Nr. 179 43. Jahrg. Ausgabe A nr. 91 Bezugspreis: 288chentlich 70 Bfennig, monatla B Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danaia. Gaar- und Memelgebiet, Vesterreich. Sirauen, Lucemburs 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der„ Borwärts mit ber Sonntags beilage Bolt und Reit mit„ Sieb. lung und Kleingarten fowie bez Beilage Unterhaltung und Bisfen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abrene: .Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareille. Beile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 25 Bfennte ( auläffia amei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 12 Bfennig. Stellengesuche das erfte Wort 15 Pfennig. tedes weitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 Buch ftaben aählen für awet Worte. Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. 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In bürgerlichen Kreisen hofft man, die Beratung über das Kompromiß im Rechtsausschuß mit wechselnden Mehrheiten bald beenden zu fönnen. Diese Hoffnung ist trügerisch. Der Kompromißentwurf ist der Deffentlichkeit in seinem Wortlaut bisher zwar nicht übergeben, aber nach allen Einzelheiten, die über seinen In halt zu vernehmen sind, scheint es, daß zwischen dem letzten Kompromiß und dem jezigen als neu bezeichneten Entwurf ein wesentlicher Unterschied nicht besteht. Die Rufammenfeßung des Richterfollegiums, in deffen Händen die Entscheidung in strittigen Fragen liegen soll, ist im Vergleich zu dem bisher im Rechtsausschuß beratenen Kompromiß entwurf nicht geändert. Auch eine allgemeine Rückwirkung des Gefeßes in bezug auf die bereits abgeschlossenen Verträge ist nicht vorgesehen; fie foll, wie bisher, nur auf Antrag beider Barteien möglich sein. Mit Ausnahme des§ 8 des neuen Entwurfes, der angeblich den vom preußischen Finanzminister geäußerten Bedenken in wesentlichem Maße Rechnung zu fragen versucht, dürfte der Unterschied zwischen dem legten Kompromiß und dem als neu bezeichneten Entwurf überhaupt nur in der Formulierung bestehen. Er foll, soweit es fich um die als Privat- bzw. Staatseigentum zu betrach tenden Bermögensobjekte handelt, wesentlich flarer sein, als es in dem bisher zur Debatte stehenden Kompromiß der Fall war. Ein endgültiges Urteil über den neuen Entwurf, der von der Regierung als verfassungsänderndes Gesetz betrachtet wird, ist natürlich erst möglich, wenn er in seiner Formulierung vorliegt. Immerhin scheint schon heute, daß die große Bolksbewegung für die entschädigungslose Enteignung bis heute auf die bürgerlichen Parteien feinen besonderen Eindruck gemacht hat. Jedenfalls zeigt auch das neue Kompromiß nach allem, was man bisher von ihm hört, nicht den geringsten Willen, dem Bolls empfinden wenigstens zu einem großen Teil Rechnung zu tragen. Dieser mangelnde Wille kommt auch in der Behandlung des Bollsbegehrensgesetzes zum Ausdrud. Die Regierung zeigt feine Eile, das Enteignungsgeseh dem Reichstag zuzuleiten. Sie mag sich vor jedem Berzögerungsversuch hüten! Der Inhalt des neuesten Kompromisses. Ueber den Inhalt des neuen Entwurfes für die Fürstenabfindung erfährt der Sozialdemokratische Pressedienst folgendes: Als Staatseigentum gilt, was das Fürstenhaus oder seine Mit Musolini„ braucht Land". Und läßt Truppen an der Somali- Küfte landen! Der italienische Diktator verabschiedete sich am Donnerstag vor seiner Abfahrt von Tripolis mit einer Rede, in der er zum Schluß fagte: Wir brauchen Land, weil wir finderreich sind und finderreich sein wollen." Inzwischen hat die Tripolis- Aftion bereits ihre prat tische Auswirtung erfahren. Aus Rom wird gemeldet, daß eine Abteilung italienischer Truppen an Bord eines Transportdampfers unter dem Schutz eines Kreuzers von von Mogadischu( Italienisch Süd- 50= maliland) abgegangen und im Gebiet von Nogal( nördliche Zone des Somalilandes) gelandet ist, um dort die unmittelbare italienische Herrschaft herzustellen. Die Expedition richtet sich also gegen das legte noch unabhängige Gebiet Afrikas, das Kaiserreich Abessinien. Mit welchem Erfolg und unter welchen Auswirkungen, bleibt vorläufig ab zuwarten. Deutschland und Polen. Wie sind die Vertragsaussichten? Einer Meldung aus Warschau zufolge hat die polnische Regie rung ihrem Berliner Gesandten ein Memorandum über die Liquidationsfrage und die Handelsvertragsverhandlungen zur Uebergabe an den deutschen Außenminister zugesandt. Gleichzeitig foll der poinische Gesandte beauftragt worden sein, Stresemann dringend au bitten, die Berhandlungen über den Handelsvertrag und die Liquidationsfrage so schnell wie möglich zu Ende zu führen. Bisher wurde die Wiederaufnahme der deutsch- polnischen Handelsvertragsverhandlungen für die zweite Aprilhälfte erwartet. glieder erworben haben: a) auf Grund von Handlungen, die sie nur fraft ihrer staatsrechtlichen Stellung vornehmen konnten oder sonst auf Grund des Bölfer, Staats- oder sonstigen öffentlichen Rechts mit Ausnahme der unter Zustimmung einer Volksvertretung verfassungsmäßig zustandegekommenen Gefeß: b) gegen Leistungen, die sie nur fraft ihrer staatsrechtlichen Stellung bewirken fonnten. Ais Privateigentum des Fürftenhauses oder seiner Mitglieder gilt, was sie auf Grund eines privatrechtlichen Titels erworben haben: a) mit privaten Mitteln; b) unentgeltlich( in Erbgang, als Mitgift, auf Grund privater Schenkung oder aus ähnlichen Bründen). Im§ 6 wird bestimmt, daß eine Auseinandersetzung, die nach der Staatsumwälzung zwischen dem Lande und einzelnen mit gliedern des vormals regierenden Fürstenhauses oder über einzelne Bermögensstüde erfolgt ist( Teilauseinandersetzung), das Reichsfondergericht nicht bindet. Ist zwischen dem Lande und dem Fürstenhaus oder eignelnen seiner Mitglieder über das Eigentum oder ein sonstiges Recht an einzelnen Vermögensstücken ein rechtskräftiges Urteil ergangen, so bleibt es maßgebend, auch wenn es mit einer Teilauseinandersetzung zusammenhängt. Das Reichssondergericht fann jedoch auf Antrag einer Partei von einem nach der Staatsumwälzung ergangenen rechtsträftigen Urteil abweichen, wenn es mit 3 weidrittelmehrheit feststellt, daß das Urteil auf Gründen beruht, die mit den Borschriften der§§ 5 und 8 unvereinbar find. In dem bisherigen§ 8 des neuen Gefeßentwurfes wurde gesagt, daß 3ivillisten, Kronfideikommißrenten und Renten ähnlicher Art entschädigungslos fortfallen. Jezt wird in dem§ 8 des neuen Entwurfs bestimmt: Zivillisten, Kronfideikommißrenten, Krondotationsrenten und ähnliche Renten fallen, soweit sie von dem Lande dem Fürstenhaus oder einzelnen seiner Mitglieder zur Bestreitung der Hofhaltung oder sonstiger mit ihrer Stellung verbundener Aufwenbungen gewährt wurden, entschädigungslos fort. Im übrigen gelten fie als Privateigentum des Fürstenhauses. Ihr Kapitalwert ist in Anwendung der Grundsäße des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 in Höhe des Einlösungsbetrages eines Auslosungsrechts festzusetzen, das für eine Altbefizanleihe im Nennbetrag des 25fachen Jahresbetrages der Rente zu gewähren fein würde. Der Kapitalwert ist der Vorschrift des§ 34 Abs. 1 des genannten Gesetzes entsprechend zu verzinsen und in 30 Jahresraten zurückzuzahlen. Das Reichsfondergericht fann auf Verlangen des Landes die Leistung in eine einmalige Kapitalabfindung umwandeln. Diese Bestimmung ist für die Abfindung des Hohenzollernhauses einen Entgelt dar für den seinerzeit dem Staate überlassenen von besonderer Bedeutung. Ein Teil der Krondodationsrenten stellt Domänenbesig. Für diesen Teil der Krondodationsrenten hätte nach den bisherigen Bestimmungen von Preußen eine Entschädigung von 70 Millionen gewährt werden müssen. Da nach den neuen Bestimmungen des§ 8 die Bewertung der Krondotations: renten mit den Bestimmungen des Aufwertungsgefeßes in Einklang gebracht wird, reduziert sich diese Summe auf 12% Proz., also auf etwa 8 Millionen Mart, die in 30 Jahresraten zurückzuzahlen wären. Ob dieser Schritt der polnischen Regierung in Berlin Aussichten auf einen besseren Berlauf der Berhandlungen eröffnet, tann im Augen blid nicht beurteilt werden, zumal die polnische Bertretung in Berlin über den Inhalt des Memorandums bis jetzt nichts mitteilt. Auch muß berücksichtigt werden, daß die deutschen Vorschlagslisten von Ende Januar 1926 in der polnischen Presse eine Beurteilung erfahren haben, die die Aussichten auf eine Verständigung bedeutend vermindert. Die Auffassung des polnischen Kabinetts soll sich start mit den Darlegungen der polnischen Bresse decken. Der Ueberfall auf Vandervelde. Offiziöse Beschönigung. Brüssel, 16. April.( Belg. Tel.- Agent.) Der Zwischenfall von vorgestern abend, bei dem Minister Bandervelde von Teilnehmern einer nationalistischen Bersammlung schwer belästigt sein foll(?), hat nur ganz geringfügige Bedeutung. Bandervelde ist auf der Straße von einigen Manifestanten umringt, aber sofort von der Polizei befreit worden. Schüffe in die Wohnung Anseeles. Gent, 16. April.( Eigener Drahtbericht.) Ein Bädermeifter feuerte furz vor Mitternacht drei Schüsse durch die Fenster der Wohnung des sozialistischen Eisenbahnministers Anseele, der fich indessen gar nicht in Gent befand. Möbel wurden beschädigt, der Attentäter wurde verhaftet. Nach Ansicht der Behörden handelt es sich um einen Geistestranten. Eine internationale Paßtonferenz beginnt am 12. Mai in Genf. Ihre Aufgabe ist die Milderung der europäischen Baßschitanen, vor allem die allgemeine Aufhebung der Visa. Der Bericht der englischen Kohlenkommission. Von Heinrich Löffler. Nachdem im Sommer des vergangenen Jahres die befannte Bereinbarung für den englischen Bergbau abge= schloffen war, gab es in Deutschland Leute, die von einem großen Sieg der englischen Bergarbeiter redeten. In Wahrheit war nur eine Notlösung gefunden worden, die von den Bergarbeitern nicht abgelehnt werden konnte. Freude haben die Nächstbeteiligten dabei nicht gehabt. Sie wußten, daß der Konflikt nicht beseitigt, sondern nur vertagt wurde. Jetzt steht man im englischen Bergbau wieder dort, wo man bereits im Juli 1925 gestanden hat. Bor dem Konflitt. Wahre Bon der Bergarbeiter- Internationale aus gesehen, war die in England getroffene Vereinbarung vom llebel. Der einfichtsvolle englische Bergarbeiterführer Frank Hodges brachte das in einem Auffaz, den er am 30. Januar 1926 in der Bergarbeiter- Zeitung" veröffentlichte, wie folgt zum " Ausdruck: ..Die staatliche Unterstützung der englischen Kohlenindustrie hat eine vorübergehende Entlastung gebracht, weil ihre Absatzgrenze zurüdverlegt wurde in Gebiete, die allmählich in den Bereich. des deutschen Exporthandels fielen. Kein Mensch, der auch nur international denkt und fühlt, kann über diese Methode der Gewinnung von Märkten erbaut fein. Die Sachlage in England hat im Auslande in erster Linie zur Folge, daß die Bergleute der Kohle produzierenden Länder die Unterstützung der britischen Kohlenindustrie als einen feindlichen, die wirtschaftlichen Intereifen der Bergleute aller Länder schädigenden att betrachten. Nur der Sturz des Franken hat Frankreich für den Augenblick vor einem tatsächlichen Dumping mit fünstlich verbilligten Kohlen bewahrt. Die Kohlenindustrie in Belgien, Deutschland und Frankreich genießt solchen Schutz der Regierung nicht und die Unternehmer dieser änder verlegen sich deshalb auf Lohnherabfegungen und Arbeitszeitverlängerungen." Hier sind die internationalen Rückwirkungen der englischen Staatssubventionen klar herausgearbeitet. Der Bergbau und die Bergarbeiter der Kohle gewinnenden Staaten, die mit England auf den internationalen Absatzplätzen zusammentreffen, müssen sie so empfinden. Deutschland erleidet darüber hinaus noch Berlufte bei seinen Kohlenpflichtlieferungen nach dem Versailler Vertrag, weil es nunmehr auf Reparationskonto nur eine Gutschrift in der Höhe des mit staatlichen Mitteln gesenkten englischen Preises erhält. Bei den gegenwärtigen Lieferungen handelt es sich um einen Gründen hatten die Bergarbeiter anderer Länder keine BerBetrag von 3 bis 4 Millionen Mark im Monat. Aus diesen anlassung, die Regelung für die englischen Bergarbeiter, die am 1. August 1925 in Kraft trat, als einen Sieg zu feiern. Neben der Gewährung von Staatszuschüssen sah diese Regelung die Bildung einer Kommission vor, welche die Lage des Bergbaus prüfen und Vorschläge für seine Sanierung machen sollte. Ihre Ernennung erfolgte Anfang September durch Regierungsverordnung. In einem 295 Seiten starken Bericht gibt die Kommission Aufschluß über ihre Tätigkeit. Sie hat felbst 25 Bergwerke befahren und weitere 42 in den verschiedensten Bezirken von staatlichen Bergwerksbeamten prüfen lassen. Die Prüfungsergebnisse wurden in 33 Sigungen beraten und dazu noch 76 Sachverständige vernommen. Es ist unstreitig große Arbeit geleistet worden und der Bericht fann seinen Eindruck nicht verfehlen. Die Regierung hat zwar eine Erklärung abgegeben, daß sie ihn annimmt, aber feine Borschläge wird sie nicht alle befolgen. Sie kann es faum, wenn sie nicht den Streif heraufbeschwören will. Es wird nämlich verlangt, daß die Subventionen endgültig am 30. April aufhören sollen. Im Bericht wird ausgeführt, daß der Staatszuschuß vom 1. Auguft bis 31. Dezember 1925 über 21 Schilling je Tonne oder 17 Proz. des Grubenpreises betragen habe. Bon Januar bis März 1926 soll der Zuschuß fogar 3 Schilling je Tonne betragen haben. Demnach hat sich die Lage des Bergbaus unter den Subventionen nicht gebeffert, sondern verschlechtert. Etwas anderes war faum zu erwarten. Subventionen wirten nun einmal nicht als Antriebsmotor und Erneuerer. Ohne Subventionen murde ein Gewinn von 1 Schilling 6 Bence erzielt. Ueber Selbstkosten und Erlöse enthält der Bericht u. a. folgende Einzelangaben: Schottland. Northumberland Durham .. Erlös ohne Berl. ohne Staats. Gewinn mit Staatszufch. Staatszusch. zuschuß Staatszusch Gelbft foften Schilling Schilling Schilling Schilling Schilling 16,24 14,40 1,84 3,35 1,51 15,97 12,98 2,99 3,84 0,85 17,10 14,16 2,94 3,64 0,70 20,71 17,51 8,20 4,55 1,35 0,94 8,67 2,78 2,45 8,96 1,51 Süd- Wales u. Mam mouth. Lancashire. Cheshire n. Nord Staffs.. 20,35 19,41 Andere 19,17 16,72 Für eine Reihe anderer Bezirke ist die Höhe des Staatszuschusses nicht angegeben, so daß es zwecklos ist, fie zu ver zeichnen. Die Bergbaumternehmer haben vor der Rom| tommission find damit wiedergegeben worden. Einige werden mission erklärt, daß die Berlustwirtschaft nur beseitigt werden fönnte, wenn die Bergleute eine Stunde länger mie bisher arbeiteten und die Löhne gleich blieben, sich also trotz der Mehrarbeit nicht erhöhen würden. In diesem Zusammenhang eine Bemerkung zur Dauer der Arbeitszeit im englischen Bergbau. In allen Auffäßen, auch in folchen die aus England kommen, ist die Rede von der Siebenstundenschicht. Daraus wird in Deutschland gefolgert, daß der englische Bergarbeiter nur 7 Stunden unter Lage sei. Das ist unrichtig. In die Siebenstundenschicht in England ist die Ein- und Ausfahrt und sind die Wegstrecken, welche die Bergleute vom Schachte zu den Arbeitsplägen und umgefehrt zurüdlegen müssen, nicht inbegriffen. Die englifchen Bergarbeiter müssen 7 Stunden vor Ort sein. In einem Bericht, den der englische Bergarbeiterverband dem internationalen Bergarbeitertongreß, der 1924 in Prag stattfand, vorlegte, wurde mitgeteilt, daß die Arbeitszeit einschl. Ein- und Ausfahrt und der in der Grube zurückgelegten Bege 7 Stunden 42 Minuten betrage. In Deutschland find die unterirdischen An- und Abmarschwege, die oft sehr lang find, und die Ein- und Ausfahrt in die Arbeitszeit einbe griffen. Das ist auch unbedingt richtig, denn die Bergleute befinden sich, folange sie den Förderforb über Tage am Ende ihrer Schicht nicht verlassen haben, in der Gefahrenzone des Bergbaus. Run zurüd zum Bericht. In ihm werden die Vorschläge der Unternehmer abgelehnt, aber auch die der Arbeiter, weldje Die Berstaatlichung des Bergbaus gefordert hatten, um die Mängel der Betriebsführung und Organisation zu befeitigen. Es wird gesagt, daß jede der beiden Ansichten nur halbe Wahrheifen darstellten und durch die Berstaatlichung Rechenstillegungen nicht verhütet werden könnten. Um diese Maßnahme wird man natürlich in feinem Fall herumfommen. Bei wesentlich verminderter Nachfrage des Aus landes und bei gleichgebliebenem heimischen Kohlenbedarf, frog Bevölkerungszunahme und industriellem Fortschritt, ist die Zahl der im Rohlenbergbau Englands beschäftigten Arbeiter von 1048 000 Mann im Durchschnitt der Jahre 1909 bis 1913 auf 1156 000 Mann in 1925 oder um mehr als 10 roz. gestiegen. Der Bericht stellt feft, daß die Auslandsnachfrage in 1925 eine Abnahme von 22 Broz. gegenüber 1913 aufzuweisen hat. Das Mißverhältnis dauernd mit Subventionen auszugleichen ist undenkbar. von der Regierung und den Parteien angnommen und auch durchgeführt werden. An dem Punkt, der die Bergarbeiter anderer Länder am meisten interessiert, an den Subventionen, scheint man noch nicht rühren zu wollen, weil man glaubt, sonst nicht aus der Krise herauszukommen. Wenn sie über den 1. Mai hinausgezahlt werden, was höchst wahrscheinlich ist, dann ist noch nicht zu übersehen, mit welchen Mitteln man sich in anderen Ländern gegen das englische Kohlendumping zur| Behr sehen wird. Die Bergarbeiterinternationale solidarisch. Bis zum Solidaritätsstreit mit den englischen Bergarbeitern. Geßlers„ Geheimdienst. Kompagniegeschäft Geßler- Schiele. Die Veröffentlichung des Geßlerfchen Geheim. fchreibens" über den Senatspräsidenten Dr. Freymuth hat erfreulicherweise auch dem Teil des republikanischen Deutschland, der bisher den Reichswehrminifter für einen mit Solidaritätsgefühl für die republikanischen Barteien begabten Mann gehalten hat, die Augen geöffnet. Der Fall Freymuth war freilich nicht der einzige seiner Art. Schon früher hat Geßler ähnliche Uriasbrief gegen. sozialdemokratische Beamte losgelaffen. Einer der uns zur Kenntnis gelangten Fälle ist durch die Beröffentlichung der sächsischen Staatskanzlei vom 27. April 1925 der Amtsverschwiegenheit entzogen werden, nämlich der Verfuch Geßlers, mit Hilfe des deutschnationalen Reichsinnenministers Schiele die Dienstentlassung des sachfischen Polizeiobersten Schüßinger im Jahre 1925 herbeizuführen. Dr. Geßler hatte sich über einen der Aufsätze des Genossen Schüßinger über die Reform des Reichswehrministeriens und die Unterstellung der verschiedenen„ Aemter"( unter Ausschaltung der allmächtigen Heeresleitung") direkt unter den Minister derartig getroffen gefühlt, daß er unter dem Schutz feiner Amtsstellung, die ihn in Anbetracht des§ 193 StrGB. ( Wahrung berechtigter Interessen) jeder Strafverfolgung ent zog, gegen Schützinger den Vorwurf des Landesverrats erhob und mit Hilfe feines deutschnationalen Amtskollegen einen Drud im Sinne der Dienstentlassung auf die sächsische Staatsregierung auszuüben versuchte. Brüffel, 16. April.( Elgener Drahtbericht.) Die englischen Bergarbeiterführer Smith und Cook haben am Freitag dem internaflonalen Bergarbelterfomitee in Brüffel eine ausführliche Darftellung der Berhandlungen gegeben, die in den lehten Tagen zwischen den Unternehmern, den Bertretern des englischen Bergarbeiterver bandes und dem Ministerpräsidenten Baldwin stattgefunden haben. Die Schlußfolgerung ihrer Darlegungen war, daß die Unternehmer auf den Kampf hinarbeiten, indem sie sich der unwiderruflichen Forderung der Arbeiter, nämlich der Reichsregelung und nicht der Bezirksregelung der Tarifverträge, widerfehen. Wenn auch nicht alle Hoffnung auf eine friedliche Löfang aufgegeben fet und die Verhandlungen nächste Woche weitergehen, fo fei dodh mit der Möglichkeit eines allgemeinen sa mpfes, im Bergbau zum 1. mai unbedingt zu rechnen. Dem Bericht der englischen Delegierten folgte eine ausführliche Aussprache, an der die Delegierten der meisten Cânder tellnahmen. Alle waren darin einig, daß den englischen Bergarbeitern im Falle eines Stampfes weitete Unterstützung geboten werden müffe. Cine Distofion enffpann fich auch über die Internationale Wirkung des englischen Systems der Staatszuschüsse an die Kohlenindustrie. Schließlich wurde folgende Entschließung eingenbe stimmig angenommen: Das Schreiben lautete: Reichswehrministerium. Nr. 17/25 T. 1 III pers. Berlin, 3 10, 12.1 25. An das Reichsministerium des Innern. Angriffe gegen die Reichsregierung erhoben.... Schützinger hat scharfe, an Landesverrat grende Diese Handlungsweise ist mit der Ehre eines jeden deutschen Staatsbürgers unvereinbar, geschweige denn mit der Würde eines Beamten von dem hohen Rang eines Polizeioberften. Im Interesse der Staatsautorität und des Ansehens bes Beamtentums erscheint mir ein solches Vorgehen unmöglich. Dr. Geßler. Reichsministerium des Innern. Berlin, 29. 1. 