Nr. 187 43. Jahrg. Ausgabe A Nr. 95 Bezugspreis: Böchentlich 70 Bfennig, monatlic B Reichsmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia. Gaar und Memelgebiet, Desterreich, Litauen. Lucemburs 4.50 Reimsmart, für bas übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Vorwärts mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Gied lung und Kleingarten fowie der Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbellage Frauenftimme erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abrene: .Gosialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltiae Nonpareille eile Reflamezeile 80 Pfennig. 5. Reichsmart...Kleine Anzeigen" bas fettaebrudte Wort 25 fennt ( zuläffia awer fettaedrudte Worte). fedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengefuche das erfte Wort 15 Bfennia tedes weitere Wort 10 Bfennig. Borte über 15 Buch ftaben zählen für amei Worte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Donnerstag, den 22. April 1926 Die Feme und ihre Opfer. Der Arbeitsplan des Untersuchungsausschusses des Reichstags. Im Femeuntersuchungsausschuß des Reichstags| Rathenau und Scheidemann; zu 7. liegt fein besonderer Fall vor. legte gestern der Vorsitzende Abg. Dr. Schetter( 3.) ein Arbeits- Ungewiß hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit sind die Fälle Gareis und programm vor. Danach sollen im Sinne der vom Plenum über Dammers( Grütte- Lehder). wiesenen Aufgabe als Fememorde angesehen werden: Anfchläge auf Menschenleben auf Grund des Spruchs einer Organisation oder der Verabredung einzelner ihrer Mitglieder wegen eines von ihnen als verräterisch angesehenen Verhaltens sowohl gegen Mitglieder und ehemalige Mitglieder als auch gegen Außenstehende. Als Femeorganisationen follen angesehen werden: Organisationen, die Gruppen bildeten oder duldeten, denen die Durchführung von Femeaufträgen oblag. Im übrigen sollen strafbare Handlungen nur berücksichtigt Im übrigen sollen strafbare Handlungen nur berücksichtigt werden, soweit sie zur Beleuchtung der Anschläge oder zur Charakteri fierung der Organisationen von Bedeutung sind. Unter diesen Gesichtspunkten sollen nach dem bisher geprüften Material als Femeorganisationen in Betracht kommen: 1. Die GR.( Schwarze Reichswehr). 2. Die Organisation Roßbach. 3. Die Arbeitsgemeinschaft Maner( Breslau). 4. Die Einwohnerwehr Bayern( Landesleitung). 5. Der Blücher Bund( München). 6. Die DC.( Organisation Consu 7. Der Werwolf. Uls Femetaten mmen in Betracht zu 1. die acht Fälle: Legner, Pannier, Gröschte, Wilms, Sand, Brauer, Holz, Beyer; zu 2. die Fälle Kadom und Böttcher; zu 3. der Fall Hermann; zu 4. die Fälle Dobner, Sandmener, Hartung; zu 5. der Fall Bauer; zu 6. die Fälle Erzberger, Kein Volksentscheid über Aufwertung! Ein Reichsgeset soll ihn verhindern! Die Reichsregierung hat am Mittwoch befchloffen, den gesetzgebenden Körperschaften einen Gefehentwurf vorzulegen, durch den Klargestellt wird, daß ein Volfsentscheid über Gefehentwürfe, die die Folgen der Geldentwertung regeln follen, nur durch den Reichspräsidenten veranlaßt werden kann. Amtlich wird dazu gemeldet: Mit Rücksicht darauf, daß zu den wichtigsten Fememorden( der Schwarzen Reichswehr) das Aftenmaterial noch sehr unvollständig ist, soll deren Behandlung bis zum Eingang und der Durcharbeitung der Akten zurückgestellt werden. Dasselbe gilt für die Fälle, die die Organisation Roßbach betreffen. Die Arbeitsweise des Ausschusses. Bezüglich der Arbeitsweise des Ausschusses soll folgendermaßen berfahren werden: Die Berichterstatter geben zu den Einzelfällen einen zusammenfassenden Bericht mit einem Borschlage, über welche Fragen Beweis erhoben werden soll und welche Bersonen als 3 eugen oder Sachverständige gehört werden follen. Dementsprechend beschließt der Ausschuß dann Art und um fang der Beweiserhebung und führt diese durch. Um mit der Untersuchung sofort beginnen zu können, soll zunächst folgende Reihenfolge für die Einzeluntersuchungen ein gehalten werden: 1. Der Fall Bauer, 2. Die Fälle der Einwohner wehr München, 3. Die Fälle der Organisation Consul und 4. Der Fall Hermann. Sobald die Akten zu den Fällen der Schwarzen Reichswehr vorliegen, werden diese Fälle vorweg behandelt. Nach längerer Geschäftsordnungsaussprache, in der die Boltspartei Einbeziehung der Ticheta in die Untersuchung beantragt, stimmt der Ausschuß dem Arbeitsplan zu. Die Einbeziehung der Tscheka wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten beschlossen. Nächste Sizung Mittwoch, den 28. April( Fall Bauer). Dr. Curtius jüngst in einer Rede in Mannheim getan hat, ift ihr gutes Recht. Eine ganz andere Frage aber ist es, ob der Weg der Gesetzgebung zum Zweck der Verhinderung des gefürchteten Boltsbegehrens empfehlenswert und gangbar ist. Vorwärts- Verlag 6.m.b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bottschedtonto: Berlin 37 536 Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallftr. 65; Diskonto- Gesellschaft, Devoktentasse Lindenstr. 3. Regierungssturz in Mecklenburg Landtagsauflösung und Neuwahlen wahrscheinlich. Schwerin, 21. April.( Eigener Drahtbericht.) Die medlenburgische Land bundregierung ist am Mittrooch zurückgetreten. 3hre eigenen Helfer sind ihr zum Unglüd geworden und waren die Urheber des Sturzes. Der Landbund hatte bereits am Dienstag eine Entschließung eingebracht, die im Laufe des Tages im Landtag besprochen und von den Regierungsparteien mit einem Vertrauensantrag für die Regierung beantwortet wurde. Die Abstimmung erfolgte am Mittwoch und ergab für die Regierung 23 Stimmen, während gegen fie 37 Abgeordnete stimmten. Die völkischen Landbündler ftimmten mit den Sozialdemokraten, kommunisten und Demokraten gegen das Vertrauensvotum. Das Gesamtminifterium erklärte darauf nach einer furzen Beratung seinen Rüdtritt, während die Deutschnationalen den Antrag auf Auflösung des Landtags stellten. Am Donnerstag der kommenden Woche soll dieser Antrag beraten werden, und da auch die Linksparteien für die Auflösung ftimmen werden, so ist fürlich, daß die Böltischen nicht, wie fchon jo off, fich in der die Regierung plötzlich zu einem Bertrauensvotum umstempeln. Zwischenzeit die Dinge anders überlegen und ihr Mißtrauen gegen Das sogenannte Regieren in Medlenburg- Schwerin mar schon seit langem nur ein Hängen und Würgen. Schon einmal hatte die völkische Frattion, von deren Unterstützung die „ Ordnungs"-Regierung abhängig ist, ein Mißtrauensvotum gegen die Brandenstein- Regierung durchgedrückt. Als aber der Rücktritt des Ministeriums und die Auflösung des Landtags in Sicht tam, ließen die Mannen Albrecht von Graefes erffären, ihre Abstimmung bedeute kein Mißtrauensvotum, und so blieb der deutschnationale Brandenstein mit volksparteilichem Anhang weiter als„ Regierung" am Ruder. Aber die Abhängigkeit von der völkischen Barlamentshilfe machte ihren Herrenweg zu einem Leidensweg. Die Explosion, die jetzt erfolgte, war lange vorauszusehen, unvermeidlich und von unferem Standpunkt durchaus zu begrüßen. Indem unsere Genossen im Landtag gegen die Bertrauenserklärung stimmten, stellten sie die vorhandene Tatsadje flar heraus, daß diese Regierung feine Regierung mehr ist. Jezt ist die Regierung Brandenstein mit volksparteilichem Anhang zurüdgetreten. Der deutschnationale Führer Zunächst ist festzustellen, daß die Argumente der amt hat daraufhin beantragt, die Wahlperiode des gegenwärtigen lichen Erklärung überhaupt nur auf Schuldverpflichtungen Landtages am 20. Juni ablaufen zu lassen, das heißt also: des Staates angewendet werden können, nicht aber auf den Landtag aufzulösen. Ueber den Antrag soll in Schuldverhältnisse zwischen Privaten. Im ersten Fall der nächsten Woche beraten und formell Beschluß gefaßt werfann es zweifelhaft sein, ob das geplante Gesez eine Ber den. Wenn nicht die Völkischen aus begreiflicher Angst fassungsänderung darstellt, im zweiten Falle ist es por Neuwahlen im letzten Augenblid wieder einunzweifelhaft. Soll also durch das neue Gesetz der ge= Soll also durch das neue Gesetz der geschwenken, dann wird der mecklenburgische Landtag bald ein famte Romplex der Aufwertungsgesetze von der direkten neues und wahrscheinlich wesentlich verändertes Volksgefeggebung ausgeschlossen werden, dann ist dieses neue Gesicht erhalten. Gesetz ganz zweifellos verfassungsändernd und bedarf zu feiner Berabschiedung der Zweidritielmehrheit. ,, Auf keinen Fall darf man eine Art der Beweisführung passieren lassen, die das geplante Volksbegehren für unzulässig erklären will, weil es mittelbar" auch den Haushalts Denn nach dieser Methode fönnte jo plan berührt. ziemlich das ganze Recht des Volkes auf direkte Gefeßgebung mit Hilfe des Artikels 73 Abs. 4 der Reichsverfassung hinweginterpretiert werden. Es wird wenige Gefeße geben, die nicht mittelbar" in der Gestaltung des Haushaltsplans irgendeine Veränderung hervorrufen. Nach Reichsrecht ist der Weg der Volksgesetzgebung insofern beIchränkt, als über den Haushaltsplan, über Abgaben geseze und Besoldungsordnungen nur der Reichs präsident einen Volksentscheid veranlassen kann. Damit find auch Gefeßentwürfe der bezeichneten Art dem Boltsbegehren entzogen. Dies ist geschehen, weil derartige Gesetze nicht aus dem Zusammenhang mit dem gesamten Steuer- und Wirtschaftsplan herausgenommen werden können. Die vor und während der Geldentwertung begründeten Rechtsverhältnisse sind im Aufwertungsgesetz und im Gesetz über die Ablösung öffentlicher An leihen im Zusammenhang geordnet. Der Gesamtkomplex dieser Gefeßze bedingt maßgebend den Haushalt des Reiches, den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, wie überhaupt das gesamte öffentliche Finanzwesen. Er ist insbesondere auch die Grundlage unserer Währung. Solche Geseze müssen, wenn nicht die ganze deutsche Wirtschaft auf das verhängnisvollste erschüttert werden soll, dem Haushaltsplan und den Abgabengefehen gleichgeachtet werden. Bei finngemäßer Auslegung des Artikels 73 Absatz 4 der Reichsverfaffung müssen daher Gefeße, die die Folgen der Geldentwertung regeln, hinsichtlich der Boltsinitiative den gleichen Bestimmungen unterworfen sein, wie Gefeßent- trogen worden zu sein, bis zur Erbitterung gestärkt. Die würfe, die den Haushaltsplan und die Abgabenregelung un mittelbar zum Gegenstande haben. Zur Vermeidung von Zweifeln hat die Reichsregierung beschlossen, den geseßgebenden Körperschaften einen Gefegentwurf vorzulegen, durch den tlargestellt wird, daß ein Volksentscheid über Gesezentwürfe, die die Folgen der Geldentwertung regeln sollen, nur durch den Reichspräsidenten veranlaßt werden kann. Durch diese Regelung wird die Frage der Auseinandersehung der Länder mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern und damit das bereits schwebende Boltsgesetzgebungsverfahren nicht berührt In der Propaganda für eine Abänderung der Aufwertungsgesetze hat es bisher zwei Richtungen gegeben, die des Abg. Best, die eine 50prozentige, und die des Sparer bundes, die eine 100prozentige Aufwertung verlangt. Neuerdings hat Dr. Best einen Entwurf nach seinen Grundsägen ausgearbeitet, der unter Zulassung gewisser Schwankungen alle Ansprüche normal auf 50 Broz. aufwerten will, und dieser Entwurf soll zum Gegenstand eines Boltsbegehrens gemacht werden. Die Reichsregierung befürchtet mun, daß der Entwurf Bests oder ein noch weitergehender die notwendigen vier Millionen Unterschriften finden tönnte, wovon sie eine schwere Erschütterung des deutschen Rredits erwartet. Bor dieser Gefahr zu warnen, wie es der Reichswirtschaftsminister Der äußere Anlaß zu der Balastrevolution im Lager des Ordmungsbundes erinnert sehr starf an den berühmten Rahn ftädter Reformverein", von dem Friz Reuter eine so prächtige Schilderung in seiner Stromtid" gibt. Die Akteure in dem Schauspiel, das da vor uns aufgeführt wird, sind vom Schlage jenes 3amwel Pomucheistopp, der bei Reuter als Typus eines aufgeblasenen neureichen Gutsbesizers erscheint und von dem Onkel Bräfig sagt:„ Herr Zamwel Bomuchelsfopp, ich bin fein Du Don Sie!" Die Landbündler, aus deren Reihen die bisherige Regierung zusammengesetzt war und die sie bisher stützten, Die Erregung der Sparerfeife ist verständlich. Sie ist find in letzter Zeit immer mehr zum Spielball pölkischer durch die schwindelhafte Agitation der Deutsch Demagogie geworden. Vor kurzem haben sie auf einer von nationalen noch gesteigert worden, und das Mißver der völkischen Bresse weidlich ausgeschlachteten Bandbundhältnis zwischen den deutschnationalen Worten und den fundgebung" in Güstrow eine Reihe von Forderungen aufgedeutschnationalen Taten hat das Gefühl jener Kreise, bestellt, die selbst der deutschnationalen Regierung und der deutschnationalen Parteileitung über die Hutschnur gingen. neue Aktion der Reichsregierung ist nun auch nicht danach an Sie haben sich gegen diese Anträge zur Wehr gesetzt, worauf getan, beruhigend auf sie zu wirken. Sie fompliziert den ihnen vom Erbpächter, Büdner- und Häuslerausschuß" Streit um die Aufwertung, indem sie ihn auf das verfassungs- unter 3ustimmung des Gesamtvorstandes des mecklenburgischen Landbnndes„ großes rechtliche Gebiet überträgt und sie kann dadurch leicht das Befremden"," Erbitterung" und dergleichen ausgeGegenteil der beabsichtigten Wirkung erreichen. sprochen und zum Schluß folgende Erklärung unterbreitet wurde: Die Regierungskrise in Polen. Warschau, 21. April.( WTB.) Der Präsident der Republik hat befchloffen, daß die Rumpfregierung Str3ynifi vorläuf: 9 weiter am Ruder bleiben und der Ministerpräsident fi bemühen solle, die zusammengeschmolzene Koalition zu erweitern. Das hat in den Kreisen der Linken große Erregung hervor gerufen. Die radikale Bauernpartel Dombftis hat an die anderen demokratischen Parteien die Aufforderung gerichtet, daß die gesamte polnische Linke beim Staatspräsidenten intervenieren solle, um ihn auf die Gefahren seines Entschluffes aufmert sam zu machen. Der Bizemarschall des Landtags, der sozialdemofratische Führer Daszynski, erklärte, daß jeder zivilifierte Staatschef" nach dem Bruch der Koalition die Demiffion der Regierung angenommen und den zurückgetretenen Ministerpräsidenten mit der Fortführung der Geschäfte betraut hätte. Von einem Reuein tritt der Sozialdemokraten in die Regierung, wie der Präfident es angeblich wünsche, fönne feine Rede sein. Im ähnlichen Sinne hat sich der Führer der radikalen Bauern partei Biswolenie, Sejmizemarschall Bonjatomiti, ausgesprochen, " 1 Wir erklären einmütig, daß die Langmut des medlenbutgischen Bauern erschöpft ist und wir nicht länger weder einer Regierung folgen, noch einer Partei angehören können, die uns die Möglichkeit des Fortbestehens untergräbt, weil deren Führer heute noch nicht den ganzen schweren Ernst unserer wirtschaftlichen Lage erkannt zu haben scheinen. Wir wollen endlich mit den Bauern im übrigen Reich auf einer Stufe stehen." Eine solche Erklärung wurde von den Deutschnationalen begreiflicherweise als eine offene Kriegserklärung anSo leichtsinnig sie sonst von Kriegserklärungen gesehen. sprechen, diese war ihnen doch einigermaßen unbequem. In der Presse gab es deshalb eine liebliche Kazbalgerei, bei der vom Führer der Deutschnationalen, Justizrat Knebusch, den pölkischen Landbündlern vorgeworfen wurde, sie beabsichtigten eine vorzeitige Auflösung des LandDer Landbundredakteur im Rostocker Anzeiger" tags. quittierte diesen Vorwurf" mit der Bemerkung, Landtagsneumahien wären schon deshalb zu begrüßen, weil- ,, befann " ttch Sozialdemokrat«» und Kommunisten ihre Wahl- f o n d s schon beim Volksbegehren verpulvert" hätten. So naiv diese Bemerkung auch erscheinen mag, vielleicht haben die Pomuchelsköppe vom Landbund wirklich an die „Derpuloerung" eines Wahlfonds geglaubt und sich aus diesem (Srund berechtigt gehalten, mit der Landtagsauflösung zu spielen, um den beabsichtigten Druck auf die Rechtsregierung zu verstärken. Nachdem aber Sozialdemokraten und Kom- munistcn durch ihre Abstimmung die Niederlage der Regie» rung erst ermöglicht haben, ist es durchaus noch nicht sicher, dah die Völkischen und ihre Freunde im Landbund wirklich für die Auflösung stimmen. Die letzten Wahlen in Mecklcn- bürg, die für die Amtsvertretungen sKmstage), hoben«inen so deutlichen Ruck nach links gezeigt, daß die Graefe-Trabantcn wahrscheinlich Angst vor ihrer eigenen Tourage bekommen merden. Sie machen immer noch dem Bäcker Swenn Fritz Reuters Konkurrenz, indem sie vor dem Pendel der Politik sitzen und eintönig murmeln:„Hier geiht hei hen, dar geiht hei hen!" Immerhin besteht die Möglichkeit, daß die Völkischen angesichts der Erregung, die sie in Baucrnkreifen hcrvorge- rufen haben, nicht«inen neuen Umfall riskieren mögen, und daß deshalb mit der baldigen Neuwahl des aus dsn In- nanonsjahren stammenden Landtags gerechnet werden kann. Der Streit unter den bisherigen„Regierungsparteien nimmt deshalb schon groteske Formen an. Man muß den streit- boren Mannen des mecklenburgischen Ordnungsblocks freilich zugute halten, daß ihre ins Hochdeutsche übertragene platt- deutsche Muttersprache manchmal stark„messingsch" aussteht, und daß Wendungen, die im heimischen Idiom ganz gemütlich klingen, in hochdeutscher Rede vergröbert erscheinen. Indessen sind es doch allerhand derbe Wahrheiten, die sie gegenein- ander austauschen. Es klingt fast wie ein Liebeslied, wenn der deutschnationale Iustizrat K n e b u s ch im Land- bundorgan einem völkischen Widersacher zuraunt: „Also, Herr Ballon», bleiben Sie lieber aus dem Kampf mit dem Federkiele heraus, den Sie nicht so geschickt zu handhaben •erflehen, wie den Dreschflegel de, gesprochenen Worte».. (stanz anders tönt es dagegen wider die Deutsche V o l k s p a r t e i. die doch auch zur Regierung gehört. Ihr schreibt Knebusch diese Lieblichkeit ins Stammbuch: ..... Was mir aber jetzt passiert ist, geht reit über ein Au». gelachtwerden hinaus! Da» ifi schon mehr Leichensledderei. da» ist schon fast kNvmIenschändvngt Während ich im schwersten Kampf mit den großen Preisboxern de, Landes stehe, kommt die verehr- liche Volkspartei und Nau« mir meine goldene Uhr. die Ich mir ehr- lich verdient habe... Die Bolk spart ei will aber die alleinseligmachende Partei sein und möchte sich am liebsten auf sämtliche Stühle des Landes setzen... wenn die Volk»- Partei jetzt die Lauern damit rinsaagen will, daß sie für die Ab- wertung de, wertbeständige« Kanon« stimmt, so muß sie ihren städtischen Wählern sagen, wie sie dann den hierdurch entstehenden <£lnnahweao»sall decken will. Und wenn sie sich als Freund der Pächter ausgibt, muß sie sich den Hinweis gefaNcn lassen, daß.. Herr Walter in den Verhandlungen mit dem Wirtschaftsausschuß am 29. September 1925 erklärte, die Landwirtschaft lasse e» an der nöligen Opferbereitschaft fehlen, insbesondere müßten die alten Pächter endlich die gleich« Pacht zahlen, die die neuen auch heute noch auslobten." Die sagte doch Unkel Vräsig? ,J}err Zamwel Po- muchelskopp, ich bin kein Du von Siel" Das war noch höflich im Vergleich zu dem, was Kne- busch den oolksparteilichen Brüdern sagt. Das Wort von .Leichenfledderei" und„Mumienschänoung" hatte Unkel Bräsia noch nicht gefunden... Nun geht der Streit um die Forderung des Landbundes, der.„Kanon" solle neu geregelt werden, näp.lich die Pacht- summen, die die Erdpächter usw. an die Grundbesitzer— hauptsächlich Staat, Städte und Kirche— zu zahlen haben, sollen herabgesetzt werden, soweit sie auf Goldmark laufen. Di« Volkspartei, die in einem Pastor den mecklenburgischen Religion, Politik und Kunst. Konzerlumschau von Kurt Singer. ..Wie haltet Ihr'» mit der Religion?" Diese Frage Tretchen, an Aaust soll in Dinggn der Kunst niemals aufgewa�fen werden. Jeder tu« und lasse, glaube und verdamme, was ihm lieb und unwert ist. Wenn die Religion aber als Propagandamittel benutzt wird, um die Stiegen des äußeren Ruhmes schneller zu erklimmen. so muß dagegen im Interesse der Sauberkeit des Handwerks pro- testiert werden. Es ist uns vollkommen gleichgültig, welchem Ve» kenntni,«in Musiker huldigt, wenn er nur imstande ist. ein Be- tenntni, zu Musik und musikalischen Größen abzulegen. Auch der Wechsel der Religion ist belanglos, vorausgesetzt, da� in ihm nicht allein«in Wechsel aus Karriere erblickt wird. Der Fall ereignet sich, daß ein sehr rühriger Dirigent in Berlin durch Vermittlung von katholischen Ministern ein« künstlerische Bewegung in eine religiöse umwandelt. Während hochbegabte junge Musiker in streng katholischen Städten des Rheinland» selbst als Probedirigenten ab- gelehnt werden, weil sie nicht Zentrumsleute sind, darf dieser eine. oersehen mit einem Empfehlungsbrief des Reichskanzlers a. D., als rassereiner Katholik Proben seiner Fertigkeit oblegen. Hier wird Dohltun zur Ungerechtigkeit, und mit Recht sind Künstler von gleicher oder von größerer Begabung entrüstet über«in solch religionspolitisches Manöver. Auch das Präsentieren der allmensch- lichen Figur und Persönlichkeit Bruckners als künslleriscben H-uvtreprasentanten der katholischen Kirche muß abgelehnt werden. E» soll im Augenblick nicht darüber diskutiert werden, wie der oben nicht genannte Kapellmeister sich technisch und gefühlsmäßig mit dem sinfonischen Großmeister obsindet. E» ist in letzter Zeit zu bemerken. daß seine äußerlich dargetane Begeisterung auch manches von innerer Empfindung lockert, und daß seine Musikgebärd« von der Eitelkeit fortstrebt zu einer wirklichen Führerleistung. