kk.lSZ ♦ 43« Ausgabe A Nr. 93 vezmHSprei«- •Mtaflt« n Cfonric,»»»»m« »/- Reick«»«» wcnu mMtot. Unter Rtriafconb föt Rattfcklafc. »oiuifl, 6aa» und SPtaaeUebitt. Ccfterttick. EUnntit Euimhut* 4,50 Reichs««», flb tws Uti« «uslant 540 Reichs««»«T» Msnat, Cct.SstDizts*»tt der Bnnirfn« beila«.voll und Reit' mit.Sied- luns und»Irinsartea' lo«i« der veila«, �luterbavun« und«iffen» und Arauendeilu«».ffmienftunH' erscheint»»ckentiMch imeimal. gonntofl» und Montan» einmal. Morgenansgabe releoraann-AdreU«: ■CwWktBatrs» San** (jö ) � f Devlinev VolksblÄtt Zentralorgan der Sozialdemokrat» fchen Partei Deutfcblands Snjetqenvrcife: vi« e< n f e a 1 1 i«< R-n»ar«III«> »eile SO Pfenni«. Reklame»«,!» 6,— Reichsmark.„Kleine«nKiacn* das kettaedruckte Wort 25 Piennl« kiulliksta Zwei kettaedruckte Worte». Kde» weiter« Wort 12 Pfennig. Etellenaeluck« da» er»« Dort li Pfennig. lede» weitere Wort ll> Pfennig. Worte über 15 Buch- Itaben läftlen für zwei Worte Arbeitsmarkt Reil« SO Pfennig. Gamilienan, eigen für Abonnenten »eile 40 Pfennig. Anzetgen für die nick Ii« Nmmner müssen bi» 4id Uhr nachmittag» im bauntgefchäft Berlin SWt«. Linden- ftraie 5. abgegeben werden. Geöffnet von 8% Ubr Irllb bi» 5 Ubr nachm. Ueüaktion und Verlag: Serlin SW. HS, Linöenstrahe Z Fernsprecher: Tönhoff 292—297. Dienstag, den 20. April 1926 vorwärts-verlag G.m.b.H., Serlin SW. HS, LinSenstr.Z Pofifcheckkontot Berlin Z7 53»- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten »nd Beamten Wallftr.»»! Vi,k»at»-Stlelllckaf«. venofitenkaste Lindenstr. 3. /lbö el Krim soll verbannt werben. Die Spanier als Scharfmacher.— Frankreich ist dagegen. parl». 19. April.(Eigener Drohlbericht.) Der Hauptgrund für die Vertagung der Verhandlungen io Marokko scheint die von den Franzosen und Spaniern geforderte Entfernung Abd el Krim» nicht nur au» dem vis. sondern, wie die letzten Meldungen besagen, auch an» jedem mohammedanischen Lande zu sein. Diese Forderung, die aus Veranlassung Spanien» gestellt worden ist. wird selbst von dem sronzösischen Dele- gierten. General Simon, nicht für zweckmäßig gehatten. 3n den französischen Kreisen vordafrikos fleht man in der Autorität, die Abd el Krim bei den visstämmea genießt, eine Gewähr für die glatte Durchführung der zu vereinbarenden Friedensbedingungen und hält daher seine Anwesenheit im vis für erforderlich. Außer- dem unterstreicht man. daß die den Riskobylen gestellten Bedingungen keinen ultimativen Eharakter tragen und lasotge- dessen der weg zu einer neuen Kompromißlösung nicht vollkommen verschlosien ist. Zm französischen Außenmlnlsterium hat am Montag vormittag eine Konferenz stattgesunden, an der»eben dem Ministerpräfidentcn vriand und Kriegsminister Painlevö auch der französische Generolrefideat In Marokko, Steeg, und Marschall Pötain teilnahmen. Nach dem Ausgang der Konferenz erklärte Painlevö, daß die Verhandlungen, mit dem Feind« bald zu einer Einigung zu gelangen, fortgefehi würden. Sie würden ziveisello» aus Schwierigkeilen stoßen, aber es bestehe die hossnung, sie überwinden zu können. Der Ministerpräsident hat außerdem den spanischen Botschafter in pari» empfangen. Erst am Tonnerstag gehen die Besprechungen weiter. pari». 19. April.(EP.) Beim Derlasien des Außenmimsteriums erNärte P a i n l e v e, die Verhandlungen würden fortgesetzt, und mindestens auf französischer Seite bestehe der lebhafte Wunsch, zu einem Ergebnis zu gelangen. Es sei mit einigen Schwierig- leiten zu rechnen, aber die für die Fortführung der VerHand- lungen getroffenen Dispositionen seien nicht abgeändert worden. Die nächsten Besprechungen mit den Delegierten des Rif- gebietes sind auf Donnerstag, den 22. April festgesetzt worden. Man erwartet in Udjdo bis dahin den im Flugzeug abgereisten Kaid Kadda mit der Antwort Abd et Krims auf die von der französischen und spanischen Regierung bekanntgegebenen Bedingungen zurück. Einberufung ses Auswärtigen Ausschusses. Sin Verlangen der Sozialdemokratie. Im Auftrage der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion bat sich der Genvsie Hermann Müller an den Vor- sitzenden des Auswärtigen Ausschusses, den Abgeordneten yergt, gewandt und die Einberufung des Auswärtigen tlusschuffes zwecks Erörterung der Russenoerträge b e- antragt. Das Ersuchen wird damit begründet, daß bisher im Parlament über die feit etwa einem Jahre laufenden Verhandlungen keine Mitteilungen gemacht wurden, und, wie es heißt, die Verhandlungen vom Auswärtigen Amt dem- nächst zum Abschluß gebrocht werden sollen. Eöbe über üen volksentsckeiü. Volksentscheid Ende Juni.— Nervosität der Regierung. Breslau, 19. April.(Eigener Drahtbericht.) Auf einer Bezirks- konferenz der Sozialdemokratischen Partei Mittelschlesiens hielt Reichstagspräsident Löbe eine Rede über die politische Lage und die nächsten Aufgaben der Partei. Er ging von dem glänzenden Erfolg des Bolksbegehrens aus und erklärte, es gelte jetzt, die Teilerfolge dieser Aktion, die sich in Entgegenkommen der bürgerlichen Mitlelparteicn ausdrücken, zu sichern und von da aus den Feldzug für das weitergehende Ziel der Enteignung zu Ende zu führen. Der Reichstogspräsidrnt erwartet die Vorlegung des neuen Regierungsentwurfs an den Reichstag am Mittwoch und den Volksentscheid für Ende Juni. Die Anhänger der Eni- eignung hätten für diesen zweiten Abstimmungstamps noch st a r k e Stimmreserven. So seien z. B. in einem einzigen Land- kreise Mittelschlesiens von 74 Gutsbezirken 41 ohne jede Ein- t r a g u n g für das Voltsbegehren geblieben, ebenso eine Anzahl Gemeinden desselben Kreises, wo offenbar die Oeffentlichkeit des Verfahrens abschreckte. Die Methode des Volksbegehrens werde jetzt auch für die beiden Aufwertungsentwürfe onge- ivandt werden, den Befischen Plan einer Svprozentigen Aufwertung aller Hypotheken und die Forderung des Sparerbundes nach IvOprozentiger Aufwertung. In den Kreisen der Reichsregierung fei man dadurch so nervös geworden, daß dort bereits der Gedanke einer Einschränkung der Zuständigkeit von Volts- entscheiden durch Verfassungsänderung erhoben werde. Die Stellungnahme der Sozialdemokratie im Reichstag fei bekanntlich so weit gegongen, daß im Vorjahre 40prozentige Aus- wertzing von uns vertreten wurde. Außenpolitisch wandte sich Löbe gegen die russischen Angriffe aus den Völkerbund. Solange die eigene Kraft der Arbeitertlasie zur Krtegsoerhinderung noch nicht ausreiche, dürften wir keine Organisation auch kapitalistischer Staaten unbenutzt lasten, die dem Frieden irgendwie dienen könne. Mißbrauch des Völkerbundes für einen antirussischen Krieg wäre in Europa so unpopulär, daß alle Festlandstaaten mit Ausnahme vielleicht von Polen daran zerbrechen würden. Wir deutschen Sozialdemokraten hielten am Eintritt in den Völkerbund nicht zuletzt deshalb fest, weil wir darin eine Sicherung für die Abrüstung auch unseres eigenen Lande» sehen. Di« Frage des Ratssitzes für Polen dürfe von der deutschen Außenpolitik nicht als Prestigefrage behandelt werden. Das Schlußwort von �lsmus. Urteilsverkündung Dienstag Z Uhr. Chemnitz, 19. April.(Eigener Drahtbericht) Im weiteren verlaus seine» Schlußworte, ging«smus noch einmal aus seine Verhandlungen mit der G en ero l staa t»a n w a lt» schaft und dem Iustizminister Bünger ein. Daß der General st aatsanwalt nicht an feine Schuld geglaubt habe, beweise am besten die Tatsache, daß er selbst seinerzeit beantragte, da» Versahren einzustellen. Er(Asmu») Hab« sich aber dagegen verwahrt, weil man ihm den Vorwurf der Unfähigkeit machen wollte. Der Generalstaatsanwalt wollte, ich sollte von meinem Posten verschwinden. Und Oberswats- anmalt Weber verwies dabei auf den Oberstaatsanwalt Heiland in Bautzen, bei dem es ebenso gemacht wurde. Wo ist es jemals vorgekommen, daß die Antlagebehörde mit einem Verbrecher paktiert hat? Mit erhobener Stimme erklärt Aemus dann:.Ich will ins Zuchthaus, wenn ich mich schuldig ge- macht habe, aber ich bin unschuldig."' In juristisch und rhetorisch glänzender Weise behandelte er dann den§ 346 und weist an Hand von vielen Kommentaren erster Juristen nach, daß dieser Pora- grqph aus ihn iffcht angewandt werden kann. � Zum Schluß erklärte Asmus:.Vor Ihnen steht ein Mann, der von seiner richtigen Handlungsweise überzeugt ist. Ganz Deutsch- land wartet mit größter Spannung auf das Urteil. Seien Sie über- zeugt, daß im Falle einer Verurteilung eine ungeheure Beunruhi- gung in die Beamtenschaft getragen würde, denn jeder Beamte müßte zittern und zagen, sein freies Ermessen wäre beeinträchtigt. Ich erwarte meine Freisprechung,, aber nicht nach der Richtung, wie der Oberstaatsanwalt es wünscht, der mich für unfähig erklären lasten will. Ich habe das Gegenteil bewiesen und hoffe, daß dos Gericht nach eingehender Prüfung und Beratung mich unbefleckt aus dem Verfahren entlasten wird." Das Gericht zog sich dann zur Urteilsberatung zurück. Das Urteil wird am Dienstag nachmittag um 3 Uhr verkündet werden. Reichsregierung unü 1. Mai. Regelung des Dienstes. Amtlich wird mitgeteilt: Das ReichstabineU Hot hinsichtlich des Dienstes a m 1. Mai die gleiche Regelung wie in den Dorjahren beschlosten. Dies« Nicht- limen lauten: „In den Ländern, in denen der 1. Mai als gesetzlicher Feiertag landesrechtlich anerkannt ist, ist auch in den Reichs- Behörden und-betrieben auf die Landesgesetzgebung Rücksicht zu nehmen. In den Ländern, in denen der 1. Mai nicht als gesetzlicher Feiertag gilt, haben Beamte, Angestellt« und Arbeiter, welche zwecks Teilnahme an einer Feier am 1. Mai dem Dienst oder der Arbeit fernbleiben wollen, rechtzeitig bei ihrem Dienstvorgesetzten um Be- freiung vom Dienst nachzusuchen. Solchen Anträgen ist g r u n d- sätzlich überoll soweit zu entsprechen, als dadurch die not- wendige Fortführung des Dienstbetriebes nicht in Frage gestellt wird. Bei der Entscheidung über derartig« Gesuche soll nicht eng- herzig verfahren.werden. I Die hiernach beantragte und bewilligte Freizeit ist bei Beamten und Angestellten aus den Erholungsurlaub anzurechnen. Das Gleiche kann auf Wunsch bei Arbeitern geschehen. Wird von Ar- beitern nicht ausdrücklich um Anrechnung auf den Erholungsurlaub nachgesucht, so wird für die Dauer der Arbeitsversäumnis Lohn nicht gewährt.# Von der Anrechnung aus den Erholungsurlaub oder der Lohnkürzung kann abgesehen werden, wenn die Rochholung der oer- säumten Arbeitsstunden a n d e r w e i t s i ch � g e st e l l t ist. In Be- trieben, in denen Dienstbesreiung zur Befriedigung religiöser Bedürfnisse an staatlich nicht anerkannten Feiertagen ohne Anrech- nung aus den Erholungsurlaub und ohne Lohnkürzung gewährt wird, gilt da» Gleiche auch für Dienstbesreiungen am 1. Mai.' Das neue Palästina. Engländer, Araber und Juden im„gelobte« Land-. Von Felix Fechenbach. Jerusalem. 7. April 1926. Dieses Land, um das schon viel Blut geflossen ist, dies Fleckchen Erde, von dem drei Religionen ihren Ursprung her» leiten, ist durch den Ausgang des Weltkrieges in ein neues Entwicklungsstadium getreten, das dem langjährigen, zähen Kampf des Zionismus, um Schaffung einer nationalen jüdi- schen Heimstätte, die Möglichkeit zur Verwirklichung seines Zieles gab. Ihren Ausgangspunkt nahm die neue Entwick- lung der Balfour-Detlaration. Der damalige englische Außenminister Balfour erklärte am 2. November 1917 in einem Brief an Lord Rothschild, der ihn der zionistischen Or- ganisation übermitteln sollte, die englische Regierung betrachte die Schaffung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volt mit Wohlwollen und werde die größten An- strengungen machen, um die Erreichung dieses Zieles zu er- leichtern. Die englischen Truppen zogen im Dezember 1917 w Jerusalem ein. Im Laufe des Jahres 1918 kam dann auch das nördliche Palästina in englische Hand. Es wäre aber ganz falsch, anzunehmen, daß England um des zionistischen Zieles willen diese militärischen Anstrengungen unternahm. Palästina war für die englische Orientpolitik von besonderer Bedeutung, und würde der Zionismus nicht schon bestanden haben, die klugen Engländer hätten ihn sicherlich erfunden. Das englische Versprechen wurde dann durch Be- schluß des Völkerbundes im Juli 1922 eingelöst. Auf Grund des Artikels 22 der Bölkerbundssatzung bekam England das Mandat über Palästina übertragen, zugleich bekam Frank- reich das syrische Mandat. In dem entscheidenden Artikel 2 des Palästinamandats wird England dafür verantwortlich gemacht, die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte zu sichern, und zwar unter Entwicklung von Selbswerwaltungs- institutionen, sowie bei Wahrung der bürgerlichen und religiö- sen Rechte aller Einwohner Palästinas, ohne Unterschied der Rasse und der Religion. Von den Selbstoerwaltungsinstitutionen ist heute, abgesehen von einer begrenzten kommunalen Selbstver- waltung, so gutwienichtszu spüren. Im allgemei- nen läßt England das Mandatsgebiet durch eine englische Be- amtenautokratie verwalten, deren oberste Spitze der High- Eommissioner Feldmarschall Lord Plumer ist. Die Schaffung eines legislativen Rates ist an der arabischen Bevölkerung ge- scheitert, deren nationalistische Führer mit den von England gemachten Zugeständnissen sich nicht begnügten. Auf der an- deren Seite haben die Zionisten es durchaus nicht sehr eilig, für Selbstverwaltung einzutreten, solange sich die Bevölkerung noch vorwiegend aus Moslemin zusammensetzt. Durch die nach Kriegsende einsetzende jüdische- Einwanderung ist die jüdische Bevölkerung inzwischen auf 130 00(1 Köpfe gestiegen. Daneben gibt'es noch 80 000 Christen(darunter viele ara- bische), und das Gros der Einwohnerschaft sind 470 000 Moslemin.' 1 Die politischen Parteien der Araber stehen in Opposition zur englischen Regierung in Palästina, sind aber in zwei Gruppen geteilt. Die Christlich-Muselmanische Union umfaßt die Jntransingentesten. die völlige Unab- hängigkeit von England, also ein selbständiges Palästina fordern. Dagegen würde die nationalistische Partei unter gewissen Bedingungen bereit sein, mit der Mandats- regierung zusammenzuarbeiten. Sie verlangt allerdings auch größere Rechte für einen legislativen Rat, als die Engländer bereit sind, zuzugestehen. Letzten Endes erstreben beide Gruppen ein selbständiges Palästina. Das kam auch deutlich in einer Unterredung zum Ausdruck, die ich mit dem Redakteur eines arabisch-nationalistischen Mattes hatte, also mit einem Vertreter der opportunistischen Richtung. Vor allem verlangt er die Beseitigung der Balfour-Deklaration und der entsprechenden Bestimmung im Mandat, und er pro- klamiert ein hundertprozentiges Recht der Araber auf Palästina. Man könne sich deshalb auch nicht mit einer teilweisen Teilautonomie abfinden. Im Augen- blick wolle man zwar auch mit einer Teilautonomie zufrieden sein, würde aber weiterkämpfen um die völlige Unabhängig- keit. In der jüdischen Einwanderung und in der Balfour- Deklaration sieht er das Haupthindernis für die Autonomie. Er behauptet auch, daß die Juden den Arabern das Brot weg- nehmen und glaubt, daß die Fellachen(arabische Bauern) der» selben Meinung seien und hinter der nationalistischen Be- wegung stehen. Als ich ihn in diesem Zusammenhang�fragte, was er von emem gemeinsamen Kampf der jüdischen und arabischen Arbeiter gegen die Besitzenden im Lande und von etwaigen gemeinsamen politischen Aktionen halte, gab er aus- weichende Antworten. Mit dieser Frage habe er sich noch nicht befaßt. Die nationalistischen Gruppen der Araber haben versucht, di« Masse der Fellachen für sich zu gewinnen. Sie erzählten, daß die Juden die Omar-Moschee abbrechen werden, daß sie den Fellachen das Land wegnehmen würden u. a. m. Str ber ersten Zeit haLen sie auch Erfolg: es kam sogar zu Unruhen. Ader die Omar-D!oschee wurde nicht ab- gebrochen: die Juden nahmen das Land nicht weg, sondern kauften es zu sehr hohen Preisen von den Esfendis, und die Fellachen, die meist nur Pächter waren, wurden entschädigt. Die jüdische Einwanderung nahm den Arabern nicht Ver» dienstmöglichkeiten weg, sondern schuf für sie im Gegenteil neue. Vor allem konnten die Fellachen ihre Produkte in den Städten günstiger und in größerer Menge absetzen. In dem gleichen Maße, wie die Fellachen und die arabischen Arbeiter diese Entwicklung erkannten, wurden sie unzugänglicher für die nationalistische Verhetzung, und es gelang der j ü d i s ch e n Arbeiterorganisationen(chistodruth) sogar, in Aaiffa über 600 arabische Arbeiter gewerkschaftlich zu organisieren. Die Erfassung der ara- bischen Arbeiter durch die Organisation wäre schon weiter fortgeschritten, wenn die chistadruth nickst ihren nächsten Kongreß abwarten wollte, um über die Form der Organisierung der arabischen Arbeiter im Rahmen einer internationalen sarabischen und jüdischen) Organisation endgültig Beschlüsse zu fassen. Bei einer Unterredung mit einem der führenden Leute der organisierten arabischen Arbeiter, die ich in Haisfa hatte. ergab sich denn auch ein ganz anderes Bild, als es der Ver- treter der Natoinaliften entworfen hatte. Er sieht in der nationalistifckien arabischen Bewegung nicht den Ausdruck der Masse der arabischen Bevölkerung, sondern eine Bewegung, die von den Esfendis(Grundherrn) und ihren eigensüchtigen Interessen getrogen seien. Um die Verbesserung der Lage der arabischen Arbeiter kümmern sie sich überhaupt nicht. Die Organisation der jüdischen Arbeiter habe die arabischen Ar- beiter gelehrt, welche Wege sie zu gehen hätten, und die ersten Anfänge der Organisation hciben auch schon praktische Erfolge gezeitigt. In chaiffa erzwang ein Streik der Tischler und Schneider für die Araber den Neunstundentag und die bei der Eisenbahn beschäftigten Araber verdanken der Organisation eine Reihe von Derbesierungen, zuletzt die Bezahlung von Ueberstunden. Die Sprach- und Fachkurse, die von der Organisation für die Araber veranstaltet werden und die in arabischer Sprache erscheinende sozialistische Zeit- schrift tragen wesentlich dazu bei, die Beziehungen zwischen arabischen und jüdischen Arbeitern noch enger und besser zu gestalten. Selbstverständlich ist bei dem verhältnismäßig kurzen Bestehen einer Organisation unter den arabischen Ar- beitern alles noch in den Anfängen, aber der Weg, den hier die chistadruth beschritten hat, ist der erfolgversprechendste für die Schaffung eines guten Verhältnisses zwischen der arabischen und jüdischen Bevölkerung. Die englische Regierung in Palästina schikaniert die organisierten Arbeiter— besonders wo sie für die Regierung arbeiten— nach Möglichkeit und die Organisierung der Araber paßt ihr schon gar nicht. Eine gewisse Spannung zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung liegt durchaus in der Absicht der Regierung und sie wird beide Bevölkerungs» teile gerne gegeneinander benutzen. Lord Plumer ist nicht nur fjigh-Eommissioner für Palästina, sondern zugleich Oberkommandierender der eng» tischen Militärkräste in Palästina und Transjordanien und seine Aufgab« besteht wohl nicht zum geringsten Teil darin, Palästina zu einer militärischen Basis für die englische Orientpolitit auszubauen. Zwei große Flughäfen in Kalendia und Sarrafend sind bereits angelegt und«in dritter ist in der Nähe von Haiffa geplant. Militär- straßen werden nach der palästinischen Nordgrenze gebaut. Durch eine kleine„Grenzregulierung" bracht« England den Golf von Akkobah, der zum Gebiet des Königs Hussein gehörte, in seinen Machtbereich und besitzt so den wichtigsten militärischen Hafen des Roten Meeres, von dem mcs die Kon- trolle der gesamten arabischen und ägyptischen Küste möglich ist: für England, auch mit. Rücksicht auf den Suezkanal eine äußerst wichtige Position. „Die Kinöer klagen uns an." Bon Friedl Gericke. Wider 0.*) Unter diesem Titel übergibt Genosse Alois Ialkotzy, der Se- kretär des österreichischen Verbandes der„Kinderfreunde', eine Sammlung von Kinderbriefen über die Prügelstrafe der Oeffentlich. keit. Gesammelt worden sind diese Priese unter österreichischen proletarischen Kindern im Alter von 6 bis 14 Iahren, und zwar auf dem Wege eines Preisausschreibens, das den Kindern folgende Fragen vorlegte: - Ob ihr schon je geprügelt worden seid? Von wem? 3. Ob ihr findet, daß diese Strafe eine richtige ist? 4. Wie chr meint, daß man euch bestrafen soll, wenn ihr da, Geprugeltwerden ablehnt? Das Buch dingt ohne Kommentar de» Herausgebers nur die Brief« der Kinder, einen nach dem anderen, jede dieser Anklagen für sich sprechen lassend. Und wir können beim Lesen dieser Kiuderbriese un» dem Ein- druck nicht verschließen, daß die Kinder nicht nur logischer und g«> rechter denken als wir Erwachsenen, sondern daß sie, wenn st« ihr Unrecht einsehen, ein« Bestrafung auch gor nicht ablehnen. So lassen die Brief« folgende» erkennen: die Kinder sind moralisch höher stehend als wir, denn sie lehnen'«»« unmenschlich« Strafe ob, sie sind aber auch tapferer als wir, denn sie wollen sich nicht vor der Strafe drücken, erkennen im Prinzip die Strafe an. Die Kinder sind aber auch unsere Richter, denn sie sagen uns, wie abscheulich häßlich und gemein unsere Art. durch Prügel zu strafen, ist. Doch lassen wir die Kinder selbst sprechen und sie unsere obigen Feststellungen beweisen: 1. Sie sind moralischer als wir: ein kleme» Mädel von 7 Jahren schreibt:„Lerne in der Schule, daß man kein« Tier« soll schlagen, ja warum denn dann un» Kinder?" Während«in elfjährige» Mädel sagt:„Ich finde die Prügelstrafe für ein« ganz unrichtig« Strafe. Sie ist roh, und ich gläube kaum, daß sie einen Menschen bessern kann Einmal, als mein Dater die Hand heben wollte, um mich zu schlagen, rief ich ihm zu: Dater. bist du ein Sozialdemokrat? Ein Sozialdemokrat schlägt seine Kinder nicht!" Z. Sie sind tapferer al» wir: Lassen wir einem elfjährigen Jungen da» Wort:„Ich meine, man könnte folgende Strafen verwenden: man soll die Kinder verachten, dann werden sie braver werden, um wieder ein gute» Dort der Eltern zu hören. Man könnte ihnen etwas versprochenes nicht ausführen. Oder man könnt« thnen da» schönst« Spielzeug wegnehmen." S. Sie sind unser« Richter:»in anderer Jung« von 11 Iahren schreibt:„Es war das Schamgefühl, das sich in mir aufdröngte(beim Prügeln), •)„Die Kinder klagen uns an". Kinderbriefe über«e Prügel- strafe. Jungbrunnen. Wie», 47 Seite». In bürgerlichen zionistischen Kreisen hat sich diese Ansicht über die englischen Absichten in Palästina noch nicht überoll durchgesetzt. Dagegen ist man sich in Kreisen der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina— die zu 85 Proz. organisiert ist — völlig darüber klar. Ihr Hauptaugenmerk ist aber gegen- wärtig noch vom Ausbau des unter türkischer Herrschast völlig verwahrlosten Landes in Anspruch genommen. Dieser Aus- bau geschieht, soweit er von der Arbeiterschaft gefördert wird. im Sinne eines konstruktiven Sozialismus, der in landwirtschaftlichen sozialistischen Siedlungen und städti- schen Kooperatvbetrieben eigenartige und zum Teil schon erfolgreiche Formen hervorgebracht hat. Zurück zu Schiele? Bolksparieiliches Liebeswerben.— Demokratischer Alarm „Innerpolitische Wandlungen?"