lehnte fein Haupt an die steinerne Säule. Eine Geige hielt er an die oerwachsen« Brust gepreßt und er spielte, spielt«, spielt«,«ine schaurige Melocie. wilde Orgien zerfetzender Rhythmen, Orgeltöne, verbrausend wie ein Ozean im Sturm,«inen Gesang, eine Flut von Wellen, die die Horchenden ertrinken ließ in der Unbegreislichteit und im Grauen. Als sich die Herren von ihrem Schreck erholt hatten, blickten sie mit scheuen Augen aufs neue in die vom Abendrot verlasicne, dunkle Kapell«, sie war leer. Man faßte sich, war geneigt, alles eben Gesehene für einen Spuk zu halten, aber die Fröhlichkeit war dahin und d>e Tafel hatte ein graues Gesicht. Noch am gleichen Abend. bevor die kühlen Winde der Nacht erwachten, brachen die Nobili auf und fuhren in ihre Heimat. Am dunklen Wege aber, den Ihr« lauten Wogen nahmen, stand Mario Arldecchl. Den leuchtenden Lichtern schritt er nach mit keuchenden Schritten und er ward nicht mehr gesehen in seiner Heimat seit dieser Nacht. Und dann tauchte er auf, wie ein verlorenes Holz im Strom, hier und dort, in den Hofenschenken und den verrufenen Kellern der Stadt am Meer«, Genua. Lumpen umfingen knapp und grausam enthüllend seine Gestalt. Nicht» besaß er mehr denn sein« Geig« und die dämonisch« Sehnsucht nach einer Liebkosung, die ihn am Lebe» erhielte. Sic kannten ihn alle, die in den unterirdischen Kaschemmen ihre müden Nächte erstanden; vielleicht wußten auch manche, wohl diese Mädchen mit den verlorenen Gesichtern und den kreischenden Stimmen um die Träume des häßlichen Zwerges, aber sie alle waren auch einmal verlassen worden und deshalb wollten sie vor keinem ihre lang gestorbenen Leiden voraus haben. So spielte er denn in den von den warmen Händen der Sanne vergessenen, feuchten Kellern auf seiner Geige wunderliche Weisen, deren Melodien wohl alle vergaßen, deren Klang jedoch keiner jemals verlor. Still wurden die pockennarbigen Schiffer au» der Lombardei und die Mädchen aus ihren Schößen hörten auf, zu girren und zu flüstern. Da kam es denn vor. daß Ihm einer ein Geldstück hinwarf und der Wirt gab wohl noch eine warme Suppe dazu. Aber alles wurde ihm gegeben wie einem aussätzigen, eklen Tier und yan jeder veutßhlanö in öer Veit voran. ver Ruhm der Hungertünstler hat unseren Reich«. ernähruogsminister Dr. Haslinde nicht ruhen lassen. Unlängst soll er elgenhäudig den Glaskasten bestiegen haben. um einen neuen Rekord aufzustellen. Wohltat wankte er wie von einem Peitschenhieb. Sein Geigenspiel preßte er an die Brust und dann schlich er hinaus, ohne Geld und ohne warme Suppe. Schlich davon und nach ihm war«in« groß« Stille. Keiner wußte, woher er gekommen war, und keiner wußte, wohin er entschwand. Auch erinnert« man sich nicht, wie lang« Zeit er unter ihnen gehockt hatte, der erbärmlich» Zwerg mit seiner Geige, denn niemals hatte er gesprochen und keiner hatte jemals mehr als zwei scheue Worte zu ihm zu sagen gewagt, nun war er fort. Es schneite in dieser Stadt des ewigen Sommers. Kalt war es und die weichen und schweren Flocken deckten die Blumen zu und die Häuser. War das ein Traum? Wandertc er und wanderte er, in den weißen Tüchern und auf den zarten Teppichen, wanderte er bis fernhin, bis un den hohen Paloß des Königs. Dort feierte man ein Fest in dieser Nacht, ein großes Fest! Es waren versammelt die edelsten Jünglinge und die schönsten Frauen de» ganzen Landes, denn die Tochter des Königs feierte ihren zwanzigsten Namenstag und der ganze