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, daß außer der religians-palitischen Celle diese berlinische Bruckner-Sach« auch noch einen presieoolllischen Einschlag bekommt. Der Dirigent ordnet an. daß die Pressevertreter von den Dienern notiert, Ihre Ankunft und ihr Fortlaufen nach der Minute fixiert wird. Zu viel Ehre, zu viel Ehr«. Wir wünschen nicht mehr kontrolliert zu werden, wir wünschen al, Ersatz dafür nicht mehr die Berliner Bruckner-Lereinigung zu kontrollieren. In die Politik greift auch die Propaganda für R o s e b e r y d'A r g u t o«in. Diesem Manne kann man Idealismus, heißen Drang nach Betätigung, sowie einen außergewönlichen Kontakt mit den Mitgliedern seiner Gesangsgemeinschaf nicht absprechen. Es ist hocherfreulich, zu sehen, wie begeistert jung und oll mit ihm geht, wie ein« Idee jahraus jahrein durch das Wirken von hundert Menschen und Kindern geheiligt wird. Dies sei vorausgeschickt. Hört man ohne jede» Borurtell die Gesänge an(die meisten stammen von dem Dirigenten selbst), so findet man durchaus keinen Unter- schied gegenüber der Leistuno mittlerer Arbeller. und Arbeiterjugend- chor«. Es ist ein gleichmäßiges, starre», in keiner Weis« außer- gewöhnliches Musizieren. Was unter gesanassinfanischem Stil verstanden wird, weiß ich nicht. Di« absoluten Gesänoe haben den guten Sehrzweck de» richtige» vokalisierens und gewisser Brumm«stett«. die vierteltonqnartene klingen dann, wenn fi« sauber gesungen Kulivsminister gestellt hat, schläat deshalb houpnochüch auf die— Ki r ch e los. Ihr Wortführer, der von Knebusch zitierte Herr Walter, stellt öffentlich als Grundsatz für Staat, Stadt und Kirche auf:„Entbohre gern, was du nicht hast und richte dich ein!" �nd der Kirche liest er so die Leviten: .... die Kirche! Gerade s i« hat alle Ursache, sich auf die Lebens- und Wirkensgrundlätz« ihres Herrn und Meisters zu besinnen, nicht nur. sondern sich auch auf sie zu- rückzufinden, der vergleichsweise von sich sagt:„Die Bogel haben Nester, die Füchse Gruben, ober des Mensche» Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlegt..." Aber auch die Kirch« muß. und ich bin dessen sicher, sie wird es gern tun. die Grenzen staatlicher und wirtschaftlicher Finanz- kraft anerkennen, und das um so mehr, weil die eigentlichen Grundlagen ihrer Wirkungsfähigkell mehr gegeben sind im Beispiel der Entsagung und der Enthaltung von irdischen Güter» und well- lichen Dingen vad Habseligkeiten, wer Buße predigen«ill. soll es im Lüßergewande luv." In dieser Form unterhielten sich die Führer der„Re- gierungsparteien" vor dem Mittwoch, der die Ablehnung des Vertrauensantrags im Landtag und damit den Rücktritt der Regierung brachte. Jetzt sitzen sie wahrscheinlich bei- sammen, lassen gemeinsam die Ohren hängen und beraten, wie man der vermaledeiten Neuwahl entgehen könne. Denn schließlich ist auch in der Familie der Pomuchelsköppe nicht unbekannt, daß. um mit ihrem hervorragenden Landsmann Fritz Reuter zu sprechen:„Rindfleisch und Plummen ein schön Gericht" sei, aber das Bedauerliche daran ist, daß man „es nicht kriegt". So sehr sie auch den starken Mann gegen- einander spielten, als es noch Zeit war. so weh wird ihnen gemeinsam bei dem Gedanken, daß die schöne Regierungs- Herrlichkeit des Ordnungsblocks durch Neuwahlen beendet werden könnte. Die Sozialdemokratie hat bei den Amtsvertreterwahlen gezeigt, daß auf dem Felde des Ordnungsblocks ihr Weizen blühte. Sie wartet darauf, bei den Neuwahlen zum Land» tag ernten zu können! Preußen im Reichsrat. Neuer Beschluß«ach dem Einspruch des Staatsrats. Der Berfassungsausschuß des Landtags trat m feiner lekien Sitzung dem Geietzesantrog über die Bestellung von Mitgliedern des Reichsrat» durch die Provimialverwal- tungen bei. der im März dieses Jahre» von der Deutschen Dolks- partei, den Demokraten und Sozialdemokraten im Landtag einge- bracht worden war, da eine Zweidritlelmehrhelt gegenüber dem Ein- spruch des Staatsrates nicht zu erzielen war. Bekanntlich besagt der Antrag, daß in dm Ausschüssen des Reicherates ein vom Staatsministerium bestimmte» Mitglied die Stimme des Lande» Preußen» führt. Die Gegenständ« der Tagesordnung der Dollsitzung sind vorher in gemeinschaftlicher Beratung aller preußischen Mitglieder de» Reichsrats zu erörtern. In der Dollsitzung werden die Stimmen Preußens einheit- lich durch ein vomStaotsministerium destimmte« Mitglied abgegeben, es sei denn, daß sich mehr als zehn Stimmen in der Minderheit be« hrnden haben. Jedem gewählten Mitglied« steht das Recht zu, bei«in- belllicher Stimmabgabe fein« abweichende Stellungnahme dem Rcichsrat bekannt zu geben. Gegen dies« Vorschläge stimmten nur da» Zentrum und die Deutsch- nationalen. Der Einspruch de» Staatsrates soll erst, nachdem da» Plenum zu dem Beichluh des Derfassungsausschusses Stellung ge- nommen hat, zur Erledigung kommen. Das Rrbeitslosenversicherungsgefetz. Zu dem RegierungZentwurf de» Gesetzes über Arbeits- losenverficherung ist jetzt dem Reichswirtschaft»« r a r und dem ReichSrat die amtliche Begründung zugestellt worden. Diele» ausführliche Werk, in dem da« Problem der Ar- beitSlosenverficherung von seinen ersten Anfängen bi» zu der Dollendung de« Eniwurfe» in umfassenden Darstellungen gegeben wird, umfaßt außer den graphischen Beilagen zirka SSV Seiten. werden, unsauber, wenn ss« falsch gesungen werden, belanglos. Di« Sioumethode, die d'Arguto propagiert. Halle ich oerfönlich für ge- fährlich, dos Sitzen beim Singen nicht für hygienisch. Der Landtag, vor dem d'Arguto, wohl auf kommunistischen Antrag hin. seine Me> chode dialektisch und durch ein Konzert unterstrich, scheint anderer Meinung zu fein. E, wird gelagt, daß diese Gesangsaemeinichan staatlich subventioniert werden soll. Wir gönnen das diesen ernst strebenden und arbeitenden Menschen gern, können allerdings ver- stehen, wenn andere Arbeiterchöre ein gleiches Legehren haben. Auf ihrer Konzertreise nach Deutschland sang der Wiener Lehrer-z.czppeUs.Chor auch bei uns. Hans Wagner- Schönkirch führt diese jugendliche, singsrobe Schar mit Andacht und großer Befähigung zum Nuancieren. Di« flachen Tenorstimmen stören nicht lange, durch da» Ganze zieht es wie eine einzige groß« Begeisterung, die selbst sehr matten Kompositionen des Dirigenten zugute kommt. Musikalisch steht dieser Wiener Ehor aus bochster Höh«, und er bewälligt sogar eine technisch unerhört schwere voppel- charige Arbeit von Kämpf. Der Chor wurde sehr geehrt, und er verdient e», nicht nur aus politischen, sondern stärker aus Gründen der künstlerischen Leistung. Höchst«, vollendete Kunst im neunten Konzert von Furt- mangle r. woGregorPiatigorsty mit edlem, großem sinn. lichen Ton sein Eello meistert im tt-Moll-Konzert von Doorät, wo Furtwängler das 5. Concerto grosso von Händel trotz eines unbör- baren Piano im drillen Satz zu einer im Stil und im Bau muster- gülliaen Darbietung bringt. Tschaikowsky» IV. Sinfonie bildete den Abschluß, und im nächsten, letzten Konzert werden Beethoven und Brahms nebeneinander stchen. Hoffen wir, daß die große Kunst Furtwänglers, die beste und ehrlichste, die jetzt auf dem Podium zu finden ist, vom nächsten Jahre an stärker ihrer propagandistischen Fäbigkeit lich bewußt wird. Heraus mit neuen Werken Der Pianist HansBorkhatin guter Schul« aelernt. und er erweist das im Präludium von Mendelssohn stärker als in der E-Moll-Sonate von Beethoven. Gesund« Technik und lebhaste Phan- taste zeichnen sein Spiel aus, doch genügt das nicht für die Geistig. keit und Tiefe des Beeihovenschen opus III. Seiner Entwicklung in diese Region hin sehen wir mit Spannung entgegen. 21 Iii Ising läßt auch durch«in« Menge von Ilnsachlichkellen und Ber- wirrungen hindurch ein« pianistisch« Persönlichkeit erkennen. Roch bleibt alles ungleich, im Anschlag, in der TemveramentenUadung, im Bau. Ein seelisches Gleichmaß wird allmähliq da» technische Gleich- maß hervorzaubern, und die Verbesserung einer in sich vorzüglichen Technik dürste longsam die begabt« Spielerin dahin bringen, ein« Tokkata von Schumann in dem Tempo zu geben, die sie verlangt, und der Lisztschen S-Dur-Palonois« jenen virtuosen Schwung, dem sie selber in Augenblicken der Begeisterung huldigt. Magdalen« Wolter-Pieperhat eine vornehm distinguiert« Art de» Singen» bei einer weder üppigen noch eindringlichen Sllmm«. Leider Halle st« sich allerding» ein besondere» Millelmaß an Erstaufführungen (Bückmann und Wildberger) ausgesucht, bei deren Interpretation eine Stimmung nicht aufkommen kann. Rotneschuti-AvefteUnng. Ein« interessaut« AuSitelluug, die sich mit den Iraaen de» Naiurlchutze» beschäsiigte. bat in Münster m den Räumen de»»«stsilisch«n Provinzialmuseuw» für Zlaturkunde statt. gebunden E» wurden rcickballia» Sanvnllmae» ge»etat. die die Sedeutuno de» Ratursthutze» lebendig vor Äugen ftihrten. das polizeibeamteagefetz. Milderung der Ltrafbeftimmungeu. Dos neue Schutzpolizeibeomtengefetz wird vor dem 1. Oktober i>. I. nicht verollschisdet werden können. Der Beamten- ousschuß des Landtags nahm deshalb jetzt einen Aenderung»- antrag der sozialdemokratischen Fraktion zum Schutzpolizeibeamtengeietz an. Der Antrag bringt einige Mild«. r u n g e n in den Vorschriften über die Dienstentlassung. Dia fristlose Entlassung darf in Zukunft nicht mehr erfolgen, wenn z. 35. die Ehefrau des Schuttpolizeibeamten sich irgendwelche Dinge zu- schulden kommen läßt. Auch bei Eintritt von Unmündigkeit(Geisteskrankheit) muß die dreimonatige Kündigungsfrist eingehallen werden. Der Antrag auf Entlassung, der bisher von jedem Vorgesetzten ge- stellt werden konnte, kann künftig erst vom Major an auswärts ein- gebracht werden. Während bisher der Polizeibeamte geHallen war. jeden Befehl, auch solche bedenklicher Art. auszuführen, hat künftig der Schutzpolizeibeamte nur dem rechtmäßigen Dienst. bcfehl der zuständigen D i e nst v o r g e s« tz t« n unbedingt nachzukommen. Einfache Derweise sollen ausdrücklich als solche durch dieDienstvorgesetzien ausgesprochen und schriftlich übermittelt wer- den. Der strenge Verweis, der bisher vor versammeller Mannschaft erfolgt«, wird m Zukunft dem Schutzoolizeibeamten in Gegenwart eines Beamten erteill, der möglichst dem gleichen Dienstgrad und der Beamtenvertretung angehört._ Kommunist, Denunziant, Hitler, aaer. Tonderbare Wandlunger,. In Dippoldiswalde(Sachsen) wurden im Juli vorigen Jahres vier Arbeller in Haft genommen. Sie sollten sich gegen das Spreng st offgefeg vergangen hoben. Erst im März sind die Verhasteten aus der Hast entlassen worden und das Verfahren ist gegen sie eingestellt worden. Jetzt wird nun bekannt, daß die Verhaftung auf Grund einer Anzeig« des kommunistischen Organisa- t i o n» l« i t e r». de» Stadtverordneten Z s ch e r n i g. erfolgte, der bat. seinen Ramen als den des Anzeigenden zu verschweigen. Zscher- nig soll heute bei den Rationolsozialiften gelandet sein. Doperns Vereinfachungspläne. München. 21. April.(Eigener Drahtbencht.) In einer dreitägigen!K«ratung hat sich der bayerische Städtebund mit den Steuersenkungsplänen der bayerischen Regierung be- schäftigt. Sie war veranlaßt durch die der Landwirtschaft erlassenen 14 Millionen Mark Steuern, die jetzt den städtischen Semeinden durch Erhöhung der Schullasten aufgebürdet werden sollen. Diese» Finanzprogramm der bayerischen Regierung hat bei der gesamten städtischen Bevöllerung Bayerns ohne Unter- schied der Partei um so größere Erregung hervorgerufen, als der bayerische Finanzminister bei dieser Lastcnabwälzung außerdem noch ein Geschäst für den Staatssäckel in Höh« von 5 Millionen zu machen gedentt. Das Ergebnis der Beratungen des Städtebundcs komnü in einer von allen Parteien einstimmig angenommenen Kundgebung an die Regierung und den Landtag zum Ausdruck, in der die Stoatsvereinsachungsplän« zwar begrüßt, dagegen der P l a n der Lastenabwälzung auf die städtischen Gemeinden mit oller Schärf- zurückgewiesen wird. 3Segründ«t wird diese ablehnend« Haltung mit der statisllsch nachgewieienen absoluten Leislungsunfähigkeit der bayerischen Städte und Märlt« zur Usber- nahm« der ihnen o»gesonnenen neuen Schullosten. Nach Aulfassung de» Städtebunde, kann die schwierige Finanzlage des bayerischen schr wohl durch einschneidende Abstriche und Umstellungen im Staatshaushalt und durch außerordentliche Mittel behoben an dieser scharfen Ablehnung der Regierunzsplän« vor allem hervorragend« Mitglieder der Bayerischen Volks- par�ei, darunter samtliche prommenie Kc>mmunalpslitrker far Part-i beteiligt sind, wird die«undg�bunH von der �bayerischen Ne- gierung wolst eingehend gewürdigt werden müssen. Idenfalls ist die Stellung der Opposition gegen«in« gewisse Mißwirtschast innerhalb der bayerischen Staatsfinanzen durch den geschlossenen Widerstand des Siädtebundes wesentlich gestärkt worden. Schavfpielerjchost unS Theaterkonzern. Die Delegiertenversammlung der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, die sich am Mittwoch mit dem für die kam- mende Saison zu erwartenden Bühnenkonzern Reinhardt-Bar- nowsky-Rebert beschäftigte, faßte ihr« Stellungnahme in folgendem Beschluß zusammen: „Die in der Genossenschast vereinigten Schauspieler begrüßen jeden Dersuch,«in« Gesundung der Berliner Theaterverhältnissa herbeizuführen. In der von den Direktoren Reinhardt, Batnowsky und Robert geschaffenen Interessen- und Arbeitsgemeinschaft ver- mögen sie jedoch kein geeignetes Instrument für Durchführung solcher Absichten zu erblicken. Gegen einen Zusammenschluß mehrerer Berliner Theater zu diesem Zweck, die bisher bestehenden schweren Mißstände im Theaterbillettoertrieb und bei der Preisbildung der Eintnll»kari«n durch die Schaffung eines gemeinsamen Abonnenten- kreise? zu beseitigen, können natürlich kein« Bedenken gellend ge- macht werden. Auch die Möglichleit für wirtschaftliche Vorteile scheinen gegeben durch Zentralisierung der materiellen Beschaffung und Berbindung- Ein künstlerischer Dorteil soll angeblich darin bestehen, daß die von der Genossenschaft seit langem verlangte Ensemblebildung gefordert werden soll. E? ist jedoch �u befürchten. daß der v«rmehrte Austausch der künstlerischen Kräfte auf das Ensemble zerstörend wirken muß. Die Genossenschaft ist der Ansicht, daß dies« Gemeinschaft genau so wie jede ander« Art von Der- truslling«in« Zentralisierung der künstlerischen und geschäfllichen Maßnahmen mit sich bringen muß. Eine gesund« künstlerische Konkurrenz würde dadurch ausgeschaltet, und die davon betroffenen Theater würden ihr« individuell« Physiognomie verlieren. Außer- dem müssen in logischer Folg« durch jede Art von Betriebszusammen. legung große künstlerisch«, wirtschottlich« und soziale Schädigungen für die Bühnenangehörigen sich einstellen, deren Trogweit« zunächst nicht zu übersehen»st. Di« Genossenschaft wird mit aller Wachsam- kell die Eniwicküina der Arbeitsgemeinschaft beobachten, um im ge- eigneten Moment Theater und Theaterangehörig« vor Schaden zu bewahren."_ Die Tibetaner verbieten die Everest-Expeditloven. Roch einer in Kalkutta eingetrosfenen, durch General Bruce, den Führer der letzten Evcrest-Expedstion, verbreiteten Meldung scheinen sich neuen Ex. pedüivnen zur Eroberung des höchsten Berges der Erde unerwartet« Schwierigkeiten entgegenzustellen. Es heißt in der Meldung, daß die tibetanischen Behörden n»ue Expeditionen zum Eoerestgipfel nicht ge- stallen wollen, und daß vorläufig kein« Aussicht bestehe, dos iibeta- nisch« Beto rückgängig zu machen. Man erwartet, daß sich die eng- Usch« Regierung mit den Lamas i« Verbindung setzen und sie durch «inen sanften Druck im letzten Augenblick doch noch zur Zurücknahme ihre» Einspruchs bewegen werde. Die größte Weltausstellung der West soll am 22- Februar 1932. am Tage de» Mlssahrigen Geburtstages Georg Washingtons, in New Park«röfsnei werden. Di« Stadt wird für die Ausstellung ein eigenes, 30» Morgen großes Gelände im Südosten von Brooklyn zur versugunc, stelle«. Ein Stadion mit Raum für 200 MO Siß- pläße fall errichtet werden. Außerdem ist für das Einstelle» von IM 000 Auto» ein entsprechender Raum vorgesehen. England erhebt keine Einwendungen. Die deutsch- ruffischen Verhandlungen vor dem Unterhaus. Landon, 21. April.( BTB.) Auf die Anfrage eines Unterhaus mitgliedes, ob die Auffassung der englischen Regierung über den geplanten deutsch- russischen Bertrag den anderen Locarnomächten cuf dem üblichen diplomatischen Bege mitgeteilt morden fei und ob das Haus über diese Auffassung unterrichtet werden würde, erklärte Chamberlain, der erste Teil der Frage sei zu bejahen. Er fügte hinzu, dem Bernehmen nach sei ein Bertrag noch nicht abgeflossen und er kenne feine der Beftimmungen im Wortlaut. Die deutsche Regierung habe jedoch bie 3usicherung gegeben, daß der Bertrag nich is enthalten würde, mas mit dem Bölferbundspaft oder den Locarnoverträgen im Widersprud stände. Indem er diese Zusicherungen entgegennehme und annehme, Abstimmungen im Rechtsausschuß. Die Zusammensehung des Abfindungsgerichts. Im weiteren Verlauf der gestrigen Tagung des Rechtsaus schusses erklärte in ber fortgesetten Spezialbebatte Abg. Neubauer ( Romm.), daß seinen Freunden die Mitarbeit an der Berbefferung des Kompromisses überflüssig erscheine, weil eine wirkliche Ber befferung dieses Gefezes nicht möglich fei. Benn die Sozialdemotraten fein Bertrauen zu den von der Regierung zu ernennenden Richtern hätten, so sollten sie einfach die Regierung stürzen. Die einzige mirtliche Lösung der ganzen Frage sei die restlose Enteignung der Fürsten. Abg. Wunderlich( D. Bp.) hob hernor, baß gerade Berufs. feien doch in der Rechtsprechung geschult. Mit ben 2aien habe man doch beim Staatsgerichtshof eine guten Erfahrungen gemacht. Landes angewiesen zu sein. Würden diese Anträge nicht an genommen, jo tönnte es leicht kommen, daß das Gefeß überhaupt feine praktische Bedeutung erlange, weil höchstens in Breußen der Antrag eines Landes zu erwarten sei und vielleicht auch noch in Thüringen wegen des früheren Herzogs von Koburg- Gotha. Es wäre unerträglich, wenn nach all den pieien Beratungen das Gesez nicht in einer Form zustande fäme, die nicht einmal eine praktische Auswertung gewährleifste. Abg. Hahnemann( Dnat.) und Wunderlich( D. Bp.) traten diefen Ausführungen entgegen. Sie meinten, daß es pöllig aus gegeben merde. daß der endgültige Bertragstert ihnen voltommen entsprechen richter geeignet feien, in dem Sonbergericht mitzumirten, denn fie reiche, menn den beteiligten Ländern und Fürsten das Antragsrecht merde, sehe er feinen Grund, Einwendungen zu erheben. England hat freie Hand in der Ratsfrage. Condon, 21. April.( WTB.) Im Oberhaus erflärte Lord Robert Cecil über die den englischen Vertretern in der Studientom= mission des Böerbundes zu erteilenden Inftruftionen, die Bertreter Englands warden vollkommen frei von allen Berpflichtungen oder Erklärungen sein, die England vorher in der Frage der Aufnahme einer Macht in den Böllerbundsrat abgegeben habe. Indeffen wünsche die englische Regierung den möglichst balbigen Eintritt Deutschlands in den Bölferbund und in den Böllerbundsrat. Unterhausdebatte über die Beschungsfristen. Condon, 21. April.( Eigener Drahtbericht.) Chamberlain erklärte auf eine Unterhausanfrage, daß es falsch fei, die vor der Genfer Märztagung abgegebene Erflärung der Bot faftertonferenz fo aufzufaffen, als ob fie erflärt habe, Deutschland hätte seine Abrüftungsverpflichtungen erfüllt. Die Botschafterkonferenz habe nur festgestellt, daß Deutschland Garantien für die Durchführung der Entwaffnungspflichten zu bieten scheine... Auf weitere Fragen erwiderte Chamberlain, fie schienen ihm in einem sehr ungünstigen Zeitpunkt gestellt und nicht geeignet, den von den Fragestellern erstrebten 3med zu fördern. Botschafterbesprechungen in Paris. Paris, 21. April.( T11.) Briand hat Mittwoch nachmittag den russischen Botschafter Ratomffi empfangen, um mit ihm über den deutsch russischen Bertrag zu fanferieren. 3m späteren Berlaufe des Rachmittags sprach der rumänische Bot fchafter am Quai d'Orsay vor. Diese Aussprache bezog sich, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, gleichfalls auf den beutsch- ruffifchen Bertrag. Benesch über die richtigen Schlußfolgerungen seiner falschen Voraussetzungen. Prag, 21. April,( WTB.) Zu den Rommentaren der Berliner Abendblätter über den Fragebogen des tschechischen Ministers des Aeußeren Dr. Benesch in der Angelegenheit der deutsch russischen Bertragsverhandlungen schreibt die Brager Breffe" von heute, Donnerstag morgen: Zu den Meldungen der Berliner Blätter halten wir es für geboten, festzustellen, daß diese einerseits auf ißverständ nissen, andererseits auf einer völlig unrichtigen Aus. legung des Schrittes des thechischen Ministeriums des Aeußern beruhen. Es ist selbstverständlich, daß das tschechische Ministerium des Zeußern nur zu solchen Informationen Stellung nehmen fann, die es tatsächlich erhalten hat. Wenn diese Informationen der Birtlichkeit nicht entsprechen follten, ist es überflüffig, sich über die daraus gezogenen Schluß folgerungen zu beunruhigen, die die Tschechoslowakei in Form eines Rechtsgutachtens ausgesprochen hat. Denn mit der Grund lage entfallen auch die daraus gezogenen Urteile von selbst. Die Angelegenheit wird übrigens erst dann vollständig beurteilt werden können, wenn der Iegt des Bertrages selbst bekanntgeworden ist. Die Tschechoslowakei hat ihren Standpunkt als Antwort auf eine Anfrage befanntgegeben, wobei ausdrücklich betont wurde, daß eine neue Rrise im Böllerbunde hervorgerufen merden würde, fatis die Informationen auf Bahrheit beruhen follten. Die Tschechoslowatei hat baher in dem Bestreben gehandelt, einer Rrife porzubeugen und damit auch im Intereffe Deutschlands und der übrigen Staaten. Die Tschechoslowakei, die vor allem als Ratsmitglied des Bölferbundes handelte, per gaß auch nicht zu betonen, daß ein endgültiger Standpunkt erst nach der Bekanntgabe des Tegtes des deutsch- ruffifchen Bertrages eingenommen werden fönne." Um die Marokkoverhandlungen. Weitergang der Vorbesprechungen. Baris, 21. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Biederaufnahme ber Berverhandlungen zur Friedenskonferenz zwischen Frankreich Spanien und dem Rif ist nach den letzten Melbungen aus Udschda von den drei Delegationen für Mittwoch nachmittag 5 Uhr in einem auf halbem Wege zwischen Taurirt und Ubichda gelegenen Drte el Alim beschloffen worden. Dieser Beschluß ift cuf das Eintreffen der Antwort Abdel Krims bei den in Ubschda verbliebenen Rifdelegierten hin erfolgt. Der Sonderforrespondent des Temps" in Ubichda glaubt mitteilen zu fönnen, daß die Rifdelegation nunmehr bereit sei, die anfangs von ihr schroff abgelehnte sofortige Belegung einiger ſtrategisch michtiger Bunfte als territoriale fänder durch die fran zösischen und spanischen Streitkräfte zu erörtern. In der Frage der von Frankreich und Spanien geforderten sefortigen Ausliefe. rung der Gefangenen werde die Rifbelegation auf ihrer Ablehnung bestehen, jedoch eine Erleichterung in der Gefangenen Derpflegung während der Dauer der Verhandlungen durch zu laffung des Roten Streuzes vorschlagen. In den Kreisen der Delegationen soll man sich im allgemeinen ziemlich optimistis über den Ausgang der Berhandlungen zeigen und hofft angeblich, von den Bevollmächtigten Abd el Krims ausreichende Sicherheiten zu erlangen, um die offiziellen Friedens. verhandlungen in Ubschda beginnen zu fönnen. Deutschenverhaftung in Paris. Er unterstütze den deutschnationalen Antrag, nach welchem nur höchste Richter mitwirken follen. Benn der Sächsische Richterverein erklärt habe, daß seine Mitglieder nicht zugleich dem Republitanischen Richtergängen des Jahres 1923 zu erffären, als in den Gigungen des und angehören dürften, so sei dieser Beschluß aus den NorRichtervereins fachliche und fachliche Beratungen unmöglich geworden gängen des Jahres 1923 zu erflären, als in den Sigungen des feien, weil die republikanischen Richter alle Aeußerungen sofort dem fozialistischen Juftigminifter hinterbrachten. Bon einer Aechtung der republikanischen Richter tönne ernstlich nicht gesprochen werden. Abg. von Richthofen( Dem.) lehnt die deutschnationalen Anträge ab. Die Richter im Sondergericht hätten nicht lediglich richterliche Aufgaben zu erfüllen, sondern hauptsächlich politische. Deshalb fei nicht einzusehen, warum nur Mitglieder höchster Gerichte für das Sondergericht geeignet sein sollten. Abg. Bell( 3.) wendet sich gegen die sozialdemokratischen Anträge, die mit dem parlamentarischen System und der Verfassung nicht im Einflang ständen. Da die Regierung auf dem Bertrauen des Reichstages beruhe, sei nicht einzusehen, marum sie nicht auch die Richter ernennen solle. Die Wahl der Richter durch den Reichs= tag würde nur Mißtrauen gegen die Richter erregen. Abg. Dr. Rosenfeld erklärt, daß die sozialdemokratische Fraftion nach wie vor an der Berbesserung des vorliegenden Rompromisses mitarbeiten werde, wenn auch nach dem bisherigen Verlauf der Beratungen zu befürchten fei, daß die fozialdemokratischen Anträge nur zum geringen Teil Annahme finden würden. Zum ganzen Gesetz fönne und werde die sozialdemokratische Fraktion erft Stellung nehmen, wenn die Formulierung des Gefezes fe ft steht. Abstimmung über§ 1. Bei der alsdann folgenden Abstimmung über§ 1 wurde der lofe Enteignung der Fürsten von allen Barteien mit fozialdemokratische Antrag auf entschädigungs 17 gegen die 10 sozialdemokratischen und fommunistischen Stimmen abgelehnt. Ebenso wurden die deutschnationalen An träge auf Einfegung des Reichsgerichtshofes und auch die Anträge, nur Mitglieder höchfter Gerichte in das Fürstengericht zu berufen, abgelehnt, und zwar von allen Barteien, nur die Boltsparteiler stimmten teilweise für die deutschnationalen Anträge. Die Kommu nisten stimmten jest gegen die deutschnationalen Anträge, nachdem fie in erster Lesung sich bei denselben Abstimmungen der Stimme enthalten hatten. Immerhin ein fleiner Fortschritt: Der Rompromißporilag des§ 1 murde, nachdem Dr. Rosenfeld erflärt hatte, daß die sozialdemokratischen Vertreter sich der Stimme enthalten mürben, mit den 10 Stimmen des Zentrums und der Deutschen Bolfspartei gegen 4 Stimmen der Bölfifchen und Kommunisten angenommen. Die Deutschnationalen enthielten fich ebenfalls der Abstimmung. Nach§ 1 foll also für die vermögensrechtlichen Auseinanderfehungen der Fürsten mit ihren Ländern ein Reichsfondergericht zufländig fein, deffen Borsitzender der Reichsgerichtspräsident fein und deffen übrige acht Mitglieder vom Reichspräsidenten auf Borschlag der Reichsregierung ernannt werden. Bier von diefen Mitgliedern müssen Richter fein. Der Ausschuß trat dann in die Beratung des§ 2 ein. Genosie Dr. Rosenfeld begründete die sozialdemokratischen Anträge zu§ 2 des Rompromißvorschlages, die den 3wed perfolgen, daß das Gericht von Amts wegen alle permögens= rechtlichen Beziehungen der Fürsten zu ihren Ländern nachprüfen soll, ohne auf Anträge eines Fürsten oder eines Die Reichsdienststrafordnung. Statt eines einheitlichen Beamtenrechts. Im 14. Ausschuß des Reichstages begann am Dienstag die Generalaussprache über den Entwurf einer Reichsbient traford nung. Für die Sozialdemokratie verlangte Genoffe Steiufopf ein einheitliches Beamtenrecht für alle Beamten bes Reiches, der Reichsbahn, Reichsbant, Ländern und Gemeinden. Er bedauerte, daß nur ein Teil des neuen Beamienrechtes bisher vorgelegt worden sei, bas noch dazu in feinem Geist den reaktionären Traditionen von früher entspreche. Die Vorlage bringe neben einigen fleinen Berbesserungen gegenüber dem bestehenden Rechtsuftand erhebliche Verschlechterungen. So zum Beispiel eine eberipannung des Autoritätsprinzips, Stärfahren, die Möglichkeit von Dienststrafverfahren gegen Benfionäre, tung der Borgeseztengewalt, Verschlechterungen im Berufungsver auch sei die umumschränkte Kontrolle bes Brivatlebens ber Beamten und die Form des Berfahrens beibehalten morden, bag in vielen Fällen ntläger und Richter biefelbe Berfon feien. Soweit gegen Benfionäre einzuschreiten fei, müsse dies bem Strafverfahren überfaffen bleiben. Es fehlten aber die Dienstbestrafung der Beamten bei Berlegungen der Ber [ assung, die Feitstellung des Pflichtenfreises und die Klärung der Stellung der Sozialfürsorge für die Beamten. gehe nicht an, die Regelung des Dienststrafrechtes nach ben tech nischen Bedürfnissen des Reichsgerichtes einzurichten, auch müffe eine Berschlechterung in der Belegung der Dienststrafgerichte abgelehnt werden. Diese Berschlechterung der Belegung gehe darauf hinaus, die Beamten ber mittleren und unteren Lauf. bahn als Richter aus den Dienftitrafgerichten hinauszu brängen Bei aller Anerkennung verschiedener Berbesserungen, wie Barjährung, Wiederaufnahme eines Verfahrens, Erweiterung der Berteidigungsmöglichkeit müffe doch festgestellt werden, daß die Verschlechterungen erheblich überwiegen. Die Sozialdemokratie werde daher Anträge auf Berbesserung des Ent wurfes stellen und mache ihre endgültige Stellungnahme von dem Es die früher eine monarchistische Spige gehabt hätten und jest Frei Genosse Landsberg wies darauf hin, daß in allen Ländern, staaten feien, eine Auseinandersetzung notwendig set. Gerade weil in manchen Ländern eine Gesamtauseinanderlegung nicht stattgefunden habe, müsse sie jetzt von Amts wegen erfolgen. Würde man die Auseinandersehung von einem Anitage abhängig machen, so würde es in der Hand einer Landesregierung liegen, das Land um alle Ansprüche zu bringen, indem einDas könnte dann eintreten, daß ein Fürst an sich die Absicht habe, fach tein Antrag an das Gericht gestellt würde einen Geldanlpruch gegen ein Land geltend zu machen, baß er aber befürchten müsse, etwa einen größeren Landbesis, den er habe, zu verlieren, wenn er das Gericht anrufe. Er würde infolgedessen darauf verzichten und das Land geschädigt sein. So würde, wenn eine Regierung fahrlässig die Berufung des Gerichts unterlasse, bas Band bestraft werden. Das aber dürfe nicht eintreten. Abg. Wunderlich( D. Bp.) und von Richthofen( Dem.) münschten es bei dem Antragsrecht zu belaffen. Abg. Neubauer( Komm.) mies barauf hin, daß zum Beispiel die thüringische Regierung, die nach dem Ergebnis des Boltsbegehrens zweifellos nicht mehr das Bertrauen der Mehrheit des Landes habe, zum Beispiel in dem Fall der beiden Schwarzburger Länder dem Fürften alles belajien fönne. Reichsjustizminifter Marg machte darauf aufmerksam, daß man nicht nur an Thüringen denken dürfe. Wenn man festlege, daß das Gericht von Amts wegen eingreifen fönne, würde das auch in anderen Ländern Wirkungen ausüben, die unerwünscht jeien. Abg. Everling( Dnat.) erflärte, daß gerade der Schwarzburger Fall beweise, daß Auseinandersetzungen nach der Revolution zustande gekommen feien, die höchst anfechtbar seien. Dem Schwarzburger Fürsten jei sein ganzer Grundbejiz im Wege des 3wanges weg genommen worden. Das bestätige das Urteil des Landgerichts Erfurt. Dem Fürsten von Schwarzburg seien über Berhandlungen im Landtag Mitteilungen gemacht worden, aus denen die Androhung hervorging, baß bei Ablehnung der Auseinandersetzung Leute aus Sitzendorf das Schloß stürmen würden. So etwas liegt allerdings ( zu den Kommunisten gewandt) in der Ideenlinie mancher Leute. Abg. Neubauer( Komm.) meist diese Angriffe zurüd. Abg. Everling: Ich habe sie ja gar nicht genannt. Neubauer: Aber Sie haben uns gemeint. Dabei sind die Leute, die das Bolt ausgeplündert haben, die Deutschnationalen. Eine Debatte über die Boltsausplünderung würde sich gerade gegen die Deutschnationalen richten. Genoffe Dr. Rofeufeld weist darauf hin, daß gerade in dem Schwarzburger Fall von einem Drud auf den Fürsten feine Rede fein fönne. 3n Schwarzburg- Sondershaufen fei die Revolution fo gemüflich gewesen, daß die Republik dort nicht durch einen Arbeiter. und Soldatenrat befchloffen worden sei, sondern durch den allen Landtag des Dreillafienwahlrechts. Der Fürft habe jogar das Gefeh, durch welches das Staatsgrundgesetz aus der Fellftellung der monarchistischen Staatsform in eine Festlegung der republikanischen Staatsform erfolgt sei, selbst in der Geschfammlung verkündet( Heiterfeit.) Ebenfo friedlich sei der Abfindungsvertrag mit dem Fürsten abgefchloffen worden. Der Fürst habe bei den ganzen Berhandlungen einen Sozialdemokraten nicht einmal zu sehen bekommen, gefchweige denn, daß er von irgend jemandem bedroht worden sei. Dr. Everling ermibert, daß die Drohungen dem Schwarzburger Fürsten durch einen Beamten des alten Regimes übermittelt worden feien. Die Drohungen feien im Landtag ausgesprochen worden. Und das habe auf den schwertranten Fürsten gewirkt.( Abgeordneter Landsberg: Dann fann er ja wohl unmöglich die Republi? Schwarzburg- Sondershausen anfechten!) Die weitere Beratung wird alsdann auf morgen vertagt. mitwirken. Cine Zurüdstehung der Borfage würde ihre Berabschiedung bedeutend verzögern. Abg. Dr. Schnee( DBp.) erinnert daran, daß im Jahre 1910 das Kolonialbeamtengefeg im Reichstag beinahe daran gescheitert märe, weil der Reichstag Me Möglichkeit einer Wiederaufnahme eines Verfahrens verlangie. Jezt erft bringe die Borlage die Cr füllung einer damaligen Busage. Man solle deshalb die Vorlage verabschieden und nicht erst auf die Vorlage des allgemeinen Beamtengesetzes warten. Abg. Allefotte( 3.) ist der Ansicht, daß durch die Borlage die Disziplin, die in den lezten Jahren sehr gelitten habe, wieber hergestellt werden müffe. Deshalb muß auch die Strafperlegung beibehalten werden. Die Hoffnung der Organisationen, daß durch eine Zurüdhaltung der Borlage größere Vorteile herauszuholen wären, fei unbegründet. diesen Entwurf vorgelegt zu haben. Er wünscht Auskunft darüber, Abg. Harmonn( Dnat. Bp.) rechnet Schiele als„ Berdienst" an, wer bei den einzelnen Reichsbehörden Dienſtvorgejezter mit Straf. gewalt jei. Gegenüber geäußerten Wünschen auf die Einführung von Etrafausfegung und Bemährungsfrist bezeichnet er diese Maßnahnen als zweischneibig. Ministerialdirektor Dr. Brecht erklärt zum Schluß, daß die Borlage zunächst nur für Reichsbeamte gelte. Nach ihrer Fertigstellung werde das Rabinett auf Grund der tatsächlichen Be schlüsse ein Reichsrahmengejet vorlegen, das die grundsäglichen Beftimmungen für die Reichsbeamien auf die Beamten der Länder und Gemeinden übertragen foll. Am Mittwoch beendete der Ausschuß die Generalbebatte und trat in die Spezialbebatte ein. Finanzkrise und Politik in Belgien. 137 ftatt 20 Franken für ein Pfund. Brüssel, 21. April.( Cigener Drahtbericht.) Det belgische Franken sinkt seit einigen Tagen wieder start. Er erreichte am Mittwoch seinen bisherigen Tiefstand mit 137 Franten für Karlsruhe, 21. April.( Eigener Drahtbericht.) Wie ber Babi. Bang ber Debatte und der Annahme oder Ablehnung diefer Anträge bas englische Pfund. Die Hauptursache ist, daß die An. fchen Bresse von ihrem Bariser Bertreter gemeldet wird, wurde der berhaftete badische Bandrat Schaible Mittwoch nachmittag auf freien Fuß gefeßt, nachdem die Deutsche Botschaft non feiner Berhaftung Kenntnis erhalten und sich seiner Sache angenommen hatte. Die Deutsche Botschaft tonnte sehr leicht eine Auftlärung bahin herbeiführen, daß die Festnahme auf einem Mißverständnis beruht. Schaible ist nach seiner Freilassung fofort nach Karlsruhe zurüd gefehri. Ueber die Ursachen der Berhaftung ist bis jest teinerlei Aufflärung erfolgt.( Die Annahme, daß Schaible auf der Lifte der soge nannten Kriegsverbrecher stand, trifft nicht au. D. Red.) abhängig. Abg. Schuldt( Dem.) bebauert, daß in dem Entwurf die Grund lage des Beamtenverhältnisses nicht geflärt worben ist. An Stelle bes dienstlichen Ermessens über Einleitung eines Dienftstrafver fahrens müsse auch schon in der ersten Instanz völlige Unabhängig. feit treten. Ein Dienststrafverfahren gegen Benfionäre fei unzu fäffig. Ministerialbirettor Dr. Bredt vom Reichsministerium des Innern erflärt, daß auch das gegenwärtige Kabinett hinter dem Don Schiele eingereichten Entwurf ftehe. Damit fei aber nicht gemeint, daß hartnädig an feber Bestimmung festgehalten merben foll. Die Regierung merbe felbft aut Berbefferungen geru leiheperhandlungen mit den englisch- amerikanischen Ban fiers nicht von der Stelle fommen oder richtiger, bis zur Ratifizie rung der belgischen Schuldenregelung im Washingtoner Staat überhaupt unterbrochen sind. Für die Regierung wird die Lage dadurch außerordentlich erschwert, daß die ausländischen Anleihegeber außerbem noch fordern, zunächst die fchmebenbe Schulb Belgiens mit Hilfe der belgischen Banfen zu fonfolidieren. Dadurch gewinnt der Einfluß der belgischen Finanz auf den belgischen Staat beinahe ben Charafter einer Dittatur und trägt start zur er schärfung der schon gespannten politischen Lage bei. Gewerkschaftsbewegung Bestechungswesen bei der Reichsbahn. Seine vergebliche Bekämpfung durch Verpflichtungsschein. Man schreibt uns: Der Riesenbetrugsstandal im Direktionsbegirt Frankfurt a. d. Oder, an dem rund 60 Beamte im Berdacht der passiven Bestechung, der Untreue und Beihilfe zum Betrug und zur Unterschlagung stehen, zeigt seine Wirkungen auf die Reichsbahnverwaltungen. Generaldirektor Defer, der bereits im August 1924 durch ein Schreiben des Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe darauf hingewiesen worden war, daß zum Nachteil des Staates Riesengewinne durch Zahlung von Ueberpreisen von Lieferanten eingesteckt wurden, sucht dem Standal in Zukunft dadurch den Garaus zu machen, indem er unter dem 9. April 1926 eine Berfügung an die Gruppenverwaltung Bayern in München, sämtliche Reichsbahndirektionen und das Eisenbahn. Zentralamt in Berlin II herausgab. Sie besagt, daß zur Befämpfung des Bestechungswesens die Einführ ung eines Berpflichtungsfcheines bei Bergebung von Leistungen und Lieferungen vereinbart wird, worin die betreffende Firma fich verpflichten muß, Beamten, Angestellten, Arbeitern und fonftigen Dritten teine Geschenke oder andere Vorteile irgend welcher Art im Sinne der§§ 331 bis 333 des Strafgesetzbuches oder des§ 12 gegen den unlauteren Wettbewerb zu gewähren, zu ver[ prechen oder anzubieten. Für einzelne Firmen, die laufend mit Aufträgen bedacht, oder sofern es sich um befannte, zuverlässige Firmen handelt, bei denen ,, nach der Ueber. zeugung der vergebenden Stellen" Handlungen der gedachten Art ausgefchloffen erscheinen, wird für alle Aufträge eine einmal im Jahre abgegebene Berpflichtungserklärung genügen. Soweit ganz gut und schön. Glaubt aber Herr Deser, daß die Unternehmer durch die unter Siffer 5 des Verpflichtungsscheines festgelegte Bertragsstrafe, nämlich den zwanzigfachen Betrag der gewährten, versprochenen oder angebotenen Zuwendung, mindestens aber 1000 mart an den Auftraggeber zu zahlen, sich abschrecken lassen, trotzdem Teberpreise zu erreichen? Warum wird nicht unzweideutig sum Ausdruck gebracht, daß langfristige Berträge, z. B. auf fünf bis zehn Jahre, überhaupt nicht abgeschlossen werden bürfen? Warum wird in dieser Verfügung nicht ausgesprochen, daß beauftragten Firmen, die nachweisbar für die Eisenbahn- Ausbefferungsmerte preisperteuernb wirften und noch wirken, fofort die Aufträge entzogen werden müssen. Allein in Berlin find es Dugende von Firmen, die an Gleisneu- und umbauten der Bahnunterhaltung nicht nur preisverteuernd wirften, sondern auch qualitativ nicht im geringsten an die von den ständigen Arbeitern vollführten Arbeiten heranreichen. Ein Beispiel möge genügen: Die Firma Linte Hoff. mann in Breslau ist vom Wert Tempelhof mit Schmiedeaufträgen vollauf bedacht. An Preisen für Bremsgehänge für hintere Kuppelachsen verrechnet diese Firma pro Stüd 48.43 1., 44.46 m. und 44,96 Mt. Im Wert Tempelhof fosten dieselben Schmiedearbeiten 36,10 m., 35,01 und 28,48 Mt. Ajo eine Breisüberschneidung von 13,42 m., 12,36 mt. und 16,48 mt. pro Stud. Aehnlich liegt die Preisverteuerung bei Trägern für äußere Bremsgehänge, Polstersizführung, Ausgleichshebeln, Drudringen für 3ylinder usw. Warum entzieht man solchen Firmen nicht sofort die Aufträge? Hat die Hauptverwaltung die Bertabteilungen tatsächlich beauftragt, nach wie vor berartige Arbeiten an Privat unternehmer abzustoßen, felbft auf die Gefahr der Breisverteuerung hin? Wie rechtfertigt sich dann der fortwäh rende Personalabbau anläßlich der beabsichtigten Stil. legung einer Anzahl rentabel arbeitenden Ab. teilungen im Bert Tempelhof und Grunewald? Bird der sich zum Skandal auswachsende Personalabbau oder die Berschiebung nur deswegen durchgeführt um mit Herrn Dorpmüller zu reden weil die Privatunternehmer absolut nicht auf die gewohnten Aufträge verzichten wollen? Dann bricht auch die Begründung des Herrn Dorpmüller zusammen, wenn er iaat, daß alle Borschläge für die Droffe lung des Abbaues feiner Prüfung standhalten und nur fleinlichen oder gehäffigen Motiven" entspringen. Wir sagen, diese fleinlichen und gehässigen Tendenzen" liegen vorwiegend in den freundschaftlichen Verhältnissen einer Anzahl mittlerer und höherer Beamten mit den Privat unternehmern, die feit langen Jahren vom Einheitsverband bekämpft werden. Die Mitropa- Gesellschaft und ähnliche Unternehmungen liefern den besten Beweis für die enge Verbindung mit einer Anzahl Reichsbahnbeamten. Will die Verwaltung ihre Betriebe rationell gestalten, dann follte sie die Privatunternehmer endlich einmal von den Bahnunterhaltungsarbeiten ausschalten, damit die ſeit langen Jahren auf den Güterböden tätigen und nunmehr nach der Bahnunterhaltung abgeschobenen Arbeiter vor dem sogenannten Arbeitsunwillen" verschont bleiben und ihr bisher ständiges Arbeitsverhältnis nicht in ein vorübergehendes" verwandelt wird. Den Eisenbahnern aber sei zum Schluß gesagt, Erfolge oder Milberungen find mur möglich, wenn sie die zuständigen Verbandsförperschaften über alle Vorgänge laufend unterrichten und sich end. lich der führenden Organisation, dem Einheitsverband der Cisenbahner Deutschlands, anschließen. Freigewerkschaftliche Angestellte Berlins! In Ergänzung des Maiaufrufs, den wir gemeinsam mit dem Ortsausschuß Berlin des ADGB. am 11. April d. I. veröffentlicht haben, machen wir in Beantwortung einiger Anfragen nochmals barauf aufmerksam, daß in den fagungsgemäß vorgesehenen Körperschaften unseres Ortsfartells unter Zustimmung der Vertreter der Berliner Af- Gewerkschaften einmütig die würdigste Form der Maifundgebung, beschlossen worden ist. die Arbeitsruhe, Alle Berliner AfA- Funktionäre haben sich in Verbindung mit thren Gewerkschaften mit allen Kräften für die Durchführung dieses Beschlusses einzusehen, damit die Maidemonstration der Berliner Arbeiter und Angestellten einbrudsvoll gestaltet werden kann. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin. Flatau. Reichelt. An die Schildermaler! Kollegen! Nachdem die Konjunktur in der Branche beffer geworden ist, hat sich der Arbeitsmarttfehr günstig für uns gestaltet. Im Arbeitsnachweis ist zeitweise fein arbeitslofer Schilder. maler mehr eingetragen. Nüßt deshalb Zeit und Gelegenheit, um eure Lohn und Arbeitsverhältnisse zu verbessern. Kein Schilder maler darf mehr unter dem Mindeststundenlohn von 1,30 m. arbeiten, und die Kollegen, die einen höheren Lohn hatten( und das war die übergroße Mehrheit), denen er aber in der letzten Zeit gea fürzt worden war, müssen die Scharte wieder auswegen und zumindest den alten Lohn wieder aufholen. Kollegen, wenn ihr einig seid im gleichen Ziele und einig im Handeln, dann wird es dem Verein Berliner Schilderfabrikanten nicht gelingen, euren Lohn und eure Lebenshaltung herabzudrücken und euch auf Hungerrationen zu setzen. Wehrt euch auch gegen jede Berlängerung der Arbeitszeit, haltet feſt an unseren tariflichen Bestimmungen und laßt euch davon nicht das geringfte nehmen. Das bisher Erreichte und die weitere Berbesserung eurer Lage ist jedoch nur durch einmütiges Handeln möglich und der Erfolg nur gewährleistet, wenn ihr alle einer Organisation angehört und organisiert seid Verband der Porzellanarbeiter Deutschlands, Abteilung Schildermaler. Mitglieder des DMV.! 3hr müßt die Branchenversammlungen befuchen! Die Kommunisten machen die größten Anstrengungen, um sich der Branchenleitung der Berliner Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbandes zu bemächtigen. Zu diesem Zwecke operieren fie mit den handgreiflichsten Lügen. So behauptet unter anderem die Rote Fahne", daß die Ortsverwaltung nicht entsprechend dem auf der letzten Generalversammlung gefaßten Be schluß, in gewissen Abständen Erwerbslosenversammlungen abzuhalten, nachgekommen sei. Tatsächlich sind bisher nahezu 50 Erwerbslosenversammlungen abgehalten worden und weitere find bereits festgesetzt. Das ist nur ein Beispiel unter vielen für die bewußten Lügen, mit denen die Kommunisten arbeiten. Es braucht nicht betont zu werden, welche Gefahr für die Mitglieder des DMV. heraufbeschworen wird, wenn es den Kommunisten gelingen sollte, fich der verschiedenen Branchenkommissionen zu bemächtigen. Sie würden zum Tummelplag mostomitischer Demonftrationsspielerei werden, während die Interessen der Mitglieder völlig vernachlässigt würden. Das Mitbestim mungsrecht der Mitglieder würde vollkommen ausgeschaltet werden. Schon deshalb ist es die Pflicht aller Mitglieder der Amsterdamer Richtung, überhaupt aller, die sich gegen die moskowitische Bevormundung wehren wollen, die heutigen Branchenversammlungen zu besuchen. Es finden heute folgende Bersammlungen statt: Bauanfchläger: Verbandshaus, Sigungsfaal, abends 7 Uhr. Bauschloffer: Sophienfäle, Sophienstraße 17/18, nachm. 