flbenöavsgabe Nr. 192 ♦ 43. Jahrgang Musgabe B Nr. 95 BejuflsBrtinflimsen trnb anMfflensteift lind in der SüotRfnaiugcb« ongtaeden Rebatttan: SO. SS, Cinbcnftca�e 3 z-rnspr-ch-r: VSohoft 292— 297 Zel.'110cefTe:So]ial&emo(rat Berlin Vevlinev Volltsblstt (lO Pfennig) Sonnabend 24. Mpril 192b Verla« und XnjeUenadteilung: »eschdstezeit 9-3 Uhr Anleger: Oocrodtta-Beclag Smbh Berlin STD. 68, Cinbenflrafie 3 Fernsprecher: OSnhoss 292— 2SZ Zentralorgan der Sozialdemokrat! rd�en Partei Deutfcblands Der Kamps um üas Kompromiß. Die Reichsregierung verschleppt den Volksentscheid. In der heutigen Sitzung des Rechtsausschusses erbat der Reichs- tuftizminister Marx vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort zu einer Berichtigung seiner gestrigen Erklärung. Er habe sich gestern geirrt, als er mitgeteilt habe, dag der Gesetzentwurf über das Volksbegehren bereits aus dem Kabinett an den Reichsrat ge- langt sei. Tatsächlich habe das Kabinett d ie Beratungen noch nicht abgeschlossen, da die letzte Sitzung des Kabinetts wegen der Verhandlungen über das Fürstenkompromitz habe vorzeitig ab- gebrochen werden müssen. Das KabineU werde die Sache in ö g- lichst bald erledigen. Der Abg. Reubauer(Komm.) fragt. warum die Vorlage überhaupt erst an den Rsichsrat gelange. Dazu licge doch kein ÖJrund vor. Abg. Genosse Roseuseld sprach sein Bedauern darüber aus, daß dem Justizminister ein solcher Irrtum passiert sei. Keineswegs sei es nach der Verfassung zutreffend, daß die Vorlage über das Volksbegehren erst an den Reichsrat gelangen müsse. Es handele sich nicht um eine Vorlage der Reichsrcgie- rnng, sondern es handele sich um eine Vorlage besonderer Art, die direkt von der Reichsregierung an den Reichstag geleitet werden müsse. Wenn Staatssekretär Joel in seinem Zwischenruf darauf hin- gewiesen habe, dah die Regierung nach der Verfassung den Reichs- rat auf dem lautenden zu halten habe, so sei dieser Bestimmung Genüge geleistet, durch die Kenntnisgabe des Gesetzentwurfs an den Rsichsrat. Es müsse daraus bestanden werden, daß ohne Zeitverliüt und direkt der Gesetzeutwurs des Volksbegehrens vom Rcichskablnett an den Reichstag gelange. Immer wieder von neuem werde die Be- Handlung der Sache durch die Regierung Beunruhigung hervorrufen. Jetzt auch noch durch die ausgerechnet in diesem Augen- blick aufgeworsene Frage, ob es richtig sei, neue Bestimmungen zu tressen. die das Volksbegehren aus Auswertung unmöglich machten. Jedenfalls forderten seine Freunde, das) der Reichsjustizministcr erkläre, die Vorlage werde direkt ohne Zeuoerlust an den Reichstag kommen. 2lbg. Sköckcr(Komm.) schließt sich diesen_ Ausführungen an. Justizminister Marx erklärt, er werde die Wünsche, die hier vorgetragen seien, dem Kabinett vortragen. Das Kabinett werde olsdann bestimmen. Die Frage des Auf- wertungsbegehrens habe mst der Sache gor nichts zu tun. Das Kabinett habe dafür zu sorgen, dah unser Staat nicht zugrunde gehe. Es habe diese Beichlüsie einstimmig gefaßt, da es sich um das Sein oder Nichtsein des deutschen Volkes handele. Abg. wunderlicherr A h l» d o r f f war in der zweiten g n st o n z genötigt, sich über da, Ablehnungsgesuch der Verteidigung diensllich zu äußern. Er tat dies in einer Erklärung, in der sich folgende Sätze befinden:.Mir war hinterbracht worden, daß der Angeklagte Aroner zu seinen Bekannten geäußert habe:.Was kann mir g«> schehen, ich bekomme eine Geldstrase und werde Senatspräsident." Von anderer Seite wurde mir mitgeteilt, daß Herr Kroner sehr wohlhabend sei. Die letztere Angabe habe ich später nachgeprüft. Die erst« vertrauliche Nachricht habe ich nicht in der Verhandlung mitgeteill, um die Erregung über den Angeklagten nicht zu ver- schärfen. Jedenfalls wirkten diese Mitteilungen aus mich derart ein, daß ich hinsichllich des von mir vorzuschlagenden Strafmaßes un° sicher wurde." Und dieser Richter hat sich für nicht befangen erklärt! Auf Grund der preußischen Verordnung vom 21. August 1925 über die Gewährung von Straffreiheit wurde das Verfahren gegen Kroner niedergeschlagen. Die beiden Nebenkläger, Landgerichts- direkter Bewersdorff und Landgerichterat Dr. Schultz«, fochten den Einstellungsbeschluß mittel» Beschwerde an. Herr Bewersdorff tat für seine Person noch weiteres. Unter dem 24. Oktober 1925 ließ er durch seinen Rechtsbeistand den folgenden Schrift- satz einreichen: ..In der Strafsach« gegen Kroner wird zur Begründung der diesseits eingelegten Beschwerde argesührt, daß nach einem in den Akten befindlichen dienstlichen Vermerk des Vorsitzenden der ersten Instanz, des Amtsgerichtsrats A h l» d o r s j, der An- geklagte eine Bemerkung dahin gemacht haben soll, daß er wohl mit Recht wegen der zur Anklage gestellten Acvßerung bestraft werde, daß er dafür aber später durch eine Beoorzuauna in seiner beruslichen Stellung einen Auegleich erhalten werde. Tatsächlich Ist der Angeklagte auch zum Oderverwaltungsqerichts- rat ernannt worden. Inwieweit der Angeklagte seinerzeit schon berechtigte Hofsnungen gehabt hat. entzieht sich der Kenntnis des Nebenkläger». Wohl aber dürste es angebracht sein, daß dem von Herrn Amtsgerichtsrat Ahlsdorfs geschilderten Sachoerhalt nachgegangen wird. Wird durch die amtlichen Ermitte- lungen festgestellt, daß tatsächlich der Angeklagte die von dem Amtsgerichtsrat Ahlsdorff wtederaegcben« Aeußerung getan hat, dann dürste unzweideiitig festzustellen sein, daß tatsächlich der An- geklagte die strasoare Handlung aus niedriger Gesinnung heraus getan hat." Auf diesen Schriftsatz antwortete Landsberg mit einer Entgegnung, an deren Schluß es heißt: .Der Nebenkläger Bewersdorff hat es gewagt, geltend zu macken, daß der Angeklagt« sich von der Absicht. Karriere zu machen, habe leiten lasten. Der Angeklagte hat n i e m a l« eine Aeußerung getan, die auch nur entfernt der Herrn Amtsgerichts- rat Ahlsdorff hinterbrachten geähnell hätte. Wenn Herr Ahls- dorsf, der wisten müßte, daß der Richter sein Urteil lediglich auf Grund des Ergebnisses der Hauptoerhandlung zu fällen hat, eigenem Geständniste zufolge auf Mitteilungen hin, die ihm in Priootgesprächen gemacht waren, hinsichtlich des vorzuschlagenden Strafmaße» unsicher geworden ist. so geht daraus nur hervor, wie begründet feine Ablehnung war. Daß Herr Bewersdorjf die Aufzeichnung des Herrn Ahlsdorff für die Behauptung eines niedrigen Beweggrund es des An- geklagten verwertet, ist nur so zu erklären, daß er bei dem An- geklagten die gleiche Sehnsucht noch Ausstieg vor- aussetzt, die ihm selbst eigen ist. Bei ihm geht diese Sehnjucht so weit, daß er es nicht oerschmäht hat, bei der Be- Werbung n,n den Magdeburger Direktorposten die Befürwortung eines Sozialdemokraten und noch dazu eine» früheren Un- abhängigen zu erbitten." Di« erst« Strafkammer de» Landgerichts I Berlin erachtet« die sämtlichen Beschwevdegründ« für verfehlt und verwarf das gegen die Einstellung des Verfahrens gerichtete Rechtsmittel der Neben- kläger durch Beschluß vom 5. Januar d. I. Die Begründung geht ausführlich auf die von Bewersdorff wiedergegeben« Aeußerung von Ahlsdorfs ein. Sie erklärt, es könne nicht unberücksichtigt bleiben, daß der Angeklagte inzwischen zum Oberverwaltungsgerichtsrat befördert worden ist und fährt dann fort: „Wenn auch der Verdacht, daß bei der Handlungsweise de» Angeklagten persönliche Beweggründe mitbe- stimmend gewesen sind, hiernach nicht von der Hand zu weisen ist, so hat sich doch eine bestimmte Feststellung in dieser Hinsicht nicht treffen lasten.... Da für erwiesen erachtet ist, daß der Angeklagt« mit dem Zeitungsartikel an seinen politischen Gegnern Vergeltung üben. sie in der Oefsentlichkeit bloßstellen und sie dadurch schwer schädigen wollte, so besteht hinsichtlich der politischen Natur dieser Beweggnind« kein Zweifel. Im Sinn« der Verordnung vom 