Hof war geladen. Roter und blauker Brokat hing an den Wänden und um dl« Säulen von Marmor, silbern« Sandalen hatten die Diener an den Füßen und die Schüsseln, die sie hinaustrugen, waren au» Gold. die Haare der Frauen aber waren schwarz wie die Leiber der lang- stieligen schwarzen Tulpen in den Aasen aus Sosiren. Ihre Lippen. die waren weich und so rot. Und die Tochter de» Königs war die Herrlichste von allen. Sie trug eine weiße Rose an ihrer Brust und es knieten vor ihr und huldigten ihr die jungen Ritter und Herzöge und die Königssohne. Do kam der häßlich« Zwerg herein. Er stellte sich in»ine dunkle Eck« de» lichlerrauschenden Saales und er griff i» die Saiten seiner Geige, daß sie klangen wir Harfen. Seine Augen schloß er und sein- Hände strichen die Töne, als ob feine Träume den Bogen führten. So spielte er olles, was es ewig zu Sehnende» gibt, er spielte von Dingen, die kein Mund sagen und keine Feder schreiben tonn, von den wilden und rauschenden Nächten und von den grauen Tagen im Herbst, er spielte von Blumen und von Tieren, die Saiten risien, da spielte er auf einer Saite weiter, von den Dämmerstunden ver- lasien-r Mädchen, von den blutenden Wunden, die sich niemals schließen. Da barst auch die letzte Satte seiner Geige. lind die Tochter des König« siieg herab var Ihrem Thron. Ihre weiße Rose legte sie auf sein» blasse Hand und sie sagt«:„Ich will mit dir tanzen!" Da tanzte er mit ihr, der schönsten Frau de» ganzen Landes, und sie strich ihm leise die vergesienen Haare aus der Stirn. In dieser Nacht verschwand der häßliche Zwerg zum letzten Male. Man sagt, er sei gradcnwegs in den Himmel gefahren. Seine Geig« aber, die fand ein anderer in den weißen Blüten, als der Schnee vertäut«. Der Kawafaki-Streit. Kinderausbeulung im japanischen Manchester. Wenn das Mittelalter und das A. Jahrhundert zusammen- treffen, wird das letztere siegen. Diese zwingende Einsicht in den Gang der sozialen Entwicklung, die überall In der Welt die tiefste Ur» fache des beharrlichen Opfermut» der erwachenden Proletariermassen ist. wird Luis neue bestätigt durch den Äusgano. den der große Spinner- und Wcbeistreit in Kawasati fand Dieser von einem lleinen gewerkschastlichen Kern mit noch ganz undisziplinierten Waisen geführt« Ausstand endete mit einem vollständigen Siege der japanischen Textilarbeiter, die unter den Methoden der früh- kapitalistischen Ausbeutung am stärksten zu leiden hatten. Sie er- rangen durch ihre junge Soltdorität außer einer für Ihre btsherlge Lebenshalwng beträchllchen materiellen Berbesserung und nichtigen Settage öes vorwärts sozialpolitischen Zugeständnissen endlich da» heißumstrittene Koali- tionsrecht, und damit die stchere Operationsbasis für weitere Arbeits- kämpfe. Zugleich aber wurde durch den Streik die Aufmerksamkeit auf die sozialen Verheerungen gelenkt, die der junge, noch unge- zähmte Kopitalismus durch seine mächtigen Industrieplantogen an- richtet, die während der letzten zehn oder zwanzig Jahre mitton aus dem in seudalistischer Erstarrung dahinlebenden Agrarlonde aufgc- schössen sind. Vor allem in der japanischen Spinnerei- und Webereiindustric, die ihre Standorte aus dem-platten Lande hat. bieten Reste mittel- alterlicher Hörigkeit im industriellen Arbeitsvertrag die Hebel zu einer Frauen, und Kinderskloverei, die die von Marx und Engels gc- schilderten grauenhaften Zustände der industriellen Frühzeit in England noch zu überbieten scheint. Do» Lohnniveau