Nr. 18943. Jahrg Ausgabe A Nr. 96 Bezugspreis: Bentlid 70 Bfennig, menali B Reichsmart voraus sahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzia. Saar und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Euremburg 4,50 Reichsmart, für das übrige Ausland 5,50 Reichsmart pro Monat. Der Borwärts mit der Sonntags beilage Boll und Reit mit Sieb lung und Kleingarten lomie bes Beilage Unterhaltung und Biffen und Frauenbeilage Frauenftimme erfcheint wochentäalich ameimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abrene: .Sosialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Pfennig Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille setle S0 Bfennia. Reflamezeile 5.- Reichsmart...Aleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 25 Pfennig ( auläffia amei fettgedrudte Worte, jebes weitere Wort 12 Vfennig. Stellengesuche bas erite Wort 15 Bfennia, fedes meitere Wort 10 Bfennig. Worte über 15 BuchFaben aählen file amei Worte Arbeitsmarkt Reile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 40 Bfennia. Anzeigen für die nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, LindenRcake 8, abgegeben werben. Geöffnet bon 8% Ubr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Freitag, den 23. April 1926 Die Einschränkung des Volksbegehrens Der Gesezentwurf der Regierung gegen das Aufwertungsvolksbegehren. Die Reichsregierung legt dem Reichstag folgenden Gesetz| sprechend dem Inhalt seines Art. 1 auf die Regelung der Ausentwurf vor: einanderlegung der Länder mit den ehemals regierenden Fürstenhäusern und damit auch auf das bereits laufende Boltsgesetzgebungsverfahren teine Anwendung finden tann." Entwurf eines Zweifen Gefehes über den Bolfsentscheid Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschloffen, das mit Zuftimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird, nachdem festgestellt ift, daß die Erforderuiffe verfaffung ändernder Gefehgebung erfüllt find: Artikel 1 Das Gesetz über den Bolfsentscheid vom 27. Juni 1921( Reichsgefehbl. S. 790) erhält im§ 1 Abs. 2 folgenden neuen Sah 2: Als Gefeße im Sinne dieser Borschrift gelten auch Gefeße, die die Folgen der Geldentwertung regeln." Arfitel 2 Ueber ein Gefeh zur Aenderung oder Aufhebung dieses Gesetzes fann nur der Reichspräsident einen Volksentscheid veranlaffen. Artitel 3 Die Initiative zu diesem Gesetz ist vom Reichstanzler Dr. Luther ausgegangen. Es ist anzunehmen, daß Herr Dr. Luther sich über die Aussichten dieses Gesetzes und über die Folgen seiner Ablehnung Gedanken gemacht hat. Es wird behauptet, er sei entschlossen, über dies Gefeß die Kabinetts frage zu stellen. Das fezt voraus, daß er gründlich die Ausfichten für die Annahme des Gefeßes geprüft haben muß. Formal- juristisch ist das Gesez klar. Es handelt sich nicht um eine Auslegung, sondern um eine Verfassungsänderung, die mit 3 weidrittelmehrheit beschlossen werden muß. Die Regierungsparteien verfügen im Reichstag nicht ohne weiteres über eine einfache Mehrheit, sie sind eine Minder heitskoalition. Es steht noch nicht fest, daß diese Minderheitstoalition geschlossen für das Gefeß eintreten wird. Dieses Gesetz tritt mit dem auf die Verfündung folgenden Tage Demokratische Zeitungsdienst" schreibt in Kraft. In der Begründung heißt es: Infolge der Geldentwertung ergab sich die Notwendigkeit, die vor und während der Geldentwertung begründeten Rechtsverhältnisse im Aufwertungsgesetz und im Gefeß über die Ablösung öffentlicher An leihen im Zusammenhang zuordnen somie im finanz ausgleichsgefeß eine neue Grundlage für die öffentlichen Haushalte zu schaffen. Der Gesamttompler dieser Geseze bildet die Grundlage nicht nur für die öffentliche Wirtschaft; er bedingt maßgebend den Haus halt des Reichs, der Länder und der Gemeinden, den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden wie über. haupt das gesamte öffentliche Finanzwesen. Er ist insbesondere auch die Grundlage unserer Währung. Solche Geseze müffen, wenn nicht die ganze beutsche Wirtschaft er schüttert werden soll, dem Reichshaushaltsplan und den Abgaben gelegen gleichgestellt werden. Bei finngemäßer Auslegung des Art. 73 Abs. 4 der Reichsverfassung müssen daher Geseze, bie die Folgen der Geldentwertung regeln, hinsichtlich der Boltsinitiative den gleichen Bestimmungen unterworfen sein, wie Gefeßentwürfe, die den Haushaltsplan, die Regelung der Abgaben oder die Besoldung unmittelbar zum Gegenstand haben. Zur Bermeidung von 3weifeln empfiehlt fich eine Riar stellung durch ausdrückliche gesegliche Bestim mung, wie sie im Art. 1 des Gesezentmurfs vorgeschlagen wird. Um den erstrebten Erfolg auch für die Zukunft zu gewährleisten, wird das vorgeschlagene Gefeß selbst hinsichtlich seiner Aenderung oder Aufhebung der Boltsinitiative entzogen, was durch Art. 2 des Gefeßentwurfs zum Ausdrud gebracht wird, der sich in seinem Wortlaut dem Artikel 73 Abfah 4 der Reichsverfaffung anpaßt. Ausdrücklich bemerkt wird, daß das vorgeschlagene Gesetz entDer In parlamentarischen Kreisen, und zwar auch folchen der Regierungsparteien, ist man über die politische 3 med mäßigteit und die juristische Möglichkeit des Vorgehens der Reichsregierung geteilter Meinung. Es bestehen in juristischen Kreisen fall aller Parteien starte Bebenten da gegen, das Recht der Boltsinitiative in der ron der Regierung geplanten Weise zu beschränken. Die Reichsregierung hat sich zwar Dor Beröffentlichung ihres Planes mit den Parteien in Verbindung gefeßt, die parlamentarischen Aussichten des Gefeßes merden jedoch in unterrichteten parlamentarischen Kreifen recht fteptisch betrachtet." In der Minderheitstoalition selbst bestehen alfo Bedenten und Stepsis. Bon deutschnationaler Seite werden in der Deutschen Tageszeitung" Be denken erhoben, ob das Vorgehen Luthers nach Form und Zeitpunkt taktisch und psychologisch richtig abgewogen fei", während die Deutsche Zeitung" sich entrüftet gegen das Gefeß wendet, das die Verantwortung auf den Reichspräsidenten abwälzen molle. Die Aussichten für eine Zweidrittelmehrheit sind also sehr schlecht. Will Herr Luther wirklich die Kabinettsfrage stellen, fo muß er die Möglichkeit einer Regierungstrife fest ins Auge gefaßt haben. Er würde versuchen, einen Drud auszuüben, den er in der Frage der Fürsten auseinander fegung vermieden hat, troßdem fein Programm die Regelung dieser Frage als bringlich bezeichnete, und trotzdem in dieser Frage Regierung und Regierungsparteien sich als zu feiner Lösung fähig erwiesen haben. Drohender Riesenkampf in England. Verschärfung im englischen Bergbaukonflikt. führer von internationalem Ruf stellte dem Londoner Korrefpondenten des S03. Preffedien ft" gegenüber fest, daß er teine möglichkeit fehe, den Ausbruch des Streits am 1. mai zu vermeiden, es sei denn, daß die Regierung fidh zu einer Berbefferung der Staatssubsidien für den Bergbau entschließe. Das Land stehe vor dem größten 2rbeitertampf, den die Geschichte Englands gesehen. über die geftrige Besprechung mit den Arbeitgebern im Bergbau London, 22. April.( WTB.) Nach einer weiteren Meldung erklärte Premierminister Baldwin erneut, daß die staatlichen Subventionen am 1. Mai eingestellt werden. London, 22. April.( Eigener Drahfbericht.) Die Berhand-| Bergbau- Wahltreise vertreten, wurde die Cage am Donnerstag lungen zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften des abend äußerst peffimistisch beurteilt, und ein Bergarbeiter Kohlenbergbaues find am Donnerstag wieder abgebrochen worden. Die Unternehmer unterbreiteten bel dieser Gelegenheit den Gewerkschaften ihre am Mittwoch dem Ministerpräsidenten vorgelegten Borschläge, die auf eine lotale Regelung der Löhne im Bergbau abzielen. Sie weigerten sich aber, mit dem Hinweis auf ihren Beschluß, die Löhne nur lokal zu diskutieren, den Gewerkschaften irgend welche Aufklärung darüber zu geben, welche Lohnfähe fie in Jufunft zu zahlen berelt find. Dagegen erklärten sie, daß sie 3echen weise diejenigen Cohnvorschläge in den nächsten Tagen machen würden, die nach ihrer Auffassung am 1. Mai in Geltung treten follen. Da die Gewerkschaften an ihrem Standpunkt fefthielten, daß die Lohnverhandlungen unter feinen Umständen lokal, fondern lediglich auf nationaler Basis geführt werden dürften, endete die einstündige Besprechung, ohne daß sich die beiden Parteien auch nur um einen Schritt nähergekommen wären. Die Exekutive der Bergarbeiter trat sofort nach dem Abbruch der Verhandlungen mit der industriellen Spezialtom miffion des Gewerkschaftstongreffe's zusammen und berichtete über die Lage. Die Mitglieder der Spezialkommiffion begaben sich hierauf zum Minifterpräsidenten Baldwin und forderten ihn auf, die Unternehmer zu einer Zuftimmung zu nationalen Cohnabkommen zu veranlassen. Da Baldwin in diesem Punkte in Uebereinstimmung mit dem Bericht der Sohlenkommission die Auffassung der Gewerkschaften teilt, wird erwartet, daß er in diefem Sinne am Freitag auf die Unternehmer einwirten wird. In den Kreifen der Arbeiterabgeordneten, die . Die Gewerkschaftsführer bei Baldwin. Condon. 22. April.( WIB.) Premierminister Baldwin empfing heute abend eine Delegation des Gewerkschaftskongresses, nachdem diese vorher eine Zusammenkunft mit der Exekutive des Bergarbeiterverbandes gehabt hatte. Auf Vorschlag der Delegation lub Baldwin die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer des Bergbaues ein, sich morgen vormittag in das Arbeitsministerium zu begeben, wo die Wiederaufnahme der Verhandlungen versucht werden soll. Teilamneftie in Griechenland. Bangalos hat nach seiner Vereidigung als Staatspräsident die sofortige Freilassung der verhafte ten Minister Bapanastasiu und Condilis angeordnet. Durch eine besondere Amnestie werden auch andere politische Gefangene be gnadigt. Bangalos wird die nächste Zeit auch noch Ministerpräsident bleiben. Vorwärts- Verlag 6.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr.3 Bottschecktento: Berlin 37 536 Banktonto: Bank der Arbeiter, Angeftelten unb Beamten, Ballftr. 65; Diskonts- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3. Selbstmord der Justiz. Nachträgliche Betrachtungen zum Fall Asmus. Bon Staatsanwalt Mary( Heidelberg). Gute Gepflogenheit gebietet den Juristen, eine gerichtlich anhängige Sache vor der Urteilsfällung in der Deffentlichkeit nicht zu behandeln. Daß die Sache rechtskräftig entschieden sei, ist nicht erforderlich. Es ist ausreichend, wenn der Prozeßftoff in einer Instanz vor der Deffentlichkeit ausgebreitet wurde und die rechtlichen Konsequenzen aus dem ermittelten ist im Falle Asmus nun geschehen. Damit wird er der Kritik im weitesten Umfange zugänglich. Tatsachenmaterial durch ein Gericht gezogen worden sind. Das Dem Oberstaatsanwalt Asmus wurde von der Anklage strafgesetzbuchs als Beamter, welcher vermöge seines Aintes Der Vorwurf gemacht, er habe im Sinne des§ 346 des Reims strafgesetzbuchs als Beamter, welcher vermöge feines Antes bei Ausübung der Strafgewalt mitzuwirken hat, in der zu entziehen, die Verfolgung einer strafbaren Handlung Absicht, jemanden der gefeßlichen Strafe rechtswidrig unterlassen. Der Tatbestand des§ 346 RStGB. jetzt also nach herrschender Auffassung voraus, daß der Beamte mit dem zielbewußten willen gehandelt hat, einen Beschuldigten der ihm gebührenden Strafe durch Unterlassung der Verfolgung zu entziehen und sich zudem dabei bewußt war, daß dies in rechtswidriger Weise geschehe. Das Strafgeset enthält eine ganze Reihe von Kautelen nur den Beamten. Es will ihn vor leichtfertigen Beschuldigungen und Anflagen schüßen. Dieser Schutz ist notwendig, notwendig gerade für die Beamten der Staatsanwaltschaft. Der Fall Asmus hat es neuerdings bewiesen. Die Staatsanwaltschaft ist ein Teil Justizverwaltungsbehörde. Das bedeutet zweierder Justiz, ein sehr bedeutsamer Teil sogar. Sie ist aber lei: einmal muß sie nach den eisungen vorgesetzter Stellen handeln und damit gewinnt die Politit Einfluß auf ihre Entschließungen. Zum andern ist in ihrer Arbeitsweise dem freien Ermessen, wenn auch nicht in gleichem Umfange wie bei den Behörden der allgemeinen Berwaltung, ein gewiffer Spielraum gelaffen. Sie hat Anflage zu erheben, fie muß sogar Anflage erheben, wenn zu reichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer strafbaren Handlung gegeben sind. Der Begriff zureichend" aber ist im Grunde irrational. Weltanschauung, nicht zulegt politische Ueberzeugungen müssen die Entschließung, ob die tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Anklage zureichend sind, entscheidend beeinflussen. Bismard, der den Mechanismus des Staatsapparates beffer fannte als die meisten repu blikanischen Minister, hat nicht umsonst gesagt: Wer die Regierungspräsidenten und die Chefs der Staatsanwaltschaften auf seiner Seite hat, beherrscht den Staat! Die Anflage gegen den Oberstaatsanwalt Asmus bedeutet, messen sich die Anklagebehörde wohl faum ganz bemußt war, nicht mehr und nicht weniger als einen Angriff auf das Arbeitsprinzip der Staatsanwaltschaft überhaupt. Darum hat dieser Prozeß Asmus in der gesamten deutschen Staatsanwaltschaft die größte Be. forgnis ausgelöst, ganz unabhängig von der Parteistellung. Denn jeder von uns Staatsanwälten weiß, daß er bei Anwendung der Grundfäße, auf denen letzlich die Anklage gegen Asmus beruht, sich jederzeit einer gleichen Antlage gegenübergestellt fehen kann. Denn ebenso wie das freie Ermessen gegenüber der Deutung Spielraum befigt, so ist er seinerseits in weitestem Umfange von fubjektivem und objektivem Tatsachenmaterial weiten der Deutung und Mißdeutung zugänglich. Ber mit der Praxis vertraut ist, wird nicht in Abrede stellen fönnen, daß man eine Schlägerei einiger Burschen als Landfriedensbruch qualifizieren, das Verfahren aber auch mangels öffentlichen Interesses einstellen fann. Das ist eine mächtige Spanne rechtlicher Behandlungsweise, die politischer Schnüffelei, Beargwöhnung und falschen Beschulwaltschaft alle Möglichkeiten bietet. Würden Anklagen wie digungen gegen den bearbeitenden Beamten der Staatsanim Fall Asmus sich mehren, dann würde beiden Staatsanwälten jede Entschlußfreude, die gerade für fie ein notwendiges Berufserfordernis ist, untergraben werden; es würde zur Folge haben, daß sie in jedem irgendwie zweifelhaften Falle die Entschließung der übergeordneten Stelle einholen würden. Ein ganz unmöglicher Zustand. Man foll im allgemeinen weder eine Anflage, noch ein Urteil nach Zeitungsberichten beurteilen. Im Fall Asmus bedarf es der genauen Kenntnis der Aften nicht, um die Anflage richtig zu werten. Es ist an sich schon eigenartig, wenn weder nach den Berichten des ,, Borwärts", noch der„ Deutschen Allgemeinen Zeitung" die Antlage ohne fachliche Stüge war. Wenn aber eine Anklage, die mit 75 Fällen arbeitet, so fläglich wie hier zusammenbricht, dann darf man ruhig in Zweifel fehen, daß zureichende Anhaltspunkte" für die Behauptungen der Anflage vorhanden waren. aber erhebt sich die Frage: Wie war eine solche Anflage überhaupt möglich? Dann Luch der General st aaksanwalt untersteht den Anordnungen des Justizministeriums. Hat man dort die Schwäche der Anklage nicht erkannt? Hat man — und diese Frage muh gerade gegenüber einer obersten Iustizverwaltungsbehörde in den Vordergrund gerückt wer- den— nicht gesehen, welch unermeßlicher Schaden für die Justiz überhaupt durch ein derartiges Verfahren angerichtet werden mußte? Gewiß, es darf aus Standesrücksichten nicht, wie das früher im deutschen Heere anfechtbarer Brauch war, mate- rielles Unrecht vertuscht werden. Die Justiz, die ohnehin ge» nügend um ihr Ansehen zu ringen hat, darf aber beanspruchen, wegen Fällen, deren Kriminalität, wie ohne weiteres er- kenntlich, auf dem Gebiet subjektiver Wertung liegen sollte, nicht überflüssigerweise vor der Oeffentlichkeit bloßgestellt zu werden Da man sonst dieser angemessenen Forderung Rech- nung zu tragen pflegt, muß die Anklage gegen Asmus und übrigens auch die Leidenschaftlichkeit, mit der sie vertreten wurde, zu dem Schlüsse führen, daß sie nicht den ein» zelnen Beamten, sondern die politische Richtung, die er vertritt, treffen sollte. Ein solches Ge- baren bedeutet Selbstmord der Justiz. Wen nimmt es da wunder, daß das Volk den Schutz der Gerechtigkeit selbst in seine Hände nehmen will? Nach üem fismus-prozeß. Hugeuberg nennt eS„Frohlocken". Unter der Ueberfchrift.Bescheidene Leute"«ersteigt stch Hugen- berg».Lokal-Anzeiger" bei einem Kommentar zum Freispruch im Asmus- Prozeß zu diesen Sätzen: Die gesamte deutsche Linkspresse frohlockt. Herr Asmus ist freigesprochen worden.... Unsere Link« jubelt. Schimpft nicht einmal mit der sonst üblichen mannesmutigen Entschlossenheit auf die Rechtsprechung. E» sind eben doch letzten Endes sehr bescheiden Leute. So schreibt das Hugenberg-Blatt. Es vermeidet aber peinlich, feine Behauptung auch nur durch ein einzige» frohlockende» Zitat aus der Linspreise zu belegen. Dos wäre ihm nämlich un» möglich gewesen. Der.Vorwärts" besprach den Freispruch von Chemnitz im Leitartikel des gestrigen Morgenblatte». Er kam zu dem Schluß, daß„der Freispruch eine Selbstverständlichkeit war". Und wir fügten hinzu:.Daß er aber als eine Ueberraschung emp- funden wird, daß man da» Gegenteil dieses Selbstverständlichen fast als sicher anzunehmen geneigt war. zeigt, wie weit da» Vertrauen in die deutsche Justiz bereits geschwunden ist." Ein« seltsam« Art, zu.frohlocken"! Da»„Berliner Tageblatt" findet e»„schon b e. schämend genug, daß es überhaupt zur Erhebung dieser Anklage kommen konnte", die„Volkszeitung" nennt den Freispruch eines Republikaners„leider ein halbes Wunder", die„Vossische Zeitung" spricht von„Asmus-Grotesken" der Anklagebehörden und politischen Sumpfgewässern, au» denen der Chemnitzer Prozeß emporwuchs," und die„Margenpost" sagt zum Freispruch wortwörtlich:.E» besteht keinerlei Grund, darüber zu jubeln." Ueberall wohlbegründete Worte tiefer Bitterkett, nirgend» auch nur eine Andeutung der Genugtuung, der Freude und de» Froh. locken»! „Bescheidene Leute"? In einer Hinsicht mag der Hugeuberg. Jünger recht haben: Wir wurden wirklich bescheiden in dem. wa» mir von der deutschen I u st i z erwarten! Unendlich viel bescheidener freilich müflen die Leser des„Cokal-Anzeigers" sein, die sich die faustdicken Unwahrhaftigkeiten der Hugenberg. Jünger bieten lassen! Orthodoxe Mörder Im Kloster Lubnh in der Qlraiue sind der Nrchimandrit Schdan und der Priester Bafilewski ermordet worden. Seide waren al» Anhänger einer modernen sowjetfreund« lichen kirchlichen Richtung bekannt und die Sowjetbehörde» der- muten die Mörder in der altkirchlichen Geistlichkeit. Der ehemalige Abt de» Klosters ist verhaftet worden. Sonne, Scknee unS Regen. München. Mitte April. In jedem Jahr«, wemr um die Osterzest sich die Menschen der wärmenden Frühlingssonne freuen, gibt es«in« kleine Schar von Glücklichen, die, zwei schmal« Bretter auf dem Buckel, da» Clement j&t Winter», den Schnee, noch einnurl aussuchen, droben in den «vgtonen der zwei- und dreitausend Meter hohen Berge. Wer um diese Zeit durch die Tiroler Berg« den Inn und die Rosanna auf- wärt» dem Schwäbischen Meer entgegensährt. der sieht da und dort beduinenhast gebräunte Gestalten als Zeugen jener sonnig schneeigen Höhen. Dann fühlt e» der Kundig«, daß er an den Pforten«ine» Paradiese» steht, da» sich seit zwei Jahrzehnten allmählich der Zunft der alpinen Skiläufer erschlossen hat: der Arlberg. Ein gute» Mcnschenalter ist es her, seitdem dort oben w dem einzigen Dörflein an der altberühmten Paßstraße von Tirol nach Vorortberg, in dem Dörfchen Swben mit seinen dreizehn zusammen» gewürfelten Holzdächcrn, der Wirt einer seit dreihundert Iahren im Besitze einer Familie erhaltenen Herberge seine müden Augen ge- Ichlossen hat, buchstäblich aus Kummer und Sorge über den drohenden Ruin seines Wirtshauses und seiner Familie. Der in den achtziger Jahren durch den Arlberg gezogene Schienenstrang hatte ihm die Posttutschc und den ganzen Verkehr aus der Paßstraße geraubt: nur wenige armselige Wanderer kehrten im Sonnner bei ihm ein, und im Winter konnte er ruhig sei« Wirtshaustür« sperren, denn die paar Einheimischen tranken ihren Enzianschnaps auf der eigenen Ofenbank. Heut« jedoch ist das vielhundertjährig« Gemäuer zu einer Goldgrube für seinen Enkel geworden. Neue, wuchtige Anbauten, ausgestattet mit modernen Einrichtungen für Bequemlichkeit und Hygiene, flankieren die alten Quadern, und gerad« in der einst so trostlosen Winterszeit von Dezember bis Mai, wem, meterhoher Schnee die Paßstraße sperrt, herrscht hier ein Leben, daß man schier meint, den an Gram gestorbenen Alten müsse dieses wunderliche Treiben wieder aus dem Grabe erwecken. Hier ist die Heimat der klaisisch gewordnen alpinen Skilauf- technik. der sogenannten Arlbergschule. di« ein skibegeisterter Stuben« Kleinhäuslerssohn sich. in unermüdlicher Praxis zusommenerfunden hat: Hannes Schneider, der dem Kinopublikum in aller Welt bekannt- geworden ist. Beinhart gefroren ist in den Morgenstunden die meter- dicke Schneedeck«, und über sie hinweg ziehen di« braungebrannten Gestalten in die spitzen Kehren den sonnumstrahlten Höhen zu und verlieren sich in den ungezählten Mulden und Hängen der Berge ringsum. Blankgefogte Lawinenbahnen, die die Mittagshitze der vor- angegangenen Tag« in die Schneedecke gerissen hat. durchquert der vorsichtig« Fuß. di« Bretter geschultert, und dann geht'» in langen Kehren mühsam den mächtigen Steilhang hinaus zum Joch, über das der letzte Anstieg nach dem Gipfel führt. Je höh« du dich hinauf- getrogen hast, mn so mehr verläßt dich der frostige Talwind, der öeratungen über üie Zürsteuabfiuöung. Verlegenheiten der Regierungsparteien. Die durch die Ablehnung des§ 2 des Gesetze» über di« Fürsten- abfindung in der gestrigen Sitzung des Rechtsausschusses des Reichs- tags geschaffene Lage hat den Reichskanzler veranlaßt, für gestern nachmittag eine Besprechung mit den Vertretern der Regierungsparteien herbeizuführen. An dieser Be- sprechung beim Reichskanzler nahmen auch der Reichsjustizmlnist« Dr. Marx und der preußische Finanzminister Dr. Höpter- Aschqff teil. Vertreten waren die vi« Reichstagsparteien, die hinter dem Kompromißentwurf stehen. Die Besprechungen begannen um S Uhr nachmittags und wurden um 7 Uhr ohne Abschluß unterbrochen: sie werden am Freitag fortgesetzt. Der Kutister-Prozeß. Tie Nebenfiguren. Der Exporteur Grobe. Bei ihm hatte Holzmonn sein Bureau aufgeschlagen. Auf dessen B«anlassung unterschrieb Grobe di« Fälligkeitswechsel in der Höhe von l 300 000 W.. damit Kutisker feine Angelegenheit mit Striet« in Verbindung mit dem Hanauer Lag« ordnen könne. Er besaß ja nicht», also konnte ihm ja auch nichts geschehen. Uebcrdies wurde ihm auch gesagt, daß er die Wechsel in vier Monaten zurückerhalten würde. Daß auch ein Staatsanwalt existiert, daran dachte er nicht. So kam es anders, als er dachte. Und heute sitzt er auf der Anklagebank. Die Wechsel waren zur Staatsbank gegangen. Grieger. Das war einmal ein sehr wohlhabend« Mann. Ein so wohlhabend«, daß Kutisker ihm eine Million Goldmark auf sein« Treibriemenfabrik gab. Die Zinsen waren aber so hoch, daß er bald ein arm« Mann wurde. Much« lag nicht vor, da di« anderen Banken den gleichen Wucher trieben wie die Stein-Bank. Diese unternahm dann eine geniale Sanierungsaktion. Sie setzte der Treibriemenfabrik von sich aus Direktoren auf den Hals, eignete sich das Unternehmen gewissermaßen an und veranlaßte trotzdem den Grieger, der nun eigentlich nichts mehr besaß. Wechsel oufnoch 2 Millionen Goldmark auszustellen— nämlich auf alt« Schulden hin, die er bei der Kutisker-Bank gemacht hatte. Herr Grieger will nicht gewußt haben, daß die Wechsel zur Staatsbank gehen würden. Wie im Falle Grobe soll nur vom internen Gebrauch derselben gesprochen worden sein. Die Wechsel fanden aber wie immer den Weg zur Staatsbank. Blau, eine massige Nebenfigur des Prozesses, mit kräftigem Kinn und Nacken. In seiner Aussage ist er ebenso windig, wie schwerfällig in seinem Körper. Seine Beziehungen zu Kutisker begannen mit dem Augenblick de» Einzuges der Stein-Bank in sein« Räumlichkeiten. Herr Blau ist ein sehr wohlhabend« Mann. Er taufte unentwegt Grund st ücke die ganzen Jahr« hin- durch. Er ist aber auch ein sehr vorsichtig« Mann. Zu Kutiskers Reichtum hatte er ebenso wie Krieger unbegrenztes Vertrauen. Als er ihn um Gefälligkeitswechsel in der Höh« von ein« halben Million Mark bat— ob sie für die Staatsbank bestimmt waren oder für das Depot d« Stein-Bank, weiß er nicht mehr—, unterschrieb er selbst nur einige von den Wechseln, die anderen zu unterschreiben veranlaßte« seine Angestellten, die er seinerzeit von der Sleln-Bank übernommen hott«, und in einem Falle sogar einen Angestellten d« Stein-Bank selbst. Kutisker habe daraus bestanden, daß auf den Wechseln verschiedene Namen figurierten. Es ist auch derselbe Blau, der eine» Tage» von der Staatsbank die Auifordcrung erhielt, einen von ihm ausgestellten Wechsel in der Höhe von 4SI 000 Mark zu girieren. Da war er wie au» ollen Himmeln gefallen. Sein Blanko, da» Kutisk« auf 50 000 SR. ausstellen sollte, hatte dieser mit 4kl 000 M. ausgefüllt. Kutisker erklärte, daß Blau auf sein Drängen hin«klärt habe, es sei ihm schließlich einerlei, da doch die Wechsel nur ol» Depotwechsel gedacht waren. Sie hatten aber ihren Weg in die Staatsbank gefunden. Diese schickt« dann den Wechsel ohne Girounterschrift des Herrn Blau an ihn zurück. An Stelle dieses Wechsel» hatte sie ebenso««wolle ander« von Kutisk« erhalten. Blei. Prokurist der Stein-Bank o. D. Er hielt die Haufen von Wechseln, wertvollen wie wertlosen, unter festem Derschluh, lieferte die nötigen llnterschristen und stand ganz zu Diensten seines Herrn. Roch heute blickt« fast bewundernd zu ihm herab,— Kutisk« ist ja mehr als einen Kopf Nein« als«. Augenblicklich ist« b«eits selbständig« Bertret« für Staubsaug«: wenn ab« dem Gericht etwa» besonder, Lerwickelle»«klärt werden soll, so heißt es: „Blei, erklären Sie." Hnd weikn«in Wechsel im Depot ge- blieben ist, den Kutisk« in d« Staatsbank wähnt«, sa heißt es allmorgendlich über die Paßhöhen«cht. wG schon am Joch dringen die Strahlen der nahenden Sonne wie au» einem übermächtigen Feuerball auf dich ein. Droben ab«, auf dem felsigen Scheitel de» Kotten Berges, der Sehnsucht aller Arlbergsohrer. stehst du mit deinen paar Kameraden in menschlicher Einhett wie Prometheus und blickst trunken vor Begeisterung in das unendliche Rund der Himmel. stürmenden schneeig-zockigen Felsgrate und Gipset. Die glühende Sonne auf Wangen und Stirn schaust du im Süden die gletsch«- gepanzerte Felskette der Siwretta. hinter der im gleißenden Tal von Et. Moritz die Nobobs aller Länder bei Jazzband. Champagner und buntbemalten Frauen die Zott totschlagen. Im Norden ab«, in der wetten Ferne des heimatlichen Horizonts, türmen sich trübe Nebelwotten, unter denen jene Armen und Aermsten wohnen, die in ihren Niederungen den Winter verwünschen und ihn memals in seiner wundervollen Schönheit kennen lernen...