— So betitelt sich ein Aufsatz des„Demokratischen Zeitungsdienstes", der mit folgen- den Ausführungen beginnt: Außenminister Dr. Strefemann hat in seiner Stuttgarter Rede Dorauesegungen für den Wiedereintritt der Deutschnalionalen in das Reichskabinett aufgestellt. Gleichzeitig beschäftigt sich mü der Möglichkeit einer Zuziehung der Deutschnationolen zur Re- gierungsarbeit der Führer der volksparteilichen Reichstagsfraktion Dr. Scholz in einer rechtsgerichteten politischen Zeitschrift. Das Zusammentreffen dieser beiden Aeußerungen ist ausfällig. Es handelt sich zwar im Grunde genommen um keine ganz neue Aktion — daß zwischen dem rechten Flügel der Regierungsparteien und den Deutschnationalen Fäden hin- und hergesponnen wurden, war seit langem bekannt und war auch eine Selbstverständlichkeit angesichts der tatsächliche Berührungspunkte zwischen diesen politischen Gruppen. Daß man aber in aller Oeffentlichkeit und fast Partei- offiziös die Frage der Regierungsumbildung be- spricht, stellt doch ein neues Ereignas dar, da« genau beachtet werden muß, wenn man nicht peinliche Ueberraschungen erleben will. Dr. Strefemann wie Dr. Scholz geben der Deutsch- nationalen Partei einige Ratschläge, wie sie sich verhalten müßte, um zur Regierungsarbeit zugelassen zu werden, und auch das Organ der Deutschen Polkspartei, die„Täglich« Rundschau" ver- ösfentlicht Mahnungen im gleichen Sinn«. Der„Demokratische Zeitungsdienst" warnt dann vor Versuchen, das Fürstenkompromiß nach deutschnatio- nalen Wünschen umzugestalten. Solche Versuche wären übrigens schon deshalb zum Sck?eitern verurteilt, weil die Re- gierung die Zweidritte'mehrheit für notwendig hält, diese aber gegen Sozialdemokraten und Kommunisten nicht ge- schalten werden kann. Auch der bekannte Plan, ein durch Balksentlcheid zustande gekommenes Gesetz durch ein neues vom Reichstag zu beschließendes Gesetz wieder Mtlh-ben zu lassen, wird von dem demokratischen Organ als„eine starke Bedrohnng der innenpolitischen Rube" mißbilligt. Dem darf hinzugefügt werben, daß die„politische Unruhe" mir den Parteien zum Schaden gereichen würde, die sich durch Aus- füdrung jenes Planes zum Volkswillen in Gegensatz stellen wollten. Die Reichstagswahlen, die danach kämen, könnten uns willkommehl sein! Die Volkspartei hat noch jede Regierung der Mitte, in der sie saß. gesprengt oder zu sprengen versucht mit dem Ziel, an ihrer Stelle eine ausgesprochene Rechts regierung zu» stände zu bringen. Kommt es zur Umbildung der Regierung. so werden selblwerständlich die Demokraten Külz und Rein» hold heranslliegen und 0"rch Deutschnationale erketzt werben. Dann führt ,ms die Dolksportei rn den herrlichen Zeiten Schiele? und S ch l i e b e ns zurück! Klemkaiiderveresne. Untersuchung durch daS preußische Innenministerium. Hassel, lS. April. lEigener Drahibericdt.) Da« preußiiSe Innen» Ministerium bat Beauftragte noch Kassel geschickt, um die Angelegen- heit de» verbot» der Kleinkaliberschützenvereine an Ort und Stelle auf die geietzliche und tatlSchliche Grundlage nachprüfen ,u lassen. als ich mich von meinen Eltern so entwürdigt sah. Dann kam ein« Art Abscheu über mich, dl« gegen die Estern gerichtet war. Nachdem ich da» erstemal Prügel bekommen Halle, häuften sich solch« Fall«, und meine EUern dünkten mich immer abscheulicher und abscheu- licher." Ein Nachwort Ialkotzy» von kaum einer Seite schließt das Buch. Er sagt wenig, well die Briefe der Kinder für sich reden, die Kinder brauchen keinen Anwalt, sie vertreten ihr Recht besser, als wir Erwachsene es können, und fordern mit der ganzen Wucht ihrer Anklagen, was fie zu fordern haben, nämlich menschenwürdige Behandlung. Ialkotzy faßt den Sinn de» Buches knapp zusammen, indem er darauf hinweist, daß es keine heilsamen Prügel gibt und daß da» Prügeln ein Hemmschuh der gesellschaftlichen Entwicklung ist. Ein Mensch, der geprügelt wird, ist kein freier Mensch, kann es nicht sein, er wird mehr oder weniger doch der Sklave sein. Für den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft jedoch brauchen wir Menschen, die keine Sklaven sind. Und so ergibt sich für uns das Resultat: prügeln wir unser« Kinder, so halten wir die von uns selber angestrebte Entwicklung der Menschheit zum SoziaNsmus zurück.— Deshalb sollen wir Sozialisten uns endgültig von der Prügelstrafe abwenden. Dee Inedenskreuzzug der enallsche» grauen. Auch da» nüch- terne 20. Jahrhundert lennt noch Romantik, und es ist diesmal da» schwache Geschlecht, das für«ine gute Sache Energie und hohen Eifer ausbringt, der an den Enthusiasmus der Kreuzzüge erinnert. Wieder wird zu einem Kreuzzug ausgerufen, der dem Frieden der Völker den Weg berellen soll. Hunderttausend Engländerinnen rüsten sich. im Mai und Juni eine Pilgerfahrt anzutreten, die jedes Dorf und jeden entlegenen Flecken Großbritannien» berühren soll. Das Losungswort dieses romantischen Pilgerzuges der englischen Frauen lautet:„Gesetz, nicht Krieg." An der Reise sind?2 englische Frauen- oerbände, die insgesamt zwei Millionen Mitglieder zählen, durch Abgesandte oertreton. Einzelne Gruppen werden sich bereit» Anfang Mai au» den schottischen Grofschasten in Bewegung setzen und sind ousersehen, aus dem Marsch nach London die Vorhut zu bilden. Sie werden unterwegs an jedem bewohnten Platz Halt machen, um über da» Thema des Friedens- und Schiedsgeriibts Borträge zu halten, an die sich«ine Aucfprache knüpfen soll Selbstverständ» lich werden nicht alle Pilgerinnen nach London gelangen, aber die meisten Frauen haben die Absicht ausgesprockien den ganzen Weg «on Ansang bis zu Ende mitzumachen.„Unsere Bewegung nennt sich die„Pilgerreise der griedensmacher", so«rNärte Miß Harrison, eine der Organisatorinnen der Wallfahrt.„Alles in allem werden hunderttausend Frauen an der Wallfahrt betelllgt sein. Natürlich sind nicht alle in der Lage, ibre Zeit in den Dienst der Cache zu stellen Arbeiterinnen au» Dundee zum Beispiel werden wegen ihrer Derpslichtungen nur zwei oder drei Tag« mitgehen können. Frauen, die nicht kräftig genug sind, zu Fuß zu gehen, werden auf Lastautomobilen befördert«erden, denn da» Reifeprogromm steht eine Tagesleistung von etwa 14 Kilometer vor. Dir leben der Hoffnung, daß es uns möglich sein wird, das ausgestMe Programm Deutscbnationale Aitierkünste. Ucbler Duft eigner tKrfindung. Im Abendblatt der„Deutschen Tageszeitung" vom 6. April besprach ein Herr erwe die„Politische Geschichte des neuen deutschen Kaiserreichs" von Professor Z i e k u r s ch. Das Wesen dieser Besprechung war dadurch gekennzeichnet, daß sie„Uebler Duft" überschrieben war und Professor Ziekursch nachsagte, er sei„ein„deutscher" Galizier". Also eine Schmutzerei, über die man wie über jede Unanständig- teil achselzuckend hätte hinweggehen können. Aber diese Besprechung enthielt als Inhaltswiedergabe des Buches folgenden Satz: „Das Deutsche Reich sei nicht des deutschen Voltes wegen ge- gründet worden, sondern nur, damit die Beamten und Offizier« ihre Stellungen behaupten konnten. So ziekurscht der Geschichtsschreiber tieshistorisch und unsere Links- prelle empfiehlt freudig erregt sein Buch zur Einführung in den Schulen der Republik." Professor Ziekursch stellte Herrn errre öffentlich mit der Erklärung, daß diese Sätze nicht in seinem Buch enthalten seien. Es handle sich also um eine bewußte �äl- s ch u n g. Herr errve äußert sich zu diesem Borwurf nicht, für ihn aber die Redaktion der„Deutschen Tages- zeitung": „Zunächst hat der Mitarbeiter unseres Blattes gar nicht behauptet, Professor Ziekursch habe die oben zitierten Sätze wörtlich geschrieben, sondern er hat mit seinen eigenen Wendungen den Sinn der Ausführungen des Verfassers wieder- gegeben." Aber die„eigenen Wendungen" des Herrn erwe sollen, so behauptet die.Deutsche Tageszeitung", den Sinn der Zie- kurschcn Ausführungen richtig getroffen haben. Zum Beweis zitiert sie folgenden Satz aus dem Buche von Ziekursch: „Das Eimgungswerk Bismarcks war vollendet, mit zahllosen Lorbeerkränzen der Bau geschmückt» ober er war nicht nach den Wünschen der Mehrheit des deutschen Polles oder wenigstens der führenden politischen Schichten aufgeführt worden, sondern die im alten Preußen herrschenden Mächte, der Adel, das Offizierkorps und das Beamtentum hatten im Bunde mit der Dynastie zunächst in Preußen ihre Stellung behauptet und dann ihre Hand auf Kleindeutschland gelegt." Herr«rwo hat also aus der, Behauptung der politischen Macht st ellung kurzerhand eine Behauptung � von Stellungen(Sinn Futterkrippe) gemocht. Man könnte versucht sein, von einer niedlichen kleinen Fälschung zu reden — wenn dies Kunststück nicht in der„Deutschen Tages- zeitung" gestanden hätte. Herr erwe versteht es nicht besser: wenn er von politischer Machtstellung hört, denkt er eben gleich, echt deutschnational, an Stellungen(Sinn Futterkrippe). Er kann nichts dafür und wird deshalb auch nicht einsehen, daß der„üble Dust" eben seine ureigne Er- findung und„eigne Wendung" ist. putstd/pi'elerei. Natürlich bei bayerischen Monarchisten. Aus Nordbayern werden in den letzten Tagen übereinstimmend neue Putschgelüste der„Batsrländischen Verbände" gemeldet. Auch die un» vorliegenden Meldungen bestätigen die starke Aktiv!» tat der Rechtsorganisationen Es verlautet, daß sich in erster Linie gewisse Münchener Offizierskreise um Rupprecht von Wittelsbach mit dem Gedanken eine» monarchistischen Putsche? tragen, und zwar hauptsächlich„aus Sorge um den Aus- gang des Lolksentschetds". Sie wollen deshalb mit Ge- «alt den Besitzstand der Wittelsbacher retten und gleichzeitig ihr politisches Ideal verwirklichen. Die besonnenen Clement« der monarchistischen Offiziere stehen den radikalen Plänen ablehnend gegenüber, weil sie ihre Ber- wirklichung als unmöglich betrachten und in dem Versuch, sie in die Tat umzusetzen, eine neue schwere Schädigung der monarchistischen Bewegung befürchten. durchzuführen und unsere Friedensbotschaft in sedem Ort des Landes zu verkünden. Wir werden den Einwohnern am Schluß der Vor- tröge«ine Entschließung zur Annahme unterbreiten, in der die britische Regierung aufgefordert wird, in der Frage der Abrüstung und Entwaffnung die Führung zu übernehmen. Die Orte, deren Ve- wohner unsere Friedensentschliehung annehmen, erwerben dadurch da» Recht, daß der Name de» Orte» aus den Fahnen verzeichnet wird, die die Wallfahrerinnen im Zuge mit sich führen. Im all- gemeinen werden die Teilnehmerinnen daraus angewiesen sein,, ihr Nachtlager im Freien zu suchen, wenn auch die lokalen Ausschüsse In den verscliiedenen Städten bemüht sein werden. Quartiere zu besorgen. Bei der großen Zahl der Teilnehmerinnen wird dies aber nur in vereinzelten Fällen möglich sein." Adler, die ein Dorf bedrohen. Die Bewohner des kleinen Alpen- dorse» Jllgau im Kanton Schwyz sind in die merkwürdig» Lage gekommen, daß sie von zwei Paaren großer Steinadler geradezu terrorisiert werden. Die Raubvögel, die ihre Nester aus dem benoch- borken Wasserberg haben, schweben jeden Tag um Mittag über dem Dorf, ziehen chre bedrohlichen Kreise immer tiefer und stoßen plötzlich sogar in die Hauptstraße herab, um vor den Augen der wütenden Bauern Geflügel, Katzen, kürzlich sogar einen kleinen Hund fort- zutragen. Die Zuschauer sind hilflos, da ein Schutzgesetz die Ver- nichtung der Steinadler verbietet. Die Dorsbewohner fürchten, daß dl« Adler, dl« mit jedem Tag kecker werden, auch die kleinen Kinder angreifen könnten. Wenn die Vögel in der Luft erscheinen, werden die Kleinen sofort in die Häuser gebracht. Di« Bauern haben sich an die Kantonalbehörden gewendet mit der Pille um die Erlaubnis, die Adler zu töten und mit Ansprüchen für den erlittenen Schaden. Professor Karl Weule, der ordentlich« Professor für Völker. künde und Direktor des Ethnographischen Seminar» an der Unioer- sität Leipzig, ist Montag oormillag im Alter von 61 Jahren plötzlich gestorben. Der Verstorbene, der durch sein« volkstümlichen Schrij- ten auf völkerkundlichem Gebiet in weiten Kreisen bekanntgeworden ist, war auH Direktor des vorbildlich geleiteten Städtischen Grasst- Museums für Völkerkunde in Leipzig. Weule hat sich insbesondere mit der Kultur der Primitiven befaßt und sie in den bekannten Aosmosbändchen behandelt. Die„Zalernallonale" an alle. Die Sowsetpresse teilt mll stolzer Genugtuung mit: Vom Roten Platz in Moskau wird um Mitter- nacht durch Radio das Glockenspiel des Kreml, da» die«Internatio» nole" spielt, der ganzen Welt übermittelt. Nach den aus dem Aus- land«ingegangenen Berichten ist da» Geläut in Berlin, Paris, Lon- den und anderen Großstädten Europas onnehmdar. 3» der Staat»«per wird bei der im Rahmen de» Vagner-Zhllu» Freitag drginnende» Wiedergabe de» Ridelungenrtng» da« Orchester unter Reitling von Kenerntmiliilotrettor D r. cht u d eritmaiig in der vollen Stärke der Layreuther Originalb-jehung(100 Man») spielen. fflaklao wqneke» tpricht am rienStag.?>/, Uhr.über Politik und vchule. Dl« vom.Bund Entschiedener«chutiesormer- einberuien« Sstentiiche Versammlung findet Hohenftanfenstr. t7/4S, cUnterar.-«ahnhoi Vtktoria-Lnife-Platz) stall. „Die Deutsche Stuöentenfthast". Gegen völkische Entrechiungsmethoden. Der Hauptausschuß d«S Preußischen Landtages hat bei der Debatte über den Kultusetat einen Antrag der sozial» demokratischen Fraktion angenommen, der dazu geeignet ist. eine Klärung in dem seit Iahren schwebenden Streit zwischen den völkischen Studenten und den weiten Kreisen der republikanisch gesinnten Studentenschaft herbeizuführen. Die nach der Revolution an den einzelnen Universitäten entstan» denen studentischen Selbstoerwaltungskörper, die sogenannten „Studentenschaften" gaben sich eine gemeinsame Dachorgani- sation, die„Deutsche Studentenschaft'. In dieser„Deutschen Studentenschaft" sind nicht nur die reichsdeutschen, sondern auch die österreichischen Studenten und die des Sudetenlandes vertreten. Ueber die Frage, wer als vollberechtigter deutscher Student aktiv und passiv wahlberechtigt sein soll, ergaben sich bereits kurz nach der Gründung der„Deutschen Studenten- schaft" lebhafte Konterversen, die vor allem daher rührten, daß sich der völkische Einschlag im Waffenstudententum und auch im weitaus größten Teil der rechts gerichteten Studentenschaft immer mehr bemerkbar machte. Insbesondere die öfter- reichischen Studenten behandelten die sogenannten„Nicht- arier" nicht als gleichberechtigte akademische Bürger, so daß alle Studierenden jüdischer Konfession und auch alle diejenigen Studenten, die sich nicht der völkischen Tendenz gefügig zeigten und diese durchaus einseitige parteiische Organisation nicht anerkennen wollten, von denen ihnen zukommenden Rechten ausgeschlossen waren. Diese in Oesterreich und Sudetendeutschland geltende Regelung suchte man auch in Deutschland durchzusetzen. Nach ersten scheinbaren Erfolgen der Völkischen gelang es den fortschrittlich gesinnten studentischen Kreisen, diese Zu- mutung durch Erzwingung einer neuen Verfassung zurückzu- weisen. Diese sogenannte„Göttinger Notverfassung" wurde ober bald von den maßgebenden Kreisen in der deutschen Studentenschaft wieder umgestoßen, und im Jahre 1922 gab sich die deutsche Studentenschaft die bis jetzt geltende„Würz» burger Verfasiung". Der bisherige Eöttinger Vorstand wurde von einer Art völkischem Gegenpapsttum heftig, sogar unter Anrufung des sonst so verhaßten Kadi bekämpft. Er- gebnis: Der Berliner Gegenvorstand setzte sich durch und die Würzburger Satzung erlangte dv facto Gültigkeit, brachte aber gleichzeitig die Nichtanerkennung der Dachorganisation „Deutsche Studentenschaft" durch die einzelstaatlichen Be- Hörden und die Nichtanerkennung durch die freiheitlich ge- sinnten Kreise der deutschen Studentenschaft mit sich. Von entscheidender Bedeutung in dieser Würzburger Satzung war, daß in den einzelnen Studentenschaften außer den deutschen Staatsbürgern, denen man ihr verfasiungsmäßiges Recht nicht gut schmälern konnte, nur diejenigen Auslandsdeutschen Gleichberechtigung haben sollten, die„deutscher Abstammung und Muttersprache" seien, wobei das Wort„Abstammung" in rein völkischem Sinne ausgelegt w"rde. Die Rasse�ugehörigkeit mußte durch einen feierlichen Eid bezeugt werden. Obwohl rechtlich die„Deutsche Studentenschaft" nicht an» erkannt wurde, gelang es den ein-elnen Studentenschaften doch, durch geschickte Auslegungskünste die Verordnung des Ministers Harnisch vom Jahre 1920 derart zu deuten, daß ihnen die Koalition mit den rein völkischen österreichischen und sudetendeutschen Organisationen ermöglicht wurde, so daß der geradezu tolle Zustand eintrat, daß Jahre hindurch die einzelnen reichsdeutschen Studenten zwangs» m/äßig von ihren Beitrögen diese völkische Vereini» gung mitunterholten mußten. Diesem Zustand dürfte nunmehr, wenn der Antrag, der im Hauptausschuß angenommen worden ist, auch das Plenum passiert hat, ein Ende gemacht werden. De u t s ch e und auslondsdeutsche Studierende sollen in Zukunjt. ohne jede Einschränkung, ihre studentischen �Rechte ausüben können. Reichsdeutsche und österreichische Staats» bürger und alle Auslandsdeutschen, die von dem Rektor als solche anerkannt sind, werden in den Besitz dieser Rechte kommen, ohne daß das völkische Abstammungsmärchen die — einzig mögliche— nationalkulturelle Auslegung des Be» griffes.cheutsch" in eine Karikatur verzerrt. Der ganze Un» sinn der bisherigen Auffassung wird blitzartig erhellt durch die Gegenüberstellung, daß beispielsweise ein Sohn Hugo von Hoffmannsthals oder Ludo Hartmanns nicht als vollberech» tigter deutscher Student anerkannt werhen konnte, während dieses Recht jedem ehemaligen russischen Offizier, der aus dem deutsch sprechenden Baltikum stammt, zuteil geworden wäre. Da den preußischen Hochschulen in Zukunft die Koalition nur mit solchen Studentenschaften gestattet ist, die in gleicher Weise wie sie selbst zusammengesetzt sind, so wird die„Deutsche Studentenschaft" sich dazu bequemen müssen, entweder sich mit ihren Satzungen dieser Verordnung entsprechend anzupassen oder aber sie wird, so wie bereits aus die b a d i s ch e n, nun- mehr auch auf die p r e u ß i s ch e n Hochschulen und damit aus den weitaus größten Teil der angeschlossenen Studenten» schalten verzichten müssen. Indem zugleich zwar nicht aus der Universität, wohl aber aus der studentischen Selbstverwaltung nicht nur parteipolitische, sondern überhaupt politische Arbeit ausgeschlossen wird, wird dem aus die Dauer unerträglichen Zustande ein Ende gemacht, daß alles, was für den gegenwärtigen Staat oder für sozialen Fortschritt ein- trat, als parteipolitisch abgestempelt wurde, während man sich unter dem Deckmantel ,', vaterländischen" Handelns jegliche Verunglimpfung der Republik gestatten zu können glaubte. Aus dieser einseitigen und mitunter geradezu verhetzten und oerhetzenden Einstellung heraus ist es auch nur zu er- klären, daß an Stelle sachlicher Eignung bei der Besetzung führender studentischer Aemter allzuoft der große Mund und die„nationale Zuverlässigkeit" gesiegt haben. Die„Deutsche Studentenschaft hat in"den letzten Iahren nicht nur einen Fall Lehmann oder einen Fall B i e r t i m p e l gesehen, sie hat etwa ein Dutzend solcher Fälle erlebt. Was aus dem neuesten Korruptionsfall bekannt geworden ist, be- weist zur Genüge, daß falsch verstandener Korpsgeist und höchst einseitige Cliauenwirtschaft dort geherrscht haben, wo Sachlichkeit am allernotwendigsten gewesen wäre. Die deutschen Studenten haben, nicht zuletzt auch durch das höchst merkwürdige Verhalten„deutscher Studenten" im Ausland, vor allem aber durch die Fülle von mehr als unerfreulichen Vorgängen im Inland im Ansehen der Oefsentlichkeit stark gelitten. Wir Sozialisten glauben nicht, daß es eine besondere „Studentenehre" gibt, die es zu verteidigen gilt. Aber wohl gilt es, dafür zu sorgen, daß nicht dieselben Kreise, die mit' ihrem Ausleseprinzip die„Edelsten der Nation" aussondern zu können glauben, gewissen Metboden der studentischen Selbstverwaltung nachgerade einen Ruf verleihen, der sie in den Augen eines jeden klar und rechtlich denkenden Menschen schmählich herabsetzen müssen� Dr. OttoFriedländer. Neuregelung öer Erwerbslosen Unterstützung Eine unhaltbare Zwischenlösung. Am Montag und Dienstag finden in Frankfurt a. M. zwischen dem Reich und den Ländern Besprechungen zur Reu» regelung der Erwerbslosenfürsorge statt. Im Mittal» punkt der Verhandlungen, an denen vom Reich das Ardeitsministe» rium sowie das Wirtschafts- und Finanzministerium teilnehmen, steht die von den Gewerkschaften geforderte Zwischenlösung. die im Reichswirlschaftsrat bereits ein« bestimmt« Formulierung gefunden hat. Roch Ablehnung der weitergehenden Anträge der Arbeünehmervertreter wurde vom Unterausschuß des Reichswirt- schaftsrats für die Arbeitslosenversicherung die Beseitigung der Be. dürftigkeit-prüfung und eine Lohnklassenstaffelung in solgender Form angenommen: Klasse 1 bis zu 10 Mark(Einheitslohn 10 Mark), K l a s e 2 von 10 bis 20 Mark(Einheitslohn 15 Mark), Kla s« Z von 20 bis 30 Mark(Einheitslohn 25 Mark), K l a s e 4 von 30 bis 40 Mark(Einheitelohn 35 Mark), Kla f e 5 von mehr als 40 Mark(Etnheitslohn 40 Mark). Für die Klassen 1, 2 und 3 wollten die Arbeitgeber nur 30 Proz. des Einheitslohnee bewilligen: die Arbeünehmervertreter haben SO Proz. gefordert: der Unterausschuß hat 50 Proz. beschlosscir Für die Klassen 4 und 5 sollen nur 40 Proz. de« Einheitslohnes gezahlt werden. Dazu kommen dann je 5 Proz. des Einheits- lohnes als Zuschlag für jeden zuschlagsberechtigten An- gehörigen. Der Uebergang zur L o h n st o f f e lu n g ist ein Fortschritt, weil er reiner« und klarer« Verhältnisse in der Unterstützung schafft und die gelegentlich, besonders in Ost- und Süddeutschland, vorgekommenen Lohnüberschneidungen beseüigt. Ebenso ist der Weg- fall der Bedürftigkeitsprüfung zu begrüßen. Aber der vorgesehene Inhalt der neuen Lohnklassenstosfelung fordert zu scharfer Kntik heraus. DI« unteren Klassen sind viel zu schlecht weggekommen. Die Aufbesserung der o b e r e n Klassen ist gewiß notwendig, aber man kann doch unmöglich die unteren Lohn- Nassen dafür bluten lassen und um so schlechter stellen. Als Ent- schuldigung für dieses sonderbare Vorgehen wird angeführt, daß die Gesamtbelastung unter keinen Umständen vergrößert werden kann. Freilich, wenn innerhalb einer konstanten Gesamtbelastung eine Verbesserung der Unterstützungssätze zugunsten der oberen Klassen vorgenommen wird, dann allerdings bleibt nichts anderes übrig, als die unteren Klassen dt« Zeche bezahlen zu lassen. Aber wo ist bi« jetzt der Nachweis, daß die Umstellung auf Lohnklossen die gleich« Gesamtbelastung im Gefolge haben wird wie die bisherige Regelung. Nach unserer Kenntnis der Dings — und diese Auffassung wird an unterrichteten Stellen vielfach ge- teilt— wird die neue Lohnklossenregelung eine geringere Ge- samtbelastung bringen als das alte Unterstützungssystem, und eben deshalb sollte man gegenüber den unteren Klassen bei der Aufstellung der Unterstützungcprozentsätz« nicht gar zu knauserig sein. Der Kampf um die' Höhe der Unterstützungssätze innerhalb des neuen Lohnklassensystems wird vordemReichstag ausgefochten werden. Das haben die Gewerkschaften bereit» erreicht. Im Reichs- tag besteht wenigstens die Möglichkeit, unter Hinweis auf die von Tag zu Tag sich mehrenden Selbstmorde, die unter dem Druck des Arbeitslosenelends erfolgen, die Gewissen wachzurütteln und auf diele Weise dann in gesetzlicher Regelung«in« erträglichere Lösung der Unterstützunasfrag« zu erzielen, als sie auf dem Verordnung». weg« zu erwarten ist. tzitlers Ore. T rekmal so wertvoll wie die TtresemanvS. Müachea. IS. April.(Eigener Drahtbericht.) Am Montag wurde vor dem Amtsgericht München dt« Beleidigungsklage Hitlers gegen das.Berliner Tageblatt" verhandell. Gegenstand der Klage bildete«in« Wolff-Meldung im.Berliner Tageblatt", die mit der Ueberschrift»Die fronzössschen Gelder Hitlers" wiedergegeben war Der Rechtsbeistand des.Berliner Tageblatts" lehnt es ab, den Wahrheitsbeweis anzutreten und stellte dem Kläger eine Ehrenerklärung au». Adolf Hitler wollt« sich da- mit jedoch nicht zusrieden geben und benutzt« seine Gastroll« vor dem Münchener Amtsgericht, um sich für sein Redeverbot durch«inen Wortschwall antisemitisch-nativnalistischer Redensarten schadlos zu halten. Di« Bewegung, dt« durch das„Berliner Tageblatt" be- leidlgt worden sei, bedeute Deutschland» Zukunft: darum müsse er sich schärfsten» gegen ihre Diskreditierung verwahren. Hitler mußte vom Vorsitzenden mehrmals aufgefordert werden, ruhig und lach- lich zu sprechen. Das Urteil lautete wegen eines Vergehens der üblen Nochrede auf ein« Geldstrafe von 1000 M. Man kann also beruhigt sein! Unsere Kritik an der beut- schen Justiz ist zweifellos abwegig gewesen. Di« Ehre des Reichsauhemninisters war nur 300 Mark wert, denn zu 300 M. Geldstrafe wurde ein Patriot verurteilt, der be- bouptet hatte. Strefemann fei von der Tfchecho- flowakei bestochen. Die Ehre des Reichsjustizministers war nur 100 M. wert, so daß Dr. M a r x in amtlicher Eigen- schaft von der Tribüne de« Reichstage aus erklären mußte, er klage grundsätzlich nicht mehr, weil er ja doch von der Justiz nicht geschützt werde. Aber die Ehre eine» deutschen Mannes, wie Adolf Hitler einer ist, ist doch wenigstens 1000 M. wert. Man sieht doch, daß deutsch« Männer nicht ungestraft von Juden beleidigt werden dürfen. Es gibt noch Richter in Deutschland. Heil unsl Der Kutisker-Prozetz. Znsammenstoh Holzmann-KutiSker. Gestern ist man endlich ein gute« Stück vorwärts gekommen. Der Ertrag der ersten Verhandlunaswoche bedeutet« nicht mehr als sechs Stunden Vernehmung—«In Ertrag, der unter normalen Umständen in«mem Taq« erledigt wird. Kutlsker» Kranksein ist organischer Natur, da» Herz versagt. Der Will« ist ober stark. Kutisker will verhandeln und die Aerzte bestätigen, daß er ver- handlungsfähig sst. sofern er sich zusammennimmt. Allerding« ist es nicht ausaeschloisen. daß das Herz plötzlich endgültig versagt. daß aber drei Aerzte anwesend sein müssen, will nicht gerade ein- leuchten. Solang« Kutlsher spricht, ist er ganz bei der Sache, sie zieht ihn direkt vorwärts, er gerät in Eifer, spricht stch warm, man merkt kaum, daß er trank ist. Dann bricht er plötzlich zusammen. Gestern war er ober besonder» frisch und hielt bi» z»2 Uhr durch. In einem Fall belastete er sich selbst, ohne es zu merken. Er hatte ein Blankoakzept von feinem Geschäftsfreund Blau. Der Wechsel durste laut Vereinbarung nur aus 50 000 M. lauten, Kutisker drang aber so lang« in Blau ein, daß er schließlich sagte:.Machen Sie, was Sie wollen." So entstand»in Wechsel tn der Höhe von 460 000 M.. aus den die Staatsbank 350 000 M. auszahlt«. Kutisker wiederholt immer wieder, er habe nie etwas Unrechte» begangen. Für seine Handlungen ist er aber bereit, volle Verantwortung zu tragen. Um so eifriger ist er bemüht, seine beiden Söhne von jeder Verant» roortung loszusprechen. Der 18jährig« Max, Direktor der Scharloch- Bant, und der 20jähng« Alexander, Prokurist bei der Stein-Lont, hätten stet» nur da» getan, wo» er. ihr Vater, ihnen befohlen habe. Etwa» Unrechte» zu tun, seien sie nicht fähig. Den Höhepunkt der Verhandlung bildete der Zusammenstoß zwischen den früheren Freunden und jetzigen Feinden Kutisker und Holzmann, wohl nicht der letzte Zwischenfall dieser Art. Die Staatsbank wollt« die Michael-Wechjel, die fällig waren, zurück hoben. Geheimrat Dr. Rühe war bereit, sich mit Gefälligkeits- wechseln zu begnügen. Und er erhielt st«. Einer war darunter, den Kutisker durch die Vermittlung Holzmann» bekommen haben will. Holzmann fährt in die Höhe:.Das ist nicht wahr. Von einem Erpresser wird er doch keinen Wechsel ge- nommen haben."