21. August 1925 sind sie daher nicht als niedrige Beweg- gründe anzusehen, so daß sich ein« Erörterung darüber erübrigt, ob si« an sich als solch« anzusehen wären." Noch diesen Darlegungen sährt Genosse Landsberg fort: Zwei von den drei Richtern, deren Namen unter diesem Beschluß stehen, haben auch an der Zurückweisung des Ablehnung?» gesuches gegen Ahlsdorff mitgewirkt. Daß ew Richter sich vor der Hauptverhandlung auf Grund unkontrollierbarer Mit- teilungen ein Urteil über die zu verhängende Strafe bildet, entspricht ihrer Vorstellung nach durchaus der Ordnung:«in Richter aber, der in der Entrüstung über ein ungeheuerliches Urteil, das er für einen wohlüberlegten Schlag gegen das Staatsoberhaupt der Deutschen Republik und damit gegen die Republik selbst hält, kräftige Worte des Protestes ausstößt, verdient ihrer Ansicht nach vom Standpunkt- der Moral aus die absprechendste Beurtei- l u n g. Sie können sich nicht vorstellen, daß er aus anderen Beweg- gründen als dem, Vergeltung zu üben und Schaden zuzusügen, ge- handelt hat. Was war denn auch groß dabei, daß das Magdeburger Urteil den Reichspräsidenten des Landesverrats für überführt er- klärte! Aber damit nicht genug. Die Strafkammer glaubt auch noch untersuchen zu müssen, ob Kroner nicht auch persönliche Vorteile angestrebt hat und erklärt, nicht außer Betrocht lasten zu können, daß er inzwischen zum ObcrverwaUungsgerichtsrat befördert worden ist. Daß die Ernennung Kroners auf Grund der über ihn ausgestellien Oualifikationszeugniste vom Preußischen Staatsministe- rium verfügt ist und deshalb Rückschlüsse auf seine Absichten nicht zu- läßt, dürste jedem Menschen, außer den Mitgliedern der Ersten Straf- tammer. klar sein. Ihre Logik ist ebenso eigenartig wie ihre Auf- fassung von moralischen Pflichten. Der Shrengcrichtshos für deutsche Rechtsanwälte hat es kürzlich in einem Urteil als Pflicht des Anwaltes bezeichnet, der Auffassung, daß es In Deutschland Richter gibt, die stch in ihrem amtlichen Wirten von Parteianschauungen nicht srei machen können, entgegenzutreten. Ich erkläre, daß mich die Erfahrungen, die das Kesseltreiben gegen Kroner lehrt, davon abhalten, diese Verpflichtung, so- weit die daran beteiligten Männer in Betracht kam- m«n, anzuerkennen._ Kommunistische Kanonenlprit. Sotvjetrustland i« schimmernder Wehr. Die„Rote Fahne" veröffentlicht ein interessantes Stück moder- ner russischer Lyrik in deutscher Ucbersetzung. Al. Scarow singt ein„Lied vom Metall": Höret, durch unser Land fließet Trauernder Ruf nach Metall: Kupfer! Stochmal so viel Eisen. Stahl her! Noch viel mehr Stahl. Dergeßt nicht die Drähte für Hütten! Das eine vergaßt ihr wohl schon: Unser Haus bewachen, beschützen, Können wir nicht ohne Kanonen! Wir brauchen den Rotarmisten Als Zaun gegen feindliche« Regen. Unsere West bewachen, beschützen. Können wir nicht ohne Degen! Wir brauchen Stücke von Stahl Als Fron dem letzten Kriege! Ein deutscher Dichter hat da, schon einmal viel einfacher gesagt: Geld her für Pulver und für Blei! Nur vorwärts! Frisch von hinten Geladen! Denn der Laus der Welt Hängt ab vom Lauf der Flinten. die Groß-Yamburgfrage. Verhandlung«« zwischen beiden Regierungen. Der preußische Ministerpräsident hat heute mit dem Hamburger Bürgermeister Petersen eine Unterredung über die Groß-Ham- bürg. Frag« gehabt, webe! vereinbart wurde, daß nunmehr auf Grund der von den ehemaligen preußischen Ministern D r« w s und Graf Rödern ausgearbeiteten Staatsvertrogsentwürse Der- Handlungen von Regierung zu Regierung sofort aufgenommen werden._ Die vereinigten Staaten lehnen in einer Rote nach Gens es ab, Delegiert« fiir die ständige Militärkonrmission de» Lölkerinrndes zu ernennen, die die Arbeiten der Borabrüstungskonserenz technisch unterstützen sollt«. Irisches Theater. Im W a l l n e r. T h e a t e r gab es gestern zwei Komödien irischer Dichter:„Der heilige Brunnen",«ine Legend« von I. M. S y n g e. und„Blanco Posnets Erweckung", eine melodramatische Predigt von Bernhard Shaw. Um es gleich vorweg zu sagen: Man kann den Abend nur als eine Berlegenheits- Veranstaltung bezeichnen. Synge, Spiel„Der heilige Brunnen". das in Berlin schon vor zwanzig Jahren ausgeführt worden M. er- zählt in tindlich-poetischer, legendärer Form von zwei Blinden, die durch einen frommen Pilger geheilt werden. Der Dandcrmönch zieht mit einem kleinen Gesäß wundertätigen Masters durch die Lande. Da» Blindenpaar hat bisher«in kärgliche«, aber beschau- lichc« Leben geführt. Von der weißen Haut und dem Sonnenhaar seine» Weibe» schwärmt der Mann und sie von seiner edlen Ge- statt. Nur einen Wunsch haben sie beide ihr Lebenlang mit sich herumgetragen: die erträumten Köstlichkeiten einmal sehen zu dürfen. Al» ihnen nun die Augen geöffnet sind, stürzt dag schön« Traum» gebilde kläglich zusammen. Martin erblickt statt einer Fee ein« schmutzig« Schlamp« mit schütterem Haar, und sie«ine erbärmliche Beltlergestalt AU da» Glück, da» ihnen da» dürstige Leben ver- schönt hat, ist zerstört. Sie sind zwar sehend geworden, ober die rauhe Wirklichkeit kann ihnen den Verlust des Traumlandes nicht ersetzen. Au» Synges Legend« strömt der Dust dichterischer Sprache und kindlicher Andrcht. Sie gestaltet mit den Worten eine» Dichter» eine prächtige West, voll von den Schönhelten der Natur. Sie ge- stattet sie so deutlich, daß»In Blinder sie greisbar vor sich hätte. Und dabei spricht der irische Dichter ganz einjach, mit den schlichten Worten des Mannes aus dem Volt. Dieses zart» Dichtergebild« hat der Regisseur Emil Lind mit der harten Faust de» robusten Iheotermanne» angefaßt. Er gibt die dick realistisch ausgetragen« Schilderung eine» dörflichen Da- sein». Dabei würden all die zarten, poetischen Feinheiten der Ko- mödie auch dann schon zerstört werden, wenn sich gute Schauspieler der Sache angenommen hätten. Aber abgesehen von den drei Hauptdarstellern, dein Blindenpaar Wladimir Sokoloss und Elsa Wagner und(mit Elirschränkungen) dem Wandermönch des Theodor Laos, wirkten sie durch die Bant wie Dilettanten. Ganz auffällig war die hilflose Steifheit de» Fritz Camper». Benihard Shaws Einakter„Blanco Posnet» Erweckung" oer- söhnt« einigermaßen mit der völlig versehllen Regieleistung Lmds im Hauptsiück de« Abends. Hier hat er ein blutvolles Stück Leben aus dem Eowboy-Dasein einer nordamerikanischen Kleiisttadt ge- schaffen. Trotz der scheinbar gottlosen Form bleibt Bernhard Shows melodramatisme Predigt ein hohes Lied auf die Menschengüte, die wie in Blanco Pzsnet, dem hemmungslosen und wilden Abenteurer. auch in ollen anderen verworfenen Menschentreaturen schlummert. Au» der Schar der mittelmäßigen Darsteller ragt« Charlotte H a g e n b r u ch, die schamlose und plötzlich bekehrte Dirne, durch ergreifend« Ton« gütigen Menschentum« hervor. Da« Wallner-Theater gehört zu den Saltenburg- Bühnen. Ein großer Teil der Platze Ist an die Volksbühne vergeben. Die Direktion kann also mit einem gesichcrien Etat rechnen. Um so verwunderlicher, daß sie aus die Vorführungen dieser Bühne weniger Sorgsalt verwendet, als auf die ihrer Häuser im eleganten Westen. Im Programmheft bringt sie Aufsätze, die schon vor Monaten zu lesen waren und auf die Ausführung im Wallner-Theater nicht de» geringften Bezug haben. Eine Zeitschrift wie die Blätter der Saltenburg-Bühnen,„Der Zu- schauer", mit überalterten Beiträgen, gehört nicht in» zwanzigste Jahrhundert._ Ernst D e g n« r. Aluck am Pull. In der Staatsoper begann Carl Muck sein Dirigiergostspiel mit dem„R h e i n g o l d". Man hat ihn in Berlin nicht vergessen: da» zeigte sich bei der Ovation zu Beginn der Oper. Der Schlußbeifall aber vewies, daß immer noch da» ungewollt Großartige einer Leistung mehr Werbekraff hat al» dos krampfhaft Geniale. Muck, groß geworden in der Tradition Bay- reuths, ist kein Zeichner, sondern