der städtischen Industriearbeiter gewährleistet dieser Industrie, mit deren Erzeug- nissen die japanische Handelspolitik in ganz Ostasten ein schändliches Dumping treibt, keine genügenden Profitmöglichkeiten. Die mächtige Fuji-Kompagni« und ihre Konkurrenten veranstalteten darum unter den patriarchalischen Bauernsamilien«in« organisierte Menschenjagd mit Sklavereikontrakten. Di« Bauern nehmen von den Agenten gern Geldvorschüsse, um ihre Pochtschulden abzustoßen und ver- mieten dafür ihre Töchter. Gegen eine Summe von vielleicht tisi Pen (etwa 160 Mark) legen die Gesellschaften für Jahre ihre Faust auf das willige Ausbeutungsohjckt. In Kawasaki gewähre» die Gesellschaften den Mädchen einen Tagelohn von durchschnittlich 45 Sen(etwa 85 Pfennige); aus diesen, winzigen Lohn haben die Mädchen etwa 35 Sen täglich für Essen und Wohnung zurückzuzahlen, außerdem einen halben Tagelohn monatlich für einen von der Gesellschost verwalteten„Bersicherungs- fand»". Der Rest dient zur allmählichen Tilgung des an den Baier gewährten Darlehens. Auf diese Weise dauert es zwei bis drei Jahre, bis ein Handgeld von 150 Mark abgearbeitet ist. Während dieser Zeit leben die Menschen, deren Alter von 12 bis 20 Jahre beträgt, als Gefangene in den Schlashäusern der Gesellschaft. Sie werden'Ad Uhr morgens vom Lager getrieben und stehen von 6 Uhr ab an den Maschinen. Um neun Uhr ist«ine viertelstündige, um zwölf Uhr eine halbstündige, um drei Uhr wieder eine viertelstündige Pause; in ruhigen Zeiten endet die Arbeit um sechs, während der Perioden starker Beschäftigung dehnt sie sich bi« in� den späten Abend hinein. Aus einem Berichte von Zioshisaka Shunzo, dem Direktor der japanischen Gcwerbeinspektio». geht hervor, daß 010 000 Arbeitskräfte in den Schlashäusern der japanischen Industrie gefangen gehalten werden, und. daß mehr als die Hälfte von ihnen durch das Kontraktsystem„rekrutiert" wird. Die überwiegende Zahl dieser Schlafhäuser sindet sich in der Textilindustrie, ober es wirb für die Gesellschasten immer schwieriger, den regelmäßigen Abgang durch neue Anwerbungen aufzufüllen, da die Zustände, die dort herrschen, unter den Boucrn bekannt werden. Rur au» den ent- legensten bäuerlichen Landstrichen können noch Mädchen angeworben werden. Di« Forderungen, die während des Kawajaki-Streiks von d«n Insassinnen der Schlafhäuser erhoben wurden, veranschaulichen am betten ihre elenden Lebensbedingungen. Sie sorderten: 1. Das Recht, noch Hau!« zu gehen, wenn in der nächsten Familie«in Todesfall eintritt. 2. Das Recht, den Besuch ihrer nächsten Verwandten zu emp fangen. 3. Der Verdienst soll an die Eltern nicht ahn« Einwilligung der Mädchen abgeführt werden. 4. Jeden zweiten Tag ein« Fleisch- oder Fischmahlzeit- 5. Das Recht, der Gewerktchost beizutreten. 6. Die Wiedereinstellung von 10 entlassenen Arbeiterinnen Mit diesen Forderungen beteiligten sich dies« kleinen Kontra?!- mädchen vom Land« während de» großen Kawosaki-Streiks im De- zember 1325 zum ersten Male an«inen, Arbeitstampte Vierzig von ihnen durchbrachen den Ring der 200 Wochmänner, die von der Gesellschaft besoldet werden, und vereinigten sich mit den Streikenden. die vor den Fabriktoren demonstrierten. Die übrigen wurden mit roher Gewalt zurückgetrieben. Während d«» Borbeimarsches der Dcmonstramen var ihren Schlashäusern drängten sie sich an die Gitterstöbe und jubelten ihren Arb«it»brüdern zu, und selbst«in Radiolonzert. da» die Gesellschaft