—.Wußte ich denn damals, daß er«in Er- presser ist?" Holzmann sprudelt heraus: Kuttsher habe ihn ver- anlassen wollen, einen falschen Wechsel zu girieren. Und gefälscht worden sei der Wechsel von Kutiskers Freund Elim. Nun verliert auch Kutisker die Gewalt über sich:„Elim war Holzmanns Freund. Diese» Holzmann mitseinen Mordsachen und Erpressungen. Wenn dieser Mann seinen Mund auftut, kommen ein« Million Lügen heraus."— Kutisker ist ja gewohnt, mit Millionen um sich zu wersen. Di« Erregung erreicht den Siedeounkt, als er als Mit- wisser Holzmanns Schwager, Klopfer,«rwäynt, der sein Bild an ein« Zeitung für 50 M verkaust haben soll. Holzmann schreit dazwischen:„Unerhört, etnen unschuldigen Menschen zu verdächtigen. Dieser Verbrecher. Nur mit Mühe beruhigt der Vorsitzend« den Erregten..Cr kann sich nicht gefallen lassen, daß unschuldige Leute beschimpft«erden," Der Vorsitzend« warnt ihn, daß er ihn aus dem Saal« wird entfernen müssen, fall» er sich nicht bemühen sollte, sich ruhig zu verhallen. Fortsetzung der Verhandlung Mittwoch 9 Uhr. Der Spritweber-prozeß. Die Vernehmung der Zeugen zum Falle Kopp bot manche» Interessante. So rief eine Erklärung Peters Sensation hervor, daß er die Koppschen Betrieb» überhaupt nie gesehen habe. Seinem Bericht über dt« Leistungsfähigkeit desselben sei die Schilderung Kopps zugrunde zu legen, die er in Gegenwart der Regierungsrät« Eiler» und Klockow gemocht halte, ohne daß sie dieser Schilderung widersprochen hätten. Der Regierungsrat Eiler» soll nun laut Ve- schluß als Zeug« vernommen werden. Regierungsrät Klockow ist aber ol« Sachverständiger im Gerichlssool anwesend. Der Dar. sitzend« meint nun. daß sein? gutachtlich« Tätigkeit in Frage gesiellt ist, fall« er auch hier ol« Zeuge vernommen werden sollte. Die stundenlange Erörterung über die Sckeinbcschlagnahm« der 33 Fässer mit Sprtt im Koppschen Betriebe ist nicht imstande, da» Dunkel, das über düsem Umstand herrscht, zu lüften. Die Verhandlung wird auf Dienstag oertagt._ Ke'ne Freigabe öeutlcben Vermögens. Ein Zwischenfall im amerikanischen Repräsentantenhaus. Die rasche Erledigung der Freigab« de» beschlag- nahmten deutschen Eigentums in Amerika, aus deren Verwirklichung dt« deutschen Börsen stark« Hoffmingen gesetzt haben, Ist durch einen Vorstoß der Deputierten G a r n e r- Texas im amen- konischen Repräsentontenhause in Frag« gestellt. Dieser richtete gegen die Urheber des Gesetzentwurfes Mills und Mellon den Vor- wurf. daß sie als Aktionäre interessierter Gesellschaften einen per- sönlichen vorteil au, der geplanten Sesetzesregelung ziehen würden. Er warf sogar Mellon vor, daß man wohl glaub«, den Diebstahl mir legalisieren zu brauchen und daß man regiere, um Geld zu machen. D!« Enthüllungen erregten großes Aufsehen, zumal Garner auch andeutete, daß noch weitere 25 Ange- hörige der Republikanischen Partei an dem Gesetzentwurf durch Be> teiligung«nlschädigungsberechtigtcr Gesellschaften interessiert seien und deshalb an der Abstimmung über das Gesetz nicht teilnehmen dürften. Einer der beiden Einbringer des Gesetzentwurfes, Mills. Hot aus diesem Vorstoß die Konsequenz gezogen, daß er sein« Unterschrift unter die Vorlage zurücknahm. Der ganze Zwischenfall wirft zugleich ein Helles Licht auf die amerikanischen Parlamentsverhältnisse. Durch die Enthüllungen werden die beteiligten Persönlichkeiten gezwungen, auf die Vertretung der in ihrem JMeresse lisgenden Gesetzesoorlagen zu verzichten. Man vergleich« damit die Haltung der deutschen agrarischen und schwerindustriellen Interessenvertreter bei Beschluß- sassunzen, die ihre persönlichen Interessen betreffen! Do der Widerstand weiter Kreise gegen das Freigabsgesetz nicht den gleichen Beweggründen entspricht, die der Abg. Garner vorge- tragen hat, da vielmehr sogar starke Strömungen vorhanden sind. die die Freigabe deutschen Eigentums noch erweitert wissen wollen, so ist nicht damit zu rechnen, daß die Freigabe nunmehr ganz unterbleibt. Jmnierhin ist es denkbar, daß die ganze Regelung länger oerzögert wird und zwar mindestens bis zu der Herbstsession. Erforderlich ist in jodeni Fall«, daß ein unbeteiligter Abgeordneter den Gesetzentwurs ausgreist, da in Amerika eine Initiative der Regierung nicht besteht und deshalb die Abgeordneten selbst elne Lorlage einbringen müssen. Zrankenfturz und kein Ende. Trotz aller LSegeuwastnahmen. Paris, 19, April.(Eigener Drahtbericht.) ver neueFranten- stürz, der die Regierung lebhaft beunruhigt, hat den Finanz- minister veranlaßt, Maßnahmen zur Bekämpfung der Devisen- spekulation In Aussicht zu nehmen. Der Kammer soll sofort ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der die Deoisenmakler dazu»er- pflichtet, sämtliche von ihnen vollzogenen Dcoisenopcrat.onen in«in besondere» Register einzutragen, das den Fiiwnzdehörden zur Einsicht vorgelegt werden muß. In der Haltung des Frankenkurs«» ist übrigens am Montag nachmittag eine Besserung eingetreten. Während in den frühen Morgenstunden das Pfund nahezu 14 6 erreicht hatte, ge- langte es während der Börse auf 144,20. An der Börse wurde diese Steigerung des Fronten auf die Intervention einiger Groß- danken zurückgeführt, die scheinbar im Einoernehmen mit der Re- gierung gehandelt haben._ Um den wellgerichlshos. Der Völkerbund hatte die Vereinigten Staaten aufgefordert,»ine Konfersw abzuhalten über die Dorbe- halt«, unter denen der amerikanische Vena» allein dem Weltgerichts- hos beitreten wollle. Die amerikanische Regierung lehnte es in ihrer Antwortnote ob. sich an einer solchen Konferenz zu beteiligen. Sie wünscht über ihr« Vorbehalte nur den unmittelbaren Notenaustausch mit den Staaten, dt« dem Weltgerichtshof angehören. SewerGhastsbeVegung Amerika, du hast es bester! Warum der deutsche Arbeiter kein Kapitalist ist. Unter dem schreiend widerspruchsvollen Titel.Jeder Arbeiter ein Kapitalist" hat der Amerikaner David F. ch o u st o n eine Lro- schüre herausgegeben, in der er nachzuweisen sucht, daß die ameri- konischen Arbeiter zum großen Teil„Kapitalisten" geworden seien, weil sie ihre Spargroschen durch Ankauf von Aktien verwerten. Ein sehr großer Teil der amerikanischen Arbeiter ist auch Besitzer von Eigenheimen. Daß jemand, der irgendwelches Privateigentum besitzt, deswegen noch kein Kapitalist ist, diese elementare Volkswirt- schaftliche Erkenntnis ist Herrn David F.Houston nicht oufgeganoen. Aber auch der Herr Dr. T ä n z l e r, der gegangen« Geschäftsführer der Vereinigung der deutschen Arbeitgebcroerbände, hat das nicht begriffen. In einem deutschnationalen Blatt beschäftigt er sich ein- gehend mit der Broschüre, insbesondere mit der Tatsache, daß amerikanische Arbeiter in eigenen Häusern wohnen und in der Lage sind, Aktien von großkapitalistischen Unternehmungen zu kausen. Für Herrn Houston besteht das Ideal eines jeden Arbeiters darin, selbst Kapitalist zu weMn. Diese Behauptung findet Dr. Tänzler für äußerst bemerkenswert und er bedauert, daß der deutsche sozio- listische Arbeiter„sich zum Kapital grundsätzlich feindlich" einstelle. Es läge im Interesse des Arbeiters,.sich mit dem Kapital auszu- söhnen und es chm selbst dienstbar zu machen". Das täte, sagt Herr Dr. Tänzler, der praktisch veranlagte amerikanische Arbeiter. Danach sind es also in Amerika nicht die Arbeiter, die für das Kapital, sondern das Kapital, dos für die Arbeiter arbeitet. Die Arbeiter brauchen sozusagen nur mit verschränkten Armen und schmunzelnd zuzusehen, wie das Kapital im Schweiße seines An- gcsichts die fetten Dividenden für die dickbäuchigen Arbeiter heraus- schuftet. FreUich, fügt Herr Dr. Tänzler resigniert hinzu, sind für diese idealen Zustände die amerikanischen Derhältnisie außergewöhn- lich günstig. .Mit der Vermehrung des Einkommens und des Vermögens hat sich auch für die breiteren Massen ein« Lebens. h a l tu n g und ein Wohlstand entwickelt, wie er für die europäischen Staaten nicht gegeben ist." Warum bei uns eine solche Vermehrung des Einkommens und Vermögens der breiten Massen„nicht gegeben sst", verrät leider Herr Dr. Tänzler nicht. Aber da er in seinem Schwanengesang in der letzten Sitzung des Hauptausschusses der Vereinigung als Ak- tionsprogramm der Unternehmeroerbände den allgemeinen Lohnabbau ausgestellt hat, wird er bei einigem Nachdenken, wo- zu es chm ja jetzt nicht an Muße gebricht, vielleicht herausfinden. warum der deutsche Arbeiter kein„Kapitalist" ist, warum er nur von der Hand in den Mund lebt, und zwar ganz elend lebt. Dr. Tänzler braucht nur die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu oergleichen mit den Löhnen der deutschen Arbeiter, und er wird herausbekommen, warum es dem amerikanischen Ar- bester möglich ist, sich ein Automobil, ein eigenes Häuschen oder Aktien von Unternehmungen zu kaufen. Er wird auch dann her- ausbekommen, warum in Deutschland die Bildung von Kapital solche Schwierigkeiten macht. Und dann kann er darüber einen neuen Artikel schreiben. Wir fürchten aber sehr, daß die Unter- nehmerpresse für einen derartigen Artikel keine Verwendung haben wird.. Einheitsorganisation der Seamten. Elve Entschließung des Deutschen Leamtenbuudes. Eine am 17. dieses Monats im„Verein Deutscher Ingenieure" tagend« Sitzung des über eine Million Mitglieder zählenden Deut- schen Beamtenbundes beschäftigte sich eingehend mit der E i n i g u n g aller Beamtenverbände unter einheitlicher Führung und nahm zum SKluh folgende, für die gesamte deutsche Arbeitnehmer- schast wichtige Entschließung an: „In Erkenntnis der Tatsache, daß die Gestaltung der Rechts- Verhältnisse der Reichsbahnbeamten die Gefahr der Uebertragung aus die Gesamtbeamtenschast in sich birgt, begrüßt der Gesamt- vorstand des DBB. den grundsätzlichen Erfolg des Zentralgewerk- schastsbundes der Reichsbahnbeamten bezüglich der Erkämpfung der unkündbaren Anstellung auch für die Beamten der Besoldung«- gruppen 1 bis 4 der Reichsbahn und versichert weiterhin auch den Reichsbahnbeamten seine vollkommene Solidarität. Der Gesamtoorstand des DBB. nimmt Kenntnis von dem B e- richt des�undesoorsitzenden über den Stand der Ar- beiten des DBB. Er billigt die Bundespolitik und dankt der Ge- schäftslsitung und dem Vorstand für die geleistete Arbeit. Die Notwendigkeit, die Umgestaltung der Beamtenrechts- Verhältnisse zu beeinflussen, die Berücksichtigung der Interessen der deutschen Beamtenschaft in den großen wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen zu sichern und allen Gefahren zu begegnen, macht dringend nötig, die Beamtenbewegung einheit- l i ch zusammenzusassen. Es wird daher nach wie vor die Ausgabe des DBB. sein, dieses Ziel fest im Auge- zu behalten. Der Gesamtvorstand begrüßt alle Schritte, die in dieser Richtung unternommen werden. Entschiedenen Einspruch erhebt die Tagung gegen die Zlbsicht, das Besoldungssperrgesetz im anderen Sinne wieder auf- leben zu lassen.___ Generalversammlung der öerliner Eisenbahner. Günstige Entwicklung des Einheitsverbandes. Am Freitag fand im Börseissaal der Musikersäl« die General- Versammlung des Einheitsoerbandes der Eisenbahner, Ortsgruppe Berlin, statt. Der Bevollmächtigte, Genosse W i n k l e r, gab den Geschäftsbericht. Die noch mit aller Schärfe anhaltende Wirtschaftskrise und deren Auswirkung auf den Gütenimlauf und Personenverkehr hat sich auch in den Rechen der Essenbahn«r stark fühlbar gemacht. Hinzu kommt, daß die Lohnbewegung auch im ersten Viertel- jähr noch nicht zum Abschluß gebracht werden konnte. Bevor ein Spruch des Kammergerichts noch nicht vorliegt, wird wohl schwerlich an die Einleitung einer neuen Lohnbewegung oder der notwendig gewordenen Aendmmg der arbeitsrechttichen Fragen mit Erfolg gedacht werden können. In absehbarer Zeit ist aber auch an eine neue B e- soldungsregelung sür die Reichsbahnbeamten nicht zu denken. Von einer Wahrung der Deamtenrechte kann überhaupt nicht mehr gesprochen werden. Erst nach langwierigen Verhandlungen ist es gelungen, für die Besoldungsgruppen 1— 4 die Unkündbarkeit nach Lvjähriger Dienstzeit zu erwirken. Praktisch werden diese Beamten erst dann diese Vorteil« genießen, wenn sie sich von den unzähligen Splitterorganisationen losgelöst und sich organisatorisch im Einhests- verband stark genug gemacht haben. Der Personalabbau in den Cisenbahn-Ausbesserungs- werken, hervorgerufen durch die Stillegungen ganzer Abteilungen anläßlich der Reorganisation des Werkstättenwesens, unterstand einer besonderen Beleuchtung. In regelloser Weise, aber auch von bestimmten Tendenzen geleitet, werden auch die Personalver- schiebungen von den Güterabfertigungen und Umladehallen nach der Bahnunterhaltung und von dieser noch anderen Dienststellen durch- geführt. Wenn die mit der Organisation getroffenen Vereinbarungen nicht überall gchallen wurden, so deswegen, weil ein« große Anzahl von Bahnmeistern und nicht wenige höhere Beamten im engen Freundschaftsverhältnis zu Privatunternehmern stehen. Auch auf die Beachtung und Durchführung der U n f a l l o e r- hütungsvorschriften hat die Organisatton erfolgreich ge- wirkt, trotz der Erwiderung der Direktion betreffend Beseitigung gesundheitsschädigender Einrichtungen beim fortwährenden Experi- mentteren des Spritzverfahrens im Eifenbahn-Ausbesserungswerk 8pv.-NelsllsrveLer! Besadil die Brandienversammlnndeii am Donnerslaö! Grunewald. Schars rügte Winkler die noch immer nicht beseitigte Ueberstundenjägerei und das Nichtabfeiern der siebenten Schicht bei den Dienststellen, wo die Unorgani- s i e r t e n nn Verein mit dem spießbürgerlichen Wortradi- kalismus tätig sind und wahre Orgien aus diesem Gebiete feiern. Als erfreulich ist die Entwicklung der Iugendbewe- g u n g zu bezeichnen und die sich immer mehr in der Mitgliedschaft durchsetzenden Lildungsbestrebungen und die unermüd- liche, von Ersolg gewesene Kleinarbeit der Funktionäre und Orts- Verwaltung in der Agstation. Mit dem Appell, nicht müde zu werden und bei den bevorstehenden Betriebsrätewahlen nach den Anweisungen der Ortsverwastung zu versahren, schloß Wrnkler seinen Geschäftsbericht. Der Kassenbericht, der jedem Delegierten gedruckt vorlag, wurde von Iaser ergänzt. Seine Ausführungen gingen dahin, daß das Betriebsvertrauensmännersystem sich für die Finanzgebarung der Orts- und Hauptkass« immer segensreicher auswirkt. Alle Schikanen der Verwaltung, durch fortwährende Personalverschiebungen den Mitgliederbestand zu zermürben, sind fehlgeschlagen. Die Bei- tragsloistung pro Kops sowohl wie der Mitgliederbestand sind st a b i l e r geworden als im vierten Quartal 1923. Sämtliche Diskussionsredner waren mst dem Geschäfts- und Kassenbericht einverstanden. Zum Ausdruck gebracht wurde, unter keinen Umständen bei der Gewinnung neuer Mitglieder zu erlahmen. Scharf angegriffen wurden die Werkleitungen der Eisenbahn- Ausbesserungswerke wegen der Vergebung von Schmiede- und Drehereiarbeiten an die Privatunternehmer, trotzdem die von diesen Geschäftsmachern geleistete Arbeit qualitativ nicht an die in den einzelnen Werken geleistete Arbeit herankommt und bedeutend teurer wird. Wie die Werkleitungen wirtschaften, kam darin zum Ausdruck, daß durch, diese Mißwirtschaft ganze Abteilungen lahmgelegt werden und Hunderte von brauchbaren, sogar neu angeschafften Werkzeugmaschinen nutzlos da st ehe n. Neben der Erledigung einer Anzahl Anträge und einiger Richtigstellungen hatte die Generalversammlung ihren Erfolg versprechenden Abschluß gefunden. vom christlichen Gewerkschafiskongreß. Stegenvald, der Blockschwärmer. Seitdem Adam Stegerwald sein politisches Talent entdeckt hat, d. h. ungefähr in der Zeit von seiner Berufung ins ehemalige Herrenhaus bis zur Wahl als Landtagspräsident, krankt er an der politischen Sammelwut, der Blockitis. Er hat dos Bedürfnis, alle politischen Parteien unter seiner Führung zu vereinigen— mit Aus- nähme natürlich der weiter Linksstehenden— er möchte alle gewcrk- schaftlich organisierten Arbeitnehmer im christlich-deutschen Gewcrk- schastsbund unter einen Hut bringen— der Deutschnationale Hand- lungsgehilfenverband ist längst dabei— und schließlich sehnt er sich nach einer neuen Arbeitsgemeinschaft mit den Ilntcrnehmerverbänden — die ja der Christlich«» Landorbeiteroerband in anderer Form bereits angebahnt hatte. Auf der gestrigen Tagung des Gewerkschaftskongresses trat Stegerwald für die Bildung eines großen christlichen Volks- b l o ck s ein, der nach seiner Ueberzeugung Zustandekommen müsse. Er erklärte deshalb nicht nur die„vaterländischen" Organisationen, sondern auch das Reichsbanner als überflüssig. Stegerwald möchte also diesen zwar nicht christlichen, sondern religiös-neutralen demokratischen Volksblock zertrümmern. Wir halten dies nicht so sehr für unmöglich als die Bildung des„großen christlichen Volks- blocks", der zwar eine sehr weitherzige Form annehmen müßte, dennoch eine noch schärfere Trennung der Arbeiterschaft bedeutete, als sie ohnehin vorhanden ist. Stegerwald nahm in seiner gewohnten Selbstüberschätzung für die christlichen Gewerkschaften und damit in erster Linie für sich das Verdienst in Anspruch, mehr für die Verhinderung des Chaos in Deutschland getan zu haben als die meisten politischen Parteien. Dem deutschen Bürgertum machte er den Vorwurf, ebenso materi- listisch eingestellt zu sein wie die Sozialdemokratie. Als Forde- rungen für Deutschlands fernere Entwicklung stellte Stegerwald auf: eine leistungsfähige Landwirtschaft, Belebung des Innenmarktes und eine gutbezahlte Arbeiterschalt zur Herstellung von Qualitätsware, und schließlich ein anderes Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Als Ausgangspunkt für den Wiederaufbau könne nur die gegenwärttge Staatsform in Frage kommen. Der Gemein- schaftsgedanke müsse im 20. Jahrhunderl wieder zu Gemeinschaften führen, auch im Berufe, in Gemeinde und Staat. Das zweite Referat hielt I m b u s ch. der Vorsitzende des Ge- werkoereins christlicher Bergarbeiter, über„Die Ordnung des Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Ar- b e i t n e h m e r n". Im Lause seiner Ausführungen erklärte er u. a., die Unternehmer fühlten und handelten als D i k t a- t o r e n und machten dadurch die von den christlichen Gewerkschaften efftrebte Zusammenarbeit unmöglich. Das Haupthindernis für eine rechte Zusammenarbeit sei die materielle Grundeinftellung der Unter- nehmer. denen auch der Staat nur ein Mittel für die Erreichung ihrer wirtschaftlichen Ziele sei. Dennoch schloß Imbusch seine Aus- führungen mit der Aufforderung, möglichst bald damrt anzufangen, das richtige Verhältnis zwischen Unternehmern und Arbertern durch Gleichberechtigung und gegenseitige Anerkennung herbeizufuhren. An der Aussprache über die Referate Stegerwalds und Im- buschs beteiligte sich nur ein Redner. Dann sprach über„Die deutsche Sozialpolitik der Gegenwart und Zukunft" der Generalsekre- tär der christlichen Gewerkschaften, Otte. Auch er betonte, daß noch immer nicht die Rede sein könne von einer Gleichachtung der Arbeiteffchast. Er verlangte, daß zur Kostendeckung der E r w erb s° losenversicherung auch das Reich und die Allgemeinheit her- angezogen werden und in der Arbeitslosenversicherung eine Zwischen- lö ung erfolgt durch Staffelung der Unterstützungssiitze nach Lohn- Nassen. Außerdem forderte Otte die schleunige S ch a f l u n g eines einheitlichen A r b e i t e r r e ch t e s. Der Ratifikation des Washingtoner Arbeitszeitabkommens«erden die christlichen Gewerkschaften zustimmen; Ueberarbeü mutze aber höher bezahlt werden._ Schiedssvruch für das bayerische Baugewerbe. München. 19. April.(Eigener Drahtbericht.) Das Zentral- schiedsgericht für das bayerische Baugewerbe hat durch bindenden Schiedsspruch eine wichtige Neuregelung der Lohntarife für das Baugewerbe im rechtsrheinischen Buyern getrauen.-Die Focharbeiterlöhne bleiben zwar unverändert, aber die prozen- tuale Staffelung der Löhne der Hilfsarbeiter und der jugendlichen Fachorbeiter hat eine Senkung er- fahren. Während der Lohn des Hilfsarbeiters bisher 83 Prozent des Facharbeiterlohnes betrug, wird er künstig nur 80 Prozent aus- machen und der des jugendlichen Facharbeiters bis 19 Jahre nur 83 Prozent gegenüber 90 Prozent bisher. �■ v Das bedeutet jedenfalls eine Verschlechterung der bisher Nied- rtgsten Löhne, damit aber auch einen Ansporn zur Erhohuna Richtlöhne_ Einigung im mitteldeutschen Bergbau. Der Schiedsspruch zur Beilegung des LohnstleiiS im mittel- deulichen Braunlohlenbergbau, der die Löhne, wie sie tn den Schiedssprüchen vom 3. und 28. Auaust 1925 in Ziffer I vorgeschlagen wurden, vom 12. April 1926 ab wieder in Krafl setz«, rst von beiden Parteien angenommen worden, lim da» Beaunkohlenbergwerk Glückaui-Llchtenau und da« Sieiiikohleiiwcrt Plötz bei Löwejun vor der drohenden Siillegung zu bewahren. wurden besondere Löhne vereinbart. Die Lohnre.zelung gilt bis auf weiteres; sie kann frühestens zum 31. Oktober 19.6 gelündigt werden._ Dankend abgelehnt. Bochum. 19. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Bergarbeiter- internationale hat eine Einladung des russischen Bergardeiterver- bandes zu seiner Generalversammlung am 12. Mai nach Moskau abgelehnt.(Wie erinnerlich, ist der Bergarbeiterinternationale die Absendung einer Rußlanddelegation unmöglich gemacht worden. weil die Sowjetregierung dem Uebersetzer. Genossen Bienstock die Einreise oerbot.)_ der Erfolg der Salkankonferenz. (IGD.) Die Konferenz von Sofia am 9. und 10. April, der außer den Vertretern des Internationalen Gewerkschastsbundes und der Berusssekretariate der Lederarbeiter, der Handels- und Bureau- angestellten, der Lebensmittelarbeiter und der Trsnsportarbeiter. internationale sowie Vertreter der Gewerkschaftsbewegungen Bul- gariens, Jugoslawiens, Rumäniens, Ungarns, Griechenlands uns der Tschechoslowakei beiwohnten und die vor allem den Zweck hatte. die Gewerkschaften des Balkans zu stärken und zwischen den einzel- nen Ländern enge Bande zu schassen, nahm einen äußerst erfolg- reichen Verlauf. Alle aus der Konferenz besprochenen und gesaßlen Beschlüsse, denen die Delegation des IGB. zustimmte, wurden e i n st i m m i g angenommen und besagen u. a., daß E i n i g u n g e- versuche aus Grundlage der Beschlüsse und der Taktik der Amster- damer Internationale als erwünscht betrachtet werden. Sowohl der Konserenz in Sosia als auch den in verschiedenen Städten veranstalteten Versammlungen wurde in Arbeiterkreis.m und von der Oesfentlichkeit und speziell der Presse das größte Interesse entgegengebracht, so daß das Hauptziel erreicht ist: Ueber- all auf dem Balkan wird man sich in Zukunft unter den Arbeitern und in der Oesfentlichkeit mehr als je bewußt sein, daß die von der Internationale unterstützte'Gewerkschaftsbewegung den Willen zu sachlicher Wirksamkeit hat und ein Faktor ist, mit d<:m die Regie- rungen und die Unternehmer zu rechnen haben und bei fortschreiten- der Vereinheitlichung und zweckmäßigem Ausbau der bestehenden Organisationen in zunehmendem Maße zu rechnen haben werden. Werbewoche der Jugendgruppe des ZdA. Sorte, Dien,wo 8 UI>r. SffenNiih« Iu«lrtwcrsst<>.ssob«eordneter E. Auf- Häuser Uber..Namvf drr Ausbortun« der Anacitellteniuaend" und Ziwend» Iritungsniitolied öriiu Manu Uber„Was findet dir An««stellicn lügend in der Iuarndsruvvr das ZdA.?" All« kvufmännischan Lehrlinfl« und iunaen Angestellte» Und«t dieser Versaminluna eingciaden! Iugrndscirr für die AnarUcllteniuarnd Mirtnnxb. 