* In schwermütigen Träumen und seliger Lust v«gißt man fast das Abschied nehmen von dieser hehren Einsamkett, und erst die aus. steigende Freud« an d« bevorstehenden sausenden Talfahrt rüttelt dich wach zum Entschluß. Ungehemmt gletten die Brett« mit dir über die Neige des tiöfocrschneiten Gletschers: überall kreuzen sie in sanften Schwüngen die mühselig«, stach« Aufstiegspur, zischend im pulvrig-wolkigen Weiß und knatternd mtt ihren Kanten üb« v«. harschten Firn. Was du in zäh« Stetigkeit in fünfstündigem Auf- stieg durchwandert hast, durchfliegst du in einer knappen Stunde auf gefügigem Ski. Ein letzter Ruck— und du stehst wie am Morgen in der Senke des Arlberg hat neben d« Paßstraße. F. B. Schauspielervorstellung in d« Söniggräh« Straße. Wenn eine Schauspielevvorstellung vor allem den Zweck hat, den gehetzten Mimen beiderlei Geschlecht» Gelegenheit zu geben, selbst Publikum zu fein und dabei von denen, die auf den Brettern für sie arbetten. etwas zu lernen, so ist dieser Zweck am gestrigen Nachmittag im Theater in der Königgrätzer Straße voll erreicht worden. Lansdale» Spitzbubenkomödle. in der man„Miß Choneys Ende" erlebt, ist gewiß nichts Kraftvolle», ist gewiß ein Stückchen, das in seinem Verlauf mehr bergab als bergan führt, aber es war durch seine Aufführung zu etwas so Feinem und Geschlissenem ge- worden, daß alles— Schauspieler und Schauspielerpublikum— mit größter Lust und Liebe bei der Sache war— bis zum süßen Ende. Die Leistungen von Elisabeth Bergner und Else Heims waren einander ebenbürtig und sie hatten die besten Partner in von Alten, Jansen, Bröckel und Erich K a i s e r- T i e tz. Der Dank, der alle Darstell« für diesen Nach. mittag lohnte, kam von Herzen.». k. hungern aus Weltanschauung. Dies« Tage wurde an den Ufern des Neusiedler Sees die erste Hung«kolon>e unter Leitung des Hungeropostels Bicserdy gegründet. Der Bicserdysmus erhebt das Hungern vom Einzelsoll zum Range der Epidemie, auch hungert man nicht mehr in Glaskästen gegen Eintrittsgeld, sondern in Zelten in Wald und Feld und Flur. Bei der Auswahl de. Orte« für diese neue Kolonie war der Obstreichtum der Gegend ausschlaggebend. wieder:„Blei, wie kam es, daß gnade dieser Wechsel bei tin» geblieben ist?" Blei hat 21 Jahre in der Deutschen Bank gearbe't« und glaubt, daß sein gut« Leumund mtt dazu bettragen wird, in der Kutisker-Assäre schneeweiß zu bleiben. Er muß aber zu- geben, daß es ihm äußerst bedenklich vorkam, als z. B. Wechsel am bohe Summen von Rotters in Vertretung der Osten»A.-G. und der Schlesien.A.-G. unterschrieben wurden, d. h. in Vertretung van Aktiengesellschaften, die bereit» längst aus- gehört hatten, Ware zu besitzen. Und als auf den Namen der nicht existierenden Ritzkalla G. m. b. H. unter Dermtttlung von Holzmann ein Wechsel von hohem Betrage ausgestellt wurde, meinte er:„Hier gibt«» nicht eine ehrliche Sache. Und machte mtt. Allerdings: die Aktien der Treibriemenfabrtt hielt er für so gut, daß er seine gesamten Ersparnisi« in sie hineinsteckte— und verlor alles. Im April 1924 schien der Staatsbank Sutisk«» Sachs ein wenig faul: Wechsel, die fällig waren, konnten nicht aus- gelöst werden. Da nahm Blei aus Befehl seine» Herrn den Bc- stand der Bank auf und präsentierte ihn der Staatsbant. Das Aktivum überstieg da» Pasilvum mit 9 Millionen. In Wirklichkeit bätte es minus 3 Millionen ausmachen müssen, nämlich wenn alle Gläubigerwechsel mit ihrem inneren Wert bewertet worden wären. Das war Blei. Und schließlich: Sutisk«» Söhne: Alexander 24 Jahre und Max 20 Jahr«. Zusammen mtt ihrem Bat« wanderten sie von Ort zu Ort, immer wieder von d« bolschewistischen Invasion am» gescheucht. So tonnte Alexander sich nur eine Bildung durch Prioatlehrer aneignen. Er war aber ein sähiger junger Mensch. Ein halbes Jahr, nachdem ihm die Anfangsgründe der Lankwissen. schaft, der theoretischen wie d« oraktischen, beigebracht waren, wurde er Prokurist der Stein-Bank. E» dauerte noch«in halbes Jahr, da wurde er Direktor der Scharlach-Bant, natürlich mehr dem Namen nach. Es gab ja außer ihm noch zwei ander« Direktoren. Zwischendurch setzte auch er seine Unterschrift auf Wechsel, wenn der Bat« die» befahl. Er konnte aber auch recht krittsch sein. Und manchmal gab es sogar Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem alten Kutisker: so war er es z. B., der gegen den Erwerb der Scharlach-Bank energischen Einspruch«- hob. Er war eben Pessimist. Sein Dater dagegen unverbesserlicher Optimist. Er glaubt heute noch, daß trotz der vierzehn Willionen. die er der Staatsbant schuldig blieb, alle» gitt verlausen war«, wenn die Behörden sich nicht eingemischt hätten. Gab es aber ein« be- simders wichtig« Konferenz, so hieß«»:„Alexander und Max, wollt Ihr mal das Zimmer verlassen." Max hat ein Technikum obsol» viert, ist Spezialist in Motoren und Flugzeugen und wurde Slus- sichtsrat in einer ganzen Reihe von Unternehmungen seines Baters. Weil er der junge Sohn seine» großen Bat«» war. Da sind die Nebenfiguren de» Prozesse». Sie alle«ganzen die Hauptfigur Kutisker. Es bleibt nur noch Daniel. Er schien ihr guter Geist zu sein: hinterher erst stellte«» sich heraus, daß« ihr böser Geist gewesen ist. Neuregelung üer Erwerbslosenfürsorge. Uuterstütznngssystem«ach Lohuklassen. Die Besprechungen de» Reichsarbeitsministeriums mit den Sozialm ini st erien der Länder am 19. und 20. April in Frankfurt a. M. haben zu dem Ergebnis geführt, daß auch nach d« Auffassung der Länderregierungen sobald wie möglich ein Unterstützung» syst« m nach Lohnklassen eingeführt werden muß. Zu den Behauptungen der Arbettgebervereinigung. daß d« Frankfurt« Besprechung ein Regierungsentwurf über die Neuregelung der Erwerbswsenfürsorge zugrunde gelegen hob« unr» die Länderregierungen sich au» finanzpolitischen Grünben für eine Herabsetzung der geplanten Unterstützungssätze cm«. gesprochen hätten,«klärt da» llieichsarbettsminnisterium. daß die Unterstützungssätze erst vom Kabinett festgelegt werden sollen., Zu diesem Beruhigungsoersuch de» Reichsarbettsminlsterium» ist schon jetzt zu sagen, daß wir uns mtt all« Kraft gegen jed-n Versuch wenden werden, durch eine Neuregelung de» Unterstützungs- system» die Unterstützungssätze abzubauen. Roch unserer Aussossung ist auch di« vom Unterausschuß de» Reichswirtschaftsrots vorge« schlagen« Regelung unzureichend. Die Neuregelung muß zu einem angemessenen Winde st Unterstützungssatz, der von einem Einhcttslohn von 15 N. m der untersten Lchnklasse zu errechnen ist, führen, und durch einen zweckentsprechenden Auf- bau weiterer Lohnklassen den Opfern d« Arbettslojig- kett einen ausreichenden Lebensunterhalt gewährleisten. D« Ingenieur Ludwig Snkey. d« di« Budapest« Bicserdysten führt, ist in Oedenburg eingetrosfen, um die dorttgen zahlreichen An- Hänger der Sekte zu organisieren. Die Zeltstadt am Neusiedler See ist nach seinen fachmännischen Angaben eingerichtet. D« Bicserdy?» mu» macht m der Provinz ungeheure Fortschritt«, ober auch in Budapest haben sich A«zte, Professoren und sonstige Angehörige d« Intelligenz der von einem Staatssekretär de» Ackerbaumimsterium» präsidierten Sekte angeschlossen. Der Bics«dy»mu» oerbietet jegliche Fleischnahrung. Um da» ganze Zcllcntpskem d« bisherigen Fleisch- «ff« neu aufzubauen, müssen sich die Äepten der Sekte Hungerkuren uitt«zi«hen, die stufenweise bis zu««zehntägiger vollkommener Enthaltung von jeglich« Speise ausgedehnt w«den. Aber auch die älteren Bicserdysten machen mehnnals im Jahre zweiwöchige Fasten- kuren durch. Ueb« die Ursache des ganz auß«gewöhnlichsn Zulaufs. dessen sich der Bicserdysmus in Ungarn erfreut, lassen sich aus- reichende Gründe bislang nicht anführen. Eine internationale Schaufpielerkonferenz findet vom 23. bis 2S. Juni in Berlin statt. Die Schauspielerorganisotionen fast aller Länder hoben b««its ihre Beteiligung zugesagt. Die Tages- ordnung enthött u. a: Bericht über die Lage d« Theaterverhältnisse in den einzelnen Ländern: Bedeutung de» Theaters für Staat und Welt: Stellung des Schauspiel«?: Rundsunkfragen: Gründung ein« internationalen Schouspielervereinigung: Gemier, Plan eines Welt- theatcrs. Die eugNsche« Diletlonten-Theat«. Die englischen Dilettanten- Theater haben sich zu einer bedeutsamen K mmbemegung ausgewachsen. Man zählt beute annähernd S50 große Dilettanten-En- semble, die sich auf einen festen Besucherkreis von über 100000 Abonnenten stützen. Di« Bewegung hat die erzieberische Wirkung zum ernsten Sprechtheater aus ihr« Fahnen geschrici-cv. In der chaupt'ach« spielen die Ensemble» di« griechischen Tragödien und Shakespeare. Schwänke und Lustspiele sind aus dem Dilettanten. Theater verbannt. Die Bewegung wird von der großen englischen Presse tatkräftigst unterstützt. Sine weltflatistik der Kraftwagen. Die Gesamtzahl der Auto- mobile in der Welt, die der Personen- und Lastenbeförderung dienen, belief sich nach einer Zusammenstellung von R. Hennig in der Leipzig«„Illustrierten Zeitung" am 1. Januar 1926 aus fast 26 M i l l l o n e n. Fast vier Fünftel, nämlich nicht weniger ol» 77 Proz. entfallen davon auf die Bereinigten Staaten, nämlich"20 Millionen. Sonst besitzt nur noch England mehr als eine Million Kraftwagen, nämlich 1 474 000. Deutschland hat es noch nicht auf eine halbe Million gebracht. Doch geht bei uns die Zahl rasch in die Höhe, denn 1924 gab e» in Deutschland erst 239 032. Neujahr 1926 425 826 Autos. In Deutschlattd kommt«in Auto auf 150 Bewohner, in Frankreich auf 71, in England auf 60. in den Dereinigten Staaten auf 6. Nordamerika nähert sich bereits dem Zeitpunkt, mo bald jeder Erwachsene ein eigenes Auto be- sitzen wird. In dem langgestreckten Ort Long Besch ist es schon so- weit, daß auf rund 69 000 Bewohner 41 260 Autos kommen, also faß zwei Kraftwagen auf je drei Köpfe. Aluseumsführuvgen. Sonntag 10 Uhr finden auttlich« Führungen im Kais«-griedrich.Mus«nm(Dr. verre» Ntederländtfcke Land'ckia'rsmcllerci) und tu der S-umnIung für deutsche LolWund«(Prof. Brmmer) statt. Die Verurteilung der„KreuzZeitung 1200 Mark Geldstrafe.— Die Urteilsbegründung. // Au» der Verhandlung gegen den Veranttn artlichen der.Kreuz. zeituog' wegen Beleidigung des preußischen Ministerpräsidenten sei noch erwähnt, daß der Angeklagte die Zeugenschost einiger Landtogs- mitglteder dasur anbot, daß die Deutschuationalen infolge der Aeuße- rungen des Ministerpräsidenten um so mehr erregt gewesen seien, als der Redner bei dem Wort von den„Nichtarbeitern" aus die Rechte gewiesen habe. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab. Nach der Rede des Staatsanwalts führte Rechtsanwalt Wolf- gong cheine den Nachweis, daß der Lärm der Deutschuationalen am Tag nach der Rede Brauns eine oerabredete Entrüstungs- fem Bote war, wie sie zu den neuparlamentarischen Oppositions- Methoden gehört. Das zeige u. a. das Verhalten Gauger», der nicht beim Anhören, sondern erst nach Landbund- und Fraktionssitzung entrüstet wurde. Gegenüber dem Angeklagten, der immer wieder damit kam, daß der Ministerpräsident sich vor allem als Partei- mann fühl« und betätige, verwies cheine auf die Anerkennung der Obfektivität und Sachlichkeit Brauns durch den Bolksparteiler Dr. v. Richter, als dieser au» der Regierung ausgetreten war. Verteidiger Justizrat f) a h n suchte unter Ausfällen auf den Parlomentarismii» nachzuweisen, daß dcsien moderne Entwicklung in Deutschland die Kritik herausfordere. Mehr aber habe Fernande» nicht getan. Der Nebenkläger aber habe erst jüngst in Hamburg die Justiz angegriffen.(!) � Nebeuklägec Minifterpräflüent Sravn stellt« zunächst gegenüber der Widerpartei fest, daß für die Land- arbeit gesetzlich nicht Acht-, sondern Elffwndenarbeitszeit besteht und jetzt so lange gearbeitet wird, als die Landarbeiter überhaupt können. Di« ländliche Arbeitszeit wäre also kein Grund, ausländisch« Saisonarbeiter hereinzuziehen. Was würde die Ausweisung der Ostjuden unserer Wirtschaft nützen? Dabei sind viele Ostjuden im Krieg zwangsweise nach Deutschland gebracht und hier fest. gehalten worden.— Als ich. auf Ersuchen des Staatsanwalts, diesen Siraiantrag stellte, habe ich das nicht getan, weil ich mich persönlich beleidigt fühlte— seit Jahrzehnten Politiker, seit 1% Jahren Minister. bin ich Angriff« aller Art gewohnt—. sondern weil ich da» meinem Amt schuldig war. In der jetzigen wirtschaftlich schweren Zeit— wir sind noch lange nicht über den Berg!— ist es Pflicht und Schuldigkeit eines leitenden Ministers, mit allem Ernst die vor- handenen Probleine dienstlich zu behandeln. Mit diesem Ernst babe ich allerdings immer gearbeitet und bin mir auch bewußt, auch in der damaligen Polennk gegen die Deutschnatwnalen den Ernst nicht beiseitegelassen zu haben. Wenn eine Zeitung mir Zynismus und Frivolität nachsagt, so kann ich da« als Träger meines Amts nicht auf mir sitzen lassen. Damit aber mit dieser Agilakionslüge nicht wetter im Lande krebsen gegangen wird— das geschieht!—, lege ich größte» Gewicht darauf, daß hier klargestellt wird, ob ich behauptet Hab«, daß die Deutschuationalen oder die Bguern Nichts- tuer feien. Dieser die öffentliche Auseinandersetzung' schwer ver- tiftend« Vorwurf, der für den leitenden Beamten des preußischen itaat» einen schweren Makel bedeutet, muß vor Gericht als u n b e- recht igt festgestellt werden. Ich weise ihn auf das Allerschärffte zurück. Nach dem letzten Dort des Angeklagten Fernand« und der drei- viertelstündigen Serichtsberatung verkündet der Vorsitzende Amts- gerichtsrat Sternheim folgende» Urteil: Der Ministerpräsident hat mit den.Nichtarb eitern" nicht die Deutschnotionale Partei gemeint und ebensowenig die Bauern. Das wird ihm. dem Kenner der Landwirtschaft, kein Mensch zumuten. Er hat es auch unter Eid ausgesagt. Daher hat dos Gericht das als erwiesen angenommen. Auf der anderen Seite spräche für den Angeklagten manches dafür, daß die Deutsch- nationalen gemeint waren, da der Minister nach rechts gesprochen und gedeutet hat(da» erster« hatte Braun mit der Lage seines Platzes, das letztere als.unwillkürliche" Geste erklärt. D. Bericht- erstatter.): aber das geschah in der Antwort auf störende Zurufe von rechts. Ebenso wie seine ganze Rede war auch seine Bemerkung über die Belastung der Landwirts chast durchaus sachlich: e» wäre vielleicht richtig gewesen, der oft angeführten Tatsache von der früheren besonderen Schonung der Landwirtschast hinzuzufügen, daß seither auch durch neue Gesetze eine höhere Belastung eingetreten ist. Als ein« verlogene Agitation hat der Minister nicht Aeußerungen der Deutschnattanalen im Landtag bezeichnet, sondern gesagt,« gelte hier, einer kommenden verlogenen Agitation gleich, entgegenzutreten. Die vom Angeklagten gebrauchten Wort« sind schon an sich beleidigend. Der Angeklagte als langjähriger Redakteur mußte sich dieses Charakter» der aus den Minister angewendeten Worte Zynismus, Frivolität" usw. bewußt sein. Es liegt formale B c- l e i d i g u n g vor: nicht erweislich wahre, herabsetzende Tatsachen werden nicht behauptet, sondern Werturteile über den Minister ob- gegeben, und zwar m zwei voneinander unabhängigen Artikeln, also zwei selbständige Straftaten. Die Frage der Zuerkennung de«§ lgZ(Wahrnehmung berechtigter Interessen) hat das Gericht bejaht. denn die Angelegenheit ging den Angeklagten nahe an. sie verträgt sich mit Anstand und Sitte, als Parlamentsredakteur konnte er parlamentarische Vorgänge trttisieren. Aber(zum Angeklagten) die von Ihnen angcwcudelen Ausdrücke zeigen, daß Sie auf die Be- leidigung des Nebenklägers ausgegangen sind und sind Der- gehen gegen Z l8S RSt.GB. und§ 20 PS. Sirasmildernd: Unbescholtenheit, jtarke Voreingenommen- heit und Einseitigkeit und der möglicherweise vorhandene Glaube. nichts zu riskieren, da gegen andere Z e i tu n ge n. die Minister und hohe Beamten beleidigen, nicht eingeschritten wird. Aber solche Beleidigungen braucht sich kein Minister gefallen zu lasten. Maldernd ferner, daß der Angeklagte in ehrlicher Ueberzeugung, Er- regung und Eile geschrieben hat. Deshalb hat das Gericht von einer Freiheitsstrafe abgesehen. Auf der anderen Seite muß der Minister in höchstem Grade in Schutz genommen werden. Es geht nicht an, Minister mit derartig verächtlich machenden Worten zu beschimpfen. Würde ein Minister sich das gefallen lasten, so würde er eine schwere Beeinträchtigung in seinem Amt erleiden. Da eine Geldstrafe von 3000 M. auch für einen gutbezahlten Redakteur kaum erschwinglich ist, hat das Gericht — wie schon in einem Teil unserer gestngen Abendausgabe ge- meldet— auf 1200 ZNark Geldstrafe, Kostentragung und Urleilsveröfsenllichung im.vorwärt»"..Berliner Tageblatt" und ln der»Kreuzzeiluag" binnen k Wochen nach Zustellung und auf Kosten d« Verurteilten erkannt. Um sen Mieterschutz. Die Beratungen des Wohnuugsausschusses. Der Wohnungsausschuß de» Reichstags nahm die Spezialberatung zum Mieterschutzgesetz auf. Auch hier treten die Gegensätze zwischen HausbesitzerinteresseMen und Mieter schroff hervor. Als Preisboxcr für die egoistischen Interessen der Haue- besitzcr erwies sich der Vertreter der Wirffchastspartei Abg. tucke. Gr wollte den Friedcnszuftand des Mietrechts wieder- herstellen. Wenn aber dafür keine Mehrheit zu haben war, so wollte er wenigstens den»Reichen" den Mieterschutz nicht zu- billigen. Wie auf der Auktion, so suchte er durch sechs Evcnttiol- antrage meistbietend den Begriff d« Reichen festzustellen. AI» Reicher sollte in den kleinen Orten Inhaber von Wohnungen an- gesehen werden, der 200 M. Friedensmiet« pro Jahr zahle. In Großstädten sollte die Grenze 800 M. Iahresmiete sein. Zu jedem weiteren Eventualantrag suchte er die Grenze weiter nach oben zu stecken. Aber nur ein Bruchteil der Deutschnationalen konnte er an sein Fähnlein fesseln. Alle seine Anträge wurden abgelehnt. Dasselbe Schicksal teilte ein deutschnationoler Antrag Steint- gor. Der�Deutschvolksparteiler Winnefeld wollte die gewerb- lichen Räume in kleinen Gemeinden bei 1000 M. Iahresmiete, bei Großstädten bei 3000 M. Iahresmiete vom Mieterschutz aus- nehmen. Der Ministerialdirektor Oegg vom Justizministerium wollte diese Regelung der Landesgesetzgebung überlassen, die schon heute in der Lage sei, diese Ausnahmen zu schaffen. Der Antrag Winnefeld wurde abgelehnt. Die Sozialdemokraten wollten für die schutzfreien Wohnungen und für den Fall des Wegfall» d« Mieterschutzes, daß das Mietverhältnis innerhalb eines Jahres nicht gekündigt werden kann. Die Genossen Silberschmidl und Saenger begründeten die Notwendigkeit. Die Regierung will Abhllfe erst bei Aushebung de» Mieterschutzes schaffen. Der Antrag wurde abgelehnt, so daß den K 1 des Mieterschutzgesetzes unverändert bestehen blieb. Die Regelung der Frage, ob in einzelnen Fällen die Recht- sprechung Mietverträge als Pachtverträge angesehen und diese Verträge außerhalb de» Mieterschutzes gestellt hat, well der Erwerber eines Geschäfts auch Mobiliar des Borbesttzer» über- nommen hat, wurde zurückgestellt. Zu Z 2 des Mieterschutzgesetz« wollten die Sozialdemo. traten den Mieterschutz verbessern. Die Rechtsprechung hat ergeben, wenn der Mieter einen Teilhaber ausnehme oder die Firma in«ine offene Handelsgesellschaft umwandle, der Vermieter berechtigt sei, den Mietvertrag zu lösen. Ein sozialdemokratischer Antrag wollte diesen Zustand korrigieren. Der Miuistenatdircktor Oegg erklärt«, daß der Antrag gegenstandslos sei, weil da» Kammer- gericht entschieden habe, daß die Peränderung des Firmenrechts allein zur Lösung des Mietoerhättnistes nicht führen dürfe. Der Antrag wurde abgelehnt. Außerdem wollte ein sozialdemokrattscher Antrag dem ver. mieter nur dann die Aushebung d« Mietoerhättnistes zugestehen. wenn durch das Verhalten d« Mieters selbst, nicht der Angehöri- gen. Anlaß hierzu vorliegt. Weiter sollte der Mieter gegen das Verhalten des Vertreters d« Vermieters geschützt werden. Beide Anträge wurden abgelehnt. Auch ein kommunisttscher Antrag, der nur gröbliches ver- schulden des Mieters gelten lasten und die Ktogefristen verkürzen wollte, wurde abgelehnt. Der Abg. Ducke wollte die»erhebliche Belästigung" des Bermieters zum Schaden de» Mieters deNarieren: er erhielt aber nur von drei Abgeordneten Sukkurs und der Antrag wurde abgelehnt. Auch 8 2 des Mieterschutzgesetz«» blieb un- verändert. Im 8 z will die Regierung den L ermieterschutz«rwettern, in dem der Vermieter das Recht zur Klage auf Aushebung de» Mieiverhältnist« schon beim Rückstand der Miete für einen Monat, statt zwei Monat«, haben soll, die Klagefristen verkürzen und das Ausrechnungsrecht d« Mieters verschlechtern. Die Sozial. demokroten wollten den bestehenden Meterschutz des 8 2 er- holten und haben entsprechende Anträge gestellt. Sie wiesen darauf hin. daß die Borlag« in dieser Beziehung hinter da» ollgemem« Mietrecht d« Friedensstand« zurückgehe, der Schutz aber ertasten worden sei, wo die Verhältnisse günsttger waren, als heute bei der großen wirtschaftlichen Rot. Anträge der Abgg. Lücke und Steiniger wollen noch die Regierungsvorloge verschlechtern. Die Regierung gab indirekt zu. daß ein« Notwendigkeit für die ver- schlechterung des Mieterschutzes, nicht vorliegt: denn die Mietstreitig- keiten haben sich verhältnismäßig nicht erhöht und für Berlin seien 8S Proz. der Mietstreitgkeiten durch Vergleich erledigt worden. Da die Koalitionsparteien geschlossen blieben, so wurden alle Verbesserungsanträge gegen Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt, die Regierungsvorlage angenommen. Wahlerfolge in üer Schweiz. " Bei den Kantonsratswahleu. Wie schon kurz erwähnt, haben am Sonntag die WaHle« zur Gelamterneuerung de» Kantonsrates und de» Regie- rungsrates de» Kantons Zürich stattgefunden. Auf Grund einer Aenderung des Wahtgssetzes war die Zahl der Mitglieder des Kantonsrates von 2S7 aus 220 reduziert worden. Der groß« Wahlerfolg der Sozialdemokratie dokumentiert sich vor allem darin, daß trotz dieser Reduktion die Zahl der sozialdemo- kratischen Kaittonsräte von 75 aus 84 gestiegen ift In keinem der 17 Kantonsratswahlkreff« wurde ein Mandat verloren, dagegen i n S Kreisen je ein Mandat gewonnen. Während bisher 2$%, Proz. der Vertreter Sozialdemokraten waren, sind es nun 38)4 Proz. Im alten Kantonsrat hatten die Grüllianer 5 und die Kommunisten 10 Vertreter. Di« Grütlianer sind infolge der Auf- läsung ihres Verbandes auch im Züricher Kantonsrat von der Bild- fläche vollständig verschwunden, die Kommunisten verloren von ihren Mandaten 00 Proz.,«» bleiben ihnen nur 4. So ist ein TeL des Erfolges der Sozialdemokraten auf Kosten der anderen beiden Arbeiterparteien gegangen. Aber darüber hinaus fft ein offensicht- sich starker Vorstoß zu oerzeichnen. Während bisher die Sozial- demotraten, Grütlianer und Kommunisten zusammen 35� Proz. der Mandate hatten, haben Sozialdemokraten und Kommunisten jetzt 40 Proz. Roch größer ist der Erfolg in der Stadt Zürich selbst. Die Zahl der Mandat« wurde von 90 auf 78 vermindert. die der Sozialdemokraten stieg von 32 auf 30 und sie haben mtt den 4 Kommunisten zusammen die Mehrheit der Mandat« der Stadt Zürich. Der Regierungsrat bestcht aus 7 Mitgliedern. Di« bürgerlichen Parteien nahmen sämtlich« 7 Sitz« in Anspruch. Die Sozialdemokraten stellten bloß zwei Kandidaten auf, die Genosten Pfifter und Sigg. Dadurch wurde das absolute Mehr stark heruntergedrückt, es betrug 35 148, und sämtlich« 9 Kandidaten erhiellen wesentlich mehr Stimmen. Von ihnen sind als gewählt er- klärt die Bürgerlichen, die 59 257 bis 52 808 Stimmen auf sich vereinigten. Die Sozialdemokraten brachten 45 041 und 42 403 Stimmen auf. Im Falle, daß im Laufe der Wahlperiode ein Man- dat frei würde, würde der Sozialdemokrat Pfifter nachrücken. Auch die Regierungswahlen zeigen, wie nahe die Sozialdemokraten im Kanton Zürich schon an die Mehrheit gekommen, daß die Spaltung durch die Kommunisten nahezu überwunden und die Arbeiterschaft sehr bald wieder vollständig oereinigt in der Sozialdemokratie sein wird. Weniger günstig steten die Wahlen infolge besonderer Umstände«m Kanton Bajel-Stadt aus. Di« Sozialdemakraten verlieren 0 Sitze an die Kommunisten, sie bleiben ober die weitaus stärkere Arbeiterpartei, indem 38 Sozialdemokraten 22 Kommunisten gegenüberstehen. Auch die beiden sozialdemokratischen Rogierungs- rät« Dr. Hauser und Wenk wurden nicht im ersten Wahtgang gewählt, sondern kommen in die Sttchwohl. da sie das absolute Mehr von 10 700 Stimme» nicht ganz erreichten, sonder» nur 10 238 Stimmen erhielten. Heber alle Erwartungen gut war dagegen der sozioldemokrottsche Dahlersolg im Lauton Thurgau, wo die Zahl der sozialdemokratischen Vertreter von 18 auf 25 gewochsen ist. die Partei also im Großrat. der 140 Mitglieder zählt, schon beträchtlichen Einfluß ausübt. Tschechische Minüerheitsschulen. Gesetzliche Neuregelung. Das ffchschoslowakische Ministerium für Schulwesen und Volks- bildung hat de» Gesetzentwurf über Errichtung und Er- hallung von Natwnolschulen fertiggestellt. Von den Hauptbe- stimmungen de» Gesetzentwurfs sei hervorgehoben: Handelt es sich um«ine private Konzessirnsschule, dann darf der Gau- schutrot die Vertagung der Errichtung einer öffentlichen Schule nicht bewilligen, sobald die Eltern von mindestens 30 schulpfltchttgen Kindern des Schulbezirks, der der neuen Schule zugetellt werden soll, den Besuch der Konzessionsschule nicht wünschen. Der Unter- richtsminister kann dort eine öffentliche Volksschule errichten. wo er es geboten findet, selbst wenn die Zahl von 40 Kindern nicht gegeben ist. Diese Bestimmung soll vor allem für die Errichtung von Schulen für nationale Minderheils- inseln gellen. Das System der Koedukation(gemeinsame Er- Ziehung beider Geschlechter) wird bei der Errichtung von Schulen nur geduldet- Außer der tschechoslowakischen Sprache rverden als Unterrichtssprachen zugelassen das Polnische, Ruthenische, Deutsche, Magyarische und Hebräische Die Ermittlung der Nationalität des Schulkindes richtet sich vor allem nach der Erklärung des Vaters. Schon dieser knappe Auszug verrät des Pudels Kern: lleberaU sollen auf Befehl von Prag tschechische Schulen errichtet(und von den Gemeinden erhalten!) werden, auch wenn nur ganz wenige tschechische Kinder dort sind; ihre. Zahl wird ohnehin durch die Versetzung tschechischer Beamten in die Minderheitsgebiete ständig erhöht. Nichttschechische Sprachinseln im tschechischen Siedlungsgebiet gibt es viel weniger als umgekehrt und in der Förderung der Minderheits- inseln weih man schon genau zu unterscheiden, je nachdem, ob sie der..Staatsnation" oder einem„Fremdvolk" angehören. So treibt dieser Staat, der ein Nationalitätenstaat ist, aber durchaus ein Nationalstaat sein soll.