ein Plostiker, kein sinnlicher Phantast, sondern ein kühl Wissender. Mit wenigen mathematischen Zeichen hält er die Konturen einer Szene fest. Unaufdringlich die Hand, die da» Bllhnenganze meistert, eindringlich das Auge, das alle» im Orchester überblickt, untrüglich ein Ohr, das jede Mittel- stimme hört, bezaubernd die ironisch« Mundbewegung, wenn etwa» mißlingt. Dieser Muck steht wirklich über der Sache: der Wissend« beachtet es mit Freud«, wenn auch ohne Staunen, daß ein Pianijstmo mit Stirn runzeln, ein Gewitterlärm in einem einzigen Ruck nach dem Orchester hin erzeugt werden kann. Das ttatttionelle Tempo stört nicht, es gibt vielmehr dem Werk, dieser herrlichen Introduktion zur Tetralogie, die Gesundheit, die Schwere eines geniale» Auf- taktes. Für Menschen, denen diese motivreichr Göttergcschichte nicht schon blasse Historie geworden ist. bleibt da»„Rheingold" in solcher Darbietung edel, groß und schön, für die anderen würde es durch Auslegung und Zuspitzung der Einzelheiten gewiß nicht gewinnen. So sollten an Mucks Interpretation alle lernen. Auf der Bühne tat man dos mit Anstand. Rur die Requisiten, Borhänge, Ma- schinen rebellierten. Aus dem Ensemdle hoben sich die Nebengötter, nämlich der Alberich H a b i ch und der Loge S o o t» al» charakter- festeste Figuren vom Durchschnitt de» Göttergcschlechtes vorteil. Haft ab. K. S. „Fräulein Julie" im Vcnaistonce-Ihealer. Die Welt derer, die im Erotischen srei von Kleinlichkeit sind, ist heute in zwei Lager gespalten: Auf der«inen Seit« stehen die, die dank ihrer Gewissen. losigkeit von allen Skrupeln srei sind, und auf der anderen Seit« jene, denen es möglich ist, sich durch da» Bewußtsein ihrer Menschen» würde au» den Netzen der niederziehenden Problematik zu befreien, wie sie S t r i n d b e r g in seinem„Fräulein Julie" gezeichnet hat. In der Mitte steht die Minoritö» der Bürger von ehedem. die— wie zwischen zwei Mahlsteinen— langsam, aber sicher zu Grund« geht. Das ist der Grund, warum„Fräulein Juli«" nur noch wenig interessiert, jzür die Neueinstudierung im R« n a i st a n c e- Theater zeichnete als verantwortlicher Regisseur Ernst Raden. Neben einigen Geschmacklosigkeiten, z. B. dem hinter der Bühne spielenden Grammophon, da» die singenden Stimmen des Guts- gesindes ersetzen sollte, machte er sich vor allem der Sünde schuldig. Else E h s e r(Christine) tn eine ganz falsche Auffassung ihrer Rolle hineinztimanöverlcren Was herauskam, war ein« Karikatur Hätte er sich an da« Borwort gehalten, dos Strindberg seinen, Trauerspiel geschrieben hat. so wäre ihm das nicht passiert. Hertha von Walden geisterte ol» Julie wie ein hilfloser Backfisch um ihren Verführer herum; von Strindberg» Weibtnpu» keine«pur. Olaf Lach sKommerdiener) kämpfte unermüdlich um seine Rolle. er wollte„echt" erscheinen, aber es gelang ihin doch nur m Augen- blicken, lieber dem Abend prangte als schlichtes Motto das Goethe- wort:„Das Unzulängliche, hier wirds Ereignis!" A. F. citeraturwettbewerb in Sing-Sing. In den amerikanischen Staatsgefängnisien werden die Sträflinge zu den verschiedenartigsten praktischen Arbeiten angehalten: eine Tätigkeit, die ein« umwälzende Neuerung bedeutet, ist jetzt durch einen— Literaturwettbewerb eröffnet worden, den ein angesehener Verleger von New Bork mit Zustimmung der Behörden unter den Iusaiien von Sing-«ing ver- anstastct ha». Gegenstand dieses Preisausschreibens ist die Novelle: stder Sträfling kann sich daran beteiligen und sich um den ersten Preis, der mit 30 00 Dollar dotiert ist. bewerben. Der Verleger wird die zehn besten Arbeiten in einem Sammelband erscheinen lassen. Die Gefangenen, denen allerdings die Freiheit lieber o-s 3000 Dollar gewesen wäre, beteiligen sich eifrig: in New sgori selbst besteht schon jetzt eine starte Nachfrage aus diese sensationelle Neu- heil, und der einfallsreiche Verleger freut sich im Stillen auf dos todsichere Geschäft, das ihm seine Menschenfreundlichkeit einbringen wird. Die Sowsekregienrng al» Bibelherausgeberln! Soeben ist der Methodistcnbijchos v. vr. I. L. Nuelsen au» Rußland zurückgekehrt, wo er als Bevollmächtigter der Amerikanischen Bibelgesellschaft die Porarbeiten für den Druck der neuen russischen Dibel zuin Abschluß brachte. Die Herstellung der Stereotypplatten ist vertraglich von der Regientngedruckerei„Komintern" in Leningrad(St. Petersburg) übernommen worden. Sie sollen allen religiösen Organisationen zur freien Benutzung überlassen werden, welche Bibeln zu drucken wünschen. Der Text folgt genau der vom Heiligen Synod autori» sierten Ausgabe von 1907. Erstaussöhrangen der Woche. Aloot. R o s e- T b.:.ssllll muh heiraten". vleasi. T l> i. d. K I o ii« r st r.: ,ZchmciIerIing«lchlacht".— Jriet Grobe« Schaulvielhau«:„All-Heidelhera". Sor.aab. R e I i d e n» t h.!„Per- botene Küsse".— Tb a. Aursürsiendamm:.Nebhuhn". � Re- natlsanceth.».Die Dildenie".— Easin o-TH.:»Da« Recht aus Arbeit". Aroalo-vortrSg«. Nont. bi« Donnerst. sSll.), Freit.(5, 7U.), Zonnab. n. Tonvi(ö. s Uz:.Bald- und Heidetter« in Mensiben- band".— Moni. u. D>en«t. st, 7 U.), Mittiv. st U). Donnerst. i!Z So-int. sS. 7 U.):„Die GchSh« de« Meere«".— MIIIw<7 U.t:.Die Geheimnisse der Tterseele".»— Moiit. bi« Sonnt.(S): ,D i e Biene Mosa". .Arbeilsgemeiaschofi Re'nhardt-Ianiowsky.Robert" Victor Aar- n a w S I N und Eugen Robert haben«inen dachioerlraz abgeschlossen, wonach die Aibeit«g,mcinschalt Nelnbardi-LarnowZkq-Robert in der nächste» Spielzeit auch über da» Theater am Rollendorsplatz oer- sügen wird. Schwedische Sonst der Seqeawars Im Kronprinzen-Palal« ist eine Au»Iiellung der neueren schwedsscheii Nun» cibslne« worden. DieAoumeUe und Aeichnungr» dieser In Schweden zusammengestellten Ueberstcht werden jetzt in der Galerie Mattbiesen, Vellevucstrasi«, gezeigt. Di« Au«- stellung ist von 10—« Uhr, Sonntags 11— Z Uhr, geössnet. öauernbunü gegen£ondbund. Verhandlungen im Landtag. Im Landtag wurde ohne Aussprache angenommen ein gemein- samer Antrag, der sich gegen die Stillegung von Eisenbahnwerk- statten richtet. Hieraus erfolgt die Fortsetzung der Aussprache zum vomänenhaushalt. Abg. Sieleler(Voll.) wird von den Kommunisten mit Ruscus .Verleumder" empfangen. Der Redner erklärte, die Land- Wirtschaft tonne nur zu besseren Verhältnissen kommen, wenn ein stärkerer Z o l l s ch u tz komme. Die Lage der Domänenpächter sei besonders ungünstig in Ostpreußen. Abg. Petra(Z.) legt die Notwendigkeit dar, den Domänen- Pächtern zu helfen. Abg. Hillgcr-Spieaelberg(Dnat.) wirft den Sozialdemokraten vor, überall zeige sich bei ihnen Feindschaft gegen die Landwirtschast. Der Abg. Klaußner habe die S« l b st- b e w i r t s ch a f t u n g al» ein Aiel bezeichnet, das aufs innigste zu wünschen sei. Die Deutschnationale Partei wolle aber«inen freien Bauern auf freier Scholle. Sie könne auch für die Selbftbewirt- schaftung deshalb nicht eintreten, weil sie nicht noch mehr B e- a m t« wolle. Die behaupteten Ergebnisse bei Selbstbewirtschaftung ständen in ausfälligem Widerspruch mit den tatsächlichen. Die Landwirtschaft leide unter unsäglichem Steuerdruck. Sie leid« ferner unter der verkehrten Zollpolitik. Ohne Zölle könne man z. B. auch für den Gemüsebau nichts tun. Wir fordern, daß das deutsche Volk am Leben bleibt. Das ist nur möglich, wenn es von deutscher Scholle ernährt wird.(Zuruf: Denken Sie an die Landarb ei- t e r!) Die Zahl der Landarbeiter ist wesentlich verringert worden. Abg. Zacoby-Rassauf(Ztr.) tritt den Darlegungen des sozial- demokratischen Redners in der Landarbeiterfrage entgegen. Abg. wachhorst de Tvente(Dem.) polemisiert gegen den deutsch- nationalen Abg. Hillger-Spiegelberg bezüglich der Kreditpoli- tik der Rentenbank. Der stellvertretende Vorsitzende der Rentenbank, der Zentrumsabgeordnete Crone-Münzenbrock, habe in öffentlicher Versammlung erklärt, daß die kireditverlellung der Rentenbank nicht in gerechter Weise erfolgt sei. (Hört! hört! links.) Der Großgrundbesitz des Ostens, der verhältnismäßig wenig für die Rentenbank wirke(Zuruf bei den Deutschnationalen: Positiv unwahr!), beziehe das vielfach« an Kre- dilen gegenüber den bäuerlichen Betrieben des Westens. Die Bauern würden durch Deutfchnationale, wie Herr Hillger- Spiegelberg, sehr schlecht vertreten.