2l. April. 8 Ubr. in> Bortrogssaal des Hauirtverdand«? Deutscher irrankenkassen, Eborlottenbuna, Berliner Str. 137. Rezitationen, Ansprache, Borflllirung der Filine„Die ibroUltation Nauen im Weltverkehr" und„Reineke ssuchs". Eintrittskarten ,um Preise von 30 Pf. am Einaana des«Saales.— Mittwoch. 7Vi Uhr, ouUendem folgende Abteilunosoeronstaltunaen: Lichtendem« gugendbeim«SoUlerefir. 61. Bortraa:„Was will die ZdA.-Iuqend?" Neukölln: Jugendheim Rvaatstr. SS. Vortrag:„ibemeinsihaftsarbeit»wischen Bursch und Model". Weddlng»4 Uhr, tagen die Gruvpen: Landsberger Vlati! tzuaend- beim Diellelmencrstr, 5. Vortoagsfortsehung:„Novitalisinus".— ssmnkfnrte, Allee: Jugendheim Tilllter Str. 4/5. 1?rp. Vortrag:„Der Aufbau der !sSI."— Lichtenberg: Iuaendheim Dosseftr. 2Z. Vortrag:„Soiitalismus und Nirche".— Södkrets: Ab 6 Uhr: Reip«ntan»>Uebunasabend auf dem Spielplatz am Urban.— Treptow: Zugendheim Wildenbruchitr. 5354. ssortfetzuna de» Vortrages:„Vom Urooael bis»um VerkehrsNuiuola" mit Lichtbildern.— Spandau: Jugendheim Lindenuser 1. Vortrag:„Vom Kandiverisaesellen»um Lohnfklaven".— Mätahenkommilfioa: 714 Uhr Besubtiaung der Ausstellung»» räum« fltr rationelle» Easverbrauch, Stralaurr Str. 57/58. «ergold« und Aadme»moiS«r. Mittwoch. 21. April. 5 Uhr. bei D 5H ring, NaunynNr. 27. Branchen Versammlung. Taaesordnung: Beschtuftfassuna itber den AbschluK eine, Lahntarif«». Alle oraaniilerten Branchcnanoehörigen haben die Pflicht, in dieser Versammlung»u erscheinen. Mitgliedsausweis leattimiert. __ Die Vranchraleitung. DI« Spartasse der Bank der Arbeller, Angestellten und Beomlen A. G.. Berlin, wollstr. 63. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9—3 Uhr und 3— 7 Uhr, Sonnabends von S— 1 Uhr geöffnet. Verantwortlich für Politik: Richard Bernstein: Wirtsihaft: Artnr Saternu»! «bewerkschaftsbewegung: Z. Steiger; Feuilleton: lt. 8. Döscher: Lokale» und Lo»»iacs itritz ltarilädt: An»eiaen: Ttz. Slocke: sämtlich in Berlin. Verla«: Lorwärts-Veriaa/« Liter lochendem Wasser auf- gelöst, gibt sofort kräftige Fleischbrühe zum Trinken, zur Zubereitung und Ver- vesserung aller Arten Suppen, Soßen und Gemüse, l Würfel 4 Pfennig. R! MAGGI5 Fieiscltbrüh- Würfel Nr. 183* 43. Jahrgang 7. Seilage ües Vorwärts Dienstag, 20. flpril 1426 r--r> T�-n- ,, tf/ M' ,V)rJD •• Nach dem Zkriege setzte in Deutschland eine unerhört starte Propaganda für Spiel und Sport und für gesunde Lebensweise ein. Jetzt entdeckten plötzlich auch fene Kreise ihr Interesse für die Dolksgesundheit, denen sie sonst, solange genügend Kanonen- futter vorhanden war. herzlich gleichgültig blieb. Wohlklingende Worte, wie Ertüchtigung der Menschheit� und ähnliche wurden gangbare Münze. Zwei Wege, die zu ganz verschiedenen Zielen führen sollen, laufen bei der in Wort und Lild oeranstalteren Massenpropaganda nebeneinander her. R itionalisten werben für den Sport im Hinblick auf den von Ihnen gewünschten und er- warteten nächsten Krieg. Unser Ziel aber ist es. Soldaten zu er- ziehen für den friedlichen Kampf des Geiste» und der Arbeit. Im gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist! Kann ein gesunder Geist an kannibalischem Gemetzel, an der Zerstörung von Kulturwerk Freud« empfinden? In diesem Sinne propagieren wir die Cr- tüchtigung de» Menschen, und in diesem Sinne werben auch für unsere Sache die Wege, die zu Gesundheit. Kraft und Schönheit führen solle». Die vielen MethoSen. Unzählige Methoden wurden ausgeklügelt, um der Erhaltung oder auch der Wiederherstellung der Gesundheit zu dienen. Sicher- lich sind viele von ihnen ausgezeichnet, leider aber haben viele«inen Fehler: oll« nehmen die Zeit desjenigen in Anspruch, der sie aus- üben möchte, und unter der arbeitenden Bevölkerung gibt es nur zu wenig«, die in ihrem harten Kampf ums Dasein noch wirklich Zeit haben, um solch« Gesundheitsgymnastik wirklich durchführen zu können. Andere Methoden, die auf die Einhaltung einer besonderen tebensweise abzielen, können unter Umständen sehr kostspielig werden. So kann zum Beispiel die vegetarische Lebensweise der Gesundheit sehr dienlich sein, allein eine zweckmätzige Ernährung durch Pflanzenstoffe ist viel teurer als gemischte Kost. Andere wiederum glauben, dafj e» möglich sei, durch Enthaltsamkeit von Tabak und Alkohol die Dolksgesundheit zu fördern. Dieses Thema steht in der letzten Zell im Mittelpunkt der Diskussion. Unbestreit- bar sind die Folgen, die insbesondere ein Uebermaß von Alkohol hervorruft. Diele sonst ruhige und sachliche Menschen werden händelsüchtig, mihhandeln ihre Umgebung und sind«ine Plage für ihre Mitmenschen. Kinder notorischer Trinker find immer minder- wertige, oft blödfinnige Geschöpfe. Mißbrauch sede» Erregung»- mittels führt schließlich zum Vertieren: aber von den der Mäste zugänglichen Mitteln dieser Art- Ist es eigentlich nur der Alkohol, der in mehr als Ausnahmefällen diese fürchterlichen Folgen zeitigt. Der Aufklärung über die Gefahren des Alkohols, von welcher Seite sie immer kommt, sollte sich aber niemand verschließen. Wenn erst die sozialen Forderungen so weit Erfüllung gesunden haben, daß der Proletarier nicht mehr körperlich und geistig völlig übermüde! und unbrauchbar abends aus den Betrieben kommt, dann mag es an der Zeit sein, von jedem unbedingte Enthaltsamkeit von diesen schäd« lichen Genußmitteln zu fordern. Wer heute schon darauf verzichten kann, ist zu loben, vielleicht sogar zu beneiden. Aber man darf nicht vergessen, daß in unserer anormalen Zeit, die von körperlich messt unter dem Durchschnitt stehenden Menschen rücksichtslos über- durchschnittliche Leistungen fordert, es oft eines Anregungsmittel» bedarf, um den von der Togesarbeit Ausgepreßten am Abend übe» Haupt noch aufnahmefähig zu machen. Alle guten Ratschläge über die zweckmäßigste Ernährung sind leicht gegeben, oft schwer befolgt. In Familien, in denen die Kinder froh sind, sich an Brot und Kar- tofseln satt essen zu dürfen, wird es ein geringer Gewinn sein, wenn die Mutter begriffen hat, daß reichliche Fleischnahrung für die Ge- sundheit lange nicht so wichtig ist. wie frisches Gemüse und rohes Obst. Gewiß ist hier AufNärung. besonders für die Ernährung der Säuglinge und kleinen Kinder, oft dringend nötig. Aber mit allen guten Ratschlägen behebt mau die Schäden nicht, die die Wirtschaft. iichc Rot schafft. So wird auch zweckmäßiges wohnen, gründliche Lüftung und Sanberkeit der Räum« nicht so sehr durch da» Der- ständnis der Masten dafür erziell werden, sondern vor allem da- durch, daß man ihnen überhaupt erst menschenwürdige Behausungen zur Verfügung stellt. Wer in Licht, Luft und Sonne aufwächst, schafft sich einen Körper, der gegen Krankheiten widerstandsfähig Ist. Niemand sollte daher diese drei Dinge, soweit c» in seiner Macht steht, ungenützt lassen, sondern ihnen buchstäblich Türen und Fenster öffnen. Sport und GpmnaMk. Besonders wertvoll ist es für die Gesundheit, leicht oder völlig unbekleidet, von Licht und Luft umflossen. Gymnastik zu treiben. Noch vor wenigen Jahren hieß die Parole, die die Menschen zur Ge- sundung führen sollte, Sport: heute heißt sie Gymnastik. Rur wenige ermessen den riesigen Forsschritt, der hierin liegt. Sport ist eine Beschäftigung für die Gesunden, zu seiner Gesunderhaltung und Stählung. Gymnastik ist der Sport des körperlich Geschwächten. Ihm soll er die Gesundheit wiedergeben. Aber auch hier wird noch viel gesündigt. Die meisten Gymnastiksysteme, von denen angeblich jedes gerade für die Schäden, an denen unser Körper krankt, zu- geschnitten ist, fordern ebenfalls eine Arbeitsleistung, die von den wenigsten Berufsmenschen auf die Dauer mit Nutzen nebenher ge- schafft werden kann, abgesehen davon, daß sie v i e l z u v i e l Zeit beanspruchen. Dabei können die täglichen Gymnastikübungen in sehr kurzer Zeit ausgeführt werden. Notwendig ist dafür nur, daß jeder weiß, wo die Hauptmängel seines Körpers liegen und die Uebungcn entsprechend auswählt. Im allgemeinen wird es sich darum handeln, auf eine Stärkung der Wirbelsaule und einzelner Rkuskeigruppen sowie auf gute Blutzirkvlallon hinzuarbeiten. Als ganz allgemeine Uebung für die Wirbelsäule ist ein Körperkreisen von links nach rechts, dann von rechts nach links zweckmäßig, das bei zuerst starrer Wirbelsäule nur mit dem Hals und lockerem— nicht steifem!— Kopf beginnt, dann bei jeder neuen Drehung einen Wirbel hinzunimmt, bis schließlich die ganze Wirbelsäule gelockert und nur mühsam noch das Gleichgewicht zu erhalten ist. Bei einiger Uebung kann man dann auch noch die Füße mit einbeziehen, so daß der Körper wirklich gelenkig wird. Den runden Rücken des Schulkindes und der sitzenden Berufe vermindert oder korrigiert man durch Kreisen der Schullerblälter von vorn nach hinten bei lose hangendem oder gestrecktem Arm, während die andere Hand aus dem Rücken liegt und die Bewegungen kontrolliert. Platlsüße brauchen unbedingt eine orthopädische Einlage, deren Wirkung aber unterstützt werden sollte durch eine Massage, die den Fuß von der Mitte nach den Seiten zu durchknetet und lockert. Krampfadern. die so viele Frauen täglich seufzend bandagieren, lassen sich durch rechtzeitige» Wickeln der vielleicht noch durch Senksußeinlagen gestützten Beine, verbunden mit Massage der Wade in der Richtung vom Knöchel zum Knie, der Knöchel, der Kniekehlen, des Unter- schenkel» und der inneren Echenkelslächen oft v völlig vermeiden. Es ist hier nicht der Ort, eine Zusammenstellung gymnastischer Uebungen zu geben. Aber wenn sich jeder klar macht, tvas er durch sie erreichen will, so wird er aus jedem System bald die paffenden für sich herausfinden und eventuell entsprechend vereinfachen. Nütz- lich sind ganz schlichte Uebungen, wie Beinschütteln und Arai- schutteln de, ganz ungespanmen Muskeln, veinheben und kreisen bei sonst gestreckt auf der Erde liegendem Körper. Bor allem darf keine Uebung übertrieben werden, da sonst nicht nur die erstrebte Wirkung ausbleibt, sondern oft sogar noch Schädigungen eintreten. Für die Gymnastik am Morgen und Abend genügen je drei bis fünf Minuten, die durch besseren Schlaf und die Erfrischung, die sie dem Körper gewähren, reichlich eingebracht werden. Sauberkeit des Körpers, Bäder und möglichst tägliche lauwarme oder kalte Ab- reidungen. ist zur Unterstützung der Wirkung der Gymnastik un- bedingt erforderlich. Wer s» seinen Körper oernüstig behandett, wird mit der Ge- sundheft auch seiner Sthönheit dienen: der Körper wird eine gute Haftung annehmen, die Gesichtszüge werden sich straffen. So sst man auf den besten Wegen zu Gesundheit und Schönheit. Beide sind voneinander untrennbar. Denn dem gesunden Menschen bedeutet alles Schöne Freude— also hat er auch ein Interesse daran. seinen Körper so zu bilden, daß er sich seiner freuen kann. Zamile unter den Zedern. täf Von Henri Bordeaux. (Berechtigte Uebersetzung von I. Kunde.) Die Gesetze der Gastfreundschaft nöffgien den Scheik, sein« Besucher zu empfangen und bei sich aufzunehmen. Ich wurde zum M-chle eingeladen. Gehörte ich nicht zur Familie? Den Titel, den ich zu Unrecht führte, hatte ich offiziell noch nicht abgelegt. Die Frauen waren zu dieser Festlichkeit nicht ein- geladen. Meine für mich verlorene Braut erschien also nicht: auch nicht bei den nachfolgenden Tänzen. Die Veranstaltung mit Musik und Spielen währte bis spät in die Nacht. Aber Butros teilt« mir im Laufe des Abends eine Nachricht mit, die mich erschreckte. »Er hat mit Bamile gesprochen. Sie wich ihn nicht wieder- sehen: ich hch>e es ihr verboten. Und übrigens geht er morgen und wird nie wieder herkommen." Im Bewußtsein seiner Kraft glaubte Butros, daß man so Verliebt« daran hindern könne, sich zu vereinigen. Ich war nicht so beruhigt. Die Worte:»Er hell mit Yamile gesprochen". versetzten mich in wilde Verzweiflung. Und ich rannte mit meiner Qual hinaus in die besternte Nacht. Am aichern Morgen sah ich Butros bei mir eintreten: er drängte meinen Diener beiseite und stürzte wie ein Wahn- sinniger auf mich zu. So heftig schloß er mich in seine Arme. daß ich glaubte, er wolle mich erdrücken.„Komm!" sagte er gebieterisch.»Sie warten auf dich. Sie ist fort." Seit dem Zederntag aß ich das Brot des Unglücks. Aber diese Nachricht stillte meinen Hunger nach Weh. In meinen schwärzesten Ahnungen hotte ich das mir nicht ausgedacht. Daß ich zu einem bitteren und einsamen Leben verdammt sein würde, daß Yamile sich in unniöglicher Liebe— unmöglich wie die meine— verzehren würde: das war das Unglück, das uns beide betroffen. Aber daß sie zugestimmt hatte, ihre Familie, ihre Berge, ihren Glauben hinzugeben, um mit einem Feinde unserer Rasse und Religion zu fliehen, daß ein junges, srom- mes und stolzes Mädchen, das sich stets zurückhaltend gegen die jungen Männer und selbst gegen ihren Bräutigam gezeigt hatte, daß diese sich sofort dazu hergab, mit einem zweimal gesehenen Unbekannten, an den sie keine drei Worte gerichtet hatte, zu fliehen, dos überstieg die kühnste Phantasie. Ich glaubte, den Strom der Liebe, denn ich hatte mich seiner Flut anvertraut, zu kennen. Hier aber trug er«in Frauenherz schneller mit sich fort, als mein Auge ihm zu folgen vermochte. Die Leidenschaft Vamiles übertraf die mein«.... Aber ich bäumte mich gegen das alles auf und verteidigte sie noch: »Sie sst nicht geflohen, Butros, er hat sie entführt." Butros lachte verächtlich.»O." rief er aus.»man«nt- führt selten, eine Frau gewaltsam. Sie muß im Einver- ständnis sein." „Reiten wir nach," bat ich»nehmen wir unsere Waffen und folgen wir ihnen." »Es ist zu spät: komm und du wirst alles erfahren." Er zog mich zu seinem Bater, der in Eile den Familienrat zusammengerufen hatte. Vergehen privater Natur wurden damals nach alter Tradition auf diese Art abgeurteilt. Dieses Gericht ist furchtbarer wie jedes andere.„Die Feindschaft der Nächsten sticht tiefer als der Biß der Skorpione." � Aus dem Diwan saßen zwei Greise mit langen weißen Barten, welche vom Alter abgestumpft oder gleichguiiig waren. Name- tallah Kazzi und Megib Daoud. die Onkels des Schelks, und der Priester von Bescherre. der„Kapitän", ohne dessen Anwesenheit keine wichtige Beratung vor sich gehen durste. Beim Eintritt hörte ich Klagen und Stöhnen, das aus den Frauengemächern herüberdrang. Meryem, Pamiles Mutter, und Muntaha. ihre Schwester, gaben ihrer Verzweiflung. wie das bei uns üblich, lauten Ausdruck. Diese Verzweiflung war bei der zarten Meryem so groß, daß sie daran sterben sollte. Aber ich hatte Grund an Muntaha zu zlveiseln. Diese lebt noch und ich habe beschlossen, sie zu befragen:>vird sie sich nach so viel Jahren noch erinnern können, und wenn. wird sie bereit sein, die Wahrheit zu bekennen? Die Frauen verstehen sich so gut darauf, die Liebe der anderen zu begün- stigen und die Lüge gelingt ihnen leichter als uns. Wie der Priester mich sah, warf er mir einen Vorwurfs- vollen Blick zu. Hatto er nicht gesagt, daß Yamile falsch sei, daß sie mit ihrem kastanienbraunen Haar und ihrer milchweißen Haut zu sehr aus der Art schlage? Ein tröstender Blick traf mich: von Susia, die noch ledig>md stets mir zu dienen bereit war. Ich wandte mich mit Abscheu von ihr ab. Schon gab mir Raschid-el-Hame, der sich unter der Last der Schmach ausreckte, ein Zeichen, daß ich mich neben ihn setzen solle.„Kalil Khurry." sagte er,„wir erwarten dich zum Gericht. Du und ich. wir sind die nächsten Anverwandten. Das zarte Band der Ehe sollte dich in wenigen Tagen mit Yamile vereinigen. Deine und meine Stimme werden aus- schlaggebend sein. Bis in fein tiefstes Unglück behielt er seine Würde, seine Redegewandtheit, sein wirkungsvolles Auftreten bei. Lauter Eigenschaften, die einen Teil unseres Charakters bilden. Mein Ehrgefühl hätte mich veranlassen sollen, die traurige Würde, die mir zuteil geworden, abzulehnen. Die Liebe spottet dieses Ehrgefühls. Statt, daß ich dem Scheit den Ring, das Armband und den goldenen Stirnreif zeigte, die ntir zurückgegeben waren und die unstreitbar die Auflösung unserer Verlobung bewiesen, stimmte ich mit einer Kops- bewegung zn und setzte mich veben ihn. Ich war am Schicksal Yamiles interessiert: ich mußte um jeden Preis informiert sein, und vielleicht konnte ich die strengen Maßnahmen, welche die Richter ergriffen, mildern. Meine Gegenwart komite ihr von Nutzen sein: aus der Ferne und trotz der Grausamkeit wollte ich sie auch fernerhin schützen. Butros Eintritt machte die Versammlung vollzählig. Der Scheik berichtet? nun den Fall: »So verhäft es sich: Yamile teilt die Kammer mit ihrer Schwester Muntaha. Und Mitternacht hörte Muntaha, wie sich jene erhebt. Im Halbschlummer fragte sie Yamile.»Ich habe geträumt." sagt diese,..aber ich rverde mich wieder ins Bett legen." Bei diesen Worten umarmt sie Muntaha. die wieder einschläft. Heute morgen ist Muntaha später als sonst aufgewacht. Sie nahm an, daß ihre ältere Schwester die Klammer bereits verlassen habe. Wie Meryem, ihre Mutter, Auskunft haben wollte, oermochte sie keine zu geben. Man suchte Yamile im ganzen Haus, im Hof und Garten: sie war nirgends und niemand hatte sie gesehen. Aber die für unsere Gäste von Akka reservierten Zimmer waren noch verschlossen. Niemand durste da eindringen, bevor jene nicht gerufen hatten. Sie waren unumschränkte Gebieter, Nur ihr Schweigen wunderte mich: hatten wir nicht gestern ausgemacht, daß wir den Handel in früher Stunde zum Abschluß bringen wollten? Butros sah in den Ställen nach: die Pferde waren nicht mehr da: mit Ausnahme von Salma, der Fuchsstute, die ich kaufen wollte. Wir sahen uns noch den fremden Dienern um: sie waren verschwunden. Wir entschlossen uns, bei den Fremden einzutreten: die Zimmer waren leer. Kein Zweifel! Sie waren während der Nacht und mit Yamile weggeritten." »Mit Yamiles Einverständnis," fügte der Priester hinzu. »Ohne Zweifel, da sie aus freiem Willen das Haus ver- lassen hat. Wir konnten nicht daran denken, sie einzuholen. Ihre Pferde sind zu schnell und sind sie über Ehden hinaus incht in Sicherheit? Die Einwohner von Ehden hassen uns: auf ihrem Gebiete würden sie sich jeder Anwendung von Gewalt widersetzt haben. Die Flüchtigen sind also für den Augenblick unserer Rache entgangen. Uns bleibt nur die Pflicht, über Yamile das Urteil zu fällen."(Forts, folgt.) Ver»kerr Obersts... Es ist eine typische, groteske Erscheinung auf den Straßen und in Lokalen des Nordens. Ein unansehnliches, altes Männchen mit martialischem, schneeweißem Schnauz- und Spißbort, gestreifter L)ose. ins Grünliche geschossener grauer Joppe. Und die Hauptsache: ein kleines Papptarton-Handköfterchen in der einen,«inen dicken Nnotenstock in der anderen Hand. So wandert er fleißig von Lokal zu Lokal und— bietet Streichhölzer an. Geht ihm sein Vorrot aus, dann preist er den Gasten seelenruhig das leere Köfferchen an. Mit einer zarten Andeutung durch die Blume, einer schnodderig- gemütlichen Redensart echten Berliner Mutterwitzes, bittet er, ihm sein leergekauftes Magazin wieder zu füllen! Eine Konkurrenz duldet er nicht. Mit wenig christlicher Nächsten- liebe schmäht er Hausierer und Händler, die unglückseligerweise in „fein� Revier kommen. Das schmächtige Männchen schreckt dam« sogar nicht vor Attentaten zurück, bei denen er dann natürlich den rürzeren zieht. Besonders rauflustig ist er, wenn er das genügend« Quantum„Kirsch" zu sich genommen hat. Und das kommt fast tag- lich vor. Um wen hat er sich denn zu kümmern? Seine Kinder find, wie er strahlend erzählt,„versorgt". Die eine Tochter ist die „Braut" eines reichen Mannes. Des Alten Aeuglein leuchten glück- strahlend, wenn er von ihrem Garderobebestand, chren Seidenkleidern und Lackschühchen erzählt! Wehck demjenigen, der es wagen würde, den ehrbaren Erwerb seiner Aeltesten anzuzweifeln! Seine „Kleine" macht ihm ja ab und zu noch Sergen. Sie ist„nur" bei einem Gärtner Binderin. Abends muß sie als Blumenmädchen in den vorncbmsten Lokalen des Kurfürstendamms und samtigen Berlin WW. ihre Kostbarkeiten anbieten. Leider habe sie als Bräuti- gam einen arnien Kerl, der in irgendeiner Fabrik arbeitet. Dabei hätte sie bei ihrer seinen Kundschaft sicherlich Gelegenheit, einen „ganz anderen" Man» zu bekommen! Aber noch etwas Schöneres ist es für ihn, wenn er ein bissel zuviel in die Flasche geguckt hat, es träumt sich so schön in alten Erinnerungen!..,. Wie man aus der Wanderschaft durch halb Europa gepilgert ist. Je länger die Zeit, oerstreicht, desto mehr Länder hat man gesehen und tenncn- gelernt!____ Und dabei sind die Gäste und Kollegen in der Stamm- kneipe so ungläubige Zuhörer!„Adam, Ausschneider, Lügner!"— Er hat nach dein ersten Menschen seinen wundervollen Nomen er- halten!—„Der Herr Oberst phantasiert mal wieder." Solche Liebenswürdigkeiten muß er über sich ergehen lassen. Der arme Aste, der lein Spaßverderber ist, wird von jedermann als Zielscheibe spaßiger Einfälle benützt.— Warum heißt er nun der„Herr Oberst"? Sobald Adam, der Hausierer, in angeheiterten' Zustande seine Stammkneipe verläßt, um, angefeuert vom Spiritus, seinem„heili- gen" Geist, die besten Geschäfts zu niachen, bwmielt am Ende seiner Joppe ans der Rückseite, von übermütigen Händen geheimnisvoll angeheftet, ein Plakat. Johlende Kinder hinter ihm her. In den Lokalen Lachen, witzige Anrsmpelunge», Zurufe: Der Herr Oberst! Verständnislos blickt Adam in der Runde umher. Endlich, wenn die Neckereien nicht aufhören, wird er wütend. Lachend eiüfemt einer das Anhängeschild und präsentiert es dem Gefoppten. Staunend liest er: Oberst, die führende Zigaretten marke!! .Verflirte Lande!" und andere Koscworte murmelt er in seinen Bart. Am nächsten Tag, wenn er auf„Tour" geht, haben sie ihm das Plakat wieder verstohlen angehängt. Ja, er hat es nickit leicht, der„Herr Oberst"____ Um Sie fienüerung der poitzeistunSe. Der Berliner Magistrat für Verlängerung. mm- Der Berliner Magistrat hat an den preußischen M i- n i st e r d es Innern ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Es ist in letzter Zeit häufig in der Presie und von anderer Seite darauf hingewiesen worden, daß man in der Reichshauptstadt aus vielerlei Gründen nunmehr eine Aenderung der polizeilichen Bestimmungen über die Schließung der Gaststätten nicht mehr um- gehen könne und daß die noch geltenden Bestimmungen fallen müssen. Wenn wir u»» hiermit zum Anwalt dieser Bestrebung«« mache», so tun wir dies aus wirtschaftlichen, vor allem au« fremdenverkehrspolitischen Gründen Die verkürzte Polizeistunde Berlins, als N o t m a ß n a h in c gedacht, war in den verflossenen unruhige» Zeiten gewiß ein unentbehrliches Mittel für die Aufrechterhaltu'ng der Ordnung. Nachdem aber die deutsche Währung sich seit über zwei Jahren voll gefestigt hat und Deutsch- lund wieder anfängt, im AußenhanM stärker aktiv auszutreten, sind wir doch der Auffassung, daß gegenüber de» ethischen Einwen- düngen bezüglich der Verlängerung der Polizeistunde die wirt- schaftlichen und handelspolitischen Momente den Vorrang erhalten. Wenn im Auslände immer wieder Klage dar- über geführt wird, daß das Reisen in Deutschland und besonders der Aiifemholt!» Berlin sich wegen der polizeilichen Beschränkungen nicht so ongcncbni wie früher gestaltet, so sind diese Klagen, wenn man die Freiheit der fremden Gäste in anderen europäischen Län- dein bedenkt, mir berechtigt und Sie noch vorhandenen Hemmungen nicht geeignet, den Anreiz der Fremden zu emcr Reise nach deutschen Städten, vor allem nach Berlin, zu erhöhen. Letzten Ende« werden s'äi einschränkende Ülnordiiungcn für das Gastsrattengewerbe bei einer noniialen Wirtschaft freindenverkchrsfeindlich auswirken. Die Stadigemeinde hat bekanntlich im vergangenen Jahre, um von sich ans allen Belangen des Fremdenverkehrs in einer für die Reichshanptstadt würdigen Weise gerecht werden zu können, ein besonderes Fremdenverkehrsbureau ein- gerichtet. Unsere Propogaiidamaßnahmen, die sich auch aus die Heranziehung der für Deutschlands Volkswirtschaft wertvollen und willkommenen Ausländer erstrecken, bleiben ober— ebenso wie die Bemühungen der Reichszentrole für deutsch« Verkehrswerbung— fruchtlos, wenn die Gast- und Unterkunftsstätten vermeidbaren pvU- ze'ilichen Beschränkungen unterworfen sind. Wir bitten deshalb, recht bald erneut in eine Erwägung über die Aenderung des bestehenden Zustandes eintreten zu wollem" Ein Oberdahnhofsiuspektor tödlich verunglückt. Sin schwerer Unglückssoll ereignete sich gestern ab«nd kurz vor 6 Uhr in unmittelbarer Nähe des Bobnhois Karlshorft. Der Leiter des Bahnhofs K a r l s h o r st, der 62 Jahr« alte Oberbahnhoss- inspektor Otto Reiseck. wollte, um nach dem Stellwerk zu ge- langen, den Bahndamm überschreiten. In diesem Augenblick nahte der Güterzug Hagen S82. Reis eck muß dos Herannahen des Zuges übersehen haben, wurde von der