5½ Uhr. Chirurgische Branche: Gardetafino, Sophienstr. 34, nachm. 5 Uhr. Drahtarbeiter: Wollschläger, Adalbertstr. 21, abends 7 Uhr. Elektromonteure: Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12, abends 7 Uhr. Eifenformer: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder Straße 11/12, abends 7 Uhr. Eisenkonstruktionsschloffer: Straße 11/12, abends 7 Uhr. Graveure und Ziseleure: Ewalds Bereinshaus, Stafiger Straße 126, nachmittags 5 Uhr. Gürtler: Arminiusfäle, Kommandantenftr. 58/59, nadim. 5% Uhr. Hilfsarbeiter: Verbandshaus, Jugendfaal, 1. Portal, 2 Treppen, abends 7 Uhr. Rosenthaler Hof, Rosenthaler Hobler, Bohrer, Stoßer: Berbandshaus, Parterre, abends 7 Uhr. Klempner: Rofenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, abends 7 Uhr. Metalldreher: Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 3, nachmittags 5 Uhr. Mechaniker: Schinkels Festfäle, Brüdenstraße 3, abends 8 Uhr. Schwarzblechfchloffer: Fichteflause, Schönhauser Allee 134b, abends 7 Uhr. Schnittarbeiter: Berbandshaus, 1. Borial, 4 Treppen, 3immer 28, nachmittags 5% Uhr. Schraubendreher: Dörings Festfäle, Naunynstr. 27, nach. 5% Uhr. Stromerzeugende Industrie: Ernst Nöring, Neue Friedrichstr. 1, abends 7 Uhr. Werkzeugmacher: Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, abends 7 Uhr. Widler: Swinemünder Gesellschaftshaus, fleiner Saal ,, Swinemünder Straße 42, abends 7 Uhr. Gefeß ausgeschlossen und jeder Fall von Erwerbslosigkeit im Sinne der Erwerbslosenfürsorge zu behandeln ist, wird den Tabakarbeitern die Unterstügung verweigert, wenn schon zwei Unterftüßungsempfänger in der Familie vorhanden sind. Frauen werden immer noch zurüdgewiesen, wenn sie im Monat feinen Verdienst von 45 M. gehabt haben. Erwerbslose und Kurzarbeiter, deren Anträge auf Unterstützung wegen Nichtbedürftigkeit nicht aufgenommen wurden, denen aber die Unterstützung ab 15. Januar 1926 zusteht, werden auch jetzt noch abgewiesen. Die Gemeinden mit Tabafindustrie sind durchweg arme Gemeinden. Dieselben sind nicht in der Lage, die Unterstützungssummen aufzubringen. Die Erwerbslosigkeit ist eine Folge der steuer- und zollpolitischen Eingriffe des Staates in das Tabatgewerbe. Pflicht des Staates wäre es deshalb, diesen Gemeinden die besonderen Ausgaben für die Unterstügung der Tabafarbeiter zu ersehen. Biele Tabalarbeiter haben bis heute noch nicht ihre Unterstügung erlangen fönnen, weil fein Geld vorhanden war. Ein folcher Zustand ist in einem geordneten Staatswesen und angesichts der Not der Tabatarbeiter unhaltbar. Auf Grund des Art. III des Tabaksteuergesetzes sollen hart mitgenommene Gemeinden Zuschüsse aus Reichsmitteln erhalten. Bis jetzt ist aber jeder Zuschuß abgelehnt. Trotz der großen Not in den Familien wird den erwerbslosen Tabatarbeitern unter 18 Jahren feine Unterstützung gezahlt. Ein ganzer Berufsstand, dessen Berufskrankheit die Tuberkulose ist, wird hier systematisch durch Beugung von Gesetz und Recht zugrunde gerichtet. Die Tabafarbeiter rufen in ihrer Not die Regierung und den Reichstag um Hilfe an und fordern: 1. daß jedem arbeitslosen Tabafarbeiter entsprechend des Art. III des Tabaffteuergesetzes die Unterstüßung gezahlt wird; 2. die Erwerbslosenunterstützung ist auch den Tabafarbeitern unter 18 Jahren zu zahlen; 3 daß die rücständige Unterstüßung endlich zur Auszahlung gelangt; 4. daß zu diesem Zwecke den Gemeinden die für die Unterftüßung der Tabafarbeiter gezahlten Sonderausgaben aus Reichsmitteln auf Grund des Tabafsteuergesetzes ersetzt werden; 5. daß das Reich besondere Mittel aus den Erträgnissen der unterTabaksteuer zur Unterstützung der tuberkulosen und ernährten Tabafarbeiter zur Verfügung stellt; 6. daß vom Reiche Zuschüsse zur Behebung der Wohnungsnot der Tabafarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Das internationale Arbeitsamt. Genf, 21 April.( Eigener Drahtbericht.) Die erste diesjährige öffentliche Sigung des Berwaltungsrats wurde mit einem Nachruf auf den verstorbenen Arbeitgebervertreter Robert Pinow eröffnet. Die Konferenz überwies dann ein Schreiben des internationalen Christlichen Gewerkschaftsbundes, in dem eine Vertretung im Verwaltungsrat und in den Kommissionen des Internationalen Arbeitsamts gefordert wird, an die Geschäftsordnungskommission. Anschließend folgte die Beratung des Geschäftsbe richts. Aus ihm ist zu entnehmen, daß die Zahl der Ratifikationen von internationalen Konventionen auf 194, die von bevollmächtigten Ratifitation auf 34 und der von Parlamenten empfohlenen Rati fitationen auf 125 gestiegen ist. In dem Bericht über die Arbeitsministerfonferenz in London wird von der großen Bedeutung gesprochen, und gesagt, daß sie für eine be Schleunigte Ratifilation der Arbeitskonventionen in Frankreich, Belgien, Deutschland und England von entscheidendem Einfluß sein dürfte. In Arbeitnehmertreisen des Verwaltungsrats beurteilt man das Ergebnis allerdings nicht so optimistisch. Es ist zu erwarten, daß dieser Eindruck in der am Freitag beginnenden Debatte zum Ausdrud fommen wird. Aus dem Berwaltungsbericht ergibt sich ferner, daß die Unterfuchungen über die Arbeitslosenfrage, die gewert. fchaftliche Freiheit, die Familien und die Minimal1ohne vor dem Abschluß stehen und ihr Ergebnis bald veröffentlicht wird. Mit der Untersuchung über die Lage in der Kohlenindustrie hofft das Amit bis zum September fertig zu werden. Die in der Nachmittagsfizung erfolgte allgemeine Aussprache über das Budget wurde vertraulich behandelt. Es wurden u. a. eiinge neue grundsäßliche Gesichtspunkte erörtert, die mit dem er höhten Beitrag Deutschlands und dessen Forderung auf Bermehrung der deutschen Beamten im Zusammenhang stehen. Es verlautet, daß in allen Punkten eine Berständigung erzielt wurde. Die Verhandlungen im englischen Bergbau. Ministerpräsident Baldwin hatte gestern eine Besprechung mit den Vertretern der Kohlenbergwerksbefizer. Heute finden die entMetalldrücker: Hohenstaufenfäle, Kottbusser Damm 76, nach- scheidenden Verhandlungen zwischen den Bertretern der mittags 5 Uhr. Bergarbeiter und denen der Unternehmer über das nationale Lohnabkommen statt, das die Grundlinien der von den Grubenbefizern gewünschten örtlichen Lohnabkommen festsetzen soll. Achtung, Zimmerer! Die Baufirma Schlüchen- Spandau ist wegen Einführung der Affordarbeit gesperrt. Die Firma bat am 14. April alle bei ihr beschäftigten Zimmerer entlassen, teil fie es abgelehnt haben, auf dem Neubau in Spandau 28 eft, Die Firma lehnt Seppelinstraße, in Afford zu arbeiten. jede Berständigung ab, weil fie glaubt, in der jegigen schweren Zeit genügend Arbeitswillige zu finden. Seute, Freie Gewerkschaftsjugend. Donnerstag. 7½ Uhr, tagen bie Gruppen: Frankfurter Allee: Jugendheim Rigaer Str. 103. Bir besuchen die Fleischer- Jugendgruppe. Lichtenberg: Jugendbeim Varkaue 10. Reihenvortrag: Wirtigafts. gefchichte Frühfapitalismus"( Fottiekuna). Röpenid: Jugendheim Tempelhof: Sugendheim Germania. Grünauer Str. 5. Unterhaltungsabend. Straße 4/6. Theodor- Fontane- Abend. Güboken: Jugendheim Reichenberger Straße 66. Vortrag: Das Gerualproblem". Gesundbrunnen: Jugendheim Gotenburger Str. 2 Ausspracheabend über die Reitschrift Urania". Spandan: Jugendbeim Lindenufer 1. Botivag: Bom Sandwerksaefellen zunt Bimmerer Berlins und Umgegend, übt Solidarität und meidet die Firma Schlüchen Spandau! Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin und Umgegend. Lohufflaven". Notschrei der erwerbslosen Tabakarbeiter. Proteftversammlung in Bünde. Jugendgruppe bes RDA. Seute. Donnerstag, 7% Uhr, finben folgende Ber anstaltungen statt: Treptow: Jugendheim Wildenbruchstr. 54( Rinderhort). Bov trag: Awed und Riel unferer Arbeit". Hermannplak: Jugendheim Sobrecht ftraße 34( Ede Sanderstraße). Vortrag: Internationaler Jugendschuk". Berband bee Gemeinde. und Staatsarbeiter, filiale Grok- Berlin, Branche V, Straßenreinigung und Fuhrpart. Freitag, 6 Uhr, im Gaal des Berbandshauses Johannisstr. 14/15. Branchen- Delegierten- Bersammlung der Beairte 1-20. Die Tabafarbeiter des östlichen Westfalens hatten am letzten Sonntag eine Kundgebung veranstaltet, die von 2000 Personen besucht war. Nach einem furzen Referat des Reichstagsabgeordneten Genossen Schlüter wurde eine Entschließung gefaßt, in der entschiedener Protest erhoben wird gegen die Art der Handhabung Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton:. 5. Döscher: der Gesetzes und der Ausführungsbestimmungen für die Unterstüßung der auf Grund des Tabaksteuergesetzes erwerbslos gewordenen und im Verdienst geschädigten Tabatarbeiter. Bon den 25 000 Zabatarbeitern des östlichen Westfalens find 80 Pro z. durch die Wirkung der Abgabenerhöhung auf Grund bes Tabaffteuergesetzes erwerbslos und dadurch in Elend und Not geraten. Trogdem die Bedürftigteitsprüfung für den Unterstützungsbezug der erwerbslosen Tabatarbeiter durch dieses Berantmortlich für Bolitik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Lokales unb Gonitiges rik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB 68 Lindenstrake 3. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". ZAHNE me Gaumen von 3 Mark an. mit Kautschukplatte 1 u. 2 Mark. Teilzahlung gestattet. 3 Jahre weitgehende Garantie. Zahnziehen bei Bestellung gratis. Hatvani Danziger Straße 1- Zimmerstraße 86 27 Charlbg., Schlüterstr. 73 Ein Hochgenuß für wenig Geld Einfach und leicht mil ist in des Wortes wahrster Oetker- Pudding. Milch, Butter, Zucker u Bedeutung ein delikater nach Belieben mit einem Ei hergestellt, kostet der fertige Pudding nur ca. 33 Pfennig und ist ausreichend für 3-6 Personen.- Angerichtet mit Himbeersaft oder mit frischen oder eingemachten Früchten ist ein Oetker- Pudding eine wertwolle Ergänzung jedes Mittag- oder Abendtisches so daß leicht an anderer Stelle gespart werden kann. In allen einschlägigen Geschäften nur in Originalpackung( niemals lose) mit der Schutzmarke Oetker's Mellkopf" zu haben. Verlangen Sie ebendaselbst die beliebten Oetker- Rezeptbücher, wenn ver griffen, umsenst and portofrei von Dr. A. Oetker. Bielefeld Im Berliner Hausfrauen- Verein kommt Dr. Oetker's Puddingpulver zur Verwendung. Kr. 1S7 ♦ 43. Jahrgang 7. Seilage öes Vorwärts Donnerstag, 22.Kpril 1426 Ptir NN n '/f �(||""".......... U wie hier mil Händen, die vielleicht nicht mal zu Haus frisch gewaschen »waren, zwei, drei Sinder nacheinander gestreichelt werden, wie dos Spielzeug anderer Kinder, das nach Kinderart immer in den Mund 'wandert, von der lieben Nachbarin in die Hand genominen wird oder, wie es auch, unter ermunternden Worten der Mütter bis 15 Kinder erkranken, nur, weil ein Angehöriger eines Kindes vorschriftswidrigerweise trotz eines leichten Schnupfens das heim besuchte. Bei den Kindern aber wird der«leichte Schnupfen" dann zu einer oft lebensgefährlichen Er- krankung. Und nun überlege sich einmal jede Mutter: Was weiß sie in Wahrheit von dem Gesundheitszustand der lieben«Banknach- barin", von der Gesundheit des fremden Kindes, mit dem ihr Klein- chen lächelnd das Spielzeug tauscht? Was weiß sie von der per- sönlichen Sauberkeit, was von dem Zustande der Wohnung der Fremden? Ach, diese freundliche Liebkosung hat schon mehr als einem Kind« langwierige Krankheit, wenn nicht gar Schlimmere» eingetragen. Darum sollten alle Mütter es sich zum Gesetz machen: Nie einein Fremden da» Berühren ihres Säuglings oder Kleinkindes zu gestatten! Gewiß, eine Mutter, die hierin konsequent ist, wird bald als unfreundlich verschrien sein: aber lieber mag sie diesen schlechten Ruf, als ihr Kind durch ihre.Freundlichkeit" wochenlange Krankhett ertragen. falsche Jürsorge. „Babies gibt es siele: wann der Friehling kommt, dann kommen sie raus." So begann Robert Johannes einen der.Aufsätze eines ostpreußischen Aolksschülers". Ja, Babys gibt es viele, und in diesen sonnigen Frühlingstogen stehen alle Parkanlagen mit einem- mal voller Kinderwagen, es ist eine wahre Invasion, wie ein neuer Kinderkreuzzug der Kleinsten und Jüngsten gegen den Winter, den Jsegrimm, den man endlich bezwungen hat. Und die Mütter, die stolz dieses Heer ins Feld führen, sitzen auf den Parkbänken, nicken sich strahlend zu,' erneuern alte oder schließen neue.Bekanntschaften". Soweit wäre alles gut und schön. Aber— aber. Mch etwas für öle Gefutiöheltswoche. .Guten Tag, Frau Kominski, guten Tag, Frau Barth— na, wie geht's denn."„Guten Tag, mein Püppchen, schenk' der Tante Händchen— heute sieht sie schon nicht mehr so blaß aus, Frau Ka- minski, die erHoll sich schnell, sollen Sie sehn: guten Tag, mein süßer Strolch, was hast du denn da? Zeig' doch mal den bunten Mann her! Na, schenk'— wie schlau er schon ist, Frau Barth! Und was das Kind für d'cke Bäckchen hat!"— Und liebevoll klopft die„gute Tonte" dem Kind die Bäckchen.— Das ist eine kleine Szene, die wir alle Tage in jedem beliebigen Park beobachten könne». Die„Banknachbarin" kommt: auch sie schiebt einen Kinderwogen Und sie schüttelt zur Begrüßung nicht nur jeder der anderen Mütter l ie Hand, sie betarschell auch die beiden Kinder der anderen Frauen, und wenn die noch zu klein sind, um ausrecht zu sitzen und Händchen zu geben, dann hängt sie mindestens ihre Nase begutachtend über das klein« Köpfchen da im Wagen. � Jedem Menschen, der ein wenig von Säuglingspflege oersteht, empört sich das herz, wenn er sieht, Was hier durch zu große Sorglosigkeit gesündigt wird, geschieht an anderer Stelle durch zu große Sorgsalt. Wie sieht so ein nor- maler Kinderwagen aus? Zuerst mal liegt ein schönes Federkissen unten drin,.damit das Kind warm liegt". Unter dem Köpfchen liegt, dick mit Federn gestopft, das.Paradekissen", mit Einsatz oder Handstickerei kunstvoll verziert. Dann liegt das Kleine unter einem dicken Federbett: wenn das Kind nicht gerade sitzt, ist das bis zur Nase heraufgezogen. Oben drüber liegt die bunte Steppdecke. Dos Bcrdeck ist hochgeschlagen, vom oberen Rand wallt ein« breite Spitze, bei den kleinsten reichen die doppellcn Gardinen bis auf die Steppdecke. Und fabelhast schöne Seidenschleisen rechts und links krönen den ganzen Ausbau. Ueberschrift:„Das Kind wird an die Lust geführt." Dem nachdenksamen Betrachter will es manchmal scheinen, als ich das Sind da» nebensächlichste bei der ganzen Parade- pracht. Aber so ist es sicher nicht gemeint! Unsere Proletariermütter wollen nur am Kinderwagen alles ebenso schön haben,„wie die feinen Leute". Denn es läßt sich nicht ableugnen: Beim Kinder- wagen scheint oft selbst die Bernunit der int Privatdienst stehenden Säuglingsschwestern aufzuhören. Sie müsien hier wohl auch der mütterlichen Eitelkeit Konzcsiionen machen, �war haben sie im Kursus gelernt, daß ein Kind nicht auf Federn liegen, besonders kein Federkopskissen hoben soll, daß eine Wolldecke und höchsten» ein kleines Federkisien zur Bedeckung der Füße genügen: im Kinder- wagen aber find die von ihnen betreuten Kinder genau so eingepackt. wie die ganz gewöhnlichen, nur von ihren Müttern gepflegten Kinder des Mittelstandes oder des Proletariats. Nur daß dos Paradekissen noch schöner gestickt, die Decke hier öfter ein weißes. lockiges Angorafell ist— aber das schließt noch lustdichter als die einfache Steppdecke. Nun, bei diesen Kindern hat die Abschließung von frischer Luft während der Ausfahrt nicht die schlimmen Folgen wie bei den Kindern des Proletariats. Sie haben gesünder« Wohn» räume, sie müssen nicht den übrigen Teil ihres Tage» in feuchten, sonnenlosen, überfüllten Räumen zubringen..Kamps der Rachitis!" ist ein Feldruf der Reichsgesundheitswoche. Zwei der besten Kamps- genossen gegen dies« tückische Krankheit sind Lust und Sonne. Sie sind sicher die billigsten. Gehl es gar nicht anders, kann Mutter ja eine Flickarbeit oder die zerrissenen Strümpfe zum Ausbessern mtt in den Park nehmen. Aber sie soll nicht triumphierend der Nachbarin erzählen:.Unfern Pussel, den wickle ich immer, wenn wir ausfahren, so warm ein, der dampft richtig, wenn ich'n aus 'n Wagen nehme! Das Kopfkissen hat er ganz naß geschwitzt!"—> Und triumphierend Hütt sie das.Paradekissen" hin, auf dem das arme rachitische Köpfchen allerdings einen großen Schweißsleck hinterlassen hat. Sie soll sich merken: Ein Kinderwagen braucht keine andere, als die hier als richtig beschriebene Ausstattung, und sie tut ihrem Kinde den größten Dienst, wenn sie es, so bald als möglich, Lust- und Sonnenbäder nehmen läßt. Es braucht dazu nicht der Hochsommer abgewartet zu werden. In diesen Urbergangs- tagen kann ja noch ein leichtes Kleidchen dabei anbehalten werden. Wollmützchen und Federbett aber sollen schleunigst oerschwinden!" • Freilich kann man nicht ein bisher verzärteltes Kind von heute aus morgen ohne Gefahr für sein« Gesundheit plötzlich„abhärten". Aber ein Stück nach dem anderen soll aus dem Kinderwagen heraus- gelassen werden. Das pompöse„Paradekissen" zuerst: wem es um den schönen Bezug leid tut. kann es ja mit Roßhaar oder(im Notfall) fest mit Kapok füllen. Bis schließlich der Kinderwagen keine fahrbare„Matratzengruft" mehr ist.— Katharina II. erzählt in ihren Memoiren, wie man ihr ihren Thronsolger in einer mit Zobel gefütterten Wiege, in Daunenkisien, mit einer Zobeldecke und„gantz von Flöhen zerstochen und schweißtriefend" präsentiert habe. Etwas besser ist es ja schon geworden. Oder ob es nur daran liegt, daß Zobel so eine rare, teure Sache ist...? Jamile unker den Zedern. IKj Don Henri Bordeaux. (Berechtigte Uebersetzung von I. Kunde.) Im Lande Alka. Ich hätte, wenn ich mein Recht als Bräutigam geltend machte, der Führer der Expeditton fein müssen. Bamile war mir versprochen. Tamile gehörte mir sowohl durch ihre Zu- sage wie jene ihres Vaters. Aber sie hatte die ihre zurück- genommen. Die Empfindungen, unter denen ich litt, gaben mir weder die nötige innere Freiheit, noch die Kraft, die ich als Führer der Unternehmung gebraucht hätte. Die Schmach, die durch die Meineidige meinem Glauben, meiner Rasse, wie mir selbst zugefügt worden war, hatte mich nicht von ihr befreit. Zudem erkannte ich in ihr jene gleiche Kraft der Liebe, die mich selbst ihr unterwarf. Ihre frevle Leidenschaft schuf zwischen uns, was der Zeit unseres Brautstandes nicht gelungen war, ein Band der Seele und des Fleisches. Sie begehrte wie ich: sie gab sich hin wie ich: aber ein anderer mar es, der sich ihrer bemächtigte, wie sie selbst über mein Leben herrschte. Wir waren einander gleich und ich verlor sie. Weit entfernt davon, sie zu hassen, verstand ich sie und war der einzige, der sie zu verstehen fähig war. Es erfchreckle mich sogar, daß ich sie so schutzlos wußte, dieser Liebesmacht preisgegeben, welche uns mitreißt wie die Stromflut eine Pflanze. Was sollte im fremden Land bei diesem Unbekannten mit ihr werden? Denn für sie wie für mich war Omar ein Unbekannter. Ich wollte nicht aushören, über sie zu wachen. Und ich sah sie wieder vor mir, wie sie mir die Hände küßte, als wollte sie damit meinen Schutz erbitten. Ich beklagte sie, daß sie liebte, weil ich selbst liebte. Inzwischen traf Butros eilige Vorbereitungen zum Aufbruch. „Du nimmst die graue Stute meines Vaters, das ist das beste Pferd von ganz Bescherrc. Ich rette den Fuchs, den ..sie" uns dagelassen haben. Und ich nehme nur meinen Diener Elias mit..." � ..Wie." rief ich,„nur Elias, während ihr Gefolge 15 oder ZO Mann stark ist. Wir werden uns in keinen Kampf mit ihnen einlassen können." Mein Kamerad sah mich erstaunt an. „Wer spricht von Kampf?" „Wir müssen ihnen Tamile entreißen. „Das werden wir nicht mit Gewalt tun. Ganz Akka ist mohammedanisch." „Auf mohammedanischem Gebiet sind sie noch nicht." „Aber unsere Pferde sind sehr schnell." „Hinken ihre vielleicht?" Sie hatten in der Tat einen mehrstündigen Vorsprung voraus. Vergeblich machte ich geltend, daß sie in der Nacht nur langsam vorwärts gekommen waren. Die im August noch früh hereinbrechende Morgendämmerung hatte das Tageslicht zu ihrem Bundesgenossen gemacht. Ehden hallen sie erreicht, waren längst darüber hinaus und in Sicherheit, dank der bedauernswerten Eifersüchteleien, welche damals die maronitischen Dörfer zum Vorteil ihrer Feinde entzweite. Butros entwarf seinen Plan. Wir wollten nun eine Rekognoszierung vornehmen, um den Aufenthalt Tamiles festzustellen: dabei mußten wir vermeiden, irgendwelche Auf- mertsamkeit auf uns zu richten. Später wollten wir wieder- kommen. Wir konnten das junge Mädchen nur mit List ent» führen und dazu waren Vorbereitungen nötig. „Später!" wiederholte ich niedergeschlagen. Butros ahnte, welche Qual dieses„später" für mich be- deutete: aber er hatte nur sein Ziel im Auge. „Das Unglück", sagte er,«ist jetzt bereits geschehen." Rein: das war es nicht: wir konnten sie unterwegs ein- holen, wenn sie ihr Zelt für die Nacht errichteten und— um das Weib nicht zu sehr zu ermüden— daraus verzichteten. das ferne Akka in einem einzigen Ritte zu erreichen. Wenn wir uns beeilten, überraschten wir sie bei ihrer nächtlichen Rast. Ich malte mir das Undenkbare aus: Damile in den Armen Omars, wie sie ihren weißen Leib den Zärtlichkeiten des Ungläubigen überließ. Diese Vorstellung setzte meinen ganzen Körper in Flammen. Und da wurde meine Liebe zum Haß, der Qual und Tod für sie wünschte. Ich flehte Butros, meinen Bruder, an. in Eile und zu jedem Gewalt» streich aufzubrechen.