„Versöhnungspolitik". Regierung unü Zrantensturz. Erklärungen des �inanzministers. pari». 22. Aprll.(Eigever Drohtbericht.) Auf Grund eines Beschlusses der sozialistischen Kammersraktion hat Genosse D i n e e n t Auriol die Regierung heute über ihre Stellungnahme zum jüngsten Frantensturz befragt. Finanzminister Päret erwiderte, die Frankenbaiste sei nicht zu letzt aus auswärtige Einflüsse zurückzuführen. Auf einer Anzahl ouswörtiger Börsen werde gegenwärtig gegen den Franken spekuliert. Auch die Berzögerung der Regelung der interalliierten Schulden habe einen ungünstigen Einfluß auf die Haltung de» Franken ausgeübt, doch lieg« es nicht in der Wacht der französischen Regierung, die mit England und Amenka geführte Diskussion zu beschleunigen. In Frankreich selbst spekuliere man ebenfalls gegen den Franken. Der Iustizminffter habe ein« Untersuchung darüber eingeleitet und von deren Ergebnis werde die Regierung ihr« Maßnahmen abhängig machen. Ejpp U(} ganze Reihe improvisierter Wechselstuben seien in-"-« Paris entstanden, deren zwangsweise Schließung demnächst erfolgen werde. Die im Laufe der letzten zw« Tag« eingetretene E r h'd'l;® lung de» Frankenkurses sei nicht auf die Regierung zurückzuführen. sondern stell« da» Ergebnis des freien Spiels von Angebot und Nochfrage dar. Auch in Zukunft werde die Regierung nur im äußersten Falle an der Börse intervenieren, da sie der Ansicht sei, daß der gegenwärtige Fronkensturz nicht in der tatsächlichon finanziellen Lage begründet sei und sie infolgedessen hoffe, daß das Spiel von Angebot und Nachfrage von selbst zur Erholung des Franken- kurses führen werde. Weitere Anfrage« der Sozialisten. Pari». 22. April.(Eigener Drahtbericht.) Die sozialistische Kammerfraktion beschloß, im Lause der nächsten Tage an die Re< gierung eine Anzahl Anfragen zu richten. Auf außenpolitischem Gebiet« wird die Regierung über die schwebenden Friedensverhand- tungen in Marokko, über die Umgestaltung des Böller- bundrates und die Aufnahme Deutschlands sowie über die jüngsten Reden Mussolinis und die ungarischen Roten- f ä l s ch u n g e n befragt werden. Es handell sich dabei nicht um Interpellationen, sondern lediglich um Ansragen, zu deren Beant- wortung die Regierung nicht verpflichtet ist. Sowjet-Rußlanös Dank an Mussolini. Wegen Ntchtratifizierang deS Bessarabien-Slbtommens. Moskau, 22. April.(TU.) Der llalienische Botschafler Graf Mauzonl hat dem Außcnkommlssar Tschilschcrln mtt. geleilt, daß die ilalientsche Regierung trotz des wiederholten Er- suchen» der rumänischen Regierung die Rolisikation der Vestarabien- konventton abgelehnt habe. Die Sowjelregierung hat daraus den russischen volschaster in Rom. Serschenzew, bcaustrogt. sofort der ilalieulschen Regierung den Dank der Sowjet- regierung auszusprechen. Zu dem Schrill der llallenlschen Regierung sehe die Sowjetregierong einen Beweis dafür, daß Italien aufrichtig bestrebt fei. freundschaftliche Beziehungen zu der Sowsetuutou anzuknüpfen. Von der von der italienischen Re- gierung vorgeschlagenen Vermittlung in der rumänischen Frage könne sie jedoch nicht eher Gebrauch machen, als Rumänien seine Einwilligung zu einer Volksabstimmung in Bestarabien gegeben habe._ Die polnische Krise. Rücktrittsgesuch der Rnmpfregiernng abgelehnt. Warschau. 22. April.(WTB) Die Entschließung des Präsi- denten der Republik, die Demission de» Kabinetts Skrzynski nicht anzunehmen, wird von der Rechten und auch der Chrisllichnatlonalen Partei, die bisher in der Opposition stand, gebilligt, während die Parteien der Linken schärfste Opposition ankündigen. Die Sozialdemokraten haben eine Aktion eingelettet, die eine Verständigung oller linksgerichteten Parteien einschsießlich der nationalen Minderheiten zum Ziel hat. Eine vermit- telnde Stellung nimmt die Nationale Arbetterpartei ein, die be- schlössen hat. vorläufig in der Rumpftoalttlon zu verbleiben und ihre weitere Stellungnahme von der Entschließung des bereits ein- berufenen obersten Rat, der�Partei abhängig zu machen. ver kommnnifilsche eandlagsabg. Max Dörr ist au« der kommunistii-den Parte, ausgeschlossen worden. Der Grund liegt angeblich in Verfehlungen«ichtpolitischer Statur. Gewerkschaftsbewegung Eine Menschenfalle. Das Großkraftwerk Rummelsburg. 3 bei Draußen im äußersten Osten Berlins, unmittelbar am Rummels burger See, liegt, durch Fahrstraße in zwei Hälften geteilt, ein riefengroßes Arbeitsgelände. Auf diesem find nahezu 2000 Arbeiter Maurer, Hilfsarbeiter, Montagearbeiter, Zimmerer usw. den verschiedensten Großfirmen des Hoch-, Eisen-, Beton- und Tief. baues beschäftigt. Bir befinden uns auf dem im werden begriffe: nen, der Stadt Berlin gehörigen Groß Kraftmert. So ge waltig imponierend die verschiedensten Anlagen auf dem Gelände find, fo grauenhaft find die Zustände auf den Arbeitsstellen. Auf diesen wird mit Menschenleben geradezu Schind. luber getrieben. Ganz besonders bei den Eisenton struktionsfirmen gelten Menschenleben nichts. Von den Be. stimmungen über die Unfallverhütungsvorschriften ist nicht die Spur zu sehen. Weder sind die Eisenträger im allgemeinen, noch find die Stellen, wo die Konstruktionsarbeiter arbeiten, abgedeckt. In schwindelnder Höhe laufen die Arbeiter auf der oberen Stante der Eisenträger herum. Das Bernieten der senkrecht stehenden Eisenträger geschieht so, daß der Arbeiter mit einem Fuß auf der am Träger befindlichen Lasche, mit dem anderen auf einer Sprossenleiter, die am Träger hängt, stehend die Arbeit verrichtet. Hauptunternehmerin einen Spezialbeamten auf dem Gelände des Kraftmerts nur zur Ueberwachung der Unfallverhütungsvorschritten placieren wolle, jo mag das an fich gut sein. Die baugewerbliche Arbeiterschaft ist indessen der Ansicht, daß hier nicht eine Privat person in Betracht tommen fann. Sie fordert vielmehr von der städtischen Baupolizei, dessen Dezernent Herr Oberbaurat Engelmann ist, daß er einen der Bauarbeiterschuh männer, die mit der Braris vertraut sind, dort ständig stationiert. Hier muß mit aller Schärfe gegen die Bergeudung von Arbeitskraft und Menschenleben vorgegangen werden. Die Berliner baugewerbliche Arbeiterschaft will nicht Schaden vergütung, sondern Schadenverhütung! Erweiterungen im Internationalen Arbeitsamt. Ausdehnung des deutschen Einflusses. Genf, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat am Donnerstag vormittaa mit 13 gegen 9 Stimmen den Haushalt des Internationalen Arbeitsamtes von rund 7,2 Millionen Franken in den letzten Jahren auf 7,5 Millionen erhöht. Der Mehrheitsbetrag von rund 300 000 Franken wird aus dem größeren Beitrag Deutschlands, wenn es Mitglied des Bölferbundes sein wird, fließen, und dazu verwendet werden, die Zahl der deutschen Beamten im Amt zu vermehren, und zwar um sieben mittlere und zwei höhere Beamte, sowie zur Her ausgabe einiger vorbereiteter, wissenschaftlicher Werke, für deren Veröffentlichung in der letzten Zeit die Mittel gefehlt haben. Den Anträgen des Amtes und des Haushaltsausschusses wurde im VerEine unglüdliche Wendung, und der Arbeiter stürzt in die Tiefe. waltungsrat namentlich von dem englischen Regierungsvertreter Die Unternehmer pfeifen einfach auf die Unfallverhütungsfowie den Arbeitgebervertretern widersprochen, vorschriften. wobei der Standpunkt vertreten wurde, daß die deutschen Beamten Dort steht eine Feldschmiebe auf zwei oder drei über die zwar vermehrt, aber dafür auf anderen Gebieten des Amtes Träger geworfenen Brettern, der Arbeiter sigt oben auf der flachen, Einsparungen gemacht werden sollen. Unter den neun gegen etwa 30 bis 40 Zentimeter breiten Blatte des Trägers und verrichtet die Erhöhung des Haushalts stimmenden Vertretern befanden sich seine Arbeit. Born auf der linken Hälfte des Geländes fonnten wir die Regierungsvertreter von England, Indien, Kanada und Spanien, beobachten, wie ein Eisentonstruktionsarbeiter die übrigen waren fünf Vertreter der Arbeitgeber. in etwa 50 Meter Höhe mit einem Fuße auf der schräg abfallenden Platte des Eisenträgers stehend, mit dem anderen Fuß einen Halt auf dem Kloben fuchte, der zum Aufziehen von Gegenständen dient. Dabei muß man fragen, ob die Drahtseile, die zum Aufziehen verwendet werden, die genügende Starte entsprechend den gesetzlichen Vorschriften haben. Infolge des 3erreißens eines solchen Drahtseils stürzte am 14. April ein Montageschlosser, der einen im Zuge befindlichen Wandstiel von 14 Meter Länge einschrauben sollte, aus etwa 6 Meter Höhe herab, beim Fallen schlug er auf eme am Boden liegende Binde auf. Die Folge war ein schwerer Schädel bruch, an dessen Folgen er im Krankenhaus nachmittags 5% Uhr verstarb. Am 14. April, also an einem Tage find 11 Unfälle passiert, darunter der schon erwähnie tödliche Unfall. Bo bleibt die Polizeiverordnung zum Schuße der bei Eisenbauten beschäftigten Personen vom 1. Februar 1917? Indessen auch beim Hochbau herrschen auf dem Gelände zu stände, tie gegen die Unfauverhütungsvorschriften verstoßen. An dem Gebäude, das bestimmt ist, die Schaltanlage aufzunehmen, arbeitelen in etwa 25 bis 30 Meter Höhe Akkordmaurer. Diese fcheinen das Berbot des Ueber die Hand Mauerns nicht zu fennen. Ebenso scheint die Firma bzw. der Polier nicht zu wissen, daß die Verordnung des Berliner Polizeipräsidenten bestimmt, daß, wenn über die Hand" gemauert wird und das Mauermert über 7 mcter Höhe hinausgeht, dann in dieser Höhe Schug gerüfte angebracht werden müssen. Diese Feststellungen fonnten wir am 16. April machen. Hier ist eine verdienstvolle Tätig msfeit für die Baupolizei der Stadt Berlin. Wenn Herr Direttor Belmann einige Tage vorher erklärt, daß die AEG. als # Am Donnerstag nachmittag nahm der Verwaltungsrat in öffent licher Sigung den Bericht des Direttors entgegen und beriet einige Vorlagen für die nächsten Arbeitskonferenzen. Als Kandidaten für den Vorsiz der beiden Arbeitskonferenzen sollen der holländische Abgeordnete Nollens und der englische Lord Burnham, der bereits bei zwei Arbeitskonferenzen den Vorsitz geführt hat, vorgeschlagen werden. Vergolder und Rahmenmacher gegen Lohnkürzung. Das Lohnabkommen für die in der Goldleisten- und Rahmenbranche beschäftigten Arbeiter war von den Unternehmern zum 26. Februar gekündigt worden. Die Unternehmer forderten einen Abbau des Tarifspihenlohnes von 1,04 Mart auf 0,90 Mart und der übrigen Löhne und Attordpreise im gleichen prozentualen Berhältnis. Die Vergolder lehnten in ihrer Bersammlung am 17. März das Anfinnen der Unternehmer ab und beschlossen, lieber tariflos zu arbeiten. Es fanden dann noch einmal unverbindliche Besprechun gen statt, in denen sich die Unternehmer bereit erklärten, den Tarif pigenlohn nur bis auf 96 Pfennig abzubauen, und die übrigen Löhne ebenfalls in dem gleichen Verhältnis. Sie begründeten ihre Stellungnahme mit den niedrigeren Löhnen des Auslandes, durch die ihnen jede Konkurrenz mit dem Auslande un möglich sei. Die Arbeitervertreter widersprachen dieser Auffassung ganz entschieden und betonten, daß man mit niedrigen Löhnen keinesfalls den Absah im Inlande heben fönne, auf dem diese Industrie vorwiegend angewiesen ist. Da die Unternehmer sich jeder besseren Einsicht verschlossen, mußten die Ver= handlungen abgebrochen werden. Die Unternehmer erfuchten aber noch die Verhandlungstommiffion, über ihr letztes Angebot die Mitglieder selber entscheiden zu lassen, da diese angeblich den Bünschen der Unternehmer mehr Berständnis entgegen brächten als die Organisationsvertreter. = Die Bergofber und Rahmenmacher beschäftigten sich mun in einer gut besuchten Bersammlung am Mittwoch in Dörings Fests fälen mit dem letzten Angebot der Unternehmer und lehnten es nach turzer Debatte einstimmig ab. Sie beschlossen weiter, sich sofort mit der Organisation in Verbindung zu sehen, falls einzelne Unternehmer munmehr versuchen sollten, von fidh aus niedrigere Löhne zu diktieren. Die Stimmung der Versammlung bewies, daß die Bergolder und Rahmenmacher nicht gewillt sind, irgendwelche Abzüge von ihrem Lohne hinzunehmen, trotzdem etwa 50 Proz. der Branchenangehörigen zurzeit arbeitslos sind und von den in Arbeit stehenden Kollegen die Hälfte kurz arbeitet. Die Unternehmer aber tönnen aus der einstimmigen Ablehnung ihres Planes ersehen, daß die Verhandlungskommission sehr wohl die Einstellung ihrer Auftraggeber tannte und daß nicht sie allein, fondern die genannte Branche für die Notlage" der Unternehmer tein Verständms hat. Es wurde noch darauf hingewiesen, daß sich die Vergolder und Rahmenmacher am 1. Mai um 9 Uhr vormittags bei kraap in der Adalbertstraße treffen und von dort aus geschlossen zur ,, Neuen Welt" gehen. Um den Akkordtarif für das Berliner Baugewerbe. Die Verhandlungen zweds Abschluß eines Affordvertrages für Maurer find soweit gediehen, daß die Parteien zu dem Verhand lungsergebnis Stellung nehmen sollen. Die Erklärungsfrist ist zwischen den Parteien auf Dienstag, den 27. April, festgesetzt. Bei den offengebliebenen Tarifpofitionen handelt es sich in der Haupt fache noch um die Preise für Verblendarbeiten. Die Afford maurer des Baugewerksbundes nehmen zu dem Verhandlungs ergebnis am Sonntag, den 25. April, vormittags 10 Uhr, im Saa 11 des Gewertschaftsbauses, Hof rechts, neben der Freitreppe anm Saal, Stellung. Deutscher Baugewertsbund, Bau gewertschaft Berlin. Der Vorstand. Ja Kalfuffa find 30 000 Spinnereiarbeiter in den Ausstand getreten. 1024 400 Arbeitslose find in England am 12. April gezählt worden, das heißt 25 386 weniger als vor einer Woche und 180 370 weniger als vor einem Jahr. Jugendgruppe des Zda. Seute, Freitag, 7% Uhr, finden folgende Beranstaltungen ftatt: bteilung Often: Jugendheim Große Frankfurter Str. 16, Rimmer 6. Discussionsabend. Abteilung Sübost: Jugendheim Reichenberger Str. 66. Bortrag: Karl Marr und feine Behre". Abteilung Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Str. 7/10 Reuter- Abend. Abteilung Spandan: Jugendheim Lindenufer 1. Seimabend. Freie Gewerkschaftsjugend. Seute, Freitag, 7 Uhr, tagen die Gruppen: Hermannplay: Jugendheim Ganderftr. 11, Ede Sobrechtstraße. Gerrit Engelte- Abend.- Wedding: SugendOber heim Gerichtstr. 65/69. Befeabend: Ludwig Frank: Die Räuberbande. fchöneweibe: Jugendheim Laufenerftr. 2. Glasbrenner- Abend. Budbruder( 5. Bezirk). Morgen, Sonnabend, 7 Uhr, Bezirks- Frattions fikuna bei Kayfer, Reichenberger Str. 154. Alle Vorteigenoffen und Delegierten baben die unbedingte Bilicht, au diefer Sigung zu erscheinen. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe ber Buker. Sonntag. 25. April, vormittags 10 Uhr, Mitgliederversammlung im Gaal 4 des Gewerkschaftshauses. 1. Bericht von der Reichskonferens in Leipzig. 2. Der Arbeitsmarkt in unserer Fachgruppe. 3. Geschäftliche Mitteilungen. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne basselbe tein Sufritt. Die Fachgruppenleitung. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamizu A.-G., Berlin, Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 5-7 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeiaen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlaa G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel und Berlaasanstalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SB 68 Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". A.WERTHEIM Billige Labensmittel Leipziger Platz Königstraße Rosenthaler Straße Moritzplatz Gemüse u. Obst Junger Spinat. 2 Ptd. 0.35 Junger Salat.. 2 Kop! 0.35 Rhabarber... 2 Pid. 0.35 Zwiebeln Aegypt. 2 Pid. 0.25 Malta- Kartoffeln 3 Pid. 0.25 Waldmeister... Bund 0.10 neue Käse u. Camembert vollfett 0.25 Kümmelkäse Schachtel ... Pfund 0.32 Limburger..... Pfund 0.45 Allgäuer Pfund 0.55 Holländer u, Edamer Pfund 0,78 Dänischer Gouda. Pfund 0.58 Wild u. Junge Tauben Stick v. 0.88 an u. Bohner Suppenhähne Piund v. 1.15 an Hirsch- Keulen.. Plund 1.45 Dupend Zitronen..... Dutzend 0.35 Apfelsinen D.0.80, 0.70 0.50 Blut- Orangen 1.00, 0.80 0.55 Kaliforn. Aepfel Ptd. 0.45 Kiste ca. 45 Pfund brutto 15.75 Eẞ- u. Kochäpfel Plund 0.18 Ananas frische.. Pfund 0.95 Butter . Steinbuscher vollfett, Pfd. 1.10 Tilsiter Pfund 0.68 0.98 1.20 Romatour. Stuck 0.20 u. 0.30 Naturbutter Pfd.- Paket 0.90 Dänische Butter Pfund 1.98 Kokosfett.. 1 Pfund- Tafel 0.68 Margarine..... Ptund 0,56 ..... Plund 0,56 Geflügel Wildschwein Bauch Pfund 0.85 Rücken 1.35 Pfund Kolonialwaren Weiße Bohnen.. Pfund 0.14 Linsen .... Pfund 0.16 Blätter Pfund 1.15 Pfund 1.45 Keulen Kartoffelmehl... Pfund 0.17 Tafelreis...... Pfund 0.22 Viktoria- Erbsen Pfund 0.19 Auszugmehl... Pfund 0.24 Konserven Dose 1 Dose Stangen- Statt Bohnen 0.65 Stachelbeeren...... 0.88 Kohlrabi mit Grün.... ..0.55 Sellerie in Scheiben.... 0.66 Pfefferlinge....... 0.88 Junge Erbsen sehr 1.10 Gemischtes Gemüse fein 1.20 Stangenspargel 50-60 Sig. 1,75 stark, D. 2.15 sehrstk. D. 2.30 feln, Dose lein 1.40 Kirschen sus, ohne Stelne 1.20 Preiselbeeren 2.10 0.75 Elmer Orange- Konfitüren 2Pfd.- Elmer 0.90 1Pfd.- Glas 0.60 Rind- u. Schweine0.63 Gulasch Beisch, Pld.- Dose Rindfleisch im eigenen Saft 1.20 Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat. Leicht verderbl. Artikel können nicht zugesandt werden Fische es Bratflundern 4 Pland 30 PL. Dorsche Pd. 10 PL. Plötzen 20-30 PL. Pland 16 Pt. Kabeljau ohne Kopf, ganze Fische PL90 PL Zander gefroren....... Pfund 65 PL= Lebende Aländer...... Pfund 75 PL Frische Hechte Lachs kleine Fische Lebende Schleie Lebende Aale Wurstwaren Rotwurst...... Pfund 1.15 Landleberwurst Plund 1.15 Grobe Mettwurst Plund 1.30 Mortadella.... Plund 1.30 letter u. magerer Speck deutsche Ware, Pfd. 1.45 Jagdwurst Pfund 1.50 Mettwurst Art. Pfund 1.50 Braunschweig. Fleisch- u. Bierwurst P. 1.55 Filetwurst.... Plund 1.65 Feine Leberwurst Pfund 1.65 Zervelatwurst holst, Ptd 1,80 Salamiwurst holst., Pfd. 1,80 Schinkenspeck Pid.- Stck. 1.90 Nußschinken ca. 2 Pfund 1.95 schwer, Pfd. Rosenthaler Str. Königstr. Moritzplatz: Speck- u.Dampfwurst PM. 1.00 Fleischwurst..... ... Pfund 1.00 Landleberwurst Pfund 1.00 Schinken- u. Teewurst 1.70 Gebrannter Kaffee eigene Pfund 85 PL. Pfund 1M Pfund 135 Pland 185 Konsum- Misch..Pfund 2.30 Haushalt- Misch..Pfund 2.60 Sonder- Mischung Pfund 3.00 Pland 140 starke Räucherwaren Lachsheringe große, Stck. 0.14 Lachsheringe große, Stck. 0.14 Sprotten echte, Pfund 0.38 Fettbücklinge große, Pfd. 0.22 Räucher- Aale... Pfund 2.50 Flundern Pfund 0.26 0.40 Räucher- Aale Bund 0.75 pomm. Frisches Fleisch Pfund 65 PL Kalbskamm u. Brust Kalbsnierenbraten... Pfund 75 PL Kalbskeule dans und geteilt..... Pfund 85 Pf. Hammelvorderfleischken 80 Pf. m. Blge.... Pfund M Schweinebauch u. Kamm 110 Schulterblatt, Rücken Piand Liesen Pid. 75 P. Gehacktes Pid. 70 PL Rinderkamm u. Brust defr., Pid. 55 PL Tafelbutter Delsardinen 2.75 1.40 Stadtküche Dose ( franz 1/2 Pfd. netto mit Napf 98PT. Leipziger Str. Lieferung von Festessen, kalten B& iets. Menüvorschläge aus Wunsch Rösterel Qlympia- Mischung Ptd. 3.40 Globus- Mischung Pfund 3,80 Residenz- Misch..Pfund 4.20 Konfitüren Schokolade Tafel, 200 Gr. 0.45 Zwiebackschokolad, Ptd. 1, 12 Schmelzschokolade Sandgebäck.... Pfund 1.00 5 Tafeln à 40 Gramm 0.75 Teegebäck..... Pfund 1,40 Wein Borsdorfer", mild 0.60 Preise für Flasche einschließlich Berliner Getränkesteuer, ohne Glas Edel- Apfelwein 1920 Rüdesheimer Berg Spätlese feiner Tafelwein 2.00 1924 Wellensteiner Berg 0.72 1922 Piesporter Hohlweid süffiger Bowlenmosel 1924 Nitteler Gipfel pikanter Tischmosel 0.80 1923 Forster Straße Original- Abfüll. m. Korkbr. 2.00 Bischöfl.Convict, spribig, pik. feinblumiger Pfälzer 1.20 Johannisbeer-, Stachelbeer-, 1920 Berncasteler Kirsch- u. Heidelbeerwein, Cyder.... ..0.90 gut entwickelt 1.30 Besondere Gelegenheit 1924 Niersteiner blumiger Rheinwein... 0.92 1922 Zeller schwarze Katz pikanter Mosel 1.10 1918 Médoc Heblicher Bordeaux Edler von Lorch felner Tafellikör 1.25 4.00 In allen Geschäften Wein vom Faß zu Extrapreisen Jeden Freitag u. Sonnabend Stoff- Reste u. Abschnitte billiger Verkauf Nr. 1*9 ♦ 43. Jahrgang 1. Seilage ües vorwärts Lrettag, 25. �prtl 192» Maifeieröebatte im Rathaus. Die Berliner Et« dt o ero rd a e t»n o erf a m m l u n g kam gestern endlich zur Berawng des von den Sozialdemokraten und den Kommunisten schon vor mehreren Wochen eingereichten gemeinsamen Antrages, der für die Arbeiter, Angestellten und Beamten der Stadt die Gewährung oon Urlaub zur Maifeier fordert. Man tonnte an die Beratung diese» Gegen» stände» erst zu später Stunde herangehen, als die Lersammlung be- reit» eine ziemlich arbeitsreiche Sitzung von vier Stunden hinter sich hatte. Die rechtsstehenden Fraktionen hatten offenbar die Ab- ficht, die Beschluhunfähigkeit herbeizuführen, darum verließen sie größtenteils den Saal. Unser Genosi« Heitmann gab eine kurze, ober treffende Begründung de» Antrage». Er wie» darauf hin, daß in dieser Zeit de» Verlangens der Arbeitgeber nach Ausdehnung der Arbeitszeit die Maikundgebung s ü r den Achtstundentag nötiger als je sei. Ein Deutschnationaler. der Arbeitersekretär Wagner, wollte wohl durch seine Rede die Versammlung auseinandergraulen, aber er sorgte nur für Erheste- «ung. Bürgermeister E ch o l tz gab bekannt, der Magistrat habe schon verfügt, daß Urlaub wie in früheren Jahren ge- umhrt wird. Den Gegnern der Maifeier gelang e» schließlich doch, die Lelchluhunsähigkeit zu erreichen. Die Beschlußfassung mußte aus die Sitzung vom 29. April verschoben werden. Da wird kein Arbeiterfeind sie hintertreiben können. Zu Beginn der gestrigen Stadtoerortmetenoerfammlung wurde die Anfrage der Deutschnattonalen wegen der Znanspruchnahme de» AicUer Hauses Siegmuudshos 1! durch die jüdische Gemeinde behandelt. Der bekonnte Pfarrer koch hatte die Anfrag« in eine Form geNeidet, daß eine Beleidigung und Beschimp- f u n g der jüdischen Mitbürger dabei herauskam. In ebensolcher Art begründete er auch gestern die Anfrage. Unsere Fraktion war seinerzeit weitergegangen als die Deutschnationalen, denen e» unter Führung de».christlichen' Psarrer» nur aus ein« Judenhetze ankam, und hatte praktischerweise den Magistrat in einem Antrag ersucht, den Künstlern die Wetterbenutzung der Atelier- räume zu sichern. Genosse horlih teilt« eingangs seiner Ausführungen mtt, daß die Künstler In dem Sauf« über den rüden,«akklosea Don her deulschaotiooolen Anfrage erstaunt and empört seien. Im übrigen sei die südlsche Gemeinde, die Besitzerin de» Hanse» ist, in einer Zwangslage, well der Minister de» Innern die baldige Einrichtung einer Schule von der Gemeinde verlange. Gegenwärtig störe noch niemand die Künstler in ihren Arbeiten. Die sozialdemokratische Fraktion beantrage daher, um den Künstlern wirtlich zu helfen, daß der Magistrat in Derhondlunaen versuchen solle, das Haus anzukaufen, um den Äünstlern die Weiterbenchtzung ihrer Ateliers zu sichern. Der An- trag wurde angenommen.