25. Die internationale koblenfrise führt in wachsen dem Umfange zu schweren sozialen konjiitten in den Bergbau freibenden Ländern. Eine Erleichterung der Lage tann nur durch infernationale Regelung der Produktion und Berteilung der Kohle gefunden werden. Das internationale komitee erklärt fich für volle Unterfügung der britischen Bergarbeiter im Kampf gegen längere Arbeitszeit, Convertürzung und Bruch des Reichstarifs und ist bereit, im Bedarfsfalle die nötigen 2 aßnahmen zu treffen, um die EinBorgeschlagen wird meiter, das Grundbefizereigentum auf die unter ihren Ländereien gelegenen Mineralien aufzufuhr von Kohle nach Großbritannien zu verhindern. heben. Hierfür sollen vom Staat 100 Millionen Pfund Sterling zwei Milliarden Mart aufgewandt werden. Die zu fammenfaffung fleiner Bergwerte soll betrieben. notfalls durch zwangsweise Fusionen herbeigeführt werden. Dann soll der Staat durch die Herausgabe von Attien eine Gewinnbeteili gung der Bergarbeiter garantieren und sie so am Wohl ergehen des Bergbaus interessieren. Ein Schlaglicht wirft die Empfehlung der Kommission auf die hygienischen Verhältniffe im englischen Bergbau, nämlich, daß auf allen Bechen Badegelegenheiten für die Bergarbeiter geschaffen werden follen. Diese Forderung wäre im deutschen Steinfohlenbergbau undenkbar, denn schon seit Jahrzehnten bestehen Badeeinrichtungen. Ein deutscher Bergmann wäre mit Recht tief ungfüdlich, wenn er fich nach vollendeter Schicht nicht baden, um jich vom Schmug und Schweiß zu reinigen, und umfleiden fönnte. Weiter wird empfohlen, die 1924 festgefehten Mini maliöhne zu revidieren, weil sie damals, als das Ruhrgebiet noch nicht in voller Förderung war, auf einen Stand außer ordentlicher Hochtonjunttur gebracht worden seien. Ueber haupt war, mie der Bericht feststellt, die Ruhrbesetzung für den Bergbau in Großbritannien von großem Vorteil. Es wurden neue Gruben in Betrieb genommen und andere, die sonst stillgelegt worden wären, in Förderung gehalten, weil die Gewinne hoch waren. Für den Fall, daß diese Maßnahmen nach Prüfung der zuffändigen Landesverbände einen internationalen Streit ein fließen follten, fommt das internationale Komitee überein, jede Landesorganisation zu verplichten, den Streit nicht eher zu beenden, bevor nicht in affen im Kampfe stehenden Ländern eine gefunde Grundlage für die Wiederaufnahme der Arbeit gefunden ist. Das internationale Erefufivkomitee gilt im Falle eines internationalen Streits als Streitausschuß, deffen Anwelfungen für alle Länder bindend find." Ferner wurde befchloffen, das internationale Kom'fee unverzüglich, am fiebffen nach London, wieder einzuberufen, falls die Lage in England dies erfordert Die wesentlichsten Empfehlungen der englischen KohlenHygienische Volksbelehrung! Der 3wed der Reichsgesundheitswoche. Bon Stadtarzt Alfred Korach- Berlin. Sehr viele Krankheiten sind vermeidbar. Mian fann ihnen entgehen, wenn man sich vor ihnen schüßt, wenn man sie fo frühzeitig wie möglich erkennt. Um die ersten Krankheitszeichen zu verstehen und von vornherein Fehler bei der Krankheitserkennung zu unterlassen, muß man aber in diesen Dingen einigermaßen gut Bescheid wissen. Wenn 3. B. eine etwa 40jährige Frau Unterleibsblutungen befommt, jo ist es nicht gesagt, daß fie von einem Krebsleiden befallen ist. Es besteht aber die Möglichkeit, und man muß verlangen, daß die Krante sofort nach Beobachtung der ersten Anzeichen zmeds genauer Untersuchung sich zu einem Arzte begibt. Wartet sie 1, 2 oder 3 Monate, jo tann das möglicherweise vorhandene Krebsleiden, bas vorher noch restlos hätte besettigt werden fönnen, inzwischen zu einer unheilbaren Krantheit ausgeartet sein. Wird in einer Familie ein Kind fieberhaft frant, so besteht immer ein gewisser Berdacht auf eine ansteckende Krankheit. Seßt die Behandlung früh zeitig ein und wird, falls notwendig das Kind so schnell wie möglich in das Krantenhaus gebracht, so ist die Erfranfungsgefahr für die anderen in der Familie vorhandenen Kinder viel geringer. Kümmert man sich aber zu Beginn der Erkrankung nicht ernft genug um den kleinen Batienten, sorgt man nicht von vornherein für Desinfektions und Absonderungsmaßnahmen, so wird die Seuche meiter um sich greifen und bei ben anderen, norher nicht befallenen Rindern sich einnisten. Zieht sich jemand eine Fingerverlegung zu, die nicht heilen will, vielmehr eine Entzündung der Umgebung her vorruft, so wird der Patient in vielen Fällen mit seiner Annahine recht haben, daß seine Ertrantung wieder verschwinden wird, ohne daß allzu viele Behandlungsmaßnahmen angewandt werden. Aber nicht immer behält er recht; oft entsteht aus einer gar nicht so böse aussehenden fleinen Berlegung ganz schnell eine schwere Ertrantung. Es zeigen sich bei Beginn von Blutvergiftungen an dem Arm lange rote Streifen unter der Haut; wird auch dieses wichtige Rrantheits zeichen übersehen oder nicht genügend gewürdigt, wird nicht schnell eingegriffen, dann tam es zu einer schweren Form der Blutver giftung und unter Umständen zu dem Verlust eines Gliedes oder gar des Lebens fommen. -w Wir fehen: der Mensch, der Krankheitsurfache und Krankheits zeichen fennt, permag fich felbft außerordentlich viel zu nutzen. Medizinische Kenntnisse helfen das Leben per längern und gesünder gestalten. Es tut aber mirtlich bringend not, medizinisches Wissen der Bevölkerung zugänglich zu machen, und hierin liegt auch der besondere Wert der Reichs gefundheitswoche; denn auf den Schulen hat die letzte lebende Generation von medizinischen Dingen außerordentlich wenig gelernt. Leider ist auch heute noch in fast allen Schulen, insbesondere auch auf den höheren Schulen, nicht in genügendem Umfange dafür geforgt, daß die heranmachsende Schülerfajar auf dem Gebiete der Gefundheitslehre fich ausgiebige Renntniffe aneignet. Alle möglichen Fächer, die vielfach später im Leben, im Kampf ums Dofein von Condon, 16. April.( WIB.) Ministerpräsident Bald. win hat sich wegen der Krife im Kohlenbergbau, die in politihen Kreisen als ernst, wenn auch nicht als hoffnungslos angesehen wird, heute nach Windsor zum König begeben. Dr. Külz stellvertretender Wehrminister. Weil Gefler in Urlaub ift. Der Reichspräsident hat, wie der Demokratische Zeitungs. dienst erfährt, den Reichsminister des Innern Dr. Küla bis auf weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswehr minifters beauftragt. gar nicht großer Bedeutung sind, füllen den Stundenplan aus. Bom Bau und Leben des menschlichen Körpers und von einer hygienischen Lebensführung hören die Schultinder aber noch recht wenig. Das muß anders werden! In einer späteren Zeit, in der Menschen leben, die schon auf der Schule auf diesem so wichtigen Gebiete viele Kenntnisse gesammelt haben, wird man vielleicht in einer Gesundheitswoche mancherlei, was man heute varträgt, nicht mehr zu sagen brauchen. Heutzutage gilt es, nicht müde zu werden, weiten Boltstreisen medizinisch hygienisches Wissen zu vermitteln und eine hygienische Lebensführung zu predigen. Nicht nur allein den Kindern in der Schule, sondern auch den Erwachsenen in öffentlichen Versammlungen und bei anderen Werbeveranstaltungen! Die Reichsgesundheitswoche bietet hierzu genügend Gelegen heit: eine großzügige Propaganda in Wort und Schrift, mit Hilfe von Kino, Radio und Theatervorstellungen soll dem guten Werte zu vollem Gelingen verhelfen. Bon neuartigen Darbietungen anläßlich der Reichsgefundheitsmoche seien besonders zwei hervorgehoben: ein ausgezeichneter Film Falsche Scham", den Dr. Thomalla verfaßt hat und der sich vorzüglich zur Aufklärung über seruelle Fragen und Geschlechtstranfheiten eignet; fomie ferner die medizinisch- hygienischen Märchen von Dr. Mosbacher, die vielen von der Berliner Funkstunde her bereits bekannt und jetzt unter dem Titel Dntel Dottor er zählt Märchen" erschienen sind. Sie wenden sich an die Rinder im Spielalter und sollen diefen einen Erdenbürgern bereits die einfachsten hygienischen Lebensregeln beibringen. Die diesjährige Reichsgefundheitswoche wird nicht die einzige bleiben. Man darf wohl fagen, sie wird die erste einer langen Reihe von Reichsgesundheitswochen sein, die zu ständigen Beran staltungen werden dürften, zum Wohle der Bevölkerung und mit bem besonderen Ziele, die Bedeutung der Gesundheit für alle Schichten des Bolles inner eindringlicher darzustellen. Chinesische Kunst und japanische Kunst. In der zweiten ordent. lichen Versammlung der Gesellschaft für Ostaliatifche Kunst sprach Professor Ernst Große aus Freiburg i. B. über chinesische Kunst und japanische Runft. Der Kunstgefchmad in Europa hat sich bald der einen, bald ber anderen zugewendet. Im 18. Jahrhundert bulbigte man der chinesischen Kunst oder vielmebr dem, was man damals unter chinesischer Kunst" verstand. Als man dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts die japanische Kunst ent bedte, entsprach sie in Ausdruck und Linienführung so stark dem damaligen naturalistischen und impreffionistischen Geschmack, daß die Mode fich ihr sogleich zuwandte. Heut dagegen ist man wieder geneigt, japanische Kunst zugunsten chinesischer zurückzusehen und sie nur für eine Nachahmung jener zu halten. Ueberaus eindringlich zeigte Profeffor Große in Wort und Bild, einen wie großen Fehler man damit begeht. Ohne Frage ist die chinesische Kunst die Behr meisterin der japanischen gewesen, die von ihr Material, Technit, bisweilen auch die Stoffe übernommen hat; aber die Schülerin iſt feineswegs eine bloße Nachahmerin geworden. Das ganz anders Deranlagte japanische Bolt, das im Gegensatz zum chinesischen Buntheit verfchmäht, ja, faft der Farblosigkeit huldigt, ftatt großer archi tektonischer Gebilbe zierliche Miniaturen bevorzugt, fonnte an 3. 228. Weitergeleitet an die sächsische Staatsregierung. ... Mitteilung erbeten, ob Schützinger aus dem Etat der Schußpolizet befoldet wird. In diesem Fall verweise ich auf das zwischen Reich und Ländern getroffene Abkommen", wonach die Länder geeignete Maßnahmen dahin zu treffen haben, daß der un politische Charafter der Schutzpolizei als Ganzes wie auch das unpolitische Verhalten des einzelnen Beamten unbedingt gewährleistet ist. Schiele. fo: Herr Gehler verbündet sich mit einem deutschnationalen Ministerkollegen, um einen ihm unbequemen republitanischen Polizeioffizier und völlig unbefcholtenen Staatsbürger von Amts wegen als Landesverräter zu infamieren und auf die Straße zu fegen! Herr Schiele aber tut noch ein Uebriges. Schiele hebt den Finger und droht: Entweder the pariert oder wir sperren auch die Beiträge für ere Schutzpolizei! Anders wenigstens ist der Satz über das Abtommen nicht zu beuten. Denn das ein Beam'er das Reht der freien Meinungsäußerung in Wort und Schrift hat, das wird boch gerade von beutschnationalen Beamten immer wieder angeführt, wenn es der Demofrat Geßler auch zeitweilig vergessen hat. Sonderbare Greuzaffäre. Die Iettiie Grenzfvadbe ver haftete einen Russen in der Uniform der Noten Armee und mit voller Bewaffnung. der über die Grünbe feines Erscheinens auf lettichem Gebiet leine Auskunft cab. Er erwies fich nach den bei ihm vorgefundenen Dofumenten als der Chef der lettischen Grenze näiten Sowje tgrenzwache, atuidino to. einer bloßen Nachahmung jener frembartigen fünftlerischen Aus. brudsformen gar nicht kommen. Bei japanischen Kunstwerten ist. in den winzigsten Teilen eine handwerksmäßig wie fünstlerisch vollendete Durchbildung angestrebt, während bei chinesischen in der Hauptsache die Gesamtwirkung des Werkes beachtet ist. Das mußte zu einer ganz anderen fünstlerischen Entwicklung führen. An im Lichtbild gezeigten Bildern, Stulpturen und Keramifen, die jeweils ein chinesisches neben ein etwa zur gleichen Zeit entstandenes japa. nisches Bert stellten, machte Profeffor Große das der Versammlung sichtbar. Wenn man freilich den Fehler begeht, neben die farblich wie in der Linienführung zwar überaus geschmackvollen, aber fünstlerisch nicht eben bedeutenden japanischen Drude der Gegenwart die hochstehenden Aquarelle der chinesischen Glanzzeit zu stellen, fo fann man allerdings zu dem Fehlurteil tommen, daß die japanische Runst der chinesischen überlegen sei, obwohl sie sicherlich ihre gleichwertige Schwester ist. Professor William Cohn demonstrierte dann noch eine indische Skulptur aus Berliner Privatbesitz, die einem Tempelfries entstammt. Mit Mitteilungen über die neueste Fachliteratur schloß die Versammlung. Ies. Eine deutsche Expedition in Sauforin. Eine deutsche Expedition ift zurzeit auf der Infelgruppe Santorin tätig, wo im vorigen Jahre vulkanische Ausbrüche eingesezt haben. Der Letter ber deutschen Er pedition ist Profeffor Dr Red von der Berliner Universität. Es handelt sich um jene berühmte Infelgruppe im Südteil des Aeaäischen Meeres, die den ringförmigen Rest eines Bulkanes bildet: wahr. scheinlich schon in vorgeschichtlicher Zeit ist der Mittelteil dieses Bultans ins Meer gestürzt, und die heutigen Inseln Thera; Therafia und Aspronesi oilben mit einem Durchmesser von etwa zwölf Kilo. metern den verbleibenden Ring. Im Mitteilteil ist, wie Dr. Ernst Herrmann in den Naturwissenschaft n" berichtet, bei den lekten Ausbrüchen die Insel Nea Kaimeni unter gewaltigen Explofionen aus dem Meere getaucht. Diesmal hat der neue Bulkan drei Lavaftröme geliefert. Die fließende Lava gelangt unsichtbar ins Meer. Durch die große Hize wird das Meerwasser zum Sieden gebracht. und man beobachtet oft mehrere hundert Meter weit von der Küste das Aufsteigen von Wasserdampf. Die Dampfwolten schießen mit furchtbarem Getöie hoch, und barüber hinaus fliegen die glühenden Steine; der herunterpraffelnde Steinregen bedeckt mit Taufenden und aber Tausenden von glühenden leden den Boden, und ehe er ver löscht, fällt nach zwi bis drei Minuten schon der nächste Steinhagel. Defters tauchen blaue Stichflammen auf und die Temperatura meliungen fonnten bis neunhundertfünfzig Grad Celsius feftitellen. Dieser fiebente Ausbruch, den der Bulfan in geschichtlicher Zeit tut. scheint nun wieder abzuflauen, wie die Beobachtungen von Brofeffor Red seit Mitte November ergeben. In der Stäbfifchen Oper fritt beute, Sonnabend, Werander ipnis nach feinem Amerita- Urlaub wieder auf. Er fingt ben.Da land im liegenden Solländer". An anderen Gauptrollen find, beschäftiat die Damen Bettendorf und Mark- Lüders sowie die Herren Dr. Schipper, Rapellmeiftet Reuß. Die na te ieberbolung des Barbier Berron und Biffer. Sptellettung: Dr. Pauly, musikalische Leitung: bon Sebilla" in ber erfolgreichen Neueinstudierung fann aus technischen Gründen erst am Donnerstag, den 22 April 1926, in der Premierenbelegung erfolgen. Der Justizskandal vor dem Landtag. Genosse Kuttner im Hauptausschuß über die Justiz. Bei der Beratung des preußischen Justizhaushalts, mit der der Hauptausschuß des Landtags am Freitag begann, teilte der Justizminister Dr. Um Zehnhoff mit, daß die Aufwertungs. fragen grundsäglich als Eilsachen behandelt werden, insbesondere bann, wenn von der Bereinigung des Grundbud; s ein weiterer Kredit abhängig sei. Die Zahl der Aufwertungssachen belaufe sich auf 2½ Millionen, davon seien erst 8. Proz. erledigt. Es geschehe alles, um möglichst viel neue Kräfte heranzuziehen. Gegen die vom Staatsrat angeregte Erhöhung der Altersgrenze von 65 auf 68 Jahre habe er starke Bedenken, obwohl er sich seinerzeit gegen die Herabjegung ausgesprochen habe. Bei den Gerichten fehle es an genügend Räum ausgesprochen habe. Bei den Gerichten fehle es an genügend Räum lichkeiten und vor allem an tüchtigen Bureaubeamten. Zu den Fememordprezeffen bemerkte der Minister, daß der Ausschluß der Deffentlichkeit nicht am Blaze gewesen sei. Die Richtigkeit der Vermutung des preußischen Ministerpräsidenten aber, daß die Deffentlichkeit abfichtMinisterpräsidenten aber, daß die Deffentlichkeit abfichtlich ausgeschlossen worden sei, habe nicht erwiesen werben Pönnen. Es bestehe fein Grund zu irgendeinem Vorgehen gegen die in den Fememordprozessen tätig gewesenen Richter. Genoffe Suttner besprach nach einem kurzen Hinweis auf die grotesten Zustände in der Juftig Thüringens, wie sie neuerdings durch den Fall Worch beleuchtet worden seien, eingehend die Staatsanwaltsstandale im Fall Rußmann. Belzer. Das Verhalten von Staatsanwälten, die Atten dadurch, daß sie dieselben wie zufällig liegen lassen, ausliefern, spricht Bände. Ebenso die enge Berbindung der Staatsanwaltschaft Ebenso die enge Berbindung der Staatsanwaltschaft mit der deutsch nationalen Breffe. Das persönliche Auf treten Rußmanns vor Gericht entsprach seinem Auftreten vor dem Untersuchungsausschuß. Dort stellte Kußmann die fühne Behaup tung auf, ihm sei schon nach furzem Bernehmen flar gewesen, daß Höfle einer der größten Verbrecher der Kriminalgeschichte set. Man könne diesen Unsinn psychologisch nur so erklären, daß fußmann sich selbst für den größten Staatsanwalt halte, der je da war; ein so großer Staatsanwalt tönne dann natürlich nur mit Kriminal. fällen erster Ordnung beschäftigt werden. Die ungeheuerliche fällen erster Ordnung beschäftigt werden. Die ungeheuerliche Beschimpfung Höfles wird im übrigen ficherlich von allen Mitgliedern des Höfle- Ausschusses, unbeschadet der Partei, mit Ent rüstung zurüdgewiesen werden. Die Art, wie Kußmann fich fortgesetzt seiner Berlogenheit auch noch rühmte, fennzeichnet das moralische Niveau dieses Mannes.. Genasse Ruttner behandelte dann den Fall des Amtsgerichts. rats Beinert Wernigerode und des Amtsrichters Sprin. ger- Boltwiz. Beinerts alljährliche Bismard- Reden stellen den Gipfelpunkt in der Beschimpfung der Republik dar. In den Urteilen Beinerts tommt fein Haß gegen die neue Staatsform hemmungslos zum Ausdruck. Mit einem Wort streifte dann Kuttner noch den Fememordprozeß Pannier und den Rottbusser Land. friedensbruch prozeß. Er fritisierte den Drud, der auf die verurteilten Angeklagten des Fememordprozesses. ausgeübt wurde, als sie ihre rechtsstehenden Anwälte mit linksstehenden vertauschen wollten. Im Kottbusser Prozeß sei man in geradezu wider wärtiger Weise gegen die Reichsbannerleute vorgegangen; biefe feien wärtiger Weise gegen die Reichsbannerleute vorgegangen; diefe feien partelisch angeklagt worden, während man die mitverwickelten Stahl. parteiisch angeflagt worden, während man die mitverwickelten Stahl. helmleute als Zeugen habe schwören lassen. Nach einem Hinweis auf die wenig vornehme Art des preußi. schen Richtervereins, ber mit dem Ausschluß der Mitglieder des republikanischen Ridterbundes feine antirepublikanische Gesin nung zum Ausdrud bringe, fd; loß Genosse Ruttner, indem er die brei Forderungen des Alten Fritz für eine gerechte Rechtspflege in Er. immerung brachte. Der Heros der Rechtsparteien und ihres An. hangs in der Justiz verlangte erstens, daß alle Brezesse schleunigst geendigt werden, zweitens, daß der Name der Gerechtig feit burd) Ungerechtigkeit nicht profaniert werde und brit. tens, daß mit einer Egalité gegen alle Angeflagten, ob Bring oder Bauer, verfahren werde. Sehr schöne Forderungen, betonte Rutiner, nur fürchten wir, daß sie wie ehedem, so auch in unserer Zeit ohne Konsequenzen bleiben. Weiterberatung Sonnabend. Deutschland Rußland/ Frankreich. Der Eindruck der deutsch- russischen Verhandlungen in Paris. Der Bertreter des Soz. Bressedienstes" in Paris erhält Don besonders gutinfermierter französischer Seite folgende Erklärungen über den Eindruck, den die Mel. dung über die Möglichkeit eines deutsch russischen Abkommens in Frankreich gemacht hat: Die öffentliche Meinung Frankreichs und die aktiven politischen Kreise, die ursprünglich den vor allem aus London eintreffenden Meldungen über den angeblich bevorstehenden Beachtung schenkten, fangen an, sich stark damit zu beschäf Abschluß eines neuen deutsch- russischen Abkommens nur wenig tigert. Man fragt sich, was dahinter stedt und ob es eine Folge des Ausganges ber außerordentlichen märzfeffion des Bölterbundes ist. Diejenigen Elemente, die der Berständigungspolitik feindlich gegenüber stehen, bemühen sich, auf die Aehnlichkeit hinzuweisen, die in dieser Beziehung zwischen der außenpolitischen Lage im Jahre erklären fte, magte es Briand als erster der französischen 1922 und derjenigen von heute bestehe. Bor vier Jahren, Staatsmänner feit dem Kriege, dem deutschen Kanzler Dr. Wirth das Zeugnis auszustellen, daß er zweifellos eine ehr liche Friedenspolitif gegenüber Frankreich verfolge. Einige Monate später, als ber Bertrag von Rapallo abgeschloffen wurde, fonnte dieser als eine Berleugnung der Politif Briands gebeutet werden. Es unterliegt feinem Zweifel, daß die Stellung Poincarés damals gestärkt wurde. dem Briand von der Kammeriribüne herab die Herren Luther Heute liegen die Dinge so, daß ein paar Wochen, nachund Stresemann für ihre mutige Friedenspolitik gelobt hat, ein neues Rapallo angefündigt wird. Die Rechte versucht natürlich, Briand daraus einen Strick zu drehen. Auf der an und erklärt es sogar für sehr verständlich, daß Deutschland Linten sieht man zwar die Angelegenheit viel ruhiger bereit ist, mit Rußland ein Abkommen zu treffen, durch das sich die beiden Länder gegenseitige Sicherheitsgarantien geben. Aber auch hier bis in die Kreise der So zialisten hinein ist man überrascht durch die Plötzlichkeit, mit der die Nachricht auftaucht, durch die Heimlichkeit, mit der die Verhandlungen umgeben wurden, und mehr noch durch den Augenblid, in dem der bevorstehende Abschluß eines deutsch- russischen Sondervertrages bekannt wird. Während man sich auf der Rechten schadenfroh luftig macht über die feltfame Lage, die dadurch geschaffen wird, daß Deutschland feinen Eintritt in den Bölkerbund und in deffen Rat vorbereitet, und im gleichen Augenblid einen Freundschaftspertrag mit dem scharf völkerbundsfeindlichen Rußland abschließt, ift es gerade das Zusammentreffen der Ber öffentlichung des Tschitscherin- Briefes an das General fetretariat in Genf und der Weigerung Rußlands, an der Abrüftungsfonferenz teilzunehmen, mit der Bekanntgabe der deutsch- russischen Verhandlungen, das das Linksfartell am stärksten beunruhigt. In führenden politischen und diplomatischen Kreisen weist man darauf hin, daß das französische Ausmärtige Amt erst Dor furzer Zeit über die Berhandlungen zwischen Berlin und Moskau unterrichtet wurde, und daß dies gerade in den locarnofreundlichsten Kreisen Mißstimmungen hervorgerufen habe. Das geschah keineswegs, weil man etwa an sich den Abschluß eines Vertrages, der Rußland endgültig den Beweis liefern würde, daß weder Locarno noch der Eintritt Deutschtragen, als unerträglich empfindet, sondern weil die klare lands in den Bölkerbund einen rußlandfeindlichen Charakter Politit Locarnos verwischt erscheint und weil die Haltung der russischen Regierung gegenüber dem Bölkerbund, die in dem Brief Tschitscherins zu fo frassem Ausdruck kommt, dem deutsch- russischen Abkommen einen feltfamen Beigeschmack gibt. Da die Kammer erst nächste Woche zusammentritt, wird man dann erst feststellen fönnen, welches die Wirkung der geordneten ist. Was den Senat betrifft, der sofort nach der deutsch- russischen Verhandlungen auf die französischen AbBerabschiedung des Haushalts endlich den Locarnovertrag ratifizieren soll, so werden sicherlich die Nachrichten über die Berhandlungen in Moskau die Elemente um Boincaré und Millerand ermutigen, doch noch einen Borstoß gegen Briands Außenpolitif zu unternehmen. Ruffischer Beruhigungsrundruf. die deutsche, englische, französische und italienische Regierung davon Nach einer T.