„Ja." erwiderte er, der seine Pläne immer in die Tat umsetzte:„Man kann sie immer töten." Seine Schwester war nicht mehr seine Schwester, er faßte diese Lösung kichl ins Auge und ich wandte in der Raserei der Eisersucht nichts dagegen ein. Er rief eilends die jungen Leute seiner Schar zusammen, jene, die er bei der Jagd und beim.chabke" anführte. Aber das nahm Zeit in Anspruch, unsere Feinde gewannen einen noch größeren Vorsprung und die Chancen, sie einzuholen, verringerten sich. Nur eine nächt- liche Ueberrumpelung konnte uns noch Erfolg bringen. Wurde ich nicht in den Augen des ganzen Dorfes ein Gegenstand des Spottes? Meine Braut hatte mich aufgegeben, um mit einem Muselmann zu fliehen: etwas Derarttges hatte noch niemand erlebt, noch keine Tochter Beschertes hatte sich dieser dreifachen Treulosigkeit schuldig gemacht: uns traf alle beide die nämliche Verachtung— die öffentliche Meinung ist stets ungerecht— und das brachte uns einander nahe, sie und mich. Ich empfand dies keineswegs als eine Bitternis und freute mich vielleicht sogar im geheimen, mit Tamile etwas Gemeinsames zu haben, wenn auch nur die Mißachtung der anderen. Wir brachen also mit viel kriegerischem Getöse auf, als ob wir einen Kreuzzug antreten wollten. Aber ich wußte, daß bei uns jeder Aufbruch geräuschvoll vor sich geht. Butros ritt auf seinem Fuchs, den Omar Salma nannte. an der Spitze der Trupps. Ich folgte ihm und drängte ihn unaufhörlich, das Tempo zu beschleunigen. Unsere Pferde waren schneller als die anderen und immer häufiger mußten wir ihren Eifer zügeln, um unsere Kameraden herankommen zu lassen. Ich bedauerte bereits, sie um ihre Hilfe gebeten zu haben. War es nicht besser, wenn ich mit Butros allein aufgebrochen wäre und wir von ferne auf die Entführer nötigenfalls geschossen hätten? Ich schätzte das Leben nicht mehr und Butros hätte sich auch aus der schwierigsten Lage zu retten gewußt. Nach dem Befehl des Schelks Raschid-el- Hame sollten und durften wir uns allerdings auf mohamme- danischem Gebiet in keinen Kamps einlassen. Mußte ich aber nicht damit rechnen, daß Butros in seiner Wildheit dieser An- ordnung zuwiderhandeln würde? Vom Gipfel des Kornet-es-Suada, den wir erreicht haben, sehen Sie die ganze Gegend, die wir bei unserer Verfolgung durcheilen. Sie haben, wenn seine Früchte gepflückt sind, das bei Tripolis zurückweichende Meer vor sich, das sich in der Bucht von Akka behaglich ausbreitet. Don den fruchibaren Ebenen, welche diese umsäumen, lassen Sie Ihre Blicke zu den terrassenförmigen Hügeln aufwärts schweifen. Zwischen ihnen und dem Libanon sehen Sie steinige Hänge mit flachen Plateaus. Gürtel von fruchtbaren Tälern umschließen enge Schluchten, in deren Tiefen sich Wasserläufe hinschlängeln. Beaclzten Sie. wie die Farben wechseln, rote Felsen lösen grüne Oasen ab. Dörfer suchen Sie umsonst: diese oerkriechen sich in den vom Wind geschützten Einschnitten oder oerschwinden in unendlichem Grau. Nachdem wir Ehden hinter uns hatten— dieser Flecken ist eine Art Gebirgshauptstadt— lenkte Butros Stute in einen schmalen Pfad ein, welcher einen Tannen- und Zedernwald — diese Zedern reichen an unsere nicht heran— durchquert. ,....(Fortsetzung folgt.) Der Wirrwarr der Behörden. Ter Berliner Magiftrat wünſcht Vereinheitling. Die Unterschleife des Stadtinspektors Gerhardt. Der Berliner Städtische Nachrichtendienst teilt mit: Eine Rechtfertigung des Bezirksamts Mitte. Das Bezirksamt mitte hat in einer Borlage an die Bes| 17. februar d. 3. erstmalig über die Steuerunterschlagungen zirksverordnetenversammlung eingehend Bericht erstattet über die Mitteilungen brachten. Am 25. Januar ist dann gegen Gerhardt Steuerunterschlagungen bes Steuerinipettors bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet worden. Leider hat diese Gerhardt, die feinerzeit in der Deffentlichteit ausgiebig behandelt die vorgebrachten Beschuldigungen nicht für ausreichend erachtet, um einen Haftbefehl zu erlaffen. Die Staatsanwaltschaft ordnete wurden. num eine Hausfuchung am 5. Februar an, bis zu welchem Tage Gerhardt allerdings fchon geflüchtet mar. ein 9 Nach der dem Entwurf des Gesezes über die Bildung der neuen Stadt Berlin beigegebenen Begründung schwebte den Preußischen Staatsministerium vor, die örtliche Zuständigkeit ber Berliner Reichs, Staats- und Kommunalbehör den in Uebereinstimmung zu bringen. Dieses Ziel ist bisher nicht restlos erreicht worden. Zum Teil lag das daran, daß bald nach der Berabschiedung des Gesetzes Bestrebungen einfesten, einzelne Ortsteile an der Weichbildgrenze, wie Gatow, Cladow, Rohlhasenbrüd und Schmödwig wieder von Berlin loszulösen. Es Nachbem in der Borlage zunächst betoni ist, daß die UnterIn der Dentschrift des Bezirksamtes wird bann noch besonders mar verständlich, daß die in Frage kommenden Berliner Reichs und schlagungen dem flüchtigen Steuerinspektor beshalb besonders leicht Staatsbehörden Organisationsänderungen, die vielleicht wieber rüd gemacht worden sind, weil die Steuerpflichtigen nicht, wie sie un hervorgehoben, daß der Abteilungsleiter, der dem Gerhardt vorgängig gemacht werden mußten, ablehnend gegenüberstanden, ameifelhaft wiffen mußten, die Beträge an die Steuerfaffe, sondern gefeßt war, die vom Magistrat und der Hauptsteuerverwaltung angefolange nicht die Verhandlungen des Landtags über die Ausgemein an Gerhardt felbst geleistet haben, wird besonders festgestellt, daß der ordneten Borschriften und Rontrollen pünktlich ausgeführt hat. dungsanträge zum Abschluß gekommen waren. Die Bewegung„ Los innere Dienstbetrieb bei ben Steuerverwaltungen der Bezirksamter lleber die Persönlichkeit des flüchtigen Stadtinspektors teilt non Berlin" hat aber heute aufgehört, und die Forderungen von streng nach den Anweisungen und Borfchriften der das Bezirksamt mit, daß Gerhardt in sehr jungen Jahren auf An. Magistrat ordnung des Magistrats gegen den Willen des Ausgemeindungen find wohl nahezu verstummt. Die große Mehrhauptsteuerbermaitung beim heit der Bevölkerung der Berliner Außenbezirke hat eingesehen, gerichtet worden ist. Der Personalabbau hat es mit Bezirksamtes in die verantwortliche Stelle eines Gtadtdaß sie bei der allgemein herrschenden Finanznot der Gemeinden ich gebracht, daß beispielsweise die Kontrollstellen bei ben inspektors befördert werden mußte. Das Bezirksamt hatte ich were bei Berlin und seinen großen und leistungsfähigen Wertsbetrieben Steuerverwaltungen beseitigt wurden, so daß die Bedenten gegen die Anstellung eines so jugendlichen Beamten und Verkehrsunternehmungen mit größerer Wahrscheinlichkeit auf einzelnen Beamten die Bearbeitung, die Registratur und auch die nicht nur deswegen, weil sie eine Ausnahme in den damals bestehenBefriedigung ihrer Bedürfnisse rechnen kann, als wenn ein Außen Kontrolle in einer Hand halten. Das war nicht bloß beim den Anstellungsgrundsägen darstellte. Der vom Bezirksamt ortsteil einer leistungsschwächeren Landgemeinde zugeschlagen wird. Bezirksamt Mitte so, sondern bei weiteren 13 Bezirksämtern, die erhobene Brotest fand beim Magiftrat aber feine Jetzt erst wieder hat der Magistrat Berlin, um den Bewohnern ein ebenfalls auf Grund der Berfügungen des Magistrats zu diesen Berüdlichtigung, vielmehr erfolgte die Anstellung Gerhardis zelner Berliner Außenortsteile die allen übrigen Berlinern zugute Maßnahmen gezwungen wurden. Wenn ber Magiftrat in feiner durch Urkunde vom 29. Juni 1922 burch den Magistrat tommende Bergünstigung, bei Ferngesprächen innerhalb Berlins schriftlichen Berichterstattung an die Stadtverordnetenverfammlung felbft. Mit der Dentschrift des Bezirksamtes Mitte fallett alle Beschul nur die Dris fernsprechgebühr zu zahlen, zuteil merben zu laffen, es jest so hinzustellen beliebt, als wäre vom Bezirksamt Mitte nicht 20 000. für die Einbeziehung des Ortsteils Kohlhasenbrück in das bie erforderliche Kontrolle vorhanden gewesen, so fällt biefer Tor bigungen, die befonders in ber bürgerlichen Preise Berlins gegen Ortsfernsprechnen Berlin an die Oberpostdirektion gezahlt und sich murf auf den Magistrat zurüd. Die Dentschrift bes Be- das Bezirksamt und den sozialdemokratischen Bürgermeister, Geberefterklärt, weitere 165 000 m. für die Errichtung von Fernsprech airtsamts Mitte befeitiot auch mit wünschenswerter Klarheit die vernosfen Schneider, erhoben worden find, in sich zusammen vermittlungsstellen in den Ortsteilen Wilhelmshagen und Schmödwig stedten Angriffe des Magistrats in bezug auf das angebliche eigen verständlich ist, welches Intereffe der Magistrat daran hatte, in zuzuschießen. Bei der gegenwärtigen Rechtslage konnte die Reichs mächtige Vorgehen des Bezirksamts bei der Untersuchung. Die feiner Berichterstattung an die Stadtverordneten das Bezirks, wenn auch in versteckter Form, anzugreifen. Hat man sich beim Mapoftverwaltung leider nicht gezwungen werden, allen Berliner für anonyme Anzeige, die am 7. Oftober des vorigen Jahres bein Gespräche innerhalb Berlins nur die Orts fernsprechgebühr zu be Steueramt Mitte einging, ist bereits wei Tage später giftrat etwa verpflichtet gefühlt, die Schuld nicht bei dem jungen rechnen. Es wird Sache des Reichstages fein, die völlig unzuläng an die Hauptprüfungsstelle des magistrats mit der Bitte Stadtinfpeftor, sondern beim Bezirksamt zu fuchen? Das Bezirts lichen reichsgefchlichen Borschriften schleunigft den veränderten weitergegeben worden, die angelegenheit zu verfelgen und in Ber- amt mitte hat jedenfalls den lückenlojen attenmäßigen Beweis er tommunalpolitischen Verhältnissen und das gilt nicht nur für bindung mit dem Bezirksamt zu bleiben. Der Dezernent des Be- bracht, daß es sich streng an die Borschriften und Anordnungen des anzupassen. Denn auf die Dauer geht es nicht an, daß airtssteueramtes wurde darüber hinaus vom Bezirksamt beauftragt. Magistrats gehalten hat und daß es an den Unterschlagungen des Die Städte für den notwendigen Ausbau der postalischen Einrich. Die bienffliche Tätigkeit Gerbarbis besonders zu beobachten und zu Gerhardt unschuldig ist. tungen Sufcüffe zahlen. Der Magiftrat hat, da die Borstellungen prüfen, ob aus den Gerhardtschen Atten Material gegen ihn au ne beim Reichspoftmimfterium ergebnislos verlaufen find, beim Deute winnen fei, bas zu einer Ueberführung ausreichen würde. Gänzlich fchen Städtetag beantragt, in diesem Sinne an den Reichstag und unverständlich ist es aber, wie ber Magistrat in seinem Bericht an die Graftionen des Reichstages heranzutreten. die Stadtverordneten schreiben tann, daß das Bezirksamt mitte bis zur Veröffentlichung der ganzen Angelegenheit durch die Breffe es unterlaffen hat, bem magistrat oder der Hauntorüfungsstelle Mit teilung von ben Berfehlungen zu machen. Der Magistrat follte wirt lich wiffen, bah bereits am 2. november 1925 ein Bericht der Abteilung leberwachuna" der Hauptprüfungsstelle an das Begtrts amt mitte abaegangen ist, in dem bereits über das Ergebnis Der Untersuchungen berichtet wurbe. In biefem Bu fammenhang ist auch die Feststellung wichtig, daß die Zeitungen am Berlin Einen anderen Wunsch des Magistrats hat dagegen die Reichs postverwaltung, ohne daß es einer finanziellen Mitwirtung der Stadt Berlin bedurft hätte, erfüllt. Sämtliche Postanstalten erhalten in Butunit die Zusatzbezeichnung Berlin". Die Zufäße Bannseebahn" bei Nikolassee und Havel" bei Gatow, Cladow und Heiligensee fallen fort. " Ferner hat der Magiftrat angeregt, die Bezirte ber ein. zelnen Bostämter in der Weise abzugrenzen, daß sie mit den städtischen Berwaltungsbezirten zusammenfallen. An Sielle der untiaren irreführenden Bezeichnungen, wie a. B. Berlin B." usw. sollen die Bostämter in 2lt- Berlin mit dem Namen des in Frage kommenden Berwaltungsbezirks unter Borausfegung des Bortes„ Berlin" bezeichnet werden. In den Außenbezirten wirb man der Bezeichnung Berlin" den Namen des Ortstelles( 3. B. Nikolassee, Wannsee, Kohlhafenbrüd) beifügen müssen. Kommunal. politisch ist heute Berlin D. der Verwaltungsbezirk Köpenid und zu Berlin N. gehören die Verwaltungsbezirke Bantom und Relinden dorf. Der Berliner wird sich, wie an jo vieles andere, auch fehr schnell baran gewöhnen, daß nicht nur fein auftändiges Bezirksamt reuzberg genannt wird, sondern auch sein Bostamt Berlin. Kreuzberg 2 oder Berlin- Kreuzberg 7 und fein Standesamt Berlin- Kreuzberg, fein Finanzamt Kreuzberg, fein Amtsgericht reuzberg" usw. heißen. Leider stößt diefe ebenso einfache wie bersichtliche Regelung auf erhebliche Schwierigkeiten. Ist es doch bisher nicht einmal gelungen, eine Anpaffung der Standesamts. bezirte ber Innenstadt an die Altberliner Berwaltungsbezirte zu erreichen. Dieser Zustand ist für Berlin um fo unerträglicher, als die Standesamter von Gemeindebeamten verwaltet werden und das Ministerium des Innern beim Entwurf des Gefeßes über die Bile bung der neuen Stadt Berlin felbft erklärt hat, daß der Berfplitte rung auf dem Gebiete bes Bolizei, Boft, Schul ufw. wesens in Berlin nunmehr Einhalt getan werden müffe. Welche Stellung der Suftigminister zu dem Antrage des Magistrats, die Grenzen ber anzupassen, eingenommen hat, ist bisher nicht bekanntgeworden. Der Magistrat Berlin wird im Intereffe der Berliner Bevölkerung weiterhin das Ziel verfolgen, die örtliche Buständigkeit aller Berliner Reichs, Staats- und Kommunalbehörden in Uebereinstimmung zu bringen ungeachtet aller Widerstände! Amtsgerichtsbezirke. den Herr Stadtrat Fenten. Der Mann mit dem großen Beharrungsvermögen. Die geftrige Bezirksverordnetenversammlung in Bantow fonnte thre Tagesordnung nicht erledigen. In der vorigen Versammlung war ein Mißtrauensvotum gegen ben Stadtrat enten mit ben Stimmen der Linksparteien wegen der bereits berichteten Steuerhinterziehungsangelegenheit angenommen worden. Zur allgemeinen leberraschung hatte Stadtrat enten bei der Gröffnung der Sigung seinen Platz auf den Plätzen der Bezirksamtsmitglieder eingenommen. Ehe in die Tagesordnung eingetreten murde, gab Genoffe Jüttner folgende Erklärung ab: Unter Bezugnahme auf den in der Bezirksversammlung vom 31. März 1926 mit bem Stimmverhältnis von 23 zu 17 bei fünf Stimmenthaltungen gefaßten Beschluß, nach dem ber Herr Stadtrat Fenten das Bertrauen ber Bezirksversammlung nicht mehr befigt, ist die sozialdemokratische Fraktion gezwungen, die Mitarbeit in Sigungen, an denen Herr Stadtrat enten teilnimmt, einzustellen." Rach Berlejung dieser Erklärung verließ unsere Frattion gemeinsam mit ber fommue nistischen den Sigungssaal Dem Borsteher der Bersammlung, Ge noffen Kramer, blieb nur übrig, angesichts der beschlußunfähigen Bersammlung den Weltestenausschuß einzuberufen. Dieser beschloß, die Gigung nicht fortzusehen, sondern mit dem Bezirksamt gur Regelung ber Angelegenheit zu verhandeln. In Interesse der Arbeitsfähigkeit der Bezirksversammlung ist bringend zu wünschen, daß der Magistrat sich dieser Sache annimmt. Es widerspricht den Grundtendenzen der Selbstverwaltung, daß ein perantwortliches Be girtsamtsmitglied, dem das Bertrauen der Versammlung, nicht nur durch eine Zufallsmehrheit, megen einer offensichtlichen Berfehlung entzogen wurde, weiter amtiert. Zu welchen Mittain griffen wohl die bürgerlichen Barteien, wenn auch nur mit einem Schein von Recht einem Sozialisten in irgendeiner verantwortlichen Stelle das Bertrauen entzogen wäre! Herr Stadtrat enten, der ja Baufachmann ist, cheint den Gleichgewichtszustand im Banfower Bezirt fohr flecht berechnet zu haben. Jedenfalls wird blefar, so lange here enten ein so großes Beharrungsvermögen beweist, burchaus labil Bleiben, denn die Lintsfraktionen in der Begirts perfammlung werben jeden Bersuch einer Stügungsattion au per: hindern wissen. Maffenfleischvergiftungen bei der Berliner Schupo! Man schreibt uns: Bei der Polizei- Infpettion Berlin Rreuzberg erhielten die tajernierten Polizeibeamten am Dienstagmittag Rindfleis mit Senftunte. Nach dem Genuß diefes effens ertranfien etwa 120 Beamte an Darmreigungen und Durchfall. 58 Be amte mußten fich fofort in ärztliche Behandlung begeben und ein Tell davon fand Aufnahme in der Reviertrantenstube der Polizei gruppe Süb. Damit aber nicht genug. Am Mittwoch wurde ben felben Beamten aus der Gemeinschaftstüche Sch meinefleisch berabfolgt, in dem sich Maden befanden. Glüdlicherweise wurde man recht balb barauf aufmertfam, so daß weitere Ertranfungen von Beamten verhütet werden tonnten. An Stelle des mit Maben durchfekten Schweinefleisches wurde diesen Beamten dann aus den eifernen Beständen Büchfenfleisch verabfolgt. Bom Polizei präsidium ist fofort eine Kommission, bestehend aus Aerzten und Berwaltungsbeamten, mit der Untersuchung beauftragt worden, um auch gleichzeitig die Schuldfrage zu flären. Man muß es unverant wartfich finden, daß es bei ben vorhandenen Aufsichtsorganen möglich ist, baß fich folche Vorfälle ereignen können. möglich ist, baß fich folche Borfälle ereignen fönnen." Hoffentlich mir fich das Bolizeipräsidium eingehend au biefen Borgången zu äußern. Fortführung des Lützow- Prozesses. Neun Aerzte am Strantenbett. titolassee wurde der Angeklagte v. Luzow Bor Beginn der weiteren Verhandlung im Lügow- Prozes in burch den Ober. gutachter Prof. Dr. Rautenberg vom Lichterfelber Kreistranton Haus auf feine weitere Berhandlungsfähigteit unterfucht. Er er. flärte dem Gericht, daß von Bühow unbedingt als verband. fungsfähig gu bezeichnen fei. Seine Bronchitis habe nichts ntit her abgelaufenen Lungenentzündung zu tun. Von Lüzom habe fein organisches Herzletben. Die Berhandlung tonne wöchentlich zwei bis breimal stattfinden, ohne daß sich ein Schaden für den Angeklagten ergäbe. Diefem Gutachten schlossen sich die Hausärzte des Herrn v. Bügom, die Sanitätsärgte Dr. Schmeißer und Isentfer an, die vom Gericht ebenfalls als Gutachter geladen worden waren. Prof. Rautenberg ertiärte auf eine Frage des Staatsanwaltschafts rates Burcget, pb der Gefundheitszustand des Angeklagten auch ipaterent feelischen Aufregungen gewachsen sei, daß er diese Frage toum beantworten könne, jebenfalls aber nicht mit einem„ Mein". Landgerichtsrat eußner teilte baraufhin mit, daß die nächsten Berhandlungen des Schöffengerichts in Lichterfelde am eigentlichen Sig des Gerichts stattfinden würden. Die drei Berteidiger des Angeflagten, die Rechtsanwälte Ballentin, eumond und Dr. ren, ertlärten daraufhin übereinstimmend zu Brotofoll, daß fie in einer Weiterverhandlung in Lichterfelbe eine erhebliche Er werung, ja jogar eine Behinderung der Berteidigung fähen, da fie fich bei Hebernahme der Berteidigung nur auf eine Verband lung in Moabit eingestellt hätten. Als bielbeschäftigten Anwälten und Berteidigern tonne ihnen nicht zugemutet werden, an einer bauernden Berhandlung in Lichterfelde teilzunehmen. Sie wider [ prachen energisch der geplanten Maßnahme. Das Gericht beschloß baraufhin, die Weiterverhandlung wiederum im Schwurgerichtsfaale in Moabit fortzuführen. Dem Angeklagten v. Büzow sollen bis zu feiner völligen Genesung die Autofahrttoften nad Moabit erjet werben. Die erfte Berhandlung in Moabit, zu ber eine Reihe wichtiger Zeugen bereits geladen ist, findet am Sonnabend im Moabiter Schwurgerichtssaale statt. Med. Rat Dr. Stormer, der fidh, entgegen bem Gutachten der brei Brivatärzte, für. eine Verhandlungsunfähigkeit von Büßows ausgesprochen hatte, ift befonbers zu diesem Termin geladen worden. Es besteht infolge deffen die Möglichkeit, baß es am Sonnabend zwischen den zahl reichen Gutachtern zu einer erneuten Aussprache über den Gefund heitszustand des Freiherrn v. Bütow fommit. Frauenmord bei Eberswalde. Gestern mittog ist in ihrem Hause in der Eberswalder Straße in egermühle die 77 Jahre alte Gastwirtin Wilhelmine rober, die allein die Wirtschaft betrieb, ermordet aufgefunden worben. Die Tat wurde allem Anschein nach in der Nacht zum Mitt Es wird bermutet, bas einer der Gäste der Mörder gewesen ist. An moch verübt. Frau Schröder hatte noch spät abends Gäfte bewirtet. fhainen find auch ertfaden geraubt Kriminaltommiffar Berneburg, der stellvertretende Beller der Berliner Morbkommission, bat fich an den Tatort begeben. hat sich an den Tatort begeben. Abreise der merikanischen Studienkommiffion. Die megitanische Stublentommiffion, ble under ber Führung bes Borsigenden bes Bereins megitanischer Handelskammern am berto Hermandez fast zehn Tage in Berlin weilte und hier eine große Anzahl von städtischen und industriellen Einrichtungen befichtigt bat, ist am geftrigen Millmodynachmittag som Bahnhof Friebrichstraße nach Stoln abgereist. Sum Abschied von ben meri tanischen Gästen hatten sich auf dem Bahnsteig eine Anzahl von Mitgliedern ber meritanischen Gesandtschaft eingehunden, unter ihnen der Geschäftsträger Fernandes de la Ragata, bet Hanbelsattaché Cajarea u. a. m. Bom Uuswärtigen Ami war Befandtfchafterat Dr. laganber Buehr erfienen, um die Abbiebsgrüße der Reichsregierung zu überbringen. Die megis tanische Chubiantommiffion, con bar els Reiner Zellebua at * 11In rechtsstehenden Zeitungen ist versucht worden, für die Unterschlagungen der Inspektoren sozialistische Bezirksamtsmitglieder verantwortlich zu machen. Wir haben aber gerade in den letzten Tagen den Standal beim Reichsverband der Automobilindustrie erlebt. Hinter diesem Berband stehen zahlreiche Anhänger ber Rechtsparteien. Wo hat man aber, froß größter Aufmachung, jemals gelesen, das für die dortigen Berintreuungen andere als bie eigentlichen Täter verantwortlich gemacht wurden? Die Rechtspreffe sollte baber auch bei den Betrugsfällen der Stadtinfpettoren bie gefennzeichneten Mäschen unterlassen und nicht nach Schuldigen fuchen, wo feine au finden sind. noch in Berlin geblieben ist, um hier Herren und zwei Damen die Spezialstudien fortzufeßen, wird sich zwei Tage in Köln aufhalten, wo sie durch den dortigen megitanischen Konsul Santiago Surres empfangen werden wird. Motorbootbrand auf der Spree. 