— Mit großer Mehrheit wird beschlosien, 150 000 M. zum Ausbau des Stammlager» Zehrens- dorf-Zossen als Kindererholuna» statte bereitzu- stelle».— Die Kommunisten hatten in einem Antrag verlangt, daß die Vergebung von Konseklionsarbelleu durch die Städlische Berliner Ansihasfungcgesellschasl an prloalsirmen unterbleibt. Im vor- beratenden Ausschuß hatte unsere Fraktion durchgesetzt, daß die Bestimmung in der Ausschußentschließung aufgenommen wurde, daß für den Fall, daß tatsächlich Arbeiten an Privatfirmen vergeben werden mästen, auf Jnnehaltung der tariflichen Ar- beils- und Lohnbedingungen zu holten sei. Noch einer Begründung des Antrages durch Stadtv. Widnowski(KPD.) und einer längeren Debatte, betonte Genoste heilmann, daß selbst- uc>ständlich unsere Fraktion gegen das Zwilchenmeister- s n st e m sei. Es könne nach unserer Meinung auch in Werkstätten eine anständige Arbeit geliefert werden Auf jeden Fall sind wir dafür, daß städtischerseits vergebene Arbeiten auch zu t a r i f- lichen Arbeitsbedingungen ausgeführt werden. Der Aussch-ihantrag wurde einstimmig angenommen.— Bei der Beratung eine» Antrages rechtsstehender Parteien Im Nathau» wegen Aufhebung der städtischen Veinsteuer erklärte Namen» unserer Fraktion Genosse Lohmann. daß die Aushebung der Weinsteuer eine reine Zweckmäßigkeitsfrage für die Stadt sei. Sie dringe immerhin 1.0 MilAione» Mark ein. und daher müste der Haushaltsausschuß prüfen, wie er die Ausfälle bei einer etwaigen Aufhebung ausgleichen könne. So hatte es auch der Ausschuß beschlossen. Der kämworer schloß sich dem an. Die Berfammluna stimmte denn auch für die Verweisung an den Haushalt sausschuß. In vorgerückter Stunde wandte sich die Versammlung dann noch der Beratung de» sozialdemokrattsch-kommunistischen Antrages wegen der Urlaubserteilung der städtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten zur Maifeier zu. Genoste Heitmann begründete thpi kurz. Die Deutschnattonalen leisteten sich den Scherz, ihren Parteigenosten Wagner, der sich .Arbeitersekretär' nennt, als Redner vorzuschicken. Der arme Mann ließ sich auch mißbrauchen. Und so kam, was kommen mußte: Er fiel dem Gelächter der Linken anHeim. In der sonst trockenen Ardeitssitzung war e» ein stark erheiternde» Moment, als er die Wissenschast oon sich gab. daß der I.Mai im Jahre 1888 von Amerika(!) gekommen sei. Als er bei einem Zitat aus der.Bielefelder Volkszeitung' durch Zwischenrufe unter- brachen wurde, rief er wütend: ,3a. da» i st unangenehm, aber e» muß raus!'(Stürmische, schallende Heiterkeit.) Er erklärte ferner, daß seine.nationalen' Arbeiter die Phrase von dem.einigen Bolk von Brüdern' satt hätten!— Der Bürgermeister erklärte namen» de» Magistrot», daß, wie im vorigen Jahre, auch diesmal wieder Urlaub erteilt werden würde. Um die Zeit zu vir- trödeln, wurde oon rechts namentliche Abstimmung beantragt. Schließlich stellte der Borsteher Genost« haß die DeschlußunfShlgkeit des Hauses fest und vertagte die Abstimmung auf nächsten Donner»- tag 7 Uhr. » An, der Bezlrkooerßnmnknng Srevzberg hohen nfar bereit, über den Streit über dt« noch ausstehende Bestätigung der unbesoldeten Stadträte berichtet. In derselben Sitzung wurde auch über die Wiederbefetzung de» Bürgermeisterposten» oer- bandett, der durch den Tod unseies Genosten Kohle frei geworden ist. Der Oberpräfldeni hat der Wiederbefetzung zugestimmt unter der Bedingung, daß eine andere Stelle im Bezirksamt frei gemacht werden must«, weil die Verminderung der Dezirksomlsmitglieder oon 7 auf 5 immer noch nicht durchgeführt sei. Inzwischen hat aber der Preußische Landtag dos Gesetz über die Einstellung de» Personal- abbaue» beschlosten, und die Beglrksoersammlung bekommt nun wieder frei« Hand. Sie hält an der Wiederbeietzung fest und beschloß Ausschreibung der Stelle. Wegen der Schädigung de» Wohlfahrtsamtes durch betrügerisch« Fälschung de» Wohlsahrtskommifsionsoorsteher« Dyrenfurth hatten die Kommunisten einen Antrag eingebracht, der den Aueschuß beschäftigt hat. Wie Genoste Grün berichtete, hat die Prüfung ergeben, daß nicht Arme geschädigt worden sind, sondern da» Wohlfahrtsamt. Der Kommistionsoorfleher hat die von der Kam- Mission bewilligten Unterstützungen unverkürzt ausgezahlt, aber dem Wohlfahrtsamt höhere Beiräge angerechnet. Sollten aber doch noch Schädigungen Armer ermittell werden, dann wird das Wohlfahrts- amt, wie Stadtrat Genosse Zachow versicherte, selbstverständlich alle» zur Schadloshaltung tun. Springbrunnen. Im Herbst und im Winter sammelte» sich die Abfälle der Straße in seinem Becken: Papier, Apseislnenschalen, Blechbüchsen, sogar die Reste eine» alten Hute, tonnte man darin sehen. Aber wunder- gläubige Kinder standen immer wieder an seinem Rande und starrten hinein. Btelleicht war heute, gerade heute doch Wasser drin, plät- scherndes, lebendige, Wasser. Wer konnte es denn wissen? Aber nichts als die Filzhutreste und all der übliche Unrat starrten ihnen entgegen. Aber dann kam der Frühling und plötzlich, über Nacht, wurde da» Becken ausgeräumt, und am nächsten Tag« spien vier Löwen- mäuler Wasser hinein; sUbern, w hohem Strahl rann es unablässig herab. Jubelnde Kinder begrüßten e», und alle die kleinen Füße i auf dem Platze kannten mir ein« Richtung: den Brunnen. Bor- sichttge Mütter krempten noch schnell Kleider- und Jackenärmel auf, denn wenn Kinderhände erst mit Wasser in Berührung kommen, ist e» schwer zu sagen, wieviel von dem ganzen Perjönchen trocken bleibt. Allein, diese» Wasser hier war«ur für die Augen da. Diese selbe Rocht, die e,«achgerufen hatte, hatte auch einen Schutzwall herumwachfen lassen, einen wohlumhegten Streifen grünen Rasens. Da war nun nicht» zu machen. Alle Planfchjehnsucht mußte begroben werden. Der gesäuberte Lnn.nen war ein Kunstwerk ge- worden, und Kunstwerte sind bekanntlich nur zum Ansehen da. Da» besorgt man freilich am besten in den Museen; aber da man leider wirklich nicht alle Kunstwerke und da», wa, dafür ausgegeben wird, in steinernen Wänden aufbewahren kann, so ist«» eben nicht zu oermeiden, daß einige davon dem Publikum sozusagen.zur Benutzung' übergeben«erben, aber in möglichst großem räumlichen Abstand«, so, wie eimnat die bewußt«.gut« Stube' zur.Benutzung' diente: Weihnachten wurde der Tannenbaum hineingestellt, aber man heizt« sie selbst dann nicht, mn alle Pracht recht lang« zu konser- vieren. Und am Rand« der Sprkngbninnenumzöuwmg stehen mm all- täglich Kinder, die auf da» zwett« Wunder hoffen: daß eine» Tages Eisenstang« und Rasen verschwunden sind und der Brunnen dann richtig Lebendig' werden kann. SelbftmorSversuch auf See Eisenbahn. Leide Deine abgefahren. Einen entsetzlichen Selbstmordversuch machte gestern nachmittag Segen 1 Uhr ein unbekannter Mann aus dem Eisenbahnkörper am reptower Part. Er kroch durch ein Loch in dem Maschenwert, das da» Bahngelände vom Straßenland absperrt, hindurch und warf sich vor einen Güterzug. Die Räder quetschten ihm beide Beine ab. Der Schwerverletzte wurde nach dem Krankenhaus am Urban gebracht. Die Aerzte hoffen, ihn am Leben erhalten zu können. Auch eine kurz« Vernehmung war bisher nicht möglich. Die Persönlichkeit tonnt« deshalb noch nicht festgestellt werden, weil man bei dem Lebensmüden keinerlei Papiere fand. Der Mann ist etwa 35 Jahre alt und scheint dem Mittelstande anzuge- hören. Mitteilungen zur Aufklärung an die Kriminalpolizei de» 231. Revier» beim Polizeiamt Treptow. polizetstoaüe nnd Magistrat. Der Aentraloerdanl» der Hotel-, Restanrant- und Cafö-Angeftellten hat w der Angelegenheit der Ma- gistratseingade an den Minister des Innern et?» Segeneingabe an dieselbe Stelle gerichtet, der wir solgende« entnehmen: .Wie au» den Tageszeitungen ersichtlich ist, hat vor einigen Tagen der Magistrat der Stadt Berlin an den Herrn Minister des Innern eine Eingabe gerichtet, in welcher die Verlängerung der Polizeistunde au» Verkehrs- und wirtschastspolitischen Gründen verlangt wird. Gerade diese Begründung veranlaßt ans. den Herrn Minister höfl. daraus hinzuweisen, daß der Magistrat der Stadt Berlin zu einer solchen Forderung recht wenig Berechtigung hat, solange er seinerseits nicht alle» mögliche tut, um den berechtigten Ansprüchen der Fremden ge- recht zu werden... Wir sind der Meinung, daß zunächst. einmal der Magistrat der Stadt Berlin selbst noch allerhand zä klln hat, wenn er den Fremdenverkehr wirtlich heben will. Wir sind nicht der Meinung, daß Berlin alle Hauptstädte der Welt in Grlqpett«? heilen zum Nepp übertreffen muß. Die Tatsache, daß in Berlin kolossal gearbeitet wird, um wieder auf die Beine zu kommen, würde jedem Fremden mehr imponieren ol» ein behördlich unterstütztes System zur nachdrücklichen Bereicherung einer nicht immer mit saubersten Mitteln arbeitenden sogenannten Fremdenindustri«— ganz abgesehen davon, daß die sogenannte Hebung des Fremden- Verkehrs wie bereit» wiederholt nachgewiesen, in der Hauptsache, auf Kosten der gastwirtschaftlichen Arbeitnehmer erfolgen würde. Daß die Verlängerung der Polizeistund« keineswegs ein Bedürfm» ist, geht mit aller Deutlichkeit au» dem Ergebnis der tn diesem Jahre freigegebenen drei Faschingssannabende hervor. Es mußte schon Aufsehen erregen, daß der Borsitzende des Verbandes der Kaffeehausbesitzer für seine in den Zentren des Fremdenverkehrs gelegenen beiden großen Betrieb«(Cafö Imperator, Friedrichstrnße, und Cafe Corso. Hardenbergstraße) eine Verlängerung der Polizei- stunde gar nicht erst beantragt hatte. Aber seine Zurückhaltung war berechtigt, denn au» den uns zugegangenen Berichten der Betriebs- rät« geht hervor, daß das Nachigeschäft fast ausnähme- Zamile unker den Zedern. 17] von Henri Dordeavx. (Berechtigte Uebersetzung von I. Kunde.) ..Die Pferde haben keine Witterung.' sagte ich zu meinem Kameraden,„es wäre Wahnsinn, wenn wir uns dem Instinkt dieses Tieres anvertrauten.' „Sie wird uns nicht Irreführen. Sie wählt dieselbe Strecke, die sie beim Herritt durchlaufen hat. Wir bewegen uns auf Sir zu.' Sir ist ein großes, am Fuß einer steilen Felswand ge- legenes arabisches Libanondorf. Da wo die Kastaden enden, die ein Gebirgswasier in einem einzigen jähen Absturz bildet, ist der Ort erbaut. Wie wir ihn durchzogen, flüchteten die Frauen, die draußen Wasser schöpften oder ihre Kinder beauf- sichtigten, elligst ins Innere ihrer Häuser. Diese gleichen Steinquadraten hatten einen einzigen Ausweg. Sie machten einen viel ärmlicheren Eindruck als die unsrigen. Fellah und Herr ist hier durch eine weite Kluft getrennt. Die männliche Bevölkerung sammelte sich um uns: es machte den Eindruck, als wenn sie von unserem Durchzug bereits unterrichtet wäre und sie nahm«ine aufdringliche, dreiste, fast drohende Haltung an. Jenseits des Ortes forderten unsere ruhig gewordenen Kameraden, daß wir unauffällig Halt machten. Sie oer- langten Aufklärung über die Absichten, die wir mit diesem Abenteuer verfolgten. Wie zu einem Vergnügen oder zur Jagd waren sie ausgeritten. Jetzt erkannten sie plötzlich die (Zesahr der Erpedltton. Jäh von Begeisterung zur Panik übergehend, wie das häufig bei uns vorkommt, machten sie uns weitschweifige Vorhaltungen, wie unvorsichtig e» sei, auf dem feindlichen Boden weiter vorzudringen. „Ihr vergeßt den Schimpf, der unserer Familie angetan wurde.' oersetzte Butros entrüstet._„ „Das ist eine euch persönlich zugefugte Schmach,' er- widerten sie,„und die Rache eure personlich« Angelegenheit. „Ja. unter den gleichen Umständen habt ihr auch den Kampf gegen die Drusen, nach dem Gemetzel von Der-el- Kamar und Sohle geführt. Eure Dorsahren waren mutigere Leute." „Dir rechneten nicht damit, daß wir da» maronitische Gebiet verlassen sollten.' machten sie nicht unbegründet geltend. „Krieg ist Krieg und wir haben keinen mit den Muselmannen. I .Es ist gut,' versetzte Butros verächtlich,„geht nach Hause und hütet eure Lämmer und Ziegen. Ihr verdient kein Gewehr in der Hand zu halten. Ich brauche euch nicht. Kehrt zurück!' Er war im Unrecht. Er überschritt die Instruktionen seines Daters und brachte seinen kleinen Trupp, vielleicht sogar den Frieden und die Zukunft des maronitischen Volkes in Gefahr. Auch zeigte er damit, daß die Jugend ein Hin- dernis für einen Führer Ist. Was ihn aber zum Führer stempelte, das waren Entschlußkraft, Kühnheit, klarer Blick und ein richtiges Urteil. Er erkannte seinen Irrtum und wie unsere Gefährten nach einigem Schwanken zwischen Opfer- Willigkeit und Borsicht den Rückweg einschlugen, drängte er ihnen auf seiner Stute nach. Ich habe später erfahren, daß er sie mit mutig zuredenden Motten umstimmte, so daß sie sich erboten, uns doch bis ans Ziel zu begleiten und unser Schicksal zu teilen. Nun hatten sie sich widersetzt. Aber bei späteren Gelegenhelten ließen sie sich keine Gelegenheit ent- gehen, ihm ihr Vertrauen und ihre Ergebenheit zu zeigen: so entsacht ein Mann in unseren Bergen die Begeisterung. Wenn Butros im Libanon geblieben wäre, er hätte eine große Rolle gespiell. Er war ein anderer Führer als ein Josef Karam. Wir drangen, nur von dem treuen Elias begleitet, auf unserer Fährte vor. indem wir dem Sturzbach folgten, der bald darauf bei dem Dorfe Btermes, in den Nar-el-Bared, einem Fluß des Gebietes von Akka, mündet. Trotz der Qualen, unter denen Ich litt, machten doch die Kontraste auf mich Eindruck, als wir auf unserem Ritt die Malestät der Felswände, die herbe Pracht der Eichenwälder und die Lieb- lichkeit der Oleanderbalne sahen. Aber der Schmerz über- wältigte mich mehr und mehr. Pamile war vor mir durch diese Herrlichkeit geritten, Pamile, welche Omar begleitete, der ihr den Gruß seines Landes darbrachte. Vielleicht hat er, um ihren Sattel zu schmücken und um sie zu zerstreuen. Oleander- zweige abgeschnitten, denn ich nahm abgebrochene Aeste wahr Wir lenkten In eine tiefe Schlucht ein: man nennt sie den Uad Gehamen. Das heißt:„Das Tal der Hölle'. Die Wasser branden über die Felsstücke, welche das Flußbett aus- füllen, mit wildem oder klagendem Fall. Aber die Uferränder beschatteten schöne Bäume, hauptsächlich Platanen und auf den Hügeln ringsum wachsen grüne Eichen und Fichten. Der Abend überrascht uns tn dieser Schlucht, einer dieser schönen Augustabende, die nur zu schnell auf die verdorrte Erde herab- sinken und in rosiger Glut am Himmel ersterben. Dieses fast blutrote Licht spiegelte sich in dem schmalen Wasserlauf wieder. „Unsere Pferde sind müde,' sagte Butros,„besonders das oon Elias.' ..Nein,' bat ich,„sie sind noch marschfähig. Morgen würde es zu spät sein.' „Wir werden den Pfad nicht mehr sehen.' „Die Fuchsstute wird uns führen. Wir müssen nur den Zügel locker lassen.' „Nun gut!' Butros wollte mir nicht widersprechen. Er persönlich hätte weniger Unvorsichtigkeit und mehr Gewandtheit und List vorgezoaen. Die kühnsten Pläne reizten ihn. Wir stießen bald auf eine Waldlichtung, wo die uns vor- anreitende Karawane ihren Privlant verzehrt und sich ein wenig ausgeruht haben mußte. Das zertretene Gras, Knochen, Trauben und sonstige Speisereste ließen keinen Zweifel darüber. Salma führte uns auf guter Spur, wie ein Hund einen Hasen oder eine Gazelle aufspürt. Ihr gutes Gedächtnis ersetzte ihr die Witterung. Bald barg uns Dunkel und Einsamkeit. Das Rauschen des Wassers störte die Stille: so monoton floß es dahin. Darum hörten wir es fast nicht mehr. Das Aufschlagen eines Pferdehufes auf einen Stein weckte eher unsere Aufmerksamkeit. Ueber uns, in unendlicher Höhe, blinkten die Sterne. Der abnehmende Mond war noch nicht aufgegangen. So drangen wir, im feindlichen Land verloren, vorwärts. Ich fand trotzdem eine gewisse Wonne darin. Pamtle zu folgen, mich ihr mit jedem Tritte meines Pferdes zu nähern. Das Leid hat vielleicht auch seinen Rausch: es vereint uns mit dem gellebten Wesen, nicht körper- lich, aber durch das, was es Tiefste» und Geheimnisvolles in unserem Gefühlsleben gibt. Die Quellen des Glücks und der Jugend fließen so in der Jugend zusammen. Wenn man zwanzig Jahre ist, birgt da» Unglück Genüsse.„Pamile, wo weilst du setzt? Warum bist du nicht bei deinen Schwestern Seblieden. In dem Hause, wo der Brunnen leise rauscht? Serde ich eines Tage» dein blondes Haar wiedersehen, dein Haar, deine Ambrawangen, den Hals, der einem Elfenbein- türme gleicht, den Schnee deines Nackens und deine Arme. welche ich erschauernd erblickte? Gehört deine Schönheit nicht mehr mir? Und auch dir nicht mehr? Pamile, ich nahe mich dir im Dunkel. Hörst du mich nicht, Pamil«...' (Forlsetzung folgt.) los fe flecht war, bas nicht einmal die Un- I toften gebedi wurden. Biele Geschäfte machten am zweiten bzw. dritten Sonnabend von der ihnen erteilten Erlaubnis über haupt feinen Gebrauch mehr. Wir bitten deshalb den Herrn Minister ergebenst, dem Ersuchen des Magistrats der Stadt Berlin nicht Folge zu leiften." Ein rabiater Schupobeamter. Wegen Körperverletzung bestraft. Immer wieder erscheinen Polizeibeamte vor Gericht wegen Vergehens im Amte. Ihre Jugend, vielleicht auch eine falsche Unterweisung durch ihre Vorgesetzten, veranlassen sie, hart anzupaden, wo unter Umständen ein gütiges Bureben viel eher zum Ziele führen tönnte. Um so bedauerlicher ist es aber, wenn, wie hier, diese Ausschreitungen des Beamten im Dienst nicht zuletzt durch Alkoholgenuß verursacht waren. arbeiten von Bettfindern und Einarmigen, die schön und reif anmuten. Man tann fast sagen, was zwanzig bis dreißigjährige gesunde Kunstgewerbler im Beruf herstellen, machen hier halb gelähmte zehnjährige Kinder im Spiel. Die Ohnhänder( jene zwei Knaben, die an einem elektrischen Mast beide Arme verloren) ver fertigen mit den Füßen Plastiken, die in der fünstlerischen Auffassung Feinheiten verraten, die wohl nur bei dieser besonders mühe- und liebevollen Technik herauskommen. Die OHH- Apparate machen die Finger griffest und schulen die Materialfenntnis der Seh- und Taftorgane. Jedenfalls sind die Kojen, wie auch die des Oberlin- Hauses, ein Beweis, daß die Krüppel, die bisher in Bettel und Verzweiflung erstickten, ein gut Teil zur Sicherung ihrer Eristenz beitragen fönnen. Das schlimme Beispiel des Ertaisers Wilhelm, der bekanntlich einen verfürzten und gelähmten Arm hatte, zeigt genügend, wie falsche Erziehung den Krüppel verdirbt. Er ist durch sein Gebrechen, auf das alles im Körper fich einstellt, feiner organisiert, deshalb beson ders vorsichtig zu behandeln, aber auch besonders wertvoll in seiner Mitarbeit. Die Krüppelfürsorge muß in viel weiterem Umfang ausgebaut werden, damit diese Kräfte nicht verloren gehen. Dachstuhlbrand in Steglit. Gestern nachmittag, furz vor 3 Uhr, wurden drei Löschzuge der Berliner Feuerwehr nach Stegliz alarmiert, wo in dem Dach stuhl des Hauses Am Markt 3 Feuer ausgekommen war. Es mußte aus mehreren Rohren längere Zeit Baffer gegeben werden, bis es gelang, die Macht des Feuers zu brechen. Ein Teil des Dach. stuhles ist vernichtet. Die Entstehungsurfache ist bisher noch nicht bekannt, dürfte aber vermutlich auf Unvorsichtigkeit zurückzuführen sein. Eine Anfrage der SPD.- Stadtverordnetenfraktion. Die SPD.- Stadtverordnetenfraktion hat an den Magistrat folgende Anfrage gerichtet: Nach Zeitungsberichten hat die Ehefrau Else Engel, wohnbaft in der Hauptstr. 156 in Schöneberg, sich und ihre vier Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren durch Leuchtgas vergiftet. Nach weiteren Zeitungsmeldungen soll die Frau dazu gezwungen ge wefen sein, weil sie feine Möglichteit hatte, ihre Rinder in ein Baisenhaus unterzubringen. Borkehrungen getroffen sind, daß in Zukunft solche Berzweiflungstaten vermieden werden. Wir Am 20. Juli v. 3. machte der Chauffeur Georg Schulze bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen den Polizeioberwachtmeister Wedelstädt vom Polizeirevier 154 wegen Rörper. verletzung. Der Sachverhalt war ungefähr folgender: Am Sonnabend, den 18. Juli, hörte Schulze unweit des Bahnhofes Halensee Hilferufe und fah gleich darauf einen Mann mit einer Wunde daher. tommen. Es hieß, daß jemand überfallen worden sei. Der Mann lief in der Richtung zum Kurfürstendamm; Schulze folgte ihm, um zu sehen, was daraus würde. Der Polizeibeamte an der Ede des Kurfürstendamms nahm sich des Berlegten nach einigem Zögern an und führte ihn in die Wache. Schulze blieb in der Nähe stehen. Bald darauf erschien der Verletzte in Begleitung eines anderen Polizeibeamten, der einen Hund bei sich hatte. Da Schulze gehört hatte, daß der Verlegte, der Bauer hieß, in seiner Nähe wohne, fragte er ihn, ob er ihm nicht behilflich sein könne. Der Berlegte glaubte aber in Schulze einen der Uebeltäter zu erkennen und be. harrte auf seiner irrigen Annahme, obgleich Schulze ihm das aus. redete. Der Polizeibeamte meinte dazu: Lügen Sie nicht, Sie waren es," worauf Schulze ihm fagte:„ Ach, lassen Sie mich Der Polizei doch in Ruhe, Sie sind ja betrunten. beamte foll auch wirklich nach Aussagen der Beugen nicht besonders fest auf den Füßen gewesen sein und start nach Altohol ge. rochen haben. Unterwegs gab Bauer doch zu, daß er sich geirrt habe und Schulze mit seiner Verwundung nichts zu tun habe. Nachfragen daher den Magiftrat, ob diese Tatsache richtig ist und welche dem der Polizeibeamte Bauer nach Hause begleitet hatte, traf er wieder den Chauffeur Schulze und stellte ihn mit den Worten: ,, Sie wollten doch vorhin etwas von mir." Als Schulze dies ver. neinte, entstand ein erregter Wortwechsel. Wie sich die Dinge weiter abgespielt haben, war nicht ganz flar zu ersehen. Der Polizet beamte behauptet, daß Schulze fich geweigert habe, sich zwangsweise stellen zu laffen und er aus diesem Grunde schärfere Mittel gegen ihn habe anwenden müssen. Dagegen erflärt Schulze, daß der erste Jiu- Jitsu Angriff, nämlich der Schlag mit der flachen Handfante vor die Rehle ganz unerwartet erfolgt sei und mit den Worten: ,, Das werde ich Ihnen zeigen" begleitet war. Schulze fiel hin, will die Besinnung verloren haben und hinterher auf Gefäß und Rücken mit dem Gummifnüppel bearbeitet worden sein. Auch soll Bedel städt ihm dabei den Arm ausgedreht haben. Wie dem auch sei, die Beugen, die unterdes herbeigeeilt waren, versuchten den äußerst erregten und immer aufs neue zuschlagenden Polizeibeamten zu beruhigen. Dieser hetzte auch seinen Hund auf Schulze. Als schließ lich der Polizeibeamte nach seiner Legitimation gefragt wurde, machte er sich aus dem Staube. Im Polizeirevier erschien er erst, als Schulze bereits dort war, um sich wegen der Mißhandlung zu beschweren. Der Arzt stellte eine Anschwellung am Kopfe und etwa 7 Striemen auf dem Gefäß fest. In der Schöffengerichtssigung, die gestern in der Sache statt fand, beantragte der Staatsanwalt vier Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 50 M. Geldstrafe. Der Gerichts. verhandlung wohnte ein Bolizeioffizier bei, der anscheinend seiner vorgesetzten Behörde Bericht zu erstatten haben wird, damit diese über ein eventuelles Disziplinarverfahren gegen den Polizeiober wachtmeister entscheiden könne. Es unterliegt gar feinem Zweifelund das ist ja auch vom Gericht festgestellt worden - daß der Bolizeibeamte sich der Körperverlegung schuldig gemacht hat. Die Unterschlagungen beim RdA. Der Privatsekretär Kurt l'Orange aus der Haft entlassen. Die weiteren Bernehmungen zur Aufklärung der Unterschlagungen beim Reichsverband der Automobilindustrie haben eine neue und eigenartige Wendung genommen. Der Privatsekretär Kurt I'Orange gab an, daß zwei Tage vor der Verhaftung des Verbandstaffierers Schäufler Dr. Sperling in seine l'Oranges Wohnung in Friedenau fam und ihn gebeten habe, eine Reihe von Aftenstücken, die l'Orange für Sperling in Aufbewahrung habe, zu vernichten. Das sei geschehen. Gemeinfam haben sie beide im Keller die Attenstücke, die Sperling bezeichnete, verbrannt. In der weiteren Bernehmung gelang es den eindringlichen Eimahmungen des Richters, den jungen Mann zu einem weitgehenden Geständnis zu bringen. Er gab an, daß zwischen ihm und Dr. Sper ling ein stillschweigendes lebereintommen getroffen war, demzufolge der Sekretär berechtigt war, Borschüsse aus der Raffe zu beziehen und daß diese Summen auf das Konto des Dr. Sperling angerechnet werden sollten. Es ist somit erwiesen, daß durch den Sekretär dem Verband feinerlei finanzieller Schaden erwachsen ist. Als Dr. Sperling auf dieses Geständnis hin ebenfalls vernommen wurde, bestätigte er die einzelnen Angaben. Er fühlt sich nicht geschädigt dadurch, daß der Sekretär Gelder aus feinem Konto entnommen hat. Da für den Fortgang der Unter fuchung teine Verduntlungsgefahr mehr bestand, so wurde Kurt I'Orange auf freien Fuß gesetzt. Ertappte jugendliche Taubenjäger. 