- Meldung hat die Sowjetregierung beschlossen, in Kenntnis zu sehen, daß das Außenfommissariat feinerlei Berhandlungen über einen Rüdversicherungsvertrag mit Deutschland führe und daß die Sowjetregierung nur die BerhandBie verlautet, hat Tschitscherin dem russischen Botschafter in lungen über neutralitäts verträge weiterzuführen beabsichtige. Berlin, Kreftinffi. die Anweisung erteilt, die Berhandlungen mit der deutschen Regierung nicht zu unterbrechen. In politischen Kreisen Moskaus verzeichne man die„ Times"-Meldung megen eines deutschruffifchen Rückversicherungsvertrages als ein neues Manöver Chamberlains gegen Sowjetrußland. Die polnische Ge fandtschaft in Moskau hat eine Anfrage an Tschitscherin gerichtet, der noch einmal Bolen von den frieblichen Absichten der Sowjetregierung unterrichtet hat. Englisches Dementi. London, 16. April.( Eigener Drahtbericht.) Im englischen Außenministerium wird gegenüber der in der deutschen Breffe ver breiteten Auffassung, daß die Veröffentlichung der Times" über die deutsch- russischen Verhandlungen von amtlicher englischer Seite infpiriert worden sei, offiziell und fategorisch erklärt, daß weder vom englischen Außenministerium noch anderen, der britischen Regierung nahestehenden Stelle irgendeine Information über diese Angelegenheit an die„ Times" weitergegeben worden sei. von irgendeiner haben. Eine gewiffe Rolle hat er auch bei der Freigabe der 18 000 Liter gespielt, die bei einer Litorfabrit beschlagnahmt wurden. Ob er aber beurtundet habe, daß diefer Sprit vergällt war, obwohl Ausf age. Auch eine Ausiage! dies nicht der Tatsache entsprach, darüber verweigerte er die Wie bie Alten fungen, so zwitschern die Jungen. Beim Zolloberinspektor Quehl ging der 301faffiftent elfch in die Lehre und war anscheinend ein gefehriger Schüler. Er fam als junger Beamter von der Grenze nach Berlin ohne zolltechnische Renntnisse zu besiken, hatte aber das erforderliche bald heraus. Er erkannte, daß große Bollschiebungen im Gange seien und daß er von Kopp und Quehl dauernd bei den Bergällungen hintergangen merbe. Er gibt zu, auch seinerseits falsche Begleitsgreiben ob die eine aber bie andere Behörde hinter dem| Branntwein- Begleitschreiben unrichtige Angaben gemacht zu Berfahren stehe und etwas das Bestreben habe, einem un Selbst wenn das bequemen Beaniten den Prozeß zu machen. wahr wäre, würde es auf das Gericht feinen Einfluß haben. In sehr langatmigen Ausführungen schildert der Anflagever. treter dann, mie es zu dem Verfahren tam und wie vorsichtig er bei der Bernehmung gegenüber Asmus gewesen fet. Er griff den Angeflagten dabei persönlich an, warf ihm Unfähigteit vor und behauptete, daß Asmus nur durch 3eigners Gnaden in seine Freiberger Stellung gekommen sei. Mit Entrüstung vers mahrte fich der Angeflagevertreter gegen den Versuch, der Anflagebehörde nachzureden, das Berfahren sei leichtsinnig eröffnet worden. Einer fehr lebhaften Kritit unterzog er die 3eugen aus. fagen, aus denen sich vom Standpunkt der Anflage etwas machen fäßt. In diesem Zusammenhang erlaubte sich der Generalstaatsanwalt. schaftsvertreter den Beugen Kriminalrat naud persönlich zu verunglimpfen und sprach dabei von der Firma Asmus, über die Linksparteien gehalten habe. In diesem Ton sprach der Gnaud u. Co., die in der fraglichen Zeit ihre schüßende Hand Generalstaatsanwalt zirfa vier Stunden und bezeichnete im Berlauf feines Plädoyers In den Beratungen des Ausschusses hatte der deutsche fagen der letzten Tage. Glaubwürdig sind für ihn nur die Aus, aufgeftellt zu haben, verweigert aber die Aussage nationale Redner versucht, den Justizminister Am Zehn hoff gegen die Hamburger Rede des Ministerpräsidenten Otto Braun scharf zu machen. Die Folge war die Erflärung Am 3ehnhoffs, daß die Vermutung des preuBischen Ministerpräsidenten, daß die Oeffentlichkeit in ben Fememordprozessen absichtlich ausgeschlossen worden wäre, nicht erwiesen sei. Diese Erklärung Am Zehnhoffs benutzt die Deutsche Tageszeitung" au folgendem unglaublichen Angriff auf den preußischen Ministerpräsidenten: Wenn ,, Um dieſe letzte Feststellung in ihrer ganzen Bedeutung würdigen zu tönnen, muß man sich erinnern, daß Braun seinerzeit in einer nachträglichen Erklärung zu seiner Hamburger Rede deren schroffe Berurteilung des Richterstandes noch unterstrichen hatte. der eigene Fachminifterfollege fett erflärt, den Richtern sei nichts vorzuwerfen, fo bezichtigt er damit den Ministerpräsidenten fattisch der verleumderischen Beleidigung des Richterstandes. Wird dieser nun auch fernerhin zu einer derartigen Behandlung durch den Herrn Braun schweigen?" Die Absicht der Deutschen Tageszeitung", den preußischen Ministerpräsidenten gedeckt hinter dem Rüden des Justiz ministers zu beleidigen, ist offensichtlich. Trozdem wird der preußige Justizminister öffentlich den Sinn seiner Darlegungen im Hauptausschuß flarlegen müssen, nachdem ihnen eine der artige Auslegung in der deutschnationalen Presse gegeben wird. Der wahre Tendenzstaatsanwalt. Plädoyer des Generalstaatsanwalts im Asmus- Prozeß. Chemnih. 16. April.( Elgener Drahtbericht.) Nach der Mit fagspause erhielt der Generalftaatsanwalt Dr. ever das Wort zu seinem Plädoner. Es set zum Glüd teine altägliche Erscheinung, daß man einen Staatsanwalt auf der Anklagebant fehe, der ein feltenes und schweres Verbrechen begangen habe. Das Aufsehen, das dieser Prozeß in der Deffent. lichkeit erregt habe, jei aber vor allem darauf zurückzuführen, daß ein gewisser Teil der Presse ihm eine politische Tendenz unterschiebe Eeit Bochen heiße es in dieser Presse: Ein Gewalt aft der Juftig, ein republikanischer Staatsanwalt foll beseitigt merden usw. Wenn in der Deffentlichkeit behauptet würde, diefer Brozeß gegen den Oberstaatsanwalt Asmus habe einen politi fichen Hintergrund, so sei das nicht wahr. Nicht der Oberstaatsanwalt, sondern der Freiberger Staatsanwalt, der in erster Linie Beamter mat, sige auf der Anflagebant. Der An getlagte habe zur Begründung seiner Borwürfe nichts Wesentliches angeben tönnen. Im übrigen tönne es ganz gleichgültig sein, 600 alle Oberfiaatsanwälte aus dem Jahre 1923 als Kreaturen Zeigners Mit besonderer Schärfe mandte sich der Antlagevertreter dann gegen das Vorgehen des Angeklagten gegen die Hakenkreuzler. Er stellte die nationalsozialistische Tagung in Hof als eine fleine Sache hin, die Sachsen ja doch gar nichts anginge, da of ia in Bayern und nicht in Sachsen liege. Schließlich beschloß das Gericht, das Plädoner zu unterbrechen. Die Berhandlung wurde dann auf Sonnabendoormittag vertagt. Generalstaatsanwalt Weber wird sein Plädoner bann beenden, ihm folgen die Reden der Berteidiger. Mit der Urteils verfündung wird für den Sonnabend nachmittag gerechnet. Der Spritweber- Prozeß. Zeugenausfagen über die Schiebungen. darüber, ob er dafür Geschenke bekommen habe. Nicht unintereffant war die Aussage der Beugin Mertens. Sie erklärte, daß der Likörfabrikant König seine Fabrit überwacht glaubte und dann eines Tages meinte, er habe mit Stopp gesprochen, anscheinend brauche Peters wieder Geld, die Sache sei in Ordnung gebracht. Der Angeklagte Peters und der Zeuge König stellen aber dies energis in brede. Benig angenehm ist für Weber die Aussage diefes leßten Zeugen insofern, als er behauptet, Weber habe für sich Weber 5000 Liter Sprit erhalten, die für ihn bestimmt waren. bestreitet dies und behauptet, König sei von der Zollbehörde durch Zusicherungen bestimmt worden, gegen ihn auszusagen. Zu bemerken ist noch, daß sich die Zahl der Regierungsvertreter" vermindert hat und die leergewordenen Pläge von Preisevertretern eingenommen merden tonnten. Der Kleinkrieg auf Sumatra. Die holländische Sozialdemokratie warnt. Amsterdam, 16. April.( Eigener Bericht.) Die zahlreichen Gefechte zwifchen niederländischen Truppen und aufständlichen Eingeborenen auf Sumatra veranlassen het Bolk", das Zentralorgan der Sozialdemokratie, auf den zunehmenden Ernst der Cage in diesem Kolonialgebiet aufmerksam zu machen. Es handle fich nicht mehr um Berzweiflungstaten einzelner, fondern um einen organisierten kampf der Bevölkerung schlechthin. Das Blatt wendet sich energisch dagegen, daß die amtlichen Stellen die Borfommniffe im Atjeh- Gebiet fyftematisch verschleiern. Hier In der gestrigen Sitzung des Spritweber- Prozesses erhielt man habe schon einmal ein großer Kolonialfrieg gelobt und seit jener Zeit tiefere Einblide in den Mechanismus der Schiebungen. jei der Atjeher der unverföhnliche Feind der Niederlande. Die Zeugen, die auftraten. waren faft durchgehend in die Schieber- Man habe das Land zwar durch eine tiebermegelung der Beaffäre Kopp und Genossen verwidelt und werden sich demnächst zu völkerung unterworfen, aber der örtliche Widerstand mache fich verantworten haben. Teils waren es 3o1lbeamte. deren Vor- weiterhin in blufigen Kämpfen bemerkbar. Die Gefahr eines neuen gefctie im Saale als Sachverständige zugegen sind. Ihre eigen rieges in Atjeh- Geblet sei größer denn je. artige Lage als 3eugen, gewissermaßen in eigener Straffache, gab ihnen die Möglichkeit, in heiflen Punkten ihre Auslage zu verstehenden Auszug nicht mitgemeldet ist meigern, nämlich, wenn fie fich durch diefe felbft belasten mußten. Und da dies anscheinend in mehr als einer, Hinsicht der Fall ist, machten sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht reichlich Gebrauch. Hier zeigte fich ein Nachteil der Zeriplitterung ber Spritfchiebungsaffäre in verschiedene voneinander unabhängige Brozeije. Da war z. B. der Oberzollinspettor Quehl mit Herrn Kopp verbinden ihn freundschaftliche Beziehungen. Es ist ihm bekannt, daß lekterer das von ihm bezogene Spiritusquantum all mählich von 5000 Liter auf 20 000 Liter pro Monat steigerte. Eines Tages eröffnete ihm Herr Kopp, daß er günstige Gelegenheit habe, Spiritus nach Polen zu schmuggeln. Der Exportsprit taugte natürlich nicht für diesen 3wed, da er durch die 3ollbehörde abgefertigt wurde. Da Herrn Kopp vergällter Spiritus nichts mugte, fo erwirfte er sich die Erlaubnis, ein besonderes Bergällungsmittel anzuwenden. das in Wirklichfelt teins mar. Der 3olloperinfpettor Quehl half ihm bei dieser Bergällung. Er gibt auch zu, in den Mit dieser Warnung, die sicher menn es auch im por Die Mahnung zur Einschlagung neuer Bahnen der Eingeborenenbehandlung enthält, handelt unser Amsterdamer Bruderblatt im Geiste des großen Eduard Douwes Detter, der als„ Multatuli" die Rechte auch der olivfarbenen Menschen, wie aller Ausgebeuteten und Unterbrüdten, so meisterhaft und unvergeßlich) Die eindrudsvoll und nachwirkend, nerfochten hat. Der preußische Landwirtschaftsminifter bat in einem Nunb. erlas an fämtliche Landwirtschaftskammern den Schülern der landwirtschaftlichen Schulen das Tragen bon bzeichen, Mügen, Bändern, Kofarden und anderen parteipolitischen Symbolen jeder Art fowohl in der Schule selbst wie bei Beranstaltungen( Wanderungen, Turnspielen usw.) der einzelnen Gaulen oder mehrerer Anstalten untersagt. Auch das bloge Mitbringen dieser Abzeichen wird berboten. Der„ Vertreter". Schamlose Ausbeutung von Erwerbslosen. Die Arbeitslosigkeit mag noch so groß sein, Stellung" als„ Berweter" gibt es jederzeit Eist recht, je schlimmer die Krise im Wirtschaftsleben, um so gesuchter ist der Bertreter. Allerdings mit gewissen Einschränkungen. Der Anwärter für einen Vertreterposten muß gut gefleidet, soll unter Umständen auch branchetundig sein und schließlich auch dem Herrn Chef eine gewisse Gewähr dafür bieten, daß er nicht etwa auf Kosten oder sonst zum Nachteil der Firma seinen Hunger stillt. Das Heer der stellungslosen Arbeiter und Angestellten bietet die denkbar größte Auswahl unter den Bewerbern um eine Vertretung. Im Kleinhandel werden Angestellte entlassen und mit einer Bertretung entschädigt" oder auf Wunsch mit einer um die Geschäftsinhaber zu entlasten. Diesen Bertretern machen bei dem ohnehin schlechten Geschäftsgang die Inhaber der zahlreichen verkrachten Geschäfte noch Konkurrenz. Die Reisenden ohne Gehalt dürften immerhin nicht als Steuerzahler mit dem Kaufmann gleichgestellt werden, der ein zahlreiches Personal beschäftigt und ein ziemliches Betriebskapital in seinem Geschäft angelegt hat. Bei vollständiger Aufdeckung all der Schäden, die das Bertreter Ausbeutungssystem mit sich bringt, würde sich die unabweisbare Notwendigkeit ergeben, den dirett unfittlichen Vertreterverhältnissen einen Riegel folchen bedacht. Mit Borliebe werden junge Leute als Ber: Mitglieder der Konsum- Genossenschaft! treter bestellt, die im elterlichen Haushalt leben, wobei die Firma jeglicher Besorgnis um etwaige Nahrungssorgen ihrer Bertreter und die Aufbringung der notwendigen Fahrgelder von vornherein enthoben und gegen etwaige Schädigungen ge fichert ift. In ihrer Großzügigkeit" laffen die Firmen sich selbstverständlich auch Familienväter gefallen, von denen sie annehmen dürfen, daß sie noch einiges Geld zum Zusehen haben. Der„ Bertreter" stellt das idealste Arbeitsverhältnis für den Unternehmer dar. Denn jedwede Verpflichtung scheidet dabei von vornherein aus und soweit ein Risifo überhaupt in Frage kommt, ist es auf das geringste Maß beschränkt. Das eben ist der Krebsschaden des Bertretersystems, daß es kein Arbeitsverhältnis ist, sondern nur ein schamloses Ausbeutungsverhältnis in Form eines einfachen Bertragsver. hältnisses. Der Bertreter" hat das Recht und die Pflicht. der Firma, die er vertritt, neue Kunden zuzuführen. Die alten Kunden der Firma darf er nicht besuchen. Die neuen Kunden, die der Bertreter mit einer ganzen Reihe anderer Bertreter, wenn nicht derselben Firma, so doch derselben Branche zu suchen hat, dürfen nicht nur Abnehmer sein; fie müssen zahlungsfähig sein. Hat der Bertreter einen solchen Kunden gefunden, dann bekommt er dafür auch die ausbebungene Provision; natürlich erst dann, nachdem der neue Kunde die ihm gelieferte Ware auch bezahlt hat. Nicht felten kommt es vor, daß die Firma vorher in Konkurs gerät. In diesem Falle ist der Provisionsanspruch des Bertreters feine bevorrechtete Lohn- oder Gehaltsforderung. Falls aus der Masse" überhaupt etwas herauskommt, hat der Bertreter einen gefeßlichen Anspruch nur auf den Anteil feiner Provisionsforderung, den die Warengläubiger zu beanspruchen haben. Hat der Bertreter fich mochenlang die Haden abgelaufen, seine Kleidung ftrapaziert und seine Fahrgelder und Behrgelder, die ihm die Eltern gegeben oder Bekannte geliehen haben, verbraucht, ohne nennenswerte Aufträge bekommen zu haben, dann darf er seine " Bertretung" niederlegen. So schwierig es auch ist, so notwendig wäre es doch, einmal festzustellen, wie viele solcher Bertreter, bie, ohne einen Pfennig festes Gehalt, ausschließlich auf Provision angewiesen, in Berlin und seiner nächsten Umgebung auf der Jagd nach Kunden sind. Die Branntweinbranche allein stellt ein nicht geringes Kontingent von Vertretern. Doch das ist nur eine von recht vielen. In dieser Branche aber ist es schon vorgekommen, daß dem Vertreter, nachdem er unter Aufwendung allerlei 3echausgaben einen Auftrag herqusgeldhunden hatte, ihm die Provifion gefürzt wurde da die Preise inzwischen gestiegen seien. Mit den Bertretern" tann man sich alles erlauben. Wenn es ihnen nicht paßt, fönnen sie gehen, es gibt genug andere, die in ihrer Not nach einem Strohhalm greifen und dabei nur noch tiefer in Not und Elend geraten. Gegen Krankheit muß der„ Bertreter sich selbst versichern und wenn er das Geld dazu nicht hat, dann unterbleibt die Versicherung. Go fällt der Vertreter im Krant heitsfalle der Gemeinde zur Last oder seinen Angehörigen. Der Ortsausschuß des ADGB. und das Ortskartell des AfABundes haben auch in diesem Jahre die Arbeitnehmerschaft Berlins aufgefordert, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen. Die Angestellten und Arbeiter der Konsumgenossenschaft fönnen, weil sie restlos an der Arbeitsruhe und den Kundgebungen der Gewerffchaften teilnehmen wollen, an diesem Tag keine Tätigkeit ausüben; die Berkaufsstellen der Konsumgenossenschaft find also am 1. Mai während des ganzen Tages gefchloffen. An die Genossenschaftsmitglieder richten wir darum die dringende Bitte, ihren Bedarf vor dem 1. Mai zu deden. Der 1. Mai ist der Feiertag des Proletariats. Auch Genossenschafter haben das dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß fie am 1. Mai jeden Einkauf unterlassen. Allgemeiner freier Angestellienbund, Oriskartell Berlin: Flatan Reichel. Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Ortsausschuß Berlin: Sabath. vorzuschieben. Das Kind soll nicht mit dem Bade ausgeschüttet merden. Aber der Vertreterpelz muß einmal gründlich naß gemacht und gewaschen werden. Die Not der Arbeitslosigkeit darf nicht in so skrupelloser Weise ausgenutzt werden, wie es heute in Form der Bestellung von Provisionsvertretern geschieht. Inzwischen bleibt nur die Selbsthilfe. Kein Arbeitsloser, der die besondere Branche nicht ganz genau kennt und die Verdienstmöglichkeiten nicht beurteilen tann, sollte sich auf irgendeine Bertretung einlassen, ohne ein fest bestimmtes Teilgehalt und den Ersatz der Fahrgelder. Ist es gegenwärtig schon für Fachkundige äußerst schwer, als Bertreter das Notwendigste zum Lebensunterhalt zu verdienen, für Un fundige ist es trotz aller Mühen einfach unmöglich. Die direkt unsauberen Geschäftsunternehmungen aber lassen jeden als„ Bertreter" für sich laufen, der sich ihnen zur Ausmuzung zur Verfügung stellt. Zu den Branchenversammlungen im DMV. Bon einem Metallarbeiter wird uns geschrieben: Alljährlich finden für den Metallarbeiterverband die Branchen verfaminlungen statt, wo die Neuwahl der Branchenkommission zu erfolgen hat. In Zeiten, wo es noch eine einheitliche Arbeiterpartei gab, wurden als Kommissionsmitglieder Per fonen gewählt, welche tapfere Gewerkschaftler waren. Es war eine Ehre für den Gewählten, eine solche Funktion auszuüben. Leider haben sich die Verhältnisse in den legten Jahren zum Schaden der einzelnen Branchen völlig persóoben. Es ist nicht immer danach gehandelt worden, daß der tüchtige, fluge Ge pielversprechender Redner, so hatte er oftmals die Unwissenden auf feiner Seite. Die jeßigen und zufünftigen Wirtschaftsverhältnisse erfordern gerade im Intereffe der Arbeiterschaft Funktionäre, welche in tonsequenter Weise die Interessen ihrer Branche zu vertreten vermögen. In einem Flugblatt ersuchen die Anhänger der KPD. um rege Teilnahme an den Branchenversammlungen. Der Inhalt dieses Blattes verdient feine Erwiderung. Denfende Arbeiter fallen nicht darauf hinein. An allen Mitgliedern des DMV., die der Amsterdamer Richtung angehören, liegt es aber, die Branchenversammlungen am Sonntag und den folgenden Tagen zu besuchen. Wählt Männer der Tat und teine Schwäger! AEG.