3u einer nicht alltäglichen Branbftelle wurbe gestern nachmittag die Niederschönemeider Feuerwehr gerufen. Vor dem Haufe Haselwerber Straße 19 war ein auf der Spree liegendes acht meter langes motortajütboot in Brand geraten. In wenigen Minuten ftand das Boot in hellen Flammen. Die Bootsinfaffen tonnten fich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die inzwischen alarmierte unb turze Zeit darauf an der Brandstelle erschienene Feuerwehr fonnte trop anstrengender Tätigkeit das völlige Rieberbrennen des Bootes nicht mehr verhindern. Die Entstehungsurfache ist auf einen Vergaserbrand zurüdzuführen, ber den darüber be. findlichen Benzintank in Brand fegte. Sturze Zeit später wurde die Köpenider Feuerwehr und mehrere Löschzuge der Berliner Wehr auf den Alarm Mittelfeuer" gegen % 7 Uhr nach der Martenstraße 58 in Köpenid gerufen. Hier war in den Kellerräumen einer Binoliumfabrit Feuer ausgebrochen, das größeren Umfang anzunehmen schien. Nach verhälmismäßig turger Beit gelang es jedoch durch das schnelle unb tafträffige Eingreifen der Behren das Feuer zu löschen. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Eine Verbrecherbande von 40 Personen wurde von der PerTiner Sriminalpolizei Mittwoch nachmittag im Münzbof, Ede der Münz- und Dragonerstraße, festgenommen. Dirette Züge Berlin- Scharmüßeljee. Die som Sonntag, den 18. April ab an Sonn- und Festtagen verfehrenden Züge Berlin Görliger Bahnhof ab 7.25 porm., Scharmügelfee an 9,47 porm. und Zeestom ab 7.45 nachm., Berlin- Görliger Bahnhof an 10.22 nachm., verfehren zwischen Berlin Görliger Bahnhof und Stonigswusterhausen als Vorortzüge und werden nach Scharmügelfee und bei der Küdfahrt von Beeskow dirett burchgeführt. Ein Umsteigen in Königswusterhausen ist nicht erforderlich. Die Züge halten auf allen Borortstationen und können zwischen Berlin- Görlizer Bahnhof und Königsmusterhausen mit Borortfahrkarten benutt werben. Er und Du Dr. Schröders Aufbausatz im Blut vericih: Dir Jugend, Kratt und Mut! TAGLICH 12 Stoffe brauchs Du für Dein Bhut die nur Aufbausaiz enthalten. nimms. Du was anderes für so gut, so Dieibt's mit Deinem Blut beim alten * PRISE DR.SCHRODERS AUFBAU SALZ GANZES LEBEN JUGEND Groß- Kur M. 3.-, Klein- Kur M. 1.20 Beachten Sie unser Preisausschreiben in allen Apotheken und Drogerien zu haben. 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Mitwirkende: die Damen Emmy von Stetten( Sopran), Marie Schulz Dornburg( Alt), die Herren Waldemar Senle( Tenor), Eduard Kand!( Bay), der Chor der Städtischen Dper, bas verstärkte Berliner Sinfonie- Orchester( musikalische Leitung Kapellmeister Jascha Horenstein), der Sprechchor für Proletarische Feierstunden( fünstlerische Leitung Albert Florath). Starten find u haben im Bureau bes Begirlsbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, Bimmer 8; Drtsausius des ADGB., Engelufer 24/25; in den Bureaus ber Verbände: Bentralberband ber Angestellten, Belle Alliance- Str. 7-10; Rigarrengeschäft Horich, Engelufer 24/25; Tabatvertrieb Anjelftr 6; bet den Bildungsobleuten ber Streise und Abteilungen; in den Vorwärtsspeditionen. Bezirtsbildungsausschus Groß Berlin Sonntag, den 16. Mat mach mittags 3 Uhr. fm staatlichen 5611lertbeater Charlottenburg Wieder bolung der Aufführung Beer Gynt'. Breis der Karte einschließlich Aleiderablage und Theaterzettel 1,20 m. Ratten find noch in allen be fannten Berlaufsstellen zu habent. Die Typographia, Gelangberein Berliner Buchdruder und Schrift. gießer, Chorme: fter Alexander Weinbaum, veranstaltet am Dienstag, den 27. April, abends 8 Uhr, im Orpheum", Hafenbeide, Ede Gräfefttage, ein Freifonzert für Erwerbslose und deren Frauen. Mitwirkender: Joseph Bolisthal( Bioline), Konzertmeister an der Staatsoper. Die Arbeitslofen weilen fich durch Karte aus. Stein Garderobenzwang. Zwei Broteftfundgebungen veranstaltet der Landesverband Groß- Berlin des Zentral Vereins deutiger Staatsbürger jübi. Ichen Glaubens in den Unionsfestfalen im Nordosten und in der Aula der Fürstin Bismard Sule im Westen am 22. April 1926 abends 8 Uhr. Beibe undgebungen tragen der Entrüftung ber überwiegenden Mehrheit der füdischen Berliner Rechnung über ihre Entebrung durch eine das natürliche Maß fünstlerischer Satire weit über. freitende Berzerrung jüdischen Befens. Die Direttoren und Künstlerberbände sind eingeladen und haben die Entsendung eines Vertreters zugesagt. Der drahtlose Schedverfehr wurde zum ersten Male in der Gefchichte bes Bankwesens durch Uebermittlung eines Scheds von der Wilsonfireet in London aus auf radiophotographischem 23 ege nach New Hot! in Anwendung gebracht. Die vollständige Ueberweisung des Schede von London nach New York dauerte nur wenige Minuten. " Friebrichsfelbe: Freiing, 6 Uhr. Treffpunkt Buisenstraße auth Bortrag der Reichsgefundheitswoche. Werbebegirl Schöneberg: Freitag Generalprobe sur Frühlingsfeier in bet Turnhalle Culmite. 15, pünktlich 8 Uhr. Alle Seimabende fallen aus. Sämt Itche Genoffen müfen erscheinen. Berbebeziel Schöneberg: Sonnabend, 24. April. 7 Uhr, in der Aula der Sobenzollern Schule, Belsiner Ede Eisenacher Straße. Jugendfeier. Muſit, Resitationen, Gesana, Szene aus Tollers Wandlung". Auf froher Fahrt". Cinlak 7 Uhr. Untoftenbeitrag 40 Bf. Arbeitslose Genoffen frei. Berbebeaiz! Reutolla: Freitag, 28. April, 28 Uhr, in der Bolfsbücherei Ganahoferstraße( Badeanstalt). Werbebezirksveranstaltung. Bortrag der Genoffin Nathan: Arbeiterjugend und Buch". Anschließend Besichtigung der Bücherei. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefäftstelle: Berlin G. 14. Sebaftiantitr. 87/88. Sof 2 Tr. Rentönn Brig. Do., b. 22., Bflichtveranstaltung. Antreten unt & Uhr Serkbergolak. Rochzügler 7 1hr Rnefebed. Ede Becaftrake. Sichtenberg nebft Untergruppen. Fr., b. 23., 7 Uhr. Gikuna fämtlicher Rugund Detsgruppenführer. 8 Uhr Sunfisungen in den bekannten Zobalen. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 22. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 3.30 Uhr nachm.: Onkel Doktor gibt Kindergesellschaft". Onkel Doktor: Dr. med. E. Mosbacher. Unter Mitwirkung von Alfred Braun. 4.30-6 Uhr nachm.: Volkstümliches. 6.35 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Bildungskurse). Abteilung Technik Prof. Dr. K. Kaiser: Gewinnung von Stickstoffverbindungen 7. Uhr abends: Otto Julius Merkel:„ Das Flugzeug im Dienste von Verkehr und Handel. 7.25 Uhr abends Max Rössiger: Moderne Wirtschaftsgebilde und Arbeitnehmer. 7.50 Uhr abends: Hans- Bredow- Schule( Hochschulkurse). Abteilung Erdkunde. Dr. Erdentagen; Auftreten der ersten Lebewesen 8.30 Uhr abends: Otto Potonié: Die Geschichte der Urwelt". Aus den ersten Der Roman als Funkspiel. Die Katastrophe." Originalroman für die Funkstunde von H, J. Gramatzki. 9 Uhr abends: Nach Kreuz. 2. a) Abt: Die Lindenwirtin( Baumbach), b) Hildach: Feierabend. 1. Brüll: Ouvertüre zu der Oper„ Das goldene Der Lenz( Dahn)( Franz Baumann, Tenor). 3. Friedemann: Slawische Rhapsodie. 4. a) Lob: In Heidelberg Student ( Löwenberg), b) Levi: Der letzte Gruß( Eichendorff)( Franz BauUhr( Seidl), b) Neuendorff: Der Rattenfänger( Engelhardt)( Franz mann). 5. Waldteuffel: Estudiantina. Walzer. 6. a) Löwe: Die Baumann). 7. Jessel: Potpourri aus der Operette Schwarzwaldmädel( Berliner Funkorchester). Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Filmdienst 1030-12 Uhr abends: Tansmusik( Kapelle Kermbach, Arbeitslote Genoffen und Genoffinnen, welche bisher an teinem Gewerbs Tofenturius teilgenommen haben, tönnen fich filt einen solchen, der in der Zeit vom 2. April bis 2 bei in unferem Sandheim ftattfindet, persönlich im Jugendfekretariat noch anmelden Die Anmelduna muk umgehend erfolgen. Ronzertlatten bes Jungen Chor" für Sonnabend, 24. April, find im Gefre tariat au haben. Gintritt 1 m. Die Bhotographien von bem Ofterfurfus find eingetroffen. Gleichfalls don dem Erwerbslosenturfus. Bezirksvorstandsfikund Sonnabend, 24. April, 6 Uhr. Königswusterhausen, Donnerstag, den 22. April. 3-3.30 Uhr nachm.: Professor Dr. Amsel und Oberschullehrer Westermann: Einheitskurzschrift. 3.30-4 Uhr nachm: Dr. Muthesius: Wirtschaftliche Fürsorge für hilfsbedürftige Kinder. 4 bis 4.30 Uhr nachm.: Oberschulrat Hilker: Wesen und Aufgabe der Gymnastik. 6-5.30 Uhr nachm.: Frau Dr. Drewitz: Wäscheschneiderei. 7-7.30 Uhr abends: Direktor Behrens: Krankenkasse Berlin. Borfikenbenkonferens Gonnabend, 24. April, 7 Uhr, im Jugendheim und Reichsgésundheitswoche. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Lindenfe. B. VIM Für Glas& Porzellan V7 8 hat sich die Reinigung durch leichtes Abreiben mit einem recht nassen Lappen, auf den etwas VIM gestreut ist, am besten bewährt. VIM enthält keine Säure; es kratzt und schmiert nicht. Mühelos erreichen Sie damit spiegelnden Glanz. VIM putzt auch sonst alles: Treppen, Fußböden, Türen, Herd, Badeeinrichtung, Geschirr und Bestecke. Prächtig reinigt es nach schmutziger Arbeit Ihre Hände. Für Farbanstrich muß VIM reichlich feucht verwendet werden. 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Geschäftliche Mitteilungen. Reichsacfundheitswoche und Wäschereigemezbe. Die Reichsgesundheitswoche berfolgt als Smed die Förderung der Bollsnesundheit und insbesondere die Auffärung ber Bevölkerung auf hngienischen Gebiet. Durfte bei dieser Gelegenheit die Erwähnung der Bäschereinigung fehlen? Gana gewiß nicht. Es tommen hierbei fogar zuei Gefichtspunite in Frage: die allgemeine Snglene und die persönliche Gefundheit. Sngienisch notwendig ist die periodi fche Reinigung der Wäsche zum allgemeinen Wohlbefinden, und es sollte viel mehr als es oft gefchicht bas Wort in Erinnerung Lommen: Das Hemd ist mir näher als der Rod!" Stun ftelle man sich die Großstadtfrau vor, noch dazu eine solche, die all die schweren Leiden und Entbehrungen der Kriegsund Inflationszeit durchgemacht hat, mie fie in einem veralteten und ganalich ungeeignetemt afdraum die noge Balche" bewältigen will, un beftritten eine der schwersten Arbeiten, bie der Haushalt nerurfacht. Die gewerbliche Wäscherei hilft in rationeller Beife gegen geringes Entgelt über alle diese Stotftände hinweg. Bit vermeifen unjete gefer auf das im Anzeigenteil befindliche Breis. ents dyreiben ber Raliflora Rahnpasta Fabril in Samburg, welche erneut zur Teilnahme an einen Breisausschreiben aufforbert. Gleichzeitig erfolat die Bekanntgabe der Breisträger aus dem 1. Breisausschreiben. Alles Nähere ift aus der Anzeige zu ersehen. Wenn es warm wird, leidet der Appetit merklich, denn der Körper ver. Tannt Esfeifdung. Aber allau Teldt tönnten bann Fehler in der Ernährung gemacht werden, die die Luft und Freude an fhönen Frühlingstagen start beeinfluffen. Als gute, leicht verdauliche Nadipeisen, die in den mannig fad ften medflungen und Formen gereicht werden können, find die be liebten Detter Buddings au empfehlen. Gie find außerordentlich wohlschmeckend und nahrhaft augleid, wodurch es möglich ist. leicht an anderer Stelle zu ( paren. An ganz heißen Tagen ist Dr. Detters Rote Grüße und Dr. Detters mehr erfordert, am Blake. Götterspeise, die hochfelite Geleefpeife, deren Herstellung feinerlei Rutaten Sport. Rennen zu Strausberg am Mittwoch, den 21. April. 1. Rennen. 1. Dobrun( t. Derfchug), 2. Killewit( Bittner), 3. Geewarte( E. Hoffmann). Toto: 25: 10. Plak: 14, 13: 10. Ferner lief: Efikos, ausgebr. 2. Rennen 1. Palamon( W. Jengfe), 2. Bones( Schwarz), 3. Bandora( G. Esch). Zoto: 28: 10. Blab: 16, 77, 44: 10. Ferner liesen: Denar, Tavirofza, La Bourree, Battle Cruiser, Sturm, Rorbice. 3. Rennen. 1. Roßling( Leutnant Jah), 2. Baltazar( v. Borke), 3. Bauberflöte( r. Schniker). Toto: 83: 10. Plas: 14, 11: 10. Ferner lief: Feterin, 4. Rennen. 1. Messina( D. Schmidt), 2. Garina( Vincenz), 3. Narr ( Elflein). Toto: 15:10. Blat: 11, 10: 10. Gerner lief: Laurin. 3. Madi( Rutulies). Toto: 47: 10. Blas: 17, 14, 18: 10. Ferner liefen: 5. Rennen. 1. Felsenrose( Dippelt), 2. Wetterscheide( Leutn. Jah). Sham Dich, Lotterbube, Serentang, Fenelon, Mero, Ubine. 6. Rennen. 1. Magier( D. Schmidt), 2. Lanbolo( Huguenin), 3. Marianne( Jadel). Toto: 50:10. Blag: 15, 15, 16: 10. Ferner liefen: Jmperator, Schneeflode, Bingolf, Gloriamar, Mirabelle, Tuberose, Lori, Duebnail. 1. Cutandcarmem( E. Eichhorn), 2. Esto( Stukulies), 3. Livadia( b. Botte). Toto: 61: 10. Blag: 25, 58: 10. Ferner liefen: Gnadenfrist, Benus IV, antin. 7. Rennen. Wefferbericht der öffentlichen Wetterdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Für DeutschBedfelnb bewollt mit leichten Schauern. Etwas fübler. land. Heberall Foribauer bes unbeständigen und fühlen Wetters. Preisverteilung Die 1000,- Mart Preise für die besten Raliflora Berje wurden wie folgt verteilt: 1. Dreis 100,- Mart Raliflora Zähne bleicht, Breiswert, fparfam, unerreicht! Serr Generalarzt a. D. Dr. Borbs, Frankfurt a. M. 2. Preis 75,- Mart Nimm Kaliflora! für wenig Geld Saft Du die( hönsten Zähne ber Welt 3. Preis 50,- Matt Rolfin 8ähn Herr Wilh. Falte, Königsberg i. Pr. Frl. F. er Preis nd und weiß antenese b.$ bg. 4. bis 10. Preis 25,- 2.a. Fräulein Elfriede Zulaa, Berlin; Frau Anny Mind, Petersdorf; Frau Helene Schwenzer, Croffen a. D.; Herr Mengeling, Hannover; Herr Dr. Roefeler, Berlin- Lichterfelde- Ost; Fräulein Lis! Heder, Frankfurt a. M.; Herr Otto Rüdert, Röslin i. P. Das überraschend große Interesse an unfeter Raliflora, bas durch die Riesenzahl von faft 15 000 Einsendungen bekundet wurde, veranlaßt une, außer den 250 großen Trostpreisen au 3,- Mark noch weitere ca.18000 Gtüd fleine Troftpreise zum Versand zu bringen, so daß jeber Einsender irgend einen Breis erhalten hat. Außerdem find no ca. 20 Breife außer Ronkurrenz verteilt worben an Bewerber, bie uns Mufitftüde oder andere Runstwerte einfanbten. 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Company, d. h. eine Finanzgesellschaft, die nicht selber flächliche Kritik der Geffürel zur Tagesordnung übergehen, zumal Unternehmungen betreibt, sondern nur Beteiligungen, im besonderen die Direktion dieser Gesellschaft gar nicht die fachliche Autorität beAftienpakete anderer Unternehmungen besigt und verwaltet. Das fißt, die sie sich anmaßt. Die Geffürel verwaltet in der Hauptfache Betätigungsfeld der Geffürel sind vorwiegend elektrische Strom Afiienbeteiligungen von mittleren und kleinen Elektrizitätsunter. Lieferungsunternehmungen und Fabrikationsgesellschaften der elektro nehmungen. Probleme, wie sie für eine Millionenstadt vom Range technischen Industrie. Die Gesfürel besitzt u. a, rund 16 Millionen Berlins in Frage fommen, liegen außerhalb des geschäftlichen Rah Mart, das ist etwas über die Hälfte des Aktienkapitals der Elek. mens der Gesfürel. trizitätsmert Südwest A.-G. in Schöneberg. Der Rest des Aftienfapitals von rund 14 Millionen Mark ist in den Händen der Stadt Berlin. Die Elektrizitätsmerk Südwest A.-G. versorgt die früher selbständig gewefenen Gemeinden Schöneberg, Wil- fache ist nicht schwer zu erraten. Die Antwort liegt auf dem Gemersdorf und Schmargendorf mit elektrischer Energie. Die Geffürel steht also mit der Stadt Berlin in sehr naher Geschäfts. verbindung. In dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Gesellschaft für das Jahr 1925 äußert sich der Vorstand auch über verschiedene allgemeine Fragen der deutschen Elettri 8itätswirtschaft. Es wird die Zersplitterung im deutschen Elektrizitätswesen beklagt. Dann aber zieht der Bericht folgender maßen über die Stadt Berlin bzw. die Berliner städtischen Elef. trizitätswerte her: „ Statt daß straffer mirtschaftlicher Ertragsrechnung gefolgt wird und in der Nähe unserer natürlichen Brennstofflager ein heitliche Großzentralen entstehen, werden unmoderne Anlagen mit fleinen Einheiten erweitert und neue Kraftwerke an verfehrter Stelle errichtet. Ein bezeichnendes Beispiel dieser Art ist die Erbauung des neuen Berliner Kraftwertes Rummels= burg. Obwohl es richtig gewesen wäre, die in geringer Entfernung von Berlin liegenden Brauntohlenlager entweder durch modernste Erweiterung der dortigen Großfraftwerke oder durch Errichtung einer neuen Anlage an der Elbe auszunuzen, haben die hierfür in Frage kommenden behördlichen Aktiengesellschaften diese unjeres Erachtens richtige Lösung nicht gefunden. So wurde von Berlin eine Kraftzentrale errichtet, die ihre Steinfohle aus 500 Kilometer Entfernung heranschafft und nicht die letzte Möglich Leit billiger Stromerzeugung in Deutschland darstellt. Sicher. heitsgründe, die hierfür angeführt werden, fönnen vor der Fachfritif nicht bestehen." Auf diesen Angriff der Geffürel brauchte man nichts mehr zu erwidern, da das Großkraftmert Rummelsburg längst im Bau ist und im kommenden Winter seiner Bollendung entgegen geht. Die Errichtung dieses Wertes ist im Sommer vorigen Jahres von der Berliner Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen worden, nachdem man fich monatelang vorher mit dieser wichtigen Frage beschäftigt hatte. Man hatte eine Studienkommission nach Amerifa entsandt, man hatte die ersten Sachverstän bigen gehört, man hatte mit der Projektierung des Werkes den verstorbenen Geheimrat Klingenberg beauftragt, der der bedeutendste Kraftwerkerbauer Deutschlands car, Die Streitfrage Fernstromversorgung oder Nahkraftwert wurde schließlich, nachdem man alle Gesichtspunkte für und wider ausgiebig erörtert hatte, zugunsten des Nahkraftwerkes entschieden. Man folgte damit dem Beispiel der modernsten Elektrizitätssysteme einer ganzen Reihe ameritanischer und europäischer Großstädte wie New Dort, Chitago, St. Louis, Paris, hamburg usw., die alle Reichsbank und Geldmarkt. Der Bochenausweis der Reichsbank für die zweite Aprilwoche zeigt wieder das bei Monatsmitte gewohnte Bild: Rückgang der echselanlage bei weiterer Einschränkung der Summe der ( bei öffentlichen Stellen) redistontierten Wechsel und Rüdgang des Notenumlaufs. Bemerkenswert ist diesmal nur, daß fich der Bestand an Effekten erheblich verringert hat, nämlich um 156,5 Mill. Mart, was sich aus der am 15. April vorgenommenen Einlösung der fälligen Dollarshaganweisungen erflärt. Entsprechend zeigt sich eine Berminderung des Devisen. bestandes um 203,0 Mill. Mart, weil bei der Einlösung der„ Dollarschäße" eine Auszahlung in ausländischen Zahlungsmitteln vorgenommen wurde. Der darüber hinausgehende Devisen abschluß( rund 47 Mill. Mart) erklärt sich daurch, daß in erster Linie wohl zur Rückzahlung furzfristiger Aus. landsschulden seitens der Unternehmungen größere Devisenanforderungen aus der Wirtschaft vorlagen. Troß dieses Bedarfs machte sich feine Berringerung der furzfristig bei der Reichsbant angelegten Gelder fühlbar; diese wuchsen vielmehr um 236,4 Mill. Mart auf 1007,1 Mill. Mart meiter an. Der gesamte Rückfluß von Zahlungsmitteln( Reichsmart- und Rentenmartscheinen) betrug 346,6 Mill. Mart. Bei der geringen und ständig abnehmenden Inanspruchnahme der Reichsbant durch die Wirtschaft hält die Flüssigkeit am Geld markt weiter an und tritt von Tag zu Tag schärfer in Erscheinung. Entsprechend dieser Entwicklung ist, nach anfänglichem Widerspruch von Großbankseite, der Privatdiskont in den letzten Tagen zweimal um je% Proz. auf 4% Proz. herabgesetzt worden. Seit dem 23. Februar war die Börsennotiz für die als" Privat Diskonten" bezeichneten erstklassigen Großbantwechsel auf den Stand von 5 Broz.( gegen noch 6 Proz. zu Ende Januar!) stehengeblieben. An sich hätte die Höhe dieser Notierung menig Bedeutung, da der Umfah in Privatdiskonten, abgesehen von den legten Tagen vor Monatsultimo, gering zu sein pflegt, und da obendrein längst befannt ist, daß das Geschäft sich zumeist bei niedrigeren, als den notierten Sägen vollzieht. Wenn die offizielle Ermäßigung der Rotierung größeres Interesse an der Börse beansprucht, so geschieht es beshalb, weil man- nach den Gepflogenheiten der Vorfriegs. zeit im fintenden Zinsertrag der Privatdiskonten die Anfündigung für eine meitere Ermäßigung des Reichsbantfakes fieht. Freilich liegen die Berhältnisse heute ganz anders als im Frieden, wo große Umsätze in Privatdistonten ge Wenn somit auch die Darlegungen der Gesellschaft fachlich belanglos sind, so entsteht doch die Frage, was überhaupt die Ursache zu einem so heftigen Angriff auf die Stadt Berlin war. Die Ur biete der Elektrizitätswert Südwest A.-G. Man muß nämlich wissen, daß die Beteiligung an dieser letzteren Gesellschaft der wertvollste Besitz der Gesfürel ist. Die Elektrizitäts werk Südwest A.