3wei Geflügelhandlungen, eine in der Hirten und die andere in der Lychener Straße, wunderten sich, daß ihr Bestand an lebenden Tauben wiederholt abnahm, ohne daß die Tiere verkauft worden waren. Beide fonnten sich das nicht erklären. Der Geschäftsmann in der Lychener Straße hielt seine Tauben in Käften, die aus Latten zusammengeschlagen waren, und am Tage vor dem Laden auf dem Bürgersteig standen. Hier erwischte er einen 3 mölfjährigen Schüler Rudi N. aus der Schliemannstraße, als er gerade dabei war, einen Stab aus dem Käfig herauszubrechen, um an die Bögel herankommen zu können. Das Bürschchen gab zu, daß das nicht fein erster Streich war. Mit zwei Freunden Erwin und Kurt K. aus der Schönhauser Allee war er schon länger ständig hinter den Tauben hergewesen. Zu Hause hatten die drei erzählt, sie hätten die Tauben vor dem Dom und dem Schloß im Lustgarten mit Futter angelockt und dann gefangen. Einige seien auch plötzlich von irgendmoher heruntergefallen, und sie hätten sie dann ergriffen. Die Eltern glaubten auch das und verzehrten mit den Jungen die Tauben ohne Bedenten. Im ganzen hatten die Jungen, die dem Jugendrichter vorgeführt wurden, 30-40 Stüd erbeutet. 3 Für die Krüppel- von den Krüppeln. Schicht eure rachitischen und tuberkulösen Rinder rechtzeitig zur Krüppelfürsorge, ehe sie weiche und zerfressene Knochen und frumme Glieder haben! Das ist die schreckliche Mahnung der Abteilung für Krüppelfürsorge auf der Hygieneausstellung. Die armen Pfleg linge des Dstar Helene Heims müffen für das Zuspät mit oft 3 bis 5 Jahren büßen. Und doch ist es erstaunlich, was dann nach dieser Zeit erreicht wird. Brustkörbe, die unförmigen Riefengeschwüren glichen, werden ebenmäßig und bekommen Raum für Lunge und Herz. Arme und Beine, die wie verdorrte Weidenäste aussehen, werden gerade und muskulös. Glieder werden aufgehängt, Schiefhälse aufgerichtet, der ganze Mensch gestreckt und gepreßt, bis er ganz neu gemodelt ist. Erstaunlich find Arbeitswille und erfolge der Pfleglinge aus Schule und Berufsschule des Oskar- HeleneHelms. Es sind da Knet- und Klebearbeiten, Webereien, Tischler: die Auf der Spur der Hegermühler Ranbmörder? Gestern nachmittag fand in der Friedhofshalle in Hegermühle Obduktion der ermordeten Gastwirtin Frau Wilhelmine Schröder statt. Die festgestellten Stichwunden rühren von einem stilettartigen Dolchmesser her und zeigen deutlich, mit welcher un geheuerlichen Roheit der Mörder auf sein Opfer eingestochen hat. Für die Ergreifung des Mörders ist von dem Regierungspräsidenten in Potsdam eine Belohnung ven 1000 Mart ausgesetzt worden. Die Ortspolizei und die Beamten der Berliner Mordtom. miffion setten am geftrigen Tage die Zeugenvernehmungen fort. Diese erbrachten eine Reihe von Spuren, denen forgfältig nachgegangen wird. Eine der verdächtigsten weist auf einen 24 Jahre alten Industriearbeiter Richard Semlin, der nach Leipzig abgereift sein soll. Wer über den Berbleib des Richard Semiin Mitteilungen machen fann, wird dringend gebeten, sich bei der Polizeiftation in Hegermühle zu melden. Reichsbannertag in Neukölln. Arbeitersport. Fußballspiele am 25. April. Der Sonntag freht im Often im Reichen bes Spieles um bie Bezirksmeister fchaft Lichtenberg III gegen Stralan. Lichtenberg III hat zum erstenmal die Trokdent Gruppenmeisterschaft errungen, bagegen Stralau bereits fünfmal. wird fich Stralau mächtig anstrengen milffen, um die Lichtenberger au schlagen. Lichtenberg verfügt über eine äußerst flinte Mannschaft, bei der es im gegebenen Fall auch am Torschuß nicht mangelt. Auch förperlich find fie den fleinen Stralauern bedeutend überlegen, doch wird Stralau diefen Borteilen ben Eifer und die Spielerfahrung entgegenfehen. Das Spiel findet auf dem Frisch- Frei- Sportplak in Niederschöneweide, an der Gasanstalt, statt. Beginn 4 Uhr. Borher spielen die Schüller von Lichtenberg I gegen Rüftig- Borwärts Jm Bezirk und die Jugend vom Berliner Sportverein 22 gegen Kreuzberg. Rorben finden, ebenso wie im Südwesten, nur einige Serienspiele statt. Teutonia 09 und Nordista treffen fich in der Chriftianiaftraße. Selvetia fpielt gegen den Arbeiter- Sportverein 24 auf dem Exerzierplat in ber Schönhauser Allee. In Borfigwalde spielt Tegel 24 gegen Einigkeit 25 in ber Conradstraße, Ede Reue Ernststraße. Adler 12 und Wader 20 treffen sich in ber Chriftianiaftraße. In Lichtenrade auf dem Gemeindefportplan stehen fichichte 21 und Schöneberg gegenüber. Schmargendorf und Spielen in Ludenwalde V Schmargendorf, Hubertus- Allee, An Pflichtspielen finden folgende Spiele ftatt: In Spandau, Fallenhagener Chauffee, Spandau 03 gegen Rauen. Briefelang gegen Anrik in Briefelana. Sowjet gegen Bernou in Repernid. Beltener Spandau 25 gegen Ballspielflub gegen Boruffia in Belten, Bökontrake. Arminia in Spandau, Stadion Sakenfelde. Borwärts gegen Bittenau in Senniasdorf. Sanfa gegen Minerva in Sohen neuendorf. Birkenwerder gegen AmaStealik Fichte- Rovd in Birkenwerder. Nathenow genen Elsthal in Rathenow. In Joachimsthal teure gegen Pankow 08 auf dem Exerzierplak Schönhaufer Allee. gegen Roter Stern in Stealik, Ring- Ede Südenbftrahe. bei Eberswalde finden Bropagandafpiele ftatt. Es fpielen: Joachimsthal gegen Viktoria. Sportverein 22 gegen Seegermithle. Cifenspaltevei gegen Hertha Steinfurth.- Beginn der Spiele: nachmittags 4% Uhr. Borher untere Mann fchaften. Bormittags Jugend- und Schillerſpiele. Arbeiter Rabfahrer- Bund ,, Golibarität. Touren für Sonntag, 25. April. Bezirk 1: Frühjahrsanfahrttour der Abteilungen nach Glienide a. 6. Norb bahn. Reftaurant Bath. Start 12 Uhr an den bekannten Stellen. Achtung! Am Sonnabend, 24. April, nachmittags 2% Uhr, Sammelftart aller Abteilungen Schlesisches Tor, zur Einäfcherung unseres Bundesgenoffen Ernft Sohn, 3. Abt., nach Baumfdrulenwea. Bea. 2. Ortsge. Neukölln: Billtentour Ertner- Raff berge Rülbersdorf. Start file alle Abteilungen 8 Uhr Serkbergvlak. Drtsgruppe Schöneberg: Früh 6 Uhr Klofter Lehnin. Start Stubenrauchfte. 5a. Ortsgr. Treptow- Beumfdmlenweg: Löwenbruch. Start 6 Uhr Wilhelmsaue. Drisar. Charlottenburg: 24., 8 Uhr, Frithjahrsverandaen Spandauer Bod. Sportsgenoffen find eingelaben. 25.: Streifallge durch die Jungfernheide. EndBea. 21. Ortsgr. Rieber. aiel Gaatwinkel. Start 1 Uhr Galvanifte. 13. Ortsar. Lichtenberg: Schönhausen: Liebenwalde. Start 7 Uhr Bereinslokal. Eagersdorf. Start 7 Uhr Bereinslobal. Ortsgr. Bankow: Baumblüte GroßBeeren- Saarmund- Caputh. Start 5 Uhr Gaillard ftr. 82. Ortsgr. OberOrtsgr. Tegel: GlieSchöneweide: Rernsdorf. Start 12 Uhr Bereinslokal. nide, Bath. Start 1½ Uhr Solieverftr. 64. Ortsgr. Reinidenborf: Stolzenhagener Gee. Start 8 Uhr Residenaftrake Ede Bankower Allee. Bezirk 1: Sonntag, 25. April, findet die Berberogitation ftatt. Es wird feber Abteilung Aur Pflicht gemacht, fich daran au beteiligen. Start 5 Uhr frith in Schönebera. Raiser- Wilhelm- Blah. MSB.- Boden. Am kommenden Sonntag treffen Rich sunt fälligen Gerienfpiel Freie Turnerschaft Groß- Berlin- Norden II, 1. Mannschaft, und Fichte 10, 1. Mannschaft, um 10% Ufyr( Spielleiter Moabit) und Moabit, 1. Mannschaft, und Roland, 1. Mannfdaft, um 9 Uhr( Spielleiter Fichte 10) auf dem Spielplak Schönhaufer Allee( Exeraierplan. hinter der Mauer). Auf dem städtischen Spielplak in der Normannenstraße um 2 Uhr Lichtenberg I, 2. Mannschaft, gegen AGC., 2. Mannschaft( Spielleiter Lichtenberg II, 2. Mannschaft), und um 3½ Uhr Bankow, 1. Mannschaft, gegen Fichte- Beft, 1. Mannschaft( Spielletter Charlottenburg). Freie Ruderer nnb Ranufahrer im Wrbeiter- Turn- und Sportbund, 1. Rreis, Savelbezirk. Antubern und-paddeln am Sonntag, 25. April. Die Boote fammeln fid) um 9 Uhr vormittags im alten Savelarm am Bootshaus des Rudervereins Collegia". Tiefwerber. Die Obleute ber Vereine versammeln fich im% 8 Uhr im Gikumaszimmer im Bootshaus Collegia". Banber- Babbler Savel". Geschäftsstelle: M. Braune. Bolliner Str. 12. Sthung Freitag. 23. April, 8 Uhr. bei Fuhrmann, Graunftr. 1. Bootsunter funft: Seiligenfee, Restaurant Tivoli. Billige Bootsunterstände noch frei. Alle Vereinstechniker, bie bem Kulturfartell Witte angefchloffen find, werden erfucht, am 27. April, 7% Uhr, in der Schule Gipfte. 23 zu erfdeinen. Rinblampf im Ringen. Die Ringerabteilung der Sportlichen Bereinigung ,, Nord- Oft veranstaltet Freitag, 23. April, 8 Uhr, in ihrer Sporthalle Christburger Str. 7. einen Rlubkampf im Ringen gegen den Rentnerklub Armin". Franengymnaftit in Schöneberg. Aus Andak der Gefundheitswoce madt bie Freie Sportvereinigung Schöneberg olle Frauen und Mädchen darauf auf. merksam, daß jeden Freitag. 8-10 Uhr, in der Turnballe Uhlandfchue, foftenbeitrag. Gäfte ftets willkommen. Norbwent- Borabend. Sonnabend, 24. April, veranstaltet bie Berliner Sport Tabungstämpfe im Boren. Beginn 18 Uhr. Zu der Bannernagelung des Neuköllner Kreisvereins haben Rolonnenstraße, ein enmnaftlicher Uebungsabend ftattfindet. Geringer Un alle Berliner Kreisvereine zugesagt, ihre Kameradschaften zu entsenden. Aus der Provinz haben sich über 30 Orte an gemeldet. Die große Abendfeier am Sonnabend, den 24. April, vereinigung Nordwest 87" in ihrer Rampfstätte Turnhalle Awingliftr. 37, Einin den Gesamträumen der Neuen Welt ist mit einem ausgezeichneten Programm ausgestattet. Gen. Reichstagsabgeordn. Scheidemann hat die Festansprache übernommen. Kammerfänger Waldemar ente fingt Operettenschlager. Die Tänzerinnen Christel Kübler und Ella Behrendt von der Staatsoper führen eine Reihe lustiger Grotesftänze auf und Gustav Werner und Wolf Truß von der Staatsoper sorgen für den Humor. Tanz in beiden Sälen und eine reichhaltige Tombola sorgen für das gemütliche Beisammensein. Am Sonntag, den 25. April, treten sämtliche Kreisvereine um 2 Uhr am Reuterplay an, von da geht der Zug durch die folgenden Straßen: Reuters, Pflüger, Friedel, Brückner, Hobrecht, Berliner, Münchener, Hermann, Emser, Berg, Thüringer, Niemeh-, JohannHuß- Straße, Richardplay, Hohenzollernplay, Berg, Anzengruber, Kaiser- Friedrich- Straße zum Sportplag in der Kaiser- Friedrich Straße, Ede Innstraße. Große Schlußfundgebung mit Ansprachen des Gauvorsitzenden Friß Roch und des Mitglieds des Bundes vorstandes Major Hauff. Wir bitten alle Republikaner, an diesem Tage zu flaggen. Zu der furchtbaren Bluffat in der Winsstraße wird mitgeteilt, daß der Schloffer Bolzenius, der feine Schwiegermutter und feine Tochter ericoß, feine Frau und feinen Schwager durch mehrere Sdüffe verlegte und fich dann ans dem 4. Stod auf den Hof hinabstürate, im Staatstrantenbause seinen Berlegungen er legen ist. Schwerer Unfall des Schnellzuges Paris- Barcelona. Der Schnellzug Baris- Barcelona ift Donnerstag morgen 10 Uhr in der Nähe der spanischen Grenze bei der Station Blanea auf einen Güterzug aufgefahren. Fünf Bersonen wurden getötet und breißig verlegt, darunter fünf schwer. Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 23. April. Außer dem üblichen Tagesprogramm: 4.10 Uhr nachm.: Zehn Minuten für die Frau. 4.30-8 Uhr nachm.: Nachmittagskonzert der Berliner Funkkapelle. Leitung: Konzertmeister Ferdy Kauffman. 6.35 Uhr abends: Hans- BredowSchule( Bildungskurse). Abteilung Gartenbau. Regierungsrat Dr. Zacher: Schädlinge des Beerenobstes und Bekämpfung der selben. 7 Uhr abends: Prof. Dr. Theodor Brugsch: Der Arzt der Gegenwart. 7.30 Uhr abends: Theodor Held:„ Die deutsche Jagd, ihre wirtschaftliche und ethische Bedeutung. 8 Uhr abends: Karl Fischer:" Sportbegeisterung in England. Das Pokal- Endspiel". 8.30 Uhr abends: Siegfried Jacobsohn:„ Einführung in Georg Büchners Leonce und Lena". 8.45 Uhr abends: Sendespiele. Abteilung Schauspiel. Leitung: Alfred Braun. Spielzeit 1925/26. 17. Veranstaltung. Leonce und Lena", Lustspiel in drei Akten von Georg Büchner, Musik von Walter Bransen. Berliner Funkorchester. Dirigent: Bruno Seidler- Winkler. König Peter: Leopold von Ledebour; Prinz Leonce: Günter Hadank; Prinzessin Lena: Edith Fritz; Valerio: Werner Krauß; die Gouvernante: Amanda Lindner; der Hofmeister: Erwin Kopp; der Präsident des Staatsrats: Fritz Alten; der Hofprediger: Kurt Goritz; der Landrat: Hein Bernecker; der Schulmeister: Wilhelm Krüger; Rosetta: Erna Reigbert; Bediente, Staatsräte, Bauern usw. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage. Wetterdienst, Sportnachrichten. Theater- und Filmdienst. 10 30-12 Uhr abends: Tanzmusik( Kapelle Kermbach. Leitung: Kapellmeister Otto Kermbach). Königswusterhausen, Freitag, den 23. April. 3-3.30 Uhr nachm.: O. M. Alfieri und Frl. van Eyseren: Spanisch für Anfänger. 3.30-4 Uhr nachm.: Studienrat Scheiffler: Der einfache Röhrenempfänger( Audion). 4-4.30 Uhr nachm.: Frau Direktorin Henschke: Die Schülerschaft der Berufsschule. 5-5 30 Uhr nachm.: Dr. Max Winckel: Nüsse und Pilze. 7 bis 7.30 Uhr abends: Präsident v. Olshausen: Reichsversicherungsanstalt für Angestellte und Reichsgesundheitswoche. 7.30-8 Uhr abends: Fortbildungsvorträge für Aerzte. Dozenten und Themen werden in den ärztlichen Fachzeitschriften bekanntgegeben. 8.30 Uhr abends: Uebertragung von Berlin. Berliner Arbeiter- Schachfiab. Sonnabend, 24. April, 7 Uhr, findet bet Ewald. Glaliper Str. 126, eine wichtige Sikimg für die Teilnehmer an der Arbeitsgemeinschaft der stärkeren Spiele" ftatt. Anschließend Fortsekuna der Obleuteskung. Abt. Charlottenburg: Die Abteilung spielt feden Dienstag Don 8-12 Uhr im Lokal von Gottschalt, Bismardstr. 57, Ede Raiser- FriedrichStraße. Freie Ruberervereinigung 1913 e. B. Nächste Sikuma Freitag, 23. April, Im Strandschloß Oberschöneweide, Spreeftr. 4/5. Dortfelbst Aufnahme neuer Mitglieder. Touristenverein Die Naturfreunde"( Sentrale Wien). Abt. Gesundbrunnen: Freitag, 23. April. feine Susammenkunft. Sonntag, 25. April, Arbeitssonntag Luchhütte. Abfahrt: Sonnabend Phf. Gesundbrunnen 5 Uhr: Führer Sinn. Sonntag Bhf. Gesundbrunnen 6 Uhr: Führer Krüger. Abt. Norben: Freitaa, 23. April, 7½ Uhr, in der Aula bes Luifenftädtischen Gymnasiums, Gleimftr. 49. Lichtbilbervortrag: Sonntage eines Großstädters in der Natur". Einlas 7 Uhr. Eintritt 50 Bf. Sonntag, 25. April, Abfahrt 8,36 Uhr von Gesundbrunnen nach Stremmen aur Luchhütte. Erscheinen aller Abteilungs mitglieder ist Relicht. Abt. Treptow: Freitag, 23. April, im Heim Elfenftrake 3. Lichtbildervortrag bes Genoffen Gable: Gtreifallge burch die heimi fdye Tierwelt". Gonnabend, 24. April, Arbeitsfahrt nach Kremmen. Treffpunkt wird im Beim bekanntgegeben. Bhotogemeinschaft: Montag, 26. April, 8 Uhre, im Sugendheim Ebertnite, 12. Bittenphotographie und Bigmentbrud. Gäfte willkommen. Abt. Webbing: Sonntag, 25. April, Fahrt BiefenthalBudowlee, Treffpunkt 46 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Gäste willkommen. Licht bildervortrag: Thüringen und der Nennsteig". Arbeiter- Nabfahrer- Berein Groß- Berlin. Sonntag, 25. April, frilh 6 Uhr, Radmittags 1 Uhr nach Reblenborf- Mitte bei Geride, Karlftr. 12. Start Waldemarstraße Ede Mariannenplak. Gäſte willtommen. bt. riebenan: Freitag, 23. April, im Seim Offenbacher Str. 5a. nach Berber Aur Baumblilte. Bodenfpiel Leivata nenen Berlin. Sonntag, 25. April, 8 Uhr, fpielt die Freie Turnerfchaft Schönhola mit awei Männer und einer Frauenmannschaft gegen Leipzig- Oft auf ihrem Blak Reinickendorf, Wasserturm. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, den 22. April. 1. Rennen. 1. Dlive( 8ebmisch), 2. Kudlich( 2. Wolff), 3. Konradin ( A. Torle). Toto: 102: 10 Blat: 16, 11, 13: 10. Ferner Hesen: Tante Lotte, Humor, Countryfide, Drizaba. 2. Rennen. 1. Herzog Chriftoph( B. Tarras), 2. Genius( Schmidt), 3. Malachit( Thielemann). Toto: 309: 10. Plat: 86, 25, 17: 10. Ferner Hefen: Cambrena, Haarschleife, Casanova, Spekulant, Baltin, Menes, Loblied, Joda. 3. Rennen. 1. Taugenichts( Haynes), 2. Barbes Brudes( Williams), 8. General Höfer( Huguenin). Zoto: 78: 10. Blat: 25, 19, 17: 10. Ferner liefen: Lump, Borussia, Marquis, angeh., Primas, Grosa, Rossini, Sarazener, Habicht, Nost. 4. Rennen. 1. Indigo( Grabsch), 2. Mistral( 2. Barga), 3. Mutatis mutandis( W. Tarras) Toto: 46: 10. Blat: 19, 20, 33: 10. Ferner liefen: Corag, Drlandus, Fürstenbrauch. Persephone, Senow. 5. Rennen. 1. Lampos( D. Schmidt), 2. Ingo( Grablch), 3. Kili (. Sentich). Toto: 23: 10. Plat: 20, 56: 10. Ferner liefen: Labrador, Möros, Hedenstrauch. 6. Rennen. 1. Maifahrt( Schönfisch), 2. Faustina( D. Schmidt), 3. Marienburg( E. Krüger). Zoto: 36: 10. Blat: 11, 10: 10. Ferner liefen: Ich bien, Gytha. 7. Rennen. 1. Letter Ritter(. Blume), 2. Fritjof( H. Braun), 8. Fritz Fromm( Müfchen). Toto: 31: 10. Plat: 21, 77, 33: 10. Ferner liefen: Bensberger Kadett, Ba banque, Trianon, Nettelbed, Eldgaffeln, illa, Stammherr, Ezel, Quilon. Miquel in Treptowo eingetroffen. Der ausgezeichnete franzöfifche Dauer fabrer Jules Miquel it mit feinem Schrittmacher Meyer, von Turin tommend, am Mittwoch in Treptow eingetroffen. Der Franzose scheint es diesmal ganz besonders ernit zu nehmen, denn er bat fich in Italien und Südfrankreich für die fommende Sallon einem barten Training unter worfen. Außerdem liegt Miquel die Treptower Vahn besonders gut, und da auch der andere Franzose in diesem Rennen, Bariiot, in Treptow immer Großes geleistet hat, so werden die Vertreter der deutschen Farben Bittig und Beiß, einen schweren Stand baben. Die Amateur. rennen, die die Dauerrennen am fommenden Sonntag umrabmen, haben eine gute Belegung erhalten. Nicht weniger als 37 Fahrer werden am Ablauf erscheinen. Infolge der großen Teilnehmerzahl muk das Musicheidungsfahren in zwei Borläufen und einem Endlauf entschieden werden. Wetterbericht der öffentlichen Welferdienststelle für Berlin.( Nachdr. verb.) Bechselnd bewölkt und noch etwas fühler. Steine nennenswerten Niederschläge. Für Deutschland: Jm Nordosten noch leichte Regenjälle; überall noch etwas fühler. Die neue Sertiner Wertzuwachssteuer. Die Wertzuwachssteuer ist eine Grundrentensteuer, den» der unverdiente Wertzuwachs eines Grundstücks, den sie ersassen soll, wird durch die Grundrente gebildet. Grundrente entsteht am Grund und Boden, steigert aber auch den Wert der Gebäude und sonstigen Anlagen daraus. Der Freistaat Anhalt hat zuerst versucht, Grund und Boden steuerpolitisch zu trennen von allen Werten, die auf oder in ihm durch menschliche Arbeit und Kapital ge- schaffen sind. Die Wertzuwachssteuerordnungen unterscheiden zu. meist nicht so. Auch die vom preußischen Innenminister im De- zember 1923 veröffentlicht« M u st e r st e u e r o r d n u n g für die Erhebung einer Wertzuwachssteuer trennt nicht Gebäude vom Boden: sie zielt jedoch ebenfalls auf die Grundrente und kommt dazu, indem sie in Z 6 deklariert: als steuerpflichtiger Wertzuwochs gilt der Unterschied zwischen Erwerb»- und Beräußerungspret» des Grundstücks, und indem sie dem Erwerbspreise zurechnet: 1. nach- weislich aufgewandte Erwerbskosten, 2. Aufwendungen für Bauten, Umbauten und sonstige dauernde Berbesserungen:— d. h. also, Arbeits- und Kapitalleistungen de» Besitzer» und Beräußerers nicht mitbesteuert, sondern nur den unverdienten Wertzuwachs erfaßt, kapitalisierte Grundrente. Aber weit entfernt, die gesamte Grundrente wegzusteuern, be- sich die preußische Mustersteuerordnung mit 30 Proz. dieses Andere Eteuerordnungen haben eine vielswsige Steuersätze, so die Magdeburger nicht weniger als 30, ja, wenn man die Sonderbestimmungen ihrer Zß 14 bis 16 hinzurechnet. 71 Steuerstufen. Die Staffelung verursacht mehr an B e a m t e n a r b e i t und V e r w a l t u n g s m a t e r i a l al» ihr Mehrertrag gegenüber dem Einheitssatz ausmacht: wenn- schon die Staffelungen bi» zu 50 Proz. steigen. Die Berliner Zuwachs st euerordnung, die der Preußischen Musterord- nung als Vorbild gedient hat, räumte 1924 mit der Staffelung auf, indem sie in ihrem L 10 den Einheitssatz von 30 Proz. festsetzte. Sie lasten demnach 70 Pro�. des unverdienten Wertzuwachses frei. Ja, um Grund st ückshandler anzureizen, das Natür- liehe zu hin, nämlich zur Linderung der entsetzlichen Wohnungsnot Wohnhäuser zu bauen, wird bei Per- äußerungen von unbebauten Grundstücken zum Zwecke der Be- banung mit Wohnhäusern die Steuer bis auf den Betrag von 2 Proz. des PerSußerungspreises zunächst g e st u n d e t und sogar bi» auf diesen Betrag ermäßigt, wenn innerhalb von zwei Iahren noch Eintritt der Steuerpflicht die Gebäude errichtet sind und ihre Gebrauchsabnahme erfolgt.. Di« gleiche Ermäßigung tritt ein bei der erstmaligen Veräußerung von Grundstücken, die zum Zweck der Bebauung von Wohnhäusern erworben sind, innerhalb von zwei Iahren nach der Bebauung. Eine Wohnungspolitik, die einzelnen Terrainspekulanten auf Regimentskosten riesige Geld- geschenke bereitet. Die Berliner Wertzuwachssteuerordnung ersaßt Verschiebungen von Eigentumsrechten, die nach dem 31. Dezember 1918 entstanden sind. Porherige GnindstückskSufe werden von der Berliner Grundwertzuwochssteuer nicht betroffen. Dieser Termin ist durch den Nachtrag festgesetzt, in der alten Fastung stand der 31. Dezember 1919. Die Preußische Mustersteuerordnung begrenzt als Inflations- fteuer die Steuerpflichtigkeit nicht nur für die Vergangenheit, sondern auch für die Zukunft, auf die Zeitspanne 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1924. Jedoch ist— worauf Stadtsyndikus Schreiner- Trier in einem instruktiven Aufsatz der„Kommn nalpolitischen Blätter'(1926,1) dankenswert hinweist— nach§ 36 letzes in~_ und Gemeindeverbänden g> Fall, daß keine Wertzuwachssteuer erhoben wird, statt des normalen des Finanzausgleichsgesetzes in der Fastung vom 23. Juni 1923 Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbändcn gestattet, für den Zuschlages von 2 Proz. zu der den Ländern bzw. Gemeinden über wiesenen Reichsgrunderwerbssteuer einen solchen von 4 Proz. zu erheben. Nachdem Preußen in seinem Ausführungsgesetz� zum Finanzausgleichsgesctz vom 30. Oktober 1923 zugunsten der Stadt- und Landkreis« aus seinen Anteil an dem Ertrage der Reichsgrund' erwerbssteuer und auf sein Zuschlagsrecht verzichtete, können Stadt- und Landkreise statt Wertzuwachssteuer Grund- erwerbssteuer mit einem Zuschlage von 4 Proz.(also insgesamt 8 Proz. des Leräußerungspreises bzw. des gemeinen Werte» eines Grundstückes) oder Wertzuwachssteucr und Grunderwerbssteuer mil 2 Proz.(also insgesamt 6 Proz.) Zuschlag erheben. Da in den Jnslationsjahren Wertzuwachs selten wurde, entschieden sich viele für den höheren Grunderwerbszuschlag. Aber nach Artikel III, 5 13, Ziffer 8 in Verbindung mit Artikel III, 8 19, Absatz 6 des Gesetzes über Aenderungen des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden vom 10. August 1925 können zu der vom 1. Scp- tember 1925 ab von 4 Proz. auf 3 Proz. de» DerSußerungspreises bzw. des gemeinen Wertes herabgesetzten Grunderwerbssteuer ab 1. April 1927 nur noch 2 Proz. Zuschlag erhoben werden. Es ist nötig, den infolgedesten entstehenden Ausfall rechtzeitig auszugleichen durch sofortige Einführung der Wertzuwachssteuer im alten Umfange. Nach Artikel III. 8 13, Zifser 7 und und 8 19 des Gesetze» über Aenderungen des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden vom 10. August 1925 müssen Länder und Gemeinden ab 1. Oktober 1925 Wertzuwachssteuer erheben bei Veräußerung von Grundstücken, deren Peräußerer das Eigentum daran in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1924 erworben haben (Inslationssteuer). Da, ist die Bestimmung, die in der preußischen Mustersteuerordnung wiederkehrt. Im übrigen wird ihnen selb- ständige Regelung der Wertzuwachs st euer gestattet. Die preußischen Kreist und Städte sind also verpflichtet, müssen Veräußerungen der Zeitspanne 1. Januar 1919 bis 31. Dezember 1924 ab 1. Oktober 1925 besteuern: daneben können sie auch Ver- äußerung-fälle besteuern, die vor oder nach dem angegebenen Zeit- räum entstehen. Die Berliner Wertzuwachsfteuerordnung macht— hinsichtlich der Vergangenheit beschränkt auf 31. Dezember 1918, in Zukunft unbegrenzt— von dieser Freiheit Gebrauch. Der Raum an dieser Stelle ist zu knapp für eine kritische Ab- Handlung, man kann nur kurz referieren. Am bemerkenswertesten im Nachtrag zur Berliner Ordnung von 1924 ist die neu« Fastung des 8 4. Danach ist, wenn der Veräußerer beim Erwerb des Grund- stücks in Anrechnung auf den Erwerbsprei» Schuldverpflichtungen, Hypotheken usw. übernommen hat, soweit die Schuldoerpslichtungen bei der neuen Veräußerung des Grundstückes noch bestehen und vom neuen Erwerber übernommen werden, ihr Wert für die Berechnung des Erwerbspreises mindestens mit dem gleichen Betrag« einzu- stellen, wie er bei der Berechnung des neuen Peräußerungspreises in Ansatz gebracht worden ist. Soweit Schuldoerpslichtungen bis zur neuen Veräußerung des Grundstückes getilgt sind, ist ihr Goldmark- wert noch dem Wert der Leistungen zu berechnen, die der Veräußerer für die Tilgung am Tilgunstage aufgewandt hat. soweit nicht ihr Goldmarktwert am Tage des Grundstückscrwerbes höher ist. Diese Bestimmungen sind aus der preußischen Musterordnung(8 7, lund 2) übernommen. samilien unter dem Beistand eine» Polizisten erfolgte und daß die für die Saisonarbeiter bestimmten Räume später leer standen, während die Ausgewiesenen teil» im städtischen Asyl, teil» auch in Notwohnungen untergebracht wurden, die das Bezirksamt Pankow erst nach dem erheblichen Druck der öffentlichen Meinung zur Ver- fügung stellte. Große Entrüstung rief es hervor, als unser Redner preise der Steuerbetrag hinzuzurechnen ist, wenn der Erwerber des Grundstücks die Zahlung der Zuwachssteuer übernommen hat.