- Wahl, Zählerfabrik, Ackerstraße. Wie die„ Einheitsfront" aussicht. Bei der jüngsten Betriebsratswahl tam der Abbau der Belegschaft in dem Rückgang der 2208 abgegebenen Stimmen gegen 3652 im Vorjahre, d. h. 60 Broz. weniger, zu deutlichem Ausbrud. Stimmen erhielten: . 1925 1926 1494( 41 Pro3.) 1090( 49 Proz.) 1669( 46 799( 40 489( 13 244( 11 " Liste I Gewerkschaften 11 Kommunisten III Weher Union Die freigewertschaftliche Liste hat diesmal nahezu die Hälfte aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt, wäh rend die Kommunisten samt den Weyer Leuten einen Rüdgang zu verzeichnen haben. Der verminderten Belegschaftsziffer entsprechend hat sich auch die Zahl der Betriebsräte verringert, und zwar von 15 auf 11. Unsere Genossen behalten jedoch ihre sechs Betriebsratsmitglieder und haben nur ein Ergänzungsmit glied meniger, während die Kommunisten anstatt sieben nur noch Dier Mitglieder zum Betriebsrat ſtellen und die Wener- Union ein Mitglied anstatt zwei. Die bisherige Minderheit der Amster. damer Richtung im Arbeiterrat ist zur Mehrheit geworden. Die freigewerkschaftliche Angestelltenliste ging ohne Gegenliste glatt durch. Auf sie entfallen drei Betriebsräte und nier Erfagleute, so daß wir auch im Betriebsrat die Mehrheit haben. Die KPD., die in diesem Betriebe jahrelang ihr Unmefen trieb, hat auch hier die Quittung für ihre 3ersplitterungsarbeit erhalten, leider aber noch nicht in dem Maße, wie sie es verdient hat und wie es notwendig ist. Die Wener- Union wird ebenfalls noch einige Beit gebrauchen, bis sie ihre Splitterrolle vollends ausgespielt hat. Bayern macht Schule. Jn Sowjetrußland. Mosfau, 16. April.( DE.) Der Rat der Volkskommissare hat bas Gefeßprojekt über die sogenannten Helden der Arbeit be ftätigt. Bisher handelte es sich dabei nur um einen Ehrentitel für lange im Beruf tötige und besonders tüchtige Fabritarbeiter. Künftia mird aber mit der Verleihung des Titels auch eine lebenslängliche Pension und eine Reihe von Vorrechten hinsichtlich der Steuerzahlung, der Wohnung, der Schulung der Kinder usw. verbunden sein. Für Titel und Vorrechte eines Helden der Arbeit" fommen nur Arbeiter in Betracht, die mindestens 35 Jahre als solche tätig sind. ( Also für treue Dienste wird es in Rußland analog den baneri. schen Arbeiterräten eine Titelverleihung geben, wie man früher alte Dienstboten mit einem Sparkassenbuch und einer Medaille bedachte. Die Weltrevolution marschiert.) Die Unruhen der Arbeitslosen in Polen. Warschau, 16. April.( D.-E.) Die seit vier Tagen andauernden Unruhen der Arbeitslosen in Warschau nahmen gestern einen besonders ernsten Charakter an. Es fanden fast in allen Stadteilen Anjammlungen größerer Massen statt. Im Zentralamt für Arbeitsvermittelung wurden von den Demonstranten alle Türen eingeschlagen; in einem Geschäft an der Krolewska- Straße wurde ein Schaufenster zertrümmert und die dort ausgestellten Jagogewehre wurden geraubt. Die Polizei nahm energische Gegenmaßnahmen vor und verhaftete insgesamt 150 Personen. In der Stadt herrschte große Aufregung, denn man befürchtete noch schlimmere Ausschreitungen. Der Magistrat erläßt heute einen Aufruf, in dem eine verstärkte Hilfs. attion für die Arbeitslosen versprochen und die Einstellung von 1800 Personen bei öffentlichen Arbeiten zugesagt wird. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 1. Beilage.) Die wirklichen Vertreter, die nur eine Firma zu vertreten haben und sich dabei oft auch nur recht dürftig durchschlagen werkschaftler als Branchenkommissionsmitglied gewählt wurde, son- Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales fönnen, müssen außer der Einkommensteuer auch noch umfaß dern es wurden vielfach Personen gewählt, die in Berkennung der und Gewerbesteuer bezahlen und außerdem 42 Proz. der der wirtschaftlichen Verhältnisse Mitläufer Gewerbesteuer als Beitrag für die Lehrlingsfortbiung, nistischen Partei geworden waren. War er ein lauter und Kommu Verantwortlich für Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft: Artur Saternus; und Conniges Frik Raritädt: Anzeigen: Zb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin SW 68 Lindenstraße 3. Sierau 1 Beilage und Unterhaltung nnb Wien". Sonder Angebote Trikotagen Kinder- Sweater Baumwolle, fein gewebt, tarbig, 10 viereckiger Halsausschnitt. kurze Aermel. 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Merk- würdig genug ist das Bild, das einige Neugierige wie zu stummem Mitspiel angelockt hat. Ein Mann, wohl in den vierziger Iahren. recht ärmlich gekleidet, verhandelt eifrig mit einem Kloftdroschken- chausseur. Er will gefahren werden. Gut. Aber das hat sein« Schwierigkeit. An der Stange, von der ein Bindfadenwald gestrafst in die Luft geht, hält der Fohrlustige eine Schwadron blaßgelber, ungewöhnlich großer Luftballons. Ein Verkäufer sicherlich, der sich eingedeckt hat, um in spätnächtlicher Stunde dem animierten Publi- kum der westlichen Dielen und Konzertrestaurants für billiges Geld, vielleicht nur für einige Pfennige Provision, ein anderes Amüsement zu bieten. Der Wogenführer deckt seinen geschlossenen Wagen ab und klappt die Wände zurück, um für die seltsame Fracht und ihren Begleiter Platz zu schaffen. Da— beim Einsteigen— passiert das Malheur. An einer Wagenkante bleibt der Ballonhändler hängen — und die entfesselte Schar gasgefüllter Hüllen steigt blitzesschnelle in die Sonnenluft. Immer weiter, immer weiter____ Ganz klein sind sie schon gewo.den. Wie zierliches Spielzeug sehen die gelblich schimmernden Nichtigkeiten einer schwitzenden Amüsierindustrie aus. Punkte nur noch, verschwinden sie jetzt in plötzlich scharfer Biegung links am Horizont. Das Publikum steht stumm grinsend da. halb verdutzt, halb bang— geängstigt. Und man denkt: das war viel- leicht sein ganzes Kapital. Es sollte ihm den Wochenunterhalt be- streiten. Der Unternehmer wird alles ersetzt haben wollen. Jetzt steht er verzweifelt da. Zu Hause wird eine ausgehungert« Frau aus ihn warten, zwei blasse, kränkelnde Kinder____ Genau so sah er aus. Der Mann steht noch ausrecht im Wagen. Zuerst macht er«in jäh entsetztes Gesicht und nun lächelt er so eigentümlich. Sonderbar. Aber hinter ihm, zehn Meter entfernt, aus der anderen Straßenseite, sieht. man sie kurbeln. Ein dicker, kleiner Mann, vom Eiser gerötet, dreht unermüdlich die Kurbel. Jawohl, es wird gefilmt. Und der Ausschnitt aus einer sozialen Tragödie war nur Kulisse, war sorgsam gestellte Szenerie in einem Film, den hier der Film- konzern i. J. Z. dreht. Man wird den geprellten Ballonoerkäuser auf der Leinwand begrüßen können.--- Grimassen... doppelt verletzend, weil wir doch Praxis über- genug haben. Mosaik aus Moabit. Einige hundert Menschen sind es, die Tag für Tag in beiden Kriminolgerichtsgebäuden in Moabit teils vorgeführt werden, teils aus ihren eigenen Behausungen erscheinen und von dem Einzel- richter, von den kleinen und großen Schöffengerichten, den Be- rufungsverhandlungen der Strafkammern usw. ihr Urteil entgegen- nehmen. So oder anders beanspruch: fast jeder Fall ein soziales Interesse. Jeder bedeutet einen kleinen Ausschnitt au, dem großen Drama Leben, bildet ein besonderes Kapitel im Kamps ums Dasein. Vater und Sohn. Der Sohn lebt mit Frau und Kind bei seinen Ellern als Unter- mieter. Er wie sein Dater sind ohne Arbeit. Die Mutter ist im Krankenhaus, die kleinen Geschwister verdienen noch nichts. Seine Krankenunterstützung beträgt 14 M., außerdem erhält die Frau Sänglingeuntersiüftung. Mil dem Wohlsahrtsvorsteher stehen Vater und Sohn aus gespanntem Fuße. Der Vater, ein kranker und leicht auibrousender Mensch, ist bereits wegen Widerstandes, Hausfriedens- bruches, Beleidigung und Körperverletzung mehrmals vorbestraft. Auch der Sohn ist wegen Widerstandes verurteilt. Einmol hat er vom Wohlfahrtsvorsteher schon Unterstützung erhalten. Diesmal bittet er ihn um 5 M. für Lebensmittel, wird aber abschlägig be- schieden, da er außer der Säuglingsunterstützung 14 M. Kranken- Unterstützung erhält. Für Vater und Geschwister hat ja nicht er zu sorgen. Er schimpft:„Du Luder, treffe ich dir mal aus der Straße, breche ich dir alle Knochen entzwei." Dann begibt sich der Vater zum Vorsteher. Die Sprechstunde ist schon aus, die Unterhaltung wickelt sich aus dem Flur ab. Der Alte braust aus:„Gibst du mir nichts, so breche ich bei dir ein" und klemmt den Fuß zwischen die Tür. Er wird fortgestoßen. Die Anklage lautete auf Beleidigung, Hausfriedensbruch und dergleichen mehr. Die Strafe? Der Sohn soll 20 M., der Vater 50 M. Buße zahlen. Niemand weiß, wo sie das Geld hernehmen sollen. Die Asylisten. Er ist zum Arbeitshaus verurteilt— als Arbeitsscheuer. Und hat Berufung eingelegt, da er gern arbeiten würde, �wenn er nur Arbeit fände— so behauptet er wenigstens. Den Sommer über gibt es für ihn Arbeit auf dem Land«! im Winter lebt er aber schon seit Iahren im?ljyl.„Jetzt kommt der Sommer und da soll er ins Arbeitshaus. Nee!" Der Beweis der Arbeitsscheu kann nicht erbracht werden. Er darf wieder aufs Land— auf Wiedersehen in: Asyl!— Wieder ein Asylist. Weder Arbeitsscheuer noch Bettler— ein mehrfach bestrafter Einbrecher. Nach Verbüßung der letzten Strafe will er arbeiten. Er besorgt sich eine Schlafstelle und bittet die Wohlfahrtsstelle am Obdachlosenasyl für ihn das Mietgeld zu entrichten. Das kann aber nur bei Vorlegung einer Arbeitsbescheini- gung geschehen. Also: keine Arbeit, ohne Wohnung oder keine Woh- nung ohne Arbeit. Da oerschosst er sich eine gefälschte Arbeitsbe- scheinigung— und wird oerhaftet. Das Urteil: Drei Monate Ge- fängnis. Vach der Versöhnung. N. hatte mit seiner Frau Versöhnung gefeiert. Seine Freunde, die Ehouffeure, hatten das Paar zusammengeführt. Die Glut der neu entflammten Leidenschaft wurde mit Alkohol gelöscht. Und der Alkohol brannte derart im Hirn des Versöhnten, daß er auf dem Heimweg die Glosscheibe des Feuermelders einschlug und die Feuer- wehr alarmierte. Sie sauste heran, fand keine Arbeit und nahm nun den Uebeltäter, der in aller Seelenruhe am Feuermelder stehen- geblieben war, mit zum Polizeirevier Weshalb und wie er sich beim Feuermelder zu schassen gemacht hatte, tonnte er nicht sagen. Dafür erhielt er 80 M. Geldstrafe. Negenperioöe in Sicht! Gewitter als Ouvertüre. Gestern abend zwischen �8 Uhr und �9 Uhr kam in Berlin ein kurzes, recht heftiges Frühjahrsgewitter zum Ausbruch. Solche Gewitter sind am Spätnochmittag und am Abend des Freitag zwischen Elbe und Oder auf der ganzen Strecke Berlin— Dresden zu verzeichnen gewesen Die Niederschlagswelle ging dann nach Osten weiter. Die Folge der Gewitter wird erheblicher Temperaturrück- gong und immer stärker« Neigung zu schlechtem Wetter sein. Mit dem Austritt von Westwinden und kühler, feuchter Luft ist mit Regen, und zwar für längere Frist zu rechnen. Ursache des Umschlags ist eine sehr umfangreiche isländische Depression, die rasch nach Osten zieht und in deren Bereich wir bereits gekommen sind. Nach kurzer Aufklärung in der Sonnabendnacht ist zuerst für die nächsten drei bis vier Tage mit ausgesprochen schlechtem Wetter, trübe und Regensällen zu reckinen. Eine ausgedehntere Niederschlags- Periode ist wahrscheinlich. Die schönen sommerlichen Frühlingstage sind vorüber. Die Baumblüte wird oerregnen, wenn die Wetter- nixen recht behalten._ Jugendherberge Meihnershof bleibt geschützt! Im Januar meldeten wir, daß gegen die Jugendherberge Meißnershof bei Hennigsdorf vom Kreiswohnungsamt Ost Havelland eine Beschlagnahme der Räum« be- o b s i ch t i g t worden sei. Dieses Vorgehen wäre durchaus u n b e- r e ch t i g t gewesen, weil Jugendherbergen jugendpslegerischer Or- ganisotionen durch Ausnahmebestimmungen gegen Beschlagnahme ihrer Räume geschützt sind. Meißnershof ist«ine von der wandern- den Jugend gern aufgesuchte' alte Jugendherberge, die der T o u r i st e n v e k e i n„Die Naturfreunde" vor mehr als zehn Jahren sich aus einem Bauernhof geschaffen hat. Zum Schutz dieser Jugendherberge hat im Januar auf ein« Beschwerde dos Jugendamt der Stadt Berlin sofort eingegrissen, und zwar vor Erscheinen von Zeitungsnachrichten, daß Meißners- Hof von Beschlagnahm« bedroht sei und den wandernden Jungen und Mädeln entzogen werden solle. Der damals von der„Roten Fahne" erhobene Vorwurf, das Jugendamt habe sich über Meißners- Hof ungünstig geäußert und hiermit.arbeiterfeindliche Arbeit ge- leistet", war Unsinn. Behauptet wurde, aus eine Anfrage des Kreiswohnungsamtes habe das Jugendamt erklärt, Meißnershof se! nicht als Jugendherberge zu betrachten. Tatsächlich hat das Jugend- omt niemals eine derartige Auskunft gegeben, sondern ein Anae- stellter der Wonderauskunftsstclle hat nur eine geschäilsmäßige Telephonfrag« des Kreiswohnungsamts Osthaoelland, ob Meißners- Hof eine städtische Jugendherberge sei, ebenso geschäftsmäßig mit einem kurzen Nein beantwortet. Als das Jugendamt später von der Absicht einer Beschlagnahme erfuhr, griff es schleunigst ein. in- dem es dem Kreiswohnungsamt die Schutzbestimmungen für Jugendherbergen vorhielt und aus die einwand- freie jugendpflegerische Arbeit des Touristen- Vereins„Die Naturfreunde" hinwies. Das Jugendamt kündigte dem Kreiswohnungsamte auch an, daß bei einer etwa doch erfolgenden Beschlagnahme der Wohlfahrtsminister zur Entscheidung aufgerufen und für Meißnershof der gebührende Schutz beansprucht werden würde. Jetzt erfahren wir, daß der Kreisausschuß Ost- Havelland im März dem Berliner Jugendamt den abschließenden Bescheid gegeben hat:„Das Kreiswohnungsamt hat die von vem Touristenverein„Die Naturfreunde" benutzten Räume in Meißners- Hof nicht beschlagnahmt. Eine Inanspruchnahme der Räume kommt auch für die Zukunft nicht in Frage." Hiermit ist, dank dem Eingreifen des Jugendamts, der Weiterbe st and von Meißnershof als Jugendherberge gesichert. Jeder Freund unserer wandernden Jungen und Mädel wird dieses Erfolges sich freuen.__ Sieülungspolitifche Zorüerungen. Das Aktionskomitee für Boden-, Siedlung?- und Wohnung». Politik hat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen:„Der Reichsregierung mitzuteilen, daß dos Aktionskomitee von ihr die baldige Einbringung des Bodenreformgesetzentwurses des Ständigen Beirats für Heimstättenwesen beim Reichsarbeitsministerium vom 22. März 1926 beim Reichstag erwartet, und daß die dem Aktions- komitee angeschlossenen Organisationen für die Annahme dieses Ge- setzentwurfes im Reichstage mit allen Mitteln energisch agitieren werden." An der Beschlußfassung beteiligten sich Vertreter folgender Organisationen: Heimstättenomt der Deutschen Beamtenschast lLu- bahn), Deutscher Gewerkschastsbund(Böhme, Tressert), Verband der Deutschen Gewerkvereine, Hirsch-Duncker(Lange), Berband der weib- lichen Handels- und Bureouangestellten(Dr. Frieda Glaß), Arbeits- gemeinschast der Fachgewerkschaften(Dr. Beume), Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands(Reinhold), Reichsbund der Kriegsbeschädigten(Tauer), Zentralverband deutscher Kriegsbe- schädigten(Stadsholt), Reichsbund Deutscher Mieter(Elaus), Mär- tische Scholle(Sck-.luckebier), Deutsches Heim(Schadewald). Gemein- nützige Siedlung G. m. b. H.(Siebenhaar), Bund Deutscher Boden- reformer(Noack). Des weiteren hat dos Aktionskomitee in ein- gehenden Beratungen Stellung genommen zu der leidigen Frage der Anliegerbeiträge bei Kleinwohnungsbauten und beschlossen:„Den zentralen Magistrat und die Stadtverordneten- Versammlung von Berlin zu ersuchen, mit aller nur möglichen Be- schleunigung durch Ortssatzung zu bestimmen, daß 1. n e u e W o b n- st r a ß e n möglichst einfach angelegt und die Kosten des Ausbaues der über eine dem Wohnungsverkehr genügende Straße überschießen- den Straßenbreite(etwa zur Ausnahme des Durchgangsverkehrs) der Gemeinde oder dem sonst in Betracht kommenden Träger dieser größeren gemeinnützigen Ausgabe auserlegt werden. Kann die Ge- meinde selbst solche Kosten nicht auf sich nehmen, so kann sie auf dem Wege der Ortsgesetzgebung die Kosten als Bauabgoben von einem größeren Interessentenkreise nach bestimmten Grundsätzen zurück- fordern. 2. Die noch dem 8 15 des Fluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1875 bei Ansiedlungen zu entrichtenden Anliegerbeiträge bei Straßen. die ihrer Länge und Ausstattung nach als Wohnstraßen der Minder- bemittelten besonders geeignet erscheinen(Kleinwohnungsstroßen), ganz oder tellweise erlassen werden, sosern die Gebäude an diesen Straßen hauptsächlich für Kleinwohnungen oder für gemeinnützig« Einrichtungen zugunsten« der Minderbemittelten(Kinde rfürsoror. Fortbildung, Erholung u. dgl. m.) bestimmt sind, mindestens jedoch bis zur allgemeinen Regelung im Sinne des§ 115 des Preußischen Städtebaugesetzentwurses gestundet werden können. Die gestünde- ten Anliegerbeiträge sind unter hypothekarischer Sicherung im Grundbuch hinter der Hauszinssteuerhypothek auf dem Wege einer entgegenkommenden Amortisation zu erheben. 3. Die noch dem Fluchtliniengesetz unter dem künftigen Städtebaugesetz fälligen Anliegerbeiträge im Sinn« des Erlasses vom 4. Februar 1926(II. 3. 119) des Preußischen Ministers für Volkswohliahrt medergeschlaaen werden, wenn die Siedlungen an Straßen erstellt werden, die vor der Einführung der gegenwärtigen Währung erbaut worden sind. und wenn aus diese Straßen ein Auswertungsbetrag von Stadt- anleihen nicht entfällt. Anteilige Auswertungsbeträge von Stadt- anleihen sollen ebenfalls gestundet werden."— Dieser Beschluß soll auch dem preußischen Wohlsahrtsmirrister und dem Oberpräsidenten unterbreitet werden. Zamile unter den Zedern. 121 von Henri Bordeaux. (Berechtigt« Ucbersetzung von I. Kunde.) Die Unterhaltung zwischen ihnen war durchaus unge- zwungen. Raschid-el-hame lobte mit Geste und Wort die Fuchsstute, welche der violette Kavalier bei seiner Annäherung bestiegen hatte. Das Pferd, das ich heute reite— Sie bewunderten es gestern beim Aufbruch— hat das gleiche Blut in den Adern und Sie sollen über seine Abstammung erfahren. „Sie heißt Tadmor." erwiderte in biederem Tone Omar- Bei,„weil ich mit ihr zu den Ruinen der Wüste, nach Baalbet und Damaskus ritt." Mir entging keines seiner Worte. Unser Scheik erkundigte sich, ob es in Akka keine Pferde zu kaufen gäbe, und die jungen Männer versprachen ihm, datz sie ihm welche mitbringen wollten. „Ich Hobe eine Stute, welche dieser gleicht," fügt« Omar, das Tier streichelnd, hinzu. „Was kostet es?" „Das weiß ich noch nicht." war die Antwort des Beis. So wird das Unglück durch diejenigen in die Häuser geführt, die ihm die Tür verschließen sollten. Der Bater Bamiles wurde aus übertriebener Höflichkeit und Vorsicht zum Verräter an uns. Er rief den Fremden in unser Haus und ösinete ihm so seine Wohnung. Mich entsetzte sein Borschlaa und Butros konnte seinen Zorn kaum meistern. Was mich beruhigte, war die Haltung Pamiles, Sie, auch sie, zeigte unruhige, bestürzte Mienen und sah nicht mehr zu dem violetten Kavalier auf. Wir kehrten gegen Abend na chBescherre zurück. Die muselmannischen Jäger waren vor uns von den Zedern auf- gebrochen. Während der Heimkehr schwiegen Yamile und ich. als hätten wir Grund, gegeneinander erzürnt zu sein. Aber niemand achtete darauf. Der Zwist Liebender geht nur diese selbst an. *Zch mußte mit meiner Mutter im Hause hames speisen. Als wir unsere Tischplätze einnahmen, fand ich auf meinem «in verschnürtes Paket. Die Tour hatte die Zungen gelöst, den Appetit angeregt und die Gäste waren ziemlich laut, so tonnte ich das mysteriöse Päckchen öffnen, obne die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Es enthielt den Ring, das Armband und den Goldreif: mein« Geschenke für Damile.� Bei uns hat ein« Braut das Recht, das Eheversprechen zu lösen. Aber das ist ein Recht, von dem sie selten Gebrauch macht. Einmal fürchtet sie die Autorität des Daters, dessen Mißbilligung sie empfinden würde und dann befürchtet sie auch die schlechte Wirkung eines solchen Bruches, der wettere Bewerber abschrecken mußte. Aber wenn sie trotzdem den Entschluß gefaßt hat, ihren Eltern und der öffentlichen Meinung Trotz zu bieten, dann ist sie ver- pflichtet, den erhaltenen Schmuck zurückzuerstatten. Pamllie gab mir, ohne ein Wort zu sagen, auf diese Weise ihr Wort zurück. Ich war erstaunt, daß ich nicht hörte, wie mein herz vor all den Menschen brach: so silrchtbar war der Schreck für mich. Aber die herzen, welche brechen, tun das in der Stille. Da niemand Anteil zu nehmen schien, hatte auch ich die Kraft, zu schweigen und die drei Gegenstände an mich zu nehmen. So konnte ich dem jungen Mädchen den Zorn des Scheiks ersparen. Sie sah mich nur an Und mit welchem Blick der Angst, des Mitleids, der Trauer! Sie war nicht empfindungslos gegen mich, aber sie liebte mich nicht. Sie war mir dankbar für diese Selbstbeherrschung, der Heftigkeit und Ausbrüche wider- strebten. Ihr Entschluß hatte sie ganz blaß gemacht und sie fürchtete ihren Vater und Butros. Am kommenden Tag wollte ich mich mit ihr aussprechen. Aber ich gab mich keiner Täuschung hin. Die Strahlen der Sonne können sich nicht verbergen und die Wahrheit kann nicht ausgelöscht werden. Ahnt unsere Leidenschaft nicht im voraus ihr Glück und ihre Schmerzen? Die Entführung. Unsere Auseinandersetzung erfolgte— trotz der aufgehäuften Bitterkeit— in durchaus würdiger und ruhiger Weife. Im Jnnenhof des Hauses, am Rand des Brunnens, trafen wir uns. Das junge Mädchen erwartete mich da. Ich war fest entschlossen, nicht zu klagen. Klage erniedrigt und außerdem ist sie nutzlos. Die Liebe läßt sich nicht befehlen und es genügt schon, wenn man das Joch erträgt, das sie uns auflegt. „Ich habe verstanden, Pamile," sagt« ich zu ihr.