Lotonioiioe ersaßt und überfahren. Bobnbeamte bemühten sich sofort um den Verunglückten und riefen einen Arzt herbei. Dieser konnte jedoch k«ine Hilf« mebr leisten, da Reiseck inzwischen an den Folgen eine« komplizierten Schädelbruchs verstorben war. Die Schuldiroge konnte bisher nach nicht einwand. fte» geklärt werden, dürfte aber nach den bisherigen Ermittelungen auf einen unglücklichen Zufall zurückzusllhren sein. Die Leiche des Verunglückten wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt und nach der Karlshorft« Leichenhalle gebrocht. Kriminalkommissare vor Gericht. Während der Spritweber-Prozeh und die Amtsv erb rechen des Kommisiar» Peters noch allgemeines Int«resse erwecken, hatte die Strafkammer des Landgerichls I sich wiederum mit zwei K o m- misfare« des Polizeipräsidium» zu beschäftigen. Die angeklagten Beamten, Dr� für. Walter Görich und Hans Schüler waren ,m Januar vom Schafseng ericht Mitte wegen passiv« Be- stechung zu je 1000 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Hiergegen hatim» sie selbst und auch die Staatsanwaltschaft Berufung«ingelegt. Die Anklage legt de» Beamte» folgendes zur Last. Als Seit« eines Dezernats der Inspektion C der Berliner.Krimtnolobteilnng lallen sie für die Beschlagnahme von Esfeklenpaketen bei Jakvb Michael, die einmal von dem Kausmann Siegsried Sachs und f«r>«r von IwanKutisker als Deckung für eigen« schulden oc- geben waren, Vorteile angenommen haben. Kutisker soll dev Be- amten se 2000 Mk. überwiesen hoben, während es sich im Falle Sachs um unbedeutend« Summen handelt. Die Beamten bestritten dies. Dr. Kötsch will das Geld, dos aus einer Bcrnwgensauseinandersetzung stammen soll, selbst eingezahlt und Schüler dos Geld von Kutisker als Provision für Privatgeschäft« erholten haben. Durch die Vernehmung einer langen Reihe von Zeugen und Rechtsonwälttn und trotz einer erregten Zluscinanderfetzuiig zwischen der Verteidigung und zwei Büchcrsachverständigen konnte der Sachoerhalt nicht geklärt werden. Deshalb beschloß das Gericht, vor allem den kranken Iwan Kutisker zu hören, der nun in dieser Sache am Mittwoch um 9 Uhr als Zeuge auftreten soll, falls er dczzu in der Lag« ist. Großfeuer in Charlottenburg. Ein ganzes Fabrikgebäude ausgebrannt. Ein Großfeu« von gewaltigem Ausmaß, wie es die Feuer- chronik in letzter Zeit nicht zu verzeichnen hatte, beschäftigte gestern abend mehrere Stunden lang acht LUchzüge der Berliner Feuer. wehr in Eharlottcnburg in der Dooestraße in unmittelbarer Nähe de» Salzufers. An der Doveftraße, Ecke Sahzufer, befindet sich das sogenannte Salzlog«, dos ehemals d« Stadt Charlottenburg gehörte. Im Hoch- parterre befinden sich die Karosseriewerke von Rüter- busch und Hoffmann und das darüberliegende Sieckwerk mit dem anschließenden Dachgeschoß hat eine Theater- und Dekorations- malerci inne In den oberen Räumen kam gegen'�9 Ubr aus bis- her noch unbekannter Ursache Feuer aus. Der Ruf„Mittelfeuer" mußte nach dem Eintreffen der ersten Löschzüg« am„Großseuer" erweitert werden. Nach kurzer Zeit rückten weitere fünf Löschzüg? heran, die unter persönlicher Leitung des Oberbronddirektors Gemp den Kamp»' gegen das Feuer aüftiahmen. Bon der Straß«, von der Hofseite und von der Wafferseite her wurde aus insgesamt sieben B- und elf L-Rohren mit 32 Schlauchleitungen mehrere Stunden lang Wasser gegeben. Die Bekämpfung des Feuers war zunächst sehr schmierig, da von der Kanalscite eine ziemlich starke Brise wehte. Am meisten wütete dos Feuer aus dem östlichen Teil des Gebäudes. Das Obergeschoß in einer Ausdehnung von etwa 50 Meter ist vollständig vernichtet. Die Parterreräumc sind gleichfalls in etwa zwei Dritte! Ausdehnung ein Raub der Flammen gewoäden. Für die in halber Kellcrhähe befindliche Garage bestand die Gefahr, daß die verhältnismäßig düniien Zwischenwände durchbrannten. Die Gefahr konnte hier aber abgewendet werden. Gleichfalls gelang es., die dicht bei dem Gebäude lagernden Bezinvorräte zu schützen. Ein Uebergreifen aus die ehemaligen Mörtelwcrke, die gleichfalls als Garagen ausgebaut werden und unmittelbar an da« Gebäude grenzen, konnte verhindert werden. Die Löschmannschaften hattet- unter der großen Rauch- und Hitzeentwicklung sehr zu leiden. An der Brandstelle weilten außer Oberbranddirekior Gemp mehrere Bauräte, der Polizeivizepräsi- den! Dr. Friedensburg und Dr. Frank, der Leiter des Städtischen Retmnpsamtes. Um 10li Uhr war die Hauptgefahr beseitigt. Ein Feuerwehrmann ist leicht an Rauchvergiftung er- krankt, ein Passant wurde durch ein herabstürzendes Holzstück am Kopf verletzt. Es ist so unter größler Anstrengung gelungen, das Gebäude vor der völligen Bermchinng zu retten. Der Sachschaden ist sehr groß, steht aber im Augenblick noch nicht genau fest. Die Aufrätimungsarbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden bin. Durch den großen Feuerschein waren Taufende von Menschen an die Brandstelle gelockt, die die Zuganastraßen und die Straßen längs des Kanols�besete.-. hielten. Ein großes Aufgebot van Schutz- polizcibeamten sorgte für die nötige Ordnung.-. Schweres /lutomobilunglück bei Marzaha. vier Personell schwer verletzt. Sonntag nachmittag«eignete sich auf der Londsberg« Chaussee zwischen H ä h n o w und Marzahn, kurz vor dem Eingang in den Ort ein schweres Automobilunglück, bei dem die drei Insassen des Autos schwer, der Führer leichter verletzt wurde. Der Z3jährig« Kassenbote Johann Madamski au» der Koppenstr. 93 hotte zusammen mit der Zljährigen Arbeiterin Emma Wilde und deren 12 Jahre alten Tochter Hedwig, gleichsalls Koppenstr. 93 wohnhaft, einen Ausflug mit der Kraftdroschke unter- »ommen. Kurz vor Marzahn wollte der Führer der Kraftdroschke ein anderes Gefährt überhole», fuhr ober hierbei m i t voller Wucht gegen«inen Baum. Durch den Anprall wurden die Insassen aus dem Wagen auf die Chaussee geschleudert, wo sie mit schweren Verletzungen bewußtlos liegen blieben. Durch vorüberfahrende Ausflügler wurde das Rettungsamt benachrichtigt. das sofort einen Arzt mit einem Wagen an die Unfallstelle erit- sandte. Nach Anlegung von Notverbänden wnrden die Verletzten noch dem St. Hubertuskronkenhause überführt. Am ärgsten ist der Kassenbote Madamski mitgenommen, der außer einer schweren Kopfverletzung auch einen Beinbruch erlitten hat. Frau Wilde und deren Tochter zogen sich Kopf-, Gesichts- und innere Verletzungen zu. Der Chauffeur kam wie durch ein Wunder mit unerheblichen Verletzungen davon. Das Auto wurde vollständig zertrümmert. Die Schuldfrog« ist bisher noch nicht einwandftei geklärt.— Erst am Sonnabend ereignet« sich auf der Landsberger Chaussee ein ähnlicher Unfall, bei dem der Kausmann Emil I a n i ck e aus der Händel- straße 7. der sich mit seinem Kleinauto aus dem Hciinwege befand. schwer zu Schaden kam. Der Wagen überschlug sich und begrub I. unter sich. Mit schweren inneren Verletzungen wurde er durch einen Wagen des städtischen Rettungsamtes ins Krankenhaus am Friedrichshain transportiert. Limöfmüeasbrvch! Reiifabaanet und Roter Arontkämpferbuad. Das gegenseitige Anrempeln bei der Wahlogitotion, ins- besondere Wahltage selbst, gehört mit zu den schlimmsten Aus- wüchsen des poliiifchen Kampfes. Die Jugend will nicht verstehen, daß geistige Kämpfe aus diese Weise nicht ausgefochten werden. Sie »«gißt auch, daß unt« Umständen die harmlosen Zwischenfalle in regelrechte Krawalle ausarten können, die nicht fetten Menschenleben kosten. So hatten sich gestern vor den» Amtsgericht Berlin-Mittc der ?5jährige Dachdecker U. und der 21jöhrige Arbeiter P. wegen schweren Londfriedensbruches zu verantworten. Ein Trupp von etwa 20 Rcichsbannerleuten hatten eben ihre Wohl- arbeit beendet und passierten gerode die D» n ck e r st r o ß e auf dein Rückwege nach Hause. Bereits im Laufe des Morgens Kattenes in der Gegend Reibereien zwischen Reichsbanner und Rotem Front- kömpferbund gegeben. Auch jetzt begleiteten vier Jungsturmleute p« Rad den kleineren Trupp. Die üblichen Hänseleien blieben natürlich nickst aus. Einer von den Radfahrern fühlte sich verletzt, stieg plötzlich vom Rod und versetzte einem der Rcichsbonnerlente eine Ohrfeige. Das war das Signal zur Schlägerei. Es ertönten Pfiffe, aus dem benachbarten Lokal, in den, die Kom- mumsten gewöhnlich verkehrten, stürmten die Risten Frontkämpfer- leut« herbei, die Reichsbannerlen!« wichen vor der vier- bis fünf- fachen Uebermachi zurück und flüchteten in das Pollzeireoier. Einer von den Kameraden wurde bewußtlos fortgetragen, die anderen hatten verschiedene Verletzungen«hatten. Der Arbeiter P.. von dessen Ohrfeige die Schlägerei ausgegangen war. hatte außer- dem seinem früheren Schulkameraden M. mit den Wortein„Du Hund" einen Schlag mit irgendeinem Gegenstand ins Gesicht versetz«, so daß es eine Woche lang angeschwcllen war. Der Arbeit« iL war«st spät« hinzugekommen, hatte die Genossin 9L, die gerade beschwichtigend auf die Menge einsprach, heftig umgedreht und soll auch ferne Nebenmänner mit Füßen getreten hoben Die vorsöhn- lichen Aussagen der Zeugen schwächten aber in diesem Falle den Tatbestand ob. er wurde frei gesprochen. P. dagegen wurde wegen schweren Londsriedensbmchs zu 7 Monaten Gefängnis oerurteilt— die gesetzlich zulässige Mindcststrase lautet aus sechs Monate G e s ä n g ni s.— Es wäre wahrhaftig an der Zeit, für die Aendc. rung des Landfriedensbruchsparographen Sorge zu tragen. Den Berichterstatter, d« solch einer Gerichtsverhandlung beiwohnt, be- schleicht ein beschämendes Gefühl. Kann die Jugend wirklich nicht dazu erzogen werden, Selbstdisziplin zu üben? Zuin Gaudium des Lürgertiims schlagen Arbeit« einander die Köpfe blutig. Trotzdem ist es außerordentlich zu bedauern, daß dem P. Bewährungsfrist erst nach der Hälfte der Strafe in Aussicht gestellt wurde. Die Kirche ist— unsthulüig! Bor einigen Wochen berichteten wir mied« über ein Paar Fälle von unberechtigten Kirchen st cuerforderungen, mit hcnen man«ms der Kirche läirgst ausgetretene und daher nicht mehr kirchensteuerpflichtige Dissidenten noch belästigt hatte. Zu dem dabei erwähittcn Fall aus der evangelischen Kirchen- gemeinde Neukölln schreibt uns das Pfarramt dieser Ge- meinde:„Wir hoben in früheren ähnlichen Fällen die Erfahrung gemocht, daß die Betresfendcn an ihrer Beranlagnng zur Kirchensteuer s e l b st schuld waren. Sie hatten trotz ihr« Austritts sich als„evangelisch" in der Haushallsliste bezeichnet." Das Pfarramt ineint die Personenstandsaufnahmelisten, Sic alljährlich im Herbst zum Zweck der Steuerveranlagung den Houshattunasvorständen zugehen und von ihnen ausgefüllt" werden müssen. Daß jemand trotz Austrittes aus der evangelischen Landes- kirche sich noch als„evangelisch" in die Liste ein- trägt, mag vorkommen. Aber glaubt man. mit solchen Einzel- fällen die große Zahl der unberechtigten Kirchensteuerforderungen erklären zu können, über die im Lause der Jahre der„Vorwärts" berichtet hat? Das Pfarramt bittet uns auch, darauf hinzuweisen, daß Aus- getretene die Personen st andsli st e richtig aus- s ll l s e n, namentlich die Spalten der Perkonenftandsliste„N c- ligionsbekenntnis" und„W ann und bei welche in Amtsgericht ausgetreten". Ja. diese Mahnung ist im „Vorwärts" schon öfter veröffentlicht worden. Wir wissen ober, daß selbst die vollständige und richtige Ausfüllung der Personenstandsliste nicht immer davor schützt, noch mit ein« unb«echtigten Kirchensteuerford«ung bc- lästigt zu werden. Auch über solche Fälle ist im„Vorwärts" schon berichte! worden, und auch jener Dissident au» Neukölln versichert aufs bestimmteste, daß er bei der letzten Personenstandsaufnahme sich als Dissident eingetragen habe. Im übrigen liegt un» aus der evangelischen Kirchengemeinde Neukölln ichon wieder ein gleicher Fall vor. Ein Neuköllner Dissident, der bereits im Jahre 1906 vor dem Amtsgericht Rirdorf(heute Neukölln), wie die uns vorgewiesene gerichtliche Bescheinigung ergibt, seinen Austritt aus der evangelischen Landeskirche«klärt hat, ist noch im April 1926 vom Finanzamt Neukölln mit einer B«anlagung zur Kirchen- steuer für die evangelische Kirchengemeinde Neukölln überrascht worden. Auch er versichert, daß er im letzten Herbst sich in die PeHonenstandsliste als Dissident eingetrogen habe. Wird das Pfarramt immer noch nicht die eigene Schuld der Kirche erkennen? Man sage uns nicht, daß ja die Bera»- lagung vom Finanzamt ausgeführt wird. Die SchuLi der Kirche liegt darin, daß sie nicht selber sich üb« ihren Mitgliederbestand hin- reichend unt«richtet. Und mitschuldig i st d e r S t a a t, der sich dazu hergibt, für die Kirche die Einziehung der als Kirchensteuer bezeichneten Mitgliederbeiträge zu besorgen! Tas Reichsbanner gegen die Justizskandale. Im Norde» Berlins, im pralctarischeu. Bezirk Wahding, hat das Rekchs bann er gestern zu eurer eindrucksvollen Kund- gebung seine Anhäng« zusammenberufen. Am- Sonnabend bildet- ein Fackelzug den Auftakt zu der Kundgebung. Aus dem Brunnenplatz sammetten sich die Züge, aus allen Stadtteilen waren die Kameraden— ungefähr 8000— herbeigeeill. um hier im Norden die Werbetrommel für die republitanisch« Schutzttupc zu rühren. Zu beiden Sellen des Zuge» marschiert« eine dichtgedrängt« Schar Publikum mll. Die Polizei hatte es schwer, wenigstens teilweis« den Damm steizuhallen. Bei dem Fackelzug am Abend vorher konnte schon ein« stattlich« Zahl schwarzrotgoldener Fahnen aus den Häusern gezählt werden, gestern hott« sich die Zahl um ein vielfaches vermehrt. Bis zu 10 und 12 Fahnen konnten an einzelnen Häusern gezählt werden. Auf dem Schillerpark sprach Polizeioberst Gen. Schützinger: Da» Reichsbanner steht als Vortruppe im Kamps für die Republik. Wir alle Frontsoldaten haben die Schrecken des Krieges miterlebt und wissen, daß jeder Krieg für da» Vaterland ungeheure Vernichtung wertvoller Kulturgüter bedeutet. Weil wir unler Baterlond lieben, sind wir gegen den Krieg. Wir sind eine politische Organisation, die geschassen wurde, als die junge Staatsform bedroht war. Heute stehen wir nicht nur im Kamps um die Erhaltung der Republik, nein uns interessieren heute brennend die Kultnrfragen unseres Staates. Und da wieder sind es zwei Fragen, auf die wir unsere Energie und Schlagkraft ton- zentrieren müssen. Justiz und Volksentscheid. Wir haben erleben müssen, daß unsere Kameraden, die sich gegen einen Ueberfoll von Straßengesindel zur Wehr setzten, dafür in die Gefängnisse flogen. Di« Angreifer blieben straffrei, well sie angeblich aus Notwehr ihren Ilebersall gemacht hotten! Wir vergessen den Fall nicht, wo ein Kommunist Hakenkreuzler wurde, um beim Gericht freigesprochen zu werden. Nur eine Reinigung der Rechtsprechung kann dem Staats- bürg« den Glauben an die Objektivität der Richter wiedergaben. Das Reichsbanner hat den�Willen zur Macht. Wir wollen kämpfen für die Kulturausgaben des Staates gegen die Parteilichkeit der Richter für eine republikanisch« Justiz. Zu dem Iustizskandal recht sich der Absindungsskondal. Wir Frontkämpfer haben der Tag« nicht vergessen, wo Hunderte unserer Kameraden in den Wahnsinn de» Trommelfeuers getrieben wurden, mir um einem Fürsten Sieg« melden zu können. Wir stehen berell zum Kermes gegen die Fürsten für das Volk. Gegen die fürstlichen Kriegsgewinnler für die Opfer des Kriege? Unsere Kolonnen warten aus den Endkampf zum Volksentscheid. Die langen Reihen des Reichsbanners und die unübersehbare Schar der Gaste dankten mit Begeisterung für diese Worte. * Die Demokratische Partei Hallesches Thor weihte gestern ihr neue» Banner. In reicher Stickerei zeit es die Farben Schwarz- Rot-Gold. Der Festredner, der Vorsitzende der Berliner Partei Otto Merten, begrüßte die Fahne als dos Zeichen, hinter dem sich 1918 alle die Kräfte gesammelt hatten, die für die Schaffung des neuen Deutschlands arbeiteten. Wir begrüßen das Reichsbann« herzlich. MINMP KRAFTRAD U FAHBRAD-i REIFEN mit ihm fühlen wl� im? ein?, ihm reihen mit uns ein. Im Zeichen Tchwarz-Rot-Gold für ein einiges Deutschland zusammen mit unseren Brüdern aus Oesterreich.— Die Versammelten dankten dem Redner begeistert für seine Warte. Das erstochene pferS. Ein Skandal im Berliner Rennfport. Einem Skandal im Rennfport. wie er in der Geschichte des Pferderennens kaum seinesgleichen haben dürfte, ist die oberste Be. Iiörde für Trabrennen auf die Spur gekommen. Aus der Marien- dorfer Trabrennbahn in Verlin lief am Sonntag, den 1 l. April, ein bayerischer Traber„Strauß'', eine bisher unbekannte Pferdegröße aus Straubing. Merkwürdigerweise gewann er das Rennen, und zu noch größerer Ueberraschuno stellle sich nachher heraus, daß dieser Außenseiter in ganz Deutschland unoerhältnis- mäßig hoch gewettet war, so daß nur eine Quote von'29: 19 herauskam. Die Rennbehörde sah sich veranlaßt, eine Unter- s u ch u n g anzustellen. Das Ergebnis ist die Aufdeckung eines un- glaublichen, brutalen Schwindels. Das Traberpferd„Strauß", an. geblick sechs Jahre alt, war in Bayern selbst noch nie gelaufen. Die Untersuchung durch den Tierarzt der Marienderfer Rennbahn ergab, daß es sich um ein mindestens neunjähriges Pferd handelt«. Als das Tier in Berlin zur weiteren Untersuchung der Verdachtsgründe festgehalten werden sollte� stellte sich heraus, daß es bereits nach München verladen war. Telcgraphifch wurde daraufhin ein Münche- ner Tierarzt beauftragt, das Pferd bei der Ankunft noch einmal zu untersuchen. Ihm wurde jedoch der Bescheid, daß es auf dem Transport„einem tserzjchlag erlegen" fei. Als der Tierarzt nun erst recht auf eine Untersuchung bestand, fand er zwar das Tier tot im Wogen, aber es war kurz vor der Ankunft mit einem Messer erstochen worden. Der Münchener Tierarzt selbst schätzte das Tier auf mindestens 12 Jahre. Es unterliegt keinem Zweifel, daß man da» Tier getötet hatte, um den Schwindel mit einem falschen Pferd« nicht auskommen zu lassen. Di« restlose Klärung dieses Sportbetriebs soll durch den Staatsanwalt erfolgen._ Jollt, überboten. Der Welthungerrekord Iollqs ist durch die beiden junger- künftler" Fastello und Harry gebrochen worden. Sie haben ihr Vorbild in Berlin um volle 24 Stunden„überhungert" und 4.5 Tage in ihrem gläserne« Gefängnis ausgehallen. Während Zaftello seinen Glaskasten verlaffeu konnte, ohne die Mithilfe eines Samariters in Anspruch zu nehmen, mußt« Harry, der sich schon seit Togen nicht mehr auf den Beinen halten konnte, beim Austritt aus dem Käsig kräftig gestützt werden. Fastello und Harry sind von Beruf Artisten: sie wurden zunächst in die Charit« gebracht, um dort einer ärztliihen Untersuchung unterzogen zu werden. Während ihres 4Stägigen sz erstens haben Harry und Fastello 699 Flaschen Selterwasser und 19 999 Zigaretten konsumiert. Sie gedenken sich, nachdem sie die Folgen ihrer Hungerkur überwunden haben, gleich Iolly nach Amerika zu begeben. Während Iolly große Summen verdient hat. haben die beiden ein«rheblnhe».Defizit gemacht. Jüdische Arbeiterkultur. In Berlin existiert eine Gruppe jüdischer Arbefter, die sich in dem Jüdischen Arbeiter-Kultur-Berein.Per« z", getreu dem sozialistischen Prinzip:„Wissen ist Macht" in gegen. seftiger Förderung zu systematischer proletarischer Kulturarbell zusammengefunden hat. Die Bereinigung veranstallete In den Sophiensälen anläßlich de» 11. T o d e s t a g e s des polnischen jüdischen Volksdichters I. L. Perez einen lllerarisch-künstlerifchen Abend, der ausschließlich dem Werke dieses großen Iargnnschrift- stellers gewidmet war. Gen. Jakob L e s ch z t n s k i hielt in jiddischer Sprache einen einleitenden Vortrag, in dem er Perez als sozialen Typenschilderer charakterisierte. Eine seiner oft gezeichneten Figuren ist der indifferente wurzellose füdische Prvletarier, der sich im tag- lichen Wellairschauungsilnterricht des Lebens zum Klassenbewußtsein entwickelt. Herz Großbart und Frieda Blumenthal, bekannte oft- jüdische Schauspieler, hatten sich in den Dienst der Sache gestellt. Sehr wirksam die hinabgetänte Geschichte vom bis in alle Ewigkeit geduldigen unscheinbaren Bontsche Schweig(die Großbart las). Der sein unendliches Leid auf dieser Well still mit sich herumträgt und in feiner Ironie im Himmel, als man ihm einen Wunsch«nt- lockt, nur eins fordert: einen Butterwecken. Hie? liegt die soziale Pointe einer großen Idee. Das sehr zahlreich« Publikum kargte nicht mit Beifall._ Die mexikanische Skudienkommission besichtigte am Montag vor- mittag die von der Telefunken-Gesellschoft erbaute und von der Transradio-A.-G. betriebene Großfunkstelle Nauen. Gras Arco begrüßte und führte die Mexikaner. Im Anschluß an die folgendes Funktelegranun abgesandt:„Die mexikanische Studienkom- folgendes Funktelegramm abgesandt:„Die Mexikanische Studienkom- Mission nimmt anläßlich des Besuches der Großstation Nauen die Gelegenheit wahr, Ihnen die herzlichsten Grüße zu übersenden und Ihnen mllzuteilen, daß sie in Deutschland auf dos liebenswürdigste und ehrenvollste von den Vertretern des Reiches, der Behörden, der Wissenschaft und der Wirtschaft empfangen wurde." Billige Fischloge. Dur» sebr große Fänge in der Ostsee sind die Fische sehr reichlich am Markte. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag findet deshalb ein besonders billiger Verkauf statt. ES werden verkauft lebenMrische Ostseeschollen pro Pftmd 29 Pf., und lebendfrischer Ostseedorsch pro Pfund 29 Pf. Di« Verkaufs- stellen sind wie immer durch Plakate kenntlich gemocht. Fische sind im Sommer besonder? gut entwickelt, und darum wegen des hohen Nährwertes sehr zu empfehlen. „So ist da» Leben!" Ans Anlaß der ReichSgesnndheitSwoche läuft in der Urania ein Film, der sich„So ist das Leben" betitelt. In der Lebensgeschichte zweier Familie» werden die der- schiedenen Möglichkeiten einer GesundheitSgefäbrdung durch Infektion (Tuberkulose. GeichlechtSkranlSeiten) und durch Alkohol und Unfälle und deren Verhütung und Heilung gezeigt. Der fozialhhgienische Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 20. April. AoOer dem ftblioben T»feopree*aam: 3.45 Uhr nachm.; Stunde mit Bachern. Kens Romane. Franz Sehanwecker: Komane. Helene Koetii:„Aua dem alten Europa*. Panait Istrati:„Kyra Kyralina*. Sigrid Undeet:„Kristin I-avTane- tochter*. Hermann Hesse:„Bilderbuch* und ein„Schanbuch der Zeitgenossen*. Claude Anet:„Lydia Sergijewna' und„Russische Frauen*. 4 80— 6 Uhr nachm.: Konzert. 8.45 Uhr abends: Dr. Hans Boywidt:„Gesundheitsschuts in Arbeit und Erholung*. 7.15 Uhr abends: Personenverzeicbnis und Inhaltsangabe zu der Uebertraftung aus der Staatsoper. 788 Uhr abends; Uebertragung aus der Staatsoper am Königsplata. Spielzeit 1925/36. 20. Uebertragung.„Die Zanberflöte", Oper in zxrei Akten rem W. A. Mozart. Sarastro. Die Königin der Nacht. Pamina, ihre Tochter. Erste Dame. Zweite Dame. Dritte Dame. Tammo. Spreeher. Papa- geno. Papagena. Monostatos, ein Mohr. Erster, zweiter, dritter Knabe. Priester. Geharnischte. Damen, Volk, Sklaven. Anschließend; Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachriehten, Zeitansage. Wetterdienet. Sportnachrichten, Theater- und Eilin- dienst. 10 30—12 Uhr abends: Tanzmusik(KapeUe Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Kfinigswnsterhausen, Dienstag, den 20. April. 8—3.30 Uhr nachm.: O. M. Alflen und Erl. van Byseren: Spanisch für Anf&nger. 8.30—4 Ukr nachm.: Ministerialrat Dr. Löfller, Stuttgart: Dia treibenden Kr&fte in der Reform der höheren Schule. 4— 4.30 Uhr nachm.: Ministerialrat Dr. Löfller, Stuttgart.; Die Bildungsgütar der höheren Schule. 5— 5.80 Uhr nachm.; Frau Hanna Richter: Die Kindarspraehe. 