(Große Unruhe rechts und Rufe: Drei Millionen Bauern im Landbund denken anders darüber! — Hetze!— Gelächter linke.)_ Das �ufwertungs-volksbegehren. Die Reichsregiernng will es nicht zulassen. Wie wir hören, steht die R« i ch s r e g i e r u n g auf dem Standpunkt, daß sie durch das Gesetz über den Volksentscheid nicht verpflichtet sei, einem Antrag auf Einleitung eines Volke- begehren» Zug um Zug stattzugeben. Daraus kann man wohl schließen, daß sie nicht die Absicht hat, einen Volksbcgehrantrag des Sparerbundes sofort zu erfüllen, wenn er eingereicht wird. Man hotte auch erwogen, ob dem bekannten Gesetzentwurf zur Aer- Hinderung eines derartigen Volksbegehrens nicht auch noch r ü ck- wirkend« Kraft gegeben werden solle, aber man war über- einstimmend der Auffasiung, daß das nicht nötig sei, denn maßgebend für die Rechtslage sei der Zeitpunkt der Zulassung des Volks- begehrens durch die Reichsregierung. Das heißt wiederum, wenn wir richtig verstehen, daß man mit dem Gedanken spielt, die Zu- lassung eines solchen Volksbegehren» solange zu vertagen, bis das Gesetz zu seiner Verhinderung angenommen ist. Argentiniens Wendung zum Völkerbünde. Teilnahme an de» Kommissionsarbeitcn. Buenos Aires. 24. April.(WTV.) Einer amtlidzen Bekanntmachung zufolge wird Argentinien die Einladung zur Teilnahme an der Tagung de» vorbereitenden Ausschusse» für die Zlb- rüstungstonserenz und der Studirnkommission für ein« Umgestallung de» völkerbundsrale» annehmen. Argentinien gehört zu den bei der Gründung dcs Bundes.zum Bettritt eingeladenen Machten. Seine Regierung meldete den Bei- tritt an, aber bis jetzt hat ihn das Parlament nicht rati- fiziert. Da» ist zwar völkerrechtlich gleichgültig-, Argentinien .zahlt auch die Beiträge zum Bunde. Aber es hat sich von der Mitarbeit seit End« lllN eben deshalb ferngehalten, weil der Kongreß zur Bestätigung des Eintritt» nicht zu bewegen war. Run hat ihn kürzlich wenigstens fein« Kommission für auswärtige Angelegen- Helten gebilligt. Mit ihrem Beschluß, sich an den Kommifsions- arbeiten zu beteiligen, übt der Präsident«inen neuen Druck aus den Kongreß aus, endlich zu ratifizieren. Ob der Kongreß nunmehr zurückweichen oder die verfasfungspolitifchen Spannungen zwischen Präsident und Parlament sich verschlafen werden, steht noch dahin. Bölkerbundspolitlfch ist Argntmiens Pefchluß info- fern von Bedeutung, al» es durch feine Mitarbeit, namentlich an der Studlenkammifsion, andeutet, daß e« als nichtständiges Rats- Mitglied in Betracht kommt. Es ist der Rivale von Ära- f i l i« n. Brasilien hält vorläufig an seinem iMransigenien Stand- punkt noch fest, daß es auf einen ständigen Ratssitz Anspruch habe. weil es Südamerika oertrete. Die südamerikanischen Staaten haben durch chren Schritt an dem lag« vor dem Zusammenbruch in Gens gezeigt, daß Brasilien im Namen Südamerikas zu sprechen keines- weg» da» Recht habe. Treibt Brasilien weiterhin die Politik, durch starres Festhalten an seiner Forderung die Frage der Ratsverände- rung unlösbar zu machen, so bleibt für die Dollvrrsammlung das Mittel übrig, an Stelle Brasilien« einen anderen Staat in den Rat zu wählen: scheidet Brastlien au», wird sein Veto hinfällig. Argen- tinien ist der zweitgrößte südamerikanische Staat. Aus ihn können sich die südamerikanischen Staaten am ehesten als Ratsmit- glied einigen, damit der Gedanke de» Turnus, der Abwechselung dcr nichtständigen Rat-mächte, sich durchsetzt und einer der Wider- stände gegen Deutschlands Ausnahme al« Ratsmacht wegfällt. Frankreichs Angebot an Amerika. pari», 24. April.(Eigener Drahtbe-richt.) Wie aus Washington gemeldet wird, hat die amerikanisch« Schuldenkommission am Freitag eine kurz« Sitzung abgeholten, in der der französische Botschafter «in neue» Angebot der französischen Regierung zur Regelung der Schulden Frankreichs an die Bereinigten Staaten überreichte. Frankreich will sich zur Zurückzahlung von 45 Proz. seiner Kriegsschulden an Amerika verpflichten, während da» von Eailliwx gemachte Angebot nur 40 Proz. vorsah. Der Tilgungsplan, der auf die Dauer von«2 Jahren berechnet ist. sieht für die ersten 5 Jahr« Jahreszahlungen in Höh« von 25 Millionen Dollar vor, in denen die bereit» gegenwärtig von Frankreich jährlich al» Zinsen für überlasiene Kriegsvorräte ge- zahlten 20 Millionen mit einbegrijfen fein sollen. Di« Jahres- Zahlungen sollen allmählich anwachsen, und schließlich den Betrog von l2ö Millionen erreichen, wälzend in dem Vorschlag Caillaux' die höchste Jahreszahlung SV Millionen Dollar betrug. ypgfeneparaüe. Wenn man zur Hygiencousstellung in der Mtsiehalle am Kaiserdomm geht, hallen einen, zehn Schritt« vom Eingang, zwei Männer an, die dem Passanten mit dem Schlachtgebrüll:„Zur Auf- klärung!" Zettel des Reichsausschusses gegen da» Gemeindebe- stimmungsrccht in die Hand drücken. Parterre amüsiert der Nestau- rationsbetncb unter der Devise:„Hopsen und Malz, Gott erhält's!" Im ersten Stock ist der Abstinenzparole:„Meidet den Alkohol!" ein ganzer Ausftellungsslügel reserviert. Was den Besucher der Aus- ltellung sogleich befremdet, ist das allzu Dekorative. Die einzelnen hygienischen Ressorts bieten wohl Stichproben aus der Praxi» und sind auch in der Behandlung gewisser Spezialthemen recht aufschluß- reich: als Ganzes jedoch riechen sie zum Teil sehr fatal nach Kulisse, hinter der man das Notwendigste den Augen des Volkes verbirgt. „Wie man nicht wohnen soll," lautet ein Plakat. Eine Halbdunkel verschachtelte, lichtlose, muffige Wohnung, Küche, Wohn- und Schlaf- zimmer grausam ineinandergepreßt. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Elend dcs Miettasernendaseine der Millionen. Daneben die Wohnung mit hygienischem Komfort:„Wie man wohnen soll!" Mit Verlaub, solche Demonstrotionen sind Phrasen, solange die Lösung fehlt. Wohin sollen die vnzöh gen Familien, die in der Finsternis solcher und weit schlimmerer Wohnhöhlen im Osten und Norden Berlins gepfercht vegetieren? Wo ist der Ausweg? Wie lassen sich im Stadium furchtbarster Wohnungskrisen menschen- würdige Lebensbedingungen schaffen?„Wie man nicht wohnen soll!"— Und eben wohnen mutz! Hier liegt das Entfchei- dende. Wenn Maaßen G. m. b. H.„Gesunde Kleidung" zeigt, so ist ist das doch schon nicht mehr Hygiencousstellung, sondern eben Hygiene messe. Der Reichsoeiband für Freikörperkultur zeigt seine Schriften unter dem Schutz eines Segelschiffmodells, garniert mit drei schwarzweißroten Fähnchen. Wohl bekomm'» den„natio- nalen" Freikörperkulwristen. Einzelne Abteilungen sind gut, so die übersichtlich und eindringlich aufgemachten Kabinen über die Ge- schlechtskrankheiten. Auch der Arbeiter-Samoriter-Bund hat seinen instruktiv eingerichteten Stand. Neue Unfälle in Rummelsburg. Leim Lau de» Grohkrastwerke». Bei dem Bau des Großkraftwerkes Rummelsburg mehren sich die Unglücksfälle in einer derart erschreckenden Fülle, daß die Bau- polizci sich nunmehr veranlaßt sehen sollte, energisch einzuschreiten. Gestern nachmittag ist der Schlosser Paul Gentjch von der Firma Borsig schwer verunglückt. Don einem vier Meter hoben Gerüst stllrtte eine über einen Zentner schwere Eisenkctte herab, die dem Schlosser Gentsch auf den Kops siel. Der Schädel wurde zer- trümmcrt und Gentsch wurde im bewußtlosen Zustand nach dem Rummelsburger Krankenhaus gebracht. An foinem Aufkommen wird gezweifelt.