-G. verteilt im Jahre 1925 ihrerseits eine Dividende von 9 Proz. Ungefähr ein Drittel der gesamten Dividende der Gesfürel stammt aus der Dividende von Südwest. Wie aber fommt der hohe Gewinn von Südwest zustande? Dieser wird teilweise zu Unrecht auf Kosten derjenigen Lichtstromabnehmer eingeheimft, die im Bezirk der früheren Gemeinden Schöneberg, Wilmersdorf und Schmargendorf wohnen. In diesen Bezirken wird von Südwest ein Lichtftrompreis von 35 Pfennig für die Kilowattstunde berechnet. Obgleich es vertraglich einwandfrei festgelegt ist, daß der Lichtstrompreis in diefen drei Gemeinden nicht höher sein darf als der gleichzeitige Berliner Strompreis, so sträubt sich Südwest unter dem Druck der Geffürel doch, den Lichttarif zu ermäßigen. Dieser standalöse Zustand ist von uns wie auch von bürgerlichen Blättern wiederholt zur Sprache gebracht worden. Es gehört aber zu der merkwürdigen Geschäftsführung des Berliner Magistrats, ebenso wie der Bezirksversammlungen von Schöneberg und Wilmersdorf mit ihren bürgerlichen Mehrheiten, daß es bisher nicht möglich war, den Stromabnehmern der drei ge= nannten Bezirke zu ihrem vertraglich festgelegten Recht auf niedrige Stromtarife gegenüber der Privatgesellschaft zu verhelfen. Angriff erfolgte nach dem Rezept: die beste Berteidigung ist der Jetzt wird man das Borgehen der Gesfürel verstehen. Der A Hieb. Es handelt sich hier für die Geffürel darum, die Süd. west Dividende zu retten, die auf den zu Unrecht erhobenen hohen Lichtstrompreisen beruht. Deshalb sucht man die Stadt Berlin und ihre Elektrizitätsmerte, wie überhaupt die Stromversorgung durch die öffentlichen Körperschaften nach Möglichkeit anzuschwärzen. Aber diese Rechnung ist ohne die Sozialdemofratie gemacht. Auf die bürgerliche Breffe und die bürgerlichen Parteien ist in dem Kampf gegen die Privatgesellschaft nicht zu rechnen. Keines der bürgerlichen Blätter, die doch sonst Geschäftsberichte so fein zu analyfieren verstehen, weist darauf hin, in wie startem Maße die Divi dende der Geffürel von der Südwest- Dividende abhängt, und daß die lektere zu einem großen Teil auf Strompreisen beruht, die zu Unrecht in Kraft sind. Hier muß die Sozialdemokra tische Partei vorgehen. Wir richten an den Berliner Magistrat die Anfrage:„ Was gedenkt der Magistrat zu fun, um den Elektrizitätsabnehmern in den Bezirken Schöneberg, Wilmersdorf und Schmargendorf zu ihrem vertraglich festgelegten Recht auf den billigen Berliner Lichtffromtarif zu verhelfen?" " bei freier Preisbildung"( Bildung der Zinshöhe durch Angebot und Nachfrage) die Regel waren. Heute, wo die Börsennotierung über die 3inshöhe ziemlich willkürlich festgesetzt wird, fönnte man in der Ermäßigung höchstens ein Anzeichen dafür sehen, daß die Reichsbant die weitere Ermäßigung der Zinssäge am freien Geldmarkt damit gewissermaßen offiziell anerkennt und ihre Bereitschaft befundet, durch eine Herabsetzung ihrer Diskontrate der Tendenz zu folgen. Hierzu ist sie ja in der augenblicklichen Situation beinahe gezwungen, um sich Anlagemöglichkeiten für ihre flüssigen Mittel zu beschaffen, denn augenblicklich sind die Privatbanken, die niedri gere Zinsfäße als den Reichsbankdiskont berechnen, in der Lage, die relativ geringen Beträge der aus der Wirtschaft zum Diskont gegebenen Wechsel an sich zu ziehen, so daß für die Reichsbant, wie ja auch der letzte Ausweis zeigt, nur wenig oder nichts mehr übrig bleibt. Reich und Rußlandgeschäft. Nichtlinien für die Ausfallbürgschaft. übernehmen. Das Reichswirtschaftsministerium gibt joeben die Richtlinien heraus, nach denen bei industriellen Lieferun gen an Sowjetrußland das Reich und die Länder eine Ausfallbürgiaft Die Ausfallbürgschaft bleibt auf den Betrag von 180 Millionen Mart beschränkt, von dem das Reich 105 Millionen und die Länder 75 Millionen übernehmen. Mit Hilfe der Bürgschaft sollen bekanntlich) Liefe rungen bis zu 300 Millionen vorgenommen werden, es verbleibt also eine Haftung der privaten Lieferfirmen in Höhe von 120 Millionen Mark, das ist 40 Proz. bei jedem Einzelgeschäft. Hier ist die Bestimmung eingefügt, daß bei einer teilweisen Nichtbezahlung feitens der russischen Besteller die privaten Lieferanten zunächst einmal 20 Broz. des gesamten Rechnungsbetrages selbst zu übernehmen haben, ehe die Haftung des Reiches und der Länder wirksam wird. Die Bürgschaft bezieht sich auf Lieferungen von industriellen Produftionsmitteln und zwar je zur Hälfte für schwere Installationen", wofür bis Ende 1930 Frist gewährt wird, und für leichte Installationen, die bis Ende 1928 geliefert sein müssen. Die Auf träge, für welche die Bürgschaft übernommen werden soll, sind dabei in erster Linie solche, die eine große Arbeitsmenge erfordern, also zur Behebung der Arbeitslosigkeit in erster Linie geeignet sind, und weiterhin solche, bei denen Nachbestellungen( Erfagmaterial, Reparaturen) zu erwarten sind. WÄSCHEREIEN 22. April 1 Donnerstag, 22. April 1926 Ueber die Finanzierung sind teine neuen Entschließungen gefaßt worden. Wegen einer Gesamtfinanzierung der deutschen Liefe rungen wird noch zwischen der russischen Handelsdelegation und der amerikanischen Harriman- Gruppe verhandelt, wobei eine Hinzu ziehung deutscher Banten geplant ist. Die Gesamtfinanzierung durch ein deutsches Bantenfonsortium ist bekanntlich an der Höhe der deutschen Zinsforderungen gescheitert. Es ist aber zu erwarten, daß eine Reihe größerer Industriefirmen durch besondere Regelung mit ihren Banten eine Kreditgewährung für ihre Rußlandgeschäfte von Fall zu Fall erlangen, wie es z. B. die Firma Otto Wolff bereits erreicht hat, Russlands Wareneinkäufe in Deutschland vom 1.0kt.1924-1 April 1926 In 1000 Mark Nach Angaben der russischen Handelsvertretung 141787.4 141 629.8 10% 145.1 85 889., 102 667.9 Z 17 636.3 Okt. Jan./ April/ Juli/ Okt./ Jan./ Jan April Juli Dez. März Juni/ Sept./ Dez. März 1924 1 9 2 5 1926. Die bayerische Regierung hat dem Landtag einen Antrag für Hebernahme des staatlichen Bürgschafttredites auf Warenlieferungen bayerischer Industrieunternehmungen nach Rußland unterbreitet. Es handelt sich um die von der Reichsregierung angeregte und vom Haushaltsausschuß des Reichstags bereits gutgeheißene Bürgschaftsübernahme für das bekannte 300- Millionen- Erportgeschäft nach Rußland. Auf Grund des Anteils der bayerischen Industrie an der gesamten deutschent Industrie entfällt auf den bayerischen Staat por aussichtlich eine Bürgschaftsübernahme von nicht mehr als 7,5 mlionen Mart. Die Jahresabschlüsse der Sparkasse und der Girozentrale der Stadt Berlin. Die Spartasse der Stadt Berlin hat in ihrem 107. Geschäftsjahr ( 1925) eine wichtige organisatorische Aenderung getroffen. Die bisherige Abteilung B, Girozentrale der Stadt Berlin" ist mit einem Stammkapital in Höhe von 5 Millionen Mart als„ Berliner Stadtbant( Girozentrale der Stadt Berlin)" in ein selbständiges Unternehmen übergeführt worden. Damit ist, später als in vielen anderen Kommunen, die Sparkasse einer allgemeinen Entwicklung gefolgt, die darauf hinausläuft, das den Spartaffen ganz automatisch zuwachsende bantmäßige Geschäft in einer hemmten eigenen Organisation zufammenzufaffen und vom eigentbesonderen und nicht mehr durch die Sparkassenvorschriften gelichen Sparkassenbetrieb fachlich zu trennen. lagen bei der Berliner Sparkasse im abgelaufenen Jahr von Troß der ungünstigen Wirtschaftslage haben die SpareinMonat zu Monat ziemlich gleichmäßig zugenommen, und auch im neuen Jahr hat sich diese Bewegung noch fräftig fortgesetzt. Die prozentuale Zunahme ist, abgesehen von den Sommermonaten, größer als im Jahre 1924 gewefen. Der Einlagenbestand wuchs von 16,900 Millionen Mark zu Jahresbeginn auf 66,381 Millionen zum Jahresende 1925( einschließlich 2,445 Millionen gutgeschriebener Zinsen) und auf rund 78 Millionen Ende Februar 1926. Die Werbung für vermehrtes Sparen wird als erfolgreich bezeichnet. Uebrigens ist der Zuwachs der Spargelder für Berlin im Verhältnis höher als im übrigen Reich. Entsprechend der Einlagenvermehrung hat sich das Hypothetengeschäft start entwickelt. Ende 1924 waren 146 500 W., Ende 1925 bereits 5,314 Millionen Mart an Hypothekengeldern( auf Feingoldbasis) begeben, und inzwischen hat sich die Summe der bewilligten Hypotheken noch um 13,585 Millionen Mark erhöht. Der größte Teil der Einlagen mußte allerdings verhältnismäßig kurzfristig angelegt werden, nämlich 28,312 Millionen an furzfristiger Rechnung bei Staatsbanten und öffentlich- rechtlichen Kreditanstalten, 28,750 Millionen ebendort in Kündigungsgeldern( gegen rund 10 Vorläufige Aufwertungsbzw. 0 Millionen i. B.). beträge wurden seit Oftober 1924 in 85 386 Fällen an besonders bedürftige Sparer mit insgesamt 4,347 Millionen Mark gewährt; im Durchschnitt betrug also ein derartiger Vorschuß 51 M. Die Girozentrale hat in den acht Monaten ihres ersten Geschäftsjahres einen Gewinn von 3,1 Millionen Mark( wovon 2,7 Millionen aus Binseinnahmen) erzielt, aus dem nach Abrechnung der Verwaltungsausgaben und Abschreibungen 718 688 m. als Reingewinn verbleiben. Dieser wird zu Zurückstellungen usw. verwandt; für das Stammkapital wird eine Berzinsung von 5 Proz. gewährt ( 166 667 m.) und ein Spigenbetrag von 32 643 M. geht an die Stadtfämmerei. Das Geschäft hat sich, wenn man die bisherige Ausdehnung der Abteilung B" als Bergleichsmaßstab heranzieht, aufriedenstellend weiter entwidelt. Die Girozentrale werblichen und taufmännischen Mittelstand, Genossenschaften legt großen Wert darauf, daß ihre Krebite in erster Linie dem geund dergl. zufließen. waschen hygienisch Wäschereiverband Berlin Wohnungsnot und Hauszinssteuer. Erst ablehnen, dann schimpfen die deutschnationale Taktik im Landtag. Der Landtag nahm gestern zunächst die Erweiterung des Ge-| schaffung der ersten und zweiten Hypothek sei. Daher habe das jeges zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten( Ausdehnung der Sentrum einen Antrag eingebracht, Anzeigepflicht auf epidemische Gehirnentzündung und Typhus) in zweiter und dritter Lesung und in der Schlußabstimmung mit großer Mehrheit an. Die zweite Beratung des Hausbalts des Wohlfahrtsministeriums murde mit der Besprechung des Abschnitts Wohnungs- und Siedlungswesen" fortgesetzt. " Abg. Sonnenschein( Dnat.) fordert eine Neuregelung der Hauszinssteuer, die vor allem die kleinen Eigenheime frei lasse und eine Entlastung der gewerblichen Räume herbeiführe. Beiter sei eine Entlastung der Wohlfahrtsanstalten und eine Be= freiung des Hausbesikers von der Haftung für nicht erhaltene Mietsbeträge zu verlangen. Der Schuß gegen böswillige Mieter müsse verstärkt werden. Abg. Hoff( Dem.) bezeichnet es als empörend, daß die Deutschnationalen, die die Hauszinssteuer und auch die Zwischenlösung abgelehnt hätten, jezt die schlimmsten Vorwürfe erheben, daß nichts zur Steuerung der Wohnungsnot geschehe. Mit der Hauszinssteuer allein sei es nicht getan, zur Durchführung des großen Bauprogramms müßten weitere 3wischenkredite zur Verfügung gestellt werden. Abg. Kilian( Romm.) betämpft alle Bestrebungen nach Lode. rung der Wohnungszwangswirtschaft. Abg. Dr. Spidernagel( D. Bp.) fordert, daß Neubauten völlig von der Steuer befreit würden. Eine wirkliche Belebung des Realkredits sei nur durch Aufhebung der Zwangswirt schaft zu erreichen. Abg. Haefe- Wiesbaden( Soz.) polemisiert gegen die deutschnationale Kritik an der Lösung des Wohnungsproblems. Diese Kritif sei rein negativ. Wenn wie durch die Hauszinssteuer Mittel für den Wohnungsbau beschafft werden sollten, wären Deutschnationale und Deutsche Volkspartei nicht zu Hause.( Sehr richtig! lints.) Die Privatinitiative allein könnte die unleidlichen Verhältnisse des Wohnungswesens auch nicht bessern. In England bestehe heute auch noch die Wohnungszwangswirt fchaft. Dort würden den privaten Bauunternehmern Staatsmittel zur Verfügung gestellt. Trotzdem fehlten in England heute noch 500 000 bis 800 000 Wohnungen. Notwendig sei, daß man den Begriff„ Saison" im Baugewerbe fallen lasse. Die Bauarbeiter müßten von Anfang bis Ende des Jahres zur Arbeit herangezogen werden. Die Arbeitsintensität der Bauarbeiter wird aber nicht durch Lohnjentungen gehoben. Notwendig ist dagegen eine Sentung der Baumaterialienpreise. An den Abbau der Zwangswirtschaft sei nicht zu denken, selbst wenn die Deutschnationalen morgen die Regierung übernähmen. Im Gegenteil, Herr v. Schlieben habe ja selbst den Ländern den Weg gezeigt, der jest allein begangen werden kann. Jede Verschlechterung des Mieterschutzes müsse abgelehnt werden! Das Wohlfahrtsministerium müsse dafür sorgen, daß nun endlich das System der Verschlepping aufhört und mit Hochdruck gebaut wird, wodurch auch die Erwerbs losigkeit gemildert wird. Abg. Bergmann( 3.) betont, daß am allerschwierigsten die BeAus der Partei. Die Partei auf dem Vormarsch. Auf einer Bezirkskonferenz für Mittelschlesien, die am Sonntag in Breslau tagie, fonnte berichtet werden, daß in faſt ollen Kreisen des Bezirks sich erfreuliche Fortschritte in ter Mitgliederbewegung zeigen. Besonders bemerkenswert sei, daß alle Befürchtungen, die wegen der letzten Beitragserhöhungen gehegt wurden, nicht eingetroffen sind. In den Kreisen, in denen die Beitragserhöhung am heftigsten bekämpft wurde, sind sogar die meisten Neuaufnahmen gemacht worden! Durch eine planmäßige Agitation in dem rein ländlichen Kreise Ohlau fonnten zehn neue Ortsgruppen gegründet und 200 Genossen und Genoffinnen in die Partei neu aufgenommen werden. Diese Erfolge find um so höher zu bewerten, als die in dem Bezirt herrschende Wirtschaftskrise sehr niederdrückend wirkt. Die durch das Voltsbegehren mobil gemachten Arbeitermassen niüßten nunmehr auch für die Partei gewonnen werden; eine vom 1. bis 9. Mai zu veranstaltende Werbewoche soll diesem Ziel besonders dienen. Nach einem politischen Referat des Genossen Löbe erwiderte dieser im Schlußwort einem Diskussionsredner: Wir müßten uns die Anschauungen der englischen Genossen mehr und mehr zu eigen machen, daß wir auch im fapitalistischen wonach die öffentlichen Sparkassen und ähnliche Geldinftilute möglichst 40 Proz. ihres Einlagebeffandes für den Wohnungsbau verwenden sollen. Die Parteien und Abgeordneten, die das Hauszinssteuergefeh zu Fall gebracht hätten, hätten damit die Wohnungsbautätigkeit schwer geschädigt und seien für alle Folgen verantwortlich zu machen. Wo bleibe das politische Verantwortungs gefühl derjenigen Parteien, die Anspruch darauf erheben, im Bolt ernst genommen zu werden? Das Zentrum betrachte es als Pflicht des Reiches, außer dem 3 wischenfredit meitere aus= reichende Mittel für den Wohnungsbau zu beschaffen. Durch eine Förderung der Neubautätigkeit werde Arbeitsgelegenheit geschaffen. Die deutsche Wirtschaft sei zurzeit völlig außerstande, die Belastung einer vollen Freigabe der Wohnungsmieten zu tragen. Eine Steigerung der Mieten könne nur in einem solchen Tempo erfolgen, daß die breiten Massen die Mehrausgabe fragen fönnten. Abg. Ladendorf( Wirtsch. Bg.) wendet sich, wie gewöhnlich, gegen die Wohnungszwangswirtschaft. Nach Ausführungen des Abg. Meinde( Dem.) erflärt Wohlfahrtsminister Hirtfiefer: Das Städtebaugefeß wird möglichst noch in diesem Sommer dem Staatsrat und Landtag vorgelegt werden. Mit unseren Leistungen auf dem Gebiet des Wohnungsneubaues können wir uns auch den Ländern gegenüber sehen lassen, die den Krieg ge wonnen haben. Auch vor dem Kriege ist die Aufgabe nicht gelöst worden, die Menschenmassen in den Industriegebieten und in den Großstädten gesund und zweckmäßig unterzubringen. Wir sehen es aber als unsere Ausgabe an, die Menschenmassen aus den Mietfasernen herauszubringen und ein gesundes Geschlecht zu schaffen. Die Aufhebung der Zwangswirtschaft würde nur eine Steigerung der Mieten zur Folge haben. Wenn Sie( nach rechts) sich bereit erklären, die Steigerung der Mieten durch Erhöhung der Löhne und Gehälter auszugleichen, dann läßt sich über die Aufhebung reden. Die Regierung hat auf dauernde Herabsetzung des Beamtenpersonals in den Wohnungsämtern hingewirkt. Die Behauptung, daß der preußische Finanzminister die Auflösung des Wohlfahrtsministeriums befürwortet hat, trifft nicht zu. Nachdem noch einige Wortmeldungen erledigt waren, schließt die Besprechung. Die Abstimmungen zum Etat werden noch ausgesetzt. Nächste Sigung Donnerstag 12 Uhr( Etat der Gestüts- und Domänenverwaltung). Schluß 5% Uhr. Wie von demokratischer Seite mitgeteilt wird, hat sich das Preußische Finanzministerium bereit erflärt, in das nach Ablehnung des Gebäudeentschuldungsgesetzes nunmehr gültige Hauszinssteuer- 3 wischengesetz Richtlinien hinein zubringen, wonach bei notwendigen größeren Ausbesserun= gen von Althäusern Gelder aus dem Ertrage der Hauszinssteuer gegeben werden können. Staate eine Anzahl Aufgaben zu lösen haben. Wenn Deutschland durch den Eintritt in den Völkerbund wieder Kolonien erhalten würde, so könne heute noch nicht gefagt werden, ob wir uns dafür oder dagegen aussprechen sollten. Wenn wir Erfolge erringen wollen, müssen wir den Arbeitern fonkrete Ziele stellen; das habe das Volksbegehren bewiesen. Auch auf der Kreisgeneralversammlung für Halfe und den Saalefreis fonnte über eine gute Entwidlung der Parteiorganisationen und eine erhebliche Zunahme der 2bonnenten des Parteiblattes berichtet werden; drei Ortsgruppen sind neu gegründet worden. In der Diskussion nach einem Referat des Bezirkssekretärs Drescher über die Werbeaktion für Parteiorganisation und Presse wurde unter anderem betont, daß sich im Bezirk ein vollkommener 3usammenbruch der fommunistischen Organisationsreste und eine stete Abwanderung der vernünftigen Elemente von der Putschpartei bemerkbar mache. Einstimmig angenommen wurde eine Entschließung, die von der Reichstagsfraktion die Ablehnung des Kompromißantrages über die Entschädigung der Fürsten fordert. Einer Kreistonferenz für Weimar Apolda und den Landkreis Weimar fonnte ebenfalls die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß die Mitgliederzahl trotz der mirtschaftlichen Krise in vielen Ortsgruppen ist mehr als die Hälfte der Parteigenossen erwerbslos ge= stiegen ist und Ortsvereine neu gegründet werden konnten; im Stadttreis Apolda find die 3ugänge befonders#art Die Konferenz sprach sid; für eine weitere intensive Werbearbeit der Partei aus. Philipp Landrieu gestorben. Dieser Tage starb in Paris der frühere Berlagsdirektor der Sumantić" zu Jaurès Zeiten Philipp Landrieu. Von Beruf ein ganz hervorragender Chemiker. Zunächst mehrere Jahre leitender erster Assistent des großen Gelehrten Marcellin Berthelot wurde er dann selbst Professor der Chemie am College de France, Aber sein Herz gehörte der sozialistischen Bewegung, und als Jaurès, mit den er eng befreundet war, die Humanité" gründete, wurde er deren Geschäftsführer. Er saß neben Jaurès bei dessen Ermordung. Aus Liebe zur„ Humanité" blieb er im Jahre 1921 zunächst bei den Kommunisten, als das Parteiblatt in deren Hände überging, doch hatte er die Bolschewistenwirtschaft bald satt und trennte sich vom Sowjetstern. Der große Gelehrte, der er mar, mußte, nachdem er für seine Ueberzeugung alles geopfert hatte, schließlich seine letzten Lebensjahre als Korrektor in einer Pariser Druckerei fristen! Bezirksparteitag für Zwidau. Der Bezirksvorstand beruft zum nächsten Sonntag nach Zwickau einen Bezirksparteitag ein, der außer mit der Entgegennahme des Geschäfts- und Kaffenberichts fich auch mit der Landtagswahl und der Aufstellung der Kandidaten beschäftigen wird. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Sof, 2 Tres. rechts, au richten Bezirksvorstand. Sonnabend, den 24. April, abends 6 Uhr, Sigung im Konferenzzimmer der„ Borwärts"-Redaktion ,, Lindenstr. 3. 4. Kreis Prenzlauer Bera. Freitag, 23 April, 7 Uhr, Kreismit Tagesordnung: gliederversammlung im Ledigenheim. Pappelallee 15. ,, Die weltlid; e Edyule und ihre Bedeutung für die Arbeiterklasse". Referent: Dr. Kurt Löwenstein. Anschlickend Frattionsligung der Freis denlergenoffen. Sympathisierende tonnen durch Varteigenoffen eingeführt werden. 6. Kreis Kreuzberg. Freitag, 23. April, 7½ Uhr, ermeiterte Kreisvorstands. fitung bei Bieler, Dieffenbachstr. 76. 7. Kreis Charlottenburg. Zeitungsfemmiffion: Donnerstag. 22. April, 8 Uhr, bei Bogel, Spreeftroke, aut Wilhelmsvlak. Reitungsfommiffionsfigunt. Gämtliche Mitglieder der Kommiffion müssen vertreten fein. 14. Kreis Neukölln. Heute, Donnerstag, 22. April, 7 Uhr, Besprechung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern in Bortcibureau, Recarstr. 2. Bildungsausschus: Freitag, 23. April, 7 Uhr, Gigung im Parteibureau, Redarffr. 2. 15. Kreis Treptow. Freitag, 23. April, porntitians 10 Uhr, Berfommlung aller ermerbslofen SBD.- Genossinnen und-Genoffen bei Smbera, Ober. fchönemeide, Wilhelminenhofftr. 34. Bortrag: Erwerbslofenfragen". Referent: Stadtrat Rabel. Durch Barteigenoffen eingeführte Gäste haben Butritt. 17. Arris Lichtenberg. Bildungsausschus: Scute, Donnerstag, 22. April, 8 Uhr, in der Bibliothek Weichselstr. 28. Wichtige Gigung. Vortrag: Görtheim. 19. Kreis Bankow. Freitag, 23. April, 148 Uhr, bei Mener, Türkisches Belt, Breite Str. 14.. Gämtliche Jugendpfleger, in der Jugendmohlfahrts, in der Wohlfahrtspflege, bei den Rinderfreunden Beschäftigte sowie die Be zirksverordneten müssen erscheinen. Referentin: Genoffin Todenhagen. Heute, Donnerstag, 22. April: 85. Abt. Tempelhof. Die Bezirksfilbrer holen von der Genoffin Sasdorf bid Frauenftimme" zum Verbreiten ab. Röntgental- Repernid. 8 Uhr Rahlabend bei Bafener. Erscheinen aller Ge nossen und Genossinnen ist Pflicht. Morgen, Freitag, 23. April: 124a bt. bt. Mahlsdorf- Süd. 8 Uhr im Lobal Diek. Berbenersammlung. Bortrag des Genoffen Fronz. Saming über: Aus dem 17. Berwaltungsbegirl". Bormärtsleier und Gäste heraiidh wiltomten. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratijder 2chrer und 2ehrerinnen Deutsch lands, Bezirksgruppe Berlin. Generalversammlung am Freitag, 28. April, 7 Uhr. im Alten Astanier", Anhaltstr. 11. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht: Gen. Witte. 2. Raffenbericht: Gen., Feuerfiad. 3. Neuwahl des Bop " itanbes. 4. Berschiedenes. Nach der Siguna aefelliges Beifammensein. Jungsozialisten. Gruppe Reukölln II: Heute, Donnerstag, 22. April, int Jugendheim Schierfeftr. 44, 8 Uhr, spricht Hans Krauk über: Binchotechni Am Sonntag, 25. April, 8 Uhr, im Jugendheim Canner Ede Böhmische Straße. Lustiger Abend. Ausgestaltet von der Gemeinschaft Beigelt aus der Rütlischule. Gruppe Brenzlauer Berg: Seute, Donnerstag. 22. April, 8 Uhr, int Jugendheim Danziger Str. 62( Baraden). Vortrag: Außenpoliti!". Referent: Dr. Walter Fabian. Gäste willkommen. Gruppe Often: Heute, Donnerstag. 22. April, 7% Uhr. im Jugendheim Tilsiter Str. 4. Gruppenabend. Gruppe Treptow: Heute, Donnerstag, 22. april. 8 Uhr, im Jugendheim Elfenſtr. 