„Du liebst mich nicht mehr." Bei uns ist das„Du" üblich, selbst im Gespräch mjt Fürsten oder Priestern, selbst wenn man sich an Gott wendet. Sie beugte den Kovf über das Wasser und erwiderte nichts: es war, als wenn sie das Schweigen vorgezogen hätte. Und vielleicht ist das Schweigen die einzige Würde derer, die nicht mehr geliebt werden. Auf mein:„Du liebst mich nicht mehr," antwortete sie schließlich: „Doch!" Diese Antwort, die ich nicht erwartet hatte, gab mir sofort neue Hoffnung. Wir sind immer gleich berett zu hoffen, was wir wünschen. „Du liebst mich und willst mich doch nicht heiraten. Das verstehe ich nicht." X Ein wehes Lächeln huschte über ihr Gesicht �„Ich begreife es ebensowenig." „Man muß zu verstehen persuchen, Damile. Wir können beide nicht lügen. Wir wollen zusammen zu erkennen suchen, was uns trennt. Was gestern geschehen ist, ist schuld, nicht wahr?" Sie sah auf und widersprach:«Es ist gestern nichts geschehen." Es war ja auch wirklich nichts geschehen. Die Augen sprechen nicht. Die Augen haben keine Bewegungen. Und doch sprechen die Augen und ergreifen Besitz. Warum leugnete sie diese Vereinbarung der Augen, sie, die ihrem Vater und dem furchtbaren Butros trotzte, sie, die nicht davor zurückscheute, mir das herz zu brechen? Ich setzte, ziemlich empört, mein Befragen fort: „Da oben— unter den Zedern— vor dem Tanze— und noch später hat dich dieser Bai von Akka angesehen." Sie suchte meiner klaren Frage auszuweichen: „Alle haben mich angesehen. Ich bin nicht verschleiert wie die muselmanischen Frauen. Bist du auf olle Leute eifersüchtig?" „Ich bin nicht auf alle Leute eifersüchtig, aber auf Omar- Dei-el-hussein." Sie zitterte am ganzen Körper. Schon dieses Zittern war ein Bekenntnis. Aber ihr Mund sollte mir ein noch deutlicheres und unumwundenes Geständnis machen. „Ah!" erwiderte sie,„das ist also sein Name!" Und ich bin überzeugt, daß sie leise, um ihre Lippen damit zu kosen, die Silben wiederholte, die Silben, welche ich— ich selbst— sie soeben gelehrt hatte: Omar-Bei-el- Hussein. Zu erfahren, daß man nicht geliebt wird, ist grausam, aber zu hören, daß ein anderer geliebt wird, darin liegt das größte Entsetzen des Lebens. Ich selbst hatte meinem Rivalen einen Namen gegeben. Um mich noch mehr zu peinigen, um meinem Schmerz noch mehr Nahrung zu geben, stürmte ich auf sie ein. damit sie sich ganz verriete: „Pamile, du kannst einen Femd, du kannst einen Muse!- mann nicht lieben!"„,> (Fortsetzung folgt.1 Fahrt ins Blütenland. Es ist immer so um dieselbe Zeit, wenn das märkische Städtchen Werder einlädt, um seine Blütenpracht zu zeigen. Im grauen Schatten der eisernen Bahnhofshalle besteigt man den Zug, der nach Botsdam fährt. Das Auge blidt über die erwachende Natur. Alles ist in zartes Grün getaucht. Am Bahnhof Potsdam liegt auf der Havel der kleine Dampfer, der die Gäfte nach Berder bringen soll. Brächtige Uferlandschaften öffnen sich zu beiden Seiten der Havel, flar liegt die Luft über den Wassern. Bald ist Caputh erreicht und weiter geht es an Baumgartenbrüd vorbei nach Berber. Rechts liegt der Wildpart in Schönheit wie ein großer Zauber garten. Und links Werder. Das alte Städtchen Werder, doch immer wieder neu in feinem Reiz, feinem Blütenrausch, hier grüßt den Bewehner der steinernen Welt das Wunder der weißen Höhen. Wie ein Frühlingsreif lagert es auf den Hügeln. Dazwischen die roten Dachziegel der kleinen Häuser. Und rund herum erschließen unvermeiblichen Hemmungen, bie die Behörden dem bauenden Bublitum auferlegen müssen, auf ein Mindestmaß herabzubrüden. In bezug auf die Bauberatung in ästhetischer Hinsicht ist jegliche Bevormundung des Bublifums zu vermeiden. Bei Bauwerken, die von Architekten entworfen find, ist größte zurückhaltung notwendig, zumal das fünstlerische Empfinden Wandlungen unterworfen ist. Architekten von anerkannter Bedeutung dürfen die Anschauungen des Bauberaters nicht aufgedrungen werden. Natürlich soll hierdurch die Anwendung des Ortsgesetzes gegen Verunstaltung nicht ausgeschaltet werden. Ferner ist in Aussicht genommen, [ oweit solche noch nicht bestehen, 2 ustunftsstellen bei den Bezirksverwaltungen zu schaffen, von denen das Publikum alle das Grundstüd betreffenden Angaben, z. B. in bezug auf Kanalisation, Wasser, Licht, Gas, Anbaufertigteit usw. erhalten fann. Berliner Varietés. Die Scala im April. Das neue Programm bringt gute, zum Teil sogar erstklassige Artistik. Dazu gehören vor allem Ryan und Burke, Trampolinakrobaten am dreifachen Red, die in der schwierigen Stunft bas Salto mortale wohl unübertreffend leisten. Daunton Shaw, eine australische Radfahrertruppe, witalna Driewe, erzentrische Springer, ergänzen die Reihe der guten Artisten. Dann erscheint Elroy, das armlose Wunder", ein Engländer, dem nach einem Unglücksfall beide Arme amputiert werden mußten. Er hat sich damit abgefunden und leistet mit Beinen und Füßen, ähnlich seinem bekannten deutschen Leidensgefährten Untan, dasselbe, was gewöhnliche Sterbliche mit Händen und Armen auszuführen pflegen. Die bekannte Tauchsensation Kapitän Winstons mit Seelöwen und in der Technik des Tauchens nicht weniger geübten Mädchen, sowie Lord Ain, das Stimmphänomen, gehören fieht. Von Tänzern wären zu nennen: das russische Tanzensemble Eloff und die Geschwister Katy und Ely Bitter, die in einem " Charleston" eigenes erkennen lassen. fich die Blütenwunder der Daje Werber. Bon der Kuppe bes hoch Freie Sozialistische Hochschule zu der Reihe der Erscheinungen, die man in Berlin gerne von neuem höchften Hügels schweift der Blick weit in die Ferne und mie blaue Abern umgibt die Havel in zahlreichen Windungen und Bogen das gaftfreundliche Städtchen. Interessant war zu erfahren, daß die Behörden in Werder in diesem Jahre bemüht sind, das Feilbieten schlechter Weine zweifelhaften Herfommens zu unterbinden, daß nur noch überjährige und abgelagerte Weine zum Ausschant tommen follen, daß der allzeit lärmende Rummel auf die Insel verlegt worden ift und daß in dieser Saison neben der alten Pferdebahn die Kraftomnibusse der Stadt für eine reibungslose Abwicklung des Berkehrs forgen. * Wie in den Vorjahren wird der 3 u gvertehr von Berlin, Botsdamer Bahnhof, nach Werder und zurück an den Sonntagen in ausgiebiger Weise verstärkt werden. Die Sennabendzüge Berlin, Botsdamer Bahnhof, ob 2.18 und 3.18 verfehren während der Baumblüte täglich bis Werder, wo sie 3.07 bzw. 4.07 eintreffen. Der von Berlin vom Potsdamer Bahnhof um 3.58 nach Wildpart atfahrende Zug wird täglich bis Werder durchgeführt, an 4.47. Auf der Strecke Wildpart- Beelig- Stadt verfehren vom 18. d. M. ab on den Sonntagen in jeder Richtung zwei weitere 3üge regelmäßig: Wildpart ab 12.28 und 3.20, Beelig- Stadt an 1.05 und 3.51; BeclizStadt ab 1.22 und 5.45, Wilbpart an 1.55 und 5.18. Aenderung der Versorgungsgebührniffe für Kriegsrentner Die Hauptgeschäftsstelle des Zentralverbandes Deutfcher Kriegsbeschädigter und Kriegerbinter bliebener teilt mit: Der zu den Versorgungsgebührnissen zu gewährende Renten aufschlag, der bisher 18 Broz. betrug, ist mit Wirkung vom 1. April 1926 ab auf 19 Proz. festgelegt worden. Da diese Beränderung bei der Zahlung der Renten für den Monat April nicht berücksichtigt werden konnte, erfolgt bei der Zahlung der Renten für den Monat Mai eine einmalige Nachzahlung in Höhe von ein Prozent. Demzufolge gelangt für den Monat Mai insgesamt cin Aufschlag pon zwei Prozent zur Auszahlung. Bei Zujakrenten wird die Aenderung der Versorgungsgebührnisse bei der Renten zahlung Mitte Mai Berücksichtigung finden. Die Verstümmelunas zulage und die Zuschläge zum Witwen- und Waisengeld werden von Der bevorstehenden Aenderung nicht berührt, auch eine Umrechnung der bereits bewilligten Elternbeihilfen findet nicht statt. Hingegen wird bei fünftigen Berechnungen derartiger Beihilfen die Aenderuna berücksichtigt, und zwar auch dann, wenn es sich um Elternbeihilfen für die Zeit vor dem 1. April 1926 handelt. Noch einmal die Spindlersfelder Bahu. Zu dem Beitrag in Nr. 169 des Vorwärts" pom 11. April 1926 Reine Stillegung der Spindlersfelder Bahn" erhalten wir vom Bezirtsamt Köpenid felgende Darstelling: Es entspricht durchaus den Tatsachen, daß am 26. März der Bahnhofsporsteher des Bahnhofs Spindlersfeld bei dem Bezirksamt propenid erschien, um im Auftrage seiner vorgelegten Behörde die Stellungnahme des Bezirksamts zu dem Plane der Stillegung der Bahnhöfe Oberspree und Spindlersfeld zu erfahren, damit bei der cm 27. März 1926 am Bahnhof Spindlersfeld stattfindenden Referentenbesprechung über die Stillegung hierzu Stellung genommen werden könne. Es wurde dabei erwähnt, daß die Reichsbahn beabfichtige, eventuell einen Automobilverkehr zwischen Bahnhof Johannisthal und Köpenick einzurichten. Das Bezirksamt ließ bei der Besprechung feinen Zweifel daran aufkommen, daß es sich allen derartigen Stillegungsplänen im Interesse des Berkehrs mit allen Mitteln widersetzen würde. Im Einvernehmen mit dem Bezirks amt Treptow find entsprechende Mitteilungen an den Magistrat und Mie zentrale Verkehrsdeputation ergangen. Die für den nächsten Tag angesetzte Besichtigung der Bahn und die Besprechung der höheren Beamten der Reichsbahn am Bahnhof Spindlers. feld hat dann auch stattgefunden. Benn die Reichsbahn jetzt den Blan der Stilleguna fallen läßt, so sell das begrüßt werden, denn bitter not tut der Ausbau des Berliner Verkehrsnezes, nicht eine Einschränkung oder gar die Stillegung einer wichtigen Strecke nach einem entwicklungsreichen Außenbezirk. Die Mitteilungen des Köpenicker Lokalblattes tönnen nach vorstehendem nicht als zutreffend bezeichnet werden, im Gegenteil.... Nach dieser Darstellung bleibt es unerfindlich, wie die Reichsbahndirektion Berlin dazu kommt, zu erflären, daß feineswegs die Absicht bestehe, die Spindlersfelder Strecke stillzulegen. Zum mindesten hat die Absicht bestanden. Eine leerstehende Wohnung. Seit dem 1. März d. I. steht im Hause Culm str. 25 eine Borderwohnung mit 3 Zimmern leer. Die Wohnung ist vom Wohnungsamt Tiergarten beschlagnahmt worden, weil der Wohnungsinhaber, ein alleinstehender Mann, in ein städtisches Altersheim aufgenommen worden ist. Auch zwei Untermieter mußten die Wohnung zum 1. März verlassen feit diesem Lage steht die Dreizimmerwohnung unbenugt. Es verlautet, daß Wohnungsuchenden vom Wohnungsamt bedeutet worden ist, daß die Wohnung zu haben wäre, wenn ein BauPostenzuschuß( in Höhe von 1000 mart) gezahlt wird. Tausende von Familien warten feit Jahren auf eine Wohnung, weil sie aber nicht auf dem Geldsack sizen, müssen sie welter obdachlos bleiben. Was sagt das Wohnungsamt Tiergarten dazu? Ist es der Ansicht, daß nur der ein Recht auf eine Wohnung hat, der 1000 Mart bar auf den Tisch legen kann? Oder wie verhalten sich die Dinge? Das Bauen soll erleichtert werden! Zur Erleichterung des Bauens haben der Oberbürger meister als Baupolizeibehörde und der Magistrat eine Berfügung an die Bezirksverwaltungen erlassen, in der namentlich darauf hingewiesen ist, daß die übliche bureaumäßige Geschäftsbehand. lung von allen in Betracht kommenden Dienststellen bei Baugefuchen am allerwenigsten angewandt werden darf. Die Beamten müssen sich gegenwärtig halten, welche einschneidende Wirkung die attenmäßige Bearbeitung für das Publifum hat. Jeber Beamte muß fich bewußt sein, daß er nicht einseitig etwa in Betracht tommende fistalische oder auch städtebauliche Interessen der Stadt mahrzunehmen, sondern der Gesamtheit zu dienen hat. Die Dienststellen müssen sich Selbstbeschränkung auferlegen. Die aus dem Bebauungs. plan, der Bauordnung, dem Ortsgefeß gegen Berunstaltung und bem ortsstatutarischen Bauverbot sich ergebenden Forderungen, die notwendig gestellt werden müssen, sind schon drückend genug. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Bezirtsverwaltungen, die Sommersprossen Jest fit es Beit, Som mer proffen, Leberflede, gelbe Flede im Gesicht und an den Händen zu beseitigen durch Bleichen mit Klorofrem und Klorofeife. Unschädlich und seit Jahren bewährt. Mit genauer Anweisung in allen Chlorobont- Bertaufsstellen zu haben. Heute. 7%, Uhr abends, im Sitzungssaal des ehem. Herrenhauses, Leipziger Straße 3, Vortrag des Genossen Dr. Karl Renner- Wien, Staatskanzler a. D.: „ Der geistige Arbeiter in der gegenwärtigen Gesellschaft" Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. im Bureau des Bezirksausschusses, Lindenstr. 3, II. Hof, 2 Tr, Zimmer 8, in der VorwärtsBuchhandlung, Lindenstraße 2. im Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25, im Tabakvertrieb GEG, Inselstr. 6, beim Verband der Graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstr. 1, und in den Vorwärtsspedition. Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einem Berfonenkraft wagen und einem Motorrad tam es gestern nachmittag turz nach 3 Uhr in Oberschöneweide an der Kreuzung Edison- und Rathaus ftraße. Der Anprall war so heftig, daß der 22 Jahre alte Motorradführer Richard Ridels aus der Tabbertstr. 1 und sein Mitfahrer, der Werkzeugmacher Wilhelm Kubein aus der Helmholkstrake Don ihren Sigen mehrere Meter weit auf das Straßenpflaster ge fchleudert wurden. Borübergehende bemühten sich sofort um die Werlegten, die Brüche, Kopf- und innere Berlegungen davongetragen hatten. Beide fanden im Elisabeth- Hospital in Oberschöneweide Aufnahme. Das Motorrad wurde zertrümmert. Die Schuldfrage fonnte bisher noch nicht einwandfrei geklärt werden. Lohnsteuererstattung für 1925. Bekanntlich ist die Frist zur Einreichung von Anträgen auf Erstattung von Lohnsteuern aus dem Jahre 1925 bis zum 30. April 1926 verlängert worden. Bie der Reichsbund der Kriegsbeschädigten" mitteilt, ist bei Erſtattungsanträgen Kriegsbeschädigter besonders zu beachten, daß sich der Reichsminister der Finanzen im Erlaß IIIe 1050 Dom 26. Februar 1926 unter Hinweis auf den Erlaß IIIe 25 vom 26. Januar 1926 damit einverstanden erklärt, daß die Tauschbeträge im Falle des Verdienstausfalles um den Prozentsaz derjenigen Erwerbsbeschränkung erhöht werden, welche im Jahre 1925 bestanden hat. Der Vermerk des Finanzamtes über die Höhe der Erwerbsbeschränkung auf der Steuerfarte des Geschädigten von 1925 ift babei maßgebend. Erstattungsanträge sind sofort an das zuständige Finanzamt zu richten. Bezirksbildungsausichuß Groß- Berlin. Conntag, den 18. April, nachm. pünktlich 3 lbr, im Schillertheater Charlottenburg: Die Jungfrau bon Orlean 3". Starten zum Breise von 1,20 m. find in allen bekannten Bertaufsstellen und am Tage der Vorstellung im Vorraum des Theaters zu haben. Bildfunt und Fernfchen Am heutigen Sonnabend und Montag, den 19 b. M., abends 8, Uhr, findet im öriaal Georgenfirchstr. 34/36( Näbe. Babnbof Friedrichftrage) ein Erperimentalportrag des Phyfiters Baut über Bildfunt, ernphotographie, elettrifes Fernsehen statt. der insbesondere auch die legten Fortschritte des Systems Telefunken- Carolus experime tell behandelt. Wintergarten. Auch dieses Etablissement muß der Zeit seinen Tribut zollen. Der Raum, der seit Jahrzehnten Hunderttausenden zu Stunden der Freude verholfen hat, entspricht dem modernen Empfinden nicht mehr und soll im Laufe des Sommers umgestaltet werden. So ist denn das Aprilprogramm das legte in dem alten Wintergarten. Abend für Abend tost der Beifall zu den vortrefflichen 3 Codonas empor, die hoch unter der Decke ihre atemraubenden Saltos vollführen. Auf der Bühne aber herrscht grotester Uebermut. Da ist Käte Feldern, fed und drollig, die das Kunststüd fertig bekommt, zu gleicher Zeit zu singen, sich am Flügel zu begleiten, sich mit dem Publikum zu unterhalten und auch noch einen Steptanz hinzulegen. Der ganz ausgezeichnete afrobatische Tänzer Godfrey hingegen wirbelt, Geige spielend, in tollen gewagten Sprüngen durch die Luft. Der Rivel Trapezakt verfügt über einen Chaplinpartner, der auch den Mißmutigſten zum Lachen zwingt. Uebermütigen Humor zeichnet den Trampolinakt von Andy und Irving aus. Die Clownerie der Griffith mit ihrem grund gelehrten Tangpferb ist zwerchfellerschütternd. Die 6 Drelli. trobat en, der Jongleur Tornio und der beftens bekannte Taschenspieler Sanfen. runden das Programm, das übrigens auch wieder der Jugend große Freude bereiten wird. Das Kabarett der Komiter am Kurfürstendamm, das sich ernsthaft bemüht, neue Wege zu gehen, bringt ein kleines Idyll Der Hofbantier" von Robitschef und Paul Morgan zur Erstaufführung. Es ist eine zari gefaßte Angelegenheit aus der 3eit, da die großen Frankfurter Bantiers, die Oppenheim und Rotschild, sich als finanzielle Stüßen der deutschen Fürstenhäuser betätigten. Daraus entsprangen ehrgeizige Pläne der jüdischen Gelbaristokratie, man spielte mit dem Gedanken der Einheirat in die versumpfte Adelsfippe. Daß in diesem besonderen Falle nichts daraus murde, muß als das Verdienst des Oppenheimschen Hausfreundes Rosenstock gebucht werden, den Paul Morgan voll herzerfrischender Schläue und Natürlichkeit zu mimen mußte. Neben ihm Siegfried Arno in einer köstlichen Karikatur des Fürsten Wittgenstein und Kurt Gerron als Oppenheim. Die Musit Willi Rosens ist flüssig und fingbar, aber weniger charakteristisch und originell Borher amüsieren die guten Stügen des Kabaretts: der ausgezeichnete Konferenzier Schipinski und die apart freche Mia Berge mann, neben anderen, die dagegen etwas abfallen. Das Metropol- Barieté bringt in seinem Aprilprogramm als Hauptattraktion eine unserer besten Parodistinnen, Martha Hübner, bie es an Wig und Humor nicht fehlen läßt. Tacu, der rätselhafte Pierrot( bas lebende Wunder), leistet Erstaunliches. Ferner fanden großen Beifall Handy- Bandy, der japanische Zauberer, Curt Grund mann, der ullige sächsische Komiter und Otto Urad, der Flügelmann" des deutschen Rundfunts an feinem Cello. Als gute Sängerinnen find anzuerkennen: Frida Weber- fleßburg und Migi Bern. Als Tän Arbeiter- Kulfur- Kartell Groß- Berlin. Sonntag, ben 2. Mat: 2ette proletarife Feierstunde im Broken Schauspielhaus. Beginnerinnen Erna Üün, Ginette Colina und das Maria- Mastern- Ballet. pünktlich 11% llar vormittags. Seid umfchlingen Millionen". An die Nebelter aller Ränder van Bbalt hitman, Mailied" don Debmel, Ansprache, 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Mitwirkende: die Damen Emy von Stetten( Sopran), Marie Schulz. Dornburg( Alt). die Herren Waldemar Hente( Tenor). Eduard Stand!( Bag), der Chor der Städtischen Oper, bas verstärkte Berliner Sinfonie- Orchester ( musikalische Leitung Herr Kapellmeister Jascha Horenstein). der Sprechchor für Broletarische Feierstunden( fünstlerische Leitung Albert Floratb). Breis der Karte 1,20. Karten sind zu haben in Bureau des Bezirksbildungs. ausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, 8immer 8, Ortsausschus des ADGB., Engelufer 24/25, in den Bureaus der Verbände, Bigarrengeschäft Dorf, Enge lufer 24/25, Zabatvertrieb Inselstr. 6, Zentralverband der Angestellten, Belle- Alliance Str. 7-10, bei den Bildungsobleuten der Streise und Abteilungen, in den Vorwärts"-Speditionen. L Im Berliner Aquarium ist es geglüdt, einen Molch fish dadurch in Sommerfchlaf zu verjeten, daß man das über einer diden Lehmichicht ftebende Waffer allmählich verdunsten ließ. Er grub fich dann in den Bodengrund ein, so wie er es in seiner Brafilianischen Heimat beim Aus. trodnen der Gewässer macht. Das Ziet ist neben einem anderen, im Saffer gehaltenen Artgenossen in dem Bebäller Nr. 25 an der Mittelkalle des 2. Stodmerts ausgestellt und man hat, um es besser sichtbar zu machen, einen Teil der bebedten Erbschicht weggenommen. Das Volfsbildungsamt Prenzlauer Berg beranstaltet am Freitag, den 28. April 1926, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichs bain 16/23: Alt- Bien, Alt- Berlin, ein Frühlingsfest, Konzert, Gesang, Tanz. Mitwirkende: Das Berliner Sinfonie- Orchester, Dirigent Jascha Horenstein; Gefang: Genia Guigalewicz von der Staatsoper; Tanzgruppe: Hans Gérard; Flötenkonzert: Erich Lichtenstein. Künstler sche Leitung: Dr. Felir Günther. Cintritt 60 Bf. Anfang 8 Uhr, Saalöffnung 7 Uhr. Starten: Bote& Bock, Leipziger Str. 37, Theatertasse Wertheim, Leipziger Straße, Boltsbildungsamt Brenzlauer Berg, Danziger Straße 64( Pförtnerloge), Lotb, Mufitalien, Schönhauser Allee 41. Gufe( Paden), Allensteiner Str. 7, Schneider, Hufelandstr. 