— In der Nacht gegen 42 Uhr ereignete sich«in neues Unglück. Der Arbeiter Erich Kuba, der damit beschäftigt war, aus einer Lore schwere Eisenträger nach dem Bau zu bringen, stürzte bei dem Transport vom Wogen herab. Er erlitt«inen schweren Schädelbruch. Gehirnerschütterung und Nasen- bruch. Die Sonitätswoche aus dem Bau legte ihm den ersten Not- verband an Er wurde nach dem Rettungsamt gebracht, feine lieber- führuikg erfolgte nach drm Krankenhaus Rummelsburg, wo Kuba schwer daruiederliegt. Wie wir erfahren haben, sind die Unfälle zu einem nicht un- wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, daß der Bauplatz sehr schlecht beleuchtet ist. Die Baupolizei, die auch diesen Fall untersuchen muß, wird sich auch darum kümmern müssen, ob die baupolizeilichen Vorschriften auch in der Frage der Beleuchtung befolgt werden. Ee kau» auf jeden Fall nicht so weiter gehen. Ter Liitzotvprozeft. Nach den durch die Erkrankung des Angeklagten bedingten Zwijchenocrhandlungen am Krankenbett in Nikolassee wurden heute die Verhandlungen des Schösfcngericht» Lichterfelde im Schwur- gerichtssaal des Landgerichts II in Moabit wieder aufgenommen. Der Angeklagte Dr. Freiherr von Lützow hat sich von feiner Erkrankung an Lungenentzündung und von den, erst in der vorigen Woche eingetretenen Rückfall schnell wieder erHoll und sieht ziemlich frisch aus, wenn er auch noch von Zeit zu Zeit etwas hüstelt. Das Gericht hat ihm gestattet, feine Wohnung wieder im Landerziehnngs- heim Zossen zu nehmen, obwohl es jeinerzeit die Haftentlafiung von der Bedingung abhängig gemacht hatte, daß sich der Angeklagte von der Stätte seiner Wirkjamkeit und der dadurch gegebenen Möglich- keit einer Beeinflussung von Zeugen fernhalte. Zu den Berhand- lungen wird er vorläufig von Zossen durch ein vom Gericht g e ft e l l t e s Auto nach Moabit gebracht werden. Die Beweis- aufnähme fetzte genau an dem Punkte wieder ein, an dem st« am 17. März durch' den plötzlichen Zusammenbruch des Angeklagten abgebrochen werden mußte. Damals sollte gerade eine Prügelszen«, die am 13. Juli 1921 in dem Landerziehungsheim in Buckow von verschiedenen Einwohnern des Ortes beobachtet worden war, angeschnitten werden. Als erster Zeuge wurde Hausmann Wulprecht aus Buckow vernommen, der bekundete, daß er vom See aus auf einer Kahnfahrt fürchter liches Schreien von der nach dem See hinausgehenden Glasveranda des Landerziehungsheimes gehört habe. Auf Ersuchen Mitsahrender sei er gelandet und vor das Haus gc äanaen. Dort war die Straße sihon voller Menschen und Frau H ö s ch sah zum Fenster hinaus und sagte, sie hätte es nicht mit ansehen und mit anhören können, wie der Jung« geschlagen wurde, deshalb fei sie nach vorn gegangen. Der Zeuge rief zwei Lehrern, die auf dem Balkon saßen, zu, st« sollten nach hinten gehen, und es Herrn v. Lützow verbieten, den Jungen weiter zu ver- prügeln, sonst werde er«inschreiten. Die Lehrer gingen auch nach inten und dann habe das Schreien aufgehört. Am nächsten Tage at ein Buckower Bürger an den Bürgermeister«in Schreiben gerichtet und«in Einschreiten wegen der Zustände im Land- erziehungsheim verlangt. Der Angeklagte v. Lützow behauptete. daß die Anzeige beim Bürgermeister aus politischen Gründen erfolgt sei. Aus dem Schreien könne man nicht folgern, daß ein Knabe besonder- schwer gezüchtigt worden sei, denn die Jungen brüllten schon, bevor sie einen Schlag bekommen hätten, wie wahnsinnig. Daß die Strohe voll Menschen war, wäre möglich, aber daß die Lehrer ihm dos Schlagen jemals verboten hatten, bestritt er. Als nächste Zeugin wurde Frau Hösch vernommen, die die Züchtigungen von den Hinterfcnstern ihrer Wohnung beobachten könnt«._ Weil fie einen«nderen liebte. Wegen versuchten Gattenmordes wurde«ine 24 Jahre alt« Wcrkmeisterfrau Frida K. aus der Finowstraße verhaftet. Das junge Paar, das seit 1!4 Jahren verheiratet war. lebt««in Jahr lang in voller Eintracht. Dann sehnte sich die Frau noch einem Jugendfreund, mit dem sie in Briefwechsel trat. Aber auch ihn vergab sie wieder, seitdem sie auf einem Witwenball in der Nähe der Iannowitzbrücke einen Apothekergehilsen kennen ge- lernt hatte. In ihn verliebte sie sich so stark, daß sie mit ihrem Manne nicht länger zusammenleben wollt«. Aber damit nicht genug, kam sie auch aus den Gedanken, d«n Mann zu b«seiti- gen. Eines Nachts stand sie heimlich auf. zog ihr bestes Kleid an und ging zu dem Avothrter, der Nachtdienst hott«. Als sie die Wohnung verließ, dreht« sie den Gashahn auf, um ihren Mann zu vergiften. Morgens um 5)4 Uhr verließ fi« den Ge- liebten, der nicht» ahnte und ging noch«imnal noch der Finow- straße, um zu sehen, wie ihr Anschlag verlausen sei. Ihr Mann war aber rechtzeitig erwacht. Da» Gas hatte ihm nur wenig ge- fchadet. Er hatte da» Fenster geösfnet und sah gerade hinaus, al» fein« Frau herankam. Er drehte ihr schon von oben herab und nun lief sie davon und kam nicht wieder. Li« Kriminalpolizei, de, K. Anzeig« machte, ermittelte sie bei Bekannten, nahm sie fest und führte sie dem Untersuchungsrichter vor. nachdem sie den Mord- versuch eingeräumt hatte. Ventego-Glücksmann. Au» dem Hungerkäfig heraus verhaftet. Großes Aufsehen erregte in der vergangenen Nacht die u..;« brechung der Schaustellung des Hungcrkünstlers D e n t e g o ini Lehrervereinshau» am Alexanderplatz. Lentego, der Jolly um viele Tage schlagen wollte, saß bereits 47 Tage in seinem Glas- kosten Weil die Schaustellung in Berlin aber nicht mehr recht zog. so wollte er in aller Stille in der vergangenen Nacht nach Werder übersiedeln, um sie dort fortzusetzen und zu beenden. Er rechnete darauf, daß er von den Besuchern der Baumblüte sehr starken Zulauf haben werde. Durch diese Rechnung machte ihm jedoch der Oberstaats- anmalt von Hannover, der ihn wegen Betrügereien suchte, einen dicken Strich. Es war nämlich bekannt geworden, daß sich hinter Ventego ein.37 Jahre alter aus Hamburg gebürtiger früherer Handlungsgehilfe und Schauspieler Adolf Glückemann ver- barg, der schon sehr viel auf dem Kerbholz hat. Glücksmann betrieb unter den Namen Dr. Iatobsohn, Dr. Kaiserberg, Alberti, Schill- mann und Bodenstein, vielleicht auch noch anderen, H o ch st a p e- leien und Heiratsschwindel. Als in der vergangenen Nacht dos Glashaus abgebaut und Ventego in seinen Betten ver- laden werden sollte, erklärten ihn Kriminalbeamte jür verhastet. Unter den vielen Zuschauern, die sich noch eingefunden hatten, gab es eine große Aufregung. Die Beamten ließen sich jedoch in ihrem Vorgehen nicht stören. Mit größter Schonung, die sie dem körperlich Geschwächten vorsichtig angedeihcn ließen, schassten sie Ventego in seinen Betten in ein Auto und brachten ihn als Polizeigefangenen nach dem Staatskrankenhaus. Hier legten sie dem Hungerkünstler den Haftbefehl vor, und er gab dann auch zu, daß er der gesuchte Adolf Glücksmann sei. Ein Arzt untersuchte ihn, stellte fest, daß er erheblich geschwächt war und nahm ihn gleich in«in« entiprechende Krankenhausbehandlung. So wird nun der Hungcrkünstler seine Schaustellung ohne Publikum in einer etwas abgeänderten Form beschließen. Ein zweiter Hungertünsiler wurde von der Kriminalpolizei in Schutzhaft genommen. E» ist das Kurt Wahlmann, der sich it»«mein Lokal in der Frankfurter Straße zeigte und vorzeitig zu hungern aushörte. Dieser verlangte von einem hiesigen Verlagshause die Berichtigung einer Notiz, die es in einer Zeitung über ihn gebracht hott«. Als er damit keinen Erfolg hatte, schrieb er dem Hause gestern einen Bries mit der Drohung, daß er. wenn es seinem Ver- langen nicht entspreche, da» ganze Haus mit einem neuerfundenen Sprengstosi in die Lust sprengen werde. Es sei ihm auch gleich- gültig, wenn dabei Hunderte von Arbeitern mit zugrunde gingen. Aus eine Anzeige wurde Wahlmann in Schutzhast genomnien, weil man ihn nicht für ganz zurechnimgssähig hält