8.80 Uhr abends; Uebertragung von Berlin. Spielfilm, dessen Entstehen bon der Arbeitsgemeinschaft van Reichsversicherungsträgern unterstützt wurde, kann besonders Jugendlichen sehr empfohlen werden. Die Ehorlolkenburger Burschenschaft Gothla in der Deutsche» Burschenschaft, Charloilenburg, Schlüierstraße, bittet uns mitzuteilen, daß der vor einiger Zeit wegen Unterschlagung von Studenten» geldern verhaftete Student Lehmann nicht Mitglied ihrer Or» ganisation war. Hroßfeuer in öer Chemischen Fabrik Calbe. Millionen Mar? Schaden. In der Chemischen Fabrik Calbe ist am Montag morgen ein Feuer ausgebrochen, das den ganzen Gebäudekomplex voll» kommen eingeäschchert hat. Als Ursache des Brandes wird entweder Kurzschluß oder Heißlaufen eines Transmiisionslagers ver» mutet. Die Löscharbeiten gestasteten sich außerordentlich schwierig, da brennende Gelatine eine ungeheure Hitze entwickeste, so daß die Feuerwehrleute, die die Schlauchlestungen führten, immer nur eine halbe Minute arbeiten konnten und dann abgelöst werden mußten. In den Kesseln befanden sich große Mengen von Säuren, deren Erfassung durch den Brand eine Zerstörung des gesamten Gebäudekomplexes zur Folge gehabt hätte. Es gelang jedoch der Magdeburger Feuerwehr, die Hauptgefahr für die bs, nachbarten Gebäude zu beseitigen. Der Schaden wird auf\Vi Millionen Mark geschätzt., Die Leiche öes Reichsbahnrats 5ölfing aufgefunden* Die Leiche des Reichsbahnrats Fölsing. der am 1. April in die Oder gesprungen war, wurde am Montag früh von Fischern aus Lebus auf einer Buhne aufgefunden. Die Leiche war etwa 12 Kilo» meter flußabwärts fortgeschwemmt worden. Zu der Aufsindung der Leiche wird noch aus Frankfurt a. d. O. gemeldet: Der Fischer Rauch in Lebus, der in der Nacht vom Sonn- tag zum Montag in der Oder fischte, stieß Montag gegen 6 Uhr morgens in der Nähe der Fähre auf eine Leiche. Die vorgefundene» Papiere ergaben die Identität des Toten mit dem Reichsbahnrat Friedrich Fölsing. der wegen der Unterschleif« in Beut» schen Selbstmord begangen hatte. Rauch meldete den Fund so» fon der Lebuser Polizei, die die Staatsanwaltschaft Frank- furt a. d. O. benachrichttgte. Die Leiche wurde einstwesten»ach der Lebuser Friedhofshalle gebracht. Vier Bergleute verschüttet. Im Hafen der Zeche Recklinghausen I ereignete sich, wie uns ein eigener Drahtbericht meldet, ein schweres Unglück. Ein großer Teil der auf einer Schüttelrutsche liegenden Kohle st ü r z t e plötzlich ab. Vier Bergleute wurden verschütte� Zwei tonnten nur als Leichen geborgen werden, während die anderen zwei unverletzt davonkamen. Havarie zweier deusicher Dampfer. Zwei deutsche Dampfer sind heute in Renal in Begleitung eines russischen Eisbrecher stark be» schädigt eingelaufen. An beiden Schiffen müssen an Ort und Stelle umfangreiche Instandsetzungsarbeiten vorgenommen werden, da in- folge Lecks eine Westerfahrt unmöglich ist. Schneesturm in Amerika. Wie aus New Verl gemeldet wird. ist gestern längst der ganzen Ostküste«in schwerer Schnee- st u r m niedergegangen. Zwei Personen kamen ums Leben. Di« Telephon- und Telegraphenoerbindungen mit zahlreichen Ortschaften find unterbrochen. Medereräffanng de» Flugoertxhr» in Oesterreich. Gester« wurde auf dem Flugplatz Aspern der diesjährige Flugverkehr er» öffnet. Der Bundespräsident und mehrere Mirrister unternahmen einen mehrstündigen Flug nach dem Burgenland. ver ptaktifthe Sinn des Deutschen isndt lieh, �oi mBjvi dmh&fteJzrßaärung*~seuic\ ihm den fnaktisdim-pinndes/ sehen d&njds Deutschlands> 'den deidschenTlaudicriveni� "Es ißt heute nicht mehr _______ wicunsecet OVERSIÖLZ,"* r-thrcrQudlliiit zuliebe eine tfdnt rX veoioppeltr olJiesetErfold dah uns dieModlidikeit.einen unserer Coxsshdriehe-xms�Tdei�Stamjrdiaas m£t 2,000 AdMoterrt-danz sufdieHecstelliuut dieser einen Aurfie unimstdlen. Diese Epestf ' eunerikdnischenlbrbüdcrn fie steigert dieJLeishingiwd werden, in der Gute dand&ce aus.�Ein, zunächst' lieh zu vetlxssern, ohne sie jeuverteuecn* u______ x jebdsh unserrO�tSSiOVl in emrtemsreutßJtm�hcf härten, lizvädäintf, welche dir' hinteichend schäht, 1 haben damit äuch die letzte iMvailkommenheitan dieser nmarke beseitigt. So hat � auch bei uns sähst KSl>v~'Irler*H*J7ibuni'Dresden. Reichsgefuuüheitswoche und Sport. ZW der diesjährigen Reichsgesandheitsmoche wird erstmalig ein in unserem Zeitaller neues Gebiet der Sozialhygiene offiziell aus der Taufe geHoden: Leibesübungen und Sportarztwesen. Sie werden von jetzt ab so innig mit der Hygiene verknüpft sein wie etwa die Bekämpfung der Tuberkulose oder der Säuglingssterblichkeit. Einstmals im klassischen Zlltertum bildeten die Leibesübungen dos A und O aller Hygiene. In unserem Zeitalter beschränkte man sich darauf, die Folgen der fehlenden Leibesübungen durch Matz- nahmen der Kronkenfürsorge zu dämmen, bi» nunmehr ein W e n d e- punkt in der Geschichte der Volkshysiiene«ingetreten zu sein scheint. Man beginnt, wieder allgemein die Notwendig- keit der Leibesübungen zu erkennen» und die Unterstützung dieser Beweaung wird von allen interessierten Stellen mit Energie betrieben. Gleichzeitig beginnt sich eine neue Bewegung durch- zusetzen: das Sportarztwesen. Ausgehend von dem Gedanken, dag Leibesübungen wie alle anderen Medizinen einer genauen Dosierung unterliegen müssen, sollen sie gut sein, wird ein neuer Berufszweig, der.Sportarzo�, geschaffen. Dieser Arzt ist nicht so sehr wie seine Kollegen auf die Heilung von Krankheiten ein- gestellt, sondern sein Augenmerk ist mehr auf die Verhütung und Vorbeugung von Gesundheitsschädigungen gerichtet. Er ist mehr Hygieniker als Arzt— oder wissenschaftlich ausgedrückt: er ermittelt mit physiologischen Experimentiermethoden die Leistungssähigkeitsgrcnze eines Menschen, treibt zur intensiveren Betätigung in den Leibesübungen an oder häll vor Ueberlastungen de» Organismus zurück. In, Rahmen der Reichsgesundheitswoche wird in Berlin eine Ausstellung.Gesundheitsfürsorge unserer Zeit* eröffnet werben. In dieser Ausstellung ist eine Abteilung den Leibes- Übungen und dem Sportarstwesen vorbehalten. Dieser Teil der Ausstellung hat sich die Beantwortung folgender Fragen zur Auf- gäbe gestellt: Warum soll der Berufstätige Leibesübungen betreiben? Antwort: Die einseitige Berufsarbeit führt zu frühzeitigem körper- lichen und geistigen Verbrauch. Der beste Schutz dagegen besteht in einem systematisch betriebenen Ausgleichssport.— Welchen Ausgleichssport soll der Benisstötige wählen, und wie schützt er sich vor Uebrrtreibung? Antwort: Der Sportarzt untersucht und prüft Leistungsfähigkeilsgrad und Eignung, setzt also Mast und Art der Leibesllbung fest.— Wie mutz der Berufstätige Sport treiben? Antwort: Das allgemein aufslammende Interesse an den Leibes- Übungen lätzt überall in Deutschland vorbildliche Sportplatzanlagen entstehen, auf denen für alles das gesorgt ist, was dem Sportsmann zur Ausbildung seiner körperlichen" Fähigkeiten und zur Erholung von der Arbest notwendig ist. Der Berufstätige braucht nichts weiter als den Willen zur Leibesübung mitzubringen. Im Mittelpunkt dieser Ausstellungsabtellung wird ein vorbild- liches sportärztliches Beratungszimmer gezeigt wer. den. wie es foäter auf Sportplätzen und m Instituten überall ent- stehen soll. An Hand der modernen, teil» rein physiolog's hen. teil» mehr klinischen Apparatur soll demonstriert werden, n--» welcher Genauigkeit man heute bereits die Leistungsfähigkeit eine» Menschen bis in alle Einzelheiten feststellen kann. Ein anwesender Sportarzt wird dem Publikum die Apparatur erklären und Versuch« mit den Besuchein durchführen. Umrahmt wird diese» sportärztliche Unter- wchungszimmer durch eine Ausstellung aus dem Gebiet der Leibesübungen. Di« grossen Sportverbände, auch der Arbeitersportverband, werden sich mit propagandistischen Veranstaltungen an der Reichs- gefundheitswoche beteiligen, wobei das Gewicht weniger auf Wett- kämpfe als auf Demonstrationen für die Leibesübungen gelegt Derben wird. Ferner soll der Sportgedanke durch Borführung von Filmen und durch Vorträge au» allen Teilen dieses Gebiete« aller- größte Propagierung erfahren. Dr. Werner Ruhemonn. Kommunisteurummel. Was am Sonntag im Friedrichshain zur.RotenGefundheits- w o ih e* demonstrierte, waren die bekannten kommunistischen Orga- nisationen, an der Spitz« der Rote Frontkämpferbund. Seine Mu- sikanten machten mit ihren Blasgerätschaften einen Höllenlärm. An ollen Ecken und Enden wurde.Musik* verursacht, so datz aus der angekündigten Demonstration ein Rummel wuwe. Datz der Kartelloerband für Arbeitersport und Körper- pflege mit zu den Veranstaltern der kommunistischen Angelegen. hest gehörte, nimmt bei der Abhängigkeit serner leitenden Persönlich- besten von der KPD.-Zentrole nicht weiter wunder. Viel Glück hat er allerdings nicht gehabt: die mitmachenden Vereine waren die mit «inrir tommumstifchen Leitung Gestraiten, die dafür bekannt sind, datz sie allen moskowitiscben Unfug mitmachen. Aber vielleicht unter- hält man sich im Ausschutz des Kartellverbandes einmal darüber. ob es nicht besser gewesen wäre, sich noch den Anweisungen der Zentrolkommission an der Reichsgesundheitswoche zu beteiligen, als gegen die Warnung der Zentralkommission die kom- munistifche Demonstraiion im Friedrichshain mitzumachen. Gerichtliche Anerkennung des Rudersportrechts. Wie in Spor-tkpeisen bekannt itt, mutz der Wassersport sywohl an den Fisku, wie an Fischerinnungen hohe Abgaben leisten. Nach der von altersher üblichen Rechtsprechung haben die Gerichte ohne Prüfung der gesetzlichen Berechtigung, nur bezug» nehmend auf frühere Urteile, den Fischern immer Recht gegeben. Nun hat aber des Landgericht Berlin II einen entgegengesetzten Standpunkt eingenommen und den Rudersport als ein Im I n t e r» esse des Dolkswohls liegende« Bedürfnis erklärt, da» anderen Interessen gleichzustellen ist. Dem von einer Berliner Rudergefellschaft erstritten en Urteil entnehmen wir folgendes:.Das Privileg, das bereits vor mehreren Jahrhunderten' der Fischer- innung verliehen worden ist, ist unter ganz anderen Borausfetzunom verliehen worden. Di« Fischer wurden damals nicht beeinträchtigt. weil die Ufer meist Fischern gehörten. Indes hat sich ein solcher Zustand nicht erhalten. Die Grundstücke wurden von anderen Per- soneu maovben, die sie zu anderen als Fischereizwecken benutzten. Besortders in der Umgebung von Grohstädten war es durchaus eine Notwendigkeit der Entwicklung, daß auch die Uferarundstücke von dem wachsenden Verkehr mit ergrissen wurden. Dieser Entwicklung mutz Rechnung aetragen werden. Di« Entwicklung führt notwendiger- weise dahin, dost die bisher auf Grund von Privilegien bestehenden schrankenlosen Rechte aus der Zeit vor dem starken Anschwellen de» Verkehrs nicht mehr in der unbeschränkten Weise wie bisher geschützt werden dürfen. Im Interesie des allgemeinen Verkehrs müssen sie zurücktreten. Es wäre verkebrt, wenn derartige Jahrhunderte alte Privilege ohne Rücksicht auf die inzwischen erfolgte Verkehrs- entwicklung in vollem Umfange geschützt würden und dadurch die westere natürliche Entwicklung gehemmt würde. Eine Entschädi- gung dafür, daß die alten Rechte nicht mehr voll aufrechterhalten werden, können die Fischer nicht verlangen.— Im vorliegenden Fall handelt es sich um die Anlage eines Ruderverein«, die unbe- stritten zur Aufrechterhaltung des Ruderbetriebes notwendig ist. Ihre Beseitigung kann die Klägerin nicht verlangen, denn sie würde dadurch den gesamten Ruderbetrieb oerhindern. Würde einem solchen Anspruch stattgegeben werden, so würde damit der Ausbrei- tung des Rudersports, die wegen der damit verbundenen körperlichen Ertüchtigung und Förderung der Volksacsundheit durchaus im Inter- esse der Allgemeinheit liegt und besonder» in einer G'otzstodt wie Berlin wünschenswert erscheint Schranken gesetzt» deren Berechtigung «llein durch den Hinweis auf das Bestehen einer Fischereiberechtigung nicht gerechtfertigt erscheinen.* Die Fischerinnung wurde mit ihren Ansprüchen abgewiesen imd im Urteilstenor ausgesprochen, daß sie die Uferanlage des Rudervereins ohne Entschädigung dulden muß. Loolslaufe im Vorwärts*. Wieder ckt der Ruderverein„Borwärt»* in der Lage gewesen. zwei neue Boot« in den Dienst zu stellen. Zahlreich« Mitglieder n>aren dem Rufe zur Bootstaufe gefolgt, mehrere Bruderver- eine hatten Delegationen entsandt, und so entwickelte sich a>n Sonn- tag nachmittag ein lebhafte» Treiben aus dem Bootsplatz in Ober- schöneweide. Besonders der schlanke. IS Meter lang« Achter, der vom Bezirksbürgermelster Genossen G r u n o w- Treptow aus den Namen„Bor wärt»* getauft wurde, erregte das lebhastest« Interesse aller Anwesenden. Ein Doppelzweier erhielt den Namen „Hove l*. In seiner Festrede, die der Vorsitzende Schreck hielt, wie» er besonders auf die große Opferfreudigkeit der Mitglieder hin. durch die es erst ermöglicht wurde, die hohen Anschaffungskosten für diese Boote aufzubrinnen. Der Puderverein„Vorwärts* verfügt einschlietzlich der Prioatboote über eine Flotte von über IIS Booten und ist einer der grötzten Rudervereine Berlin». firbeiter'Tennisspiel. Das T« n n i s s p i e l hat in der werktätigen Bevölkerung leider noch wenige Anhänger. Die Freie Turnerschast Lichten- berg-Friedrichsfelde besitzt seit ungefähr zwei Jahren eine Tennisabteilung, die sich mit gutem Erfolg entwickelt hat. Run hat sich Anfang April auch im Arbeiter- Turn- und Sport- verein Weißens«« eine Tennisabteilung gebildet. Das sind die einzigen Arbeiter-Tennisabteilungen im ganzen Reich«. Hoffen wir, daß unsere Zeilen für die Ausnahme dieses Sportzweiges in der Arbciteriportbewegung Interesse wecken und dem Tennisspiel und unserer Bewegung neue Anhänger zusühren. Bis jetzt gilt dos Tenniejpiel noch vornehmlich als Gesellschaftsspiel der besitzenden Klasse. Warum? Vor ollem, weil die„standesgemähe* Kleidung der Tennisspieler— die langen weitzen Hosen, das Hemd mit hohem Kragen, der weite plissierte Rock und die seidenen Pluderhosen— es der arbeitenden Bevöltening nicht gestattete, diesen Sport mitzu- machen. Weil ferner die Sportwerkzcuge sehr teuer und die Ein- richtung und Instandhaltung der Tennisplätze für Arbeiterklubs unerschwinglich waren. Zum großen Teil wird auch heute noch da» Tennisspiel von der Arbeiterschaft abgelehnt, weil es zu„fein sei. Am weitesten verbreitet ist das Tennissptel in Amerika und England. Aber auch In Deutschland hat der Tennlssport nach dem Krieg« einen großen Aufschwung genommen. In letzter Zeit gehen die Unternehmer daran. Betriebs- und Warenhaus« Tennissportvereine zu gründen. Welchen Zweck sie damit verfolgen, brauchen wir nicht auseinanderzusetzen. Immerhin gilt es für die Arbeitersportbewegang, sich auch diesem Sport mehr al« bisher zu widmen. Er wird uns neu« Anhänger zuführen. Das Tennisspiel ist an ein« Altersgrenze nicht gebunden. Es wird mit Erfolg von Kindern wie von Sechzigjährigen geübt. Männer wie Frauen widmen sich diesem Sport. Er ist auch durch- au» nicht»inseitig, wie es manchem scheinen mag, der nur ob«. flächlich zuschaut. Im Gegenteil, der Tennisspieler setzt die Ge- samtmuskulatur seine» Körpers in Tätigtest und geiväh» leistet somit«ine harmonisch« Ausbildung desselben. Tennis ist unter den Ballspielen eine von densenigen. da» zu einer vielseitigen, gesunden und natürlichen Bewsgungsfreihest Gelegenheit gibt. Auch das Tennisspiel verlangt gewisse Körperkröfte, die zur Leistung der rm Berlaufe des Spieles vorkommenden Schlogarten notwendig sind. Und'Geschicklichkeit erfordert es auch. Beim schnellen Spiel— wo es wenig Zell zum Ueberlegen gibt— müssen die Nerven auf den Ball und den Gegner konzentriert werden. Schnelles Denken und Handeln ist notwendig. Schon hierau»«gibt sich das Wechfelvalle de» Tennisspieles. Die„standesgemäße* Kleidung ist für uns kern Hindernis mehr. Wir spielen wie vnr turnen, in kurzer Hose und Trikot. Die Platz- sroge ist— wenigstens in den Großstädten— schon zu einem Teil Selöst. Bei d« Anlage von Spiel- und Sportplötzen durch die iemeinden werden gleich, eilig auch Tennisplätze angelegt: wo es nicht geschieht oder� geschehen ist, sollte man die H«richtung durch entsprechende Anträge in den Gemeindeparlamenten fordern. Und die Anschajfung de« Schläger» und der sonstigen Ausrüstungsstück« sollte in den Vereinen durch Abzahlung ermogllcht werden. Wegen Auskunft und Reuousnahme wende man sich an Albert Griebel. Berlin-Weißensee, Metzstr. lt und Franz Müller. Berlin-Ltchtenberg. Scharnweberstr. 63. wassersahrertagung in Leipzig. Eine für di« Entwicklung der Arbeiter- Ruder« und -Kanubewegung bedeutungsvolle Tagung fand auf Einladung de« Bundesvorstandes des Arbest«-Turn- und-Sportbund«» am Sonmag in Leipzig statt. Anwesend ivaren die Technische Reich». lestung der Wasserfohrersparte im Arbestcr-Turn- und-Sportbund und vom Äunde,oo:i!ll:id die Genossen Geliert. Bieget und B u ck. Genosse G« l l e r t referierte ausführlich über di« Entwick- iung der Ruder- und Kanubewegung im Arbeiter-Turn- und-Sport- bund und zeigte den Weg. der für den weiteren Fortschritt dies« Sparte gegangen werden muß. In der Diskussion kam d« Wille zur sachlichen Mitarbeit zum Ausdruck, so bah am Schluß der Konferenz die Richtlinien des Bundesvorstandes mit geringen Aenderungen gutgebeihen wurden. Di« Arbeiten der Technischen Reichste iiung sollen tm engsten Einvernehmen mst dem Bunde»vor- stand«folgen, die Agitationsmöglichkeiten im weitesten Maße aus- genützt werden. Besonders wirb der Kreisarbeit für die Sparte mehr Beachtung geschenkt Verden. Di« Erfassung d« noch fern- stehenden Arbeiterrudei: vereine sowie der Verbände, die fast aus- ichließlich Arbest« zu ihren Mitgliedern zählen, wurde al» dringend anerkannt. Lehrkurse werden in der Vunde-schnle. in der«in« vorzügliche Ruderlehranloge eingebaut ist. stastfiiihen. Di« Finan- zierung der Spane ges.hiebt durch die»undeskasse. Im Anschluß an diese Konferenz fand eine Besprechung mit dem Vorsitzenden des Freien S« g ler ve rb a n d« s. Poscharsky, statt. Die Vorstände sollen nochmals prüfen, ob«ine B e r- schmel zu nader Berbände möglkch ist. Uebereinstimmend war die Auffassung, daß die Möglichkeit zur Aufnahm« der Arbeiter- segl« in eine zentral erfaßt« Arbciteripondewccning geschaffen werden muß. * Von der Zentralkommission wird uns geschrieben: Ein gewisser Ranke au» Gero versendet Prospekte an die Funktionäre der Arbeitersportoerbände. in denen« di« Gründung ein« neuen Arbeitersportzeitung, die den Titel„Der Sport* führen soll, anzeigt und um Mitarbeit und Abonnement ersucht. Wir er- klären dazu, daß Ranke von der Zentralkomniisston weder beauftragt ist, noch sich mit ihr ins Benehmen gesetzt hat. Sein Unter- nehmen charakterisiert sich damit al» ein P r I v a t u n t« r n e h m« n, da» in keiner Weise von den Arbeitersportlern gefördert werden darf. Eine Fahrt durch den Oberspreewold veranstaltet d« Touristen- oerein„Die Naturfreunde*. Gau Brandenburg— Zentral« Wien, am 8. und 3. Mai. Die Fahrt beginnt am Sonnabend mittag. Noch am gleichen Tage gelangen die Teilnehm« von Raddusch mtt dem Kahn zum„Erlkönig* od« nach Burg. Am Sonntag vormittag sind die Teilnehmer Zuschauer des farbenprächttgen Kirchgang«» der Wendinnen in Burg. Nach d« Msttagsrast beginnt di« laoniugn durch den Hochwald. Vom„Erlkönigs gleiten di« iiau�cn Kähne durch das Gewirr d« Fließe und Graben in den Burger Kaupen zum Forst haus Eiche. Weiter geht die Fahrt zum Forsthaus Kannomiihle mitten im Walde und über Forsthaus Schützcuhaus und Watsch oiska nach L e h d e, dem„Spreeoenedig*. Endlich landen die Kähne nach etwa sechs- stündiger Fahrt am Hafen in Lübbenau» von wo die Rückfahrt nach Berlin angetreten wird. Näheres über die Gesellschoftssahrt und Teilnehmerkarten— 12,60 M. für Eisenbahn-Hin- und Ruck- fahrt, zweimaliger Kahnsahrt, Logis(Betten) mit Kaste« und Mittagessen— bei den Genossen H. S i n n, N.?0, Stettiner Str. 30, B. Damnitz. N. 66, Lüdcritzstr. SS.«. Kistn«. SW. 29. Gneisena»- straße 2S, und W. Bulan,«0. 36. Krüllsstr. 1. Die Meisterschofk im Hockey Stach einem scharfen, technisch anitn Rarncf rnaftu.Mbte-West--»n „ffrete-urnersch-tt ectänlioV«ine 2: 0-She�xk« 1:0> Beim Steqer war es die Bertesdiaun« und Nhifmeib«. welche baf CPlA Int fU» eirtfifliefcm balen. D!« beiden«iiSenffllnrct Reften'"Tuchen M«». Beim Uittolcncne« mar der TorwS�Lcr der schwächste Punkt, väv««o o.e Stürmer«in Unentschieden v�dient baltcn. Aber«ine m«rebt fafreirana lieben«tn««oft» EchufimSalichtei» nicht-uNommen. C-kenverbiNtn» für gichtn-WeN.?°rbee'NN den ütes-llschafl-sviele der Iu«�annsch->flen«u Schön bot« und Wilmeeadori-gichtr l lombiniert üott. S:» ifl der ÖM Steffen», in dem«in oute« un» flüsNaes epiel a"eiat»trt6«.?he �"uen. ineninfchakten»an Schöndol, und Orc-e SutnrrMxrft Td-rt-ttenbura'--»e" ebenfalle unentschieden 0:0. Diesem Smel. sllr Kr-uen aant-ut<*"<>*'*■ ist al» Prnvasanda«in»cht«nter Ersola und weitcst« Lerbmitun» m wünschen. haadballkreismeislerschaflen der Jugend. ZN,«rfte Mannschaft traten»um..Barrundentoiel-IN»"�noenen Sann- taq isTSB.-Waddi nq L Jod. 4. Be». nnd«S<£. t. tzflb.!■ Ve,. an Deddina Ort dem Toiwart von«SS.»icl Arbeit, weicher«der alle BÄI« balten konnte.«ST. verscherzte sich durch da, viele. AMestüNelkn� dl« ä!usnd)!cn. -ran Leider loielte Nowawe, eine»u darle Verteidiauna und konnte da, Svtel durch Serauotlellen eine, Svie'ers von Nowawes in rudiae Badnen aelenkt wnden. Mit Z:0(1:0) konnte sich Velten die Tellnadme am Endsviel sichern.— Raa- Mittart z llbr traten»um«ttdsmel Weddira und Selten an. Selten, Tor. Wächter bekommt»UM Ansana sehr viel Arbeit und tantt Weddina nach 10 Minuten da, erste Tor errinaen. Nach Saldzelt konnte«eddtna kue, bintei- einander»wei T-re schieben, dem e« w-tt-r durch(tute Rusmimenotbeit der Stflnnerteide da» 4. und 5. T-t anreiden tonnte, wdlieend Velten aar nich.» erreicht«. Torwart und Sertetdiaun« von»rtblnR war aut. wlldrend bei Selten die Hcnf t'nitun verteldiatmo. der»° blinke und mtt w-r. gT«S..«ebdfn- Sonnte stch durch 5: 0(X 0) dte»re:ame!slers�ft ll�n..- »nschliebend kand ein Tu'ne?tnnkit.cheiells-l!o,>«svi«l Euan dau o.qen Teae. ttat.. welck�s chtt dvrcl? die offene und rudiqe Svielweife derder Munnschafien nlckls Zd�Wares dnachie. � Am Sonntaa.«. Avrtl. finden auf dem Slabtsvottelrt In«ernau die »relamettterschakten süe Männee und ssrauen statt. Bei � Männern trmen ?l!>ler»de>s t. Be,.. Säidnow 2. Be,.. Soondau 3. Ve,. und Tckite-Nerd s Be, an.»nd dürtte gichto-Nord den Nre!«metster« nach Sause dnnaen. Bet den israuen»reite- fl» Neukölln l. Be,.. Toibense» Ve» t�ndau».»e,. und .Zi»te..S0dvtl 4. ve,. Ktee ist«im Sorau-saoe fekie schfedil. da Nrvkrlln unn Südost edenbürtiae Mannschaften llnd. Die Stiele dettinnen mit der B�rnnde um ti» Ilde, wlldrend die«n'scheidnnnosviele und»in Sochenwerdefmel' aeaen Pankow nachmiitaa» VJi Ufir deainnen. Der Eintritt»»!«!, detraat 30 Pf. Straßen laus her Leichtaihlelikvcreiniguag. Aiwschieibuna m dem am 30. Mai JK6 ftati findenden Strabenlauf ter LB. Start: Treptow. Sortstrabe(Parodiesoarten). Siel; Svartplatt Triedr>»«lx>in. Stafette»! l.«Snoer:»)»auptstafette fassen für alle),»-et: Sorkür-be am Betrat ievo-rrten über Ali-Treviow, Treptower Tb-ussee. Schlestsch» Etrobe. iralttenfteinstrabe. Oderbaumbrücke. Warschauer«trab«. Betervdurneg Skrob'- Swinaer Stiabe bi»»um Nordeinaana de,«vortolabe,. dann nach«ine Bunde auf dem Svortplab. Sesam tlllnae der Skretk, 0300 Meter, d) Stafette(ofsen für 0-, O und D-flt reine). Streek« wie».-) RIetne Stafette(offen für Turner. Sedw immer. Bochen er. Ruderer und ffubdaller). Start: Auf der Warschauer Brücke. Strecke alrtann wie bei> und d. LSnor der Streck« v-ot) Dleter. Di« Biaemschafien und» und d betleb«»-U» td Tetlnedmern. unter« au» 10»«lnedmern. Die StreckeneinteiUtna ist bei etOtn Stafetten delSebis. Dt» Wer tun««rfotot«esondert für i�c«rupw und Evarte unter l> und e, ebenso auch für dl« i. und S. Mannschaft unter». d und<-. tzunewd. lich» strt berachtiat, bei den Mitnnerstafeitrn mtteulauten- Z. Kv-uen; 10X300. Meter-Stafetie: Start: Nur,»ar dem Battrnvlrt Wer Veteredueaer Strab». Strecke alrtann wie bei den Mllnnern. Dt« Wertun« erfolat für Turnerinnen, Sckwlnemerimten und Svartlerinne« gesandort. � 3. Zuaend: Stafette soffen für alle Svarten)). Start: Warschauer Ecke Rominteuer Slrabe. Strecke wie der den Mannern. Länae der Strecke 2SV0 Meter. Strcck-N. «inteiltntö belteit«. Die Mannschaft besteht au, 10 Tetlnedmern. Die We:tunq «rfolat für alle Sparten««sondert.— 4. Schüler und Schülerinnen; 10x 100- Meter-Stofette für alle Sparten. Start: Peteisduver S trabe. 50 Meter vor der L-ndWenger Allee. Strecke otebamr wie bei den Männern.—. Cln�natite» ort sährt- Mdnner: L 6500.Meter.Laufen;«) offen für all«, fc) Anfanaer. Awfllnuer fft. wer i» einem Lanaftreckenlau-(Wald-. Straben. oder Brtnlnttfen> nach-. neu 1.. I. obet«. Blast«ramoer. bot.- 2. SZOO.Meter-SAen. e) offen für alle, d) Anfllnaer. Dir Streck« für da, Slniellaufen und Erden ist die der Bauptstafette.— etortaeld:.4. Männer: Sauvtstafette lt» M.. RIeine Stafette 1 M. Läufer und«eder 20 Bf. v. ffratten und guqend 50 Bf. Schüler und Schülerinnen frei.— W ldeschltib: 15. Mai. Meldunar» e weben unter flletäi- «tttaee Eiitfentatn« de, Swrtaekde, an Erich Livvert. Berlm-Llchiendera Mt>»artür. 7, vor» 3 Treppen link». De« uteldenden Bereinen aedt ein Ltw r-k-u m._ «eebevernustultu»» de« Aebeiter-Spori. und Rulinekartel« Neu!«,». Unter dem Titel:„Dem Bvtie ailt,. wenn wir ,u s malen schemen" findet am 27. April, 7 Uhr. tn der„Neuen Welr. Reukdlln. fiofenheide. eine Wetd:- oeranstliltutul statt, bet der etwa fiOO— 700 Mitwirkende aller dem Rartell an- neschloilene« Lraenisntionen mttwirirn werden. Eintritt 30 Bf. Erwerbslose aeaen Auswei, an der Rage 25 Bf. Raiten bei allen Arbeiteroraanilationen Neuklllln» sowie in den SorwSrts-Sveditionen Neckartlr. 2 und Eieofriedftr. 