3 fpricht Genoffe Robert Keller über: Bon Glakbrenner bis Erich Weinert". Gruppe Norden: Morgen, Freitag, 7 Uhr. im Jugendheim Orthstraße im Ledigenheim am Brunnenplak. Genoffe Möbus spricht über Baneuropa". Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Gäfte und Freunde find eingeladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 67. Abt, Grunewald. Unser Genoise Karl Spring, Bezirksführer, ist vers storben. Einäscherung am Freitag, 23. April, vormittags 11 Ubr, im Krema torium Wilmersdorf. Wir bitten um recht rege Beteiligung. Erfolg E haben Inserate im Vorwärts 1 Erbsen- u. Linsen- Woche bis Mittwoch, den 28. April Wer 1 Pfd. kauft, erhält 1% Pfd. Wer 2 Pfd. kauft, erhält 3 Pfd. Wer 5 Pfd. kauft, erhält 7% Pfd: Vikt.- Erbsen Pfd. 30, 26, geschälte 42 Pfg. Linsen Pfd. 48, 40 Pfg. 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Zwischen uns, die wir auf der Erdoberfläche hausen, und dem eigentlichen Kosmos, dem leeren Weltraum, wo die ewige Nacht gähnt, dehnt sich die Fülle der irdischen Atmosphäre. Rund tausend Kilometer did, nimmt sie nach außen zu rasch an Dichte und an Wärmegehalt ab. Sie gleicht einem riesigen Kissen, das uns vor der prallen Wucht der Weltraumstrahlen schützt. Diese durchziehen gleich wahren Todesstrahlen den leeren Raum zwischen den Blaneten und zwischen den Fixsternen. Schon in der Höhe unserer Gletscher wird ihr Dasein bemerkbar. Namentlich scheint ein gemaltiger Strom dieser unsichtbaren Strahlung aus dem Gebiet der Milchstraße zu fließen. Aber auch die Natur der Sonnenstrahlen ändert sich, wenn man in der irdischen Luft in die Höhe steigt: der Gehalt an ultraviolettem Licht nimmt rasch zu und allein schon megen dieser Strahlen märe ein Leben in der Höhe von 10 Kilo metern unmöglich. Dort, wo die Luft aufhört und der Weltraum anfängt, muß sich eine Grenze finden. Der Engländer Heavyside hat den fühnen Gedanten gehabt, fich rings um die Erde an den äußersten Grenzen der Luft eine glastlare und triftallharte Schale, aus gefrorenem Stidstoff bestehend, zu denken. Der Flieger, der den Höhenreford erringen mill, braucht freilich bloß" 13 Kilometer hoch zu steigen. In dieser Höhe liegt gegenwärtig die Grenze der technischen Möglichkeit. Das flingt ziemlich harmlos dreizehn Kilometer! Kleinigteit bas, mo heute jeder Großstadtbemohner wöchentlich etwa hundert Kilometer zurücklegt, um nur seine Geschäftswege zu er ledigen! Aber lotrechte Kilometer sind fürwahr etwas ganz anderes als wagrechte, die auf der Erdoberfläche liegen! Schon bei 4 Kilometer( Jungfrauhöhe) wird die Luft ungemütlich dünn, die Tempe ratur bleibt ständig unter Null. Weiter hinauf muß der Mensch zur künstlichen Sauerstoffzufuhr greifen und auch der Flugzeugmotor muß füftlich auf Normaldruck gebrachte Luft zugeführt be tommen, da er so wenig wie der Mensch dafür gebaut ist, bei so geringem Luftdruck zu arbeiten. Bei zehn Kilometern steht der Druck der Luft auf dem sechsten Teil des Normaldrucks. In dieser Höhe ist die Temperatur ständig unter minus 80 Grad Celsius und weder Tageszeit noch Jahreszeit übt hierauf einen Einfluß aus. Während des Steigens scheint der Horizont stets gleichzeitig emporzugehen. Bei zehn Kilometer sieht der Flieger ein Gebiet non 350 Kilometer Durchmesser und einen Flächeninhalt von über 100 000 Quadratkilometer Größe, mehr als die doppelte Schweiz. Bei einer Höhe von 16 Kilometer fann das ganze Deutsche Reich mit einem Blid erfaßt werden. Aber erst bei 6370 Kilometer würde die ganze Erde als einheitlicher Weltkörper erscheinen. Man wäre dann meit außerhalb der Erdluft. Bon acht Kilometer an wird ein träftiger Wind bemerkbar, der sich allmählich zum dauernden Orfan verstärkt. Er meht aus Often her und man erflärt ihn durch die Erddrehung. Die äußeren Schichten der Luft sind durch die bremsende Wirkung von Ebbe und Flut in ihrer Drehung hinter derjenigen der Erde zurückgeblieben. Die Erde dreht sich rascher von West nach Ost als die Luft über ihr. Diese scheint daher von Ost nach Best zu stürmen. Das meiß man fohon seit vielen Jahren aus den zahlreichen Aufstiegen der kleinen unbemannten Registrierballons. Unsere Höhenflieger haben nun den Ortan erlebt, den sonst nur noch die Mount Everest- Leute zu spüren befamen. Man schäßt seine Geschwindigkeit auf 300 Kilometerstunden und sie würde, genügen, einen Flieger, der sich diesem Strom überläßt, in unseren geographischen Breiten in dreieinhalb Tagen eine Reise um die Erde machen zu lassen. John A. Macready stieg am 28. September 1921 auf mehr als 11 Kilometer in die Höhe. Der Aufstieg in derartige Entfernungen ift äußerst mühsam und langwierig. Aehnlich wie der Hochgebirgswanderer muß auch der Flieger fich an die merkwürdige Einfam feit der Höhen gewöhnen. Von oben gesehen wird alles Einzelne und Kleinliche zu einem Nichts. Wiesen und Felder verlieren fich in eine allgemeine Erdfärbung und nur die hellen Landstraßen leuchten als dünne Fäden hinauf. Der Flieger, der gegen die Grenze des Kosmos zustrebt, erlebt eine unirdische Einsamkeit. Selbst das Donnern des Motors flingt trostlos in die Dede und findet nicht den leisesten Widerhall. Die dünne Luft hat faum noch Tragfähigkeit und das geringste Nachlassen des Motors läßt den Flieger binnen wenigen Sekunden um Hunderte von Metern stürzen. Troz fünstlicher Atmung setzen Störungen im Blutkreislauf ein. Sinnestäuschungen sind an der Tagesordnung, das Ablejen von Instrumenten ist unzuverlässig und muß, wenn irgend möglich, automatisch gemacht werden. Das Bewußtsein sezt sekundenlang völlig aus. Ein treibender Schneesturm erschreckt den Flieger, der 3] Wer weiß etwas? Bon Jaroslav Hulfa. ( Schluß.) Der Haß wird aus einem zugefügten Unrecht geboren. Und er ist groß, wenn das Unrecht schmutzig, did, übermütig ist und sich mit dem Geld bläht, das an armen Teufeln verdient wurde. Der Haß ist die erste schöne Pflicht der Erniedrigten und Beleidigten, er ist ein eingeborener Instinkt der Armen und wartet nur auf den Anlaß, um sich auszutoben. Der Haß ist eine Pflicht, weil er der Reim einer fommenden Liebe ist. Und er hat auch seine volle Berechtigung. Und das erste ist das Recht der Rache. Der alte Sturm gelangte nicht erst durch reife Ueberlegung zum Worte: Ich werde mich rächen! Es feimte in ihm. Es reifte in ihm wie ein Trost, es streichelte und verband die Wunde, die ihm durch diese Erniedrigung zugefügt worden war. Aber dann legte er sich die meitere Frage vor: Wie soll ich mich rächen? Dies war allerdings ein schwerwiegendes Wort, das einer reiferen lleberlegung bedurfte. Und er dachte darüber bei seiner Harmonika nach, modurch er noch mehr den Eindrud eines Blinden machte. Einem Reichen fann man nicht so leicht auf den Naden. Das war ihm bekannt. Aber er mußte auch, daß er ihm auf den Raden steigen mußte, um der eigenen Ruhe willen, um sich vor sich selber nicht erniedrigt zu fühlen. 3mei starte Dinge vereinigten sich in ihm: die erniedrigte Armut und der beleidigte ländliche Stolz, den er von seinen Vorfahren geerbt hatte und der durch den langjährigen täglichen Verkehr mit übermütigen Bauern genährt wurde. Er überlegte bei seiner Harmonila so lange, bis er sich zum Schlimmsten entschloß. Ich werde den Lumpen erschlagen, weil ich mich an ihm nicht anders rächen tann. Alles andere würde an seinem Gelde scheitern. Aber vor dem Tode wird es ihn nicht retten. Der Mensch darf gegen seine Feinde nicht zartfühlend sein. Der Mensch darf sich nicht demütigen lassen. Und jetzt stand feine Rede flar vor ihm. Wer einmal diese Schwelle überschreitet, der tehrt nicht wieder. Er darf nicht zurüd, um nicht vor fich selber als lächerlicher Schwächling dazustehen, um nicht zu den Worten zu berechtigen: wer wird sich etwas aus fo einem armen Tropf machen! Na, vielleicht ist's nicht so? Der alte, schmache Sturm, das beleidigte Elend, der zermürbte Körper, der von dem gefühllefen Dorfe auf das Pflaster der noch gefühllojeren Stadt geworfen worden war, wurde start durch seinen Entschluß. Wiſſen Käsemaden. Er hat uns in schlechten Geruch gebracht, Der üppige Käsefladen. Nach außen war er falide Pracht, Doch innen war er schon längst verfracht; Es wimmelt nur so von Maden. Die Reichsbahnmade aus Frankfurt a. O. Die Volksopfermade aus Dresden, Die Aftenmade vom Knollbüro, Die Weber- und Sperlingsmaden en gros Sind unter allen die größten. Der fapitalistische Käse zerfällt! Ein Schauriges Menetefel! Man schaffe diesen Dred aus der Welt! Er stinkt nach Verwesung, er stinkt nach Geld. Was übrig bleibt, ist der Efel! KAPITA plöglich im dämmernden Tageslicht seinen Schatten auf die grotesk gefrorene Wolfe geworfen sieht. In jenen Höhen nähert sich der Flieger schon ein wenig dem dunklen Weltraum. Nur die sichtbaren Körper ergeben Helligkeit; je weiter die Erde entschwindet, desto meniger hell wird es. Merkt der Flieger, daß er nur noch wie auf einem Ozean treibt, dem Ostorfan preisgegeben, daß der Motor nichts mehr hergibt und der Höhenmesser schon längst nicht mehr Steigen zeigt, fühlt er seine Willenskräfte erlahmen, so weiß er, daß es Zeit ist umzukehren. Langjam muß er seinen Apparat fallen lassen, daß nicht der rasch zunehmende Luftdruck ihm Lungen und Haut zerreißt. Wer an die Grenzen des Kosmos will, muß fich trainieren wie ein Nordpolfahrer; er muß in jahrelanger Uebung einen Körper stählen, damit dieser dann in den wenigen Stunden des Refordfluges sein Letztes hergeben fann. Während eine Polarexpedition einige Monate, oft einige Jahre dauert, spielt sich der Höhenflug gleich einem Drama in wenigen Stunden ab. Neues vom Gehörsinn. Jeder wahre Einblick in die Funktionen unserer Sinnesorgane vermehrt unsere Ehrfurcht. Früher meinte man, die Erkennung der Schallrichtung durch das Gehörorgan beruhe auf der Mitwirkung der Dhrmuscheln, auf Unterschieden der Intensität der Schallerregung im linken und rechten Ohre je nach der Schall richtung oder anderen naheliegenden Hilfsmitteln. Erst die Forschung der letzten Jahre hat das Zustandekommen der Richtungswahrneh mung aufgeflärt und dabei eine ganz erstaunliche Eigentümlichkeit Ermorden, ermorden will er den feisten Wirt, um sich zu rächen, ihn, der außer seinem Gewerbe noch mit Vich Wucherhandel treibt, ermorden mill er ihn, um sich wenigstens ein wenig an dieser verdammten Beltordnung zu rächen, die für seine ganze Lebensarbeit auf den Feldern, Wiesen, in den Wäldern und Ställen nichts übrig hat als ein Almosen, wofür sie noch ein Lied auf der Harmonika und den Eindruck der Blindheit verlangt. Morden will er, meil fie in seine früher geleistete Arbeit mit den Füßen stießen, weil sie ihm ein Almojen aus einem anzuzmeifeinden Mitleid mit seinem Unglück geben. Ermorden will er, und er wird im Rechte sein! Und dann handelte der alte Sturm. Es war ihm bekannt, daß der Wirt jeden Donnerstag aufs Dorf ging, um Bieh zu laufen, das er dann in der Stadt mit Gewinn verkaufte. Er felgte ihm unauffällig, damit er wisse, welchen Weg er einschlage. Und am nächsten Donnerstag wartete er, im Dickicht verborgen, bei einem Waldwege. Der Wirt fam des Weges. L Bellage des Vorwärts des Gehörfinns entdeckt: seine äußerst feine Empfindlichkeit gegen fieinste Unterschiede in der Zeit der Erregung der beiden Ohren. senn ein Schall genau von vorn fommt, jo erreichen die Schallwellen die beiden Ohren gleichzeitig. Rüdi aber der Schall auch nur cin wenig nach der Seite, so ist der Weg zu dem einen Ohr fürzer als zu dem anderen, und auf Grund dieses Vorsprunges langen, die Schallwellen cher an. Auf diese Zeitdifferenz aber spricht das Gehörorgan an und unterscheidet danach die Richtungen und ihre Unterschiede. Es handelt sich dabei um geradezu phantastisch kleine Zeiten. Der größte Wegunterschied, der überhaupt vorkommen fann, wenn nämlich der Schall genau von der Seite fommt, führt bei einer Echallgeschwindigkeit von 340 Meter pro Sekunde immerhin erst zu einem Zeitunterschied von rund 0,0005 Sekunden; und bei den tleinsten überhaupt erkennbaren Richtungsunterschieden spielen die geradezu märchenhaften kleinen Zeiten von 0,00003 Sefunden eine Rolle: das heißt also das Schörorgan spricht noch auf einen Vor. sprung der Schallerregung in dem einen Ohre an, wenn dieser auch nur den dreißigtausendsten Teil von einer Sekunde ausmacht! Die fürzesten Reflegzeiten, die wir sonst beim Menschen kennen, betragen 0,03 Sefunden. Sie sind also noch tausendmal so groß als die ficinsten Zeitunterschiede, denen gegenüber das Gehörorgan empfindlich ist. Bisher hatten meder in der Psychologie noch in der Physiologie solche fleine Zeiten eine Rolle gespielt. Die physiolo gischen Grundlagen für diese Fähigkeit des Gehörfinns bleiben indeffen noch in Dunkel gehüllt. herausfombiniert. Er war damals bei der Szene mit der Flasche bei dem dicken Birt anwesend gewesen und verstand das Rache funkeln im Auge des Greises. Später las er von dem Morde in den Zeitungen, die behaupteten, daß es sich um einen Racheakt handeln müsse, da kein Geld geraubt wurde. Auch das Leben des olten Sturm am Lande war ihm aus der Erzählung jenes Arbeitera follegen befannt, der damals gerufen hatte:" Sturm, mie fommen Sie denn her?" Selbstverständlich erzählte er dies alles nur der Frau Böhm und vielleicht drei Bekannten. Er wußte, daß diese Leute schweigen würden, weil sie viel Haß in sich herumtrugen. Nach seiner Erzählung jagte ein Monteur aus der Maschinenfabrik: llebrigens hatte er mit diesem Mord vollkommen recht. Sein Elend gab ihm das Recht hierzu! Und alle Armen haben dieses Recht, sie sollen sich deffen nur bewußt werden!" Und Frau Böhm, die gerne Sprichworte gebrauchte, setzte hinzu: Und seit jenem Tage berech Ja, wie sich einer bettet, so liegt er." nete sie dem alten Sturm den Ice erheblich billiger. Noch zwei Jahre lang ging der alte Sturm ins Kaffeehaus Und die Rache reifte aus in einem gewaltigen Messerstoß in Sum Mohren". seinen Rücken. Er mudste nicht einmal. Der Stoß war sehr gut geführt gewesen. Er hatte ihn sehr human niedergestochen. Und der alte Sturm, der Mörder Sturm, nahm ihm nicht einmal das Geld ab, das für die Leiche vollkommen überflüssig war. Nur das Messer zog er aus der Wunde heraus. Und bei Nacht warf er es sehr vorsichtig in den Kanal. Er führte weiter das Leben eines Bettlers. Nur eine Verände rung trat ein, daß er 3um Mohren" zu gehen begann. Die Bolizei fonnte den Mörder nicht eruieren, und der alte Sturm schwieg. Nicht einmal feinen Namen nannte er in dem Kaffeehaus, in das er täglich zu gehen pflegte. Er spielte auf der Harmonika, im Winter pflegte er auf der niedrigen Mauer unweit des Grand Hotels zu fizen. Er ähnelte einer gegen harte Mauern und erleuchtete Fenster geballten Faust. Im Sommer hörte in der Vorstadt bei der Brüde vielleicht bloß die einzige Berfäuferin von fauren Gurken und von Limonade gern feiner Mufit zu. Er simulierte jetzt mirklich Blindheit, um nicht für die elenden Almojen danken zu müssen. Aber er hatte einen Trost in seiner Not: einmal, wenigstens einmal in seinem Leben hatte er fich gerächt! wwww Eines Mittwochs aber fam er nicht. Auch die folgenden Tage fehlte er. Und in der Woche darauf, um 5 Uhr früh, als Frau Böhm die Semmeln und Kiefel zählte, überraschte fie ihre Gäste mit den Worten:„ Wißt Ihr, was Neues ist? Der alte Sturm ist gestorben!" Und sie reichte den verwunderten Gästen das„ Juustrierte Blatt", wo sich auf der vorlegten Seite eine elende Photographie des alten Sturm befand, mit der Aufschrift: Wer weiß etwas? Mittwoch nachts wurde in der Nähe der Zidenizer Brücke ein total erfrorener Mensch aufgefunden, der am selben Tage im Spital zur heiligen Anna starb, ohne daß es möglich murde, seine Identität festzustellen. Wenn etwas Näheres über ihn befannt ist, wird er. fucht, dies dem Bolizei- Kommissariat mitzuteilen." Die lange Nase" sagte:„ Wir fennen ihn wohl, aber was hat es für einen Wert, wenn mir es mitteilen, wer es war. Wir Armen kennen ihn. Die, welche ihm gedankenlos ein Almosen hingeworfen und sich nicht weiter um ihn fümmerten, fennen ihn nicht. Wir tennen ihn wohl und schätzen uns ihn. Nicht wahr, Frau Böhm?" Und sie antwortete: Ja, er war ein braver Mensch, die Erde werd ihm leicht!" Und nachmittags, am selben Tage, war das Kaffeehaus ge schlossen, mit einer Reißzmede ein Stück Papier an der Tür befestigt, auf dem zu lesen war: Wegen eines Trauerfalles bis morgen vier Uhr früh ge ( Berechtigte Ueberfesung von 5. Reismann.) schloffen. Dies alles hatte die lange Naje" in Erfahrung gebracht und Donnerstag, Freitag, Sonnabend Stern Zage im 12 90 Herren Halbschuhe Boxcalfu Chevreau, auf Rand genäht, bewährtes Fabrikat SCHUHNOF 90 Braune Spangenschuhe prima Boxcalf, neueste Form, eleg.Modell, Gummifleck. Berlin W.9, Linkstr. 11 Charl.Wilmersdorferstr. 117 Spandau, Breitestr.22 BUTTER Verkaufsstellen: Norden: Ofener Straße 14, Müllerstr. 126, Lüderitzstr. 5, Seestraße 106. Fehmarnstr. 4, Triftstr. 41, Tegeler Straße 29, Gerichtstr. 8, Reinickendorf: Berliner Str. 3, Tegel: Berliner Straße 94, Treskowstraße 20. Osten: Magazinstr. 17, Landwehrstr. 1, Winsstr. 9, Winsstraße 48, Naugarder Straße 6, Hufelandstr.16, Hufelandstr. 46, Kniprodestr. 147 Zionskirchplatz 15, Swinemünder Str. 42, Stettiner Straße 38, Soldiner Straße 44. Drontheimer Str. 27, γι ww Schirelbeiner Straße 40, Bornholmer Straße 92, Weißensee: Langhansstr.58 Südosten: Bödikerstr. 2, Oranienstr. 198, Ratiborstr. 21, Neue Roßstr. 12, Süden: Tempelhof: Berliner Straße 125, Berliner Straße 160, Mariendorf: Chausseestr. 804. Westen: Chartottenburg: Grolmanstraße 22, Lohmeyer straße 12, Schöneberg: Großgörschen Straße 9. KaiserFriedrichstraße 1. Friedenan: Rbeinstraße 88, Lichterfelde: Drakestr. 25. Nordwesten: Moabit: Alt- Moabit Bochumer Straße 5. 128 Commerz- und Privat- Bank Aktiengesellschaft Bilanz abgeschlossen am 31. Dezember 1925 AKTIVA Kasse, fremde Geldsorten. Zinsscheine und Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken Wechsel Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere. Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapier e. Konsortialbeteiligungen. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen RM 27/30 112A 25 Rindleder Sandalen doppelsohlig, 2malgenäht mit Absatz, Naturform 31/35475 LEHMANN STEGLITZ Wirtschaftsgenossenschaft Siedlung am Marienfelder Weg Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung Bilanz am 31. Dezember 1925 Altiva Grundstild und Gebäude- Ronto 151,500,- M. Abschreibung 10 Proz Neutoüner Stadtban! Ronto- Korcent.Ronto . 15 150, 77.20 902 7.70 " 136 350,- 21. 60,50 20 15,94 6.46 Inventar- Ronto 20 239 969.87 Abschreibung 10 Prog. 183 647 595,56 Raffa Ronto Postiched- Konto 54 620 380,21 42 619 590,81 47 312 242,51 10 734 854,07 Gefchäftsanteile- Ronto 6 427 798 34 Geschäftsguthaben- Ronto Refervefonds- Konto 4 058 107,30 Betriebsrücklage- Ronto 294 053 391,92 Gewinn- und Berlust- Konto . 23 500 000, 2 650 000. 694 865 930 59 An Grundstücks- und Gebäude- Konto " Inventar- Ronto PASSIVA RM " Geschäftsanteile- Ronto. Aktienkapital 42 000 000, 4 Handlungs- Untoften- Konto Reservefonds " Schornsteinfeger- Ronto 21 000 000, Borto- Konto Reservefonds II. 1 000 000, 600 430 220,57 25 233 185,41 57 624,48 L Waschtischen Konto " 10 M Debitoren in laufender Rechnung Bankgebäude Sonstige Immobilien 1352,10 825,00 185119,-DE Gewinn- und Berluft- konto am 31. Dezember 1925 Paffiva 1500.-. 136 350, " 58,51 58.10 157,39 138119,9 " 15 150,00 m. 7,70" 1000, 696,74 177.60 11,46 275,14 276.05 157,69 Feinste deutsche Tafelbuffer Pfund 182 Nach Butter das Beste Nordstern extra M. Pfund ( Margarine) 88 PE Käse ist jetzt die beste und billigste Nahrung Nur wirkliche Qualitätsware! Ia Limburger Aus dem bayr. Allgäu. Feinster Romatour Aus dem bayr. Allgäu . . . Pfund 64 Stück 34 Pl Pf. Pf. Feinster schlesischer-Käse Stück 28 PL Vollfetter Camembert Ia goldgelber Harzer. Henko Benkel's Watch- und Bleich- Soda Ohra Chlor Pf. Stück 34 PL Pfund 50 pl SpezialJehandl. ( ar für Ischias in Höft., Gesäß Kreditoren Akzepte und Schecks Dividenden- Rückstände. Gewinn Gewinn- und Verlust- Rechnung 5 124 900.13 Versicherungs- Konto Bilanz- Konto Ber Geschäftsguthaben- Konto 694 865 930.59 27 " für das 56. Geschäftsjahr, abgeschlossen am 1. Dezbr. 1925 VERLUST Handlungs- Unkosten Steuern und Abgaben Gewinn GEWINN Gewinnvortrag von 1924. Zinsen, Wechsel, Sorten und Zinsscheine Provisionen Verkäufe Reikaeuge( Nichter- Bräzision), Sicher beits- Goldfülfeberhalter. Bureaubedarfs. hous Lindner. Neukölln. Raifer Friedrich- Straße 36/37. Laubenfarbe Bfund 0,50, Eifenlad 0,30, Leinölfirnis 0.30. Franke, Magazin Straße 18a. RM 40 485 432,94 4 748 267,19 5 124 900.13 50 358 600,26 RM 464 635, 26 031 154,51 23 862 810.75 50 358 600,26 Betriebs- tonto Sinsen- Konto 17 752,08 DE 15 150,-. 2549,98 53.10 17 752,08 1. 60 Mitglieder Mitgiieber- Bewegung Bestand am 1. Januar 1925 Ausgeschieden durch Tod Uebetragung Neu aufgenommen Beftand am 31. Dezember 1925 Der Aufsichtsrat: August Prenzlow csonders 1 Mitglied 8 Mitglieder 50 Der Borstand: Bruno Lenzeer Unterricht wirksam sind Technische Privatschule Dr. Werner, die KLEINEN ANZEIGEN im Regierungs- Baumeister, Berlin, ReanVorwärts" derftraße 3. Maschinenbau, Clettro und trotzdem tedni, Hochbau. Abendlehrgänge, Tageslehrgänge. !! billig!! utofahrschule, Motorradkurse. In genieur Schmidt, D. 112. Lenbach Getragene Serrengarderoben Gefell. trake 17. Rönigstadt 6690. fchaftsanglige für forpulente Figuren Schnellkurse. Englisch. Französisch. itaunend billig. Nak, früher Mulad Deutich. Rorrefpondenz. Auslands traße, jekt Gormannstraße 25/26 und ftudium. Urbanstrake 176. Mariannenstraße 26. Möbel Batentmatragen Brimiffima", Me. Verschiedenes Waschanstalten talbetten. Auflegematragen. Chaise. longues. Walter, Stargarderstraße Beachtenswert! Deutiches Teppichhaus achtzehn. Spezialgeschäft. Testorp. Die Wäscherei der Hausfrau, Emil Lefevre feit 1882 1.ur Oranien Berlin- Lichtenberg. 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