und deshalb damit rechnete, daß er irgendwie Unheil anrichten könnte. Er wird auf seinen Geisteszustand untersucht werden. Reinigt die Tchülerbüchereien! Was ist seit dem November 1918 getan worden, aus den Schulerbüchereien diejenigen Bücher herauszuwerfen, die mit ihrer Verherrlichung der Hohenzollern den Monarchisten als bequemes Werbemittel ernninscht find? Wie bei den Lehr- bücheru, so möchte man auch hier die Weiterbcnutzung alter Schmä- ker damit entschuldigen, daß zur Beschossung neuer Bücher das Geld nach nicht reidjt. Donk dein„Geldmangel" dürfen Schüler- bücherelen heute noch Bücher haben und ausleihen, die zur Repu- blik passen wie die Faust auf's Auge. So wird uns au» Zossen von der Stadtschul« bekannt, daß die Schüler- bücherei noch ein von F. D. H o s s m o n n zusammengeschriebenes Luch„V o ni K u r h u t zur Kaiserkrone" ausleiht, das die Hohenzollern und ihr Wirken in Brandenburg-Preußen-Deuksch- land besingt. Selbstverständlich wird man auch in einer Republik die Kinder über die monarchistische Zeit belehren müssen, aber nicht in blinder Moiiarchcnverherrlichling, wie diese» Buch sie biet«. Reinigt die Schülerbüchereien von solchen Büchern! Hinaus mit diesem Zeug, das schon i» den Zeiten der Monarchie schärfste Ablehnung verdiente! lieber Wilhelm Ii. sagt das erwähnte Buch unter anderem, er habe im Jahr« 1888 bald nach seinem Regierungsantritt gelobt:„Ich will ein gerechter und mil- der Fürst sein: den Armen und Bedrängten will ich Helsen, den Frieden schirme» und die Wohlfahrt des Landes fördern. Der Buchschreiber fügt hinzu:„Und das Gelübde hat er gehalten." Ja. das merken wir! Und solche Geistcskost bietet man Kindern noch heute! Das„Tempo der Zeiten". Zlm Mittwoch wie om Freitag war der Rundfunk Mittler der Kunst de« Wories, und so verschieden die beiden Abende auch waren, kann man sie doch wohl aus«inen gemeinsamen Faktor bringen: Zeitkrittk. Walter Mehring macht dos mit dem Intellekt, fängt dos..Tempo der Zeit"«in. Mit Paul G r a« y und Renate Müller ließ er es dann packend, ohne Atcmvaus«, ab- rollen. Kuri G o e tz' Grotesk«„Lohengrin" gab danach die heitere und doch stilgcmäße Entspannung.— Georg Büchner, der am Freitag zu Worte kam, kritisierte seine Zeit mit dem Herzen. Nicht u u r mit dem Herzen, so wenig wie Mehring nur mit dem Intellekt: aber das Gesiihlsmoßige überwiegt wich in dieser Lustspielsalire Leone« und Lena" wie in allen Werken des genialen Hesten, der sich und sein Genie am eigenen Lebenstempa aufrieb. Di« Sendebühnc untre Alfred Braun« Leitung nahm sich des Wertes verständnisvoll an. Ihr w>« den Darstellern, von denen Werner K r a» ß und Günther H a d a n k besonders gerühmt seien, gebührt Lob._ Ein größeres jener, das«ine Turnhalle einäscherte, kam gestern Nacht in Frohnau. Maximiliankorso, zum Ausbruch. Da«(ieuer wurv« kurz nach l Uhr bemerkt und die Wehren von Frohnau, Hermsdorf, Glienick« und Wittenau alar- miert. Schon beim Eintressen der Frohnauer Feuerwehr hatte das Feuer eine erhebliche Ausdehnung angenommen. Es wurde mehrere stunden lang Wasser gegeben. Trotzdem konnte die Vernichtung de» Gebäudes nicht verhindert werden. ver Schleswig-Holsteiuer Sund. Orttgruvp« Berlin, veranstaltet« eine Kundgebung im großen Sitzungslaale des Reich»w>riichastZ- rat«, Bellevuestraße. Nach der Begrüßungsrede de« Voisitzcnden Petersen sprach der Kieler UniversiiöiSprosesior Dr. Ott« T ch a e l über.Ventsche BolkStumlorbeit in Schleswig" Augenblicklich zeigt sich folgender Vorgang, der national« Staat icheint durch den Balte- tnmsstaat abgelöst zu werden. Teile eine« Volte«, die unter anderer staatlicher Hoheit leben, wollen doch mit ihrem Volk eine Einheit bilden. Dteie« Gefühl der ZuiommengehLrlgkeit muß erftaiken und in allen Teilen de» Volte» lebendig werde». Die Arbeit muß in der Familie einsetzen. Diese«»»«geprägte vollsempsinden trägt keinen chauvinistiichen Charakter, im Gegenteil, e» lehrt da» VolkSempsinden der anderen ichätzen. Kein Staat darf einem fremden Vollsteil in seinen Grenzen ver« bieten, die eigene Sprache und Kultur zu pflegen, vor allem dürien ihm nicht Schulen in der Mutteriprach« verboten werden. Die« der Weg zu einer Verständigung und Besriedung der Völker, ein Weg, den der Echle««ig-Holsieiner Bund mit seiner Arbeit in Schlei wig gegangen ist. Eisenbahnunglück bei Gemünden. L-r beschleunigte Personenzug Frankfurt— Nürnberg— München ist am yrei- tagvonnittag hinter der Station Gemünden entgleist, wo- bei ein Wagen umstürzte. Etwa 12 Personen wurden teil? schwer, teile leicht verletzt. Der größte Teil der Viru?' glückten Reisen tonnt« jedoch nach Anlegung von Notverbänden t Reis« fortsetzen. �ewerMastsbewegung Zerlumpte Textilarbeiter. �ber die Unternehmer jammern über Absahstockuvg. Der Deutsche Textilorbciteroerband veröffentlicht soeben eine Kampfschrift gegen den Lohnobbau. Das Material, dos die Schrift enthalt, bezieht sich in erster Linie aus die Verhältnisse in der Textil- industrie: es beleuchtet ober auch die allgemeinen Zustände in aus- giebiger Weise. An tfjand einer Denkschrift des Landrates und des Kommunalorztcs des ftreiscs Landes Hut i. Schl. stellt die Schrift fest, dast in diesem schlesischen Bezirk die gesamte Arbeiterschaft sich in unsagbarem Elend befindet. Der Wochenlohn eines Textilarbeiters beträgt hier nach Abzug der Versicherungsbeiträge 8,84 bis 11,02 Mark. Ein« volljährige Textilarbeiterin verdient unter gleichen Verhältnissen ö.KO bis 6,31 IHarf. Es ist dem größten Teil der Bevölkerung des Kreises gar nicht m ö g l i ch, sich und ihre Familien in ausreichender Weise zu ernähren und den Witte- rungsnerhältnissen entsprechend zu kleiden. Auch die kleinen Geschäftsleute leiden sehr unter der Not. Die Arbeiter k ö n- nen nichts kaufen. Die Folge dieser Zustände ist, daß olle mögliHen Krankheiten, besonders aber die Tuberkulose, sich in unerhörtem Ausmaße ausbreiten. Vor allem ober leidet darunter die Jugend, die in ihrer körperlichen Entwicklung sehr zurückbleibt. Von den Schulkindern blieben im Londshuter Industrie- bezirk gegenüber den Durchschnittszahlen im Gewicht zurück: die Knaben 48,S Proz., die Mädchen 47,3 Proz.: in der L ä n g e 49 bzw. 47,7 Proz. und im Brust umfang 44,3 bzw. 39,4 Proz. Nicht regelmäßig warmes Mittagessen erholten 119 Kinder: nur ein Hemd besitzen 142 Schulkinder: nur ein Paar Schuh« 1165 Schulkinder. 350 Kinder besitzen keine wollene Unterwäsche, 662 keinen Mantel. Kein eigenes Bett 1485 Kinder. Davon schlafen mit dem Vater zusammen 99, mit der Mutter 283, mit Geschwistern 1069 und mit fremden Per- lonen 14. Wegen Schwäche fehlen in der Schule 15. wegen Mangel an Kleidung III Kinder. 26 Kinder schlafen dauernd auf der Erde, aus Bänken oder einem Strohsack. Don den 3594 Schülern aus Textilarbeiter- und Bergarbeiterfamilien kamen 200 ohne F r ü h st ü ck in die Schule. Wie hier die Verhältnisse liegen, so nicht nur in ganz Schlesien, sondern auch in vielen anderen Tertilgebieten. Trondem wollen die Unternehmer diese Elendslöhne noch abbauen. Sie besitzen den traurigen Mut, angesichts dieser erschütternder Zustände die be- stehenden Tarifverträge zu kündigen und den Lohnabbau zu verlangen. Die Akkordsätze setzen sie willkürlich herab. Gegen diese kalischnäuziacn Maßnahmen nimmt die Schrift„Textilwirt- schaftskrise und Tertilarbeiterlöhne" entschieden Stellung. Seneralversammtung der Holzarbeiter. Di» Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Hahzarbcsterner- Höndes hatte am Freitag im Berliner Klubhaus ihre ordentliche Ge- neralverlammlung Den Gelchäitsbericht vom 4. Quartal sowie den Fohre-bericht gab der Bevollmächtigte Genosse Frei gang. Er"»b zunächst einen Ueberbljck über die Beichäftigungsmöglich- keil in den einzelnen Branchen während des Berichtsjahres. Im ollgemeinen war die Holzindustrie im Jahre 1925 besser be- schäfiigt als 1924. Der Stand der Arbeitslofenzifker lag bis zum Herbst des Vorjahres wesentlich unter der das Jahres 1924. Dann änderte sich das Bild jedoch sprunghaft.?lm Schluß des Vorjahres waren in der gesamten Holzindustrie 10659 Arbeitslose zu verzeichnen, gegenüber von 1630 Arbeitslosen im Mai. Zurzeit sind rund 14 400 Holzarbeiter erwerbslos. Dia Löhne konnten in fast ollen Bronchen teils durch freie Vereinbarung, teils durch Arbeitseinstellung den steigenden Ledens- haltungskoften angepaßt werden. Die Gelamtlohnaufbesscrung im Durchschnitt aller Branchen betrug 30 Proz. und jchwankte zwischen 20 und 41 Proz. Verhandlungen mit den Unter- nehmern zum Abschluß von Lohn, und Tarifverträgen wurden insgesamt 123 geführt. Die Schlichiungskommission führte zur Beilegung von Dijsercnzen l077 Verhandlungen. In der Mitgliederbewegung ist eine außerordentlich starke Fluktuation zu verzeichnen. 