al» Beruhigungspulver geben wollte, fand keine Aufmerksamkei». Anfangs ließ die Gesellschaft die wohlbekannte Unternehmer- lltanei hören:.Die Gesellschaft wird ihrer Profite verstistig gehen. Aber sie will weil eher Derlust« erleiden, al» sich in ihrer Ver- fügunglfreiheit beschränken lassen. Sie ist jederzeit bereit, mit ein- zeluen Arbeitern zu verhandeln, aber nicht mit der Geworkschast. denn dies« vertritl nicht die bei ihr Veschostigten. Nach der Auffassung der Geiellschasl besteht nicht eine Streikbewegung, sondern Arbeitswillige werden durch Terror von Alißenleitern, oben die Gc- werkschatt, von der Arbeit ferngehalten/' Der Rationalverbani� her Epinneretunternehmer macht.- diese Stellungnahme der Fuji- Kompagnie zu der seinen. Aber die össentlich- Meinung, die sich auch in Japan allmählich bemerkbar macht, stellte sich aus seilen der Streikenden. Der japanische Eewerklchastsbund unterstützt- den Streit vom Beginn bis zum Ende. Die Bereinigung der Bauern- oächter sandte eine Rittladung: die Bergleute entsandten organi- jatorisch« Hilsskräste; eine sreimilltgc Sammlung in einer Fabrik in Ehlba erbrockte l500'Den, die durch Arbeiterradsahrcr den Streiten- den überbrachl wurden. Aus ganz Japan flössen Spenden in das Hauptquartier der Streikenden. Die Kleinhändler gewährten finanzielle Unterstützung. Eine Delegation liberaler Tokioer Recht»- anwält«, die die Gesemgenschast der Mädchen für rechtswidrig ansahen, verlangte bie Leitung de» Umernehinens zu sprechen, wurde aber nicht vorgelassen. Di« Tokioer Zeitungen crhoben Protest. Die Kreisbehörden versuchten ein« Verständigung herbeizuführen. Dia Haltung der Polizei war im allgemeinen freundlich und besonnen, obwohl sie aus Grund der erhaltenen Anweisungen Sympathie- demonstralionen. die au» benachbarten Städten herbeikamen, zer- streute. Endlich fügte sich die Gesellschaft aus den Druck der Zentral- rcqtcrung einen, Uebereinkommen, das für die Gewerkschaft«inen fast vollständigen Sieg bedeutete. Sie gestand olle oben erwähnten Forderungen bis aus die legte. Außerdem bequemte sie sich, den Streikenden ei» Drittel des verlorenen Lohnes zu zahlen und kein« Entlassungen wegen der Beteiligung am Streit vorzunehmen, sie weigert« sich zwar, die l6 entlassenen Aqitatorinne» wiedereinzustellen, verpflichtete sich ober, ihnen eine Abgangsentschädigung von 4000 Pen auszuzahlen Der günstige Ausgang de» Komasak'-Streik» zu End« Dezember sowie die am 1. Dezember 1925 erfolgte formelle Gründung einer konstitutionellen Arbeiterpartei nach englischem Muster haben der japanischen Arbeiterbewegung einen Mochtzuwack» zugeführt, der sich in der inneren und äußeren Politik Japans bald bemerkbar machen wird. Münzen au» Gla». In der römischen Kaiserzett wurden auch Münzen au» Glas hergestellt. E« waren, wie Feldhaus berichtet. Glastropsen in runder, flacher Form und ungefähr von der Größe der sonst im Umlauf befindlichen Münzen. Während die Unter« feite»lach war, trug die Obersläche ein Bild oder auch eine In- schrift aufgeprägt. Auch aus der arabischen Zeit Aegnv'ens haben sich münzenohnliche Gla»stücke erhatten. Aus ihre Flächen sind Sprüche au» dem Koran geprägt, daneben trogen sie indes auch stets die Angabe«ine« bestimmten Gewichtes, so daß es immerhin möa- ltch ist. daß diese Glasmünzen vielleicht auch als Gewicht« dienten oder als Zahlmittel für Reqierungsliefenmgen benützt wurden. 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