— Hier liegt ein Problem, das die besten Köpfe beschäftigt hat und immer wieder beschäftigt._ Victor N o a ck. Eine Seethoven-Ehrung der Stadt öerlin. Alle Welt rüstet sich für den 26. März 1927, den hundert- jährigen Todestag Ludwig van Beethovens. Auch die Stadt Berlin beabsichtigt eine Ehrung, die dem gewaltigen Werk Beethovens gelten soll. Der vor einigen Wochen von der st ä d t i- schen Kunstdeputation gefaßte Beschluß, das vom Bildhauer Breuer geschaffene Beethoven-Monument zu erwerben, ist vom Magistrat nicht genehmigt worden. Für seine Stellungnahme gegen die Deputation führte der Ma- istrot zwei wichtige Gründe an: erstens ist bei der Erwerbung und 'ufstellung von Kunstwerken, die das Bild von Straßen und Plätzen oder städtischen Räumen erheblich verändern, die Zustimmung des Magistrats erforderlich: zweitens ist der Magistrat der Meinung, das Breuersche Bildwerk sei unselbständig in der künst- lerischen Auffassung und deshalb zum Erwerb durch die Stadt nicht geeignet. Das Urteil des Magistrats über die künst- lerifche Bedeutung des Brcuerschen Beethoven wird sicher von vielen Fachleuten und Laien lebhaft bekämpft werden. Dagegen verdient der erste Einwand des Magistrats in bezug auf den Platz unbedingte Zlnerkennung. Es ist grundsätzlich zu fordern, daß vor der Her- stellung von Bildwerken aller Art zuerst der Platz bestimmt werde, auf dem sie errichtet werden sollen, damst der Künstler die Möglich- keit hat, Form und Aufbau des von ihm zu schaffenden Werkes der Umgebung harmonisch anzupassen. Erst wenn diese wichtige Vor- ausfetzung erfüllt ist, kann der Künstler Vollendetes schaffen und eine Arbeit darbieten, die noch spatere Geschlechter freudig be- wundern. Es war nicht so einfach, einen geeigneten Platz für diese Beethooen-Plastik zu finden. Zuerst wurde der Kaiser- Franz-Joseph-Platz westlich der Staatsoper vorgeschlagen. auf dem jetzt das von Schaper geschaffene Denkmal der Kaiserin Augusta steht. Das ist jedoch einer der ungeeignetsten Plätze, wenn man berücksichtigt, daß seine Gestaltung durch das Provisorium der 6 Meter langen Opernhausanbauten keineswegs feststeht. Hinzu kommt noch, daß bei Beseitigung der kleinen Erhöhung, die der Platz jetzt hat, der Straßenbahntunnel an der südlichen Einfahrt auf etwa 50 Meter verlängert werden müßte, und dos nicht etwa in gerader Linie, sondern in der stark geschwungenen Kurve der Straßen- bahngleise. An zweiter Stelle wurde der S t e i n p l a tz in Vor- schlag gebracht, auf dem jetzt die von K l i e m s ch geschaffene Flora steht. Es ist unerträglich, daran zu denken, daß ein hervorragendes Kunstwert dort ausgebaut werden könnte, wo es von drei Seiten von grauen, durchweg kitschigen Häuserfassaden eingerahmt wäre. Außerdem ist die Fassade der gegenüberliegenden Hochschule für die bildenden Künste auch nicht gerade geeignet, die zu beauftragenden Künstler zu hohem Schassen zu begeistern. Die ganze Architektur dieses Hauses erinnert stark an die bombastische Zuckerbäckerei der Charlottenburger Brücke. Schließlich entschied man sich ein- st immig für den Bülow-Platz vor dem architektonisch wirkungsvollen Bau der Volksbühne. Die Gestaltung dieses Platzes ist innerhalb des Städtebauplanes im wesentlichen festgelegt. Er erfüllt alle Boraussetzungen, die für die Künstler gegeben sein müssen, die sich berufen fühlen, für Generationen zu schaffen. Reich, Staat und Stadt haben sich vereinigt, um an dieser Stelle das Werk Beethovens durch eine plastische Schöpfung zu ehren. Mehrere tausend kunstbegeisterter Bewohner unserer Stadt pilgern Tag für Tag in das Haus des Volkes, den Kunsttempel der Polksbühne' In den Herzen dieser Scharen hat der Genius Beethovens, der der ganzen Menschheit gehört, eine liebevolle Heimat gefunden. Auch aus diesem Grunde ist dieser Platz geeignet wie kein anderer in unserer Stadt, die eine der gewaltigsten Stätten schöpferischer Arbeit ist. Möge es den zum Wettbewerb aufzufordernden Künstlern ge- lingen, un» ein Wert zu schenken, aus dem der Götterfunke Beet- hovenfcher Musik strahlt und da» zeigt, wie die Tat dieses großen deutschen Musikers lebendig geworden ist in den Herzen aller Menschen. A. H o r l i tz. Ausländische Wanderarbeiter auf städtischen Gütern. Wir veröffentlichten vor einiger Zeit einen Bericht über die Ausweisung von Landarbeitern aus dem städtischen Gut Blanken- seid«. Im Anschluß daran erhielten wir eine Berichtigung durch die Nachrichtenstelle des Magistrats, die wir ebenfalls bekanntgaben. Nun aber hat die ganze Angelegenheit mehrfach die Bezirksversammlung Pankow beschäftigt. Dort ist ein Ausschuß eingesetzt worden, der kürzlich seinen Bericht erstattete, der noch Ansicht unserer Fraktion teilweise beschönigte. In der Aussprache hob Genosse Loesner her- vor, daß es erwiesen sei, daß die Ausweisung von vier Landarbeiter- darauf hinwies, daß die»Städtische Güter G. m. b. H' bereits wieder im Begriff stehe, ausländische Wanderarbeiter einzustellen, obwohl in Berlin unter den Tausenden von Erwerbslosen sicherlich genügend Arbeitskräfte zu finden wären. Interessant ist. daß die Vertreter der Deutschnationalen, die ja bekanntlich für Schutzzölle eintreten, gegen die Einstellung ausländischer Wanderarbeiter nichts einzuwenden hatten. Es scheint so, als ob sie bei dem kapitalistischen Handel mit Arbeitskräften durchaus das freihändlerisch« Prinzip anerkennen wollen.— Die Aussprache zeigte nur zu deutlich, daß hier ein Krebsschaden vorhanden ist, der schleunigst beseitigt werden sollte. Zoe Scholgelöftage. Ein Antrag der SPD..Zratkion. Als die Abstufung des Schulgeldes nach dem Einkommen der Eltern und der Zahl ihrer Kinder durch die sozialistische Mehrheit der Berliner Stadtverordnetenversammlung eingeführt wurde, wurde die Vergünstigung allen Schülern und Schülerinnen zuteil, deren Eltern sie beantragten. Die bürgerliche Mehrheit nahm aber später den Zusatzanttag an. daß der teilweise oder gänzliche Erlaß des Schul- geldes nur gewährt werden sollte, wenn nicht dauernd schlechte Leistungen vorlögen. Dies scheint außerordent- lich gerecht zu sein. Zur Begründung wird immer angeführt, daß schlechte Schüler nicht auf eine höhere Schule gehören. In Wirklichkeit ist dies Prinzip eine große Ungerechtigkeit. Denn die höheren Schulen besitzen bereits ein Mittel, solche Kinder zu entfernen, die dauernd schlechte Leistungen aufweisen. Denn Schüler und Schülerinnen können von der höheren Schute ausgeschlossen werden, wenn sie zwei Jahre in derselben Klasse sind, ohne versetzt zu werden und nach dem einmütigen Beschluß der sie unterrichtenden Lehrer ein weiteres Verbleiben auf der Schule zwecklos ist. Da Eltern, die das Schulgeld nicht bezahlen können, bei Entziehung der Vergünstigung gezwungen sind, ihre Kinder von der höheren Schule herunterzunehmen, so kommt es, daß diese die höheren Schulen schon dann verlassen, wenn sie einmal nicht versetzt werden. Sind aber nicht zahlreiche hervorragende Gelehrte einmal oder mehreremal auf der Schule sitzen geblieben? Wird nicht die Be- dingung»sofern nicht andauernd schlechte Leistungen vorliegen' oft so ausgelegt, daß die Befreiung von Schulgeld versagt wird, wenn das letzte Zeugnis schleckt ist? Der Gegensatz zwischen der verschiedenen Behandlung der Ki n d e r der W o h l h n b e n- d e n und der Kinder der Armen wird noch dadurch vergrößert. daß jene in großen, gut geheizten Räumen arbeiten, diese dagegen in schlecht geheizten und gelüfteten kleinen Stuben, in denen sie meist durch ihre Familienangehörigen gestört werden. Die Kinder der Wohlhabenden erholten serner beim Nachlassen der Leistungen Prioatstunden: bei den Kindern der Armen ist dies aber nicht der Fall.-Isdu Da eine Berücksichtigung der Leistungen bei dem teilweisen oder gänzlichen Erlaß des Schulgeldes eine schwere Benachteiligung der Kinder der Armen ist, hat unsere Fraktton in der Siadtvcrord- nctcnversammlung den folgenden Antrag gestellt:»Die Stadtver- ordneicnversainrnlung ersucht den Magistrat, bei dem teilweisen oder gänzlichen Erlaß de- Schulgeldes die Leistungen nicht zu berücksichtigen und zu diesem Zweck ein Gutachten des Lehrerkollegiums nicht einzufordern.' In dem Stadtvcrordnetenausfckuß ist dieser Antrag bereits mit 9 sozialdemokratischen und kommunistischen Stim- men gegen 8 bürgerliche angenommen worden. Dr. Witte. Das Gemeinöebestkmmungscecbt. „Enthüllung' seiner wahren Absichten. Es ist erstaunlich und befremdend zugleich, wenn man sieht, wie wenig positive Kenntnisse über die wahren Absichten des zurzeit im Brennpunkt der öffentlichen Diskussion stellenden Gemeindebe- stimmungsrcchtes vorhanden sind. Mit einer fast unbelehrbaren Hartnäckigkeit wird immer wieder mit der Behauptung herumhantiert, daß dieses Recht, erst einmal eingeführt, zu einer schnellen Erdrosselung der Brauereien, des gesamten Gast- und Schankwirte- wesens und zu einer Erwerbslosigkeit der betreffenden Arbeiter führen würde. Ohne in lange und umständliche Erärte- rungen einzutreten, scheint es doch am wirksamsten und über- zeugendsten zu sein, wenn man einmal einen langjährigen und so unentwegten Vertreter des Gemeindebestimmungsrechtes wie es Franziskus Hähnel in Hamburg ist, die Absichten eines der- artigen Gesetzes„enthüllen' läßt. Hähnel sagte in einem Vortrag auf einem westdeutschen Frauentag im Jahre 1910:„Es handelt sich bei der Erörterung des GBR. nicht um die Frage Mäßigkeit oder Abstinenz im Kampf gegen die Alkohvlnot unseres Volkes. Der persönliche Standpunkt des einzelnen zur Bekämpfung des Alkoholismus kommt Die ersten Verdauungsbeschwerden. Sie können sich keiner guten Gesundheit erfreuen und Ihre physische und geistige Kraft nicht voll bei Ihrer Arbeit betätigen, wenn Sie am Magen leiden. Fast alle Verdauungsbeschwerden sind auf ein Uebermaß von Säure im Magensaft zurückzuführen, und damit der Magen normal arbeitet, muß dieses Uebermaß von Säure neutralisiert werden. Das wird mit Hilfe von Biserirter Magnesia erreicht. Ein halber Kaffeelöffel davon in etwas Wasser eingenommen läßt sehr schnell saures Aufstoßen, Sodbrennen, Uebergeben, Blähungen und alle anderen Störungen des Ver- dauungsapparats verschwinden. Biserirte Magnesia ist in allen Apotheken käuflich und zur Heilung von Krankheiten der Ver- dauungsorgane unübertrefflich. Befriedigung wird gewährleistet oder das gezahlte Geld zurückerstattet. Biserirt« Moanega loumit in fflofdjen«eflUlt Min Srefauf und W bofiet unbegrenzt baitbar. �HDas zu dieser Zigarette verwendete Papier ist besonders dünn, sowie mit Wasserzeichen- versehen und harmonisch zu der gewählten Mfschungr abgestimmt» Die uns bis heute schon zuteil gewordene Anerkennung seitens der Raudierwelt läßt erkennen, daß die>Torwart< in ihrer Preislage weit überragt: weber bei der Beratung noch bet der Löfung diefer Frage in Betracht... Das Gemeindebestimmungsrecht ist in Wirtlichkeit nichts anderes als eine gerechtere Ausbildung unseres Soweit gegenwärtigen Schanttonzessionssystems." Soweit Hähnel. Damit man in der Bevölkerung nun auch endlich weiß, was denn so ein Gesetz eigentlich will, sei eine weitere gleichfalls vor bereits 15 Jahren von dem damaligen Borfämpfer für das GBR. Werner Degenkolb erfolgte Erörterung angeführt. Degenkolb sagte: Das bisher in der Hand einer bureaukratischen Behörde liegende Ronzeffio nierungsrecht( für Schantstätten) foll als ein wesentlich neues Recht dem Bolt selbst übertragen werden und zwar nach einem mög. lichst freiheitlichen, möglichst elastischen und damit möglichst wirtfamen System. Den männlichen und weib. lichen Mitgliedern einer Gemeinde soll das Recht zugestanden wer ben, durch allgemeine periodisch wiederkehrende Abstimmungen felbft zu bestimmen, ob für ihr Wohngebiet der Ausschant geistiger Ge. tränte einzuschränken oder ganz zu verbieten ist. Dies Recht bezeichnet man als Gemeindebestimmungsrecht." Hermann Müller über das GBR. Genosse Hermann Müller hat dem Arbeiter Abfti. mentenbund die folgende Aeußerung über das Gemeindebestim mungsrecht zur Verfügung gestellt: # Wenn die sozialdemokratische Reichstagsfraktion für das Ge meindebestimmungsrecht eintritt, so tut sie dies nicht, um eine Trodenlegung Deutschlands herbeizuführen. Eine 3wangsabstinenz darf nicht das Ziel der Bewegung für das Gemeindebestimmungs. recht sein. Es tann fich vielmehr nur um die Selbstbestim mung der wahlmündigen Gemeindemitglieder über Art und Um fang des Ausschantes geistiger Getränke handeln. Eine Partei, die ihr ganzes Streben auf die wirtschaftliche und geistige Hebung des arbeitenden Boltes gerichtet hat, fann gegen die Gefahren des Altoholismus nicht gleichgültig bleiben, die insbesondere die Lebenshaltung der schlecht entlohnten und unterernährten Maffen bedrohen. Seziale Reform, Besserung der Boltsernährung, Aufklärung und Erziehung müffen mit Maßnahmen der Gefeßgebung zur Lösung der Alkoholfrage zusammenwirken." Aus den Bezirken. 7. Bezirk Charlottenburg. . erholungstätte für Iungentrante Frauen ein gerichtet werden. Die dazu erforderlichen Mittel betragen 3500 und wurden einstimmig bewilligt. Gleichzeitig wurde das Bezirts. amt durch namentliche Abstimmung beauftragt, dafür einzutreten, daß der Magiftrat die gestrichene Summe von 180 000 m. wieder in den Etat einsetzt, damit der Bau ber dringend notwendigen Er. holungsstätte für tuberkulos franke Kinder doch noch durchgeführt werden tann. Die vereinigte bürgerliche Frattion, die Demo. traten und die Wirtschaftspartei stimmten da gegen, die Sozialdemotraten, Rommunisten und die Sentrumspartei ftimmten für den Antrag. Antrag. In Charlottenburg bestand früher unter Leitung des Lehrers Mieß eine Werkstätte zur Ausbildung der Lehrer für den Handarbeitsunterricht in Knabenschulen. In den legten Jahren standen für diesen 3wed teine Mittel mehr zur Verfügung, und jetzt werden solche nur noch bewilligt für das Wertlehrerseminar in der Diesterweg- Hochschule. Das Bezirksamt wird beauftragt, den Magistrat zu ersuchen, dem Bezirk Charlottenburg Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die Ausbildung geeigneter Lehrkräfte für den Knabenhandarbeitsunterricht wieder ausgeführt werden kann. 11. Bezirk Schöneberg- Friedenau. In der Bezirksversammlung vom 14. April mußte der tom. munistische Stadtverordnete Roth bei einer Besprechung über Buschüsse zur Boltsspeisung zugeben, daß vom Wohlfahrtsamt deffen Dezernent unser Genoffe Herzberg ist das möglichste geschehen fei, um die Not der Erwerbslosen etwas zu mildern. Die Immerhin ein beachtenswertes 3ugeständnis! Etatberatungen in Berlin gaben dem Vertreter der Deutschen Bolfs. partet die Gelegenheit, einmal wieder für die Bezirtsversammlung größere finanzielle und verwaltungstechische Selbständigkeit zu fordern, froßdem dieser Appell an die Kirchtumspolitif eigentlich start an Zugkraft eingebüßt hat. Der über die Irrgänge der eigenen Parteipolitif nicht immer rechtzeitig informierte Fraktionsvorsitzende der Deutschnationalen, Major Merdel, wollte die fadenscheinigen Argumente stüßen, mußte sich aber unter der Heiterfeit der Bersammlung vom Genossen Czeminfti fagen lassen, daß die deutsch nationale Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung einen durchaus entgegengefeßten, einen zentralistischen Standpunti einnehme. Der Herr Major hatte übrigens feinen Bechtag. Als er bei einem Antrag seiner Fraktion über Ungleichheiten in der Beförderung von Beamten die Unterschlagungsaffäre der Stadtinspektoren Schulz und Gerhardt benutzen mollte, um deren Borgesetzte in denen er wohl Angehörige der GBD. vermutete zu verunglimpfen, flärte ihn Genosse& Iatau dahin auf, daß sich diese Betrugsvorgänge unter einem Steuer dezernenten ereignet haben, der Mitglied der Deutsch nationalen Partei ist. Der Wohnungsstandal in der soge nannten Maison de santé", der schon öfter Gegenstand von Be sprechungen war, fand auch wieder durch Genoffen Peterson die rechte Beleuchtung. Hier hatte der der Rechten angehörende Grund. ftüdsdezernent, Professor Rathgen, die Borderfront des Ge bäudes zu gewerblichen Zweden auf Jahre hinaus vermietet, ohne irgendeine Deputation oder Rommiffion zu befragen, ebenfa acht Alles das ange Bimmer einer Studentenverbindung überlaffen. fichts Tausender Wohnungsloser in Schöneberg- Friedenau. Als Grund war die angebliche ungeeignetheit der Borderräume für Wohnzwede angegeben! Der eingefeßte Untersuchungsausschuß sah fich auf Drängen unferes Vertreters aber auch die als Notwohnungen benutzten Hinterhäuser an. Das unglaublichste Wohnungs elend offenbarte fich. Teilweise hinter mit Trailfen bewehrten Fenstern die wohl aus der Zeit, da hier arme 3rre untergebracht werden mußten hausten in engen Räumen Menschen bereits über 4 Jahre. An die Lebensgefahr, denen fie bei solcher Fensterbemeh. rung bei Feuerausbruch ausgefeht waren, hatte niemand gedacht. rung bei Feuerausbruch ausgesetzt waren, hatte niemand gedacht. Trog der lebhaften Entrüstung, die sich der Versammlung bei Be. fanntgabe diefer Berhältnisse bemächtigte, schwieg sich der Herr Grundstücksdezernent aus. Große Befriedigung löfte es aus, als Genosse Czeminfti beantragte, dem Vertrag mit der Ge meinnügigen Baugesellschaft Berlin eerstraße zuzustimmen, der den Neubau von 200 Wohnungen an der Rubensstraße vorsicht, von denen 100 Schöneberger Wohnungs. suchenden zugutekommen sollen. Der Antrag fand die Annahme der fuchenden zugutekommen sollen. Der Antrag fand die Annahme der Bersammlung. In der letzten Bezirksversammlung wurde noch einmal die Errichtung eines Straßenbahnhofes an der Soor und Fredericiasstraße behandelt. Die Mehrheit der Bezirksversammlung lehnte auch diesmal wieder den Bau des Bahnhofes ab, weil sie der Ansicht war, daß er vom Standpunkt eines fortschrittlichen Städtebaues zu verwerfen ist. Das für den Bahnhof in Aussicht genommene Gelände ist als reines Wohngelände geschützt. Dadurch, daß die ein und ausfahrenden Wagen in den Raiser damm mit seinem sehr lebhaften Berkehr einbiegen müssen, entstehen unbedingt starte Gefahren für die Sicherheit der Fußgänger. Des halb ist der Bau nach wie vor unbedingt abzulehnen. Ein Antrag, fämtlichen Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen und den Sozialrentnern, die der allgemeinen Wohlfahrtspflege unterliegen, die freie Aerztewahl zuzugestehen, wird dem Bezirksamt über wiesen mit der Bitte, der Versammlung so bald wie möglich eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten. Dem Baterländischen Frauenverein vom Roten Kreuz wird ein Zuschuß von 2500 02. bewilligt zum Beiterbetrieb der Kindererholungsstätte Eichlamp. Badeeinrichtungen müssen verbessert, ein Bestrahlungsapparat sowie Einrichtungen für medizinische Bäder und Turngeräte angeschafft werden. Außerdem hat sich das dringende Bedürfnis heraus gestellt, den Betrieb ber Anlagen auch im inter aufrecht zu erhalten. Wegen ihrer günstigen Lage ist die Anlage in Eich tamp besonders zur Aufnahme von Kriechfindern geeignet. Die Sozialdemokraten erflärten sich bereit, die geforderten Mittel zu bewilligen, wobei fie zum Ausdruck brachten, daß solche und ähnliche Einrichtungen am zweckmäßigsten durch die Stadt ſelbſt betrieben würden. Auf ihren Antrag wurde beschlossen, das Bezirksamt zu ersuchen, der Versammlung eine Aufstellung vorzu legen, aus der deutlich hervorgeht, welche Mittel die Stadt auf bringt zur Erhaltung von Wohlfahrtseinrichtungen und wie groß die Mittel sind, welche von privater Seite gegeben werden. In den Etat hatte das Bezirksamt 180 000 m eingesetzt, um das Die lekte Bezirksversammlung in Steglit bot ein ganz eigender Stadt gehörende Schloß Ruhwald in ein Erholungs artiges Bild, denn es dürfte bisher noch taum jemals dagewesen heim für tubertulös gefährdete Rinder umzubauen. fein, daß am Tage der Einführung eines befoldeten Bezirksamts. Der Betrag ist leider gestrichen worden. Um die inmitten eines mitgliedes noch zwischen den Parteien große und stundenlange Aus. großen, schönen Barts befindlichen Gebäude nicht gänzlich un sprachen über diese Angelegenheit stattfinden. Die Deutschnationa benutzt liegen zu laffen, sollen sie zunächst zu einer Tages- fen hatten gegen die Wahl unseres Genossen& erester zum Stadt. Jawohl! Ich bin Vadding. Mir gehört die Welt! Wollt Ihr sie mit mir teilen, gebe ich Euch nur den einen Rat: Nehmt regelmässig morgens und abends Boeson das köstliche Fruchtsalz Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Generalvertreter: Theodor Wolft, Berlin SW 11. Königgrätzer Strasse 25. Fernsprecher: Hasenheide 5722 u. 5723. | 12. Verwaltungsbezirk 1 Steglitz. rat unter mehr ats fabenfcheinigen Borwänden protestiert unb burch geschidte Manöver versucht, die Boltspartel noch von bem einmal eingeschlagenen Kurse abzulenten. Diese aber hatte sich von ihren Nachbarn von rechts nicht fangen lassen und der Magiftrat schien ebenfalls eingesehen zu haben, daß die Aufforderung an eine Bezirksversammlung, eine bort vorgenommene Wahl nochmals nachzuprüfen bzw. sich darüber zu äußern, doch wohl mit den Grundfäßen der Selbstverwaltung nicht übereinstimme, und hatte auf diese Aeußerung verzichtet. So war Stadtrat Ferefter bestätigt worden. Die Bollsparteiler aber benußten den auf der Lages ordnung stehenden Einspruch der Deutsch nationalen, um diesen einen Spiegel vorzuhalten und ihnen gründlich die Meinung zu sagen. Genoffe lole wies die deutschnationalen Angriffe zurüd. Die unbeteiligten Fraktionen machten auf das Beschämende aufmerffam, das in dem findischen Berhalten der Rechten enthalten war und verbaten sich eine solche Beleidigung der Vertreter der Bürgerschaft. Schließlich wurde Genosse Ferefter mit warmen Worten vem Bürgermeister begrüßt und in Pflicht genommen. In Der Aufregung wurde manches nichtparlamentarische Wort zwischen den feindlichen Brüdern gewechselt, so daß der Borsteher seinen eigenen Parteifreunden energische Ordnungsrufe erteilen mußte. Nach Erledigung einiger Anträge des Bezirksamtes, die sich auf Bauangelegenheiten und den Sportplag bezogen, wurde eine Anfrage unserer Genoffen bezüglich Unfällen bei Erprobung eines Staubschuhmittels beantwortet. Ein Antrag, den Erwerbs. 1ofen, die nach Berlin zum Stempeln fahren müssen, das Fahra geld zu ersehen, wurde der Zentrale überwiesen. Für die Er. richtung einer Frauenschule am Lyzeum Lankwiz setzten fich die rechten und Mittelparteien ein. Die Linte wandte sich scharf dagegen. Sie verlangt, daß erst einmal die allgemeinen Schulverhältnisse in Lankwiz großstadtwürdig gestaltet würden. Dann wurde ein Antrag auf Erhöhung des Wohnungsbaufonds von 10 auf 20 Millionen Mark verhandelt. Begründung war, wie es bei Deutschvöltischen nicht anders zu er warten ist. Die Vorschläge, die zeigen sollten, wie man zu dem Geld gelangen fönne, waren geradezu tindisch. Deshalb wurde nur der eigentliche Antrag angenommen, für den sich auch unfere Bencffen durch den Genossen Frach ausgesprochen hatten. Zwet Anträge, den Bittoriapart in Steglig und das warme Schulfrüh ftüd für Kinder betreffend, werden als nicht dringlich erkannt und follen auf der nächsten Tagesordnung erscheinen. Ebenso ein Proteft der Deutschnationalen wegen Erhöhung des Schulgeldes. Die Mit der Einführung des Stadtrats Genossen Ferester ist in Stegliß ein halbjähriger Rampf zwischen den Parteien zu Ende geführt worden. Die Tatsache, daß unsere Frattion aus diefem Kampf als Sieger hervorgeht, beweist, daß die Parteien der Mitte eingesehen haben, daß es auch für das Bürgertum Zeit wird, sich gegen die Anmaßung von rechts energisch zur Wehr zu sehen. 16. Bezirk- Köpenid. Nach longerer Bause tagte am verflossenen Mittwoch wieber bie Bezirksversammlung, die eine Tagesordnung von 20 Punkten zu er ledigen hatte. Nach geschäftlichen Eingängen brachte der Borsteher, Genoffe Boid, eine Dringlichkeitsvorlage betreffend Anforderung der Mittel von der Sentrale behufs fofortiger Jnangriffnahme der Arbeiten zur Herstellung eines Spielplages in Bohnsdorf. Die Borlage wurde einstimmig angenommen. Die vorgelegten Projekte, betr. Erweiterungsbau des Rathauses, Neubau der Dorotheenschule sowie einer Bedürfnisanstalt in Grünau paffierten debattelos die Bersammlung Ein Antrag unserer Graftion, betr. Einſegung eines Ausschuffes zur Nachprüfung von Fragen wegen Berechnung der Grund- und Bodenpreise in der Siedlung Elsengrund, wurde mit der Erweiterung, baß eine allgemeine Nachprüfung Der ganzen Berhältnisse einzutreten habe, einstimmig angenommen. War die Erledigung dieser teilweise finanziell und prinzipiell weittragenden Borlagen schnell vonstatten gegangen, fo follten die nun folgenden 6 Anträge und 5 Anfragen ber tommunistischen Fraktion diesen die erwünschte Gelegenheit zu ausgedehnten Agitationsreden geben. In den meisten Fällen mußten fie fich allerdings von den zuständigen Dezernenten sagen lassen, daß ihre Anträge und Anfragen durch getroffene taßnahmen gegenstandslos geworden wären und teilweise etatsmäßige Erledigung gefunden hätten. Ein solches Gefchwafel, zusammen mit Beschimpfungen der SPD., setzt die KPD. an Stelle praktischer Arbeit, zu der sie zu unwissend und zu bumm find. Muſitaufträge übergibt man nur dem Nachweis des Deutsch. Mufilerverbandes, Berlin 027, Andreasstr. 21( Königstadt 4310, 4048). Geschäftszeit 9 bis 5, Sonntags 10 bis 2 Ubr. Auf Wunsch Vertreterbelu Wochen/ chluss bei Baer John A 合 BERLIN, CHAUSSEE STR. 29/30. 55,-, in den neuesten Dessins, Mk. 90- 85, und Gurt in guter Qualität..... 