10 478 Neuaulncchmen stehen 10171 Austrnte gegenüber. Die Iugendsektion kannte ihren Mitgliederbestand von 1ll2 auf 1345 erhöhen,«omit hat sich der Mitgliederbestand von 25 723 am Schluß des Vorjahres auf 25 936 erhöht. D i e Einnahmen und Ausgaben der Haupttosie balanzieren mit 1 085 139,93 Mark, die der Lokaliosic mit 572 213,71 Mark. Alles in allem war die Verwaltung bemübt, auch in diesem Jahre trotz der schwierigeren DerhäUnissc im Jmeresie der Mitglieder zu wirken und die Organisation auszubauen. Wenn nicht immer der gewünscht» Erfolg erzielt wurde, so haben sich eben die Verhältnisse stärker erwiesen als die Macht der Organisation. In der ausgedehnten Diskussion wurde an der Tätigkeit der Ortsverwaltung fast keine Kritik geübt, von den Kommunisten um so mehr aber Politik getrieben. Ueber einen Antrag der „Opposition", die engere Ortsverwostunz durch Verhältniswahl zu wählen, wurde nicht abgestimmt, da er zu spät eingc- gangen war. Die Liste der kommunistischen Opposition unterlag mit 124 gegen 181 Stimmen, so daß die bisherige engere Berwalwng wiedergewählt wurde. Ebenso wurden die übrigen Ange- stellten gegen eine Stimme wiedergewählt. Kommunistische Lohnpolitik. Rote Arontkämpfer als Lohndrücker. Von den Zeitungshändlern der»Welt am Abend" und der »Roten Fahne" wird uns geschrieben: Die»Welt am Abend" sowie der Verlag der»Roten Fahne" bringen i« letzter Zeit Artikel über die Ausnutzung der Zeitungs- Händler dnich bürgerliche Zeitungsunternehmen. Die beiden oben angesührten Verlage haben aber die allerwenigste Ursache, Kritik an anderen zu üben, da sie selbst gegen ihre Händler in der brutal- st e n Art und Weise vorgehen, wenn diese ihre Lebenslage verbessern wollen. Wir erholten die Woche 7 M. Zuschuß und 3 Pf. für sede Zei- timg, die wir verkaufen. Die»Welt am Abend" und die»Rote Fahne" haben uns erklärt:„Wenn Ihr nicht zurecht kommt, jo nehmt Such doch bürgerliche Zeitungen zu." Das spricht«in kommunistischer Verlag zu seinen politisch organi- sierten Händlern! Im Januar traten wir an den Verlag heran um Ausbesserunci unseres Standgeldes. Don dem Rcichstagsobgeordneten Willi Münzenberg wurde uns versprochen, wenn die Auflag« sich erhöht, das Standgeld nach und nach auf 10 M. die Woche zu er- höhen. Dieses Versprechen wurde nicht gehalten. Da wir keine freiwillige Aufbesserung unseres Standgeldes sahen mußten wir uns nun im Deutschen Verkehrsbund organisieren. Jetzt,'wo wir olle 90 Händler out organisiert sind, machten wir nun einen Vorstoß gegen den Verlag unter Hinzuziehung eines Gewerkjchoftsbeamten. Wir forderten ein wöchentliches Standgeld von 12 M. oder für jede Swnde 50 Pf. Das wurde uns in einer scharfen Art und Welse abgelehnt. Da die Berlage nun sahen. daß wir gewillt sind, eventuell den Streik gegen den Verlag der »Welt am Abend" zu erklären, setzten sie am 20. April ein Inserat ein. daß eine große Anzahl Händler für die„Welt a in A b e n d" g« s u ch t w e r d e n. Die neu Eingestellten arbeiten jetzt noch billiger als wir Zuschußhändler. Sie bekommen reinen Zuschuß, sondern 4 Pf. als Verdienst auf die Zeitung. Heute, am 22. April, ist nun der entscheidende Berhandlungs- tag mit dem Verlag der»Welt am Abend". Um sich zu sichern, Hot der Lerlag___ billige und willige Froutkampser gegen uns als Streikbrecher angeworben. Wir 90 Händler der „Welt am Abend" sind zu zwei Drittel ehemalige Betriebsräte, die sich durch ihre politische Tätigkeit in den Betrieben un- möglich gemocht haben, so daß uns nun weiter nichts übrig bleibt, als' durch Verkauf von Zeitungen unser Leben zu fristen. Wir werden jetzt durch den Verlag der»Welt am Abend" als Kulis der kommunistischen Bewegung betrachtet, wie es em Ullstein oder Scherl gegen ihre Händler nicht tut. Neuwahl der Branchenleitungen der Metallarbeiter. Am Donnerstag fand eine große Anzahl von Branchenversamm- lungen des Deutschen Metallarbeiterverbandes statt, in denen zur Neuwahl der Branchcnkommissionen Stellung ge- nommen wurde. In der gutbesuchten Versammlung der Werkzeugmacher und Scharsschleifer im Gewerkjchastshaus gab der Branchen- leiter Genosse Wiegand einen Ueberblick über die Beschästigungs- Möglichkeit während des Berichtsjahres, die sich in den von ihm angeführten Arbeitslosenziffern widerspiegelt. Während in den ersten vier Monaten des Borjahres ein Mangel an Werk- zcugmachern herrschte, waren im August 500, im November 1400 und im Januar dieses Jahre» bereits 2043 Arbeitslose zu verzeichnen. Am härtesten von der Krise betroffen sind die in der Automobilindustrie Besäiästigten. Die Konjunktur in de» ersten Monaten wurde von den Berufsangehörigen aus- genutzt und eine nennenc werte Erhöhung der Durch- Ichniltsverdienste erzielt. Der Redner ging dann nach auf die Verhältnisse in den einzelnen Industriegruppen näher ein. In der ausgedehnten Diskussion wurde an dem Jahresbericht fast keine Kritik geübt, sondern von den..Oppositionellen" der übliche politische Rummel ausgezogen. Es wurde dann bei der Neuwahl die alte Branchcnkom Mission(Richtung Ainster- dam> mit großer Mehrheit wiedergewählt. In der Versammlung der Metalldrchcr gab der erste Branchenleiter Kitsche den Jahresbericht. Auch diese Branche ist von der Krise schwer betroffen worden. Es sind zurzeit etwa 3 5 Proz. der Branchenangehörigen erwerbslos. In der ersten Hälfte des Berichtsjahres konnten einige Lohnbewc- gungen mit Erfolg beendet werden. Es bedarf noch der größten Anstrengungen, um das Organisationsoer hält- n i e in dieser Branche zu einem guten zu gestalten. Auch hier wurde nach eiiter längeren Diskussion die alte Bianchcnleitung(Amsterdam) gegen wenige Stimmen wiedergewählt. Bei den Eisen ton st ruktionsschlossern wurde der Jabresbericht von dem Bronchcnleiter Stadl gegeben. Er ging in seinem Bericht n. a. näher auf die skandalösen Zustände auf dem Neubau desRummelsburgerGroßkrastwerkes ein. Es sind hier seit Beginn des Baues bereits 4 5 0 ll n- s ä l l o, davon 2 mit tödlichem Ausgang, zu verzeichnen. Die ärzt- lichs Hilfe ist sehr inangelhost, wie überhaupt die sanitären Einrich- hingen und die Schutzvorrichtungen jeder Beschreibung jpatten. Es wird überhaupt in den Lohn- und Arbeitsbedingungen der Eisen- konftruktionsschlosser nicht eher besser werden, bis das noch sehr mangelhafte Organiiationsoerhältnis ein besseres ist. Nach einer teilweise recht stürmischen Diskussion wurde die alte Branchcnkom Mission(Amsterdam) wiedergewählt. In allen übrigen Branchenversammlung wurden ebenfalls die bisherigen Branchenkommissiancn, teils Moskauer, teils Amsterdamer Richtung, wiedergewählt. Aufbesserung der Söhne der französischen Eisenbahner. Paris. 24. April.