31 und an der Abendkasse. Der Männerchor Off- Corania 1849, Mitglied des A- S- B, veranstaltet Sonntag, 18. April, 5 Uhr, in den Brachtsälen am Märchenbrunnen", Am Friedrichshain, unter Zeitung feines Chormeifters Herrn Ludw. Wilh. Starp ein Frühlingskonzert mit anschließendem Tans. Bum Vortrag gelangen Chorwerke von Hegar, Krause, Angerer, Schulfen, Silcher, Schubert und Utbmann. Eintrittstarten intl. Steuer 1,20 m. sind an der Abendkasse zu haben. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Größtenteils bewölkt und leichte Regenfälle. Für Deutschland: Unbeständiges, fühles Wetter mit Niederschlägen. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 17. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3m Zirkus Busch wird eine neue Sensation, eine Todesfahrt im Auto gezeigt, das sich nach rasender Fahrt in der Luft überschlägt und glatt landet. Es handelt sich hier mehr um ein genau berechnetes technisches Kunststüd, als um eine artistische Leistung. Der Insasse, Francesco, ist der Zuverlässigkeit seiner Erfindung wohl oder übel ausgeliefert. Es ist alles genau berechnet, aber eine Abweichung beim Aufbau der Maschinerie um Millimeter tann sein Verderben herbeiführen. Der ganze Att nimmt faum mehr als drei Gefunden in Anspruch. Drei Sekunden hochgepeitschter Erwartung Zirkuspublifum zu imponieren pflegt. Peine ganz gesunde Angelegenheit, aber immerhin etwas, was dem Das darauffolgende Manegeschauspiel„ Der Zauberer von Paris" gefällt durch seine schaustellerisch interessanten Neuheiten um so mehr, da sie sich in einer Tendenz bewegen, die der Masse des Volkes näher steht, als die sonst hier üblichen monarchischen Gloriolen. Eröffnung des Germania- Palastes. In der Frankfurter fee 318-14 ist ein neues, feftlich stimmendes Lichtspieltheater erstanden, das den Namen Germania- Balaft führt. Es ist in den Farben rot und gold gehalten, fatt, leuchtend, ohne jebes Ueberladensein. Bei all der Zweckmäßigkeit des Baues, in dem es er freulicherweise feinen Platz gibt, weder im Parkett noch auf dem Rang, der ein seitlich verzerrtes Bühnenbild übermittelt, fann man sich in ihm heimisch fühlen. Die Stühle find aus Holz, aber bequem, Ausgänge find reichlich vorhanden, und die Bühne ist geräumig. Von einem Vertreter der Direktion wurde in wohl geietzten Worten betont, daß diefes neue Haus in einer Gegend gebaut fei, in der das Volk der Arbeit wohne, bem man durch die Kunst den Druck des Alltags nehmen und sein Sehnen nach Freude stillen wolle. Als Eröffnungsfilm hatte man sich die von uns schon gewürdigte Familie Schimed" verschrieben, außerdem wurde ein gutes Varietéprogramm geboten. 21 Rose- Theater. Viel bringt der Traum vom Glück" nicht, doch kommt mancher vielleicht mehr auf seine Kosten als er dentr; denn es fommt alles so wie es fommen soll und die Schlager find eine höchst eindeutige Aufforderung. Wenn das auch von der Musik, die sich start an andere moderne Operetten anlehnt, nicht verbessert wird das Terzett vom Muselmann ist die einzig taugliche Partie, so find doch im Text föstliche aktuelle Anzüglichkeiten. Der alte Kaufmann Pfeffer, dem der Geiz tüchtig die Suppe berfalzt und der Merikaner- Kolporteur find Rollen, wie der Berliner fie will. Traute Roses Stimme und Gladys Henrys pridelnder Tang nehmen jeden gefangen, die Harmlosigkeit des Sujekts und biedermeierische Lustigkeit des Ganzen entzücken das anspruchslose und dankbare Bublifum. Berlin- Tokio in 15 Tagen. Eine Eisenbahnverbindung Berlin- Tolio mit einer merben. Aus verschiedenen, hauptsächlich politischen Gründen ist einer Verfürzung der Fahrtdauer dieser internationalen Eisenbahnftrede von chinesischen und russischen Interessenten Widerstand geleistet worden. 4.30-6 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.85 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Sprachunterricht. Esperanto( Direktor Julius Glück). 7 Uhr abends: Professor Dr. Hoffmann:„ Gesundheitsfürsorge unserer Zeit".( Anläßlich der im Rahmen der Reichsgesundheitswoche veranstalteten Ausstellung). 7.30 Uhr abends: K. W. Goldschmidt: Die Dich- abrzeit von 15 Tagen soll demnächst praktisch verwirklicht tung der modernen Wirklichkeit. 8 Uhr abends: Dr. Leopold Schmidt: Einführung zu der Sendespieloperette am 18. April". 8.30 Uhr abends: Marcell- Salzer- Abend. 1. a) Rhode: Stadionmarsch, b) Strauß: Ouvertüre zu der Operette, Prinz Methusalem" ( Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman). 2. Rezitation( Marcell Salzer). 8. Aston: Musikalische Possen, Potpourri( Berliner Eunkkapelle). 4. Rezitation( Marcell Salzer). 5. Friend: Lo. wundersames Mädchen, Shimmy( Berliner Funkkapelle). Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theaterund Filmdienst. 10 80-12 Uhr abends: Tanzmusik( Funktanzkapelle. Leitung: Konzertmeister Franz v. Szpanowski). Königswusterhausen, Sonnabend, den 17. April. 3-3.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann: Einheitskurzschrift. 3.30-4 Uhr nachm: Oekonomierat Lembke: Genossenschaftswesen, Warengenossenschaften. 4 bis 4.30 Uhr nachm.: Dr. Matschens: Die Wiese als Mutter des Ackerlandes. 4.30-5 Uhr nachm.: Dr. Adam: Aufgaben der Reichsgesundheitswoche. 5-5.30 Uhr nachm: Frl. Walther: Gemüse und Obst in der Küche. 8.30 Uhr abends; Uebertragung von Berlin. Fliegerunglüd in Kopenhagen. Auf dem Militärflugplah ftürzte ein Flugzeug ab. Beide Infassen, der Chef der dänischen Militärfliegerei, Kapitän Kofoed Jensen, und der Beobachter, find tot. M. SCHULMEISTER MSchulmeister TOMBOY haben KIGUNG von Hochbahnstation Kottbusser Tor Straßen- Anzüge Frühjahrs- Mäntel Gumini- Mäntel 49.00 an von 45.00 an Imprägn.Gabard.- Mäntel von 49.00 an Windjacken. Nur eigenes Fabrikat! Breedies von 18.00 an von 12.00 an von 10.00 an Sonntag, 18. April, von vorm. 9 Uhr ab Flugblattverbreitung im ganzen Bezirk von Groß- Berlin! Treffpunkt in den Abteilungslokalen!- Jedes Parteimitglied muß erscheinen! Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrik sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkslekretariat, 2. Sof, 2 Trep. rechts, au richten 5. Kreis Friedrichshain. Der Film Freies Bolt läuft ab 16. April bis. 19. April in dem Petersburger Lichtspieltheater, Vetersburger Str. 27. 7. Kreis Charlottenburg. Sonnabend, 17. April, 7% Uhr, im Jugendheim Rosinenit 4. Gigung der Jugendkommission. 14. Kreis Neukölln. Die Abteilungstaffierer Material zur Maifeier umgehend im Parteibureau. Recarste. 2, abholen. 19. Kreis Paulow. Frattionsfizung mit den Bürgerdeputierten am Montag, 19. April, 6% Uhr, im Rathaus Bankow, Rimmer 17. 20. Kreis Reinidendorf. Montag, 19. April, 7 Uhr, Gikung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern. Versammlungsort wird ned) bekanntgegeben. Heute, Sonnabend, den 17. April: 5. Abt. Ab nachmittags 5 Uhr und Sonntag, 18. April, ab vormittags 9 Uhr, Flugblätter abholen von Mathia. Linienftraße. 8. Abt. Die Genoffen treffen sich aur Flugblattverbreitung nachmittags 4 Uhr und am Sonntag, 18. April, vormittags 9 Uber, bei Rickert, Steinmes firako 36a, und Meyer, Lukomfte. 7. 15. Abt. Ab 4% Uhr und Sonntag, 18. April, ab 8% Uhr, wichtige Fluge blattverbreitung von den bekannten Botalen, Sur Demonftration treffen fich die Genoffen am Sonntag, 18. April, nachmittags 12% Uhr, bei Goldbach, Binetaplah 7. 21, Abt. Nachmittags 5 Uhr allgemeine Fluablattverbreitung von den be. kannten Lokalen. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes, fich daran au beteiligen. Gonntag, 18. April, nachmittags 12% Uhr, treffen fich auc Barteiinitalieber und Vormärtslefer bei Kroll, Utrechter Str. 21, aur Republitanischen Kundgebung des Reichsbanners. 22. Abt. Ab 5 Uhr können die Flugblätter in Empfang genommen werden. Gonntag, 18. April, vormittags 8% Uhr. von Reuter, Föhrer Straße, Radzay, Brüfeler Straße, und Serns, Millerstr. 26, aus Flugblattverbreitung. 27. bt. 6 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten 2okalen aus. Alle Genoffen müssen sich beteiligen. 30. Abt. Ab 5 Uhr Flugblattausgabe bei Bohit, 2ndjener Str. 103. Ede Stargarder Straße. 39. Abt. Mittags find die Flugblätter vom Genoffen Lucht, Lindenste. 2, abzuholen. Silfe meldet fich Gonntag früh 9 Uhr ebenda. 43. Ant. Die Bezirksführer holen die Flugblätter ab 5 Uhr von Wolf ab. Gonntag, 18. April, vormittags 9 Uhr, Flugblattverbreitung von ben Bezirkslokalen aus. 44. bt. Ab 4 Uhr holen die Bezirksführer Flugblätter ab von Eiffert, Oranienste. 196. 45. Abt. Gruppe Minnich: Alle Genoffen der Gruppe treffen fich are Flug blattverbreitung nachmittags 5% Uhr. Reiner darf fehlen. Weitere Treffpunkte: Bertid. Wiener Str. 39. Matideng, Forster Str. 9. Wienziers, Reichenberger Str. 104. Alle Genossen müffen fich rege beteiligen. 46. 6. Ab 6 Uhr und Sonntaa. 18. April, ab 9 Uhr vormittags, Flugblätter abholen von Eichhola, Cuornstr. 23. Beteiligung ist Bflicht. 48. Abt. 6 Uhr Ausgabe der Flugblätter bet Keller, Fürstenstr. 1. Charlottenburg. 55. t. 5% Uhr treffen fich die Genossen zur FlugblattDerbreitung. 8. Gruppe: Eagert, Wallstr. 90. 9. Gruppe: Reimer, Bil. mersdorfer Str. 21. 10. Gruppe: Bohne, Schloßitr. 45. Reiner darf fehlen. - 57. Abt. Ab 5 Uhr Flugblätter abholen: 1. Gruppe von Thunad, Wielandite. 4. 2. Gruppe ebenda.( Lotal Arndt wegen Renovierung ge fchloffen.) 70. b. Flugblätter abholen von Stroll, Solsteinifde Gtr. 60, 7 Uhr. 80. Abt. Schöneberg. Ab 5 Uhr Flugblattausgabe bei Gürlich. 81. Abt. Friedenau. Ab 5 Uhr Flugblattausgabe bei Klobe, Sandjernstr. 60/61. Achtung! Abends 7 Uhr Lichtbildervortrag: Das proletarische Kind" im Jugendheim Schule Offenbacher Straße. Eintritt 10 Bf. Reukölln. 93. Abt. Die Bezirksführer holen ab 4 Uhr Flugblätter und bas Material zur Berbeveranstaltung am Mittwoch, 21. April, Serkbergstr. 12 ch. 96. Abt. Die Bezirksführer holen Flugblätter zwischen 4 und 6 Uhr von der Spedition Siegfriedstraße ab. 102. bt. Baumschulen weg. Ab 5 Uhr Ausgabe der Flugblätter an die Bezirks führer bei Sak. Baumschulen ftr. 72. 104. bt. Rieberschöneweibe. Ab 6 Uhr Flugblattverbreitung vom Restaurant Thiele aus. 106. Abt. Johannis hal. b 6 Uhr Fluablattverbreitung bei Gobin. Roonftr. 2. 124. Abt. Wahlsdorf. 8 Uhr Fluablattausgabe von Breibau und Anders aus. 128./130. 26t. Bantow. Gruppenführer nachmittags von Rikmann Flugblätter abbolen. Sonntag, 18. April, normittags 9 Uhr, Flugblattverbreitung von den bekannten Bokalen aus. 4. Morgen, Sonntag, den 18. April: st. 9 2hr Flugblattverbreitung von Lötschert, Neue Friedrichstr. 108. 9. Abt. Alle Genofjinnen und Genoffen treffen fid) vormittags 9 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34, aur Flugblattverbreitung. 13. Abt. 8½ 1hr Flugblattverbreitung von der Spedition Wilhelmshavener Straße 48 aus. 18. Abt. Rachmittags 12% Uhr Antreten bei Müller, Ufeeftr. 12. Alle Genoffinnen und Genoffen milffen pünktlich und vollzählig erscheinen. 19. Abt. Alle Genoffinnen und Genoffen treffen fich aur Demonfivation nachmittags 12% Uhr Christianiaftroke Ede Brinzenallee. 23. Abt. Alle Genoffinnen und Genossen treffen sich nachmittags 1 Uhr zur Teilnahme an der Reichsbannerfundgebung am Brunnenplak. Rein 25. Abt. 9 Uhr von Gott und Cramer aus Flugblattverbreitung. Parteimitalied darf fehlen. 41. Abt. 9 Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lokalen: Simon, BelleAlliance- Str. 30. Schuster, Chamiñoplak 4. Luthe, Bergmannstr. 93. Mende, Gneisenauftr. 6. 44. Abt. Treffpunkt aur Flugblattverbreitung 9 Uhr in den bekannten Lokalen. Montag, 19. April, nachmittags 5 Uhr, melden fid) die arbeitslofen Genoffinnen und Genoffen beim Genoffen Möller, Raunynftr. 46/47, vorn 3 Treppen. 56. st. Charlottenburg. 8½½ 2hr Flugblattverbreitung. 1. und 3. Gruppe: Biersch, Kantftr. 62. 2. Gruppe: Sostomiad, Solhendorffitt. 20. 94. Abt. Rentölln. 9 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Lobalen aus. Die Bezirksführer fönnen die Flugblätter fchon im 8 Uhr früh abholen von Günthet. 114. Abt. Sidhtenberg. 9 Uhr Flugblattverbreitung von Schwarzer, Gabriel. Mar- Str. 17, aus. 123. Abt. Raulsdorf. 8 Uhr bei Sübner wichtige Besprechung. Alle Genoffen müssen erscheinen. Die Flugblätter für die Bezirke 1 bis 11 find beim Genossen Bamberg und für die Bezirke 12 bis 21 beim Genossen Wahle pünktlich 9 Uhr abzuholen. 139. Abt. Tegel. Es ist Pflicht sämtlicher Genoien, fich Gonntag frith an ber Flugblattverbreitung au beteiligen. Die Abteilungsleitung. 136. Abt. Meinidendorf- Dit. Flugblattverbreitung. * Junasozialisten. Gruppe Reinidenbott: Gonntag, 18. April, beteiligen fich famtliche Genoffen an der Flugblattverbreitung in ihren auständigen Bezirken. Montag, 19. April, im Geebad, Reinidendorf- Oft. Refibenafte. 49. Bolitische Aussprache. Stellungnahme aur Generalversammlung. Sämtliche Genoffinnen und Genoffen müssen erscheinen.- Gruppe Tempelhof Marienborf: Gonntan, 18. April, frith 74 Uhr, Teffpunkt aur Fahrt am Bahnhof Mariendorf. Bereinigung sozialdemokratischer Studenten. Sonntag, 18. April, Wande rung. Treffpunkt: frith 9 Uhr Stettiner Borortbahnhof. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Die Hand zettel flir ben 1. Mai tonnen von den Rinbergruppenleitern und Abteilungsleitern der Battei aus dem Gefretariat Lindenftr. 8, Simmer 1, abgeholt werden. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde. Gruppe Mitte: Donnerstag, 29. April, pünktlich 8 Uhr, in der Aula Weinmeisterftr. 17/18 Sichtbildervortrag: Mit dem Rudfad durch Balästina und Aegypten". Referentin: Irma Epstein. Untoftenbeitrag 30 Pf. Der Reinertrag ift für Kinderwanderungen bestimmt. Karten find zu haben: im Frauenfekretariat Lindenstr. 3, 2. Sof 2 Trp. rechts, und bei Amandus Briekel, Artonaplak 5. Soz. Männerchor Solidarität. Sonntag, 18. April, nachmittags 2 Uhr, Generalversammlung in ben Zentral- Festfälen, Alte Salobstr. 32. Rein Sänger darf fehlen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 95. Abt. Reukölln. Die Einäfcherung unseres verstorbenen Genoffen Boul Sartmann findet heute, Sonnabend, 17. April abends um 6 Uhr, im Krema torium Baumschulenweg statt. Werbebezirk Renkölln: Jugendheim Canner Straße DelegiertenConferenz. Tagesordnung: Unsere Gruppenarbeit nad der Oftes. werbung". 2. Neuaufteilung des Werbebezirks. Sn Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Delegierten, pünktlich au erfdicinen. Werbebezirk Oberspree: Jugendheim Niederschönemeide, Berliner Straße 31. Funktionärversammlung. Alle Funktionäre des Werbebezirks müffent vertreten sein. Werbebezirk Brenzlauer Berg 1: Seute fällt die Funktionärverfami Lung umständehalber aus. Sonntag. 18. April, findet in Weißenfee ein Werbeumzug fiatt. Treffpunkt 4 Uhr Weißensee, Antonplak. Rote Fahnen und Musikinstrumente sind mitzubringen. Abends Teilnahme an der Frühlingsfeier der Gruppe Weißenfee. Morgen, Sonntag, den 18. April: Sreff. Brenzlauer Berstadt: Fahrt Ertner- Werffee- Möllensee- Beeklee. puult 46 Uhr Bahnhof Alexanderplan. Sübost G.- und A.- B.: Hart: Ghausberg. Treffpuntt 48 Uhr Saupteingang Schleicher Bahnhof. Lant. wik: Werbefeft bei Lehmann, Kaiferftr. 29/81. Stealik 1: Jugendheim AIbrechtstr. 47. Jugendfeier. Beginn abends 7 Uhr. Tempelhof: Fahrt: Tegel. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof. Nen- Lichtenberg: Besuch des Bostmufcume. Treffpunt 9 Uhr Bahnhof Neu- Lidstenberg. Rachmittags Beteiligung an der Frühlingsfeier in Raulsdorf. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Neu- Lichtenbera. Lichtenberg- Mitte: Treffpunkt nachmittags 2 Uhr zur Frühlingsfeier in Raulsdorf Bahnhof Stpalau- Rummelsburg. Nadhailgler ab 6% Uhr Stralan. Rummelsburg. Bankow: Beteiligung an dem Umzug der Bernauer Gruppe. Treffpunkt morgens 7% Uhr Bahnhof Bantow- Schönhausen. Anschließend Fahrt. Abteilung Kaulsborf: Turnhalle Schule Adolfstraße, abends 7 Uhr, Früh lingsfeler. Ansprache, Mujit, Regitation, Jugendspiel, Berbebezirk Müggelsee. Werbebezirkstreffahrt nach den Büttbergen. Treff. punkt 9 Uhr Bhf. Rahnsdorf. Instrumente und Spielgeräte find mitzubringen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 37/38. Sof? Er. Treptow( Kreis). Pflichtveranstaltung am Sonntag, d. 18. in Wedding. Treffpunkt 12,50 Uhr Bhf. Treptow, Nordring- Bahniteta. Ober, Rieberschöneweibe, Johannisihal. 12% Uhr Abfahrt Bhf. Rieder Schöneweide. Nachaügler Brunnenplak. Berliner Efperanto- Bereinigung. Dienstag, 20. April, 8 Uhr. im Restauvant um alten Astanier". Anhaltstr. 11. v. Baldowski: Bruchfiile aus Esperanto- Boefia und Brosa". Eintritt frei. Gäste herzlich willkominen. Die Freie Arbeiter- Stenographen- Bereinigung Groß- Berlin" begiunt Montag, 19. April, 18 Uhr, in der Gemeindeschule Gipsstr. 23a mit einem Anfängerturfus in dent Enftem Stolze- Schren, wozu Anmeldungen bortselbit nod) entgegengenommen werden. Kursusgeld einschl. Lehrmittel enna 8 D. Den Mitgliedern des Bereins zur Kenntnis, daß am Mittwoch, 21. April, 18 Uhr, im Lotal von Wilt Bähle, Neukölln, Weserstr. 58, Ede Bildenbruchftraße, eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfindet. Bericht vont Verbandstag. MSB.- Hoden. Entscheidungsfpiel um die Meisterschaft Gonntag, 18. April. In diesem Spiel treffen fich die Meister der Gruppe West( Freie Turnerfdjaft Schönhola I) und der Gruppe Ost( Fichte- West 1) auf dem städtischen Spiel plas in der Normannenstraße. 4-6 Uhr. Spielleitung: AGC. Da beide Mannschaften in ihrer Gruppe faft ohne Niederlagen die Serienfpiele hinter fich haben, ift ein technisch qutes, fehr schnelles und schönes Spiel zu erwarten. Die beieren Siegesausfichten dürfte Schönhola I haben, in deren Berteidigung für die West- CHirmer ein fast unüberwindliches Sindernis entgegensteht. Die beiderfettigen Stürmerreihen stehen sich nicht viel nach. Borher treffen nich auf bemfelben Blak von 2-3% Uhr die Jugendmannschaften Schönholz und Wilmersdorf- Fichte 4% Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin boite 1 tombiniert, und von 845 Uhr bie FrauenmanalbatRatten für ben Vortrag her Freien Sozialistischen Hochschule" am Sonnabenb, 17. April, im Jugenbfekretariat au haben. Breis 50 Bf., Erwerbslofe 20 Bf. Dr. Renner- Bien spricht über: Der geiftige Arbeiter in der gegen wärtigen Gesellschaft".- Gleichfalls Ronzertkarten bes Jungen Chor für Sonnabenb. 24. April. Eintritt 1 M. Heute, Sonnabend, den 17. April, abends 7% Uhr: Süboft G.- B.: Tugblattverbreitung vom Lotal Eichhols, Cuptnitraße, aus. Senefelder Bicztel: Naditfahrt Meldom- Schwärzefee. Treffpunkt 148 Uht Normalube Stettiner Bahnhof. Schöneberg II: Nachtfahrt. Treffpunkt 18 Uhr Kirchplak. Nachsilaler Sonntag 7 Uhr Airchplak. Schöneberg III: Fahrt. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Schöneberg. Westen: Fahrt: Oranienbuta. Treffpunkt 6 Uhr Bülowstraße. Wilmersdorf: Jugendheim HildegardStraße 4. Bortrag: Geschichte der Arbeiterjugend" Tempelhof: Enzcum Germaniaftr. 4/6. Arbeitsgemeinschaft. ten der Vereine Freie Turnerschaft Schönhola und Charlottenburg. Republikanische Rebner- Bereinigung. Einige Mitglieder der EPD. Ennen noch unentgeltlich an unferen Rednerkursen teilnehmen. Ababemiber: Stets Montags: Nichtafademiter: ftets Dienstags, 8 Uhr, Alter Astanier"( leines Simmer), Anbaltstr. 11. Beiter: Genoffe B. Serod, Charlottenburg 4. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Ariegsteilnehmer und Striegerhindes bliebenen. Ortsgruppe Norben 14: Dienstag, 20. April, 8 Uhr, Mitglieder versammlung in Büttners Festfälen, Schwedter Str. 23. Bortrag über: Staatsform und Sozialpolitit". Referent: Rebatteur Herrmann. Sumboldt Hochschule. Ueber„ Die gesunde Frau" spricht Dr. med. Best. mann in einem Lichtbildervortrag nur für Sörerinnen Dienstag, 8 Uhr, ing der Aula Dorotheen str. 12. Arbeiterverein für Biochemie und Lebensreform i V. B. Lichtenberg, Prenzlauer Berg: 19. April, 7% Uhr, im Ernst Haedel- Saal, in den Relten 9a, Lichtbildervortrag über törperliche und feelische Geschlechtsleiden. Dr. Stacl Besser. Groß- Berlin: 27. April, 7% Uhr, Schufaula Infelftr. 2/5, Vortrag des Herrn Dr. Bartel über ,, Biochemische Heilungen bei Kantheiten aller Art. \\ So fuf's wehdagegen entfernt Krudox Ihre Hühneraugen ohne Pflaster und ohne Schmerzen. Lesen Sie bitte, was man uns schreibt: H. Hoffmann, Bad Wörishofen( Bayern), 18. 2. 26. ,, Ich muß Ihnen all' meine Anerkennung betr. Thres Hanseraugenmittels Krudox zukommen lassen. Habe chon seit langer Zeit alle möglichen Pflaster und Mittel versucht, aber ohne Erfolg, trotz der sachlichen Anwendung. Seit 6 Tagen gebrauche ich Ihr Krudox und meine Hühneraugen sind total ausgerottet. Krux ist der besten Empfehlung wert. Alle Achtung vor Ihren Chemikern." KRUDOX BADESALZ In Apotheken, Drogerien und Parfümerien M. 2.50 pro Packung( enthält 5 Bäder) BEUTHIEN& SCHUTZ G. M. B. H.. 