20. ABZ s2tebeitee.vi»terfpoet.gntetegen«meinlchaft) Seob-Beelin. Jeden Donner« iaa finden unsere oeeneinsamen Urbunastdend« im Stadion Lichtend er a statt. Da» Troinina beaintrt BH Uhr. Di« Jnteoessenten mäae» im«iaenkv Znteeeg» pünktlich erscheinen. Erw erbelote Zuaenstliche sdi» ,u 20 Zähren). Der SC. Lnrich 0! veranstaltet in allen Svortarten unontoe!:!iche Sonderkurse für erwerbslose Zuaendliche. Atvueldunaen beu in den nachstedenden Traininasstitten: Boxen und Seicht- athfatikt Montan, 8—10 UHe Turndalle Bromberaer Str. 13.14(am Badndoi Warschauer Strafe); Mittwochs 8 Uhr Svortplost isrledrichshain.— Jiu-Jitsu; Dienotaa, und ffreitaa, 8—10 llhr Turndalle RSvenicker Str. 2 Cam Schlegschen Tor).— cheden; Montoas und Dennerstaa,'08— t-i-lO Übe Turnballe Schlostsche Sfrob«* s-m Schleäischen Tor).— Rinaen: Dienstaa» 7—10 Uhr Turnballe WronnelNr. 128 tRSde Marrtenfielstretde) sowie in bet Bereinsaeschäftsstelle: Bteirk Krtedrichabain; Willn Sen�. Stralauer Allee 17 S. 1 Treppe. Jezitk Äteiwbetw; Erich Merlau. Euornstr. 3, 3 Treppen(täftlich 5—7 llbr rtendo). «erliaee Schwimm verein„geelheit IM?" ft. W. Sonnabend. 34. April, 8 Uhr. II. Stistunasfest in den Brachtsälen Am Märchenbrunnen. Am Ränia,- tor ssrüber Schweisteraartrn). Romtert. Borträae, Lebende Büder, Theater- stück. Tan». Touristeuveeei»„Die Naturfreunde' sZeatrale Wien). Abi. BrenUauer Sera: Donnerstap. 22. Apris. s Ubr. Im Juaendbeim Schule Dan»ioer Str. 23. Sortraa des Eenogen OfcfiiJewfii;.Lieben der«toben Dichtuna der', g; enr.de nnierer Benwauna stnd der, lich einaeladen.— Maftkaemeinschaft de» Weide. byirk» Norden; Nächste Uebunasftunöe Donnerstaa. 22. April. 71» Ubr.— Abt. Norde»; Dienet-«. 20. Avril. ent Seim Sonnendurqer Sir. 20, Schule. Uebuiwortettb dtt Sänaer»ur Wcrbcnetor.ftolftnt«. ifeettofl, 23. Aortl. 7H Ubr. Lickiftttberuoitvm:„Sontriaae etneo Grobstädlers In der Natur'. Sartrarende-: Dr. Rlose.. In der Aula dos Luisenstüdti scheu Emnnastuin«, Gleimstr. 4!>. Eintritt 50 Bf. Gälte hwllchst einaeladen.— vrtearuppe Brrliu: Donnee»- toa rtend Mbruna durch die Eesundbeiicausstrlluna am Railerdamm fer- mäbtate Boeisel. Nähere» in der Bersammluna am Mittwoch(Wewmeister- strebet.— Mittwoch. 2t. April, in der Schulaula BeinmeiNerstr. 18,17 Monate oerfimmluna. Vorkraa des Eenogen Dr. Setiner über;. gamilie. Ehe und Liebertund'. 8 Ubr. Säst« willkommen.— Abt. Webdin«: Dienstaa. 20. Aoeil. im Seim LLtticher Str. 41. Vortoa« de» Senogen Dr. Mor Schütte über: ..Jana» Aue-'.— Abt. Friedenau t Dirnstaa. 20. April, im Seim visrnback'r S trabe». Soeckom»;.Leiber, und Gefundbeitsvfle.re und wir Naturfreunde'. Nttbeeveeeiu„Ealleala' Eharlattrnbura e. P. Sannabend. Tonnt««, sowie in der Bache vom 19. bis 24. Avril Arbeitsdienst. Jedes Mittilied ist vre- pflichtet, daran teilzunedmen. um di« Wiedaeerrichtuno dar Stea- und Bollwerk- andvaen»u stchero. Treffpunkt»um Anrudern am 25. April pünktlich 8 Udr im Bootshause. ssreie Turuerfchaft«Uteeeodork. Tternahielluumn. Sur Btinostfaboi ist das Radlnenschifk..Baidur'»ur isahrt nach Brondendura sArdeiter-Sänaersest) ne» Ilchert. llobeprei» mit dreimal Uebernachten 5 M. Mittao auf Wunlch ie l M. webe. Teilnebmee, also auch Gäste, babeu bi» lsrcitar. 23. Anril. bei den Turnwarten oder im Bereinsbeim 2 M.«neumhlen. Später keine Berück- stchtianna mdolick. Anfchlaa im ldetm beach-rn! Oerliue, Arbeitee.Schachkltib. Abt.«eibeufee: Dienstaa. 20. Aorrl.>>-8 UHe. beatnnt Im Berewslokal Ott» Gallas. Wcibenfee. Lehderstr. 122.«in Abteilun«?. inrnier. All« Schachspieler,«der solche, die e, werden wollen, sind ker»lich>t einaeladen. «M. Spart». Sonntoa. 2S. Avrkl. Im Stadion Tnedrichrtain Worbespiel- taa. Da« öa n; regen ist«in Sandballspiel Leiv,!a.Ost oroen Sparta. Berlin. L«ip,ia aehf ein atrter 9htf al, spleltüchiia« Mannschaft vmaii»»nd ist tomit «in speinnrnder Rampf ja erwarten. Beninn 414 Ubr. Borbet Sockenspiel ASG. «ea«n sslchte 10. Am 23. Aoril Bierieliabresversammsuna bei Juck. Woderstr. 40. Uet»ite»-T»i»- nrt Sp»rtb»»b. t. Reei». W-geefporlsperte. Die ,um 23. April in Eharlatienbura««plante Jteteudwerbeperanstaltung muß insolae unüberbrückbarer Schwieriakeiten abaesant werden. heete Tuenerschaft Grob- Beelin. Sonnabend Sufammenturnen der Alter»- rieaen be» Bertin... Turndalle Schönfliesiee Str. 7. Nacktem Bespreäiuna. Be,irk»lotol Dänen. Eck« SckSnsliebcr Strabe. ifrete Ranulahrer Berti»«.». Bovtsb-»- Räoenick.«arienfrrebe töta. bion). Jreito«. 23. Aprit. in der �deo Mause". Nettkälln. Mores Ält. 14. Bootra« de» Svo-twan.- a>oortoenossen Rnaucrimle üderr„Sportlickes Bee. halte» auf dem ZS-ger*. Beain» 3 UHe. Btchtia für teden Anbänarr und Sportoenossen im ÄaratftWrl. i nt.m ♦45.7(ii»t0. verfügbaren Werte 3211391 M. (1756 422 M.) und die Forderungen 99 328 gegen 35 193 M im Lorjohre. Passiven: Eigene Betriebsmittel 5 776 312 (4 169 443 M.) aufgenommene Betriebsmittel 19 629 862 (8 929 121 M.). unter diesen ausgenommenen Betriebsmttteln finden sich 19 523 684 M. Epareinlagen und 106 178 M. Hausanteile und Obligationen, die von den Mitgliedern ihrem cigenwirtschaft- lichen Unternedmen anvertraut wurden: Grundstücksschuldea 1 423 150 M.(962 855 M.) und Verbindlichkeiten 3 592 983 M. (3 936 929 M.). Die Differenz zwischen Aktiven und Passiven ist die Erübrigung und der den Mitgliedern zustehende Sparrabatt mit 1567448 W., gegen 828 158 M. im Borjahre. Während die Wirtschaftskrise immer größere Kreise zieht und immer größere Opfer erfordert, erweisen sich die Genoflenschasten al» der starke Fels, an dem alle Lohn- und Gehaltsempfänger «inen starken wirtschaftlichen Rückbalt besitzen. E» kann al» be- sonders gute» Zeichen der der Genosienschoilsbewequng innewohnenden Kroit angesehen werden, daß die Genossenschaften sich in kaum zwei Iahren von den unheilvolle» Rochwirkungen der In- flotionsjohre erholen konnten, während die private In- dustrie und der freie Handel schwer unter der heutigen Wirtschasts krise leiden. Weiler« tionzenlrallon in der OelprolmMoa. In den Deremio- ten Staaten wurden in der letzten Zell sechs weiter« große Ber- schmelzungen in der Oelerzeugung vorgenommen. Di« Zahl der so- genannten unabhängigen Odionzern« ist somit in ständigem Sinken begriffen. Die jüngst erfolgte Verschmelzung zwischen zwei großen Konzernen, der Tide water Oil Co., deren Oelgruben und Raffinerien im östlichen und mittleren Teil der Dereinigten Staaten liegen und die im vorigen Jahr 514 Millionen Faß Oel erzeugte, und der Associated Oel Co., die in Kalifornien riesige Oel- selber besitzt und im letzten Jahr mehr als 18 Millionen Faß pro- duzierte, wird wesentlich« Aenderungen der Oelversorgung und der Preisgestaltung herbeiführen. Der neue Konzern wurde mit einem Kapital von 266 Millionen Dollar ausgestattet, seine Leistung,- sähigkest beträgt jährlich 24 Millionen Barrel, während seine Ras- flnerien, die auch bisher Rohöl in erheblichen Mengen dazukausten, bedeutend mehr Oel verarbeiten können. Die jährliche Erzeugung dieser Gesellschaft ist zum Beispiel groß genug, um den Oelbedars Englands zu decken. Der Standard Oil Trust wollte die Tidewater Co. dereit» vor längerer Zeit für sich erwerben, wurde aber daran durch da» bciu'bende Trustgesetz gehindert. Trotzdem ist der Standard Oil Trust auch an der neuen Gesellschaft mit 25 Proz. de» Slktienkapitals beteiligt und wird deshalb einen Einfluß auf ihre Geschäftspolitik ausüben. Der vornehmlich« Zweck des neuen Trust» ist neben großen Erspornisien im Transport durch gemeinsamen De- sitz der Anlagen die Regelung der Marktbelieserung und die Au»- .. des kalifornischen Ueberongebots. Auf diese Weise möchte der Trust die früheren Preisschwankungen verhüten; es wird aber ohne Zweifel auch eine Steigerung der Preise erhofft.— lieber die Gewinn« ter amerikanischen Oelgesellschaften im letzten Jahr gegen- über dem vorhergehenden seien folgende Angaben mitgeteill:� Die Reingewinne der Standard Oil Gesellschasl von Indiana erhöhten sich um 39 Proz.» die der Ponamerica-Gesellschaft(die vor kurzem in den Besitz der Standard Oil übergegangen ist. um 89 Proz., die der California Petrol Co. um 129 Proz. Die Gewinne der jüngst ver- schmolzenen Tidewater und Associated Oil Gesellschaften steigerten sich um 79 Proz.„Wieviel höher werden die Profite erst werden." schreibt„Manchester Guardian",„wenn im nächsten Jahre die Dar- teile der Zusanimenschlüsie bei einem viel höheren Preisniveau zu> tage treten werden." Großhandelsindex. Die Steigerung der Lebensmittelpreis« kommt jetzt auch in der amtlichen Meßzahl deutlich zum Ausdruck. In der Wache vom 7. bis 14. Aprll haben die AgrarerzeugnIsfe weiter stark angezogen(um 2,2 Proz. auf 121,9). Die Industrie- stoff« haben wiederum leicht nachgegeben(um 9,2 Proz. auf 126,7). Der Gesamtindex stellte sich am 14. April auf 123,6. 10 Proz. Dividend« bei der Aboag. In der Sitzung des Auf- sichisrats der Allgemeinen Berliner Omnibus A.-G. wurde beschlossen, nach angemessenen Abschreibungen die Verteilung einer Dividende van 19 Proz. auf 7 299 999 M. Stammaktien vorzuschlagen. Auf 1299 999 Vorzugsaktien werden satzungsgemäß 6 Proz. ausgeschüttet. Sport. Triumph, Aessie, Bormaid, Ballonlinigin. Rennen zu Mariendorf am Montag, den 19. April. 1. Kennen. 1. Kinweadler f® Lautenberger), Z. Lockung fvn. iJausi jun.), 3.»roidm« tv. Aperen). Toto 65: 10. Platz: 14, 13, 19: 19. sterner Itesen: Landstreicher St, Tri: Terrauo. Z. Nennen. 1. Möglich(st. Schmidt), 2 Lucie Hall«(N. Siingiu»). 3. Leuchlkäser(ffi. Treuberzp Toto: 32: 1V. Platz: 16, 33, 67:10. Ferner liefen: Meisterstück, Arnsried,(kilelsried, Gerhard, Erbprinz jun. Peter Hall, Ssft. Die Letzte. 3. Rennen. 1. stenelon iL. Veip), 2. Petz(Q. StoM). 8. gasner y. fSchleiinner). Toto: 332: 19. Platz:«3, 33. 21:19. sterner liefen: PiablbanS, Shbill, Prinz Addcll. Fels, Axworlhy I., Erdmann, Baron «.Rennen. 1. Corona Mc Kinnep(P Klees), 2. Dana(v. Sokohl), S. Benedikt fffi. RSHIer). Toto: 134: 10. Platz: 85, 94, 56: 10. sterner liefen: Dwisionör. Radtola. Prinz Fortuna. Meister B., Ilona. Katzbach, Ernst volferS, Blaumeise, Jlmien», Blau« tzldria, Naiali«, Alpensex. Lump. 3. R e n n e n. 1. stranlet(M Ringlus), 2. Qulfi quasi(8. Lemzer). 3. Ranrlco(E. Treubcrz). Platz: 22: 10 Toto, 13. 14. 14: 19. sterner liesen: Langmacher, Spbinx, Fristin, Der Best«, Donar, Kohlen tönigin, Frida Magovan, Quadrat «.Rennen. 1. Homer kCh. Mills), 2. Karneval(I. Mills), 3. Lord Sllerslie kH. Slokesü Platz: 17:10. Toto: 12, 20, 23:10 Ferner llesen: Hetman, Doritha, Edith Woithd. AI Kabasa Silk. 7. Rennen. 1. LinScolt jr.(Knöpnadel jr). 2. Kerrlgan jr.(Treu- berz). 3. Tenkmünze((8. Lautenberaer). Toto: 41: 10. Platz: 18, 13, 21: 10. Ferner liefen: Dr. Lew jr., Weinminze, SonntagZprinz, Terraria. Caianooa. Malmö, Hettie. «. Rennen 1. Altmarlt(B Heckerl). 2. Starbella lCh. MM«), 3. Kammersänger(M. Ringius). Toto: 99:>0. Platz: 24. 19. 17: 10. Ferner Uesen: Euba, Pechfackel. Willy 8t, Allen«, Lilac, Kluck, Margot l. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Reichsbanner»Schwarz- Rok�old". SekchStisIlell«! Berlin S 1«. Sebaliiankr.«VM fiof* Tr. —»rrmbera. Iunamonnfidaft Südost: Mi.. 5. 21.. Vi« Ittt, Ber. .*•*,,.s?unnluna im Saal S l>«»»ew-rlsido flzlmus«,.— Te«»»l»»i. M... d. a., 714 Udr. Mitill.-Strf. in Maeiendorf bei Mar», Tb-ulleestr. 27. Saitraa. L-ill>ger!iht,direktor«wer«»ellwla wird Mittwoch. 21.«nril. T\ Uhr. tot »liraersaal de» Berliner Rathaus-» über..Verbreche» und«beralaube»'' sorrch,». streie«u»svrachr. Ltsstr-Tdester Op»rnhau» VI, U. Mona Lisa Opernhan» am KAalgsplati 7'/.U. Zauberflöte Schaasplelliau» SU Ousii am Lldo Scblller-Tbcatcr 8. Kyrlt»» Pyriti »M ßpsi ttunoiieiibiirf 7", Uhr Abnm Turnus II Deatsdies mzater Norden 10334-38 8 Uhr; Znm ersten Male »im iiier Kammerspiele Norden 10134—38 8 Uhr .... Hie liadiieD kleideii.. 0!v iiomöljie vismarcu 2414, 701« 8 Uhr viiona iWlui-Id. I Uhr: 9»»t»pIeI4Z»Iten- durg» hühoc» a.lrödttode IVeloderg iilelnez Iii. tteuie 8 Uhr: fteitier Tisch Lnhptl im Undilt taTb.ain loa �Habendi 8 Uhr Guido IM Stöpsel Wirfniii: Ciritni-!». PirLckml.M 8. Oidust- Fulnil S d. Stsul 6 M. VtmrUtl uogtoMeo Mittwoch, 21 Apnl Zum ilale! lia.lioileoilorfpi. Tdgl. 3 Uhr: Oer alte Dessaaer > perette in 3 Akien Charld Vespermann Falk, Kiper. Oodau, Straaten. Hainisch 8 Uhr Sm- anil Taudi-SeoiatioD mit Wasser. löwen u.«ins und 10 10 attraHttoaen Ptailharmonie 8 Uhr Leizter Wagner- IM. d. Hhilharmon Orch Uirig� ProL Prüwer Deutsches «Ünsll.-Theaier Heule 8 Uhr Cio Walrertraam rt.iJirfliiliiituia 8*Uhr; Kieze ujaria Lustspielhauf Getchlossen I 4b 24 4(jastspiel des Herrnleld-Tb. Zum 1. Ma'e cm 3 00, Traum Ant Herrn. c d Vaiimr-ThMitr 8 Uhr Kolportage ■ Grates Sehausoielhaus Ucsidenx. Tkeai. 81/, Uhr; ?l3toi!ciielirt8 Tholla-Tliealer ia lieh 8 /.Uhr; Kavalier Jach lhlllliiinniaiitutiisti. S'/.Uhr: Kaharett d. Komiker Rnbltschek/Morgan lETiiEei o Uhr. PrlDteisio injcti Ab Do n?r5t. 8 U HräfinlKarit� aorun r neaicr uhr* Mmm Bvnmkj-llllhgiii Theater UOnlMratzJir. T.:hasenheid.211i 8 Uhr; MritaysEiüle HomMlenhacs Tel: Norden bj04 8 Uhr Oer Oarteo Eden Die Tribfliie Tel: Wilhelm 6365 » Uhr Der Rubikon MieienSie von uns Walhalla Th.— Wtißtrtiwiü Tagl av. Uhr: einer Verloreoei; Voiktst m.ü. u T (iattsp. A. VUaof Sig nm. 4 Uhr rn» »PI.«nIOi-iSschi Volks bühnerinVÄ Tkutir» ghiiwiliti 8 Uhr; Sformfliü Morgen 8 Uhr Sturmflut Tl ib Sdufftuertiiiiai 8 Uhr Harlboroaqh zieht Ii 4(1 Irlig Morgen 8 Uhr. Marlboroush zieht In den Krlex; Komlsdie Oper ] M, OirektionJanies Klein 8'<1 Die Neue Revue ISerlin oftne Hemil llevue der dukunti in IbBIld. | Preise 1-7,50. lagn god liadteuri 10. Tageskasse unanterbroeben ab 10 Uhr geöllnet Reichshallen• Theater Abeads 8 Uhr und Soaatags nachmiuags 3 Uhr Staltlnar Sänger Parket I M„ Logen 2 M l-ck«. Uibt Pratu. Itlln tbnDnir Tageskasse 1—2 Uhr. Dönhoff-Brettl Variete i- Konzen I- Tanzi An an» 8 Uhr, Sonntags s'., Uhr tepp« nne Daunen-Decken 'T�W�SBSnKattSanTJedfea kaufen Sie beftew# ab Fabrik ....... und Wesls«. 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Nicht etwa, well er dort die teuersten Dirigenten, die beseeltesten Musiker, die goldhaltigsten Kehlen, die »assigsten Tänzer und die prunkvollste Ausstattung der ganzen Well bewundern möchte, nein, diese unwägbaren Schätze verursachen ihm kein Herzklopfen. Aber die Metropolitanoper bietet allabendlich ein anderes Schauspiel, das nicht seinesgleichen auf dem Erdball hat und den Dollarjäger, der über das erste Hunderttau end hinaus ist, mit magischer Gewalt anzieht: das diamantene Hufeisen. Die Sehnsucht nach ihm ist beim amerikanischen Geldbürger o stark wie beim deutschen Spießer der Wunsch, einmal einem leibhastigen Fürsten ins Angesicht blicken, oder gar mit ihm in demselben Räume weilen zu dürfen. Die Logen, die das Parkett der Metropolitanoper im Hufeisen- rund umsäumen, sind bei Beginn der Vorstellung noch gähnend leer. Ihre Inhaber legen keinen Wert darauf, ein Kunstwerk von Ansang bis zu Ende aufzunehmen. Wenn es ihnen überhaupt um die Kunst ginge, würden sie sich vielleicht das Orchester für lumpige paar tausend Dollar nach chrem Palaste bestellen, wo sie genießen könnten, ohne von den Leutchen des ersten und zweiten Ranges beglotzt zu werden, denen ihr ärmlicher Besitz von einer oder zwei Millionen ün neidischen Gesicht geschrieben steht. Natürlich haben es auch die Hufeisenleute ganz gern, wenn ihre mit den erlesensten Speisen genährten Körper durch die wehmutsvollen Melodien von Tristan und Isoldes Liebestod«in bißchen wollüstig angeregt werden. Aber in erster Linie kommen sie doch hin. um sich zu zeigen, um gesehen zu werden. Deshalb auch erscheinen sie erst gegen Ende des zweiten Aktes. Wenn Tristan verwundet in Kurwenals Arme sinkt und der Vorhang das helle Bild der Szene dunkel abschließt, dann strahlt plötzlich das Hufeisen der Parkett- und Baltonlogen die Beleuchtung des Riesenraumes in tausendfältigem Gesunkel zurück. Und auf den oberen Rängen zücken jetzt die ärmeren Leute die Operngläser, um die fabelhaften Millionen zu begaffen und zu beneiden, die als Diamanten die Stirnen, Hälse, Schultern, Brüste und Arme der Goldfürstinnen schmücken;* Die jungen Mädchen, die ihre schönen und raffiniert gepflegten Glieder von den geschlissenen Steinen überblitzen lassen, die Frauen, deren reife Schönheit vom Diomantengefunkel beleuchtet wird, die Matronen, die ihre fragmentarischen Reize schamlos in Gold und Edelstein fasten— keine denkt dabei an eine Verschönerung im ästhetischen oder künstlerischen Sinne. Das natürlich Schöne, also Iugendanmut und frauliche Reise und Matronenwürde, sind kaum beachtete Werte in einer Gesellschaft, die ihren Rang nach dem Kapitalbesitz mißt. Die Größe ihre» Kapital» ist der eigenlliche Schmuck, der die Damen des diamantenen Hufeisens ziert, und diese Schönheit wollen sie zeigen. Mit Säcken Goldes oder Bank- noten und Schatzanweisungen können sie sich nicht behängen. Man tauscht das stinkende Geld gegen ein Ding, das seinen Wert bei diesem Tausche voll behält, das wenig umfänglich ist und doch den Kapitalbesitz seines Trägers weitleuchtend verkündet, ein Dingchen. da» zu den kostbarsten Erdengütern gehört, weil es selten ist: den Diamanten. Diamanten sind der augenfälligste Wertmester des Besitzes. Wisten In New Park und anderswo die Damen, die ihren per- sönlichen Wert durch die mehr oder mindere Fülle ihrer Diamanten bestimmen, daß kaum ein anderes Mineral so viel Blut und Tränen unzähliger Menschen, ja Untergang und Ausstieg ganzer Völker oerursacbt hat wie der Diamant? Sie sollten es wissen, denn seinen hohen Preis verdankt dieser Edelstein nicht nur seiner Seltenheit, sondern hauptsächlich der Mühseligkeit seiner Gewinnung. Aber das wäre ja für jene Gesellschaft nur ein Grund mehr, sich mit dem Werte ihres Besitzes zu brüsten. Ober der Mensch, der als erster den glitzernden Steinchen die Bedeutung des Schmuckes beilegte, geahnt hat, welchen Fluch er damit über seine Menschenbrüder brachte? Wo der Diamant gefunden wird, in Vorderindien, Borneo, Brasilien, Südasrika, Südwestafrika, Nordamerika, im Ural, ist er zur Ursache furchtbarer Ausbeutung der habgierigen Eroberer gegen die Urbevölkerung geworden. Nur um den kostbaren.Schmuck* für reiche Leute zu beschaffen, sind viele Tausende friedfertiger Menschen unterdrückt, geknechtet, vertrieben, getötet worden. Ge< miß, der Diamant wird auch als Nutzmineral verwandt, zum Glas- schneiden. Gravieren, als Kopf für Härtebohrer, aber dieser Ver- brauch kommt quantitativ gar nicht in Frage im Verhältnis zu seiner Verwendung als Schmuckstein. Das Land mit dem reichsten Diomantenvorkommen stt heute Südasrika, wo die ersten Funde I8S7 bei Kimberseq gemacht wurden. Die politisch« Geschichte Süd- afrikas ist seit 75 Jahren durch den Diamanten entscheidend becin- fluht worden, und Kenner der dortigen Verhältnisse behaupten, daß der Diamant das Schicksal des ganzen europäischen Kolonisations- shstems werden würde. Die Kolonisierungsmethoden der Buren und Engländer gegen die südasrikonischen Eingeborenenstämme, die aus sriedlichen Acker- dauern und Viehzüchtern bestanden, nahmen erst wirklich barbarische Formen an, als die Eindringlinge neben Gold auch Diamanten entdeckten. Beide waren Diebe an der Urbevölkerung und zwangen die Bcstohlenen noch, ihnen bei der Bergung des Raubes behilflich zu sein, indem sis sie in den Diamantenwäschereien um ein der glückliche Geheimrat. »O, wie wohl ist mir, daß ich Eurer Masestät unwandelbare Treue bewahrt habe. Wäre ich eiu räudiger Republikaner, würde gewiß Herr Geßler ein zornig Zluge aus mich werfen und Amt, Ehre und Gewinn wären gar bald verloren." kärgliches Brot arbeiten ließen. Nachdem sich Buren und Engländer 1893 im sogenannten Burenkriege über die Beute auseinandergesetzt hatten und da» mächtig« England ganz Südafrika geschluckt hatte, begann mit dem Anfange des 29. Jahrhunderts die schamloseste und unverhüllteste Sklaventragödie unserer Zeit. Bisher hatte es den Schwarzen immer noch freigestanden, in den Diamantenminen zu arbeiten. Die an ein ungebundenes Leben gewöhnten Menschen hielten das aber meist nicht lange aus, sondern kehrten bald zu ihren Tieren und Feldern zurück. Jetzt aber wurden sie systematisch um ihre ursprünglichen Existenzmittel gebracht, zu Veräußerungen chrer Herden und Weideplätze um billiges Geld getrieben, und mußten nun wohl oder übel zu Arbeitssklaven und Proletariern in unserem Sinne werden. Anfänglich taten sie das Selbstverständlichste und liehen manchen von den Steinen mitgehen, denen ihre Ausbeuter einer so blödsinnigen Wert beilegten. Aber die britische Regie führte strenge Kontrolle ein. Wenn die farbigen Arbeiter nach Arbeitsschluß die Mine verließen, wurde jede Falte ihrer Kleidung und alle Ritzen, Spalten und natürlichen Löcher des Körpers unter- sucht. Trotzdem wurden nach wie vor Diamanten ausgeschmuggelt. In hohlen Zähnen versteckte man sie. in selbst zugesügten Wunden wurden sie eingeheitt oder auch verschluckt, um außerhalb der Mine aus natürlichem Weg« dem Körper wieder entzogeg ju werden. Die europäischen.Kulturmenschen* haben jegt ein System aus- geklügelt, ,das für den schwarzen Arbeiter— es gibt nur schwarze Arbeiter in den Diamantminen— das Entwenden von Steinen praktisch bedeutungslos, ja unmöglich macht. Man hat die vielen tausend Neger, die in den Minen arbeiten, in Reservaten zusammen- getrieben, in denen sie eingeschlossen sind und von regulärem Milttär scharf bewacht werden. Zwischen Arbeitsplatz und Wohnung kommt der Neger mit niemand als den Schergen der Grubenbesitzer zu- sammen. Und wenn er den größten Diamanten der Welt fände und zu sich steckte, er nützt ihm nichts. Es fei denn, daß er ihn an einen weißen Besucher um wenige Schillinge verkaufen könnte. Aber es ist selbstverständlich, daß sich die Minenbesitzer auch dagegen schützen. Nur sehr selten bekommt ein Neger Urlaub, und dann muß er die kniffligsten wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden(Röntgen- strahlen usw.) über sich ergehen lassen. Entdeckt man einen Stein s° bei ihm, so wandert er auf lange Jahre in das Separatzuchthaus der Diamantminen. Die vollkommene Versklavung der schwarzen Volksstämme wird damit beschlossen, daß die Neger dem Weißen gegenüber faktisch rechtlos sind. Der Europäer darf sich gegen den Minensklaven alles erlauben, nur eines nicht: er verfällt schwerster Strafe, wenn er dem Neger«ine Waffe zukommen läßt. Die englische Regierung weiß, daß auch der schwarze Proletarier sich dse Sklaverei nicht mehr gejallen läßt, wenn er erst einmal im Besitz ausreichender Waffen ist. Vorläufig aber gibt es noch viele Taufende wehrloser Sklaven in der Sonnenglut Südafrikas, damit die Misses allabendlich in der Metropolitanoper zu New Pork prahlen können. Zu New Park — und auch anderswo.______ Aprllmeteore» Wer bei günstiger Witterung in den Nächten vom 18. bis 29. April dem Himmel eine Zeitlang seine Ausmerk- samkeit widmet, der wird bald hier, bald dort eine der leuchtenden Raketen des Alls aufblitzen, lautlos dahinschießen und verlöschen sehen. Im Gegensatz zu anderen Nächten, in denen man gewöhn- l'ch nur zufällig eine» Meteor, eine Sternschnuppe bemerkt, wenn man nicht längere Zeit eine bestimmt« Himmeisgegend scharf be- obachlet, kann man in den angegebenen Aprilnächten, namentlich in späteren Stunden, verhältnismäßig oft das Schauspiel genießen, vurch das nach allgemeinem Volksglauben ein gleichzeitig gehegter Wunsch in Erfüllung gehen soll. Bei dem periodischen, alljährlich um dieselbe Zeit wiederkehrenden Sternschnuppenfoll des April strahlen die Meteore, wenn man ihre Bohnen nach rückwärt« ver- längert, aus dem Sternbilde der Leier(lateinisch: l�yrs) aus. das abends tief im Nordosten steht: sie werden deshalb Lyriden genannt. Mit dem der Erde im August begegnenden Sternschnuppenschwarm der Perseiden und den im November auftretenden Schwärmen der Leoniden und Andromiden(Bieliden) bilden die Lyriden einen der Hauptmeteorströme des Jahres. Er ist von ollen seit oltersher am längsten bekannt und wird nach Newtons Untersuchung(1863) schon im Jahre 687 v. Chr. von chinesischen Chronisten und auch später noch oft erwähnt. Für die Körperchen des Lyridenschwarms fand Weiß Bahnelemente, die lehr nahe mit denen des Kometen 1861 I übereinstimmen, der eine Umlaufzeit um die Sonne von 415 Jahren besitzt. Wie bei den anderen großen Meteorschwärmcn ergab sich auch bei diesem die enge Zusammengehörigkeit mit einem Kometen, dem er früher angehört hat. Cr ist schon durch den störenden Ein- fluß eines ihm nahegekommenen großen Planeten in eine veränderte eigene Bahn abgelenkt worden.