(MTB.) Ein« Abordnung der Eisenbahner verhandelte gestern vormittag wiederum mit dem Minister für öffentliche Arbeiten de Mon.zi« zwecks Anpassung der Löhne an die Lebensmittelpreise. Der Minister erklärt«, daß nach den jüngsten bei ihm und Briand erfolgten Vorstellungen Verhandlungen mit den Eisenbahngesellschasten eingeleitet seien, damit«ine der gegen- wärtigen Lage angepaßte Gehaltsskala ausgearbeitet werde. Da die Eisenbahntarife nunmehr erhöht worden seien, erscheine eine Aufbesserung der Löhne jetzt möglich. Ta« Budget des Internationalen Arbeitsamts. Genf, 24. April.(MTB.) In der Freitagsitzung hat der Vor- waltungsrot des Imernationalen Arbeitsamtes den Voranschlag 1927 absatzweise durchberaten. Der Voranschlag sieht Ausgaben in Höhe von 7 786 165 Franken gegen 7 114 000 Franken im Jahre 1926 vor. Dies« Ausgabesumme wird sich aber insofern noch er- mäßigen, ol« die Beiträge Deutschlands, famle gewisse Mehveh»- nahmen aus Beröffentlichungen dazukommen werden, so daß die Ausgaben sich auf 7 071 000 Franken oder 43 000 Franken weniger als 1926 belausen werden. In der Besprechung sicherte der Direk- tor Albert Thomas eine Vermehrung der Vertretung der überseeischen Staaten im Personal des Arbeitsamtes zu. Darauf wurde das Budget genehmigt, und der Vorsitzende schloß die 31. Tagung des Derw'altungsrots. Gesperrte Gastwirlsbelriebe. Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cofe-Angestellten mitteilt, sind folgende Gostwirtsbetriebe für seine Mitglieder gesperrt: Deutscher Hos, Jnh. Krumren. Luckauer Straße: Zum Eisbären, Inh. Paul Iocksch, Köpcnickcr Str. 39: die Betriebe Fr. Paarmann. Ober- baiimstr. 1 und Wrangcl- Ecke Euvrystraße: Prälaten des Ostens, Inh. Wnuck, Große Frankfurter Str. 16: Restaurant R ü ck e r t, Frankfurter Allee 1; Konzert-Casä Klein ick I, Große Frankfurter Str. 79: Restaurant Schultheiß Bierhollen, Jnh. Preuß, Rosentholer Str. 52: Paradies- Cafe, Jnh. Max Teschke, Rosentholer Str. 26: Syring u. König. Löwen- Böhmisch. Elbingcr Str. 1 Ecke Landsberger Allee: Schultheiß- Patzenhoser. Jnh. Arthur Franz, Kaiserstr. 47/48. vormnraas ili ilqz im oaai n ocs«>eipritjajüut»»iuukcs» de» Verbände« der Atkordmaurrr bestimmen über da» Derhandlungsergedm» am Montan. 26. Vp-'I. nachmittaa» 5 Übt in den Mnsü-rs-Ien. Großer Saal. Kaiser. Wilhelmstr. ZI. Deutscher Saugewerlsbunb. Verband der VItordmouer Groß-Verlm. Spork. vier deutsche Voxmeisterschafieu. Aller Voraussicht nach wird der nationale Großkampftag am 30. April im Sport-Palast ein Werbetag für den deutschen Berussborsport werden. In der Schwergewichtsklasse treffen sich im Hauptkampfe des Abends Paul Samson-Äörner und Lud- wig Haymann über 10 Runden mit 4-Unzenhandschuhen und harten Bandagen. Für das Halbschwergewicht sind als Gegner in der Ausscheidung Max D i ct m a n n und Hans R o h n i s ch bestimmt, während sich?m Federgewicht N o a ct und Kurt S a s| e über 8 Runden mit 4-I1nzenhandschuhen und harten Bandagen gegenüberstehen. Einen flotten und harten Kampf darf man in der Ausscheidung für das Leichtgewicht zwischen Adolf Scholl und Paul C z i r s o n. ebenfalls über 8 Runden mit 4-Unzenhandschuhen und harten Bandagen, erwarten. Znlernationaler Loxkampfabend im Sportpalast. Im Sportbalaft standen sich gestern deutsche und schwedische amaleure gegenüber. Bor Beginn der Kümpse wurden die Rannschalir. im Ring vorgestellt und ein kleine» Mädchen in schwedisiber Nationalleock! überreichle den schwedischen Boxern ol» Gruß und Dank einen BUime,- slrausi mit den schwarz-rol-goldenen und den b I a«- g e l b e, Farben. Der Beiigll für die-'- Uederraichun? war stark. Den tntertig»«. nalcn.«limpsei! gingen zwei Klubkämpse vorau». Friedländcr III sRaccab! und Hänchen»«Westen) trennten sich unentschieden. Vtl'ch sB a.»«sie.: und?hill(B. s. B. Teutonia) siegten über Zlab?(Rord-Rordwests nn. O. W-gcncr kB. C. Westen) nach Punkten. Tann trat der deobch-. Meister 1929 Ziglarsli(Rord-isiordw.) im Fliegengewicht gegen I. Pibi- Stockholm in den Ring. Die Ueberlegeiiheit ZiglarbtiZ zeigte sich besonders in der 3. Runde, io daß er einen einwtmdsriicn Punüiicg erreichte. Im Leichtgewicht konnte T'chorch(B. C. Weiten) gleichfalls über Gustav sei:. Ttockbolm einen knappen, aber verdienten Punktsieg erringen. Daniels- Duisburg sWestdeutscher Meister 192S) fertigte I. Lewin-Stockbolm tm Schwergewicht nach 3 Runden glatt nach Punlten ab. Der gute Techniker der DeltergewichUer®. Serggren. Stockholm(schwedischer Meister 192«) punktete Slohlberg(B. C. Sparta) knapp au». Auch im Halbschwergewicht blieb der jchwedb'che Meister O. Falk-Stock» bolm über E. Michaelis> B. E. Westens verdienter Punktsieger. Unter größter Spannung deS Hauke» ging dann der letzte und Hauptkamps de» Abend» vor sich. Ter deutsche Schwergewichtler Franz Wcgner(B. C. Westcnt hatte den Europameister Bror Persson-Stockbolm als Gegner. Da» Urietl des Schi-dStichler», daS nach 3 Runden Persson zum Punktsieger erklärte. löste einen Hollenlärm aus. der minutenlang andauerte. Wie die Punkt- richter zu dem Unentschieden tamcn, ist unerfindlich. Theater öer Woche. Vom 25. April bis 3. Mai 1926. V»lk»büh!>«! 25., 27., 28., 1. Eturmklu:. 35., 29., 30., f.. Warft.— Cveiahttn»: 25. Sannen 36.(2. Taa) Sl-gtri-d. 37. Intern,««-. 28. Ta«o. 29.(3. Zagt Götlerb-aim-rung. 3i). Boheme. 1. Mai Cavalleria Rusticano. Bainzi'. 2.<4. Taat Parsival. 3. IWceen Umbaue» qesckilosien).— Over«« stö»ia»vl-i,! 23. ckosi fon lutie.?«. Sofstnann» Grzöhtungrn. 27.«kw-m,«:,. menit. 28. Mignon. 29. Werthcr. 30. ßledermaim. J. Mai Pucciurva. Iosephsleqenb». 2. Tiestand. 3. Rasenbaealier.— Staoittheater: 25.. 26. und 1. uni> 2. Mai itt odes Und Roriamn«. 27. Faust I. 28. Naihan der Weise. 2». Minna von Varnbetm. Peer Sunt. 3. Mai Duell am Libo.-- Sch'ller.Ttieaice! T-Nlki-H llneitz.Pqrlt. Deuis««» Theater: Täglich Uisteee Kinder.— K»mmeel»irl-r T-glich De flöte. I. 2! Ida. Z. Pique-Dame.— Graße» Schausvielhau». Vi» ZS. sZlle Dich: ab 30. Air-Seidelberg.— Theatee de» Westen»: Gräfin Mari«.—»enaistanr«. Theater: Vi» 30 Zräulein Julie, ob 1. Die Wildente.— Die Tribüne: Der Nudiean.— Deutsche»»änstlertheaker: Sin Walzertroutn.— Kamädicnha»»: Der Garten Gden.— Temaau-rheaker: Sin nackte» Mädel gekunben: bierauf: Der Arandstifier.— Reside»,-Theater: Vi» 30. Platonisch« Lied«: ab u Ver- boten« Küste.—?«nti-I-Theaker: Sva Bonheur.— Theater i» her Tom- manbantenstoaß«: Vi» 30. GafstPiel. Kabarett der Komiker.— Theater na Gchiffdauerpaurm: Marlborough.— Lustspielhan»: Serrnseld. Gasts vier.— Metropal-Theater: D'« Rächt der Rächt«.— Thalia-Theater: Kavalier Zack. — Theatee am Aaltrudarsplaß! Täglich 8 Uhr Der alte Drstauer.— Theater am Kursürsteudamm: Vi» 30. Miere und Maria: ad I. Rebhuhn.— Kl«,»«» Theater: Reiner Tisch.— Wallrer-Iheater: Der heilig« Brunnen und Blanco Poonct» Srweänng.— Walhalla. Theater: Ru» dem Tagebuch einer Verlorenen.— Rasc-Th-atre: Lilli mu« li-toalen.— Kasino-Theater: Vi» 50. Sine Rockt im Fahrstuhl: ob 1. Da» Recht auf Arbeit.— Theater ia der Lühow strafte: Svreewaldmäbel.— Schloftpark-Iheater Steglift: Glaube und Heimat. — viatergarten und Seal«: Internationale» Variete. Rachmittagsoorftellnngen: V»lk»bübae: SS. Faust. 2. Do« Quichotte.— v»cr am K»»ig»»laft: 25. Sharler» Tante.— Schill er. Theater: Wallenstein» Lager. Di« Piccolomini.— Theater de» Westen«: 25. Gräiiu Mariza.— Zentral- Thoader: 25., 2. Sva Bonheur. Verantmorilich für Volttik: Richard Verasteia: Wirtschaft: Artnr«alern»»: vewerkschastabeweaun«: Z. Steiner: Feuilleton: K. S. DIscher: Lokale» und Sonnige» Fr.ft Karstabt: Rnzeiaen: Ib. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärtt-Virlag G. m. b. v.. Verlin. Druck: Vorwäris-Vuchdruckeret und Berlaaaanst-It Paul Singer u. Co.. Berlin EW 68. Lindenstrafte 5. E|er»ner Elektriker B* Genossenschall angescl, I. dem Verb. soz. Bau betriebe Berlin N.24. Elsisser Str. 86-88 Ferniprccbcr: Norden 6525,6826 Filiale Westen, Wilmersdorf Ldadhiusstr. 4. 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