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Die Reichsregierung ist seit langem der Meinung gewesen, daß eines der Mittel, den Export zu erweitern, in der Berringerung des Risitos liegt, das mit dem Auslandsgeschäft und insbesondere mit der Anknüpfung neuer Auslandsbeziehungen verbunden ist. Sie hat durch den Abschluß mehrerer Versicherungsverträge und durch das Opfer eines Schadenfonds von 10 Millionen ihre Ansicht nunmehr in die Tat umgesetzt. Man darf anerkennen, daß die Methode, das Risiko beim Exportieren und beim Auffuchen neuer Märkte durch eine Versicherungsorganisation zu Sammeln und zu verteilen, eine rationellere Methode der Exportförderung darstellt als das Schutzzollsystem, mit dem Exportförderung wenn überhaupt, so nur auf Roften des Inlandabsatzes möglich ist. Die Organifafion der Exportkreditversicherung. Die Grundzüge der Organisation find einfach. Der Exporteur wird mit der Rechnungssumme seiner Warenverfäufe ins Ausland gegen einen Verlust aus diesen Verkäufen versichert. In Frage tommen mir Warenverläufe, und zwar gegen Wechsel und gegen Dofumente, mit denen ein Pfandrecht auf das schwimmende Gut verknüpft ist. Die Bersicherung ist ein Privat geschäft zwischen dem Exporteur und den Bersicherungsgesellschaften( Hermes Kredit versicherungsbant A.-G. Berlin und Frankfurter Allgemeine Verficherungs- 2.- G.), die ihrerseits bei zwei Rückversicherungsgefell. Schaften weiterversichert sind. Die Versicherung deckt nur einen Teil des Ausfalls. Um die spekulative Ausnutzung der Organisation zu verhindern, geht von vornherein ein Drittel des Rechmungsbetrags und des Schadens zu Lasten des Exporteurs. Berficherung und Schadenhaftung lautet infolgebeffen nur auf 66, Prozent des Rechnungsbetrags. Der Schadenfall tritt ein durch die Uneinbringheit der Forderung. Ist diese durch einfache Zahlungsunfähigteit verursacht, jo tragen Berficherungsgesellschaft und Reich den Schaden je zur Hälfte. Ist sie ein Ratastrophenfall( Revolution, Erdbeben, Krieg oder Zahlungsverbot durch Regierungen Moratorium), so trägt das Reich den eintretenden Schaden( auch hier nur für zwei Drittel) gang. Dieser Schadensleistung des Reiches dient der einmalig zur Verfügung gestellte Fonds von 10 Millionen Mart. Die Antragsstellung der Exporteure erfolgt bei den Versicherungsgesellschaften, die jeden Fall einzeln bearbeiten und ihn zur Entscheidung einem Ausschuß zuleiten, in dem neben einem Regierungsvertreter je ein Vertreter der Erst- und der Rückversiche rungsgesellschaften und zwei Exporteure fizen. Außerdem besteht eine größere Kommission aus Bertretern der Regierung, der Versicherer und der Banken. Ist die Versicherung abgeschlossen, so erhält der Versicherte einen De dungsschein, der ihm die Mobilisierung von Krediten bei seiner Bank zur Durchführung des Geschäfts erleichtern foll. In diesem Deckungsschein tritt der Versicherte seine Rechte an die Versicherungsgesellschaft, an die Bank zur Kreditfiche rung ab. Die Prämie beträgt im Durchschnitt 2 Broz. von zwei Auslandskredite für die mittlere Industrie. Eine englisch- deutsche Trustgesellschaft. Wie wir hören, sind Verhandlungen über die Gründung einer englisch- deutschen Trustgesellschaft dem Abschluß nahe, die die Zu fuhr von Auslandskapital für die deutsche Industrie zum 3wed hat. Die Gesellschaft wird zunächst mit einem kapital von 1 mil lion Pfund Sterling ausgestattet, von dem die Hälfte an ein deutsches Konsortium geht, das aus der Reichskreditgesellschaft, der Preußischen Staatsbant( Seehandlung), der Deutschen Bant, der Berliner Handelsgesellschaft und der Mitteldeutschen Kreditbank besteht. Die andere Hälfte wird von einer führenden englischen Bant gruppe gezeichnet, die dem Bankhaus Helbert, Wagg u. Co., London, nahefteht. Dem Verwaltungsrat werden von deutscher Seite angehören der Präsident der Seehandlung, S. Ritscher von der Reichskreditgesellschaft, Dr. Millington- Hermann von der Deutschen Bank und Dr. Jeidels von der Handelsgesellschaft. Auf deutscher Seite wird die Geschäftsführung in der Hand von Dr. Dalberg liegen. Es ist die Bildung eines Kredittomitees vorgesehen, dessen Zusammenfegung nach endgültigem Abschluß der Verhandlungen erfolgen wird. Wir haben Grund anzunehmen, daß die Initiative zu dieser Gründung von den öffentlichen Bantinstituten des deutschen Konsortiums ausgegangen ist und daß der Zweck der Gründung in der Kapitalbeschaffung für die mittlere 3ndustrie liegt, deren Kreditposition nach wie vor trostlos genannt werden muß. Die besten und leistungsfähigsten Werte sind vielfach in ihrer Entwicklung und an der Ausnugung ihrer Leistungsfähigkeit gehemmt, weil einerseits die unvermindert fortdauernde Vertrauenstrise und die noch immer fehr hohe Binslaft für offene Kredite die Kapitalbeschaffung im Inland hindert und andererseits die Geringfügigkeit des Kapitalbedarfs im Einzelfall den Zutritt zum ausländischen Kapitalmarkt verschließt. Es kommt hinzu, daß bisher die großen Privatbanken für die Organisation ausreichender Kapitalzufuhr für die mittlere Industrie vollständig versagt haben. Man muß die Gründung der englisch- deutschen Trustgesellschaft um so mehr begrüßen, als man fich über den vorübergehenden Charakter der Wiederbelebung des inneren Kapitalmarktes nicht täuschen darf und die Zu fuhr von Auslandskapital auf Dauer doch der einzige Weg nachdrücklicher und ausreichender Kapitalversorgung Deutschlands bleiben wird. Auch noch aus einem anderen Grunde ist die Neugründung zu begrüßen. Die relative Niedrigkeit des Reichsbant. distontsages, so sehr sie vom Standpunkt der Verbilligung des Barenumschlags gutgeheißen werden mag, ist für die aus ländische Kapitalbeschaffung eine Gefahr. Sie hemmt in schärffter Weise den Zuftrom besonders amerikanischer Kapitalien, weil sich für diese der Kapitalerport nach Deutschland nicht mehr lohnt. Wenn durch die Initiative der Reichskreditgesellschaft und der Seehandlung die Kapitalschleuse wenigstens von England her wieder geöffnet würde, so wäre das ein Erfolg, der sich auch für die Erleichterung der Wirtschaftskrise bald fühlbar machen dürfte. GANZ BERLIN SPRICHT VON DER Drittel der Gesamtforderung für einen Drei bis Biermonats wechsel. Für jedes weitere angefangene Bierteljahr wird eine Zufagprämie von 1 Broz. erhoben. Je nach der Größe des Rifttos hat der Ausschuß die Freiheit, den versicherten Betrag über oder unter zwei Drittel der Forderung festzusetzen. Bolkswirtschaftliche Bedeutung. Der neugeschaffenen Exportkreditversicherung ift eine gewiffe Bedeutung nicht abzusprechen. Für den Exporteur tann sie Geschäfte möglich machen, die er unter Umständen nicht ristieren würde. Damit ist unter Umständen auch eine Erweiterung des Exports überhaupt möglich. Im Inland tann sie ein Mittel sein, die Vertrauenstrije zwischen Banten und Kundschaft abzubauen, weil den Banken das Risiko der Kreditgewährung weitgehend abgenommen wird. Diese Vorteile der Versicherung haben aber, wenigstens soweit der Export erweitert werden soll, ficher ihr Ende dann, wenn auch die Konkurrenten Deutschlands auf dem Weltmarkt die Exporttreditversicherung durchführen werden. Das dürfte mit Bestimmtheit zu erwarten sein, da sie in der ganzen Welt als Mittel der Export. förderung diskutiert wird. Faßt man diese Tatsache ins Auge, so erhält die Versicherung den Tharafter einer Subvention der Export industrie auf Kosten der Allgemeinheit; denn der Zehnmillionenfonds fließt aus Steuermitteln. Wie alle Subventionen erscheint dann die Versicherung als ein fünftliches, night organisches Mittel zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt; denn die Produktionstosten der deutschen Exportindustrie werden nicht gejenft. Im Gegenteil, die zu zahlenden Prämien wirten verteuernb. Unter diesen Umständen muß man sich davor hüten, die Exportkredit versicherung als Rrijenlösungsmittel zu überschäßen. Als solches hat sie nicht nur geringe, fondern auch nur vorübergebende Bedeutung. So groß die Bedeutung des Exports für Deutschland ist, gemessen an der Größe des Inlandsablazes ift der Auslandsabja vor allem der Export überschuß, auf deffen Steigerung es für die Krisenlöfung anfäme, sehr gering. Das große Mittel für die Exportsteigerung, die dauernde Stärkung der Konkurrensfähig. teit der deutschen Industrie auf organischem Wege, ist die Stärfung des Inlandsablages. Wächst der Inlandstonfum, jo inten mit dem steigenden Absah die Kosten. Damit steigt auch Deutschlands Ronkurrenzfähigkeit im Ausland. Räme die Exportkreditversicherung zu einer fyftematischen Stärtung des Inlandsmarttes hinzu, fo fönnte sie wirksamer sein. 1400 Freitag, ein Fleischonffum von 49 Kilogramm( 1924: 42,6, 1913: 52,3). Die Dedung des Bedarfs aus heimischer Erzeugung hat im zweiten Halbjahr 1925 nachgelaffen, so daß die äußerste Leistung sa fähigteit der heimischen Biehzucht zunächst er reicht scheint. Die geringere Produktion von Gefrierfleisch in Berbindung mit den stark gestiegenen Biehpreisen in den Gefrierfleisch produzierenden Ländern haben auch zur Steigerung der Gefrierfleischpreise geführt, die um 55 bis 60 Broz. hinter denen für Frischfleisch zurückblieben. Die Bilanz schließt bei einem Aftientapital von 1207 500 m. mit einem Berlust von 344 136 m., der im wesentlichen auf die Abstoßung von Effekten und Beteiligungen zurückzuführen ist. Auf eine Anregung von Aktionären, die Gesellschaft als unrentabel zu liquidieren, wurde von der Verwaltung erklärt, daß die Erwägung der Liquidierung zurückgestellt sei. Die Gesellschaft arbeite, nachdem eine Konzentration durch Abstoßung aller unrentablen Beteiligungen eingetreten fei, wie der Ausweis über die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres zeige, rentabel. Dorläufig felne Freigabe des deuffchen Elgentums in Amerita Wie übereinstimmend aus New Yorf gemeldet wird, ist mindestens für die jetzige Kongreßtagung mit der Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums in den Bereinigten Staaten nicht mehr zu rechnen. Amtliche Kreise erklärten, die deutsche Deffentlichkeit tue gut daran, sich darüber teiner Hoffnung mehr hinzugeben. Damit entfällt für die Börsenspekulation in Deutschland eines der wichtigsten Stimmungsmomente, mit dem sie im Lauf der letzten Monate die Börse und den Kapitalmarkt in Atem gehalten hat. Die Schiffahrtswerte, die am heftigsten von den Freigabeerwartungen beeinflußt worden sind, haben einen großen Teil ihrer Kursgewinne bereits eingebüßt Zur Cage des Plandbriefmarktes tellte die Berwaltung der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken auf der General. versammlung der beteiligten Institute mit: Der Pfandbrief. umlauf hat sich in den ersten drei Monaten des Jahres ganz bedeutend vergrößert und zum Teil bereits die Hälfte des gefanten Pfandbriefumlaufs des vergangenen Jahres erreicht, jo daß sich die Umfäge bei einzelnen Instituten in diesem Jahre verdoppeln werden. Störende Rückflüsse von Pfandbriefen haben sich bisher nicht bemerkbar gemacht. Die Hypothekenbanten tönnten mit den Pfandbriefen ein größeres Geschäft machen, wenn die Pfandbriefe so billig wie die Kommunalobligationen wären, Die Pfandbriefe dürften jedoch nicht im Kurse herabgesezt werden, weil dadurch den Darlehnsnehmern der langfristige Strebit ver teuert würde. Soziale Wünsche im Landtag. Beratung des Wohlfahrts- und Gestütsetate. Staatlich, gemeinwirtschaftlich an der ganzen Einrichtung mur der Zehnmillionenfonds, das heißt, die Lasten der Ein Der Landtag fegte gestern nach einer unwürdigen Rabaulsene ber richtung Immerhin aber, wenn sie etwas nüßt, so ist sie eine Rommunisten die Einzelberatung des Wohlfahrtsetats fort An der Debatte nahmen unsere Genossen einen überaus lebhaften billige und rationelle Form der Exportförderung. Die Prämien find Anteil. Genojfin Oestreicher bringt statistische Angaben über die hoch; viele Exporteure werden sich abschreden lassen. Die Be. Ichäfte mit Rußland werden vorläufig ausgefchloffen fein, fordert Einwirkungen auf die Reichsregierung bezüglich der Schaf elenden Zustände der Landarbeiterwohnungen und weil die Bersicherungsgesellschaften überhaupt jede Schabenshaftuna fung menschenwürdiger Werkwohnungen. Außerdem wünschen die in Rußland ablehnen. Die Versicherung tritt fofort in Attion: Sozialdemokraten, daß den Grundschullehrern für den Wohnungs die zwischen dem Reich und den Gesellschaften abgeschloffenen Berbau die gleichen Bergünstigungen gewährt werden wie den anderen K- t. träge laufen zunächst bis zum 31. Dezember 1927. Für die Erwerbsloseninteressen setzte sich nochmals Genoffe Chriffange ein. Genoffin. Ege legte Berwahrung ein en die mangelnden Schußbestimmungen für Sebammen. Genosse Paehel forderte schleunigen Ausbau des Hygienischen Institute in Der Arbeitsmarkt in der dritten Aprilwoche. Nach den Berichten der Landesarbeitsämter für die Woche vom 12. bis 18. April ist die Zahl der Erwerbslosen zwar zurückgegangen, doch macht sich eine fühlbare Entlastung nur in land. lichen Bezirten geltend. Die Nachfrage der Landwirtschaft ist allerdings zurückhaltender als in früheren Jahren. Zur Deckung des Bedarfs der Landwirtschaft wurden zahlreiche Transporte städtischer Arbeitsloser aufs Land übergeführt. Im Baugewerbe und in den anderen Außenberufen entspricht die Belebung nicht den Erwartungen. In fast allen anderen Industrien ist die Lage ungünstig geblieben oder hat sich noch verschlechtert, so befonders im Ruhrbergbau, im Hüttenwesen und in der Metall. Ruhrbergbau, im Hüttenwesen und in der Metall. industrie. Besonders ungünstig berichten Berlin, Westfalen, Rheinprovinz, Hessen- Nassau, Sachsen, Thüringen, Pfalz, wo die Arbeitslosigkeit vielfach noch zunahm. Am 15. erfolgten wieder erhebliche Entlassungen im Ruhrbergbau, ebenso in NiederSchliesen( Waldenburg). Der Braunkohlen- und Kalibergbau neigte schlesien( Waldenburg). Der Brauntohlen- und Kalibergbau neigte Japan und die Weltwirtschaftskonferenz. Wie wir hören, wird die japanische Delegation auf der Genfer Weltwirtschaftskonferenz, die in den nächsten Tagen beginnen soll, unter anderem die folgenden Programmpunkte vertreten: 1. Abänderung der Berbote hinsichtlich der Teilnahme von Ausländern an der Küstenschiffahrt; 2. Herabsetzung von Ein- und Ausfuhrzöllen; 3. Abschaffung oder Milderung der Belchränkungen des Durchfuhrhandels; 4. Freiheit des Riederlaffungsrechtes und Freizügigkeit innerhalb der Weltwirtschaft. Dieser letzte Programmpunkt bezieht sich naturgemäß auf die Frage der japanischen Siedlung in Australien und Amerika. Nach einer Meldung der Times" sollen zwischen Japan und Italien Vereinbarungen hinsichtlich dieser Brogrammpunkte und ihrer Vertretung getroffen worden sein. Bekanntlich ist auch die italienische Auswanderung nach den Bereinigten Staaten Amerika durch deren Einwanderungsgefeßgebung aufs schärffte beschränkt worden. DON Die Handelsgesellschaft Fleischerverband A.-G., deren Aftien fich in den Händen von Fleischerorganisationen und einzelnen Fleischern befinden, beschäftigt sich in der Hauptsache mit dem Gefrier fleischhandel. Sie hat, wie in der Generalversammlung mitgeteilt wurde, das größte Gefrierfleischkontingent in Deutschland. Ueber die Fleischpersorgung Deutschlands finden wir im Geschäftsbericht folgende interessanten Angaben: Sowohl der Viehauftrieb als auch die Schlachtungen sind heute größer als die von 1913. Eine Ausnahme macht der Marktverkehr in Schweinen. 1925 wurden aus den inländischen Beständen 2½ Millionen Doppel gentner Fleisch mehr gewonnen als 1924, 3% Millionen Doppel. zentner weniger als 1913, im ganzen 20,77 Millionen Doppelzentner. Auf den Kopf der Bevöl'erung entfiel im Jahre 1925 HYGIENE -AUSSTELLUNG UND- MESSE IM Beamten. Landsberg a. d. Barthe. Die Genoffen Haefe- Wiesbaden und RuhlDortmund verlangen besseren Bauarbeiterfchub und wenden sich gegen die gebäffige Einstellung der Bauunternehiner, insbesondere gegen die von den Facharbeitern erstrebten Arbeiter tcntrolleure. Genoffe Leid beschäftigt sich noch einmal mit der Frage der Wohnungs- und Mieteinigungsämter. Die Wohnungsämter hätten schon vor Infrafttreten der 3wangswirtfchaft bestanden und würden auch nach Aufhebung der Zwangs wirtschaft weiter bestehen müffen, allerdings mit anderen Aufgaben, nämlich mit der Durchführung der Wohnungston. trolle usw. Die Sozialdemotraten würden alles daranjezen, daß auch der geringe Mieterschuß, der heute beſteht und beffen Pflege mit eine Aufgabe der Mieteinigungsämter ift, nicht be. feitigt wird. Das Städtbaugese sei zu begrüßen, dürfte hörden durchgeführt werden, zu deren Fachkenntnis man größeres aber nicht von der Baupolizei, sondern müßte von anderen BeBertrauen haben fönne. Genoffin Wohlgemuth trug besondere Wünsche der Fürsorgeerziehungsanftolten vor. Genoffe Brauder betonte die Leistungen der Kranfenfaffen. Bon Regierungsfeite wird erflärt, daß über die Er. weiterung des Bauarbeiterschubes feit Jahren verhandelt werde, ohne daß man bisher zu einem pofitiven Ergebnis gefommen wäre. Es sei noch nicht gelungen, eine Einigung mit der Reichsregierung herbeizuführen. Das Reich wolle viel. fach nicht soweit gehen wie die Länder. Damit ist die Beratung des Wohlfahrtshaushalts beendet. Das Haus geht über zur zweiten Beratung des Gestütshaushaltes. Der Ausschuß schlägt eine Reihe von Sparmaßnahmen bor, spricht sich für Berücksichtigung von Wünschen der Gestütswärter ouf Heimatsurlaub und Besserung der Dienstwohnungsverhältnisse aus und fordert einen ausreichenden Schußzoll gegen Pferdeeinfuhr sowie Kündigung des Handelsabkommens mit Belgien fowie richtige Einstufung der Pferde in die einzelnen Wert tlaffen durch die Zollämter. Der Zinsfuß für Darlehen an Pferdezüchtereien und Hengsthaltungsgenossenschaften soll gesenkt werden. Abg. Peters- Hochdonn( Soz.) verlangt, daß der Minister Steiger auf die Angriffe eingeht, die in der Deffentlichkeit gegen ihn und bie Gestütsverwaltung erhoben worden find. Er fragt, was dus Ministerium, die Landwirtschaftskammer ujr. getan haben, um ihre Umstellung auf die Mechanisierung vorzubereiten. Man tönne nicht hohe Schußzölle auf Pferde legen, denn schließlich müßten doch auch die Industrieprodukte untergebracht werden. Nachdem sich Vertreter verschiedener Parteien geäußert hatten, legte Minister Steiger dar, daß von den 12,4 milliarden, die die gesamte deutsche Viehzucht an Wert repräsentiert, 3,3 milliarden allein auf die Pferde entfallen und daß diese Pferdehaltung zu rund 80 Prozent auf die bäuerlichen Betriebe entfalle. Die Möglichkeit der Mechanisierung und Motorisierung der Landwirtschaft sei viel begrenzter als man annehme, das sei von Fachleuten anerkannt und zeige die Bedeutung des Pferdes für die 3ufunft. Die deutsche Pferdezucht müsse durch Zölle geschützt werden, weil das Ausland billiger auf diesem Gebiete arbeiten fönne. Damit war der Geftütshaushalt erledigt. Um 7 Uhr vertagt fich der Landtag auf Freitag 12 Uhr: Domänenetat. FUNKHAUS EILEN SIE! NUR NOCH BIS SONNTAG GEÖFFNETI Vom 2.- 6. Mai findet die REICHS- GASTWIRTS- MESSE statt/ Veranstalter: Deutscher Gastwirts- Verband E.V. u. Berliner Messe- Amt PEEK& CLOPPENBURG M H BERLIN C 19* GERTRAUDTEN- STR. 25-27 ROSS- STR. 1-4 Damen- Wetter- Mäntel Loden- Mäntel( imprägniert) 8967 Dunkelgrün. Strichloden, lose, 21.weite Form.... Form 200 4618 Mittelgrüner Strichloden, mit 4520 Leichter, reinwollener Kamel haarloden, sehr gute Qualität, Sattel und eingelegter Rücken. 23.- 4826 falto. Form 207 a 8800 Guter Strichloden in dunkelgrün, Kragen offen und hochgo 25.schlossen zu tragen Form 200 4820 Strichloden, gute Qualität, in mittelgrün, dunkelgrün und 27.marengo. 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April, großer republikanischer Ummarsch durch Neukölln.( Antreten 2 Uhr Reuterplatz) Bannernagelung um 4 Uhr auf dem Sportplatz Kaiser- Friedrich- Straße Ede Innstraße unter Beteiligung sämtlicher Berliner und einer großen Anzahl auswärtiger Kameradschaften.- Ansprachen: Gauvorsitzender fri Koch und vom Bundesvorstand Major Hauff Republikaner flaggt an diesem Tage! Kreisverein Neukölln. 86/11 dnu bi *** 400 Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Staats- Theater Lessing- Tb. Opernhaus 8 Uhr: Rheingold Operahaus am Königsplatz 72: Lust. Welber von Windsor Schauspielhaus 8 Uhr: Gastspield Saltenburgs Bühnen D. fröhliche 8 U Duelt am Lido Weinberg Schiller Theater 8: Kyritz Pyritz Städtische Oper Charlottenburg 7 Uhr: Kleines Th. Heute 8 Uhr: 814 Direktion James Klein 84 Die Neue Revue Berlin ohne Hemd Revue der Zukunft in 16 Bild. Preise 1-7,50. Logen and Klubsessel 10, Tageskasse ununterbrochen ab 10 Uhr geöffnet Reiner Tisch WINTERGARTEN Lustspiel von Lonsdale Volksbühne Deutsches Theater am Bülowplatz| Th, am Schiffbauerdamm Künstl.- Theater 8 Uhr: 8 Uhr: Sturm flut Marlborough Morgen 7 Uhr: Morgen 8 Uhr: 8 Uhr: Ein Walzertraum Th.a.Kurfürstendamm 8 Uhr: Faust Marlborough Miezen. Maria Großes Schauspielhaus Für Dich CHARELLREVU TAGLICH 800 Lost fan with. a. Hollendorfa Preisabbau auf allen Plätzen! Residenz- Theat. Abonn- Turnus II Tägl. 8 Uhr: Der alte Dessauer Operette in 3 Akten Eintritt. MK. 0,75 5, Loge und Terrasse HK. 5. • Sonntag rachm. 31, Uhr: Ermäßigte Preise! Deutsches Theater Charle Vespermann Saisonschluß 30. April 1926 Falk, Kiper, Godau, Norden 10334-38 Straaten, Hainisch 8 Uhr: Unsere Kinder Kammerspiele Norden 10334-38 99014-> 8 Uhr: Die Nackten kleiden. 66 Die Komödie Bismarck 2414, 7516 8 Uhr Viktoria SCALA 8 Uhr Sprung- and Tauch- Sensation mit Wasser10wen u. Giris und 10 10 Attraktionen Sonntags 3.30 zu ermäß.Preisen d. voile Programm Central Theater 8 Uhr: Eva Bonheur Ilka Grüning Berliner Theater Uhr Messalinette Rauchen gestattet! ,, URANIA" 19. bis 25. April, 5 und 7 Uhr Filmvortrag Obering. Dreyer, Hannover Polarfahrt mit dem Lloyddampfer München" nach Norwegen Island Spitzbergen Der Film gewaltiger polarer Romantik. Interessante Trickund Zeichenfilme. Mitternachtssonne. Gletscherbewegung. Golfstromdriften. Film der Döring- Film- Werke Hannover. Vorverkauf: Urania- Kasse Theaterkasse Wertheim Näheres siehe auch Plakate. 8 Uhr: Platonische Liebe Thalia- Theater 8 Uhr: Barnowsky- Bühnen Theater Königgrätz.Str. T: Hasenheid.2110 8 Uhr: Wallner- Theater 8 Uhr: Der heilige Brunnen Blanco Posnets Erweckung Mrs.Cheneys Ende Metropol- Theat, Komödienhans Tel.: Norden 6304 8 Uhr: Der Garten Eden Die Tribüne Gastsp, des Th. am Kurfürstendamm. 8 Uhr: Die Nacht der Nächtel Rose- Theater Tel.: Wilhelm 5365 8% U.: Der Traum 8 Uhr vom Glück Der Rubikon Walhalla Kavalier Jack Trianon- Theater Th.i.d.Kommandantenstr. Mädel gefunden 18 U.: Ein naektes 814 Uhr: Lustsp. v. Birabeau Kabarett d.Komiker Hierant: Brandstifter Robitschek/ Morgan Vorzeig dies. zahlt 50 Proz. Th. Weinbergsweg Tägi 84 Uhr: Das Tagebuch einer Verlorenen Volksst m. G. u.T. Gastsp. Schönheitstänzerin A. Vilany Neues Th. am Zoo des Kassenpreises! Vorletzte Woche: Th. in d. Klosterstr. Casino- Theater Allabend 8 Uhr: 8: Stein unt.Steinen Guido Thielscher in Stöpsel Kleine Preise: Parkett1-2M. Park- Faut.3-4 M. Orchest.Fauteuil 5 M. Sessel 6 M. Vorverkauf anunterbrochen Taglich 8 Uhr Nur bis 30. 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Atme den flammenden Duft der freien Wälder, Meinen Leib, der Glanz aufweht. Deine tausend Schwestern sind gleich müde: Schatten welten von ihren Brüsten. Bleibe stehen, Maria: trockne dein Haar auf den Stufen Laß den Geruch der Felder um uns sein.