� Nach einer Untersuchung von Niehl leuchten die Meteore dieses Schwarmes in einer mittleren Höhe von 113 Kilometer über der Erde auf und verlöschen in einer nntt- leren Höhe von 89 Kilometer: ihre Geschwindigkeit beträgt 59 bi» 69 Kilometer in der Sekunde. Da noch niemals eine Sternschnuppe die Erdoberfläche erreicht hat, vielmehr alle in bedeutender Höhe durch die starte Erhitzung infolge der Luftreibung vergasen, müssen diese Körperchen sehr klein sein— man schätzt ihr Gewicht auf wenige Gramm oder Teile eines Gramms—, während die hellglänzenden Meteore oder Feuerkugeln weit schwerere Körper sind und daher die ganze Atmosphäre durchschlagen, um als Stein- oder Eisenmassen(Meteoriten) auf den Erdboden niederzugehen. Das älteste Slenographlebuch. Es dürft« heute kaum noch de- kannt sein, daß die modernen Kur�schrtftsysteme bereits uralte Vor- läuser haben. Die älteste geschichtliche Kunde von der Verwendung von Kurzschristzeichen geht aus Tiro. einen Sklaven des römischen Politikers Cicero im vorchristlichen Jahrhundert, zurück, der die so- genannten �ironischen Noten* erfand. Freilich ist das älteste, uns heute noch vorliegende Dokument einer Stenographie erheblich jün- geren Dalums. Im Jahre 1588 erschien in England ein kleines Bändchen„Charakterie* von Timothy Bright. das den Untertitel führt;„Eine Kunst des kurzen, leichten und geheimen Schreibens durch Zeichen.* Don diesem Werke sind heute nur noch jpei Exemplare bekanitt. Eins davon wurde in diesen Tagen bei einer Londoner antiauarischen Versteigerung zum Preise von 19 299 M. an einen Amerikaner verkauft. wer weiß etwas! Bon Jaroslav Hulka. Wenn es Sommer wäre, würde man sagen können, ein großer bunter Schmetterling hat sich auf die Mauer eines grauen Hauses niedergelassen. Aber es ist Januar und deshalb muß man er» kennen, daß es sich bloß um das Aushängeschild des Aasfeehauses „Zum Mohren* handelt dieses sticht so verführerisch hervor, gibt aber nicht einmal die Hälfte jener guten Sachen(weil es sie auch gar nicht besitzt), die da in bunten Bildern ausgemalt sind. Das Kaffeehaus steht ein wenig seitlich vom Grünmarkt in Brünn. Und trotz der Dame in Seide und des um«in Stockwerk höheren Herrn mit einem Zvlinder, die gleichgültig an ihm vorbei- gehen, weil sie es nicht beachten, um mit Verachtung an ihm vor- überzugehen, lebt das Kaffeehaus dennoch. Bon vier Uhr früh bis zwölf Uhr mitternachts. Es dient nicht zur Unterhattung, sondern ist«in Bedürfnis. Dadurch ist es über jene prunkvollen Kaffee- Häuser erhaben, wo sich bei Tage faule Leute bei den Billards lang- weilen und bei Nacht die Musik vor Weinflaschen, Begierden und betrunkenen Köpfen spielt.„Zum Mohren* kommen die Leute, um etwas zu essen und sich zu wärmen. Sie kommen auch her, um sich auszuruhen. Nur manchmal, zeitig in der Früh, finden verspätet? Bummler hier ein Asyl und leben die Nacht mit einer Schale Schwarzen zu Ende, gleichgüttig gegen die erwachte Arbeit, die sich hier mit Kaiiee stärkt. Jeden Morgen, bald nach dem Aufschließen, bringt ein ver- schlafener. weißer Bäckerlehrling auf seiner Schuller einen Korb duftender Semmel und Gipfel hierher. Er ähnell einem sellcnen Baume, auf dessen Zweigen gutes Obst wächst, das mit gierigen Blicken betrachtet wird. Die Inhaberin des Kaffeehauses. Frau Anna Böhm, überzählt dann aufmerksam das gebrachte Gebäck, während der Bäckerbub Inzwischen bei sich denkt::„Gott, wie fein schlief- sich'» noch!" Bald nachher gleicht das Kaffeehaus einem einzigen großen Munde. Alles ißt.„.„. Die breithüftigen Derkäufennnen von Butter, El«r, Zwiebeln und Hülsenfrüchten, ein paar scherzende Elektriker,«ine schmuddelig«, einem Hadernballen ähnelnde Alte, die davon lebt, daß sie sell den frühesten Morgenstunden alle Papier«, Knochen und Abfälle sammelt« «in dicker Polizist, der wie eine verschmierte Null aussieht, ledige Arbeiter au» den Fabriken der Vorstadt, die zur Arbell gehen— all« essen, wärmen sich die Hände an der warme» Porzellanschale und versenken ihre Augen in ihr Inneres. Von Zeit zu Zeit trill jemand herein und bringt feuchte Kälte mit herein. Wegen dieser Kälte wird sein Hereintreten mit den haßerfüllten Augen aller An- wesenden begrüßt. Aber die gute Frau Böhm tritt zum Eilige- tretenen mit der freundlichen Frage:„Was ist gesällig?", und dann bringt sie das Verlangte, indem sie mit den Schlüsseln und dem Kleingelde in ihrer weißen Schürze klapcrt. In dieses Kasseehaus pflegte jeden Morgen zeitig auch der alte Sturm zu kommen. Er setzte sich nieder, trank einen Tee und sah ruhig eine Stunde lang hier. Dann erhob er sich und ging fort. All dos geschah schweigend. Und sein Schweigen war ein tiefes und trauriges. Bei anderen schweigsamen Leuten sprechen wenigstens die Augen, irgendwelcher Zug im Gesichte oder Bewegungen. Bei ihm sprach nichts. Er machte den Eindruck einer Leiche, die in einer großen Stille begraben wurde. Er nannte niemandem von den Gästen seinen Namen, und Sturm nannten si� ihn wegen solgendem: Ins Kaffeehaus begann öfters ein junger Monteur aus der Ersten Brünner Maschinensabrit zu kommen. Als er den Greis zum erstenmal erblickte, fragte er:„Sturm, wie kommen Sie hier- her?* Er antwortet« ihm:„Sie müssen sich irren, ich heiße nicht Sturm!* Er hieß also nicht Sturm, gut! Aber es hindert« niemand daran, ihn gesprächsweise so zu nennen. Oesters wurden auch Versuche gemacht, hinter lein Schweigen zu kommen. Aber alle schlugen fehl. Man konnte daher über ihn hunderterlei Dinge denken. Mit der gleichen Berechtigung wahre und unwahre. Eine Sache nur konnte man mit aller Gewißheit behaupten, daß er sehr arm war. Sein Anzug war sehr schadhaft, Nnd Tag für Tag pflegte er seinen Tee mit Brot ohne etwas anderes zu verzehren. Daß er sich jemals eine Semmel gegönnt hätte, konnte sich niemand erinnern. Er war einmal sehr reich, behaupteten die einen. Er war immer arm, behaupteten die anderen. Andere zuckten mit den Achseln: möge er sein, was er wolle, aber jetzt war er sehr unglücklich. Dieses Unglück machte all« freundlich gegen ihn. Sein unbe» kannte? Unglück rührt« sie, das Rätselhafte daran interessierte sie. Er war ein romantisches Schicksal, zu welchem sie die Lösupg suchten. Ende Januar geschah nachstehende Begebenheit. Ins Kasseehaus kam ein Harmonikaspieler. Nicht etwa, um sich hier Geld zu oerdienen, sondepn einfach. well er essen wollte. Ein satter Magen verursacht«in« fröhliche Laune, und der Harmonikaspieler wollte seiner Zufriedenheit Aus- oruck verleihen. Gr begann zu spielen. Musik tut immer und überall ihre Wirkung. Man sagt, daß sie erfrischend wirkt und die Menschen weich stimmt. Viele Gäste begannen ihren Kasse« mit den Gesten von Weintrinkern zu trinken. Als der Harmonikaspieler zu Ende gespielt hatte, sprach ihn der alte Sturm an: „Ich bitte Sie, leihen Ei« mir die Harmonika!" Und dann begann der Greis zu spielen. Ein paar Gassenhauer und einige einfache Volkslieder. Alle Gäste hörten gespannt zu. Sie suchten in den Liedern einen verborgenen Sinn. Eine feist« Aertäuserln, die den Geruch ihres ganzen Derkaussstandes mit sich in den Kleidern herumtrug, faßte sich ein Herz und fragte: „Ja, können Sie denn spielen?* Und der Greis antwortete diesmal:„Jawohl!* Die Antwort gab den anderen auch Mut. Irgend jemand fragte: „Spielen Sie gerne?* Und auch darauf antwortete er:„Heute Hab' ich wieder mal gerne gespielt.* Frau Böhm fragte freundlich: „Und wieso?* „Ach so! Heute habe ich wieder einmal zu meiner eigenen Freude und zu eurer Unterhaltung gespielt. Ich spielte die Lieder nicht als Bitte um«in Almosen. Ich bin nämlich ein Bettler. Ott bekomm' ich zu hören:„Daß Sie, Baterl, so betteln können!* Jetzt im Winter verdiene ich wenig. Die Leute ziehen ungern die Hände aus den erwärmten Taschen. Und die ihre Hände nicht in den Talchen haben, besitzen wieder nichts. Im Sommer spiel' ich in der Vorstadt. Bei der Brück« auf der linken Seit«. Da verdien' ich mir mehr!* Dann, offenbar von der ungewöhnlich langen Rede ermüdet, stützte er seine Ellenbogen auf den Tisch und zeigte überhaupt keine Lust weiterzuploufchen. Er ging auch viel früher fort, als es sonst seine Gewohnheit war. Irgend jemand sagt«:„Wo er wohl spielen gelernt hat?* Und Frau Böhm, die mit Vorliebe Sprichworter verwendete, sprach: „Die Not hat Dalibor geigen gelehrt.*') Di« rußig, alt« Papier» samlerin meint«:.Wenigsten» kann er diese». Sonst müßt««r im Armenhaus fein, und da» möchte ich ihm, dem armen Teufel, nicht wünschen!* In ihrer Stimme war mehr Schrecken als Mitleid. (Fortsetzung folgt.) ') Dalibor. tsch«chisch« sagenhafte Figur,«in eingekerkerter Ritter, der wundervoll Geige spielte.(Oper von Smetana.) Parteinachrichten Elnseudunflen für diese Rubrik find Verl»» e-B. 6S, Lmdeuttrah« S. für Groß-Serlin Ort»«» Das Scjtrtslttzctarlst 2. Kos. S Zrtn. rtät*. 10 cvfjtsn 4. Jfr»!« Prenzlauer Berg. Mittwocki, 71. April. 8 Uhr Dünfttirfi, Sri Sifimüt, Kruchtffr. 36a, Sihitiw ixt Abtriwnaslrilrr und der Bildungsauoschuh- initnlirder. Jede Abteilung muh vertrcirn sein. 5. lsreis!?ricdrich»hai». Miitwoch, 2l. April, 8 Uhr, bei Schmidt. Frucht- strahe 36a, Sihunq der Abteilungsleiter und der Bildungsausschußmitglied«:. Fedc Abteiluiiq muh vertreten sein. 7. Jlrei, eharlpticnburg. Mittwoch, 21. April, Ti Uhr. Sihun« des Mai- feieriomitee» im Jugendheim Rosinenstr. 4. 8. ssrci, Spandau. Mittwoch. 21. April. 8 Uhr, in den Sermama» i:1 W säl-n. Am Elresowvlah. öffentlich« Versammlung. Portrag:„öoüial-(5) Di de.r.okratie und Voltcrntscheio". Manner und Frauen. Sozial, und � W Kleinrentner. Gewerbetreibende, erscheint in Massen! Rcscrcnt: Mi- ßZ nisierprältdent a. D. Stelling. heule, Dienstag, den 20. April: US. Abt. DI« Maizcitunge» können vom Genossen Schill, Ruppiner Str. 79, abgeholt werden. 90. Abt. Reuköllu. T/s Uhr in der Aula der Kuabenmilielfchule Donaustr. 120. Wcrbcversammlung. Vortrag:„Senaldemolratie und Polksentschrid". Referent: Be, irlsverordneter Karl Litlc. Alle Borwärlslescr und snmpalhi- sserenden Volksgenossen lind herzlichst eingeladen. 118. Abt. Lichtenberg. 7>ch Uhr bei Tempel, Gudrunsir. 7. Werbcvcrsamm- lung. Vortrag:„Kvmpromih und Volksentscheid. Was nun?" �Referent: Bezirksverordncter Sermann Lcmpert.'Alle Vorwörtsleser und Evmpathi- sserenden ssnd eingeladen. Iungsozialisten. Gruppe Tieegarte«: 7>h Uhr in der Aula des Werner- Eiemens-Realarmnassimis. Sahen ssaufenstr. 47 48. Vortrag:..Politik und Schule". Referent: Gustav Wnncken. 3!ur wer sämtliche Mitgliedsbeiträge bezahlt hat, hat Stimmrecht in der Generalversammlung der ISV. am 27. April. Etimmrechtaausweile werden Dienstag ausgegeben.— Gruppe Süden: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstund«. Lindenitr. 3. Vortrag: „Schule und Erziehung als soziologische Faktoren". Referent: Dr. Bern- feld-Wicn. Köslc willkommen.— Gruppe Lichtenberg: 8 Uhr im Jugend- heim Parkau«. Vortrag:„Da» Geineindebcssnnmunasrccht und Boikshauo- bewcgung". Referent: Genosse Burghardt. Wichtige Bewnntniachungc». Morgen, Mittwoch, den 2l. April: >. Abt. Parteigenossen. Konsumvereinsmitgliederl Ti Uhr läuft der Film „Unser Konsum" im Rationalhof. Blliowstr. 37 sgrohcr'Saol). Nach Schluh qemlltlichcs Beisammensein. !7. Abt. m Uhr In den Schönhauser Festlölen. Schönhauser Alle« 123. Mitgliederversammlung. Vortrag:„Sozialistische Gemeindepolitik". Rc- fercnt: Bürgermrister Ostrowski. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 47. Abt. 7!a Uhr Werbeabend der Stadtbezirke 102 bis 103 bei Lcbmonn, Muskaucr Str. 1. Vortrag des Stadtverordneten Hermann Schwcikardt. Alle Vorwärtsleser und Snmvathisserendcn ssnd eingeladen. 4». Abt. Schwerhörige. Uhr im Jugendheim Lindenitr. 3, 2. Kos. 3 Trv. links. Vortrag:„Sozialdemokratie und Volksentscheid". Referent: Erich Fraenkel. Wir bitten in»>«cht reqc Beteiligung. ö». Abt. Eharlotteuburg. Abends 8>.6 Uhr bei LIersch. Kgntstr. 62, wichtige Funktionärsitmng. Alle Funktionäre müssen erscheinen. 82. Abt. Steglitz. Abends 8 Uhr bei Schcllhase, Ahornstr. loa, Mitglieder. Versammlung. Bortrag:„Sozialdemokratie und Volksentscheid." Referent: Gustav Echhardt.„Vorwärts".LeIer und sympathisierende Volksgenossen ssnd herzlichst willkommen. Reuköllu. 92. Abt. Abends pünktlich 8 Uhr bei Wolfs. Kaiser-Friedrich. Straße 173, Ecke Roscagerstraße, Funltionärsitzung. Alle Funktionäre mllssen erscheine» oder Vertretung schicken. Sebr wichtig» Tagesordnung. — 93. Abt. 7!� Uhr Werbcveranstallungcn in folgenden Lokalen: 36. und 37. Bezirk: Keßner, Treptower Straße 90. Referent: Franz Künstler, M. d. R.— 58., 81. und 85. Bezirk: Zimi-ermann, Treptower Straße 10. Referent: Erwin Marauardt.— 82., 83., 84. und 97. Bezirk: Restaurant „Sturmecke", Kaiser. Friedrich-Straßc, Ecke Tcupitzer Straße, Rcsercnt: Genosse Hermann Harnisch, M. d. L.— 93., 96., 98. und 99. Bezirk: Warnstedt, Tbllringer Straße 22, Referent: A. B-rthesz. Bezirksverord. ncter.— Siedlung im Särfinlel, Refrrcni: Adolf Hirsch. Tagesordnung in allen Versammlungen:„Volksentscheid und Sozialdemokratie."_ 123. Abt. K-ul»bors. Abends 8 Uhr bei Paech. Hönower Straße 3. Werbe. Versammlung. Vortrag:„Sozialdemokratie und Volksentscheid." Rese- rrnt: Per!' darb Görino. All«„Vorwärts'-Lescr und sympatbissceenden Volksgenossen ssnd herzlichst eingeladen. 124. Ab». Mahl-dors. Abends 8 Uhr bei Anders, BahnholstroSc. Mitglieder- Versammlung. Vortrag:„Werbende Betriebe der Stadt Verlin." Rese. rrnt: Karl Polensle. Alle Mitglieder und Funktionäre mllssen unbedingt 13». Abt!"Rciuickendorl-klst. Abends 8 Uhr bei UHIig. Schönbolzer Weg. Eck- Rcsidenzstraße, Mitgliedcroersammlung. Vortrag:„Sozioidemokratle und Valksentsckeid" Rel�ent Franz von Vuttkamer. Alle Genossinnen und Genossen miisscn erscheinen.__ 137. Abt. Rei-ickrndoes.West. Abend, 7'4 Uhr Mitgliederversammlung im Volkshans, Scharnweberstr. 114.«ortrag:„Krisen der Weltwirtschaft. Referent: Stadtrat Mermuth. Alle Genossinnen und Denollen mllssen '.inbedingt erscheinen. n>a»,»�xs. 8 Uhr Mjesiiederversammstina im Eisenbabnbotcl Rowawes. Reukölln. l». weltliche Geinciiidelchule, Lelstngstraße: Sliernversaminluiig aller Genossinnen und Genosse» dieser Schule abends 7sh Uhr bei Gricger, Lcsssugstr. 9. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen. Arauenveranslaltungen am Mittwoch, den 2l. April: 7. Abt. Die Genossen holen sich ditz„Frauenstimme" zum Vtrteilen bei der Genossin Michaelis. Tieckstr. 2. vorn 2 Trp. links, ab._ 24. Abt. Abends 71-j Uhr im Altersheim, Danziger Straße 62MWM»WW»MWx. �! I I 11 I l-U-U-i LULl-l-l-l-i'-'-M-i � � t l■ 44. Abt. Abends 7% Uhr bei Ewald. Skalitzer Straße 126. Vortrag:„Be- rufsberalung." Referent: Rektor Bonitz. � Schöncberg. 77. Abt. Abends 7>ch Uhr bei Jürgens, Barbarossastr. 3». Vor- trag:„Sozialdemokratie und Volksentscheid. Referent:� Richter."— 79. Abt. Abends 7>4 Uhr bei Groß, Abend. Vortragender: Heinz Barthel. M__ W Wilhelm Eedaustr. 17: Literarischer Sozialiftisthe �rbeiterfugenö Hr.-Heelin Koazertkarten de»„Zuugen Shor" filr Sonnabend, 24. Avril, sind im Eekrr- tariat zu haben. Eintritt 1 M...__ Die Photoqravhicn von dem Oflerkirrsus sind eingetrvffen. Gleichfalls vo>« dem Erwerbslosenkursus. heute, Dienstag, den 20. April, abends 7!- Uhr: Gymnaftikkursu» im Jugendheim Lindenstr. 3, T% Uhr. Gesundbrunnen: Schul« Goienburqer Str. 2. Vortrag:„Zvvnose-Okkiil- tisinus".— Wedding Rord! Schule MUllerstr. 48. Bortraa:.„Zweck und Ziele der SAZ."— Rordost 14: Jugendheim Danziger Str. 62. Vortrag: Technik und Arbeite:! uflcnd".— Rosen thalc? Borstadt: Schule Elisabethkirchstr. 13. Vortrag:„Fritz Reuter".— Eckönbanier Vorstadt': Schuir Ibscnstr. 17. Bor- trag:„Warum Eoziolistisch« Iuqend?"- Weißensee ll: Gemeindeschul« Worth- Straße. Bortraa:„Wariim bin i» in der SAZ.?"- Prenzlauer V-iftakck: Schule Dauzioer Str. 23. Vortrag:„Kirche und Rrli«l-n".— Südwest: Fugrndheim Belle-Alliance-Platz 1. Elaßbrenner-Abend. SchöneiKig Ij Ziwendbeim Rukxns. Eck» Kauvtstraße. Volkswnz und Volkslied.-- Wilmer«- dorf: Iuacndbeim Zildeaapdlkr. 4. Vortrag:„Lohnarbeit und Kapital. Steglitz Ii Fugrndhciin Albrechkltr. 47. Vortrag!„Das Kartenlcsen.— Zehlendars: Südschule. Wilhelmstraß«. Löns-Abend.— Reulolln l- Jugendheim Sander. Ecke Sobrcchtstraßc. Bortraa:„Spuk".— Rcukolln V: Fugend- beim Echierkeftr. 44. Zebu.Minulen-Referate.- Reinickendorf.Oft:.maend- beim„Seebad".' Restbenzstr. 46. Wlaßdienner-Abend.— Re>nicke»d»ls.A-sta Fiiaendbaus Seidelstroße. Vorirag::„Heinrich Heine".— r'!r n,"i Schule Vlankenbuvaer Str. 69/70. Bortraa:„Die aroße französische Revolution ' Lichte n be rg- M itt«! Zuaendheim Dossesir. 22. Zimmer 1. MitaNederversamm- lung. Wichtig« Tagesordnung. Erscheinen aller Mitaiieder ist Pflicht. Ivetserberlchl für Berlin and Umgegend: Wechselnd b-wSlkt. ohne nennen?. werte Regenschauer, ksibl. Für Venlschlavd: Uebcrall noch unbeständig und 1061 lüg. Kranken- u. Jfcrbekajse der dfntschen Dredisler d. d. Berulsgenas en. Ersatzkasse Hamborn Verwaltunn Berlin>. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß der langjährige Bevollmächtigte rrisürick Rauch am 18. April verstorben ist Die Peerdiaung sindet am Mitt- woch nachmuiaas 4 Uhr. von der Kapelle des Emmaus-Ariedhofs, Rr»- iölln, Hermannftr 129—>37. au» statt 1771 b Die Ortsverwaltung. Freitag ve, starb durch Herzichiag im 43. Lidensjahre meine innigge» lieble Frau und treusorgende Muiter Anua Schinke Der trauernde Gatte nebst Kindern. 1770b Alfred Schinke. Cinäsch: Minw.. 21 April, nachm. .Sllbr itn ffrmotrr Baumschnlenm-'a Metallbetten Stahlmatratzen, Kinderbetten ziwfie an Prir. Kai. 65 u fr. Itlscnraäbclfabrik buhl Thttr| Birken werder. Von unserem 280 Morgen großen Gelände verkanlen wie Baustellen und Par- zellen in Irder Größe lü» Siedlung und Industrie. Gleis- und Wasseranschluß. Ferner(ettlgc Ilohbankea einschl. Baustelle für 3 und mehr Zimmer nalli genehmigten Zeichnungen, je nach Größe van 400ÖMark an. Zeichnunar:, mit Baudcschreibung stehen zur Vertilgung lellain- tktiengeseilsitiaft Hebenznllestikanai. Unter den Linden 71. Deutscher Netallarbeiter-verband. «togl GWMMe! WU Allgemeine Ortskrankenkasse für den ZtadtbezirkKöPenick, Hiermit laden wir die Mitglieder des Ausschusses zu der am Freitag, den 30 April d. F.. abends 7 Uhr, im Ratskeller, Schioßstraße. tagende» ordMWellAusslhuSSlhvllg ein. Tagesordnung: 1 Senebmiguna ,00» Voranfchwqsllderichreitungen lllr 1923 |2 Bericht des Vorstandes fllr das Jade 1923 3 Abnahme der Jahresabrechnung flle 1923 4 Aendcrung der 68 l und 20 der Kassen- satzung. 3. Geschäftliche» Die Mitglieder de? Ausschusse» erhalten »och desandere Einladungen. Berlin-Köpenick, den 17 April 1920. Vor Vorstand. Otto Nickel. Vorsitzender. l37,6 Mittwocki, den 21. Hpell, abend» ? ,Abr. im Saal 4 de» Geiverkschafls- hause«, Eagelufer 34 33: Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tage«ordnung:>. Jahresbericht. 2 Neuwahl der Vranchenlommilsion. 3. Slellnngnahme zur Maiteier. 4 Verbands- und Vranchenangelegenheitcn. Ohne Mitgliodsbuch lein Zutritt. Mittwoch, den 21. April, abend» 7 Ahr im grasten Saal der„Sophien- (öle", Sophienstr. 17/18: Branchenversammlung der Bau- und Seldschrankschloster Tagesordnung: l. Beiicht der Branchenlommission. 2 Wahl der Brau- chentommisfion. 3 Beiicht von den Ver hondiuuge» über den Manteltarif. 4. Ver schieden«» Zu Punkt 1 und 2 der Tagesordnung nehmen nur die im Metallarbeiter-Verdand organisierle» Kollegen Stellung. Die Kol- legen der übrigen sreiqewerlschafliichen Verbände erhalten Einlr>:t um 7 Uhr zu Punkt 3 und 4 der Tagesordnung Ohne Mitgiiedsduch kein Zntritt. Es ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Versammlung anwesend zu sein. Mlinftriiller und Wmr! Doanerstog, 22. Apr», aachin. 5 Ahr in den Yohenstaufen-Sölen, Kottdusser Damm 7»(aicht Gewertschaftshaus): VrnulveU'Mversnmmiung der ZNetaUdrücker und Polierer Grojz-Berlins Tagesordnung: l. Jahresbericht. 2. Dislnfsion. 3 ReuGahl der Branchen- kommifsion 4. Branchenangelegenhciten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung cnt sprechend, muß seder es fllr seine Pflicht halten, pllnttilch zu ericheipen. Zutritt nur gegen Vorzeigung de» Mit- giiedsbuches. vannerslag, 23. April, add». 9 /, Ahr, ,n TSrings Zeftsttten. Rannyastr.'27: Branchenversammlung der Schraubendreher. Automaten- Einrichter. sowieallerlnSchraubeu- betrieben Beichälligten Tagesordnung:! Jahresbericht der Vranchrnkommilsion 2 Distufsion 3 Reu wohl des Vranchenieiters und der Branchen' tommt'sion. 4. Verschiedenes Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwarte!. Donnerstag, den 23. April 3038, abends 7 Ahr, im Aoseathaler hos, Aosenthaler Str. Itil2: Branchenversammlung der Eisenkanstruktion»-. Fahrstuhl- und Signalbaubetriebe. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Neuwahl der Branchenlommission. 3. Branchenangelegenheiten und Ber- schieden«». Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. vonnerstoa, den 22. April 1036. abend» 7 Ahr. im Parterresaal de» Aerdandshause», Linienslr. 83 95: Branchenversammlung der Hobler, Bohrer. Sloher, Fräser uod weiblichen Berussangehörigen Tagesordnung: 1 Jahresbericht, 2 Diskussion 3. Neuwahl der Branchen- leitung. 4. Verschiedenes. Mitgiiedsduch legilimiert! Die Versammlung, die eine der wichttgstn, im Jahre ist, muß von jede» Lranchea- gehörigen desuchl werde». m nilwMagte«Acht. Donner»lag, den 38. April, narhrn 4>.z Ahr. ia den.Arminhallen'' etoaaaroadonteastr.»8,80: Branchenversammlnng der Gürtler. Tagesordnung: l Iaheesdeeichl 2 Distustun». 3 Neuwahl der Branchen' leitung. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreicher Beiuch wird erwartet MlkiMker.Wler.Nnuulkikr. kiltier nnv wrinnen! vaaaaratag. den 22. April, abend» 8 Ahr. in Sckiintela Z-stiaien.Srackea- straste 3, nahe Zannowihbrllcke: IlliilvemWiiiiitterlisMbssiilZie Tagesordnung: l. Jahresbericht. 2. Disluision. 3. Wahl der Branche»' kommission. Pflicht aller Branchenlolleae» Ist e», in der Versammlung zu erscheinen Mitgliedsbuch, mit einem der obigen Berufe versehen, legilimiert. Oaaaerstag, den 33. April, nachm. 3 Ahr, im„sl erschienen und kann gegen Vorlegung der Lrgltimalionslarle de» Betriebsrats- odmanne, in unlerem Bureau, Zimmer 3 oder nach 4 Uhr im Zimmer 4. entgegen. genommen warden. idk« OrtSverwiltAAg. itzüsititzllli. fittßeijnHtte; Wort 25 Pf. (zufissig 2 fettgedruckte Worte).— StElleegesache das 1 Wort ffettjedradrt) 15 Pf. iedts weitmWor: 10 Pf. Worte mit mehr als IS BodKtaben zihlea , für zwei Werte. Aoztisn. weiche(är die nächste flammer btsHmm! sind, müssen bis spätestens ♦Vt Uhr naditnittaas o der Haapt-Lzpedition des Iforwirts. LimfenstraDe 3, abgegeben werden. Dieselbe 8''2 Uhr bis nachm. 5 Uhr ananterbrnchen neöffnet. Verkäufe Achtung, Wassersportler! Paddelboote und Skulldoote- fertigt an Freienstein, Waidemarittaße Iva._* Reißzeug,(Richler-Präzisionl. SiMer- heits-EoldsUllsederkailer. Bureaubeda rss- baus Lindncr. Neukölln. Kailer» Friedrich-Etrotze 36/37.' Terpiche, Diwandecken. Tischdecken. 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Oen Merl eine» Menschen lernt man gewöhnlich erst schätzen, wenn er lol ist, un» die Gesundheit schätzt man erst Hann, wenn man sie verloren Hai. 0n Sicser Woche wird ö/c Ausmcrksamkeil aller Kreise»es Oeuljchen Volkes auf die Wichtigkeit»er pflege ihrer Gesunöheil hingewiesen werden. Bitte sehen Sie sich in dieser Woche auch einmal Ihre Züße rech! grnau an, und dann überlegen Sie flch, wie wichtig un» unersetzlich gesunde Füße für Sie flnd. Ihr» Zähne pflegen Sie lägiich, obwohl Sie die Mögiichkcil haben, diese lchiiinmsten Kalles durch ein künstliche« Gebiß zu ersetzen, da« Ihnen fast die gleichen Oienste erweist. Ihre Küßt kann Ihnen kein Mensch»er well ersetzen, und krvtzdcm lassen Sie ihnen viel weniger pflege angedeihcn als Ihren anderen Gliedmaßen, die Ihre Mitmenschen unverhülll sehen. Bewabren Sie sich gesunde Küße, indem Sie kukirvlen, als» die richtige Kußpflege mit den in der ganzen well bekannten, von zahlreichen Acrzlen empfohlenen unö in vielen nftUionen fallen bewährten ÄuficoUPcflpocaUn Fußpflege tut not! <5trn»t wir Oeulschen haben die richtige Kußpflege fehl sehr nötig, damit wle wieder auf die Seine kommen. Hühneraugen, hornha»!, Schwielen und Warzen beseitigt da» viel» millionensach bewährte Kukirel-hühneraugen-pflaster, von dem eine Packung nur 75 psg. kostet. Sie nehmen abends ein stärkendes und erfrischende« Kukirol-Kußbad(Probepackung Z0 Psg., Ooppelpackung 50 psg.) und legen am nächsten Morgen ein kleines Slückäien Kukirol-hühneraugen-pflastee auf Ihr Hühnerauge. Oie Schmerzen hören sofort auf und das Hühnerauge ist bei genauer Leachtung der Gebrauchsanweisung schon in wenigen Tagen vrrschwundcn. Brennen, Wundlaufen und andere nachteilige Kvlgcn de« Kußßhweißes verhüten Sie duräi regelmäßige Benutzung des Kukirol-Sireu» pudrro. 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