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April, Land- u. Wald- Parzellen 23ahresbericht 1925 3. Bericht nach. 5 Uhr, im Sigungsfaal bes Berbe epifozen 4. Sagungsänderungen bandshauses statt. tololls R. 7.- Man, 15 Min von Birten. 5. Berschiedenes. werber, birett an Staatsforft 8irta Der Borstand. 57/5 Tagesordnung: Reupahl ber Branchentommifion Metallbetten 100 en Käufer Boranmeldung Mar Roft Borsitzender Hugo Berk. Schriftf Wir erfuchen, daß alle Kollegen zu biefer Stahlmatratzen, Kinderbetten günstig an Prit. Kat. 650 fr. Eisenmöbelfabrik Suhl Thür bei Rieger, Berlin, Gontardstraße 5. ant Bahnhof Alexanderplat 100 Anzahlung. Qualtätspianos. Bersammlung erscheinen. Brinzenstraße 52. Die Ortsverwaltung. Bei Spiel und Sport im Freien, auch bei grösseren und kleineren Touren, sollten Sie stets WRIGLEY P. K.- Kau- Bonbons bei sich haben. Ein kleines Päckchen lässt sich bequem überall unterbringen. Sie beseitigen das Durstgefühl und wirken dauernd angenehm und erfrischend. 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In diesem Sinne ist die Steuerpflicht, insbesondere auch im Körperschaftssteuergesetz vom 10. August 1925 mit der Maßgabe festgestellt, daß der Reichsminister der Finanzen mit Zustimmung des Reichsrats nähere Bestimmungen über die Abgrenzung der steuerpflichtigen Betriebe erläßt. Diese Bestimmungen zur Durchführung des Körperschaftssteuer gefeßes liegen nunmehr dem Reichsrat vor, und es iſt not wendig, rechtzeitig auf die Absicht des Reichsfinanzministers in der Deffentlichkeit aufmerksam zu machen, da der Entwurf der Verordnung von der Absicht getragen ist, die Begrenzung der Steuerfreiheit so eng wie nur möglich vorzunehmen und die durch den Gesetzgeber mur in Ausnahmefällen vorgesehene Besteuerung der öffentlichen Betriebe in der Braris in einem sehr weitgehenden Maße herbeizuführen. Das Gesetz und seine Auslegung. Im§ 2 der Verordnung heißt es in Uebereinstimmung mit dem Wortlaut des Körperschaftssteuergesetzes, daß Betriebe und Verwaltungen von der Steuer frei sind, wenn sie der Ausübung der öffentlichen Gewalt dienen. Der Abs. 2 dieses Paragraphen erflärt dementsprechend, daß Schlacht- und Viehhöfe, Anstalten zur Nahrungsmitteluntersuchung, Desinfektionsanstalten, Anstalten zur Müllbeseiti gung usw. der Ausübung der öffentlichen Gewalt dienen. Im Abs. 3 desselben Paragraphen aber heißt es: Der Ausübung der öffentlichen Gewalt dienen nicht Betriebe und Verwaltungen, die nach finanzwirtschaft lichen Grundsägen so zu führen sind, daß durch die Einnahmen mindestens die Ausgeben gedeckt werden, gleichviel, ob dieser Erfolg im Einzelfalle erreicht wird. Diese Bestimmung birgt die Gefahr, daß damit eine Einschränkung der im Abs. 2 vorgesehenen steuerlichen Befrei ung der dort genannten Anstalten herbeigeführt werden soll, da diese heute fast überall nach finanzwirtschaftlichen Grundsäzen in der Form geführt werden, daß die Einnahmen die Ausgaben zu decken haben. Ganz mit Recht hat daher auch eines der beteiligten Länder bereits darauf hingewiesen, daß die flare Bestimmung des Körperschaftssteuergesetzes durch eine derartige Verordnung direkt in ihr Gegenteil verkehrt werden würde, denn der Gesetzgeber hat mit der Formulierung, daß die Betriebe der Ausübung der öffentlichen Gewalt zu dienen haben, fein Urteil darüber verbunden, nach welchen finanzwirtschaftlichen Grundsäßen dieselben geführt sein müssen, um die Steuerfreiheit in Anspruch nehmen zu fönnen. Er hat vielmehr flar und eindeutig festgestellt, daß die der Ausübung der öffentlichen Gewalt dienenden Betriebe steuerfrei sind. Die grundsägliche Frage aber, ob ein Betrieb zur Ausübung der öffentlichen Gewalt dient, ist insbesondere danach zu entscheiden, ob ein 3 mang zur Annahme der dargebotenen Lei stung besteht. Dies ist offensichtlich bei den genannten Veranstal tungen der Fall, insbesondere, da meistens durch Ortsstutat Benuzungszwang vorgeschrieben ist. Der Reichsrat wird daher, wenn er in Uebereinstimmung mit dem Wortlaut des Körperschaftssteuergesetzes bleiben will, den§ 2 Abs. 3 in vollem Umfang streichen müssen. Die Stellung der Versorgungsbetriebe. des Gesetzgebers kann in den geplanten Bestimmungen der§§ 3 Eine weitere wesentliche Beeinträchtigung des Willens und 4 mit Recht gesehen werden. Diese Paragraphen behandeln die Versorgungsbetriebe, d. h. diejenigen Betriebe, von denen der Gesetzgeber sagt, daß sie steuerfrei find, wenn sie lebenswichtigen Bedürfnissen der Bevölkerung zu deren Befriedigung die Bevölkerung auf die Betriebe und Berwal tungen angewiesen ist, dienen". Der Abschluß der Hapag. An dem Jahresbericht, den die Hamburg- Amerika. Linie, das bekannteste und neben dem Norddeutschen Lloyd in Bremen führende deutsche Großschiffahrtsunter nehmen, jetzt für 1925 vorlegt, ist. wie leider so oft bei den Aktiengesellschaften das Interessanteste das, was nicht ge= sagt wird. Man sucht vergeblich im Bericht einen Hinweis auf die Frage, ob und in welcher Weise der Gemeinschaftsvertrag zwischen der Hapag und der amerikanischen Harriman- Gesellschaft( United American Lines) fünftig fortgeführt werden soll. Die wenigstens teilweise erfolgte Lösung der engeren Betriebsgemeinschaft, die Hapag und Harriman bisher verband und deren Dauer für 20 Jahre vertraglich festgelegt ist, ist seit einigen Wochen bekannt.. Einzelheiten werden aber der Deffentlichkeit immer noch vorenthalten. Weiter vermißt man im Bericht einen Hinweis auf die im Vorjahr beschlossene Erhöhung des Attienkapitals( 54 Millionen Stamm, 1,1 Millionen Mark Vorzugsaktien) um 10 Millionen, melch lettere noch nicht zur Emission gekommen sind; es fehlt ferner eine Aufgliederung des großen Passivpostens der Bilanz G1 u= biger"( mit 29,03 Millionen gegen 18,78 Millionen Mark i. V.), in dem etwa 27,30 Millionen Mark aus der kürzlich in Amerika auf genommenen 6½- Millionen- Dollar- Anleihe enthalten sein müssen, und endlich fehlt eine Klarlegung des Postens" Beteiligungen an Verkehrsunternehmungen usw.), der mit 7,996 Millionen Mart ( gegen 9,607 i. B.) in der Bilanz erscheint. Wie schon seit längerer Zeit bekannt ist, verteilt die Hapag auch in diesem Jahre wieder feine Dividende. Von dem Gesamtertrag, der mit 16,30 Millionen Mark gegen nur 7,96 Millionen i. B. einen stattlichen Zuwachs aufweist, haben die Betriebsausgaben ( einschl. der Steuern) 7,016 Millionen( gegen 7,653 Millionen i. V.) beansprucht, Anleihezinsen 99 820( 83 734) M. Es verbleibt damit ein Reingewinn von 9,187 millionen, während der Dorjährige Reingewinn sich auf nur rd. 224 000 m. stellte und nach geringfügigen Rückstellungen auf neue Rechnung vorgetragen wurde. Der Reingewinn einschl. Vortrag für 1925 in Höhe von 9,381 Millionen, der an sich die Verteilung einer austömmlichen Dividende erlaubt hätte, wird fast ganz zu Abschreibungen auf den Schiffspart( 7,95 Millionen) und auf Grundbesiz, Anlagen, Beteiligungen usw. verwendet, so daß lediglich ein Betrag von 139 688 Mart auf neue Rechnung vorgetragen wird. Der dividendenlofe, aber nicht ungünstige Abschluß hat die Börse in feiner Weise entmutigt. Die Hapag- Attie notiert, nach zwei gewinnlosen Jahren, heute noch zu 140 bis 150 Proz fie wird also etwa so hoch bewertet, als ob fie eine 12-15prozentige Dividende erbringen tönnte! Zum Teil ist die Einschägung der Vorteile, die aus der Beschlagnahme- Freigabe des Vortriegseigen tums in Amerika für die Hapag erwachsen fönnen, für diese Bewertung entscheidend, im wesentlichen aber bezieht sie sich auf die günstige Beurteilung der inneren Situation" und der Zukunftsaus fichten der Gesellschaft. Die Gerüchte, wonach eine weitgehende 3uSammenarbeit der Hapag mit dem Norddeutschen Lloyd geplant sei Der Schutz der Kinder in Gewerbebetrieben. Kinder als Filmdarsteller. Die von der preußischen Regierung erlassenen Ausführungsbe betrieben, die auf Grund des Reichsgesetzes erlassen worden sind, bringen einen wesentlichen neuen Punkt, nämlich die Beschränkungen für die Beschäftigung von Kindern im Lichtspielgewerbe.. Einen umstrittenen Punkt bildet dabei die Regelung der Arbeitszeit für Kinder bei Filmaufnahmen und Theatervor= stellungen. Hier hatte der Regierungsentwurf als zulässige höchstzeit für Arbeitszeit einschließlich der Arbeitsbereitschaft sechs Stunden vorgesehen. Der Staatsrat ist über diesen Vorschlag hinausgegangen und hat die Arbeitszeit auf vier Stunden be= fchränkt. Die bisher in verschiedenen preußischen Städten( Berlin) geltenden Polizeiverordnungen über diese Materie. find damit außer Kraft gesetzt. Im übrigen sind gegenüber den früheren Ausführungsbestimmungen eine Reihe von wesentlichen Veränderungen verwaltungstechnischer Natur vorgenommen. Ent sprechend der inzwischen erfolgten Bildung der Gemeinde GroßBerlin ist der Polizeipräsident für den gesamten Bezirk AufsichtsDaß zu derartigen Unternehmungen die Safenbetriebestimmungen über den Schuß von Kindern in Gewerbe gehören, erkennt, entsprechend der gesetzlichen Bestimmung, auch der Reichsminister der Finanzen in seiner Berordnung an, aber er sucht im Abs. 3 des§ 3 die Einschränkung durchzusetzen, daß zu diesen steuerfreien Hafenbetrieben nicht diejenigen Teile des Hafenbetriebs gehören, die das Löschen und Laden, das Berwiegen und Kontrollieren der Ladung, den Lager hausbetrieb, den Schleppereis und Bugsierbetrieb betreffen. Ganz abgesehen davon, daß es prattii jo gut wie ausgeschlossen ist, diese Teilfunktionen der Hafenbetriebe so auszufcheiden, daß die Berechnung ihres wirtschaftlichen Ergebnisses und ihrer Steuerpflicht einwandfrei feststeht, erscheint es mit dem Teile steuerlich zu erfassen, da sie unzweifelhaft dem Wortlaut des Körperschaftssteuergesetzes nicht vereinbar, diese Hafenbetrieb dienen, wie es im§ 7 des genannten Gesezes heißt. Hier wird der Reichsrat eingreifen müssen, um eine von falschen Boraussetzungen ausgehende enge fistalische Begriffs bestimmung zu verhindern, deren Anwendung außerdem dazu ge bestimmung zu verhindern, deren Anwendung außerdem dazu geeignet ist, den Gemeinden, die an und für sich bei den Hafenbetrieben sehr große Zuschüsse leisten müssen, weitere finanzielle Opfer zuzubehörde geworden. Die Gewerbeaufsicht wird in Zukunft überhaupt muten. Im§ 4 Abs. 1 aber, der den Bestimmungen des Körperschaftssteuergesetzes entsprechend feststellt, daß bei Gas- und Eleftris zitätsmerten die Gewinne aus Installationsgefchäf ten steuerpflichtig sind, wird zugleich vorgesehen, daß bei Gaswerfen auch die Verkäufe von Rots zur Körperschaftssteuer heranzuziehen sind. Diese Bestimmung erscheint als vollständig ab wegig, da bei ihr vollkommen außer acht gelassen wird, daß der Rots als Nebenprodukt bei der Erzeugung von Gas anfällt und die Veräußerung dieses Nebenprodukts, die überhaupt erft die angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Gas ermöglicht. feinesfalls als steuerpflichtig angesehen werden darf. Auch die Sparkassen sollen belastet werden. Der§ 15 regelt die Besteuerung der öffentlichen Sparfallen, deren Steuerpflicht mit besonderem Nachdruck seit Jahren von dem Sentralverband des Bankgewerbes propagiert wird. Die diesbezüg lichen Bestimmungen enthält der§ 9 Ziffer 4 des Körperschaftsgefezes. In diesem Absatz ist vorgesehen, daß der Reichsminister der Finanzen zu bestimmen hat, was als Sparfaifenver fehr im Sinne der gesetzlichen Vorschrift anzusehen ist. Die Formulierung, wie sie nun im§ 15 der Verordnung gebracht ift, acht an der tatsächlichen Entwicklung des Sparkassenwesens vollständig vorüber und beschränkt die Steuerfreiheit der Sparkassen derartia. das praktisch durch diese Art der Regelung die Steuerbefreiuna in eine Steuerverpflichtung umgewandelt wird. Demgegenüber ist daran festzuhalten, daß als steuerfreies Sparfaffengeschäft alle diejenigen Betriebszweige anzusehen sind, deren Füh ift. Die Sparkassensazung regelt die Geschäftsmöglichkeiten der rung durch die Sparkassensazung ausdrüdlich genehmigt Sparkassen, die als dem Wesen einer öffentlichen Sparkaile entsprechend anzusehen und als Sparkassenverkehr zu bezeichnen find. Daraus ergibt sich als notwendige Folgerung, daß die Verordnuna die Sparkassen von jeder Besteuerung freilassen muß, wenn sie sich bei ihrer Geschäftsgebarung im Rahmen der durch die Aufsichtsbehörde genehmigten Sagung halten. Die Besteuerung lichen Hand erstrecken, wenn dem Billen des Gesetzgebers ent fann sich daher nur auf Bantunternehmungen der öffent sprechend gehandelt werden soll ven den Gemeindeinstanzen auf die Ortspolizeibehörden übertragen. Mo Jugendämter vorhanden sind, wird es in deren Belieben gestellt, inwieweit sie die Aufsicht über die Kinderarbeit übernehmen wollen. Auch die Mitarbeit von Schulärzten und Schulleitern ist vorgesehen und die Arbeit von Kindern überhaupt ist von deren Benchmigung abhängig. Los von Moskau. Klärung in Griechenland. Laut einem telegraphischen Bericht von M. Lamprino. poulos, dem Hilfssekretär des Griechischen Gewerkschaftsbundes, hat ein foeben abgehaltener griechischer Gewerkschaftsfongreß beschlossen, die Berbindungen mit den Kommunisten abzubrechen. Der neue Vorstand ist beauftragt, den An= schluß an Amsterdam in die Wege zu leiten. Diesem Beschluß ist eine lange Zeit der Unfruchtbarkeit und Sowohl innerhalb der politischen als Untlarheit vorangegangen. auch der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung tam es in Griechenland im Jahre 1920 zur Spaltung. Vor dieser Zeit vereinigte der Gewerkschaftsbund die ganze organisierte Arbeiterflasse, d. h. er umfaßte girta 350 Organisationen mit 170 000 Mitgliedern. Na ch der Spaltung setzte in beiden Lagern eine allgemeine Zerlegung Das Auftreten der Kommunisten führte schließlich zu den blutigen Zusammenstößen in Biräus und zu einer rüdfichtslosen Verfolgung aller Gewerkschaften. Die Arbeiter wurden zu einem großen Teil gegenüber jeglicher Organisation indifferent, fo daß die Mitgliederbestande der regulären Gewerkschaftszentrale bis auf 60 000 und diejenige der kommunistischen Zentrale bis auf 28 000 zurüdgingen. ein. Nachdem die ganze Gewertschaftsbewegung mehr oder weniger wie in anderen Länlahmgelegt war, schlugen die Kommunisten dern die„ Einheitsfro nt" vor. Sobald jedoch die reguläre Landeszentrale im Intereffe der Klärung der Lage dem Vorschlag einer Gewerfschaftskonferenz ernstlich näher trat, wurden die Kom munisten unsicher und versuchten, eine derartige Lösung hinaus. zuschieben. Denn sie mußten feststellen, daß die Arbeiterbewegung immer noch lebendig ist und die Arbeiter, trotzdem sie die Organisationen verlassen haben, sich im Hinblick auf alle Enttäu schungen der Bergangenheit von ihrer Mission einen flareren Begriff machen als früher. Der Kongreß scheint diese Annahme be Steigende Arbeitslosigkeit im Westen. Die gegenwärtigen finanziellen Berhältnisse der Städte zwingen die Verwaltungen, sich gegen jede neue Belastung, die ihnen aufstätigt zu haben. erlegt wird, mit aller Entschiedenheit zu mehren. Gegen die Besteuerung der öffentlichen Betriebe sind von Anfang an schwerwiegende und sehr beachtenswerte Argumente von den Städten vorgebracht worden. Der Gesetzgeber hat sie nur zum Teil als berechtigt anerkannt. Mit dieser Tatsache, wie sie durch die entschieden aber müssen wir uns dagegen ver: Gesetzgebung geschaffen ist, haben wir uns zunächst abzufinden. Ganz wahren, daß auf dem Wege über die Ausführungsbe ſtimmungen eine Regelung Plaz greift, die weder im Ein flang mit dem Willen des Gesetzgebers steht, noch den tatsächlichen Verhältnissen der öffentlichen Wirtschaftsunternehmungen gerecht wird. B. 2. über den bisher bestehenden Gemeinschaftsdienst auf einigen Linienstrecken noch hinaus wollen nicht verstummen. Eine solche Interessengemeinschaft würde natürlich eine erhebliche weitere Verbilligung der Unkosten bedeuten. Auch im vergangenen Jahr hat der Wiederaufbau der Hapag- Flotte weitere Fortschritte gemacht. Die Gesamtonnage ist auf 456 553 Tonnen( worunter 415 242 Tonnen von 76 Seeschiffen) gegen 449 337 Tonnen( davon 75 Seeschiffe mit 415 242 Tonnen) gestiegen. Drei weitere Dampfer mit 44 160 Tonnen befinden sich im Bau. Gegen den Stand von Ende 1920 mit 408 030 Tonnen, wovon nur 165 707 Tonnen Seefchiffe, ist also eine beträchtliche Zunahme eingetreten; der Frie densstand mit 439 Fahrzeugen, 1360 360 Tonnen insgesamt und 1307 411 Tonnen Seeschiffen ist freilich nur erst zu fnapp 40 Proz. erreicht. Ueber den Geschäftsgang im abgelaufenen Jahr wird gesagt, daß er trotz einiger Besserungen den ursprünglichen Hoff nungen nicht entsprochen habe, in erster Linie deshalb, weil der Frachtenmarkt immer noch ungünstige Säße aufweist. Im Bersonenverkehr mit Nordamerika zeigt sich eine Zunahme, die in erster Linie auf amerikanische Vergnügungs. reisende entfällt, deren Reiseziel wieder Deutschland geworden ist. Der Auswandererverfehr war stärker als im Borjahr. wo sich die amerikanischen Einwanderungsbeschränkungen besonders scharf geltend machten. Kleinwohnungsbaues durch Reichsgesetz vom 26. März 1926 bewillig Die Baukredite der Regierung. Von dem zur Förderung des ten Kredit von 200 Millionen Reichsmart hat der Reichsminister der Finanzen die ersten 40 Millionen Reichsmart zu dem Zinsfak von 64 Broz. bereit gestellt. Da die den Kredit vermittelnden Anstalten zur Deckung ihrer Kosten nur einen Betrag von höchstens ½ Proz. im Jahre erheben dürfen, erhält also der Bauherr diesen Zwischen kredit zu dem Zinsfag von 744 Proz. Kleine Befferung in der Eisenindustrie. Der Verein Deut Roheisengewinnung für den Monat März 1926 mit 716 654 scher Eisen und Stahlindustrieller gibt die deutsche Tonnen an. Sie betrug im Bormonat 631 367 Tonnen und im Monat März 1925, dem besten Produktionsmonat in der Nachkriegszeit, 990 606 Tonnen. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß der Monat Februar nur 28 Arbeitstage gegenüber 31 Arbeitstagen im März hatte, so daß sich für Februar eine durchschnittliche arbeitstägliche Leistung von 22 549 Tonnen und für März eine durchschnittliche arbeitstägliche Leistung von 23 118 Tonnen ergibt. Die durchschnitt. liche arbeitstägliche Leistung im März 1925 betrug 31 955 Tonnen. Die Tagesleistung ist im Monat März gegenüber Februar um 2% Pro3. gestiegen. Bon den 208 vorhandenen Hochöfen waren 79 im Betrieb und 42 gedämpft. Die Leistungsfähigkeit der Defen von arbeitstäglich 50 800 Tonnen ist nur zu 45 Pro 3, also noch nicht zur Hälfte, ausgenußt( Durchschnitt des Jahres 1925= 58 Broz.). Im großen und ganzen tann im Hochofenbetrieb eine leichte Befferung festgestellt werden. Köln, 16. April.( Eigener Drahtbericht.) Im lintsrheinischen Braunkohlengebiet hat sich in den letzten Wochen die Zahl der Erwerbslosen wiederum erschreckend erhöht. In einzelnen Betriebsverbesserungen in der Braunkohlen. Orten sind 50 bis 80 Proz. aller männlichen Erwerbstätigen ohne fabritation, die in immer größerem Maße Arbeitsträfte überflüssig werden läßt. Die Arbeitsnachweis stellen des Bezirks bemühen sich, Industriearbeiter für landwirtschaftliche Arbeiten zu vermitteln; doch ist taum anzunehmen, daß damit fühlbare Er. leichterungen geschaffen werden. Auch aus anderen rheinischen Industriebezirken wird ein weiteres Steigen der Er merbslosigkeit gemeldet. So ist z. B. die Erwerbslosenziffer für den Kreis Solingen in der verflossenen Woche um meitere 5 Broz. gestiegen. In Elberfeld hat die Zahl der Erwerbslosen in der abgelaufenen Berichtswoche ebenfalls eine weitere Steigerung erfahren. Bor einem Kampf in der englischen Maschinenbauinduſtrie Condon, 16. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhandlungen zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften der englischen Maschinenbauindustrie, die sich seit 1924 bingezogen haben, sind am Freitag nachmittag endgültig abgebrochen worden. Die Unternehmer hatten als Antwort auf die Forderung der Gewerkschaften nach einer Lohnerhöhung von wöchentlich 1 Pfund Sterling am Donnerstag einen Gegenvorschlag gemacht, in dem den Arbeitern eine wöchentliche Lohnerhöhung von zweieinhalb Schilling unter Bedingungen angeboten wurde, die von den Gewerkschaften als eine Verschlechterung der bisherigen Regelung betrachtet werden. Die Gewertschaften weigerten sich daher, dieses Angebot ihren Mitgliedern auch nur vorzulegen. Am Freitag unterbreiteten die Unternehmer den Gewerkschaften neue Borschläge. Auch sie wurden mit dem Hinweis, daß sie keine Verbesserung bedeuteten, abgelehnt. Als nächster Schritt ist nunmehr ein vom Verband genehmigter Lohnvorstoß der Maschinenbauer des Londoner Bezirks zu erwarten, auf den die Unternehmer voraussichtlich mit der Aus perrung der gesamten Maschinenbauarbeiter Englands antworten werden. In der Inflationszange. franzöfifchen Beamtengewerkschaft find am Freitag vom Miniſter Paris, 16. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Bertreter der präsidenten Briand empfangen worden und haben ihn auf die dringende Notwendigkeit der Anpaljung der Beamtengehälter an die steigenden Lebenstoften hingewiesen. Briand will im Laufe der nächsten Woche in einer Zusammenkunft mit dem Finanzminister und den Bevollmächtigten der Beamten versuchen, eine vorläufige schnelle Lösung der ftrittigen Fragen bis zur endgültigen Regelung durch die Regierung herbeizuführen. Werbewoche der Jugendgruppe des ZDA. Die öftlichen Abteilungen veranstalten eine Jugendfeier für die Angesicutenjugend: Conn'ag, 18. April, abends 7 Uhr, in der Aula ber Schule Frankfurter Ace 37. Brogrammfolge: 1. Beethoven- Rouzert für Violine und Alavier. 2. Begrüßungsworte: Ernst Ludewig. 3. Der Aufbruch, Jugendspiel von G. R. Müller. 4. Ansprache: Hans Gottfurcht, Borikender ber Ortsgruppe Groß- Berlin bes b. 5. Fantafie über bie Oper Stradella": 3. B. Singelee. 6. Gemeinsamer Schluk. gefang: Brüber, sur Conne, zur Freiheit. Cinlak 7 Uhr. Untoften beitrag 20 Bf. Raufmännische Lehrlinge, jugenbliche Angestellte, befucht biefe Jugendfeiez bez Jugendgruppe bes Zentralverbandes bez n geftellten! Moabit im Jugendheim Bremer Ede Wiclefftraße. Bortrag: Die Bedeutung Freie Gewerkschaftsjugend. Heute, Sonnabend, 7% Uhr, togt die Gruppe der Gewerkschaften". Dittreis: Sonntag Wanderung Fintenttua Brieifelong. Treffpunkt 11 Uhr vormittags Jugendherberge Briefelang. ( Gewerkschaftliches siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) SonaabenS Unterhaltung unö �Dissen Seilage Ses vorwärts Polarliebe. Von Zewgeui Aodorow. (Aus dem Russischen von Aons R u o f s � Drei Tage long schon seierie der Geist des Bösen Hochzeit. Heulte, stöhnte, raste, überschüttete alles,«vas ihm in den Weg kam. mit scharfem, stechendem, trockenem Schnee. Ringsum ober herrschte Rächt. O, wie furchtbar pflegt in solchen Zeiten die Polarnacht zu scinl Schneegestöber— die Purgoi Rein. nein, es ist nicht die Purga. Der Tschuktsch« Wattan kennt sein Land. O, wie gut er es Icnnt! So gut. wie die fünf Finger seiner Hand. Ben den großen Bergen bis zu dem großen Meer hat Wattan sein Land in den langen Iahren seines Lebens schon in jeder Richtung durchkreuzt. eine solche Purga aber hat er noch nicht erlebt. Rein, das ist keine Purga. Das ist die Hoelizeit de« Geistes des Bösen. Wieviel Schnee stch in den drei Togen auf dem Schlitten ongesonunelt hat. und die Zughunde sind kaum noch vor Schnee zu erkennen.... Jetzt ist die Hochzeit zu Ende. Die Tundra ist eingeschlafen. Totenstill«. Der Schlittentreiber Wattan weiß, daß sie jetzt wohl. behalten nach Maja gelangen werden. Darum singt Watton. Er ichaut auf die Hunde und singt: S) ihr Hündlein. ihr guten Hündlein!...* Er blickt zum Himmel hinaus und singt: .O du Himmel, du dunkler Himmel.. Bon allem ringsum fingt das freudige Herz Wottans. Er hört hinter seinem Rücken das zweite Hundegeiponn rennen, hört den Gesang seiner Tochter Ilineut: .Sanft wie ein Renntier ist die Tundra.... Sanft ist sie... Ilineuts Herz aber ist nicht sanft. Es ist heftig wi« die Brandung des großen Meeres. Es flattert wie ein Bogel. Warum ist mein Herz so wild? Worum? Mein Dater weiß es nicht.. Der alte Watton schüttell den Kopf und denkt: .Der Dater weiß alles, sieht alle»... Hinter uns fahren nach zwei andere Hundeschlitten, darin aber sitzen zwei Männer. Es sind keine Tschuktschen. Sie sehen nicht so aus. Ihr« Haut ist feiner und zarter als die der schönsten Frauen des Rardens. O. Wattan weiß, daß sie van weicher kommen. Wattan weiß, was«in ein- ziger von den großen, goldenen Knöpfen mit dem Bogel darauf wert ist, wie sie diese Leute an der Kleidung tragen. Der Tschuktsch« Tytella besitzt viele solche Knöps«. Er hat ein ganzes Säckchen voll davon. Ja derl Tykella kann dafür alle», was er nur will, in der Tundra kaufen....l* .0 ihr Knöpf«, ihr Knöpfe,' beginnt nun Wattan laut zu singen, »ihr goldenen Knöpf«... O. wenn Wattan viel«, sehr viele dieser Knöpfe sammelte, dann wäre er reich... O chr Knöpfe, ihr Knöpfe.' Ilineut» Augen leuchten wie die Soinmersonne. Freud« leuchtet au» ihnen. Wenn sie den Mann in dem dritten Hundeschlitten am sieht, dann lächelt sie und ihr« Augen funkeln. Der Reis glitzert wie ein Strahlenkranz an chrem schwarzen Haar, das unter der Mütze vorquillt. LI... O!... Ol...' ertönt ihre hell«, freudige Stimme: ,0!... 01... 01.. Di« Hunde stürmen rasend dahin. Di« Tundra eilt an chnen verüber. Sie kommen Maja immer näher.... Bald werden sie dort sein. Bei einer Rast steigt der große Mann au» dem Schlitten, geht zu Ilineut hin und steht zu, wie st« den Hunden Stücke hartgefrorenen Renntiersleisches zuwirft. Wie gierig st« die Stücke ausfangen, wie wütend sie übereinander herfallen! Ein unheimliches Feuer leuchtet aus ihren Augen. Wilden Tieren gleichen sie jetzt.... Der große Mann läßt seinen Blick zu Ilineut hinüberwandern. Er greift noch ihrer Hand und blickt ihr lange, sehr lange in die Augen. Sonne lachen ihm ihre Augen entgegen. Dann umsaßt er sie. sagt ihr ciwa». Das Mädchen lacht laut und anhastend. Der aste Wattan hat sich abgewandt und gibt sich den Anschein. als sähe er nichts. Er prüft das Hundegeschirr nach. Jetzt fahren sie wieder. Ilineut lacht freudig und singt. An einer anderen Raststelle, bei dem Nomadenlager am Bache Nyku, kam es unter den Hunden zu einer schlimmen Beißerei. Ilineut stürzt« mit einer Peitsch« mitten unter sie und trieb sie weit auseinander. Der große Mann aber folgte Ilineut nach. Dann blieben sie beide lange aus. Plötzlich traten sie aus dem äußersten Zell hervor. Wie war das nur den Blicken des alten Wattan ent- gangen? Des großen Mannes Gesicht war gerötet, Ilineut aber war lebhaft wie ein junges Renntier. Mit den Augen rief sie den Vater zu sich heran. Der alte Wattan kam chnen entgegen. Ilineut lachte vergnügt: „Doter. der große Mensch ist mein Mann geworden.. Wattan schüttest« den Kops: »Ilineut, du meine Tochter, jedes Mädchen muß seinen Wann haben, ober die blassen Männer aus der Fern« könne« nicht die Männer unserer Töchter sein: sie sind zu schwach für sie...' Ilineut? Augen leuchteten auf: »0, Vater, wenn du wüßtest, was für ein tüchtiger Mann er war! Was für ein tüchtiger Mannt Noch keine einzig« Tochter der Tundra hat einen Mann gekannt wie diesen! Und zudem ein frei. gebiger Mann. Er hat mir zum Andenken...' Ilineut öffnet« die Hand: darin lagen vier kupfern« Knöpfe mit Doppeladlern. .Bier Knöpf«!' rief Wattan erstaunt aus..0, dein Mann ist ein verderbenbringender Mensch. Er wird hiermit dein Leben zu. gründe richten.. Ilineut schüttelte ihr Köpfchen. Als die Hunde wieder verge- spannt waren, trat der alle Wattan an den großen Mann heran und sagte: J)ött einmal, das war nicht gut von dir gehandelt... du... Der große Mann wurde verlegen und begann in seinen Taschen zu suchen, aber Wattan ergriff sein« Hand«. Löre einmal, du hast Ilineut verdorben. Du hast ihr viel zu viel gegeben. Bedenke doch: vier Knöpfe! Du hastest ihr doch nur zwei zu geben brauchen.... Nun wird st« keinen Mann mehr finden. Sie wird aus deine Liebe stolz sein. Du hast sie verdorben. 0. du hast ihr zuviel gegeben. Nimm ihr zwei Knöpf« wieder ab.' Der große Mann schüttest« abweisend den Kopf und setzte sich in den Schlitten. »Ol... Hol... Ho?/ rief Ilmeuh und die Hund« stürzte» wie rasend davon. In Ilineuts Augen brannte Jeu«. Der blaffe Mann log in seinem Schlitten und dachte: »Wi« willfährig doch dt« Tschuklschenweib« stndl' Wattan aber lang: »Frei wie der Wind find die Tschuktschenweib« Der Wind bläst an. wen er will, das Tschuktschenweib wählt, wen si« wag, sich zum Mann. So oft als der Wind sich in der Tundra wendet, so viel« Männer kann ein Tschuktschenweib hoben. Doch nie. nie wird in der Polarnacht die Sonne scheinen.... Und niemal?, niemals wird ein Tschuktschenweib sich ohne Liebe hingeben!' Diesem Liede lauschten die seierllche Polarnacht und die schweig. same Tundra und— verstanden es. Der Zwiespalt üer modernen Iran. voll Lola Landau. Während der menschliche Geist sich die Welt unaufhörlich ver- ändert, scheint die Natur in der Wiederholung ewiger Gesetz« still- zustehen. Ihr Kreislaus, der sich immer zu demselbeu Ansang zurück- dreht, ist eine Form großartiger Ruhe, unerschüstert. ab auch die Zickzackblitze menschlicher Bewegungen darüber hinweqjagen. Erde treibt Frucht. Wasser quillt. Licht strömt. Wir sahen in der blutigsten Periode der Geschichte wie die Menschen, die ganze Wälder mit gigantischen Eifenstücken ausrodeten, doch nicht imstande waren, den Frühling aufzuhallen. Hier in der Natur setzt sich dem Junglehrer in Not! Zunqlehrer in vot? Zm deutschen Land Den weg in die Schule versperrt eine Hand. Junge Kraft kann nicht hinein, Zunge Kraft will tätig sein. Der Zugend. die harrt und nicht wirken kann. Bahnt endlich der Zagend den weg voran! ruhelosen menschlichen Geiste das ewige Sein entgegen. Hier setzt sich der Mensch, aus Geist und Natur gemischt, sich selbst emgegen, so daß seine Fortentwicklung immer von dem rasenden Zweikampf seines Wesens begleitet wird. Menschlicher Fortschritt— ein Ringen ohne Ende— und immer verzweifelter, je weiter sich der Geist, Kultur von dem ewigen Rest Natur entfernt. Die Eiitwicklung der modernen Frau ist eine solche Erscheinung. Gerade hier ist unter dem Scheinbild des harmonischen Fortschritts die Spannung in ständiger Steigerung begriffen. Die Frau, viel mehr Natur als der Mann, ist selbst ein Stück Erde, dos blüht und Frucht trägt. Aus ihr wächst das Kind. So hol die Frau Jahr- bunderte gebraucht, bis sie aus dem xefessesten Pflanzcmum über- Haupt in Geistigkest aufstieg. Gewiß gab es zu asten Zeiten Frauen, die sich losrissen und als überragende Persönlichkeiten voraneilten. Aber hier soll von der Gesamtheit des Geschlechts die Rede sein, und da war es totsächlich erst Ereignis der letzten Jahrzehnte, daß die Frau sich aus ihr geistiges Mitmenschentum besinnen konnte. Dann allerdings mit erstaunlicher Schnelligkeit. In rascher Folge eroberte sie alle Btldungsmöglichkeiten. beinah alle Verufsmöglich- keiten uird endlich das gerechte Recht politischer Mitarbeit. Ein neuer intellektueller Frauentqpus scheint erstanden, kühn, mit einer säst jünglingshaft stürmischen Sachlichkeit, die cüie unausrottbar« launische Anmut streng gezügest hast. Das Slnilig. die Lippen geschlossener als bei der früheren Gensration, wie mit einem Visier des Wissens bedeckt, das Temperament nicht so krauslinig, also scheinbar gereist zu einem hochgearteten Geschöpst der neuen Zeit. Und doch ist diese Selbstverständlichkeit nur die moderne äußere Tracht, unter der das zwiespältige Seelenschicksal des ganze» heutigen Frauengeschlechts sich verbirgt. Die Frau bleibt Weib. Immer wieder überwältigt sie ihre körperliche Bestimmung. Dann bleibt si« mir Stöfs, in dem der Wille der Natur sich formt. Dos Bewegungslose, das Leidende, Lehm, aus dem erst Gou den Men- scheu schasft. Und dieser körperlichen Bestimmung treiben sie mit elementarer Gewall alle Wünsche, alle Sehnsüchte, alle slarlen In- stinkte entgegen. Kein Wissen, kein Wille rettet sie davor. Es bleibt der Instinkt zu reizen, zu gefallen, der Instinkt schön zu sein. Ein ewiger Instinkt der Frau. Es geschieht täglich, heute»nd ümner, daß sie über der Schönheit alles vergißt und nichts anderes fein will als ein Bild zum Anschauen, Erscheinung, ein Ding der Voll- cndung. und daß sie, in ständiger Mühe schön zu sein, ihr beglücken- des Werk sieht. Zlber springt sie aus dem Rahmen des Bildmähigen heraus, um zu fliehen in Sphäre» des tätigen und bewegten Le- Kens, so läßt sie auch hier die Natur nicht los. Die Frau wirkt naturhaft durch ihr Wesen. Lächelt sie. so weckt ihr Lächeln, weint sie. so heilt ihr Weinen. In vielfarbigen Strahlen glüht das Prisma ihres Wesens zerstreute und ungeahnte Kräfte. Sie schafft um sich eine Atmosphäre, einen Keimboden, in dem Menschen märz- Haft emporblühn. Sie ist der Sammelpunkt, um den die Bewegten und Gestastenden kreisen. Sie ruht in sich selbst. In der Erde verankert wächst sie hoch in die Stille. Denn ihr Wesen ist ihre Tat. Rur dadurch, daß sie ist. tut sie viel, geschieht unendlich viel. Dos sanfte Gleiten ihres Gongs kann einen Verzweifelten retten. Ein Staunen in ihren Augen weckt Fragen auf. die in Finsternisse stürzen. Eine Bewegung ihrer Hand kann einen Mensehen zu der entscheidenden Tot bestimmen oder zurückhalten. Die Gebärde der Madonna, die ihr Kind an die'Brust hebt, soll täglich die größte Revolution der West, Liebe auf Erden, entzünden Welche er- Ichütternde Verantwortung für die Frau. Wieviel tonn sie tun mir dadurch, daß sie ist, daß sie schwebt in Güte, Wolteichastigkeit emer besseren Welt. Jedoch die Beschränkung aus diese« Tun genügt ihr nicht mehr. Das Tun des Mannes hat sie für sich erobert. Dem Manne gleich, will sie nickt mehr wesenhaft, sondern werthaft tätig leben, nicht mehr sein, sondern schaffen, nicht Bildnis mehr, sondern Bildnerin, nicht Musik mehr, sondern Ruf un Getöse des Marktes. Nicht mehr soll sie an ihrem Herzen die Dinge fassen und hallen, sondern si« Sortrollcn im Getriebe der Welt. Zum Zwesten Male ist Eva aus cm paradiesischen Garten auf die Straße der Arbeit hinausgestoßen und niemand hilft ihr als sie selbst. Frauenorbett gab�es schon in astet Zeit. Landarbeiten, Mägde- arbeiten, kunstvolle Stickereien, Teppichwebereien. Meckerei von Handschristen, also sogar Ansatz zum Kunstgewerbe. Frauentüchttg- keit und Frauenbegabung hat es immer gegeben. Nur daß die)« Arbeit innerhalb eines Heims, eines Einzelhauses geschah, oder m abgeschlossenen Klöstern und Schlössern, nicht in der scharfen Luft der offenen Welt. Nur daß diese Arbeit nicht in den Mittelpunkt des Frauenlebens gestellt wurde, ihren Tag und ihr Jahr beherrschte. Die Frauenarbeit von heute läßt der Fron kaum Zeit, sich selbst in einer Pause anzuhören. Der Tag ist erfüllt mit betriebsamem Lärm. Der Abend wird durch Abgespanntheit festen ein Feierabend. Was bleibt übrig für das schöne Spiel des Frauenwesens, für dos Ausatmen der eigenen tiefsten Natur? Die einfache Frau, die den ganzen Tag in der Fabrik zubringt, hat nicht einmal Zeil, Mutier tu fem. Im Krieg« hat die Frau allerschwerste Berufsarbeit geleistet. Eine bewundernswerte Probeleistung ihrer Kraft. Aber erschreckte es nicht manchmal, wenn man diesen?lrbeiterinnen in Männer- iracht begegnete, die Haare unter der Mütze versteckt, so daß sie Frauen überhaupt nicht ähnelten? Nicht etwa, daß die Tracht im geringsten abstoßend wirkte: ober daß die Gesichter horten Männer- gesichtcrn glichen, von denen alle frauliche Weichheit gewichen war. das ctschreckte Hier schien ein drittes Geschlecht entstanden, ein gcschlechtloses Geschlecht, das wie die geschlechtslosen Bienen nur Arbeit zu leisten hatte. Man schauderte, wie die Not der Zeit Menichen mißbrauchen mußte. Tatsächlich liegt hier eine Gefahr für die Entwicklung der Frau von heute. Wieder wird die Spannung zwischen Fortschritt und Nawr so groß, daß sie droht zu reißen. Die Natur rächt sich durch.Katastrophen, wenn man sie verachtet. Und die Frau, die selbst Natur, ein Stück Erde ist, kann niemals ihre Wurzeln gan.z lösen, ohne daß ihr Bestes, Blüte, Dust des Wesens, abstirbt. Selbstverständlich würde die Hemmung des kulturellen Fort- schritt? eine» Rückgang bedeuten. Aber wäre es nicht zu wünschen. daß die Frau, wenn sie aus chrem Haus« in das Brausen der Straßen hinaustritt, gerade chr wirkliches Wesen, ihre frauliche Eigenart, in das Getümmel hineinträgt? Und daß sie in dein Chor der Stimnien, in dem sie jetzt mitsingen darf, Sopran ist und Melodie?— Es mag der seelische Verwandlungsprozeh sich bei manchen als bewußte Krise äußern, bei den nieisten vielleicht unbewußt zehren. Jedoch ist er am wenigsten spürbar bei den Frauen, deren Berus dem urzuftändlichen Wesen des Weibes am nächsten cot- spricht. Der Sinn der Entwicklung ist nicht Glück. Der Sinn ist auch hier Verzicht. Für eine hellere Klorhest das Opfer einer dumpferen Glückseligkeit. Die Liebeszeit öes Dachses. Von Hans Bongardt. So lebte die Fähe ihre Tage einsam wie«in Einsiedler, ohne Freunde oder Nachbarn. Es war schwer, aus die Dauer mit den anderen auszukommen. In der Einsamkeit aber hatte mem keine Rücksichten zu nehmen. Und das war ganz nach ihrem Sinn. Einmal aber— an einem schönen Herbstmorgen war es—, da stand plötzlich wie aus dem Boden gewachsen, ein junger Daft)s neben ihr, als sie gerade eme Kreuzotter verzehrte. Wie seltsam, dachte die Fähe, wie kommt der wohl in meine Einsamkeit, dazu noch am hellichten Tag? Der Dachs umkreist« sie spielend in testen Sprüngen, sah aus seinen kleinen Augen bald schallhast, bald ver- liebt zu ihr herüber, lockte in den settsamsien Tonen und zog oll- mählich seine Kreise enger und enger. Seine Augen wurden feuriger, die Bewegungen stürmischer, und der zitternde Purzel oerriet Leidenlchaft und verhastene Erregung. Es war ein schmucker Bursche, schlank und sehnig, mit glänzendem Gewand und einem tadellosen Bieg. Die Fähe wußte wohl, was das alles zu bedeuten hatte, und verhielt sich spröde, warf sich aus den Rücken und scknapple Mic gelongweilt nach vorbcisurrenden Käser» Nur die Bewegungen des Purzels verrieten dem Jüngling, daß er auf dem rechten Wege war. Dies« Erkenntnis verdoppelte seinen Mut, so daß er täppisch sich näher heranschlich und spielend die Fähe in den halbverstcckien Lauscher biß.„Wu— Wrumm!" knurrte die Fähe behaglich und legte sich auf den Wanst. In demselben Augenblick vernahm sie ein aufgeregtes heiseres Knurren, und vor ihr stand ein alter, prächtiger Dachs, der sich blitzschnell zum Sprunge duckte und sich wie ein Donnerwetter aus den Jüngling stürzte, der sich zähnesletschend tapser zur Wehr setzte. Es war ein Kampf aus Leben und Tod, dem die Fähe aus ver- träumten Augen gleichgültig zuschaute, als gingv sie das alles gar nichts an. Der Kampf endete mit einer völligen Niederlage des unerfahrenen Jünglings, der schließlich hinkend und blutend d'e Flucht erarifs. Der atte Dachs aber leckte svrgsästio ixi» Blut von seinen Lausen, ordnete sein Haarkleid»nd machte seiner Schonen allerhand Komplimente, führte die selliamsten Liebesreigen auf, die, soweit seine Erfahrungen reichten, stets ,�um Ziele führten, und dann waren sich die beiden auch schon einig— der siegreiche Dachs durste der schönen Fähe in ihren Bau folgen. Es begannen nun Tage, die dar Fäkte unvergeßlich bleiben sollten, obschon es auch Stunden gab, in denen ihr die Gesellsch-rt des netlieblen Dachses lästig fiel, da sie nächst der prallen Sonne die Einsamkeit über olles lieble. Die glückspendende Ranzzeit war jedoch nur von kurzer Dauer. und so kehrte der Dachs eines Tages wieder in seinen eigenen Bau zurück, wo er bald wieder ein griesgrämiges Dasein führte und in seine alten schwermütigen Grübeleien verfiel. Die Fähe aber rüstete sich auf den rnchenden Winter. Sie holte von neusin Moos. Laub und Farne herbei und polsterte damit den Kessel so sorgsältiq wie eben möglich aus. Dann besorgte sie die nötigen Vorräte, indem sie Eicheln. Bucheckern, Möhren und Rüben herbeischleppte, nou denen sie his znin Eintritt der eigentlichen Külte lebte. Sobald dann die letzten Vorräte aufgezehrt waren, rollte sie sich znsanimen, steckte den Kaps zwischen die Vorderbeine»nd schlief— wie ein Dachs... IMit Erlaubnis des Vcrlaqes Carl R-ifiner. Dresden.) Da» Spielzengmnfeum in Moskau. In Moskau ist vor kurzem ein einzigartiges Museum errichtet worden. Es ist dies das „Museum der Kinderspielzeuge'. In Rußland war das Spielzeu? von jeher ein künstlerisches Produkt der Aauerarbeik. Die russischen Banernspielzeuge sind durchweg originelle Kunstwerke: was übrigens durch die Tatsach« bestätigt wird, daß diese Art russischer Heimkunft auch im Ausland, bc'ondcrs in der Spielzeugindustrie. großen Anklang findet. Im Maskauer Museum sind ungefähr zehntausend verschiedene Gegenstände ausgestellt. Man kann dort die Spielzeuge der aristokratischen Kinder aus den vierziger Iahren des vorigen Jahrhunderts bewundern. Es sind gan,ze Puppen- zimmer mit feinen Möbeln und kostbaren Einrichtungen, in denen reizende Puppen in schönen Krinostne-Kleidern auf kostbar«, kesseln ruken. Daneben kann man aber auch einfache Bauern- spielzenge. Puppen au» Stroh, Lappen und Wolle, sehen. Ein Gang durch dos Museum vermittelt eine Vorstellung von der Entwicklung der russischen bäuerlichen Heimkunft und ist eine anfichluhresch.' Schau der Entwicklung rujfifcher Kultur. Fertige SakkoAnzüge für junge Herren Brustweite 82 cm Hellgrau melierter Cheviot, Fischgratgewebe, einrei- 42.hig, solide Ausführung M. Modefarbiger melierter Cheviot, feines Fischgratgewebe mit Streifen, flotte einreihige Form 53.Dunkelgrauer mellerter Cheviot mit modernem bunten Ueberkaro, einreihige Form. 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