[ des Abends. Ausruhen bei einer Wolfe, nah am Stern, Dann in der Sichel liedgewölbten Monds. Walther G. Dschilewsti ( Aus der Gedichtsammlung Auf flammender Brüde Karl Rauch Berlag, Deffau.) Grabbe. Eine Geschichte von Ludwig Bäte. Die späte Sommersonne des Jahres 1836 glaftet in die schmalen quadratischen Fenster des Fürsten Alexander" in Detmold. Der Lippesche Auditeur a. D. Christian Dietrich Grabbe merkt das nicht. Die Sonne rinnt über den mächtigen fahlen Schädel mit den rotblonden, unordentlichen Bartstoppeln, den abgeriffenen blauen Frack hinunter und spiegelt trübe aus dem schweren Glase Rum, in das er seit Minuten vergessen hineinftarrt, nur manchmal müde eine träge Fliege scheuchend, die gemessen über das unbenutzte Schälchen mit Zuder auf der blanken Nußbaumplatte vor ihm friecht. Schweiß steht dick auf der flobigen Stirn. Das bunte Taschentuch fegt achtlos darüber hin; dann fliegt die schmutzige Roßhaartrawatte mitfamt der ausgefransten Halsbinde in die Ede. Es schlägt sieben. Los. Grabbe! Lies! Einen vernünftigen Gedanken hat deine langweilige Hermannsschlacht doch ficher!" grölt angetrunken der Stadtkommissar Böhne aus dem ausgefuhlten Ledersofa gegenüber. Wenigstens' ne nette 3otel" näfelt der Austultator Strudmeyer hinterher. „ Seid vernünftig, Grabbe! Den nächsten Großen friegt Ihr umsonst," flüstert der Wirt wohlwollend. Die Herren bleiben alle Euretwegen, obwohl die Effenszeit schon gekommen ist und der Rommissar um acht ins Theater muß. Frau Luise wird Euch ja nicht holen! Die hat sich lange über Euch getröftet! Left, auf ein Bündel Bigarren foll's auch nicht ankommen!" Halunten!" Der Zinnbecher mit den Fidibuffen fliegt auf, die Dellampe über ihm schwingt leicht hin und her, die dicht beschriebenen Manuskript. feiten der Hermannsschlacht", aus der er gelesen, wirbeln hoch, der unförmige lippefche Amtsdegen, den der Austultator bequem über den Stuhl gelegt hat, flirrt. Wer seid ihr, daß ihr mich nur anzureden wagt, Gesindel, nicht wert, daß ich Euch anspeie! Habt ihr den„ Gothland" geschrieben, die Hundert Tage", die hohen ftaufen", jedes Wert start genug, eure armfeligen Gehirne einzu schlagen? Hat nicht Immermann, der glatte Salonmensch, Dichter und Seelenfreund von Lüzows wilder, verwegener Jagd, der dünn stengligen Ahlefeldt, alles getan, mich unauffällig von Düsseldorf zu verdrängen, da ihm das Feuer meiner Dramen die Planlaten seiner Theaterbude versengte, ihr frischer Wiesenduft seine Rampenfunzeln ausblies? Hat man mich in Frankfurt nicht wie einen Gott ge feiert, hat nicht sogar der junge molante Schopenhauer meine alte, grüne Schirmmüte wiedergeholt, die im Eifer der Rede dem Main zutrieb, schneller noch als euch eure Spindelbeine mittags vom Amt an eure wohlbesetzte Krippe und auf euer Faulbett tragen?" Wiffen wir alles," gähnt Strudmeyer gelangweilt. Wie oft sollen wir das noch hören?" ., Wie oft?" Grabbe richtet sich steil auf. Wie oft? Bis eure Fünfgroschengehirne wenigstens spüren, welcher Wind in mir zum erstenmal durch mein fürstlich Lippesches Baterland strich! Bacht mur mit euren feisten Baden! Eure Jungen sollen schon lernen, wenn fie nicht ganz eure trostlosen Ebenbilder werden, daß nach Hermann dem Cheruster fein Mensch wie ich über diesen Boden ging, der noch stehen wird, wenn eure legte Atte längst verfaulte. Wißt ihr, was das bedeutet, den Hermann" schreiben zu müssen? Wißt ihr, was es heißt, Dichter zu sein? Reiß Wollengedröhn, Blütensturm und Flammenwüste, Beugelraft und schweifende Sehnsucht zusammen und wirf dein kochendes Herz hinein, bis es aifchend zersprüht, opfere den frischen Tau der Jugend, Mannesreife und Schnee des Alters! Aus nichts schafft Gott, wir schaffen aus Ruinen. Du gehst augrunde, aber dein Wert lebt und gleitet langfam, ganz langsam durch tausend Kanäle und Rinnfale in dein Bolt über. Was schadet es, wenn du darüber zerbrichst! Einst weinen seine Besten an deinem Grabe, und die armselige Gartentür, in die vormals ein glühender Jüngling den Namen seiner Treulofen schnitte, schleppt irgendein spleeniger Lord höchstselbst auf seiner Jacht nach England, auf die Insel des bombastischen Ungeheuers, das Tied und Schlegel wie ein Gözenbild aufbauten, bis ich es niederrig." Draußen flingt schläfrig eine Physharmonika. Nur die Uhr tadt im Zimmer. Tontos spricht er vor sich hin und hört die ſtillgewordenen Gäste nicht mehr: ,, Deutschland! Vaterland! Die Träne hängt mir an der Wimper, wenn ich dein gedente!" Die Sonne fällt fchräg ins Zimmer. Wie parischer Marmor, faft unwirklich und geisternd, schwillt das mächtige Haupt edig aus dem Schatten der Wände. Die blauen Augen, matt vor Müdigkeit, scheinen stillzustehen wie ein Irisfalter über blühender Sommer. wiese. Eine Hand greift in Nichts. Struckmeyer und der Kommissar sind gegangen. Er taftet schwer zur Tür. Der Wirt legt ihm gutherzig den ausgefaferten Schal über die merkwürdig feingliedrigen Schultern und mehrt ab, als ein Fremder, der vor einer halben Stunde aus dem Bielefelder Bost wagen gegenüber stieg, erschüttert hinter Grabbes Rüden die Börse zieht. Mühsam schreitet er dem Wall zu, oft stehenbleibend und sich die Stirn wischend. Die Detmolder Bürger schütteln den Kopf. Eine Hoftutsche fährt vorbei. Grabbe fieht nicht auf. Der Fremde ist leise gefolgt. Die Grotenburg wächst abendblau in den westfälischen Himmel. Ernst von Bandel, der zum erstenmal den Berg Armins sieht, schaut schauernd ein erhabenes Mal über den hohen Tannen. Wie die Frühlingsschwermut entstand. Der Jubel über den Lenz flingt durch unsere Dichtung und findet in allen Herzen Widerhall. Trozdem aber empfindet der moderne Mensch gerade im Frühling eine große Müdigkeit, eine gewiffe Schwermut und Dumpfheit, die von der modernen Psycho. logie als eine nervös- frankhafte Erscheinung vielfach beobachtet worden ist. Daß im Frühling die meisten Selbstmorde vorkommen, geht aus der Statistit hervor, und man hat auch beobachtet, daß in diefer Jahreszeit am häufigsten Geisteskrankheiten ausbrechen, Aber nicht diese pathologischen Formen find es, die wir als Früh lingsschwermut" bezeichnen, sondern die traurige Stimmung des Menschen während der schönsten Jahreszeit ist ein allgemeines, dem gefunden Geist durchaus nicht fremdes Gefühl; ja, es ist sogar zu einem wichtigen Zuge im Frühlingsempfinden des modernen Die gleichen Methoden. Schultze naderede in Berlin:--- ich will mir mal in ich will mir mal in Ihrer Wohnung die Gasleifung ansehen." Muffolini in Abessinien: ABESON ich will mir mal in Ihrer Wohnung die Wafferleitung ansehen." Menschen geworden. Wie diese gedämpfte Trauer, die ganz inhaltsden feinsten Zeugnissen menschlichen Empfindens, an der Lyrit, verleer und gehaltlos ist, allmählich entstand, läßt sich am besten an folgen. Traurige Menschen hat es natürlich auch im Frühling gegeben, folange die Welt steht, aber im Mittelalter erschien es boch als etwas Sonderbares, wenn einer im wonniglichen Maien" ein trauriges Gedicht machte. Im Winter, in der freude und lichtlosen 3eit, da war Greinen und Klagen am Blaz, aber im Lenz? Reinmar von Zweter fragt folch einen Narren, der in der Maienzeit meint, geradezu, ob er von Sinnen sei. Frühling und Freude ge hören nun einmal zusammen, so wie Frühling und Liebe. Wer aber in dieser Blütezeit feine Erhörung bei der Geliebten findet, der muß freilich doppelt traurig sein, und so sind denn die flagenden Lenzesgedichte des Minnesangs von unglüdlich Liebenden verfaßt. Am ergreifendsten hat diese Liebestragit des Menschen im Früh ling der kaiserliche Minnefänger Heinrich ausgedrückt, wenn er ausruft: Ich flage dir, Maien, tch Mage dir, Sommerwenne, Ich flage dir lichte Heide breit, Ich flage dir, Augen brechender Klee, Ich flage tir, grüner Wald, ich flage dir, Sonne, Ich flage dir, Benus, sehnendes Leid, Daß mir die Liebe tut so weh! Auch fromme Gemüter bliden wohl trüb in den Lenz, wenn der Seele der geistliche Maien" fehlt, und sie sehnen sich inmitten des irdischen Glanzes nach der himmlischen Seligkeit. Solcher Gegen fak zwischen dem Baradies der Erdenlust" und den Frühlings freuden der Seele" wird besonders im Barock schmerzlich empfunden. Die dunklen Gefühle sehnsüchtigen Schmerzes, melancholischer Klage, brechen aber erst im Zeitalter der Empfindsamkeit mit In brunst aus dem Herzen hervor. Ein folcher Sänger der empfind samen Frühlingsschwermut ift der früh dem Tode geweihte Höltn, an deffen Grabe ein anderer Melancholiker des Lenzesliedes, Lenau, gefungen hat: Hölty, dein Freund, der Frühling ift gekommen! Klagend irrt er im Haine, dich zu finden. Diefer Boet des Haines" hat die Wonne und Wehmut des Lenzes so rein ausgetoftet, wie fein Dichter ver ihm. Aber seine Melancholie wird noch aus der Einfamfeit des unruhigen Blutes geboren, aus der unbefriedigten Sehnsucht nach Glüc; sie ist noch nicht gegenstandslos, tommt noch nicht ganz aus dem Unbewußten. Immer blasser und matter wird dies Gefühl bei Matthissen und den Nachfahren der Empfindsamkeitsperiode. Aufgelöst in fanfte Müdigkeit, von geheimem Sehnen die Brust erfüllt, versenkt sich die Seele in den Frühling; die Träne bebt, Philomele flagt. Unter schweigenden 3npreffen will der Liebende mit der Geliebten ruhen, allein geehrt von der Freunde Tränen, bis Elysiums stille Hütten uns umfahren". Um die moderne Frühlingssehnsucht entstehen zu laffen, mußte sich mit diesem sentimentalen Ueberschwang noch die mystische Dumpfheit der Romantit verbinden. Novalis befingt die heilige Weihestunde der Natur im Frühling, da der Mensch die dunkle Bandlung des Alls in sich selbst verspürt:" Der lodre Staub wird zum Gefträuch, der Baum nimmt tierische Gebärden, das Tier sell gar zum Menschen werden." Dies Frühlingsgefühl wird ganz förperlich empfunden, ohne daß man einen Grund angeben fann. Bielleicht zuerst ist diese Empfindung von einem unbedeutenden Dichter, von Nitelaus Meyer, ausgesprochen worden, der heute nur noch als Freund Goethes fortlebt. In einem 1803 veröffentlichten Gedicht singt er: Der Frühling ist wieder gekommen Herunter zum wallenden See. Doch will mir alles nicht frommen, Es ist mir im Herzen so weh! Der einst so freudig begrüßte Frühling wird nun den Dichtern zu einer unfaßlichen Qual, die in dem Vers Juftinus Kerners gipfelt: Bellage des Vorwärts „ Schmerz ist der Grundton der Natur!" Auch die Dichter, die die heitersten Frühlingslieder fingen fönnen, werden plöglich von diesem Beh überfallen. Eichendorff muß in der Frühlingsmondnacht chne allen Grund bitterlich weinen, und Lenau wühlt geradezu in schmerzlichen Bildern, wenn er des holden Frühlings Todesstunde malt" und statt des Blühens im Lenz nur ein Welken findet, ein Berströmen seines Herzbluts in der Flut dunkler Rosen. Heine sieht in des Frühlings trauriger Luft eine frankhafte Berzüdung, einen graufigen Wahn, der den Sinn amdüftert: Ernst ist der Frühling, seine Träume Sind traurig; jede Blume schaut Bon Schmerz bewegt, es bebt geheime Wehmut im Nachtigallenlaut! Bon nun an blidt uns überall aus der Dichtung die Frühlings. schwermut mit traurigen Augen entgegen und hat die Menschen in ihren Bann geschlagen. Wie das scheueste Tier der Welt gejagt wird. Das Otapi, das in dem ewigen Dunkel der Kongourwälder lebt, ist sicherlich das scheueste Tier der Erde, denn es ist noch niemals einem Weißen gelungen, es zu jagen, und noch nie hat man es lebendig aus seiner Heimat fortgebracht. Wie scheu dieses Tier ist, fann man schon aus der Tatsache folgern, daß es erst im Jahre 1902, und zwar durch einen Zufall, von dem damaligen Gouverneur Don Uganda, Sir Harry Johnston, entdeckt wurde, der das erste Fell eines solchen Tieres nach London sandte. Rudolf Grauer, der 1909 neun Monate im Urwaldgebiet des Rongo zubrachte, und dem es glückte, drei gut präparierte Felle und drei vollständige Etelette dieses schönen Tieres nach Wien zu bringen, schildert in den „ Naturwissenschaften", wie das Okapi gejagt wird. Das geheimnisvolle Tier, das etwa die Größe einer Hirschkuh hat, ist dunkelrotbraun gefärbt, am Bauch fast schwarz, die Läufe find zebraartig rein weiß gestreift. Wegen feines langen Halles, des höhergestellten Borderleibes und seiner Greifzunge ist die Giraffe sein nächster Berwandter. Das Otapi lebt im allerdichtesten Urwald, nähert sich nie den Pflanzungen der Eingeborenen, schläft bei Tage und sucht nur während der Nacht Lichtungen auf, die den Wiederfäuern Wasser und Gras bieten. Geruchssinn, Gehör und Gesicht müffen außerordentlich scharf entwickelt sein, denn fein Weißer fann sich seinem Lager nähern, ohne daß das Tier längst aufgescheucht ift, bevor es der Jäger zu Gesicht bekommt. Nur die Menschen des Urwalds, die dem Tier noch sehr nahe stehen, sind imstande, es zu überliften. Daher sind die besten Okapijäger die Wambutti, die Ureinwohner des Kongourwaldes, ein 3mergvolt von gradezu abschreckender Häßlichkeit. Ihre Nafe ist riesig breit, das Haar furz und gefräufelt, der Körper gedrungen und mustulös, aber der Blick der auffallend großen, start hervortretenden Augen ist intelligent, und der Gefichtsausdrud fehr gutmütig. Diese Zwerge, die sich durch eine überaus helle, fast gelbe Hautfärbung von den innerafritanischen Regern unterscheiden, leben in Horden von 30 bis 50 Familien im Urwald und nähren sich hauptsächlich von Jagd. Dabei treiben sie das Wild entweder in große, aus Pflanzenfasern geflochtene Nege oder fangen es- so Büffel und Elefanten in tiefen Gruben, die sie durch darübergelegtes Buschwert dem übrigen Waldboden ganz gleich machen. Auch mit vergifteten Pfeilen und Speeren erlegen sie Tiere, und diese Art wenden fie bem Otapi gegenüber an. Der Wambutti sucht auf einer der Urwaldlichtungen, in der die scheuen Tiere des Nachts weiden, am Morgen eine frische Fährte zu finden, die er dann tagelang durch Did und Dünn verfolgt. Nur er ist imstande, in dieser Wirrnis von Bäumen und Lianengestrüpp die Spur an faft unmerklichen Zeichen, die das Auge des Weißen nie bemerken würde, festzuhalten. Berliert lingt ihm dann meiftens, durch seine fabelhaft ausgebildete Witterung, er einmal die Spur, so legt er sich flach auf die Erde, und es gejeden Sonnenstrahl meidende Otapi im Schiaf zu überraschen und es fie wiederzufinden. Auf diese Weise glückt es ihm endlich, das auf ganz furze Entfernung mit einem Pfeil oder aus unmittelbarer Nähe mit dem Speer, den er nie aus der Hanb läßt, zu erlegen. Woher flammt die Kofosnuß? Außer den Dattelpalmen ist wohl teine Balme so populär wie die Kotospalme und ihre weltwirtschaftliche Bedeutung übertrifft die der Dattelpalme bei weitem, da sie als Fafer wie als Delpflanze einen großen Handelswert besitzt. Wie R. Preuß im„ Tropenpflanzer" berichtet, fchätzt er die Zahl der auf der Erde vorhandenen Kotospalmen auf mehr als eine halbe Milliarde und ihre Jahresproduktion auf 10 bis 20 Milliarden Kokosnüsse. Jeder, der einmal eine ganze Kofosnuß geöffnet gesehen hat- meistens fieht man jetzt nur den inneren Kern tennt die dicke faserige braune Außenschicht, die zu Matten und Seilen verarbeitet wird, und es leuchtet ihm ohne weiteres ein, daß die ganzen Kokosnüsse auf dem Wasser schwimmen fönnen. Man weiß natürlich lange, daß die Schwimmfähigkeit der Kokosnüffe die Ursache ihrer weiten Berbreitung sind. Preuß macht darauf aufmerksam, daß die braunen Fasern hohl und mit Luft gefüllt sind, wodurch die Schwimmfähigteit gesteigert wird und daß die Nuß immer aufrecht im Wasser schwimmt. Ein Eindringen des Meerwassers in das Innere der Frucht wird durch eine Wachsschicht verhindert, mit der die Frucht überzogen ist. Preuß hält die Kotospalme für eine typische Strandpflanze, denn ihre Kultur im Binnenlande ist ziemlich umständlich und erfordert allerlet Sorgfalt, so daß eine selbsttätige Fortpflanzung völlig ausgeschloffen ist. Ueber die Herkunft der Kokospalme gehen die Ansichten weit auseinander, aber Breuß schließt aus der Herkunft einer Krabbenart, die der Pflanze schädlich ist, der Rotoskrabbe, und die dem Leben der Pflanze angepaßt ist, auf die Heimat der Rotospalme. Die Rofostrabbe ist in der Inselwelt der Südsee zu Hause und darum sollen die Südseeinseln auch die Heimat der Kotospalme sein. Dr. W. Unbekanntes Land im Polargebiet. Angesichts der zahlreichen bevorstehenden Nordpolexpeditionen, auf deren Programmen bei allen in erster Linie die Aufgabe steht, etwaige unbekannte Landgebiete in der Arktis zu entdecken und fartographisch festzulegen, ist es doppelt intereffant zu erfahren, daß das Moskauer geographische Institut sich gegenwärtig mit der Bearbeitung der Frage über das Vorhandensein von Land in der Nähe der Brangelinsel beschäftigt. Diese Gegend ist bislang noch unerforscht geblieben und zum erstenmal tauchte die Nachricht, daß sich dort Land befinde, in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts auf, als der Forscher Andreew berichtete, auf seinen Fahrten von der Bäreninsel aus eine Menge in nordöstlicher Richtung verlaufender Schlittenspuren gesichtet zu haben. Er behauptete auch, daß die Eingeborenen davon überzeugt seien, daß sich in jener Gegend Land befinde. Eine wenige Jahre danach entfandte Expedition, die Andreews Angaben fontrollieren sollte, verlief resultatlos. Und trotzdem fanden die Gerüchte über das von Andreem vermutete Land immer weiter Verbreitung, so daß man schließlich sogar auf den Karten ein imaginäres Andreewa Land eintrug. Im Jahre 1913 hatte der zu der berühmten WilligkiExpedition gehörige Eisbrecher" Taymir" mehrfach versucht, von Westen her an die Brangelinsel heranzukommen, hatte jedoch diese Versuche stets wieder aufgeben müssen infolge von Eisberg bewegungen, deren Ursache offenbar in der Ablentung ihres Triebes durch ein im Wege liegendes Hindernis zu suchen war. Effettiv ist bis heute noch feine Expedition in die fragliche Gegend gelangt, und es besteht also fehr wohl die Möglichkeit, daß sich dort Land befindet, zumal dadurch wichtige Erscheinungen des Eisganges im östlichen Teile des nördlichen Eismeeres ihre Erklärung finden würden. Parteinachrichten Sinfendungen für biese Rubrik find Berlin 68. 68. Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ffets en bas Beatrisiekretariat 2. Sel. 2 Trep. rechts, au richten 2. Kreis Tiergarten. Sonntag, 25. April, vormittags 10 Uh, bei Berger, Levekow. Ede Jagowstraße. Bolligung des gesamten Maikomitees. Reiner barf fehlen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Seute, Freitag, 23. April, 7 Uhr, im Lebigenheim Pappelallee 15. Kreismitgliederversammlung. Vortrag: Die weltliche Schule und ihre Bedeutung für die Arbeiterklaffe". Referent: Dr. Kurt Löwenstein. Anschließend Fraktionssihung der Freidenfergenoffen. Sympathisierende lönnen durch Parteigenoffen eingeführt werden. 5. Kreta Friedrichshain. Seute, Freitag, 23. April, 6% Uhr, Bezirksverfamm Lung im Rathaus, Stadtverordnetenfizungsfaal. Eintrittstarten ab 6% Uhr reim Genossen Fischer, Eingang Spandauer Straße. Legitimation Mitgliedsbuch. Heute, Freitag, 23. April: Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr wichtige Funktionärfihung bei Grunert, Schlüter ftraße. 12a Abt. Mahlsdorf- Güb. 8 Uhr im Lotal Dick. Werbeverfammlung. Bor trag des Genoffen Frans Räming: Aus dem 17, Verwaltungsbezirk. Borwärtsleser und Sympathifierenbe herzlich willkommen. Sungfozialisten. Gruppe Bankwik: 8 Uhr im Restaurant Sportede, Raiser. Wilhelm- Str. 43. Gemütliches Beisammensein. Die Funktionäre treffen fich 7 Uhr zu einer kurzen Besprechung. Gruppe Mitte: 8 Uhr in der Schule Gipsstr. 23a. Arbeitsgemeinschaft. Gonntag, 25. April, Wande rung. Treffpunkt wird in der Gruppe bekanntgegeben. Gruppe NeuRölln I: 8% Uhr im Jugendheim Rogatftr. 11/12. Bortrag des Genoffen Erwin Marquardt über: Bergleichende Verfassungsgefchidyte". Bollzähli ges Erscheinen unbedingt erforderlich. Gruppe Schöneberg: 8 Uhr im Jugendheim Rubensstraße. Bolitischer Ausspracheabend. Sonnabend, 24. April, beteiligen wir uns an der Jugendfeier in der Hohenzollernschule. Morgen, Sonnabend, 24. April: 74. Abt. Rehlendorf. Abholen der Flugblätter von 4-8 Uhr und Sonntag, 25. April, von 9 Uhr ab bei Midlen. Botsdamer Str. 25. Alle Genossen beteiligen fich. 86. Abt. Mariendorf. 8 Uhr bet Nienbort. Chauffeeftr. 19. Wichtige Funt tionärfügung. Reiner darf fehlen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 91. Abt. Menkölln. Unser alter Genoffe Otto Mener, Boddinftr. 14, ist verstorben. Die Einäfcherung erfolgt am Sonnabend, 24. April, nachmittags 5% Uhr, im Krematorium. Baumschulenweg. Um rege Beteiligung ersucht der Borstand. 1. Wt. Raulsbort. Unter Genoffe beim brani verforben. Cindfcherung am Freitag, 23. April, nachmittags 5% he, im Arematorium Baumschulenweg. Wir erwarten rene Beteiligung. 146. Abt. Reichsbruderei. Am 19. April verflers unfer Genolfe, bez Schloffer Abolf Bruhn. Die Beerdigung findet am Sonnabend, 24. April, nadymittags 4 Uhr, auf dem Buifentirobof, Bergmannstraße, ftatt. Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Konzertkarten bes ,, Jungen Chor für Sonnabend, 24. April, fnb im Gefre tariat zu haben. Eintritt 1 M. Die Photographien von dem Oberturfus find eingetroffen. Gleichfalls von dem Erwerbslosenturfus. Bezirksvorstandsßigung Sonnabend, 24. April, 6 Uhr. Borsigenbenkonferenz Sonnabend, 24. April, 7% Ube, Jusenbbelm Lindenstr. 3. Heute, Freitag, 23. April, abends 7% Uhr: Moabit 1: Schule Waldenferstr. 20. Bortong: Was lefen wir?" Mos bit II: Gemeindeschule am Stephansplat. Bortrag: wed und Siele ber SAJ." Norboft I: Jugendheim Neue Rönigstr. 21. Bortrag: SAJ. und Kirche". Norboft II: Jugendheim Danziger Str. 62. Bolitische Satire". Rosenthaler Borstadt: Schule Gipsstr. 23a. Aussprache: Barum in ber SAJ.?" Weißenfee I: Jugendheim Roelfeftr. 157. Bortrag: Boltslied und Vollstana". Weißenfee: Gemeindeschule Wörthstraße. Schulgefchichten von Arno Sola. Waltenplay: Jugendheim Rigaer Str. 102. Friz- Reuter Abend. Oflen Fr.- B.: Jugendheim Rigger Str. 102. Wie machen wir eine Fahrt? Often Str.- B.: Jugendheim Goßlerstr. 61. Aussprache über die Osterwerbung. Suboft R.- B.: Jugendheim Wrangeltr. 128. Sermann- Löns Abend. Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Bortrag: Jugendpflege oder Jugendbewegung?" Balensee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35. BrunoS.- Bürgel- Abend. Stenlik II: Jugendheim Solsteinische Str. 3. Vortrag: ,, Auguft Bebel". Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Bortrag: Bauern friege". Baumschulenweg: Jugendheim Ernststr. 16. Bortrag: Rirche im Altertum". Johannisthal: Rathaus am Röniasplak. Bortrag: Die Bedeutung des 1. Mai". Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3. Lichtbildervortrag: ,, Die Alpen". Reinidendorf- West: Jugendhaus Seidelftraße. Klön- Abend. Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 15. Aussprache: Unsere Bfinaftfahrt". Friedrichsfelde: 6 Uhr Treffpunkt Luisenstraße zum Vortrag der Reichsgefund heitswoche. Werbebezirk Schöneberg: Generalprobe ur Frühlingsfeier in der Turnhalle Culmstr. 15, pünktlich 8 Uhr. Alle Seimabende fallen aus. Gamt liche Genoffen müssen erscheinen. Werbebezirk Reukölln: 8 Uhr in der Bolfsbücherei Ganghoferstvake( Badeanftalt). Werbebezirksveranstaltung. Bortrag der Genoffin Nathan: Arbeiter. jugend und Buch". Anschließend Besichtigung der Bücherei. * Werbebezirk Schöneberg: Sonnabend, 24. April, 7% Uhr, in der Wula ber Hohenzollern- Schule, Belziger Ede Eisenacher Straße. Jugendfeier. Musik. Meatbationen, Gefen Gaeneous Tolres Banblue", ffesabse Babul Ciniak 7 Uhr. Untoftenbeitrag 40 B. Arbeitslofe Genoffen fret. Vorträge, Vereine und Versammlungen. * Tiet Beften Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftselle: Berlin 6. 14, Sebaftianfte. 87/88, Sol Tx. Gauvorstand. Denkmalsenthüllung Erich Schulz, Garnisonfriedhof Safenheide. Rameraden, die sich an der Enthüllungsfeier beteiligen wollen, treten 11½ Uhr Fontanepromenade an. Im Anschluß an die Denkmals enthüllung Rundgebung in Neukölln. Antreten 2 Uhr Reuterplag. garten. 12% Uhr Magdeburger Blak. Sonntag, d. 25., 12% Uhr, Abmarsch Kleiner Tiergarten. Prenzlauer Berg. Fahnendeputation: Sonne tag, d. 25., 10% Uhr, Sochbahn Danziger Straße. Friedrichshain. Sonntag, d. 25., 1 Uhr nachmittags, Bhf. Frankfurter Allee. 30 Pf. Fahrgeld. Kreuz berg. Fr., d. 23., 8 Uhr. Versammlung der Abt. 8 in der Schneekoppe, Noftiaftr. 29. Neuwahlen. Go., d. 24., 5 Uhr, Abrechnung der AbteilungsBaffierer bei Bieler, Dieffenbachstr. 75. Sonntag. d. 25., vormittags 11½ Uhr. Bflichtantreten Fontanepromenade aur Dentmalsweihe für den erfchoffenen Rameraden Erich Schula. Anschließend Pflichtbeteiligung in Neukölln. Di., d. 27., 7% Uhr, äußerst wichtige Funktionärkonferenz mit erweitertem Borstand bei Bieler, Dieffenbachstr. 75. Charlottenburg. Sonntag d. 25., 9 Uhr, Antreten Wilhelmshof. Frühschoppen der Funktionäre im Restaurant Brett Schneider, Pferdemarkt. Anzug beliebia. Wilmersdorf. Sonntag, d. 25., nachmittags 12% Uhr, Antreten Fehrbelliner Blah. Teilnahme an Beranstal tung Neukölln, mit Musik und Fahnen. Erscheinen Bflicht. Lichtenberg nebft Untergruppen. Sonntag. b. 25., Abmarsch 124 Uhr von Bruns, Türp fdhmidt Ede Lessingstraße, mit Musik und Fahnen. Weißenfee. Sonntag, Bankow. d. 25., Fahnendeputation 10% Uhr Danziger Straße Hochbahn. Sonntag, 25. April, morgens 7% Uhr, Antreten Marktplak Bantow. mit Tambourkorps. Rüdtehr aegen 1 Uhr. Fahrgeld hin und zurüd 40 Bf. Achtung! Der Abschiedsball des Tanaturfus tann am 24. April nicht fatt finden, da uns der Saal entzogen wurde. Karten behalten Gültigkeit. Termin wird bekanntgegeben. Reinickendorf( Kreis). Sonntag, b. 25., Antreten der Rameradschaften 11% Uhr Fontanepromenade. Pflichtveranstaltung. Deutscher Esperantobunb, Ortsgruppe Berlin. Freitag, 23. April, 8 hr. Ronditorei Dobrin. Hackescher Markt: Uebungsabend. Gäfte willkommen. Reichsbund fädischer Fron'soldaten. Bezirk Stadtpark: Sonnabend, 24. April, in den Räumen der Spichernsäle, Spichernstr. 3, Frühlingsfeft. Der Männerchor Ost- Syrania 1849", Mitalied des DAGB., Gau Berlin. veranstaltet Sonntag, 25. April, 2 Uhr, unter Leitung feines Chormeifers, Herrn Ludw. Wilh. Karp, ein Frühlingskonzert im Vortragssaal der Straf. anstalt Tegel vor den Infaffen. Im Anschluk davan findet ein Familien ausflug an den Tegeler See statt. TIETZ BILLIGE LEBENSMITTEL Verkauf soweit Vorrat Wurstwaren Hausm.- Süize Pfand 38PL Landleb.- Wursterd.70Pt. Hausm.- Wurst Ptd. 95Pt. Bauernmettw. Prd. 95Pt. 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Dies zeigen lefbetrübt an: Bertha Meyer, geb. Riegmann Marta Ruobelsdorf, geb. Meyer Mag Knovelsdorf Frieda Klampfer, geb. Meyer Erich Klampfer Kurt und Gertrud Knobelsborf Einäicherung: Sonnabend nach mittag 5 Uhr Krem. Baumschulenw Danksagung Kalif. Aepfel..Pfand 48Pt Kalbskamm FRISCHES FLEISCH Pfund 65P Schweine- Schulterblatt and 98PL. ohne BeiKalbsrücken P. 70PL- keulen 76. Bauch 100 Schinken und 110 Suppenfleisch ....... Pfund .... Pfand Pfand 65PL Kassler ohne Knochen.......... Pfund Ptand 130 Fenirippe Pland 75Pt. Elsbeln mit Spitzbein... nd 60rt Schmorfleisch ohne Knochen, Prand 110 Liesen 85Pt. .Pfund Pfand 130 Pa. ausgelass. Talg..... Prand 56PL Gefrierfleisch Rouladen....... Prima Ochsenbrust **** o. Knochen ..... Pfund Prand 52Pt. Fr. Schweineköpfe Prima Schmorfleisch 90P. 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